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NATURGESCHICHTE.
GEGRÜNDET VON A. F.A. WIEGMANN,
FORTGESETZT VON
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W.F. ERICHSON, F.H. TROSCHEL,
E. VON MARTENS, F. HILGENDORF,
W. WELTNER unD E. STRAND.
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NEUNUNDSIEBZIGSTER JAHRGANG.
1913.
Abteilung A.
9. Heft.
HERAUSGEGEBEN
VON
EMBRIK STRAND
(BERLIN).
NICOLAISCHE
VERLAGS-BUCHHANDLUNGR. STRICKER
Berlin.
Inhaltsverzeichnis.
b- AIDA mx I,
e Se
Gebien. H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Tenebrionidae (Coleopt.)
(Hierzu Var I /und; 13 Textfiguren) sw a 1 leere ee
Ruzsky. Myrmekologische Notizen (mit 3 Textfiguren)
Kuntzen. Die afrikanischen Corynoden des Wiener Museums [Coleaer
PlrySpmehdae). u... N ae nn alt Aal he, See
Krausse. Eine Spinne (Zodarium nigriceps Sim.) an den Abfallplätzen
der Ernteameisen auf Sardinien. . ....... 2 2.2.20.»
— Variabilität der Männchen von Scolia hirta Schrk. (mit 7 Text-
onen BEN ELIA TEL EEE Te
Oudemans. Belorohes aus Maulwurfsnestern. [Fortsetzung aus
dem Heft 1913. A. 8. p. 200] (Hierzu Taf. XI—XIV und Text-
figuren 261— 363). [Schluß folgt im nächsten Heft!] . ... .
Wagner. Beitrag zur Kenntnis der Apion-Fauna Zentral- und Süd-
Amerikas. Beschreibungen neuer Arten. III. Teil... ....
Enslin. Ueber Tenthrediniden aus Spanien. Nebst einer Bestimmungs-
tabelle der paläarktischen Tomostethus. .. ... .
Brand." Zvezenkionen:’. . wu u a.
66
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute.
Tenebrionidae (Coleopt.).
Von
Hans Gebien, Hamburg.
(Mit 13 Textfiguren und einer Tafel.)
Von der Insel Formosa ist bisher noch keine Arbeit über
Tenebrioniden bekannt. Meines Wissens ist überhaupt noch kein
Angehöriger dieser Käferfamilie von Formosa erwähnt. Ich bin
daher dem Deutschen Entomologischen Museum zu Dank ver-
pflichtet, daß es mich in den Stand gesetzt hat, diese fühlbare Lücke
auszufüllen. Formosa hat mit der paläarktischen Fauna nichts
zu tun. Die wenigen Arten, die wir auch in der paläarktischen
Fauna finden, sind Kosmopoliten, durch den Handel verbreitet
und scheiden also für Betrachtungen tiergeographischer Art aus.
Einige andere Gattungen, z.B. Platydema, Gonocephalum, Uloma,
von denen Vertreter auch bei uns vorkommen, sind fast über die
ganze Welt verbreitet, so daß man aus ihnen keine Beziehungen
zu unserer Fauna konstruieren darf. Nahe verwandt ist aber die
Fauna Formosas mit derjenigen Japans und derjenigen der
orientalischen Region. Einige Gattungen sind rein oriental, sie
senden einzelne Vertreter über Formosa nach Japan. Ein genaueres
Bild über die geographische Verbreitung der Formosa-Tenebrioniden
gibt die angehängte Übersicht. Zu der Anfertigung dieser konnte
ich mich umso eher entschließen, als die zum Vergleich in Betracht
kommenden Faunen von den Philippinen und Borneo von mir
soeben in 2 Arbeiten vollendet sind, und als von Japan die aus-
gezeichnete Arbeit von Lewis vorliegt. Von Tonkin und Indochina
ist meine Sammlung verhältnismäßig reich an Arten.
Subfam. Pedininae.
Mesomorphus Seidl.
Mesomorphus villiger Blanch. Von Kankau (Koshun) VII. 12;
Banshoryo -Distr. 7. VII. 1912; Pilam VIII. 12; Tainan 7. VIII. 12.
von Australien bis Afrika verbreitet; in der orientalischen Region
überall häufig.
Subfam. Opatrinae.
Seleron Hope.
Scleron ferrugineum F. Sehr weit verbreitet von Indien bis
Manilla. 6 Ex. von Formosa: Tainan 7. III. 1912; Anping 29. IX. 12.
Archiv für Naturgeschichte
1913, A. 9. 1 9. Heft
Hans Gebien:
DD
Trigonopoda nov. gen.
Kurz und gedrungen, von der Gestalt der Caediusarten. Körper
mit kleinen, wenig dichten Schuppen. Kopf quer, von der Gestalt
wie bei Caedius, die Augen vertieft liegend, da eine deutliche
Augenfalte vorhanden, und der Canthus höher ist, sie sind grob
facettiert, ganz schräge, ungeteilt, aber durch den schmal zungen-
förmigen, langen Canthus stark eingeschnürt; der Clypeus mit
dem normalen, tiefen Ausschnitt, seine Seitenlappen halbkreis-
förmig, der Seitenrand des Kopfes mit ziemlich tiefem Ausschnitt,
der dadurch entsteht, daß auch der Canthus einen starken Bogen
vor den Augen und an ihrer Seite bildet, es sind also von Canthus-
ecke zur andern vier Bogen vorhanden. Die Oberlippe schwach
ausgeschnitten, an ihren Außenecken wie bei Caedius mit kräftigen
Haarbüscheln. Fühler kurz, sie sind viel kürzer als der Ouerdurch-
messer des Kopfes und erreichen die Mitte des Halsschildes nicht,
sie sind allmählich zu einer kräftigen Keule verdickt, die 4—5
Glieder zählt. Mentum trapezisch mit scharfem Längskiel, Ligula
so breit wie das Mentum, vorn quer gekielt, Labialpalpen mit lang-
ovalem Endglied, Maxillen mit großer squama palpigera, das End-
glied der Palpen schwach beilförmig. Mandibeln am Grunde sehr
breit wie bei den Verwandten und dadurch den breiten Kopf
erzeugend, das Ende schwach und breit gefurcht, mit schwachen
Spitzen. Halsschild quer mit stark, fast winklig vorgezogenem
basalen Mittellappen und scharfen Hinterwinkeln. Schildchen
fehlt, oder richtiger, es ist ganz unter dem basalen Mittellappen
des Pronotums versteckt und tritt nicht zwischen die Flügel-
decken. Diese vorn scharf gekantet und winklig zurücktretend,
so daß der Basalrand der Basis des Halsschildes scharf anliegt,
Epipleuren vor der Spitze geschwunden. Prosternum höher als
die Hüften, in eine längliche, am Ende abgerundete Platte aus-
gezogen, Mesosternum zwischen den Hüften niedergedrückt, nicht
mit V-förmigem Ausschnitt, die Seiten des Eindrucks nicht gekielt.
Schenkel unten scharf gefurcht, die Ränder der Furche kielförmig.,
Die Schienen kurz und breit, die vorderen stark dreieckig, ihre
Spitze fast so breit wie die Innenkante lang, so lang wie die Vorder-
tarsen ohne Klauen, die Außenkante nicht
deutlich gezähnt, die Innenecke etwas nach
innen gezogen, nur ein Enddorn vorhanden,
die Tarse an der Unterseite eingelenkt, die
Vorderseite mit langer, undeutlicher Tarsal-
furche, Mittel- und Hintertibien ebenfalls
kurz und dick, aber nicht annähernd so wie
die Vorderschienen, an der Hinterkante un-
gefurcht, am Ende mit 2 Enddornen. Alle
Fie. 1. Tarsen seitlich kompreß, kurz und dick,
Trigonoheda crassipes; Im Querschnitt dreieckig, mit der scharfen
Vorderschiene u. Fuß. Kante nach oben, Sohle nackt, nur am
‘
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Tenebrionidae (Coleopt.). a:
Kiel jederseits mit dem Saum der winzigen Borstenschuppen,
Klauen sehr klein, normal, das erste Tarsenglied der Hintertarsen
mit dünner Basis, dann oben plötzlich buckelig zum Kamm an-
steigend.
Diese Gattung steht Adavius und Caedius sehr nahe (beide
sind übrigens in ihrem jetzigen Umfang nicht deutlich gegenein-
ander abgegrenzt). Sie ist sofort von allen Opatriden durch die
seitlich kompressen, im Querschnitt dreieckigen Hintertarsen
geschieden, die Form der Vordertibien ist diejenige von Scleron,
das aber wegen der vollständigen Epipleuren einer ganz anderen
Abteilung der Opatriden angehört.
Trigonopoda crassipes n. sp. Schwarz, matt, sehr fein anliegend
weißlich beschuppt, oval, ziemlich gewölbt. Kopf sehr grob und
dicht, hinten mehr körnig, vorn flacher punktiert, der Nacken
ganz hinten unmittelbar vor oder unter der Mitte des Halsschild-
vorderrandes eingedrückt, die Augenfalten innen nicht begrenzt,
seitlich viel höher als die Augen, diese etwa so breit wie der zungen-
förmige Canthus vor ihnen, die Clypealsutur breit, schlecht
begrenzt, die Lappen des Vorderrandes schmal gekielt, glänzend,
etwas aufgeworfen. Die Fühler am Grunde rötlich, das erste
Glied vom Seitenrand des Kopfes bedeckt und nur von unten zu
sehen. Das dritte ist doppelt so lang als das vierte, das fünfte und
sechste schwach quer, die folgenden stärker, die vorletzten doppelt
so breit wie lang, die Fühler kurz beborstet. Halsschild fast
doppelt so breit wie lang, vor der Mitte am breitesten, nach hinten
geradlinig schwach, nach vorn in kräftigem Bogen sehr stark
verengt, die Vorderwinkel ganz verrundet, die Hinterecken scharf
stumpfwinklig, die Spitzenausrandung von vorn gesehen halb-
kreisförmig, von oben gesehen ist aber die Mitte schwach winklig
vorgezogen; die Basis ist mit kräftigem, kurz verrundeten stumpfen
Winkel stark nach hinten vorgezogen, jederseits des Mittellappens
kaum ausgebuchtet, der ganze Basalrand mit sehr kurzen gelb-
lichen Wimperborsten besetzt. Die Skulptur erst nach gehöriger
Reinigung sichtbar, sie besteht aus sehr feinen, weitläufigen, vorn
und seitlich runden, hinten mehr länglichen Körnchen und undeut-
lichen, flachen Punkten, sie ist ganz mit sehr spärlichen, runden
und sehr kleinen Borstenschuppen bedeckt; die Querwölbung des
Halsschildes geht bis an den Seitenrand. Die scharfkantige Basis
der Flügeldecken schließt sich ganz an den Hinterrand des
Halsschildes, sie sind ungefähr in der Mitte am breitesten, nach
vorn schwach verengt, mit schmalen, scharf eingeschnittenen
Punktstreifen versehen, deren Punkte nicht sehr deutlich sind, die
Interstitien vollkommen flach und dicht mit äußerst feinen
Körnchen von zweifacher Größe besetzt, die aber erst nach gehöriger
Reinigung bei ca. 40facher Vergrößerung deutlich werden, die
schwach aufrechten, äußerst kurzen, sparsamen, weißlichen
ie 9, Heft
4 Hans Gebien:
Börstchen sind undeutlich zwei- oder dreizeilig geordnet. Pro-
sternum flach, ungefurcht, das Ende verrundet, die Vorderschenkel
an der scharfen Vorderkante unten mit kleinem Winkel, die
Vorderschienen innen fast gerade, mit lappig nach innen vor-
gezogenem Ende, außen mit undeutlichem mittleren Winkel
oder Zahn.
L. 4%,—-51, mm.
26 Exemplare im Deutschen Entomologischen Museum:
Anping VI. 1911; Kankau (Koshun) VII. 1912.
Die Art hat flüchtige äußere Ähnlichkeit mit Caedius marinus
von der sie aber generisch verschieden ist.
Gonocephalum Chevr.
Gonocephalum elongatum Guer. Eine Anzahl Exemplare von
Pilam in meiner Sammlung. 1 Exemplar von Kankau (Koshun)
VII. 1912 in der Sammlung des Deutschen Entomol. Museums.
(Hierher gehört ohne Zweifel Gon. quadrinodosum Reitt. aus China
als Synonym.) Ich besitze zahlreiche Exemplare der Art aus
Vorder- und Hinterindien.
Gonocephalum pubens Mars. Ann. Soc. Ent. Fr. (5) VI, 1876,
p- 9°. Aus Japan beschrieben. Anping 7. VII. 1911; Tainan
7. VIII. 1911; Hoozan 7. IX. 1910. In meiner Sammlung von
Takao 10. VII. 1907. Auch aus Indien.
Gonocephalum formosanum n. sp. Klein, schmal, nach hinten
deutlich erweitert, schwarz glänzend (aber erst nach gehöriger
Reinigung), mit sehr kleinen, wenig dichten Schuppenbörstchen
bedeckt, Fühler, Tarsen und Taster rotbraun. Kopf breit, der
Innenrand der Augen faltenartig aufgeworfen, der Canthus kurz
verrundet rechtwinklig, der Seitenrand zwischen Clypeus und
Canthus mit deutlichem Ausschnitt, der Clypealausschnitt innen
scharf rechtwinklig, sehr tief, Clypealfurche sehr breit und tief,
jederseits stark grubig vertieft, auf der Stirn hinten ein etwas
länglicher mittlerer und neben den Augen zwei kleinere, rundliche
Eindrücke, die Oberfläche des Kopfes grob, dicht punktiert und
mit kurzen aufrechten Borsten besetzt. Fühler mäßig schlank,
(Glied drei fast so lang wie vier und fünf zusammen. Die letzten vier
Glieder bilden eine schlecht abgesetzte schlanke Keule, Glied elf
so lang wie breit. Mentum fünfeckig, der Vorderrand scharf
rechtwinklig vorgezogen, es ist mit feinem Längskiel versehen und
jederseits eingedrückt, ziemlich grob punktiert, die Seitenlappen
stark vorragend, nach vorn scharf rechtwinklig, der Winkel nicht
niedergedrückt; über den ganzen Unterkopf erstreckt sich ein
starker Quereindruck, der das Submentum stark erhaben erscheinen
läßt. Halsschild etwa 12, mal so breit wie lang, in der Mitte
am breitesten, nach vorn und hinten stark verengt, so daß Basis
A. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Tenebrionidae (Coleopt.). 5
und Spitze gleich breit erscheinen, die Seiten ziemlich stark ge-
rundet, vor den Hinterecken deutlich ausgeschweift, diese selbst
spitz, etwas nach außen gerichtet, die Vorderecken stark vorragend,
aber an der äußersten Spitze abgerundet, der basale Mittellappen
reicht weiter nach hinten als die Hinterecken, die Seiten sind
ziemlich breit verflacht, die "Scheibe gewölbt, ohne deutliche
Eindrücke aber mit fein erhabener Mittellinie, die Mitte des Vorder-
randes ist schwach stumpfwinklig ausgeschnitten. Die Skulptur,
die erst nach gehöriger Reinigung hervortritt, ist sehr charak-
teristisch, sie besteht aus ganz flachen grubigen Punkten, deren
schmale Zwischenräume ein erhabenes, oft unterbrochenes Netz-
werk bilden, in jedem Punkte steht ein Körnchen, das meistens
dem Vorderrand genähert ist. Jedes Körnchen mit aufrechter,
nach hinten gekrümmter Borste. Die Körnchen auch bei schwacher
Vergrößerung sichtbar. Schildchen groß, fein punktiert, hinten
glänzend, abgerundet stumpfwinklig. Flügeldecken ziemlich
konvex, auch in der Längsrichtung, nach hinten deutlich erweitert,
mit ziemlich groben Punktstreifen, deren Punkte dicht stehen,
und deren gleichmäßig erhabenen Interstitien nur flach gewölbt
sind. Die Zwischenräume sparsam ein- bis zweizeilig (in den
seitlichen aber zwei- bis dreizeilig) beborstet, die Borsten aufrecht,
nach hinten gekrümmt, auf je einem kleinen Körnchen stehend.
Unterseite mit feinen, aufrechten Borsten, die Propleuren mit
sehr scharfen, feinen, dicht stehenden Graneln bedeckt, Proster-
num ungefurcht, hinter den Hüften ganz niedergedrückt; Meso-
sternum sehr schwach eingedrückt. Analsegment scharf gerandet.
Beine schlank, alle Schienen zart, nur die vorderen mit sehr
schwach nach innen vorgezogener Spitze, die Außenecke nicht
vorstehend, weit von der Spitze entfernt, dort die Schiene so breit
wie die beiden ersten Tarsenglieder lang, alle Schienen beim
ohne Kerbzähne. Die Tarsen sehr lang und dünn, an den hinteren
ist Glied 1=2+3 (an der Sohle gemessen), Glied vier kürzer als
die anderen zusammen.
L. 7 mm, Br. 3 mm. Ein & von Koroton 15. 9. 07 (Sauter)
in meiner Sammlung.
Diese in vielen Beziehungen ausgezeichnete Art unterscheidet
sich von den meisten Gattungsgenossen durch den vorn und hinten
gleich breiten Prothorax. Viele der indischen Arten, bei denen
das Pronotum hinten stark eingezogen ist, haben es ganz uneben.
Ähnlich ist nur G. simulatrix Fairm. (vom Autor als Pseudoblaps
beschrieben!), das viel größer ist und ganz anderen Kopf hat. Von
den japanischen Arten hat nur G. recticolle Motsch. eine flüchtige
Ähnlichkeit, ist aber viel größer, mattschwarz, hat ganz andere
Skulptur, beim ö stark krenulierte Tibien, spitze Halsschild-
vorderecken, ganz anderen Kopf, staubartige Schüppchen
etc.
9. Heit
6 Hans Gebien:
Gonocephalum coriaceum Motsch. Bisher nur aus Japan be-
kannt. Anping VIII. 1909; 22. VII. 1911; Kankau (Koshun)
IV. 1912; Kosempo X. 1909; Tainan 7. VIII. 1911.
Subfam. Cryptieinae.
Cryptieus Latr.
Crypticus minutissimus n. sp. Winzig klein, oval, matt-
glänzend schwarz oder schwarzbraun, Fühler und Beine gelbrot,
Flügeldecken schwarz mit rötlichen Makeln, Ränder des Hals-
schildes und der Flügeldecken heller. Kopf quer mit stark winklig
vortretenden, grobfacettierten Augen, von diesen an ist der Kopf
gleichmäßig nach vorn verengt, der Canthus tritt also dreieckig
vor das Auge. Clypealsutur deutlich, nicht eingeschnitten, der
Kopf dort nicht vertieft, Clypealrand gerade. Punktierung sehr
fein und dicht, am Hinterkopf fehlt sie auf einem gebogenen
Ouerstreif. Fühler kurz, die Mitte des Halsschildes erreichend;
gegen das Ende etwas flach gedrückt, Glieder gedrängt, Glied zwei
etwas länger als drei, 3—11 gleich lang, 3—5 etwas konisch, die
folgenden quer, aber nicht eine Keule bildend, an der Spitze gerade
abgeschnitten, auch das letzte etwas abgestutzt. Mentum gehöckert.
Endglied der Maxillarpalpen viel länger als breit, seine Außenecke
vorgezogen. Mandibeln an der Spitze scharf gefurcht und zwei-
spitzig. Halsschild an der Basis doppelt so breit als in der Mitte
lang, mit zwei kleinen basalen Grübchen, der Mittellappen schwach
vortretend, das Pronotum ist von der Basis nach vorn gerundet
verengt, die Spitze gerade abgeschnitten, die Vorderecken breit
verrundet, die Hinterecken rechtwinklig, die Seiten schwach
gekrümmt. Punktierung sehr fein und dicht, jeder Punkt, besonders
seitlich mit einem mikroskopischen, leicht übersehbaren Härchen.
Schildchen breiter als lang, wie der Halsschild punktiert. Flügel-
decken mit rechtwinkligen Schultern, ihr Seitenrand von oben
der ganzen Länge nach sichtbar. Die hellen Makeln sind länglich,
meist stehen zwei vor der Mitte im dritten und fünften Zwischen-
raum, hinter der Mitte ist eine schräge Querbinde von abwechselnd
langen und kurzen Flecken, außerdem ist der Außenrand an der
Spitze breit rötlich. Zuweilen nimmt die helle Färbung zu, doch
läßt sich die Grundzeichnung immer erkennen. Die Flügeldecken
sind mit Reihen flacher, feiner Punkte, die gegen die Spitze nicht
feiner werden, bedeckt, die Punkte gröber als die des Halsschildes.
Zwischenräume vollkommen flach, erst bei ca. 70facher Vergrö-
Berung sichtbar punktiert. Unterseite schwach glänzend,
mikroskopisch fein behaart. Prosternum vorn grob und dicht
punktiert, zwischen den Hüften sehr fein punktiert, in einen
wagerechten lanzettlichen aber nicht sehr spitzen Fortsatz aus-
gezogen. Propleuren glatt längsgerunzelt. Mesosternum zwischen
den Hüften sehr hoch, tief und schmal V-förmig ausgeschnitten.
Ausschnitt senkrecht. Metasternum mit feiner Mittellinie, in der
H. Sauter's Formosa-Ausbeute. Tenebrionidae (Coleopt.). 7
Mitte sehr fein punktiert, hinter den Mittelhüften breit grob
punktiert; es ist hinten zur Aufnahme des spitzen Abdominal-
lappens kurz ausgeschnitten. Abdomen äußerst fein, reibeisenartig
rauh punktiert. Analsegment sehr fein vollständig gerandet.
Beine kurz, Schenkel mit vollständigen, scharfen Unterkanten.
Schienen rauh mit langen Enddornen, Außenkante fein bestachelt,
alle Tibien an dem Ende der Außenkante mit zwei längeren Stacheln,
so daß also vier Endstacheln vorhanden sind. Tarsen kurz, an den
vorderen ist Glied eins viel dicker als die anderen, an den hinteren
fast so lang wie die folgenden zusammen.
L. 21%,—3 mm.
11 Exemplare: Akau XII. 1907; Kankau (Koshun) VII. 1912,
Chikotoki V. 1911.
An der geringen Größe und der Färbung leicht zu erkennen.
Nur mit Cr. (Platydema) sceriptipenne Frm. (= bifasciatum Chevr.
— scriptum Lew.) verwandt, der durch bedeutendere Größe,
andere Färbung und anders skulptierte Unterseite abweicht.
Platydema scriptibenne hat mit der Gattung, in die es gestellt
wurde, nichts zu tun. Nur die Form und die Färbung erinnern an
diese Gattung. Ebenso wenig gehört Platydema signatum Kl.
von Madagaskar in die Gattung Platydema, es ist eine Crypticide.
Es findet keine Kollision des Namens mit Platyd. variegatum Cast.
mehr statt und der ursprüngliche Name variegatum Kl. tritt ein,
so daß also hier zu zitieren ist: Crypt. variegatus Kl. (= signatum
Kl. nom. nov. =- variidenne Gemm. nom. nov.). Auch Platydema
caesilrons ist eine Crypticide und aus der Gattung Platydema zu
entfernen.
Phaleria Latr.
Phaleria (Ephiphaleria) atricebs Lewis, Ann. Mag. Nat.
Hist. (6) XIII. 1894, p. 383. 3 Exempl. von Anping VII. 1911
und Kankau (Koshun) VII. 1912.
Subfam. Bolitophaginae.
Es ist sehr auffallend, daß mir bisher von Formosa außer
Dicraeosis nur ein Vertreter dieser Unterfamilie vorliegt. Borneo,
Java, Sumatra, die Philippinen, Japan sind an auffallenden
Formen sehr reich. Es ist möglich, daß in Pilzen, besonders Baum-
schwämmen nicht genügend gesammelt worden ist, doch sind
zahlreiche Vertreter der Diaperinen vorhanden, die eine ähnliche
Lebensweise haben, so daß diese Vermutung nicht sehr viel Wahr-
scheinlichkeit hat.
Bradymerus Perr.
Bradymerus aequecostatus Fairm. Notes Leyd. Mus.
XV, 1893, p. 20. Eine Anzahl Exempl. aus Borneo und
Sumatra in meiner Sammlung. 21 Exemplare von Formosa:
Kosempo VIII, 1909; Fuhosho VII, 1909; Taihorinsho 7. X.;
Taihorin 22. VIII.; Sokutsu (Banshoryo-Distr.); 7. VI. 1912;
Kankan (Koshun) VII. 1912.
9. Heft
8 Hans Gebien:
Dieraeosis Geb.
Diese Gattung hat bisher als einzige Art D. bacillus Mars.
von Japan. Außer den folgenden Arten habe ich noch ein paar
auffällige aus Indien gesehen.
Dicraeosis amplus n. sp. Schwarzbraun, schwach glän-
zend, robust, Körper nach hinten erweitert. Kopf mit
kräftiger Clypealsutur, die seitlich vor den Augen etwas
grübchenartig vertieft ist; Augenfurchen kurz, aber sehr tief ein-
geschnitten, von der Mitte hinten herumgehend, der Canthus
ist nicht breit vor den Augen abgesetzt, sondern schiebt sich spitz-
winklig vor das Auge, so daß also der Kopf von den Augen ab nach
vorn verengt ist. Clypeus vorn gerade abgestutzt, die Punktierung
ist auch vorn grob, aber viel feiner als am Hinterkopf, wo sie sehr
grob ist, die Zwischenräume der Punkte bilden glänzende, körnchen-
ähnliche Erhabenheiten; doch wird die Skulptur des Kopfes durch
wenig dichte, haarähnliche Schuppen undeutlich. Fühler kürzer
als der Zwischenraum zwischen den Augen, die beiden ersten Glieder
verdickt, das zweite fast kugelig, viel dicker als das dritte, dieses
doppelt so lang wie dick, etwas kürzer als 4+5, 4—7 kurz konisch,
so lang wie breit, acht quer, neun bis elf bilden eine gut abgesetzte
Keule, das letzte Glied ist kugelig, weitaus am längsten und dicksten.
Mentum quer, stark trapezisch, etwas gewölbt, grob punktiert.
Halsschild länger als breit, etwas vor der Mitte am breitesten,
die Seiten vor den Hinterwinkeln schwach ausgeschweift, die
Seitenrandkante fehlt; die Kapuze wenig nach vorn gezogen, ihre
Spitze schwach eingedrückt, das Ende mit feinem Ausschnitt, die
Vorderecken viel kürzer vorgezogen als bei bacillus und diese
Spitze nicht deutlich geschweift, vor der Basis befindet sich kein
Quereindruck, sondern in der Mitte der Basis ein schwaches Grüb-
chen. Die Mittellinie ist schwach der Länge nach angedeutet. Die
Oberfläche ist grob narbig punktiert, d. h. die Zwischenräume der
Punkte bilden körnige Erhabenheiten; der ganze Halsschild ist
nicht sehr dicht mit kurzen Schuppenbörstchen bedeckt, die im
Allgemeinen zentrifugal stehen, also von der Scheibe mit der Spitze
nach allen Seiten gerichtet sind; die meisten Schüppchen stehen
auf den Erhabenheiten und überdecken das zugehörige Grübchen.
Schildchen länger als breit. Flügeldecken im letzten Drittel am
breitesten, auch der Länge nach kräftig gewölbt, die alternierenden
Zwischenräume sind hinten stärker gewölbt, vorn nur der dritte
und fünfte und zwar nur undeutlich, die beiden ersten Interstitien
flach, die folgenden immer stärker gewölbt, die seitlichen rippen-
artig, der Nahtstreifen besteht aus verhältnismäßig feinen Punkten,
die folgenden haben gröbere, die seitlichen sind sehr tief, haben
senkrechte Wände, und der Abstand der Punkte von einander ist
dort nur schmal, auf den inneren Interstitien ist jeder Punkt innen
und außen von je einem feinen Körnchen eingefaßt. Die Zwischen-
räume, besonders die inneren, sind hin und wieder fein gekörnt.
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Tenebrionidae (Coleopt,). 1%)
Alle Punkte der Streifen werden gegen die Spitze sehr fein. Die
Oberfläche ist mit feinen, haarähnlichen Schuppen mäßig dicht
besetzt, diese Schüppchen stehen auf den Erhabenheiten, sie sind
wesentlich feiner als die des Halsschildes. Unterseite ähnlich
bekleidet wie die Oberseite. Das Prosternum steigt vorn gleich
hinter den schmal abgesetzten Vorderrand stark senkrecht auf, der
hintere Absturz steil, aber nicht senkrecht, das Ende in einen
kurzen, ziemlich spitzen, wagerechten Fortsatz ausgezogen, die
Propleuren sind vorn von dem Sternum nicht abgesetzt, es zieht
sich also nicht wie bei D. bacıllus eine Kante schräg von den Hüften
nach den Vorderecken. Mesosternum kräftig V-förmig eingedrückt.
Metasternum und Abdomen ziemlich dicht und tief, aber viel feiner
als das Pronotum punktiert. Analsegment an der Spitze mit feinem
Haarbüschel. Beine schlank. Vorderschienen gerade, Mittel- und
Hintertibien mit schwach nach innen vorgezogener Spitze, die
mittleren an ihrer Vorderkante glatt, die glatte Fläche auf jeder
Seite der Länge nach von einem Haarsaum begrenzt, die Hinter-
tibien ähnlich, doch an der inneren Vorderkante krenuliert. An
den Hintertarsen ist das Klauenglied kürzer als die anderen zu-
sammen. \
L. (ohne Kopf) 9%,—10 mm, Br. thor. 2%,; elytr. 3,4 mm.
4 Exemplare: Sokutsu: Banshoryo-Distr. 7. VI. 1912; Kosempo
22. VII. 12; Kankau (Koshun) VII. 1912.
Von der einzigen bekannten Art: Dicraeosis bacıllus stark
verschieden durch bedeutendere Größe, vorn ausgeschnittene
Kapuze, andere Beschuppung, ganz andere Skulptur der Flügel-
decken, fehlende Prosternalkanten, unentwickelten Canthus, kräftig
ausgeschnittenes Mesosternum, andere Beinbildung etc. etc.
Dicraeosis cylindricus n. sp. Körper sehr gestreckt, zilindrisch,
Hinterkörper parallelseitig. Oberseite dunkelbraun, kaum glänzend,
mit feinen, hellen Schuppen bedeckt. Kopf wie bei voriger Art in
normaler Haltung über die senkrechte Richtung hinaus nach unten
gedrückt, er ist in der Richtung der nicht ausgebildeten Clypeal-
sutur kräftig konkav. Der Canthus deutlich abgesetzt, aber
schmäler als die Augen hinter ihm. Clypeus gerade abgeschnitten.
Fühler gelbrot, die beiden ersten Glieder sehr dick, das zweite
kugelig, das dritte doppelt so lang wie dick, kürzer als 4+5, 4—7
konisch, das achte nur schwach quer, die letzten drei bilden eine
gut abgesetzte Keule, letztes Glied kugelig. Oberfläche des Kopfes
grob und dicht punktiert, die Zwischenräume der Punkte glatt,
auf ihnen ziemlich lange, schmale, haarähnliche Schuppen. Mentum
quer trapezisch, vorn gerade abgestutzt, die Seiten gerade, die
Oberfläche schwach gewölbt, grob punktiert. Ligula ganz vor dem
Mentum liegend, so breit wie dieses, etwa kreisförmig, vorn nicht
ausgeschnitten, ziemlich flach, vorn stark beborstet, das ovale
letzte Glied der Labialpalpen mit gut abgesetzter, etwas zwiebel-
9. Heft
10 Hans Gebien:
förmiger Sinnesspitze. Maxillarpalpen mit flacher squama palpigera,
die sehr kleine innere Lade unbewaffnet, das letzte Glied der
Maxillarpalpen sehr stark beilförmig. Mandibeln in der Außen-
kante viertelkreisbogig, das Ende breit meißelförmig abgeschnitten,
der Gelenkkopf kugelig, die untere Außenkante sehr scharf blatt-
artig erhaben, viel höher als der Gelenkkopf, von dem sie durch
einen tiefen Ausschnitt
u abgesetzt ist, außer
dieser Kante zieht sich
u vom Gelenkkopf nach
ea innen eine scharfe, aber
schwach erhabene, S-
förmig geschwungene
Kante, die sich vor der
Spitze der Außenkante
nähert und dicht vor
dem Gelenkkopf zahn-
artig erhaben ist. Man-
dibelsack stark ent-
wickelt. Mahlzahn der
Fig. 2. Dieraeosis cylindrieus: rechten Mandibel kon-
a) Mitteltibie b) Labium ce) rechte Mandibel. vex und oben ana
Innenseite mit schräger Außenfurche parallel zur Kante, er
ist äußerst fein, ganz regelmäßig quergerieft und oben(also an
die Oberlippe schließend) gekantet, d. h. die Riefen reichen
um die Oberkante herum. — Kehleinsatz grob und unregelmäßig
quergerunzelt. Halsschild länger als breit, in der Mitte am
breitesten, von dort aus nach vorn in eine ziemlich spitze Kapuze
ausgezogen, die am Ende nicht ausgeschnitten, sondern kurz ver-
rundet und oben flach konkav ist, die Basis hat einen deutlichen,
etwas länglichen, ziemlich tiefen Längseindruck in der Mitte. Die
Oberfläche ist durchlöchert punktiert, d. h. es sind sehr grobe,
regelmäßige, außerordentlich tiefe Punkte vorhanden, mit senk-
rechten Wänden und gelbem Grunde, die Zwischenräume der
Punkte bilden ein ziemlich regelmäßiges Netzwerk, auf denen hin
und wieder sehr feine, meist einfache, seitlich und hinten narbige
Pünktchen verteilt sind. Auf den Erhabenheiten finden sich
schmale, anliegende, haarähnliche Schüppchen, je eins vor oder
hinter einem Punkte, welche diesen lang überragen. Die Lage dieser
Schüppchen ist nicht wie bei voriger Art zentrifugal, sondern sie
sind in der vorderen Hälfte nach hinten, in der hinteren nach vorn
gerichtet, in der ziemlich schmalen, mittleren Lage sind die
Schüppchen etwas undeutlich, meist quer. Die Vorderecken des
Halsschildes sind nur sehr kurz dornförmig nach vorn gezogen,
die Seiten vor der Basis von oben gesehen schwach ausgeschweift.
Eine Seitenrandkante fehlt natürlich hier wie in allen Arten der
Gattung. Die Flügeldecken ganz parallel, in der Längsrichtung
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Tenebrionidae (Coleopt.). 11
schwach gewölbt. Die ersten Interstitien ganz flach, die seitlichen
immer schmäler und schärfer rippenförmig, aber gleichmäßig, nicht
abwechselnd stärker erhaben; die Punktstreifen vor der Spitze
sehr fein. Die Punkte neben der Naht ziemlich fein, rundlich, die
an den Seiten allmählich sehr grob, außerordentlich tief, senkrecht
eingestochen und viereckig, sodaß ihre Abstände feine, aber ziemlich
dichte Ouerwände bilden. Jeder Punkt innen und außen mit feinem,
glänzenden Körnchen, die Interstitien nicht deutlich gekörnt, aber
schwach uneben. Die Schüppchen der Oberfläche viel feiner als
die des Halsschildes, haarförmig. Unterseite sehr fein beschuppt.
Prosternum am Vorderrand mit tiefer Ouerfurche, von den Hüften
in die Vorderecke geht ein deutlicher Kiel, der vordere Absturz
senkrecht, der hintere Absturz steil, der Fortsatz kurz, Mesosternum
ziemlich tief V-förmig ausgeschnitten. Beine wie bei voriger Art,
doch haben Mittel- und Hintertibien an der inneren Vorderkante
Kerbzähne, die besonders an den hinteren stark entwickelt sind.
2 (ezklKopıy 11, mm.) Br. thor.' 2%, elvir# 32 nm:
7 Exempl., davon eines (Type!) in meiner Sammlung von
Kanshirei 2.—14. IV. 08; die anderen von Sokutsu im Banshoryo-
Distr. 7. VI. 1912; Kosempo X. 1911; Kankau (Koshun) VII. 1912.
Diese Art ist von D. bacıllus Mars. durch Größe, Beschuppung,
Skulptur und Sternalbildung weit entfernt. Sie unterscheidet sich
von der vorigen Art durch parallelseitigen Körper, nicht ausge-
schnittene Kapuze, nicht alternierend erhabene Interstitien, andere
Skulptur des Halsschildes, dessen Schuppen anders liegen, deutlich
abgesetzten Canthus, stark krenulierte Innenkante der Hinter-
tibien etc. etc. Eine genauere Beschreibung der Mundteile erfolgte,
weil eine solche für diese Gattung noch fehlte.
Dicraeosis Sauteri n.sp. Verhältnismäßig kurz, Körper nicht ganz
zilindrisch, ähnlich wie D. amplus, doch schlanker. Körper ziemlich
hellbraun, oben und unten mit feinen, haarähnlichen Schuppen
bedeckt. Kopf hinten grob, vorn viel feiner punktiert, Punkte
getrennt, ihre Zwischenräume nicht körnchenartig, die kurzen
Schuppenbörstchen haben ihren Wirbel auf dem Scheitel, sind also
von dort zentrifugal gerichtet, Canthus nicht entwickelt, der Kopf
also von den Augen nach vorn verengt, seitlich zwischen Canthus
und Clypeus ein winziger Einschnitt, Clypealsutur nicht einge-
schnitten, durch einen breiten Eindruck markiert. Fühler kaum
so lang als der intraokulare Zwischenraum breit, Glied eins und zwei
dick, viel dicker als drei, dieses =4-+5, die folgenden so lang wie
breit, acht quer, 9—11 eine kräftig abgesetzte Keule bildend,
neun und zehn stark quer, elf so lang wie breit. Unterkopf sehr
tief querüber gefurcht. Halsschild kaum länger als breit, an
den ungekanteten Seiten stark gerundet, vor den Hinterecken, die
von oben gesehen etwas spitz nach außen treten, deutlich ausge-
schweift, mit flacher Basalgrube, die Mittellinie kaum stumpf an-
9. Heft
12 Hans Gebien:
gedeutet. Die Kapuze ist etwas flach gedrückt, aber nicht aus-
gehöhlt, die Spitze vorgezogen, und äußerst schwach, leicht über-
sehbar ausgeschnitten, die Vorderecken des Halsschildes sind wie
bei amplus spitz und lang vorgezogen, viel stärker als bei cylindricus,
die Seiten vor den Ecken etwas ausgeschweift, von der Seite gesehen
sind die Zipfel ganz heruntergezogen, ihr Vorderrand senkrecht,
verrundet in den Vorderrand des Halsschildes übergehend, die
Oberfläche durch einige unbedeutende Eindrücke schwach uneben
dicht und grob, sehr tief punktiert, auf den sehr schmalen Er-
höhungen, die nirgends deutlich gekörnt sind, finden sich kurze,
anliegende Schüppchen, die in der vorderen Hälfte nach vorn, in
der hinteren nach hinten gerichtet sind, und in der Mitte quer liegen,
die Schüppchen nicht länger als der Durchmesser eines Punktes.
Schildchen quadratisch, fein skulptiert. Flügeldecken nach
hinten schwach gebaucht mit kräftigen Punktstreifen, von denen
die ersten beiden verhältnismäßig feine Punkte haben, die an der
Spitze fast geschwunden sind, vorn aber kräftiger, die Punkte
der seitlichen Streifen werden immer gröber und tiefer, grübchen-
artig, mit senkrechten Wänden, die ersten beiden Interstitien auf
der Scheibe vollkommen flach, die seitlichen erhaben, der dritte,
fünfte und siebente deutlich gerippt, dritte und siebente hinten mit
einander verbunden, auf diesen alternierenden Zwischenräumen
eine Reihe flacher Körnchen, namentlich hinten, zerstreute flache
Körnchen findensich auch auf den ersten Intervallen und je eines auf
jeder Seite der groben Punkte. Die Bekleidung besteht aus feinen,
spärlichen, anliegenden, haarähnlichen Schüppchen. Unterseite
viel feiner punktiert als die Oberseite, aber ebenfalls weitläufig
fein beschuppt. Prosternum vorn und hinten senkrecht abfallend,
das Ende fein tuberkelartig markiert, von den Hüften zieht sich
schräg in die Richtung der Vorderecken eine undeutliche, kurze
Carina; Mesosternum breit V-förmig, nicht tief, mit gerundet steiler
Ausrandung. Analsegment an der Spitze mit sehr feinem Haar-
büschel. Beine wie bei amplus. Mittel- und Hintertibien äußerst
fein krenuliert, mit dem charakteristischen doppelten Haarsaum!
L. 9 mm, Br. der Flügeld. 2%4 mm.
Diese Art ähnelt im Körperbau dem D. amplus, von dem sie
sich durch geringere Größe, vorn kaum ausgeschnittene Kapuze,
nicht körnig punktierten Halsschild, schärfer erhabene alter-
nierende Interstitien unterscheidet.
Dicraeosis carinatus n. sp. Schmal zilindrisch, auf dem Rücken
etwas flach gedrückt. Kopf mäßig grob, aber dicht punktiert,
mit deutlichem, verrundeten Canthus. Augenfurchen scharf und
tief, von den gewinkelten Innenecken der Augen an nach hinten
gehend. Ouerfurche breit und nicht sehr tief. Oberlippe ungekielt.
Die beiden ersten Glieder der Fühler viel dicker als die anderen.
Glied drei kürzer als vier und fünf, die beiden vorletzten Glieder
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Tenebrionidae (Coleopt.). 13
fast dreimal so breit wie lang, das letzte kugelig. Unterkopf schwach
quergerunzelt, mit mäßig tiefer Querfurche. Halsschild länger
als breit, seitlich wenig gerundet, vor den, von oben gesehen, etwas
spitzig nach hinten tretenden Hinterecken deutlich ausgeschweift,
die Vorderecken sind ziemlich lang und spitz nach unten gezogen,
sie gehen vorn in breitem Bogen in den Vorderrand über, die
Kapuze ist konkav und seitlich durch eine kräftige, wulstartige
Kante abgesetzt, außerdem ist die Oberfläche durch einen basalen
Eindruck und jederseits ein flaches Grübchen gleich hinter dem
Ende des Wulstes uneben. Die Skulptur besteht aus groben, sehr
tief eingestochenen, dicht stehenden Punkten, die auf dem vorderen
Eindruck etwas länglich, sonst rund sind, ihre Zwischenräume sind
hin und wieder, besonders hinten körnig, auf den Erhabenheiten
stehen außerordentlich winzige, bei Lupenvergrößerung nicht sicht-
bare, kurze, aufrechte Härchen, die so schmal sind, daß man von
Schüppchen nicht mehr sprechen kann. Die Flügeldecken haben
den dritten, fünften und siebenten Zwischenraum ziemlich scharf
gerippt, die übrigen sind flach, der erste im letzten Drittel deutlich
gewölbt, er hat der ganzen Länge nach vereinzelte, sehr weitläufige
Körnchen, die Rippen mit etwas länglichen, ziemlich dichtstehenden
feinen Körnchen besetzt. Die Punktreihen sind an der Naht mäßig
fein, seitlich immer gröber und die Punkte tiefer, je von einem
winzigen Körnchen eingefaßt. Die Bekleidung wie die des Hals-
schildes, aber noch spärlicher. Unterseite sehr fein und ziemlich
nicht punktiert, jedes Pünktchen mit winzigem Härchen. Proster-
dum vorn senkrecht, der vordere Saum von den Flanken durch
einen schrägen, stark erhabenen Wulst getrennt. Beine ziemlich
schlank, Hintertibien innen fein krenuliert.
L. 5%,—8 mm, Br. 2—24%, mm.
7 Exemplare von Formosa, Kankau (Koshun) VI., VII. und
V111. 1912, Hoozan 08&—10; Sokutsu (Banshoryo-Distr.) 7. VII. 12.
Die bekannten Arten dieser Gattung und zwei weitere aus
meiner Sammlung und Coll. Veth. lassen sich folgendermaßen
unterscheiden:
1 Alle Interstitien gleichmäßig erhaben, oder die inneren flach
und die äußeren gerippt. 2.
— Die alternierenden Interstitien stärker erhaben als die andern 4.
2 Die ersten Interstitien ganz flach, Halsschildvorderecken kurz
winklig vortretend, von oben nicht zu sehen, größere Arten
über 10 mm. 3.
— Alle Interstitien gerippt, 1., 3., 5., durch eine weitläufige
Reihe von feinen Tuberkeln N See Vorderecken des
Halsschildes von oben gesehen lang und sehr spitz ausgezogen,
Kapuze flach gedrückt, seitlich etwas wulstförmig begrenzt.
Kleine Art 6—7 mm lang. Japan. bacıllus Mars.
9. Heft
14
co
Hans Gebien:
Die Kapuze gesenkt, eingedrückt, verrundet oder undeutlich
ausgeschnitten. Halsschild dicht und deutlich beschuppt, Flügel-
decken ziemlich dicht scheckig grauweiß behaart. Prosternum
vorn fast senkrecht abfallend, auf der Höhe nach vorn nicht
überhängend. Formosa cylindricus n. Sp.
Die Kapuze wagerecht, spitz nach vorn ausgezogen, schmal,
oben fein gerinnt, aber nicht grubig vertieft, das äußerste
Ende fein eingeschnitten, Augenfurche tief und schmal, Hals-
schild und Flügeldecken zart und sparsam gelblich behaart
oder beschuppt, der erstere grobkörnig punktiert, die Schüppchen
aufgerichtet, Schildchen der Länge nach eingedrückt, vor ihm
an der Basis des Halsschildes ein tiefer, kleiner Eindruck, die
beiden ersten Interstitien flach, die anderen schmal und schwach
gekerbt gerippt. Prosternum nach vorn senkrecht, die Höhe
in eine kleine Platte, die nach vorn überhängt, und an den Mund
stößt, ausgezogen, wenn der Kopf normalerweise eingezogen
ist. Tibien innen schwach und undeutlich krenuliert. L.
10—11% mm. 18 Expl. in der Coll. Veth. von Java, Pre-
anger acutus n. SP.
Der Eindruck auf dem vorderen Teil des Halsschildes flach,
seitlich nicht begrenzt, Körper fein beschuppt oder behaart,
Flügeld. etwas bauchig d.
Der Eindruck auf dem Halsschilde tief, wulstig begrenzt,
Körper bei Lupenvergrößerung nackt, mehr oder weniger
zilindrisch 6.
Kapuze deutlich ausgeschnitten, Halsschild körnig punktiert,
alternierende Intervalle schwach erhaben. Formosa
amplus n. Sp.
Kapuze kaum ausgeschnitten, Halssch. einfach grob punktiert,
alternierende Intervalle stärker erhaben. Formosa
Sauteri n. SP.
Körper lang zilindrisch, Halsschild viel schmäler als die Flügel-,
decken, Schienen außen nicht tuberkuliert, Kapuze am Vorder-
rand kräftig ausgeschnitten, die scharf erhabenen Intervalle
am Ende nicht als Tuberkeln endend. Formosa.
carinatus n. SP.
Körper kurz zilindrisch, Halsschild so breit wie die Flügel-
decken, ‘Kapuze vorn kaum ausgeschnitten. Flügeldecken
hinten schräg abgeschnitten, der 3., 5. und 7. Zwischenraum
mit kleinen, runden, weitläufigen, stark erhabenen glänzenden
Körnern, alle, besonders der fünfte, mit starker Tuberkel
endigend, alle Schienen an der Außenkante mit einigen glän-
zenden Körnchen, innen schwach krenuliert. Halsschild durch
flache Eindrücke etwas uneben, Vorderecken kurz spitzwinklig
vortretend. L. 5—51, mm, Br. 1% mm. 2 Exempl. aus Süd-
Indien: Trichinopoly, in meiner Sammlung nodipennis n. Sp.
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Tenebrionidae (Coleopt.). 15
Subfam. Diaperinae.
Diaperis Lewisi Bates, Entom. Mo. Mag. X, 1873—74, p. 14
(syn. rubrofasciata Reitt.).
var. nov. intersecta. In allen wesentlichen Merkmalen mit
der Stammform übereinstimmend, besonders auch in der Form des
Prosternums. Die vordere schwarze Binde ist aber in Flecke auf-
gelöst, und zwar ist ein gemeinsamer großer Suturalfleck vor-
handen, daneben zwei längliche Flecke auf dem vierten und sechsten
Zwischenraum und seitlich ein größerer Randfleck; dieser und die
Suturalmakel sind hinten mit der hinteren schwarzen Binde ver-
bunden. Ferner sind stets die Vorderschenkel gelb. — Diese Form
scheint die Art im Süden zu vertreten, da nur sie mir vorliegt.
35 Exempl. von Fuhosho VIII. u. IX. 1909. Ein Exemplar
in meiner Sammlung von Hongkong.
Platydema Cast. & Bill.
Platydema umbratum Mars. Ann. Soc. Ent. Fr .(5)
VI., 1876, p. 107. Mit dieser Art fällt Pl. laticorne
Fairm. Notes Leyd. Mus. IV, 1882, p. 222, zusammen.
Fairmaire hat seine Art von Sumatrabeschrieben, ich
besitze sie auch von Borneo. Die Bildung der Mittel-
und Hintertibien der & ist sehr auffallend, sie findet
sich auch bei maculicolle Cast.
1 3 von Chip-Chip XI.; 1 2 von Fuhosho VII.
1909.
Platydema Sauteri n. sp. Oval, stark glänzend, Fig. 3.
schwarz, die Wurzel der Fühler oft rötlich, Halsschild Platydema
und Flügeldecken dunkelmetallisch purpurn, die Ränder EEK, 5
der beiden und die Naht grünlich, diese grüne Färbung
aber nicht scharf begrenzt. Kopf dicht und ziemlich fein
punktiert, in beiden Geschlechtern ohne Hörner oder Tuberkeln;
die am Vorderrand der Augen sehr schmale Stirn beim &
mit stärkerem, beim 9 mit schwächerem Eindruck, der
Kopf ist von den Augen an nach vorn verengt, so daß man die
Länge des Canthus nicht angeben kann, die Seitenwinkel des
Clypeus sind breit verrundet, der Clypeus selbst gerade abge-
schnitten. Der Kopf ist querüber vor den Augen kräftig einge-
drückt, vor den Augen stärker grubig vertieft, die Stirn hat ganz vorn
zwischen den Augen nur Y, Kopfbreite. Fühler mäßig breit, das
vierte Glied etwa so lang wie breit, die folgenden nur schwach quer.
Mentum in der Anlage trapezisch, die Vorderecken verrundet, die
Mitte hoch gewölbt, die Seiten verflacht, die Augen auch unten
stark genähert und von der Wurzel der Maxillen nur durch einen
schmalen Saum getrennt. Halsschild doppelt so breit wie lang,
kräftig gewölbt, die Basis stark doppelbuchtig, ungerandet, nur
beim tiefen Basalstrichelchen mit der Andeutung einer Randung,
9. Heft
16 Hans Gebien:
die Seiten stark gerundet, die Hinterecken rechtwinklig, aber nicht
scharf, die Vorderecken breit verrundet stumpfwinklig. Die Punk-
tierung ist fein aber deutlich, ziemlich weitläufig. Flügeldecken
von der Basis bis über die Mitte schwach erweitert, mit wenig tiefen
Punktstreifen oder Punktreihen, der Nahtstreif besonders hinten
stark vertieft, die Interstitien flach oder kaum gewölbt, punktiert
wie der Halsschild. Prosternum wagerecht, lanzettförmig, der
Fortsatz senkrecht abstürzend, zwischen den Hüften sehr seicht
eingedrückt, Mesosternum in der Seitenansicht stark gerundet,
mit scharfem, V-förmigen Ausschnitt. Abdomen in der Mitte
feiner, seitlich viel gröber punktiert und kurz längsstrigos. Alle
Schienen gerade, mit einer fein krenulierten, schwach gekielten
Außenkante.
L. 8°2/,—10; Br. 5—5%4, mm.
Diese große Art, eine der schönsten der Gattung, die ich zu
Ehren des tüchtigen Erforschers der Formosafauna nenne, hat
meines Wissens keinen nahen Verwandten. Von der ähnlich
großen, gleichfalls metallischen Art Pl. nigroaeneum (musiva
Har.) unterscheidet sie u. a. der ungehörnte Kopf. Unser Platy-
dema violaceum sieht ihr auf den ersten Blick sehr ähnlich, hat aber
ganz andere Kopfbildung,i kleine Augen etc.
Platydema haemorrhordale n. sp. Oval, ziemlich hoch gewölbt,
glänzend, schwarz mit Metallschein, Fühler und Beine rotbraun,
Seiten des Halsschildes und der Flügeldecken und das Spitzen-
viertel bräunlich,; zuweilen ist diese Färbung auf die Spitze be-
schränkt. Die rote Farbe nicht sehr auffallend, da auch die so ge-
färbten Partien metallisch sind. Kopf in beiden Geschlechtern
bewaffnet, beim & mit zwei dreieckigen, kurzen, am Grunde sehr
dicken, nach vorn gerichteten Hörnern, von denen das rechte stets
länger als das linke ist, sie stehen am Innenrand der Augen, zwischen
ihnen ein tiefer Eindruck, beim 9 finden sich statt der Hörner nur
zwei kräftige Tuberkeln, doch sind alle Übergänge vorhanden, so
daß die Geschlechter nach der Kopfbildung nicht sicher auseinander
gehalten werden können. Der Vorderkopf von dem dreieckigen
Canthus an in gleichmäßigem Halbkreis nach vorn verengt, ohne
Winkel und ohne Ausbuchtung, beim gut entwickelten & ist die
Mitte des Clypealrandes durch eine feine Tuberkel angedeutet.
Die Punktierung mäßig dicht, fein. Fühler ziemlich schlank, vom
4. Gliede an erweitert, dieses so lang wie breit, die folgenden immer
stärker quer, das vorletzte reichlich 1%, mal so breit wie lang, das
letzte kreisförmig. Mentum konvex. Endglied der Maxillarpalpen
kräftig beilförmig. Halsschild an der Basis reichlich doppelt so
breit wie in der Mitte lang, die Seiten von der Basis an nach vorn
verrundet, die starke Wölbung reicht bis zum Seitenrand, der nur
äußerst schmal abgesetzt ist, die Basis stark doppelbuchtig, die
Hinterecken ziemlich scharf rechtwinklig, die vorderen kurz ver-
H. Sauter’'s Formosa-Ausbeute. Tenebrionidae (Coleopt.). 17
rundet, aber in der Anlage auch rechtwinklig, der Vorderrand von
oben gesehen schwach ausgeschnitten, die Mitte nicht vorgezogen,
die Punktierung fein und wenig dicht. Flügeldecken mit
starken Punktstreifen, die vorne flacher, hinten kräftig vertieft
sind, die ersten drei Streifen laufen fast bis zur Spitze durch, die
Zwischenräume vorn fast flach, hinten stark konvex, sehr fein
(feiner als der Halsschild) punktiert, die Seiten sind wenig gebogen.
Prosternum wagerecht, lanzettförmig, aber nicht sehr spitz,
mit feinem Längskiel, Mesosternum vorn V-förmig ausgeschnitten,
mit Y-förmiger Erhabenheit auf der Fläche, jederseits neben dem
unteren Ast eine Längsfurche, die um die Hüften herumläuft.
Abdomen blank, aber ziemlich grob punktiert und schwach längs-
runzlig. Alle Schienen gerade, durch feine Punkte, in denen
Börstchen stehen, rauh, aber ungefurcht, ohne krenulierten Kiel.
L. 4%,, Br. 34%, mm.
14 Exempl. von Hoozan IX. 1910.
Diese Art steht dem Pl. recticorne Lewis aus Japan am nächsten.
Unsere Art ist aber metallisch, hat schwarze Epipleuren, eine
braune Flügeldeckenspitze, andere Hornbildung des 3 und beim 9
nicht nur eine Grube auf der Stirn.
Platydema palldicolle Lewis. Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XIII,
1894, p. 398. Auf diese Art beziehe ich 5 2 von Hoozan. 7. IX. 1910.
Platydema subfascia Walk. In der orientalischen Region weit
verbreitet und häufig. In meiner Sammlung von Borneo, Sumatra,
Annam, Japan, Burmah, Südindien, Madagaskar. Sonst noch
bekannt von Ceylon, Celebes.
25 Exempl. von Formosa. Hoozan IX. 1910.
Platydema flavopictum n. sp. Regelmäßig oval, hochgewölbt,
lackglänzend braun, Vorderkörper schwach metallisch. Fühler,
Mundteile, Beine hellrot, Flügeldecken schwarz mit gelben gezackten
Binden. Kopf unbewaffnet, weit in den Thorax gezogen, flach
gewölbt, ohne Grübchen, nur am Vorderrande der Augen die ge-
wöhnlichen Eindrücke, Clypealsutur fehlt, Vorderkopf lang, in
der Anlage trapezisch, mit breit verrundeten Vorderecken des
Clypeus, der Canthus nicht spitz in das Auge tretend, sondern
deutlich abgesetzt, die ganze Fläche sehr fein, mäßig dicht punk-
tiert. Fühler mit sechsgliedriger Keule, das vierte und fünfte Glied
etwa so lang wie breit, die folgenden nach innen stark dreieckig
erweitert, die vorletzten fast doppelt so breit wie lang, das letzte
etwa kreisförmig. Mentum scharf der Länge nach gekielt. Hals-
schild fast trapezisch, da die Seiten schwach gerundet sind, die
Wölbung querüber nicht sehr stark, die größte Breite an der Basis
doppelt so groß als die Länge, die basalen Grübchen schwach,
die Hinterecken ziemlich scharf rechtwinklig, die Vorderecken
ganz kurz verrundet stumpfwinklig, Oberfläche sehr fein und wenig
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 9. 2 9. Heft
18 Hans Gebien:
dicht, gleichmäßig punktiert. Die Flügeldecken sind eben vor
der Mitte am breitesten, ihr Seitenrand von oben deutlich sichtbar,
die Färbung sehr charakteristisch und bei den vier Stücken kaum
verschieden. Gelb sind: eine sehr stark gezackte vordere Binde,
die drei Äste nach vorn sendet (so daß an der Basis zwei längliche,
schwarze Flecken ausgespart sind), und die hinten vier Zacken hat,
nur bei einem Exemplar ist die innerste Zacke am zweiten Zwischen-
raum verlängert, so daß die beiden gelben Binden in Verbindung
stehen; eine zweite ebenfalls stark gezackte Ouerbinde und die
Spitze. Es bleiben also schwarz: zwei Basalflecke (das Schildchen
braun), die Naht (aber nicht ganz vorn), eine sehr breite gezackte
Mittelbinde und eine schmale Anteapikalbinde, die ebenfalls stark
gezackt, an der Naht mehr nach hinten gezogen ist. Die Flügel-
decken sind hochglänzend, mit sehr feinen Linien etwas länglicher
Punkte, die vor der Spitze verschwinden, bedeckt, die vollkommen
ebenen Interstitien mikroskopisch fein punktiert. Prosternum
hoch dachförmig, besonders vor den Hüften, aber nicht sehr scharf
gekielt, zwischen ihnen und hinten mehr stark konvex, da der
Kiel in dem schmalen Raum nicht so gut zur Geltung kommt, der
Fortsatz wagerecht. Mesosternum V-förmig ausgeschnitten, mit
senkrechtem Absturz. Abdomen sehr fein punktiert, nur die Seiten
etwas längsgestrichelt. Alle Schienen gerade, ungefurcht, ungekielt,
nicht krenuliert. An den Hintertarsen ist das erste Glied viel länger
als die beiden folgenden zusammen, auch länger als das letzte.
L. 42/,—5, Breite 2*/, mm.
4 Exemplare Sokutsu, Banshoryo-Distr., 7. VI. 1912.
Die Zeichnung ist sehr charakteristisch, die meisten orienta-
lischen Arten mit bunter Zeichnung haben gehörnte $, diese Art
nicht, von den andern mir bekannten unterscheidet sie sich durch
den Kopf, der keine Spur einer Clypealsutur zeigt und die voll-
kommen flachen Interstitien.
Außer den genannten Arten liegen mir noch zwei vor, davon
die eine nur in einem Exemplar, die andere nur in 9, beide sind
noch nicht zu beschreiben.
Die obigen sechs Arten sind alle weit voneinander getrennt
und leicht folgendermaßen zu übersehen:
1 Körper mattschwarz, groß, $ ohne Hörner, seine Mittel- und
Hinterschienen stark gekrümmt umbratum Mars.
— Oberseite bunt oder metallisch, meist kleinere Arten, & mit
einfachen Schienen 2.
2 Ca. 9—10 mm groß, Oberseite stark metallisch, Schienen mit
fein krenuliertem Längskielchen Sauteri n. SP.
— Höchstens 5 mm groß, Oberseite wenig metallisch oder bunt,
Schienen einfach
3 Oberseite schwärzlich metallisch, mit braunem Apikalfleck,
Flügeldecken stark gefurcht haemorrhoidale n. SP.
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Tenebrionidae (Coleopt.). 19
— Oberseite bunt, Flügeldecken fein punktiert-gestreift oder nur
gereiht punktiert 4.
4 Stirn mit starker Clypealsutur. Flügeld. mit gelber Spitze
und vorderer gelber Ouermakel auf schwarzem Grunde 5.
— Stirn ohne Clypealsutur, Flügeldecken mit zwei stark gezackten,
„ gelben Ouerbinden und gelber Spitze flavopictum n. Sp.
5 Glänzend, Halssch. ziemlich fein und weitläufiger punktiert,
schwarz wie der Kopf, höchstens mit roten Flecken, Fühler-
keule achtgliedrig, Männchen mit ungleichen Hörnern, von
denen das rechte mit kleinem Haarschopf subfascia Walk.
— Kopf und Halsschild matt, dieser sehr dicht punktiert, rot wie
der Kopf, Fühlerkeule siebengliedrig, $ mit seichtem Grübchen
auf der Stirn pallidicolle Lew.
Ceropria Cast. & Brll.
Ceropria Schenklingi nov. spec. Sehr groß, breit oval, stark
gewölbt. Der Halsschild metallisch, seitlich etwas mehr als auf
der Scheibe, hier oft ganz schwarz wie der Kopf. Flügeldecken blau
oder blaugrün, bei seitlich auffallendem Licht purpurn, Schultern
und ein Fleck seitlich von der Spitze grünlich oder grüngolden,
nicht von Regenbogenfarben umgeben, die Naht an der Spitze
kupfrig oder golden. Kopf ohne Stirneindruck, die Clypealsutur
kräftig eingedrückt, vor den Augen stärker vertieft, Stirn und
Clypeus jedes für sich gewölbt, Augen stark genähert, am Innen-
winkel nur etwas weiter entfernt als das dritte Fühlerglied lang ist.
Punktierung sehr fein und dicht. Fühler stark gesägt, die
Glieder bilden rechtwinklige Dreiecke, das letzte ist etwas
länger als breit. Halsschild an der Basis über doppelt so breit
wie in der Mittellinie lang, die Hinterecken rechtwinklig, die
Seiten von der Mitte an fast parallel, die Vorderecken kurz ver-
rundet, die Spitze fein vollständig gerandet, die basalen Eindrücke
kräftig, die Punktierung fein, aber etwas deutlicher als die des
Kopfes. Schildchen schwarz, glatt. Flügeldecken mit Linien
feiner, regelmäßiger, runder Punkte, die nirgends streifig vertieft
sind, die Zwischenräume vollkommen flach, sehr fein, viel feiner
als der Kopf punktiert, Spitze der Flügeldecken in beiden Ge-
schlechtern einfach. Prosternum vorn nicht dachförmig gekielt,
vollkommen wagerecht, jederseits sehr schmal gerandet, Absturz
senkrecht, Mesosternum V-förmig ausgeschnitten, der Absturz
von der Seite gesehen nicht ganz senkrecht. Auf der Scheibe der
Mittelbrust befindet sich hinten auf jeder Seite eine tiefe, kurze
Furche, sodaß die Erhabenheit ein nicht sehr deutliches Y bildet,
Epimeren und Episternen der Brust vollkommen glatt, matt,
Abdomen fein punktiert und schwach längsstrigos. Schenkel mit
zerstreuten, sehr deutlichen Punkten. Vorder- und Mittelschienen
beim ä einfach, nicht gekrümmt (die mittleren sehr schwach),
nur die Mitteltibien mit feinen, aber deutlichen, dicht gestellten
Kerbzähnen an der Innenkante, die vorderen nur durch Behaarung
2% 9. Heft
20 Hans Gebien:
rauh. Die Vordertarsen der Männchen kräftig verbreitert. Der
stark entwickelte Forceps einfach zugespitzt, oben der Länge
nach gefurcht.
L. 92,—14 mm.
Zahlreiche Expl. von Fushosho VII. 1909; Sokutsu (Bans-
horyo Distr.) 7. VII. 1912; Kosempo VII, 1909, XII, 1911.
Diese schöne Art, die ich meinem lieben Freunde S. Schenkling,
dem Custos am Deutschen Entomol. Museum widme, steht wegen
der beim & einfachen Vorder- und Mitteltibien neben subocellata
C. et. Brll. (von der ich übrigens laticollis Fairm. nicht unterscheiden
kann), sie hat dieselbe Flügeldeckenskulptur, aber andere Färbung
und kräftig verbreiterte Vordertarsen der &.
Ceropria formosana n. sp. Von Gestalt und Größe der C.
sulcifrons Har. Glänzend schwarz, auch die Beine, Halsschild nur
an den Seiten mit schwachem Metallschimmer, Flügeldecken
ähnlich wie bei der gemeinen C. induta gefärbt. Kopf mit ge-
näherten Augen, Augenabstand beim $ so groß wie das dritte
Fühlerglied lang, beim Q etwas mehr. Stirn zwischen den Augen
nach hinten mit kräftigem Eindruck. Canthus halb so lang wie
das Auge hinter ihm, seitlich stark vom Auge abgesetzt. Clypeal-
sutur stark und schmal eingedrückt, die Augen berührend. Punk-
tierung äußerst fein. Fühler lang, vom vierten Gliede an verbreitert.
Mentum beim 3 gewölbt, beim 2 flach und mikroskopisch fein
lederrunzlig. Außenlade der Maxille beim & breit gewölbt, am
Ende nicht scharf gekantet, auf der ganzen Fläche mit einem dichten
Pelz versehen, außer der gewöhnlichen Randbehaarung, bei
suleifrons dagegen tief ausgehöhlt, scharf gekantet, nicht bepelzt.
Beide Mandibeln an der Spitze stark gefurcht. Halsschildin der
Mitte am breitesten, nach hinten fast geradlinig, unmerklich
ausgeschweift, Hinterecken scharf rechtwinklig, Vorderecken
vorgezogen, verrundet, Spitze sehr fein gerandet, Basis ungerandet,
Basaleindrücke stark, Punktierung äußerst fein. Schildchen
schwarz, fast unpunktiert. Flügeldecken mit sehr feinen
Punktstreifen (über 100 im zweiten Streif; bei s«lcifrons 80 oder
weniger). Punktstreifen gegen die Spitze erloschen, Interstitien sehr
schwach gewölbt, erst bei starker Vergrößerung sichtbar punktiert.
Färbung sehr lebhaft, Grundfarbe purpurviolett, sonst ähnlich wie
bei sulcifrons. Unterseite wie bei sulcifrons. Analsegment des d an
der Spitze schwach eingedrückt. Vorder- und Mittelschienen beim
d gekrümmt, in der Endhälfte verbreitert, fein krenuliert, Vorder-
tarsen in diesem Geschlecht stark verbreitert, Mitteltarsen nicht.
Hinterschienen des $ am Ende außen wie bei sulcifrons mit kleinem
Eindruck.
L. 111,—12 mm.
18 2 2: Fuhosho VIII. 09.
Diese Art ist der C. sulcifrons Har. sehr ähnlich, aber sicher
verschieden durch die Färbung (die überhaupt in dieser Gattung
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Tenebrionidae (Coleopt.). 21
sehr konstant ist), Kopf und Halsschild sind nicht bunt, sondern
schwarz, nur der letztere an den Seiten sehr schwach metallisch,
Flügeldeckenskulptur feiner, Interstitien deutlich gewölbt; ganz
anders sind ferner die Mundteile und der Forceps des 3. Die Bildung
der männlichen Geschlechtsorgane ist bei dieser Gattung ungemein
kompliziert. Die vergleichende Morphologie derselben wird an
anderer Stelle erfolgen.
Ceropria induta Wied. Die gemeinste Art, im ganzen orien-
talischen Faunengebiet verbreitet. Von Formosa in großer Zahl:
Kosempo X, 1909; 7. IX. 1911; Fuhosho VII. u. VIII. 1909;
Chip-Chip 11. 09; Suisharyo 7. XII. 1911; Tainan 7. VIII. 1911;
Sokutsu 7. VII. u. 7. VIII. 1912; Hoozan IX. 1910; Polisha IX. 1908
Basanopsis nov. gen.
Subfam. Diaperinae.
Langelliptisch, flach, geflügelt, in beiden Geschlechtern unge-
hörnt. Kopf sehr lang, Seiten und Vorderrand nicht aufgeworfen,
Clypealsutur undeutlich, Augen schmal, quer, nicht schräge, vom
Canthus wenig eingeschnitten, dieser nicht abgesetzt, flach, die Ver-
engung nach vorn vom Auge an, Augenfurchen undeutlich, Clypeus
und Oberlippe nicht ausgeschnitten. Fühler mit sechsgliedriger,
schmaler Keule. Unterkopf querüber kaum eingedrückt. Mentum
trapezisch, Ligula so breit wie das Mentum, mit kräftiger Tuberkel
zwischen den Palpen, letztes Glied der La-
bialpalpen oval, rechte Mandibe außen deut-
lich gefurcht, linke an der Spitze nur wenig
eingedrückt, diese zweizähnig. Halsschild tra-
pezisch, seitlich wenig gebogen. Basis stark
doppelbuchtig mit kräftigen Eindrücken.
Flügeldecken flach, der Seitenrand von oben
breit sichtbar, dieser auch an der Schulter gut
abgesetzt, Basis stark doppelbuchtig. Epi-
pleuren vollständig, vor der Spitze nicht
abgekürzt; ohne Ausschnitt, Oberfläche mit
Punktstreifen. Prosternum wagerecht mit Fig. 4.
wagerechtem, langem Fortsatz, Mesosternum Basanopstis curvipes:
U-förmig tief ausgeschnitten, oben unge- ® Hintertibieg b) Fühler.
furcht, Abdominalfortsatz vorn kurz verrundet. Gelenkhäute
deutlich, Analsegment einfach. Beine schlank, die Schenkel
überragen weit die Seiten des Körpers, dünn, Schienen dünn, die
hinteren beim 3 mit nach innen gerichteter Spitze, alle mit zwei
kleinen Enddornen, an der Hinterkante ungefurcht, ungekantet,
glatt. Tarsen schlank, Klauenglied aller Füße am längsten.
Sohle weich behaart.
Diese Gattung sieht Basanus (Typ: javanus) täuschend ähnlich
in Gestalt, Größe, Färbung, sie ist aber weit von ihr entfernt durch
9. Heit
22 Hans Gebien:
die Fühler (die nur sechs erweiterte Glieder haben, bei Basanus acht)
durch den Kopf, dessen Ecken nicht aufgebogen, sondern nieder-
gedrückt sind, durch die einfachen Epipleuren, ohne Endausschnitt,
besonders aber durch die stark ausgeschnittene Mittelbrust, in
welche der, seitlich gesehen, senkrechte Prosternalfortsatz hinein-
paßt, während sich bei Dasanus der ganz spitze Fortsatz auf die
nicht ausgeschnittene Mittelbrust schiebt. Sie steht vielmehr in
der Nähe von Platydema und Verwandten, von denen sie sich
durch den sehr langen Kopf, die Verhältnisse der Fühlerglieder,
den langelliptischen, flachen Körper etc. unterscheidet.
Basanopsis curvipes n. sp. Langelliptisch, flach, glänzend
schwarz, Flügeldecken mit je zwei roten Flecken. Kopf flach,
ungefurcht, Clypeus gerade abgestutzt, seine Ecken etwas herunter-
gebogen, ganz kurz verrundet stumpfwinklig, etwa 100° groß, die
Seiten des Kopfes also nicht wie beijavanus aufgebogen, die Clypeal-
sutur nur angedeutet, der Vorderrand der Augen grubig vertieft,
der Canthus nicht abgesetzt, da der Kopf von den Augen an verengt
ist. Punktierung fein und dicht, hinten weniger gedrängt als vorn,
Fühler am Grunde schlank, Glied drei etwas länger als vier, dieses
und fünf länger als breit, konisch, sechs und folgende innen
dreieckig erweitert, aber die Innenwinkel mehr und mehr ver-
rundet, das letzte etwas länger als breit. Mentum trapezisch, die
Mitte der Länge nach etwas kielförmig erhaben. Ligula von der
Breite des Mentums, das Ende der Mandibeln zweispitzig, aber nur
undeutlich gefurcht. Halsschild fast trapezisch, die Seiten von
der Basis zur Mitte schwach, dann zur Spitze stärker verengt, aber
im ganzen wenig gebogen, die Basis stark doppelbuchtig, die
Hinterecken spitzwinklig, ebenso weit nach hinten gezogen wie der
Mittellappen; die basale Randung vollständig, aber stellenweise
undeutlich, die Eindrücke jederseits stark, die Vorderecken spitz
und lang vorragend, bis zum Vorderrand der Augen vorgezogen,
etwas spitzer als rechtwinklig, der Ausschnitt von oben gesehen
etwa einen Viertelkreisbogen bildend, die Randung in der Mitte .
unterbrochen, die Randlinie der Seiten kräftig eingeschnitten, die
Seiten aber nicht abgesetzt, die Wölbung der Scheibe an den Seiten
stärker als in der Mitte, die Punktierung auf der Scheibe fein und
weitläufig, am Hinterrand und besonders in den Eindrücken
gröber. Schildchen glatt, mit undeutlicher Spitze, Seiten sehr
stark gerundet. Flügeldecken mit stark doppelbuchtiger Basis,
Vorderrand stark gekantet, Rand an den Schultern abgesetzt.
Die zwei Flecken auf jeder Flügeldecke dunkelrot, der vordere quer,
dicht hinter der Basis, die Naht nicht erreichend, der hintere Fleck
nach der Naht zu etwas schräg nach hinten, die Punktstreifen
beginnen entfernt von der Basis und sind an der Spitze ge-
schwunden, sie sind vorn flach, in der Mitte ihres Verlaufs aber
deutlich vertieft, dort sind also die Interstitien deutlich konvex,
überall sehr weitläufig, mikroskopisch fein punktiert; der Rand
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Tenebrionidae (Coleopt.). 23
der Flügeldecken vor der Spitze nicht ausgeschnitten, die Epi-
pleuren einfach zur Spitze verengt. Prosternum zwischen den
Hüften — deutlich und scharf gefurcht, von den Hüften an wagerecht
nach hinten gezogen, einfach verjüngt, das Ende nicht sehr spitz,
Absturz senkrecht. Mesosternum breit U-förmig ausgeschnitten,
aber seitlich gesehen nicht senkrecht, sondern stark gerundet steil
abfallend, oben ohne Furchen. Abdomen sehr fein punktiert und
sehr schwach längsrunzlig. Alle Tibien beim 9 einfach und gerade,
die vorderen beim 3 schwach gekrümmt, ebenso die mittleren, die
hinteren deutlich S-förmig, die Spitze nach innen gerichtet. Tarsen
schlank, an den hinteren ist Glied 1=4.
Tr. 9-10 mm.
Dem Basanus javanus Chevr. in Form, Farbe, Zeichnung,
Größe sehr ähnlich, aber wie oben angegeben, generisch verschieden.
Subfam. Leiochrinae.
Leiochrodes Westw.
Leiochrodes tibialis n. sp. Halbkugelig, stark glänzend gelbrot,
die Scheibe des Halsschildes in der Mitte, und die Mitte jeder
Flügeldecke angedunkelt, die sieben letzten Fühlerglieder schwarz.
Kopf glatt, mit sparsamen Haaren bekleidet, Augen schmal
nierenförmig, Canthus viel schmäler als die Augen, unmittelbar
davor ist der Kopf sehr lang, parallel, Clypealsutur dunkel, nicht
eingedrückt. Clypeus gerade abgestutzt. Fühler sehr lang, Glied
eins am längsten, drei aber nur sehr wenig
kürzer, die letzten sieben Glieder viel breiter I
als die vorhergehenden, so lang wie breit,gestielt,
verrundet, das letzte viel länger als breit.
Halsschild unpunktiert, die Seiten geradlinig
nach vorn verengt, die Hinterecken scharf
rechtwinklig, nicht dornförmig ausgezogen, aber
schwach aufgebogen, Vorderrand halbkreis-
förmig ausgeschnitten, die feine Randlinie in
der Mitte unterbrochen. Flügeldecken
spiegelblank, unpunktiert, nur der Nahtstreifen ER Fr
durch einige sehr feine, längliche Punkte ange- En ke
deutet. Epipleuren verkürzt. Prosternum EN
breit, flach, am Ende wagerecht, verbreitert, gerade abge-
schnitten. Mesosternum sehr breit zwischen den Hüften, vorn
nicht ausgeschnitten, sondern schmal gewulstet, Abdomen spiegel-
glatt, Analsegment sehr fein, vollständig gerandet, Schenkel dünn,
auf der Unterseite vollständig gefurcht, die Ränder der Furche sehr
scharfkantig, die Hintertibien in gleichmäßigem, wenig starkem
Bogen gekrümmt, von der Basis bis zur Spitze gleich breit; die
mittleren Tarsenglieder unten stark lamellenförmig ausgezogen,
das erste Glied der Hintertarsen so lang wie die übrigen zusammen.
L. 3%, mm, Br. 3 mm.
9, Heft
24 Hans Gebien:
3 Exempl. 2 von Tainan (Type!) in meiner Sammlung, 1 von
Kosempo 7. VII. 1911.
Von L. convexus Lewis durch andere Färbung und andere
Bildung der Hintertibien verschieden. Nach der Zeichnung, die
dem Tiere beigegeben ist (die Beschreibung erwähnt nichts!), auch
durch ganz andere Bildung der Mittelbrust stark geschieden.
Ähnlicher scheint obscuricornis Frm. von Indochina zu sein, doch
übergeht Fairmaire, wie so oft, alle wichtigen Merkmale der Unter-
seite, aber das eine Merkmal ‚‚tibiis posticis fere rectis“ und die
Fühler, die bei seiner Art ‚fuscatis“ genannt werden, während
sie bei unserer schwarz sind, scheiden beide; auch ist seine Art kleiner:
2%,—3 mm.
Subfam. Ulominae.
Uloma Latr.
Uloma polita Wied (= scita Fairm. nec Walk.). Von dieser
Art habe ich in den Jahrb. Nass. Ver. Naturk. LXV. 1912, p. 234,
eine Neubeschreibung gegeben, dabei aber zwei äußerst charak-
teristische, wenn auch ganz unauffällige Merkmale vergessen zu
erwähnen. Das Shat
das dritte Glied der
Vordertarsen nach
außen in einen ziem-
lich langen blattarti-
gen Fortsatz ausge-
zogen, das _ letzte
Glied der Maxillar-
palpen in diesem
Geschlecht hat nicht,
wie sonst bei der Gattung, die (matte!) Tastfläche am Ende,
sondern dieses ist innen fast bis zum Grunde abgeschrägt und flach.
Ähnlich ist auch die Bildung bei Ul. javana Geb. $, die aber ein-
fache Vordertarsen hat.
Von dieser Art liegen zwei $ und drei $ aus Formosa vor;
Kosempo 7. VII. 1909; VI. 1911; VI. 1912; Anping VI. 1911.
Uloma excisa n. sp. Schmal, parallel, ähnlich wie latimana u.
culinarıs. Schwarzbraun glänzend, Beine und Fühler rot. Kopf
mit halbkreisförmigem, sehr tiefem, aber schlecht begrenzten
Eindruck, der vorn den Clypeus wulstet, hinten beim & bis zwischen
die Augen tritt; der Clypeus ist nicht aufgebogen, ohne Spur von
Zähnen und Tuberkeln, in sehr flachem Bogen ausgerandet, der
Canthus so breit wie das Auge und so lang wie dieses hinter ihm.
Fühler kurz, fünftes und siebentes Glied beim $ nicht gezähnt, Glied
drei nicht länger als vier, dieses schwach quer, von fünf an innen
mehr und mehr erweitert, die vorletzten fast dreimal so breit wie
lang, auch das letzte etwas quer, die verbreiterten Glieder mit
sehr scharfer, oberer Randkante, dadurch etwas schalenförmig,
Fig.6. Uloma polita:
a) Labium u. Maxillen b) Vordertarse 3.
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Tenebrionidae (Coleopt.). 2
die Randkante vorne nicht heruntergezogen. Mentum herzförmig,
aber der Vorderrand nicht ausgeschnitten, beim & ohne Borsten-
kranz und Borstenstriche, die Mitte schwach erhöht und jederseits
am Grunde schwach eingedrückt, beim 2 ganz ähnlich, nur sind
die Eindrücke stärker. Die Ligula fast von der Breite des Mentums,
vorn schmal ausgeschnitten, die Palpen am Grunde weit getrennt,
und dort in beiden Geschlechtern mit kurzhaarigem, dichtem
Bart versehen, der nur den Vorderrand frei läßt; die Sinnesporen
stehen am einfach abgestutzten Ende der schwach beilförmigen
Maxillarpalpen. Halsschild 11, mal so breit wie lang, stark
quer gewölbt, beim $ vorn mit querem Eindruck, der lange nicht
bis zur Mitte hinten reicht, hinten durch zwei feine Tuberkeln
begrenzt wird, er wird seitlich durch zwei kräftige Beulen flankiert.
Die Punktierung mäßig fein und weitläufig, beim 9 etwas gröber.
Flügeldecken mit stark vertieften Punktstreifen, deren Punkte
sehr fein sind, die auch an der Spitze stark konvexen Interstitien
sind bei Lupenvergrößerung nicht wahrnehmbar
punktiert. Die Unterseite namentlich seitlich
kräftig punktiert, die Propleuren sogar in der hin-
teren Hälfte längsstrigos. Das Prosternum zwischen
den Hüften fast glatt, jederseits sehr schmal aber
scharf gerandet. Das Abdomen seitlich längsstrigos,
das Analsegment beim & mit sehr flachem, nicht
auffälligem Eindruck. Vorderschenkel sehr dick
und kurz, Vordertibien sehr breit, wie bei latimana,
aber an der Innenseite beim $ mit kräftigem, basalen
Ausschnitt, die Hinterseite rauh, aber nicht mit
Längskiel, die Hintertibien innen gegen das Ende Fig. 7.
etwas gerundet erweitert, an der Außenkante dor Uloma exeisa:
mit 3—4 sehr kleinen Stachelchen, an den Hinter- Vorderbein.
tarsen ist das Klauenglied etwas kürzer als die folgenden zu-
sammen.
L. 8—10%, mm.
Von Tainan (Type!) in meiner Sammlung. 35 Exempl. im
Deutschen Entom. Mus. von Pilam I. 1908, Chip-Chip II. 09;
Kosempo V. 1912; Polisha XI. 08; Sokutsu (Banshoryo-Distr.).
Von latimana u. bonzica durch ganz andere Vordertibien der $,
von den sehr ähnlichen simillima, planimentum durch anderes
Mentum, einfachen Clypeus, von allen mir bekannten orientalischen
Arten durch die in beiden Geschlechtern mit dichtem Bart ver-
sehene Ligula verschieden.
Eutochia Lac.
Eutochia tibialis Woll. Ein Q von Anping VIII. 09 stimmt mit
meinen Exemplaren von Südindien überein. Die von Fauvel
gegebene Synonymie dieser Art nehme ich vorläufig an, ii
ich ihre Richtigkeit bezweifle.
9. Heft
26 Hans Gebien:
Alphitobius Steph.
Alphitobius diaperinus Panz. Diese kosmopolitische Art liegt
mir in großer Zahl von Formosa vor: Anping IX. 08; 22. VI.,
22. VII. 1911; VIII. 09; Tainan 22. VIII. 1911; Taihorin VI. 1911.
Alphitobius piceus Ol. Anping 22. VII. 1911; 1. VIII. 1911;
Kankau (Koshun) V. 1912. Ebenfalls kosmopolitisch.
Diaclina Jacq. Duv.
Diaclina 4—maculata Geb. Von den Philippinen, Ostindien
(Madura) und von Östjava in meiner Sammlung. 22 Exempl.
von Fuhosho VI. 1909; Sokutsu (Banshoryo-Distrikt) 7. VI. 1912.
Cneoenemis*) Geb.
Cneocnemis laminipes n. sp. Parallel, mäßig schlank, etwa von
der Gestalt und Größe der Alphitobiusarten (Piceus od. diaperinus).
Glänzend schwarzbraun oder schwarz, Unterseite dunkelbraun,
Fühler, Palpen und Beine rot oder rotbraun. Kopf durch ziemlich
grobe und dichte Punktierung matt. Clvpealfurche mäßig tief,
der Canthus so breit oder etwas breiter als das Auge und so lang
wie das Auge hinter ihm, Clypeus gerade. Fühler am Grunde
schlank, Glied drei viel länger als vier, dieses so lang wie breit, fünf
sehr schwach, sechs etwas stärker quer, die folgenden stark an Breite
zunehmend, das letzte etwa kreisföürmig. Mentum beim & mit
kurzem, wenig dichtem Bart, beim @ nackt, es ist querelliptisch,
die Seiten schwach gewinkelt, die Scheibe steigt von hinten nach
vorn an, beim ® ist die Skulptur grob querrunzlig punktiert, Ligula
von der Breite des Mentums, vorn deutlich ausgeschnitten. Hals-
schild 11, mal so breit wie lang, vorn (von oben gesehen) gerade
abgestutzt, die Hinterecken scharf rechtwinklig, die Basis un-
gerandet, die Seiten in den hinteren zwei Dritteln ganz parallel,
die Ouerwölbung reicht bis zum Seitenrand, die Punktierung ist
so grob wie die des Kopfes, aber viel weitläufiger. Flügeldecken
mit rechtwinkligen Schultern, die Punktstreifen sind sehr tief,
die Punkte werden gegen die Spitze nicht deutlich feiner, daher
sind die unpunktierten Interstitien vorn etwas flacher als hinten,
doch stark rippenförmig. Das Prosternum tritt über die Hüften
beulig hinaus, stärker als bei den Ulomaarten, der Absturz etwas
seitlich kompreß, zwischen den Hüften ist das Prosternum jeder-
seits fein gerandet, die Propleuren sind dicht und stark längsrunzlig,
das Mesosternum ist scharf V-förmig ausgeschnitten, aber vom
höchsten Punkt bis zum Grunde gleichmäßig verrundet, Meta-
sternum mit Längsfurche. Abdomen in der Mitte fein, seitlich
grob punktiert. Analsegment ohne Eindruck, nicht gerandet.
Schenkel dick, unten nur mit einer (der Vorder-) Kante, die aber
*) Die Beschreibung dieser Gattung ist schon Anfang dieses Jahres (1913) in
DAUE gegeben worden, wird aber erst 1914 im Journ. of Sarawak Mus. er-
scheinen.
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Tenebrionidae (Coleopt.). a7
nicht sehr scharf ist. Vordertibien beim $ am Grunde dünn und
kräftig nach innen gekrümmt, ähnlich wie bei Eutochia pulla, die
Endhälfte nach innen und etwas nach außen blattartig verbreitert,
die Außenkante ungezähnt, aber am Ende und dicht darüber mit
zwei kleinen, rundlichen Ausbuchtungen, die
Hinterseite in der Basalhälfte mit hohem Kiel,
der nach unten mehr und mehr abflacht und
sich nahe der Innenkante befindet, neben der
Innenkante (also bei Ansicht von vorn nicht zu
sehen) befindet sich ein Saum kurzer nach
hinten gerichteter Borsten; beim 9 sind die
Vorderschienen innen einfach gekrümmt, ab
er auch gegen das Ende verbreitert, wenn auch
nicht plötzlich, Außenrand wie beim &. Mittel- Fig. 8. Cneocnemis
und Hintertibien gegen das Ende ziemlich stark laminipes:
verbreitert, beide außen durch kurze Stacheln Vorderbein 4.
rauh, und zwar die Mittelschienen stärker, innen mit kurzem Wim-
persaum. Vordertarsen der $ mäßig stark verbreitert, erstes Glied
länger als das zweite, an den Hintertarsen ist Glied eins etwas
kürzer als 243-4.
L. 6—715, mm.
8 Exemplare, davon ein & (Type!) aus Japan: Kagoschima,
Kiushiu; die übrigen von Formosa: Taihorin 7. VII. 1911; Anping
2. V11.'1911;'Pilam 1.1908, VII. 1912.
Diese Art hat mit dem bisher einzigen Grattungsgenossen
(es gibt noch mehrere unbeschriebene Arten) Cn. (Uloma) hae-
morrhous Frm. ziemliche Ähnlichkeit, die Oberseite ist aber ein-
farbig, der Körper gewölbter, robuster, mehr Uloma-ähnlich, die
Vordertibien ganz anders gebildet (seitlich nicht mit Kerbzähnen,
hinten ohne zahnartige Tuberkel, plötzlich erweitert beim 3 ete.),
die Hintertibien gestachelt, Mentum mit Bart etc.
Tribolium M’Lay.
Tribolium ferrugineum F. Diese gemeine kosmopolitische Art
liegt mir aus Formosa in größerer Zahl vor: Anping VIII. 1909;
VII. 1911; Kosempo VIII. 1909; Sokutsu (Banshoryo-Distr.)
22.441. 1912; |
Palorus Muls.
Palorus subdepressus Woll. Kosmopolit. 3 Exempl. Anping
2. Vıl., 29. VILLE, VI,89U1.
Palorus depressus F. Ein sehr großes, etwas abweichendes
Exemplar, das besonders durch sparsame Behaarung des Hals-
schildes auffällt, wage ich nicht von dieser weitverbreiteten Art
zu trennen.
9, Heft
28 Hans Gebien:
Bolitrium*) Geb.
Bolitrium crenulicolle Geb. Ein Exemplar von Akau XII. 1907.
Von den Philippinen beschrieben und bisher nur von dorther
bekannt.
Hypophloeus F.
R Hypophloeus analis Geb. Die Original-
a exemplare von den Philippinen und von
ü \ Formosa in meiner Sammlung. Liegt mir
\ jetzt in großer Zahl vor: Fuhosho VII. 09;
Kosempo VII. 08; Sokutsu (Banshoryo-
Distr;) ,%.. VII. 1912; Suisharyo/X 33
Fig. 9. Hypophloeus Hypophloeus filum Fairm. Diese Art
analis; Mittelbein. ist von Fairmaire ganz ungenügend be-
schrieben. Seine Beschreibung paßt auf viele Arten. Ich be-
ziehe die mir vorliegenden Tiere nicht mit absoluter Sicherheit
auf seine Art. Die Beschreibung paßt genau darauf. Mir liegt
die Art auch von Mentawei in meiner Sammlung vor. Sie ist also
weit verbreitet. — H. filum gleicht der vorigen Art sehr, ist aber
fast immer viel heller, kleiner (nur 2%,—31% mm), der Halsschild
hat scharfe Hinterecken, die aber nicht wie bei voriger Art am
äußersten Ende leicht zahnartig abgesetzt sind, besonders ist aber
das Analsegment ganz verschieden, bei 7. anale mit tiefem, runden
Eindruck versehen, bei #7. filum am Spitzenrande mit feiner
Tuberkel, aber ohne Eindruck. Beide Arten sind an den Mittel-
schienen ausgezeichnet, die dicht vor dem Ende an der äußeren
Hinterkante einen winzigen Ausschnitt tragen. Ich vermute, daß
auch H. gentilis Lew. hierher gehört.
Die Art liegt mir in großer Zahl vor von Mentawei (Si-Oban)
und Formosa: Taihorin VII. 1911; Sokutsu 7. VI. 1912; Fuhosho
vH. 09.
Hypophloeus cephalotes n. sp. Schmal, zilindrisch, dunkel
braun, glänzend, Kopf und Halsschild zusammen so lang wie die
Flügeldecken. Kopf stark gewölbt,
Clypealsutur scharf und schmal, Quer-
furche hinter den Augen deutlich,
Seiten des Kopfes etwas S-förmig
geschwungen verengt, die Ecken des
Clypeus kurz lappenförmig vorgezogen,
N die Mitte breit, ganz gerade, Oberlippe
Fig.10. H Hypoghiliie cephalotes. kurz und breit, auf dem Clypeus
zwei einander genäherte kräftige, längliche Tuberkeln. Die Punk-
tierung ziemlich grob und dicht. Die Fühler kurz und dick. Glied
) auch die Beschreibung dieser Gattung ist noch nicht erschienen, aber
schon 1912 in Druck gegeben.
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Tenebrionidae (Coleopt.). 29
drei länger als vier, dieses und die folgenden von gleicher
Länge, aber bis zum achten immer stärker quer, neuntes
und zehntes wieder schmäler als das achte, das letzte viel
schmäler als zehn, so lang wie breit, an der Spitze etwas
schräg abgestutzt. Mentum sehr breit, der Vorderrand
bildet einen regelmäßigen ca. Sechstelkreisbogen, die Seiten ge-
winkelt und von dort eingezogen verengt, die Oberfläche flach,
körnig punktiert. Die sehr stark entwickelte Ligula sehr viel länger
als das Mentum, aber lange nicht so breit, vorn verrundet; die äußere
Lade der Maxillen außen schneidig scharf. Mandibeln sehr charak-
terisch, mit doppelten nicht sehr spitzen Enden, die linke oben an
der Innenkante dicht vor der Spitze mit winkligem Zahn, welcher
der rechten Mandibel fehlt; beide Mandibeln vor dem Mahlzahn
ınit sehr tiefem Ausschnitt innen, der über halbkreisförmig ist,
das Endglied beider Palpen fast zilindrisch. Halsschild viel
länger als breit, zilindrisch, die Seiten ganz gerade, unmerklich
nach hinten verengt, die Vorderwinkel sehr kurz spitz vortretend,
die Basis ganz gerandet, die Oberfläche mäßig dicht punktiert,
die Punkte kleiner als ihre Zwischenräume, sie lassen die Mittel-
linie schmal frei, die Hinterecken verrundet. Schildchen quer-
elliptisch. Flügeldecken mit ziemlich kräftigen Punktreihen,
von denen die ersten neben der Naht schwach vertieft sind, diese
Reihe an der Spitze feiner, die Zwischenräume mit einer viel weit-
läufigeren Reihe wenig feinerer Punkte. Unterseite ziemlich
kräftig punktiert, das Prosternum wagerecht, abgestutzt, am Ende
etwas verbreitert, das Analsegment querüber eingedrückt, das
Pygidium gewölbt, einfach, fein punktiert. Die kräftigen Vorder-
schenkel am Ende an der vorderen Unterkante etwas blattartig
verbreitert. Vorderschienen innen am Grunde deutlich ausge-
schnitten, dann etwas verbreitert und mit Wimperborsten versehen,
die Außenkante am Ende kräftig zahnförmig nach außen tretend.
Mittel- und Hinterschienen rundherum fein beborstet, die ersteren
mit fein krenulierter Außenkante und vor dem Ende mit Zähnchen,
unterhalb des Zähnchens mit sehr feinem, fast halbkreisförmigen
Ausschnitt, die Hintertibien gegen das Ende einfach verbreitert.
L. 3% —4”/, mm.
3 Exemplare von Taihorin 7. VIII. 1911; Sokutsu 7. VI. 1912.
Eine sehr ausgezeichnete Art. Die Bildung der Mundteile,
der mit zwei Höckern versehene Clypeus, der sehr lange Vorder-
körper, die am Ende blattartig vorgezogene Vorderschenkelunter-
kante scheiden diese Art von allen mir bekannten Gattungsgenossen.
Hypophloeus robustus n. sp. Ziemlich robust, zilindrisch, von
Gestalt, Größe und Farbe unseres H. pini Panz. Kopf dicht und
deutlich punktiert, Clypealsutur tief und kräftig, die Seiten des
Kopfes ohne Canthus nach vorn etwas S-förmig stark verengt, die
Vorderecken des ziemlich schmalen Clypeus verrundet, nicht vor-
9. Heft
30 Hans Gebien:
gezogen, gerade abgeschnitten, die Fläche des Clypeus in der Mitte
mit einer deutlichen Längserhabenheit, die Seiten des Kopfes
etwas aufgebogen. Fühler verhältnismäßig dünn, Glied drei länger
als vier, von fünf an verbreitert, die Glieder nicht eng aneinander
geschlossen, neun und zehn kaum schmäler als acht, elf oval,
länger als breit. Mentum wie bei voriger Art quer, aber vorn gerade,
nach der Basis zu nicht deutlich eingezogen, die Ligula, besonders
der Teil vor den Palpen viel kürzer. Mandibeln von oben gesehen
ganz anders, beide außer den feinen Endzähnen innen ohne Zahn
und ihr Hornrand innen einfach bis zum letzten Mahlzahn verjüngt.
Halsschild breiter als lang, stark gewölbt, der Vorderrand gerade,
seine Ecken nicht vortretend, sondern verrundet, die Seiten deutlich
gerundet, nur in der Mitte etwas parallel, die Hinterecken scharf,
die äußerste Spitze sehr fein nach außen vortretend, Basis voll-
ständig gerandet, die Punktierung mäßig fein, die Zwischenräume
der Punkte größer als diese. Flügeldecken mit feinen, aber
ziemlich regelmäßigen Punktreihen, deren Punkte etwas kleiner
sind als ihre Entfernung voneinander die Interstitien mit einer
nicht sehr regelmäßigen Reihe etwas feinerer und weitläufiger
Punkte. Pygidium einfach, stark gewölbt. sehr fein punktiert.
Unterseite in der Mitte fein, seitlich gröber punktiert, Proster-
num wagerecht, hinten kaum verbreitert, Mittelbrust schräg ab-
fallend, Analsegment sehr dicht punktiert, seitlich mit Eindruck,
der sich von den anderen Segmenten bis auf dieses fortsetzt, so
daß die Mitte stärker gewölbt erscheint. Vorderschenkel am Ende
der Unterkante vorn neben dem Gelenk nur wenig, gerundet er-
weitert, Vorderschienen mit kräftigem spitzen Endzahn außen.
Mitteltibien mit viel feinerem Endzahn etwas vor der Spitze, von
dort ist die äußere Endkante einfach S-förmig geschwungen, ohne
Ausschnitt. Hinterschienen innen gerade.
L. 3—3%, mm.
4 Exemplare: Suisharyo 7. XII. 1911.
Viel robuster als die anderen drei Arten, die Vorderwinkel des
Halsschildes treten durchaus nicht vor wie bei den andern, und die
Mitteltibien haben am Ende der Außenkante keinen Ausschnitt.
Die vier von Formosa konstatierten Arten lassen sich leicht
folgendermaßen auseinanderhalten.
i Clypeus oben mit zwei Tuberkeln, Hinterwinkel des Hals-
schildes verrundet, Hinterkörper so lang wie Kopf und Hals-
schild zusammen cephalotes n. Sp.
— Clypeus glatt oder mit einer mittleren Tuberkel, Hinterecken
des Halsschildes scharf gewinkelt, Hinterkörper viel länger als
der Vorderkörper 2.
2 Vorderecken des Halsschildes nicht vortretend, die Mittel-
tibien ohne Ausschnitt vor dem Ende an der Außenkante,
robuste Art robustus n. SP.
H. Sauter’s Formosa-Ausbeu'e. Tenebrionidae (Coleopt.). 31
— Vorderecken des Halsschildes von oben gesehen kurz spitz
vortretend, Mitteltibien vor dem Ende der Außenkante mit
kurzem, tiefem Ausschnitt, schmal zilindrische Arten 3:
3 Analsegment mit querer Grube, äußerste Spitze der Hinter-
ecken des Halsschildes leicht zahnartig vorspringend, 3—5 mm
lang analıs Geb.
— Analsegment an der Spitze mit feiner Tuberkel, Hinterecken
des Thorax einfach. 2%,—31, mm lang filum Fairm.
Doliema Pasc.
Doliema spinicollis Fairm. Aus Indo-China (Hu£) beschrieben.
Meine Exemplare von Burmah. 11 Exemplare von Formosa:
Fuhosho IX. u. X. 09; Kosempo 7. VI. 1912; Taihorin VII. 1911.
Subfam. Tenebrioninae.
Setenis Motsch.
Setenis striatipennis Lewis. In großer Zahl von Formosa:
Chip-Chip II. 1909; Polisha XI. 1908; Fuhosho VII. 09; Kosempo
XI. 1908, Hoozan IX. 1910; Taihorin VI. 1911; Sokutsu (Ban-
shoryo-Distr.) VI. 1912.
Eneyalesthus Motsch.
Encyalesthus exularis n. sp. Glänzend schwarz, die Flügel-
decken schwärzlich metallisch, die Streifen grün, die Interstitien
purpurn, oder bei gewisser Beleuchtung umgekehrt. Gestalt und
Größe des E. brevicornis Mäkl. Kopf meist mit sehr deutlicher
und ziemlich scharfer gerader Clypealsutur, Stirn und Clypealfläche
separat gewölbt, die erstere mehr nach hinten mit mehr od. minder
deutlichem Ouereindruck, der oft klein und undeutlich ist, zuweilen
fehlt, der Canthus so lang wie das Auge hinter ihm, aber etwas
schmäler, die Augenfurche tief aber kurz, sich am Hinterrand der
Augen verbreiternd, da ihr Innenrand fast gerade bleibt, Vorderecken
des Kopfes kurz verrundet, der Clypeusrand in sanftem Bogen
ausgeschnitten. Punktierung meist mäßig fein und ziemlich
dicht. Fühler nicht sehr schlank, Glied drei 1 4, mal so lang wie vier,
die letzten sechs Glieder bilden eine gut abgesetzte Keule, deren
erstes Glied so lang wie breit ist, die folgenden allmählich mehr
quer, das letzte etwas länger als breit. Mentum trapezisch,
so breit wie lang, Seiten gerade nach hinten verengt, Vorderrand
nicht ausgeschnitten, die Mitte, besonders nach vorn mit starkem,
kielförmigem Höcker, jederseits am Grunde eine tiefe, längliche
Grube, der sehr lange und scharfe Hornhaken der inneren Maxillar-
lade vor der Spitze rechtwinklig geknickt und scharf zweispitzig;
der Mahlzahn etwas länger als breit, an der rechten Mandibel
konvex, an der linken stark konkav, er ist mit sehr dichten und
äußerst feinen Ouerriefen versehen. Halsschild ca. 1Y3 mal so
breit wie lang, die Seiten stark gerundet, die Vorderwinkel breit
9. Heft
32 Hans Gebien:
verrundet, die hinteren von oben gesehen scharf stumpfwinklig,
die Basis ist dick gerandet, die Spitze nur an den Seiten, die
Oberfläche ist in der Mitte wenig dicht und sehr deutlich punktiert,
die Seiten viel feiner, fast erloschen. Vor der Basis ist oft ein
Ouereindruck, oder es sind basale Grübchen vorhanden, meist ist
auch die Mittellinie angedeutet, doch findet sich niemals die
rauhe Skulptur wie bei E. aeruginosus. Flügeldecken sub-
zilindrisch, nach hinten nur schwach erweitert, mit Punktstreifen,
von denen der Nahtstreif stark der Länge nach vertieft ist, die
übrigen viel weniger, die Interstitien aber meist ganz flach; die
Punkte der Streifen selten gleichmäßig groß, zuweilen ziemlich
verschieden, kleiner im Durchmesser als ihre Entfernung von-
einander, zwischen ihnen in der Mitte in den meisten Streifen
ein winziger Zwischenpunkt, die Interstitien äußerst fein und
weitläufig punktiert; die Epipleuren vorn metallisch, glatt.
Prosternum breit, flach, niedrig, mit zwei starken Längsfurchen,
welche die lappenartige Spitze randen, diese Furchen selten etwas
verwischt. Propleuren matt, glatt oder mit einzelnen winzigen
Punkten besetzt. Mesosternum mit M-förmiger, hinten stärker
vertiefter Furche oben auf der Scheibe, Metasternum mehr od.
weniger querrunzlig, vorn meist mit deutlichem, runzligem Höcker,
Abdomen kräftig gerunzelt und punktiert, die Runzeln oft längs,
am Ende des ersten Segments oft ein schwacher Eindruck, die
andern Segmente aber stark gewölbt, ohne Eindruck, das dritte Seg-
mentam Hinterrande und die beiden letzten äußerst fein punktiert:
Beine kurz, Schenkel kräftig gekeult, die Schienen (auch die
hinteren) in beiden Geschlechtern ohne Auszeichnung. Penis
schmal, gleichmäßig verengt, mit scharfer Spitze, die oben sehr
fein gerinnt ist.
L. 124,—15 mm.
SQ von Kosempo (Sauter) (Type!) in meiner Sammlung,
ferner von Kosempo XI. 08; Polisha XI. 08; Fuhosho VI. u. VII.
09; Alikang V. 09; Chip-Chip 11. 09; Hoosan XI. 1910. Außerdem
eine Reihe von Exemplaren aus dem Aborland: Rotung 1400’
28 XII. 1911 (Kemp); Sadiya in N. O. Assam 26. XI. 1911.
Diese Art ist dem E. viridistriatus Fairm. täuschend ähnlich,
aber größer (Fairmaire’s Art 11 mm, bei unserer Art das kleinste
Stück über 12 mm) und hat ganz andere Bildung des Abdomens.
E. subeyaneus Motsch, der Typ der Gattung, ist übrigens auf den
ersten Blick auch unserer Art sehr ähnlich, hat aber u. a. einen
auch seitlich stark punktierten Halsschild, Flügeldeckenstreifen,
deren Punkte gedrängt stehen und beim $ in der Mitte etwas
erweiterte Hintertibien.
Derosphaerus Thoms.
Derosphaerus rotundicollis Cast. (= simillimus Fairm.). In
Anzahl von Formosa: Anping V. 1911, 22. VII. 1911; Kosempo
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Tenebrionidae (Coleopt.). 33
VI. 1911; Hoozan IX. 1910; Shis A 5 6 V—VI. 1912. Von den
Philippinen beschrieben. Wahrscheinlich gehört noch eine oder
die andere der von Fairmaire und Fleutiaux beschriebenen Arten
hierher.
Catapiestus Perty.
Catapiestus subrufescens Pic. Liegt mir in großer Zahl vor: Ko-
sempo VII. 1908, 7. IX., 22. V. 1912, Chip-Chip II. 1909; Sokutsu
im Banshoryo-Distrikt 22. VI. u. 7. VIII. 1912; Kankau (Koshun)
VI. 1909.
Toxieum Latr.
Toxicum funginum Lew. (= cavifrons Pic.). Mir haben von
beiden Arten Typen vorgelegen, so daß an der Synonymie nicht
zu zweifeln ist. Pic. gibt als einzigen Unterschied an, daß seine
Art glänzend ist. Sein mir gesandtes Tier war aber nur fettig
und daher etwas blank. Fettige Exemplare finden sich bei allen
Arten, man hat bisher darauf keine nov. spec. gegründet.
In großer Zahl von Formosa: Fuhosho VIII. u. IX. 1907,
VII. 1909; Kosempo 22. V. 1912; VII. 09; IX. 09; Taihorin VI.
1911; Sokutsu 7. VI. 1912.
Menephilus Muls.
Menephilus medius Mars. Aus Japan beschrieben. Pilam 1.1908.
Vier Exemplare. In meiner Sammlung auch von Tainan auf For-
mosa und von Südchina (Yinfa).
Subfam. Heterotarsinae.
Heterotarsus Latr.
Heterotarsus carinula Mars. Ein Exemplar. Kosempo VII.
1911. China und Japan häufig.
Heterotarsus pustulifer Fairm. Aus Tonkin beschrieben.
Fairmaire’s Beschreibung paßt vollkommen auf die Stücke aus
Formosa. Ihr wäre nach den formosanischen Stücken hinzu-
zufügen: Halsschild seitlich krenuliert, der achte Zwischenraum
ähnlich wie bei carinula Mars. hinten scharf gekielt und bis zur
Spitze verlängert, nur schwächer als bei dieser Art; Prosternal-
fortsatz zuerst schwach gesenkt, dann wagerecht, spitz ver-
längert, Abdomen beim & eingedrückt, ähnlich wie bei den Gono-
cephalumarten.
Lyprops Hope.
Lyprops sinensis Mars. In Japan und Südchina sehr häufig.
Auch in großer Zahl von Formosa. Nach Lewis ist diese Art häufig
in trocknen Stämmen von Batatas edulis, die zum Trocknen
aufgehängt werden.
45 Exemplare von Kankau (Koshun) V. 1912; Suisharyo
X. 1911; Kosempo VII. 1908; Banshoryo-Distr. (Sokutsu) 7. VII.12.
Archiv für Naturgeschichte j
1913. A, 9, 3 9. Heft
34 Hans Gebien:
Lyprops luzonicus Geb. Zwei Exemplare von Sokutsu (Bans-
horys-Distr.) 7. VIII. 1912. Diese beiden Tiere unterscheiden sich
von der philippinensischen Art (die bisher nur von Luzon bekannt
war) nur durch etwas größere, breitere Gestalt.
Lyprops Horni n. sp. Ziemlich schmal, mäßig gewölbt, Flügel-
decken stark glänzend, kupfrig, unbehaart, Vorderkörper, Unter-
seite, Beine glänzend schwarz, Fühler und Taster mattschwarz.
Kopf fast so breit wie das Pronotum, grob, aber nicht gedrängt,
unregelmäßig weit punktiert, der Hinterkopf in der Mitte mit
glatter Stelle, Clypealeindruck schwach oder fehlend, dann nur
durch zwei flache Grübchen vor den Augen angedeutet. Clypeus
vorn flach abschüssig, hinten gewölbt; zwischen den Augen be-
findet sich ein mehr od. minder deutlicher Längseindruck, der Vorder-
rand des Kopfes ist in breitem Bogen flach ausgeschnitten, die Ecken
kurz verrundet, der Canthus ist so breit wie die Augen und so lang
wie diese hinter ihm. Die Augen sind groß, in der Mitte nur wenig
eingeschnürt. Fühler dick und lang, das erste Glied wie bei L.
(Etazeta) aeneicolor oben”scharf gekantet, Glied drei ist kaum
11,mal so lang wie vier, die folgenden nehmen an Breite, aber
nicht an Länge zu, sodaß die vorletzten deutlich breiter als lang
sind, die Glieder sind zylindrisch, das letzte oval. Mentum quer,
trapezisch, in der Mitte erhöht, jederseits eingedrückt, zwischen
den Labialpalpen’eine starke Tuberkel; letztes Glied der Maxillar-
palpen nicht sehr breit beilförmig. 'Mandibeln außerordentlich
kurz und dick, an der Spitze schwach ausgerandet. Halsschild
schmal, schmäler als eine Flügeldecke, schwach quer, die Seiten
fast gerade, etwas vor der Mitte am breitesten, von der Seite ge-
sehen ist der Seitenrand in kräftigem Bogen nach unten gezogen,
er ist ganz glatt und nicht verflacht abgesetzt; die Hinterecken
sind an die Basis gerückt, es fehlt also ein Ausschnitt, die Vorder-
ecken sind breit verrundet,” die "basale *Randung in der Mitte
schmal unterbrochen, oder höchstens nur angedeutet, der ganze
Halsschild ist grob aber sehr weitläufig punktiert, der Grund auch
bei starker Vergrößerung spiegelglatt. Schildchen so lang wie
breit, stumpf verrundet, schwarz, spiegelglatt, oder mit sehr
wenigen zerstreuten Pünktchen besetzt. Flügeldecken nach
hinten schwach erweitert. Sie haben unregelmäßige Doppelreihen
ziemlich grober Punkte von der Stärke derjenigen des Halsschildes,
diese breiten Punktreihen purpurn, ihre feinen schmalen, etwas
rippenförmigen Zwischenräume mehr goldig, mit bloßem Auge
gesehen, erscheinen die Farben gemischt und die Flügeldecken
daher kupfrig. Bei starker Vergrößerung (65fach) erscheinen
die" Interstitien sehr fein und dicht lederrunzlig, die schwachen
Rippchen sind an Basis, Spitze und an den Seiten schwächer oder
fehlen. Unterseite stark glänzend, Propleuren fast glatt. Pro-
sternum zwischen den Hüften gewölbt, hinten in einen spitzen
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Tenebrionidae (Coleopt.). 3
wagerechten Fortsatz ausgezogen, der in eine breit U-förmige,
vorn senkrechte Ausrandung der Mittelbrust paßt; der erhabene
Teil der Mittelbrust ist vor den Hüften schmal wulstförmig und
vor dem Vorderrand der Hinterbrust in der Tiefe des Ausschnittes
nicht breiter als vor den Hüften. Die Anhänge der Hinterbrust
dicht und ziemlich grob punktiert. Abdomen fein, aber deutlich,
weitläufig punktiert. Analsegment ungerandet. Beine kurz.
Alle Schienen einfach. Die Spitze, an den Vordertibien auch die
Innenseite, fein goldgelb tomentiert. Das vorletzte Tarsenglied
ist fast doppelt so breit wie das vorhergehende, das letzte ist ganz
am Grunde des vorletzten oben eingelenkt, an der Sohle ist das
vorletzte nicht ausgeschnitten.
L. 994—1115 mm. Br. d. Halssch. 2, der Flügeld. 4 mm.
Diese Art hat als einzigen nahen Verwandten den /[. aeneicolor
Fairm. Fairmaire hat auf seine Art die Gattung Etazeta aufgestellt,
die er mit den südamerikanischen Goniaderinen vergleicht und
die er in diese Subfamilie stellt. Er sagt aber nicht, wodurch sie
sich von Lyprops unterscheidet. Tatsächlich läßt sich Etazeta
von Lyprops nicht generisch trennen. Der Mangel an Behaarung
findet sich z. B. auch bei Fairmaires eigener Art Lyprops atronilens,
die metallische Farbe, wenn auch schwächer bei L. submetallicus
Geb. Bleibt der gerade Prosternalfortsatz, der aber auch bei einigen
Arten angedeutet ist.
Unsere Art unterscheidet sich von aeneicolor durch die Farbe.
Die Flügeldecken sind bei Fairmaires Art einfarbig schwärzlich
metallisch, durch die schmälere Gestalt, durch die Form des
Halsschildes, der bei aeneicolor seitlich stark gerundet, bei unserer
Art auf eine Strecke fast parallelseitig ist.
Ich benenne die Art zu Ehren von Herrn Dr. Horn, dem
verdienten Direktor des Deutschen Entomologischen Museums.
43 Exemplare von Sokutsu (Banshoryo-Distr.) 7. VIII. 1912;
Kosempo 7. IX. 1911.
Lyprops irregularis n. sp. Von der Gestalt des L. sinensis,
aber gewölbter. Glänzend braun, Flügeldecken mit sehr schwachem
Metallschimmer, Beine glänzend schwarz, Fühler matt, Körper
nackt. Kopf mäßig dicht, ziemlich grob punktiert, auf dem
Scheitel noch sparsamer, aber dichter als bei voriger Art. Clypeal-
furche schwach, ziemlich flach, jederseits vor den Augen etwas
stärker vertieft. Raum zwischen den Augen ohne Längseindruck,
Clypeus in flachem Bogen ausgerandet, seine Ecken breit ver-
rundet, er ist nach vorn flach abschüssig, nach hinten deutlicher
gewölbt. Fühler dick, das erste Glied oben ungekantet, das dritte
kaum 115mal so lang wie breit, alle folgenden sind quer, das vierte
nur schwach, die andern immer stärker, die vorletzten 11, mal
so breit wie lang. Mentum quer trapezisch, in der Mitte etwas erhöht
seitlich vertieft und ziemlich grob punktiert, Labium mit starker
3% 9, Heft
36 Hans Gebien:
Tuberkel, letztes Glied der Maxillarpalpen viel breiter als bei
voriger Art, die dicken Mandibeln am Ende gerade abgeschnitten,
ohne Spur einer Teilung. Halsschild etwa 1Y, mal so breit wie
lang, seitlich schwach gerundet, in der Mitte am breitesten, Basis
so breit wie die Spitze, die Seitenrandkante läßt die Basis un-
mittelbar von den Hinterecken frei, aber viel schwächer als bei
den meisten Lypropsarten, die Seiten sind vorher nicht ausge-
schweift, alle Ecken verrundet, die vorderen stärker, die hinteren
schwächer, Basis vollständig, fein gerandet. Die Punktierung
grob, weitläufig, ungleich dicht. Schildchen schwach spitzbogig,
die Spitze stumpf, fast glatt. Flügeldecken nach hinten nicht
erweitert, mit Punkten so stark wie die des Halsschildes, sie stehen
nirgends in Reihen, sondern sind etwas ungleich dicht, ziemlich
weitläufig über die Elytren zerstreut. Zwischenräume nirgends
rippchenförmig, nur nahe der Spitze schwache, kurze, etwas
wellige Erhabenheiten. Unterseite und Beine wie bei voriger Art.
L. 10—111, mm. Br.: Halsschild 21, Flügeld. 4 mm.
2 Exemplare Sokutsu (Banshoryo-Distr.) 7. VIII. 1912.
Wegen des spitz ausgezogenen Prosternalfortsatzes mit voriger
Art zunächst verwandt, aber durch einfarbig braune Oberseite
mit kaum metallischen Flügeldecken, ungekantetes erstes Fühler-
glied, verworren punktierte Elytren scharf geschieden.
Die vier von Formosa bekannten Lypropsarten lassen sich
so auseinander halten:
1 Körper nackt, Prosternum wagerecht, spitz ausgezogen, Meso-
sternum scharfkantig ausgeschnitten, Oberseite stark glänzend 2.
— Körper behaart, Prosternum niedergedrückt, stumpf verrundet,
Mesosternum flach eingedrückt. Oberseite mattglänzend 3.
2 Flügeldecken stark kupferglänzend, mit unregelmäßig reihiger
Punktierung und gerippten Zwischenräumen, erstes Fühlerglied
oben gekantet Horni n. Sp.
— Flügeldecken kaum metallisch, verworren punktiert, ohne '
Rippen, erstes Fühlerglied oben ungekantet: irregularis n. Sp.
3 Halsschild herzförmig, vor der Mitte am breitesten, erstes
Fühlerglied scharf und lang gekantet, vorletzte Fühlerglieder
so lang wie breit sinensis Mars.
— Halsschild nicht herzförmig, in der Mitte am breitesten, erstes
Fühlerglied kurz und stumpf gekantet, vorletzte Fühlerglieder
quer luzonicus Geb.
Subfam. Cnodaloninae.
Diese Unterfamilie, welche die farbenprächtigsten Tiere
enthält, ist scheinbar auf Formosa nicht sehr gut vertreten, jeden-
falls viel schwächer, als auf den Sunda-Inseln, den Philippinen
und der Halbinsel Malacca. Auch scheinen die Arten viel seltener
zu sein, da nicht eine in größerer Zahl gesammelt wurde (höchstens
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Tenebrionidae (Coleopt.). 37
vier Exempl.). Mehrere neue Arten sind nur in einzelnen Stücken
vertreten. Ihre Beschreibung wird darum aufgeschoben bis mehr
Material vorliegt.
Platycrepis Lacord.
Platycrepis violaceus Kr. Von den Philippinen, Java und Assam
in meiner Sammlung. Ein Exempl. von Suisharyo 7. XII. 1911.
Hemicera Cast. & Brll.
Hemicera alternata n. sp. Breit oval. Unten glänzend schwarz
oder schwärzlich metallisch. Kopf schwach metallisch, Halsschild
vorn und hinten mit je einer regenbogenfarbenen Querbinde, die
Flügeldeckenzwischenräume abwechselnd kupfrig und grünblau.
Kopf dicht vor den Augen abgeschnitten, Clypealsutur ziemlich
fein, nicht sehr tief, ganz gerade, Clypeus (Raum zwischen Naht
und Vorderrand) etwas schmäler als die vorletzten Fühlerglieder
lang, der Vorderrand sehr breit und sehr flach ausgeschnitten, die
verrundeten Ecken treten nur wenig vor. Vorderkopf direkt vor
dem Auge kürzer als dieses hinter ihm. Der Kopf ist sehr fein und
nicht sehr dicht punktiert, am Clypeus dichter. Fühler mit sechs
stark erweiterten Endgliedern, deren oberer Rand gerade und
scharfkantig ist, das letzte Glied etwas länger als breit, mit ziemlich
gerader Basis. Mentum quer trapezisch, querüber, besonders vorn
hoch, fast höckerig gewölbt, Labium sechseckig, länger als breit,
unter den Palpen liegend und eine große nach vorn verlängerte
Platte bildend, die Palpen stehen auf zwei starken, aneinander-
gedrängten Tuberkeln, der Vorderrand ist schmal ausgerandet.
Innere Lade der Maxillen unbewehrt. Endglied der Maxillarpalpen
breit beilförmig. Mandibeln dick, außer der verrundeten Mittel-
spitze jederseits mit kleinem, stumpfen Zähnchen. Mahlzahn
der rechten Mandibel nicht eben, sondern in der Längsrichtung
geknickt. Halsschild an der Basis nicht ganz doppelt so breit
wie in der Mitte lang, an der Basis am breitesten, aber von der
Mitte nach hinten kaum erweitert, dagegen schwach ausgeschweift,
nach vorn ziemlich stark verengt, die Hinterecken scharf recht-
winklig, die Vorderecken verrundet, die Seiten breit abgesetzt,
und aufgebogen wie immer in der Gattung. Punktierung fein und
ziemlich weitläufig, vor der Basis ein Quereindruck, der basale
Mittellappen gerade abgeschnitten, jederseits sehr fein und un-
deutlich gerandet. Die Scheibe ist quer dunkel metallisch, vorn
und hinten eine purpurne, grün und blau gerandete Querbinde,
die beiden Binden seitlich verbunden, ihre Farben etwas ver-
waschen. Flügeldecken nach hinten kräftig erweitert, mit sehr
feinen, kräftig eingeschnittenen Punktlinien, deren Punkte nicht
gedrängt stehen, die Interstitien erscheinen erst bei starker Ver-
größerung sehr fein, weitläufig, aber regelmäßig punktiert, sie
sind entweder ganz flach, oder schwach gewölbt, besonders an der
Spitze, wo der Nahtstreifen immer vertieft ist. Das Prosternum
9. Heft
38 Hans Gebien:
ist zwischen den Hüften ganz wagerecht, vorn am Vorderrande,
der dadurch in der Mitte vorgezogen ist, und hinten spitz, zwischen
den Hüften mehr od. weniger eingedrückt. Mesosternum scharf
und tief U-förmig ausgeschnitten, vorn mit senkrechtem Absturz.
Abdomen äußerst fein punktiert und längsstrigos. Analsegment
ohne Cauda. Beine einfach. Schienen gerade, innen am Ende
mit feinem Haartoment.
L. 9—12 mm.
Zwei Exemplare (Type!) von Tonkin in meiner Sammlung.
4 Exemplare von Formosa: Kosempo VII. 09; Chip-Chip II. 09.
Von Hemicera zigzaga Mars. aus Japan durch viel feiner
punktierten Halsschild mit ganz verrundeten Vorderecken und
ganz andere Färbung der Flügeldecken verschieden, die bei der
japanischen Art schachbretartig ist. Ähnlich ist auch A. alter-
nicolor Fairm. gefärbt, so daß dadurch unsere Art gut geschieden
ist, auch hat diese Art einen sehr dicht punktierten Halsschild
und fein lederartig gerunzelte Unterseite.
Psydus Pasc. = Cleomis Fairm.
Psydus marginicollis n. sp. Ziemlich robust, Körper oben
und unten einfarbig, ziemlich dunkel erzfarben, Beine violett
oder etwas kupfrigviolett. Kopf groß, stark quer, die Augen stark
vorgequollen, der intraokulare Zwischenraum kaum so breit wie
der Querdurchmesser eines Auges, der Canthus sehr schwach
entwickelt und sehr kurz, Clypealsutur kaum angedeutet und nicht
deutlich eingedrückt. Punktierung vorn sehr fein und ziemlich
dicht, hinten gröber und weitläufiger, auf der Stirn blanke Stellen
freilassend, Clypeus gerade abgestutzt, seine Ecken verrundet.
Fühler mit sehr lose gegliederter sechsgliedriger Keule, Glied drei
kaum 1%, mal so lang wie vier, vier und fünf gleichlang, zilindrisch,
alle folgenden quer, nach innen kräftig erweitert, aber überall
ganz verrundet, auch die Spitze, das letzte Glied viel länger als
breit. Mentum quer trapezisch, glatt, in der Mitte hochgehöckert, *
der Höcker nach vorn einen gerundeten scharfkantigen Fortsatz
bildend. Labium vor den Palpen stark entwickelt, Vorderrand
gewölbt, nicht ausgeschnitten, letztes Glied der Labialpalpen
gestreckt, länger als breit, das der Maxillarpalpen sehr strak beil-
förmig. Mandibeln am Ende gerade abgestutzt. Halsschild
etwa 11% mal so breit wie lang, seitlich gerade, oder vor den Hinter-
ecken unmerklich ausgeschweift, die Vorderecken breit ver-
rundet, die hinteren scharf recht- oder etwas spitzwinklig. Die
Randung der Seiten ist sehr fein, daneben ist der Halsschild
flachgedrückt, dann die Scheibe plötzlich erhaben, der flache
Saum setzt sich auch an die Seiten des Vorderrandes fort, ist aber
dort viel schmäler als an den Seiten; an der Basis findet sich
jederseits der Mitte als Fortsetzung des flachen Seitensaumes eine
sehr tiefe Furche, außerdem ist der Halsschild durch einen flachen,
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Tenebrionidae (Coleopt.). 39
etwas gebogenen Quereindruck vor der Basis etwas uneben. Die
Punktierung ist ungleich, sie fehlt am Seitensaum, daneben ist
die Scheibe sehr fein, in der Mitte gröber und tiefer punktiert.
Das Schildchen ist glatt, spitzbogig. Die Flügeldecken stark
quer und längs gewölbt, in der ersten Hälfte parallelseitig, dann
etwas erweitert, mit Reihen dichtstehender, feiner Punkte besetzt,
von denen der erste namentlich gegen die Spitze etwas vertieft
ist, die Punktreihen gegen die Spitze viel feiner, fast erloschen,
die Interstitien vollkommen flach, und kaum wahrnehmbar fein,
weitläufig punktiert. Basis stark gefurcht, von der Schulter bis
zum’ersten‘vollständigen Streifen, der siebente Streif ist im letzten
Viertel scharf und schmal gefurcht, der achte Zwischenraum
unmittelbar daneben erhöht, der achte Streif weit vor der Spitze
verkürzt..|Prosternum zwischen den Hüften sehr breit, etwas
ausgehöhlt, sehr fein und schwach längsgerunzelt und äußerst
fein punktiert, der Fortsatz fast wagerecht, nicht sehr spitz, seine
Seiten niedergedrückt. Mesosternum sehr tief und senkrecht
abstürzend. U-förmig ausgeschnitten; die Ecken des Ausschnittes
vortretend, Grund des Mesosternum kurz scharf gekielt. Meta-
sternum ganz an den Seiten nicht sehr stark punktiert, seine
Episternen der ganzen Länge nach gefurcht. Abdomen auf den
ersten drei Segmenten fein längsrunzlig und punktiert, das Anal-
segment nur an den Seiten fein gerandet. Beine schlank und dünn,
Vorder- und Mitteltibien schwach gekrümmt, die hinteren gerade,
alle innen in der Endhälfte fein behaart. An den Hintertarsen ist
Glied eins gleich zwei + drei, Glied vier gleich eins + zwei.
L. 12 mm. Br. des Halssch. 3, der Flügeld. 544 mm.
Zwei Exemplare: Alikang VI. 09; Fuhosho IX. 09.
Von dieser Gattung sind bisher nur drei Arten beschrieben.
Cl. violaceides, opaculus und plautaris. Unsere Art nähert sich der
ersteren durch stark glänzende Oberseite. Sie unterscheidet sich
aber durch bedeutendere Größe, schwärzlich metallische Farbe,
undeutliche Clypealsutur, ganz andere Fühler, die bei violaceipes
eine geschlossene Keule haben, in der Mitte breit unterbrochene
Basalfurche des Halsschildes etc. Ferner sind in meiner Sammlung
zwei unbeschriebene Arten von Borneo und Indien, die aber
alle beide nicht einen seitlich flach abgesetzten Halsschild haben.
Gnesis Pasc.
Gnesis helopioidess Pasc. Ein Exemplar von Taihorinsho
VIII. 1909. Das Exemplar ist länger und größer als die von Japan,
doch finde ich keinen wesentlichen Unterschied, der die Auf-
stellung einer neuen Art rechtfertigen würde.
Pseudonautes Fairm.
Pseudonautes (Thydemus) purpurivittatus Mars. Aus Japan
beschrieben. Kosempo VII. 09; Sokutsu (Banshoryo-Distr.)
9, Heft
40 Hans Gebien:
22. VI. 1912, 7. VII. 1912; Kankau (Koshun) V. 1912; Fuhosho
VIII. 09. Auch in meiner Sammlung.
Marseul hat seine Art als ? Scotaeus beschrieben, mit welcher
Gattung sie gar keine Ähnlichkeit hat. Lewis gründete darauf
die Gattung Thydemus. Diese ist aber identisch mit Pseudonautes
Fairm., der den Namen ein Jahr früher aufstellte. Unsere Art
ist die nördlichste. Außer den vier bekannten Arten finden sich
auf den Sundainseln noch zahlreiche neue.
Subfam. Helopinae.
Lamperos All.
Lamperos elegantulus Lew. Hierauf beziehe ich, nicht ohne
einige Zweifel, da mir die Type nicht vorliegt, drei Exemplare von
Formosa: Kosempo 7. IX. 09; X. 1911; Koshun VIII. 08.
Subfam. Amarygminae.
Cyriogeton Pasc.
Cyriogelon nigroaeneum n. sp. Von der Gestalt des C. insigne
Pasc. (nec Fairm.), also schlanker als grande und tonkinense,
hochglänzend schwärzlich metallisch; Kopf und Vorderecken des
Halsschildes mit sehr feiner wenig auffälliger anliegender seiden-
artiger Behaarung. Kopf zwischen den Augen schmal, beim &
so breit wie das erste Fühlerglied, an der Spitze dick, beim Q etwas
breiter. Clypealfurche ziemlich scharf, gerade, der ganze Vorder-
kopf bei der Furche ziemlich tief ausgehöhlt. Der Canthus ist
kräftig entwickelt, viel stärker als bei insigne, die Seiten des
Clypeus geradlinig, vor dem Canthus stark verengt, Vorderrand
gerade, Clypeus und Labium mit einzelnen langen Haaren. Der
ganze Kopf ist sehr dicht und fein punktiert. Fühler sehr dünn,
die Mitte des Körpers erreichend, Glied drei doppelt so lang wie
vier, dieses nur ?/, des fünften lang, vom fünften an nehmen die
Glieder allmählich an Länge ab, das letzte Glied zugespitzt; alle
sind sehr lang zilindro-konisch. Mentum schwach gehöckert,
Labinm vor den Palpen stark entwickelt. Mandibeln am Ende
deutlich ausgeschnitten. Halsschild wie bei den andern Cyriogeton- '
Arten bucklig gewölbt, Spitze vollständig gerandet, Basis unge-
randet, Vorder- und Hinterecken stumpfwinklig, aber deutlich.
Die Punktierung auf der Scheibe äußerst fein und ziemlich weit-
läufig, an den Seiten viel dichter und deutlicher. Schildchen
dreieckig, glatt oder vereinzelt punktiert. Flügeldecken mit
starken Schultern, aber ohne Schulterbeule, nach hinten kaum
erweitert. Skulptur etwas variabel. Stets sind sehr deutliche,
aber feine Punktreihsn vorhanden, deren Punkte dicht, aber nicht
gedrängt stehen, meist sind diese Reihen an der Spitze ebenfalls
sehr deutlich, zuweilen aber fast geschwunden. Die vollkommen
flachen Interstitien sind weitläufig, sehr fein punktiert, Punkte
feiner als die der Reihen, aber deutlich; die Grundskulptur ist eine
äußerst feine, weitläufige, lederartige Runzlung. Prosternunı
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Tenebrionidae (Coleopt.). 41
zwischen den Hüften eingedrückt, aber individuell sehr verschieden
stark, in einem Exemplar außerordentlich tief und breit gefurcht,
der Fortsatz ist entweder ziemlich steil oder flacher abfallend,
von der Seite gesehen ist das Ende aber niemals senkrecht, es ist
gewölbt und breit dreieckig. Auch die Bildung des Mesosternums
ist starken individuellen Schwankungen unterworfen, ziemlich breit
U-förmig ausgeschnitten, der Ausschnitt aber weder am Grunde
noch an seinen Vorderecken senkrecht, sondern verrundet, die
Fläche der Mittelbrust unten mit scharfer Carina, die Höhe der
Mittelbrust jederseits mit tiefer Furche. Propleuren fein punktiert
und verworren, aber schwach gerunzelt. Seiten der Hinterbrust
und ihre Epimeren fein punktiert, Abdomen etwas dichter und
deutlicher punktiert und an den Seiten fein längsstrigos. Anal-
segment beim & mit verrundet stumpfwinkligem Ausschnitt, ohne
Eindruck. Vorderschenkel mit schwacher, zahnförmiger Erwei-
terung, die beim 9 spitzer als beim & ist, Vorderschienen dünn und
lang, in den letzten drei Fünfteln innen schwach verbreitert, beim
Q viel kürzer und einfach. Die Hinterschenkel überragen nach
hinten gestreckt die Flügeldeckenspitze ziemlich stark, an den
Hintertarsen ist Glied eins gleich 2+ 3 + 4. Alle Schienen sind
sehr dicht, etwas rauh punktiert.
L. 15—18%4, mm. Breite der Flügeld. S—-9 mm.
Zwei Exemplare $ 2 (Type!) von Tainan in meiner Sammlung.
Sechs Exemplare im Deutschen Entomologischen Museum von
Kosempo VII. 1911, VII. 1909, V. 1912; Taihorin 7. VI. 1911;
Sokutsu (Banshoryo-Distr.) VI. 1912.
Dem C. insigne Pasc.t) in Form und Farbe ähnlich, aber viel
kleiner, mit viel längerem ersten Glied der Hintertarsen, gesenktem
Prosternalfortsatz, viel längeren, dünneren Fühlern, seitlich sehr
deutlich punktiertem Halsschild, der bei insigne ganz glatt ist.
— Cyriogeton pernitidus Fairm., den ich nicht kenne, muß auch
unserer Art ähnlich sein, ist aber nicht einfarbig, sondern ist oben
schwach, unten nebst den Beinen deutlich blau, auch ist die
Flügeldeckenskulptur anders als bei unserer Art. Von der Bildung
des Sternums, der Augenweite erwähnt Fairmaire leider nichts.
Plesiophthalmus Motsch.
? Plesiophthalmus spectabilis (obesus Mars). Von China (Tsing-
tau) und Japan in meiner Sammlung. Die Stücke von Formosa
1) Von dieser Art gibt Fairmaire (Ann. Soc. Ent. Belg. 1894, p. 39)
eine Neubeschreibung, aus der hervorgeht, daß er ein ganz anderes Insekt
vor sich hatte als Pascoe. Fairmaire’s Art ist nur 10—15 mm lang, statt
22 —24, ganz anders, sehr bunt gefärbt, mit weit voneinander entfernten
Augen (beim 9 fast so breit wie die drei ersten Fühlerglieder lang, während
sie beim 9 von Pascoe’s Art der Abstand nur wenig länger als das erste
Glied lang sind), das Prosternum ist ferner am Ende ganz niedergedrückt,
nicht senkrecht. Ich benenne Fairmaire’s Art, einen der herrlichsten
Käfer: Oyriogeton excellens nom. nov.
9. Heft
42 Hans Gebien:
zeigen einige Unterschiede, es ist z. B. beim $ ein sehr schwacher
Ausschnitt am Analsegment vorhanden. Doch wage ich vorläufig
nicht, eine eigene Art darauf zu gründen, bis weiteres Material
zeigt, ob sie haltbar ist. Drei Exemplare von Formosa: Sokutsu
(Banshoryo-Distr.) 7. VII. 1912; Kosempo VII. 09, V. 1912.
Amarygmus Dalm.
Amarygmus pilipes n. sp. Lang oval, glänzend schwarz,
Flügeldecken mit zwei gezackten gelbroten Ouerbinden. Kopf
vollständig flach, auch der Canthus nicht aufgebogen. Augen sehr
groß, der intraokulare Zwischenraum in beiden Geschlechtern
gleich groß, ca. 115mal so breit wie das zweite Fühlerglied lang,
der Clypeus geht ohne Absatz in die Gelenkhaut über, die nur durch
hellere Färbung und andere Skulptur zu erkennen ist, die Seiten
des Kopfes vor den Augen stark gerundet eingezogen, der Canthus
daher auf längere Strecke mit dem Innenrand der Augen parallel,
aber nicht scharf gekantet; die Clypealsutur bildet einen fein ein-
geschnittenen, nicht sehr starken Bogen, er ist von dem Vorderrand
der Augen so weit entfernt wie der Abstand der Augen voneinander.
Die Punktierung ist mäßig fein und dicht. Fühler nicht sehr schlank,
Glied eins am dicksten, so lang wie drei, dieses 143 mal so lang wie
vier; vier wie fünf, die folgenden sechs gleich lang, deutlich länger
als vier. Alle Glieder sehr lang konisch. Mentum quer, seitlich
und an der Basis mit scharfer Randlinie, jederseits der schwach
erhabenen Mitte mit flacher, kräftig punktierter Grube. Mandibeln
am Ende scharf gefurcht. Halsschild genau senkrecht von oben
gesehen in der hinteren Hälfte parallelseitig, Basis ganz ungerandet,
jederseits kaum ausgebuchtet, Spitzenrandlinie in der Mitte schmal
unterbrochen. Vorderecken niedergebogen, ganz kurz verrundet
rechtwinklig, die hinteren stumpf. Punktierung sehr dicht und
deutlich, aber nicht tief eingestochen, Mittellinie in der Regel
schmal unpunktiert, der Grund ist äußerst fein, nur bei starker
Vergrößerung sichtbar chagriniert. Schildchen spitz dreieckig, fast
glatt. Flügeldecken mit zwei gezackten, gelbroten Ouerbinden, '
ohne Apikalfleck, beide berühren den Seitenrand, lassen aber den
Nahtstreif frei, die vordere dicht hinter der Basis sendet zwei
längere Äste nach vorn, zwei kürzere nach hinten, die zweite,
weniger stark gezackte Binde liegt hinter der Mitte, die Punkt-
linien sind sehr fein eingeschnitten, die Punkte fein, dicht stehend,
die Interstitien meist ganz flach, bei den Stücken von Formosa,
aber auch bei einem von Birmah jedoch deutlich, wenn auch
schwach konvex, ihre Punktierung sehr deutlich, aber feiner als
die der Streifen, welche auch an der Spitze scharf eingeschnitten,
aber undeutlicher punktiert sind. Unterseite glänzend. Proster-
num der Länge nach gewölbt, zwischen den Hüften schmal, der
Fortsatz ziemlich spitz, der Vorderrand vor den Hüften sehr hoch
und sehr schmal gerandet, vor der Mitte ungerandet, die Mitte
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Tenebrionidae (Coleopt.). 453
schwach längs eingedrückt, oder ganz flach, sehr dicht punktiert.
Propleuren nahezu glatt. Mesosternum auf der Höhe länger als
breit, rechteckig, vorn halbkreisförmig ausgeschnitten, der Aus-
schnitt und die Vorderkanten senkrecht, nicht verrundet. Meta-
sternum in der Mitte, vorn und an den Seiten fein punktiert, hinten
jederseits glatt, seine Epimeren matt, kaum punktiert. Abdomen
dicht punktiert und (besonders seitlich) fein längsstrigos. Anal-
segment beim 3 nicht ausgezeichnet. Epipleuren vorn mit scharfer
Randlinie neben den Epimeren. Beine schwarz, die Schenkel
zuweilen etwas bräunlich. Schienen beim @ dünn und gerade,
nicht ausgezeichnet, die vorderen beim & schwach nach innen
gekrümmt, innen von der Mitte an mit langem Haarbesatz, die
Hintertibien ebenfalls schwach gekrümmt. Die Vordertarsen des
g nicht erweitert, aber unten und seitlich mit mehr oder weniger
langem Haarbesatz, an den Hintertarsen ist Glied eins gleich zwei
+ drei + vier; zwei doppelt so lang wie drei.
L. 7—9 mm. Breite 4—4?/, mm.
Eine weitverbreitete Art: In meiner Sammlung von Annam.
Phuc-Son XI.—XIl. (42 Type!), von Burmah: Pegu. Ferner
sieben Exemplare aus dem indischen Museum
ausdem Aborland: Rotung 1400, 24. XII. 1911
(Kemp); Kobo 400° 6. XII. 1911 (Kemp);
ferner von West base of Dawna Hills, ca. 400’.
21.—30. XI. 1912 (F. H. Gravely). Aus For-
mosa von folgenden Fundorten: Kosempo X.
09, Taihorin 7. VI. 1911, Fuhosho X. 09.
Die Exemplare der verschiedenen Fundorte
variieren naturgemäß etwas. Der Augen-
zwischenraum ist bald etwas breiter, bald
schmäler, die Punkte der Oberseite bald stärker,
bald schwächer.
Es ist bisher keine ähnlich gefärbte Art
bekannt geworden. Am. sanguinans Fairm.
hat nur verwaschene rotbraune Flecke. Ähnlich £
sind nur zwei Arten meiner Sammlung, die eine Fig. 11.
mit roten Beinen, stark gefurchten Flügel- Amarygmus pilipes:
decken mit rotem Apikalfleck, hat beim 9 Vorderbein g.
erweiterte Vordertarsen, gehört also in die Gattung Platolenes
m., die beschrieben, aber noch nicht erschienen ist. Die Be-
schreibung der anderen siehe unten.?)
2) Amarygmus fasciatus n.sp. Dem Amarygmus pilipes sehr ähnlich,
aber in folgenden Stücken abweichend. Außer den beiden Querbinden
auf den Elytren ist ein Anteapikalfleck gelbrot, auch der Halsschild vorn
gelbrot gefleckt, die vordere Binde innen sehr lang bis zur Basis ausge-
zogen, die vorletzten Fühlerglieder fast so breit wie lang, bei pilipes bei-
nahe doppelt so lang wie breit. Prosternum hinten wagerecht, viel breiter
als bei der verwandten Art. Vordertibien der $ sehr schwach gekrümmt
9, Heft
44 Hans Gebien:
Amarygmus cuprarius Web. Diese sehr bunte, weitverbreitete
Art liegt mir in meiner Sammlung vor von Sumatra, Java und
Mindanao. Ich zweifle nicht, daß sowohl A. callichromus Frm. als
auch iridipennis Frm. mit ihr zusammenfallen. Die Färbung des
Halsschildes ist variabel und bildet keinen Artunterschied.
Zwei Ex=mplare von Formosa: Kankau 1912, Sokutsu (Bans-
horys-Distr.) 7. VII. 1912.
Subfam. Strongyliinae.
Strongylium Kirby.
Strongylium albopilosum n. sp. Ziemlich robust, nach hinten
deutlich erweitert, dunkel bronzefarben, Halsschild oft bläulich,
oder wenigstens dunkler, ebenso die Beine. Der ganze Körper, aus-
genommen die Fühler, mit ziemlich langen, abstehenden, glänzend
weißen Haaren bekleidet, die aber nicht so dicht stehen, daß sie
Farbe und Skulptur verdecken. Kopf schmäler als der Thorax.
Augenabstand beim Weibchen ziemlich groß, so weit wie ca. die
Länge des dritten Fühlergliedes, beim & viel schmäler. Am Hinter-
kopf befindet sich beim ® eine flachere, beim & eine stärker vertiefte
Grube. Punktierung ziemlich dicht, und mäßig fein. Clypealsutur
scharf, aber meist durch Behaarung verdeckt, sie kommt dem
Vorderrand der Augen ziemlich nahe, ihre Entfernung beträgt
etwas mehr als der halbe Abstand der Augen, vor der Sutur meist
ein leichter Quereindruck, der Clypeus ziemlich kräftig gewölbt.
Fühler bei beiden Geschlechtern stark verschieden, beim & schlank,
sie überragen mit vier bis fünf Gliedern den Hinterrand des Pro-
notums, Glied drei viel länger als vier, vom vierten an nehmen
die Glieder allmählich an Länge ab, die mittleren Glieder sind
kräftig konisch, die folgenden weniger, die letzten drei parallel-
seitig, alle vom dritten an viel länger als breit. — Beim 9 sind die
Fühler kräftig gekeult, überragen mit den letzten ein oder zwei
Glieder den Halsschild, nur Glied fünf und sechs etwas länger als
breit, sieben so lang wie breit, acht bis elf quer, nur zehn ganz
parallelseitig, neun und zehn 11, mal so breit wie lang, auch elf
quer. Mentum etwas quer, kräftig gewölbt, vereinzelt lang behaart,
Ligula vor den Palpen stark entwickelt, gewölbt, vorn sanft aus-
geschnitten. Halsschild beim 2 mit deutlicher, vollständiger
Seitenrandkante, beim & mit undeutlicher Kante oder sie fehlt,
er ist etwas länger als breit, nur nach vorn verengt, von der Mitte
nach hinten fast parallel, seine Hinterecken stehen von oben ge-
sehen etwas spitz nach hinten und außen vor, Vorderrand breiter,
Basis etwas schmäler dick gerandet, die Basalrandung glatt.
Scheibe mit wenig dichten, runden, flachen Punkten, vor der Mitte
der Basis ein leichter Eindruck, die Mittellinie nicht eingedrückt.
und schwach verdickt, die hinteren fast gerade. Metasternum nur in der
Mitte schwach punktiert und etwas querrunzlig. L. 10 mm, Breite 4%, mm.
Sumatra: Padang. 1 g in meiner Sammlung.
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Tenebrionidae (Coleopt.). 45
Schildchen dreieckig, nicht sehr spitz, ungekielt, fein punktiert.
Flügeldecken nach hinten deutlich erweitert, in den vorderen
zwei Dritteln nicht sehr stark konvex mit Linien feiner Punkte,
die viel kleiner sind als ein Zwischenraum, sie werden gegen die
Spitze viel feiner und stehen dort in eingeschnittenen Strichen,
vorn dagegen frei, Zwischenräume flach, ziemlich dicht und deutlich
punktiert, in der vorderen Hälfte etwas querrunzlig, grobe Ouer-
eindrücke an der Naht fehlen. Prosternum zwischen den Hüften
kräftig eingedrückt, der Fortsatz ziemlich breit, verrundet, am
Ende meist sehr fein gerandet, Mesosternum ebenfalls eingedrückt,
Metasternum in der Mitte fast glatt. Abdomen dicht und deutlich
punktiert. Analsegment rot, beim 2 zuweilen dunkel, beim $ mit
einem langen (fast bis zum Vorderrand reichenden) aber nicht sehr
tiefen halbkreisförmigen Eindruck, der gut aber nicht scharfkantig
begrenzt ist. Beim 2 sind Vorder- und Mitteltibien schwach ge-
bogen, beim 3 nur die vorderen, diese aber kräftiger, fast etwas
winklig, Hinterschienen in beiden Geschlechtern gerade, auch beim
d nicht ausgezeichnet; an den Hintertarsen ist Glied eins etwas
kürzer als drei + vier (8), etwas kürzer als vier (9), zwei länger
als drei. Forceps spitz, oben stark gefurcht.
L. 13—16 mm. Br. 5—5% mm.
4 $ und 7 Q aus dem Deutschen Entomologischen Museum:
Kosempo VI. 1911, 22. V. 1912, VII. 09; Taihorin 22. VII.; Sokutsu
(Banshoryo-Distr.) 7. VII. 12.
Von den übrigen behaarten Arten durch die Summe der
folgenden Merkmal: geschieden: feine Punktstreifen, geringe
Größe, ungekieltes Schildchen, nicht querimpresse Flügeldecken,
stark verbreiterte Fühler beim 9, Form des Analsegmentes beim d.
Strongylium formosanumn.sp. Parallelseitig, Körper nebst den
Beinen nicht sehr dicht, abstehend grauweiß behaart, stark längs-
und quergewölbt, dunkel metallisch, Beine besonders an den
Schenkel- und Schienenspitzen bläulich, Füße stahlblau, Epipleuren
und Unterseite (bis auf den Seitensaum) stahlblau, Analsegment
nicht braun, aber das letzte Fühlerglied bräunlich oder fast schwärz-
lich. Kopf beim 9 zwischen den Augen schmal, nur halb so lang
wie das dritte Fühlerglied, am Hinterkopf befindet sich keine
Grube, vor den Augen die feine, aber sehr tief liegende, gebogene
Clypealsutur, die sich dem Vorderrande der Augen bis auf den
halben Augenabstand nähert, vor der Naht ein schwacher Quer-
eindruck, Seiten des Clypeus parallel, er selbst kräftig gewölbt.
Die Punktierung ziemlich grob, namentlich hinten. Fühler beim
Q sehr stark gekeult, die ersten Glieder lang und dünn, drei 1%
mal so lang wie vier, vier gleich fünf, vier etwa dreimal, fünf zwsimal
so lang als an der Spitze breit, sechs konisch, ca. 11, mal so lang
wie breit, sieben dreieckig, so lang wie breit, acht ebenso lang aber
viel breiter, neun doppelt so breit wie lang, zehn etwas schmäler,
9. Heft
46 Hans Gebien:
elf so lang wie breit. Halsschild quadratisch, nach vorn sehr
wenig verengt, Hinterecken von oben gesehen schwach spitz nach
außen ragend, Seitenrandung fehlt, nur die Basis dick gerandet
und auf der Randung in der Mitte fein punktiert, die Spitzen-
randung fehlt und die groben Punkte des Halsschildes gehen bis
an den Vorderrand, Mittellinie nicht vertieft, vor der Basis ist
der Halsschild querüber etwas niedergedrückt. Die Punktierung
ist grob und stellenweise zusammenfließend, erhabene Runzeln
einschließend. Schildchen ungekielt, lang dreieckig, ziemlich fein
punktiert. Flügeldecken parallel mit Reihen von Gruben, die
entweder rund sind und dann einen Punkt im Grunde haben, oder
länglich und dann zwei oder drei; gegen die Spitze zu werden die
Punkte sehr fein, es bilden sich tiefe Punktstreifen aus, deren
Interstitien sehr stark gewölbt sind. Vorn sind die Gruben viel
breiter als die Zwischenräume, auf diesen stehen feine, haartragende,
wenig dicht stehende Punkte. Pro- und Mesosternum in der
Mitte kräftig längs eingedrückt. Prosternalfortsatz breit verundet,
flach, an der Spitze fein gerandet. Brust in der Mitte fein punktiert,
ebenso die Epipleuren, Abdomen auch seitlich nicht strigos. Alle
Schienen des Weibchens ganz gerade, an den Hintertarsen (9)
ist Glied eins wie vier, etwas länger als zwei + drei.
L. 13—15 mm, Br. 44,—5 mm.
Zwei 9, eins von Tainan (Type!) in meiner Sammlung; eins
von Kos>mpo VII. 09 im Deutschen Entomolog. Museum.
Von der vorigen Art, mit der sie unter den Formosanern allein
verwandt ist, durch die grobe Skulptur, foveolierte Flügeldecken,
viel breitere Fühlerkeule, schmalen Intraokularraum, parallele
Gestalt, vorn ungerandeten Halsschild stark verschieden. Von den
übrigen behaarten asiatischen Arten: villosum, Westermanni,
lanıgerum und castaneipenne unterscheidet sie sich ebenfalls durch
vorn ungerandeten Thorax und foveolierte Flügeldecken, gibbo-
sulum hat queren Thorax, andere Farbe und nicht foveolierte-
Flügeldecken, pilosulum hat ähnliche Skulptur, ist aber außer durch
die Färbung sofort durch die querimpressen Flügeldecken geschieden,
Strongyl. taciturnum endlich hat queren Thorax, seitlich stark
punktierte Unterseite und scharf gekieltes Skutellum.
Strongylium erythrocephalum F. Im indomalayischen Archipel
und auf dem Festland weitverbreitet: Birmah, Siam, Indochina,
Hong-Kong, Sumatra, Java, Manila. Auf Formosa häufig, auch in
meiner Sammlung: Takao 2.—14. VI. 08; Anping V. 1911 u. 12,
22: u..29..,VI: 1912.
Strongylium Marseuli Lew. Ein $ von Taihanroku, 1.—25.
V. 08 (mir vom Bremer Museum freundlichst überlassen) in meiner
Sammlung.
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Tenebrionidae (Coleopt.). 47
Strongylium carbonarium,n. sp. Langgestreckt zilindrisch,
ohne Querimpressionen auf den Flügeldecken, nackt, glänzend
schwarz, zuweilen die Beine schwach bräunlich schwarz. Kopf
mit schr großen, stark genäherten Augen, die beim $ auf ungefähre
Dicke des dritten Fühlergliedes aneinandertreten, beim & näher,
hier der Abstand kaumfdie Hälfte der Dicke dieses Fühlergliedes
betragend, zwischen den Augen hinten ein länglicher tiefer Eindruck,
Kopf vor den Augen stark quer eingedrückt, Clypealsutur nicht
sehr scharf, Canthus stark aufgeworfen, halb so lang wie das Auge
hinter ihm. Punktierung sehr dicht und fein, in der Quergrube
gröber. Fühler;in beiden Geschlechtern gleich,"sie überragen mit
den letzten fünf bis sechs Gliedern den Hinterrand des Pronotums,
Glied drei viel länger als vier, dieses etwas länger als fünf, die fol-
genden fünf an Länge ungefähr gleich, das letzte etwas kürzer,
die Glieder sechs bis zehn? parallel,. die,vorhergehenden vier und
fünf sehr schwach konisch, sechs bis zehn doppelt so lang wie breit.
Mentum quer trapezisch, in der Mitte stark gewölbt, jederseits
neben den Vorderecken findet sich ein“ kleiner tiefer Ausschnitt,
der sich nach hinten als tiefer Eindruck fortsetzt, Ligula sehr
stark entwickelt, vorn mit flachem Ausschnitt, die Mitte von vorn
bis zwischen die Palpen stark erhöht und punktiert. Halsschild
quer, seitlich kräftig gerundet, Basis kaum breiter als die Spitze,
Seiten vor den Hinterwinkeln etwas ausgeschweift, rings gerandet,
die Seitenrandkante fein, aber vollständig, die Spitzenrandung
ebenfalls fein, in der Mitte kaum breiter als an jeder Seite der Mitte,
viel feiner als die dicke, äußerst fein punktierte basale Randung,
die Punktierung ist grob und dicht und gibt dem Halsschild darum
ein mattes Aussehen, die Punkte fließen seitlich hier und da zu-
sammen. Mittellinie schmal glatt, hinten etwas vertieft, eine eigent-
liche Querimpression“ fehlt vor der Basis, zuweilen findet sich
hinten, jederseits der Mitte, oder neben den Hinterecken eine
flache Grube. Schildchen so lang wie breit, nicht sehr spitz, oft
mit angedeutetem Längskiel, sehr fein punktiert. Flügeldecken
viel breiter als der Halsschild und fast viermal so lang. Ohne
Querimpression, kontinuierlich gewölbt, mit tiefen Punktstreifen,
deren Punkte aber fein, rund, nur gegen die Spitze etwas länglich
und noch feiner sind, sie sind auf der Scheibe kaum gröber als die
des Halsschildes, die vorn stark gewölbten, an der Spitze fast
flachen Interstitien sind äußerst fein und weitläufig punktiert und
bei sehr starker Vergrößerung (ca. 50 Binokular) dicht und zart
lederrunzlig. Spitzen gemeinsam verrundet. Seiten der Unter-
seite grob punktiert, die Mitte des Metasternums glatt, Abdomen
sehr fein und weitläufig punktiert, sehr schwach längsrunzlig.
Prosternum zwischen den Hüften eingedrückt, Fortsatz gewölbt,
ziemlich breit. Analsegment beim 3 an der Spitze flach eingedrückt.
Beine sehr lang und dünn, Schenkel und Schienen ganz
gerade, beim g ohne jegliche Auszeichnung, an den Hinter-
9. Heft
48 Hans Gebien:
tarsen ist Glied vier etwas länger als zwei + drei, etwas kürzer
als eins.
L. 22—26 mm. Br. des H. 4—5),, der Fd. 6 ($) bis 8 (9) mm.
Die Männchen sind etwas schmäler (die Maße gelten für das
schmalste $ und das größte 9), haben enger zusammenstehende
Augen und einen schwachen Analeindruck.
38,92 von Formosa: Kosempo 22. V. 1912; 7. VIl.; Taihorin
7. VI. 1911; Sokutsu (Banshoryo-Distr.) 7. VII. 1912.
Aus der Verwandtschaft der Arten: holcoßterum, chinense,
opacicolle, basifemoratum. Chinense und opacicolle sind kleiner
(bis zu 20 mm lang), deutlich metallisch, chinense hat starke
Punktstreifen, odacicolle ein rotbraunes, beim $ stark eingedrücktes
Analsegment. Strongylium holcopterum ist ebenso groß wie unsere
Art, aber gleichfalls deutlich metallisch, die Flügeldeckenstreifen
krenuliert und fast bis zur Spitze tief gestreift. Str. basıfemoratum
Mäkl. hat rote Schenkel, ist wesentlich kleiner (18—20 mm) und
hat keinen queren Thorax.
Strongylium Schenklingi n. sp. Ziemlich robust, sehr stark
gewölbt, nackt, stark glänzend, intensiv zyanblau, oder blaugrün,
Flügeldecken herrlich goldig, oder kupfrig golden oder grüngolden,
bei Ansicht in der Richtung des Lichtes wundervoll purpurn.
Kopf groß, so breit wie der Halsschild, mit stark vorquellenden
Augen, die beim $ aneinander stoßen und nur einen Zwischenraum
von,der Länge des halben Durchmessers des dritten Fühlergliedes
lassen, beim $ ist der Raum etwa doppelt so groß. Am Hinterkopf
befindet sich eine Grube, die beim 2 kürzer und weniger tief, beim
ee & tiefer und größer
>) h ist und nach vorn
zwischen die Augen
tritt. Vorderkopf
stark eingedrückt,
haben, nur wenig
kürzer als das Auge
hinter ihm. Clypeal-
sutur scharf einge-
schnitten, wenig ge-
bogen, bis auf die
Entfernung des Au-
genzwischen raumes
Ä h Y an die Augen heran-
Fig. 12. Strongylium Schenklingi: a) Vordertibie & tretend vor ihr
b) Fühler $ ce) Fühler 2 d) Analsegment &. meist ein kurzer
tiefer Quereindruck, Vorderkopf schr fein, Hinterkopf gröber punk-
tiert Fühler am Grunde sehr schlank, nach der Spitze stark gekeult;
sie sind stahlblau, die letzten Glieder matt, sie sind beim $ viel
Canthus stark er- .
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Tenebrionidae (Coleopt.). 49
schlanker als beim &, Glied drei 11, mal so lang wie vier, dieses
länger als fünf, vom fünften an nehmen die Glieder. an Länge ab,
an Breite zu, Glied fünf beim g zweimal so lang wie breit, beim 9
11% mal, das folgende beim $ 11% mal, beim 2 so breit wie lang,
die folgenden quer. Mentum quer trapezisch, die Mitte erhaben,
Vorderecken etwas eingedrückt, aber nicht eingeschnitten, Ligula
flach gewölbt. Mandibelspitzen nicht abgeschnitten, sondern durch
eine kleine Furche schwach zweizähnig. Halsschild kaum breiter
als lang, seitlich kräftig gerundet, vor den Hinterwinkeln ziemlich
stark ausgeschweift, die Randung der Seiten sehr fein, sie reicht
- nur von der Spitze bis zur Mitte, die basale Randlinie tief, der Rand
dick, die Spitzenrandung in der Mitte außerordentlich breit, die
tief eingedrückte Randlinie tritt dort etwas winklig zurück, die
Mittellinie stark vertieft, jederseits hinter der Mitte ein mehr oder
minder deutliches meist tiefes Grübchen. Vorn treten jederseits
neben der Mitte die Halsschildhälften fast etwas beulenartig
heraus, die Punktierung ist zerstreut, ziemlich fein und tief.
Schildchen stahlblau, spitz dreieckig, glatt, ungekielt. Flügel-
decken parallelseitig, sehr stark längsgewölbt, in der Anlage
zilindrisch, mit kräftigen Schulterbeulen und jederseits der Naht
dicht hinter der Basis einer starken Beule, dahinter eine ziemlich
tiefe Ouerimpression, im übrigen an der Naht glatt, Oberfläche
mit Reihen tiefer Punkte, die nach der Naht zu feiner, nach den
Seiten viel gröber aber nicht grübchenartig sind, die Punkte sind
nach hinten zu feiner und an der Spitze ganz geschwunden, Inter-
stitien vollkommen flach, äußerst fein und weitläufig punktiert,
und im Grunde so fein lederrunzlig, daß man die Skulptur erst
bei ca. 70facher Vergrößerung erkennt, die Epipleuren sind in
der ersten Hälfte nicht durch eine scharfe Kante, sondern nur durch
eine Reihe tief eingeschnittener länglicher Punkte abgesetzt.
Prosternum zwischen den Hüften tief eingedrückt, Fortsatz ganz
niedergedrückt, am Ende nicht sehr deutlich gerandet. Mittel-
brust vorn und zwischen den Hüften grob runzlig, fast körnig
punktiert, ebenso der vordere Lappen des Metasternums, der über-
dies tief eingedrückt ist, die Hinterbrust mit kräftig vertiefter
Längslinie, auf der Scheibe äußerst fein und weitläufig punktiert.
Beim 3 wird die hintere Hälfte der Scheibe der Hinterbrust durch
einen schwarzen etwas matteren Fleck eingenommen, der aber von
den übrigen Teilen der Brust in der Skulptur nicht abweicht.
Abdomen vorn am Lappen grobrunzlig, sonst sehr fein und weit-
läufig punktiert und sehr fein längsstrigos, beim 5 das erste hinten
und das zweite Segment in der Mitte eingedrückt, das Analsegment
hinten gerade abgeschnitten, mit sehr tiefem und scharf gekantetem
Eindruck, der dem Vorderrand nahe kommt, seine Kante bildet
keinen kontinuierlichen Bogen, sondern ist vorn noch einmal
bogig vorgezogen. Beine mäßig fein, dicht punktiert. Beim 2
sind Vorder- und Hinterschienen gerade, die mittleren schwach
Archiy für Naturgeschichte
1913. A. 9, 4 9. Heft
50 Hans Gebien:
gekrümmt. Beim $ sind die Vorderschienen innen etwas winklig
gekrümmt, in der Mitte am dünnsten, etwas abgeflacht, schwarz,
mikroskopisch fein lederrunzlig und nicht punktiert, Mittel-
schienen fast gerade, Hinterschienen etwas um ihre Längsachse
gedreht, gerade. An den Hintertarsen ist Glied eins gleich drei +
vier. Forceps sehr dünn, einfach verjüngt, der Länge nach tief
gefurcht.
Das & unterscheidet sich vom 9 1. durch ganz andern Fühler-
bau, 2. durch dicht aneinander tretende Augen, 3. durch einen
Eindruck auf den ersten Abdominalsegmenten, 4. durch tiefe Aus-
höhlung des Analsegmentes, 5. durch winklig gebogene, eigenartig
skulptierte Vorderschienen, 6. durch verdrehte Hinterschienen,
7. durch schwarzen Metasternalfleck, 8. durch lange Frontalgrube.
— Es findet sich also bei dieser Art eine Häufung von sexuellen
Dimorphismen, wie sie wohl selten im Tierreich vorkommt.
L. 121,—13%, mm. Br. des Halssch. ca. 34;, der Flügeld.
ca. 5 mm.
12 Exemplare. & und @ von Tainan (Typen!) in meiner Samm-
lung. Ferner von Kosempo: 22. V. 1912; Taihorin 22. VI;
Fuhosho VI. 09.
Ich kenne keine verwandte Art außer einer neuen in dem
kgl. Museum Berlin von den Philippinen, die sich u. a. durch ganz
andere Färbung und bedeutendere Größe auszeichnet. Mir liegt
aber das Exemplar gegenwärtig nicht vor. Von den bekannten
Arten ist sie weit verschieden. Sie ließe sich am besten in die
Verwandtschaft von gravidum, tuberipenne, Vollenhoveni etc.
stellen, die ebenfalls vorn gebeulte Flügeldecken, verdrehte Hinter-
tibien des 4, und in diesem Geschlecht ausgehöhltes Analsegment
haben. Doch unterscheidet sich unsere Art sofort durch die herr-
lichen Farben, ganz andere Skulptur und nur halbgerandeten
Halsschild.
Strongylium longissimum n. sp. Außerordentlich langgestrsckt,'
schmal, flach zylindrisch, Flügeldecken ohne Querimpressionen, ein-
farbig, dunkelmetallisch, Spitze des letzten Fühlergliedes hell-
braun, nackt. Kopf so breit wie der Halsschild, die Augen stark
vorgequollen, beim 3 aneinandertretend, ihr Zwischenraum kaum
halb so groß, wie das dritte Fühlerglied dick. Canthus so lang
wie der halbe Längsdurchmesser des Auges hinter ihm, Clypeal-
sutur scharf eingeschnitten, dicht an das Auge tretend, davor kein
Ouereindruck, Punktierung dicht und deutlich, hinten zwischen
den Augen ein leichter Längseindruck. Fühler genau linear, sehr
dünn; Glied drei ist das längste, die folgenden nehmen an Länge
allmählich ab, die vorletzten sind noch fast dreimal so lang wie dick,
sie sind sämtlich zilindrisch. Mentum stark gewölbt, quer trans-
versal, vorn neben den Vorderecken mit kurzem, tiefem Eindruck.
Ligula ungekielt. Mandibeln gerade abgeschnitten, unten mit
H. Sauter’s Forınosa-Ausbeute. Tenebrionidae (Coleopt.). 51
sehr kleinem, leicht übersehbarem Eindruck an der Spitze.
Halsschild so lang wie breit, zylindrisch, rings gerandet, die Seiten-
randkante sehr fein, aber der ganzen Länge nach scharf, die Spitzen-
randung in der Mitte nicht verbreitert, die basale dagegen in der
Mitte etwas breiter und ziemlich kräftig erhaben. Die Mitte ist
der Länge nach vertieft, die Vertiefung an der Basis grübchenartig,
jederseits an der Basis ein kleines Grübchen, zuweilen ein weiteres
Grübchen jederseits hinter der Mitte. Punktierung dicht und
ziemlich grob, am Grunde flach und mit je einem winzigen Körnchen.
Grund des Halsschildes zwischen den Punkten mikroskopisch fein
lederrunzlig. Schildchen ungekielt dreieckig, gewölbt, der Rand
abgesetzt, schwach punktiert. Flügeldecken oben schwach
depreß, mit Reihen regelmäßiger viereckiger Grübchen, von vorn
bis hinten, sie werden an der Spitze etwas feiner, nicht aber punkt-
förmig, die Gruben haben einen flachen Grund und an jeder Seite
oben am Absturz je ein kleines Körnchen, die Interstitien sind
schmal rippenförmig, sehr schwach gewellt, der dritte ist deutlicher,
der fünfte schwächer als dieser, erhabener als die übrigen; sie werden
durch feine Ouerleisten, die ebenso breit sind als sie selbst, ver-
bunden; so entsteht auf den Elytren ein ziemlich regelmäßiges
Maschenwerk von Erhabenheiten. Unterseite an den Seiten
grob punktiert. Prosternum zwischen den Hüften schwach ein-
gedrückt, der Fortsatz breit verrundet. Metasternum in der Mitte
fast glatt, daneben fein querstrigos und an den Seiten und vorn
grob punktiert. Abdomen fein und ziemlich dicht punktiert, an
den Vorderrändern der mittleren Glieder glatt. Analsegment
beim & flach eingedrückt, anliegend behaart, der Eindruck an der
Spitze noch einmal quer vertieft. Beine sehr lang und außer-
ordentlich dünn. Alle Schienen gerade, ohne jegliche Auszeichnung,
an den Mittel- und Hinterbeinen sind die Tarsen so lang wie die
Schienen. An den Hintertarsen ist Glied eins fast so lang wie die
andern zusammen, Glied zwei 113, mal so lang wie drei, das vierte
kaum so lang wie zwei + drei.
L. 101%,—121, mm. Breite 21,—3 mm.
3 g von Sokutsu: Banshoryo-Distr. 22. VI. 1912.
Ich kenne keine nahe verwandte Art. Sie ist an dem sehr
langen, einfarbig düster erzfarbenen Körper, den ganz linearen
Fühlern und an der Flügeldeckenskulptur leicht kenntlich.
Die nachfolgende Tabelle soll ausschließlich zur leichteren
Bestimmung dienen, sie drückt irgendwelche Verwandtschafts-
beziehungen nicht aus, denn mit Ausnahme der beiden behaarten
Arten sind alle andern weit voneinander getrennt.
1 Körper abstehend grauwsiß behaart, kurz und gedrungen,
Fühler gekeult, Keule kompreß 2.
— Körper nackt, meist schlanke Arten, Fühler (Ausnahme Schenk-
lingt) linear 3.
4* 9, Heft
52 Hans Gebien:
2 Vorderkörper fein punktiert, Flügeldecken mit Punktstreifen,
Halsschild vorn gerandet, Körper nach hinten erweitert
albopilosum n. sp.
— Vorderkörper grob punktiert, Flügeldecken foveoliert, Hals-
schild vorn ungerandet, Körper seitlich parallel
formosanum n. Sp.
Körper kurz, Flügeldecken vorn mit je einer Bzule, heırlich
golden, Fühler mit kompresser Keule, Halsschild tief kanali-
kuliert Schenklingi n. sp.
— Körper gestreckt, mehr oder minder zilindrisch, Flügeldscken
ohne Beulen, Farbe blau, braun, schwarz oder schwach me-
tallisch, Fühler linear. Halsschild höchstens mit schwacher
.n
m
Längsfurche 4.
4 Flügeldecken mit Punktstreifen, ohne Rippen und Ouer-
rippchen
— Flügeldecken mit scharf begrenzten Grübchen, Interstitien
rippenförmig, die Grübchen durch feine Querrippchen getrennt 6.
5 Ganz schwarz, über 20 mm groß, Halsschild dicht und grob
punktiert carbonarium n. SP.
— Blau, Schenkel g:lbrot, höchstens 18 mm lang. Halsschild
fein und ziemlich weitläufig punktiert erythrocephalum F.3)
6 Schwarzbraun, alle Interstitien gekielt, Seitenrand des Hals-
schildes von oben sichtbar Marseuli Lew.
— Metallisch, dritter und fünfter Zwischenraum nur etwas er-
habener. Seitenrand nicht sichtbar. longissimum n. Sp.
Crossoscelis.
Nov. gen. aff. Strongylium. Ungeflügelt, langgestreckt. Kopf
groß und dick, hinter den Augen nicht zu einem Hals ver-
engt. Augen klein (d. h. für die Subfamilie Sirongyliinae), ihr
Abstand viel größer als das dritte Fühlerglied lang, Augenfurchen
und -falten fehlen, Canthus aufgeworfen wie bei Strongylium,
schmäler als die nicht vorquellenden Augen, vorn stark verengt.
Clypeus gerade abgestutzt. Fühler dünn und lang, die Glieder
zilindrisch, Glied drei länger als vier. Mentum ganz quer, tra-
pezisch, Seiten gerade, Vorderecken lang und spitz vorragend,
doch wird der Raum zwischen den beiden Spitzen, also am Vorder-
rand des Mentums von der Gelenkhaut eingenommen, sodaß bei
nicht aufmerksamer Betrachtung die Spitzen übersehen werden.
Ligula sehr groß, von der Breite des Mentums, seitlich stumpf
gewinkelt, flach gewölbt. Endglied der Labialpalpen mit der
(beim Aufkochen und im frischen Zustande) aufgequollenen
Tastspitze kugelig, ohne diese schwach abgeschnitten. Maxillen
mit unbewaffneter Innenlade, beide Laden sehr kurz beborstet.
Letztes Glied der Maxillarpalpen lang oval. Mandibeln kurz und
..?) Der Name ist falsch. Der Kopf ist nie rot, auch bei der Type nicht,
bei dieser ist er nur durch dicken Gummiüberzug verschmiert.
25
Archiv für Naturgeschichte. 79. Jahrgang 1913, Abteilung A, Heft 9.
Gebien, H. Sauters Formosa-Ausbeute: Tenebrionidae.
D
[e
MAL ENTF RER BUN LE ul » we
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute: Tenebrionidae (Coleopt.). 53
dick, die beiden Außenkanten (obere und untere vom Grunde bis
zur Mitte) scharf gekielt, etwas lamellenförmig, die Spitze außen
ziemlich stark gefurcht, das Ende stumpf mehrzähnig, auf der
Oberseite innen vor der Spitze ebenfalls ein zahnartiger Winkel.
Mandibelsack groß. Mahlzahn groß und flach, äußerst fein quer-
gerieft. Halsschild fast zylindrisch, seitlich nur von vorn bis
zur Mitte gerandet, Basis gerandet. Schildchen deutlich. Flügel-
decken ohne Schultern, Basis niedrig gekantet, Skulptur durch
Punktstreifen gebildet, Epipleuren außerordentlich schmal, aber
vollständig. Prosternum vorn gerandet, Fortsatz ganz nieder-
gedrückt, Mesosternum ganz flach, und flach eingedrückt. Meta-
sternum ziemlich kurz. Abdomen mit breitem, verrundetem,
langem Interkoxallappen. Beine lang und dünn, die Trochenteren
aller Hüften mit kleinem Haarbüschel, Vorderschenkel schwach
gekeult, alle Schienen ohne Auszeichnung, mit winzigen Enddornen.
Tarsen lang und dünn, unten dicht behaart, das letzte Glied der
Tarsen unten schräg abgeschnitten, so daß die Klauen großen
Spielraum haben, Onychium löffelförmig.
Diese Gattung der Strongylien entfernt sich von allen Ver-
wandten durch die Flügellosigkeit, dadurch wird ein ganz anderer
Habitus bedingt: Die Schultern fehlen, das Metasternum wird
kürzer. Wichtig sind ferner die kleinen Augen und der hinten
dicke, halslose Kopf, die Haarbüschel an den Trochanteren sind
nicht auffallend, aber für die Gattung sehr charakteristisch.
Crossoscelis clauda n. sp. Ziemlich langgestreckt, in der
Gestalt ähnlich den meisten Strongylien, aber ohne Schultern.
Körper schwarzbraun, Flügel-
decken düster erzfarben, Fühler
und Tarsen rotbraun. Kopfdick,
ohneHals, Zwischenraum zwischen
den Augen etwas größer als die
Länge des dritten Fühlergliedes,
auf der Stirn ein seichtes Grüb-
chen, Clypealsutur sehr deutlich,
aber nicht scharf eingeschnitten,
gebogen, dem Auge genähert,
davor ein sehr leichter Quereindruck, Canthus schmäler als die
Augen und viel kürzer als diese hinter ihm. Fühler haarförmig,
etwa die Mitte des Körpers erreichend, Glied drei 11, mal so lang
wie vier, vier bis elf an Länge und Breite ungefähr gleich, etwa
21, mal so lang wie breit, sehr schwach konisch, fast zilindrisch.
Halsschild zylindrisch, also oben querüber stark gewölbt, Seiten
schwach gebogen, vor den Hinterecken nicht ausgeschweift, er ist
kaum breiter als lang, die Seiten mit unvollständigem Randkiel,
Spitze sehr fein, bei einem Exemplar vollständig, beim andern
unterbrochen gerandet, die basale Randung etwas breiter, deutlich
Fig. 13. Crossoscelis clauda: a) rechte
Mandibel von außen b) Labium.
9. Heft
54 - Hans Gebien:
aufgebogen, vollständig. Die Mittellinie ist leicht vertieft, außerdem
wird der Halsschild durch einige ganz flache Eindrücke uneben,
Punktierung fein, mäßig dicht, nirgends gedrängt, flach. Schildchen
groß, flachgewölbt, breiter als lang, stumpf verrundet. Flügel-
decken nach hinten erweitert, die Seiten also ziemlich stark
verrundet, Schultern fehlen, Basis leicht aufgeworfen. Skulptur
aus Reihen von länglichen Gruben gebildet, deren jede im Grunde
eine feine eingeschnittene Linie trägt. Die Grübchen verschwinden
gegen die Spitze, nicht aber die Längsstrichelchen, die nur feiner
werden. Interstitien flach oder etwas gewölbt, Grundskulptur
mikroskopisch fein lederrunzlig. Unterseite glänzend schwarz,
Prosternum zwischen den Hüften vertieft, Fortsatz ziemlich breit,
Propleuren kräftig punktiert. Abdomen sehr fein punktiert, die
ersten Segmente schwach längsrunzlig, Analsegment ungerandet,
an der Spitze leicht eingedrückt. Alle Schienen gerade. An den
Vordertarsen ist das letzte Glied ohne Krallen so lang wie die an-
deren vier, an den Mitteltarsen so lang wie die letzten drei, an den
. hinteren so lang wie die beiden vorletzten.
L. 114, mm. Br. der Flügeld. 314 mm.
Zwei Exemplare: Suisharyo 7. XII. 1911; Kosempo 7. 11. 09,
1 Ex. auch im Hamburger Museum.
1. Die geographische Verbreitung der auf Formosa vorkommenden
Gattungen der Tenebrioniden.
n
= E 21.5 5 2
Formosa 2ölsle ®% Sonstige Verbreitung
SglAlals |<
7) nz
Trigonopoda en —| | — «x =
Scleron 1—|1x]x/x|x]|x| Südeuropa, Nord-Afr., S.W.-As.
Gonocephalum®) |x|x|x|x|x|x| alle Erdteile exkl. Amerika
Phaleria x|—|—-| —1—|—| Eur., Afı. As., Amer., auch in
| Asien vermutlich viel weiter
| verbreitet.
Dicraeosis x1—1x|—1—1x _
Bradymerus le x|x!x|x] Madag., Ostafr., Indo-Austral.
| Gebiet. Yan
Crypticus?) — ——|—| —|—| Europa, Zentr.-As., Afr., Amer.
Austr.
Diaperis xıx/—[—|—|—| Europa, Nordamer., Ceylon.
Platydema ıxıx!x[x[x|x| In der ganzen Welt.
Ceropria x/x[x|x!x|x| Asien, Austral., Afrika.
Basangdsis | —-|—-|—|— —
4) Gon. occidentale aus Argentinien gehört nicht in die Gattung,
5) Zwei Arten von Walker aus Ceylon sind ganz zweifelhaft.
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Tenebrionidae (Coleopt.).
59
Formosa
Leiochrodes
Uloma
Eutochia
Alphitobius
Diaclına
Cneocnemis
Tribolium
Palorus
Bolitrium
Hypophloeus
Doliema
Setenis
Encyalesthus
Derosphaerus
Catapiestus
Toxicum
Menephilus
Heterotarsus
Lyprops
Platycrepis
Hemicera
Psydus
Gnesis
Pseudonautes
Lamperos
Cyriogeton
Plesiophthalmus
Amarygmus
Strongylium
Crossoscelis
Japan
BEZIESTEE
SI IESELSEL
—l —lı.—
KIRTRX
52141817
8 l8|el®
3581312
7) | FR;
— XIX XIX
x!x|x|x|x
— x|x|1x|x
x!x!x|x|x
U Kal 0 N
—x|xX|=-1x
xIx|x!x|x
BEL ISCH X
— —| —| x] —
x|x|xIx|x
BAR IR
x/xIıx|x|x
NER IR
xIx|x|Ix|x
RAP Ir AR:
13 141%
Sr MAR
SE Se I
KXIXIKIXIX
er Ealr
——x[x|x
RR
—xIx|xIx
XIX is
x1—-1x|—-|—
x|x!x|x
KI&IXIx
Sonstige Verbreitung
Madagaskar ? Kamerun®).
In der ganzen Welt.
Afrika, Brasil., Neu-Kaled.
Kosmopolitische Arten.
Europa, Afrika, Neu-Kaled.
Kosmopolitische Arten.
Eine Art fast kosmopolit.
Eur., Afr., As., Amer.
Türkei, Sd.-As., Amar.
Madag. bis Neu-Guinea.
Südas. bis Neu-Guinea.
Trop. Afr. und Asien.
Madag. bis Australien.
Afr., Eur., Austral.
Afrika.
Afrika bis Neu-Guinea.
Amerika.
Von Madagasc. bis Australien,
Alle Erdteile bis auf Europa.
®) Die Beschreibung der hier vorkommenden Art wird demnächst ver-
öffentlicht.
9. Heft
56
Hans Gebien:
9. Geographische Verbreitung der auf Formosa vorkommenden
Arten von Tenebrioniden.
Name der Art
aus
Formosa
Mesomorphus villiger
Scleron ferrugineum
Trigonopoda crassipes
Gonocephalum elongatum
pubens
formosanum
coriaceum
Crypticus minutissimus
Phaleria atriceps
Bradymerus esquecostatus
Diaperis var. intersecta
Platydema umbratum
Sauteri
haemorrhoidale
pallidicolle
subfascia
flavopictum
Dicraeosis amplus
cylindricus
Ceropria Schenklingi
formosana
induta
Basanopsis curvipes
Leiochrodes tibialis
Uloma polıta
excisa
Eutochia tibialıs
Alphitobius diaperinus
piceus
Diaclina 4-maculata
Cneocnemis laminipes
Tribolium ferrugineum
Palorus subdepressus
depressus
Bolitrium crenulicolle
Hypophloeus analis
Sunda-Inseln
x)
x
| x x | Philippinen
|
|
| x 1 x x | Süd-China
sonstige
Verbreitung
Von Afr. bis Aust.
(Stammform: Ja-
pan, Nd.-China)
Madagaskar.
Afrika, Neu-Kale-
donien, wahrsch.
viel weiter verbr.
Kosmopolit.
2
' Kosmopolit.
2}
Europa
—
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute.
Name der Art
aus
Formosa
Filum
cephalotes
robustus
Doliema spinicollis
Setenis striatipennis
Encyalesthus exularıs
Derosphaerus rotundicollis
Catapiestus subrufescens
Toxicum funginum
Menephilus medius
Heterotarsus carınula
pustulifer
Lyprops sinensis
luzonicus
Horni
irregularis
Platycrepis violaceus
Hemicera alternata
Psydus marginicollis
Gnesis helopioides
Pseudonautes purpurivittatus
Lamperos elegantulus
Cyriogeton nigroaeneum
Plesiophthalmus spectabilis
Amarygmus pilides
cuprarius
Strongylium albopilosum
formosanum
erythrocephalum
Marseuli
carbonarium
Schenklingi
longissimum
Crossoscelis clauda
ERS DCK X
|
|
|
| Süd-China
>
Tenebrionidae (Coleopt.).
Tonkin
Philippinen
57
|
|
|
eln
sonstige
Verbreitung
Hier sind also von Formosa 70
sind 26—= 37%, endemisch, 44 = 63%, weiter verbreitet. Von den
letzteren scheiden die kosmopolitischen 4 Arten für tiergeogra-
phische Betrachtungen aus, da sie sämtlich nicht im Freien leben.
Die übrigen 40 (= 100%) sind also folgendermaßen verteilt:
nur mit Japan gemein = 12 (30%), nur mit Südchina 1 = 2%%;
|
ul AT x | Sunda-Ins
x
Arten konstatiert. Davon
9. Heft
58 Prof. Dr. M. Ruzsky:
nur mitIndien 1 = 2%%, nur mit Tonkin (od. Annam) 1=2%%,
nur noch auf den Philippinen 4—= 10%, nur noch auf den Sunda-
inseln =0. — Mit Sd.-China und Japan hat Formosa 2=5 %,
gemein; mit Indien und Tonkin 3=71%%. Die übrigen sind weiter
verbreitet 16=40%.
Aus dieser Übeısicht ergibt sicht klar die Zwischenstellung
Formosa’s inbezug auf die Tenebrionidenfauna. Mit Europa
und dem übrigen paläarktischen Gebiet hat Formosa nichts ‚zu
tun, denn die einzige auch in Europa heimische Art: Palorus
depressus ist an Mehlvorräte gebunden und auf dem Wege kos-
mopolitisch zu werden. Mit Japan hat Formosa die meisten Formen
gemein; doch ist die Zahl der mit Südchina gemeinsamen Arten
vermutlich größer als oben angegeben, da ich Vergleiche nur nach
dem Material meiner Sammlung anstellen Konnte.
3. Bemerkungen für den Rekorder.
In der vorliegenden Arbeit werden außer den neuen Arten
folgende Synonymien und Umstellungen, die noch nicht publiziert
sind, aufgeführt:
Gonocephalum quadrınodosum Reitt. ist syn. mit G. elongatum Gu£r.
Platydema scriptipenne Fairm., Pl. variegatum Cast. (signatum Kl.).
Pl. caesifrons gehören zur Gattung Crypticus.
Platydema laticorne Fairm. (1882) = Pl. umbratum Mars. 1876.
Ceropria laticollis Fairm. = C. subocellata Cast. u. Brll.
Toxicum cavifrons Pic. = T. funginum Lewis.
Psydus Pasc. (1868) = Cleomis Fairm. (1893).
Etazeta Fairm. — Subgen. von Lyprobs.
Cyriogeton insigne Pasc. und insigne Fairm. verschiedene Arten.
Thydemus Lewis 1894 = Pseudonautes Fairm. 1893.
Pseudoblaps simulatrix Frm. ist ein Gonocephalum.
Myrmekologische Notizen.
(Mit 3 Abbildungen.)
Von
Prof. Dr. M. Ruzsky (Tomsk).
1. Über Ameisen der Gattung Lasius Fhr.
Bisher wurden alle Ameisenarten, die als Lasius bezeichnet
werden, der Gattung Lasius zugerechnet. Es ist eine der älteren
Ameisengattungen (schon von Fabricius 1804 aufgestellt).
Sie enthält ca. 15 Arten und Rassen, welche sämtlich der nörd-
lichen Halbkugel der Alten und Neuen Welt (Europa, Nord- und
Zentralasien, Nordamerika), also der Paläarktischen und Neark-
tischen Fauna, angehören.
Die Lasiusarten, welche bislang einer und derselben Gattung
zugerechnet werden, müssen eigentlich, auf Grund morphologischer
Myrmekologische Notizen. 59
und biologischer Merkmale, auf drei Untergattungen verteilt
werden:
1. Subg. Lasius s. str.; 2. Dendrolasius!) nom. nov.; 3. Chthono-
lasius?) nom. nov.
Als Vertreter der ersten Gruppe (subg. Lasius s. str.) erscheint
die bei uns überall gemeine weitverbreitete Art, der dunkelbraune
Lasius: Lasius niger (Lin.), schon von Linne unter dem Namen
Formica nigra (im Jahre 1736) beschrieben, mit
denselben verwandten Formen (Las. alienus, Las.
emeryi, Las. brunneus, Las. emarginatus). Als Ver-
treter der zweiten Untergattung (subg. Dendrolasius 3
m.) erscheint die eigenartige, pechschwarze, glatte
und stark glänzende Baumameise (Lasius fuliginosus
Latr.). Als Vertreter der dritten Untergattung,
nämlich des subg. Chthonolasius m. erscheint der
gelbe Lasius (Las. flavus D. G.) und zu demselben nahe
stehende Arten und Rassen (Las. carniolicus, Las.
umbratus, Las. myops, Las. mixtus und andere).
Als Hauptunterschiede dieser drei Untergattungen
— nämlich derbraunen (manchmal dunkelbraunen
oder kaffeebraunen), schwarzen und gelben Lasius
— dienen nicht nur morphologische (resp. morpho-
matische) Kennzeichen (wie der Bau der Kiefer-
taster, Skulptur der Körperoberfläche, Färbung, Be-
haarung usw.), sondern auch biologische Eigentüm-
lichkeiten (Lebensweise).
Man kann sagen, daß die Vertreter der ersten
Untergattung (Lasius im engeren Sinn) eine ge-
mischte, teilweise überirdische, teilweise unterirdische 7;,, 1. Kiefer-
Lebensweise führen, indem sie in abgestorbenem taster von
Holze (in Baumstümpfen) oder in Erde nisten, wobei Lasius niger,
sie Hügel machen, welche von Gras bewachsen (nicht Arber Um-
selten einfach in Erdgängen, wie Lasius alienus), auch ?® “mM.
unter Steinen. Sie führen ein reges tätiges Leben, sich fortwährend
vom Neste entfernend und dessen Umgegend ausnutzend ; gewöhnlich
kriechen sie auf verschiedene Pflanzen (Bäume und Gräser), an dem
Safte, welcher von den Nektarien abgeschieden wird, naschend, oder
wegen der auf den Stengeln und Blättern sitzenden Blattläuse, von
deren Exkrementen sie sich nähren. Im allgemeinen ist ihre Nahrung
verschiedenartig, indem sie aus verschiedenen tierischen sowie
pflanzlichen Produkten besteht. Ohne aromatischen Geruch.
Oberfläche des Körpers mehr oder weniger matt, fein und dicht
gerunzelt, mit dichten anliegenden und spärlichen abstehenden
Haaren. Kiefertaster (s. Fig. I) lang, beinahe das Hinterhaupts-
1) Griechisch to ö£vdoov — Baum.
2) Griechisch gdovıos — irdisch, unterirdisch.
9. Heft
60 Prof. Dr. M. Ruzsky:
loch erreichend; die drei letzten Gliedchen derselben verlängert,
sich allmählich verjüngend und von beinahe derselben Länge.
Augen gut entwickelt: sie sind groß, sehend und enthalten nicht
weniger als 200 Fazetten; das steht ohne Zweifel in Zusammenhang
mit der oberirdischen, offenen, Lebensweise dieser Ameisen, mit
den Wanderungen derselben. Schuppe ziemlich hoch, beinahe
rechteckig, ohne Ausbuchtung auf dem Oberrande.
Lasius niger ist ebensoviel Tages- wie auch Nachtameise, da
sie auch in der Nacht ebenso tätig ist wie am Tage, indem sie auf
dem Boden und auf Bäumen kriecht, auf Blattläuse jagend (wie
ich das mehrmals beobachtet habe). Nicht selten werden diese
Ameisen in Häusern beobachtet.
Der (einzige) Vertreter der Gruppe Dendrolasius m. — nämlich
die glänzend-schwarze Ameise — führt eine eigenartige Lebens-
weise, indem sie in lebenden Bäumen (am häufigsten in der Eiche,
in Sibirien auch in der Birke) nistet, wo sie mit besonderen großen
langrüsseligen Blattläusen zusammen lebt; diesen Rüssel stecken
letztere in die Rinde, indem sie in kleinen Gruppen in deren Ritzen
sitzen. Das Mark und Holzgewebe der Eiche zernagt Las. fuli-
ginosus sehr geschickt mit seinen starken Kiefern, indem er sich
ein Nest verfertigt, welches ein Labyrinth aus einer Menge von
Höhlungen, Gängen, Abteilungen und Kammern darstellt; die-
selben sind durch dünne, schöne, feste Wände abgegrenzt(das sind so-
genannte Kartonnester Forels). Die Körperoberfläche dieser
Ameise ist glatt und glänzend wie ein Spiegel, von einer pech-
schwarzen Farbe, mit spärlichen, kurzen, abstehenden
Er Haaren und ganz winzigen anliegenden. Der Kopf
N ist mit einem bogenförmigen Ausschnitt auf dem
Hinterrand, wie bei den Arbeitern, so auch bei den
Geschlechtstieren (Männchen und Weibchen). Die
Kiefertaster sind kurz, mit drei verlängerten End-
gliedern, von denen dasvierte etwas länger als jedes
der zwei nachfolgenden (5 und 6) ist, welch’ letztere
untereinander beinahe gleich lang sind (s. Fig. 2).
Außert einen besonderen (nicht aromatischen) Ge-
ruch. Bildet große Gemeinschaften. Außer den
Baumläusen lebt die Ameise in Symbiose mit einem
besonderen Pilze (Septosporium myrmecophilum).
Ein typischer Waldbewohner. Die Körpergröße der
Arbeiterindividuen ist vergleichsweise größer
(4—5 mm).
1 Arten, die zu der dritten von mir aufgestellten
ip BR Kiefer- Gruppe (Chthonolasius m.) gehören, sind kleine,
Ba Juligimo- gelbe, erdbewohnende Lasius, welche einen eigen-
sus, Arbeiter, tümlichen aromatischen Duft hervorbringen. Sie
Umgeg. von sind weniger beweglich und führen alle eine verborgene
Simbirsk. Lebensweise; auf die Erdoberfläche kommen sie (außer
Myrmekologisclie Notizen. 61
des Fluges der Geschlechtsindividuen während der Paarungsperiode)
nie. DieseAmeisen sind halbblind, indem sie meistensreduzierte Augen
besitzen (z. B. bei Las. myops enthalten die Augen kaum 20—25
Fazetten). Sie ernähren sich hauptsächlich von Ausscheidungen
der Blattläuse und anderer Insekten (Käfer), welche von ihnen in
ihren Erdbauten als Mittgenossen gehalten werden. Wohnen
sowohl in verschiedenen Wäldern, wie auch auf Ebenen (Wiesen
von Flußtälern, Steppen, Salzmoräste u. dgl.), auch auf Bergen
bis zur Grenze des ewigen Schnees. Bauen zahlreiche Erdhügelchen,
die gewöhnlich mit Gras oder Moos bewachsen, seltener siedeln
sie sich unter Steinen (in steinigen Gegenden) an.
Ihre Kiefertaster sind kurz (s. Fig. 3), bei weitem das Hinter-
hauptsloch nicht erreichend, mit allmählich sich verkürzenden
Gliedchen, nämlich vom dritten an, welches am längsten ist; das
vierte Gliedchen ist den zwei nachfolgenden (also dem 5. und 6.)
zusammengenommen beinahe gleich lang oder etwas kürzer. Die
Oberfläche des Körpers ist mehr oder weniger matt,
fein gerunzelt, mit dichten anliegenden und größten-
teils ziemlich dichten abstehenden Haaren. Kör-
pergröße bei den Arbeitern gering (1,7 bis 4,5 mm).
Schuppe gewöhnlich mit einem Ausschnitt auf dem
Oberrande. Farbe bei sämtlichen Arten gelb oder
lichtgelb.
Somit schlage ich vor die frühere monotypische
Lasiusgattung von Fabricius in folgende Gruppen
(Untergattungen) zu teilen:
Gen. Lasius Fabr. (s. ext.):
1. Subg. Lasius Fabr. m. (s. str.), Arten und
Rassen: Lasius (Lasius s. str.) nıger Lin., emarginatus
Oliv., flavescens For., alienus Foerst., brunneus Ltr.,
emeryi Ruzsky. wos Kiefer
2. Subg. Dendrolasius Ruzsky. Art: Lasius Reseller
(Dendrolasius) fuliginosus Ltr. flavus, Arbei-
3. Subg. Chthonolasius Ruzsky. Arten und „ter aus der
Rassen: Lasius (Chthonolasius) flavus D. G., umbraus re T
Nyl., mixtus Nyl., exacutus Ruzsky, bicornis Foerst. i
affınıs Schrenck, minutus Em., mit den Varietäten: odoratus Ruz.,
flavoides For., aphidicola Walsh., fuscoides Ruz. und andere.
Eine solche Teilung der Lasius scheint mir ganz naturgemäß
zu sein: sie gründet sich wie auf morphologische (morphomatische)
Merkmale dieser Ameisen, so auch auf deren Biologie.
2. Über das Nisten des braunen Lasius in Äpfeln.
Den Sommer des Jahres 1912 (Ende Juni, Juli und August)
verbrachte ich gelegentlich in der Stadt Tetjuschi, Gouvern. Kasan.
l) s. M. Ruzsky, Ameisen Russlands, B. I. Kasan, 1905, p. 301.
9. Heft
62 Prof. Dr. M. Ruzsky:
Neben dem Hause, in welchem ich wohnte, befindet sich ein kleiner
Obstgarten, welcher hauptsächlich mit verschiedenen Sorten von
Apfelbäumen bepflanzt ist. In diesem Jahre waren viele Äpfel
wurmstichig, durch die‘ Raupe des Schmetterlings Carpocapsa
pomonella beschädigt. Solche verdorbene Äpfel fingen schon von
Mitte Juli an auf den Boden zu fallen und bedeckten im Überfluß
den Garten. Bei der Betrachtung derselben bemerkte ich einmal,
daß auf der Oberfläche eines Apfels Ameisen erregt herumliefen:
sie nahmen drohende Stellungen an und bissen. Es stellte sich
heraus, daß diese Ameisen Lasius waren und zu der var. alieno-
niger des gewöhnlichen braunen Lasius niger L. gehörten.
Auf der Oberfläche des Apfels war eine kleine Öffnung vor-
handen, welche in sein Innere führte. Eben aus dieser Öffnung
liefen die Ameisen heraus. Ohne Zweifel nisteten sie in diesem Apfel.
In seinem Inneren, wohin die obenerwähnte Öffnung führte, waren
einige (3—4) kleine ausgefressene und ausgenagte Kammern oder
ovale leere Räume, durch dünne Scheidewände getrennt. In den
Kammern befanden sich Ameisen, deren Larven und Kokons.
Ich kann nicht bestimmt sagen, ob die Ameisen diese leeren Räume
selbständig in dem gesunden Apfel gemacht haben, oder ob sie die
Gänge der Schmetterlingsraupe benutzt haben, nachdem sie
letztere getötet hatten. Letztere Vermutung scheint mir wahr-
scheinlicher zu sein.
Später, bei längeren und ausführlicheren Beobachtungen,
stellte es sich heraus, daß das keine einzeln stehende und zufällige
Tatsache war, sondern eine ziemlich gewöhnliche Erscheinung, da
es mir bei sorgfältigem Suchen, wie in diesem Garten, so auch
in anderen in der Nachbarschaft, gelang ungefähr 13 solche von
Ameisen bewohnten Äpfel zu finden. Von denselben wurden zwei
Stück vom Baume genommen und die übrigen vom Boden, waren
also schon gefallen.
Das Innere sämtlicher Äpfel war mehr oder weniger ausge-
fressen und enthielt von 2—5 (der Größe des Apfels entsprechende)
Kammern (leere Räume) verschiedenen Umfangs mit Kokons und
Larven von Lasius. In einem dieser eigentümlichen Nestern fand ich
ein (trächtiges) flügelloses Weibchen. Am häufigsten war in den
Äpfeln nur eine einzige Öffnung, welche den dieselben bewohnenden
Ameisen als Ein- und Ausgangsöffnung diente, aber in zwei Fällen
waren zwei gegenüberliegende Öffnungen vorhanden, von denen die
eine anscheinend als Eingangs-, die andere als Ausgangsöffnung
diente.
Ich hielt es für nötig, diese Beobachtung zu veröffentlichen,
da sie, soweit mir bekannt ist, in der myrmekologischen Literatur
neu ist.
Ich glaube, es unterliegt keinem Zweifel, daß die oben be-
schriebenen Aufenthaltsorte der Ameisen in den Äpfeln nicht ihre
ständigen oder definitiven Nester sind, sondern nur zeitliche
Die afrikanischen Corynoden des Wiener Museums. 63
Wohnungen, in welchen die Ameisen, das Fleisch des Apfels all-
mählich ausnagend, sich von demselben ernährten und ihre Larven
fütterten, welche sie aus ihren ständigen Erdnestern hinüber-
trugen, indem sie das zwecks Utilisation der Arbeit und Ökonomie
der Zeit taten. Später, das ganze für sie nützliche Innere des
Apfels ausgefressen, gingen sie zu einem anderen über, dann zu
einem dritten und so weiter, mit sich ihre Larven und Kokons
herumtragend. In einigen Fällen brachten sie, der Bequemlichkeit
halber, (trächtige) Weibchen mit und siedelten dieselben in Äpfeln
an, oder, vielleicht, kamen dieselben hierher selbst und führten
Arbeiter mit.
Echte, sicher definitive Nester dieser Ameisen in Form von
Erdhügeln waren daneben im Garten in der Anzahl von ein oder
zwei und die dieselben bevölkernden Ameisen waren in freund-
schaftlichsten Verhältnissen mit den Bewohnern der Äpfel und waren
in beständigem Verkehr miteinander. Das war eine und dieselbe
Familie.
Hier entwickelt sich vor uns offenbar eine interessante bio-
logische Tatsache, welche auf die wunderbar vernünftige und zweck-
mäßige Anpassungsfähigkeit der Ameisen, dieser Intelligenten
unter den Insekten, hinweist. Um nicht unzähligemal das
Futter in kleinen Partikelchen von den Apfelbäumen in ihre Nester
zu tragen, dabei manchmal einen weiten und mühsamen Weg
machend, überlegten sie, daß es bequemer sein wird, hierher, in
die unmittelbare Stelle der Fütterung, eine dem Raume entspre-
chende Anzahl Larven auf einmal zu übersiedeln und dann die-
selben, nachdem sie hier ausgefüttert und als Puppen nicht mehr
des Futters bedürftig sind, ebenfalls auf einmal wieder in ihre
definitive Wohnung zu übertragen. Manchmal, wie wir oben sahen,
siedelten sich in den Äpfeln mit den Arbeitern auch trächtige
flügellose Weibchen an und wohnten da zeitweise.
Die afrikanischen Corynoden des
Wiener Museums.
(Coleopt. Chrysomelidae).
Von
Dr. H, Kuntzen
(Königl. Zoolog. Museum, Berlin.)
Holdhaus schickte mir dankenswerter Weise kürzlich die
afrikanischen Corynoden des Wiener Hofmuseums zu, unter
denen mich einige Formen sehr interessierten: €. bicolor Fairm.,
dessen Type das Museum besitzt, eine neue Rasse des C. abyssinicus
Jac., die ich niloticus nenne, und eine Färbungsform des C. lim-
9. Heft
64 Dr. H. Kuntzen.
batus baly, die ich noch nicht gesehen habe. Für die Kenntnis
der Verbreitung der Formen und der Einheitlichkeit der Fauna
des nördlichen Kongobeckens, des Waldgebiets Kameruns und der
Gebiete zwischen Albert Edward-See und Nordtanganyika-See hat
ferner das Material, das Grauer zusammengebracht hat, beträcht-
lichen Wert. Wer sich über die unten aufgeführten Formen orien-
tieren will, den verweise ich auf meine Arbeit „Zur Kenntnis der
afrikanischen Corynoden I‘ im Archiv für Naturgeschichte 1913,
A. 7, S. 78 bis 132.
1. Corynodes limbatus var. rufocaszaneus Ws.: 1 vom typischen
Fundort und Sammler (Jaundestation, Kamerun, Zenker leg.),
1 Congo, Junod leg.
C. limbatus var.: Urwald Beni, X., 1910, Grauer leg. (1 9).
Das eine Stück ist nicht nur des Fundorts wegen bemerkenswert,
der beweist, daß auch diese bisher östlich nur vom West-Ubangi
bekannte Art wie Ü. azureus longicollis und C. compressicornis
coerulescens weit östlich wohl bis zum Seengraben herangeht.
Es steht durch seine Färbung zwischen der typischen Form der
Hauptrasse der Art und der var. nigripennis und ist mir ein un-
mittelbarer Beweis dafür, daß ich mit meiner Deutung des C.
limbatus Baly und des C. nigridennis Jac. vollkommen recht
gehabt habe. Kopf und Halsschild sind rot, die Flügeldecken
schwarz, etwa in der Mitte wird ihr Seitenrand lichter, um an der
Spitze dann breit dreieckig gelbbraun zu werden.
2. C. raffrayi Lefv.: Die beiden Stücke des Wiener Museums
sind dadurch auffällig, daß sie ausgerechnet etwa gerade die beiden
Extreme der Variabilität der Flügeldeckenskulptur und der Bildung
der Seitenränder und der Form der Halsschilder darstellen, die
vorkommen. Hätte ich nicht eine reiche Suite der Art vor mir,
so würde ich fast geneigt sein, beide als grundverschiedene Formen
zu betrachten. So lassen sich beide Stücke nicht einmal als ver-
schiedenen Rassen angehörig betrachten. Das eine trägt den Fund-
ort „Zanzibar‘, womit wohl das ehemalige Sultanat gemeint ist,
das andere stammt aus Usambara (Karasek leg.), ist äußerst
glatt und hat auf der Mitte des Halsschildes neben der Mittellinie
zwei längsgestreckte, langrechteckige Flecke, bei denen man nicht
entscheiden kann, ob sie nicht etwa durch irgendwelche Ablage-
rungen, Fettansammlungen u. a. m. unterhalb des durchsichtigen
Chitins herbeigeführt sind. Sind sie dies nicht, so ist die Fleckung
ım Vergleich zu C. limbatus limbatus nicht uninteressant.
3. C. dejeani Bertol.: vom C. dejeani s. str. besitzt das
W.M. eine hübsche Suite von Stücken; der durchschnittlich etwas
rauheren südafrikanischen Form gehören folgende Stücke an:
20 Südafrika, Dr. Penther; 5 Port Natal (Durban) aus der
alten Sammlung; 3 Koll. Plason aus Transvaal. Der durchschnitt-
lich etwas glätteren, oft sehr geglätteten Form des tropischen
Ostafrika gehören folgende Tiere an: 4 Lindi, Koll. Plason; 2
Die afrikanischen Corynoden des Wiener Museums. 65
Mrogoro (1 Nachl. Schmitt, 1IR.P. Commenginger; 2 Makindu
Steindachnerdon.);18Daressalem, Neustadl;1ibid.,H.Meyer;
15 Usambara, Karasek; 1 Kiwayasteppe, Baumann; 1 Zanzibar-
küste, Steindachner don.; 1 Tana. Ein Stück des typischen
tropischen dejeani aus Angola (Koll. Plason) trägt wohl sicher-
lich einen falschen Fundort. Da ich ähnliche Stücke von
Betschuanaland und Deutsch-Südwestafrika niemals gesehen habe *,
so ist die Möglichkeit das Vorkommens solcher Stücke innerhalb
des Gebiets der Pusio-Rasse kaum anzunehmen. Nach den bis-
herigen Ergebnissen kommt die pusto-Rasse als einzige in Angola
vor, der typische dejeani scheint den Seengraben westlich nicht
zu überschreiten; sein Gebiet grenzt im südlichen Teile Afrikas
unmittelbar an das der obgenannten Rasse.
C. dej. dej. kilimanus Ktzn: 9 Sansibar, Hoehnel leg. (sie
werden sicherlich aus der nördlichen Umgegend des Kilimandjaro
stammen) ;5 Kilimandjaro, Harnoncourt leg. Alle sind sehr deut-
lich zweifarbig, der Halsschild kupfrig, die Flügeldecken grün bis
blau, aber viel matter und rauher als die des typischen dejeani,
der nur in Südafrika ähnliche Stücke produziert.
C. dej. dej. pusio Marshall: 1 Stück der alten Sammlung vom
Senegal, woher es sicher nicht stammt, muß hierhergezogen werden.
C. dejeani dej. insignis Lefv.: 1 Südafrika, Dr. Penther.
4. C. azureus Sahlbg.: Der typischen Form gehören zwei
Stücke ohne Fundortsangabe der Coll. Plason an.
C. az. lautissimus Marshall: 1 desgl.
C. az. longicollis Jac.: 3 Ukaika, Grauer leg., XII, 1910.
Sie haben schön grünen Kopf und Halsschild und grünblaue Flügel-
decken. Der östliche Fundort ist für die geographische Ver-
breitung, wenn ich ihn auch in Anzahl von jenem Gebiet schon
kenne, wichtig.
5. C. eompressicornis F.: Der typischen Form gehören zwei
Stücke aus Amedzowe in Togo und eins aus Zentralafrika, Koll.
Plason an, welch letzterer Fundort sicher nicht stimmt.
C. c. senegalensis Ol.: 5 Stück vom Senegal in der alten Samm-
lung.
C. c. caerulescens forma bonnyi Gahan: 7 Urwald Beni, Grauer
leg., X., 1910; 6 Urwald Moera, id. leg.; 2 Urwald Mawambi,
id. leg.; 1 Ukaika, id. leg., XII, 1910; 1 Albert Edwardsee, id. leg.
C. c. c. forma emeraldinus Clavareau: 1 Bukoba-Usumbura,
id. leg.; 1 zwischen Tanganyika und Albert Edwarsee, id. leg.;
6 Usumbura, id. leg. Für die geographische Abgrenzung der
Formen sind auch hier die Fundorte Grauers wichtig (cf. dazu
auch meine oben zitierte Arbeit).
6. C. eribratellus sehoutedeni Ktzn.: 12 Harrar in Abyssinien,
Hardegerleg. (4 violettbronzen, 4 violett, 2 violettblau, 1 violett-
blaugrün, 1 blaugrün).
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 9. 5 9. Heft
66 Dr. Anton Krausse: Eine Spinne (Zodarium nıgriceps Sim.)
C. cribr. bicolor Fairm: Das 1% Typeunikuni, erschwert leider
die Erkenntnis der Zugehörigkeit zur Art. Doch glaube ich guten
Grund zu haben, wenn ich das Tier als Repräsentanten einer Rasse
des C. cribratellus auffasse. Zu der Fairmaireschen Diagnose mag
hinzugefügt werden: daß der Halsschildseitenrand (bei der Ansicht
von der Seite) noch stärker geschwungen ist als bei €. c. schoutedeni,
die Flügeldecken grünbronzen sind, aber nicht ‚Ppurpurea‘‘, wie
Fairmaire sagt, die Augenfurchen sehr schmal, aber tief sind,
schmäler als bei der vorgenannten Rasse. Seine Skulptur ist sehr
ähnlich der des typischen €. ceribratellus, die Behaarung des Hals-
schilds auf der Oberseite immerhin auffällig, die der Flügeldecken
nicht sonderlich stärker als oft bei €. cribratellus s. str. Der genaue
Fundort der Form, den Fairmaire nicht angibt, ist Taveta
(Brit. Ostafrika).
7. C. abyssinieus subsp. nilotieus: Die schönviolettblaue Form
dürfte am besten zu vergleichen sein mit dem echten €. abyssinicus
Jac. Kopf etwas glatter, wenn auch genau gleich gebaut. Hals-
schild kaum sichtbar zerstreut punktiert, fast glatt, sehr glänzend,
Seitenrand genau ebenso. Das Gleiche gilt von den Flügeldecken,
deren Skulpturelemente zwar ganz ebenso liegen, aber kaum sichtbar
sind. Epimeren der Hinterbrust in ihrem äußeren Teil auffallend,
schon mit bloßem Auge erkennbar längsgestrichelt, was bei
C. abyssinicus im allgemeinen ganz fehlt oder nur eben angedeutet
ist. Länge 12,1—12,7 mm.
Zwei Exemplare; Sennaar, aus der alten Sammlung, bezeichnet
mit Natt. 864, Type im Wiener Hofmuseum, Cotype dem Berliner
Museum überlassen. Den alten Namen in litt. habe ich erhalten.
Eine Spinne (Zodarium nigriceps Sim.) an
den Abfallplätzen der Ernteameisen
auf Sardinien.
Von
Dr. Anton Krausse.
Vor kurzem hatte ich einiges über ein Coleopteron (Anthicus
quadriguttatus Rossi) im ‚Archiv für Naturgeschichte‘“ berichtet,
das sich an den Abfallplätzen der Ernteameisen hier bei Sorgono,
Sardinien, umhertreibt.
Ebenda konnte ich inzwischen eine kleine, unscheinbare
Spinne, die Herr Reimoser mir als Zodarium nigriceps Sim. zu be-
stimmen die Güte hatte, genauer beobachten.
Schon an anderer Lokalität, bei Asuni, sah ich diese Spinne
öfters in der Nähe der Abfallplätze der Ernteameisen, doch gelang
es mir dort nicht genaueres zu erkunden.
an den Abfallplätzen der Ernteameisen auf Sardinien. 67
Hier bei Sorgono beobachtete ich endlich folgendes:
Die Spinnen suchen einerseits’die ‚Ameisenfriedhöfe“ ab nach
den dorthingebrachten frischen Leichen und Kranken, andererseits
überfallen sie aber auch die gesunden Arbeiter.
Zumeist fand ich die’ Spinnen in nächster Nähe der Abfall-
plätze. Sie trugen ihre Beute, die ihnen ja keine oder nur geringe
Schwierigkeit bereitete, nur wenige Dezimeter davon, um sie sofort
auszusaugen.
Einige Male sah ich die Spinne indes auch direkt am Ein-
gangsloche von Messor barbarus minor Andre, bemüht eine Arbei-
terin zu überwältigen. Die Kampfesweise der Spinne ist ganz
charakteristisch, sie springt und läuft sehr gewandt.
Ich habe zahlreiche Messorkolonien des Zodarıum nigriceps
Sim. wegen aufgesucht und habe den Eindruck, daß diese Spinne
eine ganz regelmäßige Besucherin der Abfallplätze der Ernte-
ameisen ist.
Im Sommer sah ich die Spinne nicht, doch jetzt nach dem ersten
Regen ist sie gar nicht selten hier bei Sorgono; auch bei Asuni
beobachtete ich sie im Winter.
Sorgono, Sardinien, Ende Oktober 1913.
Variabilität der Männchen von
Scolia hirta Schrk.
(Mit 7 Textfiguren).
Scolia hirta Schrk. (= notata F.) — det. H. Friese —, bei
Mistkäfern schmarotzend, begegnete mir zahlreicher bei Sorgono,
Sardinien. Im August und September flogen die Männchen dieser
schönen Dolchwespe an Mentha. Die Ausdehnung der gelben
Färbung auf dem Abdomen bei den Männchen variiert beträchtlich,
br 9. Heft
68 Dr. A. C. Oudemans:
doch merkwürdigerweise nur die vordere Binde. Da diese Ver-
hältnisse dem Hymenopterologen vielleicht interessant sind, seien
meine Skizzen hier publiziert. Die Exemplare, bei denen die vordere
gelbe Binde zu zwei oder drei Punkten reduziert ist, sind die selteren.
Sorgono, Sardinien, Oktober 1913. Dr. Anton Krausse.
Acarologisches aus Maulwurfisnestern.
Von
Dr. A. C. OQudemans, Arnhem.
(Fortsetzung.)
DERMANYSSINAE.
Liponyssus areuatus C. L. Koch.
(Textf. 261—280.)
1839. Dermanyssus arcuatus Koch, Deu. Cru. Myr. Ara. 24
2, 9,3, d. Vespertilio noctula. Regensburg.
1839. Dermanyssus albatus Koch, Deu. Cru. Myr. Ara. 24, 5,
„ein größeres Seiteneckchen zwischen dem dritten und vierten
Beinpaar‘“. Betrachtet man seine Abbildung, so sieht man sofort,
daß dieses ‚Seiteneckchen‘“ das dort hervorquellende Peritrema
ist, daß diese Figur also eine Protonympha vorstellt. Vesper-
tılio noctula. Es kann uns dann auch nicht verwundern, daß Koch
selber erklärt, daß diese ‚Art nicht ungewöhnlich zugleich mit
Dermanyssus noctulae vorkommt“, womit er offenbar Derma-
nyssus arcuatus meint, welcher, wie wir hier oben sahen, von Koch
auf Vespertilio noctula gefunden ward.
1839. Dermanyssus noctulae Koch, Deu. Cru. Myr. Ara. 24,
5 (sub D. albatus!).
Diese Art wird nicht von Berlese abgebildet.
1897. Parasitus musculi Oudemans in Tijds. Ent., vol. 39,
P.. 118, Nr. 25:
1897. Smaridia sp. Oudemansin Tijds.Ent., vol. 39, p.136,Nr. 69.
1897. Ichoronyssus decussatus Oudemans in Tijds. Ent., vol. 39,
p: 136.
1902. Liponyssus albatus Oudemans in Ent. Ber., vol. 1,
p. 22. Und alleinundnach dem Jahre 1902 von mir genannten albatus.
1913. Liponyssus arcuatus Oudemans in Ent. Ber., vol. 8,
Ne.’ 72, PB. 386.
Die Verwirrung, welche noch stets zwischen den Liponyssus-
Arten besteht, ist nur durch exakte Beschreibungen und Zeich-
nungen zu beseitigen.
Femina (Textf.269). Länge des Idiosoma 560 u, Breite des-
selben 300 u. Länge des Rückenschildes 553 u. Länge der Beine
425 resp. 350, 350 und 400 u. — Gestalt: Vor den Schultern kurz-
gleichschenkelig dreieckig, hinter den Schultern fast parallelseitig,
hinten abgerundet; Beine verhältnismäßig lang und dick. Das
Opisthosoma ist aber sehr dehnbar! — Farbe blaßgelb, mit
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 69
symmetrischen schmutzigweißen (im Mikroskop schwarzen) Figuren
(Exkretionsapparat).
Rückenseite (Textf. 269) fast vollkommen vom Rücken-
schilde bedeckt, das nur ganz hinten eine schmale Binde weicher
Haut nackt läßt. Vertex, sowie die Schultern I und II abgerundet;
hinter den Schultern nur sehr wenig schmäler, hinten abgerundet;
das Schild hat aber jederseits von seinem Hinterende eine seichte
262 263
X‘ y 269
2. 1 r \ (N
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Liponyssus arcuatus (C. L. Koch). 9. — 261, 262. Sternalschild. — 263. Epistom.
— 264. Mandibeln dors. — 265. Palp, Hypostom, Tritosternum. — 266. Tarsus I
vent. — Tarsus II vent. — 268. Mand. vent. u. schief int. — 269. Rückenseite.
Einbuchtung. Das Schild ist grobschuppig. Behaarung sehr
spärlich und nur aus winzigen Härchen oder Börstchen bestehend.
Vertex mit zwei winzigen Härchen ein wenig vom Vorderrande
entfernt; dahinten eine submediane Reihe von zehn Paaren, deren
letzte am Hinterrande des Schildes. Die Schulterborste ist ein
wenig hinter den Schultern eingepflanzt. Zwischen den Schultern
und dem Vertex jederseits etwa fünf Börstchen, deren zwei sichtbar
9. Heft
70 Dr. A. C. Oudemans:
stärker. Hinter den Schultern fast marginal jederseits sieben
Börstchen, submarginal fünf.
Bauchseite. Tritosternum (Textf.265) groß, vollkommen
durchsichtig, daher schwer warnehmbar, selbst mit Immersion;
Basalstück länglich trapezoidal, zwei und ein viertelmal länger als
breit; die Laciniae membranös, zweimal länger als das Basalstück,
gänzlich unbehaart. An seiner Dorsalseite, also zwischen ihm und
der Kehlhaut befindet sich ein eifelturmförmiges Gebilde; es war
mir nicht möglich zu entscheiden, ob dies eine Chitinisation des
Tritosternums selbst war, oder ein selbständiges Etwas; ich glaube
aber das erste, denn das zweite würde etwas ganz Neues sein! Das
Sternale (Textf.270,261,262) ist verhältnismäßig kurz; beim ab-
gebildeten Exemplare maß es 41,5 u Länge, aber bei anderen Indivi-
duen ist esnoch kürzer, bis 35 u. Seine größte Breite, beim dritten
Borstenpaare beträgt 151-174 u, beim abgebildeten Individuum 168 u;
es ist vorn konvex, hinten konkav, also abgesehen von den vorderen
seitlichen Spitzchen mehr oder weniger sichelförmig; seine Hinter-
ecken sind abgerundet und senden kein Dreieckchen zwischen die
Coxae II und III. Metasternalia gibt es nicht. Das Genitale
ist lang, vorn und hinten abgerundet und zwischen den Coxae IV
etwas eingeschnürt, also etwas biskuit-(8-)förmig; sein vorderes
Drittel ist membranös, radiär gestreift und erstreckt sich mit
schmalem Saum über das Sternale (darum habe ich den Hinter-
rand des letzteren gebrochen gezeichnet); seine hinteren zwei
Drittel sind besser chitinisiert und weisen zwei feine Linien auf,
welche den Seitenrändern fast parallel laufen, hinten aber in den
Hinterrand übergehen. Man sieht zwischen den Coxae IV noch zwei
kleine stark chitinisierte Endogynia. Kein Ventrale (oder ist
dies unbehaart?). Das Anale breit oval, mit der Spitze nach
hinten; Anus weit nach vorn; Cribrum normal, deutlich. Keine
Inguinalia, keine Peritrematalia. Die Struktur der Schilder
schwer zu sehen, doch wohl grobschuppig. Behaarung. Das
erste Sternalborstenpaar etwas submedian; das Metasternalpaar
zwischen Coxae III; das Genitalpaar hinter Coxae IV, am schmal-
sten Teile des Genitale; offenbar vier Ventralborsten (zwischen
Genitale und Anale); das Analpaar flankiert den Anus, die un-
paarige Analborste ganz hinten weit vom Anus entfernt. In der
weichen Haut, seitlich von den Genital- und Analschildern noch
eine Menge Borsten; ich zähle deren 22—24 Paare. Peritremata
sehr geschlängelt, etwas von den Beinen entfernt, vorbei den
Coxae II dem Leibesrande entlang laufend bis vorbei an den
Coxae I. — Es ist am besten hier auch die Coxalspornen zu er-
wähnen, weil sie beim Studieren der Ventralseite sofort auffallen.
An der Vorderseite der Coxa II ein nach vorn gerichteter Sporm
zur Seite der Coxa I; an der hinteren Ventralseite ein breiterer
Sporn nach hinten gerichtet und über die Coxa III liegend. Außer-
dem ist das vordere Coxalhaar kurz dornförmig und distad gerichtet.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. ya'
An der hinteren Ventralseite der Coxa III zwei starke Sporne,
deren interne (proximale) nach hinten gerichtet und über Coxa IV
liegt, und deren externe (distale) schräg nach außen und hinten
gerichtet ist. Außerdem ist das vordere Coxalhaar kurz dornförmig
und distad gerichtet. An der Coxa IV distal und hinten ein nach
hinten gerichteter kleinerer Sporn.
Epistom (Textf. 263) lang und ziemlich schmal, an den Seiten
etwas konvex, sonst mehr oder weniger dreieckig. Die Spitze ist
meistens fünf- bis sechszähnig, bisweilen ganz ohne Zähne, ist
dann auch spitzer, weshalb ich glaube, daß die Spitze leicht ab-
bricht und dann gezähnelt ist. Das Epistom ist äußerst durch-
sichtig und schwer wahrnehmbar. Mandibeln durchsichtig und
schwer zu entziffern. Dorsal (Textf. 264) lang und spitz, ventral
(Textf. 272) ebenso, distal sieht man die Spitze des Digitus fixus,
intern einen schmalen Teil davon und proximal ein äußerst feines
Pulvillum aus etwa vier Härchen bestehend. Bei sehr günstiger
schiefer Lage (Textf. 268) gewahrt man, daß beide Digiti ungefähr
messerförmig sind, mit scharfer Schneide und stärkerem Rücken,
daß der Digitus fixus distal nach unten gebogen-gerundet, der
Digitus mobilis dagegen spitz ist, daß Zähne absolut fehlen, daß
der Pilus dentilis äußerst fein ist und daß das sog. tibiale Sinnes-
organ sehr klein, oval und am Digitus fixus befestigt ist. Maxillen
(Textf. 265). Die Coxalborste kräftig. Die äußere der hinteren Hypo-
stomborsten sehr klein und fein; die Hörnerbasen lang, spitz; die
Hörner selbst ebenso, äußerst durchsichtig, schwer wahrnehmbar,
selbst mit Immersion, so daß es möglich ist, daß meine Abbildung
ungenau ist. Die mediane Rinne schmal mit zwölf hintereinander
stehenden Dreieckchen (also zwölf Querreihen von je einem Drei-
eckchen!). Die Laciniae zweimal länger als die Hörner! Gabel
des Palptarsus zweizinkig wie bei den Laelaptinae.
Beine (Textf.269) länger und schlanker als bei der folgenden
Spezies, mit großen Haftlappen. Trochanter I mit kleiner Borste;
Femur I mit zwei stärkeren Borsten; Tarsus I distal mit mindestens
acht kurzen feinen Tasthaaren; Femur II mit drei stärkeren Bor-
sten; Femur III distal mit einer stärkeren Borste; Femur IV mit
drei stärkeren Borsten. Ventral: Tarsus I (Textf. 266) mit einem
Ambulacrum fast an der Spitze eingepflanzt; Tarsus II (Textf. 267)
distal mit zwei kurzen, dicken, krummen, also krallenförmigen
Borsten; Tarsus IV mit deutlicher Pseudogliederung. (Textf. 273).
Mas (Textf. 274). Länge des Idiosoma 507—680 u, Breite des-
selben 300-430 u; Länge des Rückenschildes 473—550 u, Breite
desselben 253—360 u. Länge der Beine 380 resp. 340, 340 und
380 u. — Gestalt im allgemeinen viereckig-elliptisch, die Männ-
chen sind aber sehr verschieden entwickelt, einige sind kleiner,
andere dagegen viel größer, besser voluminöser, so daß man sie
für schwangere Weibchen hält; bei solchen Männchen verraten
aber die mehr oder weniger gebogenen Beine, welche dabei ventral
9. Heft
72 Dr. A. ©. Oudemans:
Dornen tragen, sofort das Geschlecht, denn die Dornen sind auch
bei dorsaler Betrachtung an gebogenen Beinen sichtbar. Farbe
wie bei den Weibchen, blaßgelb mit schwarzen Zeichnungen.
Rückenseite (Textf. 274) zum größten Teil vom Rückenschilde
bedeckt. Dieses ist meistens allseitig von weicher Haut umgeben;
selten ist sein Vorderrand mit dem des Idiosoma zusammenfallend,
so daß hier keine weiche Haut sichtbarist. Das Schildist mit Schul-
tern versehen, hat über den Beinen Tauch noch eine Konvexität, sein
Vertex ist abgerundet; hinter den Schultern ist es bisweilen nur wenig
schmäler, wie abgebildet, bisweilen parallelseitig, bisweilen aber
konvexrandig. Hinten ist es auch verschieden: bisweilen dreieckig
—= mit rundem Ende, wie
i = abgebildet; bisweilen
= fast kreisrund; bis-
weilen auch sind die
Kanten seitlich vom
abgerundeten Ende
seicht konkav. Die
weiche. -Hausr 231
hinter den Schultern
und hinter dem Schilde
grob gerunzelt, wie
meine Figur angibt;
vom äußeren Leibes-
rande gehen die Linien
Liponyssus arcualus nach hinten und Tuner
(C.L.Koch)®. — 270. Batehselte 271. Mand. schief von Behaarung: Es gibt
rechts. — 272. Mand. vent. — 273. Tarsus IV. vent. zweierlei Borsten: win-
zige und starke. Erstere sind in der Medianebene gestellt
wie bei so vielen anderen Parasitidae. Die Vertikalhaare
gehören hierzu, sind also winzig. Von stärkeren Borsten
sehen wir: an den Schultern je eine, am Schildrande hinter
den Schultern zwei, wo der Rand nach der Schildspitze umbiegt
eine, am Rande nach dieser Spitze zwei. Dann noch je vier auf den
Skapularteilen des Schildes. In der weichen Haut am Außenrande
je zwei (gegenüber den zwei des Schildrandes), ganz hinten zwei
Gruppen von vier, davor noch je eine. Struktur des Schildes
glatt, aber grobschuppig.
Bauchseite. Tritosternum (Textf.279) äußerst durchsichtig,
schwer wahrnehmbar, fast viereckig, hinten nur wenig breiter als
vorn; die Grenze zwischen dem Basalstücke und den Laciniae
undeutlich; die Laciniae anfangs ein wenig verwachsen, breit,
mit äußerst winzigen und weitauseinander stehenden Randhärchen.
Jugularia stabförmig, kurz. Das Sterni-metasterni-geniti-
ventri-anale (Textf. 276) lang, vorn breit, zwischen den Coxae IV
nur wenig schmäler, hinter diesen wieder etwas erweitert, dann aber
fast gleichmäßig bis hinter den Anus sich verjüngend, wo es fast
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. Fr:
spitz zu nennen ist. Vorderrand in der Mitte etwas konvex, wo er
die Genitalöffnung aufnimmt. Zwischen die Coxae I und II, und
zwischen die Coxae II und III sendet es spitze Auswüchse. Andere
Schilder gibt es nicht. Struktur glatt. Die weiche Haut grob-
gerunzelt; die Linien verlaufen auch hier von außen schief nach
hinten und innen, nur zwei oder drei folgen dem Schildrand. Anus
Liponyssus arcualtus (C. L. Koch), d. — 274. Rückenseite. — 275. Vertex.
Epistom, Palpus. — 276. Bauchseite.. — 279. Gnathosoma z. Teil, vent., Tritoster-
num. — 280. Tarsus IV vent.
weit nach vorn, fast in der Mitte des Opisthosoma. Wie am Rücken,
so findet man hier auch zweierlei Borsten: kleine und stärkere.
Alle Schildborsten sind klein,-außer der postanalen. In der weichen
Haut die stärkeren Borsten und zwar sieben jederseits vom Schilde
und eine Gruppe von fünf bissechs jederseitsganz hinten. Am besten
erwähnen wir hier die Coxalspornen. Coxa II hat am Vorder-
rande einen nach vorn gerichteten Sporn, an der hinteren Ventral-
seite einen nach hinten gerichteten; außerdem ist die vordere
Coxalborste kurz dornförmig distad gerichtet. Coxa III hat an
9. Heit
74 Dr. A. C. Oudemans:
der hinteren Ventralseite zwei nach hinten (der äußere ein wenig
nach außen) gerichtete Sporne. Coxa IV besitzt in der hinteren
Ventralseite distal einen distad gerichteten Sporn. Peritrema
dick, deutlich, sofort an dem Rande entlang laufend, zwischen den
Beinen I und II dorsal werdend (Textf. 274) und gerade über Coxae I
endend.
Epistom (Textf. 275) sehr groß und breit, spitzbogig, erreicht
die Mitte des Palpgenu, vollkommen durchsichtig, schwer wahrnehm-
bar. Ich glaube den Gipfel gut wiedergegeben zu haben, ohne die
Zähnchen, die beim ® meistens sichtbar sind. Styli (Textf. 279)
lang, kaum gebogen, dünn, fast einander parallel laufend. Man-
dibeln bei ventraler
Betrachtung (Textt.
279) distal ein wenig
nach innen gebogen
und fischmaulähnlich
endend. Maxillen
(Textf.279). Coxae am
Rande mit drei Trep-
pen, als ob drei Glieder
Liponyssus arcuatus (C. L. Koch) 8. — 277. Tarsus I verwachsen sind. Die
vent. — 278. Tarsus II schief vent. — Coxalborste kurz; die
sechs Hypostomborsten noch kürzer, die äußeren hinteren am
kleinsten. Die Hörnerbasen außergewöhnlich lang und distad
intrad gebogen; die Hörner selbst winzig, wie winzige Börstchen
aussehend. Die Laciniae normal; Membranulae sah ich nicht.
Die mediane Rinne sehr schmal; Dreieckchen sah ich nicht.
Die Palpen ohne Merkwürdigkeiten; Gabel des Tarsus zweizinkig.
Beine. Dorsal (Textf.274): Trochanter I mit kleinem Dornchen;
Femur I mit zwei Paar stärkeren Dörnchen oder Borsten; Tarsus I
distal mit vier Tasthaaren. Femur II mit zwei stärkeren Borsten.
Femur III mit nur einer stärkeren Borste. Femur IV mit drei
stärkeren Borsten. Ventral (Textf. 276): Bein I nur mit kleineren
Börstchen, die übrigen Beine mit kräftigeren Borsten. Tarsus II
(Textf. 277) mit Pseudogliederung und drei Dörnchen, wovon zwei
distal und eins proximal-median vom distalen Gliede; dieser Dorn
ist bisweilen an seinem Gipfel fein ausgezogen, sieht dann aus wie
ein Glastropfen an seinem Glasdrahte (Textf. 278). Tarsus IV mit
Pseudogliederung und zwei medianer Dornen, einem proximal und
einem distal des distalen Gliedes (Textf. 280). Alle Tarsen mit
Pseudogliederung, kräftigen Krallen und großen vierlappigen
Haftscheiben.
Habitat: Talba europaea, Eptesicus serotinus, Pterygistes
noctula, Myotis myotis, Myotis dasycneme, Mus musculus, Mus
rattus, Putorius putorius, Putorius erminea, ganz sicher auch
auf anderen Insectivora, Chiroptera, Carnivora und KRodentia.
— Patria: wohl ganz Europa. Herr Heselhaus fand sie auch
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 75
in Maulwurfsnestern. Auch in andern Nestern werden sie wohl
gefunden werden.
Liponyssus cearnifex C. L. Koch.
(Textf. 281—296.)
1839. Dermanyssus carnifex Koch, Deu. Cru. Myr. Ara. 24
1, 9. Vespertilio sp.
1839. Dermanyssus lanius Koch, Deu. Cru. Myr. Ar. 24,
4. Lemmus avyvalis. Diese „Art“ ist gewiß die Deutonympha der
carnifex. Ich bin dessen sicher, da ich sie auf Arvicola arvalıs und
auf Pterygistes noctula fand und es konstatieren Konnte.
1889. Leiognathus albatus Berlese, Aca. Myr. Sco. Ita. 53, 6.
1902. Liponyssus albato-affinis Oudemans in Tijds. Ned.
Dierk. Ver., ser. 2, vol. 8, p. 24, T. 2, F. 26—31.
1913. Liponyssus carnıfex Oudemans in Ent.-Ber., vol. 3,
Nr. 72, p: 385.
Und alle von mir nach 1902 genannte albato-affinıs.
Die Art unterscheidet sich sofort von den vorigen durch
ihre kürzeren Beine, roten Anhauch, kürzeren Borsten, ihr sitzen-
des Ambulacrum I, längeres Sternale und andere weniger ins Auge
fallende Merkmale.
Femina (Textf. 282). Länge des Idiosoma 555 u, Breite des-
selben hinter den Hinterbeinen 350 u; Länge des Rückenschildes
530 u, Breite desselben, hinten 272 u. Länge der Beine 300 resp.
300, 300 und 380 u (annähernd, denn die Beine sind immer ge-
bogen). — Gestalt wie die der vorigen Art, meistens hinten breiter
als vorn. Vorn mit rundem Vertex und vier gerundeten Schultern,
hinten fast kreisrund, die Seiten hinter den Schultern seicht
konkav, jedoch auch gerade oder selbst seicht konvex; im all-
gemeinen macht diese Art einen kräftigeren, stämmigeren Eindruck
als die vorige, auch da sie stärker chitinisiert und kurzbeiniger ist.
— Farbe dunkler als die vorige Art, gelber mit orange oder selbst
rotem Anflug, namentlich an den Rändern entlang.
Rückenseite (Textf. 282) fast ganz von einem Schilde be-
deckt, das jedoch fast allseitig von weicher Haut umgeben ist;
vorn keine weiche Haut. Auch das Schild zeigt einen runden
Vertex, vier abgerundete Schultern und eine seichte Konkavität
in den Seiten hinter den Schultern; es ist hinten breiter als an den
Schultern, ganz hinten abgerundet, doch jederseits von dieser
runden Spitze ist es wieder etwas konkav. Struktur glatt, aber
doch grobschuppig. Behaarung: hinter den zwei winzigen
Vertexbörstchen zwei kleine dickere.. An den Schultern je eine
etwas stärkere Borste. Sonst sind alle Börstchen noch kleiner als
bei der vorigen Art, und sehr schwer zu sehen. Doch glaube ich
gut gesehen zu haben, wenn ich abbildete: hinter dem Vertex
vier Querreihen von je sechs Börstchen, am Rande der hinteren
Hälfte des Schildes jederseits sieben, in der weichen Haut an und
9. Heft
76 Dr. A. C. Oudemans:
hinter den Schultern je vier, am Hinterleibsrande jederseits vier
winzige Börstchen.
Bauchseite. Tritosternum (Textf. 286) wie beim ® der
vorhergehenden Art äußerst durchsichtig und schwer zu sehen.
Hier sah ich aber die Laciniae mit äußerst kleinen Härchen ver-
284 285
MN
Liponyssus carnifex (C. L. Koch) 9. — 281. Tarsus I vent. — 282. Rückenseite,
— 283. Epistom. — 284. Mandibeln dors. — 285. Idem vent. — 286.j Palpus, Hy-
postom, Tritosternum. — 287. Bauchseite. — 288. Tarsus IV vent.
sehen. Hinter dem Basalstücke (also an ihrer Dorsalseite) bemerkte
ich auch hier die sonderbare hochdreieckige Figur (oder das Ge-
bilde), das hier noch mehr den Eindruck macht, als sei es nicht
mit dem Basalstücke verwachsen, denn während letzteres etwas
schief steht (siehe die Figur) ist das Gebilde aufrecht. Sternale
(Textf.287) länger als bei der vorhergehenden Art: 60 u. Vorder-
seite in der Mitte konvex, und mit einem kleinen spitzen Auswuchs
etwas über die Coxae II greifend. Hinterseite konkav und mit einem
größeren spitzen Auswuchs zwischen die Coxae II und III stechend.
— Keine Metasternalia. — Genitale biskuitförmig; vorderer
kreisrunder Teil sehr durchsichtig, schwer wahrnehmbar, radiär
gestreift und zu einem großen Teil über dem Sternale liegend;
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 77
hinterer kreisrunder Teil ebenso breit (oder doch nur wenig schmäler)
gut chitinisiert, mit zwei den Außenrändern fast parallel laufenden
feinen Linien. Anale groß, abgerundet, dreieckig, mit großem
Cribrum und ein wenig stärker chitinisierten Rändern. Anus
weit nach vorne, dem Vorderrande sehr nahe. Intern von Coxae IV
sieht man noch je eine ovale Chitinisation (Endogynia). Peri-
trematalia klein, lang-rautenförmig, nur extern vom Stigma ent-
wickelt, mit der Hälfte hinter diesem. Die Struktur der Schilder
glatt. — Behaarung. Das vorderste Sternalborstenpaar etwas
mediad verschoben; das dritte unweit des zweiten; das Meta-
sternalpaar gleich in der Nähe des Hinterteils der Coxae III; das
Genitalpaar in der Linie, welche die Hinterkanten der Coxae IV
verbindet, und auf dem Schilde, wo dieses am engsten ist. Vier
Ventralborsten um die Hinterhälfte des Genitalschildes gestellt.
Außerdem in der weichen Bauchhaut 19 Paare Borsten. Peri-
trema geschlängelt, sofort nach der Schulter zu sich richtend
und dann an dem Leibesrande entlang bis vor die Coxae I reichend.
— (Coxae wie bei der vorigen Art, nur sind die Sporne etwas kräf-
tiger.
Epistom (Textf. 283). Drei Glieder des Palpus lang, schmal,
hoch dreieckig, in der proximalen Hälfte an den Rändern etwas
konvex, distal entweder gerundet (wenn die Spitze nach unten
gebogen ist) oder zugespitzt (wenn die Spitze gerade nach vorn
gestreckt ist) vollkommen hyalin und daher schwer zu sehen.
Mandibeln (Textf. 284) an der Spitze mit einem äußerst schwer
wahrnehmbaren viereckigen Läppchen versehen, weder dorsal
noch ventral (Textf.285)mit Besonderheiten. Maxillen (Textf. 286).
Die Coxalborsten etwas hinter der Mitte des Kamerostoms; die
mediane Rinne schmal, mit sechs Querreihen von jenur einem verhält-
nismäßig großen Dreieckchen; die äußere der hinteren Hypostom-
borsten klein und eingepflanzt in einer kurzen starken Chitinisa-
tion; die Hörnerbasen ziemlich lang, am Außenrande etwas wellig;
die Hörner selbst so schwer wahrnehmbar, daß ich von meiner
Zeichnung nicht sicher bin, ich glaube jedoch, daß sie lang sind;
die Laciniae noch länger und unbehaart. Am Palpus nichts be-
merkenswertes; Gabel des Tarsus zweizinkig.
Beine (Textf.282) kurz, kräftig, dick, mit winzigen Borstchen
versehen; Femur I mit zwei, Femur II mit einem stärkeren Dorn;
Tarsus I mit vier (sechs ?) Tasthaaren; Tarsus II ventral (Textf. 281)
distal mit zwei kurzen, kräftigen, gegen einander gebogenen,
stumpfen Dornen; Tarsus IV (Textf. 288) mit sieben ventralen
Dornen, wovon die zwei distalen etwas stärker und spitz. Alle
Tarsen mit kräftigen Krallen und großen fünflappigen Haft-
scheiben. Bei Tarsus I ist der Praetarsus soweit ventral einge-
pflanzt, daß bei dorsaler Betrachtung (Textf. 282) es scheint, als ob
Krallen und Haftscheibe direkt am Tarsus sitzen (wie beim Genus
Sessiluncus).
9, Heft
78 Dr: A. C. Oudemans:
Mas (Textf.289). Länge des Idiosoma 430 u, Breite desselben
an den Schultern 240 u; Länge des Rückenschildes 415 u, Breite
desselben an den Schultern 208 u; Länge der Beine 320 resp.
265, 265 und 320 u. — Gestalt fast elliptisch, vor den Schultern
kurz dreieckig, mit Nebenschultern über den Coxae I; hinter den
Schultern parallelseitig oder nur sehr wenig nach hinten in Breite
Liponyssus carnifex (C. L. Koch) g. — 289. Rückenseite. — 290. Bauchseite. —
291. Mandibeln dors. schief von links. — 292. Palpus dors., Epistom. — 293. Tarsus
I vent. — 294. Palpus vent., Hypostom, Tritosternum. — 295. Tarsus II. schief vent,
— 296. Tarsus IV schief vent.
abnehmend bis an die fast kreisrunde Hinterkante: Merkwürdiger-
weise gibt es unter den Männchen dieser Art nicht solche Unter-
schiede in den Dimensionen wie bei der vorhergehenden Art. —
Farbe dieselbe wie beim Weibchen.
Rückenseite (Textf.289) zum größten Teile vom Schilde be-
deckt. Dieses hat denselben Umriß wie das Idiosoma (siehe hier
oben), ist aber immer schmäler und kürzer, so daß außer am Ver-
tex, das Schild ringsum von einer schmalen Binde weicher Haut
umgeben ist. — Die Struktur des Schildes ist grobschuppig
und dabei glatt, die der weichen Haut feiner gerunzelt als bei der
vorhergehenden Art. — Behaarung. Alle Börstchen winzig und
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 79
durchscheinend, daher schwer wahrnehmbar; verschiedene konnte
ich nur mit Hilfe des Immersionssystems auffinden und einzeichnen.
Die Schulterbörstchen sind nur wenig dicker; eine Borste hinter
den Nebenschultern ist noch etwas dicker; damit ist auch alles
gesagt.
Bauchseite. Tritosternum (Textf. 294) äußerst schwer
wahrnehmbar; sein Basalstück zweimal länger als breit, distad
nur wenig verjüngt, mit deutlicher Grenze zwischen sich und den
Laciniae, welche breit, flach und haarlos sind. — Keine Jugularıa.
— Sterni-metasterni-geniti-ventri-analschild (Textf. 290)
zwischen den Coxen fast sechseckig, breit, mit spitzen Auswüchsen
zwischen Coxae I und II resp. II und III; der geniti-ventrale Teil
breit-elliptisch, sowohl vom sterni-metasternalen Teile als vom
analen Teile durch eine Einschnürung geschieden; Cribrum groß,
sichelförmig. Keine Peritrematalia. — Struktur der Schilder
glatt, der weichen Haut gerunzelt, aber feiner als bei der vorigen
Art. — Behaarung. Das Genitalborstenpaar zwischen den
Coxae IV; drei Ventralpaare; elf Paare in der weichen Haut das
Analschild flankierend. Die Genitalöffnung ist vor dem Ster-
nale angebracht. — Peritrema wenig geschlängelt; sowohl
Stigma als Peritrema fast randständig; letzteres reicht bis vor die
Boxae IT und’ wird nicht :dorsal.: — Coxae.''Coxa I kurz, breit;
Coxa II mit äußerem, distalem, hinterem Knoten; Coxa III mit
proximalem, unter der ventralen Haut verborgenem, aber deut-
lichem, hinterem Knoten, worin ein Loch; Coxa IV ebenso, aber
ohne Loch; Coxae II und III übrigens mit derselben Bewaffnung
wie bei der vorigen Art; Coxa IV jedoch hat einen Sporn, der nicht
nach hinten, sondern distad gerichtet ist, dabei auch distal-ventral
hinten angebracht ist.
Epistom (Textf. 292) breit, drei Glieder des Palpen lang,
ogival mit zugespitzter Spitze, gänzlich hyalin und daher schwer
wahrnehmbar, namentlich weil die Mandibeln bei der Unter-
suchung sehr hinderlich sind. — Mandibeln (Textf. 291) mit hya-
linem Digitus mobilis und etwas stärker chitinisiertem Digitus fixus,
beide distal etwas dorsad umgebogen, namentlich der Digitus
mobilis. — Maxillen (Textf. 294) mit kurzem breitem Kamerostom,
ohne Medianrinne; die Coxalborsten sehr nach hinten ver-
schoben; die drei Hypostomborsten jederseits kurz bei einander
stehend, kurz; die Hörnerbasen lang, spitz, mit gewelltem Außen-
rande, distal etwas divergierend. — Von Hörnern und Malae
internae keine Spur. — Wohl sah ich das lange, spitze, unbe-
haarte Labrum. Gabel des Palptarsus zweizinkig.
Beine (Textf. 289) verhältnismäßig länger als beim Weibchen,
sonst ähnlich, siehe dort.
Habitat: Talpa europaea, Mus rattus, Vespertilio sp., Arvi-
cola arvalis, Pterygistes noctula. — Pater F. Heselhaus S. J. fand
diese Art auch in Maulwurfsnestern.
9. Heft
80 Dr. A. C. Oudemans:
Liponyssus isabellinus Oudms.
(Textf. 297—302; Taf. VII, Fig. 1-5.)
1897. Smaridia sp., Oudemans in Tijds. Ent., vol. 39,
p. 136, Nr. 70.
1902 März 1. Liponyssus albatus Oudemans, Nymphae, in
Ent.-Ber., vol. 1, p. 22.
1902. Sept. 10. Idem, Oudemans in Tijds. Ent., vol. 45,
D. 5 ANT VO, DEISK INT
1902. Okt. 31. Idem, Oudemans in Tijds. Dierk. Ver.,
Ser. 2, vol. 8, p. 24.
1913. Liponyssus isabellinus nov. sp., Oudemans, in Ent.-
Ber., vol. 3, Nr. 72, p. 384; Synonyme, Diagnose 9, d.
Femina (Taf.VII, Fig. 1). Länge des Idiosoma 550 u, Breite des-
selben in der Mitte 333 u. Länge des Rückenschildes 550 u, Breite
desselben in der Mitte 310 u. Länge der Beine 440 resp. 340, 340
und 410 u. — Gestalt schön oval mit der runden Spitze nach
hinten, vor den Schultern abgerundet-niedrig-dreieckig mit nied-
rigen Nebenschultern vor den gewöhnlichen und über den Coxae I.
Beine schlanker und länger als bei den vorhergehenden Spezies.
Allein durch diese Gestalt und die langen Beine unterscheidet sich
diese neue Art sofort von den vorhergehenden, selbstverständlich
gibt es noch verschiedene andere Merkmale, die sie charakteri-
sieren, wie wir sehen werden. Farbe isabellfarbig (Saccardo!)
mit ungefähr V-förmiger schwarzer Figur (namentlich unter dem
Mikroskop; Exkretionsapparat); diese Figur ist weiter von den
Leibesrändern entfernt als bei den vorigen Spezies.
Rückenseite (Taf. VII, Fig. 1). Fast ganz vom Rückenschilde
bedeckt, welches nur an den Seiten eine schmale Binde weicher Haut
freiläßt. Struktur desSchildes glatt, grobschuppig. Behaarung.
Sofort fällt auf, daß die Borsten unter sich gleichartiger sind als
bei den vorigen Spezies und dabei länger. Die Stellung ist in großen
Zügen dieselbe. Die Vertexborsten sind wohl die kleinsten, die
Borsten im Dreieck vor den Schultern wohl die längsten. Typisch
sind auch die nach außen und hinten gerichteten Borsten der
seitlichen weichen Hautbinde und die zwei Pygidialborsten.
Bauchseite. Tritosternum (Taf. VII, Fig. 5) äußerst schwer
wahrnehmbar, wie bei den vorigen Arten. Basalstück etwa andert-
halbmal länger als hinten breit; es trägt noch ein Zwischenstück-
chen, das etwa dreimal breiter ist als lang und die zwei durch-
sichtigen Laciniae trägt, welche von der gewöhnlichen Form sind.
— Sternale (Taf. VII, Fig.4) ziemlich kurz, 34 u; seine größte
Breite 159 u; also zwischen denen der beiden vorigen Spezies stehend.
Die Unterschiede zwischen den Sternalien dieser drei Spezies sind
nach dem Funde dieser dritten so gering, daß es nicht mehr ratsam
ist, auf die Kürze des Sternale Gewicht zu legen. Zwischen
Coxae I und II sendet das Sternale einen spitzen Auswuchs, was
nicht gesagt werden kann von seinen Hinterecken, denn diese sind
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 1
fast gerundet. Vorn in der Mitte seicht konvex. Eigentliche Meta-
sternalia fehlen. — Dagegen ist die Hautfalte, welche über den
proximalen Teilen der Coxae III und IV liegt und vielleicht mit
Endopodialia zu vergleichen ist, etwas stärker chitinisiert und daher
gut wahrnehmbar. Das Genitale unterscheidet sich sofort von
dem der beiden vorigen Spezies, daß es vorn viel breiter ist als
hinten, zwischen den Coxae IV nicht eingeschnürt ist, am Hinter-
rande stark chitinisiert ist und sein radiär gestreifter Teil länger
ist, und daß die radiären Streifen eigentlich Schlingen sind. Anale
groß, dreieckig abgerundet, mit stark chitinisierten breiten Rändern;
nicht nur der Anus ist weit nach vorn gerückt, sondern das ganze
Schild, sodaß sein Hinterrand weit vom Hinterrande des Idiosoma
entfernt ist. Struktur der Schilder glatt. Behaarung. Die Bor-
sten der Bauchseite sind dünner und schlaffer als die der Rücken-
seite, sind also mehr Haare zu nennen, außer den drei Analborsten.
Die zwei Genitalhaare sind die längsten und zwischen die Coxae IV
gestellt. Die vier (oder sechs) Ventralhaare gleich in der Nähe des
Hinterrandes des Genitale. In der weichen Haut außerdem noch
etwa 22 Paare Haare. Peritrema geschlängelt, dick, deutlich,
bei den Schultern den Leibesrand erreichend, dann diesem folgend
bis fast vorbei an den Coxae I; sein letzter Teil ist über den Neben-
schultern oder über den Coxae auch dorsal wahrnehmbar (Taf. VII,
Fig. 1). — Alle Coxae mit sehr stark chitinisierten proximalen
Rändern; Coxae II mit starkem Sporn nach vorn, der Coxal entlang
und einem Spornaufderhinteren Ventralflächenach hinten gerichtet;
Coxa III mit zwei Spornen im Hinterrande, der proximale nach
hinten, der distale etwas nach außen gerichtet; Coxa IV ohne Sporn.
Epistom (Taf. VII, Fig. 3) mandelförmig, deutlich, sein
vorderster Teil (sichelförmig) fein längs gestreift und erreicht fast
die Tibia palpi. Maxillen (Taf. VII, Fig. 5). Das Kamerostom
länger als breit mit stark chitinisierten Rändern. Das
Coxalborstenpaar steht ein wenig hinter der Mitte des
Kamerostoms. Die Hörnerbasen lang, zusammengenommen
fast zweimal länger als breit; ihre Außenränder stark
chitinisiert; diese Chitinisation setzt sich nur wenig nach
hinten fort. Die Medianrinne schmal, mit einer unregel-
mäßigen Längsreihe von Zähnchen; die Hörner durchsichtig, lang,
gleichbreit, distal schief zugespitzt; die Spitze in der Verlängerung
der Außenseite; die Laciniae lang, quergestreift. Gabel des Palp-
tarsus zweizinkig. (Taf. VII, Fig. 2).
Beine (Taf. VII, Fig.1) im Vergleich mit den vorigen Spezies
lang; die vorderen dicker als diehinteren; Ventralohne dornförmige
Borsten. Femur I dorsal mit zwei stärkeren Borsten; Tarsus I
mit vier Tasthaaren; Praetarsus I am distalen Ende des Tarsus I
eingelenkt, also dorsal in voller Länge sichtbar, seine Haftlappen
groß. — Femur II mit drei, Genu II mit nur einer stärkeren Borste.
Femur IV mit zwei solchen. Praetarsi II, III und IV groß.
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 9. 6 9. Heft
82 Dr. A. ©. Oudemans:
Mas (Textf. 297). Länge 500 u, Breite etwas vor der Mitte
315 u. Länge des Rückenschildes 500 u, Breite desselben an den
Schultern 260 u. Länge der Beine 380 resp. 317, 303 und 430 u.
Gestalt breit-oval, mit der Spitze nach hinten; diese ist aber so
rund und die größte Breite ist so in der Nähe der Mitte, daß man
die Gestalt ebensogut elliptisch nennen kann, desto mehr weil
auch der Teil vor den Schultern mehr rund als dreieckig erscheint.
— Farbe wie beim 9.
Liponyssus isabellinus Oudms. d. — 297. Rückenseite. — 298. Tritosternum.
— 299. Hypostom. — 300. Tarsus II vent. — 301. Tarsus IV vent. — 302. Bauchseite.
Rückenseite (Textf. 297) zum größten Teil bedeckt durch das
Rückenschild, das nur an den Seiten eine schmale Binde weicher
Haut offen läßt. — Das Schild hat gute Schultern, sein Rand
von den Schultern nach dem gerundeten Vertex ist kaum etwas
konkav, von den Schultern nach hinten gerade und beiderseits
parallel; hinten mehr elliptisch als kreisrund. Seine Struktur
glatt, dabei grobschuppig; die weiche Haut fein gerunzelt. Be-
haarung wie beim 9, nur sind die Borsten am Rande des Opistho-
soma deutlich länger.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 83
Bauchseite. Tritosternum (Textf. 298) stärker chitinisiert
und, obwohl hyalin, sofort wahrnehmbar, wie beim 9; nur fehlt das
„Zwischenstück“ (5.80) und ist das Basalstück kürzer. Zwei kleine
fast komma- oder tropfenförmige Jugularia(Textf.302). Der Raum
zwischen diesen Jugularia, dem Tritosternum und den Coxae I
einerseits und dem Sternale andererseits ist deutlich grobschuppig
(nicht feingerunzelt), wie ich auch in der Figur absichtlich an-
gegeben habe; es gibt also ein Praesternale. DasSterni-meta-
sterni-geniti-ventri-anale ist lang, breit, vorn am breitesten,
hinten zugespitzt. Sein sternaler Teil ist von gewöhnlicher Gestalt;
zwischen den Stigmata (in der Linie zwischen den Coxae III und
IV) ist es ein wenig konvex; zwischen Coxae IV dagegen ein wenig
eingeschnürt; in seinem ventralen Teile etwas erweitert; zwischen
seinem ventralen und analen Teile wieder etwas eingeschnürt. Die
Struktur der Schilder ist grobschuppig und glatt. Behaarung.
Im Gegensatz zum 9 sind die Haare hier mehr Börstchen zu
nennen. klein, steif; die neun Paare sind fast gleich entfernt von-
einandergestellt. In der weichen Haut und zwar ziemlich regel-
mäßig in fünf nach vorn konvexen Bögen, stehen noch 20 Paare;
von denen ein Paar charakteristisch am Hinterrande.
Epistom wie beim Weibchen (Textf. 297). Maxillen. Nur
der Hinterrand des Kamerostoms ist stark chitinisiert (Textf. 299) ;
Hypostomborsten wie beim 9, d. h. die äußeren von den zwei
hinteren Paare sehr klein. Hypostombasen lang, am Außenrande
stärker chitinisiert; hinten durch eine Linie deutlich begrenzt; die
Hörner durchsichtig, lang, in der proximalen Hälfte gleichbreit,
in der distalen sich allmählich verjüngend;; also mehr vom ursprüng-
lichen Parasitidentypus. — Laciniae kurz, durchsichtig. Keine
Medianrinne. Gabel des Palptarsus zweizinkig.
Beine (Textf. 297) schlank; die des ersten Paares viel dünner
als beim 2 (vergleiche mit Taf. VII, Fig. 1); die des zweiten Paares
ebenso; übrigens alle Beine dorsal wie beim 9. Ventral hat
Tarsus II (Textf. 300), jedoch distal, zwei dicke Dornen und
proximal eine sehr starke Borste.
Habitat: offenbar vornehmlich auf Putorius-Arten, doch
fand ich sie auch an Paludicola amphibius, und ein Männchen auf
Mus musculus. Pater Heselhaus traf drei 2 in Maulwurfsnestern
an. Patria: Sneek, Arnhem, Rolduc, Sittard, Valkenburg. —
Inventores: Pater Cremers, Pater Heselhaus und ich.
Liponyssus museuli €. L. Koch.
(Ohne Figuren.)
1836. Dermanyssus musculi C. L. Koch. Deu. Crust. Myr.
Ara. 4, 13. Auf Mus musculus. — Alle Exemplare, die ich fand
und die vollkommen die Farbe und die Gestalt des von Koch
abgebildeten haben, sind Protonymphae.
6* 9. Heft
84 Dr. A. ©. Oudemans:
1889. Leiognathus arcuatus Berlese, Aca. Myr. Sco. Ita. 593,
8, 93. Auf Vespertiliones praecipue noctula. — Auch 53, 9 (Cha-
racteres generis). Diese Q und 3 sind absolut sicher zu musculi
Koch gehörig und haben nichts mit arcuatus Koch zu tun!
1902. Liponyssus musculi Oudms. in Tijds. Ned. Dierk. Ver.,
ser. 9, vol. 7, p: 277, 293, T. 8, F. 19—22, T. 9, E. 2826;
1913. Idem, Oudms. ın Ent. Ber., vol. 3, Nr. 72, p. 38%
Liponyssus gigas Oudemans.
(Textf. 303—817.)
März 1912. Liponyssus gigas nov. sp. Oudms. in Ent. Ber.,
vol. 3, Nr. 64, p. 231, (Diagnosen von Nph. II, 9, 8.
Sept. 1912. Idem, in Tijds. Ent., vo. 55, Verslagen, LI;
Diagnosen von Nph. II, 98.
Deutonympha (Textf. 303). Länge des Idiosoma 965 u, Breite
desselben etwas hinter den Schultern, beim dritten Beinpaare, 548 u.
Länge des Rückenschildes 960 u, Breite desselben ganz hinten
500 u. Länge der Beine 760 resp. 638, 602 und 722 u. — Gestalt
Liponyssus gigas Oudms., Nph. II. — 303. Rückenseite. — 304. Vertex,
Epistom, zwei Palpglieder. — 305. Bauchseite. —
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 85
in großen Zügen viereckig; vor den Schultern dreieckig, jedoch
mit gut entwickelten Nebenschultern über den Coxae I; hinter
den Schultern länglich-viereckig; unmittelbar hinter den Schultern
etwas schmäler, dann aber breiter als an den Schultern, dann
nach hinten mit geraden Kanten nur wenig konvergierend, die Hin-
terecken von mehr als 90°, Hinterrand fast gerade, nur wenig
konvex. Beine verhältnismäßig lang und kräftig. — Farbe gelb-
braun.
Rückenseite (Textf. 303) nicht ganz vom Rückenschilde be-
deckt, sondern an den Seiten und vorn weichhäutig. Das Schild
ist wie aus drei Teilen zusammengestellt, schwach chitinisiert, nur
hinten etwas dunkler und rehbraun. Der vorderste Teil deckt
zum größten Teil die Vorderhälfte, die zwei
anderen Teile zusammen den größten Teil der
Hinterhälfte.e. Der vorderste Teil ist etwas
länglich fünfeckig, seine Spitze nicht mit dem
Vertex zusammenfallend, seine Kanten unregel-
mäßig stumpfgekerbt, seine Hinterecken abge-
rundet und etwas über den zweiten Teil des
Schildes greifend. — Der zweite oder Mittelteil
vorn schmäler als der Vorderteil, nach hinten
etwas breiter werdend, mit stumpfgekerbten
Seitenrändern; der hinterste Teil am brei-
testen, aber auch am kürzesten, mit gewölb-
ten Seitenrändern. — Die Struktur des
Schildes rund- und kleinschuppig, speziell
hinten gut wahrzunehmen. Behaarung aus
sehr kleinen Börstchen bestehend; sechs Ver-
texbörstchen (Textf. 304), Rücken fast kahl;
an den Seiten entlang mehrere hinter einander;
am Hinterrande vier längere, typische Borsten,
wovon zwei in den Hinterecken des Idiosoma. |. NAH.
— Sinnesorgane? In denselben Hinterecken Nah . Palp.
treffen wir je ein kleines rundes, 'gewölbtes Yertum om, Trito-
Organ an: Auge? Noch bei keinem Acariden traf ich an dieser
Stelle ein solches Organ an!
Bauchseite. Tritosternum (Textf. 306) sehr kurz, fast
viereckig; seine Laciniae eine kleine Strecke verwachsen, außen
ganz, innen nur in den letzten zwei Dritteln spärlich und fein be-
haart. Sternale (Textf. 305) sehr lang, weit über Coxae IV hinaus-
reichend, sehr schwach chitinisiert, blaßgelb, in drei Teile zerfallend,
nämlich in einen vorderen trapezoidalen, einen mittleren umgekehrt
trapezoidalen und einen hinteren fast länglich viereckigen; hinter
dem vordersten Borstenpaar ein paar Schlitzchen (Drüsenöffnun-
gen?). Ventrianale mehr als zweimal breiter als lang, vorn
konkav, hinten konvex, an den Seiten abgerundet, sehr stark
chitinisiert, kaffeebraun; Cribrum: eine Querreihe von Poren.
9. Heft
86 Dr. A. ©. Oudemans:
Zur Seite des Anus ein Paar Grübchen (Stinkdrüsen?). Jedes
Peritrematale ist nur als eine dem Peritrema entlang laufende
Chitinleiste entwickelt und endet vorn über Coxa I (Textf. 303).
Zwei kleine ovale Inguinalia. Die Struktur der großen Schilder
ist grobschuppig. Behaarung. Die drei Sternalborstenpaare
stehen weit voneinander entfernt, so daß das letzte Paar zwischen
den Coxae III steht. Das Metasternalpaar steht zwischen den
Coxae IV und das Genitalpaar hinter diesen. Im Felde zwischen
Sternale und ‚Anale‘‘ stehen etwa sechs Paare Borsten. Auf dem
sonderbar gestalteten Ventrianale stehen zwei Paar Borsten mehr
als auf einem normalen Anale der Fall sein würde (näml. drei),
so daß ich dieses Schild Ventrianale nenne; aber auf einem ge-
wöhnlichen Ventrianale sollten die Q2—6 Paare ‚‚Ventralborsten“
stehen, was hier nicht der Fall ist! In der weichen Haut eine ganze
Menge schräg nach außen gerichteter Borsten, welche größer sind,
je nachdem sie sich dem Außenrande des Opisthosoma nähern;
ich zähle deren etwa 30 Paare. Typisch ist das Paar sehr starker
Borsten hinter den Seitenenden des Schilde. Peritremata
schwer chitinisiert, sehr geschlängelt, nach vorn bis an die Schultern
verlaufend, dann dorsal werdend und über Coxae I endend.
Epistom (Textf. 304) fast vollkommen hochgleichschenkelig-
dreieckig, durchscheinend, aber gut sichtbar. Inwendig zur Seite
der Anheftungsstelle zwei Chitinwulste, die wie Augen aussehen.
Mandibeln kurz (man sehe die punktierten Linien in Textf. 303
eingezeichnet), ihre Scheren wie beim 9 (Textf. 312) Maxillen
(Textf. 306). Die Coxen (das Kamerostom) zeigen seitlich eine
Treppe als Andeutung einer vormaligen Gliederung. Die
ventrale Seite weist zwei nach hinten stark divergierende stumpf-
gekerbte Linien auf, welche von den bekannten hypostomatalen
inwendigen Chitinisationen nach den Hinterecken verlaufen. Die
Medianrinne schmal und wie bei den anderen oben beschriebenen
Liponyssus-Arten, mit einer Längsreihe von Dreieckchen versehen.
Hörnerbasen ohne Grenzen in die Laciniae übergehend; diese durch-,
scheinend und unbehaart, lang. Die Hörner von gewöhnlicher
Gestalt, ihre Spitzen scharf und nach innen gerichtet. Palptarsus
mit zwei längeren ventralen Tasthaaren und dreizinkiger Gabel.
Dies ist sehr typisch! Bekanntlich sind die Palpgabeln
bei den Parasitinae dreizinkig; doch besitzt das Genus
Haemogamasus, wie ich oben beschrieb (Heft 8, S. 140) und
illustrierte (Taf. VII, Fig. 9) zweizinkige Gabeln, wie alle
Laelaptinae. Ich glaube, daß dies keinGrund sein mag, das
Genus Haemogamasus bei den Laelaptinae unterzubringen,
obwohl auch sein Epistom und die enorme Behaarung
Hypoaspis stabularis-ähnlich sind: sein Habitus ist zu viel
Parasitus-ähnlich. — Und nun haben wir hier einen
entgegengesetzten Fall: in einer Subfamilie mit
zweizinkigen Palpgabeln eine Spezies mit dreizinkiger
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 87
Gabel. Sollte dies ein Grund sein für gigas ein neues Genus an-
zunehmen ?
Beine (Textf. 303) ziemlich lang und dick, mit kurzen stachel-
ähnlichen Börstchen. Ambulacra ziemlich klein. Tarsen alle
merkwürdig wenig behaart. Tarsus I mit drei Tasthaaren, wovon
die zwei symmetrischen auf einem Sockelchen stehen (Textf. 310);
" Liponyssus gigas Oudms. Q. — 307. Rückenseite. — 308. Vertex, Epistom, zwei
Palpglieder. — 309. Bauchseite. — 310. Tasthaar d. Tarsus I. —
Tarsus II mit einem kleinen Tasthärchen; Tarsus III mit zwei
kleinen solchen; Tarsus IV mit zwei etwas größeren. Coxa II
(Textf. 305) mit einem nach vorn gerichteten scharfen Sporn am
Vorderrande.
Aberranter Fall. Beim abgebildeten Individuum hat die
rechte Hornbasis vier statt drei Borsten und befindet sich im
distalen Ende des einen Peritrematalschildes ein klein Stückchen
Peritrema! (ein schönes Exempel von Zurückbildung der
Peritremata).
Femina (Textf. 307). Länge 1145 u, größte Breite hinter dem
vierten Beinpaare 725 u. Maße des Schildes dieselben. Länge
9. Heft
88 Dr. A. ©. Oudemans:
der Beine 920 resp. 725, 725 und 920 u. Gestalt fast bienenkorb-
oder spitzbogenähnlich; kaum merkbare Schulter und Neben-
schulter; hinten mehr abgerundet. Farbe braun.
Rückenseite (Textf. 307) gänzlich vom Schilde gedeckt;
dessen Struktur schuppig und zwar (siehe links) rund-
schuppig mit dem freien Rande nach vorn. Behaarung. Sechs
typische Vertikalbörstchen (Textf. 308); über den Coxae I zwei
typische Börstchen; jederseits elf Randbörstchen und neun stär-
kere Submarginalborsten; ein Paar nach innen gerichtete Ska-
pularbörstchen; zwei Paare sehr kräftiger Hinterrandborsten und
noch einige andere weniger typische Rückenborsten.
Sinnesorgane. Wie bei der Deutonympha befinden sich
zwei deutliche augenähnliche Organe in den Hinterecken des Schil-
des. Aber bei guter Betrachtung gewahrt man auch zwei undeut-
liche dergleichen über den Coxae II, also etwas vor den Schultern.
Bauchseite (Textf. 309). Tritosternum wie bei der Deuto-
nympha (S. 85, Textf. 306). Sternale fast ebensolang, als es
zwischen den Coxae II breit ist; seine Hinterseite etwas konkav,
weit nach hinten verschoben, fast auf einer Linie mit den Mittel-
punkten der Coxae III. Geniti-ventrale etwas birn- oder tropfen-
förmig; sein genitaler Teil schmal, vorn abgerundet, durchsichtig
und radiär gestreift; sein ventraler Teil fast kreisrund und breiter.
Anale ein echtes Anale, denn es trägt nur die drei Analhaare
(man vergleiche meine Bemerkungen über das sog. Ventrianale der
Deutonympha (S. 86); seine Gestalt wie das der Deutonympha.
Peritrematalia mit gerundeter Hinterspitze, reichen nach vorn
soweit wie die Peritremata selbst, nämlich in die Nähe der Hinter-
außenecken der Coxae II. Inguinalia klein, etwas bohnenförmig.
Struktur. Das Sternale ist gleichmäßig mit sechseckigen großen
Schuppen versehen. Das ‚„Ventrale‘‘ ebenso, aber unregelmäßiger.
Das Anale zeigt große Maschen von Punktreihen. Behaarung.
Auf dem ‚‚Ventrale‘‘ etwa neun Paar Haare; in der weichen Haut
etwa 24 Paare. Die Haare der Schilder sind im allgemeinen radiär,
gerichtet, die der weichen Haut mehr nach hinten. Typisch sind
zwei starke und lange Borsten hinter den abgerundeten Hinter-
ecken des Anale. Coxae. Coxa II mit.einem nach vorn gerichteten
Sporne an ihrem distalen Vorderrande, einem nach außen ge-
richteten, gleich dahinter, und einem nach außen gerichteten in
ihrer Hinteraußenecke, wo auch noch 4 Zähnchen sichtbar sind.
Coxae III mit einem nach außen gerichteten Sporn in ihrer
Vorderaußenecke, und einen in ihrer Hinteraußenecke, wo
ebenfalls vier Zähnchen sichtbar sind, außerdem mit einem dicken
Knoten im Hinterrande. Coxa IV mit zweinach außen gerichteten,
hintereinander stehenden Spornchen in der Hinteraußenecke.
Epistom (Textf. 308). Die Außenränder des Kamerostoms
zeigen zwei Treppen, als Rudimente einer Gliederung. In den
Innenecken der Anheftungsstellen der Palpen treffen wir die kugel-
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 89
förmigen inwendigen Chitinisationen an, die an Augen erinnern.
Das freie Epistom ist vom verwachsenen Teile abgegrenzt durch
eine feine Ouerlinie und zeigt selbst einige feine Linien, wie in der
Figur; sein proximaler Außenrand etwas wellig oder stumpf-
gekerbt; sein distaler turmartig-spitzer Teil erreicht fast das
Genu palpi. Mandibeln (Textf. 312) kurz; ihre Scheren länglich,
verkümmert, dünn, durchsichtig; der Digitus fixus zeigt noch
drei winzige, ganz distale Incisivi, einen rudimentären Caninus und
einen ebensolchen Molaris. Der Digitus
mobilis ist wohl messerförmig und zahn-
los zu nennen. Keine Spur von Pilus
dentilis oder Pulvillum. Maxillen (Textf.
311). Die Außenränder der Coxae (des
Kamerostoms) zum größten Teil schwer
chitinisiert. Ventral vorn mit runder
inwendiger Chitinisation und nach hinten
schlängeln den symmetrischen Linien. Das
Coxalborstenpaar sehr nach hintengerückt.
Medianrinne schmal mit einer Längsreihe
von 12 Dreieckchen. Hörnerbasen drei-
eckig, von den Laciniae gut geschieden.
Diese lang, hyalin, unbehaart. Hörner
lang, schmal, mit proximalem internen |
Zähnchen. Palptarsus mit dreizinkiger
(rabel. Palptrochanter ventral mit drei
bis vier Zähnchen am distalen Rande.
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Beine (Textf. 307) etwas stämmig, 312
doch weniger als bei der Deutonympha. 311
uckenseite von], Ill und IV mitkurzen „‚Airoryssus giges Oudm. 9, —
Dörnchen. Tarsus I und II auffallend 312. Mandibel sin. vent.
wenig behaart. Tarsen IV mit stärkeren Dornen. Femur II mit
großem dickem Knoten oder Ellenbogen. Tarsus I mit drei
Tasthaaren, wovon die beiden symmetrischen je auf einem
Söckelchen (Textf. 310) und zwei nach hinten gebogen (ventralen)
Börstchen. Trochanter II ventralund vorn mit kurzem starken Dorn.
Mas (Textf. 313). Länge 1025 u, Breite an den Schultern 540 u.
Maße des Rückenschildes dieselben. Länge der Beine 822 resp.
725, 725 und 965 u. — Gestalt fast abgerundet länglich-viereckig;
Schultern deutlich; die ‚„Nebenschultern‘‘ bilden zusammen mit
dem Vertex ein Ganzes, so daß von beiden gesondert eigentlich
nicht die Rede sein kann; hinten fast kreisrund. Beine ziemlich .
schlank. Farbe wie beim 9, braun.
Rückenseite (Textf. 313) vom Schilde gänzlich bedeckt.
Dieses grobschuppig wie beim 9. Behaarung ungefähr wie beim
2; jedoch die Skapularhaare nicht mediad gerichtet, die drei
hintersten Submarginalborsten sind länger, die vier Hinterrand-
borsten mindestens zweimal länger und schlaffer.
9. Heft
90 Dr. A. C. Oudemans:
Sinnesorgane. Außer den zwei augenähnlichen in den
Hinterecken finden wir zwei Paar dergleichen in der Nähe der
vier Schultern.
Bauchseite. Tritosternum wie bei der Deutonympha und
dem 9. Sterni-metasterni-geniti-ventri-analschild schwer chitini-
siert, speziell dessen Ränder zwischen den Coxae; ventraler Teil
Liponyssus gigas Oudms. d. — 313. Rückenseite. — 314. Vertex, Epistom, zwei
Palpglieder. — 315. Bauchseite. —
fast kreisrund; analer Teil halbkreisrund und mit demselben
Grübchenpaare wie bei der Deutonympha. Peritrematalia wie
beim 9. Außer den zwei kleinen länglichen Inguinalia noch zwei
hinter den Coxae IV sich befindenden noch kleinere Metapodialia.
Struktur der großen Schilder wie beim 9. Behaarung. Die
fünf vorderen Borstenpaare in regelmäßigen Entfernungen. Eine
Menge von über 40 Ventralhaaren, wovon die hintersten zehn in
einer gebogenen Reihe. Auf der weichen Haut jederseits etwa
20 kleinere Härchen. Endlich dieselben zwei stärkeren Borsten
beim Hinterrande. Peritrema wie beim 9.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 91
Epistom (Textf. 314) nur wenig von dem des 9 verschieden.
Die Pseudogliederung der Coxalteile (des Kamerostoms) ist hier
noch deutlicher. Mandibeln (Textf. 317) kurz; ihre Scheren ver-
hältnismäßig lang; die Digiti dünn, messerartig, durchscheinend,
ohne Zähne. Maxillen (Textf. 316). Ihr coxaler Teil länger als breit,
seitlich stark chitinisiert, auch der Außenteil des Hinterrandes.
Medianrinne schmal und mit einer Längsreihe von elf Dreieckchen
(Zähnchen). Vor den stark chiti-
nisierten Hypostomecken verlaufen
zwei gekerbte und geschlängelte NG X / ff
symmetrische Linien nach hinten und Y
außen. Die Coxalborsten nach hinten
verschoben. Der Vorderaußenrand
mit 3—4 Zähnchen. Hörnerbasen
kurz dreieckig; Hörner lang, proxi-
mal breit, distal nadelspitz. Laciniae
lang, hyalin, unbehaart, nur proxi-
mal sehr wenig gefranst. Palptro-
chanter dorsal mit gezähntem
Distalrande (Textf.314), ventral mit
proximal-internem Chitinhöcker
(Textf. 316). Palptarsus mit drei-
zinkiger Gabel.
Beine. Coxae | (Textf. 315) mit
distal-externem Spörnchen und pro-
ximaler Drüsenpore. Coxae II wie
beim 9; ihr nach vorn gerichteter 316
= = Liponyssus gigas Oudms. d — 316
Sporn ist so stark entwickelt, daß Gnathosoma vent. — 317. Mandibei
er bei dorsaler Betrachtung sicht- sin. vent.
bar ist (Textf. 313). Außerdem ein Knötchen am Hinterrande
Glextf. 315). Goxae’ III "wie beim‘ 9. Coxae IV mit nur
einem kleinen Spörnchen. Beine dorsal (Textf. 313) nicht mit solchen
Dörnchen als beim 9, am vierten Paare aber sind manche Borsten
stärker, speziell die des Femurs und am Hinterrande. Tarsen wie
beim 9.
Habitat: bis jetzt nur Maulwurfsnester. Patria: Sittard,
Valkenburg. Tempus: November, Januar, März, April. Inven-
tor: Pater F. Heselhaus, S. ]J.
ASCAINAE.
Asca affinis Oudms.
(Textf. 318—332.)
1897. Zercon sp. Oudms. in Tijds. Ent., vol. 39, p. 135, Nr. 58.
10. Sept. 1902. Asca affinis Oudms. (Nph. II) in Tijds. Ent.,
50.4, Nr. 58; p. H,.Nr 63; 9.45, T. 6, E. 109, 110.
1902. Idem, Nph. II, Diagnose, in Tijds. Ent., vol. 45, Verslagen,
p. 92.
9. Heft
99 Dr. A. ©. Oudemans:
1903. Idem, Nph. II, in Tijds. Ned. Dierk. Ver., Ser. 2, vol. 8,
Du 10,/92, verbesserte Diagnose.
1905. Idem, Nph. II, in Abh. Nat. Ver. Brem., vol. 18, p. 206,
ne Die Beschreibungen und Abbildungen, die bis jetzt von diesem
Tierchen gegeben wurden, sind so dürftig und ungenau, daß bessere
dringend nötig sind.
319
Asca affinis Oudms. Nph. II. — 318. Schulterborste.e — 319. Hinterrandborste.
— 320. Rückenseite.e — 321. Vertex, Epistom, Mandibeln, Styli. — 322. Bauch-
seite. — 324. Mandibeln vent., Hypostom, Tritosternum. — 325. Linke Palpus vent.
Deutonympha (Textf. 320, 332). Länge 680—812 u; Breite in
der Mitte 385—520 u. Länge der Notocephale 415—447, Breite der-
selben bei den Hinterecken 385—458 u. Länge der Notogaster
270—390 u, Breite derselben bei den Vorderecken 385—453 u.
Länge der Beine am abgebildetem Exemplare 600 resp. 427, 458
und 600 u. — Gestalt fast länglich-fünfeckig; der Teil vor den
Schultern fast gleichseitig-dreieckig; der Teil hinter den Schultern
fast länglich viereckig; die Seiten und der Hinterrand meistens
nur wenig konvex; bei den großen Exemplaren, die man ohne
Untersuchung für Weibchen hält, ist aber die Linie von den Schul-
tern nach hinten herum schön eiförmig (Textf. 332). Die Beine
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 95
ziemlich dick, bei den kleinen Individuen länglich, bei den großen
kurz zu nennen, denn sie sind fast derselben Länge. Farbe grau-
elb. —
2 Rückenseite (Textf. 320). Von zwei Schildern gedeckt;
meistens sind nur zwei sehr kleine Dreieckchen weicher Haut zwischen
den Hinterecken der Notocephale und den Vorderecken der Noto-
gasterunbedeckt; beigroßen und dicken Exemplaren aber (Textf.332)
gibt es von den Schultern bis zu den Hinterrandsecken je eine
schmale Binde weicher Haut. Die Notocephale ist fast fünf-
eckig, denn von den Schultern nach dem spitzen Vertex sind die
Ränder fast gerade, ebenso von den Schultern nach den Hinter-
ecken, und der Hinterrand ist nur wenig konvex. Die Notocephale
greift über die Notogaster, so daß hier eine dunkle schmale Ouer-
binde die graugelbe Grundfarbe teilt. Die Notogaster hat
gerundete Vorderecken, einen konkaven Vorderrand, einen fast
geraden Hinterrand und gesägte, nach hinten etwas konvergierende
Seitenränder. Die Struktur beider Schilder ist grobschuppig
(Textf. 319). Behaarung. Zwei sehr kleine Vertexbörstchen
(Textf. 321); dahinter zwei winzige zueinander gerichtete Rand-
börstchen; zwei große, stabförmige, in der distalen Hälfte äußerst
fein behaarte Schulterborsten (Textf. 318); zwei ebenso be-
schaffene Medianborsten;; zwei ebenso beschaffene Pygidialborsten ;
19 Paare kleine Börstchen auf der Notocephale und 34 Paare
solcher auf der Notogaster, wovon zehn Stück am Seitenrande
je in eine Kerbe und voneinander zwei Kerben entfernt.
Bauchseite. Tritosternum (Textf. 324) kurz, fast zweimal
so hoch als hinten breit, vorn zweimal schmäler als hinten; seine
Laciniae kurz zweireihig, etwas lang behaart (dunenfiedrig). Ob-
wohl durch Zurückziehung des ganzen Gnathosoma (olim Capi-
talum) dieses sich beträchtlich dem Tritosternum nähern kann,
kommt es mir vor, daß bei dieser Spezies das Tritosternum typisch
weit vom Kamerostom entfernt, dagegen dem Sternum angepreßt
ist. Sternimetasternale (Textf. 322) lang, vorbeian den Coxae IV
nach hinten reichend, dort mit abgerundeter Spitze, vorn mit drei
seichten Ausbuchtungen (— —_—). Anale sehr groß, fast kreisrund.
Anus hinter dem Mittelpunkte seines Schildes. Struktur dieser
Schilder grobschuppig. Peritrematalia lang, schmal, hinten
spitz, an der Außenseite der Peritremata entlang laufend. Be-
‘ haarung. Das dritte Sternalpaar weit nach hinten, fast auf der
Höhe der Mitten der Coxae III; das Metasternalpaar auf der Linie,
welche die Zwischenräume zwischen Coxae III und IV verbindet;
das Genitalpaar hinter der Mitte der Coxae IV. Vier Paar Ventral-
haare, wovon das hinterste bedeutend stärker, wie die drei, Anal-
borsten. In der weichen Bauchhaut noch zwölf Paare kleine Bor-
sten. Auf der Verlängerung einer Linie, welche zwischen den Coxae
II und III hindurchgeht, befindet sich außerhalb der Peritremata
in der weichen Haut noch je ein Börstchen. Peritremata den
9. Heft
94 Dr. A. ©. Oudemans:
Asca affinis Oudms. Nph. II.
— 323. Umriß eines größeren Ex. — UropodaWdampfi Suamn: Nph. II. —
326. Rückenseite. — 327. Rückenhärchen von der Seite. — 328. Idem von oben. —
329. Bauchseite.. — 330. Tritosternum. Maxillae vent.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 95
Foveolae pedales entlang laufend bis schief vor den Coxae I, nicht
dorsal werdend.
Epistom (Textf. 321) hoch gleichschenkelig dreieckig, dick,
daher gut wahrnehmbar, distal gegabelt. Styli etwas gebogen.
Mandibeln kurz (In Textf. 321 sind sie zu zwei Drittel sichtbar) ;
mit deutlichem seicht gebogenen tibialen Sinnesorgan; der
Digitus mobilis kürzer als der D. fixus (Textf. 324). Maxillen.
Das Kamerostom trapezoidal, hinten breiter als vorn, ebenso lang
als vorn breit, hinten und in den Hinterecken stärker chitinisiert,
ohne Medianrinne, dagegen mit neun Ouerreihen von je vielen ver-
schwindend kleinen Zähnchen. Die Coxalborsten auf gewöhnlichem
Platz. Die zwei hinteren Hypostomborstenpaare dagegen nach
hinten verschoben, so daß sie den Eindruck von Coxalborsten
machen; die inneren derselben lang und am meisten verschoben;
die äußeren kurz und dabei nach außen gerückt. Die Hörnerbasen
ohne Grenze zwischen sich (!), vorn abgerundet abgestutzt; die
Hörner von gewöhnlicher Form; die Innenmalae zusammen einen
Halbkreis bildend, kurzgefranst und mit zwei sehr kurzen unbe-
haarten Laciniae. Die vordersten Hypostomborsten lang, haar-
förmig.
Beine (Textf. 320). Das zweite Paar am dicksten, dann folgen
das erste, dritte und vierte Paar. Alle mit sehr kurzen Dörnchen.
Tarsus I mit einer wahren Bürste von Tasthaaren. Tarsus IV mit
einem Tasthärchen. Die Ambulacra nehmen vom ersten bis zum
vierten Paare allmählich ab.
Habitat: in faulenden Blättern, in Humus, auf Putorius
vulgaris (L.), Putorius $utorius (L.), Talpa europaea L., im Nest
des letzteren. — Patria: Utrecht, Haag, Vegesack, Sittard. —
Tempus: Mai, Oktober. — Inventores: Oudemans, Poppe,
F. Heselhaus.
Bemerkungen. Die Art steht offenbar zwischen Asca aphı-
dioides (L.) und A. peltata (Koch). — Die großen, breiten Indivi-
duen mit breiten Rückenschildern kann ich nicht erklären; man
sollte geneigt sein, sie für Deutonymphae zu halten, welche im
Begriff sind, in Adulti sich zu häuten, aber ich konnte keine Spur
von Beweisen dafür finden ;auch könnte mansie fürabnormalernährte
Individuen halten; aber in beiden Fällen sind die so viel größeren
Rückenschilder ein Rätsel: Schilder sind nicht dehnbar. — Noch
eine Frage: Warum sind bisher noch keine Adulti gefunden? Als
ich die Riesen sah, meinte ich endlich Weibchen zu haben, aber
das war eine Täuschung!
UROPODIDAE.
Uropoda dampfi Oudms.
(Textf. 326—330.)
1. Mai 1913. Uropoda dampfi, nov. sp. Oudemans in Ent.
Ber., vol. 3, Nr. 70, p. 374. Nph. II, Diagnose.
9. Heft
96 Dr. A. ©. Oudemans:
Deutonympha (Textf. 326). Länge 604 u, größte Breite 387 u.
Die Beinlängen waren nicht zu messen, weil die Beine zurückge-
zogen waren. — Gestalt schön oval, mit der Spitze nach vorn.
Gleich hinter dieser abgerundeten Spitze und über den Beinen I
ist der Rand seicht eingebogen. Ganz hinten gibt es jederseits
ein Kerbchen. Farbe fast weiß, ins gelbliche spielend.
Rückenseite (Textf. 329). Das Medium nimmt den größten
Teil des Rückens ein; es erreicht vorn und hinten den Rand. Hinten
hat es jederseits eine Kerbe, wodurch ein sehr kleines Teilchen wie
ein Anhängselchen erscheint. Das Marginale ist durch die eigen-
artige Entwicklung des Dorsale in zwei seitliche Randschildchen
geteilt. Es ist sehr schmal, am weitesten 23 u und läuft vorn und
hinten beiderseits ganz spitz aus. Die beiden Teile kommen vorn,
beim Vertex, fast an die mediane Linie, hinten dagegen bleiben
sie eine weite Strecke voneinander entfernt. — Struktur spiegel-
glatt, ohne Schuppen. — Behaarung auf dem Medium. Das
vorderste Paar, die Vertikalhaare, unterscheiden sich in nichts von
den anderen. 15 Randpaare sind auf regelmäßigen Entfernungen
radiär gestellt. Vom Vertex nach hinten zwei divergierende Reihen
von je elf Härchen. In der Mitte des Rückens drei Paare, hinten
noch vier Paare. In den Marginalia je zwölf Härchen, wovon die
zehn vordersten zentripetal gerichtet sind. Die Härchen sind
klein, 14—17 u lang, mehr oder weniger lanzettförmig, und beı
der Anheftung geknickt, aber von der scharfen Seite gesehen
stabförmig (Textf. 327, 328).
Bauchseite. Des Tritosternums proximaler Teil(Textf.330),
länglich trapezoidal, distal mit zwei lateralen Zähnchen. Sein distaler
Teil eine kleine Strecke ganz, dann dreispaltig; die mediane Lacinia
lang und beiderseits fast unwahrnehmbar gefranst; die beiden
lateralen Laciniae halb so lang und nur an ihrer Innenseite gefranst.
Das Sterni-metasterni-genitale (Textf.329) dreimal länger als
es zwischen den Coxae III breit ist; es reicht nach hinten weit vorbei
an den Coxae IV, wo es nur wenig breiter wird und abgerundet-ab-
gestutzt ein wenig über das Ventrale greift. Das Ventrale gleicht
im Umriß wohl ein bißchen der Trapa natans-Frucht, hat spitze
Flügel. Das Anale ist sehr klein, offenbar scharf vom Ventrale
geschieden, ein liegendes Oval, vorn stark chitinisiert, hinten mit
einer Reihe Pünktchen (Cribrum?). Das Tectum (ganz vorn)
ist ein schmales gebogenes, gleichbreites Bändchen mit stumpf-
gekerbtem freien Rande und medianem stärker chitinisierten Stift-
chen. Die Propleurae weisen zur Seite der Coxae I mit einer
Spitze nach dem distalen Ende der Peritremata. Die Mesopleu-
rae von gewöhnlicher Form, legen sich stumpf-abgestutzt gegen
den nach innen gebogenen Teil des Peritremas an. Die Meta-
pleurae stecken sich teils zungenförmig, teils vogelköpfchen-
ähnlich zwischen die Fossulae pedales III und IV. Die Meta-
podialia dreieckig mit einer längeren gebogenen Spitze nach
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 97
außen. Das Stigma liegt verhältnismäßig weit nach außen, der
Coxa II gegenüber. Das Peritrema läuft erst mediad, biegt sich
dann plötzlich nach vorn, dann wieder nach außen, wodurch die
abgelegte Strecke einer Klammer gleicht ([), biegt sich dann
nach vorn um, erreicht gegenüber der Spitze der Propleurae den
Rand und macht hier einen Halbkreis, so daß diese zweite Strecke
einem Schuhknöpfer ähnelt. Behaarung. Fünf Paare äußerst
kleine Börstchen auf dem ‚Sternum‘ ; gleich dahinter zwei Quer-
reihen von je vier auf dem Ventrale, zwei das Analschild flankierend,
eins auf jeder Analklappe und zwei längere Härchen postanal auf
dem Anale.
Epistom. Nur seine lange schleifenförmige behaarte Mittel-
spitze war wahrnehmbar (Textf. 320, zwischen den Palpen).
Mandibeln waren nicht zu sehen. Labrum. Ich konnte das
unbehaarte (?) ganz durchsichtige, fast haarförmige Labrum
unterscheiden (ebendaselbst, zwischen den Laciniae hypostomatis).
Maxillen. Die Coxalteile sind, wie bekannt, zum größten Teil
hinter den Coxae der Beine I versteckt. Von den Coxalhaaren sah
ich nur eins (siehe links), es ist kurz, dick, schlaff und zweireihig
behaart. Das nach vorn darauf folgende Hypostompaar ist borsten-
förmig und hat nur sehr wenige Bärtchen. Das darauf folgende ist
kürzer und glatt, und das vorderste Paar lang, stark und glatt.
Die Hörnerbasen sind dreieckig, mit runder Spitze; die Hörner
selbst gewöhnlich, schwer chitinisiert; die Innenmalae sehr lang,
platt, durchsichtig, zweireihig, kurz-gebärtet. Palpgenu ventri-
intern (siehe rechts) mit kurzem, gebogenem, distal stumpfem
Dörnchen. Palptarsus mit zweizinkiger gebogener Gabel (siehe
links), welche von einer bestimmten Seite gesehen kuhfußartig
aussieht (siehe rechts).
Beine, wie bei allen Uropodidae mit zurückziehbaren Beinen,
kurz. Das freie Blättchen oder Crista, das alle Trochanteres und
Femora ziert, ist sehr klein. Die Glieder tragen an drei Seiten nur
je ein oder zwei äußerst feine Härchen, dorsal zwei oder drei kleine
Dörnchen (Textf. 326). Tarsus I lang, zylindrisch, mit mehr Dörn-
chen und distal auf dem schief abgestutzten Ende einen Schopf
von Tasthärchen, wovon zwei distal spatelförmig erweitert sind
und eins länger als der Tarsus ist. Praetarsus und Ambulacrum
gewöhnlich.
Habitat: Maulwurfsnest. Patria: Hohenkrug bei Stettin.
Tempus: November. Inventor: Herr A. Dampf in Königsberg
1. Pr., der vier Exemplare an Spalacopsylla unidentabus (Klti.) ge-
heftet fand, welche Herr W. Haars im Maulwurfsnest erbeutete.
Bemerkungen. Der Stiel, womit diese vier Exemplare an-
geheftet waren, war sehr kurz, maß kein Viertel der Länge des
Tierchens. — Die Art ist sehr nahe an Uropoda bosi Oudms. ver-
wandt, was aus dem Bau und der Bewaffnung des Hypostoms
erhellt. Und wenn man in Erwägung zieht, daß diese ganz anders
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 9. 7 9. Heft
98 Dr. A. C. Oudemans:
sind als bei U. vegetans de Geer, tarsale Rob.-Desv., obscurus
Koch, spatulifera Mon. (siehe Ent.-Ber. v. 4, Nr. 74, p. 29—34),
so gehören bosi und dampfi ganz bestimmt zu einem anderen
Genus.
Trachyuropoda rackei Oudms.
(Textf. 331—361.)
1. Mai 1912. Trachyuropoda rackei nov. sp. Dudms. Larva,
‚ d-Diagnose, in Ent.-Ber., vol. 3, Nr. 65, p. 245.
1. Sept. 1912. Idem, in Tijds. Ent, vol. 55, Verslagen, p. LI.
1. Sept. 1913. Idem, Nph. II, Diagnose, in Ent.-Ber., vol. 4,
Nr.'78, p- 9.
Larva (Textf.332). Das einzige Exemplar war eigentlich gar kein
Exemplar mehr, sondern nur eine Haut, die von der Protonympha
verlassen war, und dabei verstümmelt. Länge 275 u, Breite in
der Mitte 190 u. Länge der Notocephale 220 u,
Breite derselben hinten 158 u. Länge der No-
togaster 27 u, Breite derselben hinten 88 u.
Größte Länge der Intermedia 20 u, Breite
derselben 35 u. Länge der Beine . . resp. 190
und 172 u. — Gestalt wohl fünfeckig-oval zu
nennen, mit der Spitze nach vorn, vor den
Schultern dreieckig mit fast spitzem Vertex,
hinter den Schultern viereckig, im ganzen fünf-
eckig, aber so abgerundet, daß es in der Ferne
oval erscheint. — Farbe farblos, aber die
hier und da etwas schwer chitinisierten Bein-
Trachyuropoda u an
Oudms. Dr — glieder rosigbraun.
Hypostom, ea
Rückenseite wie bei allen Uropodidae-Larven von vier
Schildchen teilweise gedeckt. Notocephale abgerundet drei-
eckig mit medianer Hinterspitze (Anhang); Notogaster trape-
zoidal, dreimal breiter als lang, hinten breiter als vorn, vorn kaum,
konkav. Intermedia wie gewöhnlich mandelförmig, mit der
Spitze mediad. Die Struktur der Schilder glatt ohne Schuppen,
der weichen Haut dicht gestreift-punktiert wie bei Eriophyes und
einigen Trombidium-Larven. Behaarung. Zwei Vertikalhaare,
zwei Postvertikalhaare, zwei Paar Haare am Rande der Noto-
cephale, zwei Haare extern von den Intermedia und zwei Pygidial-
haare. Alle diese sind in ihrer proximalen Hälfte stab-, in ihrer
distalen messerförmig. Über den Coxae I ein Paar; vier Paare
submediane, wovon drei Paare auf der Notocephale und nach vorn
gerichtet, zwei Paare zur Seite der Notogaster, vier Paare am
Rande der Hinterecken. Alle diese letzten Haare sind mehr ge-
wöhnliche Borsten. Zwischen den vordersten Schildrandhaaren
befinden sich zwei Ringlein; ich glaube, daß hier zwei kleine
Börstchen gestanden haben. Ä
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 99
Bauchseite. Tritosternum (Textf. 331) länglich, in vier
Laciniae spaltend, wie ein Pinuskeimling aussehend. Sternale
(Textf. 333) fast länglich viereckig, breit, zwischen Coxae II etwas
eingeschnürt; nicht weiter nach hinten reichend als die Hinter-
seite der Coxae III. Anale liegend länglich viereckig, vorn etwas
konvex, hinten und an den Seiten fast gerade. Anus weit nach
vorn, in der Konvexität. Struktur des Sternums glatt, des Anale
porös-punktiert. Behaarung. Die drei Sternalpaare und das
Metasternalpaar in gleichen Entfernungen. Das Analpaar ein wenig
334 83
Trachyuropoda rackei Oudms. Larva. — 332. Rückenseite. — 333. Bauchseite,
— 334. Ende d. Tarsus II. — 335. Fächerhärchen d. Tibia I.
entfernter. Das Postanalhaar weit nach hinten. Ein starkes Bor-
stenpaar zur Seite des Anale.
Epistom ‚Textf. 332) lang-dreieckig, durchsichtig, unbehaart.
Labrum (Textf.331) nicht länger als die Laciniae Hypostomatis,
fein behaart. Maxillae. Die Coxalpartie weist ventral merk-
würdigerweise vier Querreihen von äußerst feinen Zähnchen
auf! was mir bis jetzt von Uropodidae unbekannt war.
Es ist jedenfalls wieder ein Beitrag zu den Verwandtschaftsbezieh-
ungen dieser Familie zu den Parasitidae, aber eine Medianrinne
gibt es nicht. Die Hörner sind gewöhnlich. Die Laciniae unbehaart.
Die Palpi zeichnen sich durch fünf Tasthaare aus (Textf. 332), wovon
zwei an der Tibia lang und geknickt.
Beine. Trochanter I dorsodistal mit gesägtem Rande.
Femur I, Genu I, Tibia I interno-distal gesägt, dorsoextern je mit
zweikrummen Dornen. Coxa II (Textf. 333) und Genu II dorsodistal
1 9. Heft
100 Dr. A. ©. Oudemans:
gesägt. Femur Il, Genu Il, Tibia Il dorsoextern je mit zwei
krummen Dornen. Genu Ill, Tibia III, Tarsus III dorsal mit
zwei resp. zwei und einem paletteförmigen Härchen. Coxa III
und Tibia I mit fächerförmigem Härchen.
Bemerkungen. Bei der Larve befinden sich die Beine auf
ihrem gewöhnlichen Platz, sind nicht zur Medianlinie gerückt, be-
mr
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I
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Trachyuropoda rackei Oudms. Nph. II. — 336, 337. Rückenhärchen. — 338. Vertex*!
härchen von der Seite. — 339. Härchen d. Tarsus II. — 340. Rückenseitee — 341.
Femur u. Genu II. vent. — 342. Bauchseite. — 343. Trochanter, Femur, Genu I. vent.
decken nicht zum Teil die Gnathosombasis und können nicht in
Gruben zurückgezogen werden. Das sind alles primitive Merk-
male.
Deutonympha (Textf. 340). Länge ohne den Anus 670 u, Breite
in der Mitte 393 u. Länge des Rückenschildes (Medium) 670 u,
Breite in der Mitte 322 u. Länge der Beine 380 resp. 340, 305 und
380 u. Gestalt fast länglich-eiförmig. Farbe weiß, höchstens
etwas ins schmutziggelbliche spielend.
Rückenseite (Textf. 340) Medium zum größten Teil flach,
an den Seiten abfallend, in der Mitte länglich-elliptisch vertieft,
in der Medianlinie dieser Vertiefung ein Kiel. Struktur. Der
Rücken war so von schwer zu beseitigendem Staub und
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 101
Schmutz bedeckt, daß es schwer war, die Struktur zu ent-
ziffern. In der Figur habe ich angegeben, was ich gut
wahrnehmen konnte: Am Rande beiderseits eine Längs-
reihe von runden Grübchen; dann, etwas mediad, fünf etwa drei-
eckige Gruppen von solchen; auch der Kiel ist deutlich damit
besetzt; einige der Grübchen fließen zusammen. Am Rande der
medianen Vertiefung sind auch Grübchen zu sehen, und hinter der
Vertiefung eine Masse kleinerer runder Grübchen, die weiter von-
einander stehen. Der übrige Teil des Mediums ist ebenfalls voll
Grübchen, doch waren: diese im allgemeinen zu flach, zu undeutlich,
um sie wiederzugeben. — Die weiche Haut beiderseits des Mediums
ist fein längsgerunzelt. — Behaarung. Die zwei Vertikalhaare
sind kurz, breit, gekerbt (Textf. 338 gibt eins von der Seite wieder).
Alle übrigen Rückenhaare sind stabförmig glatt (Textf. 336) oder
etwas gekerbt (Textf.337). Man findet deren jederseits: in der
weichen Haut etwa 23, am Schildrande 13, am Plateaurande 9,
auf dem Plateau selbst 7, in der Vertiefung 11.
Bauchseite. Iritosternum (Textf. 344)
kurz, kaum zweimal länger als breit, proximal
mit Einschnürung, distad sich verjüngend,
dort jederseits mit Zähnchen; drei Laciniae sind
proximal miteinander verwachsen. Jugulare(!)
(Textf. 342) kurz, breit, um die Coxae I greifend.
Sternale sehr lang und schmal, bis hinter die
Coxae IV reichend. Ventrale etwa fünf-
eckig, mit einer Ecke nach vorn, bis zum
Hinterrande reichend. Anale winzig, als
Wulst über den Hinterrand hinaustretend.
Endopodialia stärker chitinisiert, nicht mit-
einander verwachsen. Mesopleura greifen
um die Coxae II. Metapleura, außer einem _|
Dreieckchen nach vorn, sofort extrad gerichtet. RER AT, Fre
Metapodialia groß, fast viereckig, um die HyPpostom, Tritosternum.
Coxae IV greifend.. Rund um das Ventrale eine Menge
kleiner Schildchen, welche teils das Genitale (?), teils
Metapodialia, teils Inguinalia repräsentieren. Struktur.
Alle diese Schilder sind mit zahllosen runden Grübchen versehen,
außer dem Jugulare, das glatt ist. Behaarung. Die zwei Meta-
sternalhärchen in der weichen Haut; die zwei Genitalhärchen je
auf einem Schildchen; vier Paar Härchen auf dem Ventrale und
18 Paare auf den kleinen Schildchen. Peritrema. Es läuft erst
nach vorn, dem Rande parallel, biegt sich dann nach außen, nach
vorn und nach innen, so daß es eine Klammer ([) bildet, dann
wieder nach vorn, wo es zur Seite der Coxae I dem Rande anliegt.
Wo die Klammer (]) ist, wird der Leibesrand wie nach außen ge-
drängt, was auch bei dorsaler Betrachtung sichtbar ist; er bildet
dort, hinter dem zweiten Beinpaare, eine ‚Schulter‘.
9. Heft
102 Dr. A. ©. Oudemans:
Epistom lang, behaart (Textf. 344). Labrum kürzer,
ebenfalls behaart. Maxillen ohne Medianrinne, aber mit drei
Ouerreihen von äußerst kleinen Zähnchen. Coxalborsten kurz,
dick, gekrümmt, einseitig gefranst, distal gegabelt. Hintere
Hypostomhaare lang, mit drei Bärtchen; mittlere kurz, dornför-
mig; vordere lang, haarförmig. Hörner gewöhnlich, kurz. Malae
internae lang, unbehaart. Palpen dorsal (Textf. 340) an Tibia
und Tarsus mit je drei Tasthärchen.
349
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Trachyuropoda rackei Oudms. ? — 345. Tecetum vent. — 346. Haar d. Coxa I vent.
— 347. Ende d. Tarsus II vente. — 348. Haar d. Scutum vent. — 349. Vertex. —
351. Rückenseite. — 352. Bauchseite. —
Beine (Textf. 340) mit kurzen, dicken, beiderseits gekerbten
oder gesägten, blattförmigen Haaren (Textf. 339). Tarsus I distal
mit vielen Tasthaaren, die namentlich nach außen einen Pinsel
bilden.
Bemerkungen. Das Tritosternum ist noch nicht von den
Coxaell verdrängt worden(Textf.342).Die Beinesind lang undnichtin
Gruben zurückziehbar. Das sind beides primitive Merkmale.
Femina (Textf. 351). Länge 826 u, Breite hinter der Mitte
534 u. Länge des Medium 670 u, größte Breite desselben 490 u.
Länge des Posterius 82 u, Breite desselben 270 u. Die Länge der
Beine ist ihrer Krümmung wegen zu schwer anzugeben. Gestalt
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 103
sehr breit oval, über den Beinen I und II seicht konkav, so daß
jederseits zwei niedrige Schultern entstehen. Farbe schmutzig-
gelblich.
Rückenseite (Textf.351). Die Vorderspitze des Medium
erreicht den Vertex nicht, hat offenbar seinen eigenen ‚Vertex“.
Sein Rand bleibt gleichmäßig weit vom Leibesrande entfernt;
nur hinten ist er gerade abgestutzt, so daß es einen Teil des Hinter-
rückens unbedeckt läßt. Drei Längskiele erheben sich auf dem
Medium, einer median und zwei lateral, wo die Deutonympha
ihren Plateaurand hatte. Die schmale ovale Vertiefung der Deuto-
nympha ist verschwunden; das ganze Plateau ist gesunken und
bildet jetzt eine sehr breite Vertiefung, deren Ränder seitlich nur
seicht einfallen, vorn aber sehr steil (dunkel schraffiert). Der
mediane Kiel fällt hinten auch ziemlich steil ab. Das Posterius
ist halbkreisförmig. Das Marginale zerfällt in zwei Marginalia,
die vom Vertex sich nach hinten erstreckend, noch nicht die Mitte
des Randes erreichen. Struktur der Schilder: voll tiefer runder
Grübchen. Behaarung. Die zwei Vertexhaare sind kurz und
rauh-pinselförmig (Textf. 349). Die übrigen ATt---
Rückenhaare sind stabförmig (Textf. 336) oder
etwas gekerbt (Textf. 337) oder kurz kolben-
förmig, oder dick stabförmig (hinten am
Rücken). Jederseits findet man: auf den
Marginalia 6, in der weichen Haut am Rande
10, submarginal 10, am Schildrande 10, auf
dem Außenfelde (-abhang) 8, auf dem inneren
Abhang 9, submedian 10. Am Hinterende des
“Kiels 2 längere typische stabförmige, hinten
am Posterius 2, am Hinterrande 6.
Bauchseite. Tritosternum (Textf. 350)
wie bei der Deutonympha, aber die drei La-
ciniae sind eine längere Strecke miteinander
verwachsen und selbst länger, namentlich die
mediane (m). Alle Schilder (Textf. 352) außer
dem Anale sind miteinander verwachsen; von
diesem großen Schilde sind die Seitenränder
nicht nur stark abfallend, sondern auch stärker
chitinisiert, was nicht bei dem Hinterrande
der Fall ist. Stärker chitinisierte Leisten oder
Teile habe ich auch dunkel angegeben; so z.B.
zwei horizontale Leisten zwischen den Bein-
gruben III und IV, der Hinterrand des Kame-
rostoms; der Rand des sogenannten Genitale.
Anale halbkreisförmig. Die Struktur ist Trachyuropoda rackei
teils glatt (Sternum, Teil hinter dem Genitale, Oudms, 7. — 350.Hypo-
- stom, Tritosternum, Styli.
Beingruben), teils mit schwer wahrnehmbaren — 353. Mandibelschere
sin. dorsiext. — 354.
seichten Grübchen (breites Band vom Genitale Mandibel sin. dorsi-ext.
9. Heft
104 Dr. A. C. Oudemans:
nach hinten und außen), teils mit tiefen Grübchen (die übrigen Teile).
Behaarung. Das vorderste Sternalpaar submedian ; das zweite bei
der Vorderspitze des Genitale; (wo ist das dritte ?); das Metasternal-
paar zur Seitedes Genitale; das Genitalpaar hinter (!) dem Genitale;
das Ventralschild mit zwölf Paar Haare, wovon 16Stück in vier Längs-
reihen. In der weichen Haut noch sechsPaar. Die drei vordersten Paare
von all den hieroben genannten sind feine Härchen; alle anderen,
von den Genitalhaaren nach hinten, sind kurze, dicke, gebogene
und gekerbte Haare (ungefähr wie die Vertikalhaare der Deuto-
nympha (Textf.338). Das Peritrema zerfällt in zwei Teile; der
Vorderteil ist S-förmig, der hintere —-förmig.
Tektum. Unter dem Vertex befindet sich das Tektum
(Textf. 352); es ist niedrig-hügelförmig, besetzt mit Dörnchen
(Textf.345) und trägt an seinem Gipfel ein rauh-pinselförmiges Haar.
Das Epistom ist lang-zungenförmig (Textf. 359e), durchscheinend,
fein behaart. Das Labrum ebenfalls (Textf. 3501). Mandibeln
(Textf. 354) 428 u lang, das ist die Hälfte der Leibeslänge, also
für eine Uropodide, kurz. Der 44 u lange Digitus fixus (Textf. 353)
hat nur einen gewaltigen Endzahn, ist weiter nach vorn
verlängert mit einem feinen durchsichtigen lang-dreieckigen
Häutchen. Der Digitus mobilis hat nur einen Incisivus und einen
kleinen Molaris. Maxillen. Das Coxalborstenpaar konnte ich
nicht wahrnehmen. Die hinteren Hypostomborsten (Textf. 350)
sind lang, die mittleren kurz, stumpf, die vorderen wieder lang;
ich sah keine Medianrinne und keine Zähnchen. Die Hörner ge-
wöhnlich, aber etwas lang; die Membranula klein, halbkreisrund;
die Laciniae lang, glatt.
Beine (Textf. 351). Femur I distal-intern mit Sporn. Tarsus I
mit langem dorsalen Tasthaare und zwei Riechhaaren, wovon
eins quergestreift. Prätarsus I zilindrisch, Krallen klein, Haft-
lappen zweiteilig. Prätarsus II—IV glockenförmig, Krallen größer,
Haftlappen dreiteilig, wovon der mittlere (ventrale) spitz. Rücken-
seite der Beinglieder mit kurzen palette- oder dornförmigen Här-
chen. FemurI auch ventral (Textf. 352) mit Sporn. Femur II ebenso. |
Tarsus II distal-ventral mit drei starken Dornen (Textf. 347).
Mas. Länge 800 u. Breite hinter der Mitte 547 u. Maße der
Rückenschilder nach Verhältnis, denn die Rückenseite ist wie
beim ? gebaut. Gestalt und Farbe wie beim 9.
Rückenseite wie beim 2 (Textf. 351).
Die Bauchseite aber ist bedeutend verschieden (Textf. 358).
Ein besonderes Anale fehlt. Der Rand des Gesamtschildes bleibt,
von den Schultern nach hinten, stets mehr vom Leibesrande ent-
fernt, ist grob und stumpf gekerbt, mit stark chitinisierten Rändern.
Das ‚„Genitale‘ ist klein, rund und befindet sich selbst hinter
den Coxae IV. Das Tritosternum wie beim 2 (Textf. 359), aber
ohne Zähnchen! Struktur. Ein großer Kreis rund um das Geni-
tale, die Beingruben I und II, der größte Teil der Beingruben Ill
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 105
und ein Drittel der Beingruben IV ist glatt. Der Rest des Schildes
ist mit tiefen runden oder ovalen Grübchen versehen, welche vom
Hinterrande des Schildes nach vorn stets kleiner werden bis zum
Verschwinden beim Genitale. Behaarung. Wo ist das vordere
Sternalpaar ?, das zweite steht zwischen den Coxae III, das dritte
zwischen den Coxae IV; das Metasternalpaar gleich vor und das
(renitalpaar gleich hinter dem Genitale. Auch die Ventralhaare
N
356 3 Yet
U Y
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Trachyuropsda rackei Oudms. d. — 355. Haar d. Skutum ventr. — 356. Haar
d. Goxa I ventr. — 357. Ende d. Tarsus II vent. — 358. Hypostom, Tritosternum,
Styli. — 359. Ende d. Tarsus I dext. vent. — 360. Bauchseite. — 361. Troch. u. Femur
I dext. vent.
und Analhaare sind alle feine Härchen. Aber in der weichen Haut
befinden sich sechs Paare von denselben Borsten wie beim 9.
Peritrema wie beim 9.
Tektum, Epistom, Mandibeln, Hypopharynx, Maxil-
len wie beim Q ;nur die Laciniae derletzteren sind behaart (Textf.359).
Beine wie beim®. Femur II (Textf. 361) ventral-median mit
starkem stumpfen Dorn. Tarsus II distal-ventral mit vier (nicht
drei) starken Dornen (Textf. 357).
Bemerkungen. Bei beiden Geschlechtern ist das Trito-
sternum nicht durch die Coxae verdrängt worden. Das ist ein
primitives Merkmal.
9. Heft
106 Dr. A. C. Oudemans:
Schon ein paarmal habe ich bei den Beschreibungen von
Parasitidae die Frage erörtert (siehe Heft 8, S. 145 usw.), ob wir
nicht berechtigt seien, den kleinen runden Deckel der männlichen
Genitalöffnung das ‚„Genitale‘ zu nennen, denn, so urteilte ich,
wenn das Weibchen ein Genitale besitzt, wo ist dann das Genitale
des Männchens. Bei den ? Parasıtidae ist das Genitale dreieckig,
oder anders beschaffen, aber immer trägt es das Genitalborsten-
paar. Bei sehr vielen $ Parasitidae befindet sich zwischen den
Hintergrenzen der Coxae IV eine deutliche Ouerlinie, und gleich
davor befindet sich das Genitalborstenpaar; bisweilen verlaufen
von den Innenhinterecken der Coxae IV zwei Linien konvergierend
nach vorn und mediad; meistens erreichen diese Linien die J-
Genitalöffnung; so daß ein mehr oder weniger deutliches Dreieck
bemerkbar wird. Ich glaube, daß wir diese dreieckige Partie,
welche außerdem das Genitalborstenpaar trägt, als Genitale
anzusehen haben. In Folge hiervon müssen wir den kleinen runden
Deckel der männlichen Genitalöffnung betrachten als ein Gebilde,
das dem Weibchen abgeht. Ich schlage vor, diesen Deckel einfach
Operculum zu nennen; er trägt ja auch kein Genitalborstenpaar.
Wenn wir nun bei den Uropodidae die Genitalöffnung von einem
Deckel geschlossen finden, auch beim Weibchen, drängen sich die
Fragen uns auf: ist dieser Deckel vergleichbar mit dem Genitale
der Parasitidenweibchen? Auch der Deckel der männlichen
Genitalöffnung? Oder ist dieser dasselbe Gebilde wie der kleine
runde Deckel der Parasitidenmännchen ?
Ich glaube, daß der Deckel der Genitalöffnung, sowohl des
Männchens als des Weibchens der Uropodidae identisch ist mit
dem kleinen runden Deckel der männlichen Genitalöffnung der
Parasitidae, und zwar weil sie kein Genitalborstenpaar tragen,
und schlage deshalb vor, dieses Gebilde ebenfalls Operculum zu
nennen.
Wie wir oben S.104 sahen und wie auch in Textf. 352 ersichtlich
ist, befindet sich das Genitalborstenpaar bei den Uropodidenweib-
chen hinter der Genitalöffnung, hinter dem Operculum. Das-
selbe muß vom Genitalborstenpaar des Männchens gesagt werden
(Textf. 358). Ganz sicher urteilen wir, daß der Teil des Ge-
samtschildes, welcher das Genitalborstenpaar trägt, identisch sein
muß mit dem Genitale der Weibchen der Parasitidae.
Habitat: In Maulwurfsnestern. — Patria: Holländisch
Limburg. — Tempus: August bis Juni. — Inventor: F. Hesel-
haus=s..%
Cilliba minor Berlese.
(Textf. 362, 363; Taf. II, Fig. 16—22.)
Deutonympha (Textf.362). Länge393 u, Breite etwas hinter der
Mitte 305 u. Maße des Rückenschildes dieselben. Die Länge der
3eine konnte ich ihrer Krümmung wegen nicht gut messen.
Gestalt breit-oval. Farbe blaßockergelb.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 107
Rückenseite (Textf. 362) gänzlich von nur einem Schilde be-
deckt. Merkwürdig ist die gänzliche Abwesenheit eines Marginale,
welches doch beim 9 (auch beim &?) deutlich ist. Man muß wohl
annehmen, daß Medium und Marginale ohne Grenze ver-
wachsen sind. — Struktur spiegelglatt. — Behaarung. Alle
Härchen winzig und radiär gerichtet. Bei oberflächlicher Betrach-
tung sollte man meinen, daß zahlreiche winzige Härchen am Rande
stehen; bei sorgfältiger Untersuchung ergibt sich, daß diese ventral
sind. — Die vordersten Härchen sind selten die wahren Vertikal-
Cilliba minor Berl. Nph. II. — 362. Rückenseite. — 363. Bauchseite.
härchen, denn der Rand ist hier, wie so oft bei Uropodidae, ventrad
umgebogen, so daß man die wahren Vertikalhärchen erst bei ven-
traler Betrachtung sieht (Textf. 363). — Hinter den Vertikalhärchen
ein Paar. Dahinter wieder ein Paar und von diesen aus kann man
ringsum einen Kreis von Härchen verfolgen, jederseits 15, sub-
marginal. Innerhalb dieses Kreises eine zweite Ellipse von jeder-
seits 12, dann eine längere Ellipse von jederseits 8. Achtet man
diese Kreise nicht, so zählt man, inklusiv die Vertikalhärchen 12
submediane Paare, wovon 6 im Mittel- und Hinterrücken je von
einer Pore begleitet sind.
Bauchseite (Textf.363) Ein großes Zentralschild, das offenbar
ausder Verwachsung von Sternale, Metasternalia, Genitale,
Endopodialiaund Metapodialia entstanden ist, denn es trägt die
9. Heft
108 Dr. A. ©. Oudemans:
bekannten fünf Paar Haare, schiebt sich flügelartig zwischen die
Coxae und breitet sich hinter Coxae IV aus. Ungeachtet der großen
Ausdehnung des Schildes hinter den Coxae IV, glaube ich, daß
das Ventrale nicht daran beteiligt ist. Vorn gerade, hinten seicht
konvex. Ein kurzes aber sehr breites Ventrale, vorn seicht
konkav, hinten konvex, aber mit medianer Aushöhlung zur Auf-
nahme des Anale, das mir einem liegenden Oval ähnlich scheint.
Das Ventrale geht seitlich in die dort ebenfalls ausgebreiteten
Metapodialia ohne Grenze über. Also ist das große Zentralschild
eigentlich doch mit dem Ventrale verwachsen, aber auf Umwegen.
Mesopleura und Metapleura gewöhnlich und deutlich abge-
grenzt. Marginale sehr deutlich, vor den Schultern mit dem
übrigen Schilde (Propleura ?) verwachsen. Struktur der Schilder
spiegelglatt. Behaarung. An dem Rande entlang von Schulter
zu Schulter jederseits 20 Härchen. Ventrale mit vier Paar, Anale
mit zwei Paar Härchen. Poren. Auf einer Linie, welche. die
Vorderränder der Coxae III verbindet, ein Paar Poren. Peri-
trema. Das Stigma befindet sich in der Beingrube gleichweit von
‘ Coxa Il, von Coxa III und vom Rande entfernt. Das Peritrema
richtet sich nach vorn, dann mit seichter Bucht um die Bein-
grube II nach dem Marginale, an dessen Innenrande es nun weiter
läuft bis an die Schulter (auf einer Linie mit dem Zentrum des
Kamerostoms).
Tritosternum, Tektum, Epistom usw. alles wie beim
Weibchen.
Femina (Taf. II, Fig. 16). Länge 260 u. Breite 350 u. Länge des
Medium 447 u. Breite desselben 305 u. Breite des Marginale ganz
hinten 12, seitlich 21 u. Länge des Operculum genitale 134 u.
Breite 72 u. Länge der Beine ihrer Krümmung wegen nicht gut zu
berechnen. — Gestalt breit-oval. — Farbe blaßockergelb, aber
etwas dunkler als die Nph. II.
Rückenseite (Taf. II, Fig. 16) vom Medium und Marginale
gänzlich bedeckt. Diese zwei laufen an den Schultern ineinander..
Struktur spiegelglatt, aber wie auch aus der Abbildung hervor-
geht, zeigt das Marginale radiär gestellte geschlängelte Linien oder
Ritzchen, welche von dessen Innenrande bis zur Hälfte seiner
Breite laufen. Das Medium ist etwas gewölbt; das Marginale da-
gegen ist eher hohl zu nennen, macht einen Winkel mit dem Me-
dium, bildet einen aufstehenden Rand, einen Graben um das
Medium herum, und zwar am stärksten ganz hinten, wo es so steil
steht, daß es dort weniger breit erscheint, und daß die Härchen
zentripetal gerichtet sind. Behaarung. Die zwei Vertikalhärchen
sind durch die ventrade Umbiegung des Vorderrandes ventral (Taf.II,
Fig. 17). Rechnet man sie mit, so gibt es elf submediane Paare,
wovon sechs von Poren begleitet sind. Auf dem Marginale jeder-
seits elf. Im Felde zwischen. den submedianen Längsreihen und
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 109
dem Marginale jederseits 13 Härchen. Alle Härchen sind winzig
und radiär gerichtet.
Bauchseite. Tritosternum sehr kurz (Taf. II, Fig. 19) fast
viereckig;; sein Vorderrand kurz-dreilappig; sein Fühler ist eine drei-
zinkige Gabel, wovon der Mittelzahn am längsten, und alle Zähne
(Laciniae) sehr fein zweireihig gebärtet. Operculum genitale
(Taf. II, Fig. 17) fast elliptisch, hinten kaum abgestutzt, vorn etwas
spitzbogig. Alle anderen Schilder sind miteinander verwachsen. Eine
wahre Naht ist nurwahrnehmbar zwischen dem zentralen Schilde und
den Mesopleurae. Die übrigen gezeichneten schwarzen Linien sind
keine Nähte, sondern scharfe Kanten von stärker chitinisierten
Partien. Struktur der Schilder spiegelglatt. Das Operculum mit
etwa 32 in ungefähr vier Längsreihen gestellten Grübchen. Der
vor diesem Operculum gelegene Teil des Sternums hat auch etwa
zwölf Grübchen aufzuweisen. Behaarung. Die bekannten fünf
Paare umringen das ÖOperculum; drei Paare Ventralhärchen;
zwei Paare Analhärchen; drei Paare zur Seite (welche man wohl
Inguinalhärchen nennen kann); jederseits 20 Randhärchen. Auf
dem ventralen Teile noch drei Paare Poren. Peritrema fast
wie bei der Deutonympha, aber noch einfacher, vom Stigma nach
vorn und ein wenig schief nach außen gerichtet, bis es fast den Rand
erreicht; in seiner distalen Hälfte nur wenig nach außen konvex.
Tektum (Taf. II, Fig. 17) hinter (unter) dem Vertexrande gerade
wie dieser geformt, dick chitinös. Epistom (Taf. II, Fig. 21) lang,
hyalin, spitz, an den Seiten gezähnt und distal offenbar in vier
Schleifen gespalten (drei unter der Spitze verborgen). Die Man-
dibeln konnte ich an meinen Exemplaren nicht wahrnehmen.
Als Labrum unterscheide ich das sehr lange fein behaarte
zylindrische (?) Gebilde (Taf. II, Fig.20).Maxillen (Taf. II, Fig. 19).
Coxalhaare kurz und kurzgebärtet. Hintere Hypostomborsten kurz,
etwas länger als die mittleren; die vorderen am längsten. Das
Mittelfeld des Hypostoms wie von Flaum überzogen. Hörner von
gewöhnlicher Form, aber kräftig. Intern davon ein dreieckiger
Vorsprung; Membranulae in drei oder vier Schleifen gefranst,
wovon eine länger (Lacinia-ähnlich). Zwischen den Membranulae
eine sehr lange äußerst fein behaarte zungenähnliche Schleife.
Ich bin ganz sicher, daß diese nicht das Labrum ist, denn zwischen
dieser Schleife und dem Epistom (Taf. II, Fig. 21) befand sich das
wahre Labrum (Taf. II, Fig.20). Palptrochanter (Taf. II, Fig. 22)
besonders charakteristisch; er trägt distalintern ein flammen-
schwertähnliches Haar, das bis zur Tarsusgabel reicht, und selbst
einen schwertförmigen Ast und vier nadelförmige Ästchen trägt.
Genu mit Dörnchen. Tarsus mit zweizähniger Gabel und dickem
distalem Tasthaar.
Beine (Taf. II, Fig. 16) mit wenigen äußerst kleinen
Härchen besetzt. Femur I dorsal mit Dörnchen; Tarsus I
mit langem distalen Tasthaar und vielen dorsalen geraden und
9. Heft
110 Dr. A. C. Oudemans:
gebogenen Tasthaaren, wovon zwei gebogene distal etwas verdickt;
Tarsus II dorsal mit distalem Riechkölbchen.
Habitat: sehr gewöhnlich in faulenden Blättern, Moos usw.
Auch im Maulwurfsneste. Patria: Ich besitze diese Spezies
jetzt aus den Provinzen Overysel, Gelderland, Noord-Holland
und Limburg. Tempus: wohl das ganze Jahr hindurch (Januar,
März, April, Mai, August). Inventores: (in den Niederlanden)
F. Heselhaus und ich.
TARSONEMIDAE.
Pedieuloides pilosus Oudms.
(Taf. XI, Fig. 1—4.)
1880. Female of Pygmephorus spinosus Michael in Journ.
Oueck. Micr: Club, vol?6, p: 113) T..7, Fig. 2.
1886. Ninfa femina dei Pigmephorus spinosus Berlese in
Bull. Soc. Ent. Ttal, vol’18 D.. 350:
1906. Pediculoides pilosus Oudemans in Tijds. Ent., vol. 49,
Verslagen, p. XVIII (Nympha, sic!).
Im Jahre 1877 beschrieb Kramer (in Arch. Nat., p. 254,
T. 18, Fig. 4—10) eine Tarsonemide unter den Namen Pygme-
phorus spinosus. Er gab diesen Namen, weil das Tierchen wie
Fäustchen gestaltete Vorderbeine hat, und fand es auf einem Maul-
wurfe.
Im Jahre 1880 fand Michael (l. c., Fig. 1, 3, 4, non 2) das-
selbe Tierchen auf einer Fliege. Aber er fand (auf derselben Fliege ?)
noch ein anderes Tierchen, das er für das Weibchen hielt und daher
unter demselben Namen beschrieb und abbildete (l. c., Fig. 2).
Berlese meinte 1886, daß die beiden von Michael be-
schriebenen und abgebildeten Individuen weibliche Nymphen sein
müßten, also zwei verschiedenen Spezies angehörten. In seinem
Eifer, diese Spezies zu scheiden, verwirrte er sie und gab dem’
„Weibchen“ von Michael (mit normalen Vorderbeinen) den
Namen spinosus Kram. und seinem ‚Männchen‘ (mit den Fäust-
chen!) den Namen michaelit:
„delle quali l’una a tarsi anteriori semplici dovra chiamarsi
P. spinosus Kramer, mentre per l’altra propongo il nome di P.
Michaelit‘“.
Also ist michaelii Berlese synonym mit spinosus Kram.
Die Art: ‚Weibchen von spinosus‘‘ Michael taufte ich 1906
mit dem Namen pilosus, meinte aber, es sei eine Nymphe. Seitdem
ist durch die Untersuchungen Berleses und Paolis festgestellt,
daß Michael insofern Recht hatte: das Tierchen ist bestimmt
ein Weibchen. Michaels Abbildung und Beschreibung sind aber
so dürftig, daß bessere dringend geboten sind.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 111
Femina. (Fig. 2) Länge (nüchtern) 300 u, Breite an den
Schultern 190 u. (Ich besitze verschiedene Weibchen von Pygme-
phorus spinosus Kram.; ihre Dimensionen sind sehr verschieden;
es ist also anzunehmen, daß auch die Dimensionen von P. pilosus
Oudms. verschieden sein können, m. a. W., daß es große und
kleine Individuen gibt.) Gestalt mehr oder weniger sechseckig,
breit. — Farbe gelblich.
Rückenseite. Gnathosoma, Propodosoma und Hystero-
soma sind scharf begrenzt. Das Gnathosoma (Fig. 3) ist gleich-
schenkelig dreieckig. Das Propodosoma ist mehr oder
weniger trapezoidal, mit seicht konkaven, nach hinten diver-
gierenden Schenkeln. Die Vorderkante ist nur wenig konvex.
Wahrscheinlich ist die Hinterkante gerade, aber sie ist vom
Hysterosoma bedeckt. Dieses besteht bekanntlich aus freien,
wie ein ‚Nest‘ ineinander geschobenen Segmenten. Es gehört zu
den schwierigsten Aufgaben, die Hinterränder dieser Segmente
zu sehen und in die Zeichnung zu bringen; die Autoren geben
sich deshalb in den meisten Fällen die Mühe nicht. Meistens sind
die Segmente auch so durchsichtig, daß es fast unmöglich bleibt
festzustellen, ob ein gewisses Haar (resp. Borste) über oder unter
dessen membranösem Rande sich befindet. Ich glaube aber, daß
meine Interpretation der Verhältnisse gut ist. Das erste Segment
oder Schultersegment hat eine sehr konvexe Vorderkante, fast
gerade und einander paralelle Seiten und eine tief trapezoidal aus-
geschnittene Hinterkante. Das zweite Segment hat (siehe die
feine unterbrochene Linie) eine fast gerade Vorderkante, fast
gerade, nach hinten ein wenig divergierende Seiten und eine nur
wenig gewellte querverlaufende Hinterkante. Das dritte Segment
hat eine fast gerade Vorderkante, gerade nach hinten konver-
gierende Seiten und eine seicht konkave Hinterkante. Das vierte
Segment eine gerade Vorderkante, gerade konvergierende Seiten
und eine abgerundete Hinterkante. Die Länge sowohl als die
Breite der Segmente nimmt nach hinten ab. Struktur spiegel-
glatt. Behaarung. Im voraus sei mitgeteilt, daß alle größeren
Haare, sowohl des Körpers als der Beine fein behaarte Borsten
sind. Das Gnathosoma (Köpfchen) besitzt dorsal (Fig. 3 und
4) fünf Paare äußerst feine Härchen, wovon ein zentrales Paar
besser mit dem Namen Börstchen bezeichnet wird. Das Propodo-
soma (Fig. 2) hat zwei Borstenpaare, eins in der Mitte der Seiten,
und eins in seinen Hinterecken; die ersteren sind sehr klein, die
letzteren so lang als die Seiten dieser Leibesabteilung. Das erste
Segment hat auf jeder Schulter eine behaarte Borste. und, auf
gleicher Höhe, mehr mediad? noch ein Paar; diese vier Borsten
sind so lang als die Hälfte der Schulterbreite. Das zweite Segment
hat nur zwei behaarte, noch längere Borsten, unmittelbar hinter
der Hinterkante des ersten Segmentes und ebenso weit voneinander
entfernt als je von der Leibesseite. Das dritte und das vierte
9, Heft
112 Dr. A. C. Oudemans:
Segment haben je eine Querreihe von vier behaarten Borsten,
unmittelbar hinter der Hinterkante des vorigen Segmentes; die
inneren der vier Borsten sind fast so lang als die des zweiten Seg-
mentes, die äußeren sind fast halb so kurz.
Bauchseite (Fig. 4). :, Die Partie, "welche von Bash
(Redia, vol. 7, p. 219) bei Disparipes ‚‚placca sternale anteriore“
genannt wird, wird hier offenbar gebildet von den Coxalplatten I
und den Coxalplatten II, und die Partie, welche ‚‚placca sternale
posteriore‘ heißt, besteht deutlich aus den Coxalplatten III und
den Coxalplatten IV. Alle Coxalplattenpaare sind durch eine
Transversallinie geschieden. Ich rede deshalb zur leichteren Orien-
tierung von „Coxae‘, meine dabei die Coxalplattenpaare. Sonder-
bar klingt es wohl, wenn ich behaupte, daß ich an der Ventralseite
mehr Segmente zähle als an der Rückenseite, und doch ist es so.
Man sehe mal die ‚Schultern‘ an: dort sah ich noch drei über-
einander gelagerte ‚Kappen‘ über den eigentlichen Schultern!
Von der vordersten konnte ich die Hinterkante verfolgen und ein-
zeichnen. Es kam mir vor, als ginge die Hinterkante der zweiten
„Kappe‘ über in die Hinterkante der dritten ‚Kappe‘ ; jedenfalls
konnte ich nicht die Hinterkanten dieser zwei Kappen bis an die
Medianlinie verfolgen. Die Hinterkante des ersten Segmentes (ich
meine nun dasselbe als bei der Beschreibung der Rückenseite)
biegt sich nach einer kurzen queren Strecke plötzlich nach dem
proximalen Ende des Trochanter IV. Die Hinterkanten der
Segmente II, III und IV dagegen verlaufen einander parallel quer
und konvex. Behaarung. Auf den Coxae I (ich führe hier
Namen ein) die seta coxalis I externa lang und nach außen
gerichtet; die seta coxalis I interna (gegen das ‚„Köpfchen‘“) ist
ein langes und nach hinten gerichtetes, feines Federhaar. Auf
den Coxae II: sowohl die seta coxalis II interna als die seta coxalis
II externa sind lange feine Haare, wovon die äußeren nach außen,
die inneren nach hinten gerichtet sind. Auf den Coxae III (ich
benutze jetzt Paolis Benennungen, obwohl sie nicht richtig
sind) die setae praesternales internae ziemlich submedian und in
der Mitte; die setae praesternales externae weit nach hinten ge-
rückt; die setae axillares anteriores länger. Auf den Coxae IV:
die setae poststernales internae weit nach vorn gerückt, so weit,
daß sie statt hinter dem ‚Sternum‘“ auf dem Sternum selbst
stehen!; die setae poststernales externae, obwohl hinter der ima-
ginären Linie, die die Hinterecken der Trochanteres IV verbindet,
befinden sich ebenfalls vor der Hintergrenze des „Sternums“,
also auf dem Sternum! Die setae axillares posteriores befinden
sich auf ihrem gewöhnlichen Platze, nämlich vor der Insertion
der Trochanteres IV. Es gibt noch sechs setae caudales, wovon
die externae fein und kurz, die internae dicker und etwas länger,
und die mediae winzig sind.
Oudemans Tafel XI.
u
Oudemans Tafel XI.
Oudemans, Acarologisches aus Maulwurfsnestern.
Archiv für Naturgeschichte, 79. Jahrg. 1913, Abt. A.
Lichtdruck von Albert Frisch, Berlin W,
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 113
Von Epistom, Mandibeln, Labrum, Epipharynx und
Maxillen konnte ich nichts entziffern.
Beine. Bein I ist dadurch charakterisiert, daß es nur vier
freie Glieder hat; und ich glaube, daß Tibia und Tarsus zusammen
ein Tibiotarsale bilden, weil dieses das längste Glied ist. Der
Trochanter (Fig. 1) trägt dorsal ein feines Haar; das Femur zwei
kurze hakenförmige Borsten; das Genu vier Haare, wovon eins
ventral; der Tibiotarsus drei behaarte und vier unbehaarte
Borsten, nebst zwei kleinen kolbenförmigen und zwei längeren,
mehr zylindrischen Riechhaaren; die Kralle ist einfach und stark
gekrümmt; ein Haftlappen fehlt.
Bein II mit gewaltigem Trochanter, welcher ventral zwei
Haare trägt. Femur mit drei Haaren, wovon eins ventral; Genu
mit fünf Haaren, wovon vier ventral; Tibia mit drei Haaren,
wovon eins ventral; Tarsus mit drei dorsalen Haaren; die Kralle
ist doppelt, stark, gebogen; der Haftlappen langgestielt und glocken-
förmig.
Bein III mit kurzem, breitem Trochanter, der ventral ein
Haar trägt. Femur mindestens dreimal so lang als breit, mit zwei
Haaren, wovon eins ventral; Genu mit drei Haaren, wovon zwei
ventral; Tibia mit drei Haaren, wovon zwei ventral; Tarsus mit
vier Haaren, wovon eins ventral. Ambulacrum wie beim Bein II.
Bein IV mit kräftigem Trochanter, der mindestens zweimal
länger ist als breit und vorn ein Haar trägt; Femur schlanker und
nur wenig kürzer, dorsal mit gewaltiger Borste, fast so lang als das
Bein, ventral mit einem Haar; Genu und Tibia kurz; ersterer
dorsal nackt, ventral mit einer zwar kräftigen Borıste; letzterer
dorsal mit gewaltiger Borste, so lang als die des Femurs, ventral
mit zwei stärkeren Haaren; Tarsus lang mit fünf stärkeren Haaren,
wovon zwei ventral. Ambulacrum wie beim Bein II.
Sinnesorgane. Das Propodosoma trägt dorsal zwei kleine
runde Organe, welche füglich für Augen angesehen werden können,
und welche auch ventral, wenn das Gnathosoma dorsad um-
geklappt ist, (Fig. 3)ins Auge fallen. Etwashinterdiesen befinden sich
ventral die bekannten Pseudostigmata; diese sind trichterförmig,
mit hohlkugelförmig erweitertem Stiele und geringelter Oberfläche.
Die pseudostigmatischen Organe sind umgekehrt flaschenförmig;
ihr Stiel und ihr Köpfchen sind gleichlang;; letzteres braun, längs-
gestreift, distal gezähnt, zylindrisch.
Habitat: Talpa europaea, Mus musculus, Nest von Talpa
europaea. — Patia: Vegesack bei Bremen, Arnhem, Sittard. —
Tempus: Februar, Januar. — Inventores: S. A. Poppe, ich
und F. Heselhaus.
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 9. 8 9. Heft
114 Dr. A. C. Oudemans:
Pediculoides spinosus Kram.
(Hierzu keine Figuren.)
Wie oben erwähnt, herrschte lange Zeit Verwirrung bei den
Autoren in der Speziesfrage. Ich glaube gut zu tun, hier die Syno-
nymik der obengenannten Art zu publizieren, soweit ich sie ver-
folgt habe (bis 1898).
1877. Pygmephorus spinosus Kram. in Arch. Nat., p. 254,
T. 16, Fig. 4—10, 2. Type des Genus Pygmephorus Kram. 1877.
1880. Pygmephorus spinosus Mich. in Journ. Oueck. Micr.
Club., vol. 6, p. 113, T. 7, Fig. 1, 3, 4 (non Fig. 2), 2.
1881. Pygmephorus spinosus R. Can. in Bull. Soc. Ven. Trent.
Sc. Nas PPasB. 22
1884. Pygmephorus spinosus Mich. Brit. Orib., vol. 1, p. 177,9.
1886. Pigmephorus hirtus Berl. in Bull. Soc. Ent. Ital., vol. 18,
p:!°350, 2.
1886. Pigmephorus michaelii Berl. in Bull. Soc. Ital., vol. 18,
p. 350.
1888. Pigmephorus spinosus Can. Prosp. Acarof. Ital., vol. 3,
p. 312, 324, partim, nam sua ‚‚ninfa femminile‘‘ = 9, et sua ‚„‚fem-
mina adulta“ —= #ilosus Oudms.
1897. Pygmephorus talpae Berl. in Riv. Patol. Veget., vol. 6,
p- 51.
Disparipes bombi Michael.
(Hierzu keine Figur.)
Paoli behauptet in seiner schönen ‚Monografia dei Tar-
sonemidi‘“ (in Redia, vol. 7, p. 245, 1911), daß die Haare dieser
allgemein vorkommenden Art glatt seien; in seiner Diagnose lautet
es: „setisomnibus..... simplicibus;. !i .ı; pedibus..... postieis
INNE, setis.... .. omnibus simplicibus‘.
Wie ich schon in den „Entomoligischen Berichten‘, vol. 4,
Nr. 73, p. 10 (1. Sept. 1913) hervorhob, darf man das nicht zu
buchstäblich auffassen, denn mit starken Trockensystemen (Leitz’s
Objektiv 9) und Immersionssystem sind die Haare deutlich mit,
ÄAstchen versehen, muß es also in Paolis Diagnosen heißen: ‚‚fere
omnes setae corporis et pedum plus minusve barbatulae‘.
Disparipes talpae Oudms.
(Taf. XI, Fig. 5—8.)
1. Mai 1912. Disparipes bombi Oudms. in Ent.-Ber., Vol. 3,
Nr. 65, p. 247.
1. Sept. 1913. Disparipdes talpae Oudms. in Ent.-Ber., vol. 4,
Nr. 73, p. 9. Diagnose 9.
|Femina. (Fig.5) Länge 2121, Breitedes Clypeus 234 u, des Opist-
hosoma 212 u. Gestalt. Mehr oder weniger kreisrund. — Farbe
rötlich rahmgelb, in der Mitte mit stärkerem rötlichem Anflug.
‚Rückenseite. Der Clypeus kann bekanntlich, je nach
dem die Zusammenziehung des Tierchens stattgefunden hat,
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 115
verschiedene Umrisse, verschiedene Länge und Breite haben.
Beim abgebildeten Exemplare ist der Clypeus fast eine liegende
Ellipse zu nennen: die Konvexität des Vorderrandes und des
Hinterrandes sind fast gleich zu nennen. Sein hyaliner radiär ge-
streifter freier Rand ist median 25 u, an den Seiten (Flügeln)
38 u breit.
Obwohl ich mir wohl dessen bewußt bin, daß die auf dem Cly-
peus folgenden Querbänder mehreren Segmenten homolog sein
können, benutze ich doch hier der Bequemlichkeit wegen den
Terminus: Segment. Das erste freie Segment also ist länger als
jedes der übrigen, und breiter als der Hinterrand des Clypeus,
so daß zwischen dem freien Rande des letzteren und dem ersten
Segmente jederseits ein einspringendes Winkelchen zu sehen ist.
Sein Hinterrand ist fast über die ganze Breite seicht konvex, nur
an den Seiten, wo er ventrad umbiegt, deutlich konkav. Das zweite
Segment ist ungefähr ?/; so lang als das erste; sein Hinterrand
ist dem des vorigen Segmentes parallel, außer an den Seiten, wo
er noch stärker ventrad und kaudad umbiegt. — Das dritte Seg-
ment ist um die Hälfte schmäler als das erste, aber an den Seiten
merklich breiter als in der Mitte, biegt noch stärker ventrad-
kaudad um; auch sein Hinterrand ist über den größten Teil seiner
Breite seicht konvex. Das letzte Segment (in Gegensatz zu
Paoli: ‚il dorso, dietro il clipeo, € protetto da cinque face chi-
tinee....“ kann ich mit dem besten Willen nur vier
auffinden!) hat hinten die Rundung des ganzen Tierchens.
Struktur spiegelglatt. Behaarung: Die Setae scapulares stehen
weit nach vorn, und zwar auf dem membranösen freien Rande,
und ebensoweit entfernt vom Rande als von der Ansatzlinie. Ihre
Entfernung voneinander ist ebenso groß als die größte Breite des
dritten Segmentes. Die Setae verticales stehen ungefähr in der
Mitte des Clypeus, sind voneinander ebenso weit entfernt als von
dem Hinterrande des Clypeus und von der lateralen Ansatzlinie
des freien Randes. Die Setae humerales stehen auf ihrem gewöhn-
lichen Platze gleich hinter dem Hinterrande des Clypeus und un-
weit des lateralen Randes des Segmentes. Auf dem zweiten Seg-
mente befinden sich die Setae laterales fast am Rande. Auf dem
dritten Segmente ebenso. Ich finde also nur zwei laterales,
nicht drei, wie Paoli, l.c., p. 217, Fig. 1, angibt. Auf dem letzten
Segmente befinden sich die Setae abdominales externae, S. a.
internae, die S. caudales externae und internae alle auf ihren
Plätzen. Alle die genannten Haare sind nicht glatt (simplices),
sondern gebärtet (barbatulae), außer den Setae caudales externae,
welche verschwindend klein sind. Außer diesen bekannten Cau-
dales externae finde ich eine Strecke mehr extrad, selbst etwas
außerhalb der Abdominales internae, noch ein winziges Härchen.
Bauchseite. (Fig. 7). Man sieht hier die Rückenseite des
Gnathosoma. Letzteres ist in eine Vertiefung des Propodosoma
8* 9. Heft
116 Dr. ©. A. Oudemans:
eingeklappt (man betrachte auch Fig. 6). Die Plaga sternalis
anterior ist deutlich von der Posterior durch eine Ouerlinie ab-
gegrenzt; sie ist mehr oder weniger trapezoidal mit welligen Schen-
keln, umfaßt auch das Gnathosoma ganz. Die Plaga posterior ist
mehr als zweimal länger und fast zweimal breiter, umgekehrt
trapezoidal, also mit nach hinten konvergierenden, etwas welligen
Schenkeln. Eine inwendige mediane Chitinleiste kreuzt im Zentrum
eine nach vorn konkave Querleiste, so daß mehr oder weniger das
Bild des griechischen Buchstabens Y entsteht.
Ich konnte den Hinterrand des Clypeus an der Bauchseite
nicht auffinden, vielleicht besteht er auch nicht; dagegen wohl die
Hinterränder der freien Segmente; sie sind allekonvex. Struktur
spiegelglatt. Behaarung. Gnathosoma dorsal (Fig. 6) mit einer
Ouerreihe von vier glatten Haaren, wovon die Internae die längeren
und der Länge des Köpfchens gleich sind. Die Setae coxales I
internae (neben dem Gnathosoma) (Fig. 7) sind dick, in der di-
stalen Hälfte einseitig (außen) gefiedert; die Setae coxales I ex-
ternae sind fein und glatt. Die Setae coxales II sind wie die Coxa-
les I internae, aber weniger dick und weniger gefiedert; die Setae
coxales II externae (das sind die setole lanceolate von Paoli)
sind hier eher internae zu nennen, da sie wirklich hinter und selbst
innerhalb der Internae stehen, und dick, durchsichtig, schwer
wahrnehmbar. Auf den Coxae III: die vier Setae praesternales
stehen auf ihrem gewöhnlichen Platze in einer nach vorn seicht
konvexen Ouerreihe, die Internae sind dünn und kürzer, die Externae
dicker und länger, alle vier glatt. Die Setae axillares anteriores
lang, dick, gebärtet. — Auf den Coxae IV: die Setae axillares
posteriores ebenso gestaltet. — Die Setae poststernales auf einer
geraden Ouerreihe; die Internae kurz, erreichen nicht den Hinter-
rand des ersten freien Segmentes, glatt, dünn; die Externae er-
reichen fast den Hinterrand des Leibes, sind dick, lang, einseitig
(außen) äußerst spärlich beharrt oder gebärtet.
Vulva und Anus aufihrem gewöhnlichen Platze. Epistom?
Mandibeln (Fig. 6). Nur der Endhaken ist wahrnehmbar.
Labrum? Epipharynx? Maxillen. Nur die drei letzten
Palpglieder konnte ich deutlich unterscheiden (Fig. 6), jedes
dorsal mit einem feinen Härchen.
Beine. Bein I (Fig. 6) mit einer stark behaarten Borste
sowohl am Femur als am Genu. Der Tibiotarsus ist versehen mit
drei gewöhnlichen Tasthaaren, einem noch längeren Tasthaare,
welches auf einem zylindrischen Sockel eingepflanzt ist (wie ein
Docht in der Kerze), drei ziemlich langen, stumpfen, glatten Riech-
haaren, einem kurzen kolbenförmigen quergestreiften Riechhaare
und einer behaarten Borste. Die Kralle ist einfach, sehr stark ge-
bogen und mindestens zweimal kräftiger als die der anderen Beine.
— Bein II. Das Trochanterofemur hat nur eine kleine Borste; die
Tibia eine längere und eine stark behaarte Borste; der Tarsus
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 117
besitzt einen starken Dorn. — Bein III (Fig. 8). Trochanter
mit glatter Borste, Femur mit etwas einseitig gefiederter Borste,
Genu mit einer glatten und einer einseitig gefiederten Borste,
Tibia mit zwei glatten und einer gefiederten Borste, Tarsus mit vier
glatten und einer einseitig gefiederten Borste. — Die Krallen der
Beine II und III sind doppelt, stark gekrümmt und mit glocken-
förmiger Haftscheibe versehen. — Bein IV. Trochanterofemur
fast zweimal länger als die drei übrigen Glieder zusammen, dick,
in der Mitte ringsum eingeschnürt, mit einer starken gefiederten
Borste. Genu-und Tibia je mit einer solchen. Tarsus halbkugel-
förmig, mit sieben Borsten, wovon die kürzeste länger ist als die
drei letzten Beinglieder zusammen, die drei längsten länger als das
ganze Bein, breit, platt, längsgestreift; die längste ebenso lang als
die Streckseite von Bein III einschließlich Ambulakrum.
Sinnesorgane. Außer den am Tibiotarsus I gibt es nur die
pseudostigmatischen Organe, welche zwischen den Beinen I und I]
sichtbar sind; sie sind kolbenförmig, mit spindelförmigem Kopfe
und stark gekrümmtem Stiele, grau, glatt, mit stark lichtbrechen-
dem Inhalt.
Habitat nur in Maulwurfsnestern in fünf Exemplaren ge-
funden. Patria: Sittard. Tempus: März. Inventor: F. Hesel-
haus;.S..J:
Bemerkungen. Sonderbar war die Weise, wie diese fünf
Individuen entdeckt wurden. Ich untersuchte viele Hunderte von
Haemogamasus und darunter waren mehrere Dutzend H. michaeli-
Deutonymphae. Fünf von diesen letzteren hatten an einem der
vier Pygidialhaare ein Disdaripes-Weibchen hängen. Warum
hingen sie nicht auch an Protonymphae, nicht an Adulti, nicht an
Haem. hirsutus, welche alle doch in enormer Zahl anwesend waren ?
Warum nicht an Parasitus, Eugamasus, Pergamasus, Eurypara-
situs usw. ??
Für Paolis Specierum generis Dispdaripes clavis ana-
lytica (Redia, vol. 7, p. 235) gebe ich hier die lateinische Diagnose:
1b. Pedum quarti paris articulus postremus perbrevis . . 3
3a. Setae poststernales in linea horizontali vel subhorizon-
tal sau Bisizetasfiecht Haha 4
4b. Setae poststernales externae quam internae longiores 5
5b. Setae poststernales externae marginem corporis posti-
CUIENOM Bringen ori lerne ar
9b. Verticis setae multo posterius quam scapulares insitae.
Also ist unsere Spezies am nächsten mit bombi Mich. verwandt,
unterscheidet sich aber davon durch die folgenden Einzelheiten:
Setae praesternales externae duplo longiores quam internae;
setae poststernales externae triplo longiores quam internae, mar-
ginem corporis posticum fere attingentes, tertiam partem latitu-
dinis corporis superantes; setae laterales, utrinque duae, longitudine
et staturä humerales et abdominales aequantes; tarsi I non in-
9. Heft
118 Dr. A. C. Oudemans:
crassati; tarsi IV breves, apice setis tribus validis et quatuor
gracilibis aucti,; setae istae validae marginem posticum abdominis
valde superantes; fere omnes setae corporis et pedum plus minusve
barbatulae.
Disparipes subterraneus Oudms.
(Taf. XI, Fig. 9, 10, 18—21.)
1913. Disparipes subterraneus Oudms. in Ent.-Ber., Vol. 4,
Nr. 73, p. 10, 2 Diagnose.
Femina (Fig. 9). Länge 202 u, Breite des Clypeus 200 u,
des Opisthosoma 177 u. Gestalt mehr oder weniger kreisrund.
Farbe rötlich rahmgelb, in der Mitte mit breitem, etwas stärker
geröterem Gürtel.
Rückenseite (Fig. 280). Der Clypeus, bekanntlich ver-
schieden in Umriß je nach dem das Exemplar zusammengezogen
ist oder nicht, hat im abgebildeten Exemplare mehr oder weniger
einen halbkreisförmigen Umriß. Sein hyaliner, radiär gestreifter
freier Rand ist überall gleichbreit, 28 x; die Seiten (Flügel) laufen
allmählich ab. Die vier freien Segmente sind fast gleichlang, alle
umgreifen einander mit nach hinten und unten umgeschlagenem
Rande. Die drei vorderen haben je einen Hinterrand, der zum
größten Teil konvex ist, seitlich aber vor der Umbiegung konkav
wird. Auch hier kann ich nur vier Segmente finden (man sehe
meine Bemerkung auf S. 115). Struktur spiegelglatt. Be-
haarung. Die acht stärksten Haare sind stabförmig, in der
distalen Hälfte spärlich gefiedert (barbatulae), die zehn kleineren
mehr borstenförmig, aber ebenfalls gefiedert. Die Setae scapulares
und verticales stehen fast auf einer Querlinie, ja vielmehr stehen
die Verticales noch etwas vor den Scapulares. Diese auf dem
membranösen freien Rande, aber in der Nähe seiner Ansatzlinie.
Ihre Entfernung von den Verticales ist kleiner als der Abstand
zwischen den Verticales selbst. Diese etwas hinter der Mitte des
Clypeus. Die Humerales stehen sonderbarerweise nicht gleich
hinter dem Hinterrande des Clypeus, sondern auf dem zweiten
Segmente und ziemlich weit vom lateralen Rande entfernt, und"
es ist daher sehr fraglich, ob diese mit den Humerales der vorigen
Spezies identisch sind. Die jederseits vorhandenen zwei Laterales
(also nicht drei, wie Paoli angibt) stehen auf dem zweiten und
dritten Segmente fast am Rande. Die Setae abdominales externae
stehen gleich hinter dem Hinterrande des dritten Segmentes, sind die
längsten Rückenborsten. Die Internae und Caudales auf ihrem
'Platze. Die vier Caudales sind gleichlang. Akzessorische Hinter-
randbörstchen, wie bei der vorigen Spezies sah ich nicht.
Bauchseite (Fig. 18). Das Gnathosoma ist auch hier in
einer breit ovalen Vertiefung des Propodosoma eingeklappt, mit
stark chitinösem Rande. Die Plaga sternalis anterior ist deutlich
durch eine feine Querlinie von der P. s. posterior abgegrenzt; sie
hat den Umriß eines chinesischen Daches; der Vorderrand der
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 119
‚Vertiefung‘ ragt etwas hervor. Die Plaga sternalis posterior ist
schwer zu beschreiben; ihre Seiten gehen von der Ouerlinie aus erst
schief nach außen und hinten, dann zwei große runde Konkavi-
täten (für die Einlenkung der Beine III und IV) nach hinten; eine
hintere Grenze gibt es nicht. Eine inwendige mediane Chitinleiste
läuft von der Vertiefung nach hinten bis zu dem Punkte, wo die
hintere Quergrenze sein müßte; sie kreuzt hinter dem Zentrum der
Sternalplatte eine kleine inwendige Chitinisation, in der Gestalt
eines weit offenen V. Eine feine, nach hinten konvexe Querlinie
läuft noch hinter den Setae praesternales.
Ich konnte den Hinterrand des Clypeus an der Bauchseite
kaum wahrnehmen; er besteht also doch; die Hinterränder der
freien Segmente waren deutlicher; sie sind alle konvex. Struktur
spiegelglatt. Behaarung. Gnathosoma dorsal mit einer Querreihe
von 4kurzen Härchen. Die Setae coxales I internae sind dick und
gefiedert; die externae sind fein und gefiedert; die Setae coxales II
internae sind dick und spärlich gefiedert; die externae (,‚lanceo-
latae‘‘ Paolis) stark und kurz. Die Setae praesternales sind kurz
und glatt; die Axillares anteriores länger und glatt; die Axillares
posteriores noch länger und glatt. Merkwürdigerweise gibt es nur
zwei Setae poststernales, was nur von Allodispus stefaninii Paoli
bekannt ist; sie sind kurz, erreichen die Vulva, selbst den Hinterrand
des ersten freien Segmentes nicht.
Vulva und Anus auf ihrem gewöhnlichen Platze.
Epistom? Mandibeln? Labrum? Epipharynx?
Maxillen. Ich konnte nur die drei letzten Palpglieder deut-
lich unterscheiden, jedes dorsal mit einem feinen Härchen.
Beine. Bein I (Fig. 10) zeigt folgendes Bemerkenswerte:
Tibiotarsale mit einem kolbenförmigen, einem gurkenförmigen
(dieses quergestreift) und zwei walzenförmigen Riechhaaren, drei ge-
wöhnlichen Tasthaaren und einem solchen auf einem walzenförmigen
Sockel eingepflanzt. Kralle sitzend, einfach, sehr stark, fast kreis-
förmig gekrümmt. — Bein II (Fig. 20). Alle Glieder deutlich
und mit gefiederten Haaren. Tarsus mit einem gurkenförmigen
quergestreiften Riechhaare, zwei kurzen Tasthaaren, kurz gestielter
Doppelkralle und glockenförmiger Haftscheibe. — Bein III (Fig.
21). Alle Glieder deutlich und mit gefiederten Haaren; Tarsus
mit einem starken Dorne, drei kurzen Tasthaaren, kurzgestielter
Doppelkralle und glockenförmiger Haftscheibe. — Bein IV (Fig.
19). Trochanterofemur länger und kräftiger als die übrigen Glieder
zusammen, mit einer einseitig gefiederten Borste am Vorderrande.
Genu ebenfalls, und einer glatten Borste. Tibia kürzer und mit einer
einseitig gefiederten Borste fast am Hinterrande. Tarsus länger als
breit mit stumpfgezähntem Rande und sechs Borsten, alle sehr
spärlich mit schwer wahrnehmbaren Bärtchen versehen; drei dieser
Borsten sind kürzer als die Streckseite des Trochanterofemurs; die
drei anderen mindestens zweimal länger als das Bein IV selbst.
9. Heft
120 Dr. A. ©. Oudemans:
Sinnesorgane. Außer den am Tibiotarsus I und Tarsus II
erwähnten gibt es nur die pseudostigmatischen Organe, welche
zwischen den Beinen I und II sichtbar sind (Fig. 10, 18, 20);
sie sind kolbenförmig, mit kugel- oder birnförmigen Kopfe und nur
wenig gebogenem Stiele, gelblich, glatt, lichtbrechend.
Habitat: nur ein Ex. in einem Maulwurfsneste gefunden.
Patria: Sittard. Tempus: „Mai bis Juli“. Inventor: F. Hesel-
haus! Sb]
Bemerkung. Für Paolis Specierum generis Disparipdes
clavis analytica (Rcdia, vol. 7, p. 235) gebe ich hier die lateinische
Diagnose:
1b. Pedum quarti paris articulus postremus perbrevis . 3
[32- Setae poststernales duae tantum D. subterraneus
4 Oudms.
3b. Setae poststernales quatuor . . 2 2 220. A
A=3 der Paolischen Clavis analytica.
Die weitere Diagnose mag wie folgt lauten:
Setae dorsi omnes bacilliformes, rigidae; setae verticis et
scapulares circiter in linea horizontali insitae; setae humerales et
abdominales externae quam verticis longiores; setae laterales,
utrinque duae, et abdominales internae quam verticis breviores;
setae praesternales breves subaequales; setae poststernales duae
tantum; pedum quarti paris articulus postremus perbrevis; setae
istius articuli tres crassae et perlongae, et tres breves. Setae
pleraeque corporis et pedum barbatulae.
BDELLIDAE.
Ereynetes sittardiensis Oudms.
(Taf. XI, Fig. 11—17, 22, 23.)
1. Mai 1912. Ereynetes sittardiensis Oudms. in Ent.-Ber.,
vol. 3, Nr. 65, p. 247.
Bei der Beschreibung dieser Art bin ich mehrmals gezwungen,
auf die Verschiedenheiten zwischen ihr und Ereynetes limacum
Schrk. hinzuweisen. Die beste Abbildung, die wir bis jetzt von der '
letzten Art besitzen, ist die von Berlese, welche wir antreffen in
seiner Monographie ‚Acari, Myriopoda e Scorpioni Italiani‘,
vols11,:dasendb, Nrx2:
Adultus. Aus Vorsicht benutze ich hier den Terminus-,,Adul-
tus“, obwohl ich fast davon überzeugt bin, daß das einzige Exem-
plar ein Weibchen sei, denn zwischen dem Bauchinhalt konnte
ich deutlich zwei große Zellen, offenbar unentwickelte Eier, wahr-
nehmen.
Länge (Fig. 13) des Idiosoma 440 u. Breite an den Schultern
220 u. Länge des Schildchens 105 u, größte Breite desselben
(vorn!) 65 u. Länge der Beine 365 resp. 305, 245 und 245 u. —
Gestalt (des Hysterosoma) abgerundet, länglich, viereckig, an
den Schultern nur wenig breiter als ganz hinten; dazu kommt das
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 121
fast gleichseitig dreieckige Propodosoma, ein längliches Gnathosoma,
ziemlich lange Beine I und kurze Beine II—IV; die vier Setae
perlongae sind kürzer als bei der Vergleichsspezies; auch fällt
sofort auf, daß die Beine IV nicht das Abdomen überragen. —
Farbe sehr blaß-gelblich.
Rückenseite (Fig. 13). An den Schultern ist nur durch
eine Kerbe die Grenze zwischen Protero- und Hysterosoma ange-
geben; eine Querlinie über den Rücken sah ich nicht; wenn diese
trotzdem in anderen Exemplaren anwesend ist, so muß sie sehr
konvex nach hinten laufen, denn das Schildchen dehnt sich weit
nach hinten aus. Dieses (Fig. 23), welches also eine dorsale Be-
deckung des Propodosoma ist, ist vorn breiter als hinten (im
Gegensatz zu dem des limacum) vorn kreisrund (bei limacum
viereckig), hinten abgerundet viereckig. Es weist eine Zeichnung
auf, welche so sehr abweicht von der deslimacum, daß eine Grund-
zeichnung nicht aufzuweisen ist. Bei limacum besteht das Grund-
muster aus zwei nach hinten divergierenden Längslinien und zwei
Ouerlinien, wovon eine in der Mitte, eine ganz hinten. Bei siitar-
diensis fallen an den Seiten zwei Hyperbeln auf, symmetrisch ge-
stellt; aus ihrem Kopf strahlen fünf divergierende kurze Linien;
im Brennpunkt beider Hyperbeln befindet sich das Chitinringlein,
worin das 130 u lange (wohl pseudostigmatische) Haar eingepflanzt
ist. Vor diesen Pseudostigmata, etwas extrad befindet sich jeder-
seits ein winziges behaartes Stäbchen. Intern von den Pseudo-
stigmata, nur sehr wenig nach hinten zwei Ringlein, offenbar die
Insertionsstellen zweier Haare (wenigstens gibt es bei limacum
hinter den Ps. st. zwei lanzettförmige Haare). — Struktur des
sehr undeutlich begrenzten Schildchens längsgestreift-punktiert;
des übrigen Rückens (im allgemeinen längs-) äußerst fein gerunzelt.
— Behaarung des Schildchens soeben beschrieben: des übrigen
Rückens wie folgt: an den Schultern, aber offenbar zum Propodo-
soma gehörend, also als Pseudoschulterhaar, ein Härchen; eine
kleine Strecke dahinter, zum Hysterosoma gehörend, also das
echte Schulterhärchen; hinter dem Schildchen drei Paare von
Härchen in gleichen Entfernungen (bei limacum vier Paare); ganz
hinten (wie bei limacum) vier Paare Haare, wovon ein Paar voll-
kommen gleich den pseudostigmatischen. — Alle ‚„Härchen‘ sind
dicht behaarte Stäbchen.
Bauchseite (Fig. 12). Die acht Coxae sind konisch, bilden
vier Gruppen von je zwei wie bei limacum, aber die coxae II
nähern sich viel mehr der Medianlinie. Die lange schlitzförmige
Vulva liegt in der Mitte des Opisthosoma. Der Anus ist klein und
fast den Hinterrand berührend. — Struktur der Coxae, obwohl
deutlich stärker chitinisiert, doch gestreift, wie die ganze übrige
Bauchfläche fein gerunzelt ist. Behaarung. Auf Coxae I je zwei
Härchen nebeneinander; auf coxae II und III je ein Härchen;
die Vulva von sechs Paar Härchen flankiert; die vordere Hälfte
9. Heft
19 Dr. A. ©. Oudemans:
der Vulva außerdem noch mit zwei weiteren und mehr extrad ge-
legenen Härchen bewaffnet; am Hinterrande vier Härchen. Alle
Härchen wie die des Rückens. — Die Bauchseite des Opisthosoma
war ein wenig zerrissen und die Eingeweide quollen hervor, so daß
ich die vier Saugnäpfe der Vulva nicht bemerken konnte.
Mandibeln (Fig. 14) wie bei limacum, aber der proximale
Teil des Digitus mobilis ist viel stärker. — Maxillen (Fig. 22).
Mala externa nach innen gebogen, spitz; Mala interna winzig
halbrund; von ‚spatulae‘“ (limacum) sah ich keine Spur. Berlese
bildet bei lömacum nur ein Paar Hypostomhaare ab; ich finde hier
zwei Paare; das vordere Paar ist kleiner als das hintere und spitz;
beide Paare sind dicht behaart. Palpen viel schlanker als bei
limacum (Fig. 14); übrigens gleich ausgestattet. Beine I deutlich
dicker als bei limacum. Die Beinglieder tragen im allgemeinen
nur ein bis vier Härchen, außer den Tarsen II bis IV, welche distal
je sieben Härchen wie ein Pinselchen beieinander haben. Die Kral-
len der limacum sind stark gebogen und scharfspitzig, die der
sittardiensis schwach gebogen und distal kugelstumpf, das Pul-
villum ist länglich-oval-blattförmig, mit gefransten Rändern. —
Ereynetes scheint blind zu sein.
Habitat: im Maulwurfsneste. —Patria:Sittard. — Tempus:
November. — Inventor: F. Heselhaus.
Tydeus eroceus L.
(Taf. XII, Fig. 7—10.)
Unter dem Maulwurfsnestmaterial befand sich ein 2 Tydeus
croceus L. (foliorum Schrank). Dieses Exemplar studierend sah
ich einige Einzelheiten, die mich frappierten.
Berlese (Aca. Myr. Sco. Ita., vol. 1, fasc. 5, Nr. 3) beschreibt
die Haare als ‚simplices‘“ (glatt), bildet sie auch als solche ab,
während ich bei starken Vergrößerungen deutlich wahrnehmen
konnte, daß sie äußerst feine Nebenhärchen (Bärtchen) tragen, ja
bei kleiner (etwa 150 maliger) Vergrößerung konnte ich schon kon-
statieren, daß die sechs hintersten Haare gebogen spatelförmig
seien.
Berlese sagt von den Setae tactiles (das sind die pseudo-
stigmatischen Organe), sie seien ‚‚vix duplo longiores, simplices‘.
Etwas rückwärts und intern von den Augen, welche braun sind
und aus vier Ouadranten bestehen, befinden sich zwei Chitin-
ringlein, welche mindestens zweimal größer sind als die der übrigen
Haare, und offenbar die Pseudostigmata sind. Sie tragen je ein
pseudostigmatisches Haar, das ebenso lang und ebenso behaart
ist als die übrigen Rückenhaare, aber stumpf, nicht spitz endet.
Berlese meldet ‚‚posterius octo (setae) simplices‘, und bildet
ab: nicht acht, sondern sechs auf einer Querreihe am Hinterrande
stehende Borsten. In Wahrheit befinden sich dort sechs in einem
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 123
Sechseck stehende, gebogene, äußerst fein behaarte, spatelförmige
Haare.
Nun könnte man mir die Bemerkung machen: wissen Sie ganz
sicher, daß das im Maulwurfsneste gefundene Weibchen zu Tydeus
croceus gehört? Ich antworte darauf mit ruhigem Gewissen: ja,
ganz sicher, denn ich besitze mehrere Exemplare von Berlese
selbst determiniert, und bilde darum eine davon (Fig. 7
x 183) und drei dessen Haare ab (x 510). Fig. 8 ist ein ge-
wöhnliches Rückenhaar; Fig. 9 ein pseudostigmatisches Organ und
Fig. 10 eins der sechs Setae posteriores.
Molgus eapillata Kram.
(Hierzu keine Figur.)
Trägärdh gibt in „Bihang till K. Svenska Vet.-Akad. Hand-
lingar, vol. 27, p. IV, Nr. 9° eine kritische Übersicht der litoralen
Bdella-Arten. Dieser Übersicht entnehme ich, daß Molgus capil-
lata (Kram.) Mandibeln besitzt, welche ungefähr 11 Borsten tragen;
daß Molgus capillata (Kram.) var. berlesei Träg. 9 Borsten auf
den Mandibeln aufweist; daß Molgus capillata (Kram.) var. pallipes
L. Koch 9 Borsten ebendort besitzt, und daß 16 Borsten die
Mandibeln der Molgus capillata (Kram.) var. Pallipediformis Träg.
zieren. Kompletieren wir diese Reihe mit der Mitteilung, daß
Molgus littoralis L. 14 Borsten zu zählen gestattet.
Die vom Herrn F. Heselhaus, S. J., im Maulwurfsneste er-
beutete einzige Molgus capıllata (Kram.) hat nur 7 Borsten an
den Mandibeln. Ich finde es ganz überflüssig, diese Form als neue
‚Varietät anzusehen, wenigstens vorläufig (ich habe niemals ernstere
Baella-Studien unternommen, wie Trägärdh), obwohl vielleicht
dafür guter Grund gegeben ist, denn die Mandibeln sind 332 u.
lang und hinten 61 u breit, also 1:5,4. Für dallipes leite ich aus den
Abbildungen Trägärdhs ab 1: 3, für Zitforalis von 1:3,10 bis 1:3,53
und für Dallidediformis 1:3,8. Also sind die Mandibeln meines
Exemplares viel schlanker als die der Individuen, welche Trägärdh
studiert hat. Möglicherweise ist dieser große Unterschied hierdurch
zu erklären, daß meine Maße genommen sind bei vollkommen dor-
saler Betrachtung, während aus den Abbildungen Trägärdhs ge-
schlossen werden muß, daß alle seine Abbildungen genommen sind
von desartikulierten Mandibeln von außen gesehen.
THROMBIDIIDAE (sensu lato)
= PARASITENGONA Oudms.
Mierothrombidium sylvatieum €. L. Koch.
(Taf. XI, Fig. 24, 25; Taf. XII, Fig. 11—17.)
1. Jan. 1836. Trombidium sylvaticum Koch, Deu. Crust. Myr.
Arach. 1, 2.
9. Heft
124 Dr. A. ©. Oudemans:
29. Jan. 1912. Microtrombidium simulans Berl. in Redia,
vol. 8, p. 168.
Es ist leicht, alle Kochschen Spezies zu ignorieren. Es kostet
zwar einige Mühe und Zeit, eine Trombidium-Art oder andere
Milbe mit den Kochschen Abbildungen und Beschreibungen zu
vergleichen und zu identifizieren, aber mit einigem guten Willen
ist es nicht unmöglich.
Und so fand ich im Nestmaterial, was mir Herr Pater Hesel-
haus sandte, eine Art (Taf. XII, Fig. 11), die mir zwar bekannt
war, die ich selbst schon abgebildet hatte, die ich aber noch nicht
gewissenhaft determiniert hatte. Nach sorgfältiger Prüfung kam
ich zu dem mich befriedigenden Schluß, die Art ist Trombidium
sylvaticum Koch. Das einzige, was sehr schade ist, ist, daß Koch
so selten die Behaarung (die Papillen) sorgfältig beschreibt. Der
Ausdruck: ‚„Papillen nicht lang‘ sagt nicht viel! “
Als ich das festgestellt hatte, nahm ich Berleses schöne
Monographie der Trombidium-Arten „Lrombidiidae‘ zur Hand
und fand, daß Berlese diese Art simulans nennt. Sonderbarer-
weise wird in der ganzen Monographie die Kochsche Art sylva-
ticum gar nicht genannt.
Ich will nur einzelne Teile beschreiben, welche charakteristisch
'sind, und zugleich einige Abbildungen geben, welche etwas genauer
sind als die von Berlese.
Taf. XII, Fig. 13 stellt das Propodosoma (Cephalothorax)
vor. Man sieht, wie die starke Crista sehr deutlich sichtbar ist,
vorn in der vordersten Spitze endet, hinten in eine vollkommen
runde Areola übergeht (Fig. 16) und sich nicht hinter dieser fort-
setzt. Die Pseudostigmata sind klein und rund; ihr Innenrand setzt
sich S-förmig nach hinten fort, so daß in der Areola eine Figur
entsteht wie die embryonale Nase der Vertebrata. Die pseudo-
stigmatischen Organe sind lang, erreichen fast den Leibesrand
hinter den Doppelaugen, sind vollkommen glatt, dünn und spitz.
Taf. XII, Fig. 14 zeigt uns die Rückenhaare und die vor den
Augen wie ein Büschel- oder Pinselchen hinausstehenden Augen-
brauenhaare. Die ersten zwei Figürchen sind Rückenhaare ‚von
oben‘ gesehen. Berlese nennt sie mit Recht: „pili fusiformes,
peracuti, densius villosi, sat parvi (25 u)‘. Bei meinem Exemplare
messen die Haare im Zentrum des Rückens 27 u. Auch das Propo-
dosoma ist mit denselben Haaren versehen. Wenn man den Aus-
druck ‚„fusiforme‘“ gebraucht, muß man das nicht buchstäblich
auffassen, denn wie die folgenden zwei Figürchen zeigen, sind die
sogenannten spindelförmigen Haare von der Seite gesehen platt,
also wäre es besser, wenn der Ausdruck lanzettförmig benutzt wäre.
Die Augenbrauenhaare (die letzten zwei Figürchen) sind 88 u lang,
borstenförmig und spärlicher mit Bärtchen versehen.
Taf. XI, Fig. 24 repräsentiert uns die zwei Mandibeln und die
Stigmata. Von den Mandibeln ist nichts zu sagen; sie unterscheiden
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 125
sich in nichts von den Mandibeln von soviel anderen Trombidium-
Arten. Aber die Stigmata sind groß und besitzen kein Peritrema.
Taf. XI, Fig. 25 stellt die Außenseite der rechten Palptibia
und Palptarsus dar. Diese Abbildung genügt um die Art mit
absoluter Sicherheit mit simulans Berlese zu identifizieren. Ich
will nur kleine Verschiedenheiten mitteilen, welche durch Lokal-
variation hinreichend erklärt sind. Erstens ist der Dorn, welcher
beim Palptarsus eingepflanzt ist, distal etwas stumpf. Zweitens
(Taf. XII, Fig. 12) zähle ich 26 lange dünne Dornen und zwar
acht in der obersten (dorsalen) Reihe, wie Berlese auch von
simulans angibt, 15 in der zweiten ‚‚schiefen‘ Reihe, welche offen-
bar eine Fortsetzung ist der beiden größeren und stärkeren End-
krallen (Berlese nennt die Zahl dieser Reihe nicht), und endlich
noch drei in einer dritten, schiefen hinteren Außenreihe (diese
werden nicht von Berlese erwähnt). Drittens endet der Palp-
tarsus meines Exemplares kreisrund, bei Berlese spitzbogig.
Beine. Die Vorderbeine (Taf. XII, Fig. 17)sind die längsten,
dann folgen die Hinterbeine, während das zweiteund dasdritte Bein-
paar kürzer sind. Der Trochanter (man vergleiche auch Kcohs Ab-
bildung) istsehrkurz, kaum länger als breit, die vier darauffolgenden
Glieder sind fast gleichlang, mindestens zweimal länger als der Tro-
chanterund dünner als dieser. Das Endglied ist viel dickerund min-
destensanderthalbmal längeralsdas vorletzte, elliptisch, distal etwas
zugespitzt. Vom zweiten Beinpaare nehmen die Glieder vom Tro-
chanter ab distad in Länge allmählich zu; das Endglied ist aber
plötzlich noch länger. Beim dritten und vierten Beinpaare sind die
Längenunterschiede der Glieder nicht so auffallend.
Bei der Nymphe sind die Rückenhaare nicht platt, oder lan-
zettlich, sondern wirklich mehr rund im Durchschnitt, also mehr
stabförmig, zylindrisch und distal stumpfer. Ich messe die Rücken-
haare 22—28 u. Sonst sind alle andere Charaktere vollkommen
wie bei den Adulti.
Mierothrombidium pusillum Herm.
(Hierzu keine Figur.)
Hermann nannte eine Thrombidium-Art: Pusillum (Mem.
Apter. 1804, p. 27, T. 1, Fig. 4). Die Art besitzt Tarsi I, welche
mit schmaler Basis an der Tibia I befestigt sind, distad dicker
werden, so daß sie kurz-keulenförmig sind, und distal abgerundet
sind.
Berlese ist hier glücklich gewesen, daß er in der von ihm
beschriebenen und abgebildeten Art (Redia, vol. 8, p. 135, Fig. 60)
den Typus wiedergefunden hat.
‚Haller schlug 1882 (Jahresh. Ver. vat. Naturk. Württ.,
p. 322) die Gattung Microtrombidium vor, mit der folgenden Dia-
gnose:
Von geringerer Körpergröße als die vorigen‘ (holosericeum
und /uliginosum), „Augen sitzend; Palpen kurz und gedrungen,
9, Heft
126 Dr. A. C. Oudemans:
nicht selten neben der terminalen Kralle noch eine kleinere akzes-
sorische. Erstes Beinpaar allermeist etwas länger, als die drei
hinteren, nach dem ‚Ende hin wenig bis viel verdickt; Endglied
ei- oder fast herzförmig, augenscheinlich ein wohl ausgebildetes
Tastorgan. Bürste‘ (pulvillum) ‚an allen vier Extremitätenpaaren
fast vollkommen fehlend. Zu jeder Seite von der Geschlechtsspalte
in einer einfachen Reihe drei hintereinander liegende kleine und
ovale Haftnäpfe.‘
‚Wie man sieht, besitzt diese Gattung viele gemeinschaftliche
Punkte mit der vorhergehenden. Eine beträchtliche Anzahl hierher
gehörender Arten sind daher auch von Koch unter dem Gattungs-
begriff Trombidium beschrieben worden ... .. Zwei Arten aus
Württemberg, wovon eine neu.‘
Wenn man mit Berlese annimmt, daß Haller mit ‚ei- oder
fast herzförmig‘“ gemeint hat, der Tarsus sei proximal dick, distal
etwas abgerundet-zugespitzt, dann muß man zugleich davon über-
zeugt sein, daß Haller die Art Pusillum Herm. nicht gekannt hat.
Also kann ?usillum Herm. auch niemals als Typus des Genus
Microtrombidium Haller angenommen werden.
Haller hat auch keinen Typus angegeben, nennt nur die zwei
württembergischen Arten: durpureum Koch und Pulcherrimum
nov. sp. Es ist also erlaubt, vernünftig und wissenschaftlich, die
erstgenannte Art durpureum Koch als Typus anzuweisen.
Purpureum unterscheidet sich durch einen länglichen Tarsus I;
Koch selbst sagt: ‚‚das längere Endglied der Vorderbeine nur wenig
dicker und länglich oval“. Die Abbildung gibt an, daß es nur wenig
länger ist als das vorletzte Glied (Tibia), und dieses so lang wie je
der drei vorhergehenden Glieder (Basifemur, Telofemur, Genu).
Purpureum ist also eine ganz andere Art als pusillum Herm;
Berlese hat daher gut getan, unter den Synonymen vor dem Namen
purpureum ein ? zu stellen, hätte besser getan, diese Art hier nicht
zu nennen.
Ich komme noch eben zurück. auf pusillum Herm. Im Schlüssel
zur Bestimmung der Arten (Redia, vol. 8, p. 134) heißt es: „10.
Articulus quartus palporum spina nulla externa .... M. pusillum
Herm. et var.‘““. — In der Diagnose von Pusillum (l. c., p. 135)
lesen wir aber: „Palpi.... spinis pectinis in latere segmenti quarti
internis nullis; spina externa una, sat robusta.‘‘ — Offenbar hat
sich hier ein Schreibfehler eingeschlichen und muß man statt
„ıinternis‘“ ‚„‚externis‘ und statt ‚externa‘ ‚interna‘ lesen.
Wenn wir nun aber einmal mit Berlese einverstanden sind,
daß Pusillum Herm. sofort daran erkannt werden kann, daß sie
kurz-keulenförmige Tarsi I besitzt, dann haben Bruyant und
ich sich damals geirrt, als wir die aus einer autumnalis-Larve ge-
schlüpfte Nymphe als pusillum determinierten!
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 997
Mierothrombidium autumnalis Shaw.
(Taf. XII, Fig. 1—6.)
Allgemein bekannt ist die echte Erntemilbe (siehe Oude-
mans in Zool. Jahrb. Suppl. XIV, p. 31—33). HerrDr.L.Bruyant
in Lille züchtete aus einer Larve, welche von ihm als inopinatum
Oudms. (= autummalis Shaw 1806) erkannt wurde, eine Nymphe,
welche sowohl von ihm als von mir als Microthrombidium Pusillum
Herm. determiniert wurde (siehe Compt. Rend. Soc. Biol. Paris,
vol. 67, 1909, p. 208; Ent.-Ber., vol. 3, Nr. 50, 1909, p. 17; Zool.
Anz., vol. 35, 1910, Nr. 11, p. 351). Das ist der einzige Grund,
warum die Erntemilbe ‚‚pusillum‘“ heißt.
Inzwischen ist Berleses „Trombidiidae' erschienen (in
Redia, vol. 8, 1912). Ich bat Herrn Dr. Bruyant mir nochmals
seine Nymphe zur Ansicht zu senden, welcher Bitte unmittelbar
bereitwilligst Folge gegeben wurde, und so war ich imstande,
jedenfalls zu konstatieren, daß die Nymphe nicht zum Typus
pusillum Hermann gehören kann, denn der Tarsus I (Fig. 1)
ist distad verjüngt und nicht zweimal länger als. Tibia I. Die
Palpkralle ist nicht doppelt wie Berlese (l. c.) abbildet, sondern
einfach (Fig. 4), und die Haare des Rückens werden nach hinten
stets länger, bis sie ganz am Hinterrande fast dreimal länger
sind als vorn (Fig. 6). Kurz, wenn ich determiniere mit dem
Schlüssel auf S. 134 (Redia, vol. 8), dann bekomme ich: 1. Con-
colora ... 3. — 3. Truncus pilis difformibus vestitis ... 4. —
4. Pili trunci barbatuli, tantum magnitudine diversi .... 7. —
7. Appendicula palporum ungue longior .... 8 (jedenfalls nicht
kürzer, außerdem ist die Spezies ‚„‚brevior‘ eine von Neu-Guinea).
— 8. Tarsi antici bene cordiformes ..... M. italieum Berl.
Aber ılalicum ist die Art offenbar nicht. Ein Habitusbild kann
ich leider nicht geben; das einzige Individuum ist in Glyzerin
konserviert, plattgedrückt und außerdem hinten zerrissen. Aber
einzelne Teile sind vorzüglich konserviert.
Fig. 1 bildet die zwei letzten Glieder des ersten Beinpaares
intern ab. — Die kleinen Kreischen oder Punkte in der Figur
bedeuten gefiederte Härchen. — Das letzte Glied, 137 wu. lang, ist
mehr oder weniger konisch und von zweierlei Haaren versehen,
„gewöhnliche“, das heißt einseitig oder zweiseitig gefiederte Haare
und vollkommen durchsichtige ölglatte, glashelle, distal etwas
stumpfe Sinneshaare. Außerdem befindet sich dorsal ein ge-
gabeltes dickes Haar. — Das vorletzte Glied, 123 u lang, ist
nur wenig kürzer als das letzte und von gefiederten Haaren ver-
sehen. Ich finde intern nur ein einziges glattes Sinneshärchen.
Fig. 2 ist eins der Mandibel. Etwas besonderes ist nicht zu
melden. Der Stamm und Digitus fixus messen zusammen 162 x.
Der Digitus mobilis allein mißt S6 u. Das Verhältnis ist also un-
gefähr 2:1. Stigmata ohne Peritrema.
9. Heft
128 Dr. A. C. Oudemans:
Fig. 3 ist die Crista und Umgebung. Die Crista endet vorn
in eine einzige, etwas behaarte Borste, scheint hinter dieser abge-
brochen zu sein, ist dort flankiert von zwei spärlich, aber etwas
langgebärteten schlaffen Borsten. Die Areola ist ungefähr halb-
kreisförmig, aber in der Mittellinie des Kreises (vorn) etwas ein-
gedrückt; in den Ecken des Halbkreises befinden sich die kleinen
Pseudostigmata mit den kurzen, glatten, durchsichtigen, schlaff-
haarförmigen pseudostigmatischen Organen. Diese sind gerade
so lang wie die Crista selbst. Diese setzt sich hinter der Areola
noch eine kleine Strecke fort.
Fig. 4 zeigt uns die interne Seite der letzten zwei Glieder
des linken Palpus. Die Tibia zeigt dorsal nur eine starke einseitig
gebärtete Borste; intern, unter dieser Borste, zwei starke Dornen,
wovon der obere distal etwas stumpf ist, der untere distal falzbein-
artig abgeplattet ist. Ganz unten, hinter der Einlenkungsstelle
des Tarsus noch eine ziemlich starke Borste. Der Tarsus ist etwas
aufgeblasen konisch und mit drei spärlich gefiederten Börstchen
versehen.
Fig. 5 stellt die externe Seite der letzten zwei Glieder des
rechten Palpus vor. Die Tibia zeigt eine schief nach unten und
hinten verlaufende Reihe von sechs Borsten. Die obersten zwei
Borsten und die unterste sind etwas gefiedert, die drei mittleren
glatt. Beim Grunde der Endklaue noch eine glatte Borste. Der
Tarsus trägt zehn ‚‚gefiederte‘“ und distal drei glatte, etwas nach
vorn umgebogene Borsten.
Die Endkralle ist einfach, stark, so lang wie die Tibia,
gebogen und proximal-ventral mit einem Zähnchen versehen.
Behaarung. Berlese unterscheidet zwei Gruppen im
Genus Microthrombidium, nämlich eine mit Arten mit nur einerlei
Haaren, sowohl was Länge als Struktur betrifft, und eine andere
mit Arten mit zweierlei Haaren, und zwar entweder mit Haaren
von einerlei Struktur aber von zwei verschiedenen Längen oder mit
Haaren von verschiedener Struktur. Aber unsere Spezies müßte
eigentlich in eine dritte Gruppe untergebracht werden, denn ihre
Haare (Fig. 6) sind schlaffe Borsten, welche mit spärlichen, aber
allseitig, wahrscheinlich in Ouincunx stehenden, ziemlich langen
Bärtchen versehen sind. Die Länge dieser Haare nimmt von vorn
nach hinten allmählich zu, variiert zwischen 30 und 110 u; es gibt
also nicht zwei verschiedene Längen von Haaren. Alle Haare
stehen auf Hügelchen.
Farbe. Hermann bildet seine Art dusillum mit weißen
Beinen ab. Im Texte wird nur die Farbe des ‚„Abdomens“ er-
wähnt. Berlese beschreibt (Redia, vol. 8, p. 135) die Farbe der
pusillum als ‚‚miniaceum‘“ (wohl einschließlich die der Beine).
Arten mit weißen Flecken gibt es allerdings, aber unsere Nymphe
ist, wie Bruyant ausdrücklich erwähnt, ganz farblos geboren.
Vielleicht ist also die Art weiß; vielleicht ist dieses Exemplar ein
Zn 9 Lu En > Ja - u nn #| m nn
Archiv für Naturgeschichte, 79. Jahrg. 1913, Abt. A. Oudemans Tafel XII.
Lichtdruck von Albert Frisch, Berlin W,
Oudemans, Acarologisches aus Maulwurfsnestern.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 129
Albino;; möglich ist auch, daß durch die ungewöhnlichen Umstände
(Gefangenschaft, Futter-, Licht-, Feuchtigkeits- und Temperatur-
verhältnisse) die Bildung der Farbe verhindert wurde.
Augen konnte ich selbst mit Immersionssystem nicht unter-
scheiden. Die Möglichkeit aber, daß doch zwei Doppelaugen an-
wesend sind, ist groß, denn das Präparat lag in Glyzerin. Gleiche
Lichtbrechung verhinderte wahrscheinlich die Wahrnehmung der-
selben.
Bemerkung. Wie erwähnt, ist diese Nymphe aus einer
„Leptus autumnalis‘ (inopinatum Oudms.)-Larve hervorgekommen.
Interessant ist es, mit Sorgfalt zu untersuchen, ob in der Folge
aus allen ‚„autumnalis‘‘-Larven Nymphen schlüpfen, welche genau
obiger Beschreibung entsprechen. Oder, was wohl zu erwarten ist,
daß auch andere Formen aus Leptus autumnalis zum Vorschein
kommen. Ist m. a. W. Leptus autumnalıs nicht ein Kollektivnamen ?
Sind vielleicht die verschiedenen aus autumnalis eventuell zu
züchtenden Formen voneinander abzuleiten ? Bilden sie vielleicht
„Reihen“, wie Trägärdh von verschiedenen Bdella-Arten an-
gegeben hat?
Ich glaube auch, daß nicht allzuviel Wert gelegt werden muß
auf die Gestalt der Tarsen, denn, wie ich unten bei Belaustium
rhopalicum erwähnen werde, sind die Tarsen I bei verschiedenen
Individuen ungleich, ja es gibt selbst Exemplare, bei welchen der
linke und rechte Tarsus von verschiedener Gestalt sind!
Mierothrombidium parvum nov. Sp.
(Taf. XIII, Fig. 1—8.)
|Microthrombidium italicum Oudemans in Ent.-Ber., vol. 4,
Nr. 73, p. 11; 1. Sept. 1913; und in Tijds. Ent., vol. 56, p. 232.
(non Microthrombidium italicum Berlese!)
Da das vierte Palpglied am meisten dem der Microthrombidium
italicum Berl. (in Redia, vol. 8, p. 151, Fig. 70) ähnelte, so schloß
ich zu bald auf Identität dieser Art mit iZalicum Berl. Sorgfältige
Untersuchung der Haare aber macht, daß ich jetzt anders denke.
Wenn man mit dem Schlüssel (l. c., p. 134) determiniert, so
folgt man folgendem Satze:
1. Concolora (trunco tantum rubro depicto) . .... . 3
3. Truncus pilis conformibus et statura paribus totus
indukes: su aeg Ber ER Area I
19: ‚Bil: trancumaalles jezlles 2.30 410010 enhı aigeige ER
10. Articulus quartus palporum spinis (saltem una) ro-
bustis externeyanmarus, 44 - 24...) artelca ptgeee Mr:
Hier sollte man aufhören können, denn das vierte Palpglied
besitzt extern zwar eine „spina‘‘, aber gar keine spina robusta.
Es ist vielmehr eine gewöhnliche Borste; die Art steht also zwischen
pusillum Herm. (spina nulla externa) und den Arten mit „spina
robusta‘“,
Archiv für Naturgeschichte
1913. A, 9. I 9. Heft
130 Dr.- A. C. Oudemans:
Nehmen wir eben an, daß wir eine Varietät vor uns haben mit
reduzierter „spina robusta‘“, dann verfolgen wir die folgenden
Sätze:
11. Spina in latere externo quarti articuli palporum tan-
Liga hal Bl A re kin 19
12: Spiha@d unguis !radızem insita 22 27, NE
13. Tarsus primi paris cordiformis, basi valde latior .
jabanicum Berl.
So sollten wir annehmen können, daß unsere Form eine
Varietät wäre von jabanicum Berl. mit reduzierter Spina robusta.
Und lesen wir dann, was Berlese uns von jabanicum erzählt, so
werden wir in unserer oben ausgesprochenen Vermutung, als sei
unsere Form eine Zwischen- oder Übergangsform bestärkt. Er sagt:
„Omnino M. pusillo var. balzani conformis, sed spina in quarti
palporum articuli latere externo, ad unguis radicem, robusta aucto.‘
Auch in italienischer Sprache weist Berlese nachdrücklich auf
die sehr große Ähnlichkeit mit pusillum var. balzanı.
Selbstverständlich geht man nicht gerne über zu den Schluß,
daß eine niederländische Art einen Übergang bilden sollte zwischen
einer javanischen und einer südamerikanischen, obwohl geologisch-
naturhistorisch gesprochen die Niederlande durch die geologische
Brücke: England-Fär-Or-Island-Grönland zwischen Java und
Amerika liegt!
Darum suchte ich nach europäischen Arten, die mit jabanicum
mehr oder weniger verwandt sind. Und siehe da: 13. Tarsus primi
paris plus minusve elongate-ovalis..... M. sucıdum L. Koch
(et var.).
Diese ‚var.‘ ist sucidum var. norwegicum Berl. ‚Differt a
typico statura minore, tarsisque anticis aliter conformatis quod
sint elongate cordiformes, apice acuti, ad basin latiores, amplius
triplo longiores quam lati.‘“ Ad 1400 u. long.; 950 lat.
Wozu noch kommt (l. c., p. 142): ‚Non sempre il tarso @ cosi
stretto come ho indicato nella figura.“
Man braucht nur wenig mehr zu ändern, und man hat
parvum definiert. Wie Trägärdh für Bdella-Arten „Reihen“
fand, so wird man einmal mit reichem Materiale bei Trombidium
auch wohl leicht ‚‚Reihen‘“ auffinden.
Adultus (Fig. 1). Ob@ oder &, kann ich nicht sagen; vielleicht
ist es ein @ und cordatum C. L. Koch (6, 7) das d. Maße. Länge
777 u; Länge des Prosoma 210 u; Breite des Prosoma hinten 243 u;
größte Breite 472 u; Breite des hinteren Abschnittes 320 u. Länge
des Vorderbeins (ohne Coxa) 485 u, also nur wenig länger als die
größte Breite des Soma. Gestalt vollkommen die des Trombidium
plancum C. L. Koch (15, 24), so daß man die Identität unbedingt
anzunehmen geneigt ist, wenn nicht Koch die Haare beschreibt
als: ‚etwas kolbig und gefiedert‘“ (,‚kolbig‘‘ sind die Haare
unserer Art gar nicht). Klein, breit, ziemlich sackförmig, doch
Archiv für Naturgeschichte 19. Jahrgang 1913 Abteilung A,Heft 9.
Oudemans . Acarologis
Oudemans. Tafel XM.
Inst Berl
7 Aomaslıte
7
>s aus Maulwurfsnestern.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 131
rückwärts von den Schultern an etwas schmäler, mit kaum merk-
lichem Seiteneindruck und gerundetem Hinterrande. Die Beine
kurz; die Glieder der zwei vorderen stufenweise dicker; das End-
glied des ersten Beinpaares eiförmig und ungemein dick. Farbe
purpurrot, selbst die Stämme und Äste der Haare.
Rückenseite. Von den Grübchen kann ich nichts sagen,
denn alle Grübchen waren durch die Konservation im essigsäure-
haltigen Alkohol verschwunden. Bekanntlich verschwinden diese
auch wohl bei der Atmung des lebenden Individuums. Die Crista
(Fig. 2) erreicht mit ihrer Vorderspitze, wie immer, den Vertex,
wo acht Haare nach vorne gerichtet sind. Nach hinten scheint
sie sich zu spalten, um ihre Äste um die runde, fast dick-tropfen-
förmige Areola zu schlagen, wo in der hinteren Hälfte die nach
hinten und außen gerichteten, elliptischen, ziemlich großen Pseudo-
stigmata sich befinden. Hinter der Areola setzt sich die Crista,
zweimal dicker als vor der Areola, aber nach hinten sich verjüngend,
eine Strecke fort, und zwar mindestens eben soweit, als die Areola
lang ist. Die pseudostigmatischen Organe sind haarförmig dünn,
glashell, distad fast unsichtbar dünn werdend, so lang als der
Vorderteil der Crista einschließlich der Areola, und, horizontal
gestreckt, den Leibesrand erreichend. Die Augen sind sitzend,
zweilinsig, wie gewöhnlich sieht das vordere nach außen und nur
wenig nach vorn, das hintere nach außen und hinten. Die Grenze
zwischen Pro- und Opisthosoma (Fig. 1) ist nach vorn konkav
und läßt die ganze Crista frei. Alle Haare sind vollkommen
einander gleich, sowohl was Statur als Struktur betrifft; sie sind
kurz zu nennen, messen 28—36 u, sind ziemlich dick, gebogen,
etwas schlaff und selbst allseitig gefiedert.
'Bauchseite (Fig.5). DieCoxae sind ziemlich klein, I bis III
proximal abgerundet, IV dagegen spitz. Die Genitalöffnung
elliptisch, so groß als Coxa II, mit drei elliptischen Haftnäpfen
unter jeder Klappe; sie ist zwischen Coxae IV, aber etwas nach
hinten gelegen. Ihre eigene Länge hinter ihr befindet sich der kleine
Anus (resp. Uroporus). Haare wie die des Rückens.
Mandibeln (Fig. 8) zusammen lang kegelförmig, 120 u lang;
der Digitus mobilis wie gewöhnlich krallenförmig, 32 u lang. Stig-
mata ohne Peritrema. Die Maxillenladen (Fig. 4) zusammen
kurz-kegelförmig mit zwei nach hinten divergierenden Längsreihen
von etwa 13 feinen gefiederten Haaren, wovon die vier vorderen
nach vorn, die sechs bis sieben hinteren nach innen gerichtet sind.
Von den Palpen (Fig. 7) ist das Femur am dicksten und so lang
wie die übrigen Glieder zusammen. Trochanter, Femur und Genu
sind dorsal und außen behaart, ventral und innen unbehaart. Die
Tibia trägt außen (Fig. 6) zwischen Kralle und Tarsus die oben
mehr erwähnte starke Borste (die kleinen Kreiselchen sind Inser-
tionsstellen von gewöhnlichen behaarten Haaren). Innen (Fig. 3)
besitzt die Tibia eine sehr starke Nebenkralle und dahinter einen
9* 9. Heft
132 Dr. A. ©. Oudemans:
Kamm von fünf weniger starken Dornen, welche etwas gebogen und
stumpf sind; ihre Reihe geht etwas gebogen nach hinten und unten;
dorsal noch ein Kamm von vier gleichgestalteten, aber kürzeren,
nach vorn gerichteten Dornen. Der Tarsus ist länger als die End-
kralle, dicker und konisch, endet in einer starken Borste, trägt
innen (Fig. 3) elf Fiederborsten, außen (Fig. 6) nur drei solche
und ein kurzes Riechhaar.
Beine (Fig. 1). Die Beine habe ich schon oben (bei ‚‚Gestalt‘‘)
etwas beschrieben. Von den Beinen I und II sind Basi- und Telofemur
nicht voneinander geschieden. Betrachtet man sie aber als getrennte
Glieder, dann sind die ersten fünf Glieder des Beines I fast gleich-
lang und distad nur wenig dicker werdend. Tarsus I ist länger
als die beiden vorhergehenden Glieder zusammen und so breit als
das vorhergehende lang, eiförmig, vorn etwas zugespitzt, dorsal
mit nur wenigen glashellen Sinneshärchen. Telofemur, Genu und
Tibia I mit mehreren solchen Sinneshaaren. Vom Beine II sind
die ersten drei Glieder gleichlang und kurz, die zwei folgenden
gleichlang, aber länger als die vorigen und zusammen ebenso lang
als die drei vorhergehenden zusammen. Tarsus II ist lang-eiförmig,
mindestens 21, mal länger als breit. Die Glieder der Beine III
und IV sind kurz, ihre Endglieder je zweimal länger als breit; die
Beine selbst kurz; Bein IV überragt den Leibeshinterrand nur mit
dem Endgliede.
Habitat in einem Maulwurfsneste. Patria: Sittard. Tem-
pus: April. Inventor: F. Heselhaus, S. ]J.
Dinothrombium rubropurpureum nov. Sp.
(Taf. XIII, Fig. 9—27.)
Dinothrombium plancum Koch (errore) Oudemans in Ent.-
Ber., vol. 4, Nr. 73, p. 11 und Tijds. Ent., vol. 56, p. 282.
Nicht diese Spezies ähnelt dem flancum von Koch (15, 24),
sondern die vorhergehende Art (s. oben S. 130); es war daher ein
Versehen von mir, die gegenwärtige plancum zu nennen; sie gleicht
gar nicht dem plancum, ist im Bau der Gliedmaßen vielmehr ver-
wandt an procerum C. L. Koch (15, 14) corrugatum (15, 16) und'
russatum (15, 12).
Adultus (Fig. 9). Ob 2 oder &, konnte ich nicht entscheiden.
Maße. Länge 1220 u; Länge des Prosoma resp. Crista (das Pro-
soma ist fast ganz versteckt) 185 u; Breite des Prosoma (gemessen
zwischen den Außenseiten der Augenstiele) 328 u; größte Breite
940 u; Breite des hinteren Abschnittes 580 u. Länge des freien
Vorderbeins 2000 u, also länger als das Soma (ohne Mandibeln). —
Gestalt mehr oder weniger sackförmig; Opisthosoma vorn
gerade, allmählich in die runden Vorderecken übergehend, rück-
wärts von den Schultern an etwas schmäler, mit kaum merk-
lichem Seiteneindruck und gerundetem Hinterrande. Prosoma fast
ganz unter der vorderen Wölbung des Opisthosoma versteckt.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 133
Kaum sind (Fig. 12) die Augenpaare und die haardünnen pseudo-
stigmatischen Organe sichtbar. Vorderbeine länger als der ganze
Leib. — Farbe dunkel purpurrot, Beine etwas heller, Untergrund
neapelgelb. Unterseite dunkelpurpurrot, aber die Coxae und der
Genitalhof gelblich (Spiritus-Exemplar!).
Rückenseite (Fig. 9). Zwei Quergruben waren deutlich,
eine in 1, der Länge des Opisthosoma; die andere etwas vor dem
zweiten Drittel desselben; beide in der Mitte mit nach vorn gerich-
teten Längsgrübchen; die vordere Quergrube beim Seitenrande
etwas nach hinten umbiegend. Vor derselben vier runde Grübchen
auf einer Querreihe. Ich weise ausdrücklich nochmals hierauf, daß
auf diese Gruben und Grübchen kein großer Wert gelegt werden
kann, da sie selbst beim lebenden Tiere sich unaufhörlich ändern,
außerdem konnte ich nur ein Spiritusexemplar studieren, hatte
also gar kein Vergleichsmaterial. Die Crista war selbstverständ-
lich nur zu studieren nach Scheidung von Prosoma und Opistho-
soma (Fig. 16). Sie ähnelt in großen Zügen der des Dinothrombium
tinctorium L. aus Afrika (cf. Tijds. Ned. Dierk. Ver., S. 2, vol. 7,
p. 305, T. 10, Fig. 46, 47). Sie beginnt hinten mit breitem, hinten
abgerundeten Stiele, der nach vorne noch breiter wird und all-
mählich übergeht in die Areola (fast ein liegendes Oval); der Zwi-
schenraum zwischen den beiden Pseudostigmata ist ebenfalls breit
und erweitert sich noch nach vorne; die Pseudostigmata sind nach
außen gerichtete, mit konzentrisch gelagerten Strichelchen ver-
sehene Blasen, woraus die haardünnen, glatten, nach vorne ge-
richteten und etwas divergierenden pseudostigmatischen Organe
zum Vorschein kommen. Vor der Areola setzt sich die Crista wie
es scheint wieder vom neuen fort, denn zwischen diesem Stück
und der Areola befindet sich eine scharfe Grenze. Auch dieses
Stück ist verhältnismäßig breit, nach vorne breiter werdend und
scheinbar dort wieder eine allerdings kleinere Areola bildend, worin
drei behaarte Haare stehen, flankiert von noch zwei, welche auf
dem breiten Areolarande eingepflanzt sind. In dieser Hinsicht
erinnert die Crista an die der Erythraeidae. Die Augen sind breit-
gestielte Doppelaugen, welche in gewisser Richtung gesehen schief
zugespitzt enden (Fig. 12,27) mit verschieden großen, elliptischen
Corneae. Die Haare sind prächtig dunkel-purpurrot, alle selbst
dicht behaart, aber verschieden dick und lang. Die des Prosoma
sind in die Haut selbst eingepflanzt, die des Opisthosoma stehen
auf etwas konischen Hügelchen. Die des Prosoma sind + 80 u
lange schlaffe Borsten (Fig. 16) in vier Feldern geordnet; die der
vorderen Felder sind nach den Peritremata, die der hinteren nach
den Augen gerichtet. Die des Opisthosoma sind 30—36 u lange,
dicke, zugespitzte Stäbe. Sie sind wie Pfähle nebeneinander auf-
gestellt; in der Mitte sieht man den Haaren auf den Kopf und er-
blickt man die Figur 20. Am Vorderrande median sehen die Haare
9. Heft
134 Dr. A. C. Oudemans:
aus wie Fig. 10, an den Schultern wie Fig. 11, am Seitenrande
wie Fig. 13 und am Hinterrande wie Fig. 17.
Die Bauchseite (Fig. 19) ist grob gerunzelt. Zwischen den
Coxae II einerseits und den Coxae III und IV anderseits verlaufen
zwei dicke Querrunzeln; am Bauche laufen die zirka acht Runzeln
in der Länge. Die Coxae I sind kurz, konisch, neben dem Gnatho-
soma gelegen; die Coxae II größer, proximal gerundet, quer ge-
lagert, einander in der Medianlinie stark genähert. Auch die beiden
Coxalgruppen III und IV jederseits sind einander median genähert;
Coxae III proximal gerundet, Coxae IV dagegen spitz. Der Geni-
talhof breitoval, die Valvae behaart, die sechs Saugnäpfe deutlich,
länglich, von vorn nach hinten an Größe abnehmend. Anus sehr
klein. Die Haare sind wie die des Prosoma beschaffen (Fig. 16),
die der Coxae und des Genitalhofs farblos. Sie gehen allmählich
in die Gestalt der Randhaare über.
Mandibeln von oben gesehen (Fig. 21) lang und schmal,
zusammen 140 u breit und 560 u lang, spindelförmig; der Digitus
mobilis klein, nur 100 u lang. Stigmata versteckt, überwölbt
von kurzen aber breiten vielkammerigen Peritremata (Fig. 16,
21,22). Maxillenladen zusammen kurzkegelförmig (Fig. 26), ziem-
lich behaart. Palpen (Fig. 23, 25) kurz, dick, speziell das Femur;
Kralle kurz, dick, stumpf; Tarsus lang-keulenförmig, länger als
Tibia und Kralle zusammen. Beine wie der Körper behaart,
aber die Haare sind weniger intensiv gefärbt, dünner gesäet, dünner
in Gestalt, so daß der neapelgelbe Untergrund hervortritt. Fig. 18
zeigt uns ein Haar des Trochanters I. Fig. 24 die Umrisse von
Tibia und Tarsus I mit drei äußerst feinen Tasthärchen. Länge
dieser Teile wie 1:2. Basi und Telofemur an allen Beinen gut
geschieden.
Habitat: in Maulwurfsnestern. Patria: Sittard. Tempus:
„Mai bis Juli“. Inventor: Herr F. Heselhaus, S. J.
Bemerkung. Diese Art ist nicht identisch mit insulare Berl.
(Redia, vol. 8, p. 232, Fig. 112), denn diese besitzt auf dem Pro-
soma dieselben Haare wie auf dem Opisthosoma und ihre Tarsen I
verjüngen sich distad. Tarsus I und Tibia I unserer neuen Art
ähneln noch am meisten denen des quadrimaculatum Berl. (Redia,
vol. 8, p. 234, Fig. 113), aber ihre Hinterrandhaare sind viel dicker
als die der Vergleichsspezies. Diese ist auch in allen Dimensionen
größer.
Genus Trombidium Fabr.
(Hierzu keine Figuren.)
In seinem Systema Entomologiae, 1775, p. 430 (nicht
Entomologia Systematica, wie Berlese meint) spricht Fabricius
zum ersten Male von einem Genus Trombidium mit den Arten
tinctorium, holosericeum und aguaticum. Einen Typus gibt er nicht
an. —
Acarologisches aus Maulwurisnestern. 135
Auch nicht in seinen Genera Insectorum, 1777.
Ebenfalls nicht in seinen Species Insectorum, 1781, wo
er die Arten caudatum und globosum hinzufügt.
Ebensowenig in seiner Mantissa Insectorum, 1787.
Noch auch in seiner Entomologia Systematica, 1793,
finden wir eine der Spezies als Typus proklamiert.
Im letztgenannten Werke sind alle Aydrachna-Arten O. F.
Müllers bei Trombidium untergebracht.
Im Jahre 1802 finden wir zuerst bei Latreille in seiner
Histoire naturelle generale et particuliere des Crustaces et des
Insectes, vol. 3, p. 63, das Genus Trombidium mit holosericeum
als Typus; die anderen Arten werden in anderen Genera unter-
gebracht.
Später haben noch verschiedene andere Acarologen mit
Latreille angenommen, daß holosericeum der Typus sein soll.
Was sagen nun die (internationalen) Regeln der zoologischen
Nomenklatur von 1905 ?
„V. 82. — Ist der ursprüngliche Typus einer Gattung nicht
mit Sicherheit festzustellen, so hat der die Auflösung zuerst vor-
nehmende Autor den ursprünglichen Namen der Gattung dem-
jenigen Teile derselben beizulegen, den er für passend hält. Eine
solche Übertragung darf später nicht geändert werden.“
Berlese scheint Latreille oder die internationalen Nomen-
klaturregeln nicht zu kennen. In seinem Werke Trombidiidae,
1912, p. 2, nimmt er, ohne Latreille zu erwähnen, Zinctorium L.
als Typus an, weil Fabricius diese Art an erster Stelle nannte:
„che lo propone!“
Und die Art holosericeum L., Typus des Genus Trombidium,
nach Latreille 1802, wird von Berlese als Typus eines neuen
Genus: Sericothrombium verwendet (Redia, vol. 6, fasc. 2, p. 365,
1910.
Also: Sericothrombium Berlese 1910 = synonym mit Trombi-
dium Fabr. 1775.
Genus Dinothrombium Oudms.
(Hierzu keine Figur.)
Nach obenstehender Auseinandersetzung folgt: Trombidium
Berlese 1912, non Fabricius 1775 = Dinothrombium Oudms.
1910, mit Zinctorium L. als Typus.
Genus Atomus Latr. 1795.
(Hierzu keine Figur.)
1795. Atomus Latr. in Millins Mag. Encycl. 1795, vol. 4,
p. 18. — Typus Acarus phalangii de Geer (errore, vide infra).
1795. Atomus Latr. Prec. Car. Gen. Ins., p. 177. — Typus
Acarus parasiticus de Geer.
1806. Astoma Latr. Gen. Crust. Ins., vol. 1, p. 162. — Typus
Acarus parasiticus de Geer.
9. Heft
136 Dr. A. ©. Oudemans: Acarologisches aus Maulwurfsnestern.
1817. Atoma Latr. in Cuv. Regn. An., vol. 3, p. 125.
1818. Lipostomus Nitzsch in Ersch & Grub, Allg. Enc. —
Typus Acarus parasiticus de Geer.
1839. Astroma Thorner De Acar. Scab., p. 36.
1844. Lepostomus Gerv. Hist. Ins. Apt., vol. 3, p. 178.
1909. Metathrombium Oudms. in Ent. Ber., vol. 3, Nr. 50,
p. 16, 18. — Typus Thrombidium poriceds Oudms. 1904.
In Millins Magasin Encyclopedique, 1795, vol. 4, p. 15
publizierte Latreille seine Observations sur la variete des organes
dela bouchedesTiques, et distribution methodique desinsectesdecette
familled’apreslescaracteres &tablissurla conformation de ces organes.
Mit ‚„Tiques‘ meint er die Acarı. Wir finden dann p. 28:
„G. 2. Atome. Atomus. Acarus phalangii Deg. Bouche in-
ferieure sans avancement ni antennules sensibles.‘
Esüberrascht uns, daß Latreille hier Acarus phalangii de Geer
als Typus angibt, denn diese Milbe hat deutlich eine Gliederung
und sichtbare Mundteile und Palpen, so daß wir sie eher in La-
treilles G. 1. Argas unterbringen würden mit der Diagnose:
Bouche inferieure, distinguee par une simple prominence, anten-
nules tres sensibles“. Hat sich hier ein Fehler eingeschlichen ?
In seinem Precis des Caracteres Generiques des Insectes ge-
wahren wir, daß Latreille sich wirklich geirrt hat. Denn hier
lautet es, p. 177:
„G. IV.* Atome. Atomus. Acarus parasiticus, Gee. Bouche
inferieure, peu sensible, remarquable par une simple cavite et deux
antennules tr&es petites.
C. H.t) Corps renfle, ellipsoide, mou, rouge, sans distinction
d’anneaux. Pattes tres-menues et trescourtes.
Rem. J’ai rapporte, par meprise, dans le Magas. Encycl. Tom. 4.
le Synonyme du G. precedent & celui-ci.“
Wenn wir die Beschreibung und die Abbildungen de Geers
nachschlagen, dann finden wir, daß solch eine ungegliederte Milbe .
auch den Namen Atomus wert ist; die Mundteile sind von oben
auch nicht oder fast nicht sichtbar.
Vergleichen wir nun diese de Geerschen Beschreibungen und
Abbildungen von Parasiticus mit denen, welche ich von Metathrom-
bium poriceps gab.
1904, Jan. 1 in Ent.-Ber., vol. 1, p. 119.
1904, März 14 in Compt. Rend. Ac. Sci. Par. V. 1904, p. (sep.)
2, Fig. 5—9.
1904, April 23 in Bull. Soc. Ent. Fra., vol. 1904, p. 93, Fig. 5—9.
1909, 'Ma129’n Egjds: Ent., vol.'52)’p. SONNE, Pier 43
(! bessere Beschreibung und Figuren) und sub nomine inex-
spectatum, ibidem, p. 24, T. 4, Fig. 10, T. 5, Fig. 11—12,
dann sehen wir sofort, daß diese Milben identisch sind und
also Genus Metathrombium Oudms. 1909 = Atomus Latreille 1795.
1) Dies bedeutet „Caracteres Habituels“. (Fortsetzung folgt.)
Archiv für Naturgeschichte 19. Jahrgang 1913, Abteilung A, Heft 9. Oudemans Tafel AN.
1.IThomasläth_nst, Berlin,
Oudemans. Acarologisches aus Maulwurfsnesteri.
Hans Wagner: Beitrag zur Kenntnis der Apion-Fauna usw. 137
Beitrag zur Kenntnis der Apion-Fauna
Zentral- und Süd-Amerikas.
Beschreibungen neuer Arten.
IH. Teil.)
Von
Hans Wagner.
Zu dem, bereits im zweiten Teil vorliegender Arbeit erwähnten
umfangreichen Material gesellte sich in der inzwischen verflossenen
Zeit weiteres, teils von meinem verehrten Kollegen, Herrn L.
Beguin-Billecocq erhalten, teils von dem inzwischen verstor-
benen bekannten Apionkenner, Herrn Desbrochers des Loges
und von anderen Händlern für meine Sammlung erworben. Ein
Teil der Resultate meiner weiteren Untersuchungen dieses reichen
Materiales, die Beschreibungen einer größeren Anzahl weiterer
neuer Arten des obengenannten Faunengebietes, sei hiermit zur
allgemeinen Kenntnis gebracht. Damit ist der Reichtum an
Neuheiten aus diesen Territorien aber noch lange nicht erschöpft
und harren noch zahlreiche, bereits sicher als neu festgestellte
Arten ihrer Kennzeichnung.
Der Reichtum an Formen dieser Gruppe gerade dieser Gebiete
und namentlich Zentralamerikas, scheint den aller übrigen Faunen
mächtig zu übertrumpfen. Wasaber in letzterem Gebiet als besonders
bemerkenswert erscheint, ist, daß hier die Höhenlagen auf die
Herausgestaltung neuer Formen einen wesentlichen Einfluß aus-
geübt zu haben scheinen und wohl noch ausüben, oder anders
ausgedrückt, daß sich in bezug auf die vertikale Verbreitung hier
eine weit größere Differenzierung der Formen geltend macht, als
dies beispielsweise in unserem europäischen Faunenbild dieser
Gattung der Fall ist, haben wir doch in unseren Alpen nur eine
einzige, exklusiv diesen angehörige Spezies, AP. Bonvouloirı Bris.,
während wir in den Gebirgen Zentralamerikas, in bedeutenden
Höhen auf oft relativ geringe Distanzen voneinander entfernten
Höhenzügen, eine ganz wesentlich größere Anzahl verschiedener
mehr oder minder eng lokalisierter Arten, namentlich aus dem
Subgenus Trichapion m., vorfinden. Dabei ist aber noch zu berück-
sichtigen, in welchem Verhältnis die Erforschung jener Gebirge zu
derselben unserer Alpen steht! Allerdings dürfen wir uns anderer-
seits nicht verhehlen, daß die klimatischen Verhältnisse hier ganz
wesentlich von denen unserer heimischen Hochwelt differieren und
diesen hier wohl eher eine, dem, ich möchte sagen Entwicklungs-
oder besser Entstehungsoptimum günstige und dieses fördernde
1) conf. I. Teil: M&öm. Soc. Ent. Belg. 19., p. 1—32 (1911); II Teil:
Arch. f. Naturgesch. A. 2, p. 99—136 (1912).
9. Heft
138 Hans Wagner:
Kraft innewohnt, als den unwirtlichen Klimaverhältnissen unserer
Bergwelt; und dies ist wohl in der ganzen erdgeschichtlichen
Periode, in der unsere kleinen Lieblinge ihre Herausgestaltung
erfahren haben, der Fall gewesen und trifft auch gegenwärtig noch zu.
Außerdem aber haben die, eben durch die klimatischen so sehr
wechselvoll gestalteten botanischen Verhältnisse, auf diese streng
phytophage Käfergruppe, mit bezug auf ihre artliche Differen-
zierung, einen gewiß nicht unerheblichen Einfluß ausgeübt. —
Jedenfalls bleiben in dieser Hinsicht noch viele interessante Beob-
achtungen, Erforschungen und Erwägungen zu machen über, die
ich denjenigen, denen eine eingehendere entomologische oder
speziell coleopterologische Explorierung dieses großen Dorado
gegönnt und möglich ist, dringend ans Herz legen möchte.
Neue Arten:
1. Apion bicoloratum 12. Apion (Coeloceph.) Vethi
DIEIE. boliviense 13. ,,' "inerme
3. „ . longüarse 14. ,, (Stenapion)carinifrons
Ar ME alocorhinum her ».. trinidadense
Di MBIRT, insulicola 16. ,„, uineifer
6.» . broßidorrhynchum 17. ,„ bogotanum
Alan 2 macrostylum 18. WW PRAFUN Be
Coelocephalapion nov. subgen. 19. ,„ obtusipunctum
8. Apion (Coelocephalapion) |20. , . (Bothryopteron)
coelocedhalum praestabile
9. , (Coeloceph.) Bryanti |21. ‚, Dbarviceps
2 ER „». ) Dilwosire | 22. „ angustifrons
ib Ka ( N ) bra- 23. , globatum
chyrrhinum 24. ,„ Wülotum.
Apion bicoloratum n. sp.
In die Nähe des AP. colonus Faust gehörig. — Körper schwarz,
etwas graphitisch-glänzend, die Beine mit Ausnahme der pech-
schwarzen Tarsen, Coxen und Trochanteren und der angedunkelten
Kniee und Tibienspitzen blaß rötlichgelbbraun. Die Fühler pech-
schwarz, die Wurzel des Schaftes heller oder dunkler rötlichbraun,
beim & ist der Rüssel vor der Fühler-Insertion bis zur Spitze
rötlichgelb, die Spitze selbst mit den Mandibeln schwärzlich.
Der ganze Körper mit kurzen weißlichen Härchen wenig dicht
besetzt. Kopf mit den ziemlich stark gewölbten, doch wenig vor-
tretenden Augen breiter als lang, ziemlich fein und mäßig dicht
punktiert, durch eine sehr schwache Querdepression vom mikro-
skopisch fein chagrinierten, glänzenden Scheitel gesondert. Rüssel
zylindrisch, an der Fühler-Insertion kaum merklich angeschwollen,
in beiden Geschlechtern ziemlich stark gebogen, beim d so lang
als von der Halsschildbasis bis etwa zur Augenmitte gemessen,
beim 9 so lang als Kopf und Halsschild zusammen, in beiden
Beitrag zur Kenntnis der Apion-Fauna Zentral- und Südamerikas. 199
Geschlechtern fein und wenig dicht punktiert, im Grunde äußerst fein
und etwas matt chagriniert, über der Fühler-Insertion etwas
geglättet und glänzend, mit einem kleinen, feinen, grübchenförmigen
Längseindruck. Fühler ziemlich kurz und kräftig, beim $ etwas
hinter der Mitte, beim @ im basalen Drittel des Rüssels eingelenkt;
Schaft beim & so lang als die drei, beim 2 so lang als die vier ersten
Geißelglieder zusammen. Erstes Geißelglied in beiden Geschlech-
tern kurz oval, wenig stärker als die folgenden, diese sehr eng
aneinandergefügt, das zweite Glied so lang als breit, die folgenden
allmählich kürzer werdend, das letzte quer. Keule kurz eiförmig,
scharf zugespitzt und deutlich abgesetzt. — Halsschild so lang
als an der schwach zweibuchtigen Basis breit, von den nahezu
rechtwinkligen Hinterecken nach vorne nur wenig verschmälert,
an den Seiten nur sehr sanft gerundet, hinter dem Vorderrande
kaum merklich eingezogen; seitlich gesehen kaum gewölbt; mit
wenig starken und nicht tief eingestochenen Punkten mäßig dicht
besetzt, die äußerst fein mattchagrinierten Zwischenräume so breit
oder wenig schmäler als die Punkte, vor dem Schildchen mit einem
Basalstrichelchen. — Flügeldecken ziemlich kurz oval, zwischen
den wohlentwickelten Schulterbeulen doppelt so breit als der
Halsschildvorderrand, an den Seiten von ersteren zur Spitze mäßig
stark gerundet, etwas hinter der Mitte am breitesten, am Apex
gemeinsam abgestumpft; seitlich gesehen nicht stark gewölbt, nach
hinten etwas steiler abfallend; schwach kettenartig punktiert-
gestreift, die vollkommen ebenen Zwischenräume in der Decken-
mitte fast doppelt so breit als die Punktstreifen, fein und dicht
gerunzelt und mit einer Reihe feiner, die weißen Härchen tragenden
Pünktchen besetzt. Schildchen länglich dreieckig, matt, kahl, unge-
furcht, von einer ziemlich breiten und tiefen Furche umschlossen.
— Beine mäßig schlank, das erste Tarsenglied etwas länger als das
zweite, dieses so lang als breit, das dritte Glied mäßig breit gelappt,
das Klauenglied das dritte um seine Hälfte überragend, die Klauen
ziemlich kurz, an der Basis sehr spitz gezähnt. Die Beine beim &
einfach.
Long. (s. r.): 2,3—2,4 mm.
Ein 3 aus Brasilien: Pernambuko, in meiner Kollektion und
ein @ aus Brasilien (ohne genauerer Bezeichnung) von Herrn
Beguin-Billecocq mitgeteilt, lagen mir zur Beschreibung vor.
Apion boliviense n. sp.
Körper kastanienbraun, die Flügeldecken heller rötlichbraun,
die Beine mit Ausnahme der pechschwarzen Klauen blaß bräunlich-
gelb, Kopf und Halsschild bisweilen etwas heller als die Unterseite
und der Rüssel gefärbt, letzterer meist pechbraun, nur an der
Basis rötlichbraun. Die Fühler pechbraun mit rötlichbrauner
Keule. Das Schildchen schwärzlich, die Flügeldeckennaht kurz
hinter demselben angedunkelt. Mit äußerst feinen gelblichweißen
9. Heft
140 Hans Wagner:
Härchen sehr sparsam besetzt. — Kopf konisch, mit den ziemlich
großen, stark gewölbten und ziemlich stark vorspringenden Augen
etwas breiter als lang, sehr fein und spärlich punktiert, die etwas
abgeflachte Stirne beiderseits des Augeninnenrandes mit einer
Punktreihe, in der Mitte mikroskopisch fein chagriniert; der Kopf
ist durch eine deutliche Einschnürung vom mikroskopisch fein
quergerieften, etwas glänzenden Scheitel gesondert. Rüssel ziemlich
kurz, so lang als von der Halsschildbasis bis zum Augenhinterrand
gemessen, seitlich gesehen an der Fühlerinsertion (etwa im basalen
Viertel) unter einem stumpfen Winkel nach abwärts gebogen; von
oben gesehen an der Fühlerinsertion kaum merklich verdickt, im
übrigen zylindrisch; an den Seiten fein und mäßig dicht punktiert,
oberseits in der Mittellinie unpunktiert, nur sehr fein chagriniert,
mäßig glänzend. — Fühler nicht sehr lang, doch fein, im basalen
Viertel des Rüssels (9?) eingelenkt; Schaft etwa eineinhalb mal so
lang als das erste Geißelglied, dieses nur wenig länger als breit,
doppelt so dick als das zweite Geißelglied, dieses und das folgende
wenig länger als breit, die folgenden allmählich kürzer werdend,
das vierte noch so lang als breit, das siebente schwach quer. Keule
länglich eiförmig, deutlich gegliedert und abgesetzt. — Halsschild
etwas breiter als lang, nach vorne mäßig stark verengt, die Basis
fast gerade, vor den, in ihrer Anlage spitzwinkligen Hinterecken
und hinter dem Vorderrand ziemlich stark eingezogen, die Seiten
dazwischen mäßig gerundet; seitlich gesehen flach gewölbt; mit
nicht starken, doch ziemlich tief eingestochenen Punkten ziemlich
dicht besetzt, die äußerst fein chagrinierten Zwischenräume so
breit als die Punkte, eine schmale Zone hinter dem Vorderrande
bleibt unpunktiert; vor dem Schildchen mit einem kurzen ziemlich
flachen Grübchen. — Flügeldecken ziemlich kurz eiförmig, mäßig
gewölbt, der höchste Punkt der Wölbungslinie in der Mitte gelegen,
zwischen den kräftigen Schulterbeulen reichlich breiter als die
Halsschildbasis, von diesen zur Spitze an den Seiten gleichmäßig,
gerundet, in der Mitte am breitesten; in den ziemlich starken
Furchen etwas undeutlich punktiert, die schwach gewölbten
Zwischenräume in der Deckenmitte fast doppelt so breit als die
Streifen; mit einer Reihe sehr feiner Pünktchen, im übrigen
mikroskopisch fein genetzt. Das Schildchen klein, rundlich, un-
gefurcht. — Die Beine ziemlich schlank und lang, das erste Tarsen-
glied fast eineinhalb mal so lang als das zweite, dieses so lang als
breit, die Lappen des dritten Gliedes schmal, das Klauenglied
überragt das dritte nicht ganz um seine Hälfte, die Klauen ziemlich
klein, scharf gezähnt.
Long. (s. r.):; 1,9—2 mm.
Drei Exemplare aus Bolivien: Mapiri, die ich für ?% halte,
von Herrn Beguin-Billecocg zur Beschreibung mitgeteilt; ein
Exemplar wurde meiner Sammlung freundlichst überlassen.
Beitrag zur Kenntnis der Apion-Fauna Zentral- und Südamerikas. 141
Apion longitarse n. sp.
In die Verwandtschaft des Apion xanthopus Gylih. gehörig,
diesem auch sehr nahe stehend, von demselben durch folgende
Merkmale verschieden. Der Rüssel ist in beiden Geschlechtern
noch erheblich länger und dünner, beim & stärker gebogen
und an der Fühlerinsertion merklich plötzlicher winklig verbreitert
(bei xanthopus verliert sich die winklige Verbreiterung sowohl zur
Basis wie zur Spitze allmählicher). Die Fühler sind gleichfalls
merklich länger, länger behaart, pechbraun, während sie bei
xanthopus blaß bräunlichgelb sind. Die Flügeldecken sind im Ver-
hältnis zum Halsschild merklich breiter als bei xanthopus und
erscheinen daher im Umriß kürzer als bei diesem. Der Halsschild
ist nach vorne etwas schwächer als bei xanthopus verschmälert.
Die Augen sind in beiden Geschlechtern etwas weniger gewölbt
und vortretend. Die Beine wie bei xanthopus sehr lang und ziemlich
dünn, das erste Tarsenglied namentlich beim g an den Vorderbeinen
sehr lang, etwa dreimal so lang als breit, an den vier hinteren
Beinen eineinhalbmal so lang als das zweite Tarsenglied. — Von
dem gleichfalls sehr nahe verwandten Apion Desbordesi Beg.-Bill.
durch den, an der Fühlerinsertion stärker winklig verbreiterten,
vor der Verbreiterung viel dünneren, oberseits nicht so deutlich
abgeflachten, glatten und stark glänzenden Rüssel, durch die
pechbraunen Fühler und den nach vorn viel schwächer verengten
Halsschild sehr leicht zu trennen.
Long. (s. r.): 2,1—2,2 mm. — Patria: Brasilien.
Ein & und zwei 99, von welch letzteren das eine meiner Samm-
lung freundlichst überlassen wurde von Herrn Beguin-Billecocq,
erhalten, lagen der Beschreibung zu Grunde.
Apion aloeorhinum n. sp.
Gleichfalls dem Apion xanthopus Gylih. ungemein nahestehend,
von gleicher Größe und vollkommen gleicher Körperform, etwas
abweichender Färbung und etwas feinerer Behaarung; außerdem
durch folgende Merkmale von ihm verschieden. Der Rüssel ist
in beiden Geschlechtern zwischen Fühlerinsertion und Basis unter
einem sehr stumpfen Winkel nach abwärts gebogen. Die winklige
Erweiterung über der Fühlerinsertion ist in beiden Geschlechtern
merklich schärfer, wodurch der Rüssel vor derselben plötzlicher
verjüngt erscheint und daselbst (namentlich beim 9) merklich
dünner ist; auch ist derselbe viel feiner punktiert, oberseits vor
der Fühlerinsertion fast vollkommen glatt und stark glänzend,
zwischen Fühlerinsertion und Basis hingegen von zwei viel deut-
licheren, fein punktierten, durch einen glatten Mittelkiel getrennten
Furchen durchzogen. Der Halsschild ist fast nurhalb so stark und
viel weniger dicht punktiert als bei xanthopus, das Basalstrichel sehr
scharf. Beim $ ist das erste Tarsenglie&erheblch kürzer als beim xan-
thopus-g, nur wenig länger als das zweite. — Körper pechschwarz,
9, Heft
142 Hans Wagner:
mit einem schwachen rötlichbraunem Schimmer, die Beine rötlich
gelbbraun mit etwas angedunkelten Tarsen, desgleichen sind die
Geißelglieder zwei bis sieben bräunlich, nur der Schaft, das erste
Geißelglied und die Keule rötlichgelb.
Zwei 2 Exemplare aus Brasilien: Campos, von Herrn Beguin-
Billecocg mitgeteilt, ein 3 aus Brasilien: Provinz Goyas, Jatahy,
in meiner Sammlung.
Von Apion longitarse m. unterscheidet sich obige Art allein
durch die kürzeren Tarsenglieder und den kürzeren gebogenen
Rüssel genügend, von Desbordesi gleichfalls durch den kürzeren,
stärker winklig erweiterten und vor der Erweiterung dünneren
Rüssel, durch den, wie bei xanthopus gebildeten, vorne viel weniger
verengten, viel feiner punktierten Halsschild etc. leicht zu trennen.
Apion insulicola n. sp.
Vom Habitus eines Trichapion aus der Verwandtschaft des
brachycebhalum m., aber wegen der abweichenden Armatur der
Beine im männlichen Geschlecht, nicht in dieses Subgenus zu stellen.
— Körper schwarz, die Oberseite mit schwachem Bronzeschimmer,
mit feinen, weißlichen Härchen, die nur am Basalrand des Hals-
schildes und an den Seiten der Brust etwas gröber sind und dichter
stehen, ziemlich sparsam bekleidet. — Kopf in beiden Geschlechtern
breiter als lang, mit großen, stark gewölbten und ziemlich stark
vortretenden Augen, durch eine deutliche Querdepression vom
fein quergerieften Scheitel getrennt, mit mäßig starken Punkten
ziemlich dicht besetzt, die Stirne etwas schmäler als die Rüssel-
spitze, fast eben, mit zwei Reihen so starker Punkte wie auf dem
Kopf, die dicht stehen, versehen, im Grunde mikroskopisch fein
chagriniert. Rüssel beim $ kaum so lang, beim 2 etwa um die
Kopflänge länger als Kopf und Halsschild zusammen, bei letzterem
entsprechend der größeren Länge stärker als beim & gebogen;
beim & an der Fühlerinsertion schwach angeschwollen, von dieser
zur Spitze fast zylindrisch, im Grunde mikroskopisch fein chagriniert,
matt und mit einzelnen äußerst feinen, in ziemlich regelmäßigen
Reihen angeordneten Pünktchen besetzt; beim 9 etwas dünner als
beim 4, gleichfalls an der Fühlerinsertion (nahe der Basis) schwach
angeschwollen, von da zur Spitze zylindrisch, ziemlich stark ge-
bogen, in seiner ganzen Ausdehnung mikroskopisch fein chagriniert,
schwach glänzend, nur an der Basis mit einzelnen, äußerst feinen
Pünktchen besetzt. Fühler beim $ um den halben Längsdurch-
messer, beim 2 fast um den ganzen Querdurchmesser der Augen
vor diesen eingelenkt, ziemlich lang und schlank; Schaft beim $
etwa eineinhalbmal so lang als das erste Geißelglied, beim 2 fast
so lang als die zwei ersten Geißelglieder zusammen. &: Erstes
Geißelglied fast doppelt so lang als breit, reichlich stärker als die
folgenden, das zweite doppeltsso lang als breit, das dritte bis siebente
allmählich verbreitert, das dritte noch deutlich länger als breit,
Beitrag zur Kenntnis der Apion-Fauna Zentral- und Südamerikas. 143
das sechste rundlich, das siebente quer; beim $ sind die Glieder
etwas schlanker. Keule in beiden Geschlechtern spindelförmig,
deutlich gegliedert, schwach abgesetzt. — Halsschild viel breiter
als lang, an den Seiten von den rechtwinkligen Hinterecken gegen
die Mitte fast parallel, von da nach vorne ausgeschweift verengt,
die Einengung hinter dem leicht konkaven Vorderrand ziemlich
schwach, dieser merklich breiter als die halbe, zweibuchtige Basis;
mit groben, doch nicht sehr tiefen Punkten dicht besetzt, die
Zwischenräume leicht gerunzelt, im Grunde mikroskopisch fein
chagriniert; vor dem Schildchen mit einem ziemlich kräftigen und
tiefen Längsgrübchen. — Flügeldecken breit oval, mit kräftigen
Schulterbeulen, von diesen an den Seiten nach hinten sehr sanft
gerundet, etwa in der Mitte am breitesten, nach hinten eiförmig
zugerundet; stark punktiert gestreift, die Zwischenräume in der
Deckenmitte fast eineinhalbmal so breit als die Punktstreifen, fast
eben, sehr fein gerunzelt chagriniert und mit einer etwas unregel-
mäßigen Reihe feiner Pünktchen besetzt. Schildchen dreieckig, un-
gefurcht. Beine ziemlich schlank, das erste Tarsenglied etwa einein-
halbmal so lang als breit, das zweite noch wenig länger als breit, das
dritte nicht breit gelappt, das Klauenglied das dritte nicht ganz um
seine Hälfte überragend, die Klauen fein, scharf gezähnt. Beim $ ist
das erste Tarsenglied der Hinterbeine an der apikalen Innenecke
scharf zahnartig abwärts gezogen.
Long. (s. r.): 1,5—1,7 mm.
Die Art lag mir in einer größeren Anzahl Exemplare beiderlei
Geschlechts, aus dem Material des British Mus. Lond., zur
Beschreibung vor; sie stammt aus Trinidad (C. F. Bryant, 1903).
Apion tropidorrhynchum n. sp. 9.
Dem Apion costaricense m. sehr nahe verwandt, etwas größer,
abweichend gefärbt und durch folgende Merkmale von ihm ver-
schieden. Die großen Augen sind weniger gewölbt und weniger
vorstehend, der Rüssel ist bei verhältnismäßig gleicher Länge vor
der Fühlerinsertion dicker, da derselbe von der Fühlerinsertion
zur Spitze nur allmählich verjüngt ist, wodurch die winklige
Erweiterung an der Fühlerinsertion auch schwächer erscheint;
ferner ist derselbe von der Basis bis nahe zur Spitze, mit Ausnahme
einer ganz kurzen Unterbrechung über der Fühlerinsertion, fein
und scharf gekielt; im basalen Teil sehr fein längsrissig punktiert,
fein behaart, im übrigen glatt und glänzend. Zwischen der Basis
und Fühlerinsertion besitzt der Rüssel jederseits des Mittelkiels
zwei, durch einen sehr schwachen Mittelkiel getrennte, flache Fur-
chen, während sich beiderseits des Mittelkieles von der Fühler-
insertion bis etwa zum apikalen Viertel, nur eine feinere Furche
hinzieht; seitlich gesehen ist der Rüssel fast gerade. Der Hals-
schild ist etwas länger, verhältnismäßig nach vorne etwas weniger
verengt, etwas feiner punktiert, die Punkte merklich schwächer
9. Heft
144 Hans Wagner:
eingestochen, das Basalstrichel etwas kürzer. — Die Flügeldecken
sind im Umriß etwas länger; stark kettenförmig punktiert-gestreift,
die Zwischenräume so breit als die Punktstreifen, deutlich
konkav, mit einer bis zwei Reihen unregelmäßig gestellter feiner
Pünktchen, im übrigen mikroskopisch fein chagriniert. Das
Schildchen rundlich dreieckig, wie bei costaricense breit ausgehöhlt.
— Körper schwarz, mäßig glänzend, die Beine bis auf die etwas an-
gedunkelten Spitzen der zwei letzten Tarsenglieder und der
schwärzlichen Klauen rötlichgelb, die Fühler bräunlich mit rötlich-
gelber Wurzel; Körper fein und ziemlich spärlich weißlich behaart,
die Seiten der Vorder-, Mittel- und Hinterbrust und die Seiten der
zwei ersten Abdominalsegmente, sowie die Vorderseite der vier
vorderen Coxen dicht weiß behaart.
Long. (s. r.): 3,1 mm.
Ein 2 Exemplar aus Brasilien (ohne näherer Bezeichnung) lag
mir zur Beschreibung vor; von Herrn Beguin-Billecocq erhalten.
Apion maerostylum n. sp.
Habituell an ein Coeloßterapion erinnernd, von kurzem, ge-
drungenem und gewölbtem Körperbau. — Körper pechbraun mit
einem Stich ins rötliche. Der Rüssel pechschwarz, die Fühler heller
oder dunkler gelblichbraun mit schwärzlicher Keule, die Beine
blaß bräunlichgelb, mit an den Spitzen angedunkelten Tarsen-
gliedern und schwärzlichen Klauen; fein und ziemlich spärlich
weißlich behaart. Kopf etwas breiter als lang, etwas konisch, mit
mäßig stark gewölbten und wenig vortretenden Augen, die Stirne
mit zwei mehr oder minder deutlichen Furchen, die beiderseits
gegen den Augeninnenrand von einem ebenso schwachen Längs-
fältchen, wie der die Furchen trennende Mittelkiel, begrenzt sind.
In den Furchen wie der übrige Kopf ziemlich stark und dicht, doch
ziemlich flach punktiert, durch eine schwache Querlinie vom fein
quergerieften Scheitel getrennt. — Rüssel vollkommen zylindrisch,
schwach gebogen, beim & so lang als Kopf und Halsschild zu-
sammen, beim @ etwa um die Kopflänge länger als Kopf und
Halsschild zusammen und etwas dünner als beim 3; beim $ von
der Basis bis zur Spitze ziemlich stark und dicht, doch ziemlich
flach punktiert, die Punkte zu mehr oder minder deutlichen Längs-
furchen zusammenfließend, im Grunde mikroskopisch fein cha-
griniert, fast matt. Beim 9 ist der Rüssel auf der Oberseite nur
an der Basis und gegen die Spitze sowie an den Seiten etwas dichter,
im übrigen sehr sparsam mit feinen Pünktchen besetzt. Fühler
relativ sehr dünn und ziemlich lang, der Schaft beim 2 fast so lang
als die ganze Geißel, am Ende kaum stärker als das erste Geißel-
glied, beim $ nur um geringes kürzer; erstes Geißelglied nur wenig
länger als das zweite und etwa eineinhalbmal so dick als das zweite
an der Wurzel, beim $ doppelt, beim @ wenig mehr als doppelt
so lang als breit. Das dritte bis siebente Geißelglied nur wenig an
Beitrag zur Kenntnis der Apion-Fauna Zentral- und Südamerikas. 145
Länge abnehmend, das dritte noch deutlich etwas länger als breit,
das siebente so lang als breit oder schwach quer. Die Keule lang
eiförmig, scharf zugespitzt, ziemlich lose gegliedert, deutlich ab-
gesetzt. — Halsschild an der zweibuchtigen Basis viel breiter als
lang, von den in ihrer Anlage spitzwinkligen Hinterecken an den
Seiten fast geradlinig und stark nach vorne verengt, hinter dem
Vorderrande und vor der Basis kaum merklich eingezogen; am
Vorderrande fast halb so breit als an der Basis; mit mäßig starken,
sehr flach eingestochenen Punkten mäßig dicht besetzt, die sehr
fein chagrinierten Zwischenräume so breit oder wenig breiter als
die Pünktchen. Vor dem Schildchen mit einem scharfen Längs-
strichel. — Flügeldecken im Umriß fast kreisrund, an den mäßig
entwickelten Schulterbeulen nur wenig breiter als die Halsschild-
basis, an den Seiten ziemlich gleichmäßig gerundet, an der Spitze
etwas abgestumpft; seitlich gesehen sehr hoch gewölbt, der höchste
Punkt der Wölbungslinie etwas vor der Mitte gelegen, nach hinten
sehr steil abfallend; stark punktiert-gestreift, die ebenen oder
leicht gewölbten Zwischenräume in der Deckenmitte kaum breiter
als die Punktstreifen, mit zwei bis drei Reihen unregelmäßiger, feiner
Pünktchen, im übrigen fein und runzelig chagriniert; das rundlich
dreieckige Schildchen undeutlich oder nicht gefurcht. — Beine
ziemlich lang und schlank, aber die Tarsen im Verhältnis zu den
Tibien kurz; erstes Tarsenglied etwas länger als das zweite, dieses
so lang als breit, das dritte Glied ziemlich schmal gelappt, das
Klauenglied überragt das dritte nicht ganz um seine Hälfte, die
Klauen ziemlich fein, scharf gezähnt.
Long. (s. r.): 2,5—2,6 mm.
Drei vollkommen übereinstimmende Exemplare (1 $ 2 29)
von folgenden Provenienzen: Brasilien: Rio- Janeiro ($ Koll. m.),
Brasilien: Tijuca (Rio) (Gounelle XII. 1884, Koll. Beg.-Bill.) und
Brasilien: Matusinho (Minas-Geraez) (Gounelle, Koll. Solari),
lagen mir zur Beschreibung vor.
Ein viertes, verhältnismäßig sehr kleines Exemplar (9) (Long.
s. r.: 2 mm) aus Brasilien: Caraca (Minas-Geraez) (E. Gounelle
XII. 1885, Koll. Beg.-Bill.), unterscheidet sich von den drei oben
angeführten Exemplaren nur durch den nach vorne weniger ver-
engten Halsschild, worin ich eine nicht weiter beachtenswerte,
individuelle Abweichung, die vielleicht mit der offenbar durch
Nahrungsmangel bedingten geringeren Körpergröße in Zusammen-
hang zu bringen ist, erblicke.
Coelocephalapion nov. subgen.
Die Arten dieses Subgenus sind durch die Kopf- und Rüssel-
bildung außerordentlich ausgezeichnet und sehr auffällig. Der
Kopf ist meist breiter als lang, mit sehr großen, mehr oder minder
gewölbten Augen, unten bis an den Kehlrand der Länge nach
tief ausgehöhlt, der diese Höhlung gegen den Augenunterrand
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 9. 10 9. Heit
146 Hans Wagner:
begrenzende Teil ist meist scharfrandig oder schwach lamellenartig
vorgezogen und erscheint dann bei seitlicher Ansicht in der Mitte
des Augenunterrandes als mehr oder minder scharfes Zähnchen
oder Läppchen abwärts gerichtet. Der Rüssel ist sehr kurz, fast nie
die Länge des Halsschildes (im weiblichen Geschlecht) erreichend,
beim & meist nur so lang oder wenig länger als der Kopf und ge-
wöhnlich bis zur Spitze sehr dicht behaart; die Fühlerfurchen kurz,
wenig vor den Augen an den Seiten beginnend, stark schräg nach
unten gerichtet, in die Kopfhöhlung mündend, an der Rüsselbasis-
unterseite durch einen V-förmigen Kiel getrennt. Beim @ ist der
Rüssel mehr zylindrisch, meist ganz kahl, beim 3 ist er mehr konisch;
er ist in beiden Geschlechtern entweder an der Wurzel stark nach
abwärts geneigt, sodaß seine obere Kante mit der des Kopfes — im
Profil gesehen — unter einem wenig stumpfen Winkel zusammen-
stößt, oder aber der Kopf ist in seiner vorderen Partie, d. h. bis
zum Scheitel mit dem Rüssel in gleicher Flucht stark abwärts
geneigt. Die Fühler sind mehr oder minder kurz, mit großer Keule
und in der Ruhelage bis an diese in der Kopfhöhlung verborgen.
Der Halsschild ist in seiner Grundform meist trapezförmig, mit
mehr oder minder eingezogenen Seiten hinter dem Vorderrand
und vor der zweibuchtigen Basis, die Hinterecken in ihrer Anlage
mehr oder minder stark spitzwinklig, selten rechtwinklig. Die
Flügeldecken kurz und breit oval. Die Beine ziemlich schlank;
bei den dd ist meist das erste Tarsenglied der Hinterbeine an der
apikalen Innenecke mehr oder minder scharf zahnförmig vor-
gezogen. —
Die Gesamtgestalt ist eine kurze und gedrungene. Die Körper-
größe ist meist eine sehr geringe, von 1,3—2,5 mm ohne Rüssel.
— Die wenigen bisher bekannten Arten, die ich im nachfolgenden
beschreibe, sind in Zentral- und im nördlichen Süd-Amerika
heimisch.
Apion (Coelocephalapion) coelocephalum n. sp.
Die größte bisher bekannte Art aus diesem Subgenus, ausge-
zeichnet durch die Färbung der Beine und durch die Auszeichnungen
an denselben im männlichen Geschlecht. — Körper schwarz, fast
matt, die Flügeldecken mit schwachem Bronzeschimmer, die
Beine bis auf die geschwärzten Kniee, Schienenspitzen und pech-
schwarzen Tarsen rötlichgelb, die Fühler pechbraun mit rötlich-
brauner Wurzel; der ganze Körper mit weißlichen Härchen mäßig
dicht, die Seiten der Brust dichter, der Rüssel beim & mit gelblichen
Härchen sehr dicht, den Untergrund völlig verdeckend, behaart.
— Kopf etwas breiter als lang, die großen Augen relativ schwach
gewölbt und nur wenig vortretend, unterseits unter dem Augen-
vorderrand (im Profil gesehen) mit einem nur schwachen, stumpfen
Eckchen, vor demselben die Fühlerfurche deutlich unter den Rüssel
ziehend; der Kopf hinter den Augen durch eine sehr schwache
Querdepression vom fein quergerieften, etwas fettig glänzenden
Beitrag zur Kenntnis der Apion-Fauna Zentral- und Südamerikas. 147
Scheitel getrennt, ziemlich fein und etwas runzelig punktiert, die
Stirne etwa so breit als die Rüsselspitze, beiderseits am Innenrand
der Augen mit einem sehr feinen, namentlich hinten deutlichen
Längskielchen versehen, ein ebensolches in der Mitte, zwischen
ersterem und letzterem jederseits leicht eingedrückt und daselbst
etwas stärker als der Kopf gerunzelt punktiert. Der Rüssel beim
d so lang als der Kopf (vom Halsschild-Vorderrand bis zum Augen-
vorderrand gemessen), sehr kräftig, seitlich gesehen an der unteren
Linie gerade, an der oberen Kante ziemlich stark und mit dem Kopf
in einer kontinuierlichen Linie abwärts gebogen, von oben gesehen
länglich konisch, an der Spitze abgestumpft, kurz vor der Basis
jederseits mit einem sehr kleinen, stumpfen, zahnförmigen Vor-
sprung; sehr dicht bis zur Spitze behaart, die Skulptur kaum er-
kennbar. Fühler kurz, doch ziemlich dünn; Schaft um geringes
länger als das erste Geißelglied, dieses länglich oval, reichlich stärker
als die folgenden Glieder, diese eng aneinander gefügt und all-
mählich breiter werdend, das zweite noch deutlich länger als breit,
das letzte quer; die große Keule eiförmig, scharf zugespitzt und
stark abgesetzt. — Halsschild breiter als lang, an den Seiten von
den rechtwinkligen Hinterecken bis etwa zur Mitte fast parallel,
an dieser gerundet, nach vorne ziemlich stark verengt, hinter dem
Vorderrand mäßig stark eingezogen, der Vorderrand fast gerade
abgestutzt, die Basis zweibuchtig; grob und dicht und etwas
runzelig punktiert, im Grunde äußerst fein chagriniert, vor dem
Schildchen mit einem länglichen, tiefen Grübchen. Flügeldecken
kurz oval, mit mäßig stark entwickelten Schulterbeulen, von diesen
an den Seiten nach hinten nur sehr sanft gerundet, hinten breit
zugerundet; stark punktiert gestreift, die Zwischenräume leicht
gewölbt oder fast eben, etwa eineinhalbmal so breit als die Punkt-
streifen, äußerst fein runzelig chagriniert, dazwischen mit ein bis
zwei Reihen unregelmäßig gestellter, die Härchen tragender
Pünktchen. Schildchen länglichrund, ungefurcht, von einer Furche
umschlossen. Beine mäßig schlank, das erste Tarsenglied nur
wenig länger als breit, das zweite etwas breiter als lang, das Klauen-
glied nicht ganz doppelt so lang als das dritte, ziemlich schmal
gelappte Glied. Klauen einfach. Beim $ sind die mittleren Schienen
an der apikalen Innenecke mit einem kurzen, spitzen Dörnchen
bewehrt, das erste Glied der Hintertarsen ist an der apikalen
Innenecke ziemlich stark zahnförmig nach abwärts gezogen.
Long. (s. r.): 2,4 mm. Ein männliches Exemplar, mit der
Fundortsbezeichnung Cocovado, von Desbrochers erhalten, in
meiner Kollektion.
Apion (Coelocephalapion) Bryanti n. sp.
Körper sehr gedrungen und klein, pechschwarz, mäßig glänzend,
die Fühler rötlichbraun, die Beine rostbraun, an den Knien und
die Tarsen mehr oder minder angedunkelt; bei reinen Exemplaren
10* 9. Heft
148 Hans Wagner:
der ganze Körper mit feinen weißlichen Härchen ziemlich dicht,
die Seiten der Mittelbrust und beim $ der ganze Rüssel sehr dicht
kreideweiß behaart, letzterer beim $ kahl und glänzend. . Kopf
mit den auffallend großen, gewölbten, doch nur wenig vortretenden
Augen breiter als lang, die Stirne so breit als die Rüsselspitze,
leicht eingedrückt und etwas unregelmäßig längsrunzlig, in den
Runzeln fein und ziemlich dicht punktiert, ebenso der Kopf bis
zu dem deutlich querniedergedrückten mikroskopisch fein quer-
gerieften, matten, kurzen Scheitel. Rüssel auffallend kurz, beim &
kaum so lang, beim 2 um ganz geringes länger als der Kopf, stark
nach abwärts gerichtet am Kopfe. eingepflanzt, kaum gebogen,
beim & etwas dicker als beim 9, von der Basis bis zur Spitze all-
mählich verjüngt, bis zur Spitze dicht kreideweiß behaart, die
Skulptur völlig verdeckt, nur die äußerste Spitze kahl. Beim 9
fast zylindrisch, äußerst fein, doch ziemlich dicht punktiert, im
Grunde glatt und etwas erzern glänzend. Fühler außerordentlich
kurz, unter dem stark vertieften Kopf bis auf die großen Keulen
versteckt.!) Halsschild viel breiter als lang, trapezoid, vor den in
ihrer Anlage scharf spitzwinkligen Hinterecken und hinter dem
Vorderrand eingezogen, die Seiten dazwischen mäßig gerundet,
der Vorderrand gerade abgestutzt, die Basis scharf zweibuchtig.
Ziemlich stark und dicht gerunzelt punktiert, vor dem Schildchen
mit einem scharfen Längsstrichelchen. Flügeldecken kurz und
breit oval, mit kräftig entwickelten Schulterbeulen, zwischen diesen
reichlich breiter als die Halsschildbasis, von diesen nach hinten
beim & sehr sanft und fast geradlinig verengt, hinten breit zuge-
rundet, beim 9 von den Schulterbeulen gegen die Mitte äußerst
schwach gerundet erweitert, etwas vor der Mitte am breitesten,
von da nach hinten in der gleichen sanften Rundung verengt, hinten
breit zugerundet; seitlich gesehen stark und ziemlich gleichmäßig
gewölbt ; grob und fast kettenartig punktiert gestreift, die Zwischen-
räume sehr schwach gewölbt, etwa eineinhalbmal so breit als die
Punktstreifen, äußerst fein gerunzelt und dazwischen mit unregel-
mäßig gestellten Pünktchen mäßig dicht besetzt. Das Schildchen
klein, rundlich, ungefurcht. Beine beim 2 ziemlich kurz und
näßig kräftig, beim $ etwas schlanker und länger, erstes Tarsen-
glied kaum länger als das zweite, dieses so lang als breit, das dritte
ziemlich schmal gelappt, nicht viel breiter als das zweite, das
Klauenglied etwa um seine Hälfte das dritte überragend, die Klauen
sehr fein, ungezähnt. Beim & ist das erste Glied der Hintertarsen
an der apikalen Innenecke ziemlich breit zahnförmig vorgezogen.
Long. (s. r.): 1,4—1,6 mm.
Ein & und zwei 99 aus Trinidad (1913), von Herrn C. F.
Bryant gesammelt-und dem Entdecker freundlich dediziert. Im
Material des Britisch-Museum London. Nach einer freundlichen
!) Es war mir nicht möglich, die Fühler herauspröparieren zu können,
ohne sie zu beschädigen.
Beitrag zur Kenntnis der Apion-Fauna Zentral- und Südamerikas. {49
Mitteilung des Herrn Guy A. K. Marshall wurde die Art von Herrn
E. W. Urich im März 1912 als Schädling auf Trinidad festgestellt.
Apion (Coelocephalapion) pilirostre n. sp.
Der vorigen Art ähnlich, aber fast kahl, nur an den Seiten
der Vorder- bis Hinterbrust mit stärkeren weißlichen Härchen
dichter bekleidet, beim & der untere Augen- und vordere untere
Halsschildrand weiß bewimpert, der Rüssel bis zur Spitze mit
gelblichen Härchen dicht bekleidet. Körper schwarz, der Kopf
und Halsschild fast matt, die Flügeldecken ziemlich lebhaft dunkel
erzern glänzend, die Beine rotbraun, die Schienenspitzen und Kniee
geschwärzt, die Tarsen pechschwarz, die Fühler ebenso, mit mehr
rötlichpechbrauner Keule. — Die großen, mäßig stark gewölbten,
aber kaum vortretenden Augen am Innenrand auf der Stirne von
einem feinen Längskielchen begleitet, letztere fast nur halb so breit
als die Rüsseispitze, der Länge nach mäßig stark eingedrückt,
mikroskopisch fein chagriniert, mit einzelnen äußerst feinen
Pünktchen besetzt, im Niveau des hinteren Augenrandes endet die
Stirnfurche mit einem feinen, kurzen Mittelkielchen zwischen den
beiden Enden der, die Augen begrenzenden Seitenkielchen an dem, im
gleichen Niveau vom Kopf durch eine sehr schwache Ouerdepression
gesonderten, äußerst fein quergerieften, schwach fettigglänzenden
Scheitel. Der Kopf bildet bei seitlicher Ansicht auf der Unterseite
vor der Rüsselbasis ein stumpfes vorspringendes Eckchen. Der
Rüssel beim & so lang als der Kopf, unter stumpfem Winkel nach
abwärts geneigt, sehr schwach gebogen, von oben gesehen von
der Basis zur abgestumpften Spitze nur sehr wenig verengt
(fast zylindrisch), im Profil betrachtet deutlicher verengt; die
Fühlerfurchen bei dieser Ansicht nicht deutlich sichtbar. Fühler
kurz und ziemlich dünn, mit großer, eiförmiger Keule. Halsschild
breiter als lang, an den Seiten von den in ihrer Anlage deutlich
spitzwinkligen, kurz abgesetzten Hinterecken nach vorne in ziemlich
starkem und gleichmäßigem Bogen verengt, hinter dem Vorderrand
ziemlich stark eingezogen, am geraden Vorderrand nur wenig breiter
als die stark zweibuchtige Basis; ziemlich grob und dicht und etwas
runzelig punktiert, im Grunde mikroskopisch fein chagriniert, in
den Punkten mit einem äußerst feinen, aber nicht sehr kurzen
Härchen besetzt; vor dem Schildchen mit einem schmalen aber
scharfen Längsstrichelchen. Flügeldecken kurz oval, mit kräftigen
Schulterbeulen, von diesen nach hinten sehr sanft gerundet, etwas
vor der Mitte am breitesten, nach hinten eiförmig zugerundet; stark
und etwas kettenartig punktiert gestreift, die Zwischenräume ge-
wölbt, die zwei ersten an der Basis etwas seitlich gekantet, nicht
viel breiter als die Punktstreifen, sehr schwach gerunzelt und mit
einzelnen feinen Pünktchen besetzt, scheinbar kahl, nur an den
Seiten und gegen die Spitze der Decken die Pünktchen deutlicher und
gereihter und sehr feine Härchen tragend. Schildchen rundlich, un-
9, Heft
150 Hans Wagner:
gefurcht. Beine mäßig schlank, das erste Tarsenglied wenig länger
als breit, das zweite so lang als breit, das dritte ziemlich kurz und
nicht breit gelappt; die Klauen einfach. Beim & ist das erste Glied
der Hintertarsen an der apikalen Innenecke scharf zahnförmig vor-
gezogen.
Länge (s. r.): 1,7 mm.
Ein & aus Mexiko: Tapachula, von Desbrochers erhalten, i
meiner Kollektion.
Apion (Coelocephalapion) brachyrrhinum n. sp.
Den beiden vorhergehenden sehr nahe stehend; von beiden
Arten durch den hinter dem Vorderrand viel stärker eingeschnürten,
zwischen der Einschnürung und den scharf spitzwinkligen Hinter-
ecken nur schwach gerundete Seiten aufweisenden Halsschild,
durch die pechschwarzen Beine, an welchen nur die Schienen einen
schwachen Stich ins rötlichpechbraune aufweisen und durch den
beim $ scheinbar kahlen Rüssel?) verschieden. Von #ilirostre, mit
dem diese Art die äußerst feine Behaarung am Körper und die
Kopfbildung gleich hat, unterscheidet sie sich außer durch die
bereits erwähnten Unterschiede durch den wie bei Bryanti geformten
Rüssel, durch die sämtlich der ganzen Länge nach ziemlich scharf
gekielten Zwischenräume der Decken und dünnere Fühler; von
Bryanti außer durch die eingangs und voranstehend erwähnten
Merkmale, noch durch den auf der Kopfunterseite vor der Rüssel-
basis (im Profil betrachtet) ziemlich scharfen, zahnförmigen Vor-
sprung. Beim & ist das erste Glied der Hintertarsen wie bei den
vorigen Arten armiert. Die Fühler sind rötlichpechbraun mit
rötlichgelbbrauner Wurzel, die Keule bei gewisser Betrachtung
stark asymmetrisch, innen gerundet, außen fast gerade.
Lone: (sic. Lama
Ein männliches Exemplar aus Brasilien: Rio Janeiro (Stau-
dinger) in meiner Sammlung.
Apion (Coelocephalapion) Vethi n. sp.
Von allen vorangehenden Arten dieses Subgenus durch die
beim & vollkommen unbewehrten Beine auffallend verschieden,
aber auch in vielen anderen Punkten von diesen abweichend,
besonders auch durch den beim $ nur spärlich behaarten Rüssel
ausgezeichnet. — Körper graphitschwarz, wenig glänzend, die
Fühler an der Wurzel mehr oder minder ausgedehnt rötlichgelb-
braun, gegen die Keule wie diese pechbraun, die Schienen rötlich-
pechbraun, die Schenkel und Tarsen pechschwarz. Der ganze Körper
mit feinen, weißlichen Härchen, die nur an den Seiten der Vorder-
bis Hinterbrust verdichtet sind, ziemlich spärlich bekleidet, der
2) Es ist nicht anzunehmen, dass derselbe abgerieben ist, da das
an auf den übrigen Körperteilen eine deutliche, sehr feine Behaarung
aufweist
Beitrag zur Kenntnis der Apion-Fauna Zentral- und Südamerikas. 151
Rüssel beim & gleichfalls nur fein und ziemlich sparsam behaart,
beim 2 ganz kahl. — Kopf mit den großen, stark gewölbten und
stark vorspringenden Augen breiter als lang, bis zum äußerst fein
quergerieften glänzenden Scheitel fein und ziemlich dicht runzelig
punktiert, mikroskopisch fein chagriniert, matt, die Stirne kaum
so breit als die Rüsselspitze, in der Mitte und beiderseits des Augen-
innenrandes sehr fein gekielt, zwischen den Kielchen wie der übrige
Kopf skulptiert; seitlich gesehen ist der Kopf an der Rüsselbasis
ganz unbewehrt. Rüssel beim Z und 2 an Länge kaum verschieden,
beim $ so lang als der Halsschild, aber beim $ kräftiger, in beiden
(reschlechtern schwach gebogen, unter einem sehr stumpfen
Winkel zum Kopf nach abwärts geneigt. Beim $ von oben gesehen
von der Basis zur Spitze allmählich und nur wenig, ziemlich
geradlinig verjüngt, an der Spitze ziemlich breit abgestutzt; seitlich
gesehen unter der Fühlerinsertion leicht angeschwollen, dann zur
Spitze allmählich und wenig verengt,; von der Basis bis nahe zur
Spitze sehr fein .gerunzelt und dazwischen einzelne Pünktchen,
bisweilen etwas nadelrissig, gegen die Spitze im Grunde spiegel-
glatt, äußerst fein und zerstreut punktuliert, in der Mittellinie bis
nahe zur Spitze sehr fein gekielt; beim ® vor der Basis ziemlich
plötzlich verengt, dann bis zur Spitze fast zylindrisch, ebenso
seitlich gesehen; in der ganzen Ausdehnung auf spiegelglattem
Grunde mit feinsten Pünktchen an der Basis wenig dicht, nach
vorne sehr zerstreut besetzt. — Fühler sehr dünn und relativ lang,
mit großer Keule; Schaft reichlich eineinhalbmal so lang als das
erste Geißelglied, dieses kurz oval, fast doppelt so dick als das
zweite, dieses doppelt so lang als breit, das dritte wenig kürzer,
das vierte noch deutlich länger als breit, das fünfte und sechste
etwa so lang als breit, das siebente schwach quer; alle Glieder vom
zweiten an eng aneinander gefügt. Die Keule spindelförmig, schwach
abgesetzt, etwa so lang als das dritte bis siebente Geißelglied zu-
sammen. — Halsschild breiter als lang, ziemlich scharf trapez-
förmig, vor den spitzwinkligen Hinterecken sehr schwach ausge-
schweift, hinter dem Vorderrand ziemlich stark eingezogen, die
Seiten dazwischen aber fast gerade oder nur sehr wenig gerundet,
die Basis zweibuchtig; mit mäßig groben Punkten sehr dicht und
etwas runzelig besetzt, im Grunde mikroskopisch fein chagriniert,
fast matt, vor dem Schildchen mit einem kurzen, nicht tiefen und
im Grunde etwas glänzenden Grübchen. — Flügeldecken kurz
oval, mit kräftigen Schulterbeulen, von diesen nach hinten an den
Seiten sehr sanft gerundet, an denselben oder etwas vor der Mitte
am breitesten, hinten eiförmig zugerundet; stark und etwas ketten-
artig punktiert gestreift, die Zwischenräume schwach gewölbt
oder fast eben, nur die ersten an der Basis stärker gewölbt, wenig
breiter als die Punktstreifen, mehr oder minder deutlich fein ge-
runzelt und mit zwei Reihen äußerst feiner, Härchen tragender
Pünktchen besetzt. Schildchen etwas rundlich dreieckig, ungefurcht.
9. Heft
159 Hans Wagner:
Beine ziemlich schlank, das erste Tarsenglied deutlich länger als
breit, das zweite kaum so lang als breit, das dritte ziemlich breit
gelappt, das Klauenglied ziemlich dünn, die Klauen sehr fein,
ungezähnt. Beim & die Beine einfach.
Long. (s. r.)::2—2,2 mm.
Eine kleine Anzahl Exemplare beiderlei Geschlechts lagen der
Beschreibung zu Grunde; die Art erhielt ich in liebenswürdiger
Weise von Herrn Dr. med. J. H. Veth im Haag (Holland) zur
Beschreibung mitgeteilt und sei demselben freundlichst gewidmet;
sie trägt den Fundortszettel: ‚Suriname, Uyttenboogaart, VIII.
bis IX. 1900“. Für die freundliche Überlassung typischer Exem-
plare für meine Kollektion sei auch hierorts mein verbindlichster
Dank gesagt.
Apion inerme n. sp.
Dem A. hastıfer Sharp. außerordentlich nahestehend, von
ihm durch die etwas gedrungeneren Flügeldecken und durch fol-
gende Merkmale leicht zu unterscheiden: Der Rüssel ist auch
beim $ ganz schwarz, bei demselben kaum länger und nicht
stärker gekrümmt als bei hastifer-S, aber vor der Fühlerinsertion
etwas plötzlicher verjüngt, daher an dieser stärker winkelig er-
erweitert erscheinend. Beim $ ist der Rüssel erheblich länger als
bei hastifer-Q, etwa um die Augenlänge länger als Kopf und Hals-
schild zusammen, dünner und viel stärker, fast in einem Viertel-
kreisbogen gekrümmt. Der Halsschild ist ein geringes breiter und
etwas deutlicher gerunzelt punktiert. Die Flügeldecken sind etwas
breiter oval und etwas stärker punktiert gestreift. Die Fühler sind
wenig kräftiger und wenigstens die zwei letzten Geißelglieder sind
gebräunt. Im männlichen Geschlecht von hastifer besonders durch
den Mangel der Sexualcharaktere an den Beinen verschieden;
während bei hastifer-Z die mittleren Schienen in der apikalen Hälfte
ziemlich stark nach innen gebogen sind und an der apikalen Innen-
ecke mit einem kurzen aber scharfen schwärzlichen Dörnchen
bewehrt sind und ein ebensolches aber etwas stumpferes daselbst
auch die Vorder- und Hinterschienen tragen, sind bei inerme-&
die Mittelschienen gerade und sowohl diese als auch die Vorder-
und Hinterschienen an der apikalen Innenecke unbewehrt. Außer-
dem sind in beiden Geschlechtern die Beine etwas kräftiger, na-
mentlich die Schienen.
Long. (s. r.): 2,4—2,5 mm.
Die Art liegt mir in einem männlichen und drei weiblichen
Exemplaren aus Trinidad (1903, C. F. Bryant) vor und kommt
vermutlich in Gesellschaft des hastifer, welches mir von der gleichen
Lokalität vorliegt, vor.
Apion (Stenapion) carinifrons n. sp.
_ Dem Ap. (Stenap.) stenotherium m. am nächsten verwandt, von
ihm durch folgende Punkte verschieden. Bei fast gleicher Körper-
Beitrag zur Kenntnis der Apion-Fauna Zentral- und Südamerikas. 1593
größe sind die Flügeldecken etwas kürzer und erheblich breiter,
dieselben sind von den kräftig entwickelten Schulterbeulen an
den Seiten nach hinten relativ stark erweitert, etwa in der Mitte
am breitesten, von da nach hinten ziemlich gleichmäßig gerundet
verengt, am Apex selbst etwas abgestutzt. Seitlich gesehen sind
sie erheblich stärker gewölbt als bei stenotherium, der höchste Punkt
der Wölbungslinie wenig hinter der Mitte gelegen. Die Punkt-
streifen sind etwas feiner und undeutlicher punktiert, die Zwischen-
räume etwas breiter, sehr fein runzelig chagriniert, dazwischen mit
äußerst feinen, etwas unregelmäßig gestellten Pünktchen besetzt,
welche längere greise Härchen tragen; ziemlich matt. Der Hals-
schild ist etwas kürzer, an der Basis um geringes breiter als am
Vorderrand, vor der Basis kaum bemerkbar, hinter dem Vorderrand
deutlich, aber merklich schwächer als bei stenotherium eingezogen,
seitlich gesehen erscheint derselbe etwas stärker gewölbt; er trägt
beiderseits der Mittellinie zwei Reihen und an den Seiten unregel-
mäßig gestellte, äußerst feine Pünktchen, welche feine weißliche
Härchen tragen. Im übrigen ist er mikroskopisch fein chagriniert.
Ein Basalstrichel fehlt. Der Kopf ist etwas breiter mit etwas
kleineren doch nicht weniger gewölbten Augen, die Stirne ist
merklich breiter und von vier ziemlich scharfen Furchen durch-
zogen. Der Rüssel ist etwas kürzer als bei szenotherium, aber genau
so dick, zylindrisch, nur an der Fühlerinsertion schwach winklig
angeschwollen, fast gerade; etwas stärker runzelig chagriniert, an
den Seiten deutlich gefurcht, an der Spitze etwas stärker punktiert.
Die Fühler sind etwas kräftiger und kürzer. Schaft so lang als die
zwei ersten Geißelglieder zusammen, das erste Geißelglied nur
wenig länger als das zweite, auch nicht viel dicker. Das zweite
Geißelglied noch deutlich länger als breit, die folgenden Glieder
nur wenig kürzer werdend, das letzte Glied rundlich; die Keule
etwas größer als bei stenotherium, länglich eiförmig, deutlich ab-
gesetzt; die ganze Geißel ist fein und ziemlich dicht bewimpert.
Die Beine wie bei stenotherium gebildet. Körper tief schwarz, wenig
glänzend, fein und ziemlich spärlich weiß behaart, die Behaarung
auf Halsschild und Flügeldecken wie erwähnt angeordnet.
Long. (s. r.): 2,6 mm.
Ein männliches Exemplar mit der Bezeichnung Brasilien,
von Herrn Beguin-Billecocq mitgeteilt, lag mir zur Beschreibung
vor.
Apion (Stenapion) trinidadense n. sp.
Dem Apion (Stenap.) macrothorax m. (= longicolle Sharp.,
nec. Gerst.) äußerst nahe stehend, abgesehen von der abweichenden
Beinfärbung, durch folgende Merkmale von ihm leicht zu trennen.
Der Rüssel ist in beiden Geschlechtern etwas länger und kräftiger,
wenn auch sehr wenig, so doch deutlich gebogen, im Grunde äußerst
fein längsrissig (9) oder mehr gerunzelt chagriniert ($) skulptiert,
beim & außerdem sehr fein punktuliert, fein behaart und fast matt,
9 Heft
154 Hans Wagner:
beim @ nur wenig glänzend (bei macrothorax in beiden Geschlechtern
im Grunde spiegelblank!); die Fühler sind erheblich länger und
stärker; Schaft etwa eineinhalbmal so lang als das erste Geißelglied,
dieses doppelt so lang als breit (P) oder etwas kürzer (3), das dritte
Glied im selben Verhältnis wie Glied zwei, aber nur halb so dick,
das vierte bis sechste Glied an Länge kaum verschieden, aber all-
mählich wenig verbreitert, das vierte noch deutlich länger als breit,
das sechste so lang wie breit, das siebente quer. Keule eiförmig,
deutlich abgesetzt. Der Halsschild ist merklich kürzer als bei
macrothorax, nicht viel länger als breit, aber die basale und apikale
Einengung im selben Verhältnis wie bei diesem, ebenso die Skulptur;
seitlich gesehen ist derselbe merklich schwächer gewölbt. Flügel-
decken etwas breiter, wesentlich stärker gestreift und in den
Streifen, wenn auch etwas weitläufig, so doch sehr deutlich punk-
tiert, die Zwischenräume mit einer sehr regelmäßigen Reihe stär-
kerer und ziemlich langer, rein weißer Härchen besetzt, hingegen
fehlt die dichte, dreieckige weiße Basalmakel neben dem Schildchen
gänzlich und die Seiten der Mittel- und Hinterbrust sind weniger dicht
behaart; der erste Punktstreifen ist vor der stumpfen Spitze der
Decken stark vertieft, letzterer parallel umgebogen und mit dem
letzten Streifen verbunden, an der vertieften Stelle rotbraun
durchscheinend. Die Beine sind etwas kräftiger; erstes Tarsenglied
wenig länger als breit, das zweite kaum so lang als breit.
Körper anthrazitschwarz, Halsschild und Flügeldecken lebhaft
glasglänzend, ersterer mit ziemlich feinen, weißen Härchen an den
Seiten und beiderseits der Mittellinie, die Flügeldecken mit eben-
solchen, wie bereits erwähnt, bekleidet, beim & der Kopf und Rüssel,
beim @ nur ersterer mit etwas kürzeren weißen Härchen als am
Halsschild ziemlich dicht besetzt. Schenkel und Schienen ganz
rötlichgelb, die zwei ersten Tarsenglieder in der basalen Hälfte
ebenso gefärbt, in der apikalen schwärzlich, das dritte Glied und
das Klauenglied rötlichbraun, letzteres an der Spitze wie die
Klauen wieder schwärzlich.
Long. (s. r.): 2,6—2,7 mm.
Von allen übrigen bisher bekannten gelbbeinigen Arten dieser
Untergattung allein durch die stark glänzenden und verhältnis-
mäßig sehr fein gestreiften Flügeldecken sofort zu unterscheiden.
Diese hübsche Spezies lag mir in zwei Pärchen von Trinidad
(1903, C. E. Bryant), aus dem Material des British-Museum London,
zur Beschreibung vor.
Apion uneifer n. sp.
Eine durch die männlichen Sexualauszeichnungen an den
Beinen außerordentlich auffällige Art. — Körper graphitschwarz,
schwach glänzend, die Fühler und Tarsen pechschwarz, die Schenkel
und Schienen bis auf die angedunkelten Kniee und Schienenspitzen
rötlichgelb; der ganze Körper mit feinen, weißlichen Härchen
Beitrag zur Kenntnis der Apion-Fauna Zentral- und Südamerikas, 155
sparsam bekleidet. — Kopf mit den großen, mäßig gewölbten,
kaum vortretenden Augen beim g so lang als breit, beim 2 wenig
breiter als lang; in beiden Geschlechtern durch eine feine Quer-
depression vom mikroskopisch fein quergerieften Scheitel getrennt,
mit mäßig starken, flachen Punkten ziemlich dicht besetzt, die
Stirne ziemlich schmal, mit zwei, durch einen feinen Kiel getrennten,
ziemlich flachen Furchen, in diesen wie der übrige Kopf punktiert.
Der Rüssel in beiden Geschlechtern erheblich — namentlich in
der Länge! — verschieden; &: etwas kürzer als Kopf und Hals-
schild zusammen, ziemlich schwach gebogen, kräftig, von der Basis
zur Fühlerinsertion sehr wenig verbreitert, von da zur Spitze all-
mählig verjüngt, die Spitze ziemlich breit abgestumpft; seitlich
von der Basis bis nahe zur Spitze mit zwei, durch einen ziemlich
scharfen Mittelkiel getrennten, mäßig tiefen Furchen, oben mäßig
stark und ziemlich dicht punktiert, im Grunde äußerst fein cha-
griniert, fast matt, in der Mittellinie sehr schwach, nur an der Basis
deutlicher flach gekielt, am Kielchen etwas geglättet. 9: Rüssel
etwa um den Augenquerdurchmesser länger als Kopf und Hals-
schild zusammen, ziemlich stark gekrümmt, viel dünner als beim 4,
von der Basis bis zur Fühlerinsertion fast zylindrisch, vor dieser
ziemlich plötzlich verjüngt abgesetzt und bis zur Spitze wieder fast
zylindrisch; die seitlichen Furchen viel schwächer als beim $ und
fast nur die Mitte erreichend; von der Basis bis zur Fühlerinsertion
oben feiner als beim $ punktiert, in der Mittellinie deutlich gekielt,
zur Spitze nur sehr fein und ziemlich zerstreut punktuliert, im Grunde
der ganzen Länge nach mikroskopisch fein chagriniert, schwach
glänzend. — Fühler ziemlich lang und kräftig, der Schaft und die
ersten Geißelglieder beim 2 etwas gestreckter als beim &; Schaft
beim & wenig kürzer als die zwei ersten Geißelglieder zusammen,
das erste Geißelglied so lang, aber merklich dicker als das zweite,
länglich oval, das zweite schwach kegelförmig, gut eineinhalbmal
so lang als breit; Schaft beim 2 so lang als die zwei ersten Geißel-
glieder zusammen, das erste Geißelglied deutlich länger als das
zweite, doppelt so lang als breit, schwach tonnenförmig, wenig
dicker als das zweite, dieses fast zweimal so lang als breit, schwach
kegelförmig;, die Glieder drei bissieben in beiden Geschlechtern gleich,
gegen dasletzte allmählich kürzer und breiter werdend, dasdrittenoch
reichlich länger als breit, das siebente schwach quer; die länglich
eiförmige, zugespitzte Keule schwach abgesetzt. — Halsschild
etwas breiter als lang, von den in ihrer Anlage spitzwinkligen
Hinterecken an den Seiten gegen die Mitte ausgeschweift verengt,
vor der Mitte gegen den Vorderrand gerundet, ziemlich stark ein-
geengt, von der Einengung zum Vorderrand parallel, der Vorderrand
schwach konkav, kaum breiter als die halbe, scharf zweibuchtige
Basis; mit ziemlich groben, doch nicht tiefen Punkten dicht besetzt,
die Zwischenräume schwach gerunzelt, im Grunde äußerst fein
chagriniert, die Punkte ein feines Härchen tragend; vor dem
9. Heft
u Hans Wagner:
Schildchen mit einem scharfen, fast bis zur Mitte reichenden
Längsgrübchen. — Flügeldecken zwischen den sehr kräftigen
Schulterbeulen fast am breitesten, daselbst reichlich breiter als die
Halsschildbasis, von diesen nach hinten nur sehr sanft gerundet, etwas
vor der Mitte am breitesten, aber nur sehr wenig breiter als zwischen
den Schulterbeulen, dann nach hinten etwas gerundet verengt,
hinten eiförmig zugerundet; mäßig stark punktiert gestreift, die
Zwischenräume fast dreimal so breit als die Punktstreifen, eben,
mit zwei ziemlich regelmäßigen iReihen feiner, kurze Härchen
tragender Pünktchen, im Grunde mikroskopisch fein gerunzelt;
der erste Punktstreifen endet stärker vertieft vor der Spitze, der
zweite ist vor dem Ende des ersten umgebogen, gleichfalls stark
vertieft und in der Vertiefung mit dem letzten verbunden, der
erste und zweite Zwischenraum sind an der Spitze stärker erhoben
als die übrigen. Schildchen rundlich dreieckig, mit einem Grübchen.
Beine ziemlich lang und kräftig; das 1. Tarsenglied deutlich länger als
breit, schmäler als das zweite, dieses so lang als breit, das dritte ziem-
lich breit gelappt, das Klauenglied das dritte etwa um seine Hälfte
überragend, die Klauen scharf gezähnt. Beim & ist das erste Glied
der Mitteltarsen an der basalen Innenecke zahnförmig vor-
gezogen?®), das erste Glied der Hintertarsen an der apikalen
Innenecke scharf zahnförmig nach abwärts gezogen.
Long. (s. r.): 2,4—2,5 mm.
Von dieser, durch die oben erwähnten Sexualauszeichnungen
ganz ausgezeichneten Art lagen mir zwei SS und drei 9? aus Tri-
nidad (C. F. Bryant, 1903), aus dem Material des British-Museum,
zur Beschreibung vor.
Apion bogotanum n. sp.
Körper ziemlich glänzend, pechbraun, mit einem Stich ins
rötliche, die Beine blaß bräunlichgelb, die Coxen, Trochanteren
und Tarsen mehr schmutzig gelblichbraun, die Kniee und Tibien
an der Innenkante gegen das distale Ende mehr oder minder an-
gedunkelt, äußerst fein, staubförmig behaart. Kopf mit ziemlich
großen gewölbten und vorspringenden Augen, hinter denselben an
den Seiten schwach eingezogen, oberseits von einer schwachen
Ouerfurche vom Scheitel getrennt, dieser etwas konisch, mikro-
skopisch fein chagriniert, glänzend. Die Stirne von zwei durch
einen stumpfen Mittelkiel getrennten Furchen durchzogen, in diesen
dicht und ziemlich stark punktiert. Rüssel beim $ um ein geringes
kürzer, beim 9 etwa um den Querdurchmesser der Augen länger
als Kopf und Halsschild zusammen, in beiden Geschlechtern mäßig
gebogen; beim & über der Fühlerinsertion kaum merklich ange-
schwollen, in den beiden basalen Dritteln ziemlich dicht doch nicht
. ?) Eine analoge Bildung ist bis jetzt unter allen, bisher beschriebenen
Apionen nur an einer Art der äthiopischen Region, Ap. xanthostylum m.
bekannt gewesen.
Beitrag zur Kenntnis der Apion-Fauna Zentral- und Südamerikas. 157
stark längsrissig punktiert, gegen die Spitze fast unpunktiert,
stärker glänzend; beim 2 vollkommen zylindrisch, von der Basis
bis zur Spitze nur sehr fein und spärlich und weniger längsrissig
punktiert, glänzend. Fühler ziemlich dünn, beim $ um den Quer-
durchmesser, beim $ um den Längsdurchmesser der Augen vor
diesen inseriert; Schaft beim $ so lang, beim ® etwas länger als
die zwei ersten Geißelglieder zusammen; erstes Geißelglied etwas
länger als breit, oval, merklich stärker als das zweite Glied, das
zweite bis vierte Glied fast gleichlang, deutlich länger als breit,
das fünfte und sechste so lang als breit, das siebente schwach quer;
die eiförmig-zugespitzte Keule deutlich abgesetzt. — Halsschild
zwischen den spitzwinklig nach außen tretenden Hinterecken
etwa ein Viertel breiter als in der Mittellinie lang, nach vorne
ziemlich stark verengt, an den Seiten fast geradlinig, vor den
Hinterecken kaum bemerkbar, hinter dem Vorderrand nur schwach
eingeengt, der Vorderrand selbst nur wenig breiter als die halbe
Basis, diese zweibuchtig; mit ziemlich feinen, doch tief eingesto-
chenen Punkten auf der Scheibe vorne dichter, gegen die Basis,
sowie an den Seiten spärlicher besetzt; vor dem Schildchen mit
einem kurzen und feinen, doch scharfen Strichelchen. Flügel-
decken gedrungen eiförmig, zwischen den kräftig entwickelten
Schulterbeulen reichlich breiter als die Halsschildbasis, von diesen
gegen die Mitte an den Seiten sanft ausgeschweift verbreitert, etwa
in der Mitte am breitesten, von da nach hinten gleichmäßig gerundet
verengt, vor dem Apex etwas eingezogen, der Nahtwinkel leicht
einspringend; stark punktiert-gestreift, die Zwischenräume in der
Deckenmitte fast doppelt so breit als die Punktstreifen, mikro-
skopisch fein chagriniert. Schildchen abgestumpft dreieckig, un-
deutlich gefurcht. Beine ziemlich schlank, das erste Tarsenglied
etwas länger als das zweite, dieses so lang als breit, das dritte
schmal gelappt, das Klauenglied überragt das dritte um seine
Hälfte, die Klauen fein, stumpf gezähnt.
Long. (s. r.): 2—2,1 mm.
Drei übereinstimmende Exemplare (1 d, 2 22) mit der Be-
zeichnung Sante Fe de Bogota, wurden mir von Herrn Beguin-
Billecocq mitgeteilt und ein weibliches Exemplar meiner Sammlung
freundlichst überlassen.
Apion turpe n. sp.
Von kurzer gedrungener Gestalt. Körper pechschwarz, wenig
glänzend, die Schenkel heller oder dunkler rötlich pechbraun, die
Schienen trüb rötlichbraun, die Tarsen mehr oder minder gebräunt,
der ganze Körper mit greisen Härchen, die auf den Flügeldecken-
spatien eine sehr regelmäßige Reihe bilden, mäßig dicht besetzt.
— Kopf mit den ziemlich großen und’gewölbten, etwas vortretenden
Augen so breit oder wenig breiter als lang, durch eine schwache
Querdepression vom mikroskopisch fein quergerieften, glänzenden
Scheitel getrennt; die Stirne schmäler als die Rüsselbasis, leicht
9. Heft
158 Hans Wagner:
der Länge nach eingedrückt, ziemlich fein und dicht runzelig
punktiert. Rüssel beim $ etwa um den Querdurchmesser, beim ®
fast um die ganze Kopflänge länger als der Kopf und Halsschild
zusammen; beim $ kaum dünner und nur um ganz geringes feiner
punktiert;in beiden Geschlechten vollkommen zylindrisch, schwach
gebogen. Die Punktierung fein und mäßig dicht und etwaslängsrissig,
im Grunde mikroskopisch fein chagriniert. Fühler ziemlich dünn und
lang, in beiden Geschlechtern kaum verschieden, der Schaft beim $ so
lang, beim 9 wenig länger als die zwei ersten Geißelglieder zusammen
und beim Q etwas dünner als beim $. Erstes Geißelglied fast doppelt
so lang als breit, merklich stärker als die folgenden Glieder, diese
allmählich kürzer werdend, das zweite noch deutlich länger als
breit, das siebente wenig breiter als lang (3) oder solangalsbreit (2).
Halsschild an der Basis fast ein Drittel breiter als in der Mittellinie
lang, nach vorne ziemlich stark verengt, vor den spitzwinklig nach
außen tretenden Hinterecken und hinter dem Vorderrande mäßig
stark eingezogen, die Seiten dazwischen leicht gerundet, am Vorder-
rande etwas breiter als die halbe Basis; seitlich gesehen gleich-
mäßig wenig gewölbt, stark und ziemlich dicht punktiert, die
Punkte jedoch nicht sehr tief, die Zwischenräume etwas schmäler
als die Punkte, äußerst fein chagriniert, vor den Schildchen mit
einem Basalgrübchen. Flügeldecken gedrungen oval, zwischen den
mäßig stark entwickelten Schulterbeulen reichlich breiter als die
Halsschildbasis, von da zur Spitze an den Seiten gleichmäßig
gerundet, in oder wenig hinter der Mitte am breitesten; grob, fast
kettenartig punktiert gestreift, die gewölbten Zwischenräume
kaum breiter als die Punktstreifen, fein und dicht runzelig cha-
griniert, in der Mitte mit einer Reihe feiner, Härchen tragender
Pünktchen besetzt, die anliegenden Härchen eine sehr regelmäßige
Reihe bildend. Schildchen ziemlich klein, rundlich oder abgestumpft
dreieckig, ungefurcht, aber von einer tiefen Furche umschlossen.
Beine schlank und ziemlich lang; erstes Tarsenglied etwas länger
als das zweite, dieses so lang als breit, das dritte ziemlich schmal
gelappt, das Klauenglied überragt das dritte nicht ganz um seine
Hälfte, die Klauen deutlich gezähnt.
Long. (s. r.): 1,8—1,9 mm.
Ein 32 aus Sante FE de Bogota und ein { aus Bolivien (ohne
genauere Bezeichnung), durch Herrn Beguin-Billecocq erhalten,
lagen mir zur Beschreibung vor.
Apion obtusipunetum n. sp.
Aus der Verwandtschaft des Apion simplex Beg.-Bill., diesem
auch sehr nahe stehend, aber etwas kleiner und von kürzerer und
gedrungener Gestalt. Körper pechbraun mit schwachem me-
tallischem Schimmer, die Beine und Fühler rötlich pechbraun;
äußerst fein, staubförmig und spärlich behaart. Kopf breiter als
lang, etwas konisch, die ziemlich kleinen, mäßiggewölbten Augen
Beitrag zur Kenntnis der Apion-Fauna Zentral- und Südamerikas. 159
kaum vorstehend; die Stirne mit zwei Reihen feiner Pünktchen,
leicht längsgewölbt. Der Rüssel ($?) so lang als der Halsschild
und Kopf bis zum hinteren Augenrand gemessen zusammen,
ziemlich kräftig, kaum gebogen, fast zylindrisch, nur an der Fühler-
insertion äußerst schwach angeschwollen. Äußerst fein und spärlich
punktuliert, im Grunde mikroskopisch fein chagriniert, etwas
glänzend. Fühler ziemlich kurz und kräftig; der Schaft eineinhalb
mal so lang als das erste Geißelglied, dieses rundlich, merklich
stärker als die folgenden, diese eng aneinander gefügt, die Keule
eiförmig zugespitzt, deutlich abgesetzt. Halsschild nahezu in der
Mitte etwa ein Drittel breiter als in der Mittellinie lang, an den
Seiten nach vorne etwas stärker als nach hinten gerundet verengt,
die Hinterecken in ihrer Anlage fast rechtwinklig, vor denselben
kaum bemerkbar, hinter dem Vorderrand, wenn auch nur sehr
wenig, so doch deutlich eingezogen. Seitlich gesehen äußerst
schwach gewölbt; mit feinen ziemlich flach eingestochenen Pünkt-
chen sparsam besetzt, die Zwischenräume namentlich auf der
Scheibe reichlich breiter als die Pünktchen, im Grunde mikro-
skopisch fein chagriniert; ein Basalstrichel fehlt. — Flügeldecken
oval, flach gewölbt, zwischen den schwach entwickelten Schulter-
beulen nur wenig breiter als die Halsschildbasis, von diesen zur
Spitze an den Seiten ziemlich gleichmäßig gerundet und verengt,
etwa in der Mitte am breitesten. Ziemlich fein punktiert gestreift,
die Punkte in den Streifen etwas undeutlich, die Zwischenräume
dreimal so breit als die Punktstreifen, flach oder sehr schwach
gewölbt, im Grunde mikroskopisch fein chagriniert und in der
Mitte mit einer Reihe sehr feiner, ziemlich weitläufig gestellter
Pünktchen besetzt. Schildchen sehr klein dreieckig, ungefurcht.
Beine nicht sehr kurz, doch namentlich die Schenkel ziemlich
kräftig; erstes und zweites Tarsenglied gleich lang, so lang als
breit, das dritte ziemlich breit gelappt, das Klauenglied überragt
das dritte um seine Hälfte, die Klauen sehr fein, schwach gezähnt.
Long. (s: r.): 1,3 mm.
Ein & aus Bolivien Mapiri, von Herrn Beguin-Billecocq
mitgeteilt.
Apion (Bothryopteron) praestabile n. sp.
Die größte unter den bisher bekannten Arten dieses Subgenus,
durch die Färbung allein unter diesen sehr ausgezeichnet und leicht
kenntlich. — Körper rötlich-pechbraun, der Rüssel pechschwarz,
der Kopf pechbraun, die Fühler rötlichgelb, die ganzen Beine,
Coxen und Trochanteren hell rotgelb, die Klauen schwarz. Der
ganze Körper mit ziemlich langen und nicht sehr feinen weißen
Härchen mäßig dicht bekleidet. — Der Kopf mit den großen,
flachgewölbten, doch vorspringenden Augen und dem etwas ver-
längerten Scheitel kaum länger als breit, durch eine ziemlich
scharfe Querdepression vom fein quergerieften glänzenden Scheitel
getrennt; ziemlich fein und dicht punktiert, die Stirne der Länge
9. Heft
160 Hans Wagner:
nach schwach eingedrückt und mit einzelnen feinen Pünktchen
besetzt, im Grunde mikroskopisch fein chagriniert. Rüssel etwa
um den Längsdurchmesser der Augen länger als Kopf und Hals-
schild zusammen (9?) ziemlich kräftig, schwach gebogen, von der
Basis bis zur Fühlerinsertion fast zylindrisch, zwischen letzterer
und der Spitze etwas dünner, an den Seiten leicht eingeengt; im
basalen Teil ziemlich stark, doch flach längsrunzelig, zwischen
Fühlerinsertion und Spitze immer feiner werdend, weniger runzelig,
nur etwas längsrissig punktiert, im Grunde mikroskopisch fein
chagriniert, mäßig glänzend. Fühler zwischen dem basalen Drittel
und der Mitte inseriert, ziemlich kräftig; Schaft so lang als die
drei ersten Geißelglieder zusammen, an der Basis S-förmig gebogen.
Das erste Geißelglied nicht länger und nur sehr wenig stärker als
das zweite, dieses nur um ganz geringes länger als das dritte, dieses
noch deutlich länger als breit, das vierte so lang als breit, das
fünfte bis siebente etwas breiter als lang. Die länglich-eiförmige,
zugespitzte Keule schwach abgesetzt. Halsschild trapezförmig,
an der Basis so breit als in der Mittellinie lang, von den in ihrer
Anlage spitzwinkligen Hinterecken bis zum Vorderrand an den
Seiten vollkommen gerade verengt, der Vorderrand etwas breiter
als die halbe Basis, diese schwach zweibuchtig; mit ziemlich feinen
Pünktchen wenig dicht besetzt, die mikroskopisch fein chagrinierten
Zwischenräume viel breiter als die Punkte. Ein Basalstrichel fehlt.
Flügeldecken kurz oval, zwischen den kräftig entwickelten Schulter-
beulen reichlich breiter als die Halsschildbasis, von diesen nach
hinten an den Seiten ziemlich sanft gerundet erweitert, wenig vor
der Mitte am breitesten, von da nach hinten sanft gerundet verengt,
am Apex gemeinsam abgestumpft; seitlich gesehen hoch gewölbt,
der höchste Punkt der Wölbungslinie etwas vor der Mitte gelegen;
relativ fein gestreift, die Punkte in den Streifen etwas undeutlich,
die Zwischenräume sehr breit, vollkommen eben, mit drei Reihen
unregelmäßig gestellter, feiner, die Härchen tragender Pünktchen
besetzt, im Grunde mikroskopisch fein chagriniert. Vor dem
Apex ist der erste Punktstreifen stärker furchenartig vertieft, der"
zweite und achte enden daselbst in je einer tiefen kurzen Grube.
Schildchen länglich dreieckig, scharf gefurcht. Beine lang, doch
ziemlich kräftig, erstes Tarsenglied so lang als breit, das zweite
etwas breiter als lang, das dritte Glied breit gelappt, das Klauen-
glied nicht ganz um seine Hälfte das dritte überragend, die Klauen
ziemlich kräftig, stumpf gezähnt.
Long. (s. r.): 4 mm.
Von dieser ausgezeichneten Spezies hat mir nur ein Exemplar,
welches ich für ein @ halte, mit der Bezeichnung Brasilien, vorge-
legen. Von Herrn Beguin-Billecocq mitgeteilt.
Apion parviceps n. sp.
In die Verwandtschaft des Apion grisescens Kirsch gehörig,
ausgezeichnet durch den, im Verhältnis zum Rüssel und Halsschild,
Beitrag zur Kenntnis der Apion-Fauna Zentral- und Südamerikas. 161
sehr kleinen Kopf. Körper schwarz, ziemlich matt, mit kurzen,
etwas borstigen weißen Härchen mäßig dicht besetzt, die Seiten
der Mittel- und Hinterbrust dicht weiß beschuppt. Kopf mit den
ziemlich stark gewölbten und vorspringenden Augen so lang als
breit, der Scheitel konisch, hinter den Augen gemessen doppelt
so breit als der Rüssel an der Basis, ziemlich fein und dicht runzelig
punktiert, die schmale Stirne in der Mitte mit einem undeutlichen
Strichel. Rüssel fast so lang als Kopf und Halsschild zusammen,
ziemlich kräftig, von der Basis zur Fühlerinsertion etwas verbreitert,
von dieser zur Spitze wieder verjüngt, wenig gebogen. Ziemlich
fein und dicht runzelig punktiert, an den Seiten schwach gefurcht,
im Grunde mikroskopisch fein chagriniert, matt, nur ander äußersten
Spitze im Grunde etwas geglättet, mäßig glänzend. Fühler um
den Längsdurchmesser der Augen vor diesen inseriert, ziemlich
kurz und kräftig. Schaft sehr kurz, kaum länger als das erste
Geißelglied, dieses kaum so lang als breit, etwas stärker als die
folgenden Glieder, das zweite Glied etwas länger als breit, die
folgenden allmählich kürzer werdend, das dritte noch so lang als
breit, das siebente quer. Die kurz-eiförmige Keule mäßig stark ab-
gesetzt. — Halsschild trapezförmig, an der zweibuchtigen Basis
fast doppelt so breit als am Vorderrand, von den in ihrer Anlage
spitzwinkligen Hinterecken an den Seiten nach vorne fast gerad-
linig verengt, vor den Hinterecken kaum merklich ausgeschweift;
seitlich gesehen ungleichmäßig gewölbt, die Wölbung vor der
Mitte gelegen; ziemlich grob und sehr dicht runzelig punktiert,
die Zwischenräume schmäler als die Punkte, mikroskopisch fein
chagriniert, matt. Ein Basalstrichel fehlt. Flügeldecken kurz
und gedrungen, zwischen den kräftig entwickelten Schulterbeulen
reichlich breiter als die Halsschildbasis, von diesen an den Seiten
bis zur Mitte fast parallel, von da nach hinten stumpf eiförmig
zugerundet; seitlich gesehen mäßig stark gewölbt, die höchste
Wölbung etwas hinter der Mitte gelegen; stark punktiert gestreift,
die Zwischenräume etwas breiter als die Punktstreifen, fein gerunzelt,
mit einer Reihe feiner, die kurzen weißen Härchen tragender
Pünktchen besetzt. Schildchen ziemlich groß, dreieckig, unge-
furcht, fein gerunzelt, von einer scharfen Furche umschlossen. —
Beine lang, doch nur mäßig schlank, die Vordertibien merklich
länger als die mittleren und hinteren; an den Vorderbeinen ist
das erste Tarsenglied etwas länger als das zweite, dieses noch deutlich
länger als breit, an den vier hinteren Beinen ist das erste Tarsenglied
nur sehr wenig länger als das zweite, dieses so lang als das zweite
an den Vorderbeinen; das dritte Glied an allen Beinen ziemlich
breit gelappt, das Klauenglied ziemlich kräftig, die Klauen ziemlich
fein, schwach gezähnt.
Long. (s. r.): 2,2 mm.
Patria: Brasilien (ohne nähere Angaben). Von dieser charak-
teristischen Art hat mir nur ein Exemplar, das ich für ein { halte,
Archiv für ak
11 9. Heft
162 Hans Wagner:
zur Beschreibung vorgelegen. Von Herrn Beguin-Billecocq mit-
geteilt.
Apion angustifrons n. sp.
Von kurzer und gedrungener Gestalt, ausgezeichnet durch
die langen Beine und den ganz rötlichgelben Rüssel und die gelben
Fühler mit schwarzer Keule ($). — Körper schwarz, mäßig
glänzend, die Coxen, Trochanteren und die ganzen Beine, der Rüssel
und die Fühler, mit Ausnahme der pechschwarzen Keule, hellrötlich
gelb. Der ganze Körper mit feinen weißlichen Härchen mäßig dicht
besetzt. — Der Kopf mit den sehr großen, stark gewölbten und stark
vorspringenden Augen merklich breiter als lang, der Scheitel sehr
kurz, die Stirne sehr schmal, der Länge nach flach ausgehöhlt, mit
zwei Reihen feiner, Härchen tragender Pünktchen besetzt. Rüssel
so lang als Kopf und Halsschild zusammen, mäßig dick, schwach
gebogen, fast zylindrisch, nur an der Fühlerinsertion sehr schwach
angeschwollen; bis auf ein ganz schmales, schwarzes Ringelchen
an der Basis und die etwas angedunkelten Mandibeln, rötlichgelb;
fein und wenig dicht punktiert, im Grunde mikroskopisch fein
chagriniert, wenig glänzend. — Fühler nicht ganz um den Quer-
durchmesser der Augen vor diesen inseriert; Schaft so lang als
die zwei ersten Geißelglieder zusammengenommen, diese gleich
lang, aber das erste doppelt so dick als das zweite, dieses gut doppelt
so lang als breit, die folgenden Glieder wenig an Länge abnehmend,
das zweite noch deutlich länger als breit, das siebente schwach quer,
die eiförmig zugespitzte Keule deutlich abgesetzt. — Halsschild
trapezförmig, an der zweibuchtigen Basis reichlich breiter als in der
Mittellinie lang, von den in ihrer Anlage spitzwinkeligen Hinter-
ecken an den Seiten nach vorne fast geradlinig verengt; hinter
dem Vorderrande nur sehr schwach eingezogen, am Vorderrande
etwa halb so breit als an der Basis; seitlich gesehen sehr schwach
gewölbt; mit sehr feinen und sehr flachen Pünktchen, denen
die feinen Härchen entspringen, wenig dicht besetzt, die mikro-
skopisch fein chagrinierten Zwischenräume reichlich breiter als
die Pünktchen, ein Basalstrichel fehlt. Flügeldecken kurz oval, '
zwischen den kräftig entwickelten Schulterbeulen reichlich breiter
als die Halsschildbasis, von diesen nach hinten sanft und gleich-
mäßig zugerundet, wenig vor der Mitte am breitesten. Seitlich
gesehen mäßig stark gewölbt, der höchste Punkt der Wölbungs-
linie etwas vor der Mitte gelegen, so daß Halsschild und Flügel-
decken zusammen einen ziemlich gleichmäßigen Bogen bilden;
stark kettenförmig punktiert gestreift, die gewölbten Zwischen-
räume kaum breiter als die Streifen, mit einer bis zwei Reihen
feiner, etwas unregelmäßig gestellter Pünktchen, denen die Härchen
entspringen, besetzt, im übrigen schwach und flach gerunzelt, im
Grunde mikroskopisch fein chagriniert. Schildchen dreieckig, fein
und dicht gerunzelt, matt, ungefurcht. Beine lang und schlank,
das erste Tarsenglied reichlich länger als das zweite, doppelt so
Beitrag zur Kenntnis der Apion-Fauna Zentral- und Südamerikas. 163
lang als breit, das zweite etwa eineinhalbmal so lang als breit,
das dritte ziemlich schmal gelappt, das Klauenglied ziemlich dünn,
die Klauen fein gezähnt.
Long. (s. r.): 2 mm.
Ein Exemplar, welches ich für ein $ halte, aus Theresopolis,
von Herrn Beguin-Billecocq zur Beschreibung erhalten.
Apion globatum n. sp.
Dem Aion pyriforme Kirsch außerordentlich nahestehend,
von ihm durch den (beim $?) kräftigeren und längeren Rüssel, durch
die deutlich gestrichelte und in den Stricheln ziemlich stark
punktierte Stirne, durch die merklich kräftigeren Fühler, durch den
etwas stärker punktierten Halsschild und durch die etwas kräfti-
geren Beine, sowie durch die Färbung verschieden. Körper schwarz
matt, die Fühler pechbraun, die Coxen, Trochanteren und Beine
mit Ausnahme des angedunkelten Klauengliedes und der schwärz-
lichen Klauen, blaß bräunlichgelb. — Der ganze Körper mit etwas
stärkeren und längeren Härchen als bei Pyriforme mäßig dicht
besetzt. — Der Rüssel ist so lang wie bei Pyriforme-Q, aber merklich
kräftiger, schwach gebogen, an der Fühlerinsertion wenn auch nur
sehr schwach, so doch deutlich angeschwollen (bei Pyrıforme
vollkommen zylindrisch), fein gerunzelt, dazwischen fein punk-
tuliert, fein greis behaart, im Grunde mikroskopisch chagriniert,
matt. Fühler um den halben Querdurchmesser der Augen vor
diesen inseriert, ziemlich kurz und kräftig; Schaft kurz, etwa
eineinhalbmal so lang als das erste Geißelglied, dieses oval, etwas
stärker als die folgenden, diese ziemlich eng aneinander gefügt, das
zweite Glied etwas länger als breit, die folgenden almählich kürzer
werdend, das letzte quer. Die eiförmige Keule deutlich abgesetzt.
— Halsschild im Gesamtumriß wie bei Pyriforme, nur etwas länger
und die Hinterecken etwas spitzer nach außen tretend; die sehr
flach eingestochenen Pünktchen merklich stärker als bei Pyriforme
und etwas weitläufiger gestellt, das Basalstrichel kurz, doch scharf.
— Flügeldecken in der Form genau wie bei dyriforme, ebenso stark
wie bei diesem punktiert gestreift, die Zwischenräume jedoch
mehr gerunzelt. Das Schildchen fein gerunzelt, matt, ungefurcht,
von einer deutlichen Furche umschlossen. — Beine etwas kräftiger,
namentlich die Vorderschienen wesentlich kräftiger, auch die
Tarsen merklich stärker, aber die einzelnen Glieder im Verhältnis
wie bei Pyriforme gebaut. Die Klauen fein, scharf gezähnt. — Der
Kopf ist hinter den Augen durch eine feine, doch deutliche Quer-
linie vom Scheitel gesondert, letzterer nicht so stark wie bei Pyrr-
forme nach hinten verbreitet, die Augen sind merklich größer, die
Stirne sehr flach der Länge nach konkav, von zwei undeutlichen, im
Grunde von Punkten besetzten Furchen durchzogen (bei dyriforme
ist dieselbe deutlich längsgewölbt), mit feineren Pünktchen un-
regelmäßig besetzt.
Long. (s. r.): 2 mm.
11° 9. Heft
164 Hans Wagner: Beitrag zur Kenntnis der Apion-Fauna usw.
Ein Exemplar, welches dem Rüsselbau nach dem männlichen
Geschlecht anzugehören scheint, aus Bolivien: Mapiri, von Herrn
Beguin-Billecoceq zur Beschreibung erhalten.
Apion illotum n. sp.
In die Verwandtschaft des Afpion nitidum Kirsch gehörig;
Körper pechbraun, Kopf und Rüssel pechschwarz, die Fühler
rötlich-pechbraun, die Beine trüb rötlichbraun; scheinbar kahl,
wenig glänzend. — Kopf mit dem etwas verlängerten Scheitel und
den mäßig großen gewölbten und vorspringenden Augen so lang
als breit, die Stirn von zwei, durch einen feinen Mittelkiel ge-
trennten Furchen durchzogen, in denselben wie der übrige Kopf
mit mäßig starken Punkten wenig dicht besetzt; durch eine feine,
doch deutliche Querdepression vom mikroskopisch fein gerieften
Scheitel getrennt. Rüssel beim 9 so lang als Kopf und Halsschild
zusammen, mäßig dick, schwach gebogen, von der Basis zur Spitze
nur ganz wenig und allmählich verjüngt, mit äußerst feinen
Pünktchen spärlich besetzt, in der Basalpartie im Grunde mikro-
skopisch fein chagriniert, fast matt, gegen die Spitze hin im Grunde
glatter und glänzender. Fühler ziemlich schlank, um den Quer-
durchmesser der Augen vor diesen eingelenkt; Schaft etwa ein-
einhalbmal so lang als das erste Geißelglied, dieses länglich oval,
stärker als das folgende, dieses merklich länger als breit, die fol-
genden allmählich kürzer werdend, das letzte etwas breiter als
lang; die eiförmige Keule deutlich abgesetzt. — Halsschild breiter
als lang, von den schwach spitzwinklig nach außen tretenden
Hinterecken nach vorne mäßig stark verengt, an den Seiten hinter
dem Vorderrande und vor den Hinterecken schwach eingezogen,
die Seiten dazwischen schwach gerundet, am Vorderrande etwas
breiter als die halbe Basis, schwach konkav, die Basis zweibuchtig;
seitlich gesehen schwach und gleichmäßig gewölbt; mit mäßig
starken, doch sehr flach eingestochenen Punkten ziemlich dicht
besetzt, die Zwischenräume auf der Scheibe so breit oder etwas
schmäler als die Punkte, vor der Basis breiter als dieselben, überall
mikroskopisch fein chagriniert, fast matt. Das Basalstrichel als
feine schwache Furche ausgeprägt. — Flügeldecken oval mit ziemlich
kräftig entwickelten Schulterbeulen, zwischen denselben nur mäßig
breiter als die Halsschildbasis, an den Seiten ziemlich gleichmäßig ge-
rundet, in der Mitte am breitesten; stark punktiert gestreift, die
leichtgewölbten Zwischenräume etwas breiter als die Punktstreifen,
schwach gerunzelt und im Grunde mikroskopisch fein chagriniert.
Schildchen dreieckig, ungefurcht, von einer schwachen Furche um-
schlossen. Beine ziemlich langund schlank, das ersteTarsenglied etwas
länger als das zweite, dieses wenig länger als breit, das dritte ziemlich
schmal gelappt, das Klauenglied gestreckt, die Klauen fein, scharf
Long. (s. r.): 2 mm. [gezähnt.
Ein @ aus Bolivien: Mapiri, von Herrn Beguin-Billecocq
mitgeteilt, lag mir zur Beschreibung vor.
Dr. E. Enslin: Über Tenthrediniden aus Spanien. 165
Ueber Tenthrediniden aus Spanien.
Nebst einer Bestimmungstabelle der paläarktischen
Tomostethus.
Von
Dr. E. Enslin, Fürth i.B.
Aus der Sammlung des Herrn Dr. Jose Ma. Dusmet Y
Alonso sowie aus der K. Bayerischen Staatssammlung liegen mir
eine Anzahl Tenthrediniden aus Spanien vor, unter denen sich
manche neue oder wenig bekannte Formen befinden, was mir den
Anlaß gibt, hierüber zu berichten. Tenthrediniden aus Spanien
sind immer geeignet das Interesse des Forschers zu erwecken, da
die spanische Blattwespenfauna entschieden eine Sonderstellung
in der europäischen Fauna einnimmt. Im großen und ganzen ist
ja die europäische Blattwespenfauna ziemlich gleichartig, wenn
auch die einzelnen Länder, vor allem die nordischen einige be-
sondere Arten aufweisen; die Hauptmasse der Blattwespen wird
aber überall in Europa durch die gleichen Arten repräsentiert,
so daß um ein Beispiel zu wählen, die meisten Blattwespen, die wir
etwa in Italien finden, auch in Skandinavien vorkommen. Eine
Ausnahme bilden hier nur zwei Länder, das ist Kaukasien und Spa-
nien; in diesen beiden kommen neben einer großen Anzahl all-
gemein europäischer Arten doch auch soviel besondere Spezies vor,
daß die Fauna dieser beiden Länder ein ganz charakteristisches
Gepräge erhält. Bei der Entwicklung der Arten müssen hier also
Faktoren eingewirkt haben, die in anderen europäischen Ländern
fehlten. Für Spanien spielt sicher die durch den Pyrenäenzug
bewirkte Isolierung vom übrigen Europa eine bedeutende Rolle.
Diese Isolierung gibt uns eine Erklärung für das Vorkommen so
vieler ganz spezifisch spanischer Arten. Ein zweites Moment ist
die nahe Beziehung, die Spanien zu Nordafrika aufweist; in dem
Auftreten vieler sonst nur in Nordafrika vorkommender Spezies
dokumentiert sich diese Beziehung sehr deutlich. Diese beiden
Ursachen sind es wohl hauptsächlich, welche der spanischen Fauna
ihren besonderen Charakter verliehen haben.
Gen. Tenthredopsis O. Costa.
T. lusitanica Ed. Andre. Seit der Beschreibung, die Ed. Andre
von dieser Art gab (Spec. Hymen. Europ., T. I, 1881, S. 424),
ist über sie nichts mehr bekannt geworden; auch Konow kannte
das Tier nicht, weshalb er es in seiner Bestimmungstabelle der
Gattung Tenthredopsis nicht anführte und dort sogar als eine
vermutliche Rhogogaster erklärte (Revue d’Entomol. IX, 1890). Die
Art liegt mir nun in mehreren Stücken vor und zwar kommt sie
nicht nur in Portugal vor, von wo sie Andre beschrieb, sondern
auf der ganzen pyrenäischen Halbinsel. Der Kopf ist bei der
9. Heft
166 Dr. E. Enslin:
Nominatform ganz schwarz, doch kommen Exemplare vor, bei
denen die Oberlippe weiß ist und dazwischen gibt es Übergänge
mit teilweise weißer oder gelblicher Oberlippe. Die Orbiten oder
Schläfen scheinen aber nie weiß gezeichnet zu sein. Die weiße
Färbung von Glied 3 und 4 der Hintertarsen dehnt sich manchmal
auch auf die benachbarten Glieder aus, in anderen Fällen sind aber
auch Glied 3 und 4 verdunkelt oder fast ganz schwarz wie die ganzen
Hinterbeine. Der Kopf ist hinter den Augen kaum verengert, der
Scheitel 114mal so breit als lang, die Mesopleuren sind glänzend
und kaum punktiert. Im übrigen erinnert die Art in der Färbung
sehr an die T. cogueberti Kl. und gleicht dieser Art auch inbezug
auf die plastischen Merkmale. Auch die $& beider Arten sind
einander insofern nahe verwandt, als bei beiden keine geschlossene
Randader im Hinterflügel vorhanden ist. In der Färbung des Hin-
terleibs sind sie jaim übrigen verschieden, da coquebertig in der
Regel nur die zwei ersten Segmente schwarz hat, während bei
lusitanicag der ganze Hinterleib schwarz ist.
Gen. Maerophya Dahlb.
M. rufipes var. nov. castiliensis 2. Beim ? von M. rufipes L.
ist gewöhnlich das dritte und vierte Tergit des Abdomens rot.
Es kann der Hinterleib aber auch ganz ohne rote Färbung sein,
wie dies bei der var. orientalis Mocs. der Fall ist. Die neue Varietät
bildet eine Zwischenform, indem bei ihr nur das dritte Tergit auf
seiner Oberseite rot ist; die weißen Zeichnungen sind bei der
Varietät wie bei der Nominatform vorhanden. Die neue Varietät
besitze ich in zahlreichen Stücken von Castilien und da sie dort
eine konstante Rasse zu bilden scheint, so ist die Benennung ge-
rechtfertigt. Leider habe ich nur weibliche Stücke vor mir, während
ich das zugehörige $ noch nicht gesehen habe.
Gen. Dolerus Jur.
D.rosti Knw. In der Wien. Ent. Zeitg. IX, 1890, S. 9 beschrieb
Konow nach einem einzelnen Q einen Dolerus rosti n. sp. aus
Asturien. Die Art ist seither nicht mehr aufgefunden worden."
Ich besitze in meiner Sammlung ein zweites zu dieser Art gehöriges
Stück, das aber in einigen Färbungsmerkmalen von der mir eben-
falls bekannten Type unterscheidet. Vor allem ist der Hinter-
leibsrücken nicht dunkler als die umgeschlagenen Teile der Tergite,
sondern die hellgefärbten Tergite zeigen in ganzer Ausdehnung
ein gleichmäßiges helles Rotgelb. Überhaupt ist der Hinterleib
viel ausgedehnter hellgefärbt, denn bei der Type ist außer dem
ersten Tergit auch das siebente bis neunte schwarz, bei meinem
Stück aber nur das erste und neunte Tergit schwarz, alle übrigen
rotgelb. Ferner sind auf der Bauchseite bei der Type alle Sternite
schwarz, bei meinem Exemplar aber das zweite bis vierte Sternit
rotgelb und nur das fünfte bis siebente, sowie die Umgebung der
Sägescheide schwarz.
Über Tenthrediniden aus Spanien. 167
Ich sehe davon ab, diese Varietät zu benennen; jedenfalls
geht aber aus dem eben beschriebenen Stück soviel hervor, daß
für die Auffassung des D. rosti kaum die hellere Färbung der um-
geschlagenen Teile der Tergite in Betracht kommen kann, denn
wie gesagt, ist beimeinem Exemplar hiervon nicht die Spur zu sehen
und mein Tier ist frisch und vorzüglich erhalten. Vondem Konow-
schen Stück kann dies nicht gesagt werden und es wäre möglich,
daß bei diesem die dunklere Färbung des Hinterleibsrückens ein
Kunstprodukt ist. Im übrigen ist die Art durch die schwarze
Hinterleibsspitze und den wenigstens teilweise schwarzen Bauch
sehr leicht von allen Verwandten zu unterscheiden. Das & ist
immer noch nicht bekannt.
Gen. Tomostethus Knw.
T. nigritus var. nov. clarıdennis. Bei T. nigritus F. sind die
Flügel in der Regel ziemlich stark schwärzlich getrübt. Ich besitze
nun schon seit längerer Zeit einige Stücke aus Transkaukasien,
bei denen die Flügel ganz klar sind. Da es sich aber um ältere
Exemplare handelt, so glaubte ich, es handele sich vielleicht um
eine Bleichung der ursprünglich dunkleren Flügelmembran. Nun
befindet sich aber in der Dusmetschen Sammlung ein frisches
Stück, bei dem von einer Bleichung der Flügel keine Rede sein
kann und das ebenfalls ganz klare Flügelmembranen hat. Im übri-
gen stimmt es ganz mit einem 7. nıgritus überein und ich beschreibe
das Tier daher zunächst nur als Varietät dieser Art, obwohl es
auch möglich wäre, daß es sich um eine eigene Art handelt.
Übersicht der paläarktischen Tomostethus Knw.
1 Basalnerv mit dem ersten rücklaufenden Nerven konver-
gierend;; Hinterflügel mit einer geschlossenen Mittelzelle (Subgen.
Tomostethus Knw. i. sp.)
— Basalnerv mit dem ersten rücklaufenden Nerven parallel 5.
2 Abdomen und Beine größtenteils rotgelb 3.
— Abdomen und Beine ganz schwarz, höchstens die asp
Knie und Tibien vorne schmutziggelb
3 Mesopleuren ganz schwarz 1. T. melanopygius O. Costa JB
— Mesopleuren mit rötlichem Fleck
la. T. melanopygius var. pleuriticus Enslin $%
4 Flügel schwärzlich getrübt 2. T. nigritus F. 5%
— Flügel klar 2a. T. nigritus var. claripennis Enslin $Q
5 Hinterflügel mit geschlossener Mittelzelle (Subgen. Eutomoste-
thus Enslin) 6.
— Hinterflügel ohne geschlossene Mittelzelle (Subgen. Atomoste-
thus Enslin) 10.
6 Hinterleib größtenteils gelb {
— Hinterleib ganz schwarz 8.
7 Art aus Nordafrika; Scheitel wenig breiter als lang; die Schläfen
hinterseits nur unten gerandet 3. T. geminus Knw. $2
9. Heft
168 Dr. E. Enslin:
— Art aus Europa; Scheitel fast doppelt so breit als lang; Schläfen
fast bis zum Scheitel gerandet 4. T. luteiventris Kl. $2
$ Schläfen hinten nicht gerandet; Beine gelb, nur Hüften und
Trochanteren schwarz 5. T. funereus Kl. $%
— Schläfen hinten gerandet; wenigstens die Basis der vorderen
Schenkel schwarz )
9 Schläfen glatt; Schildchen nur am äußersten Rande mit un-
deutlichen Punkten; alle Tibien und die Spitze aller Schenkel
gelb, die Hinterschenkel manchmal ganz gelb.
6. T. gagathinus Kl. $%
— Hinterrand der Schläfen und des Schildchens mit groben Punk-
ten; Beine schwarz, nur die vordersten Knie und Tibien vorne
schmutzig-gelb 7. T. punctatus Knw. 9
10 Mesothorax ganz rot 8. T. vopiscus Knw. 9
— Wenigstens das Mesosternum schwarz 1%
11 Prothorax, Tegulae, Mesothorax samt dem Schildchen und
Schildchenanhang rot, nur das Mesosternum schwarz
9. T. sanguwinicollis Mocs. 9
— Thorax ganz schwarz, oder wenn das Mesonotum rot ist, dann
ist wenigstens das Schildchen schwarz 12.
12 Schläfen hinten nicht gerandet; Thorax ganz schwarz
10. T. fuliginosus Schrank $%
— Die Schläfen hinten wenigstens unten mit scharfem Rand 13.
13 Prothorax und Mesothorax rot, nur Mesosternum, Schildchen
und Schildchenanhang schwarz 11. T. ephippium Panz. 9
— Thorax ganz schwarz 14.
14 Schläfen nur unten gerandet 12. T. veles Knw. {9
— Schläfen fast bis zum Scheitel gerandet 15.
15 Scheitel doppelt so breit als lang
11a. T. ephippium $ und var. nigrans Knw. 9
— Scheitel gut dreimal so breit als lang 8. T. vopisus Knw. &
Gen. Megalodontes Latr.
1. M. castiliensis n. sp. SQ. Kopf schwarz; gelb sind daran:
das ganze Untergesicht bis etwas über die Höhe der Antennen
hinauf; die gelbe Farbe des Untergesichtes wird jedoch durchzogen
von einem schmalen, schwarzen Streif, der sich von der Basis der
Antennen nach der unteren Augenecke hinzieht; bei einer $ Cotype
fehlt jedoch dieser Streif und es ist nur die Umgebung der An-
tennenbasis in geringer Ausdehnung schwarz; die gelbe Färbung
des Untergesichtes schließt nach oben zu nicht geradlinig, sondern
in Gestalt dreier, breiter, stumpfer Zacken ab, von denen der mitt-
lere zwischen der Antennenbasis emporragt, während die beiden
seitlichen zwischen Antennenbasis und innerer Orbita liegen.
Außer dem Untergesicht sind noch gelb die Mandibeln (ihre Spitze
jedoch braun), ferner die hinteren Orbiten und mit ihnen zusammen-
hängend ein von der hinteren Scheitelecke herziehender Schläfen-
Über Tenthrediniden aus Spanien. 169
streif; der Scheitel ist hinten ebenfalls durch einen gelben Streif
begrenzt, der jedoch in der Mitte schmal unterbrochen ist; auch
seitlich ist der Scheitel durch einen gelben Streif begrenzt, doch
reicht dieser nur bis zur Mitte der Länge des Scheitels, bei einer
& Cotype ist er sogar nur an der Basis des Scheitels in geringer
Ausdehnung vorhanden. Gesicht dicht punktiert, matt, nach oben
zu die Punkte zerstreuter, so daß sich am Oberkopf zwischen den
Punkten überall glänzende Stellen befinden; im Bereich der gelben
Färbung des Oberkopfes sind die Punkte sehr zerstreut. Scheitel
länger als breit. Antennen 17gliederig, das erste Glied gelb, das
zweite schwarz, die Geißel hellbraun. Die vorletzten Antennen-
glieder kaum länger als das vierte; drittes Antennenglied doppelt
so lang wie das vierte und fast dreimal so lang als das zweite; der
Fortsatz des dritten Antennengliedes kürzer wie die beiden folgen-
den Glieder zusammen, aber etwas länger als das vierte Glied;
die Fortsätze der mittleren Antennenglieder gut so lang wie zwei
Glieder zusammen. Thorax schwarz; gelb sind daran die breiten
Ecken des Pronotums, die Tegulae, vier Flecke des Mesonotums,
die obere Hälfte der Mesopleuren, bei einer Cotype auch ein Fleck
der Metapleuren. Mesonotum mäßig dicht punktiert, mit glänzen-
den Zwischenräumen zwischen den Punkten. Flügel gelblich
hyalin, der Vorderrand kaum dunkler, Geäder und Stigma braun.
Beine gelb, schwarz sind die Hüften, Trochanteren und die Basis
der Schenkel in von vorne nach hinten zu abnehmender Ausdeh-
nung. Hinterleib schwarz, schwärzlich behaart wie der ganze
übrige Körper, der Hinterleibsrücken weit punktiert, glänzend.
Gelb sind am Hinterleibsrücken ein Fleck an den Seiten des ersten
Tergites, ein etwas breiterer Fleck an den Seiten des zweiten, ein
noch breiterer an den Seiten des dritten, eine in der Mitte schmal
unterbrochene Binde des vierten und breite Binden aller übrigen
Tergite. Beim 3 ist der Bauch ganz gelb, beim 9 tragen nur die
hinteren Sternite gelbe Hinterrandsbinden, die vorderen sind nur
seitlich gelb gefleckt. Die Umgebung der Sägescheide ist ganz
gelb. L. 10 mm. Fundort: Cuenca (Castilien), 18. u. 19. IV. 1890,
a4 VI. 1887.
Die neue Art gehört in das Subgenus Megalodontes i.sp. Durch
die seitliche gelbe Begrenzung des Scheitels erinnert sie an die
Arten bucephalus Kl. und mundus Knw. Bei diesen Arten hat aber
schon das dritte Tergit eine vollständige gelbe Binde, bei der
neuen Art erst das fünfte Tergit. Bei M. bucephalus sind außer-
dem die Fortsätze der mittleren Antennenglieder nur so lang wie
ein Glied, bei der neuen Art aber gut so lang wie zwei Glieder,
auch hat bucephalus $ die ganze Unterseite des Mesothorax gelb
oder grün, bei castiliensis $ ist das Mesosternum schwarz. Bei
M. mundus Knw. ist die Antennenbildung ganz ähnlich wie bei
der neuen Art, so daß es möglich wäre, daß castiliensis nur eine
Farbenvarietät von mundus darstellt. Da mir aber Übergänge
9. Heft
170 Dr. E. Enslin: Über Tenthrediniden aus Spanien.
nicht bekannt sind, so muß ich vorläufig castiliensis als Art be-
trachten.
2. M. dusmeti n. sp. 2. Kopf schwarz; gelb sind daran: ein
sehr kleiner Fleck zwischen der Antennenbasis, ein großer Fleck,
der von der inneren Orbita bis zur Antennenbasis reicht, die breite
hintere Orbita und damit zusammenhängend ein breiter, von der
hinteren Scheitelecke herziehender Streif, ferner ein nach vorne
zu verbreiterter Streif, der den Scheitel seitlich begrenzt; die
hintere Begrenzung des Scheitels ist nicht gelb, ebenso ist der
Clypeus schwarz, die Mandibeln dagegen gelb mit brauner Spitze.
Oberkopf sehr zerstreut und schwach punktiert, stark glänzend.
Antennen hellbraun, das erste Glied gelb, der Kamm schwarz.
Antennen 22gliedrig, das dritte Glied deutlich länger als das zweite
und etwa dreimal so lang als das vierte, die Glieder vom vierten
an sehr kurz und dicht gedrängt stehend, vom 13. Glied ab die
Glieder allmählich an Länge zunehmend und die vorletzten Glieder
viel länger als das vierte. Der Fortsatz des dritten Gliedes etwa
so lang wie die dreizehn folgenden Glieder zusammen, die Fort-
sätze der folgenden Glieder noch länger. Thorax schwarz; gelb
sind daran die breiten Ecken des Pronotums, vier Flecke des Meso-
notums, die Tegulae und die obere Hälfte der Episternen der
Mesopleuren. Mesonotum sehr zerstreut und flach punktiert,
stark glänzend. Beine gelb, die Hüften und der erste Trochanter
schwarz, die Basis der Vorderschenkel mit kleinem schwarzen
Fleck. Flügel gelb, der Vorderrand kaum dunkler, Geäder und
Stigma durchscheinend hellbraun, der Kern des Stigmas dunkel-
braun. Hinterleib schwarz; gelb sind daran: ein breiter Fleck an
den Seiten des ersten Tergits, eine breit unterbrochene Binde des
zweiten, eine schmal unterbrochene Binde des dritten, eine in der
Mitte verschmälerte Binde des vierten und vollständige Binden
der folgenden Tergite; die Sternite sind vollkommen schwarz,
ebenso die Umgebung der Sägescheide. L. 11 mm.
Fundort: Valencia, Orihuela.
Die neue Art gehört in das Subgenus Rhipidioceros Knw. und
steht infolge des langen Fortsatzes des dritten Antennengliedes
den Arten skorniakowskii Freym., imperialis Knw., decussatus
Knw., dhoenicius Lep., kohli Knw. am nächsten. Diese Arten
unterscheiden sich folgendermaßen:
1 Kopf und Thorax ziemlich dicht punktiert, wenig glänzend;
Tegulae schwarz; Antennen 28—30gliedrig
1. M. skorniakowskii Freym. 9.
— Kopf und Thorax weitläufig punktiert, glänzend; Tegulae gelb;
Antennen höchstens 23gliedrig 2.
2 Antennen schwarz, nur die beiden ersten Glieder gelb
9. M. kohli Knw. SQ
— Antennengeißel gelb oder hellbraun, nur der Kamm schwarz 3.
Embrik Strand: Rezensionen. WA
3 Drittes Antennenglied nicht länger als das zweite
3. M. phoenicius Lep. $%.
— Drittes Antennenglied deutlich länger als das zweite 4.
4 Kopf gelb mit einer schwarzen Zeichnung in Gestalt eines
sechszackigen Sternes; Clypeus gelb
4. M. decussatus Knw. 5%.
— Kopf schwarz mit gelben Zeichnungen; Clypeus schwarz 5.
5 Art aus Kleinasien; Schildchen und die gelben Flecken neben
ihm tief punktiert; Metapleuren mit gelbem Fleck; die drei
letzten Sternite des Abdomens mit breiten gelben Binden
5. M. imperialis Knw. 9.
— Art aus Spanien; Schildchen und die gelben Flecke neben ihm
nur sehr flach und zerstreut punktiert; Metapleuren und alle
Bauchsegmente schwarz 6. M. dusmeti Enslin 9.
Rezensionen.
(Nur Schriften, die zu dem Zweck an die Redaktion des Archivs für Natur-
geschichte eingesandt werden, können hier besprochen werden. Außerdem
werden sie in den Jahresberichten behandelt werden. Zusendung von
Rezensionsschriften erbeten an den Herausgeber des Archivs: Embrik
Strand, Berlin N. 4, Chausseestr. 105.)
Fortschritte der naturwissenschaftlichen Forschung. Heraus-
gegeben von Prof. Dr. Emil Abderhalden. Bd. IX, 28 pp.
gr. 8°. Mit 102 Textfigg. und 2 Taf. Verlag Urban & Schwarzen-
berg in Berlin und Wien 1913. Geheftet M. 15,—, geb. M. 17,—.
Schon früher habe ich Gelegenheit gehabt, an dieser Stelle
auf genannte Zeitschrift aufmerksam zu machen und kann auch
den vorliegenden Band bestens empfehlen. Rein zoologischen
Inhalts ist eine gediegene Arbeit von Dr. C. Wesenberg-Lund
über Wohnungen und Gehäusebau der Süßwasserinsekten, für
Zoologen wie Mediziner interessant ist eine Arbeit von Dr. med.
A. E. Lampe& über die Bedeutung der Thymusdrüse für den
Organismus, während die Arbeit von Prof. Dr. W. Halbfass über
den gegenwärtigen Stand der Seenforschung (III. Die Thermik
der Seen) für Planktonforscher viel Bemerkenswertes enthalten
dürfte. Endlich schreibt Dr. R. Stiegler über die Taucherei,
eine für Physiologen, Mediziner wie Zoologen beachtenswerte Arbeit.
Strand.
Reichenow, Anton. Die Vögel. Handbuch der systema-
tischen Ornithologie. I. Band, 529 pp, gr. 8°. Mit einer Karte
und 185 Textbildern. Preis M. 15,—. Verlag Ferdinand Enke,
Stuttgart.
Trotz der Reichhaltigkeit der deutschen ornithologischen
Literatur fehlte bisher ein Handbuch der systematischen Orni-
9. Heft
172 Embrik Strand:
thologie, das in annähernder Vollständigkeit die gegenwärtig
bekannten Vogelformen nach ihren Kennzeichen und ihren Be-
ziehungen zueinander behandelt. Diese Lücke wird von dem
vorliegenden Buche ausgefüllt. Es führt in gemeinverständlicher
Fassung in die Vogelkunde ein, erläutert die für systematisches
-Unterscheiden der Formen bedeutsamen Teile des Vogelkörpers,
erklärt alle zum Verständnis ornithologischer Werke überhaupt
nötigen Fachwörter, kennzeichnet sämtliche gegenwärtig unter-
schiedenen größeren Gruppen, Ordnungen, Familien und deren
Unterabteilungen und beschreibt die vollgültigen und scharf aus-
geprägten Gattungen, während auf nebensächliche wenigstens
hingewiesen wird. Bei der Beschreibung der Arten forderten räum-
liche Rücksichten eine Beschränkung, jedoch sind sämtliche
europäischen Vögel, die in den deutschen Kolonien vorkommenden
Arten in möglichster Vollständigkeit und sonst alle wichtigeren
Spezies gekennzeichnet worden. Das Bestimmen wird durch
Tabellen und die instruktiven Figuren wesentlich erleichtert; durch
Hinweise auf ausführliche Monographien ist weitergehenden An-
forderungen entsprochen worden. — Das Werk soll in zwei Bänden
komplett werden, die Ausstattung ist ausgezeichnet und der Preis
daher niedrig. — Nicht bloß dem, der Ornitholog werden will,
sondern auch demjenigen, der es schon ist, wird das Werk ein wert-
volles Handbuch werden. Eımbr. Strame
Lebensbilder aus der Tierwelt. Neue Naturgeschichte europ.
Säugetiere und Vögel. Herausgegeben von H. Meerwarth und
K. Soffel. Säuger drei Bände mit 1200 Naturaufnahmen. Vögel
drei Bände mit 1590 Naturaufnahmen. Preis pro Band geh. M. 12,
in Leinen geb. M. 14, in Halbfranzband geb. M. 15,—. R. Voigt-
länders Verlag, Leipzig.
: Eine ganz neuartige Naturgeschichte unserer heimischen
Säugetier- und Vögelwelt liegt hier vor uns. Ein Werk, das in der
ganzen Weltliteratur einzig dasteht und auf das das deutsche Volk
mit Recht stolz sein kann. Im Texte wird in erzählender Form
in Leben und Treiben der Tiere eingeführt; der Leser hat den Ein-
druck, als ob er die geschilderten Vorgänge im Leben der Tiere
als unmittelbarer Zuschauer selbst beobachtet. — Eine ganz
besondere Leistung sind die Abbildungen. Gegen 2800 Bilder, nur
photographische Originalaufnahmen, mit ganz wenig Ausnahmen
von freilebenden Tieren in ihrer gewohnten Umgebung. Welches
ungewöhnliche Maß von Ausdauer und Geduld, von List und
Schlauheit, welche Unmenge von Zeit hat das Sammeln dieses
kostbaren Bildermaterials bei der Scheu und Empfindlichkeit der
Tiere erfordert. Dafür werden aber auch Naturkunden von un-
vergänglichem Werte und köstlicher Klarheit geboten, die Europas
Säuger- und Vögelwelt späteren Geschlechtern auch dann noch im
urkundtreuen Lichtbild zeigen werden, wenn viele jetzt noch
vorhandene Arten ausgestorben sein werden. — Hier handelt es
Rezensionen. 173
sich in der Tat um Ausfüllung einer Lücke in der zoologischen
Literatur, deren übliche Illustrationen durch Zeichnungen meist
nach Präparaten, hier durch lebensvolle Wirklichkeitsbilder ersetzt
werden. Kein Natur-, vor allem kein Tierfreund wird auf die
Dauer dieses Werk in seiner Bücherei entbehren wollen. Strand.
Hirt, Dr. med. Walter. Das Leben der anorganischen Welt.
Eine naturwissenschaftliche Skizze. Verlag von Ernst Reinhardt
in München, 1914. 150 pp., 8°. Textfigg. Broschiert M. 3,—,
gebunden M. 4,—.
Vielleicht das wichtigste Problem der theoretischen Biologie
und Naturphilosophie ist das der Urzeugung; die Stellung, welche
man dieser Frage gegenüber einnimmt, ist entscheidend für die
Weltanschauungdes Menschen. Dies Problem ist aber in dem Augen-
blick im Prinzip gelöst, in dem man zugibt, daß auch die anor-
ganische Welt lebt. Der Nachweis des Lebens der anorganischen
Welt dürfte daher das allerhöchste Interesse und zwar nicht bloß
in Gelehrtenkreisen erwecken, und man muß dem Verfasser dankbar
sein, der mit Sachkenntnis und Fleiß ein großes Material zur
Lösung dieser Frage zusammengebracht hat, dies mit Vorsicht
und Kritik gesichtet und das Problem in fruchtbringender und
aufklärender Weise behandelt. — Der erste Teil des Buches enthält
Allgemeines über „Leben“, im zweiten wird das Leben der an-
organischen Welt speziell besprochen und Atmung, Ernährung,
Hautbildung, Fortpflanzung, Anpassungsvorgänge und Krank-
heiten nachgewiesen, ja auch bei den Empfindungen werden deut-
liche Analogien zwischen der organischen und anorganischen Welt
festgestellt. Embrik Strand.
Videnskabelige Meddelelser fra Dansk naturhistorisk Forening
i Kjöbenhavn. Bd. 65. Kjöbenhavn 1913. 305 pp., mit Text-
figuren und sechs Tafeln.
Der ganze Band der Wissensch. Mitteil. des Dänischen natur-
historischen Vereins in Kopenhagen für 1913 ist zoologischen
Inhalts und zwar behandeln drei Arbeiten Vertebraten: Sae-
mundsson schreibt über isländische Fische und Vögel, Hörring
gibt einen Bericht über die in Dänemark im Jahre 1912 gemachten
ornithologischen Beobachtungen, beide Arbeiten in der dänischen
Sprache, während Bardenfleth ‚the Form of the Carnassial
Tooth of Carnivorous Mammals‘ studiert; entomologischen Inhalts
ist die Arbeit von Schmit-Jensen über homoeotische Regeneration
der Antennen einer Phasmide sowie zwei von J. C. Nielsen,
nämlich über südamerikanische Mydaea-Arten (englisch!) und
über entoparasitische Muscidenlarven (dänisch!), malakologisch
eine Arbeit über die von Spengler beschriebenen Unionen von F.
Haas und eine über zwei Tapes-Arten von V. Nordmann.
Ferner gibt Mortensen ‚Echinological Notes‘‘ (über Phylogenie
der Echini und Abnormitäten bei Asteroiden und Ophiuroiden) und
Kramp behandelt, ebenfalls englisch, die Medusen derTjalfe-Expedi-
9. Heft
174 Embrik Strand: Rezensionen.
tion. — Wie ersichtlich, ein so reicher und wechselnder Inhalt, daß
das Buch in keiner zoologischen Bibliothek fehlen darf. Strand.
Zellen- und Gewebelehre, Morphologie und Entwieklungs-
geschichte. II. Zoologischer Teil. Unter Redaktion von O. Hert-
wig, bearbeitet von R. Hertwig, H. Poll, ©. Hertwig, K.
Heider, F. Keibel, E. Gaupp. Mit 413 Textfigg. 538 pp.,
gr. 8°. Verlag B. G. Teubner in Leipzig und Berlin. 1913. Preis
16,— Mk., geb. 18,— Mk.
Dies Werk gehört zu der Serie „Die Kultur der Gegenwart,
ihre Entwicklung und ihre Ziele“, herausgegeben von Prof. Paul
Hinneberg, die eine systematisch aufgebaute, geschichtlich be-
gründete Gesamtdarstellung unserer heutigen Kultur darbieten
will; sie vereinigt eine Zahl erster Namen aus allen Gebieten der
Wissenschaft und Praxis und ist in gemeinverständlicher Sprache
geschrieben. — Vorliegender Band enthält folgende Kapitel: Die
einzelligen Organismen von R. Hertwig, Zellen und Gewebe des
Tierkörpers von H. Poll, Allgemeine und experimentelle Morpho-
logie und Entwicklungslehre der Tiere von OÖ. Hertwig, Entwick-
lungsgeschichte und Morphologie der Wirbellosen von K. Heider,
Die Entwicklungsgeschichte der Wirbeltiere von F. Keibel,
Morphologie der Wirbeltiere von E. Gaupp. Das Verständnis des
Gebotenen wird durch die zahlreichen instruktiven Textfiguren
wesentlich erleichtert; am Ende jedes Kapitels ist ein Verzeichnis
der wichtigsten einschlägigen Literatur, das der Ref. allerdings
etwas ausführlicher hätte haben wollen (z. B. enthält das Literatur-
Verzeichnis zu den einzelligen Organismen nur zwölf Titel). —
Das Buch ist bestens zu empfehlen, auch den Entomologen, die
leider allzu häufig zu vergessen scheinen, daß sie Zoologen sind
oder es sein sollten. Embr. Strand.
Tierkunde. Eine Einführung von Dr. Franz von Wagner,
a. o. Professor an der Universität Graz. Zweite, durchaus umge-
arbeitete Auflage. Mit 78 Abbildungen im Text. (Sammlung
Göschen Nr. 60.) G. J. Göschen’sche Verlagshandlung G. m. b. H.
in Berlin und Leipzig. Preis in Leinwand gebunden 90 Pfg. {
Die vorliegende zweite Auflage der v. Wagner’schen ‚‚Tier-
kunde“ stellt ein neues Werkchen dar, indem das frühere kleine
Kompendium in eine ‚Einführung‘ umgestaltet ist, die gerade das
bietet, was die den besonderen Disziplinen der Tierkunde gewid-
meten Bändchen der „Sammlung Göschen“ der Natur der Sache
nach teils voraussetzen, teils beiseite lassen müssen. Die dadurch
notwendig gewordene vollständige Umarbeitung des früheren
Bändchens durfte aber natürlich die Selbständigkeit desselben als
eines für sich geschlossenen und unabhängigen Ganzen nicht
verloren gehen lassen. Der Verfasser dürfte in dieser Beziehung
die richtige Mitte getroffen haben. Es ist zu wünschen, daß die
vorliegende ‚Tierkunde“ auch im neuen Gewande sich brauchbar
und nützlich erweise. Strand.
ARCHIV
NATURGESCHICHTE.
GEGRÜNDET VON A. F.A. WIEGMANN,
FORTGESETZT VON
W.F. ERICHSON, F.H. TROSCHEL,
E. VON MARTENS, F. HILGENDORF,
W. WELTNER und E. STRAND.
er
Comes
NEUNUNDSIEBZIGSTER JAHRGANG.
1913.
Abteilung A.
10. Heft.
HERAUSGEGEBEN
VON
EMBRIK STRAND
(BERLIN).
NICOLAISCHE
VERLAGS-BUCHHANDLUNG R. STRICKER
Berlin.
Inhaltsverzeichnis.
—
Oudemans. Acarologisches aus Maulwurfsnestern. (Hierzu Taf.
XV-—XVIllI). [[Fortsetzung und Schluß aus dem Heft 1913
OD. LSB]. SU AR s. ve aha, Me
Roewer. Die Opiliones der ee le (Hören Di Paul u.
Fritz Sarasin auf Celebes in den Jahren 1893—1896. (Mit
8 Dextlig:) .. ...2 NE >
Zukowsky. Alter Bus von Bere eokei sabakiensis in Carl
Hagenbecks Tierpark (Hierzu Taf. 1.) . . ». .. 2.2...
le Roi. Zur Odonaten-Fauna Deutschlands . . . .» 2 2...
Strand. Bestimmungstabelle nebst weiteren Beiträgen zur a,
nis afrikanischer Nomia-Arten SAL een
— DÜUeber die Attacus-Form von Toeal, Re al a:
— Erste Mitteilung über Spinnen aus Palästina, gesammelt von
Herrn Dr. J. Aharoni
— Rezensionen. In he. EIERN
Seite
102
121
145
147
162
Acarologisches aus Maulwurisnestern.
Von
Dr. A. C. Oudemans, Arnhem.
(Fortsetzung.
Genus Belaustium von Heyden.
(Hierzu keine Figur.)
1826. Belaustium von Heyden, in Okens Isis. — Typus
Trombidium murorum Herm.
1840. Balaustium Agassiz in Nomencl. Zool. Arachn.
1877. Ritteria Kramer, in: Arch. Nat., p. 228. — Kein Typus,
aber es enthält Trombidium murorum Herm.
1891. Abrolophus Berlese, Acar. Myr. Scorp. Ital. 59, 1. —
Typus Trombidium quisquiliarum Berl. (non Herm.) (= Trom-
bidium murorum Herm.).
1893. Achorolophus Berlese, Ordo Prostigm., p. 80, 81, 82,
86, 87. — Typus Trombidium quisquiliarum Berl. (non Herm.) =
(Trombidium murorum Herm.) (non Achorolophus Berl. 1891).
Nachdem ich bekannt wurde mit einigen Larven und einer
Nymphe des Belaustium murorum Herm., kann ich die Diagnose
dieses Genus verbessern:
Beine gewöhnlich; es gibt ein längliches schmales Rücken-
schildchen, dessen Mittelnerv die Crista ist; die Crista (oder
dieses Schildchen) reicht soweit nach vorn, daß ihre vordere Areola
als ein Knoten oder eine Nase über den vorderen Leibesrand
hinausragt; jederseits nur ein Auge; die Linie, welche diese Augen
verbindet, liegt hinter der Mitte der Crista; die Haare sind in
der Regel glatt oder nur wenig behaart.
Belaustium globigerum Berl.
(Taf. XII, Fig. 18—24; Taf. XV, Fig. 9—11.)
Ich gebe hier einige genauere Figuren, als bis jetzt von dieser
schönen Art erschienen sind.
Taf. XII, Fig. 18 gibt zwar eine Nymphe wieder, aber Nymphe
und Erwachsenen sind nur sehr wenig in ihrer Statur verschieden.
Die Nymphe ist ungefähr 1450 u lang (inkl. ‚‚Rostrum‘“) und
an den Schultern 725 u breit, also gerade zweimal länger als breit.
Sie ist an den Schultern nur wenig breiter als hinten, wo sie kreis-
rund abgerundet ist. Vor den Schultern ist sie dreieckig zugespitzt.
Die Farbe ist meistens ockergelb, spielt aber auch ins orangerote.
Die Adulti sind immer mehr rot als gelblich. Die Palpen sind eher
schlank zu nennen, wie auch die Beine, welche 1665 resp. 1000,
1225 und 1850 u lang sind, wovon also die Beine I und IV länger,
die Beine II und III kürzer als das Soma sind. An den Beinen
gewahrt man viele längere Tasthaare.
Rückenseite (Taf. XII, Fig. 18). Immer wird bei den Ery-
thraeidae nur von einer Crista gesprochen, noch niemals traf
Archiv für Naturgeschichte
1 .
1913. A, 10 1 10. Heft
” Dr. A. C. Oudemans:
ich in der Literatur die Bemerkung, daß es ein wirkliches Rücken-
schild gibt. Ich habe darauf in den Entomologischen Berichten,
vol. 4, Nr.73, vom 1. Sept. 1913 schon aufmerksam gemacht. In
Taf. XII, Fig. 19 gebe ich eine Abbildung von diesem Schildchen
und Umgebung. Das Schildchen ist länglich, 415 u lang, 52 u.
breit, vorn und hinten um die Areolae etwas weiter und gerundet.
Es ist fein poriert. Die Crista gilt größtenteils als Mittelnerv des
Schildchens; die vordere Areola ist etwas dreieckig, die hintere
dagegen mehr dick-spindelförmig. Eine Verlängerung hinter der
hinteren Areola ist kaum angegeben. Die Haut ist äußerst
fein gerunzelt oder gewellt. Die Haare stehen anscheinend
verwirrt durcheinander, ohne Regel. Nach genauer Beobachtung
bemerkt man aber, daß doch einige Ordnung herrscht: in der
vorderen Areola sind die Haare nach vorn gerichtet; neben der
Crista nach vorn und etwas nach außen; dem Vorderrande und
den Seitenrändern entlang bis Coxae IV nach vorn und nach außen;
den übrigen Seitenrändern und dem Hinterrande entlang nach
hinten und nach außen. Die Haare sind stabförmig, nur distal zu-
gespitzt, und selbst (Taf. XII, Fig. 20) mit äußerst winzigen, all-
seitig stehenden Nebenhärchen oder Astchen spärlich versehen. Die
Augen sind rund, rot und fast ebensoweit voneinander entfernt
als die Länge des Schildchens. Die Linie, die sie verbindet, läuft
hinter der Mitte des Schildchens (der Crista). Die vier pseudo-
stigmatischenOrgane sind äußerstdünn, glatt, haarfein undssteif.
Bauchseite (Taf. XII, Fig. 21). Die Coxae I sind proximal
sehr spitz, die Coxae II spitzbogig; die Coxae III und IV spitz;
alle sind ziemlich stark behaart. Die Haare der Bauchseite sind
länger als die des Rückens, distal dünner (spitzer) und etwas weiter
auseinanderstehend. Die Genitalspalte war angedeutet, aber
geschlossen, von sechs Paaren nach der Spaltenmitte gerichteten
Härchen umgeben; sie liegt zwischen den distalen Hälften der
Coxae IV. Der Anus ist von der Genitalspalte um seine eigene
Länge entfernt, von drei Paaren abgewendeter Härchen umgeben. ,
Mandibeln (Taf. XV, Fig. 10) gewöhnlich, 800 u lang, ohne
distales Sägezähnchen, also vollkommen stilettartig. M axillae (Taf.
XV, Fig.11). Man kanndas ‚‚Rostrum‘ betrachten als die zusammen-
gewachsenen Maxillarcoxae, welche um die Mandibeln herum mit
dem Epistom (dessen Grenzen gänzlich verwischt sind) eine Scheide
bilden. Vorn sieht man eine dreieckige Öffnung, woraus die Man-
dibeln vorgeschleudert werden können; die kleine Öffnung ist von
drei Paar Haaren umgeben; die Maxillenladen bilden distal nur einen
kleinen ‚‚Lophos‘. Von den Palpen ist speziell die dicke Endkralle
und der dick-linsenförmige Tarsus zu erwähnen (Taf. XV, Fig. 9), der
nur wenig die Krallenspitze überragt. Von den Beinen habe ich
schon gesagt, daß sie schlank sind, lang, und mit ziemlich vielen
Tasthaaren versehen. Tarsus I ist mindestens zweimal kleiner als
Tibia I; Tarsus IV ist mindestens dreimal kleiner als Tibia IV.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 3
Die Peritremata (Taf. XV, Fig.11) sind wohl einer Erwähnung
wert. Vor der Vorderspitze der Crista sind nur die vorderen End-
chen der Peritremata sichtbar. Man muß, um sie zu studieren,
das ganze Gnathosoma lospräparieren. Die Resultate sind die
Mühe wohl wert. Die Peritremata sind in ihrem vorderen Drittel
dünn und zweireihig gekammert; in ihren hinteren zwei Dritteln
zweimal breiter und quergestreift (durch inwendige Chitinleistchen).
Ich konnte wirklich zwischen den zwei Kammerreihen des vorderen
Drittels keine Stigmalspalte unterscheiden, obwohl nahe ver-
wandte Arten diese deutlich besitzen. Die echten Stigmata
muß man daher nicht dort suchen, wo die Peritremata sich nach
innen (ventrad) umbiegen, sondern am distalen Ende, ganz vorn.
Tracheen. Die hinten sich nach innen (ventrad) umbiegenden
Peritremata gehen allmählich in die mächtigen Tracheenstämme
über (Taf. XV, Fig. 11). Man sieht dort deutlich die ovalen Lumina
dieser Übergangsröhren, und es ist begreiflich, daß Autoren diese
zwei ovalen Lumina nebeneinander für Stigmata angesehen haben.
Die Tracheenstämme sind inwendig von der allbekannten Chitin-
spirale ausgekleidet. Da ich den inwendigen weiteren Verlauf dieser
Stämme der Undurchsichtigkeit wegen nicht verfolgen konnte,
drehte ich das Gnathosoma um, so daß ich in die ventrale
Ansicht dieser Tracheenstämme abbilden konnte (Taf. XII, Fig. 24).
Nun gewahrt man, daß die dicken Stämme erst mehr oder weniger
T-förmig verzweigt sind, daß aus den Enden des T-Kopfes fünf
bis sechs Tracheen ausstrahlen, und daß aus der Mitte des T-
Kopfes eine anfangs ziemlich dicke Trachee sich nach vorn begibt,
also das Rostrum mit Luft versieht.
Habitat:zwischen Gras und dürren Blättern, unter Steinen,
in Maulwurfsnestern, allgemein und weit verbreitet, wahrscheinlich
wohl kosmopolit. Patria: Ich besitze Exemplare aus Niederland,
Frankreich, Italien, Deutschland und selbst ein Exemplar aus
(Guatemala. Tempus perannum. Inventores: F.Heselhaus,S. J.
inden Maulwurfsnestern von Limburg; E.Leibfarth in Guatemala).
Bemerkung. Das Exemplar aus Guatemala hatlängere Haare.
Belaustium rhopalieus (C. L. Koch).
(Taf. XII, Fig. 25—38.)
1906, Mai 1. Belaustium murorum (errore) Oudms. in Ent.-
Ber., vol. 2, Nr. 29, p. 82, 85, 87.
1913, Sept. 1. Belaustium rhopalicus Oudms. in Ent.-Ber.,
vol. 4, Nr. 73, p. 13.
Diese kleine Art befand sich auch im Nestmateriale aus Lim-
burg. Sie war (Fig.38) an der leicht ockergelben Farbe, der Zart-
heit der Beine und den kurzen Tarsen unmittelbar zu erkennen
als identisch mit der von Koch abgebildeten Art rhopalicus
(Koch, Deu. Crust. Myr. Ara. 16, 16. 1. Sept. 1837).
Länge 600 u. Breite an den Schultern 335 u, Länge des
Schildes 232 u, der Beine (ohne Coxae) 600 resp. 328, 400 und 530 u.
1* 10. Heft
4 Dr. A. C. Oudemans:
Gestalt länglich, bisweilen mehr rautenförmig, bisweilen mehr
oval oder elliptisch; auch hinter den Schultern eingesunken, wenn
mager, und dann auch vorn eingeschnürt, so daß jederseits vor
den Schultern noch eine ‚Schulter‘ sichtbar ist (wie Koch ab-
bildet); Beine dünn. Farbe gelblich, buttergelb, ockergelb, immer
sind die Tarsen etwas dunkler.
Rückenseite (Fig. 38). Das Proterosoma ist so lang (groß),
daß die Scheidungslinie zwischen Protero- und Hysterosoma und
ebenso die Schultern in oder fast in die Mitte der ganzen
Länge fallen. Das kommt auch teilweise davon, daß Crista und
Schildchen verhältnismäßig lang sind. Die Crista (Fig. 26) ist
stark, deutlich, mit zwei Areolae, wovon die vordere mit einer
„Nase‘ über den vorderen Leibesrand hervorragt; zwei Borsten
hintereinander, oder nur eine Borste, oder selbst keine Borste trägt.
Die hintere, etwas dick-spindel- oder rautenförmig, hat keine
deutliche hintere Grenze resp. Verlängerung der Crista. Beide
haben in ihrer hinteren Hälfte die zwei ziemlich kleinen Pseudo-
stigmata mit ziemlich langen, steifen, glatten, borstenförmigen
pseudostigmatischen Organen. Das Schildchen ist verhältnis-
mäßig länger und breiter als bei der vorhergehenden Art; es ist
vorn zugespitzt, bildet dort die ‚Nase‘‘, ist dort nicht breiter als
die vordere Areola, wird nach hinten zu immer breiter, geht eine
Strecke, wohl so lang, als die ganze hintere Areola oder wie ihre
eigene Breite, an der hinteren Areola vorbei und rundet sich hier
schön ab. Es ist fein punktiert-porös und trägt jederseits etwa
sieben Haare. Ganz hinten befindet sich die Grenze zwischen
Pro- und Opisthosoma. Bisweilen gibt es eine Strecke weiter nach
hinten noch eine mehr oder weniger deutlicheQuerfalte, wie eine
Grenze zwischen Pro- und Opisthosoma. Die Augen sind ziem-
lich groß, mit starken Corneae; ihre Zentra sind ebenso weit von-
einander als der Abstand zwischen den Pseudostigmatapaaren.
Die Linie, die ihre Zentra verbindet, geht gerade vor der hinteren
Areola vorbei. Der Rücken ist spärlich mit 36 u langen, ziemlich
starken, selbst wieder allseitig aber spärlich feinbehaarten Borsten'
(Fig. 35) besetzt; alle sind nach hinten gerichtet.
Bauchseite (Fig. 31). Coxae I und IV sind proximal mehr
spitz, Coxae II und III proximal mehr abgerundet zu nennen. Coxae
IV sind mindestens anderthalbmal so lang als die anderen. Alle
Coxae sind spärlich behaart. Stärker behaart ist die übrige weiche
Bauchfläche; die Behaarung wie am Rücken, aber etwas kürzer.
Genitalöffnung zwischen den Coxae IV, verhältnismäßig groß,
von einer geschlossenen Reihe von jederseits etwa 24 Borsten um-
geben. Anus ebenfalls verhältnismäßig lang, schlitzförmig, von
etwa zehn Börstchen umgeben.
Das Rostrum vorn nur mit zwei Börstchen versehen. Unsere
Figur 29 zeigt uns unzweideutig, daß, was in der Literatur ge-
wöhnlich ‚Stigmata‘ genannt wird, nur die Lumina der nach
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 5
unten (ventrad) sich umbiegenden Peritremata resp. Tracheen-
stämme sind (die Schlinge ganz hinten!). Die eigentlichen Stig-
mata liegen ganz vorn, fast an der Spitze des Epistoms; sie sind
schlitzförmig zwischen den ‚Kammern‘ des Peritrema gelegen und
enden (oder wenn man will: beginnen) vorn birnförmig (Fig. 34).
Nach hinten sind sie nur kurz zu verfolgen. Die Peritremata
(Fig. 29) bilden vorn zusammen eine gestreckt-leierförmige Figur.
Die Stigmaschlitze enden ungefähr, wo die zwei Leierhälften zu-
sammenkommen. Die Peritremata, mit zwei Reihen von schiefen
„Kammern“ laufen weiter eng nebeneinander nach hinten, nach
dem Punkte, wo sie nach unten umbiegen, wo also ihre zwei Lumina
(bei richtiger Lage) wie zwei helle kleine Ovale zu sehen sind, wo
also nach den Autoren die zwei „Stigmata‘‘ sich befinden! Das
Gnathosoma (,‚Rostrum‘‘) war aber, nach Maceration, durch den
Druck des Deckglases ein wenig verzerrt und nun bekam ich, gerade
durch einen ‚‚Zufall‘, einen viel besseren Einblick als sonst in die
Verhältnisse! Es gibt hier keine Stigmata, sondern hier gehen die
kamerierten Peritremata allmählich über in die von einer Chitin-
spirale bekleideten Tracheenstämme. Diese bilden noch eine kleine
Schlinge nach vorn, biegen sich dann nach hinten, enden hier blind
und verzweigen sich in je etwa neun Tracheen. Aber von den
Peritremata verzweigen sich, bevor sie sich nach unten umbiegen,
noch zwei andere Tracheenstämme, die ebenfalls erst eine
Schlinge nach vorn machen, dann nach hinten umbiegen
und, soviel ich ausmachen konnte, mit einer geschlossenen
Membran, also blind in der Haut enden. Die Figur, welche
die vier Tracheenstämme bilden, ist also eine ganze andere als bei
der vorigen Art. Sie ist also wieder ein Mittel, um die
Spezies zu determinieren. Die zwei vorderen Tracheen-
stämme geben hie und da etwa drei Tracheenäste ab, welche sich
nach hinten begeben (einen Ast nach vorne sah ich nicht; gibt
es keinen?).
Die Mandibeln sind 333 u lange Stilette (Fig. 29) ohne
Sägezähnchen am Ende; sie treten nur wenig vor dem Epistom
aus dem Saugmunde hervor. Die Maxillen besitzen keinen
„Lophos“, sondern enden vorn zusammen abgerundet (Fig. 29,
27). Ihre Basalstücke (Coxae) sind miteinander verwachsen und
bilden zusammen einen Schlitten, dessen obere Ränder mit dem
Epistom verwachsen sind, also ein Rohr bilden, wodurch die Man-
dibeln gleiten. Sie zeigen an der Ventralseite (Fig. 27) ungefähr in
der Mitte des freien (Rostral-)Teiles eine schildförmige Figur (wie
das Schild der Hydryphantes gymnopterorum L. (ruber de Geer) und
tragen etwa 14 Paare Borstchen oder Härchen. Die Palpen (Fig.25,
28, 32, 33) sind spärlich behaart; der Tarsus ist kurz-zylindrisch,
überragt kaum die Krallenspitze; und ist vorn abgerundet und
mit etwa zehn Börstchen besetzt. Die Tibialkralle ist kurz, ge-
bogen und trägt unten an der Basis ein winziges Zähnchen.
10. Heft
6 Dr. A. C. Oudemans:
Beine ziemlich dünn. Die Vorderbeine von der Länge des
Leibes, alle ziemlich behaart, mit nur sehr wenigen undeutlichen
Tasthaaren und in der Regel kurzen, dorsal stark gewölbten
Tarsen, wie von Koch übertrieben dargestellt wird (Fig. 38, 37).
Merkwürdig ist die Tatsache, daß diese Tarsen ‚‚gestielt‘“ sind,
daß sie also von der Seite gesehen kurz und hoch erscheinen,
von der Rücken- oder Bauchseite betrachtet aber länger, fast
so lang als die Tibia sind. Noch merkwürdiger ist die Tatsache,
daß beide Tarsen I an ein und demselben Individuum
verschieden sind. Ohne Stiel messen diese Tarsen I an
einem Ex. von Nijkerk (Kempers) rechts 126,5, links 119,6 u
„re, 5. »Arnhem (Oudemans) ',, 13811 Ba EP AR:
pays KSittardEieselhaus)'» ';j’ BL9IE.N N 9675
LE} , „ Ir > 2} 140,3 . 144,9 2}
Nun muß man nicht denken, daß solche geringe Verschieden-
heiten nur mit Mikronmassen gemessen und konstatiert werden; sie
fallen schon bei kleinen Vergrößerungen (+60 x) auf, wozu
kommt, daß auch die Höhe zwischen 57 und 69 u variiert und zwar
so, daß die kurzen Tarsen höher sind als die langen.
Habitat unter moderndem Holze, in Maulwurfsnestern,
feuchten Wiesen. Patria: Regensburg, Nijkerk, Arnhem, Sittard.
Tempus Januar, April, Mai, August, Dezember, also wohl per
annum. Inventores: C. L. Koch, Kempers, Oudemans,
Heselhaus.
Belaustium quisquiliarum Herm.
(Taf. XIII, Fig. 28—40; Taf. XV, Fig. 1—8.)
1910, Mai 4. Belaustium quisguiliarum Oudms. in Tijds. Ent.,
vol. 53, p. XIII, verbesserte Diagnose.
1913, Sept. 1. Idem. Oudms. in Ent.-Ber., vol. 4, Nr. 73,
p. 13. Idem.
Über diese Art herrschte auch längere Zeit Verwirrung, bis
ich 1910 die bessere Diagnose gab. -
Nympha (Taf. XV, Fig. 8). Länge inklusiv Rostrum 1000 u.
Breite an den Schultern 555 «. Länge der Beine I 833, der Beine
IV 1000 u. Gestalt ‚trombidiumartig‘“, d. h. vorn dreieckig,
breit- und rund geschultert, dann nach hinten sich verjüngend
und hinten abgerundet. Farbe scharlachrot, auch die Beine.
Rückenseite spärlich behaart; die Haare sind kurze, ge-
bogene, ziemlich starke, glashelle, nach hinten gerichtete Borsten
(Taf. XV, Fig.5). Die Crista (Taf. XV, Fig.2) ist ziemlich deutlich,
kurz; die vordere Areola halbkreisförmig, nach vorn in eine ‚Nase‘
verlängert; die hintere Areola ebenfalls halbkreisförmig, nach hinten
offen. Beide tragen ein Paar kleine runde Pseudostigmata,
welche um ihren eigenen Durchmesser voneinander entfernt sind.
Die pseudostigmatischen Organe sind feine, steife Haare. Das
Schildchen ist lang und schmal, setzt sich vorn in die Nase fort,
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 7
ist dort nur wenig breiter als die vordere Areola, verschmälert sich
dann, aber wenig, erweitert sich wieder bei der hinteren Areola
und endet hinten fast spitz, wo man sich eine Fortsetzung der
Crista denken kann; hier sieht man die Grenze zwischen Protero-
und Hysterosoma. Die Spitze der Nase trägt vier Börstchen, das
Schildchen selbst vier bis fünf Haare und zwar symmetrisch; es
ist fein punktiert-porö. Die Augen sind deutlich, halbkugelig
vorgewölbt; ihre Zentra sind voneinander etwas mehr entfernt,
als der Abstand zwischen den beiden Pseudostigmatapaaren beträgt;
die Linie, die ihre Zentra verbindet, läuft gerade vor der hinteren
Areola.
Bauchseite (Taf. XV, Fig.3). Die Coxae I und IV sind
proximal sehr spitz, die Coxae II abgerundet, die Coxae III schräg
abgeschnitten. Alle Coxae zweihaarig. Die Genitalöffnung
zwischen den Coxae IV klein, fast rund; der Anus um seine eigene
Länge von der Genitalöffnung entfernt, klein, länglich. Die Bauch-
seite wie die Rückenseite behaart.
Die Mandibeln (die hinteren Teile sind in Taf. XV, Fig. 2 ange-
geben) sind 530 u lange Stilette ohne Sägezähnchen am Ende. Die
Maxillen sind an der ventralen Seite (Taf. XV, Fig. 4) mit ihren
Basalteilen vollkommen miteinander verwachsen und tragen hier
hinter den Anheftungsstellen der Palpen drei, und in ihrem rostralen
Teile etwa elf Paare von glatten Haaren resp. Borsten, wovon zwei
stärkere nach außen und vorn gerichtet sind. Das Rostrum ist
zweimal länger als hinten breit, vorn spitz, ohne „Lophos“. Palpen
kurz und dick (Taf. XV, Fig. 6,7); ihr Femur intern ausgehöhlt und
dort gegen das Rostrum angepreßt; ihre Tibialkralle kurz, basal breit,
basal und ventral mit kurzem Zähnchen. Der Tarsus kurz, halbkugel-
förmig und mit etwa zehn radiär gerichteten Börstchen versehen.
Die Beine (Taf. XV, Fig. 8) sind dünn, spärlich behaart, ihre
Tarsen I (Taf. XV, Fig. 1) zweimal länger als hoch, die übrigen nur
wenig länger als hoch. Die Vorderbeine I sind kürzer als die Hinter-
beine IV aber so lang wie der Körper.
Femina (Taf. XIII, Fig.28). Länge (ohneRostrum) 2165 u, Breite
an den Schultern 1333 u, Länge der Beine I 1454, der Beine IV
1515 u. Gestalt trombidiumartig, d. h. vorn dreieckig, an den
Schultern breit und abgerundet, nach hinten nur wenig ver-
schmälert und hinten abgerundet. Farbe zinnoberrot, auch die
Beine. Dunklere, ins Braune spielende Exemplare gibt es auch
wohl.
Rückenseite wie die Oberseite mancher Blätter mit
runden linsenförmigen Erhabenheiten versehen, welche, von der Seite
betrachtet (Taf. XIII, Fig.33) auch wie die Zellen der Blattoberseite
aussehen. Dazwischen stehen kurze, gebogene, glatte, glashelle,
nach hinten gebogene Borsten; diese geben dem ganzen Tierchen
einen Glanz, als wäre es bereift (,gerieselt‘“ Koch).
10. Fleft
8 Dr. A. C. Oudemans:
Die Crista (Taf.XIII, Fig.35) ziemlich kurz, deutlich, mit runder
vorderen Areola, welche wie eine Kugel über das Epistom hervor-
ragt und etwa sechs Borsten trägt, welche nicht in der Areola,
sondern auf deren Rande eingepflanzt sind. Die hintere Areola
rautenförmig, fast viereckig, mit hinterer Fortsetzung, welche so
lang ist, als die innere Länge der hinteren Areola. Das Schildchen
ist vorn nicht in eine Nase ausgezogen, sondern kugelförmig hervor-
ragend, etwas weiter als die vordere Areola, nach hinten gleich-
breit bleibend, bei der hinteren Areola nur wenig breiter und dann
nach hinten fast spitz. Seine Oberfläche ist fein punktiert-porös,
auch die der vorderen Areola; es trägt außerdem etwa neun oder
zehn Paare symmetrisch gestellten Borsten, wovon das vorderste
Paar das größte und nach außen gerichtet ist. Die Augen
sind deutlich, halbkugelförmig hervorragend; ihre Zentra sind von-
einander soweit, wie die volle Länge des Schildchens entfernt.
Jede Areola hat ihre zwei kleinen runden napfförmigen Pseudo-
stigmata in der Mitte; sie sind um ihre eigene Breite voneinander
entfernt. Ihre Organe sind 105 u lange Borsten (Taf. XIII, Fig. 36).
Bauchseite (Taf. XIII, Fig. 37) wie die Rückenseite be-
schaffen. Coxae I und IV sind proximal spitz, Coxae II und III
proximal abgerundet. Die Genitalöffnung (Taf. XIII, Fig. 40)
ist eine 260 u lange, 100 u breite Spalte von zwei Klappen ge-
schlossen; diese tragen je zwei Längsreihen von je 14 Härchen;
die beiden inneren Reihen sind nach innen, also über die Spalte
gerichtet, die beiden äußeren nach außen gerichtet. Der Anus
(Taf. XIII, Fig. 39) ist um seine eigene Länge ungefähr von der
Vulva entfernt und von vier Paaren kleiner Börstchen umgeben.
Das ,‚Rostrum‘ (Taf. XIII, Fig. 38) ist verhältnismäßig kürzer
als beider Nymphe, denn es ist nur anderthalbmal länger als hinten
breit, sonst wie bei derNymphe. Von den Palpen (Taf.XIII, Fig.32,
38) kannnocherwähnt werden, daßder Tarsus verhältnismäßiggrößer
ist als bei der Nymphe, mit seiner Spitze die Krallenspitze erreicht
und mit etwa 24 strahlend gerichteten Haaren oder Borsten ver- '
sehen ist. Die Rostral-(Maxillarladen-)Spitze (Taf. XIII, Fig. 38) hat
gesägte Ränder (jederseits vier Zähnchen), hält also die Mitte
zwischen einer runden Spitze und einem ‚‚Lophos‘ und trägt dorsal
nur zwei Paar Haare, wovon das vorderste ‚‚gefiedert‘“ ist.
Das Epistom ist nackt und läßt die beiden Peritremata
sehen, welche wieder anders geformt sind als bei den vorhergehen-
den Spezies. Sie bilden (Taf. XIII, Fig. 38) zusammen eine Figur wie
eine „Zuckerzange‘‘ oder ein Forzeps. Der zangenförmige Teil ist
von starken Chitinrändern umgeben und quer gekammert. Eigent-
liche Stigmata sah ich nicht. Auch habe ich nicht die Peritre-
mata nach hinten verfolgt.
Beine verhältnismäßig dünn (Taf.XIII, Fig.28,29,31) und, wie
schon oben (S. 101) erwähnt, alle viel kürzer als der Körper, ziemlich
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 9
dicht behaart, wasaberder Glashelle der Haare wegen, nicht besonders
auffällt. Alle Tarsen kurz; Tarsen I kaum zweimal länger als breit.
Habitat. Belaustium quisquiliarum Herm. kommt vor im
Anspülicht, in feuchten Wiesen, in Maulwurfsnestern. Patria:
Straßburg, Regensburg, Königsberg i. Pr., Sittard, also wahr-
scheinlich wohl ganz Europa. Inventores: Hermann, C. L.
Koch, Dr. M. Sellnick, Heselhaus. Tempus: wohl per
annum.
Genus Leptus Latreille.
(Hierzu keine Figur.)
1795. Leptus Latr. Pr&c. Car. Generiq. Ins., p. 177. — Typus
Acarus phalangii de Geer.
1885. Rhyncholophus Berl. Note rel. agl. Ac. Myr. Scorp.
Ital., fasc. 2, p. 11. — Typus Trombidium trimaculatum Herm.
(non Rhyncholophus Duges 1834.
1891. Achorolophus Berl. Ac. Myr. Scorp. Ital., fasc. 59,
Nr. 1. — Typus Rhyncholophus nemorum C. L. Koch.
1893. Abrolophus Berl. Ordo Prcstigm. p. 80, 82, 86, 87.
— Typus Rhyncholophus nemorum C. L. Koch (non Abrolophus
Berl. 1891).
1913. Achorolophus Oudms. in Ent.-Ber., vol. 4, Nr. 73, p. 14.
— Verbesserte Diagnose.
Bemerkungen. Latreille schlug im Jahre 1795 ein Genus
Leptus vor mit Acarus phalangii de Geer als Typus. Die Diagnose
lautet: ‚‚Antennules coniques, de quatre articles: celui de la base
tres-gros. Un tube obtus, presque conique, avance.‘
„C. H.!) Corps mou, ovalaire ou globuleux. Organes de la
nutrition formant une espece de tete. Couleur rouge.‘
Nachdem von Evans und Bruyant nachgewiesen ist, daß
diese Leptus Phalangii die Larve sei der Rhyncholophus nemorum
C. L. Koch oder einer der verwandten Spezies, müssen wir das
Genus Achorolophus Berlese auch für synonym erklären mit
Leptus Latreille.
Verbesserte Diagnose: Beine gewöhnlich; kein?) läng-
liches Rückenschildchen; nur die gewöhnliche Crista ist vorhanden;
diese erreicht mit ihrer vorderen Areola nicht den vorderen Kör-
perrand, ragt dort also nicht als ein Knoten, Kugel oder Nase
über den Rand vor in die Luft; jederseits nur ein Auge; die
Linie, welche die Augen verbindet, verläuft vor der Mitte der
Crista; die Haare sind dick, stabförmig, schwer behaart oder etwas
abgeplattet, mit vier Reihen stumpfer Stacheln, ähneln daher
wohl Federn. Immer befindet sich auf dem Rücken ein Radiations-
punkt der Behaarung.
!) Dies bedeutet Caracteres Habituels. O.
?) Siehe aber Leptus vertex Kram. $. 112 u. 116. ©.
10, Heft
10 Dr. A. ©. Oudemans:
Die Arten sind nicht leicht zu unterscheiden, und da die Larven
einander vollkommen ähneln, so sprach ich vor kurzem die Meinung
aus (Ent. Ber., vol. 3, Nr. 65, p. 248, 249, 1. Mai 1912), daß alle
in Europa bekannten Arten nur Varietäten einer Art seien. Das
Maulwurfsnestmaterial des Herrn Pater F. Heselhaus, S. J. aber
war für mich ein erneuerter Ansporn, diese Arten zum Gegenstand
meines Studiums zu machen; ich gebe hier die Resultate wieder.
Leptus molochinus €. L. Koch.
(Taf. XV, Fig. 12—24.)
1837, Sept. 1. Rhyncholophus molochinus C. L. Koch Deu.
Crust. Myr. Ara. 16, 18.
1913, Sept. 1. Achorolophus molochinus Oudms. in Ent.-Ber.,
vol. 4, Nr. 73, p. 14. Diagnose.
Unter dem Nestmaterial des Herrn F. Heselhaus befand
sich eine „Rhyncholophus‘‘, welche ich nach Vergleichung mit
Kochs Abbildungen ohne Mühe als Rhyncholophus molochinus
determinierte. Nur die Farbe war düsterer, nicht ‚‚blutrot‘“, wie
Koch mitteilt. Im übrigen stimmt alles.
Nachdem ich aber meine Abbildungen fertig hatte, bemerkte
ich, daß es keine Belaustium war, wie ich anfänglich meinte,
sondern eine Leptus-Art (vergleiche meine Diagnosen von Belau-
stium, S. 95 und Leptus, S. 103).
Nympha (oder Adultus ?, mehr Material ist nötig, dies zu ent-
scheiden). Länge 687 u, Breite an den Schultern 475 u. Länge der
Beine (ohne Coxae) 650 resp. 425, 425 und 700 u. Gestalt (Fig. 12)
trombidiumartig, d. h. an den Schultern am breitesten und ab-
gerundet, davor dreieckig, dahinter ein wenig eingedrückt, hinten
abgerundet. Beine ziemlich schlank; die Vorderbeine kaum so lang
als, die Hinterbeine kaum etwas länger als der Körper. Farbe
der Haut ockergelb, der Haare rotbraun; Gesamtfarbe etwas
schmutzig braunrot; jederseits vier ovale lichtere (durchscheinende)
Fleckchen, welche aber mehr den lateralen Rändern genähert sind
als auf Kochs Abbildung. Die Beine an den ersten drei Gliedern
braun, an den letzten drei mehr braunrot.
Rückenseite. Die Crista (Fig. 13) ist ungefähr ein Drittel
der Länge des Körpers; ihre vordere Areola ist fast rund, etwas
nach hinten ausgezogen; auf ihrem Vorderrande stehen vier Haare;
die Cristaleiste ist gleich hinter der vorderen Areola zweimal dicker
als gleich vor der hinteren Areola; die Abnahme der Dicke findet
ungefähr in der Mitte statt. Die hintere Areola ist abgerundet-
rautenförmig, etwas weniger breit als die vordere; hinter ihr setzt
sich die Crista noch eine kleine Strecke (nicht länger als die hintere
Areola) undeutlich fort. — Die Pseudostigmata (Fig. 15) sind
klein rund, mit drei konzentrischen Kreisen; ihre Organe borsten-
förmig, steif, dünn, in der distalen Hälfte allseitig fein, spärlich,
abstehend, kurz behaart. Die vorderen Pseudostigmata stehen
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. al
etwas mehr als ihr eigener Durchmesser beträgt, voneinander; die
hinteren eher etwas minder. Die vorderen pseudostigmatischen
Organe sind kürzer (50 u) als die hinteren (80 u). Die Augen sind
groß, stehen um die volle Länge der Crista voneinander ab; die
Linie, die sie verbindet, geht vor der Mitte der Crista vorbei;
ihre Cornea wölbt sich halbkugelförmig über die Haut hervor.
Gerade hinter der Crista befindet sich der Radiationspunkt in
einer tiefen Grube, worin sich das Hinterende der Crista versteckt,
also fällt er auf ein Drittel der Körperlänge. Die Haare sind
nicht dicht gesäet, stabförmig, dick, selbst dicht behaart, rotbraun.
Fig. 14 ist eins der Haare der vorderen Areola, und Fig. 16 eins vom
Hinterrande des Körpers. Erstere sind etwa 45, letztere 35 u lang.
Bauchseite (Fig.24). Coxae I und IV sind proximal spitz,
Coxae II und III dagegen abgerundet. Der Länge nach ordnen
sich die Coxae wie folgt: III, I, II, IV. Coxae Il sind die breitesten,
Coxae IV die schmälsten. Nur Coxae I ragen für ein Drittel ihrer
Länge überden Körperrand hinaus. Die Genitalöffnungist ellip-
tisch, klein, zwischen den distalen Hälften der Coxae IV gelegen.
Ich glaube aus den Dimensionen ableiten zu müssen, daß wir eine
Nymphe vor uns haben, kann mich aber irren. Der Anus ist klein
und um seine eigene Länge von der Genitalöffnung entfernt. Die
Behaarung ist wie die der Rückenseite.
Epistom (Fig. 17) kurz, breit, endet mit einem nach vorn ge-
richteten Bogen hinter drei Paaren glatter Borsten, welche die
Schnauze zieren. Peritremata 235 u lang, vollkommen aneinander-
schließend, über die ganze Länge gleichbreit, in ihren vorderen zwei
Fünftel schief gekammert, in ihren hinteren drei Fünftel quer-
gestreift. In dem erstgenannten Teile müßten sich die schlitzför-
migen Stigmata befinden; ich fand sie aber nicht; waren sie
geschlossen, oder sind sie wirklich abwesend? Mandibeln ein-
fach stilettförmig, 385 u lang, ohne Sägezähnchen am distalen Ende.
Maxillen. Wie schon erwähnt, sind diese vorn und oben mit
drei glatten „Schnauzenhärchen‘ versehen. An der ventralen Seite
(Fig. 21) tragen sie zwischen den Palpen vier Paare von kurzen
behaarten Haaren, dann, nach vorn, ein Paar lange, dünne, ge-
fiederte und an der Schnauze sieben Paare kürzere glatte. Ganz
vorn ein langgestreiftes Häutchen; man kann sich dieses als einen
rudimentären Lophos vorstellen. Die Palpen (Fig. 18, 19) sind
nur spärlich mit gefiederten oder behaarten Börstchen bekleidet;
die Kralle ist kurz, nur wenig gebogen; der Tarsus (Fig. 20) ist
nur anderthalbmal so lang wie breit, zylindrisch, distal kugelig
abgerundet, bleibt hinter der Krallenspitze, geht also nicht darüber
hinaus und ist mit kurzen, dicken, spitzen, also fast dornförmigen
Börstchen besetzt, welche selbst wieder ‚‚gefiedert‘‘ sind, und zwar
sind die Bärtchen der proximalen Börstchen deutlicher. Beine I
(Fig. 12) kaum so lang wie, Beine IV kaum länger als der Körper.
Die Behaarung ist dieselbe wie die des Körpers, ist distad am
10. Heft
12 Dr. A. C. Oudemans:
dichtesten und längsten; fast jedes Glied hat sein Tasthärchen;
Tibia I sogar vier und Tibia IV zwei.
Habitat: In Feldern unter lockeren Erdschollen, in Maul-
wurfsnestern. Patria: Regensburg, Sittard. Tempus: April.
Inventores: C.L. Koch, Heselhaus.
Leptus rubricatus C. L. Koch.
(Taf. XIII, Fig. 41—46; Taf. XIV, Fig. 1—8.)
1837, Sept. 1. Rhyncholophus rubricatus C. L. Koch, Deu.
Crust. Myr. Aca. 16, 13.
1913, Sept. 1. Achorolophus rubricatus Oudms. in Ent.-Ber.,
vol. 4,Nr.-73,'p. 15: k
Schon Koch sah die Übereinstimmung mit Zrimaculatus. Ich
setze diese Art auch zwischen molochinus und trimaculatus, weil
diese drei in ihren Dimensionen aufeinander folgen und ihren
Radiationspunkt gleich hinter der Crista haben.
Nympha. Länge ohne Rostrum 825 u, Breite an den Schul-
tern 550 u, Länge der ganzen Crista 328 u, Abstand zwischen den
Augenzentren 260 u. Länge der Beine 1000 resp. 600, 650 und
9504. Gestalt (Taf. XIII, Fig.41) wie die des Zrimaculatus, trom-
bidiumartig, hinter den Schultern nur wenig eingedrückt. Farbe
ockerbraun mit schwarzbraunen Haaren; die Haare aber auf den
Scapulae und einem Mittelfleck hinten sind rot; ein roter Anflug auf
Crista und Umgebung und an den hinteren Seiten. Augen blutrot.
Rückenseite (Taf. XIII, Fig. 41). Die lange Crista erreicht
hinten fast denMittelpunkt desKörpers. Die vordereAreola(Taf. XIII,
Fig. 42) ist fast kreisrund, nur hinten etwas ausgezogen; die Leiste ist
überall gleichdick;; die hintere Areola ist ebenfalls fast kreisrund, nur
vorn etwas ausgezogen; hinter dieser setzt sich die Crista nur fast ihre
eigene Dicke lang fort. Auf dem Vorderrande der vorderen Areola
vier dicke behaarte, 50 lange Haare(Taf.XIIl, Fig.43). Die vorderen
Pseudostigmata sind liegende kleine Ellipsen, um ihre eigene
halbe Breite voneinander entfernt; die hinteren klein und rund, um,
ihren eigenen halben Durchmesser voneinander entfernt. Die
pseudostigmatischen Organe sind lang und schlaff, borstenförmig
und dabei ziemlich lang gefiedert. Der Radiationspunkt liegt
in einer Grube unmittelbar hinter der Crista, so daß selbst deren
Hinterspitze darin versteckt ist. Die Haare zur Seite der Crista
sind etwa 28y.lang und dünner (Taf.XIIl, Fig.44) ; die der Schultern
35 u lang und dicker (Taf. XIII. Fig. 45) ; die des Hinterrandes (Taf.
XIII, Fig. 46) 40 w lang und dünner, alle dicht, allseitig, schwarz be-
haart. Wie schon erwähnt, sind die Scapular- und Sacralhaare rot.
Augen groß, halbkugelig hervorwölbend; ihre Zentra sind nicht so-
weit voneinander entfernt als die Pseudostigmenpaare.
Bauchseite (Taf.XIV, Fig.3). CoxaeIundIV ragen ungefähr
ein Drittel ihrer Länge über den Körperrand hinaus und sind proximal
spitz; CoxaellundIlIdagegen abgerundet. Nach der Längegeordnet:
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 13
III, II, I, IV. Alle sind nur entlang der vorderen und äußeren Kante
mit nur wenigen Borsten besetzt. Coxae I und IV sind nach vorn
resp. nach hinten gerichtet einander fast parallel. Genitalspalte
kurz, kaum geöffnet, ungefähr zwischen den Mitten der Coxae IV.
Der Anus fast kreisrund, unmittelbar hinter der Genitalspalte,
sie aber nicht berührend.
Epistom (Taf. XIV. Fig.1) kurz, breit, vorn beiderseits schief
abgeschnitten; die Peritremata einander dicht genähert, in den
vorderen sichtbaren Teilen aber sich nicht berührend, dort
deutlich zweireihig gekammert. Ein schlitzförmiges Stigma
konnte ich nicht wahrnehmen (war es geschlossen oder gibt es
keins?). Mandibeln stilettförmig, ohne distale Sägezähnchen.
Maxillen dorsal, vor dem Epistom mit drei Paar Borsten,
wovon die hinteren zwei etwas gefiedert sind. Ventral, (Taf. XIV.
Fig. 4), zwischen den Palpen und in der hinteren Hälfte des
Rostrums mit sieben Paar stark behaarten Borsten, in ihrer
distalen Hälfte mit drei Paar kaum gefiederten und sechs Paar
glatten Borsten. Dorsal und distal (Taf. XIV. Fig. 1) mit zwei
längsgestreiften Häutchen, welche, wenn geschlitzt, einen Lophos
bilden würden. Palpen (Taf. XIV. Fig. 1 und 4) spärlich von
gefiederten Borsten besetzt. Kralle kurz, nur wenig gebogen;
Tarsus (Taf. XIV. Fig. 2) wenigstens zweimal länger als breit,
zylindrisch, distal abgerundet, proximal mit gefiederten, kurzen
Borsten, distal mit kürzeren, winzig-gezähnten Dörnchen besetzt.
Beine I und IV länger als der Körper, mit denselben Borsten
oder Haaren wie die Palpen besetzt; alle Glieder distal mit seit-
lichen längeren Haaren. Tarsi I so lang als Tibia I, die übrigen
Tarsi viel kürzer; alle Tarsi angeschwollen.
Habitat: Auf feuchten Grasplätzen, in Maulwurfsnestern.
Patria: Regensburg, Sittard. Tempus: April. Inventores:
C. L. Koch, F. Heselhaus.
Leptus trimaeulatus Herm.
(Hierzu keine Figuren.)
Die Art ist, wenigstens in Europa, doch sehr wahrscheinlich
auch in Nord-Amerika so allgemein bekannt, daß Figuren nicht
unbedingt nötig sind.
Adulti. Rückenseite. Die Crista ist zwar lang, aber nicht
so, daß ihr Hinterende ungefähr in die Mitte des Rückens kommt.
Die vordere Areola ist länglich, mit sieben dicken behaarten
Borsten, wovon die drei mittleren in der Areola selbst, die vier
anderen auf deren Rande stehen. Die Leiste ist sehr schmal und
gleichdick. Die hintere Areola ist mehr abgerundet dreieckig zu
nennen, mit einer Ecke nach vorn. Die Crista setzt sich nicht
hinter der hinteren Areola fort. Die Pseudostigmata sind
klein, rund; die vorderen sind mehr, die hinteren weniger als ihr
eigener Durchmesser voneinander entfernt. Ihre Organe sind
10, Heft
14 Dr. A. ©. Oudemans:
äußerst dünn, haarförmig und sehr kurz gefiedert. Die Augen
sind groß, blutrot, bei dem ? soweit als, beim & weniger weit als
die Länge der Crista voneinander entfernt. Unmittelbar hinter
der hinteren Areola liegt der Radiationspunkt der dicken, fast
kolbenförmigen, stark behaarten, dicht gesäeten Haare. Diese
sind in der vorderen Areola 60, am Hinterleibsrande nur 25 wu. lang.
Die Flecken, nach denen die Art genannt ist, sind meistens
drei in der Zahl und zwar zwei skapulare und eine sakrale; rund,
aber auch dreieckig; bisweilen aber auch in zwei oder drei kleinere
aufgelöst. Auch rund um die Augen können Flecken auftreten.
Bekanntlich rühren die Flecken daher, daß die Haare dort kein
schwarzes Pigment besitzen, selbst weiß erscheinen oder gelblich.
Ohne Flecken sah ich kein Individuum. Aber die Grundfarbe,
welche rot ist, kann ganz schwarz sein; bei solchen Individuen
kommen Flecken nicht vor, sie sind ganz schwarz: Varietät niger
Oudemans. Oder ist diese wieder eine andere Spezies?
Bauchseite. Die Coxae I sind wohl die kürzesten; dann
folgen III, II und IV. Diese sind aber dreimal länger als distal
breit; proximal zugespitzt, intern nicht gut begrenzt, dort von
behaarter weicher Haut überwachsen. Die distalen Enden von
Coxae I und IV ragen ein wenig über den Körperrand hinaus.
Alle Coxen sind weißbehaart. Aber auch die Haut zwischen den
Coxenpaaren I und II, oder die Haut zwischen den Coxae II
und III jederseits, trägt weiße Haare. Oder alle diese drei Flecken
kommen kombiniert vor. Die Genitalspalte ist beim $ ver-
hältnismäßig kürzer als beim 9, durch zwei längliche schmale
Klappen geschlossen, welche je mit zwei Längsreihen von vielen
kurzen Börstchen besetzt sind. Der Anus ist rund, klein und die
Hälfte seines Durchmessers von der Vulva entfernt.
Die Peritremata wie bei den zwei vorhergehenden Spezies,
nebeneinander, gerade, einander nicht berührend, beim & gleich-
dick und vorn abgerundet, beim @ vorn etwas verdickt und zu-
gespitzt. Die Mandibelspitzen ohne Sägezähnchen. Die Ma-
xillen dorsal beim & mit nur zwei, beim 9 mit sieben Paar glatten
Borsten. Die Palpen nicht dicht behaart. Die Palpkralle kaum
zweimal länger als breit, mehr kolbenförmig, in der distalen Hälfte
mehr mit behaarten Borsten besetzt, an der Krallenspitze nicht
oder kaum vorbeiragend.
Die Beine I und IV länger als der Körper. Die Trochanteres,
die Hälfte der Tibiae und die Tarsi sind alle lichter gefärbt als
die übrigen Beinglieder. Der Tarsus I ist eiförmig, in der proxi-
malen Hälfte dicker als die übrigen Beinglieder, die anderen Tarsi
dagegen schmäler. Die Tarsi I sind fast so lang als die Tibiae I,
die übrigen Tarsi aber kürzer als ihre Tibiae. Die Beine IV sind
auffallend dicker als die übrigen schlanken Beine, offenbar Spring-
oder Klammerbeine.
Oudemans Tafel XV.
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Archiv für Naturgeschichte, 79. Jahrg. 1913, Abt. A. | Oudemans Tafel XV.
Lichtdruck von Albert Frisch, Berlin W,
Oudemans, Acarologisches aus Maulwurfsnestern.
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Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 15
Leptus ochroniger nov. Sp.
(Taf. XV, Fig. 25—38.)
1913, Sept. 1. Achorolophus opilionis ‚„Nympha‘ Oudemans
in Ent.-Ber., vol. 4, Nr. 73, p. 16, Diagnose.
Diese Form habe ich anfänglich für die Nympha der ‚nemo-
rum“ Koch angesehen. Ich glaube aber, daß ich sie von ‚nemorum‘“
scheiden muß, und zwar, weil die Unterschiede zu groß sind.
Nympha (Fig. 33). Länge 1325 u, Breite an den Schultern
925 u, Länge der Crista 450 u, Abstand der zwei Augenzentren
320 u. Länge der Beine 1375 resp. 1000, 1000 und 1500 u. Ge-
stalt gedrungen, vorn, an den Schultern, hinter diesen, und hinten
kissenartig hervorgewölbt. Farbe dunkelockergelb mit schwarzen
Haaren; die Körperränder (scheinbar) schwärzer; der Rüssel, die
Palpen, die Coxae I, die Trochanteres, die Basifemora III und IV,
die distalen Hälften der Tibiae und die Tarsi mehr ockergelb; an
der Bauchseite die Coxae, die Genital- und Analhöfe, der Raum
zwischen den Coxengruppen I und II und der Rüssel ockergelb.
Rückenseite (Fig. 33) etwas flach, nur in der Mitte eine
Grube, von hier strahlen seichte Vertiefungen nach den sechs
Randkerben. Crista (Fig. 25) ziemlich schmal, gleichbreit; vordere
Areola etwas länglich, nach hinten ausgezogen, mit drei
schwarzen, 54 u langen, bestachelten kolbenförmigen Haaren
(Fig. 28). Hintere Areola abgerundet dreieckig, mit einer Ecke
nach vorn; hinter ihr noch eine winzige Verlängerung der Crista.
Die Pseudostigmata klein und rund, nicht um ihren eigenen
Durchmesser voneinander entfernt; die vordere in der Mitte ihrer
Areola, die hintere in dem hinteren Teile ihrer Areola. Die pseudo-
stigmatischen Organe äußerst dünn, haarförmig, schlaff, in ihrer
distalen Hälfte äußerst fein-spärlich und abstehend gefiedert.
Die Augen blutrot, halbkugelig hervorgewölbt. Der Radia-
tionspunkt liegt im Zentrum der Rückenseite, ungefähr eine
halbe Cristalänge hinter der hinteren Areola. Die Haare im Augen-
Crista-Felde sind kurz keulenförmig, stumpf gestachelt und 44 u
lang (Fig. 29); die des Hinterrückens länger keulenförmig, eben-
falls stumpf gestachelt, 57 u lang (Fig. 30).
Bauchseite (Fig. 26). Nur Coxae IV sind proximal spitz;
sie sind intern auch teilweise von der weichen Bauchhaut über-
deckt. Coxae I, III und IV sind an ihren Vorder- und Distal-
rändern, Coxae II an ihren Hinter- und Distalrändern schwarz
behaart, im übrigen weißbehaart. Der Genitalhof ist klein,
rund, zwischen den distalen Teilen der Coxae IV gelegen. Der
Anus ist um seinen eigenen Durchmesser von der Genitalöffnung
entfernt. Gleich hinter den Coxae II befindet sich ein ventraler
Radiationspunkt; die Haare sind wie die des Rückens, schwarz ;
nur der Hautteil zwischen den beiden Coxengruppen I und II trägt
weiße Haare.
‚10. Heft
16 Dr. A. ©. Oudemans:
Epistom und Peritremata habe ich nicht untersucht, auch
nicht die Mandibeln und die Maxillenladen (Rostrum). Die
Palpen sind nicht dicht behaart, aber auffallend sind die Haare
in Längsreihen geordnet (Fig. 27). Die Kralle ist kurz und ge-
bogen (Fig. 38); hinter ihr eine starke Borste. Der Tarsus
kaum zweimal so lang als breit, zylindrisch, distal abgerundet,
mit kurzen, rauhen Dörnchen versehen; nur proximal ein Paar
gefiederte Börstchen; das proximale Drittel unbehaart. Beine
wie der Körper behaart. Ich habe in Fig. 31 ein Haar des Femurl,
in Fig. 32 ein Haar vom distalen Rande des Trochanters I ab-
gebildet; ersteres ist 50, letzteres 75 u. lang; ersteres ist gewöhnlich
bestachelt, während letzteres mit kurzen Stäbchen und längeren :
Härchen versehen ist.
Habitat: In Maulwurfsnestern. Patria: Hoensbroek.
Tempus: September. Inventor: F. Heselhaus.
Leptus nemorum C. L. Koch.
(Taf. XV, Fig. 39; Taf. XVI, Fig. 1—5.)
Die bis jetzt noch immer seltene, sehr große europäische Art.
Adulti (Taf. XVI, Fig. 3). Länge 2150 u, Breite an den
Schultern 1525 u; Länge der Crista 625 u; Entfernung der Augen-
zentren 425 u. Länge der Beine 2175 resp. 1375, 1375 und 2350 u.
Gestalt bombiert viereckig, vorn, an den Schultern, hinter diesen,
an den Hinterecken und ganz hinten sich kissenartig hervor-
wölbend; Koch bildet sein Exemplar ab mit einer Kerbe in den
Schultern und einer am Hinterrande, so daß sein Ex. drei Kissen
mehr aufweist als das meinige. Ich glaube aber, daß, je mehr ein
Individuum gefüttert oder schwanger ist, desto mehr die Kerben
resp. Kissen verschwinden. Farbe rotbraun, mit länglichem
roten Flecke rings um die Crista; an den Rändern und in den
Tälern tiefer rotbraun; die Beine ockergelb mit braunen Rändern
an allen Gliedern, am wenigsten aber an den Tarsen.
Rückenseite (Taf. XVI, Fig.3). Crista lang; vordere Areola
oval, mit vier nach vorn gerichteten auf ihrem Vorderrande ein-
gepflanzten, 55 ulangen kolbenförmigen, stumpfbestacheltenHaaren.
Leiste gleichbreit. Hintere Areola oval. Pseudostigmata klein
rund, noch nicht um ihren eigenen Durchmesser voneinander ent-
fernt. Die pseudostigmatischen Organe fein, haarförmig, in ihren
distalen zwei Drittel fein, aber spärlich und etwas anliegend ge-
fiedert (Taf. XVI, Fig.4d). Augen groß, blutrot. Radiations-
punkt fast die halbe Cristalänge hinter der hinteren Areola in einer
Grube, von der aus seichte Vertiefungen nach den Randkerben
ausstrahlen. Die Haare sind länglich kolbenförmig und mit sechs
Längsreihen (nur vier sind sichtbar) stumpfer Stacheln versehen,
welche rauchfarbig (aber nicht so schwarz, wie bei der vorigen
Art) sind. Ein Haar neben der Crista (Taf. XVI, Fig. 4a) ist 45 u
lang; ganz hinten (4b) 50 u lang und proximal fein behaart.
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Oudemans, Acarologisches aus Maulwurfsnestern.
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Oudemans Tafel XVI.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern . 17
Bauchseite (Taf. XV, Fig.39). Die Coxae sind ockergelb
und nur spärlich behaart. Übrigens ist die ganze Bauchfläche, also
auch die Gegend hinter dem Gnathosoma und die Genital- und
Analhöfe rotbraun. Die Coxa I, III und IV sind proximal spitz,
die Coxae II dagegen abgerundet. Die Coxae III sind die kleinsten,
die Coxae IV die längsten; ihre Innenkante ist aber von der stark
behaarten weichen Bauchhaut überwölbt. Es gibt zwei Radia-
tionspunkte, und zwar einen zwischen den beiden Coxengruppen
I und II, und einen gleich vor der Genitalöffnung. Die Haare sind
in Feldern geordnet, welche durch schöngeschweifte Haarlinien ge-
schieden sind. Die Genitalspalte ist lang, weiter nach vorn als
bei irgendeiner anderen Art, fast mit ihrem Vorderende zwischen
Coxae III, mit ihrem Hinterende zwischen den distalen Enden
der Coxae IV. Der Anus ist rund und um seinen eigenen Durch-
messer von der Genitalspalte entfernt. Die Haare der Bauch-
fläche sind wie die des Rückens beschaffen.
Epistom (Taf. XVI, Fig. 7) kurz und breit; Rostrum fast
gleichschenkelig dreieckig; Peritremata zwei- bis dreireihig
netzartig gekammert; einander parallel; hinten breiter werdend
und quergekammert; keine Spur von schlitzförmigen Stigmata.
Die Mandibeln habe ich nicht untersucht. Die Maxillen sind
unten außerordentlich filzig behaart, oben mit fünf Paar Borsten
versehen. Ihre Spitze zeigt zwei längsgestreifte Häutchen, keinen
echten Lophos. Die Palpen sind viel stärker behaart als bei
irgendeiner anderen Art (Taf. XVI, Fig. 1); die Kralle kurz; der
Tarsus überragt diese sehr deutlich, ist anderthalbmal so lang als
dick (Taf. XVI, Fig. 5), ziemlich zylindrisch, distal abgerundet,
in seinem proximalen Viertel unbehaart, in den folgenden zwei
Vierteln mit gefiederten Borsten und an seinem Gipfel mit ge-
körnten Dörnchen versehen. Die Tibia ist gänzlich von gefiederten
Borsten bedeckt und besitzt hinter der Kralle eine kräftige glatte
Borste, wie bei der vorhergehenden Art (Taf. XV, Fig. 38).
Beine. Coxae I, III und IV sind bei dorsaler Betrachtung
(Taf. XVI, Fig. 3) schon teilweise sichtbar. Diese, so wie die
drei darauffolgenden Glieder aller Beine enden mit einem Kranze
von langen schwarzen Borsten. Alle Glieder sind weiter mit spindel-
förmigen stark in Reihen behaarten Borsten (Taf. XVI, Fig.4c) be-
kleidet, welche je mehr distal am Beine desto mehr in gefiederte
Borsten übergehen. Tasthaare fand ich nur am Genu I und
Tarsus I (vier dorsale). Bein I ist dicker als II und III; Bein IV
wieder dicker als I, aber nicht so auffallend als bei Zrimaculatus.
Habitat: Obwohl noch nicht in Maulwurfsnestern gefunden,
behandelte ich diese Art doch hier, da sie scheinbar so bekannt,
in Wirklichkeit sehr selten ist, und als ungenügend beschrieben,
eine bessere Beschreibung wohl wert ist. Im Moos, im Grase. —
Patria: Regensburg, Utrecht, Haarlem. — Tempus: August,
September. — Inventores: C. L. Koch und ich.
Archiv für Naturgeschichte -
1913. A. 10. 2 10. Heft
18 Dr. A. C. Oudemans:
Bemerkung. Möglicherweise ist eine der oprlionis-Larven,
von Herrn Heselhaus in Maulwurfsnestern gefunden, eine
nemorum-Larve. Diese Frage bleibt noch offen (siehe unten,
S. 22, 23).
Leptus vertex Kramer.
(Hierzu keine Figur.)
1886. Rhyncholophus vertex Kram. in Arch. Natg., Jahrg. 52,
Bd. 1, p. 263, T. 12, Fig. 23—26.
In die Nähe der L. nemorum C. L. Koch will ich diese mir
noch unbekannte größte Art Europas stellen und zwar, weil sie
Eigenschaften besitzt, welche stark an L. nemorum erinnern.
„Die Länge beträgt bis zu 3 mm. Die Haut ist blaßrot gefärbt
und dicht mit kurzen schwarzen Haarborsten besetzt, welche auf
dem Rücken sämtlich nach einem Scheitelpunkt .... .. der etwas
vor der Mitte gelegen ist, zusammenlaufen.“
Kramer hätte besser gesagt: ‚aus einem Scheitelpunkt aus-
strahlen‘. Er beschreibt die Crista und bildet sie ab liegend in
einem langen schmalen Schilde, wie die Belaustium-Arten
besitzen. Beide Areolae sind sehr langgestreckt.
„Die Gestalt des Rumpfes ist abgerundet vierseitig und mäßig
gewölbt.‘“
Kramer bildet den Rumpf ab mit welligen Seitenrändern,
so daß ich jederseits vier (obwohl wenig erhabene) kissenförmige
Hervorwölbungen zähle. Der Hinterrand zeigt dagegen eine Ein-
buchtung oder seichte Kerbe, wie Koch bei nemorum angibt.
Die Beine ‚sind ....... ebenfalls dicht mit schwärzlichen be-
borsteten Haaren (23a) besetzt.“
Kramers Figur 23a zeigt uns eine distad dicker werdende,
stabförmige, selbst von nur wenigen haarfeinen Härchen besetzte
Borste, wie ich sie noch nie bei Erythraeidae wahrgenommen habe.
Seine Abbildung des Palpen kann für alle Zeptus-Arten gelten.
Jedenfalls charakteristisch für seine Art sind: die enorme
Größe von bis 3 mm, der Radiationspunkt, der die volle.
Crista-Länge hinter der hinteren Areola und doch noch vor
der Körpermitte liegt; die außerordentlich dichte Behaarung,
welche an die von nemorum, aber auch von sigthori erinnert.
„Die Endglieder sämtlicher Füße sind aufgeblasen, vor-
nehmlich die des ersten Fußpaares. Außer den kürzeren dicht an-
liegenden gewöhnlichen Borsten bemerkt man an den Gliedern
noch ... . . bedeutend längere, glatte, ganz abstehende Borsten ...
So stehen zum Beispiel am vorderen oberen Rande des Endgliedes
des zweiten Fußpaares zwei sehr ansehnliche Borsten dieser Art
und fallen gegen die umgebende Behaarung sofort auf.‘
Wenn ich nun mitteile, daß zwei solche Tasthaare an allen
Tarsen von allen Erythraeidae vorkommen, dann müssen es wirk-
lich ‚‚ansehnliche‘‘ gewesen sein, wenn Kramer davon Meldung
macht!
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 19
Sonderbar bleibt mir noch das längliche Rückenschild; aber
ich glaube, daß Kramer sich hierin nicht geirrt haben kann.
Leptus berlesei nov. nom.
(Taf. XVI, Fig. 6—15.)
1887. Rhyncholophus nemorum var. vertex Berlese Acar. Myr.
Scorp. Ital., vol. 4, fasc. 40, Nr. 3 (non vertex Kramer!).
1913. Achorolophus vertex Oudemans in Ent.-Ber., vol. 4,
Nr. 73, p. 16 (non vertex Kramer!).
Als ich diese Art abbildete (August 1913), vertraute ich noch
zuviel auf Berleses Meinung, daß die von ihm abgebildete Art
mit der Kramers identisch sei. Und so gab ich noch im September
eine verbesserte Diagnose in den Entomologischen Berichten.
Glücklich habe ich heute, 16. November, noch bei Zeiten meinen
Fehler entdeckt, durch einen unbewußten Impuls, Kramers Be-
schreibung zu vergleichen! Man sehe hier oben das Resultat
dieses Tentamens!
Ich glaube sicher, daß meine Art, obwohl ockergelb (Spiritus-
Exemplar!), dieselbe ist wie die von Berlese, obgleich dieser die
Farbe des erwachsenen, 2 mm großen Individuums ‚‚subrufus‘‘ und
„rubescens‘‘ nennt, und die Haare ‚‚fuliginei‘““. Man braucht nur
meine Figur (Fig. 6) mit der von Berlese zu vergleichen, um
ebenfalls davon überzeugt zu sein.
Nympha. (Fig 6.) Länge 600 u, Breite an den Schul-
tern 425 u; Länge der Crista 240 u; Entfernung der Augenzentren
170 u. Länge der Beine 750 resp. 475, 525 und 825 u. Gestalt
mit parallelen Seiten, daher etwas viereckig, aber mit kreisrundem
Hinterrande; vor den Schultern noch ein Paar weniger breite Schul-
tern, welche durch eine Haube von Haaren breiter erscheinen als
sie sind; nach vorn nur wenig dreieckig. Vorder- und Hinterbeine
länger als der Körper. Farbe ockergelb, mit schwarzen Haaren,
und eine wohl von den Eingeweiden herrührende Y-förmige schwarze
Figur. Rostrum und Palpen ockergelb.
Rückenseite. Crista lang (Fig. 8), vordere Areola fast
rund, nur hinten etwas ausgezogen, auf ihrem Vorderrande
vier behaarte stabförmige Haare (Fig. 10a); Leiste gleichbreit;
hintere Areola abgerundet rautenförmig; hinter ihr eine kurze
Fortsetzung der Crista, nicht länger als die inwendige Breite der
hinteren Areola. Die Pseudostigmata sind kleine liegende
Ellipsen, welche um ihre eigene kleine Achse voneinander entfernt
sind. Die pseudostigmatischen Organe sind ziemlich langbehaarte,
vornschlaffe, hinten steifeBorsten. Merkwürdigerweise sind die vor-
deren länger als diehinteren. Augen groß; ihreZentren soweit von-
einander, als die Pseudostigmenpaare. Der Radiationspunkt
(Fig. 6) liegt zwei Drittel der Cristalänge hinter ihr, und dadurch
hinterdemZentrum desRückens, waseinen sonderbarenEffektergibt;
es scheint als wäre das Tierchen in verkehrter Richtung gekämmt.
2# 10. Heft
20 Dr. A. C. Oudemans:
Außerdem sind auch die Haare hinter diesem Punkte größtenteils
nach vorn gerichtet und erhebt sich auf jeder vorderen Schulter
eine Art Haube, was einen komischen Effekt hervorruft. Die
Haare sind am Rande der vorderen Areola (Fig. 10a) 34 wu lang,
angeschwollen stabförmig und allseitig dicht schwarz behaart.
Die Haare in der Augen-Crista-Gegend 35 u lang, kolbenförmig,
gestachelt (Fig. 10b); nach hinten werden sie kürzer und dabei
platter, so daß sie beim hinteren Körperrande (Fig. 10c) 22 u
lang, etwas federförmig sind, platt mit vier Reihen von Sägezähnen.
Jederseits von dem schwarzen Y sieht man im Hinterrücken drei
hellere Flecke.
Bauchseite (Fig.12). Coxae I und IV sind proximal spitz,
Coxae II und III dagegen gerundet. Nur Coxae I überragen den
Körperrand ein wenig. Coxae IV sind wohl zweimal länger als
Coxae III. Die Coxae tragen je vier bis zehn derselben Borsten
wie die Bauchseite. Die Genitalspalte ist klein, zwischen den
distalen Hälften der Coxae IV gelegen. Der Anus ist um seine
eigene Länge von der Genitalspalte entfernt. Die ganze Bauch-
fläche ist ebenso behaart wie der Rücken.
Das Epistom ist, wie es mir scheint, schmal (Fig. 7),
länglich dreieckig; seine Ränder, mit den Maxillen verwachsen,
sind noch schwach wahrzunehmen. Die Peritremata, wie bei
allen mir jetzt bekannten Letus-Arten, einander parallel,
aneinander gelagert. Der vordere Teil, vor dem Vertex sichtbar,
ist zweireihig gekammert. Ein schlitzförmiges Stigma war nicht
zu konstatieren. Die Mandibeln habe ich nicht studiert. Die
Maxillen tragen dorsal (Fig. 6) vier Paare von kaum gefiederten
Borsten, ventral (Fig. 13) sind sie ziemlich stark behaart, ungefähr
wie bei L. rubricatus. Die Palpen (Fig. 9,11) sind spärlich behaart,
am besten noch an ihrer Dorsalseite. Die Kralle ist kurz und wenig
gebogen. Der Tarsus (Fig. 14) noch nicht zweimal länger als breit,
zylindrisch, distal abgerundet, nur in seinen distalen zwei Dritteln
spärlich behaart. Man sieht an der Außenseite z. B. nur vier prox-,
imale kurze gefiederte Börstchen und an der Spitze fünf feinge-
stachelte Dörnchen. |
Beine (Fig.6) alleschlank; fast alle Glieder mit einem oder zwei
Tasthärchen; und wie der Körper dicht schwarz behaart (Fig. 10d).
Habitat. Faulende Blätter, Moos, Maulwurfsnester. Patria:
Italien, Süd-Niederlande, also sehr wahrscheinlich auch Belgien
und Frankreich. Tempus: April. Inventores: Berlese und
F. Heselhaus.
Leptus sigthori Oudms.
(Taf. XVI, Fig. 20—26.)
1913. Achorolophus sigthori Oudms. in Ent.-Ber., vol. 4,
Nr. 73, p. 17 (1. Sept.). Diagnose.
Adultus (Fig. 23). Länge 1800 u. Breite auf Schulterhöhe
1250 u; Länge der Crista 553 u; Abstand zwischen den Augen-
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 91
zentren 560 u. Länge der Beine (ohne Coxae) 1775 resp. 1100,
1175 und 1875 u. Gestalt sehr breit oval, mit der breiten ‚Spitze‘
nach hinten, keine Spur von Schultern. Beine schlank, Tarsen
nicht oder kaum aufgeblasen. Farbe ockerbraun.
Rückenseite: Die Crista (Fig. 26) ist verhältnismäßig
kurz, zwei Siebentel der Körperlänge; vordere Areola länglich-
oval, hintere Areola abgerundet rautenförmig, Leiste sehr schmal;
hinter der hinteren Areola keine Verlängerung der Crista; neben
der Leiste, ganz vorn, rechts, sah ich eine Spur eines „Schildes“
(in der Figur durch Tüpfelung wiedergegeben). Pseudostig-
mata klein, rund, nicht um ihren halben Durchmesser voneinander
entfernt, auffallenderweise im hinteren Teile der beiden Areolae
gelegen. Ihre Organe haardünn und in der distalen Hälfte abstehend
äußerst fein gefiedert, die vorderen steif und äußerst dünn, die
hinteren schlaff und dicker. Augen verhältnismäßig klein, um die
volle Länge der Crista voneinander entfernt, rötlich, wenig hervor-
gewölbt. Radiationspunkt (Fig. 23) anderthalbmal die Crista-
länge hinter der hinteren Areola, fast um drei Viertel der Cristalänge
hinter der Mitte des Körpers, und noch keine Cristalänge vom
Hinterrande entfernt, aber da die Haare sehr kurz sind, so fällt
diese sonderbare Stellung nicht so auf, wie bei berlesei. Die Haare
sind wie bei nemorum beschaffen; die der vorderen Areola (Fig.
20a) sind, fünf in der Zahl, stabförmig, dick, dicht schwarz be-
stachelt, ein kleiner proximaler Teil nackt und 47 u lang; neben
der Crista (Fig. 20b) dick-kolbenförmig, sechsreihig bestachelt
(sichtbar sind nur vier Reihen), 30 u lang; die des Rückens werden
nach hinten stets kleiner, bis sie beim Hinterrande (Fig. 20c)
22 u lang sind.
Bauchseite (Fig.21). Die Coxae I spitz, die Coxae IV wahr-
scheinlich auch, aber diese sind fast ganz von behaarter weicherHaut,
wie von einem Fettpolster bedeckt. Radiationspunkt eine
Coxalänge hinter den Coxae II. Behaarung wie die des Rückens,
die Haare aber der Coxae und des Viereckes zwischen den Coxen-
gruppen I und II weiß. Genitalspalte lang, zwischen den ganzen
Coxae IV gelegen; nur ihre Klappenränder mit einer Reihe feiner
mediad gerichteter Härchen versehen. Zwischen dieser Spalte und
dem Anus eine nackte Hautpartie. Anus kreisrund, klein, um
anderthalb seines eigenen Durchmessers von der Genitalspalte ent-
fernt, nicht von besonderen Härchen umgeben.
Epistom lang, wie auch das Rostrum ist. Die Peritremata
gegeneinander gepreßt, im sichtbaren Teile schmal, zweireihig ge-
kammert, ganz bestimmt ohne schlitzförmige Stigmaspalte,
denn die Kammern greifen ineinander (ungefähr wie unsere Finger
bei gefalteten Händen). Nach hinten, im unsichtbaren Teile, nur
bei Präparation wahrzunehmen, werden die Peritremata viermal
dicker (breiter) und quergekammert; ich habe die Tracheenstämme
nicht weiter nach unten verfolgt. Mandibeln stilettförmig, ohne
10. Heft
PD) Dr. A. ©. Oudemans:
distale Sägezähnchen. Maxillen dorsal (Rostralspitze) mit drei
glatten Borsten geziert und in zwei längsgestreifte Häutchen
endend, welche wohl zusammen ein rudimentärer Lophos sind.
Ventral, im hinteren Drittel nackt, im mittleren Drittel mit 14
Paar schwarzbehaarten Borsten, im vorderen Drittel (Schnauzen-
spitze) mit 15 glatten Borstenpaaren. Palpen (Fig.22) am Femur
ziemlich dicht, am Genu spärlich behaart; Tibia fast nackt; Kralle
kurz, dick, fast ungebogen; hinter der Kralle (Fig.24) eine kurze,
dicke Borste; Tarsus (Fig. 24) zweimal länger als breit, zylin-
drisch, distal abgerundet, hier (bei ventraler Betrachtung) mit
ungefähr 25 kurzbedornten, radiär gestellten Stacheln versehen,
hinter welchen neun bis zehn gefiederte Borsten stehen.
Beine (Fig.23)schlank; I am dicksten, II und III am schlank-
sten; alle schwarz behaart (Fig.20d, Haar von Femur I). Die drei
distalen Glieder jedes Beines sind mit einzelnen Tasthaaren ver-
sehen. Tarsen nicht auffallend angeschwollen; Tarsus I so lang
wie Tibia I, Tarsi II, III, IV viel kürzer als ihre Tibiae.
Habitat: Maulwurfsnester. Patria: Sittard.. Tempus:
„Mai bis Juli“. Inventor: F. Heselhaus.
Leptus-Gruppen.
(Hierzu keine Figur.)
Übersehen wir die oben beschriebenen Leptus-Arten, so
bemerken wir schon jetzt, däß das Genus in mehrere Gruppen
zerfällt.
Zu allererst denn eine Gruppe, welche sich dadurch charak-
terisiert, daß der Radiationspunkt unmittelbar hinter der Crista
sich befindet, so daß selbst die hintere Cristaverlängerung in der
kleinen Radiationsgrube versteckt ist. Hierzu molochinus, rubri-
catus, trimaculatus.
Eine zweite Gruppe gibt es, wobei der Radiationspunkt eine
halbe Cristalänge hinter der hinteren Areola liegt und im Zentrum
oder fast im Zentrum der Rückenfläche. Hierzu ochroniger und
NeMmorum. ;
Die dritte Gruppe ist durch ein längliches Rückenschild ge-
kennzeichnet; ihr Radiationspunkt liegt eine volle Cristalänge
hinter der hinteren Areola und doch noch vor der Körpermitte.
Die Krallen I sind viel kleiner als die der anderen Tarsen. Hierzu
vertex.
Zwei Arten bilden vorläufig die vierte Gruppe, welche einen
auffallend nach hinten verschobenen Radiationspunkt aufweist.
Hierzu berlesei und sigthori.
Leptus-Larven.
(Hierzu keine Figur.)
Bekanntlich publizierten Evans (in Proc. Roy. Phys. Soc.
Edinb., vol. 18, p. 100, 23. Mai 1910) und Bruyant (in Zool.
Anz., vol. 37, p. 257, 28. März 1911), unabhängig voneinander,
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 93
daß sie aus einer Leptus Phalangii eine Nymphe züchteten,
welche zu Rhyncholophus nemorum gehörte. Evans bat selbst
Sig Thor, sich von der richtigen Bestimmung zu überzeugen;
Sig Thor nannte die Nymphe ebenfalls nemorum, gab aber zu,
daß nemorum wohl ein Kollektivnamen sein kann. Bruyant be-
stimmte sie ebenfalls als nemorum, fügte aber hinzu, daß es eine
der am allgemeinsten vorkommenden Spezies sei. Wir sahen oben,
daß dies gerade von nemorum nicht gesagt werden kann! Also
müssen die Präparate der Forscher Evans und Bruyant noch-
mals einer tüchtigen Examination unterworfen werden, bevor mit
absoluter Sicherheit festgestellt werden kann, zu welcher der oben
beschriebenen bis jetzt besser bekannten europäischen Arten ihr
Leptus phalangii gehörte. Die Möglichkeit ist nicht ausgeschlossen,
daß beide Herren zwei verschiedene Leptus phalangii züchteten,
daß also dieser Name ebenfalls ein Kollektivname ist.
Ich habe schon in meiner Arbeit: Die bis jetzt bekannten
Larven von Thrombidiidae und Erythraeidae mit besonderer
Berücksichtigung der für den Menschen schädlichen
Arten (in Zool. Jahrb., Suppl. XIV, p. 1—230, 1912) darauf hin-
gewiesen, wie auch die tropischen Leftus-Larven einander
außerordentlich ähnelten. Ich habe Hunderte von ‚‚ignotus‘“-
Larven (= phalangii de Geer = opilionis O. F. Müll.) und ich habe,
l. c., p. 156—158, ebenfalls darauf hingewiesen, wie viele Lokal-
varietäten oder Rassen unter diesen zu unterscheiden waren.
Obgleich ich meine Larven einer eingehenden Untersuchung von
neuem unterwarf, ist es mir bis jetzt noch nicht gelungen, an einem
oder anderem Kennzeichen auch nur annähernd zu erraten, zu wel-
cher der oben genannten Spezies eine Larve gehören könnte. Wir
sind also noch lange nicht fertig. Selbst wenn es jemandem gelingt,
aus einigen Larven eine nemorum- und gleichzeitig eine vertex-
und eine sigthori-Nymphe zu züchten, dann noch bleibt die große
Schwierigkeit, sei es schon an den lebenden Larven, sei es erst an
den von den Nymphen verlassenen Häutchen absolut sichere
Kennzeichen anzugeben!
Viel bessere Resultate sindzuerwarten vondervon Bruyantbei
Trombidium angewendeten Methode. Ein erwachsenes Tierchen wird
in einem gläsernen Behälter mit feuchter Erde isoliert. Legt es
dann Eier, so weiß man mit absoluter Genauigkeit, daß diese Eier
zu jenem Individuum gehören. Das erwachsene Tier wird sofort
studiert; skrupulös werden verschiedene Teile mit Camera lucida
abgebildet und dann erst verglichen mit Standardfiguren. Die
Eier werden sorgfältig notiert, sobald Larven ausgekrochen sind,
wird ein Phalangium, eine Aphide, Elateride usw. dazugesetzt,
denn die Möglichkeit besteht, daß verschiedene Leptus-Larven
verschiedene Wirte anbohren! Nachdem einige Larven etwas ge-
quollen sind, werden diese nach derselben sorgfältigen Methode
studiert, zur Abbildung gebracht und beschrieben.
10. Heft
24 Dr. A. C. Oudemans:
ORIBATIDAE.
Hypochthonius rufulus C. L. Koch.
(Taf. XVI, Fig. 16—19.)
Von dieser Art sind die Nymphae noch nicht beschrieben, noch
auch abgebildet worden. Im Nestmaterial befand sich eine Nympha,
welche schon durch ihre Dimensionen sich als Nympha III ver-
riet, aber durch den Besitz von drei Paar Genitalsaugnäpfen dies
bewies.
Nympha III. Länge 447 u, Breite in der Mitte des Hystero-
soma 238 u. Länge des Proterosoma 151 u, des Hysterosoma
296 uw, des Metapodosoma 155 wu, des Opisthosoma 141 u, des
pseudostigmatischen Organs 116 u, eines Hinterleibshaares 65 u,
der Beine (ohne Coxae, aber mit Kralle) 193 resp. 170, 193 und
216 u. Gestalt etwas oval, das Proterosoma etwas länglich-
dreieckig, das Hysterosoma an den Schultern viereckig, hinten ab-
gerundet. Farbe (des Spiritusexamplares) gelblich, an den Rän-
dern fast orangengelb, so auch die Beine und an der Bauchseite
die Coxalplatten.
Rückenseite (Fig. 16). Das Proterosoma ist ein gleich-
schenkeliges Dreieck mit etwas welligen Seiten und gezähnelter,
abgerundeter Spitze. Das Hysterosoma ist vorn seicht konvex,
hat ungefähr parallele geradlinige Seiten und ist hinten abgerundet,
aber mit Wellenrand. Quer durch das Hysterosoma, fast in seiner
Mitte, läuft die Grenzlinie zwischen Metapodosoma und Opistho-
soma. Die Pseudostigmata sind gebogen glockenförmig, klein
(Fig. 18) und nach hinten und außen gerichtet. Die pseudo-
stigmatischen Organe nach hinten und außen gerichtet, lang, haar-
förmig dünn und mit etwa acht nach vorn und außen gerichteten
Astchen versehen (,‚pectinatus“). Struktur spiegelglatt. Haare
(Fig. 16): Rostralhaare kurz, borstenförmig, mehr als ihre Länge
vom Rostralvorderrande entfernt. Lamellarhaare dreimal so lang,
in der Mitte des Proterosoma, voneinander fast zweimal so weit
als jeweils vom Rande entfernt. Interlamellarhaare zwischen den „,
Pseudostigmata und diesen sehr genähert, so lang als die Lamellar-
haare, aber stumpf. Auf dem Hysterosoma: zwei submediane
Reihen von je fünf Haaren; neben dem vordersten Paare zwei
kleinere; am Schulterrande ein horizontales feines Härchen; auf
der Höhe des zweiten submedianen Paares (mit diesem) eine ge-
brochene Reihe von sechs Haaren. Jederseits vom Opisthosoma eine
submarginale Reihe von drei Haaren. Diese Haare sind alle etwas
stabförmig, gebogen und einreihig mit winzigen Bärtchen versehen
(Fig. 19).
Bauchseite (Fig. 17). Die vordere Coxalplatte zeigt die zwei
inwendigen Chitinleistchen, welche die Coxae I und II scheiden.
Die Länge dieser Apodemata läßt meines Erachtens unzweideutig
erkennen, welche Länge die Coxae eigentlich haben. Dies Mittel-
Acarologisches aus Maulwurfsnestern, 25
feld ist also mehr als Sternum oder als Sternalschild zu betrachten.
Gewöhnlich wird eine mediane, nach innen gerichtete Chitinleiste
als ‚‚Sternum‘‘ bezeichnet, was meines Erachtens ein Fehler ist.
Die vordere Coxalplatte ist in ihrer Vorderhälfte mit
drei, in ihrer Hinterhälfte mit einem Paar Härchen versehen. Die
hintere Coxalplatte weist in jeder Hälfte zwei Paar Haare auf.
Hinter ihr ein Paar; die noch geschlossenen Genitalklappen
je mit fünf Haaren; unter jeder Klappe drei Saugnäpfe. Die
Analklappen länglich, je mit drei Härchen. Anus groß. Die
Genital- und Analöffnungen berühren einander. Von den Außen-
rändern der Analklappen laufen zwei feine Linien nach vorn,
etwas nach außen konvex, nach den Ansatzstellen der Beine IV.
Neben den Analklappen je zwei Härchen.
Maxillenladen (Fig. 17) je mit drei Zähnchen; zwei Paar
Coxalhaare; Palpen schlank, ohne Besonderheiten. Beine I
(Fig. 16) mit kurzem Trochanter, Genu und Tibia, langem Femur
und Tarsus. Femur dorsal mit kurzem Tasthaare; Tibia dorsal mit
weit an der Kralle vorbeiragendem Tasthaare; Tarsus mit zwei
kürzeren Tasthärchen. Beine II: Tibia und Tarsus dorsal je mit
einem kurzen Tasthärchen. Beine IV: Tarsus proximal-dorsal mit
einem an der Kralle vorbeiragendem Tasthaare. Ventral (Fig. 17)
sind alle Beinglieder mindestens mit einem Härchen versehen. Da
es sich um eine Nymphe handelt, haben alle Beine natürlich
nur eine starke sichelförmige Kralle.
Habitat in Maulwurfsnestern. Patria: Valkenburg (Adult
in Sittard). Tempus: September (Adult: „Mai bis Juli“). In-
ventor: F. Heselhaus, S. J.
Mureia piriformis (Nic.)
(Hierzu keine Figur.)
In der Tijdschrift voor Entomologie, vol. 56, p. 282, 15. Sept.
1913, wurde eine Nymphe, welche sich im Maulwurfsnestmaterial
des Herrn F. Heselhaus befand, von mir aus Versehen Murcia
orbicularis C. L. Koch genannt. Man lese hierfür Murcia Piri-
formis (Nic.), faunae neerlandicae novae species. Diese
Nymphe ist ziemlich erkennbar von Michael abgebildet worden.
Die gegenwärtige Wissenschaft fordert aber weit exaktere Ab-
bildungen. Ich würde diese wohl hier gegeben haben, wenn nicht
alle Versuche, der schief-platt gedrückten Milbe wieder ihre nor-
male Gestalt zu geben, gescheitert wären.
Genus Galumna von Heyden.
(Hierzu keine Figur.)
von Heyden stellte zuerst die Gattung Galumna auf (in
Okens Isis, vol. 10, p. 611; 1826) für Notaspis alatus Herm.
C. L. Koch gab den Namen Zetes (Koch, Deu. Crust. Myr.
Ara., fasc. 2, Nr. 14; 1836) einer Milbe dorsalis C. L. Koch, welche
später alsein Synonym angesehen wurde, voneiner der anderen Arten.
10. Heft
96 Dr. A. C. Oudemans:
Später gab C. L. Koch (1842, in sein: Übers. Arachn. Syst.,
vol. 3, p. 99) für sein Genus Zetes einen anderen Typus an: elimatus
G: Is! Koch;
Nicolet (1855, in Arch. Mus. Par., vol. 7, p. 428, 1. div.)
nannte Oribata ein Genus mit Notaspis alatus Herm. als Typus.
Im Jahre 1885 schlug Berlese den Namen Oribates vor für
ein Genus mit Notaspis alatus Herm. als Typus (in Bull. Soc.
Ent. Italy p4. 427);
Und 1896, in seinem „Ordo Cryptostigmata, Il. Oribatidae,
p. 65“, nannte Berlese eine Gruppe von Oribatiden „Oribates
intecti a‘‘ mit Oribates elimatus C. L. Koch als Typus.
Also: Galumna von Heyden, 1826, Typus alatus Herm.;
synonyme Oribata Nic. 1855 und Oribates Berl. 1885, weil sie eben-
falls alatus Herm. als Typus tragen.
Aber bis jetzt auch synonym: Zetes C. L. Koch, 1836, Typus
dorsalis C. L. Koch. — Zetes C. L. Koch, 1842, Typus elimatus
C. L. Koch. — Gruppe Oribates intecti a Berl. 1896, Typus elimatus
C. L. Koch. — Und zwar, weil bis jetzt dorsalis C. L. Koch und
elimatus C. L. Koch zu demselben Genus gerechnet werden als
alatus Herm.
Sobald aber dorsalis C. L. Koch oder elimatus C. L. Koch von
alatus Herm. generisch geschieden werden, muß das Genus Zetes
C. L. Koch 1836 rehabilitiert werden.
Zetes Koch 1842 fällt jedenfalls fort, da dieser Name prä-
okkupiert ist (von Koch selbst, 1836). 4
Die Arten der Gattung Galumna von Heyd. sind schwer zu
unterscheiden. Hauptsächlich sind es die Arten alatus, elimatus
und dorsalis, welche immer noch als dieselbe gelten und unter
verschiedenen Namen in der Literatur vorkommen. Das Maulwurf-
nestmaterial aus Limburg gab mir Anlaß, diese Frage endgültig
zu lösen, oder mich damit einverstanden zu erklären. Ich habe
damit geendet, daß ich vorschlage, fast alle aufgestellten Arten
aufrecht zu erhalten.
Galumna elimatus C. L. Koch.
(Taf. XVII, Fig. 1—10.)
1778. Acarus aquaticus marginatus de Geer, Me&m., vol. 7,
p. 152, T. 11, Fig. 1 (non Acarus marginatus de Geer, ibid., p. 133).
1841. Oribates climatus C. L. Koch, Deu. Crust. Myr. Ar. 31, 5.
1841. Zetes satellitius C. L. Koch, Deu. Crust. Myr. Ar. 31, 13
(nympha). Y
1842 Zetes elimatus C. L. Koch, Üb. Ar. Syst., vol. 3, p. 100,
T. 11, Fig. 55. ’
1842. Zetes satellitius C. L. Koch, Üb. Ar. Syst., vol. 3, p. 101
(nympha).
1864. Oribates climatus Kirchner in Lotos., vol. 14, p. 152.
1864. Zetes satellitius Kirchner in Lotos, vol. 14, p. 152.
Oudemans Tafel XVll.
Archiv für Naturgeschichte, 79. Jahrg. 1913, Abt. A.
Lichtdruck von Albert Frisch, Berlin W.
Zr 9
Oudemans Tafel XVII.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. TA
1877. Oribates climatus Can. & Fanz. in Att. R. Ist. Ven,
Sc. Lett. Art., Ser. 5, vol. 4, p. 81.
1882. Zetes elimatus Haupt in 12. Ber. Nat. Ges. Bamberg, p. 31.
1883. Oribates climatus Berl.in Bull.Soc. Ent. Ital., vol. 15, p.218.
1885. Oribates climatus Can., Prosp. Acarof. Ital., vol. 1, p. 13.
1888. Oribates elimatus Berl. in Bull. Soc. Ent. Ital., p. 45.
1896. Oribates elimatus Berl., Ordo Crypt., vol. 2, Orib., p. 64,
au. I,oFig.'2.
1896. Oribates elimatus Leon. in Can. Prosp. Acarof. Ital.,
vol. 7, p. 851, 859.
Nach 1898 habe ich nichts mehr notiert.
Der erste, welcher eine Galumna beschrieb und abbildete, ist
de Geer 1778. Er nannte die Milbe Acarus aquaticus marginatus
„sur la surface des eaux de marais‘‘ (was einem Zufall zugeschrieben
werden muß; seine Figur verrät auch ein totes, nicht ein lebendiges
Tierchen, wie doch de Geer abzubilden gewohnt ist). Die Figur
stellt ganz bestimmt eine Galumna dar.
Der Name, ein trinominaler, darf nicht gebraucht werden.
De Geer nannte die meisten von ihm in Wasser gefundenen
Milben Acarus aquaticus ..... Dies wird wohl mehrfach als eine
Entschuldigung angeführt, da de Geer übrigens der binominalen
Nomenklatur zugetan ist; so z. B. Acarus aquaticus ruber wird die
spätere Hydryphantes ruber (siehe Piersig in „Das Tierreich‘,
Hydrachnidae, p. 68), was eigentlich zufolge der internationalen
Nomenklaturregeln unerlaubt ist! Aber, selbst wenn wir damit
einverstanden wären, selbst dann darf der Namen marginatus
nicht gebraucht werden, weil er schon präokkupiert ist und zwar
von de Geer selbst (l. c., p. 133, Nr. 20).
de Geer beschreibt die Art wie folgt: ‚Couleur noir luisant,
pattes rousses ou d’un brun de marron clair et transparents; ailerons
roux et transparents.‘
Diese Art ist offenbar dieselbe wie die, welche Koch be-
schrieben und abgebildet hat unter dem Namen von Oribates cli-
matus, 1841: ‚Climatus‘ ist kein lateinisches Wort; es ist offenbar
ein Druckfehler für elimatus — poliert; das Tierchen ist ja ‚poliert
und von ungemeinem Glanze‘. Er selbst verbesserte denn auch
den Namen in elimatus, 1842.
Seine Beschreibung lautet wie folgt: ‚Groß, poliert und von
ungemeinem Glanze; schwarz, die Flügel braun, die Beine gelb-
braun.“ Die pseudostigmatischen Organe nennt er „ziemlich lang,
gegen das Ende zu kaum ein wenig verdickt‘. Er bildet sie offenbar
zu lang ab, denn in seiner ‚„‚Übersicht‘ 1842, sind sie viel kürzer an-
gegeben; sie sind nach außen und etwas nach vorn gerichtet.
„Auf dem Vorderleibe zwei kurze und zwei längere Borsten.“
Achtung! Es fiel ihm auf, daß es nur zwei Borstenpaare gab.
Obwohl er sagt: Vorder- und Hinterleib ohne Scheidungslinie‘“,
zeichnet er doch eine.
19. Heft
98 Dr. A. ©. Oudemans:
Ich gebe hier, bevor ich zur genaueren Beschreibung übergehe,
eine verkürzte
Diagnose: 750—900 u. Glänzend schwarz, Flügel rotbraun,
Beine lichter, Grenze zwischen Pro- und Opisthosoma bei noch
etwas durchscheinenden Exemplaren schmal, aber deutlich. Pseudo-
stigmatische Organe ziemlich kurz, gerade, nach außen und etwas
nach vorne gerichtet, nicht besonders fein, gegen das Ende kaum
verdickt. Interlamellarhaare verschwindend klein. Kral-
len kräftig, fast gleichgroß; unter den Krallen drei nach oben ge-
krümmte Härchen. Tarsus IV intern mit zwei Kammhaaren.
Tritonympha (Fig. 1). Länge 624 u, Breite in der Mitte
des „‚Hinterleibes 470 u. Länge des Prosoma 100 u, des Opistho-
soma 524 u, des pseudostigmatischen Organes 804, der Beine ohne
Coxa aber mit Kralle, 300 resp. 265, 282 und 350 u. Gestalt
fast halbkuglig zu nennen, wenn nicht das Prosoma etwas drei-
eckig hervorragte. Farbe (Spiritusexemplar!) gelblich mit braun-
rosa oder karminrotem Anflug; die Lamellae und Beine mehr von
letztgenannter Farbe.
Rückenseite (Fig. 1). Das Prosoma vorn stumpf ab-
gerundet, hinten konkav, sonst mehr oder weniger dreieckig. Das
Opisthosoma halbkugelig, vorn aber jederseits eingedrückt,
hinten nicht vollkommen kreisrund, sondern kaum zugespitzt.
Von den Hinterecken des Prosoma lawfen nach seinem Mittelpunkte
wohl niedrige, aber doch echte Lamellae, welche aufzweiFünftel
ihrer Länge von den Pseudostigmata unterbrochen werden und an
ihren Enden indie Haut spitz verschwinden. Die Pseudostigmata
(Fig. 2a) sind kelchartige Gebilde. Ihre Organe stabförmig, nur
ganz distal etwas zugespitzt und über ihrer ganzen Länge mit
winzigen länglichen Wärzchen versehen; man bekommt daher den
Eindruck, als wären dieseOrgane ausstumpfen Härchen zusammen-
geklebt. Haare (Fig. 1). Die Rostralhaare kurz und beim
Vorderrande eingepflanzt; die Lamellarhaare dreimal länger,
dreimal weiter auseinander, aber vor den Lamellenenden gelegen;
die Interlamellarhaare weit nach vorne, fast bei den Lamellenenden,
gegen die Lamellen angedrückt, so lang wie die Lamellarhaare.
Es gibt noch ein Paar Börstchen außerhalb der Pseudostigmata,
welche ich daher Exostigmatalhaare nennen will; diese sind
kurz stabförmig. Schulterhaare kurz gebogen. Andere Haare
gibt es nicht. Struktur der ganzen Rückenfläche spiegelglatt;
die Haare sind alle von Stachelchen rauh, also etwa wie die pseudo-
stigmatischen Organe.
Bauchseite (Fig. 3). Unmittelbar fällt der Unterschied
auf zwischen dieser Seite und der der vorher beschriebenen 4y-
pochthonius-Nymphe. Wo bei dieser zwei gut geschiedene Coxal-
(besser Coxisternal)platten waren, gibt es bei der jetzigen Art nur
eine aus den vier Coxen und einem Mittelfelde zusammengestellte
Platte. Die Länge der Apodemata gibt noch besser als bei 4 ypo-
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 29
chthonius an, wie lange die eigentlichen Coxae sind. Meines Er-
achtens haben wir hier einen primitiveren Zustand als da, wo die
vier Coxen einer Seite in zwei Gruppen auseinandergerückt sind.
Wir bemerken weiter die noch geschlossene, mit zwei sehr schmalen
Valven versehene Genitalspalte in der Mitte des Opisthosoma.
Unter den Lefzen jederseits die drei Saugnäpfe. Eine Strecke
hinter dieser Spalte der große Anus, der Abstand zwischen
Genital- und Analspalte beträgt noch nicht die Länge der ersteren
Spalte. Haare. Auf den Coxen I, II und IV je ein feines Härchen;;
auf den Analklappen je drei solche; zur Seite des Anus je ein Här-
chen.
Maxillenladen kurz, dick, distal je mit drei schwarzen
stumpfen Zähnen; Palpen mit etwas dickem Femur. Beine
ventral (Fig. 3), alle mit einem niedrigen Kamme am Femur;
so auch die Trochanteres III und IV. Die Tarsen I bis IV haben
je zwei gekrümmte, im Mitteldrittel gekämmte Haare (Fig. 2c);
die Genua alle ein gerades vierzähniges Haar (Fig. 2b). Dorsal
besitzen das Genu I, die Tibia I, der Tarsus I, das Genu II, die
Tibia II, der Tarsus II, die Tibia III und der Tarsus IV je ein
Tasthaar; das der Tibia I ist am längsten und überragt die Kralle.
Diese ist an allen Füßen gleichgroß, sichelförmig, stark.
Bemerkung. War mit Recht bei Zypochthonius von einem
Proterosoma und einem Hysterosoma die Rede, bei der jetzigen
Nymphe muß man wohl annehmen, daß die vordere Körper-
abteilung aus sechs Segmenten verschmolzen ist, also ein Prosoma
ist, während die hintere Abteilung, deren dorsale Grenze deutlich,
deren ventrale Grenze jedoch verwischt ist (aber hinter Coxae IV
gedacht werden muß), ein echtes Opisthosoma. Wir haben hier
also den merkwürdigen Fall, daß die dorsale Grenze in einigen
Fällen eine ganz andere Bedeutung hat als in anderen Fällen!
Adultus (Fig. 10). Länge (des abgebildeten Exemplares)
800 u, Breite hinter den Pteromorphae 610 u. Länge des Prosoma
140 u, des Opisthosoma 660 u, des pseudostigmatischen Organs
115 u, der Beine ohne Coxae, mit Kralle, 450 resp. 410, 370 und
500 u. Gestalt: hinter den Flügeln halbkreisförmig, nach vorn
sich verjüngend, ganz vorn stumpf dreieckig, oben stark gewölbt,
unten flach; die Flügel vorn und hinten abgerundet. Farbe
glänzend pechschwarz mit rotbraunen durchscheinenden Flügeln
und Beinen.
Rückenseite (Fig. 10). Prosoma mit geknickten Seiten,
daher mit stumpf-dreieckigem Rostralteil und breit-trapezoidalem
Hinterteil. Opisthosoma mit geraden, nach vorn schiefen Seiten.
Pteromorphae von gewöhnlicher Gestalt, rotadrig, vorn mehr
als hinten abgerundet, vorn mit größerem ‚‚freien‘‘ Teile als hinten,
in der Mitte am breitsten; der Vorderaußenrand mit einer seichten
Ausbuchtung, so daß der Umriß des Außenrandes verschieden
gestaltet sein kann (siehe Fig. 10 links und rechts), je nachdem
10. Heit
30 Dr. A. C. Oudemans:
ein Flügel nur wenig anders zum Beschauer gerichtet ist. —
Pseudostigmata unsichtbar; ihre Organe (Fig. 8) ziemlich
lang, in der proximalen Partie drahtförmig dünn, im distalen Drittel
lang-spindelförmig, dort mit verschwindend kleinen Spitzchen be-
setzt. — Von den Pseudostigmata dem Rande des Prosoma ent-
lang, befinden sich Leisten oder Wulste, welche mit einigem guten
Willen den Lamellae wohl gleichgestellt werden können, obwohl
Michael in diesen Fällen ‚‚without Lamellae‘“ sagen würde.
Haare. Rostralhaare lang, weit voneinander, gerade am Rande
eingepflanzt; Lamellarhaare noch länger; noch weiter voneinander,
am Ende der obengenannten Randwülste; Interlamellarhaare eben
soweit voneinander, aber winzig klein, gerade vor der Grenze
zwischen Pro- und Opisthosoma, nur bei noch durchscheinenden
oder durchscheinend gemachten Exemplaren wahrzunehmen.
Andere Haare gibt es nicht. — Struktur spiegelglatt.
Bauchseite (Fig. 4). Die Coxisternalplatte ist hier vorn
scharf begrenzt und stark konkav. Merkwürdigerweise ist das
Gnathosoma hier nicht nur in einer ovalen Vertiefung verborgen,
sondern auch tief unter dieser Coxisternalplatte eingesenkt. Die
Apodemata sind tiefschwarz, aber nur in ihrem proximalem Ende
sichtbar. Die V-förmige Figur wird gebildet von zwei Apodemata,
eins als Hintergrenze der Coxa II und eins als Hintergrenze der
Coxa III. Eine hintere Grenze der Coxa IV gibt esnicht. Genital-
öffnung fast viereckig, doch vorn etwas breiter als hinten. Anal-
öffnung größer, hinten viel breiter als vorn und konvex, vorn
etwas konkav. Haare, soweit wahrnehmbar, drei winzige auf
jeder Genitalklappe, zwei auf jeder Analklappe; etwas hinter der
Genitalöffnung ein Paar weit voneinander; ein Paar zur Seite der
vorderen Analgrenze.
Maxillenladen je mit zwei schwarzen Zähnchen; Palpen
versteckt. Beine nicht besonders lang, aber schlank; Genua lang.
Dorsal (Fig. 10): Femur I mit starker Borste; Genu I mit langem
Tasthaare; Tibia I mit zwei Tasthaaren, wovon eins die Krallen
überragt, Tarsus I mit etwa neun Härchen. Genu II mit starkem
Dorne; Tibia II mit langem Tasthaare; Tarsus II mit vier Tast-
haaren und dabei intern (vorn) mit zwei gezähnelten Borsten
(Fig.9a). Tibia III mit Tasthaaren,Tibia IV ebenfalls, Tarsus IV mit
längeren gezähnelten Borsten (Fig.9c). Ventral: Tarsus I mit zwei
gezähnelten Borsten. Übrigens keine auffallenden Besonderheiten.
Fig.5—7 zeigen uns, daß dieKrallen stark heterodactyl, abergleichlang
sind, und daß drei subunguinale Borsten nach oben gekrümmt sind.
Habitat: In faulenden Blättern, in Moos, im Maulwurfs-
neste. Patria: Süd-Schweden, Bayern, Böhmen, Italien, also
wohl ganz Europa. Tempus: wohl perannum. Inventores:
de Geer und viele andere Forscher nach ihm. Ich besitze diese
Art von der Insel Borkum (Dr. ©. Schneider) und Limburg
(F. Heselhaus).
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 531
Galumna alatus Herm.
(Hierzu keine Figur.)
1804. Notaspis alatus Herm., M&m. Apt., p. 92, T. 4, Fig. 6.
1806. Oribata alata Latr., Gen. Crust. Ins., vol. 1, p. 149.
1811. Oribata alata Oliv., Encycl. meth., vol. 8, p. 533.
1817. Oribata alata Latr. in Cuv. Regn. Anim., vol. 3, p. 119.
1818. Notaspis alatus Oliv., Encycl. meth., T. 350, Fig. 10—11.
1826. Galumna alata Heyd. in Okens Isis, vol. 10, p. 611.
1834. Oribates alatus Dug. in Ann. Sc. Nat., Ser. 2, vol.
2, p. 46.
"sa. Zetes alatus C. L. Koch, Deu. Cr. Myr. Ar. 31, Nr. 6.
1842. Zetes alatus C. L. Koch, Üb. Ar. Syst., vol. 3, p. 100.
1843. Oribates alatus Guer., Men. Icon. Regn. Anim., T.5, F. 9.
1844. Oribata alata Gerv., Hist. Nat. Ins. Apt., vol. 3, p. 258.
1855. Oribata alata Nic. in Arch. Mus. Par., vol. 7, p. 431,
T.4; Fig. 1, 1a.
1859. Oribata alata Grube in Arch. Nat. Liv. Ehst. Kurl.,
Ser. 2, vol. 1, p. 464. 3
1863. Zetes alatus Anders. in Ofv. K. Vet. Ak. Forh., p. 187.
1864. Zetes alatus Kirchner in Lotos, vol. 14, p. 74.
1877. Oribates alatus Can. & Fanz. in Att. R. Ist. Ven. Sc.
Lett-ıArt,,. Ser. 5, vol»4, p. 13.
1882. Oribata alata Hall. in Jahresh. Ver. Vat. Nat. Württ.,
p: 304.
1882. Zetes alatus Haupt. in 12. Ber. Nat. Ges. Bamberg, p. 31.
1885. Oribates alatus Can., Prosp. Acarof. Ital., vol. 1, p. 12.
1890. Oribata alata Mon. in Rev. Biol. Nord. Fra., vol. 3, p. 4.
1892. Orıbata alata Mon. in Rev. Biol. Nord. Fra., v. 4, p. 382.
1893. Oribata alata Karp. in Math. Nat. Ber. Ung., vol. 11,p. 84.
1894. Oribata alata Mon. in Rev. Biol. Nord. Fra., v. 6, p. 202.
1896. Oribates alatus Berl., Ac. Myr. Scorp. Ital., fasc. 78, Nr. 9.
1896. Oribates alatus Berl. Ordo Crypt., II. Orib., p. 62, 64a.
1896. Oribates alatus Leon. in Can. Prosp. Acarof. Ital., vol. 7,
p- 852, 860.
Die zweite Galumna ist die alatus von Hermann 1804:
„Abdomen presque globuleux, noirätre, chätain, tres lisse,
luisant.‘“ Diese ist gewiß dieselbe Art als:
Zetes alatus C. L. Koch 1842: „Nicht halb so groß als
climatus, etwas durchscheinend, braun, am Seitenrande verloren
dunkler, die Flügel hellbraun, vorn durchsichtig weiß; die Beine
gelb, die Seitenborste dünn, an der Spitze etwas keulenförmig
verdickt.‘ — Die Abbildung zeigt das Tierchen dunkel kastanien-
braun mit schwarzen Rändern (wie zu erwarten ist von einem fast
kugeligen Körper), die Flügel kastanienbraun, ihre Vorder-
spitzen und die Beine rotbraun. Keine Grenze zwischen Pro-
und Opisthosoma. Die pseudostigmatischen Organe nach außen
und etwas nach vorn gerichtet, distad dicker werdend.
10. Heft
39 Dr. A. C. Oudemans:
Auch Oribata alata Nic. 1855 ist bestimmt dieselbe Art:
„Noire luisant, ailes fauves, pattes brunes, poils des stigmates
droits, claviformes et diriges latsralement en obliquant un
peu en avant; 560 u.“
Ebenfalls die Oribates alatus Berlese 1896. Er nennt die Milbe:
„Castaneus‘, färbt es aber schwarz; 550 u; setis stigmaticis
brevis claviformibus‘ und weiter: (ab elimato) ‚‚differt statura
valde minori, alis tecti subevanidis, setulisque stigmaticis multo
brevioribus et bene clavatis‘. Er irrt sich aber in der Beschrei-
bung der Flügel; diese sind bestimmt hinten los; wie auch Her-
mann angibt: „Les ailes d&tache&es anterieurement et posterieure-
ment“ und wie C. L. Koch abbildet. Er zeichnet die pseudo-
stigmatischen Organe zu kurz und zu dick, aber deren distales
Ende gut: es ist sehr fein behaart.
Diagnose: 450—490 (bis 560?) u. Kastanienbraun, Flügel
gelbbraun; Beine lichter, keine Grenze zwischen Pro- und Opistho-
soma. Pseudostigmatische Organe kurz, gerade, proximal %4 dünn,
distal Y, keulenförmig und äußerst fein behaart, nach vorn
oder schief nach außen und nach vorne gerichtet. Interlamellar-
haare so lang wie die pseudostigmatischen Organe, fast gerade und
nach vorne gerichtet. Krallen heterodactyl, die mittlere kürzer.
Tarsus IV mit zwei internen und zwei externen Kammborsten.
Ich besitze diese Art in 48 Exemplaren aus Nord-Italien
(Dr. OÖ. Schneider). Sie muß als Niederländisch gestrichen
werden (Tijds. Ent., vol. 39, 43, 45) (siehe unten bei lanceatus).
Galumna dorsalis C. L. Koch.
(Hierzu keine Figur.)
1836. Zetes dorsalis C. L. Koch, Deu. Cr. Myr. Ar., 31, 6.
1842. Zetes dorsalis C. L. Koch, Üb. Ar. Syst., vol. 3, p- 100.
1844. Zetes dorsalis Gerv., Hist. Nat. Ins. Apt., vol. 3, p. 259.
1863. Zetes dorsalis Anders. in Öfv. K. Vet. Ak. Forh., p. 187.
1864. Zetes dorsalis Kirchner in Lotos, vol. 14, p. TER:
1898. Oribata dorsalis Mich., Tierr. Orib,, pa:
Galumna dorsalis ward von Koch 1836 ‚‚gelbbraun‘ genannt
und abgebildet. Offenbar hat er Exemplare vor sich, welche
soeben die Tritonymphenhaut verließen! Denn alle Exemplare,
welche ich besitze, sind dunkel-kastanienbraun, fast schwarz.
Diese Art ist dadurch gekennzeichnet, daß sie pseudostig-
matische Organe besitzt, welche ‚dünn, gegen die Spitze kaum
ein wenig dicker‘ sind, was auch in der Abbildung Kochs wieder-
gegeben ist, und welche extrad und ein wenig nach vorn gerichtet
sind; weiter durch lange, nach oben gerichtete, S-förmig gebogene
Interlamellarhaare.
Diagnose: 670—750 u. Glänzend schwarzbraun, Flügel rot-
braun, Beine lichter; Grenze zwischen Pro- und Opisthosoma
schmal, aber deutlich. Pseudostigmatische Organe ziemlich kurz,
Acarologisches aus Maulwurfsnestern 33
gebogen, nach außen gerichtet, nicht besonders fein, distad kaum
verdickt. Interlamellarhaare lang, S-förmig gebogen, nach oben
gerichtet. An den Tarsen IV drei interne Kammhaare. Krallen
ziemlich lang; unter den Krallen drei gerade Härchen.
Ich besitze 17 Exemplare von San Remo(Dr.OskarSchneider).
Galumna lanceatus Oudms. 1900.
(Hierzu keine Figur.)
1879. Orıbata alata Mich. & George in Journ. Roy. Micr. Soc.,
vol. 2, p. 237 (non Herm. 1804!).
1884. Oribata alata Mich., Brit. Orib., vol. 1, p. 3, 76, 84,
124, 138, 140, 188, 196, 197, 222, 257, T. 10, Fig. 1—5, 12.
1886. Oribates elimatus Berl., Ac. Myr. Scorp. Ital. 30, T. 1
(non Koch 1841!).
?1886. Orıbata alata Pack. in M&m. Nat. Ac. Sci. Wash., v. 92.
1890. Orıbata alata Mich. in Proc. Zool. Soc. Lond., p. 417.
1896. Oribates coleoptrata Oudms. in Tijds. Ent., vol. 39,
p. 56, Nr. 46 (sic!).
1900. Notaspis lanceatus Oudms. in Tijds. Ent., vol. 43,
p. 154, 159, 160.
1901. Notaspis alatus Oudms. in Tijds. Ned. Dierk. Ver.,
122, vol. 6, P,.91.:
1902. Notaspis alata et lanceata Oudms. in Tijds. Ent., vol. 45,
Bat.
1903. Notaspis alatus Oudms. in Tijds. Ent., vol. 45, p. 124.
1905. Notaspis alata Oudms. in Abh. Nat. Ver. Brem. 1904
(1905), vol. 18, p. 203, 249.
1906. Galumna lanceata et marginata Oudms. in Abh. Nat.
Ver, Brem. 1906,. vol.. 19, p-. 57:
Diagnose: 540—670 u. Kastanienbraun, Flügel und Beine
lichter; Grenze zwischen Pro- und Opisthosoma kaum wahrnehm-
bar. Pseudostigmatische Organe lang, sehr dünn, distal lanzett-
förmig, nach außen und nach hinten gebogen. Interlamellarhaare
lang, nach vorn und nach oben gerichtet, nach innen und dann
nach außen gebogen. An den Tarsen IV drei Kammhaare. Krallen
bisweilen dünn, und dann die Mittelkralle kürzer als die andere
(Rasse oder Art?).
Diese Art besitze ich von Apeldoorn, Steeg, Haarlem, Breda
(Smits van Burgst), Bordighera (Dr. Oskar Schneider).
Galumna filata nov. sp.
(Taf. XIV, Fig. 9—18, Taf. XVII, Fig. 16).
1896. Oribates climatus Oudms. in Tijds. Ent., vol. 39, p. 57,
Nr. 55.
1900. Notaspis elimatus Oudms. in Tijds. Ent., vol. 43, p. 154
(non p. 135) et p. 160 partim, vide infra apud ‚‚linata‘‘).
1902. Notaspis elimata Oudms. in Tijds. Ent., vol. 45, p. 1,
INT. 12:
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 10. 3 10. Heft
34 Dr. A. C. Oudemans:
1905. Notaspis elimata Oudms. in Abh. Nat. Ver. Brem. 1904
(1905), vol. 18, p. 202, 249.
1906. Galumna elimata Oudms. in Abh. Nat. Ver. Brem.,
vol. 19, p.'97.
Diagnose: 690—745 u. Kastanienbraun, Flügel und Beine
lichter, keine Grenze zwischen Pro- und Opisthosoma. Pseudo-
stigmatische Organe sehr lang, dünn, drahtförmig, spitz, fast glatt,
nach außen und nach hinten gebogen. Interlamellarhaare ziemlich
kurz, übrigens wie bei der vorhergehenden Art. Krallen ziemlich
lang und dünn, mit zwei subunguinalen Borsten. Tarsus IV mit
drei Kammhaaren.
Da diese Art sich auch unter dem Nestmaterial aus Limburg
befand, will ich sie hier beschreiben.
Adulti (Taf. XIV, Fig.13). Länge 690», Breite hinter den Flügeln
535 u. Länge des Prosoma 135 u, des Opisthosoma 555 u, der
Flügel 380 u, der pseudostigmatischen Organe 193 u, der Beine
ohne Coxae, mit Krallen, 390 resp. 390, 350 und 520 u. Gestalt
hinter den Flügeln halbkreisförmig, nach vorn mit seicht konkaven
Seiten stark schmäler werdend, ganz vorn kuppelförmig mit
medianen Küppelchen, oben gewölbt, unten flach; die Flügel vorn
und hinten los und abgerundet. Farbe kastanienbraun, an den
Rändern tiefer braun, mit lichteren bis rosa Flügeln.
Rückenseite (Taf. XIV, Fig. 13). Keine Grenze zwischen Pro-
und Opisthosoma, aber doch inwendig angedeutet durch zwei Chitin-
höckerchen und zwei Chitinleistchen. Hinter den pseudostigma-
tischen Organen befindet sich je ein ovales mondkraterförmiges
Gebilde, ein Drüsenfeldchen, wie ich zuerst bei Eremaeus con-
formis Berl. (schneideri Oudms.) und E. sanremoensis Oudms.
(lucorum Berl. non Koch) beschrieb und abbildete (13. Febr. 1900,
in Zool. Anz., vol. 23, p. 90; 5. Sept. 1900 in Tijds. Ent., vol. 48,
p. 136, 138, T. 8, Fig. 45, 46). Bewegt man seine Augen von diesem
‘ Drüsenfelde etwas nach hinten und innen, so begegnet man wieder
einem solchen, und von diesem nach hinten und außen gehend wieder
zwei dergleichen. Es gibt also acht Drüsenfeldchen; die vier mitt-,
leren sind kleiner als die vier submarginalen. Struktur des
Rückens spiegelglatt. Haare. Rostralhaare weit voneinander an
der Basis des medianen Kuppelrandes; Lamellarhaare länger als
die Rostralhaare, zweimal weiter voneinander, submarginal.
Interlamellarhaare dick, weniger weit voneinander, vor den in-
wendigen, obenerwähnten Chitinleistchen, erst nach innen, dann
nach vorne gebogen, nach vorne gerichtet. Andere Haare gibt es
nicht. Pseudostigmata (Taf. XIV, Fig. 9) glockenförmig, aber
versteckt; ihre Organe sehr lang, fadenförmig dünn, kaum distad
dicker, dort rauh von länglichen Leistchen, wie angeklebte Härchen.
Flügel vorn und hinten lose, abgerundet; die vorderen Spitzen
erreichen die Horizontallinie des Rostrums nicht. Die hinteren
Spitzen spitzer; die Adern weniger deutlich als bei Galumna
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 35
elimatus (S. 29); der Vorderaußenrand seicht ausgebuchtet (was
besser bei ventraler Betrachtung wahrgenommen wird (Taf. XIV,
Fig. 14)).
5 ER seite (Taf. XIV, Fig. 14). Das Gnathosoma ist hier nicht
so tief unter die Coxisternalplatte weggesunken als bei elimatus. Die
Apodemata zwischen den Coxalplatten, drei jederseits, einfach,
also das zweite und dritte bilden keine V-förmige Figur. Der Seiten-
rand hat eine ganz andere Figur als bei elimatus (man vergleiche
mit Taf. XVII, Fig. 4), z. B. bei filata schiebt sich zwischen die Tro-
chanteres II und III eine Chitinspitze, welche man vergebens bei
elimata sucht. Von der hinteren Flügeleinkerbung geht zum
Prosomarande eine scharfe Linie, welche ebenfalls bei elimatus
abwesendist. Genitalöffnung ziemlich klein, rund-viereckig, mit
drei winzigen Härchen auf jeder Klappe (Taf. XIV, Fig. 18). Analöff-
nung größer, ebenfalls rund-viereckig, aber hinten breiter als vorn,
ebenfalls mit drei winzigen Härchen auf jeder Klappe.
Maxillenladen je mit zwei schwärzlichen Zähnchen, Palpen
sichtbar, fadenförmig. Beine ziemlich kurz, schlank, mit kürzeren
Genua I und II als bei elimatus. Merkwürdig sind folgende Haare:
Dorsal: Genu I mit Tasthaare, Tibia I mit langem Tasthaare,
Tarsus I mit neun oder zehn Haaren; Genu II mit Tasthaare,
Tibia II mit kurzem Tasthaare; Tibia IV mit langem Tasthaare,
Tarsus IV mit Tasthaaren und intern mit drei Kammhaaren
(Taf. XIV, Fig. 12, 17). Ventral Genu Imit Kammhaaren (Taf. XIV,
Fig. 11), Tarsus I mit Kammhaaren (Taf. XIV, Fig. 10). Krallen
schlank, heterodactyl, Mittelkralle kaum länger. Zwei subun-
guinale durchscheinende, pfriemenartige Borsten (cf. mit elima-
Zus!) (Taf. XIV, Fig. 15, 16).
Unterschied zwischen & und 9. Dieser ist sehr leicht
sichtbar. Die Männchen besitzen eine kleinere Genitalöffnung und
ein kreisförmiges Penisgerüst (Taf. XIV, Fig. 18). Die Weibchen
eine größere Genitalöffnung und einen langen konisch zugespitzten
(dort dreifingerigen) Ovipositor (Taf. XVII, Fig. 16).
Habitat. Faulende Blätter, Moos, Maulwurfsnest. Patria:
Haarlem, Göttingen, Limburg. Tempus: wahrscheinlich wohl
per annum. Inventores: Ich, Voigts, Heselhaus.
Galumna linata nov. Sp.
(Hierzu keine Figur.)
1900. Notaspis elimata Oudms. in Tijds. Ent., vol 43, p. 135
(non p. 154!) et p. 160 partim (vide supra sub ‚filata‘“).
Diagnose: 670—745 u. Schwarzbraun bis pechschwarz,
Flügel und Beine rotbraun bis braun; keine Grenze zwischen Pro-
und Opisthosoma. Pseudostigmatische Organe sehr lang, dünn,
fadenförmig, spitz, fein behaart, nach außen und nach hinten ge-
bogen. Interlamellarhaare ebenso gestaltet und nach vorne-oben-
3* 10. Heft
36 Dr. A. C. Oudemans:
hinten gebogen. Alle Tasthaare sehr lang und zierlich gebogen.
Krallen ziemlich klein. Tarsus IV mit zwei Kammhaaren.
Ich besitze diese Art von San Remo (Dr. Oskar Schneider).
Galumna tarsipennata nov. sp.
(Hierzu keine Figur.)
Diagnose 550—620 u. Unter dem Mikroskop dunkel-isabell-
farbig, Flügel und Beine lichter; Grenze zwischen Pro- und Opistho-
soma kaum wahrnehmbar. Pseudostigmatische Organe wie die
von elimatus und dorsalis: ziemlich kurz, sanft gebogen, nach vorn
und nach außen gerichtet, nicht besonders fein, distal deutlich
spindelförmig verdickt. Interlamellarhaare kurz, gerade, nach
vorn und oben gerichtet. Beine, namentlich die Tarsen mit dicken,
langen Kammhaaren. Krallen gewöhnlich, Mittelkralle kürzer.
Ich besitze drei Exemplare aus San Remo (Dr. Oskar
Schneider).
Galumna aurantiaca nov. sp.
(Hierzu keine Figur.)
Diagnose: 535—710 u. Gestalt bisweilen breit, aber meistens
auffallend schmal; die Grenze zwischen Pro- und Opisthosoma
schmal, aber deutlich; orangebraun, Flügel lichter, bisweilen, wie
die Beine blaßgelb; Lamellae deutlich, nach innen gebogen,
fast eine Translamella bildend; pseudostigmatische Organe ziem-
lich kurz, gerade, nach außen und nur wenig nach hinten gebogen,
?/, proximal dünn, 1, distal spindelförmig, glatt, aber in zwei
Stiftchen endend; Interlamellarhaare länger als das Prosoma,
dünn, glatt, gerade, nach vorn und oben gerichtet; Lamellarhaare
nicht marginal; Krallen lang, schlank, Mittelkralle kürzer.
Ich besitze zehn Exemplare aus der Umgebung Bremens
(Poppe).
Galumna georgiae nov. Sp.
(Hierzu keine Figur.)
Diagnose. 560—600 u. Opisthosoma fast rund; Prosoma
fünfeckig mit + 60gradiger Vorderspitze; Grenze zwischen Pro-
und Opisthosoma deutlich, dunkel, dick, stark nach vorn konvex;
Pteromorphae groß, vorn breitrund, hinten fest, nicht durch eine
Kerbe vom Opisthosoma getrennt, vorn-außen mit Ausbuchtung
wie die europäischen Arten; Farbe ockrig (Saccardo 29) mit
rostfarbigen Rändern (Saccardo 31); keine Rostralhaare, keine
Lamellarhaare; Interlamellarhaare kurz, fein, nach oben gerichtet;
pseudostigmatische Orgaye sehr kurz, wie ein umgekehrtes Frage-
zeichen gebogen (£), mit braunem rundem Köpfchen. Krallen
ziemlich lang, schmal, Mittelkralle kürzer.
Drei Exemplare aus Süd-Georgia, unter Steinen, 1883 (von
den Steinen, Museum Hamburg) sind in meinem Besitze.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 37
Unterschied zwischen Galumna & und 9.
(Hierzu keine Figur.)
Koch, Deutschl. Cr. Myr. Ar. 2. 14, meint, daß eine Galumna
mit drei Spitzchen am medianen Hinterrande das 3 ist von seiner
Zetes dorsalis. Hierin irrt er sich, denn es gibt zwischen $ und 2
auswendig fast keinen Unterschied. Bekanntlich ist die drei-
spitzige Art: mucronata G. & R. Can. 1882.
Berlese, Ac. Myr. Scorp. Ital. 78, 9, sagt von seiner Galumna
alatus: „Oribatis elimati valde affinis et forsan eius mas“. Hierin
irrt auch dieser Autor sich; denn einen solchen auswendigen Unter-
schied zwischen & und 2 Galumna gibt es nicht.
Und doch sind $ und 9 Galumna sehr leicht zu unterscheiden.
Beim Weibchen ist der dunkelgefärbte Ovipositor mit der Spitze nach
der Genitalöffnung gerichtet, immer deutlich sichtbar (Taf. XVII,
Fig. 16). Beim Männchen sieht man unter den Klappen der kleineren
Genitalöffnung immer das runde Penisgerüst (Taf. XIV, Fig. 18).
Genus Notaspis Herm.
(Hierzu keine Figur.)
Hermann war der erste der den Namen Notaspis vorschlug
(Herm., M&m. Apt., p. 87) für Milben, welche mit Acarus coleop-
tratus L. verwandt sind: ‚J’ai cru devoir rapporter & un genre
particulier les mites que Linne et d’autres auteurs ont comprises
sous le nom d’acarus coleoptratus, et dont tr&es peu d’especes ont
ete distinguees par Degeer et par Schranck.“
Nicolet (1855) benutzte den Namen Oribata für eine Gattung
mit nitens Nic. als Type. Da diese Milbe bis jetzt in dieselbe Gattung
gehört wie coleoptratus L., so ist Oribata Nic. (non Oribata Latr.
1802) synonym mit Notaspis Herm. (Nicolet in Arch. Mus. Par.,
vol. 7, p. 428, 2e div.)
Berlese gab den Namen Archipteria 1885 (in Bull. Soc. Ent.
Ital., p. 127) einer Gattung mit Oribates nicoletii Berl. als Typus.
Da diese Milbe dieselbe ist wie coleoptratus L., so ist Archipteria
Berlese 1885 = Notaspis Herm. 1804.
Die Arten der Gattung Notaspis Herm. sind schwer zu unter-
scheiden. Das Maulwurfsnestmaterial, was Herr F. Heselhaus
mir verschaffte, enthielt nur eine Art, aber diese gab mir doch
Anlaß, ein gründliches Studium der europäischen Arten zu unter-
nehmen, denn die Arten werden von den verschiedenen Autoren
durcheinander geworfen. Ich hoffe, daß mein Streben, sie zu
rehabilitieren, gelungen ist.
Notaspis coleoptratus L.
(Hierzu Taf. XVII, Fig. 11—15.)
1746. Acarus ater, lateribus coleoptrato acutis Linn., Faun.
Suec., Nr. 1211 (Ed. I). Hierin die erste ausführliche Beschreibung.
1758. Acarus coleoptratus Linn., Syst. Nat. Ed. 10 No. 13.
Hier wird einfach nach 1746 verwiesen.
10. Heft
38 Dr. A. C. Oudemans:
Acarus coleoßtratus in allen weiteren Arbeiten von Linne,
Müller, Fabricius, Gmelin, Olivier, Latreille, Turton
und Hermann.
1836. Oribates ovalis C. L. Koch, Deu. Cr. Myr. Ara., fasc. 3,
Nr.5. Ist bestimmt dieselbe Art. Es ist Koch offenbar entgangen,
daß sie schon beschrieben war.
Oribates ovalis in den Werken von Kirchner 1864, Moniez
1890 und Oudemans 1896 (in Tijds. Ent., vol. 39, p. 57, Nr, 50).
1883. Oribates nicoletii Berl., Acar. Myr. Scorp. Ital., fasc. 3,
Nr. 3. Die Pteromorphae und Lamellae sind zu rot gefärbt.
1896. Oribata coleoptrata Oudms. in Tijds. Ent., vol. 39, p. 56,
Nr. 46.
Diagnose. + 560 u. Isabellinus, fuligineus, niger-usque,
nitidus; pteromorpharum cuspides satis tenues, paullo divergentes;
setae pseudostigmaticae longae, distorsum gradatim crassescentes,
vix clavatae; istae et setae interlamellariae et lamellariae fumosae
et scabres; setae opisthosomatis omnes minutae et curvae; trian-
gulum inter lamellas colore claro.
Ich besitze Exemplare dieser Art aus verschiedenen Gegenden
der Niederlande, auch aus Maulwurfsnestern in Limburg (Hesel-
haus).
Diese allergemeinste Art ist aus allen Gegenden Europas be-
kannt geworden. Da die Abbildungen Kochs und Berleses
nicht genügen, um die Art zu fixieren, so beschreibe ich sie hier
ausführlich.
Adulti (Fig. 11). Länge ungefähr 560 u. Breite, bei ventraler
Betrachtung zu messen, ungefähr 340 u. Breite mit ausgebreiteten
Flügeln ungefähr 420 u. Länge der pseudostigmatischen Organe
340 u, der Beine ohne Coxae, mit Krallen 315 resp. 272, 315 und
340 u. Die Gestalt des ganzen Tierchens, der Lamellae, der Flügel,
kann sehr verschieden sein, je nachdem die Lamellae nach unten
umgebogen, die Flügel gegen den Leib angedrückt sind. Protero-
soma dreieckig, fast ganz unter den Lamellae versteckt. Opistho-
soma breit-elliptisch. Die Flügel hinten fest, vorn mit scharfer
Spitze. Farbe von isabellfarbig über rauch- nach pechschwarz.
Rückenseite. Prosoma (Fig. 11) dreieckig, zu beiden Sei-
ten unter den blattartigen Lamellae versteckt; zwischen den
Lamellae ein dreieckiger Teil, der sich nach vorn verschmälert,
sichtbar; auch die Rostralspitze deutlich. Opisthosoma breit-
elliptisch, hinten etwas abgestutzt-rundlich. Struktur spiegel-
glatt, ohne Punktation oder Poren. Pteromorphae breit, mit
buckelig-welliger Oberfläche, hinten nicht durch eine Kerbe vom
Soma geschieden, vorn in gewissem Sinne abgestutzt wie bei Murcia,
aber auf diesem Vorderrande erhebt sich eine nach vorn gerichtete,
etwas nach außen gebogene Spitze, welche die pseudostigmatischen
Organe überragt, nicht aber die Ansatzpunkte der Lamellarhaare.
Lamellae blattartig, zu beiden Seiten des lichtgefärbten drei-
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 39
eckigen Mittelfeldes am Prosoma und hinten am Opisthosoma be-
festigt; die Innenkante ist gestreckt S-förmig, die Außenkante
zweimal seicht konvex, in der Mitte seicht konkav; wo beide
Kanten vorn zusammen kommen, ist die Lamelle also spitz; die Innen-
kante ist inden ersten drei Vierteln stark chitinisiert, dick, im letzten
Viertel scharfkantig; die Außenkante ist weniger, aber doch auch
leistenförmig verdickt; im allgemeinen ist die Lamella gleichbreit.
Pseudostigmata untief tassenförmig (Fig. 12); ihr Organ
anfangs dünn, allmählich dicker, distal fast spindelförmig, dreimal
dicker als im Anfang, rauh von scheinbar angeklebten stumpfen
Härchen. Haare. Die Rostralhaare (Fig. 15) sehr weit von-
einander, zierlich S-förmig gebogen, gekämmt. Die Lamellarhaare
am Ende der verdickten Innenleisten der Lamellae eingepflanzt,
unter der hyalinen scharfen Kante derselben, rauh wie die Inter-
lamellarhaare (Fig. 13). Diese sind gleich vor der Grenze zwischen
Pro- und Opisthosoma eingepflanzt, fast gegen die Lamellenbasis,
gebogen, länger als das Prosoma, kürzer als die Lamellae. Von
winzig kleinen Härchen sah ich noch sieben Paare: zwei auf den
Flügeln (hinten und außerhalb von den Pseudostigmata) und fünf
auf dem Soma, wovon eins innen und etwas hinter den letzt-
genannten, und vier Paare in einem liegenden Oval ganz hinten,
so daß vier Härchen voıbei an dem Hinterrande sichtbar sind.
Vielleicht gibt es mehr, aber ich sah sie nicht. Auch bemerkte
ich im hinteren Teile vier runde Drüsenkräterchen.
Bauchseite (Fig. 15). Hinter dem Gnathosoma eine breite
sichelförmige Chitinisation; von den Apodemata sind jederseits
zwei ziemlich lang und dick, das dritte sehr schmal und mit dem
zweiten eine Y-förmige Figur bildend; das vierte ist nicht vorhan-
den. Die Seiten zeigen folgende Merkwürdigkeiten. Vorn ein sehr
großes Tectopedium I mit dicken Seiten, wie ein Becher geformt,
zur Aufnahme des ersten Beines; dahinter drei scharfe Spitz-
chen (rudimentäre Tectopedia II, III und IV?). Die Genital-
öffnung ziemlich klein, fast viereckig, vorn kaum breiter als hinten.
Analöffnung zweimal breiter, fast zweimal länger, rundlich-
viereckig, hinten breiter als vorn. Haare alle klein und fein; die
längsten wohl auf den Genitalklappen. Ein Paar zwischen Coxae I
und dem Sternalteile; ein Paar zwischen Coxae II und dem Sternal-
teile; ein Paar bei den Vorderecken und ein Paar unweit hinter
den Hinterecken der Genitalöffnung, ein Paar auf den Coxae IV,
drei Paare auf den Genitalklappen, zwei Paare auf den Anal-
klappen, ein Paar neben und zwei Paare hinter dem Anus.
Maxillarladen kräftig, dreieckig, ohne (?) Zähne; Maxillar-
basis mit zwei Härchen; Palpen versteckt. Beine ziemlich lang
und schlank, alle Genua lang. Dorsal: Genu I und Tibia I mit
langen Tasthaaren; das letzte überragt die Krallen. Genu II und
Tibia II je mit einem Tasthaar, Tibia III und Tibia IV je mit einem
Tasthaare. Ventral: Genu II mit starkem Dorne, Tarsus II mit
10. Heft
40 Dr. A. C. Oudemans:
starkem Kammhaare (Fig. 14), Tarsus III ebenso. Alle Krallen
lang, heterodactyl.
Habitat: Hauptsächlich in faulenden Blättern, aber auch in
Moos, unter Steinen, hinter Baumrinde, in Maulwurfsnestern (aber
nur ein Ex.!). Patria: wohl ganz Europa. Tempus: per annum.
Notaspis punetata Nic.
(Hierzu keine Figur.)
1855. Oribata punctata Nic. in Arch. Mus. Par., voi. 7, p. 394,
434, T. 2, Fig. 3—8c; T. 4, Fig. 7.
Oribata punctata von Grube 1859 und Murray 1877.
Diagnose. + 570 „u. Isabellino-rufus, omne derma, etiam
pteromorpharum et lamellarum, punctatissimum; pteromorpha-
rum cuspides satis tenues, paullo divergentes; setae pseudostigma-
ticae mediocres, clavatae, lubricae; setae lamellares et interlamel-
lares fere albae, lubricae; setae opisthosomati conspicuae et curvae,
sed minores, humerales paullo longiores; triangulum inter lamellas
colore obscuriore.
Ich besitze nur ein Exemplar aus Padua.
Notaspis nitens Nic.
(Hierzu keine Figur.)
1855. Oribata nitens Nic. in Arch. Mus. Par., vol. 7, p. 433,
T. 2, Fig. 4, T. 4, Fig. 6—-6b, T. 5, Fig. 8.
Oribata nitens von L. Koch 1879, Canestrini 1885, Oude-
mans 1896 (Tijds. Ent., vol. 39, p. 57, Nr. 59).
Diagnose: + 745 u. Piceus, nitidus; pteromorpharum cus-
pides bene chitineae, rufescentes, paullo convergentes; setae
pseudostigmaticae longae, distorsum gradatim crassescentes, vix
clavatae; istae et setae interlamellares et lamellares olei-colores et
lubricae; setae opisthosomatis longiores, deorsum curvatae; hume-
rales 4 longae, divergentes; triangulum inter lamellas obcurius.
Diese Art besitze ich in vier Exemplaren aus Friesland.
Notaspis intermedia Mich.
(Hierzu keine Figur.)
1855. Oribata ovalis Nic. (non Koch 1836) in Arch. Mus.
Par, vol’, PD AgeHT. 4) Fig. 5, Wa!
Oribata ovalis von Michael 1880, Haller 1882, Groult 1885.
1898. Oribata intermedia Mich., Tierreich, Orib., p. 21.
Diagnose: + 680 u. Rubro-lateritius, nitidus; pteromor-
pharum cuspides paullo divergentes, subito fere coarctatae, tenues;
setae pseudostigmaticae longae, distorsum gradatim crassescentes,
vix clavatae; istae et setae interlamellares et lamellares murinae
et scabrae; setae opisthosomatis minutissimae, vix conspicuae;
triangulum inter lamellas obscurius.
Hiervon besitze ich sechs Exemplare aus San Remo.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 41
Notaspis anglieus nov. nom.
(Hierzu keine Figur.)
1879. Oribata punctata Mich. & George in Journ. R. Micr.
ee, vol. 2, D. 238
1884. Oribata punctata Mich., Brit. Orib., vol. 1, p. 8, 71,
75, 78, 82, 119, 123, 140, 148, 149, 151, 152, 196, 198, 199, 222,
253, T. 9, Fig. 1—14, T. 23, Fig. 10.
1890. Oribata punctata Mon. in Rev. Biol. Nord Fra., vol. 3,
p. 4.
Diagnose: + 650 u, castaneus nigerusque, punctatus; ptero-
morpharum cuspides satis tenues, fere parallelae, potius conver-
gentes; setae pseudostigmaticae longae, gradatim crassescentes,
fere clavatae, apice rotundatae vel truncatae; setae opisthosoma-
tis omnes longae, exiles, radiatim submarginales.
Notaspis italieus nov. SP.
(Hierzu keine Figur.)
Diagnose: + 493—534 u, castaneus nigerusque, nitidus;
pteromorpharum cuspides externe bene rotundatim ecavatae,
paullo divergentes; setae pseudostigmaticae mediocres, bene cla-
vatae, sat glabrae, apice potius spatulatae; setae opisthosomatis
minutae; humerales longae.
Von dieser Art besitze ich vier Exemplare aus San Remo
(Dr. Oskar Schneider).
Notaspis patavinus nov. Sp.
Diagnose: + 590—625 u, oblongus, rubro-niger, nitidus;
pteromorpharum cuspides triangulares, vel externe oblique abscis-
sae, interne parallelae; setae pseudostigmaticae mediocres, bene
clavatae, sat glabrae, apice potius spatulatae; setae opisthosomatis
minores, deorsum curvae, humerales longae.
Ich besitze hiervon drei Exemplare aus Padua (Berlese).
Pelops oceultus Koch.
(Hierzu Taf. XVII, Fig. 17, 18.)
Pelops occultus! Endlich! Diese schöne Art Kochs ist un-
begreiflicherweise von den späteren Autoren immer mißverstanden.
Koch meldet nichts von einer longitudinalen, dorsalen Grube,
und doch haben Nicolet und Berlese eine andere Art mit dem
Kochschen Namen tituliert.
1836. Pelops occultus C. L. Koch, Deu. Cr. Myr. Ara., vol. 2,
T. 15.
Diagnose: + 504 u. Globosus, niger, subnitidus; macula
aurantiaca triangularis (apice retrorsum) in basin opisthosomatis;
iste cum protecto rectangulari anteriori; pedes testaceo-latericii;
alae sive pteromorphae testaceae, nube obscuriore in medio;
opisthosoma setis bacilliformibus 10 (an pluribus?) brevibus,
submarginalibus, quarum 4 marginem posteriorem superantes, et
10. Heft
49 Dr. A. C. Oudemans:
4 supra alas extensae. Setae interlamellares longae, latae, spatuli-
formes, scabres; setae pseudostigmaticae longae, earum dimidia
proximalis gracilis, nuda, dimidia distalis fusiformis minutissime
barbatula. Tibia et tarsus I et II calcarati.
Adulti (Fig. 17). Länge 535 u. Breite hinter den Flügeln
375 u. Länge des Prosoma 105 u, des Opisthosoma 430, Breite
bei ganz expandierten Flügeln 500 u. Gestalt fast halbkugelig,
unten flach; Prosoma zweimal breiter als lang, dreieckig; Opistho-
soma kurz-oval. Farbe pechschwarz, mattglänzend; Prosoma
wohl wegen der geringeren Dicke pechbraun; Flügel ziegelrot mit
etwas nebelig dunkler Querbinde; ein dreieckiger, mit der Spitze
nach hinten gerichteter Fleck vorn im Opisthosoma orangegelb,
mit orangeroten Rändern.
Rückenseite (Fig. 17). Prosoma mit undeutlicher me-
dianer Erhebung; die Abhänge derselben sind schwarz, imitieren
Lamellae, welche ich aber nicht mit Sicherheit auffinden konnte.
Opisthosoma kurz-oval, vorn scharf begrenzt und dort mit
schönem, orangegelben, orangerotgerandeten Flecken. Ptero-
morphae sehr breit, aber nicht lang, daher etwas viereckig, vorn
seicht konkav, außen ein wenig konvex, hinten schief nach dem
Opisthosoma verlaufend, ziegelrot, mit breiter, nebeliger, dunkler
QOuerbinde, ohne Adern, Grübchen oder irgendwelche ‚Ornamen-
tierung, glatt; vorn vor dem Opisthosoma ineinander übergehend
und dort einen medianen, kurzen, aber breiten, rechtwinkeligen
Vorsprung bildend. Struktur glatt, mattglänzend. Haare.
Die Rostralhaare sind kurze, fast dornförmige Borsten (siehe auch
Fig. 18); sie sind am Vorderrande des Prosoma eingepflanzt, wo
dieses mit einem kleinen dreieckigen Vorsprunge einen Winkel
bildet. Lamellarhaare sah ich ebenso wenig wie Lamellae (siehe
oben). Die Interlamellarhaare sind prächtige Gebilde, blattartig,
sogenannt spatelförmig, rauh von winzigen, stumpfen Stacheln,
proximal rot, nach vorn ins Gelbe und distal ins Weiße übergehend;
anfangs ein wenig divergierend, dann parallel und distal etwas
gegeneinander geneigt. Wie bekannt sind sie unter dem Vordach
an der Basis des Prosoma eingepflanzt. Auf dem Opisthosoma vier
Paare kurze, stabförmige, weiße, submarginale Borsten, wovon
zwei über die Flügel und zwei vorbei an dem Hinterleibsrande
ragen. Hier gibt es noch zwei kürzere stabförmige und zwei noch
kürzere äußerst feine Börstchen. Ob es noch mehr Borstenpaare
in der Mitte des Rückens gibt, wie z. B. bei Pelops phaeonotus,
konnte ich nicht entscheiden. Pseudostigmata tassenförmig,
sichtbar, zur Seite des medianen Vordachs, ihre Organe in der
proximalen Hälfte dünn, in der distalen spindelförmig, rauh von
stumpfen Dörnchen.
Bauchseite (Fig. 18), merkwürdig sind 1. die drei Paare
langer und deutlicher Apodemata zwischen den Coxae; die mittlere
dieser Apodemata ist die längste, nähert sich mehr der medianen
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 43
Linie als die anderen; 2. die, obwohl etwas undeutliche, Grenze
zwischen Prosoma und Opisthosoma (die doppelte Tüpfellinie vor
der Genitalöffnung)!; 3. die enorme schöngerundete Einbuchtung
des Leibes jederseits als Bergungsraum für die Beine II, III und
IV; 4. die Tectopedia I, worin die Beine I versteckt werden können ;
5. die Tectopedia II, welche als kurzer Fortsatz nach außen in
den Bergungsraum hervorragen. Die Genitalöffnung ist mittel-
mäßig groß, größer als der Anus, vorn breiter als hinten. Der Anus
ist ziemlich klein, hinten breiter als vorn. Die Undurchscheinend-
heit des Tierchens hinderte mich, mehr Details (z. B. Härchen)
wahrzunehmen.
Maxillenbasen und -laden zusammen fast zweimal länger als
breit, vorn spitz und mit zwei Härchen versehen. Palpen sah ich
nicht. Die Beine kurz und dick, mit starken Dornen an den di-
stalen drei Gliedern der Beine I und Il. Krallen heterodactyl.
Habitat: ‚in nassen Waldwiesen‘ und in Maulwurfsnestern.
Patria: Regensburg und Sittard. Tempus: Dezember (wohl das
ganze Jahr hindurch). Inventores: C. L. Koch und F. Hesel-
haus.
Pelops phaeonotus C. L. Koch.
(Hierzu keine Figur.)
1841. Pelops phaeonotus C.L. Koch, Deu. Cr. Myr. Ar. 39, 23.
1884. Pelops phaeonotus Mich., Brit. Orib., vol. 1, p. 140,
207, 216, T. 2, Fig. 8—12, T. 13, Fig. 2.
1887. Pelops phaeonotus Berl., Ac. Myr. Scorp. Ital., 35, 3.
1888. Pelops phaeonotus Mich., Brit. Orib., vol. 2, p. 514,
T. 52, Fig. 1 (Nympha).
Zu der Beschreibung mag wohl hinzugefügt werden, daß bei
dieser Art, ebensogut wie bei allen anderen, die Pteromorphae vor
dem Opisthosoma ineinander übergehen, dort ein schmales Band
bilden, worunter die Pseudostigmata sich befinden, die Lamellae
anfangen und die Interlamellarhaare befestigt sind; aber die schmale
Binde bildet kein Vordach!
Diese Art wurde von Herrn F. Heselhaus ebenfalls in Maul-
wurfsnestern in Sittard gefunden.
Pelops suleatus nov. nom.
(Hierzu keine Figur.)
1855. Pelops occultus Nic. in Arch. Mus. Par., vol. 7, p. 497,
T. 3, Fig. 5 (non C. L. Koch!, siehe oben, S. 41).
1887. Pelops occultus Berlese, Ac. Myr. Scorp. Ital. 35, 4.
Da diese Art nicht mit occultus Koch identisch ist, so muß
ich sie umtaufen, gebe ihr den Namen sulcatus, der Längsgrube
wegen, die über ihr Opisthosoma läuft.
Auge der Oribatiden.
(Hierzu keine Figur.)
In „Das Tierreich‘, Oribatidae, erwähnt Michael die
Notaspis speciosus Piersig nicht.
10, Heft
44 Dr. A. C. Oudemans:
1894. Notaspis speciosus Piersig in Zool. Anz., Nr. 449, p. 215
(nomen nudum).
1895. Notaspis spec. Piersig in Zool. Anz., Nr. 466, p. 7 (sep.).
Hier heißt es:
„Interessant war es mir, bei Notaspis spec. mihi am medianen
Vorderende des Rückenschildes ein rundes, großes, verschmolzenes
Doppelauge vorzufinden, das durch die dort lichter gefärbte
Chitindecke hindurchschimmert. Ich erwähne diesen Befund, weil
sowohl Nicolet als auch der große englische Oribatidologe Mi-
chael meines Wissens dieses Sinnesorgan nicht haben auffinden
können.“
Nun habe ich meinen leider zu früh verstorbenen Freund
im Aug. 1906 gebeten, mir ein Präparat oder Alkoholmaterial
dieser Art zu senden, damit ich sie studiere. Piersig sandte mir
seine Zeichnungen, mit der Bitte, diese baldigst nach Gebrauch
zurückzusenden. Ich habe diese Zeichnungen kopiert vor mir, und
will jetzt nur mitteilen, daß die Art ein Xenillus ist und dem
Xenillus confervae Schrank am nächsten verwandt ist, und daß
das Doppelauge sich dort befindet, wo bei so vielen Oribatidae, auch
bei Xenillus confervae Schrank, der allbekannte lichtere oder gelbe
Flecken zu suchen ist, also im vorderen Teile des Opisthosoma
gegen seinen Vorderrand. Das ‚Doppelauge‘ aber ist ein liegendes
Oval, umgeben von einem Ringe, welcher lichter braun als der
übrige Rücken der Milbe ist. Es ist im Mitteldrittel buttergelb,
in den seitlichen Dritteln mennigrot. Quer durch den gelben
Mittelflecken geht eine feine schwarze Längslinie. Solch ein Flecken
macht wirklich den Eindruck eines Doppelauges, hauptsächlich
infolge dieses feinen Längsstrichleins. Die roten Fleckchen ähneln
bei einigem guten Willen Linsen.
Wenn wir aber bei Milben Augen und selbst Doppelaugen
studieren, bemerken wir, daß die Linsen, oder besser Corneae,
farblos sind und daß dagegen die Netzhaut rot oder purpurn oder
schwarz ist. Also würde man den geteilten, gelben Mittelflecken
für zwei Corneae, die zwei roten Fleckchen für Netzhäutchen an-
sehen müssen. Aber diese Vorstellung läuft allen Wahrnehmungen
schnurgerade zuwider, denn überall, auch bei Araneae, Crusta-
ceae usw. sind die Corneae der Doppelaugen voneinander abge-
wendet und haben sie zusammen eine Netzhaut.
Ich glaube denn auch, daß wir hier kein Doppelauge vor uns
haben, sondern den gewöhnlichen Rückenflecken, der nur in diesem
Falle — allerdings ein Unikum — von einer schwarzen Längslinie
in zwei Teile geschieden ist.
Als ich aberdie seltene Pelops occultusC.L. Koch studierte, frap-
pierte mich der prächtige orangegelbe, organgerotgerandete Flecken
(cf. S.42, Taf. XVII, Fig. 17)so, daß ich nach dem Kasten griff, worin
meine Zeichnungen von Oribatidae aufbewahrt werden. Die Ähnlich-
keit war wirklich genügend, mich zum Nachdenken zu stimmen. Und
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 45
besser, daßes.... auch bei anderen Oribatidae!.... eine
Hautpartie ist, welche Licht zum Gehirne durchläßt, welches
sich gerade unter diesem Flecken befindet? Unstreitig
ist das Gehirn ektodermalen Ursprungs, muß also wohl aus
diesem Grunde allein etwas lichtempfindlich sein.
ACARIDAE.
Tyroglyphus farris Oudms.
(Taf. XVII, Fig. 19—23; Taf. XVIII, Fig. 1—16).
1. Nov. 1905. Aleurobius farris Oudms. in Ent. Ber., vol. 2,
Nr. 26, p. 20 (Diagnose).
Larva (Taf. XVII, Fig. 22). Länge (inkl. Gnathosoma) 200 »,
größte Breite 100 u. Gestalt: oval mit der Spitze nach vorn.
Farbe: weißlich, die Beine und Mandibeln licht-rosa.
Rückenseite (Taf. XVII, Fig.22). Propodosoma mit zwei
etwas voneinander stehenden Vertikalhaaren, welche die Mandibel-
spitzen nicht überragen, zwei winzigen Lateralhärchen und vier
gleichlangen Skapularhaaren; diesesind kürzer alsdie Vertikalhaare.
Hysterosoma. Von der ersten Reihe von vier Haaren sind die
Humeralhaare noch kürzer und nach außen und vorn gerichtet,
die anderen weit voneinander und dicht bei der Querfurche. Von
der zweiten Reihe sind die zwei submarginalen weit hinter die zwei
submedianen gestellt. Von der dritten Reihe sind ebenso die zwei
marginalen hinter den submedianen zu finden. Dann folgen noch
zwei marginale am Hinterrande, welche ein wenig länger als die
Vertikalhaare sind. Struktur glatt.
Bauchseite (Taf. XVII, Fig. 20). Die Epimera I bilden zu-
sammen nurein kurzes Sternum. An den Coxaeljeein feines Härchen
und die ziemlich großen keulenförmigen Urstigmen. Querfurche
schwach. An den Coxae III je ein feines Börstchen. Außerhalb der
Coxae III je zwei solcher. Analöffnung länglich-oval; hinter ihr
zwei Haare.
Mandibeln (Taf. XVII, Fig. 23) noch schwach, aber schon von
dem Typusdererdes Weibchens. Digitus fixus ohne eigentlichen End-
zahn, mit zwei kaum angedeuteten Zähnchen dahinter, wovon der
zweitederCaninus(?), dann zwei stumpfemolares. Digitus mobilis mit
kaum angedeutetem Endzahn und drei schwachen Zähnen dahinter.
Maxillen (Taf. XVII, Fig. 21) mit zwei längeren Coxalhaaren,
welche ziemlich weit voneinander entfernt sind, fast hinter den
zweigliedrigen Palpen. Das erste längere Glied je mit einem
längeren Haare, das Endglied mit einem kurzen ‚„Riechhaare‘.
Beine ohne besondere Merkmale. Der Erwähnung wert sind
vielleicht doch: Bein I: Genu mit winzigem distalen Härchen;
10, Heft
46 Dr. A. C. Oudemans:
Tibia mit langem Tasthaare, Tarsus mit keulenförmigem Riech-
haare. Bein Il ebenso. Bein III: Tibia mit langem Tasthaare.
Pseudostigmatisches Organ (Taf. XVIII, Fig.19) über dem
Trochanter I eine kurze Borste mit nur zwei oder drei feinenÄstchen.
Protonympha(Taf.XVIII,Fig.2).Länge(inkl.Gnathosoma)285u,
Breite.hinter den Schultern 115 u. Gestalt länglich, mit Wulsten
über den Beinen I und II; Hysterosoma länglich trapezoidal, hinten
schmäler. Vielleicht sind wohlernährte Individuen wie die Larve
oval. Farbe weißlich, Beine und Mandibeln rosa.
Rückenseite (Taf. XVIII, Fig.2). Sofort fällt auf, daß die Haare
des Opisthosoma verhältnismäßig kürzer und dicker, also mehr
borstenförmig sind als die der Larve. Propodosoma wie bei der
Larve, aber die vier Skapularhaare sind hier wohl etwas länger als
die Vertikalhaare. Hysterosoma. Wahrscheinlich der Magerkeit
wegen ist eins der zwei Härchen, welche bei der Larve an der
Bauchseite auf der Außenseite der Coxae III standen, hier dorsad
gerückt. Also die erste Reihe von vier Börstchen nach vorn ge-
richtet. Die anderen Börstchen wie bei der Larve gelagert, aber
die zwei Hinterrandborsten kürzer. Öldrüsen bräunlich; ihre
Öffnung deutlich. Struktur glatt.
Bauchseite (Taf. XVIII, Fig. 4). Epimeren I dick, ein kurzes
Sternumbildend. Coxae I je mit einem Härchen. Hinter den Beinen II
lateral ein kurzes Epimerit. Coxae III je mit einem Härchen;
nach außen von den Coxae dieselben zwei Härchen wie bei der
Larve, aber eins von ihnen ist (wohl der Magerkeit wegen) dorsad
gerückt. Hinter den Beinen IV ein kurzes Epimeıit. Genital-
spalte angedeutet; jederseits ein Härchen und inwendig ein
Saugkolben. Analspalte lang, von sechs Härchen umgeben;
dahinter vier lange submarginale Haare.
Mandibeln und Maxillen (Taf. XVIII, Fig. 3) wie bei
der Larve. Bein I. Neben dem winzigen Riechhärchen des
Genu ein längeres Härchen. Bein III. Genu distal mit winzigem
Riechhärchen. Bein IV. Tibia mit langem Tasthaare. Sonst Sue
die Beine wie bei der Larve.
Pseudostigmatisches Organ (Taf. XVIII, Fig. 1) wie bei
der Larve, aber kräftiger.
Deutonympha oder Hypopusstadium mir unbekannt.
Tritonympha steht in allem zwischen der Protonympha und
dem Weibchen. Länge (inkl. Gnathosoma) + 450 u. Breite
+ 210 u. Gestalt oval, mit der Spitze nach vorn. Farbe weiß-
lich; Beine und Mandibeln rosa.
Rückenseite. Sofort fällt auf, daß die vier Skapular- und
die zwei Hinterrandborsten wieder etwas länger sind als die der
Protonympha. Sonst wie bei dieser.
Bauchseite. Genitalspalte angedeutet, aber inwendig jeder-
seits zwei Saugkolben. Sonst wie bei der Protonymphe.
Mandibeln mehr wie die des Weibchens.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern 47
Labrum (Taf. XVIII, Fig. 5) lang und länglich dreieckig.
Epipharynx: die Paralabra sind sehr kurze Gebilde. Maxillae.
Basis mit zwei starken Borsten. Malae weit voneinander gerückt,
distad wieder zueinander geneigt, so daß eine ovale Öffnung
entsteht, worin ein medianes Spitzchen ragt und die Spitze des
Labrums sichtbar wird. Übrigens wie bei der Protonympha.
Beine wie bei der Protonympha.
Pseudostigmatisches Organ (Taf. XVIII, Fig. 6) in
seinem proximalen Viertel geknickt und mit etwa sechs Ästchen.
Femina (Taf. XVIII, Fig. 8). Länge von 450—650 u. Breite von
220—300 u. Gestalt oval, mit der Spitze nach vorn. Farbe
weißlich; Beine und Mandibeln rosa.
Rückenseite (Taf. XVIII, Fig. 8). Die Ouerfurche ist scheinbar
mehr nach vorne, denn das abgebildete Weibchen ist schwanger.
Sofort fällt die Länge der Vertikal-, Skapular- und Pygidialhaare auf.
Die Vertikalhaare sind dichter beieinander und überragen die Man-
dibelspitzen. Die vier Skapularhaare lang, nach vorne und radiär ge-
richtet. Die Borsten der ersten Reihe des Hysterosoma sind sehr kurz.
Die zwei Pygidialborsten so lang wie die Skapularborsten, aber
stärker. Vor diesen sind zwei kurze Borsten hinzugekommen.
Bauchseite (Taf. XVIII, Fig.9). Querfurche kaum angedeutet.
Auch Coxae IV je mit einem Härchen. Das laterale der zwei nach
außen von den Coxae III stehenden Haare ist hier eine starke Borste.
Genitalspalte fertig, jede Klappe mit einem Härchen. Analspalte
jederseits von sechs Härchen umgeben. Von den vier postanalen
Haaren sind die beiden submedianen länger als die zwei externen;
diese so kurz wie die Rückenborsten.
Mandibeln (Taf. XVIII, Fig. 7). Digitus fixus mit Endzahn,
kleinem Incisivus, größerem Caninus und zwei stumpfen Molares,
alle nach vorn gerichtet. Digitus mobilis wie der fixus, aber alle
Zähne nach hinten gerichtet. Ich fand an der Basis des Digitus fixus
intern ein borstenförmiges Sinnesorgan wie bei den Parasitidae!
Labrums Epipharynx und Maxillae (Taf. XVIII, Fig. 11) wie
bei der Tritonympha. Außerdem beobachtete ich, daß die Basis
dorsal am lateralen Rande ebenfalls eine Borste trägt. So auch
das erste Palpglied und daß das zweite Palpglied neben dem
Riechhaare ein Gebilde aufweist, wie ein rudimentäres drittes
Glied. Beine wie bei den vorigen Entwicklungsstadien.
Pseudostigmatisches Organ kräftiger, namentlich proxi-
mal mit neun Stacheln (Taf. XVIII, Fig. 10).
Mas. (Taf. XVIII, Fig. 12). Sofort fällt auf: 1. daß die
Mandibeln kräftiger entwickelt sind und mehr nach vorn gestreckt
sind, 2. daß die Beine I nur wenig dicker sind als die Beine II,
und der ventrale Dorn schwach ist, daß also diese ‚‚Aleurobius‘‘-
Art gar nicht so ausgesprochen die Merkmale besitzt,
welche das ‚Genus Aleurobius‘ kennzeichnen, daß also
dieses Genus wegfällt.
10. Heft
48 Dr. A. C. Oudemans:
Länge (inkl. Gnathosoma) 425 (u, also kleiner als das Weib-
chen. Breite an den Schultern 175 u. Gestalt zwar länglich,
aber doch kräftiger als beim Weibchen; das Hysterosoma fast
viereckig mit abgerundeten Hinterecken; die Mandibeln kräftiger,
aber nicht die Beine I. Farbe weißlich; Beine und Mandibeln
rosa.
Rückenseite (Taf. XVIII, Fig. 12). Die Vertikalhaare stehen
weiter voneinander als beim Weibchen; die Nuchalhärchen sind hier
sichtbar, weil das Gnathosoma mehr hervortritt; die zwei sub-
marginalen Pygidialborstchen sind dichter beieinander als beim
Weibchen.
Bauchseite(Taf. XVIII, Fig.13). Keine Querfurche. Dielaterale
der zwei nach außen von den Coxae III stehenden Borsten ist hier
ein langes Haar, so lang wie die Skapularhaare und dabei genau
an die Seiten verschoben, so daß ich es auch in der Figur, welche
die Rückenseite vorstellt eingezeichnet habe. Intern der Epimera
IV ein Paar Härchen. Die Genitalklappen, je mit einem Härchen,
bilden zusammen ein /\-förmige Figur; die zwei Paar inwendiger
Saugkolben sind deutlich. Der Penis kurz keulenförmig und etwas
gekrümmt. Die Analspalte von nur zwei Börstchen flankiert. Die
Analsaugnäpfe hinter der Mitte der Spalte, ziemlich groß, braun.
Sechs lange submarginale Hinterrandshaare.
Mandibeln,Labrum, Epipharynx, Maxillen (Taf. XVIII,
Fig. 14) wie beim Weibchen. Beine I gar nicht so viel dicker
als die Beine II, wie es bei ‚Aleurobius‘“ farinae L. der Fall ist.
Wenn aber das Bein von der Seite betrachtet wird (in Fig. 13
ist es schon etwas gedreht), dann gewahrt man, daß es fast
zweimal höher ist als breit, daß also der Durchschnitt der
ersten Glieder elliptisch, nicht rund ist. Der Dorn am Femur
schwach und weiß, nicht so stark und 'braun chitinisiert wie
bei der Vergleichsart. Tarsus IV (Taf. XVIII, Fig. 15) mit
zwei Haftnäpfen, wovon der distale in der Mitte des Tarsus. Ich
habe aber schon 1906 (in: Nova Guinea, vol. 5) darauf hingewiesen,
daß man auf dieses Merkmal kein allzu großes Gewicht legen kann.
Pseudostigmatisches Organ (Taf. XVIII, Fig. 16) wie
bei der Larve!
Habitat. Ich fand diese Art in Käse, auf Mus decumanus L.,
in Heuabfällen; sie wurde auch neuerdings im Maulwurfsneste an-
getroffen. Patria: bis jetzt die Niederlande, aber bestimmt kosmo-
politisch. Tempus: gewiß per annum. Inventores: bis jetzt
ich und Herr F. Heselhaus, S. J.
Tyroglyphus wasmanni Moniez.
(Taf. XVIII, Fig. 17, 18.)
Michael hat in seiner schönen Arbeit: British Tyroglyphidae,
vol. 2, p. 131, T. 38, die Tritonympha und die Aldulti genügend
beschrieben und abgebildet, obwohl die gegenwärtige Wissenschaft
Archiv für Naturgeschichte, 79. Jahrg. 1913, Abt. A.
Lichtdruck von Albert Frisch, Berlin W.
Oudemans, Acarole
Oudemans Tafel XVII.
hes aus Maulwurfsnestern.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 49
mehr Forderungen stellt. Aber sowohl die Beschreibung als die
Abbildung der Deutonympha oder des Hypopusstadiums ist so
dürftig und teilweise gar falsch (z. B. über die Stellung des Anus),
daß eine neue und exaktere Beschreibung und Abbildung unbe-
dingt nötig ist. Ich gab von dieser Deutonympha schon eine
kurze Diagnose, aber unter falschem Namen (kein Wunder!).
1. Mai 1912. Tyroglyphus mycolichus Oudms. in Ent. Ber.,
vol. 3, Nr. 65, p. 250 (Hypopus, Diagnose).
1. Sept. 1912. Idem., Oudms. in Tijds. Ent., vol. 55, Vers-
lagen, p. LII (idem).
Deutonympha (Hypopusstadium) (Fig. 17). Länge + 165 u.
Größte Breite, in der Mitte 125 u; wie bekannt variiert diese noch
mehr als die Länge, da diese Milben ihre lateralen Ränder buch-
stäblich einrollen können. Gestalt breit-elliptisch, mit dicken,
kurzen Beinen. Farbe weißlich mit rosabraunen Extremitäten
und Coxalrändern.
Rückenseite (Fig. 17). Propodosoma ungefähr halb-
kreisförmig, nur sehr wenig vom vorderen Hysterosomarande über-
lagert; die zwei äußeren winzigen Härchen (Börstchen) in der Nähe
der inneren Ränder der Femora II; die zwei inneren submedian,
soweit voneinander, wie die Breite der Femora I, unweit des Hy-
sterosomarandes. Das Hysterosoma mit fünf QOuerreihen von
je vier Härchen. Die erste Reihe nach hinten konvex, so daß die
äußeren in den Vorderecken sich befinden, wo noch ein Härchen
zu finden ist, das gewöhnlich ventral ist. Die zweite Reihe nach vorn
konvex, die inneren Härchen mehr mediad gestellt. Die dritte
Reihe gerade. Die vierte und fünfte Reihe nur wenig nach vorn
konvex; die äußeren der letzten Reihe sind marginal und mindestens
zweimal länger als die übrigen Härchen. Struktur spiegelglatt.
Bauchseite (Fig. 18). Coxae. Die Epimera I nur ganz
vorn frei, bilden zusammen das lange schmale Sternum, das die
etwas vor der Mitte der Milbe gelegene Querfurche nicht erreicht.
Den Grenzen der Coxae II kann die Benennung von Epimeren
oder Epimeriten nicht gegeben werden, so äußerst dünn sind sie;
die äußeren Grenzen biegen sich proximal nach der Querfurche
um. Die Coxae III und IV stoßen in der Medianlinie zusammen
und bilden hier eine ‚Verlängerung‘ des Sternums bis zur Genital-
öffnung. Saugnäpfe. Auf den Coxae I je ein kleiner Saugnapf,
gleich in der Nähe des inneren distalen Eckchens der Coxae II.
Auf Coxae III je ein etwas größerer Napf, mit Mittelpunkt, gegen
den Hinterrand, wo dieser eine seichte Einbuchtung hat. Zwei
harte, etwas dreieckige Näpfe mit Mittelpunkten flankieren die
Hinterhälfte der Genitalöffnung. Saugnapfplatte mittel-
mäßig groß, mit acht Saugnäpfen. Die vier größeren mit undeut-
lichen, die vier kleinerenmit sehr deutlichen Rändern. Die zwei mitt-
leren sind die größten, breit-elliptisch, je mit zwei runden Kernchen
hintereinander; davor zwei mittelgroße, je mit zwei konzentrischen
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 10. 4 10. Heft
50 Dr. A. C. Oudemans:
Kreischen; hinten und neben den mittleren die vier kleineren, je
mit einem Kerne. Zwischen den sechs kleineren befinden sich noch
vier harte, hornartige, inwendige Knoten (Muskelansätze). Här-
chen. Auf den Coxae III, wo sie einander berühren je ein winziges
Härchen; zwei andere flankieren die Vorderhälfte der Genital-
öffnung; zwei andere an den Vorderecken des Hysterosoma; zwei
andere in der Nähe des am meisten ventrad umgeschlagenen
Leibesrandes. Genitalöffnung ziemlich groß, mit zwei Paaren
inwendiger Saugnäpfchen. Analöffnung winzig, unter der Saug-
napfplatte und zwischen den vier größeren Saugnäpfen (nicht
hinter der Saugnapfplatte, wie Michael meint).
Gnathosoma fast so lang und proximal fast so breit wie
der Tarsus II, distal äußerst kurz gegabelt; jede Zinke mit einer
Borste, welche kürzer ist als das Gnathosoma selbst; dorsal (Fig.
17) an den Basen der Zinken je ein feines Härchen.
Beine dorsal. Bein I. Genu proximal ein kleines Dörnchen,
distal ein Riechhaar und ein winziges Härchen; Tibia distal ein
Tasthaar, welches selbst die Haftscheiben überragt; Tarsus proxi-
mal ein großer quergestreifter Riechkolben, ein feines Härchen
und ein winziger Kolben; mehr distad ein langes zylindrisches
Haar; distal ein feines Härchen und zwei Hafthaare, wovon eins
distal lanzettlich, klein, das andere groß, distal löffelförmig und ge-
knickt ist. Bein II. Genu proximal und distal je ein Dörnchen;
Tibia distal eine Tastborste; Tarsus proximal ein großer querge-
streifter Riechkolben, halbwegs ein Dörnchen, distal ein feines
Härchen und zwei Hafthaare, beide sind distal lanzettlich, das
innere ist das stärkere. Bein III. Tarsus distal: zwei gebogene
Börstchen. Bein IV. Tarsus distal: ein feines Tasthärchen und
zwei gebogene Börstchen. Ventral. Alle Tarsen mit vier gebogenen
Endborsten. Dornen treffen wir an: an den vier vorderen Genua
extern, an den vier vorderen Tibiae extern, an den vier vorderen
Tarsi ventral, an den Genua III extern und an den vier hinteren
Tibiae extern. — Alle Beine mit kurzer, starker Kralle, ohne
Haftscheibe. .
Adult. Das einzige @ von Pater F.Heselhaus im Maulwurfs-
neste aufgefunden, besitzt rosafarbige Haare. Michael meldet
nichts von der Farbe der schönen Federhaare.
Habitat: in Ameisen- und in Maulwurfsnestern. Patria:
wohl ganz Europa (Niederlande, Frankreich, Tirol. Tempus:
wohl das ganze Jahr. Inventores: E. Wasmann, S. J., Leo-
nardi (?), F. Heselhaus, S. J.
Glyeyphagus ornatus Kramer.
(Hierzu keine Figur.)
Kramer (Zeitschr. ges. Naturw., vol. 54, p. 437, 1878) gibt
von dieser Art Merkmale, welche mehr generisch sind oder auch
anderen Spezies zukommen. Außerdem sagt er, daß die Art sich
A.carologisches aus Maulwurfsnestern. 51
dadurch charakterisiert, daß das Männchen an den Tibiae I und II
ein starkes kammförmiges Haar trägt, aber das sind sexuelle Kenn-
zeichen. Ich habe die Beschreibungen und Abbildungen Kramers
und Berleses schon früher kritisiert (Tijds. Dierk. Ver., Ser. 2,
vol. 7, p. 83, 1901 und vol. 8, p. 229).
Ich war nun durch den Fund von einem Männchen in einem
Maulwurfsneste durch Pater F. Heselhaus in der Lage, diese
Art zu studieren, und obwohl es ein starkbeschädigtes Exemplar
ist (sechs der acht dorsalen Schlepphaare fehlen), konnte ich kon-
statieren, daß diese Art sich von Gl. domesticus de Geer und
cadaverum Schrank unterscheidet durch den Besitz von einem
stabförmigen Rückenschildchen, daß sich auch vor den Vertikal-
haaren bis an den Vorderrand des Idiosoma ausdehnt, was bei den
anderen zwei Arten nicht der Fall ist. |
Anoetus spiniferum Michael.
(Hierzu keine Figur.)
Ich konnte nur eine Nymphe studieren, aber auch das war
schwer, denn die Milbe war von Schmutz überdeckt, wie Nothrus-
Arten unter den Oribatidae. Ich will nur zwei Eigentümlichkeiten
mitteilen, welche ich nicht von Michael erwähnt finde (Michael,
Brit. Orib., vol. 1, p. 215, T. 4, Fig. 1—3).
Die Genua I und II und Tarsi I—IV sind mit winzigen, becher-
förmigen, in zwei oder drei Zähnchen endigenden Härchen versehen.
Die Beine I und II sind nicht ventral, sondern dorsal einge-
pflanzt, wie man auch bei einigen Tarsonemidae findet.
“ Auch Michael fand nur eine Nymphe und ein Weibchen im
Maulwurfsneste. Die Art scheint also sehr selten zu sein, denn von
Michael und Heselhaus sind zusammen wohl schon hunderte
von Maulwurfsnestern untersucht worden.
Bemerkung.
Die sorgfältige Abbildung, Untersuchung und Beschreibung der
obengenannten Tyroglyphus farris Oudms. (S. 45), die ich früher
Aleurobius farris nannte, die aber je länger desto mehr T'yro-
glyphus-Merkmale zeigte, gaben mir Anlaß, andere Tyroglyphus-
und Aleurobius-Arten zu untersuchen und die Literatur darüber
nachzuschlagen. Ich machte dabei die Entdeckung, daß, was man
gewöhnlich ‚‚s?r0‘“ nennt, gar nicht die Käsemilbe ist. Von dem
Einen kam ich zu dem Anderen und so entstand eine ganze Reihe
von kleineren Untersuchungen, auch auf etymologischem Gebiete.
Die Resultate davon lege ich nun hier nieder.
Genus Acarus Linn£.
(Hierzu keine Figur.)
Welche Milbe schwebte Linn& vor, als er 1735 ein Genus
„Acarus‘‘ nannte und "dieses in den folgenden Editionen seines
Systema Naturae aufrecht erhielt, mit anderen Worten: welche
4* 10. Heft
52
Dr. A. C. Oudemans:
Milbe ist Typus des Genus Acarus Linne 1735, selbst des Genus
Acarus Linne 1758 (Anfangsjahr der zoologischen Binomenklatur) ?
Antwort: Keine andere als die Krätzmilbe.
Schon 1557 wird ja die Krätzmilbe von Scaliger, Exoteria-
rum obs. libri 15, 194, 7, Nr. 7, Acarus genannt!
Nach 1557
finden wir den Namen Acarus auch bei den folgenden Autoren
(Titel verkürzt) und stets für die Krätzmilbe (!).
1602.
Felix Plater, Prax. med. opus, vol. 3, c. 13.
1612. Vocabularius dell’Acad. Crusca.
1622.
1630. Hafenreffer, /lavöoysiov dioAoöspuor.,
1634.
Joel, Opera med., vol. 4, c. 12, sect. 3, lib 10.
lib. 1, c. 10.
Mouffet, Insect. s. minim. animal Theatr., p. 266, 267.
1650. Hauptmann, Epist. praelimin, de viva mortis imagine
ad D. Petr. Jo. Fabrum.
1652. Borellus, Hist. et Obs. med. physic. Centuria, vol. 4,
obs. 48.
1656.
Borellus, Obs. microsc. Centuria.
1657. Hauptmann, Epist. ad R. P. Dr. Anastas. Kirch.
1660.
1663.
Hafenreffer, Nosodochium cutis affectus, p. 77.
Bochart, Hierozoicon sive bipartitum opus de animal.
Sanet. Script., vol, 2,.Ps.’2, 1b!'4,:c.r18:
1664.
1671.
Laurenzo, Amalthoea, ‚Acarus subcutaneus rodens“.
Rohault, Trait&@ de Physique, part. 1, c. 21, sah die
dorsalen Schuppen!
1678.
1684.
1696.
1722.
ab acaris.
1724.
1735.
1736.
1740.
1746.
1751.
p. 151.
1752.
Ludovic, de varis, acaris, sironibusque.
Bonnet, Med. septentr. coll., vol. 2, p. 665.
Paulitz, Diss. de morbis animatio.
Rivinus et Schwiebe, Diss. inaug. de prur. exanth.
Hummel, Helminth. intricata.
Linne, Syst. Nat. Ed. I (und folgende Editionen).
Linne&, Anim. per Suec. observ. in: Acta Upsal., p. 133.
Baier, de generat. insect. in corp. humano.
Linne, Faun. Suec. Ed. I (und Ed. II postea).
Storch, Theor. et pract. Abh. Kinderkrankh., vol. 4,
Avelin, Mirac. insect. in: Amoen. Acad., vol. 3, p. 333.
„Acarus humanus subcutaneus‘“.
1752.
1752.
scabiei‘“‘.
1752.
1757.
p. 9.
Baeckner, Noxa insect. in: Amoen.Acad., vol. 3, p.342.
Hill, A general Nat. Hist. or &c., vol. 3. „Acarus
Hill, Essays in Nat. Hist. &c., „Acarus scabier“.
Nyander, Exanth. viva, in: Amoen. Acad., vol. 5,
„Acarus siro‘“.
Mich dünkt, daß nach dieser Aufzählung jedermann gestehen
muß, daß das einzige Tierchen, welches vor dem Jahre
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 53
1758 Acarus genannt wurde, die Krätzmilbe ist und daß
der Genusname Acarus also nur der Krätzmilbe zu-
kommt.
Spezies Siro L.
(Hierzu keine Figur.)
|Welche Milbe trug jahrhundertelang und auch noch in Linne&s
Zeiten den Namen Siro ?
Antwort: Keine andere als die Krätzmilbe.
|Ich gebe hier wieder eine Übersicht von Autoren vor Linne,
welche die Krätzmilbe mit dem Namen Siro meinten. Der Kürze
wegen lasse ich nun selbst die Titel weg, bin bereit, jedem die voll-
ständigen Titel zu verschaffen.
1150-1160. Heil.Hildegard,
Suren.
1281. Jacobus et Paravi-
cius, Syro.
1363. De Chauliac, syro.
1456. Garlapinmanuser.tit.:
Sint Hildegardis Physica, sueren.
1490. Jacobus et Paravi-
cius in manuscr. tit.: Avenzoar
Interpr. &c., syro.
1541. Rabelais, cıron.
1557. Scaliger, scirus.
1560. Langius, syro.
1563. Fallopius, scirrho.
1575. Rondelet, cyro.
1577. Joubert, cyro.
1585. Pare&, cıron.
1586. Veiga, syro.
1586. Vidius, scirrho, scirro.
1594. Heurnius, cyro.
1597. Schenk, syro.
1602. Aldrovandus, cyvro.
1602. Plater, sıro, süren,
chiro. Also hier zum ersten
Male die Schreibweise
siro.
1607. Horstius, siro.
1611. Sennert, sıro, chiro.
1618. Joel, sühren.
1622. Joel, syro.
1630. Hafenreffer, cyro.
1634. Mouffet, syro, seuren.
1650. Hauptmann, cyro.
1652.
1653.
1656.
1657.
1658.
1660.
1669.
1671.
1673.
1678.
1679.
1682.
seuren.
1684. Bonnet, siro.
1687. Lipstorp, siro.
1688. Musitanus, syro.
1689. Dolaeus, sıro, siren,
cıro, chiro.
1691. Bonannus, siro inter-
cutaneus.
1691. Bonnet, sıro, chiro.
1691. Riedlinus, syro.
1692. Bonomo, siıro. Von
nun abimmer die Schreib-
weise sır0.
1695. Schelhammer, sıro.
1701. Keck, siro.
1703. Bonomo, sıro.
1716. Nenterus, sıro.
1719. Allen, s:ro.
1722. Schwiebe, sıro.
1722. Zwinger, siro.
Borellus, cyro.
Jonston, syro.
Borellus, syro.
Hauptmann, cyro.
Mouffet, syro, seuren.
Hafenreffer, cyro.
Bochart, cıro.
Dolois, ciron.
Johnston, ciro, chiro.
Ludovic, siro.
Blancaert, syro.
Ettmüller, siro, cıro,
10. Heft
54 Dr. A. C. Oudemans:
Mich däucht, daß nach dieser Zusammenzählung jeder an-
erkennen muß, daß das einzige Tierchen, daß vor dem
Jahre 1758 Sıro genannt wurde, die Krätzmilbe ist und
daß der Artname Siro also nur der Krätzmilbe zu-
kommt.
Was bedeutet Siro?
(Hierzu keine Figur.)
Michael (Brit. Tyrogl., vol. 2, p. 117, Fußnote, 1903) erklärt:
„ioös, a cavity orcellar; probably an allusion to itssupposed
boring habits under the skin. It is from this name and supposition
that arises the medial term Sirones or Syrones for parasitic Acari,
particularly Sarcoßtes scabier.“
Leunis (Synops. Thierk., vol. 2, p. 578, Fußnote, 1886)
erklärt: ‚„Milbe‘“ und p. 613: „Mittellateinischer Name für Milbe“.
Agassiz (Nomenkl. Zool. Arachn., p. 11, 1844: ‚Sceirus =
axipos —= scirrhus‘‘, und p. 12: „Swro = swös = fossa‘.
Wir fanden, siehe S. 53, die folgenden Schreibweisen: chiro,
ciro, ciron, cyro, Scirrho, sScirro, Scirus, Seuren, Siren, Siro,
sueren, sühren, suren, süren, syro. In Wörterbüchern finde ich
nun die folgenden Übersetzungen.
oL0Ö5, 0E10Ö0S, 080005, eine Grube, ein Erdloch, um Getreide
aufzubewahren; offenbar stammt hiervon unser ‚„Kornsilo‘ ab.
0xl00s, orloös, 0rlE005, 04.1005, Marmorpulver, Gips, Zement.
oxiooov, die harte Käsekruste.
0xl0005, »oıssös, xıosös, jede Erhärtung, z. B. ein hartes
Geschwür.
oxı000w, hart machen, erhärten.
Vielleicht ist oxeioos wohl mit ox4no0s verwandt, das eben-
falls ‚„‚hart‘“ bedeutet.
Scirrhoma, scirrhus (Lat.), ein hartes Geschwür der Leber
oder im Bauche.
Siren (Lat.), ein kleines blutloses Tierchen, das man in der
Honigwabe findet; man nennt es also, wenn es anfängt, eine,
Hummel zu werden (Pitiscus, 1771). In einem anderen Wörter-
buch: eine Art von Hummeln oder Wespen.
Sirus (Lat.), unterirdische Kornscheuer, Korngrube.
Scirros (Lat.), ein erhärtetes Geschwür.
Cirone (Ital.), Milbe, Made.
Seirro (Ital.), Erhärtung, hartes Geschwür.
Cirro (Span.), hartes Geschwür.
Siros (Span.), Hummelfliege (? Bombylius).
Chiron (Fra.), ein Wurm in der Olive oder im Holze.
Ciron (Fra.), Milbe, Made, Hautwürmchen, ‚‚zier‘‘, ‚„ziertje‘,
mikroskopisches Tierchen, Larve im modernden Ölbaume, Bläschen
oder Finnchen von einem Hautwürmchen verursacht.
Siro (Eng.), ‚ziertje‘‘, Krätzwürmchen.
Soor (Deu.), Mundschwärchen.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 55
Zier (Niederl.), mikroskopisches Tierchen.
Zierblaasje (Niederl.), Bläschen oder Finnchen von einem
Hautwürmchen verursacht. (Also bedeutet „zier‘“ (Niederl.) auch
eine Krätzmilbe.)
Zeuren, zuren (Niederl.), lästig fallen, behelligen, plagen,
Schmerz verursachen, im Spiele betrügen. Offenbar ist dies das
Alt-Deutsche ‚‚suren, süren, seuren, seurengraben‘, also fortwährend
Schmerz verursachen beim Herausholen von Krätzmilben mittels
Nadel, Stacheln oder Holzsplittern, worin gewisse alte Weiber
wohlgeübt waren.
Und ich frage mich: sollten
Lateinisch: scabere, cortex, crusta,
Französisch: gratter, croüte,
Englisch: scab, scrabble, scrape,
Niederländisch: schaven, schrapen, schrabben, schrappen,
schrobben, schurft, krabben, krabbelen, krauwen, krassen, korst,
Deutsch: schaben, schrammen, scharren, krauen, kraueln,
kratzen, Krätze, kraspeln, Kruste,
Schwedisch: skorpe, skort,
nicht verwandt sein mit gxıoo6s, xoıssös und xapdoow ?
Aus Obenstehendem meine ich schließen zu können, daß sıro
nicht bedeutet oxioos, ein Keller oder Korngrube, Getreidegrube,
sondern oxioos, harte Kruste der Haut. Als die Menschen ent-
deckten, daß diese verursacht wurde durch Tierchen, welche sie
daraus heben konnten mittels Holzsplitter oder Stacheln, später
Nadeln, ging der Name über auf die Tierchen, welche man in den
Bläschen fand. — Noch später ward der Name zur Bezeichnung von
allerkleinsten Tierchen angewandt, dann von kleinen und größeren
Larven der Bienen und Hummeln, endlich auf die Bienen selbst.
— Metaphorisch auch ‚een ziertje‘‘ = eine Kleinigkeit: ‚ik geef
er geen zier om‘ (ich gebe keinen Pfifferling darum), ‚een ziertje
Boter‘‘ (ein bißchen Butter). Aber auch ‚zeuren = Krätzmilben
herausholen, herausstöbern, fortwährend Schmerz verursachen,
fortwährend prickeln, vexieren, behelligen, langweilen: ‚leg toch
niet zoo te zeuren‘‘ = quarre, nergele, quengele mich doch nicht
so. — Aber auch ‚„zeer‘‘ —= „Soor‘‘ (Deu.) = Ausschlag, z. B.
„hoofdzeer = Kopfgrind, ‚„mondzeer‘‘ (Mundausschlag), ‚klauw-
zeer — Klauenseuche, ‚‚zeer‘‘, „het doet zeer‘‘ (das tut weh),
„zeere oogen‘ (entzündete Augen). — Möglich ist es, daß nach dem
Funde von grabenden Tierchen, siro auch graben bedeutete, daher
„sigos‘‘ eine Grube, ein Erdloch, ein Getreidekeller.
Herr F. Heselhaus, mein Manuskript korrigierend, fügt
hier noch hinzu:
Krätze (scabies), mittelhochdeutsch: Krezze, auch Krenze
(Kratte); althochdeutsch: chrezzo.
Kratzen, althochdeutsch: krazzön; dazu nordisch: krota =
eingraben, gotisch: gakrutön = zermalmen.
10. Heft
56 Dr. A. C. Oudemans:
Sehr, altsächsisch: sero, ser = schmerzlich; englisch: sore;
finnisch: sairas = krank, scheint auf Wurzel sai = schmerzen
hinzuweisen mit altirisch: säeth, söeth = Leid; cf.: deutsch:
versehren; schwäb.: ser = wund.
Aus Kluges Etym. Wörterbuch.
Hat Linne mit Acarus siro die Krätzmilbe oder die Käsemilbe
gemeint?
(Hierzu keine Figur.)
Um diese Frage zu beantworten, müssen wir sorgfältig unter-
suchen, was Linn& selbst uns von diesen Milben mitteilt.
1746, Linn&, Fauna Suecica, Ed. I., Acarus humanus sub-
cutaneus. Er zitiert Ettmüller und Rivinus, Fig. A, B, und er-
zählt, wie die Krätzmilbe arbeitet und lebt usw. Seine Diagnose
lautet wie folgt: ‚Minimus, magnitudine vix lendis, subrotundus
capite vix conspicuo, ore ut et pedibus rufis sive testaceis;
abdomen ovatum, aquei coloris, in dorso duplici linea lunari seu
pari linearum fuscarum recurvatarum notatus.‘“ Diese Worte be-
weisen, daß er die wahre Krätzmilbe selbst kannte und sie auch
identifizierte mit den Abbildungen Ettmüllers und Rivinus,
welche wirklich Krätzmilben darstellen.
1746. Linne, Fauna Suecica, Ed. I. Acarus farinae. Er
zitiert Leeuwenhoek, Blankaart, „Bonan.N.C.“, Rivinus,
Fig. D—G, I—L, N. Er sagt: „Habitat in Farina antiqua antiquo-
que caseo. Est praecedenti valde similis, sed maior. Abdomen
subglobosum aqueum, sed immaculatum. Os et pedes testacei.“
Es ist wahr, daß Acarus farinae auch in altem Käse lebt.
Dies gibt uns noch kein Recht zu behaupten, daß Linne mit
Acarus farinae noch andere Milben gemeint hat. — Wohl muß
man anerkennen, daß der Satz: ‚„praecedenti (der Krätzmilbe)
valde similis‘“ kein Beweis ist von Linn&s scharfem Unterschei-
dungsvermögen. Wie bekannt, bringt er auch alle Flöhe zu einer,
Art zusammen. Wir dürfen ihn deswegen aber nicht tadeln. Erst
1815 wurde der Hundefloh unterschieden und mehr als 100 Jahre
nach Linne& die verschiedenen Vogelflöhe. — Seine Diagnose ist
kurz, aber gut. — Er hat die Mehlmilbe auch erkannt als dieselbe,
welche von van Leeuwenhoek, Blankaart, Bonomus (nicht
Bonannus, wie Linne lapso calami schreibt!) und Rivinus
abgebildet ward.
Aus allem erhellt, daß Linn& in 1746 die Käsemilbe
nicht kannte!
1752. Baecker promovierte ‚sub praesidio D:ni Doct.
Caroli Linnaei‘ auf einer Dissertation, tituliert: ‚Noxa In-
sectorum“. Hieraus entlehnen wir:
„Acari sirones cuticulae se insinuant hominum ... . . etc.““,
woraus wir schließen, daß Acarus siro = die Krätzmilbe.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern 57
„Acarus farinae caseos in pollinem convertit inutilem, nec eo
contentus, inter farinas quoque comissatur, vel immixtus saltem
amaro sapore conspurcat.‘‘ woraus man sieht, daß die Mehlmilbe
auch Käse angreift.
1752. Avelin promovierte ebenfalls ‚sub praesidio Linnaei‘“
auf einer Dissertation, tituliert: ‚„Miracula Insectorum“. Hier
lesen wir, wie es geschah, daß Linne& in seinen späteren Arbeiten
die Krätzmilbe und die Mehlmilbeals Varietäten nur einer Art ansah:
„Acarus farinae, qui farinam effoetam facit, idem est cum
Acaro humano subcutaneo ..... In infantibus recens natis experi-
menta bene observata sunt..... Si mater aut nutrix infantem
farina cereali, in qua Acari saepissimae habitant, adsperserit, infans
in ea parte primo & toto tandem corpore scabie laboravit.“
Aber jedenfalls erhellt auch hieraus, daß Linne 1752 die
Käsemilbe nicht kannte.
1758. Linne&, Systema Naturae, Ed. X. „Acarus sıro. Acarus
lateribus sublobatis, pedibus quatuor posticis longissimis, femoribus
capiteque ferrugineis, abdomine setoso.“
Diese Diagnose paßt akkurat auf die Krätzmilbe, nicht
auf die Mehlmilbe, noch auf die Käsemilbe. Die vier Hinterbeine
enden, wie bekannt, in lange dicke Schlepphaare, welche Linn
für lange Beine angesehen hat!
In Erwägung, daß Linne& meinte, sowohl die Krätzmilbe als
die Mehlmilbe als Ursache der Scabies ansehen zu müssen (siehe
hier oben), erwähnt er sie hier als Subspezies: farinae und scabrei,
ja behauptet selbst: ‚‚Inter sirones Farinae, Scabiei, Dissenteriae,
Hemitritaei non reperi alias differentias, quam a loco petitas“
Dieser Satz ist sehr merkwürdig, da er uns lehrt, daß
Linn& die Verschiedenheiten zwischen ‚Formen‘ oder ‚Varie-
täten‘ zuschreibt an veränderte Lebensverhältnisse, also im ge-
wissen Sinne schon Lamarcksche Ideen mit sich herumtrug!
Aber aus allem erhellt, daß Linne 1758 die Käsemilbe
nicht kannte.
Zur größeren Sicherheit gebe ich hier Linnds meisterhafte
Beschreibung der Krätzmilbe.
'< 1761. Linne, Fauna Suecica, Ed. II: ‚„Acarus siro, Acarus
lateribus sublobatis, pedibus, quatuor postice longissimis, femori-
bus capiteque ferrugineis, abdomine setoso. — Minimus, magni-
tudine vix lendis, subrotundus, capite vix conspicuus, ore,
ut et pedes ruffis sive testaceis. Abdomen ovatum, hyalinum,
in dorso duplici linea lunari seu pari linearum fuscarum
recurvatarum notatum, et quasi lobo utrinque. — Habitat sub
cute hominis scabiem caussans, ubi vesiculum excitavit, parum
recedit, corporis rugas secutus, quiescit iterum et titillationem
excitat; nudis oculis sub cuticula delitescens observatur ab adsueto,
acu facile eximitur, ungui impositus vix movetur, si vero oris
calido halitu affletur, agilis in ungue cursitat.“
10, Heft
58 Dr. A. C. Qudemans:
Aus alles erhellt wieder, daß Linne 1761 mit Acarus siro die
Krätzmilbe meinte, und daß er die Käsemilbe niemals
gekannt hat!
Hält man die verschiedenen Krätzmilben der Mammalia für
Varietäten einer Art, dann muß man diese Art jedenfalls Acarus
siro L. nennen, und die Varietäten: Acarus siro scabiei L., Acarus
siro canis Gerl. usw.
Und da Acarus siro die Krätzmilbe bedeutet, nicht die
Käsemilbe, so kann diese auch nicht Tyroglyphus siro
genannt werden.
Wie muß die Käsemilbe dann heißen ?
(Hierzu keine Figur.)
Hier darf wohl darauf hingewiesen werden, daß der Volksname
„Käsemilbe‘‘ ein Kollektivname ist. Die meist vorkommende Art
in Käse ist die Faulmilbe Pufrescentiae Schrk. (dimidiatus Herm.)
(longior Gerv.).
Die zweite, hauptsächlich in Frankreich und Schweden vor-
kommende Art, ist die Mehlmilbe (j/arinae L.) und die dritte,
am wenigsten vorkommende Art, ist die eigentliche Käsemilbe,
gewöhnlich siro genannt, welche aber in keinem Fall sıro genannt
werden darf (siehe hier oben).
Alle Namen vor dem 1. Januar 1758 sind ungültig; wir brauchen
die also nicht zu behandeln.
Mit Acarus farinae hat Linne, 1758, wie ich oben (S. 56,57)
schon auseinandersetzte, wirklich die Mehlmilbe gemeint,
obwohl sie oft in Käse vorkommt.
Geoffroy gebraucht, 1762, den Terminus Acarus caseı
antigui, le ciron de fromage; aber seine Beschreibung: ‚‚ressemble
beaucoup A celui de la gale, mais il est un peu plus grand. Son
ventre gros ovale et blanchatre n’a point de bandes grises, comme
dans le precedent. Sa tete et les pattes sont un peu brunes“ ist
eine buchstäbliche Übersetzung Linn&’s Diagnose von farinae
(siehe oben S. 56). — Dazu kommt, daß Geoffroy niemals die
Binomenklatur anwendete; der Name, den er seiner Milbe gab,
würde den internationalen Nomenklaturregeln zufolge
nicht gebraucht werden dürfen.
Acarus lactis Linne 1767, mit vier Schlepphaaren, ‚longitu-
dine corporis‘ und: ,
Acarus dysenteriae Linn& 1767, mit vier horizontal getragenen
Haaren, ebenfalls ‚‚longitudine corporis‘ sind offenbar GlyceyPhagus-
Arten.
Acarus favorum Herm. 1804 ist puirescentiae Schrank oder
farinae L.
In 1812 versicherte Gal&s, daß er die Krätzmilbe zurück-
gefunden hatte; aber er betrog sein zahlreiches wissenschaftliches
Auditorium, da er Milben aus Käse unter seinen Nägeln verborgen
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 59
hatte. Er nannte diese natürlich Acarus scabiei (der Terminus,
welcher damals für die Krätzmilbe gebräuchlich war); aber seine
sehr akkuraten Abbildungen verraten unmittelbar eine Larve und
zwei Weibchen von... . farinae!
1829 brachte Raspail (in Ann. Sci. d’Obs., vol. 2, p. 446—460)
die Mystifikation Gal&s’ ans Tageslicht und nannte die Gales-
schen Milben (l. c., p. 457) Acarus casei ; aber es waren, wie ich soeben
mitteilte... . farinae.
Nun kommt Lyonet 1829. Er ist der erste, der zwei
Arten unterscheidet: ‚La mite du fromage‘* (M&em. Mus.,
vol. 18, p. 282, T. 6, Fig. 15) und ‚„Seconde espece de Mite‘ (l. c.,
p. 283, T. 6, Fig. 7, 8). Die erste ist unwiderleglich schon wieder
farinae, die zweite entomophagus Lab.
Dann folgt Dug£&s in (Ann. Sci. Nat., Ser. 2, vol. 2, p. 40,
T. 7, Fig. 13—18, 1834). Er beschreibt eine Acarus domestigque
ou Mite de fromage, identifiziert sie irrtümlich mit Acarus dome-
sticus de Geer und beschreibt, wie von einem Forscher in Frank-
reich zu erwarten ist, die Milbe, welche dort am meisten in Käse
vorkommt .... . farinae L.: ‚les pattes anterieures sont remar-
quables par leur grosseur chez le mäle‘“!
Gervais 1844 (Hist. Nat. Ins. Apt., vol. 3) nennt drei Arten:
1. siro (l. c., p. 261, T. 35, Fig. 4); aber sieh! diese ist schon wieder
farinae L. $ (keine Rückenhaare, vier kurze Schlepphaare, zwei
in Fig. 4, zwei in Fig. 4a); — 2. longior Gervais (l. c., p. 262,
T. 35, Fig. 5). Diese Art ist schon lange bekannt = Putrescentiae
Schrk., (dimidiatus Herm.); er identifiziert sie irrtümlich mit ‚‚se-
conde espece de Mite‘‘ Lyonets (siehe oben). — 3. Jarinae
L., wovon er weder eine Beschreibung noch eine Abbildung gibt;
aber er verweist nach Acarus farinae de Geer (Mem., T. 15, Fig. 15),
und diese ist wirklich farinae L.
1852. Von Heßling publiziert in der Illustrierten medizi-
nischen Zeitung, München, vol. 1, p. 255 einen Aufsatz, unter dem
Titel: „Einige Notizen über den Weichselzopf“. Dort beschreibt
er eine Milbe unter den Namen Coelognathus morsitans. Ein dorn-
förmiges Gebilde am Femur I verrät unmittelbar: farinae {.
1861 gibt Gudden (Beitr. Lehre Scabies, in Würzb. med.
Zeits., vol. 2) die exakteste Beschreibung und Abbildungen, welche
je von der Käsemilbe (!) das Tageslicht erblickten! Er nannte
diese Milbe natürlich s:ro, welcher Name nicht benutzt werden kann.
Sonderbar genug zitiert Michael in seinen ‚British Tyroglyphi-
dae‘, vol. 1, überall Gudden als ein Muster von exakten Be-
schreibungen und Abbildungen, sowohl von aus- als von inwendigen
Organen, vergißt aber diesen Autor anzugeben in der Liste von
Synonymen und Autoren der Käsemilbe, vol. 2, p. 118.
1903 gibt Michael in seinen „British Tyroglyphidae“, vol. 2,
p. 118 eine noch ausführlichere Beschreibung der Käsemilbe, aber
natürlich wieder unter dem Namen siro.
19. Heft
60 Dr. A. ©. Oudemans:
Ich selbst schlug (in Ent. Ber., vol. 3, p. 74, 1910) den Namen
Tyroglyphus casei vor, und in Erwägung, daß dieser Name nicht
homonym ist mit Acarus casei Rasp., also auch nicht präokkupiert,
ist er gültig.
Durch wessen Schuld ist diese Verwirrung gekommen?
(Hierzu keine Figur.)
In gewissem Sinne ist Linne€ der Hauptschuldige; denn,
obwohl die Krätzmilbe (siro), die Mehlmilbe (farinae) und die Käse-
milbe (casei) schon vor ihm bekannt und gut abgebildet waren
(siehe unten S. 62), sah er den Unterschied nicht, verneint (negiert)
er die Käsemilbe ganz und nennt die Mehlmilbe farinae und
später selbst sıro var. farinae.
Fabricius ist nicht weniger schuldig! In seinem Systema
Entomologiae, 1775, p. 813, heißt es: „Acarus siro, Acarus (&c,
folgt die Diagnose Linne&s, welche, wie wir sagen, die Krätz-
milbe charakterisiert); und nun folgt darauf augenblicklich:
„Habitat in caseo, farina diutius asservatis, cutem hominis rugas
secutus penetrat, ...... &c‘. Mit anderen Worten oder verkürzt:
„Acarus siro habitat in caseo“!!!
Dann folgt Schrank. In seinen Beiträgen zur Naturgeschichte,
1776, p. 122, beschreibt eerdieMehlmilbe. Aber, da ersiein Käse fand,
nennt er sie „Käsemilbe“. Er verwundert sich darüber, daß die
Hinterbeine nicht ‚longissimi“ sein, wie doch Linn& von sıro
mitteilt! Kein Wunder! (siehe oben S. 57). Und doch zitiert
er Linn&s Acarus siro als Synonyme! (Daß man doch so unver-
nünftig sein kann!) Noch stärker: in seiner Enumeratio Ins.
Austriae, 1781, p. 512, schreibt er unverschämt: '
„1056. Siro. Käsemilbe.“ (!!)
Ist es ein Wunder, daß von nun ab Fabricius, Latreille,
Olivier und nach ihnen verschiedene Acarologen stets die Mehl-
milbe (von ihnen ‚‚ciron de fromage‘‘ genannt) siro nennen’?
Und das alles, nachdem und ungeachtet de Geer mit akkuraten
Abbildungen und Beschreibungen den Unterschied zwischen der
wahren Krätzmilbe und der wahren Mehlmilbe demonstriert hat!
Genus Tyroglyphus Latr.
(Hierzu keine Figur.)
Aus obenstehendem erhellt deutlich,
1. daß Linn& mit Acarus siro die Krätzmilbe meinte;
2. daß Linn& mit Acarus farinae die Mehlmilbe bezeichnete;
3. daß Linne& die Acarus farinae auch in Käse fand;
4. daß Linne meinte, daß die Acarus farinae ebenfalls wie
siro Ursache der Krätze sein könnte, und also sehr mit siro ver-
wandt sei;
5. daß alle älteren Autoren (mit einer einzigen Ausnahme,
siehe unten S.62) dieMehlmilbe kannten, nicht die Käsemilbe.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 61
6. daß alle älteren Autoren, auch nach Linn&, die Mehlmilbe
Käsemilbe nannten, während sie doch nicht die Käsemilbe ist.
7. daß alle Autoren nach Linn& die Mehlmilbe siro nannten,
obwohl sıiro ‚„‚Krätzmilbe‘“ bedeutet;
8. daß also auch Latreille mit ‚„Acarus siro‘“ die Mehlmilbe
meinte!
Nun hat Latreille 1795 (Prec. Caract. gen. Ins., p. 185)
das Genus Tyroglyphus vorgeschlagen mit ‚Acarus siro“ als
Typus! Also ist Tyroglyphus der Genusname der Mehlmilbe,
farinae L., nicht der Käsemilbe, casei! Also ist Aleurobius Can.
1888 auch synonym mit Tyroglyphus Latr. 1795.
Muß nun das Genus, welches bisher T'yroglyphus genannt
wurde, umgetauft werden ? Meines Erachtens nein! Wenn man be-
denkt: 1. daß der einzige Unterschied zwischen den früheren
Genera Aleurobius und Tyroglyphus ist, daß das Männchen von
farinae am Femur I ventral einen Dorn besitzt; 2. daß das Weib-
chen von farinae sehr schwer von casei und Putrescentiae zu unter-
scheiden ist; 3. daß das von farris ebenfalls, aber einen viel kleine-
ren Dorn am Femur I trägt; 4. daß das & von Glycyphagus ornatus
Kram. an den Beinen I und II ventral je zwei gekämmte Dornen
trägt, und daß niemand daran je gedacht hat, für diese Glycyphagus-
Art ein neues Genus zu kreieren, — dann handeln wir meines
Erachtens vernünftig, rationell und konsequent, wenn wir die
zwei genannten Genera wieder vereinigen.
Tyroglyphus farinae L.
(Hierzu keine Figur.)
Oben, S.57, machte ich schon darauf aufmerksam, daß Acarus
siro L. mit ihren ‚„pedibus posticis longissimis‘“ nichts anders
gewesen sein muß als die Krätzmilbe. Schrank, der die Mehl-
milbe beschreibt (Beitr. Naturg., 1776, p. 122), machte nun die
folgende Bemerkung:
„Es ist dies die Käsemilbe, die ich in Gegenwart beschreibe;
eine der bekanntesten Arten dieses Geschlechtes; die aber nichts
desto weniger dem Ritter von Linne außer den Abzeichnungen,
die davon häufig vorhanden sind, nicht bekannt zu sein scheint.
Denn nach demselben müßten ihre vier hintersten Füße vorzüglich
lang sein. Ich habe dieses Insekt oft, von verschiedener Größe
und in mancherlei Stellungen betrachtet, aber dieses Kennzeichen
habe ich niemals bemerken können.‘ — Kein Wunder!
Eine zweite Merkwürdigkeit ist diese: Schrank beschreibt
das Männchen!:
„Das erste Paar Füße hat etwas besonderes, das ich bei keiner
Art bemerkt habe. Ich habe dieser Sonderlichkeit wegen einen
Fuß dieses Paares in der dritten Figur entworfen. Man sieht hier,
daß er am innersten Gelenke an der unteren Seite einen krumm-
gebogenen Zahn habe (a), um sich desto fester halten zu können.
10. Heft
62 Dr. A. C. Oudemans:
Vielleicht dient ihm dieser Zahn auch, bequemer graben zu kön-
ren il
Eine dritte Eigentümlichkeit (Kuriosität):
Michael (Brit. Tyrogl., vol. 2, p. 74) sagt:
„It will be observed that above I have placed a? as to whether
the Tyroglyphus sıro of Robin, in his 1860 paper, is really Aleuro-
bius farinae; Moniez (,‚Notes“, p. 242) is clearly of opinion that
it is; on reference to Robin’s paper I am not able to find anything
in the letterpress bearing upon the question, which, it seems to me,
must be decided, if at all, by Plate VIII of that memoir. This
plate, however, does not contain any figure of the first pair of
legs of the male, which is the unfailing means of distinguishing
4. farinae;; .' ...ı.sete.““
Es ist wahr, daß im Texte nichts über diese Spezies zu
finden ist; es ist ebenfalls wahr, daß ‚‚Planche VIII“ keine Figur
enthält vom Beine I des Männchens; — aber die Explication
des Planches enthält etwas über diese Art:
S. 102 lesen wir nämlich (Planche V): „Fig. 5. Patte an-
terieure du mäle du Tyroglyphus siro Latreille, chez lequel elle
est tr&s grosse; .... q. Tubercule tr&s saillant cönique special au
mäle et place pres du bord du trochanter;..... etc.“ Und Planche V
zeigt uns wirklich sehr deutlich Bein I des $ 300mal vergrößert!
Tyroglyphus easei Oudms. 1910.
(Hierzu keine Figur.)
Synonymen:
1694. Mijt op de korst van kaas, Leeuwenhoek, Vierde
Vervolg der brieven, 77e missive, p. 591—606, Fig. 9, 10.
1861. Käsemilbe, Gudden in Würzb. med. Zeit., p. 301,
T. 1 et 2. Auch apart in 1863.
1903. Tyroglyphus siro Michael, Brit. Tyrogl., vol. 1 et 2,
esp. vol. 2, p. 105, 117—123, T. 35, Fig. 11—20, T. 36. — Non
Tyroglyphus siro autorum ante Michael. .
1910. Tyroglyphus casei Oudms. in Ent. Ber., vol. 3, p. 74.
Michael, Brit. Tyrogl., vol. 2, p. 118 zitiert u. a. Acarus
domesticus, 1798, Latreille, Hist. Nat. Crust. Ins., T. 7, p. 400,
T. 66, Fig. 2, 3. — Hierbei bemerke ich 1. daß vol. 7 von Latreilles
Arbeit erst in 1804 erschien (l’an XII) ; — 2. daß Acarus domesticus,
S. 400, T. 66, Fig. 2, 3 nichts anderes ist als Acarus domesticus
de Geer, später Glycydhagus domesticus de Geer; — 3. Latreille
selbst sagt, S. 334: ‚Nous allons presenter ici les observations de
De Geer“ ... und er hat p. 334—395 denn auch nur De Geer
kopiert!
Schluß.
Alle Typen der novae species befinden sich in der Sammlung
F. Heselhaus; nur der Uropoda dampfi in der meinigen.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 63
Mir bleibt noch eine dankbare Pflicht übrig, nämlich Herrn
F. Heselhaus meinen verbindlichsten Dank auszusprechen für
die Korrigierung des Manuskripts und für das Mitkorrigieren
der Druckproben.
Arnhem, A. C. Oudemans.
24. Nov. 1913.
Erklärung der Tafeln.
Tafel I.
Haemogamasus hirsutus Berl.
Fig. 1. Mas dorsal. — Fig. 2. Ventral. — Fig. 3. Gnatho-
soma ventral. — Fig. 4 5. Epistom. — Fig. 6. Linke Mandibel,
dorsi-extern. — Fig. 7. Rechte Mandibel, dorsi-intern. — Fig. 8.
Rechte Mandibel, ventri-intern. — Fig. 9. Linke Mandibel, ventri-
intern. — Fig. 10. Linkes zweites Bein, ventral.
Haemogamasus horridus Mich.
Fig. 11. Ei mit embryo, dorsal. — Fig. 12. Larva dorsal.
— Fig. 13. Ventral. — Fig. 14 Gnathosoma dorsal. — Fig. 15.
Gnathosoma und Tritosternum ventral. —
Cilliba minor Berl.
Fig. 16. Femina dorsal. — Fig. 17. Ventral. — Fig. 18.
Rechte Palpus dorsal. — Fig. 19. Hypostom und Tritosternum
ventral. — Fig. 20. Labrum dorsal, vor dem Leibesrande. —
Fig. 21. Epistom dorsal, vor dem Leibesrande. — Fig. 22. Rechte
Palpus ventral. —
| Tafel II.
Eugamasus loricatus (Wank.)
Fig. 1. Deutonympha feminina, Hypostom und Trito-
sternum ventral — Fig. 2. Bauchseite. — Fig. 3. Palpus dexter
ventral. — Fig. 4. Styli und Epistom. — Fig. 5. Stigma dextre
ventral mit Teil des Peritrema und sog. Nebenstigma. — Fig. 6.
Deutonympha masculina, Epistom normal. — Fig. 7. Idem
abnormal. — Fig. 8. Idem sehr abnormal. — Fig. 9. Teratologischer
Fall; eine Nematode in eine glashelle Zyste an der Coxa II sin.
vent. — Fig. 10. Mas, Hypostom ventral. — Fig. 11. Tritosternum
ventral. — Fig. 12. Mandibel sinister intern. — Fig. 13. Mandibel
dextre extern.
Tafel IV.
Eugamasus lorieatus (Wank.)
Femina Fig. 1. Femur palpi sin. dors. — Fig. 2. Tarsus I
sin. dors. — Fig. 3. Tarsus II sin. dors. — Fig. 4. Tarsus III sin.
dors. — Fig. 5. Tarsus IV sin. dors. — Fig. 6. Epistom. — Fig. 7.
10. Heft
64 Dr. A. C. Oudemans:
Struktur der Notocephale. — Fig. 8. Schulterhaar. — Fig. 9.
Haar des Hinterrandes der Notogaster. — Fig. 10. Rückenseite.
— Fig. 11. Metasternalia und vordere Hälfte des Genitale. —
Fig. 12. Bauchseite. — Fig. 13. Palpus dexter ventral.
Tafel V.
Eugamasus lorieatus (Wank.).
Mas. Fig. 1. Epistom. — Fig. 2. Pes II. sin. dors. — Fig. 3.
Pes dext. %4 vent. — Fig. 4. Schulterhaar. — Fig. 5. Epistom lat.
— Fig. 6. Rückenseite. — Fig. 7. Bauchseite. — Fig. 8. Trochanter
II dexter ventral.
Tafel VI.
Laelaps hilaris C. L. Koch.
Femina Fig. 1. Rückenseite. — Fig. 2. Vertex, Epistom,
Mandibula, Palpi, dorsal. — Fig. 3. Bauchseite. — Fig. 4. Trito-
sternum, Maxillae, Mandibula ventral.
Eugamasus oudemansi Berlese.
Mas. Fig. 5. Tritosternum, Maxillae partim, ventral.
Hypoaspis stabularis C. L. Koch.
Protonympha. Fig. 6. Hypostom, Styli, ventral. — Fig. 7.
Rückenseite. — Fig. 8. Vertex, Epistom, Mandibula, dorsal. —
Fig. 9. Bauchseite. — Fig. 10. Tritosternum, Maxillae, Mandibula
ventral.
Tafel VII.
Liponyssus isabellinus Oudms.
Femina. Fig. 1. Rückenseite. — Fig. 2. Palpus dexter ventral.
— Fig. 3. Vertex, Epistom, Palpus dexter dorsal. — Fig. 4. Bauch-
seite. — Fig. 5. Tritosternum, Maxillae, partim, ventral.
Haemogamasus hirsutus Berl.
Protonympha. Fig. 6. Tritosternum, Maxillae, partim,
ventral. — Fig. 7. Epistom. — Fig. 8. Rückenseite. — Fig. 9.
Tarsus Palpi dexter ventral. — Fig. 10. Mandibulum dextre ventral.
— Fig. 11. Bauchseite. e
Tafel VII.
Maerocheles deeoloratus C. L. Koch.
Femina. Fig. 1. Mandibulum dextre dorsal. — Fig. 2. Rücken-
seite. — Fig. 3. Vertex, Epistom, dorsal. — Fig. 4. Letzte drei
Glieder des Palpus sin. dors. — Fig. 5. Tarsus I dorsal. — Fig. 6.
Tarsus II dorsal. — Fig. 7. Tarsus III dorsal. — Fig. 8. Bauchseite.
— Fig. 9. Mandibulum dextre ventral. — Fig. 10. Palpus dexter
ventral. — Fig. 11. Tarsus IV dorsal.
Tafel IX.
Maerocheles hypochthonius Oudms.
Femina. Fig. 1. Tarsus IV dorsal. — Fig. 2. Tritosternum
ventral. — Fig. 3. Bauchseite. -—- Fig. 4 Mandibulum sinistre vent.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 65
— Fig. 5. Palpus sinister ventral. — Fig. 6. Maxillae partim,
Epipharynx partim, ventral.
Tafel X.
Hypoaspis heselhausi Oudms.
Femina. Fig. 1. Rückenseite. — Fig. 2. Mandibula et palpus
sinister partim. — Fig. 3. Bauchseite. — Fig. 4. Tritosternum,
Maxillae partim. — Fig. 5. Palpus dexter ventral. — Fig. 6. Man-
dibulum sinistre extern.
Tafel XI.
Pedieuloides pilosus Oudms.
Femina. Fig. 1. Propodosoma und Pes I dorsal. — Fig. 2.
Rückenseite. — Fig. 3. Gnathosoma und Propodosoma. — Fig. 4.
Bauchseite.
Disparipes talpae Oudms.
Femina. Fig. 5. Rückenseite. — Fig. 6. Rückenseite des
ventrad umgeklappten Gnathosoma, Pes I und II und pseudostig-
matisches Organ. — Fig. 7. Bauchseite. — Fig. 8. Pedes III und
IV ventral.
Disparipes subterraneus Oudms.
Femina. Fig. 9. Rückenseite. — Fig. 10. Pes I und pseudo-
stigmatisches Organ. — Fig. 18. Bauchseite. — Fig. 19. Bein IV
dext. vent. — Fig. 20. Bein II mit pseudostigmatischem Organ
ventral. — Fig. 21. Bein III ventral.
Ereynetes sittardiensis Oudms.
Femina. Fig. 11. Pseudostigmatisches Organ. — Fig. 12.
Bauchseite. — Fig. 13. Rückenseite. — Fig. 14. Mandibulum und
Palpus dexter. — Fig. 15. Tibia und Tarsus II dorsal. — Fig. 16.
Tibia und Tarsus I dorsal. — Fig. 17. Tibia und Tarsus IV dorsal.
— Fig. 22. Maxillae ventral partim. — Fig. 23. Schildchen.
Mierothrombidium sylvatieum (C. L. Koch).
Adultus? — Fig. 24. Mandibula und Stigmata schief von
oben und von rechts außen. — Fig. 25. Tibia und Tarsus Palpi
dextri-extern. — Siehe weiter unten.
Tafel XII.
Mierothrombidium autumnalis (Shaw).
Nympha. Fig. 1. Tibia und Tarsus I dexter intern. — Fig. 2.
Mandibulum sinistre intern. — Fig. 3. Crista. — Fig. &. Tibia und
Tarsus Palpi sin. intern. — Fig. 5. Tibia und Tarsus Palpi dext.
extern. — Fig. 6. Haare vom Prosoma dorsal, vom Mittelrücken,
vom Hinterrücken und vom Hinterrande.
Tydeus foliorum (Schrank).
Femina. Fig. 7. Rückenseite. — Fig. 8. Rückenhaar. — Fig. 9.
Pseudostigmatisches Haar. — Fig. 10. Hinterrandshaar.
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 10. 5 10. Heft
66 Dr. A. C. Oudemans:
Mierothrombidium sylvatieum (C. L. Koch).
Adultus? — Fig. 11. Rückenseite. — Fig. 12. Tibia und
Tarsus Palpi sin. int. — Fig. 13. Prosoma. — Fig. 14. Haare:
zwei Rückenhaare von oben gesehen; dieselben zwei von der Seite
gesehen; zwei von der Coxa I vor den Augen. — Fig. 15. Bauch-
seite. — Fig. 16. Areola mit pseudostigmatischen Organen. —
Fig. 17. Bein I dorsal.
Belaustium globigerum Berl.
Nympha. Fig. 18. Rückenseite. — Fig. 19. Palp, Rostru
und Crista. — Fig. 20. Rückenhaare, a die gewöhnlichen, 5 und c
stehen in geringerer Zahl dazwischen. — Fig. 21. Bauchseite. —
Fig. 22. Linker Palpus ventral. — Fig. 23. Tarsi I—-IV. — Fig. 24.
Die Tracheenstämme.
Belaustium rhopalieum (C. L. Koch).
Adultus. Fig. 25. Linke Palpus dorsal. — Fig. 26. Crista und
Umgebung. — Fig. 27. Rostrum ventral. — Fig. 28. Linke Palpus
ventral. — Fig. 29. Rostrum dorsal, nebst Peritremata und Tra-
cheenstämme. — Fig. 30. Männchen Rückenseite (die Tarsi I
zu groß). — Fig. 31. Männchen Bauchseite (die Tarsi I zu groß).
— Fig. 32. Tibia und Tarsus Palpi sin. intern. — Fig. 33. Linke
Palpus intern. — Fig. 34. Vorderes Ende eines Peritrema mit
deutlichem schlitzförmigem Stigma. — Fig. 35. Rückenhaar. —
Fig. 36. Penis und Genitaltrachee. — Fig. 37. Tarsus I dext. extern.
— Fig. 38. Bessere Figur der Rückenseite als Fig. 30.
Tafel XII.
Mierothrombidium parvum Oudms.
Adultus. Fig. 1. Rückenseite. — Fig. 2. Propodosoma. —
Fig. 3. Palptibia und Tarsus intern. — Fig. 4. Maxillae ventral.
— Fig. 5. Bauchseite. — Fig. 6. Palptibia und Tarsus extern. —
Fig. 7. Palp. dorsal. — Fig. 8. Peritremata, Mandibula, dorsal.
Dinothrombium rubropurpureum Oudms.
Adultus. Fig. 9. Rückenseite. — Fig. 10. Haar in der Mitte
des Vorderrandes des Hysterosoma. — Fig. 11. Haar am Schulter-
rande. — Fig. 12. Proterosoma dorsal. — Fig. 13.. Haar am Seiten-
rande des Hysterosoma. — Fig. 14. Bein I dext. dors. — Fig. 15.
Bein II sinist. dors. — Fig. 16. Crista und Umgebung. — Fig. 17.
Haar am Hinterrande des Hysterosoma. — Fig. 18. Haar aus
Trochanter I dors. — Fig. 19. Idiosoma ventral. — Fig. 20. Ein
Teil des Rückens. — Fig. 21. Peritremata, Mandibula dorsal. —
Fig. 22. Stigmata und Peritremata ein wenig schief. — Fig. 23.
Palpus dext. intern. — Fig. 24. Tibia und Tarsus I sinist. intern.
— Fig. 25. Palpus sinister intern. — Fig. 26. Hypostom, ventral,
Umriß. — Fig. 27. Rechtes gestieltes Augenpaar, ein wenig um
die Achse gedreht.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 67
Belaustium quisquiliarum Herm.
Femina. Fig. 28. Rückenseite. — Fig. 29. Bein I dext., etwas
intern. — Fig. 30. Rückenhaar. — Fig. 31. Bein IV sinist. —
Fig. 32. Gnathosoma ventral. — Fig. 33. Struktur der Haut und
drei Haare am linken Rande des Hysterosoma. — Fig. 34. Haar
am linken Rande des Propodosoma. — Fig. 35. Propodosoma
dorsal. — Fig. 36. Pseudostigma und pseudostigmatisches Organ.
— Fig. 37. Soma ventral. — Fig. 38. Gnathosoma, zum Teil, dorsal,
mit Palpus dexter. — Fig. 39. Anus und Umgebung. — Fig. 40.
Geschlechtsöffnung und Umgebung.
Leptus rubrieatus (C. L. Koch).
Nympha. Fig. 41. Dorsal. — Fig. 42. Crista und Umgebung,
Augen. — Fig. 43. Haar der Areola anterior. — Fig. 44. Haar neben
der Crista. — Fig. 45. Haar am Schulter. —Fig. 46. Haar am
Hinterrande des Hysterosoma.
Tafel XIV.
Leptus rubrieatus (C. L. Koch).
Nympha. Fig. 1. Gnathosoma, zum Teil, dorsal. — Fig. 2.
Tibia und Tarsus Palpi sin. vent. — Fig. 3. Soma ventral. — Fig. 4.
Gnathosoma, zum Teil, ventral. — Fig. 5. Tarsus I lat. — Fig. 6.
Tarsus II, lat. — Fig. 7. Tarsus III, lat. — Fig. 8. Tarsus EV: lat.
Galumna filata Oudms.
Mas. — Fig. 9. Pseudostigma und pseudostigmatisches Organ,
sinist. — Fig. 10. Haar am Tarsus I. — Fig. 11. Haar am Genu 1.
— Fig. 12. Vier dieser Haare findet man am Tarsus IV. — Fig. 13.
Dorsal. — Fig. 14. Ventral. — Fig. 15. Praetarsus I dorsal. — Fig.16.
Praetarsus II lateral. — Fig. 17. Tarsus IV dext. intern. —Fig. 18.
Genitalöffnung.
Tafel XV.
Belaustium quisquiliarum (Herm.)
Nympha. Fig. 1. Die vier linke Tarsen intern. — Fig. 2.
Rostrum und Propodosoma, dorsal. — Fig. 3. Idiosoma ventral.
— Fig. 4. Gnathosoma ventral. — Fig. 5. Zwei Haare am rechten
Leibesrande. — Fig. 6. Rechte Palpus extern. — Fig. 7. Rechte
Palpus intern. — Fig. 8. Habitusbild.
Belaustium globigerum Berl.
Nympha. Fig. 9. Tarsus und Tibia des linken Palpus extern;
die Tibia dorsad umgeklappt. — Fig. 10. Die Mandibula dorsal. —
Fig. 11. Das rostrum, dorsal, mit Peritremata und Tracheenstamm.
Leptus molochinus (C. L. Koch).
Nympha. Fig. 12. Habitusbild .dorsal. — Fig. 13. Propodo-
soma. — Fig. 14. Haar der vorderen Areola. — Fig. 15. Eins
der vorderen pseudostigmatischen Organe. — Fig. 16. Eins der
5* 10. Heft
68 Dr. A. C. Oudemans:
Hinterrandshaare. — Fig. 17. Rostrum dorsal mit Mandibula und
Peritremata. — Fig. 18. Linke Palpus dorsi-intern. — Fig. 19.
Derselbe ventri-extern. — Fig. 20. Tibia und Tarsus desselben
stärker vergrößert. — Fig. 21. Rostrum ventral. — Fig. 22. Linke
Tarsi I und II intern. — Fig. 23. Linke Tarsi III und IV intern. —
Fig. 24. Idiosoma ventral.
Leptus ochroniger Oudms.
Nympha. Fig. 25. Crista und Umgebung. — Fig. 26. Bauch-
seite. — Fig. 27. Linke Palpus dorsal. — Fig. 28. Haar der vor-
deren Areola. — Fig. 29. Haar neben der Crista. — Fig. 30.
Haar des Rückens beim Hinterrande. — Fig. 31. Haar der Beine
(Femur I). — Fig. 32. Haar des distalen Randes des Trochanters I.
— Fig. 33. Habitusbild, dorsal. — Fig. 34. Linke Tarsus I intern.
— Fig. 35. Linke Tarsus II intern. — Fig. 36. Linke Tarsus III
intern. — Fig. 37. Linke Tarsus IV intern. — Fig. 38. Tibia und
Tarsus des linken Palpus ventral.
Leptus nemorum (C. L. Koch).
Fig. 39. Femina ventral.
Tafel XVI.
Leptus nemorum (C. L. Koch).
Femina. Fig. 1. Linke Palpus dorsal. — Fig. 2. Die vier Tarsi
links intern. — Fig. 3. Habitusbild dorsal. — Fig. 4. Haare: a.
neben der Crista; b. am Rücken beim Hinterrande; c. am Femur I;
d. eins der vorderen pseudostigmatischen Organe, verhältnismäßig
dreimal länger zu denken. — Fig. 5. Tarsus des linken Palpus extern.
Leptus berlesei Oudms.
Nympha. Fig. 6. Habitusbild dorsal. — Fig. 7. Rostrum, mit
Peritremata, dorsal. — Fig. 8. Propodosoma dorsal. — Fig. 9.
Rechte Palpus dorsal. — Fig. 10. Haare: a. der vorderen Areola;
b. neben der Crista; c. des Rückens beim Hinterrande; d. der Beine.
— Fig. 11. Rechte Palpus extern. — Fig. 12. Bauchseite. — Fig. 13.
Rostrum ventral. — Fig. 14. Tibia und Tarsus des linken Palpus .
extern. — Fig. 15. Die vier Tarsi links intern.
Hypoehthonius rufulus C. L. Koch.
Tritonympha. Fig. 16. Habitusbild dorsal. — Fig. 17. Das-
selbe ventral. — Fig. 18. Pseudostigma mit seinem Organ. — Fig. 19.
Rückenhaar.
Leptus sigthori Oudms.
Adultus. Fig. 20. Haare: a. der vorderen Areola; b. neben
der Crista. c. des Rückens beim Hinterrande; d. am l’emur I. —
Fig. 21. Bauchseite. — Fig. 22. Linke Palpus dorsal. — Fig. 23.
Habitusbild dorsal. — Fig. 24. Tibia (zum Teil) und Tarsus des
linken Palpus ventral. — Fig. 25. Dieselben dorsal. — Fig. 26.
Crista und Umgebung. .
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 69
Tafel XVII.
Galumna elimata (C. L. Koch),
Tritonympha. Fig. 1. Habitusbild Rückenseite. — Fig. 2.
a. Pseudostigma mit seinem Organ; b. Haar des Genu II; c. Haar
am Tarsus I bis IV. — Fig. 3. Habitusbild ventral.
Adultus. Fig. 4. Habitusbild, Bauchseite. — Fig. 5. Krallen I.
— Fig. 6. Distales Ende des Tarsus III. — Fig. 7. Tarsus IV. —
Fig. 8. Pseudostigmatisches Organ. — Fig. 9. Haare: a. am Tarsus I;
b. am Genu I; c. am Tarsus IV. — Fig. 10. Habitusbild Rückenseite.
Notaspis coleopiratus L.
Adultus. Fig. 11. Habitusbild Rückenseite. — Fig. 12.
Pseudostigma und sein Organ. — Fig. 13. Interlamellarhaar. —
Fig. 14. Haar am Tarsus II. — Fig. 15. Bauchseite.
Galumna filata Oudms.
Femina. Fig. 16. Genitalöffnung mit Ovipositor.
Pelops oceultus C. L. Koch.
Adultus. Fig. 17. Habitusbild, Rückenseite. — Fig. 18.
Bauchseite.
Tyroglyphus farris (Oudms.)
Larva. Fig. 19. Pseudostigmatisches Organ. — Fig. 20.
Bauchseite. — Fig. 21. Maxillae, ventral. — Fig. 22. Rückenseite.
— Fig. 23. Mandibelschere, linke extern.
Tafel XVII.
Tyroglyphus farris (Oudms.)
Protonympha. Fig. 1. Pseudostigmatisches Organ. — Fig. 2.
Rückenseite. — Fig. 3. Maxillen, ventral. — Fig. 4. Bauchseite.
Tritonympha. Fig. 5. Maxillae und Labrum. — Fig. 6.
Pseudostigmatisches Organ.
Femina. Fig. 7. Mandibelschere, rechte extern. — Fig. 8.
Rückenseite. — Fig. 9. Bauchseite. — Fig. 10. Pseudostigmatisches
Organ über Coxa, Trochanter und Femur I. — Fig. 11. Maxillae
ventral. —
Mas. Fig. 12. Rückenseite. — Fig. 13. Bauchseite. — Fig. 14.
Maxillae und Labrum ventral. — Fig. 15. Tarsus IV dexter
intern. — Fig. 16. Pseudostigmatisches Organ.
Tyroglyphus wasmanni Moniez.
Deutonympha. Fig. 17. Rückenseite. — Fig. 18. Bauchseite.
10. Heft
70 Dr. €. Fr. Roewer: Die Opiliones der Sammlung der Herren
Die Opiliones der Sammlung der
Herren Drs. Paul u. Fritz Sarasin auf Celebes
in den Jahren 1893—1896,
Bearbeitet von
Dr. C. Fr. Roewer, Bremen.
(Mit 8 Textfigg.)
Die Ausbeute an Opilioniden, welche die Herren Drs. P. u.
Fr. Sarasin in den Jahren 1893—96 auf der Insel Celebes machten,
ist sehr reich an verschiedenen und größtenteils neuen Formen.
Ich bin erfreut und den Herren Drs. Sarasin zu größtem Danke
verpflichtet, daß ich diese Ausbeute bearbeiten durfte. Es ließ
sich von vornherein vermuten, daß viel neue Formen gefunden
worden seien, wenn man bedenkt, daß bisher nur drei Arten aus
zwei Gattungen der Palpatores (Gagrellinae) aus Celebes bekannt
geworden sind, von denen die Gattung Altobunus Roewer bis jetzt
nur auf Celebes nachgewiesen ist. Ich lasse weiter unten die
Diagnosen der neuen Formen folgen, möchte aber hier zunächst
im allgemeinen auf die vorliegenden Formen und besonders auf
ihre und ihrer Verwandten Verbreitung eingehen. Für die Be-
schreibung sämtlicher Palpatores dieser Arbeit in Hinweis und
Ausdrucksweise der Diagnosen habe ich mich nach meiner ‚Re-
vision der Oßrliones Palpatores, 1. Teil“ (Abhandl. Naturwiss.
Verein Hamburg, Bd. 19, Heft 4, 1910) gerichtet und für die
Laniatores nach meiner Arbeit ‚Die Familien der Assamitden und
Phalangodiden der Opiliones-Laniatores‘“ (Arch. f. Naturg. 1912,
A. 3). — Es zeigt sich, daß auf Celebes Gagrellinen leben, welche
westlich Verwandte auf Borneo und östlich Verwandte auf Neu-
Guinea, den Molukken etc. haben. Weit interessanter für die
geographische Verbreitung der Opiliones sind die vorliegenden.
Laniatores (Assamiiden Soer. und Phalangodiden Simon). Aus
der Subfamilie der Dampetrinae der Familie der Assamiidae waren
bisher die meisten Formen aus Australien und Neu-Guinea bekannt,
nur wenige aus Sumatra, Java, Hinterindien und Flores, sodaß
durch die Celebes-Form diese Subfamilie auch von dieser Insel
bekannt geworden ist und zwar in einer neuen Art, die einer aus
Neu-Guinea bekannten Gattung angehört. Ähnlich verhält es
sich mit der Familie der Phalangodiden. Das Genus Zalmoxis
Soer. (in der von mir a. a. O. 1912 gegebenen Einschränkung) der
Subfamilie der Phalangodinae war bisher bekannt vom Festland
Australien, Polynesien, Neu-Guinea etc. einerseits und andererseits
von den Philippinen; auch hier wird durch das Vorkommen dieser
Gattung mit einer neuen Art auf Celebes eine Lücke geschlossen.
Die am III. und IV. Tarsus eine Scopula tragende Subfamilie der
Drs. Paul u. Fritz Sarasin auf Celebes in den Jahren 1893—1896. 71
Ibaloniinae Rwr. der Familie der Phalangodidae (Simon) war
bis jetzt gefunden auf den Philippinen und in Japan und weiterhin
auf den Seychellen, Fidschi-Inseln und Neu-Guinea. Auch hier-
bieten die Funde von Celebes eine Verbindung der nördlichen und
südlichen Gebiete. Auch für die Subfamilie der Epdedaninae der
Familie der Phalangodidae hat die vorliegende Ausbeute einige
neue Gattungen und Arten ergeben. Ein neues, der letztgenannten
Subfamilie sehr nahe stehendes und einer ihrer Gattungen (Mete-
pedanus Roewer) sehr ähnliches Genus muß jedoch in eine neue
Subfamilie der Phalangodiden-Familie gestellt werden (nov.
subfam. Sarasinellinae). Bisher waren Arten des Epedanus-Formen-
kreises nur mit zweigliedrigem Endabschnitt des ersten Tarsus
bekannt, und diese Zweigliedrigkeit des Endabschnittes des ersten
Tarsus ist bei den asiatischen (altweltlichen) Phalangodiden so
weit verbreitet, daß Soerensen 1902 (Gongleptiden der Hamburger
Magalhaensischen Sammelreise) sie als Merkmal für alle Pha-
langodiden aufstellte, ebenso wie für die Familie der Assamiidae.
Nachdem ich 1912 a. a. O. nachgewiesen habe, daß ein Teil der
Assamitidae, den ich als Subfamilie der Dampetrinae zusammenfasse,
einen dreigliedrigen Endabschnitt des ersten Tarsus aufweist,
finden sich nun auch Verwandte der Subfamilie der EPedaninae
mit dreigliedrigem Endabschnitt des ersten Tarsus, und konse-
quenterweise muß daher dieses Genus in eine neue (oben genannte)
Subfamilie gestellt werden. Ob man diese Begründung von Sub-
familien gelten lassen will oder nicht (und ich lasse sie nach Soe-
rensen’s Ausführungen a. a. O. 1912 gelten), ergibt sich aus eben
diesen Soerensen’schen Darlegungen und Untersuchungen und
ich habe meine Gründe dafür bereits 1912 a. a. O. eingehend
dargelegt. — Auch die Familie der Oncopodidae Thorell ist von
Celebes neu, obgleich es sich in dieser Sammlung um eine schon von
Pocock ausBorneo beschriebene Art handelt; jedenfalls istdie vor-
liegende Form der Gattung Pelitnus Thorell die bisher östlichste Form.
Ehe ich zu den Diagnosen etc. übergehe, gebe ich eine syste-
matische Übersicht der vorliegenden Formen im Rahmen meiner
beiden oben genannten Arbeiten über die Oßiliones- Palpatores
und Opiliones-Laniatores.
Die Materialien zu der vorliegenden Arbeit befinden sich im
Naturhistorischen Museum von Basel, dessen Konservator, Herr
Dr. J. Roux, sie mir freundlichst zur Verfügung stellte.
Systematische Stellung der vorliegenden Arten.
A. Subord. PALPATORES 2. Gagrella longispina nov.spec.
Thorell. 3. Gagrella curvispina nov.spec.
I. Fam. Phalangiidae Simon. | 4. Gagrellasarasinorumnov.spec.
1. Subfam. Gagrellinae Thorell. | 5. Gagrella cerata nov. spec.
1. Gen. Gagrella Stol. 6. Gagrella argentea nov. spec.
1. Gagrellatuberculatanov.spec. | 7. Gagrella serrulata Roewer.
10. Heft
72 Dr. ©. Fr. Roewer: Die Opiliones der Sammlung der Herren
2. Gen. Altobunus Roewer.
8. Altobunus formosus Roewer
3. Gen. Neogagrella nov. gen
9. Neogagrella eximia nov. spec
4. Gen. Marthana Thorell.
10. Marthana sarasinorum noV
spec.
5. Gen. Bonthainia nov. gen.
11. Bonthainia aenescens NOV
spec.
6. Gen. Gagrellula Roewer.
12. Gagrellula pulverulenta nov.
spec.
7. Gen. Hologagrella Roewer.
13. Hologagrella curvicornis nov.
spec.
8. Gen. Syngagrella nov. gen.
14. Syngagrella bistriata
spec.
9. Gen. Gagrellina nov. gen.
15. Gagrellina vestita nov. spec.
10. Gen. Sarasıinia nov. gen.
16. Sarasina punctata nov. spec. |
B. Subord. LANIATORES
Thorell.
II.Fam.Assamiidae Soerensen.
2. Subfam. Dampetrinae Roewer.
11. Gen. Apygoplus Roewer.
17. Apygoplus sarasinorum nov.
spec.
III. Fam. Phalangodidae
Simon.
3. Subfam. Phalangodinae
Roewer.
noV. ı
12. Gen. Zalmoxis Soerensen.
18. Zalmoxis sarasinorum noVv.
spec.
4. Subfam. Ibaloniinae Roewer.
13. Gen. Ibalonius'Karsch.
19. Ibalonius sarasinorum nov.
spec.
14. Gen. Bonea nov. gen.
20. Bonea sarasinorum nov.Spec.
5. Subfam. Sarasinellinae
nov. subfam.
15. Gen. Sarasınella nov. gen.
91. Sarasinella tricommata-trico-
mmala nov. Spec. nOVv. var,
Sarasinella tricommalta - qua-
dripunctata nov. var.
Sarasinella tricommata - sex-
Punctata nov. var.
6. Subfam. Epedaninae Roewer.
16. Gen. Epedanulus nov. gen.
24. Epedanulus sarasinorum nov.
spec.
17. Gen. Metepedanulus
nov. gen.
25. Metepedanulus sarasinorum
nov. spec.
18. Gen. Parepedanulus
nov. gen.
22.
23.
ı 26. Parepedanulus sarasinorum
nov. spec.
IV.Fam.Oncopodidae Thorell.
19. Gen. Pelitnus Thorell.
27. Pelitnus annulipes Pocock.
Es folgen die Diagnosen der neuen Arten und Gattungen:
Gagrella tuberculata nov. spec.
L. des Körpers 4 (8), 4,5 (9); L. des ersten Femur 5; zweiten
9,5; dritten 5; vierten 7 mm; L. des erten Beines 21, zweiten 30,
dritten 20, vierten 28 mm.
Drs. Paul u. Fritz Sarasin auf Celebes in den Jahren 1893—1896. 73
Körper dorsal überall sehr fein und dicht mit winzigen und
erhabenen, kreisrunden, stumpfen Körnchen bestreut. Der eine
Dorsalstachel des Abdominalscutums gerade, senkrecht und spitz,
nur basal bekörnelt wie das Scutum. — Augenhügel (Fig.1) oben wenig
breiter als lang, basal eingeschnürt, median oben längsgefurcht;
jederseits dieser Furche auf dem Augenringe durchaus glatt
glänzend, jedoch die mediane Längsfurche wie der Cephalothorax
bekörnelt. — Freie Ventralsegmente des Abdomens und Fläche
der ersten bis vierten Coxa ebenso bekörnelt ol
wie der Körper dorsal; die Höcker der Coxen-
randreihen stumpf abgerundet, doch in der
Mitte mit einem spitzen Zähnchen (besonders
die am Vorderrande der ersten Coxa). —
Cheliceren (Fig. 1) klein; erstes Glied dorsal
verstreut spitz bekörnelt; zweitesGlied glatt. +”
— Palpen (Fig.1): Femur solang wie der Tar- Fe)
sus; Patella ohne Innenapophyse; Tibia nur
zweieinhalbmal länger als breit; Femurdorsal |
und ventral (hier dichter), sowie Patella dorsal es
und Tibia ventral fein und verstreut spitz bezähnelt; Tarsus nur
behaart und beim 3 mit ventraler Körnchen-Längsreihe. — Beine
lang und dünn, nur der zweite Femur mit einem Pseudogelenk;
Trochantere seitlich spitz und regellos bekörnelt; Femora fast
glatt wie die übrigen Beinglieder.
Färbung des Körpers dorsal und ventral ledergelb, blasser
rostgelb unregelmäßig untermischt und geprenkelt und überall
besonders auf dem Cephalothorax dicht mit isolierten kleinen
Pünktchen aus weißem Hautdrüsensekret überstreut; die Coxen
der Beine dick und einheitlich mit solchem Hautdrüsensekret
bedeckt. — Augenhügel an den beiden Augenringen blaß weißgelb
glänzend, seine Längsfurche schwarzbraun. — Dorsalstachel des
Abdominalscutums schwarzbraun, besonders an der Spitze. —
Cheliceren und Palpen einfarbig blaßgelb. — Beine einschließlich
der Trochantere blaßrotgelb, nur die Patellen dunkler gebräunt.
Süd-Celebes (Lokka, c. 1150 m) — 3 (8, 9, pull.) — Sarasin
leg. X. 1895.
(Diese Form steht Gagrella vulcanica Dol. nahe.)
Gagrella longispina nov. spec.
L. des Körpers 4,5; L. des ersten Femur 14, zweiten 27, dritten
11, vierten 17 mm; L. des ersten Beines 58, zweiten 106, dritten 50,
vierten 73 mm.
Körper dorsal (Cephalothorax, Abdominalscutum und freie
Dorsalsegmente des Abdomens) überall gleichmäßig fein gerieselt,
nicht bekörnelt ; der eine Dorsalstachel (Fig. 2) des Abdominalscutums
sehr lang, gerade und scharf zugespitzt, überall dicht mit groben,
spitzen Körnchen bestreut. — Augenhügel oben wenig breiter als
10. Heft
74 Dr. C. Fr. Roewer: Die Opiliones der Sammlung der Herren
lang, basaleingeschnürt, median oben längsgefurcht; jederseits oben
und auch in der Längsfurche glatt glänzend, nur frontal spärlich
bekörnelt. — Freie Ventralsegmente des Abdomens glatt; Fläche der
vier Coxen grob und dicht mit stumpfen Hörnchen bestreut; Höcker
der Coxenrandreihen scharf dreispitzig (besonders die am Vorder-
rand der ersten Coxa). — Cheliceren klein; erstes Glied dorsal
völlig glatt glänzend. — Die Fortsätze über den Cheliceren außen-
seits grob und scharf bezähnelt. — Palpen: Femur so lang wie der
Tarsus und über doppelt so lang wie die Patella;
Patella ohne Innenapophyse; Tibia dreimal so lang
wie breit; Femur dorsal und ventral (hier dichter),
sowie Patella dorsal und Tibia ventral fein und ver
streut spitz bezähnelt; Tarsus nur behaart. — Beine
sehr lang und dünn; nur der zweite Femur mit einem
Pseudogelenk; Trochantere und Femora sehr spärlich
und winzig bezähnelt.
Färbung des Körpers dorsal und ventral hell rostgelb,
: >» nicht mit Hautdrüsensekret bedeckt und bestreut;
Fig. 2. Dorsalstachel des Abdominalscutums und Augenhügel
dunkel schwarzbraun und scharf gegen den blassen
Körper abgesetzt. Cheliceren und Palpen blaßrostgelb einfarbig. —
Trochantere und Femora sowie Patellen der Beine dunkelbraun;
Trochantere daher scharf gegen die blassen Coxen contrastierend.
Nord-Celebes (Minahassa, nahe bei Tondano, c. 700 m) —
1 $ — Sarasin leg. 10. IX. 1895.
(Diese Form steht Gagrella fuscipes Rwr. nahe.)
Gagrella curvispina nov. spec.
L. des Körpers 3,5 mm; L. des ersten Femur 10, zweiten 19,
dritten 9, vierten 12 mm; L. des ersten Beines 41, zweiten 93,
dritten 40, vierten 55 mm.
Körper dorsal (Cephalothorax, Abdominalscutum und freie
Dorsalsegmente des Abdomens) gleichmäßig dicht und fein bekörnelt;
der eine Dorsalstachel (Fig. 3) des Abdominalscutums stark nach vorn
gekrümmt, grob bekörnelt, spitz und schlank. — Augenhügel (Fig.3)
oben wenig breiter alslang, basal eingeschnürt, median- oben längs-
gefurcht, völlig glatt-glänzend.. — Freie Ven-
tralsegmente des Abdomens fein gerieselt, nicht
bekörnelt; Fläche der vier Coxen grob verstreut
bekörnelt; Höcker der Coxenrandreihen scharf
dreispitzig.. — Cheliceren klein; erstes Glied
dorsal völlig glattglänzend; zweites Glied glatt.
— Palpen: Femur so lang wie der Tarsus; Tibia
dreieinhalbmal so lang wie breit; Femur ventral
dicht spitz bezähnelt und dorsal nur basal mit
einigen spitzen Zähnchen; Patella ohne Innenapophyse und wie auch
die Tibia dorsal verstreut spitz bezähnelt; Tarsus nur behaart, doch
Fig. 3.
Drs. Paul u. Fritz Sarasin auf Celebes in den Jahren 1893—1896. 75
beim & mit ventraler Körnchenreihe. — Fortsätze über den Che-
liceren mit nur je einer Spitze. — Beine lang und dünn; nur der
zweite Femur mit einem Pseudogelenk; Trochantere und Femora
sehr spärlich und winzig bezähnelt.
Färbung des Cephalothorax und des Abdominalscutums
hellrostbraun, doch Augenhügel und Dorsalstachel des Scutums
schwarzbraun und scharf kontrastierend; nur der Cephalothorax
dick mit grauweißem Hautdrüsensekret belegt; Seiten- und Hinter-
rand des Abdominalscutums schwarzbraun angelaufen; freie
Dorsal- und Ventralsegmente des Abdomens sowie die Coxen der
Beine glänzend dunkelbraun bis schwärzlich und ungleichmäßig
mit weißem Hautdrüsensekret stellenweise bedeckt. Beine, ein-
schließlich der Trochantere, tief dunkelbraun. Cheliceren und Palpen
einfarbig blaß rotgelb.
Nord-Celebes (Minahassa, Tomohon, 780 m) — 1 8 — Sarasin
leg. IV. 1894.
Gagrella sarasinorum noVv. SPec.
L. des Körpers 4 (3), 4,5 (2) mm; L. des ersten Femur 13,
zweiten 27, dritten 12, vierten 16,5 mm; L. des ersten Beines 62,
zweiten 130, dritten 58, vierten 79 mm.
Körper dorsal (Cephalothorax, Abdominalscutum und freie
Dorsalsegmente des Abdomens) fein und gleichmäßig gerieselt, fast
matt-glatt, nicht bekörnelt; der eine Dorsalstachel des Abdominal-
scutums schlank, wenig nach vorn geneigt, überall grob bekörnelt.
— Augenhügel oben wenig breiter als lang, basal eingeschnürt,
median oben längsgefurcht, völlig glatt-glänzend.. — Freie
Ventralsegmente des Abdomens bekörnelt, desgleichen aber gröber
die Fläche der Coxen der Beine; Höcker der Coxenrandreihen
scharf dreispitzig. — Cheliceren klein; erstes Glied dorsal matt-
glatt; zweites Glied glatt. — Fortsätze über den Cheliceren außen-
seitig spitz bezähnelt. — Palpen: Femur so lang wie Tarsus; Tibia
dreimal so lang wie breit; Femur dorsal nur behaart und ventral
verstreut spitz bezähnelt; Patella ohneInnenapophyse und dorsal
ebenso wie die Tibia verstreut spitz bezähnelt,; Tarsus nur behaart,
aber beim $ mit einer ventralen Körnchenreihe. — Beine sehr lang
und dünn; nur der zweite Femur mit einem Pseudogelenk; Tro-
chantere und Femora sehr spärlich und winzig spitz bezähnelt.
Färbung des Cephalothorax vor dem glänzend schwarzen
Augenhügel rostgelb mit einigen winzigen schrägen schwarzen
Punkteindrücken, außerdem sehr dick und gleichmäßig mit schnee-
weißem Hautdrüsensekret belegt, welches quer hinter dem Augen-
hügel scharf abgesetzt aufhört. Von hier aus ist der Körper dorsal
bis zur Analspitze einfarbig mattschwarz und nicht mit Haut-
drüsensekret bestreut. — Freie Ventralsegmente des Abdomens
und Fläche der Coxen schwarz und mehr oder minder ungleich-
mäßig mit grauweißem Hautdrüsensekret belegt. — Cheliceren
einfarbig blaßgelb. — Palpen bis einschließlich zur Tibia tief dunkel-
10. Heft
76 Dr. ©. Fr. Roewer: Die Opiliones der Sammlung der Herren
braun, mit dem blaßgelben Tarsus und den Cheliceren scharf kon-
trastierend.— Beine, einschließlich der Trochantere einfarbig schwarz.
Nord-Celebes (Minahassa, südwestlich von Kema) — 19 —
Sarasin leg. (Datum?)
Nord-Celebes (östlich von Gorontalo, Bone-Tal, bei ca. --
360 m) — 12 — Sarasin leg. 11. I. 1895.
Nord-Celebes (Minahassa, Sudara-Gipfel, ca. + 1350 m) —1&8
und 1 Q — Sarasin leg. 15.—18. X. 1893.
Nord-Celebes (Matinang-Kette, bei ca. + 1000 m) — 1d—
Sarasin leg. VIII. 1984.
Gagrella cerata nov. spec.
L. des Körpers 4 (3) mm; L. des ersten Femur 11, zweiten 18,
dritten 8, vierten 14 mm; L. des ersten Beines 40, zweiten 63,
dritten 35, vierten 48 mm.
Körper dorsal (Cephalothorax, Abdominalscutum und freie
Dorsalsegmente des Abdomens) äußerst fein und gleichmäßig
bekörnelt; der eine Dorsalstachel des Abdominalscutums gerade-
aufrecht, schlank und rauh bekörnelt. — Augenhügel oben wenig
breiter als lang, basal eingeschnürt, median oben längsgefurcht,
völlig. glatt-glänzend. — Freie Ventralsegmente des Abdomens
sowie die Fläche der vier Coxen und der Genitalplatte grob und
rauh bekörnelt; Höcker der Coxenrandreihen sämtlich scharf
dreispitzig. — Cheliceren klein; erstes Glied dorsal glatt-glänzend;
zweites Glied glatt. — Palpen: Femur so lang wie der Tarsus;
Tibia zweieinhalbmal so lang wie breit; Femur dorsal und ventral
verstreut spitz bezähnelt; Patella ohne Innenapophyse und dorsal
verstreut bezähnelt; Tibia dorsal und ventral bezähnelt; Tarsus
behaart und beim & mit ventraler Körnchenreihe. — Beine lang
und dünn; nur der zweite Femur mit einem Pseudogelenk;, Tro-
chantere und Femora sehr spärlich und winzig spitz bezähnelt.
Färbung des Körpers dorsal wie ventral einschließlich des
Augenhügels und des Dorsalstachels schwärzlich, nur das Scutum
verwischt mit feinen rostbraunen Pünktchen gesprenkelt; die
vordere Hälfte des Cephalothorax bis scharf quer an den Augen-
hügel. heran dick mit weißem Hautdrüsensekret belegt; freie
Ventralsegmente des Abdomens und die vier Coxen mit weißgrauem
Hautdrüsensekret ungleichmäßig mehr oder minder bedeckt. —
Cheliceren und Palpen völlig einfarbig blaßgelb. — Beine einschließ-
lich der Trochantere einfarbig schwarz.
Nord-Celebes (Minahassa, Soputan-Vulkan) — 1 d — Sarasin
leg. IV. 189.
(Diese Form steht Gagrella albertisii Thorell nahe.)
Gagrella argentea nov. spec.
L. des Körpers 5 (9) mm; L. des ersten Femur 14, zweiten 29,
dritten 13, vierten 18 mm; L. des ersten Beines 59, zweiten ?,
dritten 54, vierten 75 mm.
Drs. Paul u. Fritz Sarasin auf Celebes in den Jahren 1893—1896. 77
Körper dorsal (Cephalothorax, Abdominalscutum und freie
Dorsalsegmente des Abdomens) äußerst fein und gleichmäßig
bekörnelt; der eine Dorsalstachel des Abdominalscutums gerade-
aufrecht, schlank und spitz, reichlich und grob bekörnelt. — Augen-
hügel oben wenig breiter als lang, basal eingeschnürt, median-
oben längsgefurcht, oben vorn und hinten jederseits der Furche
spitz bekörnelt. — Freie Ventralsegmente des Abdomens verstreut
fein bekörnelt; die Fläche der vier Coxen reichlich grob und stumpf
bekörnelt; Höcker der Coxenrandreihen scharf dreispitzig. —
Cheliceren klein; erstes Glied dorsal glänzend-glatt; zweites Glied
glatt. — Fortsätze über den Cheliceren außen spitz bezähnelt. —
Palpen: Femur so lang wie der Tarsus; Tibia dreieinhalbmal so
lang wie breit; Femur nur ventral verstreut spitz bezähnelt; Patella
ohne Innenapophyse und dorsal verstreut spitz bezähnelt; Tibia
nur dorsal verstreut spitz bezähnelt; Tarsus nur behaart. — Beine
lang und dünn; nur der zweite Femur mit einem Pseudogelenk;
Trochantere und Femora sehr spärlich und winzig spitz bezähnelt.
Färbung des Körpers dorsal lederbraun; Augenhügel und
Dorsalstachel dunkelbraun; Cephalothorax und. Dorsalscutum des
Abdomens heller gesprenkelt; Cephalothorax bis vor den Augen-
hügel hin mit weißem Hautdrüsensekret bedeckt. Freie Ventral-
segmente des Abdomens dunkelbraun, vorn und hinten jeweils
breit silberweiß berandet. Die vier Coxen silberweiß glänzend,
doch die Körnchen dunkelbraun daraus hervortretend, doch sind
Coxen und die übrige Bauchfläche mehr oder minder mit grauem
Hautdrüsensekret bedeckt. — Cheliceren und Palpen einfarbig
rostgelb. — Trochantere und basale Gelenkknoten der Femora
der Beine schwarzbraun kontrastierend, die Beine im übrigen rost-
gelb und nur die Patellen dunkler braun.
Nord-Celebes (Weg von Duluduo nach Malibagu) — 12 —
Sarasin leg. 16. u. 17. XII. 1895.
Gagrella serrulata Rwr.
1910 G. s. Roewer in: Abh. Ver. Hamburg v. 19, Heft 4, p. 77.
Nord-Celebes (Tomohon) — 1 & und 1 2 — Sarasin leg. V. 1894.
Nord-Celebes (Tomohon, an Bäumen) — 1 4 — Sarasin leg.
3. VI. 1894.
Altobunus formosus Rwr.
1910 A. f. Roewer in: Abh. Ver. Hamburg v. 19. Heft, 4, p. 43.
Nord-Celebes (oberhalb Tomohon) — 1 & und 2 pull. — Sarasin
leg. 8. III. 1894.
Neogagrella nov. gen.
Augenhügel so hoch wie breit, basal etwas eingeschnürt, ohne
größere einzelne Dornen. — Dorsalscutum des Abdomens mit
einem aufrechten, spitzen Medianstachel. — Coxenrandhöcker
dreispitzig. — Beine sehr lang und dünn; erster und dritter Femur
10. Heft
78 Dr. €. Fr. Roewer: Die Opiliones der Sammlung der Herren
mit je einem, zweiter Femur mit vier und vierter Femur mit
zwei Pseudogelenken.
Neogagrella eximia nov. spec.
L. des Körpers 4 mm; L. des ersten Femur 11, zweiten 25,
dritten 10, vierten 17 mm; L. des ersten Beines 50, zweiten 114,
dritten 44, vierten 70 mm.
Körper dorsal (Cephalothorax, Abdominalscutum und freie
Dorsalsegmente des Abdomens) — ausgenommen die glatte weiße
Fleckenzeichnung — fein und gleichmäßig bekörnelt, der eine
mediane Dorsalstachel des Abdominalscutums gerade, aufrecht,
sehr spitz und glatt glänzend. — Augenhügel so hoch wie breit,
wenig rückgeneigt; die beiden glatten Augenringe bilden oben eine
deutliche Längsfurche, die wie der Cephalothorax fein und regellos
bekörnelt ist. — Freie Ventralsegmente des Abdomens sowie die
Fläche aller vier Coxen fein und gleichmäßig regellos bekörnelt;
Höcker der Coxenrandreihen scharf dreispitzig. — Cheliceren
klein; erstes Glied dorsal mit einer scharfumgrenzten Gruppe
stumpfer Körnchen; zweites Glied glatt. — Fortsätze über den
Cheliceren stumpf und spärlich bekörnelt. — Palpen: Femur so
lang wie der Tarsus; Patella mit kleiner Innenapophyse; Tibia
zweieinhalbmal so lang wie breit. Femur dorsal und besonders
ventral verstreut fein bezähnelt; die übrigen Palpenglieder nur
behaart; Tarsus beim $ mit ventraler Körnchenreihe. — Beine
sehr lang und dünn; Trochantere und Femora fein und regellos
bezähnelt; erster und dritter Femur mit je einem, zweiter Femur
mit vier und vierter Femur mit zwei Pseudogelenken.
Färbung des Körpers rostbraun. Cephalothorax milchweiß
mit schmal braunem Vorder- und Seitenrande, mit brauner Median-
binde, in der auch der braune Augenhügel liegt; seitlich von diesem
liegen je zwei braune, schräge Eindrücke. Abdomen dorsal rost-
braun, auf dem Scutum liegt hinter dem dunkler braunen Dorsal-
stachel ein großer vierseitiger, mit abgerundeten Ecken versehener
milchweißer Fleck. Der Körper ist nirgends mit weißem Haut-
drüsensekret überdeckt oder überstreut. — Freie Ventralsegmente
und Coxen braun und weißlich gesprenkelt. — Palpen und Cheli-
ceren blaßgelb und einfarbig. — Beine: Trochantere und basale
Gelenkknoten der Femora schwarzbraun, die Femora im übrigen
ganz blaßgelb, Patellen und Tibien dunkler rostbraun.
Zentral-Celebes (Südl. Vorberge des Takalekadjo, bei ca.
1000 m) — 1 38 — Sarasin leg. (Datum ?)
Marthana sarasinorum nov. spec.
L. des Körpers 7 mm; L. des ersten Femur 16, zweiten 29,
dritten 14, vierten 18 mm; L. des ersten Beines 69, zweiten 116,
dritten 61, vierten 85 mm.
Körper(Fig.4)dorsal( Cephalothorax, Abdominalscutum und freie
Dorsalsegmente des Abdomens) dicht mit groben, stumpfen
Drs. Paul u. Fritz Sarasin auf Celebes in den Jahren 1893—1896. 79
Körnchen regellos bestreut; auf dem Scutum erhebt sich eine
mediane mächtige, dicke Säule, welche so lang ist wie der Körper,
sich nach oben wenig verjüngt und in eine stumpfe Spitze gleich-
mäßig ausläuft, diese ganze Säule ist dicht und regellos mit sehr
groben, spitzen Körnchen bestreut. — Augenhügel so hoch wie
breit, oben median längsgefurcht, nur basal wenig bekörnelt, sonst
und besonders oben gänzlich glatt glänzend. — Freie Ventral-
segmente des Abdomens matt-glatt und
nicht bekörnelt; die Fläche aller vier
Coxen grob und dicht regellos bekör-
nelt; Höcker der Coxenrandreihen scharf
dreispitzig. — Cheliceren klein; erstes
Glied dorsal glatt und nicht bekörnelt;
zweites Glied glatt. Fort- sätze über
den Cheliceren außenseits spitz bekör-
nelt. — Palpen: Femur so lang wie der
Tarsus; Patella ohne Innenapophyse;
Tibia dreimal so lang wie breit; Femur
nur ventral spitz und dicht bezähnelt;
die übrigen Palpenglieder nur behaatr,
jedoch der Tarsus beim $ mit ventraler
Körnchenreihe. — Beine sehr lang und dünn; Trochantere und
Femora fein und regellos spitz bezähnelt; nur der zweite Femur
mit einem Pseudogelenk.
Färbung des ganzen Körpers dorsal und ventral tiefschwarz,
doch mehr oder minder mit gelbgrauem, schmutzigen Hautdrüsen-
sekret überstreut. Beine schwarz. Cheliceren und Palpen blasser
rostfarben.
Nord-Celebes (Südseite der Matinang-Kette, bis ca. + 1000 m)
— 138 — Sarasin leg. im Aug. 1894.
(Diese Art ist Marthana cuspidata Loman von Java sehr nahe
verwandt, unterscheidet sich aber in Färbung und Form der
Scutumsäule deutlich von ihr.)
Bonthainia nov. gen.
Augenhügel so hoch wie breit, basal etwas eingeschnürt, ohne
größere Einzeldornen. — Dorsalscutum des Abdomens mit einem
spitzen Medianstachel. — Coxenrandhöcker dreispitzig. — Beine
lang und dünn; erster und vierter Femur mit je zwei, zweiter Femur
mit fünf und dritter Femur mit einem Pseudogelenk.
Fig. 4.
Bonthainia aenescens nov. spec.
L. des Körpers 4,5 mm; L. des ersten Femur 10, zweiten 19,
dritten 10, vierten 14 mm; L. des ersten Beines 45, zweiten 88,
dritten 43, vierten 65 mm.
Körper dorsal (Cephalothorax, Abdominalscutum und freie
Dorsalsegmente des Abdomens) sehr fein und dicht regellos be-
körnelt; der eine mediane Dorsalstachel des Abdominalscutums
10. Heft
80 Dr. ©. Fr. Roewer: Die Opiliones der Sammlung der Herren
sehr kurz und klein, vorgeneigt und sehr spitz und dünn, basal
rings bekörnelt. — Augenhügel so hoch wie breit, basal eingeschnürt,
oben längsgefurcht, die Augenringe glatt aber die Längsfurche
fein bekörnelt. — Freie Ventralsegmente und Fläche der vier
Coxen fein und dicht regellos bekörnelt; Höcker der Coxenrand-
reihen scharf dreispitzig. — Cheliceren klein; erstes Glied dorsal
mit einer Körnchengruppe; zweites Glied glatt. — Fortsätze über
den Cheliceren spitz und bekörnelt. — Palpen: Femur so lang wie
der Tarsus; Patella mit kurzer Innenapophyse; Tibia zweieinhalb
mal so lang wie breit; Femur ventral spitz verstreut bezähnelt;
Patella und Tibia allerseits dicht und spitz bezähnelt. — Beine
lang und dünn; Trochantere und Femora spärlich und regellos
spitz bezähnelt,; erster und vierter Femur mit je zwei, zweiter
Femur mit fünf und dritter Femur mit einem Pseudogelenk.
Färbung des Körpers dorsal dunkelbraun, schön metallisch
blaugrün schimmernd, besonders das Dorsalscutum; Cephalo-
thorax dick mit gelbweißem Hautdrüsensekret belegt, Dorsal-
scutum und freie Dorsalsegmente dagegen nur spärlich damit
bestreut. — Freie Ventralsegmente des Abdomens dunkelbraun
und spärlich mit gelbweißem Hautdrüsensekret bedeckt; die
Fläche der vier Coxen schwarzbraun und dick mit weißem Haut-
drüsensekret belegt. Beine rostbraun, nur die Trochantere sind
schwarzbraun. Palpen und Cheliceren einfarbig rostfarben.
Süd-Celebes (Pik von Bonthain, bei 1350 m) — 1 9 — Sarasin
leg. im Okt. 189.
Gagrellula pulverulenta nov. spec.
L. des Körpers 4 mm; L. des ersten Femur 6, zweiten 19,
dritten 6, vierten 8 mm; L. des ersten Beines ?, zweiten ?, dritten
26, vierten ? mm.
Körper dorsal (Cephalothorax, Abdominalscutum und freie
Dorsalsegmente des Abdomens) fein und gleichmäßig regellos
bekörnelt; der eine mediane Dorsalstachel glatt aber runzelig
ausgebuchtet, mit stumpfer Spitze. — Augenhügel so hoch wie
breit, basal etwas eingeschnürt, oben mit bekörnelter Längsfurche,
doch die Augenringe auch oben glatt. — Freie Ventralsegmente
des Abdomens und Fläche der vier Coxen fein und gleichmäßig
regellos bekörnelt; Höcker der Coxenrandreihen scharf dreispitzig.
— Cheliceren klein; erstes Glied dorsal mit einer Gruppe aus vier
bis fünf Körnchen; zweites Glied glatt. — Fortsätze über den
Cheliceren stumpf und überall bekörnelt. — Palpen: Femur so
lang wie Tarsus; Patella ohne Innenapophyse; Tibia zweieinhalbmal
so lang wie breit. Femur, Patella und Tibia allerseits reichlich
regellos spitz bezähnelt; Tarsus nur behaart, doch beim & mit
ventraler Körnchenlängsreihe. — Beine lang und dünn; Trochan-
tere und Femora spärlich regellos bezähnelt; nur der zweite Femur
mit drei Pseudogelenken.
Drs. Paul u. Fritz Sarasin auf Celebes in den Jahren 1893—1896. 81
Färbung des Körpers dorsal rostbraun, und überall gleichmäßig
mit weißem Hautdrüsensekret bepulvert. Freie Ventralsegmente
blaß rostgelb. Coxen dunkler braun und mehr oder minder mit
Hautdrüsensekret bedeckt. Trochantere der Beine dunkelbraun;
die übrigen Beinglieder blaß rotgelb wie auch Cheliceren und Palpen.
Süd-Celebes (Lokka) — 1 d — Sarasin leg. im Okt. 1895.
(Diese Art steht nahe Gagrellula albicoxa Loman aus Java.)
Hologagrella curvicornis nov. Spec.
L. des Körpers 4 mm; L. des ersten Femur 9, zweiten 18,
dritten 10, vierten 13 mm; L. des ersten Beines 47, zweiten ?,
dritten 46, vierten ? mm.
Körper dorsal (Cephalothorax, Abdominalscutum und freie
Dorsalsegmente des Abdomens) und ventral (freie Ventralsegmente
des Abdomens und Fläche der vier Coxen) grob und regellos
dicht bekörnelt. Der eine mediane Dorsalstachel stark nach vorn
gekrümmt, schlank und spitz, desgleichen grob bekörnelt. — Augen-
hügel so hoch wie breit, oben längs-gefuıcht, gänzlich (Augenringe
und obere Längsfurche) grob und stumpf bekörnelt. — Höcker der
Coxenrandreihen scharf dreispitzig. — Cheliceren klein; erstes
Glied dorsal mit einer Gruppe aus zwei bis drei Körnchen; zweites
Glied glatt. — Fortsätze über den Cheliceren klein und kurz,
stumpf bekörnelt. — Palpen: Femur so lang wie der Tarsus; Patella
ohne Innenapophyse; Tibia zweieinhalbmal so lang wie breit;
Femur ventral seiner ganzen Länge nach verstreut spitz bezähnelt;
die übrigen Palpenglieder nur behaart, doch Tarsus beim $ mit
ventraler Körnchenlängsreihe. — Beine lang und dünn, Tro-
chantere und Femora spärlich verstreut bezähnelt; nur der zweite
Femur mit fünf Pseudogelenken.
Färbung des Körpers dorsal gleichmäßig dunkelbraun, überall
mit schmutzig grauweißem Hautdrüsensekret bestreut. Freie
Ventralsegmente blasser braun. Coxen und Trochantere der Beine
schwarz. Femora und übrige Beinglieder dunkel rostbraun.
Cheliceren und Palpen blaß rostgelb.
Zentral-Celebes (Ussu und Umgebung) — 1 & — Sarasin
leg. (Datum ?).
Syngagrella nov. gen.
Augenhügel so hoch wie breit, basal etwas eingeschnürt, ohne
größere Einzeldornen. — Dorsalscutum des Abdomens mit einem
spitzen Medianstachel. — Coxenrandhöcker dreispitzig. — Beine
lang und dünn; erster und dritter Femur mit je einem, zweiter
Femur mit sechs und vierter Femur mit drei Pseudogelenken.
Syngagrella bistriata nov. spec.
L. des Körpers 4 mm; L. des ersten Femur 9,5, zweiten 17,
dritten 10, vierten 12 mm; L. des ersten Beines 45, zweiten 90,
dritten 47, vierten 62 mm.
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 10, 6 10. Heft
82 Dr. €. Fr. Roewer: Die Opiliones der Sammlung der Herren
Körper dorsal (Cephalothorax, Abdominalscutum und freie
Dorsalsegmente des Abdomens) fein und gleichmäßig bekörnelt;
der eine mediane Dorsalstachel des Abdominalscutums sehr kurz,
gerade, rings bekörnelt, spitz und schlank. — Augenhügel so hoch
wie breit, basal eingeschnürt, gänzlich glatt-glänzend, oben schwach-
längsgefurcht. — Freie Ventralsegmente des Abdomens und Fläche
der vier Coxen fein und gleichmäßig bekörnelt. Höcker der Coxen-
randreihen scharf dreispitzig. — Cheliceren klein; erstes Glied
dorsal glatt; zweites Glied glatt. — Fortsätze über den Cheliceren
glatt und spitz, gabelig divergierend. — Palpen: Femur so lang
wie der Tarsus; Patella ohne Innenapophyse; Tibia dreimal so
lang wie breit, nur der Femur ventral seiner ganzen Länge nach
verstreut spitz bezähnelt; alle übrigen Palpenglieder nur behaart;
doch Tarsus beim $ mit ventraler Körnchenlängsreihe. — Beine
lang und dünn; Trochantere und Femora spärlich fein bekörnelt.
Erster und dritter Femur mit je einem, zweiter Femur mit sechs
und vierter Femur mit drei Pseudogelenken.
Färbung des Körpers dorsal braun; Cephalothorax vorn blaß
gesprenkelt, das letzte Cephalothoraxsegment und der Vorderrand
des Abdominalscutums contrastierend blaßgelb, sodaß zwei
blaßgelbe Querbänder entstehen. Körper dorsal und ventral
dick mit weißgelbem Hautdrüsensekret bedeckt. — Augenhügel
braun, frontal blaß, mit blasser oberer Längsfurche. Freie Ventral-
segmente und Fläche der Coxen (unter dem Hautdrüsensekret)
braun und rostgelb marmoriert. Trochantere und Femora der
Beine schwarzbraun, die Pseudogelenke der Femora blaß. Che-
liceren und Palpen einfarbig blaßgelb.
Süd-Celebes (Pik von Bonthain, bei über 2000 m) — 1gJ —
Sarasin leg. im Okt. 189.
Gagrellina nov. gen.
Augenhügel so hoch wie breit, basal etwas eingeschnürt, ohne
größere Einzeldornen. — Dorsalscutum des Abdomens mit einem
spitzen Medianstachel. — Coxenrandhöcker dreispitzig. — Beine
lang und dünn; erster und dritter Femur ohne, zweiter Femur '
mit sechs und IV. Femur mit einem Pseudogelenk.
Gagrellina vestita nov. Spec.
L. des Körpers 4,5 mm; L. des ersten Femur 11, zweiten 22,
dritten 9, vierten 14 mm; L. des ersten Beines 52, zweiten 117,
dritten 49, vierten 68 mm.
Körper dorsal (Cephalothorax, Abdominalscutum und freie
Dorsalsegmente des Abdomens) sehr dicht und fein gleichmäßig
und winzig bekörnelt; der eine mediane Dorsalstachel des Ab-
dominalscutums sehr dünn und schlank, sehr spitz und fein dicht
bekörnelt. — Augenhügel so hoch wie breit, basal wenig eingeschnürt,
basal rings bekörnelt, oben längs-gefurcht und hier gänzlich glatt-
glänzend. — Freie Ventralsegmente des Abdomens und Fläche der
Drs. Paul u. Fritz Sarasin auf Celebes in den Jahren 1893—1896. 83
vier Coxen sehr dicht und fein gleichmäßig bekörnelt; Höcker der
Coxenrandreihen lang dreispitzig. — Cheliceren klein; erstes Glied
dorsal mit einer Körnchengruppe; zweites Glied glatt. — Fortsätze
über den Cheliceren grob bekörnelt. — Palpen: Femur so lang
wie Tarsus; Patella mit kleiner und kurzer Innenapophyse; Tibia
dreimal so lang wie breit; Femur ventral der ganzen Länge nach
und dorsal nur basal dicht und spitz bezähnelt; Patella dorsal
und Tibia ventral und lateral-innen dicht und spitz bezähnelt;
Tarsus nur behaart, doch beim 3 mit ventraler Körnchenlängsreihe.
— Beine lang und dünn; Trochantere der Beine fein und stumpf
bekörnelt; Beinfemora sehr dicht und fein regellos bezähnelt;
erster und dritter Femur ohne, zweiter Femur mit sechs und vierter
Femur mit einem Pseudogelenk.
Färbung des Körpers dorsal und ventral gleichmäßig schwarz,
aber überall dick mit hochgelbem Hautdrüsensekret bedeckt. —
Femora der Beine heller rostbraun. — Cheliceren und Palpen
einfarbig blaßgelb.
Nord-Celebes (Südseite der Matinangkette, bei 500-1000 m)
— 1&8+ 1% — Sarasin leg. im Aug. 189.
Sarasinia nov. gen.
Augenhügel so hoch wie breit, basal etwas eingeschnürt, ohne
größere Einzeldornen. — Dorsalscutum des Abdomens mit einem
spitzen Medianstachel. — Coxenrandhöcker dreispitzig. — Beine
lang und dünn; erster und dritter Femur ohne, zweiter Femur
mit fünf und vierter Femur mit einem Pseudogelenk.
Sarasınıa Punclata nov. spec.
L. des Körpers 5 mm; L. des ersten Femur 7, zweiten 19,
dritten 6,5, vierten 9 mm; L. des ersten Beines 31, zweiten 68,
dritten 30, vierten 43 mm.
Körper dorsal (Cephalothorax, Abdominalscutum und freie
Dorsalsegmente des Abdomens) und ventral (freie Ventralsegmente
des Abdomens und Fläche der vier Coxen) äußerst fein und dicht
regellos bekörnelt; der eine mediane Dorsalstachel gerade, kurz,
schlank, spitz und rings sehr dicht und fein spitz bezähnelt. —
Augenhügel so hoch wie breit, basal etwas eingeschnürt, überall
sehr dicht und sehr fein spitz bezähnelt. — Höcker der Coxen-
randreihen dreispitzig. — Cheliceren klein; erstes Glied dorsal
mit einer Gruppe spitzer Körnchen; zweites Glied glatt. — Fort-
sätze über den Cheliceren kurz und stumpf gerundet, sehr dicht
und fein bekörnelt. — Palpen: Femur so lang wie Tarsus; Patella
ohne Innenapophyse; Tibia zweieinhalbmal so lang wie breit;
Femur, Patella und Tibia überall sehr fein und sehr dicht spitz
bezähnelt, Femur außerdem ventral gröber spitz verstreut be-
zähnelt, Tarsus nur behaart. — Beine lang und dünn, Trochantere
und Femora äußerst dicht und fein bekörnelt; erster und dritter
B* 10. Heft
84 Dr. C. Fr. Roewer: Die Opiliones der Sammlung der Herren
Femur ohne, zweiter Femur mit fünf und vierter Femur mit einem
Pseudogelenk.
Färbung des Körpers dorsal rostbraun; Cephalothorax rost-
gelb gesprenkelt; die fünf Areae des Abdominalscutums sowie die
drei folgenden freien Dorsalsegmente mit je einer Querreihe blaß-
gelber Pünktchen; der ganze Körper ohne Hautdrüsensekret-
Bedeckung. Dorsalstachel des Abdominalscutums und Augenhügel
schwarzbraun; freie Ventralsegmente des Abdomens rostbraun,
blasser gesprenkelt. Coxen und Trochantere der Beine dunkelbraun
gegen den übrigen Körper und die Beinfemora kontrastierend,
letztere blaßgelb. — Cheliceren blaßgelb. Palpen bis einschließlich
zur Tibia dunkel rostfarben, nur der Tarsus blaßgelb.
Nord-Celebes (Minahassa, Sudara-Gipfel, ca. + 1350 m) — 12? —
Sarasin leg. im Okt. 1893.
Apygoplus sarasiniorum nov. Spec.
L. des Körpers 3 mm; L. des ersten Beines 9, zweiten 17,
dritten 12, vierten 17 mm.
Körper (Fig. 5) doppelt so lang wie breit, vorn quer abgestutzt,
parallelrandig, hinten abgerundet. — Stirnrand des Cephalothorax
unten mit fünf wagerecht vorgestreckten Zähnen, deren seitliche
Paare gleichgroß, aber größer als der eine mediane sind, oben mit
einer Körnchenquerreihe und hier sonst unbewehrt. — Augenhügel
direkt hinter der Stirnrandfurche gelegen, oben mit zwei Körnchen-
längsreihen. — Dorsalscutum des Abdomens mit fünf einander
parallelen Querfurchen; jede der fünf Areae des Abdominal-
scutums mit je einer regelmäßigen Körnchenquerreihe, wie auch
jedes der folgenden drei freien Dorsalseg-
mente des Abdomens; Scutumseitenrand mit
einer lLängsreihe kleiner Körnchen. —
Freie Ventralsegmente des Abdomens mit
je einer regelmäßigen Körnchenquerreihe;
Fläche der vier Coxen dicht und regellos
bekörnelt; erste Coxa am Vorderrand mit
drei bis vier spitzen Zähnchen besetzt;
dritte Coxa mit jeeiner vorderen undhinteren
Randhöckerreihe. — Erste bis dritte Coxa
klein, einander parallel, vierte Coxa um die
Hälfte größer als die dritte und schräg nach
hinten gerichtet. — Erstes Glied der Che-
liceren mit tief abgegrenztem, dorsalen
Apicalbuckel, der rauh bekörnelt ist; zweites
Glied der Cheliceren frontal verstreut bekör-
nelt. — Die schlanken, dünnen Palpen sind gekreuzt; Trochanter
ventral mit drei Zähnchen, Femur mit ventraler Zähnchenreihe
und apical-innen mit zwei Zähnchen, deren vorderes das kleinere
ist. — Beine lang und sehr dünn, gänzlich unbewehrt; alle Femora
Drs. Paul u. Fritz Sarasin auf Celebes in den Jahren 1893—189. 85
gerade. Zahl der Tarsenglieder 7, 17, 7, 9. Endabschnitt des
ersten Tarsus drei-, des zweiten Tarsus fünfgliedrig, dritte und
vierte Tarsen mit einfachen, nicht kammzähnigen Doppelklauen,
ohne Pseudonychium, ohne Scopula.
Färbung des Körpers dorsal und ventral schwarzbraun, nur
Cephalothorax verwischt rostfarben gesprenkelt und Coxen der
Beine blasser rostfarben. Beine dunkelbraun, heller rostfarben
gesprenkelt, nur die Trochantere sind blaßgelb. — Cheliceren und
Palpen sowie die fünf unteren Stirnrandzähnchen des Cephalo-
thorax blaßgelb.
Nord-Celebes (Sudara-Gipfel) — 1 d — Sarasin leg. Okt. 1893.
Zalmoxis sarasinorum NOV. SPec.
L. des Körpers 2 mm; L. des ersten Beines 3,5, zweiten 5,
dritten 4,5, vierten 7 mm. _
Diese Art hat sehr große Ähnlichkeit mit Z. minima Roewer,
von der sie sich nur durch folgende Merkmale unterscheidet,
während sie in allen anderen mit der Original-Diagnose erstgenannter
Art übereinstimmt:
Erstes Glied der Cheliceren mit einem deutlichen, dorsalen,
glatten Apicalbuckel. — Palpen: Tibia ventral innen und außen
mit je vier (erster und dritter die größten) Stacheln und Tarsus
ventral innen und außen mit je drei (erster und zweiter die größten)
Stacheln bewehrt. — Beine: vierter Femur auch im letzten Drittel
unbewehrt.
Nord-Celebes (Tomohon; aus sun gesiebt) — 3 (&
und 9) — Sarasin leg. April 1895.
Ibalonius sarasınorum nov. Spec.
L. des Körpers 3 mm; L. des ersten Beines 4,5, zweiten 17,
dritten 12, vierten 16 mm.
Körper (Fig. 6) gleichmäßig oval gewölbt; die Grenze zwischen
Cephalothorax und Abdomen nicht durch eine vertiefte Querfurche
oder eine Seitenrandeinschnürung gekennzeichnet. Dorsalscutum
mit fünf Querfurchen, die nicht durch eine mediane Längsfurche
miteinander verbunden sind. — Unterer Stirnrand des Cephalo-
thorax unbewehrt; oberer Stirnrand desgleichen. — Ein deutlich
abgesetzter, für beide Augen gemeinsamer Augenhügel fehlt; die
beiden Augen sind doppelt so weit voneinander als vom Cephalo-
thorax-Seitenrande entfernt; zwischen ihnen in der Mediane steht
ein starker, isolierter, nach vorn geneigter, glatter Dorn; jedes
Auge auf einem eigenen Hügel, der oben ein kleines Körnchen trägt
und außerdem frontal durch ein Brückenzähnchen mit dem Stirn-
rande verbunden ist. — Dorsalscutum außer den größeren Höckern
und Dornen mattglatt und nicht bekörnelt, letztere in folgender
Verteilung: Cephalothorax und erste bis dritte Area des Abdomi-
nalscutums mit je einem mittleren Paare dicker, stumpfer
Höcker, die auf der ersten und dritten Area einander sehr
10. Heft
86 Dr. €. Fr. Roewer: Die Opiliones der Sammlung der Herren
nahe und auf dem Cephalothorax und der zweiten Area sehr weit
voneinander entfernt stehen, vierte Area mit einem mittleren Paare
aufrechter, spitzer Kegeldornen und fünfte Area (= Scutum-
hinterrand) mit einem kleinen Median-Kegelhöcker. — Freie
Dorsalsegmente des Abdomens mit je einer Ouerreihe weitstehender
und freie Ventralsegmente mit je einer
Ouerreihe engstehender, daher zahl-
reicherer Körnchen. — Erste bis dritte
Coxa einander parallel, auch die vierte
Coxa nur wenig schräg nach hinten
gerichtet. Erste Coxa mit je einer vor-
deren Randreihe und mittleren Längs-
reihe kräftiger Körnchen; zweite Coxa
mit zwei mittleren Körnchenlängsreihen
und außerdem apical vorn und hinten
mit je einem groben Höcker; dritte
Coxa mit je einer vorderen und hinteren
Randreihe stumpfer Höckerchen und
außerdem zwei mittleren Längsreihen
Fig. 6. stumpfer Körnchen; vierte Coxa ver-
streut grob bekörnelt, apical-außen mit zweigroben Kegelhöckern und
apical-dorsal mit einem schlanken, stumpfen, rückgeneigten
Kegeldorn. Die hintere Spitze der vierten Coxa durch Brücken-
zähnchen mit dem benachbarten Ventralsegment des Abdomens
verbunden, unter denen der Außenrand der im übrigen sichtbaren
Stigmen verdeckt liegt. — Cheliceren kräftig; erstes Glied mit
deutlichem, glänzend glatten, apicalen Dorsalbuckel, zweites Glied
frontal verstreut bekörnelt. — Palpen kräftig; Trochanter ventral
mit einem Stachel, dorsal glatt; Femur dorsal-basal-innen mit
einem spitzen Zähnchen (nicht Stachel), ventral mit drei Stacheln
und apical-innen mit einem Stachel; Patella ventral-innen mit
zwei und außen mit einem Stachel; Tibia ventral-innen mit drei
und außen mit zwei Stacheln; Tarsus ventral-innen mit vier und
außen mit drei Stacheln; Tarsalklaue so lang wie der Tarsus und
gegen diesen eingeschlagen getragen. — Beine kurz und dünn;
alle Femora gerade. — Erster bis vierter Trochanter apical vorn
und hinten mit je einem winzigen Körnchen; erster Femur ventral-
basal mit spitzenhaarigen Körnchen in ungleicher Reihe; die übrigen
Beinglieder unbewehrt. Zahl der Tarsenglieder 4, 12, 5, 5. End-
abschnitt des ersten Tarsus zwei-, des zweiten Tarsus viergliedrig;
dritter und vierter Tarsus mit einfachen, nicht kammzähnigen
Doppelklauen, ohne Pseudonychium, mit dichter Scopula.
Färbung des Körpers dorsal rostbraun, doch Cephalothorax
und erste bis vierte Area des Abdominalscutums reichlich schwarz
genetzt und gefleckt; Körper ventral einfarbig blaß rostbraun.
Beine rostbraun, Trochantere blasser rostgelb. Cheliceren und
Palpen blaßgelb und reichlich und scharf schwarz genetzt.
Drs. Paul u. Fritz Sarasin auf Celebes in den Jahren 1893—1896. 87
Nord-Celebes (Sudara-Gipfl) — 1 & — Sarasin leg.
Okt. 1893.
Bonea nov. gen.
Ein für beide Augen gemeinschaftlicher Augenhügel fehlt;
die beiden Augen sind so weit voneinander wie vom Cephalothorax-
Seitenrande entfernt, zwischen ihnen in der Mediane ein starker,
basal sehr dicker, stark nach vorn gekrümmter, sich unmittelbar
im Stirnrande erhebender Kegeldorn (Fig. 7), der median hinten
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Fig. 8.
gegabelt ist und auch quer kleinere Gabelhöcker trägt; jedes Auge
auf eigenem, niedrigen Hügel, der vorn durch ein Brückenzähnchen
zum Stirnrande hinweist. — Körper (Fig. 8) oval und gewölbt, vorn
quer abgestutzt, hinten gerundet. Die Grenze zwischen Cephalothorax
und Abdomen nicht durch eine seitliche Einschnürung oder Vertie-
fung der ersten Scutumquerfurche ausgedrückt. Dorsalscutum mit
fünf deutlichen Querfurchen, deren erste und zweite durch eine
mediane Längsfurche miteinander verbunden sind. — Unterer
Stirnrand des Cephalothorax unbewehrt, hier nur zwei bogige Aus-
schnitte für den Ansatz der Cheliceren ; oberer Stirnrand mit lateraler
Höckerchenreihe, deren letztes, medianwärts gelegenes als Brücken-
zähnchen zum Auge hinüberneigt. — Fläche des Cephalothorax
und der ersten bis fünften Area des Abdominalscutums mit je
einer Querreihe grober Höcker, deren mittlere zwei die Form grö-
Berer, stumpfer Kegel haben; fünfte Area außerdem mit einem
Mediankegeldorn; freie Dorsalsegmente ohne größere Kegeldornen.
— Erste bis dritte Coxa einander an Größe fast gleichend, die vierte
Coxa schräg nach hinten gerichtet und nicht viel größer als die
übrigen; alle Coxen rauh und grob bekörnelt. Stigmen in der
Furche zwischen der vierten Coxa und dem Abdomen deutlich
sichtbar, obwohl von vorspringenden, stumpfen Höckerchen
10. Heft
88 Dr. ©. Fr. Roewer: Die Opiliones der Sammlung der Herren
umstellt. — Cheliceren kräftig; erstes Glied basal schmal, apical
dicker aufgeschwollen, aber ohne deutlich abgesetzten dorsalen
Apicalbuckel. — Palpen (Fig. 7) wenig kürzer als der Körper; Coxa in
Form eines dicken Stumpfkegels unter dem Stirnrande vorragend;
Trochanter kuglig und bestachelt; Femur fast gerade, ventral und
apical-innen bestachelt; Patella keulig und bestachelt; Tibia und
Tarsus längsoval, dorsal gewölbt, ventral abgeflacht, ihre ventralen
Kanten bestachelt. — Beine lang und dünn, bis auf das erste Bein;
zweiter bis vierter Femur unbewehrt; erstes Bein (Fig.7)kürzer als die
übrigen und Trochanter, Patella und Tibia nur ventral aber Femur
reichlich dorsal und ventral bestachelt. — Zahl der Tarsenglieder
3, 4, 5, 5. — Endabschnitt des ersten und zweiten Tarsus je zwei-
gliedrig; dritte und vierte Tarsen mit einfachen, nicht kamm-
zähnigen Doppelklauen, ohne Pseudonychium, aber mit dichter
Scopula.
Bonea sarasinorum nov. spec.
L. des Körpers 4 mm; L. des ersten Beines 6, zweiten 13,
dritten 9, vierten 13,5 mm.
Körper (Fig.8) gleichmäßig gewölbt, vornquer abgestutzt, hinten
gerundet, auf der ersten Scutumquerfurche nicht eingedrückt. —
Oberer Stirnrand lateral mit einer Reihe aus fünf stumpfen, dicken
Höckerchen, deren letztes medianwärts gelegenes zum Auge hin
ein Brückenzähnchen bildet; median wird der Stirnrand von dem
basal breiten und langen Kegelhügel eingenommen, der vornüber
geneigt in einen längsten, stumpfen Mediandorn ausläuft, dessen
Seiten je eine Reihe aus vier kleineren Höckerchen trägt; hinter
diesem größten Dorn folgen in der Mediane zwei kleinere, deren
hinterstes das kleinste ist und vor letzterem jederseits je ein (also
zwei im ganzen) solcher Kegeldorn,; außerdem sind seitlich auf
der Fläche des Haupthügels einige kleine stumpfe Höckerchen
verstreut; dieser Mediankegelhügel wird hinten von der Fläche des
Cephalothorax regelmäßig von Brückenzähnchen umrandet. Jedes
Auge auf eigenem Hügel neben dem großen Medianhügel und mit
dem letzt-medianen Stirnrandzähnchen durch ein nach vorn abwärts
gekrümmtes Zähnchen verbunden. — Letztes Thoracalsegment |
mit einem medianen Paare hoher stumpfer Kegelhöcker und außen-
seits davon mit je einem kleinen stumpfen Höckerchen. Ebenso ist
jede der vier folgenden Areae des Abdominalscutums bewehrt,
nur außenseits des größeren mittleren Paares stehen je zwei kleinere
Höckerchen ;alle Areae von einander undvom Scutumseitenrande und
Cephalothorax durch dichte Reihen von Brückenzähnchen getrennt,
unter denen die Furchen verborgen sind. Scutumseitenrand mit
einer äußeren Längsreihe blanker, nicht spitzenborstiger Buckel-
höckerchen und einer inneren Längsreihe wenig größerer, spitzen-
borstiger Kugelhöckerchen, welch letztere Reihe hinten auf die
fünfte Area (= Scutumhinterrand) umbiegt und hier bis zum
mittleren Kegeldornenpaar reicht, zwischen dem ein, von allen
Drs. Paul u. Fritz Sarasin auf Celebes in den Jahren 1893—1896. 89
größter stumpfer Mediankegeldorn steht. — Freie Dorsalsegmente
des Abdomens mit je einer Querreihe spitzenborstiger Kugelhöcker-
chen, wie sie in gleichen, aber dichteren Ouerreihen auch auf den
freien Ventralsegmenten des Abdomens stehen. — Alle vier Coxen
sehr dicht und gleichmäßig mit spitzenborstigen Kugelhöckerchen
bestellt; zweite Coxa apical hinten mit einem großen Kegeldorn
und dritte Coxa mit je einer vorderen und hinteren Randreihe
stumpfer Brückenzähnchen; vierte Coxa apical außen mit zwei,
und apical-dorsal mit einer Gruppe aus drei größeren, stumpfen
Kegeldornen besetzt. — Cheliceren kräftig; erstes Glied dorsal
glatt; zweites Glied frontal spärlich verstreut behöckert. — Palpen
(Fig.7): Coxa dorsal unbewehrt;, Trochanter dorsalglatt und ventral
mit zwei nebeneinander stehenden Stacheln ; Femur ventral mit einer
Reihe aus sechs Stacheln und apical-innen mit zwei Stacheln
bewehrt; Patella ventral jederseits mit je zwei und Tibia und Tarsus
ventral jederseits mit je drei Stacheln bewehrt. — Beine lang
und dünn; alle Femora gerade. Erstes Bein (Fig.7): Trochanter dorsal
glatt, ventral mit zwei nebeneinander stehenden Stacheln; Femur
ventral mit einer Kammreihe aus neun und dorsal mit einer gleichen
aus zwölf langen Stacheln; Patella ventral mit drei und Tibia
ventral mit vier Stacheln, dorsal wie der ganze Metatarsus spärlich
grob behaart. Ebenso spärlich und grob behaart sind die Glieder
des zweiten bis vierten Beines, nur haben alle vier Trochantere
apical vorn und hinten je ein winziges Körnchen. (Tarsen etc. siehe
Genusdiagnose.)
Färbung des Körpers ventral einfarbig rostbraun, dorsal
größtenteils ebenso, aber alle größeren Höcker und Kegeldornen
der Areaquerreihen schwärzlich. Cheliceren und Palpen blaßgelb,
aber dicht und reich scharf schwarz genetzt. — Beine rostbraun,
Femurbasen und Trochantere blasser gelb, im übrigen Femora
und Tibien mit blassen Ringflecken nahe ihrer Spitze.
Nord-Celebes (östlich von Gorontalo, Bone-Tal, bei ca. 700 m)
— 1 d — Sarasin leg., im Januar 1895.
Subfam. Sarasinellinae nov. subfam.
Augenhügel auf einem deutlich vom Cephalothorax abgesetzten
Augenhügel. — Dorsalscutum mit vier deutlichen OQuerfurchen,
welche nicht durch eine mediane Längsfurche verbunden sind. —
Unterer Stirnrand des Cephalothorax unbewehrt, hier keine
Kegelzähnchen, sondern nur zwei (mehr oder minder tiefe) bogige
Ausschnitte für den Ansatz der Cheliceren. — Die vierte Coxa der
Beine nur wenig breiter als die dritte Coxa und schräg nach hinten
gerichtet. — Stigmen deutlich sichtbar, möndchenförmig und nicht
unter vorspringenden Zähnchen in der Furche zwischen der vierten
Coxa und dem Abdomen verborgen. — Maxillarlobus der zweiten
Coxa vorgestreckt, deutlich sichtbar, durch eine deutliche Furche von
der zweiten Coxa getrennt, doch fest mit ihr verwachsen und unbe-
10. Heft
90 Dr. €. Fr. Roewer: Die Opiliones der Sammlung der Herren
weglich. — Palpen lang und dünn, nicht gekreuzt getragen ; Femurbe-
sonderslangund dünn ; Patellaschlank keulig ; Tibia und Tarsus dicker
als Femur, dorsal gewölbt, ventral abgeflacht, an den ventralen
Kanten kräftig bestachelt. — Beine lang und dünn; erstes Bein
unbewehrt, nicht bestachelt; Endabschnitt des ersten Tarsus
dreigliedrig, des zweiten Tarsus (bei bisher bekannten Formen)
dreigliedrig; dritte und vierte Tarsen mit einfachen, nicht kamm-
zähnigen Doppelklauen, ohne Pseudonychium und ohne Scopula.
Sarasinella nov. gen.
Augenhügel deutlich abgesetzt, etwas vor der Mitte Ei Ce-
phalothorax gelegen, quer-oval, niedrig und oben in der Mitte mit
einem langen, senkrechten und spitzen Dorn bewehrt, der wenig-
stens doppelt so lang ist wie der Augenhügel breit. — Dorsal-
scutum fast rechteckig, länger als breit, mit vier deutlichen Quer-
furchen, die nicht durch eine mediane Längsfurche miteinander
verbunden sind; sämtliche Areae des Abdominalscutums unbewehrt
und ohne Dornen; desgleichen die freien Dorsalsegmente des Ab-
domens. — Unterer Stirnrand des Cephalothorax unbewehrt;
hier nur zwei bogige Ausschnitte für den Ansatz der Cheliceren.
Die vierte Coxa nur wenig breiter als die übrigen. — Stigmen deut-
deutlich sichtbar, möndchenförmig. — Cheliceren sehr kräftig;
erstes Glied basal schmal, lang, apical verdickt, aber ohne deutlich
abgesetzten Apicalbuckel, schräg getragen und weit unter dem
Stirnrande nach oben vorragend. — Palpen sehr lang und ihr
Femur und Patella sehr dünn; Femur nicht bestachelt, außer einem
ventral-basalen Höckerchen unbewehrt; Patella wenigstens halb
so lang wie der Femur, basal sehr dünn und apical keulig ange-
schwollen, gänzlich unbewehrt und glatt; Tibia und Tarsus wohl
doppelt so dick wie Femur und Patella, dorsal hochgewölbt, längs-
oval, ventral abgeflacht, innere und äußere ventrale Kante reichlich
und lang bestachelt. Endklaue wenigstens so lang wie der Tarsus.
— Beine sehr lang und dünn; erstes Bein wie auch die übrigen
unbewehrt. Endabschnitt des ersten und zweiten Tarsus je drei-
gliedrig; dritte und vierte Tarsen mit einfachen, nicht kamm-
zähnigen Doppelklauen, ohne Pseudonychium und ohne Scopula.
Sarasınella tricommata nov. Spec.
L. des Körpers 5 mm; L. des ersten Beines 21, zweiten 39,
dritten 27, vierten 39 mm; L. der Palpen 16 mm.
Fläche des Cephalothorax und der ersten bis vierten Area
des Abdominalscutums, sowie freie Dorsal- und Ventralsegmente
des Abdomens völlig glatt, nicht bewehrt und nicht bekörnelt.
— Stirnrand des Cephalothorax oben mit einer Reihe kleiner,
spärlicher Körnchen. Seitenrand des Abdominalscutums mit einer
regelmäßigen Körnchenlängsreihe. — Jede der vier Coxen der
Beine mit je einer vorderen und hinteren Randreihe stumpfer
Höckerchen und je einer mittleren Längsreihe blanker Höckerchen.
Drs. Paul u. Fritz Sarasin auf Celebes in den Jahren 1893—189. 91
— Cheliceren: erstes Glied dorsal-innen mit einer Längsreihe aus
fünf stumpfen, kleinen Zähnchen; zweites Glied frontal mit solchen
Zähnchen regellos und spärlich bestreut; Klauen nur in der Spitzen-
hälfte mit drei spitzen Zähnchen, der letztes am größten ist,
besetzt. — Palpen: Coxen in Form eines großen Stumpfkegels
weit unter dem Stirnrande hervorragend, dorsal mit drei im Dreieck
stehenden Körnchen und ventral mit drei in einer Längsreihe
stehenden Körnchen; Trochanter kugelig, dorsal und ventral glatt
und unbewehrt; Femur nur ventral mit einem winzigen Basal-
körnchen; Patella unbewehrt; Tibia ventral hinten mit einem
großen, innen mit drei und außen vier mächtigen Stacheln bewehrt;
Tarsus ventral hinten mit einem großen, innen mit drei und außen
mit drei mächtigen Stacheln bewehrt; zwischen diesen großen
Stacheln ist die ventrale Fläche der Tibia und des Tarsus mit
winzigen Stacheln regellos und dicht bestreut. — Zahl der Tarsen-
glieder 10—13; 26—29; 13—17; 15—19. Endabschnitt des ersten
und zweiten Tarsus deutlich je dreigliedrig, dritte und vierte Tarsen
mit einfachen, nicht kammzähnigen Doppelklauen, ohne Pseud-
onychium und ohne Skopula.
Färbung des Körpers dorsal und ventral rostbraun; die Areae
des Abdominalscutums schwarz angelaufen. Cheliceren und
Palpen blaßgelb, aber reichlich und scharf schwarz genetzt. Beine
rostgelb, Femora, Tibien, Metatarsen und Tarsen abwechselnd
blaßgelb und schwarz-genetzt geringelt.
Von dieser Art sind drei Varietäten zu unterscheiden.
a) S. fricommata-tricommata nov. var.
Cephalothorax und erste Area des Abdominalscutums ohne
milchweiße, ovale Fleckenpaare.
Nord-Celebes (Bone-Tal, + 700 m) — 1& und 12 — Sarasin
leg. Jan. 1895. — Nord Celebes (Südseite der Matinang-Kette, +
1000 m) — 19 — Sarasin leg. (Datum?) Nord-Celebes (Nord-
seite der Matinang-Kette, + 250 m) — Sarasin leg. Aug. 1894.
b) S. tricommata-quadripuntata nov. var.
Cephalothorax jederseits an den Hinterecken und erste Area
des Abdominalscutums jederseits vorn mit je einem (also im ganzen
vier) ovalen, scharf umrandeten milchweißen Flecken.
Nord-Celebes (Masarang-Gipfel, ca. 1250 m) — 1 2 — Sarasin
leg. April 1894. Nord-Celebes (Sudara-Gipfel, c. 1350 m) — 18
und 2 pull. — Sarasin leg. im Oktober.
c) S. tricommata-sexpunctata nov. var.
Cephalothorax jederseits an den Hinterecken mit je einem
und erste Area des Abdominalscutums jederseits mit je zwei (also
im ganzen sechs) ovalen, scharf umrandeten, milchweißen
Flecken.
Nord-Celebes (Sudara-Gipfel) — 1 Q — Sarasin leg. im
Oktober.
10. Heft
99 Dr. C. Fr. Roewer: Die Opiliones der Sammlung der Herren
Epedanulus nov. gen.
Augenhügel deutlich abgesetzt, etwas vor der Mitte des Ce-
phalothorax gelegen, queroval, niedrig, oben unbewehrt und ohne
Dorn. — Dorsalscutum fast rechteckig, länger als breit, mit vier
deutlichen (nicht durch eine mediane Längsfurche miteinander
verbundenen) Querfurchen; erste bis dritte Area des Abdominal-
scutums unbewehrt, vierte Area (= Scutumhinterrand) mit drei
großen Kegeldornen. — Unterer Stirnrand des Cephalothorax
unbewehrt, hier nur zwei bogige Ausschnitte für den Ansatz der
Cheliceren. — Die vierte Coxa nur wenig breiter als die übrigen;
Stigmen deutlich sichtbar, möndchenförmig und nicht unter vor-
springenden Zähnchen in der Furche zwischen Abdomen und vierten
Coxa verborgen. — Cheliceren kräftig, beim $ besonders das zweite
Glied dick aufgetrieben und mächtig entwickelt; erstes Glied
basal schmal, lang, apical allmählich verdickt, aber ohne deutlich
abgesetzten dorsalen Apicalbuckel, schräg getragen und weit über
den Stirnrand nach oben vorragend. — Palpen lang und dünn,
nicht gekreuzt getragen; ihr Femur lang und dünn, ventral stark
bewehrt; Patella schlank-keulig und gänzlich unbewehrt; Tibia
und Tarsus dick, längs-oval, dorsal gewölbt und ventral abgeflacht,
die ventralen Kanten stark bestachelt. — Alle Tarsen mehr als
sechsgliedrig, variabel; Endabschnitt des ersten und zweiten Tarsus
je zweigliedrig, dritte und vierte Tarsen mit einfachen nicht kamm-
zähnigen Doppelklauen, ohne Pseudonychium und ohne Scopula.
Epedanulus sarasinorum nov. SPec.
L. des Körpers 3 mm; L. der, Palpen 7,5. mm; L. des egsten
Beines 9, zweiten 12, dritten 8,5, vierten 12 mm.
Körper vorn quer abgestutzt, nach hinten wenig trapezartig
verbreitet; Abdomen hinten abgerundet. — Augenhügel nur winzig
und spärlich verstreut bekörnelt. — Stirnrand des Cephalothorax
sowie dessen ganze Fläche glatt, desgleichen die erste bis dritte
Area des Abdominalscutums, dessen Seitenrand eine regel-
mäßige Längsreihe blanker Körnchen trägt; vierte Area (=
Scutumhinterrand) mit drei langen Kegeldornen, der medianer
der größte ist. Freie Dorsalsegmente des Abdomens mit je einer
feinen Körnchenquerreihe; freie Ventralsegmente glatt und nicht
bekörnelt. — Erste und zweite Coxa mit je einer mittleren Längs-
reihe kleiner stumpfer Körnchen; Fläche der dritten und vierten
Coxa glatt, doch die dritte Coxa mit je einer vorderen und hinteren
Randreihe stumpfer Höckerchen. — Cheliceren: erstes Glied
ventral-außen mit einer Reihe aus sechs spitzen Kegelzähnchen,
lateral-innen mit etwa zehn verstreuten Körnchen und dorsal-außen
mit einer Reihe aus vier spitzen Kegelzähnchen; zweites Glied
frontal grob und reichlich mit spitzenborstigen Körnchen bestreut.
— Palpen: Coxa in Form eines dicken Stumpfkegels weit unter
dem Stirnrand vorragend, dorsal glatt, ventral mit einer Längs-
Drs. Paul u. Fritz Sarasin auf Celebes in den Jahren 1893 —189. 93 -
reihe aus drei Körnchen; Trochanter kugelig, dorsal mit einem und
ventral mit zwei hintereinander stehenden Stacheln; Femur
dorsal mit einer Längsreihe aus vier stumpfen Körnchen und
ventral mit einer Längsreihe aus zehn schlanken spitzen Dornen
(nicht Stacheln); Patella schlank-keulig, halb so lang wie Femur
und gänzlich unbewehrt; Tibia ventral hinten mit einem großen,
ventral innen mit vier und ventral außen mit fünf (erster, vierter
und fünfter sehr groß) Stacheln, ventrale Fläche sonst glatt und
unbewehrt; Tarsus ventral-innen mit vier (nur der vierte klein)
und ventral-außen mit drei großen Stacheln, hinter dieser letzt-
genannten Reihe steht ventral eine zweite aus etwa zehn winzigen,
spitzen Stacheln. — Beine lang und dünn, alle Glieder unbewehrt,
alle Femora gerade, Zahl der Tarsenglieder 8, 21—22, 7; 7 (Glie-
derung und Bewehrung der Tarsen siehe Genusdiagnose).
Färbung des Körpers dorsal rostgelb; Cephalothorax reichlich
schwarz genetzt, desgleichen Abdominalscutum und die ventralen
und dorsalen freien Segmente des Abdomens; Coxen rostgelb,
dicht schwarz genetzt. — Beine: Trochantere blaßgelb, mit schmalen
schwarzen Endringen; Femora und Tibien schwarz, doch jeweils
nahe der Spitze mit scharf abgesetzten blaßgelben Ringflecken.
— Cheliceren und Palpen rostgelb, aber reichlich und scharf schwarz
genetzt.
Nord-Celebes (Grenzwald Minahassa-Mongondow, bei ca.
4—500 m) — 1 d — Sarasin leg. (Datum?).
Metepedanulus nov. gen.
Augenhügel deutlich abgesetzt, etwas vor der Mitte des Cepha-
lothorax gelegen, quer-oval, niedrig, oben unbewehrt und ohne
Dorn. — Dorsalscutum fast rechteckig, länger als breit, mit vier
deutlichen (nicht durch eine mediane Längsfurche miteinander
verbundenen) Ouerfurchen; erste bis dritte Area und auch vierte
Area (= Scutumhinterrand) des Abdominalscutums gänzlich
unbewehrt und ohne Kegeldornen. — Unterer Stirnrand des Ce-
phalothorax unbewehrt, hier nur zwei bogige Ausschnitte für den
Ansatz der Cheliceren. — Die vierte Coxa nur wenig breiter als
die übrigen; Stigmen deutlich sichtbar, möndchenförmig und nicht
‚unter vorspringenden Zähnchen in der Furche zwischen Abdomen
und vierter Coxa verborgen. — Cheliceren kräftig; beim $ besonders
das zweite Glied dick aufgetrieben und mächtig entwickelt; erstes
Glied basal schmal, lang, apical allmählich verdickt, aber ohne
deutlich abgesetzten dorsalen Apicalbuckel, schräg getragen und
weit über den Stirnrand nach oben vorragend. — Palpen lang
und dünn, nicht gekreuzt getragen; ihr Femur lang und dünn,
ventral stark bewehrt; Patella schlank-keulig und gänzlich unbe-
wehrt; Tibia und Tarsus dick, längs-oval, dorsal gewölbt und ventral
abgeflacht, die ventralen Kanten stark bestachelt. — Alle Tarsen
mehr als sechsgliedrig, variabel. Endabschnitt des ersten und
10. Heft
. 94 Dr. C. Fr. Roewer: Die Opiliones der Sammlung der Herren
zweiten Tarsus je zweigliedrig; dritte und vierte Tarsen mit ein-
fachen, nicht kammzähnigen Doppelklauen, ohne Pseudonychium
und ohne Scopula.
Metepedanulus sarasinorum nov. spec.
L. des Körpers 3,5 mm; L. der Palpen 9 mm; L. des ersten
Beines 11, zweiten 19, dritten 13, vierten 17 mm.
Körper vorn quer abgestutzt, nach hinten wenig trapezartig
verbreitert; Abdomen hinten abgerundet. — Augenhügel median
flach ausgekehlt, gänzlich glatt und nicht bekörnelt. — Stirnränd
des Cephalothorax, sowie dessen ganze Fläche glatt, desgleichen
die erste bis dritte Area des Abdominalscutums, dessen Seiten-
rand eine regelmäßige Längsreihe blanker Körnchen trägt; vierte
Area (= Scutumhinterrand) gänzlich glatt und unbewehrt, wie
auch die freien Dorsal- und Ventralsegmente des Abdomens. —
Erste Coxa mit einer vorderen Längsreihe blanker Körnchen,
zweite Coxa gänzlich glatt; Fläche der dritten und vierten Coxa
glatt und nicht bekörnelt, doch dritte Coxa mit je einer vorderen
und hinteren Randreihe stumpfer Höckerchen. — Cheliceren:
erstes Glied dorsal verstreut und spärlich spitz bekörnelt, ventral-
innen und -außen mit je einer Reihe aus vier spitzen Kegelzähnchen;;
zweites Glied frontal spärlich mit kleinen spitzenborstigen Körnchen
bestreut. — Palpen: Coxa in Form eines dicken Stumpfkegels
weit unter dem Stirnrande vorragend, dorsal und ventral glänzend-
glatt; Trochanter kugelig, dorsal mit zwei nebeneinander und ventral
mit zwei hintereinander stehenden Stacheln; Femur dorsal mit
einer Reihe aus neun spitzen Dornen (nicht Stacheln), deren drei bis
vier apicale körnchenartig sind, und ventral mit einer Längsreihe
aus elf spitzen Dornen (nicht Stacheln), deren fünf bis sechs letzte
körnchenartig sind; Patella schlankkeulig und unbewehrt; Tibia
ventral hinten mit einem großen, ventral-innen mit vier großen
und ventral-außen mit sechs (nur zweiter und fünfter groß) Stacheln.
Tarsus ventral-innen mit vier (nur vierter klein) und ventral-außen
mit vier (zweiter besonders groß) Stacheln, hinter dieser letzt-
genannten Reihe steht ventral eine zweite aus etwa fünf winzigen,
spitzen Stacheln. — Beine lang und dünn; alle Beinglieder un-
bewehrt; alle Femora gerade; Zahl der Tarsenglieder 8; 23; 7; 8;
(Gliederung und Bewehrung der Tarsen siehe Genusdiagnose).
Färbung des Körpers dorsal rostgelb; Scutum und freie Dorsal-
segmente des Abdomens stellenweise unscharf schwarz genetzt
und gefleckt; freie Ventralsegmente des Abdomens schwäfrzlich;
Coxen der Beine fein braun genetzt. — Beine: Trochantere einfarbig
blaßgelb; Femora und Tibien schwarz genetzt mit je zwei blaß-
gelben Ringflecken. — Cheliceren rostgelb, scharf und reichlich
schwarz genetzt. Palpen: Trochanter blaßgelb, Femur mitschwarzem
Basal- und Mittelring; Patella bis Tarsus blaßgelb, aber scharf
und reichlich schwarz genetzt.
Drs. Paul u. Fritz Sarasin auf Celebes in den Jahren 1893—189%. 95
Nord-Celebes (Minahassa, Lokon-Gipfel, ca. 1600 m) — 13 —
Sarasin leg. Juli 1894.
Parepedanulus nov. gen.
Augenhügel deutlich abgesetzt, etwas vor der Mitte des Ce-
phalothorax gelegen, quer-oval, niedrig, oben unbewehrt und ohne
Dorn. — Dorsalscutum fast rechteckig, länger als breit, mit vier
deutlichen (nicht durch eine mediane Längsfurche miteinander
verbundenen) Querfurchen; erste bis dritte Area des Abdominal-
scutums unbewehrt, vierte Area (= Scutumhinterrand) mit einem
einzelnen großen Mediankegeldorn. — Unterer Stirnıand des
Cephalothorax unbewehrt, hier nur zwei bogige Ausschnitte für
den Ansatz deı Cheliceren. — Die vierte Coxa nur wenig breiter
als die übrigen; Stigmen deutlich sichtbar, möndchenförmig und
nicht unter vorspringenden Zähnchen in der Furche zwischen
Abdomen und vierter Coxa verborgen. — Cheliceren kräftig, beim
d besonders das zweite Glied dick aufgetrieben und mächtig
entwickelt; erstes Glied basal schmal, lang, apical allmählich
verdickt, aber ohne deutlich abgesetzten, dorsalen Apicalbeutel,
schräg getragen und weit unter dem Stirnrande nach oben vor-
ragend. — Palpen lang und dünn, nicht gekreuzt getragen; ihr
Femur lang und dünn, ventral stark bewehrt; Patella schlank-
keulig und gänzlich unbewehrt; Tibia und Tarsus dick, längs-oval,
dorsal gewölbt, ventral abgeflacht, die ventralen Kanten stark
bestachelt. — Alle Tarsen mehr als sechsgliedrig, variabel. End-
abschnitt des ersten und zweiten Tarsus je zweigliedrig, dritte und
vierte Tarsen mit einfachen, nicht kammzähnigen Doppelklauen,
ohne Pseudonychium und ohne Scopula.
Parepedanulus sarasınorum nov. Spec.
L. des Körpers 3 mm; L. der Palpen 8 mm; L. des ersten
Beines 7,5, zweiten 11, dritten 8,5, vierten 13 mm.
Körper vorn quer abgestutzt, nach hinten wenig trapezartig
verbreitert; Abdomen hinten abgerundet. — Augenhügel völlig
glatt-glänzend und nicht bekörnelt. — Stirnrand des Cephalo-
thorax sowie dessen ganze Fläche glatt, desgleichen die erste bis
dritte Area des Abdominalscutums, dessen Seitenrand eine regel-
mäßige Längsreihe blanker Körnchen trägt; vierte Area (=
Scutumseitenrand) mit einem einzelnen medianen, spitzen Kegel-
dorn. Freie Dorsal- und Ventralsegmente des. Abdomens glatt
und nicht bekörnelt. — Erste Coxa mit einer Längsreihe blanker
Körnchen, Fläche der zweiten bis vierten Coxa glatt, doch dritte
Coxa mit je einer vorderen und hinteren Randreihe stumpfer
Höckerchen. — Cheliceren: erstes Glied ventral-innen mit einem
spitzen Basalzähnchen und dorsal-außen mit einer Längsreihe aus
drei spitzen Kegelzähnchen; zweites Glied frontal spärlich mit
spitzenborstigen Körnchen bestreut. — Palpen: Coxa in Form
eines dicken Stumpfkegels weit unter dem Stirnrande vorragend,
10. Heft
96 Ludwig Zukowsky:
dorsal glatt, ventral mit zwei hintereinander stehenden Körnchen;
Trochanter kugelig, dorsal glatt und ventral mit zwei hintereinander
stehenden Stacheln; Femur dorsal glatt und nicht bekörnelt und
ventral mit einer Reihe aus neun spitzen, schlanken Dornen (nicht
Stacheln) ; Patella schlank-keulig, halb so lang wie der Femur und
gänzlich unbewehrt; Tibia ventral-innen mit fünf großen und
ventral-außen mit sechs (zweiter, fünfter und sechster besonders
groß) Stacheln; Tarsus ventral-innen mit vier (nur der erster kleiner)
und ventral-außen mit sechs (zweiter, dritter und vierter besonders
groß) Stacheln, hinter dieser letztgenannten Reihe steht ventral
eine zweite aus etwa acht winzigen, spitzen Stacheln. — Beine
lang und dünn; alle Beinglieder unbewehrt; alle Femora gerade.
Zahl der Tarsenglieder 9—10; 23; 8; 8; (Gliederung und Bewehrung
der Tarsen siehe Genusdiagnose).
Färbung des Körpers rostgelb; Cephalothorax median-hinten
und Areae des Abdominalscutums dicht schwarz genetzt; Cephalo-
thorax hinten jederseits mit je einem großen, runden, milchweißen
Flecken. Freie Dorsal- und Ventralsegmente des Abdomens
schwarz. Beine, Cheliceren und Palpen rostgelb, reichlich und
scharf schwarz genetzt.
Nord-Celebes (Tomohon; in faulem Holze) — 1 & — Sarasin
leg. April 1894.
Pelitnus annulipes Pocock.
(1897 P. a. Pocock in: Ann. Nat. Hist., 6. ser., v. 19, p. 283.)
(Bisher nur bekannt in einem Exemplar aus Borneo: Baram.)
Celebes (Nordkrater der Musarang-Kette) — ein Exemplar —
Sarasin leg. Juli 1894.
Alter Bulle von Bubalis cokei sabakiensis
in Carl Hagenbecks Tierpark.
Von
Ludwig Zukowsky,
Zoologischer Assistent in Carl Hagenbecks Tierpark, Stellingen.
(Hierzu Taf. I.)
Seit April vorigen Jahres befindet sich ein jetzt 41, jähriger
Bulle von Bubalis cokei in Carl Hagenbecks Tierpark. Dieses
Exemplar ist, soweit ich die Literatur der Tiergärten nachforschen
konnte, der erste erwachsene Bulle von Bubalis cokei, der lebend
auf dem europäischen Kontinent in Gefangenschaft gezeigt wurde.
Außer diesem Tier befindet sich noch ein anderer Bulle in Carl
Hagenbecks Tierpark, welcher jetzt 34, Jahre alt ist und ein
durch Knochenzapfenbruch deformiertes Gehörn besitzt. Beide
Tiere gehören der Rasse von Bubalis cokei an, welche ich gelegent-
Archiv für Naturgeschichte, 79. Jahrgang 1913, Abteilung A, Heft 10. Tafel I.
Zukowsky: Alter Bulle.
Alter Bulle von Bubalis cokei sabakiensis in €. Hagenbecks Tierpark. 97
lich der Besprechung der von Dr. A. Berger in der Deutschen
Geweihausstellung 1910 (Wild und Hund, XVI. Jahrgang 1910,
Nr. 13, pag. 225) ausgestellten Gehörne unter dem Namen Bubalis
cokei sabakiensis anführte und abbildete; sie stammen, wie das
Berger’sche Belegstück (Athi-Ebene), aus der Umgegend südlich
von Nairobi in Britisch-Östafrika.
Diese nur aus dem Gebiete des Sabaki her bekannte Rasse
ist leicht kenntlich an dem großen, aber nicht besonders starken
Gehörn, dessen Mittelteil!) nach vorn gebogen ist. Durch diese
Vorwärtsbiegung erhält das Gehörn am Schädel einen verhältnis-
mäßig tiefen Stand. Die geraden Spitzen stehen parallel oder sehr
wenig nach innen. Der Schädel weist eine mittlere Stärke auf und
ist schmal.
Im Gegensatz zu diesem Gehörn stehen einige mir aus dem
Norden von Nairobi her bekannte Stücke, welche sich im Kgl.
Zoologischen Museum zu Berlin befinden. Diese Gehörne zeich-
nen sich vor B.c. sabakiensis durch gleichmäßigere Rundungen
und den stark nach hinten gebogenen Mittelteil aus, wodurch das
Gehörn am Schädel einen außerordentlich hohen Stand erhält.
Die Spitzen sind schwach gerundet und nach innen gerichtet.
Der Schädel zeichnet sich, nach den vorhandenen Stirnabschnitten
der Gehörne zu urteilen, durch eine besondere Stärke aus, welche
durch die außerordentliche Breite an den Augenhöhlenrändern
bezeichnet wird.
Die durch diese Gehörne vertretene vermutlich neue Rasse,
welche von Herrn Prof. Matschie im Berliner Museum zuerst als
solche erkannt wurde, scheint nur nördlich von Nairobi, also im
oberen Tanagebiet vorzukommen. Es wird zweckmäßig sein, diese
Tanarasse von den anderen Bubalisformen als
Bubalis cokei tanae Matschie et Zukowsky
zu unterscheiden. Bei der Beschreibung habe ich an die Heimat
des Tieres gedacht und einen Namen gewählt, welchen Herr Prof.
Matschie schon vor einigen Jahren für die unbeschriebene Rasse
in Vorschlag hatte. Es sei an dieser Stelle erwähnt, daß es mir
durch die Liebenswürdigkeit der Herren Proff. Dr. Brauer und
Matschie möglich war, das im Kgl. Zoologischen Museum zu
Berlin befindliche Material zu bearbeiten.
Auf B. c. sabakiensis sowohl als auch auf DB. c. tanae will ich
später noch einmal eingehend zurückkommen in einer größeren
Arbeit über Bubaliden, welche Herr Prof. Matschie mit mir
veröffentlichen wird. Für diesmal möchte ich mich darauf be-
schränken, von B. c. sabakiensis eine kurze Charakteristik zu geben
1) Unter Mittelteil des Gehörns verstehe ich das zwischen dem am
Schädel befindlichen Hornstiel oder Wurzelteil und der in ihrem Verlauf
geraden oder zurückgebogenen Spitze liegende horizontal gelagerte
Mittelstück.
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 10. 7 10. Heft
98 Ludwig Zukowsky:
auf Grund des in Carl Hagenbecks Tierpark lebenden alten
Bullen. Dieses Tier weist in allen Teilen dieselben Merkmale auf
wie die von mir im Kgl. Zoologischen Museum zu Berlin unter-
suchten zwanzig Schädel und drei Decken. Es war mir leider nicht
möglich, Maße am Gehörn des hier lebenden Exemplars zu nehmen,
da das Tier trotz ruhigen Temperamentes sich zu solchen Experi-
menten nicht hergab. Jedoch sind mir die von mir verglichenen
Berliner Gehörne dieser Rasse noch gut im Gedächtnis geblieben.
Außerdem stehen einige Photographien nach Stücken des Berliner
Museums und der erwähnten Berger’schen Ausbeute in Britisch-
Ostafrika zu meiner Verfügung.
Mit Bubalis cokei kongoni Heller (Smiths. Misc. Coll. 1912,
60, VIII, pag. 5) von den Loitabergen und dem südlichen Guasso-
Nyiro hat B. c. sabakiensis wenig zu tun. Nach der Beschreibung
von Heller scheint B. c. Rongoni kürzere, schwächere Spitzen,
breitere, kürzere Hornstiele und heller gefärbte Decke zu haben.
Übrigens läßt die ohne Bild erfolgte Beschreibung leider einen
Vergleich mit anderen Rassen nicht gut zu.
Auch mit der bei der Besprechung der Trophäen von Oberarzt
Dr. Claus auf der Deutschen Geweihausstellung 1910 von mir
benannten Bubalis cokei wembaerensis (Wild und Hund, XVI.
Jahrgang, 1910, Nr. 12, pag. 208) aus dem ausgedehnten Gebiete
der Wembaeresteppe, kann B. c. sabakiensis nicht in Zusammenhang
gebracht werden. Das von Dr. Claus ausgestellte Gehörn stammte
vom Ushutosee in Nord-Turu und ist von Matschie besprochen
und abgebildet worden (Weidwerk in Wort und Bild, Band XIX,
Jahrgang 1910, Nr. 14, pag. 292 und Abb. pag. 290 und 293). Es
hat große Ähnlichkeit mit den Hörnern, welche Herr Hauptmann
v. d. Marwitz dem Kgl. Zoologischen Museum zu Berlin aus der
Umgegend von Mkalamo in der Wembaeresteppe überwies, an
welche ich bei der Bezeichnung dachte.
Wie erwähnt, läuft das große Gehörn von B. c. sabakiensis
im Mittelteil nach vorn und steht mit den ziemlich kräftigen Spitzen
parallel oder wenig nach innen. Erwähnt sei an dieser Stelle, daß
das Hagenbeck’sche Exemplar die Richtung der Spitzen bei
zunehmendem Alter noch insofern verändern wird, als sich diese
durch das von der Wurzel her erfolgende Alterswachstum des
Horns noch etwas nach außen biegen und sich so mehr dem Pa-
rallellauf nähern werden. — B. c. wembaerensis hat in beiden Ge-
schlechtern kleines, seitlich zusammengepreßtes Gehörn; der
Wurzelteil ist viel länger als bei B. c. sabakiensis, die Biegung vom
Wurzelteil in den Mittelteil bedeutend stärker, ebenso ist der Knick
nach den schwachen, ziemlich stark nach innen laufenden Spitzen
sehr plötzlich, etwa nach Art der im oberen Panganigebiet heima-
tenden Bubalis. Der Größenunterschied im Gehörn bei diesen
beiden Rassen tritt besonders auffällig bei den Kühen in Erschei-
nung; die Kuh von B. c. wembaerensis hat außerordentlich zierliches,
Alter Bulle von Bubalis cokei sabakiensis in €. Hagenbecks Tierpark. 99
engstehendes, im Mittelteil sehr kurzes Gehörn, während das Gehörn
der Kuh von B. c. sabakiensis bedeutend größer, weiter ist und
einen langen Mittelteil aufweist. — Von Maßen möchte ich in
dieser Arbeit gänzlich absehen; diese sollen zusammen mit den
Decken- und Schädelmaßen in der erwähnten Arbeit über Buba-
liden gegeben werden.
Mit Bubalis cokei cokei, der Kuhantilope des Mpapuagebietes
in Deutsch-Ostafrika, stimmen die genannten Formen auch nicht
überein. Die Biegungen, welche das Gehörn der Originalbeschrei-
bungs-Abbildung (Guenther, Ann. Mag. Nat. Hist. (5) XIV,
pag. 426 — Sclater & Thomas, The Book of Antelopes, vol. I,
pag. 30) zeigt, sind bedeutend weicher und runder als dieselben
Biegungen der angeführten Rassen. Die Ringe ziehen sich an der
Spitze des Originalstückes sehr weit nach dem Spitzenende hin,
was bei keinem von mir verglichenen Exemplar der hier erwähnten
Formen der Fall ist, ebenso fallen die Spitzen auf durch eine be-
sondere Kürze in Proportionalverhältnis zum übrigen Horn. Das
Gehörn, auf dem die erste Beschreibung beruht, stammt von Mlali
zwischen Mamboya und Mpapua.
Als letzte Rasse kommt eine Form in Betracht, welche
Matschie im Anhang des Werkes von Schillings, Mit Blitzlicht
und Büchse im Zauber des Elelescho, 1910, pag. 384, unter dem
Namen Bubalis schillingsi Matschie et Zukowsky als Nomen
nudum anführte (Matschie, Einige Worte über die von Herrn
Prof. C. G. Schillings in Ostafrika gesammelten Säugetiere nebst
einem Mahnruf zum Schutze der afrikanischen Tierwelt). Diese
Rasse, welche man wohl Bubalis cokei unterordnen darf, also
ternaer ‚„‚Bubalis cokei schillingsi‘“ benennen könnte, bewohnt das
obere Panganigebiet und zeichnet sich durch ein sehr merkwürdiges
Gehörn aus, welches in Sclater & Thomas, The Book of Ante-
lopes 1894, vol. 1, pag. 28 u. 29, sehr gut abgebildet wurde nach
einem Exemplar, welches durch v. d. Decken vom Jipesee in die
Heimat gebracht worden ist und sich jetzt im Kgl. Zoologischen
Museum zu Berlin befindet. Es ist sehr kompakt und gedrungen
gebaut und besitzt einen kurzen, breiten Wurzelteil, welcher das
Horn in sehr plötzlichem Bogen in den stark nach vorn gebogenen
Mittelteil führt. Auch die Biegung des Mittelteils zum Spitzenteil
ist sehr stark, die geraden, kräftigen Spitzen verlaufen in gleicher
Richtung oder biegen sich sehr wenig einwärts. Zu erkennen ist
das Gehörn leicht daran, daß es sehr stark im Mittelteil nach vorn
gebogen ist. Im unteren Panganigebiet scheint eine andere Rasse
mit sehr nach innen stehenden Spitzen vorzukommen.
Hiernach wären vorläufig sechs verschiedene Rassen von
Bubalis cokei zu unterscheiden. B. c. cokei aus der Gegend von
Mpapua, B. c. kongoni vom südlichen Guasso-Nyiro, B. c. tanae
vom oberen Tana, B. c. sabakiensis aus der Athi-Ebene, B. c.
wembaerensis aus der Wembaeresteppe und B. c. schillingsi aus dem
ze 10. Heit
100 Ludwig Zukowsky:
oberen Panganital. — Da ich die Benennung der neuen Bubalıs-
formen leider in einem nicht wissenschaftlichen Blatte vornahm,
sei noch einmal ausdrücklich auf diese Rassen hingewiesen, ebenso
auf die in Kürze erscheinende Arbeit über B. cokei und B. lichten-
steini, welche sich eingehend mit der systematischen Bewertung
dieser Arten beschäftigen soll.
Es mag nun eine kurze Beschreibung der Decke nach den
Hagenbeck’schen Exemplaren erfolgen. Beide Tiere tragen
Isabellfärbung mit einer schwachen Beimischung von Chamois;
durch hellere Haarspitzen wird eine schwach melierte Färbung
hervorgerufen. Nach den Schenkeln ist die Farbe sattelartig, aber
sehr schwach abgesetzt. Die Scheidegrenze zwischen der oberen,
dunklen und der unteren, hellen Färbung läuft etwa von der
Schenkelfuge nach der Gegend der nach dem Schwanze zu gerich-
teten Vorsprünge des Sitzbeins.
Die Wangen und die Keulen tragen hellockerweißliche Färbung,
die aber nach den dunkler gefärbten Körperteilen allmählich über-
geht. Die Innenseiten der Gliedmaßen, besonders an den oberen
Teilen und die Gegend der Unterseite sind ebenfalls sehr hell,
weißlich gefärbt, mit einem schwachen Ockerton. Die Gliedmaßen
zeigen an den inneren Teilen eine mehr gelbliche Färbung, an den
Vorderseiten wird diese lebhaft und dunkler, ins Braune über-
gehend; kurz über dem Fesselgelenk steht ein schwach angedeuteter,
dunkelbrauner Längsstrich, von etwa sieben cm Länge. An der
Stelle, wo die Hufe aus den Knochen treten, tragen die Vorder-
seiten der Füße — an den vorderen stärker, an den hinteren
schwächer — an jeder Hufseite einen schokoladenbraunen
Fleck.
Die Stirngegend bis zur Gegend zwischen den Augen bildet
einen einzigen großen, etwas heller als die Nasengegend gefärbten
Haarwirbel, welcher seine Haare nach vorne weiter ausstrahlt als
nach den Hörnern zu, was deutlich auf der einen beigegebenen
Photographie zu erkennen ist. Die Gegend um das Auge herum
ist verhältnismäßig dunkel, besonders der über dem Auge liegende
Teil, noch dunkler als der Nasenrücken; letztere Färbung legt sich
im vorderen Teil auch um die Schnauze herum. Das Kinn ist unter
dem Lippenrand mit langen dunkelkaffeebraunen Haaren bedeckt.
Die Augen sind von riesigen langen ockerigweiß gefärbten Wimper-
haaren überlagert. Die Stirngegend zwischen den Hörnern und
die Hinterhauptsgegend ist braun gefärbt, die Außenseite der
äußerst langen, schmalen und spitzen Ohren tragen die Färbung
des Halses mit einem schwachen Stich ins Gelbe. Im unteren
Wurzelteil wird die Färbung heller, weißockerig; die Innenseiten
sind mit mittellangen, weißen Haaren bedeckt.
Die Schwanzrübe trägt in ihrer oberen Hälfte die helle Färbung
der Keulen, ihre untere Hälfte ist in zwei Reihen, oben und unten,
mit schwarzen Haaren besetzt, die aber an der Unterseite höher
Alter Bulle von Bubalis cokei sabakiensis in C. Hagenbecks Tierpark. 101
hinaufgehen wie oben. Die Quaste hat eine bräunlichrote Spitze
und endet etwa in der Höhe des Hackengelenks.
Die beiden in Carl Hagenbecks Tierpark stehenden Exem-
plare halten sich bei der sachgemäßen Pflege, die ihnen im Parke
zuteil wird, außerordentlich gut, merkwürdigerweise wollen beide
Stücke, obwohl sie überreiche Mengen von Futter zu sich nehmen
und stets einen außerordentlich gesegneten Appetit zeigen, keine
vollen Körperformen annehmen. Die Tiere fühlen sich, ihrer
Bewegungslust und ihrem Gebahren nach zu urteilen, recht wohl.
In ihrem Temperament sind sie ruhig, ganz anders wie die hier in
vielen Stücken zurzeit vertretenen Gnus, welche viel Störrisches,
Wildes und Ungestümes in ihrem Charakter zeigen; man kann fast
sagen, daß diese Bubaliden sanft und ‚fromm‘“ sind; wenigstens
habe ich die Beobachtung zu verschiedenen Malen machen können,
wenn wir mit dem Photographen das Gehege des Tieres betraten.
Manchmal wurde das Tier zwar unruhig, was es durch das bekannte
Schlagen mit dem Wedel und Stampfen mit den Vorderläufen
ausdrückte, es kam auch manchmal in unsere Nähe, um sich mit
der Nase von den fremdartigen Gästen zu überzeugen, doch machte
es nie Miene zum direkten Angriff.
Sehr still und gefügig war auch der andere Bulle, welcher sich
durch eigene Schuld den Zapfen des rechten Hornes brach; bei der
Operation und Heilung machte er fast nie Miene zu feindlicher
Haltung, sondern ließ sich behandeln wie ein Hund. Mit diesen
Ausführungen will ich keineswegs bewiesen haben, daß nun den
Bubaliden ein sehr friedliches und ruhiges Temperament zuzu-
schreiben ist; ich wollte nur auf die recht interessante, aus der
Regel wohl etwas herausfallende Beobachtung hingewiesen haben.
Die beigegebenen Photographien des lebenden Tieres sind von
Herrn Theodor Reimers, Hamburg, die Photographien der
Gehörne von Herrn Wilhelm Zopf, Berlin, angefertigt worden.
Nach Fertigstellung dieser Zeilen ist leider das ältere Männchen
von B. c. sabakiensis in Carl Hagenbecks Tierpark ganz plötzlich
eingegangen. Da ich oben anführte, daß das Tier trotz bester
Nahrung, großer Freßlust und offenbaren Wohlbefindens immer
magerer wurde, was auf irgend eine Krankheit des Blutes oder
der Verdauungsorgane schließen ließ, dürfte vielleicht das von
dem Tierarzt in Carl Hagenbecks Tierpark, Herrn Oberveterinär
a. D. Christian aufgenommene Ergebnis der Sektion von Inter-
esse sein:
Vorgeschichte: Das Tier sah stets glatt und gut im Haar
aus, ging jedoch trotz stets guten Appetits und bester Ernährung
im Allgemeinzustand sehr stark zurück und war zuletzt fast bis
zum Skelett abgemagert.
Obduktionsergebnis: Beim Abziehen der Haut fällt die fast
völlige Blutleere der Haut auf; die sichtbaren Schleimhäute sind
blaß und blutleer. Bei Eröffnung einer Ohrvene läuft hellrotes,
10. Heft
N
102 Dr. O. le Roi:
dünnflüssiges, stark wässeriges Blut ab, welches sehr schnell gerinnt.
Alle Körperorgane sind völlig gesund bis auf die Milz. Fett fehlt
allerdings vollständig. Die Milz ist bis zum dreifachen ihrer nor-
malen Größe geschwollen und mit gelbweißen Geschwülsten von
Walnuß- bis Doppelgänseeigröße durchsetzt. Die Geschwülste
sind teils mit Flüssigkeit, teils mit übelriechendem, dickem, grau-
gelben Käse angefüllt. Die Milz hat eine stark höckerige Oberfläche
und ist ziemlich fest mit dem Zwerchfell verwachsen. Es besteht
in geringem Grade Bauch- und Herzbeutelwassersucht. Die Ge-
schwülste in der Milz sind erzeugt durch den Echinococcus
multilocularis, welcher seinerseits aus dem Hundebandwurm
entsteht. Wann die Infektion erfolgt ist, läßt sich mit Bestimmtheit
nicht sagen, jedenfalls liegt der Zeitpunkt ziemlich weit zurück.
Dadurch, daß die Milz völlig aufgezehrt war, die ein für
die Blutbildung so ungemein wichtiges Organ darstellt, mußte die
Blutbildung außerordentlich leiden, das Tier bekam starke Blut-
armut und wässeriges Blut und ging schließlich an einer Herz- und
Lungenlähmung ein. Den Tod hat wahrscheinlich die beim Um-
setzen (welches einen Tag vor dem Tode erfolgte) unvermeidliche
Aufregung beschleunigt.
Der sehr gut erhaltene Kadaver ist von dem Senckenberg-
Museum zu Frankfurt a. M. erworben worden.
Erklärung zu den Abbildungen.
Abbildung 1: Bubalis cokei sabakiensis $ ad. in Carl Hagenbecks
Tierpark.
Abbildung 2: Bubalis cokei sabakiensis J ad. in Carl Hagenbecks
Tierpark.
Abbildung 3: Oben Gehörn von Bubalis cokei tanae & ad., unten
Gehörn von Bubais cokei schillingsi $ ad. Beide
Stücke befinden sich im Besitze des Kgl. Zoologi-
schen Museums zu Berlin.
Zur Odonaten-Fauna Deutschlands.
Von
Dr. O. le Roi, Bonn a. Rh.
Schon vor mehreren Jahren drängte sich mir der Gedanke auf,
daß es notwendig sei, die geographische Verbreitung der Odonaten
innerhalb der deutschen Grenzen einmal einer eingehenden zu-
sammenfassenden Darstellung zu unterwerfen. Damals fanden
sich wohl eine Reihe Vorarbeiten in Gestalt von mehr oder weniger
brauchbaren Lokalfaunen vor, aber diese waren in einer großen
Zahl von Zeitschriften zerstreut und vielfach auch den Odonato-
logen unbekannt geblieben. Dies beweist ein Blick in die allge-
meineren Werke von Rostock, Tümpel, Fröhlich und Ris. Ich
Zur Odonaten-Fauna Deutschlands. 103
begann deshalb die diesbezügliche Literatur zu sammeln und gab
in meinen „Odonaten von Ostpreußen‘ 1911 bei seltenen Arten
bereits einen Überblick über ihre Verbreitung in Deutschland.
Erfreulicherweise ist seit einigen Jahren unter den deutschen
Entomologen das Interesse für Libellen erheblich gewachsen und es
werden nun alljährlich Arbeiten veröffentlicht, die unsere Kenntnis
der heimischen Odonaten-Fauna ganz wesentlich fördern und ver-
tiefen. Es scheint mir aus diesem Grunde vorteilhafter, die Aus-
führung meines oben angedeuteten Planes noch mehrere Jahre zu
verschieben, da bis dahin gewiß wieder weitere erhebliche Lücken
ausgefüllt worden sind. Denn immer noch gibt es große Gebiete
bei uns, deren Fauna noch gar nicht oder doch nur unzureichend
durchforscht worden ist. Ich nenne nur Schleswig-Holstein,
Pommern, Braunschweig, die sächsischen Herzogtümer, Württem-
berg, Elsaß u. a. m.
In Nachfolgendem gebe ich noch unveröffentlichte Materialien
zur deutschen Libellenfauna, die sich im Laufe der Zeit bei mir
angesammelt haben und aus den verschiedensten Gegenden her-
stammen. Ausgeschieden habe ich die aus der Rheinprovinz her-
rührenden, welche ich wegen ihres Umfanges gesondert zu behandeln
gedenke.
Aus einem in meinem Besitz befindlichen ‚Neuropteren‘-
Manuskripte des am 27. April 1907 in Sonderburg verstorbenen
Entomologen Professor Dr. W. Wüstnei entnahm ich eine Anzahl
Angaben über Funde in Schleswig-Holstein. Ferner stand mir
zur Verfügung eine von Herrn Karl Geissler — dem Verfasser einer
1905 erschienenen Libellen-Fauna von Bremen — aufgestellte
wertvolle Liste seiner Beobachtungen in Südbayern, die mir Herr
Geissler vor seiner 1911 erfolgten Übersiedelung nach Neu-Seeland
zur Verwertung übergab. Herrn W. Leonhardt-Berlin-Steglitz
verdanke ich eine Anzahl Notizen aus dem Elsaß, Baden, der
Provinz Sachsen, Thüringen und Brandenburg. Des weiteren
konnte ich durch die freundlichen Bemühungen von Herrn Th.
Kriege in Bielefeld eine Reihe von Odonaten untersuchen, welche
von ihm selbst, dem leider so früh verstorbenen Entomologen
Dr. med. F. Landwehr und Herrn K. Pollmann in der Bielefelder
Gegend gesammelt waren, einem odonatologisch gänzlich unbe-
kannten Gebiete Westfalens. Einige Notizen entstammen den
Sammlungen der Biolog. Anstalt auf Helgoland und der Kollektion
Steiner im Besitz des ‚„Entomol. Kränzchens‘“ in Königsberg,
die mir durch die Herren Dr. L. Keilhack bezw. Dr. A. Dampf
zur Revision zugegangen waren. Ich selbst sammelte in Mecklen-
burg, im Harzgebiete, in Westfalen und Bayern. Schließlich er-
wähne ich noch Funde auf Grund der Untersuchung von Material,
das mehrere Freunde und Bekannte teils für mich freundlichst
sammelten, teils in ihren Kollektionen besitzen. Es sind dies die
Herren H. Freiherr von Geyr-Müddersheim, Stadtrat A. Hahne-
10. Heft
104 Dr. O. le Roi:
Stettin, Apotheker ©. Held-Neukloster, Lehrer W. Hennemann-
Werdohl a. d. Lenne, Geh. Regierungsrat Prof. Dr. A. Koenig-
Bonn, Tiermaler E. de Maes-Bonn, Prof. Dr. A. Petry-Nordhausen,
Lehrer E. Pirling-Stettin-Nemitz, Privatdozent Dr. A. Reichens-
perger-Bonn, Prof. H. Schmidt-Elberfeld, Mittelschul- Lehrer
A. Steeger-Krefeld. Der Name des Sammlers ist den Fundorten
in Klammern beigefügt. Orte ohne solchen Zusatz wurden von
mir persönlich festgestellt.
I. Unterordnung: ZYGOPTERA.
1. Familie: Calopterygidae.
1. Gattung: Calopteryx Leach.
1... viren...
Schleswig-Holstein: Glücksburg (Wüstnei). Mecklenburg:
Neukloster (Held). Pommern: Falkenwalde und Sandsee bei
Stettin (Pirling). Harz: Ballenstedt i. Anhalt. Prov. Sachsen:
Sangerhausen (Leonhardt). Westfalen: Bielefeld, Ummeln
(Landwehr). Emsquellen (Pollmann). Bayern: Diessen a. Ammer-
see (Geissler). Eib-See, Lauter-See und Ferchen-See bei Mittenwald.
2. C. splendens Harris.
Mecklenburg: Neukloster (Held). Pommern: Falkenwalde
und Sandsee bei Stettin (Pirling). Harz: Ballenstedt. West-
falen: Bielefeld (Landwehr). Bayern: Diessen (Geissler). Schmal-
See und Lauter-See bei Mittenwald.
2. Familie: Agrionidae.
1. Unterfamilie: Lestinae.
1. Gattung: Lestes Leach.
3. L. fuscus Vanderl.
Brandenburg: Finkenkrug (Leonhardt). Westfalen: Stein-
hagen bei Bielefeld (Landwehr). Thüringen: Groß-Breitenbach
(Leonhardt). Bayern: Kriegshaber bei Augsburg, Diessen,
Pfleger-See bei Garmisch (Geissler). Elsaß: Rheinwaldungen
bei Straßburg-Neuhof (Leonhardt). .
4. L. virens Charp.
Bayern: Diessen (Geissler).
5. L. barbarus Fabr.
Westfalen: Bielefeld (Kriege). Bayern: Siebentisch-Wald und
Stätzling bei Augsburg (Geissler).
6. L. viridis Vanderl.
Westfalen: Bielefeld (Landwehr). Bayern: Diessen (Geissler).
7. L. dryas Kirby.
Schleswig-Holstein: Sonderburg (Wüstneill. Pommern:
Bodenberg b. Stettin (Pirling). Bayern: Diessen (Geissler).
Tenn-See bei Mittenwald.
Zur Odonaten-Fauna Deutschlands. 105
8. L. sbonsa Hansem.
Schleswig-Holstein: Sonderburg (Wüstnei),, Mecklenburg:
Kaltenhof auf der Insel Poel. Harz: Kurts-Teich und Schreiber-
Teich bei Wernigerode. Westfalen: Bielefeld (Landwehr, Poll-
mann). Thüringen: Groß-Breitenbach (Leonhardt). Bayern:
Diessen (Geissler). Schmal-See, Wilden-See, Tenn-See, Barm-
See, Wagenbrüch-See, Tann-See, ferner am Hinter-See bei Berchtes-
gaden und bei Haslach im Bayrischen Wald.
3. Unterfamilie: Agrioninae.
1. Gattung: Platycnemis Charp.
9. P. bdennipes Pall.
Pommern: Stettin (Hahne). Bodenberg b. Stettin (Pirling).
Westfalen: Bielefeld (Landwehr). Hessen-Nassau: Lahn-
mündung (Reichensperger). Hessen-Darmstadt: Trebur
(Hahne). — Bayern: Diessen (Geissler). Barm-See.
2. Gattung: Ischnura Charp.
10. I. elegans Vander!l.
Schleswig-Holstein: Sonderburg, Emmelsbüll (Wüstnei).
Mecklenburg: Neukloster (Held). Rügen: Hertha-See (Landwehr).
Sassnitz (von Geyr). Pommern: Bodenberg b. Stettin (Pirling).
Brandenburg: Eberswalde (von Geyr). Klein-Machnow (Leon-
hardt). Harz: Wernigerode, Ballenstedt. Westfalen: Stein-
hagen und Kupferhammer bei Bielefeld (Landwehr). Sprockhoevel
bei Hattingen (Schmidt). Hessen-Nassau: Lahnmündung
(Reichensperger). Bayern: Diessen (Geissler.. Schmal-See,
Barm-See, Wagenbrüch-See. Baden: Säckingen (Leonhardt).
Ein & vom Schmal-See hatte orangefarbige Postokularflecken
und ebensolchen Thorax (wie die 22 der var. aurantiaca), dabei aber
ein normalgefärbtes Abdomen.
11. I. $umilio Charp.
Harz: Kurts-Teich und Schreiber-Teich bei Wernigerode, in Menge,
weit zahlreicher wie /schn. elegans. Bayern: Diessen (Geissler).
Die Art flog bei Wernigerode weniger an den Teichufern,
meist über seichten, fast stagnierenden Gräben mit dichter
Equisetum-Vegetation. Ich sah und fing unter sehr vielen Stücken
nur 1Qder var. aurantiaca de Selys, undzwarincopula. Beimanchen
dd sind die zwei schwarzen Punkte des neunten Abdominalseg-
mentes querverlängert oder bilden ein großes Dreieck, das zuweilen
mit dem Segmentvorderrand durch einen Stiel verbunden ist.
Die Weibchen der grünen Form entsprechen nur zum Teil der
Beschreibung von Ris (1909, p. 12). Einige aber tragen eine
gleiche schwarze, mitunter unscharfe Dorsalzeichnung der
gewöhnlich einfarbig grünen drei ersten Abdominalsegmente, wie
sie den Männchen eigen ist. Ich benenne die Varietät masculoides.
10. Heft
106 Dr. O. le Roi:
3. Gattung: Enallagma de Selys.
12. E. cyathigerum Charp.
Schleswig-Holstein: Sonderburg (Wüstnei). Mecklenburg:
Röbel (Held). Rügen: Sassnitz (von Geyr). Pommern: Boden-
berg bei Stettin (Pirling). Harz: Brocken, Kurts-Teich, Schreiber-
Teich (hier die var. astylis Puschnig) und Saigerhütten-Teich bei
Wernigerode. Westfalen: Steinhagen (Landwehr). Thüringen:
Groß-Breitenbach (Leonhardt). Hessen-Nassau: Lahnmündung
(Reichensperger). Baden: Säckingen (Leonhardt). Bayern:
Diessen (Geissler). An den Seen bei Garmisch und Mittenwald
im Juli 1913 die häufigste Libellenart: Schmal-See, Lauter-See,
Wilden-See, Lutten-See, Tenn-See, Barm-See, Wagenbrüch-See,
Tann-See, Walchen-See. Die var. astylis Puschnig flog hier nicht
selten.
Öfters ist die schwarze Zeichnung des zweiten Abdominal-
segments nach vorne in eine lange Spitze ausgezogen, noch wesent-
lich länger wie in der Fig. 2 von Leonhardt 1913, p. 16. Eine
ähnliche Zeichnung — fast wie bei ornatum — tragen auch öfters
die folgenden Segmente. Unter den Stücken vom Lutten-See
fand sich eine Varietät, bei welcher der Fleck des zweiten Abdominal-
segmentes verbreitert und beiderseits nach vorne ausgezogen er-
scheint. Hierdurch erinnert er lebhaft an die Zeichnung von A.
ornatum. Ich benenne die Varietät daher ornatiformis!) Parallele
ornatiforme Varietäten beschrieb Puschnig (1911, p. 446, 448)
von Agrion pulchellum Vanderl., A. hastulatum Charp. und Enal-
lagma cyathigerum Charp.
Normalerweise trägt der Prothorax seitlich je einen
blauen länglichen oder runden Fleck, nahe dem Vorderrand
eine in der Mitte unterbrochene blaue Linie sowie einen feinen
blauen Saum am Hinterrand. Diese Zeichnungen unterliegen
mannigfachen Veränderungen und sind bald sehr ausgedehnt,
bald teilweise reduziert. In seltenen Fällen ist der Prothorax
einfarbig schwarz, ohne jede blaue Färbung. Diese extreme Form
bezeichne ich als var. nigriprothorax!).
4. Gattung: Agrion Fabr.
13. A. armatum Charp.
Schleswig-Holstein: Sandacker und Süderhaff bei Sonderburg
(Wüstnei).
Eine Zusammenstellung der deutschen Fundorte dieser sel-
tenen Art gab ich 1911 (p. 17).
14. A. Pulchellum Vanderl.
Schleswig-Holstein: Sonderburg (Wüstnei). Rügen: Sassnitz
(von Geyr). Pommern: Bodenberg b. Stettin (Pirling). Thü-
1) Diese Namen sollen in erster Linie — ebenso wie diejenigen von
Puschnig, Förster, Leonhardt etc. — dazu dienen, eine Zeichnungsform zu
charakterisieren, ohne stets eine langatmige Beschreibung geben zu müssen.
Zur Odonaten-Fauna Deutschlands. 107
ringen: Groß-Breitenbach (Leonhardt). Westfalen: Bielefeld
(Kriege). Bayern: Diessen (Geissler). Schmal-See, Tenn-See,
Lauter-See, Barm-See, Wagenbrüch-Se. Baden: Säckingen
(Leonhardt).
Einige Stücke vom Barm-See gehören der var. nigrescens
Puschnig an. Die Neigung zur Verdunkelung zeigt sich bei einem
d besonders stark, indem auch das zweite Abdominalsegment
dorsal ganz schwarz gefärbt ist bis auf zwei winzige blaue Fleckchen
nahe dem Vorderrand. Die gleiche Verdüsterung zeigt ein d vom
Schmal-See, wo ich unter zahlreichen normalen && auch die var.
ornatiformis Puschnig in einem Exemplare fing.
Am 4. August machte ich am Schmal-See die Beobachtung,
daß bei Sonnenuntergang A. pulchellum sich zur Nachtruhe stets
an denjenigen Schilfhalmen niederließ, die am weitesten in die
Wasserfläche hineinstanden. Hier saß diese Art in Menge so gut
wie ausschließlich, während die ebenfalls sehr häufige Enallagma
cyathigerum nebst Ischnura elegans ebenso überwiegend die un-
mittelbar am Ufer stehenden Pflanzen besetzt hielt.
15. A. ornatum de Selys.
Schleswig-Holstein: Sonderburg (Wüstnei). — Ich möchte
hier darauf hinweisen, daß in Schirmers dankenswertem Verzeichnis
der Libellen-Varietäten (1913) bei dieser Art noch die beiden von
Förster (1902, p. 80) aufgestellten Formen caerulea und viridescens
nachzutragen sind.
16. A. mercuriale Charp.
Bayern: Diessen, Herrsching, Abfluß des Pfleger-Sees bei Gar-
misch (Geissler). ‚„Fliegt über schmalen Wasserläufen mit Ouell-
wasser.‘
Dem ‚‚Verzeichnis‘‘ von Schirmer fehlen die Var. ochracea
Förster und coerulea Förster. (Förster 1902, p. 79—80.)
17. A. hastulatum Charp.
Wellingsbüttel bei Hamburg (Sammlung Steiner). Rügen:
Saßnitz (von Geyr). Harz: Steinerne Renne bei Wernigerode
(Sammlung Steiner). Bayern: Diessen, Herrsching (Geissler).
Schmal-See, Tenn-See, Barm-See.
18. A. lunulatum Charp.
Rügen: Saßnitz, ziemlich häufig, Ende V. 9 39, 2 22 gefangen
(von Geyr). Bayern: Wagenbrüch-See, 1 4, VI.
19. A. puella L.
Schleswig-Holstein: Sonderburg (Wüstnei). Pommern: Boden-
berg bei Stettin (Pirling.. Brandenburg: Klein-Machnow
(Leonhardt). Harz: Ballenstedt, Wernigerode. Prov. Sachsen:
Sangerhausen (Leonhardt). Thüringen: Groß-Breitenbach (Leon-
hardt). Westfalen: Holte, Bielefeld (Landwehr). Werdohl a. d.
Lenne. Hessen-Nassau: Lahnmündung (Reichensperger).
Bayern: Diessen (Geissler). Tenn-See, Barm-See. Baden:
Säckingen (Leonhardt.)
10. Heft.
108 Dr. O. le Roi:
5. Gattung: Erythromma Charp.
20. E. naias Hansem.
Mecklenburg: Neukloster (Held). Thüringen: Groß-Breiten-
bach (Leonhardt). Bayern: Staffel-See (Geissler). Lauter-See,
Barm-See (hier u. a. ein & der var. nigrithorax Förster). Baden:
Säckingen (Leonhardt).
— E. viridulum Charp. Unter einer Anzahl von Odonaten,
die mein Freund H. Freiherr von Geyr in liebenswürdiger Weise
für mich bei Vukovar in Slavonien sammelte, befanden sich drei
gg und ein 9 dieser Art. Die Untersuchung dieser Stücke bestätigte
zum Teil die Vermutung Schirmers (1913, p. 30), daß virıdulum
ähnlichen Variationen unterliegt, wie E. naias. Ein $ entsprach
der najas-Form latistrigis Puschnig, die zwei anderen der najas-
Form ?uellaris Schirmer. Zur Bezeichnung dieser viridulum-
Parallelformen wähle ich die gleichen Bezeichnungen Jatistrigis
m. und ?uellarıs m.
6. Gattung: Pyrrhosoma Charp.
21. P. nymphula Sulzer.
Schleswig-Holstein: Sonderburg (Wüstnei). Rügen: Saßnitz
(von Geyr). Harz: Brocken, Oderbruch, Ballenstedt. Thüringen:
Groß-Breitenbach (Leonhardt). Westfalen: Bielefeld, Schloß
Holte, Kupferhammer, Ummeln (Landwehr, Pollmann). Hessen:
Darmstadt (Hahne). Bayern: Diessen (Geissler). Lauter-See,
Ferchen-See, Wilden-See, Tenn-See, Barm-See, Walchen-See,
Eib-See, Frillen-See.
22. P. tenellum de Vill.
Westfalen: Sprockhoevel bei Hattingen (Schmidt).
II. Unterordnung: ANISOPTERA.
1. Familie: Aeschnidae.
1. Unterfamilie: Gomphinae.
1. Gattung: Gomphus Leach.
23. G. pulchellus de Selys.
Hessen-Nassau: Nievern a. d. Lahn. Hier fing ich die Art bereits
am 15. Mai in zwei Sg, die eben geschlüpft waren.
24. G. vulgatissimus L.
Hessen-Nassau: St. Goarshausen (de Maes). Bayern: Diessen,
Kochel-See (Geissler). Barm-See. Elsaß: Rheinwaldungen bei
Straßburg-Neuhof (Leonhardt).
2. Gattung: Odhiogomphus de Selys.
25. O. serdentinus Charp.
Westpreußen: Kielau, Lautenburg (von Geyr). Bayern:
Diessen (Geissler).
3. Gattung: Onychogomphus de Selys.
26. O. forcipatus L.
Bayern: Diessen, Kochel-See (Geissler).
Zur Odonaten-Fauna Deutschlands. 109
9. Unterfamilie: Cordulegasterinae.
1. Gattung: Cordulegaster Leach.
97. C. annulatus Latr.
Harz: Röhr-Teich und Siebersteinsbach bei Ballenstedt. West-
falen: Bielefeld (Landwehr). Senne bei Bielefeld, noch vier km
vom Berge recht häufig in der Ebene (Pollmann). Werdohl im
Sauerland (Hennemann). Bayern: Diessen, Murnau, Garmisch,
Griesen (Geissler). Lauter-See und Ferchen-See bei Mittenwald,
auf deutschem Boden bei Hinter-Scheureck im Böhmerwald.
Baden: Jungholz-Willaringen im Schwarzwald (Leonhardt).
Lothringen: Pfalzburg in d. Vogesen (Steeger). Elsaß: Rhein-
waldungen bei Straßburg-Neuhof (Teonhardt).
3. Unterfamilie: Aeschninae.
1. Gattung: Brachytron Evans.
28. B. hafniense Müll.
Helgoland (Keilhack). Schleswig-Holstein: Sonderburg
(Wüstnei). Rügen: Saßnitz (von Geyr). Westfalen: Senne
bei Bielefeld (Pollmann). Bayern: Im Voralpengebiet nur ver-
einzelt (Geissler).
2. Gattung: Aeschna Fabr.
29. Ae. grandıs L.
Schleswig-Holstein: Sonderburg, Glücksburg (Wüstnei).
Pommern: Falkenwalde b. Stettin (Pirling). Westpreußen:
Lautenburg (von Geyr). Brandenburg: Eberswalde (von Geyr).
Klein-Machnow (Leonhardt). Westfalen: Bielefeld (Landwehr).
Schloß Holte bei Bielefeld (Pollmann). Thüringen: Groß-Breiten-
bach (Leonhardt). Prov. Sachsen: Sangerhausen (Leonhardt).
Bayern: Diessen, Garmisch (Geissler). Ferchen-See und Lauter-
See bei Mittenwald, Hinter-See bei Berchtesgaden, Haslach im
Bayrischen Wald. Baden: Säckingen (Leonhardt). Elsaß:
Rheinwaldungen bei Straßburg-Neuhof (Leonhardt).
30. Ae. juncea L.
Harz: Brockenfeld, Oderbruch. Westfalen: Senne bei Bielefeld
(Pollmann). Bayern: Lauter-See, Tenn-See, Hinter-See, Haslach.
31. Ae. caerulea (Ström).
Bayern: Vereins-Alpe bei Mittenwald.
Die Angabe der Art für die Bayrischen Alpen durch’ Rostock
1888, p. 13), findet hierdurch ihre Bestätigung. Nach de Selys
und Hagen (1850, p. 121) besaß de Charpentier ein $ von Hirsch-
berg in Schlesien. Sie ist jedoch von den späteren Faunisten in
dieser Provinz nicht wieder aufgefunden worden. Die Morton-
sche Angabe „Schwarzwald“ (1899, p. 26) hat Ris unlängst als
irrtümlich zurückgewiesen (Holdhaus 1912, p. 408). Die Bayrischen
Alpen bleiben somit der einzige sichere Fundort aus Deutschland.
10. Heft
110 Dr. O. le Roi:
32. Ae. mixta Latr.
Schleswig-Holstein: Satrupholz (Wüstnei). Mecklenburg:
Kirchdorf und Timmendorf auf der Insel Poel. Thüringen:
Groß-Breitenbach (Leonhardt). Hessen-Nassau: Lahnmündung
(Reichensperger). Bayern: Diessen (Geissler). Baden: Säckingen
(Leonhardt).
33. Ae. cyanea Müll.
Schleswig-Holstein: Sonderburg, Satrup (Wüstnei). Meck-
lenburg: Kirchdorf und Gollwitz auf Poel.e. Brandenburg:
Klein-Machnow (Leonhardt). Harz: Brockenfeld (Petry). West-
falen: Bielefeld, Kupferhammer, Quelle und DBahrhof bei
Brackwede, Lutter-Quelle, Senne bei Bielefeld (Landwehr, Poll-
mann). Badinghagen, Drolshagen und Berlinghausen im Sauer-
land. Prov. Sachsen: Sangerhausen (Leonhardt). Thüringen:
Groß-Breitenbach (Leonhardt). Bayern: Im Alpenvorland häufig
(Geissler). Rachel-Ssee und Klingenbrunn im Böhmerwald,
Hinter-See bei Berchtesgaden. Baden: Säckingen (Leonhardt).
Elsaß: Rheinwaldungen bei Straßburg-Neuhof (Leonhardt).
3. Gattung: Anax Leach.
34. A. imperator Leach.
Westfalen: Senne bei Bielefeld (Pollmann). Bayern: Pilsen-See
beim Ammer-See (Geissler). Baden: Säckingen (Leonhardt).
4. Familie: Libellulidae.
1. Unterfamilie: Cordulinae.
1. Gattung: Epitheca Charp.
35. E. bimaculata Charp.
Brandenburg: Nikolas-See und Finkenkrug, hier seit Jahren
häufig (Rey teste Leonhardt).
2. Gattung: Somatochlora de Selys.
36. S. metallica Vanderl. 2
Schleswig-Holstein: Sonderburg (Wüstnei). Mecklenburg;
Blücherhof b. Vollrathsruhe (Koenig). Rügen: Saßnitz
(von Geyr). Pommern: Falkenwalde b. Stettin (Pirling). Bran-
denburg: Finkenkrug (Leonhardt). Harz: Ballenstedt. Prov.
Sachsen: Sangerhausen (Leonhardt). Thüringen: Groß-Breiten-
bach (Leonhardt). Westfalen: Emsquellgebiet (Pollmann).
Bayern: Diessen (Geissler). Lauter-See, Ferchen-See, Tenn-See,
Barm-See, Walchen-See. Baden: Säckingen (Leonhardt).
37. S. flavomaculata Vanderl.
Pommern: Schuenhagen in Vorpommern (von Geyr). Falken-
walde b. Stettin (Pirling). Bayern: Diessen, Reisting, Pfleger-
See, See bei Mössen, Kochel-See (Geissler).
Zur Odonaten-Faunsa Deutschlands. 111
3. Gattung: Cordulia Leach.
38. C. aenea L.
Schleswig-Holstein: Sonderburg (Wüstnei). Mecklenburg:
Neukloster (Held). Rügen: Saßnitz (von Geyr). Thüringen:
Groß-Breitenbach (Leonhardt). Westfalen: Bielefeld (Kriege).
Bayern: Diessen (Geissler).. Barm-See. Baden: Säckingen
(Leonhardt).
2. Unterfamilie: Libellulinae.
1. Gattung: Orthetrum Newm.
39. O. coerulescens Fabr.
Westfalen: Bielefeld (Kriege). Bayern: Diessen, Bayr. Alpen
(Geissler).
40. O. brunneum 'Fonsc.
Bayern: Auf Quellgrund am Fuß der Höhen östlich von Augsburg
(Geissler).. — Die deutschen Fundorte bis 1911 stellte ich 1911,
p. 23, zusammen.
41. O. cancellatum L.
Schleswig-Holstein: Sonderburg, Höruphaff (Wüstnei). Prov.
Sachsen: Sangerhausen (Leonhardt). Thüringen: Groß-Breiten-
bach (Leonhardt). Westfalen: Bielefeld (Landwehr). Bayern:
Im Ammer-Seegebiet häufig (Geissler). Barm-See nicht selten.
Baden: Säckingen (Leonhardt).
2. Gattung: Libellula L.
42. L. quadrimaculata L.
Nordsee: Auf der Fahrt von Bremen nach Bergen (Norwegen)
im Juni 1908 beobachtete ich diese Art in großer Menge auf der
Nordsee, noch weit nördlich von Helgoland. Bei der vollkommenen
Windstille schwirrten die Libellen überall weitschichtig verteilt
und augenscheinlich nahrungsuchend über dem glatten Meeres-
spiegel, soweit man sehen konnte. Eine ganze Anzahl Stücke, die
über unser Expeditionsschiff flogen, wurden gefangen. Es waren
sowohl $3 wie 92 darunter. Um eine sogenannte ‚„‚Zug‘-Erschei-
nung handelte es sich in diesem Falle natürlich nicht. Schleswig-
Holstein: Sonderburg (Wüstnei). Rügen: Saßnitz (von Geyr).
Westfalen: Bielefeld, Ummeln (Landwehr). Senne (Pollmann).
Bayern: Barm-See, Wagenbrüch-See, Tann-See, Lauter-See.
Baden: Säckingen (Leonhardt).
43. L. fulva Müll.
Westfalen: Bielefeld (Landwehr). Neu für Westfalen! Bayern:
Straße zwischen Ammer-See und Pilsen-See; erscheint dort all-
jährlich in geringer Zahl. Flugzeit nur etwa 14 Tage (Geissler).
44. L. depressa L.
Schleswig-Holstein: Sonderburg (Wüstnei). Brandenburg:
Finkenkrug (Leonhardt). Harz: Ballenstedt. Prov. Sachsen:
Sangerhausen (Leonhardt). Thüringen: Groß-Breitenbach (Leon-
hardt). Westfalen: Bielefeld (Landwehr). Senne (Pollmann).
10. Heft
112 Dr. O. le Roi:
Hessen-Nassau: Hanau (Hahne). Bayern: Ammer-Seegebiet
(Geissler). Elsaß: Rhienwaldungen bei Straßburg-Neuhof (Leon-
hardt).
3. Gattung: Sympetrum Newm.
45. S. striolatum Charp.
Mecklenburg: Kirchdorf auf Poel. Westfalen: Bielefeld
(Landwehr). Schloß Holte bei Bielefeld (Pollmann). Drolshagen.
Bayern: Ammer-Seegebiet (Geissler). Elsaß: Rheinwaldungen
bei Straßburg-Neuhof (Leonhardt).
46. S. vulgatum L.
Schleswig-Holstein: Sonderburg (Wüstnei). Mecklenburg:
Röbel (Held). Neukloster, Kirchdorf auf Poel, Langer Werder
bei Poel. Pommern: Stettin (Dampf, Hahne). Sandsee und Falken-
walde b. Stettin (Pirling).. Rügen: Schmachter-See bei Binz
(Landwehr). Westpreußen: Lautenburg (von Geyr). Branden-
burg: Neu-Globsow (von Geyr). Harz: Wernigerode Thü-
ringen: Groß-Breitenbach (Leonhardt). Westfalen: Bielefeld,
Steinhagen (Landwehr). Schloß Holte (Pollmann). Bayern:
Ammer-Seegebiet (Geissler). Barm-See. Haslach irn Bayer. Wald.
Elsaß: Rheinwaldungen bei Straßburg-Neuhof (Leonhardt).
47. 5. flaveolum L.
Schleswig-Holstein: Sonderburg (Wüstnei). Mecklenburg:
Timmendorf auf Poel. Brandenburg: Klein-Machnow (Leonhardt).
Prov. Sachsen: Sangerhausen (Leonhardt). Thüringen: Groß-
Breitenbach (Leonhardt). Harz: Wernigerode. Westfalen:
Bielefeld (Landwehr). Galgenbrück bei Bielefeld (Pollmann).
Hessen-Nassau: Lahnmündung (Reichensperger). Bayern:
Ammer-Seegebiet (Geissler).
48. S. dedemontanum All.
Bayern: Diessen; fliegt meist über Wiesen, die vereinzelt mit
Juncus und Scirpus besetzt sind (Geissler).
Leonhardt hat 1913, p. 31, die deutschen Fundorte zusammen-
gestellt. Hinzuzufügen sind noch: Bayern: Regensburg, Ober-
pfalz (Herrich Schäffer 1840, p. 343); Nürnberg (Fischer 1906,
p. 144).
49. S. sangwineum Müll.
Borkum (deMaes). Schleswig-Holstein: Sonderburg (Wüstnei).
Pommern: Sandsee, Bodenberg u. Falkenwalde b. Stettin (Pirling).
Prov. Sachsen: Sangerhausen (Leonhardt). Thüringen: Groß-
Breitenbach (Leonhardt). Westfalen: Bielefeld (Landwehr).
Schloß Holte (Pollmann). Bayern: Ammer-Seegebiet (Geissler).
Haslach im Bayer. Walde. Elsaß: Rheinwaldungen bei Straßburg-
Neuhof (Leonhardt).
50. S. danae Sulzer.
Schleswig-Holstein: Saltrupholz (Wüstnei). Mecklenburg:
Kirchdorf, Timmendorf und Gollwitz auf Poel. Brandenburg:
Klein-Machnow (Leonhardt). Westfalen: Bielefeld, Steinhagen,
Zur Odonaten-Fauna Deutschlands. 113
Friedrich-Wilhelmsbleiche (Landwehr). Schloß Holte, Brackwede
(Pollmann). Badinghagen im Sauerland. Bayern: Ammer-See-
gebiet (Geissler). Barm-See, Wagenbrüch-See, Tenn-See, Lauter-
See, Ferchen-See, Hinter-See bei Berchtesgaden, Haslach
im Bayer. Wald. Elsaß: Rheinwaldungen bei Straßburg-Neuhof
(Leonhardt).
4. Gattung: Leucorrhinia Britt.
51. L. dubia Vanderl.
Helgoland (Keilhack). Harz: Schwarzer Sumpf auf dem Brocken-
gipfel. Westfalen: Senne bei Bielefeld (Pollmann). Bayern:
Ammer-Seegebiet (Geissler). Barm-See.
52. L. rubicunda L.
Schleswig-Holstein: Kollnud, Kjelstrup (Wüstnei). Rügen:
Saßnitz (von Geyr). Westfalen: Senne bei Bielefeld (Pollmann).
53. L. pectoralis Charp.
Westfalen: Senne bei Bielefeld (Pollmann). Bayern: Moor bei
Reisting (Geissler).
Literatur.
(Nur die in Vorstehendem zitierte Literatur ist hier aufgeführt.)
Fischer. [Libellen von Nürnberg.] — Wochenschr. Aquar.-
Terrar.-Kunde, Jahrg. 3, 1906, p. 644.
Förster, F. Uber palaearktische Libellen. — Mitteil. Bad. Zool.
Ver. Karlsruhe, 1902, p. 69—81.
Fröhlich, K. Die Odonaten und Orthopteren Deutschlands mit
besonderer Berücksichtigung der bei Aschaffenburg vor-
kommenden Arten. — 4. Mitteil. Nat. Ver. Aschaffenburg,
1903, p. 1—106, 6 Taf.
Herrich-Schäffer. Naturhistorische Topographie von Nürnberg.
III. Teil. Nürnberg 1840.
Holdhaus, K. Kritisches Verzeichnis der boreoalpinen Tier-
formen (Glazialrelikte) der mittel- und südeuropäischen Hoch-
gebirge. — Ann. k. k. Nat. Hofmuseum Wien, Bd. 26, 1912,
p. 407—408.
Leonhardt, W. Die Odonaten der näheren Umgebung Cassels.
— Intern. Entom. Zeitschr. Guben 1913, Separat, p. 1—36,
15 Fig.
Morton, K. J. Aeschna coerulea Ström, a boreal Dragon Fly.
— Ann. Scott. Nat. Hist. 1899, p. 26—29.
Puschnig, R. Libellen aus Südostrußland. — Verh. k. k. zool.
bot. Ges. Wien, Jahrg. 61, 1911, p. 429—459.
Ris, F. Die Süßwasserfauna Deutschlands. Heft 9: Odonata.
Jena 1909.
le Roi, ©. Die Odonaten von Ostpreußen. — Schrift. Physik.-
ökon. Ges. Königsberg i. Pr., Jahrg. 52, 1911, p. 13—380.
Rostock, M. und H. Kolbe. Neuroptera germanica. Zwickau
1888.
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 10. 8 10. Heft
114 Dr. O. le Roi:
Schirmer, C. Umfärbung und Variabilität bei Odonaten (Li-
bellen). — Archiv f. Naturgesch. 1913, 2. Heft, p. 27—38.
de Selys, E.et H. Hagen. Revue des Odonates ou Libellules
d’Europe. Liege 1850.
Torka, V. Geradflügler aus dem nordöstlichen Teil der Provinz
Posen. — Zeitschr. Naturw. Abt. Deutsch. Ges. Kunst u.
Wissensch. Posen, Jahrg. 15 (Entomologie, 6. Jahrg.), 1908,
. 94—58.
3 est; R. Die Geradflügler Mitteleuropas. Neue Ausgabe.
Gotha 1907.
In seiner letzten Arbeit (1913)bringt Schirmereinen Abschnitt:
„Bis März 1913 bekannt gewordene Lokalfaunen und Lokalberichte
für Mitteleuropa‘. Unter Mitteleuropa werden in geographischem
Sinne stets Deutschland, Osterreich-Ungarn, die Schweiz, Luxem-
burg, Belgien und Holland zusammengefaßt. Schirmer!) zählt
außer der deutschen Literatur nur einen Bruchteil der Literatur
über Österreich und die Schweiz auf und berücksichtigt die übrigen
Gebiete garnicht. Ich gebe nachfolgend eine Ergänzung zu seinem
Verzeichnis, bemerke aber ausdrücklich, daß dieselbe keinen
Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, zumal nicht die außerdeutsche,
da meine odonatologischen Literaturstudien nochnnicht abgeschlossen
sind. Bestimmend für diese Zusammenstellung meiner Liste war
der Gedanke, daß sie trotz ihrer vorläufigen Form gleich der von
Schirmer für manchen Entomologen auch jetzt bereits von anre-
gendem Wert sein dürfte.
Die meisten Arbeiten haben mir vorgelegen und die beigefügten
Bemerkungen beruhen auf eigenen Notizen:
Deutsche faunistische Odonaten-Literatur:
Alfken, D. Erster Beitrag zur Insekten-Fauna der Nordsee-Insel
Juist. — Abh. Nat. Ver. Bremen, Band 12, 1893, p. 97”—130.
(p. 107—109, Liste von 15 Odonaten.)
Brockhausen, H. Die Flora und Fauna des Uffeler Moores. —
29. Jahresber. Westf. Prov. Ver. Wiss. Kunst. Zool. Sekt.
f. 1900/01. Münster 1901. p. 39—41. (Einige Arten).
Brücker, F., E. Cremer etc. Der deutsche Niederrhein. Crefeld
1910 (p. 147, 10 Arten).
Burmeister, H. Handbuch der Entomologie. Band II. Berlin
1839. (Libellen, p. 805—862. Mit einer Anzahl Fundorts-
angaben aus Deutschland.)
ı) Den von ihm genannten 73 Odonaten-Arten sind noch folgende 4
als mitteleuropäische hinzufügen: Lestes macrostigma Eversm. (Steiermark,
Ungarn), Agrion scitulum Ramb. (Belgien, Dalmatien), Boyeria irene Fonsec.
(Schweiz) und Lindenia tetraphylla Vanderl. (Dalmatien). — Was von der
aus Perleberg in Brandenburg (!) durch Rudow 1878 (Zeitschr. ges.
Naturw., Bd. 5l, p. 242) beschriebenen Libellula intermedia zu halten ist,
erfahren wir bei Ris (1910, p. 256).
Zur Odonaten-Fauna Deutschlands. 115
von Dalla Torre, K. Die Fauna von Helgoland. — Zool.
Jahrb. Abt. Systemat., Bd. 4, Supplement 1889, p. 1—99
(p. 79—80, Liste von 22 Arten).
Döderlein, L. Die Tierwelt von Elsaß-Lothringen. Straßburg
1897, p. 12, 21 (3 Arten).
Enderlein, G. Biologisch-faunistische Moor- und Dünenstudien.
— 30. Ber. Westpr. Bot.-zool. Ver. Danzig 1908, p. 54—258.
(13 Odonaten).
Eisenach. Naturgeschichtliche Mitteilungen aus dem Kreise
Rotenburg. II. — Ber. Wetterau. Ges. Hanau f. 1883-85. 1885,
p. 31. (Liste von 31 Arten.)
Fischer. (Libellen von Nürnberg.) — Wochenschrift Aquar.-
Terrar.-Kunde, Jahrg. 3. 1906, p. 644.
Fröhlich, K. Über das Vorkommen von Epitheca bimaculata.
— Entom. Nachrichten, Jg. 26. Berlin 1900, p. 379—8380.
Fromm, L. und C. Struck. Die Wasserbecken des Cölpin-, des
Fleesen-, des Malchower und des Peterdorfer Sees. — Arch.
Landeskunde Mecklenburg. Bd. 15. Schwerin 1865,
p. 129—169 (p. 165—167, 38 Arten.)
Godron, D. Zoologie de la Lorraine. Nancy 1863. (p. 151—152,
schlechte Liste von 22 Arten.)
Hansemann, J. Anfang einer Auseinandersetzung der deutschen
Arten der Gattung Agrion F. — Wiedemanns Zool. Magazin,
Bd. II. Altona 1823, p. 148—161. (8 Arten von Lensa,
Grafschaft Hoya.)
Herrich-Schäffer. Naturhistorische Topographie von Regens-
burg (von Fürnrohr). III. Teil. Nürnberg 1840. (p. 343—345,
Liste von 35 Arten.)
Hess, W. Beiträge zu einer Fauna der Insel Spiekerooge. — Abh.
Nat. Ver. Bremen, Band 7, 1881, p. 133—138. (p. 137 werden
5 Odonaten genannt).
Kieffer, J. Contributions & la Faune et ä la Flore de Bitche.
— Bull. Soc. d’Hist. Nat. Metz. Tome 16, 1884, p. 35 —111.
(p. 8$2—86, Liste von 45 Odonaten). — Suite. Tome 17, 1887,
p. 1—47 (p. 35—36, 13 Odonaten).
— Verzeichnis der von 1880 bis 1884 um Bitsch beobachteten
Neuropteren. — Entom. Nachrichten, Jahrg. 13, 1887, p. 49
— 51. (Liste von 46 Libellen.)
Kleiber, OÖ. Die Tierwelt des Moorgebietes von Jungholz im
südlichen Schwarzwald. — Archiv f. Naturgesch. 1911. Se-
parat (p. 48—51, Liste von 22 Arten).
Kolbe, H. Phaenologische und biologische Beobachtungen an
den Libelluliden im Jahre 1877 bei Münster. — 6. Jahresber.
Westf. Prov.-Ver. Wiss. Kunst, Zool. Sekt. Münster, 1878, p.65-69.
— Beobachtungen über die Libelluliden um Öding (Kreis Ahaus)
und in anderen Gegenden Westfalens im Jahre 1878. --
Ebendort, 7. Jahresber. 1879, p. 37—38.
8* 10. Heft
‚ 116 Dr. O. le Roi:
vonLeydig, F. Skizzezueiner Fauna Tubingensis. In: Beschreibung
des Oberamts Tübingen. Stuttgart 1867. (p. 19 werden
5 Arten geannnt.)
— Über Verbreitung der Tiere im Rhöngebirge und Mainthal
mit Hinblick auf Eifel und Rheinthal. — Verhandl. Nat. Ver.
preuß. Rheinl. Westf. Bonn. Bd. 38, 1881, p. 42—183 (p. 135,
180, 7 Odonaten).
Mac Lachlan, R. Cordulia arctica Zett. in the Schwarzwald
(Baden). — Entom. Monthly Mag. Vol. 22. 1885, p. 93—94.
— A small contribution to a knowledge of the Neuropterous
Fauna of Rhenish Prussia. — Ebendort. Vol. 31. 1895.
p. 109—112 (p. 111, 7 Arten).
Pauly, M. Ein Beitrag zur märkischen Libellenfauna. — Berl.
Entom. Zeitschr. Bd. 58, 1913, p. 96 (8 Arten].
Poppe, S. Beiträge zur Fauna der Insel Spiekerooge. — Abh.
Nat. Ver. Bremen, Bd. 12, 1893, p. 59—64 (p. 63, 8 Libellen-
Arten).
Regel, F. Thüringen. II. Teil, 1. Buch. Jena 1894 (p. 296—297.
Einige Arten werden namhaft gemacht).
le Roi, ©. u. A. Reichensperger. Die Tierwelt der Eifel in ihren
Beziehungen zur Vergangenheit und Gegenwart. — Eifel-
festschrift. Bonn, 1913, p. 186—212 (p. 193, 201, 8 Odonaten).
Roth von Schreckenstein. Verzeichnis der Halbkäfer, Netz-
flügler, Wespen, ungeflügelten Insekten, Wanzen und Fliegen,
welche um den Ursprung der Donau und des Neckars, dann
um den unteren Teil des Bodensees vorkommen. Tübingen
1802. (Hat nur noch historisches Interesse.)
Rudow, F. Ein entomologischer Ausflug nach der Insel Use-
dom im Juli 1890. — Der Naturfreund. Eschweiler.. Jg. 1.
1890, p. 86—88. (p. 87, 6 Arten).
Schlenker, G. Das Schwenninger Zwischenmoor und zwei
Schwarzwald-Hochmoore in bezug auf ihre Entstehung,
Pflanzen- und Tierwelt. — Mitteil. Geolog. Abt. K. Württemb.
Statist. Landesanstalt. Nr. 5. Stuttgart 1908, p. 1—280.
(p. 204, Liste vom 12 Odonaten).
Schmidt, R. Zur Odonaten-Fauna des Münsterlandes. — Entom.
Zeitschr. Frankfurt a. M., Jg. 27, 1913, p. 61—62, 69—70.
Schneider, O. Die Tierwelt der Nordsee-Insel Borkum. — Abh.
Ver. Nat. Bremen. 1898. Ergänzungsheft, p. 1—174. (p. 132,
12 Odonaten.)
Schorler, B., J. Thallwitz und K. Schiller. Pflanzen- und
Tierwelt des Moritzburger Großteichs bei Dresden. — Annal.
Biol. lacustr. T. 1, 1906, p. 193—310 (p. 267, 15 Arten).
Schreck, E. Übersicht der bei Zeulenroda bis jetzt gesammelten
Netz- oder Gitterflügler. — 13. Jahresber. Ges. Nat. Fr. Gera,
1870, p. 14—15. (16 Arten werden genannt.)
Zur Odonaten-Fauna Deutschlands. 117
Schwaab, W. Geographische Naturkunde von Hessen. Cassel
1851. (Nennt 7 Arten.)
de Selys-Longchamps, E. Excursion ä& l’ile d’Helgoland en Sep-
tembre 1879. — Bull. Soc. Zool. France, Vol. 7, 1882, p. 250
bis 259. (p. 11, 2 Arten.)
von Siebold, Th. Über die Fortpflanzungsweise der Libellulinen.
— Germar’s Zeitschr. f. Entom., Band 2, 1840, p. 421—438
(p. 425, Liste von 21 Odonaten von Danzig).
Thiem, M. Biogeographische Betrachtung des Rachel. — Abh.
Naturhist. Ges. Nürnberg, Bd. 16, 1906, p. 1—139 (p. 134,
Liste von 12 Arten).
Wagner, W. (Neuropteroiden von Hamburg.) — Ilustr. Wochen-
schr. Entom., Bd. 2, 1897, p. 479—480. (Darunter 22 Arten
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Außerdeutsche mitteleuropäische faunistische Libellen-Literatur.
Albarda, H. Catalogue raisonn& et synonymique des N&uropte£res,
observes dans les Pays-Bas et dans les Pays limitrophes. —
Tijdschr. Entomol. Deel 32, 1889, p. 211—376. (Vorzügliche
zusammenfassende Liste der 53 Libellen Hollands auf p. 266
—287)
Bamps, C.etE. Claes. Synopsis des Insectes Odonates de l’ordre
de Neuropteres de la province de Limbourg. Hasselt 1893,
26 p. (Liste von 54 Arten.)
Beck, G. Fauna von Hernstein in Niederösterreich und der
weiteren Umgebung. Wien 1886. (p. 21—22, Odonaten-Liste
von F. Brauer.)
Bodocs, J. Die Odonatenfauna der Umgegend von Kecskemet.
— Rovartani Lapok. Budapest, Vol. 15, 1908, p. 97.
de Bormans, A. Notes sur quelques Odonates. — Compt.
Rend. Soc. Ent. Belg. Tome 28, 1884, p. CCLXXVI—CCLXXIX
(17 Odonaten). y
Brauer, F. Verzeichnis der im Kaisertume Österreich aufgefunde-
nen Odonaten und Perliden. — Verh. k. k. bot. zool. Ges.,
Bd. 6. Wien 1856, p. 229—234. R
Brittinger, Ch. C. Die Libelluliden des Kaisertums Österreich.
— Sitzber. k. Akad. Wissensch, Band 4. Wien 1850.
(Separat p. 1—8, 59 Arten).
Csada, J. Neuere Beiträge zur Odonatenfauna Ungarns. —
Rovartani Lapok, Vol. 15, 1908, p. 49.
Czekelius. Beiträge zur Lepidopteren- und Odonaten-Fauna
Siebenbürgens. — Verh. Siebenbürg. Ver. Hermanstadt,
Vol. 46. 1897. p. 82—88 (p. 86—88, 29 Arten).
von Dalla Torre, K. Beiträge zur Phyto- und Zoostatik des
Egerlandes. — 27. Jahresber. Nat. Ver. Lotos f. 1877. Prag
1878, p. 7—208. (p. 1593—154, 29 Libellen-Arten.)
10. Heft
118 Dr. O. le Roi:
Dziedzielewicz, J. Neuropteren und Pseudoneuropteren der
Tatra. Krakau 1894. (Polnisch).
— Odonata Haliciae religquarumque provinciarum Poloniae. —
Leopoli 1902.
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—1326. (p. 1322—23, 5 Odonaten).
Galvagni, E. Zur Kenntnis einiger dalmatinischer Insekten. —
Verh. k. k. zool.-bot. Ges. Wien, Band 52, 1902, p. 362—380.
(Mit Odonaten-Liste.) 7
Heller, K. und K. von Dalla Torre. Uber die Verbreitung der
Tierwelt im Tiroler Hochgebirge. — Sitzber. k. Akad. Wiss.
Math. Nat. Klasse., Bd. 86, Abt. 1, 1883, p. 8-53.
Hönig, A. Th. Zur Neuropteren-Fauna Nord-Böhmens. — Mitt.
Ver. Nat. Reichenberg. Jahrg. 39, 1909, p. 53—61. (p. 53—55,
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Hrabar, S. Libellenfauna des Komitates Ung und Ugocsa. —
Rovart. Lapok, Bd. 12, 1905, p. 101—103.
Klapälek, F. Prispevek ku znalosti Neuropteroid z Kraajiny
a Korutan. — Rozprav. Cesk. Ak. Cis. Frant. Jos. Prag,
Vol. 9, 1900, Nr. 14, p. 1—13, 1 Taf. (p. 13, 10 Odonata.)
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— Budapest 1896.
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zwei Arten).
Lloyd, R. Dragonflies at the Riffelalp. — Entom. Monthly
Magaz., Vol. 35, London 1899, p. 272 (2 Arten).
Lucas, W. ]J. A small Collection of Swiss Neuroptera. — The
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Mac Gillavry, B. (Cordulia arctica in Holland.) — Tijdschr.
Entomol. Deel 1910, p. LXI.
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Odonaten. — Entom. Berichten. Deel 3, 1912, p. 265—266.
— — ÖOdonaten, gevangen . . . bij Mook. — Ebendort, Deel 3,
1912, p. 269—270 (7 Arten).
Mac Lachlan, R. Trichopteres, Neuropteres-Planipennes et Pseu-
do-Neuropteres recoltes, pendant une Excursion en Belgique,
au mois de juillet 1881. — Compt. Rend. Sc. Soc. Entom.
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Bosnia, Hercegowina etc., in July and August 1898. — Entom.
Zur Odonaten-Fauna Deutschlands. 119
Monthly Mag. Ser. 2, Vol. 9, 1898, p. 248—249. (p. 249, 15
Odonaten).
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in the district of the Lac de Joux (Swiss Jura) in 1898. —
Ebendort, Vol. 35, 1899, p. 60—65. (p. 65, 9 Arten).
Meyer-Dür, J. R. Die Neuropteren-Fauna der Schweiz. —
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Morton, K. Dragonfly Hunting in Eastern Switzerland. — Entom.
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— ÖOdonata collected by Miss Fountaine in Bosnia and Herce-
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Mory, E. Beiträge zur Odonaten-Fauna des Jouxtales. — Mitt.
Schweiz. Entom. Ges., Bd. 10, Heft 5. Schaffhausen 1899,
p. 187-—1%.
Navas, L. Neuropteres des bords de la Meuse et de la Molignee
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1910, p. 74—76, 2 Fig. (p. 74, 3 Arten Libellen).
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1911, p. 20-22, 27—832, 395—39, 42 —44.
Oudemans, J. T. De nederlandsche Insekten. Nieuwe uitgaaf.
— Zutphen 1908.
Ris, F. Neuropterologischer Sammelbericht 1893. — Mitteil.
Schweiz. Entom. Ges., Bd. 9, 1894. Separat, p. 4—12.
— Neuropterologischer Sammelbericht 1894—96. — Ebendort,
Bd. 9, 1897, p. 415—442.
Rössler, E. Odonata Croatiae, Slavoniae, Dalmatiae. Agram
1900. (Kroatisch.)
Schille, F. Materialy do fauny owadöw siatkoskrzydlych i
szaranczaköw doliny Popradu. — Spraw. Komis. fizyogr.
Czesc. II. Bd. 36. Krakau 1902, p. 77—85 (p. 81, Liste von
12 Arten).
Schoch, G. Aeschna irene, eine für die Schweiz neue Libelle. —
Mitt. Schweiz. Entom. Ges., Bd. 1880.
de Selys-Longchamps, E. Catalogue des Insectes Odonates
de la Belgique. — Ann. Soc. Entom. Belgique. Tome 3, 1859,
p. 145—164 (59 Arten). Tome 6, 1862, p. 159—160.
— — Catalogue raisonne des Orthopteres et des Neuropteres
de Belgique. — Ebendort. Tome 32, 1888, p. 103—203. (Sehr
gute Liste von 64 Arten auf p. 131—145.)
— —-Apparitions accidentelles de la Mantis religiosa et de quelques
autres insectes en Belgique. — Ebendort, T. 36, 1892, p.
495—503. (p. 499—500, 6 Arten).
Stein, J. Beiträge zur Neuropteren-Fauna Griechenlands mit
Berücksichtigung dalmatinischer Arten. — Berlin. Entom.
Zeitschr., Jg. 7, 1863, p. 411—422. (20 Arten).
10. Heft
120 Dr. O. le Roi: Zur Odonaten-Fauna Deutschlands.
Strobl, G. und F. Klapälek. Neuropteroiden (Netzflügler)
Steiermarks (und Niederösterreichs). — Mitteil. Nat. Ver.
Steiermark, Jahrg. 1905, p. 225—266. (p. 248—252, 33 Arten).
Szilady, Z. Verzeichnis meiner Insektenansammlungen in
Ungarn. II. Neuroptera und Pseudoneuroptera. — Rovart.
Lapok. Bd. 19. Budapest 1912, p. 53—58, 79. (p. 55, Liste
von 29 Libellen).
Vangel, E. Beiträge zur Insektenfauna Ungarns. I. Odonata.
— Ebendort, Bd. 12, 1905, p. 12—14.
Vellay, E. Beiträge zur Fauna von Zzeged. — Ebendort, Bd. 6,
1899, p. 104—107. (p. 106, 15 Odonaten.)
van der Weele, H. Nieuwe vindplaatsen van inlandsche Odo-
naten. — Entom. Berichten. Deel. I. S’Gravenhage 1903,
p- 55—56 (6 Arten).
— — Agnatha, Odonata, Neuroptera, Panorpata en Trichoptera,
verzameld gedurende de eerste dagen van Juni 1903, aan
den Plasmolen (gemeente Mook-Middelaar, Limburg). —
Ebendort 1904, p. 136—139 (p. 137—138, 20 Arten).
— — Eerste Supplement op den Catalogus der nederlandsche
Neuropteroidea. — Tijdschr. v. Entomol. Deel 50, 1907,
p. 121—128. (p. 123—126, Liste von 23 Libellen).
Allgemeinere Werke mit faunistischem Inhalt:
Brauer, F. Die Neuropteren Europas und insbesondere Österreichs
mit Rücksicht auf ihre geographische Verbreitung. — Festschr.
z. Feier d. 25jähr. Best. k. k. Zool.-bot. Ver. Wien 1876,
p. 1—38.
Martin, R. Aeschninae. Genera Insectorum. Fasc. 115. Bruxelles
1911.
Rostock, M. Verzeichnis der Neuropteren Deutschlands, Öster-
reichs und der Schweiz. — Entom. Nachrichten, Jg. 7, 1881,
p. 217—228.
de Selys-Longchamps et H. Hagen. Revue des Odonates ou
Libellules d’Europe. — Liege 1850. (Immer noch eins der
wichtigsten Werke.)
Collections Zoologiques du Baron Edm. de Selys-Longchamps.
Catalogue systematique et descriptive. Bruxelles. (Bearbeitet
von Martin (Cordulinae und Aeschninae) und Ris (Libellu-
linae).) Seit 1906.
Empbrik Strand: Bestimmungstabelle nebst weiteren Beiträgen usw. 121
Bestimmungstabelle nebst weiteren
Beiträgen zur Kenntnis afrikanischer
Nomia-Arten.
Von
Embrik Strand.
Die Arten der Bienengattung Nomia sind, insbesondere im
weiblichen Geschlecht, bekanntermaßen häufig recht schwierig zu
unterscheiden, weshalb man, besonders wenn es sich um Bestim-
mung von Material aus Faunengebieten, wovon schon eine größere
Anzahl Arten beschrieben sind, wie es jetzt z. B. mit der äthio-
pischen Region der Fall ist, es als einen großen Mangel empfinden
muß, daß es so wenige oder gar keine zusammenfassende Arbeiten
und vor allen Dingen Bestimmungstabellen gibt. Brauchbare
Bestimmungstabellen zusammenstellen ist aber nach der Literatur
allein in manchen Fällen einfach nicht möglich, weil man den
vielen ungenügenden Einzelbeschreibungen die nötigen Differen-
tialcharaktere nicht entnehmen kann; auch die an und für sich guten
Einzelbeschreibungen versagen häufig, wenn es sich darum handelt,
für eine Bestimmungstabelle geeignete Merkmale zu finden. Bei
der Ausarbeitung der im folgenden gegebenen Bestimmungstabelle
habe ich mich daher darauf beschränkt, nur Arten zu berück-
sichtigen, die mir in typischen oder jedenfalls mutmaßlich sicher
bestimmten Exemplaren vorlagen und zwar aus dem Kgl. Zoo-
logischen Museum Berlin, dessen verhältnismäßig zahlreichen afri-
kanischen Arten dieser Gattung zum großen Teil von mir selbst
beschrieben sind; die Typen aller meiner im folgenden behandelten
Arten gehören diesem Museum.
Außer der Tabelle, die als der Hauptteil vorliegender Arbeit
anzusehen sein dürfte, gebe ich auf Grund neues oder bisher un-
bearbeitet gebliebenes Materiales des genannten Museums Be-
schreibungen einiger neuen und Bemerkungen über einige bekannte
Arten, sowie ein alphabetisches Verzeichnis der in der Tabelle
behandelten Arten unter Hinweis auf die Originalbeschreibungen.
Ein Paar Arten aus Nord-Afrika und aus Arabien, also jedenfalls
aus Nachbargebieten der eigentlichen äthiopischen Region, sind
mitbehandelt worden.
A. Beschreibungen neuer und Bemerkungen über früher bekannte
Arten.
Nomia tanganyicensis Strd. n. sp.
5 992 von Tanganyika (P. Reichard).
Mit Nomia dalyana Cam.verwandt, aberabweichend durch gelbes
Flügelgeäder und die einfarbig schwarzen Femora; von den Tibien
10, Heft
122 Embrik Strand: Bestimmungstabelle
sind nur die des Ill. Paares in der ganzen Länge wenigstens oben
und an den Seiten gerötet, während die Tibien II an beiden Enden
rötlich sind; die Spitze der Flügel ist kaum gebräunt und jedenfalls
nicht violett. Von N. Sjöstedti Fr. abweichend u. a. dadurch, daß die
Femora III schwarz sind, von N. trıdentata Sm. weicht ab u. a.,
daß die Behaarung der Tibia III oben nicht schwarz ist und daß
die Skulptur der Dorsalfläche des Mediansegmentes deutlicher ist,
indem sie aus ziemlich scharf markierten parallelen Längsrippen be-
steht, die untersich umihre doppelte Breite entfernt sind, sich am Ende
des „herzförmigen Raumes“ aber durch Runzeln und Ouerrippen
zu einer unregelmäßigen, etwa netzförmigen Struktur umbilden;
dieser Raum ist hinten ziemlich scharf dreieckig, sowie mit scharf
markierter Randleiste. Von N. fulvohirta Sm. abweichend durch
einfarbig schwarze Mandibeln, die Antennen sind höchstens an
der Spitze schwach gerötet, die Behaarung auf den Seiten und der
Unterseite des Thorax, auf dem Pronotum und im Gesicht ist blaß
graugelblich bis fast weißlich, auf dem Mesonotum am Rande
braungelblich, während die Mitte desselben fast kahl erscheint.
Kopf + Thorax 41, Abdomen 5 mm lang, fast 4 mm breit.
Nomia, wahrscheinlich Zanganyicensis Strd.
Ein & von Ost-Afrika, Mikindani, 31. V. 99 (Schilling).
Ähnelt jedenfalls sehr N. tanganyicensis Strd. 9, aber die Haar-
binden des Abdomens sind noch schärfer markiert, mitten noch
breiter, seitwärts dagegen verschmälert, und der Kopf ist breiter.
Letzteres wäre nun eventuell bloß ein Geschlechtsunterschied und
die Breite der Binden dürfte als Differentialcharakter nicht ganz
zuverlässig sein. Daß die Behaarung des Gesichts blaß messing-
gelb glänzt, ist ebenfalls als sekundäres (reschlechtsmerkmal auf-
zufassen. Die Tarsen noch heller.
Nomia jaundeensis Strd. n. Sp.
1 2, Kamerun, Jaunde-Station, 800 m (Zenker).
Körperlänge 8 mm. Breite des Abdomens 21, mm.
Erinnert an N. hylaeoides v. gwineensis Strand, ist aber leicht
durch viel größere Tegulae zu unterscheiden, indem diese bei
guineensis für eine Nomia auffallend klein sind, während sie bei
unserer neuen Art nur unbedeutend kleiner als bei Nomia amoenula
Gerst. sind, von den Tegulae der N. amoenula sich aber außerdem
dadurch unterscheiden, daß sie einfarbig schwarz sowie mehr
gleichmäßig und stärker gewölbt sind, ferner ist ihre Breite ver-
hältnismäßig größer und ihr Außenrand stärker gewölbt als bei
amoenula. Von var. guineensis ferner zu unterscheiden durch die
dichten und scharf markierten Hinterrandhaarbinden der Ab-
dominalsegmente I—IV, von welchen Binden die des I. und II,
Segmentes mitten breit unterbrochen bezw. nur an den Seiten vor-
handen sind; das V. Segment ist in der Hinterhälfte dicht bräun-
lichgelb behaart, ohne daß diese Behaarung als deutliche Binde
nebst weiteren Beiträgen zur Kenntnis afrikanischer Nomia-Arten. 123
hervortritt. Wie bei gwineensis ist Abdomen nach beiden Enden
gleichmäßig zugespitzt mit der größten Breite in oder kurz hinter
der Mitte. Scutellum ist weniger glänzend als bei guineensis und
unverkennbar, wenn auch spärlich punktiert, auch die Punktierung
des Mesonotum und des Mittelsegmentes scheint mir deutlicher
als bei guin. zu sein. Die erste rücklaufende Ader mündet genau
in die Mitte der zweiten Cubitalzelle ein (bei guin. ein klein wenig
vor der Mitte (ob immer ?)); diese Zelle scheint bei guineensis ver-
hältnismäßig höher zu sein. Der Clypeus scheint ein wenig schmäler
als bei guin. zu sein und die Fühlergeißel ist unten kaum gebräunt,
abgesehen von der Spitze.
Ohne den Unterschied in der Größe der Tegulae hätte ich das
Tier für eine Form von hylaeoides gehalten.
Nomia interstitinervis Strd.? (gwineaella Strd. nom. prov.).
ef. Bemerkung unter Nomia interstitinervis Strd.]
Ein altes $ von Guinea (Westermann).
Die Behaarung ist leider nicht gut erhalten und die weißlichen,
nur vorn am Innenrande leicht geschwärzten Tegulae mögen
blasser als bei frischen Exemplaren sein, die Art zeichnet sich aber
durch die Tarsen und die Form ihrer 'Hinterbeine so aus, daß sie
nach diesem nicht mehr ganz tadellosen Exemplar beschrieben
werden kann.
Die Tibia III hat am Ende einen weißen, schuppenförmigen,
etwa ellipsenförmigen Fortsatz oder dünne Platte, die sehr an die
von Nomia monstrosa Costa erinnert, jedoch am Ende breit ge-
rundet ist ohne daselbst Ecken zu bilden; ein zweiter Fortsatz,
wie bei monstrosa, trägt jedoch Tibia nicht, wohl aber zeigt sie
oben in den apikalen zwei Dritteln einen schwachen Längskiel, ist
dick, außen gewölbt, innen leicht konkav und kaum länger als ihr
Fortsatz, sowie ganz wenig kürzer als Femur, das oben mitten stark,
fast knieförmig gewölbt ist, dennoch daselbst kaum höher als die
Tibienschuppe breit ist. Metatarsus III ist reichlich so lang wie
die Tibia, schwach seitlich zusammengedrückt, sonst überall ziem-
lich gleich dick. Das letzte Tarsenglied des II. Paares ist platten-
förmig erweitert.
Körper schwarz, Tegulae siehe oben, Fühlergeißel unten und
an der Spitze bräunlichgelb, die Metatarsen und Tarsen, abgesehen
vom tiefschwarzen Endglied, ganz, die Tibien teilweise hellgelblich
bis braungelblich gefärbt, Coxen und Femoren schwarz. Flügel-
geäder schwarzbraun, Flügelmal hellbraun. Der ganze Körper
matt und grob punktiert, bloß der Hinterrand der Abdominal-
segmente breit und tief niedergedrückt, glatt und glänzend. Das
Gesicht dicht mit messinggelblicher, bei frischen Exemplaren viel-
leicht glänzender Behaarung, ähnlich gefärbte Behaarung dürfte
das Mesonotum tragen, während die Haarbinden der Hinterränder
der Abdominalsegmente weißlich erscheinen, ebenso wie die Be-
10. Heft
124 Embrik Strand: Bestimmungstabelle
haarung der Seiten und der Unterseite des Thorax. Der Hinter-
rand der Abdominalsegmente bräunlichgelb. — Körperlänge
8 mm. Breite des Abdomens ca. 3 mm.
Nomia interstitinervis Strd.
Von: Africa orientalis, Katona, Shirati III, 1909 liegen zwei
99 vor, die ich zu N. interstitinervis m. stellen muß, wenn auch die
Punktierung des Mesonotum feiner ist. Zwei von derselben Quelle
stammende, offenbar zugehörige dZ kann ich mit völliger Sicherheit
nicht von der hier als Nomia guineäella m. nom. prov. beschriebenen
Form unterscheiden.
Nomia speciosana Strd. n. sp.
Ein 9 (mit nur die Basis des Abdomens erhalten!) von Deutsch-
S.-W.-Afrika (Dr. Lübbert).
Ähnelt N. speciosa Fr., aber die Behaarung ist heller und ebenso
die Färbung der Beine III, die zweite Cubitalzelle ist höher bezw.
kürzer usw. — Kopf + Thorax 6 mm lang, letzterer 4, ersterer
3,2 mm breit. Flügellänge 10 mm. Tibia III 3,5, Metatarsus
2 mm lang. — Kopf und Thorax im Grunde schwarz, mit ziemlich
dichter und langer, schmutzig weißlicher, auf dem Thoraxrücken
leicht gelblich angeflogener Behaarung, die auf dem Kopfe am rein-
sten weiß ist, auf den Seiten des Metathorax büschelförmig ab-
steht, auf den Thoraxseiten sonst schräg anliegend ist. Das einzig
vorhandene erste Segment des Abdomens ist leicht bräunlich, mit
dichter und ziemlich langer, abstehender, grauweißlicher Behaarung.
Fühler schwarz, die Geißel (abgesehen von den beiden proximalen
Gliedern) unten gebräunt. Mandibeln etwas bräunlich in der End-
hälfte. Beine bräunlich schwarz, auf den Tarsen am stärksten
gebräunt, die Femoren III, abgesehen von der äußersten Spitze,
und die Tibien III, abgesehen von der Basis, oben rötlich braungelb,
die Femoren II haben in der Endhälfte vorn einen rötlichen Wisch.
Behaarung der Innenseite der Tibien, Metatarsen und Tarsen gold-
gelb, die der Femoren III leicht gelblich, sonst ist die Behaarung
der Beine schmutzig weißlich; auf den hinteren Femoren ist die '
Behaarung so lang, daß sie sehr an Andrena erinnert. Es liegt
Grund vor anzunehmen, daß der Hinterrand der Abdominalseg-
mente hell gefärbt und behaart ist. Flügel subhyalin, schwach
bräunlichgelb angeflogen, mit rauchbräunlicher, gleichbreiter
Limbalbinde, die vorn am dunkelsten ist und die Spitze der Radial-
zelle berührt; Geäder und Mal braun. — Die Skulptur des Mesono-
tum tritt wegen der dichten Behaarung nicht deutlich hervor, es
scheint aber ganz matt zu sein. Clypeus etwas gewölbt und vor-
stehend, jedoch mit einer seichten mittleren Einsenkung, punktiert,
aber doch etwasglänzend. Fühlerlang, die Flügelbasis überragend. —
Erinnert wie gesagt an Andrena, war aber auch von Friese als
Nomia bestimmt.
-
nebst weiteren Beiträgen zur Kenntnis afrikanischer Nomia-Arten. 195
Nomia halictiella Strand. Sollte der Name halictiella bean-
standet werden, weil es früher eine Nomia halictella aufgestellt war
(von Cockerell), so möge meine Art den Namen Pseudohalictiella
m. bekommen.
Nomia amoenula Gerst. Langenburg, N. Nyassa, 17. VI,
21. II—17. III, IV, 1899 (Fülleborn).
Nomia tetraloniformis Strand. Konde, N. Nyassa-See, 15. II.
99 (Fülleborn). Tanganyika (P. Reichard).
Nomia ruficornis Spin. Casablanca und ‚Marokko‘ (Oueden-
feldt).
Nomia patellifera Westw. Langenburg, Nyassa-See, IV. 1899
(Fülleborn).
Nomia tridentata Sm. Je ein & von ‚„W.-Afrika“ und Aden,
II. 1895 (Bingham).
[Nomia tegulata Sm. Von Huswah, Eden, 14. IV. 1895 ist
ein von Bingham als, wahrscheinlich richtig, N. tegulata Sm. be-
stimmtes Weibchen. ]
Nomia elephas Strand. Ein 2 von Uelleburg, VI—VIII. 08.
Die Art erinnert etwas an N. Tessmanni Strand, ist aber größer,
die hellen Abdominalbinden erscheinen kahl, das Mittelsegment ist
lang abstehend behaart (bei Tessmanni ist dagegen der Stutz kahl),
die Tegulae sind absolut wie relativ größer mit blasser Randbinde,
die Fühlergeißel ist unten dunkler, die Flügel sind subhyalin, nur
im Saumfelde schwach angeraucht. — Die Art war von Nord-
Nyassa beschrieben.
[Nomia oxybeloides Sm. Es liegen aus Binghams Sammlung
im Berliner Museum zwei 99 aus Arabien vor, die von B. als
Nomia oxybeloides Sm. bestimmt sind, was richtig sein dürfte.
Das eine ist Aden II. 1895, das andere Scheich Otman (Arabien),
II. 1895 etikettiert. Das Vorkommen dieser indischen Art in Ara-
bien hat übrigens Bingham schon in seiner Fauna of British India,
Hymenoptera I, p. 457 angegeben, wahrscheinlich auf Grund der-
selben Exemplare. Die Behaarung von Pronotum und Postscutel-
lum erscheint bei diesen Exemplaren nicht ‚‚glittering silvery-
white“, sondern vielmehr „fulvous“, die Exemplare sind jedoch
nicht ganz rein.]
Nomia katonana Strd. n. sp.
Ein Pärchen von Katona in Africa orientalis. — 9. Mit N.
kigonserana Strd. nahe verwandt, aber kleiner (Kopf + Thorax
41,, Abdomen 5, Flügel 7 mm lang), die Haarbinden des Ab-
domens sind ein wenig breiter, die Behaarung des Thorax ist blasser,
die Hinterbeine sind in der distalen Hälfte (von der Mitte der
Tibien an, oben fast von der Basis der Tibien an) rotgelb, jedoch
das erste Tarsalglied ein wenig dunkler, in der proximalen Hälfte
schwarz, die Hinterbeine sind auffallend lang behaart, so daß man
das 9 für eine Andrena hätte halten können, das & ist aber eine
10. Heft
126 Embrik Strand: Bestimmungstabelle
so unzweifelhafte Nomia, daß die Zugehörigkeit zu dieser Gattung
sicher sein wird; ferner sind die hinteren Metatarsen breiter und
außen deutlicher konkav, das erste Abdominalsegment ist leicht
glänzend, die Fühlergeißel ist unten deutlicher gerötet, die erste
rekurrente Ader mündet weniger weit hinter der Mitte der zweiten
Cubitalzelle ein. — Das $ weicht von N. kıigonserana weniger als
das 9, die Behaarung ist jedoch blasser, die Femora und Tibien
sind dunkler und ebenso die hinteren Metatarsen und das Flügelmal.
Vorläufig muß es unentschieden bleiben, ob diese Form eine
Varietät von N. kigonserana oder gute Art ist; das $ scheint für
die erstere, das 9 für die letztere Auffassung am meisten zu sprechen.
Andererseits ist das $ so nahe mit dem, was ich hier als N. flavi-
tarsis Fr. gedeutet habe, verwandt, daß die spezifische Zusammen-
gehörigkeit nicht ausgeschlossen sein dürfte.
Nomia wicina Stadelm. (in: Deutsch-Ost-Afrika, Bd. IV,
Hymenoptera, p. 26 (1897)).
Ein & dieser durch das verbreiterte Endglied der Antennen so
charakteristischen Art liegt vor von: Ost-Afrika, Katona, Shirati,
V. 1909. — Die Art ist jedenfalls sehr selten.
Nervulus ist interstitial oder subinterstitial. Die erste rück-
laufende Ader mündet kurz hinter der Mitte der zweiten Cubital-
zelle in diese ein; letztere ist trapez- oder subtrapezförmig, ein wenig
länger als hoch und zwar so lang wie die dritte Cubitalzelle oben
(vorn) ; diese ist unten etwa doppelt so lang wie oben und mindestens
so lang wie die erste Cubitalzelle unten.
Die wenigen Nomia mit verbreitertem Endglied der Fühler
erinnern ja sehr an die Gattung Steganomus, sind jedoch leicht
davon zu unterscheiden durch das Vorhandensein von drei ge-
schlossenen Cubitalzellen. Wenn Friese in ‚Bienen Afrikas‘,
p. 101 (183) unter ‚„Nomia (Steganomus) Junodi Gribodo‘“ die Be-
merkung macht: „Die mir aus Indien vorliegenden Arten dieser
Gattungen sind echte Nomia, so daß Sieganomus höchstens als
Subgenus bestehen bleiben kann“, so ist das, wie das allermeiste in
genannter Arbeit, das original sein soll, gänzlich verfehlt, denn erstens
muß man hier fragen, was hier unter ‚Gattungen‘ gemeint sein
kann (muß wohl ein Lapsus pro ‚Gattung‘ sein) und zweitens
ist die verschiedene Zahl der Cubitalzellen allein doch ein voll-
kommen hinreichendes Unterscheidungsmerkmal zwischen Nomia
und Steganomus.
Nomia flavitarsis Fr. (in „Bienen Afrikas‘, p. 85 (167)).
Von: Ost-Afrika, Katona, Shirati, V. 1909 liegt ein $ vor,
das wohl dieser Art angehören dürfte. — Die Skulptur von Kopf
und Thorax ist wegen der dichten Behaarung nicht deutlich er-
kennbar, der Scheitel ist jedoch ganz spärlich behaart und etwas
glänzend, die Unterseite der Fühlergeißel ist rötlich braungelb
statt gelb (das erste Geißelglied ist jedoch schwarz), das Endglied
nebst weiteren Beiträgen zur Kenntnis afrikanischer Nomia-Arten. 127
ist entschieden länger als breit, die Randbinden der Segmente
1—6 sind in Färbung und Schärfe kaum unter sich verschieden,
die Behaarung der Seiten und Unterseite des Thorax weiß, die des
Gesichtes wenigstens mit vielen weißen Haaren eingemischt, der
Zahn der Innenseite der Femora III ist (bei diesem Exemplar!)
nur als ein kleiner Höcker erkennbar, Metatarsen III unverkenn-
bar, wenn auch wenig, kürzer als Tibia III. — Ob diese Abwei-
chungen von der Originalbeschreibung auf Ungenauigkeit der
letzteren beruhen, weiß ich nicht, vermute es aber. Sollte das
doch nicht der Fall sein, so würde eine neue Varietätbenennung
nötig werden. Cfr. sonst Bemerkung unter N. katonana m.
Nomia sp. (iwonis Strd. n. ad int.).
Von: West-Afrika, Iwo (ex. coll. Bingham) liegt ein leider
nicht gut erhaltenes 2 vor, das sehr an die madagassische N.
gorytoides Strd. erinnert, ferner an Nomia whiteana Cam. v. deteria
Strd., die jedoch breitere Abdominalbinden hat. — Färbung
schwarz, Tegulae blaß bräunlich mit schwarzer Basis, Fühler-
geißel unten gebräunt. Flügelgeäder und Flügelmal schwärzlich,
die Flügel selbst subhyalin, schwach graulich getrübt und zwar im
Saumfelde am deutlichsten. Die distalen Beinglieder sind jedenfalls
ein wenig heller als die übrigen, genaues darüber läßt sich aber
bei dem Zustande des Exemplares nicht angeben. Die Abdominal-
segmente 2, 3 und 4 haben eine schmale gelbe, scharf markierte
Hinterrandtegumentbinde, die auf 1 auch nicht angedeutet ist,
und auf 2 und 3 mitten ganz leicht verschmälert zu sein scheint (viel-
leicht weil abgerieben), ob auch Segment 5 eine gelbe Binde hat,
ist mit Sicherheit nicht zu erkennen, es scheint jedoch so. — Körper
für eine Nomia auffallend kurz und plump (6 mm lang, ca. 315 mm
breit). Abdominalsegmente an der Basis matt und Be am
Hinterrande dagegen glatt und stark glänzend. Die Behaarung
dürftegrößtenteils braungelblich sein, ist jedoch so unrein undsschlecht
erhalten, daß nicht sicher erkennbar. Basalader gleichmäßig und
ziemlich stark gekrümmt, die erste rekurrente Ader ist inter-
stitial oder fast in die dritte Cubitalzelle einmündend. Die zweite
Cubitalzelle ist höher als lang und oben vorn nicht so lang wie die
dritte Cubitalzelle. — Als provisorischer Name: Nomia iwonis m.
Nomia kondeana Strand n. sp. (cum var. katonensis n. prov.).
Ein $ von: N.-Nyassa-See, Konde, 15. II. 1899 (Fülleborn).
er Als Varietät hierzu ein & von: Ost-Afrika, Katona, Shirati,
. 1909.
Kopf + Thorax und Abdomen je fast 4 mm lang, die Flügel
etwa 6 mm lang.
Die Art erinnert an N. zuluana Strd., ist aber u. a. durch die
Hinterbeine zu unterscheiden. — Schwarz. Fühlergeißel, abgesehen
von den dunkleren zwei oder drei Endgliedern und vom Basal-
glied, unten rötlich braungelb. Mandibeln gelblich mit schwarzer
10. Heft
128 Embrik Strand: Bestimmungstabelle
Spitze. Tegulae braungelb. Beine gelb, die Coxen, Trochanteren,
Basis der Femoren I—II und die ganzen Femoren III (abgesehen
von der Spitze) schwarz, die Tibien haben an den Seiten einen
dunkleren, meistens undeutlichen Streifen. Das Ende des Bauches
bräunlich, die vorhergehenden Segmente mit blassem Hinterrand.
— Untergesicht messinggelb, Stirn braungelb, Scheitel spärlich
graulich behaart. Mesonotum spärlich und kurz braungelb behaart,
Pronotum und Postscutellum weißlichgelb, Seiten, Unterseite und
Stutz des Thorax weißlich behaart. Die Segmente I—IV mit
dichter, filziger, schmutzig-weißlicherer Hinterrandbinde, -V mit
ebensolcher, aber etwas weißerer Binde. Flügel schwach an-
geraucht und zwar im Saumfelde am deutlichsten, etwas gelblich
schimmernd, Geäder und Mal braun.
Nervulus kurz antefurcal, Basalader schwach gekrümmt, die
erste rekurrente Ader ein klein wenig hinter der Mitte in die zweite
Cubitalzelle einmündend, diese ist subquadratisch und auf der
Marginalader so lang wie die dritte Cubitalzelle, die unten (hinten)
etwa dreimal so lang wie auf der Marginalader ist und die zweite
rekurrente Ader kurz hinter der Mitte empfängt.
Der Scheitel ist leicht glänzend, mit tiefen, unter sich um etwa
ihren Durchmesser, nahe den Ozellen unter sich entfernter stehen-
den Punktgruben. Mesonotum mit ähnlichen, aber größeren Punkt-
gruben und mit eingedrückten Längslinien, sowie ganz schwach
glänzend. Basalarea des Mediansegmentes dreieckig, klein, mit
scharf markierter Randleiste, scharfer Spitze und kräftigen
parallelen Längsrippen. Der Stutz flach, fast matt, mit tiefer
Mittellängsfurche, aber ohne Randleiste.e — Abdomen ganz
schwach glänzend, mit dichter, unregelmäßiger, aus größeren und
kleineren Grübchen gebildeter Punktierung; die Rückensegmente
sind an beiden Rändern deutlich eingeschnürt. — Femur III
mitten stark verdickt, oben mit kräftiger Wölbung, die jedoch
im hinteren Drittel des Gliedes schräg dachförmig abfällt, unten
abgeflacht und im Profil gesehen ganz leicht nach oben konvex
gebogen; der Vorderrand dieser unteren Seite des Gliedes trägt
nahe der Spitze einen kleinen Zahn. Die Tibia III ist apikalwärts
verdickt und erscheint im Profil dreieckig mit der unteren Ecke
der Spitze kurz schnabelförmig oder keilförmig ausgezogen; Unter-
seite wie beim Femur. Calcaria nicht erkennbar. — Das vierte
Bauchsegment zeigt einen feinen Bauchmittellängskiel und beider-
seits dieses in der hinteren Hälfte eine etwa trapezförmige, im
Grunde glänzende, grubenförmige, mit scharfem, behaartem Rand
versehene Vertiefung. Die Spitze des Abdomens ist unten dicht
messinggelb anliegend behaart.
Das Exemplar von Katona ist ein wenig kleiner, die ganze
Unterseite der Fühler (auch des Schaftes) braungelblich, die
Schwarz-Färbung der Beine ist noch mehr beschränkt, die ganze
nebst weiteren Beiträgen zur Kenntnis afrikanischer Nomia-Arten. 199
Bauchseite gelblich, alle gelben Partien (an Mandibeln und Beinen)
noch heller. Eventuell könnte diese Form var. katonensis m.
genannt werden.
B. Bestimmungstabelle.
A. Scutellum bewehrt.
I.
15
III.
Scutellum jederseits mit einem stumpfen, gekielten, gerade
nach hinten gerichteten Fortsatz; Postscutellum breit la-
mellenförmig und bilobat nach hinten ausgezogen.
a) Die hellen Hinterrandbinden der Abdominalsegmente
nicht unterbrochen scutellaris Sauß.
b) Diese. Binden unterbrochen.
1 Auch Segment 5 mit hellem Seitenfleck: nigripes Fr.
1’ Segment 5 ohne hellen Fleck oder Binde:
scutellaris Sauß. var. (?) maculata Fr.
Scutellum mit zwei spitzen, gerade oder schräg nach hinten
gerichteten Zähnen, Postscutellum unbewehrt.
a) Abdomen teilweise rot gefärbt; kleine Tiere (5—6 mm):
amoenula Gerst.
b) Abdomen rot, nur die Basis schwarz; größer:
benitoana Strd.
c) Abdomen schwarz; größere Tiere.
1 Tibia III am Ende in großen, breit gerundeten,
schuppenförmigen, weißen Fortsatz ausgezogen (palä-
arktisches Afrika!): latipes Mor.
1’ Tibia III wie bei latides, aber der Fortsatz außen ein-
geschnitten (ebenfalls paläarktisch u. Erytraea):
patellata Magr.
1” Tibia III am Ende bloß mit einem kleinen Zahn-
fortsatz (ebenfalls paläarktisch!)\: ruficornis Spin.
d) Abdomen schwarz; so klein wie amoenula.
1 Die erste rücklaufende Ader in die zweite Cubitalzelle
einmündend: garua Strd.
1’ Diese Ader ist mit der zweiten Cubitalquerader inter-
stitial: garua v. interstitialis Strd.
Scutellum mit zwei kräftigen, kegelförmigen, senkrecht ge-
richteten Zahnfortsätzen: bicolor Sauß.
die bei rubella Sm.
nur als runde Höcker, die eigentlich nicht mehr als Zahn-
fortsätze bezeichnet werden können, erscheinen.
B. Scutellum unbewehrt.
I. Das letzte Fühlerglied auffallend verbreitert, etwa wie bei
II.
Steganomus: vicina Stad.
Fühler normal.
a) Abdomen mehr oder weniger rot gefärbt.
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 10, 9 10. Heft
130
Embrik Strand: Bestimmungstabelle
1 Vorderflügel mit scharf markiertem schwarzbraunen
Fleck an der Spitze; die Abdominalsegmente in ihrer
hinteren Hälfte etwas gerötet oder ganz schwarz (ab-
gesehen von blassen Hinterrändern): aleniana Strd.
1’ Flügel höchstens mit verwischter bräunlicher Binde
längs des ganzen Saumes und zwar auch in den Hinter-
flügeln.
2 Großes, ca. 15 mm langes, robustes Tier mit am
Saume stark verdunkelten Flügeln und rotem, nur
an der Basis schwarzem Abdomen: rubra Fr.
2° Höchstens 12 mm lange, wenig robuste Tiere mit
nicht oder wenig verdunkeltem Saumfeld der
Flügel und anders gezeichnetem Abdomen.
3 Bis 12 mm lang, Abdominalsegmente 1—4 mit
gelblicher Basalbinde, 1—5 mit blasser Hinter-
randbinde (NB. stylopisiert!): stylopicata Strd.
3° Nicht über 8 mm lang, Abdomen anders ge-
zeichnet.
4 Abdomen braungelb mit 5 schwarzen Ouer-
binden. Beine einfarbig hellgelb:
testacea (Fr. i. 1.) Strd.
4’ Abdomen und Beine anders.
5 Tegulae sehr groß, Thorax rot und schwarz
gezeichnet, das erste Abdominalsegment
rot mit schwarzer Hinterrandbinde:
macrotegula Strd.
5° Tegulae kleiner, Zeichnung abweichend.
6 Das vierte Bauchsegment mit feinem
Mittellängskiel: latifacies Strd.
6° Ohne solchen Kiel: betsilei Sauß.
b) Abdomen nicht rot gefärbt oder gezeichnet.
1 Postscutellum mit zwei spitzen Zähnen bewehrt:
bigibba Sauß.
1’ Postscutellum unbewehrt.
2 Die Beine III mit nicht oder kaum besonders ver-
dickten Femora und Tibiae und auch wenn eine
schwache Verdickung vorhanden ist ohne Zähne
oder sonstige auffallende Fortsätze.
3 Abdomen nach vorn stark verjüngt, hinten da-
gegen stumpf und also etwa kolbenförmig mit
der größten Breite deutlich hinter der Mitte
erscheinend; Tegulae klein; kleinere Tiere.
4 Die erste rekurrente Ader mündet in die
Mitte der zweiten Cubitalzelle ein, die Füh-
lergeißel unten hell bräunlichgelb, die Tarsen
und Metatarsen hellgelb: Aylaeoides Gerst.
nebst weiteren Beiträgen zur Kenntnis afrikanischer Nomia-Arten. 131
-
4’ Genannte Ader ist interstitial mit der ersten
Cubitalquerader, Fühler und Beine dunkler:
hylaeoides v. gwineensis Strd.
Abdomen nach vorn weniger verjüngt, aber
doch etwas langgestreckt erscheinend, mit der
größten Breite in oder kurz hinter der Mitte;
Tegulae ziemlich groß; ebenfalls kleinere Tiere.
4 Höchstens eine fast linienschmale Rand-
binde der Tegulae ist hell gefärbt, Tarsen
schwarz, Fühlergeißel unten undeutlich
heller: banganina Strd.
Tegulae größer und nur an einer Binde am
Innenrand schwarz, sonst blaß-gelblich ge-
färbt, Tarsen gelblich, Fühlergeißel unten
braungelb: parca Kohl.
Abdomen kürzer und breiter, eiförmig, vorn
breit abgestutzt, die größte Breite in oder vor
der Mitte.
4 Schaft und Unterseite der Geißel der Fühler
hell rötlich braungelb, Körperlänge etwa
11 mm: fulvohirta Sm.
4’ Schaft und Ende der Fühler schwarz, der
Rest der Unterseite der Geißel braungelb,
die Oberseite der Geißel braun; Körperlänge
etwa 7 mm.
5 Beine größtenteils schwarz:
senegalicola Strd.
5’ Beine größtenteils gelb: zuala Strd.
4’ Fühler dunkel, höchstens die Geißel
unten leicht gebräunt oder schwach rötlich.
5 Tegulae sehr groß, Körpergröße über-
schreitet jedenfalls nicht 8 mm.
6 Die erste rücklaufende Ader mündet
kurz hinter der Mitte in die zweite
Cubitalzelle ein, Flügel subhyalin, die
Ecken des Pronotum stumpfwinkelig
vorstehend und dasselbe daher pro-
curva gebogen (d. h. die Konvexität
nach hinten!): mionana Strd.
Die erste rücklaufende Ader ist mit
der zweiten Cubitalquerader inter-
stitial, Flügel angeraucht, die Ecken
des Pronotum abgerundet und das-
selbe daher kaum gebogen erscheinend:
tegulata Sm.
5° Tegulae klein oder mäßig groß, die Kör-
pergröße bisweilen 8 mm überschreitend.
ur)
er
9* 10. Heft
Embrik Strand: Bestimmungstabelle
6 Etwa 10 mm lang, die Beine einfarbig
bräunlichgelb, die Vorderflügel mit
dunkler Saumbinde: reichardia Strd.
6’ Höchstens 8 mm lang, die Beine nicht
einfarbig gelblich und die Flügel ohne
dunkle Saumbinde.
7 Die Tarsen und z. T. die Tibien
gelblich, Abdomen mit scharf mar-
kierten gelben Binden:
braunsiana Fr.
7° Tarsen höchstens ganz schwach ge-
bräunt, Abdomen ohne scharf mar-
kierte gelbe Binden.
8 Gesicht schmal, Clypeus halic-
tusähnlich verlängert und ein
wenig vorstehend, die ganzen
Beine schwarz, Tegulae groß:
gratiosa (Fr. i. 1.) Strd.
8’ Gesicht breiter, Clypeus nicht
verlängert oder vorstehend, Tar-
sen schwach gebräunt, Tegulae
kleiner: atrides Fr.
2° Die Beine III mit verdickten und bewehrten
Femora und Tibiae.
3 Abdomen mit scharf markierten gelben Tegu-
mentbinden, am dritten Beinpaar sind die
Femora und Tibiae größtenteils rot gefärbt,
Körperlänge 15 mm: speciosa Fr.
3’ Abdomen höchstens mit gelben Haarbinden,
die Femora und Tibiae anders gefärbt und die
Körpergröße geringer.
4 Körperlänge 13 mm, Kopf, Thorax und die
beiden ersten Abdominalsegmente dicht
und lang goldgelb behaart, die Femoren III
mächtig verdickt, die Tibien III von der
normalen Form stark abweichend:
vulbina Gerst.
4° Körperlänge geringer.
5 Tegulae sehr groß: interstitinervis Strd.
5’ Tegulae ziemlich klein.
6 Die hinteren Abdominalsegmente mit
auffallend breiten, goldgelben, filzigen
Haarbinden, die Femora und Tibiae
des dritten Paares wenig verdickt und
mit ganz kleinen oder nur angedeute-
ten Fortsätzen: Zanganyicensis Strd.
nebst weiteren Beiträgen zur Kenntnis afrikanischer Nomia-Arten. 133
6° Abdomen ohne solche Binden.
7 Die Tibien und Tarsen des dritten
Paares einfarbig gelb, Femora III
unten mitten mit einem scharfen
Zahn: kigonserana Strd.
7 Die Tibien und Tarsen III nicht
einfarbig gelb.
8 Die Metatarsen und Tarsen des
ersten Beinpaares weiß und zu
einer breiten, ellipsenförmigen
und löffelähnlichen Platte er-
weitert: patellifera Westw.
8’ Diese Glieder anders.
9 Die Metatarsen I außen mit
einem Kamm von langen, ge-
krümmten, gelblichweißen
Seidenhaaren besetzt:
magniventris (Fr. i 1.) Strd.
9’ Metatarsen I nicht so.
10 Femoren III unten tri-
dentat: tridentata Sm.
10° Femoren nicht tridentat.
11 Tibien III innen ba-
salwärtsmitkräftigem,
dreieckigem, koni-
schem, nach innen
und vorn gerichtetem
Zahn.
12 Metatarsen III
gelb, Tibia III
am Ende mit
einem ganz kur-
zen und ziemlich
stumpfen, fast
zahnförmigem
Fortsatz.
13. Tibia IIR st
oben stark
gewölbt, hat
aber kurz vor
der Spitze
eine Ouer-
einsenkung
(im Profil am
besten er-
kennbar). Fe-
mur Ill nahe
10, Heft
134
Embrik Strand: Bestimmungstabelle
der Spitze
innen nurmit
Andeutung
eines Zahnes,
die größere
Basalhälfte
der Tibia III
schwarz:
flavitarsis Fr.
13’ Tibia III
ebenda nur
ganz leicht
gewölbt und
ohne Ouer-
einsenkung,
Femora III
an genannter
Stelle mit
scharfem
Zahn, die
kleinere Ba-
salhälfte der
Tibia III
schwarz:
katonana Std.
12’ Metatarsen III
dunkelbraun, Ti-
bia III am Ende
in einen breiten
dreieckigen
Schuppenfortsatz
verlängert, der so
lang wie dasGlied
selbst ist:
longipes (Fr. i. l.)
Strd
11’ Tibien III ohne wei-
tere Fortsätze als den
dreieckig zahnförmi-
gen
A. Abdomen mehr oder weniger rot gefärbt.
Apicalfortsatz:
kondeana Strd.
a) Nur die zwei ersten Abdominalsegmente leicht rotbräunlich
angeflogen, außerdem das vorletzte Segment mit geröteter
Hinterrandbinde, Beine hellbräunlich bis braungelblich,
nebst weiteren Beiträgen zur Kenntnis afrikanischer Nomis-Arten. 135
Kopf und Thorax schwarz, an den Fühlern ist nur die Spitze
leicht gebräunt, Tegulae bräunlichgelb, Mesonotum und Scu-
tellum glatt und glänzend, wenn auch randwärts fein und
spärlich punktiert. Körperlänge 8—9 mm. — Lokal.: Sabana,
Urwald, Ost-Madagaskar IX, 1904 (Völtzkow):
Voeltzkowi Fr.
b) Abdomen rot oder gelblichrot, mit oder ohne schwarze
. Basis.
a) Abdomen mit weißlichen Hinterrandhaarbinden, Tegulae
sehr groß und hell gefärbt: rufescens Mor.
b) Abdomen ohne oder mit undeutlichen Binden, Tegulae
nicht sehr groß.
1 Abdomen an der Basis schwarz, sonst rot.
2 Scutellum mit zwei spitzen Zähnen bewehrt:
bicornigera Strd.
2° Scutellum unbewehrt.
3 Kleiner (kaum über 10 mm lang), nur die verti-
kale Basalfläche des ersten Segments ist schwarz,
Scutellum dicht punktiert und mitten deutlich
niedergedrückt: rubella Sm.
3° Größer (Thorax -+Abdomen allein über 10 mm
lang), das erste Segment schwarz mit roter
Hinterrandbinde, Scutellum mitten nicht oder
kaum niedergedrückt und beiderseits der Mitte
glatt und stark glänzend: capitatula Strd.
1’ Abdomen rot oder rötlich ohne schwarze Basis.
2 Die hellen Partien dunkler rot, Flügel überall etwas
angeraucht: russuloides Strd.
2’ Die hellen Partien heller, etwas gelblichrot bis
bräunlichgelb, die Flügel nur im Saumfelde deut-
lich angeraucht: russuloides Strd. v. clarior Strd.
B. Abdomen nicht rot gefärbt oder gezeichnet.
a) Postscutellum breit lamellenartig und bilobat nach hinten
ausgezogen.
a) Die Abdominalsegmente mit hellen, nicht unterbrochenen
Hinterrandbinden: scutellaris Sauß.
b) Diese Binden sind unterbrochen.
1 Beine weiß behaart: scuiellaris Sauß. v. maculata Fr.
1’ Beine angeblich schwarz behaart, ‚nur Tibia I und II
außen weiß behaart“: nigripes Fr.
b) Postscutellum normal.
a) Das schwarze Abdomen ist in der Apikalhälfte goldgelb
behaart, Thorax und Abdomen glatt und stark glänzend,
ersterer fast ganz unbehaart, Tegulae mäßig groß, Flügel
stark angeraucht: makomensis Strd.
b) Diese Merkmale wenigstens nicht alle gleichzeitig zu-
treffend.
10. Heft
136 Embrik Strand: Bestimmungstabelle
1 Wenigstens die hinteren Abdominalsegmente oben mit
scharf markierten, elfenbeinweißen Hinterrandbinden,
die vom Tegument gebildet und ganz oder fast ganz
unbehaart sind.
2 Auch das erste Segment mit solcher Binde.
3 Tegulae groß, schwarz mit hellem Rand, Flügel
hyalin oder subhyalin, robustes Tier: eledhas Strd.
3’ Tegulae kleiner, einfarbig bräunlichgelb, Flügel
bräunlichgelb angefärbt, langgestrecktes Tier:
fasciata (Fr. i. 1.*)
2’ Das erste Segment ohne solche Binde.
3 Die Binden so breit, daß ihre dunklen Zwischen-
räume schmäler als die Binden selbst sind (Kap-
land): whiteana Cam. v. deteria Strd.
3 Diese Binden schmäler als ihre Zwischenräume
und z. T. mitten subinterrupt.
4 Postscutellum dicht filzartig hell behaart,
robustes westafrikanisches Tier: wwonis Strd.
4’ Postscutellum ohne solche Behaarung, weniger
robust, von Madagaskar: gorytordes Strd.
Abdominalsegmente ohne solche Tegumentbinden,
höchstens der Hinterrand ganz schmal und unbe-
stimmt heller begrenzt, dagegen können scharf mar-
kierte Haarbinden vorhanden sein.
2 Mesonotum sehr dicht rot behaart, Tegulae sehr groß
und ebenso gefärbt, Flügel stark dunkel angeraucht,
die erste rekurrente Ader deutlich vor der Spitze
der zweiten Cubitalzelle in diese einmündend:
uelleburgensis Strd.
2’ Diese Merkmale wenigstens nicht alle gleichzeitig
zutreffend.
3 Tiefschwarzes, robustes Tier mit kleinen, ein-
farbig schwarzen Tegulae, kahlem und mattem
Thoraxrücken, helleren Hinterrandtegumentbin-
den, die Spitze des Abdomen goldgelb behaart,
F lügel gleichmäßig dunkel angeraucht:
tetraloniformis Strd.
3 Diese Merkmale nicht alle gleichzeitig zutref-
fend.
4 Tegulae sehr groß und wenigstens am Rande
blaß gefärbt, am Innenrande dagegen immer
mehr oder weniger schwarz.
5 Das erste Segment mit zwei weißen Haar-
flecken, die bisweilen, aber selten (tegulata
*) Anm. bei der Korrektur. Es hat sich nachher herausgestellt, daß
ai Tier in der Tat ein Halietus ist und zwar halte ich es für H. vittatus
ın.
rN
”
nebst weiteren Beiträgen zur Kenntnis afrikanischer Nomia-Arten. 137
Sm.) zu einer Binde vereinigt sein können,
Postscutellum dicht filzartig weißlich be-
haart.
6 Abdominalsegmente mit basalen Haar-
binden, mit oder ohne apikale eben-
solche.
7 Flügelmal gelb, Körperlänge über
7 mm.
8 Mesonotum matt, fein und dicht
punktiert: anthidioides Gerst.
8° Mesonotum stark glänzend, mit
größeren, aber unter sich entfern-
ten Punktgruben.
9 Das erste Rückensegment matt,
dicht und kräftig punktiert:
ruficornis Spin.
9° Dieses Segment feiner punk-
tiert und glänzend.
10 Die Haarflecke des ersten
Segmentes zu einer Binde
verbunden: Zegulata Sm.
10° Diese Flecke getrennt:
oxybeloides Sm.
7° Flügelmal schwarz, Körperlänge je-
denfalls nicht über 7 mm.
8 Größe bedeutender, Hinterbeine
und Tegulae dunkler, Stutz mitten
nicht so breit ausgehöhlt, End-
ränder der Abdominalsegmente
nicht braun und jedenfalls an
I—II ohne deutliche Filzbinde,
Scheitel glänzend ohne die bei
amoenula vorhandene dichte Re-
tikulierung, Flügelgeäder und Mal
schwarz: garua Strd.
8° Größegeringer usw.:nicht wie unter
„8° angegeben: amoenula Gerst.
6 Abdominalsegmente nur mit apikalen
Haarbinden.
7 Mesonotum sehr kräftig punktiert
und schwach glänzend:
interstitinervis Strd.
7° Mesonotum fein und spärlich punk-
tiert und stark glänzend: Zatides Mor.
5 Das erste Abdominalsegment ohne weiße
Haarflecke, Postscutellum spärlich hell-
graulich behaart.
10. Heft
138
Embrik Strand: Bestimmungstabelle
6 Mesonotum ganz matt, das erste Ab-
dominalsegment mit scharf markierter,
mitten breit unterbrochener heller Api-
kalhaarbinde: Schubotzi Strd.
6° Nicht so.
7 Tegulae größtenteils grauweißlich ge-
färbt, Scutellum fein punktiert:
patellata Magr.
7 Tegulae größtenteils schwarz, Scu-
tellum kräftiger punktiert:
corruscatrix Strd.
4’ Tegulae nicht oder mäßig groß, meistens
einfarbig und jedenfalls ohne auffallend helle-
ren Rand.
5 Körperlänge etwa 6 mm, flüchtig ange-
sehen einfarbig schwarz erscheinend, ohne
deutliche Haarbinden, die erste rekurrente
Ader vor der Mitte der zweiten Cubital-
zelle einmündend:
hylaeoides v. guineensis Strd.
5° Diese Merkmale jedenfalls nicht allegleich-
zeitig zutreffend.
6 Abdomen mit schmalen, aber scharf
markierten weißen Hinterrandhaarbin-
den, wie Thorax dicht punktiert und
matt, Basalarea mit scharf markierter
Randleiste, Körperform robust:
colona Strd.
Wenigstens nicht alle diese Merkmale
gleichzeitig zutreffend.
7 Körperlänge kaum unter 13 mm.
8 Kopf und Thorax weiß bis hell-
grau behaart, Vorderflügellänge
10 mm, Hinterbeine größtenteils
rötlich braungelb gefärbt:
speciosana Strd.
8° Wenigstens nicht ganz so.
9 Thoraxrücken sehr dicht gold-
gelblich bis braungelb behaart,
Tegulae ebenso gefärbt, die
Fühlergeißel unten blaß bräun-
lichgelb, das erste Abdominal-
segment glatt und stark glän-
zend: speciosa Fr.
Thoraxrücken hellgraulich und
spärlich behaart, Tegulae braun,
Fühlergeißel unten leicht ge-
®
nebst; weiteren Beiträgen zur Kenntnis afrikanischer Nomia-Arten. 139
bräunt, das erste Abdominal-
segment dicht punktiert und
schwach glänzend:
sansibarica Strd.
7° Die Körperlänge erreicht nicht 13 mm
8 Abdominalsegmente mit schwach
entwickelten grauweißlichen Haar-
binden, Thoraxrücken glatt und
glänzend, ganz oder fast ganz
kahl.
9 Tegulae hell gefärbt:
halictiella Strd.
9’ Tegulae schwarz.
10
10’
Körperlänge 8 mm. Ab-
dominalbinden scharf mar-
kiert, rein weiß, auf Seg-
ment I und II mitten breit
unterbrochen, Mesonotum
und Scutellum zwar glatt
und glänzend, jedoch un-
verkennbar punktiert, Ab-
domen nach beiden Enden
gleich stark verschmälert
(Kamerun):
jaundeensis Strd.
Nicht ganz so.
11 Mesonotum und Scu-
tellum glatt und stark
glänzend, die Endglie-
der der Extremitäten
etwas gebräunt, Ab-
dominalbinden ver-
wischt (Guinea):
andrenimorpha Strd.
11’ Mesonotum und Scu-
tellum schwach glän-
zend und unverkenn-
bar punktiert, höch-
stens die äußerste
Spitze der Extremi-
täten gebräunt, Abdo-
minalbinden scharf
markiert (Abyssinien):
parca Kohl
8° Abdominalsegemente mit meistens
scharf markierten bräunlichgelben
oder goldgelben Haarbinden, Tho-
10, Heft
140 Embrik Strand: Bestimmungstabelle
raxrücken matt und meistens
dicht braungelb behaart.
9 Körperlänge nicht über 7 mm:
zuala Strd.
9’ Körperlänge etwa 10 mm.
10
Tegulae schwarz, Fühler-
geißel unten kaum heller,
Mesonotum fast kahl und
matt: Zanganyiıcensis Strd.
Tegulae größtenteils blaß
bräunlichgelb gefärbt, bei
N.Tessmanni jedoch braun,
die Fühlergeißel unten hel-
ler, Mesonotum meistens
dicht braungelb.
11 Die hinteren Tibien,
Metatarsen u. Tarsen
größtenteils braungelb
gefärbt, Abdomen mit
scharf markierten Haar-
binden: katonana Strd.
11’ Die hinteren Tibien,
Metatarsen und Tarsen
schwarz; wenn diese
etwas rötlich sind, dann
Abdomen ohne scharf
markierte Haarbinden.
12 Letzteres zutref-
fend, Gesicht ziem-
lich schmal, halic-
tusähnlich, Flügel
stark angeraucht,
Abdomen glatt und
stark glänzend:
mia Strd.
12’ Die hinteren Ti-
bien, Metatarsen u.
Tarsen schwarz od.
höchstens etwas ge-
bräunt, wenn die
Flügel stark ange-
raucht, dann Ab-
domen mit breiten
goldgelben Binden
auf den Segmenten
II—IV.
nebst weiteren Beiträgen zur Kenntnis afrikanischer Nomia-Arten. 141
13
13’
Letzteres zu-
treffend; Tho-
raxrücken mit
dichter, aber
wie kurz ge-
schorenerroter
Behaarung;
Hinterränder
der Bauchseg-
mente mit kräf-
tigen goldgelb.
Haarbinden;
Clypeus etwas
vorstehend, mit
einer seichten
breiten Me-
dianlängsein-
senkung sowie
kahl u. leicht
glänzend er-
scheinend;; die
Fühlergeißel
unten scharf
markiert hel-
ler: Tessmannı
Strd.
Flügel braun-
gelblich ange-
flogen, Abdo-
minalbinden
graugelblich u.
schmäler als
ihre schwarzen
Zwischen-
räume; Behaa-
rung des Tho-
raxrückens
braungelblich
u. nicht dicht;
die}; übrigen
unter ‚13‘ ange-
gebenen Merk-
male wenig-
stens nicht alle
gleichzeitig zu-
treffend.
10, Heft
142
Embrik Strand: Bestimmungstabelle
14 Abdomen
mit ganz
schmalen,
weißlich
graugelb-
lichen Hin-
terrand-
binden auf
den Seg-
menten I
bis IV,
während d.
Spitze des
Abdomen
schwarz be-
haart ist:
kigonsera-
na Strd.
Abdomen
mit ein we-
nig breite-
ren, grau-
“lichen,
schwach
gelblichen
Binden auf
den Seg-
menten II
bis IV, die
Spitze des
Abdomen
nicht
schwarz
behaart:
fulvohirta
Sm.
C. Alphabetisches Verzeichnis obiger Arten nebst Hinweis auf die
Originalbeschreibungen.
aleniana Strand, Mitteil. zoolog.
Mus. Berlin:6 (1912), p.278. 3.
amoenula Gerst., Arch. f. Natur-
gesch. 37, I, p. 350 (1870). 3.
andrenimorpha Strand, Mitteil. |
zoolog. Mus. Berlin 6 (1912), |
p. 276,9;
anthidioides Gerst., Monatsber.
Ak. Wiss. Berlin 1857, p. 462.
Q.
atripes Fr. in Sjöstedt, Kili-
mandjaro-Exped. 8, p. 127
(1908). 32.
benitoana Strand, Mitteil. zoolog.
Mus. Berlin 6 (1912), p- 280. d.
nebst weiteren Beiträgen zur Kenntnis afrikanischer Nomia- Arten.
betsilei Sauß. in Grandidier,
Madagascar, XX, Hymen.
pa 71ı,1.17, Big. 55 &
bicolor Sauß. in Grandidier, Ma-
dagascar XX, Hymen. p. 61,
u. ILE, ı$,29,&0,
bicornigera Strand, Wiss. Er-
gebn. d. deutschen Zentral-
Afrika-Exped. 1907—1908 un-
ter Führung Adolf Friedrichs,
Herzog zu Mecklenburg, III,
p. 148. 9.
bigibba Sauß. in Grandidier, Ma-
dagascar, XX, Hymien. p. 58,
FE... 4,7, Big. 4,,d.
braunsiana Fr. in Sjöstedt, Ki-
limandjaro-Exped. 8, p. 124
(1908). 3%.
capitatula Strand, Wiener en-
tom. Zeit. 30, p. 223 (1911).
colona Strand, Jahrb. Nass. Ver.
Wiesbaden 64 (1911), p. 128.
corruscatrix Strand, Entomol.
Rundschau 29, p. 104—6. 9.
elephas Strand, Jahrb. Nass.
Ver. f. Nat. Wiesbaden 64
(1911), p. 131. 2.
flavitarsis Fr., Bienen Afrikas,
p. 167 (85). & (1909).
fulvohirta Sm., Trans. Ent. Soc.
London 1875, p. 68. 39.
garua Strand, Mitteil. zoolog.
Mus. Berlin 6 (1912), p. 279.
32.
gorytoides Strand, Jahrb. Nass.
Ver. ‘Wiesbaden 64 (1911),
1:-,4129,, 2.
gratiosa (Fr. i. 1.) Strd., s. oben
p...132.
guineaölla Strand, s. oben p. 1923.
guineensis Strand, Mitteil. zoo-
log. Mus. Berlin 6 (1912),
p. 281. $ (als Varietät von
hylaeoides Gerst.).
halictiella Strand, Arch. f. Na-
Zure. 1912,..A 10, p.:161.,2.
143
hylaeoides Gerst., Monats. Akad.
Wiss. Berlin 1857, p. 462. &.
interstitialis Strand, Jahrb. Nass.
Ver. Wiesbaden 64 (1911). d.
(Varietät von N. garua Strd.).
interstitinervis Strand, Entom.
Rundschau 29, p. 105—6. 9.
jaundeensis Strand. siehe oben
12192:
iwonis Strand, siehe oben p. 197.
katonana Strd., sieheobenp. 125.
kigonserana Strand, Jahrb. nass.
Ver. Wiesbaden 64 (1911),
p. 125. 9.
kondeana Strd., sieheobenp. 127.
latifacies Strand, Jahrb. nass.
Ver. Wiesbaden 64 (1911),
p. 133. d.
latides Mor., Bull. Ac. Sci. St.
Petersbourg 26. (1880), p. 368.
longipes (Fr. i. 1.) Strand, siehe
oben p. 134.
macrotegula Strand, Jahrb. Nass.
Ver. Wiesbaden 64 (1911). &.
magniventris (Fr. i. 1.) Strand,
siehe oben p. 133.
makomensis Strand, Mitteil. zoo-
log. Mus. Berlin 6 (1912),
p. 275. 2.
mia Strand, Mitteil. zoolog. Mus.
Berlin 6 (1912), p. 277. 2.
mionana Strand, Arch. f. Natur-
gesch. 1912, A. 10, p. 160. d.
nigripes Fr., Zeitschr. f. syst.
Hym. 4, p. 296. $? (1904).
oxybeloides Sm., Trans. Ent.
5064,4875,:p; 42, SQuPpISE
Fig. 6, 6a.
panganina Strand, Jahrb. Nass.
Ver. Wiesbaden 64 (1911),
p. 135. d. e
parca Kohl, Denkschr. ‚Akad.
Wien 71 (1906), p. 10.
patellata Magr., Ann. Mus. Civ.
Genova: 22,19: 1620, ER
Fig. 15. &.
10. Heft
144 Embrik Strand: Bestimmungstabelle nebst weiteren Beiträgen usw.
patellifera Westw., Trans. Ent.
Soc. London 1875, p. 216,
T./A.Bie! 62028:
peteria Strand, Jahrb. Nass. Ver.
Wiesbaden 64 (1911), p. 126.
®@ (Varietät von N. whiteana
Cam.).
veichardia Strand, Jahrb. Nass.
Ver. Wiesbaden 64 (1911),
p! 1273078:
rubella Sm., Trans. Ent. Soc.
London 1875, p. 65, T. II,
Fig! 117.0 8:
rubra Fr., Zeitschr. f. syst. Hym.
4, p. 297 (1904). &.
rufescens Mor. in Fedtschenko,
Turkestan Mellifera II (1876)
p. 261.
ruficornis Spin., Ann. Soc. ent.
France 7 (1838) p. 514.
vussuloides Strand, Mitteil. zoo-
log. Mus. Berlin 6 (1912),
p. 275. 2. — Var. clarior in:
Entom. Rundschau 28. p. 110.
sansibarica Strand, Entomol.
Rundschau 28, p. 110 u. 144
(1911).
Schubotzi Strand, Wiss. Ergebn.
d. deutschen Zentral-Afrika-
‚Exped. 1907—1908 unt. Füh-
rung Adolf Friedrichs, Herzog
zu Mecklenburg, III, p. 147.2.
scutellaris Sauß. in Grandidier,
Madagascar, XX, Hymen.
p. 68, T. II u. III, Fig. 30. &.
scutellaris Sauß. v. maculata Fr.,
Zeitschr. f. syst. Hym. 4,
p. 296 (1904). 9.
senegalicola Strand, Entomol.
Rundschau 29, p. 104. 8.
speciosa Fr. in Sjöstedt, Kili-
mandjaro-Exped. 8, p. 129
(1908). 32.
speciosana Strand, s. oben p. 124.
stylopicata Strand, Jahrb. Nass.
Ver. Wiesbaden 64 (1911),
p. 124. 2.
tegulata Sm., Trans. Ent. Soc.
London 1875, p. 69. 9.
Tessmanni Strand, Mitteil. zoo-
log. Mus. Berlin 6 (1912),
Pp- 273.9.
tanganyicensisStrd.,s.obenp.121
testacea (Fr. i. 1.) Strand, siehe
oben p. 130.
tetraloniformis Strand, Mitteil.
zool. Mus. Berlin 6 (1912),
Pa 2mY.
tridentata Sm., Trans. Ent. Soc.
London 1875, PN;
Fig. 10. 8.
uelleburgensis Strand, Mitteil.
zoolog. Mus. Berlin 6 (1912),
a
vicina Stad., Deutsch-Ostafrika,
4, Hymenoptera, p. 26 (1897).
d.
Voeltzkowi Fr. in Voeltzkow,
Reise in Ost-Afrika II, p. 60
(1907).
vulpina Gerst., Monatsber. Akad.
Wiss. Berlin 1857, p. 462,
Nr. 23...
zuala Strand, Jahrb. Nass. Ver.
Wiesbaden 64 (1911), p. 130. 2.
— d cf. Entomol. Rundschau
29, p. 104.
Embrik Strand: Über die Attacus-Form von Toeal, Key-Inseln. 145
Ueber die Attacus-Form von Toeal,
Key-Inseln.
(Attacus atlantis Strand n. sp.)
Von
Embrik Strand.
Von Herrn Hauptlehrer Anton Hintermayer in Rieden
wurde mir zur Begutachtung ein Pärchen von der in Toeal auf den
Key-Inseln fliegenden Attacus-Form zugesandt, wodurch ich ver-
anlaßt wurde, einer ganz interessanten Frage näher zu treten.
Es stellte sich nämlich heraus, wie ich durch Vergleich mit der
Staudingerschen Sammlung feststellen konnte, daß diese Form
identisch ist mit derjenigen, die Staudinger seinerzeit Attacus
atlantıs genannt hatte, welcher Name sich seither im Verkehr
gehalten hat, trotzdem er immer noch ein nomen in litteris ist.
Die Folge davon ist natürlich, daß die Ansichten darüber, was
unter Attacus atlantıs zu verstehen ist, weit auseinandergehen, und
daß Formen unter diesem Namen kursieren, die mit der echten
atlantıs gar nichts zu tun haben. Diese dürfte ausschließlich auf
Key vorkommen, und ich halte sie für nahe verwandt mit der
mir übrigens in natura unbekannten Attacus Dobertyi Rothsch. von
Timor und Flores. Sie weicht von dieser nach der Beschreibung
(in: Novit. Zoolog. II [1895], p. 36; cf. auch: Dusuzeau et Sonthon-
nax, Essai de class. d. Lepid. prod. de Soie [Lyon 1897], p. 36)
zu urteilen durch Folgendes ab: Flügelspannung ein wenig kleiner
(A. Dobertyi soll 230 mm spannen), die Vorderrandbinde der
Vorderflügel ist durchaus nicht im Grunde rot (cf. unten!) und die
hellen Schüppchen sind mehr weiß als blau, allerdings mit schwachen
bläulichen Anflug, schwarze Färbung ist nur am Subapicalfleck
der Vorderflügel vorhanden, der Außenrand des Medianfeldes
beider Flügel ist nur wellenförmig oder ganz kurz und stumpf
gezähnt; Basis des Abdomens mit heller Basalquerbinde und die
Spitze desselben ist ebenfalls hell, auf der Unterseite der Vorder-
flügel sind keine rote Sublimbalflecke. — Die in Australien vor-
kommende Lokalform Attacus Dobertyi Wardi Rothsch. wird
mit der unsrigen ebenfalls nichts zu tun haben.
Von Alttacus atlas L. in beiden Geschlechtern leicht durch die
Entfernung, und zwar große Entfernung der Glasflecke von der
äußeren Querbinde in beiden Flügeln zu unterscheiden; beim &
ist er von beiden Querbinden gleichweit entfernt, beim 9 ist er
bloß im Vorderflügel der äußeren Ouerbinde näher als der inneren
und in beiden Flügeln 21—23 x15 mm groß, innen breit gerundet,
außen dagegen scharf zugespitzt wie im Hinterflügel von Att.
atlas L, so wie diese in Hampsons Fauna of British India, Moths I,
p- 15, Fig. 9 dargestellt wird; beim $ ist der Fleck 7x9 mm groß,
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 10. 10 10. Heft
146 Embrik Strand:
im Vorderflügel innen etwas gerundet, sonst dreieckig, durch
orangegelbe Beschuppung etwas getrübt. — Von Att. aurantiacus
Rothsch. u. a. durch das Vorhandensein von vier deutlichen
Binden in dem OQuerbande beider Flügel leicht zu unter-
scheiden; ferner ist die Flügelspannung geringer, innerhalb der
roten Sublimballinie sind, wenigstens beim 3, nur im Hinterflügel
rote Flecke vorhanden usw.
Unsere Art ist offenbar wiederholt für A. aurantiacus gehalten
worden, so z. B. heißt es in der ‚„Insektenbörse‘‘ 20, p. 45 (1903):
„Als Attacus atlantis hat Staudinger eine Form in den Handel
gebracht, welche Rothschild später als aurantiaca von den Key-
Inseln beschrieb‘‘. — Zum Vergleich die Originalbeschreibung von
Attacus aurantiacus Rothsch. (in: Novit. Zool. II, p. 36), die wie
folgt lautet: „Forwings rosy brownish orange, the transverse band
composed of three contiguous bars only, the inner one chocolate
red, the second white and the outer one twice as broad as in A.
atlas L. and bright rosy pink, powdered with blue scales on the
outer edge. Costa blue grey. Hindwings similar. Vitreous patches
in all four wings large and much nearer the base of the wings
than in any other Oriental species of Attacus. Outer margin of all
the wings half as wide as in A. Dobertyi sp. nov. and much darker;
submarginal line red and the patches inside it rosy pink. Expanse:
11 inches = 280 mm. Hab. North West New Guinea (2 &, 2 2)“.
[Also nicht von den Key-Inseln!]
Wenn hier angegeben wird, daß die Glasflecke viel näher der
Basis als bei irgendwelcher anderen orientalischen Attacus seien,
so stimmt das schon nicht mit atlantis, denn bei dieser verhalten die
Flecke sich wie bei A. Cramer: (nach Stolls Figur in Cramer-Stoll,
vol. IV, T. 381, Fig. C und T. 382, Fig. A).
Von Attacus Crameri Feld., nach der Darstellung von Dusu-
zeau et Sonthonnax in: Essai de class. d. Lepidopt. prod. de
Soie (Lyon 1897), p. 35, T. X zu urteilen, abweichend (3) durch
die äußere Hälfte der Ouerbinde beider Flügel, die nicht schwarz
ist, sondern durch eine Mischung von weißen und dunklen Schuppen
wie in der Vorderrandbinde der Vorderflügel grau erscheint; ferner
ist der weiße Streifen der Binde weniger deutlich als an der genann-'
ten Figur dargestellt; der Glasfleck der Vorderflügel ist so groß
und etwa so geformt wie derjenige im Hinterflügel, letzterer hat
nur eine linienschmale und stellenweise ganz verwischte schwarze
äußere Begrenzung und auch im Vorderflügel ist diese Begrenzung
nicht so deutlich wie sie Sonthonnax abbildet; das Apicalfeld der
Vorderflügel schließt keine, oder nur Andeutung einer weißen
Zickzackquerlinie ein und ist nicht rosenrot, wohl aber ist der
Saum der Spitze rot und die innere Grenzlinie der helleren Sub-
limballinie ist ebenfalls rot; auch im Basalfelde der Vorderflügel
ist eine Mischung von weißen und dunkleren Schuppen, die zusam-
men einen grauen Eindruck hervorrufen, wenigstens am Außen-
Über die Attacus-Form von Toeal, Key-Inseln. 147
und Vorderrande des Feldes, während die Grundfarbe desselben
sonst rot ist, dagegen schließt es keine dunkle Binde ein, wie
genannte Figur es darstellt, am Hinterrande hat es aber eint
dunkelrote Binde; die innere Ouerbinde der Hinterflügel scheine
ein wenig mehr senkrecht auf den Hinterrand gerichtet zu sein und
divergiert anscheinend mehr von der entsprechenden Binde der
Vorderflügel, was daher kommen kann, daß letztere stärker basal-
wärts eingekrümmt ist; die Sublimbalbinde beider Flügel hat innen
eine wenig regelmäßige Binde, die in den Hinterflügeln am brei-
testen ist und daselbst rote, etwa halbmondförmige Querwische
einschließt; der rote Längsstreifen in der Vorderflügelspitze ist
nur 10 mm lang (bei Sonthonnax 31 mm); usw. Flügelspannung
200, Flügellänge 110 mm.
Die Typen, die mir Herr Hintermayer gefälligst geschenkt
hatte, befinden sich jetzt im Deutschen Entomologischen Museum
in Berlin-Dahlem. Der Falter soll auf Toeal ziemlich selten sein.
Erste Mitteilung über Spinnen
aus Palästina,
gesammelt von Herrn Dr. J. Aharoni.
Von
Embrik Strand.
Von dem Senckenbergischen Museum in Frankfurt a. M. wurde
mir eine Sammlung Spinnen aus Palästina, die Herr Dr. J. Aharoni
zusammengebracht und dem Museum überwiesen hatte, zur Be-
arbeitung gefälligst zugesandt. Als erster Teil meiner Bearbeitung
dieses Materiales bespreche ich hiermit die im folgenden ange-
führten Arten; eine weitere Mitteilung wird demnächst erscheinen.
Die Typen gehören also dem Senckenbergischen Museum. Wo
das Gegenteil nicht ausdrücklich angegeben, ist die Lokalität
Jaffa (wird auch Jafa (Joppe) geschrieben).
Fam. Filistatidae.
Gen. Filistata Latr.
Filistata insidiatrix (Forsk.).
Sechs weibliche, z. T. unreife Exemplare.
Fam. Zoropsidae.
Gen. Zoropsis Sim.
Zoropsis lutea (Th). — Ein ®.
Fam. Sieariidae.
Gen. Seytodes Latr.
Scytodes thoracica Latr.
Ein Cephalothorax mit Extremitäten, wohl dieser Art ange-
hörend, liegt vor. — Sternum ist ganz einfarbig blaßgelb, die
10* 10. Heft
148 Embrik Strand:
Femora haben nur nahe dem Ende einen dunklen und zwar unten
unterbrochenen Ring, die Tibien haben unmittelbar am Ende
einen ebensolchen und außerdem sind zwei submediane dunkle
Ringe angedeutet, die Metatarsen sind einfarbig, nur an der Spitze
fein dunkel umrandet.
Fam. Dysderidae.
Gen. Dysdera Latr.
Dysdera Westringi (O. Cambr.).
" Ein @ von Rehoboth- Jaffa, 26. IV. 13, möchte ich zu dieser aus
Palästina beschriebenen Art stellen, trotzdem die Mandibeln
innen apikalwärts ziemlich glatt und undeutlich punktiert er-
scheinen (wenn man von den Grübchen, aus denen die Haare
entspringen, absieht). Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln
3 mm.
Fam. Hersiliidae.
Gen. Hersiliola Th.
Hersiliola brachyplura Strand n. sp.
Ein $ von Rehoboth- Jaffa, 26. IV. 13.
O. Cambridge hat (Proc. Zool. Soc. London 1872, p. 275—6,
t. 14, f. 9) aus dem Jordantal und der Umgegend Jerusalems eine
Hersiliola Simoni beschrieben, die mit der vorliegenden Art jeden-
falls nahe verwandt ist. Nach der Beschreibung und Abbildung
würden sich aber folgende Abweichungen ergeben. — Unsere Form
ist kleiner: 2 mm lang (H. Simoni & ist reichlich 4 mm lang),
die Grundfarbe vom Vorderleib und Extremitäten ist blaßgelb,
die Zeichnungen schwarz oder (teilweise an den Extremitäten)
grauschwarz und zwar auf dem Cephalothorax folgende: eine auf
dem Clypeus unterbrochene Randbinde tiefschwarz, Clypeus mit
zwei schwärzlichen, mitten schmal getrennten Flecken, Augenfeld
tiefschwarz, abgesehen von der mittleren Partie des Zwischen-
raumes der hinteren S. A., Kopffurchen schwarz und ihre nächste
Umgegend ist dicht und fein schwarz gestrichelt, längs der Mitte
des Brustteiles ein schwarzer Längsstrich, jederseits, von letzterem
ein wenig weiter als vom Seitenrande entfernt, verläuft eine aus
drei tieischwarzen, gleichgroßen Flecken bestehende Längsreihe,
wodurch allein das Tier sich sofort von H. Simoni unterscheidet.
Unterseite des Cephalothorax ist weiß, bloß der Lippenteil etwas
dunkler. Die dunkle Zeichnung der Beine besteht nicht wie bei
Simoni aus Binden, die so breit oder breiter als die hellen Binden
sind, sondern aus Flecken oder ganz schmalen Binden (Ringen)
und zwar je einer submedianen und apikalen ununterbrochenen
Binde an den Metatarsen und zwei ebensolchen, aber unten schmal
unterbrochenen Binden an den Tibien sowie Flecken an den
Patellen und Femoren. Abdomen ist oben im Grunde grauweißlich
mit dunkelgrauem, bis kurz hinter die Mitte reichendem lanzett-
förmigem Mittellängsstreifen, der jederseits zweimal kurz gezähnt
ist. Jederseits dieses Längsstreifens verläuft eine gekrümmte
Erste Mitteilung über Spinnen aus Palästina. 149
Längsreihe schwarzer Flecke, von denen der hinterste der größte
ist und mit dem entsprechenden Fleck einer aus größeren Flecken
bestehenden sublateralen Längsreihe zusammengeflossen erscheint.
Unmittelbar oberhalb der Spinnwarzen ist ein weißer dreieckiger
Fleck, der mit der Einfassung des Lanzettstreifens in Verbindung
steht. Längs der Mitte der Seiten verläuft ein schwarzer, etwas
unregelmäßiger, aber nicht unterbrochener Längsstreifen. Der
Bauch ist grauweißlich mit einem schwärzlichen Wisch jederseits
vor den Spinnwarzen. Die langen Spinnwarzen sind oben schwarz,
unten hell. Palpen blaßgelb, das Endglied gerötet.
Das Tibialglied ist etwa so lang wie breit und ein klein wenig
länger als das Patellarglied, das reichlich so breit wie lang ist; beide
ganz unbewehrt. Das Tarsalglied ist reichlich so breit wie es bei
Simoni nach der Abbildung zu urteilen zu sein scheint und ohne die
stark verjüngte Spitze letzterer Art, wodurch allein ein Unter-
scheiden beider Arten möglich sein dürfte; das Glied kann hier
als kurz eiförmig bezeichnet werden. Bulbus hat deutlicher vor-
stehende Fortsätze als es bei Sıimoni der Fall zu sein scheint;
wenn man das Glied von der Spitze, parallel zur Unterseite, ansieht,
bemerkt man dreikräftige, stumpf zahnförmige Fortsätze, von denen
die beidenseitlichendiegrößtensindunddreieckigerscheinen, während
der mittlere mehr warzenförmig zu sein scheint. Vor diesen, also
der Spitze näher, kommt eine feine schwarze gekrümmte Leiste
oder Spina zum Vorschein. Im Profil von innen zeigt Bulbus zwei
hellgefärbte, etwa kurz zungenförmige, parallel nach unten und
vorn gerichtete Fortsätze und vor diesen je einen ganz kleinen
schwarzen spitzen Zahn.
Fam. Pholeidae.
Gen. Holoenemus Sim.
Holocnemus rivulatus (Forsk.).
Ein 2 subad, zwei ganz junge Exemplare, alle etwas fraglich.
Reife, sichere Exemplare von Rehoboth- Jaffa, 18. IV. 1913.
Fam. Theridiidae.
Gen. Teutana Sim.
Teutana triangulosa (Walck.).
Ein 2 ad. Außerdem ein stark entfärbtes, fast nicht wieder-
erkennbares 2 ad.
Fam. Argiopidae.
Gen. Tetragnatha Latr.
Tetragnatha sp.
Unreifes Exemplar, unbestimmbar. Abdomen oben mitten
buckelig, im Profil daher dreieckig erscheinend und kaum doppelt
so lang wie mitten hoch.
10. Heft
150 Embrik Strand:
Fam. Thomisidae.
Gen. Thomisus Walck.
Thomisus albus (Gmel.)
Zwei dd ad., fünf 99, reif und unreif, von Rehoboth- Jaffa,
26. 4. 13.
Gen. Heriaeus Sim.
Heriaeus setiger (OÖ. Cbr.).
Ein 2: Rehoboth- Jaffa, 26. IV. 13.
Das Exemplar dürfte reif sein. — Epigyne erscheint in Flüssig-
keit als zwei ganz kleine, schwarze, nach vorn divergierende
Längsflecke, die unter sich hinten um etwa ihre eineinhalbfache
Länge, von der Spalte um ihre einfache Länge entfernt sind; aus
dem Vorderende jedes Fleckes entspringt eine höchst undeutliche,
nur andeutungsweise erkennbare, nach vorn gerichtete und nach
innen gekrümmte Längsbinde, welche Binden vorn nicht zusammen-
stoßen, wohl aber vorn unter sich weniger entfernt sind als die beiden
schwarzen Flecke. Letztere sind auch trocken erkennbar und
zwischen denselben ist eine seichte, schwach nierenförmig prokurva
gebogene, glatte und glänzende Quereinsenkung; das übrige
Genitalfeld ist matt und fein quergestreift. Unter den von Kul-
czynski in: Sitzber. d. Akad. Wien, mathem.-naturw. Cl. 112,
Abt. 1, 1903, p. 649 sq., Taf., abgebildeten Epigynen, läßt nur
die von H. setiger Cbr. sich auf vorliegende Form beziehen und
zwar paßt sie recht gut ebenso wie die übrigen von Kulczynski
angegebenen Merkmale. Dagegen sind die vorderen S. A. nicht
wie von Simon angegeben doppelt so groß wie die M. A., wohl
aber etwas größer als diese. — Körperlänge bloß 4 mm.
Drei unreife fragliche Exemplare von Rehoboth- Jaffa, 18. IV. 13.
Gen. Oxyptila Sim.
Oxyptila Aharonii Strd. n. sp.
Vier 22 ad. und ein $ subad. von Rehoboth- Jaffa, 26. IV. 13.
Steht etwas intermediär zwischen Xysticus und Oxyptıila.
Ist mit kräftigen, abstehenden, stumpfen, aber kaum klavaten
Borsten reichlich besetzt, dazwischen finden sich jedoch ähnliche,
aber am Ende unverkennbar, wenn auch kurz zugespitzte Borsten,
und die Augenstellung weist ebenso sehr auf X'ysticus als auf
Oxyptila hin, indem das Feld der M. A. mindestens so breit wie lang
erscheint, dabei ist jedoch die hintere Reihe stark rekurva gebogen
und ihre M. A. unter sich ein wenig näher beisammen als von den
S. A. entfernt. Die vorderen M. A. unter sich ein klein wenig
weiter als von den S. A. entfernt. Die Femora I vorn mit einer
schrägen Reihe von drei bis vier kräftigen, am Ende leicht und
kurz zugespitzten Stacheln.
Epigyne erscheint als ein kleines, subquadratisches, oder ein
wenig länger als breites Feld, das in Flüssigkeit blaßgelb erscheint
und beiderseits von einer schmalen Längsfurche begrenzt wird,
Erste Mitteilung über Spinnen aus Palästina. 151
während der Vorderrand des Feldes erhöht und die Mitte desselben
fein quergestreift zu sein scheint. — Abdomen hat die gewöhnliche
Form der X'ysticus-Arten, nicht die der Oxyptrila. — Cephalothorax
ist etwa so lang wie Tibia + Patella I. Der Längenunterschied
zwischen den beiden vorderen und den beiden hinteren Paaren
ist ganz bedeutend. Sämtliche Femora sind bestachelt und die
Metatarsen I haben außer den 3 Paaren Stacheln unten,
vorn und hinten in der Endhälfte je 1. 1 Stacheln. — Körper
länge des 9 3,5 bis 4,2 mm, des unreifen $ 4 mm.
Dürfte mit „Thomisus‘‘ claviger ©. Cbr. wenigstens Ähnlich-
keit haben, leider ist die Beschreibung dieser Art so kärglich, daß
danach eine sichere Bestimmung kaum möglich ist, zumal die von
Cambridge verglichene Art (‚„Thomisus‘ rigrdus O. Cbr.) nicht
vorliegt. Die Angabe jedoch, daß die Borsten vom Abdomen und
Cephalothorax ‚much more abruptly clubbed than in either
T. rigidus or claveatus‘‘ sein sollen, während sie hier kaum noch
als „‚clubbed‘‘ bezeichnet werden können, dürfte dafür sprechen,
daß claviger etwas anders ist.
Cephalothorax im Grunde braunschwarz, unregelmäßig und
wenig deutlich mit bräunlichgelb marmoriert, wodurch ein wesent-
licher Zeichnungsunterschied zwischen den Seiten und dem Rücken
nicht zu stande kommt, jedoch läßt sich auf letzterem die gewöhn-
liche helle Längsbinde erkennen, die aber seitlich nicht überall
deutlich begrenzt ist und von dunkleren Flecken zum großen Teil
bedeckt sowie von einer schmalen, gleichbreiten, dunkelbraunen
Mittelbinde der Länge nach geteilt wird, welche Binde aber nicht
bei allen Exemplaren deutlich ist und bisweilen in zwei Längslinien
zerfällt. Der Seitenrand ist schneeweiß, über demselben erstreckt
sich eine schmale, fast einfarbig schwarze Binde; die hintere Ab-
dachung einfarbig dunkel. Mandibeln in der Basalhälfte dunkel-
braun mit schmalen helleren Strichen, in der Endhältfte fast ein-
farbig hell gefärbt. Sternum, Mundteile und Coxen dunkelbraun,
ersteres mit kleinen weißlichen, unregelmäßigen, mehr oder weniger
verschwindenden Submarginalflecken, Lippenteil und Maxillen
an der Spitze weiß, die Hüften am Ende weiß umrandet. An den
Beinen I—II sind die Femoren, Patellen und Tibien dunkel
braun und heller marmoriert, wodurch z. T. ringförmige Figuren
gebildet werden; insbesondere die Patellen am Ende weiß umrandet.
Metatarsen im Grunde heller als die Tibien, die Tarsen gelblich.
Die Beinpaare III—IV sind gelblich; die Femoren am Ende
mit schwarzem, mehr oder weniger unterbrochenem Ring, sowie
in der Endhälfte fein schwarz punktiert; die Patellen größtenteils
dunkel, oben jedoch, von zwei Endflecken abgesehen, hell; die
Tibien mit dunklen Endringen; Metatarsen und Tarsen gelblich,
erstere mit dunklem Endring. Abdominalrücken braunschwärzlich
mit heller, durch dunklere Punktierung z. T. wenig scharf hervor-
tretender Längszeichnung ähnlich wie bei X’ysticus cristatus ; sie trägt
10. Heft
152 Embrik Strand:
jederseits drei scharfe Zähne und schließt vorn einen schmalen
dunklen, im inneren helleren Lanzettstreifen ein. Unterseite
dunkel, fein heller gesprenkelt.
Das unreife $ ist wie das 2 gefärbt und gezeichnet; Taster-
kolben gelb.
Oxyptila Aharonii Strd. ? |
Zwei 99, sechs dd von Rehoboth- Jaffa, 18. 4. 1913, alle unreif.
Die Exemplare ähneln jedenfalls sehr den Typen von O.
Aharoni, beim 3 sind aber die Beine I—II ein wenig länger
und kräftiger und der Cephalothorax erscheint um ein unbedeu-
tendes breiter, beim @ haben die Metatarsen I hinten nur einen
Stachel und der Seitenrand des Cephalothorax ist bei einigen
Exemplaren nicht weiß, sondern hellbraun. Die Sg sind an Cepha-
lothorax und Beinen I—II meistens dunkler als die Type
und z. T. ohne hellere Punktierung oder Marmorierung; auch
Abdomen ist im Grunde dunkler und zwar schwarz mit spärlicher
heller Marmorierung und ziemlich scharf hervortretender heller
Rückenlängszeichnung, die geformt ist wie bei den Typen, aber
bloß schärfer hervortritt. — Soweit ich diese unreifen Exemplare
beurteilen kann, dürften sie mitOxyptila Aharonii conspecifisch sein.
Oxyptila tricoloripes Strd. n. Sp.
Ein & von Jaffa.
Weicht von Oxyptla durch das Fehlen claviformer
Haare ab.
Feld der M. A. länger als breit und vorn ein wenig breiter als
hinten; die vorderen M. A. größer als die hinteren. Letztere sind
viel kleiner als ihre S. A. und fast doppelt so weit von diesen wie
unter sich entfernt; eine die M. A. hinten tangierende ‚Gerade
würde die S. A. kaum berühren, geschweige denn schneiden. Die
vorderen M. A. sind viel kleiner als ihre S. A. und unter sich ein
wenig weiter als von diesen entfernt; eine die M. A. oben tangierende
Gerade würde die S. A. unten berühren.
Körperlänge 2,9 mm.
Patellarglied der Palpen unbewehrt. Tibialglied am Ende außen
mit einem quergeschnittenen Höckerfortsatz, der einen kräftigen,
konischen, nach außen und vorn gerichteten Stachelzahn trägt,
der von dem Tarsalglied weit absteht und an der Basis schmal
eingeschnürt erscheint, wodurch eine bewegliche Einlenkung ge-
bildet zu werden scheint; einen zweiten Fortsatz trägt das Glied
unten mitten in Form von einem kurzen, kleinen, drehrunden, am
stumpfen Ende kurz hakenförmig gekrümmten, nach unten und
vorn gerichteten Fortsatz, der nicht so lang wie der erwähnte
Stachelzahn ist; letzterer erinnert an den von O. Blackwalli Sim.
(cf. Fig. 529 in Bösenbergs Spinnen Deutschlands), ist jedoch
kleiner, ganz gerade und weniger abstehend. In Draufsicht er-
scheint das Tibialglied etwa doppelt so breit wie selbst lang, und
ebenso wie der Stachelzahn lang ist, nierenförmig prokurva gebogen
Erste Mitteilung über Spinnen aus Palästina. 153
und trägt an der Innenseite zwei gekrümmte Stachelborsten.
Zwischen den beiden beschriebenen Fortsätzen des Gliedes be-
findet sich unten außen ein dritter, der als ein scharf zugespitzter
Dornstachel nach außen und vorn gerichtet ist und dem Tarsal-
gliede so dicht anliegt, daß er nicht leicht zu sehen ist. Von der
Innenseite der Spitze des Bulbus entspringt ein nach außen ge-
richteter Fortsatz, der in zwei feine divergierende Spitzen endet.
Cephalothorax kürzer als Patella + Tibia I. Femora II
und III haben oben mitten je 1 Stachel, I hat oben vorn
mitten 1 oder 1.1 Stacheln. Tibien I unten mitten und am
Anfang des apikalen Drittels je 2 (also zusammen 2.2), sonst
unbewehrt oder oben mit einem ganz kleinen Stachel; II wie
I; III und IV tragen oben in der Basalhälfte 1.1 Stacheln,
scheinen aber sonst unbewehrt zu sein. Metatarsen I unten 2.2.2,
von denen die apikalen ein wenig höher sitzen, vorn mitten 1,
I außerdem hinten mitten 1.
Cephalothorax schwarzbraun, undeutlich rot marmoriert mit
Andeutung der gewöhnlichen helleren Mittellängsbinde, die auf
dem Occiput zwei rötliche Längsflecke einschließt, die Augen in
schmalen helleren Ringen, der Seitenrand weiß. Abdominalrücken
rötlich-dunkelbraun, mit einer schmalen schwarzen Querbinde
über die Mitte und einer am Anfang der hinteren Abdachung;
beiderseits und hinten ist die Rückenfläche durch eine aus abwech-
selnden weißen und braunen Schrägstrichen gebildete Binde
begrenzt. Die Bauchhälfte des Abdomen ist heller braun und fast
einfarbig; Epigaster mit dunkler, entfernt augenähnlicher Zeichnung
in der Mitte. Sternum ist braun mit einer hellen Ouerbinde zwischen
den Coxen II, zwei hellen Flecken vor dieser und zwei (undeut-
liche!) hinter derselben. Beine I—II rot mit dunkleren Fe-
moren, III und IV graugelblich. Palpen olivenbraun. Mandibeln
schwarzbraun.
Gen. Xystieus C. L. Koch
Äysticus xerodermus Strand n. sp.
Ein @ von Rehoboth- Jaffa, 18. IV. 13.
Körperlänge etwa 6 mm. Cephalothorax 2.1 mm lang und
ebenso breit. Beine: I Femur 2, Patella + Tibia 2.5, Meta-
tarsus + Tarsus 2 mm; II wie I; III bezw. 1.2, 1.8, 1.2 mm;
IV bezw. 1.5, 1.8, 1.5 mm. Also I= II 65; III 4.2; IV 48mm
öderI-='II/TV..III:
Epigyne bildet eine länglich-eiförmige, hinten leicht zuge-
spitzte, seichte, im Grunde flache, von einem scharfen, aber nie-
drigen, hinten mitten niedergedrückten, schwarzen Rand umgebene
Grube, die in Flüssigkeit als ein graues, breit schwarz umrandetes,
bis zur Spalte reichendes Feld erscheint.
Das Augenfeld ist weiß, auch zwischen den vorderen M. A.;
von den hinteren S. A. erstreckt sich eine recurva gebogene weiße
Binde zwischen den beiden M. A., die hinteren dieser jedoch nicht
10. Heft
154 Embrik Strand:
berührend, wohl aber mit dem weißen Feld zwischen den vorderen
M. A. zusammenfließend. Clypeus ist zwar im Grunde weiß, aber
unten dicht und fein dunkler punktiert. In Flüssigkeit hat Epigyne
die größte Ähnlichkeit mit derjenigen von X. luctuosus Bl. (cf.
Fig. 517 in Bösenbergs Spinnen Deutschlands.).
Femur I mit wenigstens zwei Stacheln, die allerdings kurz
und wenig kräftig sind; die anderen Femora mit je einem Stachel
oben mitten. Die Borstenbehaarung des Cephalothorax findet sich
vorzugsweise vorn, während nach hinten dieselbe allmählich
spärlicher und kürzer wird (im Gegensatz zu X'yst. parallelus Sim.).
Feld der M. A. breiter als lang, vorn und hinten gleich breit,
da aber die vorderen M. A. ein wenig größer sind, erscheinen die
hinteren M. A. unter sich um ein unbedeutendes weiter entfernt.
Die vorderen M. A. kleiner als ihre S. A. und unter sich deutlich
weiter als von diesen entfernt.
Cephalothorax im Grunde blaß bräunlichgelb, aber mit
schwarzen bis dunkelbraunen Zeichnungen, so daß die Grundfarbe
nur noch erhalten bleibt an der hinteren Abdachung, in der hinteren
Hälfte der scharf markierten, etwa parallelseitigen, in der vorderen
Hälfte von dem dunkelbraunen Keilfleck ausgefüllten Mittellängs-
binde sowie alseine nur hinten scharf markierte Seitenbinde, die unten
von einer schwarzen, nicht oder wenig breiteren Randbinde und
oben von einer breiteren, hinten breit abgerundeten schwarzen
Seitenbinde begrenzt wird, während sie vorn durch dunkle Mar-
morierung verwischt wird, sodaß die beiden schwarzen Binden
daselbst nicht scharf getrennt sind. Seitenrandlinie weiß. Durch
die hinteren M. A. zieht ein braunschwarzer Streifen. Mandibeln
grauweißlich. dunkler punktiert, an der Spitze braunschwarz.
Sternum hell bräunlichgelb, dicht dunkler marmoriert. Lippen-
teil und Maxillen schwärzlich bis dunkelbraun. Beine I und II
schwarz, die Femora jedoch dicht heller punktiert, die Patellen
und Tibien oben mit drei hellen Längsstrichen, die Tibien außerdem
mitten unten und an den Seiten heller, die Metatarsen hell bräun-
lich, die Tarsen gelb. Beine III—IV blaß bräunlichgelb, fein
und spärlich dunkel punktiert, Patellen und Tibien oben weiß
liniiert, die Femora und folgende Glieder mit schwarzem, apikalem,
dorsalen Halbring oder Fleck. Abdomen erscheint hellgraulich,
fein braun punktiert, ist aber oben so geschrumpft, daß eine
eventuell vorhandene Zeichnung nicht mehr erkennbar ist.
Gen. $Synema Sim.
Synaema plorator (Ö. Cbr.).
Ein & von Rehoboth- Jaffa, 18. IV. 13.
Ist jedenfalls mit O. Cambridges Thomisus plorator identisch,
wenn das Exemplarauch dadurch abweicht, daß Abdomen oben nicht
bloß die zwei von Cambridge beschriebenen weißlichen Flecke hat,
sondern außerdem zwei kleinere, nahe beisammen gelegene am
Erste Mitteilung über Spinnen aus Palästina. 155
Vorderrande (die vielleicht bisweilen eine Querbinde bilden), sowie
je einen kleinen ebensolchen jederseits kurz vor den Spinnwarzen.
Die Spitze des Fortsatzes am Tibialgliede der Palpen ist tatsächlich
wie von Cbr. angegeben bifid, der Einschnitt ist aber so seicht,
daß er leicht übersehen werden kann. — Synaema ornatum Th. 1875
ist von plorator wahrscheinlich spezifisch verschieden (cf.* Kul-
czynski’s Araneae Hungariae I, p. 87).
Synaema globosum (F.).
Eine Anzahl Exemplare, jung und alt, von Rehoboth- Jaffa,
a. 1V.-13,
Die weiblichen Exemplare haben die hellen Abdominalzeich-
nungen blaßgelblich statt rot, was nach Simon für die in der
Mittelmeerregion vorkommende Form charakteristisch sein soll.
Das schwarze Bauchfeld wird, und zwar bei beiden Geschlechtern,
beiderseits von einer ziemlich breiten, hellgelben, scharf markierten
Binde begrenzt, welche Binden durch eine schmälere, ebenso ge-
färbte Ouerbinde vor den Spinnwarzen verbunden sind; die helle
Mittelzeichnung bildet bald einen rundlichen oder viereckigen Fleck
hinter der Spalte, bald verlängert dieser sich zu einer etwas vor
den Spinnwarzen endenden Längsbinde. Die beiden hinteren
Beinpaare des @ sind blaßgelb, bloß an der Spitze der Glieder
schmal dunkel gerandet, jedoch dürfte diese helle Färbung an den
proximalen Gliedern manchmal teilweise stark von der dunklen
verdrängt werden, wie das bei den $& (ob immer?) der Fall ist.
— Simons Angabe in seinen ‚„Arachnides de France‘, daß Epigyne
von der Spalte deutlich entfernt sei, eine Angabe, die von Becker,
wahrscheinlich nach Simon abgeschrieben, wiederholt wird, ist
nicht zutreffend, vielmehr ist Epigyne von Bösenberg in den
„Spinnen Deutschlands‘ richtig dargestellt.
Gen. Philodromus Walck.
Philodromus medius O. Cbr.
Ein © von Rehoboth- Jaffa, 26. IV. 13.
Leider ist die Originalbeschreibung höchst ungenügend, stimmt
aber so weit mit vorliegendem Exemplar und da die Art nach Cbr.
eine weite Verbreitung im Lande haben soll, so wird die Bestimmung
wohl richtig sein. Auch dürfte es dieselbe Art sein, die Kul-
czynski, ebenfalls unter Zweifel, zu Ph. medius gezogen hat (cf.
seine Fragmenta Arachnologica VI., p. 75), allerdings ist mein
Exemplar ein wenig größer: 1.7 mm Länge des Cephalothorax.
Epigyne ähnelt, wie schon von Kulczynski hervorgehoben (l. c.
und Araneae Hungariae II., p. 304) der von Philodr. rufus (cf.
Bösenberg, Spinnen Deutschlands, t. 31, f. 494), die helle Mittel-
längspartie ist aber schmäler, kaum so breit wie die breiteste Stelle
der schwarzen Binden und diese sind vorn wohl nach außen, aber
kaum nach hinten umgebogen (cf. genannte Figur!). Nach Simon
(Arachn. de France II., p. 289) wäre die Art mit Ph. glaucinus Sim.
10. Heft
156 Embrik Strand:
identisch und hätte diesen Namen zu führen, was wahrscheinlich
nicht richtig ist.
Ein reifes und ein unreifes $ von Rehobot- Jaffa, 18. IV. 13.
Körperlänge 2,5 mm. Cephalothorax 1,2 mm, reichlich so lang
wie Tibia vier. — Die Färbung ist sehr dunkel; die Seitenbinden
des Cephalothorax sind braunschwarz und Abdomen erscheint
grauschwärzlich mit ganz verloschener heller Zeichnung. Soweit
nach der Originalbeschreibung erkennbar, dürfte es sich um be-
sonders dunkle Exemplare von Ph. medius handeln.
Von derselben Lokalität, 18. IV. 1913, liegen einige unreife
92 vor, die ich für dieselbe Art halte.
Philodromus medius ©. Cbr. var.
Ein @ von Rehoboth- Jaffa, 18. IV. 13.
Körperlänge 3 mm. Cephalothorax 1,5 mm lang und etwa
ebenso breit. Abdomen 2 mm lang, 1,5 mm breit. Beine: I
Femur 1,4, Patella + Tibia 1.8, Metatarsus + Tarsus 1.5 mm;
II bezw. 1.6, 2.1, 2 mm; III bezw. 1.5, 1.8, 1.5 mm; IV bezw.
1.3, 1-39, 1.7. mm. "Also: T'4.7; N 5.75 11283 TV Aa
oder X II. II TYTV mm:
Die vorderen S. A. sind von den vorderen und hinteren M. A.
fast gleich weit entfernt, bezw. von den hinteren M. A. ein klein
wenig weiter als von den vorderen entfernt. In beiden Reihen
sind die M. A. unter sich weiter als von den S. A. entfernt. Die
Augen erster Reihe sind unter sich gleich groß. Die hinteren S. A.
sind die größten aller Augen, die hinteren M. A. sind kaum so groß
wie die vorderen M. A. Die hinteren M. A. sind unter sich weiter
als von den vorderen M. A. entfernt.
Epigyne ähnelt sehr der von Phil. rufus Walck., aber die helle
Medianpartie ist nicht breiter oder kaum so breit wie die beiden
dunklen Längsflecke, die vorn breiter und mehr abgestumpft sind
als bei rufus und hinten schmäler als vorn, während die beiden
fadenförmigen Verlängerungen nach vorn ganz undeutlich und
verhältnismäßig kürzer sind. (Alles in Flüssigkeit gesehen.)
Epigyne wird übrigens teilweise von der umgebenden weißen Be-
haarung verdeckt. .
Von dem anderen vorliegenden @ von dieser Art weicht vor-
liegendes ab durch dunklere, scharf markierte Seitenbinden des
Cephalothorax, höchst undeutlichen V-förmigen weißen Fleck
auf dem Occiput und durch die dunkelbraunen, scharf markierten
Zeichnungen des Abdominalrückens; diese sind wie bei Phil.
aureolus (cf. z. B. Fig. 489 in Bösenbergs Spinnen Deutschlands),
die hinter dem Herzstreifen folgende dunkle Binde ist aber durch
einen hellen Mittellängsstrich und diesen schneidende helle Quer-
striche deutlich in Doppelquerflecken aufgelöst, ferner findet sich,
außer den beiden schon von Cambridge beschriebenen dunklen
Seitenflecken des Rückens, je ein dunkler Längsstreifen zwischen
den zwei jederseits der Mittellängslinie sich befindenden großen
Erste Mitteilung über Spinnen aus Palästina, 157
Muskelpunkten. Die Seiten des Abdomen sind schwarzbraun, aber
ziemlich dicht heller punktiert.
Das hellere, hier als der Hauptform angehörig betrachtete
Exemplar scheint die Eier noch zu tragen, das dunklere Exemplar
hat dieselben anscheinend schon abgelegt. Dadurch dürfte sich
vielleicht der Unterschied erklären. Spezifisch ist dieser jedenfalls
nicht. — Nach Cambridge kommen Q2 vor, deren Abdomen ‚,of
an entirely unicolorous ashy white hue, faintly powdered or dusted
with dark specks“ ist. Diese Aberration möge den Namen cinereo-
alba m. bekommen.
Philodromus jaffanus Strd. n. sp.
Ein unreifes & von; Rehoboth- Jaffa, 26. IV. 13.
Körperlänge 4 mm. Cephalothorax 1.6 mm lang und reichlich
so breit. Beine: I Femur 2, Patella + Tibia 2.1, Metatarsus +
Tarsus 2.5 mm; II bezw. 2.8, 3, 3.1 mm; III bezw. 2, 2.1, 2.1 mm;
IV bezw. 2, 2, 2 mm. Also: I 6.6; II 8.9; III 6,2; IV 6 mm oder:
EI EAELT.. EV,
Cephalothorax dunkelgraubraun, der weiße Seitenrand von
schwarzen Flecken unterbrochen und oben schwarz begrenzt;
längs der Rückenmitte eine weißliche verloschene Binde, die auf
dem Brustteile einen dunkelbraunen Längsstrich einschließt,
während der Kopfrücken ein dunkles, halbkreisförmiges, hinten
gerundetes Feld, das unmittelbar hinter den Augen zwei bis drei
weißliche kurze Linien einschließt, trägt, sodaß von der weißlichen
Medianbinde nur noch eine den Kopfrücken begrenzende schmale
Randbinde sowie schmale Ringe um die hinteren M. A. übrig
bleiben. Mitte und Vorderrand des Clypeus ist weiß und ebenso
die Mitte des Augenfeldes sowie Ringe auch um die vorderen Augen.
Mandibeln schwarz mit einer breiten weißen Medianquerbinde.
Unterseite des Thorax weiß, der Lippenteil jedoch grau mit dunk-
lerem Seitenrand, Maxillen weiß mit einem schwarzen Seiten-
randstrich, Sternum jederseits mit vier schwarzen Randflecken.
Beine weiß mit schwarzen Zeichnungen und zwar tragen die
Femoren einen subapikalen und submedianen schwarzen Ring,
die beide unten unterbrochen sind, vorn und hinten ' aber
durch eine dichte Längsbinde schwarzer, stellenweise zusammen-
fließender Punkte verbunden sind, während die weißen Partien der
Beine spärlich schwarz punktiert sind; die Patellen sind vorn und
hinten schwarz, die Tibien und Metatarsen tragen an beiden Enden
einen breiten schwarzen Ring, so daß die Grundfarbe nurnochals ein
schmälerer Ring in der Mitte übrig bleibt. — Abdomen oben schwarz,
vorn mitten mit einigen verloschenen grauweißen Fleckchen, von
denen vier ein hinten schmäleres Trapez bilden; hinter diesem
Trapez ist eine recurva gebogene, grauweiße, strichförmige Median-
querfigur und hinter der breitesten Stelle des Abdomen trägt die
Rückenseite jederseits ein grauweißliches, schräges Querfeld, das
durch ein oder zwei dunkle Striche ein- oder zweimal undeutlich
10, Heft
158 Embrik Strand:
unterbrochen wird; die Mittellinie der hinteren Abdachung trägt
einige weißliche Punktflecke und kleine Flecke finden sich jeder-
seits der Spinnwarzen. Bauch grauweißlich, leicht rötlich ange-
flogen, seitwärts dunkel punktiert. Abdomen ist fünfeckig, die
größte Breite hinter der Mitte, die Spitze ist breit dreieckig, die
Länge ist nicht viel größer als die Breite (bezw. 2.5 und 2.1 mm).
Die hinteren M. A. kleiner als die S. A. und unter sich ein wenig
weiter als von diesen entfernt. Die Augen erster Reihe gleich groß;
die M. A. unter sich um ihren doppelten, von den S. A. um ihren
einfachen Durchmesser entfernt.
Gen. Thanatus CE. L. Koch.
Thanatus setigerus (O. Cbr.).
Ein @ von Rehoboth- Jaffa, 26. IV. 13.
Durch die Bestimmungstabelle in ‚Arachn. de France‘ kommt
man auf Th. vulgaris, indem die vorderen M. A. größer als die hin-
teren sind. Es ist jedoch nicht Th. vulgaris und ebenso wenig kann
es die in Palästina und Syrien nach Cambridge häufige Art
Th. Thorelli sein, u. a. weil die Längenverhältnisse der Beine ab-
weichen: I Femur 1.9, Patella + Tibia 2, Metatarsus +
Tarsus 2.1 mm; II bezw. 2, 2.3, 2.5 mm; III bezw. 2, 2, 2.2 mm;
TV bezw. 24 12:6, 3 mm. Also: I 6, II 6.8, IEI.6.2, IV Sam
oder HIV, IL: MIET.
Ferner sollen bei Th. T'horelli die Zeichnungen weniger deutlich
als bei Th. formicinus sein, während sie hier in der Tat scharf
markiert sind. Die Lanzettbinde des Abdomen hat ihre größte
Breite in der Mitte, wo sie fast so breit wie das Augenfeld ist, aber
keinen deutlichen Zahn, nur eine stumpfe Ecke bildet, erreicht
nicht die Mitte des Rückens (ist 1.4 mm lang) und endet stumpf
gerundet oder stumpf dreieckig (bei T’horelli endet sie „acutely
pointed‘).
Die Beschreibung des Thanatus setigerus (©. Cbr.) paßt mit
der Ausnahme, daß die Lanzettbinde hinten nicht eben querge-
chnitten ist (siehe oben!) und die Rückenbinde des Thorax keine
braune Keilfigur einschließt. Körperlänge 4,3 mm.. Soweitnach der
Originalbeschreibung zu urteilen ist es: Th. setigerus (O. Cbr.)
Thanatus vulgaris Sim. subsp. syriensis Strd. n. subsp.
Ein @ von Rehoboth- Jaffa, 18. IV. 13.
Körperlänge 4—5 mm. Cephalothorax 1,9 mm lang oder
gleich Tibia + ein Drittel der Patella IV. Beine: I Femur 1.95,
Patella + Tibia 2.4, Metatarsus und Tarsus 215 mm; II
bezw. 2.3, 2.7, 255 mm; III bezw. 2, 22, 2.2 mm; IV bezw.
2.25, 2.45, 2.5 mm. Also: 16.5; II 7.55; III 6.4, IV 7.2 mm oder:
IBFTV TODE:
Die Form ähnelt Th. adjacens O. Cbr., aber die dunklen Seiten-
binden des Cephalothorax sind nicht so dunkel und nicht so scharf
markiert, die helle Randbinde ist stellenweise mit kleinen unregel-
Erste Mitteilung über Spinnen aus Palästina. 159
mäßigen braunen Fleckchen versehen, die helle Rückenlängsbinde
ist mit einem schmalen braunen, aus zwei bis drei Linien, die vorn
verwischt, hinten aber zusammengeflossen sind, gebildeten, am
Anfang der hinteren Abdachung in eine scharfe schwarze Spitze
endenden Mittellängsstrich versehen, der wohl immer ziemlich
verwischt und bisweilen wohl ganz undeutlich sein wird. Die
genaue Form des schwarzen Herzstreifens ist, weil Abdomen etwas
geschrumpft ist, nicht zu erkennen, er scheint aber vorn breiter
und hinten mehr zugespitzt als bei adjacens zu sein. Die Form der
Epigyne ist wesentlich anders; sie bildet hier eine Grube, die erheblich
breiter als lang, aber nicht ganz doppelt so breit wie lang, abge-
rundet, hinten mitten quergeschnitten und von einem Längs-
septum geteilt wird, das vorn auf dem Vorderrande der Grube breit
anfängt, in der Mitte der letzteren noch etwas stärker erweitert ist,
den Hinterrand aber zugespitzt erreicht und mit erhöhtem Rande
versehen ist. Durch dies Septum erscheint Epigyne in Flüssigkeit
gesehen als in zwei fast halbkreisförmige, die konvexe Seite nach
außen wendende Hälften geteilt. Im Profil gesehen zeigt Epigyne
hinten einen kleinen Höcker.
Von der ägyptischen Philodromus venustus O. Cbr., der wohl
auch ein Thanatus sein wird, abweichend u. a. dadurch, daß die
vorderen M. A. nicht größer als die S. A. sind, wohl aber größer
als die hinteren M. A. (wie bei Than. vulgarıs Sim.). Überhaupt
ist Th. vulgarıs, der bekanntermaßen auch in Syrien vorkommt,
die am nächsten verwandte Art, aber die unsrige Form weicht ab
durch geringere Größe, die hinteren M. A. sind von den $. A. kaum
weiter als unter sich entfernt (die Färbung und Zeichnung des
Abdomen nicht genau erkennbar, weil letzteres geschrumpft ist),
die Borstenhaare des Abdominalrückens sind teils einfarbig schwarz,
teils in der Basalhälfte schwarz, in der Endhälfte weiß, außerdem
ist weiße Grundbehaarung vorhanden, Sternum ist kräftig dunkel
punktiert. Die Abweichungen werden jedenfalls nicht spezifischer
Natur sein, zumal Th. vulgaris ziemlich variierend ist (cf. Kul-
czynski in: Bull. Ac. Sci. Cracovie, Janvier 1903, p. 48 sq.), wohl
aber subspezifischer.
Fam. Clubionidae.
Gen. Cebrennus Sim.
Cebrennus Kocht (O. Cbr.).
Ein reifes $ und ein unreifes Exemplar, das offenbar auch
d ist: Rehoboth- Jaffa, 26. IV. 13.
Die Angabe in der Originalbeschreibung, das erste Beinpaar
sei „211% lines‘, das zweite bloß ‚15%, lines“ sind offenbar ungenau,
indem der Längenunterschied in der Tat nicht so groß ist, bezw.
das zweite Beinpaar verhältnismäßig länger ist, was auch mit
Cambridges eignen Zeichnungen stimmt (cf. Proc. Zool. Soc.
London 1872, p. 312, t. 14, f. 13). Ferner ist die Angabe, daß der
vordere Teil des bifiden Fortsatzes des Tibialgliedes ‚‚two-pointed‘“
10. Heft
160 Embrik Strand:
sei, kaum richtig; ich sehe bloß eine Spitze, die hakenförmig ge-
krümmt ist, was auch mit Simons Angaben übereinstimmt.
Gen. Mierommata Latr.
Micrommata formosa Pav. (ophthalmica Sim.).
Ein 92 von Rehoboth- Jaffa, 26. IV. 1913.
Cephalothorax 4.5 mm lang, 3.8 mm breit. Abdomen 8 mm lang,
3.5 bis 4 mm breit. Beine: I Femur 3.8, Patella + Tibia 4.8,
Matatarsus + Tarsus 4.5 mm; II bezw. 4, 4.8, 4.5 mm;
TIL bezw.\ 4; 4.6, 4 mm; (IV Zehlt!). , Also: T 13.1, Im
III 12.6, IV ?. — Epigyne weicht von der Beschreibung
Simons in seiner „Revision de la fam. d. Sparassidae‘, p. 286,
dadurch ab, daß sie in Flüssigkeit wie trocken unverkennbar breiter
als lang und hinten fast nicht verschmälert erscheint; die Grube
der Epigyne ist eigentlich bloß in Form einer Randfurche erhalten
geblieben, während die etwas erhöhte Mittelpartie durch mehr oder
weniger strahlenförmig verlaufende Furchen geschnitten wird.
In Flüssigkeit erscheint die vordere mittlere Medianpartie schwarz,
der Rest (also eine hinten und seitlich verlaufende Randbinde)
rötlichbraun, das hintere Ende etwas quergeschnitten mit zwei
dunkleren kleinen fleckenförmigen Verdickungen des Hinterrandes.
Micrommata ornata (Walck.).
Ein unreifes 9, das ich für diese schon von OÖ. Cambridge
aus Syrien angegebene Art oder Form halten muß.
Gen. Clubiona Latr.
Clubiona, 2 SPP.
Zwei unreife Exemplare, die wahrscheinlich zwei Arten an-
gehören werden, liegen vor.
Fam. Agelenidae.
Gen. Agelena Walck.
Agelena livida Sim. var.
Ein @ stimmt mit Kulczynski, Abbildung der Epigyne (in:
Fragmenta Arachnologica IX. (1911)) und mit Simons Beschrei-
bung, ist aber nur etwa 6 mm lang! Die Rückenbinde ist nur un-
mittelbar an den Spinnwarzen gelb. Patellartibia ist nicht ganz
doppelt so lang wie Patella. Andeutung dunkler Ringe auch an den
Tibien; an den Femora sind solche unten recht deutlich. Cephalo-
thorax etwa 2.5 mm lang.
Fam. Pisauridae.
Gen. Pisaura Sim.
Pisaura consocia (OÖ. Cbr.)
Ein 2 von Rehoboth- Jaffa, 27. IV. 13.
Kulczynski hat in: Bull. de l’Acad. d. Sci. de Cracovie 1911,
Serie B, p. 47-48, wichtige Gründe gegen die Verwendung des
Namens Pisaura Sim. statt Ocyale Sav. vorgebracht und hebt
u. a. vor, daß die typische Art von Ocyale, atalanta Sav., nicht wie
Erste Mitteilung über Spinnen aus Palästina. 161
häufig angenommen in Aegypten, sondern vielmehr bei Jaffa
gesammelt worden ist und daß die Möglichkeit, daß atalanta Sav.
und consocia Cbr. konspezifisch sind, nicht ausgeschlossen ist.
Dies wird nun dadurch, daß das Vorkommen von consocia unweit
Jaffa durch die Sammlung Aharoni festgestellt worden ist, noch
wahrscheinlicher gemacht.
Fam. Lyeosidae.
Gen. Tarentula Sund.
Tarentula iaffa Strand n. sp.
9. Körperlänge 15 mm. Cephalothorax 7 mm lang, länger als
Patella + Tibia IV, 5 mm breit. Abdomen 13 mm lang, 5 mm
breit. Beine: I Femur 4.7, Patella + Tibia 6, Metatarsus +
Tarsus 5 mm; II bezw. 4.5, 5, 4.8 mm; III bezw. 4, 4.8, 5.1 mm;
IV bezw. 5.5, 6, 7.5 mm. Also: 115.7, II 14.3, III 13.9, IV 19mm
oder:ı3 EV, L,’Il; III.
Vordere Augenreihe erscheint trocken gesehen gerade und so
lang wie die zweite Reihe; die M. A. größer, unter sich und von den
S. A. um nicht ganz ihren Radius entfernt.
Das lange schmale, mitten und vorn etwa gleichbreite Septum
der Epigyne ist am Hinterrande kurz L- oder richtiger A-förmig
erweitert, indem der Hinterrand des Querseptum mitten unver-
kennbar ausgerandet ist. In Flüssigkeit gesehen erinnert Epigyne
an die von Tarentula pinetorum Th. (cf. Bösenbergs Figur), das
Längsseptum ist doch verhältnismäßig schmäler und nicht vorn
erweitert.
Außer durch einige der schon angegebenen Merkmale weicht
die Art von „Tarentula vadiata (Latr.) var. liguriensis (Walck.)“
nach Thorells Beschreibung in ‚Descript. of Several Europ. and
North-African Spiders“ (p. 158—160) durch folgendes ab: Die
Mittelbinde des Cephalothorax wird vorn nicht durch eine dunkle
Mittellängslinie geteilt und die beiden dunklen Seitenlängsstriche
der Binde gehen nach vorn allmählich in die dunkle Umgebung
über, so daß sie nur hinten in der hellen Binde frei liegen; in- und
unmittelbar hinter dem Augenfelde erscheint daher die Mittel-
längsbinde nicht breiter als auf dem Brustteile. Die Seitenbinden
sind heller als die Mittelbinde und unten nicht geteilt, wohl aber
mit schmalem schwarzem unterem Rand. Helle Radienbinden sind,
in Alkohol wenigstens, nur undeutlich erkennbar. Sternum braun-
gelblich mit dunklerer, mitten schmal heller geteilter, undeutlicher
Mittellängsbinde, die den Hinterrand kaum ganz erreicht. Mandibeln
kaum kürzer als die Metatarsen I, nur in der Basalhälfte und
zwar ganz spärlich hellgrau behaart. Die Stacheln desI. Paares sind
ganz kurz und viel weiter unter sich entfernt als ihre eigene Länge
beträgt. Die Zeichnung des Abdominalrückens hat mit der von
Tar. fabrilis die größte Ähnlichkeit (cf. die Abbildung in Bösenbergs
„Spinnen Deutschlands“, f. 574, A), jedoch ist die dunkle Median-
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 10. 11 10. Heft
162 Embrik Strand:
binde vorn längs ihrer Mitte heller als am Rande und zeigt mitten
jederseits keine zahnförmige Erweiterung und die in zwei Reihen
angeordneten weißlichen Punktflecke sind ganz klein und undeutlich.
Steht jedenfalls 7. radiata sehr nahe, aber Cephalothorax ist
reichlich so lang wie Patella + Tibia IV, die Augenreihe I
ist nicht kürzer als II und nicht procurva, alle Extremitäten
sind ungefleckt und ungeringelt, auch die Tibien IV am Ende
unten nicht gefleckt, Bauchseite ohne Schwarz.
Vielleicht noch näher als radiata steht unsere Art der nordischen
Tarentula pinetorum. Th., die aber ebenso wie radiata f. pr. schwarze
Bauchseite hat.
Fam. Oxyopidae.
Gen. Oxyopes Latr.
Oxyopes lineatus Latr.
Drei unreife Exemplare von Rehobot- Jaffa, 26 IV. 1913. —
Schon von Cambridge aus Palästina und Syrien angegeben (unter
dem Namen Oxyopes gentilis Koch).
Oxyopes heterophthalmus Latr.
Ein $ ebenda. — Von Cambridge unter dem Namen Oxyopes
lineatus Walck. aus Palästina angegeben.
Oxyopes sp. (sobrinus ©. Cbr. ??)
Ein unreifes und schlecht erhaltenes Exemplar von Rehobot-
Jaffa, 18. IV. 13, hat jedenfalls in Färbung und Zeichnung viel
Ähnlichkeit mit O. sobrinus ©. Cbr. aus dem Jordantal, läßt sich
jedoch mit Sicherheit nicht bestimmen.
Fam. Saltieidae.
Gen. Hasarius Sim.
Hasarius Adansoni (Aud.). — Ein 2.
Gen. Plexippus C. L. K.
Plexippus Paykulli (Aud.).
Ein &, zwei 99, außerdem unreife Exemplare.
Gen. Thyene Sim.
Thyene imperialis (W. Rossi). — Ein £.
Rezensionen.
(Nur Schriften, die zu dem Zweck an die Redaktion des Archivs für Natur-
geschichte eingesandt werden, können hier besprochen werden. Außerdem
werden sie in den Jahresberichten behandelt werden. Zusendung von
Rezensionsschriften erbeten an den Herausgeber des Archivs: Embrik
Strand, Berlin N. 4, Chausseestr. 105.)
„Tierseele‘“ Zeitschrift für vergleichende Seelenkunde. Heraus-
geber Karl Krall (Verlag Emil Eisele, Bonn). Jährlich 4 Hefte
zu je 80—100 Seiten Mk. 12.—.
Rezensionen. 163
Die denkenden Pferde von Elberfeld, die Veröffentlichungen
Kralls über seine Unterrichtserfolge und die Außerungen der Ge-
lehrtenschaft zu dieser Frage haben dem alten Streit über die Denk-
fähigkeit des Tieres das allgemeinste Interesse zugewandt. Bei der
außerordentlichen Wichtigkeit dieses neuen Forschungsgebietes war
es nötig, ein Organ zu schaffen, in dem alle Beobachtungen und Er-
fahrungen auf tierpsychologischem Gebiete, positive und negative,
gesammelt, die Methoden des Tierunterrichts besprochen, die ge-
schichtlichen Zeugnisse über diesen Gegenstand erforscht, die
kritischen Meinungsäußerungen gesichtet und nachgeprüft werden,
damit alle, die diesem Zweige der Erkenntnis Aufmerksamkeit und
Forscherfleiß zuwenden wollen, Fühlung miteinander gewinnen
können und das vom Einzelnen Geleistete die Gesamtarbeit fördert.
Das Gebiet ist so weit und die Zahl der Aufgaben so groß, daß die
neue Zeitschrift sehr lebendig und anregend zu werden verspricht.
Männer von wissenschaftlichem Rang und angesehene Praktiker
gehören zu den Mitarbeitern und äußern sich von den verschieden-
sten Standpunkten auf breiter Basis über das Problem und die sich
daraus ergebenden Nebenfragen nach dem Schutz und Recht des
Tieres, der Lebensgestaltung von Mensch und Tier usw. — Aus dem
Inhaltsverzeichnis des ersten Heftes erwähnen wir u. a. Aufsätze
von: Prof. Ed. Claparede ‚Die gelehrten Pferde von Elberfeld“,
mit anschließenden genauen Protokollen, Karl Krall ‚Prüfung der
Sehschärfe bei dem Ostenschen Pferde‘, Heinrich Steen ‚Die
Elberfelder Pferde und ihre Kritiker‘, Kreistierarzt Dr. Schmitt
„Zum Denkproblem bei Mensch und Tier‘, Dr. Paul Sarasin ‚‚Welt-
naturschutz‘, Prof. Paul Eisler ‚Kleine Beiträge zur Tierpsycho-
logie“ u. a. m. Die Vielseitigkeit der Zeitschrift zeigt sich ferner
darin, daß neben größeren wissenschaftlichen Abhandlungen auch
allgemein interessierende Fragen in kürzeren Beiträgen veröffent-
licht werden unter den Sammelrubriken: Das Tier in Kunst und
Schrifttum, Briefwechsel, Aus der Rumpelkammer der Wissen-
schaft, Kultursplitter, Vermischtes usw. — In einer fortlaufenden
Schriften- und Bücherschau werden alphabetisch geordnet in Zei-
tungen und Zeitschriften erschienene Aufsätze über das Problem,
sowie ältere und neuere tierpsychologische Literatur aufgeführt.
— Zu den Mitarbeitern zählen u. a. noch: Dr. Rob. Assagioli,
Prof. v. Buttel-Reepen, Prof. L. Edinger, Prof. C. G. Ferrari,
Prof. H. Kraemer, Prof. E. Lugaro, Dr. William Mackenzie,
Maurice Maeterlinck, Frau Paula Moekel, Prof. L. Plate, Dr.
Em. Rädl, Prof. Schulze, Prof. M. V. O’Shea, Dr. v. Uexküll.
Mit der Zeit sind die überraschenden und für viele so unglaub-
lichen Tatsachen in Elberfeld von einer so großen Reihe ernsthafter
Forscher nachgeprüft und bestätigt worden, daß die Leistungen
der Elberfelder Pferde auch von den Gegnern als ein ernstes, wissen-
schaftliches Problem betrachtet und erörtert werden. ' Das Stadium
des Spottes und Hohnes ist überwunden, und da die ‚Tierseele‘“,
21* 10. Heft
164 Embrik Strand:
unabhängig von jeder persönlichen Meinung, in erster Linie die
Aufklärung der umstrittenen Streitfrage anstrebt, so wäre zu
wünschen, daß die Zeitschrift die Beachtung aller Gebildeten, und
die ‚Gesellschaft für Tierpsychologie‘ rege Beteiligung finden möge
zum Besten einer Sache, die jeden denkenden Menschen nahe be-
rühren muß. Strand.
Kammerer, Dr. Paul: Bestimmung und Vererbung des Ge-
schlechtes bei Pflanze, Tier und Mensch. Mit 17 Abbildungen im
Text und farbigem Titelblatt. Brosch. Mk. 1.—, geb. Mk. 1.60,
für Mitglieder der Deutschen Naturwissenschaftl. Gesellschaft
75 Pig., geb. Mk. 1.20 Verlag Theod. Thomas, Leipzig, König-
straße Nr. 3.
Die vielbesprochene Frage und ängstlich gehegte Erwartung
„Bub oder Mädel?“ verlangte dringend nach einer gemein-
verständlichen Darstellung, die — ferne jeder Einseitigkeit und
ferne jedem persönlichen Entdeckerehrgeiz — unsere gegenwärtige
Kenntnis wiedergibt. Vielleicht auf keinem anderen Wissensgebiet
sind einerseits so viel Irrtümer verbreitet, falsche Erwartungen
geweckt worden; keinerlei sonstige naturwissenschaftliche Tat-
sachen werden andererseits mit größerer Begierde vom Publikum
entgegengenommen als gerade diejenigen des Sexualitätsproblemes.
Darnach bedeutete es die Erfüllung eines wirklichen Bedürfnisses,
wenn der Verfasser in objektiver, unbefangenster Weise in ein
künstlerisch ausgestattetes Bändchen das zusammengetragen hat,
was uns gegenwärtig über Geschlechtsentstehung, Ge-
schlechtsverteilung, Geschlechtsvererbung und Ge-
schlechtsbestimmung (so lauten die Überschriften der vier
Kapitel) bekannt geworden ist, und zwar so, wie es sich in den
Ansichten der Mehrzahl jetzt arbeitender ernster Forscher wieder-
spiegelt. Die Darstellung dürfte jedem gebildeten Laien leicht
verständlich sein; lehrreiche Bilder, zum Teil originale Mikro-
photogramme, unterstützen noch weiterhin das Verständnis: und
ein Verzeichnis der wichtigsten Literatur am Schlusse bietet Ge-
legenheit zu Quellenstudium. Strand.
Reuter, O.M. Lebensgewohnheiten und Instinkte der
Insekten bis zum Erwachen der sozialen Instinkte. Vom Ver:
fasser revidierte Übersetzung nach dem schwedischen Manuskript,
besorgt von A. u. M. Buch. Berlin 1913. Verlag von R. Fried-
länder & Sohn. 448 pp, 84 Fig. Preis Mk. 16.—.
Eine zusammenfassende Arbeit über die Lebensgewohnheiten
der Insekten — und ganz besonders der solitären — hat bisher
gänzlich gefehlt. Diese Lücke auszufüllen ist die Aufgabe des Verf.
und man muß zugeben, daß er seiner Aufgabe gewachsen gewesen,
was viel sagt, wenn man bedenkt, welch’ eine Riesenliteratur über
dies Thema in der Tat schon existiert: das hier gegebene Literatur-
verzeichnis füllt 61 Seiten, ‚petit‘ gedruckt, erhebt aber dennoch,
wie Verf. ausdrücklich hervorhebt, keinen Anspruch auf Voll-
Rezensionen. 165
ständigkeit. — Verf, hat versucht, die Zusammenstellung so zu
gestalten, daß dem Leser von selbst die allmähliche Entwicklung
der komplizierten Instinkte aus einfacheren einleuchten muß,
er hat ein Buch schreiben wollen und es auch getan, daß nicht bloß
dem zoologischen Fachmann wertvoll sein kann, sondern auch,
durch die Fülle der außerordentlich fesselnden Einzeltatsachen, die
gebildeten Leser des großen Publikums gewinnen kann. — Um
einen Begriff von dem reichen Inhalt des Buches zu geben, sei
hier kurz erwähnt, daß ausführlich behandelt werden die Nahrungs-
instinkte, Wander-, Reinlichkeits-, Metamorphosen-, Paarungs-,
Eierlegeinstinkte, Schutz, aktiv und passiv, Bestimmung des Ge-
schlechts beim Eierlegen, Pflege der Eier und Larven, Nestbau,
Nahrungsversorgung der Nester, Einsammeln, Schmarotzen, Ge-
selligkeit bei nicht sozialen Arten, das Aufdämmern der sozialen
Instinkte, usw. — Das Buch kann bestens empfohlen werden.
Strand.
Waibel, Dr. Leo. Lebensformen und Lebensweise der Tierwelt
im tropischen Afrika Versuch einer geographischen Betrachtungs-
weise der Tierwelt auf physiologischer Grundlage. Mit einer tier-
ökologischen Karte von Deutsch-Ostafrika. Sonderabdruck aus
Mitteil. d. Geographischen Gesellschaft in Hamburg, Bd. XXVII
(1913), 75 pp:
Verf. weist nach, daß die Bewohner desselben ae
desselben Lebensbezirkes, im Prinzip alle die gleichen Lebens-
anpassungen zeigen — infolge physiologisch gleicher Bedingungen.
Dadurch erhalten Tiere von ganz verschiedener systematischer
Stellung eine mehr oder weniger gleiche äußere Erscheinung,
einen einheitlichen Habitus. Solche Gruppen nennt Verf. eine
„Lebensform“. Die Tierwelt (nur die Wirbeltiere berücksichtigt!)
teilt er physiologisch in Kletter-, Lauf-, Grab-, Schwimm- und
Flugtiere. Die Lebensformen sind in ihrer Ausbildung geographisch
bedingt und die Tiergeographie wird sich mit den Lebensformen
zu beschäftigen haben. — Sonst unterscheidet Verf. die Tierwelt
1. des tropischen Regenwaldes, 2. der periodisch trockenen Gebiete
3. der Gewässer und 4. der Luft. Embr. Strand.
Bryk, Felix. Uber das Auftreten einer Mutation mit ver-
ändertem Adersysteme von Parnassius Apollo L. auf der Insel
Gotland. Sonderabdruck aus Archiv f. Rassen- und Gesellschafts-
biologie 1912, 6. Heft, p. 681—693, 1 Taf.
Verf. betrachtet den gotländischen Parnassius apollo L. =B
ein Relikt, das unter dem Einflusse der Isoliertheit, Inzucht und
des Seeklimas zu entarten scheint. Dafür spricht nicht so sehr die
veränderte armselige Lebensweise des Falters, wie das häufige
Auftreten einer ganz unbekannten Aberration mit verändertem
Adersysteme. Durch das Studium der Variabilität des Flügel-
geäders überhaupt dürften wichtige Schlüsse auf die Phylogenese
und Ontogene sich ergeben. Unter den Aderaberrationen unter-
10, Heft
166 Embrik Strand:
scheidet Verf. viererlei Kategorien: a) Interruptio (= peroneure
Aberration Spengel) = teilweise Verkümmerung einer Ader, indem
sie in der Membrana spurlos verschwindet, ohne den Flügelsaum
zu erreichen, b) Eliminatio (Reductio) —= Aderverlust, c) Metha-
tesis — Verschiebung der Adern, d) Multiplicatio = Auftreten
überzähliger Adern. Das Genus Parnassius ist aus papilioähnlichen
Vorfahren hervorgegangen und das heutige Adersystem von Par-
nassius ist als eine reduzierte Papiliogeäderform aufzufassen. —
Daß Vorder- und Hinterflügel der Insekten ursprünglich gleich
gewesen sein müssen, findet Verf. dadurch bewiesen, daß eine Ver-
schiebung bezw. Reduktion analoger Aderäste auf den Vorder- und
Hinterflügeln gleichzeitig stattfindet. — Verf. ist geneigt anzu-
nehmen, daß das mutierende Merkmal der einen der besprochenen
Aberrationen (ab. Jordani) ererbt ist, und daß die ganze
gotländische Rasse sich im Prämutationszustande befindet.
Strand.
Klie, W. Die Copepoda Harpacticoida des Gebietes der
Unter- und Außenweser und der Jade. Mit 32 Textfiguren, 50 pp.,
gr.8°, Geestemünde 1913 (Separate Schriften des Vereins für Natur-
kunde an der Unterweser: III).
Diese Arbeit kann als eine kurzgefaßte Monographie der
Copepoda Harpacticoida des angegebenen Gebietes bezeichnet
werden, indem wenigstens die Haupterkennungsmerkmale der
Arten angegeben werden, unter Hinweis auf die einschlägige weitere
Literatur; von Charakterisierung der Gattungen ist aber Abstand
genommen. Behandelt werden Arten der Gattungen Longipedia
Cl., Canuella Sc., Ectinosoma Boeck (3 spp.), Harpacticus M. Edw.
(2 spp.), Alteutha Bd., Idyaea Ph., Parathalestris Br. u. Rob.,
Amphiascus G. O. S., Canthocamphus Westw. (3 spp.), Attheyella
Br. (3 spp.), Mesochra Boeck (2 spp.), Nitocra Boeck (2 spp.),
Ameira Boeck, Laophonte Ph. (4 spp.), Asellopsis Br., Platychelipus
Br., Enhydrosoma Boeck, Nannopus Br., Tachidius Lillj. (3 spp.,
davon 1n.), Robertsonia Br. (1n.sp.) und Euterpe Cl. — Zum Schluß
Fangprotokolle und tabellarische Übersicht der Harpacticoida
Nordwest-Deutschlands. Embr. Strand.
Puschnig, Dr. R. Beitrag zur Kenntnis der Formen und der
Verbreitung der Vipernarten in Kärnten. (Bisherige Ergebnisse der
Giftschlangentilgungsaktion des kärnterischen Landesausschusses,
gleichzeitig Materialien zu einer Revision der Reptilienfauna
Kärntens). Separatabdruck aus der „Carinthia“ II, Nr. 1—6
(1913), p. 58—93.
Die Sandviper ist im ganzen Lande weit verbreitet, bevorzugt
aber die tieferen Lagen, die Kreuzotter dagegen die höheren Lagen.
Interessante Mitteilungen über die Variabilität dieser Arten. Die
Tilgungsaktion dürfte praktischen Wert nur haben, wenn sie eine
längere Reihe von Jahren ununterbrochen fortgesetzt würde.
Strand.
Rezensionen. 167
Steier, Dr. August. Aristoteles und Plinius. Studien zur Ge-
schichte der Zoologie. Sonderabdruck aus den Zoologischen An-
nalen, Bd. IV u. V, 1913, p. I—IV, 221—267, 1—66 u. 267—805.
(auch — unten! — mit 1—153 fortlaufend paginiert). Preis brosch.
Mk. 4.—.
Inhalt: Die Einteilung der Tiere in der Naturalis Historia
des Plinius. Die Tierformen des Plinius. Zoologische Probleme
bei Aristoteles und Plinius. — Diese drei Abhandlungen sind dem
Bestreben entsprungen durch kritische Vergleichung der zoolo-
gischen Schriften des Aristoteles und Plinius die Frage zu beant-
worten, was die Naturalis Historia des Plinius, das bedeutendste
naturwissenschaftliche Sammelwerk der römischen Literatur,
gegenüber dem von Aristoteles, dem Vater der ‚Zoologie‘, fixierten
Stande zoologischen Wissens Neues bietet. Eine quellenmäßige
Darstellung der Entwicklung der zoologischen Kentnisse und An-
schauungen in dem vierhundertjährigen Zeitraum von Aristoteles
bis Plinius fehlte bisher ganz und nicht einmal über das Verhältnis
der beiderseitigen Tierbestände lagen begründete Urteile vor,
weshalb es eine dankenswerte Aufgabe ist, diese Fragen zu be-
antworten versuchen, um so mehr als Plinius für die mittelalter-
lichen Zoologen große Bedeutung gehabt hat. — Ich habe den be-
stimmten Eindruck, daß Verf. seiner Aufgabe gewachsen gewesen
und seine Darstellung ist klar und leicht verständlich.
Embrik Strand.
10. Heft
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ARCHIV
NATURGESCHICHTE,
GEGRÜNDET VON A. F.A. WIEGMANN,
FORTGESETZT VON
w.F. ERICHSON, F.H.TROSCHEL,
E. VON MARTENS, F. HILGENDORF,
W. WELTNER UND E. STRAND.
—sen
NEUNUNDSIEBZIGSTER J AHRBRGANG.
1913
Abteilung A.
11. Heft.
HERAUSGEGEBEN
voN
EMBRIK STRAND
(BERLIN).
en | oe
NICOLAISCHE
VERLAGS-BUCHHANDLUNG R.STRICKER
Berlin.
Inhaltsverzeichnis.
Horn. 50 neue Cicindelinae. . . I, we £
Grouvelle. H. Sauter’s irn Snibahi Moden Niti-
dulidae, Ostomidae, Colydiidae, Parandridae, Cucujidae,
Cryptophagidae, Diphyllidae, Fe Te
gidae, Dermestidae
Hendel. Neue Beiträge zur Kenntnis se Prrgotinen (Bier
Taf. I und 5 Textfiguren). zone
Schmidt, Ad. Erster Versuch einer Einteilung de re
Aphodien in Subgenera und als Anhang einige Neu-
beschreibungen . ae ee Ba a
Toedtmann. Die Spermatozoen von Blatta germanica. (Mit
9 Textfiguren) .
Koshantschikov. Sechster Beitrag zur Ko = Aphodüni
(Coleoptera, Lamellicornia). (Mit 25 Textfiguren)
Seite
50 neue Cicindelinae
beschrieben von
Walther Horn (Berlin - Dahlem).
Ctenostoma (Procephalus) ebeninum subsp. subtilesculpta (novum).
Differt a forma prioritatis elytris magis nitentibus, paullo sub-
tilius sparsiusque punctatis; fascia media sinuato-curvato-ascendente,
antice prope suturam sat abrupte angulata, hamulum longum fere
rectam posticem et paullo suturam versus emittente, euius extremus
apex suturam versus deflexus. — Long. 11—11?/, mm (sine labro).
2 99; Mineiro (Goyaz: H. Donckier).
Die Mittelbinde steigt mit nach vorn gerichteter Konkavität
nach vorn und suturalwärts auf, biegt dicht neben der Naht in spitz-
winkliger Rundung fast senkrecht nach hinten um, läuft etwas
schräg medianwärts fast der Naht parallel ein gut Stück nach hinten,
um schließlich nach der letzteren etwas mehr umgebogen zu enden.
Die Haargebilde der Beine sind zum größten Teil schwärzlich.
Nachträglich habe ich 1 $ in der Sammlung des Herrn Fleutiaux
aus Jatahy (Goyaz) gesehen.
Cienostoma (Procephalus) formicarium subsp. reetofasciata (novum).
Differt a forma prioritatis fascia elytrorum albescente media
non sinuato-curvata sed recta, oblique suturam et anticem versus
ascendente; tuberositatibus ante et post fasciam evidenter minus
prominentibus magisque formam rugarum irregularium brevium
imitantibus. — Long. 16 mm (sine labro).
1 9; Pebas (Amazonas: Dr. O. Staudinger & Bang-Haas).
Die Mittelbinde verläuft bei der Prioritätsform in unregelmäßiger,
liegender S-förmiger Krümmung; bei der neuen Rasse ist sie ein
gerader suturalwärts mäßig nach vorn ansteigender Strich. Die eigen-
artigen bei der Prioritätsform vor und hinter der Mintelbinde scheinbar
regellos vorspringenden (Haar tragenden) ziemlich hohen Tuberosi-
täten treten bei der neuen Form viel weniger hervor und haben mehr
die Form von irregulär ausgebildeten (an umschriebener Stelle zum
Teil mehr entwickelten) Runzeln angenommen: sie sind also rudi-
mentärer ausgebildet. Vor der Mitte stehen diese Runzeln ziemlich
zahlreich und verlaufen meist in mehr oder minder querer Richtung,
hinter derselben zeigen sie sich spärlicher (zumeist dem medialen
vorderen Quadranten der hinteren Flügeldeckenhälfte angehörend)
und ganz kurz. Der Unterschied zwischen diesen hohen Tuberositäten
der Prioritätsform und den flacheren runzel-artigen Erhabenheiten
der neuen Rasse ist recht erheblich. Die Stirnbildung stimmt bei
beiden überein: tiefe kreuzförmige Grube auf der Hinterstirn, deren
vordere Schenkel mit dem longitudinalen Sulkus in Verbindung treten,
Archiv ftir Naturgeschichte
1913. A. 11. 1 11. Heft
y Walther Horn:
welcher sich lateral (medial vom Augenrand) nach vorn zum Clipeus
hinzieht.
Cienostoma rugifrons subsp. pseudoheydeni (novum).
Differt a forma prioritatis elytris macula magna discoidali pone
basim fere usque ad suturam ducta flavescente ornatis; apice an-
gustius flavescente; sculptura pone ipsam fasciam mediam (discoidaliter
et suturam versus) paullo subtiliore minusque confluente. — Long.
12°2/, mm (sine labro).
1 9, Espirito Santo.
Die Prioritätsform (das von mir seinerzeit beschriebene Exemplar
besaß nur das Rudiment eines Kopfes) hat eine Kopfbildung ähnlich
Ct. Jekeli, nur ist die ganze Oberfläche diskoidal und lateral ziemlich
dicht punktiert. Die neue Rasse hat den zwischen den lateralen Längs-
furchen liegenden Teil der Mittelstirn fast nur diskoidal punktiert
(aber erheblich dichter als Ct. Jekeli oder Heydeni). Pronotum und
. Flügeldecken sind bei der Prioritätsform wie bei der neuen Rasse
gleichartig mit einzelnen langen starren abstehenden gelblichen Haar-
gebilden versehen (ebenso wie bei meinem Typus von ÜOt. Heyden:,
während die Farbe dieser Haargebilde bei einem mir später mitge-
geteilten Exemplar schwärzlich ist; eine Variationsfähigkeit, welche
auch sonst im Genus vorkommt). Die Flügeldeckenskulptur ist bei
allen 3 Formen (nicht Ct. Jekeli) recht ähnlich, nur bei dem typischen
Ct. rugifrons sind die Punkte dicht hinter der Mintelbinde ein wenig
gröber und mehr zu Runzeln zusammenfließend.
Auf den ersten Blick erinnert die neue Rasse sehr an Ot. Heydeni,
unterscheidet sich jedoch von ihr durch den etwas größeren Kopf,
die diskoidal stärker punktierte Stirn, die viel rechtwinkliger vor-
springenden Flügeldeckenschultern (Basis davor also stärker und
plötzlicher verengt), die etwas kürzeren und in der vorderen Hälfte
weniger verschmälerten Flügeldecken.
Ich besitze ein & mit der mangelhaften Fundortsangabe ‚,Brasilien“,
welches offenbar zur neuen Rasse gehört. Der Kopf stimmt zwar
mit Ct. Heydeni überein, ist aber angeklebt und wohl nicht zum
übrigen Tier gehörig. '
Collyris (Archicollyris) brevipennis subsp. elongato-subtilis (novum.)
Differt a forma prioritatis et subsp. subtilesculpta statura minore
multo angustiore; elytris parallelis multo subtilius minusque dense
punctatis, ut sculptura nullo modo retieularis videatur. Colore supra
sordide olivascente, corpore supra subnitente. — Long. 20!/, mm
(sine labro); elytrorum latitudo 4—4!/; mm.
1&; Anamalais (Süd Vorder-Indien).
Das konische, dicht und grob quer gefurchte Mittelstück des
Pronotums ist für mich Veranlassung, diese Form noch zum „Art-
begriff“ der Coll. brevipennis zu rechnen, trotz der im Gegensatz zu
50 neue Cieindelinae, 3
allen Archicollyris-Formen seichten, feinen und weitläufigen Flügel-
deckenskulptur. Die Zwischenräume der punktförmigen Impressionen
prävalieren bei der neuen Form über den letzteren, während es sonst
umgekehrt ist. Nur in der Mitte der Flügeldecken (auf kleinem Gebiet
und auch da nur auf der medialen Hälfte) finden sich Anfänge von
schwacher querer Runzelung. Pro-episternen und Seitenteile des
Metasternums etwas weniger grob und nicht unerheblich spärlicher
punktiert als dort. |
Collyris (Neocollyris) brevithoracica (n. sp.).
Coll. Roeschkei 2 affinis, differt statura perparva, pronoti parte
intermedia multo breviore, oviformi, glabra, suleulo apicali (linea
illa juxta marginem ipsum liberum impressa) longo profundo; elytris
densius omnino aequalius subreticulariter punctatis (solummodo
parte declivi apicali paullo levius rariusque punctata); proepisternis
solummodo intus (subtilissime dense), meso- et metaepisternis dense
punctatis; metasterni parte lata laterali glabra, punctis perpaucis
ad angulum lateralem posteriorem exceptis. Labro viridi; palpis
nigro-metallieis, lJabialium artieulis 2 primis rufis, maxillarium artı-
eulis II et 1lI paullulum brunnescentibus; elytris viridibus, lateraliter
coeruleo-cyanescentibus; pedibus et trochanteribus rufo-brunne-
scentibus, femoribus obscure-rufescentibus, hine inde leviter metallice
indutis, extremo tibiarum posticarum apice cum artieulis 3 corre-
spondentibus tarsalibus testaceis; antennarum articulis 8—11 obscuratis
— Long. 7 mm (sine labro).
13; Kini Balu (N. Borneo: ex coll.: Van de Poll).
Der Kopf ähnelt auch dem von (. resplendens Q, nur ist der
Vertex etwas breiter, der longitudinale Medianstreifen etwas schmaler
und bis hinten recht deutlich gekielt. Die zwei ersten Fühlerglieder
und die Basis des dritten sind cyan-blau, von da ab bis zum siebenten
Glied rötlich-gelblich. Das für eine Collyris auffallend kurze gewölbte
Mittelstück des Protborax erinnert schon etwas an manche echte
Tricondyla-Art. Die Flügeldeckenskulptur ist für eine so kleine Spezies
auffallend grob, dieht und tief, in der Mitte kaum anders als im zweiten
oder vierten Fünftel. Im Verhältnis zu der Kleinheit ist die neue Art
recht breit und plump gebaut, im Gegensatz zum Beispiel zu der
kaum erheblich größeren Coll. brevilabris.
Mir liegt (gleichfalls aus der Sammlung Van de Poll) eir
zweites $ dieser Art aus Muara-Doea (Palembang: colleg. Kanne-
gieter, III 1890) vor, welches ein merklich längeres Mittelstück des
Pronotums (schon konisch-oval!) besitzt. Seine Oberlippe ist dunkel,
kaum metallisch glänzend, die Skulptur der Flügeldecken im ganzen
etwas weniger di.ht, besonders im Spitzenteil, sodaß sie im ganzen
fast völlig der vieler Exemplare von Coll. Bonellii ähnelt. Sein
IV. Fühlerglied basaliter dunkel-metallisch.
1* 11. Heft
4 Walther Horn:
Collyris (Neocollyris) acute-apicalis (n. sp.).
C. punctatellae (Nietneri) sat affinis, differt capite paullo angustius
ovali, fronte vix longius posticem versus excavata; parte longitudinali
mediana minus plana (convexiuscula); postice et angustata et pro-
fundiore. Prothorace eiusdem longitudinis et in tertia parte antica
eiusdem erassitudinis, sed omnino conico, ut media pars paullo angustior,
basalis paullo crassior sit; pronoto fere levigato, punctis nonnullis
lateraliter et ad basim lateralem exstantibus. Elytris eodem modo
sculptis, solummodo punctis in tertia parte basalı perparum minus
densis, apice singulo semilunariter exciso: angulo laterali et apicali
acutis, illo paullo magis prominente. Femoribus dilutius rufescentibus,
tibiis postieis distaliter cum tarsis 3 correspondentibus rufis; corpore
supra subtusque magis cyanescentibus. — Long. 13 mm (sine labro).
1 2; Chandkhira (Sylhet: ex coll.: Van de Poll).
Der Kopf ähnelt sehr dem von CO. cochinchinensis, nur ist der
longitudinale Mittelstreifen etwas schmäler, hinten verschmälert und
schwach vertieft endend. Der Kopf ist auch dem von f). attenuata
ähnlich, aber die Augen nicht so vorspringend, der longitudinale
Mittelstreifen nicht so gewölbt, beziehungsweise seine beiden lateralen
Randsulci nicht so tief. Das Pronotum ist jenen Exemplaren von
C. albitarsis ähnlich, die ich einst als var. longicollis beschrieben habe
(abgesehen von den eingestochenen Punkten). Der Kopf ist kleiner
und erheblich schmäler (ovaler) als bei C. albitarsis, die Augen weniger
vorspringend; die Stirnaushöhlung etwa gleich, aber der longitudinale
Mittelstreifen ein wenig schmäler, hinten etwas verengt und schwach
vertieft endend. Die Flügeldecken gleichmäßiger dichter punktiert.
— Taster, Hüften, Trochanteren dunkel metallisch. Seitenstücke
von Vorder- und Mittelbrust spärlich, Seitenflächen vom Metasternum
sehr spärlich punktiert. Scheibe von Vorder- und Mittelbrust dichter
behaart.
Collyris (Neocollyris) plieicollis subsp. subtile-Slavescens (novum).
Ditfert a forma prioritatis frontis parte longitudinali mediana
paullo latiore; prothorace plerumque paullo breviore pronotoque
saepe subtilius transversim rugato; elytris antice subtilius punctatis,
sculptura brevius pone fasciam mediam (longius ante apicem) jam
longitudinaliter confluente (in tertia parte apıcali similiter formata);
femoribus laetius testaceis, tibiis maxima ex parte brunneo-testaceis.
— Long. 9/,—12!/, mm (sine labro).
18, 2 29, Shembaganur (Madura).
Ob ein größeres Material die Unterschiede in der Form und Skulptur
des Pronotums bestätigen wird, bleibt abzuwarten. Das hintere Drittel
der Flügeldecken ist bei beiden Formen annähernd gleichmäßig
skulpiert: stark ausgebildete longitudinale Konfluenz usw.
50 neue Cicindelinae. 5
(Collyris Neocollyris) ampullicollis (n. sp.).
Capite paullulum €. Horsfieldi referente, fronte evidenter minus
profunde minusque posticem versus excavata, parte longitudinali
mediana latiore, non carinata, leviter convexiuscula, plieis baso-
orbitalibus nullis; pronoto ©. constrieticolli simili, sed parte angustata
anteriore etiam paullo angustiore vix transversim sculpta, parte
crassa posteriore breviore crassioreque rarius leviusque transversim
striata; elytris ©. plieicolli similibus, sed robustioribus, angulis hu-
meralibus magis rectangularibus, fascıa media nulla, sculptura tota
paullo grossiore sed eiusdem modi. — Long. 14%/,—16 mm.
3 29; Travancore (Wallardi: Le Moult).
Der breite Kopf sowie das lange bis kurz hinter der Mitte sehr
stark verengte und dann plötzlich auffallend verbreiterte Halsschild
bilden den bisher auffallendsten Fall in dem an sonderlichen Hals-
schildformen so reichen Genus; dagegen hat Coll. variicornis einen
schmalen Kopf (besonders Vertex), ein kürzeres enges Vorder- und
längeres breites Hinterstück des Prothorax. Der vertiefte Mittel-
streifen der Stirn reicht etwa so weit nach hinten wie bei ©. subtilss,
ist aber annähernd doppelt so breit; Oberlippe etwas kürzer. Die
dünnste Stelle des Prothorax dicht vor dem Übergang in den diekeren
hinteren Teil; Pronotum fast unpunktiert. Die Flügeldeckenskulptur
ist überall viel weniger grob und tief als zum Beispiel bei €. Horsfieldi;
die Zwischenräume im vorderen und hinteren Viertel nicht so netz-
förmig erhaben, sondern etwas breiter und flacher; im mittleren
Fünftel findet sich eine irreguläre retikuläre Runzelung; dahinter
fangen bald longitudinale Runzeln an, die ziemlich ausgeprägt sind;
im abschüssigen Spitzenteil stehen isolierte longitudinale Grübchen-
punkte. In der Mitte des Hinterrandes des VII. Abdominalsternits 2
stehen 2 etwas nach unten gekrümmte, basaliter breit verwachsene,
distaliter mäßig divergierende stiftförmige Vorsprünge. Zu beiden Seiten
davon je ein kleiner gerader Fortsatz. An den Ecken des Hinterrandes
des VI. Sternits ein größerer gerader etwas medial gekrümmter haken-
artiger Prozessus. — Körper schmutzig olivgrün, mit stahlblauen
Nuancen am Kopf und an Oberlippe. Taster und 6 erste Fühlerglieder
stahlblau. Hüften und Trochanteren dunkel metallisch, Schenkel
gelblich rot (äußerste Enden etwas dunkel metallisch, Oberseite [be-
sonders Vorderschenkel] distal mit ähnlichem Anfluge). Tibien und
Tarsen bläulich-eyan. Seitenstücke der ganzen Brust nebst breiten
Seitenflächen des Metasternums nackt. Pro- und Metasternum
ser sehr spärlich behaart, Mesosternalscheibe dicht fein
ehaart.
Megacephala (Tetracha) sobrina subsp. globosicellis (novum).
Differt a subsp. Erichsoni pronoti parte intermedia globosiore,
lateribus magis arcuatis; elytris brevioribus, macula apicali antice
minus dilatata, postice minus angustata. Colore totius superficiei
unieolore cyaneo aut viridi-cyaneo. — Long. 13—15 mm (sine labro).
11. Heft
6 Walther Horn:
dd; Britisch-, Holländisch- und Französich Guyana.
Flügeldecken so grob punktiert wie subsp. Zrichsoni; die ein-
gestochenen Punkte relativ ebenso wenig wie bei dieser Rasse durch
Reste von Tuberositäten (die sonst häufig in Form von queren ge-
bogenen Skulpturelementen an der Basis oder in der Mitte der Grübchen
restieren) deformiert. Von allen sobrina-Rassen hat nur subsp. in-
fuscata ein der neuen Form ähnliches globulöses Pronotalmittelstück;
unterscheidet sich aber durch die Größe des ganzen Körpers, die Färbung
und die weniger grobe und aus relativ weniger rein gebildeten Grübchen
bestehende Flügeldeckenskulptur. Nur im Spitzendrittel zeigen sich
bei der neuen Rasse öfters Reste von Tuberkelchen, die jedoch nie
in Form von schindelartigen Erhabenheiten erheblich dominieren.
Die kurze Form, die Kleinheit des Körpers, die einfarbige Oberseite,
die Form der Spitzenmakel geben der neuen Rasse weiterhin ihr Ge-
präge. Die Prioritätsform, subsp. Sommeri, punctata, Spixi, phylo-
genetica, longipennis haben die Flügeldeckengrübchen im vorderen
und mittleren Drittel weniger grob und weniger rein entwickelt (mehr
& la subsp. infuscata). Die Unterseite der neuen. Rasse ist eyan oder
cyan-schwarz.
Die geographische Abgrenzung von subsp. Erichsoni ist noch
unbekannt; sie ist von allen sobrina-Formen aber auf jeden Fall die-
jenige, welche der neuen Rasse am nächsten wohnt.
Oxychila cophognatoides (n. sp.).
Ox. (Cophognatus) opacipenni & affinis, differt labro flavescente;
elytris minus elongatis, ad apicem paullo magis declivibus, angulo
humerali magis prominente, pone humeros paullo angustioribus, ut
in medio magis sinuatim dilatata videantur, apice singulo recte truncato,
angulo latero-apicali multo breviore (suturali fere aequali), macula
rotundata in medio disco collocata; palpis, parte basalı artieuli quarti,
trochanteribus, tibiis, tarsıs flavis; femoribus, mandibulis, antennarum
articulo primo, secundo, tertio, quarti apice brunnescentibus. —
Long. 18 mm (sine labro).
18; Piraly (Santa Catharina: von Herrn J. P. Schmalz im
Februar 1910 am Ufer eines Urwaldflusses abends am Licht gefangen).
Die vorspringenden schärferen Schulterecken mit der darauf
folgenden Verengerung lassen die kürzeren hinten weniger verschmälerten
und zur Spitze konvex abfallenden Flügeldecken erheblich weniger
parallel erscheinen. Die Flügeldeckenskulptur ist bis zur Mitte gröber
und dichter, im hinteren Drittel sehr fein und spärlich wie bei jener Art.
Die Mandibeln sind lang bogenförmig gerundet, mit mäßig langem
Spitzenzahn und breitem kürzeren Doppelzahn dicht davor; Basal-
zahn klein und etwas aufwärts gebogen. — Oz. distigma & steht der
neuen Art gleichfalls recht nahe und erinnert auch in der geschweiften .
Gestalt der Flügeldecken an sie; die Mandibeln sind aber schon weniger
bogenförmig gerundet; ihr Basal- und Spitzenzahn länger, der Doppel-
zahn davor schon mehr in 2 Zähne aufgelöst; die Oberlippe länger
50 neue Cicindelinae. 7
und viel schmäler; der Schulterwinkel weniger vorspringend, die
Flügeldeckenskulptur im ganzen nicht unerheblich gröber, der laterale
Spitzenwinkel viel vorspringender, die Flügeldecken hinten flacher
und lateral vom hinteren Spitzenwinkel schmöäler; die Basis des dritten
Fühlergliedes hell. Die Oberlippe der neuen Art ist gelblich.
Oxychila Strandi (n. sp.).
Inter Ox. Bolivari et Oberthüri; & differt ab illius $ pronoti
angulis antieis superne magis visibilibus, lineola mediana paullo melius
impressa. Elytris magis splendentibus, juxta suturam anticam et
ante maculam discoidalem (latiorem, postice inerassatam) profundius
impressis; apice singulo aequaliter angustato, sed parte truncata sat
profunde emarginata, angulo et laterali-apicali et suturali aequaliter
modice acute breviterque prominente; tenui apicali penis parte multo
breviore. & differt ab Ox. Oberthüri & labro longiore, dente mediana
adjacentibus multo longiore; elytrorum angulo humerali minus acuto,
sculptura minus densa, impressionibus supera citatis profundioribus,
macula discoidali crassiore posticeque incrassata, apice singulo an-
gustius truncato, angulo latero-apicali evidenter breviore, penis apice
nme crassiore (non sensim angustato). — Long. 14/, mm (sine
labro).
1&; Chanchamayo (Peru: A. Heyne).
Habituell der Ox. Bolivarı und Oberthüri sehr ähnlich, gleich
gefärbt (nur Hinterschenkel in längerer Ausdehnung gedunkelt).
Schulterwinkel viel weniger scharf als bei Ox. Oberthüri. Flügeldecken-
impressionen relativ stark entwickelt. Der von zwei gleichmäßig
entwickelten scharfen Winkeln begrenzte Ausschnitt der einzelnen
Flügeldeckenspitze ist sehr bemerkenswert.
Oxychila similis subsp. immaculata (novum).
Differt a forma prioritatis et formis illis a me olim nominatis
(Schmalzi, dissimilis, longilabris) statura evidenter majore, capite
prothoraceque paullo latioribus (hoc imprimis antice magis dilatato);
elytris multo longioribus, immaculatis, angulo humerali paullulum
magis evidente, punctis in parte antica et media insculptis minoribus,
minus densis, interstitiis planis, rugulis transversalibus nullo modo
visibilibus, @ angulo laterali apicali in forma anguli brevis dentiformis
prominente. — Long. 17—18 mm (sine labro).
99? 3I; Cuyaba et Jatahy (Brasilien).
Oberlippe SQ gelblich, viel länger als bei der Prioritätsform, im
mittleren Teil der Länge viel schmäler; Q&$ etwas länger und ebenfalls
im mittleren Teil etwas schmäler als bei der Form Schmalzi m. und
dissimilis m.; Q etwa ebenso lang wie bei der Form longilabris m.,
aber gleichfalls im mittleren Teil schmäler. Die langen in der Mitte
weniger verbreiterten Flügeldecken mit der im vorderen und mittleren
Drittel feineren und durch plane (nirgends Spuren von Runzelung
zeigende) Zwischenräume getrennten Punktierung unterscheiden die
11. Heft
8 Walther Horn:
neue Rasse leicht. $ mit kurzem, zahnartig vorspringendem lateralen
Spitzenwinkel.
Ich besitze eine Übergangsform von der neuen Rasse zu den bisher
benannten Formen (132) aus Jatahy (Goyas): Skulptur der Flügel-
decken und lateraler Spitzenwinkel zwischen beiden stehend; Größe
des Körpers, Gestalt der Flügeldecken sowie Form und Farbe der
Oberlippe wie bei der neuen Rasse; Scheibenfleck rudimentär. —
— Ein weiteres Übergangsexemplar (3) habe ich aus Uropreto (Minas
Geraes; Ohaus, 28. XII. 1898): Größe des Körpers, Form der Ober-
lippe sowie der Flügeldecken wie bei der neuen Rasse, Skulptur der
Flügeldecken sowie Scheibenfleck wie bei den anderen Formen,
Oberlippe schwarz.
Die Abgrenzung des Artbegriffs ist im Genus Ozychila schwer;
die Zukunft muß schärfere Unterschiede zwischen Ox. tristis, Pineli
und simzlis finden!
Dromica bicostata (n. sp.).
Drom. albivitti affınıs, differt labro breviore, dente mediana
nulla; fronte evidentius grossius sculpta, impressionibus 2 discoi-
dalibus inter oculos profundioribus; prothorace longiore, ante basım
minus abrupte angustato, disco. basim versus non declivi sed sat
applanato, toto multo grossius rugato, plieis singulis grossis undulatis
sat acutis ubique plus minusne transversalibus, solummodo juxta
lineam medianam posticem versus convergentibus; elytris etiam
magis sine humeris, angulo singulo acuminato, spina suturali lata
acuta modice longa (spinis vix divergentibus). Linea alba marginali
elytrorum duplo latiore, non elevata, solummodo sat lenge pone
humerum incipiente a margine ipso intervallo angustissimo separata;
costis non irregulariter dilaceratis sed 2 longis latis altis acutis, vix
pone basim incipientibus, antice et in medio parallelis, postice con-
vergentibus et ante apicem confluentibus, ut in extremo apice costa
una solummodo exstet, quae fere angulum suturalem attingit. Sutura
acute elevata costiformi. Coxis posticis lateraliter nudis, discoidaliter
modice pilosis. — Long. 15 mm (sine labro).
13; Süd Angola (Ert]).
In meine dritte Gruppe gehörig; durch die scharfkantig erhabene
Naht und die 2 diskoidalen breiten scharfkantigen Rippen bei fein
netzförmiger Punktierung des Grundes von allen anderen Arten leicht
zu unterscheiden. Oberlippe und Taster (nur das Endglied schwärzlich)
gelb. Kopf, Pronotum, ganze Brust und Abdomen nackt. Seiten des
Mittelstücks des Pronotums parallel, nur hinten dicht vor der Basal-
furche in 2 Stufen konvergent werdend; die welligen Pronotal-Runzeln
grob scharf, diskoidale Wülste verloschen angedeutet; Pro-Episternen
lateral seicht quer gerunzelt. An der medialen Basis der medialen Rippe
steht eine Reihe kupfrig glänzender mittelgroßer Subsuturalgrübchen ;
der Grund der Flügeldecken ist kupfrig matt glänzend. Oberseite
von Kopf und Halsssshild mäßig dunkel erzfarben; Rand, Rippen,
50 neue Cieindelinae. 9
Naht der Flügeldecken sowie Körperunterseite, Trochanteren und
Beine schwärzlich; nur Wange, Seitenstücke der ganzen Brust und
Basis des Abdomens bläulich-grünlich-erzfarben. Vier Vordertrochan-
teren und vier Vorderhüften mit je einem fixierten Haargebilde.
Dromica bicostulata (n. sp.).
Dr. trieostatae affinis, differt magnitudine multo minore, labro
nigro, tota capitis superficie pronotoque multo minus grosse (sed etiam
sat grosse!) rugatis; partis intermediae pronotalis lateribus mintıs
rectis, pro-epipleuris non in modo acute-angulato sed leviter rotundatc
in pronoti superfieciem transeuntibus. Elytrorum punctis similiter
dense subtiliterque impressis sed forma oblongata; fascia flava juxta-
marginali triplo angustiore, margini ipsi paullo magis approximata;
disco costis 2 levibus latis ornatis, costis modice longe a basi remotis,
in disco antico et medio parallelis, solummodo in disco postico con-
vergentibus confluentibusque, longe ante apicem evanescentibus;
corpore toto magis obscurato. — Long. 10!/, mm (sine labro).
1 2, Bailundo (Angola: Ertl).
In die zweite Gruppe der Gattung gehörig, deren Diagnose dahin
zu erweitern ist, daß die Flügeldecken mit ‚2 oder‘ 3 breit wulstigen
Rippen versehen sind. Alles nackt, nur die Scheibe der Hinterhüften
mit je einem eingestochenen Punkt. Oberseite von Kopf und Pronotum
immer noch ziemlich grob gerunzelt, matt glänzend, Pronotum breit,
hinten etwas mehr als vorn verengt, Seiten mäßig gerundet, Scheibe
zur Basis mäßig abfallend. Einzelne Flügeldeckenspitze einfach zu-
gespitzt, Nahtdorn nicht deutlich entwickelt; die ganze matt glänzende
schwärzlich erzfarbene Scheibe ist dicht und fein mit oblongen Punkten
besetzt, der etwas stärker glänzende schwärzlichere Randstreifen
lateral von der schmalen schwach erhabenen gelblichen Längsbinde
ist spärlicher als die Scheibe mit rundlichen Punkten versehen.
Dromica (Myrmeecoptera) Schaumi subsp. setosipennis (novum).
Differt a forma prioritatis capite prothoraceque supra multo
grossius rugatis; pronoto angustiore, parte intermedia grossius un-
dulatim transverse rugata, antice posticeque multo magis constricto,
lateribus et margine antico et parte juxta lineam medianam setosis.
— Elytris convexioribus; lateribus et setosis et evidenter subtilius
et multo minus dense foveolato-punctatis; apice singulo multo pro-
fundius (profunde!) emarginato; anteriore maculae apicalis parte
non transversa, sed suturam et anticem versus ascendente, postica
huius maculae parte ante apicem evidenter incrassata intusque versus
prominente, angulum suturalem versus iterum valde angustata. —
—Long 13!/, mm (sine labro).
1 2; Mpangwa (Deutsch Ostafrika: Ert]).
Mit subsp. globicollis besteht keine weitere Verwandtschaft.
— Von subsp. seticollis ist die neue Rasse schon durch die Größe,
11. Heft
10 Walther Horn:
den breiten Kopf, die gröbere Stirn- und Vertexskulptur, die grobe
quere Runzelung des nur lateral und subsagittal beborsteten Mittel-
stückes des Pronotums, die lateral beborsteten Flügeldecken usw.
verschieden. — Subsp. taruensis hat eine feinere Skulptur von Kopf
und Pronotum; letzteres ist größer, vorn und hinten schwächer ver-
engt, nackt usw.; Flügeldecken lateral gröber und dichter punktiert
sowie nackt, seichterer Nahtausschnitt, Fehlen der minimalen juxta-
suturalen und der großen vorderen Scheibenmakel; vorderer Teil der
Spitzenmakel quer gerichtet, hinterer einfach schwach verdickt nach
dem Nahtwinkel zulaufend. — Subsp. Erili hat den Kopf etwas schmäler,
Kopf und besonders Pronotum erheblich weniger grob gerunzelt,
Vorderrand und Basis des Pronotums etwas länger, Pronotum und
Rand der Flügeldecken nackt, letzterer viel gröber punktiert, hinterer
Teil der Apikalmakel nach dem Nahtwinkel zu einfach schwach
dilatiert usw. — Die Oberlippe der neuen Rasse ist schwärzlich; Vorder-
stirn, Wange, Seiten der Scheibe von Vorder- und Mittelsternum
mehr oder minder spärlich beborstet. |
Dromica (Myrmecoptera) Schaumi subsp. globicollis (novum).
Differt a subsp. Ertli statura breviore; fronte verticeque paullo
magis cuprascentibus; pronoto cupreo, parte et apicali et basali evi-
denter brevioribus et solummodo rugis grossis 3—4 undulatis ornatis;
parte apicali quoque minus dilatata, parte intermedia cerassiore et
evidenter magis globosa (globosissima), tota intrieato-rugosa; elytris
magis convexis anticem versus brevioribus minusque angustatis,
toto disco atro-opaco, basi margineque angustius cupro-aenescenter
mieantibus.. — Long. 9/,—13 mm (sine labro, sine spina suturali).
2 22.38, Kigonsera (Deutsch Ostafrika: Ert]).
Der ganze Körper ist kürzer, gedrungener als bei subsp. Ertlx;
das ganze Pronotum ist kupfrig, das breitere und vollkommen kuglige,
überall unregelmäßig gerunzelte Mittelstück desselben mit dem kürzeren
und gröber gerunzelten Basal- sowie Apikalteil (welch’ letzterer auch
erheblich weniger nach vorn dilatiert ist) sowie die gewölbten im
vorderen Abschnitt verkürzten Flügeldecken sind recht bemerkens-
wert. Subsp. Ertli ist mir jetzt von Lukuledi, Ndanda und Namupä
(alles Deutsch-Ostafrika!) bekannt. Bei der neuen Rasse sind Vorder-
stirn, Seitenrand des Pronotums, Wange, Scheibe von Mittelsternum
und hintere Scheibe des Vordersternums mehr oder weniger spärlich
mit weißen Borsten besetzt. Oberlippe @ schwärzlich; & gelb, nur
ziırkummarginal ganz schmal dunkel gesäumt. — Das $ (Typus) von
subsp. seticollis hat Stirn, Flügeldecken und Pronotum etwas schmäler;
Mittelstück des letzteren nicht ganz so kugelförmig, feiner skulpiert
und überall beborstet. — Die Gestalt, Färbung und Skulptur des
Mittelstücks des Pronotums allein genügt gleichfalls, um die neue
Rasse von der Prioritätsform, subsp. setosipennis und subsp. taruensis
zu trennen. — Bei der neuen Rasse ist die Apikalzeiehnung marginal
in. der Mitte mehr oder weniger unterbrochen, ihr kleiner hinterer
Teil nach dem Spitzenwinkel zu etwas verdickt.
50 neue Cieindelinae. 11
Dromica foveicollis (n. sp.).
Species perparva, perparum Cosmemam referens, valde singularis,
novam sectionem constituens; capite, parte centrali pro- et meso- et
metasterni, pronoti disco et parte media marginis apicalis et basalis,
abdominis disco nudis. Pro- et meso- et meta-episternis cum epimeris
correspondentibus, coxarum parte discoidali et laterali, abdominis
margine pilosis. Pronoti parte laterali fere levigata, grosse (punetis
distantibus in seriebus 2—3 irregularibus collocatis) foveolato-punctata,
impressione singula seta parva albescente ornata. Elytris pone medium
evidenter dilatatis, totis sine costis, in dimidia parte antica subtiliter
sat sparsim discrete punctatis, punetis a medio sensim apicem versus
rarioribus minoribusque. Antennis filiformibus. — Long. 6°/, mm
(sine labro).
1; Katanga (Zentral-Afrika).
Die kleine Art steht im Genus ganz isoliert, nur das Pronotum
erinnert an (©. gilvipes, hat aber eine kaum noch erkennbare Mittel-
linie, etwas mehr gerundete Seiten, eine gleichmäßigere, feinere irre-
guläre Runzelung und vor allem jene eigenartige laterale Skulptur usw.
Oberlippe schwärzlich (kaum metallisch) mit schwachem bräunlichen
Schein in der Mitte der Basis; Vorderrand in der Mitte mit flachem
breitem, geradem Ausschnitt, der von je einem winzigen Zahn flankiert
ist. Die Augen sind weniger vorspringend als bei ©. gelvipes, die Stirn
zwischen den Augen ohne diskoidale grubenförmige Eindrücke, gröber
und deutlicher longitudinal gerunzelt. Die Flügeldecken haben eine
geringe Ähnlichkeit mit C. concinna, sind aber kürzer, vorn mehr
parallel verengt, vor der Mitte plötzlicher erweitert, hinten breiter
zugespitzt, Nahtwinkel spitzwinklig aber ohne Dorn und kaum diver-
gierend; vordere Hälfte bereits fein, spärlich verloschen punktiert;
lateral reicht diese schwache Punktierung bis etwas jenseits der
Mitte, diskoidal und medial nimmt sie schon vor derselben immer
mehr an Grobheit und Dichtigkeit ab, um allmählich bis zur Spitze
noch schwächer zu werden (etwas entfernt von der Naht verläuft
diskoidal auf der ganzen Länge der Scheibe ein besonders skulptur-
loser Streifen). Oberseite des Körpers schwärzlich, Unterseite schwarz-
blau mit schwachen erzfarbenen oder mehr grünlichen Tönen hier und
da. Schenkel oben und Fühler schwärzlich, Schenkel unten mit den
Hüften dunkel metallisch; Trochanteren, Tibien und Tarsen bräunlich,
Palpen hellgelb mit dunkel metallischem Endglied. Die Oberseite
des Körpers und der Schenkel sowie die Fühler könnten bei frischem
Material etwas metallisch sein. —Die Pro-Episternen und Pro-Epimeren
sind sehr spärlich und nur medialwärts beborstet.
Dromica (Cosmema) Strandi (n. sp.).
E trıbu ©. Wellmani-humeralis, differt capitis superficie prono-
toque multo grossius rugatis (fere ut in C. coarctata). Caput a C.
coaretata differens fronte inter oculos orbitisque planioribus, oculis
magis a pronoti margine distantibus; pronoti rugis juxta lineam
11. Heft
12 Walther Horn:
medianam paullo posticem versus convergentibus. Elytris fere ut
in ©. humerali, sed punctis magis aequaliter ab humeris usque ad
apicem collocatis, omnino/aliquanto grossioribus vixque magis distanti-
bus quam in C. humeralis parte basalı; parte marginali declivi sub-
nitente nigricante duplo latiore vel altiore, usque ad medium vix
rarius, postea evidenter rarius punctata quam disco opaco; spatio
longitudinali juxta-suturali levigato paullulum elevato (valde ob-
solete), foveolis 6 coerulescentibus gemmiformibus interrupto; apice
singulo non spiniformi sed acute angulato (angulis vix divergentibus);
signatura flava: macula oblonga juxta-marginali vix pone medium
collocata, stria modice longa ante - apicali. Colore ubique ut in C.
humerali, sed tibiüs, tarsis, trochanteribus dilutius testaceis. — Long.
ll mm (sine labro).
19; Südost Angola.
Wegen des von Gruben unterbrochenen Juxta-Suturalstreifens
in eine Gruppe mit CO. auropunctata, Wellmani, marginepunctata,
humeralis, gracilis gehörend, aber von allen schon durch die grobe
Runzelung von Stirn und Pronotum zu trennen. Hierin stimmt die
neue Art mit ©. densepunctata überein, unterscheidet sich aber von
ihr durch etwas breiteren (beziehungsweise kürzeren) Kopf wie Pro-
notum, welch’ letzteres auf der Scheibe auch weniger konvex ist;
Scheibenteil der Flügeldecken weniger dicht und weniger tief punktiert,
flacher, matt; abschüssiger Randteil steiler abgebogen, schwärzlich
glänzend; bis zur Mitte etwas, dahinter viel spärlicher punktiert;
Juxta-Suturalgruben kleiner und blau, ihre Zwischenstreifen etwas
breiter und leicht erhaben, der Nahtdorn fast fehlend, Form der
Makeln usw. Basis der Oberlippe, Tibien, Tarsen, Trochanteren gelb.
Vier Vordertrochanteren und vier Vorderhüften mit je einem fixierten
Haar. Hinterhüften nackt, nur auf der Scheibe mit einigen Punkten.
Kopf, Halsschild, ganze Brust und Abdomen nackt.
Dromica (Cosmema) grossula (n. sp.).
E. tribu C. Wellmani-humeralis. C. auropunctatae imprimis
affınis; differt ab hac capite pronotoque paullo crassioribus; elytris
evidenter magis dilatatis (his fere latitudine aequalibus C. bicostu-
latae); elytrorum punctis paullo densius coljocatis quam in C. auro-
punctata, evidenter acutius inseulptis, ut circumferentia arcuata
antica et lateralis punctorum melius pereipienda sit; laterali elytrorum
parte inter vittam juxtamarginalem et marginem liberum 2 subnitida
profundius punctata, d opaca grossiusque densiusque punctata; vitta
flava latiore, margini magis approximata, densius punctata, in quarta
parte basali defieiente. — Long. 10—11 mm (sine labro).
2 29, dd; Angola (ex. coll. V. Plason).
An der breit bauchigen Gestalt der Flügeldecken von allen anderen
Arten dieser Gruppe zu unterscheiden. Kopf und Halsschild noch
etwas breiter als die breiteste bisher bekannte Spezies dieser Sippe
(C. auropunctata), erheblich breiter und plumper als die im ganzen
50 neue Cicindelinae. 13
auch kleineren ©. marginepunctata und Wellmani. Flügeldeckenrand
Q viel mehr gegen die Scheibe durch Skulptur und dunkle Färbung
kontrastierend als bei C. marginepunctata, Scheibenteil beim $®
etwas dichter skulpiert. Die Flügeldecken von Ü. Wellmani sind etwas
konvexer, Randteil d matt und dichter punktiert, Nahtwinkel 9 &
gerundet. — C. gracilis und humeralis kommen wegen ihrer schmalen
schlanken Gestalt nicht weiter in Frage; ebenso wenig (©. Strandi
und densepunctata (die obendrein eine viel gröbere Skulptur auf dem
Kopf und Pronotum zeigen usw.). Körper oben bräunlich erzfarben,
hier und da mit schwachem grünlichen Schein, der nur in den Juxta-
Suturalgruben intensiv ist. Ganzer Körper nackt und die Scheibe
der Hinterhüften mit je 2—3 eingestochenen Punkten. 4 Vorder-
trochanteren und 4 Vorderhüften mit je einem fixierten Haargebilde.
Das eine 3 hat die Randbinde in die Mitte ihrer Länge etwas
unterbrochen. Nicht selten findet sich überdies das Rudiment eines
dem Juxta-Suturalstreifen ähnlichen Gebildes (aber ohne Gruben-
unterbrechungen) auf der Scheibe der Flügeldecken etwa in gleichem
Abstand vom Juxta-Suturalstreifen einerseits und der Randbinde
andererseits, bald mehr in der Mitte, bald hinter derselben, in mehr
oder weniger kurzer Ausdehnung.
Prothyma (Physodeutera) rectolabialis (n. sp.).
Proth. virgulatae Fairm. similis, differt $ a d labro paullo longiore,
5-dentato, lateribus rectis (non areuatis); fronte inter oculos paullo
latiore; prothoracis parte intermedia vix minus parallela (lateribus
perparum magis arcuatis); elytris sat opacis, apice extremo singulo
rotundato, angulo suturali paullulum retracto, antice paullo sub-
tilius sparsiusque, in medio et postice evidenter subtilius punctatis
(postice puncta levissima); tertio quartoque antennarum articulo
distaliter obscure annulato, non incrassato; abdominis apice non
decolorato; capitis et prothoracis superficie magis cyanea, elytris
minus cyaneis (cyanescenter-viridibus); macula anteapicali elytrorum
nulla. Long. 8mm (sine labro).
18; Diego Suarez (Madagaskar: H. Donckier).
S größer als Pr. punetipennis $, Halsschild länger und schmäler,
Pronotum weniger konvex zur Basis abfallend, matter und etwas feiner
quer skulpiert; Oberlippe viel länger usw.; Flügeldecken viel spär-
licher und feiner punktiert usw. — & kleiner als Pr. janthinum &,
Öberlippe etwas länger und gradliniger verschmälert, Stirn zwischen
den Augen mit weniger ausgeprägten diskoidalen Impressionen;
Halsschild mit vorn und hinten etwas mehr verengtem Mittelstück;
Flügeldecken abschüssiger zur Spitze abfallend (fast identisch
skulpiert!) usw.
Oberlippe geradlinig nach vorn verschmälert., Vorderrand 5-zähnig
mit kaum gesondert vorgezogenem Mittelstück (das wie gewöhnlich
3 Zähne trägt), Mittelzahn klein, hell gelblich mit hell brauner Scheibe.
Oberseite von Kopf fein skulpiert, ohne deutliche diskoidale Eindrücke
11. leit
14 Walther Horn:
zwischen den Augen. Mittelstück des Pronotums fein quer gestrichelt,
fast parallel, hinten und vorn annähernd gleich schwach verengt.
Flügeldecken vorn mäßig grob und mäßig dicht (nirgends zusammen-
fließend), in der Mitte spärlicher und feiner, hinten sehr schwach
punktiert. Zeichnung nur aus einem ziemlich großen weißlichen
Schulterfleck bestehend. Taster, Beine, Hüften und Trochanteren
hell gelblich ‚nur die größere basale Hälfte der Hinterhüften dunkel-
bläulich, Schenkel distal mit leichtem dunklen Anflug. Kopf, Hals-
schild, Rand der Flügeldecken und des Abdomens ceyanblau, im übrigen
Flügeldecken und Abdomen grünlich-blau.
In der Sammlung von Herrn Fleutiaux sah ich nachträglich
ein @ dieser Art von 8!/, mm Länge (ohne Öberlippe), gleichfalls von
Diego Suarez (H. Donckier): ? differt a S elytrorum humeris sine
macula albescente; prothorace latiore, parte intermedia basim versus
paullulum dilatata; labro (lateribus rectis) T/, longiore laete brunne-
scente, dente mediana magna. 2 differt a Pr. virgulata 9 labro evidenter
longiore, lateribus rectis, dente mediana longiore, prothoraeis parte
intermedia posticem versus leviter dilatata, extremo (singulo) ely-
trorum apice etiam magis rotundato, coloratione, sculptura etc.
Prothyma (Physodeutera) gigantea (n. sp.).
Pr. bucephalae affinis, major, longior, angustior; differt labro
toto flavo, breviore, dente mediana longiore instructo; vertice angusti-
ore; pronoto longiore angustioreque, postice non angustato; elytris longi-
oribus, simili modo sed omnino paullo subtilius punctatis, eircum-
ferentia antica punetorum tuberositate perparva (Cyrtom!) distinetius
ornata, apice singulo latius truncato-rotundato.. Üolore corporis
supra olivaceo-viridi opaco, subtus viridi nitente hine inde paullo
coerulescenter induto, elytris maculis 3 sat magnis flavo-rufis ornatis:
prima oblonga postice acummata (marginem solummodo basaliter
attingente) humerali, altera juxta-marginali media transversa, tertia
ante-apicali transversa ovalı paullo minore. — Long. 15 mm (sine
labro).
1 2; Fenerive (Madagaskar: E. Perrot, ex coll. Van de Poll).
Auf den ersten Blick durch die Größe, olivgrüne Farbe und die
großen rötlichen Makeln erkennbar. Stirn zwischen den Augen stark
ausgehöhlt, aber ohne distinkte Impressionen, mäßig fein longitudinal
skulpiert. Pronotum fein quer skulpiert, mit halb geglätteten und
mäßig glänzenden Basalhöckern. Erstes, zweites sowie Spitze des
dritten und vierten Gliedes der Fühler dunkelbraun metallisch, Rest
des dritten und vierten Gliedes hell bräunlich-violett durchscheinend.
Schenkel gelblich, distal und oben mit dunklerem und stellenweise
violettern Anflug; Tibien und Tarsen (ihre Oberseite überall doppelt
gefurcht) fast rein violett. Taster dunkel braun, nur die 2 ersten
Glieder zum großen Teil heller gelblich. Von den 3 Flügeldecken-
makeln berührt der Schulterfleck nur vorn den Rand, indem er seitlich
vom Rande entfernt bleibt; die Mittelmakel ist die größte, nach hinten
50 neue Cicindelinae, 15
und innen ein klein wenig absteigend. Die einzelnen Flügeldecken-
„Punkte“ tragen am Vorderrand eine deutlich auffallende (unter
der Lupe heller grün erscheinende) körnchenartige Erhabenheit.
Prothyma (Physodeutera) viridieyanea subsp. suleo-prothoraeiea (novum),
Differt a forma prioritatis Jabro omnino marginaliter late flave-
scente; prothorace paullo latiore, sulco epimero-proepisternali prope
suturam epipleuralem pronoti evanescente: postica pronoti epipleurarum
parte non sulcata, tuberositate latero-basali pronotali obsoletius
rotundata, incisura laterali antebasalı multo leviore; elytris in tertia
parte media et postica subtilius punctatis, in medio parte diffusa
(suturam et anticem versus ascendente) distinctius velutino-obscura
ornatis; 4 primis antennarum articulis et palpis labialibus obscure
brunnescentibus; femoribus magis obseuris. — Long. 11mm (sine
labro).
1 2; Diego Suarez (Madagaskar: H. Donckier).
Die Basalhöcker des Pronotums sind verloschener als bei der
Prioritätsform; die tiefe Epimero-Proepisternalfurche reicht nur bis
zur Kante der Epipleuren, während sie sich bei der Prioritäts-
form seitlich fast bis zur Oberseite der Höcker verlängert.
Der Kontrast zwischen der dichten tiefen Punktierung des
vorderen Drittels der Flügeldecken und dem starken Ver-
löschen derselben im mittleren und hinteren Drittel ist recht
bemerkenswert. — Die Rasse maxima Fleut. ist erheblich größer,
hat die Basaltuberositäten des Pronotums noch stärker entwickelt,
die Basis der Pronotalepipleuren noch tiefer gefurcht, den Einschnitt
am Seitenrande des Halsschildes vor denselben noch erheblich tiefer
ausgeprägt, so daß die Tuberositäten förmlich von dem Hinterrand
des Pronotums abgebogen sind. In der Skulptur und dem Velours
der Flügeldecken erinnert subsp. maxima schon etwas an die neue Rasse,
besitzt aber einen Schulter- und Mittelrandfleck. In der Färbung
stimmen alle 3 Formen ziemlich überein, Oberseite matt und mehr
schmutzig bläulich-grün, Unterseite glänzend und mehr grünlich-
cyanblau.
Nachträglich habe ich ein weiteres © derselben Herkunft in der
Sammlung des Herrn Fleutiaux gesehen, das nur die Basis der
Öberlippe dunkel-metallisch hat.
Prothyma pseudocylindriformis (n. sp.).
Forma singularıs, Cieindelam cylindriformem et Cie. Sauteri
(ex Formosa!) valde referens. Labro, capite, prothorace fere ut in
Cie. Sauteri, sed pronoto paullo longiore subtiliusque sculpto; elytris
subnitentibus (minus opacis) discoidaliter minus applanatis, totis
evidenter grossius punctatis, sine plagis velutino-obscuris, antice
punctis hine inde (rare perparumque) confluentibus, postice punctis
magis distantibus sed vix minoribus quam in basalı Cie. Sauteri parte
(etiam minus acute insculptis). Differt a Cie. eylindriformi labro
11. Heft
16 Walther Horn:
flavo, pronoto subtilius sculpto; elytris discoidaliter minus eylindrico-
convexis, sculptura simili sed punetis in medio et postea evidentius
magis distantibus, parte latero-marginali non cyanescente. Differt
ab utraque corpore subtus nudo, elytrorum superficie sat inaequalı,
femoribus testaceis; tibüs, tarsisque testaceo-brunnescentibus, primo
antennarum articulo testaceo aut obscurato, maculis flavis: puncto
humerali, puncto perparvo centrali paullulum elevato, in disco antico
(sat ante medium) collocato, macula irregulari transversali juxta-
marginali fere in medio longitudinis posita cum puncto discoidali
posteriore plus minusve lineola interrupta sinuata connata, lunula
apicali antice paullulum inerassata et tenuiter usque ad angulum
suturalem ducta. Palpis et trochanteribus testaceis; articulo ultimo
(sat longo) palporum labialium, articulis 2 ultimis palporum maxilla-
rium obscuratis; articulo secundo palporum maxillarium penultimoque
palporum labijalium paullulum incrassatis. Corpore supra sordide
viridi-aenescente, subtus cyaneo-violaceo-viridi. Trochanteribus 2
antieis pila fixata ornatis, 2 intermediis fere semper (vel semper?)
nudis. — Long. 71/,—8!/, mm (sine labro).
d& 99; Shisha, V.—VI. 1912, Banshoryo-Distrikt (Sokutsu):
H. Sauter (Formosa).
Die habituell völlig isoliert stehende kleine Art gehört nach meinem
System in die IIB Gruppe der Gattung Prothyma und dürfte hier
noch am ehesten in die Nähe von Pr. heteromalla zu stellen sein. Ob
die habituelle Ähnlichkeit mit den 2 genannten Formosa-Ckxeindelae
auf Zufall, Konvergenz oder phyletischer Genese beruht, bleibt ab-
zuwarten. Mit der mir augenblicklich nicht in natura vorliegenden
Cic. Davisoni Gestro muß sie gleichfalls manches Gemeinsame haben
(obwohl Cie. Davisoni die Metaepisternen beborstet hat). Die Flügel-
deeken der neuen Art sind bemerkenswert uneben, indem eine seichte
Erhöhung indistinkt in der Mitte der Flügeldecken longitudinal (der
Naht etwas mehr genähert) nach vorn verläuft, um sich weiter vorn
nach der Schulterecke zu verlieren. Zu ihren beiden Seiten ziehen
ungleiche indistinkte Vertiefungen. Der Flügeldeekenrand ist von
der Färbung der Scheibe. Schenkel spärlich kurz beborstet. 4 Vorder-
hüften mit je 1, Hinterhüften basal und apikal gleichfalls mit je 1
fixiertem Haar. Das @ hat die Oberlippe länger und vorn weniger
verschmälert als das d. Ein @ hat die Mittelbinde breiter und un-
unterbrochen, sowie marginal ganz fein fast mit der Apikalmakel
verbunden.
Cieindela Escheri subsp. nudo-restrieta (novum).
Differt a forma pricritatis labri parte dentes 3 medianas ferente
paullo magis porrecta; elytris aeneo-obseuris, limbo flavo satis an-
gustiore (praecipue pone humeros lateraliter magis attenuato, ut
lunula humeralis magis appareat), puncto discoidali postico perparvo,
puncto suturali postico multo majore (suturali antico perparvo aut
deficiente); malis pro-episternisque eyaneo-purpureis; abdomine paullo
magis viridescente. — Long. 10—11 mm (sine labro).
50 neue Cicindelinae, 17
1 28; Lindi (Deutsch Ostafrika: ex coll. V. Plason).
Oberlippe relativ schmal, aber der die 3 Mittelzähne tragende
Teil deutlicher vorgezogen. Meinem & fehlen die Antennen, das 9 hat
das erste Fühlerglied nackt. Die dunklen Flügeldecken mit dem er-
heblich verschmälerten gelben Rand; der kleine Scheibenfleck bei
erheblich vergrößertem hinteren Nahtfleck und die lateral ein wenig
besser als solche erkennbare Schulterbinde (der gelbe Rand zeigt
etwas hinter der Schulter eine erheblich tiefere Einbuchtung als bei
der Prioritätsform und läßt dadurch die Gestalt der Schulterbinde
besser erkennen, obwohl die letztere noch breit mit der ganzen Rand-
binde zusammenhängt) sind die Hauptcharaktere dieser Rasse, welche
merkwürdig weit geographisch entfernt von der Heimat der Prioritäts-
form (Senegal) vorkommt. Ich habe keine weitere Veranlassung,
an der Plason’schen Fundortsangabe zu zweifeln.
Cieindela grossepunctata (n. sp.).
Differt a Cie. Luxeri Q@ labro breviore, fronte inter oculos dis-
coidaliter evidenter foveolato-impressa; pronoto latiore breviore,
lateribus magis rotundatis, basaliter magis quam apicaliter constricto,
paullo minus grosse rugato; elytris totis grossius, ut ita dieam, nigro-
punctatis, signatura flava simili sed tota evidentius anguste nigro-
marginata, puncto basalı in meo specimine deficiente, puncto discoi-
dali postico eum hamulo marginali medio linea nigra connato; capite
supra, pronoto, pectoris totius partibus lateralibus cupro-aeneis; elytris
obseure aeneis; malis, discoidalibus pectoris partibus, abdomine
aeneo-viridibus. Differt a Cie. uncivittata labro in medio paullo minus
porrecto, discoidali frontis impressione inter oculos profunda, capitis
superficie pronotoque paullo grossius sculptis, hoc breviore; elytris
obseurioribus, magis elongatis, totis grossius, ut ita dicam, nigro-
punctatis; coloribus corporis inferioris in illa specie coeruleis in nostra
specie viridibus. — Long. 10!/,;, mm (sine labro).
1 9; Abessinien.
Wange beborstet, Kopf nackt, nur mit Augenkranz am hinteren
Augenrand. Pronotum bei frischen Exemplaren wahrscheinlich dis-
koidal und zirkummarginal beborstet (bei meinem schlecht gehaltenen
Stück nur lateral beborstet). Der tiefe diskoidale grubenförmige
Eindruck auf der Stirn zwischen den Augen, das kurze breite Pronotum,
sowie die gleichmäßig und scheinbar so grob aber seicht schwarz
punktierten Flügeldecken sind sehr auffallend. Ausdrücklich bemerke
ich, daß die eingestochenen Punkte der letzteren offenbar klein und fein
sind; sie machen dadurch den groben Eindruck, daß ihre schwarze
Färbung über die Grenzen der eigentlichen Punkte hinaustritt. Vier
Vordertrochanteren bei meinem Exemplar ohne fixiertes Haar.
®
Abdominalscheibe nackt.
Cieindela Marshalli-seulpta (n. sp.).
Cie. constricticolli affinis, differt labro in medio minus producto,
oculis magis prominentibus, fronte inter oculos vix minus grosse
Arehiv für Naturgeschichte
824,11.
191 2 11. Heft
18 Walther Horn:
longitudinaliter striolata; vertice pronotoque grossius rugatis, pronoti
apice basique minus distincte transversim rugatis; elytris paullo
amplioribus convexioribus, atro-velutinus, punctis leviter impressis
sordide coeruleo-aenescenter coloratis et valde irregularıbus quoad
positionem magnitudinemque (sed nusquam densis!). Signatura:
puncto parvo humerali et discoidali antico, spatio sat lato lunato
obsceure submicante, ut ita diecam, connatis; macula irregulari modice
parva media juxta-marginali, cum puncto discoidali vix majore post-
mediano lineola interrupta arcuata connata; puncto parvo marginali
ad angulum apicalem lateralem, cum puncto paullulum magis discum
versus collocato vix connato; pro-episternis totis punctato-pilosis.
— Long. 8 mm (sine labro).
1 2; Neu-Langenburg (Deutsch Ostafrika).
'Halsschild etwa von der Form der (ke. constricticollis (hinten
also etwas stärker verengt als vorn, Seiten gerundet); Pronotum
und Stirn relativ grob skulpiert. Gestalt, Farbe (nicht Zeichnung)
und Skulptur der Flügeldecken erinnern stark an Cie. Marshallı.
Oberseite von Kopf und 4 Anfangsgliedern der Fühler, von Halsschild
und Schenkeln, sowie Seitenplatten der ganzen Brust kupfrig-erz-
farben. Wange, Mittelplatten der Brust, Abdomen, Unterseite der
Schenkel sowie des ersten und der Spitze des dritten und des vierten
Fühlergliedes blau beziehungsweise bläulich grün. Schienen und
Tarsen schmutzig kupfrig-violett. Abdomen auch auf der Scheibe
punktiert behaart. Lippentaster gelb (Endglied dunkel); Kiefer-
taster bräunlich gelb (Endglied dunkel). Vier Vorderschenkel mit
vereinzelten hakenförmigen Haaren. Vier Vordertrochanter und
vier Vorderhüften mit je einem fixierten Haar. Trochanteren
dunkel.
Cicindela constrieticollis (n. sp.).
Inter Cie. aberrantem et disjunetam; differt ab illa labro lateraliter
angustiore, dente mediana paullo longiore, striis longitudinalibus
juxta-orbitalibus vix grossioribus; pronoti lateribus magis rotundatis;
elytris paullo brevioribus, usque ultra medium multo (postea etiam
sat) minus profunde rariusque punctatis; ‚signatura fere ut in Cie.
disjuneta sed maeulis paullo latioribus ete.; episternis epimerisque
pro- et: mesothoracis sparsius lateraliter pilosis; trochanteribus nigri-
cantibus; superficie capitis pronotoque viridi-aeneis; elytris brunne-
scentibus paullulum velutinis, punctis illis levissimis late viridi-coeru-
lescenter maculatis. — Differt a C. disjuncta statura paullo minore
robustioreque; labro longiore (praecipue in medio), striis longitudi-
nalibus juxta-orbitalibus paullo grossioribus; pronoto latiore, latera-
liter magis rotundato, linea mediana magis impressa, parte et apicalı
et basali evidentius transversim rugata; elytrorum sculptura etiam
leviore, punetis latius et clarius viridi-coeruleo-maculatis; signatura
fere eadem, sed maculis paullo latioribus, puncto medio laterali magis
a margine remoto, lineola apicali marginali reducta minusque angulum
50 neue Cicindelinae. 19
suturalem versus ducta; pro-episternis minus lateraliter punctatis
(colore vide supra). — Long. 7—7!/, mm (sine labro).
2 99, 1 8; Ambositra (Madagaskar: Le Moult).
Kleine robuste Art. Vertex und Scheibe des Pronotums fein
skulpiert, Orbitastriche grob, Vorder- und Hinterrand des Pronotums
mäßig fein quer skulpiert. Flügeldecken ziemlich flach; bräunlich,
etwas sammetartig; eingestochene Punkte äußerst seicht, aber durch
Übergreifen ihrer grünlich-bläulichen Farbe über die Ränder der
einzelnen Punkte hinaus groß erscheinend. Schulterlunula in 3 Makeln
aufgelöst, von denen die 2 hinteren manchmal konfluieren. Von den
2 gleichfalls bisweilen konfluierenden Mittelflecken steht der eine
dem Rande, der andere der Naht näher. Vordere Spitzenmakel ziemlich
weit auf die Scheibe gestellt, hinterer Spitzenfleck aber rudimentär
und weit vom Nahtwinkel entfernt bleibend, länglich. Unterseite des
Körpers grünlich-erztarben, Abdomen und Mittelteile der Brust mehr
bläulich. Vier Vordertrochanteren und vier Vorderhüften mit je einem
fixierten Haar. Schenkel unter anderem mit hakenförmigen Haaren.
Kopf, Vorder- und Hinterrand sowie Scheibe des Pronotums nackt.
Cieindela Putzeysi subsp. gemmiprivata (novum).
Differt a forma prioritatis Q labri dente juxta-mediana paullo
minus prominente, Q3& vertice pronotoque paullo subtilius sculptis,
fronte inter oculos discordaliter paullo minus excavata; elytris simili
modo sed subtilius punctatis, foveis illis Jjuxta-suturalibus postbasali-
busque non visibilibus, angulo suturali @ recto (spina non retracta),
Sg acutiore; tota corporis superficie viridi-opaca, dimidia parte antica
marginis elytrorum cuprascente excepta; macula albescente ante-
apicali minore aut deficiente; pro-episternis irregularius evidentiusque
rugosis. — Long. 10—11 mm (sine labro).
2 22, 18; Nordwest Rhodesia (ex. coll. V. Plason).
Das Verschwinden der juxta-suturalen usw. Flügeldeckengruben
hängt zum erheblichsten Teil mit der Grünfärbung der ganzen Fläche
zusammen. Die 2 22 der neuen Rasse haben die Seiten der Brust
(zufällig?) heller kupfrig als die Prioritätsform, die Scheibe derselben
sowie das Abdomen mehr grünlich, während das einzige $ (zufällig?)
das letztere gerade auffallend blau besitzt. Naturgemäß erinnert
die neue Rasse auch sehr an grüne Stücke von (©. infuscata. Die letztere
hat aber $ den Vorderrand der Oberlippe in der Mitte eher zurück-
tretend als vorgezogen; 95 Stirn und Augen schmäler; Rand der
Flügeldecken bis hinten etwas glänzend (beziehungsweise kontrastierend
gefärbt) und abschüssig gerundet, fehlende Zeichnung, weniger ge-
runzelte Proepisternen, & stumpferen Nahtwinkel, $2 Seiten der Brust
mehr rot- oder blau-violett oder blau-grün. — Bei der neuen Rasse
ist der Rand der Flügeldecken bis zur Mitte gewölbt abfallend, von
da ab flach und matt.
2* 11. Heft
20 Walther Horn:
Cicindela cosmemoides (n. sp.).
Cic. hexastictae affınis, differt statura robustiore, magis formam
Dromicae referente. Labro breviore, disco latius flavo; capite et
praesertim vertice latiore; tota capitis superficie paullo grossius, simili
modo sed evidenter undulatius rugata. Pronoto paullo majore; antice
vix minus, postice evidenter minus constricto (vel lateraliter inciso);
lateribus magis rectis, minus arcuatis; toto grossius sculpto, rugis
irregulariter intricato-undulatis. Elytris brevioribus, minus convexis,
antice paullo minus angustatis, humeris minus rectangularibus, apice
singulo magis acuminato, parte illa discoidali indistinceta longitudinali
plus minusve elevata minusque dense seulpta, quae in illa specie
perparum visibilis est, in nostra specie defieiente; tota superficie
regularius reticulariter punctata (foveolis impressis basim versus
minus incrassatis, apicem versus minus deminutis quam in illa specie);
puncto perparvo flavescente non in angulo humerali ipso (in modo
paullo prominente), sed antea collocato (nec prominente); macula
juxta-marginali media latiore obliquo-ovaliı, ante-apicali angustius
oblonga; imeso-episternis vix majoribus, nudis; coxarum posticarum
disco densius punctato. Capitis superficie, pronoto, femoribus supra
obscure aenescentibus, hinc inde paullulum coeruleo-viridibus; elytris
laete cupreis modice opacıs, marginaliter sat anguste coeruleo-viri-
dibus; corpore femoribusque subtus viridi-cyaneis. — Long. 131/, mm
(sine labro).
1 8; Südost Angola.
Diese Art gehört zu jener kleinen Gruppe von Cicindelen, welche
hart an der bisher fixierbaren Grenze zwischen Cteindela und Dromica
stehen. Die Episternen der Mittelbrust sind für eine typische Otcindela
zu groß, für eine typische Dromica noch nicht groß genug (gemessen
im Verhältnis zur Größe der Metaepisternen). Diese letzteren sind
etwas kleiner und weniger rechtwinklig als sonst bei Ceindela, zu groß
und nicht dreieckig genug für eine typische Dromica. Habituell er-
innert die neue Art am meisten an (ic. hexasticta, obwohl sie einen
mehr Dromica-artigen Eindruck macht als diese; ich stelle sie daher
zu dieser Fairmaire’schen Art ins Genus Ckcindela: Die Zukunft '
mag schärfere Grenzen ziehen; vorläufig genügt die Erkenntnis der
Verwandtschaft! Bei der neuen Art fällt im Verhältnis zu Cie. heza-
sticta vor allem auf, daß die Flügeldecken viel weniger gewölbt und
im Verhältnis zur Größe von Kopf plus Halsschild viel kürzer sind;
das ganze Tier sieht dadurch plumper aus. Die Skulptur von Kopf
und besonders Pronotum ist gröber und die Runzeln (besonders Pro-
notum) viel undulierter-gewellter. Der mediale Teil der Proepisternen,
die Meso- und Metaepisternen, der laterale Teil des Metasternums,
die laterale und diskoidale Fläche der Hinterhüften ist ziemlich grob
und mäßig dicht punktiert, alles andere nackt. Taster gelblich mit
schwarzem Endglied.
50 neue Cicindelinae. 21
Cicindela pseudosuturalis (n. sp.).
Cie. suturali affınis, differt labro paullo breviore, antice latera-
literque latius flavescente; fronte, vertice, pronoto magis diffuse
setosis (non tantopere in forma vittarum discoidalium longitudinalium);
prothorace breviore, latiore, postice magis constricto, lateribus magis
rotundatis; elytris paullo brevioribus, convexioribus, postice minus
dilatatis, simili modo sed subtilius sculptis, tota parte basali sat late
sparsim setosa, fascia illa, ut ita dicam, setarum in illa specie paullo
pone medium sita in nostra specie paullo ante medium collocata, setis
illis juxta-suturalibus ante medium rarioribus, pone medium defi-
cientibus, setis illis ante apicem a margine, ut ita dicam, exeuntibus
discumque versus prominentibus fere nullis. — Long. 10—11?/, mm
(sine labro).
1 2; Katanga [1 @ Bihe (Angola:Wellman, XII 1906, 5200 Fuß
hoch)].
Der Cie. suturalis sehr nahe verwandt. Oberlippe diskoidal breit
beborstet; Clipeus, ganze Oberseite des Kopfes (diskoidal zwischen
und hinter den Augen etwas spärlicher als mehr lateral), ganzes Pro-
notum [ausgenommen eine schmale longitudinale diskoidale Stelle,
welche jederseits etwas von der auf beiden Seiten schmal beborsteten
Mittellinie entfernt ist (der eigentliche Randteil des Pronotums ist
spärlicher beborstet als die darauf folgende Partie, jedoch dominiert
letztere nicht so stark wie bei ©. suturalis als Längsbinde von Borsten)],
Basalteil der Flügeldecken (breit), ihr Spitzenteil (erheblich schmäler
als Basalteil), ihr Rand (mäßig breit), eine von ihm ausgehende quere
etwas vor der Mitte gestellte und nicht ganz bis zur Naht reichende
Borstenbinde, Wange, alle Episternen und Epimeren der Brust, Seiten-
abschnitte von Metasternum und Hinterhüften, Abdominalrand
beborstet. Vier Vordertrochanteren nackt, vier Vorderhüften und
Basis der Hinterhüften mit je einem fixierten Haar. Lippentaster
verdickt. Taster hellgelb, Endglied dunkel. Kopf, Halsschild und
beborstete Stellen der Flügeldecken (Rand allerdings nur ganz schmal)
kupfrig-erzfarben, Rest der Flügeldecken fast schwärzlich; Abdomen
und Mittelstücke des ganzen Sternums meist dunkelblau; Unterseite
der vier Vorderschenkel und vier Anfangsglieder der Fühler mehr
grünlich metallisch; Oberseite der Schenkel mehr kupfrig, Unterseite
der Hinterschenkel mehr cyan, Tibien und Tarsen grünlich-eyan
gemischt.
Das von mir Proc. Acad. Nat. Se. Philadelphia 1908, p. 510 er-
wähnte Wellman’sche Exemplar, das ich als Cicindela suturalıs
bestimmt hatte, ist ein altersschwaches Stück der neuen Spezies.
Es hat die vom Seitenrand ausgehende nach der Scheibe vorspringende
Borstenbinde kürzer und mehr in der Mitte der Flügeldeckenlänge
liegend; umgekehrt scheinen die anteapicalen nach der Scheibe vor-
springenden Borsten stärker entwickelt gewesen zu sein. Die ganzen
Flügeldecken sind kupfrig erzfarben, die beborstet gewesenen Stellen
(Rand breit!), heller kupfrig und matt glänzend; Unterseite aller
Schenkel cyan.
11. Heft
22 Walther Horn:
Cieindela ceineta subsp. pseudoviridis (novum).
Differt a forma prioritatis elytrorum parte marginali inter lineam
juxta-marginalem flavam et marginem ipsum opaca subtiliusque
punctata; maculis 2 juxta-suturalibus valde elongatis striiformibus
confluentibusque; puncto centrali discoidali multo magis posticem
versus collocato, valde elongato, antice attenuato, oblique posito
in direetione ad lineam juxta-marginalem longitudinalem, quacum
interdum sat pone medium conjuncta est. — Long. 15—17 mm (sine
labro).
2 99; Semnio (Nyamnyam-Land: Junker).
Obwohl die Scheibenmakel sehr stark nach hinten gestellt ist, er-
innert die Zeichnung doch erheblich an Cie. viridis, da die Scheiben-
makel so ziemlich dieselbe Form und eine Tendenz zum Zusammen-
fließen mit der Randbinde hat, sowie die 2 vorderen Makeln der Basal-
und Suturalkomponente vollständig entwickelt sind (die 2 der letzteren
lang strichförmig und sogar konfluent). Das Pronotum ist etwas gröber
als der Vertex gerunzelt, die Seiten des Mittelstückes des Halsschildes
ziemlich gerade, nach hinten mäßig konvergent. Oberseite des Körpers
matt-schwarz, Randteil der Flügeldecken schmutzig grün. — Ein $
vom französischen Kongo (Fort Sibut) hat die Randbinde etwas
breiter (aber schmaler als bei ©. viridis), die 2 Suturalmakeln mäßig
verlängert und getrennt, den Scheibenfleck kürzer als die 2 29, mehr
longitudinal und nicht ganz so weit nach hinten gestellt.
Ob Cie. viridis auf die Dauer als getrennte Spezies haltbar sein
wird, bleibt der Zukunft überlassen: vorläufig fehlen Übergänge.
Die Randbinde ist bei ihr erheblich breiter, der Rand lateral davon
matt und fast unpunktiert (bei der echten Cie. cincta meist etwas
glänzend und grob punktiert), die Scheibe spärlicher und verloschener
(besonders hinter der Mitte) punktiert, die beiden Makeln der Basal-
komponente klein, die 2 der Suturalkomponente länglich aber selten
konfluent; die Scheibenmakel lang, schräg aufsteigend mit der Rand-
linie oft konfluent (Zusammenfluß in oder etwas vor der Mitte). —
Bei der Prioritätsform von Cie. eineta variiert die Skulptur und Gestalt
des Mittelstückes des Pronotums (bald mit mehr gerundeten, bald
mit mehr geraden, nach hinten schwach konvergenten Seiten); Randteil
der Flügeldecken meist etwas glänzend und gröber punktiert, selten
matter oder feiner punktiert. — Die Zeichnung der neuen Rasse er-
innert natürlich auch stark an Ce. prodotiformis und grandis.
Cicindela grandis subsp. pseudocineta (novum).
Differt a forma prioritatis magnitudine evidenter minore, statura
minus grossa; labri dente mediana multo longiore; pronoto antice
angustiore, posticem versus minus angustato; elytris usque ad tertiam
partem apicalem multo grossius punctatis, apice singulo non rotun-
dato-truncato (angulo suturali acuto non dentato), Q apice singulo
multo minus rotundato (spinula suturali minus retracta), linea juxta-
marginalı flava angustiore, macula juxta-suturali antica perparva,
50 neue Cicindelinae, 23
linea discoidali postica paullo minus posticem versus collocata. —
Long. 15°/,—18°/, mm.
2 99, 1 3; Tanganika (ex coll. V. Plason).
Oberseite des Körpers bräunlich-schwarz oder grün. Schmale
Randpartie zwischen Randlinie und freiem Rand mäßig spärlich
und fein punktiert (bei der Prioritätsform fast unpunktiert). Scheibe
der Flügeldecken von der Basis bis zur Mitte grob und mäßig dicht
punktiert, von da an allmählich an Grobheit abnehmend, ohne völlig
im Spitzenviertel zu erlöschen. Flügeldeckenspitze beim 3 ohne
schwach zurücktretenden Nahtdorn, mit einfach scharfem Naht-
winkel; 9 etwa so gebildet wie beim $ der Prioritätsform, das heißt
Nahtwinkel kaum zurücktretend (während er beim © der Prioritäts-
form erheblich zurücktritt).
Cicindela muata subsp. disperse-flavescens (novum).
Differt a typo elytris maxima ex parte flavescentibus, sed his
partibus flavescentibus in tota parte discoidali et suturali punctis
maculisque perparvis obscuris ubique creberrime dilaceratis (vide
W. Horn in „Wytsman‘ Genera Inseetorum, Cicindelinae. —
Long. 12—14 mm (sine labro).
1 23; „Kabatu“ (Rhodesia: ex coll. V. Plason).
Diese auf den ersten Blick höchst seltsam gefärbte Rasse zeigt
die vom Rande etwas entfernt bleibende Randbinde mehr oder minder
wie bei der Prioritätsform (nur hier und da etwas mehr zerrissen)
entwickelt; weit hinter der Mitte (etwa am Anfang des hinteren Drittels)
entsendet dieselbe schräg nach hinten und suturalwärts einen knopf-
förmig endenden geraden Ast, der allerdings nur halbverloschen in der
die ganze größere hintere Hälfte (oder sogar drei Fünftel) der Flügel-
decken ausfüllenden zerrissenen gelben Färbung zu erkennen ist.
Der Basal- und Suturalstreifen sind stark verbreitert und verlöschen im
vorderen oder mittleren Drittel der Flügeldecken gleichfalls in dem
zerrissenen Gelb der ganzen Fläche: halbverloschen erkennbar bleibt
der Basalstreifen mehr oder minder bis zum Scheibenhamulus der
Randbinde und entsprechend der Suturalstreifen fast bis zur Spitze.
— Ein Übergangsexemplar von derselben Quelle zeigt nur die Um-
gebung des Scheibenhamulus bis zur Spitze zerrissen gelb gefärbt.
Die Scheibe und der Rand der Flügeldecken sind so wie bei der
Prioritätsform und subsp. laticornis skulpiert. Die Flügeldeckenspitze
ist beim $ einfach schräg (Nahtdorn mäßig groß), 2 dito schräg aber
ganz schwach bogenförmig zugespitzt (Nahtdorn minimal). Fühler
dilatiert. — Die eingestochenen Punkte der Flügeldecken sehen im
gelben Teile scheinbar umfangreicher als sonst aus, weil sie meist
noch einen schmalen Ring der dunklen Grundfarbe um sich herum
haben.
Cicindela (Bennigsenium) discoseripta (n. sp.).
Differt a Cie. planicorni labro $ vix longiore dentibusque 3 medi-
anis multo majoribus, & apicem versus perparum (Q sat late) infus-
11, Heft
24 Walther Horn:
cato; pronoto breviore, praesertim Q antice paullo dilatato, Q4 basi
paullo magis constrieta, impressione transversa antica vix leviore,
ad basim paullo magis declivi. Elytris brevioribus, apice paullo
brevius rotundato-angustato convexioreque, punctorum interstitiis
vix angustioribus; linea albescente juxtamarginali margini ipsi duplo
magis approximata, hamulum brevem pone humeros et fasciam trans-
versam rectam in medio (in medio disco angulatam et oblique posticem
et suturam versus descendentem) emittente; prominentia ante apicem
etiam paullo majore. Corpore subtus fere nudo, solummodo episternis
et epimeris mesothoracis ad angulum internum setis perpaueis ornatis,
coxis posticis ad marginem lateralem setis nonnullis instructis. Colore
corporis supra cuprascente, elytris nitentibus; $ antennarum articulo
secundo brunnescente, tertio quartoque testaceis; 9 malis magis
cuprascentibus, pectore magis purpureo-nigro-violaceo, pro-episternis
obscurioribus; femoribus viridi-cyaneo-purpureo-variegatis. — Long.
9—11 mm (sine labro).
dd 29; Nordwest Rhodesia (ex coll. V. Plason).
©. insperata Kolbe (= Horni Kolbe) $ hat die Oberlippe im
ganzen und besonders die 3 Mittelzähne kürzer; Kopf und Halsschild
schmäler; Flügeldecken kürzer, konvexer, gröber skulpiert, anders
gezeichnet; zweites bis viertes Fühlerglied und Schenkel gelb; Seiten
der Brust und laterale Partie von Metasternum sowie von Hinterhüften
breit beborstet; Oberseite des Körpers bräunlich erzfarben, Flügel-
decken matt usw. Meine 5 Exemplare der neuen Art sind schlecht
gehalten, trotzdem glaube ich nicht, daß frische Stücke wesentlich
mehr beborstet sind. Das Pronotum ist allseitig breit bis auf die Scheibe
reichend beborstet, die Mitte der Scheibe ist nackt (abgerieben?).
Die 3 ersten Glieder des Mitteltarsus sind beim ® dilatiert. 4 Vorder-
trochanteren ohne, 4 Vorderhüften und Basis der Hinterhüften mit
je einem fixierten Haar.
Cieindela (Prodotes) fatidica subsp. inrostrata (novum).
Differt a forma prioritatis elytris evidenter brevioribus, apice
multo minus angustato-prolongato, vitta obliqua discoidali multo
minus posticem versus ducta et a sutura magis apicaliter remota
(saepe in medio interrupta posticeque interdum paullulum incrassata),
stria apicali marginali plerumque evidenter breviore (saepe antice
interrupta). — Long. 13—15!/, mm (sine labro).
992389; Beira (Portugiesisch Ostafrika: Sheppard, Dezember
1906 und Rudd 1907).
Die vorliegende Form ist offenbar phylogenetisch die Stammform.
Der bei der Prioritätsform so stark ausgebildete schnabelförmig ver-
längerte Apex der Flügeldecken mit der auffallend weit nach hinten
und suturalwärts verlängerten Scheibenbinde und kaum noch wahr-
nehmbarer Verschmelzungsstelle von Schulter- und Mittelbinde sind
stark abgeleitete Charaktere. — Ein am 20. V.1906 von Herrn
Sheppard erbeutetes Exeınplar zeigt hochgradige Alterserscheinungen
(Verlust der Borsten usw.).
50 neue Cicindelinae, 35
Cieindela reticostata subsp. eosmemo-signata (novum).
Differt a forma prioritatis labro discoidaliter latissime testaceo;
prothoracis parte intermedia posticem versus rectius evidentiusque
angustata, ad mediam basim planiore; elytris multo brevioribus
pone medium latioribus, distinetius regulariusque reticulariter sculptis,
impressionibus illis 2 indistinetis longitudinalibus minus evidentibus,
flavo-signatis: vitta longitudinali recta sat lata ab humeris posticem
versus ducta, ante medium evanescente; macula rotundata discoidali
eiusdem latitudinis vix pone medium collocata; stria apicalı marginali
vix angustiore; antennis paullo minus dilatatis. — Long. 18 mm
(sine labro).
1 2; Angola (ex coll. V. Plason).
Die Flügeldecken sind auffallend kurz und hinten stark dilatiert,
ihre netzförmige Skulptur viel reiner entwickelt (nicht so konfluent).
— Ein zweites mir aus derselben Quelle vorliegendes Exemplar hat
die vordere Längsbinde mehr nach hinten verlängert, die Scheiben-
makel etwas mehr nach hinten und lateral gerückt sowie mit dem
apikalen Randstrich breit verbunden, ihn zur Lunula ergänzend
(wobei ich es aber dahingestellt sein lassen will, ob sie genetisch nicht
eher als Rudiment einer Mittelbinde aufzufassen ist).
Cieindela (Thopeutica) guttula subsp. flavilabris (novum).
Subsp. theratoidi simillima, differt labro £flavo; clipeo, fronte
antıca et intermedia nigro-metalleis; elytrorum puncto flavo medio
juxtamarginali deficiente; macula apicali flava antice incrassata,
postice attenuata, non vel vix usque ad suturam ducta. — Long.
%/,—10 mm (sine labro).
9? 38; Celebes (P. Kibler); Menado (R. Wallace).
Schaum hat ‚Berliner Entom. Zeitschr.‘ 1861, t. 1B, £f. 3 diese
Rasse irrtümlich als seine Ckcindela theratoides abbilden lassen (erst
im „Journal of Entomol.“ 1863, p. 65—66 scheint er den Fehler ge-
merkt zu haben).
Die Unterschiede dieser Rasse gegen subsp. theratoides sind ver-
blüffend konstant. Die letztere hat Oberlippe, Clipeus, Vorder- und
Mittelstirn golden leuchtend, einen kleinen gelblichen Fleck nahe der
Mitte des Flügeldeckenrandes, sowie eine nach dem Nahtwinkel zu
deutlich verbreiterte Apikal-Lunula. Die neue Rasse hat die Ober-
lıppe gelb; Clipeus sowie Vorder- und Mittelstirn von der Farbe des
Vertex; fehlenden Mittelrandfleck der Flügeldecken, sowie eine vorn
verbreiterte und hinten stark verschmälerte (kaum oder nicht bis zum
Nahtwinkel reichende) Apikalmakel.
Cieindela gloriosula (n. sp.).
Cie. gloriosae 2 affinis, differt magnitudine minore; antennis,
palpıs, mandibulis multo brevioribus (harum dente terminali solum-
vıodo paullo majore quam praecedente, dentibus 2 basalibus paullo
longioribus quam in illa specie); fronte discoidaliter inter oculos non
11. Heft
26 Walther Horn:
impresso-foveolata; prothorace antice magis constriceto; elytris multo
brevioribus, margine toto opaco, macula flava humerali et posthumerali
(totundata) vix "majoribus sed magis approximatis, macula apicalı
inajore, marginali media iterum paullo majore et ab macula discoidali
(vix magis posticem versus collocata) separata; abdomine nudo. Colore
capitis supra, pronoti, malarum, totius pectoris nigricante, vix hinc
inde viridescente; labro ceuprascente, elytris atro-opacis; abdomine
nigricante, perparum coerulescenter induto; 4 primis antennarum
artıculis, trochanteribus, tibiis testaceo-rufis, tarsis testaceo-Vio-
lascentibus. — Long. 13 mm (sine labro).
1 2; Toh-Toli (Nord Celebes, XI—XII 1895, Fruhstorfer: ex
coll. Van de Poll).
Die Kürze der Fühler, Mandibeln, Palpen und Flügeldecken
genügt allein schon zur Trennung von C. gloriosa. Mandibeln und
Palpen etwa wie bei Ü. Schaumi 9, von welcher sich die neue Art
jedoch schon durch die kurzen Fühler und Flügeldecken unter-
scheidet usw. Einzelne Spitzen der Flügeldecken bei der neuen Art
(a la ©. gloriosa $) an der Stelle des lateralen Spitzenwinkels gerundet
umgebogen und in gerader Linie zum etwas zurücktretenden Nahtdorn
schräg nach vorn und innen aufsteigend. Bei CO. Schaumi 2 ist die
Spitze umgekehrt noch jenseits des lateralen Spitzenwinkels weiter
schräg nach hinten verlängert. Die Zeichnung erinnert an Ü. eusta-
lacta, nur ist die vordere Schultermakel größer und die hintere ihr
mehr genähert; dazu der viel schmälere Körperbau, die langen Man-
dibeln usw. von C. eustalacta. Die Flügeldeckenmakeln der neuen
Art sind auffallend gelb gefärbt, was Zufall sein könnte; die Unterseite
ihres Körpers ist nackt, nur lateral von den Mittelhüften stehen ein
paar Borsten; ebenso einige in der lateralen hinteren Ecke des Me-
tasternums, der hinteren Ecke der Metaepisternen und am lateralen
Rande der Hinterhüften. Auf den vier Vorderschenkeln stehen unter
anderem hakenförmige Haare.
Cieindela glorio-paradoxa (n. sp.).
Differt a C. gloriosa $ mandibularum apice evidenter longiore;
prothorace antice non dilatato, partis intermediae lateribus minus
arcuatis (in medio et antea sat parallelis); elytrorum margine minus
subnitente; palporum maxillarium artieulo II et III testaceis. Antennis
unius mei speciminis brevissimis, artieulis V—XI distaliter paullulum
incrassatis, maculis elytrorum valde ochraceis; macula et posthumerali
et juxtamarginali media et discoidali valde dilatatis latissimeque
in forma irregulari (sed in modo symmetrico) confluentibus; macula
apicali paullo majore. Fronte, vertice, pronoto nigro-purpurascentibus,
hine inde paullulum viridescentibus; labro viridi; clipeo viridi-aeneo;
femoribus et elytrorum margine sordide viridescentibus; tibiis sordide
viridi-violascentibus; tarsis obseuratis. — Long 151/, mm (sine labro).
1 9; Gelebes (Fruhstorfer, 1895: wahrscheinlich in Nord Oelebes
bei Toli-Toli XI—XI gefangen).
50 neue Cicindelinae. 97
Herr Fruhstorfer war sich seinerzeit nicht ganz sicher, ob er
das Exemplar bei Toli-Toli oder sonst wo auf Celebes (letzterer Fundort
ist sicher!) gefangen habe. Als ich das Stück bekam, war der
eine Fühler angeklebt gewesen, der andere ist erst nachher abgebrochen
und wieder geklebt worden. Die auffallend kurzen Fühlerglieder
mit den schwach verdiekten Endgliedern halte ich nicht für monströs,
würde darauf allein allerdings kein ‚Artrecht‘“ begründen wollen.
Die auf den ersten Blick so auffallende Dilatation und breite Kon-
fluenz der 3 angegebenen Flügeldeckenmakeln kann natürlich indi-
viduell sein; umgekehrt dürfte die auffallend gelbe Farbe der Makeln
nicht auf Zufall beruhen. Zu der Annahme, daß die vorliegende Art
das $ von (©. gloriosula sein könnte, liegt (trotz der Übereinstimmung
der Färbung der Oberseite des Körpers) keine Veranlassung vor.
Das Pronotum ist etwa so wie bei ©. Schaumi $, nur etwas breiter
beziehungsweise kürzer. Die ganze Scheibe der Flügeldecken ist schwarz
sammetartig mit nur schwer erkennbarer feiner Punktierung. Auf
den vier Vorderschenkeln stehen unter anderem hakenförmige Haare.
Cieindela Neervoorti (n. sp.).
Trochanteribus 4 anticis pila fixata ornatis; capite, pronoto,
prosterno, primo antennarum articulo nudis; pro-episternis solummodo
intus setis perpaucis ornatis. Palpis nec elongatis nee incrassatis;
labro flavo brevi sexpiloso; pronoto toto subtiliter denseque sculpto,
ad lineam medianam transversim striolato, basim versus non decli-
vi; pro-episternis superne non visibilibus; elytris elongatis modice
convexis totis opacis (disco indistinete vix velutino), solummodo
marginaliter antice et in medio late et diffuse subnitentibus, foveis
subsuturalibus non vel vix visibilibus; abdominis disco sparsius quam
partibus lateralibus punctato-pilosis; femoribus modice longis, sine
pilis curvatis; signatura alba elytrorum reducta. — Long. 8$mm
(sine labro).
1 8; Insel Engano (Res. Benkoelen: Doherty, ex coll. Van
de Poll).
Habituell ist diese aus anderen Gründen (siehe lateinische Diagnose)
isoliert stehende Art der Cie. discreta sehr ähnlich, nur sind die Flügel-
decken (ihre Punktierung fast identisch!) in der Mitte etwas weniger
bauchig. Weiße Zeichnung: kleiner Schulterpunkt, größerer Scheiben-
fleck, vorn etwas unterbrochene gekniete Spitzenlunula, die bis zum
Nahtwinkel läuft. Vier Anfangsglieder der Fühler und vier Vorder-
hüften bräunlich mit schwachem metallischen Anflug; Tasterendglieder
hellbräunlich; sonstige Tasterglieder, Trochanteren und Beine mehr
oder minder gelb-unmetallisch. Seitenplatten der Mittel- und Hinter-
brust, seitliche Partie der Metasternalplatte sowie laterale Hälfte
der Hinterhüften dicht beborstet. Farbe des Körpers oben und unten
wie bei Ü. discreta, die diffus glänzende Schulterpartie der neuen Art
(der matte Glanz erstreckt sich marginal bis jenseits der Mitte nach
hinten, sich überall indistinkt nach der Scheibe zu verlierend) fällt
recht auf.
11. Heft
28 Walther Horn:
Cieindela decempunctata subsp. obscure-dilatata (novum).
Differt a typo elytris obscuratis; signatura alba erassiore magisque
completa: puncto humerali et discoidali anteriore in forma lunulae
confluentibus; macula marginali media (saepe striolam tenuem margi-
nalem plus minusve brevem posticem versus emittente) cum illi di-
scoidali centrali semper connexa; lunulae apicalis (suturam versus
multo magis dilatatae) parte antica longius discum versus directa.
Malis evidentius (nudo-) punetatis. — Long. 9 mm (sine labro).
1 9, Dehli (coll. mea); 99, Lahore ‚riverside“, 5. X. 1912 (Mus.
Caleutta: B. Das).
Auf den ersten Blick etwas an breit gezeichnete Formosa-Exem-
plare von Cie. kaleea Bat. erinnernd.
Cieindela aurulenta subsp. setoso-malaris (novum).
Differt a forma prioritatis et varietatibus dimidia parte postica
malarum setis crassis sat longis albis modice dense ornatis; magni-
tudine corporis majore; elytrorum maculis latioribus, macula media
angulata: parte laterali latiore quam mediali. — Long. 16—19 mm
(sine labro).
Q23d; Mupin (Sz2’Tschwan, China; Kricheldorff). 1 2 Siao-
Lou-Lou-Chan).
Von allen anderen Formen der Art durch die auf der hinteren
Hälfte der Wange mäßig zahlreich vorhandenen dicken weißen Borsten
verschieden, während die Behaarung der Wange sonst auffallend
spärlich und fein (oft mehr oder minder fehlend) ist. So groß wie
subsp. virgula und Batesi, Makeln noch breiter als bei letzterer und
Mittelmakel noch deutlicher in eine schmälere mediale und breitere
laterale Hälfte getrennt. Subsp. virgula hat kleine Makeln, Mittel-
makel besonders schmal (allerdings ähnlich deutlich in eine schmälere
mediale und breitere laterale Hälfte getrennt). Die als „aurantiaca Fit.“
beschriebene Form unterscheidet sich in nichts von etwas größeren
Exemplaren der typischen ©. aurulenta. Der Name ‚flavomaculata“
hat schon aus Prioritätsgründen zu fallen; dazu kommt, daß er sich
auch nur auf auffallend große Exemplare der Prioritätsform mit dem-
entsprechend verbreiterten Makeln bezieht, während die binsichtlich
Größe und Makeln mit ihr völlig übereinstimmende Formosarasse
„Batesi‘‘ als weitere Unterscheidungsmomente von der Prioritäts-
form 1) die bläulich-grünen Töne der Oberseite des Körpers sowie
2) ihre geographische Isolierung aufweist. Da also flavomaculata
eine echte Mittelform zwischen der Prioritätsform und subsp. Batesı
ist, scheint mir ein besonderer neuer Name für sie überflüssig
zu sein.
Cieindela striolata subsp. wetterensis (novum).
Differt a subsp. tristrigata forma tota erassiore; pronoto antice
latiore; elytrorunı maculis paullo latioribus magisque completis:
lunula humerali p»stice erassiore et cum parte juxtamarginali fasciae
50 neue Cicindelinae. 29
mediae (minus obliquae) confluente, hac etiam posticem versus jJuxta-
marginaliter paullulum dilatata, Junula apieali completa antice clavata,
macula basalı oblonga et cum lunula humerali (basaliter) connata,
punctis 2 juxtasuturalibus separatis. — Long. 11?/, mm (sine labro).
1 9; Insel Wetter (H. Kühn, 1901).
Mein einziges nicht sehr gut gehaltenes Exemplar zeigt keine
deutlich erkennbare Behaarung der Wange; frisches Material bleibt
abzuwarten. Oberfläche von Kopf und Halsschild etwas gröber
skulpiert als bei der Prioritätsform (etwa so wie bei subsp. uniens),
beide sowie Flügeldecken breiter. Letztere’ kürzer und flacher als
bei den bisher genannten 3 Formen; ihr Rand mehr gerundet-abfallend
und glatter als bei subsp. uniens, welche letztere eine im ganzen re-
duziertere Zeichnung, schräger gestellte und am Rande nicht dilatierte
Mittelbinde, längere und hinten nicht dilatierte Schulterlunula, breit
unterbrochene Apikalmakel usw. hat. Flügeldecken der neuen Rasse
matt schwärzlich, Rand gerundet abfallend und matt glänzend;
hinterer Teil der Schulterlunula und Randteil der Mittelbinde dem
Rande erheblich mehr genähert als bei der Prioritätsform, Mittelbinde
weiter zur Naht reichend, Schulterlunula etwas kürzer und besonders
hinten breiter, Halsschild hinten mehr verengt.
Cieindela sparsim-pilosa (n. sp.).
Cie. iosceli (et subspec. platycerae et subsp. novae setoso-ab-
dominalı) similis; differt elytrorum margine subnitente et sat rotundato-
deelivi; pro-episternis solummodo juxta coxas setis perpaueis ornatis,
meso-episternis vel epimeris maxima ex parte nudis, abdominis margine
nudo. Differt a Cic. crassicorni prothorace angustiore, pronoto magis
glabro nitentioreque; elytris nigricantibus, maculis separatis; pro-
episternis intus perparum setosis; mesothoracis episternis epimerisque
ex parte setosis. — Long. 7—8 mm (sine labro).
1 2%; Palmerston (Port Darwin: Dodd, XI 1908).
Die Formen der Cie. voscelis- Gruppe sind noch wenig durchforscht;
die Zukunft muß lehren, ob die von mir jetzt aufgestellten „‚Artgrenzen“
stichhaltig sind: ich halte die Auffindung von Zwischenrassen nicht
für unmöglich. Der von mir noch einmal vor einigen Jahren verglichene
Typus von Hope (3) stellt eine bisher nicht wieder gefundene Form
dar: 7!/, mm lang (ohne Oberlippe!); Pronotalskulptur wie bei subsp.
platycera usw.: Flügeldeeken mit mattem Rand, ganz minimal kleinem
Nahtdorn, Randerweiterung der Mittelbinde ganz dünn mit der
Spitzenmakel verbunden, Mittelbinde aus einem sehr kurzen queren
Stück bestehend, das vor der Mitte der Scheibe schräg nach hinten
umbiegt (querer vorderer Ast so kurz wie schräger hinterer). Vom
Abdomen ist nur der Rand des I. Sternits beborstet, dazu die Seiten-
platten aller Brustabschnitte?) mindestens etwas beborstet.
!) Die Oberlippe zeigt bei einigen der genannten Formen geringfügige
Differenzen, von deren Konstanz ich jedoch nicht völlig überzeugt bin.
2) Soweit mein Gedächtnis reicht, hat der Hope’sche Typus die Pro-
Episternen medialwärts beborstet und den Flügeldecken-Rand gewölbt-abschüssig.
11. Heft
30 Walther Horn:
Zur Zeit rechne ich zum „Artbegriff‘“ Cie. voscelis alle Formen
mit mattem, nicht!) gewölbt-abschüssigen Flügeldeckenrand, zum
mindesten etwas!) beborsteten Pro- und Mesoepisternen (beziehungs-
weise Mesoepimeren), sowie entwickelter Mittelbinde der Flügeldecken.
Außer der Prioritätsform gehört hierzu subsp. platycera Gestro
(= Hackeri Sloane) und die gleich zu beschreibende subsp. setoso-
abdominalis. Diesem Artkomplex stehen 2,,Arten‘ mit matt glänzendem
und etwas gewölbt-abschüssigem Flügeldeckenrand, ganz nacktem
Abdomen und reduziertem (nicht bindenförmigem) Mittelrandfleck
entgegen: (ic. erassicornis und die neue Spezies. (ie. erassicornis
hat alle Seitenplatten von Pro- und Mesosternum nackt (Meta-
episternen beborstet), dunkelbraune Flügeldecken, mehr oder weniger
submarginal konfluente Makeln; breiteres, mehr gerunzeltes, weniger
glänzendes Pronotum. (tie. sparsim-pilosa ist kleiner, hat eben noch
nahe den Hüften spärlich beborstete Proepisternen und nicht uner-
heblich beborstete Seitenplatten des Mesosternums, schwärzliche
Flügeldecken, getrennte Makeln (Schulterlunula; unregelmäßig drei-
eckig oblonger Mittelrandfleck; vorn verdickte Spitzenmakel, die
erheblich vor dem Nahtwinkel verdünnt erlischt), schmaleres weniger
gerunzeltes glatteres Pronotum (& la (©. voscelis et subsp.).
Was nun die mir bekannten 2 Rassen von (ic. voscelis betrifft,
so hat subsp. platycera (= Hackeri) die kleinere mediale Hälfte der
Proepisternen und mehr oder weniger die ganze Fläche der Meso-
epimeren sowie Meso- und Metaepisternen beborstet, dabei den Ab-
dominalrand ganz nackt; alle Makeln fließen am Rand zusammen,
die Querbinde in der Mitte der Flügeldecken ist kurz gerade und
quer gestellt (höchstens ganz wenig nach hinten absteigend) sowie
etwas vor oder etwas hinter der Mitte der Scheibe verlöschend; Naht-
dorn nicht lang, aber gut entwickelt. Ihr steht die folgende Rasse
gegenüber:
Cieindela ioscelis subsp. setoso-abdominalis (novum).
Differt a forma prioritatis et subsp. platycera magnitudine ut
in subsp. platycera; abdominis sternitis I—3 lateraliter pilosis; hamulo
medio albo elytrorum recto oblique posticem versus descendente (margi-
naliter modice posticem versus et paullo longius anticem versus dıla-
tato), spina suturali sat longa. — Long. 9—10 mm (sine labro).
Q94&; Palmerston (Port Darwin: Dodd, 4. XI. 1908).
Trotz ziemlich zahlreichen Materials habe ich keinerlei bemerkens-
werte Übergänge zwischen dieser Rasse und der östlicher vorkommenden
subsp. platycera gesehen, wenn auch die Mittelbinde bei letzterer
manchmal ein klein wenig nach hinten absteigt. Ausdrücklich sei noch
hervorgehoben, daß alle 5 erwähnten Formen die Metaepisternen,
die Seitenpartie des Metasternums und die ganze laterale Hälfte der
Hinterhüften beborstet haben.
1) Soweit mein Gedächtnis reicht, hat der Hope’sche Typus die Pro-
Episternen medialwärts beborstet und den Flügeldecken-Rand gewölbt-
abschüssig.
50 nene Cicindelinae., 31
Cieindela Ehlersi (n. sp.).
Cie. timoriensi affınis, differt a 9 labro medio minus anguste
producto, dente mediana breviore; fronte latiore et paullo subtilius
sculpta; pronoto planiore, antice posticeque minus angustato, lateri-
bus minus arcuatis; elytris magıs velutinis, punctis antice minus
distinete impressis (ubique levissimis), apice singulo extremo perparum
rotundato, angulo suturali minus acuto; signatura: lJunula humerali
brevi (antice multo erassiore quam postice), stria marginali apicali
antice vix (angustissime brevissimeque) hamata, stria marginali
media hamulum brevem retro-curvatum discum versus emittente;
penultimo palporum maxillarium articulo brunnescente. — Long.
10 mm (sine labro).
1 9; Insel Timor (R. Wallace coll. — coll. Ehlers — coll. Van
de Poll).
Kopf und Pronotum der Cie. undulata recht ähnlich, nur 2 Ober-
lippe mit etwas mehr vorgezogenem Vorderrand; Stirn mit schwachem
diskoidalen Eindruck zwischen den Augen, Pronotum kürzer. Zeichnung
der Flügeldecken auffallend unscharf begrenzt, obwohl sie (den unteren
Teil der Schulterlunula und den kaum angedeuteten oberen Hamulus
der Seitenmakel ausgenommen) nicht besonders schmal ist. Der
Apikalstrich läuft fast bis zum Nahtwinkel; innerer Vorsprung des
Mittelrandstriches etwa so wie bei Crc. Moser: kaum rechtwinklig
vorspringend, um gleich schwach nach hinten gekrümmt nahe der
Mitte der Scheibe zu verlöschen: bei meinem Exemplar links länger
als rechts. Flügeldecken überall matt und ganz seicht verloschen
punktiert. — Ce. Moseri und C. divina haben die Wange (spärlich)
beborstet, ein feiner gerunzeltes Pronotum (besonders ©. divina),
keine sammetartigen Flügeldecken (Rand derselben bei Cie. Moseri
sogar matt glänzend) mit im vorderen Teil schärfer eingestochenen
Punkten, differente Zeichnung usw.
Cieindela innocens subsp. angustiformis (novum).
Differt a forma prioritatis capite, pronoto, elytris evidenter
angustioribus, his minus applanatis; elytrorum macula media differente:
parte intus prominente breviore quam parte marginali; pronoto
(semper?) nudo. — Long. 71/,—8 mm (sine labro).
2 2238; Insel Roon (Neu Guinea: Doherty).
Die grobe Orbital-Strichelung, die seichte halbverloschene (dabei
ziemlich breite Runzeln!) Skulptur von Vertex und Pronotum, die
relativ gewölbte Scheibe des Mittelstückes der letzteren, d’e spärliche
und feine (schon in der Mitte fast verlöschende) Punktierung der
Flügeldecken, ihre großen aber schwach entwickelten Spiegelflecke
Q, die Nacktheit der Körperunterseite usw. stimmen mit der Prioritäts-
form überein. Der erheblich schmälere Körperbau ist recht kon-
trastierend, dazu die weniger flachen Flügeldecken und die verschieden
langen Schenkel der Mittelbinde. Ob die schon bei der Prioritäts-
form recht spärlich vorhandenen Borsten am Seitenrand des Pro-
11. Heft
32 Walther Horn.
notums stets bei der neuen Rasse fehlen, muß frischeres Material
erweisen.
Cieindela nigrina subsp. rugosicollis (novum).
Differt a forına prioritatis magnitudine paullo minore; corpore
supra clarius viridi-aenescente; pronoto evidenter densius irregulari-
usque ruguloso, inter rugas non levigato-nitente, ad mediam basim
planiore; parte intermedia paullo angustiore, lateribus minus arcuatis;
macula elytrorum ante-apicali paullo angustiore longioreque; pro-
episternis paullo minus rare punctatis. — Long. T7!/, mm (sine labro).
1 9; Australien.
Die Oberseite des Körpers der Prioritätsform ist eigenartig dunkel
violett-erzfarben ; ihr Pronotum hat gerundetere Seiten, glatte Oberfläche
mit isoliert stehender gröberer deutlich quererer Runzelung, gewölbt
zur Mitte der Basis abfallendes Mittelstück. Die neue Rasse hat ein
schmäleres, paralleleres, mattes, dicht und feiner verworren (weniger
rein quer) gerunzeltes Pronotum; dazu die hellere Farbe der Körper-
oberseite, auf welcher jene eigentümlichen dunkel-violett-erzfarbigen
Töne ganz fehlen. Proepisternen zwar immer noch sehr spärlich
punktiert behaart; immerhin finden sich aber vereinzelte einge-
stochene Punkte bis zum vorderen äußeren Quadranten, während
sie bei der Prioritätsform nur spärlich ganz medianwärts nahe den
Vorderhüften stehen.
Cieindela politula subsp. laetipennis (novum).
Differt a forma prioritatis magnitudine minore; corpore supra
toto micante laete coeruleo aut eyanescente; stris frontalibus longi-
tudinalibus juxta oculos vix subtilioribus quam illis basım versus;
pronoti parte intermedia breviore, latiore, paullo magis convexa,
lateribus magis arcuatis; elytris angustioribus, convexioribus, parallelis,
aequaliter dense punctatis, sed punetis levius impressis cyaneis.
Signatura alba elytrorum valde variabilı: aut lunula apicalı com-
pleta (hamulo antico sat longe discum versus prolongato, ubi elavatus
evanescit; hamulo postico usque ad angulum suturalem ducte),
macula vix percipienda posthumerali juxtamarginali, altera’
perparva transversali juxtamarginali media, tertia multo majore
oblonga margini magis approximata postmediana — aut signatura
omnino deficiente. — Long. 9/,—10 mın (sine labro).
1 28; Saltillo (Coahuila, Mexiko: Wieckham).
Auf den ersten Blick erinnert diese Rasse kaum an Cie. politula;
ich stimme jedoch meinem verehrten Freunde, Herrn Prof. Wickham,
völlig bei, der sie als ‚‚Üte. politula‘“ erkannt hat. Der Glanz der ganzen
Oberseite des Körpers, die blaue oder cyane Färbung, das breitere ge-
rundetere Pronotum (23 nach hinten mäßig verengt) usw. unterscheiden
sie recht wesentlich. Die Zeichnung variiert offenbar sehr erheblich,
während sie bei der Prioritätsform stets sehr reduziert ist und nur
in einer mehr oder weniger verkümmerten Apikallunula besteht.
50 neue Oicindelinae. 33
Cicindela longicornis (n. Sp.).
Cie. roseiventri subsp. lineari affinis; differt antennis multo
longioribus, oculis vix magis prominentibus; pronoti parte inter-
media antice et praesertim postice magis rotundato-angustata (la-
teribus sat arcuatis), disco minus plano; elytris multo magis parallelis,
in medio non ampliatis, sutura minus torosa, serie foveolarum juxta-
suturalium bene visibili, apice singulo non oblique acuminato, sed
rotundato-truncato, spina suturali paullo (perparum sed pereipien-
_ dum) retracta, margine apicali multo subtilius serrulato; signatura
albescente: lunula humeralı postice interrupta, lunula apicalı completa
(parte antica tenui modice longa, discum versus directa) usque ad
angulum suturalem ducta, cum stria marginali media tenuiter connata.
Fronte, vertice, pronoto levissime (vix pereipiendum) violaceo indutis.
— Long. 10 mm (sine labro).
18; La Union (San Salvador).
Skulptur und Beborstung wie bei Ü. roseiventris, sechstes und
siebentes Abdominalsternit gelb unmetallisch. Vier Vordertrochanteren,
vier Vorderhüften und Basis der Hinterhüften mit je einem fixierten
Haar. Alle Seitenteile des Unterkörpers (Wange nackt) mäßig dicht
beborstet. Scheibe des Abdomens (einige spärliche diskoidale orna-
mentale Borsten auf dem dritten Sternit), Oberseite des Kopfes,
Olipeus und erstes Fühlerglied nackt. Pronotum nur lateral beborstet.
Flügeldecken überall gleichmäßig fein punktiert. Stirn, Vertex und
Pronotum fein skulpiert. Alle Kniee bräunlich entfärbt.
H. Sauter’s Formosa - Ausbeute.
Rhysodidae, Nitidulidae, Ostomidae, Colydildae, Passandridae, Cueu-
jidae, Cryptophagidae, Diphyllidae, Lathridiidae, Mycetophagidae,
Dermestidae,
« Par
A. Grouvelle.
Rhysodidae.
Rhysodes cavifrons n. sp. Elongatus, oblongus, nitidus, piceus.
Antennae medio subincrassatae; articulis 2 0°—11 ® transversis, ultimo
apice pulvinato, haud acuto. Corpus modice elongatum, antice angustum;
lobis postieis elongatis, basi subacuminatis, intus angulosis et inter
se admotis, antice cum margine laterali junctis; spatio mediano inter
posticos lobos producto, acuminato, lato, antice attenuato, utrinque
sinuato, apice impresso. Prothorax elongatus, depressus, subparallelus,
Archiv m Te nahiokte
3 11. Heft
34 A. Grouvelle:
apice rotundatus, quadricostatus; costis subdepressis, quam suleis
latioribus; suleo mediano antice posticeque fere oceluso, externis
basi ampliatis et impressis. Elytra punctato-striata; intervallis con-
vexis, ex parte quam striis angustioribus, 4 et 6° juxta apicem con-
junetis, 5° paulo abbreviato.
Long. 5 mill.
Allonge, oblong, brillant, brun de poix. Antennes mediocrement
epaissies dans le milieu, attenuees vers l’extremite; artieles 2 & 11
transversaux, Ilme environ aussi long que large, termine par un
bouton conique, surbaisse, emousse. T&te subtriangulaire, environ
une fois et un tiers plus longue que large vers la base; lobes posterieurs
allonges, convexes, subacumines & la base, sinues & la base au cöte
externe, anguleux et rapproches en dedans, soudes en avant, pres
de la base des antennes, aux bourrelets .marginaux de la tete; espace
median en forme de fer de lance peu allonge, acumine en arriere,
engage entre les lobes posterieurs un peu au dela du niveau du bord
anterieur des yeux, attenue et sinue en avant de chaque cöte et im-
pressionne & l’extremite. Prothorax faiblement arque sur les cötes,
arrondi en avant, environ une fois et un quart plus large que long,
plus large que la tete, charge sur le disque de quatre cötes longi-
tudinales, subdeprim&es, subegales, plus larges qui les sillons que les
separent; sillon interne presque ferm6 en avant et en arriere; sillons
externes elargis, impressionnes & la base, ouverts en avant. Elytres
oblongs, plus larges que le prothorax, ponctues-stries; intervalles
des stries convexes, subegaux aux stries sur le disque, tres nettement
plus &troits que les stries sur les cötes; 4me et 6me intervalles soudes
vers le sommet de l’elytre, 5me attenue a l’extremite, prolonge par
une courte ligne de points. Metasternum longitudinalement im-
pressionne-sillonne au sommet.
Kosempo. 4 exemplaires.
Remarquable par le developpement des tempes. Voisin de
R. pulvinatus Grouv.; distinct par les intervalles des stries des elytres
subeostiformes, plus etroits que celles-ci.
Nitidulidae.
Brachypeplus amplus n.sp. Olongo-elongatus, subdepressus,
nitidulus, tenue pubescens, ater; antennarum basi et tarsis rufo-piceis.
Caput transversum, crebre punctatum, inter antennarum bases valde
biimpressum. Prothorax transversus antice angustus, juxta basın
fere parallelus, crebre punctatus; margine antico subtruncato; angulis
antieis breviter rotundatis; lateribus striete pulvinato-marginalis;
bası striete marginata, medio subtruncata, utrinque late subsinuata.
Scutellum transversum, parallelum, apice latissime angulosum. Elytra
breviora quam simul latiora, angulis postieis externis rotundata, juxta
suturam coriacea, extus paulo oblique striata; intervallis latis, sub-
en valde sed haud profunde unilincato-punctatis. Long. 6
—7 mill.
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Rhysodidae, Nitidulidae etc. 35
Oblong, allonge, mediocrement convexe, peu brillant, & peine
pubescent, noir avec la base des antennes sauf le premier article et
les tarses un peu rougeätre. Massue des antennes compacte, un peu
lus longue que large; dernier article &chanere. Te&te plus de deux
ER plus large que longue, couverte de points serres, bien limites, peu
profonds, fortement biimpressionnee entre les naissances des antennes;
front legerement convexe; angles posterieurs aigus, mais tr&s faiblement
marques. Prothorax retreci en avant, tres legerement convergent en
avant dans la premiere moitie de la longueur & partir de la base, tres
nettement plus de deux fois plus large a la base que long, couvert
d’une ponctuation ciselee comme celle de la t&te, mais plus forte, encore
plus developp&e sur les marges laterales et alors presque subrugueuse,
entreme&lee de tr&s petits points; region des angles posterieurs assez
largement deprimee, subconcave; bord anterieur subtronque; angles
anterieurs brierement arrondis, finement rebordes en bourrelet comme
les bords lateraux; angles posterieurs presque droits; base subtronquee
dans le milieu, largement subsinu&e de chaque cöte, finement rebordee.
Ecusson plus de deux fois plus large que long, parallele, termine au
sommet en angle obtus, tres ouvert, densement et irregulierement
ponctue. Elytres presque deux fois plus larges ensemble que longs,
faiblement arques sur les cötes, arrondis aux angles apicaux externes,
tronques ensemble au sommet, rugueusement ponctues contre la
suture; disque charge de fines stries un peu obliques, separ&es par des
intervalles larges, legerement concaves, presentant chacun une
ligne de points grossiers, separes pas de fines rides subcareniformes;
calus humeraux bien marques; marges laterales fortement declives,
bordees par une partie reflechie, concave, £troite, limitee en dehors
par un fin bourrelet. Tergites densement ponctues, plus finement
sur la marge apicale. Dessous du corps brun de poix, parfois un peu
roussätre, couvert d’une pubescence flave-doree, fine, assez dense,
subrugueusement et peu fortement poncetue, Bord interne des episternes
metathoraeiques bisinues.
Kosempo. 2 exemplaires.
Tres rapproche de B. latus Murr., plus fortement sculpte; ecusson
tres largement anguleux au sommet. Peut-&tre une variete locale de
B. latus.
Ithyphenes Sauteri n.sp. Elongatissimus, parallelus, depressus,
nitidus, extra prothoracis elytrorumque laterales margines et abdo-
minis ultimum segmentum glaber, rufo-testaceus; elytris in dimidia
apicali parte nigris, pedibus testaceis; capitis margine antico et abdo-
mine plus minusve subinfuscatis. Caput subquadratum fronte
in disco valde et sat dense, antice paulatim tenuissime punctulato;
frontis antico margine juxta antennarum bases transverso, medio
antrorsum in lobo subtrapezoidali, epistomum occultante, producto;
lobo antice latissime arcuato, medio inflexo et tuberceulo minimo
instructo. Prothorax vix transversus, angulis antieis breviter, postieis
latissime rotundatus, lateribus vix arcuatus, subparallelus; basitruncata,
utrinque marginata; disco in longitudinem subsinuato, medio sublaevi,
3* 11.Heft
36 A. Grouvelle:
utrinqgue parce punctato; lateralibus marginibus rotundato-inflexis,
tenuissime punctulatis. Scutellum subtriangulare, transversissimum.
Elytra eirciter 1 et !/, longiora quam siniul latiora, angulis externo-
postieis latissime rotundata, praecipue ad apicem tenuissime alutacea,
punctato-striata; striis parum obliquis, ad latera apiceque late deletis
et punctis minutissimis, sparsis, subpositis. Abdominis ultimum
segmentum concavum, dense punctulatum, bası in longitudinum ob-
tuse carinatum, apice arcuatim inflexum. Long. 85 mill.
Tres allonge, parallele, deprime, presque completement glabre,
roux testace; moiti® apicale des elytres noire; bord anterieur de la t&te
et abdomen plus ou moins enfumes, pattes testacees. Antennes courtes;
massue forte, brusque, environ une fois et demie plus longue que
large; ler article legerement separe des suivants. Te&te environ aussi
longue que large; tempes paralleles, tr&s allongees; cötes, entre la base
des yeux et la naissance des antennes, moderement convergents en
avant; bord anterieur brievement transversal entre la base des an-
tennes et la base des mandibules, developpe en avant en forme de lobe
subtrapezoidal, environ deux fois plus large que long, arque au sommet,
fortement inflechi au milieu de la marge apicale, arme sur le bord
anterieur d’une petite gibbosite saillante en avant, presentant de
chaque cöte, un peu en arriere de cette saillie, un point enfonce et
contre celui-ci, sur le bord de l’inflexion apicale, une petite tache
rouge vif, brillant; developpement de ce lobe cachant le developpement
de l’epistome; celui-cı aigu; taches rouges frontales se retrouvant
lorsqu’on examine de face le sinus forme par le lobe et l’epistome;
ponctuation beaucoup plus accentuee sur le disque de la tete que
sur ses marges laterales et anterieures; yeux petits, peu saillants,
lateraux. Prothorax arrondi faiblement sur les cötes et presque sub-
parallele, tres largement aux angle posterieurs, & peine plus court que
large dans sa plus grande largeur, un peu plus large que la t&te; bord
anterieur faiblement arque; angles anterieurs brierement arrondis,
bords lateraux tres finement rebordes & la base, cach&s dans la partie
anterieure lorsque l’inseete est vu de dessus; base tronquee, rebordee
de chaque cöte; disque longitudinalement subsillonne, lisse sur le milieu,
couvert d’une ponctuation fine, plus ou moins &parse. Ecusson sub-
triangulaire, environ denx fois et demie plus large a la base que long,
& peine pointille. Elytres subtronques a la base, inflechis obliquement
de chaque cöt& de l’ecusson, arrondis aux Epaules, alors environ aussi
larges par le prothorax dans sa plus grande largeur, subparalleles,
tres Jargement arrondis aux angles posterieurs externes, tres largement
arrondis separement au sommet, environ une fois et demie plus longs
que larges ensemble, tr&s finement alutaces, surtout vers le sommet,
ponctues-stries; stries un peu obliques, effac&es vers les marges laterales
et apicales et remplac&es par une ponctuation eparse et tres fine;
marges laterales fortement inflechies & la base, finement rebord£es.
Segments de l’abdomen subeparsement pointilles, bordes de testace;
dernier sternite un peu plus long que large, arrondi au sommet, concave,
densement pointille, subear&n& longitudinalement ä la base, inflech ı
au sommet,
H. Sauter's Formosa-Ausbeute. Rhysodidae, Nitidulidae etc. 37
Kankau (Koshun). 1 exemplaire.
Plus etroit que /. Bouchardi Grouv.; tete presqu’allongee tandis
que chez cette espece elle est nettement transversale.
Pria elegans n.sp. Oblonga, modice convexa, nitidula, flavo-
cinereo-pubescens, fulvo-testacea; elytris infuscatis, in singulo macula
obliqua, diluta plus minusve dilatata notatis. Antennae apud marem
modice elongatae, triarticulatae, piriformes. Caput transversum,
convexiusculum, antice truncatum, dense tenuiterque punctulatum.
Prothorax antice angustatus, magis duplo latior quam longior, apice
truncatus, lateribus basin versus parallelus, antice arcuatus, basi
utrinque late subsinuatus, densissime tenuiterque punetulatus. Scu-
tellum subtriangulare. Elytra lateribus extra apicem parum arcuata,
vix ampliata, apice separatimı latissime rotundata, apud marem vix
perspique subangulosa, 1 et ?’, longiora quam simul latiora, tenuiter
alutacea; stria apicali impressa. Pedes lati. Striae marginales coxarum
postiecarum ante apicem inflexae. Long. 1, 1—1,3 mill.
Un peu plus de deux fois plus long que large dans sa plus grande
largeur, oblong, mediocrement convexe, faiblement brillant, couvert
d’une pubescence flave cendr& ne ııasquant pas la couleur du tegument,
fauve testace avec les elytres rembrunis, marqu&s chacun d’une tache
oblique, partant de la suture, remontant vers l’®paule, plus ou moins
developpee,. Antennes greles, peu allongees, me&me chez le mäle;
le article epais, dilate en dedans, 2me moins €pais, plus long que
large, 3me encore plus allonge, 4me plus long que large, 5me ä& Sme
plus ou moins subcarres, 9me & Ilme formant une massue piriforme,
environ deux fois plus longue que large, Ilme artiele un peu plus
etrcit que le 1Ome, a peine plus large que long, subacumine a l’extremite.
Tete environ deux fois plus large que longue, retrecie a la naissance
des antennes, puis subparallele, tronquee en avant, faiblement convexe,
densement et finement pointillee; labre petit; yeux gros, moderement
saillants, echancrant en are les marges du front, celles-ci tres con-
vergentes en avant. Prothorax retreci en avant, parallele dans la
moitie basilaire, arque sur les cötes dans la partie anterieure, plus de
deux fois plus large a la base que long, tr&s densement et finement
pointille, transversalement plus convexe ou avant qu’en arriere;
bord auterieur subtronque; angles anterieurs vus de face arrondis,
finement rebordes comme les cötes; angles posterieurs droits; base
largement sinu&e de chaque cöte. Ecusson subtriangulaire, occupant
environ le quart de la longueur de la base, dens&ment et tres finement
pointille. Elytres de la largeur du prothorax & la base, faiblement
arques sur les cötes, a peine elargis, tres largement arrondis separement
au sommet, ä peine subanguleux chez le mäle, environ une fois et un
quart plus longs que larges ensemble dans leur plus grande largeur,
un peu moins etroitement rebordes sur les cötes que le prothorax,
tres finement alutaces et tres eparsement et tr&s finement pointilles,
avec quelques vestiges de strigosites transversales vers la base. Stries
marginales des hanches posterieures inflechies avant l’extremite.
Pattes larges.
11, Heft
38 A. Grouvelle:
Kosempo. 6 exemplaires.
Voisine de P. plagiata Grouv.; mais prothorax & peine rebord& et
elytres & peine plus longs que larges ensemble.
Carpophilus humeralis F., 1801, Syst. El. I, p. 354. var foveicollis
Murr., 1864, Monog. Nitid. p. 344. Hokuto et Kosempo; de nombreux
exemplaires.
Carpophilus marginellus Motsch., 1858, Etud. Ent., p. 40. Hokuto;
l exemplaire.
Carpophilus funereus Murr., 1864, Monog. Nitid., p. 358. Kosempo;
l exemplaire.
Carpophilus calybaeus Murr., 1864, Monog. Nitid., p. 369.
Kosempo; 1 exemplaire. Shis; 1 exemplaire.
Carpophilus obsoletus Er., 1843, ap. Germ. Zeitschr. IV, p. 259.
Sokutsu, dist. Banshoryo. De nombreux exemplaires. Parmi ceux-ci
se rencontrent des individus & elytres rougeätres.
Carpophilus hemipterus L. (Dermestes) 1767. Syst. Nat. ed. XI,
I. 2. p. 565. Anping; 2 exemplaires. Kosempo; nombreux exemplaires.
Taihorin; 1 exemplaire. Les individus de ces deux dernieres localites
ont tres souvent la coloration claire des elytres reduite a deux taches
apicales, contre la suture.
Carpophilus dimidiatus F. (Nitidula) 1792, Ent. Syst. p. 261.
var. mutilatusEr. 1843, ap. Germ. Zeitschr. IV, p. 258; Anping, Tainan.
var. contingens Walker (Nitidula), 1858, Ann. Nat. Hist. (3) II,
p. 206. Anping; 1 ex.
Carpophilus prlosellus Motsch. 1858, Etud. ent.p. 41. Anping; 1 ex.
Trimenus adpressus Murr. 1864, Monog. Nitid. p. 406, &, t. 36, f. 4.
Kosempo, Taihorin; de nombreux exemplaires.
Haptoncus luteolus Er. (Epuraea), 1843, ap. Germ. Zeitschr. IV,
p. 272. Amping, Hokuto, Kosempo; de nombreux exemplaires.
Amytrops epuraeoides n. sp. Breviter oblonga, convexa, subopaca,
tenue flavo-pubescens, testacea. Antennae subelongatae; artıculis
30-90 paulatim, 3 0—7 ° lente, 8% et 9° magis abrupte, incrassatis,.
9° et 10° subaequalibus, transversis, 11 0 quam praecedente angustiore
et breviore, apice pulvinato. Caput transversissimum, convexiusculum,
parce punctulatum, antice truncatum; labro profunde emarginato;
oculis magnis. Prothorax antice subvalde, postice vix angustus, late-
ribus arcuatus, magis duplo latior quam longior, parce punctulatus;
margine antico profunde emarginato; angulis antieis rotundatis, postieis
subreetis; lateribus tenuissime marginatis; basi subtruncata, ad ex-
tremitates vix sinuata. Scutellum magnum, triangulare. Elytra
lateribus arcuata, vix ampliata, paulo longiora quam simul latiora,
apice truncata, parcius sed paulo validius prothorace punctulata;
lateribus tenuissime marginatis. Pygidium subtriangulare, depressum,
apice hebetatum. Tibiarum anticarum margo externus crenulatus,
apice majore denticulo terminatus. Long. 1,3 mill.
Oblong, un peu moins de deux fois plus long que large dans sa
plus grande largeur, relativement convexe, subopaque, testac&, couvert
d’une pubescence flave, fine, conchee, peu serree. Antennes relativement
H. Sauter's Formosa-Ausbeute. Rhysodidae, Nitidulidae etc. 39
allongees; 3me article subelaviforme, environ deux fois et demie plus
long que large dans sa plus grande largeur; articles 3 a 9 s’epaississant
progressivement, 3&7 lentement, 7 &9 rapidement, pour dessiner une
massue environ deux fois plus longue que large, dont l’avant dernier
article est transversal, subeylindrique, aussi large que le preeedent
et dont le dernier artiele, nettement plus etroit et plus court que le
precedent, est termine par un bouton conique. T&te tres transversale,
un peu convexe, tronquee en avant, eparsement pointillee; labre
grand, profondement echancre; yeux gros. Prothorax retreei en
avant, & peine & la base, arqu& sur les cÖötes, environ une fois
et un cinqu&me plus long que large dans sa plus grande largeur,
eparsement pointille; bord anterieur echanere; angles anterieurs
largement arrondis; cötes tres finement rebordes; angles posterieurs
presque droits; base subtronqu£e, a peine sinuee aux extr&mites. Ecusson
en forme de triangle &quilateral, egal a la base au tiers de la base du
prothorax. Elytres en angle obtus aux epaules, arques sur les cötes,
tronques au sommet, & peine plus larges ensemble que le prothorax
dans sa plus grande largeur, un peu plus longs que larges ensemble,
tres finement rebordes sur les cötes, couverts d’une ponctuation un
peu plus forte et un peu moins serr&e que celle du prothorax. Pygidium
visible, deprime, subtriangulaire, &mouss& au sommet. Sillons anten-
naires tres convergents. Palpes maxillaires relativement longs, fili-
formes; ler et 3me article subcarres, 2me et 4me tres allonges. Saillie
prosternale s’avancant en avant des hanches, legerement en forme
de spatule, epaissie & l’extremite. Mesosternum profondement en-
fonce. Premier segment de l’abdomen plus court que 2, 3 et 4 ensemble;
2 et 3 tres courts. Bord externe des tıbias anterieurs finement crönele,
termine & l’extremite par une dent plus marque; les quatre tibias
posterieurs simples.
Kosempo, 1 exemplaire.
Amystrops jormosiana n.sp. Ovata, 1 et 2/, longior, quam in
maxima latudine latior convexa, nitida, vix perspicue alutacea, dense
flavo-pubescens, subpiceo-testacea; antennis pedibusque paulo diluti-
oribus. Antennae subelongatae; articulis 3 °—9 ® paulatim incranatis,
30—7° lente, 8° et 9° magis abrupte; 1° et 2° articulo elavae sub-
aequalibus, 30 quam praecedente angustiore et vix longiore, apice
acuminato. Caput transversum, subdepressum, antice truncatum, fronte
dense punetulatum, inter antennarum bases late biimpressum; oculis
prominulis. Prothorax antice valde, postice vix angustatus, lateribus
arcuatus, magis duplo latior quam longior, subdense punctatus; margine
antico subprofunde emarginato; angulis antieis rotundatis, posticis
subrectis; lateribus tenuissime marginatis; basi subreeta, utrinque
scutelli breviter subsinuata, ad extremitates retrorsum arcuatim
producta. Scutellum magnum, triangulare. Elytra lateribus arcuata,
vix ampliata, paulo minus elongata quam simul lata, apice subtruncata,
quam prothorax paulo densius et paulo tenuius punctata; lateribus
tenuiter marginatis. Pygidium convexiusculum, subtriangulare,
11. Heft
40 A. Grouvelle:
erebre punctulatum. Tibiarum anticarum externus margo crenulatus,
apice majore denticulo haud terminatus. Long. 2,5 mill.
Ovale, environ une fois et deux tiers plus long que large dans sa
plus grande largeur, convexe, brillant, a peine visiblement alutace,
couvert d’une pubescence flave, couch6e, mödiocrement longue, serree,
mais ne masquant pas la couleur du tegument, testace, teinte
de nuance de poix, antennes et pattes un peu plus elaires. Antennes
relativement allongees; 3me article subelaviforme, environ trois
fois plus long que large dans sa plus grande largeur; articles
3 & 9 s’epaississant progressivement, 3 a 7 lentement, 7 & 9 ra-
pidement pour dessiner le commencement d’une massue environ deux
fois et demie plus longue que large, dont l’avant dernier article trans-
versal, & peine plus large que le precedent est en forme de trone de
cöne et dont le dernier a peine plus etroit que le IOme, environ aussi
long que large, est subacumine & l’extremite. Tete un peu moins de
deux fois plus large au niveau des yeux que longue avec les mandibules,
subdeprimöe sur le front, largement biimpressionne entre les naissances
des antennes, densement ponetuee sur le front, presque lisse sur P’epi-
stome; bord anterieur tronque; labre plus de deux fois plus large &
la base que long; yeux & petites facettes, presentant un diametre trans-
versal un peu inferieur a la longueur de P’orbite, @chancrant & peine
les marges du front, celles-cı tres convergentes en avant. Prothorax
tres retreci en avant, & peine a la base, ah sur les cötes, plus de
deux fois plus large dans sa plus grande largeur que long, densement
ponctu&; bord anterieur assez profondement &chancere, &troitement
inflechi surtout dans le milieu; angles anterieurs arrondis; cötes fine-
ment rebordes; angles posterieurs, vus de face, presque droits; base
subtronquee, brievement sinu&e de chaque cöte de l’ecusson, arquee
vers l’arriere aux extremites, finementrebordee saufau milieu. "Ecusson
triangulaire, deux fois plus large & la base que long, egal & la base
environ au quart de la base du prothorax. Elytres tronques a la base,
arrondis aux epaules, arques sur les cötes, un peu £largiıs, presentant
leur plus grande largeur vers le premier quart de la longueur ä partir
de la base, arrondis aux angles apicaux externes, subtrongues au som-
met, un peu moins longs que larges ensemble dans leur plus grande
largeur, etroitement rebordes sur les cötes, couverts d’une ponetuation
un peu plus serr&e et un peu plus fine que celle du prothorax. Pygidium
un peu convexe, subtriangulaire (compris le segment additionel chez
la mäle) tres densement ponctue. Sillons antennaires tres convergents.
Palpes maxillaires relativement longs, filiformes; ler et 3me article
subcarres, 2me et 4me tres allonges. Saillie prosternale s’avangant en
avant des hanches en forme de spatule Epaissie & l’extremite. Meso-
sternum enfonce. Premier segment de l’abdomen aussi long que 2me,
3me et 4 me pris ensemble; 2me et 3me tres courts. Bord externe des
tibias anterieurs finement et dens&ment crenele, sans dent plus mar-
quee A l’extremite. Les quatre tibias posterieurs simples.
Kosempo. 1 exemplaire mäle.
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Rhysodidae, Nitidulidae etc. 41
Haptoncus Motschulskyi Reitt. 1873, Syst. Eintheil. Nitid. p. 29.
— H. angustulus Motsch. (Epuraea) Bull. Msc. 1863, p. 439.
Je rapporte & l’espece de Motschulsky, dont je ne connais pas
de type, un individu provenant de Kosempo, ainsi qu’une serie
d‘exemplaires provenant de la Chine, de l’Indo-Chine, de I’Inde ete.
L’H. Motschulskyi BReitt. olim angustatus Motsch. (sensu Grouv.) est
voisin de H. dispersus Grouv.
Epuraea paulula Reitt. 1873, Syst. Eintheil. Nitid. p. 26 et 36.
3 exemplaires de Kosempo. Le type de l’espece provient du Japon.
Epuraea (Mierurula) consanguinea n.sp. Ovata, convexa, sub-
opaca, flavo-cinereo pubescens, tenue aspera et subparce punctulata,
picea; bucca, antennis pedibusque rufo-piceis, Clava antennarum,
oblonga; ultimo articulo quam praecedente paulo angustiore. Pro-
thorax transversus, antice subfortiter et postice vixangustatus; margine
antico truncato, lateribus arcuatis strietissime marginatis; angulis
anticis obtusis, hebetatis, posticis brevissime rotundatis. Scutellum
transversum, triangulare. Elytra vix longiora quam simul latiora,
apice separatim subtruncata. Long. 1,3—1,5 Mill.
Ovale, convexe, peu brillant, tres finement chagrine, presqu’e-
parsement ponetue, couvert d’une pubescence flave-condree assez
dense, mais ne masquant pas la couleur du tegument, brun de poix
avec la bouche, les antennes et les pattes roux testace. Antennes
courtes; massue oblongue, &gale environ au tiers de la longueur totale
de l’antenne, dernier article un peu plus etroit que le precedent.
Tete subdeprimee, biimpressionnee entre les naissances des antennes,
tres finement pointillee. Prothorax fortemient retreci en avant, &
peine a la base, un peu moins de deux fois plus large dans sa plus
grande largur que long, un peu plus fortement pointille que la tete;
bord ant£erieur tronque, bords lateraux arques, tres finement rebordes;
base subtronquee, subsinue vers les extremites; angles anterieurs
obtus, tres brievement arrondis, posterieurs obtus, a peine emousses
lorsqu’ils sont vus des dessus, plus largement obtus lorsq’ils sont vus de
face. Ecusson triangulaire, deux fois plus large a la base que long.
Elytres a peine plus longs que larges ensemble, arrondis separement
aux angles suturaux, subtrongues, couverts d’une ponctuation sub-
egale & celle du prothorax; bords lateraux arques, tr&s finement rebordes;
largeur maxima plus grande que le plus grande largeur du prothorax,
placee un peu avant le milieu de la longueur. Dessous de la tete et
du prothorax plus clair que l’abdon:en.
Kosimpo, Shis. Plusieurs exemplaires.
Voisin de P. fuseiceps Reitt.; taille beaucoup plus petite, coloration
fonc&e et bordure marginale des elytres tres etroite.
Ipidia variolosa Reitt. 1879, Deutsche Ent. Zeitschr. p.
215 var. latior.
Fuhosho, Kosempo, Taihorin.
Je rapporte a 1’ J. variolosa Reitt. de la Siberie or. et du Japon,
sous le nom de variet& latior un serie d’Ipidia provenant du Japon
meridional, de Formose, de la Birmanie, presentant une forme plus
11. Beft
42 A. Grouvelle:
large et sur le prothorax et le dessous du corps, une ponctuation serröe,
plus forte. L’I. lator a en plus les intervalles dıscoidaux des stries des
elytres plans, alors qu’ils sont legerement releves chez la forme typique;
les exemplaires du Japon presentent la m&me difference, mais & un
degr& moins accentue.
Stelidota multiguttata Reitt. 1876, Deutsche Ent. Zeitschr. p. 110.
Kosempo; 1 exemplaire. Koroton; nombreux exemplaires.
Prometopia quadrimaculata Motsch. 1863, Bull. Mose. 11, p. 440.
Anping: 1 exemplaire. Taihorin; 1 exemplaire.
Formose est jusqu’ ä ce jour la station la plus septentrionale de
cette espece.
Parametopia rotundata Reitt., 1881, Notes London Mus. 111, p. 75.
Fuhosho; 1 exemplaires.
Parametopia rubrum Reitt. 1884, Wien. ent. Zeit. III, p. 262;
1885, IV, p. 17.
Taihorin; 1 exemplaire.
Megauchenia angustata Er. (Ischaena), 1843, ap. Germ. Zeitschr. IV
p. 288.
Chip-Chip; 2 exemplaires.
Megauchenia quadricollis Reitt. (Ischaena) 1883, Notes London
Mus. V, p. 10.
Fuhosho; de nombreux exemplaires.
Amphiecrossus discolor Er. 1843, ap. Germ. Zeitschr. IV, p. 348.
Alikang; 1 exemplaire.
Lasiodactylus pictus Mach. (Nitidula) 1825, Annul. Jav. p. 40;
ed. Lequien 1833, p. 147. — L. glabricola Cand. (Lordites) Mem. Liege
XVI, 1881, p. 340.
Kosempo; 3 exemplaires. Tainan; 2 exemplaires. Amping; 3 exem-
plaires.
Lasiodactylus inaequalis n.sp. Ovatus, sat latus, convexus, ni-
tidus, nigro-piceus, antennis pedibusque paulo dilutior, setis fulvis,
minutissimis, tenuibus subdense vestitus; pilis fulvis, brevibus, in elytris
lineato-dispositis et ex parte densatis, intermixtis. Clava antennarum
oblonga. Caput erebre punctatum, utrinque ad antennae basin sub-
profunde impressum; margine antico medio subsinuato. Prothorax trans-
versissimus, antice valde, postice parum angustatus, erebre punctatus;
punctis saepius confluentibus; margine antico profunde emarginato;
lateribus valde acuatis; basi medio truncata, utrinque ad extremitatem
sinuata; angulis antieis rectis, hebetatis, postieis subrectis. Scutellum
triangulare, transversum. Elytra ovata, humeris rotundata, apice
separatim subacuminata, cireiter 1 et !/, longiora quam sımul lata,
dense punctata; disco carinulis obtusis, interruptis instrueto. Long.
4,5 mill.
Ovale, environ deux fois plus long que large dans sa plus grande
largeur, convexe, brillant, brun de poix avec les antennes les pattes,
sauf la base, plus elaires, eouvert d’une pubescence flave, formee de
tr&s petites soles fines, presque serrees, extremelees de poils courts,
disposes en lignes sur les elytres et condenses sur les parties saillantes
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Rhysodidae, Nitidulidae etc. 43
de leur surface. Antennes relativement courtes pour le genre, massue
oblongue, subegale euviron au einqui&me de la longueur totale de l’an-
tenne. Töte transversale, tr&s densement ponctue, nettement impression-
nse de chaque cöt& vers la base de l’antenne, subsinu6e au milieu
de la marge auterieure; yeux assez saillants; labre bien visible. Pro-
thorax environ deux fois et demie plus large dans sa plus grande largeur
que long, fortement rötreci en avant, faiblement ä la base, arrondi
sur les cötes, tr&s densement ponctu& de points plus forts que ceux
de la t&te, souvent confluents; bord anterieur largement et profondement
echanere; marges laterales tres largement explanees, subconcaves;
base largement tronquee dans le milieu, sinuee de chaque cöte
vers l’extr&mite; angles anterieurs droits, &mousses, posterieurs
presque droits. Ecusson transversal, triangulaire, marqu& de quelques
points. Elytres ovales, arrondis aux Epaules, subparalleles dans les
deux premiers tiers de la longueur ä partir de la base, puis attenues,
subacumines separement au sommet, couverts d’une ponctuation
tres serr&e, plus forte que celle du prothorax, presentant des carenes
longitudinales tres faibles, interrompues et des vestiges d’impressions
qui donnent & la surface un aspect irregulier; marges laterales limitees
par une carene, fort&ment declives, puis subexplanees moins large-
ment que celles du prothorax.
Kosempo; 1 exemplaire femelle.
Pocadites Sauteri n.sp. Breviter oblongus, convexus, nitidulus,
ater, antennarum basi et lateribus prothoracis striete rufo-marginatus,
flavo-pubescens. Antennae breves; clava elongata, subpiriformi, ultimo
articulo, angusto, transverso, subeylindrico, apice pulvinato. Caput sub-
depressum, parce punetatum, inter antennarum bases utrinque impres-
sum. Prothorax transversus, antice angustatus, lateribus arcuatus,
cıliatus, basi medio retrorsum transversim productus, plus minuve parce
punetatus; margine antico sinuato; angulis anticis obtusis, hebetatis
postieis subreetis. Scutellum transversum, apice arcuatum, punctatum.
Elytra ovata, apice conjunetim rotundata, tam elongata quam simul in
maxima latudine lata, in disco sublineato-punctata ad latera sub-
striato-punctata; punctis caelatis; lineis punetatis aliquid inordinatis;
intervallis alternıs latioribus, linea setarum tenuium, brevium,
inclinatarum instructis Long. 3,2 Mill.
Öblong, environ une fois et demie plus long que large dans sa plus
grande largeur, convexe, brillant, noir avec la base des antennes et un
etroite marge sur les cötes du prothorax rougeätres; pubescence flave,
formee de soies fines, courtes, inclinees, confuses sur le prothorax, in-
ser&es en ligne sur les intervalles alternes des lignes et des stries ponctu@es
des elytres. Antennes courtes; massue subpiriforme, sensiblement
aussi longue que la moitie de la longueur totale de l’antenne; plus
dilatee en dedans qu’en dehors; ler article transversal, 2me transversal,
3me nettement plus etroit que le 2me et un peu plus long, comprenant
une partie subeylindrique et un bouton apical subeonique. Te&te trans-
versale, deprimee, couverte d’une ponctuation grosse, superficielle,
entrem&@l&e de quelques petits points enfonces, marquee de deux im-
11. Hefl
44 A.Grouvelle:
pressions entre les naissances des antennes. Prothorax fortement
retreci en avant, environ 2 fois et un tiers plus large & la base que
long, couvert d’une ponetuation superficielle, irregulierement serree,
extremel&e de quelques petits points enfonces; bord anterieur sinue;
angles anterieurs obtus, emousses, finement rebordes; cötes arqu6s,
finement rebordes, cilies; angles posterieurs presque droits; base
largernent saillante en arriere dans le milieu, etroitement sinuee de
chaque cöte de la partie saillante, puis subtronquee, bordee
par une etroite mmarge explanee. Ecusson subarrondi au sommet,
plus de deux fois plus large que long. Elytres ovales, en angle obtus aux
epanles, un peu plus longs que larges ensemble dans leur plus grande
largeur, arrondis ensemble au sommet, ponctues en ligne sur le disques
substries-ponctudes vers les cötes; points oblongs, superficiels, lignes
ponctues un peu irregulieres; intervalles alternes plus larges, portant
les lignes de soies; sculpture des elytres attenuee vers le sommet, deve-
nant confuse; marges laterales etroitement rebordees.
Fuhosho. 2 exemplaires.
Voisin de P. corpulentus Beitt. distinet par l’absence de strie
marginale a la base du prothorax.
Cyllodes dorsalis Reitt. (Strongylus) 1884, Wien. ent. Zeitg. 111,
p. 266, IV, 1885, p. 77.
Fuhosho; 1 exemplaires.
Cyllodes tigrinus n. sp. Breviter oblongus, convexus, rufo-ochraceus,
punetis nigris ornatus. Caput hand valde transversum, subdense
punctulatum. Clava antennarum infuscata. Prothorax valde trans-
versus, 7 punctis nigris ornatus, basi utrinque scutelli modice sinuatus.
Scutellum transversum, apice subtruncatum. Elytra paulo breviora
quam simul latiora, apice subconjunetim rotundata, subparce punctata;
punctis in disco, ad latera et ad apicem subilneato-dispositis; singulo
elytro ad apicem et juxta lateralis marginis extremitatem nigro-mar-
ginato, in disco et in humero nigro-punctato. Pedes sublineares. Long
3 mill.
Oblong, un peu moins d’une fois et demie plus long que large,
convexe, brillant, roux un peu Jaunätre, varie de taches noires; dessous
du corps plus elair que le dessus; massue des antennes enfumee, un
peu moins longue que la moiti® de la longueur totale de l’antenne.'
Tete mödiocrement transversale, presque densement peintillee, & peine
visiblement alutacee. Prothorax environ trois plus large & la base que
long; bord anterieur profond&ment öchanere, lorsque l’insecte est vu
de dessus, reborde sur les cötes, & peine visiblement au milieu; cötes
arrondis, rebordes; base & peine saillante en arriere devant l’&cusson,
faiblement sinu&e de chaque cöte; angles posterieurs vus de face, droits,
non &mousses; ponctuation A peine serree, un peu moins forte sur le
disque que celle de la tete, fond & peine visiblement alutace; sur le
disque sept taches noires, ponctiformes: une interne et deux externes
petites, placees sur une ligne transversale, les quatre autres formart
presqu’un carre appuye sur la base, les deux anterieures moins fortes
que les deux posterieures. Ecusson tres transversal, tres largement
H. Santer's Formosa-Ausbeute. Rhysodidae, Nitidulidae etc. 45
arrondi au sommet, presque subpentagonal, eparsement pointille.
Elytres & peine moins longs que larges ensemble ä la base, arrondis
ensemble au sommet lorsque l’insecte est vu de dessus, separement
lorsque le sommet de l’elytre est vu de face, tr&s finement et eparsement
pointill&s sur le disque, un peu plus fortement et subregulierement
vers les cöt6s; sur chaque elytre une bordure apicale, noire, remontant
contre le bord lateral et deux taches ponctiformes, egalement noires:
la premiere plus petite sur le eälus humeral, Ja 2me sur le disque;
angles humeraux droits, & peine e&mousses, finement rebordes. Pattes
mediocrement larges. Ligne marginale des hauches intermediaires
rejoignant l’episterne vers le milieu de sa longueur. Segments 2 & 4
de l’abdomen transversalement subcarenes, vers le milieu de Ja longueur,
le 5me pres de la base.
Kosempo. 2 exemplaires.
Cyllodes multimaculatus n. sp. Oblongus, convexus, nitidus,
rufus, punetis nigris ornatus. Caput transversum, dense punc-
tatum. Prothorax transversus, nigro-tripunctatus, basi medio retrorsum
productus. Scutellum transversissimum, subpentagonale. Elytra
paulo breviora quam simul latiora, apice separatim rotundata, irregu-
lariter lineato-punctulata; linearum intervallis plus minusve pareissime
et tenuissime punetulatis; singulo elytro quinque maculis nigris notato:
la macula basilari, juxta scutellum, punctiformi, 2a basilari, juxta
humerum, transversa, 3a suturali, punctiformi, paulo ante medium, 4a
paulo post medium, transversa, latus attingente, ex duobus punetis
nigris conjunctis composita, Da apicali, juxta suturam subtrianguları.
Long. 4 mill.
Oblong, environ une fois et demie plus long que large, convexe,
brillant, rougeätre, marqu& de taches noires; dessous du corps roux
peu fonce. Massue des antennes noire, moins longue que la moitie
de la longueur totale de l’antenne. Te&te assez densement ponetuee.
Prothorax environ trois fois plus large & la base que long; bord anterieur
echancre lorsque l’insecte est vu de dessus, reborde sur les cötes, & peine
visible:nent au milieu; cöt&s arrondis, tres finement rebordes; base
saillante en aıriere devant l’eeusson; ponetuation moins dense et
moins forte que celle de la tete; sur le disque trois taches’noires, sub-
orbiculaires, placöes sur une ligne transversale. Ecusson tres trans-
versal, subpentagonal, tr&s eparsement et tr&s finement pointille.
Elytres un peu moins longs que larges ensemble, arrondis separement au
sommet, finement ponctu6s en lignes peu r&gulieres, & peine substries
vers le sommet; ponctuation des intervalles des lignes largement et
irregulierement ecartee, tres fine sur le disque, plus marquee vers le
sommet; sur chaque elytre ving taches noires; la l®re suborbieulaire,
contre la base et l’6&cusson; la 2me transversale, contre la base, medio-
erement separ&e de la l£re, atteignant l’angle humeral; la 3me sur la
suture, un peu plus grande que la premiere, un peu avant le wmilieu;
la 4me un peu apres le milieu, transversale, atteignent le bord lateral,
formee de deux taches suborbieulaires, soudees, dont l’interne est de
11 Heft
46 A. Grouvelle:
beaucoup la plus grande; la 5me apicale, contre la suture, subtriangulaire.
Pattes larges. Pygidium roux.
Fuhosho. 1 exemplaire;
Tricanus Sauteri n. sp. T. striatopunctato proximus, rufo-
testaceus, elytris extra parvum humeralem maculum niger; capite
prothoraceque dense tenuiterque punctatis, punctis ad prothoraeis
latera minoribus; elytrorum striis punctatis fere apicem attingentibus.
Long. 4—5 mill. |
Voisin comme aspect general des Tricanus nigripennis Reitt.,
punctatissimus Grouv. et striatopunctatus Grouv.; plus rapproche
comme detail de la sculpture du dernier. Caracterise plus particuliere-
ment par la ponctuation de la t&te et du prothorax serr&e et tres fine,
surtout sur les marges lat&rales de ce dernier. et par les stries ponctuees
des elytres atteignant presque le sommet. Les elytres sont noirs avec
un tr&s petite tache rougeätres sur les Epaules.
Kankau. Nombreux exemplaires.
Cryptarcha sp.
Alıkang, 1 exemplaire.
@lischrochilus japanius Motsch. 1857, Etud. Ent. VI. p. 28.
Chip Chip, 1 exemplaire; Alıkang, 2 exemplaires.
Ostomidae.
Tenebroides mauritanicus L. 1758, Syst. Nat. X, I, p. 417.
Kosempo, Sokutsu, 2 exemplaires.
Lophocateres pusillus Klug, 1832, Akad. Wiss. Berl. p. 159.
Kosempo, 1 exemplaire.
Leperina regularis n.sp. L. squamulosae Gebler et L. tibialis
Reitt. facies, sed elytrorum dorsualibus lineis densatis et rectis, inter-
vallis alternis parum elevatis. Long. 13—18 mill.
Tres voisin comme aspect general de L. squamulosa Gebl. et de
L. tibialis Reitt., mais se distinguant nettement de ces deux formes,
par les lignes ponctuees du disque des elytres droites et regulieres,
separ&es par des intervalles tres £troits, alternativement un peu eleves.
Pronotum marque sur le disque de quatre impressions formant presqu’un
carre, les deux basilaires mieux marquees que les deux anterieures;,
ponctuation tr&s peu espacee sur le disque, tr&s serr&e vers les cötes;
marges laterales assez largement subexplanees. Ponctuation des
marges laterales des elytres confuse, presque disposee en lignes vers
le sommet des l’elytre.
Sokutsu, dist. de Banshoryo. Nombreux exemplaires.
Ancyrona marginata n.sp. Suboblonga, convexa, nitida, flavo-
grisea, pubescens, alutacea, castaneo-brunnea; antennis, pedibus
et prothoracis elytrorumque marginibus reflexis rufo-testaceis, Clava
antennarum intus quam extus paulo magis dilatata. Caput, parce
punctatum. Prothorax transversissimus, antice angustus, plus minusve
parce, sed quam caput paulo validius punctatus; margine antico late
profundeque emarginato; angulis antieis antrorsum productis, hebetatis;
lateribus subreetis, vix perspieue crenulatis, sat late explanatis;
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Rhysodidae, Nitidulidae etc. 47
angulis posticis rotundatis; bası subtruncata. Elytra ad apicem parum
ampliata, apice breviter conjunetim rotundata, eirciter duplo longiora
quam simul in maxima latudine latiora. punetato-lineata; intervallis
alternatim angustioribus, transversim vel oblique substriolatis; mar-
ginibus lateralibus haud late explanatis. Long. 3,5 mill.
Subovale, convexe, brillant, alutace, couvert d’une pubescence
flave cendree, peu serree, brun marron; antennes, pattes et marges
reflechies du prothorax et des elytres roux testace; articles de la massue
des antennes transversaux, un peu plus dilatee en dedans qu’en dehors.
Tete plus de deux fois plus large que longue, tronquee en avant;
ponctuation &parse sur le front, un peu plus serr&e sur les cötes, points
profonds, un peu allonges. Prothorax retreei en avant, arrondi aux
angles posterieurs, environ deux fois et demie plus large dans sa plus
grande largeur que long, couvert d’une ponctuation plus forte que
celle de la t&te, mais plus eparsement distribuee, laissant sur la disque
une bande longitudinale lisse; bord anterieur largement et profondement
echancr&; angles anterieurs saillants en avant, &mousses; cötes presque
droits, & peine visiblement cereneles; marges laterales assez largement
explan&es; base subtronquee, tres finement rebord&e. Ecusson subdemi-
eireulaire, marque de quelques points. Elytres arrondis aux &paules.
s’elargissant legerement jusqu’au deuxieme tiers de la longement &
partir de la base, bri&vement arrondis ensemble au sommet, environ
deux fois plus longs que larges ensemble dans leur plus grande largeur,
ponctues en lignes; intervalles alternes plus &troits; points reunis
deux & deux par des strioles transversales ou subtransversales qui
donnent aux intervalles un profil longitudinal un peu ondule. Marges
laterales explan&es plus etroitement que celles du prothorax. Soies
des elytres arqu&es en arriere, beaucoup plus courtes que celles de la
tete et du prothorax.
Taihorin. 1 exemplaires.
Colydiidae.
en parallela Sharp, 1885, Journ. Linn. Soc. XIX, p. 70
t. VI, £.5,
Hoozan, Suisharyo, Kankau, Sambeh, Taihorin. Nombreux
exemplaires.
Colobiens parilis Pasc. 1860. Journ. of Ent. 1, p. 102; II. 1863,
. 123.
x Fuhosho. Juin. 3 exemplaires.
Pycnomerus sculpturatus Sharp 1885, Journ. Linn. Soc. Lond.
XIX, p. 77.
Taihorin, Kankau (Koshun). 5 exemplaires.
Trachypholis ornatus Grouv. 1911, Notes Leiden Mus. XXXIH,
p. 132.
Mierovonus Sauteri n.sp. Oblongus, convexus, opacus, nigricans,
prothoracis lateribus fusco-rufus, setulis erectis, brevissimis, squami-
formibus, fusco-cinereis vel albidis vestitus; antennis pedibusque
subfuseo-rufis. Antennae subgraeiles; artieulo 30 elongato. 4%—6°
11. Heft
48 A. Grouvelle:
subelongatis, 9° subincrassato, clava quam antennae medio magis
duplo latiore. Caput inter antennarum bases arcuatim impressum;
oculis breviter setosis. Prothorax transversissimus antice quam postice
paulo angustior; margine antico medio arcuato, utrinque sinuato;
angulis antieis posticisque obtusis; lateribus praecipue apicem versus
arcuatis, late concavo-explanatis, vix denticulatis, breviter squamoso-
setoso-ciliatis; basi subrecta, utrinque sinuata; stria haud profunda
ınarginata. Elytra oblonga, prothorace paulo latiora, apice conjunetim
acuminata, circiter duplo longiora quam simul latiora, regulariter
lineato-setosa striatopunctata; setis albidis sparsis, in humeris et in
duabus maculis densatis: la macula subtransversa, post medium, sub-
minima, interrupta, 2a ante apicem minuta. Long. 4 mill.
Suboblong, environ deux fois et demie plus long que large dans
la plus grande largeur, convexe, opaque, noirätre avec les antennes, les
pattes et les marges lat&rales du prothorax d’un roux sombre, couvert
de soies dressees, courtes, squamiformes, tantöt d’un gris sale, tantöt
d’un blane cendre, ces derniers en general tr&s &parses, mais condensees
sur la region humerale des epaules et formant de petites macules,
2 sur le prothorax, de chaque cöte sur le milieu de la longueur,
2 sur chaque Elytre: la premiere au dela du milieu, subtransversale,
tres interrompue, la deuxieme pres du sommet. Soies sombres con-
densees en petites fascies: 2 assez rapproch6es, placees sur la marge
anterieure du prothorax; 2 un peu plus Ecartees, un peu en avant
des deux fascies blanchätres; 2 sur chaque elytre, orientees dans la
longueur: la lere sur la region scutellaire, la 2me contre la suture
vers le premier tiers de la longueur & partir de la base. Antennes
un peu greles: 2me article suballonge, 3me environ une fois et demie
plus long que large, Ame &6me suballonges, me etöme subtransversaux,
9me un peu Epoissi, 1Ome et Ilme formant une massue plus de deux
fois plus epaisse que le corps de l’antenne. T&te un peu moins de deux
fois plus large que longue, largement arrondie en avant, subconvexe
sur le front, biimpressionnee entre les naissances des antennes, cou-
verte de granulations &crasees; marges laterales legerement relevees
& la naissance des antennes; front fortement echancre par les yeux;
ceux-ci garnis de soies dress6es, courtes. Prothorax beaucoup plus
large que la tete, un peu plus retreci en avant qu’a la base, arrondi
sur les cötes, surtout en avant, plus deux fois et demie plus large dans
sa plus grande largeur que long, pr&sentant sa plus grande largeur vers
le milieu de la longueur, couvert de granulations un peu Ecrassees,
tr&s serrees sur les cötes; bord anterieur arrondi dans le milieu, sinue
de chaque cöte; angles anterieurs mediocrement obtus, posterieurs
plus ouverts; marges laterales largement explantes-concaves, & peine
denticulees, bordees par une frange de soies courtes, &paisses, en partie
blanchätres; base ä peine saillante en arriere, arrondie dans le milıeu,
sinu&e de chaque cöte, bordee par une strie mediocrement enfoncie.
Elytres suboblongs, & peine plus larges dans leur plus grande largeur
que le prothorax, subacumines ensemble au sommet, environ deux
fois plus longs que larges ensemble dans leur plus grande largeur,
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Rhysodidae, Nitidulidae etc. 49
finement stries; intervalles tres larges, deprimes; stries squameuses;
marges laterales tres ötroitement rebord&es, eili6es. Profil longitudinal
des elytres regulierement arqu&, ne continuant pas la courbure du
prothorax.
Sokutsu. 1 exemplaire.
Voisin de M. squalidus Sharp.
Metopiestes striolatus n.sp. Subeylindrieus, capite pronotoque
subopacus, elytris subnitidus, nigro-piceus, antennis pedibusque rufo-
fuscus. Caput concavum, asperum, flavo-subpiceo tomentosum. Pro-
notum in longitudinem tribus carinulis ornatum: carinula interna
subintegra, externis basilarıbus, antice subvalde abbreviatis; spatiis
inter carinas haud punctatis; marginibus lateralibus, dense profundeque
striolato-punctatis, intervallis in longitudinem plus minusve subelevatis.
Singulum elytrum quinque carinatum: la carina suturali, modice
elevata, integra; 2a elevata apicalem declivitatem attingente, 3a
paulo minus elevata, integra; 4a cum 5a paulo ante apicem juncta; 5a
laterali, apicem elytri praetextente; intervallis vix perspicue punctu-
latis, 3% et 4° pluribus impressionibus, obsoletissimis notatis. Long.
3,7 mill.
Allonge, presque cylindrique, presqu’opaque sur la tete et le pro-
thorax, mediocrement brillant sur les elytres; brun de poix, antennes
et pattes un peu rougeätres; Ire article et massue des antennes plus
clairs. T&te concave, couverte d’une tomentosite d’un flave un peu
roussätre, densement ponctuee, subrapeuse sur le front, un peu moins
ponctuee sur la partie anterieure de la concavite. Prothorax un peu
plus long que large dans sa plus grande largeur, moder&ment retreci & la
base, arrondi en avant, en angle obtus & peine marqu& aux angles
anterieurs, presentant sur le disque trois faibles carenes longitudinales:
’interne presqu’entiere, attenuee en avant, les externes basilaires,
assez fortement raccourcies en avant; intervalles entre les carenes
lisses; marges entre les carenes et les bords lateraux densement ponctu&es
de points enfonces, allonges, orientes presque dans la longueur, plus
ou moins confluents, separes par des rides longitudinales ou sub-
longitudinales qui donnent & l’ensemble un aspeet strigeux; bords
lateraux rebordes par un &troit bourrelet visible seulement dans la
moitie basilaire, lorsque l’insecte est vu de dessus; base saillante en
arriere en arc et finement rebordee entre les car&nes externes, sinuee
et rebord&e de chaque cot& entre la car&ne externe et l’angle posterieur;
celui-ei droit; sur le disque, de chaque cöte, vers le milieu, une vague
impression. Ecusson oblong. Elytres presque quatre fois plus longs
que larges ensemble; chacun arque, puis sinu6e ä la base, finement
rebord& jusqu’a l’angle humeral, celui-ci un peu aigu; sur chaque
elytre cinq carenes longitudinales: la lere suturale, entiere, peu Elevee,
la 2me plus &levee atteignant la declivite apicale de l’elytre, la 3me
entire, un peu moins marqu&e, surtout vers le sommet, la me se re-
unissant & la 4me avant l’extremite, la 5me laterale, rejoignant le bord
Archir ftir Naturgeschichte
1913. A, 11. 4 11.Heft
50 A. Grourvelle:
lateral et bordant l’elytre jusqu’au sommet; intervalles 3me et 4me
marques de larges impressious obsoletes.
Taihorin. 1 exemplaire.
Asosylus Sauteri n.sp. Oblongo-elongatus, subfiliformis, con-
vexus, nitidulus, glaber, castaneus. Antennae breves; celavae ultimo
artculo quam praecedente subaequali et angustiore. Caput convexum,
subdense puctulatum, antice crista pilorum ochraceo-auratorum vesti
tum. Prothorax angulis antieis rotundatus, lateribus subreetus, basin
versus angustus, 1 et?/,longior quam latior, subparce punctulatus; antico
margine vix arcuato; lateribus, juxta basin breviter sinuatis, extra
basın sulco subvalido, bası attenuato marginatis; angulis posticis sub-
hebetatis; basi medio retrorsum rotundato-producta, utrinque sinuata;
disco transversim valde convexo, in longitudinem trianguları im-
pressione excavato; Impressione Juxta anticum marginem evanescente,
postice ante basin oblique constrieta et magis excavata, dein sulco
parallelo, subangusto cum basilari margine juneta, hoc inter eum sul-
cum et posticos angulos valde foveolata. Elytra basi quam prothorace
latiora, subparallela, prope extremitatem sinuata; apice conjunetim
breviter rotundata; singulo in longitudinem quinque carinato: 1a
carina suturali, parum elevata, depressa; 2a discoidali, integra, magis
elavata, 3a ante humerum et 4a humerali quam 2a minus elevatis,
ante apicem conjunctis et dein cum 2a junctis, 5a subhumerali, parum
elavata, cum 2ae et 3ae communi parte juncta; carınarum intervallis
concavis, 1° apice excavato. Long. 4,2 mill.
Oblong, tres allonge, environ sept fois et demie plus long que
large, convexe, peu brillant, glabre sauf une assez forte houppe de poils
jaunes-dores ‚place sur le devant de la tete, marron. Antennes courtes;
ler article &pais, environ aussi long que large, arrcndi en dedans;
2 me insere sur la partie anterieure du bord externe du premier, presque
deux fois plus long ‚que large, 3me & Ime plus ou moins subcarres ou
subtransversaux, s’epaississant tr&s legerement vers le sommet, 10 me
et Ilme formant une massue brusque, un peu plus longue que large
dont les articles sont subegaux et dont le dernier article arrondi au
sommet est nettement plus &troit que le precedent. T&te un peu moins
de deux fois plus large au niveau des yeux que longue, convexe, peu
densement pointillee, inflechie en are en avant des naissances des
antennes, contre Ja houppe pubescente de l’&pistome; bord anterieur
subtronqu6; yeux gros, & facettes assez grosses, &chancrant Jes marges
laterales du front, ayant un diametre transversal subegal & la moitie
de la longueur de ’orbite; temıpes nulles. Prothorax un peu rlus
large que la tete avec les yeux, peu largement arrondi aux angles
anterieurs, presque droit sur les eötes, sauf un leger sinus pres des
angles posterieurs, retreci & la base, environ une fois et un tiers plus
long ‚que large dans sa plus grande largeur; bord anterieur faiblement
arque en avant; cötes bordes par un assez fort sillon s’arretant & la
sinuosite basilaire; angles posterieurs un peu obtus et un peu emousses;
base assez nettement arqu6e en arriere dans le milieu, sinuee de chaque
cöte; disque portant une Impression profonde, en forme de fer de lance,
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Rhyrodidae, Nitidulidae etc. 51
touchant par la pointe le bord anterieur, se r&unissant, & la base, par
un sillon court, assez &troit; impression encore plus profondement
excavee au niveau de ses angles lateraux, longitudinalement sub-
sillonnee-ponetu&e au fond et striee contre ses marges laterales dans
sa partie anterieure; cötes du prothorax entre la cavit& disccidale
et les eötes subeparsement pointilles; marge basilaire creusee de
chaque eöte entre le sillon median et l’angle posterieur d’une foveole
profonde, un peu allonge. Ecusson suborbieulaire, enfonce, lisse,
brillant. Elytres, un peu plus larges & la base que le prothorax, en
angle obtus, emousse aux epaules, s’elargissant un peu sur une tres
courte longueur, puis subparalleles, sinues pres de l’extremite, arrondis
ensemble au sommet, presque eing fois plus longs que larges ensemble;
chacun avec eing carenes longitudinales: la l&re suturale, peu elevee,
deprimee, s’inflechissant en dehors dans la partie basilaire, pour
enfermer l’ecusson; la 2me discoidale, plus marquee, rejoignant au
sommet la lere pour former le bourrelet apical; la 3me ant&humerale
et la 4me humerale, moins, eleves que la 2me, reunies avant le sommet,
puis venant se souder ä la 2me par l’intermediaire du bourrelet apical,
la 5me subhumerale peu &levee, se reunissant & P’extremite a la partie
commune de la 2me et de la 3me. Intervalles concaves, opaques; le
ler excav& au sommet. Sillons antennaires convergents.
Sokutsu, Banshoryo Dist. 2 exemplaires.
Gempylodes Lewisi Sharp, 1885, Linn. Soc. Journ. XIX, p. 72,
rB; tk: 8:
Taihorinsho, 7 exemplaires.
Brothrideres Sauteri n.sp. Oblongo-elongatus, subangustatus,
disco subdepressus, capite prothoraceque nitidulus, elytris subopacus,
glaber, nigro-castaneus. (Caput praecipue in margine antico dense
fortiterque punctatum. Prothorax subtrapeziformis, longior quam
ad apicem latior, utrinque plus minusve parce punetatus, in longitu-
dinem impressione elongata, laeviÄ, medio modice constrieta, stria
eircumeineta notatus; impressione basi per latum sulcum cum basi
juneta. Elytra oblonga, magis ter longiora quam simul in maxıma
latudine latiora, apice conjunctim rotundata; singulo ex sutura bistriata,
dein tricarinato. Long. 6,9 mill.
Oblong, presque cinq fois plus long que large dans sa plus grande
largeur; subdeprime sur le disque des elytres, un peu brillant sur la
tete et le prothorax, presqu’opaque sur les elytres, glabre, noir de poix
sur la tete et le prothorax, brun rougeätre sur les elytres, les antennes
et les pattes. Antennes courtes; 2me article insere dans une large
&chancrue de l’angle anterieur externe du ler article; Ilme trans-
versal beaucoup plus court et plus etroit que le lOme. Te&te convexe,
ınarquee de points allonges et profonds, moins accentues et plus serres
en avant; yeux assez saillants. Prothorax subtrapeziforme, presentant
sa plus grande largeur pres du sommet, environ une fois et un cin-
quieme plus long que large dans sa plus grande largeur, plus ou moins
eparseinent ponctue sur les cötes, marqu& sur le disque d’une Impression
enfoncee, allongee, lisse, retreecie au milieu, enfermee par une strie,
4® 11. Heft
52 A, Grouvelle:
reunie & Ja base par un large sillon; bord anterieur tronque au milieu,
echancre de chaque cöte; angles anterieur peu saillants en avant;
cötös droits, & peine ondules, etroitement rebordes; angles posterieurs
presque droits, accentues, carenes; base saillante en arriere dans la
partie mediane, echancree de chaque cöt£, contre les extremites. Ecusson
suborbiculaire. Elytres oblongs, plus de trois fois plus longs que larges
ensemble dans leur plus grande largeur, plus larges que le prothorax en
avant, largement arrondis ensemble au sommet, sinues lateralement
vers les angles apicaux-externes; sur le disque de chacun, en partout
de la suture, deux stries enfoncees, ponctuees surtout vers l’extremite,
s’arretant au bourrelet apical de l’elytre, une fine ligne ponctuee,
contigue & une carene atteignant le bourrelet apical, une strjie sem-
blable aux deux premieres, se terminant au sommet en ligne ponctuee
et enfin deux carenes se r&eunissent pres du sommet pour dessiner
l’echanerure de l’angle apical externe. Dessous du corps assez dense-
ment et fortement ponctu& sur le metasternum plus faiblement et
plus eparsement sur les segments de l’abdomen.
Chip-Chip. 1 exemplaire.
Bothrideres bifossulatus n.sp. Ovatus, circiter 4 et t/, longior
quam in maxima laitudine latior, convexus, subopacus, glaber, subrufo-
castaneus. Antennae subinerassatae; 2° articulo ad extremitatem
externi lateris inserto. Caput prothoraxque dense punctati, hoc in
longitudinem, biimpresso: la impressione inimo laevi, oblonga, striato-
marginata, 2a oblonga in imo laevi, utrinque et postice striato-marginata,
sulco brevi, bistriato et utrinque tuberculato cum basi juncta. Elytra
apice conjunctim subacuminata; singulo in longitudinum quinquies
carinato; la carina sutuli, 2a, 3a et 5a cum apicalı pulvino junctis,
4a apice parum abbreviata. Corpus subtus in thorace, mesosterno,
metasternoque dense, in abdomine minus dense et minus valide punc-
tatum; punctis ad apicem attenuatis. Long. 4,5 mill.
Ovale, environ quatre fois et demie plus long que large dans
sa plus grande largeur, convexe, presqu’opaque, glabre, marron un peu
rougeätre. Antennes un peu Epaissies; ler article suballonge, subpiri-
forme, 2me insere lateralement ä l’extremite du ler, epais, subcarre,
3me subcarre, 4me & 9me serres, s’epaississant progressivement et
faiblement, devenant progressivement un peu plus longs, 1Ome brus-
quement plus large, transversal, Ilme transversal, de la largeur du
I9me. Tete transversale, tres densement ponctuee, plus fortement
sur le front, sinu&e au bord anterieur; yeux transversaux, a facettes
assez fortes, &chancrant les marges laterales du front, peu saillants.
Prothorax plus large que la t&te, subcordiforme, environ un peu plus
long que large dans sa plus grande largeur, celle-ci placee pres du sommet,
densement ponctu®, lisse au fond des impressions creusees sur le disque;
lre impression plac&e vers le premier quart de la longueur & partir
du sommet, profonde, presentant au fond un petit espace oblong, en-
ferme par une strie; 2me impression vers le premier tiers de la longueur
a partir de la base, allongee, enfermant un espace subparallele, arrondı
Ala base, limite par une strie sauf en avant, plus enfonce vers la base,
H. Sauter's Formosa-Ausbeute. Rhysodidae, Nitidulidae etc. 53
reuni & celle-ci par un sillon &troit, bistri® et carenee, limit de chaque
cöte par un petit tubercule; bord anterieur ä peine &chanere, angles
anterieurs aigus &mousses, saillants en avant; cötes brievement sinu&e
pres de la base, armes d’une dent ä& peine visible vers le tiers de la
longueur, tr&es finement rebordes; angles posterieur obtus; base
arquee en arriere dans le milieu, bord&e de chaque cöt& entre l’angle
posterieur et la tubercule correspondant. Ecusson suboblong, non enfonce.
Elytres sinus & la base, arrondis aux &panles, alors environ aussi larges
que le prothorax dans sa plus grande largeur, tres faiblement arques,
arrondis sur les cötes, acumines ensemble au sommet, environ trois
fois et demie plus longs que larges ensemble dans leur plus grande
largeur; chacun avec cing carenes longitudinales: la l&re suturale,
moins elev&e que les autres, la 2me discoidale se soudant au bourrelet
apical, la 3me discoidale, s’arr&tant contre le bourrelet apical, la 4me
humerale et la 5me subhumerale soudöes ä la base pour border l’angle
humeral de l’elytre, la 4me arr&tee un peu avant le bourrelet apical, la
5me se soudant & ce bourrelet a l’extremite de la 2me car≠ inter-
valles concaves, chacun avec deux fines stries ponctuees, intervalle
sutural en plus avec une fine ligne ponctuee au cöte interne. Te&te
et thorax densement ponctues en dessous; abdomen moins fortement
ponctu& ä la base que le thorax et progressivement plus faiblement
ponctu& vers le sommet.
Suisharyo. 1 exemplaire.
Pseudobothrideres velatus Grouv. 1908, Ann. Soc. Ent. Fr. LXXVII,
p. 441.
Chip-Chip. 3 exemplaires. Kosempo, 1 exemplaire.
Erotylatris costatus Sharp 1885, Journ. Linn. Soc. Lond. XIX,
p. 75, t.3, f. 8.
Sokotsu et Fuhosho. Nombreux exemplaires.
Euzestus Parki Woll. 1858, Ann. Mag. Nat. Hist. 3, 11, p. 413.
Tainan. 3 exemplaires.
Passandridae.
Hectarthrum tenwicorne n.sp. Hectarthrorum facies, pariter
H. rufipenni F. et H. semifusco Newm. striatum, dilute rufo-castaneum.
Antennae subgraciles, subelongatae, intus parum dilatatae, apud marem
paulo crassiores; articulo 3° subquadrato, 40—10° subaequalibus,
modice transversis, paulatim brevioribus. Caput paulo longius quam
latius; intervallis inter antennae basin et oculi anticum marginem
quam oculi longitudine majoribus. Prothorax parum elongatus, utrinque
in longitudinem sulco integro instructus; disco antice in longitudinem
subsuleato, postice subimpresso-punctato, punctis irregularibus, elon-
gatis; basi medio pulvinata, pulvino medio breviter sinuato, utrinque
paulatim attenuato. Elytra haud profonde striata. Long. 9—10 mill,
Aspect des Hectarthrum, strie sur les elytres comme les H. rufi-
penne F, et semifuscum Newm., roux marron clair, rappelant & cet
egard I’H. nodicorne Snell. v. Woll. Antennes relativement greles
et un peu allongees, tres faiblement dilatees en dedans, m&me chez
11. Heft
54 A. Grouvelle:
le mäle malgre ses antennes un peu plus &paisses; 3me article
subearre, 4me & 10me subegaux, moderement transversaux, peu &
peu un peu plus courts. T&te un peu plus longue que large; base des
antennes separ&e du bord anterieur de l’oeil, par un intervalle plus
grand que le diamötre longitudinal de l’ocil; yeux relativement petits;
sillons frontaux subparalleles, presque fermes en avant, reunis & l’ex-
cavation anterieure externe par un sillon oblique, court et &troit. Pro-
thorax un peu plus long que large; sillons lateraux entiers; bourrelet
marginal de la base brievement sinue dans le milieu, progressivement
attenue vers les extremites; disque marque& en avant d’un faible sillon
longitudinal et en arriere d’une vague impression ponctuee de points
irreguliers, allonges. Stries des elytres relativement fines.
Tonkin; Hanoi, Region de Hong-Hai. 4 exemplaires. Collection
A. Grouvelle. Formosa; Fuhosho (Sauter). 1 exemplaire.
L’exemplaire de Formosa a les antennes un peu plus greles et un
peu plus allong&es que les exemplaires du Tonkin.
Aneistria Sauteri n.sp. Angusta, subeylindrica, elytrorum disco
subdepressa, nigro-picea, elytrorum apice paulatim paulo dilutior,
tarsis rufo-picea. Antennae subgraciles; articulis 2°—6° intus paulatim
dilatatis, 70 abrupte modice dilatato, 70°—11° intus paulatim sub-
latioribus, 11° modice transverso. Caput oblongum, sesquilongius
quam latius, in disco parce, ad apicem lateraque densius validiusque
punctatum, punctis plus minusve oblique strigosis; sulco intermedio
postice abbreviato, ad basin capitis paulatim attenuato, suleis externis
subrectis, subparallelis. Prothorax angulis antieis obtusus, lateribus
antice breviter arcuatus, dein subparallelus et usque ad basin paulatim
modice angustatus, duplo longior quam in maxima latudine latior,
punctatus; punetis in disco subsparsis, ad latera, praecipue ad angulos
posticos validioribus et densioribus; basis stria marginali medio brevi
carinula secata. Elytra magis quater longiora quam simul latiora,
apice latissime conjunetim rotundata, angulis suturalibus subdentata,
ad apicem haud excavata, sed substriete explanata, in disco tenuiter
striata et Jjuxta striam extus punctulata, ad latera sublineato-punctulata;
striis apicem versus impressioribus; intervallis planis, latis, unilineato-
punctulatis, transversim striolatis; intervallis 10°—5° paulatim brevi«
oribus, 2° apice modice elevato, extus subinflexo, 30 et 4° apice con-
junctis; Caput subtus subdense punctulatum, antice subimpressum.
Primus articulus tarsorum anticorum quan tibia modice, interme-
diarum paulo, posticarum multo brevior. Long. 7—8 mill.
Tres allonge, subeylindrique, tres &troitement deprime sur le disque
des elytres, assez brillant, noir de poix, devenant progressivement
plus elair vers l’extr&mit& des elytres: tarses rougeätres. Antennes
assez greles, atteignant le premier tiers de la longueur du
prothorax & partir de la base; ler artiele suborbiculaire, 2me &
6me progressivement un peu plus £&pais, 6me legerement dilate
en dedans, 7me et 8me s’elargissant assez rapidement, 8me a I1me
progressivement un peu plus larges; 2ime suballonge, 3me plus de deux
fois plus long que large, 4me plus court que 3me, 5me & 10me plus
H. Sauter's Formosa-Ausbeute, Rbysodidae, Nitidulidae etc. 55
courts que 4me, subegaux, lOme ä peine transversal, Ilme environ
une fois et demie plus large que long. T&te oblongue, plus d’une fois
et un tiers plus longue que large en ne tenant pas compte des mandibules,
couverte d’une ponctuation eparse sur le disque, plus dense en avant
et sur les cötes, formde surtout sur cette derniere partie de points
reunis par des strigosites obliques; sillon median n’atteignant pas la
base de la t&te, bien marque& en avant, attenu& progressivement vers
l’arriere; sillons externes sensiblement aussi accentues que le sillon
median en avant, un peu arques, subparalleles; stries laterales de la
tete atteignant le sillon externe correspondant, mais a peine marques
en avant de la base de l’antenne; tempes un peu plus longues que le
diaınetre longitudinal de l’oeil. Prothorax en angle obtus aux angles
anterieurs, subparallele jusqu’ aux deux cinquiemes de la longueur
a partir de la base, puis retrecı, legerement sinu& vers la base,
celle-ci egale environ aux deux tiers de la largeur du prothorax dans
sa plus grande largeur, un peu plus de deux fois plus long que large,
couvert d’une ponctuation assez forte, peu serree sur le disque, plus
forte et plus serr&ee sur les cÖötes, surtout vers les angles posterieurs,
composee de points un peu allonges, parfois confluents; stries mar-
ginales des bords lateraux s’etendant en s’attenuent jusqu’au
bord anterieur qu’elles rejoignent en s’arquant en dedans et limitant
en dessous la convexite relativement forte de la region des angles
anterieurs; base arqu&e en arriere, bordee par un bourrelet et une strie
coupee au milieu par une courte carinule: Elytres a peine plus larges
ä la base que le prothorax, subdentees aux extremites du bourrelet
basilaire, moderement arrondis aux &paules, alors un peu plus larges
ensemble que le prothorax dans sa plus grande largeur, largement
arrondis ensenible au sommet, legerement dentes aux angles suturaux,
bordes au sommet par une marge concave, remontant le long du bord
lateral, plus de quatre fois plus longs que larges ensemble. Disque
des elytres fineinent strie-ponctue; marges laterales finement ponctuees
presqu’en lignes; stries accompagnees sur le disque, au cöt& externe,
d’une ligne de points progressivement plus fortes et plus enfoncees
vers le sommet; intervalles plans, larges avec une ligne de petits points
sur la disque, devenant convexes vers le sommet. Intervalles sutural
entier, subeleve dans la partie apicale; intervalles 1 a 5 progressive-
ment plus courts: ler subentier, 2me un peu relev& un bourrelet sur la
partie apicale, alors un peu inflechi en dehors, 3me et 4me soudes
au sommet, 6me et suivants r&unis avant l’extrimite et prolonges en
bourrelet jusqu’au bourrelet apical. Dessous de la tete peu densement
pointille, coupe en avant, par une impression transversale, dilatee au
milieu vers la base de la tete; pieces jugulaires brusquement Epaissies.
Partie enfoneee du mesosternum opaque, longitudinalement sillonnee.
Premier article des tarses anteurieurs plus court que le tibia; des tarses
posterieurs un peu plus court et des tarses posterieur tr&s nettement
plus courts.
Fuhosho, Taihorin. 4 exemplaires.
£ Vient se placer a cöte d’A. retusa F.; forme plus allongee, elytres
11. Heft
50 A. Grouvelle:
plutöt plus de quatre fois plus longs que larges ensanple. Peut-&tre
une forme locale d’A. retusa.
Ancistria emarginata n.sp. Elongata, subeylindrica, elytrorum
disco depressa, nigra. Antennae subincrassatae, apicem versus intus
paulatim dilatatae; ultimo articulo subtransverso. Caput ovatum,
elongatum, plus minusve sparseque punctatum; punctis in disco
minoribus, ad latera et praecipue ad angulos posticos paulatim majo-
ribus, ante antennarum bases strigosis; suleo intermedio basin capitis
subattingente, subaequali, externis subparallelis. Prothorax sub-
cordiformis, in maxima latudine quam ad basin 1 et 2/, latior, 1 et 2/,
tam elongatus quam latus, punctatus; punctis in disco spatiam elon-
gatum, irregulare, reliquentibus, utrinque et praecipue ad angules
posticos paulatim densioribus et validioribus; pulvino basilari medio
interrupto. Elytra circiter 4 et 1/,longiora quam simul latiora, breviter
dehiscentia, apice separatim emarginata, vix excavata, in disco punc-
tato-striata, ad latera confuse punctata; intervallis striarum angustis,
unilineato-punctatis, transversim striolatis, rugosulis, subconvexis,
ad apicem paulo magis elevatis; intervallo suturali integro, apice
subelevato, 1° fere integro, 2° paulo breviore, 3°, 40 et 5° apice con-
junctis, quam 1° paulo brevioribus, 6° apice valde elevato. Primus
articulus, anticorum posticorumque tarsorum quam tibia brevior,
tarsorum intermediorum subaequalis. Long. 11 mill.
Allonge, subeylindrique, deprime sur le disque des elytres, brillant,
noir. Antennes un peu E&paisses, atteignant presque la base du pro-
thorax, moderement et progressivement &largies en dedans & partir
du 2me article; ler article oblong, 2me subcarre, 3me environ deux fois
plus long que large, 4me & 10me subegaux, plus courts que 3me, l1me
subtransversal. T&te ovale, environ un fois et un quart plus longue
que large en ne tenant pas compte des mandibules, ocuverte d’une
ponctuation fine et eparse sur le disque, progressivement plus forte
et plus serr&e vers les cötes, surtout vers les angles posterieurs, trans-
versalement strigueuse sur les lobes anterieurs de la tete, en avant
des bases des antennes; sillon median atteignant presque la base de
la tete, assez regulierement marque; sillons externes subparalleles
en arriere; stries laterales atteignant presque le sillon externe correspon;
dant; tempes subegales au diametre longitudinal de l’oeil. Prothorax
subcordiforme, environ une feis et deux tiers plus large dans sa plus
grande largeur qu’ä la base, environ une fois et deux tiers plus long
que large egalement dans sa plus grande largeur, couvert d’une ponc-
tuation laissant libre sur le disque un espace longitudinal &troit, irre-
gulier, attenu&e en arriere et en avant, progressivement plus dense et
plus forte vers les cötes et principalement vers les angles posterieurs;
bord anterieurs tronqu&; angles anterieurs vus de dessus arrondis,
posterieurs obtus; cötes bordes par une strie marqu6e & la base, s’atte-
nuant vers l’avant, s’effacant assez loin du bord anterieur et laissant
alors entre le disque du pronotum et le prosternum une region & con-
vexite continue, reparaissant contre le Bora anterieur sous la forme
d’une eourte strie arqu&e en dedans; bourrelet marginal bien marque
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute, Rhysodidae, Nitidulidae etc. 57
aux extr&mites, brievement interrompu au milieu. Elytres & peine
plus larges & la base que la base du prothorax, arrondis aux Epaules,
alors un peu plus larges que le prothorax dans sa plus grande largeur,
arques & l’extremite, bri&vement dehiscentes, separement et assez
fortement @chancres au sommet, environ quatre fois plus longs que
larges ensemble, prösentant chacun ä& l’extremite une marge concave
tres peu developpee, ponctuee stries sur le disque, plus ou moins con-
fusement ponctues sur les marges laterales, presque lisses sur la partie
basilaire de ces marges; stries erenelees au bord enterne, suleiformes
vers le sommet; intervalles mediocrement larges, subconvexes & la
base, progressivement plus convexes vers le sommet, chacun avec une
ligne de points, coupes par des strioles transversales qui avec les points
donnent & l’ensemble un aspeet rugueux; intervalle sutural entier
un peu &leve et elargi vers le sommet; ler intervalle subentier, 2me un
peu plus court que ler, 3me, 4me et 5me r&unis & l’extremite, plus
courts que 2me, 6me releve en une assez forte carene &moussee &
l’extremite et r&uni au bourrelet apical, en face de l’angle externe
de l’&chanerure du sommet. Dessous de la t&te coupe en avant par une
large impression transversale, prolongee au milieu vers l’arriere, Epar-
sement pointillee. Pieces jugulaires sans &paississement brusque.
Premier article des tarses anterieur et posterieurs plus court que le
tibia; ler article des tarses intermediaires subegal au tibia.
Hoozan, 1 exemplaire.
Voisin d’ A. Fouqueti Grouv. nettemient caracterise par l’echan-
crure de l’extremite du elytres.
Cucujidae.
Cucujus imperialis Lewis 1879, Ent. Month. Mag. XV, p. 234.
Kosempo, 1 exemplaire.
Le type provient de l’Assam. Le C. imperiales a &t& retrouve au
Yunnan.
Dleiota crenicollis n.sp. Subparallela, deplanata, nitidula, tenu-
issime flavo-pubescens, dilute castanea. Antennae elytrorum apicem
superantes. Caput transversum, plus minusve dense punctatum,
inter antennarum bases sat late impressum et utrinque longe sub-
suleatum; inter antennales impressiones margine antico medio sub-
tubereulato. Prothorax transversus, lateribus parallelus et crenulatus,
subdense punctatus, utrinque bicarinatus: carına externa ad posticos
angulos initium capiente et usque prope anticum angulum extendente,
interna basilari, brevi; denticulis lateralibus a basi paulatim majoribus.
Elytra subparallela, prothorace latiora, eireiter ter longiora quam
simul latiora; singulo extus carinato, sexies lineato-punctato; lineis
3 et 5 striatis; marginibus lateralibus oblique inflexis. Abdominis
primum segmentum duobus carinis femoralibus, parallelis, haud
integris instructum. Long. 8,5 mill.
Subparallele, plan sur le disque, un peu brillant, marron clair,
couvert d’une pubescence flave, tr&s courte, mediocrement visible.
Antennes depassant l’extremite des elytres. T&te moderement con-
11. Heft
58 A. Grouvelle:
vexe, environ deux fois plus large que longue, couverte d’une ponetuation
irregulierement serree, marquee de chaque cöte d’une impression
longitudinale, substriee, commengant pres de l’insertion de l’antenne
et au milieu d’une large impression transversale, brusquement ‚plus
accentuse en avant contre la base de l’epistome; celui-ci orne au
milieu de sa marge basilaire. d’une petite elevation subtuberculeuse Pro-
thorax subrectangulaire, de la largeur de la t&te avec les yeux, medio-
crement transversal, couvert d’une ponctuation un peu plus forte
que celle de la tete, mais en general moins serr&e, releve en bourrelet
contre le bord anterieur, marque de chaque cöte de deux faibles carenes
droites, paralleles: la premiere partant de l’angle posterieur et re-
joignant le bourrelet anterieur pres de l’angle anterieur du prothorax,
la deuxi&me basilaire, courte, rapprochee de la premiere; cötes armes
de petits denticules larges, peu serr&es, progressivement plus forts vers
le sommet; denticule de l’angle anterieur plus etroit que les autres.
Ecusson transversal, subpentagonal, arrondi au sommet. Elytres
subparalleles, arrondis aux &paules, plus larges ensemble que le pro-
thorax, un peu plus de trois fois plus longs que larges ensemble; marges
laterales car&nees; disque marque & partir de la suture: 1°de deuxlignes
ponctuees, 2° d’une strie ponctuee, 3° d’une ligne ponctuee, 4° d’une
strie ponctuee, 5° d’une ligne ponctu&e, rapproch£e de la carene laterale;
marges externes des stries legerement relevees dans la partie apicale;
marges externes des elytres inflechies obliquement. Premier segment
de Pabdomen marque de deux carenes fömorales, paralleles, n’atteignant
pas le sommet du segment et limitant en dehors une impression lineaire
qui se reproduit sur "chacun des autres segments.
Kosempo. 2 exemplaires.
Espece voisine de U. serricollis Cand. remarquable par les inter-
valles alternes des elytres nettement careniformes.
Inopeplus Sauteri n.sp. Ovatus, subdepressus, nitidus glaber,
atro-piceus, bucca et antennarum basi rufo-testaceus, tarsis testaceus;
singulo elytro lata plaga sordido-testacea maculato. Antennarum
articuli 3°—11° elongati. Caput transversum subdense punctatum;
margine antico utrinque profunde exciso. Prothorax lateribus obtuse
tridentatus, in disco subparce, ad latera densius punctatus; angulıs
postieis punctato- impressis. Scutellum transversum, suborbieulare.
Elytra apice separatim rotundata, subparce et quam prothorace
validiuspunctata. Corpus subtus plus minusve rufo-piceum vel testaceo
-piceum. Long. 2,5 Mill.
Ovale, presque depriin, brillant, glabre, noir de poix avec la bouche
et les trois premiers articles des antennes roux testac, les tarses testacees
et le dessous du corps plus ou moins roux de poix ou testace enfume.
2me article des antennes un peu plus long que large; 3me a
Ilme tous tres nettement allonges, 4me plus long que 3me et me,
line trois fois plus long que large, suboblong, &mousse a l’extremite.
Tete transversale, legerement convexe, subeparsöment ponctuee; bord
anterieur tronque au milieu, prefond&ment echanere de chaque cöte,
sinu& de chaque cöte entre les mandibules et les naissances des antennes.
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Rhysodidae, Nitidulidae etc. 59
Prothorax subcordiforme, environ deux fois et demie plus large dans
sa plus grande largeur que long, presentant sur les cötes trois dents
obtuses, peu marquees, couvert d’une ponctuation, tres peu serree
sur le disque, plus dense et plus serree vers la base des marges laterales,
marque d’un gros point enfonce sur les angles posterieurs; sur le
disque une vague impression longitudinale. Eeusson suboblong, en-
viron deux fois plus large que long. Elytres arrondis separement au
sommet, environ deux fois plus longs dans la plus grande longueur
que larges a la base, couverts d’une ponctuation assez espacee, peu
marquee sur la region scutellaire, mais en general plus forte que celle
du prothorax; marges laterales pliees, bordees par un sillon arrete
au commencement de la partie apicales arrondie de l’elytre. Segments
visibles de l’abdomen irregulierement et en general tres eparsement
ponctues. Tarses allonges.
Taihorin. 2 exemplaires.
Laemophloeus (Silvanophloeus) adlmotus n.sp. Elongatus, parallelus,
fere depressus, nitidulus, glaber, piceus; elytris disco latissime piceo-
testaceis; antennis pedibusque piceo-testaceis, tenuissime rufo tinctis.
Antennae subelongatae; 1° articulo sesquilongiore quam latiore, 2°
quamı 3° longiore, clavae articulis longioribus quam latioribus, modice
incrassatis. Caput antice truncatum, subdepressum, subdense punctu-
latum, inter antennarum bases angulatim impressum; fronte in longi-
tudinem striatum; labro haud minimo. Prothorax subtransversus,
basın versus vix angustatus, utrinque unistriatus, subdense tenuiter
punetulatus; angulis antieis acutis, parum productis, posticis obtusis;
basi recta, ad extremitates sat breviter emarginata. Scutellum trans-
versum, subtriangulare. Elytra apice conjunetim sat late rotundata,
eireiter, 2 et 1/, longiora quam simul latiora; singulo elytro in disco
tenuiter tri-striato; striarum intervallis ineato-punctulatis; lateribus
plieatis. Long. 1,6—1,9 mill.
Allonge, subparallele, presque deprime, un peu brillant, glabre,
brun de poix, avec les antennes, la bouche et les pattes d’un testace un
peu brunätre, l&gerement teinte de roux; disque des elytres tres
largement testace, legerement teinte de nuance couleur de poix.
Antennes relativement allongees, m&me chez la femelle; ler article
environ une fois et demie plus long que large, 2me plus long que le 3$me,
Sme subcarre, tres nettement plus court que le 7me et 9me, 9me a Ilme
formant une massue läche, peu accentuee dont le ler et le 2me article,
subegaux, sont nettement plus longs que larges et dont le 3me plus
long que les pr&cedents est termine par une partie tr&s franchement
acuminee. Te£te triangulaire, environ deux fois plus large au niveau
des yeux que longue, tronquee en avant, sinuee entre la base de l’antenne
et le bord anterieur, legerement convexe sur le front, subdensement
et tres finement pointillee; strie interantennaire anguleuse, separant
la convexite du front de la depression de l’epistome; strie frontale bien
marquee; labre environ trois fois plus large que long. Prothorax legere-
ment transversal, tres peu retreci & la base, longitudinalement strie
de chaque eöte, subdensement et finement pointille; angles anterieurs
11 Heft
60 A. Grouvelle:
aigus, un peu saillants par suite d’une legere et courte sinuosite du
sommet des bords lateraux; angles posterieurs obtus; base tronquee,
assez brievement &chancree aux extremites. Ecusson transversal,
subtriangulaire. Elytres assez largement arrondis & l’extremite, en-
viron deux fois et demie plus longs que larges ensmble, plies sur les
cÖötes, marques sur le disque de 3 fines stries plus accentuees vers
l’extremite; intervalles des stries avec une ligne de tr&s petits points.
Dessous du corps brun rougeätre, alutace. Hanches anterieures ecartees;
cavites cotyloides presqu’ouvertes. Dessous de la tete coupe par une
strie anguleuse entre les bases des antennes, granuleux au milieu entre
cette strie et la base de la tete.
Taihorin. 6 exemplaires.
Laemophloeus formosianus n.sp. Elongatus, suboblongus, modice
convexus, nitidus, glaber, rufo-testaceus; elytris pedibusque dilutio-
ribus. Antennae submoniliformes, subincerassatae; 20 et 3° articulo
subaequalibus, 7° quam vieinis paulo longioribus. Caput eireiter tam
latum quam elongatum, antice truncatum, subdense tenuiterque
punctulatum, utrinque ad antennae basin elevatum et impressum;
fronte subdepressa; temporibus minimis, angulis postieis acutis;
oeulis modice prominulis. Prothorax basin versus angustatus, paulo
minus elongatus quam antice latus, utrinque bistriatus; lateribus vix
arcuatis; basi recta, ad extremitetes breviter profundeque emarginata;
angulisantieis subrectis, postieis acutis; disco parcepunctulato, ante basın
transversim late impresso. Scutellum transversum. Elytra basi quam
prothorax latiora, humeris breviter rotundata, lateribus ad basin sub-
parallela, ad apicem attenuata et juxta angulos posticos sinuata, his
hebetatis, apice separatim late rotundata; disco inter suturam et hu-
meros tri-striato; stria suturali ad basin, aliis ante apicem attenuatis,
omnibus juxta apicem extus parum elevatis: intervallis latis, planis.
Long. 1,5 mill.
Attenu& d’avant en arriere, environ trois fois et demie plus long
que large dans sa plus grande largeur, faiblement convexe, brillant,
glabre, roux testace, legerement assombri, testac® sur les elytres et
les pattes. Antennes submoniliformes, un peu &paisses; 2me et 3me
article, subögaux, 7me un peu plus long que les voisins, 9me a Ilme
formant une massue läche, environ deux fois plus large que le corps
de l’antenne, plus de trois fois plus longue que large et terminee par
un artiele plus long que large, subglandiforme. T&te subtriangulaıre,
environ aussi longue que large, tronqu&e en avant, subdensement et
finement pointillee; front subdeprime, legerement releve et im-
pressionne de chaque cöte contre la base de l’antenne; labre grand,
arrondi au sommet; yeux & facettes assez fortes, &chancrant legerement
les marges laterales du front, un peu saillants; temps petites, angles
posterieurs aigus. Prothorax un peu plus &troit en avant que la tete
au niveau des yeux, retreci & Ja base, un peu moins allonge que large
en avant, &parsement pointille sur le disque, longitudinalement bistrie
de chaque cöte, coupe devant la base, par une impression transversale
assez large; bord anterieur droit; angles anterieurs vus de dessus,
H. Sauter’s Formosa-Ausbente. Rhysodidae, Nitidulidae etc. 61
legerement arrondis; cötes A peine arques; marges laterales fortement
deelives, plus fortement et plus &parsement pomtillees que le disque;
base subtronquee, brievement et profond&ment &chaneree aux ex-
.
trömites; angles posterieurs aigus. Bceusson subpentagonal, plus de
deux fois plus large que long. Elytres plus larges a la base que la base
du prothorax, brievement arrondis aux &paules, alors presque’aussi
larges que la t&te au niveau des yeux, subparalleles environ dans la
moitie basilaire, puis attenues vers l’extremite, sinues pres des angles
posterieurs externes ce qui les fait saillir en dehors, emousses & ces
angles, largement arrondis separement au sommet, presque deux fois
plus longs que larges & la base; chacun avee trois stries entre la suture
et l’ epaule: la lere suturale, effacee & la base, marquee au sommet,
les deux autres attenuses vers le sommet, toutes relevees au cöte
externe dans la partie apicale et donnant ainsi l’impression d’intervalles
alternes &troitement relev&s; intervalles plans, larges, & peine pointilles;
marges laterales pliees, fortement inflechies, lisses, finement rebordees.
Hanches anterieures moderement rapprochees. Dessous de la tete
excav& avec un lobe suboblong, convexe de chaque cöte. Cavites des
hanches anterieures ouvertes.
Taihorin. 1 exemplaire mäle.
Laemophloeus laevior Reitt. 1874, Verh. z.—b. Ges. Wien XXIV,
p. 516.
Kankau (Koshun). 1 exemplaire.
L. subtestaceus Grouv. 1882, Ann. Mus. Civ. Genova, XVIII,
p. 284, 1.7, £. 11.
Taihorin. De nombreux exemplaires.
L. foveolatus Reitt. 1876, Col. Hefte XV, p. 52.
Taihorin. 2 exemplaires.
L. humeralis Grouv. 1882, Ann. Mus. Civ. Genova XVIII, p. 283,
tut 10,
Taihorin. 1 exemplaire rapporte avec un certain doute & la forme
typique des iles malaises.
Silvanus scuticollis Walk. 1859, Ann. Nat. Hist. 3, III, p. 53.
Akau. 3 exemplaires.
S. similis Er. 1845, Naturg. Ins. Deutschl. III, p. 339.
Taihorin. 1 exemplaire.
S. birmanicus Grouv. 1892, Ann. Mus. Civ. Genova XXXII, p.863.
Kosempo. De nombreux exemplaires.
S. lateritius Reitt. 1878, Verhand. z.—b. Ges. Wien, p. 194.
Sokutsu, Taihorin, Suisharyo, Solutsu, Banshoryo Distr. Nom-
breux exemplaires.
S. longicollis Reitt., 1876, Col. Hefte, XV, p. 60.
Kosempo. 2 exemplaires.
S. Lewisi Reitt. 1876, Col. Hefte XV, p. 57.
Taihorin. De nombreux exemplaires.
Psammoecus stultus Grouv. 1911, Notes Leyden Mus. XXXIV,p. 81.
Kosempo. Nombreux exemplaires.
11, Heft
69 A. Grouvelle:
Ahasverus advena Walt! 1832, Faunus p. 169.
Kosempo. 2 exemplaires.; Anping. 1 exemplaire.
Monanus concinnulus Walk. 1858, Ann. Mag. Nat. Hist. 3, II,
p- 207.
Kosempo, 1 exemplaire.
Monanus discoidalis Grouv. 1913, Ann. Soc. Ent. Fr. LXXXI,
1913, p. 366.
Kosempo, Taihorin. 2 exemplaire.
Monotoma pieipes Herbst 1793, Käf. V, p. 24, t. 46, f. 2.
Kamagawa. 1 exemplaire.
Mimemodes carenifrons n. sp. Oblongus, fere quater longior
quam in maxima latudine latior, modice convexus, nitidus, tenuissime .
flavo - pubescens, castaneo - fulvus, capite prothoraceque rufo-
castaneus. Antennae vix incrassatae; 3° articulo subelongato, ultimo
ovato, subelongato. Caput transversum, concavo-excavatum, lateribus
carinatum, fronte in longitudinem carina brevi instructum; tempo-
ribus brevibus, angulis postieis obtusis, subhebetatis; fronte subdense
punctata; epistomo sublaevi. Prothorax antice capite vix angustior,
postice parum constrietus, 1 et Y/, antice latior quam longior, plus
minusve dense punctatus; punctis subelongatis, spatium elongatum,
subelevatum, laeve relinquentibus et ante scutellum tres lineas breves
effieientibus; margine antıco utrinque, lateribus basique ad extremitates
tenuiter marginatis; angulis postieis rotundatis, vix perspicue erenu-
latis. Scutellum subelongatum, apice rotundatum, laeve. Elytra ad
apicem parum attenuata, paulo minus duplo longiora quam sımul
ad basin latiora, punetato-striata; intervallis striarum planis. Py-
gidium convexum, cum segmento addito apud marem paulo longius
quam latius, dense punctatum. Long. 3 mill.
Oblong, subparallele, environ quatre fois plus long que large dans
sa plus grande largueur, moderement convexe, brillant, & peine vi-
siblement alutace m&me avec un fort grossissement, pubescence flave,
tres fine, peu visible, plus accentue&e sur la region des angles postireeurs
de la t&te, inseree sur les points des stries des elytres et couchee obli-
quement; couleur marron rougeätre sur la tete et le prothorax, un peu
plus elaire et plus fauvre sur les elytres. Antennes tr&s mediocrement
&paisses; ler article subeylindrique, plus &pais, environ deux fois plus long
que large, 2me moins epais, subcarre, 3me a 9me s’epaississant pro-
gressivement, 3me suballonge, 4me subcarre, les suivants progressive-
ment plus transversaux, 9me environ deux fois plus large que le 3me,
1Ome formant une massue ovoide, un peu allongee, terminee par deux
zones pubescentes. T&te presque deux fois plus large que longue, un
peu opaque, excav@e-concave sur le front; bord lateraux paralleles
avant la naissanse des antennes, tr&s nettement releves en carene,
arrondis en dedans vers la naissance des antennes, subtransversaux,
continuant en les attenuant les car&nes laterales; &pistome convexe,
moins long que large, presqu’egal ä la base & la moitie de la largeur
de la töte, subparallele & la base, subtronque au sommet, arrondi, aux
angles anterieurs, tres &parsöment et tr&s finement pointille, reborde
H. Sauter’s Formosa- Ausbeute. Rhysodidae, Nitidulidae etc. 63
sur les eötes; front coupe longitudinalement par une carene atteignant
l’öpistome, presentant de chaque cöt& vers la naissance des antennes,
en plus de sa concavite generale, une forte depression; tempes petites;
angles posterieurs obtus, Apeine &moussös; yeux lateraux, Apeine saillantss
Prothorax & peine plus &troit en avant que la tete, retreci vers l’arriere,
environ une fois et un quart plus large en avant que long, eouvert d’une
ponetuation formee de points un peu allonges, plus ou moins serres,
laissant libre sur le disque une bande longitudinale etroite, legerement
relev&e, et formant & la base de chaque cöte de cette bande, deux courtes
stries ponctuees, rapproches; bord anterieur subtronque, reborde
aux extremites; angles anterieurs aigus, & peine saillants obliquement;
cötes & peine arques, tres finement rebordes, & peine visiblement
crönelös Ala base; angles posterieurs assez largement arrondis, finement
rebordes; base subtronquee; marges laterales assez brusquement
declives. Ecusson parallele, arrondi au sommet, un peu plus long
que large, lisse. Elytres subtronques & la base, un peu plus larges & la
base que la base du prothorax, subdentes aux &paules, un peu attenues
vers l’extremite, un peu moins de deux fois aussi longs que larges,
ponctues-stries; intervalles larges, plans, & peine visiblement et
&parsement pointilles; marges laterales fortement inflechies,
stries presque entieres. Pygidium, y compris chez le mäles,
le segment complementaire, en forme de triangle curviligne, un peu
plus long que large, subconvexe, densöment ponctue. Dessous de la
tete & peine pointille; prosternum presque lisse, creuse de chaque
cöte d’une impression recevant la patte au repos; mötasternum ponctue
sur les cötes. Stries marginales des hanches posterieurs s’avancant
en angle presque droit sur le premier segment de l’abdomen, et atteignant
le milieu de sa longeur mesuree au milieu.
Suisharyo. Un individu mäle.
Mimemodes proximus n.sp. Elongatus, parallelus, modice con-
vexus, nitidus, plus minusve tenuissime alutaceus, glaber, rufo-piceus;
elytris ochraceo-piceis, apicem versus modice infuscatis. Antennae
inerassatae; 3° articulo quadrato, ultimo obeonico, apice acuminato.
Caput tam elongatum quam ad basin latum, plus minusve parcissime
punetatum, ad antennarum bases oblique striato-impressum; epistomo
antice sinuato; temporibus brevibus, divergentibus, angulis postieis
acutis. Prothorax subtransversus, antice subparallelus, basin versus
arcuatim modice angustatus, tenuiter marginatus, punetis oblongis,
plus minusve irregulariter sparsis vel densatis notatus; lateribus
obtuse dentieulatis; angulis antieis reet!s, postieis sublate obtusis.
Sceutellum parallelo-elongatum, apice rotundatum, laeve. Elytra 2
et 1/, longiora quam simul latiora, tenuiter striata; striis punctis mi-
nimis, haud denssatis, erenulatis. Pygidium convexiusculum, sub-
transversum, apice hebetatum, subdense punetatum. Long. 2,5 mill.
Allonge, parallele, moderement convexe, brillant, glabre sauf
quelques courtes soies sur le pygidium, roux de poix plus clair sur les
antennes et les pattes; elytres d’un testac& teinte de nuance de poix,
moderement enfumes vers l’extremite. Antennes epaisses; ler article
11. Heft
64 A. Grouvelle:
un peu allonge, suboblong, 2me subearre, 3me plus etroit, aussi long
que large, me & me transversaux s’epaississant progressivement
d’abord tres lentement; Yme artiele environ denx fois plus large que
le 3me, 1Ome & peine plus large & la base que le 9me au sommet, sub-
obconique, termine par une partie pubescente, acuminse, un peu plus
long que large dans sa plus grande largeur. Tete sensiblement aussi
longue que large, plus nettement alutacee vers la base que vers le
sommet, plus ou moins eparsement ponctuee de points un peu allonges,
obliquement striolee-i -Impressionnee de chaque cöt®& vers la naissence
de l’antenne, sinuee au bord anterieur; tempes courtes, divergentes;
angles posterieurs aigus; saillie des yeux inferieure & la moitie de la
longeur de leur orbite. Prothorax faiblement transversal, tres faible-
ment arque sur les cötes en avant, plus arrondi vers la base, alutace,
plus ou moins &parsement ponctu& de points allonges, formant en se
resserrant de vaques lignes sublongitudinales; sommet tres finement
reborde; cötes rebordes, obtus&ment dentieules; base droite, finement
rebordee; angles anterieurs droits, posterieurs assez lJargement obtus.
Ecusson un peu allonge, parallele, arrondi au sommet, lisse. Elytres
environ deux fois et un tiers plus longs que larges ensemble, finement,
alutaces, finement stries; stries creneles par des petits points peu
serres; stries et points effaces un peu avant le sommet; epaules sub-
dentees. Pygidium un peu convexe, assez densement ponctue, un peu
plus large que long y compres le segment complementaire. Dessous
de la tete eparsement ponctue. Saillie du ler segment de l’abdomen
arrondie.
Kamagawa. 1 exemplaire mäle.
Cryptophagidae.
Glisonotha marginicollis n.sp. Oblonga, circiter 2 et !/, longior
quam in maxima latudine latior, modice convexa, nitida, pube albido-
cinerea, subdense vestita, fulva; antennis, clava infuscata excepta,
dilutioribus. Antennae subgraciles; elavae ultimo articulo quam pre-
cedente angustiore. Caput transversum, convexum, inter antennarum
bases valde arcuatim striatum et antice inflexum, sat productum;
antico margine truncato; disco dense punctulato; oculis prominulis.
Prothorax transversissimus, antice quam postice angustior, plus
minusve dense punctulatus, marginibus lateralibus sat late explanatus,
ante basin transversim subvalde impressus; angulis anticis oblique
truncatis, vix callosis, postice tenuiter acutis; lateribus arcuatis,
tenuiter marginatis et ante medium denticulo minutissimo armatis;
bası medio retrorsum producta, utrinque late sinuata et tenuiter
marginata. Scutellum subpentagonale, transversum. Elytra humeri
rotundata, tunec quam prothorax latiora, lateribus arcuatim ampliata,
apice conjunctim breviter rotundata, eireiter 1 et !/, longiora quam
simul in maxima latudine latiora, lineato- -punctata; intervallis irregu-
laribus, lineis punctatis prope suturam tenuioribus, ad apicem attenuatis
et evanescentibus; striis suturalibus apice impressis; callum humerale
H. Sauter's Formosa-Ausbeute. Rhysodidae, Nitidulidae etc. 65
subelevatum; stria humerale manifesta; marginibus lateralibus sublatis,
strüs lateralibus valde impressis. Long. 2,2 mill. -
ÖOblong, environ deux fois et un quart plus long que large dans
sa plus grande largeur, moderement convexe, brillant, roux fauve,
tres legerement assombri, avec les pattes et les antennes sauf la massue
plus claires, cette derniere enfumee; pubescence fine, cendree-blanchätre,
couchee sur la t&te et le prothorax, un peu plus longue, plus serr&e,
inelinee et disposee en lignes sur les elytres. Antennes medioerement
greles; 3me article un peu plus long que large, 4me & 8me plus ou
moins subcarrees, 9me a Ilme forment une massue läche, environ
deux fois et demie plus longue que large, dont le premier article est plus
ötroit que les suivants. T&te environ deux fois plus large que longue,
convexe sur le front, marquee entre les bases des antennes d’une im-
pression fortement arqu&e, ponctuse, separant la convexite basilaire
de la tete de la d&pression de l’epistome, celui ci- assez saillant; bord
anterieur de la tete subtronque; front densement pointille; yeux
saillants, subhemispheriques, echanchrant & peine les marges du front,
leurs orbites subparalleles. Prothorax plus large que la t&te, plus retreci
en avant qu’a la base, arque& sur les cötes, presentant sa plus grande
largeur vers le premier tiers de la longueur a partir de la base, environ
deux fois et demie plus large dans sa plus grande largeur que long;
plus ou moins densement pointille sur le disque, assez largement reborde
explane sur les marges laterales, surtout en avant et en arriere, coupe
transversalement, devant la base, par un sillon bien marque, plus eloigne
du bord vers le milieu que sur les cötes; bord anterieur tronque; angles
anterieurs obliquement tronques, legerement calleux; callosite occupant
environ le septieme de la longueur du cöte, terminee & la base par un
tres petit angle droit, non @mousse; bords lateraux arqu&s, finement
rebordes en bourrelet, armes nettement avant le milieu de la longueur
d’un tres petit denticule; angles posterieurs obtus; base saillante,
arrondie en arriere, largement sinu&e et finement rebordes de chaque
cöte. Ecusson subpentagonal, environ deux fois plus large que long,
& peine visiblement pointille. Elytres subtronques & la base, arrondis
aux epaules, alors nettement plus larges que le prothorax, arqu&s-
dilates sur les cötes, presentant leur plus grande largeur vers le milieu
de la longeur, assez brievement arrondis ensemble au sommet, environ
une fois et demie plus longs que larges ensemble dans leur plus grande
largeur, ponctues en lignes attenuees et effac&es vers le sommet, tres
fines sur la region suturale, progressivement plus fortes vers les cÖötes;
intervalles plans, marques d’une ligne de petits points espaces; 5me
intervalle contre le calus humeral plus &troit; 6me humeral, large,
continuant le calus hum£ral par un leger pli, 7me marque & la base par
une ligne ponctuee, limit&e en dehors par une strie ponctu&e; intervalle
lateral large; marges laterales en forme de gouttiere, strie laterale
fortement marquee et ponctu&e; stries suturales marque&es sur la partie
apicale de l’elytre. Des rudicement de lignes femorales divergentes
sur le metasternum et des lignes femorales subentieres sur le premier
segment de l’abdomen.
Archiv für Naturgesehiehte
1918. A. 11. 5 11.Heft
66 "A. Grouvelle:
Taihorin. 1 exemplaire.
Se place & cöt& de G. setosa Motsch., distinete par l’explanation
des marges laterales du prothorax.
Tomarus formosianus n. sp. Ovatus, convexus, nitidulus, testaceus,
pube flava, tenui dense vestitus; aliquibus pilis elongatis, erectis ad
elytrorum latera intermixtis. Antennae subgraciles; 3° et 5° articulo
subaequalibus, cireiter sesquilongioribus quam latioribus, 49 sub-
quadrato, 60°—8° parum elongatis, clavae articulis 10 et 2° quadratis,
3° subquadrato, quam praecedentibus paulo angustiore. Caput trans-
versum, convexiusculum, dense punctulatum, antice truncatum.
Prothorax capite latior, suborthogonius, duplo latior quam longior,
plus minusve subdense tenuiterque punctulatus; margine antico
truncato, ad extremitates oblique truncato; angulis anticis subrectis,
haud hebetatis, transversim subprominulis; lateribus vix arcuatis,
juxta angulos anticos breviter subsinuatis, tenuissime marginatis;
angulis posticis subreetis; basi medio retrorsum arcuata, utrinque
late sinuata, tenuiter marginata et utringue punctata. Scutellum,
suboblongum, subtransversum. Elytra basi quam prothorax latiora,
humeris rotundata, lateribus arcuata, ampliata, apice conjunetim
acuminata, 2 et 4, longiora quam simul latiora, plus minusve sub-
dense punctulata; punctis paulo majoribus praecipue ad basin inter-
mixtis et lineato-ordinatis, punctis omnibus ad apicem valde attenuatis.
nr femorales coxarum posticarum divergentes, subintegrae. Long.
1,7 mill.
Ovale, environ trois fois plus long que large dans sa plus grande
largeur, convexe, assez brillant, testace, couvert d’une pubescence
flave, fine, couchde, entr&m&l&e surtout sur les cötes des elytres de
:longues soies dressees. Antennes assez gr⩽ ler article subeylindrique,
un peu plus long que large, 2me suboblong, plus &troit, un peu allonge,
3me et öme subegaux, environ une fois et demie plus longs que larges,
4me subcarre, 6me & 8me un peu allonges, I9me a Ilme formant une
massue läche, un peu plus de trois fois plus longue que large, dont les
articles sont subcarres et dont le dernier est un peu plus &troit que les
precedents. T&te un peu plus de deux fois plus large que longue, assez
convexe, dens&ment pointillee, tronquee au bord anterieur; labre
petit. Prothorax subrectangulaire, plus large que la t&te, un peu plus
de deux fois plus large que long, irregulierement et finement pointille,
a convexite longitudinale assez reguliere; bord anterieurs subtronque,
obliquement coup& vers les extremites et formant des angles anterieurs
droits, non e&mousses, un peu saillants en dehors; cötes & peine arqu6s,
brievement subsinuss contre lesanglesanterieurs, tres finement rebordes;
angles posterieurs droits; base saillante-arrondie en arriere dans le
milieu, largement sinu6e de chaque cöte, finement rebordee, marquee
de chaque cöte d’un point enfonce. Ecusson oblong, subtransversal.
Elytres plus larges a la base que le prothorax, arrondis aux epaules,
arques sur les cötes, presentant leur plus grande largeur vers le premier
quart de la longueur & partir de:la base, acumines ensemble au
sommet, environ deux fois et un quart plus longs que larges
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute Rhysodidae, Nitidulidae etc, 67
dans leur plus grande largeur, couverts d’une ponctuation fine, pres-
qu’effac&e & la base et au sommet, presque disposee en lignes serr&es sur
la moitie basilaire, confuse et plus espac&e pres du milieu de la longueur,
entreme&lee de points un peu plus forts, formant des lignes ponetuees
peu apparentes; stries suturales tr&s rapproche&es de la suture, marqu&es
au sommet; celus humeraux marques. Lignes femorales du premier
segment de l’abdomen divergentes, subentieres.
Hoozan, 2 exemplaires.
Un exemplaire de Kosempo a ponetuation plus forte et a pubes-
cence plus complöte me semble appartenir & la me&me esp£ce.
Diphyllidae.
Diphyllus flexuosus Reitt. 1889, Wien. Ent. Zeit., VIII, p. 300.
Hoozan. 1 exemplaire.
Diphyllus formosianus n. sp. Oblongo-ovatus, paulo magis duplo
longior quam in maxima latudine latior, convexus, nitidulus, rufo-
castaneus, humeris dilutior, pube flava, tenui, subbrevi, inclinata
vestitus. Antennae subgraciles; 3° articulo parum elongato; clava
duplo lohgiore quam latiore, ultimo articulo subgloboso. Caput trans-
versum, subdepressum, tenuissime asperum, dense punctulatum;
margine antico ante antennarum bases modice producto. Prothorax
antice valde angustatus, postice subparallelus, 2 et 2/, ad basin latior
quam longior, utrinque in longitudinem unicarinatus, in disco parce
punctulatus, utrinque carinas versus densius et paulatim validius
punctatus; margine antico subsinuato; angulis antieis obtusis; lateribus
arcuatis, marginatis, ciliatis; angulis posticis subrectis; basi ante
seutellum rotundato-producta, utrinque late sinuata, praecipue ad
latera striete marginata. Scutellum transversissimum, apice latissime
rotundatum. Elytra bası quam prothorax haud latiora, humeris
obtuse angulosa, lateribus arcuata, haud ampliata, apice conjunetim
brevissime rotundata, eireiter 1 et !/, longiora quam simul latiora,
lineato-punctata; punctis ad apicem attenuatis; intervalles linearum,
latis, planis, tenuissime asperis. Striae femorales intermediarum
coxarum tenues, rectae, divergentes; marginales ad secundum longi-
tudinis trientem episternum attingentes. Striae femorales posticarum
coxarum, rectae, parum divergentes, subintegrae; marginales subrectae,
primi abdominis segmenti extremitates attingentes. Long. 1,3—1,5
mill.
Oblong, attenue vers l’arriere, environ deux fois et un quart plus
long que large dans sa plus grande largeur, convexe, un peu brillant,
roux marron, plus clair sur les &paules, les antennes et les pattes,
couvert d’une pubescence flave, fine, relativement courte, inclinee,
serree, mais ne masquant pas la couleur du tegument. Antennes
moderement gräles; ler article epais, carre, 2me moins &pais, sub-
allonge, 3me un peu plus long que large, 4me & 6me suballonges,
Tme & 9me subcarres, le dernier & peine plus &pais que les precedents,
lOme et Ilme formant une massue environ deux fois plus longue que
large, dont le dernier article est subglobuleux. T&te plus de deux fois
5#% 11. Heft
68 A. Grouvelle:
plus large que longue, subdeprimee, & peine visiblement chagrinee,
densement pointillee, subtronquee en avant, mediocrement saillante
en avant des bases des antennes; yeux glabres, echancrant faiblement
les marges laterales du front, & petites facettes, prösentant un saillie
transversale, un peu plus courte que la longueur de l’orbite; marges
laterales du front convergentes. Prothorax fortement retreci en avant;
parallele & la base, regulierement arqu& sur les cötes, environ deux
fois et deux tiers plus large a la base que long, faiblement convexe
dans la longueur sauf en avant, longitudinalement caren& de chaque
cöte, couvert d’une ponctuation tres fine et tres eparse sur le disque,
devenant plus forte vers les carenes laterales et disposee alors plus ou
moins en lignes, intervalles entre les car&nes et les bords lateraux
presentant deux lignes de points; bord anterieur subsinue; angles
anterieurs vus de dessus obtus, vus de face presque droits, emousses;
bords lateraux bordes comme les angles anterieurs, cilies; angles
posterieurs vus de dessus droits, vus de face, subaigus; base saillante
arrondie devant l’&cusson, bordee par un strie fine, plus rapproch&e
du bord vers les extr&mites; carenes laterales bien marqu£&es, partant
de la base, pres de l’angle posterieur, arqu&es en dehors, s’ecartant
progressivement du bord lateral, rejoignant le bord anterieur en
s’inflechissant en dedans et le rebordant bri&vement. Ecusson environ
trois fois plus large & la base que long, tres largement arrondi au sommet.
Elytres de la largeur du prothorax & la base, en angle obtus aux Epaules,
arrondis sur les cötes, continuant la courbure des cöt&s du prothorax,
attenues vers l’extremite, brievement arrondis ensemble au sommet,
environ une fois et demie plus longs que larges ensemble & la base,
ponctues en lignes attenuees sur le disque et vers le sommet; base
des elytres sans bourrelet de chaque cote de l’&cusson; lignes suturales
dedoublees a la base; intervalles des lignes ponctuees tr&s finement
chagrines, larges, plans; courbure longitudinale des elytres ne con-
tinuant pas & la base la courbure du prothorax; calus humeraux faible-
ment marques. Metasternum longitudinalement stri&; stries femorales
des hanches intermeödiaires, fines, droites, divergentes; marginales
atteignant l’episterne vers le deuxieme tiers de la longueur; stries
femorales des hanches posterieures, droites, un peu divergentes,*
entieres, marginales inflechies subanguleusement vers le milieu de la
longueur dela hanche, presque droites, atteignant la sommet du premier
segment de l’abdomen vers ses extr&mites.
Kosempo, 5 exemplaires.
On voit parfois une trace de car&ne longitudinale interne a la base
du prothorax.
Diphyllus Schenklingi n.sp. Oblongo-ovatus, eireiter 1 et %
longior quam in maxima latudine latior, convexus, nitidulus, rufo-
castaneus, antennis pedibusque dilutior, pube flava, tenui, subbrevi,
inclinata vestitus. Antennae subinerassatae; 3 articulo fere sesqui-
longiore quam latiore; clava parum elongata, ultimo articulo subovato,
quam praecedente angustiore et paulo longiore, apice acuminato.
Caput transversissimum, fronte subdepressum, dense punetulatum
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Rhysodidae, Nitidulidae etc. 69
antice subtruncatum, ante antennarum bases parum produetum.
Prothorax antice valde angustatus, postice subparallelus, eireiter 2 et
1/, ad basin latior quam longior, utrinque in longitudinem unicarinatus,
in disco parce punctulatus, ad latera paulatim densius validiusque
punetatus; punctis juxta carinam valde densatis, sublineato-dispositis;
antico margine submarginato, angulis antieis obtusis, antrorsum sub-
produetis;lateribus arcuatis, marginatis, eiliatis; angulis postieis arcutis,
retrorsum vix productis; basi medio arcuata, utrinquesinuata, praecipue
ad latera striete marginata. Scutellum transversissimum. Elytra basi
quam prothorax haud latiora, humeris obtuse angulosa, lateribus
arcuata, haud ampliata, apice conjunetim acuminata, 1 et 1/, longiora
quam simul ad basin latiora, striato-punctata; punctis modice
convexis. Lineae marginales intermediarum coxarum inflexae, ad
secundum longitudinis trientem episternum attingentes. Lineae
femorales posticarum coxarum subparallelae, integrae; marginales
primi abdominis segmenti apicem infra attingentes. Long. 2 mill.
Oblong, attenu& vers l’arriere, environ une fois et deux tiers
plus long que large dans sa plus grande largeur, convexe, un peu
brillant, roux-marron, pattes et antennes plus claires; pubescence
flave, fine, relativement courte, inclinee, serr&e, mais ne masquant
pas la couleur du tegument. Antennes relativement Epaisses; ler
article &pais, environ une fois et un tiers plus long que large, 2me moins
epais, un peu plus long que large, 3me ögalement un peu plus long
que large, 4me subearre, 5me & 9me plus ou moins subtransversaux ou
transversaux, I9me un peu plus large que les pr&cedents, 10me et I1me
formant une massue environ une fois et demie plus longue que large
dont le dernier article subovale, beaucoup plus &troit que le premier,
sensiblement aussi long que large, est acumine & l’extremite. Tete
environ deux fois plus large que longue, subdeprime&e sur le front,
densöment pointillee, subtronqu&e en avant, mediocrement saillante
en avant des bases des antennes, & peine inflechie; yeux glabres, &
facettes assez grosses, &chanerant les marges laterales du front, pre-
sentant une saillie transversale nettement inferieure & la longueur
de l’orbite; marges laterales du front tres convergentes. Prothorax
fortement rötreci en avant, parallele & la base, rögulierement arque
sur les cötes, environ deux fois et un tiers plus large & la base que long,
faiblement convexe dans la longueur, longitudinalement car&ne de
chaque cöte, couvert d’une ponctuation fine et &parse sur le disque,
progressivement plus forte et plus dense vers les cötes, tres serr&e
et presque disposee en lignes pres des car&nes laterales; intervalles
entre les cötes et les carönes laterales concaves, irregulierementponctu6s;
bord anterieur tres faiblement &chancre; angles anterieurs aigus, un
peu saillants en avant lorsqu’ils sont vus de dessus, arrondis lorsqu’ils
sont vus de face; bords lateraux nettement rebord&s comme les angles
anterieurs, cilies; angles posterieurs vus de dessus presque droits,
&moussös, vus de face obtus, &mousses; base saillante, arrondie dans
le milieu, sinu&e de chaque cöte, bordee par une strie tr&s rapproch&e
du bord vers les extr&mites; carenes laterales bien marqu£es, faiblement
11, Heft
70 A. Grouvelle:
arquses lorqu’elles sont vues de dessus, prenant naissance & la base
en dedans des angles posterieurs, rejoignant le bord anterieur en
s’inflöchissant et le rebordant brievement. Ecusson environ trois
fois plus large que long, tre&s largement arrondi au sommet. Elytres
de la largeur du prothorax & la base, en angle obtus aux Epaules lorsque
celles-ci sont vues de dessus, arrondis lorsque les &paules sont vues
de face, arrondis sur les cötes, continuant la courbure des cötes du
prothorax, attenues vers l’extremite, acumines ensemble au sommet,
environ une fois et un tiers plus longs que larges ensemble & la base,
ponctu6s-stries; stries moins marquees vers le sommet; elytres sans
bourrelet & la base; stries suturales assez longnement dedoubl&es
& la base; intervalles des stries moder&ment larges, subconvexes;
courbure longitudinale des elytres continuant celle du prothorax.
Metasternum longitudinalement sillonne au sommet; lignes marginales
des hanches intermediaires un peu &cart&es de la hanche en dedans
et ne pr&sentant pas de saillie femorales, inflechies et atteignant
l’episterne vers le deuxi&me tiers de sa longueur; lignes femorales
des hanches posterieures presentant en dedans, & la place des lignes
femorales, des saillies tr6s aigues, un peu &levees, paralieles, atteignant
le sommet du premier segment de l’abdomen, s’inflechissant vers le
milieu de la longueur et rejoignant le sommet du premier segment
abdominal en dedans de ses extr&mites.
Kosempo. 1 exemplaire.
Diphyllus Sauteri n.sp. Oblongus, eirciter 2 et !/, longior quam
in maxıma latudine latior, modice convexus, nitidulus, rufo-castaneus,
antennis pedibusque fulvo-testaceus, pube einereo-flava, tenui, sub-
brevi, inclinata vestitus. Antennae sat graciles; 3° articulo parum
elongato; clava fere sesquilongiore quam latiore, ultimo articulo eir-
ceiter tam elongato quam lato, apice pulvinato. Caput transversum,
convexiusculum, tenuissime asperum, subdense punctulatum; margine
antico subtruncato, ante antennarum bases parum producto. Pro-
thorax antice valde angustatus, lateribus, juxta basin, antrorsum
attenuatus, 2 et!/, ad basin latior quam longior, utringque in longitu-
dinem unicarinatus, in disco plus minusve parce vel subparce punetu-
latus; punctis juxta laterales carinas densatis et validioribus; margine
antico medio vix arcuato, utrinque subsinuato; angulis antieis rotun-
datis; lateribus subtenuiter marginatis, breve ciliatis; angulis postieis vix
rectis; basi medio rotundato-producta, utrinque late subsinuata,
praecipue ad latera stricte marginata. Scutellum transversissimum,
Elytra basi quam prothorax haud latiora, humeris angulosa, lateribus
arcuata, parum ampliata, apice conjunctim subacuminata, cireiter
1 et !/, longiora quam simul latiora, striato-punctata; striis ad latera
magis impressis, ad apicem attenuatis; intervallis subasperis, tenuiter
lineato-punctulatis, in disco, quam punetis paulo latioribus, planis,
ad latera angustioribus, subeonvexis. Linae femorales intermediarum
coxarum brevissimae, marginales prope medium episternum attingentes.
Lineae femorales posticarum coxarum, integrae, divergentes, mar-
H. Sauter's Formosa- Ausbeute. Rhysodidae, Nitidulidae etc. 71
ginales subreetae, primi abdominis segmenti extremitatem attingentes.
Long. 1,6—1,7 mill.
Assez regulierement oblong, environ deux fois et demie plus long
que large dans sa plus grande largeur, moderement convexe, un peu
brillant, tres finement chagrine, roux-marron avec les pattes et les
antennes plus claires, couvert d’une pubescence flave-cendr&e, fine,
relativement courte, inclinee, serr&e, mais ne masquant pas la couleur
du tegument. Antennes assez gräles; ler article &pais, suballonge,
2me un peu moins &pais, suballonge, 3me & 5me subegaux, nettement
plus longs, que larges, 6me & I9me subcarres, 9me un peu plus Epais
que les pr&ecedents, 1Ome et Ilme formant une massue environ deux
fois et demie plus longue que large, dont le dernier article allonge est
termine par un bouton saillant. T&te environ deux fois plus large que
longue, legerement convexe, densöment pointillee sur le front, tronquse
en avant, mediocrement saillante en avant des bases des antennes;
yeux & facettes moyennes, &chanerant tres faiblement les marges
laterales du front, & saillie transversale un peu plus courte que la
longueur de l’orbite; marges laterales du front faiblement convergentes.
Prothorax progressivement rötr&ci depuis la base, fortement retreci
en avant, arque sur les cötes, environ deux fois et un tiers plus large
& la base que long, longitudinalement subdeprime, longitudinalement
care&ne de chaque cöte, couvert d’une ponctuation fine, plus ou moins
serr&e et plus ou moins eparse sur le disque, serr&e et beaucoup plus
forte centre les car&nes laterales; intervalles entre ces carenes et les
bords lateraux concaves, presentant deux lignes de points mal definies;
bord anterieur & peine arrondi au milieu, subsinu& de chaque cöte;
angles anterieurs vus de dessus arrondis, vus de face obtus; bords
lateraux rebordes comme les angles anterieurs, finement cilies; angles
posterieurs vus de dessus presque droits, vus de face aigus; base un
peu saillante-arrondie dans le milieu, sinue&e de chaque cöte et bordöe
par une strie fine, un peu plus &cartee du bord au milieu que sur les
cötes; carenes laterales bien marquees, partant de la base pres de
l’angle posterieur, un peu arquee en dehors, s’6&cartant progressivement
de bord lateral, rejoignant le bord anterieur presqu’en angle obtus.
Ecusson environ quatre fois plus large que long. Elytres de la largeur
du prothorax & la base, en angle obtus aux Epaules lorsque l’insecte
est vu de dessus (l’angle hume£ral est presqu’ arrondi lorsqu’il est vu
de cöte), arrondis sur les cötes, continuant la courbure des cötes du
prothorax, elargis, presentant leur plus grande largeur vers le premier
tiers de la longueur & partir de la base, attenues vers l’extr&mite,
subacuminds ensemble au sommet, environ une fois et demie plus
longs que larges ensemble dans la plus grande largeur, ponctu6&s-stries;
stries ponctuees mieux marquees sur les cötes, attenuees vers le
sommet; intervalles avec une ligne de tr&s petits points, plans un peu
plus larges que les points sur le disque, subeonvexes et moins larges
sur les cötes;\base des elytres bordee par un bourrelet prolongeant
l’ecusson; stries suturales dedoubl&es & la base; calus humeraux mar-
quees. Metasternum longitudinalement strie. Courbure longitudinale
11, Heft
72 A. Grouvelle:
des elytres continuant la courbure du prothorax. Lignes femorales
rudimentaires; marginales rejoignant l’®pisterne pr&s du milieu de
sa longueur; lignes femorales des hanches posterieures, droites, diver-
gentes, entieres; marginales s’&cartant anguleusement de la hanche
vers]le milieu de sa longueur, droites, atteignant le sommet du premier
segment de l’abdomen vers ses extremites; ces diverses lignes tres
legerement relevees au bord externe.
Taihorin. 4 exemplaires. — Combeh. 1 exemplaire.
Diphyllus medius n.sp. D. Sauteri Grouv. fere absolute similis
sed angustior et convexior; pubescentia minus elongata, flava, non
cinereo-flava; prothorace juxta basin utrinque punctato,; elytris
ceireiter duplo longior quam simul latior; lineis marginalibus coxarum
intermediarum posticarumque maxime dissimilibus. Long. 1,7 mill.
Tres voisin comme aspect et comme profil horizontal du D. Sauteri
Grouv.; mais plus &troit et tr&s nettement plus convexe. Pubescence
moins allong&e, moins &paisse, flave au lieu d’etre flave-cendr&e. Yeux
moins saillants, leur diameötre transversal nettement inferieur & la
longueur de l’orbite, facettes plus fortes. Prothorax marqu& d’un
point enfonce de chaque cöte pres de la base; emplacement d’une
deuxieme carene laterale marqu& en dedans de la premiere par une
bande longitudinale lisse; ponetuation en dedans de la carene laterale
moins seIT&e, presque disposee en lignes. Elytres environ deux fois
plus longs que larges ensemble dans leur plus grande largeur. Lignes
marginales des hanches enfermant un espace legerement relev& dans
la partie interne et saillantes anguleusement sur le m6tasternum & l’em-
placement normal des lignes ou stries femorales; lignes marginales des
hanches posterieures presentant une disposition semblable et formant
une saillie encore plus aigue, s’avangant jusqu’au sommet du premier
segment abdominal.
Taihorin. 2 exemplaires.
Cryptophilus ceylonicus Mots. 1866, Bull. Moscou, p. 396.
Anping. 1 exemplaire.
Je rapporte, avec un certain doute, l’exemplaire de Formosa &
l’espece de Ceylon et de l’Inde.
Oryptophilus propinguus Reitt.
Alıkang. 1 exemplaire. — Taihorin. 2 exemplaires. ’
Oryptophilus minimus n.sp. Ovatus, convexus, nitidus, pilis
cinereis, parum elongatis, in elytris suberectis subdense vestitus,
ferrugineus, subdense punctatus. Antennae sat elongatae, incrassatae.
Caput convexum; oculis magnis. Prothorax antice posticeque sub-
aequaliter angustatus, lateribus parum arcuatus, magis duplo latior
quam longior; lateribus pulvino et canaliculo marginatis; basi striete
marginata. Elytra basi quam prothorax vix latiora, lateribus arcuata,
apice breviter conjunctim rotundata, paulo duplo longiora quam simul
in maxima latudine latiora. Primum abdominis segmentum lineis fe-
moralibus, haud integris, divergentibus instructum. Long. 1 mill.
Ovale, environ trois fois plus long que large dans sa plus grande
largeur, convexe, brillant, ferrugineux, couvert d’une pubescence
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute, Rhysodidae, Nitidulidae etc. 73
cendree, fine, un peu allongee, obliquement dressee sur les elytres.
Antennes depassant lögörement la base du prothorax, relativement
epaisses; 3me article un peu allonge, 5me & 8me s’epaississant pro-
gressivement et tr&s legerement, Tme un peu plus long que 6me et
8me; I9me & Ilme formant une massue brusque, läche, environ deux
fois et demie plus longue que large. T&te relativement grosse, convexe,
environ deux fois plus large au niveau des yeux que longue, sub-
tronquee en avant, peu densement ponctu&e; marges interieures des
yeux un peu convergentes, ceux-ei gros. Prothorax un peu plus large
que la t&te, sensiblement de m&me largeur & la base qu’au sommet,
tres modör&ment arque sur les cötes, un peu plus de deux fois plus
large dans sa plus grande largeur que long, couvert d’une ponctuation
un peu moins forte et un peu moins serr&e en avant que celle de la tete;
bord anterieur faiblement arrondi au milieu, subsinue et reborde aux
extrömitös; angles anterieurs obtus, emousses; cötes subparalleles
dans le milieu, & peine visiblement creneles, bordes par un bourrelet
relativement &pais et par une gouttiere un peu plus large, bourrelet
limite en dedans par une tres fine ligne subcareniforme, reunie en
arc & la ligne marginale de l’extremite du bord ant£rieure et laissant
par suite libre un petit &space sur la face laterale de l’angle anterieur;
angles posterieurs obtus; base moderement arquee en arriere, subsinuee
vers les extremites, bordee par une strie suleiforme, tr&s rapprochee
du bord aux extrömites, un peu plus &cart&e vers le milieu. Ecusson
plus de deux fois plus large que long. Elytres & peine plus larges & la
base que la base du prothorax, bisinues & la base, & peine visiblement
rebord&s, en angle obtus aux &paules, arques sur les cÖötes, presentant
leur plus grande largeur vers le tiers de la longueur & partir de la base,
bri&vement arrondis ensemble au sommet, presque subacumin&s,
un peu plus de deux fois plus longs que larges ensemble dans leur plus
grande largeur, couverts d’une ponctuation plus serr&e sur la region
seutellaire que celle du prothorax, plus läche et presque disposee en
lignes sur le reste de la surface; marges laterales finement rebord£es.
Sutures pleurosternales atteignant le bord anterieur pres des angles
anterieurs. Saillie prosternale en forme de spatule, depassant un peu
le niveau des hanches. Deuxieme segment de l’abdomen subegal au
premier mesure entre son sommet et la hanche posterieure. Lignes
fömorales du premier segments de l’abdomen droites, divergentes
n’atteignant pas le sommet du segment.
Kosempo. Nombreux exemplaires.
Genre douteux.
Cryptophilus mirus n.sp. Oblongus, cireiter ter longior quam
latior, modice convexus, nitidulus, tenue flavo-pubescens, testaceus.
Antennae subincrassatae; 1° et 2° articulo elavae transversis, sub-
aequalibus; 3° quam praecedentibus longiore, apice oblique truncato.
Caput transversum, fronte convexiusculum, antice truncatum, sub-
dense punctulatum, ante antennarum bases inflexum; oculis sub-
prominulis. Prothorax antice quam postice paulo angustior, lateribus
modice arcuatus, cireiter in maxima latudine duplo latior quam longior,
1l, Hefi
74 A. Grouvelle:
quam caput paulo minus dense valideque punctatus; margine antico
utrinque vix sinuato; angulis antieis rotundatis; lateribus tenuiter
marginatis; angulis postieis obtusis; basi medio leviter arcuata,
utrinque sinuata, striete praecipue ad extremitates tenuiter marginata.
Scutellum suborthogonium, transversissimum. Elytra humeris obtuse
angulosa, tunc quam prothorax paucissimo latiora, lateribus modice
arcuata, vix amplita, apice conjunetim acuminata, paulo magis duplo
longiora quam simul latiora, subdense punctulata, puncetis ex parte
sublineato-positis, ad apicem attenuatis. Long. 1,8 mill.
Oblong, environ trois fois plus long que large dans sa plus grande
largeur, moderement convexe, assez brillant, testace, couvert d’une
pubescence couchee, fine, flave, assez dense; antennes un peu Epaissies;
2me et 3me articles subegaux, 4me et 6me subcarres, me un peu
allonge, Tme et 8me subtransversaux, 9me & 1lme formant une massue
brusque, plus courte que le tiers de la longueur totale de l’antenne,
dont les deux premiers articles subegaux sont transversaux et dont le
dernier, un peu plus long que les precedents, est obliquement tronque
a ’extremite. Tete environ deux fois plus large avec les yeux que longue,
tronquee en avant, convexe sur le front, subdensement pointillee; yeux
assez saillants, leur diamötre transversal subegal & la moitie de la lon-
gueur de l’orbite, facettes petites; marges laterales du front convergentes,
moderement &chancrees par les yeux. Prothorax plus large que la tete,
un peu plus retreci en avant qu’a la base, faiblement arqu& sur les
cötes, subrectangulaire, environ deux fois plus large que long, un peu
moins densement et moins fortement ponctu® que la tete; bord anterieur
ä peine &chancere; angles anterieurs arrondis; cötes & peine arrondis
au milieu, plus fortement aux extremites, finement rebord®s, legerement
epaissis vers les angles anterieurs; angles posterieurs obtus; base legere-
ments arrondie au milieu, sinu&e de chaque cötes, bordee parune strie
plus rapprochee du bord au milieu qu’aux extremites. Ecusson sub-
rectangulaire plus de deux fois plus large que long. Elytres un peu plus
larges & la base que la base du prothorax, en angle obtus aux epaules
arrondis tres faiblement sur les cötes, un peu plus fortement contre
l’epaule, attenues vers l’extremite, subacumines ensemble au sommet,
un peu plus de deux fois plus longs que larges ensemble, couverts
d’une ponctuation confuse, un peu plus esart&e et plus forte que celle
du prothorax, attenuee au sommet, en partie disposee en lignes;
stries suturales bien marquees au sommet, attenuees, effacees
vers la base; calus humeraux marques; marges laterales arrondies
inflechies, tr&s finement rebordees. Lignes femorales du premier
segment de l’abdomen divergentes, n’atteignant pas le sommet
du premier segment.
Taihorin. 1 exemplaire.
Genre douteux.
Lathridiidae.
Corticaria fasciata Reitt. 1877, Deutsche Ent. Zeitschr. p. 115.
Kamagawa. 1 exemplaire.
H. Sauter's Formosa- Ausbeute. Rhysodidae, Nitidulidae etc. 75
L’exemplaire de Formose, & le prothorax relativement plus court
que les exemplaires du Japon, mais dans le groupe des Corticaria, ce
n’est pas un caractere suffisant pour &tablir une esp&ce nouvelle.
?sp.nv. Kosempo. 2 exemplaires.
Melanophthalma fuscula Gyll.
Hoozan, 2 exemplaires.
Melanophthalma americana Mann.
Hoozan. 2 exemplaires.
?sp.nov. Rankau (Roshun). 1 exemplaire.
?sp.nv. Taihorin. 1 exemplaice.
Mycetophagidae.
Mycetophagus Sauteri n.sp. Oblongus, convexus, nitidulus, pube
strata, fusco-cinerea et passim fulvo-testacea vestitus, ater, in elytris
fulvo-flammeus; antennarum primis artieulis et apice ultimo articulo
fusco-rufis. Antennae post 5° articulo incrassatae; 3° articulo duplo lon-
giore quam latiore, ultimo subconico, magis sesquilongiore quam latiore,
Caput transversum, dense punctatum, inter antennarum bases arcuatim
striatum; epistomo apice truncato, punctato; labro minimo, apice
late rotundato. Prothorax antice angustatus, cireiter basi ter latior
quam longior; lateribus arcuatis, postice ad apicem convergentibus,
marginatis, praecipue basin versus subexplanatis; angulis antieis
rotundatis, postieis subacutis; disco subasperato et sat dense punctato,
punctis ad latera majoribus, in laterali margine minoribus; basi ante
seutellum vix producta, utrinque tenuiter marginata, et sat valde
impressa. Scutellum subhemicirculare, puncetatum. Elytra basi pro-
thorace haud latiora, humeris rotundata, lateribus praecipue apicem
versus arcuata, modice ampliata, apice conjunctim breviter rotundata,
1 et 2/, longiora quam simul in maxima latudine latiora, punctato-
striata; striis apicem versus attenuatis; intervallis latis, subcoriaceis;
singulo elytro tribus maculis fulvo-flammeis notato: la macula sub-
quadrata, humeralem callum ineludente, ad angulum interno-posticum
in formam lobi subquadrati, suturam haud attingente producta; 2a
ultra medium, transversa, antice posticeque valde undulata; 3° ante-
apicali punctiformi. Long. 3,5 mill.
Oblong, environ deux fois et demie plus long que large dans sa
plus grande largeur, convexe, assez brillant, noir varıe de taches roux
orange sur les elytres; base des antennes et extr&mite du dernier article
roux enfum&; pubescence couchee, roux cendr& sur la majeure partie
du tegument, roux orange sur les taches des elytres, double sur les
dernieres. Antennes s’epaississant progressivement & partie du cin-
quieme article et formant ainsi une massue subparallele, peu accentuee;
2me article suballonge, 3me environ deux fois plus long que large,
4me allonge, mais plus court que 3me, 5me suballong&e, 6me et Tme
subtransversaux 9me et lOme transversaux, llme pres de deux fois
aussi long que large, termine par une partie conique, allonges, un peu
&moussee. T&te environ deux fois plus large que longue, subconvexe
76 A, Grouvelle.
sur le front, densement ponctuee, presque subruguleuse, striee en arc
entre les naissances des antennes, subtronquee au bord anterieur;
epistome developpe®, plus finement ponctue que le front; labre petit,
subtronque au bord anterieur; pubescence orientee en general vers la
base. Prothorax retreci en avant, legerement convergent en avant
& la base, environ trois fois plus large & la base que long, etroitement
reborde sur les cötes et a la base saufau milieu, arque au sommet, large-
ment arrondi aux angles anterieurs (lorsque l’insecte est vu de dessus),
arrondi sur les cötes avec les marges subexplanees principalement
vers la base, en angles legerement aigu aux angles posterieurs, sub-
tronque au milieu de la base et tres largement subsinu& de chaque
cöte, subruguleux, couvert d’une ponctuation irregulierement dense,
plus forte vers les cötes, plus faible sur les marges laterales, marque
d’une impression ponctiforme de chaque cöte contre la base. Ecusson
presque demi-eireulaire, ponctue. Elytres subtronques a la base, assez
brievement arrondis aux epaules, alors de la largeur du prothorax
ä la base, arques sur les cötes surtout vers le sommet, moderement
elargis, presentant leur plus grande largeur vers le milieu de la longueur,
tres bri&vement arrondis ensemble au sommet, environ une fois et deux
tiers plus longs que larges ensemble dans la plus grande largeur, ponctues-
stries; striesponctuees attenueesivers le sommet; intervalles plus de deux
fois larges & la base que les points, legerement convexes, subruguleux;
cötes rebordes. Sur chaque elytres: 1° une grande tache basilaire,
humerale, subearree, laissant libre le calus hume£ral, reunie & l’angle
apical interne & une grande tache subcarree n’atteignant pas la suture;
2° au de la milieu une bande transversale, n’atteignant pas les cötes,
fortement sinu6e en avant et en arriere; 3° une tache ponctiforme
vers le sommet. Dessous brun rougeätre, finement ponctue, finement
pubescent.
Hoozan. 4 exemplaires. — Fuhosho. 1 exemplaire.
Typhaea Haagi Reitt. 1872, Verhand. z. b. Ges. Wien. XXIV,
p. 527.
Anping. 1 exemplaire.
Dermestidae.
Dermestes vulpinus F. 1781 Sp. Ins. I, p. 64.
Kosempo.
Neue Beiträge zur Kenntnis der Pyrgotinen.
Von
Friedrich Hendel, Wien.
Hierzu eine Tafel und 5 Textfiguren,
Seit der Herausgabe der Pyrgotinae in den Genera Insectorum
von Wytsman 1908 habe ich eine Reihe neuer Formen kennen ge-
lernt, womit ich unsere Kenntnis von dieser merkwürdigen Dipteren-
gruppe nicht unerheblich erweitern kann. Das Interesse an diesen
Sonderlingen der Gestalt wird durch die wichtige Entdeckung der
Lebensweise der Fliegen durch 8. A. Forbes noch besonders geweckt.
Im 24. Report of the State Entomologist on the Noxious and Bene-
ficial Insects of the State Illinois, 1908 p. 162 berichtet der Forscher,
wie Pyrgota undata die weiche Abdominalhaut der amerikanischen
Maikäfer (‚„Maybeetles“, ZLachnosterna) unter den Flügeldecken an-
bohrt und die Eier einsenkt, so daß sich die ganze Metamorphose im
Käfer-Abdomen abspielt.
Nun die Ergänzungen zu meiner Pyrgotinen-Arbeit.
Die Gattungen Bromophila Loew und Sphenoprosopa Loew
scheiden aus und sind zu den Platystominen zu bringen. Ebenso ge-
hört Dichromyva R. D. nicht in unseren Kreis hinein.
Eupyrgota luteola Coqu. lernte ich kennen und konnte so fest-
stellen, daß meine Auffassung dieser Gattung nicht richtig war. Eu-
pyrgota kann ich von Adapsilia nicht trennen. Für Eupyrgota Hendel
1908 tritt nun der Name Apyrgota ein. Ob Prosyrogaster Rond. zu
Campylocera oder Adapsilia als Synonym gehört oder eine selbständige
Gattung ist, kann ich bis jetzt nicht entscheiden.
Durch die Güte des Herrn G. H. Verrall hatte ich seinerzeit
auch die hierhergehörige Teretrura flaveola Bigot kennen gelernt.
Auch die Gattung Epicerella Macquart ist mir inzwischen bekannt
geworden.
Nach meiner heutigen Auffassung der Gattungen können dieselben
in folgender Weise von einander unterschieden werden.
Tabelle der Gattungen der Pyrgotinen.
3. Fühlerglied vorne abgerundet 1
— 3. Fühlerglied vorne oben mit scharfer Spitze oder Ecke 12
1. Kleine Querader vor der Flügelmitte. Hintere Querader auf-
fallend schief, ihr Winkel mit der Posticalis daher sehr spitzig.
Ovipositor dorsalwärts aufgebogen 2
— Kleine Querader auf oder hinter der Flügelmitte. Hintere
Querader nicht auffallend schief. Ovipositor ventralwärts
eingebogen oder zylindrisch gerade 3
11. Heft
78
Friedrich Hendel:
. Schenkel unten bedornt. Analzelle in eine deutliche Spitze aus-
gezogen. Cubitalis unbeborstet Eumorphomyia Hend. (1907)
typ. tripunctata Dolesch.
— Schenkel unbewehrt. Analzelle außen bauchig begrenzt.
Cubitalader beborstet Geloemyia Hend. (1908).
typ. stylata Hend.
Radialis und Cubitalis nach aufwärts gebogen. Letztere mündet
deutlich vor der Flügelspitze. Backen sc breit wie der lot-
rechte Augendurchmesser Diasteneura Hend. (1908).
typ. laticeps Hend.
— Radialis und Cubitalis nach abwärts gebogen oder gerade;
letztere mündet an der Flügelspitze. Backen weit schmäler
als der lotrechte Augendurchmesser 4.
Cubitalis ganz oder doch wenigstens an der Wurzel beborstet 5.
— Cubitalis nackt T,
Ozellen vorhanden. Fühlergruben in eine Vertiefung vereinigt.
Ovipositor gerade, zylindrisch Teretrura Bigot (1885). —
typ. flaveola Bigot.
— Ozellen fehlen. Fühlergruben von einander getrennt. Ovi-
positor ventral eingebogen 6.
Die Fühlergruben reichen bis zum Mundrande. Das basale Doppel-
segment des Hinterleibes ist nur so lang wie die 2 folgenden
Ringe zusammen. Ovipositor lang und schlank, länger als
der Hinterleib Hypotyphla Loew (1873).
typ. Loewi Hend.
— Die Fühlergruben enden weit über dem Mundrande. Das ba-
sale Doppelsegment des Hinterleibes ist länger als alle fol-
genden zusammen. Ovipositor kürzer, aber viel breiter und
voluminöser Pyrgota Wiedemann (1830). —
typ. undata Wied.
Analzelle bauchig begrenzt, ohne Spitze. Vorderstirne mit 2
deutlichen vorderen Orbitalborsten. Backen hinten auf-
fallend herabgesenkt, Gesicht stark zurückweichend. Fühler
kurz Toxopyrgota Hendel!)s
typ. inchinata Hendel.
— Analzelle unten mit Spitze 8.
Die Fühlergruben laufen in eine einzige Vertiefung zusammen 9.
— Die Fühlergruben bleiben von einander durch einen Längs-
rücken deutlich getrennt 10
Alula wohl entwickelt. Radialis kürzer als die Cubitalis.
Apyrgota Hend. (1908).
typ. scioida Hend.
— Alula rudimentär. Radialis länger als die Cubitalıs.
Leptopyrgota n. g—
typ. amplipennis n. sp.
1) Res. scient. voyag. Alluaud et Jeannel en Afr. Or.
Neue Beiträge zur Kenntnis der Pyrgotinen. 79
10. Die Kosta reicht bis zur 3. Längsader. Stirn schmal, Scheitel
ohne Querwulst, aber mit großem Ozellendreieck. Radialıs
ohne Aderanhang. Schild behaart
Campylocera Macquart (1843).
typ. ferruginea Macqu.
— Die Kosta reicht bis zur Mündung der 4. Längsader. Ra-
dialis meist mit Aderanhang 11.
11. Flügel braun, weiß punktiert und gefleckt Tephritopyrgota n. g.
typ. passerina n. Sp.
— Flügel nicht weiß punktiert und gefleckt. Stirne breit. Scheitel
mit Querwulst, ohne größere Ozellenplatte. Schild nackt
oder fast nackt Adapsilia Waga!) (1842),
typ. coarctata Waga.
12. Ozellen vorhanden. Hinterleib gestielt 13
— ÖOzellen fehlen. Hinterleib breit ansitzend Acropyrgota n.g.
typ. flavescens n. sp.
13. Flügel hyaln oder mit breiten braunen Querbinden
Toxura Macqu. (1850).
typ. maculipennis Macqu.
— Flügel dunkelbraun, mit zahlreichen weißen Punkten.
Epicerella Macqu. (1850).
typ. guitipennis Macqu.
Teretrura Bigot.
Bull. Soc. Ent. France 1885 p. 165.
Kopf so breit wie der Thorax. Die Stirne ist oben so breit
wie beide Augen zusammengenommen und tritt im Profile ungefähr
die Hälfte des wagerechten Augendurchmessers vor die Augen
vor. Der Stirnwinkel mit dem Untergesichte ist deutlich spitz.
Die Augenränder der Stirne sind parallel, mit einer geringen
Neigung, gegen das Untergesicht hin zu konvergieren. Wie
bei allen Pyrgotinen bilden auch hier die Augenränder neben den
Fühlerwurzeln keinen Winkel, sondern setzen sich fast gerade aufs
Untergesicht fort, erst ganz unten nach hinten umbiegend. Die Scheitel-
platten sind als ganz kurze, mit einer nach vorne und einwärts ge-
bogenen Frontorbitalborste besetzte Platten oben neben dem Augen-
eck entwickelt, ohne merklich in die Stirne vorzudringen. Die Ozellen-
platte ist etwas größer, ein gleichseitiges Dreieck, trägt eng neben-
einander 3 deutliche Ozellen, aber keine Ozellarborsten und liegt
knapp vor der scharfen, emporstehenden Scheitelkante, kaum merklich
vertieft. Stirnmittelstrieme mit kurzer, feiner Grundbehaarung be-
deckt, eben; die von den Wangen aufsteigenden Orbiten sind mäßig
konvex. Die Lunula scheint nicht bedeckt zu sein, wird aber beim
typischen Exemplare teilweise durch die stark vorgequollene Stirn-
blase verdeckt. Der Klypeus ist unter den Fühlern der Quere und
Länge nach ausgehöhlt, die Fühlergruben sind nicht von einander
1): Inclusive Zupyrgota Coquill.
11. Heft
80 Friedrich Hendel:
getrennt, sondern fließen in eine zusammen. Unter der Mitte des
Klypeus tritt von einer hufeisenförmigen Rinne umgeben kegelig das
Epistom hervor, im Profile einen vorspringenden Winkel bildend.
Dadurch reicht die Grube nicht bis zum hinaufgezogenen Mundrand
hinab. Der Umriß der Klypeusspalte ist hufeisenförmig, am Mund-
rande etwas verengt. Facialien und Peristomalien stoßen neben dem
letzteren in einem Bogen zusammen. Die Stirnspaltenäste laufen
in geringer Entfernung außerhalb der Gesichtsleisten, fast parallel
mit ihnen. Die Wangen und die Backen unter dem Auge sind nur
schmal. Der Unterrand der letzteren ist stark geneigt, hinten durch
den unteren Hinterkopf stark herabgesenkt. Backengruben kaum
abgesetzt. Der Hinterkopf fällt an der Scheitelkante steil von der
Stirne ab, tritt oben weniger, unten jedoch ziemlich stark hinter den
Augen hervor; oben ist er schwach, unten stark konvex. Die Augen
sind länglich oval, ungefähr senkrecht gestellt.
Fühler kürzer als das Untergesicht, nach dem deutlich vorstehenden
ersten Gliede herabhängend, an den Wurzeln einander ziemlich ge-
nähert. Zweites Antennenglied ein Viertel kürzer als das dritte, stiel-
förmig schmal, gegen das dritte Glied hin breiter, aber noch lange
nicht so breit wie dieses, namentlich am Oberrande länger beborstet.
Drittes Glied breit, rundlich oval, mit einer medialen nackten, an der
Wurzel etwas dickeren Arista. Im Profile sitzen die Fühler weit ober-
halb der Augenmitte.
Thorax von oben gesehen wenig länger als breit, abgerundet
viereckig, oben ziemlich gewölbt. Grundbehaarung des Rückens kurz,
wenig auffallend. Die Quernahtäste liegen etwas vor der Mitte und
steigen fast senkrecht, aber mit einer Neigung nach vorne, was sonst
bei anderen Pyrgotinen nicht vorkommt, auf. Schildchen ein Drittel
des Rückens lang, -oben gewölbt und nackt, am Rande mit 6 Borsten,
wovon das Spitzenpaar gekreuzt ist. Postscutellum mittelgroß. Meta-
notum gewölbt, abschüssig, von normaler Höhe.
Beborstung: Huiwnerale eine, Notopleurale zwei, Praesuturale
eine, Supraalare drei. Ein Praescutellarpaar; außerhalb und vor
demselben, aber hinter der Rückenquernaht jederseits drei, nach
vorne an Größe abnehmende Dorsozentralborsten. Prothorax mit
2 langen abstehenden, divergierenden Borsten. Je eine starke Meso-
und Sternopleuralborste.
Beine sehr lang und schlank. Vorderhüften vorne nackt. Schenkel
nicht verdickt, aber an der Spitze deutlich verjüngt. Mittelschenkel
dorsal im Spitzenviertel mit einem Quereindruck. Hinterschenkel
an der Wurzel etwas nach oben gebogen. Unterschenkel basal sehr
dünn, dann allmählich stärker werdend. Mittlere innen ohne deutlichen
Endsporn, hintere im Wurzeldrittel etwas nach einwärts gebogen.
Füße lang und gegen die Spitze zu merklich stärker. Längere Haare
und Borsten fehlen überall an den Beinen.
Der eigentlich streifenförmige Hinterleib ohne Legeröhre ist die
Hälfte derselben oder zwei Drittel des Thorax lang und hat sechs
sichtbare Segmente, von welchen das letzte Tergit nur als ein schmaler
Neue Beiträge zur Kenntnis der Pyrgotinen. 81
Saum erscheint. Das basale Doppelsegment ist etwas länger als zwei
der darauf folgenden gleich langen drei Tergite zusamınengenommen.
.Der lange und dieke Ovipositor hat eine fast zylindrische Gestalt,
die nur in der Mitte etwas weiter und vor dem Ende ein wenig ein-
geschnürt ist. Dorsal ist diese Röhre jedoch der ganzen Länge nach
rinnenförmig eingedrückt und an ihren Rändern nach innen gerollt.
Flügel lang und schmal. Kosta vorne gerade. Subkosta noch vor
der Flügelmitte sehr spitzwinkelig mündend, der ganzen Länge nach
fein behaart. In geringer Entfernung vor ihr mündet die vollständig
getrennte und nur vor dem Aufbiegen zur Kosta mit ihr in einem
Punkte verbundene Mediastina.. Subkostalzelle daher sehr klein.
Die Längsadern 2—4 sind im allgemeinen sanft nach unten gebogen,
nur die Radialis an der Mündung nach aufwärts. Erste Hinterrand-
zelle an der Spitze nur wenig erweitert. Beide Queradern gerade,
unten etwas nach außen gestellt, daher schief. Die kleine steht auf
der Mitte des Flügels und wenig hinter jener der Discoidalzelle. Hintere
Basal- und Analzelle von gleicher Länge, letztere aber viel breiter,
außen durch eine im stumpfen Winkel nach innen gebrochene Quer-
ader abgeschlossen, unten also mit einem kräftigen, aber kurzen
spitzen vorspringenden Zipfel versehen. Die Analader reicht bis zum
Rande. Axillarfalte lang und deutlich ausgeprägt. Schulterlappen
und Alula normal. Schüppchen kurz.
Teretrura filaveola Bigot loc. cit.
9, Chile. — Ohne Ovipositor 8 mm lang. Type Bigot’s.
Ganz glänzend hellgelb. 3. Flügelglied rotgelb. Stirnstrieme
matt. Borsten und Haare gelbrot. Flügel hell gelblich, längs der
Adern intensiver gelb tingiert.
Tabelle der Adapsilia- Arten.
Schild außer den Randborsten auch noch behaart 4
— Schild sonst unbehaart 2.
1. Radıalis mit Aderanhang; Flügel mit einer über die kleine Quer-
ader laufenden gebogenen Querbinde A. magnicornis n. sp.
— Radialis ohne Aderanhang; obige Querbinde nur als Wisch
angedeutet A. seutellata n. sp.
2. Alle Haare und Borsten des Tieres rot 3.
— Borsten und Haare schwarz 4
3. Vorderschenkel dorsal kurz behaart. Schild am Rande mit
4 Borsten A. flavopilosa n. sp.
— Vorderschenkel posterodorsal lang und dicht rauh behaart.
Schild am Rande mit 10 Borsten A. vulpina n. sp.
4. Backen höher als ein halbes Auge. Die Fühlergruben enden ein
ziernlich großes Stück oberhalb des Mundrandes 5.
— Backen schmäler als ein halbes Auge. Die Fühlergruben
enden in der Nähe des Mundrandes
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 11.
6 11. Heft
82 Friedrich Hendel:
5. Flügel intensiv rauchbraun tingiert, in der Vorderhälfte durch
breite Säume der Adern noch dunkler braun. Schenkel schwarz
A. fusca n.sp.
— Flügel nur bräunlich hyalin mit einem dunkleren nn
Schenkel rotbraun
6. Der Kostalabschnitt zwischen der 2. und 3. Längsader ist Ba.
so lang wie der zwischen der 3. und 4. Erste Basalzelle vor
der kleinen Querader gebräunt A. Brahma n. sp.
— Kostalabschnitt 2—3 ist nur etwas länger als der zwischen
3 und 4; Basalzelle vor der kleinen Querader nicht gebräunt
A. Iuteola Coquillett.
7. Schild zweiborstig. Lange und schlanke Art A. longina Hend. a,
— Schild vierborstig. Gedrungene Arten
8. Cerebrale am Oberrande mit 2 nierenförmigen schwarzen N
Wangen glatt A. armipes n.sp.
— Cerebrale ohne schwarze Flecken, gelb; Wangen mit Hohl-
punkten 9.
9. Thoraxrücken an den Flügelwurzeln breiter als lang. Schild am
Rande mit 6 längeren Borsten A. latipennis Walk.
— Thoraxrücken deutlich länger als breit. Schild am Rande
mit 4 längeren Borsten 10.
10. 3. Fühlerglied zweimal so lang wie breit. Thoraxrücken rotbraun,
schwarz behaart A. ypsilon n. sp.
— 3, Fühlerglied dreimal so lang wie breit. Thoraxrücken rost-
gelb, rot behaart A. cafira n. sp.
A. Susca n.sp. (Fig. 1).
2 Q aus Japan,‘ Yokohama District (leg. H. Prior) im Brit. Mus. London.
Stirne sehr breit, vorne neben den Fühlern gut dreimal so
breit wie ein Auge, am Scheitel etwas verschmälert. Von vorne gesehen
divergieren die Augenränder allmählich nach unten und bilden im
Gesichte keinen Winkel. Scheitelkante wulstig emporragend,
in der Mitte mit nach vorne gerichteten Haaren und mit stark gegen-
einander gebogenen, fast liegenden inneren Scheitelborsten besetzt.
Andere Kopfborsten fehlen. Stirn oben konkav; Strieme nur mäßig
lang behaart. Stirn und Wangen um den wagerechten Augendurch-
messer vor die Augen vortretend; Gesichtsprofil fast gerade und lot-
recht. Backen °/, eines Auges hoch; Peristomalien zum Mundrand
stark aufsteigend. Hinterkopf am Halse um den wagerechten Augen-
durchmesser vorstehend. Klypeus parallelrandig, schmäler als eine
der Wangen; die Fühlergruben sind ?/; des Gesichtes lang, ebenso
lang die Fühler. Das 3. Fühlerglied ist am Oberrande gemessen so lang
wie das 2., 2mal so lang wie an der Basis breit, gegen die abgerundete
Spitze hin etwas verjüngt, oben gerade, unten konvex. Arista medial,
!) Res. scient. voyag. Alluaud et Jeannel en Afr. Or.
Neue Beiträge zur Kenntnis der Pyrgotinen, 83
nackt, sehr lang und dünn. Taster sehr lang und breit, in der Mitte
am breitesten, vorragend, dicht beborstet.
Thoraxrücken relativ kurz, aber dicht und geneigt schwarz be-
haart. Schild nackt am Rande jederseits eirca 5 dünne und lange
Borsten; 2—3 derselben stehen auch weiter oben.
Das basale Doppelsegment des Hinterleibes verschmälert sich nur
wenig und ganz allmählich gegen die Wurzel hin und ist wenig länger
als hinten breit, aber länger als die darauf folgenden, an Größe nach
hinten abnehmenden 4 Tergite 3—6 zusammen. Ovipositor so lang
wie das basale Doppelsegment, breit und dick, von oben gesehen
dreieckig, etwas länger als an der Basis breit, am ventral umgebogenen
Ende stumpf. Ovipositor und Hinterleib, namentlich ersterer, sind
lang und dicht, vorne schwärzlich, hinten rot behaart.
Kopf, Fühler und Taster rotbraun. Stirnstrieme matt. Am oberen
Augeneck jederseits ein nach innen auf die Stirn gerichtetes und dann
dünn nach vorne biegendes schwarzbraunes Querstriemchen. Wangen
glänzend. Fühlergruben glänzend schwarz. Unter den Augen ein
dunkler brauner Fleck.
Thorax und Schild rotbraun. Auf dem Rücken sind eine breite,
hinten abgekürzte Mittelstrieme, je eine breite, vorne abgekürzte,
mit ersterer fast zusammenfließende Seitenstrieme und die Noto-
pleuralnaht schwarzbraun. Die Pleuren sind mit Ausnahme eines
ovalen Fleckes auf den Mesopleuren und des Metapleuracallus ganz
schwarzbraun, desgleichen das Metanotum.
Hinterleib rotbraun. Das basale Doppelsegment mit Ausnahme
des Hinterrandes, sowie Vorderrandsäume der übrigen Tergite schwarz-
braun. & unbekannt.
Beine außergewöhnlich stark und kräftig. Alle Schenkel verdickt,
am Ende dorsal oder posterodorsal lang und dicht beborstet, schwarz,
nur ventral an der Spitze rot. Die Mittelschenkel tragen in der Spitzen-
hälfte an der Vorderseite eine rote Längsrinne. Schienen und Füße
rot, leuchtend rot behaart.
Der Flügel ist intensiv rötlichbraun tingiert, was gegen die Wurzel
hin in ein Gelbrot übergeht. Breit braun gesäumt sind die Enden
der 2. und 3. Längsader jenseits der hinteren Querader, diese selbst,
dann die Discoidalis von der Wurzel bis zur hinteren Querader, die
kleine Querader und die Aste der Radialisgabel. Der letzte Abschnitt
der Discoidalis und der Costa-Abschnitt der 1. Hinterrandzelle werden
gegen ihre Mündung hin haardünn. Radialis mit Aderanhang.
Schüppchen und Schwinger rostfarbig.
Körper ohne Ovipositor und Flügel 15 mm, Ovipositor oben ge-
messen 5 mm lang.
A. Iuteola Coquillett. (Figur 2 und 3.)
Eupyrgota luteola Coquillett, Proc. U. S. Nat. Mus. Vol. 21 p. 337 (1898).
25 2 aus Japan, Yokohama Distriet (leg. H. Prior) im Brit. Mus. in
London.
6* 3. Heft
84 Friedrich Hendel:
Die Stirne und die Wangen stehen die Hälfte des wagerechten
Augendurchmessers vor die Augen vor, erstere etwas mehr, desgleichen
der Hinterkopf hinter dieselben. Die Backen sind die Hälfte eines
Auges hoch. Der Klypeus ist so breit
wie eine Wangenplatte des Gesichts. Die
Fühlergruben und Fühler sind gut ?/, des
Gesichts lang.
Das basale Doppelsegment des Hinter-
leibes ist beim $ von der Wurzel bis zur
Mitte stielartig verjüngt und erweitert
sich dann plötzlich; es ist erbeblich länger
als hinten breit und länger als die folgen-
den Ringe zusammen. Beim & ist das
letzt sichtbare 5. Tergit 1!/, mal so lang
wie das 4. oder 3. Beim 9 ıst Hinterleib
und Ovipositor wie bei A. fusca geformt
und behaart, aber an der Wurzel doch stärker verjüngt, wenn auch
nicht in gleichem Maße wie beim $. Alle übrigen plastischen Merk-
male wie bei A. fusca angegeben.
Kopt, Fühler und Taster hell rotbraun. Am Augeneck des Scheitels
je ein kleiner dunkelbrauner Fleck. Strieme matt, Wangen glänzend.
Fühlergruben glänzend dunkelbraun. Unter den Augen ein glänzend
schwarzbraunes Dreieck.
Thorax, Schild und Hinterleib rostfarbig. Auf dem Thorax-
rücken eine breite, gespaltene braune Längsmittelstrieme, die hinten
stark abgekürzt ist. Daneben je eine ebensolche, aber vorne verkürzte
Seitenstrieme, die sich hinten verjüngt und erst seitlich neben der
Schildwurzel endet. Auch die Rinne vor dem Scutellum und die Quer-
nahtäste dunkelbraun. Auf den Pleuren ist die Brust, eine Querstrieme
hinter dem Prothorakalstigma, ein großer Fleck auf den Pteropleuren
und das Metanotum dunkelbraun. Thoraxrücken schwarz, Hinterleib
rot behaart. Am Abdomen ist nur das basale Doppelsegment oben
in der Mitte gebräunt.
Beine ganz rostrot, viel schwächer als bei A. /usca. Die lange
und starke Beborstung im Endteile der Schenkel wie bei dieser
Art, aber nur beim @. Dem weiblichen Stücke fehlen die Mittel-
schenkel.
Flügel an der Spitze und am Hinterrande rostbraun, vorne und
an der Wurzel rostgelb. Breit dunkelbraun gesäumt sind nur die
Enden der 2. und 3. Längsader jenseits der hinteren Querader; schwach
gesäumt erscheint die kleine Querader. Der letzte Abschnitt der
Discoidalis ist jenseits der hinteren Querader stärker hinaufgebogen
als bei A. /usca. Radialis mit Aderanhang.
Schwinger und Schüppchen rostfarbig.
Körper & 14,5.mm, Q ohne Ovipositor 12 mm, letzterer eirca 3 mm,
Flügel 14 mm lang.
Neue Beiträge zur Kenntnis der Pyrgotinen. 85
A. Brahma n. sp.
1 $ aus Süd-Indien, Nilgiris (leg. Hampson) im Brit. Museum London.
Stirne vorne fast 3 mal, am Scheitel zweimal so breit wie ein Auge.
Scheitelkante wulstig vorstebend; Stirne nur vor dieser etwas konkav,
sonst eben. Ohne Augenrandwinkel im Gesicht. Kopfborsten haar-
förmig und nicht länger als die zerstreute, mittellange Stirnbehaarung.
Im Profile tritt die Stirne an den Fühlern fast um die Länge des wage-
rechten Augendurchmessers vor die Augen vor; die Wangen sind wenig
schmäler und eine davon breiter als der Klypeus; dessen Prof‘l gerade.
Fühlergruben *°/, des Gesichtes lang. Backen gut die Hälfte eines
Auges hoch. 3. Fühlerglied ungefähr so lang wie das zweite, jenseits
der medialen, nackten und dünnen Arista etwas schmäler, aber gegen
die stumpf abgerundete Spitze hin nicht verjüngt. Taster verbreitert.
Rücken kurz und spärlich behaart. Alle Borsten und Haare
des Tieres sind gelbrot. Schildchen nackt, am Rande mit circa
8 haarartigen Börstchen. Das basale Doppelsegment des Hinter-
leibes ist fast doppelt so lang als hinten breit, vor der Mitte stielartig
verjüngt und so lang wie die folgenden 3 Segmente, von denen das
5. am längsten ist, zusammen genommen. Die Schenkel sind ventral
kurz, aber nicht dornenartig beborstet.
Stirnstrieme rotbraun, die Augenränder und eine breitere Quer-
binde am Scheitel wie der übrige Kopf gelbrot. Oben an der Stirn
befindet sich jederseits am Augeneck ein kleiner dunkelbrauner Fleck.
Die unterste Spitze der Fühlergruben und ein Fleck auf den Backen
unterhalb der Augen glänzend schwarzbraun. Eine Querbinde oben
am Üerebrale hinter der Scheitelkante und nach unten verwischte
Grenzlängsstreifen außen an demselben dunkelbraun. Fühler und Taster
gelbrot.
Thorax wie bei A. armipes gefärbt und gezeichnet. Außerdem
sieht man aber auf dem Rücken eine breite dunkelbraune Median-
längsbinde vor der Naht und je eine schmale, schwarzbraune Seiten-
strieme, die an der Quernaht breit unterbrochen ist. Hinterleib pech-
braun, die Hinterränder der einzelnen Tergite rot. Beine gelbrot.
Flügel ähnlich wie bei A. ypsilon gezeichnet (Abbild. Fig. 4).
Kostal-, Subkostal- und Marginalzelle, die äußerste Flügelwurzel
und die Ränder der Analzelle gelb. Erste Basalzelle gelbbraun.
Apikalfleck dunkelbraun. Erste Hinterrandzelle an der Mündung
weit schmäler als bei ypsilon. Der letzte Discoidalabschnitt ist nur
etwas länger als der vorletzte. Schwinger rot.
Körper 14 mm, Flügel 13 mm lang.
A. flavopilosa n. sp.
1 2 aus Japan, Yokohama-District (leg. H. Prior) im Brit. Museum
in London.
Dem 2 der A. Iuteola bis auf folgende Unterschiede gleich. Die
Stirn tritt an den Fühlerwurzeln spitzig und etwas stärker vor, das
11, Heft
86 Friedrich Hendel:
Gesicht weicht dann auch im Profile deutlich nach unten hin zurück.
Die Fühler und deren Gruben sind länger, nur etwas kürzer als das
Gesicht. Das dritte Fühlerglied ist selbst am Oberrande gemessen
länger als das zweite.
Das basale Doppelsegment ist stärker in der Mitte verengt und
gleicht in dieser Beziehung mehr dem 3 von luteola.
Die allgemeine Färbung ist viel heller, rostgelb. Die Längsstriemen
des Rückens sind nur angedeutet und nur die Seitenstriemen hinten
deutlicher erkennbar; sie setzen sich auch auf das Metanotum fort.
Sonst ist der ganze Leib rostgelb.
Wesentlich ist, daß alle Haare und Borsten des Tieres
hellgelb bis rot sind, auch an den Beinen. An diesen fehlen die
langen Haare und Borsten an den Schenkeln ganz. Nur die kurzen
Börstchen ventral an den Vorderschenkeln sind schwärzlich.
Im Flügel liegt die kleine Querader näher der hinteren; beider
Abstand ist merklich kürzer als die hintere Querader, die mit der
Posticalis einen spitzen Winkel bildet. Der Abstand der Cubitalis-
mündung von der der Radialis ist 1!/, mal so lang wie der von der
Discoidalis.
Der Flügel ist ähnlich wie bei A. luteola tingiert; es sind aber
alle Längs- und Queradern schmal bräunlich gelb eingefaßt. Die
breiten braunen Endsäume der 2. und 3. Längsader fehlen. Der letzte
Abschnitt der Discoidalis hat die Gestalt wie bei A. fusca, ist aber
ebenso wie der Costalabschnitt der ersten Hinterrandzelle stärker
als bei dieser. Die hintere Querader ist aber nicht gerade, sondern in
der Mitte etwas in die Discalzelle hineingebogen. Radialis mit langem
Aderanhang.
Schwinger und Schüppchen rostgelb.
Körper ohne Ovipositor 13 mm, dieser circa 3 mm, Flügel 15 mm
lang.
A. vulpina n.sp.
1 2 aus $Sikkim (leg. F. A. Müller) im Brit. Mus. London.
Stirn vorne deutlich breiter als die doppelte Augenbreite, am
Scheitel etwas verengt, dort wulstig erhaben und oben konkav. Augen-
ränder allmählich auf das Gesicht herab divergierend, ohne Winkel.
Stirnbehaarung kurz. Auf dem Scheitelwulst sieht man in der Mitte
einige nach vorn gebogene, seitlich je 2 eng nebeneinanderstehende,
einwärts gebogene Borsten von geringer Länge und Stärke. Die Stirn
steht an den Fühlerwurzeln etwas mehr als den wagerechten Augen-
durchmesser, die Wangen stehen fast so weit über die Augen vor.
Im Profile weicht das Gesicht nach unten zurück und steigen die
Peristomalien von unten zum Mundrande lang und steil auf. Die
Backen sind ungefähr die Hälfte eines Auges hoch, die Wangen sind
fast so breit wie die wagerechte Augenlänge und um eine gleiche Di-
mension steht der gepolsterte untere Hinterkopf vor. Die Fühler-
gruben enden ein wenig oberhalb des Mundrandes. Das dritte Fühler-
Neue Beiträge zur Kenntuis der Pyrgotinen. 87
glied ist ungefähr so lang wie das zweite; der Oberrand ist nicht gerade,
sondern noch vor der medialen Arista ausgebuchtet, sodaß er gegen
die schmälere, aber abgerundete Spitze in einer Stufe abfällt; Unter-
rand konvex. Arista nackt, lang und dünn. Taster lang und breit.
Thoraxrücken lang und rauh behaart. Schildchen am Rande
mit circa 10 langen, aufrechten, etwas nach vorne gebogenen Borsten
besetzt, sonst ohne Haare.
Der Hinterleib ist bei der Type leider stark seitlich zusammen-
gequetscht, so daß über die Form des basalen Doppelsegmentes und
des Ovipositors nichts Sicheres gesagt werden kann. Es ist länger
als die 4 folgenden Tergite zusammen genommen und so lang wie
der Ovipositor, der einen mehr schmalen Eindruck macht und am Ende
schwach ventral eingebogen ist. Behaarung wie am Thorax rauh.
Das ganze Tier, mit allen Haaren und Borsten, ist lebhaft
gelbrot gefärbt, auch die Flügel sind feurig rotgelb tingiert. Das dritte
Fühlerglied ist dunkler, mehr rotbraun. Die Peristomalien bis zum
unteren Ende der Fühlergruben, sowie je ein Querstreifen der Backen
unterhalb des Auges sind schwarzbraun.
Beine lang und kräftig, Schenkel gleichmäßig lang und dicht,
dorsal oft borstenartig behaart.
Die gelbe Tingierung des Flügels ist am Vorderrande und gegen
die Wurzel hin am lebhaftesten. Vordere Basalzelle mit einem braunen
Längsschweif, der sich jenseits der Radialisgabel allmählich verliert.
Kleine Querader dunkler umschattet. Eine kaum merkliche dunklere
Wolke zieht vom langen Aderanhang der Radialis bis oben an die
hintere Querader heran und verwischt sich gegen die Flügelspitze hin.
Die Kosta reicht bis zur.Mündung der Discoidalis. Schwinger rotgelb.
Körper mit Ovipositor 15 mm, Flügel 14 mm lang.
A. armipes n. sp.
1 2 aus Sikkim, Kangra Valley (4500 Fuß), August (leg. Dudgeon)
‘im Brit. Museum London.
Stirn vorne doppelt so breit, oben am Scheitel 1!/, mal so breit
wie ein Auge; ihre Augenränder geradlinig auf das Gesicht fortgesetzt.
Die Scheitelkante ragt zwar nicht wulstig empor, jedoch ist die Stirn
vor derselben konkav. Kopfborsten haarförmig kurz, Stirnbehaarung
fast fehlend. Im Profile tritt die Stirne an den Fühlerwurzeln fast
die Hälfte des wagerechten Augendurchmessers vor die Augen vor,
die Wangen in der Mitte mehr als ein Drittel derselben. Klypeus-
profil fast gerade. Klypeus und Fühlergruben gut °/; des Gesichtes
lang. Wangen so breit wie das 3. Fühlerglied, Backen circa !/, des
Auges hoch. Fühler so lang wie der Klypeus; drittes Glied oben ge-
messen länger als das 2., 2 mal so lang wie breit, oben gerade, unten
konvex, am Ende nicht verjüngt, stumpf abgerundet. Arista medial,
dünn und nackt, so lang wie die Fühler. Taster lang und breit.
Rücken nur kurz schwarz behaart. Schild nackt, am Rande
mit 6 Borsten, von denen das mittlere Paar schwächer und weiter
11. Heft
88 Friedrich Hendel:
oben inseriert ist. Das basale Doppelsegment des Abdomens ist wenig
länger als hinten breit, in der Wurzelhälfte aber stark verjüngt, wie
gestielt. 3.—6. Tergit sichtbar; die letzten zwei sehr schmal. Ovi-
positor so lang wie das basale Doppelsegment, ®/, mal so lang wie an
der Wurzel breit, von oben gesehen fast dreieckig, schwach ventral
eingebogen. Behaarung am ganzen Hinterleibe mittellang, überall
am Leibe schwarz.
Der Kopf rotgelb. Stirne oben mit 2 schwarzbraunen bogigen
Striemen, die miteinander eine mit der Spitze nach vorne gerichtete
pfeilförmige Figur bilden. Die unteren Enden der Fühlergruben
und ein Fleck auf den Backen unterhalb der Augen glänzend schwarz-
braun. Zwei nierenförmige, in der Mittelllinie vereinigte Flecke
oben am ÜCerebrale, sowie je eine Strieme seitlich desselben am Hinter-
kopfe, die sich unten am Halse verbreitert, matt schwarzbraun. Fühler
und Taster gelbrot.
Thorax, Schild und Hinterleib, Beine ebenfalls heller oder etwas
dunkler rotgelb. Hellgelb sind die Schulterbeulen, die mittleren Pleuren
und die Metapleuren. Schwarzbraun: ein Ring um den Hals herum,
eine lotrechte Strieme quer über die Mesopleuren hinter dem Stigma,
die oben längs der Notopleuralnaht nach hinten läuft, die Quernaht-
äste bräunt und die Rinne vor dem Schilde breit ausfüllt. Dunkel-
braun sind auch die Ptero- und Hypopleuren, sowie je eine Seiten-
strieme des Metanotums. Hinterleib teilweise rotbräunlich verdunkelt.
Alle Schenkel in der Spitzenhälfte ventral zwei-
zeilig mit kurzen, dornähnlichen Borsten besetzt. Vorder-
schenkel posterodorsal lang und rauh behaart.
Flügel wie bei ypsilon (Abbild. Fig. 4). Schwinger gelb.
Körper über 11 mm, Flügel 10 mm lang.
A. latipennis Walker.
Ozycephala latipennis Walker, List Dipt. Brit. Mus., Vol. 4 p. 1087 (1849).
2 aus Aequatorial - Afrika, Ruwenzori, Mubecki - River im Brit. Mus.
London.
Stirn vorne ?/, mal so breit wie ein Auge, am Scheitel etwas ver-
engt. Augenränder der Stirn und des Gesichtes in einer geraden Fott-
setzung gelegen. Scheitelkante wulstig erhaben; alle Kopfborsten
nur haarartig kurz und schwach. Oberstirn konkav, ohne Scheitel-
dreieck. Die Stirne tritt an den Fühlern Y,, die Wangen !/, des wage-
rechten Augendurchmessers vor die Augen vor; letztere sind dicht
mit Hohlpunkten versehen und so breit wie das 3. Fühlerglied.
Die Backen sind etwas höher als !/, eines Auges. Der Klypeus ist
parallelrandig, fast zweimal so breit wie eine Wange; die Fühlergruben
enden wenig oberhalb des Mundrandes, sind aber wie die Fühler fast
so lang wie das Gesicht. Das 3. Fühlerglied ist oben gemessen so lang
oder kaum länger als das 2., lang eiförmig, am Ende stumpf abgerundet
und etwas schmäler als an der Wurzel. Arista etwas vor der Mitte
inseriert, nackt, lang und dünn. Taster lang und breit.
Neue Beiträge zur Kenntnis der Pyrgotinen. 89
Thoraxrücken merklich breiter als lang, mittellang
abstehend schwarz behaart. Schild oben nackt, am Rande mit
8 Borsten besetzt. Hinterleib in der Mitte des basalen Doppel-
segmentes, das länger als die noch sichtbaren Tergite 3—6 zusammen
ist, stark verjüngt, also gestielt, kurz anliegend behaart. Tergit 3
und 4 gleich lang, 5 und 6 kurz. Ovipostior so lang wie die Tergite
3—6 zusammen genommen, von oben besehen dreieckig, 1!/, mal
so lang wie an der Basis breit, an der Spitze etwas ventral umgebogen.
Kopf bräunlich gelb, Vorderstirn und Wangen verdunkelt. Backen
unter dem Auge mit braunem Fleck. Fühler und Taster rot. Üere-
brale hellgelb, seine Grenznähte und 2 gegen den Hals zu konver-
gierende Längsstriche auf demselben schwarzbraun.
Thorax rostbraun, in gewisser Beleuchtung zart weißlich bereift.
Von der Rückenstriemung sind nur jederseits die 2 dunkelbraunen
Seitenflecke vor und hinter der Naht deutlich sichtbar. Schild hell-
gelb. Hinterleib rostbraun; der Vorderrand der einzelnen Tergite
ist dunkelbraun, der Hinterrand gelb.
Hüften und Beine rostrot, schlank und lang. Schenkel nicht
verdickt, nur ventral mit einigen kürzeren, abstehenden Borsten-
haaren besetzt.
Flügel wie bei ypsilon (Abbild. Fig. 4), die kleine Querader
ist aber von der hinteren mindestens die Länge dieser entfernt.
Schwinger gelb.
Körper mit Ovipositor 12 mm, Flügel 11,5 mm entfernt.
Anmerkung: Mir liegt ein von Mr. Austen als latipennis Walker
bestimmtes Stück vor. Walker sagt aber von seiner Art: clothed
with very short yellow hairs, während das Exemplar schwarz
behaart ist. Walker erwähnt auch nicht die Rückenstriemen und
das Aderrudiment der Radialis, wohl aber die punktierten Wangen.
Da Mr. Austen die Type ja vergleichen konnte, schließe ich mich
seiner Ansicht an.
A. ypsilon n. sp. (Fig. 4.)
1 2 aus West-Afrika, Sierra Leone, März (leg. Arbuokle) im Brit.
Mus. London.
Von der vorigen Art durch folgende Merkmale verschieden.
Die Stirne ist breiter, vorne doppelt so breit wie ein Auge. Fühler-
gruben am Innenrande schwarz.
Thoraxrücken deutlich länger als breit, ungestriemt,
aber nach hinten zu deutlicher und dichter gelblich bereift. Schild
sogar dunkler als der Thorax, mit 4 Borsten besetzt.
Stirn rotgelb, Scheitelkante und Cerebrale noch heller. Auf der
Mitte des letzteren ist ein schwarzes, dem Halse aufsitzendes Y sicht-
bar. Der übrige Hinterkopf ist rotbraun. Fühler und Taster gelbrot.
Hinterleib rostbraun.
Flügel nach Figur 4, gezeichnet. Die Kostal-, intensiver die
Subkostal- und Marginalzelle rotgelb. An der Radialisgabel und
90 Friedrich Hendel:
oberhalb der kleinen Querader ein brauner Wisch. Apikalfleck des
Flügels dunkelbraun. Posticalis an der Wurzel und Änalzelle gelb
gesäumt. Schwinger rostfarbig.
Körper über 15 mm, Flügel 13 mm lang.
A. caffra n.sp.
1 2 aus Port Natal, Südafrika im Brit. Mus. London.
Diese Art gleicht sehr der A. ypsilon und unterscheidet sich nur
durch Folgendes.
Das 3. Fühlerglied ist schlanker, eirca 3 mal so lang wie breit,
bei ypsilon nur doppelt so lang wie breit. Die punktierten Wangen-
platten glänzen kaum und sind seitlich bereift.
Thorax und Schild rostgelb, aber viel heller gefärbt. dichter
bereift und ersterer gelbrot behaart. Auch das Schildchen
ist bereift und glänzt nicht. Cerebrale wie bei A. latipennis
Walk. beschrieben.
Das basale Doppelsegment des Hinterleibes ist in der Mitte nur
etwas eingeschnürt, der Hinterleib an der Wurzel daher nur viel
weniger verjüngt. Der Ovipositor ist an der Basis sehr breit, wenig
länger als breit, plump, von oben besehen nicht dreieckig, sondern
an den Seiten hinter der dicken Wurzel eingebuchtet. Die Spitze ist
ziemlich stark ventral eingebogen.
Beine sehr kräftig, Schenkel merklich verdickt; die vor-
dersten posterodorsal reihenweise beborstet.
Flügel und Größe wie bei ypsilon (Abbild. Fig. 4).
A. magnicornis n. sp.
4 $2 aus Ceylon, Pundalnoya (leg. E. E. Green) im Brit. Mus.
Stirn parallelrandig, so breit oder etwas schmäler als ein Auge,
l und 1?/, mal so lang wie breit, oben nicht konkav, an der Scheitel-
kante nur etwas wulstig emporragend. Die Augenränder nähern sich
im Untergesichte etwas einander und biegen dann unten ohne Winkel
nach außen um. Stirnbehaarung lang und schwarz; ebenso die Be-
borstung kräftig: je eine Frontorbitale, äußere und sehr lange innere
Scheitelborsten, ein Postvertikalpaar und ein Ozellarpaar. Im Profile
treten die Stirn nur etwas, die linearen Wangen sehr wenig vor die
Augen vor; Klypeus konkav. Backen !/, des Auges hoch. Fühler
und deren Gruben so lang wie das Gesicht. 3. Fühlerglied so lang
wie das 2., groß, abgerundet rechteckig geformt, wenig länger als breit.
Arista fast wie nackt, lang und dünn. Taster sehr lang und breit.
Rücken und Schild mittellang, Hinterleib länger und rauher,
schwarz behaart. Schild am Rande nur mit 4 kräftigen Borsten. Das
basale Doppelsegment des Hinterleibes ist hinten merklich breiter
als lang und verjüngt sich nur mäßig gegen die Wurzel hin. Beim &
ist das 5. Tergit verlängert, beim 9 sind die Tergite 3—5, namentlich
aber das 4. und 5. sehr kurz. Ovipositor groß, so lang wie der Hinter-
leib, stumpf konisch, schwach ventral eingebogen, von oben gesehen,
Neue Beiträge zur Kenntnis der Pyrgotinen. 91
hinter der breiten Wurzel eingezogen. Er erscheint von der Seite
breiter als von oben. Beim ® sind die Vorderschenkel lang u, dicht
abstehend behaart, posterodorsal mit einer Reihe langer Borsten
versehen. Alle Schenkel haben ventral an der Wurzel einige lange
Borstenhaare. Beine und Brust des $ nur behaart.
Kopf hell bräunlich gelb; Stirnstrieme matt und wie das stark
glänzende Gesicht manchmal verdunkelt. Backengruben unter dem
Auge mit braunem Fleck. Fühler und Taster hell rotbraun.
Thorax und Schild gelb. Rücken mit 4 breiten rotbraunen Längs-
striemen; die mittleren sind hinten verkürzt, die seitlichen an der
Quernaht unterbrochen. Schild oben rotbraun. Mesopleuren mit
einem großen schwarzbraunen hufeisenförmigen Fleck, der nach hinten
Bebinen ist. Auch die unteren Pleuren sind teilweise dunkelbraun
gefleckt.
Hüften gelb. Schenkel gelbrot, Schenkelspitzen, Schienen und
Füße rotbraun. Schienen manchmal in der Mitte heller.
Hinterleib gelbrot, in der Mitte größtenteils rotbraun.
Flügel beim $ gräulich hyalin; Subkostalzelle, eine Querbinde
darunter bis über die kleine Querader, unter der sie in der Discal-
zelle wurzelwärts umbiegt und verschwimmt, ein Fleck an der
Radialisgabel, ein breiter Saum der hinteren Querader und ein Apikal-
fleck braun. Beim ® ist diese Zeichnung so verwachsen, daß sie kaum
bemerkbar ist. Schwinger rostgelb.
Körper 6,5 mm, Flügel 5,5 mm lang.
A. seutellata n. sp.
1 2 aus Indien, NW. Provinzen (leg. C. Horne) im Brit. Mus. London.
Stirn flach, in der Mitte so breit wie ein Auge, am Scheitel wenig,
vorne deutlich schmäler. Von vorne gesehen divergieren die Gesichts-
augenränder in einem bogigen Winkel. Scheitel ohne Kante
und Wulst, mit scharf abgesetztem, glänzendem Dreieck und ebenso
deutlichen, schmalen, nach vorne hin konvergierenden Scheitelplatten,
die an der Spitze eine Borstennarbe tragen. Ein paar große innere,
kleinere äußere Vertikalborsten und auch Postvertikalborsten vor-
handen. Strieme zerstreut und kurz behaart. Die Stirn steht un-
gefähr ein Drittel des wagerechten Augendurchmessers vor die Augen
vor; die Wangen sind schmäler als das 3. Fühlerglied. Backen weniger
als '/;, des Auges hoch. Gesichtsprofil gerade, etwas zurückweichend.
Hinterkopf unter dem Halse um den wagerechten Augendurchmesser
vorstehend. Klypeus parallelrandig; Fühlergruben bis zum Mundrande
reichend. Das 3. Fühlerglied ist am Oberrande gemessen etwas länger
als das zweite, dreimal so lang wie in der Mitte breit, oben gerade,
gegen die stumpfe Spitze hin etwas verjüngt. Arista dünn, nackt,
lang. Taster lang vorstehend, breit.
Thoraxrücken, Schild und Hinterleib schwarz behaart. Am
Hinterleibe schimmern die Haare teilweise rot. Schild 4-borstig.
Das basale Doppelsegment des Hinterleibes verschmälert sich nur
11. Heft
92 Friedrich Hendel:
allmählich zur Wurzel hin und ist kürzer als hinten breit. Die Tergite
3—6 nehmen nach hinten zu an Größe ab. Der Ovipositor ist er-
heblich länger als der ganze Hinterleib, von oben gesehen hinter der
breiten Basis plötzlich seitlich kompreß; von der Seite gesehen relativ
hoch und fast gerade.
Kopf und seine Anhänge rotgelb. Scheiteldreieck, Scheitelplatten
und der obere Hinterkopf mit Ausnahmie eines gelben Mitteldreieckes
braun. Unter den Augen ein dunkelbrauner Fleck auf den Backen.
Drittes Fühlerglied gegen die Spitze hin gebräunt. — Thorax rotgelb.
Ein breiter Schildchenrand, die Pleuren und die Brust hellgelb. Zentral-
rücken und Mitte des Schildes rot. Quer über die Mitte der Pleuren
läuft eine breite dunkelbraune Binde, die sich oben auf dem Rücken
verwaschen bis über die Supraalargegend hinzieht. Eine Rücken-
zeichnung ist nur ganz undeutlich erkennbar. Hinterrücken und die
angrenzenden Pleuren rot gefleckt. Hinterleib und Ovipositor rot-
braun. Die Wurzel des ersteren und eine dorsale Mittellinie rotgelb.
Beine rotgelb. Schienen und Füße rotbraun. An den 4 hinteren
Beinen sind auch die Schenkel an der Spitze von unten herauf heller
gebräunt.
Flügel schwach bräunlichgrau hyalın. Die 2.—4. Längsader
sind jenseits der hinteren Querader in abnehmender Breite braun
gesäumt. Außerdem sind beide Queradern, ein zarter kurzer Wisch
oberhalb der kleinen, die Radialisgabel und die Costicaliswurzel etwas
braun gesäumt. Radialis schwach wellig, ohne Aderanhang.
Letzter Cubitalisabschnitt fast gerade. Queraderndistanz kleiner
als die hintere Querader. Der Winkel dieser mit der Posticalis ist spitz.
Schwinger und Schüppchen gelb.
Körper mit Ovipositor 9 mm, Flügel 6 mın lang.
Tabelle der Campylocera-Arten.
Die Endabschnitte der 2. und 3. Längsader und die hintere Quer-
ader sind auffällig intensiv und breit braun gesäumt 1.
— Obige Aderteile ungesäumt oder nur sehr schmal und unscharf
gesäumt
— Die Kosta von der 1. bis 3. Längsader und beide Guenanihn
schmal braun gesäumt. Auffallend schlanke Art mit grossen
Fühlern C. gracıls n.sp.
l. Thoraxrücken und Hinterleib dunkelbraun bis schwarz. Pleuren
und Schild gelb
— Thoraxrücken und Hinterleib rostfarben 4.
2. 2. Fühlerglied oben länger als das 3., dieses gegen die Spitze hin
kaum verjüngt O. piceiventris!) Hendel.
— 2. Fühlerglied oben kürzer als das 3., dieses an der Spitze
stark verjüngt 3.
%
!) Res. scient. voyage Alluaud et Jeannel en Afr.-Orient.
Neue Beiträge zur Kenntnis der Pyrgotinen. 95
3. Mesopleuren gelb, ungefleckt. Stirne vorne so breit wie ein Auge.
Ü. nigriventris n. Sp.
— Mesopleuren gelb, oben mit einem großen, glänzend schwarzen
Fleck C. pleuralis n. sp.
4. 2. und 3. Fühlerglied gleich lang, dieses am Ende kaum verjüngt.
Rücken mit 4 schwarzen Längsstriemen (. thoracalis n. sp.
— 3. Fühlerglied viel länger als das 2. und am Ende stark verjüngt.
Rücken ungestriemt Ö©. myopa n. sp.
5. Pleuren ungefleckt 6.
— Mesopleuren mit einer schwarzen Mittelquerstrieme, die das
mittlere Drittel einnimmt ©. maculifer n.sp.
6. Gesicht unter den Fühlern zweimal so breit wie ein Auge; Wangen
fast zweimal so breit wie das 3. Fühlerglied C. lauigenis n. sp.
— Gesicht unter den Fühlern erheblich schmäler als ein Auge,
Wangen linear Ü. angustigenis n. Sp.
— Gesicht ungefähr so breit wie ein Auge; Wangen so breit wie das
3. Fühlerglied T.
7. Kleine Art, 6 mm. Ovipositor plump ©. ferruginea Mequ.
— Grössere-Art, 11 mm. Ovipositor schlanker, konisch
©. oculata n.sp.
Campylocera gracilis n. sp.
1 2 aus 8.-Nigeria. 21. Aug. (Dr. Mayer). Ent. Res. Comm.
Stirn vorn so breit wie ein Auge, am Scheitel erheblich verengt.
Innere Vertikale stark. Postvertikale und 1 Paar Orbitalborsten
deutlich erkennbar. Strieme vorn lang behaart. Scheitel nicht wulstig.
Die Stirn tritt Y, des wagerechten Augendurchmessers vor die Augen
vor, Stirnwinkel spitz, Gesicht geradlinig zurückweichend. Backen
!/seines Augeshoch. Wangen in der Mitte viel schmäler als das 3. Fühler-
glied. Klypeus nach unten etwas breiter werdend. Fühlergruben bis
zum Mundrande. Fühler sehr lang und groß. Das 2. u. 3. Glied zu-
sammen so lang wie das Gesicht. Das 2. Glied ist zum größten Teile
griffelartig dünn, ?/, des 3. lang. Dieses breit, abgerundet rechteckig,
etwa dreimal so lang wie breit. Arista lang und dünn, medial. Taster
stark verbreitert und weit vorstehend.
Thoraxrücken wenig länger als breit, wie das Schildchen zart und
nicht lang behaart. Letzteres am Rande 4-borstig.
Hinterleib länger, aber viel schmäler als der Thorax, schlank,
gegeii die Basis allmählich verjüngt. Basales Doppelsegment gut ®/, des
Abdomens lang, 3—5. Tergit allmählich kürzer werdend. Ovipositor
schlank zylindrisch-konisch, an der Basis etwas breiter, so lang wie der
Hinterleib, in der Mitte ventral eingebogen.
Flügel graulich hyalin. Adern an der Wurzel gelb, sonst braun.
Schmal braun gesäumt sind: die Kosta zwischen der 1. bis
3.Längsader und die beiden Queradern. Radialis ohne Anhang.
Letzter Abschnitt der Cubitalis gleichmäßig sanft gebogen, in der
11. Heit
94 Friedrich Hendel:
Flügelspitze mündend; jener der Discoidalis jenseits der hinteren Quer-
ader nur sehr schwach gebogen. Hintere Querader etwas wellig und sehr
schief gestellt; der Winkel mit der Porticalis beträgt 45 °. Kleine Quer-
ader oberhalb des letzten Drittels der Discalzelle. Der Flügelrand
zwischen der 3. bis 5. Längsader ist nicht konvex, sondern in der
Mitte eingebuchtet. Das ganze Tier ist bell rotgelb, schwarz be-
haart und beborstet. Backen ohne dunklen Fleck. Spitze des 1. und
3. Fühlergliedes, sowie das ganze 2. gebräunt.
Flügel 9 mm lang, Körper ohne Legeröhre ungefähr gleichlang.
Campylocera nigriventris n. sp. (Fig. 5).
282 aus Westafrika, Ashanti, Obuasi, Juni (leg. Dr. Graham)
im Brit. Mus. London.
Stirn vorn nur so breit wie ein Auge, am Scheitel deutlich
verschmälert; ihre Augenränder sanft konkav. Von vorn gesehen
biegen die Augenränder unterhalb der Fühlerwurzeln divergierend
nach außen um. Scheitel nicht wulstig emporragend, in der Höhe der
Augen gelegen, abgerundet, mit einem scharf differenzierten, glänzen-
den, mit der Spitze nach vorn gerichteten Dreieck. An der Stelle der
Ozellen stehen drei nach vorn gerichtete Borsten. Außerdem sind mit
den Spitzen nach vorn gerichtet die 2 Postvertikale, divergierend und
je eine obere Frontorbitale. Sehr langsind dieinneren, kürzer dieäußeren
Vertikalborsten. Stirnstrieme in der Mitte konkav, mittellang schwarz
behaart. Die Stirn tritt an den Fühlern !/, des wagerechten Augen-
durchmessers vor die Augen vor. Gesichtsprofil gerade, nach hinten
zurückweichend. Backen !/, (2) bis t/, (3) eines Auges hoch; Peristo-
malien nach vorne aufsteigend.- Hinterkopf am Halse um den halben
wagerechten Augendurchmesser vortretend. Klypeus parallelrandig,
gut doppelt so breit wie eine Wange, diese nur so breit wie das 3. Fühler-
glied an der Arista, die Fühlergruben reichen bis zum Mundrande;
ebenso lang sind die Fühler. Das dritte Fühlerglied ist am geraden
Oberrande gemessen %/, mal so lang wie das 2. und gegen die runde Spitze
hin stark verjüngt. Arista medial, nackt und dünn. Taster stark ver-
breitert, beborstet.
Thoraxrücken mittellang, geneigt, nach hinten zu länger schwarz
behaart. Thorax und Schildborsten sehr lang. Schild auch behaart
und am Rand mit vier Borsten versehen.
Der Hinterleib verschmälert sich deutlich, aber nur ganz all-
mählich gegen die Wurzel hin. Das basale Doppelsegment ist beim Q
etwas länger als die vier folgenden Tergite 3 bis 6 zusammen, beim $
so lang wie das 5., letzt sichtbare oder so lang wie das 3. u. 4. Tergit
zusammen. Der Ovipositor ist so lang wie der ganze Hinterleib,
schlanker, aber ähnlich geformt wie bei’ fusca; von oben gesehen hat
er die Form eines Dreiecks, das zweimal so hoch wie basal breit ist.
Hinterleib und Ovipositor sind wie der Thoraxrücken behaart, die
letzten Tergite vor diesem aber tragen längere Randborsten.
Kopf samt Anhängen rotgelb. Die matte Stirnstrieme satter
gefärbt, mit zwei rotbraunen Längsstriemen, die oben parallel sind,
Neue Beiträge zur Kenntnis der Pyrgotinen. 95
unten aber divergieren. Beim zweiten Stücke sind dieselben in der
Mitte zusammengeflossen. Das erwähnte glänzende Scheiteldreieck,
sowie der obere Hinterkopf mit Ausnahme eines gelben Längsfleckes
oberhalb des Halses dunkel rotbraun. Ein kleiner glänzend brauner
Fleck unten am Auge. Gesichtskiel und untere Enden der Fühler-
gruben gebräunt. Beim 3 sind die ganzen Backengruben und der untere
Teil der Wangen glänzend schwarz.
Thorax und Schild rotgelb. Der Rücken zeigt die bei fusca er-
wähnten schwarzbraunen Längsstriemen hinten bis zum Schildchen,
die seitlichen vorn abgekürzt, ist aber durch Zusammenfließen der-
selben fast ganz glänzend schwarzbraun zu bezeichnen. Gleich-
gefärbt ist noch das Metanotum. Mesopleuren längs der ganzen Wulst
und Sternopleuren oben schwarz und lang beborstet.
Hinterleib glänzend schwarz. Ovipositor rot.
Hüften und Beine rotgelb, Schienen, namentlich dorsal dunkel-
braun; Behaarung und Beborstung schwarz. Die Füße, besonders die
vordersten sind dunkler rot gefärbt. Die Beborstung der Schenkel
ist auch beim @ an den Vorder- und Hinterschenkeln eine schwache.
Flügel graulich hyaljn, mit dunkelbraunen Adersäumen nach der
Figur 5. Radialis ohne Aderanhang. Schwinger rostfarben.
Körper mit Ovipositor 9 mm, Flügel 8 mm lang.
Campylocera pleuralis n. sp.
1 $ aus Afrika, Gold-Küste, Weshiang, R. Dainsu, 26. Nov. (Dr. Ha-
‚milton).. Ent. Research Comm.
Sehr ähnlich der C. nigriventris Hend. Die Stirn ist am Scheitel
so breit wie ein Auge, vorn breiter und ganz und gar gelb, auch das
glänzende Ozellendreieck. Die Backen sind mehr als 1/, eines Auges
breit. — Das basale Hinterleibssegment ist Y/, des Abdomens lang.
Backen und Wangen gelb. Pleuren, Schultern und Scheitel weißgelb.
Metanotum und Hinterleib und ein großer Fleck auf dem Meso-
pleuron glänzend schwarz. Thoraxrücken rotbraun, am Außen-
rande schwarz.
Am Flügel sind die dunklen Säume an der Spitze viel breiter
und noch intensiver. Die Queradern sind ein wenig weiter von einander
entfernt.
Körper und Flügel fast 7 mm lang.
Campylocera thoracalis n. sp.
2 5? aus Maao Negros, Philippinen, 14. Mai leg. C. S. Banks im Brit.
Mus. London.
Stirn so breit wie ein Auge, am Scheitel kaum verschmälert;
Augenränder sanft konkav. Beborstung und Kopfform ähnlich wie
bei ©. nigriventris, doch kann ich keine genaueren Angaben machen,
da beide Stücke mehr oder weniger verdrückte Köpfe besitzen. Die
Fühler sind fast so lang wie das Gesicht; das zweite und dritte Glied
„sind oben gemessen gleichlang. Das dritte Glied ist an der Spitze ab-
11, Heft
96 Friedrich Hendel:
gerundet und nur wenig verjüngt; es ist ungefähr I!/;mal so lang
wie breit. Arista niedial, nackt und dünn. Backen !/, eines Auges
hoch. Der flache Augenrandwinkel liegt unten in der Mitte des Ge-
sichtes.
Schild behaart, am Rande mit vier Borsten. Der Hinterleib ver-
jüngt sich allmählich gegen die Basis hin. Das basale Doppel-segment
ist bei d und 9 so lang wie der halbe Hinterleib; das 5. Tergit des $
ungefähr 1!/,ınal so lang wie das dritte oder vierte. Der Ovipositor
ist so lang wie der ganze Hinterleib, dick, ventral eingebogen; von
oben gesehen an der Basis verbreitert, an der Spitze verjüngt, in der
Mitte ziemlich gleichbreit. Er ist von oben her kompreß, ohne aber
Seitenkanten zu bilden.
Kopf samt Anhängen rostbraun. Stirnstrieme matt rostrot.
Scheitelteile wenig glänzend. Beborstung und Behaarung des ganzen
Tieres schwarz, höchstens letztere teilweise mit rotem Schimmer der
Spitzen. Thorax und Hinterleib glänzend rostfarbig. Lateralgegend
des Thoraxrückens und Schild heller gefärbt. Auf ersteren sieht man
vier glänzend schwarze einander stark genäherte Längsstriemen; die
zwei mittleren sind hinten stark abgekürzt, die seitlichen an der Quer-
naht unterbrochen. Sie bestehen aus einer Makel vor und einem
bis nach hinten reichenden Keilstrich hinter der Wulst. Pleuren
ungefleckt.
Hüften und Schenkel von der Farbe des Thorax. Schienen schwarz-
braun, Füße rot. Schenkel, besonders beim @ lang beborstet.
Die Zeichnung des Flügels ist die gleiche wie bei Ü. nigriventris,
die Aderung verschieden. Die Radialis ist beinahe ganz gerade. Die
Discoidalis mündet etwas tiefer unterhalb der Flügelspitze. Die Quer-
adern sind weniger genähert, ihr Abstand von einander ist nur etwas
geringer als die Länge der hinteren.
Körper und Flügel 7 mm lang.
Campylocera myopa n.sp.
1 2 aus Süd-Afrika, Nyasaland (leg. Old). Ent. Res. Commit.
Stirn am Scheitel so breit wie ein Auge, vorn etwas breiter, so wie
bei gracilis beborstet. Scheitel nicht wulstig. Die Stirn tritt 1/, des
wagerechten Augendurchmessers vor, Stirnwinkel ein Rechter, Gesicht
sehr schwach konkav, zurückweichend. Backen !/, eines Auges hoch.
Wangen in der Mitte so breit wie das dritte Fühlerglied. Klypeus fast
parallelrandig, Fühlergruben bis zum Mundrande. Fühler lang, so lang
wie das Gesicht; das dritte Glied ist oben ganz deutlich länger als das
zweite, gegen die Spitze hin lanzettlich verjüngt, aber dort abgerundet.
Arista lang und dünn, etwas vor der Mitte.
Thoraxrücken kurz, fast breiter als lang, wie das Schildchen
ziemlich dicht und relativ rauh behaart; letzteres vierborstig. Hinter-
leib etwas länger, aber wenig schmäler als der Thorax. Das basale
Doppelsegment ist: ganz wenig länger als 1/, desselben; 3.—5. Tergit
allmählich kürzer werdend. Ovipositor allmählich konisch verjüngt;
Neue Beiträge zur Kenntnis der Pyrgotinen. 97
zweimal so lang wie an der Wurzel breit, gerade und nur am Ende
etwas ventral abgebogen. — Beine kurz behaart und schwach beborstet.
Das ganze Tier ist einfarbig rotgelb, überall schwarz behaart
und schwarz beborstet. Unter dem Auge ein kleiner brauner Fleck.
Der Hinterleib ist verdunkelt, mehr rostbraun. — Flügel wie bei ©. nigri-
ventris, nur ist der Abstand beider Queradern länger und nur etwas
kürzer als die hintere Querader.
Körper und Flügel 7,5 mm lang.
Campylocera oculata n.sp. (Fig. 6).
2 $2 aus West-Afrika, Ashanti, Acra, 26./V1. (leg. Dr. Graham) und
N. Nigeria, 4./IX. (leg Dr. Foy) im Brit. Museum London.
Der Kopf gleicht mit folgenden Unterschieden dem von nigriventris.
Das glänzende Scheiteldreieck ist etwas kleiner und zahlreicher be-
borstet. Die oberen Frontorbitalborsten, je ein Stück, sind kleiner
und nach außen gebogen. Die Stirne
tritt an den Fühlern !/, des wage-
rechten Augendurchmessers vor die
Augen vor; das Gesichtsprofil ist nach
unten hin sanft konkav und weicht nach
hinten zurück. Backen niedrig, kaum 1/,
des Auges hoch. Wangen so breit wie
das dritte Fühlerglied an der Basis.
Die Fühlergruben enden etwas oberhalb
des Mundrandes — um Wangenbreite.
Das dritte Fühlerglied ist am geraden Ober-
rande gemessen ungefähr so lang wie das
zweite und verjüngt sich mäßig gegen die abgerundete Spitze hin.
Arista etwas vor der Mitte inseriert, lang und dünn.
Die schwarze Behaarung des Thoraxrückens, Schildchens und
Hinterleibes ist weitaus länger, rauher und dichter als bei nigriventris
und aufrecht. Der Ovipositor ist bei beiden Exemplaren nicht ganz
gleich und ist es vielleicht möglich, daß zwei Arten vorliegen. Er ist
weitaus länger als der Hinterleib, schlank konisch zugespitzt und
von oben betrachtet nicht dreieckig, da seine Seiten nicht
allmählich in die Spitze übergehen, sondern hinter der breiten Basis
plötzlich stark eingezogen werden, so daß er sich plötzlich verjüngt. Im
Profile ist er bei den 2 Exemplaren etwas verschieden geformt, aber
bei allen nur schwach ventral umgebogen. Beim 3 ist das basale Doppel-
segment so lang. w’e das dritte und vierte Tergit zusammen, je eines
von diesen aber nur ?/, des fünften lang.
Campylocera angustigenis n. sp.
2 Q aus Süd-Afrika, Natal, Malvern, Mai (leg. Marshall) u. aus West-
Afrika, Sierra-Leone, Sherbro, Jänner (leg. Dr. Hunter) im Brit. Museum
London,
Archiv für Naturgesehichte
1913. A. 11. 7 11 Heft
98 Friedrich Hendel:
Mit oculata leicht zu verwechseln, aber durch folgendes sicher ver-
schieden. Das Gesicht ist unter den Fühlern deutlich
schmäler als ein Auge und die Wangen nur linear. Die
Stirn tritt nur wenig, nur t/, des wagerechten Augendurchmessers vor
die Augen vor. Auch die Backen sind noch weit niedriger und nur
einen geringen Bruchteil eines Auges hoch.
Alles übrige wie bei der genannten Art. Auch bei ©. angustigenis
können Schienen und Füße verdunkelt sein, manchmal auch der Ovi-
positor.
Campylocera latigenis n. sp.
1 & aus N. Kamerun, Joh. Albrechtshöhe, leg. Conradt, in der
Sammlung B. Liohtwardt.
Das Gesicht ist unter den Fühlern doppelt so breit wie ein Auge,
die Wangen in der Mitte ungefähr doppelt so breit wie das dritte
Fühlerglied; die Backen über ein Drittel eines Auges hoch. Die Stirn
tritt an den Fühlern mebr als den halben Augendurchmesser vor die
Augen vor.
Alles übrige wie bei ©. oculata m.
Körper 11 mm, Flügel 10 mm lang.
Campylocera ferruginea Macquart.
Dipteres exot., Vol. 2/3 p. 220, T. 30 Fig. 1 (1843). — Bezzi, Bull. Soc.
Ent. Ital. V.39 p. 133 (1908).
1 2 aus Koren, Ost-Afrika (Coll. Bezzi) — Senegal (Macquart).
Gleicht mit folgenden Unterschieden der C. oculata. Die Front-
orbitalborste ist deutlicher entwickelt, nach vorne und außen gebogen.
Die Wangen sind deutlich schmäler als das dritte Fühlerglied.
Der Ovipositor ist länger aıs der Hinterleib, aber viel plumper
als bei oculata, hinter der breiten Wurzel zusammengezogen und dann
bis zur stumpfen Spitze hin fast gleichbreit, nicht schlank kegelig ge-
formt. Von der Seite betrachtet ist er stumpf konisch, ventral nicht
e'ngebogen. {
Rückenstriemung deutlich sichtbar, rotbraun: zwei Mittellinien
und zwei breitere, an der Quernaht unterbrochene Seitenstriemen. Der
Kopf, der Leib und die Beine sind rotgelb.
Flügel graulich hyalin mit gelben Adern und der Nervatur von
C. nigriventris (Fig. 5).
Körper mit Ovipositor 6 mm, Flügel 5 mm lang.
Macquart sagt zwar von seiner Art „3. Fühlerglied doppelt sc
lang wie das zweite‘, während hier beide gleich lang sind, doch ist diese
Angabe deshalb nicht so genau zu nelımen, weil das 3. Fühlerglied am
Unterrande gemessen weitaus länger als das 2. ist und Macquart nicht
sagt, wo er beide Fühlerglieder maß. Ich schließe mich daher Bezzis
Determination an.
Neue Beiträge zur Kenntnis der Pyrgotinen. 99
Campylocera maeulifer n. sp.
1 & aus Süd - Afrika, Natal, Estoourt, Sept.-Oot. (leg. Marshall) im
Brit. Museum London.
Mit folgenden Unterschieden gilt im übrigen die Beschreibung von
nigriventris. Stirn vorn viel breiter als ein Auge, ®/, mal so breit ‚am
Scheitel etwas verengt, im Profile etwas mehr als t/, des wagerechten
Augendurchmessers vortretend. Backen etwa !/, eines Auges hoch.
Die Wangen haben in der Mitte die Breite des dritten Fühlergliedes.
Klypeus fast doppelt so breit wie eine Wange. Die Fühlergruben
enden etwas oberhalb des Mundrandes. Drittes Fühlerglied am Ober-
rande gemessen so lang wie das zweite, an der Spitze breit abgerundet,
nicht verjüngt. Arista etwas vor der Mitte inseriert, nackt, lang
und dünn.
Thoraxrücken und Oberseite des Schildes nur kurz und schütter
schwarz behaart.
Kopf rotgelb, teilweise verdunkelt. Dunkelbraun sind: das
Scheiteldreieck, die Ränder der Fühlergruben und des Mundes, das
Praelabrum und ein glänzender Fleck unterhalb der Augen auf den
Backen. Rotbraun sind zwei Längsstreifen, die an den Seiten des Cere-
brales bis auf den unteren Hinterkopf herablaufen und je ein Fleck
seitlich am oberen Hinterkopf. Fühler und Taster gelbrot.
Thorax und Schild, wie der vorgequollene untere Hinterkopf
heller gelb, der Rücken aber hell rotbraun, mit Ausnahme der ab-
stechenden Schulterbeulen. Schild oben an der Wurzel mit einem
dunkelbraunen Querfleck. Die Mesopleuren zeigen ein breites, scharf
abgesetztes schwarzbraunes Querband in der Mitte. Gleichfarbig
sind die Seiten des Metanotums, das Postseutellum und die Hypo-
pleuren, sowie der ganze Hinterleib.
Hüfte hellgelb, Schenkel pechschwarz, Knie breit gelbrot, Schienen
rotbraun, deren Spitzen und die Füße rot. Die Haarborsten an der
Unterseite der Schenkel sind schwach und kurz. An den Hinter-
schenkeln oben vor der Spitze nur einige Borsten.
Flügel graulich glashell, jenseits der hinteren Querader bis zur
Spitze gesättigter grau. Die in diesem Apikalfleck gelegenen Enden
der Costa, der Radialis mit ihrem Aderrudiment und der
Cubitalis sind ebenso wie beide Queradern schmal dunkler gesäumt.
Im übrigen gleicht die Aderung der von (©. nigriventris.
Hypotyphla caudata n.sp. (Fig. 7).
1 2 aus West - Afrika, Ashanti, Obuasi (leg. Dr. Graham) im Brit.
Museum London.
Stirn oben erheblich schmäler als ein Auge, vorn so breit wie
eines. Die Augenränder divergieren dann noch weiter auf das Gesicht
hinab, ohne einen Winkel zu bilden. Stirn oben etwas konkav, am
Scheitelrande schwach erhaben, mit stumpfem, glänzendem Dreieck
ohne Ozellen. Stirnbehaarung schwach. Orbitalborsten sehr klein.
7* 1 Heft
100 Friedrich Hendel:
Innere Scheitelborsten lang und stark, äußere kleiner. Postvertikale
lang, wenn auch dünn. Im Profil treten die Stirn etwa !/, des Auges,
die Wangen um die halbe Breite des dritten Fühlergliedes vor die Augen
vor; Klypeus geradlinig. Backen etwas niedriger als 1/, eines Auges.
Fühler und deren Gruben solang wie das Gesicht. Drittes Fühlerglied
so lang wie das zweite, abgerundet rechteckig, zweimal so lang wie breit,
jenseits der Arista sehr schwach konkav, am Ende breit abgerundet.
Arista lang, dünn, nackt. Taster lang und breit.
Thoraxrücken und Schild zerstreut, aber länger schwarz behaart.
Schildehen mit vier langen schwarzen Borsten. Hinterleib von fast
zylindrischer Gestalt. Das basale Doppelsegment ist doppelt so lang
wie hinten breit, die noch sichtbaren Tergite 3 bis 5 kurz und von gleicher
Länge. Der Ovipositor ist doppelt so lang wie der ganze Hinterleib,
sehr stark ventral eingebogen, hinter dem ersten Drittel plötzlicher,
dann aber allmählich sich verjüngend. Abdomen und Ovipositor wie
der Thorax behaart.
Alle Schenkel sind ventral mit längeren und kürzeren Borsten-
haaren gewimpert und an der Spitze zweizeilig mit 5-—8 kurzen, dorn-
artigen Borsten besetzt.
Das ganze Tier ist glänzend rotgelb gefärbt. Stirnstrieme matt.
Hinterschienen und Füße etwas dunkler. Rückenstriemung an-
gedeutet.
Wie bei H. Loewi Hend. ist auch hier die Cubitalis an der Wurzel
beborstet. Flügel graulich hyalin mit braunen Adern. Abbildung Fig. 7.
Braun sind die Subkostalzelle, die Spitze der Marginalzelle und schmale
Säume der Kosta zwischen 2. und 3. Längsader, der Spitze der letzteren,
der beiden Queradern, der Radialisgabel und sehr zarte der Postical's.
Die Kosta endet etwas unterhalb der Kubitalismündung. Radialis
mit Aderanhang. Die Querader der Analzelle ist spitzwinklig in
diese Zelle hineingedrückt.
Schwingerkopf bräunlich.
Körper etwa 11 mm, Flügel 10 mm lang.
Tabelle der Tephritopyrgota- Arten.
Radialis mit Aderanhang. Stirn am Scheitel so breit wie ein Auge
T. vesicatorva*) Hend.
— Radialis ohne Anhang 1.
1. Arista griffelartig kurz und dick. Stirn doppelt so breit wie ein
Auge T. stylata*) Hend.
— Arista lang und dünn 2.
2. Sirn höchstens zweimal so breit wie ein Auge. Schild mit vier
starken Randbortsen :
— Stirn mehr als dreimal so breit wie ein Auge. Schild hinten
ohne Borsten k
!) Res. scient. voyage Alluaud et Jeannel en Afr.-Orient.
Neue Beiträge zur Kenntnis der Pyrgotinen 101
3. Fühlergruben die Hälfte des Gesichtes lang. Stirn eben 4.
Gruben ?/, des Gesichtes lang. Stirn konkav, im Profil spitz-
kegelig um Augenlänge vorspringend (Fig. 9).
T. tipulordes n. sp.
4. Basales Doppelsegment des Hinterleibes größer als !/, desselben.
Stirn gut dreimal so breit wie ein Auge. T.tephritoides n. sp.
— Kürzer als der halbe Hinterleib. Stirn viermal so breit wie ein
Auge T. Mwiri n. sp.
5. Schenkel und Hinterleib samt Ovipositor glänzend pechschwarz 6.
— nur teilweise und nie zugleich schwarz 7.
6. Stirn um den wagerechten Augendurchmesser vortretend. Backen
mehr als !/, des Auges hoch. Größere Art. T. belzebuth n. sp.
— Stirn weniger als ein Auge vorstehend. Backen höchstens t/,
eines Auges hoch. Kleinere Art. T. carbonaria.n. sp.
7. Schildehen oben außer den Randborsten nackt. Stirn spitzkegelig
um Augendurchmesser vorspringend. Kleine, schlanke Art
T. tenwis n.sp.
— Schildchen behaart 8
8. Rauh und lang behaarte Art. Im Flügel herrscht das Braun den
kleinen hellen Punkten gegenüber vor. T. hirsuta n. sp.
— Spärlicher und kurz behaarte Art. Im Flügel herrschen die
hellen Stellen weitaus vor T. passerina n. sp.
Tephritopyrgota Muiri n. sp.
1 2 aus Süd-Afrika, Durban (leg. Muir) im Zool. Museum Cambridge.
Stirn viermal so breit wie ein Auge, sonst genau wie bei Zephritoides
m, beschrieben, der sie bis auf folgende Unterschiede gleicht. Die
Stirn tritt um die Augenlänge vor; da aber die Profillinien der Stirn
und des zurückweichenden Gesichtes gerade und nicht wie bei tipuloides
konkave Linien sind, ist der Stirnwinkel viel weniger spitz. Backen
fast 1/, eines Auges hoch, Wangen in der Mitte Y/, eines Auges lang.
Arista wie nackt.
Das basale Doppelsegment des Hinterleibes ist weitaus kürzer
als der halbe Leib, die folgenden vier Tergite sind fast von gleicher
Länge. Der Ovipositor ist an der Wurzel schmäler, erscheint also
schlanker als bei tephritordes.
Die Kopf- und Körperfärbung ist sonst genau dieselbe wie bei
tipuloides beschrieben. Fühler und Taster jedoch dunkler rotbraun.
Unter dem Auge auf den Backen eine dunkelbraune, lotrechte Strieme,
die bei beiden vorhergehenden Arten fehlt. Thoraxrücken deutlich
zart weißlich bereift. Schild in der Mitte und an den Seiten braun,
hinten ohne Borsten (auch ohne Narben), oben dieht kurz ge-
schoren behaart. — Beine wie bei tipuloides, aber etwas kürzer.
Flügel in der Zeichnung wie bei der genannten Art, nur fehlen der
helle Fleck am Ende des Submarginalzelle und die Flecke in der Nähe des
11. Heft
102 Friedrich Hendel:
Flügelhinterrandes. Der letzte Discoidalisabschnitt ist nur etwas länger
als der vorletzte, bei tipuloides aber doppelt so lang. Schwinger gelb.
Körper mit Ovipositor 12 mm, Flügel 9 mm lang.
Tephritopyrgota tipuloides n. sp. (Fig. 8 u. 9).
1 2 aus S.-Afrika, Transvaal (leg. Chomley) im Brit. Mus. London.
Stirn sehr breit, gut dreimal so breit wie ein Auge, am Scheitel
kaum verengt. Die Augenränder der Stirn und des Gesichtes bilden
zusammen gerade und parallele Linien. Scheitelkante erhaben. Stirn
deutlich konkav. Beborstung nicht mehr genau erkennbar. Die Be-
haarung des ganzen Tieres, auch des
Schildes, ist kurz und schütter, schwarz.
Die Stirn tritt im Profil um den wage-
rechten Augendurchmesser in Form eines
sehr spitzen Kegels vor die Augen vor.
Das Gesicht weicht dann nach unten
in konkaver Linie stark zurück. Backen
fast die Hälfte eines Auges hoch. Wan-
gen und Klypeus wie bei T. tephritoides.
Die Fühlergruben und Fühler sind aber
2/, des Gesichts lang. Drittes Fühlerglied länger als das zweite,
hinter der Arista plötzlich zur Spitze hin verjüngt, am Ende
abgerundet. Arista so lang wie die Fühler, zweigliedrig. Das
Endglied an der Wurzel schwach spindelig verdickt, am langen
dünnen Ende sehr kurz, aber dicht pubesziert. Taster kurz, ver-
breitert. Rüssel klein.
Hinterleib und Ovipositor wie bei 7‘. tephritoides, nur sind die
Tergite 3—5 fast gleich lang, das sechste etwas länger.
Kopf rostgelb. Stirn oben am Scheitel mit einem rund-
lichen schwarzen Fleck und mit zwei dunkelbraunen Mittellängs-
striemen, die sich nach vorn hin spitzig verjüngen und schwach kon-
vergieren. Zwischen Fühlerwurzeln und Auge ein breiter brauner
Schillerfleck.
Auf dem Hinterkopfe laufen vom Scheitelrande gegen den Hals
zu konvergierend vier dunkelbraune Striemen, die oben breit und unten
spitzig sind. Die zwei mittleren liegen auf dem Cerebrale und sind
unten abgekürzt, die zwei äußeren begrenzen das Cerebrale außen.
Auf dem Gesichte sieht man zwei parallele schwarze Linien von den
Fühlern bis zum Mundrande. Fühler, Taster und Rüssel rot.
Thorax und Hinterleib rostgelb. Thoraxrücken mit drei breiten
schwarzbraunen Längsstriemen, die nur schmal getrennt und hinten
gegen das Schildehen verjüngt sind. Die zwei seitlichen sind vorn
etwas abgekürzt, die mittlere tritt auch auf das Schildehen über. Wie
bei T. tephritoides kann ich auch hier nicht genau sagen, ob das Schild-
chen am Rande Borsten getragen hat oder ob es unbeborstet ist. Ich
vermute aber letzteres. Die Pleuren sind unter der Noto-, über der
Neue Beiträge zur Kenntnis der Pyrgotinen. 103
Sternopleuralnaht gebräunt, ebenso die Brust, der Prothorax und
das Metanotum.
Die Beine sind auffällig lang und schlank, unbeborstet. Hinter-
schienen im Basaldrittel verdünnt und etwas abgebogen.
Flügel graulich hyalin mit bräunlich grauer Zeichnung in der
Spitzenhälfte nach Figur 8. Kosta bis zur Discoidalismündung. Radialis
ohne Anhang.
Schwinger rostgelb.
Körper mit Ovipositor 10 mm, Flügel 9 mm lang.
Tephritopyrgota tephritoides n. sp. (Fig. 10).
Q aus Süd-Afrika, Deelfontain (leg. Col. Sloggett) im. Brit. Mus. London.
Stirn sehr breit, mehr als dreimal so breit wie ein Auge, amScheitel
etwas verengt. Die Augenränder der Stirn und des Gesichtes bilden
zusammen gerade, nach unten hin schwach divergierende Linien.
Scheitelkante erhaben, wenn auch nicht wulstig vortretend. Stirn
ziemlich eben, mit einer vom Scheitel her nach vorn vordringenden
Medianlinie, die etwas leistig erhöht erscheint. Die schwarze Beharung
des ganzen Körpers von Stirn, Rücken, Schild und Hinterleib ist kurz und
schütter. Die Stirn tritt an den Fühlern */, des wagerechten Augen-
durchmessers spitzig vor die Augen vor. Das Gesicht weicht dann nach
unten geradlinig zurück. Backen ?2/, eines Auges hoch. Wangen die
Hälfte des wagerechten Augendurchmessers breit. Klypeus kaum
so breit wie eine Wange, parallelrandig, Fühlergruben nur die Hälfte
des Gesichtes lang; ebensolang die Fühler. Das kurzelliptische
dritte Fühlerglied ist etwas länger als das zweite, am Oberrande ge-
messen. Arista zweigliedrig, medial, lang, dünn, äußerst kurz pubesziert.
Taster und Rüssel kurz, erstere verbreitert.
Hinterleib gegen die Wurzel hin allmählich verschmälert; das ba-
sale Doppelsegment ist so lang wie die vier folgenden, an Größe nach
hinten abnehmenden Ringe zusammen genommen. Der Ovipositor ist
so lang wie der halbe Hinterleib, von oben gesehen dreieckig und am
Ende mittelmäßig ventral eingebogen.
Kopf rostgelb; Stirnstrieme schwach glänzend. Scheitelfleck
braun. Fühler und Taster rot, drittes Fühlerglied schwarz. Gesichts-
leisten fein braun gerandet.
Thorax und Schild hellgelb. Pleuren an der Sternopleuralnaht
und an der Brust braun gefleckt. Auf dem Rücken ist ein hinten
abgekürzter Längsstreifen in der Mitte und seitlich davon je eine in zwei
isolierte Flecken vor und hinter der Quernaht, wovon der vordere ei-
förmig ist, aufgelöste Strieme, sowie das Metanotum rotbraun.
Hinterleib und Beine rostfarbig. Letztere lang, schlank und un-
beborstet.
Im Flügel reicht die Kosta deutlich bis zur Discoidalismündung.
Radıalis mit Aderrudiment. Die Grundfarbe des Flügels ist hellbraun
und wird durch weißlich schimmernde und dunkler braune Flecke,
wie die Abbildung 10 zeigt, unterbrochen.
11. Heft
104 Friedrich Hendel:
Schwinger rostfarben.
Körper mit Ovipositor 11 mm, Flügel 10,5 mm lang.
Tephritopyrgota passerina n.sp.
4 9 aus Süd-Afrika, Nyasaland, Mt. Mlanje, Dezember. Ent.Res.Comm.
Stirn I1/,mal so breit wie ein Auge, wie das Gesicht parallel-
randig. Scheitel ohne Wulst. Stirn eben. Kopfborsten kräftig: innere
Vertik., Postvertik., Ozellare und ein Paar Orbitale. Stirn und Thorax
sonst ziemlich kurz und schütter behaart. Alle Borsten und Haare
schwarz. Die Stirn tritt an den Fühlern deutlich weniger als der hori-
zontale Augendurchmesser beträgt, vor die Augen vor. Das Gesicht
weicht nach unten in gebrochener Linie zurück. Die Fühlergruben
sind etwas länger als die Hälfte des Gesichtes. Klypeus ungefähr von
Wangenbreite. Backen ?/, des Auges hoch. Drittes Fühlerglied eiförmig
zugespitzt, oben so lang wie das zweite Glied. Arista lang und dünn,
fast nackt. Taster und Rüssel relativ klein und kurz. Rücken ab-
gerundet quadratisch. Schild ?/, desselben lang, etwas behaart und mit
vier starken Randborsten. Thoraxbeborstung kräftig.
Basales Doppelsegment des Abdomens kürzer als die Hälfte
desselben. 3.—6. Tergit allmählich kürzer werdend. Ovipositor etwas
länger als !/, des Abdomens, konisch, ventral eingebogen, von oben
besehen dreieckig.
Kopf braungelb. Stirn matt dunkelbraun, ein Dreieck vor dem
Scheitel, dieser und das Cerebrale gelb. Darauf drei schwarze Flecke
an den Borstenwurzeln nebeneinander. Cerebrale außen braun gesäumt.
Die vorn aufsteigenden Peristomalien schwarz. Fühler und Taster rot-
braun.
Thorax braungelb, vorherrschend dunkelbraun gefleckt und
bandiert. Auch das Schild mit solchem Mittelfleck. Rücken mit zwei
genäherten durchlaufenden Median- und zwei breiteren und vorn ver-
kürzten, unterbrochenen Seitenstriemen. Hinterleib rostfarben, teil-
weise verdunkelt, noch am stärksten vom ganzen Leibe behaart. —
Hüften und Beine braungelb. In verschiedenem Grade gebräunt sind
die Schenkelspitzen, die Schienen und Füße.
Radialis weniger gebogen als in Fig. 10 bei tephritoides und ohne
Aderrudiment. Die hellen Flecke sind größer und weniger zahlreich,
die Subkosta mündet deutlich jenseits der kleinen Querader.
Körper und Flügel 8 mm lang.
Tephritopyrgota belzebuth n. sp.
1 g' aus Süd-Afrika, Nyasaland, Mt. Mlanje. Dezember. Ent. Res. Comm.
Stirn doppelt so breit wie ein Auge, parallel. Die Stirne tritt
um den wagerechten Augendurchmesser vor. Fühlergruben !/, des
Gesichtes lang. Klypeus schmäler als eine Wange. Backen ?/, eines
Auges hoch. Drittes Fühlerglied kürzer als das zweite, am Ende ver-
jüngt, eiförmig. Arista dünn, nur so lang wie die Fühler, wie nackt.
Schild unbehaart, vierborstig, dazwischen noch zwei kurze Härchen.
Neue Beiträge zur Kenntnis der Pyrgotinen. 105
— 5. Abdominaltergit fast so lang wie das 3. und 4. zusammen. —
Schenkel, besonders die vorderen verdickt. Beine sehr kräftig.
Dunkler als 7. passerina gefärbt. Backengruben und Fühler
dunkelrotbraun. Auch der Längskiel des Gesichtes schwarz. Hinter-
leib und die Schenkel mit Ausnahme der Spitze pechschwarz.
Alles übrige wie bei 7. passerina angegeben.
Körper und Flügel 10 mm lang.
Tephritopyrgota carbonaria n. sp.
1 2 aus Süd-Afrika, Nyasaland, Mt. Mlanje. Dezember. Ent. Res. Comm.
Auch diese Art ist der T. passerina sehr ähnlich und durch folgendes
verschieden. Das Cerebrale ist mit Ausnahme eines helleren Längs-
fleckes ganz schwarzbraun. Das dritte Fühlerglied ist kürzer als das
zweite, die Borste nur von Fühlerlänge. Die Färbung des ganzen Tieres
ist dieselbe wie bei 7‘. belzebuth, also im allgemeinen viel dunkler, vor-
herrschend pechbraun und schwarz. Hinterleib samt Ovipositor schwarz.
Letzterer stumpfer als bei passerina. Schild außer den vier Borsten
nicht behaart. Schwinger hellgelb. Schenkelringe rostgelb. Füße
rotbraun. Die Endabschnitte der Adern 2—4 sind weniger gebogen
als bei den zwei verglichenen Arten.
Körper und Flügel 6 ınm lang.
Tephritopyrgota hirsuta n. sp.
1 2 aus Süd-Afrika, Bothaville, Dr. Brauns. Meine S.
Diese Art fällt nicht nur durch die Länge der Beborstung, sondern
auch durch die Dichte und Rauhigkeit der Behaarung auf. So sind die
Stirn, das zweite Fühlerglied, die Taster und die ganzen Beine besonders
auffallend behaart und beborstet. — Stirn vorn etwas breiter, am
Scheitel etwas schmäler als die doppelte Augenbreite; sie tritt ?/; des
wagerechten Augendurchmessers vor. Gesicht zuerst fast lotrecht,
unten dann schräg abfallend. Backen !/, eines Auges hoch. Fühler-
gruben 3/, des Gesichtes lang, so breit wie die Wangen. Drittes Fühler-
glied kurz eiförmig zugespitzt, kürzer als das zweite. Arista lang, dünn,
wie nackt. — Thoraxrücken breiter als lang. 1+3 Supraalare, zwei
Dorsocentrale. Schild außer den 4 Randborsten nur noch mit zwei
Härchen.
Beine und Füße fast zottig behaart. Alle Schenkel unten reihig
lang beborstet. — Das basale Doppelsegment des Abdomens ist kürzer
als!/, desselben ; das 5. Tergit kürzer als das dritte und vierte zusammen.
Körperfärbung wie bei T. passerina angegeben, nur sind die
Schenkel gesättigter gefärbt. — Flügel braun, mit wenigen kleinen,
isolierten und weit von einander entfernten hellen Punkten. Kosta,
1. und 2. Längsader sowie die Queradern dunkel gesäumt. Radialis
ohne Anhang. Letzter Discoidalisabschnitt wenig gebogen, dünn und
hell; die Kosta reicht aber deutlich bis zu seiner Mündung.
Körper und Flügel 8 mm lang.
11. Heft
106 Friedrich Hendel:
Tephritopyrgota tenuis n. sp.
1 2 aus Süd-Afrika, Bothaville, Dr. Brauns. Meine S.
Kleine und schlanke Art. — Stirn 1Y/,mal so breit wie ein Auge,
wie das Gesicht parallelrandig, im Profil spitzkegelig, mehr als der
wagerechte Augendurchmesser beträgt, vorspringend. Gesicht stark
zurückweichend. Fühlergruben kaum ?/, des Gesichtes lang, so breit
wie die Wangen. Backen etwa !/, eines Auges hoch. Drittes Fühler-
glied so lang wie das zweite, länglıch elliptisch, oben gerade, am Ende
deutlich verjüngt. Arista so lang wie die Fühler, dünn, nackt,
Thoraxrücken breiter als lang. Schild /, des Rückens lang, nackt,
vierborstig. — Hinterleib und alles übrige wie bei 7. passerina be-
schrieben.
Flügel mit kleineren und zahlreicheren hellen Flecken, mehr wie
bei tephritoides gezeichnet. Radialis ohne Anhang.
Körper 6,5 mm, Flügel 5 mm lang.
Apyrgota Marshalli n. sp.
1 & aus Süd-Afrika, Nyasaland; Mt. Mlanje. 21.Nov. Ent. Res. Comm.
Stirn am Scheitel doppelt so breit wie ein Auge, vorn viel breiter,
fast geradlinig divergierend auf das Gesicht herablaufend. Scheitel-
kante wulstig erhaben. Stirn ohne deutliche Borste, oben konkav und
nur vorn behaart, im Profil fast um den doppelten horizontalen Augen-
durchmesser vor die Augen vorstehend. Wangen daher außerordentlich
breit, erheblich breiter als der Klypeus, glatt. Stirnwinkel spitzig,
Gesicht stark zurückweichend, gerade. Backen mehr als die Hälfte
eines Auges hoch. Auge doppelt so hoch wie lang. Die zusammen-
fließenden Fühlergruben sind etwas kürzer als das Gesicht, ebenso die
Fühler. 2. und 3. Fühlerglied oben gleichlang, 3. dreimal so lang wie
in der Mitte breit, gegen die abgerundete Spitze hin verjüngt. Arista
lang und dünn, nackt. — Rüssel diek, Taster verbreitert.
Thoraxrücken abgerundet viereckig, etwas länger als breit, sehr
spärlich und zart behaart. Zwei kurze Dorsozentrale hinten. Keine
Praescutellare und keine Praesuturale. Schild nackt, etwa !/, des
Rückens lang, mit 4 Borsten, die apikalen gekreuzt. Das basale Doppel-
segment des Hinterleibes ist schlank, mehr als doppelt so lang wie
hinten breit und !/, des Abdomens lang. Tergit 3 und 4 gleichlang,
5 länger.
Beine kräftig, sehr kurz und spärlich behaart. Alle Schenkel
ventral an der Spitze kurz zweizeilig behaart.
Die ganze Fliege ist lebhaft rotgelb, der Hinterleib mehr rot-
braun. Jederseits ein mattschwarzer runder Fleck auf der Stirn oben
am Augenrande und ein solcher hinten in der Mitte der Scheitelkante.
Stirnstrieme matt. Die unteren Ecken der Fühlergruben schmal
glänzend schwarz. Unter dem Auge jederseits ein glänzend pech-
schwarzer lotrechter Streifen auf den Backen. — Borsten und Be-
haarung der Fliege schwarz.
Neue Beiträge zur Kenntnis der Pyrgotinen. 107
Kosta bis zur Discoidalis kräftig. Flügeladerung ähnlich wie
meine Figur 4 von Adapsilia ypsilon darstellt.
Radialis mit starkem Anhang. Der Endabschnitt der Cubitalis
ist aber gleichmäßig sanft gebogen und die kleine Querader steht
ungefähr oberhalb der Mitte der Discalzelle. — Kostal-, Subkostal-
und Marginalzelle, sowie deren Adern gelb; sonst ist der Flügel deut-
lich rauchig getrübt. Dunkel gesäumt sind: die Enden der Längsadern
3—5, alle Queradern, auch die der Wurzelzellen, die Posticalis, die
Radialisgabel und Wische in der Submarginal- und Discalzelle. Cubi-
talis nackt. Schüppchen und Schwinger rostgelb.
Körper und Flügel fast 15 mm lang.
Apyrgota pietiventris n. sp.
1 2 aus Ceylon (leg. Green) im Brit. Museum ir London.
Stirn vorn doppelt so breit wie ein Auge, am Scheitel merklich
verengt, so lang wie in der Mitte breit, fast eben, am Scheitel mit kaum
erhabener Kante, in deren Mitte zwei lange und starke nach vorn ge-
bogene und divergierende Borsten außer den zwei langen inneren und
den zwei kurzen äußeren Scheitelborsten stehen. Je eine deutliche,
nach vorn gebogene Frontorbitalborste jederseits. Stirnbehaarung
mittellang und schwarz, schütter. Ein schwaches Paar Postvertikal-
borsten. Die Stirnaugenränder biegen im Gesichte divergierend ohne
Winkel nach außen. Im Profile tritt die Stirne an den Fühlerwurzeln
fast die Hälfte des lotrechten Augendurchmessers vor die Augen vor.
Die Wangen sind so breit wie das dritte Fühlerglied, die Backen etwas
höher als !/, des Auges. Fühler so lang wie das Gesicht. 2. und 3. Glied
oben gleichlang; 3. Glied 2/, mal so lang wie breit, an der Wurzel wenig
breiter, oben gerade, unten konvex, an der Spitze breit abgerundet.
Arista lang und dünn, nackt. Taster sehr lang, vorragend, verbreitert.
Thoraxrücken nur spärlich rauh schwarz behaart. Jederseits
hinten drei bis vier nach vorn an Größe abnehmende Dorsozentral-
borsten. Schild nackt, nur mit zwei Borsten am Ende. Das
basale Doppelsegment des Abdomens ist hinten schmäler als es lang ist
und gegen die Wurzel hin nicht unerheblich verengt. Die noch sicht-
baren Tergite 3 bis 6 nehmen nach hinten stark an Länge ab. Ovipositor
3/4 des Hinterleibes lang; von oben gesehen dreieckig, 1!/,;mal so lang
wie basal breit, etwas ventral eingebogen. Die Behaarung desselben
ist rauh, der Hinterleib selbst ist grob beborstet. Alle Schenkel sind
ventral zweizeilig gleichmäßig kräftig beborstet; die Länge dieser
Borsten nimmt gegen die Spitze hin stark ab. Die Vorderschenkel sind
auch posterodorsal reihig lang beborstet.
Der ganze Körper samt Anhängen ist hellgelbrot. Oben auf der
matten Stirn liegen an den Augenecken zwei nach vorn und innen
gerichtete dunkelbraune Bogenflecke. Das Cerebrale hat oben einen
schwarzen, elliptischen Querfleck und schwarze Längslinien an den
Grenzen. An den Enden der Fühlergruben und auf den Backen unter
dem Auge ein glänzend schwarzer Fleck. Fühler etwas dunkler rot,
11, Heft
108 Friedrich Hendel:
namentlich die Spitze des zweiten Gliedes. — Thoraxrücken mit schwarz-
brauner Längsfleckung; zwei kurze Mittellinien ganz vorn, die sich nur
als hellbrauner Schein nach hinten fortsetzen. Je ein größerer eiförmiger
Fleck seitlich vor der Quernaht und ein Mäanderstreifen, der aus der
Fortsetzung dieses Fleckes hinter der Naht, der Verbindung dieser
beiden Striemen in der Schildehenrinne hinten und den kurzen Quer-
striemen in den Nahtästen nach außen gebildet wird, ebenfalls schwarz-
braun. Die Meso- und Sternopleuren sind vorn, die Brust unten
schwarz. Dieselbe Farbe haben das Metanotum, ein Fleck auf den
Pteropleuren und die breiten Vorderränder der Abdominaltergite, die
in der Mitte verschmälert sind und dort eine nach hinten gerichtete
dreieckige Spitze zeigen. Von der rotgelben Grundfarbe sind dann
also eigentlich nur die Hinterränder an den Tergiten, die in der Mitte
fast unterbrochen sind, sowie die Wurzeln des 1. und 2. Segmentes
und die Legeröhre.
Füße etwas dunkler, mehr rotbraun. — Flügel graulich hyalin; die
Spitze der Radialis, deren Anhang und Basisgabel braun gesäumt.
Schwinger gelb.
Körper und Flügel 8 mm lang.
Apyrgota unicolor n. sp.
1 & aus Ceylon (leg. Col. Yerburg) im Brit. Mus. London.
Sie gleicht in den plastischen Merkmalen bis auf folgende Unter-
schiede sonst ganz der vorigen Art. Die Stirn ist vorn etwas schmäler
als die doppelte Augenbreite. Das dritte Fühlerglied ist schlanker und
an der Spitze etwas verjüngt.
Der Ovipositor ist so lang wie der Hinterleib, größer und breiter,
spärlich behaart. Wurzelwärts an seiner Mündung sieht man jederseits
einige dicke schwarze Borsten, deren Spitzen hakenförmig umgebogen
sind. Die zweizeiligen Borsten der Schenkel sind so kurz, dass sie fast
dornenartig aussehen.
Der ganze Körper ist einfarbig glänzend gelbrot. Stirnstrieme
streifenartig abgesetzt mattrot. Drittes Fühlerglied dunkler. Untere
Enden der Fühlergruben mit kleinem schwärzlichen Flecke. Backen
und Hinterkopf ungefleckt, desgleichen der Thoraxrücken. — An den
Beinen sind die Füße rotbraun.
Am Flügel ist das Ende der Radialis mit dem Aderanhang nicht
braun gesäumt.
Körper samt Ovipositor und Flügel 8 mm lang.
Apyrgota pubiseta n. sp.
1 2 von unbekannter Lokalität, sicher aber aus der indischen Region im
Brit. Mus. London.
Stirn oben und vorn gleichbreit, 5/, eines Auges breit; Augenränder
konkav, unter den Fühlern sich etwas nähernd und dann bogig nach
außen laufend, einen abgerundeten Winkel bildend. Die Stirn ist der
ganzen Länge und Breite nach konkav, am Scheitelrande aufgeworfen,
- Neue Beiträge zur Kenntnis der Pyrgotinen. 109
fast nackt. Kopfborsten lang. aber dünn: Ein Paar nach außen di-
vergierende Postvertikale, etwas längere, gegeneinander gebogene
“innere, dann äußere Vertikalborsten und je eine nach vorn und innen
gebogene Frontorbitalborste. Im Profil steht die Stirn an den Fühler-
wurzeln spitzwinklig etwa !/, des wagerechten Augendurchmessers vor
die Augen vor. Die Wangen sind in der Mitte kaum so breit wie das
dritte Fühlerglied. Die Backen sind !/, eines Auges hoch. Fühler sehr
lang, so lang wie das Gesicht. Erstes Glied !/, des zweiten, dieses */,
des dritten lang; alles oben gemessen, denn am Unterrande ist das
dritte Glied länger als das zweite. Drittes Glied etwa dreimal so lang
wie breit, abgerundet rechteckig, an der Wurzel kaum breiter. Arista
länger als das dritte Fühlerglied, dicht kurz und mehr anliegend be-
haart. Taster von normaler Länge, etwas verbreitert.
Thoraxrücken lang dicht und rauh behaart. Hinten nur ein
Dorsozentralborstenpaar. Schild außer den vier langen Randborsten
noch mit einigen längeren Haaren auf der Oberseite. Das basale
Doppelsegment des Hinterleibes ist etwa 1?/; mal so lang wie die
noch folgenden Tergite 3—6 zusammen, die stark nach hinten an
Größe abnehmen.
Es ist gegen die Wurzel hin stark verengt, so lang wie hinten
breit und so lang, wie der, von oben besehen, dreieckige Ovipositor.
Dieser ist 1/, mal so lang wie breit, dick und ventral nur schwach
eingebogen.
Alle Schenkel ventral lang und dicht rauh behaart oder fast be-
borstet, an der Spitze kurz und zweizeilig geordnet. Die Hinterschenkel
tragen dorsal in der Mitte ein Büschel längerer Borsten.
Hinterkopf, die Fühler, die Backengruben unter dem Auge, ein
großes Scheiteldreieck, das mit der Spitze fast bis zur Stirnmitte vor-
reicht, die Stirnseiten, nach vorn breiter werdend ein Fleck vorn an
der Stirn pechbraun. Die äußersten Stirnaugenränder und der Rest der
Stirn, sowie das Gesicht gelbrot. Der Mundrand und die Fühlerrinnen
glänzend schwarz. Die Mitte der gemeinsamen Grube ist aber gelb.
Taster rot.
Thorax und Schild dunkel rotbraun. Rückenmitte pechbraun,
Seiten und Schultern heller. Hinterleib pechbraun, an der Wurzel
und der Spitze des Ovipositors heller, rotbraun. Beine rotbraun,
Schenkel pechbraun. Alle Haare und Borsten des ganzen
sind rot.
Am Flügel sind alle Längs- und Queradern hell rotbraun ge-
säumt, an der Wurzel und am Vorderrande breiter, so daß dort die
Säume zusammenfließen und der Flügel von der Kosta bis zur Discoidalis
herab rotbraun gefärbt erscheint. Die zwei Wurzelzellen sind in der
Mitte glashell. Der Zipfel der Analzelle wird aber von einem breiten
Fleck eingeschlossen. Längskerne in der Submarginal- und ersten
Hinterrandzelle, sowie deren Spitzen, namentlich die der letzteren
hyalın, graulich. Radialis mit kurzem Aderanhang. Erste Hinterrand-
zelle an der Mündung weit offen. Kleine Querader von der hinteren
110 Friedrich Hendel:
weiter entfernt, aber jenseits der Mitte der Discalzelle. Cubitalis sehr
wenig gebogen. Schwinger gelb.
Flügel 12 mm, Körper etwa 13 mm lang.
Leptopyrgota n. gen.
Eine abweichende, sehr interessante Form, von der mir leider nur
ein nicht gut erhaltenes Q vorliegt.
Die Augenränder haben am Scheitel und am Gesicht gleichen
Abstand von Augenbreite, während sie sich seitlich der Fühlerwurzeln
deutlich ausbauchen. Die Stirn ist relativ kurz, konkav, die Scheitel-
kante ragt empor. Von Kopfborsten sehe ich nur eine schwache, nach
innen geneigte Vertikale. Strieme w'e nackt. Im Profil steht die Stirn
spitzig, aber nur sehr wenig, die linearen Wangen gar nicht vor die
Augen vor; Gesicht völlig gerade, etwas zurückweichend. Backen !/,
eines Auges hoch. Beide Fühlergruben bilden eine gemein-
same, fast die ganze Gesichtsbreite einnehmende Kon-
kavität ohne Längsleiste, von der Länge des ganzen Gesichtes.
Fühler so lang wie das Gesicht. Erstes und zweites Glied dünn; erstes
fast die Hälfte des zweiten lang, dieses oben gemessen merklich länger
als das viel breitere dritte. Letzteres parallelrandig, zweimal so lang
wie breit, vorn stumpf abgerundet. Arista?
Mundöffnung, Rüssel und Taster relativ klein. Letztere etwas
verbreitert.
Thorax fast nackt, sehr kurz und zerstreut behaart und sehr spärlich
und schwach beborstet. Von Borsten sehe ich nur eine Supraalare
und eire Pteropleurale.
Hinterleib lang und schlank. Basales Doppelsegment stielartig
dünn, mehr als doppelt so langals die folgenden Tergite 3 bis 6 zusammen-
genommen. Diese nehmen nach hinten zu an Länge ab, an Breite zu.
Ovipositor ungefähr so lang wie der ganze Hinterleib, leider verquetscht.
Beine borstenlos, sehr lang und dünn; besonders verlängert sind
die zwei hinteren Paare, an denen Schenkel und Schienen an der
Wurzel dünn, am Ende etwas keulig verdickt sind.
Am charakteristischsten ist der Flügel gestaltet. Alula rudi-
mentär, Schulterlappen schmal. Die Radialis ist die längste
Ader. Sie läuft zunächst knapp unterhalb der Kosta und parallel
mit ihr, um sich dann jenseits der hinteren Querader plötzlich in einer
flachen Welle herabzubiegen und der Cubitalis sich zu nähern. Nur
die Subkosta beborstet. Die Kosta endet an der Discoidalismündung.
Die Querader der Analzelle ist S-förmig gebogen und der untere Zipfel
dieser Zelle ist sehr kurz und klein.
Typische Art:
Leptopyrgota amplipennis n. sp. (Fig. 11).
1 2 aus Bolivien, Yungas de la Paz, 1000 m, im Brit. Mus. London.
Kopf und Thorax samt Schild rotgelb, Hinterleib und Beine
gelbrot. Stirn glänzend, in dem vertieften Teile, den oberen zwei
Neue Beiträge zur Kenntnis der Pyrgotinen. :111
Dritteln pechschwarz. Fühler rotbraun. Unter dem Auge auf den
Backen ein brauner Fleck. Rüssel und Taster gelb.
Thoraxrücken zart ockrig bereift, mit folgender dunkelbrauner
Zeichnung. Vor der Quernaht in der Mitte ganz vorn eine trapez-
förmige Längsbinde, die mit der ausgewischten Spitze nach hinten
zeigt. Seitlich berühren sie zwei grosse eiföürmige Flecke, in deren Ver-
längerung hinter der Naht zwei sich nach hinten verjüngende Längs-
striemen verlaufen. Eine Querbinde vor dem Schilde in der Rinne.
Auch die Schildchenseiten, das Metanotum, ein Fleck vor dem Pro-
thorakalstigma, eine lotrechte Querlinie der Meso- und Sternopleuren
und ein rundlicher Fleck auf den Pteropleuren sind dunkelbraun.
Hinterleib teilweise verdunkelt.
Flügel graulich hyalin, an der Wurzel und am Vorderrande gelb,
Adern gelbrot; ebenso Schüppchen und Schwinger. Apikalfleck
schwarzbraun.
Flügel 13 mm, Körper samt Övipositor ungefähr gleichlang.
Acropyrgota n. gen.
Diese Gattung steht Tozura Maequart am nächsten, hat wie diese
allein ein spitziges drittes Fühlerglied, aber keine Ozellen.
Der ganze Körper ist gedrungen, plump, der Hinterleib breit
ansitzend, nicht gestielt, der Kopf fast kugelig rund, auf-
geblasen.
Die meisten plastischen Merkwale der ‘Type sind folgende. Stirn
vorn dreimal so breit wie ein Auge, am Scheitel etwas verengt und vor
demselben mit einer kleinen und seichten Mulde. Augenränder von vorn
gesehen unten divergierend, ohne Winkel. Scheitel abgerundet, all-
mählich in den gleich von oben an konvexen, blasigen
Hinterkopf übergehend. Die Stirn steht im Profil den wagerechten
Augendurchmesser vor die Augen vor, keineswegs aber kegelig spitz,
sondern mit dem ganzen Gesichte stumpf und massig, ebenfalls wie
blasig vorgetrieben. Der Klypeus ist schmäler als eine der breiten
Wangen, die etwa schmäler als die Augenlänge sind. Backen ?/, eines
Auges hoch. Die Augen selbst sind elliptisch. Die Fühlergruben sind
nur die Hälfte des Gesichtes lang, durch einen hohen Kiel getrennt,
der im Profile oberhalb der Gesichtsmitte einen konvexen Vorsprung
bildet. Klypeus darunter quergerunzelt, am schwach ausgeschnittenen
Mundrande etwas aufgeworfen. Praelabrum von geringer Größe,
wenig sichtbar. Fühler deutlich kürzer als das halbe Gesicht, zweites
‚und drittes Glied von gleicher Länge; zweites Glied so lang wie am
distalen Ende breit; drittes Glied dreieckig, wenig länger als basal
breit, oben gerade, unten konvex, vorn scharf zugespitzt. Arısta medial,
nackt, lang, gegen die Wurzel hin etwas verdickt. Taster von normaler
Länge, verbreitert. Stirn sehr kurz und sehr zerstreut und spärlich
behaart. Borsten von mittlerer Stärke. Jederseits eine nach außen
und hinten gebogene Frontorbitale. Ein Paar längere und gekreuzte
11. Heft
112 Friedrich Hendel:
innere und ein Paar kleinere äußere Vertikalborsten. Postvertikale
klein, nach vorn geneigt und divergierend.
Thoraxrücken ziemlich lang und rauh behaart; nur ein Paar
Dorsozentralborsten. Schild oben spärlich behaart, am Rande mit
sechs Borsten. Hinterleib ungefähr so lang wie der Thorax. Das basale
Doppelsegment ist nur 1/,; des Abdomens lang, hinten erheblich breiter
als lang, basal etwas verengt. Das vierte Tergit ist etwas kürzer als
das dritte oder fünfte.
Flügeladerung nach der Abbildung. Cubitalis nackt. Borsten-
reihen finden sich an den Vorderschenkeln postero-ventral und -dorsal,
stärker an den Hinterschenkeln anteroventral. Beine von proportionaler
Länge und Stärke.
Typische Art:
Acropyrgota flavescens n. sp.
(Fig. 12).
Das ganze Tier ist von ziemlich gleichmäßig
hell rostgelber Farbe. Am hellsten ist die
wachsglänzende Stirn und das Gesicht. Der
übrige Körper ist glänzend und unbereift.
Flügel hyalın mit gelben Adern. Arista und
Schwinger gelb. Behaarung und Beborstung
überall schwarz. Schüppchen weißlich.
Körper 12 mm, Flügel 9,5 mm lang.
Tabelle der Toxura- und Epicerella- Arten.
Flügel dunkelbraun mit zahlreichen weißen Punkten.
Epicerella Macqu. 1
— Fülgel hyalin oder mit breiten braunen Querbinden
Toxura Macqu. 2.
1. Große Art, 19 mm, Schild mit 10—12 langen Randborsten.
E. punctulata n. sp.
Kleinere Art, 10—11 mm. Schild mit vier Randborsten
E. miliacea n. sp.
2. Flügel ungefleckt, gleichmäßig hyalın 3.
— Flügel mit breiten braunen Halbbinden 4.
3. Backen breiter als ein Auge T. mierops n. sp.
— Backen etwas niedriger als !/, Auge T. longipalpis Hend.
4. Stirne Y/, eines Auges breit T. angustifrons n. sp.
— Stirn breiter als ein Auge T. variegata Hend.
Epicerella miliacea n. sp. (Fig. 13).
7 &2 aus Queensland, Townsville und Burpengary (leg. Dodd u. Bancroft)
im Brit. Mus. London.
Stirn vorn 1!/,mal, am Scheitel so breit wie ein Auge. Die Augen-
ränder bilden unten im Gesicht einen abgerundeten u. sehr stumpfen
Neue Beiträge zur Kenntnis der Pyrgotinen. 113
Winkel. Die Scheitelkante ragt nicht wulstig empor, trägt in der Mitte
ein kleines Dreieck und auf demselben zwei bis drei deutliche
Ozellen. Stirn oben eben, nicht konkav. Jederseits eine kleinere,
nach außen gebogene Frontorbital- und äußere Vertikalborste und
eine lange und starke aufrechte innere Scheitelborste. Postvertikalpaar
schwächer, aber sehr deutlich. Stirnbehaarung kurz und wenig auf-
fallend. Im Profil steht die Stirn an den Fühlerwurzeln fast die Hälfte
des wagerechten Augendurchmessers vor die Augen vor, die Wange
etwas weniger. Das Klypeusprofil ist von den Fühlerwurzeln bis zum
unteren Ende des Gesichtskieles, das buckelig vorspringt, konkav.
Die untere Hälfte des Gesichtes fällt von hier bis zum Mundrand nach
hinten ab. Backen ?/,, eines Auges hoch. Peristomalien hoch und
schief aufsteigend. Die Fühlergruben sind etwa die Hälfte des Gesichtes
lang, parallel und zusammen wenig breiter als eine Wange. Fühler
etwas kürzer als das halbe Gesicht; drittes Glied so lang wie das zweite,
dreieckig zugespitzt, unten konvex. Arista medial, kaum so lang wie
die Fühler, etwas spindelig verdickt, an der dünneren Endhälfte sehr
kurz und dicht pubeszent. Taster von mittlerer Größe, etwas ver-
breitert. Augen °/, so lang wie hoch; sonst doppelt so hoch wie
lang oder noch höher. Taster der $ kürzer und dünner als be'm 9.
Thorax oben kurz behaart; Schild nackt, vierborstig, manchmal
dazwischen jederseits eine schwächere Borste, dann sechsborstig.
Hinterleib beim Q wie bei millepunctata beschrieben. Ovipositor aber
kürzer, nur etwas länger als vorn breit. Beim & ist das letztsichtbare
5. Tergit etwas länger als das 3. oder 4. allein.
Kopf heller und dunkler gefärbt. Bei zwei Stücken ockergelb mit
leuchtenderer matter Stirn. Auf dieser zwei schmal getrennte, durch-
gehende Parallellängsstreifen, die oben schwarzbraun, unten rot sind.
Die Wangen zwischen Fühler und Auge, sowie die Backengruben vorn
und hinten mit dunkelbraunem Schillerfleck. Der obere Hinterkopf
ist seitlich vom Üerebrale, dieses in der Mitte in zwei breiten Längs-
streifen schwarzbraun. Fühler rotbraun, Fühlergruben dunkelbraun,
Taster rot. Bei anderen Stücken sind die Stirnstriemen ganz schwarz-
braun, die Kopffärbung wird allmählich dunkler, bis bei den dunkelsten
Formen Stirn und dasGesicht ganz schwarz erscheinen. Auch die Fühler,
weniger die Taster und der untere Hinterkopf nehmen an der Ver-
dunkelung teil.
Thorax heller oder dunkler rötlich braun, oben schwach glänzend
und mit vier dunkleren Längsstriemen, die schmal durch heller bereifte
Linien getrennt werden. Die zwei mittleren fließen vor und auf dem
Schilde in eine Fläche zusammen. Metanotum und Brust heller gefärbt.
Behaarung des ganzen Körpers schwarz.
Hinterleib dunkel rotbraun bis pechbraun, bei einem & viel heller
gefärbt.
Hüften und Beine hell rotbraun; Schenkel gegen die Spitze hin
und Schienen von der Wurzel her verdunkelt. Beim ® sind alle Schenkel
ventral lang, kräftig und dieht beborstet; die Vorder- und Hinter-
Archiv für Naturgeschichte g Hr
114 Friedrich Hendel:
schenkel auch auf der Oberseite, letztere aber nur vor der Spitze.
Die Beborstung der dunkleren Stücke ist kräftiger als die der helleren.
Flügel nach Figur 13 aufdunklem, braunem Grunde heller punktiert
Diese hellen Punkte sind aber nicht weiß, sondern nur hell gelblichbraun.
Adern rotbraun. Radialis mit Anhang. Schwinger hellgelb.
Körper und Flügel 10—11 mm lang.
Epicerella punctulata n. sp. (Fig. 14).
1 2 aus W.-Australien (leg. G. Clifton) im Brit. Mus. London,
Stirn vorn 1!/;mal so breit wie ein Auge, am Scheitel etwas ver-
engt. Augenränder im Gesicht keinen Winkel bildend, gerade. Scheitel-
kante wulstig vortretend, mit einem Postvertikalborstenpaar, einem
äußeren und einem langen und starken inneren Scheitelborstenpaar
versehen. Jederseits auch eine sehr deutliche, nach hinten und außen
gebogene obere Frontorbitalborste vorhanden. Sonst ist die Stirn-
behaarung kurz und mehr anliegend. Stirn schwach konkav, im Profil
3/, des wagerechten Augendurchmessers vor die Augen vortretend,
aber mit einer umso auffälligeren Spitze, als sowohl die Stirn, als auch
der Klypeus eine relativ stark konkave Linie bilden. Der Gesichts-
kiel bildet am unteren Ende, der Fühlergruben ım Profil einen über
den Mundrand hinaus vortretenden Buckel, der im unteren Drittel des
Gesichtes liegt. Die Fühlergruben nehmen also nur die zwei oberen
Drittel ein, sind parallelrandig und breiter als eine Wange. Diese ist
etwa 1/, des wagerechten, die Backe fast die Hälfte des lotrechten Augen-
durchmessers breit. Das dritte Fühlerglied ıst kaum länger als das 2.,
oben nach dem geraden Wurzeldrittel, an dem die Arista steht, konkav,
unten konvex, am Ende mit scharfer Spitze. Arista gegen die Wurzel
hin spindelig verdickt, etwas länger als die Fühler, äußerst kurz
pubesziert, Taster lang und breit.
Thoraxrücken lang, dicht und fein behaart, Schild nackt, jederseits
am Rande mit 5 bis 6 langen und starken Borsten besetzt.
Das basale Doppelsegment des Hinterleibes ist hinten breiter als
lang, verschmälert sich nur allmählich und wenig gegen die Wurzel
hin und ist so lang wie die folgenden noch sichtbaren vier Segmente
zusammen genommen. Behaarung kurz, nur seitlich am Hinterrande
einige Borsten. Länger und viel dichter ist der Ovipositor behaart,
der deutlich kürzer als der Hinterleib und von oben betrachtet hinter
der Basis nicht zusammengeschnürt ist. Sein Ende ist sanft ventral
umgebogen; er ist fast doppelt so lang wie an der Basis breit.
Kopf rotbraun. Scheitelwulst, ein nach unten offener hufeisen-
förmiger Fleck am Cerebrale, seitlich von diesem je ein größerer Fleck
am hinteren Augenrande, die Fühlergruben und der Mundrand schwarz-
braun. Stirn matt gelbrot, mit zwei parallelen durchgehenden rotbraunen
Längsstreifen in der Mitte, mit denen sich oben vor der Orbitalborste
jederseits eine gleichartige schiefe Seitenstrieme vereinigt, die unten
fleckenartig auf den Wangen endet. Der schmale Augenrand und die
Zwischenräume zwischen den Striemen schimmern goldgelb. Fühler
Neue Beiträge zur Kenntnis der Pyrgotinen. 115
dunkelbraun, das dritte Glied schwarzbraun. Taster rotbraun mit
dunkler Spitze.
Körperbehaarung schwarz. Thorax rotbraun; Rücken mit zwei
durch einen schmalen Zwischenraum getrennten durchgehenden,
vor dem Schilde verbreiterten und auf diesem sich vereinigenden
schwarzbraunen Längsstriemen. Schmälere Seitenstriemen nur hinter
dem Schilde deutlich.
Hinterleib und Ovipositor schwarzbraun. Beine lang und kräftig,
dunkel rotbraun. Schenkel ventral, die vorderen und hinteren auch
dorsal mittelstark beborstet. Hinterschienen an der Basis plötzlich
verjüngt, gerade.
Flügel (Figur 14) rauchbraun!) mit zahlreichen helleren Punkten
besetzt. Radialis mit kurzem Anhang, an der Mündung der Cubitalis
genähert. Discoidalis vor der kleineren Querader stark bauchig
eingedrückt. Flügelwurzel gelb. Schwinger rotgelb.
Körper mit Ovipositor 19 mm, Flügel 17 mm lang.
Toxura microps n. sp. (Fig. 15).
2 ZJ 2 aus Australien, Sydney und Moreton Bay (leg. Damel) im Brit.
Mus. London.
Kopf und Thorax samt Schild feurig glänzend gelbrot, Hinterleib
glänzend schwarz. Augen klein, lotrecht oval. Die Stirn ist fast doppelt
so breit wie ein Auge und steht im Profil um Augenlänge vor die Augen
vor. Die Strieme ist beinahe matt und zeigt
in der Längsmitte vor dem schwarzen Ozellen-
höcker einen braunen kurzen Wisch. Behaarung
derselben kurz und spärlich; Beborstung:
zwei Frontorbitale eng beisammen, ein rudi-
mentäres Ozellarpaar, ein langes inneres und
ein kurzes äußeres Vertikalpaar. Fühler deut-
lich kürzer als das halbe Gesicht, an der Basis
rot, drittes Glied dunkel rotbraun, oben gerade,
vorn mit scharfer Spitze, fast zweimal so lang
wie das zweite. Arista zweigliedrig, nur so lang
wie die Fühler, zweites Glied an der Wurzel
verdickt, sonst kurz pubesziert. Fühlergruben
die Hälfte des Gesichtes lang, durch einen scharfen, niedrigen Kiel
getrennt. Gesichtsprofil fast gerade, unter den Gruben bis zum
Mundrand nur wenig abschüssig. Taster von normaler Länge, ver-
breitert, gelb, am Ende breit rotbraun.
Brustseite und Metanotum des Thorax schwarz. Der Rücken und
beim 2 auch die Oberseite des Abdomens sind auffällig lang und
rauh schwarz behaart. Schild am Rande nur mit vier Borsten.
Die übrige Beborstung wie bei den anderen Arten.
1) Aber heller als in der Figur zum Ausdruck kommt!
8* ]1.Heft‘
116 Friedrich Hendel:
Beim & ist das 5. Tergit verlängert; beim 2 sieht man die Tergite
3—6 von fast gleicher Länge. Der Ovipositor ist stark ventral ein-
gebogen, ungefähr so lang wie basal breit, wächst ganz allmählich aus
dem Hinterleib heraus und verjüngt sich gleichmässig. Wie bei T. an-
gustifrons ist auch hier die Spitze mit der Öffnung seitlich
nach links herausgedreht.
Hüften und Beine pechbraun, Knie und Füße rotbraun.
Flügel schwach graulich hyalın, Subkostalzelle und Wurzel gelblich,
Adern meist gelb. Die Subkosta mündet der kleinen Querader gegen-
über, diese steht über oder fast über dem letzten Drittel der Discal-
zelle. Der letzte Abschnitt der Cubitalis ist wenig gebogen und mündet
etwas oberhalb der Flügelspitze. Schwinger gelbrot.
Körper und Flügel 5 mm lang.
Toxura angustifrons n. sp.
29 aus S. Queensland, Burpengary (leg. Dr. Bancroft) im Brit. Museum
London.
Stirn und Cerebrale gelb; erstere matt, nach vorn hin dunkler,
mehr rot, ganz vorn rotbraun. Stirnaugenränder schmal weiß-
schimmernd. Gesicht, Taster, Rüssel und Hinterkopfrotgelb, am hellsten -
das Epistom. Backengruben etwas verdunkelt. Jederseits des Cerebrales
ein brauner Fleck. Fühler schwarz; erstes Glied und die Gruben rot-
braun. Die Fühler sind kürzer als die Hälfte des Gesichtes. Das dritte
Glied ist so lang wie das zweite und etwas länger als breit, oben nicht
konkav, unten konvex, vorn mit deutlicher Spitze. Arista im Wurzel-
drittel, nackt, lang und dünn. Die Fühlergruben sind die Hälfte des
Gesichtes lang, durch einen scharfen Längskiel von einander getrennt.
Unterhalb derselben tritt das Gesicht im Profil konkav vor und fällt
dann bis zum Mundrande nach hinten ab. Die Stirn ist nur die
Hälfte eines Auges breit, parallelrandig, aber am Scheitel etwas
breiter. Backen !/, eines Auges hoch. Kopfborsten: Je eine Front-
obitale, ein Paar sehr kleine Ozellare und zwei Paar Scheitelborsten.
Taster ziemlich lang, verbreitert.
Thorax und Schild glänzend gelb. Rücken etwas ockerig bereift
und mit zwei vollständigen inneren und zwei breiteren, an der Naht
unterbrochenen äußeren Längsbinden von rotbrauner Farbe, die wenig
von dem Gelb freilassen. Oberseite des Schildes gleichfalls rotbraun;
desgleichen heller rot die Pleuren unten und vorn am Thorax, sowie
das Metanotum. Thorakalbeborstung wie bei den anderen Arten.
Hüften und Schenkel gelbrot; letztere in der Spitzenhälfte ver-
waschen begrenzt rotbraun.
Hinterleib dunkelbraun, an der Wurzel und an den Hinterrändern
der Tergite rot. Ovipositor glänzend schwarz, an der Spitze rotbraun,
fast so lang wie der Hinterleib, von oben besehen allmählich sich ver-
jüngend, also dreieckig, nicht ganz zweimal so lang wie basal breit,
schwach ventral eingebogen, sehr zart und äußerst kurz behaart,
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L)
Archiv für Naturgeschichte, 79 Jahrg. 1913, Abt. A.
Hendel phot.
Hendel: Neue Beiträge zur Kenntnis der Pyrgotinen.
Neue Beiträge zur Kenntnis der Pyrgotinen. 117
während die Randborsten der Tergite ziemlich kräftig sind. Die Tergite
3 bis 5 sind ungefähr gleichlang, das 6. viel kürzer.
Flügel wie bei Tox. variegata Hend., Gen. Pyrgot. Taf. 1, Fig. 22.
Jedoch liegt in der Mitte des ersten braunen Querfleckes ein runder
glasheller Fleck am 1. Cubitalabschnitt und sieht man in der ersten
Hinterrandzelle zwei hellere Längsflecke unten an der Cubitalis und
ein bis zwei solche noch an der Mündung der Zelle. Außerdem erscheint
aber auch die zweite und dritte Hinterrandzelle sehr verwaschen heller
und dunkler grob gefleckt. Schüppchen und Schwinger gelb.
Körper samt Ovipositor 10 mm, Flügel 8,5 mm lang.
Abbildungen.
1. Adapsilia fusca n.sp. Flügel. 9. Tephritopyrgota tipuloides n, sp.
2; aa luteola Coqu. Kopf. Kopf.
3. n 4 E Flügel. [10. Tephritopyrgota tephritoides n, sp.
4, „ ypsilon n. sp. Flügel. Flügel.
5. Campylocera nigriventris n. sp. 11. Leptopyrgota amplipennis n. sp.
Flügel. Flügel.
6. a oeulata n.sp. Kopf. |12. Acrometopa flavescens n. sp. Kopf.
7. Hypotyphla caudata n.sp, Flügel. | 13. Epicerella miliaces n.sp. Flügel.
8. Tephritopyrgota tipuloides n. sp. |14, ee punctulata n. sp. Flügel.
Flügel, 15. Toxura micerops n. sp. Kopf.
Die Abbildungen von den Flügeln siehe Taf. 1.
Erster Versuch einer Einteilung
der exotischen Aphodien in Subgenera und
als Anhang einige Neubeschreibungen.’)
Von
Adolf Schmidt, Berlin.
I. Aphodien mit sehr langem Schildchen,
welches ein Drittel bis ein Fünftel der Flügeldeckenlänge einnimmt.
!) Eine tabellarische Unterscheidung der Subgenera erfolgt in, meiner
Arbeit im ‚‚Tierreich‘“.
11. Heft
118 Adolf Schmidt:
1. Subgenus Megatelus Reitter.
Verh. Ver. Brünn XXX 1892 p. 172.
Kleine, schwarze Arten, mit gelblichen Flügeldecken; diese sind
nur so lang als das Halsschild und haben eine schwarze Makel von ver-
schiedener Ausdehnung.
Arten:
1. contractus Klug, Symb. Phys. V 1845t. 42f.3 Nordostafrika, Syrien
2. scolytoides H. Lucas, Explor. Algier, Zool. II
1846 p. 259 Algier
3. Doriae Harold, Col. Hefte VIII 1871 p. 18 Abessinien
4. brahminus Harold, Col. Hefte XVI 1879 p. 227. Birma
scolytiformis Reitter, Verh. Ver. Brünn
XXX 1892 p. 179. Syrien
5. bostrichoides Harold, Ann. Soc. ent. Fr. (3) VIII
1860 p. 615 Nordindien
6. dimidiatus Roth, Arch. Naturgesch. XVII 1 Tigre, Abessinien,
1851 p. 133 Senegal
2. Subgen. Colobopterus Mulsant.
Hist. nat. Col. Fr. Lamell. 1842 p. 165.
Große und mittelgroße Arten mit tieferliegendem Schildehen,
Kopf nur mit Mitteltuberkel, Flügeldecken auf dem Rücken abgeflacht,
an der Spitze mehr oder weniger deutlich abgestutzt.
Arten:
1. scrutator Herbst, Natursyst. Ins. II 1789 Mittel- u. Südeuropa
p. 161. Azoren, Kaukasus
var. aequinoctialis Harold, Berliner ent. Zeitschr. V 1861 p. 98.
„ submaculatus Mulsant, Hist. Nat. Col. Fr. Lamell 1842 p. 169.
„ nigricolles Mulsant, Hist. Nat. Col. Fr. Lamell 1842 p. 169.
‚„„ brunnipes Mulsant, Hist. Nat. Col. Fr. Lamell. 1842 p. 169.
‚„„ latemarginatus Dalla Torre, Ber. Ver. Nat. Oberösterreichs
X 1879 p. 106.
„ amgustemarginatus DallaTorre, Ber. Ver. Nat. Oberöster-
reichs X 1879 p. 106. r
2. subterraneus Linne, Syst. Nat. ed. X 1
1758 p. 348. Europa, Asien
var. coerulescens Harold, Berlin. ent. Zeitschr. V 1861 p. 103.
‚„ Juscipennis Mulsant, Hist. Nat. Col. Fr. Lamell. 1842 p. 171.
3. antiquus Faldermann, M&m. pres. Ac. P&tr. Sibirien.
II 1835 p. 367.
4. maculicollis Reiche, Voy. Ferr. et Galin. III Küstenländer Afrikas.
1847 p. 341.
5. indagator Mannerheim, Bull. Soe. Moscou Sibirien.
XXI 1 1849 p. 233.
apicalis Harold, Berlin. ent. Zeitschr. V Japan, China, Korea,
1861 p. 93 u. 96. Östsibirien.
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien. 119
major Reitter (nec Waterhouse), Verh. Brünn XXX 1892 p. 177,
W. Koshantschikoff, Revue russe XIII 2 1913 p. 258.
6. erraticus Linne, Syst. Nat. ed. X 1 1758 Europa, Asien, Ver-
p. 348. einigte Staaten.
var. striolatus Gebler, Nouv. M&m. Mose. II 1809 p. 50.
„„ nebulosus Mulsant, Hist. Nat. Col. Fr. Lamell. 1842 p. 166.
‚„„ fumigatus Mulsant, Hist. Nat. Col. Fr. Lamell. 1842 p. 166.
‚„ lineatus Dalla Torre, Ber. Ver. Nat. Oberösterreichs X
1879 p. 106.
8. senegalensis Klug in Erman’s Reise, Atlas Nord-, West-, Süd-
1835 p. 34. afrika.
l) var. principalis Harold, Berlin. ent. Zeitschr. III 1859 p. 94
u. 100.
9, Ballioni A. Schmidt, Deut. ent. Zeitschr. Nordost-Afrika.
1906 p. 411.
1) var. abessinicus Harold, Berlin. ent. Zeitschr. V 1861 p. 94 u. 102.
10. latus A. Schmidt, Stett. ent. Zeit. LXXII Choa.
1911 p. 29.
3. Subgen. Teuchestes Mulsant.
Hist. Nat. Col. Fr. Lamell. 1842 p. 176.
Mittelgroße, stark gewölbte Arten, Kopf immer mit 3 Höckern.
Arten:
1. brachysomus Solsky, Col. Hefte XII 1874 Ostsibirien, Japan.
p- 13.
major Waterhouse, Trans. ent. Soc. London 1875 p. 80.
W. Koshantschikoff, Rev. russe XIII 2 1913 p. 258.
var. quinguemaculatus n. var. (siehe Anhang).
2. Dejeanv Harold, Berlin. ent. Zeitschr. VI Cap.
1862 p. 155 u. 165.
3. haemorrhoidalis Linne, Syst. Nat. ed. X 1 Europa, Sibirien, Hi-
1758 p. 348. malaya.
var. sanguwinolentus Herbst, Arch. IV 1783 p. 23.
‚„ humeralis Mulsant, Hist. Nat. Col. Fr. Lamell. 1842 p. 174.
„ rubidus Mulsant, Hist. Nat. Col. Fr. Lamell. 1842 p. 174.
4. fossor Linne, Syst. Nat. ed. X 11758 p. 348. Europa, Sibirien,
Nordamerika,Nord-
afrika.
var. silvaticus Ahrens, Neue Schrift. Gesellsch. Halle II 2
1812 p. 33.
5. sorex Fabricius, Ent. Syst. I 1792 p.23. Ostasien, Australien,
Süd- u. Nordost-
Afrika.
var. analıs Fabricius, Mant. Ins. I 1787 p. 8.
4 caffer Wiedemann, Zool. Mag. II 1 1823 p. 25.
!) Nach brieflioher Mitteilung des Herrn W. Koshantschikoff in Ligovo.
11. Heft
120 Adolf Schmidt:
4. Subgen. Diapterna G. Horn.
Trans. Amer. ent. Soc. XIV 1887 p. 4.
Mittelgroße und kleine Arten, schwächer gewölbte, kürzere
Gestalt, Kopf in beiden Geschlechtern ohne Höcker, höchstens mit
Stirnleiste (Troitzkyi).
Arten:
l. hamata Say, Long’s Exped. II p. 277, ed. Nordamerika.
Lec. I p. 183.
concava Haldeman, Journ. Acad. Phil. (2) I 1848 p. 103.
pingwis Haldeman, Journ. Acad. Phil. (2) I 1848 p. 103.
angularıs Leconte, Agass. Lake Super. 1850 p. 225.
omissa Leconte, Agass. Lake Super. 1850 p. 225.
hyperborea Leconte, Agass. Lake Super. 1850 p. 225.
sagittaria Harold, Ann. Soc. ent. Fr. (3) VIII 1860 p. 615.
torpida G. Horn, Trans. Amer. ent. Soc. III 1870 p. 114.
valıda G. Horn, Trans. Amer. ent. Soc. III 1870 p. 112.
W. Koshantschikoff, Rev. russe XIII 2 1913 p. 258.
var. occidentalis G. Horn, Trans. Amer, ent. Soc. III 1870 p. 114.
2. Dugesi W. Bates, Biol. Centr.-Amer. II 2 Mexiko.
1887 p.83 1.6 £. 9.
3. Erichsoni Harold, Berlin. ent. Zeitschr. V Brasilien,
1861 p. 104. Argentinien.
4. Troitzkyi Jacobson, Horae Soc. ent. Ross. Minussinsk.
XXXI 1898 p. 87.
Il. Aphodien mit kleinem Schildchen, welches !/,, oder noch weniger
der Flügeldeckenlänge einnimmt.
A. Enddorn der Vordertibien in beiden Geschlechtern
nach innen gebogen. In den folgenden Subgenera hat zuweilen
das Männchen einen solchen Enddorn.
1. Subg. Aphodobius Peringuey.
Trans. 8. African phil. Soc. XII Cat. 1901 p. 369 und 420.
Kurze, gedrungene Gestalt, gelbbraun gefärbt, glänzend, behaart,
Kopf ungehöckert, Thorax ohne Basalrandung, Schildchen dreieckig,
Endborsten der Hintertibien ungleich.
Arten:
1. misellus Boheman, Ins. Caffr. II 1857 p.356. Orange, Natal, Süd-
rhodesia.
2. villosulus Peringuey, Trans. $. Afr. phil. Soc. Südrhodesia.
XII Cat. 1901 p. 421.
B. Schildchen in demselben Subg. dreieckig und parallel,
Basis des Halsschildes gerandet und ungerandet, Borsten an den
Hintertibien gleich und ungleich.
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien. 121
1. Subg. Pleuraphodius n. subg.
Kleine, hellbraune, selten dunklere, seidenglänzende Arten, Kopf
ungehöckert, Thorax an Basis gerandet oder ungerandet, Schildehen
schmal und dreieckig, Flügeldecken dachförmige oder gekielte
Zwischenräume, mit sekundären und primären Zwischenräumen,
Endborsten der Hintertibien ungleich.
Arten:
1. mutilus A. Schmidt, Stett. ent. Zeit. XXII Natal, Transvaal.
1911 p. 17.
2. montuosus A. Schmidt, Stett. ent. Zeit. Britisch-Ostafrika.
LXXII 1911 p. 16.
- 3. confinis A. Schmidt, Stett. ent. Zeit. LXXII Sansibar, Dar-es-
19:1, p2.7. Salam.
4. suleipennis Boheman, Ins. Caffr. II 1857 Caffrarien, Cap,
p- 362. Transvaal.
lineatosulcatus Harold, Berliner ent. Zeit-
schr. III 1859 p. 216.
5. tectoformibus A. Schmidt, Not. Leyd. Mus. Manila.
XXXI 1909 p. 115.
6. Lewisi Waterhouse, Trans. ent. Soc. London Japan.
1875 p. 9.
2. Subg. Cinacanthus n. subg.
Enddorn der Vordertibien beim $ in der Mitte des Innenrandes
eingefügt, wenig konvex, gelbbraun mit dunklerem Kopf und Thorax
oder einfarbig rotbraun, zuweilen schwarz, mit und ohne Schulter-
fleck, Thorax an der Basis mit und ohne Rand, Schildchen dreieckig
und parallel, Borsten an Hintertibien ungleich.
Arten:
1. mihtarıs Leconte, Proc. Acad. Phil. 1858. Kalifornien, San
p- 69. Diego, Nevada.
2. lunifer Solsky, in Fedtschenko Turkest. Taschkent.
Col. II 1876 p. 336.
3. bicolor Say, Journ. Acad. Phil. III 1823 Pennsylv. Cap Gerar-
p. 212. deau, Kanada bis
Texas, Massachusetts
4. penetrans A. Schmidt, Stett. Ent. Zeit. Somali-Land.
ERXT INED. 1
5. Edgardi Solsky, in FedtschenkoTurkest. Turkestan.
Col. II 1876 p. 340.
6. hastatus Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn
XXXI 1893 p. 106. Turkestan.
7. gregarius Harold, Col. Hefte VIL1871p. 112. Südrußland bis
Zentralasien.
Iineatosetosus Benderitter, Bull. Soc. ent.
France 1911 p. 88
sec. Bedel, Bull.Soc.ent.France 1911 p.102.
11. Heft
122 Adolf Schmidt:
8. pallididorsis Reitter, Horae Soc. ent. Ross.
XXI 1887 p. 224. Mongolei.
9, sordescens Harold, Abeille V 1869 p. 431. Sibirien.
10. anomalipus Peringuey, Trans. S. Afr. phil. Capkolonie.
Soc. XII 1901 p. 39.
11. tibialis A. Schmidt, in Sjöstedt Kilima- Meru-Niederung.
Ndjaro-Meru-Exp. 1908 p. 55.
3. Subgenus Stenotothorax n. subg.
Halsschild nach hinten verengt, an der Basis gerandet, Schildchen
zuweilen kaum sichtbar, Endborsten der Hintertibien gleich oder un-
gleich, schwarz, Kopf ungehöckert, Hinterwinkel des Halsschildes
abgestutzt oder ausgerandet. Amerikanische Arten.
Arten:
1. nevadensis G. Horn, Trans. Amer. Ent. Soc. Nevada,Nordkaliforn.
III 1870 p. 121.
2. gentilis G. Horn, Trans. Amer. Ent. Soc. XIV, San Francisco.
1887 p. 24.
3. cribratus Leconte, U. S. Geol. Surv. 1878, Oregon,Kalifornien.
Bull. IV p. 455.
4. cadaverinus Mannerheim, Bull. Soc. Moscou Kalıfornien.
XVI 1843 p. 261.
5. oblongus Say, Journ. Acad. Phil. III 1823 Rocky-Mountains,
p. 215. Pennsylv., Mittel-
u. Südstaaten,
Kanada.
6. sparsus Leconte, U. S. Geol. Surv. Hayden Kalifornien.
1878, Bull IV 2 p. 458.
7. ovipennis G. Horn, Trans. Amer. Ent. Soc. Kalifornien.
III 1870 p. 133.
8. humeralis Leconte, U. 8. Geol. Surv. Hayden Michigan, Maryland.
1878, Bull. IV 2 p. 459.
4. Subg. Platyderus n. subg.
Größere braune oder schwarze Arten, gewöhnlich flachgewölbt,
unbehaart, Thorax an den Seiten verflacht, Basis gerandet und unge-
randet, Schildehen dreieckig, Endborsten der Hintertibien ungleich.
Amerikanische Arten.
Arten:
1. explanatus Leconte, U. 8. Geol. Surv. Hayd. Colorado.
1878, Bull. IV 2 p. 457.
2. phaeopterus Leconte, U. S. Geol. Surv. Hayd. Idaho, Washington,
1878, Bull. IV 2 p. 456. Montana.
3. ochreipennis G. Horn, Trans. Amer. ent. Soc. Kalifornien.
XIV 1887 p. 33.
4. Arrowi A. Schmidt, Deutsche ent. Zeitschr. China.
1910 p. 353.
10.
IL,
12.
13.
14.
15.
16.
17.
D 0 en
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien. 123
. pullatus A. Schmidt n.sp. Siehe Anhang.
. depressiusculus A. Schmidt, Deutsche ent. Nevada.
Zeitschr. 1907 p. 201.
. villosipes Harold, Berliner ent. Zeitschr. VI Mexiko.
1862 p. 384.
puncticeps Harold, Berliner ent. Zeitschr. VI Mexiko.
1862 p. 383.
. rudis Leconte, U. S. Geol. Surv. Hayden Colorado.
1878, Bull. IV 2 p. 458.
fuliginosus Harold, Berliner ent. Zeitschr. Mexiko.
VIl 1863 p. 327.
Haldemani G. Horn, Trans. Amer. ent. Soc. Texas, Kansas.
XIV 1837 p. 33.
brevicollis Leconte, U. 8. Geol. Surv. Hayden Nebraska.
1878, Bull. IV 2 p. 455.
luridiventris Harold, Berliner ent. Zeitschr. Mexiko.
VI 1862 p. 380.
luteolus G. Horn, Trans. Amer. ent. Soc. XIV Neu-Mexiko.
1887 p. 40.
Högeı W. Bates, Biol. Centr.-Amer. Col. II Mexiko.
2 1887 p. 90.
durangoensis W. Bates, Biol. Centr.-Amer.
Col. II 2 1887 p. 90.
mezxicanus Harold, Berliner ent. Zeitschr. Mexiko, Guatemala.
VI 1862 p. 382.
gravidus Harold, Berliner ent. Zeitschr. VII Mexiko.
1863 p. 329.
5. Subg. Loboparius n. subg.
Schwarze oder schwarzbraune kleinere Arten, mit gewöhnlich
helleren Flügeldecken, Kopf mit seitlich stark hervortretenden Wangen,
Clipeus mit mehr oder wenig lappig abgerundeten Ecken, Basis des
Halsschildes fein oder punktiert gerandet, Schildehen dreieckig,
Borsten der Hintertibien kurz, gleichlang.
Arten:
l. globulus Harold, Berliner ent. Zeitschr. III China.
1859 p. 207.
var. bisectus Waterhouse, Trans. ent. Soc. Japan.
London 1875 p. 80.
2. auriculatus A. Schmidt, Soc. ent. XXIII 1908 Usambara.
p- 93.
var. bimaculatopennis A. Schmidt, Stett. Natal.
ent. Zeit. LXXII 1911 p. 30.
6. Subg. Paraphodius Reitter.
Verh. nat. Ver. Brünn XXX 1892 p. 172.
Mittelgroße und kleinere Arten, schwarz, rot- oder gelbbraun,
11. Heft
124
Adolf Schmidt:
Flügeldecken deutlich und tief gestreift, Zwischenräume unverbunden
auslaufend, seltener die drei seitlichen verbunden, fast immer vor der
Spitze deutlich konvex, Basis des Halsschildes mit und ohne Randung,
Schildehen schmal dreieckig oder parallel, Endborsten der Hinter-
tibien gleich und ungleich.
I
2.
3.
16.
90 De ae
Arten:
crenatus Harold, Berliner ent. Zeitschr. VI Ostasien u. Inseln.
1862 p. 142.
perfidus A. Schmidt, Entomol. Wochenbl. Belgaum.
XXV 1908 p. 46.
discolor Erichson, Stett. ent. Zeit. XX 1859 Ostafrika, Senegal.
p- 84.
beninensis Harold, Berliner ent. Zeitschr. Alt-Calabar.
VI 1862 p. 143.
amarchicus Raffray, Rev. Mag. Zool. (3) Abessinien.
V 1877 p. 325.
. olviosus Harold, Berliner ent. Zeitschr. XV Mexiko.
1871 p. 260.
. guineensis Klug, Erman’s Reise, Atlas 1835 West- u. Ostafrika.
p- 34.
russatus Erichson, Stett. ent. Zeit. XX 1859 Senegal, Cap, Brit.-
. 84. Ostafrika.
1%
. acutus A. Schmidt, Entomol. Wochenbl. Karachı.
XXV 1908 p. 47.
. curvodilatatus A. Schmidt, Soc. entomol. Cap. Brit.-Ostafrika.
XXIII 1909 p. 177.
. elongatulus Fabricius, Syst. Eleuth. I 1801 Ostasien, Amerika.
p. 68.
putearius Reitter, Wiener ent. Zeit. XIV China.
1895 p. 208.
var. nigellus A. Schmidt, Not. Leyd. Mus. Java.
XXXI 1909 p. 114.
. discoidalis Boheman, Ins. Caffr. II 1857 Limpopo, Capcolonie.
p. 346.
. vernilis A. Schmidt, Stett. ent. Zeit. LXXII Ghinda, Massaua.
1911 p. 2.
. rubricosus Boheman, Ins. Caffr. II 1857 Caffrarien, Cap.
p. 339.
. impurus Roth, Arch. Naturgesch. XVII 1 Ost-, Süd- u. West-
1851 p. 131. afrıka.
. desertus Klug, Symb. Phys. V 1845 t. 42 f. 4. Arabien, Ägypten,
Obock.
var. perplexus Harold, Berliner ent. Zeit- Senegal.
schr. VI 1862 p. 151.
rugosostriatus Waterhouse, Trans. ent. Soc. Japan, Korea.
London 1875 p. 92.,
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien. 125
17, pallescens Walker, Lord List Coleopt. 1871 Harkeko, Nordafrika.
p- 11.
18. ıntercalarıs Peringuey, Trans. 8. Afr. phil. Capkolonie.
Soc. XII Catal. 1901 p. 392.
impressipennis A. Schmidt, Soc. entomol. Deutsch-Südwest-
XXIII 1908 p. 52. afrika.
19. massaicus Gerstaecker, Jahrb. wissenschaft. Massai.
Anst. Hamburg 1884 p. 49.
20. argutus A. Schmidt, Stett. ent. Zeit. LXXII. Sesse-Inseln.
1911 p. 4.
21. lacunosus A. Schmidt, Stett. ent. Zeit. Galla-Land.
LXXII 1911 p. 12.
22. anthrax Gerstaecker, Arch. Naturgesch. Sansibar, Uru.
XXXVII 1 1871 p. 47.
23. javanus A. Schmidt, Not. Leyd. Mus.XXX I Batavia.
1909 p. 114.
24. marginellus Fabricius, Spec. Ins. 11781 p. 21. Ostasien u. Inseln,
Neu-Guinea.
var. priscus Motschulsky, Etud. ent. VII 1858 p. 56.
25. orientalis Harold, Berliner ent. Zeitschr. VI Ostasien u. Inseln.
1862 p. 147.
26. atrosulcatus A. Schmidt, Soc. entomolog. Nüdafrika.
XXIII 1909 p. 188.
27. subcostatus H. Kolbe, Arch. Naturgesch. Korea, China.
1886 1 p. 189.
28. urostigmoides n.sp. Siehe Anhang.
7. Subg. Ammoeeius Mulsant.
Hist. nat. Col. France, Lamell. 1842 p. 302.
Mittelgroße und kleinere Arten, fast immer schwarz oder schwarz-
braun gefärbt, glänzend, unbehaart, Körper gedrungen, Seiten und
Spitze stark herabgewölbt, die amerikanischen Arten schlanker und
flacher, auch heller gefärbt, Kopf mit deutlicher Querleiste, von hier
senkrecht abfallend, Thorax an Basis gerandet, Schildchen drei-
eckig, Endborsten der Hintertibien gleich und ungleich.
Arten:
1. brevis Erichson, Naturgesch. Ins. Deutschl. Nord- u. Mitteleuropa
III 1848 p. 907. Kaukasus.
2. frigidus Brisout, Ann. Soc. ent. France 1866 Spanien, Portugal.
. 374.
3 ee Erichson, Naturg. Ins. Deutschl. Spanien, Portugal,
III 1848 p. 908. Marokko.
4. rugifrons Aube, Ann. Soc. ent. France (2) Algier, Sardinien.
VII 1850 p. 335.
5. elevatus Olivier, Ent. 131789p. 89t. 21.190 Südwest-Europa, Al-
gier, Marokko.
11. Heft
126 Adolf Schmidt:
var, edentulus Mulsant, Col. France, La- Südfrankreich.
mell. 1842 p. 303.
„„ fusciventris Mulsant, Col. France, La- Südfrankreich.
mell. 1842 p. 303.
„ numidieus Mulsant, Mem. Acad. Algier.
Lyon I 1851 p. 19.
. lugubris Boheman, Ins. Caffr. II 1857 p. 364. Caffrarien, Cap.
. bidentulus Harold, Col. Hefte VII 1871 p. 19. Cap.
. Felscheanus Reitter, Wiener ent. Zeit. XXIII Algier.
1904 p. 225.
9. asellus A. Schmidt, Deutsche ent. Zeitschr. Texas.
1907 p. 201.
10. acerbus G. Horn, Trans. Amer. ent. Soc. XIV Texas.
1887 p. 56.
11. armaticeps Peringuey, Trans. S. Afr. phil. Capkolonie.
Soc. XII Catal. 1901 p. 410.
12. dentinus Peringuey, Trans. S. Afr. phil. Soc. Transvaal.
XII Catal. 1901 p. 410.
13. spectabilis Peringuey, Trans. $. Afr. phil. Soc. Capkolonie.
XII Catal. 1901 p. 410.
14. tricarinulatus A. Schmidt, Deutsche ent. Transvaal.
Zeitschr. 1907 p. 201.
15. trituberculatus A. Schmidt, Deutsche ent. Japan.
Zeitschr. 1907 p. 201.
16. dentatus A. Schmidt, Deutsche ent. Zeitschr. Tanger, Marokko.
1908 p. 504.
17. mimus Peringuey, Trans. S. Afr. phil. Soc. Capkolonie.
XI Catal. 1901 p. 409.
8. Subg. Erytus Mulsant.
Hist. nat. Col. France, Lamell. 1871 p. 273.
Lange und schmale, flach gewölbte, meistens gelbbraune Arten
mit sehr glatter Oberfläche, Thorax an der Basis gerandet, Schildchen
dreieckig und parallel, Hintertibien mit gleichen und ungleichen
Borsten, Tarsen meistens deutlich verlängert.
X 10
Arten:
1, Klugi A. Schmidt, in Schenkling Col. Catal. Algier, Ägypten,
XX p. 9. Arabien, Syrien,
brunneus Klug, Symb. Phys. V 1845 no. Portugal, Spanien,
61.42 £.6 Turkestan,Kaukas.
2. prwinosus Reitter, Verh.nat.Ver. Brünn XXX Transkaspien, Tur-
1892 p. 191. kestan, Persien.
3. longissimus Sahlberg, Öfers. 8. Vet. Soc. Joppe.
Helsingfors L 7 1907—1908 p. 58.
4. aequalis A. Schmidt, Deutsche Ent. Zeitschr. Turkestan, Transkau-
1907 p. 201. kasien, Syrien, Ural.
5. gracilis Boheman, Ins. Caffr. II 1857 p. 343. Limpopo.
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien, 127
. comptus A. Schmidt, Stett. ent. Zeit. LXXII Sesse-Inseln.
1911 p.6.
. opacior D. Koshantschikoff, Horae Soc. ent. Algier, Tunis.
Ross. XXVIII 1894 p. 102.
. larreae G. Horn, Trans. Amer. ent. Soc. XIV Texas, Mexiko.
1887 p. 41.
. sitiphoides d’Orbigny, Bull. Soc. ent. France Algier, Tunis.
1896 p. 149.
Sa No er
9. Subg. Alocoderus n. subg.
Große oder mittelgroße schwarze oder braune Arten, einfarbig
oder mit dunklerer Scheibe des Halsschildes, Kopf mit deutlich er-
habener Stirnnaht, die oft in drei quere Höcker geteilt ist, Vorderrand
- des Halsschildes und Basis gerandet, Schildehen dreieckig, Endborsten
der Hintertibien gleich und ungleich.
Arten:
1. Semenowi Reitter, Horae Soc. ent. Ross. Tibet, Chinesisch-Tur-
XXI 1837 p. 220. kestan.
2. digitalis D. Koshantschikoff, Horae Soc. Turkestan.
ent. Ross. XXVIII 1894 p. 102.
3. hydrochoeris Fabricius, Ent. Syst. Suppl. Mittel- u. Südeuropa,
1798 p. 23. Nordafrika, Syrien,
var. tataricus Harold, Berliner Ent. Zeit- Kaukasus bis Ostsibir.
schr. X 1866 p. 114. sibirien, Kanarische
‚„„ eoloratus Mulsant, Hist. Col. France Inseln, Krim, Frank-
Lamell 1842 p. 218. reich.
‚„„ discicollis Mulsant, Hist. Col. France Lamell 1842 p. 218.
„„. germanus Mulsant, Hist. Col. France Lamell. 1842 p. 218.
4. Holdereri Reitter, Wiener ent. Zeit. XIX Kuku-noor.
1900 p. 155 t. 1 £.1.
5. carınıfrons Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn Tanger.
XXX 1892 p. 214.
6. strigimärgo Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn Turkestan.
XXX 1892 p. 238.
1) fronticornis D. Koshantschikoff, Horae Soc. ent. Ross. XXVIII
1894 p. 114.
7. lineimargo Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn Syrien, Kleinasien,
XXX 1892 p. 106. Ägypten.
8. procerus Harold, Berliner ent. Zeitschr. VI Cap, Capkolonie.
1862 p. 169.
9. Gilleti A. Schmidt, Soc. entomol. XXIV Congo.
1909 p. 11. |
?10. Segonzacı Bedel, Segonzace Voy. Maroc. Marokko.
1899—1901 (1903) p. 368.
!) Nach brieflicher Mitteilung des Herrn W. Koshantschikoff in Ligovo.
11. Hett
128
Adolf Sehmidt:
10. Subg. Mendidaphodius Reitter.
Deutsche ent. Zeitschrift 1901 p. 73.
Meraphodius D. Koshantschikoff, Horae Soc. ent. Ross. XXVIH
1894 p. 112 (pars).
Schlank, schwarz, Flügeldecken schwarz
mit rötlicher Makel,
heil oder dunkel rotbraun, Kopf runzlig mit gezähntem Clypeus (bei
scabriceps fehlend), Basis des Halsschildes mit und ohne Rand, Schild-
chen dreieckig oder parallel, Endborsten der Hintertibien ungleich.
C.
Arten:
. scabriceps Leconte, U. S. Geol. Surv. Hayden
Bull. IV 2 1878 p. 457.
. biangulatus Fairmaire, Ann. Soc. ent. Bel-
gique XXXVII 1893 p. 18.
. adustus Klug, Monatsb. Berliner Acad. 1855
p- 656.
var. porrectus n. var. (Siehe Anhang.)
. rutilus Klug, Symb. Phys. V 1845 no. 9
42 £.9.
t.
Lesnei A. Schmidt, Bull. Mus. hist. nat.
Paris 1911 p. 101.
. nodukfer D. Koshantschikoff, Horae Soc.
ent. Ross. XXVIII 1894 p. 112.
. fuscolimbatus Harold, Mitteil. Münch. ent.
Ver. IV 1880 p. 155.
. lepidulus Harold, Berliner ent. Zeitschr. X
1866 p. 119.
. Brancsiki Beitter, Deutsche ent. Zeitschr.
1899 p. 200.
. spinifrontis Reitter, Deutsche ent. Zeitschr.
1901 p. 73.
. Adolfischmidti Reitter, Wiener ent. Zeitschr.
XXVIII p. 75.
. Chobauti Clouet, Bull. Soc. ent. France
1896 p. 371.
Thorax an der Basis ungerandet,
Colorado.
Choa.
Tette, Capkolonie,
Mozambique.
Arabien, Nubien,
gypten.
Britisch-Ostafrika.
Samarkand.
Mesopotamien.
Kleinasien, Syrien,
Mesopotamien.
Transkaspien.
Indersk.
Uralsk.
Algier.
Schildchen dreieckig,
Borsten der Hintertibien ungleich.
1. Subg. Symphodon n. subg.
Die beiden unteren Zähne der Vordertibien verwachsen, Kopf
ohne Höcker, einfarbig braun.
Arten:
l. anomalus Harold, Berliner ent. Zeitschr.
XVII 1874 p. 185.
Chile.
Erster Versuch einer Rinteilung der exotischen Aphodien. 1239
2. Subg. Hemieyelium n. subg.
Kastanienbraun, flach gewölbt, Thorax beim $ vorn mit größerer
Abplattung oder größerem, hinten hoch begrenztem Eindruck.
Arten:
1. unicornutum A. Schmidt, Not. Leyd. Mus. Rhodesia.
XXXI 1909 p. 111.
2. planatum A. Schmidt, Not. Leyd. Mus. XXXI Deutsch-Ostafrika.
1909 p. 110.
3. Subg. Crateroeyphus n. subg.
Große Arten mit stark entwickeltem Kopfhorn, einem mehr
oder weniger starken Tuberkel oder drei Längsgruben auf dem Thorax.
Arten:
1. magnificus A. Schmidt, Not. Leyd. Mus. Abessynien.
XXXI 1909 p. 108.
2. rhinocerus Reiche, Voy. Ferret et Galin. Ost- u. Südafrika.
Abyss. III 1847 p. 343 t. 21 £.1.
3. forticornis A. Schmidt, Deutsche ent. Zeitschr. Siam.
1910 p. 355.
4. Subg. Plagiogenus Mulsant.
Hist. nat. Col. France Lamell. 1842 p. 306.
Kleine Arten von schwarzer oder schwarzbrauner Farbe mit
ebensolchen oder hellbraunen oder gelblichen Flügeldecken und dunkler
Naht, zuweilen auch Spitze, Seitenrand und Basis dunkler, Kopf
behaart, ungehöckert, Flügeldecken mit rippenförmigem Wulst vor
der Spitze, der durch Vereinigung des 7. und 9. Zwischenraumes ge-
bildet wird.
Arten:
1. arenarius Olivier, Ent. 13 1789 p. 96.24 Frankreich, Deutsch-
£. 206. land, Österreich,
England, Kaukasus
?nitidus Küster, Käf.Europ. XVIIIno.55. Montenegro.
var. sabulicola Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell. 1842
p. 306.
2. culminarius Reitter, Wiener ent. Zeit. XIX Donkyr.
1900 p. 156.
3. burgaltaicus Csiki, in Zichys 3. asiat. For- Mongolei.
schungsreise 1901 II p. 107.
4. nefandus Reitter, Deutsche ent. Zeitschr. Mandschurei.
1907 p. 408.
5. syriasus Harold, Berliner ent. Zeitschr. VII Syrien, Kaukasus.
1863 p. 389.
6. nanus Fairmaire, Ann. Soe. ent. France (3) Nordafrika, Klein-
VIII 1860 p. 172. asien.
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 11. 9 11. Heft
130
Adolf Schmidt:
7. Kricheldorffi W. Koshantschikoff, Rev. russ. Transkaspien.
8.
9,
10.
Entomol. X 1910 p. 19.
Reitteri D. Koshantschikoff, Horae Soc. ent. West-Turkestan.
Ross. XXVIII 1894 p. 97.
esimoides Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn Tunis.
XXXI 1893 p. 105.
praeustus Ballion, Bull. Soc. Mosecou XLIII2 Turkestan, Kaukasus,
1871 p. 333. Syrien.
5. Subg. Aerossus Mulsant.
Hist. nat. Col. France Lamell. 1871 p. 236.
Große schwarze, flach gewölbte Arten, zuweilen Flügeldegken
heller, Kopf groß, halbkreisförmig, mit großen, meistens spitzen
Wangen und ungehöckerter Stirnnaht, Thorax oft an den Seiten
sehr dick gerandet.
Arten:
1. luridus Fabrieius, Syst. Ent. 1775 p.19. Europa, Kaukasus,
Kleinasien, Zentral-
asien, Sibirien, An-
tillen, Marokko.
var. interpunctatus Herbst, Fuessl. Arch. IV N p. 8.
gagates Müller, Zool. Dan. Prodr. 1776 p.5
varvegatus Herbst, Fuessl. Arch. IV 1783 p. RN
nigrosulcatus Marsham, Ent. Brit. I 1802 p. 27.
intricarıus Mulsant, Hist, nat. Col. France Lamell. 1842
p. 275.
ehe Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell. 1842 p. 275..
aprcalıs Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell. 1842 p. 276.
lateralis Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell. 1842 p. 276.
bipaginatus Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell. 1842
p. 277.
‚„ humeralis Dalla Torre, Bericht. Ver. Nat. Oberösterr. X
1879 p. 110.
„ strigosus Dalla Torre, Bericht Ver. Nat. Oberöst. X 12
p. 110.
„„ rufonotatus Dalla Torre, Bericht Ver. Nat. Oberöst. X 1879
p. 110.
hiwvidibasis Reitter, Deutsche ent. Zeitschr. 1898 p. 342.
2. rubripennis G. Horn, Trans. Amer. ent. Soc. Kanada, Pennsyl-
III 1870 p. 132. vanien, Maryland.
3. depressus Kugelann, in Schneid. Magazin I Nord- u. Mitteleuropa
3 1792 p. 262. Nord- u. Mittel-
asien, Westsibirien.
var. nigripes Stephens, Ill. Brit. Ent. III 1830 p. 201.
caminarius Faldermann, Faun. Transc. I 1836 p. 251.
‚„, adtramentarius Erichson, Naturgesch. Ins. Deutsch. III
1848 p. 897.
18.
19.
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien. 131
var. biceps Dalla Torre, Bericht. Ver. Naturk. Oberöst. X
1879 p. 109.
„ marginatus Dalla Torre, Bericht. Ver. Naturk. Oberöst.
X 1879 p. 109.
. binaevulus Heyden, Deutsche ent. Zeitschr. Wladiwostok.
1887 p. 303.
var. diaphanomaculatus Heyden, Deutsche ent. Zeitschr. 1887
p- 303.
. rufipes Linne, Syst. Nat. I 1758 p. 353. Europa, Westasien,
Persien, Yünnan,
Maryland, Penn-
sylvanien,Argen-
gentinien.
var. oblongus Scopoli, Ent. Carn. 1763 p. 8.
. gagantinus Menetries, Cal. rais. 1832 p. 182. Kaspisch. Meer, Trans-
kaukasien, Lenko-
ran, Daghestan,
Nordpersien.
. laticollis Baudi, Berliner ent. Zeitschr. XIV Seealpen.
1870 p. 68.
. carpetanus Graälls, Ann. Soc. ent. France Spanien, Sizilien.
(2) V 1847 p. 206.
var. siculus Harold, Berliner ent. Zeitschr. VI 1862 p. 39.
. planzvcollis Reitter, Deutsche ent. Zeitschr. Kaukasus.
1890 p. 390.
. Ritsemaw A. Schmidt, Not. Leyd. Mus. Sikkim.
XXXI 1909 p. 112.
. atratus Waterhouse, Trans. ent. Soc. London Japan.
1875 p. 91.
. Viturati Reitter, Deutsche ent. Zeitschr. Nanschan.
1907 p. 411.
. opacipennis A. Schmidt, Deutsche ent. Sikkim.
Zeitschr. 1910 p. 356.
. semiopacus Reitter, Horae Soc. ent. Ross. Tibet, Chinesisch-Tur-
XXI 1887 p. 227. kestan.
var. luteovrroratus Heyden, Horae Soc. Kan-ssu.
ent. Ross. XXIII 1889 p. 657.
. tingitanus Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn Tanger.
XXX 1892 p. 108.
. longepilosus A. Schmidt, Stett. ent. Zeit. Angola, Abessinien,
LXXII 1911 p. 14. Senegal.
. bimaculatus Laxmann, Nov. Comment. Acad. Südrußland, Nord-
Petrop. XIV 1 1770 p. 593. deutschland, Frank-
reich, Sıbirien.
?ustulatus Harold, Berliner ent. Zeitschr. Ostindien.
VI 1862 p. 386.
?impressiusculus Fairmaire, Bull. Soc. ent. Peking.
France 1888 p. 201.
9* 11. Heft
132 Adolf Schmidt:
6. Subg. Agolius Mulsant.
Hist. nat. Col. France Lamell. 1871 p. 232.
Mittelgroß, länglich, gewölbt, glänzend, schwarz oder schwarz-
braun, Flügeldecken ebenso oder heller braun gefärbt, einfarbig oder
mit dunklen Längsflecken, Kopf sehr klein, vorn oft rauh punktiert,
Stirnnaht sehr selten gehöckert, Thorax meist dicht punktiert.
Arten:
1. miztus Villa, Col. Eur. Dupl. 1833 p. 34. Alpen, Apenninen,
Pyrenäen, Piemont,
Triest, Karpathen.
var. discus W. Schmidt, Germ. Zeit. II 1840 p. 127.
‚„ yclocephalus Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell.
1842 p. 270.
„ unicolor Schilsky, Deutsche ent. Zeitschr. 1888 p. 316.
conjunetus Schilsky, Deutsche ent. Zeitschr. 1888 p. 316.
2. abchasicus Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn Kaukasus, Circassien,
XXX 1892 p. 241. Abchasien.
3. Heydeni Harold, Col. Hefte VIL1871p. 112. Asturien.
4. pollicatus Erichson, Naturgesch. Ins. Krain, Illyrien, Öster-
Deutsch. III 1848 p. 888. reichische, Stei-
rische u. Kärnthner
Alpen, Karawanken
5. Schlumbergeri Seidlitz, Fauna Transsylv. Pyrenäen.
1891 p. 150.
var. consobrinus K. Daniel, Soc. ent. Tirol.
1900 p. 139.
var. samniticus J. Daniel, Münch. Kol. Abruzzen.
Zeit. I 1912 p. 82.
6. Danielorum Semenow, Rev. russe Ent. II Schweiz.
1902 p. 294.
Bilimecki Seidlitz, Fauna Transsylv. 1891 p.149 (pars).
var. limbolarius Reitter, Verh. nat. Bosnien, Herzegowina
Ver. Brünn XXX 1892 p. 242. Sudeten.
pieturatus J. Daniel, Münch. Kol. Zeit. Lessiner Alpen.
I 1902 p. 80.
7. montanus Erichson, Naturgesch. Ins. Monte Baldo, Lessiner
Deutsch. III 1848 p. 887. Alpen, M. Thabor,
Bosnien, Herzego-
wina, Siebenbürgen
Kaukasus, Pyre-
näen.
8. amblyodon K. Daniel, Soc. ent. XV 1900 Westalpen.
p- 139.
9. dilatatus Reiche et Saulcy, Ann. Soc. ent. Griechenland, Türkei.
France (3) IV 1856 p. 399.
var. ampliatus Reitter, Verh. nat. Ver. Sizilien.
Brünn XXX 1892 p. 220.
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien, 133
10. Haroldi D. Koshantschikoff, Horae Soc. ent. Turkestan.
Ross. XXVIII 1894 p. 98.
var. orinus W. Koshantschikoff, Rev. Kaschmir.
russ. Entomol. XII 1912 p. 516.
7. Subg. Neagolius W. Koshantschikoff.
Rev. russ. Ent. XII 1912 3 p. 517.
Übereinstimmend mit Agokus Mulsant in dem auffallend kleinen
Kopfe, dem dreieckigen Schildchen, den ungleichen Borsten am End-
rande der Hintertibien, unterscheidet sich aber durch den an der Spitze
nicht umgebogenen unteren Enddorn der Mitteltibien beim Männchen.
Arten:
1. Sharpi Harold, Berliner ent. Zeitschr. XVIII Algier.
1874 p. 205.
2. faleispinis W. Koshantschikoff, Rev. russ. Chinesisch-
Ent. XII 1912 p. 517. Turkestan.
pallidicinctus Beitter (nec. Waterhouse),
Verh. nat. Ver. Brünn XXX 1892 p. 237.
3. iguricus J. Daniel, Münch. Kol. Zeit. I 1902 Ligurische Apeninen.
p- W.
4. praecox Erichson, Naturgesch. Ins. Deutschl. Steiermark, Kärnthen,
III 1848 p. 889 Koralpe, Tirol,
Penninische Alpen.
var. penninus J. Daniel, Münch. Kol. Zeit. I. 1902 p. 89.
5. montwagus Erichson, Naturgesch. Ins. Steirische, Kärnthner
Deutsch. III 1848 p. 889. Alpen, M. Cenis.
var. brunneus Schilsky, Deutsche ent. Zeitschr. 1888 p. 316.
„ cemisius J. Daniel, Münch. Kol. Zeit. I 1902 p. 85.
8. Subg. Gonaphodius Reitter.
Verh. nat. Ver. Brünn XXX 1892 p. 241.
Mittelgroß, mäßig gewölbt, schwarz, glänzend, Kopf ungehöckert,
Hinterwinkel des Halsschildes abgestutzt.
Art:
l. scoparius Harold, Mitt. Münch. ent. Ver. 1877 Kiachta.
1 p. 112.
postangulus Reitter, Horae Soc. ent. Ross. Chinesisch Turkestan.
XXI 1887 p. 225.
9. Subg. Gonaphodiellus n. subg.
Kleine, bräunlich gefärbte amerikanische Arten, ausgenommen
fastigatus, Oberfläche unbehaart, Kopf ohne Höcker, Hinterwinkel des
Halsschildes abgestutzt.
Arten:
1. pacatus Harold, Stett. ent. Zeit. XLI 1880 p.37 Columbien.
11, Heft
134 Adolf Schmidt:
9. bimaculosus A. Schmidt, Soc. entomol. XXIV Mexiko.
1909 p. 19.
3. fastigatus A. Schmidt, Soc. entomol. XXIII Transvaal, Senegal,
1908 p. 41. Portug. Guinea.
4. columbicus Harold, Stett. ent. Zeit. XLI 1880 Bogotä.
p. 36.
10. Subg. Biralus Mulsant.
Hist. nat. Col. France Lamell. 1871 p. 227.
Schwarz, flach gewölbt, stark glänzend, fast glatt, Kopf u unge-
‘ höckert, Flügeldecken ganz oder zum Teil rötlichbraun, gewöhnlich
mit dunkler Nahtmakel, Thorax jederseits gebuchtet.
Arten:
1. satellitius Herbst, Natursyst. Ins. II 1789 Deutschl,, Österreich.-
p- 281. Ungarn, Frank-
var. planus W. Schmidt, Germ. Zeit. II reich, Südeuropa,
1840 p. 170. Syrien, Kaukasus.
invisibilis Dalla Torre, Bericht Ver.
Nat. Oberösterr. X 1879 p. 109.
2. Menetriesi Menetries, Mem. Acad. Petersb. Buchara, Kaukasus,
(6) VI 1849 p. 59. Turkmenien, Syrien
3. equinus Faldermann, Fauna Transcauc. I Kaukasus, Syrien,
| Col. 1836 p. 257. Turkmenien.
11. Subg. Adeloparius n. subg.
Große, flache, breite, heller oder dunkler braun gefärbte Arten;
Thorax und Flügeldecken selten einfarbig, meistens mit dunklen
Flecken, Kopf abgerundet, ungehöckert, Wangen sehr selten deutlich,
Thorax und abgerundete Hinterwinkel deutlich gerandet.
Arten:
1. trimaculatus A. Schmidt, Not. Leyd. Mus. Weyns (Kongo).
XXXI 1909 p. 103.
2. circumdatus Klug, Monatsber. Acad. Berl. Sena, Mozambique, .
1855 p. 656. Malange.
3. luridipes Harold, Berliner ent. Zeitschr. V Senegal.
1861 p. 106.
4. nobilis Harold, Berliner ent. Zeitschr. XVIII Abessinien, Südafrika.
1874 p. 176.
?septemmaculatus Fabricius, Spec. Ins. I Mittelafrika.
1781 p. 20.
5. pulcherrimus Reiche, in Ferret et Galin. Voy. Abessinien.
Abyss. III 1847 p. 345.
var. aequabilis A Schmidt, Aphodiinen-
Zusammenstellung in Deutsche ent.
Zeitschr. 1907 —1908 p. 62.
Erster Versuch einer Einteilune der. exotischen Aphodien. 135
6. Wahlbergi Boheman, Ins. Caffr. II 1857 p. 350 Transvaal, Natal,
Caffrarien.
var. Smithi Shipp, Smith Through. unkn. Nordafr., Abessinien,
Afr. Coleopt. 1897. App. p. 451. Arussi, Galla.
7. Holubi Dohrn, Stett. ent. Zeit. XLIV 1883. Südafrika, Congo.
8. Vethi Lansberge, Not. Leyd. Mus. VIII 1886 Humpata.
p. 91.
12. Subg. Aerossidius n. subg.
In Größe und Gestalt mıt Acrossus übereinstimmend, aber ver-
schieden durch mehr oder weniger deutliche Behaarung der Flügel-
decken, den kleineren, beim Weibchen ausgerandeten Kopf, die
kleineren Wangen, die sehr auffallende Bewimperung des Halsschildes,
das verkürzte erste Glied der Vordertibien.
Arten:
1. tasmaniae Hope, Proc. ent. Soc. London 1846 Tasmanien.
2. Howitti ‘Hope, Proc. ent. Soc. London 1846 Australien.
p. 147.
3. Andersoni Blackburn, Proc. Roy. Soc. Viet. Südwestaustralien.
XVII 1904 p. 154.
13. Subg. Aganoerossus Reitter.
Wien. ent. Zeit. XIV 1895 p. 208.
. Mittelgroß, flach gewölbt, schwarz, Flügeldecken oft heller, Kopf
mit eingedrückter, ungehöckerter Stirnlinie, Flügeldecken mit größeren,
ein aufstehendes Haar tragenden Punkten.
Arten:
1. amoenus Boheman, Ins. Caffr. II 1857 p. 354. Südafrika, Sesse-
Inseln.
var. vestitus Boheman, Ins. Caffr. II 1857 China, Japan.
359.
„ pallidicornis Walker, Ann. Mag. nat. Ceylon, Malabar,
Hist. (3) II 1858 p. 207. Java.
„ timpugnans A. Schmidt, Aphodinen -
Zusammenstellung in Deutsche ent.
Zeitschrift, Beilage 1907—1908, p. 4.
2. urostigma Harold, Berliner ent. Zeitschr. VI Java, Ceylon, Malabar
1862 p. 170. Yünnan, Sumatra,
China.
14. Subg. Trichaphodius n. subg.
Flache, heller oder dunkler braun gefärbte Arten mit deutlich
behaarten Flügeldecken, selten ist die Behaarung nur auf die Seiten
beschränkt, Kopf ungehöckert, Flügeldecken meistens mit heller,
dunkel gerandeter Spitzenmakel, fehlt dieselbe, so sind die Arten außer
11. Heft
136 Adolf Schmidt:
den obigen Merkmalen an dem verlängerten Meso- und stark ver-
kürzten Metasternum kenntlich, erstes Glied der Hintertibien stark
verlängert, länger als die drei folgenden Glieder.
Arten:
1. humihis Roth, Arch. Naturgesch. XVII 1 Ost- und Südafrika,
1851 p. 132. Sesse-Inseln.
lanuginosus Peringuey, Trans. 8. Afr.
phil. Soc. XII Cat. 1901 p. 385.
. opisthinus Bates, Biol. Centr.-Amer. Col. II2 Mexiko, Costarica.
1887 p. 92, Suppl. p. 392.
189)
3. serrulatus Quedenfeldt, Berliner ent. Zeit- Malanga.
schr. XXVIII 1884 p. 283.
4. costatulus A. Schmidt, Entomol. Wochenbl. Belgaum, Kulu.
XXV 1908 p. 47.
5. foveiventris Raffray, Rev. Mag. Zool. (3) V Abessinien.
1877 p. 326.
var. sericeus A. Schmidt, Not. Leyd. Mus. Senegal.
XXXI 1909 p. 107.
6. Volsemi Harold, Compt. rend. Ann. Soc. Barbacena.
Belg. 1876 p. 9.
7. connexus Klug, Monatsb. Acad. Berl. 1855 Tette, Mozambique.
p. 656.
8. calcaratus Boheman, Ins. Caffr. II 1857 Orange, Ovampoland,
p. 359. Usambara, Trans-
vaal, Abessinien.
9. divisus A. Schmidt, Soc. entomol. XXIII Bagamojo, Sansibar,
1908 p. 41. Transvaal.
10. nigrovirginatus A. Schmidt, Stett. ent. Zeit. Yünnan.
LXXII 1911 p. 49.
11. manifestus A. Schmidt, Stett. ent. Zeit. Natel.
LXXI 1911 p. 15.
12. imperiosus A. Schmidt, Stett. ent. Zeit. Senegal.
LXXI 1911 p. 8.
13. cinerascens Klug, Monatsber. Acad. Berl. Tette.
1855 p. 656.
14. leoninus A. Schmidt, Stett. ent. Zeit. LXXII Mashonaland.
1911 p. 13.
15. Reicher Harold, Berliner ent. Zeitschr. III Java, Celebes, Neu-
1859 p. 210. Guinea, Luzon.
16. segmentaroides A. Schmidt, Soc. entomol. Vorderindien.
XXIV 1909 p. 11.
17. segmentarius Harold, Col. Hefte XVI 1879 Birma.
p. 227.
18. sinuatus Harold, Ann. Soc. ent. France (3) Philippinen, Java,
VIII 1860 p. 614. Indien.
19. pilosus Harold, Berliner ent. Zeitschr. XVIII Hindostan, Japan.
1874 p. 190.
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien. 137
20. ?seminitidus Quedenfeldt, Berliner ent. Zeit- Malanga.
schr. XXVIII 1884 p. 282.
21. ?hepaticolor Quedenfeldt, Berliner ent. Zeit- Malanga.
schr. XXVIII 1884 p. 281.
15. Subg. Podotenus n. subg.
Mittelgroß, schwarz oder braun, Flügeldecken zuweilen heller, mit
dunklen Flecken, behaart (fulviventris ausgenommen) und mit Spitzen-
beule; Verdertibien beim Männchen mit zwei, beim Weibchen mit
drei Außenzähnen, Tarsen sehr lang, Epipleuren, besonders hinten, von
oben sichtbar.
Arten:
1. fulviventris Fairmaire, Rev. Mag. Zool. (2) Chile.
XII 1860 p. 268.
2. gracilipes Harold, Berliner ent. Zeitschr. XI Chile.
1867 p. 279.
3. Vietoriae Blackburn, Trans. Roy. Soc. $.- Victoria.
Austr. XXI 1897 p. 88.
4. erosus Erichson, Arch. Naturgesch. VIII 1 Tasmanien.
1842 p. 157.
5. suberosus Blackburn, Proc. Roy. Soc. Viet. Vietoria.
XVII 1904 p. 155.
6. insignior Blackburn, Proc. Roy. Soc. Viet. Westaustralien.
XVII 1904 p. 156.
7. ?baldiensis Blackburn, Proc. Roy. Soc. Viet. Vietoria.
XVII 1904 p. 156.
8. ?callabonensis Blackburn, Trans. Roy. Soc. Südaustralien.
S. Austral. XIX 1895 p. 32.
9, ?Lindensis Blackburn, Trans. Roy. Soc. 8.- Südaustralien.
Austr. XV 1892 p. 35.
16. Subg. Blaekburneus n. subg.
Kleine Arten, gewöhnlich einfarbig hellbraun, selten dunkelbraun,
Kopf ungehöckert, Stirnlinie mehr oder weniger sichtbar, glänzend,
unbehaart.
Arten:
1. furcatus A. Schmidt, Soc. entomol. XXIV Brasilien.
1909 p. 10.
2. laxepunctatus A. Schmidt, Deutsche ent. Brasilien.
Zeitschr. 1910 p. 356.
3. calvus A. Schmidt, Soc. entomol. XXIV Südafrika.
1909 p. 19.
4. diminutus Bates, Biol. Centr.-Amer. Col. II Guatemala.
2 1887 p. 89.
5. minutissimus A. Schmidt, Entomol. Wochen- Nilgiri-Hills.
bl. XXV 1908 p. 47.
11, He
138 mA Adolf Schmidt:
6. novus A. Schmidt, Stett. ent. Zeit. LXXII Mashonaland.
1911 p. 18.
7. levis A. Schmidt, Ann. Soc. ent. Belg. LII Kongo.
1908 p. 37.
8. Richteri A. Schmidt, Stett. ent. Zeit. LXXII Argentinien.
1911 p. 21.
9, detruncatus A. Schmidt, Ann. Soc. ent. Belg. Kongo.
LII 1908 p. 37.
10. inornatus A. Schmidt, Soc. entomol. XXIII Transvaal.
1909 p. 52.
11. argentinensis A. Schmidt, Not. Leyd. Mus. Argentinien.
XXX] 1909 p. 101.
12. Albertisi Harold, Ann. Mus. Genova X 1877 Somerset.
13. erythrinus Bates, Biol. Centr.-Amer. Col. II Panama.
2 1887 p. 89.
14. zanthus Bates, Biol. Centr.-Amer. Col. II 2 Panama.
1887 p. 90. t.6 £.19
17. Subg. Emadiellus n. subg.
Mittelgroß, flach gewölbt, dunkelbraun bis schwarz, Kopf un-
gehöckert, Flügeldecken mit zwei runden Makeln.
Arten:
1. rufopustulatus Wiedemann, Zool. Mag. II 1 Bengalen.
1823 p. 27.
2. eruentus Klug, Monatsber. Acad. Berlin 1855 Tette, Mozambique.
. 656.
3. A Bates, Biol. Centr.-Amer. Col. Guatemala.
II 2 1887 p. 88.
var. scotinus Bates, Biol. Centr.-Amer. Mexiko.
Col. II 2 1887 p. 87.
„„ ehiriquinus Bates, Biol. Centr.- Amer. Panama.
Col. II 2 1887 p. 89.
18. Subg. Calaphodius Reitter.
Verh. nat. Ver. Brünn XXX 1892 p. 228.
Mittelgroß, gelbbraun, Kopf, Scheibe des Halsschildes und Makeln
auf Flügeldecken schwarz, Kopf ungehöckert, mit flacher Beule und
undeutlicher Stirnnaht.
Arten:
1. Bonvouloiri Harold, Ann. Soc. ent. France (3) Spanien.
VIII 1860 p. 615.
2. Makowskyi D. Koshantschikoff, Horae Soc. Turkestan, Taschkent.
ent. Ross. XXV 1891 p. 438.
3. moestus Fabricius, Systh. Eleuth. 11801 p. 78. Ostindien,Ceylon,
Südafrika u. Ost-
küste, Madagaskar.
Erster Versuch einer Einteilung der. exotischen Aphodien. 139
19. Subg. Limarus Mulsant.
Hist. nat. Col. France Lamell. 1871 p. 264.
Gewölbte, glänzende, mittelgroße, schwarze Arten mit rot- oder
hellbraunen Flügeldecken, diese einfarbig und behaart oder glatt
mit dunkeln Makeln, Kopf gehöckert.
Arten:
1. Zenkeri Germar, Mag. Entomol. 11813p. 118. Mitteleuropa.
2. maculatus Sturm, Ent. Handb. I 1800 p. 42. Europa, Kaukasus.
var. obsoletus Dalla Torre, Bericht Ver.
Nat. Oberöst. X 1879 p. 108.
„ Jasciatus Dalla Torre, Bericht Ver.
Nat. Oberöst. X 1879 p. 108.
3. hirtipennis Lucas, Expl. Algier Ent. II 1849 Algier.
. 263.
4. ranılicollis Fairmaire, Ann. Soc. ent. Belg. Choa.
XXXVI 1893 p. 17.
D. Thorax an der Basis gerandet, Schildchen dreieckig,
Borsten der Hintertibien ungleich.
1. Subg. Drepanocanthoides n. subg.
Gewölbt, glänzend, Kopf und Thorax dunkelbraun oder schwarz,
Flügeldecken immer heller braun, Kopf ungehöckert, Vordertibien
beim Männchen innen vor der Spitze winklig erweitert, der obere
Außenzahn sehr klein oder fehlend, Enddorne nach innen gebogen,
beim Weibchen die Tibien normal.
Arten:
l. neglectus A. Schmidt, Arch. Naturgesch. Westaustralien.
LXXVII A Heft7 1912 p. 197.
2. Walshi G. Horn, Trans. Amer. ent. Soc. III Illinois, Kansas.
1870 p. 132.
2. Subg. Tetraclipeoides n. subg.
Länglich, gewölbt, glänzend, schwarz-, rotbraun oder schwarz,
Flügeldecken einfarbig oder mit hellen Flecken, Clypeus mit 4 Zähnen,
Kopf gehöckert, meistens mit Querwulst davor.
Arten:
1. dentieulatus Haldeman, Journ. Acad. Phil. Rocky Mountains,
(2) I 1848 p. 104. Neu-Mexiko, Wyo-
ming bis Neu-Me-
xiko.
2. moquinusFall, Trans. Amer.ent. Soc. XX XIII Arizona.
1907 p. 242.
3. conspersus G. Horn, Trans. Amer. ent. Soc. Kalifornien.
XIV 1887 p.9.
11. Hefi
140 Adolf Schmidt:
4. quadridentatus Harold, Berliner ent. Zeitschr. Cuba.
V 1861 p. 107.
5. quadridentulus Fairmaire, Ann. Soc.ent. Belg. Senegal.
XXXVII 1894 p. 652.
3. Subg. Coelotrachelus n. subg.
Größere Arten, einfarbig schwarz oder rotbraun, Kopf ungehöckert,
Thorax seitlich verflacht, Seiten der Basıs ausgehöhlt, diese dem
5. Zwischenraum gegenüber mit hervorspringender Spitze.
Arten:
1. venustus A. Schmidt, Stett. ent. Zeit. LXXII Mexiko.
1911 p. 28.
2. Kuntzei n.sp. (Siehe Anhang.)
4. Subg. Aphodiellus n. subg.
Oberseite glatt, fast unpunktiert, einfarbig braun, mittelgroße
Arten. Platydera Haldemani u. Coelotrachelus venustus und Kuntzei
haben gleichfalls fast unpunktierte Oberfläche, aber die breit ver-
flachten Seiten des Halsschildes unterscheiden sie hinlänglich.
Arten:
1. impunctatus Waterhouse, Trans. ent. Soc. Japan.
London 1875 p. 85.
laevigatus Harold, Deutsche ent. Zeitschr. Peking.
XXX 1886 p. 290.
2. gemialis Peringuey, Trans. $. Afr. phil. Soc. Kapkolonie.
XII Cat. 1901 'p. 390.
!) Subg. Mendidaphodius Reitter.
Kopf rauh punktiert, Olypeus gezahnt (bei scabriceps abgerundet),
schwarz, Flügeldecken zuweilen mit roter Makel, oder einfarbig hell-
oder dunkelbraun. — Dieses Subgenus wurde bereits unter Gruppe A
aufgeführt, weil die Basis zuweilen ungerandet und Schildchen paralell
vorkommt.
5. Subg. Emadus Mulsant.
Hist. nat. Col. France Lamell. 1871 p. 209.
Phalacronothus Motschulsky, Etud. entomol. VIII 1859 p.156 N
Kleine, mehr oder weniger gewölbte, glänzende, schwarze Arten,
Flügeldecken mit vier oder sechs rötlichen oder gelbbraunen Makeln,
selten Flügeldecken ganz gelblichrot, Kopf meistens ungehöckert.
Arten:
quadriguttatus Herbst, in Fuessl. Arch. IV Europa, Algier, Kau-
1873 p. 10. kasus.
var. angularis Mulsant, Hist. nat. Col. France |Lamell. 1842.
p. 261
„ erueiatus Mulsant, Hist nat. Col. France Lamell. 1842 p. 261.
„ astaurus Fuente, Ann. Esp. XXVI Act. p. 130.
!) Siehe p. 128,
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien. 141
2. quadrinaevulus Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn Araxes.
XXX 1892 p. 212.
3. ceylomnensis A. Schmidt, Arch. Naturgesch. Ceylon.
LXXVIH A Heft 7 1912 p. 196.
4. sanguinolentus Panzer, Fauna Germ. XLIII Mitteleuropa, Kau-
4 1797. kasus.
biguttatus Germar, Ins. Spee, nov. 1842 p. 111.
sec. Bedel, Bull. Soc. ent. France 1911 p. 378.
var. fallax Schilsky, Deutsche ent. Zeitschr. 1888 p. 315.
apicalis Schilsky, Deutsche ent. Zeitschr. 1888 p. 315.
similis Schilsky, Deutsche ent. Zeitschr. 1888 p. 315.
conjunctulus BReitter, Verh. nat. Ver. Brünn XXX 1892
Ei
»
. 213.
5. el Brulle, Exper. Moree III 1836 Griechenland, Türkei,
p. 172. Kleinasien, Syrien,
Turkestan.
6. quadrimaculatus Linne, Fauna Suec. 1761 Schweden, Deutsch-
p. 138. land, Tirol, Sizilien,
Kaukasus.
var. caudatus Mulsant, Hist. nat. Col. Frankreich.
France Lamell. 1842 p. 206.
„„ prolongatus Mulsant, Hist. nat. Col. Frankreich.
France Lamell. 1842 p. 207.
„„ biguttulus Fiori, Natural. Sieil. XIX Italien.
1907 p. 120.
7. hilaris Herold, Abeille V 1869 p. 433. Persien, Palästina.
8. hypocrita Mulsant, Hist. nat. Col. France Frankreich.
Lamell. 1871 p. 209.
6. Subg. Volinus Mulsant.
Hist. nat. Col. France 1871 p. 297.
Chilothorax Motschulsky, Etud. entomol. VIII 1859 p. 156
(pars).
Klein, gewölbt, selten behaart, schwarz, Flügeldecken heller
braun mit dunklen Flecken, die meistens getrennt stehen, sich. aber
auch teilweise verbinden oder fast ganz fehlen können, oder die Flügel-
decken haben dunkle Längsstreifen (amerikanische Arten), seltener
bei gefleckten Flügeldecken die ganze Oberseite hell, Kopf mit und
ohne Höcker.
Arten:
1. clausula W. Koshantschikoff, Rev. russ. Transkaspien.
Entomol. X 1910 p. 19.
2. ewclamatronis Motschulsky, Bull. Soc. Mos- Spanien,Algier, Tunis.
cou XXII 3 1849 p. 108.
3. naevuliger Reitter, Entomol. Nachr. XX Tunis.
1894 p. 187.
11. Heft.
142
Adolf Schmidt:
4. pietus Sturm, Deutschl. Ins. I 1805 p. 100. Österreich, Deutsch-
a
—I
var. flavidulus Mulsant, Hist. nat. Col.
p. 249.
land, Schweden,
Finnland, Frank-
reich.
France Lamell. 1842
‚„ indigens Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell. 1842 p. 249.
tulifer Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn
XXX 1892 p. 228.
. pumilio A. Schmidt, Deutsche ent. Zeitschr .
1907 p. 201.
. tessulatus Paykull, Fauna Suec. I 1798 p. 20.
var. irregularıs Mulsant, Hist. nat. Col.
p. 252.
„ scutellatus Mulsant, Hist. nat. Col.
p. 252.
Sarepta, Transkaspien
Beirut, Tanger.
Neu-Mexiko.
Europa, Kaukasus.
France Lamell. 1842
France Lamell. 1842
‚„ tintricatus Mulsant, Hist. nat. Col. France 1842 p. 253.
„ wmbrosus Mulsant, Hist. nat. Col. France 1842 p. 253.
Gutheili Schilsky, Deutsche ent. Zeitschr. 1888 p. 313.
x rugatus A. Schmidt, Deutsche ent. Zeitschr.
1907 p. 202.
. serval ve Boston Journ. 1837 p. 177.
. tescorum Semenow, Bull. Soc. Moscou (n. s.)
XI 1898 p. 508.
. kukunoriensis Semenow, Bull. Soc. Moscou
(n.s.) XI 1898 p. 506.
var. adumbratus W. Koshantschikoff,
Rev. russ. Entomol. XII 1912 p. 521.
„ petiolatus W. Koshantschikoff, Rev.
russ. Entomol. XII 1912 p. 521.
. equitis W. Koshantschikoff, Rev. russ.
Entomol. XII 1912 p. 519.
. Plutschewskyi D. Koshantschikoff, Horae
Soc. ent. Ross. XXVIII 1894 p. 123.
. mossulensis Mulsant, Ann. Soc. Linn. Lyon
XXVI 1879 p. 121.
. interstitialis D. Koshantschikoff, Horae Soc.
ent. Ross. XXVIII 1894 p. 115.
. euprosopus Bates, Biol. Centr.-Amer. Col.
II 2 1887 p. 87.
. ornatus A. Schmidt, Soc. entomol. XXVI
1911 p. 14.
. clathratus Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn
XXX 1892 p. 223.
. charmionus Bates, Biol. Centr.-Amer. Col.
IT 2 1887 p. 89.
Kalifornien.
Indiana, Pennsylva-
nien, Mittelstaaten,
bis Texas.
Westsibirien.
Nordöstliches Tibet.
Quellgebiet desBlauen
u. Gelben Flusses.
Tibet.
Damaskus.
Kirgisensteppe.
Mosul.
Turkestan.
Guatemala.
Mexiko.
Ordubad, Sultanabad.
Mexiko.
20.
21.
22.
23.
24.
25.
26.
27.
28.
29.
30.
31.
32.
33.
34.
35.
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien. 143
Jacobsoni W. Koshantschikoff, Rev. russ. Changai-Gebirge.
Entomol. XI 1911 p. 20.
var. Alexidis W. Koshantchikoff, Rev. russ. Entomol. XI 1911
p- 20.
Georgi W. Koshantschikoff, Rev. russ. Entomol. XI 1911
p. 21.
variicolor D. Koshantschikoff, Horae Soc. Kirgisensteppe.
ent. Ross. XXVIII 1894 p. 124.
phalerioides G. Horn, Trans. Amer. ent. Mittelstaaten, New -
”)
Soc. III 1870 p. 131. York, New Jersey.
comma Beitter, Verh. nat. Ver. Brünn Turkmenien, Tur-
XXX 1892 p. 227. kestan, Transbai-
kalien, Ostsibirien.
var. incomma Reitter, Deutsche ent. Gensin, Mongolei.
Zeitschr. 1906 p. 440.
alternatus G. Horn, Trans. Amer. ent. Soc. Westliche Vereinigte
III 1870 p. 129. Staaten.
consociatus G. Horn, Trans. Amer, ent. Soc. Kalifornien.
XIV 18387 p. 21.
subaeneus Leconte, Pacif. R.R Rep. 1857 Kalifornien.
App. I p.4l.
sticticus Panzer, Fauna Germ. 1798 LVIII4. Nord-u.Mitteleuropa,
Kaukasus.
var. striolatus Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell. 1842
p- 256.
„ confusus Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell. 1842 p. 256.
‚„ pallescens Mulsant, Hist. nat. Col. France 1842 p. 256.
signifer Mulsant, Ann. Soc. Linn. Lyon Syrien, Ägypten.
VER 1371 pP. 192.
sermaculosus A. Schmidt, Stett. ent. Zeit. Senegal.
LXXII 1911 p. 23.
sexquiwvittatus Fairmaire, Compt-rend. Soc. Batna, Südspanien.
ent. Belg. 1883 p. 43.
scuticollis Ssemenow, Horae Soc. ent. Ross. Issyk-kul.
XXXI 1898 p. 598.
var. triens W. Koshantschikoff, Rev. russ. Naryn.
Entomol. XI 1911 p. 23.
„, ingenticollis W. Koshantschikoff, Barnaul.
Rev. russ. Entomol. XII 1912 p. 520.
punctatus Waterhouse, Trans. ent. Soc. Japan.
London 1875 p. 87.
obsoleteguttatus Waterhouse, Trans. ent. Soc. Japan.
London 1875 p. 86.
nigrivittis Bolsky, in Fedtschenko’s Turkest. Chokand,Taschkend,
Col. II 1876 p. 327. Turkmenien.
melanostictus W. Schmidt, in Germ. Zeit. Europa, Ägypten,
III 1840 p. 153. Kaukasus, Mesopo-
tamıien, Turkestan.
11. Heft
144
36.
37.
38.
39.
40.
41.
42.
43.
Adolf Schmidt:
var. egenus Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell. 1842 p. 241.
„ eatenatus Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell. 1842 p. 241.
„ sexrmaculatus Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell.
1842 p. 241.
„ subannulatus Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell.
1842 p. 241.
„ graphieus Kolenati, Melet. entomol. V 1846 p. 18.
lineata Dalla Torre, Bericht Ver. Nat. Oberöst. X 1897 p. 108.
Tineolatite Illiger, Mag. II 1803 p. 191. Südeuropa, Nord-
afrika, Syrien,
Transkaukasien.
var. conjunctus Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell. 1842
p. 238.
» Jfuscicollis Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell. 1842
p. 238.
„„ vittatus Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell. 1842 p. 238.
pardalis Leconte, Pacif. R. R. Rep. 1857 Kalifornien, SanFran-
App. Ip. 41. cisco bis Vancouver
| Insel, Nebraska.
leopardus G. Horn, Trans. Amer. ent. Soc. Maine, Ostkanada.
III 1870 p. 124. f
hieroglyphicus Klug, Symb. Phys. V 1845 Ägypten, Tripolis,
t.42 £.5. Tunis, Kanarische
Inseln, Syrien.
var. castiianus J. Daniel, Münch. Kol. Spanien.
Zeit. 1 2 1903 p. 251.
Hahni Reitter, Deutsche ent. Zeitschr. 1907 Uralsk.
p- 410.
Grafi Reitter, Deutsche ent. Zeitschr. Sibirien.
1901 p. 74.
var. Heinrichi Reitter, Deutsche ent Zeitschr. 1901 p. 74.
„ Grafianus Reitter, Deutsche ent. Zeitschr. 1901 p. 74.
‚„, Reitterellus W. Koshantschikoff, Sibirien.
Rev. russ. Entomol. XI 1911 p. 22.
flavimargo Reitter, Deutsche ent. Zeitschr. Turkestan.
1901 p. 75.
distinctus Müller, Zool. Dan. Prodr. 1776 Europa,Kaukasus,
p. 53. Vereinigte Staaten.
var. centrolineatus Panzer, Fauna Germ. LVII 1.
„ nubilus Panzer, Fauna Germ. LVIII 3.
‚„ Jwmosus Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell. 1842 p. 245.
„ pauper Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell. 1842 p. 245.
„„ baseolus Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell. 1842 p. 245.
‚, lunatus Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell. 1842 p. 245.
confluens Schilsky, Deutsche ent. Zeitschr. 1888 p. 331.
; figuratus A. Schmidt, Deutsche ent. Turkestan.
Zeitschr. 1906 p. 410.
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien. 145
45. discedens A. Schmidt, Deutsche ent. Totes Meer.
Zeitschr. 1907 p. 567.
46. conspurcatus Linne, Syst. Nat. ed. X 1758 England, Nord-
I p. 348. deutschland, Frank-
reich.
47. cervorum Fairmaire, Ann. Soc. ent. France Frankreich.
(5) I 1871 p. 420.
48. bistriga Reitter, Wiener ent. Zeit. XIX Nauschan.
1900 p. 157.
49. pallidiligonis Waterhouse, Trans. ent. Soc. Japan.
London 1875 p. 87.
50. Candezei Harold, Col. Hefte IV, 1868 p. 85. Adelaide.
7. Subg. Paranimbus n. subg.
Flache, schwarze Art mit kastanienbraunen Flügeldecken, Kopf
behaart, ungehöckert, Thorax mit Mittelfurche, Tarsen stark ver-
längert, alle Ränder bewimpert.
Art:
1. peruanus Erichson, Nov. Act. Carol. XVI Peru, Bolivien.
1883 p. 237.
8. Subg. Acrossoides n. subg.
Einfarbig braun, Acrossus sehr ähnlich, aber verschieden durch
kleinen, rauh punktierten und aufstehend behaarten Kopf mit den
rundlichen Wangen, Ränder sehr lang bewimpert.
Arten:
1. yorkensis Blackburn, Trans. Roy. Soc. $8.- Südaustralien.
Austr. XV 1892 p. 209.
9. Subg. Orodaliscoides n. subg.
Dem Subg. Orodaliscus Reitter in dem ungehöckerten Kopf,
der gerandeten Basis des Halsschildes, den abgerundeten Hinterwinkeln
desselben, den ungleichen Borsten ähnlich, aber durch breit ver-
rundeten QOlipeus, das breite Schildehen, die äußerst lange Bewimperung
der Ränder und durch die Färbung verschieden.
Arten:
l. rugosiceps Harold, Berliner entom. Zeitschr. Chile, Peru.
III 1859 p. 213.
2. reflexus A. Schmidt, Deutsche ent. Zeitschr. Argentinien.
1910 p. 357.
10. Subg. Nimbus Mulsant.
Hist. nat. Col. France Lamell 1871 p. 338.
Gewölbt, schwarz, mit hellbraunen, schwarzgefleckten und fast
immer behaarten Flügeldecken, Kopf vorn behaart, ohne Höcker,
Hinterwinkel des Halsschildes abgerundet.
Archiv für Naturgeschichte
1918. A. 11. 10 11. Heft
146 Adolf Schmidt:
Arten:
1. Lederi Harold, Verh. nat. Ver. Brünn XVI Kaukasus.
1878 p. 189.
2. harpagonis Reitter, Deutsche ent. Zeitschr. Syrien.
1890 p. 147.
3. obliteratus Panzer, Fauna Germ. 0X 3. Mittel- u. Südeuropa,
Kaukasus.
var. fulveolus Mulsant, Hist. nat. Col.
France Lamell 1842 p. 289.
4. affinis Panzer, Fauna Germ. CX 1. Süddeutschland,
Österreich, Süd-
europa.
var. Orbignyi Clouet, Bull. Soc. ent. Tunis, Algier,Portugal
France 1896 p. 371.
. contaminatus Herbst, Arch. IV 1783 p.9. Deutschland, Öster-
var. miser Mulsant, Hist. nat. Col. France reich.
Lamell 1842 p. 292.
indistinctus Mulsant, Hist. nat. Col.
France Lamell. 1842 p. 292.
11. Subg. Aphodaulacus W. Koshantschikoff.
Rev. russ. Entomol. XI 1911 p. 209.
Volinus Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell. 1871 p. 297 (pars).
Calaphodius Reitter, Verh.nat. Ver. Brünn XXX 1892 p. 228 (pars).
Länglich, meistens flach gewölbt, schwarz, Flügeldecken bräun-
lich, mehr oder weniger dicht behaart, mit schwarzen Fleckenbinden,
Kopf mit schwachen Höckerchen, unterer Enddorn der Mitteltibien
beim Männchen verkürzt.
Qu
»
Arten:
1. Koltzei Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn. XXX Ostsibirien.
1892 p. 229.
2. nigrotessellatus Motschulsky, Bull. Soc. Mos- Japan, Chinesisch-
cou XXXIX 1 1866 p. 170. Turkestan.
3. ignobilis Reitter, Horae Soc. ent. Ross. XXI Zentralasien.
1887. p. 223.
Försteri Reitter, Wiener ent. Zeit. XIX Kuku-noor.
1900 p. 158
sec. W. Koshantschikoff, Rev.
russ. Entomol. XI 1911 p.209.
4. turkestanicus Heyden, Deutsche ent. Zeitschr. Margeljan, Turkestan
1881 p. 323.
Bolassogloi König, Horae Soc. ent. Ross.
XXIII 1889 p. 304.
sec. Reitter, Wiener ent. Zeit. XXVIII 1909 p. 110.
12. Subg. Nobius Mulsant.
Hist. nat. Col. France Lamell. 1871 p. 323.
Melinopterus Mulsant, Hist. nat. Col. France 1871 p. 328 (pars).
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien. 1
Kleine hellbraune oder schwarze Arten, mit helleren Flügeldecken
und einem mehr oder weniger ausgedehnten Nebelfleck auf denselben,
unbehaart, Kopf höchstens schwach gehöckert.
Arten:
1. flammulatus Harold, Verh. nat. Ver. Brünn Kaukasus.
1876 p. 122.
1) deplanatus Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn
XXX 1892 p. 223.
planus D. Koshantschikoff, Horae Soc. Orenburg
ent. Ross. XXVIII 1894 p. 125.
. Heynei A. Schmidt, Soc. entomol. XXVI Britisch-Ostafrika.
IL p. 41.
. innocens A. Schmidt, Stett. ent. Zeit. LXXII Galla-Land.
7913.9.9.
a ne A. Schmidt, Not. Leyd. Mus. Senegal, Transvaal.
XXXI 1909 p. 106.
. Bonnairei Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn Algier, Südfrankreich
XXX 1892 p. 234.
. similis D. Koshantschikoff, Horae Soc. ent. Turkestan.
Ross. XXVIII 1894 p. 116.
. circumductus Solsky, in Fedtschenko Tur- Taschkent,Kisilkum.
kest. Col. II 1876 p. 338.
Bachofeni Reitter, Deutsche ent. Zeit- Turkestan.
schr. 1906 p. 441.
sec. W. Koshantschikoff, Rev. russ.
Entomol. X 1910 p. 19.
8. inclusus Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn Araxestal, Transkasp.
XXX 1892 p. 235. Aulie-Ata, West-
turkestan.
9. z-signum Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn Irkutsk,Ostsibirien.
XXX 1892 p. 235.
10. serotinus Panzer, Fauna Germ. LXVII 2. Europa, Sibirien.
ll. Gresserı Semenow, Horae Soc. ent. Ross. Zentralasien.
XXXII 1899 p. 611.
12. costulatus Reitter, Deutsche ent. Zeitschr. ÖOstsibirien.
1896 p. 33.
13. bicoloratus A. Schmidt, Ann. Soc. ent. Belg. Kongo.
LII 1908 p. 38.
14. hepaticus Roth, Arch. Naturgesch. XVII 1 Tigre, Abessinien,
1851 p. 132. Südafrika.
15. consentaneus Leconte, Agass. Lake sup. 1850 Nordamerika.
p- 225.
13. Subg. Amidorus Mulsant.
Hist. nat. Col. France Lamell. 1871 p. 249.
-I5 Ad u >» 8
!) Nach W. Koshantschikoff in Ligowo.
10* 11. Heft
a
148
Adolf Schmidt:
Mittelgroß oder klein, schwarz mit bräunlichen Flügeldecken,
seltener einfarbig rotbraun, oberseits immer stark und dicht punktiert,
Flügeldecken zuweilen durch dichte Chagrinierung ganz matt, höchstens
kurz abstehend behaart, Kopf schwach oder nicht gehöckert, Thorax
selten ohne Basalrandung.
12.
13.
Arten:
. Ragusae Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn XXX Sizilien.
1892 p. 216.
. porcus Fabricius, Ent. Syst. I 1792 p.26. Europa.
var. ruficrus Marsham, Ent. Brit. I 1802
p. 16.
„ haemorrhoideus Mulsant, Hist. nat.
Col. France Lamell. 1842 p. 267.
. subsericeus Ballıion, Bull. Soc. Moscou LIII Kuldsha.
1 1878 p. 283.
impolitus A. Schmidt, Not. Leyd. Mus.’ Trencsen.
XXXI 1909 p. 104.
. granulatus Boheman, Ins. Caffr. II 1857 Caffrarien, Capcolonie
p. 342.
. lutulentus Haldeman, Proc. Acad. Phil. I Nordamerika.
1843 p. 304.
. tomentosus Müller, Zool. Dan. Prodr. 1776 Europa, Sibirien.
8.
RN Reitter, Entomol. Nachrichten Rußland.
XX 1894 p. 188.
sec. W. Koshantschikoff, Rev. russ. -
Entomol. XI 1911 p. 24.
var. modicus Semenow, Bull. Soc. Moscou
(n:8.) UT 1899 p. 8.
. fimieola Reiche, Ann. Soc. ent. France (3) IV Griechenland, Türkei,
1856 p. 402. Kleinasien, Syrien.
. umbrinus W. Koshantschikoff, Rev. russ. Mandschurei.
Entomol. XIII 1913 p. 264.
. flavipennis Miller, Verh. zool.-bot. Ges. Wien Griechenland.
XXXIII 1883 p. 265.
. obscurus Fabricius, Ent. Syst. I 1792 p. 25. Mitteldeutschland,
var. bubuleus Faldermann, Fauna Transe. Alpen, Südeuropa,
I 1836 p. 252. Kleinasien, Ar-
„ dichrous Reitter, Verh. nat. Ver. menien.
Brünn XXX 1892 p. 217.
. armatulus Fairmaire, Ann. Soc. ent. Belg. Somaliland.
XXXVII 1893 p. 148.
dentellus A. Schmidt, Soc. entomol. XXIII Cap.
1908 p. 54.
ibericus Harold, Berliner ent. Zeitschr. Spanien, Balearen,
XVIII 1874 p. 184. Morea, Algier.
var. basilicatus Fiori, Natural. Sıecil. Italien.
XIX 1907°p. 118.
14.
15.
17.
21.
Erster Versuch einer Einteilung der exotilchen Aphodien. 149
Zangi A. Schmidt, Deutsche ent. Zeitschr. Orenburg.
1906 p. 411.
eribrarius Brulle, Exped. Mor&e III 1836 Griechenland, Syrien,
peltl. Dalmatien, Türkei,
Kaukasus.
var. immaturus Mulsant, Hist. Col. France Frankreich.
Lamell. 1842 p. 263.
„ purpuripennis Reitter, Verh. nat.
Ver. Brünn XXX 1892 p. 217.
stupidus G. Horn, Trans. Amer. ent. Soc. III Östl. Nordamerika,
1870 p. 125. Nordkarolina,
Georgia.
. thermicola Sturm, Verzeichn. 1800 p. 44. Europa, Asien.
var. meridionalis Mulsant, Hist. nat. Col. Frankreich.
France Lamell. 1842 p. 265.
. salebrosus A. Schmidt, Stett. ent. Zeit. Ghirinda, Mashona-
LXXII 1911 p. 22. land.
. latecrenatus Bates, Biol. Centr.-Amer. Col. Guatemala.
Il 2 1887 p. 86.
lentus G. Horn, Trans. Amer. ent. Soc. III Pennsylvanien, Geor-
1870 p. 125. gia, Illinois, Massa-
chusetts, Kansas.
. decipiens G. Horn, Trans. Amer. ent. Soc. Nevada.
XIV 1887 p. 28.
23. opacus Leconte, Col. Hefte X 1872 p. 193. Vancouver-Insel,Kalı-
fornien.
. glyptus Bates, Biol. Centr.-Amer. Col. II 2 Mexiko.
1887 p. 86.
. Subg. Koshantschikovius n. subg.
Einfarbig kastanienbraune, mittelgroße und kleinere Arten,
glänzend, unbehaart, Kopf ungehöckert, mit deutlicher Stirnlinie,
Thorax selten auch in der Mitte deutlich punktiert, Flügeldecken
meistens nur fein gestreift.
1.
2.
ou
Arten:
substriatus A. Schmidt, Soc. entomol. XXVI Abessinien.
1911 p. 48.
rubeolus Beauvois, Ins. Afr. et Amer. 1805 Südkarolina, Mittel-
p- 90. staaten bis Texas,
Massachusetts.
. Andrewesi A. Schmidt, Entomol. Wochenbl. Belgaum, Nilgiri Hills.
1908 p. 146.
. rubidus Leconte, Pacif. R. R. Report 1857 Kalifornien, Arizona.
App. Ip. 4l.
. concavus Say, Journ. Acad. Phil. III 1823 RockyMountains, Ge,
p. 214. orgia bis Missouri,
Colorado, Mittel-
und Südstaaten.
11. Heft
150 Adolf Schmidt:
6. stercorosus Melsheimer, Proc. Acad. Phil. II Pennsylvanıen, Osten
1844 p. 136. der Verein. Staaten.
7. ?rubiginosus G. Horn, Trans. Amer. ent. Soc. Arizona.
III 1870 p. 127.
8. anceps A. Schmidt, Stett. ent. Zeit. LXXII Portugisisch- Guinea.
1911 p. 3.
9. Kama Boheman, Ins. Caffr. IL 1857 p. 349 Caffrarien.
15. Subg. Pseudagolius n. subg.
Länglich, gewölbt, glänzend und unbehaart oberseits, einfarbig
schwarz oder Flügeldecken braun, seltener ganze Oberseite rotbraun,
Kopf höchstens schwach gehöckert, Flügeldecken fein gestreift. Selten
Flügeldecken mit dunklen Flecken (var. Roschlapili) wie bei Subg.
Volinus Mulsant.
Arten:
1. coloradensis G. Horn. Trans. Amer. ent. Soc. Colorado.
III 1870 p. 130.
Flohri Bates, Biol. Centr.-Amer. Col. II Mexiko.
2 1887 p. 86.
2. dentiger Leconte, Proc. Acad. Phil. 1859 p. 65. Kalifornien, Arızona,
Texas.
3. nasutus Beitter, Horae Soc. ent. Ross. XXI Tibet.
1887 p. 221.
consors Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn Mongolei.
1892 p. 104.
permodicus Reitter, Wiener entom. Zeit. Kuku-noor.
XIV 1895 p. 208.
Mehelyi Csiki, 3. asiat. Forschungsreise Mongolei.
Zichy II 1901 p. 108.
var. Roschlapili Osiki, 3. asıat. Forschungs- Mongolei.
reise Zichy II 1901 p. 108.
Kelleri W. Koshantschikoff, Rev. russ. Transbaikalien.
Entomol. XI 1911 p. 21.
sec. W. Koshantschikoff, Rev.
russ. Entomol. XIII 1913 p. 265.
4. terminalis Say, Journ. Acad. Phil. III 11823 Kanada.
p. 213.
5. Przewalskyi Reitter, Horae Soc. ent. Ross. Tibet, Chinesisch-
XXI 1887 p. 226. Turkestan.
var. @rombezewskyi D. Koshantschikoff, Altai, Margljan,
Horae Soc. ent. Ross. XXV 1891 Taschkent.
. 439.
in W. Koshantschikoff, Rev. russ.
Entomol. XI 1911 p. 205.
‚„ Daraignezi Clermont, Echange
XXIII 1907 p. 170.
we
16.
6.
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Apbhodien, 151
eruentatus Leconte, U.S. Geol. Surv. Hayden Neu-Mexiko, Arizona.
1878 Bull. IV 2 p. 456.
, eircassicus Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn Kaukasus.
XXX p. 215.
1) brevithorax Sumakow, Wiener ent. Zeit.
XXI 1903 p. 47.
. castaneus Wlliger, Mag. II 1805 p. 194. Portugal.
unicolor Reitter (nec Olıv.), Verh. nat. Spanien, Frankreich,
Ver. Brünn XXX 1892 p. 214. Sizilien, Algier,
sec. Bedel, Bull. Soc. ent. France 1911 Marokko.
p- 378.
. Jakovlevi W. Koshantschikoff, Rev. russ. ? Saratov, ? Kaukasus
Entomol. XII 1902 p. 514.
?Solieri Mulsant, Ann. Soc. ent. France Südfrankreich.
XVIII 1872 p. 188.
. ?baeticus Mulsant, Hist. nat. Col. France Spanien.
Lamell. 1871 p. 270.
. ?aemulus G. Horn, Trans. Amer. ent. Soc. Arızona.
XIV 1887 p. 38.
. ?anthracinus Leconte, U. 8. Geol. Surv. Utah.
Heyden 1878 Bull. IV 2 p. 455.
Subg. Pseudaerossus Reitter.
Ver. nat. Ver. Brünn XXX p. 219.
Mittelgroß, glänzend, unbehaart, schwarz, Flügeldecken bräunlich,
Kopf meistens gehöckert, Thorax dicht punktiert, Hinterwinkel stumpf.
18)
DM
Arten:
. caminarius Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn Transbaikalien.
XXX 1892 p. 219.
Zürcheri Reitter, Wiener ent. Zeit. XXVII Adana.
1908 p. 247.
. eribricollis Lucas, Explor. Algier Ent. II 1849 Algier, Marokko.
p. 260.
. barbarus Fairmaire, Ann. Soc. ent. France (3) Algier, Spanien.
VIII 1860 p. 171.
barbarordes (var.) A. Schmidt, in Genera
Ins. Wytsman, Aphodiidae CX 1910
p. 32.
. binodulus Harold, Berliner ent. Zeitschr. X Cap.
1866 p. 116.
. levatus A. Schmidt, Deutsch. ent. Zeitschr. Mexiko.
1907 p. 568.
. de Fiorei Fiori, Natur. Sıcilian. XIX 1907 Calabrien.
p. 124.
1) Nach W. Koshantschikoff.
11. Heft
152 Adolf Schmidt:
17. Subg. Melinopterus Mulsant.
Hist. nat. Col. France Lamell. 1871 p. 329.
Melaphodius Reitter, Verh.nat. Ver. Brünn XXX 1892 p. 238 (pars).
Mittelgroß, flach gewölbt, schwarz, die hellen Flügeldeeken mit
Nebelfleck und mehr oder weniger dichter Behaarung, Kopf gehöckert.
Arten:
1. Meuseli Reitter, Wien. ent. Zeit. XXV 1906 Tomsk.
. 32.
2. ae Say, Journ. Acad. Phil. III 1823 Missouri, Pennsylvan.
p. 215. bis Kansas, Texas,
Massachusetts,
Cayenne.
3. prodromus Brahm, Insektenkalender I 1790 Europa, Nordasien,
p- 3. Maine, Montreal,
Kanada.
?Mulsanti d’Orbigny, Abeille XXVIII Syrien.
1896 p. 233.
var. flavogriseus Mulsant, Hist. nat. Col.
France Lamell. 1842 p. 285.
„ semilunus Mulsant, Hist. nat. Col.
France Lamell. 1842 p. 285.
„ semipellitus Solsky, in Fedtschenk. Taschkent,, Turkestan
Turkestan Col. II 1876 p. 235. Zentralasien, Kau-
kasus, Syrien,
Guatemala.
„ @uillebeaui Reitter, Verh. nat. Ver. Frankreich, Kaukasus.
Brünn XXX 1892 p. 232.
sec. Bedel, Bull. Soc. ent. France
1911 p. 379.
Weberi Reitter, Deutsche ent. Zeit- Kurdistan, Griechen-
schr. 1906 p. 436. land.
4. Edithae Reitter, Deutsche ent. Zeitschr. 1906 Ordubad.
. 437.
5. eco Panzer, Fauna Germ. LVII1 1798 Europa, Kaukasus, .
No. 5. Nordasien.
marginalis Stephens, Ill. Brit. Entomol.
III 1830 p. 203.
var. punctatosulcatus Sturm, Deutschl.
Ins. I 1805 p. 113.
Abeillei Sietti, Miscell. entomol. XI
1903 p. 66.
‚„ tingens Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn Marokko, Algier,
XXX 1892 p. 233. Korsika, Südfrank-
ne Bull. Soc. ent. France 1911 reich, Spanien.
p. 379.
„ extensus Mulsant, Hist. nat. Col.
France Lamell. 1842 p. 285.
18.
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien. 153
. Stolzi Reitter, Deutsche ent. Zeitschr. 1906 Korfu.
p. 439.
. pubescens Sturm, Ent. Handb. I 1800 p. 40. Deutschland, Öster-
var. nebulosus Schilsky, Deutsche ent. reich,Griechenland,
Zeitschr. 1888 p. 316. Südfrankreich,
Reyi, Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn Kleinasien, Kau-
XXX 1892 p. 233. kasus.
sec. Bedel, Bull. Soc. ent. France
1911 p. 379.
. limbatus Germar, Ins. Spee. nov. 1824 p.112. Österreich, Südruß-
land, Kirgisen-
steppe.
. consputus Creutzer, Entom. Vers. 1799 p. 41. Deutschland, Eng-
var. griseus W. Schmidt, in Germars Zeit. land, Frankreich,
II. 1840 p. 135. Algier, Marokko,
Syrien, Kleinasien,
Kaukasus, Maine.
. caspius Menetrier, Cat. rais. 1832 p. 181. Derbent, Transkaukas,.,
Kaukasus, Krim.
. ?subtruncatus Leconte, U. S. Geol. Surv. Colorado, Nebraska.
Hayden 1878, Bull. IV 2 p. 457.
Subg. Phacaphodius Reitter.
Verh. nat. Ver. Brünn XXX 1892 p. 205.
Mittelgroß, schwarz oder hellbraun, wenig gewölbt, Kopf nicht
deutlich gehöckert, Hinterwinkel des Halsschildes abgestutzt, Schild-
chen schmal dreieckig, äußerste Basis zuweilen parallel.
Arten:
1. rectus Motschulsky, Bull. Soc. Moscou Japan.
XXXIX 1 1866 p. 169.
var. biformis Reitter, Verh. nat. Ver. Ostsibirien, Amur,
Brünn XXX 1892 p. 205. China.
Zichyi Csiki, in Zichy 3. asıat. Mongolei.
Forschungsreise II 1901 p. 107 £.3.
2. semicolor (var. olim) Reitter, Verh. nat. Ver. Ostsibirien.
Brünn XXX 1892 p. 205.
3. fusculus Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn Taurus.
XXX 1892 p. 206.
4. dauricus Harold, Berliner ent. Zeitschr. VII Sibirien.
1863 p. 332.
Alleoni d’Orbigny, Bull. Soc. ent. France Bosporus.
1896 p. 149.
var. semiluteus Reitter, Horae Soc. ent. Chinesisch Tur-
Ross. XXI 1887 p. 225. kestan.
„„ albociliatus Reitter, Verh. nat. Ver. Transkaspien, Bu-
Brünn XXX 1892 p. 206. chara, Turkestan,
Kleinasien.
acutangulus Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn XXX 1892 p. 206.
11 Heft
154 - Adolf Sehmidt:
truncatangulus Reitter, Entomol. Nachr. Amasia.
XX 1894 p. 186.
5. Jouravliowi Reitter, Deutsche ent. Zeitschr. Uralsk.
1907 p. 408.
!) var. Latonius Reitter, Deutsche ent. Zeitschr. 1907 p. 409.
6. 3) costalis Gebler, Bull. Soc. Moscou XXI 3 Südwest-Sibirien.
1848 p. 83.
7. Roddi W. Koshantschikoff, Rev. russ. Ento- Barnaul.
molog. XI 1911 p. 19.
8. ambiguus Boheman, Freg. Eug. Resa II 1 Cap. Südaustralien.
1858 p. 51.
var. accola H. Kolbe, Jenaische Denk- Klein Namaland.
schrift. XIII 1908 p. 127.
E. Thorax an der Basis gerandet, selten bei einzelnen Arten
in der Mitte unterbrochen (Phalacronothus, Esimaphodius, Esymus),
Schildchen parallel, Borsten der Hintertibien ungleich.
1. Subg. Trichonotulus Bedel.
Bull. Soc. ent. France 1911 p. 378.
Trichonotus Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell. 1871 p. 259.
Klein, wenig glänzend, schwarz mit rötlich braunen Flügeldecken
oder einfarbig hellbraun, Flügeldecken in Reihen behaart, Kopf un-
gehöckert.
Arten:
l. scrofa Fabricius, Mant. I 1787 p. 11. Europa, Kaukasus,
Turkestan.
var. setiger Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell. 1842 p. 295.
2. merdaroides Reitter, Wiener ent. Zeit. XV Ostsibirien, Mongolei.
1896 p. 288.
3. tenusstriatus G. Horn, Trans. Amer. ent. Soc. Texas.
XIV 1887 p. 60.
4. biseriatus A. Schmidt, Entomol. Wochenbl. Belgaum, NilgiriHills.
XXV 1908 p. 46. h
5. prlosellus A. Schmidt, Deutsche ent. Zeitschr. Obock.
1907 p. 201.
6. /ulvescens Harold, Berliner ent. Zeitschr. _ Senegal.
XVIII 1874 p. 189.
7. ?mongolicus Mannerheim, Bull. Soc. Moseou Mongolei.
XXV 4 1852 p. 300.
. ?suspectus Mann, Psyche XVIII 1911 p. 107. Washington.
. Subg. Orodaliscus Reitter.
Deutsche ent. Zeitschr. 1900 p. 84.
Mittelgroß, glänzend, unbehaart, schwarz, Flügeldecken rot-
DD 00
1) Ich vermute, daß Lutonius = costalis ist.
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien. 155
braun oder rot, Kopf höchstens schwach gehöckert, Wangen sehr
abgerundet.
Arten:
l. rotundangulus Reitter, Deutsche ent. Zeitschr. Charkow.
1900 p. 84.
2. angulatus A. Schmidt, Deutsche ent. Zeitschr. Samarkand.
1907 p. 201.
3. Subg. Phalaeronothus Motschulsky.
Etud. entomol. VIII 1859 p. 156; Bull. Soc. Moscou XXVI 2
1863 p. 461.
Klein, gewölbt, einfarbig braun, unbehaart, mehr oder weniger
glänzend, Kopf und Thorax gleichmäßig fein punktiert, Hinterwinkel
abgestutzt, Kopf ohne Höcker, mit deutlich eingedrückter Stirnlinie,
Wangen vom Kopfrande schwach abgesetzt.
Arten:
l. carinulatus Motschulsky, Bull. Soc. Moscou Ceylon.
XXVI 2 1863 p. 461.
2. Rotschildi A. Schmidt, Bull. Mus. Paris 1911 Transvaal, Usam-
p. 100. bara.
4. Subg. Meeynodes Mulsant.
Hist. nat. Col. France Lamell. 1871 p. 225.
Schwarz, glänzend, unbehaart, Flügeldecken zuweilen mit röt-
licher Längsmakel, Clypeus jederseits beim Männchen mit zahnartiger
Spitze.
Art:
1. striatulus Waltl, Reise Span. Il 1835 p. 67. Spanien, Südfrank-
reich, Dalmatien,
Kleinasien, Algier.
var. fenestratus Reitter, Verh. nat. Ver. Sizilien.
Brünn XXX 1892 p. 211.
5. Subg. Esimaphodius Reitter.
Verh. nat. Ver. Brünn XXX 1892 p. 208.
Klein, glänzend, unbehaart, Kopf ungehöckert, Clypeus mit
kleinem, dornähnlichen Zähnchen oder scharfem Winkel, Thorax
nur bei angulosus ungerandet, Flügeldecken hell mit dunkler Naht,
zuweilen auch Spitze und Seiten dunkler.
Arten:
1. leucopterus Klug, Symb. Phys. V no.3. Nordafrika, Balearen.
2. kisilkumi Solsky, in FedtschenkoTurkest. Col. Kisil-kum.
II 1876 p. 332.
mendidvoides Reitter, Verh. nat. Ver. Ordubad, Baku.
Brünn XXX 1892 p. 209.
sec. W. Koshantschikoff, Rev.
russ. Entomol. X 1910 p. 20.
156 Adolf Schmidt:
. angulosus Harold, Abeille V 1868
. nasalıs, D. Koshantschikoff, Horae Soc. ent. Turkestan.
. stereotypus D. Koshantschikoff, Horae Soc. Samarkand.
ent. Ross. XXVIII 1894 p. 109.
1869 p.432. Palästina, Tunis.
Ross. XXVIII 1894 p. 112.
. sculpturatus Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn Ordubad, Syrien,
XXX 1892 p. 208. Smyrna.
. trochilus Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn XXX Syrien.
1892 p. 208.
. Subg. Esymus Mulsant.
Hist. nat. Col. France Lamell. 1871 p. 279.
Klein, unbehaart, glänzend, schwarz mit hellen Flügeldecken und
dunkler Naht, zuweilen ist auch Seitenrand und Spitze dunkel, Clipeus
mit abgerundeten, nicht gezähnten Ecken, Thorax an der Basis bei
evanescens ungerandet.
1.
2.
SS
er)
12.
Arten:
filitarsıs Reitter, Deutsche ent. Zeitschr. Akbes.
1898 p. 341.
merdarvus Fabricius, Syst. Ent. 1775 p. 19. Europa, Kaukasus.
var. ieterveus Laicharting, Verz. Tyrol Ins. I Tirol.
1781 p. 14.
atricollis Mulsant, Hist. nat. Col.
France Lamell. 1842 p. 232.
„ melinopus Mulsant, Hist. nat. Col.
France Lamell. 1842 p. 232.
”
. Pyreti Penecke, Wien. ent. Zeit. XXX 1911 Czernowitz.
p. 198.
. Sticardi Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn XXX Tunis, Algier.
1892 p. 105.
. evamescens Boheman, Ins. Caffr. II 1857 Lampopo, Capkolonie,
p- 358. Natal, Transvaal.
. suturalis Redtenbacher, in Russegg. Reise I Syrien.
2 1843 p. 986. ;
. tersus Rosenhauer, Tiere Andalus. 1856 Sizilien, Spanien, Por-
p. 130. tugal, Nordafrika.
. fumigatulus Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn Ordubad.
XXX 1892 p. 208.
. terminatus Marseul, Abeille Nouv. et Faits Algier.
(2) No. 14/15 1878 p. 57.
. alaiensis Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn Alai-Gebirge.
XXX 1892 p. 105.
. ornatulus Haroıd, Berlin. ent. Zeitschr. Kleinasien.
X 1866 p. 121.
vittipennis Sahlberg, Öfvers. F. Vet. Antilibanon.
Soc. Helsingfors L. 7 1907—08 p. 60.
erugatus Harold, Col. Hefte VIII 1871 p.20. Abessinien.
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien, 157
7. Subg. Mesontoplatys Motschulsky.
Etud. entomol. VIII 1859 p. 156, IX 1860 p. 42.
Kleinere Arten, rötlichgelb, gelb- oder rotbraun, Kopf, Thorax,
Schildehen, Naht und ein drei- oder viereckiger Fleck um das Schildehen
dunkler, letzterer nur bei effetus fehlend.
Arten:
1. dorsalis Klug, Monatsb. Acad. Berlin 1855 Südafrika, Colombo,
p. 656. Vorderindien.
tenwitarsıs Fairmaire, Ann. Soc. ent. Belg. Madagaskar.
XLI 1897 p. 98.
probes Peringuey, Trans. S. Afr. phil. Soc. Natal.
XII Cat. 1901 p. 401.
2. effetus H. Kolbe, Jenaische Denkschr. XIII Groß-Namaland.
1908 p. 126.
3. ovatulus Harold, Berliner ent. Zeitschr. V Ostindien, Java,
1861 p. 108. Ceylon.
var. numerosus n. var. (Siehe Anhang.)
4. triangularıs A. Schmidt, Deutsche ent. Zeit- Caffrarien.
schr. 1907 p. 568.
5. latecinetus Fairmaire, Ann. Soc. ent. France Madagaskar.
LXXII 1903 p. 186.
6. arabieus Harold, Col. Hefte XIII 1875 p. 89. Ägypten, Arabien.
?basalıs A. Schmidt, Deutsche ent. Zeit- Abessinien.
schr. 1906 p. 411.
?ephippiger Mulsant, Ann. Soc. Linn. Arabien.
Lyon XVIIL 1871 p. 186 (178).
2. Subg. Orodalus Mulsant.
Hist. nat. Col. France Lainell. 1871 p. 199.
Kleinere Arten, schwarz oder schwarzbraun, Flügeldeeken oft mit
kleinem, rötlichen Schulter- und Spitzenfleck oder Flügeldecken
rötlichbraun mit schwarzer Naht oder hellbraun mit dunklen Seiten,
Kopf ohne Höcker.
Arten:
l. pusillus Herbst, Natursyst. Ins. II 1789 Deutschland, Griech-
p-. 155. chenland, Kaukas,,
Sibirien, Schweden.
var. coenosus Ahrens, Neue Schriften Ge- Schlesien.
sellsch. Halle II 2 1812 p. 120.
„ coecus Mulsant, Hist. nat. Col. France Frankreich.
Lamell. 1842 p. 213.
„ rufulus Mulsant, Hist. nat. Col. Frankreich.
France Lamell. 1842 p. 213.
„ macularıs Mulsant, Hist. nat. Col. Frankreich.
France Lamell. 1842 p. 213.
11. Heft
158 Adolf Schmidt:
var. rufangulus Waterhouse, Trans. ent. Japan.
Soc. London 1875 p. 89.
„, ochripennis Reitter, Verh. nat. Ver. Ostsibirien.
Brünn XXX 1892 p. 212.
2. parvulus Harold, Col. Hefte VIII 1871 p. 17. Abessinien, Ostindien.
3. Diecki Harold, Berliner ent. Zeitschr. XIV Spanien, Algier.
1870, Beiheft Heyd. Reise Spanien p. 114.
var. lunulatus d’Orbigny, Abeille X VIII
1896 p. 214.
4. Putoni Reitter, Entomol. Nachr. XX 1894 Madrid.
„187,
2 nike Zenker, Panzer Fauna Germ. LXXIII Schlesien.
No. 1 1801
var. coenosus Panzer, Fauna Germ. LVIII
Nr. 7 1798.
‚„„ vieinus Muls., Hist. nat. Col. France Frankreich
Lamell. 1842 p. 209.
„ scapularis Mulsant, Hist. nat. Col. Frankreich.
France Lamell. 1842 p. 209.
. luridipennis Sahlberg, Öfers. F. Vet. Soc. Joppe.
Helsingfors L 7 1707—08 p. 61.
. tirolensis Rosenhauer, Beitr. Ins. Fauna I Tirol.
1847 p. 29.
. biimpressus A. Schmidt, Soc. entomolog. Paraguay.
XXIII 1909 p. 177.
9, lucifer D. Koshantschikoff, Horae Soc. ent. Samarkand.
Ross. XXVIIL 1894 p. 113.
10. fortimargo Reitter, Deutsche ent. Zeitschr. Uralsk.
1907 p. 409.
or
GOES
F. Thorax an der Basis gerandet, Schildchen dreieckig,
zuweilen vorn etwas eingeschnürt, dann aber wieder divergierend ver-
laufend, Endborsten der Hintertibien gleichlang.
1. Subg. Sitiphus Fairmaire.
Ann. Soc. ent. Belg. XXXVIII 1894 p. 313. ;
Kleine hellbraune Art, mit runzlig punktiertem Kopf und haar-
förmigen a stark verkürzten und verdiekten Hintertibien.
Art:
brevitarsis Reitter, Entomol. Nachr. XX 1894 Algier, Tunis.
p. 186
2. Subg. Mendidius Harold.
Col. Hefte III 1868 p. 86.
Mittelgroß oder kleiner, unbehaart, glänzend schwarz, einfarbig
oder mit hellbraunen Flügeldecken, seltener rot- oder schwarzbraun,
oder schwarz mit rötlicher Makel, Kopf immer rauh gekörnt, zuweilen
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien., 159
mit deutlicher, schwach gehöckerter Stirnnaht, Clipeus meistens mit
kleinen Zähnchen, Hintertibien verdickt.
L.
2.
je
6.
Arten:
atricolor Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn Südturkestan.
XXX 1892 p. 183.
crassalus G. Horn, Trans. Amer. ent. Soc. Georgia, Florida,
2ER 1870 9,318. Texas.
?abusus Fall, Trans. Amer. ent. Soc. Texas.
XXXIII 1907 p. 242.
?crassulordes Fall, Trans. Amer. ent. Soc. Neu-Mexiko.
XXXIIT 1907 p. 243.
. distinguendus A. Schmidt, Deutsche entom. Molukken, Australien.
Zeitschr. 1910 p. 354.
. multiplex Reitter, Wien. ent. Zeit. XVI 1897 Kasan, Astrachan,
p. 241. Turkestan, Uralsk.
1) brevieiliatus Poppius, Ann. Mus. St.Peters- Kaukasus, Turkestan,
bourg VIIL 1903 p. 182. Transkaspien.
Ivanovi Lebedev, Rev. russ. Entomol. XII
1912 p. 348.
sec. W. Koshantschikoff, Rev. russ.
Entomol. XII 1912 p. 523.
. calliger Sahlberg, Öfers. F. Vet. Soc. Helsing- Joppe.
fors L 7 1907—08 p. 57.
bidens Solsky, in Fedtschenko Turkest. Col. Maracandam, Armen.,
II 1876 p. 346. Nordpersien, Trans-
kaspien, Turkestan.
. fümbriolatus Mannerheim, Bull. Soc. Moscou Irkutsk, Ostsibirien.
XXI 1 1849 p. 235.
bidentellus A. Schmidt, Deutsche entom. Transbaikalien.
Zeitschr. 1910 p. 353.
sec. W. Koshantschikoff, Rev. russ.
Entomol. XI 1911 p. 25.
. baigakumi W. Koshantschikoff, Rev. russ. Syr-Darja.
Entomol. XI 1911 p. 18.
. Willbergi Reitter, Wiener ent. Zeit. X 1891 Margeljan.
p- 259.
. laevicollis Harold, Berliner ent. Zeitschr. X Ägypten.
1866 p. 123.
. rutilinus Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn Bou-Saada.
XXX 1892 p. 182.
. palmetincolus Karsch, Berliner ent. Zeitschr. Sockna.
XXV 1881 p. 45.
. curtulus Harold, Berliner ent. Zeitschr. X Südöstliches Rußland,
1866 p. 125.
1) Nach W. Koshantschikoff in Ligowo.
11. Heft
160 Adolf Schmidt:
14. diffidens Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn Ordubad.
XXX 1892 p. 182.
15. granulifrons Fairmaire, Compt. — rend. Soc. Algier, Marokko.
ent. Belg. 1883 p. 157.
3. Subg. Parammoeeius Seidlitz.
Fauna Balt. 1891 p. 133.
Klein, gewölbt, gedrungen, schwarz, Kopf gewölbt, vorn rauh
punktiert, ohne Querleiste, ohne Höcker, Flügeldecken mit kleinem
Schulterdorn.
Arten:
1. gibbus Germar, Fauna Ins. Europ. III. 21817. Mitteleuropa, Nor-
wegen.
2. ?monticola Mulsant, Hist. nat. Col. France Frankreich.
Lamell. 1842 p. 215.
4. Subg. Pseudammoeeius n. subg.
Klein, glänzend, unbehaart, schwarz, Kopf stark herabgewölbt,
vollständig glatt, ohne Querleiste und Höcker, Gestalt mehr länglich.
Art:
1) australasiae Boheman, Res. Eugen. 1858p.50. Sidney, Sumatra,
Java, Celebes.
5. Subg. Aphodius ı. sp. Mulsant.
Hist. nat. Col. France Lamell. 1871 p. 167.
Mittelgroß, gewölbte und gedrungene Gestalt, glänzend, unbe-
haart, schwarz, einfarbig, meistens Flügeldecken rötlich- oder gelbbraun,
einfarbig, mit dunklem Fleck oder Querbinde, seltener die ganze Ober-
seite braun, Kopf gehöckert, Hinterwinkel ausgerandet, Männchen
vorn mit rundlichem Eindruck auf dem Thorax.
Arten:
1. fimetarius Linne, Syst. Nat. ed. X 1758 I Europa, Asien, Nord-
p- 348. afrıka, Nordamerik
var. autumnalis Naezen, Vet. Acad. Handl. 1792 p. 167.
„ monticola Heer, Faun. helv. I 1841 p. 513.
‚„ maculipennis Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell. 1842
p- 187.
‚„ pwnetulatus Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell. 1842
p. 187.
„ subluteus Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell. 1842 p. 187.
‚„ hypopygialis Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell. 1842
. 187.
pP
‚„, bicolor Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell. 1842 p. 187.
1) Diese Art ist vielleicht = A. castanicolor Motsch.
Dr Ze Rn
10.
1}.
12.
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 11.
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien. 161
var. cinnamomeus Harold, Berliner ent. Zeitschr. VII 1863 p. 338.
cardinalis Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn XXX 1892 p. 186.
„
. aestivalis Stephens, Man. Brit. Col. 1839 Europa, Vorderasien.
. 160.
2 var. vaccinarius Herbst, Natursyst. II 1789 p. 138.
fuscipes Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell. 1842 p. 184.
nigricollis Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell. 1842 p. 184.
sanguinipennis Mulsant, Hist. nat. Col. France Lamell.
>.)
>
1842 p. 184.
„„ limbatus DallaTorre, Bericht. Ver. Nat. Oberöst. X 1879
P-107,
. chinensis Harold, Berliner ent. Zeitschr. V China.
1861 p. 105.
tuberifrons Fairmaire, Ann. Soc. ent. Yunnan.
France (6) IX 1889 p. 13.
. scybalarius Fabricius, Spec. Ins. 11781 p. 16.
Europa, Nordafrika,
var. conflagratus Fabricius, Ent. Syst. I Kaukasus.
1792 p. 27.
dichrous W. Schmidt, Germ. Zeit. II
1840 p. 134.
nigricans Mulsant, Hist. nat. Col.
France Lamell. 1842 p. 179.
„ pallipes Mulsant, Hist. nat. Col.
France Lamell. 1842 p. 179.
>>
»
. coralifer W. Koshantschikoff, Rev. russ. China.
Entomol. XIII 1913 p. 262.
. aeger Sharp, Journ. Asiatie Soc. Beng. Yangihissar.
XLVII 2 1878 p. 170.
. swaneticus Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn Kaukasus.
XXX 1892 p. 186.
. Emerichi Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn Sibirien.
XXX 1802 p. 187.
. swlcatus Fabricius, Ent. Syst. I 1792 p. 24. Deutschland,Öster-
reich, Ungarn,
Schweiz, Kaukasus,
Rußland.
var. erythropterus d’Orbigny, Abeille Dobrutscha.
XXVIII 1896 p. 205.
frater Mulsant, Opuse. ent. XIV 1870 p. 203. Batum.
elegans Allibert, Rev. zool. 1847, p.18. China, Japan.
var. expletus A. Schmidt, Soc. entomol. Yunnan.
XXIV 1909 p. 20.
fasciger Harold, Mitteil. Münch. Ver. V 1881 Darjeeling.
89
var. Schenklingi A. Schmidt, Deutscheent. Khasis.
Zeitschr. 1907 p. 202.
11 11. Heft
162 Adolf Schmidt:
var. infestus A. Schmidt, Deutsche ent. Assan.
Zeitschr. 1907 p. 570.
sexsignatus A. Schmidt, Deutsche Sikkim.
ent. Zeitschr. 1907 p. 570.
13. conjugatus Panzer, Entomol. Taschenb. 1795, Deutschland, Österr.,
2)
Add. p. 364. Südfrankreich, Süd
var. fasciatus Mulsant, Hist. nat. Col. rußland, Ungarn,
France Lamell. 1842 p. 182. Kaukasus.
14. irregularis Westwood, Royle Himalaya I Himalaya, Nord-Ost-
1839 p. 59. indien.
15. bidentatus A. Schmidt, Deutsche ent. Zeit- Colorado.
“ schr. 1906 p. 201.
6. Subg. Loraphodius Reitter.
Verh. nat. Ver. Brünn XXX 1892 p. 187.
Mittelgroß, glänzend, schwarz, einfarbig oder Flügeldecken
kastanienbraun, Kopf zuweilen gehöckert und Clipeus gezahnt, Hinter-
winkel des Halsschildes abgestutzt.
Arten:
1. suarius Faldermann, Fauna Transc. I 1836 Kaukasus, Rumelien,
p. 254. Türkei, Griechen|.,
Kleinasien, Syrien,
Dalmatien, Frank-
reich.
2. kashmirensis Sharp, Journ. Asiatic Bengal. Ladack, Kashmir.
XLVI 2 1878 p. 171.
3. latisuleus Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn XXX Kaukasus.
1892 p. 188.
var. secundus Roubal, Acta Soc. entomol.
Bohem. VIII 1911 p. 108.
4. goniocephalus Roth, Arch. Naturgesch. XVII Tigre, Sumbu, Ma-
1 1851 p. 132. tadi, Abessinien.
7. Subg. Agoliinus n. subg.
Mittelgroß, glänzend, unbehaart, schwarz, einfarbig oder mit
rötlichen Flügeldecken, zuweilen sind dieselben bräunlichgelb mit
dunklen Makeln, Kopf gehöckert. In der äußeren Geschlechtsdifferenz
mit Agolius übereinstimmend, aber durch größeren Kopf und die gleich-
langen Borsten an den Hintertibien verschieden.
Arten:
l. congregatus Mannerheim, Bull. Soe. Moscou Halbinsel Kenai,
XXVI 3 1853 p. 219. Alaska bis Nord-
kalıfornien.
var, arcticus Harold, Berliner ent. Zeit- Alaska.
schr. VII 1863 p. 361.
2. guitatus Eschscholtz, M&m. Soc. Moscou VI Unalschka, Alaska.
1823 p. 87.
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien. 163
3. satyrus Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn XXX Bayern, Schweiz,
1892 p. 198. Italien.
4. pyrenaeus Jacquelin du Val, Gen. Ins. Europ. Pyrenäen, Piemont,
Catal. 1863 p. 130. Schweiz, Irkutsk.
rugiceps Mulsant, Hist. nat. Col. France
Lamell. 1871 p. 365.
. piceus Gyllenhal, Ins. Suec. I1 1808 p.21. Nord- u. Mitteleuropa
?breviusculus Motschulsky, Bull. Soc. Japan.
Moscou XXXIX 1 1866 p. 170
var. orobius Mulsant, Hist. nat. Col. Altaı.
France Lamell. 1842 p. 191.
6. aleutus Eschscholtz, Entomogr. I 1822 p. 27. Unalaschka, westlich.
Nordamerika.
var. ursinus Motschulsky, Bull. Soc. Moscou Kamtschatka, Halb-
(>!
XVIII 4 1845 p. 365. insel Kenai, Alaska,
Irkutsk.
7. lapponum Gyllenhal, in Schönherr Syn. Ins. Lappland, Sibirien,
I 1806 p. 72. Nordschottland,
Nordeuropa.
var. maurus (Gebler, Bull. Soc. Moscou Mittelasien, Sangorei.
VI 1833 p. 285.
„ azxillaris Stephens, Man. brit. Col. England.
1839 p. 162. |
8. ?sobrinus Harold, Berliner ent. Zeitschr. VII Sibirien.
1863 p. 384.
8. Subg. Agrilinus Mulsant.
Hist. nat. Col. France Lamell. 1871 p. 179.
Klein, wenig gewölbt, glänzend, Flügeldecken zuweilen an der
Spitze, selten ganze Oberfläche derselben matt, meistens einfarbig
schwarz, seltener Flügeldecken rötlich einfarbig oder mit dunklen
Makeln, Kopf immer mehr oder weniger deutlich gehöckert.
Arten.
l. ater Geer, Mem. Ins. IV 1774 p. 270. Nord- u. Mitteleuropa
Westasien, Tibet,
Amur.
var. convexus Erichson, Naturgesch. Ins. Österreich, Tirol,
Deutschl. III 1848 p. 810. Erlangen.
ascendens Reiche, Gren. Catal. Coleopt. Südfrankreich,
France 1863 p. 75. Pyrenäen.
falsarius Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn Kaukasus.
XXX 1892 p. 197.
var. pusillus Marsham, Ent. Brit. I 1802
p- 18:
Lucasi Harold, Berliner ent. Zeitschr. Algier.
III 1859 p. 224.
11* 11.Hoeft
Ss © A
10.
11.
12.
13:
14.
16.
Adolf Schmidt:
. duplex Leconte, U.8.Geol.Surv. Hayden 1878 Colorado, Mexiko,
Bull. IV 2 p. 454. Costa Rica.
. nigerrimus Waterhouse, Trans. ent. Soc. Lon- Japan, Korea.
don 1875 p. 83.
. constans Duftschmid, Fauna Austr. I 1805 Mittel- u. Südeuropa,
p-. 9. England, Armenien.
var. martialis Mulsant, Hist. nat. Col. Frankreich.
France Lamell. 1842 p. 193.
. borealis Gyllenhal, Ins. Suec. IV 1827 p. 248. Lappland, Nord- und
var. @yllenhali Seidlitz, Fauna Transsylv. Mitteleuropa, Kau-
1891 p. 143. kasus, Sibirien.
. pectoralis Leconte, Pacif. R. R. Report 1857 Kalifornien b. Alaska
App. Ip. 41. Washington-Territ.
. azteca Harold, Berliner ent. Zeitschr. VII Mexiko.
1863 p. 381.
. spinulosus A. Schmidt, Deutsch. ent. Zeit- China.
schr. 1910 p. 358.
punctator Reitter, Ver. nat. Ver. Brünn XXX Chinesisch-Turkestan.
1892 p. 196.
nemoralis Erichson, Naturgesch. Ins. Mittel- u. Süddeutsch
Deutschl. III 1848 p. 816. land, Österreich,
var. ferrugineus Schilsky, Deutsche ent.
Zeitschr. 1888 p. 309.
indutilis Harold, Berliner entom. Zeitschr. Mexiko, Guaten’ala.
XVII 1874 p. 178.
oblvviosus Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn Chinesisch Turkestan.
XXX 1892 p. 199.
putridus Herbst, Natursyst. Ins. 11 1789 Europa, Kaukasus,
p- 160. Sibirien, Mexiko,
Verein.Staaten von
Nordamerika.
var. sus Kugelann, in Schneider Mag. III Preußen, England
1792 p. 267.
transitus Reitter, Verh. nat. Ver. Bosnien, Ostsibirien.
Brünn XXX 1892 p. 200.
ruricola Melsheimer, Proc. Acad. Phil. II Nordamerika.
1844 p. 136.
. striatus A. Schmidt, Deutsche ent. Zeitschr. China.
1910 p. 359.
vittatus Say, Journ. Acad. Phil. V 1 1825 Vereinigte Staaten v.
p. 191: Nordamerika,
Kanada, Mexiko.
var. mundus Reitter, Verh. nat. Ver. Syrien,Kaukasus.
XXX 1892 p. 199.
‚„ sellatus Mannerheim, Bull. Soc. Mos- Sibirien.
cou XXV 4 1852 p. 299.
„ rufoplagvatus Reitter, Verh. nat. Ver. ChinesischTurkestan
Brünn XXX 1892 p. 198.
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien. 165
var. vıtiosus Reitter, Verh. nat. Ver.
Brünn XXX 1892 p. 199.
17. virginalis Reitter, Wiener ent. Zeit. XIX Kuku-noor.
1900 p. 157.
18. uniformis Waterhouse, Trans. ent. Soc. Japan.
London 1875 p. 84.
9. Subg. Bodilus Mulsant.
Hist. nat. Col. France Lamell. 1871 p. 278.
Mittelgroß, länglich, gewölbt, glänzend, selten Flügeldecken matt,
gelb-, kastanien-, rot- oder hellbraun gefärbt mit meistens dunklem
Kopf und dunkler Scheibe des Halsschildes, Stirnnaht stärker oder
schwächer gehöckert.
Arten:
1. Zugens Creutzer, Entomol. Vers. 1799 p. 59. Europa, Nordafrika,
var. emarginalis Mulsant, Hist. nat. Col. Kaukasus, Tur-
France Lamell. 1842 p. 225. kestan.
„ indicorus Mulsant, Hist. nat. Col.
France Lamell. 1842 p. 225.
2. longispina Küster, Käf. Europ. XXVIII Frankreich, Südspan.,
No. 33 1854. Sizilien, Algier,
Marokko.
3. longecrliatus Reitter, Horae Soc. ent. Ross. Tibet, Zentralasien.
XXI 1887 p. 222.
4. rufus Moll, Fuessly, Neues Mag. 11782 p.372. Europa.
var. arcuatus Moll, Naturh. Briefe I 1785
p- 108.
„ melanotus Mulsant, Hist. nat. Col.
France Lamell. 1842 p. 222.
„ moscoviticus Seimenow, Horae Soc. ent.
Ross. XXXIV 1900 p. 91.
5. strigilatus Roth, Arch. Naturgesch. XVII I Tigre, Choa, Abessin.,
1851 p. 132. Südafrika.
6. ardens Harold, Berliner ent. Zeitschr. X 1866 Cap.
p- 103.
7. apertus A. Schmidt, Not. Leyd. Mus. XXXI Caffrarien.
1909 p. 102.
8. laetus Wiedemann, Zool. Mag. II 11823 p. 26. Caffrarien, Cap,
Senegal.
9. amabılıs Boheman, Ins. Caffr. II 1857 p. 133. Limpopo, Natal,
Transvaal, Süd-
rhodesia.
10. punctipennis Erichson, Naturgesch. Insekt. Südrußland, Ägypten,
Deutschl. III 1848 p. 821. Kaukasus, Turk-
menien, Ungarn.
Turkestan.
11. Heft
166 Adolf Schmidt;
11. obsoletus Waterhouse, Trans. Soc. ent. Lon- China, Japan.
don 1875 p. 88.
12. immundus Creutzer, Entomol. Vers. 1799 Mittel- u. Südeuropa,
p- 57. Agypten, Klein-
asien, Syrien, Tur-
kestan, Rußland,
Sibirien.
13. sordidus Fabricius, Syst. Entomol. 1775p. 16 Europa, Kaukasus,
Asıen bis Sibirien,
Yunnan. |
var. 4-punctatus Panzer, Naturf. XXIV Deutschland, Japan.
1789 p. 4.
„ limbatellus Mulsant, Hist. nat. Col. Frankreich.
France 1842 p. 221.
„ 2-punctatellus Mulsant, Hist. nat. Col.
France 1842 p. 221.
„ nigromaculatus A. Schmidt, Soc. Yünnan.
entomol. XXIV 1909 p. 20.
14. Wollastoni Harold, Berliner ent. Zeitschr. VI Kanarische Inseln,
1862 p. 397. Algier.
15. Kububanus H. Kolbe, Jenaische Denkschr. Groß-Namaland.
XIII 1908 p. 127.
16. lucidulus Boheman, Ins. Caffr. II 1857 p. 340 Caffrarien, Trans-
vaal, Cap.
17. buxeipennis Harold, Berliner ent. Zeitschr. Cap.
XV 1871 p. 255.
18. damarinus H. Kolbe, Jenaische Denkschrift Damaraland.
XIII 1908 p. 127.
19. nitidulus Fabrieius, Entomol. Syst. I 1792 Europa, Madeira,
p. 30. Nordafrika, Kau-
kasus, Westasien.
20. Sallei Harold, Berliner ent. Zeitschr. VII Mittelamerika, Co-
1863 p. 336. lumbia.
21. Lansbergei Harold, Berliner ent. Zeitschr. Mexiko.
XVII 1874 p. 179.
22. tabaeus Peyerimhoff, Abeille XXXI p. 45. Sinat.
23. turbatus Baudi, Berliner ent. Zeitschr. XIV Cypern.
1870 p. 66.
24. ?orophilus Mulsant, Opusc. entomol. XIV Kaukasus.
1870 p. 206.
25. flagrans Erichson, Arch. Naturgesch. IX 1 Angola.
1843 p. 234.
26. obtusus Leconte, U. 8. Geol. Surv. Hayden Colorado, Wyoming.
1878 Bull. IV 2 p. 454.
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien, 167
G. Thorax an der Basis ungerandet, Schildehen dreieckig,
Endborsten der Hintertibien gleichlang.
l. Subg. Oromus Mulsant.
Hist. nat. Col. France Lamell. 1871 p. 195.
Mittelgroß oder kleiner, gewölbt, glänzend, unbehaart, Körper
schwarz einfarbig oder zuweilen Flügeldecken heller, Kopf deutlich
gehöckert, Flügeldecken mit kleinem Schulterdorn.
Arten:
1. alpinus Scopoli, Ent. Carn. 1763 p. 9. Süddeutschl., Schweiz,
Österr., Appennin.,
Asturien, Pyrenäen,
Schottland, Island,
Lappland.
var. rubens Comolli, Coleopt. nov. 1837 Alpen,Bayern,Krain,
p. 23. Lappland.
„ rupiveola Mulsant, Hist. nat. Col. Fr.
Lamell. 1842 p. 189.
„ Mulsanti DallaTorre, Bericht. Ver. Oberösterreich,
Nat. Oberösterr. X 1879 p. 108. Frankreich.
2. asphaltinus Kolenati, Melet. Entomol. V 1846 Ciskaukasien.
p. 15.
3. corvinus Erichson, Naturgesch. Ins. Deutschl. Thüringen, Sachsen,
III 1848 p. 831. Tirol, Steiermark,
Frankreich.
4. picescens Fairmaire, Ann. Soc. ent. France Madagaskar.
LXXII 1903 p. 187.
5. ?vestiarius G. Horn, Trans. Amer, ent. Soc. Florida.
III 1870 p. 121.
2. Subg. Trichaphodiellus n. subg.
Mittelgroß, gewölbt, glänzend, unbehaart, gelbbraun, auf Kopf-
und Thorax dunkler, Kopf ungehöckert, Flügeldecken mit heller,
dunkelumrandeter Spitzenmakel.
Art:
brasiliensis Castelnau, Hist. nat. II 1840 p. 95. Brasilien, Peru,
Mexiko.
H. Thorax an der Basis ungerandet, Schildchen parallel,
Endborsten der Hintertibien gleich.
1. Subg. Nialus Mulsant.
Hist. nat. Col. France Lamell. 1871 p. 216.
Nialaphodius H. Kolbe, Jenaische Denkschrift. XIII 1908 p. 128.
Kleine, flachgewölbte und längliche Arten, einfarbig schwarz, zu-
weilen mit gelbbraunen Flügeldecken, selten ganz gelb- oder kastanien-
11. Heft
168
Adolf Schmidt:
braun, Kopf mit und ohne Tuberkeln, Clipeus zuweilen gezähnt,
meistens jederseits abgerundet.
1%
2.
2
Arten:
linearıs Reiche, Ann. Soc. ent. France (3) IV Syrien,Griechenland,
1856 p. 394. ‚Spanien,Frankreich.
angustatus Klug, Symb. Phys. V 1845 No. 8. Ägypten, Senegal.
plagiatus Linne, Syst. Nat. ed. XII I2 1766 Europa, Vorderasien,
p. 559. Syrien, Kaukasus,
Zentralasien, Sibir.
var. elegantulus Hochhuth, Bull. Soc. Mos- Südwestrußland.
cou XLVI 1 1873 p. 131.
„ tmmaculatus Dalla Torre, Bericht. Ver Oberösterreich.
Nat. Oberösterreich X 1879 p. 108.
„ discus Reitter, Verh. nat. Ver. Brünn Araxes.
XXX 1892 p. 204.
. niger Panzer, Fauna Germ. XXXVII No. 1. Europa, Turkestan,
1197. Altai, Tibet.
. Kraatzi Harold, Col. Hefte III 1868 p. 84. Südrußland, Griechen-
land, Kreta, Kau-
kasus, Zentralasien
. varvans Duftschmid, Fauna Austr. I 1805 Europa, Vorderasien,
p- 93. Kaukas., Armenien,
Nordafr., Shanghai.
Kocae Reitter, Wiener ent. Zeit. XV11897 Slavonien.
p. 204.
var. Fabriciusi d’Orbigny, Abeille XX VIII
1896 p. 215.
„ pwunctatellus Mulsant, Hist. nat. Col. Frankreich.
France Lamell. 1842 p. 202.
„ pwunctulatus Mulsant, Hist. nat. Col. Frankreich.
France Lamell. 1842 p. 211.
. Lgockii (var. olim) Roubal, Coleopt. Rund- Kiew.
schau I 1912 p.71 u. II 1913 p. 70.
var. Breitianus Roubal, Coleopt. Rundsch. Kiew.
111903 p. 71.
. tetricus Harold, Berliner ent. Zeitschr. XV Abessinien.
1871 p. 263.
. innexus Say, Bost. Journ. I 1837 p. 177. Mexiko, Kalıfornien.
. pohitus Mulsant, Opuse. d’Entomol. XIV1870 Syrien.
p- 204.
. Sturmi Harold, Col. Hefte VI 1870 p. 106. Südeuropa, Armenien.
. subtilis D. Koshantschikoff, Horae Soc. ent. Astrachan.
Ross. XXVIII 1894 p. 126.
. consimilis Boheman, Ins. Caffr. II 1857 Caffrarien, Cap,Mozam-
p. 341. bique, Südafrika.
. insıgmis A.Schmidt, Stett.ent.Zeit. LXXII Portugisisch Guinea.
1911 p. 10.
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien. 169
15. lividus Olivier, Ent. 13 1789 p. 86. Kosmopolit.
var. Iumicola Panzer, Fauna Germ. 1798
LVIII No. 6.
„„ amachoreta Fabricius, Syst. Eleuth. I
1801 p. 74.
innumerabilis A. Schmidt, Stett. ent. Zeit.
LXXLH 1911 p. 31. Galla-Land.
16. Matthiesseni Reitter, Deutsche ent. Zeitschr. Mittelpersien.
1907 p. 407.
17. sublimbatus Motschulsky, in Schrenck’s Ochotsk.
Reisen Col. II 1860 p. 132.
t) pallidieinetus Waterhouse, Trans. Soc. Japan, China, Chines.-
ent. London 1875 p. 85. Turkestan.
18. vitellinus Klug, Symb. Phys. V 1845. 42 £. 7. Südeuropa, Nordafr.,
Abessinien, Syrien.
19. calidus Harold, Berliner ent. Zeitschr. XV Senegal.
1871 p. 277.
20. feculentus Fairmaire, Rev. Entomol. XT1892 Obock.
p- 9.
21. venalis A. Schmidt, Stett. ent. Zeit. LXXII Ghinda, Massaua.
1911 p. 25.
22. nigrita Fabrieius, Syst. Eleuth. [11801 p. 73. Insel Mauritius, Mada-
dagaskar, Südafr.,
Absesinien, Colum-
bien, St. Thomas,
Mexiko.
23. cumiculis Chevrolat, Ann. Soc. ent. France Cuba, St. Domingo,
(4) IV 1864 p. 411. Mittel-Amerika,
kleine Antillen.
I. Thorax der Basıs gerandet, Schildehen parallel, Endborsten der
Hintertibien gleich.
Subg. Calamosternus Motschulsky.
Etud. entomol. VIII 1859 p. 156.
Pseudesymus, d’Orbigny, Abeille XXVIII 1896 p. 218.
Kleine, gewölbte, gleichbreite und glänzende Arten, schwarz,
seltener hell rötlichbraun, Kopf immer gehöckert.
Arten:
l. granarius Linne, Syst. Nat. ed. XII I 2 1767 Kosmopolit.
p. 547.
var. suturalis Faldermann, Fauna Transe.
I 1836 p. 259.
„ parcepunctatus Mulsant, Hist. nat.
Col. France Lamell. 1842 p. 199.
1) Nach W. Koshantschikoff in Ligowo.
11. Heft
170 Adolf Schmidt:
var. cribratus Mulsant, Hist. nat. Coleopt.
France Lamell. 1842 p. 199.
rugosulus Mulsant, Hist. nat. Col.
France Lamell. 1842 p. 199.
moestus Mulsant, Hist. nat. Col. Fr.
Lamell. 1842 p. 199.
„ thoracicus DallaTorre, Bericht. Ver.
Nat. Oberösterr. X 1879 p. 107.
ı) ,, guadeloupensis Fleutiaux, Ann. Soc. Guadeloupe.
ent. France (6) IX 1889 p. 396.
„, brunnescens Reitter, Verh. nat. Ver. Araxes.
Brünn XXX 1892 p. 189,
„ Ragusanus Reitter, Catal. Col. Europ. Syrien, Ungarn.
1906 p. 718.
2. trucidatus Harold, Berliner ent. Zeitschr. VII Kurdistan, Syrien, Ar-
1863 p. 351. menien,Kleinasien,
var. suturifer Reitter, Verh. nat. Verein Cypern, Griechen!.,
Brünn XXX 1892 p. 189. Spanien, Algier,
Transkaspien,
Astrachan.
3. spinosus D. Koshantschikoff, Horae Soc. ent. Westturkestan.
Ross. XXVIII 1894 p. 107.
4. lueidus Klug, Symb. Phys. V 1842 No. 2 Ägypten, Nordküste
Afrıkas, Kanarische
Inseln, Arabien,
Turkestan.
5. humeridens Reitter, Deutsche ent. Zeitschr. Sıvas.
1898 p. 341.
6. unvplagiatus Waterhouse, Trans. Soc. ent. Japan.
London 1875 p. 84.
7. Clermonti Reitter, Deutsche ent. Zeitschr. Transkaukasien.
1907 p. 407.
8. tricornifrons Reitter, Wien. ent. Zeit. XXVIII Uralsk.
1909 p. 76.
9. unicolor Olivier, Ent. I 3 1789 p. 183. Spanien, Südfrankr.,
Sizilien, Algier,
Marokko.
ferrugineus Mulsant, Hist. nat. Col. Fr. Tanger, Senegal,
Lamell. 1841 p. 269. Arabien
sec. Bedel, Bull. Soc. ent. France 1911
p. 378.
Subg. Aphodinus Motschulsky (s. descr.)
l. cancelliventris Motschulsky, Etud. entomol. Birma.
VII 1858 p. 55.
!) Ich vermute, daß diese Art nicht hierher, sondern zu N. nigrita
Fabricius gehört.
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien. 171
2. castanicolor Motschulsky, Etud. enton:ol. VII Birma.
1858 p. D4.
3. compacticollis Motschulsky, Etud. entomol. Birma.
VII 1858 p. 55.
Arten, die mir unbekannt sind und deren Beschreibung
keinen Anhalt für die Zugehörigkeit zu einem der vor-
stehenden Subgenera gibt.
1. aegrotus G. Horn, Trans. Amer. ent. Soc. III Nordkarolina,Florida.
187071 p. 127.
2. arizonensis Schaeffer, Journ. N. York ent. Arizona.
Soc. XV 1907 p. 61.
3. atomus Fairmaire, Ann. Soc. ent. Belg. XLI Madagaskar.
1897 p. 370.
4. atricapillus Fabricius, Ent. Syst. Suppl. 1798 Ostindien.
. 24.
5. Ualliue Boheman, Ins. Caffr. II 1857 p. 357. Limpopo.
6. Beloni, Mulsant, Ann. Soc. Linn. Lyon XXVI Mossul.
1879. p. 121.
7. binotatus Thunberg, Mem. Acad. Petr. VI Cap.
1818 p. 401.
8. brunneus Thunberg, M&m. Acad. Petr. VI Cap.
1818 p. 401.
9. carinipennis Motschulsky, Etud. entomol. Birma.
VII 1858 p. 56.
10. clypeatus Fischer, Lettre a Pander 1821 p.11. Buchara.
11. concolor Harold, Berliner ent. Zeitschr. III Cap.
1859 p. 215.
12. constricticolis Bates, Biol. Centr.- Amer. Mexiko.
Suppl. 1889 p. 392.
13. Coguilletti Linell, Proc. U. $. Nat. Mus. Kalifornien.
XVIIL 1896 p. 722.
14. erux Wiedemann, Zool. Mag. IL 11823 p. 26. Cap.
15. deplorandus A. Schmidt, Deutsche ent. Zeit. Birma.
schr. 1907 p. 202.
16. dialytoides Fall, Trans. Amer. ent. Soc. Highlands.
XXXIII 1907 p. 247.
17. digitatus Harold, Berliner ent. Zeitschr. XV Ägypten.
1871 p. 258.
18. ditus Peringuey, Trans. S. Afr. phil. Soc. XII Natal.
Catal. 1901 p. 388.
19. dubvosus Peringuey, Trans. S. Afr. phil. Soc. Cap.
XII Catal. 1901 p. 398.
20. dubius A. Schmidt, Deutsche ent. Zeitschr. Jerusalem.
1907 p. 201.
21. duplicatus A.Schmidt, Deutsche ent. Zeit- Transvaal.
schr. 1907 p. 201.
11. Het
44.
45.
Adolf Schmidt:
. emeritus Peringuey, Trans. S. Afr. phil. Soc. Südrhodesia.
XII Catal. 1901 p. 382.
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p. 281.
. fortipes Broun, Man. New Zeal. Col. 1886 Neu-Seeland.
p. 954.
. fugitivus Peringuey, Trans. S. Afr. phil. Soc. Natal.
XII Catal. 1901 p. 405.
. hirticeps Peringuey, Trans. S. Afr. phil. Soc. Cap.
XII Catal. 1901 p. 408.
. hirtipes Fischer, Bull. Soc. Moscou XVII 1 Südrußland.
1844 p. 45.
. immarginatus A. Schmidt, Deutsche ent. Zeit Tonking.
schr. 1907 p. 201.
. impudicus Fabricius, Syst. Eleuth. I 1801 Ostinidien.
p- 81.
. inutilis G. Horn, Trans. Amer. ent. Soc. XIV Kalıfornien.
1887 p. 50.
. iridescens Peringuey, Trans. S. Afr. phil. Soc. Natal.
XII Catal. 1901 p. 383.
32. lateritius Roth, Arch. Naturgesch. XVII 1 Tigre.
1851 p. 130.
. lividipennis Waterhouse, Trans. ent. Soe. Japan.
London 1875 p. 81.
. longıtarsis Fall, Trans. Amer. entom. Soe. El Paso.
XXXIII 1907 p. 246.
. luxatus G. Horn, Trans. Amer. ent. Soc. Südkalıfornien.
XIV 1887 p. 46.
. marginatus Fischer, Cal. Sıb. orient. Karel Sibirien.
1842 p. 11.
. mashunensis Peringuey, Trans. S. Afr. phil. Südrhodesia.
Soc. XII Catal. 1901 p. 406.
. micros Walker, Lord List Coleopt. 1871 p. 12 Nordafrika.
. minatorvus Peringuey, Trans. S.Afr. phil. Soc. Südrhodesia.
XII Catal. 1901 p. 631.
. minusculus Fairmaire, Ann. Soc. Belg. ent. Somali-Land.
XXXVIT 1893 p. 148.
. neotomae Fall, Trans. Amer. entom. Soc. Kalifornien.
XXXIIT 1907 p. 243.
. omiltemius Bates, Biol. Centr.-Amer. Col. II Mexiko.
2 Suppl. 1889 p. 392.
. ovalıs Waterhouse, Trans. ent. Soc. London Japan.
1875 p. 89.
parcus G. Horn, Trans. Amer. ent. Soc. XIV Florida.
1887 p. 42.
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p. 226.
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien. 173°
46. piceoniger Motschulsky, Bull. Soe. Moscou Ceylon.
XXXVI 2 1863 p. 461.
47. plutonicus Fall, Trans. Amer. entom. Soc. Townsend.
XXXIII 1907 p. 245.
48. pumilus Quedenfeldt, Berliner ent. Zeitschr. Malenge.
XXVIII 1884 p. 284.
49. pygmaeus Boheman, Ins. Caffr. II 1857 Caffrarien.
. 357.
50. kiikine Roth, Arch. Naturgesch. XVII 1 Tigre.
1851 p. 133.
51. Rendalli Wollaston, Col. Hesperid. 1867 p. 91 St. Vincente.
52. rotundiceps Fall, Trans. Amer. ent. Soc. Nordkarolina.
XXXII 1907 p. 244.
53. serenus Peringuey, Trans. S. Afr. phil. Soc. Cap.
XII Catal. 1901 p. 393.
54. signatipennis Mulsant, Mem. Acad. Lyon II Caramanien.
1852 p. 6.
59. stercorarius Mulsant, Opuse. Ent. XIV 1870 Mesopotamien.
p. 208.
60. subpolitus Motschulsky, Schrenks Reise Col. Irkutsk.
II 1860 p. 132.
61. tenuimanus Sharp, Journ. Asıat. Soc. Beng. Manila.
XLVII 2 1878 p. 171.
62. teter Roth, Arch. Naturgesch. XVII 1 1851 Tigre.
p. 132.
63. thoracıcus Fischer, Cat. Col. Karel. 1842 p. 23 Songoria.
64. troglodytes Hubbard, Insect Life VI 1894 Florida.
. 312.
65. ie Fall, Trans. Amer. ent. Soc. El Paso.
XXXTIIl 1907 p. 245.
66. ungulatus Fall, Occas. Pap. Calıf. Acad. VIII Südkalifornien.
1902 p. 254.
67. valens Peringuey, Trans. S. Afr. phil. Soe. Südafrika.
XII Catal. 1901 p. 382.
68. variegatus Motschulsky, in Schrencks Reise Ostsibirien.
II 1860 p. 132.
69. sulcatissimus Broun, Proc. New Zeal. Inst. Pitt Island.
XLIIT 1900 p. 101. |
70. raoulensis Broun, Trans. New Zeal. Inst. XLII Neu-Seeland.
1909 p. 295.
Neubeschreibungen und synonymische Bemerkungen.
Cnematoplatys n. g. ’
In der länglichen, fast gleichbreiten Gestalt, dem großen, herab-
gewölbten Kopfe ähnelt diese neue Gattung ungemein Saprosites
Redtenbacher, aber die gleichbreiten, seitlich zusammengedrückten
11. Heft
174 Adolf Schmidt:
und gebogenen Tibien mit den äußerst kurzen Tarsen unterscheiden
sie von dieser, sowie allen Gattungen der Aphodiinen.
Kopf ohne Querleisten und ohne Höcker, Wangen groß, wie bei
Ataenius und Saprosites, Augen größtenteils verdeckt. Halsschild
quer, an den Seiten stark herabgewölbt. Schildchen schmal drei-
eckig. Flügeldecken mit scharfen Schultern, sie sind punktiert-gestreift,
ihre Epipleuren sehr breit, von der Mitte des Metasternums ab aber
plötzlich verschwälert. Prosternum vor den Vorderhüften verhältnis-
mäßıg lang, in der Mitte gekielt. Die Hüften stehen bis auf die mittlern
dicht zusammen. Das Abdomen zeigt sechs Segmente von gleicher
Breite, Pygidium ist bedeckt. Die Beine sind kurz und kräftig, die
Vordertibien sind zur Spitze verbreitert, außen haben sie drei Zähne,
innen am Spitzenwinkel ist ein Enddorn, Mittel und -Hintertibien sind
seitlich zusammengedrückt, fast in der ganzen Länge parallelseitig,
nach außen gebogen, ihr Außenrand ist vollständig glatt, ohne Quer-
leisten, Höcker oder Dornen, der Endrand der Hintertibien ist kurz
beborstet und mit zwei spitzen Enddornen versehen, der Fuß ist fünf-
gliedrig, das letzte Glied trägt zwei Klauen.
Cnematoplatys Benardi n. sp.
Glänzend, unbehaart, schwarz, Flügeldecken dunkelrotbraun.
Kopf sehr fein, weitläufig punktiert, am Hinterkopf mit wenigen
größeren Punkten, Olipeus schwach ausgerandet, jederseits stark ver-
rundet. Halsschild schwach gerundet, nach hinten verbreitert, Seiten
und die breit verrundeten Hinterwinkel verflacht, Basalrandung durch
Punkte zerstochen, Oberfläche feiner und stärker, nicht sehr dieht
punktiert. Die Streifenpunkte auf den Flügeldecken greifen die Ränder
der Zwischenräume etwas an, letztere schwach konvex. Unterseite
glänzend, vereinzelt und fein punktiert, Abdominalsegmente neben
dem Vorderrande mit Punktreihe. Die Vordertibien zeigen am Außen-
rande drei kleine, spitze Zähne. Tarsen sehr kurz, ungefähr em Drittel
der Tibienlänge, die vier ersten Tarsenglieder sind wenig länger als
breit, der obere Enddorn ist so lang als die drei folgenden Glieder,
letztes Glied ist wenig verlängert.
5 mm. Sumatra.
Herrn G. Benard am Pariser Museum zu Ehren benannt. :
Didactylia pura n. sp.
Länglich, gewölbt, wenig glänzend, hellbraun, Vorderrrand des
Kopfes und die schmale Naht der Flügeldecken dunkler, Randzähne
der Vordertibien, Tibienränder und die Enddorne schwarz. Kopf
flach gewölbt, fast halbkreisförmig abgerundet, vorn etwas runzelig,
hinten normal, fein punktiert, Querlinie ist schwach angedeutet. Hals-
schild quer, in der Mitte am breitesten, nach vorn und hinten ver-
schmälert, die Seiten u. die breit abgerundeten Hinterwinkel gerandet,
die Randung ist durch Punkte zerstochen und ziemlich lang bewimpert,
Basis in der Mitte sehr fein gerandet, Oberfläche deutlich, nicht sehr
dicht, an den Seiten mehr vereinzelt punktiert, in der Mitte mit glatter
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien. 175
Mittellinie, die vom Vorderrande viel weiter entfernt bleibt als von der
Basis. Schildchen dreieckig. Flügeldecken gestreift, Streifenpunkte
flach, undeutlich, Zwischenräume stark ‚konvex, einzeln punktiert,
der zehnte hat größere, haartragende Punkte, die Bewimperung des
Saitenrandes nimmt nach der Spitze zu an Länge ab. Vordertibien
mit zwei größeren und einem kleineren obern Zahn, Mittel- und Hinter-
schenkel kurz und breit, einzeln grob punktiert und behaart, Hinter-
leib ziemlich lang behaart. Oberer Enddorn der Hintertibien so lang
als erstes Glied, dieses gleich den zwei folgenden.
4 mm. Nördliches Kamerun.
Diese Art ist D. cicatricosa m. ähnlich, unterscheidet sich aber
von ihr durch mehr bräunliche Farbe, den rauhen Kopf, das weniger
dieht und auch feiner punktierte Halsschild, durch das Vorhandensein
einer glatten Mittellinie auf demselben und durch die glatten Zwischen-
räume.
Euparia acutula n. sp. .
Schwarz, wenig glänzend, abstehend behaart.
Kopf kurz und breit, wenig gewölbt, matt, sehr dicht punktiert,
Clipeus breit, aber sehr flach ausgerandet, jederseits mit spitzem
Zähnchen, hinter dem Vorderrande in der ganzen Breite schmal ein-
gedrückt, Wangen vom Kopfrande nicht abgesetzt. Thorax sehr quer,
nach den Seiten zu verflachend und hier mit zwei Quereindrücken, der
eine hinter den Vorderwinkeln, der andere mehr in der Mitte, Seiten
und Basis ohne deutliche, glatte Randung, aber mit kurzen Haaren
besetzt, Hinterwinkel abgeschrägt, Oberfläche sehr dicht, besonders
an den Seiten punktiert. Schildchen klein, dreieckig. Flügeldecken mit
Schulterdorn, nach hinten etwas verbreitert, punktiert gestreift,
Streifenpunkte schwach, Zwischenräume gewölbt, mit Haarpunktreihe.
Unterseite schwarz, etwas glänzend, dicht punktiert, Mittel- und Hinter-
brust dicht behaart, Metasternum ragt als Spitze zwischen die Mittel-
hüften. Vordertibien schr glänzend, am Außenrande mit drei spitzen
Zähnen, Enddorn schwach, zugespitzt. Mittel- und Hintertibien ge-
bogen, oberer Enddorn der Hintertibien kaum halb so lang als erstes
Glied, dieses ist verdickt, so lang als die vier folgenden Glieder.
6 mm. Sumatra.
In der Körperform, den nur wenig verflachten Seiten des Hals-
schildes, der diehten Punktierung dieses sowie des Kopfes ähnelt
diese Art Eup. rauca m., aber durch die nicht gekielten, fast glatten
Zwischenräusze unterscheiden sich beide.
Aphodius (Coelotrachelus) Kuntzeni n. sp.
Schwarz, sehr glänzend, unbehaart, ziemlich flach gewölbt. Kopf
kurz und breit, nach vorn bogig verschmälert und deutlich bewimpert,
sehr fein und gleichmäßig punktiert, mit feiner Stirnlinie, die sich seit-
lich unbedeutend erhöht, in der Mitte mit stumpfer Beule, Clipeus aus-
gerandet, jederseits mit spitzem Zähnchen, die bewimperten Wangen
sind stumpfwinklig, sie überragen sehr deutlich die Augen. Thorax
11. Heft
176 Adolf Schmidt:
stark quer, mit gerundeten Seiten, diese gerandet, breit verflacht,
diese Verflachung setzt sich nach der Basıs zu fort und höhlt hier den
Thorax aus bis zum vierten. Zwischenraume, die innere Grenze dieser
Aushöhlung ragt nach hinten als kleines Zähnchen vor, die Mitte der
Basis zwischen den vier inneren Streifen jeder Flügeldecke ist ge-
randet, dem Schildchen gegenüber befindet sich ein kleines Grübchen,
die ganze Oberfläche ist sehr fein punktiert, Hinterwinkel abgerundet.
Schildehen dreieckig. Unterseite schwarz, glänzend, Metasternum an
den Seiten fein, Abdomen stärker punktiert und behaart. Vordertibien
zur Spitze verbreitert, mit drei Randzähnen, Enddorn lang, nach innen
gebogen mit der Spitze. Hintertibien am Endrande ungleich beborstet,
oberer Enddorn gleich dem ersten Gliede, dieses den drei folgenden
an Länge gleich.
8 mm. Sierra de Durango.
In der Aushöhlung des Halsschildes, der glatten, glänzenden Ober-
fläche dem A. venustus m. gleich, aber letzterer ist anders gefärbt,
sein Halsschild bedeutend mehr nach hinten verschmälert, die gerandete
Basis bei ihm ein Drittel, bei der neuen Art die Hälfte der Thoraxbreite.
Dem Assistenten am Zool. Museum in Berlin, Herrn Dr. H.
Kuntzen, zu Ehren benannt.
Aphodius (Platydera) pullata n. sp.
In der kurzen, hinten verbreiterten Gestalt dem P. luridiventris
Harold ähnlich, aber durch die Skulptur des Kopfes und der Flügel-
decken deutlich abweichend.
Oberseite schwarz, Ränder rötlich, Kopf und Thorax glänzend,
Flügeldecken durch Chagrinierung vollständig matt, zweireihig, kurz
behaart, zur Spitze düster rötlich.
Kopf kurz und breit, nach vorn stark verschmälert, am Rande
bewimpert, in der Mitte wenig erhöht, überall gleichmäßig fein punktiert,
Stirnnaht schwach angedeutet, vor den Augen stumpf erhöht, Clipeus
sehr leicht ausgerandet, jederseits breit verrundet, Wangen winklig
und sehr deutlich die Augen überragend. Thorax quer, nach hinten
geradlinig verbreitert, in den Vorder- und Hinterwinkeln verflacht,
Seitenrand bis an die stumpfen Hinterwinkel reichend, Basis ungerandet,
in der Mitte schwach vorgezogen, jederseits leicht ausgebuchtet,
Schildchen dreieckig, mit einigen Pünktchen. Flügeldecken hinten
verbreitert, fein gestreift, Streifenpunkte unsichtbar, Zwischenräume
um das Schildehen herum etwas gewölbt und glänzend, fein punktiert,
nach den Seiten und der Spitze zu vollständig matt werdend, es glänzen
nur die Naht und die Ränder der Zwischenräume. Unterseite heller
braun, glänzend, mit einzelnen Haarpunkten. Hintertibien mit un-
gleichen Borsten am Endrande, oberer Enddorn dem ersten Gliede,
dieses den drei folgenden an Länge gleich.
5 mm. Sierra de Durango.
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien. 177
Aphodius (Paraphodius) urostigmoides n. sp.
Wenig gewölbt, glänzend, schwarzbraun, Seiten der Flügeldecken
anliegend behaart. Kopf flach, mit bedeutender Längsbeule, Stirn-
linie deutlich eingedrückt, hinter derselben sehr fein und größer
punktiert, vor derselben mit sehr feinen Punkten, die seitlich etwas
deutlicher sind, Clipeus abgerundet, vorn wenig abgestutzt, Mitte
äußerst gering ausgerandet, Wangen klein, stumpf abgerundet, wenig die
Augen überragend. Thorax quer, seitlich schwach gerundet, vorn
wenig schmaler, feiner und etwas stärker punktiert, kaum mittelgroß,
ziemlich zersteut, Seitenbeule bleibt mehr glatt, Seiten und stumpfe
Hinterwinkel gerandet, Basis ist ohne Rand. Schildehen dreieckig,
an der Basis einzeln fein punktiert. Flügeldecken zur Mitte etwas
verbreitert, Streifenpunkte fein, an den Seiten deutlicher, der 10. und
8. Zwischenraum schließen den 9. ein, die andern sind unverbunden,
auf dem Rücken sind dieselben schwächer, vor der Spitze stärker
konvex, sie sind sehr fein und zerstreut, an den Seiten etwas dichter
und deutlicher punktiert und hier fein behaart. Unterseite bis auf die
Mittel- und Seiten der Hinterbrust glänzend, Metasternalplatte etwas
verflacht und sehr fein punktiert, Abdomen ist an den Seiten punktiert
und behaart.
_ Hintertibien sind am Endrande ungleich beborstet, oberer End-
dorn ist kürzer als das erste Glied, disees hat die Länge der drei
folgenden.
5 mm. Nördliches Ruanda (Galago-See).
Diese Art ist dem A. wrostigma Harold täuschend ähnlich in Größe,
Gestalt und Farbe, aber verschieden durch dichtere Punktierung des
Hinterkopfes, durch das Vorhandensein der größeren Punkte auch auf
der Scheibe des Halsschildes. Der Hauptunterschied liegt aber in dem
Fehlen der größeren, ein aufstehendes Haar tragenden Punkte, an den
Seiten und vor der Spitze, in den konvexen Zwischenräumen hierselbst,
bei urostigma sind sie an der Spitze vollständig flach und matt, bei der
neuen Art glänzend.
Aphodius (Teuchestes) brachysomus var. quinquemaculatus.n. var.
Da diese Form durch den großen, gelblichroten Spitzenfleck
leicht mit A. sorex var. analis F. verwechselt werden könnte, so soll sie
durch obigen Namen kenntlich gemacht werden.
Außer dieser Spitzenmakel finden sich auf jeder Flügeldecke noch
zwei kleinere vor, die eine mehr viereckige liegt hinter der Schulter im
7. und eine noch kleinere unmittelbar hinter dieser im 9. Zwischen-
raume.
Größe der Stammart.
Aphodius (Mendiaphodius) adustus var. porreetus n. var.
Unterscheidet sich von der Stammart dadurch, daß die rote Spitzen-
makel bis zur Basis verlängert ist, dieselbe erstreckt sich hier von den
Epipleuren bis zum dritten Zwischenraume und vor der Spitze, die aber
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 11. 12 11. Heft
178 Adolf Schmidt.
selbst in der Breite der drei äußeren Zwischenräume dunkel bleibt,
vom 7. bis 1. Zwischenraum. 9
Diese Form mußte benannt werden, um Verwechselungen mit var.
Lesnei m. zu vermeiden.
4 mm. Deutsch-Südwestafrika.
Aphodius (Mesontoplatys) ovatulus var. numerosus.n. var.
Von der Größe der Stammart, aber der Skutellarfleck der Flügel-
decken ist deutlicher begrenzt, der Kopf ist feiner punktiert, die
Punkte des Halsschildes sind in der Größe mehr gleichmäßig und
viel dichter.
4 mm. Grhinda.
Aphodius Knausi Fall, Ent. News XVI 1905 p. 130 gehört zu
Didactylva.
Aphodius turbidus Erichsän Arch. Naturgesch. IX 1 1843 p. 234
gehört zu Didactylia.
Aphodius excultus Peringuey, Trans. 8. Air. phil. Soc. XIII Cat.
1908 p. 632 gehört zu Lorditomaeus.
Aphodius miliarıs A. Schmidt, Soc. entomol. XXIII 1908 p. 53
gehört zu Oxyomus.
Aphodius tumulosus A. Schmidt, Stett. ent. Zeit. LXXII 1911
p. 24 gehört zu Oxyomus. _
Aphodius nigricans Westwood, Proc. ent. Soc. en 1843 p. 93
gehört zu Euparia.
Aphodius harpalinus Gerstaecker, Jahrb. wiss. Anstalt Hamb. I
1883 p. 49 gehört zu Lorditomaeus.
Heptaulacus debilis Harold, Ann. Mus. Genova X 1877 p.88 gehört:
zu Oxyomus. _
Oxyomus suleipennis Boheman, Ins. Caffr. II 1857 p. 362 gehört
zu Aphodius.
Aphodius capitulatus Clouet, Bull. Soc. entom. France 1898 p. 186
gehört zu Didactylia.
Register siehe Seite 208.
Die Spermatozoen von Blatta germanica.
Von
Dr. W. Toedtmann.
(Mit 9 Textfiguren.)
Bei meinen Untersuchungen über die Spermatozoen von Peri-
planeta orientalis fand ich, daß diese Samenelemente nach dem all-
gemeinen Typus der Insektenspermatozoen gebaut sind. Auch sie
bestehen aus einem Kopf mit Spitzenstück und einem Schwanzfaden,
an dem man drei Hauptfasern und einem Flimmersaum unterscheiden
kann.
Die Ergebnisse veranlaßten mich zu untersuchen, ob bei andern
Vertretern der Blattiden vielleicht ähnliche Verhältnisse vorliegen.
Hierzu benutzte ich die leicht erhältlichen deutschen Küchenschaben
(Blatta germanica L.), die noch den: Vorteil haben, daß sie während
des ganzen Jahres geschlechtstätig sind. {
Literatur. Verhältnismäßig selten sind in neuerer Zeit die
reifen Samenelemente von Blatta germanica untersucht worden.
Bevor ich zur Mitteilung meiner Resultate übergehe, seien die ‘für
die Morphologie der Samenfäden von Blatta germanica in Betracht
kommenden früheren Publikationen einer kurzen Besprechung unter-
zogen. Es sind nur die Arbeiten zu nennen von: von La Valette St.
George, K. J. Ballowitz und Wassilieff.
Von La Valette St. George untersuchte 1886 die Spermatogenese
und äußert sich über die letzten Reifungserscheinungen und über
die reifen Spermatozoen folgendermaßen: „Letzterer (der Kern),
dessen Kernkörperchen als vorspringendes Knöpfchen erscheint,
geht aus der runden Form in eine ovale, elliptische und lanzettförmige
Gestalt über, am oberen und unteren Ende. mit einem Knöpfchen
versehen. Das obere schwindet bald, das untere später. Einzelnen
Klümpchen von Cytoplasma hängen hier und da dem Samenkörper
an; — schließlich gehen alle diese Teile, aus denen sich dieser aufbaut,
in einen bis etwa 0,350 mm langen, oben und unten zugespitzten,
sich lebhaft schlängelnden Faden über — das fertige Spermatosom.
Es geht somit bei Blatta germanica der später wieder ver-
schwindende Kopf aus dem Kern der Spermatide, der Faden aus deren
Cytoplasma hervor; die Verbindung zwischen Kopf und Faden wird
vermittelt durch ein besonderes Zwischenstück, welches dem Neben-
kern seine Entstehung verdankt.“
Von dieser Beschreibung weichen die Resultate ab, die K. J. Ballo-
witz erhielt, als er 1894 sich mit den reifen Samenfäden von Blatta
germamica beschäftigte. Das Ergebnis seiner Untersuchungen faßt
12* 11. Heft
180 Dr. W, Toedtmann:
er in folgenden Worten zusammen: ‚Die Samenkörper von Blatta
sind lange, sehr schmale, aber doch abgeplattete Fäden, die an dem
vorderen Ende einen langen, in eine feine Spitze ausgezogenen Kopf
tragen, der Ähnlichkeit mit dem Spermatozoenkopf besitzt, wie er
von E. Ballowitz bei einem Coleopter (Brontus planatus) beschrieben
wurde.
In tingierten Deckglas-Trockenpräparaten entfärbt sich der anfangs
intensiv tingierte Kopf bald, so daß ein kurzes Spitzenstück sehr deutlich
wird, welches noch lange intensiv gefärbt bleibt. An dem Geißelteil,
welcher kein Endstück besitzt, wurde mehrfach ein Zerfall in drei
ziemlich gleichaussehende Fasern beobachtet. Auch eine Zersplitterung
derselben in feinste Fibrillen konnte mehrfach festgestellt werden.“
Ich betone nochmals die Fortschritte, die unsere Kenntnisse
von Blattidenspermatozoen durch die Untersuchungen von K. J. Ballo-
witz erfahren haben. Er fand im Gegensatz zu von La Valette St.George,
daß die Samenfäden von Blatta germanica bestehen aus einem Kopf
mit Spitzenstück und einer bandförmigen Geißel, die in Fibrillen
spaltbar ist. Eine Endgeißel fehlt.
Weit einfacher sollen sich die Verhältnisse nach den neueren
Untersuchungen von Wassilieff gestalten. Da seine Befunde über das
Reifestadium eine Sonderstellung einnehmen in Hinsicht auf die
Resultate der beiden zitierten Forscher als auch auf die allgemeinen
Ergebnisse über Jnsektenspermatozoen lasse ich auch seine Worte
folgen.
„Ein fast reifes Spermatozoon ist auf Fig. 61 abgebildet. Der
längliche Körper hat eine scharfe dunkle Spitze und ein ebenso dunkles
Mittelstück. Im Kern ist immer ein dunkles Pünktchen zu unter-
scheiden. Das nächste Stadium zeigt das Spermatozoen nach länger
ausgestreckt; der schwarze Punkt im Kern ist nicht mehr nach-
zuweisen (Fig. 62).
Ein ganz reifes Spermatozoon ist auf Fig. 63 abgebildet.“
Diese kurzen Angaben erfordern eine nähere Beschreibung der
Fig. 62 und 63. Der Kopfteil des fast reifen Spermatozoons in Fig. 62
ist zylinderförmig und verjüngt sich am oberen Ende, um in ein seit-
wärts gebogenes Spitzenstück überzugehen. Am andern Ende ist das
Kopfstück durch ein Mittelstück begrenzt, an das sich eine Geißel
ansetzt. Im Reifezustand (Fig. 63) hat das Kopfstück ungefähr die
gleiche Länge wie in dem voraufgehenden Stadium, jedoch ist es
bedeutend schmäler. Ein Spitzen- und ein Mittelstück sind nicht
mehr wahrzunehmen. An dieses Kopfstück, das überall gleich stark
ist, setzt sich eine dünne, kurze Geißel an, die nach der Zeichnung
/, bis Y/, der Länge des Kopfteils beträgt.
Da Wassilieff keine näheren Angaben macht über den Bau des
Fadens, über sein Größenverhältnis zum Kopfstück, wie über das
Fehlen oder Vorhandensein einer Endgeißel so werde ich an späterer
Stelle seine Befunde über das Reifestadium nochmals würdigen müssen.
Die Spermatozoen von Blatta germanica. 181
Eigene Untersuchungen. !)
An der Spermatide (Fig. 1) kann man ein Kopfstück, ein Mittel-
stück und einen Schwanzfaden unterscheiden. Das Kopftsück hat
annähernd die Form eines langgestreckten Drehungsellipsoids, das
oft nach einer Seite leicht geneigt ist. In demselben liest nahe der
Spitze ein kleines Bläschen, das sich bei der Giemsa-Färbung schwach
durch Eosin färbt. Wassilieff beschreibt das gleiche Gebilde nach
seinen Präparaten als ‚schwarzes Pünktchen“, dessen weitere Um-
bildung er leider nicht hat verfolgen können.
An das Spitzenstück setzt sich zunächst ein stark färbbares
Mittelstück und an dieses der Schwanzfaden an.
Der Faden gleicht annähernd dem später zu beschreibenden
Faden des reifen Spermatozoons. An ihm kann man deutlich eine
Stützfaser und eine Randfaser unterscheiden. Zwischen beiden ist ein
Flimmersaum ausgespannt. Der letztere erscheint ein wenig breiter
als der des Endstadiums.
Die Spermatide unterscheidet sich vom reifen Samenfaden durch
die Länge und Breite des Kopfteils und durch das Vorhandensein
eines Mittelstückes. Infolgedessen haben wir bei den letzten Reifungs-
erscheinungen, abgesehen von dem Verhalten des kleinen Bläschens
im Kopfteil und des Mittelstücks, einen Ausgleich in diesen Größen-
verhältnissen zu erwarten. In der Tat läßt sich auch eine Form-
veränderung des Spermatidenkopfes Schritt für Schritt nachweisen.
Mit diesen Umbildungen verlaufen auch gleichzeitig jene des Bläschens
und des Mittelstücks. Alle drei Teile strecken sich in die Länge und
verjüngen sich dabei (Fig. 2). Im färberischen Verhalten des Kopfes
und des Bläschens sind keme Änderungen wahrzunehmen, dagegen
hellt sich das Mittelstück (im Präparat) bedeutend auf. Mit der
Streckung des Bläschens ist eineVolumzunahme verbunden. Im weiteren
Verlauf tritt sein Inhalt durch einen Spalt nach außen (Fig. 3) und
umgibt, wenn auch nur vorübergehend, den Kopfteil kappenförmig
(Fig. 4). Dieser kappenförmige Aufsatz unterliegt einem baldigen
Zerfall. Es ist jetzt auch das Stadium erreicht, auf dem eine Um-
bildung des Mittelstücks vor sich geht. Schon auf dem Stadium, das
die Fig. 2 wiedergibt, hatte sich eine Veränderung angebahnt. Das
kurze Mittelstück hatte sich unter Einbuße seiner Färbbarkeit um das
dreifache verlängert; jetzt (Fig. 5) ist es nur noch mit großer Mühe
!) Die Deckglasaustriche der vier Hodenbläschen wurden mit Osmium-
dämpfen, Flemmingscher Lösung und mit einer heißen Kaliumbichromatlösung
fixirt. Letztere bestand aus: 90ccm einer 3proc. Kaliumbichromatlösung mit
Zusatz von 5ccm conc. wäss. Sublimatlösung und 5 ccm Eisessig. Vorzügliche
Resultate lieferte die Fixierung nach Champy (175 cem einer 3 proc. wäss.
Kaliumbichromatlösung, 175ccm einer 1proc. Chromsäurelösung und 100 ccm
einer 2 proc. Osmiumsäure.).
Geftärbt wurde mit Azur Il- Eosin während 18 Stunden.
Zur Maceration wurden Leitungswasser und NaCl-Lösungen verwendet.
11. Heft
182 Dr. W. Toedtmann:
zu erkennen. Seine Begrenzungslinien lassen sich von denen des
Fadens nicht mehr unterscheiden.
Der Chromatingehalt schwindet dann auch aus dem Kopfteil,
der unter weiterer "Streckung zu einem dünnen, pfriemenförmigen
Gebilde zusammenschrumpft. Noch längere Zeit bleibt ein kleines
Teil Chromatin in der Spitze und ständig solchesan der Basis vorhanden.
Der Samenfaden kann als vollständig reif gelten, wenn auch dieser
letzte Teil basophiler Substanzen aus der Spitze entschwunden ist.
Es erübrigt sich noch, zusammenfassend das Aussehen eines
reifen Spermatozoons (Fig. 7) zu beschreiben. Der Kopfteil ist lang
und pfriemenförmig und läuft in eine dünne Spitze aus. Ihm scheint
eine gewisse Starrheit eigentümlich zu sein. Selbst wenn durch längere
Einwirkung von Leitungswasser der Samenfaden sich zu ein unent-
wirrbares Knäuel zusammengedreht hat, so steht er noch starr von
demselben ab. Ein besonderes Spitzenstück fehlt. Die sp'tze Endigung
macht auch das Vorhandensein eines besonderen Perforatoriums
unnötig.
An das Kopfteil setzt sich ohne Verbindung durch ein Mittel-
stück ein abgeplatteter Faden an wie K. J. Ballowitz ihn beschrieb.
Es gelang mir an dem Faden, der das 6-fache des Kopfteils mißt, eine
Stützfaser mit einem Flimmersaum nachzuweisen, der auf der freien
Seite durch eine Randfaser begrenzt ist. Durch kurz andauernde
Maceration löst sich gelegentlich der Flimmersaum von der Stützfaser
ab und eine Mittelfaser wird an der Seite des Flimmersaumes sichtbar,
mit der der letztere sonst an der Stützfaser angeheftet ist. Bei völliger
Maceration bleiben auch nur diese drei Hauptfasern (Stützfaser, Mittel-
faser, Randfaser) übrig (Fig. 9).
Der Flimmersaum verschmälert sich gegen das Ende zu, um mit
einer kurzen Endgeißel zu endigen. Die Stützfaser erstreckt sich nicht
bis in die feine Spitze hinein. Über sie hinaus setzten sich die Mittel-
faser und die Saumfaser fort, zwischen denen sich der sich verjüngende
Flimmersaum ausspannt.
Die Endgeißel ist nur deutlich wahrzunehmen in Präparaten,
die entweder ohne Verdünnung der Samenflüssigkeit oder mit ‚Zusatz
von phosphorsauren Salzlösungen hergestellt sind. Bei der Auf:
schwemmung in Na0l- Lösungen legt sich die Endgeißel sofort an den
Faden eng an, und sie ist von diesem kaum zu unterscheiden. Aus
diesem Grunde ist sicherlich die Endgeißel früher übersehen worden.
Zu diesen Resultaten stehen in Bezug auf das Reifestadium die
Ergebnisse von Wassilieff in scharfen Gegensatz.
Schon die Form des Kopfteils in seiner Fig. 63 läßt darauf schließen,
daß ihm das eigentliche Endstadium entgangen ist und die Schnitt-
methode ist vielleicht daran schuld, daß der Schwanzfaden in seinen
Fig. 62 und 63 zu kurz ausfiel. Jedenfalls erwähnt er nicht, daß er
von der Darstellung der ganzen Länge des Fadens Abstand nahm.
Das verhältnismäßig langsame Eindringen der Fixierungsflüssigkeiten
in die unverletzten Hodenbläschen wird die’ Schrumpfung des zarten
Flimmersaumes bis zur Unkenntlichkeit veranlaßt haben.
Die Spermatozoen von Blatta germanica. 183
Erwähnen möchte ich noch das gelegentliche Vorkommen von
Samenfäden, deren wohlausgebildeter Schwanzfaden nur die halbe
durchschnittliche Länge der übrigen maß. Diese kurzen Samenelemente
scheinen sich gegen Leitungswasser anders zu verhalten als die
häufigere lange Form. Bei "Zusatz von Leitungswasser drehen sich
jene zu verschlungenen Figuren zusammen, während die kurze Form
fast gestreckt bleibt. Ob es sich in diesem Fall um Spermatozoen
handelt, die sich ein Chromatingehalt von den übrigen unterscheiden,
müßte eine erneute Untersuchung der Spermatogenese entscheiden.
Zusammenfassung.
Die Spermatide bildet sich unter Streckung zum Spermatozoon
um. Das reife Spermotozoon besteht aus einem langen, pfriemen-
förmigen Kopf, an den sich unmittelbar der Schwanzfaden ansetzt,
der aus einer Stützfaser mit angeheftetem Flimmersaum besteht.
Auf der Stützfaser abgekehrten Seite ist der Flimmersaum durch
eine Randfaser begrenzt. Durch Maceration läßt sich noch eine Mittel-
faser sichtbar machen. Eine Endgeißel ist vorhanden.
Zum Schlusse sei es mir gestattet, Herrn Professor Dr. phil. et
med. Ludwig Katharıner für das mir stets entgegengebrachte
Wohlwollen und für sein gütiges Interesse bei der Anfertigung dieser
Arbeit zu danken.
Freiburg, i. d. Schweiz, Februar 1914.
Literaturverzeichnis.
E. Ballowitz. Bemerkungen zu der Arbeit von K. Ballowitz.
Monatsschrift für Anatomie und Physiologie. Bd. 11, 1894.
K. 3. Ballowitz. Zur Kenntnis der Samenkörper der Arthropoden.
Inauguraldissertation Würzburg 1894.
J. Dewitz. Über Gesetzmäßigkeiti in der Ortsbewegung der Sperma-
tozoen und in der Vereinigung mit dem Ei. Archiv für die gesamte
Physiologie des Menschen und der Tiere (Pflügers Archiv) Bd. 38, 1886.
W. Toedtmann. Die Spermatozoen von Apis mellifica. Revista
di Biologica sperimentale e generale „Bios“. Vol.2. 1914. Genova.
W. Toedimann. Die Spermatozoen von Periplaneta orientalis.
Rivista di Biologica sperimentale e generale „Bios“ Vol.2, 1914.
(enova. |
v. La Valette St. George. Spermatologische Beiträge. Zweite Mit-
teilung. Archiv für mikroskopische Anatomie Bd. 27, 1886.
W. Waldeyer. Die Geschlechtszellen in: Oskar Hertwig, Handbuch
der vergleichenden und experimentellen Entwicklungslehre der Wirbel-
tiere Bd. 1, 1906.
A. Wassilieff. Die Spermatogenese von Blatta germanica. Archiv
für mikroskopische Anatomie Bd. 70, 1907.
11. Heft
184 Dr. W. Toedtmann:
Fig. 8. Fig. 9.
Die Spermatozoen von Blatta germanica, 185
Erklärung der Abbildungen.
Alle Figuren beziehen sich auf Spermatozoen von Blatta germanica. Sie
wurden mit Hilfe des Zeiß’schen Zeichenapparates auf der Höhe des Objekt-
tisches entworfen bei Anwendung einer Öl-Immersion 2 mm Zeiß und des
Comp. Ocul.12. Gefärbt wurden alle Präparate mit Azur II-Eosin. Die übrige
Behandlung eines jeden Präparates wird bei der Besprechung der Figuren be-
sonders erwähnt werden.
Nachträgliche Verkleinerung bei der Reproduktion auf: "J,.
Fig. 1.
Fig. 2.
Fig. 3.
Fig. 4.
Fig. 5.
Fig. 6.
Fig. 7.
Fig. 8.
Fig. 9.
Spermatide. Im Kopfteil befindet sich ein Bläschen. Zwischen dem
Kopf und dem breiten Faden liegt ein dunkelfärbbares Zwischenstück,
Technik: Aufschwemmung in einer NaCl-Lösung; Osmiumdämpfe.
Spermatide. Der Kopf mit dem Bläschen und das Zwischenstück
strecken sich in die Länge. Technik: wie vorher,
Vorderer Teil einer Spermatide. Das Bläschen ist gestreckt und tritt
nach außen. Technik: Aufschwemmung in Leitungswasser; Flemming-
sche Lösung.
Kopfstück eines unreifen Spermatozoons. Das Kopfstück ist noch mehr
verjüngt als in dem Stadium der Fig. 3. Der Inhalt des Bläschens
bildet vorübergehend einen kappenförmigen Aufsatz, Technik: Auf-
schwemmung in einer NaCl-Lösung; Osmiumdämpfe.
Vorderende eines unreifen Spermatozoons. Das Mittelstück ist noch
wahrnehmbar. Technik: Aufschwemmung in Phosphorsalz-Lösung;
Osmiumdämpfe.
Vorderende eines fast reifen Spermatozoons,. An der Spitze befinden
sich noch stark färbbare Chromatinteilchen. Technik: Aufschwemmung
in einer NaCl-Lösung; Fixierung nach Champy.
Totalansicht eines reifen Spermatozoons. An einen dünnen haarförmigen
Kopf setzen sich eine Stützfaser und eine Randfaser an; zwischen
beiden ist ein Flimmersaum ausgespannt. Eine Endgeißel ist vorhanden.
Sie wird durch den schmal auslaufenden Flimmersaum gebildet, der
durch die Randfaser und durch die Mittelfaser begrenzt wird. Technik:
Aufschwemmung in Phosphorsalz-Lösungen; Fixierung nach Champy.
Geißelteil eines Spermatozoons. Technik wie vorher.
Maceration eines Spermatozoon-Endteils. Aufspaltung in die drei
Hauptfasern. Technik: Aufschwemmung in NaCl-Lösung; Osmium-
dämpfe,
Sechster Beitrag zur Kenntnis der Aphodiini
(Coleoptera, Lamellicornia).)
Von
W. Koshantschikov (St. Petersburg).
Mit 25 Textfiguren.
Aphodius (Bodilus) erimensis sp. nov.
Dem Aph. immundus Kreutz. in der Körperform und Farbe
am ähnlichsten, aber viel kleiner.
. . Flachgewölbt, verkehrt eiförmig, mattglänzend, einfarbig gelb-
braun, nur die Mitte des Kopfes und Prothorax dunkelbraun. Kopf
beinahe vollkommen halbrund, am Vorderrande kaum ausgebuchtet,
Außenrand fein gerandet, Wangen vom Kopfe nicht abgesetzt, ohne
Wangenwinkel; in der Mitte schwach gewölbt, Stirnlinie fein, deutlich,
Höckerchen nur angedeutet, glei. mäßig, sehr fein, aber dicht punktiert.
Prothorax quer, flach gewölbt, sehr dieht doppelt punktiert, die
Differenz in der Größe der Punkte erheblich, die großen Punkte sind
zahlreicher an den Seiten und Basis, diese fein, aber deutlich gerandet.
Schildchen etwas tiefer liegend, als die Flügeldecken, gleich von der
Basis zur Spitze im Dreieck verengt, Seiten kielig gerandet, fein
chagriniert, an der Basis mit einigen großen Punkten besetzt. Flügel-
decken zur Mitte etwas bauchig erweitert, seicht gekerbt-gestreift,
die Kerbpunkte greifen die Ränder, der flach gewölbten, Zwischen-
räume deutlich an, Zwischenräume am Grunde fein chagriniert und
nur die lateralen fein, einzeln punktiert. Humeralzähnchen nicht vor-
handen. Enddorne der Hintertibien ungleich, der obere doppelt so
lang als der untere; Metatarsus auffallend lang, länger als der obere
Enddorn und länger als die drei folgenden Glieder zusammen.
Long. 3,5 mm.
Von immundus Kreutz. durch die kleinere Gestalt, das Fehlen des
Humeralzähnchens, die ungleichen Enddorne der Hintertibien und den
unbehaarten Metasternum leicht zu unterscheiden.
Diese Art könnte mit dem mir in Natur unbekannten Phae-
aphodius fusculus Rtts. verwechselt werden, unterscheidet sich aber,
außer der Punktierung des Halsschildes, durch die nicht schräg ab-
gestutzten Hinterwinkel, sondern einfach stumpf verrundeten, wie
auch bei immundus Kreutz.
Ein $ von Herrn G.A. Suvorov in Halta (Krim) am 13. IV. 1903
erbeutet (coll. m).
!) Cf. Revue Russe d’Entomologie, X, 1910, pp. 18—20; XI, 1911, pp. 18
—25, 205—212; XII, 1912, pp. 511—523; XIII, 1913, pp. 257—265.
Sechster Beitrag zur’ Kenntnis der Aphodiini. 187
Aphodius (Oromus) asphaltinus Kal.
In den Katalogen wird A. asphaltinus Kol. als Variation von
alpinus Scop. verzeichnet, welche sich nur durch dichte und starke
Punktierung der Oberfläche von alpinus Scop. unterscheidet.
Bei Besichtigung einer großen Anzahl von Exemplaren dieser
zwei Arten aus den verschiedensten Gegenden des Kaukasus war es
auffallend, daß keine Stücke vorkommen, welche Zweifel in der Be-
stimmung hervorrufen könnten (Zwischenformen), das rief den Ver-
dacht vor, daß diese zwei Arten, ungeachtet der großen Ähnlichkeit
in der Körperform, in der Bildung der unteren Leiste der Vorder-
tibien, das -Längenverhältnis der Tarsenglieder usw., doch ver-
schiedene Arten seien. | € | S
A. asphaltinus Kol. ist konstant größer als alpinus Scop. und
unterscheidet sich leicht dadurch, daß 1. eine rote Form von asphal-
tinus Kol: bis jetzt nicht gefunden ist, und 2. die starke und dichte
Punktierung der Flügeldecken immer gleich ist. und sogenannte
Zwischenformen nicht existieren.
Die $& von alpinus Scop. und asphaltinus Kol. hajen den kurzen,
stumpfen unteren Enddorn der Mitteltibien.
Die Untersuchung der Parameren genügte vollkommen um die
Artberechtigung des asphaltinus Kol. festzustellen. Parameren von
asphaltıinus lie. 1,.1a); Parameren von alpinus (fig. 2, 2a).
a
a
Fig. 1. Fig. 2.
Parameren von A. asphal- Parameren von Aph.
tinus Kol. alpinus Scop. Ober-
. Ober- u. Seiten- (a) Ansicht. ,, u. Seiten- @ Ansicht.
Aphodias (Nialus) Malinovskyi sp. nov.
Herr Malınovsky sendete mir zur Bestimmung die von ihm im
Gouvernement Nishny-Novgorod gefundenen Aphodien, unter welchen
sıch auch diese neue Art befand, welche dem A. linearis Reiche aus
dem ost-mediterranem Gebiet, am nächsten steht.
Einfarbig schwarz, langgestreckt, flach, fast parallelseitig, anzu)
Fühler, Palpen, Tibien und Tarsen dunkelbraun. Kopf am Außenrande
schmal rötlich durchscheinend, derselbe fein aufgebogen, hinter der
Stirnlinie mäßig dicht, vor derselben dicht, zum Außenrande etwas
runzelig punktiert; Stirnlinie höchst fein, mit nur angedeuteten
Höckerchen, vor denselben schwach beulig, Clypeus flach ausge-
buehtet, jederseits spitzwinkelig wrses gezähnt,. wie bei nearis Reiche),
re "11.Heft
188 > W, Koshantschikor:
diese spitzen Winkel werden dadurch gebildet, daß die Seitenränder
des Kopfschildes, von den Wangen beinahe in grader Linie nach
vorne verschmälert, sich in einem spitzen Winkel mit der Ausbuchtung
vereinigen (fig. 3); Wangen vom Kopfe deut-
lich abgesetzt, aber verrundet, vor den Augen
einen stumpfen Winkel bildend. Prothorax
viel breiter als lang, sehr flach gewölbt, mäßig
dicht, doppelt punktiert (die Differenz in der
Größe der Punkte ist bei linearis Reiche größer,
d.h. die kleinen Punkte sind viel kleiner, die
größeren ebenso groß, wie bei der neuen Art),
Fig. 3. Seiten bis über die verrundeten Hinterwinkel
Kopf von A. Mali- gerandet, Basis ungerandet (in der Mitte).
novskyi. d. Schildehen schmal herzförmig, an der Basıs
punktiert. Flügeldecken parallelseitig (beim $),
flachgedrückt, tief punktiert-gestreift, die Punkte kerben nicht die
flachen, weitläufig fein punktierten Zwischenräume. Die fünf Dorsal-
streifen laufen frei aus, der 6. reveinigt sich mit dem 9., die vereinigten
7. und 8. Streifen einschließend Mesosternum zwischen den Mittel-
hüften fein gekielt, Metasternum flach, unbehaart, mäßig dicht, fein
punktiert, mit feinem Längseindruck. Enddorn der Vordertibien
beim & spitz, bis zur Spitze des 2. Tarsengliedes reichend. Enddorne
der Hintertibien egal lang, und gleich lang mit dem Metatarsus, welcher
länger, als die zwei nächsten Tarsenglieder zusammen, ist.
Das 9 unterscheidet sich dadurch, daß die Clypeuswinkel ver-
rundet sind und die Gestalt weniger parallel ist; außerdem ist der
Enddorn der Vordertibien kürzer, kaum bis zur Hälfte des 2. Tarsen-
gliedes reichend und die Punktierung des Kopf- und Halsschildes
relativ dichter.
Es kommt vor, daß die
Flügeldecken beinahe einfarbig
rot sind (var. roseus). Para-
meren von 4A. Malinovskyv
(fig. 4, 4a). Parameren von
'a A.linearis Reiche (fig. 5, 5a).
y Long. 4,5—5,2mm.
Wassilsursk, Gouv.Nishny-
Bet Novgorod am 27. V.—#6. VI.
4 i
2 Fig. 4. Pe: EEE 1913 von Herrn Malinovsky
Melktorakei ih. ns HEeiche - gefunden und dem Entdecker
Ober- und Ober- und zu Ehren benannt.
Seiten-(a) Ansicht. Seiten- (a) Ansicht. Für diese Art ist noch
charakteristisch das lange
2. Glied der Vordertarsen, welches gleich den zwei nächsten
zusammen genommen, ist.
Aphodius (Amidorus) serrimargo Sp. nov.
In der Amidorusgruppe nimmt diese Art eine etwas isolierte
Stellung ein. In Größe und Färbung dem A. scrofa F. am ähnlichsten,
Sechster Beitrag zur Kenntnis der Aphodiini. 189
paßt die neue Art nicht in die Trichonotus-Gruppe, da der Käfer
in beiden Geschlechtern unbehaart ist, und sondert sich von allen
Arten dieser zwei Gruppen durch den stumpf sägezähnig gerandeten
Halsschild ab.
Körperform eines stark verkleinerten A. tomentosus Müll., voll-
kommen matt, schwarz, Fühler und Beine pechschwarz, Fühlerkeule
greis. Kopf trapezoidal, fein, dicht und gleichmäßig punktiert, in der
Mitte schwach beulig aufgetrieben, Außenrand fein aufgebogen und
flach ausgerandet, Wangen vom Kopfe deutlich abgesetzt, vollkommen
verrundet, Stirnlinie mit kaum angedeuteten Höckerchen. Halsschild
beim & breiter, beim @ ebenso breit wie die Flügeldecken, quer ge-
wölbt, schwarz, bei einigen Stücken die Seitenränder düster braunrot
durchscheinend; gleichmäßig, grob, gedrängt punktiert; Seiten und
Basis fein (bei stärkerer Vergrößerung deutlich) gerandet, die äußere
Randkante an den Seiten und Basis nicht glatt, sondern stumpf säge-
zähnig. Schildchen klein, etwas tiefer liegend, als die Flügeldeeken,
gleich von der Basis zur Spitze verengt, mit gerundeten Seiten, matt,
von der Basis bis zur Mitte mit einigen größeren Punkten besetzt.
Seiten der Flügeldecken zur Mitte schwach erweitert, breit gekerbt-
gestreift, doppelstreifig scheinend, da die Streifen am Grunde etwas
glänzend sind; die Punkte greifen die flachen, matt chagrinierten und
mit äußerst flachen, deshalb undeutlichen, großen Punkten besetzten
Zwischenräume an; schwarz, die Spitze und die Schulterbeule braun-
rot, letztere mit kleinem, aber deutlichem Dörnchen. Der untere End-
dorn der Hintertibien wenig kürzer als der obere, |
dieser kaum länger als der Metatarsus, welcher
etwas länger als die zwei nächsten Glieder zu-
sammen ist. Enddorn der Vordertibien |beim $
kräftig, spitz, etwas nach innen gebogen, bis
über die Mitte des dritten Tarsengliedes reichend;
beim 2 schmächtiger, gerader und kürzer, bis
zur Spitze des zweiten Tarsengliedes reichend. a
Parameren des A. serrimargo (fig. 6, 6a). :
Durch die stark gebogene Spitze des Apikal- nad a
teiles (fig. 6a) auffallend. Re
; S serrimargo. Ober- u.
Long. $ bis 3,5 mm; 9 bis 3 mm. Seiten. (aj Anaicht,
China (Nanshan-Gebirge) coll. m.
Subg. Volinus Muls.
In den Bull. Soc. Ent. Fr. 1911 p. 379 schreibt Bedel, daß das
Subg. Volinus Mls. = Chilothorax Motsch. ist. Motschulsky charak-
terisiert seine Chzlothorax-Gruppe in Etud. Ent. 1859 p. 156: „„‚Ecusson
petit, epines des jambes anterieures inegales; front tubercule; thorax
margine en arriere”, und stellt zur selben Gruppe inquinatus Hrbst.
und conspurcatus L., aber weiter in Schrenck’s Reis. Col.II, 1860 p. 132
stellt er in seine Chrlothorax-Gruppe sublimbatus Motsch. (Nialus Gr.)
und ursinus Esch. (Agrilinus Gr.); daraus ist klar zu sehen, daß C'hrlo-
thorax ex parte als synonym zu Volinus Muls. zu stellen ist.
11. Heft
190 : W. Koshantschikov:
L.e. schreibt Bedel: A. tessulatus Laichart. 1781 = 4. inqui-
natus Hrbst. = A. distinetus Müll.
Laicharting in seinem Verz. Tyrol 1791. p. 14 schreibt: „Scara-
baeusniger, elytris griseis, elypeo trituberculato, elytris griseis: maculis
subeontiguis nigris; puncto parvo nigro ad apicem.“ Dann deutsch:
„Nicht selten bei uns in jedem Dunghaufen. Viele Ähnlichkeit mit
dem Se. conspurcato nur etwas kleiner und statt dem mittleren dunklen
Fleck auf deren Flügeldecken, hat gegenwärtiger mehrere unregelmäßige,
vierseitige oder längliche, zusammenhängende oder freistehende
schwarze Flecken, nebst zwei sehr kleinen, kaum merklichen Tupfen
gegen die Spitze. ‚Brustschild und Leib sind schwarz, die Füße etwas
bleicher. Diesen Dungkäfer hielt Linne für eine Abart des Sc. fime-
tarius, da er doch immer in Größe, Gestalt, Farbe und Zeichnung
abweicht.‘ en |
- Müller beschreibt seinen distinctus in Zool. Dan. Prodr. 1776
p- 53: „niger capite tubereulo tripliei; elytris striatis lividis, nigro
maculatis.“ |
„Variat thoracis margine laterali rufo, elytrorumque maculis
coalitis vel distinetus, hine puncto septem in singulo. quorundam.“
; Diese Synonymie halte ich für falsch: 1. weil der A. melano-
stictus, welcher wie in Tirol, so auch in. Dänemark vorkommt noch
im Jahre 1805 von Sturm für eine Variation gehalten wurde und
erst, im Jahre 1840 von Schmidt abgetrennt wurde. 2. weil aus den
Beschreibungen es sehr schwer zu sagen ist, daß hier der ıngwinatus
Hrbst. und nicht melanostietus Schmidt. gemeint ist oder was am
wahrscheinlichsten ist, daß beide Arten vermengt waren, also im besten
Falle man in distinctus Mull. eine Mischart vermuten kann.
Da ich nicht glaube, daß Bedel die Typen gesehen hat, so schlage
ich vor den schon über 100 Jahre (1783) unter dem Namen ingquinatus
Hrbst. bekannten Käfer auch weiter so und nicht distinctus, Müller
zu nennen.
Aphodius (Volinus) inquinatus Hrbst. und melanostietus Schmdt.
Diese ‘beiden, von Erichson so ausgezeichnet unterschiedenen
Arten sind”durch Hinzukommen einer neuen Rasse von melanostictus
Schmdt., welche ich v. sömulans nenne und welche in Südost-Rußlarid
in der Krim, Buchara und N.-Persien vorkommt, nicht genügend
deutlich zu erkennen.
In folgender Ausführung möchte ich darauf aufmerksam machen,
daß ganz gleich ob wir es mit typischen, verdunkelten oder makel-
losen Stücken zu tun haben, ein immer bleibender Unterschied zur
Trennung dieser beiden Arten bleibt.
Dieser Unterschied besteht in der Flügeldeckenzeichnung im ab-
stürzenden Teile derselben.
Bei A. inguinatus sind die drei Gitterflecken im abstürzenden
Teile der Flügeldecken im 3., 4. und 5. Zwischenraum so geordnet,
daß dieselben. ein Dreieck bilden und mit dem queren Fleck vor der
Spitze einen beinahe runden, hellen Augenfleck bilden, welcher auch
Sechster Beitrag zur Kenntnis der Aphodiini. 191
bei sonst ganz schwarzen Stücken (v. nubilus) immer hell bleibt. Wenn
die Flecken ganz verschwinden (Stücke aus der Krim und Morea)
bleibt immer, wenn auch nur ein dunkler Wisch im 4. Zwischenraum
des abstürzenden Teiles der Flügeldecken. Die im 3., 4. und 5. Zwischen-
raum stehenden Flecken vereinigen sich niemals mit dem Querfleck
vor der Spitze.
Bei melanostictus dagegen fehlt der Fleck im 4. Zwischenraum
des abstürzenden Teiles der Flügeldecken immer, oder bei verdunkelten
Stücken ragt er niemals im Dreieck hervor und ist nur schattenartig
angedeutet. Die im 3. und 5. Zwischenraum stehenden Flecken ver-
einigen sich bei dunklen Stücken mit dem Querfleck vor der Spitze.
Bei ganz hellen Stücken
bleibt immer ein dunkler
Wisch im 3. Zwischenraum -
des abstürzenden Teiles der
Flügeldecken.
Parameren Endglieder
des A. inquinatus Hrbst.
(fig. 7, 7a). i \/
Parameren Endglieder er ae &
. ig. 7. . Fig. 8.
des A. melanostictus Schmdt. Parameren von A. Parameren von A.
(üig. 8, 8a). { inquinatus Hrbst. melanostietus Schm.
Zu diesen Zeichnungen Ober- und Ober--und:
hätte ich zuzufügen, daß die _Seiten- (a) Ansicht Seiten- (a) Ansicht.
schwammartige, weiche Chi-
tinbildung nicht nur an den Seiten und Spitzen des apikalen
Teiles sich befindet (fig. 7b, Sb), sondern bei beiden Arten zwischen
dem Basal- und Apicalteile sich noch ein Dreieck befindet, welcher
auch weich chitinisiert ıst (fig. Te, 8e). ö
Die Rasse simulans unterscheidet sich hauptsächlich von melano-
stictus durch daß in beiden Geschlechtern behaarte Metasternum.
Parameren ebenso gebildet, wie bei melanostictus.
Aphodius (Volinus) nigrivittis Solsky.
Diese in Asien weit verbreitete Art unterscheidet sich von in-
quinatus und melanostietus durch die ausgebildete Leiste der unteren
Seite der Vordertibien, welche bei der typischen Form bis zur Hälfte
des Innenrandes deutlich ist, am Anfang schwach gezahnt ist (2 kleine
Zähnchen) und in einem großen Zahn endet.
Nigrivittis Solsky bildet in Asien folgende Rassen.
In dem Alai-Gebirge und der südlichen Mongolei (Polu, Pachym ete.),
entwickelt sich eine Rasse, welche in allen Stücken der typischen
Form gleich ist und sich nur durch kürzere und breitere Gestalt,
dichtere und gleichmäßigere Punktierung des Kopf- und Halsschildes,
aber hauptsächlich durch daß in beiden Geschlechtern glatte, un-
behaarte, einzeln fein punktierte und meist gelb gefärbte Metasternum
unterscheidet. Bei dieser Rasse ist auch die Vordertibienleiste schwächer
als bei der typischen Form entwickelt. / |
. 11. Beft
192 W. Koshantschikov:
Parameren gleich gebildet wie bei nigrivtius Solsky.
Parameren von A. nigrivittis (fig. 9, 9a).
Ich nenne diese Rasse impubis.
In dem Sajan-Gebirge, der Tschuiskaja
Hochsteppe (6000) und den Quellengebieten
des Irkut und Jenissey kommt eine Rasse vor,
welche Reitter als Aphodius (Volinus) Grafi be-
schrieb. Dieselbe unterscheidet sich von der
typischen Form durch die nur angedeutete
Scheitellinie (ohne Spur von Höckern), das
kürzer und dichter behaarte Metasternum, aber
hauptsächlich durch die veränderliche Flügel-
Fig. 9. deckenzeichnung, welche oft beinahe ganz ver-
Parameren von A. ni- schwindet — v. Heinrichi (bis auf einen kleinen
na arben Fleck im 4. Zwischenraum des abstürzenden
* Teiles der Flügeldecken) oder sich dermaßen
verbreitert, daß die Flügeldeckenzeichnung einen dunklen Nebelfleck
bildet, welcher vor der Spitze durch eine helle Fläche im 4., 5., 6.
und 7. Zwischenraum unterbrochen wird. Bei der typischen Form
ist die Flügeldeckenzeichnung sehr konstant und erinnert sehr an
die Zeichnung von ingquinatus Hrbst., da diese Art auch das
charakteristische Dreieck im 3., 4. und 5. Zwischenraume_ besitzt.
Aus der Volinus-Gruppe lassen sich noch einige Arten absondern,
welche in der Flügeldeckenzeichnung bei hellen Stücken ähnlich
dem inqwinatus v. centrolineatus Panz. sind, d.h. die Flecken bilden
an der Basis der Flügeldecken ein mehr oder weniger deutliches Dreieck;
diese Arten unterscheiden sich durch flache, parallele Gestalt, aber
hauptsächlich durch den Enddorn der Vordertibien, welcher bei den
SS dieser Arten besonders kräftig und verschiedenartig gebaut ist
und durch die mehr-weniger entwickelte Leiste auf der unteren Neite
der Vordertibien in beiden Geschlechtern.
Im Jahre 1876 beschrieb Harold in den Verh. Ver. Brünn p. 122
nach Stücken, welche von Dr. Schneider und Leder im Kaukasus
bei Tiflis gesammelt wurden, seinen A. flammulatus. In der sonst auf
merksamen Beschreibung erwähnt Harold nicht die Bildung des End-
dornes der Vordertibien, deshalb glaube ich, daß Harold nur P9 vor
sich gehabt hat.
In der Sammlung des verstorbenen Dr. Sievers, welcher mit
Dr. Schneider und Leder zusammen im Kaukasus exkursierte, befindet
sich ein & dieser Art mit der Aufschrift „A. flammulatus Har.‘“ welcher
vollkommen der Harold’schen (bis auf den Enddorn der Vordertibien)
und Reitter’schen Beschreibung seiner v. ? deplanatus entspricht.
Reitter beschrieb seinen deplanatus nach einem Stück aus der Sammlung
des Herrn Felsche in Leipzig, welches auch die Aufschrift „A. flammu-
latus Har.‘“ trug.
Sechster Beitrag zur Kenntnis der Aphodiini. 193
Dann sendete mir mein Freund E. König eine Anzahl Stücke
dieser charakteristischen Art, welche von ihm auch in den Umgegenden
von Tiflis gesammelt waren, alle dg zeigen ebenfalls dieselbe Enddorn-
bildung. In der Zeichnung der Flügeldecken ist diese Art höchst
variabel.
Auf Grund des Gesagten glaube ich, daß die v. ? deplanatus
Rttr. = flammulatus Har. ist.
Anbei gebe ich eine Tabelle zur Unterscheidung der SS dieser
Arten, aber die 22 (außer Dobrovljanskyi) lassen sich tabellarisch
schwerer differenzieren.
Tabelle für die 3G.
1. Flügeldecken an der Spitze kurz, oft schwer sichtbar behaart.
2. Enddorn der Vordertibien kräftig und lang, beinahe das
2. Tarsenglied überragend, an der Spitze plötzlich nach unten gebogen
und stumpf. flammulatus Har.
21. Enddorn der Vordertibien kräftig, bis zur Hälfte des 2. Tarsen-
gliedes reichend, sanft abwärts gebogen, stumpf. clathratus Rttr.
22. Enddorn der Vordertibien kräftig, kaum das 1. Tarsenglied
überragend, Spitze einwärts gebogen, stumpf planus D. Koch.
1!. Flügeldecken vor der Mitte relativ lang, abstehend behaart.
Enddorn der Vordertibien kräftig, spitz, kaum abwärts gebogen
Dobrovljanskyi sp. nov.
Aphodius (Volinus) flammulatus Har. (nee Ritr.).
var. ? deplanatus Rittr.
Von länglicher, paralleler, flacher Gestalt, glänzend, schwarz;
Fühler, Palpen, Füße braunrot, Fühlerkeule greis. Kopf flach gewölbt,
schwarz, Außenrand fein aufgeworfen, breit aber flach ausgebuchtet,
Wangen vom Kopfe abgesetzt, vor den Augen stark vorragend und
einen deutlichen Winkel bildend; Oberfläche fein, gleichmäßig punktiert,
zum Außenrande etwas runzelig; Stirnnaht deutlich mit drei schwachen
Höckerchen. Prothorax flach, quer, gewölbt, Seiten und Basis ge-
randet, Hinterwinkel stark verrundet, weitläufig, einfach, sehr fein,
an den Seiten etwas dichter und doppelt punktiert, aber die Anzahl
der eingestreuten größeren Punkte klein. Schildehen normal, glänzend
mit unregelmäßigen, wenigen größeren Punkten besetzt, nur die
äußere Spitze bleibt frei. Flügeldecken beinahe parallelseitig, wenig
zur Spitze erweitert, an der Spitze kurz, undicht behaart, flach ge-
wölbt, der 1. Zwischenraum samt der Naht zur Spitze niedergedrückt,
seicht gekerbt-gestreift, die Kerbpunkte greifen die Ränder der flachen
Zwischenräume an, letztere unpunktiert; mit unbestimmter, schlecht
begrenzter Zeichnung, aber die hellen Flecke verschwinden niemals
ganz, sondern es bleibt immer im 4.—6. Zwischenraum vor der Spitze
ein brauner Fleck. Enddorn der Vordertibien beim & kräftig, lang,
das 2. Tarsenglied beinahe überragend, nach unten geneigt, an der
Spitze plötzlich umgebogen, stumpf. Enddorn der Hintertibien gleich
Archiv für Naturgeschichte
1918. A. 11. 13 11. Heft
194 . W. Koshantchikov:
dem Metatarsus, dieser ebenso lang, wie die 3 nächsten Glieder zu-
sammen.
Mesosternum zwischen den Mittelhüften fein ge-
kielt, Metasternum flach, fein punktiert, an den
Seiten behaart, Mitte mit einer feinen Längslinie;
Abdomen lang hell behaart.
Parameren von A. flammulatus Har. (fig. 10,
a 10a).
Das ® unterscheidet sich durch die weniger
u, ; parallele Gestalt, die viel gröbere und dichtere
Fig. 10. Punktierung des Kopf- und Halsschildes, verrundete
enden Wangenwinkel und den normalen Enddorn der
Har. Ober- und Vordertibien, welcher viel kürzer, schmächtiger und
Seiten-(a)An- vollkommen gerade ist und nur bis zur Hälfte des
sicht. 2. Tarsengliedes reicht. Metasternum unbehaart,
punktiert.
Long. 4—5,3 mm.
Umgegend von Tiflis, Ende März, April. Plateau von Zalka, Mai.
Aphodius (Volinus) elathratus Rtir.
Dem Vorigen überaus ähnlich, unterscheidet sich das $ durch die
Bildung des Enddornes der Vordertibien, welcher an der Spitze nicht
umgebogen, sondern nur sanft abwärts geneigt ist und kaum bis zur
Hälfte des 2. Tarsengliedes reicht, dann durch die gröbere und dichtere
Punktierung des Kopf- und Halsschildes, den kürzeren Metatarsus,
welcher kaum länger, als die zwei nächsten Glieder zusammen ist
und durch die einzeln, fein punktierten Zwischenräume der Flügel-
decken und undeutlich, staubartig behaarte Flügeldeckenspitze.
Die hellen Stücke unterscheiden sich außerdem dadurch, daß die
Zeichnung aus deutlich begrenzten Makeln besteht, welche folgender-
weise verteilt sind: an der Basis bilden die Makeln im 1., 2., 3. und
5. Zwischensaum ein allgemeines Dreieck, dessen Spitze in der Mitte
der Flügeldecken liegt; außerdem ist der erste Zwischenraum der ganzen
Länge nach dunkel, dann stehen zwei dunkle, kleine
Flecken im 3. und 5. Zwischenraum vor der Spitze;
die dunklen 7., 8, 9. und 10. Zwischenräume ver-
binden sich an der Spitze mit einem breiten, dunklen
Querfleck, aber die äußerste Spitze bleibt hell.
Oft sind aber die Flügeldecken ganz dunkel bis auf
N die hellen Augenflecke im 4. und 6. Zwischenraume
W a vor der Spitze.
Fig. 11. Das © unterscheidet sich von flammulatus 9 durch
ern von die undeutlich, staubartig behaarte Flügeldeckenspitze
. clathratus 5
Rtir. Ober und und den kürzeren Metatarsus.
Seiten-(a) An- Parameren von 4. clathratus Rttr. (fig. 11, 11a).
sicht. Long. 4,5—5 mm.
Transkaukasien: Araxesthal; Persien: Sultanabad.
Sechster Beitrag zur Kenntnis der Aphodiini. 195
Aphodius (Volinus) planus D. Kosh.
Die hellen Stücke dieser Art sind ebenso gezeichnet wie clathratus
Rttr., es kommen aber auch dunkle Stücke vor, bei welchen nur ein
heller Augenfleck im 4. Zwischenraum vor der Spitze hell bleibt.
Das & unterscheidet sich von den beiden vorigen Arten durch
die dichtere und hauptsächlich gleichmäßigere Punktierung des Kopf-
und Halsschildes (besonders des letzteren). Dann
sind die Zwischenräume der Flügeldecken, besonders
der erste, deutlich, beinahe reihenweise punktiert,
die Lateralen und die Spitze diehter und gröber.
Metatarsus ebenso lang, wie bei clathratus Rttr.
Enddorn der Vordertibien kräftig, kaum das
1. Tarsenglied überragend, nach unten und die
äußerste Spitze nach innen gebogen. Metasternum
ziemlich dicht, lang behaart. Ey
Das 2 unterscheidet sich von den 22 des Fig. 12.
flammulatus und clathratus durch die deutlich er, ie
punktierten Zwischenräume der Flügeldecken. Me- Ober und
tasternum nur an den Seiten einzeln behaart Seiten-(a) Ansicht.
(wie bei clathratus).
Long. 4,5—5 mm.
Parameren von A. planus D. Kosh. (fig. 12, 12a).
Sarepta (April); Ural-Gebiet: Orenburg, Temir (April), Uralsk
(April); Turgai-Gebiet; Ssemipalatinsk-Gebiet.
Aphodius (Volinus) Dobrovljanskyi sp. nov.
Unterscheidet sich von den drei vorigen Arten durch die in beiden
Geschlechtern von der Mitte bis zur Spitze deutlich lang und dicht,
abstehend, behaarte Flügeldecken.
In der Flügeldeckenzeichnung ist die Art, durch die schlecht
begrenzten Makeln, dem flammulatus am ähnlichsten, unterscheidet
sich aber außer der Behaarung, durch die stärkere
Punktierung des Kopf- und Halsschildes (wie bei &
Das Q unterscheidet sich außer der Behaarung \y \
der Flügeldecken von den 22 der anderen Arten Ba? “a
Fig. 13
W. E. Dobrovljansky entdeckt und ihm freundlichst gewidmet.
13* 11. Heft
clathratus), die deutlich beinahe reihenweise, punk-
tierten Zwischenräume der Flügeldecken und
endlich auch den kräftigen, geraden, sanft ab-
wärts geneigten, beinahe bis zur Spitze des zweiten
Tarsengliedes reichenden, spitzen Enddornder
auch durch den langen, spitzen ebenso wie beim s
gebildeten Enddsminäc Vorderkibien, welcher ni a er
schmächtiger als beim & ist. Ober- und
Long. 4,5—5,3 mm. Seiten-(a) Ansicht.
Parameren von A. Dobrovlansky? (fig. 13, 13a).
Vordertibien.
Transkaukasien: Erivan (November bis Januar). Von Herrn
196 W. Koshantschikov:
Es könnte vielleicht biologisch nachgewiesen werden, daß die
verschiedene Enddornbildung bei diesen vier Arten nur vom Grund-
boden abhängt, da die Parameren ziemlich gleich gebaut sind und
hauptsächlich nur die Konturen der weichen, schwammartigen An-
sätze verschieden gestaltet sind. Was die Behaarung der Flügeldecken
anbetrifft, so kann die dichtere und längere Behaarung (bei A. Dobro-
vhjanskyi) durch Temperatur beeinflußt sein. Einen analogen Fall
bei Vohnus-Arten finden wir bei der Form ingenticollis m. von scuti-
collis Sem. (Rev. Russe d’Ent. 1912 p. 520).
Aphodius (Volinus) Hahni 5 Rtir.
In der Deut. Ent. Zeit. 1907 p. 410 beschrieb Reitter A. RR
aus Uralsk, von welchem er den $ nicht kannte, da die angegebenen
Unterschiede nicht zutreffend sind und ich glaube, daß Reitter stark
entwickelte 92 für SS hielt. Sehr interessant muß die Biolegie dieses
Käfers sein, da das & nicht überwintert, im Spätherbst erscheint
(Oktober), sich gleich begattet und abstirbt. Der Beweis liegt darin,
daß weder Shuravlev (Reitter schreibt Jourawliov), noch Borodin,
welehe im Frühling diesen Käfer massenhaft sammelten, Sg fanden.
Endlich erhielt ich durch die Vermittelung des Herın D. N.
Borodin von Shuravlev eine Anzahl Hahni (gegen 400 Stück), welche
von ihm am 7. Oktober 1912 gesammelt waren und unter diesen fanden
sich SS in genügender Anzahl.
In der Flügeldeckenzeichnung, sowie der Farbe mit dem 2 über-
einstimmend.
Der Kopf weniger gedrängt punktiert, deutlich gehöckert, von
welchen der mittlere besonders groß bei stark entwickelten Stücken
ist. Halsschild deutlich breiter als die Flügeldecken, auf der Scheibe
sehr fein, weitläufig punktiert, an den Seiten diehter und hier sind
auch größere Punkte untermischt. Flügeldecken in den Zwischen-
räumen deutlich reihenweise punktiert und von der Mitte bis zur
Spitze aufstehend, deutlich, ziemlich lang behaart. Vordertibien auf-
fallend breit und stark, Enddorn derselben (fig. 14) kräftige, lang,
die Spitze des 2. Tarsengliedes etwas überragend, stumpf, sanft ab-
wärts geneigt.
Die ausgezeichndte
—. Artist wohl am nächsten
| dem cervorum Fairm.,
kann aber mit keiner Vo-
linus - Art verwechselt
werden.
Parameren von 4.
Hahni Rttr. (fig. 15, 15a).
a Hier möchteichnoch
Fig. 14 p Fig. 15. Fig. 16. darauf aufmerksam
ürdertibie Aph, Hahni Rn Chitin- Platte machen,daßich beıUnter-
von A.Hahni Ober-undSeiten- v.Aph.Hahni suchung der Genitalien
Rttr. &. (a) Ansicht. Rttr. 5. bei einigen Aphodien
Sechster Beitrag zur Kenntnis der Aphodiini. 197
(z. B. postangulus Rttr., Hahni Ritr. usw.) an den Parameren, aber
mit denselben nicht verwachsen, eine Chitinplatte gefunden habe
(fie. 16), welche in der betreffenden Literatur von niemand erwähnt
wird.
Die Aphodien haben drei Typen der Paraimeren und Penis, welche
in bestimmtem Einklange mit den äußerlichen Geschlechtsmerkmalen
stehen.
1. Wenn die Art keine konstruktive äußerliche Geschle:hts-
merkmale hat, oder das & vom ® sich nur durch die Bildung des End-
dornes der Vordertibien unterscheidet, so sind die Parameren:
a an den Seiten und der Spitze nicht aus festem Chitin gebaut,
sondern derselbe wird hier schwammartig weich und schrumpft bei
Trockenpräparaten dermaßen zusammen, daß die Konturen des festen
Chitins nicht zu sehen sind,
b an der Spitze des Penis selbst befinden sich fadenförmige
Gebilde, welche mehr oder weniger aus der Perameren-Kapsel hervor-
ragen, oder zwischen dem Basal- und Apikalteile befindet sich eine
dreieckige weiche Chitinfläche.
2. Wenn der untere Enddorn der M'tteltibien kurz, rudimentär
ist, so sind die Parameren aus festem Chitin gebaut und der Penis
ist einfach.
Aphodius (Esimaphodius) kisilkumi Solsky.
Bei meinen Exkursionen in Transkaspien (Imam-baba, Kuschka)
hatte ich Gelegenheit, diesen dort gewöhnlichen Aphodius zu beobachten.
Es war auffallend, daß wenn der Scarab. saxer vom Dunghaufen sich
Stücke Dung zum Kugelrollen abschnitt, die im Dung befindlichen
Aphodien, außer kisilkumi, entflohen, nur diese Art ließ sich einrollen
und verhielt sich ruhig. Später untersuchte ich die eingegrabenen
Scarabaeus-Kugeln und fand beinahe immer den A. Kisilkumi in den
Kugeln oder auch im Gange herumkriechend, so daß es scheint, daß
A. Kısilkumi sich parasitisch in den Kugeln von Scarabaeus sacer
entwickelt.
Aphodius (Agolius) Suschkini spec. nov.
Das vorliegende einzige $ dieses neuen Agolius scheint ein nicht
ausgefärbtes Stück zu sein, da die Flügeldecken durchsichtig und hell
gefärbt sind.
In Größe, Form und Farbe dem Ag. montivagus Er. Q am ähn-
lichsten. Einfarbig gelbbraun, mäßig gewölbt, glänzend, Kopf klein,
gelbbraun, Außenrand gelb durchscheinend, flach, Stirnlinie Iinien-
förmig, vor derselben in der Mitte eine Längsbeule, welche an der Basis
vor der Stirnlinie winkelig konkav, und an der Spitze durch eine feine
Querrunzel begrenzt ist; Außenrand fein aufgebogen, in der Mitte
tief ausgebuchtet, die Ecken der Ausbuchtung verrundet, Wang
vom Kopfe nicht abgesetzt, aber die Augen überragend; die Seiten u
der Außenrand besonders dicht, sogar etwas runzelig, die Längsb«
11.1
198 W. Koshantschikov:
fein, weitläufig, punktiert. Halsschild quer gewölbt, breiter als die
Flügeldecken; die Mitte fein, undicht, die Seiten dichter doppelt
punktiert, Seiten und Basis fein gerandet. Schildchen normal, nur
an der Basis punktiert. Flügeldecken seicht punktiert-gestreift, die
Punkte greifen die Ränder der flachen, nur an der Spitze feinjpunktierten,
Zwischenräume deutlich an. Mesosternum zwischen den Mittelhüften
nicht gekielt. Metasternum flach, fein punktiert, an den Seiten undicht
hellgelb behaart.
Enddorn der Vordertibien kräftig, lang, etwas nach unten geneigt,
bis zur Hälfte des dritten Tarsengliedes reichend, an der Spitze nach
außen schräg abgeschnitten, spitz endend. Die
Leiste auf der Unterseite der Vordertibien der
ganzen Länge nach fein gekerbt mit einem größeren
Zähnchen in der Mitte. Unterer Enddorn der
Mitteltibien sehr kurz, breit, stumpf. Der untere
Enddorn der Hintertibien etwas kürzer, als der
obere, dieser ebenso lang wie der Metatarsus,
welcher etwas kürzer als die beiden nächsten
Glieder zusammen ist.
Long 4,7 mm.
Fig. 17 a Diese alpine Art hat den kleinen Kopf, die
Parameren von A, entwickelte Leiste, den rudimentären unteren End-
Suschkini. Ober-u, dorn der Mitteltibien und die ungleichen Rand-
Seiten- (a)Ansicht. borsten der Hintertibien der Agolius, entfernt sich
aber von den Arten dieser Gruppe durch die
Längsbeule auf dem Kopfe, den stark ausgebuchteten Clypeus und '
die gerandete Halsschildbasis.
Parameren von A. Suschkini (Fig. 17, 17a). Von Prof. P.P. Susch-
kin am 17. VII. 1913 im Quellgebiet des Obj (Atlasgeb.) bei
Kumurtuk (Vereinigung der Il. Baschkans und Tschulyschman) er-
beutet und dem Entdecker gewidmet. (coll. Mus. Petrop.)
Alphodius (Agolius) Danielorum Sem. und Sehlumbergeri Seidl.
Dr. J. Daniel in „Das Aphodius-Subgenus Agolius Muls.“ (Münch.
Kol. Zeit. I. 1902) erklärt auf Grund der Besichtigung der Typen,
daß A. Bilimecki Seidl. eine Mischart ist, weil die Stücke aus den
Abruzzen nicht Bilimecki, sondern A. consobrinus K. Dan. sind; auf
Grund des gesagten änderte Semenov-Tjan-Shansky (Rev. Russe
d’Ent. 1902 p. 294) den Namen Bilimecki (ex parte) für die schweizer
Tiere in Danielorum um.
Bei der Untersuchung der Genitalien von A. Danielosum und
limbolarius Rttr. fand es sich, daß bei beiden Arten die Parameren
gleichgebildet sind. Dann schreibt J. Daniel (l. e. p. 81): „Es ist
mir nicht gelungen, ausser der Färbung weitere konstante Merkmale
zur Trennung (des limbolarius) von Bilimecki aufzufinden, und auch
Reitter hat keine anderen angeführt,“ was auch wirklich der
Fall ist.
Daher ist es etwas unerwartet, daß J. Daniel (l.c. p. 94) in der
Sechster Beitrag zur Kenntnis der Aphodiini. 199
Aufzählung der Agolius-Arten limbolarius Rttr. als selbständige Art
aufführt und nicht als Farbenvariation zu Danielorum Sem. stellt.
Weiter schreibt J. Daniel (l.c. p. 84): „Geschlechtsapparat
(Schlumbergeri Seidl.) mit dem des consobrinus übereinstimmend, nur
scheinen die Paramerenglieder etwas kürzer zu sein,“ was vielleicht
individuell war, denn bei einer Anzahl untersuchter Parameren von
cosobrinus und Schlumbergeri fand ich immer gleichgebildete, welcher
mit der von J. Daniel (l.c. p. 83) gegebenen Zeichnung überein-
stimmen.
Dann schreibt J. Daniel (l.c. p. 83) „In der Bildung des £ Ko-
pulationsapparates und der Vordertibienleiste (consobrinus) mit
Schlumbergeri übereinstimmend, aber der Körper ist weniger gewölbt,
die Flügeldecken sind kürzer und matter, deren Zwischenräume deut-
lich (mikroskopisch) quer chagriniert und feiner und zerstreuter
punktiert. Halsschild ungleicher und gröber punktiert, Clypeus deutlich
ausgebuchtet.““
Die angeführten Differenzen an und für sich allein genügen nicht
um consobrinus K. Dan. artlich von Schlumbergeri Seidl. zu trennen,
denn sonst müßten auch die var. cenisius (l. c. p. 85) und var. penninus
(l.e. p. 89) auch selbständige Arten sein.
Dieselben Differenzen finden sich auch bei A. Haroldi D. Kosh.
und seiner Rasse orinus m. aus dem Himalaja-Gebirge, aber bei genau
gleicher Bildung der Parameren, der Vordertibienleiste, kann ich mich
nicht einverstanden erklären, die Rasse orinus als selbständige Art zu
betrachten, da in der Agolius-Gruppe (auch bei anderen Aphodien)
nahverwandte, aber durchaus selbständige Arten (Danielorum Sen.
und var. consobrinus K. Dan. von Schlumbergeri Seidl.), sogar gemein-
schaftlich lebende, gerade in der Bildung der Parameren scharf ge-
schieden sind, scheinbar, um die Bestehung der Art zu sichern.
Auf Grund des Gesagten schlage ich vor A. limbolarius Rttr. als
Farbenvariation zu Danielorum Sem. und A. consobrinus als Rasse zu
Schlumbergeri Seidl. zu stellen.
In demselben Aufsatz (l. e. p. 90) beschreibt J. Daniel eine var.
Iıgurieus, welche aber durchaus als überhaupt gut differenzierte,
selbständige Art zu betrachten ist.
Aphodius impunetatus Waterh.
Dieser Aphodius paßt in keine der aufgestellten Gruppen.
Waterhouse (Trans. Ent. Soc. Lond. 1875 p. 85) in seiner, wenn
auch kurzen Beschreibung, beschreibt den;Käfer genügend kenntlich,
aber einige Momente sind ganz unbeachtet gelassen, welche von großem
Interesse sind, deshalb gebe ich eine Neubeschreibung.
Länglich eiförmig, einfarbig dunkel braunrot, stark glänzend,
glatt. Kopf vollkommen halbrund (vorn undeutlich abgestutzt) Außen-
rand fein aufgebogen, Wangen nicht abgesetzt, vor den Augen keinen
Winkel bildend, in der Mitte schwach beulig, höchst fein seicht punktiert,
zum Außenrande die Punktierung sogar dicht, Scheitellinie kaum an-
gedeutet ohne Spur von Höckerehen. Halsschild kurz, quer flach ge-
11 Heft
200 W. Koshantschikor:
wölbt, nur bei stärkerer Vergrößerung ist zu bemerken, daß die ganze
Oberfläche höchst fein, seicht, wenig dicht punktiert ist, an den Seiten
sind wenige große Punkte eingestreut, Seiten kräftig auch um die
Vorderwinkel herum gerandet, Basis feiner aber deutlich gerandet.
Schildehen an der Basis parallellseitig, weiter dreieckig, spitz; nur
an der Basis punktiert. Flügeldecken lang, zur Mitte schwach bauchig
erweitert, höchst seicht gestreift, die Punkte in den Streifen schwer sicht-
bar, Zwischenräume vollkommen flach, glatt, höchst fein, weitläufig,
undeutlich punktiert. Mesosternum zwischen den Mittelhüften gekielt,
Metasternum flach, glatt, einzeln fein punktiert, mit flachem Ein-
druck; Abdomen dicht lang, goldgelb behaart. Enddorne der Hinter-
tibien gleichlang, Metatarsus kaum kürzer als die Enddorne und ebenso
lang wie die drei nächsten Glieder zusammen.
Enddorn beim & (fig. 18) breit,
herabgebogen, zur Spitze etwas
verbreitert und abgestutzt, etwas
länger als das erste lange Tarsen-
glied, welches um die Hälfte länger
als das zweite ist.
Enddorn und erstes Tarsenglied
beim @ ebensolang, aber der End-
' a dorn ist spitz und schmal.
Fig. 18. Pe nm ... Alle Borstenkränze der Hinter-
Nürdertibie Aph.impunctatus tibien aus deutlich ungleichenBorsten
vonA.impun- Waterh. Ober- u. gebildet.
tatus Water. _Seiten- (a) Ansicht. Diese Art wurde aus Japan
beschrieben; C. Rost fand dieselbe
in Korea (Gensan), und A. Tschersky im Amurgebiet am Grenz-
flusse Tjumen-Ulay im Juni und Juli 1913.
Parameren von A. impunctatus Waterh. (fig. 19, 19a).
Long. 6,5—8 mm.
Aphodius subcostatus Kolbe.
Diese Art ist von A. Tschersky im Amurgebiet am Grenzflusse
Tjumen-Ulaj in großer Anzahl im Juni und Juli gefunden. ;
Zur Beschreibung dieser Art hätte ich zuzufügen, daß das 3 einen
kurzen, stumpfen, rudimentären Enddorn der Mitteltibien besitzt.
Aphodius pilosus Har.
In der Berl. Ent. Zeit. XVIII 1874 p. 190 beschrieb Harold einen
Alph. pilosus aus Hindostan. In der Beschreibung sind es zwei Momente,
welche Harold übersehen hat und welche die Art von allen Aphodien
absondert, und ich vorschlage A. pilosus in eine besondere Gattung
abzutrennen, welche ich Brachiaphodius zu benennen vorschlage.
In der Körperform erinnert prlosus an die Arten der Gattung Lord:-
tomaeus, unterscheidet sich aber durch die nicht so auffallend breiten
Epipleuren durch den Charakter der Behaarung (bei Lorditomaeus
ist die Behaarung der Oberfläche eine doppelte: außer den anliegenden
Sechster Beitrag zur Kenntnis der Aphodiini. 201
haben alle Arten noch aufrecht stehende Haare), aber hauptsächlich
durch die Bildung der Vorderschenkel in beiden Geschlechtern (fig. 20
.... a); etwas vor der Mitte ist der scharfe Teil der Schenkel zahn-
artig fortgesetzt; dieser Fortsatz ist beim 5 scharf und spitz, beim I
etwas stumpfer und breiter; außer der verschiedenen Bildung des End-
dornes der Vordertibien beim & (fig. 20... . b) und ? sehen wir noch
eine eigenartige Bildung der Vordertibien beim & (fig. 20... . c), die
Außenzähne liegen nicht in einer Ebene mit der Tibienleiste, sondern
niedriger, indem die Tibie selbst leistenartig, scharfkantig erhaben,
und an der Spitze gleichbreit mit dem Enddorn ist.
Beim 2 sind die Tibien normal gebaut (fig. 21).
In der Bildung der Parameren (fig. 22, 22a) ist Brachiaphodrus
auch stark von den Aphodien verschieden, da eine, wenn auch an-
nähernd ähnliche Bildung der Parameren mir nicht vorgekommen ist
(fig. 22... . b) ist der ausgestreckte Penis.
\
>
— I
Fig. 20 enden, B Yalhsränoben hiaph
g. 20. one a rac 2
Vorderfuß v. Brachiaph. Vordertuß v. Brachisph, pilosus Har. Ober- und
pilosus Har. d. pilosus Har. 2. Seiten-(a)Ansicht.
Diese Art liegt mir in Anzahl aus Assam (Khasis Hills), Triehinopolis
und Sıkkim vor.
Dialytoderus n. g.
Eine höchst eigentümliche Gattung, welche sich von allen Gattungen
der Gruppe Zupariina durch die Bildung des Clypeus und die Basal-
randung des Prothorax unterscheidet.
In der Körperform ist diese Gattung mehr ähnlich den Arten
der Gattung Odontoderus Cl. als Dialytes Har., unterscheidet sich aber
dadurch, daß der Clypeusrand nieht umgebogen ist, sondern derselbe
ist nur in dem mittleren Teile (fig. 23... a) durch einen zungenförmigen,
dreieckigen Ansatz verlängert, welcher aber nicht in einer Ebene mit
dem Olypeus liegt, sondern von der unteren Kante des Clypeusrandes
ihren Anfang nimmt, und stark nach unten gebogen ist. Dieser Ansatz
ist stark skulptiert, am Außenrande äußerst fein, glänzend gerandet
und vor der Randung mit einer Reihe haartragender Punkte besetzt.
Augen nicht verdeckt.
Eine eigentliche Basalrandung fehlt, aber der Prothorax ist an
der Basis parallel dem Außenrande vertieft und an der Randoberfläche
11. Heft
202 W. Koshantschikov:
mit anliegenden, gelben, kurzen Borstenhärchen bedeckt, welche von
der Mitte zu den Seiten in drei Reihen geordnet sind, welche aber schon
zu den Hinterwinkeln zusammenfließen und von dort bis zur Mitte der
Thoraxseiten einreihig geordnet sind (fig. 23... .. b).
Außerdem ist von der Mitte
der Basalrandung des Prothorax
ein feiner glänzender Längskiel,
welcher in der Mitte das Pro-
thorax erlischt.
Schildehen klein, deutlich.
Pygidium verdeckt. Abdo-
D
N minalsegmente verwachsen.
Fig. 23. Vordortibie Vordertibien zur Spitze stark
Kopf und Prothorax von Dialyto- Yerbreitert, dreizähnig; Enddorn
von Dialytoderus sca-_ derusscaphan- kurz, Tarsen kurz, kürzer als
phandrifer. drifer. die Tibienbreite am Außenrande
ist. (fig. 24....a).
Mittelhüften ebenso weit, wie bei Odontoderus und Dialytes von
einander stehend. Mittel- und Hintertibien nicht verdickt, normal
wie bei Odontoderus.
Dialytoderus scaphandrifer nov. spec.
Das einzige mir vorliegende Stück dieser Art ist ein d, wie es die
Untersuchung der Genitalien ergab.
Körperform wie bei Odontoderus spinicollis Har. Schwarz, Kopf
und Prothorax mattglänzend, letzterer mit glänzendem Längskiel;
Flügeldeeken matt, mit glänzenden ersten Zwischenräumen.
Taster und Fühler rotbraun.
Kopf stark herabgewölbt, breit, Clypeusrand vollkommen ab-
gerundet, Wangen nicht vorhanden, vor der Mitte eine feine, gewellte,
glänzende Scheitelfurche, welche im Winkel bis zum Außenrande reicht;
in der Mitte des Clypeusrandes, an der unteren Kante derselben ein
zungenförmiger, dreieckiger Ansatz, welcher stark herabgebogen
und deshalb nur von vorn gesehen, sichtbar ist, grobkörnig punktiert
am Außenrande mit tiefen haartragenden Punkten besetzt, der Außen-
rand selbst schmal glänzend gerandet; Kopf bis zur Scheitelfurche dicht
grob punktiert, an den Zeiten des Kopfes vor den Augen, zwischen der
Scheitelfurche und dem Außenrande eine kleine fein punktierte Fläche,
Außenrand fein gerandet, hinter der Scheitelfurche ist die Punktierung
feiner und zerstreuter.
Prothorax sehr stark gewölbt (wie bei Odontoderus), tief, gleich-
mäßig dicht punktiert, zum Basalteile vergrößern sich die Punkte
und bilden (besonders an den Seiten) ziemlich gleichmäßige Längsriefe
an den Seiten (fig. 23... c) eine vertiefte zungenförmige, unpunktierte
Fläche. Vor dem Basalrand ist der Prothorax stark vertieft, der Rand
selbst wieder erhöht; diese Vertiefung ist von der Mitte jederseits bis
beinahe zur Mitte des Seitenrandes gelb, kurz anliegend behaart; von
der Mitte der Basis sind die Härchen in drei Reihen geordnet, welche
Sechster Beitrag zur Kenntnis der Aphodiini. 203
aber schon zu den Hinterwinkeln zusammenfließen und von dort bis
zur Mitte des Seitenrandes einreihig; Vorderwinkel des Halsschildes
stark bis zur Mitte des Kopfschildes vorgezogen, verrundet und deutlich
abgesetzt (wie bei Dialytes); Basalrand in der Mitte eine deutliche
Ecke (vor dem Schildchen) bildend, von wo ein unpunktierter Längs-
kiel anfängt, welcher vor der Mitte des Prothorax erlischt; Seiten-
ränder vor der Basis schwach ausgebuchtet und gerandet. Schildchen
klein, rundlich, matt.
Flügeldecken parallelseitig, kettenstreifig; alle Zwischenräume
(außer dem ersten an der Naht, welcher auf dem Dorsalteile glänzend,
flach, nicht dicht punktiert und nur vom abstürzenden Teile der Flügel-
decken kielig ist) sind kielig erhaben, beide Seiten der Kiele sind reihig
punktiert und die Kiele selbst sind der ganzen Länge nach kurz, gelb
beborstet.
Vordertibien zur Spitze stark verbreitert mit drei Außenzähnen,
sehr kleinem Enddorn und kurzen Tarsen, welche kürzer als die Breite
der Tibien an der Spitze ist. Mittel- und
Hintertibien mit je zwei kleinen Enddornen
und ohne Spur von Querleisten.
Unterseite unbehaart; Prosternum matt
[77
Fig. 25
mit einer Erhöhung am Vorderrande, welche
kurz, sehr dicht, anliegend, gelb behaart ist. ;
Metasternum glänzend, flach, mit groben, urehirege a
tiefen Punkten ziemlich dicht beditkte un- ee en
behaart, mit seichtem Eindruck. Abdominal- und Seiten-(a)Ansicht.
segmente mit Reihen regelmäßig geordneter
Punkte besetzt, von welchen ein jeder ein kurzes, anliegendes, gelbes
Börstchen trägt.
Parameren von D. scaphandrifer (fig. 25, 25a).
Long. 6 mm. Madagaskar: Tannanarivo.
Dieses Exemplar wurde mir von der Firma Dr. O. Staudinger
und A. Bang-Haas eingesendet (coll. m.). |
Register
zu A, Schmidt, Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien in
Subgenera und als Anhang einige Neubeschreibungen.
Cnematoplatys A. Schmidt n. gen. p. 173.
Subgenera, Arten u. Synonyma.
Acrossidius A. Schmidt Acrossus Mulsant 130. Agoliinus A. Schmidt 162.
135. Adeloparius A. Schmidt | Agolius Mulsant 132.
Aecrossoides A. Schmidt 134. Agrilinus Mulsant 163.
145. Aganoecrossus Reitter 135. | Alocoderus A,Schmidt 127
11. Heft.
204
Amidorus Mulsant 147.
Ammoeeius Mulsant 125.
Aphodaulacus W. Ko-
shantschikoff 146.
Aphodiellus A. Schmidt
140.
Aphodinus Motschulsky
170.
Aphodobius Peringuey120.
Aphodius i. sp. Mulsant
160.
Biralus Mulsant 140.
Blackburneus A. Schmidt
137.
Bodilus Mulsant 165.
Calamosternus Mot-
schulsky 169.
Calaphodius Reitter 138.
Calaphodius Reitter 146.
Chilothorax Motschulsky
141.
Cinacanthus A. Schmidt
121.
Coelotrachelus A. Schmidt
140.
©olobopterus Mulsant 118.
Crateroeyphus A. Schmidt
129.
Diapterna G. Horn 120.
Drepanocanthoides
A. Schmidt 139.
Emadiellus A. Schmidt
138.
Emadus Mulsant 140.
Erytus Mulsant 126.
Esimaphodius Reitter 155.
Esymus Mulsant 156.
Gonaphodiellus A.Schmidt
133.
Gonaphodius Reitter 133.
Hemicyelium A. Schmidt
129.
Koshantschikovius
A. Schmidt 149.
Limarus Mulsant 139.
Loboparius A. Schmidt
123.
Loraphodius Reitter 162.
Adolf Schmidt:
Mecynodes Mulsant 155.
Megatelus Reitter 118.
Melaphodius Reitter 152.
Melinopterus Mulsant 152.
Mendidaphodius Reitter
128, 140.
Mendidius Harold 158.
Meraphodius D. Ko-
shantschikoff 128.
Mesontoplatys Mot-
schulsky 157.
Neagolius W. Koshan-
tschikoff 133.
Nialaphodius H. Kolbe
167.
Nialus Mulsant 167.
Nimbus Mulsant 145.
Nobius Mulsant 146.
Orodaliscoides A. Schmidt
145.
Vrodaliscus Reitter 154.
Orodalus Mulsant 157.
Oromus Mulsant 167.
Parammoeeius Seidlitz
160.
Paranimbus
145.
Phaeaphodius Reitter 123.
Phalacronothus Mot-
schulsky 140.
Pharaphodius Reitter 123.
Plagiogonus Mulsant 129.
Platyderus A. Schmidt122.
Pleuraphodius A. Schmidt
121.
Podotenus A. Schmidt137.
Pseudaerossus Reitter 151.
Pseudagolius A. Schmidt
150.
Pseudammoecius
A. Schmidt 160.
Pseudesymus d’Orbigny
169.
Sitiphus Fairmaire 158.
Stenothorax A. Schmidt
122.
Symphodon A. Schmidt
128.
A. Schmidt
Tetraclipeoides A. Schmidt
139.
Teuchestes Mulsant 119.
Trichaphodiellus
A. Schmidt 167.
Trichaphodius A. Schmidt
135.
Triehonotulus Bedel 154.
Trichonotus Mulsant 154.
Volinus Mulsant 141.
abchasicus Reitter 132.
Abeillei Sietti 152.
abessinieus Harold 119.
abusus Fall 159.
accola H. Kolbe 154.
acerbus G. Horn 126.
acutangulus Reitter 153.
acutus A. Schmidt 124.
acutula A. Schmidt (Eu-
paria) 175.
adumbratus W. Koshan-
tschikoff 142.
Adolfischmidti Reitter 128.
ascendens Reiche 163.
adustus Klug 128.
aeger Sharp 161.
aegrotus G. Horn 171.
aemulus G. Horn 151.
aequabilis A. Schmidt 154.
aequalis A. Schmidt 126.
acquinoctialis Harold 118.
aestivalis Stephens 161.
affinis Panzer 146.
alaiensis Reitter 156.
Albertisi Harold 138.
albociliatus Reitter 153.
aleutus Eschscholtz 163.
Alexidis W. Koshan-
tschikoff 143.
Alleoni d’Orbigny 153.
alpinus Scopoli 167.
alternalus G. Horn 143.
amabilis Boheman 165.
amarchicus Raffray 124.
ambiguus Boheman 154.
amblyodon K. Daniel 132.
amoenus Boheman 135.
ampliatus Reitter 132.
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien.
anachoreta Fabrieius 169.
analis Fabricius 119.
anceps A. Schmidt 150.
Andersoni Blackburn 135.
Andrewesi A. Schmidt 149.
angularis Leconte 120.
angularis Mulsant 140.
angulatus A. Schmidt 155.
angulosus Harold 156.
angustatus Klug 168.
angustemarginatus Dalla
Torre 118.
anomalipus Peringuey 122.
anomalus Harold 128.
anthracinus Leconte 151.
anthrax Gerstaecker 125.
antiquus Faldermann 118.
apertus A. Schmidt 165.
apicalis Harold 118.
apicalis Mulsant 130.
apicalis Schilsky 141.
arabicus Harold 157.
arcticus Harold 162.‘
arcuatus Moll 165.
ardens Harold 165.
arenarius Olivier 129.
argentinensis A. Schmidt
138.
argutus A. Schmidt 125.
arizonensis Schaefter 171.
armaticeps Peringuey 126.
armatulus Fairmaire 148.
Arrowi A. Schmidt 122.
ascendens Reiche 163.
asellus A. Schmidt 126.
asphaltinus Kolenati 167.
astaurus Fuente 140.
alter Geer 163.
atomus Fairmaire 171.
atramentarius Erichson
130.
atratus Waterhouse 131.
atrıcapillus Fabricius 171.
atricollis Mulsant 156.
atricolor Reitter 159.
atroscutellatus A. Schmidt
125.
| australasiae Boheman 160.
autumnalis Naezen 160.
axillaris Stephens 163.
azteca Harold 164.
Bachofeni Reitter 147.
badius Boheman 171.
baeticus Mulsant 151.
baigakumi W. Koshant-
schikoff 159.
baldiensis Blackburn 137.
Ballioni A. Schmidt 119.
barbaroides A. Schmidt
151.
barbarus Fairmaire 151.
basalis A. Schmidt 157.
baseolus Mulsant 144.
basilicatus Fiori 148.
Belont Mulsant 171.
beninensis Harold 124.
Benardi A. Schmidt 174
(Cnematoplatys).
biangulatus Fairmaire 128.
biceps Dalla Torre 131.
bicolor Say 121.
bieolor Mulsant 160.
bicoloratus A. Schmidt147.
bidens Solsky 159.
bidentatus A. Schmidt 162.
bidentellus A. Schmidt
159.
bidentulus Harold 126.
biformis Reitter 153.
biguttatus Germar 141.
biguttulus Fiori 141.
biimpressus A. Schmidt
158.
Bilimecki Seidlitz 132.
bimaculatopennis
A. Schmidt 123.
bimaculatus Laxmann 131.
bimaculosus A. Schmidt
134.
binaevulus Heyden 131.
binodulus Harold 151.
binotatus Thunberg 171.
bipunctatellus Mulsant
166.
aurieulatus A.Schmidt 123.| biseetus Waterhouse 123.
205
biseriatus A. Schmidt 154.
bistriga Reitter 145.
Bolassogloi König 146.
Bonnairei Beitter 147.
Bonvouloiri Harold 138.
borealis Gyllenhal 164.
bostrichoides Harold 118.
brachysomus Solsky 119.
brahminus Harold 118.
Brancsiki Reitter 128.
brasiliensis Castelnau 167.
Breiteanus Roubal 168.
brevieiliatus Poppius 159.
brevicollis Leconte 123.
brevis Erichson 125.
brevitarsis Reitteı 158.
brevithorax Sumakow]1l5l.
breviusculus Motschulsky
163.
brunnescens Reitter 170.
brunneus Thunberg 171.
brunneus Klug 126.
brunneus Schilsky 133.
brunnipes Mulsant 118.
bubuleus Faldermann 148.
burgaltaicus Csiki 129.
buzxeipennis Harold 166.
cadaverinus Mannerheim
122.
caffer Wiedemann 119.
salcaratus Boheman 136.
calidus Harold 169.
callabonensis Blackburn
137.
calliger Sahlberg 159.
calvus A. Schmidt 137.
caminarius Reitter 151.
caminarius Faldermann
130.
cancelliventris Motschulsky
170.
Candezei Harold 145.
capitulatus Clouet 178.
cardinalis Reitter 161.
carinifrons Reitter 127.
caripennisMotschulsky171
carinulatus Motschulsky
155.
11. Heit
206
carpetanus Graells 131.
caspius Menetrier 153.
castaneus llliger 151.
castanicolor Motschulsky
171.
castilianus J. Daniel 144.
catenatus Mulsant 144.
caudatus Mulsant 141.
cenisius J. Daniel 133.
centrolineatus Panzer 144.
cervorum Fairmaire 145.
ceylonensis A. Schmidt
141.
charmionus Bates 142.
chinensis Harold 161.
chiriquinus Bates 138.
Chobauti Clouet 128.
cinerascens Klug 136.
cinnamomeus Harold 161.
circassicus Reitter 151.
circumdatus Klug 134.
circumductus Solsky 147.
clathratus Reitter 142.
clausula W. Koshantschi-
koff 141.
Clermonti Reitter 170.
clypeatus Fischer 171.
coecus Mulsant 157.
coenosus Ahrens 157.
coenosus Panzer 158.
coerulescens Harold 118.
coloradensis G. Horn 150.
coloratus Mulsant 127.
solumbicus Harold 134.
comma Reitter 143.
compacticollis Motschulsky
171.
comptus A. Schmidt 127.
concava Haldeman 120.
concavus Say 149.
concolor Harold 171.
confinis A. Schmidt 121.
conflagratus Fabricius161.
confluens Schilsky 144.
confusus Mulsant 143.
congregatus Mannerheim
162.
conjugatus Panzer 162.
Adolf Schmidt:
conjunctulus Reitter 141.
conjunetus Mulsant 144.
conjunctus Schilsky 132.
connexus Klug 136.
connexus Mulsant 130.
consentaneus Leconte 147.
consimilis Boheman 168.
consobrinus K.Daniel 132.
consociatus G. Horn 143.
consors Reitter 150.
conspersus G. Horn 139.
conspurcatus Linne 145.
consputus Creutzer 153.
constans Duftschmid 164.
constrieticollis Bates 171.
contaminatus Herbst 146.
contractus Klug 118.
convexus Erichson 163.
Coguilletti Linell 171.
corallifer W. Koshantschi-
koff 161.
corvinus Erichson 167.
costalis Gebler 154.
costatulus A. Schmidt 136.
costulatus Reitter 147.
crassuloides Fall 159.
crassulus G. Horn 159.
crenatus Harold 124.
cribrarius Brulle 149.
cribratus Leconte 122.
cribratus Mulsant 170.
eribrieollis Lucas 151.
cruciatus Mulsant 140.
cruentatus Leconte 151.
cruentus Klug 138.
crux Wiedemann 171.
culminarius Reitter 129.
cuniculus Chevrolat 169.
curtulus Harold 159.
curvodilatatus A. Schmidt
124.
eyelocephalus Mulsant132.
damarinus H. Kolbe 166.
Danielorum Semenow 132.
Daraignezi Clermont 150.
dauricus Harold 153.
debilis Harold 178.
decipiens G. Horn 149.
Dejeani Harold 119.
dentatus A. Schmidt 126.
dentellus A. Schmidt 148.
denticulatus Haldeman
139.
dentiger Leconte 150.
dentinus Peringuey 126.
deplanatus Reitter 147.
deplorandus A. Schmidt
Iiik
depressiusculus A. Schmidt
123.
depressus Kugelann 130.
desertus Klug 124.
detruncatus A. Schmidt
138.
dialytoides Fall 171.
diaphanomaculatus
Heyden 131.
dichrous Reitter 148.
dichrous W. Schmidt 161.
Diecki Harold 158.
diffidens Reitter 160.
digitalis D. Koshantschi-
koff 127.
digitatus Harold 171.
dilatatus Reiche 132.
dimidiatus Roth 118.
diminutus Bates 137.
discendens A. Schmidt145.
discicollis Mulsant 127.
discoidalis Boheman 124.
discolor Erichson 124.
diseus W. Schmidt 132.
discus Reitter 168.
distinctus Müller 144.
distinguendus A. Schmidt
159.
ditus Peringuey 171.
divisus A. Schmidt 136.
Doriae Harold 118.
dorsalis Klug 157.
dubiosus Peringuey 171.
dubius A. Schmidt 171.
Dugesi Bates 120.
duplex Leconte 164.
duplicatus A. Schmidt 171.
durangoensis Bates 123.
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien.
edentulus Mulsant 126.
Edgardi Solsky 121.
Edithae Reitter 152.
effetus H. Kolbe 157.
egenus Mulsant 144.
elegans Allibert 161.
elegantulus Hochhut 168.
elevatus Olivier 125.
elongatulus Fabricius 124.
emarginalis Mulsant 165.
Emerichi Reitter 161.
emeritus Peringuey 172.
ephippiger Mulsant 157.
equinus Faldermann 134.
equitis W. Koshantschi-
koff 142.
Erichsoni Harold 120.
erosus Erichson 137.
erraticus Linne 119.
erugatus Harold 156.
erythrinus Bates 138.
erythropterus d’Orbigny
161.
esimoides Reitter 130.
euprosopus Bates 142.
evanescens Boheman 156.
exclamationis Motschulsky
141.
excultus Peringuey 178.
explanatus Leconte 122.
expletus A. Schmidt 161.
extensus Mulsant 152.
Fabriciusi d’Orbigny 168.
jaleispinis W. Koshan-
tschikoff 133.
jallax Harold 172.
fallax Schilsky 141.
falsarius Reitter 163.
fasciatus Mulsant 162.
fasciatus Dalla Torre 139.
jasciger Harold 161.
Sastıgatus A. Schmidt 133,
134.
feculentus Fairmaire 169.
Felscheanus Reitter 126.
jemoralis Say 152.
fenestratus Reitter 155.
ferrugineus Mulsant 170.
ferrugineus Schilsky 164.
figuratus A. Schmidt 144.
filitarsis Reitter 156.
fimbriolatus Mannerheim
159.
fimetarius Linne& 160.
fimicola Reiche 148.
De Fiorei Fiori 151.
flagrans Erichson 166.
flammulatus Harold 147.
flavidulus Mulsant 142.
flavimargo Reitter 144.
flavipennis Miller 148.
flavogriseus Mulsant 152.
Flohri Bates 150.
Försteri Reitter 146.
forticornis A. Schmidt 129.
fortimargo Reitter 158.
fortipes Broun 172.
fosser Linne 119.
foveiventris Raffray 136.
frater Mulsant 161.
frigidus Brisout 125.
fronticornis D. Koshan-
tschikoff 127.
fugitivus Peringuey 172.
fuliginosus Harold 123.
fulveolus Mulsant 145.
fulvescens Harold 154.
fulviventris Fairmaire 137.
fumigatulus Reitter 156.
fumigatus Mulsant 119.
fumosus Mulsant 144.
furcatus A. Schmidt 137.
fuseicollis Mulsant 144.
fuscipennis Mulsant 118.
fuseipes Mulsant 161.
fuseiventris Mulsant 126.
fuscolimbatus Harold 128.
fusculus Reitter 153.
gagates Müller 130.
gagatinus Menetrier 131.
genialis Peringuey 140.
gentilis G. Horn 122.
Georgi W. Koshantschi-
koff 143.
germanus Mulsant 127.
gibbus Germar 160.
207
@rlleti A. Schmidt 127.
globulus Harold 123.
glyptus Bates 149.
goniocephalus Roth 162.
gracilipes Harold 137.
gracilis Boheman 126.
Grafi Reitter 144.
Grafianus Reitter 144.
granarius Linne 169.
granulatus Boheman 148.
granulifrons Fairmairel60.
graphicus Kolenati 144.
grawidus Harold 123.
gregarius Harold 121.
Gresseri Semenow 147.
griseus W. Schmidt 153.
Grombezewskyi D. Ko-
shantschikoff 150.
guadeloupensis Fleutiaux
170.
guatemalensis Bates 138.
Guillebaui Reitter 152.
guineensis Klug 124.
Gutheili Schilsky 142.
guttatus Eschscholtz 162.
Gyllenhali Seidlitz 164.
haematicus Boheman 150.
haemorrhoidalis Linn 119.
haemorrhoideus Mulsant
148.
Hahni Reitter 144.
Haldemani G. Horn 123.
hamata Say 120.
Haroldi D. Koshantschi-
koff 133.
harpagonis Reitter 146.
harpalinus Gerstaecker
178.
hastatus Reitter 121.
Heinrichi Reitter 144.
Heynei A. Schmidt 147.
hepaticolor Quedenfeldt137
hepaticus Roth 147.
Heydeni Harold 132.
hieroglyphicus Klug 144.
hilaris Harold 141.
hirticeps Peringuey 172.
hirtipennis Lucas 139.
11. Hett
208
hirtipes Fischer 172.
Holdereri Reitter, 127.
Holubi Dohrn 135.
Howitti Hope 135.
humeralis Mulsant 119.
humeralis Leconte 122.
humeralis Dalla Torre 130.
humerideus Reitter 170.
humilis Roth 136.
hydrochoeris Fabricius 127.
hyperborea Leconte 120.
hypocrita Mulsant 141.
hypopygialis Mulsant 160.
ibericus Harold 148.
ietericus Laicharting 156.
ignobilis Reitter 146.
immaculatus Dalla Torre
168.
immarginatus A. Schmidt
172.
immaturus Mulsant 149.
immundus Creutzer 166.
imperiosus A.Schmidt 136.
impolitus A. Schmidt 145.
impressipennis A. Schmidt
125.
impressiusculus Fairmaire
131.
impudicus Fabrieius 172.
impugnans A. Schmidt
135.
impunctatus Waterhouse
140.
impurus Roth 124.
inclusus Reitter 147.
incomma Reitter 143.
indagator Mannerheim 118.
indeceorus Mulsant 165.
indigens Mulsant 142.
indistinetus Mulsant 146.
indutilis Harold 164.
infestus A. Schmidt 162.
ingenticollis W. Koshan-
tschikoff 143.
innexus Say 168.
innocens A. Schmidt 147.
innumerabilis A. Schmidt
169.
Adolf Schmidt:
inornatus A. Schmidt 138.
insignior Blackburn 137.
insignis A. Schmidt 168.
intercalaris Peringuey 125.
interpunetatus Herbst
130.
interstitialis D. Koshan-
tschikoff 142.
intricarius Mulsant 130.
intrieatus Mulsant 142.
inutilis G. Horn 172.
invisibilis Dalla Torre 134.
iridescens Peringuey 172.
irregularis Westwood 162.
irregularis Mulsant 142.
Ivanovi Lebedev 159.
Jacobsoni W. Koshan-
tschikoff 143.
Jakovlevi W. Koshan-
tschikoff 151.
javanus A. Schmidt 125.
Jouravliowi Reitter 154.
kashmirensis Sharp 162.
Kelleri W. Koshantschi-
koff 150.
kisilkumi Solsky 155.
Klugi A. Schmidt 126.
Knausi Fall 178.
Kocae Reitter 168.
Koltzei Reitter 146.
Kraatzi Harold 168.
Kricheldorffi W. Koshan-
tschikoff 130.
kububanus H. Kolbe 166.
kukunorensis Semenow142
Kuntzeni A. Schmidt 175.
lacunosus A. Schmidt 125.
laetus Wiedemann 169.
laevicollis Harold 159.
laevigatus Harold 140.
Lansbergei Harold 166.
lanuginosus Peringuey136.
lapponum Gyllenhal 163.
larreae G. Horn 127.
latecinctus Fairmaire 157.
latecrenatus Bates 149.
latemarginatus Dalla
Torıe 118.
lateralis Mulsant 130.
lateritius Roth 172.
laticollis Baudi 131.
latisulcus Reitter 162.
Latonius Reitter 154.
latus A. Schmidt 119.
laxepunctatus A. Schmidt
137.
Lederi Harold 146.
lentus G. Horn 149.
leoninus A. Schmidt 136.
leopardus G. Horn 144.
lepidulus Harold 128.
Lesnei A. Schmidt 128.
leucopterus Klug 155.
levatus A. Schmidt 151.
levis A. Schmidt 138.
Lewisi Waterhouse 121.
Lgockii, Roubal 168.
ligurieus J. Daniel 133.
limbatellus Mulsant 166.
linbatus Germar 153.
limbatus Dalla Torre 161.
limbolarius Reitter 132.
limieola Panzer 169.
Lindensis Blackburn 137.
linearis Reiche 168.
lineata Dalla Torre 144.
lineatosetosus Benderitter
121.
lineatosuleatus Harold
121.
lineatus Dalla Torre 119.
lineimargo Reitter 127.
lineolatus llliger 144.
lividibasis Reitter 130.
lividipennis Waterhouse'
172.
lividus Olivier 169.
longeciliatus Reitter 165.
longepilosus A. Schmidt
131.
longespina Küster 165.
longissimus Sahlberg 126.
longitarsis Fall 172.
Lucasi Harold 163.
lueidulus Boheman 166.
lucidus Klug 170.
Erster Versuch
lucifer D. Koshantschi-
koff 158.
lugens Creutzer 165.
lugubris Boheman 126.
lunatus Mulsant 144.
lunifer Solsky 121.
lunulatus d’Orbigny 158.
luridipennis Sahlberg 158.
luridipes Harold 134.
luridiventris Harold 123.
luridus Fabricius 130.
lusitanicus Erichson 125.
luteoirroratus Heyden13l.
luteolus G. Horn 123.
lutulentus Haldeman 148.
luxatus G. Horn 172.
macularis Mulsant 157.
maculatus Sturm 139.
maculicollis Reiche 118.
maculipennis Mulsant 160.
magnificus A. Schmidt
129.
major Waterhouse 119.
major Reitter 119.
Makowskyi D. Koshant-
schikoff 138.
manifestus A. Schmidt
136.
marginalis Stephens 152.
marginatus Fischer 172.
marginatus Dalla Torre
131.
marginellus Fabrieius 125.
martialis Mulsant 164.
mashunensis Peringuey
172.
massatcus Gerstaecker
125.
Matthiesseni Reitter 169.
maurus Gebler 163.
Mehelyi Csiki 150.
melanostictus W. Schmidt
143.
melanotus Mulsant 165.
melinopus Mulsant 156.
mendidioides Reitter 155.
Menetriesi Menetrier 134.
merdarius Fabricius 156.
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 11.
einer Einteilung der exotischen Aphodien.
merdaroides Reitter 154.
meridionalis Mulsant 149.
Meuseli Reitter 152.
mexicanus Harold 123.
micros Walker 172.
miliarıs A. Schmidt 178.
militaris Leconte 121.
mimus Peringuey 126.
minatorius Peringuey 172.
minusculus Fairmaire 172.
minutissimus A. Schmidt
137.
misellus Boheman 120.
miser Mulsant 146.
mixtus Villa 132.
modicus Semenow 148.
moestus Fabricius 138.
moestus Mulsant 170.
mongolicus Mannerheim
154.
monticola Mulsant 160.
monticola Heer 160.
montivagus Erichson 133.
montuosus A. Schmidt
121.
moquinus Fall 139.
moscoviticus Semenow
165.
mossulensis Mulsant 142.
Mulsanti d’Orbigny 152.
Mulsanti Dalla Torre 167.
multiplex Reitter 159.
mundus Reitter 164.
mutilus A. Schmidt 121.
naevuliger Reitter 141.
nanus Jairmaire 129.
nasalis D. Koshantschi-
koff 156.
nasutus Reitter 150.
nebulosus Mulsant 119.
nebulosus Schilsky 153.
nefandus Reitter 129.
neglectus A. Schmidt 139.
nemoralis Erichson 164.
neolomae Fall 172.
nevadensis G. Horn 122.
nigellus A. Schmidt 124.
niger Panzer 168.
209
nigerrimus Waterhouse
164.
nigricans Westwood 178.
nigricans Mulsant 161.
nigricollis Mulsant 118,
161.
nigripes Stephens 130.
nigrita Fabricius 169.
nigrivittis Solsky 143.
nigromaculatus A.Schmidt
166.
nigrosuleatus Marsham
130.
nigrotessellatus Mot-
schulsky 146.
nigrovirgatus A. Schmidt
136.
nitidulus Fabrieius 166.
nitidus Küster 129.
nobilis Harold 134.
nodulifer D. Koshantschi-
koff 128.
novus A. Schmidt 138.
nubilus Panzer 144.
numerosus A. Schmidt
157, 178.
numidicus Mulsant 126.
obliteratus Panzer 146.
obliviosus Reitter 164.
oblongus Say 122.
oblongus Scopoli 131.
obscurus Fabricius 148.
obsoleteguttalus Water-
house 143.
obsoletus Waterhouse 166.
obsoletus Dalla Torre 139.
obtusus Leconte 166.
oceidentalis G. Horn 120.
ochreipennis Reitter 158.
oleosus Harold 124.
omiltemius Bates 172.
omissa Leconte 120.
opacior D. Koshantschi-
koff 127.
opacipennis A. Schmidt
131.
opacus Leconte 149.
opisthinus Bates 136.
14 11. Heft
210
Orbignyi Cloust 146.
orientalis Harold 125.
orinus W. Koshantschi-
koff 133.
ornatulus Harold 156.
ornatus A. Schmidt 142.
orobius Mulsant 163.
orophilus Mulsant 166.
ovalis Waterhouse 172.
ovatulus Harold 157.
ovipennis G. Horn 122.
pacatus Harold 133.
pallescens Walker 125.
pallesoens Mulsant 145.
pallidieinetus Waterhouse
169.
pallidieinetus Reitter 133.
pallidicornis Walker 135.
pallididorsis Reitter 122.
pallidiligonis Waterhouse
145.
pallipes Mulsant 161.
palmetincolus Karsch 159.
parcepunctatus Mulsant
169.
parcus G. Horn 172.
pardalis Leconte 144.
parvulus Harold 158.
pauper Mulsant 144.
pectoralis Leconte 164.
Pedrosi Wollaston. 172.
penetrans A. Schmidt 121.
penninus J. Daniel 133.
perfidus A. Schmidt 124.
Peringueyi A. Schmidt
147.
permodicus Reitter 150.
perplexus Harold 124.
peruanus Erichson 145.
peticulatus W. Koshan-
tschikoff 142.
phaeopterus Leconte 122.
phalerioides G. Horn 143.
piceonigerMotschulsky173.
picescens Fairmaire 167.
pieus Gyllenhal 163.
pieturatus J. Daniel 132.
pictus Sturm 142.
Adolf Schmidt:
pülosellus A. Schmidt 154.
piosus Harold 136.
pinguis Haldeman 120.
plagiatus Linne 168.
planatum A. Schmidt 129.
planicollis Reitter 131.
planus D. Koshantschi-
koff 147.
planus W. Schmidt 134.
plutonicus Fall 173.
Plutschewskyi D.Koshan-
tschikoff 142.
politus Mulsant 168.
pollicatus Erichson 132.
porcus Fabricius 148.
porrectus A. Schmidt 128,
here
postangulus Reitter 133.
praecox Erichson 133.
praeustus Ballion 130.
principalis Harold 119.
priscus Motschulsky 125.
probes P£eringuey 157.
procerus Harold 127.
prodromus Brahm 152.
prolongatus Mulsant 141.
pruinosus Reitter 126.
Przewalskyi Reitter 150.
pubescens Sturm 153.
pulcherrimus Reiche 134.
pullata A. Schmidt 123,
176.
pumilio A. Schmidt 142.
pumilus Quedenfeldt 173.
punctatellus Mulsant 168.
punctator Reitter 164.
punctatosuleatus Sturm
152.
punctatus Waterhouse 143.
puncticeps Harold 123.
punctipennis Erichson 165.
punctulatus Mulsant 160,
168.
pura A. Schmidt 174.
purpuripennis Reitter 149.
pusillus Herbst 157.
pusillus Marsham 163.
pustulifer Reitter 142.
putearius Reitter 124.
Putoni Reitter 158.
putridus Herbst 164.
pygmaeus Boheman 173.
pyrenaeus Jacquelin du
Val 163.
Pyreti Penecke 156.
quadridentatus Harold 140.
quadridentulus Fairmaire
140.
quadriguttatus Herbst 140.
quadrimaculatus Linnel41.
quadrinaevulus Reitter
141.
quadripunctatus Panzer
166.
quadrisignatus Brulle 141.
quinquemaculatus
A. Schmidt 119, 177.
quisquilius Roth 173.
Ragusae Reitter 148.
Ragusanus Reitter 170.
raoulensis Broun 173.
rectus Motschulsky 153.
reflexus A. Schmidt 145.
Reichei Harold 136.
Reitterellus W. Koshan-
tschikoff 144.
Reitteri D. Koshantschi-
koff 130.
Rendalli Wollaston 173.
Reyi Reitter 153.
rhinocerus Reiche 129.
Richteri A. Schmidt 138.
Ritsemai A. Schmidt 131.
Roddi W. Koshantschi- .
koff 154.
Roschlapili Csiki 150.
Rothschildi A. Schmidt
155.
sotundangulus Reitter 155.
rotundiceps Fall 173.
rubens Comolli 167.
rubeolus Beauvois 149.
rubidus Leconte 149.
rudibus Mulsant 119.
rubiginosus G. Horn 150.
rubricosus Boheman 124.
Erster Versuch einer Einteilung der exotischen Aphodien.
rubripennis G. Horm 130.
rudis Leconte 123.
rufangulus Waterhouse
158.
rufierus Marsham 148.
rufipes Linne 131.
rufonotatus Dalla Torre
130.
rufoplagiatus Reitter 164.
rufopustulatus Wiedemann
138.
rufulus Mulsant 157.
rufus Moll 165.
rugatus A. Schmidt 142.
rugiceps Mulsant 163.
rugifrons Aube 125.
rugosiceps Harold 145.
rugosostriatus Waterhouse
124.
rugosulus Mulsant 170.
rugulicollis Fairmaire 139.
rupicola Mulsant 167.
ruricola Melsheimer 164.
russatus Erichson 124.
rubilinus Reitter 159.
rutilus Klug 128.
sabulicola Mulsant 129.
sagittaria Harold 120.
salebrosus A. Schmidt 149.
Sallei Harold 166.
samniticus J. Daniel 132.
sanguinipennis Mulsant
161.
sanguinolentus Panzer 141.
sanguinolentus Herbst119.
satellitius Herbst 134.
satyrus Reitter 163.
scabriceps Leconte 128.
scapularis Mulsant 158.
Schenklingi A. Schmidt
161.
Schlumbergeri Seidlitz 132.
scolytiformis Reitter 118.
scolytoides Lucas 118.
scoparius Harold 133.
scotinus Bates 138.
serulator Herbst 118.
sculpturatus Reitter 156.
scutellatus Mulsant 142.
scuticollis Semenow 143.
scybalarius Fabricius 161.
secundus Roubal 162.
segmentarius Harold 136.
segmentaroides A. Schmidt
136.
Segonzaci Bedel 127.
sellatus Mannerheim 164.
Semenoui Reitter 127.
semicolor Reitter 153.
semilunus Mulsant 152.
semiluteus Reitter 153.
seminitidus Quedenfeldt
137.
semiopacus Reitter 131.
semipellitus Solsky 152.
senegalensis Klug 119.
septemmaculatus Fabri-
cius 134.
serenus Peringuey 173.
sericeus A. Schmidt 136.
serotinus Panzer 147.
serrulatus Quedenfeldt
136.
serval Say 142.
sesquivittatus Fairmaire
143.
setiger Mulsant 154.
sexmaculatus Mulsant 144
sexmaculosus A. Schmidt
143.
sexsignatus A. Schmidt
161.
Sharpi Harold 133.
Sicardi Reitter 156.
siculus Harold 131.
signatipennis Mulsant 173.
signifer Mulsant 143.
silvaticus Ahrens 119.
similis D. Koshantschi-
koff 147.
similis Schilsky 141.
sinuatus Harold 136.
sitiphoides d’Orbigny 127.
Smithi Shipp 135.
sobrinus Harold 163.
Solieri Mulsant 151.
2ıl
sordescens Harold 122.
sordidus Fabricius 166.
sorex Fabricius 119.
sparsus Leconte 122.
speclabilis Peringuey 126.
sphacelatus Panzer 152.
spinifrontis Beitter 128.
spinosus D. Koshantschi-
koff 170.
spinulosus A. Schmidt164.
stercorarius Mulsant 173.
stercorosus Melsheimer150.
stereotypus D. Koshant-
schikoff 156.
sticticus Panzer 143.
Stolzi Reitter 153.
striatulus Waltl 155.
striatus A. Schmidt 164.
strigilatus Roth 165.
strigimargo Beitter 127.
strigosus Dalla Torre 130.
striolatus Gebler 119.
striolatus Mulsant 143.
stupidus G. Horn 149.
Sturmi Harold 168.
suarius Faldermann 162.
subaeneus Leconte 143.
subannulatus Mulsant 144.
subcostatus H. Kolbe 125.
suberosus Blackburn 137.
sublimbatus Motschulsky-
169.
subluteus Mulsant 160.
submaculatus Mulsant118.
subpolitus Motschulsky
173.
subsericeus Ballion 148.
substriatus A. Schmidt149.
subterraneus Linne 118.
subtilis D. Koshantschi-
koff 168.
subtruncatus Leconte 153.
sulcatissimus Broun 173.
sulcatus Fabricius 161.
sulcipennis Boheman 121,
178.
sus Kugelann 164.
suspectus Mann 154.
14% 11. He&
212 Adolf Schmidt,
suluralis Redtenbacher trimaculatus A. Schmidt | valida G. Horn 120.
156. 134. varians Duftschmid 168.
suturalis Faldermann 169. | tristis Zenker 158. variegatus Motschulsky
suturifer Reitter 170. trituberculatus A. Schmidt 173.
swaneticus Reitter 161. 126. variegatus Herbst 130.
syriacus Harold 129. trochilus Reitter 156. variicolor D. Koshantschi-
tabaeus Peyerimhoff 166. | troglodytes Hubbard 173. koff 143.
tataricus Harold 127. Troitzkyi Jacobson 120. . .
alis A. Schmidt 169.
tectoformibus A. Schmidt | trueidatus Harold 170. | Yennstus A, Schmidt. 140
121. truncatangulus Reitter EN Schmidt 124
tenuimanus Sharp 173. Lo vestiarius G. Horn 167.
tenuistriatus G. Horn 154. | tuberifrons Fairmaire 161. | yestitus Boheman 135.
tenuitarsis Fairmaire 157. | tumulosus A. Schmidt 178. | Vethi Lansberge 135.
terminalis Say 150. tunicatus Reitter 148. vieinus Mulsant 158.
ierminatus Marseul 156. | turbatus Baudi 166. Victoriae Blackburn 137.
tersus Rosenhauer 156. turbidus Erichson 178. villosipes Harold 123.
lescorum Semenow 142. turkestanicus Heyden 146. | yillosulus Peringuey 120.
tessulatus Paykull 142. umbricollis Fall 173. virginalis Reitter 165.
ieter Roth 173. umbrinus W. Koshant- vitellinus Klug 169.
- tetricus Harold 168. schikoff 148. vitiosus Reitter 165.
ihermicola Sturm 149. umbrosus Mulsant 142. | vittatus Say 164.
thoracicus Fischer 173. ungulatus Fall 173. vittatus Mulsant 144.
thoracicus Dalla Torre 170. | unicolor Olivier 170. vittipennis Sahlberg 156.
tibialis A. Schmidt 122. | unicolor Reitter 151. Viturati Beitter 131.
tingens Reitter 152. unicolor Schilsky 132. Volxemi Harold 136.
tingitanus Reitter 131. unicornutum A. Schmidt | Wahlbergi Boheman 135.
tirolensis Rosenhauer 158. 129. Walshi @. Horn 139.
tomentosus Müller 140. uniformis Waterhouse 165. | Weberi Reitter 152.
torpida G. Horn 120. uniplagiatus Waterhouse | Willbergi Reitter 159.
transitus Reitter 164. 170. Wollastoni Harold 166.
triangularis A. Schmidt urostigma Harold 135. xanthus Bates 138.
157. urostigmoides A. Schmidt | x-signum Reitter 147.
tricarinulatus A. Schmidt 125, 177. yorkensis Blackburn 145.
126. ursinus Motschulsky 163. | Zangi A. Schmidt 149.
tricornifrons Reitter 170. | ustulatus Harold 131. Zenkeri Germar 139.
triens W. Koshantschikoff | vaceinarius Herbst 161. | Zichyi Csiki 155. *
143. valens Peringuey 173. Zürchert Beitter 151.
Krolls Buchdruckerei, Berlin S. 14.
ARCHIV
FÜR
NATURGESCHICHTE.
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN,
FORTGESETZT VON
W. F.ERICHSON, F. H.TROSCHEL,
E. VON MARTENS, F. HILGENDORF,
W. WELTNER unD E. STRAND.
Bm
on mangi Tee
NEUNUNDSIEBZIGSTER JAHRGANG.
1913.
Abteilung A.
12. Heft.
HERAUSGEGEBEN
VON
EMBRIK STRAND
(BERLIN).
NICOLAISCHE
VERLAGS-BUCHHANDLUNG R.STRICKER
Berlin.
Inhaltsverzeichnis.
—
Herwig. Beiträge zur Kenntnis der Knospung bei den Bryozoen
(Mit 29 Textfiguren) . . . Kaya
Viehmeyer. Neue und unvollständig bekannta A der EN Welt
(Mit 12 Textfiguren) FRE
Loth. Tenthrediniden - Studien 1 Beubearhtuiigene tiber es "Ent-
wicklung der Blattwespe Poecilosoma luteola Kl. :
Zukowsky. Über einige anscheinend neue Rassen von Corinpehaeke
albojubatus Thomas aus Deutsch-Ostafrika (Hierzu Taf. I—IV)
Hilbert. Die Molluskenfauna des Kruttinnflusses, Kr. Sensburg,
Ostpreußen
Strand. Zoologische ir brie er ken a en G. "rem ane
nach Süd-Kamerun und Spanisch-Guinea. Lepidoptera. VII
(Nymphalididae). (Hierzu Taf. V) nun
Strand. Derselben Arbeit VIII. Teil (Libytheidae, Lemonidae,
Lycaenidae)
Krausse. Thhysanopteren, Kopien) Orihdptaren und Odlbnaran von
Sorgono, Sardinien. h
Krausse. Sardische " Tenthrediniden) a ripiden) &
Krausse. Käfer aus den heißen Quellen von ern aut Bar:
dinien
Strand. H. one N Kpidsp I (Die He
Arten von Formosa) . ! A ng
Seite
1
24
60
76
91
97
Beiträge zur Kenntnis
der Knospung bei den Bryozoen.
Mit 29 Figuren im Text.
Von
Ernst Herwig.
Unternommen wurde die vorliegende Arbeit hauptsächlich
zum Zweck des Studiums der Avicularien, ihrer Beziehungen zum
Stock und ihrer Ontogenie. Leider war es jedoch nicht möglich,
mir genügendes Material für diese Untersuchungen zu verschaffen.
So wandte ich mich zunächst den Untersuchungen der Knospungs-
vorgänge zu, welche ursprünglich nur als Vorarbeiten für die ge-
nannten Studien dienen sollten. Dabei ergab sich manches, was
die früheren Darstellungen zu bestätigen und ergänzen geeignet
war, so daß ich die betreffenden Beobachtungen zunächst hier
mitteilen möchte. Weitere Untersuchungen an Bryozoen gedenke
ich später zu veröffentlichen.
(Gresammelt wurde das Material bei einem Aufenthalt in Helgo-
land. Die Stöcke von Aleyonidium gelatinosum wurden zum größten
Teil in einer konzentrierten Lösung von Sublimat in Seewasser,
die heiß und kalt angewandt wurde, konserviert. Ferner dienten
auch Chrom-Essigsäure und Formol als Konservierungsmittel;
jedoch gab Sublimat, was die Erhaltung der Zellen und die Färb-
barkeit anbetrifft, bei weitem die besten Resultate. Es wurden
hauptsächlich junge Kolonien, nach Überführung durch Zedern-
holzöl, in Paraffin von 58° C eingebettet; denn sie liefern die meisten
und besten Knospungsstadien und bieten auch beim Schneiden die
wenigsten Schwierigkeiten, da die Cuticula noch sehr dünn ist
und die Schnitte nicht so leicht reißen. Geschnitten wurde 5 und
7% u. Als Färbungsmittel diente ausschließlich Eisen-Häma-
toxylin nach Heidenhain, welches ganz vorzügliche Bilder lieferte.
Die Kolonien von Plumatella fungosa wurden in Aquarien mit
Flußwasser gesetzt. Die ausschwärmenden Larven setzten sich
bald an den Aquarienwänden fest, und in einigen Tagen vollzog
sich ihre Umwandlung zu jungen Kolonien. Diese wurden vor-
sichtig von den Aquarienwänden abgelöst und in konzentrierter
Sublimatlösung konserviert. Zur besseren Orientierung beim Ein-
betten und Schneiden wurden die jungen Kolonien mit Alaun-
karmin vorgefärbt. Die Schnittdicke betrug 5 u. Gefärbt wurde
ebenfalls nur mit Heidenhains Eisen-Hämatoxylin.
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 12. 1 12. Heft
2 Ernst Herwig:
Knospung von Aleyonidium gelatinosum.
Die ersten genaueren Angaben über die Anteilnahme der
mütterlichen Keimblätter an dem Aufbau der Bryozoenknospe
verdanken wir H. Nitsche und Ed. Claparede. Nitsche ver-
tritt in seiner Arbeit „Beiträge zur Kenntnis der Bryozoen““ die
Ansicht, daß das Zellmaterial der Knospe von der Endozyste, dem
Ektoderm der neueren Autoren, geliefert wird. Die junge Knospe
erscheint nach ihm als regelloser Zellhaufen, der durch Wucherung
‚aus dem Ektoderm entsteht. Bald ordnen sich die Bestandteile
dieses Zellhaufens in zwei deutlich geordnete Schichten, und es
entsteht ein rundlicher Körper, der aus einer äußeren einschichtigen
Zelllage zusammengesetzt ist, die sich gegen die das Innere des
Körpers erfüllenden Zellen scharf und deutlich abhebt. Letztere
beginnen nun ebenfalls sich zu ordnen und sich an die äußere als
eine zweite Zellschicht anzulegen, welche im Innern einen kleinen
zentralen Hohlraum umschließt. Die junge Polypidknospe stellt
sich also jetzt als ein zweischichtiges Säckchen dar. Aus der
äußeren Schicht läßt Nitsche die Tentakelscheide und das Platten-
epithel des Darmtraktus hervorgehen, während die innere Zell-
schicht die Tentakeln und das innere Epithel des Darmes liefert.
Claparede ist ebenfalls der Meinung, daß die Polypidknospe
aus der Endozyste des Muttertieres hervorgeht. Nach diesem Autor
tritt das erste Rudiment des Polypids als eine Wucherung der
Endozyste nach innen auf, nachdem vorher das junge Zoöcium
als eine Wucherung der Endozyste nach außen zustande gekommen
ist. Die junge Polypidanlage bildet einen soliden Zellhaufen,
dessen Elemente sich bald regelmäßig anordnen und im Innern
ein Lumen erhalten. Nach Nitsche und Claparede beruht die Ent-
stehung der Polypidknospe also einzig und allein auf einer Wucher-
ung des Ektoderms.
In seiner Arbeit ‚On Budding in Polyzoa““ kommt Haddon
zu dem Resultat, daß alle drei Blätter des Muttertieres in gleicher
Weise an dem Aufbau der Bryozoenknospe teilnehmen.
Eine von den beiden ersten Autoren erheblich abweichende
Ansicht über den Ursprung der Bryozoenknospe vertritt Joliet.
Er läßt das Polypid aus dem Endosark, dem Mesoderm der heutigen’
Autoren, entstehen. Das Endosark soll jedoch nach diesem Forscher
aus Ektodermzellen bestehen, die in die Zoöciumhöhle eingewandert
sind. Die erste Anlage des Polypids stellt sich als eine homogene
Zellmasse dar, die sich allmählich in zwei Schichten teilt, eine
zentrale Schicht und eine sie umhüllende Schicht. Die innere
Schicht bildet das Tentakelepithel und das Atrium, die äußere
das Mesoderm und den Verdauungstraktus.
Seeliger wies nun im Jahre 1890 an verschiedenen ekto- und
endoprokten Bryozoen nach, daß Ekto und Mesoderm die junge
Polypidknospe aufbauen. Nach ihm zeigt sich die erste Anlage
der Knospe als eine Verdickung des zylindrischen Ektodermepithels.
Beiträge zur Kenntnis der Knoöspung bei den Bryozoen. 3
Eine Anzahl von Mesenchymzellen liegt den sich einstülpenden
Ektodermzellen dicht an, ohne aber ein einheitliches, zusammen-
hängendes Epithel zu bilden. Gegen die Leibeshöhle hin ist das
Ektoderm durch eine scharfe Kontur abgegrenzt, so daß Seeliger
es für ausgeschlossen hält, daß bei der Polypideinstülpung Zellen
aus dem epithelialen Verbande sich etwa lösen und als Mesenchym-
zellen in die primäre Leibeshöhle heineinrücken. Vielmehr stammen
die der Ektodermeinstülpung sich anlegenden Zellen ausschließ-
lich von den Mesenchymzellen ab, welche sich jederzeit in der Lei-
beshöhle der obersten Stockenden finden. Diese Ansicht wird auch
von Davenport geteilt.
Die Untersuchungen von Seeliger und Davenport schienen eine
Reihe von Jahren auf keinen Widerspruch zu stoßen, bis L. Calvet
in seinen Arbeiten ‚Sur l’origine du polypide des Bryozoaires
ectoproctes marins“ und ‚Contributions a l’histoire naturelle des
Bryozoaires ectoproctes marins“ zu anderen Resultaten inbezug
auf die Entstehung der Polypidknospe kam. Nach Calvet bildet
sich in den verschiedenen Arten die Polypidknospe immer aus
Mesenchymelementen, die in der Zoöciumhöhle unregelmäßig zer-
streut liegen und die sämtlich aus der epithelialen Ektoderm-
schicht hervorgegangen sind. Diese Mesenchymzellen, die zuerst
lang gestreckt sind, runden sich ab und ordnen sich zu einem kleinen
Zellmassiv an. Diesen Zellkomplex nennt Calvet das massive
Stadium. Bald wird er von außen durch neu hinzutretende Mesen-
chymzellen vergrößert, während im Innern die Zellen auseinander-
weichen und eine Höhle bilden. Auf diese Weise entsteht das
ausgehöhlte Stadium. Anfangs ist die Höhle schlecht begrenzt,
nimmt jedoch bald eine ovoide, gut definierte Form an, und die
sie umgebenden Elemente ordnen sich zu einer regelmäßigen, eben-
falls scharf begrenzten Schicht. Calvet bestreitet ganz entschieden
die Ansicht Seeligers und Davenports, daß das Polypid aus dem
Ektoderm durch Einstülpung entsteht, um die sich allmählich
mesenchymatöse Zellen in Form eines Epithels anlegen. Er stimmt
also in der Hauptsache mit Joliet überein.
Wieder zurück zu der Ansicht Seeligers und Davenports in
betreff der Knospung der Bryozoen kam Ladewig in seiner im
Jahre 1899 erschienenen Arbeit ‚Über die Knospung der ekto-
prokten Bryozoen“. Nach diesem Autor stellt die erste Anlage
der Polypidknospe eine Ektodermverdickung dar, die sich von den
flachzylindrischen Epithelzellen scharf unterscheidet. Die Ver-
dickung des Ektoderms nimmt infolge fortgesetzter Zellteilung
immer mehr zu und stülpt sich nun in das Innere der Zoöciumhöhle
ein. Allmählich legen sich der Einstülpungszone Mesodermzellen
an, die von den in der Zoöciumhöhle verstreut liegenden Mesen-
chymzellen stammen und vorläufig weder ein typisches Epithel
bilden noch in bezug auf ihre äußere Form irgendwelche Einheitlich-
keit erkennen lassen. Erst auf späteren Entwicklungsstadien ordnen
1* 12. Heft
4 Ernst Herwig:
sich diese Zellen zu einem regelmäßigen Epithel an. Ladewig
hält es ebenso wie Seeliger für vollständig ausgeschlossen, daß etwa
einzelne Zellen aus dem ektodermalen Epithel in die primäre
Leibeshöhle auswandern und zu Mesenchymzellen werden.
Den Ansichten Seeligers, Davenports und Ladewigs schloß sich
Otto Römer in seiner im Jahre 1906 erschienenen Arbeit ‚‚Unter-
suchungen über die Knospung, Degeneration und Regeneration von
einigen marinen ektoprokten Bryozoen‘ im wesentlichen an. Aber
er konnte bei Aleyonidium mytili ganz bestimmt nachweisen, daß
einige der im jungen Zoöcium verstreut liegenden Mesenchymzellen
dem ektodermalen Epithel entstammen. Römer beobachtete bei
einigen Zellen, wie ihre Körper zum Teil noch in dem Verbande
des Ektoderms steckten, zum Teil bereits in die primäre Leibes-
höhle übergetreten waren und amöboide Fortsätze aussandten.
Bei dem Widerstreit der Meinungen erschien es nötig, den Gegen-
stand an einem geeigneten Objekt einer neuen Prüfung zu unter-
ziehen.
Die im folgenden dargelegten Untersuchungen wurden an
Aleyonidium gelatinosum ausgeführt. Alcyonidium gelatinosum ist
eine in der Nordsee auf Steinen, Muscheln und besonders Aszidien
ziemlich häufig vorkommende Bryozoe, die bis zu 20 cm lange,
schlauchförmige Kolonien von 3—10 mm Durchmesser bildet. Die
einzelnen Zoöcien sind in ungefähr konzentrischen Kreisen um die
hohle Mitte der Kolonie angeordnet, variieren sehr stark an Größe
und haben meist die Form eines drei- oder vierseitigen Prismas.
Die ganze Kolonie wird außen von einer ziemlich dicken, deutlich
doppelt konturierten Cuticula umgeben, während die nach dem
Innern gelegenen Wände der Zoöcien eine dünne Cuticula haben.
Unter der Cuticula liegt das Ektoderm, das als geschlossenes
Epithel und aus ziemlich flachen Zellen besteht. Im Innern der
jungen Zoöcienhöhlen liegen überall unregelmäßig zerstreut Mesen-
chymzellen. Einige liegen in der Nähe des Ektoderms, andere
weiter in der Mitte der Zoöcien. Sehr oft findet man eine Anzahl
mesenchymatöser Elemente durch feine Plasmastränge verbunden,
ohne aber ein typisches Epithel zu bilden. Die Mesenchymzellen
haben eine sehr wechselnde Gestalt und Größe. Es kommen ei- *
förmige und spindelförmige Elemente vor, wieder andere sind
rundlich oder fast viereckig und tragen deutliche Kerne. Während
manche Mesenchymzellen so groß sind, daß man sie mit schwachen
Vergrößerungen bequem erkennen kann, sind wieder andere so
klein, daß man sehr starke Systeme anwenden muß, um ihre
zellige Natur erkennen zu können.
Die jüngste Anlage des Polypids entsteht nun fast regelmäßig
in der Mitte der Oberseite des Zoöciums, wie es auch Römer für
Aleyonidium mytili angibt. Die junge Polypidknospe kann man
schon an Totalpräparaten in Form eines stark gefärbten Zell-
komplexes leicht erkennen, der gegen die ihn umgebenden schwach
BE.
u ae ehe ee
Beiträge zur Kenntnis der Knospung bei den Bryozoen. 5
gefärbten Mesenchymelemente stark kontrastiert. An Schnitten
stellt sich dieser Zellkomplex als eine Gruppe von sehr hohen zy-
linderförmigen Zellen dar, die sich gegen die umgebenden, flachen
Ektodermzellen sehr deutlich abheben.
Fig. 1 zeigt uns einen Ouerschnitt durch die erste Polypid-
anlage. Sie besteht in diesem Falle aus sechs sehr hohen, kubischen
Zellen mit sehr dicht und fein granuliertem Plasma. Die im Ruhe-
stadium runden, großen Kerne haben einen konzentrisch gelagerten,
ll anias r
TEEN vn
* 2 EKSPTTEREE One Ar =
>“
SEN
re ;
NO RER--.__
nz Fig. 1.
ebenfalls großen Nukleolus. Über dem Ektoderm liegt die bereits
erwähnte doppelt konturierte, strukturlose Cuticula. Einige
Mesenchymzellen, das spätere Mesoderm, haben sich schon der
jungen Polypidknospe angelegt. Zwar berühren nur die beiden
äußeren der drei Mesenchymzellen die junge Knospe, sie legen
sich ihr jedoch bald in ihrer ganzen Ausdehnung fest an wie die
folgenden Schnitte zeigen. Der Kern der einen Knospenzelle
ist in Teilung begriffen, ein Zeichen für das lebhafte Wachstum
der Knospungszone. Weitere Kernteilungen konnten nicht be-
obachtet werden, und man muß annehmen, daß der Kernteilungs-
prozeß sehr schnell vor sich geht. Bei der Gelegenheit sei erwähnt,
daß man zuweilen vom ektodermalen Epithel des Zoöciums einzelne
Zellen auswandern, sich in die Leibeshöhle begeben und dort zu
Mesenchymzellen werden sieht. Ein solcher Fall ist in Fig. 1 dar-
gestellt. Die eine Zelle trägt deutliche, ziemlich lange amöboide
Fortsätze und ist schon aus dem Ektoderm ausgetreten, während
die andere noch mit ihrer Basis in dem epithelialen Zellverbande
steckt. Dies beweist also die Richtigkeit der Beobachtung von
Römer, deı bei Alcyonidium mytili ebenfalls Ektodermzellen in
die Zoöciumhöhle einwandern sah, die die Mesenchymelemente
verstärken.
Die -Fig. 2 und 3 zeigen uns nun die folgenden Stadien der
Knospenentwicklung. Die Zellen der Knospungszone haben sich
immer mehr verdickt und in das Innere der primären Leibeshöhle
eingestülpt. Man erkennt an dem oberen Ende der Knospe sehr
deutlich ein schmales Lumen, das durch die Einstülpung entstanden
ist, aber nicht direkt an die Cuticula grenzt. Denn mit beginnender
Einstülpung schließt sich der obere Rand des Lumens dadurch,
daß von den der Knospe benachbarten Ektodermzellen schmale
Protoplasmabrücken ausgehen, die über die Einstülpung hinweg-
ziehen und sie gegen die Cuticula abgrenzen. Der Knospe liegen
12. Heft
6 Ernst Herwie:
mehrere Mesodermzellen an. Die eine ist eben erst an die Knospe
gewandert und zeigt noch amöboide Fortsätze, während eine andere
sich noch nicht angelegt hat.
pb cu pb cu
1 ‘ s
Fig. 3.
Die über die Einstülpung hinwegziehende Protoplasmabrücke
verbreitert sich nun, und das Lumen selbst wird größer und deut-
licher, wie es das Stadium der Fig. 3 zeigt. Auf diesem Stadium
sind fünf zusammenhängende Mesenchymzellen zu erkennen, von
denen sich die erste der jungen Knospe bereits angelegt hat, während
die anderen noch frei in die Leibeshöhle ragen. Bald legen sich
diese Zellen ebenfalls der jungen Knospe an, um ein deutliches
Epithel, das Mesoderm zu bilden.
Auf dem in Fig. 4 dargestellten Stadium ist die junge Knospe
in der Entwicklung bereits etwas weiter fortgeschritten. Denn
während auf den ersten Stadien nur wenige Zellen die Polypid-
knospe bildeten, haben sich dieselben durch fortgesetzte Teilung
sehr vermehrt, und die Knospe hat dadurch an Größe zugenommen.
Das Lumen ist ebenfalls größer und die darüber hinwegziehende
Fig. 5.
Plasmabrücke breiter geworden. Die auf dem vorigen Stadium
noch frei in die Leibeshöhle ragenden Mesodermzellen haben sich
der Knospe angelegt, und das Mesoderm trägt hier bereits den
Charakter eines geschlossenen Epithels.
Beiträge zur Kenntnis der Knospung bei den Bryozoen. 7
Die junge Knospe wächst nun bald in die Länge und nimmt
eine mehr oder weniger eiförmige Gestalt an, da sich die Zellen
durch fortgesetzte Teilung sehr stark und schnell vermehrt haben,
wie Fig. 5 zeigt. Auf den vorhergehenden Stadien wurde das
Lumen der Polypidknospe nur durch eine anfangs schmale, später
breiter werdende Plasmabrücke von der Cuticula getrennt. Jetzt
wandern von den benachbarten Zellen des Ektoderms Kerne in
den Plasmasaum ein, die zuerst unregelmäßig zerstreut liegen, da
noch keine Zellgrenzen vorhanden sind. Die Kerne wandern in
diesem Falle von rechts ein. Das Einwandern kann aber auch von
links oder von beiden Seiten geschehen. Die Mesodermzellen haben
sich durch aus dem Innern der Zoöciumhöhle immer neu hinzu-
wandernde Mesenchymzellen ebenfalls stark vermehrt und umgeben
die junge Knospe fast vollständig. Nur in unmittelbarer Nähe des
ektodermalen Epithels sind auf beiden Seiten der Knospe zwei
kleine Lücken vorhanden, die aber durch einige Mesenchymzellen
bald ausgefüllt werden, so daß das Mesoderm in vollständig ge-
schlossener Schicht die junge Knospe einhüllt. Auf dem Schnitt
der Fig. 5 sieht man auf der rechten Seite bereits einige Mesenchym-
zellen in unmittelbarer Nähe der Knospe liegen, die die im Meso-
derm noch vorhandenen Lücken ausfüllen. 4
Die Knospe der Fig. 6 befindet sich in demselben Stadium
wie die der vorhergehenden Figur. Nur zeigt sich insofern ein
Fortschritt, als sich die in dem über das Knospenlumen hinweg-
Fig 6. Fig. 7.
ziehenden Plasmasaum liegenden Kerne regelmäßig gelagert, und
sich deutliche Zellgrenzen gebildet haben.
In der folgenden Fig. 7 ist die Knospenbildung wieder weiter
fortgeschritten. Bis jetzt ging das Ektoderm der Knospe in das
ektodermale Epithel der Leibeswand über. Nun sieht man, wie sich
die junge Knospe von der Leibeswand abschnürt und ein selbstän-
diges Ektoderm erhält. Die über das Lumen der Knospe hinweg-
ziehenden Ektodermzellen werden höher und teilen sich. Es rücken
die durch die Teilung entstandenen unteren Zellen in den Ekto-
12. Heft
8 Ernst Herwig:
dermverband der Knospe und schließen so das Knospenlumen
gegen das Ektoderm der Leibeswand ab. Anfangs ist die Grenze
zwischen den beiden Ektodermschichten keine scharfe. Bald jedoch
sondern sich beide Ektodermlagen und werden durch deutliche
Zellgrenzen getrennt, wie Fig. 8 zeigt. Das Mesoderm umgibt jetzt
die Knospe in einer allseitig geschlossenen Zellschicht.
Sobald die junge Polypidknospe das zuletzt in Fig. 8 beschrie-
bene Entwicklungsstadium erreicht hat, setzen die Vorgänge ein,
die zur Ausbildung der Organe wie Darm, Tentakel, Tentakel-
scheide usw. führen. Die früher angestellten Untersuchungen be-
ziehen sich auf die Entwicklung von Primärpolypiden und Knospen.
Jedoch läßt sich zwischen beiden Fällen kein wesentlicher Unter-
schied konstatieren.
H. Nitsche war wiederum der
erste, der die Ausbildung des
Darmes beschrieb. Er denkt sich
den Darmkanal folgendermaßen
entstanden: Der untere Abschnitt
der Polypidanlage wird durch
seitlich an der Knospe auftretende
Furchen, die sich beide in der
Mitte des Lumens vereinigen, von
dem oberen getrennt; nur an
zwei Stellen, dem späteren Mund
und After findet die Vereinigung
der beiden Furchen nicht statt.
Hier kommunizieren also oberer
und unterer Abschnitt der Knospe miteinander. Der Darmkanal
wird also nach Nitsche gleich in seiner ganzen Ausdehnung angelegt.
Ehlers vertritt bei seiner im Jahre 1876 erschienenen Unter-
suchung von Hypophorella expansa und später Seeliger bei Bugula
dieselbe Ansicht wie Nitsche.
Barrois gelangte ein Jahr später, im Jahre 1877, für Al-
cyonidium mytili zu ungefähr denselben Resultaten in Bezug auf
die Darmbildung wie Nitsche für Flustra membranacea.
Zu wesentlich anderer Ansicht über die Darmbildung kam
F. Braem in seiner Arbeit ‚Untersuchungen über die Bryozoen
des süßen Wassers“. Seine Resultate unterscheiden sich von denen
der beiden vorgenannten Autoren dadurch, daß er den durch die
Abschnürung entstandenen Sack am oralen Ende für geschlossen
hält, während nach Nitsche und Barrois eine Kommunikation mit
dem Atrium als Mund vorhanden sein soll, ferner dadurch, daß
Braem die als Mund gedeutete Stelle auch späterhin nicht als
solchen, sondern als Übergangsstelle zwischen dem Kardialteil des
Magens und dem Osophagus in Anspruch nimmt.
Barrois hatte schon einige Jahre vorher seine frühere Meinung
über die Darmbildung geändert und war in seiner Arbeit „Me&moire
ee"
Beiträge zur Kenntnis der Knospung bei den Bryozoen. 9
sur la metamorphose de quelques Bryozoaires“ zu denszlben
Resultaten gelangt wie später Braem und Davenport, nämlich daß
die Darmanlage anfangs nur durch den Anus mit dem anderen
Teil der Knospe in Verbindung steht. Pharynx und Ösophagus
stehen zuerst nicht in Verbindung, sondern werden durch eine
anfangs breitere, später immer schmäler werdende Zellbrücke von-
einander getrennt. Diese Zellbrücke bricht später durch, womit
Verbindung zwischen Pharynx und Ösophagus hergestellt wird.
Calvet gibt für Dugula folgende Verhältnisse an: ‚Die
etwas in die Länge gewachsene junge Knospe wird durch eine jeder-
seits auftretende Einfaltung in zwei gut voneinander geschiedene
Abschnitte getrennt, von denen jeder einen Teil der ursprünglichen
Knospenhöhle umschließt. Beide Abschnitte kommunizieren nur
an einer Stelle, dem zukünftigen Anus miteinander.‘ Calvet nennt
den einen Teil ‚‚portion frontale‘“ und den anderen ‚portion dor-
sale“. Der besser entwickelte frontale Teil der Knospe bildet später
Tentakelscheide, Tentakeln, Pharynx und Ösophagus, während aus
dem dorsalen Teil Magen und Rektum hervorgehen.
Wenden wir uns nun der weiteren Entwicklung von Aleyoni-
dium gelatinosum zu, so sind die ersten Veränderungen, die sich
an dem auf Fig. 8 folgenden Stadium der Fig. 9 bemerkbar machen,
die, daß die junge Knospe infolge lebhafter Zellvermehrung stark
in die Länge wächst. Die Polypidknospe ist im Vergleich zu dem
zuletzt beschriebenen Stadium a
ungefähr doppelt so groß ge-
worden. Die an dem epithe-
lialen Belag der Leibeshöhle
gelegenen Ektodermzellen
haben sich durch Teilung eben-
falls vermehrt und etwas ab-
geplattet. Durch diese Zell-
vermehrung sind die Seiten
der Knospe auseinanderge-
wichen und haben eine Ver-
breiterung der Knospenhöhle
und somit auch der ganzen
Knospe bedingt. Ungefähr
am unteren Drittel macht sich
eine jederseits auftretende
Furche bemerkbar, die in
späteren Stadien zur Abfaltung
des Darmes führt. Durch diese
auf beiden Seiten auftretende
Falte wird das Ektoderm stark Fig, 2
eingeknickt, und einige seiner Zellen werden aus dem epithe-
lialen Verbande herausgedrängt. Diese Zellen bilden einen
Ringwulst, der in däs Innere der Knospe vorspringt und so eine,
12. Heft
10 Ernst Herwig:
wenn auch vorläufig noch unvollkommene Abschnürung eines
unteren, kleinen Teils von dem oberen Teil herbeiführt. Der obere
Abschnitt bildet den späteren Atrialteil, während der untere zum
Intestinalteil auswächst. Das Mesoderm wird ebenfalls, wenn auch
nicht so stark wie das Ektoderm eingeschnürt, nimmt aber an der
Darmbildung vorläufig nicht teil.
Ein weiteres Stadium aus der Entwicklung des Darmkanals
gibt Fig. 10 wieder. Die durch die Einfaltung hervorgedrängten
Ektodermzellen sind aufeinander zugewachsen und haben sich in
der Mitte der Knospenhöhle vereinigt, so daß jetzt die vorher noch
unvollkommen abgeschlossene Anlage des Darmes vollständig von
dem vorderen, dem Atrialteil der/Knospe gesondert wird. Nur an
einer Stelle, dem'späteren Anus]kommunizieren beide Teile mit-
einander.
Fig. 10.
Während auf dem in Fig. 10 dargestellten Stadium die Tren-
nung von Atrial- und Intestinalteil nur durch eine ‚„Plasmabrücke
mit Kernen‘ herbeigeführt wurde, besteht sie im Stadium der
Fig. 11 aus einer doppelten, Atrial- und Intestinalteil trennenden
Zellenschicht. Inwiefern dies durch Nachwanderung von Ekto-
dermzellen oder durch Teilung der in der Brücke vorhandenen
Zellen geschieht, wird schwer zu entscheiden sein. Während auf
den in Fig. 9 und 10 beschriebenen Stadien das Ektoderm des
Atrial- und Intestinalteils ineinander übergingen, hat sich infolge
der Zweischichtigkeit der Trennungsbrücke das Ektoderm des
Atrialteils scharf von dem des Intestinalteils gesondert. Das Meso-
N
Beiträge zur Kenntnis der Knospung bei den Bryozoen. 11
derm erscheint jetzt schon stärker eingefaltet und fängt an, sich
zwischen die Ektodermzellen beider Abschnitte der Polypidknospe
zu schieben. Die Mesodermzellen wachsen nun immer weiter
zwischen Ektoderm des Atrial- und Intestinalteils, bis sie eine voll-
ständige Trennung beider Ektodermlagen herbeigeführt haben,
wie es Fig. 13 darstellt. Die Trennung von Atrialteil und Intestinal-
teil ist jetzt vollständig geworden und man hat also zwei sack-
förmige Gebilde mit besonderer Ekto- und Mesodermlage vor sich.
Hand in Hand mit der Darmentwicklung geht die Ausbildung
der Tentakelscheide und der Tentakeln, wie es Fig. 12 veranschau-
cu
licht. Die Knospe hat sich an dem Atrialteil etwas erweitert, und
auf beiden Seiten erkennt man nach innen zu zwei vorläufig nur
schwach vorspringende Höcker, die durch eine Verdickung der an
dieser Stelle liegenden Ektodermzellen entstanden sind. Es sind
dies die ersten Anlagen der Tentakeln. Durch die Erweiterung
des oberen Atrialteils der Knospe haben sich die zwischen den
Tentakelanlagen liegenden Ekto- und Mesodermzellen des jungen
Polypids in die Länge gezogen und dadurch abgespaltet. Sie stellen
jetzt im Längsschnitt zwei ziemlich schmale Zellbänder, die Ten-
takelscheide dar. An der Bildung der Tentakelscheide nehmen
demnach Ektoderm und Mesoderm teil, und nicht wie Seeliger
will, nur Mesoderm. Daß die Tentakelscheide ekto- und meso-
dermaler Natur ist, wird ebenfalls von Davenport, Calvet,
Silbermann und zuletzt auch für das Primärpolypid von A.
Zschiesche bewiesen.
12. Heft
12 Ernst Herwig:
Die weitere Ausbildung der Tentakeln und der Tentakelscheide
wird durch die Fig. 14 und 15 veranschaulicht. Da auf dem Sta-
dium der Fig. 12 die Tentakelscheide noch ziemlich kurz war, lag
auch die Polypidknospe nahe der Leibeswand. Nun wächst die
Tentakelscheide in die Länge, und durch dieses Längenwachstum
wird die junge Knospe mehr in das Innere der Leibeshöhle ver-
Fig. 14. “
lagert (Fig. 14). Gleichzeitig sind die Tentakeln in ihrer Ausbildung
weiter fortgeschritten. Die vorläufig die Tentakeln bildenden Ekto-
dermzellen haben gegenüber der Fig. 12 noch an Höhe zugenommen
und dadurch treten die Tentakelhöcker stärker hervor. F
An der Bildung der Tentakeln war bis jetzt nur das Ektoderm
beteiligt. Nunmehr nimmt auch das Mesoderm daran teil, wie es
Fig. 15 zeigt. Einige Mesodermzellen wachsen in die Tentakel-
höcker hinein, die Ektodermzellen vor sich herschiebend. Indem
nun immer mehr Mesodermzellen in die Tentakeln hineinwachsen,
nehmen diese bald die Form von Schläuchen an, die im Innern von
Mesodermzellen erfüllt sind. In Fig. 15 erscheinen die Tentakeln
bereits ziemlich weit ausgebildet. Sie haben die schon oben er-
wähnte Schlauchform angenommen. Die im Innern der Tentakeln
liegenden Mesodermzellen stehen noch anfangs mit der übrigen
Mesodermbekleidung der Knospe in Verbindung. Bald wächst
jedoch an der Tentakelbasis die Ektodermschicht in der Weise
Beiträge zur Kenntnis der Knospung bei den Bryozoen. 13
aus, daß sich die Ränder berühren, und dadurch ein Abschluß,
sowie eine Durchbrechung der Mesodermschicht erfolgt. Die
Tentakeln bestehen jetzt aus der Ektodermbekleidung und inneren,
ziemlich unregelmäßig gelagerten Mesodermzellen. Mit dem Auf-
treten der Tentakeln hat sich der oberhalb des Darmes liegende
Teil der Knospe in zwei Abschnitte differenziert. Der eine Teil
ist der von der Tentakelscheide eingeschlossene Raum oder das
Atrium (Fig. 14 und 15 at.), der andere bildet den späteren Oso-
phagus des vollständig ausgebildeten Darmes (Fig. 150e.).
Figur 16 gibt ein fast
vollständig ausgebildetes Po-
lypid wieder. Die unten durch
die Ektodermschicht geschlos-
senen Tentakeln sind stark in
die Länge gewachsen, die in
den Tentakeln liegenden Me-
sodermzellen haben sich zu
einer regelmäßigen Doppel-
schicht geordnet. Der Osopha-
gus endlich hat seine definitive
Gestalt erhalten, und nur eine
schmale Zellbrücke, die später
durchbricht, trennt ihn noch
von dem Darm, der sich »
ebenfalls schonstark verlängert _, ....-
hat. Auf die weitere Entwick- n
lung der Tentakeln und Ten- vo
takelscheide, ferner auf die An-
lage und Entwicklung der in
Fig. 16 bereits ausgebildeten
Organe wie der Muskeln, des Ringkanals und Gehirnganglions ist hier
nicht weiter eingegangen worden, da dies bereits von anderer
Seite ausführlich geschildert worden ist.
Am Schlusse dieses Abschnittes soll noch auf einige Unregel-
mäßigkeiten in der Ausbildung der Organe hingewiesen werden.
Fig. 15 z. B. zeigt auf der linken Seite der Knospe zwei ziemlich
fortgeschrittene Tentakelanlagen, während auf der rechten Seite
die zweite Anlage erst ganz schwach angedeutet ist. Es kann vor-
kommen, daß auf einer Seite zwei und mehr Tentakeln angelegt
sind, während auf der anderen Seite erst eine Tentakelanlage vor-
handen ist. Ferner kann man junge Polypide finden, bei denen
die Tentakeln eben erst angelegt sind, die Darmanlage und der
Atrialteil aber bereits ihren vollständigen Mesodermüberzug
erhalten haben (Fig. 13). Anderseits kommt es vor, daß die Ten-
takelhöcker schon ziemlich stark hervortreten, das Mesoderm
aber Atrial- und Intestinaltel noch nicht vollständig über-
zogen hat, so daß also Ektoderm von Atrial- und Intestinalteil
12. Heft
14 Ernst Herwig:
unmittelbar aneinander-
grenzen. Die Anlage und
Ausbildung des Darmes
und der Tentakeln geht
also bei manchen Knospen
Hand in Hand, bei ande-
ren Knospen findet dieser
Vorgang nacheinander
statt, indem zuerst das
Darmrohr vollständig von
dem Atrialteil gesondert
-—-p wird, und dann erst die
Bildung der Tentakeln
einsetzt. Eine Bildung
4 : E er der Tentakeln vor der des
u; Darmes konntenicht beob-
N achtet werden.
57: Die Knospung von Pluma-
2 tella fungosa.
©: Die ersten wertvollen
Angaben über die Knos-
=E: 7°. pung der Phylactolaemen
I u verdanken wir Allman,
> BE Metschnikof Fand
GG, AN Nitsche. Allman war
noch sehr unvollkommen
Fig. 17. über die feinere Organi-
sation unterrichtet, und Nitsche war der erste, dem es durch
Anfertigung von Schnitten gelang, den anatomischen und
histologischen Bau ziemlich genau festzustellen. Metschni-
koff und Nitsche haben auch zuerst genauere Angaben über die
Anteilnahme der Keimblätter an der Bildung der Knospe und der
wichtigsten Organe gemacht. Während aber Nitsche an der Bil-
dung der jungen Knospe ausschließlich das Ektoderm teilnehmen
ließ, erkannte Metschnikoff als erster, daß die Polypidknospe aut
eine Einstülpung des Ekto- und Mesoderms zurückzuführen sei.
Den Metschnikoffschen Resultaten glaubte Hatschek auf
Grund seiner Pedicellina-Untersuchungen widersprechen zu müssen.
Er bestritt ganz entschieden die Entstehung der Knospe aus
Ektoderm und Mesoderm und behauptete, daß es ausschließlich
ein zwischen Ekto- und Mesodeım liegender embryonaler Zell-
komplex sei, der die Knospe aus sich hervorgehen lasse. Diese
Ergebnisse wurden von Braem bestätigt und hartnäckig ver-
teidigt. Davenport ist ebenfalls wesentlich derselben Ansicht
wie Hatschek und Braem.
Beiträge zur Kenntnis der Knospung bei den Bryozoen. 15
Kraepelin kommt in seiner Arbeit „Die deutschen Süß-
wasserbryozoen‘ durchaus ın Widerspruch mit den Ansichten von
Braem und Hatschek und gelangt wieder zu der alten Metschnikoff-
schen Behauptung zurück, daß es sich in der Tat bei der Knospen-
bildung um eine Einstülpung der beiden Schichten der Leibeswand
handelt. Seeliger stellte im Jahre 1899 fest, daß die Hatschekschen
Ergebnisse an Pedicellina ebenfalls falsch waren.
Braem kommt in seiner Arbeit ‚Untersuchungen über die
Bryozoen des süßen Wassers“ für Cristatella zu folgenden Haupt-
resultaten, die er auf alle Phylactolaemen ausdehnt:
I. Sämtliche Knospen der Kolonie gehen auf einen begrenzten
Komplex embryonaler Zellen zurück, welche aus dem Material des
Statoblasten oder des Eies ursprünglich erübrigt und von Knospe
zu Knospe weitergeführt werden.
Il. Dies Verhältnis findet seinen Ausdruck in der Form der
Doppelknospe.
III. Das Prinzip der Doppelknospe ist ein durchgreifendes und
gilt auch da, wo die Form nicht typisch hervortritt.
IV. Nach diesem Prinzip erzeugt jede Knospe an ihrer Oral-
seite unmittelbar aus sich selbst in der Regel zwei Tochterknospen,
welche sich ihrerseits auf gleiche Art fortpflanzen.
V. Die Zahl der Tochterknospen ist jedoch keine fest be-
stimmte. Statt zweier werden namentlich in der Jugend oft mehr,
im Alter zuweilen weniger erzeugt.
VI. Die zwischen den Polypiden eingeschalteten Teile der
Kolonialwand, die Cystide, entwickeln sich ebenfalls aus den Zellen
der polypoiden Knospenanlangen.
Zum Vergleich mit den Verhältnissen der marinen Ekto-
prokten schien es erwünscht, die Knospung der Süßwasserformen
zu studieren. Es kann im Voraus bemerkt werden, daß die er-
langten Resultate in bezug auf Entstehung der Doppelknospen
und der Lage der Tochterknospen zu den Mutterknospen sich mit
den Ergebnissen von Braem decken, daß aber die Angaben Braems,
alle Polypide einer Kolonie seien auf ein einziges Individuum
zurückzuführen, und ferner die jüngeren Knospen entständen stets
oralwärts der älteren nicht aufrechterhalten werden kann.
Vorliegende Untersuchungen gingen von jungen, eben aus-
geschlüpften Larven mit jederseits ein bis zwei Knospen aus und
wurden über junge Kolonien bis zu alten, voll ausgebildeten weiter-
geführt, und es ergab sich, daß überall die gleichen Knospungs-
gesetze gelten.
Die Knospen von Plumatella fungosa zeigen uns, daß sie in
bezug auf ihre Entstehung nicht übereinstimmen, und man zwei
Arten unterscheiden kann; manche Knospen nämlich entspringen
direkt der Kolonialwand, andere hingegen nehmen ihren Ursprung
aus älteren Knospen und bilden mit ihnen die Doppelknospen.
12. Heft
16 Ernst Herwig:
Die Lage der Knospen in den jungen Kolonien ist eine ver-
schiedene, bald befinden sie sich in der Nähe der Primärpolypide
(Figur 18 u. 19), bald mehr oder weniger von ihnen entfernt
Fig. 20.
(Figur 20), d. h. die Knospen können an den Stellen der Leibes-
wand entstehen, die noch ihren embryonalen Charakter bewahrt
haben.
Verfolgen wir nun eine junge Knospe vom Anfang ihrer Ent-
stehung an, so stellt sie sich als eine Verdickung beider Blätter,
des Ekto- und Mesoderms dar, und zwar werden anfangs die
Zellen des Mesoderms verhältnismäßig stärker verdickt als die
des Ektoderms (Fig. 21).
Beiträge zur Kenntnis der Knospung bei den Bryozoen. 17
Die Verdickung beider Blätter nimmt nun immer mehr zu.
Durch lebhafte Zellvermehrung wird das Ektoderm an der
Knospungsstelle zweischichtig, und einige Ektodermzellen wach-
sen in das Mesoderm hinein, dieses vor sich herschiebend
ET
Fig. 22.
(Fig. 22). Die Mesodermzellen werden dadurch in die Leibes-
höhle vorgedrängt, und die junge Polypidanlage bildet
jetzt schon ein ansehnliches Gebilde, das ziemlich weit in die
Leibeshöhle hineinragt (Fig. 22).
Die Knospe nimmt an Umfang
zu, da immer mehr Ektoderm-
zellen sich nach innen vorschieben,
und sie stellt jetzt ein zwei-
schichtiges, vorläufig massives
Säckchen dar (Fig. 23).
Die junge Polypidanlage wächst
bald stark in die Länge, und
die vorher im Innern unregelmäßig Mich
angeordneten Ektodermzellen Fig. 23.
nehmen eine regelmäßige Lagerung an, und durch Auseinander-
weichen entsteht in der Mitte eine bald größere, bald kleinere
Höhle (Fig. 24 u. 25).
Fig. 25.
Die Knospe wächst immer mehr in die Länge, und nun macht
sich an ihrem oberen oralen Teil eine Verdickung bemerkbar
Archiv für Naturgeschichte P)
1913. A. 12. 2 12. Heft
18 Ernst Herwig:
(Fig. 26B), die auf eine sehr lebhafte Zellwucherung beider Keim-
blätter, besonders des Ektoderms zurückzuführen ist und sehr
schnell an Mächtigkeit gewinnt (Fig. 27B). Diese Verdickung stellt
eine Tochterknospe dar und ist mit der Mutterknospe zu einer
typischen Doppelknospe verbunden.
Auf der analen Seite der Knospe A in Fig. 27 hat sich eine
weitere Knospe K gebildet. Der Ursprung der Knospe K ist im
Gegensatz zur Knospe B nicht auf A zurückzuführen, sondern sie
Ba ist selbständig aus der Kolonial-
wand entstanden. Bei dem Ver-
halten, wie es Fig. 27 darstellt,
ließe sich annehmen, daß die
-« Knospe K zwar in Verbindung
mit A entstanden und nur von ihr
abgerückt sei, obwohl der frühe
"ms Entwicklungszustand, in welchem
sie sich befindet, nicht gerade
dafür spricht. Vor allem ist zu be-
tonen, daß die Entfernung von der
Hauptknospe eine noch weitere
sein kann, in welchem Fall von
einem Zusammenhang oder einer
gemeinsamen Entstehung beider
Knospen meines Erachtens füg-
lich nicht mehr gesprochen wer-
den kann. Eine solche Knospen-
anlage ist in Figur 28 dargestellt.
Beiträge zur Kenntnis der Knospung bei den Bryozoen. 19
Die Doppelknospe entwickelt sich in der Weise weiter, daß
mit dem Wachstum der Mutterknospe auch die Tochterknospe in
der Ausbildung fortschreitet und sich nach und nach immer deut-
licher von der Mutterknospe abhebt (Figur 28B). In Fig. 27
bildet die Tochterknospe B einen soliden Zellkomplex, dessen
Ektodermzellen regellos liegen. Nun ordnen sich die Ektoderm-
zellen regelmäßig an und weichen auseinander, im Inneren
einen Hohlraum, die Knospenhöhle freilassend.. Die Tochter-
knospe ist also jetzt auf demselben Stadium angelangt wie die
Mutterknospe auf dem der Fig. 24.
A ER
Sa ER
Fig. 28.
Im weiteren Verlauf der Entwicklung rückt die Tochterknospe
immer höher an der Mutterknospe hinauf und dicht an die Kolonial-
wand (Figur 28). Auf dem Stadium der Figur 29B ging noch
das Ektoderm der Tochterknospe B in das der Mutterknospe A
über. Jetzt sondert sich das Ektoderm der Tochterknospe und
hebt sich von dem der Mutterknospe deutlich ab, obgleich beide
Ektodermlagen dicht aneinandergrenzen (Figur 29B).
Im Laufe der weiteren Entwicklung rückt die Tochterknospe
B immer weiter von der Mutter ab, bis sie selbständig an der Ko-
lonialwand sitzt, ähnlich der direkt aus der Leibeswand entstande-
nen Knospe K derselben Figur.
Auf die weitere Entwicklung der Knospen bis zur Ausbildung
der erwachsenen Polypide ist hier ebenfalls nicht eingegangen
worden, da dies von Braem und anderen Autoren bereits aus-
führlich beschrieben wurde. Es sollte hauptsächlich die Beziehung
2» 12. Heft
0 Ernst Herwig:
und Lage der Knospen zueinander im Hinblick auf das Knospungs-
gesetz der Phylactolaemen festgestellt werden.
Aus der vorstehenden Darstellung ist zu entnehmen, daß die
neü entstehenden Knospen nicht unbedingt auf eine ältere Knospe
zurückzuführen sind. Es wurde gezeigt, daß sowohl oral- wie
analwärts von schon vorhandenen Knospen neue entstehen können
(Fig. 27, Figur 28 u. 29). Ferner entstehen die einen Knospen
selbständig aus der Leibeswand (Fig. 27K, Figur 28K u. 29K),
während andere ihren Ursprung älteren Knospen verdanken und
mit ihnen einige Zeit zu Doppelknospen verbunden sind (Fig. 26B,
27B, Figur 28B u. 29B).
Von Kraepelin sind diese zu Braems Angaben in einem
gewissen Gegensatz stehenden Knospungsverhältnisse angedeutet,
aber nicht näher beschrieben worden.
Faßt man die Hauptresultate dieses Abschnittes zusammen,
so kommt man zu Folgendem:
I. Die Knospen von Plumatella fungosa entstehen auf zweierlei
Art, entweder selbständig aus der Kolonialwand, oder sie werden
von einer älteren Knospe erzeugt, mit der sie eine gewisse Zeit
als Doppelknospe verbunden sind. +
Il. Die direkt aus der Kolonialwand hervorgegangenen Knos-
pen liegen analwärts von den älteren, die Tochterknospen entstehen
auf der Oralseite der Mutterknospen.
Verzeichnis der benutzten Literatur.
G. J. Allman, A Monograph of the fresh-water Polyzoa. London,
Ray Society. 1856. -
J. Barrois, a) M&moire sur l’embryologie des Bryozoaires. Lille
1877. b) Memoire sur la metamorphose de quelques Bryo-
zoaires. Ann. Sc. natur. Zool, vol. 1, 1886.
Beiträge zur Kenntnis der Knospung bei den Bryozcen. 2
. Braem, a) Untersuchungen über die Bryozoen des süßen
Wassers. Bibliotheca zoologica. Heft 6, 1890. b) Die ge-
schlechtliche Entwicklung von Fredericella sultana nebst Be-
obachtungen über die weitere Lebensgeschichte der Kolonien.
Bibliotheca zoologica. Heft 52, 1908.
. Calvet, a) Sur l’origine du polypide des Bryozoaires ecto-
proctes marines. Travail de la station zool. de Cette, 1898.
Comptes rendus. b) Contributions a l’histoire naturelle des
Bryozoaires ectoproctes marines. These, Montpellier 1900.
Ed. Clapar&de, Beiträge zur Anatomie und Entwicklungs-
geschichte der Seebryozoen. Zeitschrift f. wissenschaftl. Zoo-
logie. Bd. 21, 1871.
C. B. Davenport, Observations on Budding in Paludicella and
A,
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College: Vol. 22, 1891.
G. Haddon, On Budding in Polyzoa. Ouart. Journal of
Mict. Sc.,-B. 23, 1883.
Hatschek, Embryonalentwicklung und Knospung der Pedicellina
E:
RK:
FE.
echinata. Zeitschr. f. wissenschaftl. Zoologie. Bd. 29, 1877.
Joliet, a) Contributions a l’'histoire naturelle des Bryozoaires
des cötes de France. Arch. zool. exper. Tom.6, 1877. b) Sur le
bourgeonemment du polypide chez plusieurs ectoproctes marines.
Kraepelin, Die deutschen Süßwasserbryozoen. Abhandl. d.
naturwissenschaftl. Vereins, Hamburg. Bd. 10, 1887.
Ladewig, Über die Knospung der ektoprokten Bryozoen.
Zeitschrift f. wissen. Zoologie. Bd. 67, 1900.
El. Metschnikoff, Beiträge zur Entwicklung | einiger niederer
H.
O;
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Tiere. 6. Alcyonella. Bull. de l’Acad. de St. Petersbourg.
Vol. 15, 1871.
Nitsche, a) Beiträge zur Kenntnis der Bryozoen. Über die
Anatomie und Entwicklungsgeschichte von Flustra mem-
branacea. Zeitschr. f. wissen. Zoologie. Bd. 21, 1871. b) Bei-
träge zur Kenntnis der Bryozoen. Über die Knospung der
Bryozoen. Zeitschr. f. wissen. Zoologie. Bd. 25, Suppl. 1875.
Römer, Untersuchungen über die Knospung, Degeneration
und Regeneration von einigen marinen, ektoprokten Bryozoen.
Zeitschrift f. wissen. Zoologie. Bd. 84, 1906.
Seeliger, Bemerkungen zur Knospenentwicklung der Bryo-
zoen. Z. f. wissen. Zoologie. Bd. 50, 1890.
Silbermann, Untersuchungen über den feineren Bau von Al-
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cyonidium mytili. Arch. Naturgesch., Jg. 1906.
Zschiesche, Untersuchungen über die Metamorphose von
Alcyonidium mytili. Zool. Jahrb. Bd. 28, 1909.
12. Heft
Ernst Herwig:
1)
N
Erklärung der Abbildungen.
Verzeichnis der Abkürzungen.
a Atrialteil ms Mesoderm
at Atrium oe Oesophagus
cu Cuticula pb Protoplasmabrücke
ec Ectoderm pk Polypidknospe
[g Gehirnganglıon] Irgk Ringkanal]
i Intestinalteil t Tentakel
Im Muskelfasern] ts Tentakelscheide.
Die Figuren 1—17 beziehen sich auf Alcyonidium, 18—29 auf
Plumatella fungosa.
Fig. 1. Querschnitt durch eine jüngste Polypidanlage. Sie
besteht aus einer starken Ektodermverdickung mit drei noch nicht
vollständig angelegten Mesodermzellen.
Homog. Imm. 2 mm, Compens. Ocular 12.
Fig.2. Längsschnitt durch eine junge Knospe mit beginnender
Einstülpung. Homog. Imm. 2 mm, Compens. Ocular 8.
Fig. 3. Längsschnitt durch eine Knospe mit weiter fortge-
schrittener Einstülpung. Zuwandern von Mesenchymzellen, die
sich als Mesodermzellen der Knospe anlegen.
Homog. Imm. 2 mm, Compens. Ocular 8.
Fig. 4. Querschnitt durch eine etwas ältere Knospe. Die
Knospe hat sich noch weiter eingestülpt, und das Mesoderm trägt
bereits den Charakter eines zusammenhängenden Epithels.
Homog. Imm. 2 mm, Compens. Ocular 8.
Fig. 5. Längsschnitt durch eine ziemlich weit entwickelte
Knospe. Die Knospe ist durch lebhafte Teilung der Zellen stark
in die Länge gewachsen. Die Mesodermzellen haben sich durch
Zuwanderung von Mesenchymzellen sehr vermehrt und umgeben
die junge Knospe fast vollständig.
Homog. Imm. 2 mm, Compens. Ocular 6.
Fig. 6. Längsschnitt durch eine Knospe, die sich auf ungefähr
demselben Stadium wie die der Fig. 5 befindet.
Apochrom. 4 mm, Compens. Ocular 12.
Fig. 7. Längsschnitt durch eine Knospe mit vollständig ge-
schlossenem Mesoderm.
Fig. 8. Längsschnitt durch eine Knospe mit vollständig ge-
schlossenem Knospenektoderm.
Apochrom. 4 mm, Compens. Ocular 12.
Beiträge zur Kenntnis der Knospung bei den Bryozoen. 253
Fig. 9. Ouerschnitt durch eine Knospe mit beginnender Darm-
entwicklung, Auftreten der beiden Längsfurchen, die zur Abfaltung
des Darmes führen. Apochrom. 4 mm, Compens. Ocular 12.
Fig. 10. Querschnitt durch ein etwas älteres Stadium. Sonde-
rung in Atrial- und Intestinalteil.
Apochrom. 4 mm, Compens. Ocular 12.
Fig. 11. Querschnitt durch eine Knospe mit beginnender Teil-
nahme des Mesoderms an der Darmbildung.
Apochrom. 4 mm, Compens. Ocular 12.
Fig. 12. Längsschnitt durch eine Knospe mit Tentakelanlagen.
Apochrom. 4 mm, Compens. Ocular 12.
Fig. 13. Querschnitt durch den unteren Teil einer Knospe.
Das Mesoderm hat Atrial- und Intestinalteil vollständig überzogen.
Apochrom. 4 mm, Compens. Ocular 12.
Fig. 14. Längsschnitt durch eine Knospe mit weiter ent-
wickelten Tentakelhöckern.
Apochrom. 4 mm, Compens. Ocular 12.
Fig. 15. Längsschnitt durch eine Polypidknospe mit ziemlich
weit entwickelten Tentakeln. Das Mesoderm ist in die Tentakel-
höcker eingedrungen. Apochrom. 4mm, Compens. Ocular 12.
Fig. 16. Längsschnitt durch ein fast vollständig ausge-
bildetes Polypid von Alcyonidium gelatinosum. Organe sind ge-
bildet, nur der Darmkanal hat sich noch nicht in seine einzelnen
Abschnitte differenziert.
Apochrom. 4 mm, Compens. Ocular 12.
ec Ectoderm, g Gehirnganglion, i Intestinalteil, m Muskel-
fasern, ms Mesoderm, oe Osophagus, rgk Ringkanal, ? Tentakel,
ts Tentakelscheide.e Apochrom. 8 mm, Compens. Ocular 6.
Fig. 17. Längsschnitt durch ein vollständig ausgebildetes
Polypid von Alcyonidium gelatinosum.
a After, ec Ectoderm, g Gehirnganglion, m Muskelfasern,
ms Mesoderm, ma Magen, oe Osophagus, r Rektum, fy Pylorus,
rgk Ringkanal, £ Tenakel, th Tentakelhöhle, is Tentakelscheide.
Apochrom. 8 mm, Compens. Ocular 6.
Fig. 18—20. Längsschnitte durch Larven von Plumatella
zur Erläuterung der Lageverhältnisse der Knospen und Primär-
polypide.
cu Cuticula, ec Ectoderm, ms Mesoderm, #f Primärpolypide,
AB Doppelknospe, K selbständig entstandene Knospe.
Apochromat 8 mm, Compens. Ocalar 6.
Fig. 21. Längsschnitt durch die erste Knospenanlage. Sie
besteht aus einer Verdickung der Ekto- und Mesodermzellen.
Apochrom. 4 mm, Compens. Ocular 8.
12. Heft
94 H. Viehmeyer:
Fig. 22. Längsschnitt durch eine Knospe mit Verlagerung
von Ektodermzellen in das Mesoderm.
Apochrom. 4 mm, Compens. Ocular 8.
Fig. 23. Längsschnitt durch ein etwas weiter entwickeltes
Stadium. Apochrom. 4 mm, Compens. Ocular 8.
Fig. 24 u. 25. Längsschnitte durch Knospen mit bereits vor-
handenem Knospenlumen.
Apochrom. 4 mm, Compens. Ocular 8.
Fig. 26. Längsschnitt durch eine Doppelknospe.
Apochrom. 4 mm, Compens. Ocular 8.
Fig. 27. Längsschnitt durch eine weiter entwickelte Doppel-
knospe, und eine analwärts selbständig entstandene, jüngere
Knospe. Apochrom. 4 mm, Compens. Ocular 8.
Fig. 28. Längsschnitt durch eine Doppelknospe (A, B)
und eine selbständig entstandene Knospe (K) von Plumatella
fungosa. Ektoderm von Mutter- und Tochterknospe gehen noch
ineinander über.
cu Cuticula, ec Ektoderm, ms Mesoderm.
Apochrom. 4 mm, Compens. Ocular 8.
Fig. 29. Längsschnitt durch eine Doppelknospe (AB)
und eine selbständig entstandene Knospe (K) von Plumatella
fungosa. Ektoderm von Mutter- und Tochterknospe haben sich
gesondert.
cu Cuticula, ec Ectoderm, ms Mesoderm.
Apochrom. 4 mm, Compens. Ocular 8.
Neue und unvollständig bekannte Ameisen
der alten Welt.
Von
H. Viehmeyer, Dresden.
(Mit 12 Textfiguren.)
In der vorliegenden Arbeit werden 20 Arten, 5 Unterarten
und 14 Variationen neu beschrieben. Außerdem wurde die Kennt-
nis einer Reihe anderer Arten vervollständigt und schließlich der
Versuch unternommen, zwei schwierige Gruppen der Gattung
Polyrhachis tabellarisch darzustellen. Das Material stammt aus
Spanien, Kamerun, D.-O.-Afrika, von Java, dem Himalaya-
Gebirge, aus Neu-Guinea und Süd-Australien. Ich erhielt es durch
die liebenswürdige Gefälligkeit der Herren Regierungsrat Prof.
Dr. Fuchs; "Brot: Dr?iC. ’Emery,; K.' Jauer, H. Oyerbeei
R: Schnabel, Ch. Keysser, L. Wagner und W. Riedel,
denen ich auch an dieser Stelle meinen wärmsten Dank ausspreche.
Neue und unvollstÖndig bekannte Ameisen der alten Welt. 5
Dank bin ıichvauch' den Herren Prof. Dr..'C.
Emery und
A. Forel schuldig, die mich wiederum in jeder Hinsicht bereit-
willigst unterstützten,
vorständen der
(renua, Amsterdam, Oxford,
sowie den Direktionen und Abteilungs-
Museen. zu Dresden,
Berlin, Wien, Budapest,
von denen ich Typen, Vergleichs-
stücke und Auskünfte der verschiedensten Art erhielt.
Verzeichnis der hier beschriebenen oder besprochenen Formen.
Dorylus spininodis Em. subsp.n.
longiceps 2.
Phyracaces emeryi n. sp. °.
Cerapachys opacus Em. subsp. n.
longicornis 9.
Myrmecia vindex F. Sm.
nigriceps Mayr 8.
— pilosula F. Sm. subsp. medio-
rubra For. 9.
Rhytidoponera rotundiceps n.
var.
SD. 30.
Leptogenys (Lobopelta) Rkeysseri
n..sp-
— — breviceps n. sp. 9.
Odontomachus latissimus n. sp. 2.
Monomorium (Holcomyrmex) fo-
reli n. sp. 2.
Cremastogaster irritabilis F. Sm.
var. n. subhlis ®.
— (Oxygyne) trautweini n. sp. ?.
Pheidole sericella n. sp. 212.
— mjassae n. sp. 218.
— — var..n. sculbtior 212.
— trapezoidea n. sp. 2.
Pheidologeton obscurus n. Sp. 9.
Tetramorium caespitumL. subsp.
n. himalayanum 28.
— bicolor n. sp. 8
— (Xiphomyrmex) viehmeyeri
For. var. n. striolatus 9.
Dilobocondyla cataulacoidea Stitz
var. n. concolor 9.
Aphaenogaster conica n. Sp. 9.
Messor barbarum L. subsp. hima-
layanum For.
Iridomyrmex detectus F. Sm.
var. n. viridiaeneus 9.
— bicknelli Em. var.n.azureus®.
Prenolepis (Euprenolepis) helleri
n,5p: 98%:
Melophorus turneri For. 2.
— wheeleri For. 92.
Pseudolasius signatus Stitz —
breviceps Em.
— overbecki n. sp. 98.
Camponotus as Fab. sub-
sp. n. minusculus 32.
— aurocinctus F. Sm. ®.
— rufoglaucus Jerd. subsp. n.
flavopilosus 9.
Polyrhachis excitata Viehm. —
chang For. vaf. 9.
— dahli For. var. n. unisculpta
39 |
— crassispinosa n. Sp. 9.
— biroi For. var. n. atra 9.
— ralumensis For. (rastellata
var. major Stitz).
— wagneri n. Sp. ®.
— albertisi Em.
— leonidas For.
— levior Rog.
— levissima F. Sm.
| — — var. aruensis Viehm.
— rastellata Latr.
— — var. celebensis Viehm.
— — subsp. euryala F. Sm.
(var.torricelliana Viehm.).
— — — var. goramensis Em.
— — — var.n. javana 9.
— circumdata Viehm. = atropos
F./Sm.'var. oO,
— atropos F. Sm. var.n.tersa 9.
— violaceonigra n. Sp. ?.
— caulomma n. sp. ®.
— inclusa Viehm.
12, Heft
96 H. Viehmeyer:
— antennata Viehm. — loriai Em.
— — var. acıiculata Viehm. — limbata Em. (mentor For.).
— hostilis F. Sm. — beauforti Em.
— — var. hirsuta Em. °. — —.var. n. Punctinota 9.
— — var. arcuata Stitz. — coerulescens Em.
— aurıta Em. — — var. n. nigronitens ®.
— — subsp. schlaginhaufeni — /ulgens Viehm.
Viehm. — latinota Viehm. (hostilis F.
— — — var. longispinosa | Sm. var. latınota).
Viehm. — villosa Em. (hostilis F. Sm.
— scutulata F. Sm. var. vıllosa).
— subaenescens Viehm. — — var. n. Pubiventris 9.
— eurynota Em. — hirta n. sp. ®.
— subeyanea Em. ı — subfossa Viehm.
— — var..n. rotundinota 9.
1. Dorylus (s. str.) spininodis Em. subsp. n. longiceps.
©. Stirnleisten einander mehr genähert als bei affınıs und
helvolus, ohne Dorn, nur mit einer sehr stumpfen, abgerundeten
Ecke. Petiolus unten mit einem großen, nach hinten gekrümmten
Zahne. Mandibeln etwas vor
der Mitte mit einem sehr stump-
fen Zahne und einem anderen
kleinen vor der Spitze. Kopf
beim größten 3 viel länger und
NS A mit mehr parallelen Seiten als
bei der Stammart, sein Hinter-
rand tiefer ausgeschnitten;
beides ungefähr wie bei dolitus
to. : Em. (Vergl. die Abbildungen
Dorylus spininodis longiceps. Kopf des Emerys, Mem. Ace. Se.
kleinen (links) und großen (rechts) $. Bologna, 1901, Tab. 1.) Clypeus
in der Mitte breit bogenförmig ausgeschnitten, beiderseits des
Ausschnittes mit einer zahnförmigen Ecke, in der Mitte des Aus-
schnittes mit einem ebensolchen Zähnchen.
Bei einem Stücke von 3,5 mm Länge ist der Kopf nach
rückwärts stark verengt, aber ebenfalls länger als bei der Stammart.
Thorax oben abgeflacht und der Länge nach breit und sehr
seicht eingedrückt. Die Oberseite spiegelnd glatt mit regelmäßiger,
kräftiger und ziemlich dichter Punktierung; Thoraxseiten dicht
genetzt, wenig glänzend; auch die Beine sehr seicht genetzt.
Pubeszenz kurz und fein, ihre Dichte der Punktierung entsprechend.
L. 3,5—7 mm.
Manow, Bez. Langenburg, D.-O.-Afrika.
2. Phyracaces emeryi n. SP.
®. Durch die Bildung des Stielchens mit singularis For. dem
mayri For. von Madagaskar verwandt.
or7
Neue und unvollständig bekannte Ameisen der alten Welt. DM
Form des Kopfes ungefähr wie bei singularıs (nach d. Be-
schreibung). Die abgestutzten Seitenflächen des Kopfes unten in
ihrer ganzen Ausdehnung sehr deutlich gerandet, zwischen den
Augen und der Wurzel der Mandibeln oben durch einen Längs-
eindruck begrenzt, der auf der Innenseite eine sehr feine Leiste
hat. Auch der Hinterkopf unten (in Fortsetzung der unteren
Seitenrandung) scharf gerandet. Die Hinterhauptsecken bilden,
von oben und hinten gesehen, einen spitzen, von der Seite betrach-
tet, einen rechten Winkel, der am Scheitel abgerundet ist. Augen
groß, konvex, etwas hinter der Mitte des Kopfes. Scapus der An-
tennen etwa bis zur Mitte der Augen reichend. Zwischen den
Stirnleisten, von oben gesehen, ein winziges, nach vorn gerichtetes
Spitzchen. Clypeus in der Mitte deutlich bogig nach vorn gezogen.
Dorsalfläche des Thorax bis auf das Mesonotum ringsum ge-
randet, an der Grenze zwischen Basal- und abschüssiger Fläche
des Epinotums besonders kräftig. Die Seitenteile des Thorax
unten und das Prosternum auch vorn deutlich gerandet. Ab-
schüssige Fläche des Epinotums etwas konkav, mit der Basal-
fläche in einem sehr scharfen stumpfen Winkel zusammenstoßend.
Durch die starke Dorsalleiste entsteht bei seitlicher Be-
trachtung ein winziger spitzer Zahn.
Petiolus ungefähr wie bei mayrı, Zähne aber kräftiger, länger
und mehr nach außen gerichtet. Postpetiolus viel breiter als bei
mayri, seine Seiten mehr konvex, die Vorderecken ganz verrundet,
die Dorsalfläche seitlich bis über die Mitte scharf gerandet.
Glänzend glatt, mit sehr seichter, oft ausgelöschter, mikro-
skopischer Netzung; Vorderkopf, Petiolus und Postpetiolus
stärker retikuliert. Außerdem mit zerstreuten, haartragenden
Punkten, die auf Kopf und Thorax ganz unregelmäßig verteilt
und seicht grübchenförmig sind. Mandibeln sehr fein längsgestreift
und grob punktiert.
Abstehende Behaarung gelb, auf der Gaster besonders reichlich
und lang. Auch Beine und Fühlerschaft reichlich abstehend be-
haart. Pubeszenz nirgends erkennbar. Ganz gelbrot.
4 amı .(l'Stück;)
Killalpaninna, Süd-Australien.
3. Cerapachys (s. str.) ofacus Em. subsp. n. longicornis.
8. Etwas größer (4,5 mm) und dunkler. Kopf hinter den Augen
etwas stärker und gerader verengt, Hinterecken schärfer. Fühler
länger; der Scapus überragt den Hinterrand der Augen beträcht-
lich; keins der Geißelglieder kürzer als breit. Zwischen Meso-
und Epinotum deutlich quereingedrückt. Postpetiolus mit gerade-
ren Seiten und schärferen Vorderecken.
Die Skulptur sehr äbnlich, aber die Grubenpunkte mehr aus-
gebildet; auf dem Kopf sehr stark und dicht, fast netzmaschig,
auf dem Thorax nur seicht und weitläufig, die Gaster einfach und
12. Heft
98 H. Viehmeyer:
nicht sehr tiet punktiert, aber viel deutlicher als beim Typus. Die
Längsstreifung weniger scharf und zusammenhängend, besonders
auf der Gaster.
Wareo, D.-Neuguinea. (2 Stück.)
4. Myrmecıia (s. str.) vindex F. Sm. var. nigriceps Mayr.
d. Sehr ausgezeichnet durch den langgestielten, knotenlosen
Petiolus, der, von oben gesehen, beiderseits schwach konkav ist.
Kopf und Thorax stark runzelig, ersterer etwas schwächer und
manchmal undeutlich längsrunzelig, letzteres stärker, ganz un-
regelmäßig und etwas netzmaschig. Der ganzrandige, bogig vor-
gezogene Clypeus mit einer feinen, medianen, geraden Längs-
runzel; eine gleiche vor dem mittleren Ocellus. Das bucklige
Scutellum durch einen seichten Längseindruck schwach zwei-
höckerig; Metanotum vorspringend; Epinotum nicht sehr regel-
mäßig quergerunzelt, die abschüssige Fläche seitlich schwach ge-
randet. Petiolus sehr schwach quergerunzelt, besonders vorn,
hinten fast glatt; Postpetiolus stärker, Gaster schwächer fein und
dicht netzmaschig (bei Lupenbetrachtung nur sehr fein quer-
streifig erscheinend), glänzend. Abstehende Behaarung kürzer und
etwas kräftiger als beim 9.
Schwarz, Mandibeln rostrot, Scapus der Antennen und Tarsen
dunkelbraun.
112,5. am. ' (1 Sinek.)
Killalpaninna, Süd-Australien.
Die Zugehörigkeit ist nicht ganz ohne Zweifel, da das Tier
sich in einem Glase allein befand. Von den beiden mitgesandten
Arten (pilosula und vindex) kommt aber, um des langgestreckten
Petiolus willen, nur die letztere in Frage.
5. Myrmecia (s. str.) pilosula F. Sm. subsp. mediorubra For.
8. Unterscheidet sich nach Forel von seiner Unterart nur
durch den ganz roten, dem Thorax gleich gefärbten Postpetiolus,
der bei Forels Typus dunkler bräunlich ist.
Killalpaninna, Süd-Australien.
6. Rhytidoponera (s. str.) rotundiceps n. Sp.
8. Kopf länglich-rund, mit kleinen, mäßig konvexen Augen
etwas vor der Mitte; hier am breitesten, von da nach vorn schwach,
nach hinten stark bogig konvergierend, ohne Hinterecken. Hinter-
rand schmal, kaum von halber Kopfbreite, etwas konkav, mit ab-
gesetztem Rande, der nach unten breiter wird, ein wenig ab-
steht und eine durchscheinende, abgerundete Lamelle bildet.
Clypeus etwa wie bei sirigosa. Fühlerschaft viel länger als der
Kopf, den Hinterrand um das reichliche Drittel überragend.
Thorax mit in der Mitte winkelig nach vorn gezogener Pro-
mesonotalsutur; Mesoepinotalnaht undeutlich, Thorax hier auf
der Dorsalfläche und seitlich schwach eingedrückt. Petiolus kurz
gestielt, mit einem niedrigen, rundlichen Knoten, dessen Dorsal-
Neue und unvollständig bekannte Ameisen der alten Welt. 29
fläche in der Mitte einen seichten Längseindruck hat, an der Unter-
seite vorn mit einem kleinen, spitzen Dorne.
Mandibeln sehr fein längsgestreift und zerstreut punktiert,
mit seidenartigem Schimmer. Clypeus undeutlich längsrunzelig,
der übrige Kopf sehr gleich-
mäßig mit grubig vertieften
Netzmaschen; der Grund
der Gruben glänzend. Vor-
derer Teil des Thorax ebenso
skulpiertt, Epinotum un-
regelmäßig quergernzelt,
abschüssige Fläche viel
seichter. Petiolus runzelig;
Postpetiolus mit dichten
und feinen, nach vorn sehr
stark konvexen Bogenlinien ;
erstesGastersegment ebenso, Fig. 2.
aber noch feiner; beide sehr Rhytidoponera rotundiceps 3 .
schwach schimmernd. Füh- Kopf und Petiolus.
lerschaft und Schienen der Länge nach gestreift; Schenkel fein
quergestreift. Abstehende Behaarung wie bei sirigosa, Farbe
ebenfalls.
E28.5. 0m.
Durch die Kopfform und den niedrigen Petiolusknoten aus-
gezeichnet.
Sattelberg, D.-Neuguinea. (3 Stück.)
7. Leptogenys (Lobopelta) keysseri n. sp.
9. Kopf rechteckig, doppelt so lang als breit, vorn am brei-
testen, nach hinten schwach verengt; Seiten schwach konvex;
Hinterrand konkav, äußerst fein gerandet. Augen sehr groß, in
der Mitte, ungefähr ein Drittel der Kopfseiten einnehmend; Clypeus
in der Mitte dreieckig vorgezogen, scharf gekielt. Scapus der
Antennen den Hinterrand des Kopfes um das reichliche Drittel
seiner Länge überragend, seine proximale, kleinere Hälfte an Breite
zu-, die distale abnehmend; erstes Geißelglied am kürzesten,
zweites am längsten, reichlich dreimal so lang als das erste.
Thorax langgestreckt, mit scharfen Suturen. Epinotum hinten
doppelt so breit als an der Mesoepinoxalnaht; seine Dorsalfläche
von vorn nach hinten schwach gewölbt und dort auch etwas höher
als vorn; abschüssige Fläche sehr schräg, mit einem dreieckigen
Eindrucke.
Knoten des Petiolus etwa so lang als das Pro- und Mesonotum
zusammen, seitlich zusammengedrückt, mit vertikalen Seiten-
flächen und ebensolcher Vorder- und Hinterfläche, hinten etwa
dreimal so hoch als vorn. Dorsalfläche dreieckig, der Ouere nach
stark konvex, der Länge nach sanft gewölbt, vorn auf eine schmale,
12. Heft
30 H. Viehmeyer:
abgerundete Kante reduziert, hinten fast viermal so breit. Post-
petiolus kürzer als der Petiolus, hinten doppelt so breit als die
erößte Breite des Petiolus.
Der ganze Körper spiegelnd glatt
und stark glänzend; Clypeus sehr fein
längsrunzelig; Mandibeln zerstreut
punktiert. Abstehende Behaarung nur
am Vorderkopfe und Gasterende reich-
lich, rötlichgelb, sonst hier und da ein
einzelnes Haar, auch auf dem Fühler-
schafte. Pubeszenz kurz und dünn,
grau, an den Extremitäten etwas
i\ schief abstehend.
\ Schwarz; Mandibeln, Fühlerschaft
Fig. 3. und Beine dunkel pechbraun; Fühler-
Leptogenys (Lobopelt«a)
keysseri 8. Kopf.
L. 13mm.
Sattelberg, D. Neuguinea.
Nach Prof. Forel seiner magna nahe, aber mit hinten schmä-
lerem Kopfe.
geißel und Tarsen rötlichbraun; Spitze
der Gaster gelbbraun.
8. Leptogenys (Lobopelta) breviceps n. SP.
9. Kopf bis zur Spitze des Clypeuslappens ein wenig länger
als breit, rechteckig, mit abgerundeten Hinterecken und sehr
schwach konvexen, nach hinten kaum verengten Seiten. Augen
kleiner als bei processionalis Jerd., dem Hinterrande des Clypeus
viel näher. Seiten des dreieckig vorgezogenen Clypeuslappens
grader, fast konkav, die Spitze rötlich durchscheinend und ab-
gerundet. Fühlerschaft den Hinterrand des Kopfes wenig über-
ragend; kein Glied der Geißel breiter als lang, die vorletzten
drei oder vier so lang als breit. Außenrand der Mandibeln stärker
gebogen als bei processionalis, Bezahnung ähnlich.
Thorax kürzer und flacher als.
bei processionalis, das Epinotum
nach rückwärts stärker verbreitet;
abschüssige Fläche schräger, Winkel
zwischen ihr und der Basalfläche
größer. Schuppe des Petiolus im
Profile schmäler, höher und mit
schärferem, in der Mitte eingekerb-
Fig. 4. tem Rande.
Leptogenys (Lobopelta) brewiceps % Mandibeln dicht längsgestreift
Kopf und „Mandibel. und zerstreut punktiert. Clypeus
und die an seinen Hinterrand stoßenden Teile des Kopfes
ebenfalls dicht und fein der Länge nach gestreift, wie die Mandibeln
Neue und unvollständig bekannte Ameisen der alten Welt. SL
etwas matt. Sonst der ganze Körper glänzend glatt und zerstreut
punktiert. Behaarung und Farbe wie bei processionalis.
27.mm:
Wareo, D.-Neuguinea.
Nach Prof. Forel seiner birmana nahe verwandt, die ich nicht
kenne. Nach der Beschreibung scheint die neue Art dunkler zu
sein, außerdem ist der Clypeuslappen anders gebildet. Forel sagt
von seiner Art: „Epistome termine devant par une portion mediane
subtronquee qui forme un rebord lamelliforme d’un roux transpa-
rent“. Wahrscheinlich ist auch der Thorax von breviceps flacher.
9. Odontomachus latissimus n. SP.
3. Kopf relativ sehr breit, viel weniger nach rückwärts verengt
als bei imperator subsp. opaculus. Hinterhauptsrinne scharf;
Hinterhauptsloch fein gerandet; die Seitenwülste, die schrägen,
seitlichen Eindrücke, das Hinterhaupt und die Grube zwischen
Fühler und Auge glänzend glatt; Stirn etwas stärker gestreift wie
papuanus, aber weniger als tyrannicus, matt. Imnenrand der
Mandibeln gezähnt, die Endzähne lang und spitz.
Pronotum mit konzentrischen, hinten sehr
sichten, geschlossenen, ovalen Bogenlinien;
die Mitte derselben glänzend glatt. Meso-
und Epinotum etwas weniger kräftig querge-
streift als bei Zyrannicus. Petiolus, im Profil
betrachtet, vorn relativ hoch, mit kurzer, ver-
tikaler Vorderfläche, die mit einem gerundeten
stumpfen Winkel in die Dorsalfläche übergeht;
diese in gerader Linie sofort schräg ansteigend
(bei imperator ist der Winkel ein rechter, dann
verläuft die Dorsalfläche zunächst horizontal;
bei Zyrannicus ist die Dorsalfläche konvex,
bei Zapuanus schwach konkav); mit einigen
parallelen Runzeln. Dorn des Petiolus mäßig
lang, ungefähr wie bei fapuanus. Gaster
glänzend glatt, mit einigen gelben abstehenden
Haaren. Big, Bde
Pubeszenz äußerst kurz, nur an den Beinen Pdontomacl "TR ee
deutlich, hier aber ziemlich dicht, fast reifartig. ”"" e I
Beine ohne abstehende Haare und ohne feine Stachelchen an
der Beugeseite der Schienen, wie sie Zyrannicus hat. Pech-
schwarz, glänzend; Fühler und Beine pechbraun; Spitze der
Gaster gelbbraun.
L. 14 mm (mit den Mandibeln). Kopf 3x 2,5 mm (die Breite
an den Augen gemessen).
Sattelberg, D.-Neuguinea. (2 Stück.)
Gehört zur Gruppe imperator-papuanus und unterscheidet sich
von allen Verwandten durch den breiten, wenig nach hinten ver-
engten Kopf und die Form des Stielchens.
12. Heft
32 H. Viehmeyer:
10. Monomorium (Holcomyrmex) foreli n. sp.
minor (3,75 mm). Kopf quadratisch, mit sehr schwach
konvexen, nach rückwärts kaum verengten Seiten, abgerundeten
Hinterecken und schwach ausgerandetem Hinterrande. Clypeus
ohne Zähne; Augen in der Mitte der Kopfseiten; Stirnrinne sehr
deutlich, aber kurz. Der Fühlerschaft erreicht das letzte Siebentel
der Kopflänge; das achte Glied der Geißel wenig, aber deutlich
kürzer als das neunte. Meso-Epinotalsutur sehr tief, auch an den
Thoraxseiten stark eingedrückt. Basalfläche des Epinotums
ziemlich gerade, fast doppelt so lang als die abschüssige Fläche, in
der Mitte der Länge nach gefurcht, beiderseits schwach gerandet,
mit der abschüssigen Fläche (im Profil gesehen) einen ziemlich
scharfen stumpfen Winkel bildend (schräg von oben und innen
gesehen, erscheint der Winkel als ein sehr kurzer, breiter, ab-
gerundet winkeliger Lappen) ; abschüssige Fläche beiderseits scharf
gerandet.. Petiolus kurz gestielt, mit hohem Knoten; Knoten des
Postpetiolus viel niedriger.
Bis auf das Epinotum und die Seiten des Mesonotums glänzend
glatt, ganz zerstreut, fein punktiert. Mandibeln kräftig längs-
gestreift; Vorderkopf seitlich der Fühlergruben, vor den Augen
und auf der Innenseite der Stirnleisten kurz längsstreifig. Basal-
fläche des Epinotums, Seiten des Meso- und Epinotums dicht
punktiert; abschüssige Fläche fein quergerunzelt; alle diese Teile
matt. Meso-Epinotalsutur kräftig und weitläufig längsrunzelig.
Abstehende Behaarung sehr fein und lang, aber nicht sehr dicht,
auf der Unterseite des Kopfes einen deutlichen Bart bildend, an
dem Fühlerschaft und den Beinen schräg. Anliegende Behaarung
fehlt.
Glänzend kastanienbraun, Kopf und Abdomen dunkler;
Vorderkopf mit den Mandibeln, Tarsen und Gelenke rostrot; die
Segmente des Gaster schmal gelblich gesäumt.
L. 2-3,75 mm.
Killalpaninna. Süd-Australien.
Durch das Fehlen der Clypeuszähne dem muticus Em. nahe;
habituell auch etwas an dentiger Rog. erinnernd, aber leicht von
ihm zu unterscheiden. |
Die Untergattung Holcomyrmex war bisher in Australien noch
nicht gefunden.
11. Cremastogaster irritabilis F. Sm. var. n. subtilis.
Ich vergleiche mit Emerys Beschreibung Nova Guinea IX,
2, p. 253 und einer Cotype der Stammform.
9. Kopf eher etwas länger als breit, Seiten gerader, ein wenig
nach vorn verengt. Hinterrand mehr ausgeschweift, Hinterecken
deutlicher. Auch Stirn, Wangen und Seiten des Kopfes bis auf
einige sehr kurze, feine Längsstreifen glatt und stark glänzend
(beim Typus wenigstens die Wangen dicht gestreift und höchstens
Neue und unvollständig bekannte Ameisen der alten Welt. 39
schimmernd). Der Fühlerschaft erreicht den Hinterrand des Kopfes
nicht ganz (bei der typischen Form überragt er den Hinterrand
ein wenig), zweites bis siebentes Glied der Fühlergeißel kürzer,
nicht oder kaum länger als breit (Typ.: sehr deutlich länger als _
breit). Die Dornen des Epinotums sind etwas kürzer. Die Skulptur
des gesamten Körpers ist seichter, der Glanz, besonders auf der
Gaster, stärker.
Wareo, D.-Neuguinea.
12. Cremastogaster (Oxygyne) trautweini n. SP.
3. Kopf quadratisch, mit konvexen Seiten und abgerundeten
Hinterecken; Clypeus stark konvex; Stirnleisten rudimentär;
Augen hinter der Mitte der Kopfseiten, schwach gewölbt; Fühler
elfgliedrig, mit dreigliedriger Keule, alle Geißelglieder länger als
breit, der Schaft den Hinterrand des Kopfes nicht ganz erreichend.
‘ Thorax relativ kurz und breit, oben flach; Pronotum mit
schwachem vorderen Abfall und ganz verrundeten Seitenhöckern;
Mesonotum nur seitlich durch einen schwachen Eindruck von dem
Pronotum abgetrennt; Mesoepinotaleindruck sehr tief; Basalfläche
des Epinotums trapezförmig, nach hinten stark verbreitert, viel
breiter als lang; Dornen divergierend, spitz, kaum nach unten ge-
bogen und kürzer als die Basalfläche des Epinotums vorn.
’ Petiolus breiter als lang, vorn breiter als hinten, mit abge-
rundeten Vorderecken, stark konvexen, nach hinten verengten
Seiten und schwach eingedrückter Dorsalfläche. Postpetiolus
doppelt so breit als lang, mit tiefer medianer Längsfurche.
Vorderkörper glänzend glatt, mit mikroskopischen Spuren
einer Netzung; Abdomen dicht und fein genetzt. Mandibeln dicht
und sehr fein längsgestreift; Wangen und Clypeus fein längs-
gestreift, letzterer dichter und etwas runzelig.
Abstehende Behaarung fehlt, anliegende sehr zerstreut und
kurz.
Glänzend schwarz, Abdomen und Vorderkopf kaum weniger
glänzend; Mandibeln und Gelenke dunkel braunrot; Fühlergeißel
und Tarsen rötlich. |
L. 3 mm.
Kamerun (H. Trautwein). Von Herrn Prof. C. Emery zur
Beschreibung erhalten.
Mit C. (Oxygyne) daysii For. verwandt und von ihr durch
den stark depressen Thorax und den kürzeren und breiteren.
Petiolus gut zu unterscheiden.
13. Pheidole sericella n. Sp.
2l. Kopf ungefähr so breit als lang, hinter der Mitte am
breitesten, von dort nach vorn ziemlich gradlinig, nach rückwärts
konvexer verengt; Hinterrand mäßig tief, dreieckig ausgeschnitten;
Hinterkopf nicht quer eingedrückt; zwischen Augen und Stirn-
leisten ein seichter, schräg nach hinten verlaufender, breiter Quer-
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 12, 3 12. Heft
34 H. Viehmeyer:
eindruck (er macht fast den Eindruck, als sei er eine Verletzung
durch den Fang, ist aber beidseitig und bei allen Exemplaren
gleichmäßig ausgebildet). Clypeus ungekielt, vorn sehr seicht
ausgerandet; Stirnrinne bis zum Hinterrande des Kopfes deutlich;
Stirnleisten stark divergierend. Keine eigentlichen Fühlerfurchen;;
die den Stirnleisten nach außen folgende nächste Längsrippe ist
eliminiert, so daß für den Scapus ein doppelter Zwischenraum ent-
steht, der aber außen durch keine stärker hervortretende Rippe
begrenzt ist; Fühlerschaft etwas die Mitte des Kopfes überragend.
Augen klein, flach, fast um ihren doppelten Durchmesser vom
Vorderrande entfernt. Mandibeln mit zwei starken, etwas stumpfen
Endzähnen.
Pronotum im Profil halbkugelig, die Seitenhöcker (von oben
betrachtet) fast rechtwinklig; Mesonotum hinten mit einer sehr
feinen, queren Kante und einem ziemlich tiefen Quereindruck vor
der Mesoepinotalsutur; Basal- und abschüssige Fläche des Epi-
notums ungefähr gleich lang; Dornen kurz, spitz, vertikal, nach
außen etwas divergierend. Petiolus im Profil keilförmig, oben
scharfkantig und schwach ausgerandet; Postpetiolus so breit als
lang, sehr wenig breiter als der Petiolus, von oben gesehen qua-
dratisch mit schräg abgestutzten Vorderecken.
Vorderkopf mit kräftigen Längsrippen, die nach hinten
schwächer werden; Clypeus, Stirnfeld und äußerster Hinterrand
des Kopfes glänzend glatt. Mandibeln zerstreut punktiert. Thorax
genetzt, Promesonotum außerdem schwach quergerunzelt, Post-
petiolus, Gaster und Beine glänzend glatt. Abstehende Behaarung
überall reichlich, lang, gelb. Farbe gelbrot, Beine gelb, Post-
petiolus und Gaster schwarzbraun.
7.82 m,
8. Kopf kaum länger als breit, an. den Augen am breitesten,
nach vorn und hinten fast geradlinig verengt; Hinterrand schwach
bogig ausgeschnitten. Augen etwas vor der Mitte, schwach konvex;
Fühlerschaft den Hinterrand des Kopfes etwas überragend; Clypeus
ungekielt, ganzrandig, mit etwas bogig vorgezogenem Vorderrande.
Promesonotum mit sehr schwachen, rundlichen Seitenhöckern;
abschüssige Fläche des Epinotums etwas kürzer als die Basal-
fläche; Dornen wie beim ?2|. Petiolus oben nicht ausgerandet
und nicht so scharfkantig als beim ?2| ; Postpetiolus deutlich etwas
länger als breit.
Mandibeln zerstreut punktiert. Kopf zwischen den Stirn-
leisten äußerst fein und dicht längsgestreift, seidenschimmernd,
außerhalb derselben gröber und weitläufiger gestreift. Thorax
dicht genetzt, Postpetiolus, Gaster und Beine glänzend glatt.
Abstehende Behaarung wie beim 2|. Gelbrot; der Kopf etwas
rötlicher; die Beine hellgelb; Postpetiolus und Gaster schwarz-
braun oder schwarz.
Neue und unvollständig bekannte Ameisen der alten Welt. 33.
L. 2 mm.
Sattelberg, D.-Neuguinea.
Der 2| oberflächlich der Ph. rinae Em. ähnlich, aber ganz
verschieden von ihm.
14. Pheidole njassae n. sp.
2l. Durch den großen Kopf und die Bildung des Postpetiolus
mit longispinosa For. verwandt; aber Kopf noch größer (3 mm
lang und 2,5 mm breit), nach vorn weniger verengt, am Hinter-
rande nicht so tief ausgeschnitten. Scapus der Antennen relativ
kürzer; Clypeus gekielt, sein Vorderrand breiter ausgeschnitten,
beiderseits des Ausschnittes eine etwas zahnförmige Ecke bildend;
Augen ein wenig mehr nach vorn gerückt. Mandibeln am Ende
des Kaurandes mit zwei stumpfen Zähnen, die manchmal ganz
abgenutzt sind. Zahnförmige Fortsätze an der Unterseite des
Kopfes nur sehr schwach ausgebildet.
Pronotum breiter; das Mesonotum vorn höchstens in der Mitte
durch einen deutlichen Eindruck begrenzt, vor seinem Abfall
zum Epinotum mit einer feinen Querleiste, die beiderseits eine
zahnförmige Ecke bildet; Mesoepinotalsutur weniger tief; Epino-
tum kürzer, der Länge nach sehr schwach konkav; Dornen kaum
so lang als ihr Zwischenraum, an der Basis sich schnell verjüngend
und dann gleichstark. Petiolus und Postpetiolus wie bei longt-
spinosa.
Mandibeln glänzend glatt, mit zerstreuten, haartragenden
Punkten, die sich der Wurzel zu häufen. Vorderkopf und Stirn
längsgestreift, zwischen den Streifen im Grunde fein genetzt;
Mitte des Clypeus zeimlich glatt; Hinterkopf mit feiner Grund-
netzung und kaum erkennbar, querverlaufender, äußerst feiner
Runzelung. Der Kopf bis auf die Mandibeln und die Mitte des
Clypeus matt. Thorax und Stielchen dicht und oft unregelmäßig
quergerunzelt mit netzmaschiger Unterskulptur, matt; Gaster auf
dem vorderen Teile fein netzmaschig, hinten glatt und glänzend.
Abstehende Behaarung nicht zu erkennen, anliegende ziemlich
lang und dicht, graugelb, etwas aufgerichtet, sehr fein.
Düster rotbraun; Mandibeln, Vorderrand des Kopfes, Schenkel
und Gaster schwärzlich.
L. 6,75 mm.
9. Mit longispinosa verglichen: Kopf breiter und etwas kürzer,
mit deutlichen Hinterecken und geradem Hinterrande, nach vorn
nicht so stark verengt. Clypeus gekielt; Scapus der Antennen viel
kürzer, die Hinterecke des Kopfes etwas überragend; Stirnleisten
noch mehr parallel. Mesonotum mit einem weniger breiten Quer-
eindruck, hinter demselben mit einer Querleiste; Mesoepinotalsutur
weniger tief; Epinotum kürzer, an den Seiten schwach gerandet;
Dornen kaum halb so lang. Stielchen etwas breiter.
Mandibeln der Länge nach gestreift und zerstreut punktiert,
weniger glänzend. Bis auf die glänzende Gaster mit feiner, netz-
3* 12. Heft
36 H. Viehmeyer:
maschiger Grundskulptur (auch auf der Basis der Gaster) und ganz
matt; Thorax außerdem mit mehr oder weniger deutlichen Längs-
runzeln. Beine glänzend glatt.
Anliegende Behaarung, grau, lang und etwas aufgerichtet.
L. 3,5—4 mm.
Manow, Bez. Langenburg. D.-O.-Afrika.
15. Pheidole njassae n. sp. var. n. sculptior.
32 aus der Khutu-Steppe, Bez. Morogoro (K. Schwarze),
unterscheiden sich von dem Typus durch etwas kräftigere Skulptur,
ausgedehntere Grundnetzung, mattere Gaster, kürzere anliegende
und deutliche, gelbe, zerstreute abstehende Behaarung. An den
Extremitäten nur schräg anliegend behaart.
Im Zoolog. Mus. zu Dresden.
16. Pheidole trapezoidea n. Sp.
2l. Kopf länger als breit, vorn am breitesten, mit ziemlich
geraden, nach rückwärts deutlich verengten Seiten, tief ausge-
schnittenem Hinterrande und depressem, aber nicht quer einge-
drücktem Scheitel. Stirnleisten mäßig divergierend; Scapus der
Antennen kurz, kaum die Mitte des Kopfes erreichend; keine
besonderen Fühlerfurchen. Clypeus in der Mitte etwas vorgezogen,
ausgerandet und fein gekielt; Augen flach, vom Vorderrande des
Kopfes wenig mehr als um ihre eigene Länge entfernt; Mandibeln
mit zwei starken, etwas abgenutzten Endzähnen. Promesonotum
von vorn nach hinten sehr stark konvex, halbkugelig, der Quere
nach nur sehr wenig konvex; auf dem hinteren Abfall mit einem
medianen, scharfen Längseindrucke, der beiderseits und vorn von
einer sehr schwachen langgezogen hufeisenförmigen Wulst umgeben
ist. Mesoepinotalsutur wenig tief; Basalfläche des Epinotums
gerade, etwa so lang als die schwach konkave abschüssige Fläche,
fast quadratisch, beiderseits fein gerandet; Epinotaldornen kräftig,
etwas kürzer als die Basalfläche lang. Knoten des Petiolus oben
ausgerandet; Postpetiolus fast doppelt so breit als lang, mit ab-
gerundeten seitlichen Ecken, ziemlich oval, unten vorn mit einem
kurzen, schräg nach vorn gerichteten, abgestutzten Dörnchen.
Mandibeln glänzend glatt, zerstreut punktiert, an der Wurzel
und Außenseite fein der Länge nach gestreift. Kopf längsgestreift,
auch der Clypeus beiderseits der Mitte; Streifen auf dem Hinter-
haupte umbiegend, auf den Hinterhauptsecken quer verlaufend;
zwischen den Streifen zerstreut punktiert. Kopfseiten ziemlich
glatt und stärker glänzend als die Oberseite. Promesonotum un-
regelmäßig, vorn der Länge nach, hinten quer gerunzelt, mit
genetztem Grunde; die den Längseindruck umgebende Wulst
glänzendg'att. Epinotum, Thoraxseiten, mit Ausnahme des ge-
runzelten Prosternums, Stielchen und Basis der Gaster dicht
und fein genetzt, matt; der übrige Teil der Gaster glänzend glatt
mit zerstreuten haartragenden Punkten.
Neue und unvollständig bekannte Ameisen der alten Welt. 37
Abstehende Behaarung kurz, zerstreut, zum Teil, z. B. an den
Kopfseiten, auf der Gaster, an den Beinen, schräg niederliegend.
Braunrot, mit dunkleren Kopf und Thorax und helleren Gaster
und Beinen.
475 mm.
Killalpaninna, Süd-Australien.
Durch den Längseindruck auf dem Mesonotum mit fasmaniensis
Mayr verwandt. Diese Art ist aber kleiner, heller gefärbt. Kopf
nicht nach hinten verengt, auf dem Scheitel etwas konvex, nicht
depreß; Hinterkopf weniger tief ausgeschnitten, Hinterecken mehr
abgerundet; Kopfseiten etwas mehr konvex. Der Eindruck auf
dem Mesonotum ist kürzer und weniger tief. Knoten des Petiolus
oben ganzrandig; Postpetiolus schmäler, mit schärferen seitlichen
Ecken, unten ohne Dörnchen. Skulptur ungefähr ebenso, die
Punktierung aber weniger deutlich.
17. Pheidologeton obscurus n. SP.
3 (minima) 2 mm. Kopf in der Form dem von affınis ähnlich,
mit ausgebuchtetem Hinterrande und kleinen, undeutlich fazet-
tierten Augen; aber deutlich schmäler und kleiner. Scapus der An-
tennen so lang wie bei diversus, den Hinterrand des Kopfes etwas
überragend. Skulptur des Kopfes, einschließlich der Mandibeln
zwischen beiden Arten, etwas mehr zu diversus neigend. Epinotal-
dornen ungefähr wie bei affınıs; Farbe wie bei diversus mit etwas
hellerer Gaster.
8 (media), 5 mm. Kopf etwa wie bei affin:s, deutlich etwas
länger als breit; aber mit mehr konvexen Seiten, stärker abgerun-
deten Hinterecken und noch viel kleineren Augen. Ausschnitt
des Clypeus wie bei affinis, Stirnrinne ebenfalls. Der Fühlerschaft
reicht bis zum letzten Viertel des Kopfes. Skulptur des Vorderkopfes
auch ähnlich; Hinterkopf aber fast ohne alle Ouerrunzelung, mit
einer Häufung großer, tiefer, etwas langgezogener Punkte. Pro-
mesonotum stärker konvex als bei einer der beiden verwandten
Arten, fast ohne jede Grundskulptur, stark glänzend, und mit
(ähnlich wie bei affınis, aber schärfer) Ouerrunzeln. Epinotum
und Stielchen auch dem von affinis sehr ähnlich, ersteres nur stärker
skülpiert.,
Farbe der von diversus ähnlich, dunkel kastanienbraun mit
rötlichem Vorderkopfe, hellerem Stielchen und hinterem Ab-
schnitte der Gaster. Beine und Fühler ziemlich gleichmäßig hell
gelbbraun.
L. 2—6 mm.
Sıwalan bei Soerabaja, Java.
Durch die eigenartige Mischung der Merkmale von affınıs
und diversus charakterisiert und wenn nicht außerdem, besonders
beim mittleren 9, der Art eigentümliche Verschiedenheiten auf-
träten, wohl nur eine Zwischenform zwischen beiden. Der kleine
12. Heit
38 H. Viehmeyer:
S leicht an dem Zusammentreffen der kleinen Augen mit dem langen
Fühlerschaft kenntlich, der mittlere $ an der Form des Kopfes und
des Promesonotums an den sehr kleinen Augen und an der Skulptur
des Hinterkopfes.
18. Tetramorium caespitum L. subsp. n. himalayanum.
Mit dem Typus verglichen:
9. Kopf kleiner, Seiten und Hinterecken mehr gerundet.
Thorax schmäler, namentlich an den Schultern, das Pronotum
darum nicht so stark nach hinten verengt. Mesoepinotalsutur viel
weniger tief eingesenkt, Thoraxrücken, im Profil betrachtet, fast
ganz eben; an Stelle der Epinotumdornen ein paar ganz winzige,
nach oben gerichtete, zahnförmige Ecken. Stielchen schmäler,
der Petiolus länger gestielt, Vorder- und Dorsalfläche seines
Knotens viel schärfer winkelig zusammentreffend. Skulptur im
allgemeinen der des Typus sehr ähnlich, hin und wieder etwas
weitläufiger, und der Glanz durch das Zurücktreten der Grund-
skulptur (besonders an den Thoraxseiten) etwas größer. Beide
Stielchenknoten schwach längsrunzelig, Gaster glatt.
Q. Schmäler als der Typus und mit kleinerem, an den Hinter-
ecken mehr abgerundetem Kopfe. Mesonotumseiten viel stärker
und weniger konvex nach vorn verengt; Epinotum mit deutlichen
Dornen, die aber gewöhnlich nur halb so groß, oft auch noch kürzer
als die des Typus sind. Ein Stück zeigt nur ein paar stumpfe,
kaum vorgezogene Ecken. Stielchen viel schmäler; Petiolusknoten
kürzer, seine Vorderfläche ausgehöhlt, ihr Vorderrand scharf und
in der Mitte kräftig nach hinten eingedrückt; auch der Knoten
des Postpetiolus an seinem Vorderrande manchmal mit einem
seichten Eindruck. Skulptur der Knoten wie beim Typus.
d. Wie das @ schmäler als der Typus, mit kleinerem Kopfe,
stärker nach vorn verengtem Pronotum, weniger konvexen Seiten
desselben und schmälerem Stielchen. Außerdem: Kopf hinter den
Augen sofort verengt, Hinterecken ganz verrundet, nicht recht-
winklig, Skulptur schwächer. Epinotum mit ein paar sehr stumpfen,
nicht vorgezogenen Ecken. Stielchen sehr schwach genetzt, glän-
zend; Petiolus viel länger gestielt, sein Knoten sehr flach, kaum
höher als der vordere gestielte Teil, mit ebener oder sehr schwach
ausgehöhlter Dorsalfläche, deren Rand beiderseits der breitesten
Stelle in ein paar schräg nach oben und außen gerichtete, mehr
oder weniger abgerundete Ecken ausgezogen ist.
Die Skulptur des Mesonotums ist bei $ und 9 höchst variabel:
glänzend glatt, mehr oder weniger längs- und auch quergestreift.
Wie Emery schon beim & seiner var. debilis vermutete, ist das
Auftreten von Querstreifung auf dem Mesonotum auch bei dieser
Form kein beständiges Merkmal.
Größe und Farbe der Unterart genau wie beim Typus.
Neue und unvollständig bekannte Ameisen der alten Welt. 39
Eine höchst charakteristische Form, die an ihrer Schlankheit,
dem schmalen Stielchen und den stark reduzierten Epinotaldornen
leicht von der Stammart zu unterscheiden ist.
Kyelang (Lahoul), Kangra Distr., Brit. Ind., 2700—83400 m.
19. Tetramorium bicolor n. Sp.
8. In der Form von Thorax und Stielchen sehr an guineensis
erinnernd, aber durch die Bildung des Kopfes, durch Farbe und
Skulptur verschieden.
Kopf schmäler, Hinterecken mehr abgerundet, Seiten leicht
konvex, Stirnfeld gut begrenzt, Stirnleisten mehr parallel, Fühler-
schaft ein wenig länger, den Hinterrand des Kopfes gerade er-
reichend. Dornen des Epinotums an der Spitze nicht aufwärts
gebogen; Knoten des;Petiolus ein wenig länger, sein Abfall nach
vorn etwas schräger.
Kopf glänzend glatt, zerstreut punktiert; Stirnrinne scharf,
bis in die Höhe der Augenmitte reichend, beiderseits durch ein
Paar Längsleisten begrenzt. Clypeus zwischen den Fühlern mit
drei großen Längsrunzeln und einigen unregelmäßig verteilten
kleineren und schwächeren; Kopfseiten vor und hinter dem Auge
schwach gerunzelt. Thorax und Stielchen ebenfalls sehr schwach
und nirgends netzmaschig gerunzelt, schwächer glänzend, Kopf
und Gaster sehr stark glänzend. Mandibeln sehr fein zerstreut
punktiert, sonst glänzend glatt.
Kopf und Gaster glänzend schwarz, Thorax, Stielchen und
Mandibeln etwas dunkler, Beine und Fühler etwas heller =
Behaarung wie guineensis.
L. 3 mm.
Wareo, D.-Neuguinea. (1 Stück.)
20. Tetramorium (Xiphomyrmex) viehmeyeri For. var. n. striolatus.
8. Stimmt mit der Beschreibung des 2 vom Typus bis auf
folgende Abweichungen überein. Clypeus konvex, in der Mitte
des Vorderrandes nicht ausgerandet;; Geißelglieder 2—5 entschieden.
etwas breiter als lang, das sechste so lang als breit. Epinotal- und
Metasternaldornen kräftiger und länger als bei Zurneri For. Knoten
des Petiolus etwas größer und im Profil schärfer quadratisch,
mit geraderer Dorsal-, Vorder- und Hinterfläche; Knoten des Post-
petiolus nicht schmäler als bei Zurner:.
Skulptur des Vorderkörpers sehr regelmäßig längsrunzelig und
dichter als bei Zurneri, nur sehr selten (am äußersten Vorderrande
des Pronotums und an den Seiten der Stielchenknoten) etwas
netzmaschig, im Grunde dicht und fein genetzt; auch die vordere
Hälfte der Gaster, die Beine und der Scapus der Antennen fein
genetzt; matt. Färbung etwas heller, gelbbraun mit dunklerem
Petiolus und Postpetiolus.
L. 3 mm.
Killalpaninna, Süd-Australien.
12. Heft
40 H. Viehmeyer:
21. Dilobocondyla catalaucoidea Stitz var. n. concolor.
8. Kopf zwischen den Fühlerfurchen etwas kräftiger längs-
gerippt, mit weniger Querrunzeln und glänzenderem Grunde, die
seitlichen Rippen etwas mehr nach außen gebogen; Hinterrand des
Kopfes tiefer ausgeschnitten. Erstes Gastersegment auf der
Dorsalfläche vorn und seitlich ziemlich kräftig und regelmäßig,
nicht sehr dicht längsgestreift, in der Mitte und hinten glänzend
glatt. (Bei der mir vorliegenden Cotype der Stammart ist die Gaster
in der Mitte und hinten sehr dicht und fein regelmäßig längs-
gestreift und matt, etwas seidenschimmernd.) Die Gaster rotbraun
wie der übrige Körper, in der Mitte des ersten Segmentes und die
folgenden ganz schwach angedunkelt. (Bei der Stammart ist die
Gaster gleichmäßig dunkelbraun, fast schwarz.)
I27ca, 4,9 mm. (1. Stuck.)
Sattelberg, D.-Neuguinea.
22. Aphaenogaster conica n. Sp.
3. Durch den von den Augen ab gradlinig und sehr stark
nach rückwärts verengten Kopfe mit fraedo Em. übereinstim-
mend, aber durch Farbe, Skulptur, Behaarung und die Epinotum-
dornen von dieser verschieden.
Gestalt schlank; Kopf hinten stark depreß. Farbe schwarz;
Mandibeln, Fühlergeißel und Tarsen bräunlich. Kopf nicht ganz
so matt skulpturiert wie die typische Zestaceo-pilosa, besonders
hinter den Augen äußerst schwach schimmernd. Thorax schwach
glänzend, besonders des Mesonotum; abschüssige Fläche des Epi-
notums glatt und stark glänzend. Das Stielchen ebenfalls schwach
glänzend. Die Skulptur der Gaster ist auf den mittleren Teil der
Dorsalfläche des ersten Gastersegmentes beschränkt und besteht
aus einer äußerst feinen Querstreifung, die nach rückwärts mikro-
skopisch wird und an der Basis durch sehr kurze, nach rückwärts
divergierende Längsstreifung ersetzt wird. Seiten des ersten
Gastersegmentes in ziemlich großem Umfange und die übrigen
Segmente ganz glänzend glatt. Abstehende Behaarung viel feiner
als bei der typischen Zestaceo-pilosa. Dornen des Epinotums lang,
dünn und gebogen, schräg aufsteigend.
T. 6,5. mm... (1 ‚Stück.)
Cercedilla, Spanien.
23. Messor barbarum L. subsp. himalayanum For.
8. Die Skulptur des Kopfes setzt sich aus drei Elementen
zusammen, aus dichten Längsrunzeln, großen darin verstreuten,
flachen Grübchenpunkten und mikroskopischer Netzung, die die
Grundskulptur bildet. Bei den kleineren 3 schwinden zuerst die
Längsrunzeln, dann die Grundskulptur, während die Punkte als
einfache haartragende Punkte (nicht flache Grübchen) auch beim
kleinsten $ (3,5 mm), wenn auch in viel geringerer Zahl erhalten
bleiben. Auf dem Clypeus und den Wangen sind immer einige
Neue und unvollständig bekannte Ameisen der alten Welt. 41
Längsrunzeln.. Der Übergang von den gerunzelten größeren &
zu den glatten kleineren geht nicht der Größe parallel. Von zwei
98 zu 6,5 mm ist bei dem einen der Scheitel bis auf die Punkte
glatt, auch ohne Grundskulptur; beim andern dagegen ist die
Grundskulptur fast vollständig erhalten, und von der Runzelung
sind noch beträchtliche Reste vorhanden. Ähnlich, wenn auch
nicht so auffallend, ist es mit der Skulptur des Thorax und des
Petiolus.
Kyelang (Lahoul), Kangra Distr., Brit. Ind., 2700—3400 m.
24. Iridomyrmex detectus F. Sm. var. n. viridiaeneus.
9. In der Körperform, Skulptur und Behaarung ganz mit der
Stammform übereinstimmend, nur das Epinotum vielleicht etwas
stärker konvex. Bis auf die Mandibeln, den Vorderrand der
Kopfes, Fühler und Tarsen, die rostbraun gefärbt sind, ganz
dunkel; Kopf und Thorax stark dunkelgrün, Petiolus und Gaster
erzgrün, machmal mit violettem Schimmer, Beine violett glänzend.
L. 5,5—9 mm.
Killalpaninna, Süd-Australien.
25. Iridomyrmex bicknelli Em. var. n. azureus.
8. Seiten des Kopfes konvexer, nach vorn nicht so stark
verengt, Hinterrand gerader. Augen kleiner, mehr konvex, hinter
der Mitte des Kopfes. Scapus der Antennen überragt den Hinter-
rand des Kopfes fast um die Hälfte seiner Länge; die ersten Geißel-
glieder etwa dreimal so lang als breit. Beine relativ länger, wie der
Fühlerschaft seitlich sehr stark zusammengedrückt. Vorderkörper
braun mit starkem, prächtig blauem Glanze, Mandibeln und Vorder-
kopf rostrot; Fühlerschaft, Beine, Petiolus und Gaster ganz
dunkel, Beine fast schwarz (auch die Tarsen) ; Scapus der Antennen
und Beine blau angelaufen, das Abdomen blau und violett glänzend.
L. 3,75—4,25 mm.
Killalpaninna, Süd-Australien.
Nach Forel seiner var. splendida sehr ähnlich, nur größer und
mit etwas breiterem Kopfe.
26. Prenolepis (Euprenolepis) helleri n. sp.
Durch den Dimorphismus des 3 mit drocera Em. verwandt.
Ich gebe die Unterschiede der Beschreibung Emerys (Ann.
Mus. Civ. Genova 1900, p. 699) folgend:
ö gelbbraun; Fühler, Beine und Petiolus heller, Gaster dunkler.
Kopf genetzt, schwach glänzend, der übrige Körper fast ganz
glatt und stärker glänzend. Anliegende Behaarung nur auf der
Gaster und gegen das Ende des Fühlerschaftes und der Schienen
zu erkennen, mikroskopisch. Abstehende Behaarung schwarz-
braun. Kopf des kleinen 3 oval, viel länger als breit, die Seiten
schwach konvex, nach vorn eine Spur mehr als nach hinten verengt,
der Hinterrand gerade; Kopf des großen & viel kürzer und breiter
12, Heft
49 H. Viehmeyer:
als bei frocera, kaum so lang als breit, mit viel stärker konvexen
Seiten, nach vorn deutlich etwas stärker als nach rückwärts ver-
engt, Hinterrand ausgeschweift. Mandibeln mit sechs Zähnen,
der dritte und fünfte kleiner, im basalen Teile neben dem Außen-
rande eine Längsfurche. Clypeus ohne eine Spur von Kiel. Das
Epinotum ist, verglichen mit der Zeichnung Emerys etwas
weniger hoch gewölbt, seine abschüssige Fläche etwas gerader und
das Mesonotum des größten 9 vorn deutlich etwas höher gelagert
als das Pronotum. Das Metanotum ist etwas kürzer als die Hälfte
des Mesonotums. Der Fühlerschaft überragt den Hinterrand des
Kopfes um die Hälfte seiner Länge, zweites Geißelglied doppelt
so lang, drittes und folgende etwa dreimal so lang als breit.
L. 3,25—4 mm.
Q. Kopf so lang als breit, mit abgerundeten Hinterecken und
schwach ausgeschweiftem Hinterrande, die Seiten schwach konvex
N
Fig. 6.
Prenolepis (Euprenolepis) helleri d. Von links nach rechts:
äußere, mittlere und innere Genitalklappe.
nach vorn etwas mehr als nach hinten verengt. Augen etwas vor
der Mitte, über 1/; der Kopfseiten einnehmend. Schuppe stark
nach vorn geneigt mit sehr scharfer, in der Mitte deutlich aus-
gerandeter Kante. Mit Ausnahme des glänzenden Scutellums und'
Epinotums dicht und fein punktiert, ziemlich matt. Pubeszenz
am Körper überall, besonders am Kopf und auf der Gaster, sehr
fein, auf der Gaster ziemlich dicht, aber viel dünner als bei
der Untergattung Nylanderia; an den Gliedern reichlicher als beim
3, aber immer noch sehr kurz, sehr fein und wenig dicht und bei
gewöhnlicher Lupenbetrachtung kaum erkennbar. Scapus der An-
tennen und Tibien glänzend. Abstehende Behaarung wie beim 9.
Dunkelbraun, die hintere Thoraxhälfte etwas heller, Hinter-
rand der Gastersegmente gelbraun, Extremitäten und Petiolus
gelb. Flügel ziemlich stark getrübt mit braunem Geäder; behaart.
L. 7, Vorderflügel 8, Scapus 1,5, Hintertibie 2 mm.
Neue und unvollständig bekannte Ameisen der alten Welt. 43
d. Kopf vor den Augen mit parallelen Seiten und schwach
konvexem Vorderrande des Clypeus; hinter den Augen trapez-
förmig, mit stark abgerundeten Hinterecken. Augen sehr groß,
fast die Hälfte der Kopfseiten einnehmend, vor der Mitte. Fühler-
schaft fast um ®/, seiner Länge den Hinterrand des Kopfes über-
ragend, 13gliedrig, zweites Geißelglied wenigstens dreimal so lang
als breit.
Farbe heller braun als das Q und fahler als der 9; Kopf und
Gaster kaum etwas dunkler, Extremitäten heller. Pubeszenz und
abstehende Behaarung wie beim 9; erstere auf den Extremitäten
eine Spur reichlicher. Der ganze Körper schwach glänzend.
Analsegment ohne Cerci. Innerer Lappen der mittleren Geni-
talklappe rechtwinklig gebogen, im übrigen siehe die Figuren.
L. 3,5, Vorderflügel 3,5, Scapus 1,5, Hintertibie 1,5 mm.
Wareo und Sattelberg, D.-Neuguinea (die Typen von Wareo).
Ich widme diese interessante Art Herrn Prof. Dr. K. M. Heller,
Kustos am Kgl. Zoolog. Mus. zu Dresden, der seit langen Jahren
in liebenswürdigster Weise ein Förderer meiner Arbeiten ist.
27. Melophorus turneri For.
Q. Wie das 2 der subsp. aesopus For. mit den Unterscheidungs-
merkmalen des 2.
L. 6 mm.
Killalpaninna, Süd-Australien.
28. Melophorus wheeleri For.
Nach Forel sind die kleinen 9% von Killalpaninna etwas
schöner metallisch grün und haben am Kopfe eine etwas zartere
Skulptur; die Glieder sind etwas heller gelb.
9. Dem 2 von Zurneri ähnlich, nur etwas größer und kräftiger
und anders gefärbt. Kopf wie beim 8, 11,mal so breit als lang.
Netz- und Punktaugen relativ klein, erstere länglich (bei Zurneri
mehr rundlich. Ouerwulst des Pronotums etwas schwächer,
Mesonotum flacher, Basalfläche des Epinotums kürzer. Schuppe
oben ziemlich tief winkelig ausgeschnitten. Skulptur und Behaa-
rung wie beim %. Farbe des Vorderkörpers wie beim 9; Thorax-
segmente teilweise rötlich gerandet, Metanotum ebenfalls rot.
Die hintere größere Hälfte des ersten Gastersegmentes gelb (wie
die Beine), die des zweiten Segmentes bräunlichgelb, im übrigen
die Gaster dunkel rotbraun, heller als beim $ und ohne grünen
Metallglanz. Flügel fehlen.
E.,27:5: mm:
Killalpaninna, Süd-Australien.
29. Pseudolasius signatus Stitz —= breviceps Em.
Ich erhielt aus D.-Neuguinea eine Anzahl ® mit 9, von denen
sich das letztere durchaus mit dem signatus Stitz deckt. Herr
Prof. Emery determinierte aber einen 8 als breviceps Em.
12, Heft
44 H. Viehmepyer:
30. Pseudolasius overbecki n. Sp.
9. Die Zähne der Mandibeln recht variabel; bei der Type
beiderseits sechs, der dritte kleiner; bei einem anderen Exemplare
links ein ganz winziger fünfter und ein doppelspitziger siebenter
Zahn; bei einem dritten Stücke links ein gut ausgebildeter kleiner
fünfter, rechts ein doppelspitziger sechster. Ich halte den für
beide Mandibeln gleichen Befund von sechs Zähnen für den nor-
malen.
Kopf relativ klein, kaum breiter als lang, nach vorn mäßig
verengt. Augen in der Mitte, relativ größer als bei Pheidolinus, aber
weniger konvex, ihr Längsdurchmesser etwa !/; der Kopfseiten.
Fühlerschaft den Hinterrand des Kopfes überragend, aber ein wenig
kürzer als bei pheidolinus. Thorax schmal, wenigstens im Ver-
gleiche mit pheidolinus; Schuppe im Profil dreieckig, etwas nach
vorn geneigt, ganzrandig.
Dicht pubeszent; abstehende Behaarung auf dem Körper sehr
zerstreut, an den Extremitäten ganz fehlend. Hellgelb, der Vorder-
körper etwas schmutzig gelb. Flügel gelblich mit bräunlichgelbem
(Greäder.
L..7/mm,
d. Mandibeln mit einem abgesetzten Endzahne, sonst ganz-
randig. Kopf so lang als hinter den Augen breit; diese sehr groß,
etwa halb so groß wie die Kopfseiten, aber etwas weniger konvex
als bei mayri und von der Einlenkung der Mandibeln ungefähr
um ihren Halbmesser entfernt. Kopfseiten hinter den Augen viel
schwächer als bei mayri verengt, mit sehr gut ausgebildeten,
stumpfwinkligen, abgerundeten Hinterecken. Scapus der An-
tennen den Hinterrand des Kopfes etwa um !/, seiner Länge über-
ragend. Pubeszenz und abstehende Behaarung wie beim 9. Farbe
graugelb, mit helleren Beinen und dunklerem Kopfe.
1. 3,5’mm.
Songo Riti, am Abhange des Kawi, 3200 Fuß, Ost- Java; am
Lichte gefangen.
Anscheinend mit bedoti Em. nahe verwandt (nach der Be-
schreibung), aber kleiner und besonders durch die an den Extremi- .
täten fehlende abstehende Behaarung ausgezeichnet.
31. Camponotus maculatus Fabr. subsp. n. minusculus.
3 (major). Kopf länger als breit, hinten kaum ausgerandet
und nur wenig breiter als vorn, mit stark verrundeten Hinter-
ecken und ziemlich konvexen Seiten. Clypeus stark konvex, scharf
gekielt, mit kurzem, breiten, an den seitlichen Vorderecken etwas
abgerundeten Vorderlappen. Stirnleisten relativ kurz, nach hinten
stark divergierend und im letzten Stücke nur äußerst schwach
zusammenlaufend, fast parallel. Fühlerschaft lang, den Hinterrand
des Kopfes etwa um !/, seiner Länge überragend. Wangen reich-
lich, aber mäßig lang beborstet; auf der Unterseite des Kopfes
Neue und unvollständig bekannte Ameisen der alten Welt. 45
ebenfalls kurze Borstenhaare. Mandibeln sechsreihig, mit stark
gebogenem Außenrande.
Abschüssige Fläche des Epinotums schr kurz, etwa bis zur
Höhe der Schuppe reichend. Diese mäßig dick, nach oben wenig
verengt, mit gerader Hinterfläche und ziemlich scharfem, ab-
gerundet, spitzbogenförmigen oberem Rande, unten schmäler als
oben. Schienen seitlich schwach zusammengedrückt, ohne scharfe
Kanten oder seitliche Furchen und ohne eine Stachelreihe an der
Beugeseite.
Der ganze Körper fein und dicht genetzt, auf Thorax und Gaster
etwas seichter und quer angeordnet; außerdem mit ziemlich
seichten, zerstreuten Borstenpunkten, auf den Wangen reichlicher;
vor der Wurzel der Mandibeln undeutlich längsrunzelig. Man-
dibeln punktiert, im Grunde glänzend glatt, nur mit mikrosko-
pischen Spuren einer Unterskulptur. Kopf schimmernd, Thorax
weniger, Gaster stärker glänzend. Abstehende Behaarung gelblich,
zerstreut; Pubeszenz sehr kurz, am Körper kaum zu erkennen,
an den Extremitäten reichlich und deutlich.
Farbe etwa wie die der Stammart, aber der Thoraxrücken
immer in größerem Umfange braun; Gaster etwas heller braun,
die gelben Fleckenpaare der ersten drei Segmente stets ganz ver-
waschen oder gar fehlend.
8 (minor). Kopf ungefähr wie beim Typus, aber Stirnleisten
ein wenig stärker divergierend; der Fühlerschaft überragt den
Hinterkopf fast um die Hälfte seiner Länge; Wangen vor den Wur-
zeln der Mandibeln nicht längsrunzelig. Farbe im allgemeinen
etwas heller braun, sonst alles wie beim großen 9.
L. 6—8,5 mm.
92. Kopf schmäler als beim großen 8, mit geraderen, noch weniger
nach vorn verengten Seiten. Schuppe etwas höher, mit schwach
konkaver Hinterfläche und eingekerbtem Rande. Kopf und Meso-
notum schwach schimmernd; Pubeszenz am Körper deutlicher.
Etwas dunkler gefärbt als der große 3, die Flecken der Gaster
schärfer begrenzt.
L...10. mm.
Manow, Bez. Langenburg, D.-O.-Afrika.
Durch die geringe Größe, die fehlende Stachelreihe der Hin-
terschienen, die beborsteten Wangen, den wenig nach vorn ver-
engten Kopf und die Farbe charakterisiert.
32. Camponotus aurocinctus F. Sm.
9 (major). Mit intrepidus Kirby verwandt. Kopf kürzer
und breiter, 4,5 mm breit und 4 mm lang (ohne Kiefer), hinten
am breitesten; Seiten konvexer, nach vorn weniger verengt; Hinter-
rand weniger tief ausgeschnitten. Clypeus sehr schwach konvex,
sein Vorderrand kaum vorgezogen und in seiner ganzen Breite
fast gerade abgestutzt, ungekielt. Stirnleisten hinten parallel;
12. Heft
46 H. Viehmeyer:
Stirnrinne mit einem deutlichen Punktauge endend. Augen kleiner
und flacher; Fühlerschaft die Hinterecke des Kopfes nicht ganz
erreichend. Mandibeln sechszähnig, an der rechten Mandibel ein
siebenter angedeutet.
Pronotum breiter und
kürzer, der QOuere nach viel
konvexer, die Seiten mehr
gerundet. Mesonotum länger,
von vorn nach hinten kon-
RL A| vexer; das kurze Metanotum
undeutlich begrenzt. Vor dem
DIN N Epinotum etwa wie bei intre-
pidus eingesenkt; Epinotum
a aber weniger konvex. Ab-
Fi; schüssige und Basalfläche gehen
ig. u. ; FE
Camponotus aurocinetus. Thoraxprofil M flachem Bogen ineinander
des großen (oben) und kleinen (unt.)8. über, ohnedaß maneine Grenze
für sie angeben könnte.
Schuppe des Petiolus niedriger, oberer Rand abgestutzt,
Vorder- und Hinterfläche gerade, beide nach oben etwas zusammen-
laufend; von oben gesehen ungefähr trapezförmig, über doppelt
so breit als lang, nach vorn schwach verengt, mit abgerundeten
Hinter- und etwas winkeligen Vorderecken.
Schienen seitlich zusammengedrückt und beiderseits mit einer
flachen Längsrinne, die auf der Innenseite nur auf der Endhälfte
deutlich zu erkennen ist.
Matt, etwas seidenartig schimmernd; Wurzel und Innenrand
der Mandibeln, Hinterhauptsecken und Beine glänzend. Vorder-
körper, einschließlich des Petiolus, sehr dicht und sehr fein genetzt,
viel dichter und feiner als bei intrepidus, und zerstreut sehr seicht,
kaum erkennbar, punktiert. Gaster mikroskopisch fein und
äußerst dicht quergestreift. Mandibeln etwas weniger kräftig ge-
streift und punktiert. Pubeszenz sehr kurz und fein, weißlich,
auf der Oberseite des Körpers kaum zu bemerken (wohl abge-
rieben), an den Thoraxseiten und Hüften aber stellenweise einen
reifartigen Überzug bildend, an den Beinen zerstreut. Abstehende
Behaarung ganz zerstreut, an den Extremitäten fehlend. Schienen
an der Beugeseite mit zwei Reihen kleiner Stacheln. Clypeus am
Vorderrande mit einer Reihe langer, goldgelber, nach unten ge-
krümmter, Haare; Mandibeln, besonders an der Unterseite, reich
mit in Reihen gestellter ebensolcher Haare versehen; am Kinn
eine Reihe langer, nach vorn und oben gekrümmter.
Vorderkörper, einschließlich des Petiolus und der Vorder-
fläche der Gaster, rotbraun; Kopf, besonders vorn, Fühlerschaft
und Schienen etwas dunkler; Gaster schwarz, die einzelnen Seg-
mente sehr breit (bindenartig) goldgelb gesäumt; die Binden vorn
purpurn begrenzt.
Neue und unvollständig bekannte Ameisen der alten Welt. 47
L. 14,5 mm.
8 (minor). Zur Vervollständigung der Beschreibung Smiths.
Kopf hinter den Augen stark gerundet verengt; Hinterrand
schwach ausgerandet; Clypeus etwas mehr bogig vorgezogen als
beim großen 3, der Vorderrand in etwas geringerer Breite abge-
stutzt, gekielt. Augen konvexer und kleiner als bei intrepıdus;
Fühlerschaft den Hinterrand des Kopfes fast um die Hälfte über-
ragend; Mandibeln achtzähnig. Mesoepinotaleindruck wie in der
Zeichnung. Schuppe des Petiolus knotenförmig; Dorsalfläche
trapezförmig, so breit als lang, nach vorn verengt, mit abgerundeten
Hinterecken; Hinterfläche schräg abfallend. Sonst wie der große ®.
L: 11—12 mm.
Killalpaninna, Süd-Australien.
Herr Kustos F.- Kohl war so freundlich, einen $ minor: mit
dem Verh. z. b. Ges. Wien 1886, p. 355 erwähnten Stücke der Samm-
lung Mayrs vergleichen zu lassen. Die Cotype der Smithschen
Art unterscheidet sich von meinen Stücken nur durch die etwas
hellere Färbung (vielleicht unausgefärbt).. Die Angabe Smiths
„mandibles furnished with five or six acute teeth‘ ist ein Irrtum.
Auch der Fundort ist derselbe; die Etikette trägt den Namen
Villaalpaninno, Süd-Australien, der augenscheinlich nur eine Ver-
stümmelung von Killalpaninna ist.
“ 33. Camponotus rufoglaucus Jerd. subsp. n. flavopilosus.
3. Vorderkörper, einschließlich des Petiolus, rot; Mandibeln,
Scapus, Hüften, Schenkel und Schienen, besonders der beiden
letzten Beinpaare, angebräunt. Beim kleinsten 3 nur Kopf, Pro-
und Mesonotum rot und die Beine noch dunkler. Anliegende Be-
haarung ockergelb, auf dem Vorderkörper und an den Beinen kurz
und weniger dicht, auf der Gaster lang und dicht, stumpf, kaum
metallisch glänzend. Abstehende Behaarung gelblich.
L;u,5--11.. mm;
Manow, Bez. Langenburg, D.-O.-Airika.
Nach Emerys Bestimmungstabelle der zu rufoglaucus ge-
hörigen Formen (Ann. Soc. Ent. France 1894, p. 48) mit der
Stammform und der subsp. cinctellus verwandt. Von cinctellus
var. ustithorax For. außer durch Färbung, Größe und Pubeszenz
auch durch etwas geradere Kopfseiten verschieden.
Von der ähnlich gefärbten subsp. vestitus F. Sm. unterscheidet
sich die neue Form nach Emery durch die Richtung der Gaster-
pubeszenz, außerdem aber durch die dunkler gefärbten Mandibeln,
Fühler und Beine (F. Sm.: ferruginous) und durch die ganz stumpf
erscheinende anliegende Behaarung der Gaster (F. Sm.: changing
in different lights, in brillancy). Außerdem ist die von F. Sm.
für das Q angegebene Größe von 5 Linien = 10,58 mm für das 9
dieser Form viel zu klein. Der größte 3 von var. ustithorax mißt
9 mm, das dazugehörige 2 12 mm (die Segmente der Gaster nicht
12. Heft
48 H. Viehmeyer:
auseinandergetrieben), demzufolge müßte das 2 von flavopilosus
wenigstens 15 mm messen.
Bei keiner Form findet sich übrigens erwähnt, daß die ab-
stehende Behaarung gelb ist; auch Emery, der die Formen nach
der Behaarung gruppiert, sagt nichts davon.
34. Polyrhachis excitata Viehm. = gracilis Em. var. = schang
For. var.
Mit einem von Herrn Prof. C. Emery erhaltenen Stücke
seiner gracilis verglichen, sind die Unterschiede folgende:
Ganz schwarz mit pechbraunen Beinen und Mandibeln. Kopf
kürzer, breiter und höher, mit kleineren, konvexeren Augen; seine
Seiten hinter den Augen stärker verengt. Stirnleisten viel stärker
divergierend, höher, im .Profile abgerundete spitze Winkel bildend
(beigracilis abgerundetestumpfe). Thorax
robuster; Pronotum seitlich, wenigstens
vorn, sehr deutlich gerandet; die Kante
bildet mit dem Vorderrande einen stump-
Di, N 4 em: Winikelr (bei jpvarilis \ist: deinen.
kante kaum erkennbar und keine Spur
von Vorderecken vorhanden). Thorax-
Fig. 8. profil sehr ähnlich, nur die Ränder des
Polyrhachis schang For. Mesonotums und die Zähne des Epino-
var. excitata Viehm. %. tums etwas länger. Dornen der Schuppe
Profil des Kopfes. länger, hintere Fläche konvexer. Skulp-
tur kräftiger, etwas rauh; Meso- und Epinotum ganz matt, der
übrige Körper weniger glänzend.
35. Polyrhachis dahli For. var. n. unisculpta.
9. Bis auf die braungelben letzten Glieder der Fühlergeißel
ganz schwarz; Skulptur wie var. cincta. Von dieser aber durch die
niedrige, im Profil flach gerundeten, von oben gesehen, sanft ge-
bogenen Stirnleisten, einen deutlichen medianen Längseindruck
auf der Basalfläche des Epinotums und zerstreutere Pubeszenz
der Gaster verschieden.
(Bei der Stammform sind die Stirnleisten ganz ähnlich, bei
der var. cincla dagegen viel höher, im Profil fast gerundet winklig,
von oben gesehen, ebenfalls schwach winklig.)
Vorderkörper stark schimmernd, Gaster glänzend; nur auf
dem Kopfe mit einigen abstehenden Haaren.
L. 6—6,5 mm.
Q. Dem von thrinax ähnlich. Dornen sehr kräftig, die der
Schuppe gleichgroß. Mesonotum vorn fast ganz glatt und stark
glänzend, mit zerstreuten feinen Punkten und mikroskopischer,
undeutlicher Netzung, hinten etwas stärker, aber immer noch
schwächer als der Thorax des 9, skulpiert. Körper (ausschließlich
der Extremitäten) mit sehr zerstreuter, gelblicher abstehender Be-
Neue und unvollständig bekannte Ameisen der alten Welt. 49
haarung; Pubeszenz der Gaster etwas dichter als beim 3%. Flügel
gelblich mit bräunlichgelbem Geäder.
L. 8,5 mm.
Wareo, D.-Neuguinea.
36. Polyrhachis crassispinosa n. SP.
8. Kopf ungefähr wie bei biroi For., und etwas breiter, das
Hinterhaupt ein wenig kürzer, der Clypeus schwächer gekielt, und
die Stirnleisten von der engsten Stelle nach rückwärts fast gerad-
linig divergierend. Augen so groß wie bei biror, in ihrem hinteren,
unteren Teile durch die Schläfen verdrängt, von hinten gesehen,
ziemlich flach, von vorn dagegen fast abgerundet kegelförmig, von
der Seite sehr schwach nierenförmig.
Thorax relativ breit, der Länge nach stärker, der Breite nach.
viel schwächer gewölbt, seine Seiten bis zur Mesoepinotalsutur
parallel mit schwach aufgebogenen Rändern. Basalfläche des
Epinotumstrapezförmig, stark ab-
wärts gekrümmt, die Seiten etwas
konvex, nach rückwärts stark ver-
engt, von der abschüssigen Fläche
durch eine schwache, verrundete
Kante getrennt, die sich auch
am Thoraxprofile durch eine
schwache Ecke zu erkennen gibt, ‚Fig...
ohne Spur von Zähnchen oder » ee ep a }
Dörnchen. Abschüssige Fläche en ee
schwach konkav, länger als die Basalfläche. Pronotumzähne dünn,
mit vertikal gestellten Flächen.
Schuppe ähnlich der mayri, aber etwas höher, mit kleineren,
undeutlich doppelspitzigen seitlichen Dörnchen, ohne Andeutung
eines mittleren Zähnchens; die Enddornen in ihrer unteren Hälfte
auffallend stark, über doppelt so dick als bei mayri, dann auf der
Vorderseite schräg abgestutzt und zur einer scharfen Spitze aus-
gezogen.
Mandibeln fein gestreift und punktiert, ziemlich glänzend;
Clypeus dicht punktiert genetzt; Kopf und Thorax dicht und fein
längsgestreift; Schuppe und Gaster dicht punktiert genetzt, erstere
seichter. Pubeszenz ganz ähnlich der mayri, abstehende Behaarung
kürzer und weniger reichlich. Farbe pechschwarz mit rostgelber
äußerster Fühlerspitze.
L. 8 mm.
Sattelberg, D.-Neuguinea. (1 Stück.)
Gehört in die relucens-Gruppe und ist wohl mit mayri und
proxima durch den Thoraxbau zunächst verwandt, aber leicht von
diesen, wie von allen anderen Formen der Gruppe, durch die dicken,
in der Endhälfte abgeschrägten Dornen der Schuppe zu unter-
scheiden.
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 12. 4 12. Heft
50 H. Viehmeyer:
37. Polyrhachis biroi For. var. n. atra.
8. Ganz schwarz, auch die Beine; Schuppe wie bei der var.
bidentata Stitz mit langen Dornen, die aber stärker divergieren, im
Zwischenraume ein winziges Zähnchen, das manchmal nur sehr
schwach angedeutet ist; Pubeszenz der Gaster kürzer, Skulptur
etwas seichter, infolgedessen ist das Abdomen etwas glänzender.
Sattelberg, D.-Neuguinea.
Gruppe rastellata Latr.
Die Formen dieser Gruppe stehen einander außerordentlich
nahe und sind sehr schwierig zu unterscheiden. Besonders die
Unterarten und Varietäten der rastellata sind sehr wenig geklärt
und bedürfen einer Revision. So habe ich bei der Beschreibung
meiner var. Zorricelliana übersehen, daß Emery (1900) euryalus
F. Sm. als eine Varietät der vastellata mit stärker gewölbtem Thorax
und von kleinerer Gestalt charakterisiert. Obwohl er nichts über
die Abrundung der Vorderecken des Pronotums sagt, glaube ich
doch nicht zu irren, wenn ich meine Zorricelliana — euryala F. Sm.
setze. Der Priorität halber müßte dann euryala die Subspecies
werden und goramensis Em. ihre Varietät.
Ich versuche, die mir bekannten Formen folgendermaßen zu
unterscheiden:
1 Mit drei Punktaugen, Kopf hinten und Pronotum vorn sehr
breit, zwischen Meso- und Epinotum mit einem deutlichen
Quereindruck, Epinotum ohne Zähne oder Dornen, L. 7 mm.
ralumensis For. (rastel-
lata var. major Stitz).
— Ohne Punktaugen, Kopf und Pronotum nicht außergewöhnlich
breit
2 Epinotum mit Dornen oder Zähnen, abschüssige Fläche des
Epinotums mehr oder weniger konkav 3.
— Epinotum ohne Dornen oder Zähne, höchstens mit Rudimenten
solcher, abschüssige Fläche des Epinotums gerade oder schwach
konvex 6.
3 Pronotum vorn am breitesten 4.
— Pronotum in der Mitte am breitesten, seine Vorderecken stark '
abgerundet, Thorax hochgewölbt, Zähne des Epinotums mittel-
groß, Schuppe sehr breit, mit kleinen mittleren und sehr langen
seitlichen Zähnen, L. 6 mm wagneri n. SP.
4 Vorderecken des Pronotums mit kräftigen, stumpfen Zähnen
(wie levissima), Zähne des Epinotums klein, Schuppe ungefähr
wie rastellata, L. 6,5—7 mm albertisi Em.
— Vorderecken des Pronotums ohne Zähne (wie rastellata) 9.
5 Größer (6—6,5 mm), Clypeus flacher, Thorax länger, schwächer
gewölbt, besonders das Pronotum der Länge nach flacher
leonidas For.
— Kleiner (5,75 mm), Clypeus gewölbter, Thorax höher gewölbt,
besonders das Pronotum levior Rog.
Neue und unvollständig bekannte Ameisen der alten Welt. 51
6 Pronotum mit zahnförmigen Vorderecken, Zähne der Schuppe
fast rudimentär levissima F. Sm.
Schuppe mit gut ausgebildeten Zähnen wie bei rastellata
var. aruensis Viehm.
— Pronotum mehr oder weniger abgerundet, ohne zahnförmige
Vorderecken rastellata\Latr.
a) Pronotum vorn am breitesten ? typische Form.
Vorderecken des Pronotums mit der Andeutung eines Zahnes
var. celebensis Viehm.
b) Pronotum in der Mitte am breitesten.
Kleiner (4,5—5,5), Zähne der Schuppe länger, Thorax hoch-
gewölbt ? subsp. euryala F. Sm. (torricelliana Viehm.).
Größer (6,5 mm), Zähne der Schuppe kleiner
var. goramensis Em.
Kleiner (5,5 mm), schmäler, Thorax viel flacher gewölbt als
die beiden vorhergehenden, Beine rot, Tarsen schwarz
var. javana n. var.
(Nach Fertigstellung der Bestimmungstabelle finde ich, daß
Santschi [Le Naturaliste 1910, Nr. 571] ebenfalls eine solche ent-
worfen hat. Da in derselben die verschiedene Abrundung der
Vorderecken des Pronotums [siehe oben] nicht berücksichtigt ist,
glaube ich, die meinige trotzdem veröffentlichen zu sollen.)
38. Polyrhachis wagneri n. sp.
8. Der leonidas For. am nächsten verwandt, aber rein schwarz
(leonidas hat auf Kopf und Thorax einen schwachen grünlichen
Schimmer) und stark glänzend. Kopf hinten schmäler, Augen
etwas konvexer. Thorax stärker gewölbt.
Pronotum kürzer, Vorderecken desselben
mehr abgerundet wie bei goramensis (leo-
nidas hat das Pronotum wie rastellata), Meso-
oepinotum bis zur abschüssigen Fläche :
länger, statt der Epinotumdornen ein Paar
kleiner Zähne, abschüssige Fläche höher. Fig. 10.
Schuppe des Petiolus außerordentlich breit, Polyrhachis wagneri $.
mit hoher Vorder- und fast horizontaler Thoraxprofil.
Dorsalfläche, sehr kurzen, durch einen flachen Bogen getrennten
mittleren Zähnen und langen, stark divergierenden Seitendornen.
17. 16,.mm., (bh Stück.)
Wareo, D.-Neuguinea.
Von levior Rog. durch die Größe, die stärker abgerundeten
Vorderecken des Pronotums, die kleinen Epinotumzähne und die
breite Schuppe verschieden.
39. Polyrhachis rastellata Latr. subsp. euryala F. Sm. var. n.
javana.
Mit euryala F. Sm. (torricelliana) verglichen: Schlanker;
Kopf hinter den Augen etwas mehr verengt; Thorax schmäler und
2e) 10) Heft
52 H. Viehmeyer:
etwas länger, nicht so hoch, von vorn
nach hinten flacher gewölbt ; abschüssige
Fläche des Epinotums nicht so steil,
In, Winkel zwischen ihr und der Basalfläche
größer. Zähne der Schuppe wie bei
rastellata. Skulptur wie bei der
Unterart.
Beine bis auf die Knie und Tarsen,
Spitze des Fühlerschaftes und das
äußerste Ende der Geißelrot; im übrigen
b) glänzend schwarz.
L. 5,5 mm. (1 Stück.)
Songo Riti, 3200 Fuß, am Abhange
des Kawi, Ost- Java.
ER 40. Polyrhachıs circumdala m. =
Thoraxprofil von atropos F. Sm. var.
Polyrhachis rastellata euryala Nach Vergleich mit einem aus
Poh ine ee er hite Neuguinea erhaltenen Stücke der
= areeliang ) (unten). Stammart unterscheidet sich die Varie-
tät aus Celebes (Stett. entomol. Zeit.
1913, p. 152) durch kürzeren, hinten breiteren, nachvorn
stärker verjüngten Kopf, etwas mehr genäherte Stirnleisten,
schärfer gekielten Clypeus, längeren und dünneren Fühlerschaft
und längere Dornen. Die Zähne des Pronotums sind schlanker,
der Länge nach etwas ausgehöhlt und manchmal nach außen etwas
umgebogen. Die Seiten des Pronotums sind mehr konvex und vor
den Zähnen stärker ausgebuchtet. Der Thorax ist bei einem
Stücke blau angelaufen. Die Skulptur des Kopfes ist feiner.
41. Polyrhachis atropos F. Sm. var. n. tersa.
9. In der Körperform mit der var. circumdata ziemlich über-
einstimmend; Stirnleisten mehr divergierend; Seiten des Prono-
tums vor den Zähnen noch stärker ausgeschweift und etwas länger;
Mesonotum vor den Dornen schmäler. Epinotumdornen mit ihren
Enden stärker einwärts gebogen, parallel; Dornen der Schuppe
stärker.
Skulptur aber sehr verschieden. Vorderkopf schwächer längs-
gestreift; Scheitel und Hinterhaupt glänzend glatt, nur mit mikro-
skopischen Skulpturresten; Pronotum wie circumdata; Mesonotum
etwas runzelig genetzt; Petiolus ebenso; Epinotumdornen bis zur
Mitte runzelig längsgestreift; Gaster sehr fein und dicht genetzt,
mit rundlichen Netzmaschen (bei circumdata sind sie länglicher
und kräftiger).
Anliegende Behaarung auf Kopf und Gaster sehr fein und ganz
zerstreut, auf dem Thorax und Petiolus dichter, messinggelb; ab-
stehende ebenfalls zerstreut. Farbe schwarz.
Neue und unvollständig bekannte Ameisen der alten Welt. 53
L. 6 mm. (1 Stück.)
Sattelberg, D.-Neuguinea.
42. Polyrhachis violaceonigra n. SP.
9. Mit atropos F. Sm. nahe verwandt.
Kopf breiter, höher und kürzer, mit größeren und flacheren
Augen; Seiten konvexer; Stirnleisten schwach s-förmig, mehr pa-
rallel; Fühler länger, Fühlerglieder schlanker. Seiten des Prono-
tums viel konvexer, vor den Dornen ausgeschweift; diese länger,
ausgehöhlt, mit den Enden etwas einwärts gebogen; Dornen des
Epinotums kräftiger. Schuppe breiter und dicker, mit viel kräfti-
geren und längeren Dornen (an der Basis etwa doppelt so stark
und auch doppelt so lang); diese an der Wurzel kräftig gebogen,
ihre Enden ziemlich parallel. .
Vorderkörper, einschließlich des Petiolus, glänzendglatt, die
Seiten des Mesoepinotums unten, Gaster und Extremitäten sehr
dicht und fein genetzt, schwach glänzend. Abstehende Behaarung
nur auf der Gaster, kurz und weitläufig, gelb; anliegende auf der
Gaster ziemlich dicht, aber kurz, goldgelb; Vorderkörper ganz
kahl; auf den Extremitäten sehr feine und sehr kurze Härchen.
Farbe des Vorderkörpers schön dunkelviolett; Gaster, Beine und
Fühler schwarz; Hinterrand der Gastersegmente braun.
1%. 5,5 mm.
Wareo, D.-Neuguinea. (2 Stück.)
Gruppe hostilis F. Sm.
1897 hat Emery in Ann.Mus. Civ. Genova, p. 582 die guerini-
Gruppe zum ersten Male tabellarisch bearbeitet. Seit dieser Zeit
sind wieder eine Anzahl hierher gehöriger Formen beschrieben,
so daß es sich nötig macht, die Gruppe einer erneuten vergleichenden
Bearbeitung zu unterziehen.. In folgendem versuche ich dies für
die bis auf ınclusa (Celebes) dem papuanischen Gebiete angehörigen
Formen mit breitgerandetem Thorax, also dem zur engeren Ver-
wandtschaft von hostilis gehörenden Teile der guerini-Gruppe.
Zur Gruppierung der Arten, von denen mir bis auf hostilis
F. Sm. und mentor For. die Typen oder ein vom Autor deter-
miniertes Stück (Cotype) vorlagen, benutze ich in erster Linie außer
dem Thoraxbau die Form der Stirnleisten und der Basis des Fühler-
schaftes und die Bildung der Augen; die Skulptur und Behaarung
dienen möglichst nur zur Trennung nahe verwandter Formen.
Die Basis des Fühlerschaftes zeigt zwei sehr charakteristische
und bisher meist übersehene, von der normalen Form abweichende
- Bildungen, die entweder in einer kurzen, kräftigen Ausbiegung
nach unten (Abh. u. Ber. K. Zool. u. Anthr.-Ethn. Mus. Dresden
1912, 14, Nr. 1, Taf. 1, Fig. 16a) oder in einer starken Abplattung
und Erweiterung (ibid. Fig. 17a) bestehen. Beide Formverände-
rungen stehen im innigsten Zusammenhange mit der Ausbildung
der Stirnleisten und sind als Mittel anzusehen, die Beweglichkeit
12. Heft
54 AH. Viehmeyer:
der Fühler, die (besonders nach oben) durch die Erweiterung der
Stirnleisten beeinträchtigt wird, ohne Einschränkung zu ermög-
lichen. Ich halte diese beiden Merkmale für so bedeutungsvoll,
daß ich sie jederzeit zur Trennung der Arten verwende, zumal die
Differenzierung des Thorax oft sehr gering ist und nur schwer in
Worte gefaßt werden kann.
Leider hat Mayr seinerzeit übersehen, daß sein von Smith
erhaltenes Exemplar der hostilis (Verh. zool.-bot. Ges. Wien 1878,
p- 654), wie mir Herr Dr. Maidl freundlichst mitteilt und Herr
Prof. E. B. Poulton für die Type Smiths bestätigt, an der
Basis abgeplattete und zu einem breiten, dreieckigen Lappen an
der oberen Kante erweiterte Fühler hat. Die mir vorliegende
hostilis var. villosa Em. hat einfache Fühler, darf darum meiner
Ansicht nach nicht zu hostilis gestellt werden, sondern muß eine
neue Art, villosa Em., bilden. Die von Stitz beschriebene var.
arcuata dagegen hat eine abgeplattete und erweiterte Fühlerbasis
und kann als Varietät bei hostilis bleiben. Nun nennt Emery
in Nova Guinea V, 4, p. 532 außerdem noch eine hostilis var.
hirsuta Em. Offenbar liegt hier ein Schreibfehler und eine Ver-
wechslung mit villosa vor, der die Form habituell sehr ähnlich ist,
denn eine hostilis var. hirsuta hat Emery nie beschrieben.
Diese hirsuta hat ebenfalls abgeplattete, aber etwas anders
als hostilis und var. arcuata Stitz erweiterte Fühler, ist also nicht
mit villosa Em. identisch und gehört sicher in die allernächste Ver-
wandtschaft zu hostilis. Aus demselben Grunde trenne ich auch
meine var. latinota mit einfachen Fühlern von hostilis ab und stelle
sie als eigene Art neben villosa Em.
Nun wäre es nicht ausgeschlossen, daß sich die typische
hostilis mit arcuata Stitz oder hirsuta Em. deckt. Bei hirsuta
scheint mir dies durch die abweichende Form der Fühlererweiterung
ausgeschlossen und bei arcuata dürfte die reiche abstehende und
anliegende Behaarung dem widersprechen.
Meine schlaginhaufeni mußte ich als Subspecies zu Emerys
aurita stellen, da sie sich von ihr nur durch viel flacher ausge-
breitete Stirnleisten unterscheidet. Forels mentor ist nach einem
Stücke aus dem Berliner Zool. Museum = limbata Em.
1 Augen langgestielt, Stirnleisten schräg aufgerichtet, Vorder-
körper mit ziemlich dichter, messinggelber Pubeszenz, ab-
stehende Behaarung überall reichlich, graugelb, L. 9 mm
caulomma n. Sp.
— Augen nicht oder höchstens sehr kurz gestielt (z. B. antennata),
kleiner
2 Fühlerschaft im basalen Teile abgeflacht und erweitert BE
— Fühlerschaft anders gebildet 4
3 Vorderecken des Pronotums abgerundet, Scheibe des Pronotums
ganz glatt, abstehende Behaarung weißlich, die Gaster mit
dichter, silbergrauer Pubeszenz, L. 7 mm inclusa Viehm.
Neue und unvollständig bekannte Ameisen der alten Welt. 55
— Vorderecken des Pronotums stumpfwinklig, scharf, aber nicht
zahnförmig vorgezogen, Scheibe des Pronotums verworren, hin
und wieder etwas bogig gerunzelt, abstehende Behaarung
braun, Gaster mit sehr kurzen und sehr feinen, ganz zerstreuten
anliegenden Härchen, L. 6,5—7 mm antennata Viehm.
a) Mit sehr feiner Mesoepinotalsutur, Gaster sehr dicht und
sehr fein längsgestreift typische Form.
b) Ohne Mesoepinotalsutur, Gaster bis auf die längsgestreiften
Seiten fein genetzt var. acıculata Viehm.
— Vorderecken des Pronotums spitzwinklig, zahnförmig vorge-
zogen, abstehende Behaarung gelb oder graugelb: hostilis F. Sm.
a) Pubeszenz und abstehende Behaarung spärlich, Fühlerschaft
an der Basis stärker erweitert, an der oberen Kante mit
einem deutlichen, sehr breiten, dreieckigen Lappen
typische Form.
b) Gaster wie der übrige Körper dicht messinggelb und etwas
grau, pubeszent, abstehende Behaarung graugelb, Fühler-
schaft wie bei der typ. Form var. arcuata Stitz
c) Gaster ohne Pubeszenz, abstehende Behaarung dunkler gelb,
Fühlerschaft an der Basis weniger und nicht lappenförmig
erweitert var. hirsuta Em.
4 Stirnleisten ohrmuschelartig erweitert, Fühlerschaft an der
Basis kräftig nach unten gebogen 3.
— Stirnleisten und Fühlerschaft anders gebildet 6.
5 Größer (6,5—7,5 mm), Basalfläche des Epinotums wie die übrige
Dorsalfläche des Thorax und die Gaster glänzend glatt, ab-
stehende Behaarung dunkelbraun, die messinggelbe Pubeszenz
nur am Kopfe deutlich aurita Em.
a) Stirnleisten mehr aufgerichtet, im Profil rechteckig mit
konvexer oberer Kante typische Form.
b) Stirnleisten flacher ausgebreitet, bei direkter Profilansicht
oval subsp. schlaginhaufeni Viehm.
aa) Epinotumdornen dünner, wenig länger als das Pronotum
typische Form.
bb) Epinotumdornen viel kräftiger, etwa so lang als die
Dorsalfläche des Thorax var. longispinosa Viehm.
— Kleiner (6 mm), nur das Pronotum und die Gaster glänzend
glatt, Meso- und Epinotum (ersteres weniger dicht) punktiert,
abstehende Behaarung hellgelb, die silberweiße Pubeszenz auf
Epinotum und Schuppe relativ lang und dicht: scutulata F. Sm.
6 Dornen des Epinotums rinnenförmig ausgehöhlt 7:
— Dornen nicht rinnenförmig ausgehöhlt 8.
7 Größer (6—6,5 mm), die Längsstreifen des Kopfes vereinigen
sich auf dem Hinterhaupte bogenförmig, abstehende Behaarung
dunkelbraun, anliegende sehr kurz und ganz zerstreut, kaum
zu erkennen. subaenescens Viehm.
12. Heft
56
12
H. Viehmeyer:
Kleiner (5,25 mm), die Längsstreifen des Kopfes bis zum
Hinterrande gerade, abstehende Behaarung gelb, die anliegende
bildet auf der Gaster einen dichten, goldgelben Pelz
eurynota Em.
Vorderecken des Pronotums stumpfwinklig, mehr oder weniger
abgerundet, Thorax, einschließlich der abschüssigen Fläche des
Epinotums ganz glatt und stark glänzend subcyanea Em.
a) Kleiner (6 mm), Vorderecken des Pronotums scharf, Epino-
tumdornen kürzer, nach rückwärts etwas divergierend;
schwarz mit bläulichem Schimmer typische Form.
b) Größer (7? mm), Vorderecken des Pronotums ganz abge-
rundet, Epinotumdornen länger, parallel, Farbe reinschwarz.
var. n. rotundinota.
Vorderecken des Pronotums spitzwinklig, mehr oder weniger
vorgezogen 2.
Seiten des Pronotums ziemlich gerade, parallel oder nach hinten
mäßig konvergierend, dann aber Pronotum und Gaster glänzend
glatt und Mesoepinotum kräftig längsgestreift 12.
Seiten des Pronotums deutlich konvex, nach hinten stark kon-
vergierend 10.
Abstehende Behaarung ganz spärlich, an den Beinen fehlend,
Gaster dicht messinggelb pubeszent, Thorax, einschließlich der
abschüssigen Fläche des Epinotums glänzend glatt, kahl,
Gaster fein genetzt, L. 7—7,5 mm loriai Em.
Abstehende Behaarung überall reichlich 19.
Thorax breiter, seine Dorsalfläche längsgestreift, Gaster sehr
dicht und etwas rauh punktiert, matt, abstehende Behaarung
gelblich, anliegende goldgelb, nicht sehr dicht, auf der Gaster
dichter und etwas kupfrig, L. 6—6,5 mm
limbata Em. (mentor For.).
Thorax schmäler, Dorsalfläche desselben mehr oder weniger
kräftig punktiert, Gaster glänzend glatt oder sehr fein genetzt,
ohne Pubeszenz, L. 5,5—6 mm beauforti Em.
a) Skulptur feiner, Mesoepinotum glänzend, Gaster mikro-
skopisch fein quer gestreift, stark glänzend, abstehende Be-
haarung heller gelblichbraun typische Form.
b) Skulptur gröber, Mesoepinotum matt, Gaster dicht und fein
genetzt, schwach glänzend, abstehende Behaarung dunkler
braun var. n. Dunctinota.
Seiten des Pronotums nach rückwärts mäßig konvergierend,
Pronotum und Gaster glänzend glatt, Mesoepinotum kräftig
längsgestreift, Pubeszenz ganz spärlich coerulescens Em.
a) Bläulich angelaufen, die Längsstreifen des Kopfes biszum Hin-
terrande gerade, abstehendeBehaarung weißlich typischeFoım.
b) Rein schwarz, die Längsstreifen des Kopfes vereinigen sich
auf dem Hinterrande bogenförmig, abstehende Behaarung
gelblich var. n. nigronitens.
Neue und unvollständig bekannte Ameisen der alten Welt. 57
— Seiten des Pronotums parallel, Pronotum stets skulpturiert 13.
13 Kleiner (5,5 mm), abstehende Behaarung gelblichbraun, Gaster
ohne erkennbare Pubeszenz, glänzend glatt fulgens Viehm.
— Größer (6,5—7,5 mm), abstehende Behaarung graugelb oder
gelblichweiß 14.
14 Größer (7,5 mm*), Gaster fein genetzt, Kopf und Thorax
breiter, Dornen länger und dünner, Pubeszenz überall dicht,
glänzend silbergrau latinota Viehm. (hostilis var.).
— Kleiner (6,5—7 mm), Gaster dicht längsgestreift, Kopf und Tho-
rax schmäler, Dornen kürzer und stärker villosa Em.
a) Gaster kahl, ohne Pubeszenz, etwas gröber längsgestreitt,
die Streifen bis zur Basis gerade, Pubeszenz grau, seiden-
glänzend typische Form.
b) Gaster ziemlich dicht, aber kurz, auf dem übrigen Körper
länger messinggelb pubeszent, die (Gaster feiner längsge-
streift, die Streifen vereinigen sich auf der Basis bogen-
förmig var. n. Pubiventris.
43. Polyrhachis caulomma n. SP.
3. Kopf etwas länger als breit, mit gerundeten Seiten und stark
konvexem, halbkreisförmigen Hinterrande. Augen klein, sehr stark
konvex, mehr als halbkugelig, auf etwas dünneren Stielen sitzend,
die fast so hoch sind, als die Augen selbst. Clypeus gekielt, sein
vorderer Lappen in der Mitte abgestutzt.
Stirnleisten ungefähr wie bei eurynota, aber
höher aufgerichtet, etwas länger und nicht so
stark divergierend.
Form des Thorax siehe Abbildung.
Pronotum sehr breit gerandet, Mesonotum
kaum halb so breit, Basalfläche des Epino-
tums sehr fein. Abschüssige Fläche des
Epinotums mit der Basalfläche in einem
stumpfen Winkel zusammenstoßend. Schuppe
des Petiolus mit sehr langen, dünnen, die
Gaster umfassenden Dornen.
Kopf und Thorax etwas runzelig, dicht
längsgestreift, das Mesonotum am weitläufig-
sten und regelmäßigsten. Abschüssige Fläche
des Epinotums und Schuppe, besonders unten, f
ziemlich regelmäßig, aber nicht sehr scharf „ Fig. 12.
MR ä 3 olyrhachis cau-
quergestreift. Das ganze Tier mit Ausnahme jomma $. Thorax.
der glänzenden, aufgebogenen Thoraxränder,
der Vorderfläche der Schuppe und der Dornen matt. Abstehende Be-
haarung graugelb, lang und überall reichlich, an den Extremitäten
etwas schief; Pubeszenz auf dem Vorderkörper (inkl. Schuppe)
*) Meine frühere Angabe 6,5 mm ist ein Irrtum.
12. Heft
58 H. Viehmeyer:
messsinggelb, die Skulptur nicht ganz verdeckend, auf der Gaster
fehlend. Farbe schwarz.
L. 9.mm., (1,Stück,)
Gehört zur hostilis-Gruppe und ist an den gestielten Augen
leicht zu erkennen.
Wareo, D. Neuguinea.
44. Polyrhachis hostilis F. Sm. var. hirsuta Em.
(Nova Guinea V, 4, p. 532, ohne Beschreibung.)
3. Durch den Bau des Thorax, die Skulptur und die erweiterte
und abgeplattete Basis des Fühlerschaftes zu hostilis F. Sm. ge-
hörend. Scapus aber ohne einen eigentlichen dreieckigen Lappen
an der oberen Kante. Gaster kahl, der übrige Körper graugelb
glänzend pubeszent, etwas weniger lang und dicht als bei var.
arcuata Stitz, besonders auf Epinotum und Schuppe; abstehende
Behaarung dunkler gelb als bei dieser. Skulptur etwas gröber als
bei arcuata, besonders die konzentrischen Bogenlinien auf dem
Pronotum. Augen ein wenig mehr konvex.
L. 7 mm.
Cyclone, Neuguinea. (1 Stück.)
45. Polyrhachis subcyanea Em. var. n. rotundinota.
8. Größer als Emerys Typus und stärker glänzend, rein
schwarz, ohne den bläulichen Schimmer. Vorderecken des Pro-
notums stumpfer, fast vollkommen verrundet; Seitenrand des
Mesonotums viel breiter, Epinotumdornen, vom Mesoepinotalein-
schnitt ab gerechnet, länger als Pro- und Mesonotum zusammen,
kräftiger und durchaus parallel. Augen etwas konvexer.
12, 7 .nm.
Wareo, D.-Neuguinea. (2 sehr defekte Stücke.)
46. Polyrhachis beauforti Em. var. n. Punctinota.
8. Unterscheidet sich von dem Typus Emerys durch die
kräftigere Skulptur. Kopf dicht und ziemlich regelmäßig längs-
gestreift (bei beauforti sind die Streifen viel feiner und meist in
Reihen erhabener Punkte aufgelöst), die Streifen der Kopfseiten
setzen sich über das Hinterhaupt als quere Streifen fort. Thorax
mit größeren und zahlreicheren Tuberkelpünktchen, Pronotum
weniger glänzend, Mesoepinotum ganz matt. Die Gaster sehr fein
und dicht genetzt, mit rundlichen Maschen matter glänzend (bei
beauforti stark glänzend, glatt, mit mikroskopisch feiner Quer-
streifung). Abstehende Behaarung dunkler braun.
Wareo, D.-Neuguinea. (1 Stück.)
47. Polyrhachis coerulescens Em. var. n. nigronitens.
3. Unterscheidet sich von Emerys Typus wie folgt:
Rein schwarz und stark glänzend, ohne den blauen, etwas
matten Schimmer; Augen größer, länglicher; Streifen des Kopfes
Neue und unvollständig bekannte Ameisen der alten Welt. 59
vereinigen sich auf dem Hinterhaupte bogenförmig (bei der Stamm-
art sind sie bis zum Hinterrande gerade); Seiten des Pronotums
etwas gerader, vor den Zähnen nicht ausgeschweift; abstehende
Behaarung gelblich (beim Typus weiß); Skulptur etwas schärfer.
Sattelberg, D.-Neuguinea. (1 Stück.)
48. Polyrhachis villosa Em. var. n. Pubiventris.
8. In der Körperform dem Typus Emerys sehr ähnlich,
die Gaster aber viel feiner längsgestreift. Die Streifen vereinigen
sich auf der Gasterbasis bogenförmig (bei villosa bis vorn gerade).
Epinotumdornen stärker divergierend (bei vzllosa ziemlich parallel),
die vordere obere Kante der Schuppe breiter und gerader, die
Dornen setzen sich fast winklig an und sind sehr gerade und an
der Basis etwas stärker (bei villosa gehen die Dornen mehr bogen-
förmig in die Kante über und sind selbst auch schwach gebogen).
Pubeszenz messinggelb (villosa grau), auf dem Thorax länger, auf
der Gaster kürzer, aber ziemlich dicht (bei villosa Gaster kahl).
E763 7 um.
Sattelberg, D.-Neuguinea. (2 Stück.)
49. Polyrhachis hirta n. Sp.
8. Kopf viel länger als breit; Augen klein, ziemlich stark
konvex, weit hinter der Kopfmitte. Der Kopfteil hinter den Augen
trapezförmiger mit abgerundeten Ecken; Kopiseiten vor den
Augen ziemlich gerade nach vorn verengt. Clypeus schwach
konvex, sein Vorderrand in der Mitte kaum abgestutzt. Stirn-
leisten nach rückwärts schwach divergierend, zunächst geradlinig,
hinter der Einlenkung der Fühler etwas bogig; Scapus der An-
tennen den Hinterrand des Kopfes etwa um die Hälfte seiner
Länge überragend.
Thorax etwa wie bei sexspinosa geformt, aber oben flacher,
die Seiten undeutlich gerandet. Pronotum mit dünneren und kür-
zeren, etwa in einem Winkel von 135° von den Seitenrändern des
Pronotums abweichenden, Epinotum mit stärkeren und längeren,
wenig divergierenden, schräg nach hinten und oben gerichteten
Dornen. Abschüssige Fläche des Epinotums ziemlich gerade, halb
so lang als die Basalfläche des Mesoepinotums. Schuppe ungefähr
wie bei sexspinosa, aber Vorder- und Hinterfläche senkrecht;
Dorsalfläche horizontal, mit ersterer einen scharfen rechten Winkel,
mit letzter einen abgerundeten rechten Winkel bildend. Dornen
kurz und dünn, weniger divergierend als bei sexspinosa.
Kopf, Thorax und Petiolus gleichmäßig und sehr dicht, auf
der Dorsalfläche der Schuppe quer gerunzelt, matt, hin und wieder
etwas schimmernd; Gaster vorn stärker und rauh skulpturiert,
undeutlich quergestreift, hinten seicht genetzt; vorn matt, hinten
schwach glänzend; Beine, besonders die Schenkel seicht genetzt
und schwach glänzend; Dornen glänzend glatt. Mandibeln längs-
12. Heft
60 Dr. Nikolaus Loth:
gestreift und punktiert. Abstehende Behaarung überall sehr
dicht, kurz, braun; anliegende etwas heller, ziemlich zerstreut.
Farbe dunkelbraunrot, die Extremitäten und Mandibeln ein wenig
heller.
L. 8,5 mm.
Wareo, D.-Neuguinea.
Gehört in die armata-Gruppe.
50. Polyrhachıs subfossa Viehm.
Die von mir Stett. Ent. Z. 1913, p. 154 beschriebene neue Art
von Celebes ist durch die Körperform und die dünnen Dornen
zunächst mit bicolor F. Sm. verwandt und unterscheidet sich von
ihr, wie folgt:
Robuster; Beine bis auf die dunkelrostroten Schienen und
Gaster schwarz; Dornen der Schupe viel länger und mehr diver-
gierend, fast die Basis der Gaster umfassend; Pubeszenz der Gaster
dichter; abstehende Behaarung nur auf der Gaster, feiner, wenig-
stens doppelt so lang, als bei bicolor.
Tenthrediniden Studien.
(Aus dem zoologischen u. vergleichend-anatom. Institut, Bonn).
Von
Dr. Nikolaus Loth.
II. Teil.
Beobachtungen über die Entwicklung der
Blattwespe Poicilosoma luteola Klg.
(= abdominalıs Klg., analıs Knw.)
In der großen, sehr zerstreuten Literatur über Blattwespen
kommt meines Wissens keine Darstellung vor, die das ganze Leben
der Poicilosoma luteola Klg. vom Ei an bis zum vollkommenen
Insekte umfaßt. Klug, Hartig, sowie Andre geben nur eine
ganz kurze Beschreibung des erwachsenen Tieres. Ebenso Brischke
und Zaddach; Brischke jedoch kannte die Larve im letzten
Lebensstadium und hat einiges darüber mitgeteilt und die er-
wachsene Larve abgebildet. Von Stein hat ebenfalls Versuche
gemacht, die Wespe zu erziehen, aber, wie er berichtet, mit sehr
entmutigendem Erfolge. Auch Reaumur hat die Larve dieser
Blattwespe gekannt. Er sagt in seinen M&moires pour servir &
l’histoire des insectes, Tome V, 1740, mem. 3,p. 93: „La lysimachie
m’a fourni un asses grand nombre de fauses chenilles a 22 jambes,
qui dans certains positions paroissent d’un gris-bleuätre, et qui
apris savoir um& sont d’un-verd-jaunätre.‘“ Aus diesem Berichte
geht jedoch nicht hervor, ob er die Wespe erzogen hat. Höchst
Tenthrediniden-Studien. 61
wahrscheinlich ist ihm, wie ich mit von Stein annehme, die Zucht
mißglückt. Biologische Angaben über die Fortpflanzung der Wespe
und das erste Lebensstadium der Larve fehlen ganz. Die vorlie-
genden Berichte über die erwachsene Larve sind sehr ungenau und
es sind auch Irrtümer dabei unterlaufen. Durch sich über zwei
Jahre erstreckenden Beobachtungen an im Freien lebenden Larven
und Wespen und durch ununterbrochene Zucht derselben im Hause
gelangte ich dazu, jetzt ein vollständiges Bild von allen Entwick-
lungen und Lebensstadien des Tieres, von der Eiablage bis zur
vollständig entwickelten Blattwespe geben zu können.
Eiablage.
In der freien Natur gelang es mir nicht, das Weibchen beim
Eierlegen zu beobachten; desto besser aber konnte ich die Beob-
achtung bei Weibchen, die ich durch Zimmerzucht erhalten hatte,
ausführen. Die Weibchen beginnen gleich am ersten oder zweiten
Tage, nachdem sie der Erde entstiegen sind, Eier zu legen. Sie
tun dies unbefruchtet, pflanzen sich also parthenogenetisch
fort. Ich konnte dies sehr oft feststellen. Zu diesem Zwecke
sonderte ich jede frisch erschienene Blattwespe sofort für sich ab;
außerdem habe ich bis heute durch Zucht keine männliche Wespe
der Art erhalten. Bei Zimmerzucht hatte ich schon Mitte März
mehrere weibliche Wespen erhalten. Diese gingen meist nach acht
bis zehn Tagen ein, ohne Eier gelegt zu haben. Ich konnte nämlich
bis zum 4. April keine Lysimachia-Blätter (Lysimachia-vulgaris
ist die Futterpflanze der Larven) auftreiben und den vor dem
4. April erschienenen weiblichen Wespen zur Verfügung stellen.
Laub von verschiedenen anderen verwandten Pflanzen, das ich
den Wespen gegeben hatte, betasteten die Wespen an allen Ecken
und Enden und verschmähten es dann. Am 4. April konnte ich
einer weiblichen Wespe einen kleinen Lysimachia vulgaris-Sproß,
der eben erst zu treiben begann, zur Verfügung stellen. Der Sproß
hatte erst kleine Niederblätter entwickelt und noch keine Laub-
blätter. Sobald ich das Weibchen mit dem Lysimachia-Sproß
unter eine Glasglocke zusammengebracht hatte, kletterte es daran
in die Höhe, betastete ihn mit den Fühlern, biß mehreremal in die
Blättchen, lief ungefähr zwanzigmal an dem Stengel auf und ab,
machte dann kreisende Bewegungen um den Sproß herum, kon-
zentrierte schließlich die Bewegungen um ein größeres Blatt herum,
betastete dies ununterbrochen mit den Fühlern und setzte sich
dann ganz still an die Blattunterseite. Nach etwa fünf Minuten
Ruhe begann die Wespe, sich die Flügel und den Hinterleib mit
den beiden Hinterbeinen zu streicheln. Nach kurzer Zeit krümmte
sie den Hinterleib nach unten so, daß die Hinterleibsspitze mit der
Säge nach vorn zu stehen kam. Alsbald fing sie an, die Säge vor-
zuschieben und stellte dabei die schwarze Sägescheide nach hinten
in die Höhe. In dieser Stellung verblieb das Tierchen etwa zehn
12. Heft
62 Dr. Nikolaus Loth:
Minuten ganz bewegungslos sitzen und ruhte sich aus. Darauf
begann es, die Säge in das Blatt hineinzutreiben. Dabei war es so
sehr in die Arbeit vertieft, daß ich die Lupe ganz dicht an es heran-
bringen konnte, um es bei der Arbeit zu beobachten, ohne daß
es sich im geringsten stören ließ. Die Wespe führte die Säge außer-
ordentlich langsam in das Blatt ein und zwar in Bogenform von
der Mittelrippe des Blattes aus nach dem Blattrande hin. Ofters
beobachtete ich später aber auch, daß die Wespe das Blatt vom
Rande her anbohrt und entweder von der Blattoberseite oder
-unterseite her, wie sie gerade bequem sitzen kann. Ungefähr
134 Stunden brauchte die Wespe zu der Arbeit, um die etwa zwei
mm lange Säge mit der Legeröhre bis zur Basis in das Blatt ein-
zuführen. Dabei bewegte sie die Säge in der Weise, daß einmal die
rechte, dann die linke Seite derselben vorwärts oder rückwärts ging.
Die eigentliche Legeröhre blieb anscheinend in Ruhe. Die Wespe
hielt, während sie sägte, den Hinterleib und den Vorderkörper
ganz ruhig, nur die Sägescheide bewegte sie einigemale. Die Säge
führte sie bis dicht an die Basis unter die Blattepidermis hinein.
Nachdem sie die Säge ganz in das Blatt hineingetrieben hatte,
ruhte sie wieder einige Minuten aus, dann zog sie ganz langsam in
rhythmischer Bewegung die Säge zurück und legte während der
Zurücklegung mehrere Eier in die gemachte Blatttasche. Nach
zwei Tagen konnte ich feststellen, daß es sieben Eier waren. An
der verwundeten Blattstelle, in der die Eier lagen, entstand nach
einem Tage eine längliche Blase, der Stich, also die Taschenöffnung
wurde nicht verschlossen. Der Pflanzensaft trat später tropfen-
weise daraus hervor. Diese erste von mir beobachtete Eiablage
fand nachmittags von %5—6 Uhr statt bei Sonnenschein. Am
Abend desselben Tages machte die Wespe bei Lampenbeleuchtung
noch zwei Blatttaschen in genau derselben Weise, wie beschrieben.
Die Eierchen konnte ich mit der Lupe nur schwach durch die
Blattepidermis hindurchsehen. Um nun auch ein Eichen zu Gesicht
zu bekommen, paßte ich den Moment der Eiablage ab und störte
gerade in dem Augenblicke die Wespe als sie die Spitze der Legeröhre
aus der Blatttasche herausziehen wollte, indem ich mit einer langen
Nadel die Legeröhre aus der Blattöffnung herauszubewegen suchte.
Die Wespe zog alsbald beunruhigt den Hinterleib in die Höhe und
die Säge aus der Tasche heraus, klebte dabei aber zwei Eierchen
an die Offnung der Blatttasche. So gelang es mir, die Eierchen
gleich nach der Ablage im ersten Stadium zu betrachten. In der
Blatttasche liegen die Eierchen zu zweien oder dreien nebeneinander,
indem sie sich mit der Längsseite berühren. Wenn mehrere Eierchen
— ich beobachtete Taschen, in denen 6—7 Eierchen lagen — in
einer Tasche abgesetzt worden sind, so platzt die Tasche gewöhnlich
am zweiten Tage nach der Eiablage und die Eierchen werden
sichtbar. Meistens legt die Wespe jedoch nur zwei bis vier Eierchen
in eine Blatttasche; dann platzt diese später nicht auf. Die Wespe
Tenthrediniden-Studien. 63
legt eine große Anzahl Eier; von einem Weibchen zählte ich 76 Eier.
Die Wespe hatte fünf Tage zum Eierlegen gebraucht. Jedoch geht
stets ein großer Teil der produzierten Eier zu Grunde. Von den
vorerwähnten 76 Eiern kamen kaum die Hälfte zur vollen Ent-
wicklung. Aus den zuerst gelegten Eiern entwickelten sich zuerst
die Larven, sodaß diese schon fünf Tage alt waren, als die Larven
aus den zuletzt gelegten Eiern auskrochen. Die ältesten Larven
zerstörten nun durch ihre große Gefräßigkeit die Blatttaschen und
hierdurch fielen die jungen Lärvchen und die noch übrigen Eier zu
Boden und gingen zu Grunde. In der freien Natur, wo die Wespe
mehr Raum zur Eiablage zur Verfügung hat, scheint dies nicht
zuzutreffen ; denn die Wespe legt dort in jedes Blatt durchschnittlich
nur vier bis acht Eier in vier bis fünf Blatttaschen, die sie über das
Blatt verteilt, und für die älteren Larven ist auf dem großen Blatte
Platz genug zum Fraße, ohne daß sie den jüngeren das Futter
wegnagen. In der freien Natur fand ich nie mehr als acht Larven
auf einem Blatte, wohingegen ich bei Zimmerzucht bei der zweiten
Sommergeneration einmal auf einem Blatte 46 Lärvchen zählte.
Die älteren Raupen kriechen auch schon nach einigen Tagen auf
andere Blätter und verteilen sich über die ganze Pflanze.
Das Ei und seine Entwicklung;
das Auskriechen der Larven aus demselben.
Das Ei kann man mit bloßem Auge gut wahrnehmen. Es ist
elliptisch, 0,5 mm lang, 0,1 mm dick, an beiden Enden gleich
abgerundet und überall gleich dick. Die Eihaut ist strukturlos,
zu Anfang weich und klebrig, nachher wird sie härter und elastisch.
. Der Dotter ist anfangs im Ei verteilt. Das Ei ist dann trüb und
undurchsichtig. Es ist gelblichweiß gefärbt. Nachdem während
des ersten und zweiten Tages nach der Eiablage die Dotterkörnchen
im Ei sich zu einem elliptischen Körper zusammengezogen haben
und der Keimstreifen sich entwickelt hat, kann man am dritten
Tage nach der Eiablage schon mit schwacher Lupenvergrößerung
die Umrißformen des sich entwickelnden Lärvchens im Ei sehen.
Vom vierten Tage ab erkennt man den von vorn nach hinten um-
gelegten Hinterleib der Larve und die Anfänge der Brust- und
Bauchbeine. Auch die beiden braunen Augenflecken sind jetzt
deutlich sichtbar. Die Entwicklung schreitet schnell voran. Am
sechsten Tage sind die Mundwerkzeuge erkennbar. Am achten
Tage berühren sich die Hinterleibsspitze und die Mundwerkzeuge,
alle Nahrungssubstanz im Ei ist verzehrt. Der Embryo hat sich
zum vollkommenen Lärvchen entwickelt. Dieses sprengt am
neunten Tage die Eihaut, schlüpft mit dem Hinterleib zuerst aus
ihr heraus und streift dieselbe nach vorn über den Kopf ab. Es
hält sich dabei mit den Afterbeinen an dem Laubblatte fest. Sobald
die Eihaut abgestreift ist, beginnen die Lärvchen das Blatt zu
benagen. Ob die Lärvchen die Eihaut durch Körperausdehnung
12. Heft
64 Dr. Nikolaus Loth:
oder durch die Mundwerkzeuge zum Zerreißen bringen, kann ich
nicht bestimmt sagen. Ich beobachtete in die zwanzig Lärvchen
beim Auskriechen, konnte aber, weil die Eier noch meist in der
Blatttasche lagen, die zwar geplatzt war, nur wahrnehmen, daß
die Lärvchen Bewegungen mit dem ganzen Körper machten und
die Eihaut plötzlich an der Unterseite von der Mitte bis zum
Hinterende platzte, worauf die Lärvchen eiligst ausschlüpfen.
Die abgestreiften Eihäutchen, die noch fast zwei Tage ihre glänzende
Farbe behalten, bleiben in und an der Blatttasche hängen und zwar
meistens an der unteren Blattseite, bis sie später durch den Fraß
der Larven losgelöst werden und zur Erde fallen.
Die Larve
ist, nachdem sie die Eihaut verlassen hat, 3 mm lang und etwa ", mm
dick. Der Kopf ist jedoch fast um die Hälfte dicker als der Leib.
Er zeigt den später auftretenden charakteristischen schwarzen
Scheitelflecken noch nicht; der Leib ist fast durchsichtig, weißlich
und nimmt von vorn nach hinten stetig ab; an dem Hinterende
ist er etwas dunkler gefärbt. Das Halssegment ist blaßgrünlich.
Auf der Bauchseite ist die junge Larve ganz weiß. Die Larve hat
33 Beine; diese sind weißlich, die drei Paar Vorderbeine tragen
schwärzlich gefärbte Krallen. Der Kopf ist hellbräunlich ; die Mund-
teile sind braun; die Augen braunschwarz, zwischen den Augen ist
ein dunkler OQuerstreifen. Nach ungefähr 20 Minuten scheint
der Darm der Larven durch das frisch aufgenommene Blattgrün
grünlich durch. Nach etwa zwei Stunden erfolgt schon Kot-
absonderung. Die Lärvchen wachsen infolge ihres reichlichen
Fraßes sehr schnell. Nach zehn bis zwölf Tagen hat die Larve die
Hälfte ihrer Größe überschritten und ändert von jetzt ab an ihrer
äußeren Erscheinung außer der Größe fast nichts mehr. Mit
neunzehn bis zwanzig Tagen ist sie ausgewachsen. Ihre Länge
beträgt dann zwanzig bis einundzwanzig mm. Brischke gibt
zwanzig mm als Länge an. Von Stein hat das Längenmaß falsch
angegeben. Nach ihm ist die erwachsene Larve ‚ausgestreckt zwölf
bis fünfzehn mm lang“. Ich habe sehr viele Larven, während sie
ruhig ausgestreckt saßen, im Alter von zwanzig bis zweiundzwanzig
Tagen gemessen und stets über zwanzig mm, öfter einundzwanzig
mm als Länge gefunden.
Die im Wachstum weiter fortgeschrittenen Larven
sind querrunzelig, in der Grundfarbe weißlich grün und mit einer
ganz dünnen weißen Reifschicht bedeckt. Diese Reifschicht tritt
von dem zweiten Tage nach dem Auskriechen aus der Eihaut an auf.
Sie ersetzt sich nach Brischke, wenn sie abgewischt wird, in
Gefangenschaft äußerst schwer oder garnicht. Bei den von mir
erzogenen Larven wurde die Bereifung, wenn ich sie abgewischt
hatte, von den Larven nie wieder ersetzt, bis nach einer weiteren
Häutung. Nach der Häutung sind die Larven ganz hellgrün gefärbt
Tenthrediniden-Studien. 65
und ohne Bereifung. Diese entsteht durch Ausschwitzung und ist
wachsartig. Sie tritt am zweiten Tage nach jeder Häutung mit
Ausnahme nach der letzten Häutung auf. Über den Rücken der
Larve ziehen drei blaugrüne Längsstreifen, die allmählich inein-
ander verfließen. Die beiden Seitenstreifen aber sind nach den
Füßen zu schärfer begrenzt. Daß das Rückengefäß der erwach-
senen Larve mitunter rötlich durchscheinen soll, wie Brischke
dies angibt, konnte ich an keiner Larve wahrnehmen. Die Krallen
und Basis der Brustfüße der erwachsenen Larve sind hellbräunlich,
ebenso der glänzende Kopf. Über der Mitte des Kopfes von den
Augen bis in den Nacken zieht ein ziemlich breiter schwarzer
Streifen. Die Augenfelder sind schwarz, der Mund ist bräunlich.
„Nach der letzten Häutung ist — nach Brischke — die Larve
mehr zusammengezogen, querrunzelig, glänzend, hellgrasgrün,
der schwarze Kopffleck ist fast verschwunden.‘“ Diese Angaben
Brischkes stimmen mit meinen Beobachtungen ziemlich genau
überein. Doch war der schwarze Scheitelfleck der von mir in großer
Anzahl erzogenen Larven nach der letzten Häutung bei den
meisten Larven nicht undeutlicher als vorher, auch war die grüne
Färbung mehr dunkelgrün. Unter dem Binokular erscheint die
Larve auf der Bauchseite ganz durchsichtig, so daß man das Strick-
leiter-Nervensystem genau in seinem ganzen Verlauf sehen kann,
sogar die Beinnerven durch die Mitte der Beine hindurch bis in
die Krallenspitzen. Die Vorderbeine bestehen aus fünf Gliedern
und erinnern in der äußeren Erscheinung an einen ausgezogenen
Tubus eines Fernrohrs. Das vorletzte Glied hat an der Unterseite
einen Haftballen, womit die Larve sich zum Teil festhält. Das
letzte Glied endigt in eine scharfe, braunschwarze Kralle. Die
übrigen Beine sind grünlichgelb gefärbt und bestehen aus drei
Gliedern, die fast ganz in den Leib eingezogen werden können.
Sie haben das Aussehen von Warzengebilden. Die beiden letzten
Beine sind eingliedrige Stummel und nach hinten abgerundet.
Die Larve kann sich mit ihnen allein sehr gut an dünnen Zweigen,
Blättern etc. festhalten. Die Larve ruht, meist in Spiralform den
Kopf nach außen zusammengerollt, an der Blattunterseite. Sie
hält sich dabei meist nur mit den beiden letzten Hinterbeinen fest,
scheidet aber zum Zwecke des Festhaftens am After eine helle
Flüssigkeit aus, die an der Luft alsbald erhärtet, wodurch die
Larve desto fester am Blatte festhaftet. Diesen Klebstoff kann
die Larve auch an den Vorderbeinen ausscheiden. Infolgedessen
kann sie sich sehr gut an glatten Glaswänden und polierten Flächen
fortbewegen. Die Ausscheidung der klebrigen Flüssigkeit konnte
ich bei der Untersuchung einer Larve, die ich zu diesem Zwecke
der Länge nach auf einer dünnen glatten Stricknadel kriechen ließ,
gut bemerken. Beim Fortkriechen schied die Larve Flüssigkeit
an den vorletzten Gliedern der sechs Vorderbeine aus, wodurch
nasse Flecken auf der Stricknadel entstanden. Die Ausscheidungen
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 12. ö 12. Heft
66 Dr. Nikolaus Loth:
gingen nur bei den ersten Bewegungen vor sich und hörten dann
ganz auf. — Wenn Brischke und Andre sagen, die Larve sitze
in Ruhe zusammengerollt an der Blattunterseite, so trifft dies nur
zu für die Lebenszeit der Larve, vom Auskriechen aus dem Ei an
bis nach der vierten Häutung. Von da ab sitzt die Larve meist
lang ausgestreckt. Auch kommt es derselben garnicht genau darauf
an, ob sie an der Blattunterseite oder Blattoberseite ruht. Wenn
die Sonne die Pflanze, auf der die Larve sitzt, stark bescheint, so
setzt die Larve sich stets an die Blattseite, die ihr Schatten bietet;
in der freien Natur ist dies der natürlichen Lage nach die Blatt-
unterseite. — Die Fühler der Larve sind kurz, siebengliedrig und
gleichen einem spitzen Kegel, der nach der Spitze hin äußerst
schnell abnimmt. Die einzelnen Glieder haben das Aussehen einer
an beiden Polen abgeplatteten Kugel. Das dem Kopf ansitzende
Glied hat den größten Umfang und ist mehr als doppelt so groß,
als das zweite Glied. Es ist wasserhell gefärbt und durchsichtig
und sitzt in einer ringförmigen Vertiefung der Stirn. Die andern
Glieder sind ebenfalls hellgefärbt, haben aber in der Mitte einen
breiten braunen Ring; das letzte Glied verläuft in eine Spitze und
ist ganz dunkelbraun gefärbt. — Die Oberlippe ist wie der Kopf
blaßgelb und besteht aus zwei Gliedern, deren vorderes durch die
Mitte längsgefurcht ist und am Vorderrande einzelne gelbe Härchen
trägt. Die Mandibeln sind an ihrer Basis gelbbraun, von der Mitte
ab nach vorn geht die Farbe in braunschwarz über; die Spitzen
der drei Mandibelzähne sind schwarz. Die Maxillen sowie die
ganze Unterlippe sind ganz durchsichtig weißlich, nur die Palpen
haben am dritten bis sechsten Gliede braune Ringe. Die schwarz
erscheinenden Punktaugen sitzen in einem in der Stirn vertieften,
breiten schwarzen Ringe. An den Seiten über der Basis der Beine
kann man an der Larve zehn längliche, schwarze Stigmen wahr-
nehmen.
Die Häutung.
Die Larven häuten sich fünfmal während der Fraßzeit. Vor
der Häutung sucht die Larve eine Stelle an einem Blatte auf, die
noch nicht benagt ist. Dort sitzt sie einige Minuten ganz still,
um zu verdauen und sondert dann Kot ab. Hierauf begibt sie
sich wieder an einen andern geeigneten Ort, wo sie sich bequem
häuten kann. Die meisten von mir beobachteten Häutungen fanden
am Blattrande statt. Um bei der Beobachtung der Häutung der
einzelnen Larven keine Verwechslung zu begehen, isolierte ich
gleich zu Anfang zur selben Stunde ausgekrochene Larven für sich
und beobachtete diese. Die Isolierung ist unbedingt notwendig,
weil man sonst, wenn man die einzelnen Häutungen der gesamten
Nachkommenschaft eines Weibchens beobachten will, in der Zahl
leicht irre wird, weil besonders die erste Häutung der jungen
Lärvchen wegen ihrer Kleinheit und wegen der großen Anzahl
derselben an einem Blatte schwer zu beobachten ist; andererseits
Tenthrediniden-Studien. 67
auch, weil die Häutungen der einzelnen Larven mehrere Tage
auseinander liegen, da ja die Eiablage, die sich im Durchschnitt
auf drei bis fünf Tage erstreckt, bedingt, daß die Larven derselben
Generation oft mehrere Tage nacheinander auskriechen, und so
die zweite Häutung einer Larve mit der ersten Häutung einer
andern Larve derselben Generation zusammenfallen kann. Obgleich
die jungen Tierchen sehr weich und zart sind, sind mir durch die
Isolierung und die dazu nötige Übertragung auf einen anderen
Pflanzenzweig nur zwei Larven eingegangen. Von den Larven,
die am 13. April ausgekrochen waren, sonderte ich am folgenden
Tage mehrere ab. Diese häuteten sich am 16. April zum erstenmale,
am 19. April zum zweitenmale, am 22. April zum dritten, am
25. April das vierte und am 2. Mai das fünfte Mal. Es lagen also
je drei Tage zwischen den einzelnen Häutungen, mit Ausnahme des
Zeitraumes von sieben Tagen zwischen der vierten und fünften
Häutung. Der Vorgang der Häutung möge durch folgendes erklärt
werden. Am 19. April bemerkte ich, daß die abgesonderten Larven
morgens früh, nachdem sie sich satt gefressen hatten, die schon
beschriebene Wanderung und darauffolgende Ruhe vornahmen,
bald aber unruhig wurden und zum Teil an Blattränder, zum Teil
an Blattstiele krochen. Ich faßte eine Larve ins Auge und bemerkte,
daß sie sich mit dem letzten Hinterleibssegmente an einem Blatt-
stiele befestigte. Dann bewegte sie den Vorderleib, etwa zwei
Drittel der Gesamtlänge, hin und her. Bald gingen die Bewegungen
durch den ganzen Körper, bald bewegte die Larve nur den Kopf
nach beiden Seiten abwechselnd oder nach vorn oder hinten. Bald
waren die Bewegungen langsam drehend oder ruck- und stoßweise;
die Larve schien sich in Krämpfen zu winden. Ähnliche Bewegungen
habe ich öfters bemerkt bei Raupen und Larven, die ich zur Beob-
achtung zwischen den Fingern oder mit einer Pinzette festhielt.
Die Gelenkfalten wurden durch die Bewegungen stark gespannt.
Die Beine wurden angezogen, dann wieder ausgestreckt. Jedoch
hielt die Larve sich dabei nie mit den Vorder- oder Mittelbeinen
fest, sondern führte alle Bewegungen frei in der Luft pendelnd aus.
Diese Bewegungen machte die Larve über eine Stunde lang. Endlich
bog sie den Kopf nach unten und krümmte die vier auf den Kopf
folgenden Segmente buckelnd nach oben so, daß sie das Aussehen
eines Fragezeichens hatte. Plötzlich stemmte die Larve die Vorder-
beine fest an das Laubblatt und über dem Scheitel bekam die
Haut genau durch die Mitte des schwarzen Scheitelfleckens einen
Riß, der sich nach dem Munde hin und am Halssegmente nach
links und rechts ausdehnte. Sobald der Riß entstanden war, zog
sich die Kopfhaut nach vorn über die Augen hinweg zusammen;
die neue glänzende Haut des Kopfscheitels wurde sichtbar. Die
Larve setzte ihre werfenden, buckelnden Bewegungen fort, wodurch
der Riß sich über den Hinterleibsrücken ausdehnte. Bald zog die
Larve den Kopf ganz aus der alten Haut heraus. Diese blieb aber
5* 12. Heft
68 Dr. Nikolaus Loth:
an der Mundöffnung eine Zeitlang hängen. Dies kommt daher,
weil die Häutung sich auch in den Mund hinein erstreckt. Jetzt
bog die Larve den Kopf immer mehr nach oben rückwärts, die
Kopfhaut senkte sich nach vorn, blieb aber immer noch mit einem
dünnen Faden am Munde hängen. Nach einigen Minuten zog die
Larve die Vorderbeine mit einem Ruck aus der alten Haut und
stemmte sie gegen die alte Kopfhaut, dehnte dann den ganzen
Körper aus, und die alte Haut löste sich aus dem Munde los, etwa
zwei mm lang. Ebenso wurde auch die alte Haut aus den Stigmen
ziemlich lang herausgezogen. Nachdem der Vorderkörper von
der alten Haut befreit worden war, fing die Larve an, sich mit den
Vorderbeinen festzuhalten und durch buckelnde Bewegungen den
Hinterleib von der alten Hülle zu befreien. Die Haut der letzten
Segmente sprang nicht auf, sondern die Larve schlüpfte oder zog
vielmehr den hintern Körperteil aus ihr heraus, indem sie weiter-
kroch. Die alte Haut blieb dann am Blatte mit dem angeklebten
Hinterende hängen. Die ganze Häutung nahm ungefähr achtzehn
bis zwanzig Minuten in Anspruch. Die Larve kroch nun an ein
anderes Laubblatt und ruhte sich aus. Nach etwa dreiviertel
Stunde fing sie wieder an zu fressen. Die Häutung umfaßt alle
Körperteile ohne Ausnahme, auch die hornigen Mundwerkzeuge
und die Fußkrallen häuten sich. An der abgestreiften Haut kann
man gut sehen, zu welchem Körperteile sie gehörte. Nach der
Häutung fehlt der Larve die charakteristische Bereifung noch,
aber dafür ist sie ganz feucht glänzend. Schon nach einem halben
Tage kann man aber einen Anflug von der Bereifung wahrnehmen
und nach vierundzwanzig Stunden ist sie vollständig ersetzt.
Nach der letzten Häutung wird sie jedoch nicht mehr ersetzt.
Eine sechste Häutung der Larve geht in der Erde vor sich. Diese
konnte ich nicht ganz beobachten, doch fand ich die abgestreifte
Haut von sehr vielen Larven in ihren Erdhöhlungen, die sie sich
als Puppenwiege ausgeglättet hatten. Noch eine achte Häutung
nimmtdas Tierchen vor. Jetzt aber als vollkommene Wespe, nämlich,
wenn sie ihre Puppenwiege verläßt. Diese Häutung umfaßt eben-
falls alle Körperteile, auch die Fühler und Flügel. Diese Haut ist,
außerordentlich dünn. — Die Larven sind außerordentlich gefräßig.
Im ersten Lebensstadium benagen sie zu jeder Tageszeit die Blätter.
Sie beginnen sofort zu fressen, nachdem sie die Eihaut verlassen
haben. Dann benagen sie die Blattspreiten und zwar verzehren sie
die inneren Zellenschichten, in die das Ei eingebettet war; dann
nagen sie ein Loch durch die untere Blattepidermis und erst dann
durch die obere. Hierdurch entstehen kleine runde Löcher in den
Blättern. Die Larve frißt nun innerhalb dieses Loches so lange
um sich herum, bis sie bequem in Halbbogenform sitzen kann.
So frißt sie weiter, bis sie an eine harte Blattrippe kommt oder
durch andere Larven gestört wird. Da mehrere Larven an einem
Blatte fressen, so ist dieses schon am zweiten Tage des Fraßes
Tenthrediniden-Studien. 69
der Larven von vielen kleinen rundlichen Löchern siebartig durch-
bohrt. Ich zählte am zweiten Tage des Fraßes an einem Blatte
siebzehn solcher runder Löcher. So ist es in der freien Natur auf
den ersten Blick möglich, zu erkennen, ob an einer Lysimachia-
Staude Larven sitzen oder nicht, ohne die Blätter näher unter-
suchen zu müssen. Haben die Larven ein Blatt bis auf die Rippen
verzehrt, so kriechen sie des Nachts einzeln an andere Blätter
und benagen diese in der genannten Weise oder meistens vom Rande
her. Sie machen dabei zuerst kleine Vertiefungen und fressen nachher
so weiter, daß halbkreisförmige Löcher entstehen. Dabei halten
sie sich mit den Afterbeinen fest und krümmen den Rücken in
die Höhe. Sie fressen dabei hinter sich, d. h. sie sitzen zunächst
ausgestreckt und fressen dann das Blatt unter sich weg, indem sie
den Kopf immer mehr unter den Leib und diesen immer mehr in
die Höhe schieben. Ist die Larve dabei mit dem Kopf bei den Hinter-
füßen angekommen, so streckt sie sich nach vorn äus und beginnt
von dort aus wieder das Blatt zu benagen. So fährt sie fort, bis
sie zur Mittelrippe oder zu einer Querrippe des Blattes gelangt.
Während des Fraßes hat die Larve, sobald das genagte Loch größer
geworden ist, ihre Beine beiderseits des Blattes festgestemmt;
meistens hängt sie aber etwas nach der Blattunterseite und kann
so den Sonnenstrahlen oder dem Regen ausweichen. Nach der
zweiten Häutung fressen die Larven nur mehr abends und die Nacht
hindurch. Sie durchlöchern zunächst die Blätter, weiden sie später
aber ganz ab. Wenn das Futter nicht sehr reichlich vorhanden ist,
benagen sie sogar die weichen Stengelteile und fressen von der
Seite her Löcher in dieselben hinein und verzehren dann nach
unten und oben die inneren weichen Bestandteile der Stengel;
dabei kriechen sie mit dem Kopf und dem Vorderleib in die aus-
gehöhlten Stengel, so daß man nur mehr die hintern Leibesseg-
mente sieht. Öfters bemerkte ich, daß die jungen Stengel ganz
abgenagt wurden, so daß die Stengelspitze samt der Blätterkrone
zur Erde fiel. Oft wird die Futterpflanze ganz entblättert. Jede
einzelne Larve frißt gewöhnlich zweiundzwanzig Tage. Die Ge-
samtfreßzeit dauert aber in der Regel vier Wochen und darüber.
Die Larven der Herbstgeneration fressen einzeln länger, meist
vierundzwanzig bis fünfundzwanzig Tage. Nach der letzten
Häutung fressen die Larven fast nichts mehr. In Ruhe sitzen sie
dann meist lang ausgestreckt an einem Blatt oder an einem Zweig.
Die Larven sind äußerst empfindlich gegen Berührung und gegen
Erschütterung der Pflanze, an der sie leben. Bei der leisesten Be-
rührung schnappen sie zusammen und lassen sich zu Boden fallen.
Faßt man sie an, so krümmen sie sich ganz zusammen und scheiden
mit dem Munde einen Tropfen wasserheller Flüssigkeit aus, der
äußerst unangenehm riecht. Ebenso unangenehm stechend riecht
der ausgeschiedene Kot, der beim Ausscheiden grünlich gefärbt
ist, bald aber schwarz wird. Die Empfindlichkeit der Larve ist so
12, Heft
70 Dr. Nikolaus Loth:
groß, daß sie sich schon, wenn man mit einem Zerstäuber Wasser
über die Pflanze zerstäubt, von der Pflanze herunterfallen läßt.
Dies mag auch die Ursache zum Teil sein, daß trotz der großen
Anzahl von Eiern, die jedes Weibchen produziert, sich die Wespe
so wenig in erwachsenem Zustande in der freien Natur findet.
Denn, wenn die Larven bei Wind und Regen zu Boden fallen,
geraten sie, wenn die Pflanzen, wie dies meist der Fall ist, an Bächen
und Gewässern stehen, leicht in das Wasser hinein, oder wenn
sie etwas weiter von der Pflanze wegfallen, finden sie meistens
den Weg zur Futterpflanze nicht mehr zurück und gehen so zu
Grunde. Auch bei Zimmerzucht habe ich mehreremal beobachtet,
daß Larven den Weg zur Futterpflanze nicht zurückfanden, wenn
diese auch garnicht weit von ihnen entfernt stand. Die Larve liebt
sehr die Feuchtigkeit. Ich beobachtete oft, daß sie sich über
Tropfen Wasser hermachten und sie ganz aufsaugten.
Ruhestadium und Verwandlung der Larve zur Puppe.
Die Larve begibt sich gewöhnlich im Alter von zweiund-
zwanzig Tagen in die Erde zur Ruhe und Verpuppung. Bei kühlem
Wetter wartet sie oft bis zum 24. oder 25. Tage. Die Larven bohren
sich verschieden tief in die Erde. Ich fand, daß einige nur 1, cm
tief, andere bis 41% cm tief eingedrungen waren. Zur Überwinterung
gehen sie am tiefsten in die Erde. Von der zweiten Sommer-
generation blieben viele Larven auf dem Lande liegen und ent-
wickelten sich da vollkommen. Die von mir erzogenen Larven der
Herbstgeneration gingen am 15. Oktober in die Erde. Dort glätteten
sie sich Höhlungen aus, in denen sie als Larven überwinterten.
Aus Brischkes Angabe: ‚einen Kokon habe ich nicht gefunden“,
geht nicht hervor, ob die Larve einen Kokon macht oder nicht.
Auch aus den Angaben Kaltenbachs, der bei Zimmerzucht die
Wespe Ende April erhielt, geht nichts Bestimmtes über einen
Kokon hervor. Um nun festzustellen, ob die Larven unverpuppt
als Larven ohne oder im Kokon überwintern, nahm ich am 7. Februar
vorsichtig allen Sand, in welchem die Larven sich zur Überwinterung
verkrochen hatten, aus dem Gefäße, breitete ihn vorsichtig auf
dem Tische aus und fand, daß die Larven noch ohne Kokon in
bloßen Sande lagen und als Larven überwintert hatten. Die Farbe
derselben war dunkelgrün geworden. Der Darm schien schwärzlich
durch, die Seiten und die Bauchseite waren gelbgrün, der Kopf
hellgelbbraun, der vorher schwarze Scheitelfleck war ganz hell
geworden, die Augen waren schwarzbraun. Die Larven lagen in
ihren Höhlungen in etwas gekrümmter Haltung, sodaß der Rücken
in etwas nach außen vorstand. Sie waren noch acht mm lang; sie
hatten sich also um zwölf bis dreizehn mm verkürzt. Ihr Quer-
durchmesser betrug stark drei mm, am Hinterende etwas weniger.
Die Beine waren noch gut wahrnehmbar, jedoch waren sie etwas
in den Leib eingezogen. An jeder Seite konnte ich die zehn
Tenthrediniden-Studien. al
schwarzen Stigmen ganz deutlich ohne Lupe sehen. Der Rücken
zeigte außerordentlich zahlreiche OQuerfältchen. Bei Berührung
gaben die Larven nur ganz schwache Lebenszeichen. Vor der
Verpuppung häuten die Larven sich nochmals in ihrer Höhle.
Am 2. März stellte ich wieder eine Untersuchung an an zwei Larven,
deren Lagerstelle ich mir gekennzeichnet hatte. Die Larven lagen
noch unverändert, wie am 7. Februar; sie gaben aber noch schwä-
chere Lebenszeichen, als am 7. Februar, auch bei sehr starken
Reizen, die ich durch Nadelstiche hervorrief. Sie hatten sich ihre
Lagerstätte wieder ausgeglättet. Die in die Erde gegangenen
Larven sind sehr lebenszäh. Obgleich ich nämlich die Larven durch
das mehrmalige Herausnehmen aus ihrer Höhlung und durch Nadel-
stiche in ihrer Ruhe gestört hatte, gingen sie nicht ein, sondern
entwickelten sich zu Wespen. Noch bemerkenswerter ist folgendes
Beispiel: Ich hatte am 10. März zwei Larven, um sie zu photo-
graphieren, die eine mit dem Rücken, die andere mit der Bauch-
seite auf ein Blatt Papier geleimt. In dieser Lage verblieben die
Larven über eine Stunde und sie waren durch den Leim so fest
an dem Papier angetrocknet, daß ich sie später in Wasser loslösen
mußte. Sie gaben kein Lebenszeichen mehr und ich hielt sie für
tot, legte sie aber wieder in den Sand zurück, um sie weiter beob-
achten zu können. Auch diese Larven entwickelten sich nach
kurzer Zeit zu Wespen. Von den Larven der Herbstgeneration
entwickelten sich 9334% zu Wespen. Ich betone diese Lebens-
zähigkeit der in die Erde gegangenen Larven deshalb, weil von
Stein die großen Schwierigkeiten, die Larven zur Entwicklung zu
bringen, sehr hervorhob. von Stein hatte 1879 von Anfang Sep-
tember bis Mitte Oktober Larven an Lysimachia vulgaris gefunden
und gesammelt. Er sagt nun, seine Larven seien ‚aus unbekannten
Ursachen nicht in die Erde gegangen‘ und die meisten derselben
seien während des Winters verendet. Die ersten Nymphen erhielt
v. Stein am 17. Februar 1880, später noch mehr. Einige starben
ihm noch als Nymphen. von Stein drückt die großen Schwierig-
keiten, die das Aufziehen der Larven ihm gemacht, mit
folgenden Worten aus: ‚‚es ist rein unmöglich, das nötige Maß von
Feuchtigkeit, daß ihnen zum Gedeihen nötig ist, zu geben, und
wenn sie als Larven leichter vertrocknen, so leiden sie im Puppen-
zustande mehr durch die Feuchtigkeit‘. Er spricht auch die Ver-
mutung aus, daß wohl auch in der freien Natur die Entwicklung
eine schwierige sein dürfte, da die Larven an den Bächen sehr
zahlreich vorkommen, die Wespe aber nur selten gefangen wird.
Ich kann den Ausführungen von Steins nicht ganz zustimmen,
denn von allen von mir erzogenen Tenthrediniden hatte ich neben
der Eriocompa ovata Klg. mit Poecilosoma luteola Klg. die wenigste
Mühe und besten Erfolge. Allerdings muß man die Erde, in der
die Larven zur Ruhe liegen, stets gleichmäßig feucht halten und
Schimmelpilzbildung von vornherein verhindern, um gute Erfolge
12. Heft
72 Dr. Nikolaus Loth:
zu erzielen. Wie ich dabei vorging, werde ich am Schlusse mit-
teilen.
Hier will ich anfügen, daß auch die Larven von der ersten
Häutung ab während der Zeit des Fraßes ziemlich lebenszäh sind.
Sie können auch einige Tage bei geringer oder ganz ohne Nahrung
leben und starken Frost ertragen. So fand ich noch am 11. Oktober
mehrere Larven, denen die vorhergegangenen starken Nachtfröste
nicht im geringsten geschadet hatten. Larven, die ich zur Beob-
achtung unter dem Binokular durch Alkohol absolutus so stark
betäubt hatte, daß sie wie tot lang ausgestreckt lagen, kamen nach
drei bis vier Stunden wieder zu sich und gingen später zur Ver-
wandlung in die Erde.
Die Verpuppung.
Am 12. März 1912 gelang es mir, die Verwandlung einer Larve
zur Puppe zu beobachten. Ich zerstäubte Wasser über den Sand,
in dem die Larven lagen. Im selben Moment bemerkte ich, daß
sich an einer Stelle an der Oberfläche des Sandes etwas bewegte.
Die Bewegung rührte von einer Larve her, die nur einen halben
Zentimeter tief in den Sand eingedrungen war und in ihrer Lager-
stätte Bewegungen machte, um sich zu häuten. Die ausgeführten
Bewegungen waren so heftig, daß die dünne Sandschicht über der
Larve nachgab und die Larve sichtbar wurde. Ich konnte eben
noch sehen, wie sie die Haut von der Spitze des Hinterleibes ab-
streifte und dann lag eine freie Puppe ohne Kokon da. Diese war
hellgrün gefärbt, ihre Bauchseite und der Kopf waren gelb, die
Augen braunschwarz. Die Fühler waren vollständig ausgewachsen,
dunkelgelbbraun und wie die gelben Beine nach unten und nach
hinten an den Körper angelehnt. Von den Flügeln waren erst die
Ansatzstellen vorhanden. Bei Belichtung wurde die Puppe sehr
unruhig und warf sich hin und her. Ich legte der Puppe deshalb
etwas Sand auf den Kopf, so daß dieser ganz im Sande steckte, der
übrige Teil der Puppe aber ganz bloß lag, so daß ich die Ent-
wicklung der Puppe weiter beobachten konnte. Bis zum 19. März
lag sie ganz ruhig, mit dem Rücken nach oben. Am 19. März
waren ihre Flügel auf zwei Drittel der vollständigen Größe herange-
wachsen; jetzt wurde die Puppe ınruhig und bohrte den Kopf
tiefer in den Sand hinein, so daß auch der Thorax in den Sand zu
liegen kam. Sie drehte sich dabei auf eine Seite, sodaß die Bauch-
seite sichtbar wurde. Jetzt konnte ich an der schwarzen Säge-
scheide sehen, daß die Puppe sich zur weiblichen Wespe entwickelte.
Während der zwei folgenden Tage waren die Flügel vollständig
gewachsen. Am 22. März verließ die fertige Wespe ihre Larven-
und Puppenwiege und kletterte alsbald an der Glaswand des
(sefäßes, in dem sie war, in die Höhe. Dabei schied sie einen
Tropfen gelben, flüssigen Kot aus.
Als Larve lag das Tier vom 15. Oktober bis zum 12. März,
also zusammen 148 Tage (Febr. 29 Tage) in der Erde und als Puppe
Tenthrediniden-Studien. 73
zehn Tage. Die Larven der Sommergenerationen — in der freien
Natur gibt es mindestens zwei, höchst wahrscheinlich aber drei
Generationen im Jahre; bei Zimmerzucht erzielte ich fünf Gene-
rationen im Jahre — lagen zwölf bis einundzwanzig Tage, im Mittel
etwa sechzehn Tage in der Erde. Acht Weibchen hatten genau
fünfzehn Tage in derselben gelegen. Die Tiere entwickeln sich
außerordentlich ungleichmäßig. Trotzdem daß die Larven der
Herbstgeneration alle zusammen am 15. Oktober in die Erde
gegangen waren, erschienen die Wespen daraus zu ganz verschie-
denen Zeiten. Schon am 8. März schlüpfte eine weibliche Wespe
aus. Ihr folgten weibliche Wespen am 10., 14., 24., 28. und 29. März,
sowie am 2., 4. und 16. April. Die ganze Generation lieferte nur
weibliche Wespen. Am 29. März lagen noch drei Tiere als Larven
und zwei als Puppen in der Erde. Die Larven, die nicht tief in
die Erde gehen, entwickeln sich eher, als diejenigen, die tiefer in
dieselbe eindringen. Die Tiere, die am 29. März noch als Larven
in der Erde lagen, waren bis zu vier cm tief hineingedrungen,
während die schon als Wespen erschienenen kaum einen halben bis
ein cm tief in die Erde gekrochen waren. Auch von Stein be-
richtet, daß seine Larven sich außerordentlich ungleichmäßig
entwickelten; eine Larve lag über ein Jahr, ohne sich zu verändern.
Die vollkommene Blattwespe.
Eine Beschreibung der weiblichen Wespe gibt schon Klug,
an den sich Hartig und Andre anschließen. Zaddach gibt
folgende Beschreibung des Weibchens:
„Nigra, ore, pronoto, squamulis, abdomine pedibusque luteis,
alis lenissime fumatis, basi flavescentibus, stigmate fusco. Long.
6—7 mm“. Alle genannten Autoren, sowie auch von Stein,
kannten kein Männchen der Art. Bis jetzt ist in der Literatur
überhaupt kein Männchen bekannt geworden. Nur Konow
scheint ein solches vor sich gehabt zu haben; denn er führt in seiner
Arbeit: ‚Verschiedenes aus der Hymenopterengruppe der Ten-
thrediniden‘“ in der Wiener entom. Zeitg., Jahrg. XI, 1892, p. 52,
an: „2. P. luteola, Klg. 49.“ Konow erwähnt aber mit keinem
Worte, woher und wann er das Männchen zu Gesicht bekommen hat.
Seine Analyse der Art lautet folgenderweise: ‚Clypeus mit mehr
weniger deutlichem Kiel, Wangenanhang mindestens so lang als das
erste Fühlerglied. Fühler kurz und dick, kaum länger als der Thorax,
Hinterleib wenigstens teilweise gelb. — Clypeus dreieckig ausge-
schnitten; Pronotum, Flügelschuppen, Beine mehr weniger gelb;
Flügel leicht angedunkelt, gegen den Grund gelblich, sechs bis
acht mm lang.‘‘ Auch Herr Dr. Enslin in Fürth i. B. besitzt, wie
er’mir mitteilte, ein Männchen der Art. Zaddach besaß ein
Weibchen, das im linken Hinterflügel keine geschlossene Mittel-
zelle hatte. Ich besitze ein Weibchen mit abnorm gebildetem
rechten Fühler, dessen erstes bis viertes Glied ganz gewaltig
12. Heft
74 Dr. Nikolaus Loth:
verdickt und an der Oberseite verlängert sind, so daß der Fühler
die Form eines nach vorn gekehrten Hakens hat. Auch erhielt ich
durch Zimmerzucht ein Weibchen mit ganz kleinen Flügelstummeln.
Nach von Stein sollen die in Gefangenschaft erzogenen Wespen
„nicht jene Frische, wie sie ihnen in der freien Natur zukommt“,
zeigen. Dies trifft nur zu, wenn man die Wespen längere Zeit
lebend in einem Glase einschließt, denn dann werden sie durch die
Ausdünstung leicht feucht und verlieren ihren Glanz. Dies trifft
aber auch für Wespen zu, die in der freien Natur groß geworden
sind. Ich habe Wespen, die ich im Freien gefangen hatte, mit solchen,
die ich durch Zimmerzucht erhalten hatte, in ein Glas zusammen-
gesetzt und konnte sie alsbald, nachdem sie sich untereinander
gemischt hatten, nicht voneinander unterscheiden. — Die Wespen
leben acht bis fünfzehn Tage. Ist das Geschäft der Fortpflanzung
besorgt, so sterben die Tiere. Sie nehmen Nahrung in flüssiger
Form auf und trinken sehr gern Flüssigkeiten. Ich beobachtete
öfters, daß die Tierchen sich begierig über Wassertropfen her-
machten und sie aufschlürften. Die Wespen lieben auch Süßig-
keiten und scheinen einen sehr gut entwickelten Geruchsinn dafür
zu haben. Am 4. April setzte ich zwei Weibchen unter eine Glas-
glocke, gab ihnen einen Tropfen dünnflüssigen Bienenhonig auf
einen Streifen Papier und beobachtete die Wespen. Zunächst
liefen sie unter der Glasglocke hin und her, aber kaum hatte ich
den Honig in die Glasglocke gebracht, so stürzten die Tierchen
sich darauf zu, bewegten dabei die Fühler äußerst heftig und fraßen
dann acht bis zehn Minuten von dem Honig. Zuerst suchten sie
sich den Honig streitig zu machen und eine Wespe biß der andern
in die Fühler. Bald aber saßen sie still dabei und fraßen ruhig
weiter, so daß ich die Lupe ganz dicht an sie heran bringen konnte,
ohne daß sie sich stören ließen. Sie saugen die Nahrung und
Flüssigkeit nicht, sondern führen bei Aufnahme derselben außer-
ordentlich schnelle kauende Bewegungen mit den Mundwerkzeugen
aus. Als die Wespen zu fressen aufgehört hatten, schwirrten sie
eine geraume Zeit wie berauscht in der Glasglocke im Sonnenschein
hin und her. Diese Beobachtungen machte ich zu wiederholtenmalen
mit stets demselben Erfolge. Auch bemerkte ich oft, daß die
Wespen die Blätter der Lysimachia vulgaris benagten. Ich bin
aber der Ansicht, daß sie nur den Pflanzensaft dabei aussaugen.
Bei Sonnenschein umschwärmen die Wespen, besonders während
den Mittagsstunden, die Nahrungspflanzen. Sie fliegen dabei von
Strauch zu Strauch oder im Kreise um die Pflanzen herum, wobei
sie aber nie weit von der Pflanze wegfliegen. Auch laufen sie im
Sonnenschein auf den Zweigen der Futterpflanze hin und her und
bewegen dabei stets die Fühler lebhaft. Wenn das Wetter trüb
oder kühl ist, so sitzen die Wespen ganz still und träge, meist an
der Blattunterseite oder an sonst einer geschützten Stelle. So
sitzen sie auch in der Zeit von etwa vier Uhr nachmittags bis
Tenthrediniden-Studien.. 75
morgens zehn Uhr. Während dieser Zeit kann man die Tiere leicht
mit den Fingern ergreifen; sie fliegen bei der Annäherung dann
nicht weg, lassen sich aber leicht zu Boden fallen, stellen sich wie
tot und ziehen die Beine und Fühler an den Leib an. Die durch
Zimmerzucht erhaltenen Wespen tun dies meist nicht oder doch
nur am ersten und etwa noch am zweiten Tage. Will man sie
später ergreifen, so suchen sie sich durch Weglaufen oder Fliegen
der Gefahr zu entziehen.
Die Wespe ist ebenso lebenszäh, wie die Larve. Sie kann
acht bis zehn Tage ohne Nahrungsaufnahme leben. Gegen Kälte
ist sie empfindlicher als die Larve, und wenn es etwas kühle Tem-
peratur ist, sitzen sie traurig an den Pflanzen. Gegen Ertrinken
scheinen sie ganz besonders gefeit zu sein. So beobachtete ich,
daß ein Weibchen in einem Glase auf-dem Boden ins Wasser geraten
war und dort wahrscheinlich längere Zeit gelegen hatte. Weil ich
es für tot hielt, legte ich es auf Löschpapier in die Sonne. Als ich
es nach einiger Zeit aufstecken wollte, fand ich es munter an der
Fensterscheibe herumlaufen. Es lebte dann noch drei Tage und
legte während dieser Zeit an mehrere Blätter Eier.
Als Futterpflanze fand ich stets nur Lysimachia vulgaris.
Einmal fand ich zwei erwachsene Larven an Carex. In Gefangen-
schaft fraßen sie aber nicht davon, sondern krochen sofort an
ihnen hingestellte Lysimachia-Zweige. Kaltenbach will die
Larven im Juli und Ende September bei Aachen und in der Rhein-
pfalz auch an Anagallis arvensis zwischen Getreide gefunden haben.
Wahrscheinlich liegt eine Verwechslung vor. Ich habe diese
Pflanze zu wiederholten Malen den Larven zum Fraß vorgelegt,
aber stets ließen sie dieselbe unberührt liegen.
Art und Weise der Zucht.
Durch die von v. Stein mitgeteilten schlechten Erfahrungen
und durch meine eigenen ersten unbefriedigenden Zuchterfolge
warich zur Ansicht gelangt, daß Schimmelpilzbildung der schlimmste
Feind der Larven, sowie der Puppen der Blattwespen bei Zimmer-
zucht sei, daß andererseits die Larven nur sehr wenig Trockenheit
und die Puppen wenig Feuchtigkeit vertragen können. Deshalb
sann ich auf ein Mittel, die Schimmelpilzbildung zu verhindern.
Gewöhnliche Erde mußte ganz kühl stehen, wenn die Pilzbildung
nicht zu stande kommen sollte. Dann aber entwickelten die Larven
sich viel langsamer, als wenn sie im sonnigen, hellen Raume standen.
Zunächst hatte ich Erde in einem wasserundurchlässigen Glas-
gefäße, in die ich die Lysimachia-Zweige hineinsteckte. Über
das Ganze hatte ich eine Glasglocke gestellt. Aber bald
verschimmelten die Pflanzenzweige und warfen die Blätter ab,
und so bestand Gefahr, daß mir die ganze Zucht zu Grunde ging.
Deshalb nahm ich einen niedrigen, breiten Blumentopf, füllte ihn
mit weißem, sogenanntem Silbersand und durchglühte beides auf
12, Heft
76 Ludwig Zukowsky: Über einige anscheinend neue Rassen
dem Ofen, so daß alle Lebenskeime an Topf und Sand zu Grunde
gehen mußten. Dann feuchtete ich den Sand mit reinem Wasser
an und steckte die Pflanzenzweige hinein. Hierauf setzte ich die
Wespe an den Zweig und stülpte ein großes Einmachglas darüber.
Das Glas beschlug etwas mit Wasserdampf, aber Schimmelpilz
entstand keiner mehr. Sobald die Wespe die Eier abgesetzt hatte
und verendet war, nahm ich das Glas weg und trocknete es aus,
feuchtete den Sand und den Pflanzenzweig an und stülpte das
Glas wieder darüber, jedoch ließ ich jetzt zwischen Glas und
Blumentopf einen Spalt von etwa einem cm, durch den die Luft
in das (rlas hineinströmen konnte. Wenn später die Larven einen
Futterzweig entblättert hatten, steckte ich einen neuen daneben.
So ließ ich das Glas stehen, bis die Larven anfingen, den Zweig zu
verlassen, um in die Erde zu gehen. Um zu verhindern, daß dann
die Larven herauskrochen, setzte ich das Glasgefäß wieder fest auf
den Blumentopf. Als die Larven alle in die Erde eingedrungen
waren, bedeckte ich den Topf mit einer Glasplatte und stellte ihn
ans Fenster, wo die Sonnenstrahlen ihn nicht scharf treffen konnten.
Alle drei bis vier Tage zerstäubte ich etwas reines Wasser über den
Sand, um ihn gleichmäßig feucht zu erhalten. — Um zu verhüten,
daß der von den Larven reichlichst ausgeschiedene Kot auf den
Sand fiel und dort Schimmelpilzbildung verursache, legte ich über
den Sand ein Stück Papier mit nach oben gebrochenem Rande,
das genau in den Topf paßte. Dieses Papier fing den herabfallenden
Kot auf und ich ersetzte es täglich durch ein neues. — Die größte
Schwierigkeit bereitete mir die Beschaffung der Lysimachia-
Blätter Ende März und Anfang April. In der freien Natur treibt
diese Pflanze erst Mitte April. Da nun bei Zimmerzucht die Wespen
schon Mitte März erschienen, so war ich gezwungen, mir Pflanzen-
wurzelstöcke auszugraben und sie in Blumentöpfe zu pflanzen
und im geheizten Zimmer zum Treiben zu bringen. Von Mitte
Mai ab bot die freie Natur die Futterpflanze.
Ueber einige anscheinend neue Rassen von
Connochaetus albojubatus Thomas aus’
Deutsch-Ostafrika.
Von
Ludwig Zukowsky.
Zoologischer Assistent in Carl Hagenbecks Tierpark, Stellingen.
Hierzu Tafel .T—IV.
Von der im Jahre 1814 von Lichtenstein!) aufgestellten
Gattung Connochaetus gibt es jetzt sieben Formen. Zimmer-
pag. 152, 165.
von Connochaetus albojubatus Thomas aus Deutsch-Ostafrika. 77
mann?) war der Erste, welcher die südlichste, Connochaetus gnu,
im Jahre 1777 unter dem Namen ‚Bos gnou‘ beschrieb. Es folgt
dann die Burchellsche Beschreibung?) von Connochaetus taurinus
im Jahre 1824. 1892 beschrieb Thomas?) Connochaetus alboju-
batus als „Connochaetus taurinus albojubatus‘‘ und im Jahre 1892
Noack seinen Connochaetus reicher?). Später sind im Jahre 1896
von Sclater°) ‚„Connochaetus taurinus Johnston“, von Neumann’)
im Jahre 1905 ‚Connochaetus hecki‘“ als neue Formen aufgestellt
worden. Endlich hat De Beaux®) im Jahre 1911 einen Conno-
chaetus johnstoni rufijianus beschrieben.
Die Formen sind bald als Arten, bald als Unterarten aufgefaßt
worden. Connochaelus taurinus albojubatus wird u. a. von Roose-
velt?), Schillings!®), Beddard!!) und Matschiel?) als Conno-
chaetus albojubatus, also als besondere Art erwähnt, während
andererseits z. B. der von Neumann (l. c.) vorgeschlagene Name
Connochaetus hecki von Lydekker!?) ternaer, also als Unterart
Connochaetus taurinus hecki gebraucht wird und De Beaux (l. c.)
behandelt bei der Beschreibung von Connochaetus johnstoni rufi-
jianus den von Sclater (l. c.) aufgestellten €. i. johnstoni als Art.
Die verschiedenen Arten von Connochaetus können als Gruppen
aufgefaßt werden, von welchen jede noch besondere Unterarten
aufweist. Die erste Gruppe umfaßt die Formen von Connochaetus
gnu. Als nächste Gruppe müßte Connochaetus taurinus betrachtet
werden, zu welcher €. reichei gehört. C. reichei ist sicher C. taurinus
unterzuordnen, da €. reichei durch Noack (l. c.) von €. taurinus
abgeleitet ist und seinen Merkmalen nach nichts mit den Formen
anderer Gruppen zu tun hat. ‚Connochaetus taurinus albojubatus‘
wird durch die Beschreibung von Connochaetus hecki aufgehoben,
da €. hecki sicher zur albojubatus-Gruppe gehört, also ternaer
benannt werden muß. Es wird also zweckmäßig sein, Connochaetus
taurinus albojubatus als Art aufzufassen und ihm C. hecki als Conno-
chaetus albojubatus hecki anzugliedern. Nach der alten Nomenklatur
würde es schwer fallen, C. taurinus albojubatus die Südform der
albojubatus-Gruppe, C. hecki, anzugliedern. Als Spezies kann
C. hecki keineswegs in Betracht kommen, da er, wie erwähnt, sicher
ein echter €. albojubatus ist; um C. hecki also nicht mit vier Namen
2) Zimmermann, Spec. Zool. Geogr. 1777, pag. 372 und Geogr.
Ges. 1780, pag. 102. 3) Burchell, Travels, II, pag. 278 (1824).
“) Thomas, On two new Central African Antelopes obtained by Mr.
F. J. Jackson, Ann. Nat. Hist. 1892, IX (6), pag. 388. °) Noack, Zoo-
logischer Anzeiger 1893, pag. 153. °) Sclater, Proceedings Zoological
Society 1896, pag. 616, plat. 28. ”) Neumann, Sitzungsberichte der Ge-
sellschaft der naturforschenden Freunde, Berlin 1905, 96—97. 2) De Beaux,
Zoologischer Anzeiger 1911, XXX VII, 575. °) Roosevelt, Afrikanische
Wanderungen eines Naturforschers und Jägers, Berlin 1910, 413.
1%) Schillings, Im Zauber des Elelescho 1906, 488. 11) Beddard,
Mammalia, 1909, 309, (lies „albojubatus‘‘ statt „albogulatus“). 12) Mat-
schie, Die Säugetiere Deutsch-Ostafrikas, 1895, 113. 12) Lydekker,
The game animals of Africa 1908, pag. 136.
12. Heft
78 Ludwig Zukowsky: Über einige anscheinend neue Rassen
belegen zu müssen, schlage ich vor, €. t. albojubatus als Art Conno-
chaetus albojubatus aufzufassen und ihm €. hecki als Subspezies
unterzuordnen. Ebenso berechtigt wird es sein, Connochaetus
laurinus johnstoni zu einer Art zu erheben, da der von De Beaux
beschriebene C. t. rufijianus C. t. Jjohnstoni erheblich näher steht
als C. taurinus. Vielleicht läßt sich in diesem Falle dafür ein
Ausweg finden, wenn €. t. johnstoni auch hier als Spezies €. john-
stoni behandelt und die Form rufijianus als Unterart untergeordnet
wird. Die Gründe sind hier dieselben wie bei den oben ausgeführten
Punkten. Der systematische Wert der hier als Gruppen bezw.
Arten aufgefaßten Formen ist meines Erachtens nach in jeder
Hinsicht vorhanden; es gibt viele Arten unter den Huftieren, welche
weniger bezeichnende Merkmale aufzuweisen haben, als die hier
als Arten behandelten Formen.
Ich stelle die Formen von Connochaetus in folgender Weise
zusammen: C. gnou
C. taurinus C. johnstoni C. albojubatus
C. taurinus C. johnstoni C. albojubatus
reichei rufıjianus hecki.
C. gnu bewohnt die südlichsten Teile des Kontinents, nördlich
etwa bis zum Oranje. In dem Limpopogebiet kommt €. taurinus
reichei, nördlich vielleicht bis zum Sambesi und im Westen bis nach
Deutsch-Südwestafrika C. taurinus laurinus vor. Aus dem Nyassa-
land ist C. johnstoni johnstoni, aus dem Rufiyigebiet in Deutsch-
Ostafrika C. 7. rufijianus bekannt. C. albojubatus albojubatus
bewohnt die Gegenden nördlich des Kilima-Ndscharo und die
südlichen Teile Britisch-Ostafrikas; C. a. hecki lebt im Manyarasee-
und Bubugebiet bis zum Kilima-Ndscharo. C. albojubatus albo-
jubatus und C. a. hecki kommen am Gurui, an der Nordspitze des
Manyarasees und in der Kilima-Ndscharogegend zusammen vor.
1. €. gnu ist gekennzeichnet durch den kurzen Schädel, an
dem die starken Hörner außerordentlich tief und nach vorn gebogen
sind. Der ungestreifte Hals wird hoch getragen und trägt eine
kleine schwarze Kehlmähne. Der Schwanz ist weiß gefärbt; das
Widerrist steht tief. >
Alle anderen Arten haben einen längeren Schädel, an dem die
Hörner nicht tief nach unten, aber stark seitlich gebogen sind. Der
schwarz quergestreifte Hals wird tief getragen und trägt eine große
weiße oder schwarze Kehlmähne. Der Schwanz ist schwarz gefärbt;
das Widerrist steht hoch.
2. Connochaetus taurinus taurinus ist dunkelblaugrau gefärbt,
hat starken, schwarzen Bart und keine helle Zeichnung auf der Stirn.
3. Connochaetus taurinus veichei ist ähnlich der vorher erwähn-
ten Art, hat aber dunklere Grundfarbe, hellere Halsseiten und
Wangen; die Stirn ist bei den Männchen hellgelblich graubraun,
bei den Weibchen gelbrot gefärbt. Das Gehörn steht höher und
ist nicht so stark gebogen wie bei faurinus.
von Connochaetus albojubatus Thomas aus Deutsch-Ostafrika. 79
4. Connochaetus johnstoni Johnstoni unterscheidet sich von den
Formen der iaurinus-Gruppe durch die bräunliche Grundfarbe.
Der Kopf dieser Art ist sehr breit und kurz. Eine Blesse ist nicht
vorhanden, wohl aber eine helle über die Stirn laufende Binde.
5. Connochaetus johnstoni rufijianus teilt mit der vorigen Art
die Grundfarbe, das Fehlen der Blesse und das Vorhandensein einer
scharfen, weißen Stirnbinde, unterscheidet sich aber von der
typischen Form durch den schmäleren längeren Kopf, kürzere ge-
drungenere Körperformen, längere Ohren, höhere und stärkere Beine,
den gewölbten Rücken und die längeren und stärker nach innen
gebogenen Hörner.
6. An dem weißlichen oder gelblichen Bart ist Connochaetus
albojubatus albojubatus leicht kenntlich. Die Grundfarbe ist ein
bläuliches Grau, nach den Halsseiten und an den Wangen in Silber-
grau übergehend; eine Blesse ist nicht vorhanden, doch ist sie bei
manchen Exemplaren schwach angedeutet.
7. Connochaetus albojubatus hecki hat einen weißen oder gelb-
lichen Bart und im Gegensatz zu C. a. albojubatus eine dunkelbraune
oder rotbraune Stirn und etwas hellere, mehr gelbliche Grundfarbe.
Im Mai 1913 erhielt Carl Hagenbeck’s Tierpark in Stellingen
einen größeren Tiertransport aus Deutsch-Ostafrika, unter welchem
sich auch achtzehn Exemplare von Connochaetus albojubatus be-
fanden. Diese Tiere beanspruchen insofern ein besonderes Inter-
esse, als sie auf keine der bisher bekannten und beschriebenen
Formen passen. Sie tragen nicht die braungraue oder bläulichgraue
Färbung, welche die von mir in zoologischen Gärten beobachteten
Exemplare von C. albojubatus zeigten, wobei ich besonders lebhaft
an die im Berliner Zoologischen Garten lebenden Exemplare von
C. albojubatus und C. a. hecki erinnert wurde.
Das Originalstick Thomas’ von Connochaetus albojubatus
stammte von den Athi-Plains in Britisch-Ostafrika. Um von dieser
Gegend Vergleichsmaterial zu erhalten, schrieb ich an Herrn
Dr. Berger, welcher auf den Athi-Plains jagte und von dort einen
starken Bullen mitbrachte. Herr Dr. Berger sagt in seinem Briefe:
„Das Gnu, das ich von den Athi-Plains habe, hat als Grundfarbe
ein lichtes Grau, ich möchte sagen: Silbergrau, keine Spur von
einem bräunlichen Schein.‘‘ Dieser Bulle wurde auf der Deutschen
Geweihausstellung 1910 gezeigt und in den Berichten über dieselbe
abgebildet (Matschie, Die sechzehnte Deutsche Geweihausstellung
1910, Weidwerk in Wort und Bild, 1910, Bd. 19, Nr. 14, pag. 298.
Zukowsky, Exotische Trophäen in der Deutschen Geweihaus-
stellung 1910 (Schluß), Wild und Hund 1910, Bd. XVI, Nr. 13,
pag. 223).
Die von Carl Hagenbeck importierten Stücke, haben ohne
Ausnahme durchweg reine braune Färbung, die nur nach den Hals-
seiten zu wenig ins Graue übergeht. Es sind zwölf fast erwachsene
Stücke, vier Männchen und acht Weibchen, und sechs alte Tiere,
12. Heft
80 Ludwig Zukowsky: Uber einige anscheinend neue Rassen
von denen vier Bullen und zwei Kühe sind. Ein ® ad. ist inzwischen
eingegangen, ein ausgewachsenes Paar und die vier fast erwachsenen
Bullen sind verkauft worden. Die ausgewachsenen Tiere zeichnen
sich durch eine nicht ganz so lebhaft braune Färbung aus .wie die
jüngeren, doch unterscheiden sie sich noch deutlich von €. a.
albojubatus und C. a. heckt.
Meinem Dafürhalten nach müssen die von Carl Hagenbeck
importierten Gnus von €. albojubatus getrennt werden, sie bilden
eine besondere, in sich abgeschlossene Gruppe. Es erscheint mir
auch die Aufstellung von drei Rassen nach den recht bezeichnenden
Merkmalen der Tiere berechtigt. Unter den Tieren befinden sich
sowohl weißblessige Bullen und Kühe als auch beiderlei Geschlechter
mit dunkler Stirn. Diese verschiedenartige Stirnfärbung der fast
erwachsenen Tiere scheint ein konstantes Unterscheidungsmerkmal
für die Rassen zu sein; selbst jetzt, wo die kalte Jahreszeit beginnt
und die Decke stärkeres Haar aufweist, ist von einer Verfärbung
der weißblessigen Stücke noch nichts zu bemerken. Im Berliner
Zoologischen Garten befindet sich ein Exemplar von Connochaetus
albojubatus hecki, welches von der alten Fritz Bronsart von
Schellendorfschen Fangstation Mbuguni, südwestlich das Kilima-
Ndscharo, am Darjama, in der Nähe des Einflusses in den Sanja,
stammt und eine deutliche helle Blesse zeigte, wie auch Neumann
l. c. hervorhob, welche sich aber mit der Zeit zu einer dunkel-
braunen Stirnzeichnung verfärbte und heute fast so dunkel gefärbt
ist, wie die Stirn eines ebenfalls von der Fangstation Mbuguni
stammenden Bullen von Connochaetus albojubatus albojubatus.
Ich habe die Tiere gleich nach ihrer Ankunft im Berliner Zoolo-
gischen Garten gesehen und entsinne mich deutlich auf die helle
Stirnzeichnung von C. a. hecki, welche dunkler und nach der Nase
zu nicht so gleichmäßig abgesetzt war als die der weißblessigen
Gnus im Stellinger Tierpark, deren Blessen sich ganz anders aus-
nehmen, als die des erwähnten Bullen von C. a. hecki. Es ist aber
dennoch möglich, daß sich bei weiterer Entwicklung der jüngeren
Tiere die Blessen verfärben. Eine Kuh der weißblessigen Rasse
hat nicht die charakteristische weiße Bartfärbung, sondern der
Bart ist schwarz gefärbt, während ein anderes weißblessiges Weib-
chen einen im oberen Teil weißen, im unteren Teil schwarzen Bart
aufweist.
Eine Form mit sehr stark nach innen laufenden Hornspitzen,
dunklem Bart und schwarzbrauner Stirn ist vertreten durch einen
Bullen aus der Seringetisteppe, eine andere Form mit weniger nach
innen, mehr nach hinten laufenden Hornspitzen, hellem Bart und
weißlicher Blesse ist durch einen Bullen und sechs Küheausder Ngoron-
gorogegend vertreten. Die letzte Form ist in drei alten, zwei nicht
ganz erwachsenen Bullen und zwei fast erwachsenen Kühen vor-
handen, kennzeichnet sich durch schwarzbraune Stirn, weißlichen
Bart und stärker nach hinten, weniger nach innen stehende Horn-
Zukowsky
Archiv für Naturgeschichte, 79. Jahrg. 1913, Abt. A. Tafel 1.
2: ———
Zukowsky: & von Connochaetus albojubatus lorenzi nov. subspec.
aus dem Ngorongorogebiet
Zukowsky: 2 von Connochaetus albojubatus lorenzi nov. subspec.
aus dem Ngorongorogebiet
Zukowsky
Archiv für Naturgeschichte, 79. Jahrg. 1913, Abt. A. Tafel II.
Zukowsky: & von Connochaetus albojubatus schulzi nov. subspec.
aus dem Ngorongorogebiet
Zukowsky: 2 von Connochaetus-albojubatus schulzi nov. subspec.
aus dem Ngorongorogebiet
Zukowsky
Archiv für Naturgeschichte, 79. Jahrg. 1913, Abt. A. Tafel IT.
Zukowsky: & von Connochaetus albojubatus henrici nov. subspec.
aus der Seringetisteppe
Zukowsky: Schwarzbärtiges Exemplar von Connochaetus albojubatus schulzi.
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Zukowsky
Tafel IV.
Archiv für Naturgeschichte, 79.Jahrg. 1913, Abt. A.
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von Connochaetus albojubatus Thomas aus Deutsch-Ostafrika. 81
spitzen und ist ebenfalls vorläufig nur aus der Gegend des Ngoron-
gorokessels bekannt.
Es ist anzunehmen, daß im Norden von Ngorongoro die Rasse
mit dunkler Stirn, im Süden diejenige mit heller Stirn vorkommt.
Diese Annahme basiert auf der Neumannschen Anmerkung in
der Beschreibung von Connochaetus albojubatus hecki, dem soge-
nannten ‚„‚Blessgnu‘‘, bezüglich der Verbreitungsgrenze. Neumann
sagt 1. c., er habe am Gurui €. albojubatus und C. hecki gesehen,
habe aber nur C. hecki geschossen. An der Nordspitze des Manyara-
sees fand er sicher beide Arten nebeneinander, doch war hier schon
C. albojubatus häufiger. Weiter nördlich, am Nguruman-Salzsee,
in Mosino und in den Loitabergen bis zum Ngare Dobasch hin fand
Neumann nurC. albojubatus; er gibt l. c. auch die Kilima-Ndscha-
ro-Merugegend als Grenze für beide Arten an. Nach diesen Aus-
führungen einer Autorität wie Neumann, der selbst Feststellungen
in Ostafrika machte, ist die Annahme wohl berechtigt, daß westlich
der Bruchstufe die Grenze in der Verbreitung ‚meines‘ weiß-
blessigen und braunstirnigen Gnus eine ähnliche sein wird, wie
zwischen C. a. albojubatus, der nördlichen Art mit dunkler Stirn,
und C. a. hecki, der südlichen Rasse mit heller Stirn, welche beide
nur östlich der Bruchstufe vorzukommen scheinen. Der Ngoron-
gorokrater liegt im Hinblick auf C. a. albojubatus bezüglich der
geographischen Breite etwa im Zentrum des Mischgebietes der
hell- und dunkelköpfigen graugefärbten Connochaetusrassen; es
besteht kein Grund, das Vorhandensein gleicher Zustände westlich
der Bruchstufe zu bezweifeln. Sehr zu bedauern ist, daß der
Nachweis nicht mehr über die genauen Fangorte der einzelnen
Exemplare im Ngorongorokessel geführt werden kann.
Connochaetus albojubatus lorenzi subspec. nov.
Material: Drei d& ad., zwei d& subad., zwei 22 subad., aus
dem Ngorongorokessel in Deutsch-Ostafrika.
Der Schädel ist sehr lang.
Beschreibung des Männchens: Bei den Bullen der
Ngorongororasse mit der dunklen Stirn herrscht an sämtlichen
Stücken die sehr bezeichnende stumpfbraune Grundfärbung vor;
an den Handgelenken und nach den Hufen zu wird sie etwas
lebhafter, aber nicht schwärzlich braun wie bei C. a. albojubatus
und C. a. hecki, am Halse wird die Färbung durch ein fahles
Braungrau ersetzt. Der Hals sowohl als auch die Vorderteile des
Körpers sind wenig dunkel quergestreift.
Die schwarze Gesichtsmaske schneidet nach hinten etwas über
das Auge laufend ab. Ein fünfeckiges, von der schwarzen
Gesichtsmaske deutlich abstechendes Stirnschild, das sich von der
Gegend über den Augen, zwischen dem Auge und dem Unterrand
der Hornwurzel nach oben und innen zieht und in seinem vorderen
Teile in eine Spitze ausgezogen ist, zeigt eine dunkelbraune Färbung.
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 12. 6 12. Heft
82 Ludwig Zukowsky: Über einige anscheinend neue Rassen
Sie zieht sich nach hinten zwischen den Hörnern durch bis zum
Hinterhaupte hin, ohne die Färbung zu verändern; nur bei dem
einen Bullen ist diese Blesse nach ihrer vorderen Spitze durch ein
helleres Band abgesetzt, auch ist sie bei diesem Stück etwas dunkler
gefärbt. Bei dem einen Bullen ist die schwarze Gesichtsmaske
etwa in der Höhe der Ausführungsgänge der Tränengrubendrüse,
von einem Kranze verlängerter rund abstehender, rötlicher Haare
unterbrochen, was bei dem letzterwähnten Stück nur angedeutet ist.
Die Ohren sind an der nach dem Horne zu gekehrten Seite
rötlichbraun, an ihrer Rückseite dunkelgrau — da an dieser Stelle
die Haut durchscheint —, nach der Unterseite zu hell, schmutzig-
weiß werdend. Innen sind die Ohren weiß behaart. Der Schwanz
reicht mit seiner Quaste über das Hackengelenk hinab; die Rübe
liegt in der oberen Hälfte des Schwanzes frei. Die Nackenmähne
ist schwarz und die Haare derselben tragen ockerrötliche lange
Spitzen; auch fallen an ihr die am äußersten Rande wachsenden,
schmutzigweißockerigen Haare auf. Der Bart ist sehr schön weiß,
mit einem ganz schwachen Stich ins Ockerfarbige.
Das Gehörn läuft vom Wurzelteil an sehr plötzlich nach hinten,
wenig zur Seite. Die Biegung vom Ansatzteil zum Mittelteil ist
gleichmäßig und ruhig. Die Hörner laufen von der Wurzel aus
nach außen, dann nach oben und hinten, sodaß sich die Spitzen
in einem Winkel von 75° in der Verlängerung treffen würden.
Die Weibchen sollen weiter unten zusammen beschrieben
werden.
Nach den erwähnten Merkmalen, der braunen Allgemein-
färbung, den dunkelbraunen Läufen und dem merkwürdigen Gehörn,
scheint mir die Annahme für das Vorhandensein einer besonderen
neuen Unterart sehr berechtigt. Von C. a. albojubatus und C. a.
hecki ist diese Form, wie erwähnt, insbesondere durch die vorherr-
schende braune Allgemeinfärbung verschieden. Falls sich die er-
wähnten Merkmale für konstant erweisen sollten, möchte ich’ für
die im Norden vom Ngorongorokessel und in diesem vorkommende
Rasse den Namen
Connochaetus albojubatus lorenzi subspec. nov.
vorschlagen, genannt nach Herrn Lorenz Hagenbeck, dem
einen Leiter der Firma Carl Hagenbeck. Der Firma Carl
Hagenbeck gebührt das Verdienst, die ersten Ngorongorognus
mit der braunen Stirn lebend nach Europa eingeführt zu haben.
Connochaetus albojubatus schulzi subspec. nov.
Material: Ein & fast erwachsen, sechs 92 fast erwachsen,
aus dem Ngorongorokessel in Deutsch-Ostafrika.
Der Schädel ist bedeutend kürzer und zierlicher als der von
C. a. lorenzi.
Beschreibung des Männchens: Die Grundfarbe ist dasselbe
Stumpfbraun wie beiC. a. lorenzi, an den Hackengelenken und nach
von Connochaetus albojubatus Thomas aus Deutsch-Ostafrika. 89
den Fesseln zu wird sie etwas lebhafter. Der Hals ist etwas stärker
. grau gefärbt als bei der vorigen Rasse; auch ist die Streifung etwas
gleichmäßiger und enger. Die übrige Streifung ist etwa wie bei
C. a. lorenzi.
Die schwarze Gesichtsmaske läuft an ihrer seitlichen Hinter-
kante bis hinter das Auge und ist nicht gerade wie bei €. a. lorenzi,
sondern nach vorn geschweift mit einem Knick. Das Stirnschild ist
schön weiß gefärbt mit einem Stich ins ockerfarbige bis ockergelb.
Es hat dieselbe Größe wie bei C. a. lorenzi, auch dieselbe Form.
An der Stelle, wo C. a. lorenzi an der schwarzen Gesichtsmaske
eine Unterbrechung durch verlängerte, rötliche Haare hat, ist bei
dieser Form ein dunkelbraunes QOuerband angedeutet, das sich
über die ganze Maske zieht.
Das Ohr ist gleichmäßig rötlichbraun, nach der Unterseite
und dem äußeren Gehörgang zustehenden Teile heller, schmutzig-
weiß, gefärbt. Innen sind die Ohren weiß behaart wie bei C. a.
lorenzi, nur scheinen die Haare im allgemeinen dort etwas länger
zu sein. Der Schwanz reicht mit seiner langen, glänzendschwarzen
Quaste bis weit über die Hackengelenke. Die Ouaste macht mehr
als die Hälfte der gesamten Schwanzlänge aus. Die Nackenmähne
ist glänzend schwarz, aber erheblich kürzer als bei C. a. lorenzi,
auch sind die einzelnen Spitzen der Haare nicht so lang ockerfarbig
wie bei C. a. lorenzi. Die hier besprochene Form hat sehr viel helle
Außenhaare längs der Mähne. Der Bart zeigt den weißlich ocker-
farbigen Ton des Bartes von C. a. lorenzi, geht manchmal auch ins
Weiße über. Das Männchen ist etwa 8—10 cm niedriger am Wider-
rist als die Männchen von C. a. lorenzi.
Das Gehörn läuft vom Wurzelteil an zur Seite und senkt sich
nicht erst etwas nach hinten wie bei C. a. lorenzi. Die Biegung
vom Wurzelteil zum Mittelteil ist plötzlich. Die Spitzen stehen
sich in einem Winkel von etwa 135° gegenüber, sind also mehr
gegeneinander gebogen als bei €. a. lorenzi.
Von €. a. albojubatus und C. a. hecki ist diese Form in erster
Linie durch die eigentümlich braune Färbung verschieden, von
C. a. lorenzi gut unterschieden durch die weiße Blesse, die charak-
teristische Hornform und den kurzen Schädel.
Diese Gnus kann man stets von den vorher beschriebenen
unterscheiden; ich schlage für sie den Namen:
Connochaetus albojubatus schulzi subspec. nov.
vor, genannt nach dem von der Firma Carl Hagenbeck ange-
stellten Afrikareisenden und Tierimporteur Christoph Schulz,
welcher oft genug der Wissenschaft durch interessante Transporte
diente und die ersten Gnus westlich der Bruchstufe lebend nach
Europa brachte.
Connochaetus albojubatus henrici subspec. nov.
Material: Ein $ fast erwachsen, aus der Seringetisteppe in
Deutsch-Ostafrika.
6* 12. Heft
84 Ludwig Zukowsky: Über einige anscheinend neue Rassen
Beschreibung: Der Schädel ist außerordentlich fein und
zierlich gebaut, vor allem bedeutend kürzer als der von C. a.
albojubatus, C. a. lorenzi und C. a. hecki und schmäler als der von
C. a. schulzi. — Der Bulle ist inzwischen in die Hände des Zirkus-
besitzers Herrn Charles Krone, Berlin, übergegangen und ist
dort leider eingegangen. Herr Krone überwies den Kadaver des
Tieres dem Naturhistorischen Museum zu Genf. Die Direktion
dieses Institutes überließ mir den Schädel liebenswürdigerweise
auf einige Wochen, sodaß es mir möglich war, eine kurze Beschrei-
bung, mehrere Maße und einige Photographien des Schädels an-
zufertigen.
Der Zahnbildung nach zu urteilen war der Bulle, wie erwähnt,
noch nicht erwachsen. Die Milchprämolaren sind gewechselt und
die Dauerprämolaren mit dem Nachschieben bereits fertig. Molar
I ist gut entwickelt, weist aber noch große Spitzen auf; Molar
II ist noch im Entwicklungsstadium; die vordere, schon stärkere
Partie hat scharfe Spitzen, die hintere, kleinere Partie runde Spitzen.
Molar III ist noch nicht vorhanden; er ruht noch in der ver-
schlossenen Alveole. Anders sieht der Unterkiefer aus, wo sich
hinter Molar II bereits eine Alveolarlücke zum Durchtritt für
den Molar III öffnet. In dieser Lücke sind die ersten Spitzen des
dritten Molaren deutlich zu erkennen. Die Occipital- und Parietal-
suturen sind zum größten Teil noch deutlich zu erkennen, welches
ebenfalls Kennzeichen für das Alter des Tieres, welches ich auf
etwa 28 Monate schätze, sind. Darauf weist auch das Stadium
der Incisivi hin, von welchen auf jeder Seite die beiden inneren
bereits gewechselt und nachgeschoben sind, während i III im
Stadium des Ausfa'lens begriffen ist.
Leider muß ich mich auf eine einfache Beschreibung des
Schädels beschränken, da es mir unmöglich ist, ein größeres Material
von Connochaetusschädeln zum Vergleich heranzuziehen. Vielleicht
wird aber die folgende Beschreibung und die Masse des jugendlichen
Bullen, wenn die einzelnen Maße in ihren Verhältnissen zueinander
genommen werden, solchen Forschern, welchen Vergleichsmaterial
zur Verfügung steht, Bezeichnendes für die Unterscheidung dieser |
Rasse von den anderen albojubatus-Rassen bieten.
Der Schädel fällt, wie bereits bemerkt, durch große Schmalheit
und Zierlichkeit, ohne die jugendlichen Eigenschaften in den
Gesichtskreis gezogen zu haben, auf und hat ein stark gewölbtes
Profil. Die Frontalia sind an ihrer Oberseite stark gerundet, sodaß
auch der von dem Frontale gebildete Teil des Orbitalringes ohne
jeden Vorsprung nach dem Orbitalring zu verläuft. Die Nasalia
sind außerordentlich lang und laufen an ihren Außenrändern fast
parallel. Die Intermaxillaria sind in ihrem vorderen Teil nicht so
stark verbreitert wie es sonst bei Connochaetus albojubatus der
Fall ist. Das Lacrymale hat eine trapezartige Form. An der Unter-
seite des Schädels fällt der große Condylus occipitalis und der
von Connochaetus albojubatus Thomas aus Deutsch-Ostafrika. 85
große Zwischenraum zwischen diesem und der sehr großen Bulla
tympani auf, welche das Foramen condyloideum anterius deutlich
erkennen läßt. Das Foramen ovale ist verhältnismäßig klein und
eiförmig, das Foramen lacerum posterius verhältnismäßig groß
und liegt trotz der Größe der Bulla tympani sehr frei. Das Squa-
mosum und die Fossa glenoidea sind schmal; außerordentliche
Schmalheit weist besonders die Fossa ectopterygoidea auf. — Diese
Merkmale werden im Verein mit den beigegebenen Photographien
und den Maßen des Schädels ein ungefähres Licht auf die Cha-
raktereigenschaften des Schädels von C. a. henrici werfen.
Längenmaße des Schädels: Der Schädel hat eine größte
Länge, vom Gnathion, der Vorderspitze der Intermaxillaria bis
zur hintersten Kante des Frontale zwischen den Hörnern gemessen,
von 37,5 cm, eine Basallänge, vom Gnathion bis zum Basion, dem
Mittelpunkte des unteren, vorderen Randes des Foramen magnum,
gemessen, von 33 cm. Vom Gnathion bis zum Nasion, dem Mittel-
punkte der Scheidegrenze zwischen Nasalia und Frontalia, mißt
der Schädel 23,9 cm, vom Nasion bis zum Basion 16,7 cm. Der
Vorderrand der Orbita ist von Gnathion 23,7 cm, das Basion vom
Vorderrande der Orbita 14,3 cm entfernt. Die Entfernung des
Gnathion bis zum Nasion ist 7,2 cm größer als die des Nasion
vom Basion, ebenso ist der Abstand des Gnathion zum Vorderrande
der Orbita 9,4 cm größer als der des Vorderrandes der Orbita bis
zum Basion. Die Nasalia haben eine Länge von 17,1 cm, die Inter-
maxillaria eine solche von 14,3 cm. Das Gnathion ist vom Foramen
infraorbitale 12,5 cm, der Vorderrand der Orbita vom Foramen
infraorbitale 11,4 cm entfernt. Letztere Entfernung ist also 1,1 cm
geringer als der Abstand zwischen Foramen infraorbitale und dem
Vorderrande der Orbita. Das Lacrymale hat eine größte Länge
von 7,5 cm, der Orbitalrand einen Längsdurchmesser von 6,1 cm.
Das Gnathion ist vom Hinterrande der Sutura palatina bezw. der
Vorderspitze der Fossa mesopterygoidea 19,7 cm, das Basion von
der Vorderspitze der Fossa mesopterygoidea 13,6 cm entfernt.
Der Unterschied zwischen den beiden letzten Abständen beträgt
6,1 cm. Das Gnathion steht in einer Entfernung von 22,5 cm vom
Hamulus des Pterygoideum, das Foramen lacerum posterius von
der Vorderspitze der Fossa mesopterygoidea in einer solchen von
12,9 cm. Die Zahnreihe hat bis zum Molar II eine Länge von
9,4 cm, die Bulla tympani eine Länge von 3,9 cm. Der Abstand
der Spitze des Processus muscularis vom Hinterrande des Pro-
cessus paroccipitalis ist 6,1 cm groß.
Breitenmaße des Schädels: Die größte Breite des Schädels
am hinteren Orbitalrande beträgt 14,9 cm, die geringste Breite des
Frontale an der Einschnürung unter den Hörnern 12,6 cm. Die
Nasalia weisen eine größte Breite von 3,3 cm auf. An der Stelle,
wo die Maxillo-jugularcrista über die Sutura maxillo-jugularis
läuft, hat der Facialteil eine Breite von 9,6 cm. Die Intermaxillaria
12. Heft
86 Ludwig Zukowsky: Über einige anscheinend neue Rassen
sind an der hintersten Stelle ihrer Außenränder 5,7 cm breit. Die
Zahnreihen stehen am Außenrande der Alveole von pm 1 5,3 cm
voneinander, am Außenrande der Alveole von m I 8,1 cm von-
einander entfernt. Das Occiput hat am Außenrande des Processus
paroceipitalis eine Breite von 10,2 cm, am Meatus acusticus ex-
ternus eine solche von 13,1 cm. Der Condylus occipitalis hat eine
größte Breite von 7,8 cm. An der größten Einschnürung ist das
Collum des Condylus occipitalis 3,4 cm breit. Am Zusammenstoß
der Suturae lacrymalis, maxillaris und jugularis hat der Facial-
teil eine Breite von 6,2 cm.
Höhenmaße des Schädels: Am Occiput hat der Schade
vom Basion bis zur Mitte der Sutura fronto-parietalis gemessen,
eine Höhe von 7,7 cm.
Maße der Mandibula: Die Mandibula hat vom Alveolar-
rande der Symphysis bis zum Hinterrande des Condylus mandi-
bularis eine Länge von 30,2 cm, vom Alveolarrande der Symphysis
bis zur Spitze des Processus coronoideus eine Länge von 32cm.
Die Zahnreihe ist 9,1 cm lang bis zur Alveolarhinterkante von
Molar II. Der Margo interalveolaris ist vom Vorderrande des
il bis zum Hinterrande des m II 19,7 cm, der Abstand des Condylus
mandibularis vom Processus angularis 12,7 cm groß. Der Vorder-
rand der Alveole von pm I steht vom Hinterrande des i IV am
Limbus alveolaris 8,5 cm entfernt. Am Margo interalveolaris hat
die Mandibula eine geringste Höhe von 2,4 cm. Der Ramus man-
dibulae hat zwischen Processus angularis und der Crista mandi-
bularıs eine Höhe von 6,9 cm.
Beschreibung der Decke: Die Grundfarbe ist dunkler als
bei C. a. lorenzi und C. a. schulzi, mehr ein fahles Schwarzbraun.
Nach den Hufen und Handgelenken zu wird die Farbe schön lebhaft
braun. Der Hals ist dunkler und zeigt eine schwärzlichgrau melierte
Färbung. Die schwarzen Streifen des Halses sind noch gleichmäßiger
angeordnet als bei C. a. schulzi und teilweise sehr kräftig. Die
Halsfärbung macht im Gegensatz zu C. a. lorenzi und C. a. schulzi
einen mehr violetten Eindruck durch die Graumischung. Die
schwarze Gesichtsfärbung zieht sich an der Hinterkante bis unter
das Auge.
Das’ Stirnschild ist der Form nach wie bei €. a. lorenzi und C. a.
schulzi. Es ist dunkelockerbraun gefärbt und wird im vorderen Teil
von einer 3—4 cm breiten, weißockerig gefärbten Binde abgegrenzt.
An der Stelle, wo C. a. lorenzi und C. a. schulzi den bräunlichen
Horizontalstrich über der Maske hat, ist das Band bei dieser Rasse
nur durch je einen rechts und links, an den äußersten Enden der
Stelle, wo bei C. a. lorenzi und C. a. schulzi das braune Band vor-
handen ist, stehenden rötlichbraunen Fleck ersetzt.
Die Ohren sind ähnlich wie bei C. a. lorenzi gefärbt, nur ist
bei dieser Form die Unterseite weit weniger weiß gezeichnet. Innen
tragen sie lange weiße Behaarung. Der Schwanz reicht bis etwas
von Connochaetus albojubatus Thomas aus Deutsch-Ostafrika. 87
über die Hacken hinaus; die Rübe liegt in der oberen Hälfte des
Schwanzes frei. Die Nackenmähne ist außerordentlich lang,
glänzend schwarz, das Rot sowohl als auch die hellockerigen Haare
sind fast gänzlich aus der Nackenmähne verschwunden, ein weiterer
Unterschied zu €. a. lorenzi und Ü. a. schulzi. Der Bart ist grau-
braun und weiß meliert.
Die Rasse ist auch kurzbeiniger als C. a. lorenzi und C. a.
schulzi und erscheint dadurch niedriger. Der Bulle ist etwa so
groß wie der von C. a. schulzi.
Beschreibung des Gehörns: Das Gehörn läuft vom Basal-
teil an zur Seite und sehr wenig rückwärts; die Biegung vom
Wurzelteil zum Spitzenteil geschieht sehr plötzlich und die Spitzen
stehen sich einander so gegenüber, daß sie — verlängert — zu-
sammen eine gerade Linie bilden würden.
Das Gehörn hat eine Länge, der vorderen Rundung entlang
gemessen, von 31 cm. Die Spitze steht vom nächsten Punkt des
hinteren Wurzelteils 8,9 cm, vom entferntesten Punkt des vorderen
Wurzelteils 16,1 cm entfernt. An der Wurzel, in der nächsten Nähe
des Schädels gemessen, hat das Horn einen Umfang von 24,3 cm.
Der Hornumfang, 10 cm von dem oberen Ansatz am Schädel entfernt
gemessen, beträgt 17,5 cm, 20 cm von dem oberen Ansatz am Schädel
entfernt gemessen, beträgt er 11,3 cm; beide vorhergehenden Maße
verstehen sich der Rundung des Hornes entlang gemessen. Die
Spitzenenden stehen 8,2 cm voneinander entfernt; die lichte Weite
des Gehörns beträgt 30,5 cm, die größte Auslage 39,1 cm. Die
beiden Hörner stehen an der Stelle, wo sie sich am Wurzelteil
am nächsten stehen, 5 cm voneinander entfernt.
Die Annahme, daß die Männchen von C. a. lorenzi vielleicht
jüngere Tiere sind, als das Männchen der hier beschriebenen Form,
weil sie ein dem Charakter der Hornanlage, besonders dem Spitzen-
stande, nach an junge Stücke gemahnende Gehörne tragen, ist
unberechtigt, da diese Bullen ja gerade, wie erwähnt, etwas größer
sind und älter zu sein scheinen. Ebenso unberechtigt ist aber auch
die Annahme, die beiden Männchen con C. a. lorenzi darum als
viel älter vor dem Bullen der hier besprochenen Rasse und der
Männchen von C. a. schulzi zu betrachten, weil sie längeren Schädel
haben. Die Schädelunterschiede tragen, wie man leicht erkennen
kann, unzweifelhaften Rassencharakter. Der Schädel der hier
beschriebenen Rasse aus der Seringetisteppe und von C. a. schulzi
sind hinten im Verhältnis viel breiter als diejenigen von C. a. lorenzt.
Diese Rasse, welche vorläufig nur aus der Seringetisteppe
bekannt ist, möchte ich in die Wissenschaft einführen unter dem
Namen
Connochaetus albojubatus henrici subspec. nov.,
Herrn Heinrich Hagenbeck, dem Bruder von Herrn Lorenz
Hagenbeck und Leiter der Firma Carl Hagenbeck, zu Ehren
benannt.
12. Heft
88 Ludwig Zukowsky: Über einige anscheinend neue Rassen
Wegen des Originalstückes von €. a. albojubatus habe ich mich
an Herrn Oldfield Thomas-London, dem ersten Beschreiber
dieses Tieres, mit der Bitte gewandt, mir einige Angaben bezüglich
der Färbung des Typus, welcher von den Athi-Plains stammt, oder
eines andern von dort stammenden Tieres zu machen, worauf Herr
Thomas liebenswürdigerweise antwortete, daß Gnus oft große
Wanderungen unternehmen, wobei solche Tiere, welche von den
Athi-Plains stammen, z. B. wohl öfters bis auf deutsches Gebiet
übertreten, so daß es also nicht darauf ankommt, ob man ein
Exemplar aus der Kilima-Ndscharogegend oder von den Athi-
Plains zum Vergleich heranzieht. Im übrigen gibt O. Neumann,
der sowohl C. a. albojubatus als auch C. a. hecki in seiner Heimat
jagte, für C. a. albojubatus auch das Kilima-Ndscharogebiet als
Verbreitung an und begründete die Beschreibung seines C. a. hecki
z. T. auf das im Berliner Zoologischen Garten lebende Exemplar,
welches gleichzeitig mit einem C. a. albojubatus im Garten ankam
und von Neumann als Vergleichsmaterial für C. a. hecki benutzt
wurde.
Wegen Altersstadien und Saisonkleider bezüglich der Gnus
westlich der Bruchstufe in Deutsch-Ostafrika dürften wohl kaum
Bedenken auftauchen, als mir erstens neben dem jüngeren, nahezu
erwachsenen Material auch, wie oben ausgeführt, eine Anzahl alter
Tiere zur Untersuchung stand, und zweitens ein wesentlicher
Unterschied in der Färbung der Decke bei den Tieren während der
Zeit ihres achtmonatlichen Hierseins nicht zu bemerken war.
Beschreibung der Weibchen: Über die Weibchen der
hier besprochenen Connochaetusrassen kann man sagen, daß sie den
Männchen nach jeder Richtung hin ähnlich sind, was auf den bei-
gegebenen Photographien deutlich zu erkennen ist. Es standen
mir, wie erwähnt, 6 Kühe von C.a. schulzi und 2 Kühe von
C. a. lorenzi zur Untersuchung. Von dem eigenartigen C. a. henrici
ist leider kein Weibchen importiert worden. An allen Weibchen
fiel die oben erwähnte bezeichnende Braunfärbung, welche einen
schwachen gelben Stich aufweist, der kurze Körper und die enge
Stellung der hohen Läufe auf. Letztere sind lebhafter braun gefärbt ,
als der übrige Körper, besonders nach den Hufen zu, jedoch ohne
schwärzlich zu werden wie bei C. a. albojubatus und C. a. hecki.
Der Hals ist etwas grauer gefärbt als die übrige Grundfarbe; er
ist wenig, aber sehr eng quergestreift, bei C. a. lorenzi geht die
Streifung auch auf den Vorderkörper über. Stehen die Tiere zum
Beschauer halbschief von hinten, so zeichnet die Decke dicke,
stumpfbraune Streifen, besonders auf den vorderen Körperpartien.
Diese Streifen sind sehr unregelmäßig und verschwinden teilweise
zu größeren zusammenhängenden dunkelbraunen Flecken. Die
Ursache dieser Erscheinung liegt, wie ich mich verschiedentlich
überzeugte, tatsächlich nur in der Färbung und ist nicht etwa
Haarwechsel, wie angenommen werden könnte. Die Schwanzlänge
von Connochaetus albojubatus Thomas aus Deutsch-Ostafrika. 89
variiert bei den beiden Rassen sehr wenig; er reicht bei beiden
Formen weit über das Hackengelenk hinaus; von ihm ist an der
Oberseite auf nicht ganz die Hälfte der Gesamtlänge des Schwanzes
kurz behaart, den anderen Teil macht die glänzendschwarze Quaste
aus. Nur zwei sehr dunkelbärtige Exemplare, auf welche ich unten
noch einmal näher eingehen will, haben kürzeren Schwanz, welcher
die Quaste und die in ihrer oberen Hälfte freiliegende Rübe zu
gleichen Teilen zeigt. Der Schwanz reicht merkwürdigerweise bei
diesen Stücken nur sehr wenig über das Hackengelenk. Die art-
liche Trennung ist insofern auch genau bei den Kühen zu erkennen
als die beiden Kühe von C. a. lorenzi die dunkelbraune Stirn, die
6 Weibchen von C. a. schulzi die ockerigweiße Blesse haben.
Die ‚„dunkelblessigen‘‘ Tiere haben längeren Schädel als die weiß-
blessigen Stücke; es sind allerdings zwei starke weißblessige Tiere
unter dem Material, welche fast so großen Schädel haben, wie
diejenigen mit dunkler Stirn; die anderen stehen erheblich an Größe
zurück. Es ist an den Gehörnen deutlich zu erkennen — wenn auch
zum Teil nur im Prinzip — daßC. a. lorenzi auch bei den Weibchen
weniger mit den Hornspitzen nach innen steht wie €. a. schulzi.
Unter den aus dem Ngorongorokessel importierten Tieren be-
findet sich auch ein ‚‚schwarzbärtiges Weißbartgnu‘. Der Gehörn-
form, Gestalt, Färbung und Zeichnung nach ein echter Conno-
chaetus albojubatus, ist diese Merkwürdigkeit wohl mehr als Zufalls-
erscheinung einer individuellen Verschiedenheit zu betrachten. Die
Haare des Bartes sind in der Höhe des Kinns nach unten bis über
die Hälfte weiß; ebenso etwa ein Viertel des Wurzelteils der übrigen
Barthaare. Alle übrigen Bartpartien haben gemischte dunkelbraune
und schwarze Färbung. Auf größere Entfernung hin wird man das
Tier stets als schwarzbärtig ansprechen. Es ist auch noch ein an-
deres von der normalen Bartfärbung verschiedenes Stück unter
den Kühen. Dieses hat den typischen Bart von C. a. albojubatus,
aber die Haare der Mitte haben lange schwarze Spitzen, wodurch
das Tier sehr eigenartig anmutet. Dieses Exemplar weicht insofern
von den anderen Stücken etwas ab, als es hellere Grundfarbe
besitzt, die von einem schwachen gelben Ton überflogen ist.
Die Tiere zeigen auf der schwarzen Maske in der Höhe des bei
dem Weibchen von C. a. lorenzi und C. a. schulzi beschriebenen rot-
braunen Nasenbandes — und diesem entsprechend — mehr oder
weniger große Andeutungen eines Querbandes, welches durch
verlängerte rotbraune Haare hervorgerufen wird, sich bei den
meisten Stücken aber durch in der Mitte fehlende Haare teilt,
sodaß an diesen Stellen die schwarze Maskenfärbung eine Ver-
bindung erhält. Die Mähnen zeigen am Grunde meist ein meliertes
Aussehen, da hier helle Haare mit rötlichen zusammenstehen; die
eigentliche, umgelegte Mähne hat ein glänzendschwarzes Aussehen
und mischen sich zwischen diese schwarzen Haare wohl nur ab und
zu einzelne helle oder rötliche.
12, Heft
90 Ludwig Zukowsky: Über einige anscheinend neue Rassen usw.
Das Beschreiben der Weibchen wurde sehr erschwert, da sie
sich in einem sehr großen Gehege, dem ‚Paradies‘ befanden, in
welchem auch 4 Exemplare von Struthio molybdophanes, eine Herde
von 7 Taurotragus livingstoni, 3 Exemplare von Dolichohippus
grevyi und viele Capriden untergebracht waren, welche es meist
verhinderten, an ein bestimmtes Exemplar heranzukommen. —
Wenn wir die eben besprochenen Connochaetusformen mit den
länger bekannten Arten zusammenfassen, so würden sich folgende
zehn Arten bezw. Unterarten ergeben:
Connochaetus gnu Zimmermann — Südafrika, nördlich bis
zum Oranje.
C. taurinus taurinus Burchell — von dem Limpopogebiet bis
zum Sambese, westlich bis nach Deutsch-Südwestafrika.
C. t. reichei Noack — Limpopogebiet.
C. johnstoni johnstoni Sclater — Nyassaland.
C. 5. rufijianus de Beaux — Rufiyigebiet.
C. albojubatus albojubatus Thomas — Deutsch-Östafrika, nördlich
vom Kilima-Ndscharo und das südliche Britisch-Ostafrika.
C. a. hecki Neumann — Becken des Manyarasees; Bubugebiet
bis zum Kilima-Ndscharo, östlich der Bruchstufe.. Am
Kilima-Ndscharo, im Norden des Manyarasees und am
Gurui kommen C. a. typicus und C. a. hecki zusammen vor.
C. a. lorenzi Zukowsky — Gegenden nördlich des Ngorongoro-
kessels, westlich der Bruchstufe.
C. a. schulzi Zukowsky — Gegenden südlich des Ngorongoro-
kessels, westlich der Bruchstufe. Im Ngorongorogebiet
kommen C. a. lorenzi und C. a. schulzi zusammen vor.
C. a. henrici Zukowsky — Seringetisteppe.
Zu einer erleichterten Unterscheidung der bisher beschriebenen
Connochaetusarten dürfte vielleicht folgender Schlüssel zum Be-
stimmen dienen:
A) Hörner mehr als 20 cm nach unten und nach vorn gebogen,
Schwanz weißlich Connochaetus gnu
B) Hörner weniger als 20 cm nach unten und seitlich gebogen,
Schwanz dunkelbraun bis schwarz
a) mit schwarzbraunem bis schwarzem Bart
1. Grundfarbe blaugrau (ohne Blesse)
Connochaetus taurinus taurinus
9. Grundfarbe sehr dunkel, schwarzbraun (mit Blesse)
Connochaetus taurinus reichei
3. Grundfarbe bräunlich (ohne Blesse)
I. breiter, kurzer Kopf Connochaetus johnstoni johnstoni
II. schmaler, langer Kopf
Connochaetus johnstoni rufijianus
Dr. med. Richard Hilbert: Die Molluskenfauna usw. 91
b) mit weißem oder gelblichbraunem Bart:
1. Grundfarbe grau (ohne Blesse, Stirn dunkelbraun oder
schwarz)
I. langer Kopf
’) Blesse fehlend oder nur schwach angedeutet
Connochaetus albojubatus albojubatus
Il. kurzer Kopf
”) Stirn dunkelbraun
Connochaetus albojubatus hecki
2. Grundfarbe braun (mit weißlicher Blesse oder dunkel-
braunockeriger Stirn)
I. langer Kopf Connochaetus albojubatus lorenzi
II. kurzer Kopf
’) Blesse weiß, mit feinem Ockerstich (Bart weiß)
Connochaetus albojubatus schulzi
”) Stirn dunkelbräunlichockerig (Bart dunkel meliert)
Connochaetus albojubatus henrici.
Bei der vorliegenden Arbeit haben mich eine Anzahl Herren
in liebenswürdiger Weise unterstützt, sodaß ich hier meine
Dankesschulden abtragen möchte. In erster Linie war es Herr
Prof. Matschie, Kustos am Kgl. Zoologischen Museum zu Berlin,
welcher mir durch einige sehr gute Ratschläge freundlichst zur
Seite stand; ihm gilt mein besonderer Dank. Für einige briefliche
Auskünfte über Connochaetus albojubatus bin ich Herrn Dr.
Arthur Berger-Berlin und Herrn Oldfield Thomas-London
zu großem Danke verpflichtet. Der Direktion des Museum
d’Histsire Naturelle zu Genf danke ich bestens für die freund-
liche Überlassung des Schädels von Connochaetus albojubatus
henrici. Die beigegebenen Bilder wurden von Theodor Reimers-
Hamburg angefertigt und stammen sämtlich aus Carl Hagen-
becks Tierpark.
Die Molluskenfauna des Kruttinnilusses,
Kr. Sensburg, Ostpr.
Von
Dr. med. Richard Hilbert, Sensburg.
Im Jahre 1908 erschien eine Arbeit von Kobelt!), in welcher
dieser Altmeister der Weichtierkunde mit besonderem Nachdruck
darauf hinweist, wie notwendig heute die genaue Durchforschung
aller Flüsse und Flüßchen Deutschlands auf ihre Molluskenfauna
1) Kobelt, Die erdgeschichtliche Bedeutung der Najadeen. Verhandl.
d. naturforsch. Ver. d. Pr. Rheinlande und Westfalens, Bd. 65 (1908), 8. 1.
Derselbe, Zur Kenntn. unserer Unionen. Festschr. d. Wetterauischen
Naturf.-Ges. Hanau 1908, S. 84.
12. Heft
99 Dr. med. Richard Hilbert:
sei und wie insbesondere die genaue Kenntnis der Najadeen inbezug
auf ihre Formen und auf ihre geographische Verbreitung, geogra-
phische und geologische Probleme zu fördern und eventuell zu
lösen im stande sei.
In diesem Sinne ist nun bereits eine Anzahl von Untersuchungen
ausgeführt. So von Israel?) im Mittelelbe-Gebiet, von Haas?)
im Oberrhein, von Geyer?) im Neckar, von Müller’) in der
Mogilnitza, Prov. Posen (Odergebiet) und von Leschke®) in der
unteren Elbe.
Nachstehendes Verzeichnis der, der Klasse der Weichtiere
angehörenden Bewohner des Kruttinnflusses im Kreise Sensburg
verdankt seine Entstehung meiner bereits viele Jahre andauernden
Beschäftigung mit diesem Gewässer und seiner interessanten
Fauna.
Der Kruttinnfluß ist die Perle der an landschaftlichen Reizen
so reichen Südmasurischen Endmoränen-Landschaft”). Er bahnt
sich in mäandrischen Windungen seinen Weg durch die hier meist
bewaldeten Diluvialketten des Uralisch-Baltischen Höhenzuges.
Dieses Flüßchen überschreitet während seines ganzen Verlaufes
nirgends den südlichen Abschnitt des Kreises Sensburg, Ostpr.;
es entspringt im Südostwinkel des Kruttinnsees, fließt dann in
ungefähr südlicher Richtung an dem beliebten Ausflugsort Krut-
tinnen vorbei bis zu dem Gut Jägerswalde. Hier biegt es scharf
nach Norden um, fließt durch den Marktflecken Alt-Ukta hindurch
und mündet dann in den malerisch von Wald umkränzten Gartensee
ein, der seinerseits sein Wasser an den Spirdingsee abgibt. Es
gehört demnach der Kruttinnfluß dem Entwässerungsgebiet der
Weichsel an. Die Länge seines Laufs mißt etwa 20 km, seine
durchschnittliche Breite beträgt 12—20 m. Sein Gefälle, das bis
Jägerswalde stark ist, nimmt von da an erheblich ab, es beträgt
vom Ursprung bis zur Einmündung in den Gartensee 8 m. Die
obere Hälfte seines Laufes hat dementsprechend eine reißende
Strömung und ist von hohen, bewaldeten (Mischwald von Eichen,
?) Israel, Über die Najaden des Mittelelbe-Gebietes. 5l. und 52.
Jahresber. d. Ges. von Freunden d. Naturwissensch. in Gera. 1909, 8. 1,
Derselbe, Beiträge z. Faun. d. weißen Elster. Nachrichtsbl. d. Deutsch.
Malakkozoolog. Ges. 1910, 8. 173.
Derselbe, Die Najaden. d.Weidagebietes. Beiträge z. Kennt. d. mittel-
europ. Najaden. 1910, Nr. 4, S. 49.
®) Haas, Die Najadenfauna d. Oberrheins vom Diluv. bis zur Jetztzeit.
Heidelberger Inaugural-Dissert. Frankfurt a. M. 1910.
Derselbe, Die geograph. Verbreit. d. Najaden. Verh. d. Naturwiss.
Ver. d. Pr. Rheinlande u. Westfalens. Bd. 68 (1911), S. 505.
4) Geyer, Die Molluskenfauna d. Neckar. Jahreshefte d. Vereins f.
vaterländ. Naturkunde in Württemberg, Jahrg. 67 (1911), S. 354.
5) Müller, Die Najaden der Mogilnitza. Nachrichtsbl. d. Deutsch.
Malakkozoolog. Ges. 1912, 8. 1.
6) Leschke, Hamburgische Elbuntersuchnungen. 1909. 8. 251.
a ?) Zweck, Masuren, eine Landes- u. Volkskunde. Stuttgart 1900,
3. 9.
Die Molluskenfauna des Kruttinnflusses, Kr. Sensburg, Ostpr. 93
Buchen, Linden, Birken, Fichten und Kiefern) Ufern eingeschlossen,
während der untere Lauf langsam durch ebenes Gelände und Wiesen-
flächen hindurchführt. Die hohen Ufer des Oberlaufes bestehen
aus oberem Geschiebemergel, die Flußufer des Unterlaufs sind
meist alluvial.
Das Wasser des Flusses ist krystallklar und ziemlich kalkhaltig;
es wird durch keinerlei Abwässer getrübt oder gar verschmutzt.
Seine Ufer sind zumeist mit Wald (Johannisburger Haide) be-
standen, ein Umstand, der für eine günstige Entwicklung des
Tier- und Pflanzenlebens dieses Gewässers in hohem Grade förder-
lich ist. Vom Boote aus, das, von der raschen Strömung getragen,
schnell dahingleitet, sieht man auf dem Grunde des ein bis zwei m
tiefen Wassers jeden Stein, die zahlreichen dort liegenden Muscheln
und Schnecken nebst den zertrümmerten Gehäusen dieser Tiere,
sowie den stellenweise recht üppigen Pflanzenwuchs, der aus
Potamogeton- und Chara-Arten, aus Stratiotes aloides L., der
seltenen Najas major L. und anderen Wasserpflanzen besteht.
Dem physikalischen Unterschied zwischen‘ dem oberen und
dem unteren Lauf des Flusses entsprechend, besteht auch ein
Unterschied in der Molluskenfauna dieser beiden Abschnitte. Im
Oberlauf herrschen die kampferprobten dickschaligen Unionen
und die festsitzenden Schnecken wie Neritina und Ancylus vor,
die der starken Strömung und dem eventuellen Anprall an Stein-
klippen Widerstand leisten müssen, während im Unterlauf die
Anodonten und die mehr zerbrechlichen Schneckenarten, wie
Limnäa, Planorbis, Physa usw. passendere Lebensbedingungen
finden.)
Wie schon angedeutet, ist die Molluskenfauna dieses noch un-
berührten Flusses infolge der günstigen physikalischen und kul-
turellen Verhältnisse (klares, reines Wasser, * Waldumgebung,
wenig dichte Bevölkerung) äußerst reich entwickelt, so daß der
Kenner seine Freude daran hat. In zahlreichen Exkursionen, die
ich im Laufe von Jahrzehnten machte, habe ich nun den Bestand
an Weichtieren, die dieser Fluß in sich birgt, aufgenommen und
übergebe ihn hiermit der Öffentlichkeit, da sich vielleicht nach
Fertigstellung des im Bau begriffenen Masurischen Kanals diese,
für die Weichtierwelt so günstigen Verhältnisse, leicht zu ihren
Ungunsten ändern könnten.?)
In dem folgenden Verzeichnis sollen nun die von mir im Laufe
der Jahre festgestellten Mollusken dieses Flusses nebst ihren
Varietäten in systematischer Reihenfolge aufgeführt werden.!).
®) Vergl. Jordan, Einfl. d. bewegt. Wassers auf d. Gestalt. d. Muscheln
aus d. Fam. Najades Lam. Biolog. Zentralbl., Bd. I., S. 179 u. ff.
Derselbe, Die Binnenmollusken d. nördl. gemäß. Länder v. Europa
u. Asien u. d. Arkt. Länd. Halle 1883, S. 235.
°) Vergl. Tornquist, Geologie:v. Ostpreußen.“ Berlin 1910.
16) Vergl. Hilbert, D. Molluskenfaun. d. Kr. Sensburg in Lebens-
genossensch. Nachrichtsbl. d. Deutsch. Malakkozoolog. Ges. 1908, 8. 115.
12. Heft
94
Dr. med. Richard Hilbert:
I. Gastropoda Lam.
1. Basommatophora Keferstein.
a. Limnaea Lam.
L. stagnalis L. und L. stagnalis var. producta Colb. und var.
arenaria Colb. und var. Colpodia Bourg.
L. auricularia L. nebst L. auricularia var. contracla Kob.
L. ampla Hartm. nebst L. ampla var. Monnardi Hartm.
L. ovata Drap. nebst L. ovata var. patula Dacost. und var.
obtusa Kob.
. L. palustris Müll. und L. palustris var. fusca Pfeiffer.
. L. peregra Müll.
. L. truncatula Müll.
b. Physa Drap.
. Ph. fontinalıs L.
c. Planorbis Guettard.
Pl. corneus L. nebst Pl. corneus var. Banaticus Lang.
Pl. marginatus Drap. nebst Pl. marginatus var. submarginatus
Jan.
Pl. carinatus Müll.
. Pl. rotundatus Poiret.
. Pl. contortus L.
. Pl. nitidus Müll.
. Pl. crista var. cristatus Drap.
. Pl. vortex L. nebst Pl. vortex var. compressus Mörch.
. Pl. spivorbis L.
. Pl. septemgyratus Zgl.
. Pl. complanatus L.
d. Ancylus Geffroy.
. A. /lwviatilis Müll. nebst A. fluviatilis var. rvupicola Boub.
2. Prosobranchia Miln. Edw.
a. Stenobranchia Schweigger.
e. Paludina Lam.
. P. vivipara L. nebst P.vivipara var. Ericae Hilb. und f. unicolor
Oliv.
. P. fasciata Müll.
. P. dilwvianiformis Hilb.
f. Bythinia Gray.
B. tentaculata L. nebst B. tentaculata var. producta Menke.
. B. ventricosa Gray.
g. Bythinella Mog. Tand.
). B. Steinii v. Martens.
h. Valvata Müll.
. V. piscinalis Müll.
V. antiqua Sow.
Die Molluskenfauna des Kruttinnflusses, Kr. Sensburg, Ostpr. 95
29. V. makrostomma Steenbch.
30. V. cristata Müll.
b. Aspidobranchia Schweigger.
1. Neritina.
31. N. fluviatilis L. nebst N. fluviatilis var. halophila Gärtn. und
f. erassa und f. nigra.
II. Peleeypoda Goldfuss.
1. Unionaceae Stoliczka.
a. Unio Philipson.
U. pictorum L.
U. tumidus Philips. nebst U. tumidus var. Mülleri Rossm.
U. Batavus Lam. nebst U. Batavus var. oviformis Hilb. und
U. Batavus var. oviformis f. rvostrata und U. Bat. var. amnicus
Rossm.
sa
b. Anodonta Cuvier.
4. A. piscinalis Nils. nebst A. piscinalis f. rostrata Kok.
5. A. anatına L.
6. A. Cellensis Schröter.
c. Pseudanodonta Rossm.
7. Ps. complanata Zgl.
2. Veneracea Stoliczka.
a. Sphäarium Scopoli.
8. Sph. corneum L. nebst Sph. corneum var. nucleus Stud.
9. Sph. mamillanum Westerl.
b. Pisidium.
10. P. amnicum Müll.
11. P. obtusale Pfeiff.
12. P. fossarinum Clessin.
3. Mytilaceae Stoliczka.
a. Dreissensia van Beneden.
13. Dr. polymorpha Pallas nebst Dr. polymorpha var. ampla
Westerl. und Dr. dolymorpha var. occidentalis Bourg.
" Den oben geschilderten günstigen Lebensbedingungen ent-
sprechend, ‚besitzt mithin der;Kruttinnfluß eine;sehr reichhaltige
Molluskenfauna. Diese besteht, wie das vorstehende Verzeichnis
ausweist, im ganzen aus 44 Arten und 28 Varietäten. Darunter
befinden sich 31 Gastropoden-Arten nebst 19 Varietäten und
13 Arten von Pelecypoden nebst 9 Varietäten. Eine der letzteren,
12. Heft
96 Dr. med. Richard Hilbert: Die Molluskenfauna usw.
Unio Balavus var. oviformis Hilb.“) ist dem Kruttinnfluß eigen-
tümlich und kommt sonst nirgends weiter vor. Sie ist mit ihrer
rundlichen Form, der äußerst dicken und festen Schale und den
mächtigen Schloßzähnen der scharfen Strömung und dem steinigen
Bett dieses Flusses vorzüglich angepaßt.
Überhaupt prägt sich, wie auch zu erwarten, in der ganzen
Molluskenfauna dieses Flusses, eine auffallende Eigenschaft,
nämlich die erhebliche Dickschaligkeit aller dort lebenden Arten,
ganz besonders aus. Dieses gilt nicht nur für die Muscheln, wie die
oben angeführten, sondern auch für die Schnecken, die natürlich in
gleicher Weise der Rollung und dem Anprall an Steine ausgesetzt
sind.
Diesen biologischen Verhältnissen entsprechend, herrschen
demnach auch solche Formen vor, die dem Aufenthalt im stark
strömenden Wasser auch sonst gut angepaßt sind. So sind hier
reichlich vertreten: Ancylus fluviatilis L., Neritina fluviatilis
var. halophila Gärtn., Bythinia tentaculata L., Limnäa ovata Drap.
und Sphärium corneum var. nucleus Stud. Andererseits wiederum,
entsprechend den Verhältnissen des stilleren und langsamer flie-
Benden Wassers des Unterlaufs, findet man daselbst auch die
Bewohner von anderer Beschaffenheit. Hier bemerkt man vor
allem die großen Schnecken der Gattungen Limnda (insbesondere
L. ampla var. Monnardi Hartm.), Physa, Planorbis und Paludina,
und unter den großen Bivalven nehmen den Hauptraum die
Anodonten ein. Auch ist hier das Flußbett nicht so dicht mit
Molluskentrümmern bedeckt, wie auf der Strecke vom Ursprung
des Flusses bis nach Jägerswalde hin; es fehlen eben die im Kampf
ums Dasein Gefallenen. Diese Scheidung ist aber keineswegs rein,
weil selbstverständlich auch widerstandsfähige Arten in den
unteren Lauf geraten, während im Oberlauf auch zerbrechliche
Formen erscheinen, die aus dem Kruttinnsee, der Ursprungsstätte
unseres Flusses herstammen. Solche Formen sind es aber, die
dann im Kampf ums Dasein untergehen und deren Trümmer
allein der Oberlauf enthält. Es gibt mithin, wie überall, so auch
hier, nirgends eine scharfe Trennungslinie: zavra o&i.
K}
1) Hilbert, Über neue Molluskenfunde i. Altpreußen. Schr. d.
Phys. ök. Ges. zu Königsberg, Bd. 52, S. 267, T. XII, f. 3a u. 3b (1911).
Embrik Strand: Zoologische Ergebnisse der Expedition usw. 97
Zoologische Ergebnisse der Expedition
des Herrn G. Tessmann nach Süd-Kamerun
und Spanisch -Guinea.
VII)
(Nymphalididae)
Hierzu Taf. V.
Von
Embrik Strand.
Fam. NYMPHALIDIDAE.
Subfam. Acraeinae.
Gen. Aeraea F.
Acraca eugemia K. var. ochreata Grünb.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 27. IV. 1906, 1 8.
Acraea quirina F.
Kamerun: Bibundi, 7.—14, V. 1905, 2 auf Blättern fliegende 9.
Mokundange, 31. V. 1905, 3 d, an gelber Lactuca-Art fliegend;;
1 2; 1.—15. VI. 1905, 2 d; 19.—25. VI. 1905, 3 &, z. T. auf
Blüten von Kompositen; 10.—27. VII. 1905, 1 8.
Span.-Guinea: 1{, Alen, 14. IX. 1906, 1 & fliegend am Weg;
Uelleburg, VII. —VIII. 1905, 1 $; „Spanisch-Guinea“.
Acraea admatha Hew.
Kamerun: Nyong- Jaundestation, 28.—29. IX. 1905, 18; Bibindi-
Kribi, 2.—4. XI. 1905, 1 2.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 1.—8. V. 1906, 3 d.
Makomo Campogebiet, 16.—31. V. 1906, 1 3; 1.—17. I.
1906, 1.
Acraea neobule Doubl. var. seis Feisth.
Kamerun: Simekoa Kombokotto, 8. X. 1905, 1 & zwischen Gras
in Farmen gefangen. Duala, 7.—10. XII. 1905, 1 2; 1. I. 1906,
a
Acraea zetes L.
Kamerun: Bibundi, 11. III. 1905, 1 2. Mokundange, 1.—15. VI.
1905, 1 2; 1.—15. VII. 1905, 1 $. Jaundestation Simekoa,
1.—7. X. 1905, 1 &.
Span.-Guinea: Alen, 1.—15. VIII. 1906, 1 2; ebenda, 3. X.
1906, 1 2. Uelleburg Benitogebiet, 15.—28. 11. 1907, 1 8.
!) Fortsetzung aus Heft 1913, A 7, p. 151.
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 12, 2 12. Heft
98 Embrik Strand: Zoologische Ergebnisse der Expedition
Acraea egina Cr.
Kamerun: Bibundi, 22. I. 1905, 1 2.
Acraea perenna Doubl. Hew.
Kamerun: Jaundestation Simekoa, 1.—7. X. 1905, 1 $; Simekoa
Kombokotto, 8.—12. X. 1905, 2 d, 1 9, an nassen Stellen am
Wege fliegend; Asoko Jaundegebiet, 12. X. 1905, 3 9, „an
nasser Stelle saugend‘“.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 9. II. 1906, 2 9, „an
Elephantenfleisch‘“. Uelleburg Benitogebiet, 19. I. 1907, 1 8;
15:18. II: 1907,12:
Acraea cepheus L.
Kamerun: Bibindi Kribi, 4. XI. 1905, 1 d, an gelben Compo-
siten fliegend.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 10. II. 1906, 3 &, an Ele-
phantenfleisch fliegend. Alen, 15.—30. VI. 1906, 1 d; 1.—15.
VII. 1906, 1 $; 1.—15. VIII. 1906, 1 2; 16.—31. VIII. 1906,
1 d; 1.—15. IX. 1906 1 2; 3. X. 1906, 1 d; 16.—31. X. 1906,
1 2; 1.—15. XI. 1906, 1 2. Uelleburg Benitogebiet, 14. I.
1907, 1 9, „fliegend am Weg in dem großen Busch!“
Acraea cepheus L. f. sucepha Suft.
Span.-Guinea: Alen, 1.—15. IX. 1906, 2.
Acraea cepheus L. f. pheusaca Suff.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 1. V., 1 9; Makomo
Campogebiet, 15. V., in lichtem Wald 1 2. Alen, 1.—15. VII.,
1 2; 1.—-15..VIIL, 1 2;'26. VII, 19; 16.--81..X..19065 79,
Über die ersten Stände von Acraea cepheus f. pheusaca be-
richtet Herr Teßmann wie folgt:
„Raupe 2,8 cm lang, grünlich, seitlich an den oberen
Dornen fleckenartig etwas gelblich, 6 Dornenreihen: ya
nur auf den ersten 3 Ringen fehlen 2 und 5. Dornen AR
auf dem 1.—5. Ringe etwas stärker, schwarz, schwach TE
weißlich behaart. Kopf klein, schwarzmit weißer Zeichnung. Vorder-
füße bräunlich. Raupe lebt an pappelartiger Pflanze (Mämä-
gumma). Puppe grünlich, Hängepuppe.“
Acraea cepheus L. f. cepheana Strd. n. f.
Kamerun: Bibundi, 19. II. 1905, 1 2 ‚im Natterflußbett fliegend‘“.
Unterscheidet sich von f. $heusaca Suff. durch die stark redu-
zierte gelbliche Subapikalbinde der Vorderflügel; sie ist kaum
1,5 mm breit, außen und hinten verwischt und in ihren hinteren
zwei Dritteln nach außen konvex gebogen, während sie wurzel-
wärts von einer fast doppelt so breiten schwarzen Binde begrenzt
wird; von der Flügelspitze ist sie ein wenig weiter als bei dheusaca
entfernt, weil die Verwischung derselben eben von außen her
erfolgt ist. Die schwarzen Flecke sind ein wenig größer und schärfer
des Herrn G. Teßmann nach Süd-Kamerun und Spanisch-Guinea. 99
markiert als bei pheusaca. Die hellen Partien der Unterseite der
Hflg. blasser als bei Pheusaca.
Acraea pseudegina Westw. var. abadima Ribbe.
Kamerun: Mokundange, 31. V., 1905, an gelber Lactuca-Art,
3 &; 16.—30. VI. 1905, 1 d. Nyong- Jaundestation, 28. IX.
1905, 1 &. Jaundestation-Simekoa, 1.—7. X. 1905, 1 9. Asoko
Jaundegebiet, 16. X. 1905, „lichtes Gelände, zwischen Gras
und an Wegen“, 12.
Acraea terpsichore L.
Kamerun: Bassagebiet Edea, 11. IX. 1905, ‚auf freier Stelle
beim Dorfe Be fliegend‘“, 1 d. Simekoa Kombokotto, 10. X.
1905, 2 &, 1 2, an nassen Stellen am Wege. Assoko, Jaunde-
gebiet, 15. X. 1905, 1 8, 1 9, an lichten Stellen.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—831. XIII. 1906, 1 8;
30. XI. 1906, 1 S, am Wege; 1.—15. XII. 1906, 1 3; 2. I. 1907,
h.&.
Acraea vinidia Hew.
Kamerun: Victoria, 29. VIII. 1904, 1 2, ‚im botanischen Garten
fliegend‘; Jaundestation-Simekoa, 4. X. 1905, 18,19, „im
Graslande zwischen Gras und Blumen am Wege fliegend‘“;
Simekoa Kombokotto, 8.—12. X. 1905, 1 2.
Span.-Guinea: Uelleburg, Benitogebiet, 19. I. 1907, 1 &, 24. 1.
oe.
Acraea bonasia F. cum bonasia alicia E. Sharpe und interruptana
Stra, nm. ab.
Kamerun: Bibundi, 1. X. 1904, 1 &, „auf Blüten oder Blättern
fliegend‘ ; 16.—30. X. 1904, & „auf gelben Kompositenblüten
fliegend‘“; 1 9; 4. XI. 1904, 4 d, „aus niederen Pflanzen auf-
gescheucht‘‘. Bakoko-Bassagebiet, 15. IX. 1905, 4 8, ‚überall
am Wege auf Blättern oder Blüten fliegend‘““. Jaundestation
Simekoa, 1.—7. X. 1905, 1 &. Simekoa Kombokotto, 10. X.
1905, 2 &, ‚an nassen Stellen am Wege fliegend‘“. Assoko
Jaundegebiet, 15. X. 1905, 1 8.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 21. IX. 1906, 2 3; u. 17. XI.
Das Exemplar von Bibundi 1. X. ist bonasia alicia, dasjenige
von Alen 21. IX. bildet eine neue Form, die sich dadurch aus-
zeichnet, daß die rote Längsbinde in der Zelle der Vorderflügel an
ihrem apikalen Drittel unterbrochen ist, indem das Schwarze. des
Dorsal- und Costalfeldes daselbst durch eine Brücke verbunden
sind. Die rote Subapikalbinde ist schmal, die rote Binde der Hilg.
ist ziemlich breit (ab. interruptana m. n. ab.)
Acraea lumiri Beth.-Bak. v. camerunica Strd. n. var.
Kamerun: Simekoa Kombokotto, 10. X. 1905, an nassen Stellen
am Wege, 2 $. Assoko Jaundegebiet, 16. X. 1905, 4 &, in
lichtem Gelände zwischen Gras und am Wege.
7*+ 12, Heft
100 Embrik Strand: Zoologische Ergebnisse der Expedition
Die mir vorliegenden Exemplare weichen von der von EI-
tringham in Trans. Entom.Soc.London 1912,T.IV,F.16 abgebildeten
Form dadurch ab, daß der rote Subapikalfleck der Vorderflügel nicht
so abgerundet wie an der Figur, sondern vielmehr etwa doppelt so
breit wie lang (bezw.5 und 2—3 mm) ist; die beiden längsten Seiten
sind etwa parallel. Die schwarze Costalbinde ist breiter (2—3 mm)
und ihr in die Zelle hineingerichteter Fortsatz ist nicht spitz
zahnförmig, sondern vielmehr breit gerundet und bisweilen un-
deutlich. Die dunklen Binden sind nicht tief schwarz, sondern
vielmehr ganz mattschwarz. An der Basis beider Flügel ist schwarze
Beschuppung deutlicher, als an der Figur dargestellt, vorhanden.
Auf der Unterseite der Vorderflügel sind die rötlichgelben Rand-
flecke schmäler, langgestreckter, z. T. schmal strichförmig. Die
Hinterflügel oben mit kleinem, aber ziemlich scharf markiertem
Diskozellularfleck. Flügelspannung 30—37 mm.
Acraea vivvana Staud.
Kamerun: Bakoko-Bassagebiet, 15.—27. IX. 1905, 1 2; Nyong-
Jaundestation, 29. IX. 1905, 1 &, an nassen Stellen; Simekoa
Kombokotto, 10. X. 1905, 2 &, 1 2. an nassen Stellen fliegend,
Span.-Guinea: Alen, 16.—30. XI. 1906, 1 d; 29. XII. 1906,
1 8, „fliegend am Weg in dem Sumpf bei Alen‘“. Uelleburg,
21. I. 1907, 4 d&.
Acraea Oberthüri Butl.
Kamerun: Bibundi, 1 4, 11. IX. 1904, 1 9, aus dem Gras aufge-
scheucht; 6. XI. 1904, auf dem Wege fliegend, 2 &, 27. XI.
1904, 28, 1 2; 11. XII. 1904, am Pflanzungsrande fliegend,
1 d; 25. XII. 1904, 1 S, 1 2; 1.—15. I. 1905, 1 d. Bakoko-
Bassagebiet, 15.—27. IX. 1905, 1 &.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—31. VIII. 1906, 2 9,18;
28. IX. 1906, 1. d; 1.—15. X. 1906, 1 &; 10. XI. 1906,
138; 22. XI. 1906, aus Raupe, 1 d, 1 2. Uelleburg Benitogebiet,
24. I. 1907, 1 2. Campogebiet, Bebulemambe-Anyong, 1 d,
12. I. 1906, in lichter Gegend fliegend.
Acraea Rogersi Hew.
Kamerun: Simekoa Kombokotto, 8. X. 1905, 1 d, auf dem Dorf-
platz fliegend.
Acraea Rogersi Hew. var. salambo Smith.
Kamerun: Lolodorf, Nyong- Jaundestation, 31. X. 1905, &.
Acraea Pharsalus Ward.
Kamerun: Nyong- Jaundestation, 28.—29. IX. 1905, 1 &; Jaunde-
station, 4. X. 1905, 4 3, „‚fliegend, Gras- oder Übergangsland“;
Simekoa-Kombokotto, 12. X. 1905, 3 d, 1 2, an nasser Stelle
saugend; Assoko- Simekoa- Jaundestation, 132 8,1908:
auf dem Wege fliegend, ganz lichtes Gelände.
des Herrn G. Teßmann nach Süd-Kamerun und Spanisch-Guinea. 101
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 9. II. 1906, 2 3, ‚an Ele-
phantenfleisch fliegend bei meinem Haus‘. Alen, 7. X. 1906,
4 9, aus Raupe; 15. XI. 1906, 1 d.
Acraea encedon L. ab. alcippina Auriv.
Kamerun: Jaundestation-Simekoa, 2. X. 1905, 2 9, auf Wegen
fliegend, an nasser Stelle, Grasland.
Acraea encedon L. ab. Sganzini Boisd.
Kamerun: Simekoa-Klombokotto, 9. IX. 1905, 1 d, 19, ‚Dorf-
platz, fliegend an Blumen‘.
Acraea encedon L. ab. lycıa F.
Kamerun: Duala, 7. XII. 1905, 1 $; an lichter Stelle fliegend.
Acraea pentapolis Ward cum v. thelestis Oberth.
Kamerun: Simekoa-Kombokotto, 12. X. 1905, 1 d, auf dem Dorf-
platz fliegend.
Span.-Guinea: 3 d, 2 9, ohne nähere Bezeichnung.
Eltringham gibt in seiner Monographie der Gattung Acraea
an, daß A. thelestis Obthr. sich auch nicht als Nebenform von
pentapolis unterscheiden läßt, weil die Dorsalpartie der Hinter-
flügel in Färbung zwischen rot und weißlich variiere. Das dürfte
allerdings zutreffend sein, aber nach den Originalabbildungen
beider Formen zu urteilen (A. pentapolis in: Ward, African Lepi-
doptera, T. VI, F. 2 (1873), A. thelestis in: Oberthür, Etude d’Ento-
mol. 17, pl. 3, F. 33 (1893)), würden sie sich dadurch unterscheiden,
daß in thelestis eine gerade, schwarze Binde vom Analwinkel quer
über die Zelle sich erstreckt, während bei dentapolis nur der innerhalb
der Zelle sich befindende Teil dieser Binde vorhanden ist, hinter
derselben erstreckt sich aber eine leicht gebogene Schrägbinde
von der hinteren Ecke der Zelle gegen den Analwinkel, ohne diesen
ganz zu erreichen. Nach diesem Merkmal müßten die vorliegenden
vier Exemplare (die zwei übrigen oben aufgeführten sind mir
nicht mehr zugänglich!) zu thelestis gestellt werden. Wenn man
aber als Unterscheidungsmerkmal die Färbung des Dorsalfeldes der
Hinterflügel betrachtet, so wären zwei der vorliegenden Exemplare
von Guinea zu thelestis, das dritte sowie das von Kamerun zu
bentapolis zu stellen. Nach dem mir sonst vorliegenden, allerdings
nicht reichhaltigen Material ist der Verlauf der erwähnten Binde
etwas varlierend und ich habe noch kein Stück gesehen, das genau
mit der Abbildung von Ward übereinstimmte. Ich möchte daher
doch die Färbung des Dorsalfeldes als Hauptmerkmal in Anspruch
nehmen.
Acraea vesperalis Smith ab. punctula Strd. n. ab.
Kamerun: Assoko, Jaundegebiet, 18. X. 1905, 1 8, in lichtem
Busch.
Das Exemplar weicht von der Originalabbildung ebenso wie
von den anderen mir vorliegenden Exemplaren dadurch ab, daß
12. Heft
102 Embrik Strand: Zoologische Ergebnisse der Expedition
die Hinterflügel eine schräge und etwas gebogene Reihe schwarzer
kleiner Flecke im Dorsalfelde tragen und zwar je 1 in 1b, Ic,
2 und 3, von denen derjenige in 2 der Zelle am nächsten gelegen
ist. Dagegen fehlt der Diskozellularfleck ganz oder fast ganz.
Im Vorderflügel ist die dunkle Medianquerbinde in der Mitte mit
der dunklen Binde am Ende der Zelle zusammengeflossen und letz-
tere Binde ist breiter und infolgedessen erscheint die hyaline Sub-
apikalquerbinde schmäler, bezw. mehr isoliert als bei der Haupt-
form; die zwischen dieser Ouerbinde und der Zelle vorhandenen
zwei dunklen Binden der Hauptform sind hier zu einer zusammen-
geflossen.
Acraea orestia Hew. cum ab. moliwensis Strd. n. ab.
Kamerun: Bibundi, 1. X. 1904, 5 d; 16.—31. XII. 1904, 1 5;
Victoria, 29. VIII. 1904, 1 3, im botanischen Garten fliegend;
Moliwe b. Victoria, 12. XI. 1905, 23,1 9, an gelber Composite.
Weitere Exemplare von Bibundi, 9. XI. 1904, 1 2, in der
Pflanzung fliegend; Simekoa Kombokotto, 10. X. 1905, an
Compositen, 1 d; Assoko, Simekoa- Jaundestation, 16. X,
1905, lichtes Gelände, 1 $; Moliwe b. Victoria, 12. XI. 1905,
an gelber Composite, 1 2; 20. XI. 1905, am Wege fliegend, 1 2.
Letztere Exemplare weichen von der in der ersten Abteilung
angeführten ab durch ein wenig breitere dunkle Saumbinde der
Hinterflügel und die dunklen Partien sind nicht so dunkel wie
bei der Hauptform, sondern etwas graulich-schwarz. Vorderflügel
z. T. mit roter Färbung auch in der ganzen Zelle und dem Dorsal-
felde, im letzteren jedoch mit einem basalen schwarzen Längsfleck
und rötlicher Färbung im Dorsalfelde, die aber nicht den Saum
erreicht und die Rippen 3 auch an der Basis nicht überschreitet.
Beide Exemplare von Moliwe zeichnen sich aus durch die in
die Länge ausgezogenen schwarzen Flecken der submedianen Ouer-
reihe der Hinterflügel; bei der Type dieser Aberration (moliwensis
Strd. n. ab.) sind die Flecke der Felder 2—6 alle in die Länge
gezogen und bis zu dreimal so lang wie breit, während bei der Co-
type nur die Flecke 5 und 6 stark verlängert, derjenige im Felde 4
dagegen ganz klein und nur wenig länger als breit ist; letzteres
stimmt auch mit den Flecken 2 und 3. Der Fleck in der Zelle ist
auch länglich und diejenigen im Felde 1c durch einen schwarzen
Längsstreifen verbunden, der jedoch nicht so tiefschwarz wie die
Flecke sind, weshalb diese noch ganz deutlich hervortreten. Die
Type hat nur 32 mm Flügelspannung, die Cotype 38 mm.
Acraea buschbecki Dew.
Kamerun: Assoko Jaundestation Simekoa, 14. X. 1905, auf Kot
sitzend, Grasland, 3 &.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 28. VI. 1906, 1 d; 1.—15. IX.
1906, 1 &; 20. XI. 1906, 1 d.
des Herrn G. Teßmann nach Süd-Kamerun und Spanisch-Guinea. 10%
Acraea parrhasia FE.
Kamerun: Assoko Jaundestation, Simekoa, 16. X. 1905,22 (?)
Acraea parrhasia F. f. pseudoppidia Strd. n. f.
Kamerun: Mokundange, 2. VII. 1905, 1 8.
Weicht von f. parrhoppidia Stgr., deren Typen mir vorliegen,
dadurch ab, daß die basalen zwei Drittel der Zelle der Vorderflügel
schwarz sind (allerdings mit einem rötlichen Punktfleck) und die
schwarze Beschuppung der Rippen z. T. breiter ist, weshalb die
roten Flecke in den Feldern 1b und 2 ein wenig schmäler erscheinen.
— Von f. parrhoppidia liegt übrigens ein 2 von: Moliwe bei Victoria,
12. XI. 1905, „an gelber Composite‘ vor.
Acraea peneleos Ward.
Span.-Guinea: Alen, 28. IX. 1906, 1 3; ebenda 10. VII. 1906,
1 8, lichte Gegend.
Kamerun: Bibundi, 27. XI. 1904, 1 3, 15.—30. IV. 1905, 1 8;
Bakoko-Bassagebiet, 23. IX. 1905, 1 d, in lichter Gegend;
Mokundange, 9. VII. 1905, 1 d, am Pflanzungsrand; Assoko-
Semikoa, Jaundestation, 18. X. 1905, 1 3, in lichtem Busch-
wald.
Die vorliegenden männlichen Exemplare stimmen gut mit
einer langen Reihe unter diesem Namen in der Sammlung Stau-
dinger, offenbar dieselben Exemplare, die Staudinger im 9. Band
von „Iris“ behandelt hat. Unter sich weichen sie so wenig von-
einander ab und sind, zumal durch die Unterseite leicht von den
Typen von A. penelope Stgr. zu unterscheiden; die Unterseite der
Hinterflügel ist nämlich bei deneleos etwas dunkler, die schwarzen
Flecke sind größer und die helle Medianbinde ein wenig schmäler
usw. — Dagegen weichen diese A. peneleos-Exemplare von allen
von Eltringham abgebildeten, zu dieser Art gestellten Formen ab.
Am besten stimmen sie mit dem, was Eltringham A. $eneleos
pelasgius Gr. Sm.nennt, eine Form, die aber von der echten delasgius
ziemlich verschieden ist; man vergleiche bloß die Originalabbildung
letzterer in Grose-Smith and Kirby, Rhopalocera Exotica, vol. III,
Gen. Acraea, T. VII, F. 9—10 mit Eltringhams Figur in Trans.
Entom. Soc. London 1912, T. IV, F. 2: pelasgius vera hat keine
schwarze Saumbinde der Hinterflügel, bloß schwarze Fransen und
schwarze Enden der Rippen, das dunkle Basalfeld der Hinterflügel
ist verwischt und unbestimmt begrenzt, im Vorderflügel ist die
Subapikalbinde rot, schließt aber kleine weiße Flecke ein, hinter
dieser folgen vier längliche rote Flecke usw., was alles durchaus
nicht auf Eltringhams Figur bezw. seine Form paßt, die ich den
Namen pseudopelasgius m. zu geben vorschlage. Umso merk-
würdiger ist es, daß Eltringham im Text auf die Abweichungen
beider Figuren nicht aufmerksam macht; es sieht fast so aus, als
ob etwa durch Verwechslung von Etiketten ein Irrtum hier ent-
12, Heft
104 Embrik Strand: Zoologische Ergebnisse der Expedition
standen wäre. — Meine Teßmann-Exemplare weichen von der
A. p. pseudopelasgius in erster Linie durch das viel hellere, blaß
grünlich-gelbliche Basalfeld der Unterseite der Hinterflügel ab, das
außerdem kräftiger, dichter und tiefer schwarz gefleckt ist als bei
pseudopelasgius. Das Saumfeld der Unterseite der Hinterflügel
ist nicht oder nur ganz wenig dunkler als das Basalfeld, sonst von
demselben Kolorit, bei einigen Exemplaren jedoch nach innen durch
eine schmale dunkle Linie begrenzt, welche die Enden der Inter-
nervalstriche verbindet und manchmal völlig fehlt; in keinem
Falle tritt die Mittelbinde so scharf hervor wie bei dseudopelasgius,
weil die begrenzenden Felder heller sind. Die Subapikalflecke der
Vorderflügel erscheinen matt silbergraulich statt wie bei Pseudo-
belasgius rein weiß.
Mit der Originalabbildung der Art (in: Ward, African Lepido-
ptera, T. VI, F. 3—4) stimmen meine Exemplare etwas besser,
jedoch sind die Vorderflügel in der größeren Basalhälfte dunkler,
die Subapikalflecke sind kürzer, die hellen Partien in den Feldern
1b und 2 der Vflg. treten als abgerundete, rötliche, ziemlich scharf
begrenzte Flecke auf, das Basalfeld der Oberseite der Hilg. ist
außen schärfer begrenzt, quergeschnitten und schließt (mit Aus-
nahme von 3—5) die schwarzen Flecke ein; auch die Unterseite
weicht etwas ab. Inzwischen glaube ich auf diese Abweichungen
nicht so viel Wert legen zu können, wie auf die von Eltringham
und führe daher bis auf weiteres vorliegende Form als die Haupt-
form von A. peneleos auf, zumal mir keine Exemplare vorliegen, die
genau mit Wards Bild übereinstimmen. Sollte es sich jedoch
schließlich herausstellen, daß vorliegende Form von der echten
peneleos unterschieden werden muß, so würde ich den Namen
peneleordes m. in Vorschlag gebracht haben.
Das Exemplar von Bibundi, 27. XI. ist ein wenig kleiner als
die übrigen: Flügelspannung kaum 40 mm und die Subapikalflecke
treten weniger scharf hervor, ferner zeigt der Innenrand der Saum-
binde der Hflg. einen deutlicheren wellenförmigen Verlauf als bei
den anderen vorliegenden Exemplaren. Die Saumbinde der Unter-
seite der Hinterflügel ist ein wenig schmäler und dunkler als bei
den anderen vorliegenden Exemplaren. Diese Unterschiede sind’
jedoch zu wenig faßbar, um eine eigene Benennung zu rechtfertigen.
Acraea penelope Staud.
Kamerun: Jaundestation-Simekoa, 1 &, 5. X. 1905, an nassen
Stellen saugend im Urwald; Simekoa Kombokotto, 9. X.
1905, 1 2 (?), fliegend im Wald.
Span.-Guinea: Alen, 1.—15. VII. 1906, 1 $; 16.—30. IX. 1906,
1 2; 25. XI. 1906, 18, „am Hause fliegend, teils an Elephanten-
fleisch‘“.
Acraea Maeressei Auriv. ab. nyongana Strd. n. ab.
Kamerun: Nyong- Jaundestation, 28. IX. 1905, 1 8.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—30. IX. 1906, 12 (?).
des Herrn G. Teßmann nach Süd-Kamerun und Spanisch-Guinea. 105
d weicht von der typischen Form durch geringere Größe
(Flügelspannung 46 mm, Flügellänge 25 mm), der transparente
Fleck in der Zelle ist nur ganz schwach, fast unmerklich angedeutet.
Auf der Unterseite der Hinterflügel sind die zwei Flecke in 7 breit
getrennt, derjenige an der Basis des Feldes 6 ist vorhanden, die
zwei auf der Diskozellulare sind getrennt, in der Zelle ist einer
nahe der Basis und außerdem ein Fleck in der Endhälfte. Der
Fleck in 1c ist nicht in zwei aufgelöst, die zwei in 1b sind getrennt.
Das von Span.-Guinea angegebene Exemplar liegt mir bei der
definitiven Bearbeitung nicht vor.
Acraea circeis Drury.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 12. II. 1906, 1 3, „an
Elephantenfleisch fliegend, bei meinem Haus‘.
Acraea servona God.
Span.-Guinea: Unicum von Alen, 25. IX. 1906, „z. T. an Ele-
phantenfleisch.‘
Acraea lycoa God.
Kamerun: Bibundi, 29. I. 1905, 1 2; Bakoko-Bassagebiet, 24.
IX. 1905, 1 &, 3 2, auf dem Wege fliegend.
Span.-Guinea: Campogebiet, 1.—12. I. 1906, 1 2. — Makomo
Campogebiet, 19. V. 1906, 1&. — Alen Benitogebiet, 15. VIII.
1906, 2 2:0291 VIIY 1906,,57893:> 18.18.4306 1 8, 1:8
24. IX. 1906, 1 9, auf lichten Plätzen am Wege fliegend.
Acraea jodutta F. f. joduttana Strd. n. f.
Kamerun: Buea, 20. XI. 1905, 1 2, ‚am Wege von dem Bueasee
nach Moliwe fliegend“.
Mit keiner der von Eltringham aufgeführten Formen iden-
tisch, aber wohl der f. carmentis am nächsten stehend. Im Vilg.
ist die Subapikal-, ebenso wie die Dorsalbinde rein weiß und beide
sind zusammenhängend, wenn auch die in der Mitte des Feldes 2
hergestellte Verbindung wenig mehr als 1 mm breit sowie etwas
schwärzlich bestäubt ist; längs der Rippe 5 (also in schräger
Richtung) gemessen ist die Subapikalbinde 61, mm breit, hinter
Rippe 4 nur 5, längs 3 nur 3 mm breit, erreicht bei ungefähr dieser
Breite die Rippe 3 und entsendet von da zellenwärts die sich mit
der Dorsalbinde vereinigende Fortsetzung. Die Dorsalbinde ist
am Hinterrande 12, längs der Rippe 2 etwa 9 mm breit und er-
streckt sich nach vorn nur bis zur Mitte des Feldes 2. Das Apikal-
und Saumfeld der Vorderflügel ist ein klein wenig heller, bräun-
licher, als die Basal- und Diskalfeld einnehmende dunkle Partie.
Die weiße Medianbinde der Hinterflügel ist etwa 10 mm breit und
geht nach außen durch gelbliche Bestäubung allmählich in das
bräunlich-schwarze Saumfeld über; insbesondere in diesem Über-
gangsfeld treten die schwarzen Nerval- und Internervalstriche
scharf hervor. Das schwärzliche Basalfeld der Hflg.-Oberseite ist
12. Heit
106 Embrik Strand: Zoologische Ergebnisse der Expedition
am Vorderrande etwa 8, am Hinterrande 3 mm lang und läßt die
schwarzen Flecke der Unterseite ziemlich deutlich hervortreten.
Saum- und Apikalfeld der Unterseite beider Flügel ist schmutzig
rötlichbraun. Flügelspannung 70 mm.
Acraea alciope Hew.
Kamerun: Bibundi, 6. XI. 1904, „auf dem Wege nach Bomane
fliegend‘ ; Bassagebiet, 11.—21. IX. 1905, 2 $, 3 2, ‚an gelber
Komposite an lichterer Stelle‘, am Lom im Urwald, 17.
IX. 1905; Asoko Simekoa- Jaundestation, 15. X. 1905, 1 &,
„an lichten Stellen fliegend‘“; Bipindi-Kribi, 4. XI. 1905,
1 9, „an gelber Komposite in lichterer Gegend‘.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 22. I. 1906, 1 8, „im Ur-
wald fliegend‘‘. — Alen Benitogebiet, 1.—15. VIII. 1906, 12; 30.
VIII. 1906, 1 &, ‚‚fliegend am Wege‘; 1.—15. IX. 1906, 38;
16.—30. IX. 1906, 1 2; 1.—15. X. 1906, 1 2; 16.—30. XI.
1906, 1 &; 3. XII. 1906, 1 8, „fliegend am Wege in die große
Farm bei Alen‘.
Acraea alciope Hew. f. edea Strd. n. f. und f. lomana Strd. n. f. 9.
Kamerun: Bassagebiet, Edea, 11. IX. 1905, 1 2.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16. VIII. 1906, 1 9, ‚‚fliegend,
Weg in den Urwald“.
Weicht von der Hauptform, wie diese von Hewitson abge-
bildet wird, dadurch ab, daß die rötliche Ouerbinde im Vflg. ver-
schmälert und verloschen ist und im Felde 3 ganz; bei der Type
(von Edea) ist vor diesem Felde nur noch kleine rötliche isolierte
Schuppenanhäufungen als Andeutung der Binde vorhanden,
während bei der Cotype ein rötlicher QOuerwisch außerhalb des
Endes der Zelle unverkennbar ist. Von rötlicher Bestäubung des
Vorderrandes der Zelle ist kaum, von solcher auf dem Hinterrande
Andeutung vorhanden. Das dunkle Saum- und Endfeld beider
Flügel ist bräunlich-schwarz und erreicht an der Hinterflügelspitze
nur eine Breite von 3 mm, verschmälert sich dann allmählich nach,
beiden Enden und erreicht nach hinten kaum die Rippe 2. Wegen
der geringen Breite dieser Saumbinde treten die schwarzen Nerval-
und Internervalstriche um so deutlicher hervor. Das dunkle Apikal-
und Saumfeld der Vorderflügel breiter als bei der Hauptform.
Nenne diese Form edea m.
Eine weitere weibliche Form, in einem Exemplare von: Lom
im Bassagebiet, 21. IX. 1905 stimmt im Vflg. mit der f. edea
überein, hat aber breitere Terminalbinde der Hinterflügel, indem
diese an der Flügelspitze eine Breite von 6 mm erreicht und auch
noch längs der Rippe 3 fast 5 mm breit ist. Nenne diese Form
lomana Strd. n. f.
des Herrn G. Teßmann nach Süd-Kamerun und Spanisch-Guinea. 107
(sen. Planema Doubl. Hew.
Planema epaea Cr.
Kamerun: Mokundange, 9. VII. 1905, 1 9, „bei meinem Hause
fliegend“.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—30. IX. 1906, 1 &; 17.
XI. 1906, 1 d, „Weg in den Sumpf bei Alen“.
Planema epaea Cr. 2 ab. sublutosa Strd. n. ab.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16. VIII. 1906, 1 9, „Weg
in den Urwald bei Malen‘.
Die helle Binde der Hinterflügel und des Dorsalfeldes der
Vorderflügel ist gelb.
Planema epaea Cr. 2 ab. lutosa Suff.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 23. V. 1906, 1 2; Alen
Benitogebiet, 30. XI. 1906, 1 2.
Planema tellus Auriv.
Kamerun: Bibundi, 11. XII. 1904, 1 &, Bibundidorf nach Bomana;
5. II. 1905, 1 2, „im Hochwald fliegend‘ ; Bassagebiet-Edea,
44.771905:
Planema tellus Auriv. var. platyxantha Jord. und ab. subapicalis
Strand n. ab.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 14. VIII. 1906, 1 2, „Weg
nach Manonanam‘ ; ebenda 15. IX. 1906, 1 2.
Beide 92, die unter sich ein wenig abweichen, dürften der
Planema tellus platyxantha Jord. (in: Mem. 1. Congr. Entom.,
p. 399, T. 24, F. 28 (1911)) jedenfalls sehr nahe stehen; leider ist
mir die Beschreibung und Abbildung dieser Form bei der defini-
tiven Bearbeitung nicht zugänglich. Die Subapikalbinde der Vor-
derflügel und ebenso die auf den Hinterflügeln sich fortsetzende
Dorsalbinde (oder -fleck) derselben sind rein weiß, geht aber im
Dorsalfelde der Hinterflügel ganz allmählich in die bräunlichgelbe
Postmedianpartie über,diesichbiszurschwarzenSaumbindeerstreckt,
die an der Flügelspitze eine Breite von 6 mm hat, sich aber nach
hinten allmählich verschmälert und im Analwinkel linienschmal
endet. Das schwarze Basalfeld der Hinterflügel hat längs des
Vorderrandes der Zelle eine Länge von 5 mm, das dann folgende
weiße Feld mißt längs der Rippe 7 etwa 15,5 mm, längs des Hinter-
randes der Zelle bezw. der Rippe 3 etwa 8 mm. Die weiße Dorsal-
partie der Vorderflügel hat am Hinterrande der Vorderflügel eine
Ausdehnung von 13 mm, längs der Vorderseite der Rippe 2 nur
8,5 mm, längs der Hinterseite derselben aber 12 mm und erreicht
nach vorn nur die Mitte des Feldes 2 und nicht ganz die Zelle.
Die weiße Subapikalbinde ist etwa birnenförmig, vorn am brei-
testen, die größte Breite ist reichlich 7 mm, nach hinten erreicht
12, Heft
108 Embrik Strand: Zoologische Ergebnisse der Expedition
sie die Rippe 2 und ist auf der Innenseite an der Rippe 3 etwa
rechtwinklig eingeschnitten. Die Entfernung zwischen den beiden
weißen Vorderflügelfeldern beträgt 6 mm. Dies bezieht sich alles
auf das Exemplar vom August. — Das andere Exemplar weicht
durch schmälere Subapikalbinde der Vorderflügel ab, die auch
nicht birnenförmig ist, sondern auseinem vorderen subtrapezförmigen
Fleck, der im Felde 5 am breitesten und zwar etwa 6 mm breit,
am Außenrande 8, am Innenrande 5,5 mm lang ist und einem
hinteren, im Felde 3 gelegenen, subquadratischen, 4 mm langen
und fast so breiten Fleck, der dem vorderen Fleck auf der Rippe 4
schmal anliegt, auf der Innenseite aber mit ihm einen großen
rechten Winkel bildet, besteht. Die Entfernung zwischen der weißen
Dorsalpartie und der Subapikalbinde der Vorderflügel ist vorn
etwa 7, hinten 5,5 mm. —
Beide diese Formen dürften in den Rahmen der Planema
tellus platyxantha Jord. hineinpassen, wenn man sie jedoch unter-
scheiden will, so möge der hier zuerst beschriebenen, im August
gefangenen Form der Name Platyxantha bleiben, während die
andere den Namen ab. subapicalis m. bekommen möge.
Planema epiprotea Butl.
Span.-Guinea: Mwila Campo, 30. III. 1906, im Amomum-
gebüsch fliegend, 1 Q. — Makomo Campogebiet, 19. V. 1906,
1 92, im Amomumgebüsch fliegend. - Alen Benitogebiet, 1.—15.
VII. 1906, 1 2; 1.—15. VIII. 1906, 1 2; 16.—31. VIII. 1906,
1 2; 11. X. 1906, 1 2, „fliegend, Weg nach Malen‘.
Planema elongata Butl.
Kamerun: Bibundi, 29. I. 1905, 3 d.
Span.-Guinea: Makomo-Campogebiet, 6. I. 1906, 1 9; 6. Il.
1906, 1 &, im Urwald fliegend. — Alen Benitogebiet, 13. XI.
1906, 1 8.
Planema excisa Butl.
Kamerun: Bibundi, 11. XII. 1904, 1 Z, auf Blättern beim Hause
fliegend; Mokundange, 15. VII. 1905, 1 2.
Span.-Guinea: Alen-Benitogebiet, 1.—15. VIII. 1906, 1 2;1.—15.
184906; 118: 615:.,%.1906, 1%:
Planema poggei Dew.
Span.-Guinea: Alen-Benitogebiet, 26. IX. 1906, 1 d.
Planema umbra Drury.
Kamerun (S.): Adschabe-Akom, 23. III., 1 2.
Planema macarioides Auriv.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. I., 18; Mokundange, 1.—15. VII. 1£.
Planema vestalis Feld.
Span.-Guinea: Alen-Benitogebiet, 16.—31. X. 1906, 1 9.
des Herrn G. Teßmann nach Süd-Kamerun und Spanisch-Guinea. 109
Subfam. Nymphalinae.
Gen. Laehnoptera Doubl.
Lachnoftera iole F.
Kamerun: Bibindi-Kribi, 2.—4. XI. 1905, 2 d; Adschabe, Akom,
21.—23. III. 1906, 1 8.
Gen. Atella Doubl.
Atella columbina Cr.
Kamerun: Bibundi, 16.—31. XII. 1904, 1 d; 16.—31. I. 1905,
1 d. — Bipindi-Kribi, 2.—4. XI. 1904, 1 d.
Span.-Guinea: Alen-Benitogebiet, 16.—31. X. 1906, 1 9.
Atella phalantha Drury var. aethiopica Roths. u. Jord.
Kamerun: Bipundi, 17. III. 1905, 1 2.
Gen. Antanartia Roths. u. Jord.
Antanartia (Hypanartia) delius Drury.
Kamerun: Bassagebiet, Edea, 11. IX. 1905, 1 $; Bakoko-Bassa-
gebiet, 15.—27. IX. 1905, 1&; Simekoa Combokotto; Moliwe
bei Victoria, 20.—26. XI. 1905, 1.
Span.-Guinea: Alen-Benitogebiet, 16.—31. VIII. 1906, 1 9;
1.—15. X. 1906, 1 2.
Gen. Pyrameis Hb.
Pyrameis cardui L.
Kamerun: Jaundestation, Simekoa, 1.—7. X. 1905, 19,12.
Gen. Vanessula Dew.
Vanessula milca Hew.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. XII. 1904, 1 d; Bakoko, Bassagebiet,
15.—17. IX. 1905, 1 d, 1 2; Jaundestation Simekoa, 1.—7.
X. 1905, 1 d; Asoko-Simekoa, Jaundestation, 12.—23. X.
1905, 2 &, 1 2; Buea, 15.—20. XI. 1905, 2 d.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 12. V. 1906, 13. — Alen,
Benitogebiet, 1.—15. VII. 1906, 1 3, 1.—15. XII. 1906, 1 3.
Gen. Preeis Hb.
Precis clelia Cr.
Kamerun: Mokundange, 16.—31. V., 18; 1.—15. VI. 1905, 18. —
Asoko Simekoa, Jaundestation, 12.—23. X. 1905, 1. — Duala,
7.—10. XI. 1905, 19,192.
Precis oenone L. var. cebrene Trim.
Span.-Guinea: Bimfillegebiet, 1 2
Precis sophia F.
Kamerun: Bibundi, 1.—18. IX., 14; 1. 15. X., 1 d; 16.—30. X.,
3 d&,1 9; 16.—30. XI. 1904, 2 2;15.—30. IV. 1905, 19. — Mo-
kundange, 1.—15. VII. 1905, 1 2.
Span.-Guinea: Alen-Benitogebiet, 16.—30. IX. 1906, 1 8.
12, Heit
110 Embrik Strand: Zoologische Ergebnisse der Expedition
Precis octavia Cr.
Span.-Guinea: Nkolentangan, 29. XII. 1907, 1 2.
Precis pelarga F. (?).
S.-Kamerun: Adschabe Akom, 21.—23. III. 1906, 1 2.
Precis milonia Feld. (?) var. Pelargoides Auriv.
Kamerun: Isongo, Ende VIII. 1904, 1 $; Bibundi, 1.—15. V.
1905, 1 &; Mokundange, 10.—27. VII. 1905, 1&; Buea, 15.
bis: 202. ZI5105, 118:
Precis milonia Feld. (?) var. sinuata Plötz.
Kamerun: Bibundi, 16.—80. X. 1904, 1 d; Buea, 15.—20. XI.
1905, 1 d.
Precis coelestina Dew. var.
Kamerun: Jaundestation Simekoa, 1.—7. X. 1905, 1 d.
Precis terea Drury.
Kamerun: Bibundi, 13; 1.—10. X.,2&, 198; 16.—30., X., 16;
1.—15. XL, 1 9, 16.— 30. XI. 1904, 1 8; 1.—15. I. 1905, 1 d;
19; 16.— 81.1.1905, 13. — Bakoko-Bassagebiet, 15.—27. IX.
1905, 1 8.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 21. IV., 1 3; 14. V. 1906,
1 &. — Makomo Campogebiet, 16.—31. V. 1906, 1 &. — Alen
Benitogebiet, 16.—30. IX, 2 39,1 2; 1.—15. X.,1&,1 9; 16.
bis 31. X., 1 9, 16.80. XI. 1906, 1 8
Precis stygia Auriv.
Kamerun: Bibundi, 16.—30. XI. 1904, 24. — Bassagebiet, 12. IX.
1905, 1 d. — Jaundestation-Simekoa, 1.—7. X. 1905, 1 &.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 9. V. 1906, 1 d; Alen,
Benitogebiet, 1.—15. VIII. 1906, 1 £&.
Precis stygia Auriv. var.
Kamerun: Mokundange, 1.—15. VI. 1905, 1 8.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 16.—31. V. 1906, 1 8;
Alen, Benitogebiet, 1.—15. VIII. 1906, 1 8; Alen, 1.—19.
IR 90, i
Gen. Salamis Boisd.
Salamis temora Feld.
Kamerun: Bassagebiet, 19.—24. IX. 1905, 3 &; Simekoa Combo-
kotto, 8.—12. X. 1905, 1 d.
Salamis parhassus Drury f. parhassus Drury.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. I. 1905, 1 &; Simekoa Combokotto,
8.—12. X. 1905, 1 d; Asoko Simekoa, Jaundestation, 12.—23.
x. 908
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 22. I. 1906, 18, — Alen
Benitogebiet, 15.—80. VI., 1 2; 1.—15. VII, 18; 1.—15. XI,
des Herrn G. Teßmann nach Süd-Kamerun und Spanisch-Guinea 111
1 &; 16.—31. VII, 138;1.—15. XI. 1906, 1. — Nkolentangan,
1,3220 DENE 34 ALL, 1907, 1:€.
Gen. Hypolimnas Hb.
Hypolimnas misippus L.
Kamerun: Bibundi, 17. III. 1905, 1 8.
Hypolimnas misippus L. ab. $ inaria Cr.
Kamerun: Bibundi, 19. III. 1905, 1 2.
Hypolimnas salmacis Drury.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. XI, 1 2; 1.—15. XII. 1904, 2 8;
1.—15. V. 1905, 2d. — Mokundange, 1.—15. VI. 1905, 23. —
Asoko Simekoa, Jaundestation, 20.—23. X. 1905, 1 d. Bi-
pindi Kribi, 2.—4. XI. 1905, 19. —Moliwe b. Victoria, 20.—26.
21.1905: 1 &-
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VII, 13; 1.—15. VIII.
1906, 1 8.
Hypolimnas monteironis Druce.
Kamerun: Bibundi, 16.—30. X. 1904, 1 8.
Span.-Guinea: Alen, Benitogebiet, 16.—31. VII. 1906, 2 8;
16.—30. IX. 1906, 1 d.
Hypolimnas dinarcha Hew.
Kamerun: Jaundestation, 1.—17. X. 1905, 1 d.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 24. IV. 1906, 1 3; Alen,
Benitogebiet, 15.—30. VI. 1906, 1 &; Nkolentangan, 3. XIr
1907, 1 d.
Hypolimnas dinarcha Hew. ab. 1.
Span.-Guinea: Alen, Benitogebiet, 1.—15. XI. 1906, 1 d.
Hypolimnas dinarcha Hew. ab. 2.
Span.-Guinea:19, Mwila Campo, 29.—30. III. 1906, 18. — Alen,
Benitogebiet, 15.—80. VI. 1906, 1 &; 16.—31. X. 1906, 1 6.
Hypolimnas dubius Pal.
Kamerun: Bibundi, 16.30. X& a& 19; K=415. RII21904,
1 &. — Mokundange, 16.—830. VI, 18;16.—31. VII. 1905, 13 —
Lolodorf-Bipindi, 2. XI. 1905, 1 8.
Span.-Guinea: Akom Kul-Maka, 24.—27. III. 1906, 18; Makom
Ntumgebiet, 13.—22. IV. 1906, 28; Alen-Benitogebiet,
1.—15. XI. 1906, 1 &; Nkolentangan, 7. XII: 1907, 16.
Hypolimnas dubius Pal. var. latopicta Bartel.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. X. 1904, 1 d.
Hypolimnas dubius Pal. var. cerberus Auriv.
Kamerun: Bibundi, 16.—30. X. 1904, 1 d.
Span.-Guinea: Alen-Benitogebiet, 16.—80. XI. 1906, 1 8;
Uelleburg, Benitogebiet, 15.—31. I. 1907, 1 8.
12. Heit
119 Embrik Strand: Zoologische Ergebnisse der Expedition
Hypolimnas anthedon Doubl.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. IX., 1 d; 16.—30. X., 1 d; 16.—90.
XI, 1904, 1 2. — Mokundange, 1.—15. VI. 1905, 1 Ex.
Span.-Guinea: Alen, Benitogebiet, 1.—15. VIII. 1906, 1 3.
Gen. Kallima Westw.
Kallima rumia Doubl. Hew.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. X. 1904, 1 &, 16.—31. I. 1905, 1 8;
15.—90. IV. 1905, 1 d — Moliwe b. Victoria, 20.—26. XI.
1905, 1 &.
Span.-Guinea: Alen, Benitogebiet, 1.—15. VII. 1906, 1 d. —
Uelleburg Benitogebiet, 15.—31. I., 1 d; 15.—23. II. 1907,
1 8; IV.—VII. 1908, 1 2.
Kallima cymodoce Cr.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 10. TV. 1906, 1&. — Uelle-
burg Benitogebiet, 15.—31. I. 1907, 1 8.
Gen. Eurytela Boisd.
Eurytela hiarbas Drury.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VIII, 1 3; 16.— 80.
X1., 1 9; 1.—5. XI. 1906, 1 &; 1.—14. I. 1907, 1 8.
Kamerun: Asoko Simekoa, Jaundestation, 12.—23. X. 1905, 12.
Lolodorf Nyong, Jaundestation, 28.—31. X. 1905, 1 9.
Eurytela dryope Cr.
Kamerun: Bassagebiet, Lom, 27. XI. 1905, 1 £.
Span.-Guinea: Uelleburg, Benitogebiet, 15.—31. I. 1907, 1 2.
Eurytela dryope Cr. ab. alinda Mab.
Kamerun: Bibundi, 10. III. 1905, 1 2.
Gen. Neptidopsis Auriv.
Neptidopsis obhione Cr.
Kamerun: Bassagebiet, Lom,2&, 19. — Asoko Simekoa, Jaunde-
station, 12.—23. X. 1905, 3 &. h
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 22. IV., 2 8, 7. V. 1906,
1 &. — Makomo Campogebiet, 16.—31. V. 1906, 2 $. — Alen
Benitogebiet, 12.—13. VI., 1 8; 1.—15. VIL, 1 8; 1.—15.
VIII, 1 8; 16.—30. XI. 1906, 1 £.
Gen. Ergolis Westw.
Ergolis enotrea Cr.
Kamerun: Asoko Simekoa, Jaundestation, 12.—23. X. 1905, 18.
Span.-Guinea:1d, Makomo Campogebiet, 7.—28. 1. 1906, 13. —
Alen Benitogebiet, 1.—15. VIL, 1 2; 1.—15. VIII, 2 3;
16.—31. X.,1 8; 1.—15. XI. 1906, 1 8; 1.—14. I. 1907, 1 9,1%.
des Herrn G. Teßmann nach Süd-Kamerun und Spanisch-Guinea. 113
Ergolis actisanes Hew.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. 11.1905, 12 (?). Mokundange, 16.—50.
VI. 1905, 1 9.
Ergolis murina Bartel
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 1.—17. II. 1906, 1 G.
Makomo Ntumgebiet, 8. V. 1906, 1 £.
Gen. Mesoxantha Auriv.
Mesoxantha ethosea Drury
Kamerun: Mokundange, 1.—15. VII. 1905, 1 2.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VIII. 1905, 13,19;
1.—15. IX, 2 9; 16.—30. IX., 138; 16.—31. X., 1 3; 16.— 30.
XI., 1&; 16.—31. XI. 1906, 1 2. — Uelleburg Benitogebiet,
14.—31. I. 1907, 1 8.
Gen. Byblia Hb.
Byblia goetzius Herbst f. vulgaris Staud.
Kamerun: Bassagebiet, 9. IX. 1905, 19, 12. — Nyong, Jaunde-
station, 28.—29. IX. 1905, 1 d.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 21.—24. IV. 1906, 1 3,
12. — Alen Benitogebiet, 1.—15. VIIL., 1 2; 16.—31. VIIL,
24,19;1.—15. IX., 19; 1.—15. X.,1 9; 16.—80. XI. 1906,19.
Gen. Asterope Hb.
Asterope (Crenis) occidentalium Mab.
Kamerun: Bibundi, 16.—30. X. 1904, 1 &; 28. III. 1905, 19, —
Mokundange, 1.—15. VI., 1 8; 16.—30. VL, 1 2; 16.—31.
VEIT. 1905, 1 8.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 27. I., 18; 1.—17. I.
1906, 1 d. — Alen Benitogebiet, 16.—830. XI. 1906, 1 £.
Asterope (Crenis) boisduvali Wallgr.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. V. 1905, 1&. — Jaundestation Simekoa,
1.—7.X. 1905,18 — Asoko Simekoa, Jaundestation, 12.—23.
x. 1905, 1 &:
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 27. 1. 1906, 2 3.
Asterope (Crenis) amulia Cr.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. XIL, 1 & 16.31: XI. 104, 12.
Mokundange, 1.—15. VI.,1&; 16.—30. VI. 1905, 1$. — Bassa-
gebiet, 19.—21. IX. 1905, 4 3.
Span.-Guinea: 1; Makomo Ntumgebiet, 9. V.1906, 1$. — Alen
Benitogebiet, 16.—30. VI, 1 &; 16.—30. IX, 1%; 1.—15. XI.
1906, 2 2.
Gen. Marpesia Hb.
Marbesia (Cyrestis) camillus F.
Kamerun: Simekoa Combokotto, 8.—12. X. 1905, 1 d.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 1. V. 1906, 1 d. — Alen
Benitogebiet, 16.—31. XII. 1906, 1 9.
Archiv für Naturgeschichle
1913. A. 12. 8 12. Heft
114 Embrik Strand: Zoologische Ergebnisse der Expedition
Gen. Neptis F.
Neptis metella Doubl. Hew.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. IX. 1906, 1 2.
Neptis saclava Boisd.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 16.—31. V. 1906, 1 2.
Alen Benitogebiet, 1.—15. VIII., 1 8, 1 2; 16.—31. VIII,
29; 1.15. IX, 13,1%; 16.—30. IX. 1; 1.—15. XI
1906, 1 d.
Nebtis nemetes Hew.
Kamerun: Asoko Simekoa, Jaundestation, 12.—23. X. 1905, 1 2.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 21. IV. 1906, 1. — Alen
Benitogebiet, 16.—31. VIII, 1 3; 16.—30. IX, 1906, 2 &,
1 2. — Uelleburg Benitogebiet, 15.—31. I. 1907, 2 £.
Neptis agatha Stoll
Kamerun: Jaundestation Simekoa, 1.—7. X. 1905, 3 d. — Asoko
Simekoa, Jaundestation, 12.—23. X. 1905,2&. — Duala, 7.—10.
XII. 1905, 19,12.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VIII, 1 2; 1.—15.
IX., 1 &, 16.—30. IX., 1 d; 1.—15. X. 1 d; 1.—15. XU.
1906, 1 2.
Neptis nysiades Hew.
Kamerun: Asoko Simekoa, Jaundestation, 12.—23. X. 1905, 1 &.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—30. XI., 1 d, 1.—15.
XII. 1906, 1 d.
Nebtis nysiades Hew. (?) ab. metanira Holl.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—31. X. 1906, 1 &.
Neptis puella Auriv.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VII., 1 &; 1.—15. X.,
1.5;17. XL, 38,1. 13. 3117.71900, 18.
Neptis nicomedes Hew. var. quintilla Mab.
Kamerun: Asoko Simekoa, Jaundegebiet, 12.—29. X. 1905, 3 d:
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—30. IX. 1906, 1 &.
Neptis biafra Ward
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—30. IX. 1906, 1 d.
Nebtis nicoteles Hew.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. XII. 1904, 1 2; 16.—26. II. 1905, 1 2.
Neptis nicodice Grünberg
Span.-Guinea: Alen Benitogebeit, 16.—31. VIII. 1906, 1 2.
Neptis nebrodes Hew.
Span.-Guinea: Uelleburg Benitogebiet, 15.—31. I. 1907, 1 2.
des Herrn G. Teßmann nach Süd-Kamerun und Spanisch-Guinea.. 115
Neptis melicerta Drury
Kamerun: Mokundange, 1.—15. VI. 1905, 1&; 1.—15. VII. 1905,
1&, 22. — Bassagebiet, Edea, 11. 1X. 1905, 1%. — Bakoko Bassa-
gebiet, 11.—27. IX. 1905, 1 2.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 16.—31. V. 1906, 13. —
Alen Benitogebiet, 1.—15. VIII., 1 8, 16.—31. VIII, 1 &;
1.—15. IX., 1, 2 8; 16.—31. X. 1906, 1 8.
Gen. Pseudaeraea Westw.
Pseudacraea lucretia Cr. var. protracta Butl.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. XI. 1906, 1 d.
Pseudacraea hostilia Drury var. warburgi Auriv.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—30. XI. 1906, 1 2.
Pseudacraea eurytus L. ab. Q bicolor Auriv.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 16.—31. V. 1906, 1 9.
Pseudacraea (?) ruhama Hew.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. IX. 1906, 1 2.
Pseudocraea semire Cr.
Span.-Guinea: Makomo Campo, 1.—17. II. 1906, 1 8.
Gen. Pseudoneptis Sn.
Pseudoneptis coenobita F.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. XII. 1904, 1 2; 1.—15. I., 1 2; 15.—380.
IV. 1905, 1 &. — Mokundange, 1.—15. VII., 12; 16.—31. VII,
19035, 1.8:
Span.-Guinea: 1.—15. VIII, 2 2; 16.—31. VIIL, 1 9, 1.—13.
IX., 29; 16.—31. X., 1 2; 1.—15. XI. 1906, 1 2.
Gen. Catuna Kirby
Catuna crithea Drury
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 11. V. 1906, 1. — Makomo
Campogebiet, 1 9, 1.—7. II., 19, 16.—31. V. 1906. — Alen
Benitogebiet, 16.—30. VI, 3 d; 1.—15. VI, 19,19; 1.—15.
VII, 1°2; 16.312) VIE 1906, 2%
Catuna crithea Drury var. vel ab.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. XII. 1904, 1 $&; Mokundange, 1.—15.
VIEL:.1909,08 ©:
Catuna angustata Feld.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VII., 1 2; 16.—31.
VIL,1d&; 1.—15. IX. 1906, 2 9, 2 2.
Catuna angustata Feld. var. vel ab.
Goldküste: Accra Lome, 26. VIII. 1904, 1 d.
8* 12. Hett
116 Embrik Strand: Zoologische Ergebnisse der Expedition
Catunma oberthüri Karsch
Kamerun: Bibundi, 1.—15. XII. 1904, 1 3; 16.—31. XII., 1 £8.
Mokundange, 1.—15. VI., 1 2; 1.—15. VII, 1 3; 10.—27. VII.
1905, 1 d.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VII., 1 8; 16.—31.
VIM..1%8; 1.--15. IX. 1906, 1:2.
Gen. Pseudargynnis Karsch
Pseudargynnis hegemone God.
Kamerun: Simekoa Combokotto, 8.—12. X. 1905, 1 d.
Pseudargynnis hegemone God. ab. obscurata Grünbg.
Kamerun: Jaundestation Simekoa, 1.—7. X. 1905, 1 2.
Gen. Cynandra Schatz
Cynandra opis Drury
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 3.—12. I. 1906,139,19;
27. I. 1906, 1 &. — Alen Benitogebiet, 1.—15. VII. 1906, 1;
16.—31. VIII. 1906, 1 3. — Uelleburg Benitogebiet, 15.—18.
II. 1907, 1 2.
Gen. Ateriea Boisd.
Aterica galene Brown
Kamerun: Mokundange, 1.—15. VI. 1905, 18, 1 2; 1.—15. VL.
1905, 1 &; 20.—27. VII. 1905, 1 2.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 1.—28. 1. 1906, 1 $. —
Alen Benitogebiet, 15.—30. VI., 18; 1.—15. VIIL., 18; 1.—15.
VIII.,29;1.—15. IX., 19; 16.—30. IX. 1906, 1 &. — Uelleburg,
Benitogebiet, 15.—831. I. 1907, 1 8.
Gen. Hamanumida Hb.
Hamanumida (Leucosticta) daedalus F.
var. meleagris Cr.
Kamerun: Jaundestation Simekoa, 1.—7. X. 1905, 2 d, 2 2.
Gen. Euphaedra Hb.
Euphaedra eusemoides Sm. u. Kby.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. IX. 1906, 1 2; 16.—31.
XII. 1906, 1 8.
Euphaedra ruspina Hew.
Kamerun: Bibundi, 1 &; 1.—15. XI. 1904, 1 &; 1.—15. I. 1905,
18, 2 2. — Mokundange, 1.—15. V1.1905, 1 2. — Bassagebiet.
Lom, 21. IX. 1905, 1 d. Kribi, 18.—22. III. 1906, 1 2. Ad-
schabe Adkam, 21.—23. III. 1906, 1 8.
Span.-Guinea: Mwilla Campo, 9.—29. III. 1906, 1 2. Alen,
Benitogebiet, 16.—31. VIII, 2 2; 1.—15. IX. 1906, 1 &.
Euphaedra eleus Drury
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—30. IX., 1 9; 1.—15.
X. 1906, 1 &.
des Herrn G. Teßmann nach Süd-Kamerun und Spanisch-Guinea. 117
Euphaedra eleus Drury var. 1.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—30. VI. 1906, 1 d;
1.15. VIII. 1906, 12716.—31. XIL'1906, 12.
Euphaedra eleus Drury var. 2.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 28. I. 1906, 1 d.
Euphaedra eleus Drury var. 3.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—30. IX. 1906, 1 8;
16.—31. X. 1906, 1 8.
Euphaedra preussi Staud.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—31. VIII., 1 2; 16.—30.
IX, 18; :16.—30.:&%I. 1906, 1 2:
Euphaedra preussi Staud. (?) var. njamı Staud.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—31. VIII, 1 8; 1.—15.
X. 1906, 1 d.
Euphaedra preussi Staud. var. 2.
Kamerun: Simekoa Combokotto, 8.—12. X. 1905, 1 d.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 15.—830. VI. 1906, 1 8;
1.—15. XII. 1906, 1 d.
Euphaedra preussi Staud. var. 3.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 1.—17. II. 1906, 1 9;
Alen Benitogebiet, 16.—31. VII. 1906, 1 d.
Euphaedra, Hyprid (?) preussi Staud. x ravola Hew.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VIII. 1906, 1 2.
Euphaedra ceres F. (?) ab. afzelii Feld.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VIII. 1906, 1 2.
Euphaedra ceres F. ab. phaöthusa Butl.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VIII., 1 3; 16.—31.
VII. 196,1 2.
Euphaedra ceres F. ab. et var. ravola Hew.
Kamerun: Bibundi, 16.—80. X. 1904, 1 d; 1.—15. 1.1905, 12. —
Mokundange, 16., 30. VI., 1 &; 10.—27. VII. 1905, 1 3. Bassa-
gebiet, Edea, 11. IX. 1905, 1 2.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 28. I., 1 2; 16.—31. V.
1906, 1 & Alen. — Benitogebiet, 1.—15. VII., 13; 16.—31. VII.,
178; 1.15. VI, 12 9; 16.—31:' VII: 1906, 1%,
Euphaedra themis Hb.
Kamerun: Bassagebiet, Edea, 6. IX. 1905, 1 £.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. IX. 1906, 1 2.
12. Heft
118 Embrik Strand: Zoologische Ergebnisse der Expedition
Euphaedra themis Hb. ab. janetta Butl.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. I., 22, 1.—15. 11. 1905, 1 2. — Mo-
kundange, 16.—30. VI. 1905, 1-9,
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—31. VII. 1906, 1 9.
Euphaedra themis Hb. ab. nov.?
Kamerun: Bibundi, 16.—30. X. 1904, 1 2.
Euphaedra themis Hb. (?) ab. aureola Kirby
Kamerun: Mokundange, 1.—15. VI. 1905, 1 2.
Euphaedra themis Hb. ab. campaspe Feld.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—30. IX. 1906, 1 9.
Euphaedra cyparissa Cr.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. I. 1905, 1 2.
Euphaedra gausape Butl.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VIII., 1 3; 16.—50.
IX., 1. 3;.16.—31. X. 1906, 1 0.
Euphaedra gausape Butl. ab. extensa Bartel
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—30. IX., 1 2; 1.—15.
2906,71 9:
Euphaedra gausape Butl. var.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VIII. 1906, 1 3.
Euphaedra xypete Hew.
Kamerun: Bibundi, 16.—80. X., 2 d; 1.—15. XI, 1 8; 16.—31.
XII. 1904, 2 8; 1.—15. II: 1905, 1 Q.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 15.—80. VI., 1 9; 1.—15.
VIiL, 14,18; 1.15. VIIL, 1 9; 16.31. VIE.) 2 3/28;
1.—15. IX:, 1 8; 16:—31. X. 1906, 19; 16.—30. IX., 2 d. —
Nkolentangan, 3. XII. 1907, 1 3.
Euphaedra xypeie Hew. var. (ab.?).
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VIII. 1906, 1 8.
Euphaedra xypete Hew. var. caerulescens Smith
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. IX., 12; 1.—15. Xi:
1906, 1 3.
Euphaedra medon L.
Kamerun: Mokundange, 1.—15. VI. 1905, 1 $; 16.—30. VI.
1905, 1 8; 16.— 831. VII. 1905, 2 Q.
Span.-Guinea: Campogebiet, 7.—12. I. 1906, 1 $. Makomo,
Ntumgebiet, 4. V. 1906, 1 &. Alen Benitogebiet, 1.—15. VII.,
1 8; 16.—31. VIII. 1906, 2 8.
des Herrn G. Teßmann nach Süd-Kamerun und Spanisch-Guinea.. 119
Euphaedra medon L. ab. agnes Butl.
Kamerun: Bibundi, 16.—30. X. 1904, 1 2.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—31. VII. 1906, 1 2.
Euphaedra harpalyce Cr.
Kamerun: Mokundange, 16.—31. VII. 1905, 1 3; Moliwe b.
Victoria, 20.—26. XI. 1905, 1 2.
Euphaedra harpalyce Cr. ab.
Kamerun: Mokundange, 1.—15. VI. 1905, 1 8.
Euphaedra wardı Druce
Kamerun: Bibundi, 16.—31. I. 1905, 1 £.
Span.-Guinea: Campogebiet, 4.—11. I. 1906, 1 d; Makomo
Ntumgebiet, 1. V. 1906, 1 2.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VII, 1 2; 1.—15.
XT.: 1906, 212.
Euphaedra losinga Hew.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VIII., 1 2; 16.—31.
VII, 1 2; 16.—30. IX., 1 2; 1.—15. X., 1 2; 16.—30. XI.
1906, 1 2.
Euphaedra spatiosa Mab.
Kamerun: Jaundestation, 1.—7. X. 1905, 1 8.
Span.-Guinea: Campogebiet, 8. I. 1906, 1 2. — Alen Benitogebiet,
15.—80. VI., 1 2; 1.—15. VIL, 19; 1.—15. VIL, 139,18;
1.—15. IX., 1 2; 16.—30. IX., 1 8; 1.—15. X. 1906, 18
Euphaedra imperialis Lindem.
Kamerun: Simekoa Combokotto, 8.—12. X. 1905, 2 d.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VOL, 1; 1.—15.
VII., 13; 1.—15. X. 1906, 1 2.
Gen. Euryphene Westw.
Eurybhene tessmanni Grünb.
Span.-Guinea: 1 9; -Alen Benitogebiet, 16.—31. VIII, 1906, 1 8.
Eurypbhene cognata Grünb.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. I. 1905, 1 &.
Euryphene cutteri Hew.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. I. 1905, 1 2.
Euryphene barce Doubl.
Kamerun: Mokundange, 16.—31. VII. 1905, 1 &.
Span.-Guinea: 1 $, Makomo Campogebiet, 4.—12. I, 1 &;
1.—17. II., 13; 16.—30. V. 1906, 2 3. — Alen Benitogebiet,
1.—15. VIII, 18, 16.—31. VIII., 18; 1.—15. IX., 1; 16.—30.
IX. 1906, 2 2.
12. Heft
120 Embrik Strand: Zoologische Ergebnisse der Expedition
Euryphene staudingeri Auriv.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—31. VIII. 1906, 1 &.
Euryphene plistonax Hew.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. X. 1906, 1 &; Uelle-
burg Benitogebiet, 15.—31. I. 1907, 1 2.
Euryphene mardania F.
Kamerun: 16.—31. VII. 1905, 1 2; Moliwe b. Victoria, 19.—14.
XT. 1905178:
Span.-Guinea: 1 8; Alen Benitogebiet, 16.—31. X. 1906, 1 &.
Euryphene senegalensis H.-Sch.
Span.-Guinea: Uelleburg Benitogebiet, 15.—31. I. 1907, 1 &.
Euryphene comus Ward
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 4.—12. I. 1906, 1 d. —
Alen Benitogebiet, 16.—31. VIII. 1906, 1 d; 16.—80. IX.
1906, 1 2; 1.—15. X. 1906, 1 2; 1.—15. XI. 1906, 1 8.
Euryphene cinaethon Hew.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 1.—27. I. 1906, 1 d.
Euryphene flaminia Staud.
Span.-Guinea: Campogebiet, 1.—11. I. 1906, 1 &; Alen Benito-
gebiet, 1.—15. XI. 1906, 1 2.
Euryphene nivaria Ward
Span.-Guinea: Makomo, Campogebiet, 16.—31. V. 1906, 1 9.
Euryphene sophus F.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. X. 1904, 1 2.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—31. VIII. 1906, 1 &.
Euryphene phranza Hew. ab.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VIII. 1906, 1 £.
Euryphene oxione Hew.
Span.- -Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VII., 1 2; 16.—31.
VIII, 18; 16.—80. IX., 18; 1.—15. X. 1906, I: 2: Nele
tangan, 28. XI. 1907, 1 d-
Euryphene mandinga Feld.
Kamerun: Bibundi, 1.—5. I. 1905, 1 d.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 14. V. 1906, 1 &. — Alen
Benitogebiet, 1.—15. VII., 13; 1.—15. VIIL,1&, 12; 16.—31.
VIII, 18; 1.—15. IX., 1 3; 16.—30. IX., 2 &, 19; 1.—15.
XIl, 12; 16.—31. XII. 1906, 1 2. — Nkolentangan, 14. XI.
1907, 1
Euryphene zonara Butl.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. II. 1905, 1 &; Mokundange, 1.—15.
VI. 1905, 1 &; Bakoko, Bassagebiet, 15.—27. IX. 1905, 18;
Simekoa Combokotto, 8.—12. X. 1905, 1 £&.
des Herrn C” Teßmann nach Süd-Kamerun und Spanisch-Guinea. 121
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 1.—27.1.,23; 16.—31.V.
1906, 2 &. — Alen Benitogebiet, 15.—830. VI., 19,29; 1.—15.
VII, 3 &, 28; 16.—80.1IX., 1 2; 1.—15. X. 1906, 19. —
Nkolentangan, XI. 1907 bis V. 1908, 1 2.
Euryphene absolon F.
Span.-Guinea: 1 2; Makomo Campogebiet, 1.—17. II., 1 9;
16.—31. V. 1906, 1 &, 1 2. — Alen Benitogebiet, 15.—30. VI.,
1 8; 16.—31. VIII, 2 $; 16.—30. IX., 1 3; 16.—30. XI.
1906, 22.
Euryphene abesa Hew.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. X. 1904, 1 &; Mokundange, 16.—31.
VI. ‚1905, 1-2.
Span.-Guinea: A’en Benitogebiet, 16.—31. VIII., 2 8; 1.—15.
IX.,1&1 25 16.—830. IX, 19;.1.—15. X., 18; 1.415. XI.
1906, 1 d. — Nkolentangan, XI. 1907 bis V. 1908, 2 2.
Euryphene tentyrıs Hew.
Kamerun: Bibundi, 1 9, 1.—15. XI. 1904, 1 9; 1.—15. IL, 1;
1.—15. V.1905, 1 2. — Simekoa Combokotto, 8.—12. X. 1905,
1,2.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 1.—27. I. 1906, 2 2. —
Alen Benitogebiet, 15.—30. VI., 2 9; 1.—15. VIL, 2 8;
1.—15. VIL, 3& 18; 16.31. VII, 445, 22; 1.—15. IX.
1906, 3 8, 3 8.
Euryphene tentyris Hew. var.
Kamerun: Bibundi, 1 $; 1.—15. XI. 1904, 1 £.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 1 8; 1.—17. II. 1906,
1 d. — Alen Benitogebiet, 1.—15. VIII., 33; 16.—31. VIII.,
1 d; 1.—15. IX. 1906, 2 2.
Euryphene carshena Hew.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. V. 1905, 1 d.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 16.—31. V. 1906, 1 9. —
Alen Benitogebiet, 16.—31. VIII, 1 8; 1.—15. IX, 13;
16.—30. IX. 1906, 1 d. — Uelleburg Benitogebiet, 15.—31.1.,
118; B-28. 3.10, Wr, 1 2.
Euryphene elpinice Smith nec Hew. (1887!).
Span.-Guinea: 1.—15. VII. 1906, 1 £.
Euryphene elbinice Hew. (1869).
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 15.—30. VI. 1906, 1 S.
Gen. Diestogyna Karsch
Diestogyna gambiae Feisth.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. V. 1905, 1 8; Moliwe b. Victoria,
20.—26. XI. 1905, 1 2; Kribi, 18—22. III. 1906, 1 2.
12. Heft
122 Embrik Strand: Zoologische Ergebnisse der Expedition
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 8. I. 1906, 1 9. — Alen
Benitogebiet, 16.—31. VIIL, 19,1%; 1.—15. IX, 39,18;
16.—30. IX. 1906, 13, 3 2. — Nkolentangan, 22. XI. 1907,18.
Diestogyna atossa Hew.
Kamerun: Bibundi, 16.—80. X., 1 9; 1.—14. XI. 1904, 1 8;
1.—15. II. 1905, 1 d.
Span.-Guinea: Makomo, Ntumgebiet, 21. IV.1906, 1 g. — Alen
Benitogebiet, 1.—15. VII, 1 8; 16.—31. VIIL, 1 2; 1.—15.
IX.,2 2; 16.—30. IX. 1906, 1, 12. — Nkolentangan, 22. XI.
1907,42.
Diestogyna doriclea Drury ab. lysandra Stoll
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—17. VII., 18,1%; 16.—31.
VIIL, 14; 1.—15. IX., 1 &; 16.—30. IX. 1906, 2 $. — Uelleburg
Benitogebiet, 8.11.1907, 12. — Nkolentangan, 22. X1. 1907,19.
Diestogyna doriclea ab. infusca Capronn.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—30. IX. 1906, 1 6;
Uelleburg Benitogebiet, 15.—28. II. 1907, 1 8.
Diestogyna amicia Hew.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VIII, 1 8; 16.—380.
1X:41306,,1 9, 12.
Diestogyna plagiata Auriv. ab.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VII, 1 3; 16.—30.
17%°.4906, 179.
Diestogyna karschi Auriv.
S.-Kamerun: Adschabe Adkom, 21.—23. III. 1906, 1 £.
Diestogyna tadema Hew.
S.-Kamerun: Kıribi, 7. II. 1906, 1 2.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 1.—17. 1. 1906, 1. —
Makomo Ntumgebiet, 9. V. 1906, 1 2. — Alen Benitogebiet,
1:15, IX, 18; L-—15.1%X. 1906,.1.9,-1,8; 16.--80.-XT I
Diestogyna veronica Cr.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 1.—27. I. 1906, 2 2. —
Alen Benitogebiet, 16.—81: VIIL, 1% 1 2; 1.—15. IX,
1.8, 21 9416.30. IX,, 1:82 94,16:—31. XII, 1906, 122
Nkolentangan, 20. XI. 1907, 1 2.
Diestogyna Schultzei Auriv.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. I. 1905, 1 d.
Diestogyna feronia Staud.
Kamerun: Bakoko Bassagebiet, 15.—27. IX. 1905, 1 9.
Diestogyna atvovirens Mab.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. XII. 1904, 1 2.
des Herrn G. Teßmann nach Süd-Kamerun und Spanisch-Guinea. 193
Diestogyna grose-smithi Staud.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—31. VIII. 1906, 2 3.
Diestogyna duseni Auriv.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. XI. 1904, 1 2.
Diestogyna camarensis Ward
Kamerun: Bibundi, 1.—15. XII. 1904, 1 3.
Span.-Guinea: 1 &, Makomo Campogebiet, 1.—14. I. 1906, 1 2.
Diestogyna mundula Grünbg.
Kamerun: Bibundi, 16.—31. I. 1905, 1 Ö.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. X. 1906, 1 2; Uelle-
burg, 15.—28. II. 1907, 1 9.
Gen. Harmilla Auriv.
Harmilla elegans Auriv.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—30. XI. 1906, 1 2.
Gen. Euryphura Staud.
Euriphura plautilla Hew.
Span.-Guinea: 1%.
Gen. Cymotho& Hb.
Cymotho& oemilius Doumet
Kamerun: Mokundange, 1.—15. VII. 1905, 1 9, 1 2; 16.—31.
VII. 1905, 1 &; Kribi Abschabe, 27. II. 1906, 1 2.
Cymotho& theobene Doubl. Hew.
Kamerun: Mokundange, 1.—15. VII. 1905, 1 2; 16.—31. VII.
1905, 1 @. — Jaundestation Simekoa, 1.—7. X. 1905, 1 6.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 16.—31. V. 1906, 18. —
Alen Benitogebiet, 1 d, 1.—15. VII. 1906, 2 2; 16.—31. VII.
1906, 23, 1 2; 1.—15. IX. 1906, 2 d; 16.—30. X1.1906, 1 &. —
Uelleburg, VI.—VIII. 1908, 1 9.
Cymotho& egesta Cram.
Span.-Guinea: Uelleburg, II.—VIII. 1908, 1 2.
Cymotho& hyarbitina Auriv.
Kamerun: Bakoko Bassagebiet, 15.—27. IX. 1905, 2 3.
Cymotho& beckeri H.-Sch.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. V. 1905, 1 d; Mokundange, 16.—31.
VII. 1905, 1 2; Bakoko Bassagebiet, 15.—27. IX. 1905, 1 2.
Span.-Guinea: 2 4, 1 2; Alen Benitogebiet, 15.—80. VI., 18;
1.15. VDE, DE BER HE SH 216.5,
16.—30. XI. 1906,1 9,12.— Nkolentangan, 22. XI. 1907, 13. —
Uelleburg, VI.—VIII. 1906, 1 2.
12. Heft
124 Embrik Strand: Zoologische Ergebnisse der Expedition
Cymothoe hesiodotus Staud.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 15.—30. VI. 1906, 19,18;
Nkolentangan, 20. XII. 1907; 1 $; Uelleburg VI.—VII.
198,12,
Cymotho& hesiodus Hew.
Span.-Guinea: 1 9; Alen Benitogebiet, 15.—30. VI, 1&
1.—15. VII. 1906, 12.
Die ersten Stände beschreibt Herr Teßmann wie folgt:
„Raupe6cm lang, Rücken grün, seitlich und unten weißlich,
über den Luftlöchern breiter dunkelkirschroter Streifen, darüber
schmaler, gelber bis zum 10. Ring vom 3. Ring an, Kopf oben
zitronengelb, unten pechschwarz, auf den 3 ersten und 10. bis
letzten Ring herrscht auch oben mehr rötliche Färbung vor. Letz-
ter Ring mit gelben Ouerstreifen. Auf Ring 2 und 3 große schwarze
Dornen jederseits am Rücken, Ring 4—11 kleinere schwarze
Dornen, die auf den letzten beiden Ringen wieder stärker sind,
seitlich kleine weiße Dornen. Die Raupe lebt auf kolaartiger
Pflanze, Sterculiacee (?), Taf. V, Fig. 1 abgebildet. — Puppe, Hänge-
puppe, schwach zweispitzig, grün, seitlich mit rötlichem Fleck-
streifen. Ringe am Bauche eckig. Fig. 1a.“
Cymotho& heliada Hew.
Span.-Guinea: Nkolentangan, 1 {.
Cymothoe capella Ward
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VII., 1 8; 16.—31.
X. 1906, 1 8.
Cymothoe caenis Drury
Kamerun: Makoko Bassagebiet, 15.—27. IX. 1905, 1d; Nyong
Jaundestation, 28.—29. IX. 1905, 1 3; Simekoa Combokotto,
8.—12. X. 1905, 1 8, 1 2; Moliwe b. Victoria, 20.—26. XI.
1905,,47-9 7 Rınbı, ;2. 1.1906, 18:
Span.-Guinea: 1, Alen Benitogebiet, 1.—15. IX., 1 2; 16.—80.
IX..1.&; 1-15. 1,85. 1680.87: 1906; 178: 1488
1907, 1 &. — Nkolentangan, 16. XII. 1907, 1%, 12.
Cymothoe iodutta Westw.
Kamerun: Bakoko Bassagebiet, 15.—27. IX. 1905, 2 d.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 1.—27. I., 18; 1.—17.
II., 1 &. — 16.—31. V. 1906, 1 2. Alen Benitogebiet, 16.—31.
VIII, 1 8; 1.—15. IX. 1906, 2 {.
Cymothoe vodutta Westw. 2 (?).
Kamerun: Bakoko Bassagebiet, 15.—27. IX. 1905, 1 2.
Span.-Guinea: Makomo, Ntumgebiet, 20. IV. 1906, 1 2; Alen
Benitogebiet, 1.—15. IX., 1 2; 16.—30. IX., 1 2; 16.—31.
X.,1 2; 16.—31. XI. 1906, 1 2.
des Herrn G. Teßmann nach Süd-Kamerun und Spanisch-Guinea. 125
Über die ersten Stände einer von Teßmann als ‚Cymotho£
iodutta?‘‘ bezeichneten Art, welche Bestimmung ich nicht habe
nachprüfen können, schreibt er folgendes: „Raupe 3 cm lang,
graugrün mit zwei Dornenreihen, wie bei Fig. 1, nur erstes Paar
stärker gekrümmt, seitlich am Kopf erscheinend. Über den Füßen
heller weißlich, Dornenreihe ebenso klein. Kopf, Fig. 2a mit
12 schwarzen Punkten, die beiden obersten etwas erhaben, zwei
stehen im Winkel an dem Kopfe. Dornen schwarz, Nebendornen
mit gelblichem Grunde [Taf. V, Fig. 2 u. 2a]. Die Raupe lebt
an Sterculiaceen. Puppe grün, Bauchkamm rötlich.“
Cymotho& adelina Hew.
Kamerun: Simekoa Combokotto, 28. X. 1905, 1 2.
Span.-Guinea: Nkolentangan, 16. XII. 1907, 1 9.
Cymotho& adelina Hew. ab. corsandra Druce
Kamerun: Simekoa Combokotto, 8.—12. X. 1905, 1 9; Krıibi,
37. Hl. 19061 2;
Cymotho& adelina Hew. ab. concolor ab. nov.
Kamerun: Simekoa Combokotto, 8.—12. X. 1905, 1 2.
Cymothoe adelina Hew. ab. luteostriata ab. nov.
Kamerun: Simekoa Combokotto, 8.—12. X. 1905, 1 2.
Cymothoe preussi Staud.
Kamerun: Moliwe b. Victoria, 12.—14. XI. 1905, 1 2.
Cymothoe anitorgis Hew.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. X. 1904, 1; 1.—15. I., 1 3; 1.—15.
V. 1905, 1 2; Mokundange, 1.—15. VI. 1905, 1 &.
Cymotho& coccinata Hew.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. XII. 1904, 1 2; Mokundange, 16.—31.
V...1905,.12,2.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. IX. 1906, 1 d;
Nkolentangan, Eleu-Nkoeli, 1 &.
Cymotho& sangaris God.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1 d.
Gen. Euxanthe Hb.
Euxanthe eurinome Cr. var. ancellica Butl.
Span.-Guinea: Nkolentangan, 1 {.
Gen. Charaxes Ochs.
Charazxes fulvescens Auriv.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 16.—31. V. 1906, 1 &;
Alen Benitogebiet, 16.—30. IX. 1905, 1 d.
12, Heft
126 Embrik Strand: Zoologische Ergebnisse der Expedition
Charaxes candiope God.
Kamerun: Simekoa Combokotta, 8.—12. X. 1905, 1 8.
Span.-Guinea: Akom Kulmaka, 24.—27. III. 1906, 1 3
a:
Charaxes numenes Hew.
Kamerun: Lolodorf Bipindi, 2. XI. 1905, 1 d.
Charaxes smaragdalis Butl.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 1.—17. Il. 1906, 1 3.
Charaxes tiridates Cr.
Kamerun: Lolodorf Nyong, Jaundestation, 28.—30. X. 1905, 1 18.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 1 2; 1.—17. 11. 1906, 228.
| Charaxes ameliae Doumet
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VII. 1906, 1 £{.
Charaxes protoclea Feisth.
Span.-Guinea: Mwila Campo, 29.—31. III. 1906, 1 £.
Über die ersten Stände berichtet Herr Teßmann: ‚Raupe
4 cm lang, ganz grün außer gelblicher Seitenlinie vom 3.
Ring an, 6. Ring führt einen kleinen schwarzen Strich, oft ein
größerer, auf dem Rücken zusammengefl[ossener Strich] [ ?], dahinter
heller (gelblich). Kopf mit 4 Dornen; grün, nur Rand, die äußeren
Dornen und die inneren mehr an der Spitze gelblichgrün. Innere
Dornen länger. (Kopf Fig. 4b). Raupe Fig. 4. Puppe 2 cm lang,
dunkelgrün (fast olivengrün). Hängepuppe Fig. 4a. — Die Raupe
lebt an Mimose.‘
Charaxes protoclea Feisth. ab.
Span.-Guinea: Akom Kulmaka, 24.—29. III. 1906, 1 &.
Charaxes cynthia Butl.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 1.—17. II. 1906, 1 8.
Charaxes lucretius Cr.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. XII. 1904, 1 d; Bakoko Bassagebiet,
15.—27. IX. 1905, 1 8; Moliwe b. Victoria, 20.—26. XI.
1905, 1 8. ;
Span.-Guinea: Akom Kulmaka, 24.—27. Ill. 1905, 1 $; Makomo,
Campogebiet, 1.—17. II. 1906, 1 8
Charaxes brutus Cr. f. angustus Rothsch.
Kamerun: Jaundestation Simekoa, 1.—7. X. 1905, 1 &; Lolodorf,
Nyong, Jaundegebiet, 28.—31. X. 1905, 1 d.
Span.-Guinea: Akom Kulmaka, 24.—27. III. 1906, 1 3; Uelle-
burg, 15.—31. I. 1907, 1 2.
Charaxes castor Cr.
Kamerun: .Mokundange, 1.—15. VII. 1905; Lolodorf, Nyong,
Jaundestation, 28.—31. X. 1905, 1 8.
des Herrn G. Teßmann nach Süd-Kamerun und Spanisch-Guinea. 127
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 1.—17. II. 1906, 1 £.
Die ersten Stände beschreibt Herr Teßmann wie folgt: ‚Raupe
apaturaartig; Leib nicht dick, Kopf besonders in der Jugend mit
riesiger, nach hinten liegender Krone mit 4 Zacken (Tafel V,
Fig. 5). Die äußeren Zacken innen bis zur Wurzel rot, die inneren
nur mit roter Spitze, zwischen den beiden seitlichen je eine kleine
grüne Spitze, zwischen den beiden mittleren zwei kleine Spitzen.
Sonst Kopf grün mit schwarzem Rand. Leib sonst dunkelgrün,
grün und schwärzlich chagriniert, auf dem 6. und 8. Ring
ein schwarzes Auge von hellgrünem Ring umfaßt, das auf dem
6. Ring bedeutend kleiner. Afterklappe zweispaltig. An der
Seite eine hellere Seitenlinie.e. Raupe lebt auf den Blättern der
Erythrina umbrosa (nicht stachelige, großblättrige Art), Juni.
Puppe grün, auf den Flügeln und am Körper weißliche Flecken und
Binden; Hängepuppe.“
Charaxes castor Cr. f.
Kamerun: 16.—31. XII 1904, 2 £.
Charaxes zingha Stoll
Kamerun: Bipindi Kribi, 2.—4. XI. 1905, 1 d; Moliwe, Mitte
XI. 1905, 1 2.
Span.-Guinea: Makomo, Campogebiet, 16.—31. V. 1904, 1 &.
Charaxes etesibe God.
Span.-Guinea: Makomo, Campogebiet, 1.—17. II. 1906, 2&; Alen
Benitogebiet, 1.—15. VII. 1906, 1 &.
Charaxes etheocles Cr.
Kamerun: Bibundi, 16.—30. X. 1904, 1 &; Simekoa Combokotto,
8.—12. X. 1905, 1 8.
Span.-Guinea: 2 &, Nkolentangan, Elun, 8. I. 1906, 1 &.
Charaxes doubledayi Auriv.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—30. XI. 1906, 1 &.
Charaxes zelica Butl.
Span.-Guinea: Uelleburg, VII—VIII. 1908, 1 9.
Charaxes paphianus Ward
Kamerun: Asoko Simekoa, Jaundestation, 12.—23. X. 1905, 1 d.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. IX. 1906, 1 &.
Charaxes lichas Doubl. Hew.
Kamerun: Bakoko Bassagebiet, 25.—27. IX. 1905, 1 2; Asoko
Simekoa, Jaundestation, 12.—23. X. 1905, 1 d.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1 &; 1.—15. VII. 1906, 1 &;
Uelleburg, VI.—VIII. 1908, 1 &.
12, Heft
128 Embrik Strand: Zoologische Ergebnisse der Expedition
Charaxes eupale Drury.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. IX. 1904, 1 &; Bakoko Bassagebiet,
15.—27. IX. 1905, 1 3; Nyong, Jaundestation, 28.—29. IX.
1905, 1 d; Campo Kulmaka, 17.—21. I. 1906, 1 £.
Span.-Guinea: Akom Kulmaka, 24.—27. III. 1906, 1 &; Nko-
lentangan, 1 d.
Charaxes kahldeni Hom. u. Dew.
Kamerun: Jaundestation, Simekoa, 1.—7. X. 1905, 1 el
Charaxes Sp.
Über die ersten Stände einer Art, die umständehalber nur als
„Charaxes 2, entfernt ähnlich ehhyra Staud. 1896, T. 3, Fig.’ 2”
bezeichnet werden kann, berichtet Herr Teßmann wie folgt:
„Raupe ganz der Nr. 4 [= Ch. protoclea] in Gestalt und Bildung
der Krone gleichend, nur dadurch unterschieden, daß die Auszeich-
nung auf Ring 6 fehlt. Hörner und Kopfseiten etwas dunkler
(Taf. V, Fig. 6), lebt an Urwaldpflanze, abgebildet Taf. V, Fig. 7.
Puppe, Hängepuppe wie Nr. 4“ [= Ch. protoclea).
Charaxes Sp.
In Teßmanns Notizen findet sich folgende Darstellung in
Wort und Bild von einer Raupe, die von ihm als Charaxes spec.
bezeichnet ist, deren zugehörige Imago mir aber leider nicht vor-
liegt, so daß die Art bestimmt werden kann: „Raupe ähnlich
der vorigen [= Charaxes castor Cr.) im Habitus, nur Kopf im Ver-
hältnis mit nicht so großer Dornenkrone, Bildung aber dieselbe;
Färbung grün, in der Mitte und auf den Enden der großen Zacken
etwas bläulich, Rücken grün chagriniert mit etwas hellerer Muste-
rung (zwei Zacken am Anfang jedes Ringes seitlich) ; auf dem vierten
Ring ein großes Auge, graubraun in fleckenartiger, gelblichgrüner
Färbung [Taf.V, Fig. 8]. Die Raupe lebt auf Erythrina umbrosa
(stachellose Art) wie vor. [= ? wie vorige Art, also wie die von
Ch. castor Cr.]?. Die Puppe ist Hängepuppe wie vorige.‘
Gen. Palla Hb.
Palla ussheri Butl.
Kamerun: Simekoa Combokotto, 1—12. X. 1905, 1 &; Loloder
Nyong, Jaundestation, 28.—31. X. 1906, 1 &.
Palla violinitens Crowl.
Span.-Guinea: Nkolentanga, 29. XII. 1908, 1 2.
Tafelerklärung.
Tafel V.
Fig. 1. Raupe von Cymothoö hesiodus Hew.
„ 1a. Puppe von Cymotho& hesiodus Hew.
„ 2. Raupe von ‚„Cymothoe iodutta (?)‘“ |sec. Teßmann] (da-
neben die wahrscheinlich zugehörige Puppe).
des Herrn G. Teßmann nach Süd-Kamerun und Spanisch-Guinea. 1929
Fig. 2a. Kopf der in Fig. 2 dargestellten Raupe.
„ 83. Raupe einer Cymothoe sp. (?).
„ 4. Raupe von Charaxes protoclea Feisth.
„ 4a. Puppe von Charaxes protoclea Feisth.
„ 4b. Kopf der Raupe von Charaxes protoclea Feisth.
5. Krone des Kopfes der Raupe von Charaxes castor Cr.
„ 6. Raupe von Charaxes sp., bei Ch. ebhyra Stgr.
7. Nahrungspflanze dieser Art, nebst unbekannter Noto-
dontiden( ?)-Raupe.
„ 8. Raupe einer Charaxes sp. in Draufsicht.
„ 8a. Raupe derselben Art in Profil.
„ 9. Hängepuppe einer Charaxes-Art.
„10. Raupe einer Euphaedra (?).
„11. Raupe einer Euphaedra (?).
Zoologische Ergebnisse der Expedition
des Herrn G. Tessmann nach Süd-Kamerun
und Spanisch- Guinea.
Lepidoptera
VII.
(Libytheidae, Lemoniidae, Lycaenidae.)
Von
Embrik Strand.
Fam. LIBYTHEIDAE.
Gen. Libythea F.
Libythea labdaca Westw.
Kamerun: Bibundi, 15.—80. IV. 1905, 1 3; Nyong, Jaunde-
station, 28.—29. IX. 1905, 1 &; Jaundestation Simekoa,
1.—7. X. 1905, 1 $; Asoko Simekoa, Jaundestation, 12.—23.
X. 1905, 1.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. XI. 1904, 1 $; 16.—30.
X1,2&; 15. XII. 1906, 2 $.— Uelleburg, VI.—VIII. 1908,14.
Fam. LEMONIIDAE.
Gen. Abisara Feld.
Abisara gerontes F.
Kamerun: Jaundestation Simekoa, 1.—7. X. 1905, 1 8.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. IX. 1906, 2 d.
Abisara rutherfordi Hew.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 1.—28. I. 1906, 1 8,
1 2.— Alen Benitogebiet, 16.—31. VIII, 4,19; 1.—15. X.
1906, 1 8. — Uelleburg Benitogebiet, 15.—31. I. 1907, 1 8.
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 12, 9 12. Heft
130 Embrik Strand: Zoologische Ergebnisse der Expedition
Fam. LYCAENIDAE.
Subfam. Lipteninae.
Gen. Telipna Aur.
Telipna bimacula Plötz
Kamerun: Bibundi, 16.—80. XI. 1904, 2 &. — Mokundange,
41.-115. VIL.;1905, 1 9; 16.—31.: VII. 1907, 1 23.
Telipna bimacula Plötz var. semirufa Smith u. Kirby
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. IX. 1905, 13; 16.—30.
IX., 1 &; 16.—31. XI. 1906, 1 2.
Telipna acraeoides Smith u. Kirby
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet,'1:—15..VIl:,; 1:9; 1-15.
IX., 1 2; 16.—831. X. 1906, 1 2. — Uelleburg Benitogebiet,
.15.—28. II. 1907, 1 2.
Telibna sanguinea Kirby (?)
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. XII. 1906, 1 d.
Telipna sanguinea Plötz.
Kamerun: Mokundange, 16.—31. VII. 1905, 1; Asoko Simekoa,
Jaundestation, 12.—23. X. 1905, 1 2.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—31. X. 1906, 1 d.
Telipna carnuta Hew.
Span.Guinea: Makomo Ntumgebiet, 7.IV. 1906, 1. — Alen
Benitogebiet, 1.—15. IX., 1 8; 16.—30. IX., 1 8; 1.—15. X.
1906, 1 d.
Telipna carnuta Hew. var. parva Kirby
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 22. IV., 1 2; 8. V. 1906,
1 2. — Alen Benitogebiet, 1.—15. VIII., 1 2; 16.—31. VIII.,
1 9; 1.—15. IX., 3 2; 16.—80. IX., 1 2; 1.—15. X., 2 9;
16.—831. X. 1906, 1 2.
Gen. Pentila Westw.
Pentila marianna Suff.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 11. V. 1906, 1 $; Alen
Benitogebiet, 16.—80. XI. 1906, 1.
Pentila rotha Hew.
Kamerun: Mokundange, 1.—15. VIL, 1 3, 2 8; 16.—31. VII.
1905, 2 8.
Pentila amenaida Hew.
Kamerun: Bakoko Bassagebiet, 15.—27. IX. 1905, 2 d; Nyong,
Jaundestation, 28.—29. IX. 1905, 1 £.
Span.-Guinea: Alen, Benitogebiet, 1.—15. IX., 2 $; 16.—80.
IX.,1d; 1.—15. X., 2 &, 1 8; 1.—15. XI. 1906, 1 d.
des Herrn G. Teßmann nach Süd-Kamerun und Spanisch-Guinea. 131
Pentila petreia Hew.
Span.-Guinea: Nkolentangan, 17. XI. 1907, 2 &.
Pentila inconspicua Druce
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—830. XL, 2 & 1 ®8;
1.—15. XII. 1906, 1 8.
Pentila lasti Smith u. Kirby
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—30. XI. 1906, 3 &.
Pentila hewitsoni Smith u. Kirby
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 16.—31. V. 1906, 1 2.
Pentila abraxas Doubl. et Hew.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 27. IV. 1906, 1 d; 1.—.
V.,28. — Makomo Campogebiet, 16.—31. V. 1906,1&. — Alen
Benitogebiet, 1.—15. XI., 3 3; 16.—30. XI., 1906, 2&, 42.
Pentila telesippe Grünb.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 8.—15. V. 1906, 2 d;
Nkolentangan, 7. I. 1906, 1 d.
Pentila aspasia Grünb.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 12.—13. VI. 1906, 1 d;
1.—15. IX. 1906, 1 &; 16.—31. X. 1906, 1 9.
Pentila elpinice Grünb.
Sn Guinea: Makomo Campogebiet, 12. I. 1906, 1 2.
Pentila tachyroides Dew.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 12.—18. V. 1906, 3 9, 28.
Makomo Campogebiet, 16.—31. V. 1906, 3 &. — Alen Benito-
gebiet, 16.—80. XI., 18,1%; 1.—15. XII. 1906, 2 d.
Pentila picena Hew.
Kamerun: Mokundange, 1.—15. VII., 1&; 16.—81. VII. 1905,
1 2. — Bakoko Bassagebiet, 15.—27. IX. 1905, 1d. —
Jaundestation-Simekoa, 1.—7. X. 1905, 1 d.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 3. V. 1906, 1 d; Alen,
Benitogebiet, 1.—15. IX. 1906, 1 d.
Pentila alba Dew.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. XI., 2 9; 16.—30.
T. 1900 290202
Pentila kirbyi Auriv.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 12. V. 1906, 18. — Alen
Benitogebiet, 1.—15. VII; 16.81. VO, 1.8; 1 8; 1.—15.
VIIL, 2&;:1.245. Dat, 19;16-30.1X,,24,29; 1-15.
X,1& 28; 1.—15. XI. 1906, 1 $.
92 12. Heft
132 Embrik Strand: Zoologische Ergebnisse der Expedition
Pentila muhata Dew.
Kamerun: Bipindi Kribi, 2.—4. XI. 1905, 1 $.
Span.-Guinea: Alen, Benitogebiet, 1.—15. VII., 18; 16.—30.
IX, 1 92;51.—15, XL, 2 :9:.16.-—30. XI. 1906, 2.2:
Pentila sylphida Staud.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 1. V. 1906, 1 3; Alen
Benitogebiet, 1.—15. IX. 1906, 1 2.
Pentila sylbha Kirby |
Span.-Guinea: Alen, Benitogebiet, 1.15. X. 1906, 1 9,1 2.
Gen. Mimaeraea Butl.
Mimacraea apicalis Sm. u. Kirby
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—30. IX., 1 8; 1.—15.
xJ1. 3906, 1.8:
Mimacraea krausi Dew.
Kamerun: Simekoa Combokotto, 8.—12. X. 1905, 18,19; Alen
Benitogebiet, 16.—31. X. 1906, 1 G.
Gen. Pseuderesia Butl.
Pseuderesia libentina Hew. var. zerita Plötz
Kamerun: Mokundange, 1.—15. VII. 1905, 1 3; Adschabe,
27.11. 41906, 1702:
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—81. VII., 1 2; 16.—380.
IX. 1906, 1 2.
Pseuderesia favillacea Grünb.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. IX. 1906, 1 2; 1.—14.
L 197,4 &,4.2:
Pseuderesia tessmanni Grünb.
Span.-Guinea: 1 d; Makomo Campogebiet, 16.—31. V. 1906,
2 8; Alen Benitogebiet, 1.—15. VII, 1 2; 16.—31. VIIL.,
28; 16.—30. XI. 1906, 1. — Nkolentangan, 20. XI. 1907,18.
Pseuderesia debora Kirby ]
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—30. IX. 1906, 1 &.
Pseuderesia ısca Hew.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 12. V. 1906, 1 2. — Alen
Benitogebiet, 16.—31. VIIL., 2 8; 1.—15. IX. 1906, 19,12.
Pseuderesia minium Druce.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—31. VIII., 1 2; 1.—15.
XII. 1906, 1 d. — Nkolentangan, 1 2.
Pseuderesia phaeochiton Grünb.
Span.-Guinea: Ntumgebiet, 3. V. 1906, 1 8.
des Herrn G. Teßmann nach Süd-Kamerun und Spanisch-Guinea. 133
Pseuderesia dinora Kirby
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 16.—31. V. 1906, 1 8;
Alen Benitogebiet, 16.—830. XI. 1906, 1 2; Nkolentangan,
14. X1. 1907,12.
Gen. Citrinophila Kirby
Citrinophila erastus Hew.
Kamerun: Mokundange, 1.—15. VL, 1 2; 16.—31. VII. 1905,
1 9. — Bakoko Bassagebiet, 15.—27. IX. 1905, 1 2. Bipindi
Kribi, 2.—4. XI. 1905, 1 2.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 12. V. 1906, 1 &. — Alen,
Benitogebiet, 1.—15. VII, 1 8; 16.—31. VIII, 1919;
16.—30. IX.,1 &; 1.—15. XII. 1906, 23, 1 2. — Nkolentagan,
Br X, 1904, 8 sh
Citrinobhila tenera Kirby
Kamerun: Mokundange, 16.—31. VII. 1905, 13; Campo Kulmaka,
24.1.1906, 1,8 1,8:
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. IX., 1 3; 16.—30.
IX. 1906, 12. — Uelleburg Benitogebiet, 15.—31. 1. 1907, 1 3.
Gen. Larinopoda Butl.
Larinopoda lircaea Hew.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. XII. 1904, 1 2. — Mokundange,
1.15. VI, 1 2; 1.—15. VO. 1905, 5 8,18.
Span.-Guinea: Makomo, Campogebiet, 16.—31. V. 1906, 1 8. —
Alen Benitogebiet, 1.—15. VIII., 39; 1.—15. IX., 18; 16.—30.
29.1906, 17%
Larinopoda lircaea Hew. ab. alenica Strd. n. ab.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—30. IX. 1906, 1 3.
Die schwarze apicale und limbale Binde ist an der Flgspitze
bis 3 mm breit und erstreckt sich nach hinten, allmählich schmäler
werdend, bis hinter die Rippe 2. Unten ist die Vorderflügelspitze
nur ganz undeutlich geschwärzt.
Larinopoda lircaea Hew. ab. alenicola Strd. n. ab.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 16.—31. V. 1906, 2 3.
Alen Benitogebiet, 1.—15. VII., 1 2, 16.—31. VIII. 1906, 2 &.
d. Die Apicalbinde ist an der Flügelspitze reichlich 4 mm
breit, erstreckt sich aber nach hinten nicht über die Rippe 2 hinaus;
der Innenrand ist etwas gezackt. Unten ist die Spitze und der
Saum graulich angeschwärzt und im Felde 6 ist ein subapicales
schwarzes Fleckchen erkennbar. Die Hinterflügel unten mit zwei
schwarzen Punktquerflecken nahe dem Analwinkel.
Bei dem wohl zugehörigen 2 erstreckt die Saumbinde sich bis
zum Innenrande und auf der Unterseite der Hinterflügel ist in allen
Feldern ein verloschener schwarzerSublimbalpunktfleck vorhanden;
in der Zelle läßt sich ein feines schwarzes Pünktchen erkennen.
12, Heft
134 Embrik Strand: Zoologische Ergebnisse der Expedition
Larinopoda lircaea Hew. ab. benitonis Strd. n. ab.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. IX. 1906, 1 G.
Apicalbinde wie bei ab. alenicola, die schwarze Randbinde in
der Basalhälfte des Costalfeldes ist ein klein wenig breiter und am
Ende quergeschnitten. Unterseite der Hinterflügel mit 6 recht
deutlichen schwarzen Sublimbalflecken.
Larinopoda lircaea Hew. ab. makomensis Strd. n. ab.
Span.-Guinea: Makomo, Campogebiet, 16.—31. V.. 106178:
Apicalbinde an der Flügelspitze 3,5 mm breit und sie erstreckt
sich nach hinten bis zur Rippe 2. Hinterflügel mit schwarzer Saum-
binde, die %, mm, an der Flügelspitze etwa 1 mm breit ist und
zwar unten wie oben, unten mit Andeutung dunkelgraulicher Sub-
limbalpunktfleckchen in den Feldern 1c, 2, 4 und 5. Die schwarze
Randbinde in der Basalhälfte des Costalfeldes ist am Ende nicht
quergeschnitten.
Larinopoda lircaea Hew. ab. simekoa Strd. n. ab.
Kamerun: Jaundestation Simekoa, 1.—7. X. 1905, 1 6.
Hat, unter den mir hier vorliegenden Formen, am meistenÄhn-
lichkeit mit der von Kirby und Smith als das 2 von Larinopoda
lircaea abgebildeten Form, jedoch ist die Saumbinde nicht”ganz
so breit: an der Flügelspitze ca. 5, bei Kirby-Smiths Figur 6,5 mm
breit, und ist auch hinten mehr zugespitzt. Ferner ist ein schwarzer
Querfleck auf dem Vorderrande nur angedeutet. Die Unterseite
weicht stark von Smith-Kirby’s Abbildung ab, indem die Flügel-
spitze und Saum etwa in der Breite wie oben, aber ganz verloschen
verdunkelt sind ohne Andeutung besonderer Apicalflecke, während
im Hinterflügel sublimbale schwärzliche Punktflecke in den Fel-
dern 1c—5 vorhanden sind, außerdem wie gewöhnlich in 6 ein
größerer schwarzer Fleck.
Larinopoda lircaea Hew. ab. bibundica Strd. n. ab.
Kamerun: Bibundi, 16.—31. XII. 1904, 1 8.
Oben und unten rein weiß. Apicalbinde an der Flügelspitze
3,5 mm breit und endet linienschmal kurz hinter der Rippe 2.
Auf der Unterseite der Vorderflügel schimmert die Apicalbinde un-
deutlich durch, an der Spitze ist ein kleiner schwarzer Punktfleck
und der submediane Costalquerfleck tritt scharf hervor, dagegen
ist der Rand zwischen diesem und der Flügelbasis nur linienschmal
schwarz. Hinterflügelunterseite nur mit den zwei gewöhnlichen
schwarzen Flecken.
Larinopoda lagyra Hew.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 8.—15. V. 1906, 2 3, 19. —
Alen Benitogebiet, 16.—31. VIII, 1 8; 16.—30. IX., 1&,
2 2; 16.—31. X. 1906, 1 d.
Kamerun: Bassagebiet Lom, 27. IX. 1905, 1 8.
des Herrn G. Teßmann nach Süd-Kamerun und Spanisch-Guinea.. 135
Larinopoda lagyra Hew. var. 1.
Span.-Guinea: Makomo, Ntumgebiet, 3. V. 1906, 1 2; Alen
Benitogebiet, 16.—31. VIII. 1906, 1 £.
Larinopoda lagyra Hew. var. 2.
Kamerun: Adschabe, 20. III. 1906, 1 3,12.
Larinopoda tera Hew.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 1.—17. II. 1906, 1 9,
16.—31. V.,1$ — Makomo, Ntumgebiet, 8. V. 1906, 192. — Alen
Benitogebiet, 15.—30. VI., 18, 1.—15. VII, 2 9, 2 8; 1.—15.
VIII, 3 &; 16.—31. VIII., 1 2; 16.—30. IX. 1906, 1 2.
Gen. Liptena Hew.
Liptena hibyssa Hew.
Kamerun: Bassagebiet, 21. IX. 1905, 1 £.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 1.—3. V. 1906, 2 $; Alen
Benitogebiet, 1.—15. VII., 19; 1.—15. VIII., 18, 12; 16.—31.
VII, 3 2; 1.—15. X., 1 2; 16.—31. X. 1906, 1 2.
Libtena hbyssa Hew. var.
Kamerun: Mokundange, 1.—15. VI. 1905, 1 £.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—830. XI. 1906, 1 d.
Liptena hollandı Auriv.
Span.-Guinea: Makomo, Ntumgebiet, 7. IV., 1 8; 8. V. 1906,
1 2. — Makomo Campogebiet, 16.—31. V. 1906, 1 2. — Alen
Benitogebiet, 10.—15 X., 1 d, 1 2; 16.—31. XII. 1906, 1 3.
Liptena campimus Holland
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—31. VIII, 19, 2 8;
1.—15. IX., 2 d; 16.—30. IX., 1 d, 2 8; 1—15. X, 1%
1.—15. XII. 1906, 2 d.
Liptena nubifera Druce
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 1. V. 1906, 1 d; Alen
Benitogebiet, 1.—15. VIII, 2 &, 1 2; 16.—31. VIIL, 2 3;
1.—15. IX., 1 d; 16.—30. XI. 1906, 1 d.
Liptena confusa Auriv.
Kamerun: Bassagebiet, Lom, 12. IX. 1905, 1 2.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—30. XI. 1906, 1 8.
Liptena opaca Kirby var. immaculata Grünb.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 10.—30. VI., 1 2; 16.—30.
IX. 1906, 1 d.
Liptena decipiens Kirby
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 11. V. 1906, 139, 12 —
Alen Benitogebiet, 16.—31. VIIL, 2 3; 16.—30. IX., 1 9;
1.—15. XII. 1906, 1 2.
’
12. Heft
136 Embrik Strand: Zoologische Ergebnisse der Expedition
Liptena xanthostola Holland
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. X., 2 &, 2 9; 16.—31.
X., 12; 16.—30. XI. 1906, 1 2.
Liptena immaculata Staud.
Kamerun: Mokundange, 16.—30. VI. 1905, 12 (?).
Span.-Guinea: Alen, Benitogebiet, 16.—31. VIII., 1 &; 16.—30.
IX. 1906, 1 8.
Liptena undularıs Hew.
Kamerun: Bassagebiet Lom, 21. IX. 1905, 1 $; Jaundestation,
Simekoa, 1.—17. X. 1905, 1 2.
Span.-Guinea: Makomo, Campogebiet, 16.—31. V. 1906, 1 9. —
Alen Benitogebiet, 1.—15. VIII., 1 3; 16.—31. VIII. 1906, 2 2.
Liptena homeyeri Dew.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 3. V. 1906, 1 d; Alen
Benitogebiet, 15.—830. VI., 1 2; 16.—81. VIII. 1906, 1 9;
1.—15. IX., 3 2.
Liptena tullia Staud.
Span.-Guinea: Alen, Benitogebiet, 1.—15. IX., 1 d; 16.—30.
XI. 1906, 1 2.
Liptena intermedia Grünb.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 16.—31. V. 1906, 1d. —
Alen Benitogebiet, 1.—15. VIIL., 1 &; 16.—31. VIIL, 2 9;
1.—15. IX., 12; 16.—30. IX. 1906, 2 2. — Uelleburg, VI. bis
VIT 2908.22.
Liptena catalina Smith u. Kirby
Kamerun: Bibundi, 15.—30. IV. 1905, 1 2.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—31. X., 1 d; 1.—15. XI.
1906, 1 G.
Liptena tripunctata Smith u. Kirby
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. IX., 1 &; 16.—31.
x 1906,18:
Libtena ideoides Dew.
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 1.—17. II. 1906, 1& (?);
Alen Benitogebiet, 16.—30. IX. 1906, 1 8.
Liptena modesta Kirby
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. IX., 1; 1.—15. X.
1906, 1:2:
-
Liptena despecta Holland
Kamerun: Mokundange, 16.—31. VII. 1905, 1 &; Asoko, Simekoa,
Jaundestation, 5. X. 1905, 1 &.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.
IX. 1906, 19.
15. IX., 1 8; 10.80.
des Herrn G. Teßmann nach Süd-Kamerun und Spanisch-Guinea. 137
Liptena ilma Hew.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 21. IV. 1906,12. — Makomo
Campogebiet, 16.—31. V. 1906, 1 &. — Alen Benitogebiet,
16.—31. VIIL, 1 2; 16.—81. X. 1906, 1 2.
Liptena ilma Hew. var. 1.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. XI. 1904, 1 d.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. IX., 1 9; 1.—15. XH.
1906, 1 2. |
Liptena ılma Hew. var. 2.
Kamerun: Bibundi, 16.—31. XII. 1904, 1 9; 31. I. 1905, 1 d.
Mokundange, 1.—15. VII. 1905, 1 2.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 12. V. 1906, 1 2; Alen
Benitogebiet, 1.—15. VIII. 1906, 1 $.
Liptena ilma Hew. var. 3.
Span.-Guinea: Makomo, Ntumgebiet, 2. IV. 1906, 1 2.
Gen. Mieropentila Aur.
Micropentila adelgunda Staud.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—31. VII, 1; 1.—15. X.
1906, 1 8.
Micropentila adelgitha Hew.
Kamerun: Bipindi Kribi, 2.—4. XI. 1905, 1 2; Lolodorf Bipindi,
2° XI. 1905, 18.
Span.-Guinea: 13, Makomo Ntumgebiet, 15. V. 1906, 18. —
Makomo Campogebiet, 16.—31. V. 1906, 1 &. — Alen Benito-
gebiet, 1.—15. VII, 18,1%; 1.—15. VIIL, 1 9; .11—15. IX.,
2021.15. Ra 10 ER 2: ED. RE:
16.—31. XII. 1906, 1 2.
Micropentila brunnea Kirby
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. X. 1906, 1 d.
Gen. Epitolina Aur.
Epitolina dispar Kirby
Kamerun: Bassagebiet, 12. IX. 1905, 1 3; Bipindi Kribi, 2.—4.
XI. 1905,18:
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 1 &. — Alen Benitogebiet,
16.—31. VIIL, 28; 1.—15. IX., 13; 1.—15. X., 1 d; 1.—15.
Ser: 1906) 178,
Epitolina dispar Kirby var. 9.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 12. V. 1906, 1 2. — Alen
Benitogebiet, 16.—30.'VI., 1 2;:1.—15.. VIUL, 22; 16.—80.
IX., 1.2; 1.15. 2.1906, 2 2.
12, Heft
138 Embrik Strand: Zoologische Ergebnisse der Expedition
Epitolina dispar Kirby var. cordalia Kirby
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VII, 2 8; 1.—15.
VIIL,d8516.—81.VEIL 28;.16.580.1X 18 A ala
1906, 1 8.
Gen. Epitola Westw.
Epitola carcina Hew.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VII. 1906, 1 2.
Epitola cercene Hew.
Span.-Guinea und Duala (7.—10. XII. 05), 3 dd.
Epitola badura Kirby
Span.-Guinea: Alen, 1.—15. IX. 1906, 1 d.
Epitola leonina Staud.
1 & (ohne Lokalität!).
Epitola badia Kirby
Kamerun: Assoko, Simekoa- Jaundestation, 12.—23. X. 1905,
1 &; etwas fraglich.
Epitola catuna Kirby
Span.-Guinea: Alen, 1.—15. IX. 1906, 1 8; nicht ganz sicher.
Epitola doleta Kirby
Kamerun: Assoko, Simekoa- Jaundestation, 12.—23. X. 1905, 18.
Epitola pinodes H. Druce
Span.-Guinea: Alen, Benitogebiet, 1.—15. XII. 1906, 1 2.
Epitola goodi Holland
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—31. X. 1906, 1 2.
Gen. Hewitsonia Kirby
Hewitsonia boisduvali Hew.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—31. VII. 1906, 1 £.
Hewitsonia kirbyi Dew.
Kamerun: Asoko Simekoa- Jaundestation, 12.—23. X. 1905, 1 9.-
Subfam. Lyeaeninae.
Gen. Megalopalpus Röb.
Megalopalpus zymna Doubl. u. Hew.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. IX. 1904, 1 2; Mokundange, 1.—159.
VII. 1905, 1 d; Jaundestation Simekoa, 1.—7. X. 1905, 1 8.
Span.-Guinea: 13; Makomo Ntumgebiet, 3. u. 9. V. 1906, 22. —
Makomo Campogebiet, 1.—17. Il. 1906, 2 &. — Alen Benito-
gebiet, 1.—15. VII, 3 &; 16.—31. VIIL, 1 &, 4 2; 1.—15. IX.,
19P; er IX.,2 9;23;1.—15. X.,1d; 16.—31. X. 1906,
Lu, U8:
des Herrn G. Teßmann nach Süd-Kamerun und Spanisch-Guinea. 139
Megalopalpus angulosus Grünb.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 14. V. 1906, 13. — Alen,
Benitogebiet, 16.—80. IX., 1 &, 3 9; 1.—15. %. 1906, 1 2.
Megolopalpus metaleucus Karsch
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—81. VIII. 1906, 1 2.
Gen. Lachnoenema Tr.
Lachnocnema exigua Holland
Kamerun: Bibundi, 15.—30. IV. 1905, 1 2.
Lachnocnema magna Auriv.
Kamerun: Mokundange, 16.—31. VII. 1905, 1 2.
Lachnocnema veutlingeri Holland
Kamerun: Asoko, Simekoa- Jaundestation, 1 g.
Span.-Guinea: Alen, Benitogebiet, 16.—31. VIIl., 12; 16.—31.
1906, 1 0:
Gen. Deudorix Hew.
Deudorix nomenia Hew.
Kamerun: Asoko Simekoa- Jaundestation, 12.—23. X. 1905, 24.
Span.-Guinea: 1.
Deudorix mera Hew.
Span.-Guinea: 1 d, Alen Benitogebiet, 1.—14. I. 1907, 1 3.
Deudorix eleala Hew.
Span.-Guinea: Uelleburg Benitogebiet, 15.—31. I. 1907, 1 8.
Deudorix angelita Suff.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. IX. 1906, 1 9.
Kamerun: Mokundange, 1.—15 VI. 1905, 1 & (ob angelta? ?).
Deudorix odana H. Druce
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—30. IX., 13; 16.—30.
1.1906, 1.2.
Gen. Oxylides Hb.
Oxylides faunus Drury
Kamerun: Mokundange, 1.—15. VI., 12;16.—31. VII. 1905, 13. —
Asoko, Simekoa- Jaundestation, 12.—23. X. 1905, 1 6.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VIIL., 1 2; 16.—31.
VII, 1 2; 1.—15. IX. 1906, 1 2.
Oxylides faunus Drury var. albata Auriv.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—31. VIII. 1906, 1 8.
Oxylides homeyeri Dew.
Kamerun: Asoko, Simekoa- Jaundestation, 12.—23. X. 1905, 1 6.
Oxylides amasa Hew.
"Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—31. VIII, 2 2; 1.—15,
IR) 118,4 9: 2-13. X, 1 8 2 2,1 IR TS;
Nkolentangan, 22. XI. 1907, 1 2.
12. Heft
140 Embrik Strand: Zooloigische Ergebnisse der Expedition
Gen. Hypolycaena Feld.
Hypolycaena hatıta Hew.
Kamerun: Asoko, Simekoa- Jaundestation, 12.—23. X. 1905, 1 3.
Hypolycaena antifaunus Doubl. u. Hew.
Kamerun: Alen Benitogebiet, 1.—15. IX. 1906, 1 $; 16.—80.
13.1138:
n Hypolycaena lebona Hew.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 22. IV. 1906, 1 Ex.;
Alen Benitogebiet, 1.—15. VIII. 1906, 1 Ex.
Hypolycaena lebona Hew. var.
Kamerun: Bibundi, 16.—31. 1, 2& (?), 1.—15. V. 1905, 1 £.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VII. 1906, 1& (?).
Hypolycaena dubia Auriv.
Kamerun: Bibundi, 17.—30. IV. 1905, 1 d; Mukundange, 1.—15.
VI: 1905, 1.&.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—31. VIII, 3 9; 1.—15.
IX., 13; 16.—80. IX., 1 d; 1.-—15. X., 1 d; 16.—80. XI.
1906, 1 8.
Hypolycaena dubia Auriv. var. (?).
Span.-Guinea: Makomo Campogebiet, 1.—17. I. 1906, 1 8.
Hypolycaena dubia Auriv. oder lebona Hew. (?!).
Kamerun: Mokundange, 1.—15. VI. 1905, 1 2.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 22. IV. 1906, 1. — Alen
Benitogebiet, 16.—31. VIII., 2 2; 16.— 830. IX., 1 9; 16.—31.
X. 1906, 1 2. — Uelleburg, 15.—31. I. 1907,18.
Hypolycaena liarra H. Druce
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. XII. 1906, 1 2; Uelle-
burg, 15.—31. I. 1907, 1 £&.
Hypolycaena philippus F.
Kamerun: Mokundange 16—31. V. 05, 139, 22. — Kribi
11.14.0911. 05.26.
Hypolycaena sp.
Über einen in der Sammlung von mir nicht wiedergefundenen
Falter, den Teßmann als „Hypolycaena Nr. 4“ bezeichnet hat,
enthalten seine Notizen Folgendes: ‚Raupe 1,4cm lang, grün,
Seiten gezackt. Rücken, 2 Seitenreihen, etwas erhöht, mit
wenigen Haaren. Seitlich wie gezackt, erster Ring etwas glasartig.
Lebt an obstbaumartiger Pflanze.“
Gen. Jolaus Hb.
Jolaus timon F.
Kamerun: Mokundange, 1.—15. VI. 1905, 1 2; Buea, 15.—20.
XI. 1905, 1 8.
Span.-Guinea: 1 9.
des Herrn G. Teßmann nach Süd-Kamerun und Spanisch-Guinea. 141
Jolaus beli Hew.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—30. IX. 1906, 1 d.
Jolaus bertha Suff.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. V. 1905, 1 d.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 12. V. 1906, 1 9.
Gen. Aphnaeus Hb.
Aphnaeus orcas Drury.
Kamerun: Bakoko Bassagebiet, 15.—27. IX. 1905, 1 £&.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VII., 1 3; 16.—31.
VII. 1906, 1 9.
Gen. Spindasis Wall.
Spindais iza Hew.
Kamerun: Mokundange, 1.—15. VII. 1905, 1 2.
Gen. Lyeaenesthes Mr.
Lycaenesthes grosei Auriv.
Kamerun: Mokundange, 1.—15. VI. 1905, d.
Teßmann hat folgendes notiert: „Raupe 1,3 cm lang, grün,
9 Rückenlinien etwas dunkler, lebt auf Pflanze 11, in der
Pflanzung gefunden, Mokundange; ist auf niederen Ausschlägen
der klauenblätterigen Leguminose häufig zu finden. Puppe grün,
auf Blättern der Pflanze 11 leicht angeheftet.“
Lycaenesthes sylvanus Dr.
Kamerun: Bibundi, 16.—30. X. 1904, 3; 1.—5. XII. 1904, 2.
Lycaenesthes voltae E. Sh. v. gabunica Aur.
Span.-Guinea: Alen, 1.—15. X. 1906, 2.
Lycaenesthes larydas Cr.
Kamerun: Mokundange, 1.—15. VI. 1905, $; Bibundi, 1.—15.
XII. 1904, 8.
Span.-Guinea: Alen, 16.—31. X. 1906, 2.
Lycaenesthes lucretilis Hew.
Kamerun: Bakoko, Bassagebiet, 15.—27. IX. 1905, d
Lycaenesthes scintillula Holl.
Span.-Guinea: Alen, 1.—16. X. 1906, d; 16.—31. X. 1906, d.
Gen. Cupido Schrk.
Cupido cyara Hew.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 8. V. 1906, 1 8.
Cupido heritsia Hew.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. II. 1905, 2 &; Bassagebiet, 11. IX.
1905, 1 8.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 16.—831. X. 1906, 1 8.
12. Heft
149 Embrik Strand: Zoologische Ergebnisse der Expedition
Cupido falkensteini Dew.
Kamerun: Jaundestation Simekoa, 1.—7. X. 1905, 1 3; Simekoa
Combokotto, 8.—12. X. 1905, 1 d; Asoko, Simekoa- Jaunde-
station, 12.—23. X. 1905, 1 d.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 3. u. 22. IV. 1906, 2 8.
Alen Benitogebiet, 1.—15. VII, 1 2; 1.—15. VIIL, 18;
16.—30. IX., 1 9; 16.— 31. X. 1006, 1 Q.
Cupido lingeus Cr.
Kamerun: Bibundi, 16.—31. X. 1904, 1 &, 1 8; 1.—15. X.
1904, 1 3; Jaundestation Simekoa, 1.—7. X. 1905, 3 8;
Bakoko, Bassagebiet, 15.—27. IX. 1905, 1 8; Asoko Simekoa-
Jaundestation, 12.—23. X. 1905, 1 9,1}.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VIII., 2 2; 16.— 931.
VIII, 3& 28; 1.—15. IX., 13; 1.—15. X. 1906, 12. —Nko-
lentangan, 29. XII. 1907, 1 9.
Cupido carana Hew.
Kamerun: Makoko Bassagebiet, 7.—27. IX. 1905, 6 .
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 1. u. 9. V. 1906, 28. —
Alen Benitogebiet, 1.—15. IX., 1; 16.—80. IX., 3 3; 1.—12.
X711: 4906, 1,2:
Cupido telicanus Lang var. plinius F.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. XII., 1 3; 16.—31. XII. 1904, 1 8;
1.—15. I. 1905, 3 &. Mokundange, 1.—15. VII. 1905, 1 9.
Bakoko Bassagebiet, 15.—17. IX. 1905, 1 2. Jaundestation
Simekoa, 1.—7. X. 1905, 6 d.
Span.-Guinea: Ntumgebiet, 2.—12. V. 1906, 3 d, 2 2; Alen
Benitogebiet, 16.—31. VIII. 1906, 19.
Cupido isis Drury
Kamerun: Jaundestation Simekoa, 1.—7. X. 1906, 4 d; Simekoa
Combokotto, 8.—12. X. 1905, 1 2.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 12. V. 1906, 1&. — Alen
Benitogebiet, 1.—15. XII., 1 &; 16.—31. XII. 1906, 1 3.‘
Cupido jesous Gu£r.
Goldküste: Cap Coast Castle, 25. VIII. 1904, 1 2.
Kamerun: Bakoko Bassagebiet, 15.—27. IX. 1905, 2 3; Asoko,
Simekoa- Jaundestation, 12.—23. X. 1905, 3 d.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 16. IV. 1906, 18. — Alen
Benitogebiet, 16.—80. IX., 3 &; 1.—15. X., 1 9; 16.—831. X.
1906,18:
Cupido aethiops Mab.
Kamerun: Bassagebiet, 15.—27. IX. 1905, 1 8.
Span.-Guinea: Benitogebiet, 16.—31. X. 1906, 3 d.
des Herrn G. Teßmann nach Süd-Kamerun und Spanisch-Guinea. 143
Cupido sichela Wall.
Kamerun: Jaundestation, Simekoa, 1.—7. X. 1905, 1 8; 12.—23.
X. 1905, 1.
Cupido malathana Boisd.
Kamerun: Jaundestation, 1.—7. X. 1905, 2 9, 1.
Cupido latrunculata Grünbg.
Kamerun: Jaundestation Simekoa, 4. X. 1905, 1 d.
Cupido osiris Hopft.
Kamerun: Jaundestation-Simekoa, 7.—10. XII. 1905, 1 9.
Cupido hippocrates Fabr.
Kamerun: Jaundestation-Simekoa, 1.—7. X. 1905, 1 &; Assoko,
S.-J., 12.—23. X. 1905, 1 &; Mokundange, 1.—15. X. 1905, 1 2.
Span.-Guinea: Alen, Benitogebiet, 1.—15. IX. 1906, 1 8;
16.—31. VIII. 1906, 2 d, 1 2. Makomogebiet, 16.—31. V.
1906, 1,9, 1 8.
Cupido micylus Cr.
Kamerun: Bibundi, 1 4, 1.—15. I. 1905, 4 d; 16.—31. 1. 1905,
2&. Duala, 7.—10. XII. 1905, 3 d, 1; Assoko: S.-J., 12.—24.
X. 1905, 1 2; Buea: 15.—20. XI. 1905, 1 2; Moliwe Vikt.,
20.—26. XI. 1905, 1 2.
Span.-Guinea: Alen, Benitogebiet, 8. VIII. 1906, 2 9,1%;
1.—15. XI. 1906, 1 2; 16.—31. VIII. 1906, 39, 12? — 12 --;
Span. Guinea, 1 d, 3 2.
Cupido cissus God.
Kamerun: Jaunde-Simekoa, 1.—7. X. 1905, 2 d.
Cupido antanossa Mab.
Kamerun: Jaunde-Simekoa, 1.—7. X. 1905, 1 d; Duala, 1.—10.
I. 1906, 4 $; Tanga niga, 1 {.
Cupido gaika Tr.
S.-Kamerun: Adschabe, 2.—23. VI. 1906, 1 d.
Span.-Guinea: Alen, Benitogebiet, 1.—15. VIII. 1906, 1 8;
2. VILI..1906, 2 3; 3; VII. 1906, 1? 9514 VIIE:\1906, 1 9;
15. VIII. 1906, 1 2; 16. VIII. 1906, 1 2.
Cupido lysimon Hübn.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. IX. 1904, 1 &; Mokundange, 1.—15.
VI. 1905,:1'25 Tanga niga, 7°8.
Span.-Guinea:1d,1%2.
Cupido bibundana Grünbg.
Kamerun: Bibundi, 1.—15. I. 1905, 1? ; 29. I. 1905, 1?.
Cupido güssfeldti Dew.
Kamerun: Assoko, Jaunde-Simekoa, 12.—23. X. 1905, 1?.
12, Heft
144 Pr. Anton Krausse: Thysanopteren, Isopteren, Orthopteren usw.
Cupido punctatus Dew.
Kamerun: Bakako, Bassagebiet, 11. IX. 1905, 3 d; 15.—97.
IR;2 7}
Span.-Guinea: Alen Benitogebiet, 1.—15. VII. 1906, 1 8;
16.—31. XI. 1906, 1 d; 16.—831. XI. 1906, 1?.
Cupido punctatus Dew. var.
Kamerun: Victoria, 29. VIII. 1904, 1 9; Bibundi, 16.—30. X.
1904, 4 S; 1.—15. XI. 1904, 1 2; 1.—15. I. 1905, 1?.
Span.-Guinea: Alen Benitogebiett, 1.—15. VII. 1906, 3?;
3. VIII. 1906, 2?; 4. VIII. 1906, 1 8; 16.—31. VIII. 1906,
2.0.19.
Cupido ornatus Mab. (? elorea Fabr.).
Kamerun: Bibundi, 16.—30. XI. 1904, 1 3; Mokundange, 1.—15.
VI. 1905,18, 1?; Campo Makomo, 16.—31. V. 1906,1d, 1?.
Span.-Guinea: Makomo Ntumgebiet, 5. V. 1906, 1?; 8. V. 1906,
1 8, 1?. — Alen Benitogebiet, 15.—30. VI. 1906, 1?; 1.—15.
X. 1906, 1 d; 16.—31. I. 1906, 1 2.
Thysanopteren, Isopteren, Orthopteren
und Odonaten von Sorgono, Sardinien.
Thysanopteren.
An Blasenfüßen fand ich bei Sorgono, Sardinien, nur wenig,
doch einiges Interessante; die Determination verdanke ich Herrn
Dr. Karny.
Limothrips cerealium var. nov.
In Europa und Nordamerika weit verbreitet; bisher nur flügel-
lose $3 und geflügelte ?? bekannt; bei Sorgono auch flügellose 22.
Thrips croceicollis Costa 1883 (Sardinien).
Limothrips angulicornis.
Weit verbreitet. Von Sardinien bisher nicht bekannt.
Campsothrips albosignatus.
Bei Sorgono (,Sedda de Pranu‘“) von Eichen geklopft.
Isopteren.
Termiten sind auf Sardinien überall, aber recht spärlich ver-
treten; nur zwei Arten.
Leucotermes lucifugus Rossi.
Die häufigste Art, bei Sorgono, Asuni, Oristano usw.; einmal
bei Gonnesa die Telegraphenpfähle beschädigend.
Calotermes flavicollis Fab.
Selten. Ich fand bisher nur einmal zwei Exemplare bei Sor-
gono, unter Eichenrinde; Dezember.
Dr. Anton Krausse: Sardische Tenthrediniden und Cynipiden. 145
Orthopteren.
Von dem Sorgonoer Material ist dannoch wenig bestimmt,
durch Herrn M. Wegener- ung
Anisolabis moesta Gene | Oedipoda coerulescens L.
Labia minor L. Pachytylus cinerascens F.
Forficula auricularia L. Pamphagus marmoratus Burm.
k: pubescens Gene Acridium aegyphium L.
in decipiens Gene Caloptenus ıtalicus Z.
; key „var. margi-
Mantis veligiosa L. 5
Ameles nana Charp.
Bacillus Rossii F.
Paracinema tricolor Thunb.
Stenobothrus bicolor Charp.
Stauronotus maroccanus Thunb.
Epacromia strepens Latr (,Auf-
fallend grün gefärbte Exem-
plare‘).
Sl Serv.
Tettix meridionalis Ramb.
Ephippigera rugosicollis Serv.
Oecanthus pellucens Scop.
Gryllus campestris L.
Gryliomorphus dalmaticus Desk.
Mogisoplistus brunneus Serv.
Odonaten.
Häufig bei Sorgono: | Libellula striolata Charp.
Libellula depressa L. | Calopteryx virgo L.
brunnea Fonsc. „...barbara F.
e. meridionalis Selys | » fusca Linden
Oristano, Sardinien, Dr. Anton Krausse.
Dezember 1913.
Sardische Tenthrediniden und Cynipiden.
Dr. Alto Kiallase.
Wie bekannt, nehmen die Blattwespen beim Vorrücken nach
Süden an Arten- und Individuenzahl immer mehr ab, in noch
höherem Maße, als die Ichneumoniden; gleichwohl konnte ich bei
Sorgono, Sardinien, elf Formen fangen, die Herr Dr. E. Enslin
zu untersuchen die Güte hatte. Als ein kleiner Beitrag zur Fauna
dieser Insel sei auch diese Liste im ‚Archiv‘ deponiert.
1. Athalia lineolata Lep.
. Athalia lineolata var. liberata Kl.
. Athalia lineolata var. cordata Lep.
. Athalia glabricollis G. C. Thoms.
Selandria stramineipes Kl.
. Tomostethus luteiventris Kl.
. Arge rosae L.
Arge pagana Panz.
. Cladius pectinicornis Geofir.
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 12.
sonnomwm
10 12. Heft
146 Dr. Anton Krausse: Käfer aus den heißen Quellen usw.
10. Pristiphora fulvipes Fall.
11. Cebhus haemorrhoidalis F.
Wie ersichtlich, handelt es sich um lauter Formen von weiter
Verbreitung. Von der Insel Elba erwähnt Dr. Zavattari (‚‚Imenot-
teri dell’Isola d’Elba“, Boll. dei Musei di Zoologia ed Anatomia
comparata, Torino, XXV, 1910) nur eine Art: Arge rosae L.
An Cynipiden fand ich bisher nur eine Art, bei Asuni; diese
wurde von Herrn H.Hedicke vor kurzem als Chrestosema laevius-
culum n. sp. beschrieben im IV. Teil seiner ‚Beiträge zur Kenntnis
der Cynipiden‘: ‚Über einige Cynipiden des Deutschen Ento-
mologischen Museums“, Entom. Mitteilungen, II, 5; 1913.
Oristano, Sardinien, Dezember 1913.
Käfer aus den heissen Quellen von
Fordongianus auf Sardinien.
Auf meiner Fahrt von Sorgono nach Oristano am 13. No-
vember dieses Jahres konnte ich — leider nur für ein paar Minuten
— die heißen Quellen von Fordongianus besuchen. Die schon im
Altertum bekannten heißen Quellen liegen am Ufer des Tirso und
sind bei Hochwasser vom Tirso überspült. Umfangreiche Reste
der antiken Thermen sind erhalten. Das heutige Fordongianus
steht auf der Stelle des alten Forum Trajani. Einst ohne Zweifel
eine blühende Stadt — Amphitheater — ist das heutige Fordon-
gianus ein trauriges Fiebernest. Nähere Angaben über die Thermen
in historischer und physikalisch-chemischer Beziehung finden sich
bei LaMarmora (Voyage de Sardaigne ou Description statistique,
physique et politique de cette Isle, Paris et Turin 1839—1860).
Die wenigen Coleopteren, dieich mit der Hand aus dem sehr heißen
Wasser — zahlreiche Weiber benutzten die gute Waschgelegen-
heit — fischen konnte, hat Herr Rath Reitter in alter Güte bestimmt:
1 Anacaena globosa var. | 6 Ochthebius Pusillus.
1 Helochares nov. spec. ? (ther- 1 3 nanus.
micola?). 1 Hydroporus pubescens.
1 Ochthebius impressus. 1 Limnebius evanescens.
Direkt am Ufer der Quellen fand sich folgendes:
2 Sıtona lineatus. 1 Tachys haemorrhoidalıs.
2 Lixus mucronatus. 1 „.. sexstriatus v. bisbi-
1 Astenus nigromaculatus (Fld. maculatus (sehr klein).
ohne Makeln). 2 Sericoderus Revelierei.
1 Manicellus marginatus. 2 > lateralis.
1 Acupalpus dorsalis v. lusi- 2 Stenus intricatus.
tanicus Rttr. 2, danguidus.
3 Acupalpus dorsalis v. limbi-
collis Rttr.
Oristano, Sardinien, Dez. 1913. Dr. Anton Krausse.
SA u es ra
hiv für Naturgeschichte 79. Jahrg.1913, Abt. A,
dessırarrı. gez.
z: JIhomas.hth.nst, Bean. ai
2 ro.
BE
Embrik Strand: H. Sauter’s Forinosa-Ausbeute. Apidae II. 147
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute.
Apidae Il.
(Die Halictus-Arten von Formosa.)
Von
Embrik Strand.
In: Supplementa Entomologica, Nr. 2 (1913), p. 23—67,
habe ich unter dem Titel ,,H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Apidae I“
den ersten Teil meiner Bearbeitung des reichen Bienenmateriales,
das Herr Sauter dem Deutschen Entomologischen Museum
gesandt hat, publiziert; den zweiten Teil lasse ich, um eine raschere
Publikation zu ermöglichen, hiermit im Archiv für Naturgeschichte
erscheinen. — In diesem Teil werden nur Arten der Gattung
Halictus behandelt; der Vollständigkeit halber gebe ich hiermit
ein Verzeichnis der früher beschriebenen Halictus-Arten von
Formosa mit Hinweis auf die Originalbeschreibung und Angabe,
in welchem Museum die Type aufbewahrt wird (Z. M. = Kgl.
Zoolog. Museum Berlin, D. E. M.= Deutsches Entomologisches
Museum, U. S. N. M.= United States National Museum):
blepharophorus Strand, Supplementa Entom. Nr. 2 (1913), p. 28
bis 29. 9? — D. E.M.
earinatifrons Strand, Berlin. Entom. Zeits. 54 (1909), p. 196—8.
gQ — Z.M.
formosae Strand, Berlin. Entom. Zeits. 54 (1909), p. 189—191.
d. — Z.M.
Heymonsi Strand, Berlin. Entom. Zeits. 54 (1909), p. 207—8.
— Z.M.
horishensis Cock., Ann. Mag. Nat. Hist. (8) 8 (1911), p. 662—3.
d. — U. S. NM.
laevidermis Cock., Ann. Mag. Nat. Hist. (8) 8 (1911), p. 664—5.
— Z.M.
Iuteitarsellus. Strand, Berl. Entom. Zeits. 54 (1909), p. 206—7. d.
—Z
micado Strand, Berlin. Entom. Zeits. 54 (1909), p. 204—6. &2.
M
multistietus Cock., Ann. Mag. Nat. Hist. (8) 8 (1911), p. 665 —6.
— Z.M.
perangulatus Cock., Ann. Mag. Nat. Hist. (8) 8 (1911), p. 666—7.
9. — Z. M. [-formosae Strand.]
recognitus Cock., Ann. Mag. Nat. Hist. (8) 8 (1911), p. 665. 2 —
zZ. M.
sidereus Cock., Ann. Mag. Nat. Hist. (8) 8 ae . 667.2 — Z.M.
statialis Cock., Ann. Mag. Nat. Hist. (8) 8 91h), P.667 8, 8.
— Z.M.
Das ganze im folgenden besprochene Material gehört dem
Deutschen Entomologischen Museum in Berlin-Dahlem.
10* 12, Heft
148 Embrik Strand:
A. Ohne grüne Färbung. (p. 148—170).
Halietus anterufus Strd. n. sp.
6 dd: Taihorin VII, 7. VIII, Sokutsu (Banshoryo-
Distrikt) 7. VIII, Kankau (Koshun) VIII. — 922: Taihorin
VI., 7. VIII, Taihorinsho 7. X. — Typen von Taihorin.
d. Färbung schwarz. Fühlergeißel unten schwach gebräunt.
Braungelblich sind die Tegulae, die Spitze der Femora und beide
Enden der Tibien. Gelblich sind Metatarsen und Tarsen. Rot
sind: I. Abdominalsegment, eine Ouerbinde, welche die
Seitenränder nicht erreicht, am Hinterrande des II. Rücken-
segment; die Unterseite der Segmente I—III sind rot mit
schwarzen Flecken. — Das Gesicht unterhalb der Palpen sowie
zwischen den Augen und Antennen ist dicht messinggelb behaart,
auf dem Scheitel und zwischen den Antennen ist dunklere Be-
haarung, die aber so spärlich ist, daß das schwarze Tegument
überall zum Vorschein kommt. Unterseite des Kopfes grau behaart.
Pronotum und die Ränder des Mesonotum sind dicht messinggelb
behaart, letzteres sonst kurz und spärlich mit graulicher Behaarung,
welche das Tegument überall zum Vorschein kommen läßt und
ähnliche, jedoch längere Behaarung findet sich auf dem Skutellum,
während das Postskutellum dicht messinggelb behaart ist. Die
vordere Hälfte der Seiten und der Unterseite des Thorax ist mit
messinggelblicher, sonst ist der Thorax mit grauweißlicher, etwas
gelblicher Behaarung versehen. Die Beine mit blaß messing-
gelblicher bis weißlicher Behaarung. Der Hinterrand der Segmente
I—V mit dichter, anliegender, gelblichweißer Behaarung,
die scharf markierte und etwa gleichbreite Binden bildet; sonst
sind die Rückensegmente so fein und spärlich behaart, daß das
Tegument allein die Färbung bestimmt. Bauchseite am Ende
mit ziemlich dichter, messinggelblicher, anliegender Behaarung,
sonst mit langer, aber spärlicher, graulicher, abstehender Be-
haarung, welche Haare die Färbung nicht bestimmen, besetzt.
Flügelgeäder und Flügelmal braun. Die Flügel gleichmäßig hell
rauchbräunlich, im Saumfelde am dunkelsten, mit gelblichem
Schimmer und im Saumfelde stark irisierend. \
Die Fühler lang, das Postskutellum überragend. Die erste
rekurrente Ader ein wenig hinter der Mitte der 2. Kubitalzelle
einmündend. — Körperlänge 9, Flügellänge 7 mm.
Das 2 weicht von dem & nur sehr wenig ab, abgesehen von
den bekannten sexuellen Unterschieden: kürzere Fühler, breiteres
Gesicht, Körperform weniger schlank. Wie beim & ist das Abdomen
basalwärts verjüngt und hat seine größte Breite hinter der Mitte;
das Gesicht ist mit ebensolcher, jedoch weniger dichter Behaarung
als beim & versehen. Das letzte Dorsalsegment hat anscheinend
die den Halictus eigentümliche kahle Mittellängseinsenkung wenig
ausgeprägt, es ist jedoch so eingezogen, daß nur die Spitze sichtbar
ist. — Körperlänge 8, Flügellänge 6,5 mm.
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Apidae II. 149
Halietus suisharyonis Strd. n. sp.
Zahlreiche d& von Suisharyo X., sowie eins von Taihorin
7. VIII. und acht von Taihorinsho 7. X. — 5 22 von Suisharyo
X., 2 von Taihorinsho X. und 3 von Taihorin 7. XI., bezw.
7. XII. — Typen von Suisharyo.
d. Hat die grösste Ähnlichkeit mit Z. anterufus m. und weicht
nur durch folgendes ab: Abdomen ist nicht rot gezeichnet, die
Femoren und Tibien aller Beine sind schwarz oder schwärzlich,
höchstens die Spitze der Tibien ein wenig heller, die Metatarsen
und Tarsen nur leicht graugelblich gefärbt, die Tarsen III sind
jedoch immer etwas schwärzlich, auch wenn die übrigen Tarsen
ziemlich hell sind, die Ränder des Mesonotum sind nicht mit
bindenartig erscheinender gelber Behaarung versehen, die Fühler
einfarbig schwarz, die Tegulae dunkler und zwar am Innenrande
geschwärzt, Flügelgeäder und Flügelmal mehr schwarz als braun,
das Gesicht erscheint mir ein wenig schmäler, die Punktierung des
Mesonotum deutlicher und dasselbe nicht so matt, das dritte
Fühlerglied ist kaum so lang wie das vierte und etwa zweimal so
lang wie das zweite, während es mir bei HZ. anterufus mindestens
so lang wie das vierte erscheint.
Das 2 weicht von dem & u. a. durch schwächer punktiertes,
ziemlich glattes und glänzendes Abdomen ab, und die Fühlergeißel ist
an der Spitze gebräunt; von dem $ von H. anterufus abweichend
u. a. durch das einfarbig schwarze, mehr glatte und glänzende
Abdomen, das weniger dicht punktierte und daher mehr glänzende
Mesonotum, umgekehrt erscheinen Stirn und Scheitel ein wenig
matter, weil sowohl dicht als kräftig punktiert. Das ‚„Halctus-
Merkmal“ des sechsten Dorsalsegments ist fast linienschmal.
Körperlänge 9—9,5, Flügellänge 8 mm.
Das $ von Taihorin stimmt in der Färbung der Beine besser
mit HZ. anterufus $ überein und das erste Abdominalsegment ist
ganz schwach gerötet. Auch die Exemplare von Taihorinsho
haben durchgehends hellere Beine als die Hauptform. — Man könnte
geneigt sein diese und die vorhergehende Art für konspezifisch zu
halten, wenn die lange Reihe Exemplare von Suisharyo nicht so
konstante Merkmale hätten.
Halietus nomiformis Strd. n. sp.
4 SS von Kankau (Koshun) VI. —VIII. 1 3 von Taihorinsho
7. IX. Type von Kankau.
Mit H. swisharyonis m. nahe verwandt, aber bei den sonst
schwarzen Antennen ist das zweite Geißelglied unten rötlichgelb,
was ein bei allen vorliegenden Exemplaren vorkommendes und
leicht erkennbares Merkmal ist, da die Geißel unten sonst nicht oder
kaum heller als oben ist. Ferner fällt auf den ersten Blick als Unter-
schied die stärkere rötlich-braungelbe Behaarung vor allen Dingen
auf dem Skutellum auf, das bei Z. swisharyonis fast nackt erscheint.
12, Heft
150 Embrik Strand:
Dann ist die Körperform robuster, so daß diese JS insofern mehr
an die 22 als an die dS von H. swisharyonis erinnern; Abdomen
nach vorn nicht wesentlich verjüngt, die Flügel subhyalin mit
dunklem Geäder, aber braungelblichem Flügelmal, die erste rück-
laufende Ader mündet durchgehends noch deutlicher hinter der
Mitte in die zweite Kubitalzelle ein, der Kopf ist breiter, sodaß
deswegen sogar die Zugehörigkeit zur Gattung Halictus ein wenig
fraglich erscheint, die Augen sind innen noch deutlicher ausgerandet,
die Fühler sind kürzer und die 3—4 letzten Glieder unten
ausgehöhlt (ein Merkmal, das allerdings nicht konstant zu sein
scheint), an den Beinen I—II sind die Glieder von der Mitte
der Femora an bis und mit den Tarsen bräunlichgelb, dagegen sind
die ganzen Beine III schwärzlich, die Punktierung des Meso-
notums ist feiner und dasselbe ziemlich stark glänzend. Die Bauch-
segmente des Abdomen sind glatt, stark glänzend und erscheinen
nackt oder fast so, auch die Bewimperung der Hinterränder ist
nur seitwärts deutlich; das letzte Segment ist in der letzten Hälfte
in der ganzen Breite niedergedrückt, mit einem feinen Mittel-
längskiel, der hinten ın einem kleinen Höcker endet, sowie längs
des Hinterrandes mit einer sekundären, allerdings nur seitwärts
scharf begrenzten, schmalen Einsenkung, der Hinterrand selbst
ist mitten seicht dreieckig ausgeschnitten. — Die Tibien III
erscheinen im Profil nach oben konvex gebogen, unten fast aus-
gehöhlt und breiter als hoch. Tibia III erscheint im Profil von
der Basıs bis zur Spitze allmählich erweitert, ist aber nicht besonders
verdickt und nicht mit Fortsätzen versehen. Auch der Schaft der
Fühler ist dicht und ziemlich lang abstehend braungelb behaart.
Die Behaarung des Clypeus ist heller messinggelblich als bei
suisharyonis und unterscheidet sich dadurch von der um die Basis
der Fühler sitzenden Behaarung. Das erste Rückensegment erscheint
in schräger Seitenansicht als ziemlich dicht und gleichmäßig
bräunlichgelb behaart.
Die Art könnte mit etwa ebenso viel Recht zu Nomia gestellt
werden; um das sicher zu entscheiden, wäre es nötig, auch das
Q zu kennen. — Körperlänge 8—9 mm. a
Halietus taihorinis Strd. n. sp. cum var. (?) anpingensis
Strd. n. var.
Einige 22 von: Anping VIII. (Type der Varietät), Taihorinsho
IX., Kosempo X. u. 7. IX., Hoozan IX., Kankau 7. u. 22. IV., VI.,
Taahormm T;,"7. VIII. (Type)), IV.7. XD
Ähneln sehr H. formosae Strd., aber durch die nicht spitz
vorstehenden Ecken des Pronotum zu unterscheiden, ferner ist
das I. Hinterleibssegment etwas glänzend und glatt (bei der
Vergleichsart matt und punktiert), auch Mesonotum weniger deut-
lich punktiert, wenn auch matt, die Größe ein klein wenig geringer
etc. — Durch Cockerell’s Tabelle in: Ann. Mag. Nat. Hist. (8) 8,
Novbr. 1911, kann man auf H. laevidermis Cockll. kommen, bei
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Apidae II. 151
dieser sind jedoch die Abdominalbinden abweichend, Mesonotum
soll „very shiny‘ sein etc. — Ähnelt auch sehr H. blepharophorus
Strd., ist aber größer, Abdomen ist weniger glänzend, die Flügel
sind angeraucht, das Stigma dunkel, die Binden sind an den Seiten
nicht oder kaum breiter als in der Mitte etc. — Von der Beschreibung
von H. micado Strand abweichend dadurch, daß die Tegulae meistens
dunkler, bisweilen einfarbig schwarz sind, das Flügelgeäder und
-Mal sind manchmal dunkelbraun bis schwarz und die Flügel mehr
oder weniger deutlich angeraucht oder subhyalin, das erste Rücken-
segment hat keine Seitenhaarflecke, die Binde des zweiten Seg-
ments ist mitten meistens nicht oder kaum verschmälert, die des
vierten Segments erscheint bisweilen reichlich so breit wie die
anderen, bisweilen ist sie kaum oder nicht erkennbar; Mesonotum
matt, die Mittellängslinie meistens nur angedeutet, die Punk-
tierung ist ganz seicht, aber so dicht, daß die Punkte nur durch
linienschmale Zwischenräume getrennt sind, weshalb die ganze
Struktur als ein Netzwerk erscheint; die Punkte des Skutellum
sind, wenn überhaupt verschieden, eher etwas tiefer als die übrigen;
die Rippen des ‚herzförmigen Raumes‘ treten in keinem Fall
als unter sich in ihrer ganzen Länge parallele und getrennte Längs-
rippen auf, sondern sind wenigstens in ihrer Endhälfte durch Ver-
ästelungen und Ouerrippen zu einem Nestwerke verbunden, das
manchmal den ganzen Raum einnimmt. Auch das erste Abdominal-
segment ist meistens nicht stark glänzend, das zweite ist meistens
ganz matt glänzend; die zweite Kubitalzelle wenig, aber doch
unverkennbar kleiner als die dritte und nur ganz ausnahmsweise
oben länger als diese.
Das einzige vorliegende Exemplar von Anping weicht von
den anderen durch folgendes ab: Mesonotum ohne deutliche Punk-
tierung, wohl aber erkennt man unter dem Mikroskop unter sich
entfernte, ganz seichte grübchenähnliche Einsenkungen, die an
Punktgruben erinnern, sonst ist Mesonotum überall dicht reti-
kuliert und erscheint fast ganz matt, sowie mit deutlicher einge-
drückter Mittellängslinie; der Supraclypealraum ist stark gewölbt,
kann jedoch bei der Hauptform, wenn auch selten, dieselbe Form
haben, das Flügelmal ist gelb, das Geäder braun, die Flügel hyalin,
der Hinterrand der Bauchsegmente ist gebräunt, die Tarsen
rötlichbraun, die Behaarung auch des Mesonotum ist graulich,
das erste Rückensegment mit Seitenhaarflecken, die Basalbinde
des ersten Segments ist mitten stark verschmälert, der Kopf
scheint ein klein wenig schmäler zu sein, wie überhaupt der ganze
Körper, Clypeus mit ganz seichten Längseinsenkungen und einigen
unregelmäßig angeordneten Punktgruben, die keine QOuerreihe am
Vorderrande bilden, der Scheitel etwas glänzend, Abdominal-
segmente von derselben Struktur wie bei H. micado Strd., jedoch
auch 3 und 4 ganz leicht glänzend; Abdomen etwa ellipsen-
förmig oder ganz lang eiförmig. — Steht Halictus recognitus Cockll.
22, Heft
152 Embrik Strand:
nahe, aber abweichend durch u. a. feine dichte Punktierung auch
am ersten Abdominalsegment, Area basalıs ist groß, die Körper-
länge geringer, die Behaarung ist nicht oder kaum ockerfarbig etc.
— Von Hal. carinatifrons Strd. weicht diese Form ebenso wie die
Hauptform ab durch nicht oder weniger deutlich karinate Stirn,
die Binden des Abdomen verhalten sich etwas anders etc.
Diese Form von Anping möge vorläufig als Varietät von H.
taihorinis gelten, ıst aber vielleicht gute Art. Es ist ferner nicht
unwahrscheinlich, daß das zu H. blepharophorus 2 gestellte $ in
der Tat zu vorliegender Form gehört.
Halietus formosae Strd. 1909 $ (= perangulatus Cock. 1911, 2).
Viele 22 von: Sokutsu (Banshoryo-Distrikt) 7. VII., Anping
VIII., VII, Kankau VII., 22. IV., VIII., VI., V., Taihorin 7. VILL.,
VRSVISV. VE, 7 RL, Taihorinsho:7. X, VIER. — dd u
Kankau (Koshun) 7.—22. IV., VII., Taihorinsho 7. X., Anping
V1.—VII., Pilam VII., Chip-Chip II. (Unikum), Taihorin 7. VIIL.,
1. ML. Paman!.7 IV;
Die Männchen weichen von der Beschreibung des nach einem
g aufgestellten Hal. formosae Strd. durch folgendes ab: Die Be-
haarung des Untergesichtes ist viel heller als die des Mesonotum
und zwar ganz hell messingfarbig, Abdomen zeigt bei manchen
Exemplaren Basalbinden auf den Segmenten 2—6, die
schmutzig hell bräunlichgelb, bisweilen weißlich, mitten nicht ver-
schmälert und, abgesehen von der letzten, unter sich etwa gleich
breit sind; bei anderen Exemplaren jedoch ist, wie in der Original-
beschreibung angegeben, nur an den Segmenten 2—4 eine
solche Binde erkennbar, weil dieselben wohl stärker zusammen-
gezogen sind. Die Fühler einfarbig schwarz, bei einigen Exemplaren
ist die Geißel unten ganz schwach gebräunt. Der „herzförmige“
Raum zeigt nur selten die in der Originalbeschreibung angegebene
regelmäßige Struktur, sondern hat meistens eine ziemlich ver-
worrene netzförmige, durch wenig regelmäßige Längs- und Ouer-
rippchen gebildete Struktur; beide dieser Formen sind, wie die
vielen vorliegenden Exemplare zeigen, so durch Übergänge ver-
bunden, daß systematisch damit nichts anzufangen zu sein scheint,
ebensowenig wie mit der Färbung der Haarbinden des Abdomen.
Konstant ıst dagegen die dunkle Färbung der Metatarsen und
Tarsen, wodurch allein die Art sich von den ebenfalls von Formosa
und im männlichen Geschlecht beschriebenen Arten 4. Heymonsi
Strd., H. carinatıfrons Strd. und AH. luteitarsellus Strd. unterscheidet,
stimmt aber in dieser Beziehung mit 7. micado Strd. überein. —
Die meisten Exemplare haben am ‚„herzförmigen‘‘ Raum eine
ganz deutliche Randleiste, die mitten stumpfwinklig ist, bisweilen
aber daselbst undeutlich und bisweilen überall undeutlich ist.
Die zweite Kubitalzelle ist unten in allen Fällen mindestens so
lang wie die dritte oben. Die Bauchsegmente sollen bei HZ. formosae
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Apidae IT. 153
keine besonderen Merkmale haben, hier dagegen hat das 6.
Bauchsegment einen fast bis zur Basis reichenden, hinten stumpf
quergeschnittenen, sonst runden, mit skopulaähnlichen grau-
bräunlichen Haaren dicht bewachsenen, mitten jedoch kahlen
Fleck, der beı sämtlichen vorliegenden, zu dieser Art gestellten
Männchen vorhanden und gleich ist, was beweisen dürfte, daß diese
trotz den sonst vorhandenen Unterschieden doch konspezifisch sind.
— Die Ecken des Pronotum sind nicht so scharf wie bei den 99
und auch nicht bei den verschiedenen Exemplaren ganz gleich
stark entwickelt. — Die drei vorliegenden Exemplare von Tainan
und die zwei von Pilam haben ganz hyalıine Flügel, bei den anderen
sind diese mehr oder weniger deutlich angeraucht.
Leider liegen mir jetzt keine Exemplare von Kanshirei, der
typischen Lokalität von H.formosae Strd. vor, weshalb die ange-
gebenen Unterschiede von der obendrein nicht gut erhaltenen Type
auf ihre Beständigkeit also nicht geprüft werden können; ganz aus-
geschlossen ist es nicht, daß es sich schließlich herausstellt, daß
H. formosae von perangulatus doch verschieden ist.
Halietus suisharyonensis Strand n. sp.
Ein Pärchen von Suisharyo: @ X., 7. XI.
Das & weicht von H. formosae Strd. ab durch dickere Fühler,
aber dünneren Körper, der Kopf schmäler, die Augen innen deut-
licher ausgerandet und nach unten ein wenig mehr konvergierend,
die ganze Behaarung graulich, die Haarbinden des Abdomen
schwächer und zwar nur am 2. Segment unverkennbar
vorhanden, das 6. Bauchsegment ohne eigentümliche Be-
haarung und sich überhaupt in nichts von den vorhergehenden
Segmenten unterscheidend, das ganze Abdomen glatt und stark
glänzend, auch Mesonotum und Skutellum glänzend, wenn auch
deutlich punktiert; die Basalarea ist in der vorderen Hälfte mit
netzförmiger Rippenstruktur, die jedoch feiner als bei H. formosae
ist, versehen, während ihre hintere Hälfte glatter, etwas glänzend,
und mit schwächeren, unter sich entfernteren und nicht oder kaum
verbundenen, subparallelen Längsrippen versehen ist, sowie breit
gerundet mit keiner oder undeutlicher Randleiste; der Scheitel
ist matt und grobrunzlich punktiert, nur um die Ozellen findet
sich je ein schmaler glatter Streifen. Tegulae schwarz. Gesicht
ziemlich spärlich und kurz behaart, die gelbe Vorderrandlinie des
Clypeus deutlicher, breiter, als bei H. formosae. Flügel angeraucht,
stark irisierend und mit schwarzem Flügelmal und Geäder; die
dritte Kubitalzelle ist wenig größer als die zweite und auf der
Marginalader so lang oder reichlich so lang wie die zweite; von ver-
wandten Arten ferner durch die schwarzen Tarsen abweichend. —
Von H. horishensis Cockll. dadurch abweichend, daß nur das 1.
Abdominalsegment Basalbinde trägt, Geäder und Mal schwarz,
Abdomen ist nicht über zwei mm breit, die Occipitalregion ist
12, Heft
154 Embrik Strand:
nicht ‚‚elevated‘. die Basalarea ist anders (cf. oben!), ete. — Körper-
länge 8,5 mm, Flügellänge 6,5 mm.
Das 2 stimmt sonst ziemlich gut mit HZ. recognitus Cockll.,
aber die Flügel sind angeraucht mit schwarzem Geäder und Mal,
die Größe geringer, die Ockerfarbe der Behaarung ist in allen
Fällen sehr schwach, auch auf dem Postskutellum, Fühlergeißel
unten nicht gerötet, Scheitel nur ganz schwach glänzend, die
Punktierung des Skutellum weniger deutlich als die des Mesonotum,
der Stutz ist senkrecht und mit Randleiste, die oben an der Grenze
gegen die Basalarea jederseits ein kleines Höckerchen bildet, die
erste rekurrente Ader ist interstitial oder subinterstitial mit der
zweiten Kubitalquerader, die zweite rekurrente Ader mündet in
die dritte Kubitalzelle in ihrem distalen Drittel ein, letztere Zelle
ist oben nicht stärker verschmälert, als daß sie auf der Marginal-
ader unverkennbar länger als die zweite Kubitalzelle ist. Basale
Haarbinden sind vorhanden an den Segmenten 2, 3 und 4,
in allen Fällen aber schmal und auch nicht dicht, auf 2 und 4
mitten breit unterbrochen, auf 3 jedenfalls mitten. Sonst ist
aber Abdomen mit schräg abstehenden, vereinzelten langen Haaren
ziemlich reich bekleidet; Analbehaarung ockerfarbig, aber nicht
von schwarzbraunen Haaren umgeben. Die Ecken des Pronotum
stumfpwinklig. — Clypeus etwas vorstehend, breit quergeschnitten
mit rechtwinkligen Ecken, glatt und stark glänzend, jedoch mit
Punktgruben, die am Vorderrande eine Querreihe bilden und mit
länglichen Eindrücken.
Aus Suisharyo X. 1911 ist nachträglich ein $ aufgefunden
worden. — Die Art steht jedenfalls 7. micado Strd. nahe, vorliegendes
g ist aber größer, die Flügel dunkler etc. als bei 7. micado.
Halietus notopsilus Strand n. sp.
Je ein $ von Taihorin VI. 1911 und Taihorinsho X. 1909
(Type!).
Mit A. Heymonsi Strd. nahe verwandt, aber an den Beinen
sind nicht nur Metatarsen und Tarsen, sondern auch die Tibien
und Spitze der Femoren gelb, wobei jedoch die Tibien 3 mitten
mehr oder weniger geschwärzt sind, die Behaarung ist gelb (messing-,
ocker-, bezw. bräunlichgelb), jedoch die Abdominalbinden hell-
graulich bis weißlich; Flügelmal dunkler, Tegulae blaß bräunlich-
gelb mit schwarzer Innenrandbinde, das erste Abdominalsegment
ohne Seitenhaarflecke, das zweite und dritte Segment mit schmalen
Basalbinden, die beim einen Exemplar in beiden Fällen mitten
unterbrochen sınd, während im anderen Falle die Binde des zweiten
Segments zusammenhängend ist (unter Umständen werden wohl
auch beide zusammenhängend erscheinen können), ob auch das
vierte Segment mitunter eine Binde trägt, muß dahingestellt
bleiben. Der Kopf jedenfalls nicht ‚erheblich‘ länger als breit;
Clypeus nicht oder kaum vorstehend, indem im Profil Clypeus
MH. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Apidae II. 155
und Supraclypealraum vorn in einer Vertikale gelegen erscheinen,
vorn kaum abgeflacht, indem er überall der Quere nach gewölbt
erscheint; im Profil erscheint der Kopf durchaus nicht doppelt so
lang wie breit (dick). Die beiden proximalen Geißelglieder wenig
länger als breit und kaum breiter als die folgenden Glieder. Meso-
notum ist ganz matt, dagegen der Scheitel ein klein wenig glänzend.
Skutellum gewölbt, punktiert, mit seichter Mittellängseinsenkung,
die höchste Partie jederseits der Mittellängslinie jedoch weniger
punktiert und etwas glänzend. — Keines von den Bauchsegmenten
ist am Hinterrande ausgeschnitten; das fünfte zeigt einen niedrigen,
hinten ein wenig höheren, nicht scharf markierten und wenig auf-
fallenden Mittellängskiel und zu beiden Seiten von diesem je eine
schräge seichte Einsenkung. — Die Basalader ist nicht in ihrer
ganzen Länge gleichmäßig gebogen, sondern hat ihre stärkste
Krümmung unter der Mitte. Die erste rücklaufende Ader mündet
im letzten Drittel der zweiten Kubitalzelle ein, ist also nicht inter-
stitial wie bei 4. Heymonsi, die dritte Kubitalzelle ist unten nicht
doppelt so lang wie die zweite. — Rückensegmente des Abdomen
erscheinen nackt. Körperlänge der Type 7,5, Länge der Flügel
6 mm. Kopf + Thorax 3,5 mm.
Halietus blepharophorus Strand
Zwei dd von Kankau VI., eins von Anping V.
Mit H. luteitarsellus Strand verwandt, aber Clypeus einfarbig
schwarz, verlängert und stark vorstehend, am Ende breit quer-
geschnitten und daselbst vorn nicht bloß abgeflacht, sondern auch
mitten leicht eingedrückt und mit Andeutung einer eingedrückten
Längslinie, die bis zur Basis reicht, auch der Supraclypealraum ist
stark entwickelt und bildet mit dem Clypeus eine etwa fünfeckige
Fläche (Plateau). Weitere Unterschiede cf. die Originalbeschrei-
bungen.
Von der Beschreibung von H. Heymonsi Strd. weicht nur
folgendes ab: Behaarung der Oberseite des Thorax mehr graulich,
das erste Abdominalsegment ohne deutliche Haarflecke an den
Seiten, jedoch daselbst mit etwas Behaarung, die wohl unter
Umständen fleckenförmig erscheinen kann, das zweite Segment
mit breit unterbrochener Binde, der Glanz des Abdomen wäre hier
als ‚stark‘ zu bezeichnen, die feinen Punktgrübchen des ersten
Segmentes scheinen nicht ‚tief‘ zu sein, das fünfte und sechste
Bauchsegment sind am Hinterrande mitten fast unmerklich aus-
gerandet und das fünfte ist am Seitenrande in je einen dem
sechsten Segment anliegenden, spitz zahnförmigen, nach hinten
gerichteten Fortsatz ausgezogen, der bei beiden Exemplaren recht
deutlich ist, die dritte Kubitalzelle ist oben (an der Marginalader)
ein wenig länger als die zweite.
Beschrieben ist diese Art im ersten Teil vorliegender Arbeit
(l. c. p. 28), da aber in dieser Beschreibung ein Hervorheben der
12, Heft
156 Embrik Strand:
Unterschiede von den verwandten Arten A. luteitarsellus Strd.
und 4. Heymonsi Strd. nicht erfolgt ıst, so mögen obige Bemer-
kungen nicht als unnötig betrachtet werden. — Hervorzuheben ist
die Möglichkeit, daß diese männliche Form zu H. taihorinis var.
anpingensis m. Q statt zu H. blebharophorus Q gehören könnte.
Halietus trichopsis Strand n. sp.
Ein $ von Taihorin I. 1910.
Wie vorige Art mit gelben Metatarsen und Tarsen, weicht
aber u. a. dadurch ab, daß der Abdominalrücken gar keine, weder
basale noch apikale Haarbinden trägt, wohl aber ist er mit ab-
stehenden, grauweißlichen Haaren, die jedoch keine Zeichnung
bilden, ziemlich dicht besetzt und zwar besonders am hintern Ende.
Färbung: schwarz; Fühlergeißel unten, abgesehen vom ersten
Glied, braun, Tegulae braungelblich mit schwarzem Innenrand,
Hinterrand der Rückensegmente leicht gebräunt, Metatarsen,
Tarsen und Spitze der Tibien gelb. Flügelmal und Geäder braun-
gelb, Subcosta schwarz, Flügel subhyalin mit gelblichem Schimmer,
überall stark irisierend. Bauchsegmente am Hinterrande gebräunt.
— Behaarung weißlich; die des Untergesichtes rein weiß, dicht
und etwas silbrig schimmernd, die des Scheitels und der Oberseite
des Thorax bräunlichgrau.
Das fünfte und sechste Bauchsegment zeigen mitten eine ganz
seichte Einsenkung, sind aber hinten nicht ausgerandet oder sonst
mit besonderen Merkmalen versehen. Das letzte Rückensegment
mit einer seichten Quereinsenkung. — Der Kopf kaum länger als
breit und ziemlich dick. Clypeus breit, nicht verlängert oder vor-
stehend, der Quere nach leicht gewölbt; die Struktur von der
dichten Behaarung verdeckt. Stirn ganz matt, Scheitel dagegen
etwas glänzend, weil viel spärlicher und feiner punktiert. Meso-
notum glatt und glänzend, mit spärlicher und seichter Punktierung.
Skutellum flach, wie Mesonotum skulpturiert. Basalarea halbmond-
förmig, mit scharfer Randleiste und wenig regelmäßigen, gegen
den Rand hin sich verlierenden Längsrippen. Abdomen glatt und
stark glänzend, unter dem Mikroskop jedoch dicht, wenn auch fein
punktiert erscheinend. — Basalader in der unteren Hälfte am’
stärksten gekrümmt, Nervulus praefurcal, die erste rekurrente
Ader ist mit der zweiten Kostalquerader interstitial, die zweite
mündet unweit der Spitze der dritten Zelle in diese ein, die dritte
Kubitalzelle ist oben etwa doppelt so lang wie die zweite.
Körperlänge 5--6 mm, Kopf + Thorax 3 mm, Flügellänge
4,5 mm.
Halietus sidereus Cockll. 1911.
Drei 22 von Taihorin I. 1910, 7. XI., VI. 1911.
Halietus melanomitratus Strand n. sp.
Q2 von Taihorin I., 7. XI. (Type!), 7. VII. sowie ein wohl
ebenfalls hierzu gehöriges @ von Anping I. 1910.
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Apidae IT. 157
Diese Form ähnelt sehr H. sidereus Cockll., ist aber durch-
gehends ein klein wenig größer, die Behaarung ist stärker, Meso-
notum ist gröber punktiert, aber dennoch stärker glänzend, weil
die Zwischenräume glatter sind, die Basalarea ist größer und mit
gröberer, auf der ganzen Area vorhandenen Skulptur. Von der
folgenden Art abweichend durch durchgehends ein wenig geringere
Größe, Skutellum ist mitten nicht niedergedrückt, das erste Ab-
dominalsegment und Mesonotum glänzender und die Basalarea
ist weniger grob skulpturiert. Mit dem ceylonischen Halictus
aulacophorus Strand verwandt, aber Körper und Extremitäten
dunkler, Basalarea gröber skulpturiert, Mesonotum stärker glänzend
etc. Von H. darjilingensis Strand abweichend u. a. durch kleineres
und helleres Flügelmal.
Färbung schwarz; Fühlergeißel unten, abgesehen von den
beiden proximalen Gliedern, gebräunt. Tegulae braungelblich, am
Innenrande schwarz, Geäder und Flügelmal gelb bis hellbräunlich,
Subcosta schwärzlich, die Hinterränder der Rückensegmente
schmal und undeutlich heller, die Metatarsen und Tarsen leicht
gebräunt, Hinterränder der Bauchsegmente bräunlich. Kopf und
Thorax ziemlich lang grauweißlich abstehend behaart, die Be-
haarung ist jedoch nur auf dem Postskutellum so dicht, daß das
Tegument verdeckt wird. Abdomen erscheint nur in der Mitte des
ersten und zweiten Segmentes unbehaart, sonst mit feiner, grau-
weißlicher, schräg abstehender Behaarung, die seitwärts und hinten
am längsten ist und keine Binden bildet, wenn auch auf den Hinter-
rändern der Segmente die Haare etwas länger sind und daher
mehr auffallen.
Das ziemlich dicht behaarte Gesicht erscheint matt, auf dem
Clypeus und am inneren Augenrande jedoch leicht glänzend;
ersterer zeimlich fein punktiert, nur längs des Vorderrandes mit
einigen größeren, aber seichten und wenig scharf markierten
Grübchen. Scheitel etwas glänzend, fein punktiert. Kopf dick,
etwa so lang wie breit. Mesonotum glatt und glänzend, spärlich
mit auch unter der Lupe deutlich erkennbaren Punktgruben;
Skutellum wie Mesonotum abgeflacht, ohne Mittellängseinsen-
kung; PBasalarea groß, matt, ganz schwach konkav, bis
zum Rande gleichmäßig netzförmig gerunzelt, mäßig kräftig
skulpturiert, ohne Randleiste; Stutz ebenfalls ohne Randleiste.
Abdomen lang eiförmig, das erste Segment glatt und stark glänzend,
nur unter dem Mikroskop ganz fein und spärlich punktiert erschei-
nend, das zweite Segment ebenfalls glatt und stark glänzend, jedoch
ein wenig deutlicher punktiert, die folgenden Segmente dichter
punktiert und fast matt.
Basalader kräftig gekrümmt, die größte Krümmung unter
der Mitte, Nervulus antefurkal, die erste rekurrente Ader mit der
zweiten Kubitalquerader interstitial oder fast interstitial, die
zweite Kubitalzelle nach oben stark verschmälert, so daß dıe Länge
12. Heft
158 Embrik Strand:
oben kaum halb so groß wie diejenige unten ist, die dritte Kubital-
zelle ist oben (auf der Marginalader) etwa doppelt so lang wie die
zweite Zelle, unten nicht oder wenig länger als oben, die dritte
Kubitalquerader wenig gebogen und somit fast parallel zu der
zweiten. Körperlänge 7 mm, Flügellänge ca. 5 mm.
Halictus melanomitratus Strd. var. (?) mitratolus Strd. n.
var. (?)
Von Taihorin IV. liegt ein @ vor, das jedenfalls mit H. palli-
lomus nahe verwandt ist, aber Mesonotum ist stärker glänzend,
die Basalarea ist größer und gröber skulpturiert, die Behaarun
ist stärker, dagegen scheint Postskutellum weniger dicht behaart
zu sein, die Hinterränder der Abdominalsegmente sind nur ganz
schmal und undeutlich heller und werden wohl bei manchen
Exemplaren überhaupt nicht heller als die Fläche des Segmentes
erscheinen, das zweite Segment zeigt an der Basis jederseits An-
deutung einer weißen Haarbinde, die wohl manchmal überhaupt
nicht erkennbar sein wird, da sie bei diesem Exemplar, dessen Seg-
mente jedenfalls nicht zusammengezogen sind, so wenig deutlich
ist; auch die Behaarung des Abdomen ist stärker als bei H. pallı-
lomus, bildet aber auch hinten nur andeutungsweise Hinterrand-
haarbinden, von Gestalt ist Abdomen mehr länglich und an beiden
Enden deutlicher zugespitzt; die zweite Kubitalzelle ist nach oben so
stark verschmälert, daß sie an der Radialader nur etwa halb so
lang wie die dritte Kubitalzelle ist, was aber auch bei 4. pallilomus
der Fall sein kann; die beiden Flügel, aber am deutlichsten der
Vorderflügel, sind leicht rauchig getrübt und stark irisierend, mit
braunem Flügelmal und Geäder.
Die Basalarea ist ganz unregelmäßig netzförmig gerunzelt,
mit ziemlich kräftigen Rippchen und etwas glänzenden Zwischen-
raumen, ohne Randleiste und auch in den Stutz ohne scharfe
Grenze übergehend. Letzterer ist schwach glänzend und zeigt
nur in der unteren Hälfte der Seiten eine ganz schwache undeut-
liche Randleiste. — Das an den Segmenten I und II stark
glänzende Abdomen zeigt nur unter dem Mikroskop deutlich eine
feine und spärliche Punktierung; die folgenden Segmente simd
weniger glänzend und auch unter der Lupe deutlich als punktiert
erkennbar. Die Punktgruben des Mesonotum und des Skutellum
erscheinen unter dem Mikroskop als unter sich um ihren doppelten
Durchmesser, bisweilen um noch etwas mehr entfernt und sind in
Größe recht verschieden. Bauchsegmente glatt und stark glänzend,
mit kräftig und dicht ziliierten Hinterrändern. Kopf + Thorax
3,3 mm, Abdomen 4 mm lang.
Halietus trichiosulus Strd. n. sp.
22 von Taihorin I., IV., V. VI. (Type!), VII., VIII. 7. XL,
7. XII, SS ebenda I., IV., V. (Type!), 7. VII, 7. XII. Ferner
ein & von Anping I. 1910.
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Apidae IT. 159
Mit Hal. melanomitratus Strd. verwandt, aber u. a. durch
die unter dieser Art schon besonders hervorgehobenen Unter-
schiede zu erkennen. — Der Art charakteristisch ist die besonders
beim & starke Mittellängseinsenkung des Skutellum. — Von AH.
aulacophorus Strd. abweichend u. a. durch die grobe Skulptur der
Basalarea.
Q@ Färbung: schwarz; Fühlergeißel am Ende unten schwach
gebräunt, Tegulae bräunlichgelb mit schmal schwarzem Innenrand,
Metatarsen und Tarsen mehr oder weniger deutlich gebräunt;
Hinterränder der Bauchsegmente deutlich, die der Rückenseg-
mente kaum heller. — Behaarung graulich, z. T. mit bräunlichem
oder gelblichem Anflug; auf dem Thorax ziemlich lang und ab-
stehend, aber nur auf dem Postskutellum so dicht, daß das Tegu-
ment verdeckt wird; Abdomen mit ähnlicher, aber z. T. kürzerer
und mehr abstehender Behaarung, die auf dem ganz leicht
niedergedrückten Hinterrande der Segmente II—V ein wenig
auffallender ist ohne doch eigentliche Binden zu bilden und so
verhält sich auch die Behaarung der Hinterränder der Bauch-
segmente. Beine blaß messinggelblich behaart. Flügelgeäder und
-Mal braungelb bis hellbräunlich, die Flügel hyalin und irisierend.
Der Kopf so breit wie lang, nicht ganz so breit wie der Thorax
und überhaupt klein erscheinend. Clypeus ganz leicht vorstehend,
mit kleinen, seichten Punktgruben bestreut, am Vorderrande etwa
sechs größere Grübchen in nicht ganz regelmäßiger Ouerreihe;
bisweilen mit Andeutung einer schmalen Medianlängseinsenkung;
matt oder ganz schwach glänzend. Mesonotum etwas glänzend,
unter dem Mikroskope ganz fein retikuliert erscheinend und
gleichmäßig sowie ziemlich dicht und fein punktiert. Skutellum
wie Mesonotum, gewölbt, aber mit Mittellängseinsenkung, die gröber
als die Umgebung punktiert ist. — Basalarea groß, bis zum Rande
gleichmäßig und kräftig retikuliert gerunzelt, nicht ganz matt,
mit wenig deutlicher Randleiste.. Abdomen glänzend, auf dem
ersten Segment am stärksten, unter dem Mikroskop fein retikuliert
gestrichelt sowie fein und undeutlich, aber ziemlich dicht punktiert
erscheinend.
Die größte Krümmung der Basalader unter der Mitte, Nervulus
praefurkal, die erste rücklaufende Ader ist mit der zweiten Kubital-
querader interstitial, die zweite Kubitalzelle ist nach oben leicht
verschmälert, aber auf der Marginalader wenig oder kaum kürzer
als die dritte Kubitalzelle, die dritte Kubitalquerader ist saumwärts
nicht stark gekrümmt und die dritte Kubitalzelle daher unten nicht
viel breiter als oben.
Körperlänge 9, Flügellänge 6,5 mm. Breite des Abdomen
2,8 mm.
Das & weicht vom 9 wenig ab. Körperlänge 8&—9 mm. Die
Metatarsen und Tarsen sind heller bräunlich, der Vorderrand des
Clypeus ist schmal graugelblich und die Fühlergeißel unten heller
12, Heft
160 Embrik Strand:
gebräunt, sonst ist die Färbung wie beim 9. Der Clypeus ist kaum
verlängert, wohl aber stärker vorstehend als beim 9, die Längs-
einsenkung des Skutellum ıst kräftiger, die Körperform ist mehr
langgestreckt wie wohl immer bei den 3, die distalen Bauchseg-
mente ohne besondere Merkmale. Der Supraclypealraum stark
gewölbt, was auch, wenn auch nicht in dem Maße, beim Q der Fall ist.
Halietus pallilomus Strand n. sp.
8 22 (und ein Exemplar ohne ganzes Abdomen!) von:
Taihorin V. (Type!), 7. VIIL., 7. XII., I., zwei 22 von Taihorinsho
7. IX. und 7. X., eins von Anping V. — Zwei dd von Taihorin
I. (Type!) und 7. XI.
Q mit Hal. sidereus Cockll. verwandt, aber die Hinterränder
der Rückensegmente blaßgefärbt und letztere tragen auch Haar-
binden, die Behaarung ist stärker, Clypeus ist kaum „shining‘“,
allerdings bei den meisten Exemplaren ist er ganz schwach glänzend,
Fühlergeißel am Ende nicht oder kaum gerötet, die Punktierung
der Stirn ist ziemlich dicht und kräftig, auch die des Mesonotum
und Skutellum ist ganz deutlich, der Stutz ist wenigstens in der
unteren Hälfte mit Seitenrandleiste versehen, die jedoch wenig
deutlich ıst, die Metatarsen und Tarsen sind ganz schwach gebräunt,
sonst sind die Beine schwarz und die des III. Paares nicht
heller als die übrigen, Tegulae sind zwar ‚shining rufo-testaceous‘“,
aber am Innenrande schwarz, Flügelmal schwärzlich, das Geäder
braun; die zweite Kubitalzelle ist höher als lang, gegen die Marginal-
ader verschmälert und auf dieser nicht so lang wie die dritte
Kubitalzelle, die etwa so hoch wie in der unteren (hinteren) Hälfte
lang ıst; die erste rekurrente Ader ist wie bei HZ. sidereus Cockll.
mit der zweiten Kubitalquerader interstitial. Sonst stimmt die
Beschreibung von H. sidereus Cockll. (in: Ann. Mag. Nat. Hist. (8) 8.
Novbr. 1911, p. 667) mit vorliegender Art.
Die Abdominalsegmente des Rückens haben blasse, manchmal
fast linienschmale und sehr wenig deutliche Hinterrandtegument-
binden, von denen die hinteren fein weißlich ziliiert sind; die Seg-
mente II und III zeigen schmale, weiße, mitten weit unter-
brochene und eigentlich als Seitenflecke erscheinende BasalHaar-
binden. — Körperlänge 6 mm.
d. Das $ weicht vom 9 ab durch schmale gelbliche Apikal-
binde des Clypeus, gelbes Labrum, am Abdomen ist bei der Type
von Basalhaarbinden nichts zu erkennen, während bei der Cotype
das zweite Segment Andeutung solcher Binde zeigt, die zweite
Kubitalzelle ist vorn stärker verschmälert, so daß sıe auf der
Marginalader kaum ein Drittel so lang wie die dritte Kubitalzelle
ist, dagegen ist letztere oben und unten fast gleich lang bezw. die
zweite und die dritte Kubitalquerader sind fast parallel, die Fühler
sind länger und zwar so, daß sie Skutellum überragen dürften. —
Das Gesicht ist nur ganz wenig schmäler als beim $ und der Clypeus
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Apidae II. 161
ist weder verlängert noch vorstehend, wohl aber etwas glänzend,
mit weniger deutlichen Punktgruben und Behaarung, die stärker
als beim 9, aber schwächer als bei den meisten dd ist. Die Ab-
dominalsegmente ohne irgendwelche besondere Merkmale. Kopf
+ Thorax und Abdomen je 2,5 mm lang.
Halietus kankaucharis Strd. n. sp.
Vier 22 von Kankau (Koshun) IV. (Type!), VI., VIII.
Ähnelt sehr FH. melanomitratus m., aber die Behaarung ist
spärlicher, die Körperform durchgehends robuster, die Flügel mehr
hyalin, Mesonotum scheint unbedeutend weniger glänzend zu sein,
weil es, wie unter dem Mikroskop ersichtlich, etwas dichter und
regelmäßiger punktiert, sowie überall dicht und fein retikuliert ist,
Skutellum wie Mesonotum skulpturiert, die Basalarea ist kleiner
und ringsum von einer gewölbten glatten Zone umgeben, welche
den Übergang sowohl zum Stutz als zu den Seiten bildet und ähnelt
insofern derjenigen von A. sidereus Cockll., jedoch ist die Skulptur
etwasstärker und unregelmäßiger. Postskutellum ist dicht grauweiß-
lich filzig behaart, beimelanomitratus dagegennur mit wenig dichter
und abstehender langer Behaarung bekleidet. Von H. pallilomus
m. abweichend u. a. durch helleres, gelbes Flügelmal, Clypeus ist
etwas glänzend, indem die Zwischenräume der großen, unter sich
verschiedenen und nicht dicht beisammenliegenden Punktgruben
glatt sind, Fühlergeißel am Ende schwach, jedoch unverkennbar
gerötet, die Punktierung des glänzenden Mesonotum und Skutellum
ist fein und spärlich und die Zwischenräume der Punkte sind, wie
schon oben angegeben, dicht, aber sehr fein retikuliert; Tegulae
bräunlichgelb, am Innenrande nicht oder kaum geschwärzt; die
zweite Cubitalzelle ist zwar nach oben (vorn) verschmälert, jedoch
kaum höher als unten lang, die Körpergröße bedeutender etc.
Von A. trichiosulus m. abweichend u. a. durch das Vorhandensein
von allerdings wenig deutlichen Basalbinden und hellen Hinter-
rändern, durch die nur schwach angedeutete Medianlängseinsenkung
des Skutellum und das Fehlen einer regelmäßigen Grubenquerreihe
am Vorderrande des Clypeus. — Körperlänge 6,8 mm, Flügel-
länge 5 mm.
Die Artrechte dieser Form scheinen mir etwas fraglich zu
sein, auf alle Fälle dürfte sie aber zu unterscheiden sein.
Halietus koshunocharis Strd. n. sp.
Ein @2 von Kankau (Koshun) VIII. 1912.
Von H. suisharyonensis m. abweichend u. a. durch breiteres
Gesicht und vor allen Dingen Clypeus, der auch gar nicht vorstehend
und am Ende nicht so scharf quergeschnitten ist, weniger glänzendes
Mesonotum und Skutellum, die Flügel sind subhyalin (bei H.
suisharyonensis Strd. deutlich rauchig getrübt) etc. Von AH.
sidereus Cockll. durch u. a. stärkere Behaarung, Basalhaarbinden
des Abdomen etc. verschieden. Von H. melanomitratus m. durch
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 12, il 12. Heft
162 Embrik Strand:
breiteres Gesicht, matteres Mesonotum, breiteren und stumpferen
Clypeus, von kankaucharis m. durch dunkleres Flügelmal, größere
Basalarea etc. abweichend.
Färbung: schwarz, Fühlergeißel an der Spitze fast unmerklich
oder kaum gebräunt, Mandibeln an der Spitze leicht gerötet, Tegulae
braun, am Innenrande schwarz; Flügelmal und Geäder braunschwarz
Flügel hyalin, fast unmerklich getrübt, aber stark irisierend. Hinter-
ränder der Abdominalsegmente linienschmal heller, die Metatarsen
und Tarsen aller Beine leicht gebräunt. — Behaarung graulich,
an den Seiten und der Unterseite des Thorax weißlich, was auch
die Binden der Rückensegmente des Abdomen sind, die Endglieder
der Beine mit blaß messinggelblicher Behaarung. Die Segmente
II und III mit mitten breit unterbrochener Basalhaarbinde, die
also etwa als zwei Seitenflecke erscheint, auf dem Segment IV
sind solche zur Not erkennbar. Die drei hinteren Segmente gleich-
mäßig fein abstehend behaart, ohne daß die Behaarung Hinter-
randbinden andeutet.
Der Kopf ist mindestens so breit wie lang, die Augen nach
vorn sehr wenig konvergierend und der Clypeus für einen Aalictus
auffallend breit, sowie am Ende abgestumpft ohne scharfe Ecken
und nicht vorstehend. Clypeus ist mitten abgeflacht und mit einer
seichten Medianlängseinsenkung, etwas glänzend, mit mäßig großen
und seichten, unter sich z. T. um mehr als ihren Durchmesser
entfernten Grübchen und scharf niedergedrückten, lang ziliierten
Vorderrand. Die Zwischenräume der Grübchen des Clypeus er-
scheinen glatt, die des Supraclypealraumes dagegen dicht, aber fein
retikuliert. Sonst erscheint das Gesicht matt, dicht und kräftig
punktiert; der Scheitel ist schwach glänzend. Mesonotum und
Skutellum ganz schwach glänzend, mit seichten, unter sich gleich
und zwar mäßig großen Punktgrübchen, die in der Mitte des Meso-
notums unter sich um erheblich mehr als ihren Durchmesser, gegen
den Rand hin aber allmählich dichter stehen und deren Zwischen-
räume und Wände dicht und fein retikuliert sind; Skutellum ist,
insbesondere in der Mitte, durchgehends dichter punktiert als
Mesonotum. Postskutellum kurz filzartigund bräunlichgrau behaart,
seine Skulptur dadurch ganz verdeckt. Basalarea groß, glänzend,
mit scharf abgesetzten, wenn auch meistens feinen Rippchen, die
ein grobmaschiges, unregelmäßiges Netzwerk bilden, sowie mit
Randleiste, die hinten jederseits sich mit den Seitenrandleisten
des Stutzes verbinden und dadurch daselbst je einen nach vorn
offenen und an der Spitze fast zahnförmig erhöhten Winkel bildet;
die in diesen zwei Winkeln gelegenen Partien der Basalarea sind
glatt und stark glänzend, sowie mehr an der hinteren Abdachung
(der Stutzfläche) als auf der horizontalen Basalarea gelegen. Der
Stutz ist senkrecht, ziemlich dicht und lang abstehend behaart,
oben und beiderseits mit scharfer Randleiste, matt. — Das erste
Abdominalsegment ist auffallend glatt und sehr stark glänzend;
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Apidae II. 163
nur unter dem Mikroskop lassen sich spärliche, äußerst feine
Pünktchen erkennen. Das zweite Segment ist weniger glänzend
und deutlicher punktiert, was mit den folgenden noch mehr der
Fall ist. — Die stärkste Krümmung der Basalader ist in der
unteren Hälfte; die erste rekurrente Ader mündet in die zweite
Kubitalzelle im hinteren Drittel derselben und ist also nicht
interstial. — Der innere der beiden Sporne der Hintertibien ist
lang und kräftig gezähnt. Körperlänge 7, Flügellänge 5 mm.
Halietus signieostatuloides Strd. n. sp.
Sechs 22 von Suisharyo X. 1911.
Ausgezeichnet durch die Basalarea, dunkles Flügelmal etc.
Von H. melanomitratus v. mitratolus m. durch u. a. den Stutz, von
H. kankaucharis m. durch u. a. glatteren und glänzenderen Clypeus
abweichend. Mit H. swuisharyonensis m. jedenfalls am nächsten
verwandt, aber die Basalarea weicht ab, indem sie klein ist, mit
wenig kräftiger, randwärts abnehmender Skulptur, die meistens
als Längsstrichelung erkennbar ist, bisweilen aber ein recht un-
regelmäßiges Netzwerk bildet, immer aber durch eine glatte,
glänzende und gewölbte Randpartie von der Umgegend getrennt
wird, während Randleiste oder sonstige scharf markierte Grenz-
linie ganz fehlt, sowohl hinten als seitlich. Die gewölbte Randzone
zeigt hinten mitten eine schwache Einsenkung und geht, wie schon
gesagt, ohne Grenze in den Stutz über; letzterer ist mit seichter
Mittellängseinsenkung versehen, sonst flach, glatt und glänzend,
ohne oder fast ohne Randleiste und oben mit breit abgestumpften
und abgeflachten Seitenecken, wodurch allein die Art sich von
H. swisharyonensis m. unterscheiden läßt, indem bei dieser diese
Ecken ganz scharf hervortreten. Sonst weicht die Art von ZH.
suisharyonensis m. ab durch feinere Punktierung des Mesonotums,
hellere Tegulae und Flügel, dunkleres Flügelmal etc.
Färbung: schwarz; Augen schwarzbraun, Tegulae braungelb,
Flügelmal groß und schwarz oder braunschwarz, Geäder dunkel-
braun bis schwarz; Flügel subhyalin, in der Endhälfte manchmal
deutlich angeraucht und ziemlich stark irisierend; Hinterrand der
Rückensegmente I—IV ganz schmal, z. T. linienschmal, heller,
was aber manchmal kaum noch zu erkennen ist, bisweilen aber
durch weißliche Färbung ziemlich auffallend. Metatarsen und
Tarsen schwach rotbräunlich.
Behaarung hellgraulich bis weißlich, auf den Endgliedern
der Beine etwas messinggelblich, soweit erkennbar weder besonders
lang noch dicht. An der Basis des II. und III. Rücken-
segmentes ganz schmale, nur an den Seiten erkennbare und bis-
weilen wohl auch da fehlende weiße Haarbinden, während Apikal-
haarbinden gänzlich fehlen. Postskutellum mit dichter, hell-
grauer, filzartiger Behaarung.
Kopf reichlich so lang wie breit, die Augen nach unten deutlich
konvergierend und innen ausgerandet. Clypeus etwas vorstehend,
11* 12. Heft
164 Embrik Strand:
am Ende quergeschnitten mit rechtwinkligen Ecken, glänzend, mit
ganz seichten und wenig deutlichen Grübchen und Einsenkungen,
die auch am Vorderrande keine regelmäßige Reihe bilden; letzterer
lang und kräftig ziliiert, übrigens ist der ganze Clypeus für ein
Halictus-Weibchen ziemlich stark behaart. Der Supraclypealraum
stärker glänzend, fein und nicht dicht punktiert. Antennengruben
tief. Scheitel stark. glänzend, mit ganz feiner Punktierung, die
gegen die Stirn zu allmählich gröber wird. Mesonotum matt
glänzend, dicht und fein punktiert. Skutellum wie Mesonotum
randwärts mit einigen größeren Punkten. Das erste Abdominal-
segment sehr stark glänzend, spiegelblank, nur unter dem Mikro-
skope läßt sich eine äußerst feine Punktierung erkennen. Das
zweite Segment ist von dem ersten kaum verschieden; bei den
folgenden Segmenten wird der Glanz durch die stärkere Behaarung
etwas verschleiert.
Die stärkste Krümmung der Basalader ist ein wenig unter der
Mitte. Die erste rücklaufende Ader mündet kurz vor der Spitze
der zweiten Cubitalzelle in diese ein. Die Länge der letzteren auf
der Marginalader ist reichlich so groß wie die der dritten Kubital-
zelle, die nur ganz wenig größer als die zweite Kubitalzelle ist. Die
dritte Kubitalquerader ist verhältnismäßig wenig gekrümmt und
wenig schräg.
Körperlänge 7 mm, Flügellänge 5,5 mm.
Halietus pityocola Strand n. sp.
Ein $ von Suisharyo 7. XII. 1911.
Die Möglichkeit, daß die das & zu H. signicostatuloides m. ist,
liegt vor; dafür spricht u. a. etwas Übereinstimmung in der Basal-
area und dem Stutz sowie im Flügelgeäder. Beweise sind dies
doch nicht und daß dies $ zwei Monate später als die 2? (von
signicostatuloides) gefangen wurde, spricht gegen die Zusammen-
gehörigkeit. Ich halte es daher für besser, diese männliche Form
vorläufig als besondere Art zu betrachten, statt sie fraglicherweise
mit H. signicostatuloides zu vereinigen. — Mit H. blepharophorus
m. verwandt, hat aber dunkleres Flügelmal, nach vorn verschmä-
lertes Abdomen etc. 3
Färbung schwarz; Tegulae braungelb, am Innenrande
schwarz, die Flügel subhyalin, stark irisierend, mit braunschwarzem
Flügelmal und Geäder, die Fühlergeißel unten hellbraun, abgesehen
vom Endgliede, die ganzen Metatarsen und Tarsen sowie die Basis
der Tibien bräunlichgelb, die Krallen ein wenig dunkler. Der
Hinterrand der Rückensegmente nicht oder linienschmal und ganz
undeutlich heller, derjenige der Bauchsegmente deutlicher hell.
Der Vorderrand des Clypeus ist nicht hellgefärbt. — Die Be-
haarung ist grauweißlich, fein, abstehend und spärlich, überall
das Tegument deutlich zum Vorschein kommen lassend, an der
Unterseite von Kopf und Thorax ziemlich reinweiß gefärbt. Ab-
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Apidae TI. 165
dominalrücken erscheint kahl oder fast kahl, jedoch finden sich an
der Basis der Segmente II und III jederseits einige weiße Haare,
welche eine höchstens nur noch als Seitenflecke vorhandene Basal-
haarbinde andeuten, die aber bei mehr eingezogenen Segmenten
sicherlich auch nicht sichtbar sind. Auch die Bauchseite etwa kahl
erscheinend, nur in schräger Ansicht kommt die Behaarung deut-
licher zum Vorschein.
Der Kopf ist so breit wie lang und auch die Form des Clypeus
ist wie bei weiblichen Halictus, also breit und nicht vorstehend.
Der Scheitel ist hinter den Ozellen um den doppelten Durchmesser
dieser verlängert; letztere bilden eine so schwach gekrümmte Reihe,
daß eine die mittlere Ozelle hinten tangierende Gerade die seitlichen
recht deutlich schneiden würde. Die Augen sind innen nur wenig
ausgerandet und nach unten unbedeutend konvergierend. Clypeus
ist stark glänzend mit kleinen, seichten und nicht dichtstehenden
Punktgrübchen, während der Scheitel dichter punktiert und nur
schwach glänzend ist. — Die Fühler sehr lang, etwa bis zum Hinter-
rande des ersten Abdominalsegmentes reichend; das dritte Geißel-
glied ist doppelt so lang wie das zweite. Mesonotum schwach
glänzend, abgeflacht, mit kleinen, meistens um ihren doppelten
Durchmesser unter sich entfernten, gleichgroßen Punktgrübchen,
sowie ganz fein retikuliert. Skutellum mit weniger scharf mar-
kierten Punkten als Mesonotum. Basalarea mit niedrigen, wenig
regelmäßigen und unter sich durch Quer- und Schrägrippchen
verbundenen Längsrippchen, von denen die mittlere die deutlichste
ist; hinten wird die Area durch eine schmale, etwa halbmond-
förmige, an den Seiten verschwindende Randerhöhung begrenzt,
die zwar fein skulpturiert, aber dennoch fast ganz matt erscheint.
Die Stutzfläche ist klein, fast kreisrund, in den unteren zwei
Dritteln mit scharfer Randleiste, in dem oberen Drittel ohne solche
und oben mitten mit einer schmalen, glatten Randbinde, sonst ist
die Stutzfläche längsgerunzelt, fast ganz matt und mit tiefer
Mittellängsfurche. Das ganze Abdomen, oben und unten und auch
an den Endsegmenten stark glänzend, spiegelblank, nur unter dem
Mikroskop ist eine ganz feine Punktierung erkennbar. Abdomen
ist langgestreckt, hinter der Mitte am breitesten, basalwärts all-
mählich verschmälert, das Hinterende ziemlich breit gerundet, die
hinteren Ventralsegmente ohne irgend welche besondere Merkmale.
Die Metapleuren matt, gerunzelt und punktiert.
Die Basalader unter der Mitte am stärksten gekrümmt. Die
erste rücklaufende Ader ist mit der zweiten Cubitalquerader
subinterstitial. Die zweite Cubitalzelle ist gegen die Marginalader
verschmälert und daselbst nur etwa halb so lang wie die dritte
Cubitalzelle.e. Kopf + Thorax 3,5, Abdomen 3,5, Flügel 5 mm
lang.
12. Heft
166 Embrik Strand:
Halietus fuseidaetylus Strand n. sp.
Ein @ von Kankau (Koshun) 22. IV.
Von H. koshunocharis m. abweichend durch glatteres Meso-
notum, die breiten hellen Hinterrandtegumentbinden und Fehlen
von Basalbinden auf dem Abdomen etc., von H. kankaucharis m.
durch glatteres Mesonotum, dunkles Flügelmal etc., auch von
H. pallilomus m. und H. sidereus Cockll. durch u. a. den starken
Glanz von Kopf und Mesonotum zu unterscheiden.
Färbung schwarz, die Fühlergeißel unten fast unmerklich
gebräunt, Tegulae blaß bräunlichgelb ohne schwarzen Innen-
rand, die Abdominalsegmente I—IV mit blassen Hinterrand-
tegumentbinden, von denen die der Segmente II—IV auf-
fallend breit sind, auch die entsprechenden Bauchsegmente mit
ähnlichen, jedoch schmäleren Hinterrandbinden, an den Beinen
sind alle Tarsen (aber nicht die Metatarsen), sowie die Basis der
Tibien rötlich. Flügel hyalin oder subhyalin mit dunkelbraunem
Geäder und Flügelmal und etwas irisierend. — Die Behaarung
ist grauweißlich, auf dem Körper spärlich, an den Beinen dicht
und lang; am Körper nur auf dem Postskutellum so dicht und zwar
etwas filzartig, daß das Tegument verdeckt wird, während die
Tibien teilweise durch die Behaarung verdeckt werden. Nur an
der Unterseite der Tarsen ist die Behaarung etwas messingglänzend.
Der Kopf ist reichlich so lang wie breit, mit für ein 2 schmalem
Clypeus und nach unten deutlich konvergierenden und innen aus-
gerandeten Augen. Das ganze Gesicht, auch die Stirn, gleichmäßig
glänzend. Clypeus gleichmäßig mit mittelgroßen Grübchen
skulpturiert, die keine regelmäßige Reihe am Vorderrande bilden,
wenn auch drei bis vier ein wenig größere Gruben daselbst vor-
handen sind. Der Scheitel stärker glänzend, spärlich und fein
punktiert und so ist auch das Mesonotum, wo aber die Punkte wenig-
stens zum Teil in Längsreihen angeordnet und unter sich meistens um
ihren vielfachen Durchmesser entfernt sind. Skutellum weniger
glänzend als das Mesonotum. Die Basalarea ist charakteristisch
durch ihre feinen, regelmäßigen, unter sich ziemlich weit entfernten,
in der ganzen Breite der Area gleich angeordneten, abgekürzten,
also den Rand des Feldes nicht erreichenden Längsrippen; von der
Umgebung wird das gerippte Feld durch eine breite, glatte, glän-
zende, gewölbte Randbinde getrennt. Der Stutz ist senkrecht,
flach, glatt und glänzend, mit nur ganz seichter undeutlicher
Mittellängseinsenkung und jedenfalls in der oberen Hälfte ohne
jede Andeutung einer Randleiste, vielmehr in glatter Wölbung in
die Umgebung übergehend. — Abdomen glatt und stark glänzend,
jedenfalls auf dem ersten Segment spiegelblank, mit spärlicher,
mikroskopischer Punktierung. Die Gestalt des Abdomen ist breit
eiförmig, allerdings am Ende kurz zugespitzt, bloß um 1 mm
länger als breit.
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Apidae II. 167
Die erste rekurrente Ader ist mit der zweiten Cubitalquer-
ader interstitial, die zweite Cubitalzelle ist erheblich höher als
lang, gegen die Marginalader leicht verschmälert, jedoch daselbst
nur ganz wenig oder kaum kürzer als die dritte Cubitalzelle. Die
Basalader hat ihre stärkste Krümmung unter der Mitte.
Körperlänge 6,5 mm, Flügellänge 4,5 mm.
Halietus leiosoma Strd. n. sp.
Ein Pärchen von Taihorin: 4 7. XI, 2 7. VII.
d. Weicht von A. pallilomus m. durch schmäleres Gesicht bezw.
nach unten stärker konvergierende Augen, überall mehr) glänzendes
Tegument etc. Von H. sidereus Cock. abweichend durch stärker
glänzenden Kopf und Thorax, schmäleren Clypeus etc. Von H.
suwisharyonensis m. abweichend durch das sehr glatte und stark
glänzende Mesonotum etc.
Färbung tiefschwarz; Clypeus mit schmaler," schmutzig-
bräunlicher, undeutlicher Vorderrandbinde und von derselben
Färbung sind Labrum und Mandibeln, während die Fühler einfarbig
schwarz sind. Tegulae schmutzig bräunlichgelb mit schwarzem
Innenrand. Geäder und Flügelmal dunkelbraun bis schwarz. An
den Beinen sind die Tarsen und Spitze der Tibien leicht gebräunt,
die Tibien I sind außerdem innen und außen gebräunt. Die
Sporen aller Tibien bräunlichgelb. Hinterrand der dorsalen Ab-
dominalsegmente linienschmal und undeutlich heller, der ventralen
etwas breiter. Behaarung weiß, fein, abstehend und so spärlich, daß
der Körper, flüchtig angesehen, kahl erscheint, auch Postskutellum
und Stutz spärlich behaart. An den Beinen fällt die Behaarung
mehr auf, jedoch ist sie auch da wenig dicht.
Auffallend ist das sehr glatte, spiegelblanke Tegument
des ganzen Körpers; auch die hinteren Abdominalsegmente zeichnen
sich dadurch aus. — Clypeus ist etwas vorstehend und der Quere
nach stark gewölbt, fast kahl, mit wenigen und unter sich weit
entfernten und kleinen Punktgruben, die keine Querreihe am
Vorderrande bilden, deutlich schmäler als die geringste Breite
zwischen den Augen auf dem Scheitel. Supraclypealraum stark
gewölbt, noch mehr glänzend als Clypeus und läßt nur unter dem
Mikroskop einige feine Pünktchen erkennen. Scheitel abgeflacht,
mit ziemlich scharfem Hinterrand, der von den Ozellen um mehr
als den Durchmesser dieser entfernt ist; hinter den Ozellen ist eine
ziemlich scharf abgesetzte Ouerfurche. Antennen verhältnismäßig
kurz, kaum Skutellum überragend. Das stark spiegelnde Meso-
notum zeigt auch unter dem Mikroskop keine deutliche Punk-
tierung oder Medianlängslinie und nur Andeutung von Parapsiden,
dagegen ist Skutellum punktiert, wenn auch fein und spärlich.
Basalarea ziemlich groß, größtenteils von einem aus feinen und wenig
regelmäßigen, in ihrer Endhälfte unter sich durch Querrippchen
verbundenen Längsrippen gebildeten unvollständigen Netzwerk be-
12. Heft
168 Embrik Strand:
deckt, das matt glänzend ist, hinten aber zwischen sich und dem
Rande der Basalarea eine glatte, stärker glänzende, unskulptierte
Fläche freilassend. Stutz flach, chagriniert und fast ganz matt,
mit seichter, undeutlicher Medianeinsenkung und in der unteren
Hälfte scharfer Randleiste. Abdomen wie Mesonotum unpunktiert.
Die hinteren Ventralsegmente ohne irgendwelche Auszeichnungen.
Die Basalarea ziemlich gleichmäßig gekrümmt, ihre stärkste
Krümmung jedoch unverkennbar unter der Mitte. Die erste re-
kurrente Ader interstitial. Die zweite Kubitalzelle höher als lang
und oben (vorne) nur etwa halb so lang wie hinten, oder halb so
lang wie die dritte Kubitalzelle vorn lang ist; die erste Kubital-
querader ist von dem Stigma etwa doppelt so weit wie von der
zweiten Kubitalquerader.
Körperlänge ca. 7 mm, Flügellänge 5,5 mm.
Das $ weicht wenig von dem & ab. Clypeus ist unbedeutend
wenig vorstehend und weniger gewölbt, dagegen mit deutlicheren
Punktgruben und ein wenig breiter sowie einfarbig schwarz, ebenso
wie Labrum und Mandibeln (diese an der Spitze schwach gebräunt) ;
die Beine einfarbig schwarz, die Körperlänge 7,5 mm. Wie beim 3
ist vor allen Dingen das spiegelblanke, sehr stark glänzende Te-
gument auffallend.
Halietus epieinetus Strd. n. sp.
Ein @ von Anping VII.
Mit A. pallilomus m. nahe verwandt, aber die Größe ist ein
wenig geringer (Körperlänge ca. 5 mm, Flügellänge 3,5 mm), die
Rückensegmente des Abdomen haben sowohl Apikal- als Basal-
haarbinden, die Behaarung ist reinweiß und tritt stärker hervor etc.
Färbung schwarz; Mandibeln am Ende rot, Fühlergeißel
unten leicht gebräunt, Beine höchstens an den Endgliedern ganz
schwach gebräunt, Tegulae hell bräunlichgelb mit schwarzem
Innenrand, Geäder und Flügelmal gelblichbraun bis dunkelbraun,
die Flügel schwach getrübt und stark irisierend; die Hinterränder
der Rückensegmente blaß, was aber wegen der Haarbinden dieser
Ränder höchstens in der Mitte deutlich ist. — Behaarung des
Gesichtes weiß, schwach silbrig schimmernd, in der Oribitalgegend
am dichtesten, auf dem Pronotum und den Mesopleuren ziemlich
dicht und weiß, auf dem Postskutellum graulich und dicht filzartig,
während Mesonotum kahl erscheint. Abdomen mit rein weißen,
dichten, scharf markierten Hinterrandhaarbinden auf den Seg-
menten I—IV, von denen die des I. und II. Segments mitten
unterbrochen sind, was aber auf Abreiben zurückzuführen ist.
Das II. Segment mit ebensolcher Basalhaarbinde, die mitten
und zwar wahrscheinlich immer breit unterbrochen ist; auf dem
III. Segment ist Andeutung ebensolcher Binde. Bauch mit grau-
licher Behaarung, die keine Binden bildet. Behaarung der Beine
weiß, nur an der Unterseite der Metatarsen und Tarsen schwach
gelblich schimmernd.
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Apidae IT. 169
Clypeus flach, etwas glänzend, spärlich, unregelmäßig und nicht
kräftig punktiert; der Supraclypealraum viel dichter punktiert;
der Scheitel spärlicher und auch feiner punktiert als der Supra-
clypealraum und mäßig stark glänzend, was auch mit dem Meso-
notum der Fall ist, das mit ziemlich kleinen, unter sich um reichlich
ihren Durchmesser entfernten Punktgruben regelmäßig besetzt ist.
Skutellum ein wenig dichter punktiert. Basalarea matt, sehr dicht
und grob gerunzelt chagriniert, nur seitwärts lassen sich Längs-
rippen erkennen, ohne markierte Grenze in den ebenfalls matten
sowie grob chagrinierten Stutz übergehend. Das erste Abdominal-
segment stark glänzend, nur unter dem Mikroskop spärlich punk-
tiert erscheinend; die folgenden Segmente dichter punktiert und
nach hinten allmählich an Glanz abnehmend. — Geäder wie bei
der vorigen Art (H. leiosoma m.)
Halietus scaphonotus Strd. n. sp.
Je ein Q von Kankau (Koshun) 7. IV. (Type!) und Suisharyo X.
Charakteristisch durch die auffallend kräftige und dichte
Punktierung von Kopf und Thorax, die daher ganz oder fast
ganz matt erscheinen; die großen Punktgruben des Mesonotum sind
unter sich nur linienschmal getrennt und haben daher auch zum
großen Teil eine eckige Form angenommen; bei der sonst mancherlei
ähnelnden Art 7. Roshunocharis m. sind dagegen diese Gruben,
die außerdem erheblich kleiner sind, unter sich um ihren Durch-
messer und z. T. um erheblich mehr als den Durchmesser entfernt.
— Die Punktierung des Kopfes wie die des Mesonotums, auf Clypeus
und Supraclypealraum ebenso wie auf Skutellum, jedoch weniger
dicht und diese daher schwach glänzend. Basalarea mit ziemlich
kräftigen, aber nicht sehr regelmäßigen, vielfach schwach gebuch-
teten und z. T. unter sich verbundenen Längsrippen, deren Zwischen-
räume hinten schwach glänzen, und sich mitten wie seitlich bis
an die scharf markierte Randleiste erstrecken. Der Stutz flach,
matt, oben und seitlich mit Randleiste. — Pronotum jederseits
eine kleine Vorderrandecke bildend, die aber bei weitem nicht so
groß ist wie bei H. formosae Strd. (H. perangulatus Cock.)
Abdomen kontrastiert durch sein glattes, stark glänzendes
Tegument stark mit dem Mesonotum und zwar sind die Segmente
I—IV etwa gleich stark glänzend, wenn man will, spiegelblank.
Unter dem Mikroskop erscheinen zwar alle Segmente punktiert,
jedoch fein und spärlich.
Färbung schwarz, Fühlergeißel an der Spitze unten gebräunt,
Mandibeln am Ende rötlich, Tegulae außen dunkelbräunlich,
Flügelgeäder und Mal dunkelbraun bis schwarz, die Flügel gleich-
mäßig angeraucht mit braungelblichem Schimmer und schwach
irisierend. Metatarsen und Tarsen leicht gebräunt. — Behaarung
hellgraulich und spärlich, auch Orbitae, Pronotum und Postsku-
tellum kahl oder fast kahl erscheinend. Abdominalsegmente am
12, Heft
170 Embrik Strand:
Hinterrande spärlich ziliiert, ohne daß dadurch eigentliche Haar-
binden gebildet werden. Behaarung der Beine gelblich angeflogen,
an der Unterseite der Metatarsen und Tarsen braungelblich.
Die erste rekurrente Ader mündet in die zweite Cubitalzelle
dicht an der zweiten Cubitalquerader und ist wohl häufig ganz
interstitial. Die erste Cubitalquerader ist von dem großen Flügel-
mal so weit wie von der zweiten Cubitalquerader entfernt, und
diese ist von der dritten Cubitalquerader nicht ganz doppelt so
weit wie von der ersten entfernt.
Körperlänge 7,5, Flügellänge 6 mm.
B. Mehr oder weniger grün gefärbt. (cfr. p. 148!)
Halietus atroglaueus Strd. n. sp.
Ein & von Suisharyo X.
Färbung mattgrün, z. T. mit bläulichem Anflug auf Kopf
und Thorax, diese Färbung fällt aber so wenig auf, daß das Tier,
flüchtig angesehen, für einfarbig schwarz gehalten werden könnte.
Clypeus mit hellgelber Vorderrandbinde. Fühler schwarz, einfarbig.
Metathorax schwarz, wohl mitunter mit bläulichem Schimmer.
Hinterleib und Beine schwarz, letztere z. T. schwach grünlich oder
bläulich schimmernd und auch der Hinterleib läßt, allerdings zur
Not, einen bronzig-metallischen Schimmer erkennen, während die
Hinterränder der Rückensegmente fast unmerklich heller sind.
Die Tarsen ganz schwach gebräunt. Flügelgeäder und Flügelmal
schwarz, die Flügel subhyalin, ganz schwach angeraucht, stark
irisierend.
Clypeus für ein d kurz und der Kopf nicht länger als breit.
Fühler lang und kräftig, bis zum ersten Abdominalsegment
reichend. Kopf dicht punktiert, auf Clypeus und Scheitel nur ganz
schwach glänzend. Mesonotum dicht und tief punktiert und da-
zwischen mit schwacher Andeutung einer Retikulierung, deutlich
glänzend. Skutellum wie Mesonotum, vielleicht unbedeutend
weniger glänzend. Basalarea groß, matt, unregelmäßig gerunzelt,
retikuliert, ohne Randleiste, der Hinterrand jedoch ganz wenig
erhöht sowie ungerunzelt und daher leicht glänzend. Abdomen
glatt und stark glänzend, unter dem Mikroskop äußerst fein
punktiert erscheinend.
Die erste rücklaufende Ader subinterstitial, die erste Cubital-
querader dem Flügelmal näher als der zweiten Cubitalquerader.
Die dritte Cubitalzelle ist vorn (oben) nur fast unmerklich länger
als die zweite.
Körperlänge 6,5, Flügellänge 5 mm.
Halietus leucopogon Strd. n. sp.
4 92 von Taihorin VI. (Type!) und 7. VIII, Kankau
(Koshun) V., Sokutsu (Banshoryo-Distrikt) VI; 3 gg von
Taihorin VII. (Type!), Kosempo VII.
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Apidae II. 171
Q unterscheidet sich von H. alexoides Strd. aus Japan dadurch,
daß die dunkle Vorderrandbinde des Clypeus mehr schwarz als
bläulich ist, die Mandibeln rötlich mit dunkleren Enden, Fühler-
schaft einfarbig schwarz, die Geißel unten und an der ganzen Spitze
braungelb, sonst oben geschwärzt, der Kopf überall, wenn auch
nicht dicht, behaart, die Hinterrandhaarbinden der Abdominal-
segmente scharf hervortretend, die Punktierung des Clypeus ist
unregelmäßig und läßt weder eine vordere Querreihe noch einen
medianen Kreis deutlich erkennen; Basalarea nur seitlich mit
deutlichen Längsrippen, sonst unregelmäßig grob retikuliert-
gerunzelt, am Rande mit einem fast glatten, nur fein retikulierten
und daher etwas glänzenden Feld; Körperlänge nicht über 6 mm.
Sonst stimmt die Beschreibung von H. alexoides m. (cf. Berliner
Entom. Zeits. 54 (1909), p. 194—5) mit vorliegender Art.
Von H. pseudoconfluens Strd. von Tsingtau (cf. 1. c. p. 199-201)
weicht das @ unter anderem dadurch ab, daß die Größe ein wenig
geringer ist, der Kopf reichlich so breit wie Thorax, die basale
Haarbinde des Segmentes II ist mitten breit unterbrochen oder
wenigstens daselbst schwächer als an den Enden und als die übrigen
Binden, Segment III an der Basis höchstens nur mit Andeutung
einer Haarbinde, auch die Endbinde des IV. Segments ganz
deutlich hervortretend.
Das & weicht von dem & des Hal. pseudoconfluens Strd. (cf.
l. c., p. 201) ab durch unter anderem hellere Beine (diese sind hell-
gelb mit schwarzen Coxen, Trochanteren und Basis der Femoren)
(Femur III ist aber nur an der Spitze gelb, sonst schwarz) und die
helle Vorderrandbinde des Clypeus, der Erzschimmer ist mindestens
so stark wie beim 9, das Basalglied der Fühlergeißel ist auch unten
schwarz, die Abdominalbinden I—-V mit ziemlich deutlichen
Hinterrandhaarbinden, aber ohne Seitenflecke, indem, soweit
. Basalhaarbinden angedeutet sind (Segmente II und III), diese
in der Mitte nicht unterbrochen sind, das fünfte Bauchsegment ist
mitten seicht ausgerandet, Mandibeln hellgelb mit schwarzer Basis
und roter Spitze. — Eine weitere verwandte Art wäre H. nikkoönsis
Cockll. 1911.
12, Heft
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1913.
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9. Heft.
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(Abteilung A: Original-Arbeiten, Abteilung B: Jahres-Berichte.)
Jede Abteilung kann einzeln abonniert werden.
Anordnung des Archivs.
Das Archiv für Naturgeschichte, ausschließlich zoologischen
Inhalts, besteht aus 2 Abteilungen,
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Jede Abteilung erscheint in je 12 Heften jährlich.
Jedes Heft hat besonderen Titel und Inhaltsverzeichnis, ist
für sich paginiert und einzeln käuflich.
Die Jahresberichte behandeln in je einem Jahrgange die im
Laufe des vorhergehenden Kalenderjahres erschienene zoologische
Literatur.
Die mit * bezeichneten Arbeiten waren dem Referenten nicht
zugänglich.
Die mit f bezeichneten Arbeiten behandeln fossile Formen.
Honorar für Jahresberichte . . 50,— M. pro Druckbogen.
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oder 40 Separata.
Über die eingesandten Rezensionsschriften erfolgt regelmäßig
Besprechung nebst Lieferung von Belegen. Zusendung erbeten an
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1915.
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10. Heft.
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1913.
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Jede Abteilung kann einzeln abonniert werden.
Anordnung des Archivs.
Das Archiv für Naturgeschichte, ausschließlich zoologischen
Inhalts, besteht aus 2 Abteilungen,
Abteilung A: Original-Arbeiten
Abteilung B: Jahres-Berichte
Jede Abteilung erscheint in je 12 Heften jährlich.
Jedes Heft hat besonderen Titel und Inhaltsverzeichnis, ist
für sich paginiert und einzeln käuflich.
Die Jahresberichte behandeln in je einem Jahrgange die im
Laufe des vorhergehenden Kalenderjahres erschienene zoologische
Literatur.
Die mit * bezeichneten Arbeiten waren dem Referenten nicht
zugänglich.
Die mit } bezeichneten Arbeiten behandeln fossile Formen.
Honorar für Jahresberichte . . 50,— M. pro Druckbogen.
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Der, Verlag: Der Herausgeber:
Niecolaische Embrik Strand,
Verlags-Buchhandlung R. Stricker Berlin N. 4, Chausseestr. 105.
Berlin W., Potsdamerstr. 90.
Heft:
11.
12.
Inhalt der Jahresberichte.
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Mammalia.
Aves.
Reptilia und Amphibia.
Pisces.
Insecta. Allgemeines.
Coleoptera.
Hymenoptera.
Lepidoptera.
Diptera und Sıphonaptera.
Rhynchota.
Orthoptera— Apterygogenea.
Myriopoda.
Arachnida.
Prototracheata.
Crustacea: Malacostraca, Entomostraca, Giganto-
Finieata. [straca, Pycnogonida.
Mollusca. Anhang: Solenogastres, Polyplacophora
Brachiopoda.
Bryozoa.
Vermes.
Echinodermata.
Coelenterata.
Spongiae.
Protozoa.
Nicolaische Verlags-Buchhandlung R. Stricker,
Berlin W. 57, Potsdamer Str. 90.
Archiv für Nafurgeschichte
zahlt für
Original-Arheiten 1... Honorar von 25,-M.
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Man wende sich an den Herausgeber
Der Verlag: Der Herausgeber:
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Berlin W. 57, Potsdamer Str. 90
—— Bericht ——
über die wissenschaftlichen Leistungen im Gebiete der
Entomologie
1838-1862 25 Jahrgänge je 10 M. 250 M., einzeln je 15 M.
1863-1879 10 20 „ 200 =.
1830-1839 10 30 „ 300 3
1890-1899 10 40 „ 400 .
1900-1909 10 „100 „ =1000 “
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Die ganze Sammlung 2150 M.
Der Bericht enthält Arbeiten von:
Erichson, Schaum, Gerstaecker, F. Brauer, Bertkau, von Martens, Fowler,
Hilgendorf, Kolbe, Stadelmann, Verhoeff, Wandolleck, R. Lucas, von Seidlitz,
Kuhlgatz, Schouteden, Rühe, Strand, Ramme, La Baume, Hennings, Grünberg,
Stobbe, Stendell, Nägler, Illig.
Julius Brandstätter (G. Neumann), Leipzig.
Inhalt der Jahresberichte.
Heft:
1. I. Mammalia.
2. II. Aves.
3 III. Reptilia und Amphibia.
4. IV.. Pisces.
> Insecta. Allgemeines.
a
b. Coleoptera.
6. c. Hymenoptera.
de d. Lepidoptera.
5. e. Diptera und Siphonaptera.
f. Rhynchota.
9. g. Orthoptera— Apterygogenea.
10. VI. Myriopoda.
VII. Arachnida.
VIII. Prototracheata.
IX. Crustacea: Malacostraca, Entomostraca, Gigantostraca,
11. X. Tunicata. [knenonon if
XI. Mollusca. Anhang: Solenogastres, Polyplacophora.
XIH. Brachiopoda.
XIII. Bryozoa.
XIV. Vermes.
12. XV. Echinodermata.
XVI. Coelenterata.
XVI. Spongiae.
XVIII. Protozoa.
Nieolaisehe Verlags-Buchhandlung R. Strieker,
Berlin W.57, Potsdamer Str. 90.
Arehiv für Naturgeschichte
zahlt für
Original-Arbeiten 7. “... Honorar von 25,- M.
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Verlags-Buchhandlung R. Stricker Embrik Strand 3
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über die wissenschaftlichen Leistungen im Gebiete der
Entomologie
1838-1862 25 Jahrgänge je 10 M. = 250 M., einzeln je 15 M.
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1880-1889 10 “ SO Er a
1890-1899 10 f SAD 00 2,
1900-1909 10 3: 400%5:223000.5. Marc
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Die ganze Sammlung 2150 M.
Der Bericht enthält Arbeiten von:
Erichson, Schaum, Gerstaecker, F. Brauer, Bertkau, von Martens, Fowler,
Hilgendorf, Kolbe, Stadelmann, Verhoeff, Wandolleck, R. Lucas, von Seidlitz,
Kuhlgatz, Schouteden, Rühe, Strand, Ramme, La Baume, Hennings, Grünberg,
Stobbe, Stendell, Nägler, Jllig.
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Krolls Buchdruckerei, Berlin S. 14.
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