HARVARD UNIVERSITY.
LIBRARY
OF THE
MUSEUM OF COMPARATIVE ZO’OLOGY
^7^7
iüiM = iiiiiitiiiiiiiiiiniiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiniiiiiiiiiiiiiiuiniiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinitiiiMiiutniiiiiiiiiniiiiiiiiiHiiTrtiiiiiiniiiiiiiitiiitiWiTiiHinihiinTiiiiitiiin
JAN 1 2 1033
Aasgegrebett im Norember 1922,
iiiiniiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiimniiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiniiimiiimiiinimiiiHiiiiHiiiiiiniiiimiiniiim iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiinii
ARCHIV
FÜR
lATTJE&ESCHICHTE
GEGRÜNDET VON A. P. A. WIEGMANN,
FORTGESETZT VON
W. F. ERICHSON, P. H. TROSCHEL,
E. VON MARTENS, F. HILGENDORP,
W. WELTNER UND E. STRAND
ACHTVATDACHTZIGSTER JAHRGANG
1922
Abteilnng A
11. Heit
if-
HERAÜSGEGEBEN
VON
EMBRIK STRAND
(BERLIN)
r
NICOLAISCHE
VERLAGS-BUCHHANDLUNG R. STRICKER
,l Berlin .
b ri
) 1 J
□ i
iinimiiniiiiitiHniiiiiiiiiiiiiimiimiiiiiiiiiiiiiiiiiimimniiiiiiiiimii iiiiiiiiiiniiiiiiniiniiiiminiimiinniimimiiimiiuiiiin
Jeder Jahrgang besteht ans 2 Abteilungen zu je 12 Heften. {||
(Abteilung A: Original-Arbeiten^ Abteilung B: Jahres-Bericbte.)
Jede Abteilung kann einzeln abonniert werden.
Anordnung des Archivs.
, ^ . Dasi Archiv für Naturgeschichte, ausschließlich zoologischen
Abteilung A : Original-Arbeiten
Abteilung B; Jahres-Berichte
Jede Abteilung erscheint in je 12 Heften jährlich.
Jedes Heft hat besonderen Titel und Inhaltsverzeichnis, ist
für sich paginiert und einzeln käuflich.
Die Jahresberichte behandeln in je einem Jahrgange die im
Laufe des vorhergehenden Kalenderjahres erschienene zoologische
Literatur.
Die mit * bezeichneten Arbeiten waren dem Referenten nicht
zugänglich.
Die mit f bezeichneten Arbeiten behandeln fossile Formen.
Über die eingesandten Rezensionsschriften erfolgt regelmäßig
Besprechung nebst Lieferung von Belegen. Zusendung erbeten an
den Verlag oder an den Herausgeber.
Der Verlag:
Nicolaische
Verlags-Buchhandlung R. Stricker
Berlin W, Potsdamerstr. 90.
Berlin N 54, Brunnenstr. 183.
Der Herausgeber:
Embrik Strand,
ARCHIV
FÜK
lATUR&ESCHIClTE
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN,
FORTGESETZT VON
W. F. ERICHSON, F. H. TROSCHEL,
E. VON MARTENS, F. HILGENDORF,
W. WELTNER UND E. STRAND
A€HTUXI>A€HTZIOSTE]R JAHRGAXO
1922
Abteilung A
11. Heft
HERAUSGEGEBEN
. VON
EMBRIK STRAND
(BERLIN)
NICOLAISCHE
V E U L A G S - B U G H H A N D L U N G R. S T R I G K E H
Berlin
Inhaltsverzeichnis.
Seite
Hering. Revision der orientalischen Chalcosiinen. (ilit Tafel I) . . . . 1
Balss. Ostasiatische Decapoden. IV. Die Brachyrhyiichen (Cancridea)
(Mit 2^Tafcln und 2 Textfiguren ) 94
Külinemann, Versuch einer Monographie des albanesischen Zwergrindes.
(Mit ^Tafeln) 167
Schmidt. Beiträge zur Kenntnis außereuropäischer Zikaden. (Rhynchota,
Hoinoptera.) Beitrag XX — XXII 262
ßeTision der orientalischen Chalcosiinen
Von
Dr. Martin Hering
(Zoolog. Museum Berlin)
Mit Tafel I.
Vorbemerkung.
Wenn ich in den nachfolgenden Zeilen es unternehme, eine S5mopsis
der orientalischen Chalcosien zu geben, trotzdem über diese Unter-
familie der Zygaeniden schon die gründlichen Arbeiten von Jordan
in Seitz, Großschmetterlinge, vorliegen, so geschah das aus der Er-
wägung heraus, daß bei aem großen Umfange des Seitz’schen Werkes
dort die Mitgabe von Bestimmungstabellen nicht durchführbar ist.
Gerade solche dichotomen Bestimmungs^chlüssel erleichtern aber
die Bestimmungsarbeit ganz außerordentlich, namentlich solchen,
die sich nicht länger und eingehender mit dieser oder jener Gruppe
befassen können. Weiterhin ergab die Bearbeitung der Sammlung
des Berliner Zoologischen Museums eine Fülle von neuen Kassen,
Arten und auch Gattungen; K.Mell publizierte ebenfalls einige neue
Arten, und endlich war es notwendig, die Semper ’schen Typen,
die Jordan bei seiner Arbeit nicht Vorlagen, zu untersuchen und nach
dem Standpunkte der gegenwärtigen Systematik zu würc igen, sie
hauptsächlich generisch richtig unterzubringen.
Wenn ich aus den angegebenen Gründen mich entschlossen habe,
die Chalcosien neu zu bearbeiten, bin ich mir doch voll der Schwierig-
keiten bewußt, die eine noch so gründlich durchgearbeitete Synopsis
bei der Determinationsarbeit ergeben kann. Immer kommen einzelne,
oft nur individuelle Abweichungen vor, die sich nicht in das Schema
hineinbringen lassen, die man nicht sämtlich, alle Fälle erschöpfend,
in die Tabellen hineinbringen kann. Aus diesem Grunde ist beim Ge-
brauch dieser Tabellen auch die Jordan’sche Bearbeitung im Seitz
immer unentbehrlich zur Nachprüfung der gewonnenen Resultate.
Ein gleichzeitiges Studium des Seitz voraussetzend, verzichte ich
auch auf eine ausführliche Beschreibung, soweit es sich nicht um neue
oder ungenügend bekannte Arten und Gattungen handelt oder meine
Resultate von den bisher gewonnenen abweichen.
Was nun zunächst den Begriff ,, orientalisch“ anbelangt, so
möchte ich eine Trennung der Chalcosiinen in paläarktische und indo-
australische, wie sie im Seitz durchgeführt ist, nicht vornehmen.
Ich glaube, es läßt sich bei dieser Subfamilie keine solche Gienze
ziehen; die im paläarktischen Gebiete des fernen Ostens vorkommenden
Archiv fUr Naturgeschichte.
1922. A. 11 1 11. Heft
2 Dr. Martin Hering:
Arten schließen sich so dicht an die des indo-malayischen Gebietes an,
daß eine Trennung beider nur gewaltsam vorgenommen werden kann.
.Ein Übelstand der vorliegenden Arbeit besteht darin, daß für
die Gattung Procris keine Bestimmungstabelle der Arten gegeben
werden konnte ; diese schwierige Gattung hoffe ich erst später einmal
untersuchen zu können, um die einzelnen oft nur durch sehr geringe
Unterschiede getrennten Arten in einer Tabelle unterzubringen; ver-
mutlich wird das nur unter Zuhilfenahme der Merkmale der Sexual-
Armatur möglich sein. Eine weitere Schwäche der Arbeit liegt darin,
daß bei der Aufstellung der Gattungstabelle hin und wieder auch
Färbungs- Charaktere berücksichtigt werden mußten. Färbungs-
und Zeichnungs-Eigentümlichkeiten sind im allgemeinen zur Gattungs-
Charakterisierung nicht geeignet, besonders gilt das für eine so viel-
gestaltige Gruppe, wie es die Chalcosien sind. Indessen ließ sich
bei der großen Variabilität der morphologischen Merkmale, besonders
des Flügelgeäders, bei den betreffenden Gattungen die Verwendung
solcher sonst ungeeigneten Kennzeichnungen nicht umgehen, sie
wurden jedoch nur dann herangezogen, wenn andere Merkmale zur
Trennung nicht ausreichten.
Besonderer Dank gebührt Herrn Prof. Dr. Seitz- Darmstadt,
der mich bei der Durchsicht der Sammlungen des Senckenberg-
Museums aufs liebenswürdigste unterstützte und Herrn Dr. K. Jordan-
Tring, der mir über einzelne unklare Punkte bereitwilligst Auskunft gab.
Allgemeines über die Clialcosiinen.
Die außerordentliche Vielgestaltigßeit dieser Unterfamilie war
der Anlaß, daß verschiedene Autoren sie von den Zygaeniden ab-
trennten und sie als eigene Familie gelten lassen wollten. In der Tat
finden wir rein äußerlich nur wenige Ähnlichkeiten mit den echten
Zygaenen; eine große Anzahl von Formen dieser Unterfamilie haben
ganz die Gestalt von Faltern andrer Familien angenommen, wir finden
getreue Aboilder von Geometriden. Danaididen und Pieriaen, andere
Formen ähneln Agarijatiden, Hypsiden und Syutomididen, eine ver-
wirrende Vielgestaltigb'it, die es schwer machen dürfte, die Grund-
züge der Entwicklung bei den einzelnen Gattungen nachzuweisen.
Und auch im G^äd^r der Flügel finden sich so \nele verschiedene Merk-
male, daß es ziemlich schwer ist, einheitliche Merkmale zu finden.
Eine gute Charakterisierung der Familie der Zygaeniden und ihrer
Unterfamilie der Chalcosien hat Jordan im Seitz gegeben, auf die
hier verwiesen werden soll. Es sei noch bemerkt, daß in zweifelhaften
Fällen das Vorhandensein stark gekämmter Fühler und metallisch
gefärbter Stellen des Körpers auf Chalcosien hinweist.
Bei der jetzt herrschenden Verwirrung in der Nomenklatur des
Flügelgeäders sei noch bemerkt., daß dieser Arbeit die Bezeichnungen
der Adern nach Comstock-Needham-Enderlein zu Grunde
gelegt werden. Es wird der Vorderrand als Costa (c.), die damuf
folgende immer ungeteilte Ader (12) als Subcosta (sc.), die Äste
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
3
der Radialis mit ij— Tg, die dann folgenden Medianäste mit
mj — mg, die Cubitaläste mit cui und cug, die Analis (Ader Ic)
mit an, aie Axillar adern (Adern la und Ib) mit axg unfl axi be-
zeichnet. Im Hinterflügel wird aie xleine Verbindungsader zwischen
Zelle und Subcostalis mit r^, der Rest der verschmolzenen Raüialäste
als Radialramus (rr) benannt.
Bei der großen Ähnlichkeit der Chalcosien mit anderen Familien
sei noch aarauf aufmerksam gemacht, daß cie Formen, die den Rho-
paloceren ähnlich sind, natürlich nie geknöpfte Fühler besitzen, bei
den Syntomididen-ähnlichen Formen ist die sc. im Hinterflügel deut-
lich vorhanden, d’e bei den echten Syntomididen mit rr verschmolzen
ist und deswegen fehlt. Zum Unterschiede von Agaristiden und
Hypsiden haben die Chaicosier, die ihnen ähnlich sehen, eine wohl
ausgebildete an im Vorderflügel, die den ersteren fehlt, Geometriden
haben im Vorderflügel mg mindestens aus der Mitte zwischen mg und
mj entspringend, meistens m^ mehr genähert, währe na die ihnen
ähnlichen Formen der Chaicosier eine starke Annäherung von mg
an mg aufweisen, die oft zu einer basalen Verschmelzung der beiden
Adern führt. Enalich sind sie von den Arctiiden bezw. Lithosiiden
ebenfalls getrennt durch das Vorhandensein der an im Vorderflügel.
Wenn in vorliegender Arbeit eine ganze Anzahl neuer Gattungen
aufgestellt, bezw. ake eingezogfne Ga.;tungen wieder anerkannt
werden, so geschieht das nicht aus dem Grunde, alle vorhandenen
Merkmale auszuschlachten, um daraus recht viele Gattungen zu
machen. Viel erwünschter wäre es, die Anzahl derselben möglichst
einzuschränken und solche, aie nur wenig charakterisiert sind, mit
anderen zusammenzuziehen. Zwei Erwägungen waren der Anlaß
dazu. Zunächst, was die Wiederanerkennung älterer, von anderen
Autoren schon eingezogener Gattungen anb^trifft, sei bemerkt, daß
es sich bei diesen um Formengruppen handelt, die in ihrer ganzen
Erscheinung zusammengehören, wenn sie auch morphologisch von
benachbarten Formengruppen, die wdederum in sich habituell über-
einstimmen, nicht zu trennen sind. Es bliebe vielleicht der Ausweg,
solche Formengruppen als Untergattungen zu bezeichnen. Da wir
aber bis jetzt noch keine allgemein anerkannte Definition des Gattungs-
und Untergattungsbe griffe s haben, kann ich nicht entscheiden, was
noch Untergattung und was schon Gattung ist und überlasse die
Bewertung der hier als Gattungen angeführten Einheiten einem
späteren Bearbeiter. Es erscheint aber wahrscheinlich, daß, wenn erst
die Lebensgeschichte und die ersten Stadien aller Arten bekannt
sein werden (ein Ziel, von dem wir natürlich noch himmelweit ent-
fernt sind) auf Grund dieser Kenntnisse man sich doch zur Annahme
der Gattungen veranlaßt sehen wird. Es wäre vielleicht möglich
gewesen, auf Grund der Sexualarmaturen Ga ttungs- Charakteristika
zu gewinnen, (ein Verfahren, das alleraings bei den meisten Familien
der Le pidopteren zu verwerfen ist !) dem widersprach aber der Zweck
der Abhanedung: sie soll den Sammler, der sich vorher noch nicht
eingehender mit Chalcosien befaßt hat, in den Stand setzen, seine
1* 11. Heft
4
Dr. Martin Hering!
Falter mühelos zu bestimmen. Das konnte bei Geäder- Angaben
leicht geschehen; die Betrachtung der Flügel von der Unterseite, evtl,
noch das Wegnehmen einzelner Schuppen an fraglichen Stellen gibt
den gewünschten Aufschluß. Die Untersuchung des Sexual- Apparates
erfordert jedoch viel größere Übung; schließlich ist auch die mikro-
skopische Untersuchung der Sexual- Armatur nicht so einfach, wie
es erscheint; sobald die Lage eine nicht ganz ventrale, laterale oder
dorsale ist, ergeben sich unter dem Mikroskop Bilder, die zu ganz
falschen Schlüssen kommen lassen, wie man es zuweilen an den Ab-
bildungen des Apparates im Vergleich mit demselben in natura selbst
in Arbeiten bedeutender Entomologen feststellen kann. Die Ver-
wendung solcher Merkmale mußte also fortfallen.
Bei den in Frage kommenden neuen Gattungen handelt es sich
entweder um ganz auffallende Neuerscheinungen oder um solche Falter,
die anderen Arten in oft ganz weit entfernt stehenden Familien äußerst
ähnlich sind. (Konvergenz oder Mimese?) Es kommt nun vor, daß
z. B. zwei Arten der Chalcosien untereinander äußerst ähnlich sind,
aber verschiedenes Geäder aufweisen. Es scheint mir dabei ein
laischer Schluß, wenn man sagen wollte, die beiden Arten gehörten
in eine Gattung, das Geäder sei inkonstant. In solchen Fällen sollte
man erst untersuchen, ob diese Ähnlichkeit nicht auf einer häufiger
vorkommenden Tendenz in der Färbung und Zeichnunganlage in
den verschiedensten Gruppen beruht. Wenn z. B. die beiden an-
geführten Chalcosiinen einer dritten Art, vielleicht einer Lithosiide,
zum Verwechseln ähnlich sehen, so scheint die Ü^reinstimmung
der beiden erstgenannten nicht auf ihre nahe Beziehung zueinander,
sondern auf ein Verhältnis jecjer der beiden zu der Lithosie hinzu-
weisen, und man wäre bei abweichendem Aderbau berechtigt, diese
Arten generisch zu trennen, ein Gedanke, der auch in der vorliegenden
Arbeit durchgeführt worden ist.
Für die Arbeit gelten noch folgende Abkürzungen:
Ein * bedeutet, daß dem Verfasser die Art in natura Vorgelegen hat,
ein **, daß die Type der betreffenden Art untersucht wurde. Z. M. B.
besagt, daß die Art in der Sammlung des zoologischen Museums Berlin
vertreten ist.
Bestimmungstabellc der Gattungen.
1. Im Vorderflügel ist die Normalzahl der Adern vorhanden 15.
— Im Vorderflügel eine oder mehrere Adern fehlend 2.
2. Im Vord^^rflügel nur 3 Eadialäste 3.
— Vorderflügel mit mehr als 3 Radialästen 5.
3. Alle Radialäste von der Zelle 4.
— Radialäste z. T. untereinander gestielt Boradia Moore
4. Im Vorderflügel mg und mg gestielt 88.
— • mg und mg nicht gestielt 87.
5. Vorderflügel mit kleinen Queräderchen zwischen sc. und c. 6.
■ — Vord3rflügel ohne Costal- Queräderchen 7.
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
5
6. Im Vorderflügel entspringt rj^ weit proximal von cuo
Trypanophora Koll.
— r^ entspringt nicht proximal, meist sogar distal von cug
Docleopsis Jord.
7. Im Vorderflügel fehlt rg; r^ und r^ sind gestielt 8.
— r4 und rg nicht gestielt 14.
8. Im Hinterflügel fehlt m^ 11.
— m^ im Hinterflügel vorhanden 9.
9. mg und mg im Vorderflügel gestielt 83.
— mg und mg nicht gestielt 10.
10. Im Hinterflügel springt die vordere Zellecke saumwärts vor
Scotopais Mart. Hering
— Die hintere Zellecke springt im Hinterflügel vor 101.
11. m^ im Vorderflügel frei Aphantocephala Fldr.
— m^ ist mit r^ und rg gestielt Thaumastophleps Jord.
12. Der Vorderrand der Hinterflügelzelle von der Wurzel bis zum
Ursprung der Verbindungs- Ader (r^) höchstens 2V2 X so lang
als die Entfernung von hier aus bis zu dem Punkte, wo rr die
Zelle verläßt. Vorderflügellänge nicht unter 18 mm.
Pseudonyctemera Sn.
— Der proximale Teil des Zellenvorderrandes über 3 X so lang
als der distale Teil 13.
13. Falter klein, oft Lycaenen-artig, der Außenrand der Vorder-
flügel in einem nahezu rechten Winkel zum Vorderrand gestellt.
Geäder variabel Heteropan Wik.
• — ■ Falter größer, oft schwarz und gelb gefärbt, der Außenrand in
spitzem Winkel zum Vorderrand gestellt Caprima Wik.
14. Im Hinterflügel fehlt m^ Isocrambia Jord.
— m^ vorhanden Phlebohecta Hmps.
15. Alle Adern im Hinterflügel vorhanden 22.
— Im Hinterflügel eine oder mehrere Arten fehlend 16.
16. Im Vorderflügel alle Adern von der Zelle 17.
— einige Adern im Vorderflügel gestielt 19.
17. Im Hinterflügd rr mit sc., oft nur in einem Punkte, verschmolzen! 8.
— rr mit sc. nicht verschmolzen, durch Querader (r^) verbunden
Leptozygaena Jord.
18. Im Hinterflügel fehlt mg Pollanisus Wik.
— m^ fehlt im Hinterflügel Hestiochora Meyr.
19. r^ und rg sind im Vorderflügel gestielt 20.
— rg und r^ sind gestielt.
rg ist frei
Doclea Wik.
20. Nur r4 und rg sind im Vordsrflügel gestielt, im Hinterflügel fehlen
mj und mg Levuana Baker
— Im Vorderflügel ist auch rg mit r^ und rg gestielt 21.
21. Vorderflügel mit Queräderchen zwischen sc. und c.
Eucormopsis Jord.
— Vorderflügel ohne Costalqueräderchen 93.
22. Vorderflügel mit Costalqueräderchen 23.
— Vorderflügel ohne Queräderchen zwischen sc. und c. 30.
11. Heft
6
Dr. Martin Hering:
23.
24.
25.
26.
27. -
28.
29.
30.
31.
32.
33.
34.
35.
36.
37.
38.
39.
40.
Im Vorderflügel sc. und r^ teilweis verschmolzen 24.
rj^ frei, nicht verschmolzen 25.
Im Vorderflügel liegt die hintere Zellecke distal von der vorderen
oder beide in gleicher Höhe
Cyclosia Hb.
rg im Vorderflügel frei
rg mit rg_5 gestielt
Im Vorderflügel m^ von der Zelle
m^ vom Stiele r
Im Vorderflügel r^ proximal
4j 5
rj entspringt distal von cu^
Im Hinterflügel laufen m^ und
Die hintere Zellecke liegt proximal von der vorderen HistiaHb.
26.
Cadphises Moore
28.
27.
von cui entspringend
Prosopaudrophila m.
Docleopsis Jord.
mg fast ganz parallel
Allocyclosia Mart. Hering
laufen divergierend oder konvergierend 29.
Vorderflügel einfarbig, Adern zuweilen metallisch
CJynautocera Guer.
Vorderflügel gefleckt, Falter Syntomiden ähnlich
Trypauophora Koll.
Im Vorderflügel alle Adern von der Zelle 31.
Einzelne Adern gestielt 32.
Im Hinterflügel sc. mit der Zelle verschmolzen, Adern im Hinter-
flügel zuweilen gestielt Pollanisus Wik.
sc. nicht mit der Zelle verschmolzen, alle Adern frei, von der
m^ und mg
Zelle 86.
i\ und rg im Vorderflügel gestielt Procotes Btl.
i\ und rg nicht gestielt 33.
Im Vorderflügel sc. und r^ zum Teil verschmolzen 34.
r^ frei 36.
Im Vorderflügel nur r^ und r^ gestielt Aphautocephala Fldr.
auch rg mit r4, ^ gestielt 35.
i’g ist im Vorderflügel mit rg_g gestielt Herpolasia R.-J.
rg frei 48.
Im Vorderflügel ist rg_5 gestielt 37.
rg_5 sind nicht gestielt; sind sie gestielt, so entspringen noch
eine mehr oder mehrere andere Adern von deren Stiel 73.
Die rg entspringt am Stiel proximal von rg 38.
i’g entspringt proximal oder beide in gleicher Höhe 44.
Vorderflügel klein, Apex nahezu rechtwinklig, Falter lycaenen-
artig, Vorderflügel höchstens 15 mm lang Heteropan Wik.
Vorderflügel größer, über 15 mm lang; Vorder- und Außenrand
stehen ' nicht nahezu senkrecht aufeinander, Apex gerundet;
wenn die Vorderflügel kleiner als 15 mm, dann doch die Falter
schwarz und gelb gefärbt 39.
nig und mg im Vorderflügel gestielt 40.
mg und nig nicht gestielt 43.
Flügel in der Grundfarbe gelb, mit schwarzer, gelb gefleckter
Saumbinde Barbaroscia m. {Pidorus amabiUs Jord.).
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
7
48
*— Flügel anders gefärbt 41.
4L Im Hinterflügel springt die hintere Zellecke saumwärts vor
llampsonia Swinh.
— Beide Zellecken in gleicher Höhe oder die vordere vorspringend 42.
42. mg entspringt im Hinterflügel weiter von mg als von m^^ 45.
■ — mg näher an m^, zuweilen mit ihr gestielt Corma Wik.
43. Im Hinterflügel die vordere Zellecke vorspringend 45.
— Die hintere Zellecke vorspringend oder beide in gleicher Höhe 90.
44. sc. im Hinterflügel, mindestens in einem Punkte mit dem Zell-
vorderrand verschmolzen 50.
— sc. nicht mit rr verschmolzen, durch Querader verbunden 46.
45. Im Vorderflügel entspringt r^ proximal von cug 55.
— r^ und cug in gleicher Höhe oder r^ distal von cUg Herpa Wik.
46. mg und mg im Hinterflügel gestielt Elcysma Btl.
— mg und mg nicht gestielt 47.
47. Im Vorderflügel mg und mg gestielt 60.
• — mg und mg frei 52.
Im Vorderflügel sind mg und mg so weit getrennt, daß an ihrem
Ursprung ihre Entfernung mehr als die Hälfte der zwischen
mg und cui beträgt Clematoessa Jord.
~ Diese Entfernung geringer oder beide aus einem Punkte 49.
49. Im Vorderflügel ist der Vorderrand zwischen sc. + r^ und rg
ffleichlang oder wenig kürzer als der zwischen r« und r«
Pompelon Wik.
■ — Costa zwischen r^ und rg vielmals kürzer als zwischen rg und
rg oder rg mit sc. + r^ verschmelzend Herpa basiflava Oberth.
50. Flügel breit, Falter nicht Syntomiden-ähnlich 51.
— Flügel kleiner, schmaler, Falter Syntomiden-ähnlich
Trypanophora Koll.
51. Vorderflügel sehr groß und breit, über 30 mm ^ang
Opisoplatia Jord.
• — Vorderflügel kleiner, höchstens 30 mm lang, unter 15 mm breit 102.
52. Im Hinterflügel beträgt die Entfernung des Ursprungs der mg
von dem der cu^ höchstens das Doppelte der Entfernung mg
von mg 53.
• — Der Abstand mg von cu^ mehr als doppelt so groß wie der von
mg zu mg 56.
53. Hinterecke der Zelle im Hinterflügel vorspringend
Pseudonyctemera Sn.
— Vorderecke vorspringend oder beide in gleicher Höhe 54.
54. Vorderflügel einfarbig dunkel, mit heller Schrägbinde, die zu-
weilen an der Costa bis zur Wurzel läuft; Adern manchmal
metallisch Pidoriis Wik.
— Vorderflügel anders gefärbt oder, wenn dunkel mit heller Schräg-
binde, dann die G-rundfarbe der Hinterflügel hell, mit dunklen
Zeichnungen 70.
55 Im Hinterflügel der vordere Ast des Zellschlußwinkels mindestens
2 X so lang als der hintere Rhodopsoua Jord.
11. Heft
8
Dr. Martin Hering:
— Der vordere Ast des Zellscliluß winkeis annähernd ebenso lang
wie der hintere 85.
56. Im Hinterflügel cuj und cug sehr stark gebogen, besonders hinter
der Mitte Retina Wik.
— cui und eug nicht stark gebogen, höchstens gleichmäßig, vor der
Mitte beginnend, etwas gekrümmt 57.
57. Im Hinterflügel die Entfernung (vom Ursprung) von mg zu cu^
mindestens das U^f^che der von cu^ zu eug Caprima Wik.
— cui ungefähr in der Mitte von mg und eug 58.
58. Hinterleib den Analwinkel der Hinterflügel sehr weit überragend
Eusphalera Jord.
— Hinterleib den Analwinkel nicht oder nur sehr wenig überragend 59.
59. Kopf oder Kragen rot oder gelb 84.
• — Kopf und Kragen immer dunkel Eumorphiopais m.
60. Im Vorderflügel die Hinterecke der Zelle vorspringend
Philopator Moore
Die Vorderecke vorspringend oder beide in gleicher Höhe 61.
61. Auf den Vorderflügeln größere hyaline Stellen Agalope Wik.
— Keine größeren hyalinen Stellen vorhanden 62.
62. Im Hinterflügel mg nicht stark gebogen, vor der Mitte mit m^
kon-, dann deutlich divergierend 63.
— m« zuerst mit m, konvergierend, nachher mit ihr parallel
Retina Wik.
63. Im Hinterflügel ist der Zellschluß so gewinkelt, daß der vordere
Schenkel kürzer ist als der hintere 64.
— Beide Schenkel des Zellschlußwinkels gleich lang oder der hintere
kürzer 67.
64. Im Vorderflügel die Entfernung des Ursprungs m^ vom Stiel
rg_5 mindestens Y2 Entfernung vom Ursprung des Stieles
bis zum Abgehen von rg vom Stiel 65.
— Diese Entfernung geringer als ^/g, oft m^ mit dem Stiel aus einem
Punkte 66.
65. Adern mg und mg im Vorderflügel sehr stark gebogen, ihre kon-
kaven Seiten einander zukehrend, Vorderflügel außer der hellen
Diskalbinde mit weiteren Zeichnungen Erasmia Hope
■ — mg und mg gerade oder gleichmäßig gebogen, Vorderflügel von
dunkler Grundfarbe mit einer (zuweilen in Flecke aufgelösten
Diskalbinde) Eucorma Jord.
66. Hinterrand des Kopfes und Kragens rot oder gelb
Chalcosia Hb.
— Kopf und Kragen dunkel oder grau 81.
67. Stirn (von oben gesehen) nicht zwischen den Fühlern nach vorn
vortretend, Hinterleib den Analwinkel der Hinterflügel sehr
weit überragend Eusphalera Joid.
— Stirn deutlich vortretend; ist es nicht der Fall, dann der Hinter-
leib den Analwinkel der Hinterflügel nicht oder nur wenig über-
ragend 68.
Revision der orientalischen Clialcosiinen.
9
68. Kopf oder Kragen rot oder gelb, im Hinterflügel der Abstand mg
— cuj nicht kürzer als der zwischen cui und CU2 71.
— Beide Merkmale nicht vereint vorhanden; wenn dies der Fall,
dann Vorderflügel einfarbig weiß mit dunklen Adern 69.
69. Vorderflügel dunkel olivgrün, mit gelber, von schwarzen Flecken
begleiteter Diskalbinde ; Hinterflügel mit den Spuren einer
solchen, sonst schwarzbraun; auf den Vorderflügeln geringe,
auf den Hinterflügeln ausgedehntere blauschillernde Stellen;
unterseits die Diskalbinde in beiden Flügeln deutlich, der Blau-
schiller ausgedehnter Heteriisia Hope
— Flügel anders gefärbt und gezeichnet 71.
70. Kopf oder Kragen rot Clialcosia Hb.
— Kopf und Kragen dunkel, schwarz oder grau
Psciidoscaptesyle m.
71. Im Vorderflügel die Adern am Saum oder kurz davor dunkler
als die Grundfarbe der Flügel, aber nicht metallisch, (sind die
Adern etwas metallisch, dann ist der Kopf dunkel, nicht rot)
oder die Flügel sind einfarbig weiß Müleria H. S.
— Die Adern sind vor dem Saum metallisch oder heller oder über-
haupt nicht von der Grundfarbe abgehoben 72.
72. Adern im Vorderflügel am Saum metallisch; sind sie heller als
die Grundfarbe, so ist auf der Hinterflügel- Unterseite der anale
Teil durch tiefgelbe Färbung von dem costalen abge hoben.
Chalcosia Hb.
— Die Adern nicht kontrastierend metallisch; sind sie heller, so
ist auf der Hinterflügel- Unterseite analer und costaler Teil nicht
auffallend verschieden 97.
73. Im Vorderflügel sind rg-g gestielt
— Ader ist frei
74. Im Vorderflügel sind nur r4 und gestielt
'3-5
75. cui im Vorderflügel mit m^,
stark gebogen
— CUi
frei
76.
75.
74.
92.
76.
2 gestielt, Vorderflügeladern sehr
Campylotes Westw.
Psaphis Wik.
sind gestielt, dazu auch m^ vom Stiele entspringend
Im Vorderflügel entspringt rg proximal von rg
Chalcophaedra Jord.
r^ entspringt distal von rg 77.
79.
78.
77. mg und mg im Vorderflügel gestielt
mg und mg nicht gestielt
Hierher gehören auch Falter mit helleren oder nicht kontrastierenden
Adern, die aber auf den Vorderflügeln außer 1 — 2 Transversalbinden keine
weiteren Zeichnungen tragen und deren Hinterflügel einfarbig weiß mit dunklerem
Saume sind. — Bei einer auch hierher gehörenden Art sind die Adern der Vorder-
flügel ohne Metallglanz, ihre Grundfarbe ist schwarz, Wurzelstreif, Diskalbinde
und einige Subapikalflecken sind weiß, Hinterflügel sind weiß mit schwarzem
Saumband, Kopf und Kragen sind gelb.
11. Heft
10
Dr. Martin Hering:
78. Kopf oder Kragen rot, Stirn zwischen den Fühlern stark vor-
springend 71.
■ — Kopf und Kragen nicht rot, Stirn kaum vorspringend
Caprima Wik.
79. Vorderflügel groß und breit, an der breitesten Stelle mindestens
18 mm breit Amesia Duncan
— Vorderflügel schmaler und kürzer; wenn diese 18 mm breit,
dann unter 35 mm lang 80.
80. Im Vorderflügel die Adern am Saum metallglänzend oder heller
als die Grundfarbe 95.
— Adern am Saum nicht abgehoben oder dunkler als die Grund-
farbe 91.
81. Vorderflügel über 30 mm lang Amesia Dune.
• — Vorderflügel unter 30 mm lang Soritia Wik.
82. Im Hinterflügel die sc., wenn auch nur in einem Punkte, mit
der Zelle virschmolzen Trypanophora Koll.
— sc. durch ein kleines Queräderchen mit der Zelle verbunden 89.
83. Im Vorderflügel r^ und cu^ in gleicher Höhe; im Hinterflügel
die Entfernung des Ursprungs von mo von dem von mg mindestens
die Hälfte der Entfernung mg- — cuj Boradiopsis Mart. Hering
■ — Im Vorderflügel cu^ distal von r^, meist r^ und eug in gleicher
Höhe, im Hinterflügel die Entfernung mg — ^mg weniger als die
Hälfte der zwischen nig und cu^, beim $ die letzteren Ent-
fernungen zuweilen fast gleich 100.
84. Kopf rot od<r gelb 72.
— ■ schwarz, Kragen gelb oder rot Allocaprima Mart. Hering
85. Vorderflügel einfarbig Aglaope Latr.
— Vorderflügel mit Binde Pidonis truncatus Jord.
entspringend
Callizygaena Feld.
Procris F.
86. eug im Vorderflügel weit proximal von r^
— eug annähernd auf gleicher Höhe mit r^
87. Hinterflügel ganz hell; wenn mit dunkler Binde, dann die Vorder-
flügel dunkel, mit heller Querbinde nahe der Wurzel
Isocrambia Jord.
— Hinterflügel dunkel, mindestens mit dunklem Saumbande;
Vorderflügel ohne helle Querbinde 99.
88. Vorderflügel ganz ohne Costaläderchen zwischen sc. imd c.
Isocrambia Jord.
— Diese Queräderchen distal schwach angedeutet Sciodoclea Jord.
89. Die Entfernung cuj — eug im Hinterflügel doppelt so groß wie
die cuj — nig Cryptophysophilus m.
— ■ cui in der Mitte zwischen eUg und mg Docleomorplia Mart. Hering
90. Im Vorderflügel nij^ aus einem Punkte mit dem Stiel rg_g; eUg
deutlich proximal von r^ entspringend Hemiscia Jord.
— m^ deutlich von rg ^ getrennt, r^ proximal oder in gleicher Höhe
mit cuo
Barbaroscia m. (Pidorm amabilis Jord.]
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
11
91. Im Hinterflüge] der Außenaand grade oder konkav, diese daher
ganz dreieckig, Vorderflügel einfarbig oder nur mit einer Quer-
binde (zuweilen nur am Vorderende erhalten) Soritia Wik.
— ■ Vorstehende Merkmale vereint nicht vorhanden 96.
92. Vorderflüge] einfarbig Doclea Wik.
— Vorderflügel schwarz und gelb Pseudoscaptesyle Mart. Hering
93. Im Vorderflügel die basale Hälfte gelb, die distale schwärzlich,
Flügel breit 94.
— Vorderflügel anders gefärbt 82.
94. Vorderflügel unterseits mit silberblauem Submarginalbande
Pseudoscaptesyle m.
— Vorderflügel ohne solches Band Soritia Wik.
95. Im Hinterflügel die hintere Zellecke vorgezogen
Prosopaudropliila Mart. Hering
— Die vordere Zellecke vorgezogen oder beide gleich hoch
Chalcosia Hb.
96. Kragen hell 98.
■ — Kragen dunkel Heterusia Hope
97. Grundfarbe des Hinterleibs oberseits gelb, zuweilen breite
schwarze Segmentränder; Schulterklappen (Patagia) hell
Prosopandrophila m.
— Hinterleib oberseits dunkel oder weiß geringelt, wenn gelb,
dann Schulterklappen dunkel Soritia Wik.
98. Hinterleib oben gelb oder gelb und schwarz geringelt
Prosopandrophila m.
— Hinterleib metallisch grün oder blau, oder einfarbig weiß oder
dunkel • Milleria H. S.
99. Im Hinterflügel die Verbindungsader (r^) zwischen sc. und Zelle
rechtwinklig auf beiden stehend, sehr lang Aphantocepliala Fld.
— nicht rechtwinklig auf der Zelle; sehr kurz Anarhudas Jord.
100. cug im Hinterflügel annähernd grade Euxanthopyge Mart. Hering
• — cug stark gebogen
101. Im Vorderflügel entspringt
mit r,
4» 6
— ^2 ^4» 5 getrennt
Phlebohecta Hamps.
aus einem Punkte oder gestielt
Arbudas Moore
Caprima Moore
102. Im Hinterflügel ist cuj sehr gebogen, nach hinten stark konvex
Mimascaptesyle m., nov.
— cug ist höchstens ganz schwach und gleichmäßig gebogen, nach
hinten kaum konvex Erasmiphlebohecta Strand
Gattung Callizygaena Feld.
Bestimmungstabelle der Arten.
1. Kragen rot 2.
• — Kragen nicht rot 4.
2. Im Vorderflügel vor der Mitte ein breites, rotgoldnes Band
semperi Druce
■ — Vorderflügel ohne solches Band 3.
ll.Hoft
12
Dr. Martin Hering:
3. Hinterleib mit 2 roten oder gelben Bändern auratus Cr.
— Hinterleib einfarbig ada Btl.
4. Oberseite des Körpers einfarbig, ohne rote oder gelbe Zeicknung 6.
• — • Oberseite z. Tl. mit roter, gelber oder kontrastierend metallischer
Zeichnung * 5.
5. Vorderflügel einfarbig, nur mit Glasfleck am Zellschluß 7.
• — Vorderflügel mit Metallbändern oder -Flecken 8.
6. Zeichnungen im Vorderflüge] metallisch grünblau unipuncta Sw.
— Zeichnungen durchscheinend gelblichweiß albipimcta Hmps.
7. Ein Fleck an der Seite des Prothorax rot, Hinterleib oben ohne
Bänder amabilis Jord.
— Kein roter seitlicher Fleck am Prothorax, Hinterleib oben mit
2 goldenen Binden **aurifasciata n. sp.
8. An den Seiten des Abdomens ein glänzend blauer (5) oder
goldener ((J) Fleck venusta Jord.
— Abdomen ohne solche Flecke glaucon Semp.
Bemerkungen zu den einzelnen Arten.
€. auratus Cr. Die Stammform von Südindien hat oben gelbe
Hinterleibsbänder; (bei der f.gana Swinh. sind sie seitlich rot) die
ssp. nivimacula Fld. dagegen, die von Ceylon bekannt ist, besitzt
unten und oben rote Hinterleibsbänder.
€. ada Btl. Die Nominatform von Borneo hat einen breiten blauen
Vorderflügelsaum, der bis an den R-and reicht; im Hinterflügel ist
nur ein distales Fenster vorhanden. Bei C. ada jucunda Roth, von
der Insel Batu erreicht die blaue Binde nicht den Saum, dieser bleibt
also schmal schwarz; im Hinterflügel ist ein basales und ein distales
Fenster vorhanden. Die Java-Rasse javana Roth, endlich hat einen
noch breiteren Saum der Vorderflügel und nur ein basales Fenster
im Hinterflügel.
**C-all. aurifasciata Mart. Hering, n. sp.
Kopf, Thorax, Oberseite der Fühler, Gesicht, Kragen und einige
Flecken der Körperoberseite metallisch grün glänzend, Abdomen
dunkelbraun, unten ganz einfarbig, oben mit metallisch goldener
Binde und ebenso gefärbter Hinterleibsspitze; beide Binden um-
fassen je zwei Segmente; Analbehaarung schwarzbraun. Im Vorder-
und Hinterflügel alle Adern vorhanden, alle von der Zelle. Vorder-
flügel in der Farbe mit dem Thorax übereinstimmend, metallisch
grün, auf der Diskoidal querader ein kleiner weißer Fleck. Hinter-
flügel dünn graulich bestäubt, an der Wurzel dünner, glasig durch-
scheinend. Länge des Vorderflügels: 13 mm.
Typus: 1 ^ in der Sammlung des Z. M. B.
Patria: Ostindien, (leg. Bescke).
Diese Art ist durch die auffallende Goldfarbe der Hinterleibs-
bänder von allen anderen Arten der Gattung, die ihr ähnlich sehen,
wohl unterschieden.
Revision der orientalisclien Chalcosiineü.
13
Gattung: Procotes Btl.
Die Gattung enthält nur eine Art, Pr. diininuta Wik., mit grünen
glänzenden Vorderflügeln, in denen ein Wurzelstrich und ein Zell-
endfleck glasig durchsichtig sind; Hinterflügel etenfalls glasig, mit
schwarzer Costa und ebensolchem Saum. (Ceylon.)
Gattung: Hestiochora Meyr.
Bestimmungstabelle der Arten:
1. Vorderflügel einfarbig schwärzlich *rufiventris Wik.
“ Vorderflügel mit Zeichnungen oder Glasflecken 2.
2. Vorderflügel mit Glasflecken *tricolor Wik.
■ — Vorderfl. mit roten oder gelben Zeichnungen 3.
3. Kopf rotgelb, Flügelzeichnungen gelb xanthocoma Meyr.
— Kopf schwarz, Kragen und Zeichnungen der Flügel rot
erythro ta Meyr.
Die Arten dieser Gattung sind bisher nur in Australien gefunden
worden.
Gattung: Pollanisus Wik.
Tabelle der Arten:
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
Hinterflügel
Vorderflügel zeichnungslos
Vorderflügel mit (undeutlichen) Flecken
Vorderflügel metallisch grün oder blau
Vorderflügel schwärzlich, nicht glänzend
Mitte halbdurchsichtig
Schenkel und Schienen z. Tl. weiß
Schenkel und Schienen nicht weiß
Oberseite des Körpers kupferrot
Oberseite glänzend grün
Oberseite des Körpers grün, höchstens teilweise kupfrig
Oberseite kupferrot
2.
trimacula Wik.
5.
der
3.
leucopleura Meyr.
4.
*subdoIosa Wik.
cyauota Meyr.
7.
6.
Vorderflügel kupferfarben *cupreus Wik.
Vorderflügel grün oder blau *subdolosa Wik.
Hinterflügel in der Mitte heller, halb durchsichtig 8.
Hinterflügel nicht aufgehellt *viridipulveruleuta Guer.
Basis des Abdomen und einzelne Thoraxschuppen kupfrig
empyrea Meyr.
Körper oberseits ganz grün oder schwärzlich 9.
Flügel ohne Glanz
Vorderflügel glänzend, oft nur schwach
mg im Hinterflügel vorhanden
m
cyauota Meyr.
10.
doleus Wik.
11.
12.
3 fehlt
Vorderflügel ausgesprochen grün oder blau
Vorderflügel nur mit metallischen Schuppen überstreut
amethystina Meyr.
Oberseite des Körpers und der Vorderflügel schwarzgrün
corouias Meyr.
Oberseite glänzend blau oder grün *apicalis Wik.
11. Heit
14
Dr. Martin Hering:
Diese nur von Australien bisher bekannte Gattung ist in bezug
auf ihre Rassen noch ungenügend erforscht; es werden einzelne der
hier genannten Arten vielleicht spezifisch identisch sein, während
andererseits weitere Arten von anderen Lokalitäten gefunden werden
dürften.
Poll, acliaroii F. mit blaugrünem Körper und dunklen (nicht
metallischen?), ungefleckten Flügeln läßt sich wegen der Kürze der
Diagnose nicht einordnen.
Gattung: Procris F.
Die einander äußerst ähnlichen Arten dieser paläarktischen
Gattung sind so unzureichend beschrieben, daß eine Einreihung
in eine Bestimmungstabelle nicht erfolgen kann. Dies wird erst der
Fall sein können nach einer genauen Untersuchung auch der Sexual-
Armaturen sämtlicher beschriebenen Arten. Aus diesem Grunde muß
zum Zwecke der Bestimmung auf die Bearbeitung der Gattung im
Pal äarkten- Teil von Seitz verwiesen werden.
Gattung: Aglaope Latr.
Nur eine (paläarktische) Art.
* Agl. infaiista L. Durchscheinend braun, Kragen, ein Strich an
der Vorderflügelwurzel und der Hinterflügel von der Zelle bis zum
Hinterrande rot.
Gattung: Isocranibia Jord.
Vier deutlich, auch im Geäder, verschiedene Arten, die vielleicht
ganz verschiedenen Gattungen angehören, der Zug der gemeinschaft-
lichen Ähnlichkeit beruht wohl nur darauf, daß sie sämtlich hiach-
ahmer von Lithosien sind. Die Gattung ist nur von Neu- Guinea
bekannt.
Tabelle der Arten:
1. Vorderflügel mit 4 Radialästen apicalis Jord.
— Nur 3 Radialäste vorhanden 2.
2. Im Vorderflügel mg und mg gestielt melaleiica R.-J.
— nig und nig sind getrennt 3.
3. Im Vorderflügel r^ mit sc. stellenweise verschmelzend tricolor R.-J.
• — i'j im Vorderflügel frei lutea Jord.
Gattung: Heteropaii Wik.
Im Geäder wie auch in der Färbung ist die Gattung sehr variabel ;
immer sind aber die Arten kleine, Lycae ne n- artig gefärbte Falter,
bei denen Costal- und Außenrand des Vorderflügels einen beinahe
rechten Winkel bilden.
Tabelle der Arten:
0. Apex der Vorderflügel weiß apicalis Jord.
■ — Apex nicht weiß ' I-
1. Vorderflügel vor dem Saum mit einer schmalen, scharf abgehobenen
metallischen Querlinie, diese zuweilen in Flecke aufgelöst 2.
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
15
— ' Vorderfiügel ohne schmale Metallinie, zuweilen aber das ganze
Saumfeld purpurn 10.
2. Vorderflügel mit weißem oder weißlichem zentralen Felde ober-
seits ’ 5.
~ Vorderflügel ohne weißes Zentralfeld 4.
3. Die weißen Zentralfelder aller Flügel scharf umrissen, als deut-
liche Längsstreifen ausgebildet **albicruciata m., n. sp.
— • Diese Felder nicht scharf begrenzt **albicost» Semp.
4. Hinterflügel oberseits einfarbig 6.
' ~ Hinterflügel nicht einfarbig 18.
5. Hinterflügel ausgesprochen weiß, mit blauem Saum
truncata Oberth.
— Hinterflügel nur zentral weiß, mindestens der Analrand nicht
weiß 3.
6. Vorderflügel oben glänzend hellblau coeruleus Jord.
— Vorderflügel grau- oder schieferblau oder schwärzlichgrün 7.
7. Hinterflügel einfarbig glänzend blau 8.
— Hinterflügel nur z. Tl. blau 9.
8. Vorderflügel oben grünschwarz, unten z. Tl. glänzend silbern
alberti R.-J.
— ■ Vorderflügel oben schieferblau, unten nirgends silbern 19.
9. Vorderflügel grünlichbraun, über 10 mm appendiculata Sn.
— Vorderflügel graublau, unter 10 mm *s€intillans Wik.
10. Votderflügel oben mit zentralem weißen Felde 11.
■ — ■ Vorderflügel ohne zentrales weißes Feld 13.
11. Vordcrflüg^l mit deutlichem purpurnen oder kupfrig metallischen
Saumfeld lycaeii ides Wik.
• — Vorderfl. ohne solches Saumfeld 12.
12. Hinterflügel graubraun, blau schillernd fu cescens Dohrn
■ — Hinterflügel blauweiß oder braun, in der Mitte aufgehellt 17.
13. Vorderflügel glänzend grün oder blau oder kupfrig 15.
• — ■ Vorderflügel blaugrau oder braun 14.
14. Hinterflügel glänzend blau aiialis Jord.
— Hinterflügel blau, außen purpurn, oder braun 16.
15. Vorderflügel kupfrig cupreatus Hmps.
— ■ Vorderflügel grün oder blau *cyaneus Jord.
16. Vorderflügel unten graublau, ohne weißen Wisch, höchstens
mit ockergelben Flecken; Hinterflügel unterseits ohne metallische
Stellen 20.
— Vorderflügel unten mit weißem Wisch, Hinterflügel unterseits
z. Tl. metallisch dolens Druce
17. Grundfarbe der Vorderflügel oben purpurn, der weiße Zentral-
fleck gerundet alieiius Jord.
— ' Grundfarbe graublau oder braun, der Zentral fleck lang gestreckt
argiolina Oberth.
18. Vorderflügel grünschwarz, ohne abgehobenen purpurnen Saum
* truiicata Oberth.
- Vorderflügel mit deutlichem purpurnen Saumfeld iscatus Jord.
11. Heft
16 Martin Hering:
19. Hinterflügel beim (J unten schmutzig gelbgrau, beim $ hinten blau
anisus Jord.
— Hinterflügel unten beim blau oder blauweiß iscatus Jord.
20. Hinterflügel blau, am Saum purpurn **eremophila m., n. sp.
— Hinterflügel braun, mit blassem Longitudinalstreif
submacula Wilem.
Bemerkungen zu einigen Arten.
H. cyaneus Jord. Von dieser Art sind zwei Rassen bekannt.
Die Nominatform von Woodlark ist größer, die Flügel tragen unter-
seits keine weißen Wische; die Rasse difformis Jord. von den Luisiaden
und Brit. Neu- Guinea hat auf der Unterseite der Flügel weiße Wische.
H. truncata Oberth. Nominatform ist die Inselform von Jobi;
sie besitzt einen großen gelblichen Fleck auf der Vorderflügeloberseite
der bei ssp. chitonea Jord. nur durch schwächere Beschuppung an-
gedeutet ist (Brit. Neu- Guinea).
Ilet. albicruciata Mart. Hering, sp. n. (Tafel I Fig. 5).
Kopf und Fühler schwärzlich, letztere oben mit metallblauen
Schuppen, Patagia silberweiß, am Grunde mit einigen blauen Schuppen.
Hinterleib oben braun, Unterseite wie auch die des Thorax und die
Beine hell gelblich braun. Im Vorderflügsl r^ unü r« frei, rg_5 gestielt,
lg weit pioximal entspringend, m^ von diesem Stiele, mg und mg deut-
lich getrennt, beide Zellecken annähernd in gleicher Höhe, alle Adern
im Vorderflügel vorhanden, ebenso im Hinterflügel; ir und m^ aus
einem Punkte oder gestielt, mg und mg sehr lang gestielt, Vorderecke
der Zelle vorspringend. Vorderflügel matt dunkel \nolettgrau, eine
leuchtend metallisch blaue Linie vor dem Saum, die am Apex umbiegt
und nun parallel der Costa bis etwa r^ verläuft; ebenso gefärbt sind
der Wurzeistreif an der Costa und die hintere Hälfte der Fransen, letztere
besonders deutlich um den Apex. In der Mitte des Flügels ein milch-
weißes Feld von der Form eines gleichschenkligen Dreiecks, dessen
Basis vor dem Saum liegt, dessen costaler Rand durch die Mittelader
der Zelle und mg, und dessen Hinterrand durch die Mitte der an.
verläuft. Hinterflügel am Vorderrand, Saum und Innenrand bräunlich
grau, ganz schwach violett schimmernd; dieser Schimmer am stärksten
an dem breiten Abdominalrand ausgeprägt, in der Mitte ein gleiches
zentrales weißes Feld wie auf den Vorderflügeln, vorn und hinten von
den Zelladern begrenzt, nach dem Saum zu über die Zelle hinausgehend.
Ein schmaler, undeutlich weißlicher Längsstreifen liegt zwischen
axj und axg. Die Unterseite ähnlich der Ober,.eite, nur sind die
dunklen Stellen einfach graubraun, nicht blau schillernd oder höchstens
mit schwachem Schimmer am Innenrande der Vorderflügel. Auf den
Hinterflügeln schneidet das weiße Feld genau mit cu^ ab. Der Ab-
dominalrand ist von an. an deutlicher weiß, die Fransen matt violett.
Länge des Vorderflügels 9 mm.
Typus: 1 $ im Z. M. B. (coli. Staudinger).
Patria: Malacca (leg. Eichhorn).
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
17
Het. eremophila Mart. Hering, sp. n.
Kopf, Thorax und Oberseite des Abdomen schwärzlich, zum Teil
mit tiefblauen Schuppen bestreut. Hinterleib unten grüngolden,
Thorax unten mit roten, blauen und grünen Schuppen bunt bestreut.
Fühler waren abgebrochen. Im Vorderflügel rj^ und rg frei, rg_g gestielt,
Tg weit proximal, m^ von einem Punkte mit dem Stiel rg_g, mg und
mg getrennt entspringend, cu^ näher mg als cug, Hinterecke der Zelle
schwach vorgezogen. Im Hinterflügel entspringen rr und m^ deutlich
getrennt, mg und mg ebenfalls weit getrennt. Oberseite der Vorder-
flügel einfarbig matt bläulich schiefergrau; vor dem Saume erst ein
kupferfarbenes, dann ein violettblaues, aber nicht glänzendes Feld,
das sich z. Tl. auch auf die Fransen erstreckt. Hinterflügel einfarbig
graubraun, mit schwach violettem Glanze, der am stärksten an der
Wurzel und am Analwinkel ausgeprägt ist. Unterseite wie die Ober-
seite, ohne weiße Wische, im Vorderflügel die Fransen viel breiter
purpurn, Hinterflügel bis zur Mittelzellader nicht glänzend, aber
dunkel purpurn. Fransen auf beiden Flügeln grau. Länge der Vorder-
flügel 9 mm.
Typus: 1 (J im Z. M. B. (coli. Stgr.).
Patria: Malacca (leg. Eichhorn).
Gattung: Eiimorphiopais Mart. Hering, nov.
$. Kopf sehr schwach zwischen den Fühlern vorspringend, Fühler
unvollständig erhalten, sehr schwach gekämmt, in der Flügelform
an einen riesigen Heteropan erinnernd, der Außenrand der Vorder-
flügel mit der Costa einen nahezu rechten Winkel bildend. Vorder-
flügel ohne Queräderchen zwischen c. und sc. r^ und rg frei, rg_g
gestielt, alle Äste annähernd von einem Punkte, aber r^ etwas proximal
entspringend. Der Z^Jlschluß ist auffallend grade; er bildet mit dem
Stiel rg_5 einen fast rechten Winkel. Die Entfernung m^^ von Ur-
sprung rg_g ist größer als die Hälfte des Stieles rg_5. mg entspringt
sehr nahe mg, ist nach vorn konvex, cu^ in der Mdte zwischen mg
und cug entspringend, r^ und cug und wieder Tg und cUjl in gleichem
Abstande von der Wurzel, Hinterecke der Zelle vorspringend. Im
Hinterflügel sc. bei etwa ^/g der Zelle mit dieser durch Querader
(r^) verbunden, rr und mj^ getrennt entspringend, Zellschluß zwischen
m^ und mg annähernd rechtwinklig, vorderer Schenkel des Winkels
länger oder beide gleich lang. Entfernung mg— mg etwa ^/g der Ent-
fernung mg — cu^; Entfernung mg— cuj^ größer als die von cu^ — cug.
Vorderecke der Zelle schwach vorspringend. Genotype : Eumorfhiofais
quadriplaga m.
**Eumorph. quadriplaga m., nov. spec. (Tafel I Fig. 3. Unterseite).
Kopf und Thorax einfarbig schwarzgrün, stumpf, Abdomen
etwas blaugrün, ebenfalls stumpf. Vorderflügel einfarbig schwarzgrün,
Hinterflügel einfarbig metallisch blaugrün, stark glänzend.
Unterseite der Hinterflügel in der Grundfarbe wie die Ober-
seite, die der Vorderflügel am Saum glänzend blaugrün, aber dunkler
als auf den Hinterflügeln, am Innenrande purpurviolett, kaum
Archiv für Naturfi;e8chiehte.
1922. A. 11. ^ 11. Heft
18
Dr. Martin Hering;
glänzend. Alle Flügel tragen unterseits einen großen hell ocker-
farbenen Fleck. Auf den Vorderflügeln ist er abgerundet dreieckig,
die Basis des Dreiecks am Vorderrande der Zelle, die Spitze auf der
an. kurz vor dem Saume, der proximale Rand geht noch über cug
hinaus,, während der distale die hinteren beiden Media-Äste bei etwa
^/2 schneidet. Zwischen dem gelben Fleck und dem metallischen
Saum liegt noch eine braune Region, dasselbe scheint proximal der
Fall zu sein. Wurzel der Vorderflügel unterseits von derselben Färbung
wie die der Hinterflügel. Der gelbe Fleck der Hinterflügel fast zirkel-
rund, er füllt den Raum von ^ der Zelle bis zum Apex und Außenrand
aus und geht nur ganz wenig über cu.2 hinaus.
(Auf der Abb. sind die Farbwerte unrichtig wie derge geben, so
daß die blauglänzenden dunklen Stellen auf der Figur viel heller
erscheinen als die hell ockergelben • Flecke, während es umgekehrt
der Fall sein müßte.)
Länge des Vorderflügels: 15 mm.
Typus: 1 $ im Z. M. B. (coli. Stgr.).
Patria: Kina Balu, Nord- Borneo (leg. Waterstr. 1895).
Gattung: Leviiana Baker
Nur eine Art, Lev. iridesceus Bak. von Viti-Levu mit glänzend
grünblauen Flügeln, die hinteren halb durchsichtig.
Gattung: Leptozygaeiia Jord.
Ebenfalls nur eine, der vorhergehenden ähnliche Art, Lept. gracilis
Jord., von Neu- Guinea.
Gattung: Arbiidas Moore
Tabelle der Arten:
1. Hinterflügel einfarbig ‘ 2.
— Hinterflügel nicht einfarbig 4.
2. Hinterflügel dunkel, schwärzlich oder bräunlich 3.
— Hinterflügel gelb ochrea Elw.
3. Vorderflügel einfarbig purpurschwarz fimerea Jord.
— Vorderflügel mit hellem Costalfleck *flavimaciila Hmps.
4. Helle Grundfarbe der Hinterflügel weiß, r^ im Vorderflügel mit
sc. verschmolzen **bicolor Moore
— Die hellen Stellen im Hinterflügel gelb, r^ dicht neben r^ leis Swinh.
Bemerkung: Die Nominatform von Arb. flavimacula Hmps.
von Birma hat einen gelben, ihre Rasse leiicas Jord. von Tonkin
einen weißen oder gelblichweißen Costalfleck.
Gattung: Anarbudas Jord.
Drei auch z. TI. im Geäder verschiedene Arten:
1. Hinterflügel einfarbig dunkel insiguis Jord.
■ — Hinterflügel gelb mit dunklem Saumbande 2.
Eevisioü der orientalischen Chalcosiinen.
19
2. Der dunkle Saum des Hinterflügels an der proximalen Seite fast
grade, etwa ^/o des Flügels einnekmend aequalis Jord.
— Dieser Saum gebogen, das Bamd schmaler bipartita Wik.
Gattung: Thaumastophleps Jord.
Nur eine syntomoide Art von Neu- Guinea, Th. expansa Wik.
Flügel dunkel, mit Glasfenstern.
Gattung: Trypanophora Kolk
Auch hier handelt es sich ^wahrscheinlich um eine Kollektiv-
Gattung. Die einzelnen Arten sind im Geäder oftmals grund-
verschieden und wohl nur infolge ihrer gemeinsamen Ähnlichkeit
mit Syntomididen zusammengebracht worden. Eine genauere Unter-
suchung würde die Aufteilung in verschiedene Genera zur Folge
haben; sie war hier wegen Material-Beschränkung nicht möglich.
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
Tabelle der Arten:
Vorderflügel mit Glasflecken 2.
Vorderflügel mit gelben Flecken, ohne Glasflecken 8.
Hinterflügel in der Grundfarbe größtenteils gelb 4.
Hinterflügel anders gefärbt 3.
Vorderflügel auch an der Wurzel mit Glasflecken 5.
Ohne Glasflecken an der Wurzel taprobanes Wik.
Vorderflügel mit zusammenhängendem Glasfleck flavalis Hmps.
Glasfleck der Wurzel von dem des Diskus getrennt
javanica Sn. (?).
Schildchenrand des Thorax gelb 6.
Schildchenrand dunkel elliptica Jord.
Hinterleib oben mit mehr als 2 gelb gebänderten Segmenten 13.
Hinterleib oben nur mit 2 gelben Segmenten, der weiße Fleck
auf den Fühlern des $ höchstens 2 mm lang 7.
Vorderflügel am Zellende mit gelbem Fleck **hosemanni m., n. sp.
Vorderflügel am Zellende mit Glasfleck 12.
Wurzeln der Hinterleibssegmente gelb, Vorderflügel mit
4 Radialästen deligata Jord.
Ränder der Segmente gelb, Vorderflügel mit 5 Radialästen 9.
Alle Radialäste im Vorderflügel von der Zelle
**Iuzonensis Semp.
Einzelne Radialäste gestielt 10.
Im Vorderflügel m^^ mit rg_5 gestielt *anchora Druce
nij aus einem Punkte mit rg_5 entspringend 11.
Hinter der Zelle 1 (selten geteilter) Fleck *producens Wik.
Hinter der Zelle der Vorderflügel mindestens 3 Flecke
dissimilis Sn.
Im Hinterflügel Costa schwarz, mit zwei hellen Flecken,’ einer
nahe der Basis, einer am Zellende *semihyalina Koll.
Hinterflügel nur mit einem Fleck am Zellende australis Jord.
■ 2* 11. Heft
20
Dr. Martin Hering:
13. Schulterklappen orange oder gelb, weiße Flecke der $ Fühler
höchstens 2 mm lang **atkinsoni Moore
— Schulterklappen schwarz, höchstens am G-runde weiß; Fühler-
flecke des $ mindestens 3 mm lang *argyrospiIa Wik.
Bemerkungen zu den einzelnen Arten:
Tr. semihyalina Koll. Jordans Synonymsetzung von Tr. atkinsoni
Moore mit dieser Art kann ich mich nicht anschließen. Es befindet
sich ein Moore ’sches Originalstück im Z. M. B. Ein Vergleich desselben
mit der echten semihyalina Koll. ergibt als wesentlichen Unterschied
bei letzterer das Vorhandensein von nur 2 gelben Binden auf der
Oberseite des Abdomens, während bei atkinsoni Moore alle Hinter-
leibsringe gelb gebändert sind. Leider lag mir nur ein (J vor, so daß
ich die Länge des weißen Fleckes auf der Fühleroberseite beim $
nicht vergleichen konnte.
Bei semihyalina f. humeralis Wik. (vielleicht zu folgender Art
gehörig?) sind die Flügel viel mehr verdunkelt, die Fensterflecke
infolge dessen kleiner.
Tr. argyrospila Wik. Sollte es sich bei dieser Form nicht um
eine gute Art handeln, was ich aber anzunehmen nicht geneigt bin,
so müßte sie als Rasse zu atkinsoni Moore, nicht zu semihyalina Koll.
gestellt werden. Bekannt von Hongkong und Canton (leg. R. Mell).
Tr. luzoneusis Semp. In Ergänzung der Beschreibung sei nach
Untersuchung des Typus im Senckenberg-Museum (Frankfurt a. M.)
bemerkt, daß in Vorder- und Hinterflügel alle Adern vorhanden
sind, im Vorderflügel entspringen alle von der Zelle oder und rg
gestielt. Im Hinterflügel ebenfalls alle Adern von der Zelle, Fühler
bei (J und $ gleich stark gekämmt. Die Abbildung im Seitz stimmt
gut mit dem Aussehen des Tieres überein.
Tr. elliptica Jord. Bei der Nominatform von Alor hat der Vorder-
flügel nur einen Glasstrich an der Wurzel, bei den andern Rassen
sind 2 solcher Fensterflecke an der Wurzel vorhanden. Bei der ssp.
samhawana Jord. von Sambawa ist die diskale Glasfleckenreihe unter-
brochen, bei ssp. sumbana Jord. von Sumba ist das nicht der Fall.
Tryp. hoseiuauni Mart. Hering, nov. spec.
(Zu Ehren von Herrn P. Hosemann- Weiß wasser benannt.)
Kopf, Kragen, Thorax und Fühler braunschwarz, Gesicht weiß,
Patagia ockergelb, an der Spitze schwarz. Analklappen schwarz,
etwas grünlich bestäubt, die beiden vorhergehenden Segmente
schwarz, die nächsten beiden ockergelb, der übrige Hinterleib oben
schwarz, unterseits mit 4 ockergelben Segmenträndern, die letzten
beiden ganz schwarz. Unterseits am Thorax befinden sich zwei rot-
gelbe Seitenflecken.. Im Vorderflügel sind r^ und rg frei, rg_- gestielt,
rg proximal entspringend, m^ von einem Punkte mit dem Stiel, nig
und mg gut getrennt, cu^ näher nig als cug, Vorderecke der Zelle vor-
gezogen. Im Hinterflügel sc. mit dem Vorderrand gegen das Ende
verschmolzen, die Entfernung nii* — nig kürzer als die mg— mg, cu^
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
21
näher als cug, Zelle hei rrij^ vorspringend. Die Vorderflügel ähnlich
semihyalina KolL, die Glasflecke an der Wurzel ganz deutlich, im
Diskus dagegen ein scharfer Glasfleck nur zwischen r^ und am Ende
der Zelle kein Glasfleck wie bei semihyalina, sondern ein ockerfarbener
Fleck; zwischen mg und cug nur eine dünn bestäubte Stelle, kein
Glasfleck. Hinterflügel wie bei semihyalina, Unterseite ähnlich der
Oberseite. Länge der Vorderflügel : 15mm.
Typus: 1 ^ im Z. M. B. (coli. Atkinson, durch coli. Stgr.).
Patria: Wahrscheinlich Darjeeling. (November.)
Von Tr. atkinsoni Moore ist die Art durch die 2 Ringe des Hinter-
leibes, von Tr. semihyalina Koll. durch den ockergelben Fleck am
Zellende der Vorderflügel unterschieden.
Doclea Wik.
Nur eine, aus dem malayischen Gebiete bekannte Art, D. synto-
moides Wik. von Malakka und Java.
Docleopsis Jord.
6 Arten:
1. Flügel mit gelben oder braüngelben Zeichnungselementen 3.
— Keine so gefärbten Flügel 2.
2. Hinterleibsspitze gelb, im Vorderflügel hängt ein heller Fleck
unmittelbar an der Costa *stigma Rothsch.
— Hinterleibsspitze dunkel; helle Flecke im Vorderflügel, wenn
vorhanden, nicht unmittelbar an der Costa hängend
fumigata Rothsch.
3. Wurzelteil der Hinterflügel breit gelb, das dunkle Saumband
höchstens am Analwinkel verbreitert 5.
— Hinterflügel in der Grundfarbe nicht ausgesprochen gelb, nur
einzelne gelbe Stellen vorhanden; mindestens ist die Wurzel am
Hinterrande dunkel. 4.
4. Vorderflügel bei etwa mit schwärzlicher Querbinde
**duganga Semp.
— Das gelbe Wurzelfeld der Vorderflügel ist nicht durch Querbinde
abgeteilt dohertyi Rothsch.
5. Vorderflügel unterseits mit gelblichem Fleck an der Costa kurz
vor der Spitze **zamboanga Semp.
• — Vor der f lüge 1 ohne diesen Fleck 6.
6. Vorderflügel einfarbig braun, Hinterleib gelb geringelt
**boradioides Semp.
— • Vorderflügel braun, mit 3 gelben Flecken, Hinterleib nicht geringelt
sulaensis Jord.
Die Alten duganga Semp. und dohertyi Rothsch. sind vielleicht
generisch von den übrigen verschieden.
Sciodoclea Jord.
Nur eine oben schwarzbraun gefärbte Art von Amboina,
Sc. modesta Jord.
11. Heft
22
Dr. Martin Hering:
Docleomorplia Mait. Hering, nov.
Grenotypus: Docl. (Cyclosia) hoholica Semp.
Eine Untersuchung des Typus von C. hoholica Semp. ergab, daß
es sich bei dieser Art um keine Cyclosia handelt, daß diese Art vielmehr
in eine neue Gattung gebracht werden muß.
(J. Fühler sehr lang gekämmt, viel länger als sonst bei Cyclosien.
Im Vorderflügel r^ frei, nur in dem einen Flügel der beiden unter-
suchten (J anscheinend abnormer Weise mit sc. verschmolzen.
gestielt, r^ proximal entspringend, und rg gestielt (bei Cyclosia
getrennt). Im Hinterflügel sc. mit der Zelle durch Querader (r^) ver-
bunden, mg fehlt. In beiden Flügeln ist die vordere Zellecke vor-
gezogen, im Vorderflügel r^ und cug in gleicher Höhe, im Hinterflügel
cuj in der Mitte zwischen cug und mg. Costalqueräderchen konnten
nicht festgestellt werden.
Einzige bekannte Art: ** Docl. boholica Semp. von Bohol
(Philippinen).
Cyclosia Hb.
Es handelt sich bei dieser Gattimg um eine Formengruppe, die
sich durch eine ungeheuerliche Vielgestaltigkeit auszeichnet. Nicht
nur, daß die einzelnen Arten unter sich außerordentlich verschieden
sind, einige wie Danaiden, andere Euplocen, wieder andere wie Terias
aussehen, es kommt auch ein auf die Spitze getriebener Sexual-Di-
morphismus dazu, der sogar die Veranlassung war, daß früher ^ und 5
mancher Arten in ganz verschiedenen Gattungen beschrieben wurden.
Noch jetzt ist es außerordentlich schwer, bei manchen Arten fest-
zustellen, welches das zu ihnen gehörige andere Geschlecht ist; oft
fliegen an der gleichen Lokalität mehrere sexuell dimorphe Arten
zusammen, die diese Feststellungen sehr erschweren. Es wurden
aus diesem Grunde in vorliegender Arbeit noch einige (J und $ als
getrennte Arten beschrieben, obwohl sich der Argwohn regte, es könnte
sich um und $ einer Art handeln. Untersuchungen an Ort und
Stelle werden erst restlos den gewünschten Aufschluß erbringen können.
Bestimmungstabelle der Arten:
1. c? 2.
— ? 29.
2. Hinterflügel unten mehr oder weniger ausgedehnt gelb oder
orange, mindestens am Analwiiikel 3.
— Hinterflügel unten nicht ausgesprochen gelb oder orange 8.
3. Nur die Hinterflügel unten gelb 7.
— Gelbe Stellen auch auf der Unterseite der Vorderflügel 4.
4. Vorderflügel- Oberseite nur mit 2 großen gelben, oft zusammen-
geschlossenen Flecken oder einer Binde 5.
— Vorderflügel mit mehreren gelben kleineren (auch Längs-) Streifen
oder Flecken *curiosa Swinh.
5. Vorderflügel oberseits mit in der Mitte eingeschnürter Binde
oder 2 getrennten Flecken **tamara m., n. sp.
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
23
— Vor derf lüge] mit nicht eingeschnürter Binde ' 6.
6. Hinterflügel oberseits einfarbig *inclusus Wik.
— Hinterflügel mit zentralem gelben Fleck
**{Docleomor'pha hoJiolica Semp:).
7. Gelbe Färbung der Hinterflügel- Unterseite nie über cug reichend,
nur am Analwinkel *pieridoides H.-S.
— Gelbe Färbung über cug hinaus ausgedehnt *pieroides Wik.
8. Vorder- und Hinterflügel einfarbig grün, Spitzenhälfte der Vorder-
flügel schwarz, mit 2 orange Flecken eucharia Jord.
■ — Flügel anders gefärbt 9.
9. Hinterflügel oberseits metallisch blau; ist das nur in der analen
Hälfte der Fall, dann geht der Blauschiller costalwärts doch
über die die Zelle teilende Ader hinaus 10.
— Hinterflügel nicht metallisch blau; evtl, vorhandener Metall-
glanz geht nicht über die Mittelzell-Ader hinaus oder blau nur
am Saum 14.
10. Vorderflügel nur mit einer Querbinde von weißen Flecken oder
ohne solche 11.
■ — Vorderflügel mit zwei Querbinden, eine vor, eine hinter der Mitte
*sordidus Wik.
11. Der Blauschiller der Hinterflügel- Oberseite geht (bei mg) nahezu
an den Saum 18.
— Der Blauschiller endet (bei mg) weit vor dem Saum 12.
12. Vorderflügel-Ünterseite mit zahlreichen Flecken in der Diskal-
binde 13.
— Diskalbinde nur mit 2 Flecken; Adern der Hinterflügel -Unter-
seite nicht metallisch **perakensis m., n. sp.
13. Die weiße Diskalbinde der Vorderflügel unterseits bis zum Hinter-
winkel reichend *macularia metachloros Wik.
Diskalbinde bis cug reichend, dann ein weißer Punkt am Innen-
winkel * macul. purpurea Jord.
14. Hinterflügel- Oberseite einfarbig dunkel 15.
— Oberseite mindestens mit Spuren heller Zeichnung 19.
15. Hinterflügel unterseits einfarbig 16.
• — Unterseite nicht einfarbig *mid. submaciilans Wik.
16. Vorder- und Hinterflügel oben und unten grünschwarz, ohne
Spuren von Zeichnung *thecloides Wik.
■ — Vorderflügel unterseits mit Spuren von Zeichnungen 17.
17. Diskalbinde der Vorderflügel mindestens Vs Vorderflügels
an der breitesten Stelle, weiß (?) wenn schmaler, dann doch
nicht trüb grau verdüstert (^) *nivipetens Wik.
— Diskalbinde viel schmaler, nicht . weiß, sondern trüb grau, fast
ganz' verloschen **nivipetens suffusa m., u. ssp,
18. Grundfarbe der Vorderflügel ausgesprochen schwarzgiün
*hecabe Jord.
— Grundfarbe schwarzbraun, zuweilen mit grünen Adern
*macularia Guer
11. Heft
24
Dr. Martin Hering:
19. Vorderflügel in der Grundfarbe dunkel, mit helleren Zeichnungen,
letztere mehr oder weniger ausgedehnt; an der Wurzel zwischen
Zelle und Costa ein heller Längsstreifen 21.
~ Im Vorderflügel an dieser Stelle kein heller Längsstreifen 22.
20. Im Vorderflügel rg proximal von r^, 5. an. mit ax. meist durch
Querader verbunden *midamia H.-S.
~ r^ entspringt proximal, an. mit ax. nie durch Querader verbunden
*imitans Btl.
21. Vorderflügel schwarz (Wurzel blau) mit gelbem, in der Mitte
eingeschnürten Schrägbande in der Mitte der Zelle, Hinterflügel
gelb, mit schwarzem Saume electra Swinh.
— Flügel anders gefärbt 20.
22. Im Hinterflügel die Wurzel weiß, mindestens ist die Hinterrands-
ader der Zelle (cu) an der Wurzel weiß *danaides Wik.
— Hinterrandsader der Zelle an der Wurzel nicht weiß 23.
23. Hinterflügel dunkel, nur mit weißem Fleckenband unmittelbar
vor dem Saume *paiithoua Cr.
— Hinterflügel mit zahlreichen Flecken oder Längsstreifen; wenn
nur Saumflecke vorhanden, sind diese vom Saume abgerückt 24.
24. Grundfarbe aller Flügel weiß, mit braunem Aderstreifen
distaiiti Druce
— Flügel anders gefärbt * 25.
25. Hinterleib unten einfarbig 26.
— Hinterleib unten geringelt oder gefleckt 27.
26. Vorderflügel mit einer Schrägbinde von Flecken bei etwa ?/g 28.
— Vorderflügel mit Saumflecken, außerdem noch meist mit weiterer
Zeichnung **pagenstecheri Grünb.
27. Im Vorderflügel an. mit ax. meist durch Querader verbunden
*inidaniia H.-S.
— an. mit ax. nie durch Querader verbunden *inornata Wik.
28. Flügel, wenigstens die Hinterflügel am Hinterrand, metallisch
grün oder blau auf den Adern *papilionaris Drury
— Flügel ohne metallisch grüne oder blaue Adern *spargens Wdk.
29. Grundfarbe der Vorderflügel weiß oder gelblich, nur der Saum mehr
oder weniger breit schwarz, keine dunklen Aderzeichnungen 30.
— Grundfarbe dunkel oder wenigstens die Adern dunkler 32.
30. Die weiße Grundfarbe der Vorderflügel dringt etwa in der Mitte
des proximalen Randes des dunklen Saumbandes tief in dasselbe
hinein, dieses mit blauschillernden Flecken *hecabe Jord.
— Saumband ohne solchen Einschnitt, im Gegenteil zuweilen in
die helle Grundfarbe einspringend 31.
31. Fransen am Apex aller Flügel weiß, das Saumband der Vorder-
flügel wenig über das Zellende vordringend *iDclusus Wik.
— Fransen am Apex nicht heller als die übrigen; dunkler Saum
der Vorderflügel oft weit über das Zellende vorspringend
**iuclusoides m., nov.
32. Hinterflügel unterseits mit ausgesprochen gelben oder roten
Stellen 33.
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
25
33.
34.
35.
36.
37.
38.
39.
40.
41
42.
43.
44.
45.
46.
Unterseite ohne Spuren von Gelb oder Rot 35.
Wurzel der Hinterflügel rot *pieroides Wik.
Wurzel nicht rot 34.
Oberseite der Hinterflügel an der Wurzel weiß
*pseudospargens m.
Oberseite an der Wurzel mit gelben Streifen *curiosa Swinh.
Hinterflügel oberseits einfarbig 36.
Oberseite nicht einfarbig 41.
Flügel oben und unten einfarbig dunkel *thecloides Wik.
Flügel mindestens unten mit heller Zeichnung 37..
Im Vorderflügel an. mit ax. durch Querader verbunden
*midamia H.-S.
an. und ax. nicht durch Querader verbunden 39.
Vorderflügel (besonders unterseitig) mindestens mit den Spuren
einer hellen Diskal- und einer Submarginal-Fleckbinde
^macularia Guer.
Vorderflügel nur mit Diskalbinde 38.
Diskalbinde der Vorderflügel an der Costa über 5 mm breit ($)
oder schmaler ((^), weiß, scharf abgehoben *nivipeteiis Wik.
Binde an der Costa schmaler, verschwommen und undeutlich,
nie rein weiß 40.
Die diskale Fleckbinde der Vorderflügel schließt sich an die Zelle
an, ihr proximales Ende liegt in Zelle 2 unter dem Ursprung von
cui; Saum der Vorderflügel unterseits z. TI. mit Blauschiller
*mac. snelleni Jord.
Diskalbinde dicht am Saum liegend, Vorderflügel ohne blaue
Saumlinie unterseits **iiivipet. suffusa m.
Hinterflügel dunkel, nur mit weißen Submarginal punkten
*paiitliona Cr.
Hinterflügel anders gezeichnet; wenn dunkel, dann mindestens
mit hellen Längsstreifen am Saum 42.
Hinterflügel basal weiß mit schwarzem Saum, ohne jede andere
Zeichnung 43.
Hinterflügel anders gefärbt und gezeichnet, mindestens das
dunkle Saumband unterseits mit hellen Flecken 45.
Das dunkle Saumband des Hinterflügels viel weniger als
desselben einnehmend *sordidus Wdk.
Saumband mindestens des Flügels breit 44.
Grundfarbe der Vorderflügel purpurn und grünbraun
*mac. purpurea Jord.
Grundfarbe braun *dau. rhadamantha Btl.
Innenrand der Hinteiflügel mindestens bis ca. weiß; 1. Innen-
randsader in der W’urzelhälfte nicht dunkel
Innenrand dunkel; ist er hell, so ist doch die
(axg) in der W^urzelhälfte dunkel
Im Vorderflügel an. nicht schwarz gesäumt
an. im weißen Felde schwarzbraun gesäumt
46.
Innenrandsader
48.
47.
papilionaris Drury
11. Heft
26 Dr* Martin Hering:
47. Costa der Vorderflügel braun, ohne blauen oder giünen -Glanz
*chartacea Swinb.
■ — Costa blau oder grün glänzend **chartaceoiiiorpha ii. sp.
48. Am Hinterleib die Segmente unterseits wenigstens basal dunkel
geringt oder gefleckt 51.
— Segmente unterseits hell 49.
49. Zelle der Hinterflügel dunkel, ohne Spur von Zeichnung
*inorn. tristis Jord.
Zelle mit Spuren heller Zeichnung oder ganz hell 50.
50. Grundfarbe der Flügel hell, mit dunklen Adern und dunklen
eckigen Flecken, u. a. in der Zelle der Vorderflügel, zwischen
an. und ax. der Vorderflügel, am Vorderrand der Hinterflügel-
zelle *pieridoides H.-S.
— Flügel nicht mit eckigen Flecken, nie zwischen an. und ax. der
Vorderflügel, oder Grundfarbe dunkel, mit hellen Streifen
*imitans Btl.
51. Vorderflügel dunkel; die helle Diskalbinde beginnt mit einem
auffallend großen Fleck an der Costa und erreicht nicht den
Hinterrand *dauaides Wik.
• - Vorderflügel dunkel, nur mit spärlichen kleinen weißen Fleckchen
oder Streifen, keinesfalls ein abweichend großer Fleck an der
Costa, zuweilen Grundfaibe hell, mit dunklen Adern 52.
52. Vorderflügel nur mit Punktflccken *iiioniata Wik.
• — Vorderflügel mit hellen Streifen, meist Grundfarbe hell, die
Adern dunkel *spargeiis Wik.
Bemerkungen zu den Arten.
Fast alle Arten dieser Gattung spalten sich nach den Lokalitäten
ihres Vorkommens in eine Anzahl mehr oder weniger deutlich unter-
schiedener Rassen auf. Wenn die Rasseneinteilung nicht bei allen
Arten durchgeführt werden konnte, liegt das an dem nicht reichlich
genug vorhandenen Material. Hier bleibt für spätere Arbeit noch
ein großes Feld offen.
pierohies Wik. Die Nominatform ist die Inselrasse von Borneo
und Java. Die **ssp. suhflava Moore ist die Kontinentalrasse von
Malakka. Bei ihr ist der jenseits der Vorderflügelzelle gelegene Raum
viel mehr aufgehellt, während er bei der insularen Form fast ganz
dunkelbraun ist, mit spärlichen grauen Fleckchen; die Adern sind bei
der Kontinentalform in gewisser Beleuchtung blau bis grün, was
bei der echten pieroides höchstens angedeutet ist. Unterseits sind
die Adern in der \Ahirzelhälfte bei suhflava dunkler; stets ist die Mittel-
ader beider Zellen braun (bei pieroides hell). Das Gelb am Analwinkel
der Hinterflügel-Unterseite ist bei der Festlandsfoim tiefer, leuch-
tender. Patria: ^lalacca.
**(\ pieroides transitaria m. ssp. nov. von Java; ähnlich der
Borneorasse, der distale Teil der Vorderflügel mehr verdunkelt, unter-
seits der Saum der Vorderflügel breiter schwarz, Adern breiter dunkel,
Vorderflügel mit garnicht, Hinterflügel mit spärlich blau bestäubtem
Revision der orientalischen Clialcosiinen.
27
Saum, Gelb der Hinterflügelunterseite dunkler, nickt so dunkel wie
bei suhflava. Typus: 1 (J im Z. M. B.
*C. chartacea Swinh. Sempers Angabe, daß ^ und 5 dieser Art
nickt sexuell-dimorpk seien, ist sekr fraglick, zum mindesten nickt
bewiesen. Die von Semper gefangenen Stücke, die er als ^ beschreibt,
sind in Wirklichkeit keine sondern 2 der folgenden Art, die er mit
chartacea vermengt hat. Bei der Ähnlichkeit der letzteren mit einigen
anderen, sexual-dimorphen Arten ist es höchst wahrscheinlich, daß
sich diese Eigenschaft auch bei der vorliegenden Art findet. Die
echten chartacea Sempers stammen von Mindanao, die Bohol- Stücke
gehören zur folgenden Art.
**€ycl. cliartaceomorpha Mart. Hering, nov. spec.
$. Kopf, Fühler und Thorax schwarz, blau schimmernd, Innen-
seite des Wurzelgliedes der Fühler weiß, zwei weiße Flecke am Hinter-
kopfe, zwei vor den Augen, zwei am Grunde der Patagia, zwei hinter
ihnen, Rand des Skutellums weiß. Patagia von der Farbe des Thorax,
am Grunde purpurn, zwischen ihnen 2 weiße Fleckchen. Oberseite
des Abdomen gelblich weiß, nicht oder nur ganz schmal an den Segment-
vordersäumen dunkel gerandct, mit dünner dunkler brauner Mittel-
linie, Unterseite und Beine gelblich weiß. In den Vordefflügeln r^
und mit sc. verschmolzen; r3_g gestielt, r^ proximal; m^ vom Stiele
rg_5 entspringend, mg und mg von einem Punkte, Hinterecke der
Zelle weit vorspringend. Im Hinterflügel rr und mj weit getrennt,
mg näher mg, cui näher mg als cug, Hinterecke der Zelle vorspringend.
Vorderflügel in Zeichnung und Färbung wie C. chartacea Swinh., das
Weiß etwas trüber, Costa bis hinter r^ immer metallisch grün-
blau (bei chartacea stets braun). Im Hinterflügel ist die Zellschluß-
ader zwischen rr und m^ bei chartaeea (mindestens unterseitig) weiß,
bei ehartaceomorfha immer braun. Vorderflüge] länge : 25 mm.
Typus: 1 $ im Z. M. B., von den Philippinen (bezettelt: Ins.
Phill. Schmeltz).
Paratypen: 3 2 im Z. M. B., 2 $ in coli. Senkenberg (Frankfurt a.M.).
Patria: Philippinen, Manilla, Bohol. (Ost-Indien??)
Von C. chartacea Swinh. sofort durch die metallisch grünblaue
Costa der A^orderflügel zu unterscheiden.
*C. danaides Wik. Die Nominatform von Sumatra zeigt die
Hinterflügel von der Wurzel bis fast zum Außcnrand weiß gestreift,
während bei der Rasse *rhadamantha Btl. von Borneo und Penang
der weiße Wisch nicht über die Zellspitze hinausgeht. Bezügl. der
Malakka-Rasse siehe weiter unten!
*C. iuornata Wik. Bei der Nominatform von Borneo und Sumatra
ist r^ im Vorderflügel fast grade, bei der forma *tristis Jord. tragen
die Vorderflügel ein gelbliches, dunkel geadertes Saumband.
Die Rasse *sohria Wik. (vielleicht gute Art?) vom Festlande und
Hainan hat und den Stiel rg_g stark gekrümmt und die weißen
Bänder der Unterseite des Hinterleibs sind nicht unterbrochen, bei
1 .Heft
28
Dr. Martin Hering:
ihrer f. cuprea Swinh. dehnen sich im Hinterflügel weiße Streifen von
der Wurzel bis zum Saume aus.
*C. spargens Wik. Die über ganz Celebes verbreitete Nominat-
form wird sich bei Untersuchung eines reichen Materials sicher in
eine Anzahl von Kassen aufteilen lassen. Die Rasse luteago Jord.
von Bangkei hat eine einfarbige, nicht geringelte Hinterleibsunterseite.
**€ycl. tainara Mart. Hering, nov. spec.
(J. Im ganzen ähnlich den (J von spargens Wik., im Geäder nicht
verschieden. Stirn etwas reiner weißgelb, die beiden Flecke der VoTder-
flügeloberseite verschmolzen, nicht getrennt wie bei spargens] der
hintere Fleck ist bei spargens durch eine dunkle Ader geteilt, bei
tamara ist diese Ader hell. Bei letzterer sind die Flügelflecke hellgelb,
nicht rein weiß wie bei spargens. Im Hinterflügel sind die durch-
scheinenden Flecke nicht hellgrau wie bei spargens, sondern gelblich
grau. Auf der Unterseite sind die Flecke der Vorderflügel leuchtend
gelb und noch größer, der hintere geht über cu^ hinaus. Der gelbe
Wurzelstreif auf der an. ist viel breiter als der entsprechende weiße
bei spargens, und wird gegen das Ende hin keilförmig. Auf den Hinter-
flügeln ist die Costa bis über die Mitte breit gelb, (bei spargens höchstens
schmal weiß), die gelben Zeichnungen viel ausgedehnter als die ent-
sprechenden weißen bei spargens, der Hinterrand von der Zelle und
von cuo ab rein gelb (bei spargens dunkel mit nur einem hellen Längs-
streif). Die Zelle ist fast ganz gelb und nur an den Rändern braun,
während bei spargens nur ein weißer Wurzelstreif auf der Mittelader
der Zelle sitzt. Länge des Vord( rflügels: 23 mm.
Typus: 1 (J im Z. M. B. (coli. Weymer).
Patria: Celebes (leg. Redlich 1900).
Die Art ist durch die ausgesprochen gelben Zeichnungen der
Unterseite laicht von der sonst recht ähnlichen C. spargens zu unter-
scheiden.
**f.vclos. pseiidospargens Mart. Hering, nov. spec. (Tafel I Fig. 12).
$. Entfernt dem $ von C. spargens ähnlich, aber deutlich ver-
schieden. Kopf und Thorax wie auch die Patagia ganz dunkel, es
fehlen sämtliche hellen Flecken des Thorax wie auch die helle Schuppe
an der Flügelwurzel. Unterseite des Abdomen rein weiß, nicht dunkel
gebändert wie bei spargens. Flügelschnitt wie bei C. spargens, Vorder-
flügel mit Costalqueräderchen, r^ mit sc. verschmolzen, frei,
gestielt, rg proximal entspringend, r^ stark gebogen (wie bei imitans
Btl.;) die konkave Seite der r^ zukehrend, m^ mit dem Stiel rg.g aus
einem Punkte, m^ und nig deutlich getrennt, die Entfernung ihres
Ursprungs voneinander ungefähr die Hälfte der Entfernung mg' — cu^.
cuj entspringt näher nig als cug, Hinterecke der Zelle schwach vor-
springend, Zellschlußwinkel sehr groß, beide Schenkel gleichlang,
etwas spitzwinklig, r^ und cug in gleicher Höhe, cu^ distal von rg.
Im Hinterflügel r^ sehr kurz, rr sehr weit getrennt von m^, nach vorn
stark konvex, lUg von nig entfernt, ihre Entfernung mindestens Y2
Hevision der orientalischen Chalcosiinen.
29
der zwisclien mg und cui, letztere näher mg als cug, Hinterecke der
Zelle weit vorspringend.
Vorderflügel in der Grundfarbe braun, mit sehr scbwacbem
violettgrauen Schimmer, Zelle mit Ausnahme der Wurzel und der
Spitze weiß, das Weiß setzt sich fort in einem gleichbreiten Fleck
zwischen Zelle und Costa und einzelnen Flecken in Zelle Ib, Ic und
2. In den übrigen Zellen ganz undeutlich weißlichgrau aufgehellte
Flecken, vor dem Saum eine Reihe undeutlicher brauner Submarginal-
flecken. Hinterflüge] von der Wurzel ab ebenfalls milchweiß, beinahe
bis zum Zellende; diese Färbung erstreckt sich hinter cug bis zum
Analrande, zwischen cu^ und cug ebenfalls ein weißer Fleck. Fransen
braun, am Apex aller Flügel weiß. Unterseite der Vciderflügel wie
die Oberseite, das Weiß ausgedehnter, alle Flecken schärfer, auch
in den distal von der Diskoidalzelle gelegenen Zellen weiße F.'ecke.
Saum und z. Tl. die Costa wie auch einige Adern matt blau schillernd.
Hinterflügel ebenfalls wie auf der Oberseite, nur ist das oben weiße
Zellfeld hier tief zitronengelb, diese Färbung erstreckt sich über Zelle 2
bis zum Analwinkel, jedoch ist im Gegensatz zur Oberseite die vordere
Hälfte der Zelle braun, mit einem weißen Fleck hinter der Mitte.
Distal von der Diskoidalzelle 4 weiße Flecke in den Zellen, Saum
ebenfalls etwas blau bereift, Apex aller Flügel mit weißen Fransen.
Länge der Vorderflügel: 28— 33 mm.
Typus: 1 $ im Z. M. B., ebendort 1 $ Paratypus (coli. Stdgr.).
Patria: Mindanao, Davao or. (leg. Platen 1889).
Diese Art scheint trotz äußerlicher Ähnlichkeit nicht in die Nähe
von C. spargens Wik. zu gehören, dem Geäder nach schließt sie sich
mehr an C. imitans Btl. an. Jedenfalls ist sie durch die tief zitronen-
gelbe Unterseite des analen Teiles der Hinterflügel leicht von allen
ähnlichen Arten zu unterscheiden. C. spargens Wik. ist im übrigen
sehr variabel, ist aber auch in der sonst konstanten Färbung des
Körpers und der gleichmäßigen Färbung der Fransen, die am Apex
nicht abweichen, deutlich von der neuen Art getrennt.
**Cyclosia perakensis Mart. Hering, spec. nov.
Steht der C. macularia Guer. nahe. (J : Kopf und Thorax schwarz-
braun, Hinterleib grünlichblan übergossen, Abdomen und Thorax
unten silbergrau, die Färbung bei ersterem nach den Seiten schmal
vorspringend. Vorderflügel im Umriß ähnlich macularia, mit Costal-
queräderchen, r^ mit sc. verschmolzen, rg frei, rg_g gestielt, rg nur sehr
wenig proximal von r^, g entspringend, m^ von diesem Stiel, mg und
mg von einem Punkte, cu^ in der Mitte zwischen mg und cug, Hinter-
ecke der Zelle weit vorspringend. Im Hinterflügel rr von m^ getrennt,
mg sehr stark nach vorn konvex, näher mg entspringend, c% in der
Mitte zwischen mg und cug. Zelle bei mg vorgezogen. Oberseits ziem-
lich der macularia ähnlich, Vorderflügel rotbraun, ein undeutliches
weißes Fleckchen auf der Vorderecke der Zelle, ein zweites zwischen
mg und cuj gleich distal von der Hinterecke der Zelle. Hinterflügel
schwärzlich braun, mit metallischem Blauschimmer in der Wurzel-
11. neft
30
Dr. Martin HeriugJ
hälfte bis zur Zelle und hinter ihr bis etwa Y2 cug, bis zum Ab-
dominalrand fortgesetzt.
Unterseite der Vorderflügel graubraun, weiße Flecken wie oben,
aber scharf begrenzt und deutlich, ein weißer Wurzelstrich zwischen
dem Hinterrande der Zelle und der an. bis etwa Y2 des Flügels; im
Hinterflügel die braune Grundfarbe fast ganz durch weiß verdrängt,
weiß die Costa von der Wurzel bis über die Mitte, dunkel nur noch
die Adern bis zur an., der Saum schmal braun, am breitesten am
Apex, wo er sich bis zur Zelle erweitert, nach dem Abdominalwinkel
schmäler werdend und bei an. endigend. Länge des Vorderflügels:
14 mm.
Typus: 1 ^ im Z. M. B.
Patria: Perak, Malacca (leg. Künstler).'
Die ^-Formen von C. macularia Guer. haben auf den Vorder-
flügeln (mindestens auf der Unterseite) mehrere Flecke in der hellen
Diskalbinde, C. ferakensis m. hat nur deren zwei; die Hinterflügel
sind bei letzterer viel ausgedehnter weiß auf der Unterseite als bei
irgendeiner der Formen von C. macularia.
*€. macularia Guer. Die Nominatform von Malacca, Borneo
und Sumatra hat im $ Geschlechte ganz blaue Hinterflügel, ohne
schwarzen Saum. Beim 5 ist der Wurzelteil der Vorderflügel nicht
purpurn; bei den typischen 5 ist der Hinterflügel ganz schwarz, bei
der *f. $ castiqata\NW. ist er bis über die Zellspitze hinaus weiß, f. $
flionia Swinh. hat keine Submarginalpunkte der Vorderflügel, die
Hintcrflügel sind, wie bei der folgenden, schwarz, * f. $ snelleni Jord.
ist fast ganz einfarbig, nur geringe Spuren der Bindenflecke auf den
Vorderflügeln sind sichtbar.
*(7. macul. metachloros Walk, von Java und Bawean. Beim (J
reicht unterseits die weiße Fleckenbinde der Vorderflügel bis zum
Hinterwinkel, beim $ sind beide Flügel ohne blaue Submarginallinie.
*0. macul. furfurea Jord. Bei dieser wie auch der vorigen Kasse
haben die Hinterflügel der ^ einen schwarzen Saum. Die Diskalbinde
der Vorderflügelunterseite erreicht bei furpurea nicht den Innen-
rand; beim $ ist der ganze Wurzelteil der Vorderflügel oberseits purpur-
rot. Diese Kasse kommt auf Nias vor.
**Cycl.niacularia transita Mart. Hering, nov. subsp.
Die erste bisher bekannte Celebes-Kasse. Sie ähnelt manchen
Formen der echten macularia. ?. Diskalbinde der Vorderflügel sehr
schmal, in Flecke aufgelöst, submarginale Fleckreihe relativ lang
ausgezogen. Grundfarl^ der Vorderflügel schwärzlich, ganz schwach
purpurn; Hinterflügel ganz dunkelbraungrau, zwischen sc. und rr
ein deutlicher von der Unterseite her durchgehender weißlicher Fleck.
Einige Fleckchen der Submarginalbinde scheinen von der Unter-
seite her durch. Unterseits wie oben, nur alle Flecke deutlicher und
größer. Länge des Vorderflügels: 33 mm.
Typus: 1 $ im Z. M. B. (coli. Stgr.).
ilevision der orientalischeu Chalcosiineü.
31
Patria: Macassar, 9. 5.
Von den anderen Formen mit dunklem Hinterflügel durch den
weißlichen Fleck an der Costa der Hinterflügel unterschieden.
**Cycl. nivipeteiis suffusa Mart. Hering, nov. subsp.
Die nordborneensische Rasse von C . nivifetens Wik. (J: Kopf,
Thorax und Abdomen schwarz, mit einem ganz stumpfen blauen
Reif überzogen. Abdomen mit 6 gelbweißen Säumen an den Hinter-
rändern von Segmenten. Geäder wie bei nivifetens, doch konnte ich
Costal- Queräderchen im Vorderflügel nicht entdecken. Die Vorder-
flügel mit einer ganz verschwommenen und verdüsterten Diskalbinde
hinter der Zelle, die Zelle nicht berührend. Länge des Vorderflügels:
19 mm.
Typus: 1 im Z. M. B. (coli. Stgr.).
Patria: Labuan, Borneo (leg. Waterstr. 1890).
Leider stand dem Verfasser kein cJ der echten nivifetens Wik.
zur Verfügung, das zum Vergleich herangezogen werden konnte. Es
scheint aber, daß die Nord- Borneo- Rasse, die wohl auch in den Kina-
Balu gefunden werden dürfte, sich durch die stark verdüsterte Diskal-
binde unterscheidet, die hier trübhellgrau und nicht weiß wie bei
■ nivifetens ist.
**Cycl. iiiclusoides Mart. Hering, spec. nov. (Tafel I Fig. 10).
5. Bei oberflächlicher Betrachtung der C. inclusus Wik. zum
Verwechseln ähnlich, im Geäder nicht von ihr verschieden. Kopf und
Thorax ebenfalls braun, grünlichblau bestäubt. Patagia von derselben
Farbe, die Spitzen weißlich. Schildchen und Abdomen, sowie Thorax
unten weiß. Costa an der Flügelwurzel grünlich.
Unterschiede von inclusus: Das dunkle Saumband der Vorder-
flügel ist bei der neuen Art viel breiter als bei inclusus; während es
bei letzterer nur die Zellecken berührt, füllt es bei ersterer noch einen
Teil der Zelle aus. Der oftmals bei inclusus vorhandene zackige Vor-
sprung des dunklen Saumes gegen die Wurzel hin bei der hinteren
Zellecke fehlt hier bei der neuen Art immer. Der hintere Teil des
Bandes steht hier viel schräger auf dem Innenrand als bei inclusus;
bei letzterer geht er von der Mitte von CU2 ziemlich senkrecht zum
Innenrande, bei inclusoides geht er vom Ursprung von cug schräg
zum Rande. Der vorderste Teil des Hinterflügelsaumes geht bei der
neuen Art viel mehr an die Zelle als bei inclusus, im übrigen sind die
Oberseiten beider Flügel gleich gefärbt und gezeichnet. Unterseite
mit den Zeichnungen der Oberseite ; bei inclusoides geht das Saumband
der Vorderflügel proximal noch schräger zum Rande als oberseits.
Ober- wie unterseits sind die Fransen aller Flügel braun, am Apex
nicht abweichend heller gefärbt. Vorderflügellänge : 20 mm.
Typus: 1 $, ein weiteres $ Paratypus, beide im Z. M. B. (coli.
Stdgr.). ^
Patria: Sumatra (leg. Hagen 1893).
11. Heft
32
Br. Martin Hering:
Trotz der großen Ähnlichkeit mit C. indusus Wik. (vergl. Tafel I
Fig. 9 und 10) erkennt man die letztere doch sofort an den scharf
ahgesetzten weißen Fransen am Apex aller Flügel, während diese
bei indusoides m. gleichfarbig mit den übrigen Flügelfransen sind.
*Cyclosia imitans Btl. Grünberg hat von dieser Art drei Formen
beschrieben, deren eine, **Cyclosia pagenstecheri Grünb. als eigene
Art gelten muß. Seine beiden anderen Formen gehören dagegen
nicht zu imitans Btl., sondern zu midamia H.-S. Seine **C. imitans
var. maassi ist synonym mit C. midamia trefsichrois Btl., während
seine **G. imitans var. extrema eine gute Form der C. midamia H.-S.
ist. Nach dem Gesagten ist also keine Rassen-Einteilung der C. imitans
bisher vorgenommen worden; die meisten der als imitans Btl. in den
Sammlungen zu findenden Stücke gehören überhaupt zu midamia H.-S.
*€. pieridoides H.-S. Diese Art zerfällt in eine große Anzahl
sehr distinkter Lokalrassen. Die Nominatform ist von Java beschrieben.
Das (J ist im Vorderflügel von der Zellspitze an schwarz, mit weißen
Flecken, an der Wurzel etwas bläulich bestäubt. Der Hinterflügel
ist fast ganz blau bestäubt, nur ein schmaler Saumrand bleibt schwarz-
braun. Beim 5 sind die Flügel in der Grundfarbe rein weiß, jedoch
etwas trüber als bei virgo Jord.
Die ssp. melasina Jord. von Tonkin hat beim $ schwarze Vorder-
flügel mit weißen Streifen und Flecken, Adern bläulich, die Hinter-
flügel sind von der Zellmitte bis zum Hinterrande gelb.
Bei ssp. hmghami Btl. von Tenasserim ist das $ der vorigen Art
ähnlich, aber alle weißen Zeichnungen, besonders am Apex der Vorder-
flügel, ausgedehnter. Beim ^ ist der Hinterflügel oben gelblichweiß,
am Apex schwarz, unten größtenteils gelb.
*Die ssp. virgo Jord. von Malacca hat im ^ matt schieferblaue
Hinterflügel, der Saum ist breiter schwarzbraun als bei der Nominat-
form, Vordorflügel stark verdüstert, mT spärlichen kleinen hellen
Flecken. Das 5 ist in der Grundfarbe von allen Rassen am reinsten weiß.
*Bei ssp. glauca Wik. ist das (J ähnlich dem der vorigen Rasse,
der Saum der Hinterflügel ist aber nur am Apex vorhanden oder fehlt
ganz, die Vorderflügel sind etwas mehr aufgehellt. Die Grundfarbe
der $ ist schmutzigweiß, mit einem ganz schwachen rosa Ton darin,
Aderstreifen sehr breit (Sumatra und Nias). Die G^birgsform von
Nord-Borneo ist *ssp. hestinoides Wik. von Kina-Balu (wohl auch
sonst in Borneo verbreitet). Das ^ ist am lebhaftesten und ausgedehn-
testen blau von allen Rassen, auch im Vorderflügel. Der schwärzliche
Teil im Vorderflügel ist zugunsten der blauen Bestäubung sehr ver-
kleinert. Im Saume der Vorderflügel alle weißen Flecke durch blaue
Bestäubung ersetzt, auch unterseits die weißen Flecke im Saumteil
spärlicher und kleiner. Das $ scheint von dem von glauca nicht ver-
schieden. Die **ssp. labuana Mart. Hering, nov. ist die borneensische
Insel- (und Küsten-?) Rasse. Sie ist im viel weniger blau auf den
Vorderflügeln als die Gfebirgsform, der Saum ist viel breiter, schwärzer,
aber ohne nennenswerte weiße Flecke, überall nur spärlich blaue Be-
stäubung. Im Hinterflügel sind die Aderstreifen (besonders auf cu^
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
3.3
und cug) viel breiter, aber weniger blau. Das $ ist unbekannt. 1 ^
Typus, 1 cJ Paratypus im Z. M. B., beide von Labuan (leg. Waterstr.
1890).
Die Form der Insel Bangka ist ebenfalls eine besondere Rasse,
**ssp. bangkana Mart. Hering, nov. Es liegt ein $ vor, das in der
Grundfarbe grünlichweiß ist, also die Mitte zwischen Borneo- und
Java- Stücken hält. Die Aderstreifen m^ und mg im Vorderflügel
sind stark gegen das Ende verdickt, ähnlich wie bei Nias- Tieren.
Auch in der Flügelform steht es zwischen den Borneo- und Java-
Tieren. Typus: 1 $ von Bangka im Z. M. B. (leg. Hagen 1892).
**C. danaides triangularis Mart. Hering, subsp. nov. Die Malakka-
rasse muß von der echten danaides Wik. getrennt werden. Der weiße
Costalfleck der Vorderflügel ist viel ausgedehnter, reicht wurzelwärts
weit über r^ hinaus und ist auch distal von der Zelle weiter ausgedehnt
als bei danaides. Dieser Fleck erreicht stets den Hinterrand der Zelle
zwischen cu^ und cug; bei danaides hört er bei mg auf: Alle Flecken
des Vorderflügels sind größer als bei der Nominatform. Im Hinter-
flügel geht das Weiß der Wurzel weit über die Zellmitte hinaus, während
es bei danaides nur bis zur Zellhälfte geht.
1 (J Typus, 1 cJ Paratypus im Z. M. B. (coli. Stgr.).
Patria: Malacca (leg. Eichhorn).
*Cycl. papilionarisDrury. Zerfällt ebenfalls in eine Anzahl distinkter
Rassen. Die Nominatform ist von China über Hainan, Tonkin, Malacca
bis Sumatra und Java verbreitet. Beim $ sind die Aderstreifen breit,
auch auf an. und ax. der Hinterflügel. Beim ^ ist die Hinterflügelzelle
oben dunkel, ebenso ist der Innenrand des Vorderflügels unten dunkel.
In der Sammlung des Z. M. B. befindet sich auch ein cJ von Borneo,
das nicht wesentlich verschieden zu sein scheint.
Bei der *ssp. venaria F. ist das $ ziemlich groß, Hinterflügel wie
bei voriger mit hellen Flecken im dunklen Saum, an. und ax. höchstens
am Rande, nicht bis zur Wurzel schwarz bestäubt. Beim ^ ist die
Hinterflügelzelle oben graulich aufgehellt, der Innenrand der Vorder-
flügel ist unten weiß. (Assam, Bhutan, Sikkim.)
Bei ssp. amtralinda Hmps. hat das ? oben keinen weißgeringelten
Hinterleib, das ^ hat keine blauen Costalstriche und Submarginal-
flecke auf der Unterseite der Vorderflügel. (Süd-Indien.) Die ssp.-
adusta Jord. von Tenasserim und den Shan- Staaten hat beim.$ ein
breites schwarzes Saumband im Hinterflügel, ohne weiße Flecke darin.
Bei *ssp. nigrescens Moore von den Andamanen hat beim $ im
Hinterflügel ebenfalls ein breites Saumband ohne helle Flecke, der
Fleck um den Stiel rg_5 und m^ ist bei (J und ? rund, bei allen andern
Rassen länglich, die Adern darin hell, bei allen anderen Rassen dunkel.-
Deutlich getrennt von den Andamanen-Form ist **subsp. nico-
harensis Mart. Hering, nov. durch viel geringere Größe ; die größte •
nicobarensis hat eine Vorderflügellänge von 25 mm, die kleinste
nigrescens 31 mm. Die weißen Zeichnungen der Nicobaren- Form sind
viel ausgedehnter, länger ausgezogen, besonders die Streifen vor
dem Apex der Vorderflügel; die dunkle Saumbinde ist fast immer
Archiv fUr Natnrgescliichte.
1922. A. 11. o 11. Hen
34
Dr. Martin Hering*:
mit hellen Sub marginalflecken versehen. 2 $ Syntypen, 6 $ Para-
typen im Z. M. B. Patria: Nicobaren (leg. v. E-öpsdorf).
*C. midamia H. S. Die typische Rasse von Nord- Indien tritt in
vielen $-Formen auf; das eine Extrem ist f. hormenia H. S., auf den
Hinterflügel mit mehr oder weniger ausgedehntem weißen Wurzelteil,
die f. tyfica mit dunklen Hinterflügeln.
Die *ssp. alcathoe Jord. von Tenasserim hat einen schmutzig
weißen Abdominalrand der Hinterflügel, ähnlich f. $ hormenia, aber
alle übrigen Flügelf lecke kleiner.
Bei *ssp. submaculans Wik. von Malakka, Ost- Sumatra und Borneo
treten 2 Formen auf; die forma typica im ^ wie midamia, aber unter-
seits ohne oder nur wenig Blau, beim $ die proximalen Flecke klein
oder strichförmig; die *forma striata Druce hat bei (J und $ im
Wurzelteil aller Flügel weiße Längsstriche und größere Diskalpunkte.
Auf Nias fliegt *ssp. trepsichrois Btl. Weiße Submarginalf lecke
der Vorderflügel in beiden Geschlechtern groß, unten ohne Blau,
$ der striata ähnlich, aber oben ohne Blau. Hierher gehört auch die
{„imitans'') **var. maassi Grünberg.
Die Süd west- Sumatra- Rasse padangana Jord. hat die Flügel
ganz ohne Blau, Diskalflecke der Vorderflügel klein, die Submar-
ginalflecke größer, Hinterflügel mit kleinem Zellfleck.
Die Java-Form ist *ssp. dolosa Jord., mit schmal blauer Vorder-
flügelspitze, Hinterflügel vor dem Saum mit sehr breiten weißen
Strichen, die die Zelle nicht erreichen, zwischen den Adern, mehrmals
so breit als die braunen Aderstreifen. Im Z. M. B. befindet sich auch
ein $ dieser Rasse, das von Jordans Beschreibung des (J nicht nennens-
wert abweicht.
Die „imitans'' **f. extrema Grünberg ist eine auffallende Form,
die zu der ssp. submaculans Wik. zu rechnen ist.
€. podagra Swinh. vermochte ich nicht zu deuten.
Gattung: Gynautoccra Guer.
Tabelle der Arten, Rassen und Formen:
0. Schildchen des Thorax rot, mit schwarzem Mittelstrich
**rubriscutellata m., dov.
— Schildchen dunkel I.
1. Hinterflügel mit weißem, blauen oder grünen Mittelfleck, zuweilen
zum Bande verlängert, das vom Sauniv entfernt steht 2.
Hinterflügel ohne solchen Fleck, einfarbig, metallisch oder mit
hellem oder metallischen mehr oder weniger ausgedehntem Saume 4.
2. Hinterflügel mit Diskalband papiliouaria f. fraterna Moore
— Hinterflügel mit Diskalfleck 3.
3. Fleck weiß, grün oder blau gerandet *papilionaria Guer.
-- Fleck blau oder grün papiliouaria f. zara Swinh.
4. Hinterflügel mit grauweißem Saumbande *philomela H.-S.
■ — Hinterflügel zum Teil metallisch 5.
5. Hinterflügel von hinten bis mindestens zur Zellmitte einfarbig
blau oder grün 6.
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
35
— Die metallische Farbe erreicht nicht die Zellmitte 8.
6. Hinterflügel rein metallisch blau, vor dem Saume mit Spuren
schwarzer Flecke philomela burueiisis E-othsch.
— Hinterflügel grünblau oder grün, ohne Spuren schwarzer Flecke
vor dem Saum 7.
7. Hinterflügel metallisch grün, Vorderflügel höchstens 30 mm lang
*philomela reducta Eothsch.
• — • Hinterflügel metallisch blaugrün, Vorderflügel mindestens 35 mm
lang *philomela virescens Feld.
8. Die Metallfarbe der Hinterflügel ist nur auf den äußersten Saum
und die Adern beschränkt **philomela philippinensis m., nov.
— • Die Metallfarbe der Hinterflügel bildet einen breiten Saum 9.
9. Hinterflügel ausgesprochen metallisch grün *philomeIa pavo Dohrn
— Hinterflügel metallisch blau *philomela celebensis Rothsch.
Aller Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei dieser Gattung
nur um 2 Arten; isoliert steht rubriscutellcUa m. mit dem roten Schildchen
da, während die beiden andern Arten, papilionaria Guer. und pMlo-
mela H.-S. so viele Beziehungen zeigen, daß man mit einiger Bestimmt-
heit papilionaria als die Kontinentalrasse von philomela entsprechen
kann. Verwunderlich bleibt dann allerdings immer die Tatsache,
daß sie gar keine Lokalrassen ausgebildet hat (auch nicht auf
Hainan!) während philomela in eine ganze Anzahl distinkter und
leicht zu unterscheidender Rassen zerfällt. Erst genauere Unter-
suchungen der Sexual- Armaturen bei reichlichem Material werden
uns hier in den Stand setzen, das Artproblem erschöpfend zu erörtern.
Andrerseits scheint bei den fertig ausgebildeten Rassen der philomela
keine weitere Variationsneigung mehr zu bestehen; abweichende
Formen kommen bei ihnen nicht vor, während papilionaria, besonders
im Hinterflügel, sehr variabel ist. Geäder- Abnormitäten sind bei
allen Formen dieser Gattung keine Seltenheit und können unter
Umständen in der vorangeschickten Gattungstabelle zu falschen
Gattungen kommen lassen.
Oynautocera rubriscutellata Mart. Hering, spec. nov.
Von jeder anderen Gynautocera-Pai oder -Rasse sofort durch
die rote Farbe des Thorax- Schildchens zu unterscheiden.
Körper und Kopf schwarz, ein Fleck vorn auf dem Kragen
und 2 Flecke zwischen den Patagia rot. Skutellum rot, mit schwarzem
Mittelstreifen, der in der Mitte etwas eingeschnürt ist. Abdomen
unterseits mit roten Segmenträndern, die sich nach der Seite zu
fleckig erweitern, zuweilen auch eine rote Seitenlinie bilden, die bis
an die Augen reicht. Flügel dem Schnitt nach etwa denen der papi-
lionaria Guer. ähnlich, Vorderflügel denen der genannten Art auch
in der Färbung gleichend, hellgrau, Adern dunkler, mit breiten Zwischen-
aderstreifen jenseits der Zelle, die Wurzel dunkler. Hinterflügel
schwarzbraun, mit mehr oder weniger matt blauem Schimmer, der
hinter der Costa beginnt und kurz hinter cu2 und der Zelle endet.
Von da an der Analwinkel schwärzlich, ganz schwach oder gar nicht
3* 11. Heft
36
Dr. Martin Hering:
schimmernd. Unterseite der Vorderflügel wie die Oberseite, in be-
stimmter Richtung gesehen auf den Adern und in der Zelle mit mattem
blauen Schimmer, Hinterflügel ebenso, am Analwinkel dunkel
schwärzlich. Äußerste Wurzel beider Flügel rot. Im Geäder nicht
wesentlich von den andern Arten der Gattung Gynautocera unter-
schieden. Länge des Vorderflügels; 40 — 43 mm.
Typus: 1 $, Paratypus 1 $, im Z. M. B.
Patria: Formosa, Polisha; August 1908 (leg. H. Sauter).
Das rote, in der Mitte mit schwarzem eingeschnürten Längs-
streifen versehene Thorax- Schildchen machen die Ärt leicht kenntlich.
Gyn. philoniela philippinensis Mart. Hering, nov. subsp.
Vorderflügel ähnlich virescens Feld., beim 5 abgerundet, der
Saum grade, beim ausgeschnitten wie bei celehensis Rothsch. Die
Adern der Vorderflügel sehr breit grün belegt-, am breitesten von
allen Rassen dieser Art. Hinterflügel ganz samtschwarz, mit äußerst
schmaler blauglänzender Saumlinie, die beim $ ganz wenig, beim ^
etwas mehr an den Adern wurzelwärts in den Flügel eindringt. Unter-
seite der Flügel ähnlich reducta Rothsch., der Saum der Hinterflügel
metallisch grün, breiter als oben. Die Rasse wurde schon von Semper
erwähnt, jedoch nicht genauer beschrieben. Typus: 1 (J (Manila) und
1 5 (Mindoro) im Z. M. B., 1 Paratypus im Museum Frankfurt a. M.
Patria: Philippinen. (Länge der Vorderflügel beim (J 28, beim 5
35 mm.)
Ilistia Hb.
Die Gattung enthält wenige Arten, die ihrerseits wieder in distinkte
Lokalrassen, z. TI. mit ausgeprägtem Sexual-Dimorphismus, zerfallen.
Tabelle der Arten und Rassen:
0. Schildchen einfarbig, schwarz oder blau, höchstens ganz schmal
rot gerandet 1.
— Schildchen des Thorax rot, mit schwarzem Mittelstrich
**rho(lope ultima m., nov.
1. Vorderflügel dunkel, mit gelber Binde hinter der Mitte
eurrhodia Jord.
— Vorderflügel ohne gelbes Band 2.
. 2. Vorderflügel in der Grundfarbe weiß oder mit Spuren von Weiß 3.
— Vorderflügel dunkel, ohne Weiß 5.
3. Vorderflügelzelle bis zum Ende weiß, höchstens am Vorderrand
dunkel *nivosa Rothsch.
— • Zelle von einem dunklen Band am Ende gekreuzt ' 4.
4. Das das Zellende durchquerende Band geht bis zum' Hinterrand
*dolens Druce
— Das Band endet vor dem Hinterrand dolens batjanensis Jord.
‘5. Hinterflügel fast einfarbig schwärzlich, nur mit Spuren von
Blau. (West-China) ' rhodope nigrina Jord.
■ — Hinterflügel mit ausgedehnten blauen, grünen oder weißen
Stellen ' . . = . 6.
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
37
6.
7.
8.
9,
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
(?
$.
Hinterflügel z. TI. mit weißer Binde oder solcliem Fleck
Hinterflügel ohne Spuren von Weiß
Das blaue Wurzelfeld der Hinterflügel reicht weit über
Zellende
Das Wurzelfeld endet vor oder
(Indien)
Hinter flügel mit weißer Binde.
Hinterflügel mit weißem Fleck.
7.
13.
9.
8.
das
10.
vor oder gleich hinter dem Zellende.
*rhodope Cr.
(Tenasserim, Shan- Staaten)
rhodope cometaris Btl.
(Indien)
rhodope f. albimacula Hmps.
Grundfarbe der Hinterflügel tief dunkelblau 12.
Grundfarbe grünlichblau 11.
Adern der Hinterflügel unterseits ganz schmal metallisch bestäubt.
(Java) *rhodope libelluloides H.-S.
Adern teilweise breit metallisch. (Tiefland v. Sumatra)
*rhodope sumatrana Rothsch.
Hinterflügel verlängert, zwischen und cug eingezogen, konkav.
(Süd- Indien) *rhodope nilgira Moore
Hinterflügel kurz, Außenrand grade. (Gebirge v. Sumatra)
♦rhodope catobia Dohrn
Hinterflügel mit Weiß 16.
Hinterflügel ohne Weiß 14.
Hinterflügel an Stelle des Weiß mit Bräunung hinter der Zelle
♦rhodope catobia Dohrn
Hinterflügel blau mit schwarzem Saum 15.
Im Hinterflügel geht das Blau über die Zelle hinaus (Sumatra,
Gebirge) ♦rhodope catobia Dohrn
Das Blau geht nicht über die Zelle hinaus, letzte Ecke der Zelle
dunkel (Indien) ♦rhodope Cr.
Das weiße Band der Hinterflügel nicht oder nur wenig in die
Zelle eindringend . ' 17.
Das weiße Band bis zur Zellmitte vorspringend 19.
Hinterflügel nur mit weißem Fleck zwischen mg und cug (Indien)
rhodope f. albimacula Hmps.
Das Weiß weiter ausgedehnt 18.
Die weiße Hinterflügelbinde von hinten über die Zelle hinaus-
gehend, meist bis zur Costa reichend 23.
Weiße Binde nur bis an oder in die Zelle reichend 20.
Das schwarze Vorderflügelwurzelfeld reicht nicht bis zur Flügel-
mitte (Lombok) rhodope lombokensis Rothsch.
Wurzelfeld bis zur Flügelmitte gehend (Sumatra)
♦rhodope sumatrana Rothsch.
Hinterflügel ohne deutlich weißes Band, nur zentrale Flecke
vorhanden (Nias) rhodope niasica Dohrn
Hinterflügel mit weißem Bande 21.
Hinterflügel nur hinten blau 22.
11. Heft
38
Dr. Martin Hering:
— Hinterflügel auch am Vorderrande blau (Sumatra)
*rhodope catobia Dohrn
22. Hinterflügel unten schwarz, ohne weiße Binde (Ost-Malacca)
rhodope tahanica Jord.
— Hinterflügel unten mit weißer Binde (Tenasserim, Shan- Staaten)
rhodope cometaris Btl.
23. Außenrand der Hinterflügel zwischen mg und cug eingeschnitten,
konkav (Südindien) *rhodope nilgira Moore
— Außenrand grade, höchstens bei cu^ etwas eingezogen 24.
24. Das schwarze Wurzelfeld der Vorderflügel schließt die Zelle ein,
höchstens sind deren Bänder schmal hell; der dunkle Saum
der Hinterflügel geht über an. hinaus *rhodope libelluloides H.-S.
-- Das Ende der Vorderflügelzelle wird vom Wurzelfeld nicht mehr
getroffen, der dunkle Saum der Hinterflügel nicht oder kaum
über an. hinausgehend *rhodope sumbawana, nov.
Hist, rhodope sumbawana Mart. Hering, subsp. nov.
$. Größer als rhod. libelluloides H.-S., (31 mm Vorderflügellänge)
die Flügel länger gestreckt, die Hinterflügel ganz schwach bei cu^
eingezogen, das dunkle Wurzelfeld der Vorderflügel läßt das letzte
Viertel der Zelle frei; das Wurzelfeld der Hinterflügel ist blaugrün,
die schwarze Grundfarbe scheint nicht durch, wie es bei libelluloides
der Fall ist. Das schwarze Saumband von mg ab sehr schnell nach
hinten verschmälert, kaum über an. hinausgehend, die weiße Binde
wurzelwärts nicht so scharf begrenzt wie bei libelluloides. Im ganzen
Habitus beinahe mehr der nilgira als der libelluloides ähnlich.
Typus: 1 $ im Z. B. M.
Patria: Sumbawa (leg. Grelak 1894).
Histia rhodope ultima Mart. Hering, uov.
Von Hist, rhodope Cr., der die Art sonst ähnelt, sofort durch das
rote Schildchen des Thorax zu unterscheiden.
Kopf ganz rot, nur hinten oben mit 2 schwarzen Flecken, Kragen
und Patagia schwarz, Vorderrand des Thorax rot, dieser sonst schwarz,
Schildchen rot mit schwarzem Mittelstrich. Abdomen rot, mit
schwarzem Rücken, Seitenflecken und Ventralbinden, die aber in
der Älitte unterbrochen sind. Rote Flecken an Flügelwurzel und den
Schenkeln. Flügel breit, breiter als bei rhodope, abgerundet, Hinter-
flügel in einen kürzeren Schwanz ausgezogen. Färbung der Vorder-
flügel ähnlich rhodope, nur reicht das dunkle Wurzelfeld nicht so
weit ans Zellende, Hinterflügel in der Färbung ähnlich rhodope.
Unterseite nur auf den Adern schwach metallisch, am meisten am
Analwinkel.
Typus: 1 $, Paratypus 1 $ im Z. M. B.
Patria: Formosa, Taihanroku (leg. Sauter).
Revision der orientalischen Chalcosiineii.
39
Gattung: Eucormopsis Jord.
Nur eine Art wurde bisher bekannt, Euc. lampra Jord., von der
nur die Beschreibung des ? vorliegt, die nach einem Stücke von Java
abgefaßt ist. Im Z. M. B. befinden sich nun 2 von den Kina-Balu
(Nord- Borneo), die vielleicht eine eigene Rasse darstellen. Leider
konnte das nicht entschieden werden, da eine Beschreibung des cJ von
Java noch nicht vorliegt. Aus den beiden angegebenen Gründen
soll hier die Beschreibung des (J folgen:
Im Vorderflügel alle Adern vorhanden, Costalqueräderchen
zwischen sc. und c. Die beiden ersten Radialäste frei, rg^g gestielt,
rg proximal entspringend, m^^ von dem Stiel deutlich getrennt, mg
und mg ebenfalls gut getrennt, cuj in der Mitte zwischen mg und cug.
Vorderecke der Zelle sehr w^eit vorspringend. Im Hinterflügel m^
fehlend, mg mit rr konvergierend, mit mg sehr stark divergierend, cu^
ungefähr in der Mitte zwischen mg und cug. Die Entfernung mg- — mg
höchstens Ya der Entfernung mg— cu^.
Vorderflügel schwarzbraun, Vorderrand der Zelle bis zur Flügel-
mitte, ihr Hinterrand und die Adern von mg bis ax breit grün belegt;
im Apex drei helle, dünne beschuppte Flecke, eine ebensolche, ganz
undeutliche Binde, sehr schmal, von der Mitte der Zelle nach mg,
von dort gebogen zum Innenrand verlaufend. Hinterflügel einfarbig
leuchtend metallisch blau, Vorderrand hellgrau, Apex schmal braun,
Fransen braun. Unterseite der Vorderflügel ohne Aderstreifen, die
Mittelbinde und die drei Subapikalflecken deutlicher, hell gelblich,
Costa an der Wurzel etwas aufgehellt. Die Hinterflügel tragen den-
selben hell gelblichen Ton, ein brauner Fleck in der Zellmitte, ein
zweiter an ihrem Ende, über sc. hinausreichend, je einer in den Zellen
zwischen mg und cUg, ein länglicher brauner Schatten zwischen cug
und an, der Saum schmal braun, zwischen sc. und rr in einen Fleck
verbreitert.
Kopf und Thorax von der Farbe der grünen Aderstreifen der
Vorderflügel, Gesicht, Unterseite von Thorax .und Abdomen hell
gelblich, letzteres oben glänzend blau, von der Farbe der Hinter-
flügel-Oberseite, die letzten beiden Segmente schwärzlich grün, Kragen
rot. Länge des Vorderflügels 13 mm. Typus: 1 im Z. M. B., 1 (J
Paratypus (coli. Stdgr.).
Patria: Kina Balu, Nordost-Borneo (leg. Waterstr. 1893).
und $ scheinen sich kaum in. der Größe, nur in der Färbung
des Hinterleibes zu unterscheiden, der beim $ (nach Jordans Be-
schreibung) nur an der Wurzel blau ist.
Sollten sich die <J der Nominatform von Java als verschieden
von den vorliegenden heraussteilen, so möge die Borneo-Rasse als
**Eiic. lampra baliiensis Mart. Hering subsp. nov. bezeichnet werden.
Gattung: Pompelon Wik.
Nur eine Art, Pompelon marginata Guer., die sich in eine Anzahl
von Rassen aufspaltet.
11. Heft
40
Dr. Martin Hering:
Tabelle der Rassen und Formen:
1. Hinterflügel unterseits mit weißgrauem Saum ' 5.
• — Hinterflügel ohne weißen Saum • 2.
2. Vor der flügelspitze unten hell weißgrau 3.
• — Spitze »unten nicht weißgrau 8.
3. Hinterflügel unterseits an der Spitze mit weißer Bestäubung;
mindestens die Fransen weiß **marginata f. albocyaneum Sem
• — Spitze der Hinterflügel ohne weiße Bestäubung 4.
4. Vorderflügel oben bis an die Zelle blau (West- Sumatra)
*marginata glenum Jord.
— Die Blaufärbung erreicht nicht die Zelle (Java)
*marginata acrocyanea H.-S.
5. Vor der flügelspitze oben weiß (Nordost- Sumatra)
**marg. modesta f. albiapicalis m.
• — Vorderflügelspitze nicht weiß oder außerdem noch blau 6.
6. Vorderflügel oben ohne Blau oder nur mit schwachen Spuren
(Nordost-Sumatra) *marginata modesta Dohrn
■ — Vorderflügel deutlich blau am Apex 7.
7.. Vorderflügel über 3 cm lang *marginata f. valentula Swinh.
— Vorderflügel höchstens 3 cm lang niarginata f. anethussa Druce
. 8. Grundfarbe der Flügel ausgesprochen braunschwarz 9.
■ — Grundfarbe mehr oder weniger graubraun 10.
9. Vorderflügel bis zur Zelle blau (West- Sumatra)
^niarginata glenum Jord.
— Das Blau die Zelle nicht ereichend (Celebes)
*inarginata ampliatum Etl.
10. Hinterflügel am Apex mit grauem Fleck
niarginata f. philippensis Druce
• — Hinterflügel ohne grauen Apikalfleck 11.
11. Das Blau nur an den Rändern der Flügel (Malakka, Borneo,
Palawan, Philippinen) *niarginata marginata Guer.
Das Blau mehr oder weniger über den ganzen Flügel ausgedehnt
' niarginata f. subcyanea Swinh.
P. niarginata modesta f. albiapicalis Mart. Hering nov.
In dem helleren Braun der Flügelgrundfarbe mit der typischen
Rasse übereinstimmend. Vorderflügel oben einfarbig braun,
ohne Blau, die Spitze weiß, die weiße Färbung proximal ausgedehnt
bis etwa zur Gabelung von r4, 5. Hinterflügel einfarbig braun, ohne
Blau, der Saum äußerst schmal schmutzig weiß. Unterseite der Vorder-
flügel braun, blaue Bestäubung nur ganz schmal auf den Adern der
Zelle, Costa von der MMrzel bis zur Höhe der Zellspitze grünlich,
Spitze wie oben weiß, ausgedehnt, immer schmaler werdend, bis zum
Innenwinkel. Hinterflügel braun, höchstens die Zelladern ganz schmal
blau, mit breitem weißen Außenrande, der bei sc. beginnt und immer
breiter werdend bis zum Innenrand läuft.
Typus: l(JJm Z. M. B. (coli. Stdgr.).
Patria: Sumatra (leg. Hagen 1893). . .
P. aflinis Swinh. ist synonym mit P. marginata glenum Jord.
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
41
Gattung: Hampsonia Swinh.
Enthält nur eine Art aus Indien, H. pulcherrima Swinh., die in
ihrer schwarz, gelb und roten Färbung an die Arten der folgenden
Gattung erinnert.
Gattung: Campylotes Westw.
Tabelle der Arten und Rassen:
1. Abdomen unten dunkel 2.
— Abdomen unten gelb oder weiß geringelt 3.
2. Vorderflügel zwischen Zelle und an. mit rotem oder gelbem Streifen,
der über die Flügel mitte weit hinausgeht; zwischen mg und mg
ein gelber Fleck romanovi Leech
— Vorderflügel an dieser Stelle höchstens mit Streifen bis zur Mitte;
zwischen mg und mg ein weißer Fleck **atkinsoiii' Moore
3. Alle Zeichnungen des Vorderflügels gelb oder rot 5.
— Distale Flecke im Vorderflügel z. Tl. glasig oder weiß 9.
4. Die unmittelbar hinter der Zelle gelegenen Distalflecke gelblich
überzogen *histrionicus altissima Elw.^).
— Diese Flecke weiß *histrionicus Westw.
5. Vorderflügel höchstens 2,5 cm lang, Schulterklappen gelb 6.
— Vorderflügel mindestens 3 cm lang, Schulterklappen schwarz 7.
6. Vorder- und Hinterrandstreif der Vorderflügel sehr schmal, Flügel
teilweise rot gezeichnet ’^sikkimensis Elw.
-- Beide Streifen sehr schmal, Flügel gelb gezeichnet
minima Oberth.
7. Im Hinterflügel die Saumflecke gelb, Wurzelfeld rot 8.
— • Saumflecke und Wurzelfeld von gleicher, gelber Farbe *pratti Leech
8. Flügel mit roten Wurzelfeldzeichnungen und gelben Distalflecken;
im Hintcrflügel zwischen c. und sc. am Rande ohne gelben Fleck
*desgodinsi Oberth.
•- Flügel ebenso, aber alle Zeichnungen leuchtender, zwischen c.
und sc. im Hinterflügel ein gelber Fleck
*desgodinsi splendida Elw.
9. Hinterflügel vor dem schwarzen Saum noch mit schwarzer Sub-
marginallinie maculosa Wilem.
— Hinterflügel ohne schwarze Submarginal linie, Schulterklappen
gelb 4.
, Gattung: Erasmia Hope
1. Abdominalrand der Hinterflügel schwarz, Flügel sehr verdüstert
sangaica Moore
— Hinterrand der Hinterflügel gelb oder weiß 2.
2. Vorderflügel am Saum breit metallisch grün auf den Adern
*pulchella Hope
') Die f. exeelsa Oberth. hat blaßgelba Streifen im Hinterflügel und der
hinteren Vorderflügelhälfte.
11. llelt
42 Martin Hering:
— Adern nicht oder nur vereinzelt breit metallisch grün, zuweilen
sehr schmal grün 3.
3. Der dunkle Saum der Hinterflügel geht breit bis zum Analwinkel 4.
— - Der Saum geht nicht oder nur als schmaler Linie bis zum Ab-
dominalrand 5.
4. Innenseite des Saumbandes der Hinterflügel breit blau gerandet
pulchella fritzei Jord.
• — Innenseite nur mit Spuren einer metallischen Handung
*pulch. chinensis Jord.
5. Costalzeichnung der Hinterflügelunterseite (schwarz, ockergelb
und grünblau) geht nach hinten nicht oder kaum über die Teilungs-
ader der Zelle hinaus; die Ränder des ockergelben Fleckes daher
parallel 6.
— Diese Zeichnung weit über die Mittelzellader hinausreichend,
die Ränder des Ockerfleckes daher konvergent *p. chineDsis Jord.
6. Adern der Vorderflügel am Saum stark grünblau, Hinterflügel
nicht ganz grünblau übergossen *pulchella Hope
— Adern nicht oder nur spurweise grünblau *piilcli. hobsoni Btl.
Er. pulchella chinensis Jord. Zu dieser Rasse ist wahrscheinlich
auch Jordans ssp. hainana zu ziehen; die angegebenen Unterschiede
der Hainan- Tiere von den südchinesischen Faltern sind nicht stich-
haltig, da in Süd-China (hach Untersuchung der reichen Ausbeute
von Mell) die Rasse in 2 Generationen vorkommt, von denen die
eine nach der Beschreibung chinensis Jord., die andere hainana Jord.
darstelH.
Er. pulchella hobsoni Btl. Eine auf den Hinterflügeln ganz grün-
blau übergossene Form dieser Rasse ist *f. cyanea Jord. Diese stellt
keine eigene Rasse dar, da sie (vide coli. Sauter) durch alle Übergänge
mit der echten f. hobsoni Btl. verbunden ist.
Gattung: Erasmiphlebohecta Strand
Im Habitus Erasmia Hope sehr ähnlich, unterschieden dadurch,
daß im Hinterflügel sc. mit dem Vorderrand der Zelle z. TI. ver-
schmolzen ist, ihn wenigstens in einem Punkte berührt, jedenfalls
ist keine deutliche Querader (i'j) ausgebildet. Nur eine Art, *Er.
pictiirata Wilem., die wie eine kleine und schmalflügelige Erasmia
aussieht, von Formosa. Die Südchina-Rasse **Er. pict. sinica Mell
hat eine etwas hellere und breitere gelbe AVurzelbinde im Vorderflügel;
die weiße Diskalbinde ist etwas schmaler, so daß in Feld 2 an der
l^asis desselben kein weißer Fleck mehr steht; die Saumbinde der
Hinterflügel ist viel breiter, so daß der gelbliche Zellendfleck viel
breiter von dem gelblichen (nicht rein weißen) Wurzelfeld abgetrennt
ist; der schw^arze Fleck in der Zelle der Vorderflügel reicht viel weiter
wurzelwärts. Unterseits ergaben sich dieselben L^nterschiede wie oben,
außerdem sind die dunklen Zwischenaderstellen mehr blau übergossen
als bei der Formosa-Rasse.
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
43
Gattung: Amcsia Duncan
Tabelle der Arten, Rassen und Formen.
1. Grundfarbe der Vorderflügel dunkel, Adern purpurn oder rost-
farben 2.
— Adern nicht purpurn oder rostfarben 5.
2. Hinterflügel außen nicht mit blauem Schimmer
sanguiflua Ingens Dohm
— Hinterflügel mindestens außen mit blauem Schimmer, zuweilen
ganz schieferblau 3.
3. Die Blaufärbung der Hinterflügel ist ein leuchtendes Blau 4.
Hinterflügel ausgedehnt matt schiefer- oder grünlichblau
**sangniflna santeri m., nov.
4. Wurzel der Hinterflügel mit großem blauen Längsstreif, etwas
hinter der Mitte der Zelle an ihrem Vorderrande ein blauer Fleck
*sangniflna Druiy
— Wurzel ohne solchen Streif oder dieser nur angedeutet, der Fleck
in der Mitte der Zelle fehlt *sangniflna gcdeana Frühst.
5. Vorderflügel im ersten Drittel mit gelben oder rötlichen Flecken 6.
• — Wurzeldrittel ohne solche Flecke 7.
6. Hinterwinkel der Hinterflügel schmutzig weiß, das Blau reduziert
aliris analis Jord.
•— Hinter Winkel braun, Saum ausgedehnt blau *aliris Doubl.
7. Hinterwinkel der Hinterflügel schmutzig weiß oder gelblich
*Damoiiiia f. euplo oides H.-S.
— Hinterwinkel braun oder blau 8.
8. Vorderflüge] am Saume ohne weiße Striche an den Adern 9.
— Vorderflügel mit weißen Aderstrichen 10.
9. Hinterflügel mit weißen Aderstrichen am Saum *namoiina Doubl.
— Hinterflügel ohne weiße Aderstriche *iiamouna f. modesta Snell.
10. Das Weiß der Aderstriche im Vorderflügel erreicht die Zelle 12.
■ — Die Aderstriche erreichen nicht die Zelle 11.
11. Auf der Vorderflügelunterseite die weißen Aderstreifen mit den
vorderen hinter der Zelle gelegenen Flecken (mindestens bis
zu dem in Zelle 3 gelegenen) verbunden
*iiamouna f. iioctipennis Wik.
12. Hinterflügel oben ohne blaue Flecke *iiamouna f. desmiata Jor.
— Hinterflügel oben mit blauen Flecken
*namouna f. pexifascia Btl.
A. sanguiflua sauteri Mart. Hering, subsp. nov.
Diese neue Rasse weicht von der indischen sanguiflua in der
geringeren Größe und der ausgedehnten metallischen Oberseite der
Hinterflüge] ab, im Geäder nicht verschieden. Körper wie bei der
Nominatform, aber die Oberseite des Hinterleibes nicht so ausgesprochen
blau, sondern spangrün. Vorderflügel ähnlich denen der indischen
Form, aber die Adern nicht purpurn, sondern hellbraun, die gelben
Flecke hinter der Wurzel einen Schein dunkler getönt. Hinterflügel
11 iifit
44
Dr. Martin Hering:
ausgedehnt blau bereift ; das Blau füllt mit Ausnahme von vier schwärz-
lichen und einem bräunlichen Fleck die ganze Zelle aus und findet
sich auch noch hinter der Zelle, es ist nicht so leuchtend dunkelblau
wie bei der indischen Stammform, sondern mehr matt und mit
schieferblauem oder grünlichblauem Tone, besonders in schräger
Beleuchtung. Auf der Unterseite aller Flügel ist das Blau ebenfalls
ausgedehnter und matt grünlich. Die gelben Flecke hinter der Wurzel
sind unterseits viel kleiner als bei sanguiflua. Länge der Vorderflügel:
ca. 38 mm.
Typus: 1 (J, 1 $ im Z. M. B.; Paratypen: 2(J, 4$ im Deutsch.
Entom. Nat. Museum Dahlem.
Patria: S. Formosa, Polisha, VIII. 1908 (leg. H. Sauter).
Am. namouna f. modesta Sn. Im Z. M. B. befindet sich ein Stück
von Kina-Balu (Borneo), in Höhe 12000— 15000 Fuß erbeutet.
Am. namouna f. euploooides H.-S. Zu dieser Form gehören Stücke,
bei denen der Analwinkel der Hinterflügel oben weiß oder gelblich
oder spärlich dunkel bestäubt ist. Beim Namens- Typus sind die
Vorderflügel braun mit einigen weißen Flecken auf dem Flügel; Hinter-
flügel mit breiten weißen Aderstreifen, die mit den vorhergehenden
Flecken zum Teil verschmelzen, 1 — 2 blaue Flecke in und einige weiße
hinter der Zelle. Unterseite ähnlich, die weißen Zeichnungen aus-
gedehnter, reicher, mit einigen blauschimmernden Flecken. Bei
anderen Stücken sind mehrere blaue Flecke auf der Hinterflügel-
Oberseite, der Analwinkel etwas dunkler bestäubt; ein Übergangstier
von Malacca mit sehr dunkel bestäubten, aber noch als hell erkenn-
baren Analwinkel. Diese Form unterscheidet sich von f. desmiata
Jord. durch die fehlende ausgesprochene Diskalbinde der Vorderflügel,
von namouna typica durch die gelbweißen Analwinkel. Länge des
Vorderflügels: 38 ((^)— 45 (5) mm.
Patria: Java, Preanger (Gede), Süd-Borneo und Malacca (Über-
gangstier).
Möglicherweise handelt es sich bei dieser Form um eine javanische
Gebirgsrasse, die auch anderwärts als Aberration auftritt.
Gattung: Agalope Wik.
Ob es sich bei verschiedenen als Arten bezeichneten Formen
um solche handelt, kann erst späterhin, nach Untersuchung der Sexual-
armatur usw. entschieden werden. In einigen Fällen wird man von
Regen- oder Trockenheitsformen ein und derselben Art sprechen
müssen.
Tabelle der Arten, Rassen und Formen:
0. Flügel einfarbig, weißlich Immaculata Leech
' - Flügel mit schwärzlicher Zeichnung, mindestens die Adern der
Vorderflügel dunkel L
1. Wurzel der Vorderflügel gelb bis braun; wenn schwärzlich, dann
ein dunkler Fleck am Zellende der Hinterflügel 4.
- - Wurzel schwarz, oft blauschillcrnd 1 a.
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
45
la. Vorderflügel mit zwei gelben, mindestens auf einer Seite schwärz-
lich eingefaßten Binden 2.
■ — Vorderflügel ohne gelbe oder nur mit schwärzlichen Binden 5.
2. Begrenzung der distalen gelbbraunen Vor der flügelbinde distal .
schwarz, proximal weiß *Javanica Aur.
— Die proximale Begrenzung der distalen Binde ebenso gefärbt
wie die distale 3.
3. Der Raum“ zwischen den Binden der Vorderflügel schwarz, so daß
die einander zugekehrten Begrenzungen der beiden gelben Binden
sich nicht von dem dazwischen liegenden Felde abheben; Hinter-
flügel schwarz **olgae m.
• — Begrenzungen der Binden abgehoben, der Raum dazwischen
weißlich hyalin *bifasciata Hope
4. Hinterflügel mit deutlichem dunklen Fleck im vorderen Zellende
*glacialis Moore
• — Hinterflügel ohne diesen Fleck 6.
5. Der Vorderflügel hat in der basalen Hälfte zwei schwärzliche
Binden basiflava Moore
— Vorderflügel nur mit einer Binde hemileuca Rothsch.
6. In der distalen Hälfte des Feldes zwischen mg und mg kein weiß-
licher Fleck , • 7.
— • Im Vorderflügel zwischen m« und mg in der Saumhälfte der Zelle
ein weißlicher Fleck 10.
7. Hinterflügel weißlich hyalin, mit schwärzlichen Adern 11.
— ■ Hinter flügel weißlich oder gelblich, ohne dunkle Adern ‘ 8.
8. Vorderflügel im größten Teile schwärzlich 14.
— Grundfarbe der Vorderflügel hell 9.
9. Helle Grundfarbe der Vorderflügel weiß 13.
*— Grundfarbe gelb *hyalina f. primularis Btl.
.10. Gelber Wurzelfleck der Vorderflügel sehr klein, nicht scharf
begrenzt ‘ bieti Oberth.
— Dieser Fleck größer, deutlich begrenzt *erouioides Moore
11. Vorderflügel in der proximalen Hälfte mit zwei schwärzlichen
. Binden dejeani Oberth.
■ — Vorderflügel ohne diese Binden 12.
12. Basale Hälfte der Zelle im Vor der flügel schwärzlich bestaubt
*hyalina f. livida Moore
— Basale Hälfte der Zelle im Vorderflügel weißlich davidi Oberth.
13. Gelber Wurzelfleck des Vorderflügels scharf begrenzt
♦hyalina Koll.
• — Dieser Fleck ausgeflossen, breiter, nicht scharf begrenzt
**grandis Mell
14. Vor der flügel in der Zelle an der Basis schwärzlich, nur zwischen
an. und Hinterrand mit langem, gelben Streif **grandis Mell
— Vorderflügel in der Zelle an der Basis gelb
hyalina f. glacialis Btl.
11. Tieft
46
Dr. Martin Hering:
1
Bemerkungen zu den Arten.
Ag. glacialis Moore kommt in drei Rassen vor. Die Nominat-
rasse von Indien hat ein breites Querband auf den Vorderfjügeln,
ebenso breit wie der Zwischenraum zwischen ihm und dem Wurzel-
felde; bei der Java- Rasse farthenie Jord. ist das Band schmaler als
dieser Zwischenraum.
** Ag. glacialis angustifasciata Mart. Hering, nov. subsp.
Diese Rasse von China steht der indischen echten glacialis Moore
sehr nahe; Flügel etwas schmaler. Der wesentliche Unterschied liegt
in der dunklen Querbinde der Vorderflügel. Dieser Mittelschatten
enthält eine braune Linie, die bei den indischen Stücken nahezu in
der Mitte des Schattens verläuft ; bei angustifasciata m. ist diese Quer-
linie dicht an den proximalen Rand des Schattens gerückt, dieser
selbst ist schmaler als bei indischen Stücken, sein proximaler Fleck
am Hinterrande zwischen ax. und dem Rande ist durch weiße Grund-
farbe von dem Schatten getrennt und weiter wurzelwärt s gerückt,
während er bei der namenstypischen Rasse mit dem Schatten zu
einem Ganzen verbunden bleibt. Der schwärzliche Außenteil des
Vorderflügels ist bei der chinesischen Rasse grader zum Innenwinkel
verlaufend, nicht so stark gebuchtet wie bei den indischen Stücken.
Im Hinterflügel reicht der schwarze Fleck an der Costa bei der echten
glacialis Moore weiter in die Zelle hinein als bei angustifasciata m.
Typus: 1 (J von Staudinger u. Bang-Haas im Z. M. B.
Patria: Kwaitschou, China.
Ag. olgae Mart. Hering, spcc. nov. (Tafel I Fig. 2).
Diese prächtige Art steht der A. hifasciata Hope nahe. Der ganze
Körper ist dunkel, schwach stahlblau glänzend. Costa der Vorder-
flügel mehr grade. Im Vorderflügel alle Adern vorhanden, rg_5
gestielt, rg proximal entspringend; m^ ist weit vom Stiel rg_5 entfernt,
rg und rg gestielt. Im Hinterflügel r^ fast senkrecht auf der Zelle,
rr und m^ aus einem Punkte, Zellschluß stumpfwinklig, vorderer
Ast viel kürzer, mg stark an m^ genähert, nach vorn konvex, mg in
der Mitte zwischen mg und cuj letztere näher mg als cug, in beiden
Flügeln die Vorderecke der Zelle vorspringend. Vorderflügel in der
Färbung ähnlich hifasciata, aber die distale gelbbraune Binde proximal
und die proximale distal nicht durch schwarze Grenzlinie abgeschlossen,
dafür der ganze Raum zwischen den beiden Binden schwarz, diese
selbst sind schmaler, weiter voneinander entfernt (bei hifasciata Hope
ist die distale Binde weit vom Ursprung von cug entfernt, bei olgae m.
berührt sie den Ursprung), die distale Binde ist bei olgae m. nicht
unterbrochen, während sie bei hifasciata undeutlich in Flecke auf-
gelöst erscheint. Der ganze Flügel jenseits vom Ursprung von cUg
glashell, Adern braim. Wurzelfeld wie bei hifasciata schwarz, mit
einigen metallblauen Schuppen bestreut. Hinterflügel einfarbig
schwarz, gegen den Apex etwas durchscheinend. Unterseite wie die
Oberseite, die distale braune Binde der Vorderflügel fast ganz ver-
Hevision der orientalischen Chalcosiinen.
47
schwimden. Hinterflügel gegen den Apex und Saum unbestäubt.
Länge der Vorderflügel : 28 mm.
Typus: 1 (J im Z. M. B. (coli. Stgr.).
Patria: Java, Vulcan Gede, in 5000 Fuß Höbe.
Diese neue Spezies ist von allen andern Agalofe-kxien dadurch
unterschieden, daß der Kaum zwischen den beiden braungelben
Binden ganz schwarz ist, daß die Binden entfernter und mehr grader
und die Hinterflügel einfarbig schwarz sind.
Ag. eronioides Moore. Die subsp. diluta Jord. von West-China
ist blasser, am Außenrand weniger schwarz, die weißen Stellen größer
und deutlicher.
Gattung: Elcysma Westw.
Nur eine Art mit 3 Rassen:
1. Hinterflügel hell, Adern z. TI. dunkel, aber nicht schwärzlich
gesäumt *westwoodi caudata Brem.
— Adern wenigstens in der Schwanzgegend des Hinterflügels dunkel
gesäumt 2.
2. Vorderflügellänge höchstens 30 mm *westwoodi Voll.
■ — Flügel größer, stärker verdunkelt westwoodi dohertyi Hmps.
Gattung: Boradiopsis Mart. Hering, nov.
Fühler des sehr stark gefiedert, im Vorderflügel 4 Radialäste
vorhanden, rg fehlt, r4 mit rg und m^ gestielt, mg und mg ebenfalls
gestielt, obere Zellecke vorragend oder beide in gleicher Höhe. Hinter-
flügel mit vollständigem Geäder, cu^ in der Mitte zwischen mg und
CU 2, die Entfernung mg — mg mehr als ^2 Entfernung mg— cu^.
Durch das Vorhandensein von 4 Radialästen von Boradia Moore
getrennt, zu der sie nur durch die gleichgestalteten Fühler, meines
Erachtens zu unrecht, in Beziehung gesetzt wird, da sie in ihrer ganzen
Erscheinung der Boradia carneola Moore sehr unähnlich ist.
Genotypus: **Boradiopsis grisea Semp.
Vorder- und Hinterflügel einfarbig braun, letztere an der Wurzel
bis zum Abgang von cug hellgelb. Unterseite ähnlich gefärbt, Hinter-
leib oben gelb.
Gattung: Boradia Moore
Nur eine Art von Nordwest- Indien, *B. carneola Moore, mit
einfarbig gelblichen, durchscheinenden Flügeln.
Gattung: Philopator Moore
2 Arten:
Im Hinterflügel die Zelle ganz (mit Ausnahme der Wurzel) weiß,
Flügel stark gerundet, Kopf schwarz, Stirn mit weißer Linie
*rotiinda Hmps.
— Hinterflügel ausgedehnt schwärzlich, mindestens mit schwarzem
Fleck vor der Spitze, Flügel mehr länglich, Zeichnungen des
Körpers schw^arz und gelb *basimaciilata Moore
11. Heft
48
Dr. Martin Hering':
Gattung: Cadphises Moore
Ebenfalls 2 Arten:
Hinterflügel- Hinterrand mindestens bis zur an. gelblich, ungefleckt
*maciilata Moore
Hinterflügel bis zum Hinterrand gefleckt *moorei Btl.
Die Java- Rasse der letzteren Art, **C. moorei javanensis Mart.
Hering, nov., ist kaum von der Nominatrasse verschieden, nur ist sie
kleiner; die Vorderflügellänge ist unter 40 mm, bei moorei Btl. über
40 mm.
Typus : 1 cJ, 1 $ im Z. M. B. aus Java.
Gattung: Corma Hmps.
Tabelle der Arten: ‘
1. Grundfarbe der Hinterflügel weiß oder wcißlichgi’au, mit schwarzen
Zeichnungen, mindestens mit deutlich abgehobener schwarzer
Saumbinde " 2.
■ — Grundfarbe dunkelgrau, mit undeutlichen dunkleren Flecken
und Spuren von Aufhellung, ohne Andeutung einer Saumbinde,
unlerseits reicher grünweiß *maculata laranda Druce (cJ).
2. Im Vorderflügel im dunklen Saumfeld, das jenseits der hellen
Diskalbinde liegt, höchstens ein heller Fleck; alle hellen Stellen
nicht weiß, sondern trübgrau *fragilis Wik. (J.
— Im Vorderflügel- Saumfeld mehrere helle Punkte, die hellen Stellen
weiß oder gelbweiß 3.
3. Im weißen Felde des Hinterflügels (mit Ausnahme des Saumes)
keine helleren Zeichnungen 5.
■ — Hinterflügel mit dunklen Flecken im hellen Felde 4.
4. Im Hinterflügel nur ein Fleck von der Costa nach der Zelle, keine
Flecken zwischen nig und ax. *zenotia Doubl.
— Im Hinterflügel dunkle Flecken vor der Saumbinde zwischen
nig und ax. *maculata Hmps.
5. Der dunkle Saum im Hinterflügel gleichmäßig verlaufend
*zelica Doubl.
• — Der dunkle Saum unterm Apex eingeschnürt, so daß am Apex
ein weißer Fleck steht *fragilis $ Wik. (Tafel I Fig. 6).
€. iiiaciilata Hmps. Die chinesische subsp. laranda Druce ist viel
schmalflügeliger; das $ ähnelt der echten maculata, das^J sieht dagegen
ganz verändert aus, als gehörte es gar nicht in dieses Genus, alle Flügel
fast ganz verdunkelt, am stärksten die Hinterflügel.
Gattung: Pseudony ctemera Snell.
Tabelle der Arten und Rassen:
1. Vorderflügel mit deutlicher, scharf begrenzter Diskalbinde 2.
— Vorderflügel ohne scharf begrenzte Diskalbinde 5.
2. Im Saumband der Hinterflügel deutliche weiße Submarginal-
flecke ‘ 3.
• — Saumband ohne Submarginalflecke 4.
Hcvisioii der orientalisclien Cliälcosiineü.
49
3. Helle G-rundfarbe der Flügel reinweiß *marginale taminata Jord.
Grundfarbe gelblich- oder grünlichweiß ** marginale Jahni m., nov.
4. (J ohne, $ mit undeutlichen Submarginalflecken im Vorderflügel
marginale Voll.
— ^ mit undeutlichen, $ mit sehr deutlichen Submarginalflecken
marginale perlata Jord.
5. Vorderflügel, mindestens vor dem Saum, mit dunklen Adern,
diese mit weißen Fleckchen oder Längsstrichelchen zu beiden
Seiten 6.
• — Adern der Vorderflügel breit milchweiß auf graubraunem Grunde,
die gelbe Analfärbung der Hinterflügelunterseite erreicht nie
die Zelle oder cug ** minima m., nov.
6. Hinterflügel unterseits ohne Gelb am Analwinkel, Hinterflügel
weiß mit schwarzem Saum (?) decipiens Snell.
— Analwinkel unterseits gelb, wenn nicht gelb, dann Hinterflügel
oberseits ganz dunkel 7.
7. Vor der flügelzelle weiß oder mindestens mit weißen Schuppen
darin 8.
— Zelle ganz dunkel (?) oder nur die Mittelader weiß bezeichnet ((^) 10.
8. Saumband der Hinterflügel unterseits die Zelle nicht berührend,
nur hinter m^ an die Zelle gehend *dissimulata pura Jord.
— Saumband die Zelle mindestens berührend 9.
9. Vor derflügel- Zelle oberseits zum größten Teile weiß
*dissimulata Wik.
— Zelle großenteils dunkel bestäubt *dissimiilata f. analis Snell.
10. Hinterflügel unterseits ganz ohne Golb invaria Wik.
— Hinterflügel unterseits z. TI. gelb *invaria griseifusa Hamps.
Bemerkungen zu den Arten.
Ps. invaria griseifusa Hmps. (J. Die invaria Wik. sehe ich für
eine eigene Art an, da auch das dazu gehörige cJ aufgefunden werden
konnte. Da es bisher nicht bekannt ist, lasse ich seine Beschreibung
folgen: Vorderflügel dunkel grau, wie bei invaria, Adern nur am Saum
dunkler, sonst im größten Teile des Flügels ziemlich breit weiß bebgt,
ähnlich wie bei minima m. Das Braungrau des Flügels trägt einen
recht intensiven violetten Scbimmfr. Hinterflügel ebenso in der
Grundfarbe, an der Wurzel und am Abdominalrand etwas weiß auf-
gehellt, Adern zum Teil weiß belegt. Unterseite der Vorderflügel
einfarbig braungrau, ohne violettem Schimmer, an. und z. TI. cug
weiß bestäubt, Hinterflügel grau, Wurzel und Adern z. Tl. weiß,
am Abdominalrand ein gelber Fleck, der an die Zelle reicht, aber
nicht in sie hineindringt. Länge des Vorderflügels: 19 mm.
Typus:' im Z. M. B. (coli. AVeymer).
Patria: Malacca.
Da bei dieser Gattung die Zusammengehörigkeit der Geschlechter
mir nicht in allen Fällen* klar erwiesen zu sein scheint, kann es sich
bei dem genannten Stück auch evtl, um eine spec, nova handeln.
Archiv llir Xaturgeschichto
1922. A. 11 4 11. IltfL
50
Dr. Martin Hering:
Ps. decipiens Suell. Die Zugehörigkeit der Art zu dieser genannten
Gattung erscheint äußerst fraglich; leider konnte das Stück nicht in
natura untersucht werden.
Ps. nyctemeroides Semp. gehört nicht hierher, sondern zur Gattung
Chalcosia Hb.
Ps. marginale Jahni Mart. Hering, subsp. nov.
Zu Ehren meines hochverehrten Lehrers, Herrn E. Jahn (Bunzlau)
benannt.)
Die einzige Rasse dieser Gattung, die aus dem papuanischen
Gebiete bekannt wird. Alle Stellen, die bei marg. taminata Jord.
rein weiß sind, sind bei marg. jahni m. grünlich- oder gelbweiß. Im
übrigen stimmt sie in den Zeichnungen mit den anderen Rassen der
Art überein. Im Vergleich mit dem in der Z. M. -Sammlung befind-
lichen Stück von Nias erscheint sie größer; die Länge des Vorder-
flügels beträgt 22 mm.
Typus: I $ im Z. M. B. (coli. Weymer).
Patria: Neu- Guinea.
Ps. minima Mart. Hering, spec. nov. (Taf. I Fig. 8.)
Kopf, Thorax und Abdomen milchig weiß, letzteres an den Seiten
mit einem schwarzen Fleck auf jedem Segment; Fühler schwarz,
Beine schwarzbraun, unten weiß. Im Vorderflügel alle Adern vorhanden
rg_6 gestielt, ig, ^ auf sehr langem Stiel, erst kurz vor dem Rande
sich gabelnd, r^ sehr weit proximal am Stiel entspringend, m^ deutlich
vom Stiel getrennt, nig und mg ebenfalls gut getrennt, cu^ in der
Mitte zwischen mg und cug vordere Zellecke vorspringend.
Im Hinterflügel m^ in der Mitte zwischen mg und rr, mg ziemlich grade,
weit von mg getrennt, cu^ in der Mitte zwischen mg und cug. Grund-
farbe der Vorderflügel licht braun, die Adern nicht dunkler, sondern
breit weiß zugedeckt, besonders breit bei der Mittelzellader (Media)
und der an. Der Hinterflügel ist einfarbig milchweiß (Typus) oder
mit einigen verloschenen braunen Fleckchen kurz vor dem Saum
zwischen rr und cu^. Unterseite der Vorderflügel ausgedehnter braun
wie oben, besonders vor Apex und Saum, ausgedehnter weiß im
letzten Ende der Zelle und hinter derselben (Typus) oder ganz braun,
nur die Zelladern am Ende bei r^, cu^ imd cUg breit weiß (Paratypus).
Hinterflügel weiß, mit kleinem blaßgelben Fleck am Analwinkel, der
nie über den Hinterrand der Zelle hinausgeht, zuweilen mit undeut-
lichen braunen Fleckchen vor dem Saum. Länge der Vorderflügel:
18 mm.
Typus: I (J, Paratypeh: 3(J im Z. M. B. (coli. Stgr.).
Patria: Labuan, Borneo (leg. Waterstr. 1893).
Es ist nicht unwahrscheinlich, daß die $ dieser Art ganz erheblich
von den vorliegenden $ ab weichen; eine ähnliche Abweichung kann
man bei Ps. invaria Wik. feststellen.
Revision der orientalischen Chalcosiinen
51
Gattung: Herpa Wik.
Tabelle der Arten:
1. Flügel, besonders die hinteren, glasig hyalin, weißlich gelb 2.
— Flügel dichter beschuppt, gelb 3.
1. Costalrand der Hinterflügel unterseits schwärzlich
**subhyalina Moore
— Costalrand nicht schwärzlich primulina Elw.
3. Vorderflügel mit schwarzer Querbinde nahe der Wurzel
*basiflava Oberth.
— Vorderflügel ohne Querbinde 4.
4. Hinterleib oben schwarz 5.
— Leib gelb oder gelb und schwarz geringelt *venosa Wik.
5. Apex und Außenrand der Hinterflügel breit schwärzlich bestäubt
ocliracea Leech
— Außenrand nur schmal schwärzlich gerandet liiteola Leech
H. venosa Wik. Die chinesische *subsp. sinica Oberth. zeichnet
sich durch hellere und blässere Färbung aus, die Adern sind schmaler
dunkel. Jedoch sah ich in der China- Ausbeute von Mell ein Stück,
welches vollkommen den indischen Faltern glich.
. H. elongatissima Oberth. ist ein Synonym zu H. suhhyalina Moore
Gattung: Psaphis Wik.
Tabelle der Arten:
1. Vorderflügel ohne Spuren von gelber Zeichnung 2.
— Vorderflügel mindestens mit gelber Fleckbinde vor der Mitte 5.
2. Vorderflügel nur mit 5 Subapikalflecken, sonst schwarzgrün,
ohne Zeichnung *camadeva celebensis Jord. (J.
Vorderflügel mit Fleckbinde vor der Mitte 3.
3. Im Vorderflügel nur die Binde vor der Mitte und die Apikal fleck-
reihe weiß albivitta Rothsch.
— Vorderflügel mit weißen AVurzelflecken und 3 Reihen von schrägen
Fleckbinden 4.
4. Hinterflügel zum großen Teile blau, am Saum schmal purpurn
*gloriosus borneensis Jord.
— Hinterflügel ebenso, Saum breit purpurn gloriosüs Rothsch.
5. Im Vorderflügel der Zellendfleck gelb *camadeva celebensis Jord.
-- Zellendfleck weiß * 6.
6. Schulterklappen nur an der Spitze hell 7.
— • Schulterklappen ganz hell '8.
7. Schulterklappen weiß an der Spitze *camadeva Doubl. $.
Schulterklappen gelb an der Spitze euschemoides scotais Jord.
8. Vorderflügel höchstens 30 mm lang *camadeva Doubl.
— • Vorderflügel mindestens 35 mm lang 9.
9. Die gelbe Vorderflügelbinde mit dem Wurzelfeld verbunden,
breiter, mehr kontinuierlich *euschemoides Moore
— Gelbe Binde nicht mit dem Wurzelfleck verbunden, schmaler,
mehr den Fleckcharakter erkennen lassend
♦euschemoides javanicus Rothsch.
4* II. TTeft
52
i)r. Martin Mering:
Gattung: Eucorma Jord.
Tabelle der- Arten:
1. Im Hinterflügel die Grundfarbe dunkel; wenn kellere Zeichnung
vorhanden, diese nicht bis zum Analwinkel gelb; Binde der Vorder-
flügel rot oder gelb 2.
— Grundfarbe der Hinterflügel gelblich braun, Wurzel und Saum
dunkel, das gelbe Braun reicht bis zum Analwinkel; Binde der
Vorderflügel weiß oder gelb weiß 4.
2. Proximal von der gelbroten Vor der flügel- Querbinde ein blaues
Band eupliaeua Jord.
— Kein blaues Band proximal von der Binde 3.
3. Distal von der gelbroten Vor der flügelbinde ein blaues Fleckband
hampsoni Holl.
— Kein solches Band vorhanden • *intercisa Moore
4. Distalrand des weißen Vorderflügelquerbandes metallisch blau,
ebenso einige Adern am Saum *obliquaria f. zebra Btl.
--- Keine blauen Ränder oder Adern im Vorderflügel 5.
5. Binde der Vorderflügel in Flecken aufgelöst
**obliquaria f. interrupta m., növ.
• — Binde der Vorderflügel kontinuierlich, nicht in Flecken aufgelöst
*obliquaria F.
Euc. obliquaria forma interrupta m., nov. Bei dieser Form ist
die gelbliche Mittelbinde der Vorderflügel in einzelne Flecken auf-
gelöst, bestehend aus einem winzigen, zuweilen fehlenden Punkte
an der Costa, darauf ein größerer Fleck, dann wieder ein kleinerer,
am Hinterrande endlich der größte Fleck. Im Hinterflügel ist der
an der Costa in etwa deren Mitte hängende schwarze Fleck sehr viel
kleiner -als bei Borneo- Tieren.
Typus : 1 2 (J Paratypen im Z. M. B.
Patria: Nias.
Es wäre vielleicht möglich, daß diese Form zu der f. $ zehra Btl.
gehört, mit der sie die niassische Rasse von obliquaria darstellen würde.
Daß f. zebra außerdem anderwärts als Aberration Vorkommen kann,
braucht ja nicht als Grund gegen die Annahme einer besonderen
Nias- Rasse zu sprechen.
Gattung: Opisoplatia Jord.
Eine sehr große und auffallende Art, *Op. grandis Jord., aus
Nord-Borneo, mit grünen Vorderflügeln und ’ schwarzen, am Apex
blauen Hinterflügeln.
Gattung:. Cleinatoessa Jord.
Eine dem folgenden Genus nahestehende Gattung, -von der sicher
noch mehrere Arten gefunden werden dürften.
2 Arten:
•Apex der Vorderflügel schwarz, unmittelbar davor ein gelber Fleck
*ledouxi m., nov.
• — Vorderflügel ohne gelben Subapikalfleck xuthomelas Jord.
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
53
CI. ledouxi Mart. Hering, spec. nov. (Taf. I Fig. 4).
(Zu Ehren des Acraeenforschers Dr. le Doux (Fürstenwalde) benannt.)
(J. Kopf, Brust, Beine, Kragen (und wohl auch der abgeriebene
Thorax) schwarz, metallisch grün bestäubt, Patagia gelb, Hinterleib
schwarz, letztes Segment mit Ausnahme des Vorderrandes auf der
Oberseite hell schwefelgelb. Im Vorderflügel r^ mit sc. verschmolzen,
sich dann wieder trennend, frei, rg_5 gestielt, proximal ent-
springend, m^ aus einem Punkt mit dem Stiel rg_5, mg und mg gut
getrennt, cu^ viel näher mg als cug, Hinterecke der Zelle stark vor-
springend, rg und cug in gleicher Höhe; im Hinterflügel rr und m^
getrennt entspringend, m^ und mg dicht beieinander (distal ver-
schmolzen?), mg, cuj, cUg nahezu in gleicher Entfernnng, Hinterecke
der Zelle vorgezogen.
Vorderflügel schwarz, Zelle, mit Ausnahme der Spitze hell gelb,
so daß ein scharfer, keilförmiger Fleck entsteht; das Gelb geht, bei
cuj am weitesten, noch über die Zelle hinaus. Kurz vor dem Apex
steht zwischen rg und mg ein rundlicher, ebenfalls gelber, Fleck. Die
Hinterflügel in der G-rundfarbe wie die vorderen, eine gelbe Binde
beginnt bei sc., verbreitert sich am meisten bei cUg und .verschmälert
sich dann wieder stark nach dem Abdominalrande hin. Fransen aller
Flügel schwarzbraun. Unterseite wie oben; im Vorderflügel geht der
gelbe Zellfleck noch hinter der Zelle bis kurz vor die an. Länge des
Vorderflügels: 27 mm.
Typus: 1 $ im Z. M. B.
Patria: Deutsch- Neu- Guinea, Etappenberg (850 m), November
1912 (leg. Dr. Bürgers).
Gattung: Eusphalera Jord.
Hier handelt es sich um eine Formengruppe, die der Bestimmung
die größten Schwierigkeiten entgegensetzt; fast alle Arten sind ein-
tönig schwarz und gelb oder orange gefärbt, eine ganze Anzahl von
Arten sind beschrieben worden (und viele neue werden noch dazu
entdeckt werden!). Untersuchungen der Sexualorgane liegen erst
in einigen Fällen vor, so daß man nicht weiß, ob es sich wirklich in
allen Fällen um gute Arten oder nur um Rassen oder gar nur um
Formen handelt. Die nachfolgende Bestimmungstabelle wird nicht
immer zum Ziele führen, da dem Verfasser nur ein beschränktes Material
aus dieser Gattung zur Verfügung stand; der Versuch, die schwierig
zu umgrenzenden Formen in einer analytischen Tabelle zusammen-
zufassen, ist indessen gemacht worden, der Erfolg wird lehren, ob
sie brauchbar ist oder nicht.
Ta Dell, der Arten:
0. Hinterflügel ganz schwarzbraun, nur mit rotgelbem Saum
regina Rothsch.
— Der äußerste Saum der Hinterflügel nicht rotgelb 1.
1. Wurzelhälfte der Vorderflügel ganz gelb (s6m^77am Rothsch.) 2.
Wurzelhälfte nicht oder nur teilweise gelb 4.
11. lieft
54
Dr. Martin Hering:
2. Hinterflügel in der Grundfarbe gdb, nur an der äußersten Wurzel
schwarz semiflava f. subflava Beth.-B.
— Hinferfliigel schwarz, mit gelbem Bande 3.
3. Das gelbe Band der Hinterflügel erreicht den Innenrand
semiflava f. sublutea Beth.-B.
— Das gelbe Band erreicht nicht den Abdominalrand
*semiflava Eothsch.
4. Abdomen oben zum größten Teile oder ganz gelb 5.
■ — Abdomen oben vorwiegend schwarz oder blaß grau 11.
5. Abdomen unten schwarzgrün 7.
• — Abdomen unten gelb 6.
6. Der bindenartige Fleck an der Costa am Zellende weißlich, am
basalen Rande gelb lutescens f. alboplagata Beth.-B.
— Dieser Fleck gelb lutescens Beth.-B.
7. cJ 9.
- ? 8.
8. Hinterflügel mit einem zentralen gelben Fleck und einem gleichen
am Hinterrand satisbonensis Jord.
— Hinterflügel mit gelbem Band von der Zelle zum Hinterrand
satisb. fasciata Jord.
9. Vorderflügel mit gelbem Wurzelfeld (ausgenommen Costa,
Hinterrand und äußerste Basis satisbonensis Jord.
— Vorderflügel nur mit gelbem Wurzelfleck 10.
10. Vorderflügel mit gelbem Fleck in der Mitte satisb. plagiata Jord.
— Vorderflügel mit Schrägband, das den Hinterrand nicht erreicht
satisb. fasciata Jord.
11. Thorax und Patagia mit gelber Mittellinie nigrovata Beth.-B.
• — Beide schwarz 12.
12. Abdomen unten metallisch grün oder schwarz 13.
■ — Abdomen nicht so gefärbt 14.
13. Abdomen oben blaß grau splendens Beth.-B.
— Abdomen oben schwärzlich, metallisch grün, 7. Segment mit
schwefelgelbem Fleck casta.
14. Helle Zeichnung der Hinterflügel weiß oder gelblich weiß
bicolora Beth.-B.
• — Helle Zeichnung orange oder ausgesprochen gelb 15.
15. Die gelbe Binde der Vorderflügel reicht an der Costa bis zur
'Wurzel *ligata Rothsch.
— Gelbe Binde nicht so stark an der Costa erweitert 16.
16. Die gelbe Binde der Hinterflügel geht von der Costa bis zum
Abdominalrand 17.
— Die Binde erreicht den Hinterrand nicht pratti Beth.-B.
17. Binde der Hinterflügel grade semiflava f. ekeikei Beth.-B.
— Binde außen bei mg mit scharfem Knick
*bürgersi Mart. Hering, spec. nov.
Revision der orientaliscben Chalcosiinen.
55
Eusph. bürgerst Mart. Hering, sp. n. (Tafel I Fig. 11).
Körper und Fühler einfarbig schwarzbraun, Unterseite des Ab-
domen gelbbrau. Vorder- und Hinterflügel schwarzbraun, auf den
ersteren eine orange gelbe Querbinde, an der Costa etwas verbreitert,
bis zum Hinterrande reichend; auf den Hinterflügeln eine gleich-
farbige Binde, die von der Costa bis zum Analwinkel reicht und bei
mg scharf, fast rechtwinklig gebrochen ist. An der Costa ist sie als
schmaler gelber Streif bis zur Wurzel erweitert, nach dem Analrand
verengt sie sich, so daß sie einen dreieckigen Wurzelfleck der Grund-
farbe einschließt. Unterseite ähnlich, aber die Vor derf lüge Ibinde
breiter, im Hinterflügel erreicht die Binde die Costa nicht, sondern
endet bei sc., nach der Wurzel verbreitert; in der hinteren Zellhälfte
springt sie nach der Wurzel vor. Das dunkle Saumband der Hinter-
flügel (und der Vorderflügel?) mit schwachem blauen Metallglanz
in der Mitte. Länge des Vorderflügels 17 mm.
Typus: 1 im Z. M. B.
Patria: Deutsch- Neu- Guinea, Regenberg (550 m) Mai 1913
(leg. Bürgers, Kaiserin- Augusta-Flußexpedition).
Gattung: Soritia Wik.
Die Arten dieser Gattung lassen sich von denen der Gattung
Heterusia Hope durch morphologische Merkmale nicht trennen; die
Variabilität des Flügelgeäders und die Übereinstimmung der anderen
äußerlichen Eigenschaften machen eine genaue generische Scheidung
nicht möglich. Indessen bilden die Arten der echten Heterusien in
ihrer Gesamterscheinung ein habituelles Ganzes, denen die übrigen
von Jordan mit zu Heterusia gezogenen Arten gegenüberstehen.
Letztere sollen deswegen hier als Soritia Wik. (mit Ausschluß einer
bezw. zwei Arten) zusammengefaßt werden. Es läßt sich mit Sicherheit
erwarten, daß die fehlenden morphologischen Merkmale dieses Genus
nach Untersuchung der Larven- Stadien und des Sexual- Apparates
gefunden werden können.
1.
2.
3.
4.
5.
Tabelle der Arten, Rassen und Formen.
Vorderflügel einfarbig dunkelbraun oder schwärzlich oder nur
mit heller Binde, die zuweilen nur an der Costa erhalten ist.
höchstens noch die Adern grün 2.
Vorderflügel mit zahlreicherer heller Zeichnung oder vorwiegend
hell 13.
Vorderflügel einfarbig dunkel 3
Vorderflügel nicht einfarbig dunkel ‘ 6..
Scheitel rot .21.
Scheitel schwarz, nur der Kragen rot 4.
Hinterflügel gelb, mit braunem Vorder- und Außenrand
*moerens Oberth.
Grundfarbe dunkel, nur die Costa teilweise heller 5.
Hinterflügel-Saum grade *risa Doubl.
Saum konkav **risa javanica m., nov. ssp.
ll.neft
56
Dr. Martin Hering:
10.
11.
■12.
13.
U.
15.
16.
17.
Hinterflügel hell mit dunklem Saum (zuweilen das Gelb reduziert),
Apex der Hinterflügel dunkel ' 7.
Hinterflügel dunkel mit hellem Saum oder ganz dunkel 32.
Die Mittelbinde der Vorderflügel erreicht ’den Hinterrand oder
endet kurz davor 8.
Die Mittelbinde geht höchstens bis zur an. **binotata Mell
Die gelbe Binde der Hinterflügel endet, wenn vorhanden, immer
vor dem Analwinkel 9.
Die Binde geht bis zum Analwinkel ’ 10.
Hinterflügel fast einfarbig schwarz, nur an der Costa zuweilen
heller *risa Doubl.
Hinterflügel stets hinter der Mitte der Costa mit dem Ansatz
einer Binde, die kurz vor dem Aubenrand endet oder gelb mit
schwarzem Saum 31.
Im Vorderflügel die helle Binde distal von einigen abgehobenen
Flecken begleitet, Hinterleib unten weiß gerandet 11.
Vorderflügelbinde' ohne solche Kandflecke, Hinterleib unten
nicht weiß gerandet 35.
An der Costa der Vorderflügel beträgt die Entfernung von der
Wurzel bis zum proximalen Bande der Binde V2 Entfernung
von deren distalen Rand bis zum Apex *risa Doubl
Diese Entfernung beträgt nur Y3 der letzteren
**rlsa javanica m., n. ssp.^)
Costa im Vorderflügel von der Wurzel bis zum Innenrand der
Binde der Entfernung vom Außenrand derselben bis zum
Apx **aiigustipenDis gaedei m., nov.
Diese Entfernung beträgt nur ^/g der letzteren
*angustipennis Röb.
Grundfarbe der Vorderflügel hell, mit dunklen Zeichnungen,
zuweilen großenteils dunkel bestäubt 14.
Grundfarbe dunkel, mit hellen Zeichnungen, zuweilen nur die
Adern und einige Fleckchen hell 17.
Costa und Saum der Vorderflügel überall ganz schmal schwarz,
von den vorhergehenden Flügelteilen abweichend
*costiiiiacula f. ochracea Aur.
Costa nicht in ihrer ganzen Länge vom Flügel abweichend schwarz
gesäumt 22.
Vorderflügel zum großen Teil rauchig schwärzlich überstäubt 27.
Vorderflügel hell, nur am Hinterrand zuweilen dunkel bestäubt
und mit ebensolchen kurzen Mittelschatten 16.
Hinterflügel mit 2 oder 3 Flecken . ’ 34.
Hinterflügel mit 1 Fleck 30.
Hinterflügel fast einfarbig dunkel, mit schmaler gelber Linie
vor der Costa ungefähr vor dem Saum entlang
**pulchella f. olivascens Moore
Eine Rasse, die zwischen diesen beiden steht, ist **Sur. risa transitaria
ni., ssp. noT. (Vergl. unten die Beschreibung.)
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
57
— Hinterflügel ausgedehnter hell 18.
18. Vorderflügel mit ganz oder fast ganz durchgehender Quer-
binde * 25.
— Vorderflügel ohne Querbinde, nur mit Flecken 19.
19. Vorderflügel mit hellen Flecken 23.
— Vorder flügel ohne größeren hellen Fleck, Grundfarbe dunkel,
Adern hell **pulchella f. xanthophlebia m., n. n.
20. Vorderflügel ohne gelben Wurzelstrich
*costimacula battakoruin Dohrn
— Vorderflügel mit gelbem Wurzelstrich *costiiiiacula Aur.
21. Hinterflügel weiß mit schwarzem Saum
*costimac. malaccensis Jord.
— Hinterflügel gelb *costimac. battakorum Dohrn
22. Hinterflügel mit dunklem Saum *costimac. battakorum Dohrn
— Dunkler Saum fehlend, höchstens fleckige Bestäubung vorhanden
15.
23. Vorderflügel mit hellem Fleck unmittelbar an der Costa und
einem solchen vor dem Apex 20.
— Vorderflügel anders gefärbt 24.
24. Vorderflügel vor dem Saum mit einer Reihe heller • Submarginal-
flecke *elizabetha Wik.
— Vorderflügel ohne submarginale Fleckreihe 25.
25. $ *costimac. f. leptalinoides Aur.
— (? 29.
26. Adern im hellen Feld der Hinterflügel dunkel
*pulchella f. leptalina Koll.
— Adern dort nicht dunkel oder nur höchstens vom Saum bis nahe
an die Zelle 33.
27. Im Hinterflügel der Apex schwarz bestäubt *pulchella Koll.
— Apex nicht schwarz bestäubt *pulchella f. cicada Feld.
28. Vorderflügel mit Wurzelstrieme *elizabetha Wik.
— Vorderflügel ohne Wurzelstrieme *shahama Moore
29. Dunkler Saum der Hinterflügel sehr schmal pulehella niajor Jord.
— Der Saum nicht besonders schmal 26.
30. Außenrand des Hinterflügels grade pulehella major Jord.
— Außenrand konvex *puleh. f. sexpunetata Wik.
31. Die gelbe Binde der Hinterflügel endet weit vor dem Analwinkel
*bieolor Moore
— Binde kurz vor dem Analwinkel aufhörend nigribasalis Hmps.
32. Hinterflügel oben ohne Zeichnung viridibasalis Dudg.
— Hinterflügel mit heller Zeichnung am Saum *circinata H.-S.
33. Hinterflügel mit schwarzem Saumband, an der Costa springt
ein schwarzer Fleck vor, Saumband schwach wellig zwischen
cuj und mg, spitz auf eug vorspringend und beinahe die Zelle
erreichend **pulch. leptalinoides Strand
• - Hinterflügel mit schwarzem Saum, die übrigen Zeichnungen
aber anders gestaltet **pulch. *f. flavomaculata Möschl.
11. Heft
58
Dr. Martin Hering:
34. Hinterrand der Vorderflügel bis ax. breit scbwärzlicb bestäubt,
mit einem ebensolchen Mittel- Schatten, der die Costa nicht
erreicht, Hinterflügel mit 3 Flecken **pulch. leptalinoides Strand
-- Hinterrand ohne solchen breiten Saum, Mittelschatten fehlend,
Hinterflügel mit 2 Flecken **pulch. f. octopunctata Möschl.
35. Helle Färbung der Vorderflügel heller als die der Hinterflügel,
Vor der flügellänge über 20 mm 12.
— Helle Färbung in beiden Flügeln gleich, Vorder flügellänge bis
20 mm *bicolor Moore
Bemerkungen zu den Arten.
Sor. pulchella Hope. Die formosanische Rasse ist leptalinoides
Strand. Beim ^ ist der Vorderflügel schwarz, mit gelber Wurzel-
strieme, dahinter zwei gelben Flecken und einem solchen vor der
Spitze. Die Grundfarbe der Hinterflügel ist gelb. Vorder- und Hinter-
rand schwarz bestäubt, schwarzer Saumband. An der Costa springt
ein schwarzer Fleck vor, das Saumband ist proximal schwach wellig
zwischen cu^ und mg und hat einen zackigen Vorsprung an Ader cug,
der beinahe bis zur Zelle reicht.
Beim $ sind die Hinterfliigel rein weiß, mit 3 schwarzen Flecken,
zwischen cug und cuj, cu^ uno mg und mg und m«. Vorderflügel hell-
gelb, Adern dunkelgelb, der ganze Innenrand bis ax. schwarz; von
dort geht eine praediskale schwärzliche Binde aus, die die Costa nicht
erreicht, sondern in der Zelle endet; am Zellschluß zwei schwarze
Flecke, eine Fleckreihe hinter der Zelle, immer an den Ursprungsstellen
der Adern, der Saum schwärzlich bestäubt.
Sor. pulch. f. olivascens Moore. Von dieser Form wurden von Moore
(J und 5 als zu einer Art gehörig beschrieben; da es sich aber nur um
fulchella-'¥ ormen handelt, kann der Name nur für eines der beiden
Stücke beibehalten werden; es sei aus diesem Grunde für das $ der
Name f. $ xaiithophlebia m., noin. nov. vorgeschlagen. Die Beschrei-
bung der Form (nach Moores Originalstück im Z. M. B.) würde lauten:
Vorderflügel schwarzbraun, mit einem stark rotblauen Tone,
Adern ockergelb, eine verloschene Transversalbinde und ein Fleck
am Zellschlusse hellgelb. Hinterflügel weiß, mit breitem schwarzen
Saum, der in die Zelle eindringt, hinten aber nicht über ax. hinausgeht,
am Zellende ein gelbweißer Fleck, in dem braunschwarzen Saumband
einige dunklere Flecke am proximalen Rande. Unterseits der Vorder-
flügel bis ca. 2/g der Zelle schmutzig weiß, z. Tl. dunkel bestäubt, am
Ende der Zelle zwei schwarze oder stahlblaue Flecken, die die Zell-
spitze ausfüllen, von dort an der ganze Saum braun, mit ockergelben
Adern und einem hellen Submarginalschatten. Hinterflügel unter-
seits ebenfalls schmutzig weiß, mit zwei braunschwarzen (oder stahl-
blauen) Flecken in der Zelle und 2 —3 hinter der Zelle, Saum mehr
oder weniger dunkel bestäubt. Kopf, Kragen, Patagia und Hinterrand
des Schildchens ockergelb, Abdomen blaugrün, mit weißen Segment-
rändern.
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
59
Typus: 1 5 (Originalstück von Moore) im Z. M. B., Parabypus:
1 $ (ebenfalls von Moore).
Patria: Khasia Hills.
Sor. binotata Mell. Fühler beim sehr lang gekämmt, viel länger
als bei allen andern Soritien. Kopf schwarz, Kragen rot, Körper von
der braunschwarzen Grundfarbe der Vorderflügel. Brust, Beine und
Unterseite des Abdomens weißlich, am Hinterleib seitlich schmale
weiße Segmentränder. Im Vorderflügel rg_5 gestielt r^ proximal,
m^ mit dem Stiel gestielt, mg und mg lang gestielt, cuj in der Mitte
zwischen mg und cug. Zellecken in gleicher Höhe oder vordere vor-
gezogen. r^^ bezw. rg proximal von cug bezw. cu^. Im Hinterflügel rr
und mj aus einem Punkte, mg nach vorn konvex, ihre Entfernung
von mg ^/g der von mg—cui, letztere in der Mitte zwischen mg und cUg,
Hinterecke der Zelle deutlich vorspiingend. Vorderflüge] braun, an
der Costa kurz vor dem Zellschluß ein gelber Fleck als Anfang einer
Binde, die als kleiner gelber Fleck noch vor an. sichtbar sein kann.
Im Hinterflüge] das Gelb sehr reduziert, die Wurzel bis über die Zell-
mitte schwarz, der Saum bis an die Zelle ebenfalls schwarz, das so
entstehende gelbe Mittelband erreicht nicht d» n Analwinkel. Unter-
seite der Vorderflüge] mit derselben Binde wie ob'^n, diese aber breiter
und bis zum Hinterrand gehend, außerdem zwischen dieser Binde
und dem Apex eine Eeihe zusammengeschlossener gelber Flecke.
Im Hinterflügel unterseits das Gelb ebenfalls ausgedehnter. An der
Costa proximal ein gelber Streif; in der Zelle ist nur die basale und
vordere Hälfte braun, der gelbe Band verbreitert sich nach dem Anal-
winkel sehr erheblich, Abdominalrand des Flügels fast ganz gdb-
Länge des Vordeiflügels: 21 mm.
Diese Art macht einen etwas fremdartigen Eindruck, der durch
die lang gekämmten Fühler noch gesteigert wird. Vielleicht handelt
es sich hier nicht um eine echte Soritia.
Sor. risa javaiiica Mart. Hering, ssp. nov. (Tafel I Fig 13)
$ Von der typischen risa von Borneo unterscheidet sich die
javanische Rasse dadurch, daß die weiße oder gelbe Finde der Vorder-
flügel viel näher an den Saum gerückt ist; infol,^cdessen ist der schwarze
Saumteil an d» r Costa 3 mal so lang wie der schwarze Wurz^Reil
(Bei der echten risa iso das Verhältnis 2:1. Die Binde selbst ist breiter
und mehr weißlich, der schwarze Saum der Hinterflügel geht bei
risa über ax. hinaus, bei risa javanica geht er höchstens bis ax. Unter-
seite ähnlich risa, im Vorderflügel bei javanica ein deutlicher halbmond-
förmiger Fleck am Zellende (bei risa undeutlich). Band der Vorder-
flügel bedeutend breiter als oben, heller als bei risa.
(J. Außenrand der Hinterflügel nicht grade oder konvex wie bei
risa, sondern stark konkav. Vorderflügel bei dem vorliegenden Stück
einfarbig, auf den Hinterflügeln die dunkle Saumbinde etwas deut-
licher durchscheinend als bei risa, Vorderflügel etwas länger und
schmaler als bei risa.
11. Heft
60
Dr Martin Hering
Typus: 1 1 $ im Z. M. B. (coli. ’Stgr.).
Patria: Java, Vulcan Gode (leg. Grel. 1893 und Moszkowski).
Sor. risa transitaria Mart. Hering, ssp. nov.
Die sumatrensisische Rasse bildet den Übergang von der Borneo-
zur Java-Rasse. Die Querbinde der Vorderflügel ist nicht so weit
wurzelwärts gerückt wie b^i risa javanica, auch nicht so distal wie
bei risa risa. Das Verhältnis des schwarzen Wurzelfeldes zum Saum-
feld ist 7:18. Der schwarze Saum der Hinterflügel endet bei ax^,
der weiße Halbmond der Vorderflügelunterseite am Zellende ist ganz
undeutlich, die Binde ist unterseits so breit wie bei javanica, breiter
als bei risa.
Typus: 1 $ im Z. M. B. (coli. Stgr.).
Patria: Sumatra (leg. Hagen 1893).
Sor. augiistlpeiinis gacdei Mart Hering, ssp. nov. (Tafel I Fig. 15.)
(Zu Ehren des Lepidopterologen M. Gaede (Charlottenburg) benannt.)
Während bei Sor. risa Doubl, bei der javanischen Rasse die gdbe
Binde der Vorderflügel im Vergleich zu der der Borneo-Rasse wurzel-
wärts gerückt ist, ist es hier umgekehrt. S. angustipennis gaedei m.
(Fig. 15) unterscheidet sich von der echten S. angustipennis Röb.
(Fig. 14) dadurch, daß die Binde nach außen gerückt ist. Während
sich also Wurzel- zu Saumfeld bei S. angustipennis Röb. wie 1 : 3
verhalten, ist das Verhältnis bei S. ang. gaedei m. wie 1:2. Die Quer-
binde ist bei der Borneo-Form etwas breiter als bei der Java-Rasse.
Typus: 1 9, Paratypus: 1 9 im Z. M. B. (coH. Stgr.).
Patria: Java, Vulcan Gede.
Sor. bicolor Moore. Bei der Nominatform ist das gelbe Band der
Vorderflügel nicht halb so breit wie das schwarze Wurzelfeld, bei
der Tonkin-Rasse lata Jord. sind Band und Wurzelfeld gleich breit
und die Kammzähne der Fühler beim 9 länger.
Gattung: Prosopandrophila Mart. Hering, nov.
Die hier aus der Gattung Heterusia Hope ausgeschiedenen Arten
müssen zu einem neuen Genus zusammengefaßt werden. Die morpho-
logischen Merkmale, besonders das Flügelgeäder, sind zwar hier wie
bei allen diesen verwandten Genera recht inkonstant, jedoch lassen
sich Eigentümlichkeiten finden, die im Verein mit dem auffallenden
Sexualdimorphismus die Aufstellung einer neuen Gattung recht-
fertigen. Diagnose :
cJ Fühler mäßig stark gekrümmt, die Zähne gegen das Ende
hin kürzer werdend. Vorderflügel spitz dreieckig, am meisten am
Apex zugespitzt. Costalqueräderchen im Vorderflügel fehlend, r^
und rg frei, rg_5 gestielt, r^ proximal entspringend, m^ von dem Stiele
ausgehend, mg, nig gestielt, Entfernung mg, 3— <5% beinahe ebenso
(bei oenone nur Y2) so groß wie die cu^— cug, Zellschluß zwischen rg — m^
und mg, g stumpfvdnklig, der hintere Schenkel des Winkels viel kürzer
als der vordere. Vordere Zelleckc vorspringend, cug proximal von
^^1 proximal von rg. Im Hinterflügel sc. mit dem Vorderrand der
ilevision der orientalischen Chalcosiinen.
61
Zelle bei 7a durch schräge Querader (r^) verbunden, ’rr und sehr
weit getrennt, Zellschluß zwischen ihnen stumpfwinklig, der hintere
Schenkel des Winkels kürzer, mg und mg weit voneinander entfernt,
stark nach vorn konw x, die Entfernung mg' — mg wenig kürzer als
die mg— cuj, letztere in der Mitte zwischen mg und cug. Beide Zell-
ecken in 'gleicher Höhe oder die hintere vorspringend, cUg proximal
von rj.
$ : Vorderflügel wie beim (J, die Entfernung mg, g — cu^ höchstens
^/g der Entfernung cu^- — cug, hintere Zellecke schwach vorspringend,
cug in gleicher Höhe. mit, oder distal davon, cu^ distal von rg.
Hinterflügel wie beim (J, aber die Entfernung mg- — mg höchstens
^/g der mg — cu^, mg sehr stark nach vorn konvex, Hinterecke der Zelle
deutlich vorspringend, Zellschluß sehr stumpfwinklig, beide Schenkel
gleich lang, der vordere mit rr einen rechten Winkel bildend, selten
ist der hintere Schenkel des Winkels etwas länger. Fühler sehr spärlich
kurz gefiedert, an der Spitze sind die Kammzähne länger, so daß dort
(bei frischen Stücken) der Fühler keulig verdickt erscheint. Bei beiden
Gre schlechter n springt die Stirn nicht nennenswert zwischen den
Fühlern vor.
Grenotypus: Prosopandro'phila distincta Guer.
1.
2.
4.
8.
10.
Tabelle der Arten und Bassen:
Hinterleib oben schwärzlich grün (?) mirifiea Swinh.
Hinterleib oben gelb oder gelb und schwarz geringelt 2.
cS 3.
$ . 6-
Adern im dunklen Saumfeld der Vorderflügel scharf gelb abge-
hoben, der Zellendfleck nicht oder kaum geteilt *oenone Btl.
Saum der Vorderflügel ganz dunkel, Zellendfleck deutlich
geteilt 4.
In der vorderen Zellhälfte der Hinterflügel am Ende ein gelber
kommaförmiger Fleck *distincta indistiucta Sw.
Vordere Zellhälfte ganz schwarz 5.
Im Hinterflügel der in der hinteren Zellhälfte liegende gelbe
Längsstrich mit dem vorapikalen Flecke breit verbunden
♦distincta drataraja Moore
Strich und Fleck nicht oder nur ganz schmal verbunden
♦distincta Guer.
Querbinde der Vorderflügel rein weiß 7.
Querbinde gelblich oder graulich 8.
Hinterleib unten ganz metallisch grün *oenone Btl.
Segmente weiß gerandet distincta albina Jord.
Hinterflügel gelb in der Grundfarbe distincta xanthina Jord.
Hinterflügel nicht gelb 9.
Hinterflügel unterseits mit großem weißen Wurzelfeld
♦distincta drataraja Moore
Hinterflügel ohne dieses oder nur mit Spuren davon 10.
Hinterflügel unterseits stahl- oder violettblau, Saumband ober-
seits gleichmäßig ♦distincta Guer.
11. Heft
62
Dr. Martin Hering:
— Hinterflügel- Unterseite grünlichblau, »oberseits der Saum oft
mit streifiger Aufhellung *distincta indistincta Swinh.
Prosopandr. oenone Btl. von Nias, die bisher zu Pr. distincta Guer.
gerechnet wurde, muß als eigene Art betrachtet werden; beim $ ist
die Hinterecke der Zelle in beiden Flügeln sehr stark vorgezogen,
beim ist cu^ viel näher an mg, 3 im Vorderflügel herangerückt als
bei Pr. distincta, dazu kommt, daß in der Zeichnung beim $ die weiße
Submarginalbinde der Vorderflügel bei cug stark gebrochen ist, beim
(J trägt das Saumfeld der Vorderflügel keine abgehobene Adern.
Gattung: Euxanthopyge Mart. Hering, gen. nov.
Diese Gattung steht zwischen Soritia Wik. und Heterusia Hope.
$: Stirn zwischen den Fühlern nicht vorspringend, Fühler beim
Weibchen doppelt gekämmt, Kammzähne ziemlich kurz; Vorder-
flügel etwas langgestreckt, in der Form an die von Soritia erinnernd,
ohne Costalqueräderchen zwischen sc. und c. r^ und frei, rg fehlt;
r^ und rg lang gestielt, beide oberhalb des Apex mündend, m^^ von
einem Punkte mit diesem Stiele, mg und mg zusammen lang gestielt;
r^ und cug bezw. rg und cu^ entspringen in gleichem Abstande von der
Wurzel, vordere ^llecke vorgezogen, cu^ in der Mitte zwischen mg, g
und cUg. Der vordere Teil des Zellschluß winkeis zwischen m^ u. mg, 3
länger als der hintere Schenkel, dieser Winkel ist spitz, unter 90 Grad.
Hinterflügel abgerundet viereckig, sc. mit dem Zellvorderrand bei
etwa 2/g durch eine ziemlich schräge Querader verbunden, rr mit m^
kurz gestielt, der Zellschluß zwischen m^ und mg spitzwinklig, beide
Schenkel etwa gleich lang; nig am Ende des hinteren Schenkels, an
mg angenähert, gebogen und nach vorn konvex. Die Entfernung
cu^ — eug kleiner als die cu^- — mg, die Entfernung mg- — mg höchstens
i/g der lUg — cu^. Beide Zellecken in gleicher Höhe oder die hintere
vorgezogen, cu^ etwa in gleicher Höhe mit r^.
Genotypus: Euxanthopyge hexophihalma m.
**Eiix. hexophthalma Mart. Hering, spec. nov. (Tafel I Fig. 1).
$. Fühler schwarz, etwas metallisch. Kopf schwarz, Gesicht
metallisch grün, auch auf dem Scheitel einige solche Schuppen. Hinter-
kopf orange- ockergelb, von derselben Farbe auch der vordere Teil
des Thorax. Patagia schwarzbraun, metallisch grün bestäubt; von
derselben Farbe ist auch der übrige Teil des Thorax und das Ab-
domen, nur ist das letztere auf dem Endsegment oben ganz und unten
auf der hinteren Hälfte schwefelgelb. Beine schwarzbraun, ebenfalls
metallisch grün bestäubt. Vorderflügel schwarzbraun, die Adern
metallisch grün, ebenso gefärbt ist die Costa und der basale Teil der
Zelle. In der Zelle bei etwa ein kreisrunder, milchweißer Fleck,
der vorn über die Zelle hinausgeht und bis zur sc. reicht. Ein zweiter,
ebenso gefärbter Fleck liegt auf der an., gleich hinter dem Abgang
der CU.2 von der Zelle. Der Apex und die Fransen des Außenrandes
sind weiß. Hinterflügel einfarbig schwärzlich, ohne Metallglanz; am
Zellende ein milchweißer Fleck, proximal in der Mitte eingebuchtet
Revision der orientalischen Ohalcosiinen.
63
und von der Costa durch einen schmalen Streifen graulicher Bestäubung
getrennt. Der äußerste Raum und die Fransen sind weiß; dieser
weiße Rand erweitert sich etwas gegen den Analwinkel. Die Unter-
seite ist in der Färbung ähnlich, nur ist bei den Vorderflügeln der weiße
Fleck auf der an. verschwommener und undeutlicher, distal von der
Zelle ist die metallische Bestäubung gegen die Spitze hin ausgedehnter.
Der weiße Zellendfleck der Hinterflügel geht nur bis zur sc., der weiße
Saum ist etwas breiter, zwischen m^ und proximal etwas vor-
gezogen. Länge der Vorderflügel: 26mm.
Typus: 1 ? im Z. M. B. (coli. Stgr.).
Patria: Minahassa (leg. Platen 1886).
Bemerkung: Das Stück trägt einen Zettel mit (Druces) Aufschrift:
,,not in Br. Museum or Coli. Druce“ und einen andern: ,,N. G. ?? spec.
(Dr.)“. Dem ganzen Aussehen nach könnte man geneigt sein, Druces
Ansicht zu folgen, daß hier vielleicht eine Fundort Verwechslung vor-
liegen kann, daß es sich tatsächlich um eine Neu- Guinea- Art handele.
Die Art ähnelt im Habitus gewissen Agaristiden.
Gattung: Heterusia Hope
Die hier zusammengefaßten Arten weisen trotz des Fehlens
distinkter morphologischer Kennzeichen eine Anzahl einheitlicher
Färbungs- und Zeichnungselemente auf, die die Abtrennung dieser
Arten von denen der Gattung Soritia Wik. rechtfertigen.
Tabelle der Arten und Rassen:
L Vorderflügel oben dunkel, nur mit heller Schrägbinde oder dem
Anfang einer solchen, sonst ohne helle Flecke 2.
— Vorderflügel außer der hellen Schrägbinde mit weiteren hellen
Flecken 4.
2. Vorderflügel oberseits hinter der Querbinde mit mehreren schwar-
zen Flecken *repleta Wik.
— Vorderflügel ohne Flecken, höchstens die Diskalbinde schwarz
gerandet 3.
3. Die Diskalbinde der Vorderflügel geht bis zum Hinterrande
*rajah Moore
— Diskalbinde nur im costalen Teil erhalten
. *"^(Soritia hinotata Mell)
4. Hinterflüge] einfarbig dunkel (mit Ausnahme der äußersten
. Costa), nur meist hinter der Cost i ein einziger heller Fleck, sonst
oft Flügel mit Bläuschill 3r 5.
• — ■ Hinterflügel mit ausgedehnteren hellen Zeichnungen, mindestens
mit mehreren hellen Flecken 6.
5. Wurzel der Vorderflügel zuerst schwarz, dann breit weißlich;
von den folgenden beiden Flecken ist der costale proximal ver-
schoben, so daß der Distalrand des costalen und der Proximal-
rand des hmhren ungefähr in einer Lhiie liegen *subcyanea Wik.
— Vorderflügel bis zur Subdiskalbinde dunkel; wenn htztere in
Flecken aufgelöst ist, liegen beide ungefähr gleichweit von
der Wurzel **lativitta Moore
11. Heft
64
Dr. Martin Hering:
6. Hinte i’flügel mit deutliclier breiter heller Binde od Grundfarbe hell 7.
— Hinterflügel ohne solche Binde, Grundfarbe dunkel, mit hellen
Fleckchen ' 13.
7. Äußerste Wurzel der Hinterflügel hell, gelb oder weiß 8.
— Wurzel dunkel, grau oder schwarz 9.
8. Hinterflügel mit breitem schwarzen Saum lacreuzei Oberth.
— Hinterflügel ohne Saumbinde oder diese in Flecken aufgelöst
culoti Oberth.^).
9. Praediskalbinde der Vorderflügel in zwei abgenmdete Flecke
aufgelöst 10.
~ Binde ununterbrochen oder in mehr als drei Flecke aufgelöst 11.
10. Im Vorderflügel der Zellendfleck unter 1 mm Durchmesser
*sublutea Wik.
— Dieser Fleck mindestens 1 mm breit, meist viel größer 19.
11. Hinterleib oben von der Mitte an gelb 12.
— Hinterleib hinten schwarz *{Soritia shahama Moore)
12. Die helle Hinterflügelbinde am Analwinkel mindestens 5 mm
breit • 14.
— Die Binde am Analwinkel unter 5 mm Breite 18.
13. Hinterflügel in der Zellmitte mit hellem Fleck
*aedea edocla f. dulcis Btl.
•— Zellmitte ohne hellen Fleck *aedea edocla Doubl.
1 4. Die helle Hinterflügelbinde ausgesprochen gelb oder ockerfarbig 17.
— Binde weiß oder höchstens gelblich weiß 15.
15. Im schwarzen Saum der Hinterflügel hinter cug keine hellen
Flecke mehr 16.
— Hinter cu^ noch 1 oder mehrere helle Flecke *aedea aedea L.
16. Die helle Binde der Hinterflügel verbreitert sich wenig nach
hinten aedea virescens Btl.
• — Die Binde verbreitert sich stark 17.
17. Zellendfleck der Vorderflügel über 3 mm Durchmesser 20.
— Zellendfleck höchstens mit 3 mm Durchmesser 21.
18. Der weiße Wurzelfleck der Vorderflügel und die Diskalbinde
sehr genähert, oft am Hinterrande verschmelzend
*aedea cingala Moore
• — Beide voneinander getrennt, nie verschmelzend
aedea virescens Btl.
19. Grundfarbe der Hinterflügel leuchtend gelb oder braungelb,
der helle Fleck am Zellende sehr breit vom hellen Felde getrennt
*tricolor Hope
— Hinterflügel in der Grundfarbe weißlichgelb, Zellendfleck schmal
vom hellen Felde getrennt *taiwana Wilem.
20. Hinterflügel gelblich weiß *aedea formosana Jord.
— Hinterflügel gelb **aed. formos. f. postlutea Strand
21. Grundfarbe der Hinterflügel leuchtend- oder ockergelb 22.
— Grundfarbe hell weißlichgelb *aed. edocla f. lepcha Jord.
0 Eine kleinere und mehr geschwärzte Rasse ist ssp. dubernardi Oberth.
von Tse-kou.
Revision der Orient alisclien Clialcosiinen.
65
22. Zellendfleck unter 2 mm Durchmesser im Vorderflügel
*aed. edocla f. magiiifica Btl.
Zellendfleck mit 2 —3 mm Durchmesser *aedea aedea L.
forimsibia Strand. Dieser Name für Wilemans formosana
hat keine Gültigkeit, da Wileman selbst den Namen in H. taiwana
abänderte (Ent. 44 p. 362. 1911).
**H. taiwana f. obscurascens Strand hat den Hinterflügelsaum
so breit oder breiter als formosana Jord.
H. repleta Wik. Die Nominatform hat auf den Hinterflügeln eine
breite gelbe Binde, die **f. alompra Moore hat ein Band gelber Flecke,
die f. Urania Schaus hat kein Gelb auf den Hinter flüge ln.
Het. propriinarginata Prout, H. vciuis Eothsch. und H. ni Swinh.
Die Diagnose dieser Arten war mir nicht zugänglich.^)
Gattung: Pidorus Wik.
Tabelle der Arten;
3b.
über
4.
6.
1. Hinterflügel einfarbig dunkel, höchstens mit blauer Wurzel 8.
Hinterflügel hell oder mit hellen Zeichnungen bei dunkler
Grundfarbe 2.
2. Grundfarbe der Hinterflügel gelb, mit schwarzem Saumbande
ßarbaroscia amabilis Jord.
— Grundfarbe dunkel, zuweilen mit breiter heller Binde oder
Costalfleck 3 a.
3a. Hinterlügel mit breitem roten Costalstreif miles Btl.
— Hinterflügel ohne rote Färbung
3b. Hinterflügel mit breiter Binde oder mit Costalfleck, der
rr hinausgeht
— Binde fehlend, nur mit Costalfleck, der vor ir endigt
4. Wurzelfeld der Hinterflügel oberseits glänzend blau splendeus Jord.
-- Wurzelfeld braungrau oder schwarz 5.
5. Die Binde bezw. der Costalfleck erreicht nicht den Analrand des
Flügels *cuchromioides Wik.
— Die Binde erreicht den Analrand *leeclii Jord.
6. Das helle Schrägband der Vorderflügel geht an der Costa bis
zur Wurzel **oclirolophus Mell
— Das Schrägband nicht so ausgedehnt 7.
7. Schrägband der Vorderflügel überall gleichfarbig *circe H.-S.
— - Schrägband weiß, darin an der Costa ein gelber Fleck
*albifascia Moore
8. Flügelwurzel der Hinterflügel schillernd blau
Flügelwurzel eintönig dunkel
9. Schrägbinde der Vorderflügel rein weiß
-- Schrägbinde gelb oder gelb weiß
10. Kopf oder Teile des Kopfes oder Kragen rot
■— Kopf und Thorax dunkelgraii
hilaris Jord.
9.
*glaucopis Drury
10.
11.
*corculum Btl.
Het. suhnigra Beth.-Bak. ließ sich wegen der unzureichenden Be-
schreibung nicht unterbringen.
Archiv fUr Natorgeschiclite „
1922. A. 11. 5 11. Heft
Dr. Martin Hering:
Ö6
11.
12.
13.
14.
15.
Im Vorderflügel entspringt ig proximal von r
rg distal von r^ entspringend
Vorderflügel über 15 mm lang
Vorderflügel kürzer als 15 mm
Taster rot
Taster nicht rot
Die gelbe Schrägbinde der Vorderfliig-
12.
13.
*truncatus Jord.
bifasciata Wik.
*gemina Wik.
14.
proximal von dunklen
Flecken gerandet, die sich von der dimkelgrünen Flügehvurzel
abheben *constrictus Wik.
Schrägband proximal nicht kontrastierend gerandet 15.
Schrägband der Vorderflügel schwach gebogen *cyrtus Jord.
Schrägband grade *leno Swinh.
Bemerkungen zu d^^n Arten:
P. glaucopis Drury. Die Stammform von Indien hat auf der
Unterseite der Hinterflügel ein blaues Band vor dem Saume, das
der chinesisch-japanischen Rasse *atratus Btl. fehlt^)
P. albifascia Moore. Die Tonkin- Rasse *steleus Jord. hat ein etwas
distal gerücktes Querband; sein distaler Rand liegt jenseits der beiden
Zellspitzen, bei der indischen Form berührt er sie.
Gattung: Barbaroscia Mart. Hering, n. g.
Genotypus: Barh. (Pidorus) amabilis Jord.
Diese Art muß irfolge ihres abweichenden Habitus von Pidorus
Wik. abgetrennt werden. Das neue Genus unterscheidet sich durch
die viel weniger zwischen den Fühlern vorspringende Stirn und die
zusammen gestielten lUg und mg der Vorderflügel. Nur eine Art,
Barh. amabilis Jord.; Pidorus bicoloratus Semp. und P. tricoloratus
Semp. gehören nicht hierher.
Gattung: Milieria H. S.
Die Arten dieser Gattung, die von Jordan mit denen von Chalcosia
Hb. vereinigt vmrden, bild*^n ein in sich abgBschlossenes Ganzes und
stehen d^n echten Chalcosia- \xten habituell gegenüber, ohne daß sich
distinkte ihorphologische Unterschiede feststellen lassen. Die Vorder-
flügel sind gewöhnlich mehr länglich als bei Chalcosia Hb., die Zeich-
nung ist bei allen MilleriorAxi^n. in den Elementen dieselbe.
Tabelle der Arten und Formen:
1. Flügel einfarbig w«^iß, Adern nicht dunkel gerandet
*adalifa candida Voll.
— Flügel mindestens mit dunklen Adern 2.
2. Alle Adern im Vorderflügel am Saume breit metallisch grün 9.
— Im Vorderflügel höchstens einige Adern am Saum metallisch,
meist nur dunkel 3.
Vermuthlich handelt es sich hier um kein subspezifisches Merkmal;
Falter von atratus Btl., gesammelt in der 2. Generation von Mell (26. X.) bei
Canton, zeigen auf Vorder- und Hinterflügelunterseite die für glaucopis Drury
charakteristische blaue Submarginalfärbung.
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
67
3. G-rundfarbe der Vorderflügel weiß, liöclistens mit dunklem
Diskal querstreifen *adalifa Doubl.
— Vorderflügel großenteils dunkel, stellenweise weiß aufgehellt 4.
4. Saum der Vorderflügel schwärzlich braun 5.
— • Saum weiß, Adern dunkel **adalifa f. cardinalis Moore
5. Analfeld der Hinterflügel gelb 6.
— Analfeld dunkel oder weißlich 8.
6. Oberseite der. Hirterflügel und Unterseite stark blau überzogen
ad. caudida f. $ nitida Jord.
— Nur die Adern unten schmal blau überzogen ' 7.
7. Grundfarbe der Vorderflügel weiß adalifa candida Voll. (J.
— Vorderflügel großenteils dunkel *adalifa f. fiiliginosa Vvdk.
8. Hinterflügel in der Zelle ohne Aufhellung, mit stark blauglänzenden
Adern *adalifa f. cyanivena Hmps.
— Hinterflügel oberseits ohne Blauglanz 10.
9. Metallische Schuppen auf den Hinterflügel -Adern nur am Saum
hamiltoui Swinh.
-- Adern im Hinterflügel von der Wurzel an breit metallisch
rehfousi Oberth.
10. Analwinkel der Hinterflügel ockergelb
**adalifa f. fuhoshonis Strand
— Analwinkel weiß oder schmutzigweiß *lingnami Mell
**iMiIl. adalifa f. cardinalis Moore. Diese von Jordan im Seitz
nicht erwähnte Form, deren Originalstück sich im Z. M. B. befindet,
hat beim Körper dieselbe Färbung wie f. fuUginosa Wik., auch sind
die Flügel ähnUch gefärbt, auf den Vord^^rflügeln hinter der Costa
eine braune bogige Querbinde, die zum Innenwinkel geht; von dieser
an der ganze Saum rein weiß, die x\dern braun. Hinterflügel wie bei
fuUginosa, der Saum ebenfalls in ziemlicher Ausdehnung weiß mit
dunklen Adern. Analwinkel gelblich, Adern der Zelle und deren
Wurzel metallisch blau. Unterseite ähnlich, mehr weiß aufgehellt.
Originalstück Moores von Darjeeling (coli. Atkinson).
Diese Form ist sehr deutlich von fuUginosa M Ik.' durch die rein
weißen, deutlich abgesetzten Säume beider Flügel unterschieden.
adalifa f. fuhoshonis Strand. Diese Form von Formosa
hat einfarbig schwärzliche, etwas heb durchschimmernde Hinter-
flügel, nur der Saum ist gänzlich tiefschwarz. Die Medianbinde der
Vorderflügel weißlich, ebensolche Subapikalflecken, letztere nicht so
deutlich. Hinterleib oben stark glänzend blau, unten schwarz und
weiß geringt.
Mill. lingnaini Mell. Gesicht, Fühler und Scheitel lebhaft
metallisch blau, Hinterkopf und Kragen rot, letzterer oben mit zwei
schwarzen Flecken. Thorax schwarz, mehr oder weniger metallisch.
Hinterleib oben metallisch blau oder grün, unterseits metallisch weiß-
grün, Segmente vorn mit blauem Rande. Im Vorderflügel r^ und
rg frei, r3_- gestielt, r^ proximal, m^ vom Stiel r3_g oder nur einem
Punkte mit ihm, mg und mg aus einem Punkte oder gestielt, Vorder-
ecke der Zelle vorspringend, eug proximal von r^ ebenso cu^^Von rg.
5* 11 . lieft
68
Dr. Martin Hering:
Im Hinterflügel rr und weit getrennt, ZellscUuß rechtwinklig,
beide Schenkel gleichlang, vordere Zellecke vorspringend. Entfernung
mg- — ^mg über ^/g der mg — cu^, letztere in der Mitte zwischen mg und
cug. Beim 5 die Vorderflügel schwarzbraun, ohne metallischen Glanz;
ein Wurzelstreif an der Costa, dahinter ein solcher in der Zelle und
ein größerer hinter der Zelle bis über an. hinaus weiß. Hinter der Zell-
mitte eine Querbinde aus lauter einzelnen weißen Flecken bis zum
Hinterrand, der am weitesten distal gelegene liegt in Zelle 2. Eine
weitere Subapikalreihc von weißen Fleckchen liegt zwischen vor
mg gebrochen. Hinterflügel mit weißer hinterer Zellhälfte, einem
Fleck am Ende der vorderen, weiße Flecke in den Zellen zwischen
mg- — cUg, Analrand weiß, verdunkelt besonders zwischen an. und
ax^. Unterseite ähnlich, in Vorder- und Hinterflügel die Wurzeln der
Adern z. Tl. metallisch blau. ähnlich, aber viel mehr verdunkelt.
Subapikal reihe im Vorderflügel nicht so scharf gebrochen, alle Flecke
in den Flügeln mehr verdunkelt. Auf der Unterseite sind die typischen
Zeichnungen deutlicher. Länge des Vorderflügels 30 ((^) — 35 (5) mm.
Diese Art ist sehr variabel; es kommen Stücke vor, bei denen
der Hinterflügel ganz weiß aufgehellt ist, daß nur eine dunkle Diskal-
binde stehen bleibt. Man wird die Art immer an dem nicht gilben
Analwinkel der Hinterflügel und dem fehlenden Blauglanz der Ober-
seite derselben feststellen können. Typen ((J und $) in coli. Mell,
Paratypen (^J und $) im Z. M. B.
Die Oktober- Generation hat ganz weiße Hinterflügel, nur ein Strich
in der Zelle, das Submarginalband und die Adern zwischen diesem
und dem Saume dunkel, einige Adern der Flügel und der Apex der
Hinterflügel blauschillernd; das ist lingnami gen. autiinin. eruina
Mell, nov. (Nach Mitteilungen von Herrn Mell, gefangen am
Drachenkopf b. Canton, 13. X. in 700 m Höhe.)
Gattung: Allocyclosia Mart. Hering, g. u.
$. Kopf zwischen den Fühlern nicht vorspringend, diese kurz,
aber deutlich gekämmt, Vorderflügel abgerundet länglich, sc. mit c.
durch kleine Queräderchen verbunden, r^ und frei in die Costa
mündend, rg_g gestielt, r^ proximal am Stiel abzweigend, m^ aus
der Nähe des Stieles, aber deutlich von ihm* getrennt, entspringend,
mg und mg aus einem Punkte, lUg deutlich nach vorn konvex, cu^
ungefähr in der Mitte zwischen nig und cUg. Beide ZeOecken an-
nähernd in gleicher Höhe, vordere ganz schwach vorgezogen, cug
wenig proximal von r^, ebenso cuj von entspringend. Im Hinter-
flügelist sc. gebogen, nachhinten konvex, sehr an denVorderrand der Zelle
angenähert, bis zur Mündung von r^ fast mit ihm parallel verlaufend,
dann plötzlich abgebogen und oberhalb des Apex mündend, rr und
lUj sehr weit getrennt entspringend, der Zellschluß bildet zwischen
ihnen einen stumpfen Winkel, dessen vorderer Schenkt 1 ganz kurz
ist. m^ st- ht am End' d s hinteren Schenkels, an mg angenähert,
die Entfernung m^--mg ist 3^/g mal so groß wie die mg — mg. Die Ent-
fernung lUg-— cUjL doppelt so groß wie die mg— mg. cu^ in der Mitte
Kevisiou der orientalischen Chalcosiinen.
69
zwischen nig und cug. Hinterecke der Zelle sehr weit \orspringend,
die vordere fast ganz verschwunden, r^ etwa in gleicher Höhe mit
der Mitte der Entfernung cu^'-cug. Diese Gattung erinnert in einigen
Zügen, so in dem Vorhandensein der Costal queräder che n, an Cyclosia,
im Habitus dagegen und andern Merkmalen an Müleria, so daß ihr
eine Sonderstellung zwischen diesen beiden Gattungen eingeräumt
werden muß.
Genotypus : Allocyclosia porpliyropyga Mart. Hering, nov. sp.
**AlIocyclosia porpliyropyga Mart. Hering, sp. nov. (Tafel I Fig. 7.)
$. Im Habitus ist diese Art ziemlich der Mül. hamiltoni Swinh*
ähnlich, aber die Vorderflügel sind kürzer und breiter. Kopf und
Kragen schwarz, Thorax vorn ganz schmal rot, Gesicht weißlich
bestäubt, Fühler schwarz. Patagia schw^arz, mit gelblich weißen Spitzen.
Thorax schwarz, metallisch blaugrün, Scutellum schmal weiß gerandet.
Hinterleib oben metallisch blaugrün, Segmente schmal weiß gerandet,
Unterseite des Abdomens gelblich weiß. Das letzte Segment unten
und an den Seiten ganz, oben im hinteren Teile karminrot. Beine
braun, unten weiß. Geäder wie in der Gattungscharakteristik. Grund-
farbe der Vorderflügel weiß, die der Hinterflügel weißlichgelb, die
dunklen Zeichnungen schwarzgrün, mit ganz stumpfem Glanze. Auf
den Vorderflügeln die Adern, der Hinterrand und der Saum dunkel,
letzterer costal wärts erw^eitert, bis zur Gabelung von rg, 4 reichend,
außerdem eine dunkle Binde im letzten Viertel der Zelle, die vordere
Zellecke bleibt weiß, die hintere ist dunkel ausgefüllt, die dunkle
Binde schneidet hinten mit cug ab. Der dunkle Saum der Hinter-
flügel beginnt bei sc. und geht bis zur an., vorn und hinten nur wenig
verschmälert, an den Adern proximal etw^as ausgezogen. Unterseite
wie die Oberseite, auf den Hinterflügeln ist der ganze Raum zwischen
c. und sc. dunkel. Länge des Vorderflügels: 30 mm.
Typus: 1 $ im Z. M. B. (coli. Stgr.).
Patria: Minahassa (leg. Platen 1886).
Chalcosia hamiltoni Swinh. stand mir leider nicht in natura zur
Untersuchung zur Verfügung; doch erscheint es unwahrscheinlich,
daß sie auch zu dieser Gattimg gezogen werden muß, trotz der habi-
tuellen Ähnlichkeit mit der neuen Art.
Gattung: Chalcosia Hb.
Auch in dieser Gattung ist wohl die Artfrage noch nicht ganz
geklärt, so daß erst spätere Untersuchungen der Sexual- Armaturen
Aufschluß über das richtige Verhältnis der als solche benannten
Arten Aufschluß geben können; einige Arten, wöe Ch. zehma H.-S.
und remota fallen ganz aus dem Rahmen der Gattung heraus, so daß
sie später vielleicht anderswo ihren Platz finden müssen; sie sind
aus praktischen Rücksichten hier noch unter ge bracht.
11. Höit
70
Dr. Martin Hering:
Tabelle der Arten.
1. Hinterflügel einfarbig glänzend blau, höchstens an der Costa
ein heller Fleck, der sich selten als weiße Binde durch den Flügel '
zieht; Hinterrand der Vorderflügel nicht hell 2.
— Hinterflügel hell oder dunkel, ohne daß alle dunklen Stellen
schillernd blau sird, oder, wenn dies doch der Fall, dann der
Hinfctrrand der Vorderflügel weiß 4.
2. Auf den Hinterflügeln nur Wurzel und Saum blau
pretiosa albiiia Hmps.
• — Nur ein Flecic an der Costa w( iß, sonst der ffanze Hinterflüeel
blau " 3.
3. Scheitel rot, Unterseite der Vorderflügel bis zum Mittelbande
blau *pretiosa Wik.
— Scheitel nicht rot, Wurzelhälfte der Vorderflügel unterseits
fast weiß pretiosa exiniia Jord.
4. Wurzelfeld der Vorderflügel gelblich oder weißlich, manchmal
nur (meist breit) am Hinterrande 13.
— Wurzel fei d dunl^el, höchstens die Adern heller 5.
5. Im Vordcrflügel zwischen Wurzel und der hellen Diskalbinde
eine weitere helle Queibinde syfanica Oberth.
— - Vorderflügel ohne Querbinde zwischen Wurzel und Diskalbinde 6.
6. Der Vorderflügel von der Diskalbinde bis zum Saum dunkel,
ohne helle Flecke oder Binden, nur selten von einer Abzweigung
der Diskalbinde durchzogen 7.
— Der distale Teil des Vorderflügels mit hollen Flecken oder Binden
10.
7. Adern der Vorderflügel heller als die Grundfarbe
thibetaiia Oberth.
— Adern nicht heller als der Gnind 8.
8. Vorderflügel ganz metallisch giün alpherakyi Leech
— Im Vorderflügel höchstens die Adern z. TI. metallisch 9.
9. Äußerste Wurzel der Hinterflügel dunkel, blau schillernd
♦zehma H.-S.
— Wurzel z. TI. hell, gelblichweiß *remota Wik.
10. Im Hinterflügel die Saumbinde nicht über cu^ hinausreichend
affinis Guer.
-- Saumbinde über cuj hinausreichend 11.
1 1 . Hinterflügel mit scharf begrenzter Saumbinde, sonst ganz hell,
selten ein schw'arzer Strich in der Zelle 12.
— - Saumbinde nicht scharf, dunkle Bestäubung von der Wurzel
oder der Costa her ins Flügelinnere vorspringend, zuweilen der
Flügel fast ganz dunkel 16.
12. Saumbinde der Hinterflügel hinten erweitert, hinten proximal
verwaschen *auxo campa Jord.
— Binde hinten nicht erweitert, proximal nicht verw^aschen 18.
13. Hinterflügel unterseits tief gelb, besonders am Analwinkel, nach
der Costa zumeist heller *plialaeiiaria Guer.
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
71
— Hinterflügel unten weiß oder gelblichweiß, nicbt tief gelb, selten
an der Costa heller 14.
14. Vorderflügel ohne Metallfarbe oberseits, auch nicht auf den
Adern **nyctemeroides Semp.
— Adern metallisch 20.
15. Hinterflügel unten mit schwärzlichem Strich in der Zelle
*suffusa Leech
Hinterflügel ohne schwärzlichen Zellstrich *nymplia Moore
16. Vorderflügel auf den Adern, mindestens distal, kupferrot
*suffusa Leech
— Adern distal nur metallisch grün oder blau • *auxo L.
17. Im Hinterflügel das Saumbänd oben mit metallischer Bestäubung,
mindestens auf den Adern; Adern im Vorderflügel grün *auxo L.
--- Saumband des Hinterflügels ohne metallische Bestäubung;
zuweilen in Flecke reduziert; Adern des Vorderflügels meist
blaugrün *venosa Wik.
18. Kopf und Kragen rot 19.
• — Kopf und Kragen gelb flavicollis Jord.
19. Vorderflügel mit durchgehender diskaler Querbinde
*auxo idaeoides H.-S.
■ — Diskalbinde aus lauter einzelnen Flecken bestehend
reticularis Leech
20. Vorderflügel im Distalteile metallisch grün- oder blaugeadert 17
— Vorderflügel distal kupferrot 15.
Bemerkungen zu den Arten:
Clialc. nyctemeroides Semp. Diese Art ist eine unverkennbare
Chalcosia, obwohl sie bisher immer zu Pseudonyctemera gestellt wurde.
Es soll, da die Art durch den fehlenden blauen oder grünen Glanz
der Vorderflügel eine gewisse Ausnahmestellung unter den übrigen
Arten einnimmt, eine genauere Beschreibung nach dem Typus im
Senckenberg-Museum hier folgen:
Im Vorderflügel alle Adern vorhanden, r^ und frei, rg- 5 gestielt,
rg proximal entspringend, m^ von einem Punkte mit dem Stiel, mg, 3
kurz gestielt, Vorderecke der Zelle schwach vorgezogen, r^ und cug,
rg und cuj in gleicher Höhe. Im Hinterflügel alle Adern von der Zelle,
Hinterecke der letzteren schwach vorgezogen, cu^ in der Mitte zwischen
mg und cug, beide Schenkel des Zellschlußwinkels gleich lang, der
Abstand mg- — mg ^/g der Entfernung mg — cuj.
Kopf vorn und Kragen gelb, Hinterleib metallisch grün, mit
2 schmalen hellen Säumen. Im Vorderflügel die Diskalbinde aus drei
Flecken bestehend, von denen der hinterste durch Adern in 4 Fleckchen
geteilt ist; einige Subapikalflecken und auf sc., cu^ an. und ax. weiße
Wurzelstriemen. Hinterflügel weiß mit breitem Saumband. Vorder-
flügel unten bis zur Diskalbinde metallisch blau übergossen, im übrigen
Flügelteile wenigstens die Adern metallisch. In der Zelle der Hinter-
flügel unterseits ein schwarzbrauner Wurzelstrich, ein großer kreis-
runder Fleck am Zellende zwischen sc. und rr, der mit der aus Flecken
11. liöH
72
Dr. Martin Hering:
bestellenden Saumbinde zusammenbängt, die gegen das Ende bin
immer mehr den Charakter der Flecke verliert und bis an den Saum
reicht, während sie vorn vom Saume durch eine schmale weiße Zone
begrenzt wird; stellenweise findet sich auf den Flecken distal auch
blauer Schimmer. (2 $ im Senkenberg-Museum zu Frankfurt a. Main.)
Ch. vcnosa Wik. kommt in 3 (J-Formen vor. Die Nominatform
hat ein gleichmäßig breites Saumband im Hinterflügel, bei der *f.
quadrifasciata iMoore ist der Hinterflügel vom Saum her schwärzlich
oder blau überzogen, bei f. (J myrrhina Hmps. ist das Saumband zu
einigen Flecken reduziert.
*Cli. auxo L. (= tiberina Cr.). Die Nominatform von Süd-
china hat schwarz und blaue Vorderflügel, im Saumfeld die
Adern oft weiß, der Hinterrand aber immer dunkel; der
dunkle Saum des Hinterflügels sehr breit, mehr oder weniger
über den ganzen Hinterrand ausgebreitet und den Flügel verdunkelnd;
die extremste Form, *f. thallo L. hat ganz dunkle Hinterflügel,
nur eine mondförmige Makel auf dem Zellschluß bleibt gelblich-
weiß. Ch. auxo campa Jord. hat sehr lebhaft blau und grüne Vorder-
flügel mit breitem weißen Hinterrand im VVurzelfelde, der Saum
des gelblichen Hinterflügels breit, am Analwinkel oft erweitert und
dort proximal ausgewaschen. Zelle des Hinterflügels unterseits mit
breitem schwarzen Strich. (Tonkin.) *Ch. auxo diana Btl., die formo-
sanische Form ist die kleinste der Rassen, Vorderflügel stark blaugrün,
zuweilen purpurviolett, im dunklen Wurzelfelde ist ein helles Feld
der weißen Grundfarbe zwischen dem Hinterrand der Zelle und ax.
eingeschlossen. *CÄ. auxa alhata IMoore von Nordwestindien und
Nepal hat sehr matte, braungrüne Vo'’derflügel und rein weiße Hinter-
flügel, Hinterrand und Adern des Vorderflügelwurzelfeldes schma.1
weiß. auxo idaeoides H.-S. von den Khasia Hills (Assam) ist
ähnlich, hat aber ausgesprochen grüne oder blaugrüne Voiderflügel,
während die Hinlerflügel meist einen gelblichen (sehr selten einen
rein weißen) Ton tragen. auxo aryentata Moore hat einen breiten
weißen Hinterrand im Vorderflügelwurzelfeld, so daß der größte Teil
desselben weiß aufgehellt vnrd, Hinterflügel gelblich. (Sikkim und
Nordost- Assam.)
*€li. plialaeiiaria Guer. Die unter diesem Namen zusammen-
gefaßten Rassen sind vermutlich nur die Inselformen (einschließlich
Süd-Indien) von der vorigen Art. So sehen zwei der südindischen
Rassen denen von Ch. auxo L. sehr ähnlich; *Cä. ph. hirmanica Jord.
(von Birma) ähnelt in etwas der auxo argentata, ist sofort aber durch das
tiefe Gelb auf der Hinterflügelunterseite zu erkennen, sehr reich mit
blau und grün oberseits übergossen. Das weiße Subapikalfleckenband
der Vorderflügelunterseite ist höchstens so breit wie das vorhergehende
schwarz und blaue Band, während es bei der Ch. ph. annamitica Jord.
von Süd-Annam zweimal so breit als das vorhergehende Band ist. Das
Saumband des Hinterflügels zerfällt in Flecke, was bei der vorigen
Rasse nie der Fall ist. *Ch. ph. latifasciata Btl. ist die Rasse von
Malakka und Penang; hier ist das dunkle AVurzelfeld der auxo-
Zeichnung ganz geschwunden, namentlich ist die Costa im ersten
Revision der orientalischen Chalcosiineii.
73
Drittel weiß; die übrigbleibenden Praediskalflecke in und hinter der
Zelle sind sehr verkleinert, Grundfarbe der Flügel fast weiß. Hier
schließt sich an fh. intermedia m., nov. sspec. Das 5 ähnelt
stark der latifasciata BtL, aber bei beiden Geschlechtern geht das
dunkle Sub marginalband der Hinterflügel oben und noch deutlicher
unterseits viel näher an den Saum als bei der genannten Rasse, auch
ist bei beiden Sexes das Gelb der Hinterflügelunterseite weniger orange
getönt als bei der Malakka-Form. Das neigt mehr zu denen der Java-
Rasse, ist aber oben mehr gelblichweiß, nicht so grüngelblich wie
diese, auch springt von dem schwarzen Saumband der proximale
Rand tiefer in die Hinterecke der Vorderflügelzelle ein als bei der
Java-Rasse, deren Hinterflügelunterseite außerdem ein noch helleres
Gelb trägt. (Typus: 1 und 1 $, 7 Paratypen im Z. M. B. Patria:
West- Sumatra, Padang, XII. 1908) 1 $ von Südost- Sumatra ist
reiner weiß, die dunklen Zeichnungen ausgesprochen blau, sollte es
sich bei Nachprüfung eines größeren Materials herausstellen, daß es
sich dabei um eine besondere Rasse handelt, so möge sie **ssp. glauco-
plaga m. heißen.
Während bei all den genannten Rassen das Gelb der Hinterflügel-
unterseite mindestens bis zur Mittelzellader vordringt, geht es bei
**Ch. fh. albocellularis m., uov. ssp. nicht über den Hinterrand der
Zelle hinaus. und ? ähneln sonst oberseits sehr den ? der vorigen
(westsumatranischen) Rasse, nur ist die Grundfarbe der Flügel einen
Ton mehr grünlichgelb. Typus: 1 1 5, Paratypus 1 $ im Z. M. B.
Patria: Luzon.
1 (J und 1 ?, von Kina-Balu, Nord- Borneo, konnte ich von der
vorliegenden Form nicht unterscheiden, es ist möglich, daß die nord-
borneensische Gebirgsform mit der Luzon-Rasse übereinstimmt.
Bei j)h. coliodoides Wik. ist der Hinterflügel unterseits bis
über die Mittelzellader hinaus gelb; das ^ (nach einem Stücke von
Labuan:) ähnlich der intermedia m., das ? aber sehr abweichend, die
schwarzen Flecke kräftiger, das Gelb der Hinterflügel ist auch auf der
Oberseite und z. Tl. auf der Vorderflügelunterseite vorhanden. Die
Borneo-Rasse.
Bei *Ch. ph. phalaenaria Guer. von Java sind Vorder- und Hinter-
flügel in der Grundfarbe gleich grünlichgelb, das Gelb der Hinterflügel-
unterseite sehr blaß, fast so blaß wie bei albocellularis m. Fliegt auf
Java. Bei Ch. ph. obtusa Jord. von Palawan soll der Vorderflügel
des $ stumpfer, das Saumfeld stärker blau als bei coliadoides sein.
Bei Ch. ph. enganica Jord. von Engano sind im Vorderflügel Zellfleck
und Diskalfleck größer als bei allen bisher genannten Rassen; die
Saumbinde der Hinterflügel reicht über cii2 hinaus.
eil. suffiisa Leech. Der Hinterrand der Hinterflügel ist bei der
Nominatform von Westchina stark braun überstäubt, diesen Teil
des Flügels mehr oder weniger verdunkelnd. Bei ssp. hainana Jord.
von Hainan ist diese Bestäubung, wenn vorhanden, nur gering, der
Wurzelteil des Vorderflügels mit weißen Adern. Bei der Formosa-
Rasse taivana Jord. sind im Vorderflügel der dunkle Zellfleck und
74
Dr. Martin Hering:
die Mnter der Zelle gelegenen Flecken verbunden, die Oberseite des
Hinterleibs metallisch blau. Bei der Annam-Rasse reicht das Saum-
band des Hinterflügels bis zum Analrande und geht noch etwas am
Abdominalrande entlang, die Flügel sind nicht so lang wie bei hainana
Jord., das ist ssp. subcincta Jord. Von Tonkin ist *ssp. aemula Jord.
bekannt, die nach Jordan ähnlich Ch. nym'pha paviei Pouj. sein, aber
größere und breitere Flügel haben soll, während die Hinterflügel ein
breiteres und längeres Saumband tragen.
Ch. nympha Moore. Durch das Fehlen des dunklen Zellstriches
der Hinterflügelunterseite von voriger Art unterschieden. Bei der
Nominatrasse von Hainan dringt das schwarze Saumband der Vorder-
flügel auch in die Hinterecke der Zelle ein, die weißen Subapikal-
flecken sind groß. Letzteres gilt auch für die Formosarasse, **ssp.
peralfinis Strand, bei der aber die beiden Flecke zwischen Zellhinter-
rand und ax. zu einem großen dreieckigen Flecke, dessen Spitze nach
vorn zeigt, verschmolzen sind. Die ssp. paviei von Laos hat sehr kleine
weiße Subapikalflecken in Vorderflügel. Ein von Mell auf dem Teeberg
bei Canton am 6. X. erbeutetes $ scheint nicht von der Hainaner
Rasse abzuweichen. Die subsp. paviei von Laos hat sehr kleine weiße
Subapikalfleckchen.
Jordans Vermutung, daß es sich bei den letzten beiden Arten
um Formen einer Art handelt, kann ich mich nicht anschließen. Da-
gegen spricht das parallele Vorkommen z. B. auf Formosa, Hainan
usw. Wie immer können hier erst Untersuchungen der Geschlechts-
Organe über das Verhältnis beider Alten zueinander Aufschluß geben.
Nicht zugänglich war mir die Beschreibung von Clialc. formosana
Mats.
Gattung: fhalcopliaedra Jord.
Nur eine Art, habituell einer Chalcosia ähnlich, von Nordindien:
ziileika Doubl.
Gattung: Ithodopsoiia Jord.
Tabelle der Arten :^)
1. Grundfarbe der Vorderflügel rot, nur Apex und evtl, eine schmale
Wurzelstrieme schwarz 5.
- - Grundfarbe schwarz, mit sehr breiter roter Bogenlinie 2.
2. Thorax ganz schwarz, nur Kragen zuweilen rot oder gelb 3.
Thorax mindestens in der vorderen Hälfte rot bocki Swinh.
3. Kragen rot oder gelb 4.
- - Kragen schwarz reverdini Oberth.
4. Helle Zeichnungen rot *costata Wik.
- Helle Zeichnungen gelb jjordaiii Oberth.
5. Costa der Vorderflügel schmal schwarz, Hinterflügel z. TI. rot
nitila Jord.
- - Costa rot, Hinterflügel ganz schwarz *riibigiiiosa Leech
b Die Beschreibung von Rh. formosana Mats, war mir nicht zugänglich.
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
75
Gattung: Retina Wik.
Zwei Arten:
Flügel in der Mitte glasig durcksichtig vitripennis Joann.
— Flügel dickt besckuppt *rubrivittata Wik.
Gattung: Scotopais Mart. Hering, n. g.
Sekr nake der folgenden Gattung Phlehohecta Hmps. stekend,
die Flügel aber im allgemeinen kürzer und breiter, der Hinterflügel
am Apex abgerundet, nickt so zugespitzt, der Raum nack außen
konvex, nickt grade oder konkav wie bei der nächsten Gattung, im
Hinterflügel die Vorderecke (bei Phlehohecta die Hinterecke) der
Zelle vorgezogen.
$. Kopf zwischen den Fühlern nickt vorspringend, Fühler ziemlich
gleichmäßig bis zur Spitze gekämmt, Kammzäkne aber etwas länger
als bei Phlehohecta. Abdomen den Analwinkel der Flügel überragend.
Flügel mit Ausnahme der oben angegebenen Unterschiede an Phleho-
hecta erinnernd, r^ und frei, rg fehlt, r^ und r^ gestielt, m^ von diesem
Stiele getrennt, der Stiel bis zu seiner Gabelung über 3 mal so lang
als die Entfernung von seinem Ursprung bis zu dem von m^. mg und
mg aus einem Punkte, die Entfernung mg — cu^ viel größer als die
cuj^ — cug, Hinterecke der Zelle schwach vorspringend oder beide in
gleicher Höhe, r^ kaum proximal von cug, cu^ wenig distal von rg.
Im Hinterflügel r^ sehr schräg, daher sc. und Zellvorderrand sehr
genähert, rr und m^ getrennt, mg und mg sehr weit getrennt, ihre Ent-
fernung beinahe so groß wie die vom mg— cu^, letztere Ader in der
Mitte zwischen mg und cug, Zellschluß rechtwinklig, beide Schenkel
gleichlang oder der vordere kürzer, Vorderecke der Zelle vorspringend.
Genotypus: Scotopais (Phlehohecta) tristis Mell.
**Sc. tristis Mell. Kopf oben und Kragen breit rosarot, Körper
schwarz, Unterseite des Abdomen ebenfalls rosa. Flügel einfarbig
schwarz, die vorderen um den Apex am Saum ganz schmal gelblich,
Unterseite heller, grau, die gelblichen Ränder an Costa und Saum
etwas breiter, Länge der Vorderflügel 15 mm.
Gattung: Plilebohecta Hmps.
Tabelle der Arten:
1. Vorderflügel mit weißem Fleck in der Zellspitze 4.
— - Vorderflügel ohne weißen Zellfleck 2.
2. Im Vorderflügel rg vorhanden, Flügel z. Tl. mit rötlichen Zeich-
nungen eupomia Swinh.
rg fehlt, Flügel ohne rötliche Stellen 3.
3. Flügel am Costalrande mit gelbem Saum, Hinterflügel unten
nicht weiß in der Zelle lithosina Feld.^).
— Costa nicht gelb gesäumt, Zelle der Hinterflügel unten weiß
**fuscesceiis Moore
. 4. Hinterleib oben einfarbig lypusa Jord.
— Hinterleib oben mit L-^ gelben Binden vidiiata Jord.
Die ssp. flavicosta Elw. von Sikkim Lat einen breiten gelben Distal rand
der Hinterflügel.
11. i.tii
76
Dr. Martin Hering:
Für die aucli im Geäder abweichende Phi. eufomia Swinh. wird
eine eigene Gattung geschaffen werden müssen; die Art lag mir leider
nicht zur Untersuchung vor.
Gattung: Hemiscia Jord.
2 Arten, sexualdimorph.
1. Vorderflügel mit weißem Querband, das von der Costa bis zum
Hinterrand geht und relativ breit ist ($) 2.
Das Band der Vorderflügel ist schmaler und erreicht beide Känder
nicht (^) 3.
2. Das weiße Feld der Hinterflügel erreicht nicht die Costa, obliteriert
zuweilen albivitta Rothsch.
• — Das weiße Feld erreicht die Costa *meeki Rothsch.
3. Hinterflügel an der Costa hinter der Mitte mit einem hellen Fleck
meeki Rothsch.
— Hinterflügel ohne diesen Fleck, dafür oft mit weißem Mittelfeld
albivitta ta Rothsch.
H. mecki Rothsch. Die Nominatform von AVoodlark hat beim $
deutliche weiße Subapikalflecken, das Saumband der Hinterflügel
durchschneidet mit seinem proximalen Rande lUg nach ihrem Ur-
sprung, bei der sonst ähnlichen subsp. fergussonica Jord. von Fer-
gusson vor dem Ursprung von nig. Bei subsp. "^acelis Jord. von Brit.-
Neu- Guinea sind die Subapikalflecke nur angedeutet.
II. albivitta Rothsch. Die namenstypische Rasse von Brit.
Neu- Guinea hat beim (J ein schmales weißes Band im Vorderflügel,
daß beim $ proximaler und breiter ist ; Hinterflügel beim (J mit weißem
Zentralfeld, beim $ schwarz. Bei subsp. fumosa Rothsch. ist beim ^
das weiße Hinterflügelfeld dunkel überwaschen (Holländ. Neu- Guinea).
Die Subs]). acrita Rothsch. hat wie auch die folgende beim 5 ein
weißes Feld auf den Hinterflügeln, das Band der Vorderflügel ist
blaugerandet und gebogen. (Holl. Neu» Guinea). Die ssp. mambarensis
Jord. hat auf den Vorderflügeln ein nahezu grades Band.
Gattung: llerpolasia R.-J.
2 sexualdimorphe Arten:
1. Vorderflügel mit breitem weißen unregelmäßig keilförmigen Längs-
strich aus der Wurzel, Hinterflügel zum großen Teil weiß 2.
- - Vorderflügel nur mit annähernd rundlichen weißen Flecken, Hinter-
flügel höchstens mit 2 kleineren weißen Flecken augarra R.-J.
2. Das Weiß der Hinterflügel geht nahezu bis zum Innenrand
albomedia Rothsch.
•— Das tVeiß geht nicht über cu.2 hinaus albomedia callerema Jord.
Gattuiig: Fseudoseaptesyle Mart. Hering, n. g.
Kopf zwischen den Fühlern etwas vorspringend, Fühler beim (J
sehr schwach gekämmt, Vorderflügel ohne Queräderchen zwischen
sc. und c., r^ und r2 frei, r3_g gestielt, r^ entspringt ganz proximal
vom Stiel, mj von dem Stiel deutlich getrennt, die Entfernung des
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
77
Stielursprungs von ist nahezu ebenso groß oder größer als die
Länge desselben bis zum Ursprung von r^. mg und mg genähert, aber
deutlich getrennt, die Entfernung mg— cuj ebenso groß oder größer
als die cu^ — cug. Im Hinterflügel ist sc. nach vorn konvex, durch
eine sehr lange und sehr schräge Querader (r^) mit dem Vorderrande
der Zelle verbunden, rr und m^ kurz gestielt oder aus einem Punkte,
Zellschluß zwischen m^^ und mg spitzwinklig, beide Schenkel ungefähr
gleich lang, mg und mg weit voneinander entfernt ; Entfernung mg- — mg
annähernd ebenso groß oder nur wenig kleiner als die mg- - cuj, letztere
kleiner als die cuj^--cug. In beiden Flügeln die Vorderecke der Zelle
vorspringend, im Vorderflügel r^^ weit proximal von cug, cuj^ auf gleicher
Höhe mit i'g oder distal von ihr entspringend.
Genotypus: Pseudoscaftesyle {Soritia) circumdata Wik.
*Ps. circumdata Wik. Die namenstypische Rasse von Sikkim
hat einen schwarzen Saum der Vorderflügel, die Assam-Rasse *subsp.
furpuralis Jord. auf dem schwarzen Saum einen purpurnen Schein;
die Sumatra- Rasse, **Ps. circumdata citraua Mart. Hering, nov. hat
denselben Purpurschein, die Grundfarbe der Flügel ist aber viel leuch-
tender zitronengelb als bei den Sikkim- Stücken. (Typus: 1 im
Z. M. B., coli. Stgr. Patria: Sumatra, leg. Klein).
4 im Z. M. B. befindliche Stücke von Darjeeling haben ebenfalls
einen purpurnen Schein im Distalfeld der Vorderflügel.
Ps. (?) dichroa Jord. Ähnlich der vorigen Art, aber im Hinter-
flügel mg und mg verschmolzen. Gehört vielleicht zur folgenden
Gattung oder zu einem besonderen Genus.
•Gattung: Mimascaptesyle Mart. Hering, n. g.
(J. Fühler stark gekämmt, Kammzähne viel länger als bei der
vorigen Gattung, nahezu mehr als doppelt so lang. Kopf wie bei
Soritia W\k. zwischen den Fühlern vorspringend, Flügelschnitt ähnlich
dem von Pseudoscaftesyle, etwas länglicher. Vorderflügel ohne
Costalqueräderchen zwischen sc. und c., r^ und rg frei in den Vorder-
rand, rg-5 gestielt, r^ proximal entspringend, r^, 5 erst sehr spät ge-
gabelt, m^ sehr dicht am Stiele rg-g entspringend, mg, g lang gestielt,
Entfernung dieses Stieles von cuj^ höchstens ^/g der Entfernung cu^
eug, Vorderecke der Zelle schwach vorspringend, rj^ proximal oder
distal von eug, i*g proximal von cu^. Im Hinterflügel sc. mit dem
Vorderrand der Zelle bei etwa ein Stück verschmolzen, keine Quer-
ader (r^) ausgebildet, rr und mj^ deutlich getrennt entspringend, mg
näher mg, nach vorn konvex, ihre Entfernung von mg ^3 Ent-
fernung mg — cuj, letztere in der Mitte zwischen eUg und mg oder
näher mg. cu^ und eug nach hinten stark konvex (bei Pseudoscaftyle
nahezu grade). Vorderecke der Zelle vorspringend, in gleicher
Höhe mit der Verbindung von sc. mit dem Zellvorderrand.
Genotypus: Mimascaptesyle zelotypia m.
11. Heft
78
i)r. Martin Hering:
**Mimasc. zelotypia Mart. Hering, n. sp.
Diese Art weist oberseits eine ganz überraschende Äbnlichkcit
mit Pseudosc. circumdata Wik. auf. Kopf, Fühler, Thorax, Abdomen
und Beine schwarzbraun; Patagia, Unterseite der Beine und 6 Ringe
auf der Hinterleibs- Unterseite gelb, Kragen rot. Oberseite der Flügel
wie bei circumdata gefärbt und gezeichnet, das Gelb ist einen schwachen
Ton dunkler als bei der sumatranischen circumdata citrana, Saum-
hälfte des Vorderflügels und die Costa schwarzbraun (Costa' bei circum-
data gelb bis zur Hälfte), der Saum aber mehr schwarz, ohne jeden
Purpurschein, nur in seiner Mitte vor dem Apex ein kaum sichtbarer
brauner Fleck (von unten her durchschimmernd), der Saum des Distal-
feldes proximal grader als bei circumdata, fast ohne Einbuchtungen;
Hinterflüge] ebenfalls wie bei circumdata, Saum tiefschwarz.
Unterseite der Flügel ähnlich der Oberseite, der schwarze Saum
nach hinten mehr verschmälert als auf der Oberseite; auf den Vorder-
flügeln in der Mitte des Saumbandes vor dem Apex ein Fleck der
gelben Grundfarbe, halbmondförmig, costalwärts proximal etwas
ausgezogen und keulig, verdickt. Auf den Hinterflügeln ein verhältnis-
mäßig tiefer Vorsprung der gelben Grundfarbe in den dunklen Saum
auf der Vorderecke der Zelle und darüber hinaus. Länge des Vorder-
flügels: 15mm.
Typus: 1 (J im Z. M. B. (coli. Stgr.),
Patria: Perak (leg. Hartert 1888).
Die Art sieht der circumdata Wik. zum Verwechseln ähnlich,
kann aber sofort durch das Vorhandensein des gelben Fleckes im
Saumband der Vorderflügelunterseite erkannt werden; abweichend
sind weiterhin der rote Kragen, die gelben Patagia und schließlich
beim ^ die viel stärker gekämmten Fühler.
**Mimasc. terioides Mell
(Heterusia terioides Mell).
Flügel viel länger und schmaler als bei der vorigen Art, Vorder-
flügel 18 mm lang, an der breitesten Stelle 7 mm breit, Kopf schwarz,
Kragen rot, Patagia gelb wie der Vorderflügel, diese am Saum über
^/g schwarz, ebenso die ganze Costa zwischen Zelle und Vorderrand,
an der Wurzel hinter der an. ebenfalls schwärzlich bestäubt. Hinter-
flügcl ebenfalls gelb, mit schwarzem Saume, der sehr schnell nach
hinten schmaler wird und vor ax. aufhört. Vorderflügel unten wie
oben, ohne gelben Fleck im schwarzen Saum, letzterer etwas
schmaler, Costa nicht schwarz, sondern braun. Hinterflügel unter-
seits ganz hell, ohne schwarzen Saum, dieser nur von oben durch-
schimmernd, zwischen mg und cu^, cu^ und cug an der proximalen
Seite des Saumes je ein schwarzer (frisch vielleicht metallisch gekernter)
kleiner Fleck. Hinterleib schwarzblau, unten weiß und schwarz geringt.
(1 (J in coli. Mell.) Diese Art stimmt im Geäder mit dem der Genus-
Diagnose überein; von der vorigen Art ist es durch den fehlenden
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
79
gelben Fleck des schwarzen Saumbandes der Vorderflügelunterseite,
von Ps. circumdata Wik. u. a, durch längere Flügel, schwarz bestäubte
Wurzel des Vorderflügelhinterrandes und gelbe Patagia unterschieden.
Gattung: Allocaprima Mart. Hering, n. g.
(J. Im Vorderflügel alle Adern vorhanden, r^ und Tg- 5
gestielt, rg proximal entspringend, mg und mg frei, nicht gestielt,
r^ distal von cug. Im Hinterflüge] alle Adern von der Zelle, sc. mit
dem Zellvorderrand durch Querader verbunden, cuj_ ungefähr in der
Mitte zwischen cug und mg, Entfernung mg — ^mg ungefähr ^/g der
mg^ — cuj.
Genotypus: Aüocaprima (Pidorus) tricoloratus Semp.
**A. tricoloratus Semp. Vorderflügel mit schwarzem Wurzel-
feld, ^/g des Flügels gelb, Saumhälfte schwarz, zum größten Teile
von einem orangebraunen Fleck ausgefüllt; Hinterflügel gelb, der
schwarze Saum ^/g des Flügels einnehmend. Unterseite wie die Ober-
seite, doch auf den Hinterflügeln ebenfalls ein brauner Fleck in
schwarzem Saum.
Gattung: Cryptophysopliilus Mart. Hering, n. g.
(J, 5- Fühler beim ^ ziemlich schwach gekämmt, beim $ nicht
mehr erhalten. Im Vorderflügel alle Adern vorhanden, rg-g gestielt,
rg kaum proximal entspringend, sehr an die Gabelung r^, g angenähert,
m^ sehr weit vom Stiel entfernt, diese Entfernung mindestens ^/g der
Länge des Stieles bis zum Abgehen von rg. nig und mg gestielt, cug
proximal von r^. Im Hinterflügel alle Adern von der Zelle, m^ und
mg auffallend eng nebeneinanderlaufend (verschmelzend?) sc. und
Zellvorderrand durch Queradei verbunden. Zellschlußwinkel mit
zwei annähernd gleich langen Schenkeln, Entfernung cu^^ — cUg doppelt
so groß wie die cu^ — mg. Vorderecken beider Zellen stark vorgezogen.
Gonotypus: Orypt. (Pidorus) hicoloratus Semp.
**Crypt. hicoloratus Semp. Vorderflügel mit schmalem braunen
Wurzelfelde, mit am Proximalrand gebogenen, weniger als ^g des Flügels
einnehmenden Saumbande, sonst gelb. Hinterflügel gelb mit breitem
schwarzen Saumbande; Unterseite ähnlich gefärbt, das Saumband
der Vorderflügel aber hinten viel schmaler, geht nur bis zum Tornus,
auf den Hinterflügeln ist es gleich hinter cu^ viel mehr eingeschnitten;
zwischen mg und cu^ und über diese hinausgehend silberblaue Be-
stäubung, solche auch im Saumbande der Vorderflügel.
Diese zuletzt genannten 4 Gattungen werden wahrscheinlich
nicht zusammengehören; ihnen ist, wie auch der folgenden, ein ge-
wisser Lithosien-ähnlicher Charakter gemeinsam, der aber nicht für
Verwandtschaftsbeziehungen ausgenutzt werden darf. Verfasser
sah sich jedoch vorläufig noch nicht in der Lage, die genannten Genera
richtig unterzubringen.
Gattung: Caprima Wik.
Sämtliche Arten sind im papuanischen Gebiete heimisch.
11. Heft
80
Dr. Martin Hering:
Bestimmungstabelle :
1. Wurzelteil der Hinterflügel oberseits gelb 3.
— Wurzelteil nicht gelb 2.
2. Hinterflügel scbwärzlicb, mit blauglänzendem Saumteil
thaumasta Jord.
-- Hinterflügel schwärzlich, mit weißem Felde nahe der Wurzel 9.
3. Vorderflügel einfarbig dunkel, mit gelbem Querbande, das immer
die Costa, beim $ auch den Hinterrand erreicht und stets in den
Tornus geht, Ader rg im Vorderflügel vorhanden *spectabiIisRothsch.
— Vorderflügel ohne gelbes Querband, oder, wenn dieses vorhanden,
auch noch weitere gelbe oder bräunlichrote Zeichnungen 4.
4. Vorderflügel mit gelbem Längsstrich aus der Wurzel cincta R.- J.
-- Vorderflügel ohne gelben Wurzelstrich, Wurzelfeld fast immer
schwärzlich 5.
5. Alle Flecke der Vorderflügel rein gelb 6.
— • Flecke z. Tl. rötlichgelb 7.
6. Beide hellen Flecke des Vorderflügels länglich ausgezogen,
})arallel obliqiia Rothsch.
— Die VorderfJügelf lecke nicht parallel mutilata WlkA).
7. Das helle Qiierfeld nahe der Wurzel rötlichgelb auraiitiaca Rothsch.
— Dieses Feld rein gelb 8.
8. Hinterflügel unterseits mit grauem Fleck vor der Spitze, das
gelbe Band des Vorderflügels erreicht die Costa, Hinterleib ein-
farbig blauschwarz albifrons Rothsch.
Hinterflügel ohne grauen Fleck, Costa vor dem gelben Feld breit
schwarz, Unterseite des Körpers z. Tl. gelbgrau doliertyi Rothsch.
Hinterrand der Hinterflügel weiß gelida Wik.
Hinterrand schwarz 10.
Der schwarze Hinterrand der Hinterflügel parallel dem Abdominal-
rand plagiata Jord.
— Dieser Rand nicht parallel gclida calida Oberth.
Die Diagnosen von €apr. clirysocoiiia und estlila Prout waren
mir nicht zugänglich.
albifrons Rothsch. Die subsp. lepida Jord. von den Rook-
Inseln hat in 'dem schwarzen Saumfelde einen runden orangefarbenen
Fleck, der nur 1 mm Dun hmesser hat (bei der Nominatform größer).
V. gelida Wik. Die subsp. concinna Jord. von Goodenough-Ins.
hat auf den Vorderflügeln einen viel breiteren orangebraunen Fleck
und infolgedessen schmaleren schwarzen Rand.
€. aiirantiaca Rothsch. Die Rasse von Goodenough-Ins. lauta
Jord. Ähnlich der Nominatrasse, die schwarze Medianbinde der
Hinterflügel schmaler.
€. plagiata Jord. Die Rasse von Goodenough, satishona Jord.
hat im Hinterflügel den weißen Fleck proximal abgestutzt, distal
gerundet, während bei der Nominatform dieser Fleck schräg zum
Außeiirand ausgedehnt ist.
9 Die ssp. henica Jord, von Holl. Neu-Guinea hat kleinere Subbasalflecke
iin Vfl., das gelbe Feld der Hfl. ist deutlich schmaler.
9.
10.
Revision der orientalischen Cbalcosiinen.
81
Gattung: Aphantocephala Feld.
Tabelle der Arten:
1. Flügel einfarbig, ohne hellere Zeichnung, höchstens in der Mitte
dünner beschuppt 2.
— Flügel mit helleren Zeichnungen 3.
2. Flügel schwarzbraun moluccarum Feld.
— Flügel purpurblau, in der Mitte durchscheinend solitaria Jord.
3. Flügel mit breitem gelben gebuchteten Querband
*fragilis Rothsch.
■ — Flügel schwarz, oft metallisch, mindestens Vorderflügel mit
zentralem weißen Felde centralis Rothsch.
Aph. centralis Rothsch. kommt in 3 Rassen vor. Die Nominat-
rasse von Brit.- Neu- Guinea und den D’Entrecasteaux- Inseln hat
im Hinterflügel das weiße Feld höchstens so breit wie das Saumband,
bei subsp. diluta Rothsch. von Holländisch-Neu- Guinea ist dieses
Feld breiter als der blauschwarze Saum, bei subsp. suffusa Jord. von
St. Aignan und Rossel ist das weiße Feld schwärzlich bestäubt.
Inhaltsverzeichnis.
(Zugleich Nachweis der Originalbeschreibungen. Die mit einem * versehenen
Namen sind in Seitz, Großschmetterlinge nicht angeführt. Formen, denen
das Literaturzitat fehlt, sind in vorliegender Arbeit neu beschrieben.)
Seite
ckcelis Hemisc. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 40 76
acharon Pollan. F. Syst. Ent. III,
1 p. 406 14
acrita Hemisc. Rothsch. Nov.
Zool. 1899 p. 440 76
acrocyanea Pomp. H. S. Auß.
Schmett. f. 158/59 40
ada Calliz. Btl. Proc. Z. S. Lond.
1892 p. 122 12
adalifa Mill. Dbld. Ann. M. Nat.
Hist. 19 p. 76 66, 67
adusta Cycl. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 19 33
aedea Heterus. L. Amoen. Acad. 6
p. 403 64, 65
aemula Chalc. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 38 74
aequalis Än&Th. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 14 19
affinis Ch&lc. Guer. Deless. Souv.
Ind. II p. 84 70
Archiv für Naturgeschichte
1922. A. 11.
Seite
*affinis Pomp. Swinh., Ann. M.
Nat. Hist. 1908 p. 64 . . . . 41
Agalcype Wik. Cat. Lep. Het. II
p. 437 14
Aglaope Latr. Gen. Crust. Ins. IV
p. 214 (1809) 44
alhata Chalc. Moore Proc. Z. S.
Lond. 1879 p. 390 72
alberti Heterop. Rothsch. Nov.
Zool. 1905 p. 475 15
*alb{apicalis 'Pomp. Mart. Hering 40
albicostaPLeteiop. Semp. Schmett.
Philipp, p. 431 15
*albicruciata Heterop. Mart. He-
ring 15, 16
albifascia Pid. Moore Lep. Atk.
p. 19 65, 66
albifrons Capr. Rothsch. Nov.
Zool. 1899 p. 436 80
albimacula 'Kht. Hmps. Moths Ind.
I p. 280 37
6 11. Heft
82
t)r. Martin Hering;
Seite
albina Chalc. Hmps. 111. Typ. Het.
Br. M. 9 p. 64 70
albina Prosop. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 34 61
albipuncta Calliz. Hmps. Journ.
Bomb. Soc. 1900 p. 226 .. . 12
albivitta Hemisc. Rotbscb. Nov.
Zool. 1899 p. 439 76
albivitta Psaph. Rothsch. Nov.
Zool. 1900 p. 276 51
*albocel lularisChaAc .Mart.Hering 73
albocyaneum Pomp. Semp.
Schmett. Philipp, p. 435 ... 40
albomedia Herpol. Rothsch. Nov.
Zool. 1897 p. 309 76
*alboplagota Eusph. Beth.-B. Nov.
Zool. 1908 p. 243 54
alcathoe Cycl. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 21 34
alienus Heterop. Jord. Nov. Zool.
1912 p. 146 15
aliris Arnes. Dbl. Ann. Nat. Hist.
19 p. 74 43
*Allocaprima Mart. Hering . . 79
*Allocyclosia Mart. Hering . . 68
alompra Heterus. Moore, Lep.
Atk. p. 16 65
alpherakyi Chalc. Leech, Trans.
Ent. Soc. Lond. 1898 p 345 . 70
altissima Camp Elw. Proc. Z. S.
Lond. 1890 p. 384 41
owa&i7 15 Calliz. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 9 12
amabilis Barbar. Jord., Seitz,
Großschm. 10 p. 36 . . . . 65, 66
.Amesia Duncan, Nat. Libr., Ent.
VII p. 93 (1841) 43
amethystina Poll. Meyr. Proc. L.
S. N. S. Wales (2) 7 p. 792 . 13
ampliatum Pomp. Btl. Proc. Z. S.
Lond. 1878 p. 387 40
analis Arnes. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 25 43
onaZts Heterop. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 13 15
analis Pseudonyct. Snell. ,
Tijdschr. voor Ent. 33 p. 307 49
Seite
Anarbudas Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 14 18
anchora Tryp. Druce, Ann. M-
Nat. Hist. (6) 7 p. 140 ... 19
anethussa Pomp. Druce, Ann. Nat.
Hist. (6) 7 p. 141 40
*angustifasciata Agal. Mart. He-
ring 46
angustipennis Sor. Röb. Entom.
Nachr. 1897 p. 6 56, 60
Heterop. Jord. Seitz, Groß
schm. 10 p. 12 16
annamitica Chalc. Jord. Seitz,
Großschm. 10 p. 38 72
Aphantocephala Feld., Sitz.-B. Ak. ,
Wien 43, p. 30 81
*apicalis Heterop. Jord. Nov.
Zool. 19 p. 147 14
apicalis Isocr. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 11 14
apicalis Poll. Wik. Cat. Het. Br.
M. 1 p. 111 13
appendiculata Heterop. Snell.
Tijdschr. Ent. 1879 p. 75 . . 15
Arbndas Jord. Seitz, Großschm.
10 p. 14 18
argentata Chalc. Moore Lep. Atk.
p. 17 72
argiolina Heterop. Oberth. Ilt.
d’Ent. 19 p. 26 15
argyrospila Tryp. Wik. Cat. Het.
Br. M. 31 p. 126 20
atkinsoni Camp. Moore Lep. Atk.
p. 17 41
atkinsoni Tryp. Moore Lep. Atk.
p. 15 20
atratus Pid. Btl. Ann. Nat. Hist.
(4) 20 p. 401 66
augarra Herpol. R.-J. Nov. Zool.
1905 p. 475 76
aurantiaca Capr. Rothsch. Nov.
Zool. 1899 p. 435 80
auratus Calliz. Cr. Pap. Exot. 3
p. 126 12
*aurifasciata Calliz. Mart. Hering 12
australinda Cycl. Hmps. 111. Typ.
Br. Mus. 8 p. 45 33
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
83
Seite
australisTiY?. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 15 19
auxo Chalc. L. Syst. Nat. (XII)
p. 805 70, 71, 72
*baluensis Eucormops. Mart. He-
ring 39
*bang1cana Cyclos. Mart. Hering 33
*Barbaroscia Mart. Hering . 65, 66
basiflava Agal. Moore Proc. Z. S.
Lond. 1879 p. 391 45
basiflava Herpa Oberth. Et.
d’Ent. XV p. 21 51
basimaculata Philop. Moore Proc.
Z. S. Lond. 1865 p. 800 .. . 47
batjanensis Hist. Jord. Seitz,
Großschm. 10 p. 22 36
battakorum Sor. Dohrn Stett. Ent.
Zeit. 1906 p. 178 57
bicolor Aih. Moore Lep. Atk. p. 20 18
bicolor Sor. Moore Trans. Ent.
Soc. Lond. 1884 p. 955 . . 57, 58
*bicolora Eusph. Beth.*B. Nov.
Zool. 15 p. 242 54
bicoloratus Cryptoph. Semp.
Schmett. Philipp, p. 430 ... 79
bieti Agal. Oberth. Et. d’Ent. XI
p. 29 45
bifasciata Agal. Hope, Trans.
Linn. Soc. Lond. 18 (1840) p. 444 45
bifasciata Pid. Wik. Journ. Linn.
Soc. Lond. 6 p. 99 66
binghamiOjoi. Btl. Ann. Nat. Hist.
(5) 1882 p. 374 32
binotata Sor. Mell Deutsche Ent.
Zeitschr. 1922 p. 127 ... 56, 59
Anarb. Wik. Journ. Linn.
S. Lond. 6 p. 99 19
birmanica Chalc. Jord. Seitz,
Großschm. 10 p. 38 72
bocki Rhod. Swinh. Ann. Nat.
Hist. (7) 16 p. 145 74
boholicaDocleom. Semp. Schmett.
Philipp, p. 432 22
Boradia Moore P. Z. S. Lond.
1879 p. 391 47
boradioides Docleops. Semp.
Schmett. Philipp, p. 429 ... 21
Seite
*Boradiopsis Mart. Hering . . 47
borneensis Psaph. Jord. Seitz,
Großschm. 10 p. 29 51
*bürgersi 'Eusph.. Mart. Hering 54, 55
buruensis Gyn. Roths ch. Nov.
Zool. ,1899 p. 443 35
CadphisesM-Oore Proc. Z. S. Lond.
1865 p. 800 48
*callerema Herpol. Jord. Nov.
Zool. 19 p. 149 76'
calida Capr. Oberth. Et. d’Ent.
19 p. 28 80
Callizygaena Feld. Reis. Nov. Het
Erk. pl. 75—107 p. 2 (1875). . 11 '
camadeva Psaph. Dbl. Ann. Nat.
Hist. (1847) 19 p. 75 ... . 51
campa Chalc. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 37 70, 72
Campyloies Westw. Royl. Himal.
p. 53 (1839) 41
candidaChoXo,. Voll. Tijdschr. Ent.
6 p. 135 66, 67
Caprima Wik. Cat. XXI. p. 128 79
*cardinalis Mill. Moore Lep. Atk.
p. 18 67
carneola Bor. Moore Proc. Z. S.
Lond. 1879 p. 392 47
*casta Eusph. Jord. Nov. Zool.
22 p. 295/96 54
castigota Cycl. Wik. Cat. Lep. Het.
31 p. 115 30
catobia Hist. Dohrn Stett. Ent.
Zeit. 1899 p. 251 37, 38
caudaia EIg. Brem. Lep. Ost-Sib.
p. 97 47
celebensis Gyn. Roths ch. Nov.
Zool. 1899 p. 443 35
celebensis Psaph. Jord. Seitz,
Schmett. 10 p. 29 51
centralis Aphant. Rothsch. Nov.
1899 p. 433 81
Chalcophaedra Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 39 74
Chalcosia Hb. Verz. p. 173 .. . 69
chartacea Cycl. Swinh. Cat. Het.
Oxon p. 69 26, 27
6* 11. Heft
84
Br. Martin Hering:
Seite
chartaceomorpha Cycl. Mart. He-
ring 26,27
chinensis Erasm. Jord. Seitz,
Großschm. 2 p. 12 42
chitonea Heterop. Jord. Seitz,
Großschm. 10 p. 12 16
*cTirysocoma Capr. Front Arm.
Nat. Hist. 2 (1919) p. 416. . . 80
cicada Sor. Feld. Reis. Nov. Lep.
2 pl. 83 f. 8 57
cingala Heterus. Moore Ann. Nat.
Hist. (4) 20 p. 343 64
cincta Capr. Rothsch. Nov. Zool.
1905 p. 477 80
circe Pid. H. S. Auß. Schmett. f. 2 65
circinaia Sorit. H. S. Auß.
Schmett. p.57 57
circumdata Pseudosc. Wik. Cat.
Het. Br. M. 31 p. 121 ... . 77
*citrana Pseudosc. Mart. Hering 77
*Clematoessa Jord. Nov. Zool. 22
p. 297 52
coeruleus Heterop. Jord. Seitz,
Großschm. 10 p. 13 15
coliadoides Chalc. Wik. Journ.
^ Linn. S. Lond. 6 p. 87 ... . 73
cometaris Hist. Btl. Aim.Nat.Hist.
(5) 10 p. 374 37, 38
*concinna Capr. Jord. Nov. Zool.
21 (1914) p. 253 80
constrictiLS Pid. Wik. Cat. Lep.
Het. 3 p. 185 66
corculum Pid. Btl. 111. Typ. Lep.
Het. 5 p. 25 65
Corma Wik. Cat. Lep. Het. 31
p. 124 48
coronias Pollan. Meyr. Proc. Linn.
S. N. S. Wales (2) 1 p. 792 . 13
costatü Rhod. Wik. Cat. Lep. Het.
2 p. 439 74
costimacula Sor. Auriv. Entom.
Tidskr. 1894 p. 169 .... 56, 57
*Cryptophysophilus Mart.Hering 79
Heterus. Oberth. Bull. Soc.
Ent. Fr. 1910 p. 314 .... 64
cuprea Cycl. Swinh. Trans. Ent.
S. Lond. 1891 p. 475 ....
Seite
cupreatus Heterop. Hmps. Moths
Ind. 1 p. 256 15
cupreus Pollan. Wik. Cat. Lep.
Het. 1 p 115 13
curiosa Cycl Swinh. Arm. Nat.
Hist. (7) VI p. 305 .... 22, 25
cyanea Erasm. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 24 42
cyaneus Heterop. Jord. Seitz,
Großschm. 10 p. 12 . . . . ^15, 16
cyanivenaMiW.. Hmps. Moths. Ind.
1 p. 263 67
cyanota Pollan. Meyr. Proc. Linn.
S. N. S. Wales (2) I p. 793 . . 13
Cyclosia Hb. Verz. p. 177. . . . 22
cyrtusVid. Jord. Seitz, Großschm.
10 p. 35 66
danaides Cycl. Wik. Cat. Lep.
Het. 31 p. 114 24,26,27
davidi Agal. Oberth. Et. d’Ent.
IX p 19 45
decipiens Hseudon. Snell.Tijdschr.
V. Ent. 1898 p. 29 49
dejeani Agal. Oberth. Et. d’Ent.
XVIlIp. 20 45
deligata Tryp. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 15 19
desgodinsi Camp. Oberth. Et.
d’Ent. IX p. 18 41
desmiata Am^s. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 25 43
diana Chalc. Btl. P. Z. S. Lond.
1877 p. 815 72
dichroa Pseudosc. Jord. Seitz,
Großschm. 10 p. 33 77
difformis Heterop. Jord. Seitz,
Großschm. 10 p. 12 16
diluta Aphant. Rothsch. Nov.
Zool. 1899 p. 434 81
diluta Agal. Jord. Seitz, Groß-
schm. 2 p. 13 47
diminuia Proc. Wik. Cat. Lep.
Het. 1 p. 230 13
dissimilis Tiyp. Snell. Tijd. v.
Ent. 1902 p. 220 19
dissimulata Pseudon. Wik. Joum.
Linn. S. Lond. 1862 p. 96. . . ^-49
28
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
85
distanti Cycl. Druce Ami. Nat.
Hist. (6) VII p. 142
distincta Prosop. Guer. Deless.
Souv. Ind. p. 85
Doclea Wik. Cat. Lep. Het. 31
p. 122
* Docleomorpha Mart. Hering .
Docleopsis Jord. Seitz, Großschm.
10 p. 16
dohertyi Capr. Rothsch. Nov.
Zool. 1899 p. 437
doAcrfyt Docleops. Rothsch. Nov.
Zool. 1899 p. 437
dohertyi Elcysm. Elw. Proc. Z. S.
Lond. 1890 p. 386
dolens Heterop. Druce Proc. Z. S.
Lond. 1888 p. 420
doZewsHist. Druce Ann. Nat. Hist.
1888 p. 62
dolens Pollan. Wik. Cat. Lep. Het.
1 p. 112
dolosaCycX. Jord. Seitz, Großschm.
10 p. 21
drataraja Prosop. Moore Cat. Lep.
E. J. Comp. 2 p. 753 ... .
duhernardiKeteras. Oberth. Bull.
Soc. Ent. Fr. 1910 p. 315 .. .
duganga Docleops. Semp.
Schmett. Philipp, p. 430 . . .
dulcis Heterus. Btl. 111. Typ. Brit.
Mus. 5 p. 21 .
edocla Heterus. Dbl. Zoolog. 2
p. 468
*ekeikei Eusph. Beth. -B. Nov.
Zool. 15 p. 242
Elcysma Btl. Tr. Ent. S. 1881 p. 4
electra Cycl. Swinh. Ann. Nat.
Hist. (7) 15, p. 149
elizabetha Sorit. Wik. Cat. Lep.
Het. 2 p. 433
elliptica Tryp. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 15
*elongatissima Herpa Oberth.
Bull. Soc. Ent. Er. 1910 p. 314
empyrea Pollan. Meyr. Proc. Linn.
Soc. N. S. Wales (2)1 p. 792 . .
Seite
enganica ChaXc. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 38 73
Erasmia Hope, Tr. Linn. Soc.
Lond. 18 p. 446 (1841) ... 41
* Erasmiphlebohecta Strand Arch.
f. Naturgesch. 1916 A. 3 Hft. 3 42
*eremophila Heterop. Mart.
Hering 16, 17
*ernina Mill. Mell 68
eronioides Agal. Moore Lep. Atk.
p. 15 .... 45, 47
erythrota Hestioch. Meyr. Proc.
Linn. S. N. S. Wales (2) I p. 789 * 13
*esthla Capr. Prout Ann. Nat.
Hist. 2 (1919) p. 412 .... 80
Eterusia Hope Trans. Linn. Soc.
18 p. 445 = Heterusia ... 63
eucharia Cycl. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 20 23
euchromioides Pid. Wik. Lep. Het.
Br. M. 31 p. 120 65
Eucorma Jord. Seitz, Großschm.
10 p. 30 52
Eucormopsis Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 22 39
* Eumorphiopais Mart. Hering. 17
euphaena Eucorma Jord. Seitz,
Großschmett. 10 p. 30 ... . 52
euploeoides Arnes. H. S. Auß.
Schmett. f. 9, 10 .... 43, 44
eupomia Phleb. Swinh. Ann. Nat.
Hist. (7) 19 p. 166 75
eurrhodia Hist. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 22 36
euschemoides Moore Proc. Z. S.
Lond. 1865 p. 802 51
eusemoides Eucorma Feld. Reis.
Nov. pl. 83 f . 10 = ohliquaria F. 52
Eusphalera Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 31 53
*Euxanthopyge Mart. Hering . 62
excelsa Camp. Oberth. Et. d’Ent.
20 p. 54 41
eximia Chalc. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 37 70
erpdnsa Thaumast. Wik. Cat. Lep.
Het. 31 p. 73 19
Seite
24
61
21
22
21
80
21
47
15
36
13
34
61
64
21
64
64
54
47
24
57
19
51
' 13
11. lieft
86
Dr. Martin Hering:
Seite
*extrema Cycl. Grünb. Sitz. Ber.
Naturf. Fr. Berlin 1908 p.286/91 32, 34
*fasciata Enspb. Jord. Nov. Zool.
22. p. 295/96 54
fergussonica Hemisc. Jord. Seitz,
Großschm. 10 p. 40 76
ilavalis Tryp. Hmps. Moths. Ind.
1 p:250 19
flavicollisQhdXc. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 38 71
flavicosta Phleb. Elw. Proc. Z. S.
Lond. 1890 p. 386 75
flavimacula Arbud. Hmps. Moths
Ind. 1 p. 256 18
flavomaculata Sorit. Mösch 1.
Stett. Ent. Zeit. 33 p. 343 ... 57
*formosana Chalc. Mats. 1000 Ins.
Suppl. 3 (1911) p.25 . . . . 74
formosana Heterus. Jord. Seitz,
Großschm. 10 p. 34 64
* formosana Wilem. = taiwana
Wilem 64
♦formosana Rhodops. Mats. 1000
Ins. Suppl. 3 (1911) p. 58. . . 74
*formosibia Strand Arch. f. Na-
turgesch. 1916 = taiwanaWilem. 65
fragilis Aphant. Roths ch. Nov.
Zool. 1899 p. 437 81
fragilis Corma Wik. Journ. Linn.
S. Lond. 6 p. 98 48
fraterna Gyn. Moore, Proc. Z.
S. Lond. 1883 p. 15 34
fritzei Erasm. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 24 42
*fuhoshonis Mill. Strand Arch. f.
Naturgesch. 1916 A. 3 Heft 3. 67
Mi 11. Wik. Cat. Lep. Het.
2 p. 418 67
fumigata Docleops. Rothsch. Nov
Zool. 1899 p. 438 21
fumosa Hemisc. Rothsch. Nov.
Zool. 1899 p. 440 76
funerea Arhud. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 13 18
fuscescens Heterop. Dohrn Stett.*
Ent. Zeit. 1906 p. 182 15 |
Seite
fuscescens Phleb. Moore Lep.Atk.
p. 16 75
gana Calliz. Swinh. Trans. Ent. S.
Lond. 1891 p. 133 12
*gaedei Sor. Mart. Hering . . 56, 60
gedeana Arnes. Frühst. Ent.
Nachr. 1897 p. 64 43
gelida Capr. Wik. Cat. Lep. Het.
31 p. 129 80
gemina Pid. Wik. Cat. Lep. Het.
2 p. 427 66
glacialis Agal. Btl. 111. Typ. Br. M.
5 p. 26 45
glacialis Agal. Moore P. Z. S.
Lond. 1872 p. 570 45, 46
glauca Cycl. Wik. Cat. Lep. Het.
7 p. 1672 32
glaucon Calliz. Semp. Schmett.
Philipp, p. 427 12
glaucopis Pid. Drury Illustr.
Entomol. 2 65, 66
*g'/awcop/o^a Chalc. Mart. Hering 73
glenum Pomp. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 23 40
gloriosus Psaph. Rothsch. Nov.
Zool. 1900 p. 275 51
gracilis Lept. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 13 18
*grandis Agal. Mell Deutsche Ent.
Zeitschr. 1922 p. 129 45
grandis Opis. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 31 52
g'nsea Boradiops. Semp. Schmett.
Philipp, p. 436 47
griseifusa Pseudon. Hmps. Moths
Ind. 1 p. 264 49
Gynautocera Guer. Mag. Zool.
1831 Ins. pl. 12 34
hainana Chsdc. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 38 73
Äamawa Erasm. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 24 42
hamiltoni 'MiW. Swinh. Trans. Ent.
S. Lond. 1891 p. 475 ... 67, 69
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
87
Seite
hampsoni Euc. Holl. Nov. Zool.
1900 p. 559 52
Hampsonia Swinh. Aiin. Nat.
Hist. (6) 14 p. 443 41
hecahe Cycl. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 20 23, 24
hemileuca Agal. Rothsch. Nov.
Zool. 1904 p. 322 45
Hemiscia Jord. Seitz, Großschm.
10 p. 40 76
henica Capr. Jord. Nov. Zool. 19
p. 149 . . 80
Herpa Wik. Cat. II p. 441 (1854) 51
Herpolasia R.-J. Nov. Zool. 1905
p. 475 76
hestinoides Cycl. Wik. Journ. L. S.
Lond. 6 p. 98 32
HestiochoraMeyT. Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales (2) I p. 787 . . . 13
Heteropan Wik. Cat. II p. 440 . . 14
Heterusia Hope Tr. Linn. Soc.
Lond. 18 p. 445 63
*hexophthalma Euxanth. Mart.
Hering 62
hilaris Pid. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 36 65
Histia Hb. Verz. p. 198 ... . 36
histrionicus Camp.Westw. Royle’s
111. Himal. Lep. p. 53 . . . . 41
hobsoni Erasm. Btl. Ann. Nat.
Hist. (6) 4 p. 53 42
Äormema Cycl.H.-S. Auß. Schmett.
f. 8 34
*hosemanniTTyp. Mart. Hering 19, 20
humeralis Tryp. Wik. Cat. Lep.
Het. 2 p. 1593 20
hyalina Agal. Ko 11. Hug. Kasch-
mir 4 p. 462 45
idaeoides Chalc. H.-S. Auß. Schm.
f. 6 71, 72
imitans Cycl. Btl. P. Z. S. Lond.
1884 p. 24 24, 26, 32
Immaculata Agal. Leech Tr. Ent.
Soc. 1898 p. 344 44
*inclusoides Cycl. Mart. Hering 24, 31
inclusus Cycl. Wik. Cat. Lep. Het.
31 p. 117 23, 24
Seite
indistincta Prosop. Swinh. Cat.
Het. Oxfd. p. 74 61
infausta Aglaop. L. Syst. Nat.
(XII) p 807 14
inornataCycl. Wik. Cat. Lep. Het.
31 p. 111 24, 26
insignis Aiid^rh. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 14 18
intercisa Eucorma Wik. Cat. Lep.
Het. 2 p. 366 52
Hntermedia Chalc. Mart. Hering 73
Hnterrupta Eucorma Mart. He-
ring 52
invaria Pseudon. Wik. Cat. Lep.
Het. 31 p. 123 49
iridescens Levuana Beth.-B. Ann.
Nat. Hist. (7) 18 p. 344. . . . 18
Hscatus Heterop. Jord. Nov. Zool.
19 p. 148 15, 16
Isocramhia Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 11 14
*jahni Pseudon. Mart. Hering 49, 50
javana Calliz. Rothsch. Nov.
Zool. 1903 p. 483 12
javana Arnes. Dohrn Stett. Ent.
Zeit. 1906 p. 173= gredeawaFruhst. 43
*javanensis Cadph .Mart Hering 48
javanica Agal. Auriv. Ent. Tidskr. .
1894 p. 171 45
*javanica Sor. Mart. Hering. 55, 59
javanica Tryp. Snell. Tijd. Ent.
1902 p. 218 19
javanicus Psaph. Rothsch. Nov.
Zool. 1896 p. 56 51
jordani Rhodops. Oberth. Bull.
Ent. Soc. Fr. 1910 p. 314 .. . 74
jucunda Calliz. Rothsch. Nov.
Zool. 1903 p. 483 12
lacreuzi Heterus. Oberth. Bull.
Soc. Ent. Fr. 1910 p. 315 .. . 64
*lcbbuana Cycl. Mart. Hering. . 32
lampra Eucormops. Jord. Seitz,
Großschm. 10 p. 22 39
laranda Corma Druce Ann. Nat.
Hist. (6) 18 p. 235
48
88
Dr. Martin Hering:
Seite
lata Sorit. Jord. Seitz, Großschm.
10 p. 32 60
latifasciaia Chalc. Btl. Tr. Linn.
Soc. Lond. (2) 1 (1879) p. 559 . 72
lativitia Heteras. Moore Lep. Atk.
p. 15 63
*lauta Capr. Jord. Nov. Zool. 21
p. 253 80
*ledouxi Clemat. Mart. Hering 52, 53
leechi Vid. Jord. Seitz, Großschm.
2 p. 11 65
leis Arbud. Swinh. Ann. Nat.
Hist. (6) 14 p. 442 18
leno Pid. Swinh. Ann. Nat. Hist.
(7) 4 p. 305 66
lepcha Hetenis. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 34 64
*lepida Capr. Jord. Nov. Zool.
1914 p. 253 80
leptalina Sor. Ko 11. Hüg. Kasch-
mir p. 462 57
leptalinoides Sor. Auriv. Entom.
Tidskr. 1894 p. 169 57
*leptalinoides Sor. Strand Arch.
f. Naturgesch. 1916 A. 3 Heft 3 57,58
Leptozygaena Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 13 18
leucas Arbud. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 13 18
leucopleura Poll. Meyr. P. Linn.
S. N. S. Wales (2)1 p. 792 ... 13
Levuana Baker Ann. Nat. Hist.
(7) 18, 1906 p. 344 18
libelluloides Hist. H. S. Auß.
Schmett. f. 11, 12 37, 38
ligata Eusph. Rothsch. Nov. Zool.
1903 p. 483 54
*lingnami Mill. Mell Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1922 p. 129 . . 67
lithosina Phleb. Feld. Reis. Nov.
T. 83 f. 6 75
livida Agal. Moore P. Z. S. Lond.
1879 p. 391 45
lomhokensis Hist. Rot sch. Nov.
Zool. 1899 p. 442 37
Ingens Arnes. Dohrn Stett. Ent.
Zeit. 1906 p. 173 43
Seite
lutea Isocr. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 11 14
luteago Cycl. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 19 28
luteola Herpa Leech Tr. Ent. Soc.
Lond. 1898 p. 341 51
*luiescens Eusph. Beth.-B. Nov.
Zool. 1908 p. 243 54
luzonensis Tryp. Semp. Schmett.
Philipp, p. 428 19, 20
lycaenoides Heterop. Wik. Cat.
Lep Het. 31 p. 182 15
lypusa Phleb. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 40 75
maassi Cycl. Grünb. Sitz. Ber.
Naturf.Fr. Berlin 1908 p.286/91 32, 34
macularia Cycl. Guer. Deless.
Souv. Ind. p. 83 . . 23, 25, 30, 32
maculata Cadph. Moore Proc. Z.
S. Lond. 1865 p. 801 .... 48
maculata Corma Hmps. Moths
Ind. 1 p. 268 48
maculosa Camp. Wilem. Entomo-
log. 43 p. 178 (1910) .... 41
magnifica Hetenis. Btl. Tr. Ent.
Soc. Lond. 1870 p. 5 65
major Sor. Jord. Seitz, Großschm.
10 p. 32 57
malaccensis Sor. Jord. Seitz,
Großschm. 10 p. 32 57
mambarensis Kemific. Jord. Seitz,
Großschm. 10 p. 40 76
marginale Pseudon. Voll. Tijd.
Dierk. 1863 p. 63 49, 50
marginaia Pomp. Guer. Deless.
Souv. Ind. p. 84 40
meeki Hemisc. Rothsch. Nov.
Zool. 1896 p. 325 76
melaleuca Isocr. R.-J. Nov. Zool.
1905, p. 477 14
melasina Cycl. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 17 32
metachloros Cycl. Wik. Cat. Lep.
Het. 2 p. 281 23, 30
midamiaCycl. H.-S. Auß. Schmett.
f. 7 24, 34
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
89
Seite
miles Pid. Btl. 111. Typ. Br. Mus. 5
p. 25 65
Müleria'R.-^. Auß. Schm. p. 78 . 66
*Mimascaptesyle Mart. Hering . 77
minima Camp. Obertli. Et. d’Ent.
19 p. 25 41
♦mmtTTta Pseudon. Mar t.He ring 49, 50
mirifica Prosp. Swinh. Ann. Nat.
Hist. (7) 11 p. 500 61
modesta Arnes. Snell. Tijd. v. Ent.
1902 p. 178 43, 44
modesta Pomp. Dohrn Stett. Ent.
Zeit. 1906 p. 163 40
modesta Sciod. Jord. Seitz, Groß*
schm. 10 p. 17 21
moerens Sor. Oberth. Bull. Soc.
Ent. Fr. 1910 p. 315 .... 55
moluccarum Aphant. Fld. Sitz.
Akad. Wien (43) 1861 p. 30 . 81
moorei Cadph. Btl. P. Z. S. Ld.
1875 p. 392 48
mutilataCeipT . Wik. Cat. Lep. Het.
31 p. 121 80
myrrhina Chalc. Hmps. 111. Typ.
Br. M. 9 p. 63 72
namouna Arnes. Dbl. Ann. Nat.
Hist. 19 p. 74 43
*ni Heterus. Swinh. Ann. Nat.
Hist. 16 (1919) p. 177 ... . 65
niasica Hist. Dohrn Stett. Ent.
Zeit. 1899 p. 252 37
*nicobarensis Cycl. Mart. Hering 33
nigrescens Cycl. Moore P. Z. S.
Ld. 1877 p. 600 33
nigribasalis Sor. Hmps. Moths.
Ind. 1 p. 253 ....... . 57
nigrina Hist. Jord. Seitz, Groß-
schm. 2 p. 13 5
nigrovata Eusph. Beth.-B. Nov.
Zool. 1908 p. 242 54
nilgira Hist. Moore Lep. Atk.
1879 p. 18 37, 38
nitida Mill. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 37 67
nivimacula Fld 12
nivipetens Qyc\. Wik. Journ. Linn.
S. Lond. 1859 p. 185 ... 23, 25
Seite
nivosa Hist. Rothsch. Nov. Zool.
1896 p. 56 36
noctipennis Arnes. Wik. Journ.
Linn. S. Lond. 6 p. 95 .... 43
nyctemeroides Chalc. Semp.
Schmett. Philipp, p. 433 ... 71
nympha Chalc. Moore P. Z. S.
Ld. 1878 p. 704 71. 74
obliquaQ,Q.pi. Rothsch. Nov. Zool
1899 p. 435 80
obliquaria Eucorma F. Mant. Ins.
(2) p. 194 52
obscurascens Heterus. Strand,
Arch. f. Naturgesch. 1916 A 3
Heft 3 65
öbtusa Chale. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 38 73
ochracea Sorit. Auriv. Ent. Tidskr.
1894 p. 170 56
ochracea Herpa Leech Tr. Ent.
Soc. Ld. 1898 p. 340 .... 51
ochrea Arbud. Elw. P. Z. S. Lond.
1890 p. 385 18
*ochrolophus Pid. Mell Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1922 p. 128 . . 65
octopunchta Sor. Möse hl. Stett.
Ent. Zeit. 33 p. 344 58
oenone Prosop. Btl. Entom. Month.
Mag. 20 p. 57 61, 62
*olgae Agal. Mart. Hering . 45, 46
olivascens Sor. Moore Lep. Atk.
p. 16 56, 58
Opisoplatia Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 30 ....... 52
padangana Cycl. Jord. Seitz,
Großschm. 10 p. 21 34
*pagenstecheri Cycl. Grünb. Sitz.
Ber. Naturf. Fr. 1908 p. 286/91 24, 32
pow^ÄowaCycl.Cr.Pap.Exot.4 p.68 24, 25
papilionaria Gyn, Guer. Mag.
Zoolog, p. 12 34
papilionaris Cycl. Drury Exot.
Ent. 2 p. 4 24, 25, 33
parthenie Agal. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 26 46
parvulus Cycl. B tl. Ann. Nat. Hist.
(5) 12, p. 160 = venaria'F. . . 33
11. Heft
Seite
Seite
pametChalc. Pouj. Le Natural. 13
(1891) p. 143
pavo Gyn. Dohrn Stett. Ent. Zeit.
1899 p. 247
pectinicornis Chalc. L. Syst. Nat.
(X) p. 495 = thallo L. ...
*peraffinis Chalc. Strand Arch.
f. Naturgesch. 1916 A. 3 H. 3
*peraJcensis Cycl. Mart. Hering 23,
perlata Pseudon. Jord. Seitz,
Großschm. 10 p. 28 . . . .
pexi fascia Ames. Btl. Journ. Linn.
S. Lond. 13 p. 115
phalaenaria Chalc. Guer. Deless.
Souv. Ind. II p. 84 . . . . 70,
philippensis Pomp. Druce Arm.
Nat. Hist. (6) 7 p. 141 ... >
*philippinensis Gyn. Mart. He-
ring 35,
philomela Gyn. H. S. Auß.
Schmett. f. 14
Philopator Moore P. Z. S. Ld.
1865 p. 800
Phlehohecta Hmps. Moths Ind. I
p. 251
phonia Cycl. Swinh. Arm. Nat.
Hist. (7) 8 p. 124.
Pidorus Wik. Cat. Lep. Het. II
p. 424
*picturata Erasmiphl. Wilem.
Entom. 43. p. 139
pieridoides Cycl. H. S. Auß. Schm.
f. 5 23, 26,
pieroides Cycl. Wik. Journ. Linn.
S. Lond. 6 p. 97 23,
plagiata Capr. Jord. Nov. Zool.
19 p. 150
*plagiata Eusph. Jord. Nov.
Zool. 22 p. 295/96
*podagra Cycl. Swinh. Ann. Nt.
Hist. 1908 (1) p. 64
Pollanisus Wik. Cat. Lep. Het. I
p. 114
Pompelon Wik. Cat. Lep. Het. II
p. 413
*porphyropyga Allocycl. Mart.
Hering
*postlutea Heterus. Strand Arch.
f. Naturgesch. 1916 A. 3 H. 3 64
pratti Campyl. Leech Entom.
XXIII (1890) p. 109 41
*pratti "Eusph. Beth.-B. Nov. Zool
1908 p. 242 54 .
preimsa Chalc. Wik. Cat. Lep. Het.
31 p. 116 70
primularis Aga\. Btl. P. Z. S. Lond.
1875 p. 392 45
primulina Herpa Elw. P. Z. S. Ld.
1890 p. 382 51
Procotes Btl. P. Linn. Soc. Ld.
XII p. 355 13
Procris F. 111. Mag. VI p. 289 . . 14
producensTiyp.Wlh.. Journ. Linn.
Soc. Lond. 1862 p. 88 . . . . 19
*proprimarginata Het. Prout Ann.
Nat. Hist. 1918 p. 312 ... . 65
* Prosopandrophi Za Mart. Hering 60
Psaphis Wik. Cat. Lep. Het. II
p. 433 51
Pseudony ctemera Snell. Tijd. v.
Ent. 1902 p. 210 48
* Pseudoscaptesyle Mart. Hering 76
*pseudospargens Cycl. Mart. He-
ring 25, 28
jmlchella Erasm. Hope Trans.
Linn. S. Lond. 18 p. 146 . . 41, 42
pulchella Sor. Ko 11. Hügel Kasch-
mir 4 p. 461 57, 58
pulcherrima Hamps. Swinh. Ann.
Nat. Hist. (6) 14 p. 443 . . . 41
pura Pseudon. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 28 49
purpurea Cycl. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 19 23, 25, 30
purpuralis Pseudosc. Jord. Seitz
Großschm. 10 p. 32 .... . 77
quadrifasciata Chalc. Moore Lep.
Ceyl. 2 p. 45 72
*quadripla^a Eumorph. Mart.
Hering 17
rajah Heterus. Moore Cat. Lep.
E. J. Comp. 2 p. 320 . . . . 63, 65
reducta Gyn. Rothsch. Nov. Zool.
1899 p. 442 35
74
35
72
74
,29
49
43
72
40
36
34
47
75
30
65
42
32
25
80
54
34
13
39
69
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
91
Seite
refouhsi JMill. Oberth. Bull. Soc,
Ent. Fr. 1910 p. 315 .... 67
regina Eusph. Rothsch. Nov.
Zool. 1903 p. 484 53
remota Chalc. Wik. Cat. Lep. Het.
II p. 431 70
repleta Heter. Wik. Cat. Lep. Het.
31 p. 118 63, 65
reticularis Chalc. Leech Tr. Ent.
S. Ld. 1898 p. 344 71
Retina Wik 75
reverdini Rhodops. Oberth. Bull.
Soc. Ent. Fr. 1910 p. 314 . . 74
rhadamantha Cycl. Btl. Proc. Z. S.
Lond. 1877 p. 169 25, 27
rhodope Hist. Cr. Pap. Exot. 1 . . 37
Rhodopsona Jord. Seitz, Groß-
schm. 2 p. 10 74
risa Sorit. Dbl. Zoolog. 2 (1844)
p. 468 55, 56
romanovi Campyl. Leech Tr. Ent.
S. 1898 p. 346 41
rotundaVhWop. Hmps. Moths Ind.
4 p. 470 47
rotundataVomp. Swinh. Cat. Het.
Oxfd. p. 72 = acrocyanea H. S. 40
ruhiginosa Rhodops. Leech Tr.
Ent. S. Lond. 1898 p. 338 ... 74
*rubriscutellata Gyn. Mart. He-
ring 34, 35
ruhrivitta Retin. Wik. Cat. Lep.
Het. 2 p. 439 75
rufiventris Hestioch. Wik. Cat.
Lep. Het. 1 p. 110 13
rutila Rhodops. Jord. Nov. Zool.
17 p. 256 74
sambatvana Tryp. Jord. Seitz,
Großschm. 10 p. 15 20
sangaica Erasm. Moore Ann. Nat.
Hist. (4) 20 p. 86 41
sanguiflua Ames. Drury Illustr.
Entom. 2 p, 35 43
*satisbona Capr. Jord. Nov. Zool.
1914 p. 253 80
*satisbonensis Eusph. Jord. Nov.
Zool. 22 p. 295 54
Seite
Ames. Mart. Hering . . 43
scintillans Heterop. Wik. Cat. Lep.
Het. 2 p. 441 15
Sciodoclea Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 17 21
scotais Psaph. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 30 51
*Scotopais Mart. Hering . . . 75
semiflava Eusph. Rothsch. Nov.
Zool. 1904 p. 447 53, 54
semihyalina Tryp. Ko 11. Hüg.
Kaschmir IV, 2 p. 457 . . /l9, 20
semperi Calliz. Druce P. Z. S.
Lond. 1885 p. 519 11
sexpunctata Heterus. Dbl. Ann.
Nat.Hist. 1847(19)p. 77 ... 57
shahama Sor. Moore P. Z. S.
Lond. 1865 p. 801 57
sikkimensis Camp. Elw. P. Z. S.
Lond. 1890 p. 384 41
*sinica Erasmiphl. Mell Deutsche
Ent. Ztschr. 1922 p. 129 .. . 42
sinica Herp. Oberth 51
snelleni Cycl. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 20 25, 30
sobria Cycl. Wik. Cat. Lep. Het.
31 p. 112 27
solitaria Aphant. Jord. Seitz,
Großschm. 10 p. 42 81
sordidus Cycl. Wik. Journ. Linn.
S. Lond. 6 p. 98 23, 25
Soritia Wik. Cat. Lep. Het. II
p. 435 55
spargens Cycl. Wik. Cat. Lep. Het.
31 p. 115 24, 26, 28
spectabilis Capr. Rothsch. Nov.
Zool. 1899 p. 434 80
*splendens Eusph. Beth.-B. Nov.
Zool. 1908 (15) p. 243 ... . 54
splendens Pid. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 36 65
splendida Camp. Elw. P. Z. S.
Lond. 1890 p. 384 41
steleus Pid. Jord. Seitz, Groß-
schmett. 10 p. 35 66
Stigma Docleops. Rothsch. Nov.
Zool. 1899 p. 440 21
11. lieft
92
Dr. Martin Hering:
Seite
striata Cycl. Druce Ann. Nat.
Hist. (6) 7 p. 142 34
subcincta Chalc. Jord. Seitz,
Großsclim. 10 p. 38 74
suhcyanea Heterus. Wik. Cat. Lep.
Het. 2 p. 430 63
suhcymea Pomp. Swinh. Cat.
Oxfd. p. 71 40
Poll. Wik. Cat. Lep. Het.
31 p. 62 13
subhyalina Herpa Moore Lep.
Atk. p. 18 51
*suh flava Cycl. Moore P. Z. S. Ld.
1879 p. 392 26
*subjlava Eusph. Beth.-B. Nov.
Zool. 1908 p. 241 64
sublutea Heterus. Wik. Cat. Lep.
Het. 2 p. 430 64
*sublutea Eusph. Beth.*B. Nov.
Zool. 1908 p. 242 54
*submacula Heterop. Wilem. En-
tomol. 43 p. 310 (1910) ... 16
submaculans Cycl. Wik. Journ.
Linn. S. Lond. 3 (1859) p. 185 23, 34
*subnigra Heterus. Beth.-B. Ann.
Nat. Hist. 8 (1911 )p. 543 ... 65
suffusa Aphant. Roths ch. Nov.
Zoo. 1899 p. 434 81
suffusa Chalc. Leech Tr. Ent. S.
Lond. 1898 p. 343 71, 73
*suffusaCycl. Mart. Hering 23, 25, 31
sulaensis Docleops. Jord. Seitz,
Großschm. 10 p. 16 21
sumatrana Hist. Rothsch. Nov.
Zcol. 1899 p. 441 37
sumbanaTry^). Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 15 20
*sumbawana Hist. Mart. He-
ring 38
syfanica Chalc. Oberth. Et. d’Ent.
XIX p. 33 70
syntomoides Doclea Wik. Cat. Lep.
Het. 31 p. 122 21
iahanica Hist. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 22 38
*taiwana Heter. Wilem. Ent. 44
p. 362 64
Seite
*tamara Cycl. Mart. Hering . 22, 28
taminata Pseudon. Jord. Seitz,
Großschm. 10 p. 28 49
taprobanes Tryp. Wik. Cat. Lep.
Het. 2 p. 435 . 19
*terioides Mimasc. Mell Deutsch.
Ent. Zschr. 1922 p. 127 ... 78
thaivana Chalc. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 38 73
thallo Chalc. L. Syst. Nat. (XII)
p. 756 72
thaumastaCapT. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 41 . . ’ £0
Thaumastophleps Jord. Seitz,
Großschm. 10 p. 14 19
thedoides Cycl. Wik. Journ. Linn.
S. Lond. 1862 p. 99 . . . . 23,25
thibetana Chalc. Oberth. Et.
d’Ent. 19 p. 32 70
tiberinaChalc.CT. Pap. Exot. 1 p.52 72
*transita Cycl. Mart. Hering. . 30
Hransita Sor. Mart. Hering. 56, 60
*transitaria Cycl. Mart. Hering 26
trepsichrois Cycl. Btl. Ent.
Month. Mag. 20 p. 57 . . . 32, 34
Hriangularis Cycl. Mart. Hering 33
tricolor Heterus. Hope Tr. Ent.
S. Lond. 18 (1840) p. 445 .. . 64
tricolor Hestioch. Wik. Cat. Lep.
Het. I p. 111 13
tricolor l&ocx. R.-J. Nov.Zool. 1905
p. 447 14
tricoloratus Allocapr. Semp.
Schmett. Philipp, p. 431 ... 79
trimacula Pollan. Wik. Cat. Lep.
Het. I p. 100 13
tristis Cycl. Jord. P. Z. S. Lond.
1902 p. 247 26
tristis Scotop. Mell Deutsch. Ent.
Zschr. 1922 p. 127 75
Trypanophora Ko 11. Hüg. Kasch;
mir p. 457 19
truncata Heterop. Oberth. Et.
d’Ent. 19 p. 27 ..... . 15, 16
truncatus Pid. Jord. Seitz, Groß-
schm. 10 p. 36 66
*ultima Hist. Mart. Hering . 36, 38
Archiv für Naturgeschichte 1922. A.bt. A. Heft 11.
Taf. I.
Dr. i\Iai tiu tleri ug; Hevision der orientalischen Chalcosiinen.
Revision der orientalischen Chalcosiinen.
93
Seite
Urania Heterus. Sch aus Entom.
Amer. 6 p. 39 65
valentula Pomp Swinh P. Z. S.
Lond. 1889 p. 401 40
venaria Cycl. F. Syst. Ent. III
^621) p. 156 33
venosa Chalc. Wik. Cat. Lep. Het.
2 p. 422 . 71, 72
venosa Herpa Wik. Cat. Lep. Het.
2 p. 442 51
*venus Heterus. Roths ch. Rep.
B. 0. U. exp. 2 Nr. 15 (1916)
p. 106 65
*venusta Calliz. Jord. Nov. Zool.
1912 p. 156 12
*viduata Phleb. Jord. Nov. Zool.
19 p. 14 75
virescens Heterus. Btl. 111.
Br. M. 5 p. 21 64
virescens G3m. Feld. Sitz. Akad.
Wien 1862 p. 29 35
virgo Cyf'l. Jord. Seitz, Großschm.
10 p. 17 32
viridihasalis Sor. Dudg. Journ.
Bomb. Soc. 1905 p. 39.; ... 57
viridipulverulentaFoU. Guer. Mag.
Zool. 1839 13
Seite
vitripennis Retin. Joann. Bull.
Soc. Ent. Ir. 1903 p. 11 ... . 75
westwoodi Elc. Voll. Tijd. v. Ent. 6
p. 136 47
xanthina Prosop. Jord. Seitz,
Großschm. 10 p. 35 61
xanthocoma Hestioch. Meyr. P.
Linn. S. N. S. Wales (2) I p. 788 13
*xanthophlebia Sor. Mart. He-
ring 57, 58
*xuthomelas Clemat. Jord. Nov.
Zool. 22 p. 297 62
zamboangaDocleops. Semp. Schm.
Philipp, p. 429 21
zara Gyn. Swinh. Tr. Ent. S. Lond.
1841 p. 476 34
zebra Eucorma Btl. Ann. Nat.
Hist. (5) 14 p. 35 52
zehma Chalc. H. S. Auß. Schmett.
f. 3 70
zelica Corma Dbl. Ann. Nat. Hist.
1847 (19) p. 76 48
Mimasc. Mart. Hering 78
zewof?« Corma Dbl. Ann. Nat. Hist.
1847 p. 77 48
zuleika Chalcoph. Dbl. Ann. Nat.
Hist. 1847 p. 76 74
Tafelerklärung.
(Vs natürl. Größe.)
Fig. 1 Euxanthopyge hexophthalma Mart. Hering 62
Fig. 2 Agalope olgae Mart. Hering 46
Fig. 3 Eumorphiopais quadriplaga Mart. Hering (Unterseite) 17
Fig. 4 Clematoessa ledouxi Mart. Hering 53
Fig. 5 Heteropan albicruciaia Mart. Hering 16
Fig. 6 Corma fragilis Wik. ^ 48
Fig. 7 Allocyclosia porphyropyga Mart. Hering 69
Fig. 8 Pseudonyctemera minima Mart. Hering 50
Fig. 9 Cyclosia inclusus Wik 24
lig. 10 C. inclusoides Mart. Hering 31
Fig. 11 Eusphalera bürgersi Mart. Hering 55
Fig. 12 Cyclosia pseudospargens Mart. Hering 28
Fig. 13 Soritia risa javanica Mart. Hering ^ 59
Fig. 14 S. angustipennis Röb 60
Fig. 15 S. angustipennis gaedei Mart. Hering 60
Ostasiatisclie Decapoden. IV.
. Die Brachyrhynchen (Cancridea).
' ' * • Von
Heinrich Balss, München.
. . . • (Mit 2 Tafeln und 2 Textfiguren.) . . .
Familie Cancrlda© Alcock
Alcock 1899, p. 94.
Unterfamilie Cancrinae Alcock
Enthält nur die Gattungen Cancer L. und Platepistoma Rathbun,
da Metacarcinus A. M.-E. und Trichocarcinus Miers Synonyme von
Cancer sind.
Gattung Cancer Linne
Schmitt 1921, p. 217.
Dijs Gattung entwickelt ihre größte Artenzahl an der Westküste
Nordamerikas; sie enthält hauptsächlich Kaltwasserformen. Zu den
bisher von Japan bekannten drei Arten kommt hier noch eine neue:
hullatus Balss.
Cancer 'pygmaeus Ort mann
Trichocarcinus dentatus Miers fnomen praeoccupatum) 1879, p. 34.
Cancer pygmaeus Ort mann 1893, p. 426, Taf. 17, Fig. 4.
Cancer amphioetus Rathbun 1898, p. 582; C. amphioetus Rathbun
1904, p. 175, Taf. 6, Fig. 3; C. amphioetus Weymouth 1910, p. 47.
Cancer pygmaeus Paris! 1916, p. 189.
Cancer amphioetus Schmitt 1921, p. 223, Taf. 36, Fig. 1 und 2.
Fundangaben: Nagasaki, ]\Ius. Moskau. • — Tokiobai, 5 m Tiefe,
Doflein leg. — Todobokke, Hokkaido, durch Sauter, Doflein 1904. —
Aomori, Mus. Tokio. — Wladiwostok, Mus. Stuttgart und Moskau.
Die Exemplare zeigen starke Variationen in der Oberfläche des
Carapax und zwar haben im allgemeinen die viel stärkere Höcker
auf demselben, welche blasenartig anschwellen können. Dies gibt schon
Miers an. Die Identität obiger Synonyme geht aus den Beschreibungen
mit Sicherheit hervor.
Geographische Verbreitung: Korea, Nagasaki, Tokiobai, Otarranai
(Nippon). — Californien: San Diegobai bis Magdalenabai und Golf von
Californien. ■ — Tiefe: Bis zu 300m.
Cancer gihhosulus (De Haan)
Trichocera gibhosula De Haan, 1835, p. 45, Taf. 2, Fig. 4; Taf. 13,
Fig. 3; Stimpson 1907, p. 87.
Ostasiatische Decapoden. IV.
95
Cancer gihhosulus Eatlibun 1898, p. 581, 1904, p. 176; Weymoutli
1910, p. 43, Taf. 10, Fig. 29.
Trichocarcinus affinis Miers 1879, p. 35; Parisi 1916, p. 189.
Cancer gihhosulus Schmitt 1921, p. 226, Taf. 36, Fig. 7.
Fundangaben: Nagasaki, Mus. Moskau. — Miyako, Nord-Nippon,
Doflein leg. — • Dzushi, 130 m, Doflein leg.
Die beste Beschreibung dieser Art hat Weymouth gegeben. Von
C. pygmaeus ist die Form durch den verlängerten mittleren Stirnstachel
und die spitzen Seitenzähne leicht zu unterscheiden.
Geographische Verbreitung: Koreastraße, Nagasaki, Nord-Nippon.
Kadiak (Alaska) bis San Goronimoinsel, südl. Californien; Tiefe bis ^
bis zu 90 m.
Cancer hullatus n. sp. Tafel 1 Fig. 2 und 3.
Balss 1922, p 1.
Fundangaben: 1 $ Aomori (Typus), 1 $ Fukuura, Sagamibai,
Haberer leg.
Charakteristisch für diese Art sind starke, runde Her vor Wölbungen
auf der Oberfläche des Carapax. Es finden sich deren drei auf der
Gastricalregion, ein kleinerer meso- und zwei größere protogastrikale ;
auf jeder Branchialseite stehen zwei, der äußere den inneren halbmond-
förmig umschließend, auf der Cardiacalregion einer, der in der Mitte
längsgeteilt ist. Die Oberfläche der Lappen ist mit kleinen Perlen dicht
besät, die Zwischenräume in der vorderen Carapaxhälfte sind glatt.
Die Stirn ist dreispitzig: ein kleiner mittlerer wird von zwei größeren
seitlichen Zähnen umrahmt, welche sich leistenförmig auf die Frontal-
region erstrecken. Der Seitenrand trägt acht Zähne, von denen der
zweite und dritte, vierte und fünfte, sechste und siebente sich auf dem
Carapax zu je zweien durch Leisten verbinden; die Leisten des vierten
und fünften bilden nach ihrem Zusammenschmel2:en auf dem Carapax
eine Art hepaticale Wölbung. Auch diese Leisten sind mit Perlen be-
setzt. Die ungeraden Zähne sind stärker als die geraden entwickelt.
Der Außenhöhlenrand wird (außer vom ersten Seitenzahn) von zwei
supra- und einem infraorbitalen Wulste umgrenzt; von diesen ist der
an die Stirn anschließende am größten. Die Augenstiele tragen zwei
perlenartige Höcker. Der Scherenfuß schließt mit dem glatten Merus
an den Carapax eng an. Der Carpus ist außen gerunzelt, an der Innen-
kante trägt er zwei Dornen. Die Palma besitzt auf der Außenfläche
fünf Längsreihen kleiner Granula, die obere Kante trägt zwei Keihen
starker Tuberkel. Die Außenfläche ist leicht behaart. Die Finger
kreuzen sich am Ende und sind mit vier bis fünf scharfen Zähnchen
bewehrt. Die Flächen und Kanten der Pereiopoden sind glatt, ohne
Höcker, die Kanten mit Haaren best tzt. Das Abdomen des 2 ist schmal
und lanzettlich zugespitzt. Länge des Carapax 11,5, Breite 14 mm.
■ — Bei dem jüngeren $ treten die Buckel und Leisten noch weniger
stark hervor.
11. Heft
96
Heinrich Balss:
Cancer ja'ponicus Ortmann
Ortmann 1893, p. 427, Taf. 17, Fig. 5; Parisi 1916, p. 187, Taf. 11,
Fig. 2.
Fundangabe : 1 ^ (63 — 108 mm) Sagamibai bei Misaki, Sammlung
Doflein.
Diese Art ist vielleicht nur ein älteres Stadium von C. 'pygmaeus
Ort mann, doch fehlen mir die Zwischenstadien, um dies mit Sicherheit
beweisen zu können.
Geographische Verbreitung: Bisher nur aus der Tokiobai und
Sagamibai bekannt.
Gattung Platepistoma Rathbun
1906, p. 876. — Bisher ist nur eine Art von dieser Gattung bekannt,
PI. macrophthalmum Rathbun von Hawai. Eine neue Cancride von
Japan stelle ich ebenfalls hierher.
Platepistoma anaglyptum Balss
Balss 1922, p. 2, (Tafel 1, Fig. 4).
1 $, Misaki, Sagamibai, Doflein leg.
Der Carapax ist schwach konvex, etwas breiter wie lang, mit
sehr starken, wulstartigen Erhabenheiten auf der Oberfläche ver-
sehen, welche beiderseits der Mediane symmetrisch verlaufen. Sie
bilden Bänder von perlenartigen großen Granula, ähnlich wie sie
Actumnus margarodes Mac Gilchrist zeigt. Die Zwischenräume zwischen
den Erhebungen sind mit einem feinen Haarfilz bedeckt. Die Stirn
trägt einen großen, auf dem medianen Septum stehenden Zahn; darüber
befinden sich die Lobulen der Antennularfacetten, welche kleine
Dörnchen besitzen. Der Oberrand der Orbiten trägt einen Kranz kleiner
Perlchen, der Unterrand endet innen, neben dem Antennalgliede mit
einem Dorn. Eine Kerbe ist nur am Unterrande, hinter dem Exorbital-
zahne deutlich. Der Anterolateralrand ist länger als der postero-
laterale, beide sind nicht scharf von einander abgesetzt; der erstere
trägt 9 — 10 scharfe Spitzen, denen am Hinterrande 3- — 4 Granula in
Abständen folgen. Das basale Antennalsegment ist wüe bei P. macro-
phthalmumB,. gebaut; das der Antenne ist lang, distal bedornt, seine
Seiten subparallel. Der bewegliche Teil der Antennen ist etwa ein
Drittel so lang wie der Carapax. Das Epistom ist kurz, der Hinterrand
scharf, mit einer schwachen Kerbe in der Mitte und je einer außen.
Zwei deutliche Gaumenleisten sind vorhanden, die aber den Vorderrand
nicht erreichen. Die dritten Maxillarfüße sind deckelförmig, der Merus
etwas breiter wie lang, der Anteroexternalrand etwas ausgezogen;
der Exopodit ist so lang wie der Endopodit. Die Scherenfüße sind
gleich; der Merus ist dreikantig, der obere Rand trägt kurz vordem
distalen Ende einen Dorn und das Gelenk mit dem Carpus ist mit
Haaren besetzt. Der Carpus trägt vier Reihen kleiner Granula, die
Palma fünf bis sechs, die aber durch einen dichten Haarfilz verdeckt
sind. Die obere Kante der Palma besitzt zwei größere Dornen. Die
Finger schließen gut. Der feste trägt vier größere Zähne, der be-
Ostasiatische Üecapoden. IV.
97
wegliche auf der oberen Kante zwei Dornenreiben und dünne Haare.
Die Scbreitfüße sind lang, kurz behaart, die obere Kante von Merus
und Carpus ist be dornt, der Dactylus trägt eine lange Hornspibze.
Das Abdomen ist schmal, lang und zugespitzt. — Länge desCarapax 17,
Breite 20 mm.
Die Art gehört wohl sicher in diese von Eathbun aufgestellte
Gattung, welche von der Autorin mit Eecht zu den Cancriden ge-
rechnt wird. Vielleicht bildet sie unter diesen eine besondere, durch das
deutlich begrenzte Epistomfeld und die Gaumenleisten charakterisierte
Unterfamilie.
Unterfamilie Thiinae Alcock
Alcock, 1899, p. 96.
Gattung Kraussia Dana
Alcock 1899, p. 97.
Die Unterscheidung der Arten dieser Gattung ist sehr schwierig,
da sie in der Länge und Breite stark variieren. Ich unterscheide nach
folgendem Schlüssel:
1. Fester Finger des Scherenfußes sehr reduziert. K. integer De Haan
2. Fester Finger normal.
a. Seitenrand des Carapax schwach gezähnt.
a) Frontoorbitalrand etwa zwei Drittel der Carapaxbreite,
Frontallappen fast gleich. K. nitida Stimpson
ß) Frontoorbitalrand nur die Hälfte der Carapaxbreite er-
reichend, mediane Frontallappen schmäler als die äußeren.
K. hendersoni Eathbun
b) Seitenrand des Carapax mit 3- — 4 größeren Zähnen.
K. rugulosa (Krauss)
Die Arten zeigen folgende Synonymie:
Kraussia integer De Haan
Cancer integer De Haan 1831, p. 66, Taf. 18, Fig. 6.
Kraussia integer Alcock 1899, p. 97; Eathbun 1906, p. 875, Taf. 14,
Fig. 3; Eathbun 1911, p. 211; ?K. rastripes Müller 1886, p. 475, 480,
Taf. 4, Fig. 5; Borradaile 1900, p. 576.
Geographische Verbreitung: Japan, Andamanen, Salomoninseln,
Hawai. Eotuma.
Kraussia hendersoni Eathbun
Kraussia nitida Henderson 1893, p. 379, Taf. 37, Fig. 9; Alcock
1899, p. 98.
Kraussia hendersoni Eathbun 1902, p. 132; 1906, p. 875, Taf. 14,
Geographische Verbreitung: Tuticorin, Andamanen,. Ganjamküste,
Samoa, Japan (S. u.).
Archiv für Natnrgeschichte.
1922. A. 11.
7 11. Heft
9B
Heinrich Balss:
Kraussia nitida Stimpson
Kraussia nitida Stimpson 1858, p. 40; 1907 ,p. 87, Taf. 10, Fig. 4;
Miers 1884, p. 235; Calman 1900, p. 24; Kathbun 1902, p. 132, Fig. 13;
Kathbun 1910, p. 366; Katbbun 1911, p. 211; Laurie 1906, p. 421
G^ograpbiscbc Verbreitung: Kagosbima, Cbinasee, Thursday
Island (Torresstraße), Malediven, Golf von Siam, Ceylon.
Kraussia rugulosa (Krauss)
Platyonichus rugulosus Krauss 1843, p. 26, Taf. 1, Fig. 5.
Kraussia rugulosa Dana 1852, p. 302, Taf. 19, Fig. 1; De Man
1887, p. 343, Taf. 14, Fig. 2; Borradaile 1912, p. 270; Katbbun 1902,
p. 270; Katbbun 1906, p. 875; Stebbing 1910, p. 310; Stebbing 1918,
p. 54.
Trichocera porceltana Wbite 1848, p. 59.
Geographische Verbreitung: Natalküste, Insel Nordwacbter,
Laccadiven, Philippinen, Hawai.
Kraussia hendersoni Katbbun
Fundangabe: 1 cJ? Nagasaki, Mus. Moskau.
Nach, der Differentialdiagnose Katbbuns (1902, p. 132) muß
ich unser Exemplar zu dieser Art rechnen; doch ist die Berechtigung
dieser Artabtrennung von K. nitida St. noch fraglich. — Länge des
Carapax 16, Breite des Carapax 19 mm.
Unterfamilie Acanthoccylinae Alcock
Alcock 1899, p. 96.
Gattung Eriinaeriis Benedict
1892, p. 229. — Enthält nur eine Art:
Erimacrus isenhechi (Brandt)
Benedict 1892, p. 229, Taf. 26, Fig. 5 und 6, Taf. 27; Kathbun
1904, p. 179.
Fundangabe : 1 35 mm Carapaxlänge. Petropa wlowsk, Mus.
Moskau.
Die Stacheln auf der Oberseite der Schreitfüße, die Benedict ab-
bildet, fehlen bei diesem Exemplar (jugendlicher Charakter oder
geographische Varietät?)
Geographische Verbreitung: Behringmeer, Aleuten und Alaska;
Tiefe bis zu 160 m.
Gattung Telmessus White
Benedict 1892, p. 223 (das. Literatur).
Enthält nur eine nordpazifische Art:
Telmessus cheiragonus (Tilesius)
Telmessus cheiragonus Benedict 1892, p. 224, Taf. 25 (das. ältere
Literatur); Holmes 1900, p. 69; Kathbun 1904, p. 179; 1919, p. 8.
Ostasiatisciie Decapoden. IV.
99
Cheiragonus cheiragonus Ortmann 1893, p. 420; Doflein 1902, p. 657.
Telmessus aQutidens Benedict 1892, p. 228, Taf. 26; Eathbun
1902, p. 28; Stimpson 1907, p. 88.
Telmessus cheiragonus Parisi 1916, p. 189; Schmitt 1921, p. 235.
Fundangaben: Kanagawa, Hiro, Zoolog. Institut Tokio. — Chi-
shima, (Kurilen), Mus. Tokio. — Aomori, Mus. Tokio. — Wladi-
wostok, Mus. Moskau. — Awatscha, Mus. Moskau. • — De Castriebai,
Mus. Moskau. • — Petropawlowsk, Mus. Moskau.
Auch ich bin Ortmanns Ansicht, daß man keine zwei Arten unter-
scheiden kann, wie es die amerikanischen Autoren tun.
Geographische Verbreitung: Japan, südlich bis Tokiobai, häufiger
in Jesso, Kurilen, Kamschatka, Behringmeer, Alaska, Californien
bis Pugetsound; also im westlichen Teil des Nordpazifik bis etwa 35®
N. B., im östlichen bis 47 ® N. B.
Gattung Trachycarcinus Faxon
Faxon 1895, p. 25. Alcock 1899, p. 100.
Drei Arten gehören zu dieser, durch Vorkommen und Habitus
(pigmentfreie Augen) für die Tiefsee charakteristischen Gattung:
T.corallinus'F^x.on) von der Panamaregion in 1000 — ^1300 m Tiefe.
T. glaucus Alcock und Anderson; von der Travancoreküste in
780 m Tiefe.
T. spinuUfer Eathbun 1898; vom Golf von Mexiko und Mississipi-
delta, 590 m.
Beide indopazifischen Formen sind nahe verwandt (vergl. Alcock
1899, p. 103); die japanischen Exemplare, die mir vorliegen, stellen
vielleicht eine lokale Zwischenform dar.
Kaum zu trennen von dieser Gattung ist die Gattung Tricho-
peltarium A. M.-E., von der drei Arten bekannt sind:
Trichopeltarium nobile A. Milne-Edwards 1880, Antillenregion,
275 m Tiefe; T. ovale Anderson, Indic, 330- — 400 m; T. alcocJci Doflein,
Siberutinseln, 750 m. Zu dieser Gattung wäre besser auch Hypo-
peltarium dextrum Eathbun 1898 zu stellen.
Trachycarcinus corallinus Faxon
Faxon 1895, p. 26, Taf. A, Fig. 1 ; Eathbun 1898, p. 599 (nur Name)
Es liegen mir aus Japan zwei Exemplare eines Trachycarcinus
vor, die ich mit Vorbehalt zu dieser Art stelle.
1. Ein (? (24—26 mm Carapaxgröße). Haidashi, Sagamibai,
180 m Tiefe, Sammlung Doflein (Tafel 2, Fig. 4). Bei diesem Tiere
ist der Carapax über und über mit perlenartigen Granula bedeckt,
zwischen denen kleine, nur mit der Lupe wahrnehmbare Haare stehen.
Die Eegionen sind durch Hervorwölbungen deutlich gemacht und durch
Furchen getrennt. Das Eostrum ist dreispitzig und der mittlere Zahn
ragt nicht weiter vor als die beiden seitlichen. Der Seitenrand ist oval,
die vordere Hälfte nicht deutlich von der hinteren verschieden. Auf
ihm stehen drei größere Dornen, welche ebenfalls mit Perlen bedeckt
sind, die hier teilweise gestielt sind. Der Oberrand der Orbita ist mit
7*
11. lieft
100
Seinrich ßalss:
drei stumpfen Dornen bewehrt. Augen pigmentfrei, Scberenfüße
und Scbreitfüße wie bei T. corallinus.
2. 1 (5 (20—16 mm Carapaxgröße). Golden Hind, 40 m Tiefe,
Owston Collection. (Tafel 2, Fig. 6.) Bei diesem Tiere sind die Perlen
noch wenig entwickelt und nur auf der hinteren Carapaxhälfte groß
und deutlich; auf den Seiten, besonders auf der Leberregion sind sie
mehr dornenartig, wodurch dieses Tier Charaktere von T. glaucus Ale.
und And. erhält. Die Trennungsfurchen auf dem Carapax sind breiter
und glatt.
Bei beiden Tieren sind die rechten Scherenfüße die größeren.
Familie TriChiidae De Haan
De Haan 1841, p. 109. — Einzige Gattung:
Gattung Tricliia De Haan
De Haan 1841, p. 109. Ortmann 1893, p. 419. Alcock 1899, p. 96.
Die Stellung dieser Gattung im System ist unsicher. Ortmann
wollte sie neben Etisus zu den Xanthiden rechnen, während Alcock
sie bei den Cancriden anfühit. Ich schließe mich Alcock an, da die
Anordnung des Mundfeldes und der dritten Maxillarfüße, sowie die
Gestalt der Scherenfüße mehr den Verhältnissen der Cancriden ähnelt.
Tricliia dromiaeformis De Haan
Tricliia dromiaejormis De Haan 1841, p. 110, Taf. 29, Fig. 4
((J und $); Taf. H (Mundgliedmaßen) ; Thallwitz 1892, p. 54 (nur
Name); Ortmann 1893, p. 419. — ‘i T . australis Baker 1906, p. 115,
Taf. 3, Fig. 1.
Fimdangabe: 1 cJ, Nagasaki, durch Owston, Sammlung, Doflein
1904 (Länge des Carapax 43, Breite 49 mm. De Haans Figur der
Carapaxoberfläche ist nicht ganz klar; ich gebe folgende Ergänzungen:
Nach der Nomenklatur Klunzingers (1913, p. 120) ist 4M von 3M
abgesetzt, ebenso 2 M, das in die Länge gezogen ist ; 6 L ist groß, noch
größer 5 L. Das erste Abdoniinalsegment des $ trägt zwei starke
laterale Höcker, die folgenden je einen medianen. An der Schere ist
besonders das Gelenk der Palma mit dem Merus hervorzuheben,
welches durch ein akzessorisches, mit dem Merus verwachsenes Stück
vermittelt wird. Ich kenne ein solches Gelenk nur bei dieser Art unter
den Dekapoden. — ■ Die Außenfläche der Palma trägt die Granula in
Reihen angeordnet; die Scherenfinger sind scharf und tragen beide,
sowohl der feste wie der bewegliche, vier kleine Zähnchen. — ^ Tricliia
australis Baker, welche Art nach einem nur 18 mm langen (J be-
schrieben wurde, ist vielleicht ein junges Tier dieser Art.
Geographische Verbreitung: Japan, Tokiobai, Timor. (Port
Willunga, Süd- Australien?)
Familie POPtunlda© Dana
Alcock 1899, p. 5.
Unterfamilie Portuninae Alcock
Ostasiatischc Decapoden. IV.
101
Gattung Portunus 0. Fabricius
Pesta 1918, p. 398.
Die Gattung Portunus ist bauptsäcblicb im Ostatlantik verbreitet,
wo sie von Norwegen bis zur Kongomündung, sowie im Mittelmeere
vorkommt. Nur eine Art (P. guadulpensis Sauss.) wird an den Antillen
gefunden; dagegen fehlt die Gattung an der Ostseite Amerikas voll-
ständig. Aus dem Indopazifik kennt man den P. subcorrugatus A. M.-E.
aus dem roten Meere und den hier erwähnten:
Portunus corrugatus strigilis Stimpson
Portunus strigilis Stimpson 1858, p. 38; A. Milne-Edwards 1860,
p. 402; Stimpson 1907, p. 74, Taf. IX, Fig. 6.
lAocarcinus strigilis Bathbun 1902, p. 25.
Portunus corrugatus De Haan 1835, p. 40; Miers 1879, p. 34;
Ort mann 1893, p. 70 (partim).
lAocarcinus strigilis Parisi 1916, p. 170.
Fundangaben: Sagamibai, zwischen Ito und Hasushima, Haberer
leg. — Golden Hind, 40 m Tiefe, Owston coli. - Hongkong, Mus.
Moskau. — -Enoura, Surugabucht, Mus. lokio.
Auf die Unterschiede der Größenverhältnisse, welche Eathbun
für wichtig genug hält, um die Art Verschiedenheit der japanischen
Form von der europäischen zu stützen, lege ich weniger Wert; wichtiger
dagegen ist, daß der mittlere Stirnzahn bei den japanischen Exemplaren
mehr spitz dreieckig als bei den atlantischen ist. Ich fasse daher unsere
Form als eine geographische Varietät der europäischen auf.
Geographische Verbreitung: In Japan bekannt von: Nagasaki,
Wakanoura, Kagoshima, der Sagamibai, sowie den Gotoinseln
und der Koreastraße. (Vielleicht auch Victoria, Baßstraße Challenger.)
— Die europäische Form geht von England bis zu den Azoren und dem
Mittelmeer.
Gattung Ovalipes Eathbun
Stebbing 1902, p. 12 (das. Literatur).
Die Gattung umfaßt nach unseren jetzigen Kenntnissen die Arten:
O. trimaculata De Haan (Verbreitung s. u.). — 0. ocellata Herbst
Ostküste der Vereinigten Staaten. • — 0. iridescens Miers (Ki- Inseln,
250 m.)
Zu der verwandten Gattung Portumnus Leach dagegen gehören:
P. higuttatus Eisso (= nasiitus Latr.), Mittelmeer und Ostatlantik.
— P. latipes (Pennant), Mittelmeer und Ostatlantik. — P. pulchellus
(Mac Leay), Kap der guten Hoffnung und Deutsch- Südwestafrika.
Ovalipes De Haan
Synonyme: Platyonychus hipustuJatus Milne-Edwards. Anisopus
punctatus De ‘Haan.
Platyonychus africanus Milne-Edwards; P. purpureus Dana.
Ovalipes trimaculatus Doflein 1904, p. 92, Taf. 32, Fig. 6 (das.
ältere Literatur).
10. Heft
102
Heinrich Balss:
Platyonychus hifmtulatus Lenz 1902, p. 757; Stimpson 1907, p. 86.
Ovalipes hipustulatus KatLbun 1902, p. 25; 1910, p. 577; Cbilton
1911, p 292; Chilton 1911, p. 55.
Ovalipes trimaculatus Stebbin2[ 1910, p. 306; 0. hipustulatus
Parisi 1916, p. 170.
Fundangaben; Sagamibai, Fukuura, Haberer. • — Todobokke,
Hokkaido, Doflein leg.
Das von Doflein, 1. c. beschriebene Stimmorgan (Leisten am Unter-
rande der Palma, doppelte Kante am Dactylus der ersten Pereiopoden)
findet sieb in dieser Ausbildung nur bei den erwachsenen Männchen;
bei den juv. und 5 fehlt die doppelte Kante des Dactylus. Damit wird
es wahrscheinlich, daß das Hervorrufen von Tönen zu sexuellen Zwecken
dient. Da Ovalipes trimaculatus nur im Meere lebt, so wird also die
Wahrnehmung von akustischen Eeizen im Wasser durch dieses Organ
bewiesen. (Vergl. auch Balss 1921.)
Geographische Verbreitung: Ovalipes trimaculatus (De Haan) ist
eine Kaltwasserform, die im nördlichen Indopazifik, sowie circum-
subantarktisch verbreitet ist. — Indopazifik: Japan, Südaustralien,
Neu- Seeland, Kermadecinseln, Chile, Südpatagonien. ■ — Atlantik:
La Plata, Kapgebiet, Deutsch- Südwestafrika. • — In Japan bekannt
von Sagamibai, Tokiobai, Kikuoku, Hakodate.
Unterfamilie Caphyrinae Alcock
Alcock 1899, p. 8.
Gattung Lissocarcinus Ad. u. White
Alcock 1899, p. 18.
Außer der unten erwähnten Art hat Ortmann auch L. orhicularis
Dana von den Liu-Kiu-Inseln angegeben (1893, p. 87), der sonst im
Indopazifik vom Roten Meere bis Hawai und den Fidji-Inseln vor-
kommt. Uber die Biologie vergl. Plate 1916, p. 17.
Lissocarcinus polyhioides Adams u. White
Alcock 1899, p. 19 (das. ältere Literatur). Borradaile 1902 (Lacca-
diven) p. 200. Laurie 1906, p. 411. Rathbun 1911, p. 204.
Fundangaben: Dzushi, Sagamibai, 130 m Tiefe, Doflein leg. Tokio-
bai, Doflein leg.
Geographische Verbreitung: Seychellen, Vorderindische Küsten,
Ceylon, Andamanen, Laccadiven, Ostaustralische Küste.
Für Japan neu!
Unterfamilie Lupinae Alcock
Alcock 1899, p. 8.
1. Lupoida Alcock
Gattung Cliarybdis De Haan
Goniosojna A. Milne-Edwards 1860; Alcock 1899, p. 47.
Ostasiatische Decapodf'ii. l'V .
103
Bisher waren von dieser Gattung aus Japan bekannt : Ch. acuta
(A. M.-E.), japonica A. M.-E., mües De Haan, subornata Ortmann,
truncata Fabr. und variegata (D. H.). Dazu kommen noch durch unsere
Sammlung Ch. rivers- ander soni Ale. und lucijer Fabr.
Schlüssel der erwachsenen japanischen Formen:
1. Hinterrand des Merus der Scherenfüße ohne Dorn.
A. Keine Leiste auf der Cardiacalregion.
a) Vorderrand des Merus der großen Scherenfüße mit drei
starken Dornen.
a) Hinterrand des Propodus der Schwimmfüße mit zwei
oder mehr reinen Zähnchen.
1. Palma der Scherenfüße mit vier Dornen:
Rivers- ander soni
2. Palma der Scherenfüße mit fünf Dornen: lucifer
ß) Hinterrand des Propodus der Schwimmfüße ungezähnt
glatt: japonica
b) Vorderrand des Merus der Scherenfüße mit vier großen
Dornen: miles
B. Eine Leiste auf der Cardiacalregion: variegata
2. Hinterrand des Merus der großen Scherenfüße am Ende mit Dornen.
A. Stielglied der Antennen außerhalb der Orbita: truncata
B. Stielglied der Antennen innerhalb der Orbita: subornata.
Die Gattung ist in etwa 30 Arten allein aus dem Indopazifik be-
kannt ; an der Westseite Amerikas und im Atlantik findet sie sich nicht.
Charybdis (Goniohellenus) truncatus (Fabr.)
Thalamita truncata De Haan 1835, p. 43, Taf. 2, Fig. 3; Taf. 12,
Fig. 3 c?.
Goniosoma ornatum A. Milne-Edwards 1861, p. 376 nec Goniosoma
truncatum A. Milne-Edwards 1861, p. 380, Taf. 34, Fig. 4.
Goniosoma ornatum Miers 1879, p. 33; Henderson 1893, p. 376;
Ortmann 1893, p. 83; De Man 1895, p. 562; Miers 1886, p. 191;
Laurie 1906, p. 418; Lanchester 1901, p. 545; Eathbun 1910, p. 365.
Charybdis armata Alcock 1899, p. 64; Nobili 1903 (Nr. 455) p. 32.
Charybdis truncata Borradaile 1902, p. 200; Eathbun 1902, p. 27;
Stimpson 1907, p. 82.
Fundangaben: Hongkong, Schauinsland 1906, leg. — Nagasaki,
Mus. Moskau. — Enoshima, Sagamibai, 80 m Tiefe, Doflein leg.
Geographische Verbreitung: Japan, Wakanuura, Nagasaki, Tokio-
bai, Kocchi, Gotoinseln, Oushima, Hongkong, Philippinen, Arafura-
see, Siam, Ceylon, Vorderindische Küste, Java, Celebes, Singapore,
Keloutan, Malediven.
Der Goniosoma truncatum A. M.-E. gehört nicht hierher, da ihm
der Stachel am Hinterrande des Merus des Scherenfußes fehlt.
Charybdis {Gonioneptunus) subornata Ortmann
Thalamita truncata var. De Haan 1837, p. 65, Taf. 12, Fig. 3 $;
Taf. 18, Fig. 2
11. Höft
104
Heinrich Balss:
Gonioneptunus subornatus Ort mann 1893, p. 79, Taf. 3, Fig. 9.
Charyhdis suhornata Kathbun 1902, p. 28; Ch. truncata Alcock
1899, p. 67; Ch. suhornata Parisi 1916, p. 174.
Fundangaben: Sagamibai, Dzusbi, 130 m, Doflein leg. — Satsuma,
Zool. Institut Tokio. > — Kacbi-jama, Bosbu, Mus. Tokio. • — Sagamibai,
zwischen Ito und Hatsushima, Haberer leg., 150 m Tiefe. — Fukuura,
Haberer leg.
Geographische Verbreitung: Japan, Tokiobai, Tanagawa, Kochi,
Maizuru, Kagoshima, Nagasaln, Wakanuura, Onomichi (Bingo), Golf
von Martaban, 180 m Tiefe.
Diese Form scheint in etwas größerer Tiefe vorzukommen als
Ch. truncata (Fahr.), mit der sie oft verwechselt wurde.
Charyhdis japonica A. Milne-Edwards
A. Milne-Edwards 1860, p. 373; Ives 1891, p. 215; Ortmann
1893, p. 81 ; Kathbun 1902, p. 27 ; Eathbun 1906, p. 872, Taf. 13, Fig. 2;
Parisi 1916, p. 173.
Fundangaben: Sagamibai, Aburatsubo, Doflein leg. Yokohama,
Haberer leg. Tsu (Ise), Mus. Tokio. Sendai, Zoolog. Institut Tokio.
Tsingtau, Schauinsland 1906, mit Heterosaccus hians Smith. Golden
Kock, Mus. Moskau.
Geographische Verbreitung: Japan, China (Makao), Hawai.
Charyhdis miles De Haan
Alcock 1899, p. 62 (das. Literatur. Kathbun 1902, p. 27. Stimpson
1907, p. 82. Parisi 1916, p. 175.
Fundangaben: Sagamibai, Misaki, Doflein leg. Sagamibai, Dzushi,
50 — 100 m, Sammlung Doflein.
Geographische Verbreitung: Japan, Tokiobai, Kochi, V/akanuura,
Hongkong, Golf von Martaban (100 m).
Charyhdis crucifera (Fabr.)
Charyhdis cruci/era Alcock 1899, p. 51 (das. Lit.); Nobili 1900,
p. 498, 1903, p. 31; Stimpson 1907, p. 80; Kemp 1918, p. 250.
Goniosoma crucifera Lanchester 1901, p. 545.
Fimdangaben: Swatow, Schauinsland 1906. — Takao, Südformosa,
Haberer 1903.
Weitere geographische Verbreitung: Indische Küsten, Malayischer
Archipel, Singapore, Hongkong.
Charyhdis variegata (De Haan)
Charyhdis variegata De Haan 1835, p. 42, Taf. 1, Fig. 2. — ■ Ch. hi-
maculata Miers 1886, p. 190, Taf. 15, Fig. 3. • — Ch. variegata Alcock
1899, p. 60 (das. Literatur). — Ch. himaculata Alcock 1899, p. 69. —
Ch. variegata Kathbun 1902, p. 27; Stimpson 1907, p. 81, Taf. 9, Fig. 7.
Goniosoma variegata Nobili 1906, p. 196; Kathbun 1910, p. 364.
Fundangabe: 2 (J juv., Hongkong, Mus. Moskau.
Ostasiatische Deeapodeii. IV.
105
Alcock hält die var. himaculata Miers für eine besondere Art, da
bei ihr das Ante nnalf läge llum in der Orbita stehe. Ich glaube, daß dies
ein Jugendmerkmal ist, das in der ganzen Gattung wohl verbreitet ist;
jedenfalls zeigt ein juv. von C. miles D H., das mir vorliegt, dieselbe
Eigenschaft. ^ Das kleinere ^ von Hongkong stimmt durch die zwei
schwarzen Punkte auf der Branchialregion mit himaculata überein,
das andere ist eine echte variegata.
Geographische Verbreitung: Japan, Wakanuura (Kii), Nagasaki,
Kobi; ferner Chinasee, Hongkong, Siam, Indische Küste, Persischer
Golf, Kotes Meer.
Charyhdis rivers- ander soni Alcock
Alcock 1899, p. 53. Klustrations of H. M. S. Investigator, Taf. 46
Charyhdis sagamiensis Paris! 1916, p. 175, Taf. 11, Fig. 1.
Fundangaben: Sagamibai: Misaki, Sammlung Doflein, 100 m Tiefe,
Fukuura, Haberer leg, bei Dzushi und Enoshima, 100—150 m, Samml.
Doflein.
Von der Abbildung des Investigator unterscheiden sich die ja-
panischen Exemplare dadurch, daß 1. die Branchialregionen weniger
gewölbt sind; 2. die Zähne des Vorderseitenrandes mehr nach vorn
gerichtet und die Spitzen deutlicher ausgeprägt sind. Vielleicht wäre
die japanische Form als Varietät abzutrennen, keinesfalls aber als
besondere Art. — Parisis Ansicht, daß die nächste Verwandtschaft
zu C. miles bestehe, ist unrichtig.
Weitere geographische Verbreitung: Konkanküste, etwa 100 m
Tiefe.
Charyhdis acuta (A. Milne-Edwards)
Goniosoma acutum A. Milne-Edwards 1869, p. 150, Taf. 7, Fig. 8-10.
Ortmann 1893, p. 82.
Fundangaben: Aburatsubo, Sagamibai, Doflein leg. (1 $, 45 X
75 mm). 1 (J (57X85 mm), Yokohama, Haberer leg. 1 (5^ (12X18 mm),
Sagamibai, zwischen Ito und Hatsushima, Haberer.
Zu den von Ortmann gegebenen Unterscheidungsmerkmalen
dieser Art von verwandten Formen vermag ich noch folgende hinzu-
zufügen: 1. Der Carapaxist von einem Haarfilz überzogen. 2. Der Merus
der Scherenfüße endet an seiner vorderen Kante mit einem kleinen
Dorne (an der Artikulation mit dem Carpus), während bei den anderen
Arten diese Stelle stumpf ist. Schon das kleine cJ von Ito weist alle
Merkmale dieser Form auf. — Eine Identifizierung dieser Art mit
C. japonica, die Ives will, kommt schon wegen der vielen Dornen am
Propodus der Schwimmfüße nicht in Betracht.
Geographische Verbreitung: Japan, Tokio - Sagamibai.
Charyhdis De Haan
Goniosoma anisodon A. Milne-Edwards 1860, p. 381, Taf. 33, Fig. 4;
Miers 1880, p. 239; De Man 1892 p. 285; 1895, p. 563; Ortmann
1893, p. 83; Rathbun 1910, p. 364.
11. Hfrft
106
Heinrich ßalss;
Charyhdis anisodon Nobili 1903, p. 32, 1906, p. 198; Stimpson 1907
p. 80, Taf. XII, Fig. 1.
Fundangaben: Zebu, Philippinen, Krapfenbauer leg. — Mako,
Pescadoresinseln, Haberer Juli 1903. — Takao, Südformosa, Haberer
1903. — Sattelinseln bei Shanghai, Mus. Moskau.
Weitere geographische Verbreitung: Kotes Me^r, China, Philippinen,
Java, Singapore, Neu-Caledonien. Unsere Fundorte sind die nörd-
lichsten, von denen diese Art bisher nachgewiesen ist.
Charyhdis natator Herbst
Alcock 1899, p. 61 (das. Literatur). Klunzinger 1913, p. 367.
Fundangaben: Golf von Siam, Menammündung, Sprater leg.
Tamsui, Formosa, Haberer leg.
Geographische Verbreitung: Indik: Kapregion, Rotes Meer,
Indische Küsten, Malayischer Archipel, Philippinen, China, Japan.
Charyhdis lucifer (Fahr.)
Charyhdis quadrimaculata Alcock 1899, p. 54 (das. Literatur).
Goniosoma quadrimaculata Doflein 1904, p. 96.
Charyhdis lucifer Rathbun 1910, p. 364, Taf. 2, Fig. 10.
Fundangaben: Sagamibai, Doflein leg. — Takao, Formosa, Haberer
leg. — Anping, Formosa, Haberer leg. — Swatow, Schauinsland 1906.
• — Penang, Schauinsland 1906.
Geographische Verbreitung: Ceylon, Küsten von Vorderindien,
Java, Malabarenküste, Siam. Obige Fundorte sind neu.
Charyhdis annulata (Fahr.)
Goniosoma annulata Alcock 1899, p. 54 (das. Literatur); Rathbun
1910, p. 364.
Tamsui, Nordformosa, Haberer leg.
Ob eine Trennung dieser Art von C. lucifer (Fahr.) aufrecht zu
erhalten ist, erscheint mir zweifelhaft (verg]. auch De Man 1888, p. 83).
Geographische Verbreitung: Vorderindische Küsten, Ceylon,
Malayischer Archipel, Siam, Tahiti.
Gattung Neptiinus De Haan
Alcock 1899, p. 28.
Außer den unten beschriebenen Arten sind noch von Japan bekannt :
1. N. (Achelous) granulatus A. M.-E.: Rotes Meer, Dar es Salam, bis
Liu-Kiu- Inseln, und Pol5mesien. — 2. N. (Hellenus) gracillima Stimpson
(1907, p. 78), Bonininseln. - 3. N. (Amphitrite) tenuipes De Haar
(Japan, Philippinen, Vorderindien, Australien). - - In dem vorliegenden
Materiale ist eine neue Art, N. ahuratsuho, enthalten.
Neptunus (Neptunus) sanguinolentus (Herbst)
Alcock 1899, p. 33 (das. Literatur).
Lupa sanguinolenta Stimpson 190k7, p. 76.
Neptunus sanguinolentus De Man 1902, p. 642.
Ostasiatische Decapoden. IV.
107
Fundangaben: Vokobama, Habsrer, leg. — Mako, Prscadoies-
inseln, Haberer, leg. — Hongkong, Scbauinsland 1906. — Zebu, Phi-
lippinen, Krapfenbauer leg.
Geographische Verbreitung: Vom Koten Meere, der Ostküste
Afrikas und dem Kap bis Japan, Hawai und Polynesien. Die Art
geht auch ins Süßwasser (vergl. De Man 1902, p. 642).
Neptunus (Neptunus) pelagicus L.
Alcock 1899, p. 34 (das. Literatur).
Portunus pelagicus Rathbun 1902, p. 26..
Lupa pelagica Stimpson 1907, p. 76.
Neptunus pelagicus Parisi 1916, p. 171. — Kemp 1915, p. 248,
1918, p.250.
Fundangaben: Nagasaki, Doflein leg. ■ — Swatow, Schauinsland-
Reise 1906. — Mako, Pescadoresinseln, Habererleg. — Formosa: Takao,
Tamsui, Amping, Haberer leg. — Deli, Sumatra, Martin leg.
Geographische Verbreitung: Im ganzen Indopazifik, vom Roten
Meere und der Ostküste Afrikas bis Tahiti und Japan.
Neptunus trituherculatus Miers
Miers 1876, p. 221, 1880, p. 238, 1886, p. 172. Ortmann 1893, p. 74.
Portunus trituherculatus Rathbun 1902, p. 26.
Portunus pelagicus De Haan 1835, p. 37, Taf. 10 u. 9.
Portunus trituherculatus Parisi 1916, p. 171.
Fundangaben: Tsushima, Doflein leg. — Yokohama, Haberer leg.
— Tsingtau, Haberer leg. — Aburatsubo, Doflein leg.
Rathbun hat 1. c. die unterscheidenden Merkmale dieser Act genau
ause inander ge set zt .
Geographische Verbreitung: Japan, Nagasaki, Wakanuura, Yoko-
hama, Tokiobai, Hakodatebai, China.
Neptunus {Amphitrite) gladiator (Fahr.)
Alcock 1899, p. 35 (das. Lit.). Rathbun 1902, p. 26. Laurie 1906
p. 412. Stimpson 1907, p. 79 {Amphitrite Haanii). Rathbun 1910,
p. 361. — Parisi 1916, p. 173.
Fundangabe: Aburatsubo, Sagamibai, Doflein leg.
Ob nicht Neptunus argentatus White nur ein jüngeres Stadium
dieser Art darstellt? Daß N. argentatus schon geschlechtsreif wird,
würde dem nicht entgegenstehen, da wir öfters im Tierreich solche Fälle
kennen, wo junge, geschlechtsreife Formen von den alten verschieden
sind.
Geographische Verbreitung : Japan, Wakanuura, Tokiobai, Kochi,
Tanegashima und Kagoshima, Chinasee, Mauritius, Ceylon, Vorder-
indische Kütten, Mergui- Archipel, Sumatra, Neu- Guinea, Queensland.
Neptunus {Amphitrite) argentatus (White)
Neptunus argentatus Alcock 1899, p. 36 (das. Literatur).
Amphitrite argentatus De Man 1902. p. 642; Nobili 1905, p. 10
^No. 506).
11. Heft
108
Heinrich Balss:
Neptunus. argentatus Laurie 1906, p. 413.
Portunus argentatus Eathbun 1906, p. 871,
Fundangaben: Sagamibai, 130 m Tiefe, Dzusbi, Doflein leg. —
Enoshima, 100— 150 m, Doflein leg. — Fukmira, Haberer leg. - Boshu,
150 m, Doflein leg. - Kacbiyami, Boshu, Mus. Tokio. .
Geographische Verbreitung: Andamanen, Ceylon, Vorderindische
Küsten, Zanzibar, Borneo, Celebes, Japan, Hawai (?).
Neptunus {Hellenus) hastatoides (Fahr.)
Neptunus hastatoides Alcock 1899, p. 38 (das. Bit.); Borradaile
1902, p. 208; Laurie 1906, p. 414; Lanchester 1900, p. 745, Taf. 45,
Fig. 7; Nobili 1905 (Nr. 506), p. 11.
Portunus hastatoides Eathbun 1902, p. 27, 1910, p. 361.
Amphitrite hastatoides Stimpson 1907, p. 78.
Lupa hastatoides De Man 1907, p. 391. i
Fundangaben: Sagamibai, Fukuura, Haberer leg. — Nagasaki,
Mus. Moskau. • — Hankau, Schauinsland 1906. — Manila, Philippinen.
Geographische Verbreitung: Japan, Kobi, Tokiobai, Tanagawa,
Wakanuura, Nagasaki, Hongkong, Malakka, Singapore, Penang, Neu-
Guinea, Ceylon, Andamanen, Laccadiven, Vorderindien, Zanzibar.
Neptunus {Hellenus) longispinosus hidens Laurie
Neptunus longispinosus Doflein 1902, p. 659, Taf. 5, Fig. 7.
Neptunus longispinosus hidens Laurie 1906, p. 415.
Das von Doflein, 1. c. beschriebene und abgebildete Exemplar
von der Sagamibai gehört zur var. hidens Laurie, da es auf der Palma
nur zwei Dornen hat, statt deren drei, wie die typischen Exemplare.
Die Oberfläche des Carapax ist stark granuliert und mit Tuberkeln
besetzt, sodaß es dem tuherculosus A. M.-E. ähnelt; doch sind die zwei
medianen Stirnzähne kleiner als die seitlichen.
Geographische Verbreitung: Die Varietät war bisher nur von
Ceylon beschrieben; die typische Art ist im ganzen Indopazifik vom
Boten Meere bis Polynesien und Hawai bekannt.
Neptunus {Lupocycloporus) gracilimanus (Stimpson)
Amphitrite gracilimana Stimpson 1858, p. 38, 1907, p. 77, Taf. 10,
Fig. 3.
Neptunus whitei Alcock 1899, p. 44 (das. Lit.); Nobili 1903, p. 31
(Nr. 455); Laurie 1906, p. 416.
Achelous whitei Lanchester 1900, p. 746; Grant und Mac Culloch
1906, p. 18.
Fundangaben: Siam, Menammündung, Sprater leg.
Geographische Verbreitung: Küsten von Vorderindien, Anda-
manen, Ceylon, Singapore, Neu- Guinea, Queensland, Golf von Siam,
Hongkong.
Ostasiatische Decapoclen. IV.
109
Ne'ptunus (Lupocyclo'porus) ahuratsubo Balss.
(Tafel I, Fig. 1.)
Balss 1922, p. 3 Lupa ahuratsubo Doflein 1906 (nomen nudum).
2 cJ, 1 Fukuura, Sagamibai, Haberer.
Der Carapax ist flach und wenig gewölbt; seine Länge verhält
sich zur Breite (ohne die Seitenstacheln) wie 3 : 4. Die einzelnen
Regionen sind durch Furchen getrennt und tragen Anhäufungen von
kleinen Granula.
Die Stirn besitzt vier stumpfe Zähne, von denen die zwei
mittleren viel kleiner sind als die beiden seitlichen. Die Orbitalzähne
sind stumpf, der obere Orbitalrand ist am Rande mit perlenartig
aneinandergereihten Granula versehen und trägt zwei Suturen. Der
untere Rand ist scharf und hat einen tiefen, dreieckigen Ausschnitt.
Der untere Orbitalzahn ragt weit über den Rand vor. Der Antero-
lateralrand hat acht spitze, nach vorn gerichtete Zähne, die von vorn
nach hinten an Größe zunehmen. Der Seitenstachel ist spitz und etwa
vier- bis fünfmal so lang wie die anderen Zähne. Der Hinterrand des
Carapax verläuft in einer Kurve in den posterolateralen Rand und
trägt einen Granularbesatz. Der Anterolateralrand des Merus der
dritten Kieferfüße besitzt einen nach außen gerichteten Fortsatz. ■ —
Die Scherenfüß(3 sind beim erwachsenen $ bedeutend verlängert
und gracil zylindrisch. Der Merus trägt am gerundeten Vorderrande
sieben nach vorn gerichtete Dornen, am Hinterrande deren zwei,
einen am distalen Ende und einen etwas davon entfernt. Die Ober-
fläche ist fein granuliert. Der Carpus hat einen Dorn am Innen-, einen
am Außenwinkel; vier granulierte Rippen erstrecken sich auf der
Außenfläche. Der Propodus ist stark verlängert, zylindrisch, mit in
Längslinien angeordneten Granula; von den drei Dornen stehen einer
am Carpalgelenk, zwei am Gelenk mit dem beweglichen Finger. Die
Finger selbst sind stark verlängert, so lang wie die Palma selbst, nach
dem Munde zu gebogen, an ihren Enden einander überquerend. Ihre
Schneide ist mit feinen Zähnchen besetzt, wobei der feste 6—8 größere
und dazwischen kleinere trägt. Die Pereiopoden 2 — 4 sind an keinem
Exemplare erhalten. Die fünften Pereiopoden sind normal, ihr Merus
gedrungen, ohne Zähnelung an Merus und Propodus. Das Sternum
ist fein granuliert; beim ^ ist das 6. Ab
dominalsegment in einen prox. verbreiterten
Bogen geschwungen; Segment 1 und 2 tragen
scharfe Carinen.
Maße: Länge des Carapax 17, Breite des
Carapax mit Seitenrandstachel 30, Breite des
Carapax ohne Seitenrandstachel 23, Länge
des Merus des Scherenfußes 23, Breite des
Merus des Scherenfußes 4, Länge des Carpus 5, Neptunus ahuratsubo
Länge des Palma 18, Dicke der Palma 2, Abdomen des (J.
Länge der Finger 18 mm.
11. lieft
110
Heinrich Balss:
Verwandtscliaft : Die Art ähmelt in ihrem Äußeren durch die ver-
längerten Scherenfüße der Lupella forceps von Westindien, doch hat
sie nicht die verbreiterten Palpenglieder am Merus der 3. Maxilfüße
die diese Art besitzt. Sie ist vielmehr ein echter Neptunus und gehört
in die Untergattung Lupocycloporus Alcock. Von den beiden Arten
dieser Untergattung (gracüimanus Stimpson = whitei autorum und
innominatus Eathbun = gracilima Alcock) unterscheidet sie sich durch
die stärkere Verlängerung der Scherenfinger und den gracilen Habitus
der Scherenfüße selbst.
Gattung Scylla De Haan
Alcock 1899 p. 27.
Enthält nur die eine bekannte Art.
Scylla serrata (Forsk.)
Alcock 1899, p. 27 (das. Lit.). Nobili 1906, p. 189. Stimpson
1907, p. 75. Klunzinger 1913, p. 345 (Farbenangaben). Parisi 1916,
p. 173. Kemp 1915, p. 246.
Fundangaben: Formosa: Tamusi, Takao, Anping, Haberer leg. • —
Shanghai, Haberer leg. ■ — Amoy, Schauinsland 1906. — Hankau,
Schauinsland 1906.
Weitere geographische Verbreitung: Eein indopazifisch vom
Eoten Meere, der Ostküste Afrikas und dem Kap bis Japan, Australien,
Tahiti und Aucklandinseln. — In Japan selbst scheint die Art selten zu
sein. Ortmann gibt sie von Kochi an und Stimpson von den Liu-Kiu-
inseln; sia lebt in Flußmündungen, Brackwasser und Mangrovegebüsch,
wo sie Löcher im Schlamme gräbt. Aus diluvialen Ablagerungen
derselben Gregenden ist diese Art ebenfalls bekannt.
Gattung Tlialamita Latr.
Alcock 1899 ,p. 72.
Die Arten dieser Gattung variieren sehr stark, sodaß eine sichere
Bestimmung oft sehr schwierig ist. Alcock hat 1899 eine Menge neuer
Arten beschrieben (Gruppe 2 seines Schlüssels), die meiner Ansicht
nach nichts anderes darstellen, als Jugendformen der Gruppe 1. So
entspricht Gruppe 2 A als juv. der Gruppe 1 A adult und 2 C der
Gruppe 1 B. Daß manche der AVeibchen der kleinen Formen schon
Eier am Abdomen tragen, ist kein AViderspruch, denn wir kennen viele
Decapoden, bei denen die AA^eibchen schon früh geschlechtsreif werden
und im Laufe der Häutungen ihre Gestalt ändern. Entsprechend müssen
sicher viele der von Borradaile, Nobili und Eathbun neuerdings be-
schriebenen Arten wieder eingezogen werden, da sie nur Zwischenstadien
zwischen den ganz jungen und den erwachsenen Formen darstellen.
Biologisch merkwürdig ist, daß die jungen Tiere alle in 50 — 100 m Tiefe
gefunden wurden, während die erwachsenen im oberen Litorale leben.
Auch mir liegen mehrere Jugendformen, die ich zur crenata-O^rwppQ
rechne, aus der Sagamibucht aus 100 — 130 m vor. • — Die Arten der
Gattung leben mit einer Ausnahme (s. u. Integra) im Indopazifik von der
Ostasfatische Decapoclen. IV.
111
Ostküste Afrikas bis Japan und den polynesiscben Inseln; dagegen
geben sie nicht bis zur Westküste Amerikas. Sie bevorzugen das warme
Wasser, sodaß die meisten Formen auch in Japan nur bis zu den Liu-
Kiu- Inseln gehen. Alle bisher von da beschriebenen Arten liegen mir
vor, mit Ausnahme von Th. invicta Thallwitz (1892, p. 46), die auch
wohl nur ein Jugendstadium darstellt.
Thalamita 'picta Stimpson
Alcock 1899, p. 79. Nobili 1906, p. 205. Eathbun 1906, p. 873
Stimpson 1907, p. 85, Taf. 10, Fig. 5. Klunzinger 1913, p. 355.
Fundangabe: Takao, Südformosa, Haberer leg.
Weitere geographische Verbreitung: Eotes Meer, Mozambique,
Indische Küsten, Oushima, Hawai.
Thalamita crenata Latr.
Alcock 1899, p. 76. Lenz 1905, p. 361. Nobili 1906, p. 202. Stimp-
son 1907, p. 84, Taf. 10, Fig. 6. Stebbing 1910, p. 309. Eathbun
1910, p. 365, 1911, p. 207. Klunzinger 1913, p. 351, Taf. 7, Fig. 19
Komp 1915, p. 249.
Fundangaben: Formosa, Takao und Anping, Haberer leg. — Mako,
Pescadoresinseln, Haberer.
■ Weitere geographische Verbreitung: Ostküste Afrikas, Eotes Meer,
Indische Küsten und Inseln, Malayischer Archipel, Philippinen, Liu-
Kiu- Inseln, Neu- Guinea, Neu-Caledonien, Fidjiinseln, Marquesas-
inseln.
Thalamita integra Dana
Alcock 1899, p. 85. De Man 1902, p. 646. Eathbun 1906, p. 873.
Nobili 1906, p. 209, 1907, p. 383. Lenz 1910, p. 557. Klunzinger 1913,
p. 358. Parisi 1916, p. 177.
Fundangabe: Ogasawarainseln, Bonininseln, Mus. Tokio.
Weitere geographische Verbreitung: Ostküste Afrikas (Mozam-
bique), Madagascar, Eotes Meer, Indische Küsten und Inseln, Ma-
layischer Archipel, Polynesische Inseln, Hawai.
Merkwürdigerweise kommt diese Art auch an der Westküste
Afrikas (Canaren bis St. Paul de Loanda als var. africana Miers) vor.
Thalamita sima A. M.-E.
Alcock 1899, p. 81. Calman 1900, p. 23. Nobili 1900, p. 255.
Eathbun 1902, p. 28, 1906, p. 873. Grant und Mac Culloch 1906, p. 19.
Nobili 1906, p. 206. Eathbun 1910, p. 365. Klunzinger 1913, p. 359.
Parisi 1916, p. 176.
Fundangaben: Sagamibai: Aburatsubo, Dzushi, 50- — 100 m, Misaki,
Doflein leg. — Tokiobai, Doflein leg. — Nagasaki, Doflein leg. — Singa-
pore, Mus. Bremen.
Weitere geographische Verbreitung: Ostküste Afrikas (Zanzibar,
Inhambane), Eotes Meer, Indische Küsten, Malayischer Archipel,
Golf von Siam, Hongkong, Torresstraße, Ostaustralien, Hawai.
11. Uoft
112
Heinrich Balss:
In Japan bekannt von Gotoinsel Ukusbima, Nagasaki, Kago-
sbima, Sagamibai, Tokiobai, Kocbi.
Thalamita 'poissonii (And.)
Alcock 1899, p. 81. Borradaile 1902, p. 201. Laurie 1906, p. 419.
Nobili 1906, p. 205, 1907, p. 120. Katbbun 1911, p. 208. Klunzinger
1913, p. 359, Taf. 4, Fig. 12 a und b.
Fundangabe: Takao, Formosa, Sauter leg.
Weitere geographische Verbreitung: Rotes Meer, Persischer Golf,
Saya de Malha (275 m), Ceylon, Laccadiven.
Thalamita prymna (Herbst)
^ ' Alcock 1899, p. 78. Calman 1900, p. 22. Nobili 1906, p. 203,
Lenz 1905, p. 362. Stebbing 1910, p. 309. Rathbun 1910, p. 365,
1911, p. 208. Klunzinger 1913, p. 354, Taf. 7, Fig. 20.
Fundangaben: Sagamibai, Aburatsubo, Sammlung Doflein, Dzushi,
100 m Tiefe. — Katsyama (Boshu), Mus. Tokio. — Mako, Pescadores-
inseln, Haberer leg.
Weitere geographische Verbreitung: Natal, Rotes Meer, Indische
Küsten und Inseln, Malayischer Archipel, Liu-Kiu- Inseln, Japan
(Tokiobai), Australien, Neu-Caledonien, Tongatabu, Samoainseln.
Podophtlialmoida Alcock
Alcock 1899, pg. 9.
Gattung Podophtlialmus Lam.
Alcock 1899, p. 92.
Alcock hat 1. c. eine Art P. nacreus beschrieben, die von kleinerem
Habitus und silberglänzender Oberfläche ist; ich vermute, daß sie
nur ein jüngeres Stadium des bekannten P. vigil darstellt.
Podophtlialmus vigil (Fahr.)
Ortmann 1893, p. 87. Rathbun 1906, p. 875. Nobili 1906, p. 213.
Rathbun 1910, p. 367.
Fundangaben: Mako, Pescadoresinseln, Haberer leg. — Formosa,
Takao, Haberer leg. — Zebu, Philippinen, Krapfenbauer leg. — Samoa,
Mus. Bremen.
Geographische Verbreitung: Rotes Meer, Mauritius, Reunion,
Singapore, Malayischer Archipel, Philippinen, Hawai.
A. Milne-Edwards gibt Japan als Fundort an, doch ist die Art
weder in Doederleins noch in unseren Sammlungen von da enthalten,
sodaß ich glaube, daß sie dort nicht vorkommt; sie scheint vielmehr
eine ausgesprochene Warmwasserform zu sein.
3. Liipocycloida Alcock
Alcock 1899, p. 9.
Gattung €arupa Dana
Alcock 1899, p. 25. Klunzinger 1913, p. 232.
Ostasiatische Decapoden. IV.
113
Die einzige Art dieser Grattung, C. tenui'pes Dana wird von Ort-
mann 1893, p. 68 aus der Tokiobai erwähnt; sie kommt im ganzen
Indopazifik, von Mauritius und dem Koten Meere bis Hawai und Poly-
nesien, Tahiti vor.
Gattung Libystcs A. Milne-Edwards
Tesch 1918, p. 177.
Drei Arten, welche im Indopazifik Vorkommen. — Die beiden
nahe miteinander verwandten Gattungen Lihystes und Catoptrus
A. M.-E., die von den meisten Autoren bisher zu den Gonoplaciden
gestellt wurden, gehören nach den Untersuchungen BorrFdaile’s
(1900, p. 577 und Tesch, 1. c.) in unsere Familie neben Carufa,
Lihystes nitidus A. Milne-Edwards
A. Milne-Edwards 1868, p. 83, Taf. 20, Fig. 5 — 7. Nobili 1906,
p. 297. Rathbun 1906, p. 834.
Mehrere ^ und $ mit Eiern, Takao, Formosa, Sauter leg., 29. Mai 07
2- — 3 m Tiefe.
Weitere geographische Verbreitung: Zanzibar, Kotes Meer, Dji-
bouti, Hawai; unser Fundort ist neu. MasLe eines
Carapax: Länge 15, Breite 10, Scherenfuß: Länge des Merus 8,
des Carpus 3, des Propodus 11, des Dactylus 6 mm.
Gattung Lupocyclus Adams und White.
Alcock 1899, p. 22.
Die Gattung ist in dre' Arten im wärmeren Indopazifik ver-
breitet, nämlich L. rotundatus Ad. u. Wh., L. philifpinensis Nauck,
und L. quinquedentatus Kathbun.
Lupocyclus rotundatus Ad. u. Wh.
Alcock 1899, p. 23 (das. Lit.). Laurie 1906, p. 411. Rathbun 1910
p. 210.
Fundangaben: Sagamibai, bei Misaki, Doflein leg., 80 m Tiefe
Dzushi, 110 m, Doflein leg.
Geographische Verbreitung: AndamanensBe, Ceylon, Borneo,
Amboina, Nord- und Nordost- Australien. Der Fundort Japan ist neu.
Tiefe: Mittleres Litoral.
Lupocyclus philippinensis Nauck
Nauck 1880, p. 68.
Lupocyclus strigosus Alcock 1899, p. 24; Illustr. Investigator,
Taf. 46, Fig. 1; Laurie 1906, p. 412; .Borradaile 1902, p. 200.
Fundangaben: 1 (J, 1 $, Sagamibai, Enoshima, 80 m Tiefe, Samml.
Doflein, Dzushi, 50—130 m, 3 (^, 5 $.
Es existiert kein Unterschied zwischen cJ u. $, auch nicht in der
Größe, die beide erreichen. — Maße des größten Exemplares: Carapax:
Breite 14, Länge 15, Länge des Merus des großen Scherenfußes 22,
Länge der Palma des großen Scherenfußes 13, Länge des Fingers
des großen Scherenfußes 15 mm.
Arcliiv itir Naturgeschiclitö
1922. A. 11
8 11. Heft
114
Heinrich Balss;
Weitere geographisdie Verbreitung: Andamanensee, Madras-
küste, Konkanküste, Ceylon, Laccadiven, Philippinen. Zum erstenmale
in Japan gefunden. Tiefe 25—110 m.
Familie COPyStldae Alcock
Alcock gibt 1. c. ein Verzeichnis der Gattungen dieser Familie.
Gattung Gomeza Gray
Miers 1886, p. 211.
Die Gattung umfaßt drei Arten, von denen zwei west-indopazifisch
sind und beide in Japan Vorkommen, während die dritte, Gomeza
serrata Dana (vergl. Eathbun 1910, p. 576), in Chile, Patagonien und
der Magelhanstraße in Tiefen bis zu etwa 50 m sich findet.
Gomeza hicornis Gray (Taf. 00, Fig. 3)
Corystes (Oidea) vigintispinosa De Haan 1835, p. 44, Taf. 2, Fig. 5.
Gomeza hicornis Miers 1886, p. 212.
Nobili 1903 (Nr. 455), p. 29. Laurie 1906, p. 421. Grant und Mac
Culloch 1906, p. 19.
Fundangaben: Sagamibai, Doflein leg. ■ — Misaki, Mus. Tokio. —
Celebes, Salmin leg.
Geographische Verbreitung: Ceylon, Singapore, Japan, Celebessee,
Queensland.
Gomeza distincta De Haan var. formosae Balss (Taf. 2, Fig. 5)
(Corystes distincta De Haan 1835, p. 45, Taf. 13, Fig. 2.
Gomeza distincta Mac Gilchrist 1905, p. 263. — Bouvier 1906,
p. 482.)
Gomeza distincta formosae Balss 1922, p. 4.
Fundangaben: 2 (J, Takao, Formosa, Mus. Bremen.
Beide Exemplare, die übereinstimmenden Bau aufweisen, unter-
scheiden sich in mehreren Punkten von De Haaa’s Beschreibung:
1. Die ganze Oberfläche des Carapax ist gleichmäßig granuliert, ohne
einzelne größere Dornen in der Mittellinie, wie sie De Haan abbildet. —
2. Die äußere Begrenzung der Orbita ist regelmäßig und fein gezähnt,
statt glatt zu sein. — 3. Die äußere Oberfläche der Hand trägt die ’
Granulierungen in Reihen angeordnet ; außerdem stehen 2 oder 3 größere
Dornen hier verteilt. Der Oberrand ist ebenfalls mit kleineren Stacheln
bewehrt und die Finger sind mit feinen Haaren versehen. — Ich halte
diese Exemplare für eine Lokalform der japanischen Art.
Geographische Verbreitung: Die typische Form stammt aus Japan;
Mac Gilchrist hat eine nicht benannte Varietät aus dem Persischen
Golf aus 100 m Tiefe angegeben.
Gattung Podocatactes Ortmann
Ortmann 1893, p. 29. — Einzige Ait :
Ostasiatiscbe Decapocleu. IV.
115
Podocatactes hamifer Ortmann
Ortmann 1893, p. 29, Taf. 3, Fig. 1.
Fundangaben: Golden Hind, 35® 9'N.B., 139® 43' Ö.L., 45' — 55 m
Tiefe, durch Owston, Doflein 1904. — Sagamibai: Fukuura, Haberer
leg., Station 9, 250 m Tiefe, bei Enoshima 80 m. • — üragakanal,
90 m Tiefe. Doflein leg.
Geographische Verbreitung: Japan, Sagamibai (Ortmann) und
obige Fundorte.
Familie Xanthidae
Alcock 1898 p. 69.
Unterfamilie Menippinae Ortmann
Ortmann, Bronn, p. 1172.
Gattung Menippe De Haan
Alcock 1898, p. 177. De Man 1899, p. 55.
Eine im tropischen Indopazifik und Atlantik (aber nicht an der
Westküste Amerikas) verbreitete Gattung. In Japan kommt vor:
Menippe convexa Kathbun
Menippe convexa Rathbun 1906, p. 861, Taf. 11, Fig. 4; 1910,
p. 354; De Man 1913, p. 9, Taf. 1.
Menippe convexa ortmanni De Man 1899, p. 60, Taf. 5, Fig. 2.
Sphaerozius nitidus Doflein 1902, p. 660.
Fundangabe: Enoshima, 1 cJ, 5 $, 21 X 25 mm Carapaxgröße.
Sagamibai, Haberer 1901. • — Swatow, Schauinsland 1906.
Die von Doflein unter dem Namen Sphaerozius nitidus Stimpson
angeführten Exemplare gehören in Wirklichkeit zu dieser gut
charakterisierten Art. • — Sphaerozius nitidus St. ist aber vielleicht
überhaupt nur ein Jugendstadium zu dieser Form. Bisher sind nur
kleine Exemplare von S. n. beschrieben worden, die sich durch folgende
Eigentümlichkeiten von Menippe convexa unterscheiden sollen:
Sphaerozius nitidus Stimpson Menippe convexa Rath.
Die Stirn geht unvermittelt in den Stirn vom Augenhöhlenrand ab-
Augenhöhlenrand über.
Oberer Augenhöhlenrand ohne
Fissuren.
Carpus der Scherenfüße mit einem
starken Dorn.
Carapaxgröße : 5- — 6 mm.
gesetzt.
Oberer Augenhöhlenrand mit
zwei Fissuren.
C. ohne Dorn, nur mit stumpfer
Ecke.
15- — 21 mm und mehr.
Vielleicht erhält S. n. im Alter die Charaktere von M. convexa\
dann müßte diese Art M. nitida heißen.
Geographische Verbreitung: M. c. war bisher bekannt von Hawai,
Golf von Siem, Zentralborneo und Madagaskar (in leeren Balanus-
schalen); unsere Fundorte sind neu. Sphaerozius nitidus St.^) vnrde
in Japan, Hongkong und dem Roten Meere gefunden.
— Miers 1886, p. 144
Literatur: Stimpson 1907, p. 62 Taf. 7 Fig. 5.
Taf. 12 Fig. 4. — Klunzinger 1913, p. 285 Taf. 7 Fig. 9.
S'^ ll.IIeft
116
Heinrich Balss:
Gattung Sphaerozius Stimpson
Stimpson 1907, p. 62. Miers 1888, p. 144. Klunzinger 1913, p. 285.
Über die in Japan vor kommende Art S. nitidus Stimpson vergl.
das unter Menipfe convexa gesagte.
Gattung Pseudozius Dana
Alcock 1898, p. 180.
Enthält sieben Arten, von denen eine westafrikanisch, die anderen
indopazifisch sind. Im eigentlichen Japan ist keine vertreten, dagegen
geht : P. caystrus Ad. u. W. bis zu den Bonininseln (sonst vom Koten
Sleer bis Hawai und Samoa) und P. dispar Dana bis zu den Liu-Riu-
Inseln (sonst Laccadiven, Sulusee, Amboina, Torresstraße).
Gattung Acanthodes De Haan
De Haan, 1833, p. 20.
Die Gattung ist mit Menippe De Haan am nächsten verwandt.
Enthält nur eine Art:
Acanthodes armatus De Haan
De Haan 1835, p. 52, Taf. 4 ($). Doflein 1902, p. 661, Taf. 2.
Parisi 1916, p. 187.
2 $ ohne näheren Fundort, Zool. Mus. Tokio, 75x85 mm Thorax-
größe.
De Haan’s Abbildung stellt ein 5 dar und nicht ein (J, wie auf der
Tafel angegeben ist; das geht aus dem Texte p. 20 hervor. Infolge-
dessen ist es zweifelhaft, ob die geringere Entwicklung der Stacheln
bei dem großen (J, das Doflein beschreibt, ein Altersmerkmal oder ein
sexuelles Kennzeichen ist. — Die drei Suturen am Orbitalrande sind
deutlich ausgeprägt.
Geographische Verbreitung: Japan, Ostseite.
Gattung Heteropanope Stimpson
Alcock 1898, p. 207..
Die Gattung kommt in neun Arten im Indopazifik vor; eine ist
an der Westküste Afrikas endemisch. In Japan wurde H. glahra
Stimps'on gefunden, die sonst nur von Hongkong bekannt ist.
Gattung Pilumnus Le ach
Alcock 1898, p. 190. ’
Die meisten der von Japan beschriebenen Arten sind Synonyme
anderer Arten oder gehören zu anderen Gattungen; so ist: Pilumnus
dehaani Miers = Actumnus squamosus (De Haan), P. fimhriatus Ort-
mann = ‘iLitocheira longipe^ Stimpson, P. glohosus Dana = Actumnus
gl. (Dana), P. liahereri Doflein = Pilumnus hirsutus Stimpson, P. la-
^) (== P. microphtholma Stimpson, 1907, p. 61 Taf. 7 Fig. 3.)
2) Ortmann 1893, p. 433.
Literatur: Stimpson 1907, p. 63 Taf. 8 Fig. 1. — Parisi 1916 p. 186.
Ostasiatische Decapoden. IV.
117
fiUimanus Stimpson = Actumnus squamosus (De Haan)., P. forfici-
gerus Stimpson = Actumnus f.
Es bleiben dann nur noch: P. major Ortmann 1893, p. 439 (Tokio-
bai), P. marginatus Stimpson 1907, p. 70, Taf. 9, Fig. 32 (nec P.
marg. Stimpson 1871, p. 105, von Cap St. Lucas), P. orhitospinis
Katbbun (Parisi 1916, p. 185, von Sbikoku und Salomonbank),
sowie die hier erwähnten.
Pilumnus vespertilio Fahr.
Alcock 1898, p. 192, Nobili 1906, p. 274. Katbbun 1906, p. 862,
1910, p. 354. Stimpson 1907, p. 65.
Pilumnus incanus Klunzinger 1913, p. 259, Taf. 2, Fig. 16; Taf. 7,
Fig. 2.
P. ursulus Klunzinger 1913, p. 263, Taf. 2, Fig. 17; Taf. 7, Fig. 3.
P. vespertilio Parisi 1916, p. 183.
Viele Exemplare von: Isbigaki, Liu-Kiu- Inseln (Owston Coli.),
Doflein leg. 1904.
Weitere geographische Verbreitung: Im ganzen warmen Indo-
pazifik, von der Ostseite Afrikas bis Hawai, Samoa und den Poly-
nesischen Inseln. Im eigentlichen Japan kommt die Art nicht vor,
sondern ist bisher nur von den Liu-Kiu- Inseln bekannt.
Pilumnus hirsutus Stimpson
Pilumnus hirsutus Miers 1879, p. 31 ; Miers 1886, p. 154; Ortmann
1893, p. 438; ?Alcock 1898, p. 197; ?Nobili 1907, p. 278; Stimpson
1907, p. 69, Taf. 9, Fig. 1.
P. hahererianus Doflein 1902, p. 629, Taf. 5, Fig. 8; Parisi 1916,
p. 185.
P. minutus hirsutus Lanchester 1900, p. 743.
P. m^m/teParisi 1916, p. 183; A. Milne-Edwards 1877, p. 250.
Fundangaben: Sagamibai: bei Ito und Hatsushima, Haberer leg.,
Boshu, 150 m Tiefe, Doflein leg., Dzushi, 130 m, 11. Nov. 1904, Doflein
leg., bei Misaki, 20—30 m Tiefe, an Gorgoniden und Spongien, Doflein
leg.-*— Tomo, Bingo, Mus. lokio. — Nagasaki, Mus. Moskau. — ?Golf
von Siam, Sprater leg.
Parisi verneint (nach einem (J!) kategorisch die Identität von
minutus De Haan und hirsutus Stimpson, ohne jedoch präzise Unter-
scheidungsmerkmale anzugeben. Ich halte die japanischen Formen
für identisch. Ob allerdings die aus dem Indik von Alcock u. a. als
hirsutus St. bezeichneten Exemplare hierher gehören, möchte ich noch
nicht als sicher annehmen; ein 2 mit Eiern von Siam hat 15— 19 mm
Carapaxgröße, während die japanischen Formen sämtlich klein sind
(6 — 8 mm); auch ist das 7. Glied des männlichen Abdomens bei
siamesischen Exemplaren stark verlängert und zugespitzt, während
es bei den japanischen quer abgestutzt und so breit wie lang ist. —
PU. hahererianus Doflein, dessen Typus mir vorliegt, ist mit dieser Art
identisch.
11. Heft
118
Heinrich Balss:
'Weitere geographische '^Verbreitung : Außerhalb Japans angegeben
von dem Kot>3n Meer, Andamanen, Merguiarchipel, Ceylon, Malakka-
straße, Siam, Seychellen, Laccadiven, Korea, China, Fidjiinseln,
Holborninsel, Australien, Neu-Caledonien.
Gattung Actumnus Dana
Alcock 1898, p. 200.
Außer den hier erwähnten Arten kommt in Japan noch vor: A. glo-
bosus Dana (Kobi, Miers 1886, p. 155), der sonst noch von den Poly-
nesischen Inseln bekannt ist. (Paumotuarchipel, Tahiti.)
Actumnus intermedius Balss (Taf. 1, Fig. 5)
Balss 1922 p. 4.
2 Sagamibai, bei Jagoshima, 150 m Tiefe, Doflein leg. — Diese
Art steht morphologisch in der Mitte zwischen A. tesselatus Ale. vom
Persischen Golf und A. 'pugilator A. M.-E. von Neu-Caledonien. • —
Die Oberfläche des Carapax, die Außenfläche des Carpus und der
oberen Hälfte der Palma der Scherenfüße ist mit einem IMosaik von
eng aneinander gereihten Granula bedeckt. Dagegen ist die Unter-
fläche des Carapax glatt, nur der Unterrand der Augenhöhle und die
Buccalgegend tragen Granulationen. • — Der Carapax ist stark konvex
und die Eegionen sind wenig deutlich ausgeprägt. Die Stirn ist etwa
zwei Fünftel mal so breit, wie der Carapax, in der Mitte vorgezogen
und hier mit einer tiefen Kerbe versehen, an der Seite ebenfalls durch
eine Kerbe vom oberen Augenhöhlenrand abgesetzt. Die Orbita be-
sitzt keine Fissuren. Der Anterolateralrand ist dünn und scharf, mit
drei Zähnen bewehrt (außer der Orbitalecke), von denen die zwei
ersten breit sind, während der letzte nur aus einem großen perlen-
artigen Granulum besteht. Der Posterolateralrand ist etwas länger
als der anterolaterale und stark konkav zur Aufnahme des 5. Pereio-
podenpaares. — Die Scherenfüße sind sehr charalcteristisch und ähneln
denen von A. pugilator A. M.-E. Sie sind links und rechts von derselben
Form, aber der rechte ist etwas größer. Die Palma trägt am oberen
Bande eine Serie von fünf großen perlenähnlichen Tuberkeln, dann
folgen außen zwei Cristen, ohne Tuberkel, nur mit dem gewöhnlichen
Mosaik des Carapax bedeckt und durch eine tiefe Höhlung von einander
getrennt. Die untere Hälfte der Außenfläche ist dann mit größeren und
kleineren Tuberkeln versehen, die in nach der Spitze des festen Fingers
zu konvergierenden Beihen angeordnet sind. Die Innenfläche der
Palma ist glatt, beide Finger sind sehr loirz, ohne scharfe Zähnelung;
der bewegliche trägt zwei Zeilen großer Granula. Die Außenfläche des
Carpus ist wieder mit dem Mosaik bedeckt, das etwas gefaltet ist;
die Bänder tragen Granulationen. Der Merus ist kurz, glatt und drei-
kantig. Die Schreitfüße tragen einen dichten Haarfilz, und sind sonst
wie bei A. pugilator gebaut. — Der Merus des 3. Maxillarfußes hat
vorn eine tiefe Kerbe, die Außenfläche trägt eine Delle. Das Abdomen
des $ ist schmal, länglich, mit sieben Segmenten. ■ — Länge des Carapax:
14 mm, Breite 15 mm. Länge der Stirn 6 mm. — '\Verwandtschaft :
Ostasiatisclic Decapoden. IV.
H9
Von Ä. tesselatus A. M.-E. unterscheidet sich die Form durch die Scheren-
füße, von A. pucjilator durch die granulierte Oberfläch ; des Carapax
und den Scherenfuß, welcher nur zwei Leisten statt fünf auf seiner
Außenfläche trägt.
Actumnus squamosus (De Haan)
Pilumnus squamosus De Haan, 1835, p. 50.
Actumnus squamosus A. Milne -Edwards 1865, p. 286, Taf. 18, Fig. 6;
Ortmann 1893, p. 475; Kathbun 1910, p. 358.
Pilumnus lapillimanus Stimpson 1907, p. 68, Taf. 8, Fig. 7.
P. squamosus Paris! 1916, p. 186.
P. dehaani Miers 1879, p. 32; Miers 1886, p. 155, Taf. 14, Fig. 1;
Walker 1890, p. 110; Ortmann 1893, p. 437; Nobili 1903, p. 234;
1900, p. 259; Alcock 1898, p. 198.
Fundangaben: 1 cJ, Tokiobai, 20 m, Sammlung Doflein. — 1 5
mit Eiern, Uragakanal, 2. 9. 1900, Owston leg. (8^ — ^12 mm Carapax-
größe). • — Mehrere Exemplare Nagasaki, Mus. Moskau.
Die Art ist durch die Bewehrung der Scheren und die Schneide
des kleineren Scherenfußes hinreichend charakterisiert (vergl. Stimpsons
Beschreibung). Bei jüngeren Tieren sind die Dornen und Stacheln der
Scherenfüße und des Anterolateralrandes stärker entwickelt, als bei
den älteren; daher müssen die als P. dehaani Miers und P. squamosus
beschriebenen Formen zusammengezogen werden. Ein sexueller Unter-
schied, wie ihn Ortmann festgestellt haben wollte, besteht nicht.
Geographische Verbreitung: Japan: Sagamibai, Golf von Yeddo,
Chinasee, Golf von Siam, Philippinen, Singapore, Ceylon, Palkstraße,
Beaglebai.
Actumnus setifer (T)QlAa>2i>VL)
Ortmann 1893, p. 474. Alcock 1898, p. 202. Calman 1900, p. 19.
De Man 1902, p. 639. Grant und Mac Culloch 1906, p. 16. Eathbun
1910, p. 357, 1911, p. 230, 1914, p. 660. Klunzinger 1913, p. 272.
Fundangaben: Viele Exemplare, teilweise mit Thompsonia glo-
bosa Haefele. • — • Sagamibai: gegen Boshu, 120 m Tiefe, Uragakanal,
150 m, Aburatsubo, 25 m, Misald, 20—30 m, Doflein leg. Airo, Mus.
Tokio. Station 14, 110 m Tiefe, Station 15, 100^ — 200 m Tiefe, vor
Kotawa, 180 m, Doflein leg. — Nagasaki, Mus. Moskau.
Ob der Pilumnus dorsipes Stimpson nicht ein juv. dieser Art ist?
Geographische Verbreitung: Im ganzen tropischen Indopazifik,
von Zanzibar und dem Eoten Meere bis Japan, Australien (Queens-
land) und Tahiti.
Actumnus' forficigerus (Stimpson). ]
Pilumnus /. Stimpeon 1907, p. 68, Taf. 8, Fig. 6.
Fundangabe: 1 Tomo, Bingo, Mus. Tokio.
Zu Stimpson’s Beschreibung ist zu ergänzen: Die Stirn ist fein ge-
zähnt. Der Carapax trägt auf seiner Oberfläche ganz feine Perlen,
besonders in seiner vorderen Hälfte, die aber durch Haare meist ver-
11. Heft
120
Heinrich Balss:
deckt sind. Beide Scheren sind zangenförmig, die kleinere allerdings
etwas mehr als die größere, die noch Andeutungen von Zähnen besitzt.
Die Schneiden sind ganz stumpfkantig. Die Dactyli tragen an ihrem
Oberrande zwei Keihen kleiner Perlchen. Wegen des Habitus und der
nahen Verwandtschaft zu A. squamosus (De Haan ) stelle ich die Art zur
Gattung Actumnus. — Länge des Carapax 11, Breite 15 mm.
Geographische Verbreitung: Zum erstenmale wieder gefunden;
vorher nur von Oushima beschrieben.
Gattung Platypilumnus Wood-Mason
Alcock 1898, p. 232, 1901, p. 62.
Bisher war nur eine Art, P. graciUpes W.-M., aus der Andamanen-
see in etwa 350 m Tiefe bekannt; isch stelle noch eine von Miers als
Medaeus Haswelli beschriebene Form hierher. Beide Autoren ver-
gleichen ihre Art mit der Gattung Galene De Haan.
Platypilumnus haswelli (Miers)
Medaeus haswelli Miers 1886, p. 117, Taf. 11, Fig. 2.
1 $ ohne Eier, Station 7, Okinosebank, 70 — 180 m Tiefe, Doflein leg.
Das mir vorliegende $ ist wie das von Miers nicht vollständig;
es fehlt ihm der rechte Scherenfuß, doch stimmt es mit der Beschreibung
gut überein. Kleine Unterschiede betreffen nur die Furchenbildung auf
der Oberfläche des Carapax. Es ist nämlich 4M von 3M getrennt;
ferner geht eine Furche von 1 P quer hinüber nach dem Postfrontal-
rand und trennt 3 B von 2 K ab. • — Miers hat diese Art zur Gattung
Medaeus gestellt, doch hat das mir vorliegende Tier Gaumenleisten,
welche in der hinteren Hälfte gut entwickelt sind, aber den Hinterrand
des Epistoms nicht erreichen. Ich glaube daher, daß diese Art, welche
auch im äußeren Habitus von den Angehörigen der Gattung Medaeus
verschieden ist, nicht dahin gehört und stelle sie zur Gattung Platy-
pilumnus Wood-Mason; von PI. gracilipes unterscheidet sie sich durch
die deutlicheren Furchen auf der Carapaxoberfläche und durch den
Suborbitalzahn, welcher bei hasivelli stumpf, bei gracilipes spitz ist. • —
Carapax: Länge 6, Breite 9 mm.
Geographische Verbreitung: P. haswelli Miers ist bisher nur vom
Challenger in der Twofoldbai, Australien, in 270 m Tiefe gefunden.
Gattung Galene De Haan
Alcock 1898, p. 136.
In vier Arten im Indopazifik verbreitet. Von Japan bekannt:
Galene hispinosa (Herbst), Japan, Hongkong, Singaporo, Te-
nasserim, Vizgapatamküste, Queensland.
Gattung Geryon Kroyer
Doflein 1904, p. 105.
Eine Tiefseegattung, deren Arten bisher besonders aus’ dem
Atlantik, vereinzelt aus dem Indik und Japan bekannt sind.
0 Literatur; De Haan 1835, p. 49 Taf. 5 Fig. 2. — Alcock 1898, p. 136.
— Parisi 1916, p. 183, — Etheridge u. Mc Culloch 1916, p. lO.J
Ostasiatische Decapoden. IV.
121
Geryon trispinosus (Herbst)
Ortmann 1894, p. 685 (das. Lit.).
Fundangaben: 1 Sagamibai, Okinosebank, Doflein leg. —
1 (J, trocken, in Tokio gekauft.
Beide Exemplare sind sehr groß (150' — 165 mm Carapax).
Doflein hält sämtlicbe bisher beschriebenen Arten für zu einer
einzigen Form gehörig. Tatsächlich unterscheiden sich die japanischen
Tiere von mir vorliegenden Exemplaren der Valdivia aus dem Süd-
atlantik, abgesehen von ihrer Größe nur dadurch, daß die Meren der
Pereiopoden oben nicht gefurcht und gezähnelt sind, was freilich als
Altersmerkmal gedeutet werden könnte. Immerhin ist es bemerkens-
wert, daß so große Exemplare wie hier bisher aus dem Atlantik noch
nicht gefunden worden sind.
Geographische Verbreitung: Die japanischen Formen wurden
bisher als trispinosus bezeichnet ; das etwas kleinere von der Travancore-
küste durch Alcock als affinis M.-E. ebenso von Doflein das von der
ost afrikanischen Küste. Aus der Kapregion hau Stebbing einen
G. tridens Kr. beschrieben, die übrigen Funde stammen aus dem At-
lantik und dem Mittelmeer.
Unterfamilie Xanthilia6 Ort mann
Ortmann, Bronn, p. 1172.
Gattung Actaea De Haan
Alcock 1898, p. 139.
Da die Arten dieser Gattung an Korallenriffe gebunden sind,
kommen sie nur im südlichen Japan bis zur Tokiobai vor. Sie sind im
Äußeren oft außerordentlich korrodiert und ähneln so den Korallen,
auf denen sie leben (vergl. bes. Actaea cavipes Dana, Klunzinger 1913,
p. 191); über das Sichtotstellen einzelner Arten vergl. Doflein 1906,
p. 205.
In Japan kommen vor: 1. Actaea affinis Dana: Oushima, Poly-
nesische Inseln, Hawai, Queensland, Laccadiven, Seychellen. —
2. A. hella Dana: Bonininseln, Rotes Meer, Samoa. * — 3. A. cavipes
Dana: Kagoshima, Samca, Fidjiinseln, Ternate, Andamanen, Lacca-
diven, Dar-es-Salam. — 4. A. savigny (Verbreitung s. u.). — 5. A. mfo-
punctata Milne -Edwards: Tokiobai, Chinasee, Malaiischer Archipel,
Ceylon, Andamanen, Dar-es-Salam, Polynesische Inseln, Hawai,
Mittelmeer, Kanaren, Cap Verdesche Inseln, Azoren. — 6. A. ryppellii
(Krauss), Verbreitung s. u. ■ — 7. A. tomentosa M.-E. : Liu-Kiu- Inseln,
Hongkong, Gotoinseln und Ostküste Afrikas bis zu den Polynesischen
Inseln und Hawai. — Dazu kommen durch unsere Sammlung: A. cal-
culosa M.-E.
Actaea rüppellii (Krauss)
Alcock 1898, p. 144. De Man 1902, p. p. 610. Lenz 1905, p. 351.
Laurie 1906, p. 403. Grant und Mac Culloch 1906, p. 10. Nobili 1906,
p. 125. Pestal911,p. 9. Rat hbun 1912, p. 219. Klunzinger 1913, p. 184
Actaea pilosa Stimpson 1907, p. 46, Taf. V, Fig. 6.
11. Heft
122
Heinrich Balss:
Fundangabe: 2 (J, Sagamibai, Dzusbi, 50— 100 m. Doflein leg. —
1 cJ, Sagamibai, Misaki, 180 m Tiefe, Doflein leg.
Geograpbiscbe Verbreitung: Im westlichen Indopazifik, von der
Ostküste Afrikas und dem Koten Meere bis Queensland. Aus Japan
bisher nur von Nagasaki bekannt.
Actaea calculosa (A. Milne-Edwards)
A. Milne-Edwards 1865, p. 276, Taf. 18, Eig. 3. Alcock 1898, p. 152.
Calman 1900, p. 8 (das. ausführliche Diagnose). Laurie 1906, p. 404.
Grant und Mac Culloch 1906, p. 11. Nobili 1906, p. 261. Kathbun
1910, p. 351.
Actaea granulata Doflein 1900, p. 138.
Diese Exemplare stimmen mit Calmans Beschreibung und
Differentialdiagnose völlig überein. Die von Doflein, 1. c. als A. gra-
nulata bestimmten Exemplare gehören zu dieser Art.
Fundangaben: 1 $, Nagasaki, Consul Müller-Beeck. — 3 $, Cap
York. — 2 (J, Sidney.
AVeitere geographische Verbreitung: Rotes Meer (?), Persischer
Golf, Karachi, Merguiarch’pel, Ceylon, Siam, Queensland, Torresstraße.
• — Durch „Nagasaki“ wird die Art zum erstenmal aus Japan bekannt.
Actaea savignyi pura Stimpson
Actaea pura Stimpson 1858, p. 30, 1907, p. 44, Taf. 5, Fig. 7.
A. granulata Ortmann 1893, p. 45: Alcock 1898. p. 151; Calman
1900, p. 8.
Fundangaben: Exemplare von Sagamibai: bei Misaki, 20 m Tiefe,
Doflein leg., Misaki, 200—300 m Tiefe, Boshu, 150 m, Dzushi, Strand
Ito, 110 m, Haberer leg., Fukkura, Haberer leg., Enoshima, Haberer
leg. — Nagasaki, Mus. Moskau.
Die Exemplare aus Japan unterscheiden sich von denen des Roten
Meeres, wie schon aus Stimpsons Beschreibung hervorgeht, durch
viel spitzere, scharfe Stacheln auf den Scheren- und Schreitfüßen. Cal-
man hat, als er seine Differentialdiagnose der calculosa und granulata
auf stellte, diese japanische Form vor sich gehabt, die wohl als besondere
Varietät, wenn nicht Ait betrachtet werden muß.
Weitere geographische Verbreitung: Eine genaue geographische
Verbreitung dieser Form läßt sich nicht angeben. Stimpson erwähnt
sie von Port Jackson, Hongkong, Chinasee; von Alcock als granulata
bezeichnete Formen aus Ceylon und den Indischen Küsten werden
wohl auch hierher gehören. — Unsere Funde, wie auch Ortmann’s
Angaben, zeigen, daß die Varietät, im Unterschied von der typischen
Form das tiefere AA^asser bevorzugt, vielleicht stellt sie also nicht eine
geographische A^arietät, sondern eine Standortsform dar. — Die echte
A. savignyi liegt mir außer vom Roten Meer auch von Hongkong vor.
Gattung Banarcia A. Milne-Edwards
Banareia A. Milne-Edwards 1873, p. 193; Miers 1884 (Alert),
p. 211; Ort mann 1894, p. 456; De Man 1896, p. 76; Alcock 1898,
p. 153; Klunzinger 1913, p. 198.
Ostasiatische Decapoden. iV.
123
Wenn man als Hauptcliarakteristikum dieser Gattung die
scLerenförmigen, scharf schneidenden Finger betrachtet, so gehören
zu ihr folgende Arten: Ä. armata A. Milne-Edwards, Andamanen,
Malediven, Samoa, Kermadecinseln. — B. inconspicua Miers, Ost-
Australien. — B kraussi Heller, Kotes Meer. — B. subglobosa (Stimps.),
Nagasaki. • — B. villosa Kathbun, Hawai, Rotes Meer (Polaexp.),
wahrscheinlich auch B. lata (Borradaile), Laccadiven, Marutea.
Banareia subglobosa (Stimpson)
Actaea subglobosa (Stimpson) 1907, p. 45, Taf. 5, Fig. 5.
Fundangaben: 1 $, Nagasaki, Sammlung Doflein (22—27 mm
Carapaxmaße). — 1 $, Hongkong, Mus. Moskau (15—20 mm).
Geographische Verbreitung: Die Art ist hier zum erstenmal
wiedergefunden. Hongkong, Chinasee, 40 m Tiefe.
Gattung Daira De Haan
Alcock 1898, p. 154.
Enthält nur zwei Arten : D. perlata (Herbst), Mauritius, Seychellen,
Laccadiven, Chinasee, Liu-Kiu- Inseln, Neu-Caledonien, Auckland-
inseln, Samoa, Hawai und Molukken und Daira americana St. von
Cap St. Lucas bis Ecuador.
Gattung Atergatis De Haan
Ortmann 1893, p. 460 (Schlüssel der japanischen Arten). Alcock
1898, p. 95. Klunzinger 1913, p. 147.
Die Gattung ist in etwa 10 Arten in dem warmen Indopazifik
von der Ostseite Afrikas bis Japan, Hawai und den Polynesischen Inseln
verbreitet. Die Formen scheinen schlammigen Boden zu bevorzugen.
In Japan gehen die Arten nur bis zur Sagamibai. Endemisch sind
A. reticulatus De Haan und die var. subdentata des A. iniegerrimus.
Außer den unten besprochenen Formen sind von Japan noch be-
schrieben: A. montrouzieri A. Milne-Edwards, Tokiobai, vergl. Ort-
mann 1893, p. 461 und A. frontalis De Haan, 1835, p. 46, Taf. 14, Fig. 3
(vergl. auch De Man 1879, p. 54, von Amoy, China).
Atergatis floridus (L.)
Ortmann 1893, p. 460. Ives 1891, p. 215. Alcock 1898, p. 98.
Kathbun 1902, p. 25, 1906, p. 845. Stebbing 1910, p. 296, 1917, p. 7,
Taf. 2. Klunzinger 1913, p. 152. Parisi 1916, p. 179.
Fundangaben: 1 ^ (30X42 mm) Sagamibai, zwischen Ito und
Hatsushima, 100 — 150 m, Doflein leg. ^ 1 $ (30X38 mm) Fukuura,
Sagamibai, Haberer leg. — 1 $ (27 X 37 mm) Insel St. Barbe (vor
Borneo).
Weitere geographische Verbreitung: Im ganzen indopazifischen
Gebiet; Ostküste Afrikas, Rotes Meer, bis Hawai und Tahiti.
11. Heft
124
Heinrich Balss:
Atergatis dilatatus De Haan
De Haan 1835, p. 56, Taf. 14, Fig. 2. Ortmann 1893, p. 462.
Alcock 1898, p. 96 (Lit.). Eathbun 1910, p. 351.
1 (J (14x23 mm) Samoa.
Ich glaube, daß man diese Form als gute Art auf fassen kann.
Weitere geographische Verbreitung: Chinesisches Meer, Golf
von Siam, Ceylon, Andamanen, Neu- Guinea, Samoa.
Atergatis integerrimus suhdentatus De Haan
De Haan 1835, p. 46, Taf. 3, Fig. 1. Ortmann 1893, p. 462. Paris!
1916, p. 178.
Fundangaben: 1 ? ohne Eier, Fukuura, Sagamibai, August 1903,
Haberer. — 1 (J, bei Boshu, Sagamibai, 150 m Tiefe, Doflein leg. ■—
Geographische Verbreitung: Diese Varietät ist auf Japan be-
schränkt.
Atergatis integerrimus typicus Lam.
Ortmann 1893, p. 462 (das. ältere Literatur). Alcock 1898, p. 95.
Stimpson 1907, p. 42. Parisi 1916, p. 178.
1 (J, 2 $, Mako, Pescadoresinseln, Haberer leg.
Weitere geographische Verbreitung: Zanzibar, Mauritius, Ceylon,
Merguiarchipel, Singapore, Malayischer Archipel, Amboina, Hongkong,
Philippinen, Japan.
Atergatis reticulatus De Haan
De Haan 1835, p. 47, Taf. 3, Fig. 4. Ortmann 1893, p. 463.
1 (J, 48x71 mm, zwischen Dzushi und Enoshima, Sagamibai,
100^ — 150 m Tiefe, Doflein leg.
An dem Ischiomeralgelenk der Pereiopoden sitzen Kolonien von
Heteralepas quadrata Aur.
Geographische Verbreitung: In Japan endemisch {Tokiobai,
Ort mann).
Gattung Zoozymus Le ach
Alcock 1898, p. 103.
Es sind bisher folgende Arten dieser Gattung bekannt : Z. aeneus L.
(Verbreitung s. u.). — Z. gemmulus Dana, Ternate, Sulusee, Ceylon. ■ —
Z. kilkenthali De Man, Amboina. — Z. pilosus A. Milne-Edwards,
Andamanen, Malabarenküste, Neu-Caledonien. — Z. pumilus Jaqu.
u. Lucas. Edam und Guam.
Die Arten scheinen an die Korallenfacies gebunden zu sein; für
Z. aeneus ist dies sicher (vergl. Ortmann 1894, p. 65); dementsprechend
geht diese Art auch nicht zum eigentlichen Japan, sondern nur zu
den Liu-Kiu- Inseln.
Zoozymus aeneus L.
Alcock 1898, p. 104 (das. ältere Literatur). Nobili 1906, p. 235.
Eathbun 1906, p. 846. Stimpson 1907, p. 42. Eathbun 1911, p. 214.
Klunzinger 1913, p. 164, Taf, 5, Fig. 12. Stebbing 1917, p. 437.
Ostasiatische Decapoden. IV.
125
Fundangabe: Ogasawarainseln (Bonininseln), Mus. Tokio.
Weitere geographische Verbreitung: Im ganzen indopazifischen
Gebiet, der Verbreitung der Korallenriffe folgend. Ostküste Afrikas
(bis Natal), Kotes Meer, Andamanen, Laccadiven, Ceylon, Malayischer
Archipel, Neu- Guinea, Neu-Caledonien, Fidjiinseln, Samoainseln,
Tahiti, Paumotuinseln, Hawai, Liu-Kiu- Inseln.
Gattung Lophozozymus A. Milne -Edwards
Alcock 1898, p. 106.
Eine indopazifische Gattung. — Aus Japan ist bekannt : L. pul-
chellus A. Milne-Edwards ^) von der Liu-Kiu- Insel Amami-Oshima,
der sonst von der Ostküste Afrikas und dem Roten Meere bis nach
Neu-Caledonien und Samoa geht.
Die von Miers (1886, p. 115, Taf. 11, Fig. 1) als Lophozozymus bellus
leucomanus aus dem Japanischen Meere aus 90 m Tiefe beschriebene
Form wird von Rathbun 1898, p. 272 als Lophopanopeus japonicus
Rathbun beschrieben, während Alcock sie (1898, p. 113) mit Xantho
distinguendus De Haan bezeichnet, was sicher unrichtig ist. Parisi’s
Lophoxanthus erosus (1916, p. 181) ist der Beschreibung und Ab-
bildung nach mit dieser Form identisch.
Gattung Platypodia Bell.
Rathbun 1902, p. 26.
Lophactaea A. Milne-Edwards, Alcock 1898, p. 99. — Von dieser
kosmopolitischen Korallengattung geht nur eine Art nach Japan.
Platypodia granulosa Rüppell
Lophoactaea g. — Alcock 1898, p. 101. De Man 1902, p. 582.
Lenz 1905, p. 348. Nobili 1906, p. 845. Rathbun 1906, p. 231, 1910,
p. 351. Lenz 1910, p. 546. Grant und Mac Culloch 1906, p. 9. Klun-
zinger 1913, p. 159.
Platypodia granulosa Rathbun 1914, p. 658; Parisi 1916, p. 179.
I (?> Sydney, Mus. Bremen.
Fundangaben: Ostküste Afrikas (Zanzibar, Mozambique), Ma-
dagaskar, Rotes Meer, Indik, Singapore, Golf von Siam, Ternate,
Amboina, Torresstraße, Australien (Queensland), Hawai, Samoa,
Neu-Caledonien, Yayeyama, Liu-Kiu-Inseln.
Gattung Xantho Leach
Alcock 1898, p. 112.
Zu dieser Gattung gehört aus Japan außer der unten folgenden Arb
noch: X. subacuta (Stimpson) von den Liu-Kiu-Inseln und Ternate.
Vergl. Liomera s. St. 1907, p. 39, Taf. 5, Fig. 1. — X. s. De Man
1902, p. 595, Taf. 21, Fig. 21.
q Literatur: Ortmann 1893, p.458, Laurie 1906, p.399, Lenz 1905, p.348,
Nobili 1906, p. 236, Lenz 1910, p. 547, Rathbun 1911, p. 214, Klunzinger 1913,
Taf. 5, Fig. 11.
11. Heft
126
Heinrich Balss: '
Xantho truncata De Haan
De Haan 1837, p. 66, Taf. 18, Fig. 4. Stimpson 1907, p. 46. Parisi
1916, p. 180.
Fundangaben: 1 (J, 1 $, zwischen Ito und Hatsusbima, Sagamibai,
Haberer leg., März 1903, 150 m Tiefe.
Als Ergänzung zu De Haans Beschreibung mögen folgende An-
gaben dienen: Die Oberfläche des Carapax ist unter der Lupe fein
punktiert, wobei größere und kleinere Punkte abwechseln. Die Kegionen
sind weniger durch Her vor Wölbungen als durch Furchen charakterisiert.
Von den Anterolateralzähnen ist der erste oblitteriert, alle übrigen
sind stumpf. Die rechte Schere ist größer als die linke, beider Ober-
flächen tragen feine Kunzein, besonders in der oberen Hälfte. Die
schwarzen Finger klaffen, zeigen drei bis fünf Zähne am festen Finger,
welche an der großen Schere stumpf, an der kleinen spitz sind. Die
Enden sind spitz, also ist die Art ein echter Xantho. Die unteren
Kanten der Schreitfüße tragen dünne Haare. Die Abdominalsegmente
3 — 5 des ^ sind verschmolzen. — Maße: Länge des Carapax: (J 17,
$ 24, Breite des Caiapax: (J 23, $ 17 mm.
Wahrscheinlich gehört hierher der Lo'phoxanthus hellus longimanits
Lockington, den Miers von Japan beschreibt, da seine Angaben (bis
auf das abweichende Abdomen des (;J) sehr gut übereinstimmen.
Geographische Verbreitung: Bisher nur aus Japan bekannt:
Simoda (Stimpson), Japanische See, 90 m Tiefe (Challenger). Die
Form scheint größere Tiefen zu bevorzugen.
Gattung Loplioxaiithus A. Milne-Edwards
Alcock 1898, p. 116.
Eine im nördlichen Indopazifik und an der Küste Kaliforniens
in sechs Arten verbreitete Gattung. Aus Japan ist bekannt:
Lo'phoxanthus scaherrimus Walker
Xantho scaherrimus Walker 1887, p. 109 — 115, Taf. 7, Fig. 1 — 4;
Alcock 1898, p. 116; Kathbun 1902, p. 25, 1910, p. 350.
Actaea granulosa Ad. u. Wh. {uhil), Doflein 1900, p. 139.
Xantho scaherrimus Parisi 1916, p. 180.
1 (^, Hongkong, Schauinsland 1906. — Das von Doflein unter dem
Namen Actaea granulosa Ad. u. W. beschriebene Exemplar aus Siam,
das mir vorliegt, gehört zu dieser Art.
Geographische Verbreitung: Singapore, Orissaküste,. Golf von
Siam, Japan: Wakanuura (Kii), Nagasaki.
Uber Parisi’s Lophoxanthus erosus vergl. p. 125 Lophozo-
zymus hellus leucomanus Miers.
Gattung Leptodius A. Milne-Edwards
Kathbun 1902, p. 26.
Außer den hier erwähnten Arten sind noch L. cavipes (Dana)
von Stimpson (1907, p. 57) von den Bonininseln und L. gracilis Dana
von Stimpson (1907, p. 56) von den Liu-Kiu-Inseln Oushima und Kikai-
shima erwähnt. Beide Formen gehen vom Koten Meere bis zum Pazifik.
Ostasiatisclie Decapoden. IV.
127
Leptodius exaratus M.-E.
Alcock 1898, p. 118. Lancliester 1900, p. 738. Eathbun 1902,
p 25. Nobili 1906, p. 240, 1907, p. 389. Grant und Mac Cullocb 1906,
p. 10. Klunzinger 1913, p. 209, Taf. 3, Fig. 6; Taf. 5, Fig. 16. Parisi
1916, p. 180.
Exemplare von: Aomori, Mus. Tokio. — Sagamibai: Fukuura,
Enoshima, Ito, Haberer leg., Aburatsubo, Doflein leg., Dzushi, 50
bis 100 m. — Katsuura, Kazura, Mus. Tokio. ~ Tomo, Bingo, Mus.
Tokio. — Kominato, Bosbu, Mus. Tokio. — Nagasaki, Mus. Moskau. - -
Hongkong. -- Hankau, Scbauinsland 1906. • — Mako, Pescadores-
inseln, Habsrer leg.
Geographische Verbreitung: Häufigste Korallenform des Indo-
pazifik; von der Ostküste Afrikas bis Polynesien. In Japan weiter
nördlich gehend als der verwandte L. sanguineus M.-E.
Leftodius sanguineus M.-E.
Alcock 1898, p. 119. De Man 1902, p. 602. Lenz 1905, p. 352.
Grant und Mac Culloch 1906, p. 10. Nobili 1906, p. 240, 1907, p. 389.
Rathbun 1906, p. 847. Calman 1909, p. 704. Lenz 1910, p. 548. Pesta
1911, p. 8. Rathbun 1912, p. 216. Klunzinger 1913, p. 213. Parisi
1916, p. 181.
Xantho exaratus sanguineus Doflein 1904, p. 101; Ortmann 1893,
p. 447; Lenz 1901, p. 469.
Fundangaben: Ogasawarainseln (Bonininseln), Mus. Tokio. • — >
Takao, Formxosa, Juni 1903, Haberer leg.
Geograpische Verbreitung: Von der Ostküste Afrikas und dem
Roten Meere bisHawai und Polynesien. In Japan bisher nur von den
Liu-Kiu- Inseln bekannt.
Gattung Xanthodiiis Stimpson
Rathbun 1902, p. 27. — Einzige japanische Art ist:
Xanthodius distinguendus (DeHaan)
Xantho distinguendus De Haan 1835, p. 48, Taf. 13, Fig. 7, 1837,
p. 66. — V. (Clilorodius) distinguendus Stimpson 1907, p. 56. — nec
X. distinguendus Alcock 1898, p. 113 et Autorum.
Viele und $, Nagasaki, Mus. Moskau.
Es ist den Autoren bisher entgangen, daß De Haan, p. 66, aus-
drücklich von seinem X. distinguendus sagt, daß er ebenso wie X. affinis
{Leftodius exaratus M.-E.) keine spitzen, sondern stumpfe Finger hat,
die den Übergang zu Chlorodius bilden, daß er also nach unserer jetzigen
Nomenklatur nicht zu Xantho, sondern zu Xanthodius gehört. Infolge-
dessen ist der von Heller, Alcock, Nobili, Klunzinger u. a. mit ihm
identifizierte Xantho distinguendus eine andere Art, die ich Xantho
neglectus zu nennen vorgeschlagen habe (Balss 1922, p. 6). Die mir
vorliegenden Exemplare aus Japan, die ich mit einem von Indian
Museum im Tausch erhaltenen, dort als Xantho distinguendus D. H.
bestimmten Exemplare von Karachi vergleichen konnte, bestätigen
11. Heft
128
Heinrich Balss:
das vollkommen; ich gebe daher eine Ergänzung zu De Haans Be-
schreibung der japanischen Form; seine Abbildung ist ausgezeichnet.
Die Bänder der Zähne am Anterolateralrand sind stark granuliert.
Die Oberfläche des Carapax trägt starke Furchen und Her vor Wölbungen,
an der Seite starke Granulationen; der Hinterrand besitzt eine Perlen-
reihe kleiner Granula. Auch der Stirnrand, der obere Augenhöhlenrand
und die Augenstiele selbst sind granuliert. Auf der Unterseite des
Carapax ist die Pterygostomialregion mit einem Haarfilz versehen,
die Pterygostomialregion, dritten Maxillarfüße und der vordere Sternal-
teil sind granuliert. Die Scherenfüße sind etwas ungleich, der rechte oder
der linke können der stärkere sein. Der Merus besitzt eine granulierte
Außenfläche. Der Carpus trägt einen starken Innenzahn und hat eine
erodierte, gerunzelte und granulierte Außenfläche. Die Palma ist oben
stumpf und trägt zwei Keihen von je fünf Höckern; die ganze Außen-
fläche, die Höcker und das obere Drittel der Innenfläche sind granuliert,
wobei die Granula in transversalen, von oben nach unten gerichteten
Beihen stehen. Die untere Kante ist gerundet und glatt. Die Finger
sind schwarz, und jeder trägt eine Lähgsfurche. An der größeren Schere
trägt der feste Finger drei stumpfe, der bewegliche einen großen und
zwei bis drei kleinere stumpfe Zähne. Bei der kleineren hat jeder Finger
drei bis vier scharfe, oben runde Zähne. Die Enden beider Finger
sind an beiden Scheren ausgehöhlt, wie es für die Gattung typisch ist.
An den Schreitfüßen sind die Vorderflächen glatt, die Hinterfläehen
granuliert. Der Merus ist oben scharf und granuliert, der Carpus trägt
zwei kristenartige, scharfe, granulierte Lappen und auf der Hinter-
fläche eine granulierte Leiste. Der Dactylus hat einen Haarpelz und
eine hornige Spitze. Am Abdomen des ^ sind die Glieder 3- — 5 ver-
wachsen. • — Maße: Carapax: Breite 18, Länge 12 mm. Länge des Merus
des 2. Pereiopoden 5, des Carpus des 2. Pereiopoden 3,5, des Propodus
des 2. Pereiopoden 2, des Dactylus des 2. Pereiopoden 3 mm. Breite
der Stirn inkl. Orbiten 8, exld. Orbiten 5 mm. Die Form erreicht also
nur eine geringe Größe.
Gattung Cymo De Haan
Alcock 1898, p. 172.
Eine auf den warmen Indopazifik beschränkte, Korallenriffe
bewohnende Gattung; von Japan sind bekannt: C.andreossyi (Aud.)
von den Bonininseln und C. melanodactyla De Haan von den Bonin-
und Liu-Kiu- Inseln (vergl. Stimpson 1907, p. 59, Ortmann 1894,
p. 442), welche beide „Arten“ wohl zusammengezogen werden müssen
und eine im ganzen Indopazifik von der Ostküste Afrikas bis Tahiti
verbreitete Form darstellten.
Gattung Ilalimede De Haan.
Halimede De Haan 1835, p. 35.
Polycremnus Gerstäcker 1856 p. 120.
Halimede Alcock 1898, p. 136; Dana 1852 p. 149; Bathbun 1910
p. 352.
Ostasiatische Decapoden. IV.
129
ich kenne von dieser Gattung folgende Arten: Halimede coppingeri
Miers: Arafurasee. — H. hendersoni Nobili: Persiscber Golf. — • H. och-
todes'^) (Herbst): Golf von Siam, Indische Küsten, Singapore, Ceylon,
Hongkong. • — H. pisifer Mac Leay : Kap der guten Hoffnung. — H. ihur-
stoni Henderson: Indik, Golf von Siam. • — H.tyche (Herbst): Ost-
indien, Hongkong, Japan. — Dazu kommt die neue Halimede dojleini.
Halimede tyche (Herbst)
Cancer tyche Herbst, Bd. 3, p. 35, Taf. 52, Fig. 3.
Halimede fragifer De Haan, p. 47, Taf. 13, Fig. 4; Ortmann 1893,
p. 442; Stimpson 1907, p. 50. — H. tyche Katbbun 1910, p. 52.
Fundangabe: 1 Sagamibai, Doflein leg., 1904. — Die hübsche
Form wurde immer nur in wenigen Exemplaren gefunden.
, Geographische Verbreitung: Japan, Hongkong, Indik.
Halimede dofleini Balss (Taf. II, Fig. 1, 2)
Balss 1922, p. 5.
Fundängabe : 2 5 ohne Eier, Sagamibai, Okinose, 900 m, Doflein
leg. (Maße des Carapax: 20 — 24 mm.)
Diese Art steht zwischen Halimede tyche und thurstoni in der
Mitte. Die Verteilung der Höcker auf dem Carapax ist dieselbe, wie
bei tyche, doch fehlen auf den vorderen Höckern die erdbeerförmigen
Warzen vollkommen und die Erhebungen sind glatt. Nur auf den
hinteren Höckern sind kleine Warzen angedeutet. Die Zwischen- *
räume sind mit einem dichten Haarfilz ausgefüllt. Von H. thurstoni
ist die Art dadurch unterschieden, daß die Höcker auch auf der hinteren
Carapaxhälfte stehen. Der Vorderseitenrand trägt vier größere Warzen,
dazwischen und dahinter am Hinterseitenrand stehen viele kleinere.
Der Merus der Scherenfüße trägt am distalen Oberrande zwei stumpfe
Zähne, am Unterrande einen. Die Hand ist auf ihrer Außenseite mit
sechs Längsreihen von Höckern bewehrt, an welchen „Erdbeeren“
angedeutet sind. Der feste Finger trägt auf der Innenseite sechs kleine
Zähnchen, ebenso der bewegliche, welcher oben gekörnt ist. Die Carapax-
unterseite und dritten Maxillarfüße sind gekörnt. — Obwohl mir nur
5 vorliegen, habe ich die Art zur Gattung Halimede gestellt, da sie der
H. tyche sehr nahe steht; eine Ähnlichkeit besteht auch mit Medaeus
nodosus A. Milne -Edwards von Neu-Caledonien und dem Indik.
Unterfamilie Carpiliinae Ortmann
Ortmann, Bronn, p. 1172.
Gattung Carpiliiis Le ach
Alcock 1898, p. 78. Klunzinger 1913, p. 123.
Literatur: Polycremnus ochtodes Henderson 1893, p. 359, P. ochtodes
Alcock 1898, p. 135, P. ochtodes Laurie 1906, p. 402, P. ochtodes Nobili
1903, p. 32, P. verrucifer Stimpson 1907, p. 49, Taf. 6, Fig. 1. — Halimede
ochtodes Rathbun 1910, p. 353, Taf. 1 Fig. 4.
Archiv flir Natnrgeschichte.
1922. A. 11.
9 11. Heft
130
Heinrich Balsst
Man untersclieidet im Indopazifik nur zwei einander sehr nahe-
stehende Arten, die für Korallenriffe charakteristisch sind. In Japan:
Carpilius convexus (Forsk.)
Alcock 1898, p. 80 (das. Literatur). Kathbun 1906, p. 842. Stimp-
son 1907, p. 37. Klunzinger 1913, p. 125.
Fundangaben: Nordformosa, Tamusi, Mri 1903, Haberer leg. —
Sagamibai: Fukuura, Haberer leg.
Weitere geographische Verbreitung: Ostafrika, Mauritius, Rotes
Meer, Ceylon, Andamanen, Laccadiven, Nicobaren, Malayischer
Archipel, Australien, Pol5mesische Inseln, Hawai, Liu-Kiu-Inseln
Der Fundort in der Sagamibai ist neu.
Gattung Carpilodes Dana
Alcock 1898, p. 81.
Eine in etwa 20 Arten im tropischen Indopazifik verbreitete
Gattung. In Japan kommt vor: C. venosus (H. Milne-Edwards), Tokio-
bai, Oushima, Philippinen, Cochinchina, Pulo Condor, Natal,’ Mauritius,
Neu-Caledonien, Port Molle, Tahiti.
Literatur: Alcock 1898, p. 83.
Synonym: Xantho obtusus De Haan, p. 47, Taf. 13, Fig. 5; Stebbing
1910, p. 297. — Liomera obtusa Stimpson 1907, p. 38.
Gattung Liagorc De Haan
Alcock 1898, p. 93.
Enthält nur eine Art: L. rubromaculata Dg Japan (Wa-
kanuura), Hongkong, China, Irrawaddydelta.
Gattung Liomera Dana
Alcock 1898, p. 87.
Bis zu den Liu-Kiu-Inseln geht L. cinctimana (Wh.)^) {—lata
Dana), die sonst von dem Roten Meere und den Seychellen bis Queens-
land, Tahiti und Californien (Cap St. Lucas) bekannt ist.]
Gattung Llilorodiclla Rathbun
Chlorodius Alcock 1898, p. 159.
Chlorodiella Rathbun 1902, p. 36.
In etwa acht Arten bekannt, die alle außer longimana M.-Edw.
(von den Antillen) im tropischen Indopazifik Vorkommen. Bis zu den
Liu-Kiu-Inseln und Bonin- Inseln geht Ch. niger Forsk., der vom Roten
Meer, der Ostseite Afrikas bis Polynesien und Ostaustralien bekannt ist.
Gattung Hypocolpiis Rathbun
Hypocoelus Heller 1861, p. 319 (nom. praeoccupatum); A. Mike-
Edwards 1865, p. 295; Alcock 1898, p. 111.
Hypocolpus Rathbun 1897, p. 164; Klunzinger 1913, p. 172.
1) De Haan 1835, Taf. 5, Fig. 1. Rathbun 1902, p. 24. Parisi 1916, p. 178.
2) Vergl. Alcock 1898, p. 88.
Ostasiatisclie Decapodeii. IV.
131
Die Gattung enthält folgende Arten: H. ahbotti Rathbun 1894:
Aldabra. — H. /^aamRathbun 1909 (= H. granulatus'DQ Haan): Japan.
Tokiobai, Golf von Siam. ■ — H. puncfatus Miers 1884: Torresstraße. ■ — •
H. rugosus Henderson 1893: Tuticorin, Ceylon. — H. sculptus M.-Edw. :
Rotes Meer, Ostafrika, Seychellen.
Die Gattung ist also auf die westliche Hälfte des Indopazifik be-
schränkt. Von der japanischen Form liegt mir kein Material vor.
Gattung Xanüiias Rathbun
Xanthodes Dana, nomen praeoccupatum
Xanthias Rathbun 1902, p. 34.
Aus Simoda, Japan, ist X. eleqans StimpsOxi (1907, p. 47, Taf. 5,
Fig. 3) bekannt.
Unterfamilie Etisinae Ort mann
Ort mann, Bronn, p. 1172.
Gattung Clilorodopsis A. Milne -Edwards
Alcock 1898, p. 165.
Die Gattung ist rein indopazifisch. Aus Japan sind bekannt:
C. areolata M.-E.: Verbreitung s. u. — C. püumnoides yWhite): Ceylon,
Andamanen, Philippinen, Liu-Kiu- Inseln (Amami-Oshima), Amboina
Samoa. — C . nigrocrinita (Stimpson) ^) : Simoda, Andamanen. —
C. spinipes (Heller) = pugil (Dana) : Rotes Meer, Liu-Kiu- Inseln
(Amami-Oshima), Samoa, Neu-Caledonien.
Chlorodopsis ,areolatus (M.-Edw.)
Nobili 1907, p. 396. Lenz 1910, p. 551. Calman 1909, p. 705.
Stebbing 1910, p. 300. Klunzinger 1913, p. 250 (das. übrige Literatur).
Fundangabe: Okinawainseln (Liu-Kiu-Inseln), Mus. Tokio.
Geographische Verbreitung: Im tropischen Indopazifik, von der
Ostseite Afrikas bis Hawai und Pol3mesien. Australien (Ostküste)
Gattung Etisus H. Milne-Edwards
Alcock 1898, p. 128.
Von Simoda ist bekannt Etisus laevimanus Rand., der ’im ganzen
tropischen Indopazifik von der Ostseite Afrikas bis Hawai und Poly-
nesien vorkommt.
Gattung Etisodes Dana
Alcock 1898, p. 132.
In Japan ist endemisch E. rhynchophorus A. Milne-Edwards
(Tokiobai); er ist am nächsten mit dem im tropischen Indopazifik
verbreiteten E. anaglyptus M.-E. verwandt.
Unterfamilie Ozünae Alcock
Ort mann, Bronn, p. 1173.
1) Pilodius n. Stimpsoii 1907, p. 58 Taf. VII Fig. 1. — Chlorodopsis n.
Alcock 1898, p. 168.
9* 11. Tieft
132
Heinrich Balss;
Gattung Ozius A. Milne-Edwards
A. Milne-Edwards 1880, p. 276. Eathbun 1902, p. 37. Alcock
1898, p. 181.
Die Gattung (sensu restricto) hat ihre Hauptverbreitung mit
sieben Arten im tropischen Indopazifik (von der Ostseite Afrikas bis
Polynesien). Die Westseite Amerikas hat drei endemische Arten,
die vom Cap St. Lucas bis zu den Galapagosinseln gehen. Auf der
Ostseite kommt nur in der Antillenregion eine Art vor, während die
Gattung im Mittelmeer und an der Westküste Afrikas fehlt. In Japan:
Ozius rugulosus Stimpson
Ozius rugulosus Alcock 1898, p. 182 (das. Literatur); De Man 1902,
p. 627; Nobili 1906, p. 272; Laurie 1906, p. 407; Stimpson 1907,
p. 60, Taf. 7, Eig. 6.; Klunzinger 1913, p. 294; Eathbun 1907, p. 53;
Pesta 1911, p. 12; Paris! 1916, p. 183.
1 c?5 Ogasawara (Bonininseln), Mus. Tokio.
Geographische Verbreitung: Eotes Meer, Dar-es-Salam, Anda-
manen, Ceylon, Arakan, Nicobaren, Ternate, Formosa, Bonininseln,
Samoainseln, Tahiti, Tongainseln, Neu-Caledonien, Port Denison.
Untergattung Eurüppellia Miers
Miers 1884, p. 534. Alcock 1898, p. 186.
Von dieser, meist als Untergattung zu Ozius, auf gefaßten Gattung
(nur im Indopazifik in drei Arten vertreten) kommt in Japan vor:
Ozius {Eurü'ppellia) annulipes Milne-Edwards
Eurüppellia annulipes Alcock 1898, p. 188 (das. Lit.); Eathbun
1906, p. 862; Borradaile 1900, p. 589; Lenz 1910, p. 552.
Rüppellia annulipes Stimpson 1907, p. 71; Pesta 1911, p. 13.
Fundangaben: Formosa, Takao, Mus. Bremen.
Geographische Verbreitung: Seychellen, Muscat, Dar-es-Salam,
Mafia, Liu-Kiu-Inseln, Amboina, Fidjiinseln, Samoainseln, Hawai,
Tahiti.
Gattung Epixaiithus Heller
Alcock 1898, p. 184. Ortmann 1894, p. 476. Klunzinger 1913 p.294.
Bisher wurden folgende Arten dieser Gattung beschrieben: E. cor-
rosus A. Milne-Edwards: Ostseite AfriKas, Eotes Meer, Nordwachter
Atjeh. ■ — E.dentatus (White): Dar-es-Salam, Mergui-Ajchipel, Anda-
manen. Nicobaren, Philippinen, Java, Fidjiinseln, Port Darwin. — E.
frontalis M.-E. (Verbreitung s. u.). • — E.helleri A. Milne-Edwards :
Westküste Afrikas: Cap Verdesche Inseln, Senegal bis Angola. • —
E. subcorrosus De Man: Upulu, Woodlackinseln (Vergl. Grant und
Mc Culloch 1906, p. 14).
In Japan kommt nur E. frontalis M.-E. vor.
Epixanthus frontalis (A. M.-E.)
• Epixanthus frontalis Alcock 1898, p. 185 (das. Lit.); De Man 1902,
p. 629; Nobili 1906, p. 273; 1906, p. 131; Grant und Mac Culloch 1906,
Ostasiatische Decapoden. IV.
133
p. 13; Lenz 1905, p. 356, 1910, p. 552; Stebbing 1910, p. 301; Eatbbun
1910, p. 359; Klunzinger 1913, p. 295.
Ozius frnntalis Stimpson 1907, p. 60.
Exemplare von Sagamibai, Eukuura, Haberer leg. — Mako,
Pescadoresinseln, Haberer leg. — Penang, Strand, Haberer leg.
Greograpbische Verbreitung: Westlicher Teil des Indopazific
Ostküste Afrikas, Cap, Rotes Meer, Indische Küsten, Ceylon, Malayischer
Archipel, Golf von Siam, Hongkong, Philippinen, PortDenison, Sydney,
Neu-Caledonien, Holborninsel, Funafuti, Tasmanien.
Efixanthus dentatus (White)
Alcock 1898, p. 185 (das. Lit.).
Fundangaben: Anping, Südformosa, Habucr leg., — Colombo,
Issaeff leg., Mus. Moskau.
Geographische Verbreitung: Dar-es-Salam, Mergui-Inseln, Anda-
manen. Nicobaren, Java, Fidjiinseln, Philippinen, Port Darwin (Austr.).
Unterfamilie Eriphünae Alcock
Ortmann, Bronn, p. 1173.
Gattung Eriphia Latr.
Die Gattung umfaßt etwa 8, in den wärmeren Teilen des Atlantik
und Indopazifik vor kommende, an Felsen in der Brandungszone
lebende Arten. Im eigentlichen Japan kommt keine dieser Formen
vor, dagegen gehen bis zu den Liu-Kiu- Inseln zwei Arten, die unten
genannte E. laevimana Latr. in ihrer var. smithii, sowie E. scabricula
Dana, welche beide Formen etwa dieselbe Verbreitung haben.
Eri'phia laevimana Mc Leay
Alcock 1898, p. 216. Stimpson 1907, p. 72. Stebbing 1910, p. 303.
Parisi 1916, p. 186,
Fundangaben: Tamsui, Nordformosa, Haberer leg.
Weitere geographische Verbreitung: Im ganzen Indopazifik,
von der Ostküste Afrikas und dem Rotan Meere bis zu den Liu-Kiu-
Inseln, Hawai, und den Polynesischen Insdn.
Gattung Domoecia Eyd. und Soul.
Alcock 1898, p. 229.
Die an lebenden Korallen vorkommende D. Mspida Eyd. u. Soul,
wird von Ortmann (1893, p. 478) von dm Liu-Kiu- Ins ein angegeben
(Amami-Oshima). Sie findet sich in allen tropischen Meeren, vom
Roten Meere bis Hawai und Polynesien, Golf von Californien und
Panama, Westindien (Florida und Brasilien).
Unterfamilie Trapezünae Ortmann
Revision: Ortmann 1897, p. 200.
Sämtliche Arten dieser Familie sind Koralbnriffbewohner und auf
den tropischen Indopazifik beschränkt; im Atlantik kommen sie nicht
11. Heft
134
Heinrich ßalss:
vor. Die Familie umfaßt fünf Gattungen: Tetralia, Trapezia, Quadrella,
SpJienomerides und Calocarcinus.
Gattung Trapezia Latr.
Ortmann 1897, p. 202. Alcock 1898, p. 217.
2 Arten gehen bis zu den Liu-Kiu- Inseln:
T. cymodoce (Herbst) und T. ferruginea Herbst (als var. guttata
von Ort mann 1893 p. 484 und als var. reticulata von Stimpson 1907
p. 73 beschrieben).
Trapezia cymodoce ^Herbst).
Ortmann 1893, p. 482. 1897, p. 203. Alcock 1898, p. 219. De Man
1902, p. 640. Eathbun 1906, p. 865, Taf. 11, Fig. 6, 1910, p. 359.
Nobili 1906, p. 292.
Fundangaben: 1 $, Okinawa, Liu-Kiu- Inseln, Mus. Tokio.
Geographische Verbreitung: Im ganzen warmen Indopazifik,
von der Ostküste Afrikas bis zu den Polynesischen Inseln. In Japan
nur bis zu den Liu-Kiu- Inseln.
Gattung Tetralia Dana
Alcock 1898, p. 223.
Die im ganzen tropischen Indopazifik weitverbreitete (von der
Ostküste Afrikas bis zu den Polynesischen Inseln) Tetralia glaherrima
(Herbst) geht in Japan, den Korallenriffen folgend bis zu den Liu-Kiu-
Inseln und den Bonin- Inseln fAlcock 1898, p. 223; Stimpson 1907,
p. 74, Taf. 9, Fig. 4).
Familie Potamonidae Ort mann
Eathbun 1904 — 1906.
Da die Süßwasserkrabben weniger in den Eahmen meiner Arbeit
fallen, so mag eine Aufzählung der von Japan und den südlichen Inseln
bekannten Formen genügen.
Unterfamilie Potamoninae Oitmann
Hainan: Potamon (Potamon) uhiteheadi Parisi 1916, p. 153, Taf. 7,
Fig. 1, Taf. 9, Fig. 4. ■ — Potamon (Potamon) orientale Parisi 1916,
p. 159, Taf. 8, Fig. 2, Taf. 9, Fig. 2. — Potamonautes hainanense Parisi
1916, p. 167, Taf. 7, Fig. 2, Taf. 9, Fig. 3.
Formosa: Potamo7i Paflibuni De Man, Parisi 1916, p. 153. —
P. jormosanum Parisi 1916, p. 156, Taf. 8, Fig. 1, Taf. 9, Fig. 1. —
Paratelphusa sinensis M.-E. (Parisi 1916, p. 169). Sonst noch bekannt
von Birma, Annam, Tonkin, Canton, Hongkong, Sumatra. — Geo-
telplmsa deliaani (^Yhite) Parisi 1916, p. 163.
Liu-Kiu-Inseln: Geotelphusa ohtusipes Stimpson. — - Oushima,
Okinawa, Manila (Eathbun 1915, p. 207). — G. glohosum Parisi 1916,
p. 164, Taf. 10, Fig. 1 u: 2. Okinawa. • — G. sakamotoanus Eathbun
1905, p. 206, 1904, Taf. 18, Fig. 6. —G. levicervix Pdihhim 1905, p. 223,
Taf. 18, Fig. 12. — G. deliaa^ii (White). Amakirrima.
Ostasiatische Oecapodei]. IV.
135
Japan. Geotelfhusa dehaani (White), s. u. — Paratel'pJiusa (Ozio-
telfknsa) houvieriPdA\dom\ (Balss 1914, p. 408), Nagasaki: sonst bekannt
von Ceylon, Mauritius, Vorderindien. • — P. germaini Eathbun 1905,
p. 246, Tat. 11, Fig. 9. Japan, Cocchinchina, Indochina, Siam, Ma-
layische Halbinsel.
Geotelphusa dehaani (White)
Eathbun 1906, p. 205, Taf. 18. Fig. 4. Stimpson 1907, p. 112,
Taf. 17, Fig. 2. Parisil916, p. 163. Colosi 1920, p. 34. Kemp 1918, p.245
Es liegen vor Exemplare von: Kominato, Boshu, Mus. Tokio. ■ —
Suruga, Mus. Tokio. • — Unzen, Mus. Moskau. ■ — Onsengatake, Shina-
bara- Halbinsel, Mus. Bremen. — Ikeda, Itsu, Mus. Tokio (Prov. Kioto.
— Dorogawa, Jamato. — Chichibu, Musashi, bei Tokio. — Nagasaki,
Mus. Moskau. • — Kobotoke, Mus. Toldo. — Tsingtau.
Geographische Verbreitimg: Japan: Toldo, Hiezen, Hakonesee,
Enoshima, Biwasee, Tamba, Kobi. — Liu-Kiu- Inseln, Amakirrima.
China. — Nördlich von Tokio scheint die Form nicht mehr vorzu-
kommen.
Familie Gonoplacidae Dana
Alcock 1900, p. 283.
Unterfamilie Pseudorhombilinae Alcock
Alcock 1900, p. 286, 292. Esch, 1918, p. 153.
Carcinoplacinae Eathbun 1918, p. 17.
Gattung Carcinoplax Milne -Edwards
Tesch 1918 p. 154.
Aus der rein indopazifischen Gattung sind in Japan bekannt:
C. longimanus De Haan und C. eburnea Stimpson (1907, p. 93, Bonin-
inseln). {Carcinoplax vestitus De Haan = Pilumnoplax v.).
Carcinoplax longimanus De Haan
Cancer (Curtonotus) longimanus De Haan 1835, p. 50, Taf. 6, Fig. 1.
Curtonotus longimanus Bouvier 1899, p. 176.
Carcinoplax Ort mann 1894, p. 688; Alcock 1900, p. 303;
Eathbun 1902, p. 23; Doflein 1902, p. 663, 1904, p. 115, Taf. 36;
Stebbing 1905, p. 37; Paris! 1918, p. 90.
Fundangaben: 5 $ vor Dzushi und Enoshima, 100-150 m Tiefe,
Nov. 1904, Doflein leg. — 1 (J, Satsuma, Mus. Tokio. — ■ 2 (J, 1
Fukuura, Sagamibai, Haberer leg.
Das cJ von Satsuma ist das jüngste bisher bekannte rj; es zeigt
schon sämtliche für das erwachsene Tier charakteristischen Merkmale
und hat folgende Maße: Carapax: Länge 25, Breite 33, Stirn 8, Orbita
7,5, Scherenfuß total 100, Basis— Merus 35, Carpus 12, Schere 50,
Palma 30, Finger 20 mm.
Beim Vergleich mit einem der von Doflein 1904, p. 114 als subsp.
indica beschriebenen Tiere von den Nicobaren ergibt sich, daß die subsp.
eine gute, wohl charakterisierte Art darstellt, was schon Eathbun
11. Ilelt
136
Heinrich Balss:
1914, p. 138 angegeben liat • — Der C. indicus Doflein unterscheidet sich
durch folgende Merkmale von C. longimanus De Haan: 1. Die Stirn
ist weiter vorgezogen. — 2. Die Orbiten sind kleiner und schmäler und
ermangeln des äußeren Zahnes (dagegen ist der Infraorbitalzahn vor-
handen). • — ■ 3. Der Carapax des großen Scherenfußes hat zwei innere
Zähne und seine Oberfläche ist gerunzelt. (Bei longimanus nur ein Zahn
und die Oberfläche glatt). — 4. Die Schere ist kürzer und breiter und die
obere Hälfte runzelig. — 5. Auf der Innenfläche der Palma fehlt eine
in einen Dorn auslaufende Kante vollständig. • — 6. Die Fingerspitzen
sind schwarz (bei longimanus weiß). • — 7. Die Propoden des 1. und 2.
Schreitfußpaares sind auf ihrer Vorderseite stark behaart.
Geographische Verbreitung: C. longimanus D. H. ist bekannt von:
Japan, Sagamibai (Ortmann, Parisi), Wakanoura, Kii (Kathbun),
Hakodate, Kodzu (Parisi), Südl. China (Parisi), Golf von Martaban,
Andamanensee (Alcock) (100— 110 m Tiefe), Cap der guten Hoffnung
bei Kowi (Stebbing) (73- — 79 m Tiefe). Sie ist eine Form des tieferen
Litorals.
Alcocks Exemplare scheinen zum echten longimanus und nicht
zu indicus Doflein zu gehören, wie sich aus der Beschreibung des Scheren-
fußes ergibt; auch hatte er ein japanisches Exemplar zum Vergleich
vor sich.
Gattung Piliimnoplax Miers
Tesch 1918, p. 156.
Aus Japan sind außer P. vestita De Haan (s. u.) bekannt: P.
americana Kathbun (Kathbun 1918, p. 21, Textfig. 5, Parisi 1918
p. 91), Süd-Georgia, Florida Keys, 130- -800 m, Travancoreküste, 430 m
Nias, 141 m, Sagamibai (Tief??). • — P. glaberrima Ortmann 1894,
p. 687, Taf. 23, Fig. 2 von Kochi.
Dagegen sind Pilumno'plax ciliata Stimpson = Litocheira c. (St.).
P. longipes Stimpson = Litocheira 1. (St.), P. sculpta Stimpson = Lo-
phoplax sc. (St.), P. vestitus sexdentatus Haswell = Homoioplax has~
ivelli Kathbun.
Pilumnoplax vestitus (De Haan)
P. vestitus Stebbing 1910, p. 313. — Carcinoplax vestitus Parisi
1918, p. 91 (das. übrige Lit.).
Fundangaben: 1 $ ohne Eier, Sagamibai, Dzushi, 110 m, Nov. 1904,
Doflein leg. — 1 (J. Tokiobai, 45 m, Doflein leg. — 1 (J, Tsushima.
Mus. Tokio.
Geographische Verbreitung: Japan, Sagamibai, Tokiobai, Maizuru,
Wakanoura, Natal?
Gattung Heteroplax Stimpson
Stimpson 1907, p. 94.
Die Stellung dieser Gattung im System ist noch unsicher, da die
Stimpson’schen Arten nach ihrer Beschreibung nicht mehr mit Sicher-
heit wie der gefunden vnirden. De Man, Alcock und Tesch halten sie
für synon5nn mit Eucraie De Haan; ich selbst eher für identisch mit
Pilumnoplax,
Ostasiatische Decapoden. IV.
137
Besclirieben wurden drei Arten: H. dentata Stimpson (1907. p. 94),
Hongkong und Golf von Siam. *— H. troMsversa Stimpson (1907, p. 95),
Hongkong und Golf von Siam. — H. nitidaM.\QX^ (1879, p. 39, Taf. 2
Fig. 2), Koreastraße, Golf v. Martaban.
Heteroflax transversa Stimpson
Stimpson 1907, p. 95. Katbburi 1910, p. 342.
Von Hongkong, dem Fundort des Typus li^gt mir ein (J vor, das
ick zu dieser Art stelle, da es in seinem äußeren Habitus völlig mit
Stimpson’s Beschreibung übereinstimmt. Die gerade Front mit der
Kerbe zur Aufnahme d6r Antennen, die Gestalt der Maxillarfüße, das
stark verschmälerte Abdomen, wie sie Stimp-
son angibt, sind vorhanden. Auf den Ex-
orbitalzahn folgt eine Lücke, dann d^r erste
Epibranchialzahn, von dem durch eine
Kerbe ein zweiter kleinerer abgesetzt ist.
Die Leberregion, unterhalb des oberenAugen-
höhlenrandes ist rinnenartig vertieft. Als
einzigen, allerdings sehr wichtigen Unter-
schied führe ich an, daß das 2. Glied der
Antennen nicht außerhalb verbreitert ist
und so die Geißel also nicht von der Orbite trennt, wie es Stimpson
als Gattungsmerkmal angibt. Vielmehr ist die Antennalregion genau
wie bei Püumnoplax gebildet. (Ebenso zeichnet sie auch Miers von
H. nitida.) Es ist nicht sicher, ob vielleicht die ausführlicher beschriebene
H. dentata St. die A’wcra^e-artige Bildung der Antennenregion besitzt
und transversa, die hier beschriebene; dann wären die Arten auf diese
zwei Genera zu verteilen. — Maße: Carapax: Breite 9, Länge 6 mm,
Stirnbreite 3, Länge der Augenstiele 2,8 mm.
Gattung Eucrate De Haan
Tesch 1918, p. 157. — In Japan ist bekannt:
Eucrate crenata De Haan
Eucrate crenata De Haan 1835, p. 51, Fig. 15, Taf. 1; Ortmann
1894, p. 688, Taf. 23, Fig. 4; Eathbun 1902, p. 23.
Nach den Untersuchungen Tesch’s (1918, p. 159) ist die japanische
Art, von der im übrigen indischen Ozean weit verbreiteten E. sulcatifrons
Stimpson nur durch bedeutendere Größe unterschieden.
Geographische Verbreitung: Japan: Tokiobai, Maizuru, Tanagawa
(Ortmann), Wakanoura (Eathbun).
Genus Litocheira Kinahan
Tesch 1918, p. 163.
Eine rein indopazifische Gattung mit etwa 17 Arten. — In Japan
kommen vor: Litocheira ciliata (Stimpson 1907, p. 94, von Simoda),
die nach Tesch (1. c.) vielleicht identisch ist mit L. angustifrons Alcock
von Vorderindien und mit L. Eathbun von Siam; ferner:
Heteroplax iransversa.
Carapaiumriß.
11. Heft
138
Heinrich Balss:
Litocheira longifes (Stimpson)
Pilumnoplax l. Stimpson 1907, p. 91. • — ‘iPilumnus fimhriatus
Ortmann 1893, p. 436.
Fundangabe: 1 ?, Satsuma, Zoolog. Mus. Tokio.
Von L. integra Miers ist diese Art durch folgende Merkmale unter-
schieden: 1. Sie erreicht eine bedeutendere Größe. — 2. Der vordere,
gebogene Teil des Seitenrandes ist nur kurz und trägt keine Kerben,
sondern nur wenige, kleine Körnchen als Besatz. — Ich vermute wegen
der Beschreibung, daß Ortmanns Pilumnus fimhriatus mit dieser Art
identisch ist. ■ — Maße: Carapax: Länge 8, Breite 11, Länge des Merus
des 3. Maxillarfußes 6, Länge des Carpus des 3. Maxillarfußes 4,
Länges des Propodus des 3. Maxillarfußes 4, Länge des Dactylus des
3. Maxillarfußes 3,5 mm.
Unterfamilie Gonoplacinae Miers
Tesch 1918, p. 181.
Gattung Ommatocarcimis White
Tesch 1918, p. 186.
* Diese seltene Gattung besteht aus drei Arten, welche vielleicht
nur verschiedene Entwicklungsstadien einer einzigen darstellen.
Ommatocarcinus macgillvrayi White
White 1852, p. 393, Taf. 5, Fig. 1. Mi.rs 1886, p. 247.
Fundorte: 1 (J, Sagamibai, bei Boshu, 150 m Tiefe, Doflein leg. —
1 fj, Ito, Sagamibai, Haberer leg. • — 2 ?, Yodomi, 150 Faden, Mus.
Toki o.
Bei den $ sind die Scherenfüße kürzer und breiter als bei den
Unsere Exemplare sind die größten bisher bekannten, unterscheiden
sich aber von Whites Beschreibung nicht. — Maße: Carapax: (an den
SeitenzähiK n) Breite ^ 45, 5 42, Längi ^ 20, $ 18, Scherenfuß:
Merus (J 25, $ 14, Palma (Gelenk bis Indexspitze) ^ 37, $ 22, Finger
^ 15, $ 12, Höhe der Palma (J 9, ? 8 mm.
Unterfamilie Prionoplacinae Alcock
Tesch 1918, p. 188.
Gattung Homoioplax Bathbun
Eathbun 1914, p. 146. — Die einzige Art ist:
Homoioplax hasivelli Eathbun
Pseudorhombila vestita sexdentata^liers 1884, p 240, Taf 24, Fig B.
Pilumnoplax vesiita sexdentata Miers 1886, p. 229.
Homoioplax hasuelli Eathbun 1914, p. 146; Tesch 1918, p. 190,
Taf. 10, Fig. 1.
Geographische Verbreitung: Japan, Yokosuka, 20 — 30 m (Chal-
knger), Arafurasce, 50—60 m („Alert“), Madurastraße, 56 m (Siboga).
Ostasiatische Decapoden. lY.
139
Gattung Lophoplax Tesch
Tesch 1918, p. 196.
Zu dieser seiner Gattung rechnet Tesch (1918, p 199) den „Pi-
lumnoplax'^ sculptus Stimpson 1907, p. 91, Taf 11, Fig. 3 von Oushima.
Eine zweite Art, L. bicristatus Tesch, kommt in der Makassarstraße
und bei den Key- Inseln vor.
Unterfamilie Rhizopinae J^timpson
Tesch 1918, p. 199.
Gattung Typhlocarcinus Stimpson
T-.sch 1918, p. 207.
In drei Arten im tieferen Litoral des Indik verbreitet. Aus Japan
ist bekannt: T. vülosus Stimpson (vergl. Tesch 1918, p. 209, Taf. 13,
Fig. 2), der gefunden wurde in Japan, Katsiyama, Hongkong, Sing-
apore, Golf von Siam, der Bai von Bengalen und beiSumba und Timor.
Unterfamilie Hexapodinae Miers
Tesch 1918, p. 237.
Gattung Hexapus De Haan
Tesch 1918, p. 239.
Die einzige Art, Hexapus sexpes (Fahr.) (vergl. Tesch 1918, p. 240,
Taf. 17, Fig. 1) ist bekannt von Japan, dem Golf von Siam, Amboina,
den Key- und Vaterunserinseln, Keu-Caledoni3n und dem Kap (?).
Familie Pinnothepldae M.-E.
Alcock 1900, p. 284. Tesch 1918, p. 244.
Unterfamilie Pinnotherinae Alcock
Tesch 1918, p. 245.
Gattung Piüüotheres Latr.
Tesch 1918, p. 247.
Von Japan bekannt: P. pholadis De Haan (s. u.). — P. honinensis
Stimpson (Alcock 1900, p. 339. Rathbun 1910, p. 330, Taf. 2, Fig. 9.
Paris! 1918, p. 663). Tokiobai, Yokohama, Chinasee, Golf von Siam,
Mergui- Archipel, Sumatra, Java, Vorderindien.
Die Gattung Pinnaxodes Heller wird jetzt als Untergattung di^ scs
Genus betrachtet.
Pinnotheres pholadis De Haan
P. pholadis De Haan 1835, p. 63, Taf. 16, Fig. 7. Tesch 1918, p. 252.
P. pisoides Ortmann 1894, p. 698, Taf. 23, Fig. 11; Doflein 1902,
p. 663; Bouvier 1906, p. 483; Paris! 1918, p. 92.
Fundangaben: Toldo, aus Cardiumschalen, Samml. Doflein. —
Sagamibai, zmschen Ito und Hatsushima, Fukuura, Haberer. — ■
üragaca-nal, Doflein leg.
ii, nett
140
Heinrich Balss:
Pinnaxodes major Ortmann
Ortmann 1894, p. 697, Taf. 23, Fig. 10.
2 2, 20—25 mm Carapaxgröße, Doflein leg. — 1 2, Wladiwostok,
Mus. Moskau. ~ 1 2 Cap Solotei (Sufren) Mus. Moskau. — Bisher
bekannt von der Tokiobai.
Gattung Dürckheimia De Man
Di Man 1889, p. 442. Tescb 1918, p. 246.
Eine Art, D. carinifes D^ Man, ist vom Eoten Meer bekannt,
eine von den Philippinen. — Bisher sind nur Weibchen beschrieben.
Dürckheimia caeca Bürger
Bürger 1895, p. 385, Taf. 9, Fig. 33; Taf. 10, Fig. 31.
1 2, Japan, Mus. Tokio. Unser Exemplar hat frei bewegliche
Augenstiele, die auch Spuren von Pigment besitzen. Sonst stimmt es
mit Bürgers Beschreibung überein.
Geographische Verbreitung: Philippinen, Palaos.
Unterfamilie Pinnotherelinae Alcock
Tesch 1918, p. 264.
Gattung Pinnixa White
Tesch 1918, p. 266.
In Wurmröhren kommensalisch lebende Formen.
Von Japan sind bekannt: P.tumida Stimpson (1907, p. 143),
Hakodate, in Holothurien. ■ — P. 'penultipedalis Stimpson (1907, p. 143;
Ortmann 1894, p. 699, Taf. 23, Fig. 7), Hongkong, Nagasaki.
Gattung Pseudopinnixa Ortmann
Ort mann 1894, p. 694.
Eine Art : Ps. carinata (Ortmann 1894, p. 694, Taf. 32, Fig. 6;
Bouvier 1906, p. 483) von der Tokiobai.
Unterfamilie Asthenognathinae Stimpson
Tesch 1918, p. 274.
Gattung Tritodynamea nov. nomen
Tritodynamia Nobili 1905, p. 407 (nec Ortmann); Tesch 1918,
p. 277 (partim).
Da der Typus der Gattung Tritodynamia Ortmann, T. japonica
Ortmann synonym mit Asthenognathus inaequipes Stimpson ist, so
kann der Name Tritodynamia für T. horvathi Nobili, die von A. i. St.
generisch und spezifisch verschieden ist, nicht mehr angewendet werden.
Ich ändere ihn in Tritodynamea um.
Diagnose : Letztes Pereiopodenpaar reduziert, Merus und Ischium
der äußeren Maxillarfüße getrennt und gleichlang, die beiderseitigen
^'inen Zwischenraum zwischen sich lassend; Dactylus des Palpus
an der Innenseite des Propodus eingelenkt. — Typus und einzige Art :
Ostasiatische Decapodeü. IV.
Ul
Tritodynamea horvathi (Nobili)
Tritodynamia horvathi Nobili 1905, p. 407, Taf. 10, Fig. 1.
Viele und Tsurumi bei Yokohama, Samml. Doflein durch
Owston.
In Nobilis Tafel stellt die Figur des unteren der beiden dritten
Pereiopoden (beide mit 2 b bezeichnet) den Fuß von T. horvathi, die
obere den von japonica (= Asthenognathus inaequipes St.) dar. ■ —
Die beiden letzten Pereiopoden sind an ihren oberen und unteren
Kanten mit langen, dünnen Haaren besetzt; der zweite Schreitfuß
trägt auf der hinteren Fläche eine Zeile von ebensolchen Haaren.
Geographische Verbreitung: Japan, Kobi.
Gattung Asthenognathus Stimpson
Asthenognathus Stimpson 1858, p. 107; 1907, p. 139. Eathbun,
1910, p. 339. Tesch 1918, p. 276.
Tritodynamia Ortmann 1894, p. 692 nec Tritodynamia Nobili 1905.
Eine Art in Japan, eine in Siam.
Asthenognathus inaequipes Stimpson
Stimpson 1858, p. 107; 1907, p. 140, Taf. 14, Fig. 1. De Man
1907, p. 392.
Tritodynamia japonica Ortmann 1894, p. 693, Taf. 23, Fig. 5;
Nobili 1905, p. 407, Taf. 10, Fig. 2; Parisi 1918, p. 92.
Mehrere c? und $ von Japan, Lok.? Mus. Tokio.
Die ^ haben eine stärkere Schere als die 2. Ich habe als synonym
zu dieser Art die Tritodynamia japonica Ortmann betrachtet; ihre
Beschreibung bei Ortmann und Nobili stimmt völlig mit unseren
Exemplaren überein (Eathbuns Unterschiede (1910, p. 340) beruhen auf
einem Mißverständnis). Ortmanns Typus fehlte der Palpus der Maxillar-
füße und es ist kaum anzunehmen, daß er sich von denen von Astheno-
gnathus unterscheidet; Parisi gibt hierüber nichts an.
Geographische Verbreitung: Japan: Küste von Nippon, 50 m
(Stimpson), Inlandsee (De Man), Tokiobai (Ortmann), Okitsu, Suruga
(Parisi).
Familie Ocypodldae Ortmann
Alcock 1900, p. 283. Tesch 1918, p. 34.
Unterfamilie Ocypodinae Dana
Gattung Ocypoda Fahr.
Ortmann 1897, p. 359 (das. Eevision).
Außer den hier erwähnten Arten ist noch von Japan bekannt:
0. kuhlii De Haan (Kapland und Ostküste Afrikas bis Sandwichinseln).
Ocypoda ceratophthalma Pallas
Ortmann 1897, p, 364. Parisi 1918, p. 96.
11. Heft
142
Heinrich Balss:
Fundangaben: Ogasawarainseln (Bonin-Inseln), Mus. Tokio. --
Takao, Südformosa, Juni 1903, Haberer leg. — Anping, Südformosa,
Haberer leg. — Ceylon, Colombo, Mount Lavinia, Haberer leg.
Geographische Verbreitung: Im ganzen Indopazifik, von der Ost-
küste Afrikas bis Tahiti.
Ocypoda stimpsonii Ortmann
Ocypoda stimpsonii Ort mann 1897, p. 368. — 0. convexa Stimpson
1907, p. 109, Taf. XV, Fig. 3; Ortmann 1894, p. 769, Taf. 23, Fig. 21.
— nec 0. convexa Quoy und Gaim^ard.
Fundangaben: Tsingtau, Schauinsland 1906.
Geographische Verbreitung: Japan: Simoda, Tokiobai.
Ocypoda cordimana Desmarest
Ortmann 1897, p. 362. Stimpson 1907, p. 110. Parisi 1916, p. 96.
Fundangaben: Ogasawara (Bonin-Inseln). Mus. Tokio., ■ —
Okinawa (Liu-Kiu - Inseln). — Hongkong, Schauinsland 1906. ■ — ■
Swatow, Schauinsland 1906. ■ — Ceylon, Colombo, Mount Lavinia,
Haberer leg.
Geographische Verbreitung: Im Indopazifik vom Koten Meere bis
Tahiti. In Japan hauptsächlich an den Inseln.
Gattung Uca lieach
Ortmann 1897, p. 346. Tesch 1918, p. 37.
Die bekannte Winterkrabbe. — Über die Lebensweise vergl.
Pearse und Kathbun 1921. • — Außer den hier erwähnten Arten
ist von den Liu-Kiu- Inseln noch U. dubia Stimpson (1907, p. 104,
Taf. 14, Fig. 4) bekannt.
Uca annulipes Latr.
Gelasimus annulipes Alcock 1900, p. 353. — G. pulchellus Stimpson
1907, p. 107, Taf. 13^), Fig. 1 ; Parisi 1918, p. 93. • — G. annulipes
Kemp 1915, p. 221.
Fundangabe: Ogasawara (Bonin-Inseln), Mus, Toldo.
Geographische Verbreitung: Im ganzen tropischen Indopazifik
von der Ostküste Afrikas bis Samoa und Tahiti. Die Formen an der
Westküste Amerikas, die von Bäte, Lockington u. a. zu dieser Art ge-
rechnet werden, gehören zu den Arten U. macrodactylus (M.-E. u. Luc.)
und rectilatus (Lockington). In Japan von Misaki und den Bonininseln
durch Parisi bekannt.
Uca latreillei (M.-Edw.)
Ortmann 1894, p. 757.
Fundangaben: Phuc Son, Annam, Fruhstorfer leg. — Tourane,
Annam, Fruhstorfer leg. — Miyakoinseln, Mus. Tokio.
Geographische Verbreitung: Bisher nur von südlichen Fundorten
bekannt: Philippinen, Xeu-Caledonien, Gesellschaftsinseln.
0 Nicht 15, wie im Texte augegeben. Die Figur 1, Taf. 15, stellt den
Macrophtlialmus dentatus St. dar.
Östasiatische Decapoden. IV.
143
üca marionis nitidus Dana.
Alcock 1900, p. 300. Tesch 1918, p. 38. Mc. Neil], 1920, p. 105,
Taf. XIX.
= üca cultrimana aut. = üca vocans Parisi 1918, p. 92.
Exemplare von: Miyakoinseln, Mus. Tokio. — Takao, Südformosa,
Haberer. — Tavao, Borneo, Scbauinsland 1906. — ■ Tjidadap, Java,
Morin leg. — Penang, Scbauinsland.
Geographische Verbreitung: Im ganzen tropischen Indopazifik
von der Ostküste Afrikas und dem Koten Meer bis zu den Fidjiinseln
und Samoa. In Japan nur bis zur Sagamibai gehend.
üca De Haan
Gelasimus lacteus De Haan 1835, p. 54, Taf. 15, Eig. 5; Miers
1879, p. 36; Ortmann 1894, p. 760; Stimpson 1907, p. 108; Kölbel
1898, p. 577.
üca lactea Oitmann 1897, p. 355; Schenkel 1902, p. 580; Alcock
1900, p. 355; Stebbing 1910, p. 327; Pesta 1911, p. 22; Tesch 1918,
p. 39; Stebbing 1917, p. 16, Taf. 4; Parisi 1918, p. 92.
Fundangaben: Takao, Südformosa, Haberer, Juni 1903.
Geographische Verbreitung: Japan, Bonininseln (Chichishima),
China, Makao, Hongkong, Pondicherri, Karachi, Andamanen, Malayisch.
Archipel, Natal, Neu- Guinea, Samoa.
üca arcuata (De Haan)
Thallwitz 1892, p. 43 u. 53. Ortmann 1894, p. 755. Nobili 1901
(Nr. 397). Grant und Mac Culloch 1906 p. 20. Stebbing 1910, p. 327,
1917 p. 15, Parisi 1918, p. 93.
Fundangaben: Miyakoinseln, Mus. Tokio. • — Futschou, Schauins-
land 1906. • — Südformosa: Takao, Anping, Haberer. • — Zamboanga,
Philippinen, Semper 1876. — Singapore, Penang, Scbauinsland 1906.
Hizen, Mus. Tokio.
Thallwitz möchte 1. c. diese Form mit U. marionis nitidus ver-
einigen, doch schließe ich mich De Man an, der beide trennt., c Beide
Formen sind leicht dadurch zu unterscheiden, daß bei Ü. marionis
der Merus des großen Scherenfußes einen distalen großen Dorn trägt,
welcher bei U. arcuatus fehlt. — Ältere Stücke von Takao gleichen in der
Scherenbildung vollkommen dem Bild, das Kingsley 1880, Taf. 9,
Fig. 10 gegeben hat; Oitmann hat ohne Grund angegeben, daß Kingsley
eine Verwechselung mit der Schere des hngidigitum begangen habe.
Vielleicht ist aber Kingsleys echter hngidigitum identisch mit unserer
Art, die ja auch von der Ostküste Australiens angegeben wird.
Geographische Verbreitung: Japan, Port Darwin (Australien),
Queensland (Port Curtis), Neu-Caledonien, Natal.
Unterfamilie Mictyrinae Borradaile
Tesch 1918, p. 40.
Gattung Mictyris Latr.
Tesch 1918, p. 41.
11. Heft
144
Heinrich Balsst
Von den zwei indopazifischen Arten der Gattung ist die eine auf
Ostaustralien, Tasmanien und Neu- Seeland beschränkt, die andere
kommt mehr nördlich vor.
Mictyris longicarpus Latr.
Mictyris longicarpus Alcock 1900, p. 384 (das. Lit.); Stimpson
1907, p. 103; Grant u. Mc Culloch 1906, p. 23; Kathbun 1914, p. 661;
Tesch 1918, p. 42; Parisi 1918, p. 100.
M. hrevidactylus Stimpson 1907, p. 103, Taf. 13, Fig. 4; Zehnt ner
1894, p. 144, Taf. 8, Fig. 21.
Exemplare von: Liu-Kiu- Insel, Ishigaki, Sammlung Doflein. —
Formosa, Takao, Mus. Bremen. ■ — Annam, Phuc-Son, Fruhstorfer leg.
— Annam, Tourane, Fruhstorfer leg. • — Swatow, China, Schauinsland
1906.
Geographische Verbreitung: Andamanen, Nicobaren, Singapore,
Malayischer Archipel, Philippinen, Hongkong, Liu-Kiu- Inseln, Formosa,
Australien (Ost- und Westküste), Neu-Caledonien, Tasmanien. An
den eigentlichen japanischen Inseln kommt die Art nicht mehr vor.
Unterfamilie Sopimerinae Kemp (1919)
Gattung Tympanomerus Rathbun
Tesch 1918, p. 48 (das. Synon3rmien).
Die Gattung enthält sieben, hauptsächlich im Malayischen Ar-
chipel und an der chinesischen Küste verbreitete Arten. In Japan
kommt vor: T.pusillus De Haan mit folgender Synonymie:
Cleistostoma pusilla De Haan 1835, p. 56, Taf. 16, Fig. 1.
Dioxippe pusilla De Man 1889, p. 447.
Cleistostoma pusilla Doflein 1902, p. 667. Sagamibai.
Tympanomerus pusillus Kemp 1919, p. 338.
Gattung Dotilla De Haan
Tesch 1918, p. 43.
Die Gattung kommt in 12 Arten, hauptsächlich im westlichen
Indik vor, aus Japan ist sie nicht bekannt. Zu den von Tesch erwähnten
Arten kommt noch D. clepsydra Stebbing 1917, p. 18 von Natal.
Dotilla mictyroides A. M.-E.
Aurivillius 1893, p. 5, Taf. 1, Fig. 1- — 13; Taf. 3, Fig. 13. Alcock
1900, p. 368. Nobili 1903, p. 20. Laurie 1906, p. 426. Stimpson 1907,
p. 101. Kemp 1919, p. 326.
Scopimera mictyroides Henderson 1893, p. 390; Lanchester 1900,
p. 760, Taf. 47, Fig. 14.
Exemplare von Singapore, Schauinsland 1906. ■ — Penang, Strand,
Habe rer.
Geographische Verbreitung: Andamanen, Vorderindien, Singapore,
Ceylon, Mähe, Gasparstraße.
Östasiatische Decapoden, IV.
145
Gattung Scopimera De Haan
Gesell 1918, p. 45.
Enthält vier, hauptsächlicli an den Vor der indischen Küsten ver-
breitete Arten; in Japan kommt vor:
Scopimera glohosa De Haan
Doflein 1902, p. 668. Koelbel 1898, p. 572. Tesch 1918, p. 97, 46,
Taf. 3, Eig. 3. Parisi 1918, p. 97, Textfig. 2. Kemp 1919, p. 312, Taf.
XII, Eig. 2.
Fundangaben: Tokiobai, Mus. Tokio. — Mehrere juv. Sagamibai
vor Kotawa, 180 m Tiefe, 25. Okt. 1904, Samml. Doflein. Letzterer
Fundort ist wegen seiner Tiefe bemerkenswert.
Geographische Verbreitung: Japan, Sagamibai, Tokiobai, Yoko-
hama, Simoda, Nagasaki, Hongkong, Ceylon, Trincomalee.
Unterfamilie Macrophthalminae Dana
Gattung Macrophthalmus Latreille
Tesch 1915, p. 149 (Revision).
Außer den hier erwähnten Formen sind von Japan noch bekannt:
M. latreülei (Desm.): Tokiobai, sonst im Indik verbreitet (Tesch 1915,
p. 181). — M.pacificus Dana (Tesch 1915, p. 190): Liu-Kiu- Inseln
(Stimpson 1907, p. 97).
Macrophthalmus japonicus D. H. i
Tesch 1915, p. 200, Taf. 9, Fig. 14 (das. übrige Lit.), Parisi 1918,
p. 96. Doflein 1902, p. 668. Manchester 1900, p. 760. • ^
Fundangaben: Kiautschou, Haberer leg. — Tsushima, Doflein leg.
• — Nagasaki. — Futschou, Schauinsland 1906.
Geographische Verbreitung: Japan, Nagasaki, Tokiobai, Mejaco-
shima, Kiautschou, Singapore.
Macrophthalmus convexus Stimpson
Tesch 1915, p. 175, Taf. 7, Fig. 8 (das. Lit.), 1918, p. 59. Kemp
1919, p. 389, Taf. 24, Fig. 2.
Fundangaben: Misafi, Sagamibai, Doflein leg.
Geographische Verbreitung: Liu-Kiu- Inseln, Golf von Siam,
Penang, Singapore, Amboina, Mauritius, Australien, Neu-Caledonieii,
Carolinen, Fidjiinseln, Neu- Guinea, Samoa, Hawai, Tahiti, Mergui-
archipel, Golf von Manaar.
Macrophthalmus dilatatus De Haan
Ives 1891, p. 216. Doflein 1902, p. 667. Parisi 1918, p. 97. ' Tesch
1915, p. 168, Taf. 6, Fig. 4 (das. übrige .Lit.).
Fundangaben: Yokohama, Haberer 1903. — Kanazawa, Sagami-
bai, Mus. Tokio. ■ — Swatöw, Schauinsland 1906.
Geographische Verbreitung: Japan, Tokiobai, Yokohama, Misaki,
Swatow ist der erste Fundort außerhalb Japans. Die-var. careus
Lanchester (1900, p. 759) stammt von Singapore und Malakka, .
Archiv für Naturgeschichte
1922. A. 11. 10 11. Heft
146
Heinrich Balss:
MacropTithalmus telescopicus (Owen)
Tesch 1915, p. 161, Taf. V, Fig. 2. Kemp 1919, p. 387, Taf. XXIV,
Fig. 10/11.
Fundangabe: Nagasaki, Mus. Moskau.
Geograpiscbe Verbreitung: Eotes Meer, Liu-Kiu- Inseln, Anda-
manen, Merguiarcbipel, Golf von Siam, Malediven, Australien, Hawai,
Carolinen.
Macrophthalmus tomentosus (Soul.)
Tescb 1915, p. 193, Taf. 9, Fig. 12 (das. Lit.). Kemp 1919, p. 392.
Fundangaben: Futschou, Schauinsland 1906. — Hankau, Schau-
insland 1906. — Takao, Südformosa, Haberer.
Da die (J eine Stimmleiste haben, rechne ich diese Tiere zu dieser
Art und nicht zu M. pacificus D ma.
Geographische Verbreitung: Manila, Neu-Caledonien, Aru- Inseln,
Merguiarcbipel .
Gattung Euplax H. Milne-Edwards
Tesch 1918, p. 59.
Bis zu den Liu-Kiu- Inseln geht Euplax hoscii (Aud.), welche Art
im Indopazifik weit verbreitet und häufig ist. Mit ihr sind nach Tesch
(1. c.) Choenostoma orientalis St. und crassimana Stimpson (1907, p. 98)
zu vereinigen.
Gattung Cleistostoma D. H.
Tesch 1918, p. 61.
Über die nur von Japan bekannte, seltene C. dilatatum vergl.
Tesch 1918, p. 62.
Gattimg Captandrium Stimpson.
Tesch 1918, p. 65.
Mit Kecht stellt Tesch diese Gattung zu den Macrophthalminae,
wo sie neben Paracleistostoma gehört.
Einzige Art:
Captandrium sexdentatum Stimps.
Tesch 1918, p. 65, Taf. 5, Fig. 3 und p. 142. Kimp 1915, p. 230,
Taf. XII, Fig. 6; 1918, p. 229.
1 $, ohne näheren Fundort, Zoolog. Mus. Tokio.
Geographische Verbreitung: Hongkong, Bai von Batavia, Chilka
Lake (Bengalen, Süßwasser), bei Madras, Tale Sap (Siam).
Gattung Paracleistostoma De Man
Tesch 1918, p. 62.
Aus Japan ist bekannt:
Paracleistostoma cristatum De Man
Cleistostoma dilatatum Ortmann (nec De Haan) 1894, p. 743.
Paracleistostoma cristatum De Man 1895, p. 590; Bouvier 1901,
p. 332.
Ostasiatische Decapoden. IV.
147
Fundangaben: Mehrere ^ und 2 ohne Scherenfüße: Futschou,
Schauinsland 1906 (17 mm Rückenschildbreite). — Mehrere juv.
(öYg — 6 mm Carapaxgröße): Sagamibai, vor Kotawa, Doflein leg.,
180 m Tiefe. — DerCarapax ist bei den juv. noch mehr quadratisch und
wird erst im Alter mehr gerade gestreckt.
Geographische Verbreitung: War bisher nur aus der Tokiobai
bekannt.
Familie Grapsidae Dana
Alcock 1900, p. 283. Tesch 1918, p. 70.
Unterfamilie Grapsinae Alcock
Alcock 1900, p. 288. Tesch 1918, p. 70.
Gattung Grapsus Lamarck
Alcock 1900, p. 390. Rathbun 1918, p. 227. Tesch 1918, p. 70.
Von den zwei nahe verwandten Arten der „Felsenkrabben“ geht
nur die eine bis Japan.
Grafsus grapsus L.
Rathbun 1918, p. 227, Taf. 53 u. 54. Parisi 1918, p. 100.
Exemplare von Ogasawara (Bonin- Inseln), Mus. Tokio, Ceylon,
Colombo, Mount Lavinia, Haberer.
Geographische Verbreitung: In allen warmen Teilen des Atlantik
und Indopazifik. Aus Japan bekannt vom Golf von Suruga (Parisi)
und Bonininseln (Stimpson).
Grapsus strigosus Herbst
Alcock 1900, p. 393. Kemp 1918, p. 229. ^
Exemplare von: Mako, Pescadoresinseln, Haberer. — Penang,
Strand, Haberer. — Cebu, Philippinen, Krapfenbauer. — • Mozambique,
A. Müller.
Geographische Verbreitung: Im warmen Teile des Indopazifik
von der Ostküste Afrikas bis Pol)mesien, dagegen nicht an der West-
küste Amerikas (Rathbun 1918, p. 231). In Japan kommt die Form
nicht mehr vor.
Gattung Metopograpsus A. Milne-Edwards
Tesch 1918, p. 78.
In sieben Arten im warmen Indopazifik verbreitet. Von den
Liu-Kiu- und Bonininseln hat Stimpson 1907, p. 114 den Metopograpsus
thukahar (Owen) erwähnt, der von den meisten Autoren als mit
M. messor identisch aufgefaßt wird.
Metopograpsus messor (Forsk.)
Lenz 1905, p. 369. Rathbun 1906, p. 839. Nobili 1906, p. 320.
Grant und Mac Culloch 1906, p. 23. Rathbun 1910, p. 325. Pesta
1911, p. 26. Stebbing 1917, p. 438. Roux 1919, p. 350. Tesch 1918,
p. 79 (das. übr. Lit.). Mac Culloch 1918, p. 2. Kemp 1918, p. 230.
10* 11. Heft
148
Heinrich Baisä: ’
Exemplare von: Aomori, Mus. Tokio. • — Formosa: Takao, Tamsui,
am Keelungfluß, Anping: Haberer leg.
Geographische Verbreitung: Im ganzen warmen indopazifischen
Gebiet, von der Ostküste Afrikas und dem Eoten Meer bis Samoa,
Hawai und den Fidjiinseln, aber nicht an der Westküste Amerikas.
Der Fundort Aomori ist der erste im eigentlichen Japan und der
nördlichste überhaupt nach unseren bisherigen Kenntnissen.
Gattung Pachygrapsus Kandall
Tesch 1918, p. 75. Kathbun 1918, p. 240.
In allen warmen Meeren verbreitete Gattung. Aus Japan ist außer
der hier erwähnten Art noch bekannt: P. plicatus M.-E., den Stimpson
(1907, p. 117) von den Liu-Kiu- Inseln erwähnt und der sonst noch
hauptsächlich im östlichen Teile des Indopazifik vorkommt (vergl.
Tesch 1918, p. 77).
Pachygrapsus crassipes Eandall
De Man 1890, p. 86, Taf. 5, Fig. 11. Ortmann 1894, p. 708. Eath-
bun 1898, p. 604. Holmes 1900, p. 729. Doflein 1899, p. 184, 1902,
p. 664. Eathbun 1902, p. 278, 1904, p. 189, 1906, p. 840. Stimpson
1907, p. 116. Weymouth 1910, p. 61, Taf. 13, Fig. 41. Eathbun 1910,
p. 589. Sendler 1912, p. 196. Eathbun 1918, p. 241, Taf. 59. Parisi
1918, p. 100. Schmitt 1921, p. 270, Taf. 45.
Exemplare von: Sagamibai: Brandungszone bei Aburatsubo, Dofl.
leg., Fukuura, Hab. leg., Ito, Hab. leg. • — Tokiobai, Hab. leg. —
Boshu, Kominato, Mus. Tokio. — Ajiro, Izu, Mus. Tokio.
Geographische Verbreitung: Japan, Simoda, Yokosuka, Sagami-
bai, Yenoshima, Matsushima; Korea, Fusan. Westküste Amerikas,
von Oregon bis Golf von Californien, Galapagosinseln, Chile.
Gattung Geograpsiis Stimpson
Alcock 1900, p. 394. Tesch 1918, p. 73.
Das von Alcock (1900, p. 389) angegebene Merkmal der Gattung,
daß das Flagellum des Exopoditen des 3. Maxillarfußes fehlen solh
trifft nur für G. grayi M.-E. zu; dagegen ist das Flagellum bei C. crinipes
und lividus vorhanden. — Die Verbreitung der 3 Arten ist folgende :'
G. grayi M.-E. : Von der Ostküste Afrikas bis zu den Polynesischen
Inseln. — C. crinipes Dana: ebenso. ■ — C. lividus (M.-E.): Atlantik:
Ostküste Amerikas von Florida bis Brasilien, Westküste Afrikas von
den Cap Verdeschen Inseln bis zum Kongo. Indopazifik: Westküste
Amerikas vom südlichen Californien bis Chile. Als var. stormi De Man
von Ceylon, den Andamanen bis Hawai und den Polynesischen Inseln.
- — Auf den eigentlichen japanischen Inseln kommt die Gattung nicht
vor. — Über die Lebensweise berichtet Alcock, daß die indischen
Arten echte Landlcrabben seien.
Geograpsus grayi M.-E.
Ortmann 1894, p. 707. De Man 1895, p. 80. Alcock 1900, p. 395.
Borradaile 1900, p 593 Doflein 1904, p 129. Nobili 1906, p. 320,
Ostasiatische Decapodeu. IV.
149
Bathbun 1907, 'p. 28. Nobili 1907, p.404. Calman 1909, p. 705. Lenz
1910, p. 560. Cbilton 1911, p. 560. Stimpson 1907, p. 120, Taf. 16,
Fig. 3.
Fundangaben; Ogasawara- (Bonin- Inseln), Mus. Tokio. —
Celebes, Scbauinsland 1906.
Geographische Verbreitung: Eotes Meer, Zanzibar, Madagaskar,
Seychellen, Mauritius, Ceylon, Malayischer Archipel, Bonininseln,
Neu-Caledonien, Australien, Kermadecinseln, Polynesische Inseln
bis Tahiti.
Geograpsus crinipes Dana
Ortmann 1894, p. 706. Eathban 1906, p. 389, 1907, p. 28. Calman
1909,p.705. DeManl895,p.83. Laurie 1906, p. 428. Nobili 1907, p. 404.
Fundangabe: 1 (J, Bertrandinsel, Neu- Guinea, Nordküste, Kpt.
Martens leg., Mus. Hamburg.
Geographische Verbreitung: Eotes Meer, Zanzibar, Mauritius,
Christmasinsel, Sandwich-, Samoa- imd Polynesische Inseln.
Unterfamilie Varunünae Alcock
Tesch 1918, p. 82. Alcock p. 288. 1900,
Gattung Planes Leach
Tesch 1918, p. 83.
Die blaue Krabbe des Golfstromes, Planes minutus L., die in allen
Meeren verbreitet ist, liegt mir von den Ogasawara- Inseln vor. Von
Japan war sie schon durch Miers (1886, p. 254) bekannt.
Gattung Ptychognatlms Stimpson
Tesch 1918, p. 85.
In etwa 14 Arten im Indopazifik verbreitet. — Aus unserem
Gebiete sind bekannt: Pt. harhatus A. M.-E.: Liu-Kiu- Inseln, lernate,
Samoa, Atieh, Pcnang, Vorderindien, Neu-Caledonien, Mauritius (vgl.
Ortmann 1894, p. 712 und Tesch 1818, p. 87) und Pt. glaher Stimpson
(1907) p. 129): Bonininseln und Flores De Man).
Gattung Varuoa A. Milne-Edwards
Alcock 1900, p. 400. Tesch 1918, p. 84.
In zwei Arten aus dem Indopazifik bekannt.
Varuna litterata (Fahr.)
Alcock 1900, p. 401 (das. Lit.). Nobili 1900, p. 267. Lanchester
1900, p. 756. Calman 1900, p. 24. Lanchester 1901, p. 549. Doflein
1902, p. 664. Schenkel 1902, p. 545. De Man 1 902, p. 504. Nobili 1903,
p. 22. Lenz 1905, p. 370. De Man 1908, p. 218. Stimpson 1907, p. 124.
Lenz 1910, p. 560. Eathbun 1910, p. 325. Stebbing 1910, p. 319.
Tesch 1918, p. 85. Parisi 1918, p. 105. Eoux 1919, p. 351. Kemp 1915,
p. 232; 1918, p. 230.
Exemplare von: Formosa, Takao und Anping, Haberer. — Sa-
gamibai, Ito, Süßwasser, warmer Fluß, Haberer. Siedelny (Sattel-
inseln, bei Shanghai), Mus. Moskau,
11. Hfaft.
150
Heinrich Balss:
Die bekannte eurybyaline Krabbe des Indopazifik.
Geograpbiscbe Verbreitung: In See- und Süßwasser, von der Ost-
küste Afrikas (nickt im roten Meere) bis zur Südsee; im eigentlicken
Pazifik seltener.
Gattung Gaetice Gistel
Platynotus De Haan 1835, p. 34 (nomen praeoccup.).
Gaetice Gistel 1848, p. 10.
Platygrapsus Stimpson 1858, p. 104; M'ers 1886, p. 263.
Die Gattimg entkält nur eine Art:
Gaetice depressus (De Haan)
Platynotus depressus De Haan 1835, p. 63, Taf. 8, Fig. 2.
Platygrapsus depressus Miers 1879, p. 37; Miers 188^6, p. 263;
Ortmann 1894, p. 716; Ratkbun 1902, p. 24; DofLün 1902, p. 665.
De Man 1907, p. 392; Stimpson 1907, p. 128, Parisi 1918, p. 102.
Platygrapsus convexiusculus Stimpson 1907, p. 128, Taf. 17, Fig. 3.
Exemplare von: Tsingtau, Mus. Bremen, Sckauinsland 1906. • —
Hongkong, Mus. Bremen. • — Ogasawara- (Bonin-) Inseln, Mus. Tokio.
■ — Nagasaki, Mus. Tokio. • — Kominato, Bosku, Mus. Tokio. — Enoura, Su-
ruga, Mus. Tokio. — Sagamibai : Enoskima,Haberer, Ito (Fluß !), Haberer,
zwischen Ito und Hatsuskima, Haberer, Dzuski, 50 — 100 m, Doflein,
Aburatsubo, Ebbetümpel, Doflein. — Yokosuka, Mus. Tokio. • — Tsu-
shima, Doflein. — Wladiwostok, Mus. Moskau. — Sjedelny (Sattel-
insel), Mus. Moskau.
Auch diese Art besitzt ein bisher übersehenes Stimmorgan. Beim
(J ist die Infraorbitalleiste in eine Reihe von 12 Perlen aufgelöst, denen
als Bogen eine hornige Leiste am Innenrande des Merus des Scheren-
fußes entspricht. Beim ? ist dagegen die Infraorbitalleiste Icürzer,
ganz fein gekörnt und der Bogen am Merus fehlt.
Geographische Verbreitung: China, Hongkong, Gotoinseln, Liu-
Kiu- und Bonininseln. Japan von Kagoshima bis Hokkaido, und obige
Fundorte nördlich hiervon. ^ De Haan gibt als Fundort ,,m Berg-
bächen“ an, was Ortmann bezw’eifelt. Sicher kommt die Form im
Meere vor, doch ist ein Fund im Elußwasser deswegen nicht ausge-
schlossen. Haberers Angabe ,,Ito, im Flusse“ scheint De Haan zu
bestätigen.
Gattung Bracliynotiis De Haan
Brachynotus Tesch 1918, p. 102 (Revision).
Hemigrapsus Ratkbun 1918. p 264.
Heterograpsus Lucas et autorum.
Eine hauptsächlich in den gemäßigten Zonen des Indopazifik
Verbreitete Gattung. Lr Japan drei Arten.
Brachynotus penicillatus (DeHaan).
Heterograpsus penicillatus Ives 1891, p. 216, Doflein 1902, p. 664,
Parisi 1918, p. 101.
Brachynotus penicillatus Tesch 1918, p. 104 (das. übrige Lit.),
Koelbel 1898, p. 570, Taf. I, Fig. 5/6,
OstasiatiscTie Decapoden. IV.
151
Exemplare von: Boslm, Mus. Tokio. — Tokiobuckt, Doflein. ~
Tomo (Bingo), Mus. Tokio. — Wakanoura, Kii, Mus. Tok'o. — Yoko-
hama, Habfier. ~ Tsush’ma, Doflein. — Hokkaido, Mus. ToMo. — ■
AVladiwostok, Mus. Moskau und Stuttgart. — Ob. Ussurigebiet, Mus.
Moskau. — Kap Solotoi (Sufren), Mus. Moskau.
Am Merus der Scherenfüße ist eine körnige Leiste vorhanden,
welche bei der Bewegung an den Infraorbitalkörnern entlang fährt
und so die Stridulation erzeugt. Der Pinsel an der Innenseite der Palma
dient wohl zur Peinigung dieses Apparates.
Geographische Verbreitung: Japan: Simoda, Oushima, Sagamibai.
Tokiobai, Nagasaki. China: Hongkong. Formosa.
Brachynotus longitarsis (Miers)
Heterograf sus longitarsis Miers 1879, p. 37, Taf. 2, Fig. 3, Ort-
mann 1894, p. 715.
Eriocheir misakiensis Rathbun 1919, p. 593, Taf. 23.
Exemplare von: Yokohama, Haberer. ■ — ^Wladiwostok, Mus. Mosk.
Das $ besitzt eine Stimmleiste, welche aus sechs länglichem Perlen
besteht; beim $ ist die Leiste nur ganz fein g anuliert. Diese
charakteristische Formt rreicht nicht die Größe der anderen japanischen
Arten; das größte mir vorliege nae Exemplar, ein 5, hat folgende Maße:
Carapax: Länge 15, Breite 16 mm. Länge des 3. Schreitfußes 26,
Länge des Dactylus des 3. Schreitf. 4, Länge des Propodus des 3. Schreit-
fußes 6, Länge des Carpus des 3. Schreitf. 5, Länge des Merus des 3.
Schreitf. 10, Länge des Scherenfußes 16 mm.
Geographische Verbreitung: Hokkaido, Otarranai, Golf von Yoko-
suka, Koreastraße (Miers), Tokiobai, Nagasaki (Ortmann). Misaki
(Rathbun).
Eriocheir misakiensis Rathbun ist mit dieser Art, wie aus Be-
schreibung und Abbildung hervorgeht, sicher indentisch.
Brachynotus sanguineus (De Haan)
Heterograf sus sanguineus Doflein 1902, p. 664; Parisi 1918, p. 101.
(nec H. sanguineus Lenz 1902, p. 766 = B. crenulatus fide Rathbun
1918, p. 266.)
Brachynotus sanguineus Tesch 1918, p. 105 (das. übrige Lit.).;
Koelbel 1898, p. 571, Taf. 1, Fig. 7.
Exemplare von: Tsingtau, Haberer. — Tamsui, Formosa, Haberer.
— Sagamibai: Aburatsubo, Doflein, Ito, Fukuura, Haberer, Dzushi,
50' — 100 m Tiefe, Doflein. • — Yokohama, Haberer. — Yokosuka,
Mus. Tokio. • — Onagawabucht 5^ — ^10 m Tiefe, Doflein. • — Tsushima,
Doflein. — Aomori, Mus. Tokio. — Hokkaido, Todobokke, durch
Sauter, Samml. Doflein. — Wladiwostok, Mus. Stuttgart. • — Cap
Solotoi (Sufren), Mus. Tokio.
Letztere Fundorte nördlich von Japan sind neu.
Geographische Verbreitung: Japan. China: Hongkong, Amoy.
Hawai (Rathbun). Australien und Neuseeland (Haswell als H. maculatus)
11. Heft
f
152 Heinrich Balss:
Gattung Eriocheir De Haan
Tescli 1918, p. 106.
Von Japan ist nur eine Art bekannt: E.japonicus De Haan.
■Der Eriocheir misahiensis Ratbbun 1919 ist identisch, mit Brachynotus
longitarsis Miers.
Eriocheir De Haan
Ives 1891, p. 216. Doflein 1902, p. 665. Parisi 1918, p. 101,
Tesch 1918, p. 107 (das. übrige Literatur). Kemp 1918, p. 231.
Exemplare von: Formosa, Takao, Haberer, Tamsui, Keelung-
fluß, Haberer. ■ — Liu-Kiu- Inseln, Okinawa, Doflein leg. — Sagamibai,
Misaki, Doflein leg, Ito, Fluß, (35 ®C.) Haberer, Aburatsubo, Doflein.
— Okayama, Süßwasser, durch Sauter, Doflein. ~ Wladiwostok, Mus.
Moskau.
Geographische Verbreitung: Japan von Nagasaki bis Hakodate,
Formosa. • — Wladiwostok ist der erste Fundort vom Festlande Asiens;
daß hier die japanische und nicht die chinesische Form vor kommt,
ist bei der Ähnlichkeit der sonstigen Fauna Wladiwostoks mit der
japanischen nicht verwunderlich.
Eriocheir sinensis M.-Edw.
Tesch 1918, p. 107 (das. Lit.).- Parisi 1918, p. 102. Kemp 1918,
p. 231.
Exemplare von Fut schon, Schauinsland 1906. ■ — Haukau,
Yangtse, Schauinsland 1906.
Geographische Verbreitung: China, Shanghai, Antung, Shasi
am Yangtse.
Eriocheir leptognatha Eathbun
Eathbun 1913, p. 353, Taf. 33, Fig. 2 u. 3. Kemp 1918, p. 232.
Utica sinensis Parisi 1918, p. 102, Taf. VIII, Fig. 1.
1 cJ, Futschou, Schauinsland, 1906. — Aus der Beschreibung und
Abbildung Parisis geht die Identität seiner Art mit der Eathbuns
deutlich hervor.
Geographische Verbreitung: China, Shanghai.
Gattung Psciidograpsiis A. Milne-Edwards
Tesch 1918, p. 97.
In fünf, teils marinen, teils fluviatilen Arten im Indopazifik.
Aus Japan sind bekannt: Ps. alhus Stimpson (Tesch 1918, p. 99),
Kikaishima, Ostindischer Archipel, Neu-Caledonien und Fidjiinseln
(marin). ■ — Ps. crassus A. M.-E. (Tesch 1918, p. 98), Japan und Mo-
lukken, Süßwasser (bis etwa 2500 m Höhe) und an marinen Eiffen.
Die von Doflein (1902, p. 664) als Ps. harhatus von der Sagamibai
angegebenen Formen sind in Wirklichkeit Brachynotus penicillatus
D. H. Der Ps. harhatus (Eumpf) (besser Ps. setosus Fabr.) ist fluviatil
im Hinte rindi eben Archipel.
Gattung Acmaeopleiira Stimpson
Stimpson 1907, p. 130. Tesch 1918, p. 106,
Ostasiatische Decapoden. IV.
-153
Die Gattung enthält zwei Arten: A.rotundata Kathbun (1910,
p. 327) von Siam und A. parvula Stimpson von Japan.
Acmaeopleura parvula Stimpson
Stimpson 1907, p. 130, Taf. 11, Fig. 4. Bouvier 1906, p. 483.
Viele Exemplare (darunter und $ mit Eiern): von Ito, Saga-
mibai, 1. 12. 3. 1903, Strand, Haberer, 1 Tsushima, Doflein leg..
Auch bei dieser Art ist beim ^ ein Stridulationsorgan vorhanden,
indem die Infraorbitalleiste in drei längliche Perlen aufgelöst ist, denen
eine hornige kleine Leiste am Merus des Scherenfußes als Bogen ent-
spricht. Beim $ fehlt dieses Organ, die Infraorbitalleiste ist eine
scharfe Linie. — Bouvier hat die Scherenfüße der $ richtig beschrieben :
sie sind kleiner und mehr granuliert. Die 3. Maxillarfüße entsprechen
ganz Eathbuns Abbildung (1910, S. 327).
Geographische Verbreitung: Japan, Oushima. Eathbuns Art ist
vielleicht mit unserer identisch. — Maße : Carapax: Länge 8, Breite 8mm
Unterfamilie Sesarminae Dana
Alcock 1900, p. 289. Tesch 1918, p. 107.
Gattung Cyclograpsus A. Milne-Edwards
Tesch 1918, p. 125.
Die Gattung ist in den wärmeren Zonen aller Meere in etwa 12
schwer zu unterscheidenden Arten verbreitet. In Tesch’s Übersicht
der indopazifischen Arten fehlt C. hecarii Nobili (1900, p. 270) von
Dorei, Neu- Guinea. Aus Japan sind bekannt: G. longipes Stimpson
(ver gl. Tesch, 1. c., von den Bonininseln, Atjeh, Tahiti, Paumotu und
Fidjiiseln) und C. intermedius Ort mann.
Cyclograpsus intermedius Ortmann
Ortmann 1894, p. 728. Doflein 1902, p. 667.
Exemplare von: Sagamibai, Fukuura und Ito, Haberer. • i
Tesch hält diese Art für identisch mit C. longipes. Beim Vergleich
mit De Mans Abbildung (1898, Taf. 32, Fig. 43) fällt mir auf, daß die
Oberfläche des Carapax bei intermedius glatter ist und die Epigastrical-
höcker weniger hervortret in. In der Körpergestalt und Länge der
Beine stimmen beide Arten mit einander überein.
Geographische Verbreitung Japan, Sagamibai (Doflein), Liu-
Kiu- Insel Amami-Oshima (Ortmann), „Indischer Ozean“ (Ortmann).
Gattung Metaplax A. Milne-Edwards
Tesch 1918, p. 116.
Eine hauptsächlich im indischen Ozean verbreitete Gattung.
In Japan kommt sie nicht vor, von Hongkong stammt der M, longipes
Stimpson.
Metaplax crenulata Gerstaecker
Tesch 1918, p. 116 (das. Literatur).
1 cJ, Penang, Schauinsland 1906.
Geographische Verbreitung: Merguiarchipel, Sunderbunds
( Gangesdelta).
JJ. Heft
154
Heinrich Balss:
Gattung Chasmagnathus De Haan
Tesch 1918, p. 124.
Nach der Kevision Tesch’s enthält die Gattung nur die eine Art :
Chasmagnathus convexus
Tesch 1918, p. 124 (das. Literatur). Parisi 1918, p. 105.
Exemplare von: Formosa: Tamsui und Anping, Haberer leg. —
Fut schon, Schauinsland 1906. — Hongkong, Schauinsland 1906. —
Kiautschou, Haberer.
Das Stimmorgan ist bei beiden Geschlechtern vorhanden.
Geographische Verbreitung: Japan, Boshu, Jamada, Kochi;
Liu-Kiu- Inseln, Formosa. Von China war die Art bisher unbekannt.
Gattung Helice De Haan
Tesch 1918, p. 117.
Aus Japan sind zwei Arten bekannt : H. tridens D. H. und H. leachii
Hess, (vergl. Parisi 1918, p. 108, Taf. 8, Fig. 2; Mc Neill, 1920, p. 109),
von den Bonininseln, Ohoshima, Neu-Caledonien, Sydney, Carolinen
und Dar-es-Salam (Ortmann 1894, p. 57).
Helice tridens De Haan
Ives 1891, p. 216. Koelbel 1898, p. 570. Doflein 1902, p. 666.
Tesch 1918, p. 119 (das. übrige Literatiü). Kemp 1918, p. 241.
Helice tridens latimera Parisi 1918, p. 106, Taf. 8, Fig. 3.
Exemplare von: Sagamibai, Haberer. — Nagasaki, Mus. Moskau. —
Formosa, Takao und Anping, Haberer. — Hankau am Jangtse, Haberer
1900.
Parisis Varietät unterscheidet sich nicht von der typischen Form.
Geographische Verbreitung: Japan, Oushima, Simoda, Liu-Kiu-
Inseln, Tokiobai, Nagasaki. Formosa. China: Hongkong, Kiautschou,
Tsingtau.
Gattung Sesarma Say
Tesch 1917 (Eevision).
Die Einteilung in Unteigattungen, die De Man nach der An-
und Abwesenheit eines Epibranchialzahnes eingeführt hat, ist eine ganz
künstliche, da sie nahe verwandte Arten weit auseinanderreißt (vgl.
unten unter S. plicata und hidem).
Außer den hier erwähnten Arten sind noch von Japan bekannt:
S. rupicola Stimpson 1907, p. 135, Taf. 17, Fig. 1 (Oushima).
S. vestita Stimpson 1907, p. 136, Taf. 13, Fig. 6 (Oushima).
S. erythrodactylus Hess (Ortmann 1894, p. 726 (Kochi, Sydney,
Pazifik).
Sesarma (Holometopus) dehaani A. M.-E.
Grapsus quadratus De Haan 1835, p. 62, Taf. 8, Fig. 3.
Ses. dehaani Tesch 1917, p. 143; Parisi 1918, p. 111; Kemp 1918,
p. 235.
Ses. neglecta De Man 1887, p. 661,
Ostasiatische Decapoden. IV.
155
Fundangaben: Sagamibai, Ito, warmer Fluß, 35®, Haberer. —
Tokiobucht, Doflein leg. — Shanghai, Haberer leg. — Futschou,
Schauinsland 1906. — Jangtse Kiang, bei Shasi, Haberer leg. • — Tamsui
am Keelungfluß, Nordformosa, Haberer leg.
Sesarma neglecta ist ein jüngeres Stadium dieser Art, wie aus
meinem Material hervorgeht.
Greographische Verbreitung: Japan, Simoda, Kobi usw. Liu-Kiu-
Inseln, Bonininseln, Shanghai, Hongkong, Whampoa und obige Fund-
orte.
Sesarma (Holometo'pus) haematocheir
Tesch 1917, p. 156 (das. übrige Lit.). Eathbun 1902, p. 24. Parisi
1918, p. 110.
Fundorte: Ise, Mus. Tokio. • — Okayama, Süßwasser, H. Sauter leg.
— Onagawabai, 5—10 m, Doflein leg. ■ — Aburatsubo, Sagamibai,
Tsushima, Doflein leg. — Nagasaki, Mus. Moskau. — Tsingtau, Hong-
kong, Schauinsland 1906. — Tamsui, Nordformosa, Haberer. — Annam
Phuc Son, Frühst orf er leg.
Geographische Verbreitung: Japan, Kobi, Simoda, Oushima, Yoko-
hama, Nagasaki, Hongkong, Singapore, Amoy (China).
Sesarma (Sesarma) A. Milne-Edwards
Tesch 1917, p. 158.
Fundorte : Timor, Koepang, Haniel leg. — Südformosa, Haberer leg.
Geographische Verbreitung: Zanzibar, Madagascar, Malayischer
Archipel, Philippinen, Samoa. — Der Fundort ,, Formosa“ ist neu.
Sesarma (Sesarma) intermedia
Tesch 1917, p. 162 (das. übrige Lit.). Doflein 1902, p. 666. Parisi
1918, p. 111. Kemp 1918, p. 234.
Sesarma sinensis H. Milne-Edwards: Tesch 1917, p. 199 (das. Lit.).
Fundorte: Okayama, Süßwasser, Doflein 1904. — Futschou,
Schauinsland 1906. — Shanghai, Eömer, März 1907. — Jangtse kiang,
bei Hankau, Schauinsland 1906.
Die S. sinensis H. M.-E. ist nur ein jüngeres Stadium dieser Art,
wie aus meinem großen Material hervorgeht; der Eindruck auf dem
Scherenfuße ist bei großen chinesischen Exemplaren ebenso vor-
handen, wie er bei jüngeren japanischen fehlt. Von S. impressa H. M.-E.
ist die Art scharf unterschieden und kann nicht als eine Varietät der-
selben aufgefaßt werden.
Geographische Verbreitung: Japan, Simoda, Tokio, Liu-Kiu-
Inseln. China; Hongkong und obige Fundorte. Merguiarchipel, Sura-
baja.
Sesarma (Sesarma) bocourti M.-E.
Tesch 1917, p. 135.
Fundangabe : Bangkok, Sprater leg.
Geographische Verbreitung: Yokohama, Siam, Malayischer Arch.
Sesarma ( Parasesarma) plicata Latr.
Tesch 1917, p. 187 (das. Lit. und Synonymien).
u.neft
J56
Heinrich Balss:
. • Furidangaben: Hongkong, Scbauinsland 1906. — Anping, Süd-
formosa, Haberer.
Am nächsten verwandt mit dieser Art ist S. (CMromantes) hidens
De Haan ; daraus ergibt sich, daß die Untergattungen, die auf der An-
und Abwesenheit eines Epibranchialzahnes beruhen, ganz künstliche
sind.
Geographische Verbreitung: Im westlichen Indopazifik, Ost-
küste Afrikas, Kapregion, Indische Küsten, Malayischer Archipel,
Japan und China.
Sesarma {Parasesarma) De Haan
Tesch 1917, p. 186.
Fundangaben: Tsushima, Doflein leg. • — Mako, Pescadoresinseln,
"Haberer leg.
Geographische Verbreitung: Japan, Oushima, Liu-Kiu- Inseln.
Über die übrigen Fundorte vergl. Tesch, 1. c.
Sesarma (CMromantes) hidens De Haan
Tesch 1917, p. 132 (das. Lit.). Parisi 1918, p. 111. — Grant und
Mac Culloch 1906, p. 23.
Fundangaben: Anping, Südformosa, Haberer. ■ — Yentempo,
durch Sauter, Schauinsland 1906.
Geographische Verbreitung: Ostküste Afrikas, Madagaskar, Bai
von Bengalen, Andamanen, Ceylon, Malayischer Archipel, Philippinen,
Hongkong, Japan, Ostküste Australiens, Neu- Guinea, Fidjiinseln.
Gattung Metasesarma H. M.-E.
Tesch 1917, p. 211, 235 u. 257.
Metasesarma roussauxi
Tesch 1917, p. 212 (das. übrige Lit.). Nobili 1907, p. 405, 1900,
p. 506. Tesch 1918, p. 109.
Fundangaben: Botel Tobago, bei Formosa, Haberer.
Geographische Verbreitung: Zanzibar, Madagaskar, Ceylon,
Vorderindische Küsten, Merguiarchipel, Nicobaren, Java, Amboina,
•Philippinen, Penang, Deutsch-Neu- Guinea, Aru- Inseln, Tahiti, Samoa.
Unterfamilie PlagUSÜnae Dana
Alcock 1900, p. 289. Tesch 1918, p 127.
Gattung Percnon Gistel
AcanthofUy De Haan = Leiolophus Miers
Tesch 1918, p. 129. Eathbun 1918, p. 337. Eine Art:
Percnon flanissimum (Herbst)
Tesch 1918, p. 130.
Exemplare von: Sagamibai, Aburatsubo, Ebbetümpel, Doflein leg.,
Fukuura, Habf rar. — Takao, Südformosa, Haberer. ■ — Jaluit, Krämer,
— Gilbertinseln, Krämer leg.
östasiatische D'ecapodeii. IV.
15 t
Geograpliisclie Verbreitung : In allen wärmeren Meeren. ‘ Aus
Japan durch Miers, Doflein (Sagamibai) und Stimpson (Bonin- InselnJ
bekannt.
Gattung Plagusia Latr.
Tescb 1918, p. 128. Eatbbun 1918, p. 331.
Die Gattung umfaßt fünf Arten, die an Felsen in der FlutzoHe
leben und durch Anklammerung an treibendes Holz weithin verschleppt
werden können. — In Japan zwei Arten:
Plagusia depressa tuherculata Lamarck ■ .
= PI. squamosa Lam. und PI. orientalis Stimpson
Alcock 1900, p. 937. Stimpson 1907, p. 123. Chilton 1911, p. 558..
Kemp 1915, p. 241. Parisi 1918, p. 112. Kathbun 1918, p. 334, Taf. 102.^
Exemplare von: Formosa: Tamsui, Kelungfluß, Takao, Habererleg.
• — Bonin-Inseln, Ogasawara, Mus. Tokio.
Geographische Verbreitung: Japan: Koneshine, Osumi; Oho
Sima, Tokaido (Eathbun). Eotes Meer, Arabischer Meerbusen,-
Mauritius, Ceylon, Madras, Nicobaren, Malayischer Archipel, Hong
kong, Liu-Kiu- Inseln, Hawai, Australien, Norfolkinseln, Kermadec-’
insein, Polynesien, Kap St. Lucas (Californien). — Im Atlantik durch,
die subsp. PI. depressa depressa vertreten. •
Plagusia dentipes D. H.
Doflein 1902, p. 667. Stimpson 1907, p. 122. Grant und Mac
Culloch 1907, p. 153. Chilton 1911, p. 558. Parisi 1918, p. 112. Tesch
1918, p. 129 (das. übrige Literatur).
Exemplare von: Atami, Izu, Mus. Tokio. Sagamibai, Fukuura,,
Haberer, leg., Aburatsubo, Doflein, Misaki, Doflein. — Wladiwostok;
Mus. Moskau.
Geographische Verbreitung: Jipan, Simoda, Tokiobai, Kadsiyama,.
Enoshima. Norfolkinseln, Kermadecinseln, Ostinsel (Bismarck-,
archipel).
Die nächste Verwandte dieser Form ist die circumant arktische
PI. capensis D. H. - - - >’
Familie Gecarcinidae Dana
Alcock 1900, p. 490.
Gattung Cardisoma Latr.
Alcock 1900, p. 444.
Die beiden großen indopazifischen Landkrabben . {C. hirtipes
Dana und carnifex Herbst) kommen in Japan selbst nicht vor, gehen
aber bis zu den Liu-Kiu- Inseln (Stimpson 1907, p. 111) und Formosa.
Cardisoma carnifex (Herbst)
Alcock 1900, p. 445. De Man 1902, p. 546. Eathbun 1907, p. 26.
Pesta 1911, p. 30. Kemp 1915, p. 242. Stebbing 1917, p. 437.
Fundangaben: Anping, und Takao, Formosa, Haberer leg.
11. Heft
158
fieinrich Balss:
Geograpliisclie Verbreitung: Von Natal und der Ostküste Afrikas
bis Samoa und Tibiti.
Gattung Discoplax A. M.-E.
1873, p. 293.
Discpplax longipes A. Milne-Edwards
1873, p. 294, Taf. 15.
1 $, Jaluit, Marsbai] insein, Schnee leg.
X)ber diese Art, welche seit ihrer ersten Beschreibung nie mehr
wie der gefunden worden ist, ist in der Literatur ein Streit entbrannt.
Ortmann (1894, p. 737) und Alcock (1900, p. 447) wollten sie mit Cardi-
soma hirtipes Dana identifizieren, während De Man (1902, p. 548)
dem mehrere Einwände gegenübergestellt. Ich identifiziere mit ihr
vorliegendes Exemplar. Die Oberfläche des Carapax zeigt die von
Milne-Edwards angegebene Skulptur im allgemeinen sehr deutlich;
Die vordere Hälfte ist besonders auf den Seitenregionen stark granuliert,
während die Gastricalregion allerdings (im Gegensatz zur Abbildung)
glatt ist. Ebenso sind die Scherenfüße auf ihrer Oberfläche stark gra-
nuliert. Die Gestalt des Carapax ist etwas weniger gewölbt als bei
Cardisoma; immerhin ist er nicht so flach, daß man den Namen Disco~
plax für gerechtfertigt halten könnte. Auf der Branchialregion sind die
von A. Milne - Edwards angegebenen schiefen Leisten deutlich aus-
gebildet. Der Oberrand der Augenhöhlen ist mehr gerade und quer
verlaufend als bei Cardisoma hirtipes, wo er S-förmig geschwungen ist.
Der Hinterrand des Epistoms ist nicht so gerade, wie es nach A. Milne-
Edwards’ Abbildung den Anschein hat. sondern entspricht dem von
Cardisoma. Der Palpus der Maxillarfüße ist nicht in der Mitte des
Vorderrandes des Merus, sondern an der Außenecke eingelenkt, eben-
falls wie bei Cardiso?na. Die Unterseite der Propoden der Schreitfüße
trägt mehrere Eeihen kleiner Dörnchen; die Dactylen der Schreitfüße
sind länger als die Propoden (gegen M.-E. ’s Abbildung): Carpus und
Propodus der Schreitfüße sind an ihrer Oberkante mit einem dichten
Haarfilz bedeckt. • — A. Milne-Edwards’ Typus war bedeutend größer
als unser Tier, sodaß die Unterschiede vielleicht Wachstumsdifferenzen
darstellen. Wenn das der Fall ist, so halte ich diese Art für zur Gattimg
Cardisoma gehörig; sie ist von den beiden anderen indopazifischen
Arten durch ihre Carapaxskulptur deutlich getrennt und kommt nur
auf der pazifischen Inselwelt vor. M. -Edwards’ Typus stammt
aus Neu-Caledonien. — Maße : Stirnbreite 10, Breite der Augenhöhle 8,
Breite des Carapax 41, Länge des Carapax 35, Erster Schreitfuß:
Merus 18, Carpus 9, Propodus 9, Dactylus 12, Scherenfuß: Länge der
Schere 24, Höhe der Palma 13 mm.
östasiatische Decapoden. IV.
159
Literaturverzeichnis.
Adams und White, A. The Zoology of H. M. S. Samarang.
Crustacea. London 1848.
Alcock, A. Materials for a carcinological fauna of India, No. 3.
The Brach5Tura cyclometopa. 1. The Xanthidae. Journal of the Asiatic
Sog. of Bengal, vol. 67, p. 67, 1898.
Derselbe. Materials for a carcinological fauna of India. Part 2.
A re Vision of the Cyclometopa with an account of the familiesPortunidae,
Cancridae and Corystidae. In: Journal of the asiatic soc. of Bengal,
vol. 68, 1899.
Derselbe. Materials for a carcinological fauna of India. No. 6.
The Brachyura catometopa or Grapsoidea. In: Journal of the asiatic
soc. Bengal., vol. 69, p. 279, 1900.
Derselbe. A descriptive Catalogue of the Indian Deap Sea
Crustacea, Decapoda, Macrura and Anomala. Calcutta 1901.
Aurivilius, C. W. Die Beziehungen der Sinnesorgane amphibischer
Decapoden zur Lebensweise und Atmung. Nova acta reg. Soc. scient.
Upsala, Ser. 3, 1893.
ßals5, HeiuriCif. Potamonidenstudien. In: Zoolog, Jahrbücher,
Abt. f. Systemat. Bd. 37, Jena 1914.
Derselbe. Übor Stridulationsorgane bei Dekapoden - Krusta-
zeen. In: Naturwissenschaft!. Wochenschrift, N. F., Bd. 20, 1921.
Derselbe. Diagnosen neuer japanischer Decapoden y^Vorläufige
Mitteilung zu dieser Arbeit.). Zoolog. Anzeiger, Bd. 54. 1922.
Benedict, J. E. Corystoid crabs of the genera Telmessus and Eri-
macrus. Proc. U. S. Nat. Mus., vol. 15, p. 223, 1892, Washington.
Borradaile, L. A. On some Crustaceans from the South Pacific.
Proc. of the zoological Soc. of London. 1900.
Derselbe. Crustacea (Xanthidae und Portnnidae). In: Fauna
and Geography of the Maldive and Laccadive Archipelagoes, Bd. I
Cambridge.
Bouvier, E. L. Sur une collection de crustaces du Japon, Offerte
au musee par M. Boucard. In: Bulletin du musee d’histoire nat. Paris,
tome V, 1899, p. 173.
Derselbe. Sur quelques Crustaces du Japon, offerts au Museum
par M. Harmand. In: Bulletin du Musee d’hist. nat. Paris, tome 7, 1901.
Derselbe. Sur une nouvelle collection de decapodes crustaces
rapportes du Japon, par M. Harmand. In: Bull, du musee d’hist. nat.
Paris, tome 12, 1906, p. 480.
Bürger, Otto. Ein Beitrag zur Kenntnis der Pinnotherinen. Zool.
Jahrbücher, Abt. für Systematik, Bd. 8, p. 361, 1895.
Calman, W. T. On a collection of brachyura from Torress braits.
Transactions of the Linnean Society, vol. 8, 1900, London.
11 Heft
16Ö
; ' Heinricli' Bälsst '
Derselbe. On decapod crustacea from Christ mas Islands coli,
by Dr. Andrews: Proceedings Zoolog. Soc. London 1909, p. 703.
Clinton, Charles.- The Crustacea of tbe Kermadec Islands. In:
Transactions of tbe NewZealand Institute, vol. 43, 1911, Wellington.
Colosi, G. I Potamonidi del P. Mus. zoologico d' Torino. In:
Bullet, de' Musei di Anatomia comp, ed Zoologia della r. Universita di
Torino, Nr. 734, vol. 35. 1920.
Mac Culloch, Allan R. Fisbes and Crustaceans from King Sound,
Nortb West Australia. In: Proceedings of tbe Royal Geograpbical
Soc. of Australasia 1916/17.
Dana, James. Crustacea. In: U. States Exploring expedition,
vol. 12. Philadelphia 1852. ,
Doflein, F. Amerikanische Decapoden der K. B. Staatssammlungen.
In: Sitzungsber. K. B. Akademie München, math.-phys. Klasse, 1899.
Derselbe. Ostasiatische Decapoden. In: Abhandl. der K. bayr.
Akad. d. Wissensch., math.-nat. Klasse, 21. Bd., 3. Abt. München,
Juli 1902.
Derselbe. Brach5mren. In: Wissenschaft!. Ergebnisse der
D. Tiefsee-Expedition ,,Valdivia“, Vol. 6. Jena 1904.
Derselbe. Fauna und Oceanographie der japanischen Küste
(Verband), d. deutschen zoolog. Gesellschaft.) 1906.
Milne- Edwards, A. Etudes zoologiques sur les crustaces recents
de la familie des Portuniens. Arch. Mus. d’hist. nat. Paris, vol. X, 1860.
Derselbe. Description de quelques crustaces nouveaux de
Zanzibar et Madagascar. Nouvelles Archives du musee d’hist. nat.
Paris, tome 4. 1868.
Derselbe. Description de quelques Crustaces nouveaux de la
familie des Portuniens. In: Nouv. Archives du Museum d’hist. nat.,
tome 5, p. 145 — 161. Paris 1869.
Derselbe. Recherches sur la faime carcinologique de la Nouvelle
Caledonie. In: Nouvelles Archives du Musee d’histoire naturelle,
vol. 8, 1872. vol. 9, 1873. Paris.
Ethridge, R. und Mac Culloch, All. R. Subfossil Crustaceans
from the coasts of Australia. In: Records of the Australian Museum,
vol. XI, No. 1, 1916, Sydney.
Faxon, W\ The stalkeyed Crustacea of the Albatross. In: Memoirs
of the Mus. of comparative Zoology at Harvard College, vol. 18, Cam-
bridge 1895.
Mac Gilchrist, A. €. An Account of the new and some of the
rarer decapod Crustacea, obtained during the surveying seasons 1901
— -1904. Amials and Magazine of nat. hist., Serie 7, vol. 15, 1905.
Grant, -F. E. und Mac Culloch, A. R. Decapod Crustacea from
Norfolk Island. In: Proceedings of the Linnean Soc. of New South
Wales, Sydney, vol. 32, p. 151, 1907.
Ostasiätische Decapoden. IV. 16 1
Dieselben. On a collection of Crustacea from tbe Port Curtis
District, Queensland Proceedings of the Linnean Soc., Sydney.
N. S. W., vol. 31, 1906.
Haswell, F. W. Catalogue of the australian stalk and sessile eyed
Crustacea. Sydney 1882.
De Haan, W. Crustacea. In: Siebolds Fauna japonica. Leyden,
1833—50.
Henderson, I. R. A contribution to indian carcinology. In : Trans-
actions of tbe linnean Soc. of London, 2. Serie, Zoology, vol. V, p. 325,
London 1893.
Holmes, S. J. S3mopsis of californian stalk eyed Crustacea. In:
Occasional Papers of tbe Cal. Academy of Sciences, vol. 7, San Fram
Cisco, 1900.
Ives, I. E. Ecbinoderms and Arthropods from Japan. In:
Proceedings of tbe academy of natural Sciences of Philadelphia,
1891, p. 210.
Kemp, Stanley. Zool. Eesults of a tour in the far cast (edit. by
N. Annandale). V. Crustacea decapoda and stomatopoda. In: Memoirs
of the asiatic soc. of Bengal, vol. VI p. 217—297 Calcutta 1918.
Derselbe. Notes on Crust. Decapoda in the Indian Museum
XII. Scopimerinae. In: Records Indian Museum vol. XVI Part V,
Calcutta 1919.
. Derselbe. Fauna of the Chilka Lake Crust. Decapoda. In:
'Memoirs of the Indian Museum, vol. V, Calcutta 1915.
Derselbe. Notes on Crust. Decapoda in the Indian Mus.. XIII.
The indian spec. of Macrophthalmus. Records Indian Mus., vol. XVI,
Part V, Calcutta 1919.
Klunziuger, €. R. Die Rundkrabben des Roten Meeres. In: Novn,
acta, Abhandl. kais. Leopoldina Carol. Akademie der Naturforscher,
Bd. 99, No. 2, 1913. Halle.
Koelbel, €. Krebse. In: Wissenschafl. Ergebnisse der Reise des
Grafen Bela Sczechenyi in Ostasien, Bd. 2. (Deutsche Ausgabe),
Wien 1898.
Krauss, F. Die südafrikanischen Crust aceen. Stuttgart, 1843.
Lanchester, W. F. On a collection of crustaceans made at Singapore
and Malacca. 1. Brachyura. In: Proc. Zool. Soc. London. 1900.
Derselbe. On the crustacea of the Skeat Expedition to the
malay. Peninsula. In: Proc. Zool. Soc. London. 1901.
Laiirie, R. D. Report on the Brachyura coli, by Prof. Herdmann
at Ceylon 1902. London, Report Pearl Oysters Fisheries, vol.V, 1906.
Leuz, H. Die Crustaceen der Sammlung Plate (Decapoden und
Stomatopoden). In: Zool. Jahrbuch., Abt. f. System., Supplement V
p. 731. Jena 1902.
Archiv für Natarweschichte.
1922. A. 11.
11 11. Heft
162
Heinrich Balss:
Derselbe. Ost afrikanische Decapoden und Stomatopoden
(Sammlung Voeltzkow). In: Abbandl. Senckenberg. Naturforscb. Ges.,
vol. 27. 1905. Frankfurt am Main.
Derselbe. Crustaceen von Madagascar, Ostafrika und Ceylon.
In: Voeltzkow, Keise in Ostafrika, Bd. 2. Stuttgart 1910.
De Man, J. G. Übersicht der indopazifischen Arten der Gattung
Sesarma Say. In: Zoologische Jahrbücher, Abt. für Systematik,
Bd. 2, Jena 1887.
Derselbe. Bericht über die von Herrn J. Brock im Indischen
Archipel gesammelten Decapoden und Stomatopoden. In: Archiv
für Naturgeschichte, Bd. 53, 1., 1887.
Derselbe. Über einige neue oder seltene indopazifische
Brachyuren. Zoolog. Jahrbücher, Abt. f. Systematik, Bd. 4, 1889.
Derselbe. Bericht über die von Herrn Schiffskapitän Storm
zu Atjeh gesammelten Decapoden und Stomatopoden. In: Zoolog.
Jahrbücher, Abt. für Systematik, vol. 8—10, Jena 1895— 1897.
Derselbe. Zoological Besults of thc dutsch scientific Expedition
to Central Borneo. Notes from the Leyden Museum, vol. 21, 1899.
Derselbe. Die von Herrn Prof. Kükenthal im Indischen Archipel
gesammelten Decapoden und Stomatopoden. Abhandl. der Sencken-
berg. Naturforsch. Gesellsch., vol. 25, Heft 3, Frankfurt 1902.
Derselbe. On a follection of Crustacea, dacapoda and stomato-
poda chiefly from the Inland sea of Japan, with descriptions of new
species. In : Transactions of the Linnean Soc.of London, vol. 9. (2. Serie,
Zoology.) 1907.
Derselbe. Th , fauna of brackish ponds. Eecords of the indian
Museum, vol. 2, 1908, p. 211, Calcutta.
Miers, I. E. On crustacea from the corean and japanese seas.
In: Proc. of the zoolog. Soc. London, 1879, p. 18.
Derselbe. On malaisian crustacea. In: Annals and Magazine
of nat. hist., Serie 5, vol. 5, 1880.
Derselbe. Crustacea of H. M. S. Alert. London 1884.
Derselbe. Report on the Brachyura. In: Report of H. M. S.
Challenger, vol. 17, p. 1886.
Müller, F. Verhandl. Naturf. Gesellschaft Basel 1886, Bd.VlII.
Naiick, W\ Das Kaugerüst der Dekapoden. In: Zeitschrift für
Wissenschaft!. Zoologie, Bd. 34, Leipzig 1880.
Mc \eill, F. A. Studies in Austialian carcinology. No. 1. In:
Records of the Australian Museum, vol. XIII, No. 3, 1920, Sydney.
Nobili, G. Decapodi e Stomatopodi Indomalaiesi. Ann. Mus.
civico Stör. nat. Genova (2), vol. 20, 1900.
Derselbe. Note intorno ad una collezione di Crostacei di Sarawak.
Bolletino dei Musei di Zoologia ed anatomia comparata della r. Uni-
versita di Torino, No. 397, 1901, vol. 16.
Östasiatische Decapoden. IV. 163
Derselbe. Crostacei di Singapore. In: Bolletino di Torino,
No. 455, 1903.
Derselbe. Tritodynamia horvathi, nuovo decapode oel Giappone.
In: Annab Mus. na., hungarici, Bd. 3, 1905, p. 407. Budapest.
Derselbe. Crostacei di Zanzibar. In: Bolletino dei Musei di
Zoologia ed anatomia comparata della r. Universita di Torino, vol. 20,
No. 506, 1905.
Derselbe. Faune carcinologique de la mer rouge, Decapodes
et Stomatopodes. In: Annales des Sciences naturelles, 9. Serie, Zoologie
vol. 4, 1906, Paris.
Derselbe. Ricerche sui Crostacei della Polinesia. In: Memorie
della reale Accademia delle scienze di Torino, 2. Serie, vol. 57, 1907.
Ortmann, A. Die Decapodenkrebse des Straßburger Museums,
Teil 7. Zoolog. Jahrbücher, Abt. f. Systematik, Bd. 7, 1893, Jena.
De r selbe. Crustaceen. In: Semon, Zoolog. Forschungsreisen
in Australien und dem Malajdschen Archipel, V. In: Denkschriften
der medizinischen naturwissensch. Gesellschaft, Jena, vol. 8, 1894.
Derselbe. Die decapoden Krebse des Straßburger Museums,
Teil 8. In: Zoolog. Jahrbücher, Abt. f. Systematik, Bd. 7, 1894, Jena.
Derselbe. Carcinologische Studien. In: Zoolog. Jahrbücher,
Abt. für Systematik, vol. X, Jena, 1897.
Derselbe. Die geographische Verbreitung der Dekapodenfamilie
Trapeziidae. In: Spengel, Zoolog. Jahrbücher, Abt. f. Systematik,
Bd. X, Jena, 1898.
Derselbe. Dekapoden. In: Bronn’s Klassen und Ordnungen
des Tierreichs. 1899—1902.
Parisi, G. I decapodi giapponesi del museo di Milano. 4. Cyclo-
metopa. Atti soc. italiana, scienc. nat. Milano, vol. 55, 1916.
Derselbe. I decapodi giaponesi del Museo di Milano. 6. Cato-
metopa e Paguridea. Atti della soc. ital. di scienze natur. Milano,
vol. 57, 1918.
Pesta, 0. Crustacea der Forschungsreise Rechinger nach Samoa.
In: Denkschriften der kais. Akademie d. Wissensch. Wien, math.-usw.
phys Klasse, vol 88, 1911; vol 89, 1913.
Derselbe. Die Decapodenfauna der Adria. Versuch einer Mono-
graphie. Leipzig, Wien, F. Deuticke, 1918.
ßatlibun, Mary. The Brachyura of the biological Expedition to
the Florida keys and the Bahamas in 1893. In: Bulletin from the
Laboratory of nat.-history. State University of Jowa. June 1898.
Die selbe. The Brachyura and Macrur, i of Portorico. In: Bulletin
of the U. States fish Commission, vol. 20, for 1900, Washington 1902.
Dieselbe. Japanese stalk eyed Crustaceans. In: Proceedings
of the U. St. National Mus. Washington, vol. 26, 1902 (Nov.).
11* 11. Heft
164
Heinricli Balss:
Dies'elbe. 1904. Decapod Crustaceans of the Northwest Coast of
North America. In: Harriman Alaskaexpedition. New York
Dieselbe. The Brachyura and Macrura of the Hawaian Islands.
In: Bull, of the U. S. Fish Commission;, vol. 23 (Eeport for 1903),
Part 3, Washington 1906.'
Dieselbe. Les crabes d’eau douce. In: Archives du Musee d’hist.
naturelle, Paris, 4. Serie, Tome 4—6, 1904- 06.
Dieselbe. 1907. The Brachyura of the Albatross. In: Memoirs
of the Mus. of comparat’ve Zoology, Harvard College, vol 35, Cam*
brdge, Mass.
Dieselbe. The danish Expedition to Siam, 1899 — 1900. V.
Brachyura. In: KjöbenhavnVidensk. Selskabets Skr., T.Eaekke, 5, 1910.
Dieselbe. Brachyura of the Percy sladen Trust Expedition. In:
Transact'ons of the k’nnean Soc., vol. 14, part. 2, London, 2. Serie]
Zoology, 1911.
D’e se Ibe. Descriptions of new spec. of crabs of the Farn. Grapsidae
and Ocypodidae. In: Proceed. U. St. Nat. Museum, vol. 46, Washington
1913.
Dieselbe. A new genus and some new species of crabs of the
family Goneplacidae. In: Proc. of U. S. Nat. Mus., vol. 48, p. 137,
Washington 1914.
Dieselbe. Stalk eyed crustaceans coli, at the Monte Bello Islands.
Proceed. Zoolog. Soc. London 1914, p. 653. ; >
Dieselbe. The grapsoid crabs of Amerika. Bull. 97, U. Stat.
Nat. IMusum Washington. 1918.
Dieselbe. A new species of crab from Japan. Bull. amer. Mus.
of nat. hist., vol. 41, Art. 17, p. 593. New York 1919.
Dieselbe. Eeport of the canadian arctic Expedition 1913 — 18,
vol. 7. Crustacea dscapoda. Ottawa 1919.
Roux, J. Süßwasssrdecapodon von den Aru- und Keyinseln.
In: Abhandl. Senckenberg. natmtorsch. Gesellsch. 1919, Bd. 35, Hift 3,
p. 315. Frankfurt am Main.
Schenkel, E. Beitrag zur Kenntnis der Decapodenfauna von
Celebes. Verband! . naturf. Gesellsch. Basel, vol. 13, p. 485, 1902.
Schmitt, Waldo L. The marine Decapoda of California. University
of California Publikations in: Zoology, vol. 23, Berkely 1921.
Sendler, A, Zehnfußkrebse aus dem Wiesbadener naturhistor.
Museum. In: Jahrbücher des nassauischen Vereins für Naturkunde,
65. Jahrg., 1912, p. 189. Wiesbaden.
Stobhiiig, T. R. R. South african Crustacea, Parü 2. ^ Captown
(Marine Investigations in South Afrika). 1903. ' '
Derselbe. - South african Crustacea, Part 3. In: Marine Invest,
in South x4.fr ican, Captown, vol, 4, 1905.
Ostasiatische Decapoden. IV.
165
Derselbe. General Catalogue of soutb african Crustacea. In:
Annals of the soutli african Museum, vol. 6, 1910, Captown.
Derselbe. The malacostraca of Durbanbay. Annals of the
Durban Museum, vol. I, pari 5, 1917.
Derselbe. The Malacostraca of Natal. In: Annals of the Durban
Museum, vol. II, p. 1, 1917.
Derselbe. Some crustacea of Natal. Annals of the Durban Mus.^
vol. 2, Part 2, 1919.
Stimpson, W\ 1860. Prodromus descriptionis animalium everte-
bratorum, expeditionis ad oceanum pacificum septentrionaleni missae.
In: Proc. of the academyof natural Sciences of Philadelphia p. 22".
Derselbe. Deport on the Ciustacea coli, by the North Pacific
Exploring Expedition. In: Smithsönian Miscellaneous collections,
vol. 49, Washington 1907.
Tesch, J. J. The catometopus genus Macrophthalmus, as repre-
sented in the Leyden Museum. In: Zoolog. Medeelingen Kjiksmus.
Leyden, Deel I, 1915, p. 149.
Derselbe. Synopsis of the genera Sesarma, Metasesarma and
Cleistocoeloma with a key to'the determination of the indopacific
species. Zoologische Mededeelingen, Leyden Museum, vol. 3, Afd. 2—3,
p. 127. 1917.
Derselbe. The decapoda brachyura of the siboga expeditie.
1. Hymenosomidae, Ketroplumidae, Oxypodidae, Grapsidae, and
Gecarcinidae. Monographie 39 c der Sibogaexpedition. 1918. Leyden.
Derselbe. The decapoda brachyura of the Sibogaexpeditie.
2. Goneplacidae and Pinnot her idae. Monographie, 39 c 1 der Siboga-
expedition. 1918. Leyden.
Tlialhvitz, J. 1892. Decapoden- Studien, insbesondere basiert
auf A. B. Meyers Sammlungen im Ostind' sehen Archipel, nebst einer
Aufzählung der Decapoden und Stomatopoden des Dresdener Museums.
In: Abh. und Ber. Zoolog. Anthrop. Ethnogr. Mus. Dresden 1890/91,
No. 3.
Walker, A. 0. Notes on a collection of Crustacea from Singapore.
In: Journal of the Linnean Society, vol. XX, 1887, p. 107. London.
Weymoutli, F. W. Synopsis of the true Crabs (Brachyura) of
Montereybay, California. In: Leland Stanford University Publications,
No. 4, 1910.
White, A. Appendix zu: Mac Gillvr’ay Voyage of H. M. S. Kattle-
snake, vol. 2, London 1852.
Zehntner, L. Crustacees de l’Archipel malais. In: Kevue suisse
de Zoologie, vol. II, 1894.
11. Heft
X66
Heinrich ßalss.
Tafelerklärung.
Tafel I.
Fig. 1. Neptunus {Lupocycloporus) dburatsubo n. sp. ^ Vg x vergrößert.
Fig. 2. Cancer bullatus n. sp. $ V2 X vergrößert.
Fig. 3. Cancer bullatus n. sp. $ 1 : 1 x vergrößert.
Fig. 4. Platepistoma anaglyptum n. sp. $ 1:1 X vergrößert.
Fig. 5. Actumnus intermedius n. sp. $ V2 X vergrößert.
Fig. 5a. Scherenfuß von Actumnus intermedius n. sp. $. ,
Tafel II.
Fig. 1. Halimede Dofleini n. sp. ^ von oben ^Vjo X vergrößert.
Fig. 2. Halimede Dofleini n. sp. "^on unten Vi X vergrößert.
Fig. 3. Gomeza bicornis Gray. $ Yi X vergrößert.
Fig. 4. Trachycarcinus corallinus Faxon. ^ Vi X vergrößert.
Fig. 5. Gomeza bicornis formosae n. var. x vergrößert.
Fig. (). Trachycarcinus corallinus Faxon. ^ Vi X vergrößert.
Archiv für Naturgeschichte 1922, Abt A. Heft 11
Tafel I
Halss pbot.
Heinrich Balss; Ostasiatische Decapoden. IV.
Archiv für Naturgeschichte 1922. Abt. A. Heft 11
Tafel II
Balss pliot.
Heinrich Balss: Ostasiatische Decapoden. IV.
Versuch einer Monographie
des albanesischen Zwergrindes.
Von
cand. med. vet. et phil. Arnold Kühnemann,
Berlin -Neukölln.
(Ä.US dem Zool. Institut der Landwirtschaftlichen Hochschule zu Berlin.)
(Mit 10 Photographien.)
A. Einleitung.
Bisher besitzen wir über die Kinder Albaniens eine einzige Ab-
handlung und zwar die Untersuchungen über den Schädelbau des
albanesischen Rindes von Adametz. Es heißt dort: ,,In dem jetzt
lebenden albanischen Rind haben wir das getreue Spiegelbild jener
Rinderrasse vor uns, welche vor Jahrtausenden schon die ersten An-
kömmlinge auf der Balkanhalbinsel, wo nicht etwa gar die Ureinwohner
züchteten. Berücksichtigt man den Umstand, daß in den meisten
Ländern Europas teils durch Kreuzung, teils infolge von Veränderungen
in den Lebensbedingungen usw. die alten Formen des Rindes ver-
schwanden, so ergibt sich der ungeheure wissenschaftliche Wert solcher
primitiver, gleichsam aus grauer Vorzeit in die Gegenwart hinüber-
geretteter Rassen ganz von selbst. Nur das Studium solcher Rassen
kann uns über die Abstammung des Hausrindes im allgemeinen und
über die Verwandtschaft der verschiedenen Rinderrassen unterein-
ander Aufschluß geben. Aber es gibt noch einen zweiten Grund, der
dem Rinde Oberajbaniens ein besonderes fach wissenschaftliches
Interesse verleiht; is ist dies die große Wahrscheinlichkeit, daß die
von mir illyrische Rasse genannte Rinderbevölkerung Dalmatiens,
Bosniens, der Herzegowina usw. ein aus der Vermischung des albanischen
Rindes mit dem nordslawischen, welches die nach den Balkanländern
eingewanderten Serben und Kroa-ten mit sich gebracht hatten, hervor-
gegangenes Kreuzungsprodukt ist.“
Daß die Adametz sehe Arbeit eine ganz mustergültige ist, kann
keinem Zweifel unterliegen. Und dennoch ist es notwendig, längere
Untersuchungen über das Tier anzustellen. Denn erstens müssen wir
über seine geographische Verbreitung, Biologie und sonstige zu seiner
Monographie notwendigen Angaben nur die paar Worte meines ersten
Vortrages, zweitens beruhen die Ergebnisse der Adametz sehen
Arbeit auf dem Material von nur fünf Schädeln, drittens sind diese
fünf Schädel bisher überhaupt das einzige Material über das albanische
Zwergrind in den Museen und Sammlungen der Welt und Adametz
11. Heft
5
103 Arnold Kühneraann:
sagt von ilmen: „Sie bilden den Glanzpunkt der mir unterstellten
Sammlung des Tierzucbtinstitutes der Universität Krakau“, viertens
sind also vollständige Skelette nickt bekannt; endlick sind Ver-
glcickungen mit anderen Kassen der Vergangenkeit und Gegenwart
nur an Sckädeln und auck dort nur in ganz geringem Umfange vor-
genommen worden. Und dennock wäre ick nickt in Untersuckungen
über diesen Gegenstand eingetreten, wenn nickt neues positives Material
den Anlaß dazu gegeben kätte. Wäkrend meiner Kriegszeit und auck
wäkrend memer Ge fange nsekaft in Albanien katte ick Gelegenkeit,
Notizen zum Versuck zu einer Monograpkie des albaniscken Zwerg-
rindes zu sammeln, sowie auck Aufnakmen von den Tieren zu macken.
Je eine weitere Aufnakme von Herrn Dr. Paul- Sckulze- Berlin
und Herrn Hr. Paul Bekn-Riebnitz (Mecklenburg) wurden neben
meinen Aufnakmen so die ersten bilcl licken Wiedergaben der Kasse
überkaupt, denn die Abbildung, die Hilzkeimer in dem Bändcken
,, Haussäugetiere“ gibt, stellt zweifelsohne zwar eine Albanierin, aber
dazu ein illyrisekes Kind dar. Zudem teilt mir Dr. Hilzkeimer
mit, daß die Aufnakme aus Banjalukka stammt, also gar kein
albanesisckes Kind darstellen kann, da, wie ick später zeigen werde,
dort keine albanesiscken Kinder Vorkommen. Ferner hat Herr Dr. Be kn
nuf meine Veranlassung je einen Schädel und ein vollständiges Skelett
des albanesiscken Zwergrindes in Albanien erworben und jetzt dem
zoologischen Institut der landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin
geschenkt. Dieses Skelett als das einzige aller Sammlungen der Welt
bildet natürlich einen Glanzpunld: des Institutes und zugleich mit dem
neuen Schädel das neue Material für meine Untersuchungen.
IMcine Aufgabe in dieser Arbeit wird es sein, das biologische Material
über das albanesiscke Zwergrind möglichst vollständig zusammen-
zustellcn, an den Sckädeln und dem Skelett die Maße zu nehmen
und die notwendigen Folgerungen daran zu knüpfen und schließlich
das gesamte ostcologiscke Material mit dem der prähistorischen und
jetzt lebenden Kinder des Balkans und anderer Länder zu vergleichen
und dadurch die Abstammung des albanesiscken Zwergrindes und
seine Stellung im System der Kinder überkaupt ungefähr zu bestimmen
zu versuchen.
ß. llauptteil.
I. Geschichtliches und prähistorisches aus Albanien.
Der Name Albanien begegnet uns erst reckt spät. Ptolomäus
der Geograph nennt ihn zum erstenmale um die Mitte des 2. Jahr-
hunderts n. Ckr. ; das will aber nickt sagen, daß die Albaner nicht
früher in Albanien gesessen hätten. Im Gegenteil. Die Griechen und
Kölner erwähnen ihrer oft unter dem Namen Illyrier. Die maze-
donischen Könige haben oft mit ihnen Kriege geführt, ohne daß es
ihnen je gelungen wäre, die Albaner ganz zu unterwerfen. Aus dem
4. Jahrhundert värd ein eine kurze Zeit dauernder Einfall der Kelten
in die östlichen Randgebiete erwähnt und nach langen Kämpfen
unterwarfen die Körner die Küstenstriche Albaniens am Adriatischen
Versuch einer ^fonographie des albanesischen Zwergrindes. X69
Meer und Teile Südalbaniens südlich des Skumbi. Die Küsten standen
dann bis ins 13. Jahrhundert unter dem Einflüsse Korns; die östlichen
Binnenränder vom 10. Jahrhundert ab unt ^r bulgarischer und serbischer
Autonomie. Im 15. Jahrhundert begannen die Türken die systematische
Unterwerfung Albaniens. Im Innern jedoch blieb das Land nach wie
.vor selbständig unter der Regierung seiner eigenen Fürsten, auch die
Randgebiete zum größten Teil unbotmäßig. Noch heute ist Albanien
das wildeste, unkultivierteste und unbekannteste Land Europas und
seine Bevölkerung steht diesen Prädikaten um nichts nach. Wenn über-
haupt je eins der Völker, die Albanien oder Teile davon besetzt hielten,
im Laufe der Geschichte irgend welchen Einfluß auf seine Bevölkerung
'ausübten, so waren es die Römer imd in der Tat haben die Römer
beträchtlichen Anteil an der Kulturwelt der Albaner. Die albanische
'Sprache besitzt heute noch sehr viele Wort wurzeln lateinischen Ur-
sprungs. Was aber das Rind anbelangt, sind uns irgendwelche Ein-
flüsse durch die Römer nicht bekannt. Ausgrabungen sind nur sehr
selten vorgenommen worden und haben nichts zutage gefördert. Es
ist auch kaum anzunehmen, daß die Römer ihre Rinder bei den Albanern
haben absetzen können, bei diesem so sehr gegen die geringfügigste
Neuerung aufsässigem Volke. Vielmehr wird sich die Tätigkeit der
■Römer auf die Ausfuhr von Schafen und ihren Produkten und krie-
gerischen Maßnahmen mit Tributerhebungen beschränkt haben.
Wir sehen also, daß uns die Geschichte irgend welchen Anhalt nicht
bieten kann, von dem aus wir auf das heutige Albanesenrind schließen
könnten; Veränderungen haben seit geschichtlicher Zeit nicht oder
doch ohne Kennzeichen für uns stattgefunden und Berichte über das
Rind sind nicht auf uns gekommen. Es ist deshalb anzunehmen, daß das
heutige Rind noch das gleiche ist wie das, welches die vorgeschichtlichen
Albanesen gehabt haben. Um diese Möglichkeit besser betrachten zu
können, müssen wir ganz kurz die Rassezugehörigkeit und Prähistorie
der Albaner streifen.
Adametz sagt darüber: „An der Tatsache wird nichts geändert
werden, daß die älteste Bevölkerung jener Gobiete eine arische war.“
Thunmann hat 1774 die ersten historisch-theologischen Thesen
über Ursprung und Vergangenheit der Albaner aufgestellt und sie
geradezu für das Urvolk der illyrischen Halbinsel erklärt. Spätere
Forscher, vor allem Rudolf Virchow haben diese These bestätigt
gefunden und Rudolf Virchow sagt: ,, Keine historische Tatsache
steht der Annahme entgegen, daß die Illyrier d’e ersten Menschen
waren, welche am dalmatinischen Gestade anlagten“. Wie mir Prof.
V. Luschan mit teilt, ist man noch dieser Ansicht, die Albaner für das
Urvolk der Balkanhalbinsel und indogermanischen Ursprungs zu halten.
Ich stimme also mit Adametz überein, dahingehend, daß die
Albaner ihr Rind nicht haben von anderen Völkern erhalten können;
es ist also zunächst zu untersuchen, wie das Rind der alten Albaner
also der Ureinwohner Illyriens ausgesehen hat, wenn man von diesem
-auf das Rind der heutigen Albaner schlüssig werden will.
U. Heft
170
Arnold Kühnemann:
Adametz sagt hierzu: „Ebenso wenig, wie wir näheres über die
früheren Bewohner Illyriens wissen, ebensowenig ist natürlich auch über
die Art des von ihnen gezüchteten Kindes bekannt. Nur die Ver-
mutung ergibt, daß, ebenso wie wir von dem Verwandtschaftsverhältnis
jener Hirtenstämme zu den heutigen Albanern auf Grund exakter
Forschungsergebnisse überzeugt sind, daß ein ähnliches Verhältnis
bezüglich des von ihnen gezüchteten Rindes besteht.“
Weiter wollen wir uns zunächst fragen, wo hat man bisher in
Albanien oder den benachbarten Ländern Funde prähistorischer Haus-
tierreste gemacht.
Adametz meint: ,, Ebenso bleibt die für uns fundamentale Tat-
sache bestehen, daß ein Teil jener Knochenreste den typischen Charakter
des gewöhnlichen prähistorischen Brachyceros- Viehes aufweist.
Solche 6mcÄyceros- Schädelteile, aus der Umgebung von Sarajewo
stctmmend, sah ich seinerzeit im Besitze des Herrn Fiala“. Eine An-
frage an Herrn Prof. Dr. Adametz, dem für seine liebenswürdige
Unterstützung auch an dieser Stelle bestens gedankt werden soll,
ergab keine genaue Ortsangabe, auch nicht die Möglichkeit des Ent-
leihens der fraglichen Reste aus dem Museum m Sarajewo. Wir müssen
uns mit der FeststBllung begnügen, daß sie zu der zv^rghaften Torf-
kuh Rütimeyers gehören. Ferner hat Weiderich bos longijrons
von Ripaö bei Bihaö in Bosnien beschrieben. Wir werden die Maße
mit denen des Albanerrindes im osteologischen Teil dieser Arbeit zu
vergleichen haben. Er sagt 1897, p. 6: ,,Es zeigt sich, daß der Beginn
des Ripaöer Pfahlbaues gegen das Ende der neolitischen Zeit folgt und
daß die Ansiedlung dann ziemlich lange während der alten Metallzeit
bewohnt war.“ Und p. 28: ,, Reste . . ., welche mit dem Typus der
brachyceren Rinderform in den Schweizer Pfahlbauten vollkommen
übereinstimmen.“ Dazu nennt er Stücke mit ,, stark depressen Horn-
zapfen“, wie ich sie bei vielen Stücken der Torfkuh gesehen habe.
Franges erwähnt p.l7 zwei Schädelfragmente auseiner prähistorischen
Ansiedlung bei Camenica in Kroatien, die hos brachyceros Rütimeyer
angehören. AVeiteste Umfragen bei Archäologen, Ethnologen, Zoologen
usw. haben mir weder weitere Fundstätten bekannt gemacht, noch
etwa gar Reste von Rindern gBÜsfeit. Wir dürfen also getrost mit
Adametz sagen: ,,Nach den bisher gemachten spärlichen Funden
können wir schließen, daß, wie in den meisten Teilen Mitteleuropas,
so auch hier das kleine, zierliche Brachyceros-^mA verbreitet gewesen
ist. Ob dessen Züchter auch hier der Pfahlbaubevölkerung angehört
haben, ist nicht bekannt, obschon bisher eine Einigung der Ansichten
darüber, ob wir es in Bosnien mit typischen Pfahlbauten zu tun haben,
noch nicht erfolgte, so sollen doch manche Momente für deren einstige
Existenz sprechen.“
Da Versuche, die von Wolde rieh zitierten Knochen aus dem
Museum in Sarajewo zu Vergleichszwecken zu erhalten, fehlschlugen,
müssen wir uns vorläufig auch mit der Ansicht Weiderichs begnügen,
daß diese Reste zu bos longifrons, wie ich die Torfkuh Rütimeyers
nomenklatorisch richtiger bezeichne, zu stellen sind und daß Unter-
Versuch einer Monographie des albanesischen Zwergrindes. 171
schiede zwischen diesen südlichen Vertretern und den anderen Stücken
der Kassengruppe hos longifrons, wenigstens als geographische
Variationen nicht bestehen.
Nun sagt Adame t z : ,,Über Funde von primigenen prähistorischen
Rindern wurde mir ebenso wie über solche von Resten des wilden
hos primigenius Boj. nichts bekannt.“
Auch finden sich in der Literatur keine Angaben über hos primi-
genius aus diesen Ländern.
Wenn nun die Albaner, wie ich vorher zu zeigen versuchte, ihre
Rind(T nicht von außerhalb haben erhalten können, muß nunmehr
gefolgert werden, daß auch heute noch in Albanien das alte Pfahlbau-
rind angetroffen werden muß.
Diese Vermutung, leider ohne solche kritischen Betrachtungen
sprach Adametz schon aus: ,, Der Schädel ist völlig gleich dem des
mitteleuropäischen Pfahlbauviehes, nicht etwa blos ähnlich . . und
der Knochenbau außerordentlich zierlich, fast wildartig“ und später:
,, Meine Arbeiten über diese europäischen Kurzhornrinder erbrachten
den Beweis, daß nicht nur, wie Rütimeyer hervorhebt, in ihrer Körper-
größe und in sonstigen Eigenschaften etwas veränderte Nachkömmlinge
des Pfahlbaurindes in Gestalt der schweizerischen Kurzhornrassc
heute noch leben, sondern daß auch diese alte, charakteristische kurz-
hörnige Pfahlbaurasse in ihrer völligen Ursprünglichkeit und durch-
aus unverändert über weite Gebiete zerstreut, heute noch vorhanden ist,
daß mit andern Worten die alte Pfahlbaurasse überhaupt nicht aus-
gestorben ist . . . Die Übereinstimmung dieser prähistorischen und
jetzt lebenden Rinderrassen des östlichen Mitteleuropas und der
Balkanhalbinsel ist nämlich eine derart vollkommene, daß ich mich
anheischig mache, jeden Fachmann in größte Verlegenheit zu bringen,
wenn ich ihm tadellos ausgeführte Photographien von Schädeln des
Pfahlbaurindes und solcher primitiver europäischer Brachyceros-
Rassen, besonders z. B. des albanesischen Rindes zur Unterscheidung
und Trennung von einander vorlegen wollte. Diese Übereinstimmung
erstreckt sich nicht nur auf di3 Konfiguration der einzelnen Schädel-
knochen und die Verhältnisse der diversen Schädelmaße, sondern sie
existiert auch bezügl. der bekanntlich geringen absoluten Größe.
So besitze ich eine Reihe von albanesischen Schäden, wdche so klein
sind, daß sie nur mit den allerkleinsten Schädeln des Pfahlbaurindes
verglichen werden können, da sie nur 37- — 40 cm Vorderkopflänge
besitzen.“
Nach diesen Überlegungen kommt es nur noch darauf an, uns ein
ungefähres Bild von der Torfkuh zu machen, um auf die Statur des
heutigen Albanesenrindes, vielleicht auch seine Farbe schließen zu
dürfen. Den einzigen, völlig erhaltenen Kadaver der Torfkuh be-
schreibt 0. Fr aas. Das Tier ist in Stuttgart ausgestellt. Die Haar-
farbe sei rot bis rotbraun. Nach Rütimeyer war die Rassengruppe
durchschnittlich 94' — 97 cm in der Widerrist höhe hoch, hatte wahr-
scheinlich einen Senkrücken und besaß eine abfallende Kruppe, ein
Merkmal, das noch heute für die Primitivität der Rassen gilt. Der
ll. Heft
172 . ' Arnold Külineinann: . , '
Körper war schwacli und zierlich, ebenso die Extremitäten, besonders
zierlich und schlank waren die metacarpalia und metatarsalia. Der
Kopf ist nach Eütimeyers Ausdruck „hirschähnlich schlank“.
Kurz, wir müssen uns die alten Torfkühe als zwerghafte Tierchen von
großer Zierlichkeit und ziemlich vollendeter Formenschönheit denken;
ich habe ja erst kürzlich aus der Niederlausitz solche Nachkommen
der Torflmh beschrieben. Aus' ähnlichen Untersuchungen heraus
schieß Adametz 1893: „Auf Grund von allerdings vereinzelten an
der slawischen Grenze gemachten Beobachtungen wäre ich geneigt,
bei den heutigen Nordalbanesen ein dunkelbraunes bis schwarzes,
kleines, dem schwarzen bosnischen Stamme sehr ähnliches Brachyceros-
Kind zu vermuten.“
Nichts hindert uns nunmehr, in die Betrachtungen über Biologie
und Morphologie des albanesischen Zwergrindes einzutreten, nachdem
wir aus der Prähistorie und Geschichte heraus gewissermaßen das Bild
des heutigen Albanesenrindes entwickelt haben.
II. Biologie und Morphologie.
a) Geographie und Geologie Albaniens. Wenn wir die
Biologie des albanesischen Zwergrindes versteh n wollen, müssen wir
sie aus der Geographie, Geologie, den kb’matisch'n Verhältnissen und
der Haltungsweise der Tiere entwickeln.
Auf der Balkanhalbinsel w^ohnen etwa 1 650 000 Albaner, von
denen etwa 250 000 in Griechenland Avohnen und stark mit Hellenen
und Gräcoalbanese i vermischt sind . In den ehemals türkischen Grenzen
wären demnach 1 400 000 Albaner ansässig, von denen etw^a 1 000 000
Mohamedaner, 280 000 griechisch-katholischen, 120 000 römisch-
katholischen Glaubens sind. Diese sind verteilt über ein Gebiet, dessen
Grenzen Gopöeviö mit folgenden Punkten bezeichnet: Antivari
— Cijevna-Fluß — Nordalbane si sehe Alpen — Ipek, Sjenica — Novi-
bazar — Kaöanik - — Novobfdo — Pristina ■ — Prokoplje - Vranja —
Kumanovo — Kalkandehn — Köprülü — Ochrida — PriL>p — Monastir
— Kastoria • — Bogasköj — Argyrokastron — Preveza. Dazu im Westen
das Adriatische Meer als Grenze.
Natürlich soll damit nicht gesagt werden, daß die Albaner inner-
halb dieser Grenzen allein wohnen, sie sind oft durch größere oder
kleinere Enklaven unterbrochen, ebenso wie auch außerhalb dieses
Gebietes albanesische Enklaven Vorkommen. Die Verhältnisse, die
Gopöeviö angibt, habe ich im allgemeinen bestätigt gefunden. Als
geographisches Gebiet kann demnach für den Begriff Albanien das
Land zwischen albanesischen Randalpen im Norden, dem Adriatischen
Meer im Westen, dem Golf von Art a im Süden und im Osten Weißer
Drin, Schardaghgebirge, Ochrida und Castoriaseen und Pindusgebirge
angesprochen werden, ein Gebiet, von etwa 90 000 qkm zwischen
39. und 43. Breitengrad nördlicher Breite. Einteilen kann man das
Land in drei Gebiete: 1. Oberalbanien von der Nordgrenze bis zum
Skumbifluß, 2. Unteralbanien von der Südgrenze bis zum Skumbi-
Versuch einer Monographie des aibanesisphen Zwergrindes. 173
fluß, 3. Ostalbanien, das Land östlich des Schardaghgebirges und der
Ebene Bitun. Oberalbanien ist ein Gebirgsland, weder so großartig
wie die Schweiz, noch so trostlos wie Montenegro, aber schön genug,
das Auge zu erfreuen. Die Höhen gehen bis etwa 2500 m, jedoch liegen
Messungen nur im geringen Grade vor und die österreichischen General-
stabskarten, die während des Krieges 1914—19 angefertigt wurden,
sind mir nicht zugänglich. Ein unenntwirrbares Gebirgsstockplateau
kennzeichnet das Land. Es erreicht im Schardagh seine höchsten
Höhen und den wildesten Charakter zugleich. Jedoch sind tiefere
Ebenen eingeschnitten von oft 30 —40 km Länge und 2 — 5 km Breite.
Ostalbanien trägt mazedonischen Charakter mit geringen Höhen-
zügen, weiten Ebenen und Plateaus. Unteralbanien ist ähnlich Ober-
albanicn ein Gebirgsland, nur fehlt ihm das Düstere, Wilde und Zer-
rissene der Landschaft. Seine Gebirgsstöcke sind tief eingeschnitten
durch Täler von oft dichter Bewaldung und romantischer Schönheit.
Unter den Flüssen sind Weißer und Schwarzer Drin, Bojana, Skumbi,
Semeni, Wojudza und Kalama zu nennen. Als Seen sind Ochrida-,
Skutari- und Janinasee bekannt.
Geologisch gehört Albanien nach Angaben Prof. Dr. Weiter ’s
(Bonn) zu dem großen Wurf der alten Faltengebirgsgüitel, ist also
ursprüngliches Gestein wie die Alpen. So bvlden Grämte und Gneise
die Unterlage. Da die Balkanhalbinsel jedoch zur Triaszeit an der
Bildung des Tethysmeeres ted hatte, ist es nicht zu verwundern, daß
sich Kalke und Marmor finden. Jedoch ist das Vorkommen derselben
gering. An genaueren Untersuchungen fehlt es natürlich auch auf
diesem Gebiet. Ebenso wenig wissen wir genaueres über die natürlichen
Bodenschätze. Es soll Silber an verschiedenen Stellen gefunden werden,
ein Goldbergwerk wird genannt. Aus dem Altertum wird über das
Bestehen einer Goldmine berichtet. Ich habe weder Gold- noch Silber-
bergbau beobachten können. Jedoch fand ich hier und da Kupfer
im Gestein.
b) Klimatisches. Seinen Breitengraden nach gehört Albanien
in die Klimatologie Unteritaliens. Doch seine Ebenen und Täler
zeigen eine erdrückende Hitze im Sommer und sehr strenge Winter.
In den Höhen ist das Klima angenehmer und an der Küste ctark vom
Adriatischen Meer beeinflußt. An genaueren Messungen fehlte es
bislang völlig. Für Mazedonien sind im Kriege einige Zahlen gesammelt
worden [Mazedonien, von einem A.O.K. (Dietrich Reimer, Berlin 1918).
Kapitel 5: Das Walten des Wettergottes, von Leutnant d. R. Kühl-
brodt.] und sehr erheblich wird der Unterschied nach meinen Er-
fahrungen nicht sein gegenüber Albanien. Es finden sich Anklänge
■ an das Mittelmeer klima und solche an das kontinentale gemäßigte
Klima. Im Sommer liegt das Land unter dem Einfluß des subtropischen
Hochdruckgebietes. Bewölkung und Niederschlag erreichen ihre
geringsten Werte. Es ‘herrscht gleichmäßig heiteres, trockenes Wetter,
Regenarmut und schließlich Dürre. Unterbrochen wird diese Zeit
durch einige Gewitter, die oft. mit wolkenbruchartigen Niederschlägen
11. Heft
Arnold Kühnemaun:
174
verbunden sind, so, dass sonst geringe Berggerinsel innerhalb weniger
Stunden zu reißenden Gewässern anschwellen.
Im Winter liegt das Land meist unter dem Einfluß des kontinen-
talen Hochdruckgebietes und das Charakterwort des Winters ist eisig.
Schneemengen oft von beträchtlicher Menge gehen nieder und zwar
ziemlich unvermittelt, sodaß der Herbst sehr gering ausgebildet ist.
Oft liegt der Schnee bis in den Mai, um ebenso rasch der Erwärmung
des ebenfalls kurzen Frühjahres zu weichen.
Die Jahressumme der Niederschläge entspricht etwa der der
deutschen Tiefebenen, nur ist die Verteilung eine andere.
Die Höchstt 3mperatur war iu Prilep im Sommer 1916/17 um durch-
schnittli .h 10 Grad höher als in Berlin, wobei zu bedenken ist, daß
Prilep erstens soviel südlicher und zweitens sehr viel höher liegt als
Berlin. In den Ebenen hat man im August Temperaturen von über
40 Grad gemessen. Im Winter Tvaren die Messungen durchschnittlich
1 • — 3 Grad tiefer als in Berlin und in den Bergen waren Temperaturen
von minus 25 und minus 28 Grad keine Seltenheit. Der Gegensatz
zwischen sommerlichen und winterlichen Temperaturen kann dem-
nach große Werte erreichen. Aber auch die Schwankungen innerhalb
der Jahreszeiten, ja die Temperaturunterschiede von Tag und Nacht
machen hohe Werte aus.
Es ist selbstverständlich, daß derartige Klimaverhältnisse den
größten Einfluß auf Pflanzen- und Tierwelt und auf die Menschen
ausüben müssen. Die sengende Dürre läßt im Sommer den Gras-,
Busch- und Kräuter wuichs völlig verdorren; Brunnen und Bäche ver-
siegen zum größten Teil. An Vv interkultur ist nicht zu denken. Die
Menschen, die natürlich unter dem Temperatur Wechsel ebenfalls zu
leiden haben, sind außerdem sehr ourch Malaria und verwandte Fieber
bedroht, auch findet sich' Tuberkulose in w ;iten Gebieten. Es kann
uns also nicht Wunder nehmen, daß der Kulturstand der Albaner
überhaupt und in Landwirtschaft und Viehzucht im besonderen ein
äußerst primitiver ist.
c) Landwirtschaft und Viehzucht. Als Bodenbearbeitungs-
geräte kennt der Albaner Hacke und Holzpflug. Das Düngen mit
Stalldung ist bekannt und üblich, wechselt jedoch mit einfacher Brach-
wirtschaft. Angebaut werden in erster Linie Mais, Weizen, Gerste,
Hafer und Bohnen. Dazu etwas Kohl, meist Weißkohl, Porree, Zwiebel,
Paprika, Melonen und Hanf; Oliven und Weinbau erzielen gute Quali-
täten, ebenso der bedeutende Tabakbau. An Obstarten werden ge-
baut, aber wenig gepflegt: Äpfel, Birnen, Pflaumen, Pfirsiche, Feigen
und Edelkastanien. Im allgemeinen ist der Boden hervorragend frucht-
bar, besonders in den Tälern, jedoch viel zu wenig ausgenutzt durch
die zum Teil durch die Natur bedingte Trägheit der Bevölkerung.
Jeder Albaner baut nur soviel, wie für seinen eigenen Haushalt ge-
braucht wird. Der etwaige Überschuß wird zum Eintausch von Aus-
landswaren, besonders des Kaffees verwertet. Seidenbau zu treiben
überläßt man Serben und Bulgaren. Die Waldbestände sind durch
Versuch einer Monographie des albanesischen Zwergrindes. 175
Kaubbau stark zurückgegangen, und da Forstwirtschaft unbekannt
und die Ziegenhaltung durch Bef r aß das Aufkommen von Waldungen
verhindert, findet man mit Ausnahme der noch übrig gebliebenen
regelrechten Urwälder ältesten Bestandes nur Buschwerk und Krüppel-
eichen. Die Wälder werden gebildet von Tannen, Fichten, Eichen,
Buchen, Nußbäumen und Ulmen. Gelbholz wurde früher viel exportiert.
Pinien trifft man nur an den Küstenstrichen.
Die Hauptmenge der Bevölkerung führt ein beschauliches Hirten-
leben, sofern sie nicht Raub- und Kriegszüge dieser nutzbringenden
Betätigung vorzieht.
An Haustieren werden gehalten: Pferde, von großer Ähnlichkeit
den kleinen russischen, nur noch bedeutend kleiner als diese, Esel
in zwei Farbenvarietäten, schwarze und graue, Ziegen und zwar meist
serbische Schraubenziegen, Schafe in Unmengen, zu deren Bewachung
Hunde von wolfsähnlichem Aussehen gehalten werden, Kinder, die wir
später näher untersuchen wollen, Zwergbüffel, Hühner und in den
Grenzgebieten auch Enten und Gänse. Auffallend ist die außerordent-
liche Kleinheit und Wildheit der Pferde und der Zwergwuchs gewisser
Büffel rassen, die übrigens beide noch nicht näher untersucht sind.
An Rindern werden drei Rassen gehalten. In den Ebenen, aber
nur von Serben und Bulgaren gehalten, podolisch-bulgarisches Steppen-
vieh von gr«,uer Farbe und mit sehr langen Hörnern, starke Vertreter
der primigenen Rinder. In den Bergen, in den Randgebieten, illyrisches
Blondvieh und illyrisches Schwarzvieh, von allen Teilen der Be-
völkerung gehalten und schließlich fast nur von Albanern gehalten
das albanesische Zwergrind. Die Betrachtimg der Haltungsweise
der podolisch-bulgarischen Rasse erübrigt sich für uns; für die illyrische
Rasse und das Zwergrind sind sie fast die gleichen. Das Kastrieren
aller Rassen ist bekannt und wird durch Zerquetschen des Samen-
stranges durch zwei Hölzchen oder zwei Steine allgemein ausgeübt.
Bevor wi ' jedoch in Untersuchungen über die Rassenzug .hörigkeit
des albanesischen Zwergrindes selber eintreten, soll ihre spezielle Biologie,
die Haltungsweise erörtert werden, gleicher maß rn um auch von dieser,
ebenso wie aus der Geschichte und Prähistorie, auf die Art des Rindes
schließen zu können.
d) Haltungsweise des Rindviehs. Die Haltungsweisen der
albanesischen und bosnischen Rinder sind fast die gleichen, so daß wir
uns der vorzüglichen Monographie des illyrischen Rindes von Adametz
anschließen können.
Adametz gibt zunächst einen kurzen Überblick: ,,Die Lebens-
weise des bosnischen Rindes ist eine halbwilde und daher eine voll-
kommen natürliche und naturgemäße. Die menschliche Fürsorge
erstreckt sich eigentlich nur darauf, daß die Tiere vor Raubzeug
tunlichst geschützt werden und im Winter durch Verabreichrmg
spärlicher Futtermengen vor dem Hungeitode bewahrt werden. Im
Sommer findet das bosnische Rind sein Fortkommen ausschließlich
durch Weidegang.“ Diese Zusammenstellung gilt im vollen Umfange
auch für das albanasische Zwergrind.
11. Heft
176
Arnold Rühnemann:
Die nun folgende Betrachtung von Weideberechtigung, Besitz
und Nutzung weicht völlig von der Bosniens ab, was durch die Grosetz-
gebung des Landes seine Erklärung findet. Diese Betrachtung hätte
eigentlich im Abschnitt über Landwirtschaft und Viehzucht mit-
behandelt werden sollen, ich legte jedoch großen Wert darauf, ein so
schönes organisches Ganzes wie die Adametzsche Monographie m'cht
zu zerstückeln; andererseits hatte ich keine Veranlassimg, mich dem
Aufbau derselben meinen ganz anderen Zwecken entsprechend an-
zuschließen.
In Albanien gibt es Weiden beinahe an jedem Berghang, auf jeder
Hochfläche, in jeder geographischen Breite. Der Besitz der Talweiden
ist durch Erbberechtigung und die Achtung vor dieser geregelt.
Natürlich besitzen die Begs, Agars und Barjaktars und Vojwoden,
zusammen, also die Großgrimdbesitzer mid Heerführer, den Löwen-
anteil dieser beiden, die kleinen, freien Bauern sind im Erbbesitze
kleinerer Weiden oder nehmen solche in Pacht gegen Erstattung
eines Zinses von Vieh oder Vieherzeugnissen. Die Hörigen weiden ihr
Vieh mit auf den Weiden ihres Herrn.
Anders liegen die Dinge im Gebirge. Eine regelrechte Weide-
berechtigimg, die durch Besitz geregelt wäre, erscheint dort völlig un-
möglich. Im allgemeinen wird das Vieh in der Nähe der Ansiedlung
geweidet. Dabei ist unter Nähe noch eine Entfernung von drei bis
fünf Wegstimden zu verstehen. Es ist unter solchen Umständen leicht
begreiflich, daß um die Nutzung guter Mattenweiden leicht Streit
entsteht. Die augenblickliche Berechtigung ergibt sich dann aus
der besseren Bewaffmmg der Hirten; so werden vielfach gute Weiden
einfach besetzt von einer Zahl waffenfähiger Männer, die meist einer
Familie angehören und der Besitz ist dadurch geregelt. Überhaupt ist
ja im Grebirge ein unbewaffneter Albaner nicht denkbar. Durch solche
Machtverhältnisse kommen dann uns merkwürdig dünkende Vieh-
und Weideverträge zustande.
Große Viehbesitzer geben großen Weidebesitzern ihr Vieh im Früh-
jahr in Pflege. Die Pfleger weiden das Vieh, melken es, bereiten Käse,
Schafe werden von ihnen auch geschoren. Auch der Verkauf liegt
ihnen ob. Im Herbst wird das Vieh zurückgegeben und der Pfleger
erhält die Hälfte des im Sommer neu geborenen Jungüehs, die Hälfte
der Wolle und die Hälfte der übrigen Erträgnisse, sei es in Natur oder
Geld, sei es in Werten an Waffen, Salz, Zucker oder Tabak. So fahren
beide Teile gut dabei.
Adametz beschreibt diese Dinge aus Bosnien folgendermaßen:
,,Ein großer Teil des Viehes würd nicht durch den Besitzer gehütet.
Das Vieh stellt vielmehr in Bosnien- Herzegowina eine Art lebendes
Kapital vor, welches die Eigentümer gegen ein gewisses Entgelt an
andere übergeben, die dann für Schutz imd Nahrung der übernommenen
Tiere zu sorgen haben. Ein Entlohnen der Hirten in unserem Sinne,
etwa gegen einen fixen Tages- oder Monatslohn, findet nicht statt. Das
unter solchen Umständen die von altersher üblichen mannigfache'n
Viehverträge eine große Bolle spielen, ist wohl begreiflich.“ 5
Versuch einer Monographie des albanesischen Zwergrindes.
177
Was nun die Ausnutzung der Weiden anlangt, muß gesagt werden,
daß eigentlich nichts ungenützt bleibt. Denn wie größere Weiden von
Rindern und Pferden ausgenützt werden, so bieten kleinere Unterhalb
für Schafe und Ziegen und schließlich werden noch die geringsten Gras-
bänder von den Ziegen armer Leute beweidet.
In der speziellen Weidegeschichte des Rindes fährt Adametz
dann fort: „Mit dem Erwachen der Vegetation im Frühjahr und dem
Ergrünen der Weiden schlägt die Stunde der Erlösung von Hunger und
Entbehrung für das Rind, beginnt aber für die Bevölkerung die Zeit
allgemeiner Arbeit, denn Groß und Klein wird zu Hüterdiensten
verwendet. Nahe bei den Ansiedlungen werden selbst Kinder und
Frauen ausgiebig zum Hüten der verschiedenen, getrennten Ortes
weidenden Tiergattungen verwendet. Frauen sah ich oft mit einem
am Rücken befestigten Kind spinnend oder strickend die Schafherden
hüten, also zugleich drei Tätigkeiten obliegend. Sonst sollen Pferde
am leichtesten, Ziegen teils wegen ihrer Lebhaftigkeit, teils auch des-
halb, weil sie sich fast stets im Niederwald bewegen, als am schwierigsten
zu hüten gelten. Auf den einsamen Bergweiden jedoch versehen aus-
schließlich Männer den Weidehüterdienst, welche die Gewohnheiten
der Tiere, sich in verhältnismäßig raschem Tempo weidend weiter
zu bewegen und die Häufigkeit von Raubtieren, vor allem der Wölfe,
zu durchaus keiner leichten Aufgabe machen. Verlaufen von Tieren,
Absturz und Verluste derselben infolge von Wölfen und Bären gehören
daher zu den alltäglichen Vorkommnissen. Nachts werden die Tiere
ebenfalls vorwiegend wegen des Raubzeuges in kleine Gehege getrieben,
vor welchen in ganz kleinen, oft auf Kuven befindlichen Hütten die
Hirten Wache halten.“
Dazu möchte ich zunächst bemerken, daß auch dies völlig den
albanesischen Gewohnheiten entspricht, nur werden Pferde und
Rinder, in katholischen Gegenden mit diesen auch Schweine zusammen
geweidet, davon getrennt Schafe für sich und Ziegen für sich. Die
Hütten zur Nachtwache habe ich in Albanien oft sehr groß angetroffen,
sodaß der Hirte in der Lage ist, sein ihm anvertrautes Vieh mit in die
Hütte, die Stahn genannt wird, hereinznnehmen. So werden entweder
in den Stahns oder rings um die Gehege, die entweder nur aus losem
Dorngestrüpp oder aber aus festem Weidengeflecht von etwa 1 m Höhe
bestehen, stark qualmende Feuer angefacht, teils um Raubzeug fern-
zuhalten, teils um durch den Rauch das Vieh vor der empfindlichen
Nachtkälte zu schützen. So glimmen und glühen des Nachts alle Berg-
hänge von Hirtenfeuern. Sobald der Hirte etwas Verdächtiges zu
bemerken glaubt, stimmt er ein langgezogenes Geheul an: 0-h-u-k;
von Ouka, der Wolf (albanisch) abgeleitet. Sofort stimmen die Hirten
der Umgebung in dasselbe Geheul ein und hoffen so die Wölfe zu ver-
scheuchen. SolcheNachtkonzerte hören sich zum erstenmal recht gruselig
an. In den Grenzgebieten Albaniens gibt es noch eine zweite Abwehr-
methode, die Adametz auch aus Bosnien beschreibt: „Das Trommeln
auf leeren Blechgefäßen.“ (Amerikanische Petroleumkannen.)
Arcliiv ilir Naturgeschiclitö
1922. A. 11 12 11. Heft
IIS
Arnold Kühuemann:
An Feinden des Viehes findet sich neben dem sehr häufigen, Meinen,
kurzschwänzigen Balkanwolf der braune Bär und die recht häufig
Hornviper {Vipra ammodytes), neben dieser auch noch wie in Süd-
bosnien die braune Viper (Viper a vems). Verluste durch Schlangenbiß
sind alltäglich.
Nun folgt bei Adametz die Beschreibung der Mast. Da diese
Kulturerrungenschaft in Albanien unbekannt ist, erübrigt sich für
uns deren Besprechung.
Unter den erörterten Verhältnissen vergeht der Sommer. Der
kurze Herbst bestimmt je nach der Höhenlage das raschere oder
langsamere Zurückgehen in die Ortschaften und die Tiere kommen
wieder in Stallungen. Mitbedingend ist in einzelnen OBgenden der
Eintritt der völligen Dürre, während welcher Zeit den Tieren neben
dem Weidegang noch etwas Maisstroh gereicht wird.
Im Winter nun tritt die Hausweide in Tätigkeit. Solange noch
kein Schnee liegt, muß sich das Vieh vom verdorrten Gras und dem
wenigen Maisstroh ernähren. Ist erst Frost eingetreten, wird das Vieh
auch in die Hausgärten getrieben, damit die dort noch stehengebliebenen
Kohlstrünke, erfrorener Kohl, das Bohnenstroh und sogar erfrorene
Melonen ihm zur Nahrung dienen. Völlig eingestellt wird der W ddegang
fast nie. Selbst bei voller Schneelage muß sich das Vieh die größte
Menge sein Br Nahrung selber suchen, sei es dui’ch Ausscharren, sei es
durch Beweiden der Eichen- und Buchenbuschwerke, des Halbholzes.
Adametz beschreibt diese Winterplagen folgendermaßen: ,, Be-
rücksichtigt man noch, daß die Tiere nur bei Schneegestöber oder
starker Schneelage täglich eine geringe Menge Heu im Freien ausge-
streut erhalten, ja, daß in vielen Gegenden von ärmeren Leuten fast
nur Laubheu (Listnik), oft sogar, wie ich hörtB, im letzten Moment
erst gefällte Äste vor gelegt werden, so kann man sich leicht einen
Begriff von der elenden Beschaffenheit machen, in welcher sich die
Kinder am Ausgang des Winters befinden. Schon unter gewöhnlichen
Umständen genügt diese Art der Fütterung nur, um gerade die voll-
kommen entkräfteten Tiere noch am Leben zu erhalten. Tritt einmal
ein strenger Winter ein, oder währt derselbe ausnahmsweise lange,
dann gehen, vom Kleinvieh ganz abgesehen, auch Tausende von
Kindern an totaler Erschöpfung zugrunde und der überlebende Ke st
ist so schwach, daß die Tiere sich kaum auf den Beinen zu halten
vermögen .... Der Winter ist. ferner auch die Jahreszeit, während
welcher die bosnischen Haustiere am meisten den Angriffen der durch
Hunger kühner gemachten und aus den Bergen in die Nähe der An-
siedlungen getriebenen Kaubtiere ausgesetzt sind.“
Völlig das gleiche gilt für Albanien und ich habe 1918 (im Winter)
lange Wochen in Studenitza und Gusinie erlebt, in denen Nacht für
Nacht die Wölfe in die Umzäimungen bei den Häusern einbrachen
und trotz der Wachen Pferde, Kinder, Schafe und Ziegen ihnen zum
Opfer fielen. Die von mir oben genannten Stallungen sind meist nur
einfache Gatter, von denen ein Teil überdeckt oder mit einem Schutz
Versucli einer Monographie des alhanesischen Zwergrindes.
179
dacli von Maisstroh ausgestattet ist. Jedoch, sind die Umzäunungen
meist über 2 m hoch.
Das zur Winterfütterung gewonnene Heu und Laubheu wird
gleich an Ort und Stelle in hohen Kegeln ähnlich wie im Spreewald
zusammengesetzt und mit einem etwa meterhohen Flechtwerk um-
friedet, um das Vieb davon fern zu halten. Ebenso wird mit dem Mais-
stroh verfahren. Im allgemeinen aber wird der Maiskolben aus der
Staude gebrochen und die Staude einfach stehen gelassen, eK-snso wie
von der Gewinnung von Heu und Laubholz nur wenig Gebrauch ge-
macht wird. Es ist bequemer, die Tiere einfach in den Eiederwala zu
bringen und sia das Krüppelholz be weiden zu lassen.
Daß auch anderen Ortes ähnlich verfahren wird, beschreibt
Franges für Kroatien und Slawonien: „Ihre Haltung und Wartung,
die Sorge um ihre Zucht und Pflege blieb bis auf die allerletzte Zeit
genau so primitiv wie sie seit unvordenklichen Zeiten war. Möglichst
viel Vieh auf derselben Weide kostenlos zu halten, das w^ar und blieb
das wirtschaftliche Ziel eines jeden Bewohners.“ Daß dort ebensowenig
wie in Albanien eine Düngung oder gar Salzen von Weiden stattfindet,
ist selbstverständlich.“ Franges sagt p. 39: „In den entlegenen
Gebirgstälern des Karstes, in d.m weiten Wäldern des Berg- und Hügel-
landes finden wir die Busa als absolutes Veidevieh gehalten. Kaum
die notwendigsten Unterstände sind vorhanden, um sie vor den Un-
bilden der Witterung zu schützen. Jahraus, jahrein fristet
sie ihr Dasein auf den oft kümmerlichen Weiden ohne andere Kahrung,
als aie sie selbst findet. Im harten Winter, im Schneesturm, bei eisiger
Bora muß sie ihr Futter zu finden wissen, ihr Herr hilft ihr nur, so
gut er es gegen die Gewalt der Elemente kämpfend tun kann, zu dem
verschneiten Farnkraute, der kargen Vegetation unter der Schnee-
decke zu gelangen. Im günstigsten Falle kann er ihr auch eine Gabe
Heu, Stroh oder Maisstengel reichen. Manchmal aber muß auch das
Stroh vom Dache, das zur Streu bestimmte dürre Farrnkraut her-
halten, um über die schlimmste Zeit binwegzukommcn.“ Ähnlich
verhält es sich mit den Stallungen in Kroatien und Slawonien, nur
kommen dort auch wirkliche Stallungen aus Stein oder Holz vor.
Auch im Kaukasus, von wo Keller die Verhältnisse- beschreibt,
liegen die Dinge ähnlich: „Doch gibt es im Hochgebirge ansässige
Völkerschaften . . ., die ihr Vieh das ganze Jahr bei sich behalten
und in Erdhütten bei sehr spärlichem Futter überwintern. Wo solches
nicht ausreicht, müssen Baumzw'eige oder gefällte Bäume mit ihren
zarten Knospen und Zweigen herhalten.“
Ganz allgemein bekannt ist ja die kümmerliche Haltungsweise
im Gouvernement Perm in Sibirien, von wo v. Middendorf das
sibirische ,, Schwanzvieh“ beschreibt.
Daß unter solchen Umständen die Albaner keine zielbewußte
Zucht treiben, ist selbstverständlich. Die Tiere paaren sich auf der
Weide vollkommen frei; wenn kein Bulle vorhanden ist, wird die
rindernde Kuh zum nächsten Bullen geschickt, natürlich ohn? die
geringste Eücksicht auf Alt'^r, Abstammung, Farbe oder ähnliches.
12* 11. Heft
180
Arnold Kühnemann:
So kommen oft ganz junge, eben gescblecbtsreif gewordene Tiere zur
Fortpflanzung, was auf den Körperbau natürlich von größter
Einwirkung ist.
Dii Haltungsweise des albanesischen Zwergrindes zeigt, daß wir
es nicht mit einer Kulturrasse, im )Sinne von Hermann v. Nathusius,
sondern mit einer völlig primitiven Verhältnissen angepaßten Natur-
rasse zu tun haben.
e) Folgerungen aus Biologie, Geschichte und Prä-
historie. Adametz sagt; ,,Die im Vorstehenden unter besonderer
Berücksichtigung der Ernährungsweise geschilderten Daseinsver-
hältnisse des illyrischen Kindes -hielt ich deshalb für mitteilenswert,
und selbst für wichtig, weil sie uns in die Lage setzen, manche der
morphologischen und physiologischen Eigenschaften dieser Kasse
besser zu verstehen und das Zustandekommen einzelne^ derselben
zu begreifen. Es ist dies uns so wichtiger, als wir hier beobachten können,
welcher Art die rein natürlichen Einflüsse der Außenwelt, des Milieus
auf eine Kinderrasse sind. Denn daß das Hinzutun des Menschen sich
auf ein Minimum beschränkt und daher von keinem oder nur ver-
schwindend kleinem Einfluß auf die Entwicklung der ganzen Kasse
sein kann, das geht aus dem Mitgeteilten wohl zur Genüge hervor. ‘‘
Denselben Schluß erw3itert durch die Ergebnisse der Geschichte
und Prähistorie in Bezug auf das albanesische Zwergrind ist uns zu
machen erlaubt. Wir wollen hier nur in umgekehrter Keihe gehen,
um gleichermaßen auf die Morphologie der Kasse schlüssig werden
zu können. Wir sahen, daß in Albanien nur Nachkommen von hos
longi frans Owen leben können, aber die Biologie lehrt uns vielleicht
auch noch das Erhalten oder sogar das Zustandekommen dieser kleinen
Kasse der Vorzeit.
Daß so große winterliche Entbehrungen nicht ohne tiefe Spuren
zu hinterlassen am Tierkörper vorübergehen können, liegt auf der
Hand. Sie bedingen zunächst ein Kümmern der Tiere im allgemeinen;
aber auch auf die Entwicklung der Föten trächtiger Tiere müssen der-
artige Dauerzustände von größtem Einfluß sein. Die geringe Größe
der Kälber und weiteres Zurückbleiben im Wachstum sind die Folge-
erscheinungen. Ja, derartige Zustände können, wenn eine Tierart
nicht widerstandsfähig genug ist solchen natürlichen Daseinsbe-
dingungen gegenüber, das Aussterben derselben bedingen.
Wir gelangen zu dem Schluß, daß die in Albanien ursprünglichen
Kinder, die wir heute noch antreffen, wie Adametz schon 1895 ver-
mutete, nur einer kleinen vielleicht verkümmerten oder gar zwerg-
haften Naturrasse angehören können. Diese Überlegung führt uns
zu aer Notwendigkeit, die Begriffe Zwerg und Kümmerling auch für
die Zoologie und im besonderen für die Haustiere zu differentieren.
In der Anthropologie versteht man unter dem Begriff Zwerg
einen Menschen von sehr kleinem AVuehse. Mit dieser Kleinheit pflegen
noch Mißbildungen, wie dicke Köpfe, kleine Extremitäten oder der-
gleichen verbanden zu sein. Die geistige Ausbildung bleibt meist zurück,
während gewisse Charaktereig Urtümlichkeiten, z. B. Boshaftigkeit,
Versuch einer Monographie des albanesischen Zwergrindes. 181
durch Generationen hindurch stärker hervortreten. Sehr selten erreichen
Zwerge ein hohes Alter und häufig sind sie steril.
Demnach hätten wir unter Zwergen pathologische Erscheinungs-
formen zu verstehen, die innerhalb einer jeden Easse aufzutreten ver-
mögen, unter einander aber keine Easse bilden. Die Akka Pygmäen
und Buschmänner wären demnach keine Zwerge, aber es sind auch
keine Kümmerlinge, denn ihre Leistungsfähigkeit ist eine sehr
große. Each Mitteilung von Prof. Dr. v. Luschan laufen sie tagelang
dem Wilde nach, um es zu erlegen, saugen sie in der Kalahari durch
dünnj Eöhren das Grundwasser mit Lungenkraft aus der Erde. Diese
Völker sind demnach eine kleine Easse, die schon immer klein
gewesen ist.
Für die Entstehungsmöglichkeiten scheint mir die Embryologie
eine gewisse Eolle zu spielen. Wenn nämlich die Ernährungsverhältnisse
für eine Mutter schlecht sind, wird der Fötus schlecht ausgebildet
werden und das junge Tier bezw. Mensch unter denselben Verhältnissen
auf wachsend, wird im Laufe der Generationen nicht mehr kümmern,
die Variationsgrenzen der Kümmerung sind ja nur geringe, wie
Ne bring schon für Poefhagus nachwies, sondern die Tiere bezw.
Menschen werden sich Zeit ihres Lebens über ein gewisses Jugend-
stadium hinaus nicht fortzuentwickeln in der Lage sein.
Aus der Tierwelt ist uns der Begriff der pathologischen Zwerge
nicht bekannt; solche verwachsenen Tiere kommen wohl meist schon
in frühester Jugend um, von Haustieren ist mir wenigstens zwerghafte
Mißbildung überhaupt unbekannt. Der Begriff des Zwerges kann
also festgelegt werden als die Fähigkeit von Tieren, geschlechtsreif
zu werden unter Beibehaltung jugendlicher Charaktere.
Ähnlich bezeichnet F. Seiner den Zustand der Bastard- Busch-
männer: ,,Und die geringe Körpergröße der Buschleute ist zurück-
zuführen auf einen frühen Stillstand ihres Wachstums.“ Ähnlich,
wenn auch ohne solche Kriterien haben Studer und Hilzheimer
den Zwergbegriff für Hunde wenigstens festgelegt.
Da Kümmerformen bei Haustieren vorzukommen vermögen,
muß der Begriff Kümmerling iür das Abnehmen der Körpergröße
im Laufe einiger Generationen festgelegt werden. Die Variations-
größen solcher Kümmerformen sind aber, wie schon erwähnt, nur
geringe.
Unser albanesisches Zwergrind nun ist, wie Morphologie und
Osteologie beweisen werden, ein echter Zwerg im Sinne der oben fest-
gelegten Begriffe.
f) Morphologie und vergleichende Morphologie der
äußeren Gestalt. Die ersten Mitteilungen über den Körperbau
und die Lebensweise des albanesischen Zwergrindes sind von mir in
dem Vortrag in der Gesellschaft naturforschinder Freunde Berlin
am 16. März 1920 gemacht worden. Der Vollständigkeit halber wird
es hier nochmals zitiert: ,,Bild 1 zeigt eine etwa sechs Jahre alte Kuh
aus der Gegend dfs Skumbi . . . Ihre Widerristhöhe betrug 90 cm,
die Kruppenhöhe 92 cm, die Kopflänge 38 cm. Die Färbung ist von
11. Heft
182
Arnold Kühueraann:
rotbraun bis ins rotgelbe binüberspiek nd, mit einem gelbJicbweißen
Aalstrich auf dem Rücken, hellem Saum um das schwarze Flotzmaul
und hellen Innenseiten der Vorder- und Hintsrschenkel. Dazu lange
helle Haarbüschel in den Ohren und etwas aufgehellte Stirnkrause.
Die Haare sind struppig, stehen aicht und in vielen ausgeprägten
Wirbeln. Das erhöht im Leben den an und für sich wilden und un-
gebärdigen Eindruck der Tiere. . . . Bild 2 zeigt einen Stier von etwa
sechs bis acht Jahren . . . aus Strugowo. Die Haarfarbe dieses Tieres
ist rotgelb mit dunklerem Schatten; sonst zeigt das Tier dieselben
Aufhellungen wie die vorher genannte Kuh. Dazu kommt noch ein
heller Fleck über dem Auge, an der Stirn, den ich häufig gerade bei
männlichen Tieren sah. Besonders deutlich treten hier die Wirbel-
bildungen der Haare hervor.“ Ferner legte ich noch drei Lichtbilder
vor, eins mit einem Doppelgespann albanesischer Stiere von dunkel-
brauner, gleichmäßiger Farbe. Aalstrich und helle Flotzmaulum-
säumung sind kenntlich Die beiden anderen Bilder zeigten Kopf und
ganze Gestalt einer an Rinderpest verendeten Kuh von rotbrauner
Farbe und denselben Abzeichen wie die der vorher beschriebenen Tiere
Aus meinen Tagebuchnotizen entnehme ich folgende Zahlen:
1. Stier aus Strugowo, etwa 6 — 8 Jahre, Widerristhöhe 92 cm, Kruppen-
höhe 94 cm, Länge von Kopfende bis Schwanzansatz mit Bandmaß
113 cm, Kopfhöhe (Ganaschenbreite 22 cm), Kopflänge 35 cm. Röhren-
umfang vorn 10 cm.
2. Zahlen von einem etwa neun Tage aHen Kälbchen , dessen
Vater der Stier No. 1 ist, dessen Mutter eine Kuh illyrischen Blond-
viehs ist. Die Farbe ist lehmgelb mit weissen Innenflächen der Ex-
tremitäten, Widerristhöhe 53 cm, Länge etwa 80 cm.
Das ist alles bisher bekannte Material Ich fasse die rasselichen
Zusammenstellungen nochmals zusammen:
Über die Hautfarbe weiß ich nichts genaues. Die Haarfarbe ist
rotgelb bis rotbraun mit helleren und dunkleren Partien. Weiße
Stellen an den Innenseiten der Schenkel sah ich oft, ebenso schwarze
oder tief dunkelbraune Stellen am Kopf und am Halse Ein weißer
Rand umzieht das Flotzmaul und bildet somit ein Rehmaul; gelblichrote
Haare, bei roten Tieren auch dunklere Farbennuancen bilden einen
Aalstrich, der regelmäßig vorhanden ist. Hellere, bei einzelnen Deren
auch dunxlere Haarbüschel stehen an den Ohr-Innenrändern. Die
Schwanzquaste ist gewöhnlich schwarz. Bunte Tiere habe ich nie ge-
sehen. Von den außen sichtbaren Schleimhäuten kann ich nur die des
EutBrs als rosa, die des Flotzmauls als dunkelbraun bezeichnen.
Die Hörner und Klauen sind entweder völlig schwarz oder die
Rasen der Hörner hdl, im Bogenlauf mit dunkleren Streifen wechselnd
und die Spitzen schwarz.
Der Körper ist als gedrungen zu bezeichnen, auf sehr feinen
Extremitäten ruhend. Dei. Kopf ist durchaus im Sinne Rütimeyers
hirschähnlich schlank; der Schwanz reicht bis beinahe in die Fessel-
gegend. Alle Tiere sind mehr oder weniger überbaut. Kuhhässiga
Stellung habe ich nur sehr selten beobachtet. Das Kreuz fällt bai allen
Yersnch einer Monographie des albanesischen Zwergrindes. ISS
Tieren stark ab, was nach dem heutigen Stands der Forschung als
ein Zeichen äußerster Primitivität angesehen werden kann. Senk-
rücken sind mir nicht in Erinnerung. Die Proportionen der einzelnen
Körpergegenden sind als schön zu bezeichnen, die Tiere machen als
Formeneinheit einen durchaus angenehmen Eindruck.
Wir kommen nunmehr zur Interpellation dieser Angaben und
Zahlen und deren Vergleich mit anderen Rassen.
Was die rote Farbe anbelangt, ist uns eine Bemerkung Hilz-
heimers angenehm: „Rote bis rotbraune Farbe beim Rinde können
wohl als Beibehaltung des Jugendkleides angesehen werdm.“
Das wäre aus der Morphologie der Gestalt ein allerdings hypo-
thetischer Beleg für den Begriff „Zwerg“ und die Anwendbarkeit auf
das albanesische Zwergrind.
Aalstrich und Rehmaul sind Zeichen der Primitivität, wie sie uns
von primitiven Rassen aller Länder allgemein bekannt sind. C. Keller
nennt diese Zeichen beim grusinischen Kaukasusrind. Adametz
nennt sie beim illyrischen Rind, bei allen drei Unterrassen, dem Braun-
vieh, Blondvieh und Schwarzvieh, ebenso bei den montenegrinischen
Schlägen dieser Rasse. Allgemein bekannt ist diese Art der Zeichnung
beim braunen Alpenvieh. Vom polnischen Rotvieh beschreibt sie eben-
falls Adametz. Vom Sardenrind und Algierrind ist diese Zeichnung
durch Rütimeyer beschrieben. Von kleinen brachyceren Rindern
aus Antiochien berichtete mir Herr G^heimrat Prof. Dr. v. Luschan
über diese Zeichnung. Das Rind von Kroatien und Slowenien, die
Busa hat nach Frange^ dieselben Kennzeichen.
Die "Überhöhung des Kreuzes findet sich bei den meisten der oben
genannten Rassen.
Das abfallende primitive Kreuz ist jedoch nicht bei allen bekannt :
Beim Sardenrind und Algierrind ist es "beschrieben, ebenso beim west-
galizischen Rotvieh und beim Goralenvieh.
Neben der Interpellation der Maßzahlen und dem Vergleiche dieser
mit anderen Rassen ist noch eine Gegenüberstellung mit der illyrischen
Rasse nötig, gewissermaßen als Differentialdiagnose.
Verwechslungen können meiner Erfahrung nach überhaupt nicht
Vorkommen. Große Ähnlichkeit der in dieser Gegend vor kommenden
anderen Rassen mit dem albanesischen Zwergrind besteht vor allem
mit den montenegrinischen Schlägen, nach Adametz auch mit der
Rasse von der Insel Yeglia, die ich nicht kenne und der illyrischen
Rasse überhaupt. Und doch ist die illyrische Rasse durch ihre vor-
zügliche Anlage zu Mastformen und ihre völlig andere Hornbiegung,
die ich unter der Osteologie mit behandeln werde, leicht vom alba-
nesischen Zwergrind zu unterscheiden.
Die albanesische Zwergrasse ist viel hochbeiniger und primitiver,
im Gegensatz zu der an das graue Alpenvieh stark erinnernden tief-
brüstigen illyrischen Rasse . Selbst bei den montenegrinischen Schlägen
kommt dies noch zum Ausdruck trotz ihrer sehr geringen Größe .
11. Heft
184
Arnold Kühnemann:
Adametz selbst, der ja die illyriscbe Rasss srst aufgestellt bi,t,
meint, daß sie ein Kr ‘uzungsprodukt der albanesiscben Zwergrasse
und des von Norden eingewanderten Slawenviebs sei.
Ich komme nunmehr zu den zahlenmäßigen Vergleichen der Maß-
zahlen der lebenden Tiere.
Tabelle I.
12 Kreuzhöhe kleinste gemessene Differenz 3,0, größte 5,8, im Mittel
dürfte die Kreuzhöhe um 4 — 5 cm höher anzunehmen
sein als die AViderristhöhe. • — Aus Adametz, 1. c.
1896. Kühe südmontenegrinischen Schlages.
1 0. Eumpf-
länge 113,2 110,5 113,2 117,5 112,5 120,0 110,0 113,6 115,5 128,0
1 1 . AViderrist-
höhe 99,0 98,0 99,6108,0103,5103,0 92,0 97,0105,0108,0
12. Kreuzhöhe kleinste gemessene Differenz 3,0, größte 5,8 cm, im
Mittel dürfte die Kreuzhöhe um 4* — 4,5 cm höher an-
zunehmen sein als die AAÜderristhöhe. — Aus Ada-
metz, 1. c. 1896, Kühe ost- und mittelmontenegri-
nischen Schlag'js.
In Tabelle I babe ich die südmontenegriniscben Kinder und
10 Stück der anderen montenegriniscben Schläge mit den albanesischen
zusammengestellt. Die Interpellation ergibt: 1. Die Kopflänge der
albanesischen Rinder ist geringer als die der montenegrinischen Schläge.
— 2. Die Rumpflänge ist ungefähr die gleich"^. — 3. Die AViderrist-
höhe ist geringer. ~ Die albanesischen Rinder erscheinen demnach
gestreckter als die ihnen sonst nahestehenden montenegrinischen
Schläge illyrischer Rasse.
Die Kreuzhöhendifferenz ist beim albanesischen Zwergrind geringer
als bei den montenegrinischen Schlägen, somit stehen diese der Ideal-
form durch die geringere Überhöhung des Krepzes näher als jene.
Die montenegiinischen Schläge möchte ich eher als Kümmerlinge der
illyrischen Rasse ansehen.
Tabelle II.
11. Heft
186
Arnold Kühnemann:
Ulyrisches
In Tabelle II (Durchschnittswerte) jrgibt die Interpellation: Das
Albanerrind hat die geringste Kopflänge, Widerristhöhe, Kreuzlänge
aller Kassen des Balkans, sie ist also noch kleiner als das monte-
negrinische Vieh. Dabei ist sie gestreckter als die südmontenegrinischen
Schläge, dagegen auch proportional, in diesem Maße kleiner als die
Versuch einer Monographie des albanesischen Zwergrindes.
187
anderen Schläge Montenegros. An Größe sind alle anderen Eassen
nicht mit der albanischen zu verwechseln. Noch ein Vergleich mit den
so nahe verwandten polnischen Er Schlägen ist nötig. Ada-
me tz gibt an:
Kopflänge Widerristhöhe
1. Milowka, Westgalizien 46,0 107,5
2. Murzina, Westgalizien 46,0 110,8
3. Piuniczna, Westgalizien 46,0 110,0
4. Bawoj, Westgalizien 46,0 111,0
5. Bi dka, Westgalizien 46,0 108,0
6. Zakopane, Tatragebirge 46,0 107,0
7. Mittel aus 1—6 46,0 109,0
8. Mittel von 50 Kühen aus dem südl. Teil
der Heiligkreuzberge, Euss. -Polen 46,2 109,8
9. Albaner 37,5 91,9
Daraus ist zu ersehen, daß auch die polnischen Brachyceros-'Rm.^QT
nicht mit dem Albanerrind, was Größe anlangt, verglichen werden
können.
Das Albanerrind ist also das kleinste aller brachy-
ceren Einder.
An subfossilen brachyceren Eindern ist nur das Eind aus der
Höhle von Zachito nach Eegalia zu nennen, das kleiner ist, nämlich
87— 93 cm. Die Kühe der Bretagne sind nach Sanson 95 cm groß,
würden also, was Größa anlangt, zwischen Albanerrind und süd-
montenegriuischen Schlag zu stellen sein. Nun ist es noch nötig,
das relative Verhältnis der nahe verwandten brachyceren Einder-
rassen zu ermitteln:
U. Heit
188
Arnold Kühnemann:
In °/o der Kopflänge
1. Stiiülänge
2. Ge sicht slänge
3. Hornlänge
4.. ZT5'ischenhornlinie
5. Stirnenge
6. Stirnwf ite
7. Wangenweite
8. Ganaschenweite
9. Maulbreite
Ich betrachte absichtlich hier nur die Balkan- ^racÄT/ceroÄ-Rassen
und hinterher noch die polnische BracÄ^ceros-Easse, da die anderen
Kassen dieser Gruppe mit d.m Albanerrind, w^as den Schädel und
Siino Proportionen anlangt, im osteologischen Teil dieser Arbeit ge-
nauer studiert werd^m sollen. Die Stirnlänge ist also bei der Albaner-
lasse bedeutend länger als bn den iliyrischen Schlägen, einschließlich
der süd montenegrinischen Kasse. Das Albanerrind ist also, da seine
Hornlänge größer ist als die der Illyrier, besser als longifrontal statt
brachyccr zu benennen. Jedoch soll dies spätjr noch genauer unter-
sucht werden. Die Gesichtslänge entspricht den Illyriern, ebenso di 3
Wangenbreite und mit geringer Schwankung die Stirnenge. Dagegen
ist die Zwischenhornlinie beträchtlich größer als bei den Illyriern,
ebenso die Ganaschenweite, das heißt der Kopf ist höher als bei den
illyrischen Schlägen. Das Maul dagegen erscheint bei den mir zur
Verfügung stehenden Schädeln bedeutend schmaler, die Maulbreite
also nlativ geringer, als bei dem Illyrier.
Mittel albani- Albaner
lu ®/o der Kopflänge scher Rasse nach weiblich Albaner Poln. Branuvieh
Adametz, weibl. v. Skumbi männl ch weiblich
1. Stirnlänge 44,6 45,1 46,1 44,47
2. Gesichtslänge 56,2 54,9 53,9 55,5
3. Horulänge 61,2 52,7 37,3 45,67
4. Zwiscbenhornlänge . . 29,1 31,6 30,7 22,35
5. Stirnenge 34,6 35,4 32,8 29,32
6. Stirnweite 43,1 45,9 41,3 27,40
7. Wangenweite 30,6 31,6 28,5 31,25
8. Ganaschenweite • — 50,0 45,3 28,84
9. Maulbreite 30,0 18,1 17,30 17,30
Cit. Adametz. 0 pochodzeniw bydla Krajowego^ i jego pokrewietnesrw
z dzisiejsza rasa illiryjska (Untersuchungen über Bos taurus hrachyceros polonicus
nebst Bemerkungen über dessen Verwandtschaft mit Bos taurus hrachyceros
illyricus). Vorläufige Mitteilungen. Anzeigen der Akademie derWissenschafften
in Krakau 1893, p. 60.
Versuch einer Monographie des alhanesischen Zwergrindes, 189
Der Vergleich des benachbd<rten polnischen Braunvieh>s zeigt,
daß folonicus und albanische Easse in der Stirnlänge nahe beieinander
steh3n, daß also auch folonicus zu longifrcns direkt zu zählen ist.
Die Gesichtslänge ist bei 'polonicus geringer, ebenso die Hornlänge,
eboxiso die Zwischenhornlink, die sich Tivieder mehr den Illyriern nähert.
Dieser 'polonicus-^tamm ist also, da auch Stirnbreite und Stirnenge
hinter d im Albaner stehen, näher mit den Illyriern verwandt a^s mit
dem Albaner, zeig: aagegen in der schmalen Schnauze eine große An-
näherung wieder an der Albaner.
Diese Interpellation über Verwandtschaft mit anoeren primitiven
Brachyceros-^dbssen möge hier genügen, da sie ja des weiteren im
osteologischen Teil dieser Arbeit betrachtet werden müssen.
Die Morphologie und vergleichende Morphologie der äußeren
Gestalt hat gezeigt, daß eine Eeihe von Jugendmerkmalen, wie die
Haarfarbe und Größe z. B.,die Annahme der Zwerghaftigkeit für die
Albanerrasse rechtfertigen, ferner, daß die Albanerrasse überhaupt
das kleinste lebende brachycere Eind ist. Daß seine Stirn länger ist
als bei allen anderen Balkan- Emc^yceros-Eassen, und endlich, daß
seine Stellung im System der lebenden Einder eine sehr tiefe ist, da
seine Zeichen der Primitivität geradezu das Tier kennzeichnen.
III. Physiologie.
Leistungen und Gesundheitsverhältnisse.
Von einer Einderrasse, die unter so primitiven Verhältnissen wie
die albanische aufwächst, die so klein wie keine andere Easse der Erde
ist und die schließlich noch im rauhen Gebirge gehalten wird, sollte
man annehmen, daß sie Leistungen irgendwelcher Natur überhaupt
nicht produziert. Andererseits gerade wieder ist uns der Wert so
primitiver Eassen für ihr Land, schließlich also für ihr Volk, ja recht
gut bekannt und die nicht biologisch durchgedachten Zucht-
bestrebungsmißerfolge der letzten 20 Jahr.^ so allgemeines Wissens
der Tierzüchter und Zoogeographen geworden, daß ich darüber hinweg-
gehen kann. Um es aber vorweg zu n?hm<'n, es ist mit der albanischen
Easse, wie mit allen anderen primitiven Einderrassen, die sich durch
Jahrhunderte gehalten haben, sie sind die relativ besten für ihr Land.
Welch anderes Eind könnte unter derartigen Existenzbedingungen
überhaupt sein Dasein fristen, wie das albanische Eind? Da nun genaue
physiologische Leistungsbeobachtungen an etwa einer Eeihe Versuchs-
tieren, mir nicht möglich waren, so muß ich mich hier darauf be-
schränken, das aufzuzählen, was ich selbst Gelegenheit hatte zu be-
obachten.
Die Haut des Albancrr indes ist außerordentlich fein und dünn
und geschmeidig, sie erinnert lebhaft an Kalbfell. Die Milchleistung
muß mit etwa drei Liter im Durchschnitt angenommen werden. Die
Melkezeit geht vom Frühjahr bis in den Anfang des Winters, ja bti
einzelnen Hirten haben wir auch im Winter noch Milch von Zwerg-
kühen erhalten. Die Milch ist schmackhaft und wird sowohl gebuttert
11. Heft
190
Arnold Itühuemaiin:
als aucli gekäst. Unter sncliungen über den Fett gebalt der Mdcb bäb3
ich nicht gemacht.
Die Fleischnntzung muß mit 250 kg als hoch angesehen werden,
es kommen aber auch Tiere von noch nicht 175 kg Gewicht vor. Das
Fleisch ist saftig und schmackhaft, Eiweißuntersuchungen oder Unter-
suchungen über die Verdaulichkeit habe ich nicht vorgenommen.
Die Zugleistungen endlich sind relativ sehr hoch zu bemessen, da
zwei Tiere regelmäßig vor hochgepackte Wagen mit Maiskolben ge-
spannt werden und bergauf, bergab nicht ermüden. Be merkt mai noch,
daß durch das heftige und immerwährende Antreiben mittels eines
Steckens oft mit Stachel die Tiere sich einer raschen Gangart be-
fleißigen, bei geringeren Lasten aber, wie Maisstroh oder Zweige mit
zwei Männern längere Zeit im Trab zu laufen vermögen, bedenkt man
dann noch, daß die Tiere zum Pflügen und Eggen, ja auch zum Aus-
treten des Getreides als natürliche Dreschmaschine benutzt werden,
und daß sie durch ihren Kot für Winterfjuerung sorgen, so ist es auch
uns erklärlich, daß, wenn man die Albaner fragt, wie sie mit ihren
kleinen Kühen zufrieden sinden, sie sofort ein großes Loblied anheben.
Es kommt aber noch eins hinzu: die Gesundheitsverhältnisse.
In einem Gebiet wie die Balkanhalbinsel herrschen ja seit frühen
Zeiten Tierseuchen in hohem Maße. Tuberkulose und Lungenseuche,
Einderpest, Eausch- und Milzbrand, Maul- und Klauenseuche gehören
ja mit Kecht zu den so gefürchteten Seuchen, die im allgemeinen,
z. B. bei den podolischen Rindern, die von Bulgaren und Serben in
Mazedonien gehalten werden, jährlich große Opfer fordern. Ganz
anders liegt das beim albanischen Zw^rgrind.
Lungenseuche habe ich während zwei Jahren am Zwergvieh nicht
einen Fall gesehen. Wie mir bekannte Veterinäre des damaligen Be-
satzungsheeres auf Befragen angaben, ist auch keinem der Herren ein
solcher Fall am Zwergrind bekannt geworden. Tuberkulöse Tiere,
die etwa an dieser Krankheil eingegangen waren oder hätten not-
geschlachtet werden müssen, sind mir gleichfalls nicht bekannt. Tuber-
kulinproben habe ich nicht vorgenommen, kann also die Prezentzahl
der eventuellen Krankh^itsträger nicht angebt n. Sie ist jedoch sicher
sehr gering. Franges (1. c., p. 115/116) erwähnt bei den Busa in
Kroatien einen Fall, wo Busakühe täglich mit tuberloilösen Pinzgauern
zusammen aus einer Krippe fraßen und aus einem Bache tranken,
alhs zu gleicher Zeit und führend zweier Jahre, ohne daß sie erkrankt
wären. Ebenso wird wohl die Widerstandslaaft der Albanerrasse
gegen die Tuberkulose sein. Die Rinderpest dagegen, die sonst in Europa
fast erloschen war, durch den Krieg aber wieder ins Aufflackern ge-
kommen ist, fordert in Albanien Jahr für Jahr ihre Opfer, diese sind
aber äußerst gering. Die Albaner tun garnichts gegen diese Seuche.
Veterinärpolizeiliche Maßnahmen sind ihnm unbekannt, Tierärzte
natürlich auch, geimpft wira also nicht und trotzdem endst die Seuche
beim Zwergvieh meist mit einem vorübergehenden Schwächezustand
und Mattigkeit nebst Freßverlust des Tieres. Hier und da verenden aber
auch Tiexe. Aus Strugowo z. B. ist wir ein solcher Fall bekannt. Die
Versuch einer Monographie des alhanesischen Zwergrindes. 191,
Easse sclieint also frühzeitig durchgeseuclit und widerstandsfähig auch
gegen diese schwere Krankheit zu sein.
Eauschhrand habe ich nicht g^ sehen, wird aber wohl hier und da
Vorkommen, Milzbrand sind mir wenige Fälle in Erinnerung, die aber
auch nicht zu Epidemien Anlaß geben. Auch Maul- und Rlauenseuchj
fordert nur sehr geringe Opfer, und tritt wie bei den Busa in sehr
milder Form auf und ganz lokal. Sehr häufig habe ich dagegen, wie
Frang:iS auch bei den Busa Invasionen von zahllosen Leber-
egeln {Distomum hepaticum und lanceolatum) und Echinococcen von er-
heblicher Größe und Zahl in der Lung( gesehen, was uns jedoch bei
den Futter Verhältnissen, den nassen und sauren Wiesen in einzelnen
Teilen des Landes, im Gebirge fehlen sie, nicht Wunder nehmen darf.
Außer Deformation''-! d^r befallenen Organe und allenfalls etwas Mager-
keit aber haben auch diese Erscheinungen keinen Einfluß auf die.e
Easse. — Wir sehen also, daß die Widerstandskraft gegen Krankheiten
eine sehr große ist. Über das Gewicht der Kälber und ihre Saugperiode
ist mir so wenig bekannt, als daß es in den Betrachtungskreis gestellt
werden könnte, ebenso über etwaige Schwergeburten. Daß in Albanien
nicht an planmäßige züchterische Umgestaltung und Eertabilitäts-
erhöhung gedacht wird, ist selbstverständlich.
Zusammenfassung.
Wir sind am Ende der Betrachtungen über das lebende Eind
albanischer Easse. Wir haben durch die Prähistorie und Geschichte
gesehen, daß es zur Brachycerosgruppe der Einder gehört, durch
Morphologie und Biologie haben wir den Bau des Tieres kenuen ge-
lernt und wissen, daß es das kleinste aller Kachyceren Einder i-^t,
daß es unter den denkbar schlechtesten Verhältnissen sein Dasein
fristet, wir haben zum Teil bewiesen, daß es ein echter Zwerg ist,
unu nicht etwa eine bloße Kümmerform einer anderswo besseren Easse ;
durch die Physiologie endlich haben wir das Tier als äußerst leistungs-
fähig und widerstandsfähig gegen Krankheiten, also recht rentabel
erkannt.
IV. Osteologie und vergleichende Osteologie.
In diesem Teil unserer Arbeit werden wir uns zunächst mit dem
Schädel und dann mit dem übrigen Skelett befassen. Wir werden
also zuerst die Identifizierung unseres Materials mit den von Adametz
(Adametz: loc. cit. 1898) beschrieben n fünf weiblichen Schädeln
nachweism, sodann, da der eine uns zur Verfügung stehende Schädel
einem Stier angehört, hier zum ersten Male einen männlichen alba-
nischen Rinderschädel beschreiben und endlich die sexuellen Unter-
schiede festzustellen haben. Dann werden wir in die vergleichende
Osteologie des Schädels eintreten und dessen Resultai fixieren, .und
endlich uns mit den übrigen Skeletteilen, sowohl im Einzelnen, als
auch mit dem Skelett als Ganzem rein beschreibend und schließlich
vergleichend zu beschäftigen haben. r
11. Heft
192
Arnold Kühnemann:
Osteologi3 des Scliädels.
Zu diesem Teil unserer Arbeit steben uns, wie eingangs erwähnt,
zwei Schädel zur Verfügung, ein Kuhschädd, der zum Skelett der Kuh
aus der G gend vom Skumbi gehört und ein Stierschädel aus Mittel-
albanien ohne nähere Ortsangabe. Wir beschreiben zunächst den
weiblichen Schädel.
Der Schädel gehört einer ca. sechs Jahre alten Kuh dei albanischen
Zwergrasse an. Dieser Schädel ist uns, w^as die Kassecharaktere an-
langt, mit Nathusius der wertvollere. Nathusius kennzeichnet
„das weibliche Tier mehr als d.m Träger des universelk n, des Rasse-
typus, während das männlich' mehr individuelle Eigenschaften auf-
weist.“ In der Beschreibung halten wir uns an die Reihenfolge der
Adametz’scben Arbeit.
1. Die Stirn ist auch bei unserem Schädel durch auffallend
unebene Beschaffenheit ausgezeichnet. Der Stirnkamm, der als
Brachyceroskennzeichen bekannt ist, ist auch bei diesem Schädel
median gelege n, und recht gut ausgeprägt. Er ist 4 cm lang, würdi
also zwischen Schädel Nr. .3 mit 2 cm und Schädel Nr. 1 mit 5 cm,
der Ada metz’ sehen Arbeit zu stellen sein. Die Stirnfläche verläuft
abfallend von d.-m abgerunaeten Gipfel nach den Hornzapfen zu. Die
sogenannte illyrische Beule, die man wohl besser Brachyceros-Beule
nennt, da sie, wie schon Adametz bemerlct ein so typisches Merkmal
aller brachyceren Rinder ist, daß sie sogar durch die Haut, ebenso
wie der Stirnwulst, wahrgenommen werden kann, ist auch hier deutlich
ausgeprägt und geht zwischen den Augen in eine tiefe und breite
Grube, efcnfalls ein typisches Merkmal für Brachyceros, über. Die
Superorbitalrinnen beginnen bei diesem Schädel nicht in der Gegend
der Stirnenge, sondern weiter nach vorn, wie bei Schädel Nr. 5 von
Adametz, und lassen sich, wenn auch undeutlich bis in die Fronto-
lacrymalsutur verfolgen. Sie sind wenig ausgearbf itet und enthalten
mehrere foramina nutrimentia. Das Hauptloch ist auch bei diesem
Schädil nicht gesetzmäßig angelegt, da links das Hauptloch das
oberste und rechts hinter diesem noch ein kleines Loch liegt. Die
Augenbogen sind au eh bei unserem Schädel stark nach oben gewölbt.
Die Unebenheit der Stirn dürfte auch bei diesem Schädel durch die
Erhebungen una Senkungen der einzelnen Gegenden erkenntlich
gemacht sein. Die Länge, gemessen bis zur Verbindungslinie der
Augenhöhlenvorcierränd^r beträgt 17,7 cm, stimmt also mit Schädel
Nr. 2 genau überein, b^s zum Beginn der Nasenbeine, also ihrem
obersten Zipfel, beträgt sie 16,7 cm. Das heißt also, das linke Nasen-
bein reicht bis in die Verbindungslinie der Auge nbogenvorrän der
hinein und darüber hinaus, aas rechte Nasenbsin fängt erst ca. 1,5 cm
weiter vorn an.
2. Die Hornzapfen gehen ganz ohne Hornstiel von den hinteren
seitlichen Ecken in der Richtung von hinter oben in kleinem Bogen
nach oben vorn. Sie sind charakteristisch klein und zierlich., ihre
Länge beträgt I I cm und ihr Umfang 9,9 cm. Ihre Oberfläche ist
schwammig porös („wurmstichigem Holz ähnlich“ Rütimeyer) und
Versuch einer Monographie des albanesisclien Zwergrindes.
193
von Gefäßrinnen durchzogen. Auch sind sie von oben nach unten
etwas abgeplattet, so daß am Hinterland eine scharfe Linie entsteht,
ihr horizontaler Durchmesser beträgt : 3,8 cm, der vertikale 2,9 cm.
Diese Abplattung habe ich als spezifisch für eine bestimmte Kasse
der Torflorh, Rassengruppe Longifrons schon beschrieben und w.rde
später darauf zurücliommen.
3. Denselben abgeplatteten Charakter zeigen die Horn-
sc hei den, die ebenfalls kurz, d. h. verhältnismäßig, 19,5 cm lang
sind, ihr Umfang ist gering, 12 cm. Ihre Farbe ist ein Graug^lb mit
schwarzen Ringen und schwarzer Spitze. Sie entsprechen also in
allen diesen Charakteren den Ada metz’ sehen Schädeln. Der Horn-
scheideninhalt bjträgt rechts ebenso wie links 40 cm^, liegt also unter
dem Adametz’schen Mittel von d 1,2 cm®. Das Gesamtmittel aller
sechs Schädel wäre also auf 41,01 cm®, zu reduzieren.
4. Der Stirnwulst ist breit und niedrig, ich gebe jedoch keine
Zahlen, da die Ansatzstellen recht ungenau zu nehmen sind. Das
Hinterhaupt steht senkrecht zu seiner Rückenfläche. Die Ausbuchtung,
die bis in den Stirnkamm hineinläuft, ist einem spitzwinkligen Dreieck-
ähnlich und sehr stark nach vorn ausgehöhlt. Die Z wische nschdtel-
beine machen diese Ausbuchtung aus, ihre höchste Stelle Legt nur
etwa 1 cm tiefer, als die Höhe des Stirnkammes.
Dieser fundamentale Brachyceroscharakter stellt
also auch diesen Schädel sicher.
5. Die Nasenbeine sind schmal und lang, zwischen ihnen
liegt auch hier eine schmale und tiefe Rinne. Von der Wurzel aus
werden sie bis zum Ende des oberen Drittel rasch breiter, um dann
nur unmerklich schm? 1er bis zur Spitze zu werden. Die Spitzen be-
stehen jed:)rseits aus zwei schmal ausgezogenen Knochenenden. Auch
diese Merkmale stimmen also mit den anderen Schädeln übereir.
6. Das Tränenbein ist nicht geknickt, sondern verläuft als
schmales Band, das gegen die Nasenbeine hin sich verbreitert, parallel
zum Frontale. ‘ Stirnbein, Nasenbein und Tränenbein verwachsen nicht
miteinander und bilden ein großes dreieckiges Loch, dem ich übrigens
doch Bedeutung zusprechen möchte, da wie w'ir versuchen w^'erdön,
es als sexueller Unterschied recht wohl verwrertet werden kann. Das
TreneJibein zeigt übrigans kein Ernährungsloch, wie es die meisten
primigenen Rinder erkennen lassen. Die eigentlichen Tränensack-
fortsätzc an den Augeninnenrändern sind recht groß und fallen sehr
ins Auge.
Archiv für Naturgeschichte
1922. A. 11.
13 11. Heft
194
Arnold Kühneinann:
7. Die Nasenfortsätze des Zwischenkiefers erreichen
die Nasenbeine nicht, sie enden etwa 0,5 cm vor diesen; der Zwischen
kiefer stimmt also hier ebenfalls mit Brachycerosidealen, und den
fünf Albanerschädeln überem.
8. Die fast viereckigen Augenhöhlen, deren Unterrand sich auch
hier über die Medianebene der Augenhöhle erhebt, schauen nach vorn.
Wangenfortsatz des Stirnbein und Stirnfortsatz des Wangenbein-
jochfortsatzes verbinden sich zwar, doch sind die Nähte nicht fest,
was durchaus als Jugendmerkmal zu gelten hat. Bei dem Alter des
Tieres bleibt dies als besonderes Rassemerkmal im Sinne Zwerg
unseres oben geschilderten Begriffes bestehen. Ähnlich, w'enn auch,
nicht so bestimmt, spricht sich Adametz aus.
9. Der Jochfortsatz des Jochbeins und der Jochfortsatz des
Wangenbeins verbinden sich nun garnicht, eiuMerkmal, das Adametz
leider nicht beschreibt, das aber aus den Abbildungen der Arbeit klar
hervorgeht. Für dieses Merkmal als Jugendmerkmal ist kein Zweifel
und auch dieses trägt für den Begriff Zwerg für das Albanerrind bei.
Die Schläfengrube ist flach und brrit, ihr breib.s Stück liegt dem
Hinterhaupt zu. Auch dieses Charakteristikum für Brachyceros,
auf das Adametz zum ersten Mal aufmerksam machte, ist für die
Stellung des Schädels bezeichnend.
10. Der Unterkiefer ist glüchfalls typisch brachycer, denn sein
ramus ascendens steht senkrecht auf dem die Zähne tragenden Teil
und der Schnabdfortsatz i.st kurz; das von der Spitze des Schnabel-
fortsatzes auf die Grclenldläche gefällte Lot fällt, wie dies typisch für
Brachyceros ist, in diese Gclenkfläche und nicht hinter sie.
1 1 . Das S chä de 1 ge wi ch t , das recht gut den zarten und leichten
Bau d -s Schädels zum Ausdruck bringt, ist bei diesem Schädel recht
gering, wJrd aber am besten durch ein.* Tabelle zum Ausdruck gebracht.
Nr. Bezeichnung
1. Gewicht bcicl. Homscheiden
2. Gewicht olme Homscheiden
u. o. Unterkiefer ....
3. Gewicht mit Hornscheiden
u. o. Unterkiefer ....
4. Gewicht des Unterkiefers .
5. Gericht o. Hornscheiden m.
Unterkiefer
Schädel Gewicht in Gramm
Nr. 1 Nr. 2 Nr. :} Nr. 4 Nr. 5
183,0 221,0 209,8 221,0 151,0
1090,0 1065,5 845,0 1267,0 1170,0
welbl.
128,0
925,0
Mittel
von */s
Adametz
197,0
1089,3
Neues
Mittel
185,65
1061,91
1282.0 1286,5 1054,0 1488,0 1321,0 1053,0 1286,3 1247,41
712,0 658,0 560,0 697,0 192,0 570,0 663,8 648,18
1811.0 1723,5 1405,0 19ö4,0 1862,0 1495,0 1753,1 1710,62
Wir entnehmen der Tabelle, daß die Mittel alle zurückgesetzt
werden müssen, daß aber uns^r Schädel ein recht feines Stück inner-
halb der Reihe bildet. Anderseits ist solch geringes Gewicht, das
ja durch geringen Kalkgehalt bedingt ist, ein Jug^ndmerkmal, und
dient auch hiermit wieder für den Zwergbegriff unseres Rindes. Den
Versuch einer Monographie des albanesischen Zwergrindes.
195
Inhalt der Hirnhöhh habe ich nicht errechnet, da ich dies nur für
ein Eechenexempel halte, und der Schluß, den Adametz p. 214
zieht, mich Wunder nimmt; bekanntlich haben Hirngröße und In-
te] ligenz, das ist die Verbindung, die Adametz hier eingeht, absolut
nichts miteinander zu tun. Da uns abei aus dem Inhalt der Hirnhöhle
die Hirnwindungen, die doch für die Intelligenz schon eher in Betracht
kommen, das Endergebnis der Untersuchungen in dieser Richtung
steht ja noch nicht fest, nicht bekannt w-uden, lasse ich dies aus.
.12. Die Postorbitale Verbreiterung der Stirn errechnet
mit Arenander und Adametz, dargestellt als Trapez, dessen eine
Seite die Länge der Schläfengrube, dessen andere Seite das Mittel
aus Zwischenhornlinie und Stirnweite darstellt, ergibt 164,45 cm^.
Diese Zahl stimmt nun mit den errechneten von Adametz über in,
das Mittel von Adametz mit 165,9 angegeben, würde auf 165,22
gesetzt werden müssen. Auch dieses Merkmal stimmt gut für Brachy-
ceros.
13. Die Zähne im Oberkiefer sind zur Tabelle zusammen-
gestellt bei Adametz ich vergleiche jedoch nur die Hauptweite,
da ich noch nicht abschließend sagen kann, ob die Zähne wirklich so
großen Wert zur Rassenbestimmung haben oder nicht, diese Frage
zu klären aber als eine besondere Arbeit schon begonnen habe. Die
obere Zahnweite ist 10,7 cm lang, im Mittel von Adametz 10,3 cm,
aie Länge der Praemolaren beträgt 4,4 cm, beim Mittel nach Adametz
3,77 cm, die Länge der Molaren 6,4 cm, beim Mittel nach Adametz
6,49 cm. D( r weiteren eingeh3nden Kriterien enthalte ich mich an
dieser Stelle, da sie in der Arbeit über die Zähne der Boviden mit-
behandelt werden. Die Merkmale aber sprecKm für Brachyceros.
14. Die Zahn weite im Unterkiefer ist bedeutend länger
als die im Oberkiefer, nämlich 11,35 cm lang, Adametz gibt ah Mittel
11,66 cm, die Molarreihe ist 7 cm lang, Mittel nach Adametz
7,46 cm, die Prae molarreihe ist 4,4 cm lang, Mhtel nach Adametz
3,96 cm. Auch diese Zahlen sprechen für sich, und kennzeichnen
Brachyceros.
Noch ein Merkmal, das Adametz auch nicht hervorhebt, das
aus der Abbildung aber gut ersichtlich ist, ist bei unserem Schädel
sehr stark herausgebildet, das ist eine Ramsnase, d. h. die Nasen-
beine sind im oberen Drittel geknickt', ein Merkmal, welches das Zebu
von allen anderen Rassen unterscheidet.
Wir haben jedoch im Ganzen gesehen, daß der weibliche Schädel
vom Skumbi gut in die Reihe der Adametz’ sehen Arbeit hineinpaßt,
und ihn nochmals als albanesische Rasse identifiziert. Bevor ich nun
den männlichen Schädel beschreibe, und die sexuellen Charakter-
unterschiede festlege, lasse ich eine Tabelle folgen, die sich nach
Adametz (p. 222) richtet und einen allgemeinen Überblick gveh n soll.
Es zeigt sich, daß der weibliche Schädel einen der kleinsten der bisher
bekannten Albanerschädel darstellt.
13* 11, Heft
196
Arnolfl Kühiiemann;
^2
t}H (M (M O
CD (M CO r-H GO
(M
O >0 CO liO t-
O .-I CM lO O
(M <— f I— I rH F— (
^ §
iO l'-''
CO r-H
O t- 1— I C5 Ir-
O
CO 'FjT ocT d'
o
(N r-l
O lO C5
CO o o'
o » »o
■-H CO CO .-T
CM CO C» (M^ oo^
CM pH co" oo" (N
CM pH I-H I-H
<D <u
bO bD
g ö
q o
M W
I s
O (U
O
> M
ll I
ä .9
. ’S ^
g IS pH
H-i q
K $ M
o
• 'q •
Ö
• P •
■ ^ g
• Mi M
Oj M2
;;= i-£
::ü .a
^ . b£ ;a
cc 03 ö
q . to o ü
p Ö bo O
p . :cö Ö ^
g o -12 'q 03
1 .3 •§ e X
ß S 'S ■■
«2
02
fP “ QQ •
O
o
o ^
§^g
03
s s
CS] 02 02
« g
^ .9
’S
fO
03 P
bß 43
4) P SS
.-a 3^
p p
g ‘S ö
bß P ^
£H 43 (13
ß ^
qj .-P qj
Sh
03 ft
03
03
_-tJ
ä Oj
^ OJ
ft ä ft
fP
ü O 03
rH CM
t> 00 C5 o -H CM
i
an den Spitzen seitlich . ... 3,0 2,8 2,8 2,5 3,6 2,5 2,5 2,94 2,86
14. Zwischenkieferlänge 11,8 11,1 12,2 12,7 10,2 11,6 12,7 11,'56 11,'6
15. Zwischenkieferbreite unten . . 7,1 6,6 6,3 7,1 6,5 6,7 5,5 6,72 6,71
16. Kleine Hinterhauptshöhe ... 9,1 9,4 8,8 8,3 8,5 9,9 9^0 832 930
17. Große Hinterhauptshöhe . . . 12,3 12,5 11,4 11,2 11,2 11,2 113 ll!72 1131
Versuch einer Monographie des albaiiesischen Zwergriiides. 197
CO »o
cT cd' ^
CO CO L-^
o" co" o"
o
oo' i-h'
O CO o
cd cd' o
Cf5
o"
o wo
t- cd
(M lO CO
t- cT of
05 0|
00" .-T
rH CD
xd o"
I— I 00 r— (
cd cd" o"
05 XO
o"
xq^ xq
CC Ci
Ci
05^ Iq Ci
00 >d c4'
I.- O 05
Dl" cd" o"
O
05" cd
O 05 o
o" cd" cd
CO CD xo
t*5‘ ö'
a ft
o o
a cö
ft ft
(U o
-M
0 Ö
W K
r/>
^ 7:3 di
0 <u
ft ® b
’S o
CQ ft ft
® « :g
1 S -6
.S ft ft
ft '2 o
M O
ft ft
Ö (D
ft
fH ft
ft
0) ft
O
ö S
Sh ^
0) -S
•§ §
M i
ft ;>
ft 05
02 P
N
> o
0 a
ft
® ® ft
iiß 0
:§ JEH
l-l hJ
cö
CSl •
0
ft a
<u
0 '+H
bO ^
:i
ft
ft
tS3
o
tu
a ft
0 a
- I
o ö
> ft
2 ö ft
0 M
O 0
ft »
ft ••“!
«2
O) ft
bß 0
Ö '^ß
P I
"S
CC -a
0 CC
ft
05
tu ft
bß 0
.B H
ö
ft ft
CÖ
cö N
s s
bß M
D S ’S
bß ft «
•s i
ft p
bß i-H
S ^
D 0
a ft
tu :D
bß a
ö w
bß .05
ö CC
cö cS
S ft
O r-l
CM CM
l‘J8
Arnold KUlineinaiiii:
Ich komme nunmehr zur Beschreibung des mamilichen Schädels.
IX'^r Schädel gehört einem dreijährigen Tier an. ist also noch nicht
völlig erwachsen. Andererseits sind seine Maße doch von Wert, denn
das Alter ist schon soweit gediehen, daß Größenveränderungen nicht
mehr zu erwarten sind, sondern nur noch Naht Verwachsungen und
zweimaliger Incisivwechsel, da die Backzähne alle gewechselt sind,
nur noch nicht völlig geschlossen. In der Beschreibung folge ich nun
wieder der B3ihenfolge von Adametz.
1. Die Stirn ist uneben durch einen Stirnbeinkamm, der in der
Medianebene d(r oberen Stirnfläche liegt und dessen ziemlich spitzer
Gipfel sich rasch nach den Hornzapfen zu verjüngt, ja sogar noch
einmal unter das Niveau der Stirnebene hinuntergeht, und so nach,
den Hornzapfen zu wieder ansteigt. Die Brachycerosbeule ist gut
entwickelt, und verläuft in eine seichte und breite Zwischenaugen-
bogengrube nach vorn und nach den Seiten zu steil zu den Schläfen-
gruben ab. Die Superorbitalrinnen sind stark im oberen Verlauf
entwickelt, verlaufen auch bis zur Front olacrymalsutm’, jedoch ist
dieser Unterlauf nur schwach erkennbar. Auch sind die Augenbogen
nach oben stark gewölbt und tragen ihrerseits zur Unebenh dt dar
Stirnfläche bei. Die Stirnlänge bis zur Verbindungslinie der Augen-
vorderränder beträgt 17,1cm, Mittel für albanische Kühe 17,28 cm,
l)is zum Beginn der Nasenböine beträgt die Länge 17,3 cm. Mit fei
für albanische Kühe 17,11, d. h. di^ Nasenbeine fangen tiefer an und
reichen nicht in die Augenbogcnvorderrandslinie hinein; das ist aber
wie Adametz hervorhebt individuell verschieden.
2. Die Hornzapfeh sind gering g'stielt, was bei Brachyceros
sehr wohl und häufiger vorkommt, und verlaufen von hinten oben
direkt nach oben. Sic sind schwammig porös, (wurmstichigem Holze
ähnlich, Kübimeyer) 8,7 cm lang; ihr Umfang beträgt 9,7 cm. Sie
sind nicht stark von oben nach untni abgeplattet, sondern fast dreh-
rund, ihr horizontaler Durchmesser beträgt 3,3 cm, der vertikak
2,9 cm.
3. Die Horn scheiden sind schwarz und entsprechend den Horn-
za])fen fast drehrund. Ihr LTmfang beträgt 13,2 cm, ihre Länge an der
Krümmimg 14 cm. Die Masse entsprechen, wie alle bisherigen
rinaraktcrc durchaus Brachyceros im allgemeinen, und den Albaner
Kindern im sjx^ziellen. Da die Hörner aber noch wachsen, auch in
ihren inneren Lumen, habe ich den Hornscheideninhalt nicht gemessen
und verglichen.
4. Der Stirn willst, dessen Basis nicht mehr zu erkennen ist,
da das Hinterhau]it in der Gegend der Wurzel der Interparietal ia ein-
geschlagen ist, scheint hoch aber doch verhältnismäßig breit zu sein.
Hoch soll aber relativ gemeint sein, nämlich auf Brachyceros im all-
gemeinen bezogen. Der Zipfel des Stirnkamms der interparietalia
nimmt sehr stark an der Bildimg des Stirnkammes teil und schiebt
sich stark nach vorn zwischen die Stirnkammflächen der Stirnbeine.
Die Gestalt der Interparietalia gleicht wieder einem, hier aber sehr
spitzwinkligem Dreieck, auch die Wölbung des Dreiecks ist sehr ti3f
Versuch einer Monographie des albanesischeii Zwergrindes.
199
und schmal. Durch diese Charaktere ist die Brachyceroszugehörigkeii
wiederum fcstgestcllb. Der Winkel, den das Hinterhaupt mit der Stirn-
fläche bildet, bctiägt etwa 85 Grad.
5. Die Nasenbeine sind nicht geknickt, bilden also keine Kams-
nase, auch ist die Hinne die von ihnen gebildet wird kaum ausgebildet.
Die Außenränder verlaufen fast, parallel mit den Innenrändern, nach-
dem im oberen Drittel erst einmal eine Verbreiterung bis zur breitesten
Stelle statt gefunden hat. Die Nasenbeine sind an der Spitze zwei-
zipflig.
6. Das Tränenbein ist nicht geknickt, und enthält keine
foramina nutrimentia. Die Tränengrube am Augenbogenrand des
Tränenbeins ist sehr stark entwickelt. Tränenbein, Stirnbein und
Nesenbein verwachsen nicht ganz, bilden jedoch auch keine dreieckige
Knochenlücke, sondern eine Knochenspalte.
7. Die Nasenfortsätze des Zwischenkiefers lassen zwischen
sich mid den Nasenbeinen eine ähnliche Knochenspalte, wie die ebm
erwähnte, ihr Oberrand geht also etwas parallel mit den Nasenbeinen
an dieser S])alte entlang, ohne doch die Nasenbeine zu eiTeichen, bleibt
also in dem Brachyceorssinne kurz.
8. Die Augenhöhlen schauen nach vorn und sind fast viereckig,
jedoch ist die Seite, die von dem Tränenbein gebildet wird mehr
gebogen, was vor allem durch den knochenen Tränensack gebildet
wird. Der Wangenfortsatz des Stirnbeins und der Stirnfortsatz des
.Tochfortsatzes des Wangenbeins, lassen im Vorderrand eine geringe
Öffnung und verwachsen auch sonst nicht fest miteinander. Wir
haben hier dieselbe Jugendform im Sinne Zwerg, wie beim weiblichen
Schädel.
9. Dasselbe gilt von dem Jochbogen selbst, der ebenfalls nicht
v^erwachsen ist in dem Jochfortsatz des Wangenbeins und dem Joch-
fortsatze des Schläfenbeins. Die Schläfengrube ist breit und flach und
erreicht nach hinten zu ihre größte Breite, ohne jedoch tiefer zu werden.
10. Der Unterkiefer ist ein typischer Brachycerosvertreter,
der ramus ascendens steigt senkrecht an, und das Lot von der Spitze
des Schnabelfortsatzes auf die Gelenkfläche gefällt, fällt in die Gelenk-
fläche und nicht außerhalb dieser.
11. Das Sch’ädelgewicht habe ich nicht genommen, einmal
wegen des schon erwähnten eingeschlag men Hinterhaupts, wo die
Knochensplitter alle fehlen, dann aber auch da der Schädel sicher an
Gewicht noch bedeutend zugenommen hätte, wenn das Tier älter
gew'orden. Der Hirnhöhleninhalt mrrde aus den gleichen Gründen
wie beim weiblichen Schädel nicht genommen.
12. Die postorbitale Verbreiterung der Stirn beträgt
151,95 cm^, nach der oben genannten Weise mit Arenander und
Adamet z errechnet.' Das Mittel für albanische Kühe beträgt 165,2 cm^,
bei einem Mittelwert von einer weiblichen Schädellänge von 38,23 cm.
Der männliche Schädel würde, da er nur 37,5 cm Vord^rschädellänge
mißt, bei 38,23 cm dieser Länge, eine postorbitale Verbreiterung von
160,51 cm^ aufweisen.
11. Heft
200
Arnold Külinemann:
13. Die Zahnweite im Oberkiefer ist 11,7 cm, die Molar-
liluge 7,4 cm, die Praemolaren 5,2 cm lang; die Zahnfläclien sind noch
nicht abgeri?ben, der Zahnbaii durch verhältnismäßig einfachen Bau, als
für Brachyceros typisch gekennzeichnet.
14. Die Zahnweite im Unterkiefer ist durch das Fehlen
des vordersten Praemolaren, also P 3, gekennzeichnet. Sie ist links
12,7 cm, rechts 12,3 cm lang, Mittel für albanische Kühe 11,61 cm,
die Molaren sind links 7,8 cm lang, rechts 7 cm lang, die Praemolaren
links 4,9 cm, rechts 5 cm lang. Die Zahnrichtung ist von innen nach
außen und gleichzeitig von hinten nach vorn geneigt, die Kaufläcbe
ist von innen nach außen geneigt.
Auch der männliche Schädel ist somit als typischer Brachyceros-
Schädel gekennzeichnet, und ich lasse zunächst eine Tabelle der ent-
Versuch einer Monographie des albauesisclien Zwergrindes.
201
nommenen Maße an männliclien und w^^ibliclien Schädel folgen, um
sie gleichzeitig für die folgende Untersuchung der sexuellen Unter-
schiede verwerten zu können.
Wir haben zuerst gesehen, daß unser Material sehr wohl in die
Keihe der von Adametz bisher beschriebenen Schädel paßt, daß
die zwei Schädel also auch auf diesem Wege als zur albanischen Zwerg-
rindeirasse identifiziert wurden. Andererseits ist dies für die Angabe
von Adametz eine Stütze, da wir ja die Schäd-l von uns bekannten
Tieren gewannen. Wir sahen ferner, daß gewisse MerkmaL auch am
Schädel für den von uns aufgestellten Begriff Zwerg zeugen Es ist
nun an Hand der Tabelle ein leichtes, die sexuellen Unterschiede
festzust-llen
Doch will ich vorher bemerken, wie ich zu den Resultaten der
Tabelle gekommen bin Die Mittelzahlcn für sechs Schädel konnten
rasch im Verein mit den Adame tz’schen Schädeln ermittelt werden.
Dabei be.trägt die größte Länge des Schädels 38,23 cm als Mittel der
sechs Schädel. Unser männlicher Schädel, der bei einem Alter von
drei Jahren wohl nur wenig Aussicht hatte noch in Längen- oder
11. Heft
202
Arnold Kühiiemcinii;
Die Differenz wird auf eine Länge des männlielien Schädels
von 38,23 cm bezogen .
Brcitcudimcnsiouen erheblich zu zunehinen, wurde mit seiner größten
Länge 37,5 cm auf 38,23 cm gebracht, damit durch dies direkle Ver-
hältnis die Zedilen um so sp-izifischer für weibliche wie männliche
würden. Pline schwache Seite allerdings hat diese Aufstellung der
sexuellen Unterschiede am Schädel noch, da sie sich wohl auf sechs
Versuch einer Monograpliie des albaüesisclieii Zwergriiides.
203
Schädel, aber nur auf einen männlich m stützt. Allein so ungeheuer
falsch kann das Bild nicht werden, daß etwa die aiifzustellenden
Punkte völlig verkehrt würden; es werden wohl nur Berichtigungen
daran vorgenommen werden müssen, wenn mehr Material vorliegt.
Andererseits haben viele Gelehrte ganze Aitaiifstellungcn auf einen
einzigen, oft noch recht defekten Schädel begründet, geht doch auch
der Bos brachyceros europaeus Adametz, den Adametz als wilden
Stammvater der Torfkuh anspricht, auf einen einzigen, ziemlich
defekten Schädel aus Krescowice zurück.
Im allgemeinen nun wird man sagen können, daß der weibliche
Schädel in seinen Dimensionen kleiner, also schwächer ist als der männ-
liche Schädel, daß aber das Gosichtsteil länger ist als beim männlichen.
Das letzte zeigen deutlich die Stirnlänge, die Nasenbeinlänge, die Länge
des zahnfreien Teils im Oberkiefer. Das bezieht sich eben aber nur auf
die Länge, in den Breitendimensionr n des Gesichtsschädcls überwiegt
wieder der männliche Schädel, wie ja auch aus den Abbildungen deutlich
hervor geht. Wangenweite und Maulbrcite sind also größer beim
weiblichen als heim männlichen. Im eigentliclicn Schädelteil nun,
in der Stirn ist das Männchen schmaler und länger gebaut als das
Weibchen, wie dies Stirnbeinlängo und Stirnweite zeigen, jedoch ist
die Länge nur geringfügig größer beim mänulichen als beim weiblichen
Tier, die Breite dagegen fällt sofoit ins Auge, luid wenn bei der Basilar-
länge das männliche Tier bedeutend länger als das weibliche erscheint,
so nimmt den Ijöwenanteil daran also der Gesichtsteil.
Was das Gebiß anlangt, wird die biologische Vermutung, deß
das männliche Tier ein stärkeres Gebiß hat, also länger ist als beim
weiblichen, durchaus bestätigt, im Oberkiefer sow'ohl als auch im Unter-
kiefer. Entsprechend der größeren Gesichtsbreite beim w'dblichen
Schädel ist auch beim w'eiblichen der Gaumen breiter als beim männ-
lichen.
In den Nasenbeinen besteht ein deutlicher Unterschied in der
Knickung, die beim weiblichen die Ramsnase bildet und dem männlichen
fehlt. Ferner liegt beim weiblichen zwischen beiden Nasenbeinen eine
tiefe, breite Rinne, beim männlichen Tier fehlt diese fast ganz.
Die Höhe des Unterkiefers nun, die für die Ganaschenbreite'
am lebenden Tier, den ausschlaggebenden Teil bildet, ist beim weib-
lichen größer als beim männlichen, d. h. der w^eibliche Schädel ist
hinten höher, was ebenfalls aus der Abbildung ersichtlich ist. Dazu
ist entsprechend der größten Länge des Gesichtsteils beim männlichen,
der Unterkiefer gestreclder als beim weiblichen Schädel.
Das Hinterhaupt nun ist beim weiblichen breiter, in seiner
größten Breite, dagegen schmaler in seiner Enge, d. h., es ist beim männ-
lichen höher, wie auch die Hinterhauptshöhe beweist. Die charakte-
ristische nWorte für das männliche Tier : hoch und schmal, für das weibliche
breit und niedrig, aber natürlich nur im Vergleich von männlichen und
w'eiblichen Schädeln. Im allgemeinen ist auch das w’eibliche Hinter-
haupt recht hoch. In den Superorbitalrinnen besteht ein sexueller
LTnterschied. Beim weiblichen Tier ist diese Rinne im allgemeinen
11. Heft
204
Arnold Kühneinaiin:
ziemlich flach aber ziemlich klar erkennbar, vom Beginn bis zum
Tränenbeinrand, beim männlichen ist das obere Drittel tiefer
eingesenkt, der Unterlauf dagegen nur sehr schwach erkennbar. Die
Stirnenge, die ich absichtlich nicht bei der Stirnbildung im all-
gemeinen betrachtet habe, ist nun beim weiblichen Tier geringer,
d. h. die Stirn ist beim weiblichen dort schmaler, also die postorbitale
Verbreiterung der Stirn geringer, wie dies auch die Zahlen 160,51 cm^
für männlich, 139,60 cm^ für weiblich bei 38,23 cm Vorderkopflänge
beweisen.
Endlich fällt die Bildungsverschiedenheit der Augenhöhlen
beim weiblichen und männlichen Tier ins Auge, wie auch die nächste
Abbildung zeigt und wie schon früher erwähnt; beim weiblichen ist
die viereckige Form besser gewahrt, da der Tränenbeinsackzipfel
mehr in die Augenhöhle vorspringt, unterhalb dieses also eine Ecke
bleibt, während umgekehrt beim männlichen der Tränensackzipfel
in das Tränenbein sich hinzieht und nicht in die Augenhöhle vorragt,
also die uirtere Augenhöhlenrändorseite in geschwungener Linie an
die rechte Seitenwand stößt. ,
Zuletzt ist des dreieckigen Loches beim weiblichen, zwischen
Frontale, Nasale und Laciymale Erwähnung zu tim, während das
männliche an dieser Stelle nur einen länglichen Spalt hat. Auch bei
anderen Brachycerosrassen habe ich dies Ix^merkt, so daß cs recht
wohl, wenn das weibliche das dreieckige Loch besitzt, als sexueller
l^nterschied zu gelten hat.
Nun sind also auch die sexuellen Unterschiede erörtert imd wir
können in die vergleichencU Anatomie des Schädels albanischer Kasse
und anderer brachycerer Kassen eintreten.
Vergleichende Osteologie des Schädels.
In diesen Teil unserer Arbeit soll der Schädel der albanischen
Kasse mit der illyrischen Kasse verglichen werd..n, um die albanische
Kasse von der il lyrischen auch osteologisch zu sondern und dadurch
den Nachweis zu bringen, daß die albanische Zwergrinderrasse wirklich
eine Kasse für sich darstellt. Ferner soll di^ Kasse mit möglichst
viel ^latei’ial der Torfkuh, Bos longifrons Owen, verglichen werden
und endlich mit einer Keihe moderner brachycerer Kassen, um dadurch
die Stelluug des albanischen Zwergrindes im zoologischen System
zu sichern.
Vergleich der albanischen Zwergrasse und des il ly-
rischen Braunviehs, Blondviehs, Schwarzviehs nnd der
montenegrinischen Schläge illyrischcr Kasse.
Es existiert unseres Wissens bisher kein Vergleich osteologischer
Art zwischen der illyrischen Kasse imd dem Albanerrind. In der
Sammlung der Landwirtschaftlichen Hochschule zu Berlin standen
uns nun zwei Schädel illyrischen Braunviehs zur Verfügung, Nr. HA
7286 und Nr. A 7287, ein weiblicher und ein männlicher Schädel, die
seinerzeit Herr Oberveterinär Dr. Behn-Kiebnitz, Mecklenburg,
Versuch einer Monographie des albanesischen Zwergrindes.
205
auf meine Veranlassung aus Mazedonien mitbrachte und der Hoch-
schulsammlung schenld}e. Daß es sich hier um zweifellos illyrisches
Braunvieh handelt, steht einwandfrei fest, da uns noch die lebenden
Rinder bekannt waren, von denen wir die Schädel gewannen. Der
weibliche Schäael ist 6 — 7 Jahre alt, der männliche ca. 3 Jahre. Wir
vergleichen wieder so, daß wir den kleinsten albanischen Schädel in
seinem Mittel von 38,23 auf die Vor der köpf länge des illyiischen weib-
lichen Schädels von 39,1 bringen und ebenso bei dem männbehen
Schädeln und dann die Differenzen betracht .n.
Aus der Tabelle entnehmen wir daß die beiden männlichen Schäd }1
in einfacheren Verhältnissen stehen als die weiblichen. Der illyrische
Stier ist in allen Teile n des Schädels, gleiche Kopflänge vorausgesetzt,
mit Ausnahme des Gesicht stcils, der Größere und Stärkere. Bei den
weiblichen Tieren liegen die Verhältnisse anders. Zwar ist auch hier
beim Albaner Rind die Gesichtslänge größer als beim Illyrer, auch
die Stirn ist in der Gegend der Stirnenge größer als beim Illyrer, ebenso
ist der Schnauzenteil bei der Zwischenkieferbreitc beim Albaner
breiter als beim Illyrer. Das Hinterhaupt ist ebenfalls beim Albaner
größer als beim Illyrer und schließlich ist die Zahnreihe im Unter-
kiefer beim Albaner größer als beim Illyrer. Die Albanerrasse wäre
also in der Stirn als höher entwickelt zu betrachten, ebenso im Hinter-
haupt. Das endgültige Resultat kann erst am Ende der Untersuchungen
dieses Vergleiches fixiert werden. Die breite Schnauze, die längere
Unterkieferzahnreihe und die größere Stirnenge aber sind wieder im
Vergleich zum Illyrer Jugcndmerkmale, die einererseits für die
größere Primitivität der Albanerrasse, andererseits für die
Zwergbegriffanwendbarkeit beim Albanerrind sprech en.
Wir dürften also aus dieser Untersuchung die Albanerrasse für
die primitivere Rasse zu halten haben, was recht gut mit unseren
bisherigen Erfahrungen übereinstimmt. Di^ post orbitale Verbreiterung
der Stirn beträgt bei der il lyrischen Rasse hier 200,69 cm^, bei der
Albanerrasse 173,38 cm^ eine Schädellänge von 30,1 cm vorausgesetzt.
Auch diese Zahl zeigt die größere Primitivität des albanischen Rindes.
Zu unserer Untersuchung stehen uns ferner die Zahlen der Adametz-
schen Untersuchungen (Adametz: loc. cit. 1895 und 1896) über das
illyrische Vieh zur Verfügung. Wenn diese nun sich auf lebendes Vieh
beziehen, so sind die Kopfmasse doch differential-diagnostisch ver-
wendbar, dann die betreffenden Maße, wie Stirnenge, Stirnweite,
Maulweite, Wangenweite usw. unterscheid.en sich doch nur sehr
minimal von dem entsprechenden Schädel. (Siehe Tabelle.)
In der Tabelle p. 208 sind in Spalte 1 alle absoluten Zahlen neben-
einander gestellt. Um nun einen wirklichen relativen Vergleich auf-
stellcn zu können, kann man nicht nach der bisher üblichen Methode,
wie sic Rüt i meyer, Wilkens anwenden, verfahren, da dies durchaus
schiefe Bilder gibt. Denn wenn man Zahlen einer Reihe sich auf eine
Kopflänge von z. B. 38,2 als 100 beziehen läßt, so kann man prozentual
11. Heft
Differen vom Differenz vom
206
Arnold Kühnemann:
a s
!aa a iiaaaaaa
I— (HH hH I— Hl— It— II— I
•<3 <i3 <3
A A A A A A A
0) O)
ö
B -
Sh K c3 S-,
< 5 ^ ^ S
A A A A
^ I— I KH Hf]
M ü
_(U g
’sh c3
s ^
A A
t- 1-- ä -h C: Jq tq
CO CC C<r ■nn' lO CO cO cT
cq
rH I-T (vf
^ »O (M CC
CO O'
1-^ cT
^ Ol
»O CO lO
^ Ol »o'
cx^ O O iq q_ t'
co" co" of oT ><o cT -
tq iq cq
cT t-T
Ol^
CO
Ol
o
. 00
— (M , „
j3 r- ^ OC O
^ ^ C5 lO t-
? sj CO CO CO
cc o 1-0 CO t-
-H Ol -H r-^ -
co^ x^ o
" of
q q_ CO C5 -q oi^ <q oi^
of of CO cf CO x" lo" of
a :2
^ O X> O X —H
lO CO Ol ^ r-^
CO o
Ol X^ CO
of
O —! lo Ol lO
q 'q o q
cf 1-h' cf CO
ü ^
c W
:cö
1 -
i5 <1^
‘05 'S
tß
fi
02
O
7CC •T' tß
lö O ö
I ||1
^IJl
!=i ^
■-Ij
02 O
N
<D
o ^
bo -r,
ö
o ;>
d d
’-iS
02 02
o
bl)
d
rd 153
i“ 'S
•-
d ^
q ?o
5 d
bC ä q
ö ^ ^ n
.d Cd
(U o
o ^
w +3
o -d Oh O-
;q -5 d d
K J3 d C3
€
S S
1-^ -M
d d
COC^XOO'— lOlX-rtHlCCOt^X
O O >-H
^ Ol 01
Versncli einer Monograpliie des albanesisclien Zwergrindes.
207
.2 ö
.-T
A A
A A A A A A
I— I I— I M t— I H-t H- 1
h ^ ^ ^
<D QJ O) O lU ÜJ
Ö Ö Ö Ö Ö ö
c3 cö c3 Cü
^
<] <J <r] <J <5
A A A A A A
CM^ 03 lO
Oi oT of C5 >0 CO
ir^ t-
O oo' cT tJh' CO
+3 O
^ ö
o
CQ r^=3
cö
^ .S
O N
02
02
'zi '-'
:cö ^
02 ö
02
^ Ö .
ö 32 02
I - "H
W) ,,
32 ü
CÖ
O CM
?^r
^ fcO
02 §
bQ ö
Ö Ö ^
O US
g Iq
o ^
O .2
Sh •rj
32 b ^
O riH
o" i>
oT
CO
ö'
O^ Ol^ TJH^ Ol o^
cT MTiT o" cö' oc
rH r-H r-H (M r-H ,-H
TJ
Ö
00 o 00 o o
Ol^ i-H^ O CO CO
oo" r-T oT oT oT
,-H ^ Ol hH ,-H
N 02
Ö t5
p ;ce
§ ’ü
Q <1^
^ ö
cä
32 ^
S ^
ns 3 •
gl •
g s •
§ O
O «4H
e ^ ^
i=i ^ *3
3 § .2
o ^
a ö ^
0; 32 . rt
2 ^ 32
Ö ^ 32
3 > a
cö
<1 ö
7^ M
3 s 5
32
«Ä
02 32
fi ^ „
a a
ö 02 32
2 :3
32 -r; 0^
5
c3
N
s a ^ ...
32 02 _
^ ^ ^ f5
32
‘a 32
33 <H-i
32
CÖ ‘Zi
N ^
32
02 -+^
- 32 32 ,a 32 ö
bi2^ bß’^ fcc a
_C I-'. rH
:c5
h-1
:cS
Ö
•2
2 Sh
4h 4!^
a
'S ^
N Sh
32
CO S
32 G
P
32 Ö
bß ö
=a
P
ft ft
rt 3'
N ft
ö 9
D bß
02 3 32
3 ft
3 ..
H-J 32
. i
s w
W tH
^ 32
bß ^
S 3
's!
pa
G
!P ^
bß^a
Ö ^
2
'S
P U2
O f-H Ol CO
CO CO CO CO CO
11. Fett
208
Arnold Kiihnemann:
C5 CO o ^ GO
S Sd
t- o
r-tOCCoOCOCOCQOl:^
oCv Tf o t-o CO cq Ti^^
r-T r-T cT Co" c4' t)h' od' c4 CO
r-l (M I-H r-H r-H r-, (M,— ,
coO^C'l—llOOr^r-t^:-
o"^'2
a ® ^ CO GO" TfT o" Ti^' Go'' co" o" GC"
C -rt l-n (N rH l-H rH r-, r-H ,— I
O
co^ co^ o i-H cq x^ x^
co" CO cT TiT of o cT x" ir^ (N CO
(Oar-ii— (n-(i— I C4(-H
es 0~ IO rH IC Oi o" Ci
^(M04^^r-IP-Hr-(r-l
g-|^ lO^^i^- x^04^cqcq
s o" t-^ oT o" x" c<r cT o
Ol X
--I
0 LC
01
lO^T^ Ol
x" p-T i-^’
X^OJ
io" o"
cq lo^ o
cT x" — ^
Ci Ol 01_
|_C jyf ^■'
o >o
x' IO
X
Ci oT
Kq lO^ x^ X^ O -H lO^ rH rH Ci^
o o" o" x" oT oi TjH" x" oT o oT
N T^lTtlr-HOlp— ’I— <1— If-H 01-"
o
rß
;oi Ol
o
iq t- -H q q^ t- oi q^ q
Ol of of x" X oi o o" x"
'^^OlOl'— 'I— Ir— IP— I r-lp— I
q q_ q tq co^ q tq i-H tjh
CO o" o p-H io" p-h" CO p-4 co"
t}h0101p-ip-i01p-'^--<
q^ x^ q q q^ c<i ^
x' O o" of Ci of lo" of o"
X Ol Ol P-H p-H CI p— I p— I Ol p— I
ü
u
;::: Ol
q
CiCiOO^CiOlOliOOt-
IO X
Ol p-i
q q q q rf p— I X p— ( CO Ci
'S x" p-f io" Ci" ^ of o" CO
c3 '^—<01p-Hr-p^p— Pp— lOlP-l
..2<g q^q^q^q^qqq
f'S H of p-f p-f" of Ci" x'
io3 ^oioip-'-H^p-i
S
q
CO 'Pf Ol .2 O q p-i i- q X o 01
CP
fcß
o^o^q_ qqci^qqq
of oi' Ci" of of x" t-^ Ol cT IO Tj<" ^ cc ei ö >o" of p-f o
''t'Ct'P— iOlp-H-ip-Mp-< p— Ir-I TtOlOl'—OlOl'-I^Ol— i
Ol Ol
X Ci XI
X p-H Ol
o
P-I i- x^ X q q q q x;_ q q oi lo^ q q q^ <q
io" x" x" of x" -S x" CO Ci" x" of lo" x" x" i-^ io" co
r-(p— Ip— ip— lOl'— i ^XX^OIp— iP— i^P— I 01p— I
q_ t- x^ q X Ci^ q
O o" io" of x" Ci" x"
X Ol Ol P-H Pi ^ rH
O X Ci
Pa IO P-I O IO
GO O
< s
t- o
X P-I Ol
CZ
co Ol i- IO o q :B q 'x *■' ^ x x
of IO O io" X" co <1 x" X" i" IO x" IO Ci" x" i-^ o
iq q ;r; 'ihr-i x x oi oi p-h i p-^ i .-< i
c
I q^ q_ q x^ x q oi q_ x x q^
o6' ö id i" K o' cä x" x" o x' x" Ci io" 1 1- cd
r-ioi— ip— ip— ip— I QXXOlOlp— ip— 'OIp— ip— ip— ip— I
>
’S q^ q x^ x^ 1 Ol q_ x^ q q^
x"o"r-x" "
a X Ol 01 PI
q q
x' 1
X Ol
0 X
01 -H
q X
id cTcö
q^qq
iC tC o"
OOIXXp—OIOXXO
X
01 -H
X o IO
1 Ol p-
Ol X IO X X p-H X t- X Ol ^ q q q q q X^ q q x^ 2 q q Ol Ol q x^ x^ q q x^
^ arT ^ ei 1 cd of of ^ rf ^ x" d pf x" x" q x" '7! d x" d X 50 P X x" t-^ X
£ 5; ^ i:: 5^ ::; ^2 1 ^
Ol
X X Ol 01 P-I I— I Ol Ol P-I X 01 Ol p— I p-H Ol
Ol
j;'E a q q q q q *^1 q- '■'i q
ege cd Ci" p^" lo" Ci x" of o" id
■"2 a ^ . . .
I Cd 1 p^ Pi
Ol
x^ 10^ q q^ q q q oi q q q
cd cd o" t'p^ 1 lo" Ci x" of o" io"
XXiOIp-^p— IIP— iiOIp— I
IO IO q q Ol q Ol q lO oi^
cd ei' p-f id Ci" x' of d' lo"
^^(CJp— Ir-lP-Hr-llCdP— I
^ : : 'l
^
. O C ;cs C5
CS C
rj C C P ü
• .2
• 's
©'S
. . Ü c
bC
c o
B p^
Üß c
Ö C d C
:cS :cS
:2 -O ■
ä.|
C ^
<D ^
Ö Ö
© ©
c ’S
0 ^
1 ^
bO
C §
b£i
I g
"c C
o o
XX
©
© p
oß-r,
© ©
g o-= St-~-Sß Sei
JWajONtcaiS SSK
^ o
ÖCd'
Ss
c3
©
bß
© ©
bß bß
C C
:cS :ä
G c
x:
c g g I ,s C
c S gp§p c
© ’S -p ’P P? o o
p-HOlXXiOcOt-XCiO
p-iOlXXiOCOt-XCiO
P— 'OlXXiOCOIiXCiO
Versuch einer Monographie des albanesisclien Zwergrindes.
209
in Wirklichkeit doch nur wieder Zahlen einer Keihe damit vergleichen,
die sich auf einer Kopflänge von 38,2 aufbauen, nicht aber Zahlen,
die sich auf eine andere Kopflänge = 100 beziehen. So ist man aber
bisher immer verfahren, das heißt, man hat schiefe Bilder aufgest^llt;
in anderen Worten heißt doch der obige logische Schluß, die bisher
verwendbaren relativen Zahlen sind nur verwendbar, wenn man
Schädel einer einzigen Kasse unter inander vergleichen will, da dann
d ir Fehler, der sich in Prozent der Kopflängendifferenz einschleicht,
verschwindend gering wird, streng genommen muß auch hier eigent-
lich anders verglichen werden. Wenn man aber verschiedene Kassen
miteinander vergleichen will kann man nur so verfahren, daß man,
wie in Spalte 2 und 3 geschehen, die jeweils zu vergleichenden Kassen
auf eine gemeinsame Norm bringt, in ihren Vor der köpf längen und
arf aiese gemeinsame Größe alle anderen Zahlen bezi ;ht. Bas heißt
in Bildern ausgedrückt, man muß die einzelnen Kassen soviel ver-
größern, bis sie der größten unter ihnen an Länge gleichen, dann
haben sich auch im gleichen Verhältnis die anderen Werte verschoben
(dabei kann nicht zweifelhaft sein, daß ja bei einzelnen dec absoluten
Maße schon gar keine Abhängigkeit voneinander besteht, daß z. B.
also die Hornlänge dadurch in Beziehung zur Kopflänge kommt, in
der sie sonst nicht steht, aber der Fehler ist auch hierin nur gering,
geringer jedenfalls als wenn zwei völlig verschiedene Zahlenreihen
ins Verhältnis gesetzt werden, ohne sich auf eini gemeinschaftliche
Norm zu beziehen) und man kann aus der einfachen Biffer?nz die
Verwandtschaft, die Divergenz der Kassen zueinander ablesen. In
Spalte 2 nun haben wir analog dem oben G3sagten die Albanerrasse
mit den anderen Kassen einzeln verglichen, m Spalte 3 endlich alle
Kassen untereinander verglichen. Aus Spalte 1 entnehmen wir, daß
im Vergleich mit allen illyrischen Schlägen, einschließlich der mon-
tenegrinischen, die albanische Zwergrasse sowohl in weiblichen als
auch in männlichen Tieren erheblich kleiner ist, als die ersteren.
Bei Spalte 2 wollen wir voraus die männlichen Tieie betrachten.
Wir wollen nicht dabei vergessen, daß zwar das männliche Tier mehr
den individuellen Charakter wahit, als es rasseliche Prägnanz zum
Ausdruck bringt, allein wenn männliche Tiere einer Kasse wiederum
mit männlichen Tieren einer anderen Kasse verglichen werden, müssen
recht wohl rasseliche Unterschiede in Bezug auf die männlichen sich
ergeben. Dab^i muß für aie Betrachtung die Differenz von Spalte 1
und 2 beachtet werden mit Ausnahme der vier ersten senkrechten
Spalten, wo die Differenz der beiden nebeneinander stehenden Zahlen
das Kesultat der Untersuchung ergibt. Im Vergleich zum männlichen
illyrischen Braunvieh hat das männliche albanische Zwergvieh also
einen schmaleren Schädel, bei größerer Stirnlänge, größere Breite in
der Zwischenhornlinie und längeren und stärkeren Hörnern. Das
Gesicht ist kürzer als beim illyrischen Braunvieh. Mit anderen Weiten,
die lange und schmale Stirn bei kurzem Gesicht kommt hier deutlich
zum Ausdruck. Im Vergleich zum männlichen illyrischen Blondvieh
Arcliiv lür Naturgoscliiclitb
1922. A. 11
14 11. lieft
210
Arnold Kühnemann:
Lat das mänixliclie albanische Zwergvieh einen schmaleren Schädel
bei größerer Breite in der Zwischenhornlinie und größerer Gesichts-
länge; auch ist die Stirn kürzer, die Hörner kürzer und dünner. Im
Vergleich zum männlichen illyrischen Schwarzvieh hat das albanische
Zwergvieh den schmaleren, auch in der Stirnläng kürzeren Schädel,
auch hier wieder sind die Hörner kürzer und dünner, nur die Zwischen-
hornlinie ist breiter. Bei den weiblichen Schädeln nun kommen die
Eassencharaktere zum Ausdruck. Demnach ist im Vergleich mit dem
illyrischen Braunvieh das albanische Zwergvieh breiter im Schädel
und länger in der Stirn und den Hörnern, wobei diese aber feiner
bleiben, dazu feiner im Gnsicht.
Im Vergleich zum Blondvieh ist aas Albanerrind ebenfalls breiter,
auch sind die Hörner länger und feiner, die Stirn aber ist kürzer, das
Gesicht feiner. Ganz ebenso liegen die Verhältnisse beim illyrischen
Schwarzvieh, auch hier hat das Albanerrind den breiteren, im Gesicht
feineren Schädel, bei kürzerer Stirn und längeren, dünneren Hörnern.
Im Vergleich zum südmontenegrinischen Vieh, das Adametz
zum illyrischen Blondvieh rechnet, ist das Albanerrind breiter im
Schädel und feiner im Gesicht bei größerer Stirn- und Hornlänge.
Das ost montenegrinische Vieh rechnet Adametz zum illyrischen
Braunvieh und stellenweis zum Mischschlag. Im Vergleich zum Albaner-
rind ist allein das Gesicht kürzer imd breiter, sonst der Schädel in allen
Teilen breiter, die Stirn dabei länger, ebenso die Hörner. Im Vergleich
zum Mittel der montenegrinisch jn Schläge illyrischer Basse hat das
albanische Zwergvieh den breiteren, in der Stiin und den Hörnern
längeren Schädel bei feinerem Gesicht.
Aus Spalte 3 endlich können wir neben den endgültigen Differenzen
von männlich Albaner- und Illyrer-Rind die rasselichen Kennzeichen
der einzelnen Rassen und Schläge, die in der Tabelle aufgefülut
wurden, entnehmen. M ir besprechen wieder zu?rst die Differenzen
der männlichen Tiere. Die längste Stirn hat demnach das illyrisch?
Blond vieh, dann folgt das Albanerrind, das Schwarzvieh und Braun-
vieh. In Stirnweite, Maulbreite und AVangenbreite steht ebenfalls das
illyrische Blondvieh an erster Stelle, an letzter das Albanerrind und
abwechselnd Braun- und Schwarzvieh dazv'ischen. Das heißt das
illyrische Blondvieh hat die längste und breiteste Stirn, das Albaner-
rind bei ebenfalls sehr großer Länge eine verhältnismäßig noch breiiere,
da seine Stirnenge die größere ist. Die Stirnenge nimmt also
beim männlichen Albanerrind den meisten Raum des
Kopfes e^’n. Umgekehrt liegen die Verhältnisse im Gesicht. Das
Albanerrind hat das feinste und beinahe kürzeste Gesicht, nur das
Blond vieh ist noch kürzer dabei aber zugleich das breiteste was also
den groben Bau des Gesichtes nochmals imterstützt. Die Hörner
endlich sind am längsten und stärksten beim Blondvieh am zierlichsten,
beim Braunvieh und dann beim Albanerrind.
Versuch einer Monographie des albanesischen Zwergrindes.
211
Nr. Bezeiclinung Untersuchungen für mUnnliche SchUde
1. Stimlänge ........ Bi > A > Schw > Br
2. Gesichtslänge Br > Schw > A > Bl
3. Zwischenhornlinie Br > Schw > A > Bl
4. Stirnenge . . . ' A > Br > Bl > Schw
5. Stirnweite Bl > Schw> Br > A
6. Wangenweite Bl > Br > Schw> A
7. Maulbreite Bl > Schw> Br > A
8. Hornlänge Bl > Schw > A > Br
9. Hornunofang Bl > Schw > A > Br
A = Albaner, Br = Braun vieh, Bl = Blond vieh, Schw = Schwarzvieh.
Fass n wir diese Charakterwerte Hoch einmal übersichtlich zu-
sammen, so hat der albanische Stier eine breit, und lange Stirn, ein
schmales und kurzes Gesicht, dünne und kurze Hörner; das Extrem
in der anderen Kichtung ist der Blondvi ;hstier der bei sehr stark aus-
geprägtem Gosichtsteil sowohl in Breite wie Länge, die verhältnismäßig
schmälst." und kürzeste Stirn hat. Zwischen beiden stehen illyrisches
Schwarzvieh und Braunvieh, sodaß der Braunviehstier mit breiterer,
aber kürzerer Stirn, dazu mit sich nach vorn zu nicht verjüngendem
Gesicht, denn seine W^angenweite ist groß, dem Albanerstier entfernter
steht als dar Schwarzviehstier, der längere Stirn und feineres Gesicht
hat als der Braunviehstier. Dieser Stellung 'ntspricht nicht die Horn-
länge und Stärke, der Schwarzviehstier hat stärkere und längere
Hörner als der Braunviehstier. Die Stiere hätte man also im System
zueinander zu bringen in folgender Keihenfolge: Albanerrind, Schwarz-
vieh, Braunvieh, Blond vieh. Zugleich liefert dieses System für die
männlichen Tiere dsn Nachw^eis, daß der Albaners öier als Kasse für
sich best ht und daß die Vermutung von Adametz, daß das Schwarz-
vieh «m nächsten mit dem Albanervieh verwandt sei für die
männlichen Tiere wenigstens richtig ist. Betrachten wir
nun in gleicher Weise die weiblichen Tiere und sonst die Kassemerkmale
untereinander, so entnehmen wir der folgenden Tabelle, daß das
Albanerrind die längste Stirn, die längsten Hörner, dieT dabei außer-
ordentlich zierlich sind und dazu bei der schmälsten Schnauze, die
fast breiteste Stirn und Wangenweite besitzt.
Nr. Bezpichnung Untersuchungen für weihliche SchäJel
1. Stirnlänge .... A > Bl > M > OM > SM > Br >Schw
2. Gesichtslänge . . . Schw> Br > A = SM > M > Bl > OM
3. Zwischenhornlinie . A > Bl > Br =Schw= SM > M > OM
4. Stimenge Bl > A > M > Schw = OM > SM > Br
5. Stirnweite .... SM > A > M > Bl = OM > Br >Schw
G. Wangenbreite ... Bl > A >Schw> Br > M > OM > SM
7. Maulbreite .... Schw- Br > Bl > SM = M > OM > A
8. Hornlänge .... A > Bl >Schw> Br > OM > M > SM
9. Homumfang ... Bl > Br > A >Schw> — — —
A = Albanisches Zwergvieh, Br = Illyrisches Braunvieh, Bl — Illyrisches
Blondvieh, Schw = Illyrisches Schw'arzvieh, SM = Südmontenegrinische
Schläge illyrischen Blondviehs, OM = Ostmontenegrinische Schläge illyrischen
Braunviehs, M = Mittel für montenegrinische Schläge illyrischen Rasse.
' 14* 11. Heft
212
Arnold Kühnemann:
Dann folgt das Brannvieli, das eine recht lange und dazu breite
Stirn dabei aber auch lange und dicke Hörner hat bei kurzem und
breitem, also plumpen Gesicht. Die nun folgenden montenegrinischen
Schläge haben zwar noch mittellange und mittelbreite Stirn, dazu
aber ein schlankes Gesicht, da die Gesichtslänge mittellang, die Breite
aber gering ist. Die Hörner sind recht kurz. Die montenegrinisch n
Schläge gleichen im Gesichtsteil also sehr dem Albaner, in der Stirn-
bildung schieben sich die südmontenegrinischen Schläge zwischen
Albaner- und Blondvieh, denen dann die dem Braunvieh sehr nahe-
stehenden ostmo itenegrinischen Stämme folgen. In der Stirnlänge
kommt nun das Braunvieh', das langes mittelschlankes Gesicht bei
mittellangen und derben Hörnern zeigt. Die Stirn ist kurz und dabei
schmal. Den Schluß bildet dann das Schwarzvieh, das kurze und
schmale Stirn bei langen und grobem Gesicht und mäßig langen
zierlichen Hörnern zeigt.
Im System scheint uns also das Albanerrind mit
dem illyrischen Blondvith am nächsten verwandt zu
sein, wenn man vom Schädel, insbesondere von der Stirnfläche diesen
Schluß ziehen darf, dann folgt das südmontenegrinische, dessen Zu-
gehörigkeit zum Blondvieh damit erwiesen wird, dann das Braunvieh,
zudem analog das ost montenegrinische Vieh, nun auch erwiesen,
zugerechnet werden muß und endlich das Schwarzvieh. Die Vermutung
von Adametz, daß die albanischen Binder nahe mit dem Schwarz-
vieh verwandt seien, hat sich also nicht bestätigt für die Kasse, die
nahen Beziehungen der männlichen Tiere treten dadurch als Indivi-
dualismen umso besser zum Vorschein. Das ist aber auch analog drr
Farbenbildung das richtige, wenn man bedenlct, daß aus rot als Jugend-
farbe in zweiter Linie die Aufhellung und erst in dritter Linie das
Abstufen bis zum Schwarz hin erfolgt, was andererseits wieder sowohl
für die sehr primitive Stufe des albanischen Kindes und für seine
Zugehörigkeit zur Zwergkategorie spricht. Endlich ist durch diese
Untersuchung die albanische Kasse als besondere Ka^^se, gesondert
von allen il lyrischen Schlägen, nachgewiesen.
Vergleich der Albanerrasse mit dem Bos longi-
frons Owen. Unserem Programm gemäß folgt nach der
Differentialdiagnose der albanischen Zw'ergrasse von der illy-
rischen Kinderrasse der Vergleich der Albanerrasse mit der
Torfkuh. Nun hat Adametz (Adametz: lo(. cit. 1898) in seiner
Arbeit schon solche Vergleiche angest^llt, wir werden sie also
benutzen können. Da wir aber über ein ziemlich großes Vergleichs-
material der Torfkuhrassen verfügen, wird es uns möglich sein, die
Schlüsse von Adametz sowohl zu kontrollieren als auch zu erweitern.
Von größerem Interesse sind natürlich für uns die Beste der Toif-
kuh, die auf der Balkanhalbinsd gefunden wurden, wir werden sie
daher zuerst mit dem Albanerrind vergleichen. Solche Beste der
Torfkuh sind schon im Abschnitt über Praehistorie und Geschichte
dieser Arbeit aufgezählt. Wir wiederholen hier: 1. Beste aus der
Gegend von Sarajewo, ehemals im Besitze des Herrn Fiala, jetzt
Versuch einer Monographie des albanesischen Zwergrindes. 213
wahrscheinlich im Museum in Sarajewo. Zahlenangaben sind uns
darüber nicht bekannt. Die Beste kommen also zu Vergleichszwecken
rieht in Betracht. 2. Beste aus einer praehistorischen Ansiedlung
bei Kamenica in Kroatien, erwähnt vonFranges ebenfalls ohne MaJß-
zahlen; Auch diese Beste kommen somit für Vergleichungen nicht
in Frage. 3. Endlich die Beste, die Woldrich aus dem Pfahlbau
von Bipac bei Bihac beschreibt. Adametz hat diesen Fund nicht
mit dem Albanerrind verglichen. Woldrich gibt uns folgende Zahlen:
Die Zahlen wurden nicht relativ betrachtet, da der Größenunterschied nur ver-
schwindend gering ist.
Wir entnehmen der Tabelle als wichtige Tatsache, daß einmal
diese Beste ganz gut mit dem albanischen Bind übereinstimmen,
daß Stück 2 etwas stprk ist, aber das hebt Woldrich schon hervor,
vielleicht haben wix es in diesem Stück mit ein3m Kreuzungsrest zu
tun, vor allem aber haben diese Bt.ste ebenfalls abgeplattete, Wol-
drich sagt „depresse“, Hornzapfen. Und das ist von großer Bedeutung,
denn dieses Merkmal kommt, wie ich anderen Ortes zeigte bei einer
bestimmten Gruppe der Torfkuh vor und findet sich keineswegs all-
gemein. Wir entnehmen hier das Wichtige, daß das Albanerrind bis
auf den heutigen Tag dieses Kennzeichen behalten hat und daß die
Hornzaphn nur noch feiner geworden sind. Mit diesem Vergleich
sind die Beste der Torfkuh von der Balkanhalbinsel erschöpft. Wir
w^enden uns nun anderen Torfkuhresten zu. Von Wichtigkeit ist
zweifellos ein Vergleich mit dem Bos hrachyceros europaeus
Adametz. Adametz hat dieses Stück ja als den wilden Stammvater
der Torfkuh angesprochen, sodaß man, gleichviel ob man sich auf den
gleichen Standpunkt stellen will oder nicht, die Unterschiede, nach
Adametz wären es also Veränderungen durch die Domestikation,
beim Albanerrind untersuchen muß; Adametz hat das leider noch
nicht getan, er gibt nur folgende Zahlen:
Beide Zalilen entstammen nur einem Schädel.
Ohne p. 3.
Vom männlichen Albaner.
11. Heft
214
Arnold Kü hn ein aiin:
Relative Werte werden aucli hier der geringen Differenz wegen nicht beachtet.
Nun hält Adametz den Eest von Krzcscowice für ein weibliches
Individium, was uns den Vergleich bedeutend erb ichtert. Wir ent-
nehmen der Tabelle, daß die Zwischenhornlinien recht gut zueinander-
passen, das Maximum von doch nur sechs weiblichen Schädeln ist
sogar noch größer. Ebenso liegt es bei der Stirnenge, wo das Maximum
den Bos hrachyceros euro'paeus fast erreicht, ebenso ferner bei der
Stirnweite. Auch die kleine Hinterhauptshöhe verhält sich ebenso;
größer dagegen ist beim Bos hrachyceros europaeus der Hornzapfen-
umfang, was ja für seinen wilden Charakter sprech.n würde. Länger
ist ebenso die Stirn, was ebenfalls für größere Primitivität spiäche.
Größer ist endlich die Hinterhauptsenge und große Hinterhauptshöhe.
Nach Adametz nun hätte man eine möglichst kleine Hinterhaupts-
enge und ziemlich hohes Hinterhaupt als die primitivsten Charaktere
für hrachyceros, wie sie das schwedische Torfrind aufweist, anzu-
sprechen. Das spräche ziemlich für eine nordische Her-
kunft der Torfkuh und damit der brachyceren Kinder, worüber
man zunächst noch g3teilter Ansicht sein kann. Demnach wäre also
was das Hinterhaupt anlangt, das Albanerrind niedriger entwickelt, da
die Hi nt er hauptsengo. kleiner ist, die Hinterhaiiptshöhe gleicht sich
durch größere und kleinere Hinterhauptshöhe bei beiden etwa aus,
als der Bos hrachyceros europaeus, was entschieden gigen seine Wildheit
und den Charakter als Stammform sprechen würde. Im ganzen aber
kann man sagen, daß der Bos hrachyceros europaeus im allgemeinen
stärker und größer im Schädel ist als das Albanerrind und ihm wras
Primitivität anlangt niedriger, zvm mindesten aber gleichwertig
gesetzt werden muß. Diese Charaktere würden praktisch vorläufig
also ergeben, daß der Bos hrachyceros europaeus Adametz möglicher-
weise die wdlde Stammform der durch die Domestikation, besonders
in frühen Zeiten, zw'erghaft gebliebenen aber recht [primitiven
Albanerrasse sein kann.
Das System wäre demnach bisher:
Bos hrachyceros europaeus = Bos loncjifrons von Ripac
= Albanerrasse.
Versuch einer Monographie des albanesischen Zwergrindes.
215
Folgen wir nun der Betrachtung in der Primitivität Adametz,
so müßten die schwedischen Torfkühe besprochen werden.
Nun hat Adametz bereits drei solcher Beste mit dem Albansrrind
verglichen, wenn auch nur in der sonst üblichen relativen Weise. Da
uns keine weiteren Funde aus Schweden, die sich zum Vergleichen
eignen, bekannt sind, (cit. nach Adametz von Arenander) gebe ich
die Maße.
als die der albanisch3n Kasse, ihre Stirn kann man so nicht vergleichen;
im Gesicht sind sie anscheinend nur wenig länger, in der Bildung des
Hinterhauptes sind sie absolut genommen etwa gleich, dagegen' hao
das Albanerrind die breitere Stirn. Wir müssen diese Zahlt n relativ
vergleichen, um zu endgültigen Schlüssen zu kommen. Wir bringen
daher wieder alle Zahlen auf die gleiche Norm, in diesem Falle 41,6 cm.
Dabei müssen wir Minimum- und Maximum-Betrachtungen aus-
schließen, da die betreffenden Minima und Maxima ja nicht von ein
und demselben Schädel stammen.
Wir sehin in Übereinstimmung mit Adametz, daß das Albaner-
rind die breitere Stirn hat.
Relative Zahlen bezogen auf 41,6.
11. Heft
216
Arnold Kühueraaiin
Wir sehen nun, daß es zugliich die kürzere Stirn besitzt, daß sein
Gesicht länger und breiter ist als bei den schwedischen Torfkühen.
Was das Hinterhaupt anlangt, sehen wir, daß das schmalere aber
dabei höhere Hinterhaupt die schwedische Torfkuh besitzt, ein
Eesultat, das mit den von Adametz gewonnenen durchaus über-
öinstimmt. Wir können nun hier natürlich nicht das Albanerrind mit
allen uns bekannten Pfahlbaurcsten von Bos longifrons vergleichen,
wir wollen daher nach diesen Grundlagen noch eine Eeihe teils gut
erhaltener, teils durch ihren Fundort uns besonders interessierender
Torfkuhschädel mit dem Albanerrind vergleichen, dann ein Mittelmaß
für die südwest- und nordwesteuropäischen und mitteliuropäischen,
soTväe der sogenannt m slawischen Torfkuhreste ziehen und diese
mit dem Albanerrind vergleichen, da wir die nordosteuropäischen und
südosteuropäischen Eeste bereits damit verglichen haben. Zuletzt
werden wir dann noch •‘inen Überblick über den Vergleich mit der
Torfkuhrassengruppe zu geben haben. Wir beginnen mit dem Ver-
gleich der südwesteuropäischen Torfkuh, die durch den
Fund aus der Höhle von Langres repräsentiert wird. Buer st
hat diesen Fund beschrieben. Er gibt folgende Zahlen:
Relative Maßzahlen konnten hier, da keine Kopflänge bekannt ist, nicht genommen
werden, da sie sich sonst auf eine andere Größe bezogen hätten, als die vorigen
Zahlen und so ein Vergleich nicht möglich geworden wäre.
Wir sehen, daß der Schäd ?1 von Langres in die Eeihe der mittleren
und kleineren Maßzahlen der albanisch -‘n Easse gut hineinpaßt, mit
Ausnahme der Zvischenhornlinie und analog dieser die Stirnenge.
Es springt die fundamentale Tatsache für uns aus dieser Betrachtung,
daß der Eest aus der Höhle von Langres, somit also die südwesteuro-
päische Torfkuh, die entgegengesetzte Art der Hornzapfenansätze
gehabt hat als die Albancrrasse. Das Hinterhaupt war aber breiter
als b^im Albanerrind, das heißt, das Ein d der Höhle von Langres
war im Hinterhaupt bereits höher entwickelt, als das Al-
ba ne rrind heute ist. Im ganzen war der Schädel etwa ebenso
groß väe der des Albanerrindes. In unserer Betrac;htung folgt nun das
nordwcstouropäische Torfrind, das durch die ursprünglichen Bos
/on^^7ro?w- Schädel, die Owen beschrieben hat und eine Eeihe Bos
longifrans-^chädel aus irländischen Torfmooren stammend, von
Lundwall beschrieben, vertraten werden soll. Owen gibt folgende
Zahlen :
Wir entnelimen der Tabeile, daß auch diese Schädel größer waren
als das Alhanerrind, daß sie aber auch im Hinterhaupt bedeutend
höher entwickelt waren als das Albanerrind, daß sie plumpere, wenn
auch nicht so lange Hornzapfen. besaß 3n als dasselbe. Wir vergleichen
nun die Zahlen von Lundwall:
218
Arnold Kühnemann:
Wir enfcnelimen dieser Tabelle, daß auch die irländischen
Torfkühe größer waren als das Albanerrind, wollen aber auch mit
relativen Zahlen untersuchen, um dieselben Vergleiche anstellen zu
können wie mit den schwedisch n Schädeln der Torfkuh; dabd ver-
gleichen wir wieder die Mittel der albanischen Kühe mit dem Mittel
der sieben irländischen Torfkühe in der Art, daß wir beide auf die
gleiche Norm, in diesem Falle 44,91 cm bringen.
Wir sehen, daß die Stirn beim Albanerrind kürzer und breiter
ist als bei der irischen Torfkuh, wie Stirnlänge, Stirnenge und Stirn-
weite beweisen. In der Stirn also ist die irische Torfkuh primitiver.
Im Gesicht dagegen, wie Wangenweite und G?sichtslänge neben der
Schnauzenbreite zeigen, ist das Albanerrind länger und schmaler, nur
in der Schnauze breiter als die irische Torfkuh. Im Hinterhaupt ist
das Albanerrind niedriger und schmaler als die irische Torfkuh, also
primiuiver als diese, wie Hinterhauptshöhen, Hinterhauptsenge und
-weite und Zwischenhornlinie beweisen. Die Zahnreihe ist beim
Albanerrind trotz des längeren Gesichts kleiner als bei der irischen
Torfkuh. Diese zeigt also im Vergleich zum Albanerrind eine Ver-
kürzung der Schnauze, wie auch die Länge des zahnfreien Teils im Obei-
kiefer beweist. Die Hornzapfen endlich sind beim Albanerrind kleiner
und dünner als be’ der irischen Torfkuh. Für die niedrigere Entwick-
lung der irischen Torfkuh im Stirnteil spricht ferner die postorbitale
Verbreiterung der Stirn, die
bei Primigenius 236,61 cm^
beim Albanerrind 229,03 cm^
bei irisch. Torfkuh 237,94 cm^
bei gemeinsamer Vorderkopflänge von 44,91 cm beträgt. AVir scheinen
es also beim Albanerrind mit einem schon höher entwickelten Tier im
Vergleich zur irisch m Torfkuh zu tun zu haben. Doch warden das di.
Unter ‘Buchungen der allgemeinen Vergleiche des Bos longifrons Owen
mit dem Albanerrind erst zeigen müssen. AVir haben nun das Albaner-
rind mit den nordwest- und den nordosteuropäischen, wie d2n süd-
west- und südosteuropäischen Kassen der Torfkuh untersucht und
können zum Vergleich mit den mitteleuropäischen Rassen, speziell
den deutschen übergeh m.
Da wir nicht alle Schädel der Torfkuh mit dun Albanerrind
vergleichen können, auch nicht nur alle Schädel von Deutschland,
so sei von diesem Teil wieder eine Ausw^ahl getroffen. AA'enn wdr dann
das Mittv.d dieser Reihe zusammenstel'en, so soll damit nicht etwa
gesagt werden, daß dieses Mittel eine große Bedeutung hat; würfelt
es doch verschiedene Rassen der Torfkuh zusammen, denn daß auch
innerhalb des Zentrums von Mittel-Europa nicht etwa eine einheit-
liche Torfkuhrasse existiert hat, wird schon ein einfacher Blick auf
die absoluten Zahlen lehren. Die Rassen hier jedoch zu spezialisieren,
w'ürde zu w^’eit führen, das w’äre Stoff für eine besondere Abhandlung
über die Verbreitung und die Unterschiede der einzelnen Torfkuh-
rassen Europas. Nun hat Adametz aber das Albanerrind schon mit
dieser geographischen Zusammenstellung von Torfkuhrassen ver- ^
Versuch einer Monographie des albanesischen Zwergrindes.
219
glichen. Er benutzte hier drei Schädel und zwar einen aus Glück-
stadt in Holstein, einen aus Wismar und einen aus dem Bussenseeried
bei Konstanz und kam mit dem Mittel aus diesen drei Schädeln zu
folgendem Vergleich: Das Albanerrind hat die breitere und kürzsr?
Stirn, längeres in der Wangengegend breiteres Gesicht, ein breiteres
Hinterhaupt bei wesentlich höherer Höhe desselben. Es wäre demnach
das Albanerlind im Hinterhaupt niedriger entwickelt als das mittel-
europäische Pfahlbauvieh, in der Stirn dagegen höher entwickelt.
Wir sehen also in der Tabelle p. 220/21 zehn Schädel mitteleuropäi-
scher Torfkühe zusammengestellt und zwar einen Schädel aus Cremen,
der zugleich den kleinsten der Eeihe darstellt, je einen aus Lig-rz,
Lattrigen, Kügkamp, Zarrentin, Müggenburg, Pasquart, Börssum
und zwei aus holländisehen Terpen bei Leuwarden. Das Material
ist also aus allen Gegenden des Zentrums von Mitteleuropa zusammen-
gestellt. Der Tabelle von absoluten Maßzahlen entnehmen wir, daß
mit Ausnahme des Schädels aus Cremen und des Schädels aus Pasquart
alle Schädd größer sind als das Mittel albanischBr Kühe. Wir sehen
andererseits, daß auch kl3inere Hassen der Torfkuh im Zentrum von
Mitteleuropa ähnlich wie die Kassen aus Südwjst- und Südosteuropa,
auch Jeitteles beschreibt solche Zwerge aus Troppau, Strobel und
Pigorini solche aus Parma, daß also die zwerghafte Form mit
Ausnahme von Nordeuropa sich sonst überall findet.
Um zu endgültigen Resultaten zu kommen, vergleichen wir wieder
die relativen Zahlen, so, daß wir die Albanerrasse und das mitteleuro-
päische Toifrind auf eine gemeinsame Norm bringen, hier 42,42 cm.
Wir sehen demn, daß das Albanerrind die längere und breiteie Stirn
besitzt, wie Stirnlänge, Stirnweite und -enge zeigen, daß dercient-
sprechend das Gesicht beim Albanerrind kürzer ist und dabei breiter,
also plumper insgesamt, v4e Gesichtslänge, Wangenweite und
Schnauzenbreite beweisen. Im Hinterhaupt endlich ist das Albaner-
rind da Zwischenhornlinie, Hinterhauptsenge und Hinterhauptsweite
sich etwa gleichen, gleich gebaut in dei Breite nur etwas höher Js
die europäische Torfkuh. Die Hörner sind dagegen länger und feiner
beim Albanerrind. Da die Zahnreihe beim Albanerrind länger ist
als bei der mitteleuropäischen Torfkuh, so hat man sich das längere
Gesicht der Torf kuh hier als Verlängerung, andererseits beim Albaner-
rind als Verkürzung zu denken. Zusammengefaßt ist elso das
Albanerrind in der Stirn höher entwickelt als die Torf-
kuh Mitteleuropas, in dim Hinterhaupt niedriger ent-
wickelt als dies^', da das Hinterhaupt höher ist bei gleichen Breiten-
Dimensionen. Unsere Resultate stimmen mit denen von Adametz
für das mitteleuropäische Torfrind aufgestellten Zahlen überein:
1. In der Breite der Stirn: Albaner breiter.
2. In d^r Plumpheit des Gesichts durch die Breite in der Wangen-
gegend hervorgehoben.
11. Heft
220
Arnold Kühnemann:
des Haus^indes. Berichte des Landwirtschaft!. Instituts der Universität Königs-
berg 1913 Heft 14.
Nr. 1 eit. Studer. Die Tierv^'elt in den Pfahlbauten des Bielersees. IV^it-
teilungen der naturforschenden Gesellschaft in Bern 1882.
Nr. 3 eit. Siegfried. Die Rinderschädel von Pasquart und deren Stellung
zu den subfossilen und recenten Rinderrassen. Abhandlungen der schweizerischen
palaeontologischen Ges. Zürich vol. 34, 1907.
3. In der beim Albaner größeren Hinterhauptshöhe. Sie diver-
gieren also im Hinterhaupt, da die Hinterhauptsenge bei
mainen Zahlen, die sich auf größeres Material stützen, als die
von Adametz, breiter ist, so wie die Hinterhauptsweite
schmaler ist als beim Albanerrind. Ebenso divergieren die
Zahlen in der Stirnlänge und Gesichtslänge, die ja davor
abhängig ist, dabei meinen Zahlen die Stirn baim Albaner-
rind länger, dadurch also das Gesicht kürzer ist als bei der
mitteleuropäischen Torfkuh.
Endgültig darüber können wir natürlich ersü dann entscheiden,
wenn wir, wie es am Schluß der Torfrindvcrgbiche geschehen wird,
alle Torfrindrasseu mit dem Albanerrind untereinander vergleichen
werden. Bevor wir aber diese Untersuchung eingehen, wollen wir
noch eine Rassa der Torfkuh mit dem Albanarrind vergleichen, die
sich hauptsächlich in slawischen Siedlungen gefunden hat und sich,
wne schon erwähnt 1 auptsächlich durch etwas abgeplattete Horn-
zapfen und auch durch andere Hinterhauptsbildung von den anderen
Versuch eiuer Monographie des albanesischen Zwergrindes.
221
Schwerin und deren Bedeutung für die Geschichte der mecklenburgischen
Eindviehzucht. Arch. f. Anthropologie 1910.
Nr. 4 cit. Knoop. Bos brach t/cnos aus dem altalluvialen Moor in Börsum.
Korrespondenzblatt der deutsch. Ges. f. Anthropologie, Ethnologie und Ur-
geschichte 1910 Nr. 1 — 3.
Jeitteles. Die vorgeschichtlichen Altertümer der Stadt Olmütz und ihre
Umgebung. Mitteilung der anthropol. Ges. Wien 1872.
Strobel e Pigorini. Le Terremare et le Palefitte del Parmese. Atti
della Societa italiano di Science Naturalisti Parma 1863 Bd. 4 pg. 53.
Torfkuhrassen Mitteleuropas unterscheidet. Es stehen uns hierzu
drei Schädel zur Verfügung. Der eine stimmt aus einer wendischen
Siedlung aus dem 10. bis 12. Jahrhunc^ert gefunden auf d^r großen
Insel vom Neuruppiner See. Er befindet sich in der landwirtschaft-
lichen Hochschule zu Berlin. Adametz hat ihn geradezu als Wenden-
kuh bezeichnet. Der zweite Schädel befindet sich im Völkerkunde -
Museum in der prähistorischen Abteilung i nd stammt aus Vetschau.
Jedoch ist ungewiß, ob der Best in die Slaw^enzeit oder früher an-
zusetzen ist. Eingefügt seien noch zwei Horrzapfenreste aus einer
Slawenburg b-ri Ketzin in Osthavelland, die ich schon anderen Orts
beschrieben habe. Endlich steht uns noch ein Best zur Verfügung
aus slawischen Siedlungen, der Snaimburg in Mähren, den Mohapcl
beschrieben hat. Mohapel macht dort auch darauf aufnierksam,
daß wir es in diesen Slawenvieh durchaus mit einer Torfkuhrassc zu
tun haben und nicht wie Werner vermutet, mit primigenen Vieh.
11. Heft
222
Arnold Kühnemann:
An den absoluten Zahlen stellen wir zunächst f 3st_, daß die Größen-
differ;nz zwischen dieser Rasse der Torfkuh und dem Albanerrind
recht gering is'., Unt rsuchen ^\ir nun di^ relativen Zahlen, indem
wir den Albanerschädol soviel vergrößern, daß er die Schädellänge
des Slavenviehes der Torfkuh annimmt, also 40,20 cm, so sehen wir,
daß bei fast gleicher Stirnlänge und Stirneng€ das Albanerrind in der
Stirnweitengegend etwas br?iter ist, es hätte sich demnach etwes
höher entwickelt. Im Gesicht ist das Albanerrind bei fast gleicher
Länge, hier ist die Abhängigkeit der Gesichtslänge von der Stirnlänge
zu berücksichtigen, das Albanerrind etw^as breiter als die slawische
Torfkuh, w^as W'angenweite und Zwä sehe nkief er breite beweisen. Die
Molarlängen passen zueinander. Im Hinterhaupt nun ist das Albancr-
rind niedriger bei etw^a gleicher Weite, w^as Hinterhauptshöhe einer-
seits, Hinterhauptsenge und Hinterhauptsw'eite andererseits bew^eisen,
die Zwischenhornlinie ist etw^as breiter beim Albanerrind. Im ganzen
aber scheint das Hinterhaupt etw’as primitiver zu sein
beim Albaner. Die Hornzapfen scheinen etw’as länger, aber auch
stärker beim Alban .rrind zu sein. Wir sehen also im ganzen eine
recht große Ähnlichkeit zwischen beiden Rassen. Es bleibt
uns mm noch übrig das Albanerrind mit allen Torfrinderrassen und
di'.se selbst wüeder zueinander ins Verhältnis zu setzen um ein System
für die Stellung des Albanerrindes zur Torfkuh aufstcllen zu können.
Wir haben aber nötig hier zw’ei Vergleichsrichtungen einzuschlagen,
da uns leider nicht von allen Torfkuhrassen, die wir vergleichen, ganze
Schädel erhalten sind. Wir vergleichen aber einerseits nur nach der
Entwicklung der Si;irn, da ims von allen Resten diese Größe am besten
bekannt ist, andererseits nach den ganzen Schädel, zuleczt wird aus
der Differenzial-Diagnose beider Richtungen das System heraus-
springen.
Versuch eiuer Monographie des albanesischen Zwergrindes.
223
Mittel ■ Kelative Zahlen bezogen anf 42,42
Nr. Maßbezeichnung N.O. N.W. Z.E. Sl. w.Alb. N.O, Z.E, N.W. Sl. Alb.w.
1. Schädellänge- . . . . 41,6 44,91 42,42 40,20 38,28 42,42 42,42 42,42 42,42 42,42
2. Stimlänge b. Nasen-
beine 19,7 23,58 18,50 18,00 17,11 20,09 18,50 22,27 18,99 19,28
3. Gesichtslg. von 2) ab 21,9 20,33 22,54 21,50 21,12 22,09 22,54 19,20 22,69 21,36
4. Stirnenge 12,9 14,30 14,11 13,60 13,28 13,14 14,11 13,51 14,35 14,47
5. Stirnweite 17,0 19,86 16,96 16,15 17,10 14,93 16,96 18,76 16,99 18,97
6. Gr. Hinterhauptshöhe 13,4 14,92 12,62 13,60 11,91 13,66 12,62 14,09 14,35 13,22
7. Hinterhauptsenge . . 9,311,6811,4910,25 9,45 9,48 ] 1,49 11,03 10,82 14,59
8. Hinterhauptsweite . 16,0 19,47 18,55 16,60 16,02 16,32 18,55 18,39 17,52 17,78
9. Zahnreihenlängc . . 12,4 11,83 11,43 — 10,41 12,64 11,43 11,17 — 11,55
10. Wangenbreite . . . 12,4 15,0? 11,70 12,75 11,78 12,64 11,70 14,17 12,72 13,07
11. Zwischenhornlinie . 11,7 15,61 13,25 11,70 11,30 11,74 13,25 14,74 12,35 12,54
NO = Nordosteuropa (Schwedische Torfkühe). NW = Nordwesteuropa (Irische
Torfkühe). ZE = Zentraleuropa (Deutsche, schweizerische, holländische Torf-
kühe). Sl = Torfkuh aus slawischen Ansiedlungen.
Aus der vorstellenden Tabelle sehen wir aus den absoluten Zahlen,
daß aer Größ> nach zu ordnen wäre: NW — ZE — NO — Sl — Al-
baner. Dabei bliebe Bos hrojchyceros europaeus und SW unberück-
sichtigt, sie sollen später eingereiht werden, da urs von diesen beiden
Resten die ganze Schädellänge nicht bekannt ist. Betrachten wir
relativ in der Weise, daß wieder alle Schädd auf eine Norm gebracht
werden, so ergibt sich: für die Länge dir Stirn: NW > NO > Albaner
> Sl > ZE für die Gesichtslänge : ZE > Sl > Albaner > NO > NW,
das heißt also, die irische Torfkuh hat di? längste Stirn und das
kürzeste Gesicht, die mitteleuropäische Torfkuh, die kürzeste Stirn
und das längste Gesicht, in der Mitte steht das Albanerrind. Weiter
ergibt sich: für die Stirnenge : Albaner größer als Sl > ZE > NW > NO,
für die Stirnweite : Albaner NW > Sl > ZE > NO, das heißt also, das
Albanerrind hat die breiteste Stirn, dii schwedische Torfkuh hat die
schmaJst^ Stirn. Betrachten wrir nun beide Größen, Stirnlängs-
und Stirnbreiten- Dimensionen der Stirn unter dem gleichen Winkel
also so, daß wär für die primitivste Rasse, w^as die Stirn anlangt, di-^-
jenige halten, die die längste und dabei schmälste Stirn aufweist, so
ergibt in Prozent ^) der Weite ausgedrückt folgendes Bild:
In % der Stirnweite.
^) Es muß hier verteidigt werden, w^eshalb die Rechnung in Prozenten
verwertet ward. Diese Rechnung ist am übersichtlichsten deshalb, weil sie,
gemeinsame Schädellänge voraussetzt, die Stirnweite als jeweilig gemeinsames
Grundmaß für zwei zu verwertende Größen, Stirnlänge und Stirnenge voraus -
setzt. Sie wäre also nicht anwendbar, wenn nicht die Schädellänge eine allgemein
gemeinsame wäre.
11. Heft
224
Arnold Kühnemann:
Das h.ißt doch aber nichts and3res: als in der Stirnbildung muß
der Primitivität nach folgendes System innegehalten werden: NO <
S1<ZE<NW = Albaner, wobei das Zeichen für kleiner als gleich
primitiver als gesetzt wird und die Gleichheit von NW und Albaner
sich aus dem Ausgleich von Stirnlänge und Stirnenge erklärt. Ferner
ergibt sich für die Wangenweite: NW > Albaner > S1 > NO > ZE,
das heißt, das breiteste Gesicht hat die irische Torfkuh, das schmälste
die deutsch- schweizerische Torfkuh. Für die Länge der Zahn reihe
in Oberkiefer ergibt sich, NO Albaner ZE NW, das heißt also, die
schwedische Torfkuh hat die längste Zahnreih«, die irische Torfkuh
hat die kürzeste Zahnreihe. Betrachten wir nun die Zahnreihenlänge
in Prozent der Gesichtslänge.
Maße In % der Go sichtslänge.
NO ZE NW Albaner
1 Zahnreihe ... 57,1 50,7 58,2 54,8
Das beißt also die längste Zahnreihe hat die irische Toifkida,
dann folgt die schwedische, das Albanerrind, die deutsch-schweizerische
Toifkuh. Wenn nun die Domestikation sich dadurch aus-
gezeichnet hätte, daß sie Jugendformen erhalten hat,
daß mit anderen Worten die ersten Viehzüchter Jung-
vieh hielten, das dann infolge der kümmerlichen Ernährung usw.
so klein geblieben imd zugleich geschlechtsreif geworden is., so spiächc
die Zahnweite auch für einen Zwergcharakter der nordischen Torfkuh,
wenigstens in diesem Best Diese Tiere müßten dann also größer
geworden sein und nur in der Zahnweitc sähe man ihre einstige Zwerg-
haftigkeit. Den primitivsten Charakter nimmt demnach
dis nordische Torfkuh ein, während das Albanerrind und
die deutsch-schweizerische Torfkuh höher entwickelt
sein muß. Das müßte im System zum Ausdruck kommen.
Andererseits zeigt diese Überlegung, daß die ersten
domestizierten Rinder also Jugsndmerkmale, die sie
vielleicht zu Zwergen stempeln, gehabt haben. Bstrachlen
wir aber zuvor das Hinterhaupt. Es ergibt sich für die Hinterhaupts-
höhe: S1 > NW > NO > Albaner > ZE, das heißt, die sla-vische Torf-
kuh hat das höchste, dis deutsch-schwe’zerische Torfkuh das niedrigste
HinL:rhaupt. Für die Hinterhauptsenge zeigt sich: NO<Sl<NW
<ZE< Albaner, das heißt, die schmälste Hinterl auptsenge hat di?
schwedische Torfkuh, die breiteste das Albanerrind. Für die Hinter-
hauptsweite ergibt sich: NO > S1 > Albaner > NW > ZE, das heißt
die schmälste Hinterhauptsweite hat die schwedische Torfkuh, die
brsi.este hat die deutsch-schwcizeiische. In der Hinterhauptsbildiing
im ganzen nun wäre also, wenn man diese drei Rubriken nebeneinander
stellt. (Das Resultat wurde einfach so gewonnen, daß in Tabellcnform,
wie sie folgt, die Werte nebeneinander der Primitivität nach geordnet,
gestellt wuirden und dann nach gleichen Werten in jeder Reihe gesehen
Avurde. So ergibt sich die letzte Spalte, denn w^enn zwei Charaktere
einer Rasse als Primitivität gedeutet werden mußten so wurde die
Veg^uch einer Monographie des albanesischen Zwergrindes.
225
übrigbleibende eine Easse als höher entwickelt angenommen.) und
bedenkt, daß die höchste Höhe und die geringsten Breiten die niedrigste
Entwicklungsstufe für das Hinterhaupt darstellen die Eeihenfolge
NO — S1 — Albaner —NW — ZE, das heißt also im Hinterhaupt
ist die schw( dische Torfkuh am primitivsten, die deutsch-schweize-
rische am höchsten entwickelt, das Albanerrind etwa gleich hoch der
irischen Torfkuh und beide höher als der slavische Typus.
höhere Entwicklung des Hinterhaupts bc i der deutsch-schweizerischen
Torfkuh als beim Albanerrind gut überein. Bevor wir nun über die
absolute Primitivität urteilen, soweit dies überhaupt für den ganzen
Schädel geschehen kann, müssen wir noch die Einreihung der südwest-
europäischen Torfkuh und des Bos hrachyceros eurofaeus, was die
Stirnweit.', angeht, vornehmen.
Mittel Relativ z, Stirnlg. ; bezogen auf 23,6.
Alb.w. Bos br. NO NW ZE Sl SW Bos br. NO NW ZE Sl SW Alb.
europ. europ.
17,1 19,2 19,7 23,6 18,5 18,0 15,3 23,6 23,6 23,6 23,6 23,6 23,6 23,6
13.3 14,5 12,9 14,3 14,1 13,6 13,4 17,8 15,2 14,3 18,0 17,8 20,7 18,4
17,1 18,2 17,0 19,9 17,0 16,2 13,7 22,3 20,4 19,9 21,7 21,1 21,0 23,6
11.3 11,6 9,3 11,7 11,5 10,3 12,2 14,3 11,1 11,7 14,8 13,5 18,8 15,6
9,5 12,0 11,7 15,6 13,3 11,7 10,2 14,5 14,0 15,6 17,0 15,3 15,7 13,1
16,0 — 16,0 19,5 18,6 16,6 10,6 — 19,2 lt,5 23,7 21,8 16,0 24,0
11,9 13,2 13,4 14,9 12,6 13,6 — 16,2 16,1 14,9 16,7 17,8 — 16,4
SW = Mittel Südwesteuropa (Höhle von Langres).
Aus den absoluten Zahlen der Tabelle sehen wir, daß die längste
Stirn die irische Torfkuh hat, die kürz3ste die Torfkuh der Dordogne,
die Eeihmfolge wäre der Länge nach folgende : NW ■ — NO — europaeus,
— ZE — Sl — Albaner — SW. Für die Stirn und das Hinterhaupt
wäre di 3 Eeihenfolge nun relativ zu betrachten, um zu Primitivitäts-
Kennzeichen zu kommen. Die geringste Stirnenge hat demnach die
irische Torfkuh, die breiteste die Torfkuh der Dordogne; die Eeihen-
folge für die Stirnenge ist also: NW — NO — europaeus und Sl —
ZE • — Albaner — SW. Für die Stirnweite: Albaner — europaeus —
ZE — Sl — SW — NO — NW, was eigentlich umgekehrt geschrieben
werden müßte. Hier muß eine Tabelle eingeschoben werden, die das
Eesuhat eigentlich schon vorausnimmt, wir wiederholen also ganz
bewußt im Folgenden. Tabellarisch zusammengestellt und die Kon-
sequenz gezogen, ergibt sich also als endgültige Eegelung der
Primitivitätsfrage für die Stirn folgende Eeihenfolge:
Archiv für Naturgeschiebte.
1922. A. 11.
15 11. Heft
226
Arnold Kühneraann:
Stirnweite Primitivität
NW NW
NO NO
Eur.
Stimenge
NW
NO
Eur.
S1
ZE
Alb.
SW
Stirnlänge
NW
NO
Eur.
S1
ZE
Alb.
SW
SW
S1
ZE
Eur.
Alb.
Stirnbreite
NW
NO
Eur.
S1
ZE
Alb.
SW
S1
ZE
Alb.
SW
Primitivität
NW
NO
Eur.
S1
ZE
Alb.
SW
Stirnlänge
NW
NO
Eur.
ZE
S1
Alb.
SW
Irische Torfkuh — schwedische Torfkuh — Bos hrachyceros
europaeus — slavischer Typ — dtutsch-schweizerische Torfkuh —
Albanerrijnd ' — Torfkuh der Dordogne. ])ieses Resultat stimmt mit
dem Resultat völlig überein, was man erhält, wjnn man die relative
Stirnlänge der Schädel, wobei sich Relativität auf Kopflänge bezieht
nebeneinandergereiht mit der relativen Stirnbreiten, wobei sich
Relativität auf Stirnlängi bezieht, wie die Tabelle zeigt. Nun ist das
Hinterhaupt zu betrachten. Die größte relative Höhe zeigt die slavische
Torfkuh, die geringste die irische Torfkuh. Die Reihenfolge ist: S1 —
ZE — Albaner — europaeus — NO —NW. Die Reihenfolge der Hinter-
hauptsmenge lautet: ZE — SW — NW — S1 — europaeus — NO —
Albaner, die engste Hintsrhauptsenge hat also das Albanerrind, die
weiteste die deutsch-schwcizerisclK Torfkuh. Für die Hinterhaupts-
weite lautet die Reihenfolge : Albaner — ZE - SI — NW — NO — SW,
die schmälste Hinterhauptsweite hat also die Torfkuh der Dordogne,
die weiteste das Albanerrind. Diese Hinterhauptsw^eite mit dem
vorher gew’onnen.n nun zu vergleichen, und Bo6 hrach^jeeros europaeus
und die Dordogne- Torfkuh einzureiben, sehe ich mich außer Stande.
Die Reihenfolge in der • Primitivität für das Hinterhaupt, ohne Ein-
fügung von Bos hrachyceros europaeus und der Torfkuh der Dordogne
lautet a^so nochmals: NO — Sl — Alb — NW — 'ZE. Wur stellen nun
in Tabellenform, geordnet nach der Primitivität, Stirn und Hinter-
Versuch einer Monographie des albanesischen Zwergrindes.
227
haupt nebeneinander. Scellen wir nie Ergebniss3 des Vergleiches des
Albanerrindes mit d.m Bos longifrons nun zusammen, so ergibt
sich, daß erstens das Albanerrind die höchste entwickelte Stirn bei
verhältnismäßig niedrig entwickeltem Hinterhaupt hat, zweitens die
Torfkuh Deutschlands und die der Schweiz das höchst entwickeltes
Hinterhaupt bei hocl entwickelte: Stirn hat, 3. die schwedische Torfkuh
die niedrig entwickelte Stirn bei niedrigst entwickeltem Hinterhaupt
hat, 4. die irische Torfkuh die niedrigst entwickelte Stirn bei hoch
entwickeltem Hinterhaupt hat, 5. di" schwedische Torfkuh bei niedrig
entwickeltem Hinterhaupt eine hoch entwickelte Stirn besitzt, 6. die
Torfkuh der Dordogne bei höchst entwickelter Stirn hochentwickeltes
Hinterhaupt hat. Daß das Hinterhaupt bfi dieser Hasse möglicher-
weise hoch entwickelt ist, entnehmBn wir dem niedrigen Zahlen\\ert
der Hinterhauptsweite: 7. Dei Bos hrachyceros europaeus bei niedrig
entwickeltem Hinterhaupt zeigt ebenfalls eine niedrig entwickelte
Stirn. Daß das Hinterhaupt bei dieser Hasse möglicherweise niedrig
entwickelt ist, entnehmen wir den geringen Werten von Hinterhaupts-
enge und -weite. Geben wir einen Überblick, würde sich e;wa folgendes
System der Torfkuhrinder mit dem Albanerrind ergeben.
NO
NW Bos hrcichyceros europ.
Slavischer Typus
SW Albaner
Dieses Schema, bei dem nun noch zu beachten ist, daß das Albaner-
rind und die Torfkuh der Dordogne die kleinste der ganzen Heihe
darstellen, läßt interessante Schlaglichter auf die ganze Kultur-
entwicklung der Menschheit, soweit man sie zoologisch aus der Ent-
wicklungsstufe des Hindes aufbauen kann, fallen. Wir ersehen so,
daß die brachyceren Hinder anscheinend aus dem Norden zu uns
gekommen sind, denn der Norden weist die primitivsten
Torfrinder auf, daß sie dann nach Süden vorrückten;
der Bos hrachyceros europaeus bekommt hier eine andere
Stellung als Adametz annimmt. Das Tier ist kleiner als die
15* 11. Heft
228
Arnold Kühnemann:
nordische Torfkuh und in der Primitivität höher entwickelt. Man
muß also meinen, daß es einer schon besseren Viehzuchtepoche als
der ursprünglichen nordischen entstammt. Nun kommt noch ein
drittes hinzu, das ist die Größenabnahme der Tiere nach dem
Süden zu, denn der Bos hrachyceros eurofaeus ist kleiner als die
nordische Torfkuh, die Alpen- und deutsche Torfkuh wieder kleiner
als die erste, das Albanerrind und die Torfkuh der Dordogne wieder
kleiner als diese. Will man sich diese Tatsache nun mit Klimaein-
flüssen oder als Einfluß des im Süden der mitteleuropäischen Ebenen
allmählich zunehmenden Gebirgsstockes erklären, so sehen wir,
trotz Höherentwicklung ein Abnehmen der Körpergröße.
Wir sind am Ende des Vergleiches der Torfkuhrassen und des alba-
nischen Zwergrindes. Dieser Abschnitt zeigte, daß das Albanerrind
ein sehr niedrig entwickeltes Kind der Reih? Bos
longifrons ist, ja das es sogar Torfrinder gibt, die höher als das
Albanerrind entwickelt sind; so die Torfkuh der Dordogne, in manchen
Teilen des Schädels dij deutsch-schweizerische Torfkuh. Nun soll
nur noch ein kurzer Vergleich in Bezug auf die Hornlänge und die
nomenklatorischen Bemerkungen gemacht werden. Wir wissen, daß
bei verschiedener Schädelgröße die schwedische Torfkuh in der Horn-
länge etwa zwischen der deutsch-schweizerischen mit sehr kurzen
Hörnern und dem Albanerrind mit den längsten Hornzapfen steht.
Andererseits können wir nicht dies? Zahlenwerte direkt miteinander
vergleichen: 1. die absoluten Zahlen kann man so nicht in Verbindung
bringen, da die Kopflänge verschieden ist; 2. man kann die Schädel
nicht auf eine gemeinsame Kopflänge bringen, wenn die Hornlängen
sich im natürlichen Wachstums- Verhältnis verändern sollen, da wir
wissen, wie Dürst zeigte, daß das Wachstum der Hörner durch
Klima, Ernährung usw. beeinflußt wird, nicht aber abhängig ist voxi
der SchädeJlänge. Wir müssen also nach Erfahrungssätzen urteilen.
Und dabei spielt nomenldatorisch dij Betrachtung der beiden ersten
Beschreiber der Torfkuh eine Rolle. Owen als der erste nannte die
Torfkuh Bos longifrons, ihm war an seinen Stücken aus England und
Schweden, wie Nilsson später an anderen Stücken aus Schweden
nachwies, die Langst irnigkeit aufgefallen, die ja bei dijsen Rassen am
größten ist. Rütimeyer nennt die schweizerische Torfkuh Bos
hrachyceros, nachdem er vorher den Namen „Torfkuh“ prägte. Ihm
war an der zwar schmalen und langen Stirn vielmehr die Kurzhörnigkeit
aufgefallen. Wir wollen uns das zunutze machen und in den Kreis
noch das Albanerrind ziehen, das ja die längsten Hörner unter diesen
drei Rassen besitzt. Wir werden dann nomenklatorisch am
besten benennen: Bos longilrons-ty^\o,MS> die irische und
vielleicht auch schwedische Torfkuh, Bos longifrons
hrachyceros, di? schweizerische Torfkuh, Bos longifrons
megaceros das albanische Zwergrind, Bos longifrons de-
'pressicornis die slavische Torfkuh. Wir werden also im Ein-
klang mit diesen Erörterungen das albanische Zwergrind, was den
Schädel anlangt: 1. mit Recht einen Zwerg im obigen Be-
Versuch einer Monographie des albanesischen Zwergrindes. 25^9
griffssinne nennen können, 2. zum Bos longifrons direkt
stellen können. Ob wir ..ie nicht als niedrigst- brachycere Rasse
aller lebenden Rassen ansprechen müssen, wird der nächste Abschnitt
zeigen, ebenso ob ihrs Verwandtschaft mit Bos longifrons größer oder
kleiner ist als mit Bos hrachyceros, wie ich die übenden kurzhörnig^n
Rinder bezeichne.
Vergleich des Albanerrinde s mit andere n le be nde n,
dem Br achyceros-^t2i,mm zugehörigen Rinderrassc n.
Nach dem Vergleich des Albanerrindes mit den illyrischen und
montenegrinischen Schlägen illyrischer Rasse und den Torfjcuhrassen
haben wir unserem Programm gemäß den Vergleich mit möglichst
vielen anderen hbenden RracAyceroö’-Rassen durchzuführen, müßten
dann alle untereinander, eigentlich auch noch wieder die lebenden
RmcÄyccros-Rassen mit der Torfkuh und diese wieder untereinander
und den entsprechenden Vergleich mit der illyrischen Rasse durch-
führen, um zu einem genauen System des Albanerrindss im System
der Rinder zu gelangen. Unser Wille scheitert aber erstens einmal
daran, daß wir über die Schäddbildung vieler RracÄyceros-Rassen
noch garnicht orientiert sind, von vielen liegen weder Maße noch
Beschreibungen vor, z. B. von dem italienischen Gebirgsvieh, daß
nach Hilzheimer brachycer ist, (Hilzheimer. Die italienischen
Haustiere. Korrespondenz der deutschen Ges. f. Anthropologie. 1908.)
ferner vom Niederlausitzer Zwergrind, - daß nach Kühne mann
brachycer ist, und vielen anderen, deren Aufzählungen uns nur auf-
halten würde. (Kühn'imann, Über das Niederlausitzer Rind. Mit-
teilungen der D. L. G. 1920. Stck. 36.). Endlich aber auch
der Vergleich der lebenden RracAyceros-Rassen der Torfkuh und der
illyrischen Rasse ja nicht hierher gehört, daß also der letzte Vergleich
aller Rassen oes RmcÄyceros- Stammes emschließlich der Rassen von
Bos longifrons hier garnicht durchgeführt werden kann. Wir werden
also nur zu einem ungefähren System der brachyceren Rinder mit
ungefährer Stellung des Albanesen-Rindes gelangen. 1. Vergleich
des Albanerrindes mit der Busa Kroatiens und Slawonien.
Prange s (Frarges loc. cit.) gebührt das Verdienst auf die ,,Busa“
genannte Rinderbevölkerung Kroatiens und Slawoniens in gebührender
Weise aufmerksam gemacht zu haben. Er hat auch die große Ver-
wandtschaft dieser primitiven Rrac/?ycero5-Rasse mit dem polnischen
Rotvieh und der illyrischen Rasse nachgewiesen. Wir wollen nun die
Busa mit dem Albanerrind vergleichen (S. 230).
Aus den absoluten Zahlen stellen wir fest, daß die Busa im Mittel
größer ist als das Albanerrind. Wir bringen also nun wieder das Albancr-
rind auf die Schädellänge von 41,98 cm und vergleichen. Die Hörner
sind im Vergleich zu den absoluten Zahlen etwa gUich lang und stark,
di 3 Horn zapfen aber beim Albanerrind zierlicher und kürzer als bei
der Bu^-a. Die Stirn ist beim Albanerrind kürzer und breiter, also höher
entwickelt als bei der Busa, wie Stirnlänge, Stirnenge und Stirnweite
beweisen. Das Gesicht ist dementsprechend beim Albanerrind ge-
il. Heft
230
Aruold Kühiiemaun:
strecld:cr, wofür die Länge des zahnfreien Teils im Oberkiefer und
Unterkiefer sprechen. In der Wangengegend ist die Busä breiter,
in djm Schnauzenteil umgekehrt das ilbauBrrina breiter als die Busä,
was etwa gleiche Schlankheit des Gesichts ausmacht. Das Hinter-
haupt ist bei der Busa höher und enger (schmaler) als bei dem Albaner-
rind, also bei der Busa primitiver. Die Länge der Zahnreihen im Ober-
und Unterkiefer sind bei der Busa länger als beim Albanerrind, im
ganzen also scheint die Busa, da Stirn- und Hinter-
haupt primitiver entwickelt sind, auf niedrigerer Ent-
wicklungsstufe zu stehen als das Albanerrind; dafür
spräche auch die größere Zahnreihenlänge bei der Busa, die als Kenn-
zeichen der Jugendbewahrung, also Zwerghaftigkeit sich bei
der Busa besser noch erhalten hat, als bei dem zwar absolut kleineren
Albanerrind. Daß die Busa also primitiver ist als das Albanerrind
kann uns garnicht Wunder nehmen, da die Busa ja dem Einwande-
rungsherde der brachyceren Rinder, der wi^ wir gezeigt haben im
Versuch einer Monographie des albanesischeu Zwergrindes. ,231
Norden li( gen muß, näher liegt und sich bei der, wie wir durch
Franges wissen, ebenso primitiv?n Haltung wi ' das Albanerrind
nicht etwa auf die Höhe von Zuchtvieh geschwungen hat. (Natürlich
beziehen sich die Folgerungen nur auf die untersuchten Schädel, die
von noch sehr primitiven Individien, der sich allmählich dank der
Pfege auch seitens der Eegierung Kroatiens und Slawoniens stark
verbessernd m Eas5.e. Es soll also nicht gesagt sein, daß heute noch,
wo schon Busazuchten im modernen Sinne eingeführt werden, meine
Erfahrungen stammen aus dem Jahre 1917, die Busa primitiver ist
als das Alban ‘rrind). Dabei darf nicht außer [Acht gelassen
werden, daß je höher eine Brachycerosioim sich be-
sonders in üppiger Ernährungsweise entwickelt, sie umso-
mehr vom Brachyceros-Ty^ verliert, und sich Brachy-
cephalus nähert, eine Tatsache auf die schon C. Keller
für das Eringerrind, Adametz für das Dux-Zillertaler-
Eind und Arenander für ' die [ ac( ren Einder Skandi-
naviens aufmerksam gemacht hat. 2. Vergleich des
Albanerrindes mit dem polnischen Eotvieh. Adametz,
der Altvater der Unt3rsuchungen über di^ Balkanrinder und die
Einder der Karpathen- Länder, hat auch eingehende Studien über
das polnische Eotvieh gemacht. Er hat auf die sehr nahe Ver>
wandt Schaft der Easse mij mitteleuropäischen Pfahlbaurind und
seine im Verhältnis zur illyrischen Easse primitivere Stellung auf-
merksam gemacht und sie geradezu für eine der primitivsten Einder-
rassen brachyceren Stammes erklärt. Er hat sie aber nicht mit dem
Albanerrind verglichen, was wir hier nachholen wollen. Wir müssen
nur noch erwähnen, wie wir zu dem Mittel des polnischen Eotviehs
gekommen sind. In der Arbeit von 1893 gibt Adametz die Maße
eines Schädels an. In der Arbeit von 1901 gibt Adametz fünf Schädel-
maße, von denen aber nur vier verwendet W'rden können, da an-
gegebep ist, daß der eine Schädel keinm reinblütig brachyceren Ein-
druck mache, sondern wohl Pnmigenius-'Blu.t enthalte. Insgesamt
verwertbar wurden fünf Schädelmessungen, von denen nun einfach
das Mittel genommen wurde. Da diese Schädel nun aber aus weit
entfernt liegenden Gebieten des Verbreitungsgebietes der polnischen
Eotsdehrassc stammen, soll nicht behauptet werden, daß jedem dieser
Schläge nun dieselbe Stellung zukäme, wie allen gemeinsam; es kam
uns hier nur darauf an, das polnische Eotvieh allgemein zum Albarer-
rind in Stellung zu bringen.
Den absoluten Zahlen der' Tabelle entnehmen wir, daß da.:
polnische Eotvieh größer als das 'Albanerrind ist. Wir vergleichen in
der gewohnten Weise und bringen den Albanerschädel auf die Schädel-
länge von 41,66 cm. Daraus ergibt sich für die Hörner, wobei wieder
die absoluten Maße mit berücksichtigt werden, eine etwas größere
Länge, diese ist aber nur sehr gering, und etwas größere Dicke für
das Albanerrind. Die Hörner der polnischen Easse sind demnach
zierlicher und kleiner. Di' Stirn nun ist, wie Stirnlänge, Stirnenge
11. Hbft
232
Arnold Kühnemanu:
Relativ Polnisches Albaner
und Weite zeigen, beim Albaner, da kürzer und breiter, höher ent-
wickelt als beim polnischen Rotvieh. Das Gesicht ist, der kürzeren
Stirn entsprechend, beim Albanerrind länger und zugleich schlanker
als beim polnischen Rotvieh, vie Gesichtslänge und Wangenweite
bewiesen. In der läng« ren Zahnreihe im Oberkiefer und Unterkiefer
aber zeigen sich die primitiveren Charaktere des Albanerr indes. Ebenso
in der längeren Schnauze, wa^ durch die Länge des zahnfreien Teils
im Ober- und Unterkiefer belegt wird. Wir kommen gleich noch darauf
zurück. Im Hinterhaupt nun ist das Albanerrind niedriger, in der
Hinterhauptsenge geringfügig w'eiter, in der Hinterhauptsw^ite be-
deutend enger als das polnische Rot\ieh. Wie diese Größen in Bezug
auf Primitivität zu deuten sind, zeigt die Prozentrechnung in Prozent
der Hinterhauptsenge:
Sie zeigt, daß im Hinterhaupt das polnische Rotvieh primitiver
steht als das Albanerrind. Die polnische Rotviehrasse ist
demnach, da Stirn und Hinterhaupt primitiver Ond, primitiver
zu stellen als das Albanerrind. Dabei zeigt uns die Zahnreihe
im Verein mit der schon etwas verkürzten Schnauze, daß das polnische
Rotvieh in der aufsteigenden Linie begriffen ist, aber auch, worauf
Versuch einer Monographie des albanesischen Zwergrindes. 233
Adametz als Möglichkeit für das Eotvieh hinwies, im Begriff steht
sich dem Bmchycefhalus-l!:j^\xs, zu nähern. Auch dieses Kesultat
spricht für die nordische Herkunft der Brachyceros-
Kinder. 3. Vergleich des Albaner-Rindes mit den Alpinen-
Brachyceros-'Rd.^^QV. Da bisher leider keine genauen Unter-
suchungen am Skelett, die auch absolute Maßzahlen enthalten, über
die Alpinen- KracÄ?/cero5-Rassen vorliegen, so habe ich aus einer Anzahl
Schädel der Schwyzer, Allgäuer und Urier-Rassen das Mittelmaß
wie für Alpine- RracÄyccroÄ-Rassen genommen, ohn6 natürlich damit
sagen zu wollen, daß für jede einzdne Rasse dieser drei nun dieselben
Folgerungen zu ziehen seien, wie für alle zusammen. Von Schwyzer
Schädeln wurden nun 4 und zwar 1 nach Brügger, 2 nach Laurer,
1 nach Siegfried, von Allgäuer- Schädeln 3 nach Laurer, von Uri-
Schädeln 2 nach Laurer genommen. Im ganzen also 9 Schädel für das
Mittel alpiner RracÄyceros-Rassen verwandt.
Aus den absolute n Zahlen stellen wir fest, daß die alpiner Brachy-
oero5-Rinder größer sind als das Alban 3rrind. Wir vergleichen in
gewohnter Art Es zeigt sich, daß die Stirnlänge beim Albanerrind
kürzer ist als beim Alpen Brachyceros, daß dementsprechend Gesicht
beim Albanerrind länger Uiid, wie Wangenwede und Zwischenkiefer-
breite zeigen, auch feiner gebildet ist als bei den Alpen- Brachyceren.
Da Stirnenge und Stirnweite beim Albanerrind schmaler als beim
11. Heit
234
Arnold Kühne mann:
Alpenvieh sind, läßt sich im Verein mit dsr beim Albanerrind kürzeren
Stirn nicht ohne weiteres bestimmen, ob die Stirn primitiver bei einer
oder der anderen Kasse gebildet ist. Wir untersuchen daher in der
Weise, daß wir Stirnenge und -weite sich auf eine gemeinsame Stirn-
länge beziehen lassen.
Wir finden, daß die Stirn beim Albanerrind, da breiter bei gleichei
Länge, höher entwickelt ist als beim kl^QW-Brach^jceros. Die Hinter-
hauptshöhe ist beim Albanerrind niedriger, die Hinterhauptsenge
und -weite schmaler als beim Alpenvieh. Wir untersuchen also, da
diese Angaben über die Primitivität keinen Schluß zu lassen in Prozent
der Hinterhauptsenge
In 7o Hinterhauptsenge
Maß Albaner A.\^%n~Brachyceros
Hinierliauptshöhe-. . 126,1% 114,3%
Hinterbauptsweite . . 169,5 % 160,2 %
und finden das Hinterhaupt beim Albanerrind niedriger als beim
Alpen- Krac/iz/ceros entwickelt. Über die Gesamtstellung an der
Primitivität läßt sich also hier nichts sagen, da die Stirn
höher, das Hinterhaupt niedriger entwickelt ist beim Albaner.
Die Zahnreihen im Ober- und Unterkiefer sind beim Alpenvieh länger
als beim iVlbaner, würden also ihrerseits für Zwerghaftigkeit in unserem
Sinne zu gelten haben. Di-' Hörner sind beim Albanerrind entschieden
länger, wie der Vergleich absoluter und relativer Zahlen aussagt. Das
Gesicht scL.ino, trotz der hohen Zucht und guten Nahrung, noch nicht
stark zur Verkürzung zu neigen, da nur der zahnfreie Teil im Unter-
kiefer beim k\^Qn-Brachyceros kürzer ist als beim Albanerrind, nicht
aber der zahnfreie Teil im Oberkiefer. 4. Vergleich des Albaner-
rindes mit dem Dachauer-Moosrind. Das inzwischen aus-
gestoroene Dachauer-Moosrind ist uns durch die Untersuchungen
Kitt ’s gut bekannt. Kitt hat die nahe- Veiwandtschaft mit den
alpinen Kmc/i^ceroÄ-Rassen fcstgestellt. Das Mittel für diese Tabelle
wurde aus den 9 Kühen d=‘i* einen Arbeit und den 5 Kühen der and-eren
Arbeit, insgesamt also aus 14 Kühen gewonnen.
Versuch einer Monograpliie des albaiiesischeu Zwergrindes. 235
Die absoluten Zahlen ergeben, daß das Dachauer Moosiind größer
ist als das Albanerrind in beiden Geschlechtern. Wir betrachten nun
relativ zuerst das männliche Tier. Die Stirn ist beim Albanerstiti
länger, aber schmaler als beim Stier der Mooskuh. AVie dieses A^cr-
hältnis in Bezug auf die Primitivität gesetzt werden muß, ergibt die
Betrachtung bei gleicher Stirnlänge:
Es zeigt sich, daß die Stirnbreiten etwa gleichwertig sind, die
Stirnenge beim Albaner enger ist, somit ist die Stirn, wenn auch nur
wenig, beim Albanerrind primitive.: als bei der Mooskuh. Da^. Gesicht
ist entsprechend der kürzeren Stirn beim Albaners tier länger und
wenig feiner gebaut, wie Schnauzenbreite und AA^angenweite b^w^eisen.
Das Hinterhaupt ist beim Albanerstier nieoriger und enger, weshalb
in Bezug auf Primitivität die Betrachtung bai gleicher Höhe erforder-
lich wird:
Maß Albaner männl. Mcoskuh männl.
Hinterhauptshölle 15,30 15,30
Htnierhaiiptsenge 12,68 12,50
Hinterhauptsweite 18,97 18,00
Es ergibt sich, daß das Hinterhaupt bei beiden Tiaren etw^a gleich-
wertig ist, beim Mooskuhstier vielleicht noch etwas primitiver. In.j-
gesamt scheinen Albanerstier und Moosstier, da Hinterhaupts-
weite und Stirn nur sehr gering differieren, etwa gleich primitiv
zu sein. Bei den weiblichen Tieren und somit eien Eassen ist die
11. Heft
236
Arnold Kühnemanii:
Stirn b^im Albanerrind kürzer und brdter, also böh ir entwickelt als
bei der Mooskub. Da.^ Gesiebt ontspreebend der kürzeren Stirn ist beim
Albanerrind länger und nur im Schnauzenteil etwas breiter ?ls bei der
Dachauer Mooskuh. Das Hinterhaupt ist bei dem Albanerrind niedriger
unci breiter, jedoch sind die Unterschiede gering, das Hintuhaupe ist
somit bei der Mooskuh primitiver. Im ganzen ist die Mooskuh gering-
fügig primitiver als das Albanerrind, da Stirn und Hinterhaupt ein
wenig primitiver sind. Durch dieses Kesultat wird wieder die
Die Mittelzalil entstammt Lund wall.
Versuch einer Monographie des albanesischen Zwergrindes. 237
Tendenz der männlichen Tiere zur Weiterentwicklung
in der Richtung individueller Einflüsse und aie Tendenz
weiblicher Tiere in der Rasseerhaltung belegt. 5. Vergleich
des Albanerrindis mit dem Bretagnerrind. Das Rind der
Bretagne ist durch vonKlecki, ein Schüler von Ada metz, unter-
sucht worden und als primitives Brachyceros-^indi gekennzeichnet
worden. Seine nahe Verwandtschaft mit der Kerryrasse hat Lund-
wall nachgewiesen.
Die absoluten Zahlen zeigen, daß das Bretagnerrind größer ist
als das Albanerrind. Di- Stirn ist beim Bretagnerrind, da länger und
schmaler, was aus Stirnlänge, Stirnenge und Stirnw'eite hervorgeht,
primitiver als beim Albanerrind. Das Gesicht ist also beim Albaner-
rind, der kürzeren Stirn entsprechend länger, dabei aber auch wie
Wangenweite und Maulbreite zeigen, entsprechend schmaler als beim
Bretagnerrind. Die Zahnreihen im Ober- und Untsrkiefer wie die
vorderen zahnlosen Teile des Mauls korrespondieren etwa unter-
einander, sodaß sie einen Schluß nicht zu lassen. Die Hornzapfen
scheinen beim Bretagnerrind etwas länger zu sein. Das Hinterhaupt
ist beim Albanerrind zwar höher als beim Bretagnerrind, aber die
Hinterhauptsenge ist weiter während die Hinterhauptsw-eite wieder
schmaler ist. Den Entschluß über die Piimüivität des Hinterhauptes
müssen also Prozent-Zahlen liefern:
In % der Hinterhauptsenge.
Maß Albaner Bretagner
Hinterhauptshöhe 126,1 % 126,9 %
Hinterhauptsweite 166,2 % 179,8 %
Das Bretagnerrind liefert die höheren Werte, ist also im Hinter-
haupt primitiver als das Albanerrind. Insgesamt ist also, da Stirn
und Hinterhaupt primitivfr sind als beim Albane rrind, das Bretagner-
rind primitiver als das erste ; ein Schluß, der wiederum für die nordische
Herkunft der Rinder spricht, da ja doch das Bretagnerrind jenem
Zweig der Rinder zuzurechnen ist, der von Schweden nach England
abzweigt, dso dem Entstehungsherd oder Abstammungszentrum
am nächsten liegt. 6. Vergleich des Albanerrindes mit dem
K erryvieh Englands und Irlands. Lundwall hat, wie schon
erwähnt die Kerry untersucht und für nahe verwandt mit dem
Bretagnerrind einerseits, mit der irischen Torfkuh andererseits er-
klärt. Die Mitteizahl unserer Tabelle entstammt der Arbeit von
Lund wall.
Den absoluten Zahlen nach also ist die Kerryrasse größer als das
i^lbancrrind. Der Vergleich der Relativen lehrt, daß die Stirn, da die
Stirnlänge größer, Stirnbreite und Stirnenge aber geringer sind als
beim Albanerrind, beim Kerryrind primitiver isj als beim ersten.
Das Gesicht wiederum ist, nicht entsprechend der kürzeren Stirn,
beim Albfnerrind gleichfalls kürzer aber auch schlanker als bei den
Kerry’s. Aus den Zahnreihen und zahnfreien Teilen läßt sich ohne
weiteres kein ScLluß ziehen, da sie verschi'.den ausgebildct und
11. Heft
288
Arnold Kühnemann:
schwankend sind zwischen Ker/y- und Albanerrind. Kürzer und
schlanker scheinen die Hörner beim Albanerrind zu sein. Die Hinter-
hauptshöhe ist bii dem Albaneriind höher, di', Hinterhauptsenge und
-weite* schmaler, jedoch sind die Unterschiede gering. Das Hint^erhaupt
ist also beim Albanerrind etwas primitiver als bei den Kerrys. Ins-
gesamt kann, da die Stirn bei den Keiiys primitivei, das Hir.t€rhaui)t
aber beim Albaner gering primitiver ist, kein Ge samt urteil über
die größere Primitivität der einen oder der anderen Rasse
Versuch einer Monographie des albanesischen Zwergrindes.
239
an dieser Steile gefällt werden. 7. Ver glei ch de s Alban 3r-
rindBS mit dem Sardinischen Rind. C. Keller hat das
Sardenrind für eine recht primitive RracÄ?/cero5-Rasse erklärt und
zählt sie nah - zum alten Kretarind und dem ebenfalls brachyceren
Cykladenrind.
Maß 6 weibl. Albaner 1 weibl. Sarde
Im männlichen wie im weiblichen Geschlecht ist das Sardenrind
größer als das Albanerrind. Im relativen Verhältnis betrachten wir
zuerst den Stier. Die Stirn ist beim Sardenstier, bei immer gleicher
Länge mit der dss Albaners tieres breiter in der Stirnenge und Stirn-
breite. Demnach ist die Stirn des Albaners primitiver. Das Gesicht
ist beim Albanerstier geringfügig länger aber viel schmaler und feiner
als beim Sardenstier. Die Backzahnreihe im Oberkiefer ist beim
Albaner länger. Die Hörner sind beim Sardenstier länger und stärker
und zwar recht bedeutend. Das Hinterhaupt des Sardenstiers ist höher
und scheint, da die Zwischenhornlinie auch enger ist als beim Albaner,
beim Sardinier primitiver zu sein Beim weiblichen Tier, also bt i der
Rasse ist die Stirn länger aber breiter als beim Sardenrind, läßt also
nur nach Betrachtung bei gleicher Länge einen Schluß auf Primitivität
zu Da nun bei gleicher Stirnlänge das Sardenrind die breitere Stirn
in Stirnenge und -weite besitzt, ist also die Stirn beim Albaner primitiver
entwickelt. Das Gesicht ist, entsprechend der kürzeren Stirn, beim
Albanerrind länger, aber auch, wie Wangenbreite zeigt, schmaler und
feiner als beim Sardenrind. Die Hinterhauptshöhe ist beim Sardenrind
höher, dis Zwischenhornlinie schmaler als beim Albaner; d3mnach
scheint das Hinterhaupt beim Sardenrind primitiver zu sein; ein
endgültiger Schluß auf größere Primitivität scheint nicht gerecht-
fertigt, da die Stirn entschieden primitiver beim Albaner ist, die ge-
il.Heft
240
Arnold Kühnemann:
ringere Primitivität des Hinterhaupts beim Sao:dinier aber nur ver-
mutet werden kann. Im allgemeinen möchte ich, bis bessere
Untersuchungen vorliegen, das Albanerrind für primi-
tiver halten. 8. Vergleich des Albantrrinc.es mit dem
Algierrind. Kütimeyer hat zuerst auf das Algierrind als eine
Brachijceros-'RB.^^Q aufmerksam gemacht, ja er hat sie für so primitiv
gehilten, daß er die Herkunft der Brcichyceros-BindiQT von ihr ab-
■ leiten wollte und so den Abwanderungsherd nach Afrika verlegte.
Wir werden sehen, ob die Primitivität der Algierrinder wirklich
eire so erhebliche ist. Unser Zahlenmaterial stellt das Mittel je
einer von Rütimeyer und einer von Ducrst gemessenen Kuh dar.
Der Tabelle entnehmen war, das die Algierrinder größer als die
Albaner Und. Im Vergleich der relativen Zahlen zeigt sich, daß die
Stirn beim Albaner länger ist, in der Stirnengc breiter, in der Stirn-
breite schmaler ist als das Algierrind. Ein Schluß auf die Primitivität
läßt sich also nur mit Hilfe von Vergleichen bei gleicher Stirnlänge
durchführen. Es z-iigt sich, daß bei gleicher Stirnlänge das Algicirind
die schmalere Stirnenge aber die breitere Stirnweite besitzt. In Prozent
der Stirnenge zeigt sich die größere Länge und größere Schmalheit
des Algierrindes in der Stirn. Mithin ist das Algierrind in der Stirn
primitiver als der Albaner. Das Gesicht ist, entsprecl end der größeren
Stirnlänge beim Albaner, kürzer aber auch, wie Wangenweite urd
Zwißchenkieferweite. zeigen, breiter also gröber als beim Algier. Die
Hintoh auptsl öhe ist beim Albaner höher, dis Hinterhauptsenge
schmaler, die Hinterhaupt sweite etwas w^eiter als beim Algier. Auf
Versuch eiuer Monographie des albanesischen Zwergrindes.
241
gemeinsame Hinterliauptsliölxe gebracht, ergibt sich: größere Breite
also höhere Entwicklung beim Algierrind. Insgesamt ist in der Stirn
das Algierrind, im Hinterhaupt das Albanerrind das jeweilig primitivere,
was ohne weiteres keinen Schluß auf absolut tiefere
Primitivität zuläßt. 9. Vergleich des Albanerr ind e s
mit dem Tunisrind. Duerst hat zum ersten Male auf das
Tunisrind a^s eine dem Algierrind nahe verwandte brachycere Kasse
hingewiesen. Das Vergleichsmaterial ‘Entstammt seiner Arbeit. Es er-
gibt sich für die absoluten Zahlen die bedeutendere Größe desTimisrindes.
Für die relativen Zahlen, in der üblichen Weise genommen, zeigt
sich, daß die Stirn beim Albaner, da kürzer und breiter, wie Stirnlärge,
Stirnenge und -weite zeigen, höher entwickelt ist als beim Tunisrind.
242
Arnold Kühnemann:
Das Gesiebt ist beim Albaner, entsprechend der kürzeren Stirn länger
aber auch breiter, also gröber als beim Algier, wi< Wangenbreite und
Zwischenkieferbreite beweisen. Die Zahnreiben im Ober- und Unter-
kiefer sind beim Albanerrind größer, und lassen, da die zahnfreien
Teile gleichfalls kürzer sind, auf größere Jugendhaftigkeit im Zwerg-
begriff also, als beim Tunisrind schließen. Die Hinterhauptshöhe
is: beim Albanerrind größer, die Hinterhauptsenge und Hinterhaupts-
wnte enger als beim Tunisrind; das Hinterhaupt ist also beim Albaner
primitiver. Im ganzen kann, da die Stirn höher, das Hinterhaupt
niedriger entwickelt ist beim Albanerrind, die endgültige Stellung
in der Primitivität an dieser Stelle noch nicht festgelegt
werden. 10. Vergleich des Albanerrindes mit dem
grusinischen Kaukasusrind. Durch C. Keller sind wir mit
den Kindern des Kaukasus näher bekannt geworden. Es findet sich
dabei eine Brachyceros Kasse primitiver Natur, wie C. Keller behauptet,
das sogenannte grusinische Kind. Das Material der Tabelle entstammt
der Arbeit von Keller.
Im weiblichen wie männlichen Geschlecht isc demnach das
grusinische Kind größer als der Albaner. In den relativen Zahlen
befrachten wir zuerst das männliche Tier. Die Stirn ist bsim Albaner-
stier länger und schmaler, in d^r Stirnenge wie -brüte, insgesamt
primitiver als beim Kaukasusstier. Dementsprechend ist das Gesicht
beim Kaukasusstier länger, aber; wie die M angenbreite zeigt, auch
gröber als beim Albaner. Die Länge der Backzahnreihe ist beim
Kaukasusstier unwesentlich größer. Die Hinterhauptshöhe des Kau-
kasusstieres ist höher, die Zwischenhornlinie aber breiter als beim
Albau3rstier. Bei gleicher Hinterhauptshöhe ist die hintere Zwischen-
hornlinie beim Albanerstier enger. Es steht zu vermuten, daß mithin
das ganze Hinterhaupt schmaler, also primitiver beim männlichen
Albaner ist als beim männlichen Kaukasus. Im ganzen scheint, da
die Stirn bestimmt und das Hinterhaupt wahrscheinlich primitiver
ist, der Albanerstier primitiver zu sein als der Kaukasussticr. Beim
weiblichen Kaukasusrind ist die Stirnlänge größer, als beim weiblichen
Albanerrind, Stirnengc und Stirnweite dabei schmaler; insgesamt
Versuch einer Monographie des albanesisehen Zwergrindes. 243
ist di3 Stirn b^im Kaukasusiind also primitiver. Die Backzahnreihe
ist entschieden beim Albaner länger. Das Gesicht ist beim Albaner-
rind kürzer aber schmaler, also f2iner als be’m Kaukasusrind. D^e
Hmterhaaposhöhe ist bum Albaner höher als b^im Kaukasus, und
da die hintere Zwischenhornlinie bei beiden Kassen fast gleich ist,
die Hinterhauptsbreitenwerte also vermutlich gleichwertig sind, beim
Albaner das Hinterhaupt wahrscheinlich primitiver ah beim Kaukasus-
find. Ein Gesamtschluß auf die Primitivität kann hier
nicht gezogen werden, da die Stirn primitiver beim Kaukasus-
rind ist, das Hinterhaupt dagegen wahrscheinlich beim Albaner.
11. Vergleich de s Al b a ne r r inde s mit dem Syrischen
Rind. Das syrische Kind ist uns durch Duerst durch einen
Schädel bekannt geworden, den Rudolf Virchow aus Kbinasien
mitbrachte.
Das syrisch-klainasiatische Rind ist größer als das Albanerrind,
was die absoluten Zahlen beweisen. Die Stirn ist, bei Betrachtung
der relativen Zahlen, beim Albaner etwas länger, aber auch breiter eis
beim syrischen Rind. Die Betrachtung bei gleicher Stirnlänge zeigt,
daß das syrische Rind, da die Breiten-Dimensionen schmaler sind,
primitiver in der Stirn ist als das Albanerrind. Jedoch ist der Unter-
schied gi^ring. Das Gesicht ist, entsprechend der kürzeren Stirn, beim
Albaner länger, im Wangenbreitenteil schmaler, in der Schnauze
jedoch etwas breiter als beim Syrier. Das Hinterhaupt nun ist beim
Syrier höher, in d^r Hinterhauptsenge breiter, in der Hinterhaupts-
weite schmaler als das Albanerrind. Bei gleicher Hinterhauptshöhe
zeigt sich, daß der Albaner be* fast gleichwertiger Hinterhauptsenge
16* 11. Heft
244
Arnold Kühneraann;
Weiblich
Maß Albaner S37rier
Stirnlänge 18,89 18,89
Stirnenge 14,66 14,27
Stimweite 18,88 17,99
breiter in der Hinterhauptsweite ist, also im Hinterhaupt höher ent-
wickelt ist als der Syirer. Die Zahnreihe ist beim Albaner erheblich
Weiblich
länger als beim Syrier, ebenfalls länger ist eier "zahnfreie Teil. -Da-<
sine! Zeichen, diß wir es beim syrischen Kino mehr mit Tieren zu tur
haben, die dem Zwergdomestikatiorsstadium entfeinter liegen. Ins-
gesamt nun ist, da Stirn und Hinterhaupt primitiver sind, das
syrische Rind primitiver als das albanische Rind. Das
muß uns zunächst recht wundern, denn der Syrier liegt doch dem
nördlichen Abw indlungsherd entfernter, müßte also höher entwickelt
sein. Jedoch müssen wir erst noch Rinder dieser Gegend untersuchen,
ehe wirdarüber abschließend urteilen. 12. Vergleich mit dem syrisch-
mesopotamischen Sendscherlyrind. Auch dieses Rind ist uns
durch zwei Schädel, einen männlichen und einen weiblichen, durchDuer st
zuerst bekannt geworden und von ihm zur Brachyceros-'Fovm gestellt.
Den absoluten Zahlen nach ist die Kuh anscheinend gleich groß mit
der Albanerkuh, vielleicht noch etwas kleiner. Der Sti-;r aber ist stärker
als der albanische Stier.
Versuch einer Monographie des albanesischen Zwergrindes. 245
Kelativ betrachten wir wieder zuerst den Stier. Die Stirnlänge
ist beim Albanerstier länger, die Stirnenge, schmaler und die Stirn-
breite etwa gleich breit mit dem Sendscher] ystier. Insgesamt ist dem-
nach die Stirn bei dem Albanerstier primitiver entwickelt. Das Gesicht
ist beim Albanerstier kürze c aber in der Wangenbreite und Maulbreitr,
schmaler als beim Sendscherlystier. Die Zahnreihe ist beim Albaner
w e i b 1 i c h
Sendscherly Alban.
Stirnlänge 17,11 17,11
Stirnenge 12,73 13,28
Stirnweite .... 17,34 17,10
länger, ebenso der zahnfreie Teil. Das Hinterhaupt ist höher beim
Albanerstier, in der Hinterhauptsweite schmaler, insgesamt also
primitiver beim Albanerstier. Der Albanerstier ist also, di' Stirn und
Hinterhaupt primitiver sind, primitiver als der Sendscherlystier.
Beim weiblichen Geschlecht, somit also bei der Kasse ist die Stirn
beim Albanerrind länger, aber breiter als beim Sendscherlyrind. Bei
gleicher Stirnlänge zeigt sich, daß das Sendscherlyrind schmaler also,
primitiver in der Stirn ist als das Albanerrind. Die geringere Größe
in der Stirnweite kommt bei der viel schmaleren Suirnenge nicht in
Betracht. Das Gesicht ist beim Albaner kürzer und breiter. Die
Zahnreihe ist beim Sendscherly länger, der zahnfreie Teil kürzer als
beim Albaner. Das Hinterhaupt endlich ist beim Sendscherlyrind
höher und in den Breitendimensionen enger als beim Albanerrind.
Das primitivere Hinterhaupt kommt demnach dem Sendscherlyrind
zu. Im allgemeinen ist das Sendscherlyrind, da Stirn und
Hinterhaupt primitiver sind, primitiver als das Albanerrind.
Das ist ein zweites Rind, das bei größerer Entfernung von dem nörd-
lichen Abwandlungsherd primitiver ist als das Albancrrind. Wir
untersuchen nun noch afrikanische Bmchyceros-'Rmdiei: in derselben
Weise. 13. Vergleich des Albanerrindes mit dem Togo-
rind. Afrikanische Kinder sind von C. Keller und Breitung
untersucht worden. Das von C. Keller untersuchte war das So-
malirind, ein Buckelrind, das er zu den Zebus stellte Wir werden
uns im nächsten Abschnitt mit diesem Somali-Zcbu beschäftigen.
Breitung untersuchte nun neben Ochsen aus Kamerun, einen Zebu
aus Nubien und einen Zebu aus Kamerun, zwei Rinder aus Togo,
davon eins aus Sokode, das andere aus Adeliland Das Mittelmaß
dieser beiden Togorinder, die nach Breitung zur Brachyceros-^oxm
gestellt werden müssen, bildet das Material unserer Tabelle (S. 246).
Das Togorind ist demnach erheblich größer als das Albanerrind.
Relativ verglichen ist die Stirn beim Togorind länger und schmaler,
also primitiver als beim Albaner. Das Gesicht ist dementsprechend
beim Albanerrind länger aber auch breiter, wie Zwischenki^fer breite
und Wangenweite beweisen. Die Zahnreihen im Ober- und Unter-
kiefer sind beim Albaner länger, und zwar recht erheblich, die vorderen
zahnfreien Teil? infolgedessen bum Togorind länger. Es zeigt sich
11. Heft.
246
Arnold Kühnemann:
auch lii3r: die dem Zwergtypus der Domestikation näher stehende
Form ist das Albanerrind. Das Hinterhaupt ist beim Albanerrind
schmaler und höher, also höher entwickelt beim Togorind. Insgesamt
kann, da dia Stirn beim Togorind primitiver, das Hinterhaupt aber
Versuch einer Monographie des albanesischen Zwergrindes. 247
beim Albanerrind primitiver istj an dieser Stelle noch kein end-
gültiger Schluß über größere Primitivität gezogen
werden. 14. Vergleich des Albanerrindes mit dem
Somali-Zebu. Wie erwähnt, hat C. Keller sich mit dem Somali-
zebu befaßt. Andere Zebuarten sollen hier nicht mit dem Albane^’-
rind verglichen werden, da wir über die Stellung der Zebuarten oder
Zeburassen nichts genaues wissen und solche Vergleiche mit der
Primitivitätsfrage des Albanerrindes zunächst nichts zu tun haben.
Das Material der Tabelle ist das Mittel aus drei weiblichen Somali-
zebu-Schädeln nach C. Keller.
Das Somalizebu ist größer als das Albanerrind. Kelativ ver-
glichen ist die Stirn beim Albanerrind länger und breiter in beiden
Breitendjmensionen. Bei gleich r Länge verglichen zeigt sich, daß
das Albanerrind schmaler, also primitiver in der Stirn ist als das
Somalizebu. Das Gesicht ist beim Albaner entsprechend der längeren
Stirn, kürzer und, wie Wangenbreite und Maul breite zeigen, auch
breiter als beim Zebu. Die Länge d?r Zahnreihe ist beim Albaner
größer, nähert sich also dem Zw?rgcharakter. Die Hornzapfen sind
beim Zebu bemerkenswert Lurz, auch die Hörner sind noch kürzer
aber stärker als die des Albanerrindes. Das Hinterhaupt ist beim
Albaner höher aber in der Hinterhauptsenge breiter, als beim Somali-
zebu. Bei gleicher Hinterhauptshöhe ist das Albanerrind schmaler,
also insgesamt im Hinterhaupt primitiver als das Somalizebu. Das
Albanerrind insgesamt ist also, Stirn und Hinterhaupt entsprecher d,
primitiver als das Somalizebu. Aus diesem Kesultat kann über die
Herkunft wohl kaum ein Schluß gezogen werden, da wir, wie schon
gesagt über die Stellung der Zebu noch nicht klar unterrichtet sind.
15. Vergleich aller iufge führten Brachyceros- Kassen unter-
einander. Nachdem wir nun möglichst viel KracA^ccros-Rassen mit dem
Albanerfind einzeln verglichen haben, bhibt uns ein Vergleich aller dieser
Rassen untereinander übrig, um zu einem wenigstens ungefähren
System der brachyceren Rinder zu kommen. In Europa hätten wir
noch mehr Vergliche mit anderen Rrac^yceros-Rassen durchfühlen
können, allein das hätte zu w^it geführt, für Afrika und Asien aber
sind uns weiter keine reinen Brachyceros-'Kin.diQi bekannt als die, mit
denen wir das Albanerrind verglichen haben Die Rinder Japans,
die Iguchi und die Rindir Chinas, dij Noack wenigstens teilweise
beschrieben hat, stellen hoch komplizierte Kreuzungen dar, können
also für uns nicht in Betracht kommen. Rinder Amerikas und
11. Haft
248
Arnold Küliuemanii:
Australiens aber kommen für uns deshalb nicht in Betrachi, weil sie
erst eingeführt worden sind und somit für die Frage der Herkunft
und dem Zusammenhang mit dem Albanerrinde nichts mehr zu tun
haben. Die Schädelvergleiche zeigen nun, dcß, was die Größe an-
betrifft, folg nde Keihenfolge, der Größe nach geordnet, inne gehalten
werden miiß:
Tunisrind, Togorind, Kaukasusrind, Alpenrassen, Kerry, Dachauer
Moosrind, Bretagnervieh, Somalizebu, Algierrind, Syrisches Kind,
Busa, Polnisches Kotvieb, Sardenvieh, Albaner-Mesopotanisches Rind.
Wir sehen also, daß das Albanerrind tatsächlich das kleinste hbende
Rind der RracÄ?/cero5-Rassen ist.
Die anderen absoluten Maße hier der Größe nach zu ordnen
können wir unterlassen, da dies für die Primitivitäts- und Verwandt-
schaftsfrage wenig oder keine Bedeutung besitzt. Wir untersuchen
nun die relativen Maße und bringen zu diesem Zweck alle Schädel auf
eine Schädellänge von 46,50 cm.
Versuch einer Monographie des albanesischen Zwergrindes.
249
Relative Maße, bezogen auf 46,50 cm
Wir ordnen zunächst die Einzelmaße der Größe nacE und be-
stimmen dann die Primitivität. Für die Stirnlänge ergibt sieb folg mde
Eeibenfolge: Alpen- EracÄ^/ceros-Kassen, Kaukasusrind, Dachauer
Moosrind, Togorind, Tunisrind, Polnisches Eotvieh, Kerryrind,
Sardeniind, Busa, Bretagnerrind, Syrierrind, Albanerrind, Algierrind,
Sendsch3rlyrind, Somalizebu. Für die Stirnenge ergibt sich: Sarden-
rind, Alpen- EracÄyceroÄ-Eassen, Albanerrind, Somalizebu, Tunisrind,
Togorind, Sendscherlyrind, Kerryrind, Busa- Syrierrind, Bretagner-
rind, Kaukasusrind, Dachauer Moosrind, Polnisches Eotvieh, Algier-
rind. Für die St’rnweite ergibt sich: Alpme EmcÄyceros-Eassen, Sard?n-
rind, Algierrind Albanerrind Kaukasusrind, Bretagnerrind, Tunis-
rind, Kerryrind, Dachauer Moosrind, Syrierrind, Bui§a-, Sendscherly-
rind, Somalizebu, Togorind, Polnisches Eotvieh. Der Gesichtslänge
nach geordnet: Somalizebu, Kaukasusrind, Sendscherlyrind, Kerry,
Algierrind, Albamrrind, Syrierrind, Bretagnerrind, Busa, Polnisches
Eotvieh, Tunisrind, Dachauer Moosrind, Sardenrind, alpine Bmchyceros
Eassen, Togorind. Der Wangenweite nach geordnet : Alpen- EmcAycero.?,
250
Arnold Kühnemann:
Sardcnrind, Kaukasusrind, Polnisckes Kotvieh, Busa, Ketry, Bre-
tagnerrind, Bachiauer Mooskuh, Tunisrind, Albanerrind, Somalizebu,
Algierrind, Togorind, Syrierrind, Sendscher ly rind. Da bei den and?ren
Maßen Lücken in der Größenreihenfolg 3 bei dem mangelhaften Material
nicht zu vermeiden sind, lassen wir die Größe nmaßenreihenfolgs
für dies3 Maße fort und treten in die Primitivitätsfrage ein. Wir unier-
suchen zunächst die Stirn.
Die Unt ersuchungen werden nun schwierig, da die Permutationen
der Vergleiche einsetzen. Wir müssen also stellenweise die Primi-
tivität nachweisen. Aus der relativen Tabelle bezogen ergibt sieh:
Demnach is'3 das Bretagnerind an 10., das Sardenrind an 14. Stelle
gesichert. Wir benutzen nvn die Kesultate eler Einzeluntersuchungen.
Danach war in der Stirn das Algierrind primitiver als das Zebu, das
Kaukasusrind primitiver als das Albanerrind. Wir bringen nun diese
3 Kinder, ohne das Zebu, ruf eine gleiche Stirnlänge:
Versuch einer Monographie des alhanesischen Zwergrindes.
251
und finden das Kaukasusrind als das primitivste dieser drei. Wir
wollen nun versuchen schrittweise die Primitivität zu sichern. Das
Kaukasusrind mit dem Sardenrind verglich3n zeigt:
Maßbezeichnimg Sardenrind Kaukasusrind
Stirnlänge .... 20,50 20,50
Stirnenge .... 17,08 14,00
Stirnweite .... 21,75 18,70
daß das Kaukasusrind als das Primitivere für Besetzung von Stelle 15
nicht in Betracht kommt. Bleibt die Wahl zwischen Sarde und Zebu:
Demnach ist das Zebu höher entwickelt als das Sardonrinci.
Ihm kommt also Stelle 15 zu. Setzen wir nun Albaner und Sardenrind
ins Verhältnis, so zeigt sich noch aus der größeren Stiru tabeile, daß
das Albanerrind primitiver ist. Zwischen Bretagnerind und Albaner-
rind zeigt sich aus derselben Fabclle, aaß das Bretagnerind primitiver
ist. Das Albanerrind fteht demnach zwischen Sardenrind und
Bretagnerind. Von Bretagnerind und Syrk nrind i^ t, wie die Tabelle zeigt
Maß S3n:ier Bretagner
Stimlänge .... 132 % 134 %
Stirnbreite . . . 126 % 129 %
das Br( tagnerind wahrscheinlich das primitivere. Wie die große Tabelle
zeigt, ist; das Syrienrind primitiver als das Albancrrina und das
Bretagnerind seinerseits primitiver. Demnach kommt dem Syrienrind
Stelle 11 oder 12, dem Albanerrind Stelle 12 oder 13 zu. Albaner-
und Algierrind in Beziehung gesetzt (Tabelle), zeigt sich das Algier-
rind als das Primitivere. Syrienrind und Algierrind in Beziehung
gesetzt, das Syrierrind als das Primitivere. Die Keihenfolge heißt
demnach:
10. Bretagnerind, 13. Algierrind,
11. Syrienrind, Sardenrind,
12. Albaneirind, 15. Somalizebu.
11. Heft
252
Arnold Külinemann:
Von den Eindsrn die Nr. \ am nächsten stehen, kommen Polnisches
Kot\ieh und Dachau?r Moosrind für ]Sr. 1 in Präge. E'n Vorglo'ch
zeigt, daß das Polnische Eotvieh primitiver ist, eh das Dach uer
Mooftrind. Das Polnische Kotvieh bekommt demnach Stelk 1. Der
Vergleich in der großen 'T’abille zwischen Moosrind und KauKasus-
rind zeigt, daß das Moosrind primitiver ist. Ein Vergleich zwischen
Moosrind und Togorino läßt zu ieeinem Endresultat kommen. Moos-
Maß
Stimlänge ....
Stirnenge ....
Stimweite ....
Moosrind . Togorind
20,80 20,80
14,5 15,4
18,8 18,1
rind und Ksrryrind, auch nach d?r großen Tibelle, verglichen zeigt,
daß die Mooskuh primitiver ist. Zwischen Togo und Kerryrind ver-
glichen, zeigt sich das Togorind primitiver. Demnach heißt die Reihen-
folge : Mooskuh, Togo- und Kerryrind. Kerryrind und Busa verglichen,
Maßj Kerry Busa
Stirnlänge. . . . 134% 133%
Stimweite .... 140 % 126 %
zeigt die Kerryrasse primitiver. Kaukasus- und Togorind verglichen.
Maß Kaukasus Togo
Stirnlänge .... 146 % 135 %
Stirnweite .... 134 % %
zeigt das Kaukasusrind primitiver als das Togorind. Tunisrind und
Togorind nach der großen Tabelle verglichen zeigt, daß das Togorind
primitiver ist. Togo- und Sendscherlyrind verglichen zeigt, daß das
Maß
Stimlänge . . . .
Stirnbreite . . .
Togo Senclscherly
125 % 135
117 % 121 o/o
Sendscherlyrind primitiver ist. Die alpinen BracJiyceros-Hasfien
mit dem Togorind verglichen, lassen kein Resultat zu. Die Tabelle
Maß Alpine Togo
Stirnlänge. . . . Ud % 135%
Stimbreite . ; . 132% 111%
für Kaukasus-, Alpen-, Togo- und Sendscherlyrind lautet:
Maßbczciclmung Kaukasus- Alpen- Sendscherly- Togorind
Stimlänge. . . UQ % 139 U5 % 135%
Stirnbreite . . 134 % 132 o/^ 121 o/^ 1170/^
Nun kann die Reihenfolge nicht mehr zweifelhaft sein. In der
Primitivität der Stirn der Primitivität nach geordnet, lautet die
Reihenfolge :
Versuch einer Monographie des albanesischen Zwergrindes. 253
1. Polnischies Kotvieh,
2. Dachauer Moosrind,
3. Kaukasusrind,
4. Alpen-
5. Sendscheryrind ,
6. Togorind,
7. Tunisrind,
8. Kerryrind,
9. Bui§a,
10. Bretagnerind,
11. Syrienrind,
12. Albanerrind,
13. Algierrind,
14. Sardenrind,
15. Somalirind.
Wir untersuchen nun die Primitivität des Hinterhaupts. Bei
dieser Frage müssen wir zwei Gruppen getrennt von einander unter-
suchen, in einer Gruppe nehmen wir alle Kassen mit, von denen wir
die große Hinterhauptshöhe kennen, in die andere stellen wir alle
die Kassen, von denen wir die kleine Hinterhauptshöhe kennen und
versuchen dann zu kombinieren. Dann bleibt das Sardenrind und das
Kaukasusrind übrig und wir müssen sie der Wahrscheinlichkeit nach
behandeln. Wir betrachten zuerst die Gruppe, deren große Hinter-
hauptshöhe wir kennen.
Maß in % Pole Alpen Moosrd. Bretag. Kerry Som.-Zebu Alb.
Hinterhauptshöhe 129,5 114,3 134,9 126,9 118,0 122,7 120,0
Hinterhauptsweite 192,3 159,4 174,6 198,1 168,5 — 169,5
Es ergibt sich die zweifelsfreie Keihenfolge in absteigender Linie:
kl^exi-Brachyceros, Kerry, Albaner, Bretagne, Polnisches Kotvieh,
Dachauer Moosrind. Das Zebu muß unberücksichtigt bleiben, würde
aber wohl zwischen Kerry und Albaner zu stehen kommen. Die Keihen-
folge für die Kassen, deren kleine Hinterhauptshöhe wir kennen,
ergibt folgende Tabelle.
Maße in % Alb. Busa Bret. Kerry Alg. Tunis Syr. Sendsch. Togo
Hinterhauptshöhe 95,2 110,2 92,3 86,5 82,4 73,8 95,2 101,2 86,4
Hinterhauptsweite 169,5 168,8 198,1 168,5 155,7 152,2 160,0 174,5 157,1
Kerry, Togorind, Algierrind, Tunisrind in aufsteigender Linie
stehen sicher, zweifelhaft bleibt alles übrige. Demnach laut3t die
vorläufig} Keihenfolge: Moosrind, Polnisches Kotvieh, Albaner,
Kerry, Togorind, Algierrind, Tunisrind in aufsteigender Linie, wobei
zu bemerken ist, daß die Alpenbrachyceren vom Kerry ab aufwärts,
Bretagnerind, Sendscherlyrind, Busa und Syrienrind vom Kerry
ab abwärts einzuzeichnen sind. Nun ist, wie aus der vorigen Tabelle
hervorgeht, das Syrienrind höher entwickelt als die Busa, das Syrien-
rind höher entwickelt als das Sendscherlyrind, das Bretagnerind
schließlich höher entwickelt als Sendscherlyrind. Bretagnerind und
Sycienrind verglichen: das Syrienrind ist primitiver. Die Busa mit dem
Sendscherly verglichen:
Maß Bretagner Syrier
Hinterhauptshöhe . 10,0 10,0
Hinterhauptsenge . 10,5 10,50
Hinterhauptsweite . 19,6 16,80
erweist tich die Busa als primitiver.
11. Hett
254
Arnold Kühnemann:
Demrach lautet die Keiher folge : Busa, Sendscliarly, Syrienrind,
Bretagnerind in aufst3igender Linie. Nun wäre zu ermitteln, wie das
polnische Rotvieh sich zu aies'-r Reihenfolge v-.rhält. Das absolute
Mittel der kleinen Hinterhauptshöhe für das Polinsche Rotvieh beträgt:
10,13 cm, also ist
Polnisches Rotvieh
Stimlänge . . . 99,9 %
Stirnweite . . 189,7 %
Ein V..rgleich mit der großen Tabelle und der Busa zeigt, daß die
Busa primitiver ist als das Polnische Rotvieh. Ein VergLich des
Maß Busa Polnisch
Hinterhauptshöhe . . 10,26 10,26
Hinterhauptsengc . . 9,31 10,29
Hinterhauptsweite . . 15,72 19,75
Polnischen Rotvieh- mit dem Sendschc rlyrind zeigt, daß das Send-
scl erlyrind primitiver ist als das Polnische Rotvieh. Das Polnische
Rind ist nun, wie der Vergleich seiner Prozentzahlen in der großen
Tabelle zeigt, primitiver als das Syrienn’nd. Demnach, da uns der
Vergleich und somit das genaue Einreihen der Alpenbrachyceren
unmöglich ist infolge Unkenntnis der betreffenden kleinen Hinterhaupts-
höhe muß die Reihenfolge für das Hinterhaupt lauten:
1. Dachauer Moosrind,
2. Busa,
3. Sendscherl yrind,
4. Polnisches Rotvieh,
5. Syrienrind,
0. Brecagnerind,
<Sardenrind?
7. Albanerrind,
<Zebu?
< Kaukasusrind?
8. Kerryrind,
9. Togorind,
< Alpen- Brachyc.'i
10. Algierrind,
11. Tunisrind.
Das Endresutlat in der Primitivitätsfrage hier zu lösen würde
an dieser Stelle zu weit führen, ai diese Permntationeii der .einzelnen
Versuch einer Monographie des albanesischeu Zwergrindes.
255
Werte mit d?m Albinerrind nichts mehr zu tun laben. Es mag uns
genügen einen Überblick zu geben. Stirn und Hinterhaupt der Pri-
mitivität nach geocünefc in aufsteigender Linie und nebi eeinixxder-
gestellt ergibt folgendes:
Wir sehen, daß zu den primitivsten Rindern demnach zu zählen
sind: Polnisches Robvieh, Dachauer Moosrind, Busa, Sendscl erlyrind,
zu den höchstentwickelten RacAyceros-Rassen: Somalizebu, Sardenrind,
Algierrind. Die anderen stehnr in der Mitte; demnach: Albanerrind,
Togorind, Tunisrind, Syrienrind, Kerryrmd, Br.dagnerind, diese
drei aber mehr zur Primitivitätsgrenze, Kaukasusrind und Alpen-
Brach yceros-Bo^ sse n.
Das Albanerrind gehört daher wohl stammesgeschicht-
lich zu den primitivsten Rassen, ist aber sonst ein mittel-
hoi h entwickeltes Brachyceros-BindL.
Versuch eines Systems der brachyceren Rinder.
In diesem Abschnitt sollen nur Andeutungen gegeben werden,
um di) Stellung de" Albanerrindcs zu sichern. Wie aus den vorigen
Abschnitten hervorgeht, würde ein geregeltes System der brachyceren
Rinder s’ch wohl errechnen lassen, allein es gehört nicht an diese
Stelle. Wir wolh n uns zunächst mit den Rindern beschäftigen, die
nördlich des Mittelmeerbeckens beheimatet sind. Es ist di» s von
unseren Aufgeführten: Albanerrind, Polnisches Rotvieh, Busa, die
illyrischen Rassen, die alpinen Rassen, das Dachauer Moosrind,
Bretagnerind, Kerryrind. Für die nördlichen Rassen der Torfhuh
hatten wir ein System gefunden, das wir hier wiederholen müssen:
11. neft
256
Arnold Kühnemann:
Schwedische Torfkuh
Irische Torfkuh Bos hrachyceros euro'paeus
Slavischer Typ der Torfkuh
/ / \
^Torfkuh der Schweiz^
/ Albanerrind
Torfkuh der Dordogne
Es ist eine Leichtigkeit, hierin einige Eassen der Besprochenen
unterzubringen. Daß die K^rryrinder von der irischen Torfkuh ab-
stammen, hat f chon Lund wall ( rwi esen. Ebenso daß die Kerry höher
entwickelt rind, als das Bretagne c-Eind, ferner nahm von Klecki
die Abkunft der Bretagier-Einder von der Torfkuh an. Die Busa
ist mit Selb, tver^-tändlichkeit zwischen Albaner und slavischen Typ
zu stellen;' in diese Nähe gehört duch das polnische Eotvich, während
alpine EmcAycero5-Easse ,? und Dachauer Moosrind sich um die
Torfkuh der Schweiz gruppieren. Die illyrische i Eassen, nun endlich,
haben sich als Kreuzungsprodukce an das Albane rrind zu reihen.
Kurz im ganzen stellt diese nördliche Gruppe eine ganze
Kette dar, deren nördliche Abkunft wohl zu erklären
wäre. Garnicht in diese Abkunftslinien würden dann
die Einder passen, die heute südlich und östlich des
Mittelmeerbeckens beheimatet sind.
Sk sind zum Teil fraglos primitiver als manche der nördlichen
Eassen und ihre Primitivität nimmt nach dem Osten des Mittelmeer-
beckens zu. Das Ganze würde sich etwa folgendermaßen erklären.
Der Ursprungsherd der brachyceren Einder ist in Asien
zu suchen, wo sich zwei Linien nach Westen begeben,
eine nach Nordeuropa und von dort sich nach Süden
bis an das Mittelmeer teilend, die andere sich teilend
in einen Arm nach Ostafrika und von dort sich ver-
teilend bis nach Sardinien hin über Algier und Tunis,
der andere Arm ginge durch Mesopotamien über Syrien
bis wahrscheinlich K^-eta. Das Ende diesei beiden Arme ’würde
das Somalizebu sein. Das Ganze würde ein zoologisches System der
brachyceren Einder darstellen, das sich nun mit dem System der
Archäologie, Ethnologie und Urgeschichte des Menschen auseinander-
zusetzen hätte, um rechtsgültig zu werden. Wir aber begnügen uns
an dieser Stelle das Albanerrind als den Vertreter einer höchst primi-
tiven Easse in seinem Verhältnis zu den anderen brachyceren
Eindern beleuchtet zu haben, und geben der Hoffnung Ausdruck,
daß es in möglichst kurzer Zeit gelingen möge, an Hand solcher
weiterer vergleichender Untersuchungen der primitiven Einder die
Herkunfö und Stammesgeschichte unseres wichtigsten Haustieres
genau zu erforschen.
Versuch einer Monographie des albanesischen Zwergrindes.
257
Als Endresultat dieser Vergleiche stellen wir fest, daß das Albaner-
rind als Bos*longifrons megaceros nova forma der Rassengruppe Bos
longifrons Owen zu gelten hat, daß aber weitere lebende Rinder, so
vor allem das polnische Rotvieh und die Busa wahrscheinlich auch
zu Bos longifrons direkt zu stellen sind, und, das Bos hrachyceros
als Begriff für lebende höher entwickelte Rinder nicht für das Albaner-
rind in Anwendung gebracht werden kann, wohl aber für die alpinen
Brachyceros-Brnder. Ein kurzes Wort, ehe wir diese Vergleiche der
Schädel beenden, soll noch gesagt sein über die Resultate unserer
Betrachtungen, soweit sie nicht das Albanerrind angehen. Die Einzel-
vergleiche und dsr Vergleich aller Rassen untereinander erbrachten
den Beweis, daß die hier aufgeführten Rassen für sich als Rassen
osteologisch streng zu sondern sind. Ferner daß die Rassen der Gruppe
Bos longifrons sich in sicher 4 Stämme teilen lassen, wenn nicht mehr:
Bos longifrons tyficus, Bos longifrons hrachyceros^ Bos longifrons
de'pressicornis, Bos longifrons megaceros,
daß die Torfkuh also noch nicht ausgestorben ist, sondern
in einem Stamm, dem Albanerrind fortlebt. Aber noch
einen großen Unterschied der Rassen, die heute nördlich des Mittel-
meerbeckens leben, von denen die heute südlich und östlich desselben
zu finden sind, erbrachten die Vergleiche. Gleichgültig wie man sich
zur Frage der Primitivität überhaupt stellen mag, ob man sie von
Länge und Breite der Stirn und des Hinterhaupts abhängig machen
will oder nicht, die Unterschiede der Rassen lassen sich nicht leugnen:
und zwar zeigen alle nördlichen Rassen eine im Verhältnis
zum Gesicht längere Zahnreihe als die südlich des Mittel-
meerbeckens lebenden. Das ist aber für die Kulturgeschichte
und zugleich für unseren Zwergbegriff von fundamentaler Bedeutung,
da eine im Verhältnis zum Gesicht längere Zahnreihe ein Jugend-
merkmal darstellt, alle nördlich des Mittelmeerbeckens lebenden
Kurzhornrinder aber dieses Merkmal aufweisen, alle südlich desselben
auch das Sardenrind, eine im Verhältnis zum Gesicht kurze Zahn-
reihe haben, also die Charaktere erwachsener Tiere zeigen, kann auf
die Entstehung der beiden Gruppen und die Kulturgeschichte ihrer
Völker ein Rückschluß getan werden. Nun wissen wir, daß alle südlich
des Mittelmeers lebenden Völker Nomaden echten Sinns waren und
zum Teil noch sind. Das heißt, sie zogen den Viehherden nach, der
Mensch richtete sich also nach dem Vieh, wie wir es bei
einzelnen Stämmen Indiens noch haben, wo die Menschen ihre Hütten
dort aufschlagen, wohin die Balirinder ziehen. Das Tier also
wächst dabei unter völlig natürlichen Verhältnissen auf
und wird nicht einzeln sondern herdenweis domesticiert.
Ganz anders muß der Rückschluß im Norden sein. Die
Menschen müssen hier Einzelzucht getrieben haben, junge Tiere
eingesperrt und ernährt haben, die sich dann nicht mehr
vollständig entwickeln konnten, kurz das Tier hat sich
hier nach den Menschen richten müssen. Das heißt doch
Archiv fUr Naturgeschichte.
1922. A. 11.
17 11. lieh
258
Arnold Kühneraann:
für unseren Zwergbegriff nichts anderes als daß die nördlich
des Mittelmeergebietes lebenden Kassen ihm völlig an-
gehören. Nun haben einzelne besser gehaltene Kassen ihn zum
Teil verloren, erkennbar allgemein aber ist er noch in der Zahnreihe;
die südlichen Kassen aber gehören ihm nicht an, sondern bilden,
wie ich es nennen will, kleine Kassen. Man kann also in der Größe
unterscheiden: 1. Kümmerungen, 2. Zwerge, 3. kleine Kassen,
das sind KassBn, die bei geringer Körpergröße doch alle Eigenschaften
sonst großer Kassen, derselben Kassengruppe, zeigen. 4. Große Kassen.
Für die Kulturgeschichte ist diese Unt3rsuchung insofern von Inhalt,
als der nördliche Mensch doch die höhere Kulturstufe schon früh
erreicht haben muß; da er Einzelhaltung und Viehzucht kennt, der
südliche Mensch aber nicht. • Wir sind am Ende der Osteologie des
Schädels und wollen nur noch bemerken, daß wir den Haupt weit
unserer Untersuchnugen selbstverständlich auf das Zahlenmaterial
und die konlaeten Schlüsse über die Größenverhältnisse der einzelnen
Kassen untereinander, wie Begriffsaufstellung für Zwerg und kleine
Kasse legen, daß wir aber den hypothetischen Erörterungen über
Primitivität, eventuelle Abstammung und Herkunft des Kindes mehr
den Wert geistreicher schmückender Beigaben zumessen, als fli
den dogmatischer Theorien einzustehen gedenken.
Literaturverzeichnis.
1. L. Adametz. Studien über das polnische Kotvieh, öster-
reichische Molkereizeitung 1901. < — 2, Untersuchungen über den
Schädelbau des albanischen Kindes. Zeitschrift für das landwiitschaft-
liche Versuchswesen in Österreich 1898, -Heft 3, Seite 194—234, —
3. Monographie des illyrischen Kindes. Journal für Landwirtschaft
1895. ■ — 4. Weitere Studien zur Monographie des illyrischen K’ndes.
Die Daseinsverhältnisse der illyrischen Kinderrasse. Journal für
Landwirtschaft 1896, Seite 104 — 136. — 5. Untersuchungen über den
Körperbau der montenegrinischen Schläge des illyrischen Kindes.
Journal für Landwirtschaft 1896, 44. Band, Seite 137—157. —
6. Studien über Bos hrachyceros europeus, die wilde Stammform
der Brachyceros-'Rs.ssen des europäischen Hausrindes. Journal für
Landwirtschaft 1898, 46. Bano, Seite 218 — 319. — T. 0 pochcdzeniu
bydla, krajowego i jego pokrewdeustwdez dzisigjsza rasa illyrijska.
Untersuchungen über Bos taurus hrachyceros polonicus nebst Be-
merkungen über dessen V rwandfcschaft mit Bos tamus hrachyceros
ülyricus. Vorläufige Mitteilung, Anzeiger der Akademie der Wissen-
schiften zu Krakau, Februarheft 1893.
8. Arenaudcr. Studien über das ungehörnte Kindvieh im nörd-
lichen Europa unter besonderer Berücksichtigirng der nordschwedischen
Fjellrasse nebst Untersuchungen über die Hornlosigleit der Kinder.
Kühn’s Bericht, Halle, 13. Heft.
'9. Brelim. - Tierlebcxi, 1916, 4. Band, Säugetiere.
Versuch einer Monographie des albanesischen Zwergrindes.
259
10. Breitung. Studien über die Eindcr Afrikas und Polynesiens
und ihren Zusammenhang untereinander, med.-vet. Dissertation,
Bern 1910.
11. Brügger. Das Vieh Graubündens und seine Beziehungen
zur brachycephalen Urrasse. Med.-vet. Dissertation, Bern 1904.
13. Diierst. Die Tierwelt der Ansiedlungen am Schloßberge
zu Burg/Spree. Archiv für Anthropologie 1914, Seite 230—294.
— 13. Die Kinder von Babylonien, Assyrien und Ägypten und ihr
Zusammenhang mit den Kindern der alten Welt, 1899. — 14. Notes
sur quelques bovic ees prehistoriques. L’ Anthropologie 1900. —
15. Versuch einer Entwicklungsgeschichte der Cavicornier nach
Untersuchungen am Hausrinde, Festschrift zur Feier des 70. Geburts-
tags von Professor Dr. Krämer. Fraunfeld 1902. — 16. Sur le
developpement des cornes ch?z les cavicornes Bulletin du Musee
histoire naturelle, 1902
IT. 0. Fraas. Bos brachyceros am Schussenried Württem-
bergische naturwissenschaftliche Jahreshefte. 1869, pg. 225.
18. Franges. Die Busa. Eine Studie über das in den Königreichen
Kroatien und Slavomen heimische Kind. Inaug.-Dissert. Leipzig 1902.
19. Spiridion CJopcewicz. Ober- Albanien und seine Liga. Leipzig
1881.
30. Max Hilzheiiner. Die italienischen Haustiere. Korrespondenz-
blatt der deutschen Gesellschaft für Anthropologie 1908. — 31. Neigen
inselbewohnende Säugetiere zu einer Abnahme der Körpergröße?
Archiv für Kassen- und Gesellsclaftsbioloige, 1909, 3. Heft.
33. Igiichi. Untersuchungen über den Schädel der Chosen,
Saushima und Tottoririnder. The journal of the College of agriculture
Tohocu imperial university Sapporo, Japan 1913. • — 33. Unter-
suchungen über die Schädel japanischer Boviden. The journal of the
College of agricultur ^ Tohocu imperial University Sapporo. Japan 1911 .
34. Jeitteles. Die vorgeschichtlichen Altertümer der Stadt Olmütz
und ihrer Umgebung. Mitteilungen der anthropologischen Gesellschaft
in Wien, 1873.
35. C. Keller. Studien über die Haustiere der Kaukasusländer.
Neue Denfochriften der Schweiz irischen naturforschenden Gesellschaft,
1913, Band 59, pg. 1 —61. — 36. Das afrikanische Zeburind und
SBine Beziehungen zum europäischen Brachyceros-^mdi. Festschrift
der naturforschenden Gesellschaft in Zürich, 1746 —1896. —
3T. Studien über die Haustiere der Mittelmeerins''ln. Neue Denk-
schriften der schweizerischen naturforschenden Gesellschaft, 1911.
38. Kitt. K.Vi\ jmiormQn. von Bos brachyceros. Landwirtschaftliche
Jahrbücher 1884, 13. Band, pg. 583 — 614. — 39. Studien über die
Schädelbildung einiger bayrischer Kinderscl läge nebst Bemerkungen
über die Morphologie des Kinderschädels überhaupt. Landwirtschaftliche
Jahrbücher 1883, 12. Band, pg. 921— 952.
30. Kleckic. Studya nad morphologia wlasmosciammi u isyt-
kowanni pochodzeniu byla rogatego Bretanni. Studien über die
17* 11. Heft
260
Arnold Kühnemann:
Morphologie, die Nubzungseigenschaften und die Heruunfb des
Bretannierrindes. Krakau, 1898.
31. Knoop. Bos hrachyceros aus dem alt-alluvialen Moor in
Börssum. Korrespondehzblatt der deutschen Gesellschaft für Anbhro-
pologi-^, Ethnologie und Urgeschichte, 1910, 1—3
32. A. Koch. Enzyklopädie der gesamten Tierheilkunda und
Tierzucht. 2. Band. Arlikel: Das Eind. Leipzig, 1903.
33. A. Kühiicmann. Über das albanische Zwergrind. Vortrag
in der Gesellschaft natarforschender Freunde zu Berlin. Sommer 1920.
— 34. ÜTber Bos lon<jijrons Owen. Archiv für Naturgeschichte 1919.
A, Heft 7. — 35. Über das Niederlausifczer Zwergrind. Mitteilungen
der Deutschen Land wiitschafts- Gesellschaft 1920, Stück 28. — 35a.
Über das albanische Zwergrind. Sitzungs - Bericht .der Ges. naturf.
Freunde, Berlin 1921, p. 156—159. — 35b. Über Beste podolischer
Binder aus Berlin. Monatsschrift der Gesellschaft f. Heimatkunde,
Brandenburgia, 1920, XXIX. Jahrg., p. 13 — 17. — 35c. Versuch
einer Monographie des Niederlausitzer Zwergrind? s. Landwirt-
schaftliche Jahrbücher, 1921, p. 781—822.
36. Kühlbrodt. . Das Walten des Wettergottes. 5. Kapitel aus
Mazedonien von einem A. 0. K. Dietrich Beimer, Berlin, 1918.
3T. Liiiidwail. Studien über das irländische Kerryrind. Mitt-
teilungen der landwirtschaftlichen Fakultät der K. u. K. Hochschule
für Bodenkultur. Wien, 1913.
38. Laurer. Beiträge zur Abstammung und Bassenkunde des
Hausrindes. Berichte des landwirtschaftlichen Instituts der Universität
Königsberg, 1913, Hdb 14.
39. A. Th. von Middendorf. Westsibirische Boise. Band 4, Teil 2,
1867.
40. Mohapl. Untersuchungen über das prähistorische Bind
Mährens. Mitteilungen der landwirtschaftlichen Fakultät der K. u.
K. Hochschule für Bodenkultur. 1913, Wien.
41. Natliiisiiis. Atlas der Bassen und Formen unserer Haustiere.
42. Nehring. Über den Einfluß der Domestikation auf die Größe
der Tiere, namentlich über die Giößenunterschiede zwischen zahmen
und wilden Grunzochsen. »Sitzungsberichte der Gesellschaft natur-
forschender Freunde. Berlin, 1888.
43. Noack. Chinesische Haustiere. Zooloiiischer Anzeiger 1912.
Nr. 3, vol. 4L
44. Owen. Beport of ths british fossil mammals. London, 1839.
— 45. A history of british fossil mammals und birds. London 1846,
pg. 508—514.
46. Pigoriiii et Strobel. Le Terramare e la Palafitte del Parmese.
Atti delle societa italiano di Science naturalistc. Parma, 1863, Band 4.
47. Kntimeyer. Fauna der Pfahlbauten. Neue Denkschriften
der allgemeinen Schweizerischen Gesellschaft für die gesamten Natur-
wissenschaften. Bern, 1862. — 48. Untersuchungen der Tierrcste
aus den Pfahlbauten der Schweiz. Mitteilungen der antiquarischen
Gesellschaft in Zürich, 1860, 2. Heft, Bann 13.
Archiv für Naturgeschiclite 1922, Abt. A, 11. Heft 'l\^f \
Kuhschädel. Stierscliiidel.
Arnold KUlni(;ina iin: Vu>ucl) einer Honograpliie des albanesiscl en Zwei'gi indes.
I
Arcliiv für Naturgescliichte 1922, Abt,. A, 11. lieft
Taf. Jl
Scliäilel eines Stiers albanischer Rasse.
Scli.ädel einer Kuh albanischer Rasse.
Arnold Kühneinanii:
Versuch einer Monogj’apliie des albanesischen Zwei'grindes.
Archiv für Natiirgcscliichfe 1922, Abt A, 11. FTcft T;\f. ITI.
Stierscliädel albanischer Rasse.
Kuhschädel albanischer Rasse.
Arnold Kühnemann;
Versuch einer ^ionographie des albanesisclien Zvvergrindes.
Archiv für Maturg-escliiclite 1922, Abt. A, 11. lieft
Tat. IV
Kopf des Stiers aus Stuigwo.
Arnold Kühnemann:
Versuch einer Monographie des albanesischen Zweigrindes.
Archiv für >’aturgescliicl.te 1922, Abt. A 11 Heft
Taf. V"
Albanisches üchsengespami aus Albanien.
7\nh albanischer Rasse, ca. 6 Jahre alt, aus der Gegend von Skumbi.
A r n 0 1 d K ü h n e m a n n :
Versuch einer Monograjdiie des albanesischen Zwergrindes.
Versuch einer Monographie des albanesisclien Zwergrindes.
261
49. F. Seiner, Beobachtungen an den Bastard- Buschmännern
der Nord-Calahari. Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft.
Wien, 1913, pg. 311.
50. Siegfried. Die Binderschädel von Pasquart und deren Stellung
zu den subfossilen und rezenten Binderrassen. Abhandlungen der
schweizerischen palaeonthologischen Gesellschaft in Zürich 1907,
vol. 34.
51. Strobel e Pigoriiii. Le Terramare e la Palafitte del Parmese.
Atti delle societa italiano di Science naturaliste. Parma, 1863, Band 4.
5*L Stiider. Die Tierwelt in den Pfahlbauten des Bielersees.
Mitteilungen der naturforschenden Gesellschaft Bern, 1882. — 5T. Über
die ■ prähistorischen Hunde. Abhandlungen der schweizerischen
palaeonthologischen Gesellschaft Zürich, 1901.
54. Thuumami. Untersuchungen über die Geschichte der östlichen
europäischen Völker. 1774, Band 1.
55. Budolf Vircliow. Zur Kraniologie der Illyrier. Abhandlungen
der Kgl. Preuß. Akademie der Wissenschaften Berlin, 1877.
56. Th. Volkow. Eeferat über Woldrich. L’anthropologie
1896, p)g. 573 -579.
57. Woldrich. Fauna kicmenjacka ripacke sojenice. Glasnick.
Cemalsjskog museja v bosni i herzegowini. Sarajewo. 1895, Band 7, 3.
— 58. Wirbeltierfauna des Pfahlbaus von Bipaö bei Bihac. Wissen-
schaftliche Mitteilungen aus Bosnien und der Herzegowina, Wien
1897, 5. Band.
59. Zeiigel. Die prae historischen Binderschädel im Museum
zu Schwerin und deren Bedeutung für die Geschichte der Mecklen-
burgischen Bindviehzucht. Archiv für Anthropologie, 1910.
Beiträge zur Kenntnis aussereuropäischer
Zikaden.
(Rhyncliota, Homoptera.)
Beitrag XX— XXII. ■)
Von
Edmund Schmidt, Stettia.
XX.
Luederwaltia rubripennis, eine neue Cercopiden-
Gattung und Art von Brasilien.
Farn. Cercopidae. — Subfam. Ceicopinae.
Oeous Luederwaldtia n. gen.
Vorderflügel dreimal so lang wie an der breitesten Stelle breit,
am breitesten in der Mitte, mit gleichmäßig abgerundetem Apical-
rand und netzmaschigem, erhabenen Geäder im Apicalteil; Costal-
rand und Vorderflügel-Hinterrand verlaufen im größeren Mitteldrittel
parallel zu einander, Clavushinterrand und Suturalrand bilden eine
gerade Linie; der Radius gabelt sich hinter der Flügelmitte und Media
und Cubitus sind vor der Mitte eine Strecke verschmolzen (bei einem
$ von L. ruhrifennis n. sp. sind Cubitus und Media durch eine kurze
Querader verbunden). Schildchen dreieckig, kaum merklich länger
als an der Basis breit, mit eingedrückter Fläche und zarter Quer-
runzelung. Pronotum in der Mitte etwas kürzer als zwischen den
Schulterecken breit, länger als das Schildchen, hinter den Augen um-
fangreich flachgedrückt, mit Grubeneindrücken auf dem Grunde;
die seitlichen Vorderränder sind gerade, scharfkantig und ungefähr
so lang wie die ausgebuchteten seitlichen Hinterländer; der Hinter-
rand ist tief und rundlich ausgeschnitten, und die Hinterränder sind
abgerundet. Kopf oben in der Mitte so lang wie zwischen den Augen
breit mit stark gewölbtem Scheitel-Mitteldrittel, worauf ein Mittel-
Läng.3kiei deutlich sichtbar ist; die Ocellen stehen auf der Scheitel-
mitte einander genähert, Abstand der Ocellen voneinander kaum
halb so groß als die Entfernung der einzelnen Ocelle vom Auge; Stirn-
Scheitelteil so lang wie breit, kürzer als der Scheitel. Stirnfläche ge-
wölbt mit scharfem Mittelkiel bis zur Ecke, die Stirnseiten sind glatt
und glänzend und zeigen nur in der Nähe des Mittelkiels undeutliche
Beitrag I— Y. Stett. Ent. Zeit. 80 p. 365 (1919). Beitrag YI— XIV.
Archiv f. Naturgesch. 85. A. Heft 7 p. 100 (1919) [1920]. Beitrag XV— XIX.
(1. c.) 86. A. Heft 8 p. 175 (1922).
Beiträge zur Keniitiiis außereuropäischer Zikaden,
263
Querrunzeln (von der Seite betrachtet, ist die Stirnfläche zu Beginn
des Clipeusdrittels winkelig gebrochen mit abgerundeter Ecke), das
Clipeusdrittel is^ glatt und nicht gekielt, wie der Ciipeus. Eostrum
bis zum Vorderrande der Mittelhüften reichend, Endglied schlanker
und etwas kürzer als das Basalglied. Hinterschienen mit zwei Dornen ;
einer in der Nähe der Basis und einer unterhalb der Mitte. Erstes
Fühlerglied kurz und dick und in der Eühleigrube verborgen; Glied
zwei walzenförmig und länger als dick; Glied drei auffallend klein
und kurz, kaum solang wie an der Basis breit, mit langem, faden-
förmigem Anhang, der fünf- bis sechsmal so lang ist wie die Fühler- •
börste (Glied vier), welche fast am Ende des dritten Gliedes eingesetzt
ist. — Die schmalen Vorderflügel mit dem erhabenen, netzmaschigen
Geäder im Apicalteil erinnern lebhaft an die Gattung Anoplomastus
Schmidt von Sumatra.
Typus : Luederwaldtia ruhripennis n. sp. Diese Gattung benenne
ich zu Ehren des Verwalters der entomologischen Sammlung des Museu
Paulista, Herrn H. Luederwaldt in Sao Paulo, Brasilien.
Luederwaldtia rubripeniiis n. sp.
$. Kopf, Pronotum und Schildchen schwarz. Voiderflügel
roo, im Apicalteil schwarz mit rotem Geäder. Hinterflügel hyalin,
kräftig rauchbraun getrübt, mit braunen Adern; das Wurzelfeld ist
weißlich getrübt und die Wurzel selbst blutiot mit blutroten Adern,
Vorde.brust schwärzlich; Mitbelbrust,. Vorder- und Mittelbeine und
zweites Eostrumglied dunkelbraun; Hinterbiust, Hinterbeine und
erstes Eostrumglied bräunlich gelbrot. Hinterleib rot und rotbraun
gefärbt, an der Basis heller rot. Fühler schwarz, Augen dunkelbraun
bis schwarz, Ocellen glasartig, dunkel mit gelbem Eing. Gonapo-
physen des ^ fünf- bis sechsmal so lang wie in der Mitte breit, vom
Grunde an senkrecht aufgebogen, mit aneinanderschließenden Innen-
rändern und scharf zugespitztem Apicalende; die Innen- und Außen-
ränder verlaufen etwas geschwungen und zeigen am Grunde der Außen-
ränder eine tiefere Buchtung, während die Innenränder vor der Spitze
eine flachere Buchtung aufweisen und an dieser Stelle die Innenränder
aus diesem Grunde nicht aneinander schließen. ~ Länge mit den
Vorderflügeln 9 — 12 mm. — Brasilien, Espiiito Santo. Brasilien,
Santos. Argentinien. Brasilien, Est. da S. Paulo, Campo do Jordao,
II. 1906 (H. Luederwaldt S.), Brasilien, Sao Paulo, Estacao Eais da
Serra I. 1907 (H. Luederwaldt S.). — Typen im Stettiner Museum
und im Museum Sao Paulo, Brasilien.
11. Heft
264
Edmund Schmidt:
XXI.
Maxantonia, eine neue Cercopiden- Gattung von Süd-
amerika.
■ Farn. Cercopidae. — Subfam. Cercopinae.
Genus Maxantoiiia n. gen.
Schildclien auffallend gioß, länger als an der Basis breit, mit
deutlicher Querriefung und tieferer Mittelgrube auf der Fläche; die
Schildchenspitze reicht apicalwäits bis zum Hinterrand des zweiten,
sichtbaren Kückensegmentes. Pronotum sechseckig, in der Mitte
kaum merklich länger als das Schildchen, aber kürzer als zwischen
den Schulterecken breit mit einem Mittel-Längskiel von verschiedener
Entwicklung und deutlicher punktierter Querrunzelung auf der Fläche;
die seitlichen Vorderränder sind gerade, scharfkantig und so lang wie
die gebuchteten seitlichen Hinterränder; der Vorderrand ist gerade
und der Hinterrand in der Mitte tiefer und rundlich ausgeschnitten
und aufgerandet; ferner sind die Schulterecken vorgezogen abgerundet
und auf dem Pronotum- Vorderteil befinden sich die üblichen, umfang-
reichen Grubeneindrücke. Kopf oben in der Mitte so lang wie zwischen
den Augen breit mit breit abgerundetem Vorderrand; Scheitel-Mittel-
drittel so lang wie breit, stark und rundlich gewölbt und auf jeder
Seite durch eine tiefe Längsfurche von dem dem Auge anliegenden
Teil getrennt, und breiter als die Seitenteile; Ocellen verhältnismäßig
groß, Abstand der Ocellen voneinander etwas geringer als die Ent-
fernnng der einzelnen Ocelle vom Auge; Stirn- Scheitelteil breiter
als in der Mitte lang. Stirnfläche gewölbt mit drei Längskielen und
starker Querriefung; von der Seite betrachtet ist der Stirnvorderrand
zu Beginn des Clipeusdrittels rechtwinklig gebrochen und zeigt eine
rundliche Ecke; bis zu dieser Ecke ist der Mittelkiel, der unterhalb
des Kopfvorderrandes einen dreieckigen Eindruck auf weist, verdickt,
breit und glatt, von der Ecke bis zum Clipeus dagegen scharf; die Seiten-
kiele verlaufen nach unten fast parallel zu einander und erlöschen kaum
merklich convergierend oberhalb der Stirnecke. Clipeus seitlich zu-
sammengedrückt. Rostrum bis zum Hinterrand der Mittelhüften
reichend, beide Glieder gleichlang.' Hinterrand der Vorderbrust vor
den Mittelhüften rundlich gelandet, vor dem Hinterrand ist die Brust
aufgewölbt und überragt den Hinterrand Die Hinterschienen tragen
am Grunde e'nen kleinen und unterhalb der Mitte einen kräftigen und
* längeren Dorn. Vorderflügei fast dreimal so lang vüe in der Mitte
breit mit fein netzmaschig geadertem Apicalteil; der Radius ist in der
Mitte gegabelt und Media und Cubitus vor der Mitte verschmolzen.
Typus: Maxantema quadrigvttata Walk. Diese Gattung benenne
ich zu Ehren des Opernsängers und ersten Heldentenors am Stettiner
Stadttheater, Herrn Max Anton.
Beiträge zur Kenntniis außereuropäischer Zikaden.
265
.^laxaiitonia cantator n. sp.
(J. Vorder flügel glänzend scliwarzbiaun, im Apricaldrittel heller
und mit schwächerem Glanze mit einer ockergelben, etwas gebogenen
und durchlaufenden Querbinde vor dem Apicalteil. Hinterflügel
hyalin, rauchbraun getrübt mit roter Wurzel und weißlicher Mittel-
partie. Kopf, Pronotum, Schildchen, Brust und Beine schwarz und
glänzend; Rostrum und Bauchsegmente schwarzbraun, Rückenseg-
mente rotbraun. Augen graubraun; Ocellen glasartig, schwärzlich mit
schmalem hellen Ring. Gonapophysen des (J schräg nach hinten
und oben aufgebogen und doppelt so lang wie an der Basis breit mit
aneinanderschließenden Innenrändern bis zum Enddrittel, von
hier ab treten sie auseinander, wodurch, von hinten gesehen, ein tief
dreieckiger Einschnitt gebildet wird; von der Seite betrachtet, sind die
Außenränder (Oberränder) in der Mitte tief und rundlich ausgeschnitten
und im Apikaldrittel eingedrückt; Innen- und Außenränder verlaufen
im Enddrittel stark konvergierend apicalwärts in eine Spitze aus,
welche nach außen geneigt ist. — ■ Körperlänge 10 mm, Spannweite
22 mm. — • Bolivien, Prov. Sara (H. Steinbach S.). — Typus im
Stettiner Museum.
Maxtantonia cautatrix ii. sp.
§. Vorderflügel rotbraun, Apicalteil schwarz mit zwei schön
oianiengelben Flecken zu Beginn des Apicaldrittels, welche vom Costal-
und Suburalrand soweit in das Corium hineinragen, daß eine in der Mitte
unterbrochene Querbinde zum Ausdruck gebracht wird. Pronotum und
Schildchen braun; Kopf, Brust und Beine rotbraun; Hinterleib oben
dunkelrot, unten braun. Hinterflügel hyalin mit braunen Adern und
rauchbrauner Trübung, die Wurzel ist blutrot. Augen braun uno rot-
braun; Ocellen glasartig, dunkel mit gelbem Ring. ■ — ■ Körperlänge
12 mm, Länge mit den Vorderflügeln 17 mm. — Südamerika, Earo. —
Typus im Stettiner Museum.
XXII.
Kanada grandis, eine neue Membracide von Ostindien.
Farn. Ilembracidae. — Subfam. Centrotiuae. — Tribiis ( occosterpliiiii.
Genus Kanada Distant.
The Fauna of British India, Ceylon and Burma. Rhynchota.
Vol. IV, p. 74 (1907). — Typus: Kanada Irvinei Dist.
Kanada grandis n. sp.
9. Kopf, Pronotum, Brust, Beine und die Bauchsegmente des
Hinterleibes sind schwarz gefärbt und stark glänzend; die Rücken-
segmente des Hinterleibes sind matt schwarz und erscheinen gegen
schräges Licht graugetönt, die letzten Rücken- und Bauchsegmente
11. ii'jft
2G6
Ed raund t Schmidt.
tragen schmale, gelbe Hinterrandsäume. Kostrum blaß ockergelb,
Rostrumspitze und Tarsen braun. Augen braun mit breitem rot-
braunem Ring oder durch graue Linien gefeldert; Ocellen glasartig
und gelblich. Hinterflügel hyalin, glasartig mit gelblichen Adern,
der Apicalteil ist leicht rauchig getrübt, mit braunen Adern. Voider-
flügel undurchsichtig und, wie der Costalrand und Clavushinterrand,
schwarz und glänzend; die Quer- und Längsadern in der Apicalhälfte,
der Apicalrandsaum und eine Längsbinde im Corium, der Clavus-
Coriumnaht anliegend, sind braun gefärbt. — Körperlänge 5 mm
Länge mit den Vorderflügeln 6 mm. — Jndia orientalis. — Typen im
Stettiner Museum.
Inhalt der Jahresberichte,
Heft:
Hieolaisehe Yerlags-BnebhaiKilnng R. Stricker,
Berlin W 57, Potsdamer Str. 90.
Archiv für Naturgeschichte
gibt für
Original-Arbeiten zooiogiseben Inhaits
30 Separata
Man wende sich an den Herausgeber
Der Verlag:
Nieolaische
Verlags-Buchhandlung R. Stricker
Berlin W 57, Potsdamer Str. 90
Der Herausgeber:
Embrik Strand
Berlin N 54, Brunnenstr. 183
Entomologischer Jahresbericht
Jahrgang:
1838 — 1915
Entomologische Zeitschrift
Jahrgang:
1838 — 1916
Der Jahresbericht sowohl wie die Zeitschrift enthalten Arbeiten von.
Erichson, Schaum, Gerstaecker, F. Brauer, Bertkau, von 3Iartens, Fowler,
Hilgendorl Kolbe, Stadelmann, Verhoeff, Wandolleck, R. Lucas, von Seidlit*,
Kuhlgatz, Schouteden, Rühe, Strand, Hamme, La Baume, Hennings, Grünberg,
Stobbe, Stendell, Nagler, Hlig.
Kr«Ut Buchdruckerei, Berlia S 14.
3
Date Due
f4A#=§=r-^3