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Les Mémoires de l’Herbier Boissier, suite au Bul-
letin, paraitront dès 1900 à époques indéterminées,
en fascicules de prix variable.
S’adresser à Georg et C', éditeurs, Genève, Bâle
et Lyon.
Ce numéro 1 des Memoires est envoyé gratuitement.
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BULLETIN DE ERBEN. BOISSIER
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Botanis len Mus seums der Univer sit Zürich.
Prix : a ir. 50.
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GEORG & Ci, LIRRAIRES-ÉDITEUR
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1900
2
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER
(Suite au Bulletin.)
No 1
Die Pflanzenwelt
Deutsch=-SUud west=- Afrikas
(Mit Einschluss der westlichen Kalachari)
VON
Prof. Dr. Hans SCHINZ.
Director des Botanischen Gartens
und des
Botanischen Museums der Universität Zürich.
(Fortsetzung.)
LEGUMINOSZ.
Albizzia anthelminthica (A. Rich.) A. Brongn. in Bull. Soc. Bot. France
VII (1860), p. 902; Oliv. Fl. trop. Afr. II, p. 357; Hiern Cat. Welw. PI. I,
p. 314.
Besenna anthelmintica A. Rich. Fl. Abyss. I (1847), p. 253.
Feuilleea anthelmintica O. Ktze. Rev. Gen. Pl. I (1891), p. 187.
GR. NAM. : nördlich von Rehoboth, Fleck 403 a!.
HER. : Waterberg, Schinz 274; Otjimbingue, Gürich 114!; Pechuel-
Lœsche ; Berge um Nauas, aber auch anderwärts häufig, Fleck 439 a!.
AMB. : Ondonga, Rautanen 5!, 42!; zwischen Ondonga und Uukuambi,
Rautanen 13! Ombandja onene, Schinz 273.
Omuama (OlyV.).
Verbreitet in Ost-, Südost- und Südwestafrika (Angola) ; charakteristischer
Baum der Steppe da wie dort.
Die Rinde dieses zuerst aus Abyssinien bekannt gewordenen Baumes wird
dort als Bandwurmmilttel gebraucht, dem grössere Kraft als den Hagenia-
Blüten (Kusso) zugeschrieben wird.
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER, no À, 45 janvier 1900. 9
10% MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Acacia albida Delile Fl. Aesypt. (1812), 1. 286, t. 52, fig. 3; Oliv. Fl. trop:
Afr. il, 339; Hiern Cat. Welw., pl. I. p. 310.
HER. : Oljizeva, Schinz; Oljıkango onene, Schinz 475; am Tsoaxaub
bei + Nabas, Schenck 456 !; frequens ad ripas fluviorum periodicorum, Mar-
loth 1194; Potmine, Fleck All a!; 1 Kuisib, Fleck 447 a! : Potmine, Gürich
98; 1 Usa! kos, Schinz 764. I Hai [| guingab, Schinz ; Pechuel-Lesche ;
Otjimbingue !, Lindner!. Tsoagaubmund, Dinter 70 !. Jm Kaoko scheint der
Baum auch nicht selten zu sein, mindestens schreibt mir Missionar Berns-
mann auf eine bezügliche Anfrage : «die Anna-Akazie steht massenhaft bei
| Oruzeva im Flussbett des I U + gab, dann habe ich sie nicht mehr gesehen
iR als in einem schönen, kleinen Tal jenseits Ombavejejo, wo wir alle darauf
aufmerksam wurden. Irre ich nicht, so fanden sich auch noch welche auf
dem Herwege im Flussbett des KoiXab und des ]} Huab. »
Verbreitet im tropischen Afrika. Mossamedes, Sambesigebiet, fehlt aber
in Natal und seltsamerweise auch in Amboland.
Annaakazie der holländisch oder deutsch sprechenden Bewohner des Ge-
> bietes; omue heisst der Baum bei den Ovaherero. otue die Hülse.
| Die Südgrenze dieser prächtigen Akazie schneidet die Missionsstation Otji-
zeva ; eine stallliche Gruppe derselben Akazie findet sich bereits in Otjikango
onene, doch vermag dieselbe so wenig wie das Exemplar in Oljizeva, der
früh im Jahre eintretenden Nachtfrüste wegen, die Früchte zu reifen ; unter
ihr zusagenderen Bedingungen kommt sie in grösseren Beständen von Otjim-
bingue an abwärts im TsouXaub und dessen rechtsseitigen Zuflüssen ziemlich
häufig bis nach Reed vor.
Ein besonders reicher Bestand an alten und entsprechend stattlichen Anna-
bäumen findet sich in Annawood, einer Wassersielle im TsoaXaub unterhalb
Oljimbingue, die zweifelsohne ihre Bezeichnung dem dortigen Vorkommen
dieser wunderschönen Akazie zu verdanken hat. Schon Baines, dieser zur
Rezeption landschaftlicher Schönheiten ganz besonders veranlagte Reisende
spricht begeistert von dem Baume.
Der bis dahin nachgewiesene nördlichste Standort innerhalb unseres Ge-
bietes scheint Ombavejejo zu sein, eine Wasserstelle im Kaoko unter + 19
Grad südl. Br.
Ich werde im allgemeinen Teil dieser Studie Gelegenheit haben, nochmals
auf die Anna-Akazie und auf deren Bedeutung im Landschaftsbild zurück-
zukommen, an dieser Stelle sei nur noch erwähnt, dass der Baum für die
n Bewohner Hererolandes auch von ökonowischem Nutzen ist, da die grossen,
reichlich Stärke enthaltenden Hülsen ein vorzügliches Viehfutter bilden.
Segelschiffe etc., die Walfischbay berühren und lebendes Schlachtvieh an Bord
haben, pflegen stets grosse Quantiläten Hülsen einzuladen. Das Holz ist, weil
sehr dem Wurm- und Termitenfrass ausgeselzt, zu Bauzwecken ungeneignet.
Vergl. Schinz, Deutsch-Südwest-Afrika.
SCHINZ. DIE PFLANZENWELT DEUTSCH-SÜDWEST-AFRIKAS. 105
A. amboensis Schinz.
Arbor: rami juniores dense pilosi, indumentum subsulphureum ; stipulæ
. elongato-spinescentes, albidæ ; petiolus et rhachis dense pilosa; folia + 12
pinnata ; foliola + 20 jugata, linearia, obtusiuscula, eiliata; flores capitati ;
capitula longe pedunculata; involucellum apice pedunculi vel inter apicem
et basin; legumen oblongum, apice et basi obtusum; pericarpium incrassa-
tum; exocarpium coriaceum, mesocarpium medullosum.
Folia 4 6 cm longa; pinnæ + 3 cm longæ; foliola + A mm longa et +
1 mm lata: legumen + 13 cm longum, + 2°/a cm latum et + À cm erassum :
spine 4—5 cm ; pedunculus + à cm longus.
AMB. : *Omupanda in Uukuanjama, auf Lehmboden, Wulfhorst 2! (Baum,
Blüten gelblichweiss, geruchlos, Laub samtarlig); * Kilevi am Kunene,
Schinz 763. Omujele (Otjikuan).
Kommt auch in Natal und vermutlich auch noch anderwärts vor.
Es scheint mir diese Art mit der längst beschriebenen A. Sieberiana DC.,
die mir allerdings nur aus der Beschreibung bekannt ist, verwandt zu sein.
Für diese Vermutung sprechen die langen, geraden Stipulardornen, die Be-
haarung, die langen Pedunculi der kopfigen Blütenstände; A. amboensis
unterscheidet sich aber vorzugsweise durch die auffallend dicke Frucht, ferner
durch die Zahl der Blattfiedern, der Blättchen etc.
A. arenaria Schinz.
Fruticosa; ramı juniores angulares, pubescentes, rufi; stipulæ elongato-
spinescentes; folia elegantissima, lineare-lanceolata; pinnæ + 35 jugatæ ;
foliola Æ 20 jugata, lineare-oblonga, basi truncata, apice acuta vel obtusius-
cula et mucronala, glabra vel eiliata; flores capitati; legumen ?
Folia + 23 cm longa; pinnæ 4- 2 cm long&; folia Æ 3 mm longa et 1 mm
lata; stipulæ + 4 cm long, basi Æ 2 mm crassæ.
AMB. : Olukonda-Oshiheke, Schinz 2071 ; Omatope, Schinz 2072. Charak-
terpflanze der Oshihekeformation.
A. caffra Willd. Spec. Pl. IV (1805), p. 1078; Harv. et Sond. FI. Cap. II, p.
282; Oliv. Fl. trop. Afr. HU, p. 345; Hiern Cat. Welw. Pl. I, p. 311.
HER. : Kuddis, Fleck 494 a!
KAL. : * Uuqua, Fleck 436 a! ; * Ngami See, M’Cabe.
Verbreitel in der Kapkolonie (1, Il). vorzugsweise aber im Osten (IV);
Natal. Rehmann hat sie auch in Transvaal, Menyhart am mittlern Sambesı
und Welwilsch nordwärls vom Kunene gefunden.
A. cinerea Schinz in Abh. Bot. Ver. Prov. Brandenb. XXX, (1888), p, 240.
AMB. : Omatope-Oshiheke, Schinz.
A. detinens Burch. Trav. South. Afr. I (1822), p. 310; Harv. et Sond. Fl. Cap.
Il, p. 282; Marloth in Engl. Bot. Jahrb. VIIL, p. 254.
: A. tenaxz Marloth in Engl. Bot. Jabrb. VIIL, (1887), p. 25%.
| GR. NAM. : Rehoboth, Schinz, Fleck 485 a !; Kuibes, Schinz, Schenck 373!
106
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
HER. : ubique frequens, Marloth 1253; im Omuramba ua matako, Schinz.
Marloth (l. e.) will den südwestafrikanischen Haakedorn als besondere
Art von Burchells Acacia detinens unterschieden wissen und diagnostizirt
beide Arten in nachfolgender Weise :
A. detinens Burch. Völlig kahl. Blälter 2-, manchmal 3-paarig gefiedert.
Fiedern einpaarig gefiedert. Hülsen oval. Bildet 2 bis 3 m hohe Büsche, deren
Zweige oben fast in einer Ebene endigen und also einen flachen Gipfel bilden.
A. tenax Marloth. Blatispindeln und jüngere Blätter fein beharrt. Blätter
meist 3-, manchmal 4-paarig gefiedert. Fiedern zweipaarig gefiedert, nur an
den letzten Blältern mancher Triebe einpaarig. Hülsen breitlineal, 5 bis 7 cm
lang, 1,5 bis 1,7 cm breit. Bildet 3 bis 6 m hohe Büsche, deren Krone oben
kugelig gewölbt ist.
Ich sehe mich nun aber nicht in die Möglichkeit versetzt, diese Anschau-
ung teilen zu können. Ich habe das Burchell’sche Belegexemplar untersucht
und muss konstatiren, dass dasselbe hinsichtlich der Behaarung der Blatt-
spindel, der Blättchen ete. durchaus mit den südwestafrikanischen Beleg-
stücken unserer Sammlungen übereinstimmt. Die Mehrzahl der Blätter von
Burchells Nummer (1628) sind dreipaarig gefiedert und nicht bloss zwei-
paarig. Bei der südwestafrikanischen Pflanze variirt die Form der Hülse;
Rehobother-Exemplare besitzen durchaus ovale Früchte (Verhältnis der Länge
zur Breite : 2 zu 1) und ich bin daher der Meinung, dass der Haakedorn unseres
Gebietes mit der Acacia detinens entweder identisch ist oder mindestens nur
als untergeordnete Varielät unterschieden werden kann: letzteres alıer nur,
sofern die von Marloth konstatirten Unterschiede in der Fiederung bestätigt
werden.
Die Art und Weise wie der Gross-Nama- und Hereroland durchziehende
Reisende die erste Bekanntschaft mit diesem ächten « Wart ein Weilchen »
macht, entspricht bis auf alle Einzelheiten der köstlichen Schilderung Bur-
chells, die mich an selbsterlebte Szenen erinnert, die an Komik nichts zu
wünschen übrig liessen, aber das Fatale hatten, dass ich den Sloff zur Be-
lustigung meiner schwarzen Begleitung liefern musste. Burchell schreibt:
« Ï was preparing to cut some specimens of the Haake doorn ; which the Hot-
tentots observing, warned me to be very careful in doing sc, otherwise I
shoud certainly be caught fast in its branches. In consequence of this advice,
I proceeded with the utmost caution, but, with all my care, a small twig
caught hold of one sleeve, while thinking to disengage it quietly with the
other hand, both arms were seized by ihese rapacious thorns, and the more
I tried to extricate myself, the more entangled I became; till at last it
seized hold of the hat also ; and convinced me that there was no possibility
for me to free myself, but by main force, and at the expense of tearing all
my clothes. I therefore called out for help, and two of my men came and
released me by cutting off the branches by which I was held. In revenge for
SCHINZ. DIE PFLANZENWELT DEUTSCH-SUDWEST-AFRIKAS. 107
this 11l-treatmeut, I determined to give to the tree a name which should
serve to caution future travellers against themselves to venture within its
clutches. »
Was die Verbreitung dieser Akazie, die sehr häufig Loranthus-Arten Sitz
gewährt, betrifft, so habe ich sie südlich bis Kuibes nachgewiesen, im Nor-
den fand ich sie sehr verbreitet im Omuramba ua malako bis in die Kalachari
hinein, vermisste sie dagegen im Amboland. Als die Flussbette begleitende
dichte Buschgürtel tritt sie erst nördlich von Rehoboth auf, in Gross Nama-
land findet sie sich mehr vereinzelt oder in kleinen Gruppen wie bei Kuibes;
im Hereroland setzen sich diese Buschgürtel fast ausschliesslich aus dieser
den Reisenden so überaus lästigeu Akazie zusammen, so namentlich längs
des Omuramba ua matako.
Vergl. Schinz, Deutsch-Südwest-Afrika.
A.duleis Marloth et Engl. Bot. Jahrb. X (1889), p. 24.
HER. : frequens in planitiebus, Marloth 1259.
Gummi ausschwitzend (Marloth).
A. Englerii Schinz.
Arbor: rami griseo-rufescentes; stipulæ subulatæ, caduceæ ; folia breviter
petiolata, 7—10 pinnata: foliola 20—30 jugata, linearia, obtusa vel mucro-
nata, basi truncata, inæquilatatera, pilosa : flores spicati: legumen sessile,
lineare oblongum, eompressum, curvatum.
Folia = % em longa ; pinnæ + 2 cm long&; foliola 3
1 mm lata: legumen -E 7 cm longum et + 7 mm latum.
GR. NAM. : I Kuisib, Fleck 439 a!
HER. : TsoaXaub, Fleck 488 a!
AMB. : zwischen Ondonga und Uukuambi, Rautanen 211!
Onyege (Osh.). —
Obwohl mir wohl entwickelte Blüten fehlen, bieten die mir von drei ver-
schiedenen Standorten vorliegenden Zweigstücke doch so ausgezeichnete
% mm longa et +
Merkmale, dass ich mich zur Aufstellung einer neuen Art für vollauf berech-
tigt halte.
Zweige und Rhachis des Blattes wie der Fiedern sind weich behaart und
zwar mehr weniger abstehend, die Blättchen sind oberseits kahl, unterseits
aber, wenigstens im jugendlichen Zustande, mehr oder minder dicht behaart,
später mindestens noch bewimpert. Die Spreiten sind am Grunde abgestulzt,
bald fast wagrecht, bald schief, sie sind ungleichhälftig, abgerundet und
stumpf oder von einer kleinen Weichstachelspitze überragt. Zwischen allen
oder einzelnen Fiederpaaren befindet sich je eine langgestielte Drüse. Die am
Grunde des Blattstieles entspringenden hinfälligen Nebenblätter sind circa
5 mm lang und bewimpert. Der Achsel der an den Langtrieben stehenden
Blätter entspringen kräftige, im ersien Jahre circa 11 mm lange, dornig zu-
gespilzle, gerade vorgestreckte Sprosse, die mit Ausnahme der glänzend brau-
108 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
nen Spitze weichhehaart sind und die nach Abfall des Stützblattes oder auch
schon vorher zu circa 9 cm langen, vom Langtrieb in einem + rechten
Winkel abstehende, spitze Blätter tragende Kurztrieben auswachsen.
Dies letztere Merkmal ist es vornehmlich, das der Pflanze einen ganz eigen-
tümlichen, an gewisse Combreta erinnernden Habitus verleiht.
Die Blüten sind sicherlich an langer Axe stehend, trotzdem die etwas
sichelförmig gekrümmten und zum Teil zwischen den Samen etwas einge-
schnürten, behaarten, rotbraunen Hälsen schopfartig gedrängt sind. Für die
Hülsen scheint charakteristisch zu sein, dass die Basis der Griffel die Hülsen
als kleine Spitze krönt.
Da der ! Kuisib ja vielfach von Reisenden und Lastfuhrwerken befahren
wird, so dürfte es nicht gar lange gehen, bis uns auch noch die fehlenden
Blüten zur Untersuchung vorgelegt werden können.
A. ariadenia Benth. in Hook. Lond. Journ. V (1846), p. 98: Harv. et Sond.
Fl. Cap. IL, p. 283.
AMB. : Standort unbekannt, Rautanen 292!
Transvaal und Natal.
A. Fleckii Schinz.
Arbor ?; rami grisei, juniores pilosi; stipulæ spinescentes, apice curvatæ ;
petiolus et rhachis pilosa; rhachis aculeata; folia 8—10 pinnata; foliola
10—20 jugata, linearia, obtusiuscula, valde inæquilatera, sparse ciliata ;
flores spicati; legumen stipitatum, oblongum, compressum, margine ineras-
satum.
Folia + 7 cm longa; pinnæ +2 cm long&; foliola + 4 mm longa et 2 mm
lata ; legumen + 7 em longum et + 11/2 cm latum.
KAL. : * Chansis, Fleck 412 a!.
A. gansbergensis Schinz.
Arbor?; rami rufescentes, adulti glabri, juniores pubescentes; stipulæ
uncinatæ, nigræ; petiolus et rhachis pilosa; folia 10—15 pinnata; foliola
17—25 jugata, parva, oblonga, obtusa, subæquilatera, crassa, pilosa, brevi-
ter petiolulata, valde approximata; flores spicati ; legumen lineare oblongum,
subferrugineum, stipitatum, compressum, margine incrassalum, puberulum,
apice acutum.
Folia Æ 3 em longa; pinnæ Æ 10 mm long&; foliola + 2 mm longa et
0,75—1 mm lata ; legumen + 9 cm longum et + À cm latum.
GR. NAM. : # Gansberg, Fleck 437 a!
Leicht zu erkennen an den verhältnismässig kleinen, dicken, fast spatel-
förmig zu nennenden uud sehr genäherten Blättchen, sowie an den schma-
len, rotbräunlichen Hülsen.
A. giraffæ Burch. Trav. South. Afr. TI (1824), p. 240, t. 5; Benth. in Hook.
Lond. Journ. I, p. 496 ; Harv. et Sond. Fl. Cap. II, p. 280.
A. erioloba E. Mey. Comm. (1835), p. 171.
11
SCHINZ. DIE PFLANZENWELT DEUTSCH-SÜDWEST-AFRIKAS. 109
A. giraffe Burch. var. espinosa O. Ktze. in Jahrb. k. bot. Garten Berlin
IV (1886), p. 264.
GR. NAM.: von | Aus ab durch ganz Gross-Namaland sehr häufig, Schinz,
Belck !, Schenck !, Fleck! ; findet sich jedenfalls auch südlich von | Aus nicht
selten.
HER. : häufig, von allen Reisenden beobachtet, Andersson, Baines, Chap-
man, Belck!, Pechuel-Loœsche!, Lüderitz !, Schinz, Schenck !, Marloth (119%),
Gürich, Fleck !, Lindner !.
AMB. : * Kunene-Ufer, Schinz.
KAL. : häufig (z. B. in Karakobis, am * Ngami-See etc.), beobachtet von
Baines, Chapmann, Andersson, Schinz.
// Gana (Nam.), Omumbonde (Olji.), Omüsiza (Osh.), Girafenakazıe oder
Kameldornbaum der weissen Ansiedler.
Engler und Marloth (Engl. bot. Jahrb. X, p. 22 und XIX, p. 137) scheinen
die Acacia erioloba als verschieden von A. gira/f@ aufzufassen, eine Anschau-
ung, der ich nicht beizutreten vermag. Verführerisch ist für die Trennung in
zwei Arten der Umstand, dass Burchell A. giraffæ ausschliesslich nur aus
dem Klaarwatergebiet (das ist ein Teil des heutigen, zur Kolonie gehören-
den Griqualandes) angiebt, wogegen A. ertoloba von Harvey und Sonder als
vorkommend in « Namaqualand » angegeben wird. Was die Form der Hülsen
anbelangt, so sollen die von A. giraffe «oval, thick, indehiscent, spongy
within, » die von erioloba «semilunate, tumid, tapering at each end, with a
whitish, rough tomentum, spongy within » sein. Ich habe mich nun in Süd-
westafrika beflissen, eine möglichst grosse Zahl verschieden geformler Hül-
sen der südwestafrikanischen Girafenakazie zusammenzubringen und wenn
ich diese nun mit Hülsen vergleiche, die mir aus der Transvaal zugekommen
sind, so werde ich in meiner Ansicht, dass erioloba und géraffæ nicht ver-
schieden seien, nur bestätigt; einerseits kann der südwestafrikanische Baum
beinahe gerade Hülsen, anderseits der Transvaal-Baum halbmondförmig ge-
krümmte Hülsen hervorbringen.
Uebrigens stellt auch Otto Kuntze die Herero-Girafenakazie zu A. geraffıe ;
er kreirt allerdings gleichzeitig eine neue Spielart : espinosa O. Ktze., die ich
nicht anzuerkennen vermag, da das Fehlen der Dornen ein mehr als heikles
Unterscheidungsmerkmal innerhalb der Gattung Akazie ist. Hinsichtlich der
Acacia giraffe habe ich schon früher Gelegenheit gehabt (K. Schumann,
Einige neue Ameisenpflanzen in Pringsheims Jahrb. XIX (1888), p. 420),
darauf hinweisen zu können, dass die jugendlichen Girafenakazien mit slar-
ken Dornen bewehrt sind, dass aber die Dornen, wenn der Baum erst einmal
begonnen habe, Blüten zu entwickeln, wenigstens an den mit Blüten ver-
sehenen Zweigen immer kleiner und kleiner werden und endlich ganz ver-
schwinden. Auf die Bedeutung dieses Umstandes komme ich im allgemeinen
Teil zurück.
110
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Bezüglich des Vorkommens der Girafenakazie innerhalb unseres Gebietes
sei bemerkt, dass in Gross-Namaland der Baum seewärts ungefähr so weit
sich vorwagt wie die Acacia horrida, d. h. bis zur Grenze der Euphorbien-
zone und der Binnenlandvegetation. die sich zwischen Angra pequena und
I Aus dem Westabfall des Tschirubgebirges entlang zieht. Bei | Aus ist die
Girafenakazie schon recht häufig, ja auf dem Hochplateau jenseits Kuibes
tritt sie sogar bestandbildend auf. Im Hereroland dürfte die Westgrenze im
Tsoaxaub etwas unterhalb Salem liegen. Aus dem südlichen Teile von Gross-
Namaland sind von Missionar Wandres mit Sicherheit Girafenakazien aus
der Umgegend von Warmbad (etwa 2 Stunden südlich jener Missionsstation)
nachgewiesen worden.
Im Kaoko ist der Baum nach Mitteilungen, die mir der befreundete Mis-
sionar Bernsmann zukommen liess, selten. «Ich erinnere mich nicht, »
schreibt mir Bernsmann, «dass er mir dort aufgefallen ist. Mein Sohn Hugo
behauptet aber. er hätte ihn bei Omuroranozondjion gesehen. » Nördlich von
Omarauru habe ich das letzie Exemplar an der Wasserstelle Ombakaha ge-
sehen. Westlich von diesem Längegrad geht der Baum noch um ein Weni-
ges nördlicher, so findet er sich z. B. nördlich des Waterberges (Omouver-
oume) in der Senkung des Omambonde (Saresab der Hottentoten) vor, einer
Depression, die vor Jahrzehnten einer ausgedehnten Wasserfläche, in der
sich nach Aussage der Eingeborenen sogar Flusspferde getummelt haben sol-
len, als Becken diente. Omambonde verdankt seine Hererobezeichnung den
dort ziemlich häufigen Girafenakazien, die der Herero in der Mehrzahl Omim-
bonde nennt. Nördlich von Ombakaha habe ich im ganzen Amboland um-
sonst nach ihm gesucht, bis er mir zu meiner grössten Ueberraschung nörd-
lich von dem ungastlichen Ombandja onene am Ufer des Kunenestromes
ganz unvermittelt wieder in zahlreichen stattlichen Exemplaren begegnet ist.
Dass übrigens die Girafenakazie ihre Vegetationsbedingungen auch im Amo-
lande finden würde, beweisen die prächtigen Bäume auf dem Friedhof in
lukonda, die mein Freund Rautanen aus Samen, den er aus dem Herero-
land mitgebracht, gezogen hat. Im südöstlichen Amboland fand ich grössere
Bestände sehr alter Bäume auf der Westseite des Omuramba ua matako, in
der Breite von Otjituo, dort wo ich auch einen grösseren. isolirten Hain der
Hyphene ventricosa nachweisen konnte.
In der Kalachari ist unser Baum häufig. Er flieht dort nur die sandigen
Hügelzüge die bei Karakobis erscheinen, und sucht mit Vorliebe die Depres-
sionen auf; ich habe prächtige Exemplare am Okavango, am Ngami-See, bei
Rietfontein etc. gesehen.
Ueber die Verbreitung der Girafenakazie in der Kapkolonie wissen wir
leider zur Stunde wenig Sicheres, wahrscheinlich liegt die Südgrenze in der
Nähe des Olifantflusses (nördlich von Clanwilliam) (Mitteilung von Wan-
dres); damit stimmen die Angaben von Drege und Meyer (Commentar.
SCHINZ. DIE PFLANZENWELT DEUTSCH-SÜDWEST-AFRIKAS. 111
(1835), p. 171 und Zwei pflanzengeographische Dokumente (1843), laut wel-
chen Drège die Girafenakazie einmal nordwestlich von Okip und dann wie-
der am Giftberg, unmittelbar nördlich vom Olifant-Rivier gesammelt hat.
Früher soll er in dem sogenannten Klein-Namaland häufig gewesen sein :
das dortige Verschwinden wird der Misswirtschaft der Cape Copper Mining
Co., die die Kupferminen bei Okip ausbeutet, zugeschrieben, indem sie aus
Mangel an geeignetem Bauholz die Bäume gefällt haben soll.
Von Burchell ist die Acacia giraffe dann in Griquland und im Betchuana-
land. nämlich um Litakun (nördlich dem heutigen Kuruman nachgewiesen
worden; aus der Transvaal hat Rehmann Exemplare nach Europa gebracht.
Indem ich im Uebrigen auf den allgemeinen Teil dieser Publikation ver-
weise, sei noch darauf aufmerksam gemacht, dass die Samen der Acacia
giraffe gleich denen der A. horrida etc. als Kaffeesurrogat bei den schwar-
zen und weissen Bewohnern Südwestafrikas Eingang gefunden haben; ich
selbst habe mich nur zu oft durch die braune Farbe meines Morgengetränkes,
hervorgerufen durch die gerösteten Akazien-« Bohnen», über dessen Ge-
schmacklosigkeit hin wegläuschen lassen müssen.
Das Holz findet zu Bauzwecken nur beschränkte Verwendung, da es selten
gelingt, einen auch einigermasseu geraden Slamm oder dickeren Ast aus-
findig zu machen, ja das braunrot gefärbte Kernholz ist so ausserordentlich
spröde, dass z. B. wie Marloth berichtet, Bremsklötze daraus unbrauchbar
sind, da sie nicht fassen, sondern bei stärkerer Reibung Funken sprühen
und sich schliesslich entzünden. Dagegen möchte ich das Holz der Girafen-
akazie, wie überhaupt das der meisten unserer südwestafrikanischen Aka-
zien, der Aufmerksamkeit der Drechser empfehlen : durch Politur lassen sich
prächtige Schnittoberflächen erzeugen.
Vergi. auch Schinz. Deutsch-Südwest-Afrika.
A. glandulifera Schinz.
Frutex :; rami rufescenles : stipulæ elongato-spinescentes, eburnes&; folia
petiolala, bi-pinnata; foliola 3 — vel (rarissime) A — jugata, late subobo-
vala, rotundala, inæquilatera, glabra; flores capitati; legumen stipitatum,
oblongum, subacutum, leviter eurvalum, compressum, glanduliferum.
Petiolus + 15 mm longus; pinnæ 8—415 mm longæ; foliola A—5 mm
longa et 3 mm Jata; legumen <= 35 mm longum et Æ 9 mm latum ; spinæ
+ % cm long.
GR. NAM. : ohne nähere Standortsbezeichnung, Fleck 48/4 a!
HER. : am Tsoaygaub, Fleck 480 a!
Sterile Zweige dieses bis zu 5 m hohen Strauches erinnern an solche der
in unserem Gebiete häufigen Acacia detinens; die Zahl der Fiederblättchen
ist hier wie dort gering, gleicherweise auch die der Fiedern. Die Stipular-
dornen allerdings sind in unserem Falle gerade vorgestreckt. Die Blattstiele
der A. glandulifera, die in grösserer Zahl polsterförmigen, der Achsel abge-
112 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
fallener Blätter entspringenden Kurztrieben aufsitzen, sind oberseits tief-
rinnig, kantig und tragen zwischen dem einzigen Fiederpaar eine sitzende,
kraterförmige Drüse; der Blattstiel, sowie die Rhachis der Fiedern endigen
in bis zu 4 mm lange Stachelspitzen, die, soweit der Blattstiel in Betracht
kommt, häufig hakenförmig gekrümmt sind. Höchst charakteristisch für
A. glandulifera ist das Vorkommen von Drüsen, die z. B. die Hülsen dicht
bedecken, braun oder schwarz gefärbt sind und in der Form kleiner Höcker-
chen dem braungelben Perikarp aufsitzen. Sie bestehen aus zahlreichen
kleinen Zellen, die zu einem halbkugeligen Drüsenkörper zusammenschlies-
sen. Uebrigens sind nicht nur die Hülsen, sondern auch die Blütenstands-
stiele, die Blattstiele, ja sogar die jungen Zweige damit bedeckt. Der Durch-
messer eines ausgewachsenen Drüsenkörpers beträgt etwa 1/2 mm. Die Stipu-
lardornen fallen, beiläufig bemerkt, durch ihre an Elfenbein erinnernde
Färbung auf. à
A. Gœhringii Schinz in Abhandl. Bot. Ver. Prov. Brandenb. XXX (1888),
p. 239.
KAL. : * Chansis, lockere Bestände bildend, Schinz 251.
A. hæmatoxyion Willd. Enum. (1813) 1056; Benth. in Lond. Journ. I, p.
497 ; Harv. et Sond. Fl. Cap. II, p. 280.
A. atomiphylla Burch. Trav. South. Afr. I (1822), p. 341.
GR. NAM. : bei Rehoboth, auf sandiger Ebene, Fleck 486 a!
Kapkolonie V ; Betschuanaland.
A. hebeclada DC. Prodr. Regn. Veget. II (1825), p. 451; Benth. in Hook,
Lond. Jour. I, p. 499, V, p. 95; Harv. et Sond. Fl. Cap. II, p. 280.
GR. NAM. : Kuibes, Schinz 2062, Schenck 380 ! ; Rehoboth, Gürich 96,
Fleck 478 a!, 487 a!.
HER. : Lüderitz 123!; Okahandja, Marloth 1336; Otjimbingue, Marloth
1336; «Usakos », Marloth 1261 !; verbreitet von Otjimbingue bis zum Brand-
berg, im Kaoko, Gürich; Nauas, Fleck 443 a!; Pechuel-Lesche!
Kapkolonie V (Kimberley etc.); Transvaal.
A. hereroensis Engl. Bot. Jahrb. X (1889), p. 20.
GR. NAM. : Gannas, Fleck 407 a!
HER. : Okahandja, Marloth 4331; Namib, Schinz 2063; Otjitambi,
Gürich 62. — Koës (Nam).
Da sich meine Pflanze nicht völlig mit der Engler’schen Beschreibung
deckt und mir Marloth’s Exemplar nicht vorliegt, so gebe ich eine kurze
Diagnose des Fleck’schen Exemplares und setze die Engler’schen Abweich-
in Klammern dazu.
Fruticosa; rami rufescentes; juniores pilosi, adulti glabri; stipulæ spini-
formes, apice curvatæ; petiolus et rhachis dense pilosa ; folia 8—24 pin-
nata (14—18); foliola 20—30 jugata (20—25), spathulata (linearia), apice
obtusa, pilosa; flores spicati; legumen oblongum, compressum, flavum.
SCHINZ. DIE PFLANZENWELT DEUTSCH-SÜDWEST-ATRIKAS. 115
Folia -E 7 em longa, pinnæ Æ 1,8 cm longæ (2—2,5 cm), foliola = 2 mm
longa (4 mm) et !/ mm lala (vix 1 mm), spica 5—6 cm longa ; legumen 7 cm
longum (0,8—1 dm) et 10—12 mm latum.
A. horrida Willd. Spec. PI. IV (1805), p. 1082; Harv. et Sond. Fl. Cap. II,
p- 281.
GR. NAM. : Warmbad, Wandres 1!; | Aus, Schinz 937; Bethanien, im
I Goa I gib-Flussbett, Schenck 396 !.
HER. : Omaruru, Schinz 938: Lüderitz 122!; solum in convallibus pr.
Okahandja, Marloth 133% ; zwischen Harris und Kurumanas, Fleck 406 a!;
Pechuel-Lesche!; Nauas, Fleck 409 a!, 438 al.
4 Kus (Nam.).
Verbreitet durch die ganze Kapkolonie, Transvaal und Oranjefreistaat.
Das Hauptverbreitungsgebiet dieser Art innerhalb unseres Gebietes liegt im
Süden ; bis gegen Berseba hinauf ist der Baum noch recht häufig, dann wird
er schon seltener und nördlich von Omaruru werden wohl kaum mehr
Exemplare nachzuweisen sein. Er kann daher schon in dem au Akazien
sonst so reichen Hereroland, soweit wenigstens der Norden dieses Gebietes
ins Auge gefasst wird, als Fremdling bezeichnet werden.
In Gross Namaland erreicht er seine Westgrenze bei ! Gao kaosib, einer
Wasserstelle am Ostrand der Litoralzone, in der ungefähren Höhe von An-
gra pequena; es findet sich dort auf einem kleinen Felsvorsprung ein ein-
zelnes Bäumchen, das vermutlich als Same durch Vögel dorthin transportirt
worden ist. Jenseits der Euphorbienzone tritt der || Kus am Tschirubgebirge
erst vereinzelt, dann zu kleinen Gruppen vereinigt und schliesslich, wenn
der Reisende in das Flussbett von | Aus hinuntersteigt, als Charakterbaum
auf. Ueberhaupt scheint der Dornbaum, dies ist kurzweg die verdeutschte
Eingeborenenbezeichnung der Acacia horrida, wenn ihm die Wahl gelassen
wird, wohl des Grundwassers wegen die trockenen Abflussrinnen den Pla-
teaux vorzuziehen; der Kameldornbaum verhält sich in dieser Beziehung
gerade umgekehrt.
In der Kalacharidepression habe ich den Dornbaum nie gesehen, auch sind
mir niemals Herbarexemplare weder aus jenem Gebiete noch aus dem Ambo-
lande je zu Gesichte gekommen.
Die Verwendung der verschiedenen Teile der Acacia horrida ist eine sehr
vielseitige.
Da das Holz ausserordentlich zähe und doch noch verhältnismässig leich-
ter als das des Kameldornbaumes zu bearbeiten ist, so dient es vorzugsweise
zur Herstellung der Jochscheite, dann aber auch zur Verfertigung von Tür-
pfosten, Fensterrahmen, Hauspfählen ete. Zur Umfriedigung seines Kraals
bedient sich der Eingeborene, der Hottentotte so gut wie der Bastard, mit
Vorliebe junger Dornsträucher, die tatsächlich von Dornen starren. Der
« Bast » der Rinde dient nicht nur zum Gerben der Felle wilder und zahmer
414 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Tiere, sondern er wird überdies zu Schnüren gedreht, mit denen dann die
Binsenmatten an die Hauspfähle der Pontocks angebunden weraen.
Das von den Bäumen ausgeschwitzte Gummi, das sich oft in über dezi-
meterlangen Tränenzapfen vorfindet, wird von den ärmeren Eingeborenen
eifrig gesucht und dient ihnen als Nahrung zur Winterszeit, wann sie keine
Uintjes mehr finden. Seit ein paar Jahren wird dieses Gummi auch ausge-
führt, allerdings erst für einige Tausend Mark jährlich (Warburg in Ber. d.
deutsch. pharm. Ges. 1897, p. 218); Hartwich, dem wir eine Untersuchung
über Gummi aus Angra pequene verdanken (Apotheker-Zeitung 1897, Num.
75), bezeichnet das Produkt als wertvoll und weist nach, dass das Angra
pequena-Gummi arabisches und Senegalgummi an Viskosität erheblich über-
trifft.
Was die gegenwärtige (Grösse des Exportes anbetriffl, so entnehme ich
der Publikation Hartwich’s, dass im April 1897 eine Versuchssendung von
etwa 700 kg verschifit wurde, der dann weitere im Juni und August von
je 2000 und 3000 kg folgien. Der Preis in Hamburg stellt sich pro 100 kg
auf + 140 Mark.
Die Samen finden gleich denen der Parkinsonia als Kafieesurrogat Ver-
wendung. Endlich dienen die langen Dornen den Hottentotten-Schönen als
Vorstecknadeln beim Umhängen der Kaross.
Vergl. Schinz, Deutsch-Südwest-Afrika, ferner Marloth in Engl. Bot.
Jahrb. VIH, p. 259.
A. kalachariensis Schinz.
Arbor: rami rufescentes, juniores pilosi, adulti glabri; ramı axillares
spiniformes ; stıpule deciduæ: petiolus et rhachis pilosa; folia 7—13 pin-
nala; foliola -i- 25 jugata, linearia, acuta vel obtusiuscula, leviter inæqui-
latera; flores spicati (?): legumen Iineare-oblongum, contortum, fuscum,
suturæ incrassatæ.
Folia Æ 7 em longa, pinnæ + 2 em longæ, foliola <= 3 mm longa et =
1 mm lata : legumen -= 10 em longum et = 7 mm latum.
KAL. : ohne nähere Standortsbezeichnung, Fleck 408 a!
Erinnert durch die gedrehten Hülsen an die abyssinische A. spirocarpa
Hochst. und an die von Engler aus Griqualand beschriebene A. spirocar-
poides, unterscheidet sich aber in höchst charakteristischer Weise durch das
Fehlen von Dornen und durch das Vorhandensein von dornartig zugespitz-
ten, blättertragenden Zweiglein. Möglicherweise sind es die Letztern, die
die Stipulardornen in ihrer biologischen Aufgabe ersetzen.
A. longepetiolata Schinz.
Frutex : ramuli einerei, adulti glabri ; stipulæ uncinatæ ; folia longe petio-
lata, 3—4 pinnata, glaberrimma; foliola 8—15 jugata, læta, lineare-oblonga,
valde inæquilatera, obtusa vel acuta; flores spicati: calycis segmenta ei
petala pubescentia : legumen oblongum, compressum, stipilatum, cervinum.
SCHINZ. DIE PFLANZENWELT DEUTSCH-SÜDWEST-AFRIKAS. 115
Petioli + 2 em longi: folia + 5 cm longa; pinnæ + 27 mm; foliola
+ 8 mn longa et 2 mın lata; legumen + 8 cm longum et 1,5 cm latum.
HER. : ! Kuisib, Fleck 492 a!, 493 a!; ohne nähere Standortsangabe,
Fleck 491 !.
Die rotbraunen Stipulardornen dieser Art sind kurz, krallenartig gekrümmt
und äusserst spitz. Die hellgrünen Blättchen sind mitunter etwas spatel-
förmig, sodass sie über der halben Länge breiter als unter der halben Länge
sind. Sie sind stark ungleichhälftig ausgebildet und daher nicht minder häu-
fig etwas sichelförmig. Der Blattstiel trägt in grösserer oder geringerer Ent-
fernung vom untersten Fiederpaar einen sitzenden Drüsenkörper ; die Blatt-
spindel ist zerstreut behaart, der Blattstiel gleich den Blättchen dagegen
kahl. Die rehbraunen Hülsen sind ziemlich lang gestielt, lederartig, stumpf
oder spitz.
Wir haben es hier offenbar mit einer im mittleren Teile unseres Gebietes
häufigen Akazie zu tun, die von den übrigen Sammlern übersehen worden
zu sein scheint.
A. Lüderitzii Engl. Bot. Jahrb. X (1889), p. 25.
HER. . Otjimbingue, Marloth 1270, 1328
A. maras Engl. Bot. Jahrb. X (1889), p. 24.
HER. : Otjimbingue, Marloth 1260.
A. Marlothii Engl. Bot. Jahrb. X (1889), p. 19.
HER. : in planitiebus saxosis pr. Otjimbingue, Marloth 1317.
A. stolonifera Burch. Trav. South. Afr. II (1824), p. 241; Harv. et Sond. Fl.
Cap. II, p. 28%.
KAL. : ohne Standortsangabe, Fleck 410 a!
Kapkolonie V (Ongeluks Fontein nordw. von Kimberley).
Burchell schreibt I. c. über die von ihm beschriebene A. stoloni fera : this
last (dieeben genannte Akazie) which is about two or three feet high, is remar-
kable from the circumstance of its trunk or stem running just beneath the
surface of the earth, and from which arise a multitude of shoots or branches.
Damit stimmt Flecks Bemerkung auf die sein Exemplar begleitenden Eti-
quette: «niederes 2 bis 3 Fuss hohes Sträuchlein mit gerade aufstehenden
Ruthen. » Ohne diese Bemerkung wäre ich geneigt, seine Pflanze zu A. hebe-
clada DC. zu stellen, da die Hülsen beider mehr oder weniger mit einander
übereinstimmen.
A. trispinosa Marloth et Engl. in Engl. Bot. Jahrb. X (1889), p. 20.
A. caffra Willd. var. Pechuelii Kize. in Jahrb. k. bot. Garten Berlin IV
(1885), p. 264.
HER. : frequens in collibus pr. I Usa I kos, Marloth 1257; Okongana,
Schenck 240 !; Fleck 435 al; Lüderitz 122!; Bockberg, S. W. Ecke, am
Wege nach ! Ameib, Gürich 24!
Ich kenne das Marloth’sche Exemplar der frispinosa nur aus der Beschrei-
416 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
bung und vermag daher nicht mit Bestimmtheit zu behaupten, dass die
Kuntze’sche Pflanze wirklich mit ihr übereinstimmt, keinenfalls aber kann
ich die von Pechuel-Le&sche gesammelte und von Kuntze zu A. caffra ge-
stellte Pflanze als zu caffra gehörend auffassen.
A. tristis Welw. in Oliv. Fl. trop. Afr. II (1871), p. 349; Benth. in Trans.
Linn. Soc. XXX, 510; Hiern Cat. Welw. Pl. I, p. 314.
AM. : Ombalambuenge [Oshiheke], Rautanen 282!: * Kilevi am Kunene,
Schinz 206%.
Angola. — Enoljomatokano (Osh.).
A. uncinata Engl. Bot. Jahrb. X (1889), p. 21.
GR. NAM. : + Gansberg, Fleck 434 a!
HER. : 1 Usa ! kos, in lapidosis aridis, Marloth 1215! ; | Ubeb, Stapff 19!
Transvaal.
A. all. trispinosæ.
HER. : ohne Standortsangabe, Lüderitz 122!
Ein Zweigstück ohne Blätter und Früchte. Blüten ährig.
A. nov. spec. ?
Blüten o. Hülsen bis 15 cm lang, etwas gekrümmt, zwischen den Samen
seicht eingeschnürt, -E 5 mm breit. Stipulardornen gerade, 5—12 mm lang.
Fiedern Æ 3 paarig, Blältchen + 10 paarig, kahl.
HER. : Kurumanas, Fleck 406 a!
A. spec.
HER. : I Kuisib-Tal, Fleck 8i6!
Dichrostachys nutans (DC.) Benth. in Hook. Journ. Bot. IV (1842), p. 353:
Oliv. Fl. trop. Afr. II, p. 333; Hiern Cat. Welw. PI. I, p. 308.
Desmanthus nutans DC. Prodr. Regn. Veget. II (1825), p 446.
HER. : Okahandja, in planitie lapidosa, Marloth 1320; Miss Kolbe!
AMB. : Höpfner 59!
KAL. : * Ngami-See, M’Cabe.
Transvaal, Natal, Mossamedes; verbreitet im tropischen Afrika.
Elephantorrhiza Burchellii Benth. in Hook. Journ. Bot. IV (1842), p. 344:
Harv. et Sond. Flor. Cap. IL, p. 277.
Acacia elephantina Burch. Trav. South. Afr. II (182%), p. 236.
HER. : | Ubib, Gürich 9; auch auf der Fläche nördlich von Salem bei
Kamkoixas, Gürich; bei | Karıbib, Gürich.
KAL.: * | Noigas, ungemein häufig, Schinz 276; überall in der Kalachari,
Fleck 398 a!; am Nosob, Fleck 399 a!
Kapkolonie II, I, IV, V; Natal, Transvaal, Oranjestaat.
Die Pflanze ist charakteristisch für die sandigen, dünenartigen Boden-
erhebungen der Kalachari, wo sie sich meistens in Gemeinschaft der gleich-
falls sandliebenden Entada arenaria Schinz, der Bauhinia Urbaniana Schinz,
der Terminalia sericea Burch. und einer niedrigen Maba-Art vorfindet. Gegen
‘EN al RE
Lu
Me .
SCHINZ. DIE PFLANZENWELT DEUTSCH-SÜDWEST-AFRIKAS. 117
den westlichen Teil der Kalachari zu und auch im Hereroland bevorzugt
sie die buschlreie, trockene Aristida-Steppe. In der Transvaal werden die
kräftigen, oft armsdicken Wurzeln der Elephantorrhiza Burchellii — dort
Elandbontjes genannt — zum Gerben der Felle gebraucht ; eine ähnliche Ver-
wendung aus Deutsch-Südwestafrika wird von Gürich angegeben (Engler,
plante Gürichiane in Bot. Jahrb. XIX, p. 157), ist mir aber unbekannt ge-
blieben und auch unwahrscheinlich, da einerseits die Pflanze in Deutsch-
Südwestafrika gar nicht so häufig ist und den Eingeborenen zu dem ange-
deuteten Zwecke andere gerbstoffhaltige Pflanzen in viel grösserer Individuen-
zahl zur Verfügung stehen.
Die Wurzeln der Elephantorrhiza Burchellii sind englischerseits vor
Jahren chemisch untersucht und als sehr gerbstoffreich erklärt worden ; es
dürfte sich daher wohl empfehlen, die Pflanze nicht aus dem Auge zu ver-
lieren.
Schliesslich erwähne ich noch, dass die ansehnlichen Samen dieser Art
von den Kalachari-San gesammelt und aufgereiht auf gedrehte Pflanzenfasern
als Halsschmuck gelragen werden.
Zwecks Vermeidung einer Tautologie und in entsprechender Beobachtung
der Berliner Nomenklaturregeln habe ich den Bentham’schen Namen beibe-
halten, obwohl der von Burchell gegebenen Bezeichnung die Priorität ge-
hören würde.
Elephantorrhiza suffruticosa Schinz.
Suffrulex ; rami rufescentes; folia 15—25 pinnata; foliola 20— AU jugata,
acula; flores spicati, breviter pedicellati; pelioli articulati; calyx infundi-
buliformis, breviter 5 dentatus; petala libera, oblonga, acuta; antheræ 10,
glandula substipitata, decidua, superatæ ; legumen oblongum, compressum,
suturis incrassatis persistenlibus ; semina nigra.
Suffrutex 1—2 m altus; folia + 30 cm longa; pinne + 5 cm longæ;
foliola 4- 6 mm longa et + 1 mm lata; legumen Æ 17 cm longum et +
2 cm latum.
GR. NAM. : Rehoboth, Fleck 497 a! (ohne Blüten), 499 a! (nur Blätter).
HER. : Ebony mine, westlich vom + Kan, Schenck 457! (nur Blüten).
AMB. : Amülele, Schinz 2070 ; sandige Stellen bei Ombalambuenge, Rau-
tanen 242!, * Kilevi am Kunene, Schinz 2071. — Omatulu (Osh.).
Leider besitze ich von dieser Pflanze kein einziges vollständiges Exemplar
und die oben entworfene Diagnose beruht daher gewissermassen auf der Com-
bination sämllicher Belegexemplare, wozu dann noch eine von Fleck ent-
worfene Skizze des Halbstrauches mit Blättern, Blüten und Früchten hinzu-
kommt. Die Unterbringung der Pflanze hat daher nicht wenig Mühe gemacht.
Die Zahl der Staubblätter (10) spricht gegen Acacia, das Vorhandensein
von apikalen Drüsenkörpern und die nicht zu Tetraden verbundenen Pollen-
körner sprechen für die Zugehörigkeit zu den Adenantherew oder den Pipta-
118 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
denteæ, das Fehlen des Nährgewebes entscheidet des weitern zu Gunsten der
Piptadenie® und innerhalb dieser Abteilung kann, da die Blüten deutlich
gestielt sind, auf Grund unserer heuligen Kenntnis dieser Abteilung nur
Elephantorrhiza in Frage kommen.
Wenn ich die Pflanze nicht mit der ja gleichfalls in unserem Gebiete
vorkommenden E. Burchellii Benth. vereinige, so geschieht es im Hin-
blick auf die Wuchsverhältnisse. Nach Fleck wird E. suffruticosa bis über
2 m hoch und entwickelt Stengel von bis zu 9 em Dicke; solche Verhält-
nisse kenne ich bei Bentham’s Elephantorrhiza nicht. Ferner sind bei unse-
rer Pflanze die Blätichen nur ganz kurz weichstachelspitzig, oft sogar nur
spitz, dagegen sind sie am Grunde abgestutzt und so stark ungleichseitig,
dass die eine Blatthälfte überhaupt nur andeutungsweise zur Entwicklung
kommt. Die Blättchen sind auch entschieden kleiner als bei E. Burchellit.
Die Hülsen scheinen schmäler zu sein als bei E. Burchellii, doch möchte
ich auf diesen Umstand weniger Gewicht legen.
Ich füge noch hinzu, dass die Hülsen im Amboland von den Aajamba ge-
sammelt werden zwecks Gewinnung des Gerbstoffes.
Vielleicht ist E. suffruticosa identisch mit E. Petersiana Bolle in Peter’s
Mossamb. I, p. 9, einer nur unvollständig bekannten Art, die ich glaube in
der Menyhart’schen Sammlung vom mittleren Sambesi gefunden zu haben.
Wenn diese letztere Bestimmung richtig ist — sie gründet sich auf Bolles
Beschreibung — so würde sich #. Petersiana unterscheiden durch längere
Fiedern und längere Hülsen. Ich lasse die Frage vorderhand noch offen.
Ich habe auch leise Zweifel hinsichtlich der Zugehörigkeit der Fleck’schen
Nummer 497 a, da das betreffende Exemplar sehr starke, gedunsene Hülsen
besitzt, die an die charakteristischen Hülsen der E. Burchellii erinnern,
während dem die Exemplare aus dem Amboland (inklusive die Nummer
von Kilevi) sehr flache, allerdings noch nicht reife Hülsen besitzen.
Von Galpin besitzie ich Exemplare aus der Gegend von Barberton (562,
ohne Hülsen), die sehr wohl zu E. suffruticosa gehören könnten, ohne die
Hülsen gesehen zu haben, wage ich aber nicht, eine Entscheidung zu
treffen.
Entada arenaria Schinz.
Hievon liegt mir nur ein Fruchtexemplar vor. Die Früchte haben eine
Länge von + 26 cm, die dicken Suturen sind wellig aber nicht eingeschnürt.
Die einzelnen, mit dünnem Epikarp versehenen Artikulationen sind etwa
L1/, cm lang und ungefähr ebenso breit. Der ganze Fruchtstand ist Æ 10 cm
langgestielt; in der Regel scheint nur eine einzige Frucht pro Blütenstand
zur völligen Entwicklung zu gelangen, die Rhachis fällt indessen nicht ab,
sondern verholzt schwach und starrt dann bajonettartig ab. Die zwecks
Vergleichung in Frage kommenden E. africana Guill. et Perr., sudanica
Schweinf. und abyssinica Steud. haben entweder breitere Früchte (E. afri-
SCHINZ. DIE PFLANZENWELT DEUTSCH-SÜDWEST-AFRIKAS. 119
cana) oder schmälere Artikulationen; E. Wahlenbergii hat ganz kurz ge-
stielte Blütenstände.
AMB. : im Mittellauf des Omuramba ua matako, Schinz 277.
E. scandens Benth. in Hook. Journ. Bot. IV (1842). p. 332; Oliv. Fl. trop.
Afr. II, p. 325; Hiern Cat. Welw. Pl. I, p. 305.
KAL. : angeblich am * Ngami-See (ef. Oliver |. e.).
Erythrophloeum pubistamineum Hennings in Gartenflora (1889), p. 1.
— — var. parvifolium Schinz.
Blattfiedern mit bis zu 15, alternirenden Blätiichen; letztere + 24 min lang
und + 10 mm breit (beim Typus 3 bis 5 cm lang und 11/2 bis 21/2 cm breit),
länglich verkehrteifürmig bis elliptisch. Staubfäden etwas weniger dicht be-
haart als bei der Art.
AMB. : * Omupanda in Uukuanjama, Sandboden, Wulfhorst 31! — Omu-
pako (Otjikuan).
Copaiba Mopane (Kirk) O. Kuntze Rev. Gen. Plant. (1891). p. 172; Hiern
Cat. Welw. Pl. I, p. 000.
CGopaifera — Benth. Trans. Linn. Soc. XXV (1865), p. 317; Oliv. Fl.
trop Afr. II, p. 315; Schinz in Abh. Bot. Ver. Prov. Brandenb. XXX,
Px4171: -
HER. : angepflanzt in Otjimbingue, Lüderitz 158!, Schinz; in den süd-
lichen Kaokofeldern, vom Uxabfluss nordwärts bei Otjitambi, bei Pans etec.,
an günstigen Stellen den Vegetationscharakter bestimmend, Franzfontein,
Gürich 67,
Ueber die Verbreitung des Baumes im Kaokofeld, schreibt mir Missionar
Berrsmann : «Die ersten Omitati (Mehrzahl von Omutati) sah ich auf dem
nördlichen Abfall der zwischen dem mittlern + Eisib (Omaruru) und I U
+ gab sich erstreckenden Hochfläche bei Okondhana (! Ais). Bei Ani £ gab
gab es schon schöne Exemplare, noch schönere im | Goanta + gab, von wo
ab sie fast überall vorkommen. Die westlichsten sah ich in dem Tale eines
Nebenflüssehens des I Hoanib nahe der Wasserscheide zwischen diesem und
dem Gungab. In Hosabib, dem Punkte, wo ich dem Meere am nächsten war.
hörte überhaupt aller Baumwuchs auf. »
AMB. : Olukonda, Schinz 278, Rautanen 24 a!, 41 !.
Omutati (Otjih.), omasali (Osh.).
Verbreitet in Angola, am Okavango, Kuando und am Sambesi. Im Ambo-
land zwischen Ondonga und Uukuambi waldbildend. Auf den Blättern
tritt eine Schildlaus auf (vergl. auch Livingstone, Missionary travels), die
sich mit einer süssschmeckenden Harzschicht bedeckt, welche von Arm und
Reich als Delikatesse gesammelt und gegessen wird. Vergl. Schinz, Deutsch-
Siidwest-Afrika, p. 209, 231, 472 und Ficalho, Plant. Ut, p. 163.
Copaiba cœlosperma (Benth.) O. Kuntze Rev. Gen. Plant. (1894),
p. 172.
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER, no A, 15 janvier 1900. 10
120 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
Copaifera — Benth. in Trans. Linn. Soc. XXV (1865) t. 43; Oliv. Fl.
trop. Afr. II, p. 31%.
KAL. : Zwischen Karakobis und Lewisfonteyn, Schinz 557.
Batoka Hochländer.
Der hochrote Arillus wird von den Buschmännern gegessen.
Vergl. Schinz, Deutsch-Südwest-Afrika, p. 359, 475.
Bauhinia garipensis E, Mey. Comm. (1835), p. 162; Harv. in Harv. et Sond.
Fl. Cap. II, p- 275; Oliv. Fl. trop. Afr. II, p. 200; Hiern Cat. Welw. pl.,
I, p. 237.
GR. NAM. : Ganas, Schinz 848 ; zwischen Keetmanshoop und dem || Karas-
gebirge, Fleck 387 a!
HER. : in saxosis pr. flumen TsoaXaub, alt. 400 m, Marloth 1421 ; | Kari-
bib, on stony ground, Lindner! ; ! Kuisib, Fleck 400 a!
Kapkolonie II (unmittelbar am Ufer des Oranjenflusses, den die Naman
I garib nennen). Vergl. Schinz, Deutsch-Südwest-Afrika, p. 485.
Die Art geht nordwärts bis in die Provinz Mossamedes hinein, wo sie
von Welwitsch mehrfach beobachtet und gesammelt worden ist.
B. macrantha Oliv. Fl. trop. Afr. II (1871), p. 289.
HER. : Otavi, nördlich von Waterberg, Dove!
AMB. : Oshiheke bei Olukonda, Schinz 272, Rautanen 241 !; * Omupanda
in Uukuanjama, Wulfhorst 19!, 29!
Ombundje (Osh.) ; omutuamutua (Otjikuan).
KAL. : * Ngami-See, Mc Cabe.
B. Marlothii Engl. Bot. Jahrb. X (1889), p. 26.
HER. : Usakos, in lapidosis aridis, Marloth 118%!
B. Pechuelii O. Ktze. in Jahrbuch k. bot. Garten Berlin IV (1886), p. 263;
Engl. Bot. Jahrb. X, p. 26.
HER. : Tsoaxaub, Pechuel-Lesche!, Marloth 1420; Ussab-Ausspann-
platz, am Rande der Namib, gegen den Tsoaxaub hin, Gürich 23; Tsamatal
bei Kuwosis im + Kantal, Schenck 429! ; Okongava, Schinz 849! ; I Hai ||
guinxab, auf Sandboden, Wulfhorst 164!; 1 Kuisib, Fleck 386 a!; Miss
Kolbe!; Lindner, in stony ground, grassfields!; am + Kan-Fluss, Dinter
72!
Was Engler I. c. über Copaiba Mopane und Bauhinia Pechuelii noch
des weitern sagt, beruht auf einem Irrtum, den ich bereits in den Verh. d.
Bot. Ver. Prov. Brandenb. XXX (1888), p. 172 richtig gestellt habe.
B. Urbaniana Schinz in Verh. Bot. Ver. Pr. Brandenb. XXX (1888), p. 169.
HER. : ohne Standortsangabe, Nels 84!
KAL.: zwischen Karakobis und Lewisfonteyn, Schinz 275; Nosob bis
Mutschuni, Fleck 401 ! (ohne Blüten und ohne Früchte und daher die Rich-
tigkeit der Bestimmung nicht ausser allem Zweifel ; dasselbe gilt auch be-
züglich des Exemplars von Nels.)
SCHINZ. DIE PFLANZENWELT DEUTSCH-SÜDWEST-AFRIKAS. 121
B. Bainesii Schinz.
Von dieser Art liegt mir nur ein steriler Zweig vor, die Btätter weichen
aber so erheblich von jenen der aus unserem Gebiete bekannten Bauhinia-
Arten ab, dass von einer Identifizirung mit einer solchen keine Rede sein
kann. Ich habe dieselbe Pflanze, von Baines gesammelt, auch in Kew vor-
gefunden, wo sie zu Bauhinia fassoglensis Kotschy gelegt ist, einer tropisch-
afrikanischen Art, mit der sie allerdings einige Aehnlichkeit aufzuweisen
hat. Die Blätter der B. Bainesit sind lederig, im Umriss breit-halbrundlich,
am Grunde herz- oder nierenförmig ausgebuchtet, bis zu 25 mm lang gestielt.
Die Teilblätter sind auf eine Strecke von circa 23 mm Länge mit einander
verwachsen, in direkter Verlängerung der Verwachsung oder des Mittel-
nerven gemessen, zeigt das Blatt eine Länge von circa 80 mm bei einer
grössten Breite von bis zu 70 mm. Jedes Teilblatt wird der Länge nach von
vier unterseits kräftig hervortretenden, aus dem Blattstiel eintretenden Ner-
ven durchzogen, eine Behaarung ist nicht nachweisbar.
Bauhinia Bainesii ist eine mittelst Infloreszenzranken kletternde, wenn
der Stütze entbehrend, am Boden weithin kriechende Pflanze mit (nach Aus-
sage der Eingeborenen, die sich der Samen als Halsperlen bedienen) grossen
Hülsen. Die Wurzelknollen erreichen einen Durchmesser von bis zu im
und werden trotz ihres hohen Gerbstoffgehaltes von den San gegessen.
An eine Vereinigung dieser Art mit fassoglensis kann meines Erachtens
nicht gedacht werden, denn bei dieser sind die Blätter viel höher mit ein-
ander verwachsen und die Blattstiele sind auch unverhältnismässig länger.
Bauhinia reticulata DC., die von Osten her bis an den Ostrand der Kala-
chari vordringt, unterscheidet sich in gleicher Weise wie fassoglensis, abge-
sehen davon, dass B. reticulata von allen Sammlern als ansehnlichen Baum
geschildert wird.
KAL. : | Oas, östlich von Gobabis, Schinz 2061. In der Kalacharı ver-
breitet, so auch aus * Lehututu nachgewiesen.
B. Bowkeri Harv. in Harv. et Sond. Fl. Cap. II (1861—62), p. 596; Oliv. Fl.
trop. Afr. II, p. 289.
KAL. : * «Chapman and Baines » (fide Oliver 1. c.).
Kapkolonie IV.
B. esculenta Burch. Trav. in South. Afr. II (1824), p. 589.
B. Burkeana Benth. in Harv. et Sond. Fl. Cap. II (1861—62), p. 275.
HER. : Lüderitz 156!
Transvaal; Burchell gibt keinen bestimmten Standort an, vermutlich
stammt sein Exemplar aus dem Kuruman- (Südost-Kalachari) Feld.
Auch diese Art gehört zu den mit essbaren Wurzelstöcken versehenen
Bauhinien. Burchell schreibt darüber : « Among their! various eatable wild
! Burchell spricht hier von den «Bachapins», den Bewohnern des Litakun-
Gebietes.
122 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
roots, the most remarkable is the Tama, on accounth both of its enormous
size, and of its being the only species of Bauhinia hitherto discovered in
Southern Africa. The plant consists of several long slender branches sprea-
ding on the ground to the distance of six or ten feet, furnished with round
leaves, which are nearly divided into two, and producing large yellow flo-
wers, which are succeeded by a pod of considerable magnitude, containing
several brown seeds or beans. It grows only in sandy plains, where the root
altains the size of a foot and a half in length, and a half a foot in diameter.
It is of a reddish color when dried, and in appearance not much unlike
he waler-yam ; but it is of a very astringent taste, which ihe natives correct
by boiling in milk. The seeds also, wich are called tammani or litammani
are much eaten ; and are sometimes slrung into necklaces. »
Der unangenehme Geschmack des Wurzelknollens, von dessen Vorhanden-
sein ich mich oft genug überzeugt habe, rührt ganz unzweifelhaft von Gerb-
säure her.
Cassia absus L. Spec. Pl. ed. 1, I (1753), p. 376; Oliv. Fl. trop. Afr. II, p.
279; Hiern Cat. Welw, PI. I, p. 292.
AMB. : zwischen Omiikangua und Amütele, Schinz 347; Olukonda, Rau-
tanen 3!, 33!, * Omupanda in Uukuanjama, Wulfhorst 38! — Omüpapameno
(Osh.).
Trop. Afrika, Natal, Transvaal, Angola; trop. Asien bis Australien,
Mexiko.
C. mimosoides L. Spec. Pl. ed. 4 (1753), p. 379; Harv. et Sond. Fl. Cap. I,
p. 273; Oliv. Fl. trop. Afr. II, p. 280; Hiern Cat. Welw. pl. I, p. 293.
AMB. : Olukonda, Rautanen 52!, 194! ; Olukonda-Oshiheke, Schinz 279;
Omatope, Schinz 282; Omandongo, Rautanen 9!; Omulonga, Rautanen 112!
Okati komukota (Osh.). — Die Aandonga kauen die Wurzel bei Blutungen
aus dem Munde oder aus der Nase.
C. obovata Collad. Hist. Cass. (1816), p. 92, t. 15; Oliv. Fl. trop. Afr. II, p.
277; Benth. in Trans. Linn. Soc. XXVI, p. 516; Hiern Cat. Welw. pl. I,
p- 292.
€. arachoides Burch. Trav. South. Afr. I (1822), p. 341, Harv. et Sond.
Fl. Cap. II, p. 272.
GR. NAM.: Rehoboth, sandiger Boden, Fleck 396 a!; Komab, Schinz
2811.
HER. : Marloth 1442, Nels 85!, Miss Kolbe!.
AMB. : Olukonda, Schinz 280!, Rautanen 37!
Kapkolonie Il, 1V, V, Natal, Transvaal; verbreitet von Aegypten durch
Abyssinien, Nubien, westwärts nach Kuka, und an die trop. West- und
Südwestküste des afrikanischen Kontinentes. Kommt auch in Arabien und
im nordwestlichen Indien vor.
Die Fiederblättchen dieser Pflanze kommen aus dem nördlichen Afrika
“tif
SCHINZ. DIE PFLANZENWELT DEUTSCH-SÜDWEST-AFRIKAS. 123
als Sennesblätter in den Handel, immerhin muss bemerkt werden. dass die
Blätter der Cassia obovato, in Aegyplen als Senna baladi, wilde Senna be-
zeichnet, bedeutend weniger geschäizt werden als die der Cassia angustifolia
und der GC. acutifolia, von denen die erstere sich in ihrer Verbreitung von
Mossambik über Somalland und Arabien nach dem nordwestlichen Indien
erstreckt, wogegen GC. acutifolia das mittlere Nilgebiet von Assuan bis Kor-
dofan bewohnt. Aus Südwestafrika werden meines Wissens noch keine
Sennesblätier ausgeführt, da die €. obovata aber dort nicht selten ist, so
dürfte sich eine chemische Prüfung der Blättchen auf deren wirksamen Be-
standteil, die Cathartinsäure doch empfehlen. [Vergl. Engler, Ostafrika, B.
p- 505, Flückiger, Pharmakognosie, p. 661 und Ficalho, Plantas Uteis da
Africa portugeza, p. 1593. ]
C. occidentalis L. Spec. Pl. ed. 1 (1753), 377; Oliv. Fl. trop. Afr. il, p.
27%; Hiern Cat. Welw. Pl. I, p. 291.
AMB. : Olukonda, Rautanen 36!, Schinz, 844; * Omupanda in Uukua-
njama, Wulfhorst 12!, 32!
Omüsheshe (Osh.), ekunda (Osh.) die Hülse.
Die Pflanze findet sich in Ondonga vielerorts in der Nähe der Hütten der
Aandonga angepflanzt und wird insofern zu Heilzwecken gebraucht, als bei
Schlangenbissen ein kleines Zweigstückchen in die Wunde gelegt wird; das-
selbe soll dann mit dem Blute gleichzeitig auch das in ie Wunde gedrungene
Gift aufsaugen. Auffallend ist, dass dieselbe Verwendung auch im fernen
Osten. im Sululand etc. konslatirt worden ist.
Tropen der alten und neuen Welt.
Vergl. Ficalho, Plant. Ut., p. 152.
Parkinsonia africana Sond. in Linnæa XXIII (4850), p. 38: Harv. et Sond.
Fl. Cap. II, p. 269.
GR. NAM. : Keetmanshoop, Schinz 852 ; Fischfluss, Schinz 853.
HER.: I Hai [| guingab, in lapidosis aridis, Schinz 854, Marloth 1216;
Lüderitz 153!; Anizab am Uxab, Gürich 1; auch sonst häufig bei Oijim-
bingue, I Usa I kos, im Kaokofeld bei Otjilambi, sogar einzelne Büsche
am Bande der Plüm, Gürich; Fleck 401 a!; 1 Us I kos, on strony ground,
Lindner! ; Pechuel-Lesche!.
Kapkolonie IH, V.
Die braunen Samen dieser Leguminose sind bei den Eingeborenen Süd-
weslafrikas ein beliebtes Kafleesurrogat.
Hoffmanseggia Burchellii (DC.) Benth. in Oliv. Fl. trop. Afr. 11 (1871), p.
264.
Melanosticta — DC. Mém. Legum. (1825), p. 475, L. 69 et Prodr. Regn.
Veget. II, p. 485; Harvey in Harv. et Sond. Fl. Cap. II, p. 270 et Thes.
Cap; p 2,1. 2.
KAL. : * Koobis, Baines.
12% MÉMOIRES DE L HERBIER BOISSIER.
H. rubra Engl. Bot. Jahrb. X (1889), p. 25.
GR. NAM. : Rehoboth, Fleck 392!
HER. : Usakos, alt. + 900 m, Marloth 1432! ; Otjovazandu, Schinz 851;
Lüderitz 154!, Nels 83! ; Onanisfluss, Belck 39!
AMB : Ausab, Schinz 850; * Omupanda in Uukuanjama, Wulfhorst 24 !.
Die Buschmänner sammeln die Blätter dieser Art um sie ihrem Schatz an
Kosmetika einzuverleiben, die aus der Kapkolonie eingewanderten Bastards
haben daher für sie die Bezeichnung «Bitter Buxu ».
H. Sandersoni (Harv.) Engl. Bot. Jahrb. X (1889), p. 25.
Melanosticta — Harv. in Harv. et Sond. Fl. Cap. II (18641 —62), p. 270.
— — var. lactea Schinz.
Unterscheidet sich von dem Typus in höchst charakteristischer Weise
durch die milchweisse Färbung der Zweige, die bedingt wird durch die gelb-
weisse Rindenfärbung und die weisse, ausserordentlich kurze Behaarung.
Ausser diesen kurzen, sehr dicht stehenden Haaren sind die Zweige noch
mit den für die Gattung bekannten kurzen, schwarzen Drüsen und — selten
— mit langen Gliederhaaren besetzt, letztere sind aber, im Gegensatz zum
Typus so ausserordentlich spärlich verteilt, dass sie zumeist übersehen wer-
den. Die Blättchen sind durchschnittlich am oberen Ende am breitesten; die
Hülsen sind sichelförmig gekrümmt.
GR. NAM.: Keetmanshoop, Fenchel 172!; Rehoboth, auf Sandboden,
Fleck 859!; Daberas, Fleck 385 a!; Rehoboth, an und auf Felsen und Ge-
röll, Fleck 459!, 397 a!.
Der Typus findet sich in der Transvaal und in Natal.
U Kua # gaib (Nam.).
Peltophorum africanum Sond. in Linnæa XXIII (1850), p. 35; Harv. et
Sond. Fl. Cap. IL, p. 270; Oliv. Fl. trop. Afr. II, p. 260 ; Hiern Cat. Welw.
PIED 287.
HER. : Nels 246!
AMB. : Olukonda (in der Oshiheke häufig), Schinz 843; Ombalambuenge,
Rautanen 154!; * Omupanda in Uukuanjama, Wulfhorst 3, 16!; * Kilevi am
Kunene (sehr häufig), Schinz 842. — Omüpalala (Osh.).
KAL. : * Ngami-See, M’Cabe!
Verbreitet nördlich vom Kunene in Angola, am mittlern Sambesi und in
der Transvaal.
Baphia obovata Schinz in Bull. Herb. Boiss. IV (4896), p. 815.
AMB. : *Omupanda in Uukuanjama, Wulfhorst 22!
Ofufe (Otjikuan).
Lotononis Bainesii Bak. in Oliv. Fl. trop. Afr. U, (1871), p. 6.
KAL. : * near the Tropic of Capricorn, Chapman and Baines.
L. clandestina (E. Mey.) Benth. in Hook. Lond. Journ. II (1843), p. 607;
Harv. et Sond. Fl. Cap. II, p. 61; Oliv. Fl. trop. Afr. I, p. 6.
SCHINZ. DIE PFLANZENWELT DEUTSCH-SÜDWEST-AFRIKAS. 125
Capnites clandestina E. Mey. Comm. (1835), p. 81.
KAL.: * in the interior near the Tropic, Chapman and Baines.
Kapkolonie Il: * between Verleptpram and Natvoet.
L. aff. clandestinæ.
GR. NAM. : Rehoboth, Fleck 402!.
Das Pflänzchen, von dem ich nur zwei kleine, spärliche Exemplare be-
sitze, gehört sicherlich zu der Sektion Leobordea, ob aber gerade zu L. clan-
destina, ist noch fraglich. Von den drei Arten, die nach Harvey die Sektion
Leobordea bilden, unterscheidet sich L. porecta (E. Mey.) Benth. durch tiefer
geteilten Kelch und offenbar schwächer behaarte Blättchen, L. Leorbordea
Benth. durch ansehnlichere Blattstiele und Blättchen und L. clandestina
weicht dadurch ab, dass bei dieser Art Fahne und Flügel kürzer als der-
Kelch sind.
L. falcata (E. Mey.) Benth. in Hook. Lond. Journ. II, (1843), p. 608.
Lipozygrs falcata E. Mey. Comm. (1835), p. 78.
GR. NAM.: Tschirub, Schinz 809; Guixab, Schinz 807: Rehoboth,
Schinz 808; am untern Oranjenfluss, Steingröver 6!
Kapkolonie : II, * near Verleptpram ete. Drège.
L. lenticula (E. Mey.) Benth. in Hook. Lond. Journ. I, (1843), p. 611 ; Harv.
et Sond. Fl. Cap. IT, p. 62.
Crotalaria lenticula E. Mey. Comm. (1835), p. 26.
Lotononis clandestina (E. Mey.) Benth. var. Steingröveriana Schinz in
Abhandl. Bot. Ver. Prov. Brandenb. XXX, (1888), p. 157.
GR. NAM. : am untern Oranjenfluss, Steingröver 109 !.
L. Leobordea Benth. in Hook. Lond. Journ. II, (1843), p. 607 ; Oliv. Fl. trop.
Afr. II, p. 5; Harv. et Sond. Fl. Cap. II, p. 61.
HER. : Usakos, in lapidosis, alt. 900 m, Marloth 1298.
Kapkolonie, Nordafrika und ostwärts bis Belutschistan.
Lebeckia cinerea E. Mey. Comm. (1835), p. 35; Harv. et Sond. Fl. Cap. II,
p- 87.
Kapkolonie: * Hills near Noagas, and near Aris, on the Garip, Drège.
L. linearifolia E. Mey. Comm. (1835), p. 33; Harv. et Sond. Fl. Cap. II,
p. 86.
GR. NAM. : Arris, Fleck 460!.
Kapkolonie: * on the Garip, near Verleptpram, Drège.
L. multiflora E. Mey. Comm. (1835), p. 34: Harv. et Sond. Fl. Cap. II, p. 88.
Kapkolonie : II, * mouths of the Garip, Drège.
— — var. parvifolia Schinz in Abhandl. Bot. Ver. Prov. Brandenb. XXX.
(1888), p. 197.
GR. NAM. : Lüderitzhafen, Schinz 812, Schenck 9!, 28!, Hermann 301;
Mündung des Oranjenflusses, Schenck 238!, Steingröver 56!, Pohle!: Warm-
bad bis Naidas, in Flussbetten, Fleck 4581.
126 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
L. obovata Schinz.
Fruticulosa ; folia simplicia, petiolata, obovata vel obovato-orbiculata vel
late elliptica, coriacea, holosericea; calyx holosericeus, segmenta acuta;
corolla sericea.
GR. NAM. : + Gansberg, in einer Höhe von 7000’, Fleck 75!.
Ein '/» m hoher Strauch mit sammetartig behaarten, im Alter pubesciren-
den oder sogar kahlen Zweigen. Die 4 cm lang gestielten Blätter sind ein-
fach ; die lederige, ober- und unterseits sammetartig behaarte Spreite ist kreis-
rund bis verkehrteiförmig bis breit elliptisch, + 18 mm lang und + 15 mm,
breit. Der Blattstiel ist kanlig. Die traubigen Blütenstände schliessen die
Zweige ab und sind sowohl dicht- als reichblütig. Der Kelch ist sammelartig
behaart, breit-glockenförmig, am Grunde etwas eingestossen, fünfzipfelig.
Vier der Abschnitte sind breit-dreieckig und spitz, der fünfte, untere ist
bedeutend schmäler. Die kreisrunde Fahne ist gleich dem stumpf geschna-
belten Schiffehen aussen mit Seidenhaaren bekleidet, an den Flügeln ist
dieses Indument auf das obere, stumpfe Ende beschränkt. Sämiliche Kron-
blätter sind von ungefähr gleicher Länge. Hülse ?.
Leider fehlen dem Exemplare Hülsen und ich bin daher nicht ganz sicher,
ob die Pflanze wirklich zu Lebeckia zu stellen ıst, in mancher Hinsicht er-
innert sie auch an Rafnia. Mit den meisten Lebeckia-Arten hat sie ganz ent-
schieden das auffallende Indument gemeinschaftlich.
Melobium candicans (E. Mey.) Ecklon et Zeyh. Enum. (1836), p. 189; Harv.
et Sond. Fl. Cap. U, p. 78.
Dichilus candicans E. Mey. in Linnæa VII (1832), p. 154.
GR. NAM.: Blydeverwacht, Fleck A61!
Kapkolonie:
M. microphyllum (Thunb.) Eckl. et Zeyh. Enum. (1836), p. 189; Harv. et
Sond. Fl. Cap. IL, p. 79.
Ononis mierophylla Thunb. Prodr. (1800), p. 129.
— — var. decumbens Harv. 1. c. (1861 —62), p. 79.
Melobium decumbens Benth. in Hook. Lond. Journ. IH (1844), p. 352.
Sphingium decumbens E. Mey. Comm. (1835), p. 67.
GR. NAM. : Rehoboth, Fleck 460 !, A61!.
Verbreitet in der Kapkolonie und zwar vom Süden bis nach Klein-Nama-
land hinauf.
Crotalaria apiculata Schinz.
AMB. : bei Ombalambuenge, Rautanen 224! ; zwischen Ondonga und Uu-
kuambi, Rautanen 225!
Herba erecta, pubescens; folia 3-foliolata, longe petiolata; foliola ovata
vel oblongo-ovata vel late elliptica, rotundata vel obtusa, mucronata, basi
cuneata, subtus sparse pilosa et glauca; stipulæ parve; racemi laterales,
longe pedunculati, laxe multiflori; calycis laciniæ oblongæ, rotundato-trun-
SCHINZ. DIE PFLANZENWELT DEUTSCH-SÜDWEST-AFRIKAS. 127
catæ, apiculatæ; carina villosa; flores pedicellati, aurantiaci, demum lila-
cini ; legumen oblongo-obovoideum.
Petiolus + 30 mm; foliola + 45 mm longa et + 20 mm lata; racemi +
7 em longi; legumen + 10 mm longum.
C. Belckii Schinz in Abh. Bot. Ver. Prov. Brandenb. XXX (1888), p. 159.
HER. : Franzfontein im Kaoko, Belck 2% !.
Von Rehmann auch in der Transvaal gesammelt. Unzweifelhaft mit C.
natalitia Meisn. verwandt, abweichend von dieser aber durch die abstehende,
fuchsige Behaarung.
C. cernua Schinz.
Annua, herbacea, erecta, adpresse pilosa; stipulæ subulato-lanceolatæ,
parvæ ; folia longe petiolata, 3-foliolata; foliola angusle lanceolata vel ellip-
tica, basi attenuata, supra glabra et punctulata, subtus sparse adpresse pilosa ;
racemi terminales et lalerales, laxe mulliflori ; flores pedicellati, calycis seg-
menta lanceolata, acuta, sparse sericea , vexillum et carina sericea, lutea ;
legumen globosum, pubescens vel sericeum, bispermum, cernuum.
AM. : Olukonda, auf Aeckern, Rautanen 224!, 226!.
Eine schlanke, aufrechte, krautige Pflanze mit Æ 21/2 cm lang gestielten
Blättern und pfriemlich lanzettlichen, kleiner Nebenblättern. Die unterseits
spärlich behaarten, oberseits kahlen aber schwarz punktirten Blättchen sind
linealisch lanzettlich bis elliptisch, 3 bis 6 cm lang und 6 bis 3 mm breit.
Die viel- aber lockerblütigen Trauben sind bis 25 cm lang. Die Blüten sind
+5 mm lang gestielt. Die Abschnitte des seidenhaarigen Kelches sind +
2 mm lang, d. h. etwa zwei mal länger als der Kelchtubus. Die Fahne und
der Kiel, die beide etwa 9 mm lang sind, sind aussen mit kurzen Seiden-
haaren bekleidet. Die bogig aufsteigende und dann hängende Hülse ist kugel-
rund bis eiförmig kugelig, kurzhaarig und zweisamig.
Unterscheidet sich von C. spherocarpa Perr. und deren Spielarten durch
ansehnlichere Blüten. Bezüglich GC. spherocarpa Perr. und C. nubica Benth.
vergl. Schinz in Abh. Bot. Ver. Prov. Brandenb. XXX (1888), p. 160.
C. colorata Schinz.
Fruticulosa ; radix lignosa, flava; ramı et petioli pilosi, angulares ; folıa
3-foliolata; foliola cuneata vel obovata, basi cuneala, apice emarginala, mu-
cronata, sericea; racemi sparsiflori; flores pedicellati; calycis segmenta lan-
ceolala, acuta, sericea ; corolla glabra ; legumen oblongum, sericeum.
HER. : Tsoagaub-Mündung, Dinter 1!, 481.
Eine strauchige Art mit hellsafrangelb gefärbten Wurzeln. Die Zweige
sind behaart, die jüngern überdies gleich den :+ 15 mm langen Blattstielen
kantig. Die Blältchen sind entweder von umgekehrt eiförınigem oder keil-
förmigem Umriss, abgerundet und elwas ausgerandet, dabei deutlich mukro-
nat. Die Spreite ist dicht mit anliegenden Seidenhaaren bekleidet. Die Länge
der Spreite misst + 15 mm, die Breite + 10 mm. Die Infloreszenzen sind
198 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
armblütig. Die kurz gestielten Blüten sind etwa 13 mm lang; der seiden-
haarige Kelch besitzt lanzettliche, spitze Abschnitte von + 4 mm Länge, die
Kelchröhre ist eher etwas kürzer. Die Kronblätter sind durchaus kahl; die
Karina ist lang und spitz geschnabelt. Die anscheinend sitzende Hülse ist von
oblonger Gestalt, am Grunde stumpf, am entgegengesetzten Ende spitzlich ;
sie ist dicht mit Seidenhaaren bekleidet. Die Länge der Hülse beträgt +
2 cm, die Dicke + 1 cm.
Die Blätter und teilweise auch die jüngern, kantigen Zweige sind dicht mit
pustelförmigen Uredolagern bedeckt.
Die intensive Färbung der Wurzel ist ein ausgezeichnetes Merkmal dieser
Art.
C. damarensis Engl. Bot. Jahrb. X (1889), p. 27.
HER. : Karibib in arenosis, alt. 1000 m, Marloth 1310.
C. fiezuosa Baker in Oliv. Fl. trop. Afr. II (1871), p. 29.
KAL.: “in the Interior near the Tropic. Chapman and Baines.
C. Fleckii Schinz.
Herba erecta, sparse adpresse pilosa: folia petiolata, 3 foliolata; foliola
oblongo-lanceolata, mucronata, obtusa, basi rotundata vel cuneata, glabra
vel sparse pilosa; stipulæ foliacex; racemi terminales, basi laxe multiflori;
flores pedicellati; calycis segmenta lineare-lanceolata. acuta ; carına villosa :
legumen stipitatum, oblongum, glabrum.
GR. NAM. : Rehoboth, Fleck 1961, 447!, 937!
Eine einjährige, krautige, im lebenden Zustande offenbar frisch grüne
Pflanze, deren erste Blätter mit zerstreuten, anliegenden, langen Seiden-
haaren bekleidet sind. Die Blätichen der -E 41/2 cm lang gestielten Blätter
sind bis 61/2 cm lang und bis 11/2 cm breit; sie sind abgerundet und von
einer kleinen Weichstachelspitze überragt. Die Nebenblätter entsprechen den
Laubblättern, nur dass sie kleiner und die Einzelblättchen säbelförmig sind.
Die bis 15 cm langen Blütentrauben sind am Grunde lockerblütig. Die Blüten
sind gelb und ansehnlich. Die schmalen, lanzettlichen, sehr spärlich behaar-
ten Kelchzipfel sind spitz und Æ 6 mm lang; die Abschnitte sind durch ab-
gerundete Buchten von einander getrennt. Der lang und schmal geschnabelte
Kiel ist am obern Rand bärtig. Die + 4 mm lang gestielte Hülse ist minde-
stens 21/2 mal länger als breit. kahl und vielsamig.
Diese Art ist wohl verwandt mit €. capensis Jacq. und €. natalitia
Meisn., bei der erstern ist aber der Kiel kahl und €. natalitia hat kürzere
Infloreszenzen und kürzere Kelchzipfel.
C. Heidmannii Schinz.
Herba erecta, basi multiramosa, adpresse pilosa; folia 3-foliolata, petio-
lata: foliola lineare-lanceolata, basi attenuata, acuta vel obtusiuscula et
mucronata, subtus sparse adpresse pilosa ; stipulæ lineare-lanceolatæ ; racemi
terminales, laxe parviflori : flores pedicellati : calyeis laciniæ anguste lanceo-
SCHINZ. DIE PFLANZENWELT DEUTSCH-SÜDWEST-AFRIKAS. 129
late, acutæ, subsericeæ; carina subglabra; legumen stipitatum, oblongo-
ovoideum. sericeum.
GR. NAM. : Rehoboth, Fleck 448 !, Missionar Heidmann.
Foliola + 25 mm longa et + 2 mm lata; petioli + 7 mm longi; racemi
+ 7 em longi ; flores flavi; legumen + 10 mm longum.
C. Leubnitziana Schinz in Abh. Bot. Ver. Prov. Brandenb. XXX (1888),
p- 158.
GR. NAM.: Tiras, Schinz 53%.
C. Marlothii Engl. Bot. Jahrb. X (1889), p. 27.
HER. : in arenosis pr. flumen Tsoaxaub, alt. 750 m, Marloth 1851.
C. microcarpa Hochst. ex Benth. in Hook. London Journal II (1843),
p. 873.
KAL. : *in the Interior, near the Tropic of Capricorn, Chapman and
Baines.
C. mollis E. Mey. Comm. (1835), p. 23: Harv. et Sond. Fl. Cap. IL p. 43.
GR. NAM. : Lüderitzhafen, Schenck 18!
Kapkolonie : * trockene Hügel und Inseln der Oranjenfluss-Mündung,
Drege.
— — var. erecta Schinz in Abh. Bot. Ver. Prov. Brandenb. XXX (1888),
p. 161.
GR. NAM. : Flugsandgebiet von Lüderitzbucht, Schenck 1 !; Oranjenfluss,
Pohle!.
C. nubica Benth. in Hook. Lond. Journ. II (1843), p. 581; Oliv. EL. trop. Afr.
159223.
KAL. : * in the Interior, near the Tropic, Chapman and Baines.
C. Pechueliana Schinz in Abh. Bot. Ver. Prov. Brandenb. XXX, p. (1888),
p. 157.
C. dimorphophylla Vatke et Höpfner mse.
GR. NAM.: zwischen | Aus und | Karakoes, Schinz 537; Rehoboth,
Gürich 100; Sandboden und Geröllhalden um Rehoboth, Fleck 456!
HER. : Omapiu, Schinz 531; Lüderitz 146!:; Kaoko, Belck 62!: Nels
25! ; Miss Kolbe!.
AMB. : Höpfner 107!; * Omupanda in Uukuanjama, Wulfhorst 30!.
C. pisicarpa Welw. in Oliv. Fl. trop. Afr. 11 (1874), p. 16; Hiern Cat. Welw.
CD 197%
AMB.: Omükangua, Schinz 538; Olukonda, auf Aeckern und sandigem
Boden, Rautanen 117!, 2231, 235! j
Angola, (gemeines Unkraut in sandigen Aeckern, auf sandigem Boden
(Uuilla) überhaupt und im Walde).
C. platysepala Harv. Thes. Cap. I (1859), t. 29; Harv. et Sond. Fl. Cap. I,
p- 45; Oliv. Fl. trop. Afr. II, p. 34.
KAL. : * sandiger Boden am Ausfluss des Ngami-Sees, M'Cabe.
130 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
C. podocarpa DC. Prodr. Regn. Veget. II (1825), p. 133.
— — var. villosa Schinz in Abh. Bot. Ver. Prov. Brandenb. XXX (1888),
p- 160.
GR. NAM.: || Gamoxab, sehr häufig in Flussbetten und im Felde, Schinz
2060; Rehoboth, Schinz 2061; zwischen + Ausis und + Kuias, Schenck
a7.
AMB. : Olukonda, Schinz 535.
HER. : Miss Elliott.
Ob die von mir aufgestellte Spielart aufrecht erhalten werden kann, er-
scheint mir heute, da mir ein reicheres Vergleichsmaterial zur Verfügung
steht, fraglich.
Der Typus in Abyssinien und im Sambesigebiet.
C. sparsiflora E. Mey. Comm. (1835), p. 26; Harv. et Sond. Fl. Cap. II, p. 4.
Kapkolonie : *am Oranjenfluss bei Verleptpram, Drège.
C. sphærocarpa Perr. in DC. Prodr. Regn. Veget. II, (1825), p. 133: Oliv.
Fl. trop. Afr. II, p. 23.
— — var. angustifolia Hochst. fide Baker in Oliv. Fl. trop. Afr. II (1871),
p- 23.
C. nubica Benth. in Hook. Lond. Journ. II (1843), p. 581: Schinz in
Abhandl. Bot. Ver. Prov. Brandenb. XXX, p. 160.
GR. NAM. : Daberas bei Keeimanshoop, Fleck 447!.
AMB. : Omiikangua, Schinz 595.
Kapkolonie V, Transvaal, Delagoa Bay, Abyssinien.
— — var. lanceolata Schinz in Abh. Bot. Ver. Prov. Brandenb. XXX
(1888), p. 160.
AMB. : Oshiheke bei Olukonda, Schinz.
C. squarrosa Schinz.
Herbacea, squarrosa, hirta; folia 3-foliolata, petiolata; foliola obovata vel
oblongo-obovata vel oblonga, rotundata, basi cuneata et acuta, subtus
sparse pilosa ; stipulæ lanceolatæ ; racemi laterales et terminales, multiflori :
flores pedicellati, parvi; calycis laciniæ acutæ, hirsute; legumen obovoi-
deum, pubescens.
AMB. : Olukonda-Oshihekeformation, Rautanen 226!, 457!.
Foliola + 22 mm longa et + 10 mm lata; petioli = 12 mm longi; ra-
cemi + 12 mm longi ; legumen = 5 mm longum.
C. truncata Schinz.
Herba erecta; rami adpresse pilosi ; folia 3-foliolata, longe petiolata; foliola
lanceolata vel late elliptica vel spathulata, truncata, mucronata, interdum
emarginata, subtus sparse pilosa; racemi laterales et terminales, longe pedun-
eulati, laxe multiflori ; flores pedicellati ; calycis laciniæ acutæ, pilosæ ; vexil-
lum et carina leviter pilosa; legumen obovoideum.
AMB. : Olukonda, auf Aeckern, Schinz 2075.
SCHINZ. DIE PFLANZENWELT DEUTSCH-SÜDWEST-AFRIKAS. 151
Petioli + 27 mm; foliola + 30 mm longa et + 10 mm lata; flores flavi
et rubrostriati ; legumen + 4 mm longum.
C. virgultatis Burch. in DC. Prodr. Reg. Veget. II (1825), p. 128; Harv. et
Sond. Fl. Cap. II, p. 40.
GR. NAM.: an Flussläufen von Warmbad bis Blydeverwacht, Fleck A451;
Oranjenfluss, Fleck 446!; Rehoboth, Fleck A51!.
Kapkolonie : *am Oranjenfluss bei Verleptpram, Drège, Pappe 68.
HER. : Nosob, Fleck 259!
C. spec.
HER. : Weg zum I Kuisib, Fleck 455!
C. spec.
GR. NAM.: Weg von ! Hoaxa I! nas nach Rehoboth, Sandboden, Fleck 902 !
Sehr charakteristische Art mit langen, weissen, abstehenden Haaren, leider
aber ohne Früchte.
C. spec.
AMB. : Olukonda, Schinz 2062.
Früchte fehlen ; Nebenblätter gross, lanzettlich, Behaarung abstehend.
? C. spec.
AMB. : Omatope, Schinz 2063.
Blüten und Früchte 0.
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Bulletin de l'Herbier Boissier, le volume a0 fr.
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sique, paléontologique et botanique. Avec 13 pl. par Um. Cuisin. 1892. 20 fr.
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MAJOR. C.-F. Forsvin er BARBEY, W. Halki. Élude botanique. — In-40 avec
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plantes cultivées en 1895 à Valleyres el à Chambésv, avec préface de
M. F, Crépin. — In-80, x1 él 572 pages, avec, 3 planches. Genève, 1896.
NUE
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NCA. — SCHINZ,
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Les auteurs des travaux insér
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER
N° 2.
Einige bryologische Notizen
Graubünden und Wallis
Th. HERZOG
Wie voriges Jahr habe ich auch bei meinen diesjährigen Hochtouren
nicht unterlassen, in den durchstreiften Gegenden Moose zu sammeln.
Ich erlaube mir daher, wiederum über meine Ergebnisse hier zu berich-
ten. Es ist mir dabei eine angenehme Pflicht, den Herren Prof. Philibert
in Aix und R. Ruthe in Swinemünde für ihre freundliche Unterstützung,
die sie mir durch Revision oder Bestimmung kritischer Arten leisteten,
hiermit meinen verbindlichsten Dank aussprechen zu können.
ww 189
an
Le
. Anœctangium compactum ster. Medjekopf 2200—2400 m und Mittel-
grat in der Seehorngruppe bei ca. 2780 m, an feuchten Felsen.
. Rhabdoweisia fugax, am Medjekopf bei ca. 2400 m, auf Erde.
. Dicranoweisia crispula. Ueberall in der Silvretta-Gruppe häufig auf Ur-
gestein; in der Forno-Albigna-Gruppe sah ich sie nicht.
. Cynodontium gracilescens. Am Weg von der Alp Sardasca nach der
Silvretta-Klubhütte bei ca. 1800 m.
. Dichodontium pellucidum. Auf Erde im Vallée de Mauvoisin bei St. Mau-
rice, 1300 m.
’. Dicranella subulata. Auf Erde am Medjekopf, ca. 2350 m.
. Dieranum longifolium c. fret. bei der Alp Novai, ca. 1400 m.
var. subalpinum. Im Vernelathal bei ca. 2100 m.
. D. albicans. Auf Felsen am Medjekopf bei ca. 2480 m.
9. D. Starkei. In der ganzen Silvretta-Gruppe häufig.
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n9 2, 18 janvier 1900.
MÉMOIRES DE L HERBIER BOISSIER.
. Oncophorus virens c. fret. An quelligen Stellen im Vernelathal bei ca.
2150 m und bei Fless dadaint im Flessthal bei ca. 2100 m. ,
1. Fissidens pusillus. Vallée de Mauvoisin bei St. Maurice, ca. 1100 m.
. Seligeria recurvata. Vallée de Mauvoisin bei St. Maurice. ca. 1100 m.
. Blindia acuta am Medjekopf gegen das Verstanklathal, ca. 2300 m.
. Distichium capillaceum bei St. Moritz im Engadin.
. D. inclinatum var. tenuis am Medjekopf. ca. 2400 m.
. Didymodon rufus. An verwitterten Felsen des Signalhorns, ca. 3200 m.
. Desmatodon glacialis Miltelgrat in der Seehorn-Gruppe ca. 2650 m,
Winterthälifurka 2500-2700 m.
. D. latifolius. Fornothal, ca. 2000 m.
. Tortella tortuosa, am Gross-Litzner bei 3050 m. am Silvrettahorn und
Signalhorn noch über 3100 m.
). T. fragilis. Am Signalhorn bei ca. 3200 m, an feuchten Felsen.
. Grimmia incurva Cima del Largo, ca. 3160 m, Gross-Litzner 3110 m, €.
fret. Medjekopf 2400 ın e. fret. An Felsen und Geröll.
. G. mollis Fornohütte 2500-2560 m. Mauer am Fornogletscher ca. 2600 m.
In Schmelzwasserbächlein auf Sand.
23. G. funalis ster. am Signalhorn bei ca. 3200 m.
. G. torquata var. mutica mihi. Seilhenker am Medjekopf ca. 2400 m.
. G. Donniana auf Geröll am Medjekopf, ca. 2400 m.
. G. subsuleata. An Felsen und auf Geröll am Vorgipfel des Gross-Litzner,
2600— 2900 m.
. G. cæspiticia. An Felsen am Vorgipfel des Gross-Litzner, ca. 2900 m.
. G. Holleri c. frei. An Felsen in der Gross-Litznerscharte 3040 m, Seil-
henker am Medjekopf. ca. 2400 m.. in Uebergängen zu G. apiculata, new
für die Schweiz!
. G. elongata ster. An Felsen des Medjekopf, ca. 2350 m.
. Schistidium confertum. An Felsblöcken des Silvrettahorn, ca. 3240 m.
. Sch. apocarpum. Noch bei 2400 m an einem Fels an der Winterthälifurka.
. Dryptodon patens. Auf Geröll am Medjekopf, ca. 2400 m.
3. Amphidium lapponicum. An Felsen des Medjekopf, ca. 2550 m.
. Orthotrichum rupestre. An Felsen im Vernelathal, ca. 2400 m.
. Encalypta rhabdocarpa an der Winterthälifurka, ca. 2760 m.
. E. ciliata var. microstoma. Mauer am Fornogletscher, ca. 2500 m.
. Dissodon Fröhlichianus. Auf Erde an Felsen der Winterthälifurka, ca.
2400 m.
. Splachnum sphæricum. Auf Kuhdünger in einem Sumpf bei der Vereina-
hütte, ca. 1850 m, auf Gemsexeremenien an der Winterthälifurka, ca.
2480 m.
. Mielichhoferia elongata forma minor. Meines Wissens neu für die
Schweiz! An Felsen des Sılvrettahorns, ca. 3200 m.
40.
41.
60.
61.
62.
63.
64.
TH, HERZOG. EINIGE BRIOLOGISCHE NOTIZEN AUS GRAUBÜNDEN UND WALLIS. 3
Webera eruda. An leuchten Felsen bei der Alp Novai, ca. 1450 ın.
W. elongata. Am Wege von Alp Sardasca nach der Silvretta-Klubhütte,
ca. 1700— 2000 m.
. W. cusullata. Auf Sandbänken der Gletscherbäche im Vernelathal bei ca.
2000—2400 ın, im Flessthal bei 2100 m.
3. W. commutata. Am Bach im Vernelathal bei ca. 2100 m.
%. W. gracilis. Zwischen Felsblöcken am Mittelgrat in der Seehorn-Gruppe,
und am Signalhorn, ca. 3200 m.
15. W. polymorpha. An der Flüelastrasse, ca. 1800 m, an der Mauer am
Fornogletscher, ca. 2500 m, am Mittelgrat, ca. 2600 m.
. Bryum Schleicheri var. ylatifolium. An quelligen Stellen im Vernela-
thal bei ca. 2000 m.
. B. turbinatum ster. Auf Sumpfwiesen im Vernelathal und Flessthal bei
ca. 2100-—2200 m.
. B. pallens. Auf sandigem Boden im Fornothal hinter dem Cavloccio-See,
ca. 1900 ın, im Vernelathal bei ca. 2100 m, am Medjekopf gegen Verstankla,
ca. 2300 ın.
49. B. inclinatum. Auf Erde am Ufer des Medjebaches, ca. 2300 m.
0. Mniobryum albicans var. glaciale c. fret. An einer quelligen Stelle im
Fornothal, ca. 2000 m.
1. Mnium affine c. fret. Im Gras hinter dem Cavloccio-See, ca. 1900 m.
. M. spinosum. Auf Nadelwaldboden bei der Alp Novai, ca. 41400 m, im
Vallée de St. Barthélemy, ca. 1300 m.
3. Meesea trichodes var. alpina. An Felsen hinter dem Cavloccio-See, ca.
1900 m.
. Philonstis fontana, forma fiuitans. An Steinen im Medjebach, ca. 2300 m.
. Ph. alpicola. An feuchten Stellen zwischen Gras im Vernelathal, ca. 2300 m.
. Bartramia Oederi. Mauer am Fornogletscher auf Granit, ca. 2500 m.
. Conostomum boreale. Auf Erde an der Winterthälifurka, ca. 2500 m,
Mittelgrat in der Seehorn-Gruppe bei 2700 ın, Fornohütte, 2560 ın, am Vor-
gipfel des Gross-Litzner, ca. 2900 m und c. fret. am Medjekopf, ca. 2400 m.
. Timmia austriaca. An Felsen der Winterthälifurka, ca. 2300 m.
SQ
99.
Oligotrichum hercynicum. Am Weg von der Alp Sardasca nach der
Silvretta-Klubhütte, ca. 1900 m, reichlich c. fret. Medjekopf 2200-—2400 m,
Vernelathal 2000— 2400 m.
Myurella julacea. An der Winterthälifurka 2760 m, Mauer am Forno-
sletscher. 2500 m.
Heterocladium dimorphum. An Felsen am Cavloccio-See, ca. 1900 ın.
Pseudoleskea atrovirens. An Felsen der Winterthälifurka, ca. 2400 m.
Pterigynandrum filiforme forma minor compacta an Steinen am
Cavloccio-See, ca. 1900 m.
Lescuræa saxicola. An Felsen der Winterthälifurka, ca. 2200 m und im
Fornothal bei ea. 2000 m.
% MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER
65. Orthothecium intricatum c. fret. An Felsen der Winterthälifurka, ca.
2300 m.
66. Brachythecium plumosum. Am Cavloccio-See, ca. 1900 m.
67. B. rivulare. Im Wasser: Galtürthal oberhalb Alp Silvretta, ca. 2300 m.
68. B. glareosum var. alpinum. An Felsen des Signalhorn, ca. 3200 m.
69. B. glaciale. An Medjebach, ca. 2300 m und am Medjekopf, ca. 2400 m.
70. B. Starkei. An Steinen bei der Alp Novai, ca. 1400 m.
71. B. latifolium ster. An Steinen im Medjebach, ca. 2300 m.
72. Eurhynchium strigosum var. præcox c. fret. An Steinen bei Maloja,
1800 m.
75. E. cirrosum. An den Gipfelfelsen des Signalhorn, ca. 3200 m.
74. Hypnum stellatum. An einem Fels an der Winterthälifurka, ca. 2400 m.
75. H. uncinatum. An Steinen im Vernelathal, ca. 2100 m.
var. plumulosum. An einer Tanne bei der Alp Novai, ca. 1400 m.
76. H. commutatum. Vallée de Mauvoisin und Vallée de St. Barthélemy, ca.
900—1400 m.
7. H. decipiens. An quelligen Stellen im Vernelathal, ca. 2000 m.
8. H. sarmentosum bei der Silvrettahütte, ca. 2300 m, am Medjekopf, ca.
2000 m, Galtürthal, ca. 2200 m, Vernelathal, ca. 2000-2200 m.
79. H. Breidleri. An nassen Stellen im Vernelathal, ca. 2100 m.
80. H. Sendtneri. Auf Sumpfboden am Cavloccio-See, ca. 1900 m.
81. H. hamulosum. Am Medjekopf gegen Verstankla, 2300 m.
82. H. revolutum. An Felsen des Signalhorn, ca. 3200 m.
83. H. molle. In einem Wasserfall zwischen Alp Sardasca und Silvretta-Klub-
hütte, ca. 1850 m, Medjebach, ca. 2350 ın.
84. H. alpinum. An Steinen im Medjebach, ca. 2300 m.
85. Hylocomium Oakesii. Auf Waldboden bei der Alp Novai, ca. 1400 m,
an der Winterthälifurka, ca. 2300 m, im Vallée de Mauvoisin, ca. 1600 m.
86. Andreæa petrophila. An Felsen des Medjekopf, ca. 2400 m.
87. A. frigida. An Felsen beim Fornogletscher, ca. 2500 m.
88. A. nivalis var. fuscescens. An Felsen des Medjekopf gegen Verstankla,
ca. 2390 m.
Obwohl die meisten Brya meiner Ausbeule bis jeizt noch nicht unter-
sucht werden konnten und voraussichtlich noch längere Zeit darüber
verstreichen wird, bis alles klargelegt ist, so wollte ich doch nicht mit
der Veröffentlichung der übrigen Funde zögern. Ich hoffe, falls sieh noch
etwas interessantes unter dem übrigen Material finden sollte, später davon
berichten zu können. À
Freiburg, 20. November 1899.
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MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER
N°5.
UNE NOUVELLE CHYTRIDINEE
(HICROMYCES MESOCARPI)
PAR
É. DE WILDEMAN
Micromyces Mesocarpi Dr Wizp. nov. spec.
Masse protoplasmique primitivement entourée d’une membrane lisse,
mince, généralement solitaire, logée dans les cellules du Mesocarpus
parvulus, s’entourant pelit à petit d’une membrane épaisse garnie d’as-
pérités courtes, nombreuses, rapprochées; cellules elliptiques, de 18-39 1.
de long et de 11 u environ de diamètre, n’occasionnant aucun boursou-
flement dans la cellule attaquée. Lors de la maturité, ces spores se vident
par un mince canal et leur protoplasme produit à l'extérieur du filament
de l'hôte une sphère de 15 à 18 y. de diametre dans la masse de laquelle
apparaît bientôt une différenciation; il se forme un cloisonnement qui
aboutit à la division du contenu en un nombre plus ou moins grand d’al-
véoles qui se liberent les unes des autres et s’arrondissent, brisent par
pression la paroi externe de la sphère primitive du zoosporange composé
en un nombre plus ou moins grand de calottes. Ces alvéoles ou sphérules
donnent naissance à des zoospores.
Hab. — Dans les cellules du Mesocargus parvulus à Francorchamps
(prov. de Liege, Belgique), août 1899 (Rec. J. Massart).
Obs. — Cette intéressante petite Chytridinée que M. Massart a observée
cette année, pendant le séjour du « Laboratoire ambulant de biologie de
l’Université libre de Bruxelles », à Francorchamps, et dont il a bien voulu
nous remettre des préparations, constitue la seconde espèce du genre
Micromyces créé en 1888 par M. le prof. Dangeard (Le Botaniste, I, p.55,
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n0 3, 31 janvier 1900.
2 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER
pl. I, fig. 1-10) et qu'il a réétudié ensuite dans le tome de la même
publication (Il, p. 245 pl. xvr, fig. 2-8).
La premiere espèce connue, M. Zygogonü Dang., est, comme son nom
indique, parasite du Zygogonium (Z. ericetorum) et semble très répandue
en Belgique. Les deux espèces forment de la même manière leur zoospo-
range composé, mais elles sont très differentes quant à la forme de la
spore durable. En effet, les spores du M. Zygogonu sont globuleuses, gar-
nies d’épines longues et peu nombreuses, elles occasionnent un boursou-
flement dans la cellule de l’Algue, et le zoosporange auquel elles donnent
naissance se forme dans la cellule de l'hôte; pour que les zoospores puis-
sent se disperser, il faut donc que la paroi cellulaire du Zygogomum
infesté présente une solution de continuité. Chez notre espèce au con-
traire les spores sont elliptiques, à membrane externe granulée, à gra-
'nules nombreux et rapprochés, mais non spiniformes, elles n’occasion-
nent pas de boursouflement dans la cellule infestée, qui conserve sa
forme cylindrique; enfin le zoosporange composé est externe et les zoo-
spores qui s’&chappent des petits sacs sporifères peuvent facilement in-
fester de nouvelles cellules. Malheureusement cette dernière phase du
développement ne nous est pas connue, nous n’avons pu voir les zoo-
spores en mouvement.
Il ne peut exister le moindre doute quant au classement, le genre
Micromyces doit se placer dans le voisinage immédiat des Synchytrium
sous-genre Pycnochytrium (cf. Fischer in Rahenh. Krypt. Fl. Deuischl.
ed. 2 Abt. IV, p. 71), dont il diffère par l'habitat.
Bruxelles, décembre 1899.
PUBLICATIONS DE L'HERBIER BOISSIER
Bulletin de l’Herbier Boissier, le volume 30 fr.
Tome I (1895). 715 pages, 28 planches et 2 appendices.
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DEP (1699) 7004 AS» et il )
» IV (1896). 963 » 9 » et 3 »
» RUN (1897): 1135222: 2228...» et 2 »
>>. NE (1898), 1031». 19: 5 et 3 » et 1% planches.
I
» VII (1899), 1015 » : 41 » et 5 » et 3 »
BOISSIER, EDM. Flora orientalis sive enumeratio plantarum in Oriente a Græcia
et Ægypto ad India fines hucusque observatarum. — 5 vol. et Supplément,
in-80, 1867-1888 140 fr.
3 Voyage botanique dans le midi de l'Espagne pendant l’année 1837. — 2 vol.
graud in-80. 1839-1845.
Prix réduit, colorié, au lieu de 400 fr. 230 fr.
— en noir 1 150 fr.
_ — Icones Euphorbiarum ou figures de 122 espèces du genre Euphorbia. — 4 vol.
grand in-folio, 24 pages de texte et 221 planches, Genève, 1866 .. 70 fr.
— Diagnoses plantarum orientalium. Ire série, 13 fascicules ; 2me série, 6 fasci-
eules. — In-80, Genève, 1842-1859, le fascicule où re
… Les fascicules 1, 3, 6 et 7 sont épuisés.
— Description de deux nouvelles Crucifères des Alpes et du Piémont. — In-40, avec
2 planches 5 fr.
— Centuria Euphorbiarum. Genève, 1860 1 fr.
— Pusillus plantarum novarum Africæ borealis Hispanisque australis, — In-80
Genevæ, 1852 3.Ir.
‚BOISSIER, EDM. er BUHSE. Aufzæhlung der in einer Reise durch Transkaukasien
und Persien gesammelten Pflanzen. — In-40 avec 10 planches et 1 carte.
Moskau, 1860 10 fr.
BARBEY, C. er W. Herborisations au Levant : Egypte. Syrie et Méditerranée.
Fevrier-mai 1880. Avec 11 planches et 1 carte. — 1880 20 fr.
BARBEY, W. Floræ Sardoæ compendium. Catalogue raisonné des végétaux observés
dans l'ile de Sardaigne. Avec suppl. par MM. AscHerson et E. Levigr. Avec
7 planches. — 1885 25 ir.
— Epilobium genus, a cl. Ca. Cuisin ill. Avec 2% planches. -— Lausanne, 1885.
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1890 15 fr.
— Cypripedium Calceolus >< macranthos Barbey. — In-A0, avec une planche double
coloriée. Lausanne, 1891 3 fr.
STEFANI, C. oe, C. J. FORSYTH MAJOR er W. BARBEY. Samos. Étude géolo-
gique, paléontologique et botanique. A vec 13 pl, par On. Guisin. 1892. 20 fr.
— — — Karpathos. Étude géologique, paléontologique et botanique. — In-Ao,
avec 13 pl., par Cm. Cursin. 1895 20 fr.
MAJOR, C.-F. Forsvra er BARBEY, W. Halki. Étude hotanique. — In-40 avec
{ planche double, par Cn. Guisix. Lausanne, 189% 3 fr.
AUTRAN, E, gr DURAND, TH. — Hortus Boissierianus. Énumération des
plantes cultivées en 1895 à Valleyres et à Chambésy, avec préface de
M. F, Crépin. — In-80, xı et 572 pages, avec 3 planches. Genève, 1896.
12 fr.
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N°1. — SCHINZ, H. -
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MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER
N° 4.
FUNGI ALIQUOT NOVI
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F. STUCKERT in Argentina lecti
AUCTORIBUS
H. et P. SYDOW
Lenzites lutescens Syd. n. sp.
Pileo tenui, usque 4 mm. crasso, flexili, plano, semicirculari, sessili,
4-5 cm. longo, 3 cm. lato, concentrice zonato, pubescente, pallide lutes-
cente, margine acuto concolore; carne basi 2 mm. crassa, lutescente, mar-
ginem versus tenuiore; lamellis tenuibus, lutescentibus, 3 mm. latis, non
anastomosantibus, acie laceratis concoloribus; sporis ovalibus, obtusis,
hyalinis, 6 = 3.
Hab. ad truncos, Cordoba, Argentina.
Diplodia Morreniæ Syd. n. sp.
Peritheciis gregariis, nigris, depresso-globosis, ca. 150 y diam.; spo-
rulis oblongo-ovoideis, diu hyalinis et continuis, guttulatis, dein 1-sep-
tatis, vix constrictis, utrique rotundatis, pallide olivaceo-fuscidulis, 8-
A1 = 4-5.
Hab. in caulibus Morreniæ brachystephanæ, Argentina, Cordoba.
Septoria Echitis Syd. n. sp.
Maculis sparsis, minutis, A-1'/” mm. diam., albidis, purpureo-margi-
natis; peritheciis epiphyllis, minutis, punctiformibus, globosis, usque
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER, n° 4, 31 janvier 1900.
2 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
180 diam.; sporulis lunulatis, initio guttulatis, dein 3-5-septalis, utrin-
que acutiusculis, 36-44 — 2-2}.
Hab. in foliis subvivis Echitis Tweediane pr. Cordoba Argentinæ.
Ausgezeichnet durch stark gekrümmte halbmondförmige Sporen.
Gercospora Choristigmatis Syd. n. sp.
Maculis amphigenis, orbicularibus; cæspitulis hypophyllis, rarius epi-
phyllis, violaceo-fuscis vel obscure brunneis, minutis, pulverulentis;
hyphis erectis, simplicibus, raro ramosis, septatis, dilute fuscis, 75-
85 — 5-6; conidiis filiformi-subelavulatis, rectis, rarius leniter curvulis,
hyalino-flavescentibus, initio nubilosis v. guttulatis, dein septatis, 38-
60 — 3 !/2-d.
Hab. in foliis vivis Choristigmatis Stuckertiani, Cordoba, Argentina.
Gercospora Schini Syd. n. sp.
Maculis nullis v. obsoletis; cæspitulis hypophyllis, olivaceis, nervulis
limitatis; hyphis repentibus, dense intertextis, ramosis, olivaceis, 4 w
crassis; conidiis cylindraceis, olivaceis, rectis vel curvulis, utrinque rotun-
datis, initio intus nubilosis, dein 3-septatis, 30-54 — A.
Hab. in foliis vivis Schini dependentis, Cordoba, Argentina.
Cercospora Talini Syd. n. sp.
Maculis amphigenis, irregulariter orbicularibus, sordide fuscis, ‘/2-1 cm.
diam. ; cæspitulis epiphyllis, minutis; hyphis erectis, pallide fuscis, sep-
tatis, 60-70 — 5-6; conidiis filiformi-clavatis, 60 — 5-6, rectis, rarius fili-
formibus curvulis usque 80 — 3, pallide olivaceis, primitus guttulatis,
dein septatis.
Hab. in foliis vivis Talini patentis, Cordoba Argentinæ.
Cercospora Stuckertiana Syd. n. sp.
Maculis sparsis, amphigenis, suborbicularibus, griseis, marginatis,
2-6 mm. diam.; cæspitulis hypophyllis, griseis, minutis; hyphis erectis,
fuscis, septatis, 100-120 — 4-6; conidiis filiformi-clavatis, subhyalinis,
rectis v. curvulis, initio guttulatis, dein septatis, 36-80 — 21/2-3 "Ja.
Hab. in foliis vivis Ipomææ spec., Cordoba, Argentina.
Von den auf Ipomea bekannten Arten durch kleinere Sporen ver-
schieden.
H. ET P. SYDOW. FUNGI NOVI JAPONICI 3
’FUNGI NOVI JAPONICI
AUCTORIBUS
H. et P. SYDOW
1. Uromyces japonicus Syd.n. sp.
Soris uredosporiferis epiphyllis, rarius hypophyllis, minutis, rotundatis,
sparsis, diu epidermide tectis, dilute flavis; uredosporis globosis, 20-24 y
diam. v. ovatis et usque 30 y longis, aculeatis, hyalino-flavescentibus;
soris teleutosporiferis epiphyllis, rotundatis v. ovatis, diu epidermide
plumbea nitida tectis, dein, ea longitudinaliter fissa, velatis, minutis;
teleutosporis primo subglobosis v. ovatis, ca. 30 — 24, dein obovatis v.
obovato-oblongis 35-45 — 24, verlice apiculo hyalino ornatis, deorsum
attenuatis, plicato-rugulosis, castaneo-brunneis; pedicello hyalino, caduco,
brevi.
Hab. in foliis Lilö Maximowiezü, Ise (Shirai).
Von U. Erythromü (DC.) Pass. und U. Lili Clint. durch die vorhan-
denen Uredosporen verschieden. Von U. Holwayi Lagh. abweichend
durch grössere Teleutosporen.
2. Aecidium Pourthiææ Syd. n. sp.
Maculis minutis, amphigenis, numerosis, vix confluentibus, 1-2 mm.
diam., flavo-brunneis v. rufo-brunneis v. lateritiis; æcidiis sæpe per
totam superficiem inferiorem dispositis, solitariis v. paucis aggregatis,
rarius caulicolis brevibus, cupuliformibus, demum late apertis, auran-
tiaco-flavis; contextu cellulis subrhomboideis v. oblongo-acutangulis, sub-
hyalinis, 22-26 = 17-19; æcidiosporis globosis, subglobosis v. oblongis,
verruculosis, hyalino-flavescentibus, 48-25 y diam.
Hab. in foliis ramulisque Pourthiææ villosæ, Ise (Shirai).
% MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
3. Aecidium Shiraianum Syd. n. sp.
Aecidiis hypophyllis, maculis orbicularibus flavo-brunneis ca. 3-6 mm.
diam. insidentibus, in greges rotundos dispositis, brevibus, flavidis, ca.
'/; mm. altis et latis, margine reflexo ; contextu cellulis angularibus,
subrhomboideis, ca. 24 y, diam.; æcidiosporis globosis v. angulatis,
18-24 u, diam., fuscescentibus, verrucosis.
Hab. in foliis vivis Gmicifugæ japonicæ, Nikko (Shirai).
Von Aec. cimicifugatum Schw. sofort durch die sehr kurzen Pseudo-
peridien zu unterscheiden.
%. Uredo Cryptotæniæ Syd. n. sp.
Soris uredosporiferis amphigenis, sparsis, minutis, flavescentibus, diu
epidermide tectis; uredosporis globosis v. late ellipticis, verrucosis, fla-
vescentibus, 18-26 y diam.
Hab. in foliis Cryplolæmæ japonicæ, Ise (Shirai).
5. Ustilago Kusanoi Syd. n. sp.
Soris in rachidibus et paniculis evolutis easque ex toto destruentibus,
atro-olivaceis, primo pellicula tenui membranacea plumbea tectis, mox
pulverulentis; sporis globosis. levibus, olivaceo-fuscidulis, 3'/-5 u diam.
Hab. in paniculis Miscanthi sacchariflori, Shimura, prov. Musashi
(Kusano).
6. Uncinula Kusanoi Syd. n. sp.
Hypophylla; mycelio arachnoideo, persistente, albo, plagulas orbicu-
lares ‘/2-1 cm. diam. efformante, in epiphyllo maculas flavescentes effi-
ciente; peritheciis numerosis, globosis, atris, 80-110 u diam., appendi-
cibus 40-20 hyalinis simplieibus apice convolutis et vix incrassatis 96-
132 y, longis, 5-6 y, latis præditis; ascis oblique subglobosis, brevissime
stipitatis, 6-8-sporis, 42-54 — 36; sporidiis lereti-ellipsoideis, obtusis,
levibus, hyalinis, intus granulosis, 22-24 = 10, continuis; conidiis glo-
bosis, hyalinis, ca. & u diam.
Hab. in foliis vivis Celtidis sinensis, Meguro pr. Tokyo (Kusano).
Mit keiner der bisher auf Celtis bekannten Uncinula-Arten zu identi-
fiziren. U. confusa Mass. hat grössere Perithecien, längere und schmälere
Anhängsel und nur halb so grosse vier-sporige Schläuche. U. parvula
Cke. et Peck. hingegen hat kürzere Anhängsel und nur sechs-sporige
Schläuche ; U. polychæta (B.*et C.) Tr. et Gall. ist ebenfalls weit ver-
schieden.
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H. ET P. SYDOW. FUNGI NOVI JAPONICI 5
7. Aulographum Euryæ Syd. n. sp.
Maculis amphigenis, sepe magnam folii partem oceupantibus, irregu-
laribus, sed semper linea lata nigra bene limitatis, expallentibus; peri-
theciis amphigenis, gregariis, membranaceis. superficialibus, ovoideis,
125-250 u. longis, simplicibus, rima dehiscentibus, atris; ascis clavatis
v. clavato-elliptieis, rectis v. interdum curvulis, utrinque attenuatis, sessi-
libus v. brevissime stipitatis, 50-60 — 9-11, octosporis; sporidiis disti-
chis, clavato-cylindricis, utrinque obtusis, rectis, 1-septatis, quaque cel-
lula guttulis A v. 2 prædita, ad septum non constrictis, hyalinis, 18-20 —
4-5.
Hab. in foliis vivis Euryæ chinensis, Tokyo (Shirai).
Eine schöne Art, die durch die Flecken auffällig und leicht kenntlich
ist.
8. Ustilaginoidea Phyllostachydis Syd. n. sp.
Sclerotiis ovaria occupantibus, ovatis v. ovato-oblongis, duris, usque
4 mm. longis, atris, intus albidis; conidiis globosis v. subglobosis, verru-
cosis, olivaceo-brunneolis, 5-6'/s y diam.
Hab. in ovariis Phyllostachydis spec., Tokyo (Shirai).
Die Sclerotien des Pilzes zerstören meist sämtliche Fruchtknoten
einer Rispe. Das Sporenpulver verklebt die Spelzen des Aehrchens, so
dass ein äusserlich schwarzes, mehr oder minder langes hornartiges
Gebilde entsteht.
9. Gleosporium Shiraianum Syd. n. sp.
Maculis amphigenis, orbicularibus, sparsis, ca. 3-6 mm. diam., fusco-
ochraceis, centro pallidioribus; acervulis epiphyllis, nigris, punctifor-
mibus; conidiis subfusiformibus, utrinque acutiusculis v. etiam uno fine
obtusiusculis, intus nebulosis v. pluriguttulatis, 24-30 — 6-8, hyalinis.
Hab. in foliis vivis Quercus glandulifer, Ise (Shirai).
10. Pestalozzia cruenta Syd. n. sp.
Maculis circularibus oblongisve, amoene sanguineis, dein centro pallen-
übus. amphigenis, ‘/2-1 cm. diam.; acervulis epiphyllis, punetiformibus,
atris, 120-180 y diam., gregariis. nitidis, subcutaneis; conidiis oblongo-
fusoideis, 5-locularibus, non constrictis, loculis tribus inferioribus fuligi-
neis, duobus extimis conoideis hyalinis, 18-24 — 5-6 ‘2, apice rostellis
1-4 divergentibus hyalinis ca. 12-20 y, longis ornatis.
Hab. in foliis vivis Polygonati lasianthi, Takao, prov. Musashi (Kusano).
6 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
Diese prächtige, leicht zu erkennende Art gleicht äusserlich voll-
kommen der Phyllosticta cruenta und ist nur mikroskopisch von dieser
Art zu unterscheiden.
11. Pestalozzia Lespedezæ Syd. n. sp.
Maculis minutis, sparsis, orbicularibus v. irregularibus, griseo-brun-
neis, 2-5 mm. diam.; acervulis amphigenis, sparsis, paucis in quaque
macula, minutis, punctiformibus, atris; conidiis fusiformibus, 4-septatis,
loculis tribus medis fuligineis, duobus extimis hyalinis, loculo medio
crassiore, infimo hyalino brevissimo, 18-24 — 7-9, apice setulis 2-3 hya-
linis 12-22 y longis ornatis.
Hab. in foliis vivis v. languidis Lespedezæ bicoloris, Tokyo (Kusano).
Mit mehreren bereits bekannten Arten nahe verwandt, aber mit
keiner sicher zu identifiziren. Auf denselben Blättern findet sich auch
Uromyces Lespedez& Schw.
12. Oidium japonicum Syd. n. sp.
Maculis amphigenis, indeterminatis, in epiphyllo plerumque olivaceis
v. roseolo-olivaceis, in hypophyllo roseolis, interdum totum folium occu-
pantibus; cæspitulis hypophyllis, tenuissimis, albis, sepe confluentibus;
hyphis tenuissimis, hyalinis, arcuatis. 4-5 y crassis, brevibus; conidiis
catenulatis, elliptico-globosis, obovato-ellipsoideis v. piriformibus, utrin-
que rotundatis v. uno fine obtusis, altero acutis, intus granulosis, episporio
crassiusculo, 18-30 — 12-15, hyalinis.
Hab. in foliis vivis Quercus Vibrayanæ, Tokio (T. Makino).
Von O0. quercinum Thuem. genügend verschieden.
13. Coniosporium heterosporum Syd.n. sp.
Acervulis hypophyllis, minutissimis, dense gregariis, alris, superficia-
libus; hyphis brevissimis inconspicuis; conidiis variis, plerumque ellip-
ticis et 9-12 — 6-7, rarius globosis v. subglobosis 6-8 y diam. v. subcy-
lindraceis et tunc usque 14 y longis, intense fuligineis, sæpius centro
1-guttulalis.
Hab. in foliis vivis Polliniæ nude, Hachioji, prov. Musashi (Kusano).
14. Clasterosporium Mori Syd. n. sp.
Cæspitulis hypophyllis, minutis, dense gregariis, atro-olivaceis, in epi-
phyllo maculas brunneolas efformantibus; hyphis erectis, 50-70 = 5-6,
septatis, brunneis; conidiis cylindraceis v. cylindraceo-fusoideis, 5-10-sep-
H. ET P. SYDOW. FUNGI NOVI JAPONICI. 7
{atis, 30-54 — 6, ad septa non constrictis, pluriguttulatis, fusco-brunneis.
Hab. in foliis Mori albæ, Otowa pr. Tokyo (Kusano).
Die Art neigt wegen der längeren Hyphen schon zu Cercospora und
ist vielleicht besser dieser Gattung einzureihen. Wegen der dunkel-
braunen Conidien steht sie jedoch Clasterosporium näher.
15. Helicosporium simplex Syd. n. sp.
Cæspitulis minulissimis, dense gregariis, olivaceo-nigris, hypophyllis,
macula orbiculari flavescente v. brunnea insidentibus; hyphis simpli-
cibus, erectis, rectis, rarıus leniter 'subflexuosis, apice parum incrassatis,
septalis, fuligineis, e basi stromatica fusco-nigra 25-30 y diam. oriundis,
72-96 — 4; conidiis acrogenis, in spiram semel convolutis et discum cir-
cularem 10-12 y. diam. formantibus, 5-4-septatis, fuscis.
Hab. in foliis Daphniphylli macropodi, Mishigahara pr. Tokyo (Kusano).
Die Art ist durch das Auftreten an Blättern und nur einmal einge-
rollte Sporen ausgezeichnet.
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… PUBLICATIONS DE L'HERBIER BOISIER
Bulletin de l'Herbier Boissier, le volume 20 fr.
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| ROISSIER. EDM. Flora orientalis sive enumeratio plantarum in Oriente a Græcia
Fe Ægypto ad India fines huc usque observatarım. — 5 vol. et Supplément,
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> cules. — In-80. ue 1842-1859, le fascicule 3 ÎF:
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Moskau, 1860 10 fr.
- BARBEY, C. er W. Herborisations au Levant : Eeypte, Syrie el Méditerranée.
* Février-mai 1880. Avec 11 planches et I carte. — 1880 20 fr.
BARBEY, W. Flora Sardoæ compendium. Catalogue raisonné des végétaux observés
‚dans l'île de Sardaigne. Avec suppl. par MM. AscHERSON et E. Levier. Avec
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MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER
N° 5.
REACTIONES LICHENUM
A
J. MULLERO ARGOVIENSI DESCRIPTORUM
SCRIPSIT
Edv. A. WAINIO.
RAMALINA.
R. Hoehneliana Müll. Arg., Lich. Afr. Trop. (1890) p. 337. Secund. specim.
orig. in herb. Müll. medulla K H O non reagens.
R. Sintenisii Müll. Arg., Fl. 1888 p. 491, secundum adnotationem Mülleri
in sched. medullam K H O reagentem habet et ad R. dendroidem Nyl., FI. 1876
p. 412, pertinet.
R. Chilensis Nyl., Recogn. Ramal. (1870) p. 26, secund. herb. Müll. ad
« Parmeliam proliferam Kz. in Pöppig. Coll, pl. Chil. In. 275 » pertinet, at
diversa est Ramalina prolifera Tayl. in Hook. Journ. of Bot. 1847, p. 189 (conf.
Müll. Arg., Lich. Beitr. n. 1241).
R. complanata Ach. v. foveolaris Müll. Arg., Lich. Ernst. (1895) p. 147.
(Lieh. Beitr. n. 170), autonoma est species et nuncupanda R. foveolaris (Müll.
Arg.) Wain. Thallus foveolatus, esorediatus, mollior, quam in R. complanata,
neque canaliculatus, nec tuberculosus. Medulla KH O non reagens.
R. Caracasana Müll. Arg., Lich. Beitr. (1877) n. 49, reactione et habitu
non differt a R. complanata Ach.
Var. speciosa Müll. Arg., 1. e., thallo multo majore differt a R. complanata
Ach. et autonoma est species, que nominetur R. speciosa (Müll. Arg.) Wain.
R. stenospora Müll. Arg., I. ec. n. 65, habitu vix differt a R. complanata
Ach. Medulla KH O non reagens.
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER, n9 9, 31 janvier 1900.
1Q
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
R. Puiggarii Müll. Arg., I. ©. (1884) n. 235, habitu sicut R. Yemensis,
thallo angusto et parvo instructa. Medulla K HO non reagens.
R. lacerata Müll. Arg.. Lich. Beitr. (1883) n. 555. Medulla KHO non
reagens.
R. Græca Müll. Arg., 1. c. (1878) n. 88. Habitu similis R. calicari Fr., sed
thallo paullo rigidiore instructa est. Medulla K HO non reagens.
R. fastigiata (Pers.) Ach. var. lacerata Müll. Arg., I. c. (1891) n. 1618, ad
R. fastigiatam non pertinet. Partes crassiores thalli sorediosæ sunt. Medulla
KHO non reagens.
R. pusiola Müll. Arg., Lich. Afr. Trop. (1890) p. 338, habitu similis est
R. inflat® (Hook. et Tayl.) Nyl. Medulla KH O non reagens.
R. inflata (Hook. et Tayl.) Nyl. var. fissa Müll. Arg., Lich. Beitr. (1888)
n. 136%, automa est species, quæ nominetur R. fissa. Medulla K HO non
reagens.
R. consanguinea Müll. Arg., I. c. (1885) n. 930, habitu similis est R. geni-
culatıe Nyl. (Wain., Etud. Lich. Bres. I, p. 15). Medulla K HO non reagens.
R. subpellucida Müll. Arg., Lich. Port. (Fl. 1888) p. 492. Medulla KHAO
non reagens.
PARMELIA.
P. melanothrix (Mont.) Wain. var. lacinulata Müll. Arg., Lich. Beitr.
(1891) n. 1636, reactionibus cum P. melanothrice congruit.
P. Schweinfurtii Müll. Arg., Diagn. Soc. (1882) 'p. 3, reactionibus cum
P. crinita Ach. (Wain., Etud. Lich. I, p. 31) congruit. Thallus superne et intus
KHO lutescens, Ca Cle O2 non reagens.
P. glaucocarpa Müll. Arg., Lich. Beitr. (1884) n. 808. Thallus KHO
superne lutescens. intus prımum lutescens, dein rubescens, Ca Cle O2 non reagens,
ambitus inferne late nudus.
P. chlorocarpa Müll. Arg., 1. e. (1880) p. 182. Thallus KH O superne et
intus lutescens, Ca Clz O2 non reagens, ambitus inferne haud late nudus.
P. urceolata Eschw. var. cladonioides Müll. Arg., I. c. n. 183. Thallus
K H O superne flavescens, intus non reagens, Ca Cle O2 non reagens, ambitus sub-
tus late nudus.
P. virens Müll. Arg., I. c. (1886) n. 1011. Thallus KH O superne lutescens,
intus primum lutescens, dein rubescens, subtus usque ad marginem rhizinis cre-
bris instructus. Apothecia lata, perforata, elevata, stipitata. Specimina immixta
thallo subtus ad marginem late nudo instructa ad aliam speciem pertinent.
P. Maclayana Müll. Arg., I. c. (1891) n. 1638. Thallus K HO superne
lutescens, intus non reagens, Ca Cle O2 non reagens, ambitus subtus late nudus.
P. Hanningtoniana Müll. Arg., Lich. Afr. Trop. (1890) p. 332. Thallus
subtus stramineus, intus albus, K HO superne flavescens, intus non reagens,
EDV. A. WAINIO. REACTIONES LICHENUM J. MÜLLERI ARGOVIENSIS. ®
Ca Cle O2 solo non reagens, at addito K H O intus rubescens, ambitus subtus late
nudus.
P. albata Müll. Arg., Analecta Austr. (1896) p. 89. Thallus KH O superne
flavescens, intus lutescens, Ca Cle O2 solo haud reagens, at addito K H O leviter
rubescens, subtus fere usque ad marginem rhizinis instructus.
P. nitens Müll. Arg., Lich. Usambar. (1894) p. 255. Thallus K H O superne
flaveseens, intus non reagens, Ca Cle O2 intus rubescens, subtus ad ambitum late
nudus, superne colore sicut in P. Brasiliana Nyl., isidiis destitutus.
P. isidiosa Müll. Arg., I. c. Reactionibus, colore et habitu similis P. nitenti,
at thallo centrum versus isidioso. Autonoma est species.
P. perlata var. subrevoluta Müll. Arg., I. c. (1880) n. 185, affinis est
P. quereine (P. tiliaceæ Nyl.). Thallus isidiosus, subtus usque ad ambitum rhi-
zinis instructus, K HO superne flavescens, intus non reagens, Ca Cle O2 non
reagens.
P. proboscidea Tayl. var. aspera Müll. Arg., 1. c. (1886) n. 1014. Thallus
superne isidiosus, margine parce ciliatus, sat latus, lobis rotundatis, subtus late
nudis, KHO superne leviter subflavescens, intus non reagens, Ca Cl O2 non
reagens,
P. Braunsiana Müll. Arg., 1. c. (1881) n. 31%. Thallus isidiosus, subtus ad
ambitum late nudus, K HO superne flavescens, intus non reagens, Ca Cle Oz non
reagens.
F.isidiosa Müll. Arg., I. e., thallo solum abundantius isidioso a forma
typıca Mülleri differt.
P. chlorina Müll. Arg., I. c. (1880) n. 189. Thallus subtus fere usque ad mar-
ginen rhizinis instructus, medulla flava, K H O superne non reagens, intus
lutescens.
P. leucoxantha Müll. Arg., |. c. (1881) n. 241. Thallus albido-stramineus
vel glauco-stramineus, medio præsertimque margine sorediosus, margine parcis-
sime ciliatus, subtus ad ambitum nudus, ceterum parce rhizinis instructus, forma
loborum sicut in P. {iliacea, K HO intus lutescens et demum rubescens, Ca Cle O2
non reagens.
P. Brisbanensis Siirt., Queensl. p. 4. Thallus superne glaucescens, isidiosus,
medulla flava, subtus ad ambitum late nudus, K HO superne flavescens, intus non
reagens. « Sporæ long. 0,008-0,010, crass. 0,005-0.006 », ceterum sicut P. sul-
phurata » ex Müll. in sched.
P. Somaliensis Müll. Arg., Lich. Beitr. (1885) n. 93%. Apothecia cupuli-
formia, haud perforata, disco rufofusco, Thallus intus albus, subtus ad ambitum
late nudus, adpressus et minor, quam in P. perlata, K HO superne flavescens.
inius lutescens, Ca Cle O2 non reagens.
P. Uleana Müll. Arg., Lich. Beitr. (1889) n. 1500. Thallus superne strami-
neo-glaucescens, esoredialus, isidiis destitutus, intus stramineus, apicibus lacı-
niarum rotundatis, KH O superne et intus lutescens, Ca Cle O2 intus levissime
4 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
lutescens. Habitu similis P. flavido-glauce Wain., Etud. Lich. Bres. I, p. 65, at
reactione ab ea differens.
P. pruinata Müll. Arg., I. c. (1883) n. 572. Apothecia disco tenuiter prui-
noso. Thallus laciniis sicut in P. sublevigata (Wain., Etud. Lich. Bres. I, p. 53),
K HO superne lutescens, intus non reagens, Ca Cl: Oz intus rubescens (leviter).
P. subcoronata Müll. Arg., Rev. Lich. Feean. (1887) p. 11. Subsimilis
P. coronatæ Fée, sed thallo paullo majore, ısidiis [destituto et medulla passim
rubra.
P. brachyphylla Müll. Arg., Lich. Beitr. (1886) n. 1013. Thallus KHO
superne flavescens, intus non reagens, Ca Cl: O2 non reagens. Specimina ex Usam-
bara, citata in Lich. Usamb. (189%) p. 257, huc non pertinent.
P. lecanoracea Müll. Arg., Lich. Beitr. (1888) u. 1387. Thallus areolato-
pruinosus, medulla passim albida, passim ochracea, KH O rubescente (etiam par-
tibus albis K H O rubescentibus).
P. bicornuta Müll. Arg.,1. c. (1891) n. 1643. Medulla thalli K HO non
reagens, Ca Cle O2 rubescens.
P. fertilis Müll. Arg., 1. ce. (1887) n. 1143, sit lusus fertilis P. sulcatæ, a qua
thallo glauco-pallescente erebre fertili differt. Medulla thalli KH O lutescens et
dein rubescens, Ca Cle O2 non reagens.
P. microsticta Müll. Arg., 1. c. (1879) n. 100. Thallus K H O superne leviter
flavescens, intus non reagens, Ca Cle O2 non reagens.
P. Catharinensis Müll. Arg., Lich. Cathar. (1891) p. 239, sporis paullo
majoribus differt a P. mutata Wain., Etud. Lich. Bres. I (1890), p. 39. Thallus
esorediatus, ciliis et isidiis destitutus, subtus fere usque ad marginem rhizinis
instructus, K H O superne lutescens, intus lutescens et demum rubescens, Ca Cle Oz
non reagens. |
P. Andreana Müll. Arg., Lich. Neo-Grenad. (1879) p. 13. Thallus superne
flavescens, sorediosus, subtus ad ambitum late nudus, K H O neque superne, nec
intus reagens, Ca Cl: O2 intus rubescens.
P. Bolliana Müll. Arg., Lich. Beitr. (1875) n. 45. Thallus KH O superne
flavescens, intus non reagens, Ca Cl: O2 non reagens.
P. sphærosporella Müll. Arg., 1. c. (1891) n. 1650. Thallus ambitu irre-
gulari, sicut in P. homotoma Nyl., K HO neque superne, nec intus reagens,
Ca Cle O2 non reagens.
P. Arechavaletæ Müll. Arg., Lich. Montevid. (1888) p. 1. Thallus superne
glaucescens, intus stramineus, lobis rotundatis, ciliatis, subtus fere usque ad
ambitum rhizinis instructus, K H O superne fulvescens, intus lutescens, Ca Cle Oz
non reagens. In specimine originali hujus speciei stratum corticale thalli maxima
parte insectis depastum est, quare thallus « læte flavicans » videtur.
P. caperata v. glaucopis Müll. Arg., Lich. Usamb. (189%) p. 258, auto-
noma est species, quæ nominetur P. glaucopis. Thallus superne flavescenti-
stramineus, esorediatus, isidiis destitutus, centrum versus rugosus, laciniarum
EDV. A. WAINIO. REACTIONES LICHENUM J. MÜLLERI ARGOVIENSIS, D
forma fere sicut in P. sublevigata Wain., apicibus laciniarum adpressis adna-
tisque, subtus nigricans, rhizinis brevibus crebris instructus, ad ambitum
anguste denudatus, K H O superne flavescens, intus lutescens, Ca Cle O2 non rea-
gens. Apothecia disco glauco-pruinoso aut demum denudato lividoque.
P. ecaperata Müll. Arg., Lich. Beitr. (1891) n. 1651. Thallus superne fla-
vescens, centrum versus isidiis angustissimis instructus, subtus fusconigricans
vel fuscorufescens, fere usque ad ambitum rhizinis brevibus crebris obduetus,
laciniarum forma fere sieut in P. quercina (P. tiliacea Nyl.) aut accedente ad
P. levigatam, internodiis brevibus, apieibus retusis, K H O superne lutescens,
intus non reagens, Ca Cle Os non reagens.
P. rutidota Tayl. in Hook. Lond. Journ. of Bot. (1844) p. 645. In speci-
mine orig. in herb. Müll. thallus K H O superne vix reagens, intus non reagens,
Ca Cl: O2 non reagens aut addito K H O passim intus levissime lutescens, in alio
specimine e Nova Hollandia (ex hb. Hampe) neque K HO, nec Ca Cle O2 reagens.
Thallus superne flavescens, esorediatus, isidiis destitutus, habitu P. cylisphoræ
(Ach.) Wain. (P. caperatæ Th. Fr.) minoris, laciniis adpressis aut parum adscen-
dentibus, subtus ad ambitum sat, late nudis, centrum versus rhizinis brevibus
increbris parce evolutis. Apothecia disco fusco-rufo, nudo. Diversa est P. ochro-
leuca Müll. Arg., Il. ec. n. 409 (1352).
P. ochroleuca Müll. Aro., 1. c. (1882) n. 409 (n. 1352), f. sorediosa Müll.
Arg., 1. c. (1883) n. 574, thallo soredioso instructa, autonoma est species, qua
nuncupanda est P. ochroleuca.
P. microspora Müll. Arg., Lich. Neo-Grenad. (1879) p. 14. Thallus stra-
mineo-albidus, sat opacus, sorediosus, subtus centrum versus nigricans, ambitum
versus castaneus aut testaceus, fere usque ad marginem rhizinis instructus, K H O
superne leviter flavescens, intus lutescens et demum sanguineo-rubescens, Ca Cl: O2
non reagens, habitu subsimilis P. sublævigatæ Wain., at affinis P. consperse.
Apothecia cupularia.
P. relicinula Müll. Arg., Lich. Beitr. (1882) n. 412. Thallus flavescens, eso-
rediatus, isidiis destitutus, habitu P. ambigue, laciniis majore parte valde angustis,
K H O superne leviter flavescens, inlus non reagens, Ca Cle O2 non reagens.
P. limbata f. endococcinea Müll. Arg., 1. c. (4887) n. 4149. Thallus fla-
vescens, passim parce verruculis isidiiformibus instructus, esorediatus, ramifica-
tione sicut in P. levigata, medulla alba et passim morbose rubescens, K HO
superne lutescens et demum rubescens, intus lutescens et demum rubescens.
P. Limbata Laur. f. isidiosa Müll. Arg., L. c. (1887) n. 1075. Thallus fla-
vus, isidiosus, ramificatione fere sicut in præcedente, K H O superne vix reagens
aut dilute flavescens, intus lutescens et demum aurantiaco-fulvescens.
P. Glaziovii Müll. Arg., Lich. Sebast. (1889) p. 353, a P. Brasiliana Nyl.,
Fl. 1885 p. 611 (Wain., Etud. Lich. Bres. I, p. 50), non differt. Thallus albus
(nee « albido-flavicans »), K HO superne non reagens, intus leviter lutescens, al
addito Ca Cle O2 distincte lutescens.
er)
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
P. gracilis Müll. Arg., Lich. Beitr. (4887) n. 1446. Thallus superne et intus
neque KHO, nec Ca Cle Oz reagens. Nominetur P. gracilenta Wain.. nam
diversa est P. levigata var. gracilis Müll. Arg., Lich. Neo-Grenad. (1879)
p. 13 (P. gracilis Wain., Etud. Lich. Bres. I. p. 55).
P. hypopsila Müll. Arg.. Lich. Beitr. (1887) n. 111%. Thallus habitu sicut
in P. conspersa, superne flavescens, subtus nigricans, subnudus, K HO superne
non reagens, intus lutescens et demum aurantiaco-rubescens vel passim rubescens,
Ca Cle O> non reagens.
P. furcata Müll. Arg., I. ec. (1886) n. 1015. Habitu similis P. consperse.
Thallus K HO superne solutionem luteam effundens, intus non reagens, Ca Cle Os
non reagens.
P. conspersa (Ehrh.) Ach. var. laxa Müll. Arg., 1. c. (1883) n. 575. Secund.
specim. a M’Cann lectum thallus intus K HO lutescens et demum rubescens.
P.hypoxantha Müll. Arg., 1. c. (1881) n. 242. Thallus subtus nudus, stra-
mineus, K HO neque superne, nec intus reagens.
P. flavo-brunnea Müll. Arg., 1. ce. (1891) n. 165%, affinis est P. conspersæ
et P. centrifuge. Thallus superne opacus, K H O neque superne, nec intus reagens.
P. Montevidensis Müll. Arg., 1. c. (1891) n. 1655. Habitu similis P. con-
spersæ. Medulla K H O lutescens et demum rubescens.
P. adpressa Krempelh. var. endochrysea Müll. Arg., 1. e. (1879) n. 116,
habitu similis P. conspersæ f. coralloideæ Flot., at medulla thalli passim lutea
stramineave. Thallus K H O intus leviter fulvescens.
P. sorediantha Müll. Arg., Fl. 1889 p. 509, habitu similis P. Mougeotinæ
Nyl. Thallus albido-stramineus. intus KH O lutescens, etiam addito Ca Cle O2
lutescens.
P.adplanata Müll. Arg., Lich. Beitr. (1885) n. 955. Habitu similis P. conspersæ.
Thallus isidiis destitutus, medulla sordide straminea, K H O sat dilute lutescente.
F. isidiigera Müll. Arg., 1. c. Medulla K H O sat dilute lutescens.
P. ferax Müll. Arg., 1. c. (4886) n. 1046. Thallus intus K HO leviter
lutescens, Ca Cle Os non reagens, at his regentiis unitis leviter fulvescens.
P. Lechleri Müll. Arg., I. e. (4891) n. 1656, habitu subsimilis est Ana-
ptychiæ fusce (Huds.) Wain. (Ph. aquilæ). Thallus superne et intus neque KHO,
nec Ca Cle Oo reagens.
P. convexula Müll. Arg., Diagn. Lich. Socotr. (1882) p. 3, habitu similis
est form» parvæ P. conspersæ et paullo major, quam P. Mougeotii. Thallus eso-
rediatus, intus KH O luiescens.
PB. xanthomelana Müll. Arg., Lich. Beitr. (1883) n. 576. Rectius nominatur
P. xanthomelæna. Secund. specimen orig. a Sullivan lectum habitu similis
est Parmeliæ Mougeotii, at thallo esorediato et isidiis destituto. Thallus KH O
superne flavescens et demum subfuscus, intus lutescens et demum aurantiacus
vel fulvo-aurantiacus, Ca Cle O2 non reagens et his reagentiis unitis sicut K HO
solo reagens.
EDV. A. WAINIO. REACTIONES LICHENUM J. MÜLLERI ARGOVIENSIS, 7
P. amphixantha Müll. Arg., 1. ce. (4888) n. 1312, habitu similis est P. mol-
huseulæ et P. flave. Thallus laxe affixus, superne subopacus, regulariter itera-
timque dichotome laciniatus, lacinıis linearibus, subtus rhizinis 2,5—3 mm. longis
inerebris obscuratis instructus, K H O superne leviter flavescens, intus lutescens
et demum aurantiaco-rubescens, Ca Cle O2 non reagens.
P.Schenckiana Müll. Arg., I. c. (1888) n. 1386, affinis est P. conspersæ.
Thallus opacus, subdiffractus, K HO superne non reagens, intus sordide lutescens,
Ca Cle O2 non reagens.
P. versicolor Müll. Arg., 1. e. (1881) n. 315, secund. Müll. in herb. ad
P. congruentem Ach. perlinet.
P. prolixa Nyl. var. erythrocardia Müll. Arg., |. c. (1879) n. 117, auto-
noma est species, quæ nomınelur P. erythrocardia. Habitu est similis P. sore-
diatæ (Ach.) Th. Fr., at thallo esorediato, superne fusco, intus partim albo,
partim sordide albido-rubescente aut albido-pallido. Medulla KHO lutescens et
demum rubescens, Ca Cle O2 non reagens.
P. conturbata Müll. Arg., I. c. (1888) n. 1253, habitu subsimilis P. sore-
diate (Ach.) et Anaptychiæ fusc® (Huds.). Thallus opacus, laciniis brevibus,
irregularibus, convexis, medulla alba, superne et inlus neque KH O, nec
Ca Ulz O> reagens, sed his reagentiis unitis zona gonidiali rubescente (secund.
specim. orig.).
P. dichotoma Müll. Arg., |. ce. (1886) n. 1018, affinis est P. conspersæ, nec
P. physodi. Thallus solidus, nec tubulosus, tenuis, inerebre laciniatus, laciniis
linearibus, sat angustis, subtus fuscescens aut passim pallidus, neque K HO, nec
Ca Clz O2 reagens.
P. Wattiana Müll. Arg.. 1. c. (1891) n. 1657. Thallus superne pallidus, K H O
superne lutescens, intus ochraceo-fuscescens.
P. Thomsoniana Müll. Arg., I. c. (1891) n. 1658. Thallus superne testa-
ceus, superne et intus neque KH O, nec Ca Cle O2 reagens.
P. hospitans Müll. Arg., |. e. (1883) n. 578. Thallus crassiusculus, solidus,
nec tubulosus, superne flavus, subtus nudus, rugosus, K HO superne flaveseens,
intus non reagens, Ca Clz O» non reagens.
P. platytrema Müll. Arg., I. c. (1887) n. 1078. Thallus KH O superne ful-
vescens, intus non reagens, Ca Cle O2 non reagens.
P. enteroxantha Müll. Arg., Analect. Austral. (1896) p. 90. Thallus K HO
superne leviter flavescens, intus leviter aurantiaco-rubescens (secund. specimen
e loco originali in herb. meo).
P. zneofusca Müll. Are., Lich. Beitr. (1883) n. 580, habitu similis est
P. pertusæ Schær., at Lhallo obscuro.
P. opuntioides Müll. Arg., Miss. Cap Horn (1888) p. 159. Thallus superne
et intus neque KH O, nee Ca Cle Où reagens, al his reagentiis unitis inlus auran-
tiaco-fulvescens (secund. specim. orig. in herb. meo).
P. myriotrema Müll. Arg., Analect. Austral. (1896) p. 9. Thallus K HO
8 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
superne fulvescens, intus non reagens, paullo minor, quam in P. pertusa, cre-
berrime cribrosa.
P. pertransita Stirt., Add. Lich. New Zeal. p. 10, Müll. Arg., Consp. Lich.
Nov. Zeland. p. 39, habitu omnino similis est P. platytremti Müll. Arg. Thallus
K H 0 superne intense lutescens, intus non reagens.
PERTUSARIA.
P. rhodotropa Müll. Arg., Lecan. et Lecid. (1895) p. 635. Neque thallus,
nec pseudostromata K HO reagentia.
P. creberrima Stirt., Addit. of Lich. New Zeal. (1877) p. 12, Müll. Are.,
Consp. Lich. Nov. Zel. p.53. Neque thallus, nec pseudostromata K H O reagentia.
P. lacerans Müll. Arg., Lich. Beitr. (1884) n. 709. Neque thallus, nec pseu-
dostromata K H O reagentia. |
P. erythrella Müll. Arg., Lich. Wils. (1893) p. 41. Thallus et soralia K HO
lutescentia et demum rubescentia.
P. purpurascens Müll. Arg., Lich. Beitr. (188%) n. 712. Thallus et pseudo-
stromata K HO lutescentia et demum rubescentia.
P. circumtincta Stirt., Addit. of Lich. New Zeal. (1876) p. 462, Müll. Arg.,
Consp. Lich. Nov. Zel. p. 53. Neque thallus, nec pseudostromata KHO rea-
gentia.
P. ornatula Müll. Arg., Lich. Beitr. (188%) n. 708. Thallus K H O parum
reagens. Pseudostromata K H O circa ostiola fulvescentia.
P. xantholeuca Müli. Arg., Diagn. Soc. (1882) p. 6, neque thallus, nec
diseus apotheciorum K H O reagens.
P. xantholeucoides Müll. Arg., Lich. Sebast. (1889) p. 357. Thallus KH O
lutescens et demum fulvescens. Discus apotheciorum K H O lutescens et demum
fulvo-aurantiacus.
P. superans Müll. Arg., Lich. Beitr. (188%) n. 707. Thallus KH O leviter
lutescens. Discus apotheeiorum K H O lutescens et demum intense fulvescens.
P. commutata Müll. Arg., I. c. (1884) n. 706, Wain., Etud. Lich. Bres. I,
p. 105. Thallus K H O non reagens.
P. pruinosa Krempelh.. Exot. Flecht. Hb. Wien (1868) p. 326. Neque
thallus, nec pseudostromata K HO reagentia. Habitu similis est P. globulijeræ
(Turn.). Conf. Nyl., Fl. 1868 p. 346.
P. aggregata Müll. Arg., |. c. (188%) n. 710. Thallus et discus apotheciorum
K H O lutescens et demum fulvescens.
P. rugifera Müll. Arg., Miss. Cap Horn (1888) p. 163. In specimine in insula
Hoste lecto thallus K H O lutescens et demum rubescens. In specimine in Burnt
Island lecto thallus intus KH O demum rubescens.
P. Macloviana Müll. Arg., Lich. Beitr. (1884) n. 711. Thallus et pseudo-
stromata K H O non reagentia.
EDV. A. WAINIO. REACTIONES LICHENUM J. MÜLLERI ARGOVIENSIS, 9
P. flavicunda Tuck., Syn. North. Am. Lich. p. 213. Thallus et pseudostro-
mata K H O lutescentia.
P. sulphurata Müll. Arg., Lich. Exot. II (1893) p. 125. Thallus KH O
parum reagens. Soralia K HO fulvescentia.
P. persulphurata Müll. Arg., Lich. Brisb. (1891) p. 391. Thallus K H O
non reagens. Discus pseudostromatum K H O lutescens.
P. cupularis Knight, On Lich. New Zeal. (188%) n. 7, Müll. Arg., Consp.
Lich. Nov. Zel. p.53. Neque thallus, nec discus pseudostromatum K H O reagens.
P. scutellaris Müll. Arg., Lich. Beitr. (1881) n. 340. Thallus et discus K H O
non reagens.
P. scrobicularis Krempelh., Fl. 1876 p. 175, Müll. Arg., |. e. (1881)
n. 340. Neque thallus, nec discus apotheciorum KH O reagens.
P. subcoronata Müll. Arg., l. c. (4884) n. 713. Neque thallus, nec pseudo-
stromata K H O reagenlia.
P. endochroma Müll. Arg.. Enum. Lich. Noum. (1887) p. 3. Pseudostro-
mata intus ochracea, K H O intus rubescentia.
P. cryptostoma Müll. Arg., I. c. (1888) n. 1373. Pseudostromata intus
K H O intense lutescentia.
P. mamillana Müll. Arg., Lich. Zambes. (1893) p. 298. Thallus et pseudo-
stromata K H O non reagentia.
P. plicatula Müll. Arg., Lecan. et Lecid. Austral. (1895) n. 635. Thallus et
pseudostromata K H O intense lutescentia.
P. xanthothelia Müll. Arg., Lich. Afr. Trop. (1890) p. 343. Thallus et
pseudostromata K H O haud distincte reagentia aut levissime flavescentia.
P. torquata Müll. Arg., Lich. Beitr. (1884) n. 751. Thallus et pseudostro-
mata K H O lutescentia et demum rubescentia.
P. propinqua Müll. Arg., 1. c. (1884) n. 716. Thallus et pseudostromata
K H O lutescentia et demum rubescentia.
P. Patagonica Müll. Arg., 1. c. (1889) n. 1484. Thallus K H O sordide fia-
vescens et demum sordide fuscescens. Pseudostromata K H O sordide flavescentia.
P. petrophyes Knight, Contr. Lich. New South Wales p. %7. Thallus KH O
flavescens. Pseudostromata K H O non reagentia.
P. consanguinea Müll. Arg., Lich. Beitr. (188%) n. 717. Thallus et pseudo-
stromata K H O non reagentia.
P. rudecta Müll. Arg., 1. c. (1884) n. 718. Thallus KH O haud distincte
reagens. Pseudostromata K H O lutescentia et demum rubescentia.
P. tessellaria Müll. Arg., Lich. Sebast. (1889) p. 357. Thallus et pseudo-
stromata K H O lutescentia et demum rubescentia.
P. leucothallina Müll. Arg., Prim. Fl. Costar. II (1894) p. 137. Neque
thallus, nec pseudostromata K H O distincte reagentia.
P. pertusella Müll. Arg., Lich. Beitr. (1884) n. 719. Thallus K H O non
reagens. Pseudostromata KHO levissime flavescentia.
10 * MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
P. cicatricosa Müll. Arg., Diagn. Lich. Socot. (1882) p. 6. Thallus et pseu-
dostromata K H O leviter flavescentia.
P. mesoxantha Müll. Arg., l. ce. (1884) n. 720. Thallus et pseudostromata
K H O non reagentia.
P. acromelana Müll. Arg..l. c. n. 721, rectius nominatur P. acromelæna.
Thallus K H O lutescens. Pseudostromata K H O parum reagentia aut levissime
flavescentia.
P. melaleucoides Müll. Arg., 1. ec. n. 722. Thallus levissime flavescens.
Pseudostromata parum reagentia.
P. elliptica Müll. Arg., Lecan. et Lecid. Austral. (1895) p. 635. Thallus et
pseudostromata K H O lutescentia.
P. lepida Müll. Arg., Lich. Cost. I (1894) p. 137. Thallus et pseudostro-
mata K H O lutescentia.
P. anarithmetica Müll. Arg., Lich. Cost. T (1891) p. 63. Thallus et pseudo-
stromala K H OÖ leviter lutescentia.
P. personata Müll. Arg., Lich. Afr. (1895) p. 506. Secund. specim. orig.
e Fogo thallus et pseudostromata K H O lutescentia et demum rubescentia.
P. sclerotium Fee, Müll. Arg., Lich. Beitr. (188%) n. 740. Thallus et pseu-
dostaomata K H O non reagentia.
P. lævigata Müll. Arg., Lich. Exot. II (1893) p. 125. Neque thallus, nec
pseudostromata K H O reagentia.
P. goniostoma Müll. Arg., Lich. Beitr. (1884) n. 723. Neque thallus, nec
pseudostromata K H OÖ reagentia. s
P. leucostoma Müll. Arg., Lecan. et Lecid. Austral. (1895) p. 636. Thallus
K H O levissime flavescens. Pseudostromata K H O sat leviter lutescentia et
demum fulvescentia.
P. cretacea Müll. Arg., Lich. Beitr, (1884) n. 727. Neque thallus, nec pseu-
dostromata K H O reagentia.
P. Paraguayensis Müll. Arg., |. c. (1889) n. 1483. Thallus et pseudostro-
mata K H O non reagentia.
P. nitidula Müll. Arg., Lich. Wils. (1893) p. 42. Thallus et pseudostromata
K H O leviter flavescentia.
P. xanthomelæna Müll. Arg., Lich. Beitr. (1888) n. 138%. Thallus et pseu-
dostromata K H.O fulvescentia.
P. gibberosa Müll. Arg., 1. c. (1882) n. 503, (188%) n. 731. Thallus et pseu-
dostromata K H O leviter flavescentia.
P. leiotera Müll. Arg., I. c. (1884) n. 725. Thallus et pseudostromata K HO
fulvescentia.
P. lutescens (Eschw.) Krempelh., Beitr. Lich. Südsee (1873) p.103, Müll. Arg.,
l. c. Thallus et pseudostromata K H O levissime flavescentia aut parum reagentia.
P. xanthodes Müll. Arg., 1. c. (4884) n. 726. Thallus et pseudostromata
K H 0 leviter flavescentia.
EDV. A. WAINIO. REACTIONES LICHENUM J. MÜLLERI ARGOVIENSIS. 11
P. undulata Müll. Arg.. Lich. Exot. II (1895) p. 126. Thallus et pseudo-
stromata K H O non reagentia.
P. mimosarum Müll. Arg., Rev. Stein. (1893) p. 517. Thallus et pseudo-
stromata K H O leviter flavescentia.
P. subrigida Müll. Arg., Lecan. et Lecid. Austral. (4895) p. 636. Thallus
et pseudostromata K H O non reagentia.
P. schizostoma Müll. Arg., Diagn. Soc. (1882) p. 5. Thallus K H O levis-
sime flavescens. Pseudostromata K H O flavescentia.
P. glebosa Müll. Arg., Lich. Beitr. (1882) n. 501, (1884) n. 726. Thallus et
pseudostromata K H O levissime flavescentia.
P. leucodeoides Müll. Arg., 1. c. (1884) n. 728. Thallus KH O non reagens.
Pseudostromata K H O levissime flavescentia.
P. crassilabra Müll. Arg., Lich. Exot. I (1895) p. 126. Neque thallus, nec
pseudostromata K H O reagentia.
P. pseudococcodes Müll. Arg.. Lich. Beitr. (1884) n. 738. Neque thallus,
nec pseudostromata K H O reagentia.
P. melaleuca Dub. v. octospora Müll. Are., |. c. n. 729. Neque thallus,
nec pseudostromata K H O reagentia.
P. leioplaca Ach. v. depressula Müll. Arg., I. e. (1881) n. 341.
P. depressa (Fee) Müll. Arg., 1. c. (1884) n. 732. Neque thallus, nec pseudo-
stromata K H O reagentia.
P. subdepressa Müll. Arg., I. c. (1884) n. 733. Neque thallus, nec pseudo-
stromata K H O reagentia.
P. placentiformis (Mont.) Müll. Arg., I. ec. n. 734. Thallus K H O non rea-
gens. Pseudostromata K H O sordide olivaceofuscescentia.
P. phæostoma Müll. Arg., I. c. n. 735. Neque thallus, nec pseudostro-
mata K H O reagentia.
P. Spegazzinii Müll. Arg., Lich. Spegaz. (1889) p. 43. Neque thallus, nec
pseudostromata K H O reagentia.
P. variolosa Müll. Arg., Lich. Exot. II (1895) p. 126, nominetur P. dupli-
cata Wain., nam jam adest alia P. variolosa (Wain., Etud. Lich. Bres. I, 1890,
p. 106). Thallus et pseudostromata K H O non reagentia.
P. leiocarpella Müll. Arg., Lecan. et Lecid. Austral. (1895) p. 636. Neque
thallus, nec pseudostromata K H O reagentia.
P. rudis Müll. Arg., Lich. Beitr. (1884) n. 736. Neque thallus, nec pseudo-
stromata K H O reagentia.
P. arenacea Müll. Arg., Lich. Exot. Il (1895) p. 29. Thallus KH O non
reagens. Pseudostromata K H O levissime flavescentia.
P. elatior Müll. Arg., Lich. Spegaz. (1889) p. 43. Neque thallus, nec pseu-
dostromata K H O reagentia.
P. aspera Müll. Arg., Lich. Beitr. (1885) n. 951. Thallus K H O levissime
flavescens. Pseudostromata K H O leviter fulvescentia.
12 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
P. ochrostoma Müll. Arg., I. c. (1884) n. 737. Thallus K H O non reagens,
Pseudostromata K H O lutescentia. Nominetur P. ochrostomoides Wain., nam
diversa est P. ochrostoma (Müll. Arg., 1. c. n. 338).
P. cinetula Müll. Arg., 1. ec. (4885) n. 950. Pseudostromata K H O leviter
flavescentia.
P. anisospora Müll. Arg. var. major Müll. Arg., I. c. (1884) n. 738.
Neque thallus, nec pseudostromata K H O reagentia.
P. leioplacoides Müll. Arg. (l. e. n. 342, Rev. Lich. Fee p. 3) var.
Neilgherrensis Müll. Arg., Lich. Beitr. (188%) n. 739 (P. tetrathalamia Nyl.
var. Neilgherrensis). Neque thallus, nec pseudostromata K H O reagentia.
P. mesotropa Müll. Arg.. I. c. (188%) n. 750. Nec thallus, nec pseudostro-
mata K HO reagentia.
P. Woollsiana Müll. Arg., I. c. (1884) n. 500 (745). Neque thallus, nec
pseudostromata K H O reagentia.
P. schizostomella Müll. Arg., Lecan. et Lecid. Austral. (1895) p. 697.
Thallus et pseudostromata K H O flavescentia.
P. cubana Müll. Arg., Lich. Beitr. (1884) n. 74%. Thallus K H O maculis
lutescentibus, passim non reagens. Pseudostromata K H O extus et intus lute-
scentia et demum rubescentia.
P. leucoplaca Müll. Arg., I. c. (1884) n. 745. Thallus et pseudostromata
K H O non reagentia.
P. dehiscens Müll. Arg., I. c. n. 746. Secund. specim. n. 2097 in herb.
Müll. thallus et pseudostromata K H O leviter lutescentia.
8. alba Müll. Arg., 1. ec. Thallus et pseudostomatra K H O parum reagentia.
Var. depressior Müll. Arg. Secund. specim. a Ziegler lectum thallus et pseu-
dostromata K H O parum reagentia.
P. sulphurescens Müll. Arg., 1. c. (188%) n. 747. Thallus K HO non reagens.
Pseudostromata K H O levissime lutescentia.
P. leucothelia Müll. Arg., Lecan. et Lecid. Austral. (1895) p. 637. Pseudo-
stromata K H O parum reagentia aut levissime lutescentia.
P. albissima Müll. Arg., Lich. Beitr. (1884) n. 749. Neque thallus, nec
pseudostromata K H O reagentia.
P. candida Mill. Arg., I. c. (1885) n. 952 (P. peliostoma Müll. Arg., 1. e.
n. 749). Thallus et pseudostromata K H O non reagentia.
P. subareolata Müll. Arg., Lich. Afr. Trop. (1890) p. 343. Thallus KH O
non reagens. Pseudostromala K H O parum reagentia aut levissime flavescentia.
P. mundula Müll. Arg., Lich. Beitr. (188%) n. 748. Neque thallus, nec pseu-
dostromata K H O reagentia.
P. microspora Müll. Arg.. Lecan. et Lecid. Austral. (1895) p. 637. Thallus
K H O parum reagens. Pseudostromata K H O levissime flavescentia.
P. syngenetica Müll. Arg., Lich. Beitr. (188%) n. 751. Thallus KH O non
reagens. Pseudostromata circa ostiola K H O fulvescentia.
EDV. A. WAINIO. REACTIONES LICHENUM J. MÜLLERI ARGOVIENSIS. 13
P. Virginea Müll. Arg., I. c. (1882) n. 504 (750). Thallus et pseudostromata
K H O levissime flavescentia.
P. minor Müll. Arg., 1. c. (1882) n. 429 (751). Neque thallus, nec pseudo-
stromata K H O reagentia.
P. cinchonæ Müll. Arg., |. c. (1884) n. 758. Thallus K H O levissime fla-
vescens. Pseudostromata K H O parum reagentia.
P. tenella Müll. Arg., I. c. (1884) n. 760. Thallus et pseudostromata K H O
levissime flavescentia aut parum reagentia.
P. Knightiana Müll. Arg., Lich. Knight. (1892) p. 31. Pseudostromata
K H O lutescentia et demum rubescentia. Thallus K H O lutescens, demum
punctis rubris.
P. Wattiana Müll. Arg., Lich. Manip. (1892) p. 221. Neque thallus, nec
pseudostromata K H O reagentia.
F. fulvescens Müll. Arg., |. c., autonoma est species, quæ nominetur
P. fulvescens. Thallus et pseudostromata K H O lutescentia et demum rube-
scentia.
P. trypetheliiformis Nyl., Lich. Exot. (1859) p. 244, Syn. Lich. Caled.
(1870) p. 32, Müll. Arg., Lich. Beitr. (188%) n. 753. Secundum specim. in Nova
Caledonia a Vieillard lectum neque thallus, nec pseudostromata K HO reagentia.
P. Hartmanni Müll. Arg., 1. c. (1882) n. 499 (P. trypetheliiformis 8 Hart-
manni Müll. Arg., I. c. n. 753), autonoma est species. Thallus et pseudostro-
mata K H O lutescentia et demum rubescentia.
P. Moffatiana Müll. Arg., |. c. (1883) n. 58% (188% n. 753). Thallus et pseu-
dosiromata K H O levissime flavescentia.
P. Ceylonica Müll. Arg., I. c. (1884) n. 752. Thallus et pseudostomatra
K H 0 levissime flavescentia.
P. modesta Müll. Arg.,l. c. (1884) n. 75%. Thallus et pseudostromata KH O
non reagentia.
PB. carneola (Eschw.) Müll. Arg., 1. c. (188%) n. 755. Secund. specim. orig.
neque thallus, nec pseudostromata K H O reagentia.
P. Paraensis Müll. Arg., l. c. (1885) n. 862 |P. granulata (Eschw.) Müll.
Arg., |. e. (1884) n. 756]. Neque thallus, nec pseudostromata K H O distincte
reagentia.
P. gonolobina Müll. Arg., 1. c. (4885) n. 949. Neque thallus, nec pseudo-
stromata K HO distincte reagentia.
P. nana Müll. Arg., Lich. Argent. (Fl. 1889) p. 66. Thallus K H O non rea-
gens. Pseudostromata solum eirca ostiola anguste leviter lutescentia.
P. meridionalis Müll. Arg. «. xanthostoma Müll. Arg., Lich. Beitr.
(1881) n. 338, (188%) n. 765, aulonoma est species, ostiolo bene elevato luteo a
£. cinerascente Müll. Arg. et a y. ochrostomate Müll. Arg. differens. Nominetur
P. meridionalis. Secund. specim. a Puiggari lectum thallus et pseudostromata
K H 0 leviter flavescentia.
414 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
8. cinerascens Müll. Arg., I. c. (1881) n. 338, (1884) n. 765, autonoma est
species, que nominetur P. cinerascens. Neque thallus, nec pseudostromata
K H O reagentia.
y. ochrostoma Müll. Arg., 1. c. (1881) n. 338, (1884) n. 765, autonoma est
species, que nuncupetur P. ochrostoma (Müll. Arg.) Wain. Ostiolo ochraceo
a præcedentibus distinguitur. Thallus et pseudostromata K H O parum reagentia.
Diversa est P. ochrostoma Müll. Arg., 1. c. 737 (P. ochrostomoides Wain.).
P. acuta Müll. Arg., I. c. (1884) n. 759. Neque thallus, nec pseudostromata
K H O reagentia.
P. apiculata Müll. Arg., Lich. Cost. II (189%) p. 138. Thallus et pseudo-
stromata K H O lutescentia.
P. emergens Müll. Arg., Lich. Beitr. (1889) n. 1485. Neque thallus, nec
pseudostromata K H O reagentia.
P. cinerella Müll. Arg., Lich. Montev. (4888) p. 4. Thallus et pseudostro-
mata K H O flavescentia.
P. glaucella Müll. Arg., Lich. Cost. I (1891) p. 63. Thallus et pseudostro-
mata K H O haud distincte reagentia aut levissime flavescentia.
P. Blumeana Müll. Arg., Lich. Exot. (1892) p. 281. Thallus et pseudostro-
mata K H O levissime flavescentia.
P. gracilis Müll. Arg., Lich. Beitr. (1883) n. 761. Neque thallus, nee pseu-
dostromata extus K H O reagentia. Pseudostromata K H O intus intense fulve-
scentia.
F. heteromera Müll. Arg., 1. c. Thallus et pseudostromata K H O extus
levissime lutescentia. Pseudostromata intus KHO intense fulvescentia.
P. torquatella Müll. Arg., 1. c. (188%) n. 762. Thallus K H O non reagens.
Pseudostromata K H O extus non reagentia, intus levissime lutescentia.
B. ferax Müll. Arg., I. c. Thallus K H O non reagens. Pseudostromata KH O
extus levissime lutescentia, intus K H O leviter lutescentia.
P. Socotrana Müll. Arg., Diagn. Lich. Socotr. (1882) p. 6, Lich. Beitr.
(1884) n. 762. Thallus K H O leviter flavescens et demum maculis rubescentibus.
Pseudostromata K H © extus leviter flavescentia et demum leviter rubescentia,
intus K H O lutescentia (secund. specim. n. 1437 a Balfour lectum).
P. leucoxantha Müll. Arg., Lecan. et Lecid. Austral. (1895) p. 637. Thallus
et pseudostromata K H © extus lutescentia.
P. xanthoplaca Müll. Arg., Lich. Beitr. (1882) n. 502, (1884) n. 762.
Thallus K H O haud distincte reagens. Discus apotheciorum K H O lutescens.
P. depauperata Müll. Arg., Lich. Cost. I (1891) p. 6%. Thallus et pseudo-
stromata K H O lutescentia.
P. rigida Müll. Arg., Lich. Manip. (1892) p. 221. Thallus et pseudostromata
K H O levissime flavescentia aut parum reagentia.
P. subtruncata Müll. Arg., Lich. Beitr. (188%) n. 763. Thallus et pseudostro-
mata K H O leviter flavescentia.
EDV. A. WAINIO. REACTIONES LICHENUM J. MÜLLERI ARGOVIENSIS. 15
P. Glaziovii Müll. Arg., 1. c. (1884) n. 764. Thallus K H O non reagens.
Pseudostromata KHO extus non reagentia, intus leviter lutescentia.
P. subfiavens Müll. Arg., Diagn. Lich. Socotr. (1882) p. 5, Lich. Beitr.
(188%) n. 764. Thallus et pseudostromata K H O lutescentia.
P. trisperma Müll. Arg., Lich. Beitr. (1884) n. 765. Thallus K H O Iute-
scens. Pseudostromata K H O extus non reagentia, intus lutescentia et nucleus
K H O rubescens.
P. Texana Müll. Arg., 1. c. (1884) n. 766. Thallus K H O lutescens. Pseudo-
stromata K H O lutescentia et ostiola K H O fulvescentia.
Var. tetraspora Müll. Arg., Lich. Cost. I (1891) p. 64. Thallus et pseudo-
stromata K H O lutescentia. Ostiola lutea et prominula, sieut in P. meridionalt
æ. zanthosioma Müll. Arg., sed breviora.
P. amblyogona Müll. Arg., Lecan. et Lecid. Austral. (1895) p. 638. Thallus
et pseudostromata K H O lutescentia.
P. carneoalbida Müll. Arg., Lich. Beitr. (188%) n. 767. Thallus et pseudo-
stromata K H O non reagentia.
P. dilatata Müll. Arg., 1. c. (188%) n. 769. Neque thallus, nec pseudostro-
mata K H O reagentia.
P. major Müll. Arg., I. c. (188%) n. 770. Neque thallus, nee pseudostromata
K H O reagentia.
P. lævis Knight in Müll. Arg., Lich. Beitr. (1884) n. 771. Pseudostromata
leviter verruculosa. Neque thallus, nec pseudostromata K H O reagentia.
P. platypoda Müll. Arg., Lich. Usamb. (189%) p. 270. Thallus et pseudo-
stromata K H O non reagentia.
P. oblongata Müll. Arg., Lich. Beitr. (1884) n. 772. Thallus et pseudostro-
mata K HO parum reagentia aut levissime lutescentia (secund. specim. orig.
n. 139% a Puiggari in Brasilia lectum).
P. pycnothelia Nyl. differt a planta hoc nomine indicata in Müll. Arg., 1.c.
(1884) n. 773. Secund. specim. in Rio de Janeiro a Glaziou lectum thallus KH O
leviter lutescens et demum rubescens. Series apotheciorum parum distinctæ.
Nominetur P. pycnothelioides Wain. In P. pyenothelia Nyl., Syn. Lich.
Nov. Caled. (1868) p. 31, secund. specim. orig. in herb. Müll. neque thallus,
nec pseudostromala K H O reagentia.
P. delicatula Müll. Arg., Lich. Beitr. (1884) n. 77%. Thallus haud distincte
reagens aut levissime flavescens. Pseudostromata K H O lutescentia.
P. melanophthalma Müll. Arg., Lich. Yalab. (1892) p. 196. Thallus et
pseudostromata K H O leviter lutescentia.
P. albinea Müll. Arg., Lecan. et Lecid. Austral. (1895) p. 639. Thallus et
pseudostromata K H O lutescentia et demum rubescentia.
P. straminea Müll. Arg., I. c. (1895) p. 638. Thallus et pseudostromata
K HO lutescentia.
P. Araucariæ Müll. Arg., Lich. Beitr. (188%) n. 775. Thallus et pseudostro-
mala K H O lutescentia.
16 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
P. confluens Müll. Arg., Lecan. et Lecid. Austral. (1895) p. 638. Thallus
et pseudostromata K H O lutescentia.
P. subirregularis Müll. Arg., Lich. Beitr. (188%) n. 776. Secund. specimen
a Glaziou lectum neque thallus, nec pseudostromata K H O reagentia.
V. tetramera Müll. Arg., 1. c. Thallus et pseudostromata K H O haud di-
stincte reagentia.
P. platypora Müll. Arg., Lich. Yatab. Jap. (1892) p. 196. Thallus K H O
haud distincte reagens, verruculis (apotheciis juvenilibus) apice lutescentibus et
demum rubescentibus. Pseudosiromata K H O extus leviter lutescentia et demum
apice rubescentia, intus non reagentia.
P. Chinensis Müll. Arg., Lich. Beitr. (1884) n. 777. Thallus et pseudostro-
mata K Hi O leviter lutescentia.
P. impressula Müll. Arg., 1. c. (1884) n. 778. Thallus K H O haud distincte
reagens. Pseudostromata K H O lutescentia.
P. Thwaitesii Müll. Arg., |. e. (1884) n. 779. Thallus et pseudostromata
K H O non reagentia.
P. chiodectonoides (Fée) Nyl., Müll. Arg., 1. ce. (1884) n. 780. Pseudo-
stromata K H O non reagentia.
P. corrugata Krempelh., Fl. 1876 p. 175, Müll. Arg., Lich. Beitr. (188%)
n. 780, ad P. eryptocarpam Nyl., Lich. Exot. (1859) p. 221, pertinet (conf.
Wain., Etud. Lich. Bres. I, p. 112). Neque thallus, nec pseudostromata K H O
reagentia.
P. Achari (Fee) Nyl., Enum. Gén. Lich. p. 117, Müll. Arg., 1. c. (1884)
n. 781. Pseudostromata K H O intense lutescentia.
P. anomocarpa Müll. Arg., Lich. Cost. 1 (4891) p.65. Thallus et pseudo-
stromata K H OÖ non reagentia.
P. microstoma Müll. Arg., Lich. Beitr. (1882) n. 428, (1884) n. 782. Thallus
et pseudostromata K H O extus non reagentia, intus leviter lutescentia.
P. Javanica Müll. Arg., Il. c. (1884) n. 782. Thallus K H O haud distinete
reagens. Pseudostromata K H O intense lutescentia.
P. irregularis Müll. Arg., Lecan. et Lecid. Austral. (1895) p. 638. Thallus
et pseudostromata K H O leviter lutescentia.
P. Antinoriana Jatta, Lich. Afric. Scioa p. 173, Müll. Arg., Lich. Beitr.
(1885) n. 953. Neque thallus, nec pseudostromata K H O reagentia.
P. nigrata Krempelh., Fl. 4876 p. 174, Müll. Arg., |. c. (1884) n. 783.
Pseudostromata K H O leviter lutescentia.
P. leucostigma Müll. Arg., I. c. (1884) n. 783. Thallus et pseudostromata
K H O haud distincte reagentia.
P. glauconitens Müll. Arg., Lich. Miyoshian. Jap. (1891) p. 89. Thallus
K HO flavescens et demum rubescens. Pseudostromata K H O flavescentia et
demum rubescentia (præsertim intus bene reagentia).
P. leucodes Knight, On Lichenogr. New Zeal. (188%)n. 4, Müll. Arg., Lich.
EDV. A. WAINIO. REACTIONES LICHENUM J. MÜLLERI ARGOVIENSIS. i 17
Beitr. (188%) n. 78%, Consp. Lich. Nov. Zel. p. 55. Thallus et pseudostromata
K H O leviter fulvescentia.
P. diffracta Müll. Arg., Lich. Wils. (1895) p. 43. Thallus et pseudostromata
KH O leviter flavescentia.
P. lavata Müll. Arg., Lich. Beitr. (1884) n. 785. Thallus et pseudostroinata
KHO haud distincte reagentia.
P. polycarpa Krempelh., Fl. 1876 p. 174, Müll. Arg., I. c. (1884) n. 786.
Thallus et pseudostromata K H O leviter flavescentia.
P. polita Müll. Arg., 1. c. (1884) n. 788. Neque thallus, nec pseudostromata
K H O reagentia.
P. deplanata Müll. Arg., Lich. Miyosh. Jap. (1891) p. 125. Thallus et
pseudostromata K H O extus non reagentia, intus intense lutescentia.
F. ferruginea Müll. Arg., 1. ec. p. 126. Thallus et pseudostromata rube-
scentia, K H OÖ extus non reagentia, intus intense lutescentia.
P. subradians Müll. Arg., Lich. Beitr. (188%) n. 787. Thallus et pseudo-
stromata KHO extus non reagentia, intus intense lutescentia.
P. dermatodes Nyl., Lich. Exot. (1859) p. 241, Müll. Arg., I. c. (1884)
n. 787. Thallus et pseudostromata K H O leviter lutescentia et demum punctis
rubris.
P. macrostoma Müll. Arg., Lich. Usamb. (189%) p. 149. Thallus et pseudo-
stromata K H O lutescentia.
P. graphica Knight, Contrib. Lich. New Zeal. (1878) n. 275, Müll. Arg.,
Lich. Beitr. (1884) n. 789, Conspect. Lich. Nov. Zel. (1894) p. 55. Thallus
K H O lutescens et demum rubescens. Pseudostromata K H O demum leviter
rubescentia. In Nyl., Lich. Nov. Zel. (1889) p. 69, forsan alia species indicatur,
cujus thallus K H O non reagens.
P. erumpescens Nyl., Lich. Nov. Zel. (1889) p. 69, Müll. Arg., Conspect.
Lich. Nov. Zel. (189%) p. 53. Thallus et pseudostromata K H O lutescentia et
demum rubescentia (secund. specim. in herb. Müll.).
P. macra Müll. Arg., Lecan. et Lecid. Austral. (1895) p. 639. Neque thal-
lus, nec pseudostromata K HO reagentia.
P. paratropa Müll. Arg., Lecan. et Lecid. Austral. (1895) p. 639. Neque
thallus, nec pseudostromata K H O reagentia.
P. concava Müll. Arg., Lecan. et Lecid. Austral. (1895) p. 640. Thallus et
pseudostromala K H O haud distincte lutescentia, at demum punctis rubris.
P. graphidioides Müll. Arg., Lich. Wils. (1893) p. 42. Neque thallus, nec
pseudostromata K H O reagentia,
P. aberrans Müll. Arg., Lich. Wils. (1893) p.42. Neque thallus, nec pseudo-
stromata K H O reagentia.
P. arthoniaria Nyl., Lich. Fueg. et Patag. (1888) p. 10. Secund. specim.
in herb. Müll. thallus et pseudostromata K H O levissime fulvescentia aut flave-
scentia.
re MNT
PUBLICATION DE L'HERGIER BOISSIER
Bulletin de l’Herbier Boissier, le volume 20 fr.
Tome 1 (1895). 715 pages, 28 planches el 2 appendices.
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BARBEY, W. Floræ Sardoæ compendium. Catalogue raisonné des végétaux observés
dans l'île de Sardaigne. Avec suppl. par MM. Ascrerson et E. Levier. Avec
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— — — Karpathos. Étude géologique, paléontologique et botanique. — In-4o,
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MAJOR, C.-F. Forsyıu wer BARBEY, W. Halki. Étude bolanique. — In-40 avec
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AUTRAN, E. &r DURAND, TH. — Hortus Boissierianus. Énuméralion des
plantes cultivées en 1895 à Valleyres et à Ghambesy, avec préface de
M. F. Crépin. — In-80, xı et 572 pages, avec 3 planches. Genève, 1896.
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N° 2. — HERZOG, Th. Biniee) beiologische Notizen aus. Grau =>
bünden und Wallis .. +
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MÉMOIRES DE L en BOISSIER
BULLETIN DE LA BIRT BOISSIÈR N
a: Sr RER = À
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REVISION DER HEPATICE
kn. Nés I SANT ALTES KTYDLOLANG
u „Rhenanz mu
von
Karl MÜLLER, Freiburg i. Bg.
Date de la publication : 20 fevrier 1900.
Prix :1 fr.
GENÈVE er BALE
GEORG & Cie, LIBRAIRES-EDITEURS
MEME MAISON A LYON
1900
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re
MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER
N° 6.
REVISION DER HEPATICÆ
Mougeot-, Nestler- und Schimper Stirpes kryptogamæ
Vogeso-Rhenanæ 1810 —1860
von
Karl MÜLLER, Freiburg i. Bg.
Anlässlich meiner Zusammenstellung der Lebermoose des Reichslandes
Elsass-Lothringen erhielt ich vom Herbier Boissier die 15 Fasc. der ge-
nannten Kryptogamensammlung. Da das Exsiccalen-Werk so selten ist,
dürfte ein Bericht über die darin enthaltenen Lebermoose, revidiert nach
dem heutigen Standpunkte der Wissenschaft, von Interesse sein.
Zur Sammlung selbst habe ich zu bemerken, dass die Exemplare, trotz
ihres hohen Alters, alle noch sehr gut erhalten und meistens auch in
ziemlich reichlicher Menge aufgelegt sind. Leider haben die Herausgeber
oft verschiedene Formen, die sich oft auch als verschiedene Arten her-
ausstellten, unter derselben Nummer und Etiquelie veröffentlicht. Die
Slandortsangaben sind fast durchweg nur allgemein gehalten, nur bei
wenigen, meist seltenen Arten, ist davon eine Ausnahme gemacht und
der Fundort näher angegeben.
Bei den einzelnen Arten habe ich immer den Text der Etiquette in
Anführungszeichen beigefügt und dann hie und da noch Bemerkungen
meinerseits angeschlossen. — Die Nomenklatur ist ohne Weileres ver-
ständlich; im System folgte ich im grossen und ganzen den «Hepaticæ »
von Prof. Dr. Schiffner in Engler u. Prantl natürl. Pflanzenfamilien.
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER, n9 6, 20 février 1900.
M.
1
10.
14.
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
RICCIACEÆ.
. Riccia glauca L. Exsice. No 539.
« In solo limoso camporum. Aestate autumnoque.» Mit Früchten!
. R. ciliata Hoffm. Exsicc. No 1046.
«Ad terram limosam in arvis circa Mülhausen am. Mühlenbeck. Au-
tumno.» Mit Früchten !
. R. Bischoffii Hüb. Exsicc. No 1233.
« Ad rupes granitosas deliquescentes prope Heidelberg et in schistosis circa
Andagavum unde am. Guépin misit. Vere. »
R. erystallina Linn. Exsicc. No 248.
«In solo piugui, ad piscinas. Autumno. » Mit Früchten !
. R. fluitaus Linn. Exsicc. No 151 und 1143.
«In aquis stagnantibus et in terra limosa ad ripas. Autumno.» Schöner
Rasen der schwimmenden Form! «No 1143. R. canaliculata Hoffm. Ad
terram humidam in fossis circa Bollweiler Alsatiæ superioris. Junio legit
amicus Dr. Mühlenbeck. » Dieses die fruchtende Pflanze !
. Ricciocarpus natans Corda. Exsice. No 836.
« Riccia natans Linn. In fossis et aquis quietis, state. »
MARCHANTIACEA.
Targionia hypophylla Linu. Exsicc. N° 937.
« Ad terram limosam Jurassi raro, sed frequentius in Cebennis et Gallia
occidental. »
. Reboulia hemisphærica Raddi. Exsice. No 1232.
« Ad rupes siliceas (grès vosgien) circa Bitsche invenit am Schultz. Maio.
— Marchantia hemispherica coll. nostræ fasc. VIII n° 735 ad Preissiam
commutatam referenda erit.» Mehrere reich fruchtende Räschen.
Conocephalus conicus Neck. Exsicc. No 247.
‚« Marchantia conica Linn. In speluncis, atque nemorosis humidis ad rupes.
Aprili.» Mit Früchten !
Lunularia cruciata Dum. Exsicc. No 1037.
«Marchantia eruciata Linn. Frons seminifer lunatus apud nos toto anno
maleficiose in ollis areolisque caldariorum sat frequens, sed usquedo frons
pileatus tandem cruciatus non observavimus. »
Preissia commutata Nees. Exsice. No 735.
« Marchantia hemispherica Linn. Ad radices menium Argentinæ, Maio. »
Schöne fruchtende Exemplare !
12.
13.
1A.
15.
16.
18.
19.
22.
x.
Dr
KARL MÜLLER. REVISION DER HEPATICÆ.
Marchantia polymorpha Linn. Exsice. No 56.
«In umbrosis, humidisque, ad fontes et lapides. Aestate. » In © und Z
fruchtenden Exemplaren!
JUNGERMANNIACEÆ ANAKROGYNÆ Schffn.
Sphærocarpus terrestris Mich. Exsice. No 1045.
« Targionia spherocarpus Dicks. In agro badensi eirca Karlsruhe ad ter-
ram legit A. Braun et benigue communicavit. Hyeme ac vere.» Mit Früchten !
Aneura pinguis Dum. Exsice. No 239.
« Jungermannia pinguis Linn. Ad scaturigines, inque sylvarum humidis.
Maio. » Auch zwei einzelne fruchtende Exemplare !
A. multifida Dum. Exsicc. No 147.
« Jungermannia multifida Linn. In locis udis sylvarum, præsertium ad
scaturigines. Aprili. » Mehrere z. T. fruchtende Räschen !
A. palmata Dum. Exsicc. Ne 54.
« Jungermannia palmata Hedw. Ad truncos putrescentes sylvarnm, Aprili,
sed rarius cum fructific. »
. Metzgeria furcata Lindbg. Exsiec. No 148.
« Jungermannia furcata Linn. Ad arborum truncos, atque terram in syl-
vis. Vere. » Ich fand bei allen Räschen nur diöc. Blütenstände, weshalb ich
alle hierher bringe !
M. pubescens Raddi. Exsicc. No 149,
« Jungermannia pubescens Schrank. In sylvarum truneis putridis. hucus-
que absque capsulis. »
Pellia epiphylla Dill. Exsiec. No 53 und No 1142.
« Jungermannia epiphylla Linn. In speluncis humidis, ad rupes in locis
umbrosis, primo Vere. » Fruchtende Exemplare! Eine aufrechte Form unter
No 1142. « In præruptis Vogesorum montis Hohneck ad scaturigines. »
. P. calycina Tayl. Exsice. No 1423.
« In loco dicto Bois de la Balie prope Genevam detexit et communicavit
clar. Müller. » Mit Früchten!
. Fossombronia Wondraczeki Corda. Exsicc. No 532.
« Jungermannia pusilla Linn. Ad terram argillosam in agris humidis.
Autumno. » Mit Früchten !
JUNGERMANNIACEÆ AKROGYNÆ Schffn.
Gymnomitrium concinnatum Corda. Exsicc. No 434,
« Jungermannia concinnata Lightf. Jg. julacea Hoffm. Schrad. aliorum-
que. Ad rupes Rotabac montis inque illis versus meridiem casæ pastoriæ
Tanache dictæ sitis. Junio. » Kleine Räschen auch c. fruct!
4
MÉMOIRES DE L HERBIER BOISSIER.
23. Sarcoscyphus Ehrhartii Corda. Exsicc. No 243 var. b. ex parte: No 41135
24.
25.
26.
LE]
I
29.
30.
ex parte und No 1136 ex parte.
« Jungermannia emarginata Ehrh. In montosis sylvaticis. Vere. var. b.
fusca, ad terram. » Zwei der drei mit var. b. bezeichneten Räschen gehören
mannia emarginata var. aqualica. Ad rupes irriguas monts Hohneck Voge-
sorum. » Das fruchtende Räschen dieser Nummer gehört hierher und ebenso
ein Räschen der No 1136, das eine zarte Form darstellt und als « Junger-
mannia emarginata var. saccala ad rupes madidas montis Hohneck » ge-
sammelt wurde!
S. robustus De Not. Exsice. No 243 Var. a et var. b ex parte.
« In montosis sylvaticis. Vere. Var. a viridis, in vivulorum saxis. var. b
fusca ad terram. » Ein Räschen der var. b gehört ebenfalls hierher. Zum
Teil mit Früchten!
S. sphacelatus Gies. Exsicc. No 1135 ex parte und No 1136 ex parte.
Die zwei schönen Räschen (steril) der No 1135, ebenso das grössere der
No 4136, beide von feuchten Felsen am Hohneck (siehe bei S. Ehrhartii)
gehören hierher!
S. Funckii Nees. Exsicc. No 242.
« Jungermannia Funchii Nees. Jung. excisa Funck. In sylvis montosis,
ad semitas in terra nuda, Vere.» Ein Räschen auch mit vielen Früchten!
. Alicularia scalaris Corda. Exsiec. No 55% und 1038 ex parte.
« Jungermannia scalaris Schrad., Jung. lanceolata Engl. bot. Ad viarum
cavarum latera in sylvis. Martio.» Mehrere Räschen mit Perianthien!
« No 1038. Jungermannia scalaris var. rigidula Nees. Ad nives deliques-
centes montis Hohneck junio julioque. » Mit Früchten! Der sterile Rasen ist
eine Form von Jung. alpestris!
. Jungermannia crenulata Sm. Exsice. No 435 und No 1417.
« Ad terram locorum hyeme inundatorum et in viis cavis sylvarum. Aprili,
maioque. » Mit Perianthien! No 1417. « Jungermannia crenulata forma elatıor
ex cel. Gotische in litteris. Ad rupes semper aquis puris irriguas prope
Plombières. » Ich möchte diese Pflanze eher als eine gute Varietät an-
sprechen! Die Kelchlappen entbehren an den von mir untersuchten Exem-
plaren völlig der charakteristischen, langen, wasserhellen Zellen. Die Blätter
sind am Rande durch nicht viel grössere Zellen gesäumt, die auch nicht
stärker verdickt sind, als die übrigen Zellen. Die Pfianze wächst an Steinen
im Wasser und hat deshalb wohl diese abweichende Gestalt erhalten !
Jung. obovata Nees. Exsice. No 955.
Syn. « Jungermannia scalaris var. viridis Hook. Ad rupes granitosas
madidas vogesorum. Maio. » Auch mit Perianth. und Früchten !
Jung. sphærocarpa Hook. Exsice. N° 529.
« Ad ierram et saxa madida montis Bresoir Vogesorum. Junio ! Einige
Räschen auch mit Früchten !
a ah
31.
32.
39.
34.
36.
37.
38.
39.
40.
©?
KARL MÜLLER. REVISION DER HEPATICÆ.
Jung. pumila With. Exsicc. No 1138.
« Jungermannia subapicalis, minor. Nees. In cautibus siliceis ad rivulos
sylvarum circa Bruyerium. Aprili cum capsulis. » In kleinen Räschen mit
Kelchen und Früchten !
Jung. riparia Tayl. Exsicc. No 1418. |
« Jungermannia potamophila Müller nov. spec. In arenaceis humidis ad
ripas Arvi prope Genevam. Species affinis Jg. ripariæ Tayl., sed differt
membrana cellulari densiore et forma robustiore. » Auch mit Früchten!
Bernet bringt die Pflanze zu der Form = potamophila und zerlegt Jung.
riparia weiter in 8 salevensis, y rivularis und 9 tristis !
Jung. autumnalis De Cand. Exsice. No 528.
« Jungermannia Schraderi Mart. Ad rupes in sylvis, autumno.— An sat
distincta a precedente ? » (Gemeint ist Jg. lanceolata Linn.). Mit & Aesten
und 2 Fruchtexemplaren !
Jung. lanceolata Linn. Exsice. No 527.
« Ad terram in humidis umbrosis, primo vere. » Auch mit Früchten !
. Jung. ventricosa Dicks. Exsice. No 73%.
« Ad terram lapidesque in sylvis. Vere. » Mit Perianthien!
Var. porphyroleuca Nees. Exsice. No 530 var. a.
« Jungmannia excisa Dicks. Var. a habitat ad terram in ericetis. » Mit
Perianthien !
Jung. alpestris Schleich. Exsice. No 1038 ex parte und No 1039.
«Ad nives deliquescentes montis Hohneck.» Mit dieser Etiquette ist ein
steriler Rasen unter Alicularia scalaris ausgegeben! « 1039. Jung. alpestris
Sck. Ad rupes madidas terramque versus occasum montis Bresoir Voge-
sorum, usquedo sterilis. » In g' Rasen !
Jung. inflata Huds. Exsice. No 1159.
« Ad parietas fossarum in torfaceis præsertim loco Vogesorum Gazon-
Martin dicto, Julio fructificans. Prout magis, minusve aqua humectatur,
mirabiliter variat hæc species, unde quatuor formæ oriuntur principales,
quarum tres sc.: a. compactam, b. subaggregatam et g. laxam, benigue a cel.
Nees ab Ksenbeck indicatas, huc reponimus : confer Hep. europ. 2, p. 42. »
Jung. incisa Schrad. Exsice. No 240.
« Ad rupes, terram, truncosque putridos in umbrosis Maio.» Auch mit
Früchten !
Jung. gracilis Schleich. Exsice. No 1040.
« Jungermannia attenuata Lindenbg., Jung. barbata A. attenuata Nees.
Ad rupes Vogesorum et in schistosis versus septentrionem circa Andegavum.
Dr Guepin. »
Jung. quinquedentata Huds. Exsice. No 440 ex parte.
« Jungermannia barbata Schreb. Ad rupes humidas in sylvis umbrosis
malo capsulifera. » Verschiedene Räschen, worunter eines auch Jungerm.
Flerkei ist!
%*
41.
46.
h7.
LS.
19.
50.
51.
52.
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
Jung. Floerkei Web. et Mohr. Exsiec. No 440 ex parte et No 1044.
Unter No 440 ist ein kleines Räschen dieser Art ausgegeben : « ad rupes
humides in sylvis umbrosis. » No 4044 : « Jungermannia barbata B. Flerkei
Nees. In præruptis herbidis ad terram montis Hohneck. »
. Jung. exsecta Schmid. Exsice. No 533.
« Ad terram in locis umbrosis et ericetis. » Mehrere sterile Räschen !
. Jung. minuta Crantz. Exsice. No 433.
« Jungermannia rupincola Schleich., Jung. bicornis Web. et M. Inter
muscos ad rupes in Vogesorum sylvis. » Mit Perianthien !
. Anastrepta Orcadensis Schiffn. Exsiec. No 1140.
« Jungermannia Orcadensis Hook. « Ad rupes montis Hohneck Vogesorum.
Fructus apud nos nondum inventus. » In kleinen Räschen, mit gedrungen
gewachsenen Pflanzen!
). Plagiochila asplenioides Dum. Exsiec. No 338.
« Jungermannia asplenioides Liun. In udis sylvarum. Maio. » Auch fruch-
tende Pflanzen !
Lophocolea heterophylla Nees. Exsice. No 535.
« Jungermannia heterophylla Schrad. In truncis putridis. Vere. » Mehrere
z. T. fruchtende Räschen !
L. bidendata Nees. Exsice. No 439 et No 1324.
« Jungermannia bidentata Linn. et Hook. In locis umbrosis uliginosis
que, ad rupes in sylvis. Maio.» Mit Früchten! No 1324: « Lophocolea
Hookeriana Nees. Jungerm. bidentata Hook. Ad rupes madidas montis
Hohneck. Vere. » Miteinigen Früchten ! Die Pflanze ist ganz sicher L. biden-
tata N.!
Chiloscyphus polyanthus Corda. Exsice. N° 436.
« Jungermannia pallescens Schrd. Var. a terrestris invenitur aprili cum
capsulis ad terram in locis umbrosis. Var. b. aquatica crescit estate ad lapi-
des in rivulis et denominatur Jg. pallescens b. rivularis a Webero et Mohrio,
Jg. fragilis a Rothio et Jg. fluviatilis a Thunbergio.» Ausgegeben ist die
gewöhnliche Form und noch die im Wasser wachsende; beide steril!
Harpanthus scutatus Spruce. Exsicc. No 632.
« Jungermannia stipulacea Hook. Ad lapides in sylva Beauremont et circa
Retournemer. Maio.» Kleine Räschen !
Geocalyx graveolens Nees. Exsice. No 536.
« Jungermannia graveolens Schrad. Ad rupes madidas circa Bruyerium
Aestate. »
Cephalozia byssacea Heeg. Exsice. No 531 ex parte.
« Jungermannia byssacea Roth. Ad terram limosam in sylvis. Martio. »
Bei dem unzulänglichen, mir zu Gebote stehenden Material dieser Pflanze
bin ich über die Richtigkeit der Bestimmung nicht aller Zweifel enthoben!
Geph. bicuspidata Dum. Exsicc. No 337; N0530 ex parte. No 531 ex parte.
56.
©:
En |
39.
KARL MÜLLER. REVISION DER HEPATICÆ. 7
« Jungermannia bicuspidata Linn. In sylvis umbrosis humidisque ad
terram. Aprili.» Mit Kelchen und Früchten! No 530 b.: « Jungermannia
excisa Dicks. var. b. erispata, in sylvarum viis, Maio.» Mit ausgetretenen
Früchten ! No 531 : « Jg. byssacea Roth. Ad terram limosam in sylvis. Mar-
tio. » Z. T. ist auch diese Art ausgegeben und zwar fruchtend!
. Ceph. serriflora Lindbg, Exsice. No 432: No 1323; No 1419.
« Jungermannia connivens Dicks. In umbrosis sylvarum ad terram rupes
que circa Bruyerium, aprili et maio.» Pflanze von morschem Holze mit
Perianthien ! No 1323: « Jungermannia rubella Nees. Ad Abietis truncos
putrescentes in sylvis Vogesorum edilioribus, primo vere.» Mit wenigen
Kelchen und Früchten! No 1419: « Jungermannia catenulata Hüb. var.
lutescens Nees. Sub nom. J. rubelle no 1323 J. catenulatam var. lutescen-
tem et in aliquot exempl. forsan, J. byssaceam, errore inseruimus. Exemp-
laria hie data J. catenulate formam robustiorem ostendunt, sat distinetam
tamen habitatione in sylvis vallium, ad trnncos abiegnos putrescentes. In
Retournemer, Ghaufour. »
. Nowellia curvifolia Mitt. Exsicc. No 431.
« Jungermannia curvifolia Dick.; Jung. birostrata Schleich. In truneis
sylvarum putridis. Aprili et maio. » Einige Räschen auch mit Kelchen !
Odontoschisma sphagni Dum. Exsicc. No 629 ex parte.
« Jungermannia sphagni Dicks. In paludosis Vogesorum in Sphagna:
state. » Hierher die grosse, laxe Form der Exsiccaten !
0. denudatum Dum. Exsice. No 629 ex parte.
Hierher die auf morschem Holze gewachsene, fertile Pflanze, welche unter
der gleichen Nummer mit der vorhergehenden Art ausgegeben wurde!
Galypogeia trichomanis Corda. Exsiec. No 150 und No 1042.
« Jungermannia trichomanis Dicks:; Mnium trichomanis Linn. Ad terram
viarum cavarum in sylvis. Aprili.» Fruchtende Exemplare! No 1049:
« Jungermannia Sprengelii Mart. Calypogera trichomanis A. 3 Sprengelii
Nees. In torfaceis prope casam pastoriam Tanache Vogesorum.» Das hier
gegebene Räschen scheint mit meiner var. erecta identisch zu sein. Wenn
Martius wirklich diese Pflanze als C. Sprengelvi bezeichnete (ich sah kein
Original!), dann müsste mein Name fallen. Ich glaube aber, dass Martius
eine andere Pflanze mit C. Sprengelii bezeichnete.
. Mastigobryum trilobatum Nees. Exsice. N° 437.
« Jungermannia trilobata Linn. et Hook.; Jung. radicans Hoffm. In syl-
vis ad terram, saxa, radices arborum. Augusto. » Auch mit Früchten !
M. deflexum Nees. Exsice. No 4444.
« Jungermannia deflexa var. implexa. Ad rupes madidas Vogesorum pr&-
sertim in sylvis, promiscue cum Jungermannva trilobata var. minore collec-
tionis nostræ fasc. V no. 438, quacum diu conjunximus. »
— var. triangulare (Schleich.) Exsice. No 438.
60.
61.
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68.
69.
MÉMOIRES DE L HERBIER BOISSIER.
« Jungermannia trilobata b. minor Hook., Jung. triangularis Schleich. ;
Jung. tricrenata Wahlbg. Inter muscos ad rupes lapidesque in sylvis Voges-
orum.» Sterile Räschen !
Lepidozia reptans Dum. Exsice. No 49.
« Jungermannia reptans Linn. In lignis putridis sylvarum. Aprili. »
Fruchtende Räschen !
L. setacea Mitt. Exsice. No 1420.
« Jungermannia setacea Web. Inter Sphagna in iurfaceis montosis Voges-
orum. Hæc exemplaria acceperat beat. Mougeot a reverendo de la Croix, qui
ea legit in turfaceis paroiciæ Montenies, in agro Vigennensi, ubi non fertilis. »
Exemplare vom Habitus der Lep. trichoclados C. M., doch fand ich nur 4
Aeste. Nach dem gewählten Standort ist die Pfianze sicher Lep. setacea !
Blepharostoma trichopyllum Dum. Exsicc. No 340.
« Jungermannia trichophylla Linn. In lignis putridis et ad terram lapi-
desque in sylvis. Aprili. » Mehrere fruchtende Räschen !
Ptilidium ciliare Hamp. var. ericetorum Nees. Exsice. No 1043.
« Jungermannva ciliaris var. uliginosa. In torfaceis hyeme inundatis circa
casam pastoriam Tanache. »
P. pulcherrimum Hamp. Exsiec. No 24%.
« Jungermannia ciliaris Linn. In lignis putridis Pinorum, et ad terram.
Aprili. » Mit Kelchen und Früchten !
Trichocolea tomentella Nees. Exsiec. No 52.
« Jungermannia tomentella Ehrh. In udis sylvarum, ad rivulos. Aprili et
Maio. » Schöne Rasen, auch mit Frucht!
Diplophylleia albicans Trev. Exsice. No 241.
« Jungermannia albicans Linn. In humidis et umbrosis sylvarum. Vere.
Mehrere fruchtende Räschen !
. D. obtusifolia Trev. Exsicc. No 733.
« Jungermannia obtusifolia Hook. Ad terram viarum cavarum in sylvis
montosis. Maio. » Mit Kelchen und Früchten !
Scapania dentata Dum. Exsicc. No 336 ; No 936 ; No 1137.
« Jungermannia undulata Linn. Ad lapides in rivulis. Maio. » Mit Peri-
anthien und auch mit Früchten! No 936: « Jungermannia undulata var.
A.d. equata Nees. Jung. resupinatæ Lindenbg. varietas. In præruptis humi-
dis Vogesorum usquedo sterilis. » Mehrere Räschen und verschiedene Formen.
Eine mit buchtig gekrümmter Commissur und herablaufenden Blättern, wie
ich selbst beim Hohneck eine fand! No 1137 : « Jungermannia undulata
Linn. var. purpurea; Plagiochila undulata var. purpurea Nees. Ad scaturi-
gines et rupes irriguas in præruptis editioribus Vogesorum. » Es sind ver-
schiedene Formen ausgegeben, teils mit fast zahnlosen Blattlappen. Auch
mit Früchten !
S. nemorosa Dum. Exsiec. No 51.
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KARL MÜLLER. REVISION DER HEPATICÆ. 9
« Jungermannia nemorosa Linn. Ad terram madidam in sylvis. Vere. »
Fruchtende Exemplare !
S. umbrosa Dum. Exsice. No 630.
« Jungermannia umbrosa Schrad. Ad truncos putridos in Vogesorum syl-
vis. Maio. » Auch ein fruchtendes Räschen !
S. compacta Dum. Exsice. No 631.
« Jungermannia resupinata Linn. Ad terram præsertim in humidis decli-
vibusque loeis septentrionalibus Ballonii de Servance. Junio. » Drei äusserst
winzige Räschen. Bei dem notdürftigen Material war die Bestimmung dieses
Mooses sehr erschwert, doch glaube ich mit ziemlich grosser Bestimmtheit.
dass es S. eompacta ist!
. Radula complanata Dum. Exsicc. No 339.
« Jungermannia complanata Linn. Ad arborum truncos. Hyeme. » Mit
Kelchen und Früchten!
Madotheca platyphylla Dum. Exsice. No 50.
« Jungermannia platyphylla Linn. In arborum trancis ad sepes. Februario. »
Rasen mit Perianth. und Früchten !
. M. Cordæana (Hüb.). Exsice. No 104%.
« Jungermannria Cordæana Hüb.; Madotheca Porella Nees. Ad lapides in
rivulis, rupesque madidas Vogesorum Bruch et Hübener. Exemplaria huc
reposila a dociore Guepin prope Andegavum ad terram lecta. » Eine sehr
kräftige Pflanze, die wohl mit M. Porella synonym ist. M. Porella selber
aber ist wohl eine Gollektivspecies!
M. lævigata Dum. Exsice. No 341.
« Jungermannia levigata Schrad. In sylvis ad terram, hucusdum absque
capulis. » Schöne, sterile Pflanzen !
. Lejeunea serpyllifolia Lib. Exsice. No 537.
« Jungermannia serpyllifolia Dicks. In sylvis ad saxa humida, ad ripas
rivulorum, hyeme et primo vere. » Auch mit Perianthien!
. L. ulicina Tayl. Exsicc. No 1422.
« Lejeunea minutissima Dum. ; Jung. minutissima Sm. Ad truncos arbo-
rum in sylvis abiegnis, prope Bruyerium. Exemplaria hic data amicissimo
Lenormand in sylva St. Sever prope Vire in Normandia collecta. »
L. calcarea Lib. Exsicc. No 1421.
« Ad saxa umbrosa humidiuscula, museis variis instrata, sat frequens (in
Piton boisé) montis Salève prope Genevam semper sterilis. A clariss. Müller
eam acceperat beatus Mougeot. » Kleine auf Laubmoosen wachsende Räschen !
Frullania dilatata Dum. Exsice. No 245.
« Jungermannia dilatata Vi. et Spreng. In arborum truneis. Hyeme. »
dg Basen und fruchtende!
F. tamarisci Dum. Exsice. No 246.
« Jungermannia tamariscifolia L. et Spreng. In rupibus atque arborum *
truncis. Vere. » g' und © Blüten und auch entwickelte Früchte!
10 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
ANTHOCEROTACEÆ.
81. Anthoceros lævis Linn. Exsice. No 55.
«Ad latera fossarum solo pingui, in pratis humidis. Autum. » Schöne,
fruchtende Räschen !
82. A. punctatus Linn. Exsice. No 538.
« Ad terram limosam in agris humidis. Autumno. » Mehrere schön fruch-
tende Räschen!
Freiburg, Weihnachten 1899.
D)
rl À
DFE gebe
PUBLICATIONS DE L’HERBIER BOISSIER
Bulletin de l’Herbier Boissier, le volume 20 fr.
Tome 1 (1893). 715 pages, 28 planches et 2 appendices.
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a ONE 806 963 » Sans et 3 »
De (1897, las 20 D et 2 »
DENE UISOS NS 29 et 3 » et 1% planches.
>» VL (1899), 10152 ©» Al» et 9 Del »
BOISSIER. EDM. Flora orientalis sive enumeratio plantarum in Oriente a Græcia
et /Egypto ad Indiæ fines hucusque observatarum. — 5 vol. et Supplement,
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Genevæ, 1852 sfr.
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Moskau. 1860 10 fr.
BARBEY. C. er W. Herborisations au Levant : Euvple. Syrie et Méditerranée.
Février-mai 1880. Avec 11 planches et 1 carte. — 1880 20 fr.
BARBEY. W. Flora Sardoæ compendium. Calalogue raisonné des végétaux observés
dans l’île de Sardaigne. Avec suppl. par À MM. Aschensox et E. Levirk. Avec
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1890 15 fr.
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coloriée. Lausanne, 1891 3 fr.
STEFANI, C. pe, C. J. FORSYTH MAJOR er W. BARBEY. Samos. Étude géolo-
sique, paléontologique et botanique. Avec 13 pl, par Cu. Guisin. 1892. 20 fr.
— — —- Karpathos, Étude géologique, paléontologique et botanique. — In-As,
avec 13 pl., par CH. Cuisix. 1895 20 fr.
MAJOR, C.-R, Forsvru &r BARBEY, W. Halki, Élude botanique. — In-A0 avec
1 planche double, par Gn. Cuisix. Lausanne, 189% 3 fr.
AUTRAN, E. er DURAND, TH. — Hortus Boissierianus. Énuméralion des
plantes cullivées en 1895 à Valleyres et à Chambésy, avec préface de
M. F. Crépin. — In-80, xr et 572 pages, avec 3 planches, Genève, 1896.
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Les auteurs des Lravaux in
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MÉMOIRES DIE I
BULLETIN DE L'HÉRBIER BOISSIER
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: ie ie ; | PAR
L'Abbé L. CHEVALLIER
Date de la publication : 20 février 1900. | “
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1900
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER
IN ONE
NOTES
SUR LA
FLORE DU SAHARA
PAR
L’Abbé L. CHEVALLIER
Depuis 1896, plusieurs excursions dans le Sahara algerien me permet-
tent aujourd'hui de rendre compte des quelques observations que j'y ai
faites. Je ne parlerai pas en détail de mes précédents voyages; le dernier
les résume. Je dirai un mot sur les plantes rares ou intéressantes que
j'ai rencontrées.
Arrivé au milieu du mois de janvier 1899 à Biskra, j’y restais seule-
ment huit jours, et partais pour Touggourt et Ouargla dans l'intention
d'aller ensuite directement de cette dernière ville à El-Goléa. Mais la
route me fut fermée par ordre supérieur à cause des dangers du moment,
et je dus aller de Ouargla à Ghardaïa. Après quinze jours passés dans la
capitale du Mzab, je prenais la direction d’El-Golea par Metlili, au travers de
la Chebka qui se prolonge jusqu'à mi-route, c’est-à-dire jusqu’à El-Hada-
dra, où commence la région des dunes. Un séjour d’une semaine seulement
à El-Golea, à une saison rendue cette année plus tardive par des pluies
abondantes, ne m’a pas permis de faire une aussi riche récolte que
jesperais; j'ai eu néanmoins la bonne fortune d'y trouver une nouvelle
espèce d’Enarthrocarpus et une variété intéressante du Malcolmia
/Egyptiaca.
A ma rentrée à Ghardaia je trouvais une flore variée, une végétation
superbe pour me dédommager. De là je remontais bientôt à Laghouat
pour parcourir la lisière nord du Sahara à la base des Hauts-Plateaux en
me dirigeant à l’ouest vers El-Abiod-Sidi-Cheikh, visitant au passage
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER, n° 7, 20 février 1900.
2 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
El-Haouita, Tadjerouna, El-Maia et Brézina, riche région botanique trop
peu explorée. Si les environs immédiats d’EI-Abiod sont arides et
désolés, du moins la Dahia située à une douzaine de kilomètres est riche
en espèces intéressantes. Je quittais El-Abiod le 15 mai pour gagner
Ain-Sefra, terme de mon voyage en 1899. A la source Aïn Zaira près de
laquelle je campais le premier soir, je trouvais dans un ravin une rare
espèce d’Astragale, nouvelle pour l'Algérie. Puis passant par Chellala-
Gueblia, au sud d’Asla, à Tyout, localités très connues, j’arrivais enfin à
Ain-Sefra le 20 mai. Dans cette région il n’y avait pas eu de pluies
comme dans le sud algérien, et malgré l'altitude de 1100 mètres je
trouvai une plaine brülée. Les pentes et les sommets des montagnes se
ressenlaient aussi de celte sécheresse; je pus néanmoins y faire de bonnes
récoltes. Pendant ce trajet de douze à quinze cents kilomètres au travers
du Sahara j’ai trouvé partout bon accueil chez les indigènes. Je dois en
remercier les chefs des bureaux arabes dont l’extrême obligeance ne s’est
pas démentie un instant. Que les missionnaires d'Afrique et tous ceux
qui m'ont hébergé si gracieusement pendant de longs jours recoivent
mes sincères remerciements !
Liste des plantes rares, nouvelles ou critiques observées
dans le Sahara algérien.
Enarthrocarpus Chevallieri Barratte, in liti. et ap. Chevall.
PI. Sah. Alg. exs. n° 257 (sp. nov.) — Planta annua, erecta, glaberrima,
sæpe a basi ramosa, foliis glaucescentibus petiolatis, inferioribus pinnati-
partitis, segmentis oblongis grosse dentaiis vel subintegris, terminali
sæpius majore, ovato; foliis superioribus integris elongatis; racemis
laxifloris, virgatis; pedicellis ereclis calice brevioribus; sepalis margine
violaceis, erectis, sublinearibus, ungue brevioribus, lateralibus latioribus
leviter saccatis; petalis violaceo-roseis, rarıus pallide roseis, venalis,
limbo ovato unguem æquante; siliquis costatis haud torulosis, articulo
inferiore brevi, obconico, sæpius aspermo, articulo superiore rotundato-
obtuso pedicello duplo longiore, et locellis 2-3 rarius À composito; stig-
mate capitato sessili. (®). — Flor. Mart.-Apr. El-Goléa, inter rupes, ad
radices collium (47 Mart. 1899).
L. CHEVALLIER. NOTES SUR LA FLORE DU SAHARA. 3
Obs. E. Chevallieri, planta glaberrima, glaucescens ab E. clavato Del.
differt floribus violaceo-roseis, sepalis lateralibus latioribus, siliquis haud
strangulatis apice obtusis, stigmate capilato sessili coronatis. nec in
stylum gracilem abrupte productis.
Cette plante ne ressemble en rien à l’E. clavatus Del. Elle a des fleurs
brillantes rappelant celles du Reboudia erucarioides Coss. et DR., mais
plutôt violet-rose que violet-bleu. Je l’ai découverte à El-Goléa, dans les
éboulis rocheux à la base de la Gara d’où l’on extrait la pierre pour la
construction du Bordj. J’en ai vu aussi quelques pieds sur le plateau
pierreux qui domine la dune du tr. Si j’en juge par sa station, cette
plante doit être (res rare, car tous les Gour du voisinage sont couverts
à leur base d’une masse de sable; il faudrait donc la rechercher sur les
plateaux ou dans les ravins exposés au nord à l'abri de l’envahissement
des sables provenant du grand Erg.
Erucastrum varium DR. var. montanum Coss., était abondant
dans les dépressions inondées des environs de Tadjerouna. La variété
tenuirostre Coss. remplace celle-ci à Ain-Sefra. Elle était particulièrement
commune sur la route de Tyout près des rochers de Carmillet, et sur les
petits monticules pierreux du voisinage. Malheureusement les moutons
avaient largement fait leur provision avant moi.
Erysimum grandiflorum Desf. Répandu sur les Hauts-
Plateaux oranais, d’oü il descend dans les dunes sahariennes. Déjà
signalé à Chellala, Asla, il abonde à la dahia d’EI-Abiod-Sidi-Cheikh, dans
les sables, parmi les buissons; c’est la forme arenicola, suffrutescente,
très rameuse, très feuillée, élancée, assez difficile à assimiler à l’une des
plantes de M. Pomel. — On la trouve aussi dans la montagne à Aïn-
Sefra.
Moricandia Tourneuxii Coss. Je l’ai recueilli au mois de
février à la localité classique de Letourneux, sur la Gara-el-Khrima, à
dix kilomètres au sud d’El-Golea. Elle est à peu près l’unique plante de
ce pelit plateau aride où végètent quelques rares Erythrostictus punc-
tatus Schl. et Fagomia fruticans Coss.
Malcolmia Ægyptiaca Spreng. var. longisiliqua Coss. Le
type de la plante orientale est déjà très variable tant par sa durée que
par la forme de ses siliques, et l’on voit des échantillons qu’il est difficile
I MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
de rapporter aux variations extrêmes qui ont été décrites La plante saha-
rienne n'est pas moins variable, semble-t-il. Elle porte des siliques ayant
le plus souvent quatre ou cinq centimètres de longueur, mais pouvant
atteindre jusqu'à dix centimètres, toujours beaucoup moins larges que
dans la plante typique et ses variétés orientales. Celle que j'ai cueillie à
El-Goléa dans les profondes dépressions du grand Erg est une plante
très ligneuse atteignant jusqu'à 1,50 de hauteur, à siliques épaissies,
de 3-4 centimètres de longueur. plus ou moins tomenteuses. Une plante
signalée par M. Battandier sous le nom de var. dasycarpa ei provenant
des dunes du Fort Mac-Mahon, semble se rapporter à celle d'El-Goléa,
mais elle a les fleurs plus petites. J’ai récolté la même plante à Ouargla,
mais moins ligneuse. L’induralion des tiges est très connue dans cette
espéce; toutefois les exemplaires d’El-Goléa sont extraordinaires : j'ai rap-
porté un morceau d’une tige qui avait 1,30 de hauteur, et dont le dia-
mètre est de 35 millimètres. C'est une variation particulière à l’extrême
sud indiquée alors à Fort Mac-Mahon, Ouargla, El-Goléa.
Randonia Africana Coss. Cette Résédacée répandue dans le
Mzab, et de Ghardaïa jusqu’à El-Goléa n’était indiquée qu’en quelques
rares localités de l’Oranais. Elle est cependant abondante à Ain-Sefra sur
les bords et jusque dans le lit de l’Oued Mouila, et aussi le long du chemin
de fer d'Oran à sept ou huit kilomètres d’Ain-Sefra.
Silene setacea Viv. Les auteurs de la Flore d'Algérie disent de
celte plante qu'elle ne diffère du S. colorata Poir. que par ses feuilles
iineaires très étroiles. J’ai pour la première fois celte année trouvé dans
les sables près d'El-Maïa une plante qui correspond à ces quelques mots :
elle a en effet des fleurs roses’ presque aussi grandes que celles du S.
colorata Poir. et des feuilles très étroites. Ce devrait donc être là le
S. setacea Niv. d'après MM. Battandier et Trabut. Mais comment faire
accorder cette observation avec la plante nommée par tous $. setacea très
abondante dans le Mzab, à ‚Ghardaia particulièrement, laquelle a des
pétales petits blanc-verdälre à lobes linéaires très allongés ? Le S. getula
Pomel doit avoir un tout autre port d’après la description de l’auteur. Il
faut avouer d’ailleurs qu’en l’absence de graines müres, il est difficile
d'identifier avec certitude ma plante recueillie en fleurs avec le S. setacea.
Il est parfaitement possible qu’elle soit seulement une simple variété du
S. colorata, dont le polymorphisme est bien connu.
ar
L. CHEVALLIER. NOTES SUR LA FLORE DU SAHARA. e)
Fagonia Bruguieri DC. En beaux exemplaires aux environs de
Ghardaia, sur la Chebka. Existe également sur la route de Guerrara, et à
El-Goléa.
Fagonia fruticans Coss. Cette belle espèce qui est si abondante
dans la Hamada à « El-Miad », entre Guerrara et Ngouca se continue vers
le sud jusqu’à l'extrémité de la Chebka sur la route d'El-Goléa. On la
trouve encore à El-Krouah sur les collines avoisinant le puits. Au défilé
d'El-Gâa, et à El-Ateuf j'ai cueilli un autre Fagonia ayant le même port,
mais très vert et à feuilles minuscules. F. getula Pom.? — Le genre
Fagonia réclame certainement de nouvelles observations. les jeunes
pieds d’un an ont un aspect, un feuillage tres différents de la plante âgée;
la longueur des pélioles, des pédoncules est tellement variable qu'il
vaudrait peut-être mieux n’en pas parler.
Anthyllis Henoniana Coss. Peu distinct du A. sericea Lag., est
abondant sur les plateaux aux bords du Chott de Ouargla.
Astragalus tribuloides Del. Croît à Ghardaïa et à El-Abiod-Sidi-
Cheikh. mélangé dans cette dernière localité aux A. Sinaicus Boiss.,
A. tenuirugis Boiss. et A. Gyzensis Del., ce dernier plus rare. Mes échan-
üllons étaient malheureusement si différents les uns des autres, par le
port, la villosité, etc., en un mot si peu comparables que j’ai dû renoncer
à les publier dans mon troisième fascicule.
Astragalus Sinaicus Boiss. Les auteurs de la Flore d Algérie ont
après Boissier nommé cette plante A. pseudo-stella Del. On sait aujour-
d’hui d’après M. Ascherson qui a étudié avec soin le type de Delile et
aussi d’après la figure qui en a été donnée dans la planche 64 de l'Atlas
de la Flore de l'Egypte que l’A. pseudo-stella Delile est entièrement sem-
blable à l'A. radiatus Ehrenb. (Voir Barbey Herbor. Levant, p. 130 et
Buser Suppl. Fl. Or. p. 174.), La plante d’Algerie et de Tunisie que Boissier
(Fl. Or. II, 225) rapporte à l'espèce de Delile est done l'A. Sinaicus qu'il
a décrit en 1849 dans ses Diagnoses des plantes d'Orient et qui diffère
nettement de l’A. pseudo-stella par ses capitules subsessiles. — Abon-
dante à El-Abiod. Je l’ai vue ca et là tout le long de la route depuis
Laghouat.
Astragalus gomboeformis Pomel est une belle et bonne espèce
malgré sa ressemblance avec l’A, Gombo Coss. Elle n’était connue jusqu'à
6 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
ce jour que dans les sables de l'Oued Metlili où je l’ai vainement cherchée
en 1897. J'ai pu enfin au mois d'avril 1899 la récolter à Ghardaïa, d'abord
dans les sables qui dominent le barrage”de Bouchen à l'extrémité occi-
dentale de l’oasis, puis plus loin dans le lit même de l’Oued Mzab. Elle
existe aussi entre El-Krouah et El-Goléa dans les sables épars sur la
Hamada. Je ne l'ai pas observée dans les grandes dunes de cette région
que j'ai d’ailleurs traversées trop à la hâte. Près d’El-Gäa, dans la dune,
il y avait en mars 1899, tout un jeune semis sans fleurs que le facies et
l'indumentum permettent de rapporter sans erreur à cette espèce. Mais
ou elle est particulièrement abondante et superbe c'est dans la partie est
de la grande dune d’El-Abiod-Sidi-Cheikh, où elle croît mélangée avec le
Saccocalyx satureioides Coss. et DR. — A El-Abiod se trouve également
l’A. Gombo, mais dans l’Oued et les petites dunes de l’ouest où je n'ai pas
vu trace de l’autre espèce. — J’ai encore cueilli l'A. gombeformis à
Brézina. Comme on le voit, ce n’est pas une espèce localisée à Metlili,
mais peut-être mal connue. Elle semble remplacer le plus souvent
l'A. Gombo dans l'extrême sud et se répand jusque dans l’Oranais. Je ne
l'ai pas vue à Ain-Sefra. Il est probable que des échantillons incomplets
du Sud ont été à tort rapportés à l’A. Gombo.
L’A. gombeformis diffère de ce dernier non seulement par sa fleur
plus petite et d’un jaune pâle et son indumentum plus blanc, mais
surtout par son fruit spongieux à peine induré, compressible, et terminé
par une pointe plus courte, plus fine et beaucoup moins vulnérante.
Astragalus Akkensis (oss. Espéce du Maroc, nouvelle pour
l'Algérie. Je l'ai d’abord récoltée à Aïn Zaira à 25 kilometres nord-ouest
d’El-Abiod, puis une seconde fois à Aïn-Beïda près d’Ain-Sefra. Elle croît
dans les ravins desséchés, au milieu des pierres. Mes exemplaires ont les
fruits moins fortement nerviés que ceux du Maroc, moins nombreux sur
chaque pédoncule. M. Barratie qui a reconnu cette plante croit qu'il
faudra la distinguer comme variété du type; mais avant de se prononcer
il faut voir les fleurs. Au mois de mai la plante était en fruits mürs et
d’ailleurs en très mauvais état.
Hippocrepis bicontorta Lois. Je n'en ai vu que quelques rares
pieds à Laghouat; mais il est commun à Ghardaïa dans les lieux sablon-
neux entourant l’oasis, dans les cimetières. Sur la route d’El-Goléa il se
trouve partout, surtout entre El-Gâa et Zirara. Vers l’ouest j’ai constaté
sa présence jusqu'à El-Abiod.
ER
L. CHEVALLIER. NOTES SUR LA FLORE DU SAHARA. 7
Hippocrepis scabra DC. ne semble pas croître au Mzab. J'ai
commencé à le trouver à El-Haouita et de là jusqu’à El-Abiod en com-
pagnie de ses congénères H. bicontorta, H. ciliata, du Scabiosa arenaria
Forsk., et du Daucus pubescens Koch.
Tamarix bounopæa, T. Balansæ, T. pauciovulata J. Gay,
croissent tous les trois aux environs d’El-Goléa, à Ben-Bachir, et le long
de l’Oued Seggueur à Hassi-el-Gara. Jusqu'à présent j'avais vainement
cherché ces plantes aux localités connues plus au nord; ravagées par les
animaux elles n’y fleurissent que rarement, tandis qu’à El-Goléa elles
étaient en pleine floraison au milieu de mars.
Ferula longipes Coss. À séché en feuilles cette année à Ain-
Sefra. Je n’ai pu en cueillir que quelques pieds en fleurs et en jeunes
fruits à El-Abiod ou elle est abondante.
Pulicaria Mauritanica Coss. Cette espèce est abondante à El-
Hadjadj à la localité du Warionia. Je l'ai cueillie seulement à Tyout au
pied de gros rochers de grès qui l’avaient protégée du soleil.
Francoeuria laciniata Coss. et Kral. Plante assez répandue, vivant
en colonies, dans la région des dahia. Je citerai la localité d’EI-Abiod
comme curiosité : un des coins de la dahia dans la partie sud était couvert
uniquement de cette espèce sur une surface de huit à dix hectares. Aux
bords de cette prairie dorée, on voyait abondamment Verbena supina,
Senebier a lepidioides, etc. et quelques autres affeclionnant les dépressions
humides, mais ils ne pénétraient pas dans le domaine du Franceuria. —
Le F. crispa Cass., moins répandu croît à Tilremt, et couvre littéra-
lement l’oasis de Guerrara. Il y en a une variété glabre qui semble rare.
Lasiopogon muscoides Desf. se trouvait presque partout cette
année après les grandes pluies, particulièrement à Ghardaïa dans les
ravins pierreux, sur les pentes sablonneuses; à l’entrée de l’Ergoub à
El-Ateuf; à Laghouat dans les dépressions humides entre l’oasis et la
prise d’eau. Je l’ai vu également à plusieurs ponts entre Laghouat et El-
Abiod et jusqu'à Ain-Sefra.
Cladanthus Arabicus Cass. Répandu dans presque tout le
Sahara des provinces de Constantine et d'Alger, le long des torrents. Il
nn
{ A SUR CRT
8 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
formait celte année des peuplements denses du plus bel effet en plusieurs
points du Mzab, près de Bounoura, d’El-Ateuf, etc.
Fradinia halimifolia Batt. et Trab. En touffes énormes dans la
dune d’Ain-Sefra. A Laghouat, dans un pli de terrain entre l’Oued Mzi et
le rocher appelé « Le Chapeau de Gendarme ». — Entre Hadadra et
Zirara dans la grande dune. Dans ces deux dernières localités, le feuillage
est un peu différent de celui que j'ai observé dans les exemplaires d’Ain-
Sefra.
Brocchia cinerea (Del.). Espèce qui semble très répandue, mais
nulle part abondante si ce n’est à Ouargla et à El-Goléa. On la rencontre
dans le lit de l’Oued Mzab au-dessus de Ngouca, à Temacin près de la
Zaouia.
Senecio flavus Schuliz Bip. Ghardaïa, sur les flancs de la Chebka
près de Melika — Bounoura, en quelques points au nord de l’oasis —
Beni-Isghen, fissures des gros rochers qui bordent la partie sud-ouest des
jardins. — Est connu depuis longtemps à Metlili. Il était abondant en
mars 1899 à 12 kilomètres de Metlili le long de la route d’El-Goléa, à la
descente nommée « le limacon de Seb-Seb. »
Warionia Saharæ Coss. On le dit disparu de Tyout. Cependant
les Arabes qui m’accompagnaient m'ont affirmé qu'il existe encore sur
plusieurs rochers entre Tyout et Ain-Sefra. Le manque de temps ne m'a
pas permis de vérifier leur assertion. Je suis allé le cueillir à la localité
découverte en 1885 par Warion, à El-Hadjadj, dans les rochers abrupts
qui bordent le ravin. La voie ferrée qui mène à Moghrar a coupé la station
en deux. Il y a encore quelques pieds de cette plante curieuse dans un
autre ravin voisin. C'est la myrrhe, dit-on là-bas. Tous les ouvriers qui
ont travaillé au remblai de la ligne la connaissent à cause de son odeur
très forte. Elle est très endommagée par les chèvres; cependant quelques
exemplaires atteignent deux mètres de hauteur; mais le plus grand
nombre sont très ramifies, rabougris et ont 60 à 80 centimètres. Cette
plante croît à l'exposition sud.
Carduncellus atractyloides Coss. et DR. — C. cæspitosus Batt.
et Trab. Fl. Alg. L 516.
Je me suis constamment servi pour l’etude de mes plantes de la Flore
L. CHEVALLIER. NOTES SUR LA FLORE DU SAHARA. 9
de l Algérie de MM. Battandier et Trabut et je n’ai pas été peu surpris de
voir que M. Barratte, qui avait bien voulu vérifier mes déterminations.
avait donné le nom de C. atractyloides à l'espèce que j'avais nommée
C. cæspitosus. Il était de toute évidence pour moi que ces deux noms
s’appliquaient à des espèces très différentes et que seul l’'Herbier Cosson
pouvait résoudre cetle question. De l'examen que nous avons fait,
M. Barratte et moi, il est résulté que’ ma plante du sud-oranais est
véritablement le GC. atractyloides Coss. et DR. publié dans l’exsiccata de
Balansa, en 1853, sous le numéro 763 et dans l’exsiccata de Bourgeau, en
1856, sous le numéro 67. Comme en témoignent d’une part les échan-
üllons de Kabylie étiquetés par M. Cosson C. atractyloides, et d’autre part
la publication de cette plante sous ce même nom dans le Catalogue des
plantes de Kabylie de M. Letourneux il est certain que M. Cosson a con-
fondu ces deux espèces et que c'est cette confusion regrettable qui a
induit en erreur les auteurs de la Flore de l Algérie. Le C. cæspitosus Batt.
et Trab. est done, comme je viens de le dire, exactement le C. atracty-
loides Coss. et DR.
Quant à la plante de Kabylie, distinguée et bien décrite par M. Bat-
tandier sous le nom de C. atractyloides, il n’est que juste de proposer
pour elle le nom de C. Battandieri. La synonymie de cette espèce est
donc la suivante :
GC. Battandieri Barr. et Chevall. — C. atractyloides Batt. et Trab.
Fl. Alg. I. 513 (non Coss. et DR.).
Carduus Chevallieri Barr. ap. Chevall. Pl. Sah. Alg. exs. n° 339.
Planta annua. Caulis erectus, simplex vel superne ramosus, sulcatus,
pilis confervoideis paucis donatus, decurrentia foliorum in longitudine
tota alatus, alis caulinis viridibus, glaberrimis, a medio sensim decres-
centibus, sinuato-undulatis, margine dentato-spinosis spina terminali
cujusque lobuli cæteris validiore, alis ramealibus ad spinulas breves
gracilesque redactis. Folia viridia, pagina utraque glabra, ad nervos ner-
vulosque pilis confervoideis plus minus araneoso-villosa, inferiora in
petiolum attenuata mediaque sessilia ambitu oblonga. pinnalifida lobis
latiusculis ovato-triangularibus ovatisve margine dentato-spinosis spinä
terminali cæteris longiore robustioreque, suprema amplexicaulia «ad
capitula approximata, involucrum capitulo sæpius longiorem interdum
mullo longiorem efficientia, parte viridi parenchymatosa quasi destituta,
nervo terminal cælerisque lateralibus ereclo-patulis adjacentibus nunc
allernis nunc opposilis in spinas elongalas validas pungentes mulalis.
10 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Ram erecti, foliis paucis tantum ad capitula donati, alis vix parenchy-
matosis ad marginem spinuloso-ciliatam redactis. Capitula mediocria,
apice caulis ramorumque sepius plura, aggregata. Squamæ lineari-
lanceolatæ, acut®, adpressæ, glabræ nec araneosæ, sub lente glandulis
aureis destituiæ, extimæ nervo medio prominulo carinatæ nonnullæ
subspinescentes. Flosculi pallide rosei, squamis æquilongi vel longiores.
Achænia subobovata, leviter compressa, nitida nec glutinosa, obsolete
lineata, umbone terminali brevi cylindraceo. ©
In provincia Oranensi australi imperio Maroccano confini : Djebel
Taelbouna (Coss. maio 1856 sub C. myriacantho), inter rupes in decli-
vibus montis « Djebel Mekter » prope et ad meridiem Aëÿn-Sefra (Che-
vallier, 3 Jun. 1899).
Obs. Foliis caulinis pagina utraque viridibus, glabris glabriusculisve,
præsertim involucralibus nervo terminali cæterisque lateralibus erecto-
patulis adjacentibus in spinas elongatas validas pungentes capitulum
sæpius excedentes mutatis C. Chevallieri a speciebus cæteris eximie
distinctus. (G. Barratte.)
Spitzelia aviorum Pomel ainsi que le S. gelula du même auteur,
est bien voisin du type S. Saharæ Coss. — La grandeur et la couleur des
fleurs ne sont pas moins variables que la grosseur des capitules et les
rugosités des achaines. On le trouve à El-Abiod.
Zollikoferia arborescens Batt. J'ai cueilli cette plante à El-
oléa dans les terrains ravinés au pied des Gour. Elle n’est pas rare non
plus dans certains lieux sablonneux vers Hassi El-Gara où j'en ai vu des
buissons de plus de trois mètres de circonférence. — Elle croît aussi
dans les mêmes conditions aux bords de l’Oued Seggueur entre Brézina
et El-Maïa, et aussi sur les berges pierreuses des ravins à Aïn Zaira près
d’EI-Abiod.
Andryala Chevallieri Barr. ap. Chevall. Pl. Sah. Alg. exs.
n° 341.
Planta biennis vel perennis ?, elata, cæspitosa, multicaulis, indumento
stellato tenuiter pulverulento nec floccoso cinereo-incana. Caules sæpe
20-25, omnes e solo emergentes, A metr. et ultra alti, erecti, robusti nec
lignosi, leviter striati, indumento stellato pilis simplicibus glanduliferis
destituto et etiam in parte inferiore persisienti, superne ramosi ramis
DPRS LENS
1
per
L. CHEVALLIER. NOTES SUR LA FLORE DU SAHARA. 11
erectis vel erecto-patulis, inæquilongis, capilulo solitario terminatis, pani-
culam corymbiformen laxiusculam efficientibus, indumento stellato præ-
sertim ad capitula pilis simplicibus glanduliferis sparsis als nitidis
virescentibus aliis nigrescentibus donato. Folia mollia, tactu velutina,
infima in petiolum longe attenuata, lyrato-pinnatifida lobis oblongis
oblongo-linearibusve obtusis remotiuseulis, jam ante anthesim emarcida,
caulina sensim decrescentia, media sessilia sinuato-pinnatifida lobis ovalis
brevibus paucis laliusculis inter se remotis, suprema linearia a basi sensim
attenuata, integerrima. Capitula solitaria, pro genere sat magna, laxe
corymboso-paniculata. Involucrum foliolis liberis, sub-1-seriatis, lanceo-
latis, acutis, extus convexis, marginibus incurvis scariosis, indumento
stellato pilis simplicibus glanduliferis paucis alus nitidis virescentibus aliis
nonnullis nigrescenlibus donato. Flosculi aurantiaca, exteriores invo-
lucrum plus minus excedentes. Achænia omnia conformia, 2 millim.
longa, inferne paululum attenuata, 10-costata, costis albidis apice in
dentes brevissimas coronulam minutissimam efficientes productis, pappo
achænio triplo æquilongo. (2) vel % ?
In provincia Oranensi australi imperio Maroccano confimi : in aggeribus
arenæ mobilis prope Ain-Sefra (Chevallier, 29 maio 1899).
Obs. Species nostra valde affinis A. nigricanti Poir. (Voy. IL, 228; Desf.
Fl. Atl. II, 236) sed præsertim differt habitu, facie ubique cinereo nec in
parte superiore nigricante, indumento ramorum involucrorumque pulve-
rulento pilis nonnullis simplicibus glanduliferis sparsis donato nec tomen-
toso pilis numerosis simplieibus glanduliferis confertis longis nigrican-
tibus crebre glanduloso-piloso, indumento pulverulento etiam in parte
inferiore caulis persistente nec tam evanescente ut caulis inferne pro
caule glabro etiam glaberrimo habeatur. — Ab A. Ragusina et A. spar-
tioide (CF. Barr. ap. Coss. Illusir. AU. II, p. 74-75) A. Chevallieri magis
differt duratione bienni nec perenni, caulibus omnibus e solo emergen-
tibus nec caulibus annotinis e præteritis lignosis plus minus persisten-
tibus enatis, indumento ramorum præserlim ad capitula pilis glanduli-
feris donato nec destituto, involucri foliolis I-serialis nec 2- vel pluri-
seriatis, achæniis manifeste longioribus, etc. (G. Barratte.)
Andryala laxiflora Salzm. — Se trouve à Tadjerouna.
Apteranthes Gussoneana Mikan. — Biskra, est assez rare au
Djebel Snia en face de Magloub, au milieu des touffes d’Alfa, et sur les
rochers arides.
19 MÉMOIRES DE L HERBIER BOISSIER.
Nonnea violacea (Desf. sub Echioide). D’apres les observations
de M. Murbeck (Contributions à la connaissance de la flore du nord-ouest
de l’Afrique et plus spécialement de la Tunisie, II, p. 8), c'est à cette
espèce qu'il faut rapporter tout ce qui, jusqu'à ce jour. a été signalé en
Algérie sous le nom de N. phaneranthera \iv.; celle-ci serait une plante
de la Tunisie et de l'Orient. Le N. violacea est très répandu dans les
dunes, mais toujours rare. Je l’ai vu depuis Biskra jusqu’à Ain-Sefra.
Echium trigorrhizum Pomel. N’est pas spécial au Mzab. Il est,
a vrai dire, très commun à Ghardaia, El-Ateuf, etc, ; mais on le retrouve
encore abondamment à El-Goléa, et de Laghouat jusqu'à Ain-Sefra. Il est
rarissime à Biskra. On le rencontre rarement à fleurs blanches.
Linaria Warionis Coss. Semble commun depuis Tadjerouna
jusqu'à Ain-Sefra; mais plus abondant aux abords de l'Oued Zergoun.
Saccocalyx satureioides Coss. et DR. Excessivement commun
dans la grande dune d’El-Abiod. Rare dans la dune d’Ain-Sefra, il n’est
pas rare dans l’Oued Sefra à deux kilomètres au-dessous de la ville.
Statice livida Nob. (Thowini X Bonduelii). Un unique exemplaire
au milieu des deux espèces nommées à Ain-Sefra, non loin d’Ain-Beida.
Sa couleur me l’a fait remarquer. Cette plante rappelle tout à fait le
S. Bonduelii, mais les bords du calice sont sinués et munis d’areles
comme dans le S. Thouini, quoique beaucoup moins développées. On sait
que ces soies n'existent pas dans le S. Bonduelii. En séchant la fleur est
redevenue jaune-pâle.
Boerhaavia verticillata Poiret. Je l'ai revu cette année à Biskra
au même endroit qu'en 1896 (Djebel Snia, en face de Magloub). C'est
une plante très rare. J’ai pu m'assurer cette année qu'il n’y en pas dans
d’autres ravins. J'en ai vu seulement deux exemplaires dans la plaine
provenant de graines amenées par les pluies.
Euphorbia granulata Forsk. Les caractères des dents de l’in-
volucre presque oblilérées dans cette espèce, plus développées dans
l'E. Chamæsyce L. semblent aussi variables que la forme des feuilles.
Les graines sont moins rugueuses et plus régulièrement amincies au
sommet que dans cette dernière espèce. Quant à l’induration de la base
L. CHEVALLIER. NOTES SUR LA FLORE DU SAHARA. 13
des tiges, il faut l’attribuer au climat qui permet à certaines plantes
annuelles de prolonger leur végétation jusqu’au printemps suivant. —
El-Goléa, parties inculles de l’oasis. — La plante d’El-Abiod a les mêmes
caractères sauf l’induration ?
Allium odoratissimum Desf. Est-il bien distinct de l'A. roseum
L.? Les caractères invoqués se réduisent à bien peu de chose. Des
feuilles plus étroites, moins longues, des fleurs toujours blanches, rare-
ment un peu rosées, à légère odeur d’eillet. Si je n’ai pas vu de fleurs
roses à cetle espèce, je puis affirmer que certains exemplaires vigoureux
ont des feuilles linéaires élargies comme celles de l'A. roseum; celui-ci
a quelquefois des fleurs blanches. Reste done l’odeur : c’est bien fugace
pour établir une espèce. Je dois néanmoins ajouter, pour être exact, que
lAlhum de Laghouat est toujours plus grêle que l'A. roseum tel que je
le connais; d'autre part il est bien extraordinaire que contrairement à
celui-ci 11 ait toujours les fleurs blanches et qu'il vive dans les dunes ou
au milieu des rocailles plus ou moins envahies par les sables. Faudrait-il
done attribuer tout cet ensemble à Tinfiuence du sol? Ce serait peut-être
exagéré. Quoiqu'il en soit, la plante que je publie au n° 571 de mon
exsiccata sous le nom d’A. odoratissimum Desf. est la même que celle
du n° 243; elle a été cueillie au même endroit, au Col des Sables près de
Laghouat où elle est très commune, et c’est par l’ensemble des légères
différences que j'ai remarquees que j'ai cru pouvoir l'identifier avec celle
de Desfontaines Fl. Atl. tab. 83; Batt. et Trab. Fl. Alg. II, 58.
Cyperus conglomeratus Rottb. Jusqu'ici je n’avais rencontré
que la forme à épillets réunis en plusieurs glomerules läches, et c'est
elle que j’ai publiée sous le n° 93 de mes Plant. Saharæ algeriensis. Mais
dans la dune d’Ain-Sefra où cette espèce abonde, j'ai trouvé le véritable
type à épillets tous réunis en une tête simple très compacte. Cette forme est
beaucoup moins commune; mais il y a des passages de l’une à l’autre qui
expliquent les deux noms donnés par l’auteur C. conglomeratus et C. effusus.
Panicum Parlatorei Steud. Cette espèce est très peu répandue.
Je ne l'ai pas vue ailleurs qu'à Biskra, et on ne la signale en Tunisie que
dans deux ou trois points.
Pennisetum Parisii Trabut. Rare dans la province de Constan-
tine, celte graminée devient très abondante en arrivant dans l’Oranais,
dans les ravins arides d’El-Abiod-Sidi-Cheikh, de Tyout et à El-Hadjad).
1% MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
Aristida ciliata Desf. Plante variable : elle a le chaume plus ou
moins et même nullement glutineux pres des nœuds, car celle partie
jaunâtre située sous les nœuds n’est pas toujours glutineuse. Les cils très
nombreux dans le type deviennent très rares ou disparaissent même
complètement dans certains exemplaires de la province d'Oran. Il est
donc difficile d'admettre une var. glutinosa ayant simultanément les cils
rares et les nœuds très gluants, car si on trouve de tels exemplaires, il
en est aussi qui ont les chaumes glutineux avec collerette de cils nom-
breux, et d’autres non gluants avec cils rares ou nuls. Ce sont de simples
variations.
Aristida plumosa L. On a distingué dans cette espèce plusieurs
variétés qui méritent certainement le rang d'espèces. L’A. floccosa Coss.
est bien caractérisé par son indumentum floconneux caduc, et pourrait
même être subdivisé en deux variétés d’aspect tout différent : l’une pâle
à arêtes courtes, à chaumes déprimés; l’autre à glumes et tiges rou-
geälres, à longues arêtes, à chaumes dressés en touffes serrées. — L’A.
Sahelica Trab. est bien distinct par sa taille élevée, son chaume glabre,
ses arêtes différentes. Elle croît en grosses touffes hautes de 40 à 60 cen-
timetres. Si mon n° 379 représente bien la plante de M. Trabut, on voit
qu'elle n’est pas spéciale au Sahel, car elle est abondante dans presque
tous les torrents sablonneux depuis El-Abiod jusqu’à Ain-Sefra. Les Arabes
de l’Oranais la confondent avec le Gfar (A. acutiflora Trin. et Rupr.) qui
ne dépasse pas la province d’Alger et abonde vers Ouargla, le Souf et la
Tunisie.
Stipa gigantea Lag. Ne croit pas seulement dans la montagne, on
le trouve également dans les dunes d’Ain-Sefra et d’El-Abiod, et à Ain-
Korma près de Chellala-Gueblia.
Pappophorum scabrum Kunth. Très rare en Tunisie, cité
jusqu’à présent en Algérie à Biskra et à Metlili seulement, deux points
situés à plus de 400 kilomètres l’un de l’autre, il était intéressant de
découvrir des stations intermédiaires. A vrai dire il n’y a guère entre
Biskra et Metlili que la Chebka du Mzab qui soit propice à cette plante,
tout le reste de la contrée étant dépourvu de rochers; je n’ai rapproché
que de 30 kilomètres ces deux points extrêmes en découvrant cette rare
graminée à Ghardaïa et dans plusieurs localités de la Chebka voisine; elle
L. CHEVALLIER. NOTES SUR LA FLORE DU SAHARA. 15
est peu abondante, et d’ailleurs difficite à trouver dans ce dédale de
rochers arides. Elle croit souvent en compagnie du Senecio flavus.
Pappophorum brachystachyum Jaub. et Spach. Memes
observations que pour le précédent. Je l’ai inutilement cherché à Biskra,
au col de Sfa, au Djebel Snia; mais je l’ai cueilli en cinq endroits aux
environs de Ghardaia, a Bounoura, à Beni-Isghen mais toujours par
petites touffes isolées. Il est probable que, comme son congénère, il se
retrouve ca el la dans la Chebka, peut-être au sud en allant vers Hadadra;
c'est une région très aride et peu explorée.
Koeleria phleoides Pers. var. laxa Asch. et Schweinf. Au n° 388
de mes Pl. Saharæ Algeriensis, j'ai distribué sous le nom de Trisetum
paniceum Pers. une variété nouvelle pour l’Algerie du K. phleoides.
M. Trabut qui a examiné à nouveau cette plante, distincte du type par son
port spécial et sa panicule très lâche, a reconnu qu'il fallait la rapporter
au K. phleoides var. laxa Aschers. et Schweinf. (Illustr. Fl. Egypt.
p. 172).
Kralikiella Africana Coss. et DR. Celte rarissime espèce que
j'ai récoltée en abondance à Biskra en 1896, au mois de mai, était déjà
passée fleurs au milieu de janvier 1899. Cette floraison anticipée était
due sans doute aux pluies survenues au mois de septembre 1898. D’ail-
leurs le Pappophorum scabrum était aussi très avancé ainsi que plusieurs
autres graminées qui fleurissent le plus souvent en mars et avril.
En terminant ces observations, il est juste que j’adresse tous mes
remerciments à M. Barratte qui m’a aidé dans l'étude de mes plantes, et
a mis gracieusement à ma disposition le riche herbier du Dr Cosson.
Précigné, 4 janvier 1900.
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— a Calceolus X macranthos Barbey. — In-40, avec une planche double
coloriée. Lausanne, 1891 3 Îr.
STEFANI.C. oe, C.J. FORSYTH MAJOR er W. BARBEY. Samos. Étude géolo-
gigue, paleontologique et botanique. Avec 13 pl., par CH. Cuisix. 1892. 20 fr.
— — — Karpathos. Élude géologique, paléontologique et botanique. — In-4o,
avec 13 pl., par CH. Cuisix. 1895 20 fr.
MAJOR, C.-F. Forsvra er BARBEY, W. Halki, Elude botanique. — In-A0 avec
1 planche double, par Cm. Cussiv. Lausanne, 189% 3 fr.
AUTRAN, E. er DURAND, TH. — Hortus Boissierianus, Enumeration des
plantes cultivées en 1895 à Valleyres et à Chambésy, avec préface de
M.F. en — In-80, xı et 572 pages, avec 3 planches. Genève, 1896.
12 ir.
CEE od ae
Ne. 3 de WILDEMAN, É.
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Note sur fe Flore du ah:
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER
BULLETIN DE L'HERBIER BOISSIER
N° 8
LES
RHINANTHUS
ALPES MARITIMES
Alfred CHABERT
Date de la publication : 28 février. 1900.
Prix : 1 ir.
° GENEVE er BALE i
GEORG & Cie, LIBRAIRES-EDITEURS
MEME MAISON A LYON
1900
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER
N° 8.
LES
RHINANTHUS
DES
À TS ES N ae Ne >
PAR
Alfred CHABERT
Ces Rhinanthus ont été étudiés sur les nombreux matériaux réunis
dans son herbier par l’auteur de la Flore des Alpes Maritimes, M. Burnal,
et presque tous récoltés par lui-même ou par ses collaborateurs, + Gremli,
MM. Briquet et Cavillier; quelques-uns proviennent des herbiers Thuret et
Consolat qui font également partie des collections de M. Burnat. L'auteur
du Flora of Bordighera and San Remo, M. Bicknell, m'a communiqué
tous ceux qu'il a recueillis dans la région dont il a fait connaitre les
richesses, M. G. Vidal ceux qu'il a observés dans l’ancien comté de Nice
et sur les montagnes voisines, + Harris ceux qu’il a rapportés des envi-
rons de Nice et de Grasse, et M. Barbey les plantes récollées au col de
Tende en 1832-52-54 et 1872 par Boissier et en 1889 par lui et Reuter
et conservées dans leurs herbiers.
A MM. les professeurs Belli, directeur du Musée et du Jardin bota-
niques de Turin, et Penzig, directeur de ceux de Gênes, je dois la commu-
nication des Rhinanthus des musées qu'ils dirigent, et c’est ainsi que j'ai
pu examiner les types des espèces signalées par De Notaris dans son
Repertorium floræ ligusticæ et par M. Penzig dans son Synopsis, ainsi que
les plantes de l’herbier Willkomm.
Les rapports intimes de la Flore de la Provence avec celle des Alpes
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n° 8, 28 février 1900.
2 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
Maritimes m'imposaient le devoir d’en examiner les produits; mais j'ai
dû constater que les botanistes provençaux ont délaissé le genre Rhinan-
thus dont les représentants paraissent être rares dans leur région, et ce
n'est que dans les herbiers de MM. Coste et Davin, de Marseille, et dans
celui d'Honoré Roux ', auteur du Catalogue des plantes de Provence, que
j'ai pu trouver des documents intéressants.
Parmi les autres botanistes qui ont bien voulu m’ouvrir leurs collec-
tions, je citerai MM. les professeurs Chodat. de Genève, et Wilczek, de
Lausanne, et plus particulièrement M. Fischer de Waldheim, directeur
du Jardin impérial de botanique de Saint-Petersbourg dont les riches maté-
riaux feront l’objet d’un autre travail. Que tous ces savants confrères
recoivent ici l'expression de ma profonde gratitude.
A ma prière, M. Burnat a pris la peine de réunir les documents biblio-
graphiques suivants sur les Rhinanthus décrits ou signalés par les auteurs
modernes des flores des Alpes Maritimes ou des régions voisines :
Ligurie et Provence.
« Ardoino, Flore des Alpes Maritimes, p. 285, ne décrit qu’un Rh. Crista
galli comprenant d’après lui les Alectorolophus glaber et hirsutus d’Allioni
Fl. pedem., nos 205 et 206. — Roux (Cat. pl. Prov. p. 437) a un Rh. major
Ehrh., Gr. et Godr., qu’il signale dans les Alpes Maritimes, le Var, les
Bouches-du-Rhône et les Basses-Alpes, puis un Rh. minor Ehrh., G. et G.,
indiqué avec doute dans les Bouches-du-Rhône seulement. — Huet (Cat.
pl. Prov. p. 109) mentionne pour les Alpes Maritimes les Rh. major et
minor Ehrh. aınsi qu’une variélé angustifohus de ce dernier.— De Notaris
(Repert. fl. ligust. p. 310) dit que le Rh. major croit ca et la dans sa cir-
conscription (qui s'étend de la Spezia au bassin du Var) et le Rh. minor
dans les Apennins génois. — M. Penzig (Syn. fl. ligust. p. 8%) cite les Rh.
angustifolius Gmel., major Ehrh., minor Ehrh. et hirsutus Lamk, le pre-
mier avec doute. — Enfin M. Bicknell (Fl. of Bordigh., p. 215) signale les
Rh. major et minor comme communs dans sa circonscription, alors que
Ricca (Cat. Diano e Cervo, p. 52) n’a vu dans son district ligurien que
le Rh. major Ehrh. »
De ces auteurs, je ne pourrai citer que ceux dont j'ai vu les plantes; et
1 L’herbier d'Honoré Roux, dont je dois la communication à M. Davin, est
aujourd’hui la propriété de la ville de Marseille.
+
THON
A. CHABERT. LES RHINANTHUS DES ALPES MARITIMES. 3
encore Roux ne peut-il l’être, car il a confondu dans son herbier major
et minor. Le seul Rh. minor Ehrh., cueilli par lui aux environs de Mar-
seille, est dénommé Rh. major. Ce dernier nom est aussi donné par lui
à Rh. Alectorolophus Poll.
SECTION I. — Gleistolemus A. Chab. Bull. herb. Boiss. 1899, p. 446 et 4971.
Rhinanthus Alectorolophus (Mimnlus Alectorolophus Scop.)
Poll. Hist. Palat. 14 p. 177. A. Chab. 1. c. p. 503. Rh. hirsuta Lam. Fl.
fr. 11 p. 353. Penzig Syn. fl. ligust. p. 84. Rh. major Bicknell fl. Bordigh.
215 pro parte. Alectorolophus Alectorolophus Stern. Oest. bot. Zeitschr.
1895 p. M.
Assez commun dans les prés et les clairières, il s’eleve sur les gazons
de la région montagneuse jusqu’à 2000 m. d'altitude; il ne paraît pas avoir
été observé dans les champs de céréales ?,
Prairies entre le Col de Nava et le Pont de Nava *, B. — Limone, bords
de la Vermenagna *, B. — Environs de Porto Maurizio *, Berti in H. G. —
Baisse de Peirafica des Alpes de Tende *, B. — Tende au Ponte San
Giacomo *, Ung. Sternberg in H. T. — Dans les prés entre Carmo Langan
et Carmo Pinelli* (Bassin supérieur de la Nervia) Bi., forme à indument
calicinal composé de longs poils et de poils courts. — Vallée moyenne de
la Gordolasca, B. — Madonna delle Finesire * B., H. — Environs de Saint-
Martin Vesubie, T., B., H. — Rochers de Valabres, vers 1700 m. d’alt..
entre Saint-Sauveur de Tinée et Isola., B. — Tête du Sapet aux environs
de Beuil, B. — Saint-Etienne de Tinée, G. V. — Entraunes, G. V. —
Au-dessous des Aiguilles de Pelens, vallée sup. du Var, vers 1700 m., B.
— Entre la Faye et Saint-Auban, B. — Montagne de la Doire près de
Seranon, B. — Vailée de Custis, au-dessous de la Cima di Vaccia, bassin de
la Stura *, B.
1 A. Chabert, Etude sur le genre Rhinanthus, el tirage à part.
2 Comme dans la Flore des Alpes Maritimes de M. Burnat, les localités sont
énumérées en indiquant d’abord celles qui se trouvent le plus à l'Est de la cir-
conseription des Alpes Marilimes et en suivant du côté de l'Ouest. Celles qui
sont sur le territoire italien sont marquées d’un astérisque.
Les abréviations employées sont: B., Burnat ; — Bi., Bicknell ; — C., Consolat ;
— D. N., De Notaris; — H., Harris; — P., Penzig; — T., Thuret; — G. V.,
G. Vidal: — H. T., herbier du Musée botanique de Turin ; — H. G., herbier du
Musée de Gênes ; — B.-A., Basses-Alpes; — H.-A., Hautes-Alpes ; — B.-du-Rh.,
Bouches-du-Rhône.
Ne
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
Var. modestus A. Chab. 1. c. p. 504 Environs de Saint-Etienne ide
Tinée, à Saint-Dalmas et à Sestrieres, vers 2000 m. dans les pâturages, G. V.
Les variétés patulus (Al. patulus Stern.), Kerneri (Al. Kerneri St.),
Freyniü (Rh. Freyni Kern.) n’ont pas encore été observées dans les Alpes
Maritimes, mais il est probable qu'on les y trouvera plus tard; car les
deux premières, distinctes du type par leurs rameaux arqués-ascendants
partant de la moilié supérieure de la lige (patulus) ou de la partie infé-
rieure (Kerneri :) et la présence habituelle de plusieurs paires de feuilles
intercalaires, ont été recueillies sur les montagnes des Hautes-Alpes et
des Basses-Alpes qui en sont voisines ?.
Quant à Ja variété Freynii caractérisée par la pubescence courte et
épaisse qui recouvre la surface ‚du calice, elle est assez répandue en
Italie. Kerner, créateur de l'espèce, et bien d’autres botanistes après lui
veulent que cette pubescence constitue un excellent caractère spécifique,
tout au moins chez les plantes du groupe artificiel nommé par M. de
Sterneck Aequidentati et comprenant les Rh. Alectorolophus, patulus,
Kerneri, Freynü, pumilus, abbreviatus, Sternecki, glandulosus, pubescens.
Il n’en est rien; car il existe de nombreuses transitions entre la villosité
laineuse du calice de Ah. Alectorolophus et la pubescence de celui de
Freynu. Telles sont : 1° une forme italienne qu'il me paraît inutile de
baptiser et dont l’indument calicinal est formé de poils moins longs que
celui du premier et plus allongés que celui du second; 2° Rh. Alectoro-
lophus du mont Nivollet (Savoie) dont le calice est couvert de poils longs
et de poils courts mélangés, forme qui à été retrouvée par M. Cavillier
sur les Alpes du Valais dans les prairies voisines du lac Lovenex près
Taney, par M. Brachet sur celles du Dauphiné à Saint-André d’Embrun,
par M. Bicknell dans les Alpes Maritimes à Casa Langan du bassin supé-
rieur de la Nervia #; 3° Rh. pumilus (Stern.) des Hautes-Pyrénées, dont
l’indument calicinal est semblable et ne se distingue en outre de Freynü
que par sa petite taille; 4° la forme de Rh. Sierneckü (Wetist.) que j'ai
nommée præruptlorum et qui est dans le même cas, etc.
La pubescence courte et épaisse du calice ne suffit donc pas pour
distinguer une espèce dans le groupe de Ah. Alectorolophus dont les
formes connues me paraissent devoir être ainsi classées :
1 Rh. Kerneri se distingue en outre par sa taille plus basse, ses feuilles et ses
fleurs habituellement plus petites.
2 Rh. palulus, mont Morzon près Savines, H.-A. (Brachet) ; Rh. Kerneri, dans
les pres & Barcelonnette, B.-A. (Davin).
A. CHABERT. LES RHINANTHUS DES ALPES MARITIMES. >
Rh. Alectorolophus Poll.
Formes précoces. Formes tardives.
Rameaux obliquement ascendants ; Rameaux arqués-ascendants:; tige
tige sans ou avec une paire de feuilles | ayant trois ou plus de paires de feuilles
intercalaires. intercalaires.
1° Indument calicinal formé de poils allongés mono- ou polycel-
lulaires.
Rh. Alectorolophus Poll. typicus. Rh. Alect. var. patulus (Al. patulus
Stern.).
var. modestus A. Chab. var. Kerneri (Al. Kerneri Stern.).
var. fransiens A. Chab.
var. elliplicus (Hausskn.).
2° Indument calicinal à poils moins longs que dans le type et plus
longs que dans la var. Freynii.
Rh. Alect. var. italienne non nommée. |
3° Indument calicinal formé de poils longs et de poils courts.
Rh. Alect. typicus.
var. pumilus (Alect. pumilus
Stern.).
Rh. Al. var. Sterneckii preruptorum
A. Chab.
4° Indument calicinal formé de poils courts et denses.
Rh. Alect. var. Freynii (Rh. Freynii | Rh. Al. var. Sterneckir (Al. Sterneckir
Kern.). Wettst.).
5° Calice n’ayant que de rares poils courts ou longs, et devenant rapi-
dement glabre.
Rh. Alect. des prairies de Roquefavour près Marseille (H. Roux in herb.).
Obs. I. Roux a recueilli en 1871, le long de la montée du col de Valgelaye
sur la route d’Allos à Barcelonnette, un Rh. Alectorolophus, et M. Davin
dans les environs de Barcelonnette (B.-A.) en 1896, un Rh. Alectorolophus
et sa var. Kerneri dont les fleurs paraissent avoir trois dents à la lèvre
supérieure : une médiane aiguë entre les deux latérales coniques-
tronquées. Ce n’est là qu’une apparence. Cette dent médiane s’efface par
l'immersion dans l’eau qui déplisse la corolle et sa lèvre supérieure, et
qui montre que la partie médiane de celle-ci est fortement convexe,
6 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
au lieu d'être concave ou rectiligne comme dans la forme répandue
partout.
Je n’ai constaté jusqu’à présent que sur une espèce américaine non
encore décrite la présence d’une troisième dent véritable !.
Obs. II. Les Rhinanthus de Provence, dont j'ai vu des exemplaires,
sont au nombre de trois : 1. Rh. minor Ehrh. Saint-Marcel, B.-du-Rh.
(H. Roux); plan d’Aups à la Sainte-Baume, Var (Davin et Coste).
2. Rh. Alectorolophus Poll. prairies de Roquefavour, B.-du-Rh-
(H. Roux): prairies de Saint-Pons de Gémenos, B.-du-Rh. (Davin et
Coste).
3. Rh. voisin de goniotrichus Borb., un seul échantillon trop incomplet
pour pouvoir être déterminé avec certitude, recueilli par H. Roux dans le
Vallon de Sagnas à Faillefeu, B-A.
Rh. goniotrichus Borbas in herb. Alectorolophus goniotrichus
Stern. Oest. bot. Zeitsch. 1895, p. 127. Rh. Reichenbachii Drejer Fl. excurs.
Hafn. p. 210 pro parte. Rh. Reichenbachü et Rh. goniotrichus A. Chabert
loc. cit., p. 499. Rh. major De Not. Repert. fl. ligust. p. 311 pro parte.
Penzig Syn. fl. lg. p. 84. Bicknell Fl. Bordigh. p. 315.
Regardé comme « species formarum diversarum mixta » par M. v,
Borbas qui en a séparé la forme à calice glabre — Rh. goniotrichus Borb.
apud Bænitz Herb. europ. Prosp. 1896 p. 2; Exsicc. n° 8397; Alect*
Borbasi Dörfl. Herb. norm. Cent. XXXIV n° 3366, — ce type ne paraît à
M. v. Sterneck * constituer qu’une seule espèce dans laquelle il range,
sans noms particuliers, la forme à calice glabre, celle à calice recouvert
d'une pubescence épaisse semblable à celle de Ah. Freynü Kern., et celle
où cette pubescence est mélangée de quelques longs poils polycellulaires.
Il ne voit dans ces formes que des races géographiques. Je suis d'accord
avec lui sur l’inopportunité de leur imposer des noms spécifiques ou
autres; Car parmi les nombreux matériaux recueillis dans les Alpes-
Maritimes par MM. Burnat et Bicknell, se trouvent des intermédiaires
établissant la gradation des uns aux autres; mais je ne saurais les regarder
comme des races géographiques, puisqu'elles croissent réunies dans cette
même région.
Rh. goniotrichus habite les prés, les champs de céréales, les chälai-
1 A. Chabert, 1. c. p. 440.
2 Sterneck, Revision des Alectorolophus-Materiales des Herbarium PDelessert,
1899, p. 9.
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A. CHABERT. LES RHINANTHUS DES ALPES MARITIMES. 7
gneraies, les gazons des montagnes où il remonte dans la region alpine
jusqu'à l'altitude de 2500 mètres.
1. Forme à calice glabre '.
Sommites près du Pic d’Evigno au nord de Porto-Maurizio*, B. —
Mont Bignone pres de San-Remo*, B. — Mont Agnellino des Alpes de
Tende*, B. — Mont Mascaron dans la vallée de Pesio*, B. — Sous le
mont Besimauda, vallée de Pesio *, B.— Rio Arnauto au-dessus de Buggio *,
bassin supérieur de la Nervia. — Perinaldo*, Bi., bassin de la Nervia. —
Extrémité supérieure du vallon de Sabbione des Alpes d’Entraque*, B. —
Bords des champs à Ciriegia* B. et vallon du Boréon près Saint-Martin
Vesubie, B.— Près du hameau de Valabres entre Saint-Sauveur de Tinée
et Isola, B. — Environs des bains de Valdieri* dans le vallon de Lourousa
supérieur et au Col de Chiapous à 2500 m., B., plantes dont les bractées
ne paraissent pas avoir toutes les dents aristées et méritent d’être étu-
diées sur le vif.
2. Forme à calice glabre bordé de poils glanduleux.
Près du hameau de Valabres entre Saint-Sauveur de Tinée et Isola, B.,
où elle croît mélangée avec la précédente. — Vallée supérieure de la
Stura à Argentera *,
3. Forme à calice pilosiuscule dont l’indument n’est bien visible qu'à
la loupe.
Mont Faudo * près de Porto-Maurizio, B. — Bajardo* pres San-Remo,
vers 900 m., Bi. — San Romolo* près San-Remo, Bi. — Mont Labenin
au-dessus de Pigna*, Bi. — Passo Muralone*, Bi. — Entre la vallée de la
Nervia et Gola di Gota *, Bi. — Rio Arnauto au-dessus de Buggio *, Bi. —
Mont Bignone * auprès de la fontaine, Bi.
%. Forme à calice plus ou moins densément pubescent et bordé ou non
de poils glanduleux.
Mont Agnellino des Alpes de Tende*, B., localité où les plantes à
calice glabre et celles à calice pubescent croissent mélangées. — Bajardo*,
sous les châtaigniers, Bi. — Entre Val di Nervia et Gola di Gota*, Bi.
— Gola di Gota*, vers 1100 m., Bi. — Monte Alto*, vers 1200 m., Bi. —
Perinaldo *, Bi. — Col de Braus pres de l’Escarène, Bourgeau in herb.
Delessert. — Environs de Saint-Martin Vésubie : pâturages élevés du
mont Siruol, B.. champs de céréales pres Ciriegia du vallon Boréon, B.,
et pres du mont Conchet entre Venanson et Saint-Dalmas de Valde-
blore, B.
1 Les bords du calice offrent quelquefois de rares poils glanduleux visibles à la
loupe.
8 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
5. Forme à calice recouvert d’une pubescence courte et épaisse
mélangée à la base el au bord du calice de quelques longs poils blancs
polycellulaires; bords du calice glanduleux.
Pâturages de l’Escarene (Alpes-Maritimes), Bourgeau cité par Sterneck.
— L’herbier général de M. Burnat renferme plusieurs individus de cette
forme, récoltés par le D' Rostan, en juillet 1863, dans les prairies de
Rodoret, vallées vaudoises du Piémont, dont les bractées finement pubes-
centes sont quelquefois hérissées de poils blancs allongés, et dont les
calices sont tantôt glabres, tantôt recouverts sur toute la surface d’une
pubescence fine et épaisse à laquelle se mêlent quelques longs poils blanes.
Ces variations si nombreuses dans la pubescence du calice de Ah.
goniotrichus, dont les Alpes-Maritimes offrent tant d'exemples, demon-
trent bien qu'on ne peut les désigner même par des noms de variétés, à
moins de vouloir imiter ce qui a été fait pour certains genres tels que les
Rosa, les Rubus, les Hieracium.
Rh. goniotrichus Borb. var. ramosus. — Alectorolophus ramosus
Sterneck Oe. bot. Z. 1895 p. 129. Rh. angustifolius Burn. in herb.
Gazons de la région montagneuse ‘entre 700 et 2000 m. environ. La
Baisse de Peirafica” des Alpes de Tende, vers 2000 m., B. — Environs de
Saint-Dalmas de Tende*, Bi.. 700 a 750 m. — Pentes au-dessus des bains
de Valdieri sur le chemin du vallon de Lourousa *, B.. 1700 a 1800 m. —
Vallon de Jallorgues au-dessus de Saint-Dalmas le Selvage, B., 2000 m.
La plante de la region alpine des Alpes de Tende (Baisse de Peirafica),
dont la taille ne s'élève qu'à 10-15 cm. et dont les feuilles sont étroites,
avail été dénommée « Rh. angustifolius Rehb.. non Gmel. » par M. Burnat im
herb., qui avait ajouté sur l'étiquette : « la description comcide absolument
sur le frais avec celle de l’auteur de l'espèce. » Cela est vrai; mais
Reichenbach a confondu sous ce nom Rh. montanus Saut. et Rh. angusti-
folius Gmel., qui appartient à une autre section. Or la plante de Peirafica
diffère de Rh. montanus Sauter, nomen antiquius, 1857; Rh. serotinus
Schön., 1866, par les feuilles étroitement oblongues-lancéolées à dents
aiguës et non linéaires à dents obtuses, ces feuilles non prolongées en
pointe ni tordues en arrière, par les bractées non prolongées en pointe
saillanle, par les dents de ces bractées diminuant graduellement de lon-
gueur en approchant du sommet de la bractée et non devenant tout à
coup plus courtes, les dents supérieures étalées et non porrigées, les
fleurs un peu plus grandes, les dents de la lèvre supérieure coniques
tronquées et non coniques aiguës.
A. CHABERT. LES RHINANTHUS DES ALPES MARITIMES. 9
Dans les trois autres localités citées, la plante a une taille plus élevée,
des feuilles plus larges, des fleurs plus grandes; mais elle est toujours
distincle du type goniotrichus par ses rameaux arqués ascendants et non
obliquement ascendants. et par la présence de plusieurs paires de feuilles
intercalaires. Au milieu des individus ainsi constitués s’en trouvent
d’autres à tige simple qui représentent absolument le type de l’espece.
Ce fait, conforme à d’autres cités dans mon premier travail (p. 447)
vient à l’appui des objections que j'ai présentées alors contre la
généralisation de la théorie du Dimorphisme saisonnier, et démontre une
fois de plus l'impossibilité de séparer comme espèce les individus tardifs
des espèces précoces pourvus de rameaux étalés ou arqués ascendants et
de plusieurs paires de feuilles intercalaires.
Du reste parmi les gomotrichus des localités citées, il est des individus
qui se rapprochent de la var. ramosus par leurs rameaux dont la direction
tend à s’écarter de la tige et à s’étaler.
La forme de Rh. gomiotrichus ramosus a bractées el calices pubescents
n'a pas été observée dans les Alpes Maritimes. Elle a été récoltée autre-
fois en Espagne par Loscos et Costa (Herb. Petrop.).
Obs. I. L’échanüllon de Ah. Reichenbachu Drejer envoyé par cet auteur
à Boissier et conservé par celui-ci dans son herbier, ne différant de Rh.
goniotrichus que par les graines aptères, ainsi qu'il résulte de la diagnose
que j'en ai publiée (loc. cit. p. 449) j'avais cru que ce dernier nom devait
s’effacer devant celui de Reichenbachii de 57 ans plus ancien. C’est une
erreur. L’herbier Reichnecker renferme un individu type de Rh. Reichen-
bachü de Drejer, et qui est Rh. major apterus. En outre Drejer, dont je
n'ai pu trouver que dans la bibliothèque de M. Barbey le Flora excur-
soria hafniensis. 1838. devenu très rare, décrit ainsi sa plante et
Rh. major p. 210 :
« A. Semina alato-marginata.
« 618. Alectorolophus major Rehb. Ic. VII, 975. Cor. tubo curvatulo den-
tibus galeæ elongatis pistillo exserto, spica floribus pluriserialibus,
bracteis cuspidato-dentatis. — Dent. galeæ coloratæ, rarius concolores,
col. glabri vel pubescentes. 5-8. In pratis frequens. »
« B. Semina aptera.
« 649. A. Reichenbachii Behb. Ic. VII, 976 opt. ! Robustior et serius
florens præcedente cum quo cæterum omnes nolas communes habet
præler semina vere aptera! Variat ut is cal. glabro et (rarius) pubescente
10 MÉMOIRES DE L HERBIER BOISSIER.
(villosum in nostris non vidi) quare nomina illa « hirsutus, villosus »...
expungenda. A. Reichenbachius plantam nostram primus et fere unicus
rite distinxit. 7-8. Inter segetes, in agris sterilibus. »
Or la figure 976 de la centurie Vlile de l’iconographie de Reichenbach
que Drejer qualifie d’optima représente, sous le nom de Rh. hirsutus All.,
une plante non encore nommée ni décrile, ayant la lèvre inférieure
écartée de la supérieure et la gorge ouverte, plante appartenant par con-
sequent à une toute autre section que Rh. goniotrichus, et dont les
caractères doivent avoir été allérés par la négligence ou par la fantaisie
du dessinateur. La diagnose de Drejer s'applique donc en même temps:
1.a une plante douteuse; 2. à Rh. major apterus Fries el 3. à Rh. goniotri-
chus apterus. Le nom de Rh. Reichenbachü doit donc retomber dans l'oubli.
Obs. II. Rh. gonioirichus, séparé de Rh. major Ehrh. par MM. de
Borbäs et de Sterneck, s’en distingue, ou du moins se distingue des
échantillons types d’Ehrhart, exsice. n° 56, conservés l’un dans l’herbier
de I’Hof museum d'histoire naturelle de Wien et vu par M. de Sterneck,
l’autre dans celui du Musée botanique de Lausanne et m’ayant été com-
munique par M. Wilezek, par la tige habituellement dépourvue de
stries noires et plus fortement rameuse, par les feuilles moins larges,
aigues et à dents étalées, par les dents inférieures des bractées plus
etroiles, plus longues et aristées, les dents supérieures étalées et non
porrigees, par les bractées plus longues que le calice et enfin par les
dents de la lèvre supérieure moins longues que celles de major.
Or tous ces caractères, bien évidents dans les formes extrêmes, le sont
moins chez certains individus qu'il est difficile de rapporter à une espèce
plutôt qu’à l’autre; car la direction des dents des feuilles, celle des dents
supérieures des bractées, la longueur relative des bractées, celle des
dents de la lèvre supérieure ne sont pas toujours très constantes. Aussi
les deux plantes constituent-elles deux espèces évidemment très voisines.
Peut-être même ne sont-elles que deux sous-espèces d’un même type
ancestral auquel on devra conserver le nom de major, puisque ce nom
lui a toujours été appliqué.
Il est vrai que la diagnose d’Ehrhart Beiträge, 1791, VI, p. 144, est,
comme toutes les diagnoses de cette époque, tout à fait sommaire et con-
vient aussi bien à d’autres espèces qu’à lui. Il dit en effet :
« Rh. major, Corollarum tubus incurvus, labium superius compressum
brevius. »
« Rh. minor, Corollarum tubus rectus, labium superius compressum
brevius. »
A. CHABERT. LES RHINANTHUS DES ALPES MARITIMES. IL
Le Rh. major des auteurs modernes ne comprend donc qu'une petite
partie des plantes visées par la description d’Ehrhart; mais on ne peut
supprimer cette dénomination sans supprimer la plupart de celles qui ont
été créées par Linné et par les botanistes qui l’ont suivi.
Rh. major var. Burnalı A. Chab.
Caulis 25-30 em. altus haud nigro-striolatus pubescens aut villosus
imprimis superne, haud glandulosus, simplex vel sæpius ramosus ramis
2-10 robustis oblique ascendentibus vel paulo arcuato-acendenlibus, caule
brevioribus vel eum æquantibus; caulis absque vel cum 1 (rarius 2) pare
foliorum intercalarium. Folia dense pubescentia, quasi velutata, lanceolata
vel oblongo-lanceolata dentibus latis obtusis patulis. Spica laxa, flores
inferiores remoti. Bracteæ basi albæ, dense pubescentes et imprimis
marginibus et nervis glandulosæ, ovatolanceolatæ versus apicem longe
attenuatæ, dentatæ dentibus latis et brevibus aculis patulis, inferioribus
supremis longioribus vel eos rarius subæquantibus; bracteæ calycem
superantes. Flores magni, Calyx dense pubescenti-glandulosus, velutatus-
canescens (in sicco). Corolla 2 em. longa; labii superioris inferiore duplo
longioris dentes conico-truncati. Capsula 10-12 mm. diam. transv. Semina
reniformia membranaceo-alata vel rarius et in eodem individuo aptera. —
FI. Maio desinente, Junio. Hab. in pratis, herbidis et arvis regionis mon-
tanæ, 900-1500 m.: Sommet du Col de Braus, 1000 m., B. — Environs
d’Utelle à la cime de Brech, 1400-1600 m. et sur la montagne d’Uesti,
1165 m., B. — Commune de Caussols sur Grasse, 1000-1100 m., €. B. H.
— Bastide du Poux sur le versant nord du mont Cheiron, 920 m., B. —
Champs près d’Andon, 1200-1300 m., B. — Ces localités sont toutes
situées dans la partie de la région montagneuse du département français
des Alpes Maritimes, qui est peu éloignée de la région littorale (Burnat
in litt.).
Rh. major Burnati est une sous-espèce ou une race géographique très
remarquable et paraissant bien localisée; il ressemble beaucoup à Ah.
Wettsteinn (Alectorolophus Wettsteinü Stern. I. c. p. 129) dont il diffère
par la tige ordinairement rameuse à rameaux robustes et allongés el non
petits ei rabougris, les feuilles à dents obtuses et non aigues, les bractées
dépassant le calice, la corolle plus grande, la lèvre inférieure moins
longue et surtout par les dents de la lèvre supérieure coniques-tronquées
el non Iriangulaires à sommet aigu. Tous deux, ainsi qu'une autre plante
glanduleuse Rh. glandulosus Simk., se font remarquer par la variabilité de
12 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
la longueur des dents inférieures des bractées ; ces dents inférieures sont
tantôt presque égales aux supérieures, tantôt bien plus longues qu’elles.
Ce phénomène est-il en rapport avec la glandulosité de la plante ?
L’herbier Willkomm renferme une variété fort curieuse de Rh. major
confondue par ce savant botaniste avec Rh. alpinus. Bien qu’elle n’appar-
tienne pas à la flore des Alpes Maritimes, je crois devoir la faire con-
nailre.
Rh. major polycladus A. Ghab. — Rh. alpinus Willk. herb. in Museo
bot. genuensi.
Caulis 0,20 cm, altus, nigro-striolatus, glaber. a parte inferiore ramosus.
ramis arcuato-ascendentibus, caulem æquantibus, 2-3 paribus foliorum
intercalarium munitus. Folia glabra anguste lanceolata, crenato-dentata
dentibus obtusis, internodiis longiora. Bractearum glabrarum ovatarum
versus apicem attenuatarum, dentes parum profundi, a basi ad apicem
bracteæ longitudine regulariler décrescentes, inferiores patuli acuminati
haud subulati, superiores aculi porrecti. Bracteæ calycem glabrum
æquantes. Corollæ labium inferius superioris */4 adequans: superioris
dentes conico-truncati. Semen alato-marginatum.
FI. Augusto. Hab. in Austriæ pratis silvaticis : Böhmerwald am Fuss
der Dreiselbergs auf Wiesen; 28, VII, 1874 (Willkomm) et probabiliter
in Banatu, quantum e speciminibus incompletis dijudicari licet.
Rh. major polycladus ressemble a Rh. goniotrichus ramosus (Alect.
ramosus Stern.) auquel il est parallèle et il s’en distingue par les carac-
ières qui differencient les deux types, et notamment par les feuilles à
dents obtuses non étalées, par les dents des bractées bien moins longues,
plus larges, non subulées. les supérieures porrigées. les bractées égales
au calice. etc.
Rh. major polycladus est la véritable forme automnale de Rh. major
et c’est à tort que Schönheit, Halacsy, Braun. Sterneck ', etc. ont pris
comme tel Rh. montanus Saut. ; celui-ci en diffère par les feuilles linéaires
et fréquemment tordues en arrière, par les bractées à dents inférieures
très longues. subaristées; les autres devenant tout à coup très courtes à
partir du ‘/: inférieur ou du milieu de la bractee, le calice et la corolle
plus petits, les dents de la lèvre supérieure coniques-aiguës et non
tronquées.
1 «In Al. serotinus erblicken wir die « Herbstform » zu A. major.» Stern.,
loc. cit. p. 165.
Br
u. = LAS
_ A. CHABERT. LES RHINANTHUS DES ALPES MARITIMES. 13
La confusion faite par Willkomm de Rh. major polycladus avec Rh.
alpinus Baumg., dont il a le port, n’a rien de surprenant; bien d’autres
savants botanistes n’attachant pas d'importance au caractère si important
de la gorge close ou béante, ont fait des confusions semblables et ont
donne le nom d’alpinus aux Rh. tardifs rameux des la base et plus ou
moins touffus. Reuter par exemple a nommé dans son herbier Rh.
alpinus le Rh. Alectorolophus var. Kerneri. Dans d’autres collections, j’ai
vu ce même nom attribué a Rh. Alectorolophus Sterneckii, à Rh. goniotrichus
ramosus, et fréquemment à Rh. montanus et à Rh. angustifolius. En
revanche le vrai Ah. alpinus Bmgt. et surtout sa var. erectus (Stern.)
recoivent presque partout des dénominations auxquelles ils n’ont pas
le droit de prétendre.
Rh. montanus Saut. in Flora XL p. 80. A. Chab. 1. c. p. 498. Ah. sero-
tinus Schönh. ap. Ilse Fl. Mittelthür. p. 212. Alectorolophus angustifolius
Rehb. Ic. germ. XX p. 65 p. p.
Prés et clairières de la région montagneuse : Chartreuse de Pesio *
vers 850 m., B. — Limone * vers 1000 m., B.
Les herbiers des musées botaniques de Turin et de Gênes contiennent
une nouvelle espèce voisine de la précédente, et dont certain caractère
ambigu entre ceux des espèces précoces et ceux des espèces tardives,
semble donner appui à la théorie du Trimorphisme saisonnier de M. Mur-
beck ‘. Elle n’a jamais été observée dans le domaine des Alpes Maritimes ;
mais les Rhinanthus sont encore trop peu connus pour que je puisse la
laisser dans l’oubli.
Rh. italicus A. Chab.
Caulis 40-60 cm. altus glaber, purpurascens, rigidus, elatus, a basi ad
summum ramosus, internodiis brevibus, ramis infimis et mediis oblique,
supremis subarcuto-ascendentibus, caulem æquantibus vel superantibus,
3-7 paribus foliorum intercalarium munitus. Folia glabra, caulina inter-
nodiis longiora, obliqua, anguste lanceolata, longe versus apicem atle-
nuata, dentata dentibus acutis valde patulis, infimis foliorum superiorum
longe subulatis, ramealia linearia. Bractearum glabrarum calycem
1 Murbeck, Ueber eine neue AuecroroLopnus-Art und das Vorkommen Saison-
trimorphen Arten-Grupper innerhalb der Gattung.
1% MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
æquantium ovato-lanceolatarum quasi pectinatarum dentes profundi, 7-10
. mm. longi, lineares longe subulati, a basi ad apicem bracteæ longitudine
regulariter sed parum decrescentes, et superiores inferioribus parum
breviores. Flores obliqui, mediocres; calyx glaber haud margine ciliatus;
Corollæ faux clausa. labium inferius superiori adpressum et ejus dimi-
diam partem adæquans ; superioris dentes 1,5 mm. longi, conico-truncati.
Semen non vidi.
Fl. augusto. Hab. in Italie superioris pratis montanis : in quodam
monte vallis « Valetta di Garni » dictæ, in « Val Trompia » provinciæ
brescianæ, De Notaris in herb. Mus. Genuensis.
La forme presque pectinée des bractées, qui ressemblent à celles du
Rh. minor subulatus A. Chab. du Caucase. et la direction de ses rameaux
font distinguer à première vue cetle espèce des Rh. montanus Saut. et
Songeoni A. Chab. qui sont voisines. Le premier s’en différencie en
outre par la tige grêle, les feuilles caulinaires plus étroites, horizontale-
ment dirigées et fréquemment tordues en arrière, leurs dents obtuses.
par les bractées étroitement triangulaires. à dents de la base très longues
et subaristées, les autres devenant tout à coup très courtes. par les dents
de la lèvre supérieure coniques aiguës et non tronquées.
Rh. Songeoni A. Chab. loc. cit. p. 451, a la tige pourvue de deux lignes de
poils. les rameaux peu nombreux, longs, effilés, étalés, partant de la partie
moyenne et supérieure de la tige. les bractées très longues formant un
épi horizontalement comosus et dépassant le calice, les dents de la base
des bractées très longues subulées, les moyennes et les supérieures
courtes, etc.
Rh. italicus est la seule espèce jusqu'ici décrite dont la tige, très
rameuse de la base au sommet, présente en même temps des rameaux
obliquement dirigés (les supérieurs seuls un peu arqués à la base) et
plusieurs paires de feuilles intercalaires. Il constituera pour les partisans
du Trimorphisme saisonnier de M. Murbeck un argument de plus en
faveur de leur thèse. |
Secr. Ia Anæcrocemus A. Chab. loc. cit., p. 446 et 506).
Rh. lanceolatus Kovätz in Neilr. Nachtr. 3 Fl. Wien p. 219.
Lieux herbeux de la region alpine : Col de Tende *, H.
Rh. lanceolatus var. subalpinus (Alect. lanceolatus subalpinus
Stern. loc. cit. p. 273.
A. CHABERT. LES RHINANTHUS DES ALPES MARITIMES. 15
Col de Nava * pres de Pieve di Teco, B. Quelques individus ont le calice
=
très finement pubescent. — Col de Tende *, H. — Stern. 1. ce. p. 273.
Rh. angustifolius Gmel. Fl. bad. 11 p. 669. Alect. angustifolius
Rehb. Ie. germ. XX p. 65 tab. 119, 1, a été signalé avec doute par M. le
professeur Penzig dans son Synopsis floræ ligusticæ comme croissant
dans sa circonscription. N’en ayant trouvé aucun représentant dans les
nombreux matériaux soumis à mon examen, je lui écrivis à ce sujet. Il
m'a répondu que s’il l'avait mentionné, c'était avec doute et à cause de
Vindicalion qu’en avait faite « au Col de Tende » Reichenbach dans son
Iconographie. Or sous le nom d’Alect. angustifolius, cet auteur a confondu
cetle espèce et Rh. montanus Saut. qui, ainsi que nous l’avons vu. a bien
été retrouvé par M. Burnat dans les Alpes Maritimes.
D'autre part Rh. angustifolius Gm. se trouvant sur le versant italien
des Alpes Cottiennes, il est possible qu’on le retrouve sur le même ver-
sant de la partie septentrionale des Alpes Maritimes, soit celles de la vallée
de la Stura et du Col de la Maddalena ou de Larche.
Rh. minor Ehrh. Beitr. VI p. 144. A. Chab. I. c. p. 512. Penzig.
Syn. ligust. p. 8%. Bicknell Fl. Bordigh. p. 215.
Prés, bruyeres, châtaigneraies. gazons, s’eleve jusqu’à 1500 mètres, B.
M. Burnat l’a aussi trouvé dans les champs cultivés et c’est la premiere
fois à ma connaissance que pareil fait a élé constaté,
Leca * près d’Albenga, Bi. — Col de Nava *, B.— Sommités pres du Pic
d’Evigno *, environs d’Oneglia, B. — Tende, au pont Sau Giacomo *, Ung.
Sternberg in H. T. — San Romolo pres San Remo *, Bi. — Mont Ceppo
au-dessus de Bajardo, Bi. — Rio Muratone * dansles châtaigneraies, Bi. —
Entre Gola di Gota et la vallée de la Nervia *, Bi. — Gola di Gota*, Bi. —
Bords de la Roja * à Ventimiglia, Bi. — Vallée moyenne de la Gordolasca*, B.
— Environs de Saint-Martin Vésubie, au vallon supérieur du Boréon *, B.,
à la Colmiane, T., et dans le vallon de la Madonna delle Finestre *, B. —
Caussols sur Grasse, B., C., H. — L’Esterel, au Pas des Maures, G. V. —
Entre la Faye et Saint-Auban, T., B. — Champs entre l’ancien et le nou-
veau Seranon, B. — Au-dessous des Aiguilles de Pelens vers 1500 m., B.
— Saint-Etienne de Tinée, G. V. — Col de la Maddalena, G. V.
Plusieurs variations ont été observées par MM. Burnat et Bicknell ;
ce sont : 1° Dents de la lèvre supérieure un peu plus grandes : Mont
Bignone* près San Remo, B.
20 Tige striée de noir : Entre le Col de Nava et Ponte di Nava *, B. —
16 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
Tête du Pommier, versant du côté de Bouisses et de Robion, pres Saint-
Sauveur de Tinée, B.
30 Tige rameuse à feuilles larges : Mont Faudo près de Porto Maurizio *,
B. — Piaine de la Brague près d'Antibes, B.
4° Var. se rapprochant de la var. stenophyllus Schur par les rameaux
un peu arqués-ascendants et la présence de 2-3 paires de feuilles inter-
calaires : Bouches de la Nervia près Bordighera *, Bi. — Châtaigneraies
de Bajardo *, Bi. — Celle var. stenophyllus qui se trouve dans les Alpes
du Dauphiné et de la Savoie se rencontrera certainement bien caracté-
risée dans les Alpes Maritimes.
Tous les individus de Ah. minor de cette région que j'ai étudiés ont
les dents des bractées courtes, aiguës ou acuminées, et le calice glabre.
Aucun ne m'a offert un calice pubescent. Cette dernière forme non
encore signalée et ne différant pas autrement du type a été decouverle,
il y a plus d’un demi-siècle, le 20 août 1846, par M. Burnat, à 2000 m-
d'altitude, auprès de la Cantine du Grand-Saint-Bernard (Italie).
0 ——————
VTT
à PUBLICATIONS DE L'HERBIER BOISSIER
Bulletin de l'Herbier Boissier, le volume 20 fr.
Tome I (1895). 715 pages. 28 no hes et 2 appendices.
no (418094).22769% 50:32 et 4 »
D M (18953100. et À )
» IV .(1896), 963 » RR? et 3 »
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MAN (4898)..1031 31057 108°» et 3 » et 14 planches.
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MAJOR, C.-F. Forsvra gr BARBEY, W. Halki. Étude botanique. — In-40 avec
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AUTRAN, E. #r DURAND, TH. — Hortus Boissierianus, Énumération des
plantes cultivées en 1895 à Valleyres et à Uhambesy, avec préface de
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MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER
N° 9.
ASPIDIUM LIBANOTICUM n. sp.
von
Prof. D! ROSENSTOCK (Gotha).
Rhizom nicht gesehen. Blattstiel kräftig, fast halb so lang als die
Spreite. Haupt- und Nebenaxen mit lanzettlichen, hellbraunen, sowie
schmäleren und zum Teil haararligen hellen Spreuschuppen, dazwischen
mit einzelligen und stellenweis mit gestielten kopfartigen Drüsenhaaren
bekleidet. Spreite deltoidisch eiförmig, am Grunde kaum verschmälert, _
dreifach fiederschnittig, fast kahl. Primärsegmente eiförmig-lanzettlich,
lang zugespitzt, die 2—3 untersten Paare entfernt gestellt, die übrigen
einander soweit genähert, dass sie sich stellenweis beträchtlich über-
decken. Sekundärsegmente aus herzförmigem Grunde schmallanzettlich,
locker gestellt, die unleren gestielt, die übrigen mit verschmälertem bis
breiterem Grunde sitzend, nach vorn geneigt, schwach sichelförmig ge-
bogen und allmälig in die Sägezähne der verlängerten Spitze verlaufend.
Tertiär-Abschmitte rundlich-eiförmig bis länglich, vordere Hälfte des
Randes gesägt. Nerven der unteren Tertiärabschnitte gefiedert mit 1—2
mal gegabelten Fiederästen, die der übrigen 1—2 mal gegabelt oder ein-
lach. Sori das obere Zweidritiel der Spreite einnehmend, auf den Sekun-
därsegmenten randständig, wie bei Aspidium marginale Sw., so dass
die in die Zähne des Randes auslaufenden Nervenenden das Receptakel
kaum überragen und die reifen Sporangien stellenweise über den Blatt-
rand hinausreichen. Schleier derb, flach, drüsenlos.
Von dem nahe stehenden Aspidium pallidum Link ist diese Art haupt-
sächlich durch die ungewöhnliche Stellung der Sori unterschieden, welche
die Sekundär- (bezw. die untersten Tertiär-) Segmente in einereinfachen,
dicht am Rand herlaufenden Reihe umsäumen, so dass neben der Rippe
ein Teil der Segmentspreite noch sichtbar bleibt, während der Rand
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER, n0 9, 2 mars 1900.
2 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER
selbst von ihnen überdeckt und stellenweis überragt wird. An nicht voll-
ständig fruktificierenden Segmenten umsäumen sie regelmässig nur die
Spitze, während die Basis frei bleibt, also umgekehrt wie bei Aspidium
pallidum und.den übrigen Aspidiaceen überhaupt.
Andere, wenn auch weniger wichtige Unterschiede beider Arten sind
noch folgende:
1) A. libanoticum erreicht grössere Dimensionen als A. pallidum. Die
mir vorliegenden Blätter des ersteren sind bis über 80 cm lang (Stiel
30 cm, Spreite 50 cm) und bis fast 30 cm breit; Primärsegmente beider-
seits bis 36, die grössten 15 cm lang und 4,5 cm breit; Sekundärsegmente
bis 3 em lang und am Grunde bis 1 cm breit. An seinem Standort im
Libanon bildet dieser Farn bis 1 m hohe Büsche.
2) Die Primärsegmente des A. libanoticum sind — ausser den 3 unter-
sten Paaren einander mehr genähert als bei A. pallidum, und, da die
Sekundärsegmente der untern Reihe durchweg und zum Teil bedeutend
länger sind als die der oberen, so verdecken bei Betrachtung der Ober-
seite des Blattes die unteren Segmente eines Primärsegments die oberen
des folgenden zum Teil völlig.
3) A. libanoticum ist bedeutend weniger drüsenhaarig. Insbesondere
ist der bei A. pallidum stets mit gestielten kopfigen Drüsen besetzte
Schleier hier kahl. Ebenso fehlen diese Drüsen der Blatifläche fast gänz-
lich und finden sich nur an der Hauptaxe und den unteren Teilen ihrer
ersten Verzweigungen.
4) Die Schleier, welche beı A. pallidum die Sori von unten umfassen,
sind hier flach.
Dieser Farn wurde von Herrn Bornmüller im Jahre 1897 bei Brummana
im Libanon in einer Höhe von ca. 800 m. s. m. zwischen Sleintrümmern
und in Mauerspalten in reichlicher Menge wachsend aufgefunden
und später als Nephrodium pallidum Bor. (exs. Nr. 176%) verteilt’.
Nachdem mir ein Exemplar desselben bei einer Durchsicht der
Farne des Herbarium Haussknecht aufgefallen war, hatte Herr Born-
müller die Freundlichkeit, mir die noch in seinem Besitz befindlichen
Exemplare zur Einsicht zu überlassen, auf Grund deren dann die Auf-
stellung dieser neuen Art erfolgt ist.
ı Vgl. J. Bornmüller, Ein Beitrag zur Kenntnis der Flora von Syrien und
Palestina. Verh. d. zool. bot. Ges. z. Wien 1898, p. 110 des Sonderabdruckes.
| PUBLICATIONS DE L'HERBIER BOINSIER
_ Bulletin de l'Herbier Boissier, le volume 20 fr.
Tome 2 (1893), 715 pages, 28 planches et 2 appendices.
» 1894), 769 EN) et D.
et »
» af ))
1897), 1199 :.»....25. >»
41898), 10312 9.7.4192» » et 1% planches.
» vu (1899), 4045 » AL » e » et 3 »
BOISSIER, EDM. Flora orientalis sive enumeratio plantarum in Oriente a Græcia
et Ægypto ad Indie fines hucusque observatarum. — 5 vol. et Supplément,
in-80, 1867-1888 140 fr.
— Voyage botanique dans le midi de l'Espagne pendant l’année 1837. — 2 vol,
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» ni (1898), 706». 18 »
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Les fascieules 1, 3, 6 et 7 sont épuisés.
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Moskau. 1860 10 fr.
BARBEY. C. zer W. Herborisations au Levant : Egypte, Syrie et Méditerranée.
Février-mar 1880. Avec 11 planches et 1 carte. — 1880 20 fr.
BARBEY. W. Flora Sardoæ compendium. Catalogue raisonné des végétaux observés
dans l'ile de Sardaigne. Avec suppl. par À MM. AsGHERSON a E. Levier. Avec
7 planches. — 1885 | 29 Ir.
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— Cypripedium Calceolus X macranthos Barbey. — Iu-40, avec une planche double
coloriée. Lausanne, 1891 3 fr.
STEFANI, C. oe, C. J. FORSYTH MAJOR vr W. BARBEY. Samos, Étude géolo-
gique, paléontologique et botanique. Avec 13 pl.. par GH. Cuisin. 1892. 20 fr.
— — — Karpathos. Étude géologique, paléontologiqne et botanique. — [n-ko,
avec 13 pl., par Ca: Cuisix. 1895 20 fr.
MAJOR, C.-F. Forsyru vr BARBEY, W. Halki. Étude botanique. — In-40 avec
1 planche double, par CH. Cuisix. Lausanne, 189% 9 Ir.
AUTRAN, E er DURAND, TH. — Hortus Boissierianus. Énumération des
plantes cultivées en 1895 à Valleyres et à Chambesy, avec préface de
M. F. Crépin, — In-80, xı et 572 pages, avec 3 planches. Genève, 1896.
12 fr.
ee
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER
SCHINZ, H. Die Pflanzenwelt Deutsch-Südwest-
N° 1.
LAC APR AGE PA; TR Lu Se Re APTE
N° 2. — HERZOG, Th. Einige briologische Notizen aus Grau-
büuden und Wallis ..... ee ONE DR
No 3. — de WILDEMAN, E. Une nouvelle Chylridinee (Miero-
MIVÉESEMESOCAL PI} A ER ES en Ar er Ter
N° 4. — SYDOW, H. et P. Fungi Aliquot Novi à F. Stuckert
An Argenlind.lec 22 0.2... ee AR UE
N° 5. — WAINIO, Edv. A. Reactiones Lichenum à J. Müllero
Argoviensi Descripiorum. ee ee PER ee:
N° 6. — MÜLLER, Karl, Freiburg. Bg. Revision der Hepaticæin
Mougeot-, Nesiler- und Schimper Stirpes kryptogame
2
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No 9. — Prof. Dr ROSENSTOCK (Gotha). Aspidium Libanoti-
CUS RAS DS CEST MERE" ee EL RENT
OBSERVATION
Geneve, — Imp. Romet, boulevard de Plainpalais, 26.
Abbe CHEVALLIER, L. Notes sur la Flore du Sahara
No 8. — CHABERT, Alfred. Les Rhinanthus des Alpes maritimes _
Les auteurs des travaux insérés dans les Mémoires de l’Herbier Bossier
ont droit gratuitement à trente exemplaires en tirage à part. -
… MÉMOIRES DE L'HRRBIFR BOISSIER
BULLETIN DE L'HERBIER BOISSIER
N° 10 2
gr
Mitteilungen aus dem Botanischen Museum der Universität Zürich,
CL
Beiträge
zur
Kenntnis der Afrikanischen Flora.
(Neue Folge.)
HERAUSGEGEBEN von Hans Schinz (Zürich).
ALT.
Date de la publication : 30 mars 1900.
Prix : 3 francs.
GENÈVE er BALE
GEORG & Cie, LIBRAIRES-ÉDITEURS
MÊME MAISON A LYON
1900
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER
N° 10
Mitteilungen aus dem Botanischen Museum der Universität Zürich.
EC
Zur Kenntnis
der
Pflanzenwelt der
Hans SCHINZ (Zürich) und Henri JUNOD (Delagoa-Bay).
(Suite.)
CYPERACEÆ:
* Cyperus prolifer Lam. Ill. gen. Encycl. I (4791), p. 147: Dur. et Schinz
Consp. V, p. 572.
Delagoa-Bay : Junod 44.
Südost- und Ostafrika, Madagaskar, Mauritius.
* C. radiatus Vahl Enum. pl. II (1806), p. 369; Dur. et Schinz Consp. V,
P. 973.
Delagoa-Bay : Junod 239.
Trop.-kosmop.
! Bestimmt von C. B. Clarke in Kew.
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n0 A0, 30 mars 1900. 61
26 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
* C. rotundus L. Spec. pl. ed. 1 (1753), p. 67; var. centiflorus C. B. Clarke
in Journ. Linn. Soc. XXI (1884), p. 171; Dur. et Schinz Consp. V, p. 574.
Delagoa-Bay : Rikatla, Junod 211.
Der Tvpu: kosmop. ; veränderliche Art.
* C. sphærospermus Schrad. Anal. fl. Cap. (1832), p. 8; Dur. et Schinz
Consp. V, p. 577.
Delazoa-Bay : Junod 87; Otto Kuntze.
Kapkolonie, Transvaal, Ost- und Westafrika, Madagaskar.
* Mariscus Dregeanus Kunth Enum. pl. II (1837), p. 120; Dur. et Schinz
Consp. V, p. 586.
Delagoa-Bay : Junod 151, 233 pr. p.
Verbreilet in trop. Afrika. Madagaskar, Maskarenen, Ostindien, Borneo.
* M. radiatus Hochst. ex Krauss in Flora (1845), p. 757; Dur. et Schinz
Consp. V, p. 591.
Delagoa-Bay : Otto Kuntze.
Kapkolonie (?).
* Kyllingia erecta Schumach. Beskr. Guin. Pl. (1827), p. 42; Dur. et Schinz
Consp. V. p. 528.
Delagoa-Bay : Junod 24a, 240.
Verbreitet vom Süden bis zu den Nilquellen, Mauritius, Madagaskar.
* Fuirena cœrulescens Steud. in Flora (1829). p. 153; Dur. et Schinz
Consp. V, p. 577.
Delagoa-Bay : Rikatla, Junod 86.
. Kapkolonie.
* F. microlepis Kunth Enum. PI. II (1837), p. 182 pr. p.; Dur. et Schinz
Consp. V, p. 647.
Delagoa-Bay : Junod 37, 232.
F. pachyrrhiza Ridl. in Trans. Linn, Soc. ser. 2, Il (1884), p. 161 ; Dur. ei
Schinz Consp. V, p. 647.
Delagoa-Bay : marais des palmiers. Junod 368.
Ost- und Westafrika, Transvaal.
* Bulbostylis cinnamomea (Beckl.) C. B. Clarke in Dur. et Schinz Consp.
V (1894), p. 612.
Delagoa-Bay : Otto Kuntze.
Transvaal, Madagaskar.
* B. Zeyheri (Beckl.) C. B. Clarke in Dur. et Schinz Consp. Fl. Afr. V
(189%), p. 616.
Delagoa-Bay : Junod 120.
Transvaal.
Fimbristylis obtusifolia (Lam.) Kunth Enum. PI. II (1837), p. 240; Dur. et
Schinz Consp. V, p. 608.
Delagoa-Bay : Otto Kuntze.
Trop. Afrika, trop. Amerika.
SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 27
Carex pseudocyperus L. Spec. pl. ed. 1 (1753), p. 378; Dur. et Schinz
Consp. V, p. 689.
Delagoa-Bay : marais des palmiers, Junod 346.
Aus Afrika erst von Madeira und aus Algier bekannt, im übrigen aber
kosmopolitisch.
Carex spec.
Delagoa-Bay : Junod 414 — Junod 346?
PALME.
Phoenix reclinata Jacq. Fragm. I (1801?), p. 27, t. 2%; Dur. et Schinz
Consp. V, p. 459.
Delagoa-Bay.
In Afrika sehr weit verbreitet.
ARACEÆ.
Stylochiton maximus Engler Bot. Jahrb. XV (1892), p. 466; Dur. et Schinz
Consp. V, p. 479.
Delagoa-Bay : Monteiro 2.
COMME LINACEÆ !.
* Commelina africana L. Spec. pl. ed. 1 (1753), p. 41; Dur. et Schinz
Consp. V, p. 422. |
Delagoa-Bay : Junod 177, 170.
Kapkolonie West- und Ostafrika, eine Spielart auch in Abyssinien.
C. cf. albescens Hassk. in Schweinf. Beitr. Fl. Aeth. (1867), p. 210; Dur. ei
Schinz Consp. V, p. 423.
Delagoa-Bay : Junod 269.
Abyssinien, reicht über Sokotra ostwärts bis nach Ostindien.
+ C. benghalensis: L. Spec. pl. ed. 4 (1753), p. 41 ; Dur. et Schinz Consp. V,
p. 424.
Delagoa-Bay : Otto Kuntze.
Tropenpflanze der östlichen Halbkugel.
C. Forskalæi Vahl. Enum. pl. II (1806), p, 172: Dur. et Schinz Consp. V,
p. 425.
Delagoa-Bay : Junod 488; Otlo Kuntze.
Tropisch Afrika (inklusive Mossambik).
1 Bestimmt von C, B, Clarke in Kew,
28 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
C. Vogelii C. B. Clarke in DC. Monogr. phan. II, p. 189; Dur. et Schinz
Consp. V, p. 428.
Delagoa-Bay : Otto Kuntze.
Kapkolonie, trop. Afrika.
LILIACEÆ.
* Gloriosa virescens Lindl. in Bot. Mag. (1825), t. 2539; Dur. et Schinz
Consp. V, p. 417.
Delagoa-Bay : fide Monleiro, Junod 150.
Trop. und subtrop. Afrika (inklusive Kapkolonie).
Iphigenia Junodii Schinz.
Herba erecta, glabra, glauca; folia anguste lanceolala. acuta; flores erecti,
in racemum laxum dispositi, pedicellis fructiferis deflexis, bracleis foliaceis;
perianihium bruneum, sepala oblonga, caducea; filamenta media turgida;
siylus elongatus.
Folia + 13 cm longa, Æ 6 mm lata; pedicelli 1-2 cm longi; sepala +
3 mm longa.
Steht offenbar der J. strumosa Baker aus Britisch Zentralafrika nahe.
Delagoa-Bay : colline de Rikatla, Junod 128; Lourenco Marques, depres-
sion de Kontine, Junod A19a. — «Cette Liliacée apparaît en grand nombre
en novembre là où l’on a remué le terrain. »
Bulbine nutans (Jacg.) Schult. Syst. veg. (1829), p. 447; Dur. et Schinz
Consp. V, p. 338.
Delagoa-Bay : Otto Kuntze.
Kapkolonie.
Anthericum spec.
Delagoa-Bay : Monteiro.
Chlorophytum delagoense Baker in Thiselton Dyer FI. Cap. WI (1897),
p. 399.
Delagoa-Bay : Monteiro.
Aloe Monteiroi Bak. in Gard. Chron. (1889), p. 523.
Delagoa-Bay : Monteiro.
Urginea Burkei Baker in Thiselton Dyer Fl. Cap. Air. VI (1897), p. 469.
Delagoa-Bay : between Lourenco Marques und Puzeens, 100 ft., Bolus 7628
(Kew).
U. delagoensis Baker in Thiselton Dyer Fl. Cap. VI (1897), p. 467.
Between Delagoa-Bay and Lolombo mountains, Bolus 7627 (Kew).
* Scilla lancæfolia Bak. in Saund. Ref. Bot. t. 182: Dur. et Schinz Consp.
V, p. 393.
Delagoa-Bay : Monteiro.
Sehr verbreitet in der Kapkolonieund nörlich davon bis nach Angola hinauf.
SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 29
Scilla spec.
Delagoa-Bay : Junod 106.
Ornithogalum Monteiroi Bak. in Thiselton Dyer Fl. Cap. VI (1897), p. 508.
Delagoa-Bay : Monteiro.
O. suaveolens Jacq. Icon. pl. rar. II (1786-93), t. 431: Dur. et Schinz Consp.
V, p. 405.
Delagoa-Bay : Monteiro.
Kapkolonie.
Ornithogalum ?
Ohne Blüten und ohne Früchte.
Delagoa-Bay : sable blanc, Junod 200.
* Asparagus asiaticus L. Spec. pl. ed. 1 (1753), p. 313; Dur. et Schinz
Consp. V, p. 282. 5
Delagoa-Bay : Bolus, Junod 47.
Verbreitet im trop. und subtrop. Afrika sowie im trop. Asien.
* A. stipulaceus Lam. Encycl. method. Bot. I (1783), p. 296; Dur. et Schinz
Consp. V, p. 289.
Delagoa-Bay : Bolus.
Verbreitet in der Kapkolonie.
Asparagus spec.
Delagoa-Bay : Junod 107.
Sansevieria subspicata Bak. in Gard. Chron. (1889), p. 436:
Delagoa-Bay : Monteiro.
AMARYLLIDACEÆ.
* ?Hæmanthus Katharinæ Bak. in Gard. Chron. VII (1877), p, 656; Dur.
et Schinz Consp. V, p. 269.
Delagoa-Bay : fide Monteiro.
Transvaal.
* H. magnificus Herb. in Bot. Reg. (1841). no 153: Dur. et Schinz Consp. V,
p. 269.
Delagoa-Bay : Monteiro.
Südostafrika.
Hæmanthus spec.
Delagoa-Bay : colline de Rikatla, Junod 419. — «On en fait une décoc-
tion pour tuer Ja vermine sur les têtes. »
* Apodolirion Mackenii Bak. in Journ. of Bot. (1878), p. 75; Dur. et
Schinz Consp. V, p. 246.
Delagoa-Bay : fide Baker in Thiselton Dyer Fl. Cap. VI, p. 198.
Südostafrika.
30 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Crinum Forbesianum Herb. Amarylli. (1837). p. 267: Dur. et Schinz Consp.
V, p, 248.
Delagoa-Bay : Monteiro 53; endroits secs, Junod 64.
Cyrtanthus Smithianus Herb. in Bot. Mag. (1840), sub t. 3779; Dur. et
Schinz Consp. V, p. 261.
Delagoa-Bay : fide Kew.
Südostafrika.
* Hypoxis Rooperii Moore var. Forbesii in Journ. Linn. Soc. XVII (1878),
p. 118; Dur. et Schinz Consp. V, p. 234.
Delagoa-Bay : Forbes.
Der Typus verbreitet in der Kapkolonie, Transvaal.
DIOSCOREACE A.
Dioscorea Forbesii Baker in Journ. of Bot. (1889), p. 2; Dur. et Schinz
Consp. V, p. 274.
Delagoa-Bay : Forbes: Rikatla, Junod 222.
* 2 D. malifolia Baker in Britt. Journ. Bot. (1889), p. 2; Dur. et Schinz
Consp. V, p. 274.
Delagoa-Bay : Mozakwen, Junod 518.
Oestliche Kapkolonie.
IRIDACEÆ.
* Moræairidioides L. Mant. (1767), p. 28; Bak. in Thiselton Dyer Fl. Cap.
VI (1896), p. 25.
Delagoa-Bay : fide Monteiro.
Kapkolonie, Transvaal, Sambesigebiet.
Moræa spec.
Delagoa-Bay : Monteiro 5.
* Gladiolus cf. aurantiacus Klatt in Linnæa XXXV (1857—68), p. 378;
Dur. et Schinz Consp. V, p. 213.
Delagoa-Bay. collines, Junod 131.
Lapeyrousia delagoensis Baker Handb. Irid. (1892), p. 171. Dur. et Schinz
Consp. V, p. 190.
Delagoa-Bay: Lourenco-Marques, Bolus 7618.
L. grandiflora Baker in Bot. Mag. (1887), t. 6924.
Delagoa-Bay : Monteiro, Junod 66.
Sambesi-Hochländer.
Lapeyrousia spec.
Delagoa-Bay; Junod 24.
TA RE
SCHINZ. BEITREGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 31
ORCHIDACEÆ.
* Ansellia gigantea Reichb. fil. in Linnæa XX (1847), p. 673.
Delagoa-Bay : Junod 281.
* Satyrium sphærocarpum Lindl. Gen. and Spec. Orch. (1830), p. 337;
Dur. et Schinz Consp. V, p. 99.
Delagoa-Bay : fide Monteiro, Junod 89.
* Disa polygonoides Lindi. Gen. et Spec. Orch. (1838), p. 349; Dur. et
Schinz Consp. V, p. 106.
Delagoa-Bay : Peters, Junod 19.
Kapkolonie, Transvaal, Südostafrika.
Lissochilus spec.
Delagoa-Bay : Monteiro.
Eulophia antennata Schltr. in Engl. Bot. Jahrb. XXVI (1899), p. 334.
Delagoa-Bay: im Schatten neben dem Fluss Nkomati, gegenüber der Insel
Incanhini, etwa 45 m ü. M., Schlechter ohne Nummer.
Mossambik.
* E. caffra Rchb. in Flora (1865), p. 186; Dur. et Schinz Consp. V, p. 19.
Delagoa-Bay: Junod 335.
Sululand.
Eulophia dispersa N. E. Brown in Bull. Misc. Inform. Kew (1892), p. 127;
Dur. et Schinz Consp. V, p. 21.
Delagoa-Bay : fide Monteiro.
Nördlich bis nach Sansibar, landeinwärts in den Gebieten der Nyassa-
zuflüsse und am Ngami-See.
E. papillosa (Rolfe) Schlechter in Engl. Bot. Jahrb. XX (1895), p. 25.
Delagoa-Bay: Junod 181,397. — Les enfants l’arrachent et en succent le suc.
Eulophia spec.
Delagoa-Bay: Junod 254.
URTICACEÆ.
Trema orientalis Blume Mus. Bot. Lugd. Bat. Il (1856), p. 58.
Delagoa-Bay: Junod 475, lieux humides.
Trop. der alten Welt.
LORANTHACEZÆ.
* Loranthus Dregei Eckl. et Zeyh. Enum. Plant. (1836), p. 358; Harv. el
Sond. Fl. Cap. II, p. 575.
Delagoa-Bay : Monteiro.
Südostafrika, mindestens bis nach Sansibar hinauf; Kapkolonie.
32 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
L. Dregei E. et Z. isi kein Manuskriptname (cf. Engler, Ostafr. C, p 156),
sondern fusst auf einer sehr ausführlichen Beschreibung.
L. roseus Klotzsch in Peters Moss. I (1862), p. 177.
Delagoa-Bay : Peters ; Monteiro 15.
? Viscum triflorum DC. Prodr. Regn. Veget. IV (1830), p. 279.
Delagoa-Bay : Monteiro.
Mauritius.
SANTALACEA.
Thesium spec.
Delagoa-Bay : Tembe, Junod 325.
OLACACEÆ.
Opilia amentacea Roxb. PI. Corom. II (1798), 31, t. 158.
— — var. tomentella Oliv. Fl. trop. Afr. I (1868), p. 352,
Delagoa-Bay : Monteiro 59.
Trop. Afr., trop. Indien, N. Australien.
* O. tomentella (Oliv.) Engl. in Pflanzenwelt Deutsch-Ostafrika C (1895),
p. 168.
Delagoa-Bay : colline de Rikatla, Junod 349.
Tsuaontemon. — Connu des Bangans qui se frottent les dents avec ce bois-
là pour se les rendre brillantes.
Trop. Ost- und Südostafrika.
Apodytes dimidiata E. Mey. et Bernh. in Linnæa XII (1838), p. 136.
Delagoa-Bay : collines, Junod 226.
POLYGONACEÆ.
* Polygonum lanigerum RBr. Prodr. Fl. Nov. Holl. (1810), p. 420.
Delagoa-Bay: Junod 251.
Trop. Afrika.
® P. minus Huds. Fl. Angl. ed. I (1762), p. 148.
Delagoa-Bay: marais des palmiers, Junod 344.
Kosmopolitisch.
* P. tomentosum Willd. Spec. Plant. II (1799), p. 447.
Delagoa-Bay: Junod 247, 251, 404.
Trop. Afrika und trop. Asien.
Oxygonum delagoense 0. Ktze. Rev. Gen. Plant. IIl/s (1898). p. 268.
Delagoa-Bay : Otto Kuntze.
— var. robustum 0. Ktze. L. c., p. 269.
Delagoa-Bay: Otto Kuntze.
SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 35
* ©. Dregei Meisn. in DC. Prodr. Regn. Veget. XIV (1840), p. 38.
Delagoa-Bay : Monteiro 16.
Kapkolonie, Südostafrika.
Oxygonum spec.
Delagoa-Bay. Junod 25.
CHENOPODIACEÆ.
Suæda maritima Dumort. Fl. Belg. (1827), p. 22.
— — var. normalis O. Ktze. (sub Lerchea) Rev. Gen. Plant. IIl/s (1898),
p- 267.
Delagoa-Bay: Otto Kuntze.
Kosmop. Litoralpflanze.
* Salicornia herbacea L. Spec. Plant. ed. 2 (1762), p. 5.
Delagoa-Bay: Otto Kuntze.
Meeresküsten-Pflanze ; soll in Australien fehlen.
AMARANTACEA.
* Celosia trigyna L. Mant. II (1771), p. 212.
Delagoa-Bay : colline, Junod 390.
Durch ganz Afrika verbreitet, Madagaskar, Arabien.
Hermbstædtia elegans Moq. in DC. Prodr. Regn. Veget. XIIl/s (1849), p.
247.
Delagoa-Bay : Rikatla, Junod 22, 373.
Transvaal und Oranjefreistaat.
Cyphocarpa Zeyheri (Moq.) Lopr. in Engler Bot. Jahrb. XX VII (1899), p. 42.
Delagoa-Bay : colline sèche, Junod 450. — « Flabatlabane = la plante qui
transperce. Medicine pour le rheumatisme qui se nomme chifambi c’est-à-dire
la maladie qui marche. »
Südwest- und Südostafrika.
* Pupalia atropurpurea (Link) Moq. in DC. Prodr. Regn. Veget. XIll/s
(1849), p. 331.
Delagoa-Bay : Junod 76.
Trop. Afrika, Madagaskar ; ind.-malaiisches Gebiet.
NYCTAGINACE A. '
* Bœrhaavia pentandra Burch. Trav. in the Inter. of S. Afr. I (1822), p. 432.
Delagoa-Bay : Junod 60.
Kapkolonie, subtrop. und trop. Afrika.
1 Bestimmt von Prof. Heimerl in Wien.
34 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
B. paniculata A. Rich. in Act. Soc. d’Hist. Nat. Paris I (1792), p. 105.
Delagoa-Bay : Junod 60.
Tropen Afrikas und Amerikas.
PHYTOLACCACE A.
* Limeum viscosum (J. Gay) Fenzl Nov. Stirp. Dec. Vind. 10 (1839), p. 87.
Delagoa-Bay : Junod 379.
Vielleicht eine Varietät von obiger Art? Vergl. meine bezüglichen Be-
merkungen in Pflanzenwelt Deutsch-Südwest-Afrikas (Bull. Herb. Boiss.
1897, App. II, p. 70.
Gisekea africana (Lour.) 0. Kuntze in Rev. Gen. PI. II (1898), p. 108.
Gisekea Milius (Lour.) Fenzl in Endl. Nov. Stirp. Dec. Mus. Vind. V
(1839), p. 86.
Delagoa-Bay : Monteiro 17, Junod 2, O. Kuntze.
Kapkolonie, Südwest-Afrika, Ost-Afrika.
_ G. pharnaceoides L. Mant. II (1771), p. 562.
— — var. flavida O0. Kuntze Rev. Gen. PI. IIl/s (1898), p. 108.
Delagoa-Bay : O. Kuntze. Der Typus verbreitet im trop. und subtrop.
Afrika (inel. Transvaal); Arabien, Madagaskar, Ostindie n.
G. rubella Hochst. ex DC. Prodr. Regn. Veget. XIli/s (1849), p. 27.
Delagoa-Bay : Rikatla, Junod 2.
Trop. Afrika.
Semonvillea fenestrata Fenzl in Endl. Nov. Stirp. Dec. Mus. Vind. V
(1839), p. 42; Harv. et Sond. Fl. Cap. I, p. 152.
Delagoa-Bay : Junod 221.
Im südlichen Afrika (Kapkolonie. Transvaal, Deutsch-Südwest-Afrika und
Angola [?]) verbreitet.
AIZOACEÆ.
Sesuvium Portulacastrum L. Syst. ed. X (1758—59), p. 1058.
Delagoa-Bay : marais, Junod 258.
Trop. Ost- und Westafrika.
Mollugo Spergula L. Spec. PI. ed. 2 (1862), p. 131.
Delagoa-Bay : marais de Hangwane, Junod 466.
Tropen der östlichen Hemisphäre.
PORTULACACEA.
* Portulaca oleracea L. Spec. Pl. ed. 1 (1753), p. 445.
Delagoa-Bay : Junod (ohne Nummer).
Kapkolonie, trop. und subtrop. Afrika, Europa und alle wärmern Länder.
SCHINZ. BEITREGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 39
CARYOPHYLLACEÆ.
Drymaria spec.
Delagoa-Bay : Junod 503.
* Polia arenaria Lour. Fl. Cochinch. (1790). p. 164.
Delagoa-Bay : Junod 259, 451, Otto Kuntze.
In allen wärmern Teilen der Erde.
NYMPHÆACEÆX.
Nymphæa cœrulea Savign. Decad. pl. Egypt. LIL (1799), p. 74.
Delagoa-Bay : Monteiro ; lac de Rikatla, Junod 55, 1437.
Verbreitet in ganz Afrika; Madagaskar, Südosteuropa, trop. Asien.
RANUNCULACEÆ,.
* Clematis orientalis L. subsp. brachiata O. Ktze. (Thunb.) in Verh. Bot.
Ver. Prov. Brandenb. XXVI (1885), p. 125.
Delagoa-Bay : Junod A.
Südafrika, westlich bis nach Angola hinauf.
* C. orientalis L. subsp. Thunbergii O. Ktze. (Steud.) in Verh. Bot. Ver.
Prov. Brandenb. XX VI (1885), p. 124.
Delagoa-Bày : collines, Junod 370.
« Menyamamba (Vern.); medicine de toux. » Junod.
In ganz Afrika mit Ausnahme der Mittelmeergebiete; Madagaskar.
* Ranunculus pubescens Thunb. Prodr. (1800), p. 94.
Delagoa-Bay : marais des palmiers, Junod 422; Junod 31 (?).
Südlich und trop. Afrika, Madagaskar.
MENISPERMACEZÆ.
* Cissampelos Pareira L. Spec. PI. ed. I (1753), p. 1031.
— var. mucronata (Rich.) Engl. Pflanzenwelt Ostafr. C, p. 181.
— — subvar. hirta (Klotzsch) Engl. Bot. Jahrb. XX VI (1899), p. 395.
Delagoa-Bay : Lourenco-Marques, Junod 45, #78, Schlechter 11548.
Eine in zahlreichen Spielarten in den Tropen beider Hemisphären ver-
breitete Art.
C. tamnifolia Miers Contrib. to Bot. III (1866), p. 185.
Delagoa-Bay : Forbes 11.
Kapkolonie.
36 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
* C. torulosa E. Mey. in Oliv. Fl. trop. Afr. I (1868), p. 46.
Delagoa-Bay : Junod 54.
Vermutlich doch nur eine Varietät von C. Pareira L. (vergl, auch Oliver
l. c.) Männliche Infloreszenzen bald kahl, bald spärlich behaart. Laubblätter
der männlichen Exemplare bewimpert, die der weiblichen Æ kahl. Der
Blatistiel mehr oder weniger auf die Blattspreite gerückt, wie dies von Oliver
für torulosa angegeben wird. Frucht rot.
Tinospora Stuhlmannii Engl. Bot. Jahrb. XX VI (1899), p. 404.
Delagoa-Bay : Lourenco-Marques, Schlechter 11675.
Mossambik.
Synclisia Junodi N. E. Brown ined'!.
Delagoa-Bay : sable rouge, Junod 212,464. — Chiheumboula.
LAURACEZÆ.
Cassytha filiformis L. Spec. PI. ed. I (1753), p. 35.
Delagoa-Bay : Junod 51.
Trop. Afrika, Madagaskar.
ANONACEZÆ.
Uvaria virens N. E. Brown in Bull. Misc. Inf. (1896), p. 16.
Delagoa-Bay : Monteiro.
Artabotrys cf. brachypetala Benth. in Trans. Linn. Soc. XXII (1862),
p. 467.
Delagoa-Bay : Junod 480.
Sambesigebiet.
* A. Monteiroæ Oliv. in Hook. Icon. pl. XVII (1887—88), t. 1796.
Delagoa-Bay : Junod 253.
A. suaveolens Blume Fl. Jav. Anon. (1828), p. 62 fide herb. Kew.
Delagoa-Bay : Monteiro 4.
Trop. Ostindien, Mal. Archipel.
PAPAVERACEZÆ.
* Argemone mexicana L. Spec. Pl. ed. I (1753), p. 508.
Delagoa-Bay : Junod 14; Monteiro 3%.
Eingeschleppt aus Amerika; verbreitet im trop. Australien ?
1 Diese und einige andere Bestimmungen verdanke ich der Direction der Her-
barien in Kew; die Beschreibung der von Herrn N. E. Brown aufgestellten
Arten wird in den Icones Plantarum von Hooker erfolgen.
SCHINZ. BEITREGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 37
CRUCIFERÆ.
? * Lepidium ruderale L. Spec. Pl. ed. I (1753), p. 615.
Delagoa-Bay : Khocene. Junod 31%.
Eine Form (?) mit stark zerteilten Blättern.
Kosmopolitisch.
Nasturtium ? spec.
Delagoa-Bay : marais des palmiers, Junod 415.
CAPPARIDACEÆ.
Cleome chilocalyx Oliv. Fl. trop. Afr. I (1868), p. 81.
— — var. tenuifolius Oliv. |. c.
Delagoa-Bay : Monteiro 42, Junod 100, Otto Kuntze.
Mossambik.
* C. monophylla L. Spec. PI. ed. I (1753), p. 672.
Delagoa-Bay : Junod 66.
Verbreitet in zahlreichen Formen in ganz Afrika.
* Polanisia Dianthera DC. Prodr. Regen. Veget. I (1822), p. 548.
— — var. delagoensis Olto Kuntze Rev. Gen. Pl. III/2 (1893), p. 7.
Delagoa-Bay : Otto Kuntze.
Trop. und Subtropen Afrikas, mit Einschluss der Kapkolonie.
* P. hirta (Klotzsch) Pax in Engler Bot. Jahrb. X (1889). p. 14.
Delagoa-Bay : Junod 62.
Tropisches Afrika, Transvaal, Südwest-Afrika.
* P. Petersiana (Klotzsch) Pax in Engler Bot. Jahrb. XIX (1894), p. 134.
Delagoa-Bay : Monteiro 54; lac de Rikatla, Junod 17.
Kapkolonie, Südwest- und Centralafrika.
* Pedicillaria pentaphylla (L.) Schrank in Röm. et Usteri Mag. Bot. III
(1790), p. 10.
Delagoa-Bay : marais putride pres de la ville, Junod 496.
In allen wärmern Gebieten; in Amerika eingeschleppt, fehlt in Australien.
* Capparis Gueinzii Sond. in Harv. et Sond. Fl. Cap. ! (1859--60), p. 62.
Delagoa-Bay : Monteiro 32.
CRASSULACEZÆ.
Crassula cf. lasiantha E. Mey. in Harv. et Sond. Fl. Cap. II (1861—62), p. 344.
Delagoa-Bay : Junod 65.
Kapkolonie.
38 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
C. rotundifolia Harv. Phil. Mag. XXXI (1824), p. 188.
Delagoa-Bay : Junod 284.
Kapkolonie.
Crassula spec.
Delagoa-Bay : fide Monteiro.
* Kalanchoe rotundifolia Harv. Phil. Mag. (1825), p. 31.
Delagoa-Bay ; Junod 284, 442, 443.
Kapkolonie.
Bryophyllum delagoense (Eckl. et Zeyh.) Schinz.
Kalanchoe — Eckl. et Zeyh. Enum. (1836), p. 305.
B. tubiflorum Harv. in Harv. et Sond. Fl. Cap. II (1861—62), p. 380.
Delagoa-Bay : Forbes, Monteiro.
SAXIFRAGACEE.
Vahlia capensis Thunb. Nov. Gen. Pl. P. II (1782), p. 36.
Delagoa-Bay : Junod 252, 420.
In den Gebieten des südlichen aussertropischen Afrikas.
Brexia madagascariensis Du Petit Thou. et Ker-Gawl in Bot. Reg. (1823),
t. 730.
Delagoa-Bay : Forbes.
Sansibar, ostafrikanische Inseln.
LEGUMINOSÆ.
* Albizzia fastigiata E. Mey. Comm. (1835), p. 165.
Delagoa-Bay : Junod 3; Monteiro 33.
Trop. Afrika.
A. cf. versicolor Welw. in Oliv. Fl. trop. Afr. II (1871), p. 359.
Delagoa-Bay : Monteiro.
Angola, Ostafrika.
* Acacia Kraussiana Meisn. in Lond. Journ. II (1843), p. 103.
Delagoa-Bay : Junod 300, 336.
Acacia spec.
Delagoa-Bay : Junod 139.
Dichrostachys Forbesii Benth. in Hook. Journ. of Bot. IV (1842),
p. 393.
Delagoa-Bay : Forbes; Junod 142.
Der im trop. und subtrop. Afrika weitverbreiteten D. nutans sehr nahe
verwandt und vielleicht sogar mit ihr identisch.
VIN MSREERS
SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 39
D. nutans Benth. in Hook. Journ. of Bot. IV (1842), p. 353.
Delagoa-Bay : Monteiro, Junod 175.
Cf. D. Forbesii.
Piptadeni Schlechteri Harms in Engl. Bot. Jahrb. XX VI (1899), p. 260.
Delagoa-Bay : Schlechter 11706.
Entada Wahlbergii Harv. in Harv. et Sond. Fl. Cap. II (1861—62, p. 277.
Delagoa-Bay : Junod 256; au nord de Rikatla, Junod 309.
Verbreitung ?:; Harvey gibt nur allgemein «South Africa» an.
* Cassia delagoensis Harv. in Harv. et Sond. Fl. Cap. II (1861—62), p. 272.
Delazoa-Bay : Forbes.
C. mimosoides L. Spec. PI. ed. I (1753), p. 379.
Delagoa-Bay : Rikatla, Junod 42, 158, 245; Monteiro 21.
Kosmop. in den Tropen der Alten und Neuen Welt.
* ©. occidentalis L. Spec. Pl. ed. I (1753), p. 377.
Delagoa-Bay : Junod 209.
Ueberall in den Tropen.
C. Petersiana Bolle in Peters Mossamb. Bot. I (1862), p. 13.
Delagoa-Bay : Junod 152.
Nordost- und Westafrika.
Cæsalpinia Bonducella Roxb. Fl. Ind. II (182%), p. 357.
Delagoa-Bay : Monteiro, Junod 262.
Trop. Afrika und Asien, Madagaskar.
Afzelia cf. cuanzensis Welw. Apont. Phyto-geogr. (1859). n. 35.
Delagoa-Bay : Junod 121.
Hülsen fehlen und die Bestimmung lässt daher noch Zweifeln Raum.
Trop. Afrika.
Dialium Schlechteri Harms in Engl. Bot. Jahrb. XX VI (1899), p. 276.
Delagoa-Bay : Schlechter 11603.
Apalatoa delagoensis Schinz.
Delagoa-Bay : Junod 329.
Arborea; foliola oblonga, integerrima, obtusa, coriacea; inflorescentia
composito-racemosa.
Nach den Angaben des Sammlers ein Baum von enormen Proportionen.
Die Blätter haben (inklusive Blattstiele) eine Länge von 7 cm, wovon 2 cm
auf den Blattstiel fallen; die Blättchen sind 2 mm lang gestielt, sie sind von
länglich ovalem Umriss, ganzrandig und haben eine Länge von 27 mm bei
einer Breite von 12 mm. Sie sind von lederiger Beschaffenheit, ganz kahl
und besitzen einen unterseits hervortretenden Mittelnerven. Die Blüten-
stände sind zusammengesetzt-traubig. Die Hochblätter scheinen hinfällig zu
sein, wenigstens finden sich an dem mir vorliegenden Exemplare nur noch
die Narben. Die 5 Kronblätter sind gleich den jungen Trieben aussen kurz,
gelbbraun, filzig und zur Zeit der Anthese zurückgeschlagen ; ihre Länge
40 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
misst + 4 mm. Die Staubfäden der 7 Antheren sind + 2 mm lang. Der Frucht-
knoten ist ganz kurz gestielt, flach, elliptisch, eifôrmig und fllzig behaart ;
er ist zweifächerig und zweisamig.
Von den 11 beschriebenen Apalatoa-Arten dürfte A. senegalensis (Plan-
chon) Taub. zur Vergleichung mit unserer Art herangezogen werden, in-
dessen sind bei dieser die Blälter grösser, zugespitzt oder duch von einer
Spitze gekrönt. N
Sophora inhambanensis Klotzsch in Peters Moss. I (1862), p. 26.
Delagoa-Bay : Peters.
Südostafrika.
* Crotalaria globifera E. Mey. Comm. (1835). p. 24; var. glabra Harv. in
Harv. et Sond. Fl. Cap. II (1861—62), p. 44.
Delagoa-Bay Junod 153.
Transvaal ?
* C. striata DC. Prodr. Regn. Veget. II (1825), p. 131.
Delagoa-Bay : Junod 217.
Tropenkosmopolitisch.
Crotalaria spec.
Delagoa-Bay : Monteiro 18.
* Indigofera cf. eriocarpa Benth. Comm. (1835), p. 103.
Delagoa-Bay : Rikatla, Junod 58.
* I. hirsuta L. Spec. Pl. ed. 1 (1753), p. 751.
Delagoa-Bay : Junod 358.
Trop. und subtrop. Afrika, Madagaskar, trop. Asien, Nord-Australien.
I. aff. humifusæ Eckl. et Zeyh. Enum. (1836), p. 244.
Delagoa-Bay : Junod 28.
Kapkolonie.
I. podophylla Benth. in Harv. et Sond. Fl. Cap. Il (1861-62), p. 168.
Delagoa-Bay : Forbes, Junod 292, 362 a.
Shirimbiati cha mouthon — le Sh. des forêts: plante medicinale pour
quand on a mal dedans.
Mossambik.
I. polycarpa Benth. in Harv. et Sond. Fl. Cap. II (1861—62), p. 194.
Delagoa-Bay : Forbes : Junod 224.
I. tinctoria L. Spec. Pl. ed. 1 (1753), p. 754.
— — var. brachycarpa DC. Prodr. Regn. Veget. Il (1825), p. 224.
Delagoa-Bay : Oito Kuntze.
* I. tristis E. Mey. Comm. (1835), p. 101.
Delagoa-Bay : Junod 267.
Kapkolonie IV, Transvaal.
Indigofera spec.
Delagoa-Bay : Monteiro 9.
SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. WA
Indigofera spec.
Delagoa-Bay : Junod 27.
Indigofera spec.
Delagoa-Bay : Junod 250.
Indigofera spec.
Delagoa-Bay : Junod 387.
Sort en masse là où l’on laboure, l'été.
Indigofera spec.
Delagoa-Bay : colline de Lourenco-Marques, Junod 494.
« Chiringeti cha tshune» = chiringeti mâle.
* Tephrosia discolor E. Mey. Comm. (1835), p. 111.
Delagoa-Bay : Junod 179.
T. cf. Forbesii Baker in Oliv. Fl. trop. Afr. II (1871), p. 116.
Delagoa-Bay : Junod 168.
* T. longipes Meisn. in Hook. Lond. Journ. II (1843), p. 87.
Delagoa-Bay : Forbes, Monteiro; colline, Junod 160.
Kapkolonie, Transvaal; Ostafrika.
* T. polystachya E. Mey. Comm. (1835), p. 109.
Delagoa-Bay : Junod M.
Kapkolonie IV.
T. polystachya E. Mey. Comm. (1835), p. 109 ; var. ?
Delagoa-Bay : Junod 26.
T. villosa (L.) Pers. Ench. II (1807), p. 329 var. * cinerea O. Ktze. in Rev.
Gen. Pl. I (1891), p. 173.
Delagoa-Bay : Otto Kuntze.
Der Typus in Ostafrika und im trop. Asien.
* Sesbania aculeata Pers. Ench. II (1807), p. 316.
Delagoa-Bay : Junod 298, 459.
« Tinsekaseka » ; combustible recherche.
Trop. Afrika und Asien, Australien.
Aeschynomene indica L. non Burm. Spec. PI. ed. I (1753), p. 713.
Delagoa-Bay : Otto Kuntze.
Kosmopolitisch in den Tropen.
Stylosanthes mucronata Willd. Spec. PI. III (4800), p. 1166.
Delagoa-Bay : Monteiro 11, Junod 20%.
Alpine Pflanze des trop. Afrika und der Transvaal ; trop. Asien.
Arachis hypogæa L. Spec. Plant. ed. I (1753), p. 741.
Delagoa-Bay : fide Monteiro.
Ueberall in den Tropen und Subtropen kultivirt.
* Zornia tetraphylla Michx. Fl. bor. amer. I (1803), p. 76, t. 41.
Delagoa-Bay : Monteiro 30 ; Junod 48.
Kapkolonie, trop. Afrika, Nord- und Südamerika.
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER, n0 10, 30 mars 1900. 62
42 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
* Desmodium barbatum (L.) Benth. in Kjeb. Vidensk-Meddel (1853), p. 18.
Delagoa-Bay : Junod 271.
Trop. Afrika.
* D. incanum DC. Prodr. Regn. Veget. II (1825), p. 332.
Delagoa-Bay : marais des palmiers, Junod 342.
Trop. Afrika, Mauritius, Madagaskar, trop. Amerika.
Pterocarpus erinaceus Poir. in Lam. Diet. V (180%), p. 728.
Delagoa-Bay : Junod 144.
Trop. Afrika.
? Pongamia glabra Vent. Jard. Malm. I (1803), p. 28, t. 28.
Delagoa-Bay : Monteiro. — Ohne Früchte!
Trop. Asien, Australien, Inseln des stillen Oceans.
* Abrus precatorius L. Syst. Nat. ed. 12, II (1767), p. 472.
Delagoa-Bay : Junod 165.
Tropenkosmopolitisch.
* A. pulchellus Wall. et Thw. Enum. pl. Zeyl. (1864), p. 9.
Delagoa-Bay : Junod 196.
Trop. Afrika und trop. Asien.
* ? Erythrina Humei E. Mey. Gomıin. (1835). p. 150.
Delagoa-Bay : fide Monteiro.
Kapkolonie.
* Canavalia obtusifolia DC. Prodr. Regn. Veget. II (1825), p. 404.
Delagoa-Bay : Otto Kuntze, Junod 391.
« Nouamahlanga. »
In den Tropen beider Halbkugeln.
Canavalia spec.
Delagoa-Bay : Junod 263°
* Rhynchosia gibba E. Mey. in Liun. VII (4832), p. 170.
Delagoa-Bay : Monteiro 1% (var.); Junod 57.
Kapkolonie.
* R. aff. hirsutæ Eckl. et Zeyh. Enum. (1836). p. 256.
Delagoa-Bay : Khocène, Junod 340.
Kelchzipfei kaum länger als die Kelchröhre, aber kürzer als die behaarte
Fahne: Nebenblätier ?
R. hirsuta ist in der Kapkolonie und in der Transvaal verbreitet.
R. mimina DC. Prodr. Regn. Veget. II (1825). p. 385.
Delagoa-Bay : Rikatla, Junod W.
Tropenkosmopolitisch.
R. puberula Harv. :n Harv. ei Sond. Fl. Cap. II (1861-62). p. 255.
Delagoa-Bay : Rikatla, Junod 85.
Kapkolonie.
SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNENIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 43
* Eriosema cajanoides (Guill. ei Perr.) Benth. in Hook. Fl. Nigr. (1849),
p. 314.
Delagoa-Bay : sable blanc, Junod 248; marais des palmiers, Junod 427.
« Rongolo ra ntloe » = le rongolo blanc (à cause des feuilles argen-
tées).
Rongolo parait être un nom générique pour ces Papilionacées.
Trop. Afrika.
* E. parviflorum E. Mey. Comm. (1835), p. 130.
Delagoa-Bay : Junod 202.
Trop. Afrika.
* E. salignum E. Mey. Comm. (1835), p. 129.
Delagoa-Bay : Junod 427 a.
Transvaal.
Vigna aff. niloticæ Hook. FI. Nigr. (1849), p. 311.
Delagoa-Bay : marais des palmiers, Junod 369.
Trop. Afrika.
* V. triloba (Thunb.) Walp. in Linn. XIII (1839), p. 53%.
Delagoa-Bay : marais des palmiers, Junod 386.
Kapkolonie, trop. Südostafrika.
* V. vexiliata (L.) Benth. in Mart. Fl. Bras. XVI (1859—62), p. 194,
t. 50.
— — var. Stocksii Benth. 1. c.
Delagoa-Bay : Junod 99, Otto Kuntze.
Der Typus im trop. Afrika und Amerika auf Kulturland verbreitet.
Vigna spec.
Delagoa-Bay : marais des palmiers, Junod 343.
« Chekanes. »
Vigna spec.
Ohne Blüten und Früchte.
Delagoa-Bay : colline de Rikatla, Junod 149.
Vigna spec.
Delagoa-Bay : Junod 491.
Vigna spec.
Delagoa-Bay : Junod 149.
* Dolichos biflorus L. Spec. PI. ed. I (1753), p. 787.
Delagoa-Bay : Rikatla, Junod 82.
Trop. Afrika, trop. Asien.
Dolichos spec.
Delagoa-Bay : sable rouge, Junod 208.
Ah MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
OXALIDACEE.
* Oxalis corniculata L. Spec. Pl. ed. I (1753), p. 435.
Delagoa-Bay : Junod 78.
Durch ganz Afrika, auf den Maskarenen, auf Madagaskar, trop. Asien,
Mittelmeergebiet bis in die Schweiz hinein.
* O. semiloba Sond. in Harv. et Sond. Fl. Cap. I (1859—60), p. 350.
Delagoa-Bay : fide Monteiro; Junod 260.
Südostafrika.
ZYGOPHYLLACEA.
* Tribulus terrestris L. Spec. Pl. ed. I (1753), p. 387.
Delagoa-Bay : Monteiro 56.
Kosmopolitisch.
— — var. Zeyeri Sond. in Harv. et Sond. Fl. Cap. I (1859 —1860), p. 353.
Delagoa-Bay : Junod 115.
Kapkolonie, Südwestafrika.
RUTACEZÆ.
* ? Pterota armata (Thunb.) O. Kuntze Rev. Gen. PI. LI (1893), p. 3%.
Delagoa-Bay : Otto Kuntze.
Kapkolonie, Transvaal.
BURSERACEÆ.
Commiphora Schlechteri Engl. Bot. Jahrb. XX VI (1899), p. 372.
Delagoa-Bay : Lourenco-Marques. ziemlich häufig in Gebüschen, Schlech-
ter 11673.
Commiphora spondioides Engl. Bot. Jahrb. XX VI (1899), p. 371.
Delagoa-Bay : Lourenco-Marques, in Gebüschen, Schlechter 14559.
MELIACEA.
* Ekebergia Meyeri (E. Mey.) Presl. Bot. Bemerk. (1844), p. 25.
Delagoa-Bay : Junod 352.
Kapkolonie.
* Trichilia emetica Vahl Symb. I (1790), p. 31.
Delagoa-Bay : Monteiro 39; plaine de Delagoa-Bay, Junod 93.
Trop. Afrika.
SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 45
Turræa Junodii Schinz.
Delagoa-Bay : Junod 118.
Fruticosa; folia oblongo ovata vel oblonga, obtusa vel rotundata vet trun-
cata; calyx turbinatus, velutinus, breviter 5 dentatus; petala linearia ; tubus
stamineus fimbriatus, fructus 10 locellatus, intus pilosus.
Ein Strauch von 2 bis 3 m Höhe. Die Blätter sind etwa 5 mm lang ge-
stielt und befinden sich gebüschelt auf Kurzirieben, sie sind in der Jugend
gleich den jungen Sprossen seidig behaart, später aber völlig kahl, + 4 cm
lang und += 18 mm breit; ihr Umriss ist länglich-eiförmig bis oval, stumpf
bis abgerundet oder sogar abgestutzt, am Grunde abgeruudet oder etwas ver-
jüngt. Der Kelch ist kreiselförmig, samtartig behaart, kurz 5-zähnig. Die
linealischen Kronblätter sind weiss, Æ 5 cm lang bis 2 mm breit. Die Staub-
blattröhre hat eine Länge von + 41/2 cm; sie ist gefranst und innen behaart.
Der Fruchtknoten ist 10-fächerig.
Wir kennen aus unserem Gebiete vier Turrea-Arten : T. floribunda
Hochst. (= T. heterophylla Sonder non Smith) und T. nilotica Kotschy et
Peyr. Erstere, in Natal vorkommend, hat weichbehaarte Laubblätter und
einen kahlen Staminaltubus, T. nilotica hat dagegen bei behaartem Staminal-
tubus viel grössere Laubblätter und kleinere Blüten. Turræa obtusifolia
Hochst. und T. Mombassana Hiern endlich haben einen 4- bis 5-fächerigen
Fruchtknoten.
* T. Mombassana Hiern in DC. Monogr. Phaner. I (1878), p. 439.
Delagoa-Bay : Lebombo, Junod 276.
Sansibarküste.
MALPIGHIACE A.
* Sphedamnocarpus pruriens (E. Mey.) Planch. ex Engl. und Prantl Natürl.
Pfl. Fam. IIl/s (1896), p. 60.
Delagoa-Bay : Junod 497.
Sphedamnocarpus spec.
Delagoa-Bay : Junod 185.
Tristellateia madagascariensis Poir. Encycl. Suppl. V (180%), p. 367.
Delagoa-Bay : Owen.
Madagaskar.
POLYGALACGE AR. !
* Polygala capillaris E. Mey. in Harv. el Sond. Fl. Gap. 1 (1859—60), p. 95.
Delagoa-Bay : sur les marais, Junod 70. ;
Transvaal.
1 Bestimmt von Prof. Dr Chodat in Genf.
46 MÉMOIRES DE L HERBIER BOISSIER.
? P. Quartiniana Rich. FI. Abyss. I (1847), p. 36.
Delagoa-Bay : fréquent sur la colline de Rikatla. Junod 73.
Ostafrika.
P. Rehmanni Chodat Monogr. Polyg. I (1893), p. 362.
Delagoa-Bay : sable des collines, Junod 154; buisson, Junod 123.
Transvaal.
* P. Serpentaria Eckl. et Zeyh. Enum. (1836), p. 24.
Delagoa-Bay : sable rouge, Junod 80.
Im Südosten der Kapkolonie.
Securidaca longepedunculata Fres. Mus. Senckenb. II (1837), p. 275.
Delagoa-Bay : Forhes, Monteiro 58, Junod 96.
Trop. Afrika.
Hievon ist wohl (vergl. Oliver Fl. trop. Afr. I, p. 13%) oblongifolia
(Hochst.) Benth. et Hook kaum verschieden.
EUPHORBIACE Æ. !
Securinega Schlechteri Pax in Engl. Bot. Jahrb. XX VIII (1899), p. 18.
Delagoa-Bay : Lourenco-Marques, Schlechter 11524.
Flueggea obovata (L.) Müll.-Argov. XV/> Euph. (1862), p. 449.
Colline de Rikatla 428. Junod.
Trop. Afrika, ostafr. Inseln, Ostindien, Australien. malaiischer Archipel.
Flueggea nov. spec. ?
Delagoa-Bay : Rikatla, Junod 59.
Junodia triplinervia Pax in Engl. Bot. Jahrb. XX VIII (1899), p. 22.
Delagoa-Bay : Junod 464.
Phyllanthus maderaspatensis L. Spec. Pl. ed. I (1753), p. 982.
Delagoa-Bay : Junod 113.
Trop. Afrika, Arabien, trop. Asien.
P. Niruri L. Spec. Pl. ed. I (1753), p. 981.
Delagoa-Bay : Junod, F 21.
Trop.-kosmopolitisch.
P. pentandrus Schum. et Thonn. Guin. PI. (1827), p. 419.
Delagoa-Bay : Junod 493, 185.
Trop. Ost- und Westafrika.
Phyllanthus nov. spec.
Delagoa-Bay : assez fréquent, Junod 54.
* Antidesma venosum Tul. in Ann. se. nat. (1851), p. 232.
Delagoa-Bay : Junod 156.
Trop. Afrika, Madagaskar.
ı Zum Teil von Prof. Dr Pax in Breslau bestimmt.
SCHINZ. BEITREGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 47
* Bridelia micrantha (Hochst.) Müll.-Argov. in DC. Prodr. Regn. Veget.
XV/2 (1862—66), p. 498.
Delagoa-Bay : O. Kuntze.
Trop. Afrika.
B. stipularis Blume Bijdr. (1825—26), p. 597.
Delagoa-Bay : Junod 227.
Trop. Afrika, trop. Asien.
Croton pulchellus Baill. Adans. IV (1860 —63), p. 161.
Delagoa-Bay : Mazakwen, Junod 361 a, 119; 516.
Ost- und Südostafrika, Madagaskar.
Mallotus cf. capensis (Baill.) Müll.-Arg. in Linnæa XXXIV (1865—66),
p. 189.
Delagoa-Bay : Junod 2 à.
Kapkolonie.
* Acalypha petiolaris Krauss in Flora XXIII (4850). p. 117.
Delagoa-Bay : Junod 147.
Kapkolonie.
* Tragia angustifolia Benth. in Hook. Nigr. Fl. (1849), p. 502.
Delagoa-Bay : Junod 198.
Trop. Ostafrika, Madagaskar, Komoren.
* Excoecaria reticulata (Hochst.) Müll.-Arg. in DC. Prodr. Regn. Veget.
XV/2 (1862—66), p. 1215.
Delagoa-Bay : Junod 1 à, 68.
Euphorbia nov. spec. ?
Delagoa-Bay : Lebombo, Junod 140.1!
ANACARDIACEZÆ.
Anacardium occidentale L. Spec. Pl. ed. I (1753), p. 383.
Delagoa-Bay : kultivirt ! Monteiro.
Heimat : trop. Südamerika; kultivirt in allen Tropen.
* Sclerocarya caffra Sond. in Linnæa XXII (1850), p. 26.
Delagoa-Bay : Junod 350; Rikatla, Junod 469.
« Nkanye» (Vern.). Le fruit sert à la préparation de la bière nationale
qu’on boit en février.
Trop. Afrika, Kapkolonie, Transvaal, Madagaskar.
1 Wenn Pax (in Engl. Bot. Jahrbuch XXVIN, p. 24) von weitern Pflanzen
aus Lourenco-Marques Jatropha Schlechteri Pax und Jatropha heterophylla Pax
nennt, so beruht dies wohl auf einem Irrtum, denn Komati Poort (richtiger Nko-
mati) liegt weit ab von der genannten Stadt an der Grenze gegen die Transvaal.
48 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
Rhus abyssinicum Hochst. in Flota (1844), 1832.
— — var. obovatum Oliv. Flor. trop. Afr. 1 (1868), p. 437.
Delagoa-Bay : Forbes, Junod 270, commun.
Sambesigebiet, Madagaskar.
R. glaucescens Rich. Flor. abyss. I (1847), p. 143.
Delagoa-Bay : Junod 305.
Eine in zahlreiche Spielarten zerfallende Art des trop. Afrika; Ko-
moren.
R. lancea L. Suppl. (1781), p. 184.
Delagoa-Bay : Junod 302.
Kapkolonie, Transvaal.
* R. refracta Eckl. et Zeyh. Enum. (1836), p. 145.
Delagoa-Bay : Junod L.
Kapkolonie, Transvaal.
Odina spec. ?
Delagoa-Bay : Rikatla, Junod 234.
HIPPOCRATEACEZÆ.
Hippocratea ? indica Willd. Spec. Plant. I (1797), p. 193.
Delagoa-Bay : Monteiro 7 ?, Junod 151.
Trop. Afrika; Indien, malaiischer Archipel.
Hippocratea spec.
Ohne Früchte; vielleicht = H. indica.
Delagoa-Bay : forêt de Mozakwen, Junod 340.
« Ghiko Kombela », employé dans la construction des huttes.
* Salacia Kraussii (Harv.) Hochst. in Flora XX VII (1844), p. 306.
Delagoa-Bay : Monteiro 38: Junod 190, 43%. — Fruit gros comme une
prune, orange, excellent.
Die Wood’schen Exemplare von Inanda, von Szyszylowicz bestimmt, be-
sitzen in stumpfe Spitzen zusammengezogene Blätter, wogegen die Junod’schen
Pflanzen stumpfe Blätter haben.
SAPINDACEÆ.
* Cardiospermum halicacabum L. Spec. PI. ed. I (1753), p. 366.
Delagoa-Bay : Junod 312, 376.
Tropenkosmopolitisch.
* Deinbollia oblongifolia (E. Mey.) Radik. in Sitzungsber. k. bayer. Akad.
VII (1853), p. 302 und 359.
Delagoa-Bay : Junod.
SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 49
CELASTRACE Æ.
* Celastrus buxifolius N. Spec. Pl. ed. I (1753), p. 197 cf. var. glomeruli-
florus Sond. in Harv. et Sond. Fl. Cap. I (1859—60), p. 459.
Delagoa-Bay : Junod 50.
Kapkolonie.
C. mossambicensis Klotzseh in Peters Moss. I (1852), p. 112.
Delagoa-Bay : Peters.
Südostafrika.
VITACEÆ.
Vitis spec.
Liane; tige carrée avec des renflements.
Delagoa-Bay : Junod 332.
* Cissus Thunbergii Eckl. et Zeyh. Enum. (1836), p. 56.
Delagoa-Bay : Junod 304.
TILIACE Æ.
Corchorus hirsutus L. Spec. PI. ed. I (1753), p. 530.
Delagoa-Bay : Monteiro (var. ?) 40.
Tropisch Afrika, Westindien, Australien.
C. tridens L. Mant. (1771), p. 566.
Delagoa-Bay : Junod 261.
Trop. Afrika, Aegypten, Ostindien, Australien.
* Grewia caffra Meisn. in Hook. Lond. Journ. II (1843), p. 53.
Delagoa-Bay : Forbes, Junod 269 ?, ©. Kuntze.
Südost- und Südwestafrika.
* G. cf. occidentalis L. Spec. Pl. ed. I (1753), p. 964.
Delagoa-Bay : collines de Rikatla, Junod 63.
Kapkolonie, Ost- und Südwestafrika.
Grewia spec.
Delagoa-Bay : Monteiro.
Triumfetta Junodii Schinz.
Delagoa-Bay : Junod 36, häufig auf trockenem Boden.
Suffrulicosa ; folia petiolata, oblonga, elliptica vel oblongo ovata vel lan-
ceolata, grosse crenata vel serrata, obtusa, supra subglabra, subtus incana :
stipulæ subulatæ ; fructus globosus, setosus, setæ rectæ, crassæ, patente pilosæ.
Eine am Grunde holzige Staude von bis zu 1 m Höhe, mit bis zu 15 mm
lang gestielten Blättern von länglich lanzettlichem bis elliptischem, bis läng-
lich eiförmigem Umriss. Die spitze oder stumpfe, am Grunde abgerundete,
entfernt grob gesägte Spreite ist unterseits dicht weissfilzig, oberseits in der
Jugend kurz behaart, später dagegen fast völlig kahl. Die blatigegenständigen
50 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Blütenstände sind wenigblütig. Die Kelchblätter sind schmallanzettlich, zu-
gespiizt und oberwärts etwas verdickt. Die Kronblätter sind verkehrteiförmig,
spatelförmig, kahl, am Grunde bewimpert, gelb. Die etwa erbsengrossen
Früchte sind ringsum mit geraden, allseitig dicht bewimperten, dicken
Weichstacheln besetzt.
* Triumfetta rhomboidea Jacq. Pl. Carib. (1760), p. 22.
Delagoa-Bay : Junod 176.
Trepisch-kosmopolitisch.
* Sparmannia palmata E. Mey. in Harv. et Sond. Fl. Cap. I (1859-60), p. 224.
Delagoa-Bay : Junod C. .
Kapkolonie, Südostafrika.
MALAVACEZÆ.
* Abutilon indicum Sweet Hort. Brit. ed. I (1827), p. 54.
Delagoa-Bay : Junod 286.
Kapkolonie, subtrop. und trop. Afrika, ostafr. Inseln, trop. Asien und
trop. Amerika.
* Abutilon Sonneratianum Sweet Hort. Brit. ed. I (1827), p. 54.
Delagoa-Bay : Junod 293.
Kapkolonie.
* Sida cordifolia L. Spec. Pl. ed. I (1753), p. 684.
Delagoa-Bay : Junod 49.
Kapkolonie, subtrop. und tropisch Afrika, ostafr. Inseln, trop. Asien und
trop. Amerika.
* S. rhombifolia L. Spec. Pl. ed. I (4753), p. 266.
Delagoa-Bay : Rikatla, Junod 173.
Durch ganz Afrika, Komoren, trop. Asien und trop. Amerika.
Urena lobata L. Spec. Pl. ed. I (1753), p. 692.
Delagoa-Bay : Junod 290.
Verbreitet in allen Tropen.
Pavonia spec.
Delagoa-Bay : Junod 197.
* Hibiscus cannabinus L. Syst. Nat. ed. 10, 11 (1759), p. 1449.
Delagoa-Bay : O. Kuntze.
Subtrop. und trop. Afrika, trop. Asien, trop. Australien.
* H. diversifolia Pl. Jacq. Je. Rar. (1786—93), t. 551.
Delagoa-Bay : Monteiro 1 a, Junod 38, 348.
Kapkolonie, subtrop. und trop. Afrika.
* H. micranthus L. Suppl. (1781), p. 308.
Delagoa-Bay : Monteiro 48.
Trop. und subtrop. Afrika ; Arabien, Sokotra, trop. Asien.
SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 51
* H. physaloides Guill. et Perr. Fl. Seneg. (1830-31), p. 52.
Delagoa-Bay : Monteiro 25 ; Junod 34 (var. ?).
Kapkolonie, Transvaal.
* H. surattensis L. Spec. Plant. ed. I (1753), p. 696.
Delagoa-Bay : Monteiro 28, Junod 32.
Trop. Afrika, ostafr. Inseln.
* H. Trionum L. Spec. PI. ed. I (1753), p. 697.
Delagoa-Bay : Junod 136.
In ganz Afrika verbreitet: Mittelmeergebiet, Asien, Amerika.
* H. cf. vitifolius L. Spec. Pl. ed. I (1753), p. 696.
Delagoa-Bay : Junod 19.
Ganz Afrika; ostafr. Inseln, trop. Asien.
Hibiscus spec.
Delagoa-Bay : Junod 34.
Hibiscus spec.
Delagoa-Bay : Junod 38.
Hibiscus spec.
Delagoa-Bay : Junod 19.
Hikiscus spec.
Delagoa-Bay : collines de Zihlahala, Junod 377.
Lagunea ternata Cav. Diss. V (1795), t. 135, £. 2.
Delagoa-Bay : Junod 273.
Trop. und subtrop. Afrika, Madagaskar, Sokotra, Arabien.
Thespesia spec.
Delagoa-Bay : Monteiro.
Gossypium herbaceum L Spec. Pl. ed. I (1753), p. 693.
Delagoa-Bay : collines aux environs, Junod 374.
Fast in allen trop. und subtrop. Ländern angebaut.
STERCULIACEÆ.
* Melhania ovata (Cav.) Spreng. Syst. III (1826), p. 32.
— — var. oblongata K. Sch. mss.
Delagoa-Bay : Rikatla, Junod 108.
Kapkolonie.
Melhania Forbesii Planch. in Oliv. Flor. trop. Afr. I (1868), p. 231.
Delagoa-Bay : Mozakwen, Junod 102, 495.
Die Form der Bracteen ist durchaus inkonstant und eignet sich kaum zur
Abgrenzung der Arten. Ich habe zuerst die Junod’schen Exemplare M. Juno-
din getauft, glaube nun aber doch sie von M, Forbesii nicht trennen zu
sollen.
52 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
Hermannia (Euhermannia). phaulochroa K. Sch. in Notizbl. Bot. Gart. Ber-
lin (1899), p. 303.
Delagoa-Bay : Junod 29 ; Lourenco-Marques, auf sandigen Stellen, Schlech-
ter 11576.
Waltheria americana L. Spec. Pl. ed. I (1753), p. 637.
Delagoa-Bay : Monteiro 5 ; Junod 6, 360.
Sehr verbreitet in den Tropen.
OCHNACEA.
* Ochna arborea Burch. in Harv. et Sond. Fl. Cap. I (1859 —60), p. 449.
Delagoa-Bay: Forbes, Monteiro 51, 71 Junod; forêt de Mozakwen, Junod
333.
Südöstl. Kapkolonie.
« Kelekele ». — Les fruits manges par les enfants.
* Ochna atropurpurea DC. in Ann. Mus. Par. XVII (1811 ), p. 412
var. natalitia Harv. in Harvey et Sonder Fl. Cap. I (1859—60, p. 448.
Delagoa-Bay : Monteiro 35, Junod 71.
Der Typus in den Ostdistrikten der Kapkolonie.
Bergia decumbens Planch. ex Harv. et Sond. Fl. Cap. (1859—60),
p- 116.
Delagoa-Bay : colline, Junod 341. — « Nukoumbi»: «croit sur les racines
du haricot nègre, dit timbawen, et fait beaucoup de ravages. » [Ob hier wohl
nicht eine Verwechslung vorliegt ?]
Kapkolonie, Sambesigebiet.
FLACOURTIACEZÆ.
Casearia Junodii Schinz.
Delagoa-Bay : Junod 351.
Arborea; folia basi leviter inæquilatera, late lanceolata, obtusa, coriacea,
glabra ; flores pedicellati, glomerati ; staminodia pilosa.
Petiolus + 8 mm, folia + 7 cm longa et 33 mm lata.
Ausgezeichnet durch die Hochblätter überragende Blütenstiele und sebr
kurze Staminodien. Die orangegelben Früchte erreichen die Grösse einer
Haselnuss. Blütezeit : Oktober und November.
* Oncoba Kraussiana Planch. ex Harv. et Sond. Fl. Cap. I (1859—60), p. 66.
Delagoa-Bay : fide Monteiro.
* O. macrophylla (Klotzsch) Warb. in Engl. und Pranti Natürl. Pflanzenfam.
II 6a (1893), p. 18.
Delagoa-Bay : Monteiro 12.
Mossambik, Sambesigebiet.
SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 53
O. tettensis (Klotzsch) Oliv. Fl. trop. Afr. I (1868), p. 116.
Delagoa-Bay : Forbes, Monleiro 12 a, Junod 13.
Mossambik, Sambesigebiet.
Flacourtia Ramontoli L'Herit. Stirp. Nov. (178%—85), p. 59, t. 30.
Delagoa-Bay : Junod 408. — Frucht essbar.
« Nhloungounou »
Madagaskar, Mal. Inseln, Ostindien.
TURNERACEZÆ.
Wormskioldia Schinzii Urban. in Engl. Bot. Jahrb. XV (1893), p. 199.
Delagoa-Bay : colline de Rikatla, Junod 480.
Mossamedes.
PASSIFLORACEÆ.
Modecca Kirkii Mast. in Oliv. Fl. trop. Afr. II (1871), p. 515.
(vel spec. nov. ?)
Delagoa-Bay : Junod 405. — Les racines sont employées pour combattre
la toux.
Mossambik, Sansibar.
THVMELEÆACEZÆX.
Synaptolepis Oliveriana Gilg in Engl. Bot. Jahrb. XIV (1894), p. 276.
Delagoa-Bay : Monteiro 45, Junod 98, 476.
LYTHRACEA.
Ammannia senegalensis Lam. Tabl. Encycl. I (1791), p. 311, var. ?
Delagoa-Bay : Junod 514.
Vielleicht identisch mit 4. pusilla Sond. ?
Trop. Afrika.
COMBRETACEÆ
* Combretum Gueinzii Sonder in Linnæa XXIII (1850), p. 43.
Delagoa-Bay : Forbes, Junod 561, Schlechter 11602, 464.
Balcka nhloko, ou Nouathyathyane. — On se fait des emplâtres à la tête
avec les feuilles cuites, quand on y a mal: de là le premier nom.
C. patelliforme Engl. et Diels in Engl. Monogr. afr. Pflanzen-Fam. und
Gatt. III (1899), p. 12.
Delagoa-Bay : im Busch, Schlechter 11957.
Angola.
54 MÉMOIRES DE L' HERBIER BOISSIER.
Combretum spec.
Delagoa-Bay : Junod 141.
Pteleopsis myrtifolia (Laws.) Engl. et Dills in Monogr. afr. Pflanzen-Fam.
und Gatt. IV (1900), p. 4.
Delagoa-Bay : Lourenco Marques, im Gebüsch, Schlechter 11704.
Trop. Afrika.
Terminalia phanerophlebia Engl. et Diels in Eingl. Monogr. afr. Pflanzen-
Fam. und Gatt. IV (1900), p. 19.
Delagoa-Bay : Junod 141!
Transvaal.
T. sericea Burch. ex DC. Prodr. Regn. Veget. III (1828), p. 13.
Delagoa-Bay : Junod 159, 406, Schlechter 11596. — « Nkorono » ; 20 m
hoher Baum.
Kapkolonie, Kalachari, trop. und subtrop. Afrika, aber wohl nahezu
amschliesslich auf trockenem, steinigem oder sandigem Boden.
Nkouono ou Nkonola. — Deux usages. L'un médicinal pour soigner les
plaies. L'autre on fait avec les fibres des racines une étoupe avec laquelle
on rend les bateaux étanches.
MYRTACEZÆ.
* Eugenia cordata Laws. in Oliv. Fl. trop. Afr. I (4871), p. 438.
Delagoa-Bay : Junod 295.
Mossambik.
MELASTOMATACEA.
* Dissotis phæotricha (Hochst.) Triana Trans. Linn. Soc. XX VII (1871),
p. 98.
Delagoa-Bay : Junod 334.
Transvaal, trop. Afrika.
OENOTRERACE Æ.
* Epilobium hirsutum L. Spec. Pl. ed. I (1753), p. 347.
Delagoa-Bay : marais de Hangwane, Junod 455.
Kapkolonie; im trop. und subtrop. Afrika ab und zu; verbreitet in der
nördlichen gemässigten Zone.
Jussiæa linifolia Vahl Eclog. Amer. II (1798), p. 32.
Delagoa-Bay : marais de Mahazoule, Junod 474.
Trop. Afrika und trop. Amerika.
*
*
*
SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA.
UMBELLIFERÆ.
Hydrocotyle Bonariensis Lam. Dict. III (1789), p. 147.
Delagoa-Bay : Forbes, Junud 138, 337.
Trop. Afrika uud trop. Amerika.
PRIMULACEE.
Samolus Valerandi L. Spec. Pl. ed. I (1753), p. 171.
Delagoa-Bay : Ka-Lebombo près Rikatla, Junod 338.
Kosmopolitisch und zwar vorzugsweise in der gemässigten Zone.
PLUMBAGINACEA.
Plumbago capensis Thunb. Prodr. Pl. Cap. (1794), p. 33.
Delagoa-Bay : Junod 132.
Kapkolonie.
P. zeylanica L. Spec. PI. ed. I (1753), p. 151.
Delagoa-Bay : Monteiro 41, Junod 132.
Ganz Afrika; Tropen mit Ausnahme Amerikas.
SAPOTACEÆ.
99
* Mimusops caffra E. Mey. ex DC. Prodr. Regn. Veget. VIII (1844), p. 203.
#
Delagoa-Bay : forêt de Mozakwen, Junod 328.
« Fruit recherché; njoles (Vern.) » Junod.
? M. obovata Sond. in Linnæa XXIIE (1850), p. 75.
Delagoa-Bay : Mozakwen, sable humide, Junod 125.
EBENACEZÆ.
Euclea natalensis DC. Prodr. Regn. Veget. VIII (1844), p. 218.
Delagoa-Bay : Junod 460. — « Nhlangulane » ; arbuste de 3 m.
Royena pentandra Gürke in Engl. Bot. Jahrb. XX VI (1896), p. 61.
-
lagoa-Bay : Junod 412.
Delagoa-Bay : Junod 412
Sambesigebiet.
OLEACEÆ.
Jasminum multipartitum Hochst. in Flora XX VII (1844), p. 825.
Delagoa-Bay : terrain sabloneux, Junod 46.
56 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
LOGANIACEZÆ.
Strychnos pauciflora Gilg in Engl. Bot. Jahrb. XX VIII (1899). p. 121.
Delagoa-Bay : Lourenco-Marques, im Gebüsch, 30—40 m über Meer,
Schlechter 11682.
* S. spinosa Lam. Tab Encycl. II (1793), p. 38.
Delagoa-Bay : Junod 103, 479. — « Misala ».
Trop. Afrika.
* S. Ungascha Rich. Fl. Abyss. II (1851, p. 52, var. dysophylla (Benth.)
Gilg in Engl. Bot. Jahrb. XVII (1893), p. 564.
Delagoa-Bay : Junod 177.
Nyassabecken.
Buddleia spec.
Delagoa-Bay : Junod 165.
Vinca rosea L. Syst. veget. ed. 10, II (1759), p. 944.
Delagoa-Bay : Junod 15.
Trop.-kosmopolitisch.
GENTIANACEA.
* Limnanthemum indicum (L.) Griseb. Gent. (1839), p. 343.
Delagoa-Bay : lac de Rikatla, Junod 433.
Ostafrika.
« Matibou, employé comme nourriture (les tubercules), cuit, pelé, surtout
au Nord, à Kocène, à Ntimane, là semble-t-il où le niveau des eaux n’est pas
sujet à des variations aussi considérables que dans nos mares du Littoral et
où par conséquent les plantes aquatiques peuvent prendre plus de développe-
ment. Cette année je suppose que tous les matibou de Rikatla périront : car,
ensuite des pluies, le lac a monté de plusieurs pieds, quintuplé d’etendue et
comme il n’y a aucun écoulement cet état de choses durera probablement
bien des années. »
APOCYNACEÆ.
RTS
Carissa Arduina Lam. Dict. I (1783), p. 999.
Delagoa-Bay : Junod 322. — « Noulou ».
Kapkolonie.
Carissa spec. ?
Delagoa Bay: Mozakwen, Junod 331. — « Mamoruga », fruit excellent.
Landolphia delagoensis Pierre in Bull. Soc. Linn. Paris (1898), p. 15.
L. Kirkii Dyer. var. delagoensis Dew. Caoutch. Afr., p. IR.
Delagoa-Bay : Monteiro.
SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNINIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 57
L. Petersiana Thiselton Dyer in Kew Gard. Rep. (1881), p. 42.
Delagoa-Bay : Junod 282.
Trop. Afrika.
Ancylobothrys Petersiana (Klotzsch) Pierre in Bull. Soc. Linn. Paris (1899),
pe.
— — var. Forbesiana Pierre |. c.
Delagoa-Bay : Forbes 54, Monteiro 37, 3; près de Mozakwen, Junod
282.
Tabærnæmontana aff. persicariæfoliæ Jacq. Coll. IV (4790), p. 139.
Delagoa-Bay : Monteiro 55, Junod 188.
Maskarenen.
* T. cf. ventricosa Hochst. ex DC. Prodr. Regn. Veget. VIII (1844), p. 366.
Delagoa-Bay : Junod 359 a. — « Nkalu ».
Südostafrika,
« Arbre précieux non seulement charmant de forme et de couleur mais
utile à la pharmacopie noire, 10 les racines servent à faire une tisane admi-
nistrée pour les maladies de poitrine. 20 le suc blanc fort abondant est
employé comme styptique. »
Voacanga Dregei E. Mey. Comm. (1835), p. 189.
Delagoa-Bay : marais des palmiers, Junod 365. — « Nkalu tschoba —
Nkalu des marais. »
Strophantus Petersianus Klotzsch in Peters Moss. Bot. I (1862), p. 276.
Delagoa-Bay : Monteiro 1.
Sambesigebiet.
ASCLEPIADACEÆ.
Cryptolepis Monteiroæ Oliv. in Hook. Ic. Pl. (1887), t. 1591.
Delagoa-Bay : Monteiro (ohne Nummer).
Transvaal.
Asclepias cf. fruticosa L. Spec. PI. ed. 1 (1771), p. 216.
Delagoa-Bay : Junod 19%, 396.
Trop. und Subtropen, kosmopolitisch.
A. undulata Jacq. Enum. PI. Carib. (1760), p. 17.
Delagoa-Bay : ?
Jm ganzen südlichen Afrika. :
Schizoglossum delagoense Schlechter in Bull. Herb. Boiss. IV (1896), p. 446.
Delagoa-Bay : Hangwane, Rikatla, dans les dépressions, Junod 185, 48%.
* Pentarrhinum insipidum E. Mey. Comm. (1835), p. 200.
Delagoa-Bay : Junod 268, Otto Kuntze.
Kapkolonie.
Pentarrhinum spec.
Delagoa-Bay : Junod 268.
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER, n9 10, 30 mars 1900. 63
58 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER
Dæmia extensa R. Br. in Mem. Wern. Soc. I (4809), p. 50.
Delagoa-Bay : Monteiro 19; collines de Lourenco-Marques, Junod 274,
375. — «Plante médicinale, servant aussi de legumes. »
Trop. Afrika, Ostindien, Malaïischer Archipel.
Dæmia spec.
Delagoa-Bay : Junod 274.
Secamone spec.
Blüten monstrôs.
Delagoa-Bay : forêt de palmiers, Junod 354.
Periglossum Kässnerianum Schlechter in Engl. bot. Jahrb. XX ( )>
p. 40.
Delagoa-Bay : Junod 189.
Transvaal.
* P. Mac Kenii Harv. Thes. Cap. IL (1865), p. 7, t. 141.
Delagoa-Bay : Junod 189.
Periglossum spec.
Delagoa-Bay : Junod 189.
Ceropegia Monteiroæ N. E. Brown in Monteiro Delagoa-Bay (1891), p. 175.
Delagoa-Bay : Monteiro.
* Sarcostemma viminale R. Br. in Mem. Wern. I (1809), p. 51.
Delagoa-Bay : Monteiro 23, Junod 449. — « Ndjoutwana ».
Trop. Afrika.
Chlorocyathus Monteiroæ Oliv. in Hook. Ic. Pl. (1887), t. 1557.
Delagoa-Bay : fide Monteiro.
* Huernia hystrix (Hook.) N. E. Brown in Gard. Chron. (1876), p. 795.
Delagoa-Bay : fide Monteiro.
Stapelia ($ Podanthes) spec.
Delagoa-Bay : Monteiro.
Stapelia ($ Podanthes) spec.
Delagoa-Bay : Monteiro.
Curroria spec.
Delagoa-Bay : Monieiro.
CON VOLVULACEÆ.
* Evolvulus alsinoides L. Spec. PI. ed. 2 (1762), p. 392.
— — var. linifolius O. Kunize Rev. Gen. Pl. 1 (1894), p. 440.
E. viridis O. Kunizel. c.
Delagoa-Bay : Otto Kuntze.
Südamerika.
Der Typus trop.-kosmopolitisch.
SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN ELORA 99
Convolvulus malvaceus (Klotzsch) Oliv. in Trans. Linn. Soc. XXIX (1874),
p. 117.
Delagoa-Bay : Monteiro 31, Otto Kuntze.
Trop. Afrika.
Ipomosa albinervia Sweet Hort. Brit. ed. 2 (1830), p. 372.
Delagoa-Bay : Monteiro.
Südafrika.
I. cairica Sweet Hort. Brit. ed. 2 (1830), p. 370.
Delagoa-Bay : Monteiro ?, Junod 383.
Trop.-kosmopolitisch.
* I. crassipes Hook. Bot. Mag. (1844), t. 4068.
— — var. strigosa Hallier in Bull. Herb. Boiss. VII (1899), p. 44.
Delagoa-Bay : Tembé, Junod 315.
Transvaal.
* I. fragilis Choisy in DC. Prodr. Veget. IX (1845), p. 372.
— — var. pubescens Hallier in Bull. Herb. Boiss. VII (1899), p. 50.
Delagoa-Bay : Junod 77.
Nyassagebiet, Transvaal, Kapkolonie, Südwestafrika, Kalachari.
Weitere Spielarten finden sich im trop. und südl. Afrika.
I. Magnusiana Schinz in Verhandl. Bot. Ver. Brandenb. XXX (1888), p. 272.
Delagoa-Bay : Otto Kuntze.
Südwestafrika.
I. pes capræa Sweet Hort. Brit. ed. 2 (1830), p. 289.
Delagoa-Bay : Junod 272.
Trop.-kosmopolitisch.
I. pes tigridis L. Spec. PI. ed. I (1753), p. 162.
— — var. africana Hallier in Bull. Herb. Boiss. VI (1898), p. 539.
Delagoa-Bay : Junod 165.
Trop. Afrika, Mauritius, trop. Asien.
* J. Wightii Choisy in Mém. soc. phys. hist. nat. Genève VI (1833),
p. 364.
Delagoa-Bay : Lourenco-Marques, Quintas 159.
Trop. Afrika, Madagaskar.
* Stictocardia Woodii Hallier in Bull. Herb. Boiss. VI (1898), p. 548.
Delagoa-Bay : Junod 439. — Masingue.
Sululand.
BORRAGINACEZÆ.
* Ehretia hottentotica Burch.? Trav. South. Afr, I ( ), p. 147.
Delagoa-Bay : Lebombo, Junod 148,
Kapkolonie,
60 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
E. mossambicensis Klotzsch in Peters Mossamb. I (1862), p. 249.
Delagoa-Bay : Junod: 124.
Sambesigebiet (Sena).
Heliotropium zeylanicum Lam. Encycl. II (1789), p. 94.
Delagoa-Bay: Junod 230.
Verbreitet durch ganz Afrika; Arabien, Sokotra, Komoren, Indien.
Trichodesma zeylanicum (L.) R. Br. Prodr. (1810), 496.
Delagoa-Bay : Junod 303.
Trop. Afrika, ostafrikanische Inseln, trop. Asien, trop. Australien.
VERBENACEA.
* Lantana salviifolia Jacq. Hort. Scheenbr. III (1798), p. 18.
Delagoa-Bay : Rikatla, Junod 65.
Durch ganz Afrika verbreitet ; Komoren.
* Lippia nodiflora (L.) Rich. in Mich. Fl. Bor. Am. II (1803), p. 15.
Delagoa-Bay : marais, Junod 257.
Von der Südspitze Afrikas bis zum mittelländischen Meere, auf Madagas-
kar, Sokotra, Teneriffa, trop. Asien.
Priva leptostachya Juss. in Ann. Mus. Par. VII (1806), p. 70.
Delagoa-Bay : Junod 301.
Trop. Afrika ; Sokotra.
Vitex spec.
Delagoa-Bay : Monteiro.
* Avicennia officinalis L. Spec. plant. ed. I (1753), p. 110.
Delagoa-Bay : Nkasana, Tembe, Junod 500.
Mangroveformation der altwestlichen Tropen.
LABIATA.
_Leucas glabrata (Vahl) R. Br. Prodr. (1810), p. 504.
Delagoa-Bay : Junod 92, Monteiro 44?
Ostafrika.
* Hyptis pectinata (L.) Poit. in Ann. Mus. Par. VII (1806), p. 474.
Delagoa-Bay : Junod 363.
Trop. Afrika.
* Plectranthus calycinus Benth. in E. Mey. Comm. (1835), p. 230.
Delagoa-Bay : Junod 395.
P.? Thunbergii Benth. Lab. Gen. et Spec. (1832—36), p. 37.
Delagoa-Bay : Monteiro.
* Hoslundia verticillata Vahl Enum. I (1804), p. 213.
Delagoa-Bay : Junod 84.
Trop. Afrika.
NR
SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 61
* Ocimum bracteosum Benth. Lab. Gen. et Spec. (1832—36), p. 14.
Delagoa-Bay : Monteiro 20, Junod 61, 235.
Trop. Afrika.
* ©. obtusifolium E. Mey. Comm. (1835). p. 227.
Delagoa-Bay : Junod 225.
O. canum Sims Bot. Mag. (1824), t. 2452.
Delagoa-Bay : Otto Kuntze.
Kapkolonie, trop. Afrika, Aegypten, ostafr. Inseln, Arabien, trop. Asien,
trop. Amerika.
SOLANACE Æ.
Solanum acanthocalyx Kloizsch in Peters Moss. I (1862), p. 232.
Delagoa-Bay : Sable rouge, Junod 18. — Arbuste de 2 à 3 pieds.
Südostafrika, mit Einschluss von Sansibar und den Komoren.
* S. nigrum L. Spee. Pl. ed. I (1853), p. 266.
Delagoa-Bay : Khocene, Junod 306.
Fehlt angeblich in Australien.
Solanum spec.
Delagoa-Bay : Junod 57. — Grimpant 1—2 m.
Solanum spec.
Ohne Blüten.
Delagoa-Bay : Junod 454. — « Roulane » ; on emploie le jus qui s'exprime
des baies jaunes pour faire sécher le cordon ombilical des nouveaux-nes.
? Datura fastuosa L. Syst. Nat. ed. 10, II (1759), p. 932.
Delagoa-Bay : Jnnod 214.
In Europa, Amerika, Asien und Afrika bald kultivirt, bald subspontan
in der Nähe menschlicher Niederlassungen.
SCROPHULARIACE A.
Chænostoma spec.
Delagoa-Bay : Khocene, Junod 305.
Torenia spec.
Delagoa-Bay : Junod 244.
* Ilysanthes cf. capensis (Thunb.) Benth. in DC. Prodr. X (1846),
p. 419.
Delagoa-Bay : Junod 240.
Kapkolonie.
* Buchnera cf. dura Benth. in Comp. bot. Mag. I (1835), p. 366.
Delagoa-Bay : Junod 105, 116, 492.
Kapkolonie, Senegambien, Madagaskar.
62 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
* Cycnium adoense E. Mey. in Benth. Comp. Bot. Mag. I (1835), p. 368.
Delagoa-Bay : Junod 318.
Südöstliche Kapkolonie, Zentralafrika.
* Striga lutea Lour. Fl. Cochinch. (1796), p. 22.
Delagoa-Bay : Junod 129.
Kapkolonie, trop. Afrika, ostafrikanische Inseln, Arabien, trop. Asien.
* Striga orobanchoides Benth. in Comp. bot. Mag. I (1835), p. 361,
149;
Delagoa-Bay : colline Lourenco-Marques, Junod 481, 483: sable rouge,
assez frequent, Junod 206.
Kapkolonie, trop. Afrika, ostafrikanische Inseln, trop. Indien.
Striga Junodii Schinz.
Delagoa-Bay : Junod 183, 193.
Ich halte die Pflanze für neu, obwohl sie habituell grosse Aehnlichkeit
mit S. lutea hat, von der sie im Wesentlichen eigentlich nur durch grössere
Blüten unterschieden ist. Sie ist krautig und durchwegs borstig behaart, bis
über 40 cm hoch und meist vom Grunde an verzweigt. Die Aeste sind
schlank. Die Laubblätter sind von linealischem Umriss und + 2 cm lang.
Der Blütenstand ist einfach traubig, lockerblütig und die einzelnen Blüten
sind kurz gestielt. Die + 1 cm lange Kelchröhre besitzt deutliche Kommis-
suralrippen und ausserdem ist jeder der lanzettlichen, spitzen, + 5 mm
langen Kelchzipfel noch von einer starken Längsrippe durchzogen. Die Kron-
röhre hat eine Länge von + 18 mm; die verkehrteiförmigen Saumlappen
sind frisch vermutlich rot (oder gelbrot ?).
Junod bemerkt zu der Pflanze: Sitsinyambita, nom générique des Striga,
appliqué surtout au lutea; c’est-à-dire l'herbe qui empêche la marmitte de
cuire, parce qne les noirs pretendent que tel est l'effet produit quand on jette
cette plante ou ses congeneres dans le feu de l’âtre.
Striga spec.
Delagoa-Bay : fide Monteiro.
* Buttonia natalensis Mac Ken ex Benth. in Hook. Je. PI. XI (1871), p. 68,
t. 1080.
Delagoa-Bay : Monteiro.
BIGNONIACEÆ.
* Tecomaria capensis (Thunb.) Fenzl in Denkschr. Bayr. bot. Ges. Regensb.
(1841), p. 266.
Delagoa-Bay : Monteiro, Otto Kuntze; Rikatla : Junod 81, 467.
Kapkolonie.
T. Petersii Klotzsch in Peters Moss. I (1862), p. 192.
Delagoa-Bay : Peters.
SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 63
? Kigelia æthiopica Dene. in Deless. Icon. V (1846), p. 39, t. 93.
Delagoa-Bay : Monteiro 24.
Trop. Afrika, einschliesslich die Erythræa.
PEDALIACEZÆ.
Sesamum alatum Schum. et Thonn. Beskr. of guin. pl. II (1827), p. 58.
Delagoa-Bay : Otto Kuntze.
Trop. Afrika; Arabien.
Sesamum pentaphyllum E. Mey.in DC. Prodr. Regn. Veget. IX (1845), p. 251.
Delagoa-Bay : Junod 171.
Kapkolonie.
* Ceratotheca triloba E. Mey. ex DC. Prodr. Regn. Veget. IX (1845), p. 252.
Delagoa-Bay : Junod 278.
Pretrea Forbesii Dene. in Ann. sc. nat. ser. 5, III (1865), p. 934.
Delagoa-Bay : Junod 3.
* Pretrea zanguebarica (Lour.) Gay in Ann. sc. nat. ser. 1, I (1824),
p. 457.
Delagoa-Bay : Otto Kuntze. — Trop. Südost-Afrika.
— — var. loasæfolia (Klotzsch) B. et H. Gen. PI. II (1862). p. 188.
Delagoa-Bay : Otto Kuntze.
Mossambik.
LENTIBULARIACEA.
* Utricularia stellaris L. Suppl. (1781), p. 86.
Delagoa-Bay : lacs de Rikatla et de Mozakwen, Junod 431. — « Nkouche »
nom comme de toutes les algues nageant dans l’eau.
Trop. und subtrop. Afrika, Ostindien.
ACANTHACEÆ.
Chætacanthus glandulosus DC. Prodr. Regn. Veget. XI (1847), p. 462.
Delagoa-Bay : Tembe, Junod 319.
Kapkolonie.
Barleria repens Nees in DC. Prodr. XI (1847), p. 230.
Delagoa-Bay : Mozakwen, Junod 114; Tembe, Junod 321.
Südostafrika (Mossambik und Pemba).
* Blepharis bœrhaviæfolia Juss. in Pers. Syn. II (1807), p. 180.
Delagoa-Bay : Monteiro 13, Junod 265, Otto Kuntze.
Trop. Afrika, Madagaskar, trop. Asien, Arabien,
6/ MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
* Blepharis saturejæfolia Pers. Syn. II (1807), p. 180.
Delagoa-Bay : Otto Kunize.
Kapkolonie, trop. Afrika.
* Asystasia Coromandeliana Nees in Wall. Pl. As. rar. III (1832), p. 89.
Delagoa-Bay : Junod 229.
Trop. Afrika, trop. Asien.
* A. gangetica (L.) Th. And. in Thwaites Enum. PI. Zeyl. (186%), p. 235.
Delagoa-Bay : Otto Kuntze,
Verbreitet in Afrika und zwar vom Süden bis zum Norden : Madagaskar,
Seychellen, trop. Asien.
Dicliptera Quintasii Lindau in Engl. Bot. Jahrb. XXM (1895), p. 121.
Delagoa-Bay : Lourenco-Marques, Quintas 85.
* Hypoestes verticillaris (L.) Sol. in Rem. et Schult. Syst. 1(1817), p. 140. :
Delagoa-Bay: Junod 380.
Südwestl. Kapkolonie, trop. und subtrop. Afrika.
* Ecbolium protractum (Nees) O. Ktze. Rev. Gen. PI. IIl/s (1898), p. 248.
Delagoa-Bay : Oito Kunize.
Transvaal.
* Justicia prostrata (Nees) T. Anders in Journ. Linn. Soc. VII (1864),
p- 4.
Delagoa-Bay : pres de Rikatla, Junod 134.
Kapkolonie.
Monechma debilis (Forsk.) N. ab Es. in DC. Prodr. Regn. Veget. XI (1847),
p. 411.
Delagoa-Bay: Junod 223, 379.
Abyssinien, Kordofan, Arabien.
Neuracanthus spec.
Delagoa-Bay : (Lebombo) Junod 145.
RUBIACEA.
* Oldenlandia chlorophylla (Hochst.) Schinz.
Hedyotis — Hochst. in Flora XXVI (184%), p. 553.
Delagoa-Bay : colline, Junod 169.
* O. decumbens (Hochst.) Hiern in Oliv. Fl. trop. Air. III (1877), p. 55.
Delagoa-Bay: Junod 172, Otto Kuntze.
Trop. Afrika.
Oldenlandia delagoensis Schinz.
Delagoa-Bay: Rikatla, assez repandue, Junod 203.
Herbacea, erecta, glabra ; folia lanceolata vel late elliptica, obtusa ; stipulæ
L- vel 5 laciniaiæ; calyx & lobatus, lobi lineale lanceolati, glabri vel sub-
glabri; fructus glabrus.
SCHINZ. BEITRÆCE ZUR KENNTINIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 65
Eine aufrechte, kahle, nicht oder wenig verzweigte Pflanze von 60 bis
80 cm Höhe mit meergrünem Stengel. Die durch -+ % cm lange Internodien
von einander getrennten Blätter sind von lanzettlichem oder breit ellip-
tischem Umriss, sie sind stumpflich und entweder gegen den Grund zu all-
mählich in den Blattstiel verlaufend oder mehr oder minder plötzlich
zusammengezogen ; ihre Länge beträgi + 5 cm, ihre Breite + 41 mm. In
den Blattachseln befinden sich in der Regel wohlentwickelte Seiten-
knospen. Die Nebenblätter sind breit und A- bis 5- bis mehrfransig. Die
Blüten sind zu locker rispigen Blütenständen vereinigt. Der Kelch ist vier-
zipflig, die Zipfel sind linealisch-lanzettlich, zur Zeit der Blüte länger als
die Kelchröhre. kahl oder schwach behaart. Die Kronröhre hat eine Länge
von + 41 mm; die Kronzipfel sind + 3 mm lang. Die Blüte ist von bräun-
licher Färbung. Die Frucht ist kahl.
O. Junodii Schinz.
Delagoa-Bay : sable, Junod 167 g.
Herba ramosa, strigosa: folia elliptica, acuta, serrata; stipulæ truncatæ,
multiaristate.
Leider besitze ich von der Pflanze keine Blüten. Trotz sorgfältigster
Vergleichung kann ich sie mit keiner der bekannten und in Frage kommen-
den Oldenlandia-Arten identifiziren. Die + 45 mm langen und + 10 mm
breiten Blätter sind dadurch ausgezeichnet, dass sie am Rande scharfe, nach
der Blattspitze zugerichtete, hornartige Haarzähne tragen.
* O. macrophylla DC. Prodr. Regn. Veget. IV (1830), p. 427.
Delagoa-Bay : marais de Rikatla, Junod 192, 402.
Trop. Afrika. Seychellen, Komoren.
* O. cf. setifera (DC.) K. Sch. in Engl. Deutsch-Ostafrika ce. (1895), p. 376.
Delagoa-Bay: Junod 110, D.
Südwestl. Kapkolonie, trop. Afrika, Madagaskar ?
O. sphærocephala Schinz.
Herbacea, glaberrima ; folia elliptica v. lanceolata v. oblongo ovata, acuta,
basi rotundata, sessilia v. breviter petiolata ; stipulæ bipartitæ, foliaceæ ; in-
florescentia globosa ; calyx strigosus, calycis lobi acuti.
Delagoa-Bay : Junod 169, 400.
Die Pflanze ist vom Boden an verzweigt und besitzt aufsteigende, voll-
ständig kahle, glänzende Stengel und entweder sitzende oder in einen sehr
kurzen, breiten Blattstiel zusammengezogene Blätter von länglich eiförmigem
oder lanzettlichem Umriss. Die Länge der Blätter beträgt + 3 cm, die Breite
+ 1 cm. Der Blattrand ist etwas zurückgerollt. Das auffallendste Merkmal
bietet der kugelige, dichtfrüchtige Blütenstand, der einen Durchmesser von
+ 1 cm besitzt und bald achsel- bald endständig ist. Der Kelch ist abstehend
kurz rauhhaarig; die vier Kelchzipfel sind dreieckig lanzettlich und spitz.
Die Art dürfte mit O. cephalotes (Hochst.) Schinz verwandt sein, bei der
66 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
letztern sollen aber die Blätter dreinervig und die Kelchzipfel mukronat
sein.
Leptactima delagoensis K. Sch. in Engl. Bot. Jahrb. XXVIII (1899),
p- 60.
Delagoa-Bay : Lourenco-Marques, in Gesträuchen, Schlechter 11654.
Chomelia Junodii Schinz.
Fruticosa; folia elliptica, lanceolata vel oblanceolata, acuta, coriacea, bre-
viter petiolata, margine revoluta, glaberrima ; flores pedicellati; calyx 5-loba-
tus, lobi obtusi; corolla 5-fida, glabra; antheræ excertæ; stigma crassum,
fusiforme.
Delagoa-Bay : Rikatla, Junod 126.
Ein Strauch von 11/2 bis 3 m Höhe mit lederigen, kahlen, am Rande rück-
wärts gerollten Blättern von verkehrtlanzettlichem, elliptischem oder lanzett-
lichem Umriss; die am Ende der Seitentriebe mehr oder minder gedrängt
stehenden Blätter sind Æ 4 cm lang und + 12 mm breit. Die aus breiter
Basis plötzlich grannenförmig zusammengezogenen Nebenblätter sind innen
dicht behaart. Der Blütenstand ist kugelig, endständig und dicht gedrängt
blütig. Der Kelch ist 11/2 bis 1°/ mm lang, fünflappig; die Abschnitte sind
breit eiförmig, kahl und + °/ mm lang. Die Abschnitte der 21/2 mm langen
Kronröhre sind oblong, kahl oder höchstens pubeszirend, stumpf, + 5 mm
lang, + 2 mm breit und in der Knospe gedreht. Die Staubbeutel sind spira-
lig gedreht, beinahe basifix, + *'/s mm lang. Unsere Art erinnert habituell
an eine von Mechow in Malange gesammelte und von Vatke als Tarenna
Mechowiana Vatke (Num. 383) verteilte Pflanze, indessen sind bei dieser die
Blätter grösser, die Blütenstände und die Kelche behaart und überdies die
Kelchlappen undeutlich.
Tarenna spec.
Delagoa-Bay : Monteiro 6.
?* Randia Kraussii Harv. Thes. Cap. I (1859), p. 22, t. 33.
Delagoa-Bay : Monteiro 49.
Nach Oliver (Fl. trop. Afr. II], p. 94) vielleicht nicht verschieden von
R. dumetorum Lam., einer sehr veränderlichen, im trop. Afrika und trop.
Asien verbreiteten Art.
R. microphylla K. Sch. in Engl. Bot. Jahrb. XX VIII (1899), p. 54.
Delagoa-Bay : Lourenco-Marques, im Gebüsch, Schlechter 11637.
R. Monteiroæ K. Sch. in Engl. Bot. Jahrb. XX VIII (1899), p. 65.
Delagoa-Bay : Monteiro 49.
* R. rudis E. Mey. in Harv. Thes. Cap. I (1859), p. 22, t. 34.
Delagoa-Bay : Junod 429 : Rikatla Junod 72.
Kapkolonie.
Randia spec.
Delagoa-Bay : Junod 147.
SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 67
* Gardenia Thunbergia L. ex Thunb. Diss. Garden. (1780), p. 11 et 17.
Delagoa-Bay : colline de Rikatla, pas fréquent, Junod 218.
Verbreitet durch ganz Afrika mit Ausnahme der Nordzone.
Oxyanthus Schlechteri K. Sch. in Engl. Bot. Jahrb. XXVIII (1899),
p. 69.
Delagoa-Bay : bei Lourenco-Marques, in Gebüschen, 30 m über Meer,
Schlechter 11551.
Oxyanthus spec.
Delagoa-Bay : Monteiro.
Empogona Junodii Schinz.
Fruticosa; folia breviter petiolata, ovato lanceolata, acuta vel obtusa, basi
rotundata, coriacea, glabra; stipule ovato cuspidatæ; pedicelli pilosius-
euli.
Folia + 15 mm longa et +8 mm lata.
Delagoa-Bay : forêt de Makorororo, chemin de Khocène, Junod 311.
Unterscheidet sich von E. Kirkii Hook. durch kleinere, kahle Blätter und
durch schwächer beharrte Blütenstiele und Kelche. Eine zweite ostafrika-
nische Art ist mir nicht bekannt.
Tricalysia delagoensis Schinz.
Fruticosa ; folia breviter petiolata, lanceolata, obtusa, acuminata, margine
revoluta, glaberrima, nitida; stipulæ apice aristatæ; calyx truncatus, vel
breviter 4- vel 5-crenatus; corolla infundibuliformis, 5-lobata; antheræ
inappendiculate.
Folia + 50 mm longa et + 11 mm lata.
Delagoa-Bay : Junod 75.
Sieht der Tr. Galpinit Schinz (Bull. de l'Herb. Boiss. III (1895), p. 416
täuschend ähnlich, indessen ist der Kelch durchaus nicht tief zweilappig,
noch weniger sind die Kelchlappen gezähnt, auch sind die Blätter bei der
Transvaalpflanze etwas schlanker.
* T. Kraussiana (Hochst.) Schinz.
Coffea — Hochst. in Flora (1842), 237.
Kraussia floribunda Harv. in Thes. Cap. I (1859), p. 13, t. 21.
Psychotria oblongifolia E. Mey. in Drege, Zwei Pfl. Doc. (1845), p. 21%.
Delagoa-Bay : Junod 490.
« Ngala ngala = medicine pour la toux » Junod.
Rhabdostigma Schlechteri K. Sch. in Engl. Bot. Jahrb. XXVII (1899),
p- 68.
Delagoa-Bay : südliches Ufer bei Katembe an schattigen Stellen, Schlech-
ter 11605.
* Kraussia coriacea Sond. in Lineæa XXIII (4850), p. 54.
Delagoa-Bay : Monteiro.
Sambesi.
68 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
* K. floribunda Harv. in Lond. Journ. I (1849), p. 20.
Delagoa-Bay : Junod 249.
Vangueria armata K. Sch. in Engl. Bot. Jahrb. XX VIII (4899), p. 69.
Delagoa-Bay : bei Masinga, in Wäldern bei 30 m ü. M., Schlechter 12135.
* V. infausta Burch. Trav. South. Afr. II (1824), p. 258, Fig. 451, 499.
Delagoa-Bay : Monteiro; Junod 111, 424.
Kapkolonie, trop. Afrika ; Madagaskar.
V. Junodii Schinz.
Delagoa-Bay : Junod 220.
Fruticosa ; folia petiolata, ovato-lanceolata, acuminata, obtusa vel acu-
tiuseula; calyx trunaceus, lobi minutiusculi; corolla lobi lanceolati, acuti.
Ein 1 bis 2 m hoher Strauch mit Æ % mm lang gestielten aus, eiförmigem
Grunde in eine spitze oder stumpiliche Spitze zusammengezogenen, + 5 cm
langen und + 2 cm breiten Blättern. Die Blüten sind zu 4-bis wenigblütigen,
sehr kurzen Blütenständen vereinigt; der Kelch ist becherförmig und abge-
stutzt, die Lappen machen sich nur als 5 äusserst kleine Spitzchen bemerk-
bar. Die 5 weissen Kronlappen sind lanzettlich und überragen etwas den
von einer massigen Narbe gekrönten Griffel. Laubblätter, Kelch und Krone
sind durchaus unbehaart, die Zweige zeigen eine weisse Berindung. Blüte-
zeit : Oktober bis Dezember.
V. Zeyheri Sond. in Harv. et Sond. Fl. Cap. III (1864—67), p. 15.
Delagoa-Bay : Otto Kuntze.
Transvaal.
Ancylanthus Monteiroi N. E. Brown in Monteiro Delagoa-Bay (1894),
p.173.
Delagoa-Bay : Monteiro 50.
Cuviera australis K. Sch. in Engl. Bot. Jahrb. XX VII (1899), p. 78.
Delagoa-Bay : im Gesträuch bei 30 m über Meer, Schlechter 11958.
Plectronia discolor Schinz.
Arbuscula armata; folia late ovata, apice rotundata vel acuminata, mar-
gine revoluta, petiolata, coriacea, glabra, subtus glauca ; stipulæ truncatæ,
breviter aristato mucronat&;; corolla glabra, corollæ lobi obtusi.
Petioli + 41 mm longi ; folia -E 60 mm longa et Æ 30 mm lata.
Delagoa-Bay : colline, Junod 482. — « Chigeundjongoundjon; fruits comis-
tibles. —
P. fragrantissima K. Sch. in Engl. Bot. Jahrb. XXVII (1899), p. 75.
Delagoa-Bay : bei Lourenco-Marques, in Gebüschen bei 50 m, Schlech-
ter 11635.
P. locuples K. Sch. in Engl. Bot. Jahrb. XXVII (1899), p. 75.
Delagoa-Bay : in Gesträuchen bei 16 bis 30 m Höhe, Monteiro.
Plectronia spec.
Delagoa-Bay : Junod 521.
SCHINZ. BEITREGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 69
Canthium spec.
Delagoa-Bay : Monteiro 52.
Pavetta catophylla K. Sch. in Engl. Bot. Jahrb. XX VIII (1899), p. 80.
Delagoa-Bay : Lourenco-Marques, Strauchwerk, Schlechter 11568.
P. silvæ K. Sch. in Engl. Bot. Jahrb. XX VIII (1899), p. 81.
Delagoa-Bay : im Macocolowalde bei 30 m Höhe, Schlechter 12057.
Pavetta spec.
Delagoa-Bay : Monteiro 59.
Borreria diodon K. Sch. in Engl. Bot. Jahrb. XX VIIL (1899), p. 109.
Delagoa-Bay : Masinga in Wäldern bei 100 m Höhe, Schlechter 12123.
CUCURBITACEÆ.
Melothria deltoidea (Schum. et Thonn.) Benth. in Hook. Nig. FI. (1849),
p. 368.
Delagoa-Bay : Junod 473 a.
Trop. Westafrika.
M. microsperma (Hook.) Cogn. in DC. Monogr. Phanerog. III (1881),
p. 611.
Delagoa-Bay : Mozakwen, lieux ombrages et humids, Junod 285.
Mossambik.
Momordica Balsamina L. Spec. Pl. ed. I (1753), p. 1009.
Delagoa-Bay : fide Monteiro, Junod 462.
In allen Tropen und Subtropen.
* M.involucrata E. Mey. in DC. Monogr Phanerog. III (1881), p. 440.
— _ var. laciniata O Kuntze Rev. Gen. PI. IIl/2 (1898), p. 103.
Delagoa-Bay : überall, Junod 22, 30.
Citrullus Naudinianus (Sond.) Hook. in Oliv. Fl. trop. Afr. IT (1871),
p. 549.
Delagoa-Bay : Junod 421.
Kapkolonie.
Coccinia adoënsis (Hochst.) Cogn. in DC. Monogr. Phanerog. III (1881),
p. 538.
Delagoa-Bay : Monteiro 60 ?
Transvaal ; Ostafrika nördlich vom Aequator.
C. jatrophæfolia (Rich.) Cogn. in DC. Monogr. Phanerog. III (1881),
p. 538.
— — var. australis Cogn. mss.
Delagoa-Bay : sable rouge, Junod 20, 463.
Der Typus nördlich vom Aequator in Ostafrika.
70 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
CAMPANULACEZÆ.
Wahlenbergia arenaria DC. Prodr. Regn. Veget. VII (1838), p. 436.
Delagoa-Bay : Monteiro 7, Junod 330 ?
Verbreitet in verschiedenen Spielarten durch die ganze Kapkolonie.
* Wahlenbergia cf. undulata (Thunb.) DC. Monogr. Camp. (1830),
p. 148.
Delagoa-Bay : depression, Junod 137.
Kapkolonie.
Wahlenbergia spec.
Delagoa-Bay : Junod 394.
Lobelia chilawana Schinz.
Herba annua, erecta, glabra; folia lineare lanceolata vel anguste lanceo-
lata, remoto serrata, margine revoluta, acuta ; calyx glabrus, turbinatus, basi
acutus ; calyeis lobi lineari lanceolati, acuti, corolla glabra; antheræ 2 peni-
cillatæ, 3 majores nudæ dorso piloso hispidæ.
Folia + 60 mm longa, <= 5 mm lata.
Delagoa-Bay : Junod 398. « Nom générique : Chilawana. »
* L. natalensis DC. Prodr. Regn. Veget. VII (1838), p. 369.
Delagoa-Bay : Capt. Speke (fide Sonder); terre noire de Rikatla, Junod #1.
Sambesigebiet.
GOODENIACEZÆ.
* Scævola Lobelia Murr. Syst. Veget., ed. 43 (177%), p. 178.
Delagoa-Bay : Monteiro.
Tropen.
COMPOSITÆ:.
* Vernonia angulifolia DC. Prodr. Regn. Veget. V (1836), p. 29.
Delagoa-Bay : Junod 283, 444.
V. Calvoana Hook. in Journ. Linn. Soc. VII (1864), p. 199.
Delagoa-Bay : Junod 12.
Kamerungebirge.
V. centauroides Klatt in Bull. Herb. Boiss. IV (1896), p. 824.
Delagoa-Bay : Junod 5.
1 Zum Teil von Prof. Dr Hoffmann in Berlin bestimmt.
SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 71
* VW. cinerea (L.) Less. in Linnæa IV (1829), p. 291.
Delagoa-Bay : Junod 472.
Trop. Afrika, Sokotra, trop. Asien, Komoren, Madagaskar.
* V. Kraussii Schültz-Bip. in Walp. Rep. II (1843), p. 947.
Delagoa-Bay : Junod 313.
Transvaal.
V. ondongensis Klatt in Bull. Herb. Boiss. III (1895), p. 430.
Delagoa-Bay : Junod 57, 275.
Deutsch-Südwestafrika.
V. Perrottetii Schultz-Bip. in Walp. Rep. II (1843), p. 947.
Delagoa-Bay : Junod 359.
Trop. Afrika.
* V. senegalensis Less. in Linnæa (1829), p. 265.
Delagoa-Bay : Junod 294.
Südostafrika (Sululand und Shire).
V. tigna Klatt in Bull. Herb. Boiss. IV (1896), p. 829.
Delagoa-Bay : Junod 367.
* Ageratum conyzoides L. Spee. PI. ed. 1 (1753), p. 839.
Delagoa-Bay : Junod 417, 297, lieux humides de Lourenco-Marques.
Trop. Afrika.
* Mikania scandens (L.) Willd. Spec. Pl. III (1800), p. 1743.
Delagoa-Bay : Monteiro (eine Form des Typus), Junod 441.
Kosmopolitisch in allen wärmern Gegenden.
Nidorella microcephala Steetz in Peters Moss. Il (1864), p. 406.
Delagoa-Bay : Junod 10, sable de la colline de Lourenco-Marques ou marais
de Rikatla.
Südostafrika.
* N. resedæfolia DC. Prodr. Regn. Veget. V (1836), p. 322.
Delagoa-Bay : Monteiro 2.
Kapkolonie, Sululand.
Kapkolonie.
Chrysocoma longifolia DC. Prodr. Regn. Veget. V (1836), p. 345.
Delagoa-Bay : Junod 9, colline de Lourenco-Marques, sable rouge.
Kapkolonie.
* C. tenuifolia Berg. Cap. (1767), p. 285.
Delagoa-Bay : Monteiro 26.
Kapkolonie.
* Brachylæna discolor DC. Prodr. Regn. Veget. V (1836), p. 430.
Delagoa-Bay : Monteiro 36 ; Forbes.
Kapkolonie.
* Tarchonanthus camphoratus L. Spec. Pl. ed. 4 (1753), p. 142.
Delagoa-Bay : Junod 52, repandu sur les collines.
Trop. Ostafrika, Angola, Kapkolonie; Arabien.
71% MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
* Blumea lacera DC. Prodr. Regn. Veget. V (1836), p. 436.
Delagoa-Bay : Junod 255, sable blanc, marais.
Trop. Afrika, Arabien, Madagaskar, Komoren, trop. Asien.
* Epaltes garipina Stretz in Peters Moss. II (1864), p. 451.
Delagoa-Bay : Junod 143.
Kapkolonie, trop. Afrika.
Achyrocline Hochstetteri Schultz-Bip. in Rich. Fl. Abyss. 1 (1847),
p- 229.
Delagoa-Bay : Junod 291.
Ostafrika.
* Gnaphalium luteo-album L. Spec. Pl. ed. 1 (1753), p. 851.
Delagoa-Bay : Junod 181.
Kapkolonie, trop. Afr. Kosmopolit.
Gnaphalium stenophyllum Oliv. et Hiern. in Flora of trop. Afr. III (1877),
p. 344.
Delagoa-Bay : Junod 201, 392.
Mossambik.
* Helichrysum adenocarpum DC. Prodr. regn. Veget. VI (1837),
p. 180.
Delagoa-Bay : Junod 372.
Oranjefreistaat.
Eine Abart : var. alpinum Oliv. et Hiern am Kilimandjaro.
H. damarense 0. Hoffm. in Engl. Bot. Jahrb. X (1889), p. 84.
Delagoa-Bay : Junod 371.
Deutsch-Südwestafrika.
* H. decorum DC. Prodr. Regn. Veget. VI (1837), p. 188.
Delagoa-Bay : fide Monteiro.
H. elegantissimum DC. Prodr. Regn. Veget. VI (1837). p. 179.
Delagoa-Bay : Junod 288 ; marais de Rikatla, sable blanc.
Ostafrika.
* H. foetidum (L.) Cass. Diet. XXV (1822), p. 469.
Delagoa-Bay : Junod 288.
Kapkolonie, Ostafrika, Komoren, Burbon.
* H. fulgidum Willd. Spec. Pl. III (1800), p. 190%.
Delagoa-Bay : Junod 95.
Oestl. Kapkolonie.
H. garipinum DC. Prodr. Regn. Veget. VI (1837), p. 174.
Delagoa-Bay : Junod 4.
Kapkolonie (am Oranjefluss).
* H. leptolepis DC. Prodr. Regn. Veget. VI (1837), p. 170.
Delagoa-Bay : Forbes, Monteiro 3.
H. parviflorum DC. Prodr. Regn. Veget. VI (1837), p. 203.
Delagoa-Bay : Monteiro 27, Junod 8, 456, 358 a.
ba}
SCHINZ. BEITREGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 73
« Sable ! secheresse ! abondante. » Elle donne en grande partie sa physio-
nomie à la végétation du pays, vu qu’elle couvre une étendue enorme là où
les arbres ne l’étouffent pas. C'est elle qui attirent les incendies de prairies
que les natifs allument.
Kapkolonie.
* H. quinquenerve Less. Syn, (1832), p. 300.
Delagoa-Bay : Junod k.
Kapkolonie.
* Melanthera Brownei Schultz-Bip. in Flora (1844), p. 673.
Delagoa-Bay : Junod 416.
Verbreitet im trop. Afrika. Südgrenze Angola und Natal.
* Spilanthes oleracea L. Syst. Nat. ed. 12 (1767), p. 534.
Delagoa-Bay : Junod 417 a.
Trop. Afrika.
Bidens africana Klatt in Bull. Herb. Boiss. IV (1896), p. 464.
Delagoa-Bay : Junod 3.
« Mauvaise herbe, repandue particulièrement dans le haut pays, au Trans-
vaal, où les indigènes l’appellent Mosidji on Moschidji.
Reunion.
* Cotula anthemoides L. Spec. Pl. ed. 1 (1753), p. 891.
Delagoa-Bay : Junod 308.
Kapkolonie, trop. Afrika, Aegypten, Ostindien.
Cineraria pinnata O. Hoffm.
Herbacea perennis laxe ramosa glaberrima ; foliis pinnaiis, foliolo terminali
3—5-lobo, lobis sicut foliolislateralibus grosse sinuato-dentatis, folıolis latera-
libus subalternis 2-4 præter foliola 2 basalia nunc parva stipuliformia nunc ma-
jora folıolisque lateralibussimilia ; capitulis parvulis ad apices ramorum in co-
rymbis laxis divaricato-ramosis oligocephalis dispositis ; pedicellis bracteis mi-
nimis in calyculi squamas transeuntibus munitis; involueri squamis 12 late
linearibus marginatis apice triangularibus ; ligulisinvolucrum plus duplo supe-
rantibus 4-nerviis 6 vel pluribus luleis ; corollis disci 5-dentatis, dentibus acu-
minalis nervo mediano percursis; achænis compressis nervo laterali neque
alato neque conspicue ciliato cinctis, faciebus uninerviis, in achæniis radii
parce, in disco densius pilosis.
Delagoa-Bay : Junod 91.
Die vorliegenden Zweige sind etwa 25 cm lang. Blätter bis 5 cm lang.
Hülle mm hoch, Köpfchen mit ausgebreiteten Strahlblüten 13 mm breit.
Hüllblätter 3-nervig. Aussenkelch aus mehreren breit lanzetllichen Blättchen
bestehend, die etwas am Blütenstiel herabgehen.
* Senecio angulatus L. Suppl. (1781), p. 369.
Delagoa-Bay : fide Monteiro.
Kapkolonie.
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n9 10, 30 mars 1900. » 64
74
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
+ S. deltoides Less. Syn. (1832), p. 392.
Delagoa-Bay : Monteiro 6, Junod 440, 289.
Kapkolonie.
* S. erubescens Ait. Hort. Kew ed. 1, [II (1789), p. 190.
Delagoa-Bay : Junod 69, dans le marais, terre noire.
Käpkolonie.
S. cf. isatidens DC. Prodr. Regn. Veget. VI (1837), p. 387.
Delagoa-Bay : Junod 1, sable de la colline de Lourenco-Marques.
Kapkolonie.
S. Junodianus O. Hoffm.
Annuus glaberrimus, basi simplex, superne parce ramosus, inferne dense,
superne laxius foliatus; foliis in eodem specimine subsimplieibus vel vario
modo divisis, nunc lineari-oblongis grosse sinuato-dentatis, nunc pinnati-
fidis vel pinnatipartitis, segmentis linearibus vel lineari-oblongis acutis nune
integris nunc denticulatis vel + sinuato-dentatis ; foliis superioribus sessili-
bus sensim in bracteas simplices lineares inflorescentiæ transeuntibus ; capi-
tulis parvulis radiatis longe pedunculatis ad apices ramorum in corymbis
oligocephalis dispositis, pedunculis erectis ; calyculi bracteis numerosis imbri-
catis lanceolatis acutis, nervo mediano crasso oleoso percursis, margine hya-
lina minute fimbriata cinctis, interioribus tertiam fere involucri partem
zquanlibus; involucri proprii squamis 14-16 lineari-oblongis acuminatis
tenuiter nervatis, margine hyalinis ; ligulis involucro duplo longioribus cir-
citer 10-12 luteis : corollis disci 30-40 involucro paulo longioribus luteis ;
ovariis pilosis.
Delagoa-Bay : Junod 79.
Die Pflanze wird etwa 1/4 m hoch. Die Blätter werden bis 5 em lang, die
ungeteilten bis 6 mm breit. Hülle 6 mm hoch und breit. Strahlblüten 9 mm
lang, wovon 2 auf den Fruchtknoten, 3 auf die Röhre und & auf den vier-
nervigen Saum kommen. Scheibenblüten 5 mm lang; die Zipfel der Blumen-
krone zeigen kurze Mitielnerven, welche von der Spitze nur bis auf den
Grund der Zähne heruntergehen,
An demselben Orte ist von Junod unter No 7% eine Pflanze gesammelt
worden, welche in den Hauptmerkmalen mit der obigen übereinstimmt,
doch fast nur ungeteilte, schmal linealische gezähnte oder ganzrandige
Blätter besitzt. Ein Stengel ist nur etwa 10 cm hoch und einköpfig, der
andere etwas grösser und zweiköpfig. Sie dürfte eine kümmerliche Form der
obigen Art sein.
* S. latifolius DC. Prodr. Regn. Veget. VI (1837), p. 387.
— var. retronsus DC. s. sp. 1. c.
Delagoa-Bay : Junod 324.
Kapkolonie; Njassa.
SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 75
* S. macroglossus DC. Prodr. Regn. Veget. VI (1837), p. 404.
Delagoa-Bay : Junod 294.
Kapkolonie.
S. odontopterus DC. Prodr. Regn. Veget. VI (1837), p. 406.
Delagoa-Bay : Junod 243, fosses, marais.
Kapkolonie.
S. orbicularis Sond. in Harv. et Sond. Fl. Cap. III (1864—65), p. 376.
Delagoa-Bay : Junod 199.
Transvaal.
* S. picridifolius DC. Prodr. Regn. Veget. VI (1837), p. 386.
Delagoa-Bay : Junod 353.
Aequatorialafrika.
* S. quinquelobus DC. Prodr. Regn. Veget. VI (1837), p. 404.
Delagoa-Bay : Monteiro 22, Junod 296.
Kapkolonie.
* S. ruderalis Harv. in Harv. et Sond. Fl. Cap. III (1865), p. 355.
Delagoa-Bay : Monteiro 4, Speke.
* S. speciosus Willd. Spec. PI. III (1800), p. 1991.
Delagoa-Bay : Monteiro.
Senecio spec.
Delagoa-Bay : Monteiro 8.
Senecio spec.
Delagoa-Bay : Monteiro 25.
Othonna acutiloba (DC.) Benth. et Hook. Gen. PI. II (473), p. 453.
Delagoa-Bay : Junod 130, sur les collines du Lebombo.
Kapkolonie.
Osteospermum coriaceum DC. Prodr. Regn. Veget. VI (1837), p. 461.
Delagoa-Bay : Junod 155.
Kapkolonie.
* ©. moniliferum L. Spec. Pl. ed. 1 (1753), p. 923.
Delagoa-Bay : Monteiro 43.
Sehr veränderliche Kappflanze; kommt auch in Ostafrika vor.
* Perdicium piloselloides L. Diss. Pl. Rar. Afr. (1760), p. 22.
Delagoa-Bay : Junod 83, 317.
Kapkolonie, trop. Afrika, Madagaskar, Asien, Tasmanien.
* Sonchus integrifolius Harv. in Harv. et Sond. Fl. Cap. III (1864—65),
p. 928.
Delagoa-Bay : Junod 174.
* S. oleraceus L. Spec. Pl. ed. 4 (1753), p. 794.
Delagoa-Bay : Monteiro 46.
Kosmop.
76 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
HN.
DIAGNOSES
PLANTARUM AFRICANUM NOVARUM
Mit Beiträgen
von
Dr Cas. de GANDOLLE (Genf), Prof. Dr E. KŒHNE (Friedenau),
Prof. Dr Hans SCHINZ (Zürich).
ERIOCAULONACEZ.
Hans SCHINZ (Zürich).
Eriocaulon natalense SCHINZ.
Radicis fibræ spongiosæ, albide; folia lineare-lanceolata, versus apicem angus-
tata, acula, plana, sublus fenestrato-multinervia, Æ 35 cm longa et + 3 mm
lata; pedunculi glabri, rigiduli, Æ 30 cm longi; bracteæ involucrantes obovatæ,
apice rotundatæ, glabræ ; capitula globosa, parva.
Natal : swamps near Murchison, april 188%, Wood 3053.
Da nur ein einziger Blülenstand zu meiner Verfügung steht, so wage ich den-
selben nicht zu zerstören. Die Art sieht wohl E. latifolium N. ab Esenb. nahe,
letztere unterscheidet sich indessen der Beschreibung nach zu urteilen durch grös-
sere Köpfchen und im Verhältnis zum Köpfchen kleinere Bracteen, auch scheint
bei E. latifolium der Schaft länger als die Blätter zu sein.
SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 77
IRIDACKA.
Hans SCHINZ (Zürich).
Ferraria viscaria SCHINZ.
Südwestafrika ::Omupanda in Uukuanjama (Amboland), Wulfhorst 45.
Leider nur ein sehr mangelhaftes Exemplar, das aber dennoch die für Ferraria
charakteristischen Merkmale deutlich erkennen lässt: Verwachsung der Staub-
fäden zu einer Säule, stark und zierlich gefranste Narben und wunderlich ge-
kräuselte Perigonabschnitte. Die Staubbeutel sind offenbar parallel (die einzige
intakt vorhandene und untersuchte Blüte hatte 5 (!) Staubblätter).
Die Art ist dadurch auffallend, dass unterhalb einer jeden Blüte und eines
jeden Partialblütenstandes die Achse auf eine Länge von 1/2 bis 1 cm ähnlich
Lychnis viscaria klebrig ist.
PHYTOLACCACEE.
Hans SCHINZ (Zürich).
Semonvillea fenestrata Fenzl in Endl. Nov. stirp. Dec. Mus. Vindob. V
(1839), p. 42.
— — forma perennis Schinz.
Südwest-Afrika : Hereroland, Sandrivier bei Spitzkoppjes, Dinter 70.
S. fenestrala wird ganz allgemein als eine einjährige Pflanze angegeben und
damit stimmen auch alle Exemplare, die ich bis heute gesehen oder selbst ge-
samınelt habe, an dem mir von Dinter zugekommenen Belegstück sind dagegen
die Zweige entschieden holzig und es muss sich da also um eine mehrjährige
Form handeln. Andere Unterschiede habe ich nicht auffinden können.
MELIACEE.
Cas. de CANDOLLE (Genf).
Wulfhorstia C. DC. Genus novum.
Calyx 5-dentatus. Petala 5 in æstivatione quincuncialia. Stamina in tubum
inlegrum summo apice 10-antheriferum coalila. Discus nullus. Ovarium sessile
78 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
5-loculare loculis oppositipetalis 6-ovulatis. Ovula in loculo 2-seriatim superposita
anatropa. Stigma orbiculare.
Genus a Chukralia A. Guss. staminum tubo integro ovario haud stipitato ovu-
lisque paucioribus discrepans.
W. spicata, paniculis simplicibus apice ramorum conferlis breviter peduncu-
latis cymulas 3-1-floras spicatim et haud dense gerentibus dense hirtellis, floribus
breviter peilicellatis, calyce acute dentato petalisque oblongo-ovatis apice obtu-
siusculis extus dense adpresse hirtellis, tubo urceolato petalis fere dimidio bre-
viore intus inferne piloso cæterum glabro, antheris ovalis glabris in margine
tubi subsessilibus, ovario dense hirtello, siilo quam ovarium paullo breviore
glabro, stigmate e tubo paullo exserto.
_ Südwest-Afrika : Omupanda in Uukuanjama, (Amboland) Wulfhorst.
Ramuli dense hirtelli. Folia altera cæterum ignota. Panicula florens circiter
42 cm longa rhachi gracili 1 mm crassa. Pelala in sicco subcoriacea 5 mm longa.
Staminum tubus sat carnosus. Ovula in loculo parietibus ab axi sat remote in-
serta et subhorizontalia. Fructus ignotus.
LYTHRACEZ.
E. KEHNE (Berlin).
Nesææ Ondongana Kehne (Sect. Ammanniastrum, Series 1). Proxima
N. Loandensi (Welw. et Hiern) Keehne.
Icon. Kœhne At]. ined. t. 71, f. 418.
Annua videtur; caulis fere erectus ima basi tantum radicans 10 cm altus gra-
cilis, ut rami patenti-erecti graciles quadrangulus glaberrimus. Folia opposita
sessilia, internodiis circ. æquilonga v. longiora, inferiora e basi longe
cuneata anguste oblanceolata, superiora e basi contracta lan-
ceolata, 18—7 mm longa, 2.5—1,3 mm lata, acutiuscula, uninervia, margine
angustissime albido minutim aspera. Dichasia 7—3-flora subsessilia; pedicellus
floris medii vix À mm, sub fructum demum pæne 2 mm æquans, vix supra basin
prophylla 2 lineari-subulata pedicellum æquantia gerens; florum
lateralium pedicelli ac prophylla minora. Flores 4-meri. Calyx (1,5 mm) campa-
nulatus; lobi circ. tubi !/s æquantes conniventes; appendices corniformes lobis
sublongiores patentes apice minutim asperæ ; nervi 8 teneri. Petala 0 (an semper ?).
Stamina 4, ad tubi circ. 1/2 inserta, lobos æquantia, apisepala. Stigmasessile;
ovarıum biloculare. Fructus lobos demum paullo superans.
Africa austro occidentalis, ex Reg. Amboland : Ondonga, jan. 1886
leg. Rautanen n. 206.
Obs. : A N. Loandensi differt foliis multo angustioribus, a N. aspera (Guill.
et Perr.) Koehne (habitu foliisque simillima) vero prophyllis multo minoribus,
SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DE AFRIKANISCHEN FLORA. 79
ab utraque stigmate sessili. Melius est speciem propriam creare, nam qui plantam
pro varietate tantum habere vellet, nesciret cui speciei eam attribueret.
BERICHTIGUNG.
Herr Dr. S. Schönland in Grahamstown teilt mir mit, dass die von ihm in
diesen Beiträgen (Bulletin de l’Herbier Boissier V (1897), p. 862 beschriebene
Crassula maritima identisch sei mit Crassula expansa Ait., dass dagegen Cras-
sula filicaulis Ecklon et Zeyher, die von Harvey als Synonym von Crassula
expansa aufgeführt wird, als besondere Art aufrecht zu erhalten sei.
(Hans Scaınz.)
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» V-(4897), 1135.» 25 » et 2 »
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— Epilobium genus, a cl. Cu. Cuisn ill. Avec 94 planches. — Lausanne, 1885.
| 25 fr.
— Lydie, Lycie, Carie, 1842, 1883, 1887. Études botaniques. In-A0, avec 5 pl. —
1890 15 fr.
— (Oypripedium Calceolus X macranthos Barbey. — In-40, avec une planche double
coloriée. Lausanne, 1891 3 Îr.
STEFANI. C. ve, C. J. FORSYTH MAJOR er W. BARBEY. Samos, Étude géolo-
gique, paléontologique et botanique. Avec 13 pl., par Ca. Cuisin. 1892. 20 fr.
__ _ — Karpathos. Étude géologique. paléontologique et botanique. — In-40,
avec 43 pl., par Cu. Cuisin. 1895 20 fr.
MAJOR, C.-J. Forsyra er BARBEY, W. Halki. Étude botanique. — In-40 avec
4 planche double, par GH. Guisin. Lausanne, 1894 Ag
AUTBAN, E. er DURAND, TH, — Hortus Boissierianus. Énumération des
plantes cultivées en 1895 à Valleyres et à Chambésy, avec préface de
M. F. Crépin. — In-80, xı et 572 pages, avec 3 planches. Genève, 1896.
12 fr.
ei
— SCHINZ, H. — Die Pflanzenwelt Deutsch: Südwest-
Alrikas................ Re RES Eh aD
. — HERZOG, Th. Einige briologische Notizen aus Grau-
bünden und Wallis Aero aan
— de WILDEMAN, E. Une er ours (Micro-
myces 1] Mesocar pi) RN An Se ARE
'_ SYDOW, H. et P. Fungi Aliquot Novi à F. Stuckert
in Argenlina Jocii REPARER Es To sSRrs
— WAINIO, Edv. A. Reactiones Lichenum à J. Müllero
Argoviensi DESCH PIONEER a ES
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Mougeol-, Nesiler- und Schimper Stirpes kryptogamæ
. — Abbe CHEVALLIER, L. Notes sur la Flore du Sahara
8. — GHABERT, Alfred. Les Rhinanthus des Alpes maritimes
2:
— Prof. D' ROSENSTOCK (Gotha). Aspidium Libanoli-
CHA PME TS DEP ee a SEE ea SES ER ER NEN ce
N°10. — SCHINZ, Hans. Beiträge zur Kenntnis der Afrikanischen
Flora (Neue oi I. Zur Kenntnis der Pflanzenweli
der. Delasoa-Bay.....2..0% 2.8 282. N BR
OBSERVATION
Genève. — Imp. Romet, boulevard de Plainpalais, 26.
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ont droit gratuitement à trente exemplaires en tirage à part.
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MAISON A LYON
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER
N° 11.
AT HEPATICARUM
AUCTORE
Franz STEPHANE
(Suite.)
HYMENOPHYTUM Dum. 1855.
Plantæ frondosæ, majusculæ, terricolæ, fusco-virides, e caudice sub-
terraneo ramoso rhizifero ortæ. Frons procumbens, simplex 1. e. haud
furcatim ramosa, ramis posticis, numerosis, e latere costæ ortis
recteque patentibus, ceterum late ligulata apice breviter inciso-biloba
ibidemque cellulis clavatis muciferis obtecta, interdum apice attenuata ad
cosiam reducta radicans; in aliis erecta inferne pseudopedunculata,
exalata ad costam reducta, superne abrupte multifurcata, horizontaliter
umbellatim expansa. Costa in omnibus valida, plano-biconvexa, interdum
postice magis producta, sensim in alas unistratas allenuata, fasciculo
fibrovasali brunneo anguste cylindrico percursa. Rami fertiles brevissimi,
postici, e latere costæ orti, breviter pedunculati vel sessiles; feminer disci-
formes, apice late alati. Involucrum compresso-bilabiatum, labiis inæqua-
libus, postico minore, antico lacinulis accretis carnoso. Perianthium longe
exsertum, carnosum, plano-cylindricum vel pluriplicatum apice breviter
lacinulatum. Calyptra duplo brevior, carnosa, pistillis sterilibus obsita.
Capsula oblongo-cylindrica, usque ad basin quadrivalvis, cellularum
parietes radiales brunneæ valde incrassatæ; incrassatio annulosa nulla;
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n° Al, 30 avril 1900. 65
PURE
2 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. Hymenophytum.
valvulæ apice elateribus persistentibus barbatæ: elateres decidui longi,
capillacei. attenuati, bi- vel trispiri, spiris validis anguste torlis. Sporæ
parvæ, sphærico-tetrædræ, rufescentes. Rami masculi brevissimi, basi
haud pedicellati, disciformes, angusie alati, antice involucris reticulatim
connatis obtecti; involucra superne libera, inflata. plus minus rostrata,
monandra. Antheridia magna, sphærica (ad 10-12) brevissime pedi-
cellata.
Die Arten dieser Gattung enthalten zwei vegetative scharf getrennte
Gruppen : Podomitrium mit niederliegendem ungeteiltem Thallus und
Umbraculum mit einer schirmförmig ausgebreiteten vielfach gegabelten
Frons auf einem langen vertikal aufgerichteten ungeflügelten Träger; da
die sexuellen Organe beider völlig übereinstimmen, so ist eine Trennung
nicht möglich; man kann die erwähnten Gattungen nicht einmal als sub-
genera verwerten.
Der als caudex bezeichnete Teil der Pflanzen ist meist sublerran, flei-
schig und von dem axilen Bündel brauner Zellen durchzogen; er stellt
also nur den unterirdischen ungeflügelten Teil des Thallus dar, der mit
zahlreichen Rhizoiden allseitig besetzt ist. Dieser rudimentäre Fibrovasal-
strang ist ein schmal cylindrischer von dem umgebenden parenchy-
matischen Gewebe scharf getrennter Körper, der aus langen prosenchy-
matischen Zellen gebildet ist; dıe Zellwände zeigen zahlreiche Tüpfel;
mit der Gabelung der Frons (wo solche eintritt) geht er in jeden Gabel-
ast über, worin er sich von anderen verwandten Gattungen unterscheidet,
bei denen jede Gabelung ihren Strang in den Mutterspross hinabsendet,
der demgemäss (wie auch die dazwischen liegenden Gabelungsglieder)
mehrere Stränge zeigt, die, dem Gange der Astbildung entsprechend —
also nachträglich — angelegt werden. Die intercalare Zweigbildung ist
bei den Arten der Untergattung Podomitrium eine rein ventrale, seitlich
aus der Mittelrippe entspringende; der Fibrovasalstrang des Muttersprosses
tritt nicht in den Zweig ein; er bildet sich vielmehr in ihm später und
oberhalb der Basis. Die fertilen Aeste aller Arten enthalten keinen solchen
Strang; wenigstens habe ich ihn hier, entgegen den Angaben Leitgebs,
nie gesehen.
Die Gattung Hymenophytum ist von Dumortier bereits 1835 sehr gut
charakterisirt worden; in der Synopsis sind diese Merkmale aber völlig
unbeachtet (oder unbekannt) geblieben und deren Autoren haben nicht
einmal bemerkt, indem sie die Pflanzen zu Symphyogyna stellten, dass
Hymenophytum einen Kelch hat.
306
Hymenophytum. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 3
Obgleich Dumortier ebenfalls eine Symphyogyna (S. Hymenophyllum)
zu seiner Galtung stellte, ist die Diagnose doch dadurch nicht beeinflusst
worden, so dass zweifellos von ihm zuerst diese Gattung gut und rein
dargestellt worden ist.
Hymenophytum Dun.
A. Frons simplex, procumbens. Perianlhium plicatum.
1. Hymenophytum Phyllanthus (Hooker),
Syn. : Jungermannia Phyllanthus Hook. Musci exot. t. 95.
Blyttia Phyllanthus Nees. Syn. Hep. p. 478.
Blyttia cladorrhizans Taylor. Syn. Hep. p. 476.
Diplolæna cladorrhizans Taylor. I. of. Bot. 1844, p. 570.
Symphyogyna Phyllanthus Taylor. Fl. Ant., p. 167.
Podomitrium Phyllanthus Mitt. Fl. N. Zeal. II, p. 164.
Dioica, robusta, fusco-viridis, dense cæpitosa. Frons ad 2 cm. longa,
late ligulala, tenera, symmetrice alata. Costa minus crassa, plano-
biconvexa, ale flaccidæ, undulatæ. Cellulæ alarum valde irregulares,
usque ad 27 X 54 u, versus marginem minores, haud incrassatæ.
Ramn fem. breviter peduneulati, superne late alati, alıs subintegerrimis.
Involucra maxime profundeque lacerata, subfimbriata. Perianthium plus
minus purpureum, usque ad basin pluriplicatum, apice breviter lobatum,
lobis ciliatis. Sporæ 17 y. Rami masculi oblongi, limbo angusto dentato
cireumdati. Involuera subcampanulata, apice truncata varie profundeque
lacerata.
Hab. New Zealand (Colenso, Kirk): Australia: Gippsland (Tysdale), Port
Phillip (Maplestone), Melbourne (Luchmann); Tasmania (Weymouth).
Die Pflanze ist gar nicht selten, liegt aber in den Herbarien meist als
Symphyogyna bezeichnet, da man die sehr häufig sterilen Sexualäste,
welche unter dem Thallus verborgen liegen, nicht beachtet hat.
2. Hymenophytum malaccense St. Hedwigia 1895, p. 46.
Dioica, major, robusta, rigida, fusco-viridis dense depresso-cæspitosa.
Frons ad 3 cm. longa apice pro more altenuala et radicans. Costa vali-
dissima, fusca, postice magis producta. Ale sæpe asymmetricæ, altero
latere ad limbum angustum reductæ vel omnino deficientes, altero bene
evolutæ, sæpe in plano falcatæ. Cellule alarum magnæ ad 65 X 130 y,
margine valde incrassate. Rami fem. breviter pedunculati, superne alati,
307
4 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. Hymenophytum.
alis plus minus profunde laceratis. Involucri labia usque ad basin fere
regulariter laciniata, laciniis linearibus vel lanceolatis multo magis
robustis quam in precedente. Reliqua desunt.
Hab. Singapore (Ridley, Schiffner); Nova Caledonia (Lecord).
Durch die Verdickung der Randzellen und die starke Mittelrippe erhält
der Thallus die auffallende Rigidität; die unsymmetrische Ausbildung
desselben ist sehr auffallend und kann nicht vom Mangel des Lichts her-
rühren, da H. Phyllanthus ganz ebenso rasig wächst und ganz sym-
metrische Ausbildung zeigt; die sichelförmige Krümmung der Frons aber
ist eine Folge des stärkeren Wachstums der einen Flügelseite; an sym-
metrisch gebauten Pflanzen fehlt die Krümmung; diese Verhältnisse er-
innern an Riella, wo jedoch der Flügel dorsal ist.
B. Frons pseudopeduneulata, multifurcata. Per. læve.
3. Hymenophytum flabellatum (Hooker).
Syn. : Jungermannia flabellata Hook. Musci exot., t. 13.
Symphyogyna flabellata Mont. Voy. au pöle sud, I, p. 216.
Umbraculum flabellatum G., Ann. sc. nat. 1864, p. 180.
Umbraculum Mülleri G., ms.
Dioica, robusta, fusco-olivacea, gregarie crescens. Frons longe pedun-
culata, pedunculo ad 2 vel 3 cm. longo, superne multi (quinquies-)
furcata, fureis brevibus, ligulatis integerrimis, planis, contiguis, horizon-
taliter in flabellam umbellatam expansis; flabella subrotunda, usque ad
25 mm. in diam., haud rare multo minor et minus ramosa; costa in
furcis primariis valida, in furcis sequentibus sensim sensimque atlenuata,
in ultimis tenerrima sub apice evanida; cellulæ alarum sub 38 y, parie-
tibus æqualiter incrassatis. Rami fem. haud pedunculati, sessiles, alis
angustis. Involuerum depresso-bilabiatum, labiis inæqualibus, postico
majore reniformi irregulariterque spinoso, antico profunde lacerato et
laciniis filiformibus ciliato. Perianthium longe exsertum, crassum plano-
cylindricum, ad 10 mm. longum, apice leniter contractum, lacinulatum.
Sporæ 18 y. Involucra mascula superne inflata, breviter rostrata. Ore
dentato.
Hab. Australia : Sydney (Whitelegge), Melbourne (Luchmann), Port
Phillip (Maplestone), Gippsland (Tysdale), Apollo Bay (F. v. Müller),
Queensland (Bailey); New Zealand (Colenso, Wilhelmi, Kirk, Beckett,
Peirie); Tasmania (Oldfield, Bufton, Weymouth).
308
Pallavicinius. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 5
%. Hymenophytum leptopodum (Taylor).
Syn. : Symphyogyna leptopoda Tayl. J. of Bot. 1844, p. 571.
Umbraculum leptopodum G. Ann. sc. nat. 186%, p. 180.
Dioica, præcedenti simillima, minus robusta, sæpe tenera et flaccidu.
dilute olivacea. Frondis pedunculus sæpe valde elongatus (ad 10 cm.)
flabella ut in H. flabellato, sæpe lamen multo minus regularis, furcis
basalibus pinnatim patulis, reliquis multo longioribus, basi sepe exalatis ;
costa semper excurrens. Cellulæ alarum 46 X 76 y, æqualiter incrassatæ,
versus marginem minores. Rami feminei in furcis primariis et secun-
dariis dispersi, involucro magno bilabiato, labio postico magno reniformi
integerrimo, antico minore simillimo. Sporæ vix minores. Reliqua ut in
præcedente. '
Hab. New Zealand (Colenso. Knight, Helms, Zürn, Kirk, Beckett Petrie);
Tasmania (Weymouth).
EXBRAVICINIES Gray. 1821.
Plantæ mediocres, frondosæ, teneræ, virides vel olivaceæ, terricolæ
interdum corticolæ, plus minus dense stratificatæ, e caudice repente
subterraneo procumbentes, simplices, rarius furcatæ, ex apice attenuato
radicante continuatæ vel postice e latere costæ innovatæ; aliæ inferne ad
costam reductæ, plus minus longe stipitatæ, stipite erecto subtereli,
superne abrupte mullifurcatæ, furcis alatis flabellatim expansis. Costa
angusta, biconvexa, postice sepe magis producta, in alas attenuata, cel-
lulis angustis elongatis formata, fasciculo fibrovasali centrali simplici
angusto et brunneo percursa. Als latæ et teneræ in plantis procumben-
übus vel angustæ et crassæ in erectis, subplanæ rarius crispatæ, inte-
gerrimæ vel dentatæ, apice breviter inciso-bilobæ ibidemque cellulis
clavatis muciferis dense obtectæ, margine cellulis longis rectangulatis
limbalæ, in plantis procumbentibus haud rare asymmetricæ (uno latere
angustiores).
Inflorescentia semper dioica. Involucra feminea antica, medio frondis
vel ad basin furcæ primariæ erecta, plus minus longe cupulata, ob
squamas externe accrelas crassa, superne itaque duplicatim laciniata,
laciniis valde irregularibus. Perianthia subhyalina, interdum colorata,
cylindrica, valida, basi crassa, longe exserla, ore lobato vel laciniato vel
309
6 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. Pallavicinius.
ciliato. Calyptra valida.. basi incrassata, perianthio plus minus longe
coalita, basi atque in facie sua pistilla sterilia numerosa gerens,
perianthio ceterum multo brevior. Capsula plus minus longe pedicellata,
oblongo-cylindrica, normaliter quadrivalvis, valvulis apice semper coalitis,
sæpe plurifidis, statu juvenili bistratis, ætate unistratis; cellulæ val-
varum elongatæ, pariete interna tenera; parieles reliquæ valde incras-
satæ, brunneæ. Sporæ parvæ, minute papillatæ. Ælateres longi, fili-
formes, longe attenuati, spiris duplicatis, anguste ligulatis angusteque
tortis.
Andrecia antica, sepe in fronde angustiore, semper fere secus costam
biseriata, bracteis monandris, cucullatis, confertis vel remotiusculis vel
ad cristam depressam coalitis, margine varie dentatis. Antheridia breviter
slipitata, magna.
Es wird kaum ein zweites Genus im Pflanzenreich geben, dessen Name
mehr gewechselt hat als das vorstehend beschriebene. Lindberg hat die-
ser confusen Materie eine besondere Arbeit gewidmet und es ist ein glück-
licher Zufall, dass wir den ältesten Namen ohne Weiteres beibehalten
können, da die demselben angefügte Diagnose die Gallung recht gut er-
kennen lässt.
Zum guten Teile verdankt das Genus diesen Namenreichtum dem Um-
stande, dass es lange Zeit und bei manchen Autoren bis auf den heutigen
Tag, aus zwei Gattungen bestanden hat, nehmlich aus dem Genus Palla-
vicinius (typus P. Lyallii) dem irrtümlicher Weise bisher auch die 2 euro-
päischen Arten: Jungermannia Blyttii, Mörch und Jung. hibernica, Hooker
hinzugezählt wurden, die aber zur Gattung Calycularia gehören.
Diese letztere Gattung, die nur wenige exotische Arten enthält, war
bisher wenig bekannt und da die Unterblätter (Amphigastria) an unseren
zwei europäischen Species klein und bald zerstört sind, hat Niemand bis-
her ihre Identität bemerkt.
Die Gattung Pallavicinius besitzt ein die costa als einfachen Strang
durchziehendes dünnes Bündel fibrovasaler Zellen, die braun, sehr fest,
lang und schmal und stark verdickt sind; ihre Längswände sind mit
feinen spiralig angeordneten Tüpfeln bedeckt; gleiche Stränge besitzt
auch Symphyogyna, eine Gattung, die der unsrigen sehr nahe steht und
sich durch ein kleines schuppenförmiges Involueralblatt sowie durch den
Mangel eines Perianths unterscheidet. Pallavicinius hat dagegen bei
sterilen © Blüten ein ringförmiges, nach erfolgter Befruchtung becher-
förmiges Involucrum, das offenbar aus 2 concentrischen Reihen von
Schuppen entstanden ist, die von dem gemeinsamen Basalgewerbe ver-
310
Pallavicinius. FRANZ STAPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 7
eint in die Hôhe gehoben wurden, daher daselbst dick und fleischig ist,
oben aber zweizeilig gestellte Lacinien zeigt.
Die Haube ist an der Basis mit dem Perianth mehr oder weniger ver-
wachsen und trägt je nach dem Alter der jungen Frucht die sterilen
Pistille mehr oder weniger auf ihrer Oberfiäche emporgehoben; bei allen
Arten beteiligt sich eben das hasale Gewebe des Fruchtstandes am Auf-
bau der Haube und eine Abtrennung derjenigen Arten (unter dem Namen
Mittenia) wo diese Beteiligung eine intensivere, die Verwachsung eine
deutlichere ist, wird schon deshalb unmöglich sein, weil es alle möglichen
Uebergänge — oft innerhalb ein und desselben Rasens — gibt.
Die Kapsel trägt an der Spitze ein hyalines oder braunes konisches
Konnektiv; es sind die obersten Zellen der Klappen, die nach dem Lumen
der Kapsel zu durch ein inneres Gewebe verstärkt sind; dieses Konnektiv
ist die Ursache, dass die Klappen stets an der Spitze verbunden sind; ihre
Zahl ist selten 4; meist ist die Kapsel longitudinal zerfetzt und der Inhalt
hängt in diesem glockenförmigen Siebe, langsam mit dem Wechsel der
Feuchtigkeit die Sporenmasse entlassend.
Der Thallus unserer Gattung zeigt 2 scharf getrennte vegetative Grup-
pen; die eine umfasst die Formen mit einfachem Thallus, der selten ein-
mal gegabelt ist, zuweilen an der verschmälerten und flügellosen Spitze
wurzelt und zur neuen Frons auswächst, sich sonst aber meist durch ven-
trale Seilensprosse verzweigt und nicht selten weil ausbreitet; die andere
Gruppe zeigt uns eine aufrechte langgestielte Frons, die sich an der Spitze
des Stieles plötzlich mit mehrfach sich folgenden kurzen Gabelzweigen
schirmartig ausbreitet, wir haben diese 2 vegetativen Formen bereits bei
Hymenophytum gesehen und Symphyogyna besitzt sie ebenfalls.
Eine Anzahl Arten besitzt mehr oder weniger lange Randzähne, welche
am Vegetationspunkte hakig zusammen neigen; diese Gestall behalten
sie auch späler bei; ohne Zweifel dienen sie lediglich zum Schutz des
jungen apicalen Gewerbes und ersetzen die Amphigastrien anderer Leber-
moose; wir werden bei Symphyogyna sehen, wie sich diese Zähne zu
Thalluslappen umgebildet haben.
Pallavieinius Gray.
A. Procumbentes.
a. Dentalæ vel ciliatw.
1. Pallavicinius ambiguus (Mitten), India orient.
2. Pallavicinius innovans St., New Zealand.
311
8 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. Pallavicimius.
; Pallavicinius longispinus St., Japan.
. Pallavicinius piliferus St., San Thomé.
. Pallavicinius spinosus (G.), Australia.
. Pallavicinius xiphoides (Tayl.), New Zealand.
. Pallavieinius Levieri Schffn., Java, Hawaï.
. Pallavicinius tenuinervis (Tayl.), New Zealand.
9. Pallavicinius indicus Schffn., Java, Tahiti.
b. Integerrime.
40. Pallavicinius crispatus (Mont), India orient.
11. Pallavicinius attenuatus St., Réunion.
12. Pallavicinius himalayensis Schffn. ms., Himalaya.
13. Pallavicinius Lyellii (Hooker), Kosmopolit.
1%. Pallavicinius Husnoti St., Guadeloupe, Cuba.
15. Pallavicinius cylindricus (Austin), Hawaï.
16. Pallavicinius procumbens (Taylor), St. Helena.
17. Pallavicinius radiculosus (Sande), Java.
18. Pallavicinius pisicolor (Taylor), Fret. magellan.
19. Pallavicinius erimonus St., Japonia.
20. Pallavicinius latifrons St., Java.
B. Dendroideæ.
a. Dentatæ vel ciliatæ.
Q NO mw
21. Pallavicinius erythropus (G.). Andes.
22. Pallavicinius Wallisii St., Andes.
23. Pallavicinius Zollingeri (G.), Java.
24. Pallavicinius Stephanii Jack., Natal.
25. Pallavicinius connivens St., New Zealand.
26. Pallavicinius decipiens (Mitt.), Ceylon.
b. Integerrime.
27. Pallavicinius crassifrons St., Kerguelen.
28. Pallavicinius subflabellatus Besch., Fret. magell.
29. Pallavicinius difformis (Nees), Brasilia.
A. Procumbentes.
a. dentatæ vel ciliatæ.
1. Pallavicinius ambiguus (Mitt.) St.
Syn. : Steeizia ambigua Mitt. Linn. Soc. Vol. 5, p. 123.
Dioica, minor, gracilis, rigida, brunnea. Frons ad 2 cm. longa, vix
.. :millimetrum lata, lanceolata, plana, monopodialiter pauciramosa, ramis
.: : posticis numerosis. Costa fusco-brunnea, pro planta lata, (fere ‘/s dia-
312
Pallavicinius. FRANZ SLEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 9
metri frondis) postice valde et abrupte producta; alæ 9 cellulas latæ,
margine repando-lobatæ, lobis remotis, spinosis; spinæ 5 cellulas longæ
in plano incurvæ; cellule alarum 27 X 54 u, maxime incrassatæ.
Involuera (sterilia) brevissima, cupulata, crassa, ad medium laciniata,
laciniis validis irregularibus, late lanceolatis.
Hab. India orient. Khasia Montes (Hooker); Insula Luzon (Loher).
2. Pallavicinius innovans Si. n. sp.
Dioica, parva, rigida, procumbens, lurida dense et compacte cæspitosa.
Frons ad % mm. longa, simplex, ex apice decurvo et abrupte atlenuato
innovans, ramis posticis numerosis. Costa pro planta lata, crassa, antice
canaliculata, postice maxime producta; ale erectæ, conniventes, basi
pluristatæ, margine grosse remoteque spinosæ, spinis breviusculis. Cel-
lulæ alarum 46 X 46 y. margine angustiores. Involucrum breviter
cupulatum crassum, superne breviter irregulariterque inciso-lobulatum,
lobulis paucidentatis, hic illic spinosis vel solum angulatim repandis.
Perianthium maximum, thallo fere æquilongum, late cylindricum,
tenuis, longe plicatum, are amplo repando dentato-ciliato, ciliis remo-
tiusculis hamatim incurvis. Calyptra libera, tenera, perianthis parum
brevior, pistillis sparsis obsita. Capsula breviter pedicellata, oblongo-
cylindrica. Sporæ 18 y. grosse papillatæ. Andrecia in planta angustiore
curvatim procumbente, bracteis secus costam biseriatis, remolis, dentatis.
Hab. New Zealand (Kirk), Campbell Island (Kirk).
3. Pallavicinius longispinus Si. Bull. Herb. Boissier 1897,
p. 102.
Dioica, mediocris, flaccida, procumbens, olivacea, dense depresso-
cæspilans. Frons ad 7 cm. longa, 5 mm. lata, simplex, interdum furcata,
sæpe e ventre innovala; costa angusta, crassa, antice subplana, postice
magis producta, sensim in alas attenuata. Alæ tenerrimæ, margine regu-
lariter sinuatæ, sinubus lunatis, lobis rotundatis spina hamatim incurva
apice setacea armatis. Cellulæ alarum 36 X 72 y, ipso margine longiores.
Involucra (sterilia) e basi alte tubulosa abrupte dilatata, profunde inciso-
lobulata, longe dentato-ciliata, ciliis strietis validis pungentibus. Andræcia
ı planta angustiore, bracleis secus costam biseriatis, inflatis, grosse
spinosis.
Hab. Japonia, Tosa (Inouß). a
Hierher gehört vielleicht P, subeiliatus (Austin); leider war éincExémY © À K
Fa
A DT À bi 1 C À 4
plar nirgends zu erhalten. < LE VA
L
313
10 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. Pallavicinius.
4. Pallavicinius piliferus St. Hedw. 1891, p. 271.
Dioica, mediocris, flaccidissima, dense depresso cæspitans, dilute oli-
vacea. Frons procumbens ad 2 em. longa, 5 mm. lala, undulata, late
ligulata, basi breviter stipitata, ex apice angustato continuata vel e latere
costæ innovala. Costa angusta, plano-biconvexa, tenuis, medio 8 cellulas
crassa, sensim in alas excurrens. Alæ tenerrimæ margine piliferæ, pilis
4-5 cellulas longis, hamatulis; cellulæ alarum 45 X 72 y parietibus
tenerrimis. Involucra parva, conico-cupulata, humilia (in statu sterili)
margine longe fimbriala, laciniis filiformibus ramosis, lanatim intricatis.
Hab. Africa trop. occid. Insula S. Thome (Quintas).
5. Pallavicinius spinosus (G.) St.
Syn. : Blyttia spinosa G. Linnæa XXVIH, p. 560.
Mittenia spinosa G. Ann. sc. nat. 1864, p. 84.
Dioica, minor, tenuis. fusco-virens vel brunneola, dense depresso
cæspitans. Frons procumbens, ad 15 mm. longa, simplex vel furcata vel
e latere costæ ramosa, ramis anguste linearibus, millimetrum latis, planis.
Costa angustissima, alte biconvexa, postice magis producta, abrupte in
alas desinens. Al& lenues margine grosse spinosæ, spinis approximalis,
hamatim incurvis, basi 4 cellulas latis, acuminatis setaceis. Cellulæ alarum
ad costam 36/72, medio 36/54, margine 12/45 y, parielibus validis.
Involuera crassa, ad medium multifida, laciniis acutis vel emarginato-
bifidis, extus squamulis accessoriis lanceolatis obsitis, margine cellulis
longis digitiformibus crenato. Perianthia magna, 5 mm. longa, fusco
brunnea, superne plicata, ore plus minus profunde fisso, laciniis margine
apiceque ciliatis. Calyptra valida, brunnea, basi crassa ibidemque perian-
thio breviter coalita. Capsula in pedicello 9 mm. longo parva, cylindrica,
apice rotundata. Spore 18 y, rufescentes, asperæ. Elateres breves, ad
216 y longi, parum attenuati, spiris 3, laxe tortis. Andrecia in ramulis
posticis longe spilitatis, breviter disciformibus maximeque spinosis ;
bracteæ aggregatæ (5-6) cucullatæ, margine 3-4 spinosæ, monandræ.
Hab. Australia, Gippsland. (Ferd. von Müller).
6. Pallavicinius xiphoides (Taylor) St.
Syn. : Diplolæna xiphoides Tayl. J. of Bot. 1844, p. 569.
Blyttia xiphoides Syn. Hep., p. 476.
Dioica, valida, gracillima, longe procumbens denseque stratificata,
-olivacea. Frons ad 7 cm. longa, repetito-furcata, furcis sæpe irregularibus,
brevibus pinnæformibus, aliis longissimis simplicibus; rami postici
314
Pallavicinius. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 11
rariores. Costa pro planta latissima, antice leniter concava, postice
convexa, abrupte in alas angustissimas attenuala. Ale strictæ, margine
crebre dental». subserratæ, dentibus validis, e lata basi acutatis, incur-
viusculis. /nvoluera campanulata. fere ad medium inciso-lobata, lobis
valde irregularibus lanceolatis vel profunde bifidis vel ligulatis; planta
communis sed semper sterilis invenla.
Hab. New Zealand (Hooker, Zürn, Kirk, Cheeseman, Beckett).
7. Pallavicinius Levieri Schffn. Kais. Ak. Wien. LXVIL, p. 184.
Dioica, major, tenerrima, procumbens, dilute viridis, corticola et
muscicola. Frons ad 7 em. longa, 5 mm. lata, plana vel undulata, margine
pilis brevibus armata, furcata vel postice innovata. Costa angusta, medio à
cellulas crassa, antice subplana, postice magis producta, abrupte in alas
excurrens. Al flaccidissimæ, integerrimæ; cellulæ alarum ad costam
37/110 y, medio 37 X90 y, margine 27 X 74 y. Involucrum cupulatum,
profunde laciniatum, laciniis angustis dense ramoso-capillaceis. Perian-
thium longe cylindricum, ad 10 mm. longum, apice ciliatum, capsula
cylindrica, sæpe bivalvata. Sporæ 18 y, rufo-fuscæ, granulatæ. Elateres
longissimi longeque attenuati, spiris laxe tortis. Andrœcia in planta
minore et angustiore linearia, costam plus minus tegentia, bracteis pro-
funde incisis.
Hab. Java, Sumatra 1000-2120 m. (Schiffner), Hawaï (Baldwin), Tahiti
(Lepine).
8. Pallavicinius tenuinervis (Tayl.) St.
Syn. : Diplolæna tenuinervis Tayl. J. of B. 184%, p. 477.
Dioica, mediocris, gracilis, tenuis, longe procumbens et cæspitans,
pallide flavo-virens. Frons ad 5 cm. longa, 3 mm. lata, linearis, simplex
vel e ventre innovata. Costa angusta, humilis, in sectione fusiformis. Als
tenerrimæ ad costam bistratæ, basi longe attenuatæ, margine remote
denticulatæ, dentibus 1-2 cellulas longis, facile deciduis, ab auctore præ-
tervisis. Cellulæ alarum 36 X 5% u, margine multo angustiores, omnes
tenerrimæ. Involucra cupulata, ad 2 mm. longa, margine ad '/s inciso-
lobulata, lobulis irregulariter breviterque fimbriatis. Perianthia ad 4 mm.
longa, basi crassa, apice longe et creberrime spinoso-ciliata, ciliis conico-
conniventibus. Calyptra perianthio breviter coalita, crassa, pistillis
sterilibus usque ad apicem obsita. Andræcia breviter linearia, bracteis
remotiusculis, paucispinosis.
Hab. New Zealand (Colenso, Helms).
315
12 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. Pallavicinius.
9. Pallavicinius indicus Schffn. Kais. Akad. Wien LXVI,
p. 183.
Dioica, major, fiaccida, procumbens, læte viridis. Frons ad 4 cm. longa,
ad 4 mm. lata, sæpe angusta, lanceolata vel linearis, simplex vix unquam
furcata. sæpe ex apice prolifera. Costa angusta, medio 10 cellulas crassa,
in sectione plano-biconvexa. Al® subplanæ, margine brevissime dentatæ,
dentibus bicellularibus, facile deciduis. Cellulæ alarum 37 X 74 y, mar-
gine 27 X 74 y, incrassatio parietum nulla. Involuerum (fertile) cupu-
latum, margine ineiso-lobatum, lobis longe ciliatis ciliisque interdum
ramosis. Perianthium anguste cylindricum, ore longe dentato-ciliato.
Calyptra usque ad apicem pistillis sterilibus obsita, Capsula subeylin-
drica, pedicello ad 23 mm. longo. Spore flavescentes, minute papillatæ.
Elateres utriculo hyalino scabro, fibris geminatis brunneis. Andrecia in
planta graciliore linearia, secus costam biseriata, bracteis sæpe ad cristam
dentalam confluentibus.
Hab. Java, Sumatra, 200-2120 m. (Schiffner); Tahiti (Lepine,
Nadeaud); Nepal (Wallich).
B. Integerrime.
10. Pallavicinius crispatus (Mont.) St.
Syn. : Diplolæna crispata Mont. Ann. sc. nat. 1842, p. 16.
Blyttia crispata Nees. Syn. Hep., p. 476.
Dioica, minor, flaceida, procumbens, fusca-viridis, dense stratificata.
Frons ad 2 cm. longa, 5 mm. lata, simplex vel ramis posticis instructa.
Cosia ventre valde producta, abrupte in alas excurrens, angusta. Alce
undulatæ, apice crispatæ, integerrimæ ; cellulæ alarum 46 X 92 y, versus
marginem minores ipso margine angustiores. Involucrum crassum, bre-
viter cylindricum, ad medium 4-5 lobatum, lobis varie longeque lacinu-
latis. Perianthium oblongo-cylindricum, ore breviter inciso-lobatum, lobis
varie lacinulatis, laciniis margine crenatis vel irregulariter minuteque
setulosis. Calyptra perianthio breviter (sæpe uno latere tantum), accreta,
pistillis sterilibus usque ad medium obsita. Andræcia linearia, bracteis
secus costam sparsim biseriatis, cucullalis varieque incisis.
Hab. India orient. Nilgherry Montes (Perrottet).
11. Pallavicinius attenuatus St. Soc. bot. belge 1893, p. 108.
Dioica, major, flaccida, procumbens, fusco-viridis, dense depresso-
316
Pallavicinius. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 13
cæspitosa. Frons ad 5 cm. longa, 7 mm. lata, simplex vel e latere costæ
ramosa, anguste oblonga, apice semper angustata, obtusa, marginibus
late ad anticum revolutis inlegerrimis. Costa latiuscula ('/s fere diametri
frondis) in sectione biconvexa, postice magis producta. Cellulæ alarum
34x50 u, margine 17x50 y, haud incrassaiæ. Involucrum humile, crassum,
subintegrum. Perianthium (juvenile) humile, crassum, apice longe ciliatum,
eiliis usque ad basin fere cellulis uniseriatis format». Reliqua desunt.
Hab. Insula Réunion (de l'Isle).
12. Pallavicinius himalayensis (Schffn. ms. sub Pallavicinia).
Dioica, mediocris, subvalida, procumbens, fusco-viridis. Frons ad 4 cm.
longa, 5 mm. lata, vulgo simplex vel postice ramosa, vix unquam furcata,
apice leniter anguslata breviterque inciso-biloba, sepe e margine longe
radicans. Cosia angusta, postice valde producta, medio 8 cellulas crassa,
abrupte in alas excurrens. Fasciculum fibrovasale tenuissimum. Al
integerrimæ, teneræ, cellulis 45 X 90 y, margine 16 X 90 y, parietibus
æqualiter incrassalis. Involuera ferülia ad 4 ‘/2 mm. longa, obconico-
cylindrica, ore breviter lobata, lobis longe piliferis. Perianthia 8 mm.
longa, flavo-rubescentia, anguste cylindrica, ore dense breviterque selu-
losa. Capsula ad 5 mm. longa, subacuta, vulgo bivalvata; sporæ 18 y
papillatæ. Elateres ad 450 y medio 6 w in diam., valde attenuati, spiris
anguste tortis. Andrecia ignota.
Hab. Himalaya, Kurseong, 6800’ (Decoly et Schaul).
P. byssophorus (L. et L.) St.
Syn. : Jungermannia byssophora L. et L. Pug. IV, p. 36.
Blyttia byssophora Nees Syn. Hep. p. #78 von der Insel Bourbon, steht
obiger Art sehr nahe; da wir Bürger der ostindischen Flora mehrfach
auch von den Mascarenen kennen, wäre es wohl möglich, dass beide
identisch sind.
Leider scheint P. byssophorus ganz verloren gegangen zu sein; ein
Exemplar war nirgends zu erhalten und ich kenne die Pflanze nur aus
einer recht guten Zeichnung Gottsche’s, die aber nur ein Habitusbild ist.
13. Pallavicinius Lyellii (Hook.) Gray. Nat. Arr. 1821.
Syn. : Jungermannia Lyellii Hook. Brit. Fl. V, p. 127.
Dillæna Lyellü Dum. Rec. d’obs., p. 25.
Blyttia Lyellii Nees. Hep. Eur. II, p. 344.
Symphyogyna Schweinitzü M. et N. Syn. Hep., p. 484.
Symphyogyna oblonga (Schweinitz) Syn. Hep., p. 483.
317
A4 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. Pallavicinius.
Dioica, mediocris, laxe cæspitans, dilute viridis. Frons procumbens,
flaccida ad 4 cm. longa. 4 mm. lata, simplex, ex apice radicante conli-
nuala, ramis adventivis posticis haud raris. Costa angusta, abrupte in alas
excurrens, poslice parum producta, alæ integerrimæ, subplanæ, basi in
costam nudam longe decurrentes. Cellulæ alarum haud incrassatæ,
27 X 45 y, margine 27 X 63 u. Involucra ferlilia cupulata, crassa,
superne breviler laciniata, lacmis lanceolatis inæqualibus, hamatim
incurvis vel porrectis. Perianthia longe cylindrica, apice longe et dense
ciliata, eiliis strietis conniventibus. Capsula eylindrica, acuta. Sporæ rufe-
brunneæ, papillatæ 28 y. Elateres ad 600 y. filiformes, parum attenuati,
spiris anguste tortis. AndrϾcia paucibracteata, bracteis secus costam
sparsim biserialis, spinosis.
Hab. Europa: Britannia, Germania, Italia, Portugal, Græcia, Madeira ;
Amer. sept. : ubique rara; Amer. trop. Jamaica (Hansen); Dominica
(Elliott); Cuba (Whright); Portorico (Sintenis); Guadeloupe (Husnot);
Brasilia (Lindman, Ule); Andes Peruviæ (Spruce); Java (Stahl, Kurz,
Solms, Semper); Singapore (Ridley); Tonkin (Balansa); Philippinæ Insulæ
(Wichura, Micholitz, Loher); Neu Hannover (Exped. Gazelle); Japonia
(Makino, Faurie); Viti (Græffe); Transvaal (Rehmann); New Zealand
(Kirk); Chile (Hahn).
Im Herbarium Nees u. Esenbeck liegen eine Menge Pflanzen, welche
mit dem Namen Diplomitrium Lyelliüt bezeichnet sind; die Forma o hielt
Nees für die normale Form; die mit 8 bezeichneten tragen vielfach den
Namen Diplomitrium Flotowianum; die dritte y ist als Forma hibernica
etiquettirt; obwohl nun ein steriles Stengelchen von B. Lyellu, von Hoo-
ker selbst geschickt, mit darunter enthalten ist, das sehr deutlich den
dunklen dünnen Fibrovaselstrang zeigt, so ist ihm doch die Abwesenheit
desselben in allen seinen Exemplaren, die übrigens sämmtlich im schles-
ischen Randgebirge gesammelt sind, entgangen ; er besass also tatsäch-
lich kein einziges fertiles Exemplar der wahren B. Lyellü und alle seine
Exemplare gehören entweder zu Diplomitrium hibernicum oder D. Blyttu.
Sehr schöne Exemplare unserer Pflanze mit ausgetretener Frucht
liegen im Strassburger Herbar aus Varel leg Dr. Friedr. Müller, die
Pflanze ist sonst in Deutschland wahrscheinlich sehr selten; da ich aber
keine Flora von Deutschland zu geben im Begriffe bin, so habe ich auch
nicht die Herbarien nach dieser Pflanze durchsucht.
14. Pallavicinius Husnoti St. n. sp.
Dioica, major, tenerrima, dilute olivacea, corticola. Frons ad 3 cm.
318
Pallavicinius. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 15
longa, 5 mm. lata, plana, integerrima, simplex vel postice ramosa; costa
angus{a, plano-biconvexa, medio 10 cellulas crassa, postice magis pro-
ducla. abrupte in alas attenuata; ale tenerrimæ, subplanæ, cellulis in
medio alarum 36 X 54 u, ad costam multo majores 36 X 90 y, margine
angusiæ, omnes exinerassatæ. Involuera cupulata, minus crassa, superne
maxime lacerata, laciniis longis filiformibus, sæpe pinnatim ramosis.
Perianthia anguste cylindrica, ad 7 mm. longa, apice profunde inciso
lobata, lobis dentato-ciliatis, conniventibus. Capsula in pedicello 12 mm.
longo parva, À '/ mm. longa, valvulis apice cohærentibus varie fissis.
Spore 19 u rufe, minute asperæ. Blateres 370 y, attenuali, spiris laxe
torlis. Andrecia in planta vix graciliore, longe linearia, bracteis secus
costam biserialis, magnis foliiformibus, vel ad cristam depressam con-
fluentibus. margine varie ineisis, plus minus longe dentato-ciliatis.
Hab. Guadeloupe (Husnot); Cuba (Wright).
15. Pallavicinius cylindricus (Austin) Evans Connect. Acad.
1891, p. 7.
Syn. : Sieetzia cylindrica Aust. Torrey, Bot. CL. V, p. 17.
Dioica, major, flaccida, procumbens, olivacea. Frons ad 5 cm. longa,
5 mm. lala, plana, integerrima, sæpe ex apice innovata; costa angusta
postice parum prominens, sensim in alas attenuata. Cellulæ alarum
55 X 90 u, margine 27 X 110 y. Involucrum humile, crassum profunde
dissectum, laciniis superne duplicatis, cupulatim erectis, valde irregula-
ribus, lanceolatis vel ligulatis plus minus longe spinosis, validis et
nusquam ciliatis.
Hab. Hawai (Hillebrand).
Der Autor sagt in seiner Beschreibung, die Pflanze unterscheide sich
von P. Lyellii durch zweihäusigen Blütenstand; das ist aber ein Irrtum,
da beide diæcisch sind. — Da fertile Exemplare nicht bekannt sind, so
ist es fraglich, ob die Pflanze nicht nur eine Form der kosmopolitischen
P. Lyelli ist.
16. Pallavicinius procumbens (Taylor) St.
Syn. : Diplolæna procumbens Tayl. J. of Bot. 1845, p. 93.
Blyttia procumbens Tayl. Syn. Hep., p. 477.
Dioica, minor, valida, procumbens, flavo-viridis. Frons ad 3 cm. longa,
3 mm. lala, simplex vel postice ramosa, anguste lanceolata, apice acumi-
nato radicans, subplana. Costa angusta, sensim in alas excurrens, postice
magis producta; ale basi (ad costam) pluristratæ, limbo unistrato 15 cel-
319
16 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. Pallavicinius.
lulas lato, tenero, integerrimo; cellule alarum 54 u basi margineque
longiores, ipso margine 27 X 72 y, parietibus maxime incrassatis.
Andrecia linearia, bracteis creberrimis, depresso-cupulatis, margine
grosse paucispinosis.
Hab. Insula St. Helena. Dianas Peak (Hooker).
17. Pallavicinius radiculosus (Sande), Schffn. Kais. Ak.
Wien LXVIT. p. 185.
Syn. : Blyttia radiculosa Sande. Syn. Hep. Javan., p. 95.
Dioica, magna, sæpe gigantea, tenuis, viridis, sæpe flavo-virens, dense
stratificata longeque procumbens. Frons ad 10 cm. longa, 5 mm. lata,
plana, integerrima, ligulata, apice sæpe angustata, interdum furcata, pro
more simplex atque ventre ramosa vel repetito ramosa. Costa pro planta
angusta, postice bene producta, abrupte in alas attenuata, poslice ubique
radicellis brevibus rufescentibus dense villosa. Ale angustæ, integerrimæ,
haud rare irregulares, uno latere angustiores vel omnino deficientes.
Cellulæ alarun 27 X 54 y, margine angustiores. Involucrum cupulatum,
crassum, superne maxime laceratum, laciniis irregularibus varieque
hamatis subvillosum. Perianthia crassa, cylindrica, 8,mm. longa, apice
breviter lobulata, lobulis breviter ciliatis. Calyptra crassa, basi solum
connala, pistillis sterilibus usque ad apicem obsita. Capsula oblongo
cylindrica, valvulis valde incrassatis. Elateres 550 u, sporis validis. Sporæ
15 y, asperæ. Andrœcia in planta graciliore linearia, bracteis secus
costam biseriatis, repandis vel truncatis sæpe in cristam depressam con-
fluentibus. Antheridia magna.
Hab. Java (Junghuhn, Teysmann, Kurz, Solms, Stahl, Schiffner);
Tenasserim. Insula Mergui (Griffith).
Trotz der dichten Bekleidung mit Wur zelhaaren, findet man die Pflanze
meist nicht anhaftend, sondern nur lang hingestreckt. Die mangelhafte
Beschreibung des Autors und besonders der Vergleich mit Blyttia cris-
pata und Bl. hibernica veranlasste mich (Hedwigia 1895, p. 146) eine
Pflanze, die Stahl in Java gesammelt halte, zu P. radiculosus zu ziehen
und diesen Namen in Calycularia radiculosa umzuändern. Später erhal-
tene Original-Exemplare zeigten aber, dass beides sehr verschiedene
Pflanzen sind, so dass beide Namen bestehen bleiben können.
18. Pallavicinius pisicolor (Taylor) St.
Syn. : Diplolæna pisicolor Taylor J. of Bot. 1844, p. 478.
Blyttia pisicolor Taylor Syn. Hep., p. 478.
320
SIR
Pallavicinius. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 17
Sterilis, mediocris, rigida, flavo-rufescens. Frons ad 3 cm. longa, e
caudice repente multiramoso procumbens vel adcendens, furcata vel
e latere costæ ramosa, furcis sæpe brevissimis, linearibus. sub recto
angulo divergentibus planis vel leniter canaliculatis. Costa haud pro-
minens sensim in alas crassas excurrens; fasciculum fibrovasale simplex.
Alæ usque ad marginem fere pluristratæ, limbo tenui 8 cellulas tantum
lalo, ceterum subintegerrimæ vel angulatim repandæ, basi in costa nuda
longe attenuatim decurrentes. Frondis cellulæ corticales valde incrassatæ,
in sectione 14 y, internæ et limbi cellulæ multo majores, in sectione
36 u.
Hab. Fretum magellanicum (Hooker).
Ob die Pflanze wirklich hierher gehört ist natürlich fraglich, da sie
völlig steril ist. Die Abbildung in der Flora antarctica ist eine sehr irre-
führende, besonders da auch in der Beschreibung 1. c. gesagt wird, dass
die Pflanze aufrecht wachse; das ist jedenfalls nicht zutreffend, denn der
Thallus liegt an der aufgeweichten und völlig turgescenten Pflanze in der
Ebene des kriechenden Rhizoms, eine knieförmige Aufrichtung ist nir-
gends zu bemerken.
In der Abbildung ist das Rhizom überall mitgezeichnet, was den Ein-
druck macht, als wäre das eine grosse strauchartig verzweigte Pflanze,
während der Thallus selbst nur eine Länge von 3 cm erreicht und aus
den umhüllenden Moosen hier und da heraustritt.
19. Pallavicinius erimonus St. n. sp.
Dioica, magna, pallide-flavo-virens, longe lateque stratificata. Frons ad
6 cm. longa, 8 mm. lata, late ligulata vel lanceolata apiceque radicans,
simplex vel postice ramosa, tenera subflaccida, undulata, margine
repanda integerrima. Costa valida, colorata, angusta, postice magis pro-
ducta, abrupte in alas unistratas attenuata, fasciculum fibrovasale dupli-
catum. Cellulæ alarum 36 X 90 y, teneræ. Involucrum magnum, usque
ad basin fere plurifidum, laciniis lanceolatis, superne longe attenuatis vel
emarginato biciliatis, grosse cellulosis. Perianthium crassum, clavatum,
superne inflatum et plicatum, ore contracto breviter lobato, lobis acutis
vel obtusis integerrimis. Calyptra perianthio duplo brevior, basi pistillis
valde numerosis eineta, paucis in facie calyptræ dispersis. Capsula in
pedicello 10 mm. longo late oblonga, sæpe bivalvala. Spore 35 y, asperæ.
Elateres ad 340 y, spiris laxe tortis. Andrecia ignola.
Hab. Japonia : Gap Erimo, Mororan (Miyabe).
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER, no AA, 30 avril 1900. 66
18 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. Pallavicinius.
20. Pallavicinius latifrons St. n. sp.
Dioica, magna, flaccida, procumbens et dense cæspitosa, flavo-virens.
Frons ad 5 cm. longa, 1 cm. lata, nusquam furcata, rami postici numerosi,
iterum e ventre ramos proferentes; frondes itaque late expansæ et
maxime imbricatæ. Costa angusta medio 12-14 cellulas crassa, antice
subplana postice leniter convexa, in alas attenuata, parvitexta. Alæ sub-
planæ, integerrimæ (pilis apicalibus deciduis), antice posticeque grosse
papillatæ. Cellulæ alarum ad costam 45 X 110 y, medio 45 X 80 y,
margine 18 X 90 y. Involucrum (sterile) late cupulatum, crassum
superne longe et creberrime laciniatum, laciniis duplicatis capillaceis,
ramosis, lanatim intricatis.
Hab. Java (Goebel).
B. Dendroideæ.
a. dentatæ vel ciliate.
21. Pallavicinius erythropus (G.) St.
Syn. : Mittennia erythropus G. Ann. sc. nat. 186%, p. 84.
Dioica, mediocris, valida, erecta, gregarie crescens, fusco-viridis. Frons
ad 3 cm. longa (stipite ipso 2 cm. longo) flabellatim expansa, repelito (3)
furcata, furcis linearibus, profunde solutis, grosse remoteque dentalo-
cilialis, alis basalibus in slipite atienuatim decurrentibus. Costa leniter
biconvexa, medio 8 cellulas crassa, sensim in alas attenuata, ale, plan,
apice brevissime emarginato-bilobæ, pro majore parte bi-tristratæ, limbo
unistrato ad 10 cellulas lato; cellulæ corticales internis multo minores.
Involucrum ad basin furcarum infimarum, breviter cupulatum, crassum, ore
amplo grosse spinoso, spinis 8-10 irregularibus. Perianthia ad 11 mm.
longa, crassa, clavata, superne minus valida. pauciplicata, irregulariter
inciso-lobata, lobis crebre laciniato-ciliatis conniventibus. Calyptra
perianthio vix coalita, pislilla sterilia gerens. Capsula ad 3-4 mm. longa.
Sporæ grosse tuberculatæ, flavæ. Elateres ut in congeneribus. Andrœæcia
linearia, costam tegentia, bracteis plus minus confertis, longe dentalis.
Hab. Andes quitenses (Lindig, F. C. Lehmann.).
Früher habe ich bereits (Journal Linn. Soc. Vol. XXIX, p. 271) die
Ansicht geäussert, dass die Verbindung zwischen Haube und Perianth,
wenn sonst keine weiteren wichligen Unterschiede vorhanden sind,
nicht genügt, die Gattung Mittenia aufrecht zu erhalten; bei allen Arten
des Genus Pallavicinius finden wir die Pistille nicht, oder nicht alle an
der Basis der Haube; diese trägt stets mehr oder weniger davon aufihrer
322
Pallavicinius. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 19
Oberfiäche; sie sind dahin gelangt, weil sich unterhalb der jungen Blüte
ein teilungsfähiges meristematisches Gewebe erhalten hat, das sich nach
erfolgter Befruchtung mächtig entwickelt, sich an dem Aufbau der Haube
beteiligt und die sterilen Pistille mit in die Höhe trägt; dabei kann die
Calyptra mit dem Perianth verwachsen d. h. beide werden vereint in die
Höhe geschoben; es ist also derselbe Vorgang, der die Pistille auf die
Haube trägt und der die Haube mit dem Perianth emporhebt. Trennen
wir also die Gattung Mittenia von Pallavicinius, so heben wir lediglich
die Intensität eines Vorganges hervor, welcher bei beiden Gattungen zu
finden ist; im Uebrigen findet man nicht selten und sogar innerhalb ein
und desselben Rasens Perianthien, die frei sind und andere, die an einer
Seite auf eine Strecke verwachsen sind; die Spaltung in 2 Gattungen ist
also ganz unhaltbar und auch subgenera sind nicht nötig; alle Arten
bilden zusammen eine unter sich innig verwandte gut charakterisirte
Gruppe von Pflanzen.
22. Pallavicinius Wallisii. Jack et St. Hedwigia 1892.
Dioica, mediocris, rigida, gracilis, olivacea inter muscos gregarie
erescens. Frons ad cm. longa (stipite ipso 2 cm. longo) superne abrupte
trifurcata, furcis anguste linearibus vel lanceolatis, profunde solutis,
explanatis vel flabellum leniter concavum formantibus. Costa furcarum
humilis, medio 7-8 cellulas crassa, in sectione anguste fusiformis, alis
æquilata. Ale crassæ, ad costam 4 stratæ, limbo tenui 4 cellulas solum
lato, margine breviter dentatæ. Involucra breviter cylindrica, crassa,
margine irregulariter breviterque, spinosa vel dentata. Perianthia fusco-
brunnea, 8 mm. longa, basi 6 cellulas crassa, versus apicem attenuata,
plicatula, ore inciso-lobato, lobis regulariter laciniatis laciniisque lanceo-
latis aculis conniventibus. Calyptra tenuis, basi pistillis sterilibus cincta.
Hab. Nova Granada (Wallis); Guiana: Roraima (Quelch).
Hierher gehört wahrscheinlich Symphyogyna Hymenophyllum Spruce,
var. heterogena in Hep. Am. et Andinæ Edinb. Bot. Soc. 1885, p. 536;
die Beschreibung des Involucruus passt nicht auf das einer Symphyogyna
und ist jedenfalls ein ganz junges cylindrisches Involucrum gewesen, das
sich in allen Stadien der Entwicklung bei Symphyogyna nur als flach
aufliegende Schuppe zeigt.
23. Pallavicinius Zollingeri (G.) Schffn. Kais. Ak. Wien LXVII,
p. 185.
Syn. : Mittenia Zollingeri G. Ann. sc. nat. 186%. p. 85.
325
20 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. Pallavicinius.
Dioica. mediocris, rigida, erecta, vel adcendens, gracilis, olivacea. Frons
ad 6 cm. longa (stipite ipso 4 cm.) superne repetito (3 vel 4) furcata,
furcis profunde solutis late explanatis. Costa furcarum lata, antice plana
postice leniler convexa, medio 8 cellulas crassa. Alæ planæ, apice breviter
bilobæ, ad costam pluristratæ, versus marginem sensim attenuatæ; limbo
unistrato 6-8 cellulas lato, margine longe dentato-ciliato, ciliis ad 6 cel-
lulas longis, oblique patulis, leniter hamatis; cellulæ alarum valde
irregulares parietibus validis. Involuerum ad basin furcarum, crassum,
breviter cupulatum margine breviter irregulariterque lacinulatum, laci-
nulis duplicatis spiniformibus strictis vel hamalis. Perianthia magna,
fusco-brunnea, basi 8 cellulas-apice 3 cellulas crassa ibidemque longe
ciliata, ciliis strictis conniventibus. Calyptra tenax, basi 4 cellulas crassa,
perianthio uno latere breviter coalita, pistillis sterilibus obsita. Capsula
ovali-cylindrica. Spore 25 y brunneæ, minute papillatæ. Elateres 350 y
fusco-badii. Andræcia in planta graciliore linearia, versus apicem thalli
aggregala.
Hab. Java (Zollinger, Kurz, Solms, Karsten, Stahl, Schiffner.)
24. Pallavicinius Stephanii. Jack. Hedw. 1892.
Dioica, rigida. mediocris, angusta, multifurcata, olivacea, procumbens
denseque cæspitans. Frons e caudice ramosissimo orta, ad 15 mm. longa,
3-4 furcata, furcis vix millimetrum latis, linearibus, ultimis sæpe acutis.
Costa pro planta lata, medio 5 celiulas crassa, postice parum convexa;
ale crassæ, sensim in costam transeuntes (limbo unistrato 6-8 cellulas
lato) margine grosse breviterque dentatæ. Cellulæ alarum 27 X 45 y,
parietibus validis, marginalibus valde incrassatis. Involucra ad basin
furcarum solitaria breviter cylindrica, erecta crassa, margine ad medium
laciniata; laciniis erectis, crassis, irregularibus, lanceolatis vel spini-
formibus. Perianthium (juvenile) apice longius laciniatum, laciniis anguste
lanceolatis, hie illie furcatis.
Hab. Natal (Wilms).
25. Pallavicinius connivens (Col.) St. Linn. Soc. 1892,
p. 270.
Syn. : Symphyogyna connivens. Colenso. Trans. N. Z. Inst. XX, p. 254.
Dioica, minor, rigida, viridis vel flavo-virens, gregarie crescens. Frons
ad 2 cm. longa (slipite ipso ad 15 mm. longo) superne abrupte dilatata,
repetito furcata, furcis ambitu subeirculari, sæpe longe coalitis et margine
breviter e disco communi prominentibus in aliis magis profunde solutis,
324
RN
Pallavicinius. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 24
linearibus, lateribus extremis semper erectis conniventibus fere infun-
dibulatim convolutis, margine grosse spinosis; spinæ strictæ. Alæ pli-
catulæ ubique fere pluristratæ, limbo unistrato angusto, cellulis tenuibus
(27 y) formato. Involucra ex angulo furcarum infimarum orta, basi crassa,
cylindrica ore lacinulato, laciniis æquilongis plus minus lanceolatis, inæ-
qualibus. Perianthium juvenile ore dentato-subciliato.
Hab. New Zealand (Colenso).
26. Pallavicinius decipiens (Mitten) St.
Syn. : Steeizia decipiens Mitt. Linn. Soc. V, p. 123.
Mittenia decipiens G. Ann. sc. nat. 1864, p. 85.
Dioica, mediocris, valida, suberassa, dilute viridis. Frons e caudice
repente procumbens, ad 3 cm. longa, basi radicans (slipite ipso ad 15 mm.
longo) superne abrupte multifurcata, in planta bene evoluta repetito
3 furcala, fureis ultimis itaque 8, ad brevem lobulum reduetis; omnes
sub angulo acuto divergentes, ligulatæ vel lanceolatæ, plane. Costa
furcarum plano-biconvexa sensim in alas attenuata. Fasciculum fibro-
vasale simplex. Al& ubique fere pluristratæ, limbo tenui paucas cellulas
lato, margine dentato, dentibus oblique porrectis 2-3 cellulas longis,
strictis. Cellulæ alarum ad costam 36 X 72 u, medio 36 X 54 y, parie-
tibus tenerrimis; margine 27 X 63 y maxime æqualiterque incrassatæ.
« Involuerum subeyathiforme, dentatum, perianthio elongato-cylin-
drico, ore dentato; calyptra usque ad medium perianthii coadunata »
(teste Mitten).
Hab. Insula Ceylon (Gardner).
Die Pflanze steht der P. Zollingeri sehr nahe, ist aber durch die kurzen
Randzähne des Thallus sogleich zu unterscheiden.
B. Integerrimæ.
27. Pallavicinius crassifrons St. n. sp.
Dioica, minor, maxime crassa et rigida, fusco-viridis, in sicco fere
nigra. Frons e caudice multiramoso erecta, inferne longe stipitata stipite
ad 3 cm. longo, subtereti, superne abrupte dilatata repetito furcata, furcis
erectis, haud discretis, campanulalim conniventibus et perianthia obve-
lantibus, statu explanato ambitu reniformibus 5-6 cellulas crassis, margine
ipso 3 cellulas crasso. Involucrum maxime crassum, breviter cupulatum,
ore truncato ad ‘/1 inciso-multifido, laciniis irregularibus ereclis crassis.
325
29 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. Pallavicinius.
Perianthia magna, frondis flabello apicali æquilonga, erecta, usque ad
apicem pluristrata, apice angustata paucis laciniis armata. Calyptra
perianthio fere omnino coalita, apice pistillifero solum libero. Capsula
oblonga, magno bulbo inserta. Andræcia ignota.
Hab. Insulæ Kerquelen (Herb. Kew.).
Das antarclische Clima scheint besonders geeignet, sehr fleischige
Formen zu erzeugen; ganz ähnliche Verhältnisse wie oben geschildert
finden sich auch bei Aneura Spegazziniana, Aneura cochleata und es
wird auch bei anderen Gattungen wiederholt auf diesen Einfluss eines
sehr feuchten und rauhen Klimas bei wenig extremen Temperaturen hin-
zuweisen sein.
28. Pallavicinius subflabellatus Bescherelle n. sp.
Dioica, mediocris, rigida, erecta, dense cæspitosa, olivacea. Frons ad
3 cm. longa (slipite ipso 2 cm. longo) superne abrupte in flabellum
dilatata ibidemque tri- vel quadrifurcata ; turbinatim concava; fureis bre-
vibus, 3 mm. longis, late ligulatis 1. e. latiuscule alatis quapropter minus
profunde partitis; ale integerrimæ, apice profunde inciso-bilobæ, usque
ad marginem 4 cellulas crassæ; cellulæ corticales internis multo minores.
Costa medio 10 cellulas crassa, plano-biconvexa sensim in alas attenuata;
involucra ad basin furcarum infimarum geminata, pro more coalita,
breviter cylindrica, maxime crassa. apice breviter lobata, lobis breviter
laciniatis, laciniæ duplical&, irregulares, lanceolatæ vel piliformes vel
spiniformes.
Hab. Freium magellanicum: Insula Desolacion (Savatier Dusen), Fuegia
(Spegazzini).
29. Pallavicinius difformis (Nees) St.
Syn. : Jungermannia difformis Nees. Mart. Fl. Bras. I, p. 329.
Symphyogyna dijformis M. N. Ann. sc. nat. 1836, p. 69.
Dioica, minor. valida, erecta, flavo-virens vel rufescens. Frons ad
15 mm. longa, stipite subtereti anguste alato, ad 10 mm. longo, su-
perne 3-4 furcata, fureis linearibus anguste alatis, profunde itaque
solutis, vix 2 mm. longis, explanatis; ale integerrimæ apice profunde
inciso-bilobæ, 4 cellulas crassæ, limbo unistrato 3-4 cellulas lato; cellulæ
corticales internis multo minores. Costa medio 8 cellulas crassa, sensim
in alas attenuata, nusquam producta. Involucrum juvenile (haud bene
conservatum) breviter cylindricum, superne longe laciniatum, lacinlis
lanceolatis.
326
Symphyogyna. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 23
Hab. Brasilia (Sellow, Ule).
Die var. ß der Synopsis Hepat. gehört meiner Ansicht nach zu Sym-
phyogyna brasiliensis; es ist eine ärmlich entwickelte sterile Pflanze,
traurige Stückchen, die man vor 50 Jahren mit Sorgfalt aufhob und ob-
wohl damit nichts anzufangen war, sorgsam behütete; daher die viel-
fachen ganz unwahrscheinlichen Standorte für manche Species, obwohl
in diesem Falle beide aus Brasilien stammen.
SYMPHYOGYNA Mont. et Nees. 1836.
Plantæ frondosæ, mediocres, teneræ vel valide, vulgo virides
vel olivaceæ, interdum flavescentes vel rufescentes, terricolæ, plus
minus dense stratificatæ, e caudice repente procumbentes, simplices
vel furcatæ, sub flore sæpe radicantes, ex apice attenuato »radicante
continuatæ vel postice e latere costæ ramosæ; alie ınferne ad
cosiam reductæ, exalatæ, plus minus longe spititatæ ereclæ, superne
abrupte multifurcatæ, furcis alatis plus minus flabellatim expansis.
Costa angusta, biconvexa, postice pro more magis producta, in alas
breviter excurrens vel sensim attenuata, fasciculis fibrovasalibus sim-
plicibus, in paucis duplicatis vel magis numerosis percursa. Ale latæ
et teneræ in plantis procumbentibus, vel angustæ et validæ in erectis,
subplanæ vel undulatæ, interdum canaliculatæ, integerrimæ vel dentatæ
vel lobulatæ, apice breviter inciso-bilobæ ibidemque fcellulis clavatis
muciferis obtectæ. Inflorescentia semper dioica. Involucra feminea
antica, medio frondis vel bifurcationis angulo inserta, parva squamæ-
formia, basi solum accreta, lateribus liberis, in una calyptram semi-
amplectentia, basi lacinulis/a dorso accretis crassa, superne varie irregu-
lariterque laciniata.
Perianthia nulla. Calyptra crassa, valida, apice pistillis sterilibus
numerosis coronata, interdum cellulis clavatis musciferis obtecla dense-
que mucosa, involucro semper a dorso breviter coalita. Capsula plus
minus longe pedicellata, oblongo vel anguste cylindrica, apice vulgo
acula, valvulis cohærentibus plurifidis, pariete juvenili bistrata, ætate
unistrata; cellule valvarım elongatæ, pariete interna tenera, ceterum
valde incrassatæ rufo-brunneæ. Spore parvæ, ferrugineæ, minute papil-
late interdum reticulatim lamellatæ. Elateres longi, filiformis, rarissime
327
ARR TER
24 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. Symphyogyna.
ramosi, sepe longe attenuati, spiris duplicatis, rarissime ternis, anguste
ligulatis, plus minus anguste torlis.
Andrecia in fronde minore et angustiore antica, bracteis monandris,
sparsim secus costam biseriatis vel magis confertis et costam tegentibus,
margine semper dentalis. Antheridia magna, sphærica, breviter stipitala.
Wie bereits in der Einleitung zur Gattung Pallavicinius gesagt, steht
das Genus Symphyogyna jener sehr nahe und unterscheidet sich von ihr
hauptsächlich durch die schuppenförmige Ausbildung des Involuerums
und den Mangel des Perianths, während die vegetativen Organe denen
von Pallavicinius so ähnlich sind, dass sterile Pflanzen sich in vielen
Fällen nicht werden bestimmen lassen. Die Grösse des Thallus variirt in
weiten Grenzen; auch die Involucralschuppen bieten Schwierigkeiten, da
sie im Jugendlichen Zustande sehr abweichende Formen haben, so dass
es unerlässlich ist, stets ältere Inflorescenzen zu untersuchen.
Die braunen stark verdickten Zellen der Fibrovasalstränge haben, wie
bei Pallavicinius, Wandungen mit zahlreichen spiralig angeordneten
Tüpfeln; die Stränge sind meist einfach, gabeln sich viel früher als die
Gabelung äusserlich in die Erscheinung tritt und laufen eine grössere
Strecke in der ungeteilten Frons nahe neben einander her; bei einigen
Arten sind 2, 3 und mehr Stränge vorhanden; siehe hierüber die Anmer-
kungen zu $. trivittata Spruce und S. Hochstetteri M. u. N.
Die niederliegenden Arten unserer Gattung zeigen in der Spitze des
Thallus stets die Anlage der jungen Mittelrippe, die bereits kurz hinter
der Vegelationsspitze eine beträchtliche Stärke erlangt hät; dagegen ver-
liert sich bei den gestielten, aufrechten Arten die Rippe vor dem Vege-
tationspunkte, jene haben eben ein unbegrenztes Wachstum; die Pflanzen
sterben hinten ab und die Glieder werden zu selbständigen Individuen;
die gestielten haben dagegen ein beschränktes Wachstum und erneuern
sich lediglich aus dem Rhizom.
Manche Arten besitzen sehr stark entwickelte, aus breiter vielzelliger
Basis zugespitzte und eingekrümmte Randzähne am Thallus; sie sind von
rechts und links über den Vegetationspunkt hinweggekrümmt und dienen
zum Schutz desselben, behalten auch später, wenn sie von der Spitze
weit abgerückt sind, ihre Richtung bei.
Vergleicht man die Thallusspitzen solcher Pflanzen mit denen von
S. Brogniartii oder einer anderen verwandten Art, deren Thallus in grosse
tiefgetrennte Lappen zerschlitzt ist, so fällt sofort die grosse Aehnlich-
keit und Uebereinstimmung zwischen Zähnen und Thalluslappen auf;
328
Ca
Symphyogyna. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 25
beide sind hakig über die Spitze des jungen Triebes hinweg gebogen und
beide behalten diese ihre Orientirung auch später bei; sie erfüllen beide
offenbar denselben Zweck und ich kann daher die Thalluslappen nur als
eine fortgeschritiene Modifikation jener Zähne betrachten, die lediglich
wie diese dem jungen Gewebe zum Schutz dienen. Von einem Ueber-
gange der Pflanze zu den beblätterten Formen und von einem Beginn
der Blattbildung kann hier nicht die Rede sein, so nahe derartige Specu-
lationen zu liegen scheinen.
Was endlich die Kapsel der Gatlung betrifft, so hat sie ganz wie Palla-
vieinius ein apicales Connectiv, welches die Spitzen der Klappen fest ver-
bindet und (ähnlich wie Fimbriaria) die Sporen nur langsam entlässt;
daher ist es denn auch möglich gewesen bei fast allen fruchtenden Exem-
plaren die Sporen und Elateren zu beschreiben, die aber leider nur sehr
geringe Unterschiede bieten.
Manche Arten von Symphyogyna tragen die © Blüten stets an der
Stelle, wo der Fibrovaselstrang sich gabelt; das erinnert lebhaft an manche
beblätterte Gatiungen der Hepaticæ, welche stels unter der Blüte 2 Inno-
vationen entwickeln; andere tragen nur eine solche, und in gleicher
Weise gibt es auch Arten von Symphyogyna, deren @ Blüte mitten auf
dem ungegabelten Thallus steht, wo also letzterer gewissermassen mil
einfacher Innovation weitergewachsen ist; die Stellung der © Blüte er-
scheint demnach quasi terminal bei manchen Arten von Symphyogyna
(und auch Pallavicinius), da der betreffende Thallus mit der Blüte ab-
schliesst und unter ihr die jungen Gabeläste divergirend hervorsprossen.
Symphyogyna.
A. Procumbentes.
a. Dentate.
1. Symphyogyna graudibracteata St., New Zealand.
2. Symphyogyna crassicosta St., New Zealand.
3. Symphyogyna leptothelia Taylor, Brasilia.
%. Symphyogyna rhodina Taylor, Tasmania.
5. Symphyogyna Lehmanniana M. N., Cape good hope.
6. Symphyogyna atronervia Taylor, Columbia.
7. Symphyogyna rubescens St., Brasilia.
8. Symphyogyna irregularis St., Australia.
b. Integerrimw.
9. Symphyogyna marginata St., Dominica.
10. Symphyogyna trivittata Spruce, Guadeloupe.
399
dar
26 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. Symphyogyna.
11. Symphyogyna digitisquama St., Jamaica.
12. Symphyogyna picta St., Nouv. Calédonie.
13. Symphyogyna canaliculata St., Brasilia.
1%. Symphyogyna interrupta C. P., Australia.
15. Symphyogyna brasiliensis Nees., Brasilia.
16. Symphyogyna subsimplex Mitt., New Zealand.
17. Symphyogyna Gebelii St., Venezuela.
18. Symphyogyna circinata M. N., Fretum magellan.
19. Symphyogyna Volkensii St., Kilimandcharo.
20. Symphyogyna tenuicostata St., Africa.
21. Symphyogyna semiinvolucrata (Ausir.), Hawaï.
22. Symphyogyna undulata Colenso, New Zealand.
23. Symphyogyna convoluta Taylor, Ascension Island.
24. Symphyogyna Gottscheana M. N., Mascareignes.
25. Symphyogyna Baldwini (Austin), Hawai.
26. Symphyogyna exincrassata St., Tabiti.
27. Symphyogyna vitiensis Jack et St., Viti.
28. Symphyogyna brevicaulis Colenso, New Zealand.
c. Lobate.
29. Symphyogyna Brogniartii Mont., Am. tropica.
30. Symphyogyna Hochstetteri M. N., Chile, Patagonia.
31. Symphyogyna sinuata (Swartz), Am. tropica.
B. Dendroideæ.
32. Symphyogyna Hymenopyllum (Hooker), New Zealand.
35. Symphyogyna stipitata St., Chile, Brasilia.
34. Symphyogyna bogotensis (G.), Andes.
39. Symphyogyna rhizobola (Schwägr.). Mascareignes.
36. Symphyogyna podophylla (Thunb.) Africa australis.
37. Symphyogyna spinosa L. G., Africa.
38. Symphyogyna obovata Taylor, Australia, Tasmania.
39. Symphyogvna crassifrons Sull., Tierra del Fuego.
Unbekannt geblieben ist mir S. subcarnosa Lehm. Pug. X. p. 18; die
Pflanze ist nirgends zu erhalten gewesen.
A. Procumbentes.
a. Dentate.
1. Symphyogyna grandibracteata Si. n. sp.
Dioica, major, flaccida, fusco-olivacea. Frons procumbens ad % cm.
longa regulariter repetito-furcata, furcis ad 10 mm. longis, divergentibus
330
Symphyogyna. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 27
ligulatis, ad 5 mm. latis subplanis. Costa angusta, postice valde producta,
medio 10 cellulas crassa, abrupte in alas excurrens. Alæ grosse spinosæ,
spinis minus remotis, e lata basi setaceis, in plano incurvis. Cellulæ
alarum ad costam 5% X 72 y, medio 45 X 54 y, margine 27 X 72, p,
parietibus æqualiter incrassatis. Squama fem. late inserta, subquadrata,
apice truncalo-rotundata, ad medium varie lacinulata. Calyptra crassa,
maxime mucosa. Capsula ovalis, 2 mm. longa in pedicello 2 cm. longo.
Sporæ 18 y, granulatæ. Elateres ad 600 y attenuatæ, fibra laxe torta.
Andræcia linearia, bracteis secus costam biseriatis cucullatis, pauci-
spinosis.
Hab. New Zealand (Colenso, Zürn).
2. Symphyogyna crassicosta St.n. sp.
Dioica, parva, rigida, pallde-virens vel flavescens. Frons e caudice
maxime ramoso procumbens, simplex vel e latere costæ ramosa, ad
10 mm. longa. vix 3 mm. lata, superne semper attenuata, decurva,
ambitu oblonga medio infero subexalato. Costa lata, medio 12 cellulas
crassa, postice optime producta, longe in alas attenuata. Fasciculum
fibrovasale crassum hyalinum. Alæ crispatæ, basi crassæ, limbo tenui
10 cellulas tantum lato. margine grosse spinoso, spinis confertis, e lata
basi attenuatis, in plano incurvis, alæ ad basin frondis in stipite anguste
alato et crebre dentato longe attenuatæ. Cellulæ alarum ad costam
45 X 90 y. medio 45 X 72 y, margine 27 X 27 u vel longiores. Squama
fem. late inserta, subquadrata, parum breviterque lobata, basi crassa,
antice lobulis similibus obsita. AndrϾcia secus costam biseriata, bracteis
remotis profunde saccatis, apice emarginato-biciliatis, interdum in ramis
postieis anguslissimis creberrime spinosis crebre biseriata.
Hab. New Zealand (Kirk) in rupibus calcareis irroratis.
3. Symphyogyna leptothelia Tayl. J. of Bot. 1846, p. 408.
Dioica, mediocris, flaceida, viridis. Frons ad 35 mm. longa, 3 mm. lata,
simplex vel postice ramosa, procumbens, subplana. Costa angusta,
biconvexa, medio 8 cellulas crassa, sensim in alas attenuata. Ale superne
angustatæ, margine breviter dentatæ, dentibus validis remotis, 3 cellulas
longis, subrecte patulis. Cellulæ alarum ad costam 63 X 100 y, medio
54 > 90 y, margine 27 X 72 y. Andrecia secus costam biseriata,
bracteis remotiusculis, profunde excisis, bispinosis.
Hab. Brasilia (Sellow, Wainio, Ule), Peru (Matthews, Spruce).
391
28 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. Symphyogyna.
4. Symphyogyna rhodina Taylor. J. of Bot. 1845, p. 93.
Dioica, minor, tenera, viridis vel roseo-picta. Frons lenerrima, fragilis,
ad 10 mm. longa, procumbens, repetito-furcata, furcis brevibus 5 mm.
longis. in plano late ligulatis, # mm. latis, canaliculatis. Costa pro planta
lata, medio 1% cellulas crassa, ventre late rotundata, sinuatim in alas
excurrens. Alæ ereclæ vel recurvæ, basi pluristratæ, ceterum tenerrimæ,
margine remote spinosæ, spinis validis strictis, brevibus, longe acuminatis,
oblique patulis. Cellulæ alarum ad costam 36 X 72 y, medio 36 X 54 w
margine 17 X 54 y. Squama fem. anguste inserta, profunde et irregu-
lariler lobata, lobis basi sæpe constrictis, apice spathulatis et longe
grosseque laciniatis. antice lacinulis acutis auctis. Calyptra maxima,
6 mm. longa, crassa. Capsula cylindrica, acuta in pedicello 8 mm. longo.
Spore 20 y, asperæ. Elateres valde attenuati (medio 9 u in diam.) fibris
anguste tortis. AndrϾcia in planta minore apicalia bracteis confertis
emarginato-biciliatis.
Hab. Tasmania (Lyell. Oldfieid), New Zealand (Colenso).
3. Symphyogyna Lehmanniana M. N. Syn. Hep., p. 483.
Dioica, minor, gracilis, tenera, dilute viridis vel flavo-rufescens. Frons
ad 3 cm. longa, vix 2 mm. lata, procumbens, subplana, furcala, furcis ad
2 mm. longis, angusle ligulatis apice sæpe attenuatis radicantibus, rami
adventivi postici numerosi. Costa angusta, tenuis (medio 8 cellulas crassa)
plano-biconvexa, sensim in alas attenuata. Ale normaliter dentalæ,
dentibus remotis, brevibus (1-2 cellulas longis). Gellule alarum
margine 12 X 72 y, medio 45 X 63 y, ad costam parum longiores.
Squama fem. plus minus incisa, parva, laciniis sepe capillaceis simpli-
cibus.
Hab. Cape of good hope. (Ecklon, Rehmann, Jelinek).
6. Symphyogyna atronervia Tayl. J. of Bot. 1846, p. 409.
Dioica, major, flaccida, olivacea vel pallide virens, laxe depresso
cæspitosa. Frons ad 4 cm. longa, 5 mm. lata, procumbens, linearis, sæpe
asymmetrica, alis uno latere minus evolutis, nusquam furcata, interdum
postice ramosa, subplana. Costa angusta, colorata, postice bene producta,
medio 12 cellulas crassa, abrupte in alas attenuata. Alæ tenerrimæ mar-
gine remole breviterque dentatæ, dentibus unicellularibus. Cellulæ alarum
45 X 74, basi (ad costam) longiores, margine angusle rectangulatæ,
longæ. Squama fem. parva, anguste inserta, obovata, medio supero
laciniata, laciniis plus minus lanceolatis, acutis: Andrecia secus costam
382
Symphyogyna. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 29
seriata, bracteis remolis paucispinosis. « Capsula cylindrica, valvulis apice
cohærentibus, irregulariter fissa » (Taylor).
Hab. Columbia (Jameson).
7. Symphyogyna rubescens St. n. sp.
Dioica, minor, tenuis, rubescens. Frons ad 6 mm. longa, in plano
2 mm. lata, subcanaliculata, simplex vel postice ramosa. Costa medio
8 celiulas crassa, postice subangulatim producta, anlice concava, sensim
in alas attenuata. Ale ad basin pluristaltæ, adcendentes, sub apice erectæ,
inferne curvatim explanatæ, margine paucidentatæ, dentibus parvis
1-2 cellulas longis. Cellulæ alarum ad costam 54 X 63 u, medio 36 X 54 y,
margine 20 X 72 y, angulis parum incrassatæ. Squama fem. magna, late
inserta, subquadrata, tenuis, medio supero varie laciniato, laciniis ad 4-5,
acuminatis. Calyptra 3 mm. longa, pyriformis, crassa, lacinulis crassis
pluricellularibus obsita, apice pistillis sterilibus comata. Capsula ovali-
eylindrica, regulariter quadrivalvata, pedunculo crasso 12 mm. longo.
Spore magnæ (36 y) optime laxeque reticulatim-lamellatæ, lamellis
integerrimis. Elateres breves (180 y) validi (medio 10 y in diametro)
parum attenuati, fibris geminatis, laxe tortis, anguste ligulatis, utroque
margine anguste incrassatis. Andrecia in planta minore et angustiore,
brevia, bracteis confertis cucullatis, apice emarginato bi- trispinosis.
Hab. Brasilia, Apiahy (Puiggari).
Eine sehr ausgezeichnete Art, welche durch ihre kurzen dicken Ela-
teren und die grossen netzig beleisteten Sporen von den übrigen Arten
in auffallender Weise abweicht.
8. Symphyogynairregularis SL n. sp.
Dioica, mediocris. rigida, fusco-virens, laxe cæspitans. Frons pro-
cumbens, ad 25 mm. longa, basi breviter exalata, superne repetito-furcala,
furcis longis ad 2 mm. latis, apice sæpe flagellatim attenuatis, radican-
tibus. Costa crassa, postice valde producta, medio ad 1% cellulas crassa,
abrupte in alas attenuata. Alæ valde irregulares, sepe utroque latere
constrictæ (frondes itaque quasi articulatæ), interdum uno latere defi-
cientes, ceterum undulatæ, margine sparsim dentatæ, dentibus minutis,
2 cellulas longis. Gellule alarum ad costam 54 X 108 p medio 45 X 90 I,
margine 27 X 80 y, parietibus validis angulisque distincte trigonatis.
Squama fem. anguste inserta, profunde lacinulata, laciniis irregularibus,
ad 4-5, lanceolatis porrectis. Reliqua desunt.
Hab. Australia, in jugo Bellender Ker (Bailey).
333
30 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. Symphyogyna.
5
B. Integerrimaæ.
9. Sympkyogyna marginata Si. n. sp.
Dioica, magna, robusta, fusco-olivacea vel rufo-virens, supra muscos
atque in arborum cortice late expansa. Frons procumbens, ad 12 cm.
longa, furcata vel postice ramosa, ramis ad 5 mm. latis, subplanis. Costa
angusta, tenuis, medio solum 6 cellulas crassa, plano-biconvexa, postice
magis producta, sensim in alas altenuata. Al® unistratæ, integerrimæ
valid, cellulis marginalibus magnis maximeque incrassatis distinctissime
limbatæ. Cellulæ alarum ad costam 45 X 110 y, medio 54 X 90 u,
parietibus æqualiter incrassatis, margine 27 X 185 u haud rectangulatæ
ut in congeneribus sed oblique versus marginem dispositæ. Squama fem.
subtriangularis 1. e basi angustissime inserta, superne ampliata, margine
supero irregulariter breviterque paucidentata. Reliqua desunt.
Hab. Insula Dominica (Elliott).
10. Symphyogyna trivittata Spruce Linn. Soc. Vol. 30, p. 365.
Dioica magna, robusta, flavo-virens vel flavo-rufescens, dense depresso-
cæspitosa. Frons procumbens ad 7 cm. longa, 10 mm. lata, semper e
latere costæ ramosa, nusquam furcata, rarissime ex apice prolifera, late
linearis vel oblonga apice angustata profundeque inciso-biloba, plana vel
parum undulata. Costa lata, medio 20 cellulas crassa, postice plano-
convexa, antice leniter concava; fascicula fibrovasalia geminata, in ramis
magis robuslis terna. Als tenues, basi breviter in costam nudam atte-
nuatæ, integerrimæ; cellulæ alarum ad costam 36 X 90 y, medio
36 X 72 y parietibus teneris, margine 54 X 100 y parietibus maxime
æqualiterque incrassatis sepe rubescentibus vel purpureis. Squama fem.
magna, calyptram semiannulatim amplectens, profunde multilacerata,
laciniis simplicibus vel furcatis, lanceolatis longeque attenuatis varie
tortis. Calyptra magna, clavata, ad 5 mm. longa, apice pistillis magnis
comata.
Hab. Insula Dominica (Elliott); Guadeloupe (l’Herminier).
Die Fibrovasalstränge sind in den 'meisten Aesten gepaart; unterhalb
einer © Inflorescenz findet sich aber ein dritter Strang, der bis an die
Basis des Astes zu verfolgen ist; er muss daselbst entstanden sein, da
der Ast aus der Spitze eines anderen älteren entsprungen ist, der nur 2
Stränge besitzt; vielleicht ist er nach Anlage der Blüte von dieser aus
334
EN
Symphyogyna. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 31
basiscop angelegt worden. Es kommen auch Zweigsysteme vor, deren
basaler Spross dreifache, deren mittlerer zweifache und deren terminaler
Spross nur einfache Stränge produzirt hat; es ist dabei gleich, ob diese
Zweigsysteme aus apical angelegten Gliedern bestehen oder ob diese ven-
tralen Ursprungs sind und sich successive seitlich aus der Mittelrippe des
jeweilig älteren Gliedes entwickelt haben. Der dritte Strang hört häufig
mitten in einem Gliede auf, weit vor der Spitze.
Die Aeste mit einfachem Strang sind immer die jüngsten; ein Ueber-
gehen der Stränge aus einem älteren Gliede durch die stielförmige Basis
des ventralen Seitenastes in dessen Mittelrippe findet nicht statt; der
Seitenast hat an der Insertionsstelle gleichmässig parenchymatisches
Gewebe und der Strang entsteht erst weit oberhalb der Insertion.
Die Pflanze legt offenbar diese Stränge nach Bedürfnis an, wo zwei
genügen, hört der dritte auf oder fehlt ganz.
11. Symphyogyna digitisquama St.n. sp.
Dioica, spectabilis, flaccida, dilute virens, margine sæpe rubescens,
dense cæspitans lateque expansa. Caudex repens, haud subterraneus,
antice planus, viridis, postice solum radicans. Frons ad 3 cm. longa,
7 mm. lata, basi radicellis rufescentibus affixa, ceterum procumbens,
undulata, margine fere erispata, nusquam furcata, semper e latere costæ
ramosa, ramis ex angusta basi spathulatis, ætate late ligulatis, interdum
ex apice attenuato prolifera. Costa crassa, angusta, postice maxime pro-
ducta, abrupte in alas excurrens. Alæ integerrimæ ubique unistratæ;
cellulæ alarum ad costam 45 X 90 y, medio 45 X 72 y, parietibus vix
incrassatis; cellulæ marginales 54 X 110 y, parietibus maxime incras-
satis, limbum sæpe coloratum, 2-3 cellulas latum formantes. Squama
fem. parva, crassa. oblonga, tertio supero 3-5 fida, laciniis porrectis,
truncato-rotundatis.
Hab. Jamaica (Hansen).
Mit S. marginata und S. trivittata zu vergleichen.
12. Symphyogina picta St. n. sp.
Dioica, mediocris, rigida, pallide virens. Frons e basi breviter stipitata,
linearis, ad 2 cm. longa, 4 mm. lata, pro more simplex, interdum furcata,
curvatim procumbens leniterque canaliculata. Costa angusta, medio
8 cellulas crassa, plano-biconvexa. in alas sensim attenuata. Alæ inte-
gerrimæ, basi pluristratæ, cellulis ad costam 35 X<70 y, medio 35 X 35 y,
margine 27 X 70 y, parietibus validis. Squama fem. crassa, lacinulis
335
32 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER Symphyogyna.
angustis imbricatim connatis formata. Calyptra maxime crassa pyriformis.
pistillis giganteis comata. Capsula cylindrica 3 mm. longa, acuta, in pedi-
cello 6 mm. longo. Sporæ 27 y. minute papillatæ. Elateres 670 y, medio
8 y in diam. valde attenuati, fibris laxe tortis. Androecia in medio frondis
linearia, bracteis confertis purpureis (unde nomen plantæ) margine
breviter obtuseque denticulatæ.
Hab. Nova Caledonia (Saves); Hawai (Baldwin).
15. Symphyogyna canaliculata St. n. sp.
Dioica, parva, dilute fiavo-virens, tenuis in solo argilloso gregarie
crescens. Frons ad 10 mm. longa, 3 mm. lata simplex vel furcata, optime
canaliculata, crispata. Costa pro planta lata, medio 8 cellulas crassa,
biconvexa, breviter in alas attenuata. Alæ adscendentes vel incurvæ varie
undulatæ, integerrimæ, ubique tenues (unistraiæ). Cellulæ alarum ad
costam 36x54, medio 27X36 u. margine 27%X72,. Squama fem. parva,
crassa, apice emarginato bidentula. Calyptra crassa, pistillis magnis obsita.
Hab. Brasilia (Ule, Puiggari); Chile (Bertero).
14 Symphyogyna interrupta C. et P. Linn. Soc. N. 8.
Wales 1887, p. 1053.
Dioica, mediocris, flaccida, viridis, laxe cæspitans. Frons ad 2 cm.
longa, repetito-furcata, furcis 4 mm. latis, ramis posticis numerosis, apice
interdum atlenuata radicans. Costa angustissima, postice bene producta,
medio 8 cellulas crassa, abrupte in alas excurrens. Alæ undulatæ vel
crispatæ, hic illic constrictæ et sublobatæ, in fronde bene evoluta tamen
normaliter contigua integerrima. Cellulæ alarum ad costam 36 X 90 u.
medio 36 X 72 y, margine 27 X 82 y. ubique trigonis distinctis incras-
satæ. Squama feminea crassa, ambitu late ligulata, superne 4-5 laciniata,
laciniis porrectis, lanceolatis vel spiniformibus, integerrimis. Calyptra ad
6 mm. longa; capsula 3 mm. longa, cylindrica obtusa in pedicello 3 cm.
longo. Sporæ 20 y, asperæ. Elateres ad 310 y, vix attenuati, spiris laxe
tortis. Andrecia in planta graciliore simplici longe linearia, costam
tegentia, bracteis confertis, imbricatis, bi- trifidis.
Hab. Australia : Sydney (Whiteiegge).
Da gut entwickelte Sprosse keine in Thalluslappen aufgelöste Frons
haben, so ist die unregelmässige Entwicklung der Flügel wahrscheinlich
ein pathologischer Zustand, oder möglicher Weise auch durch dazwischen
wachsende Laubmoose hervorgerufen, welche die glatte Entwicklung
gehindert haben.
336
Symphyogyna. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 39
15. Symphyogyna brasiliensis Nees. Syn. Hepat, p. 484.
Syn. : Jungermannia brasiliensis Nees. Martius, Fl. bras. I, p. 328.
Dioica, major, flaccida, dilute viridis, longe lateque expansa. Frons
procumbens, ad 5 cm. longa, 5 mm. lata, longe furcata, subplana. Costa
angusta, postice bene producta, medio 9 cellulas crassa, abrupte in alas
altenuala. Al® tenues integerrimæ, interdum hic illic sinuatæ, plano-
explanatæ. Cellulæ alarum ad costam 36 X 72 y, media 27 X 54 u,
margine 18 X 72 y, omnes teneræ. Squama fem. parva, late ovata
lateque inserta, medio supero dense lacinulata, laciniis porrectis, linea-
ribus vel lanceolatis, sparsim spinosis. Calyptra crassa, 5 mm. longa.
Capsula eylindrica, acuta, 3 mm. longa in pedicello perbrevi (15 mm.).
Sporæ 27 y, grosse papillatæ. Elateres breves 148 y, spiris laxe torlis.
Andrcecia in planta gracillima longe linearia, sæpe in furcas transeuntia,
bracteis confertis costam tegentibus, paucidentatis.
Hab. Brasilia tropica et subtropica (Martius, Saint-Hilaire, Sellow,
Puiggari, Ule, Wainio, Werner, Lindman), ubique communis; Andes
quitenses (teste Spruce).
16. Symphyogyna subsimplex Mitien Fl. N. Zel. II, p. 166
Dioica, major vel maxima, flaccida, dilute olivacea, in costice palmarum
procumbens. Frons ad 5 cm. longa, e basi exalata longe linearis, superne
ad 5 mm. lata, apice leniter angustata breviterque inciso-biloba, ceterum
integerrima, semper simplex (in plants juvenilibus prostratis vix nuquam
furcata) ramificatio ad caudicem reducta. Costa valida, angusta, biconvexa,
medio 10 cellulas crassa abrupte in alas excurrens. Alæ planæ, basi lon-
gissimæ attenuatæ, teneræ. Cellulæ alarum ad costam 5% X 90 y, medio
45 X 65 y, margine 27 X 72 y. Squama parva, profunde trifida, laciniis
tenuibus, obtusis vel longe cuspidatis. Calyptra clavata, ad 5 mm. longa,
crassa. Pedunculus capsulæ brevis (8 mm.) tenuis. Capsula cylindrica
3 mm. longa, apice obtusa. Spore 27 y, asperæ. Elateres capillares, vix
attenuati, spiris dense tortis. AndrϾcia in planta angustiore breviler
linearia, ad 4 mm. longa, bracteis magnis confertis secus costam biseriatis,
margine varie breviterque laceralis.
Hab. New Zealand (Hooker, Sinclair, Colenso, Helms, Zürn, Kirk,
Beckett); Stewart Island (Lyall); Samoa (Re:necke).
Die Zeichnung und Beschreibung Reichards (Reise der Novara) ist bis
auf die Calyptra, die er für den Kelch hielt, recht gut; ich bezweifle aber,
dass die Pflanze aufrecht wächst; der basale Teil des Thallus ist haardünn
und vermag die grosse obere lamina sicher nicht zu tragen ; auch spricht
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER, n0 41, 30 avril 1900. 67
J4 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. Symphyogyna.
dagegen, dass die Haube vertikal auf dem Thallus steht, was auf des letz-
teren horizontale Lage schliessen lässt.
17. Symphyogyna Goekelii St. n. sp.
Dioica, mediocris, dilute viridis, tenuis dense cæspitosa. Frons ad
2 cm. longa, 3 mm. lata, ex apice repetito innovata vel e latere costæ
ramosa, ramis Curvatim procumbentibus apice decurvo radicante. Al
itaque erectæ conniventes, integerrimæ, uno latere costæ sæpe ad limbum
angustum reductæ vel omnino deficientes. Costa angusta, ventre bene
producta, medio 10 cellulas crassa, fasciculo fibrovas. validissimo.
Cellulæ alarum ad costam 45 110 y, medio 36 X 90 y, margine
36 X 95 y pariete marginali valde incrassata. Squama fem. oblonga,
anguste inserta, terlio supero varie lacinulata. Andrecia secus costam
biseriata, bracteis remotiusculis, cucullatis, margine bidentulis.
Hab. America tropica : Guiana brit. (Goebel), Venezuela, Tovar
(Goebel).
18. Symphyogyna circinata M. et N. Syn. Hep., p. 486.
Syn. : Jungermannia circinata Mont. Ann. sc. nat. 1836, p. 69.
Dioica, major, valida, viridis, laxe cæspitosa. Frons procumbens, ad
3 cm. longa, 4 mm. lata, furcata vel postice ramosa, interdum ex apice
prolifera et curvatim adscendens (in sicco revoluta unde nomen plantæ)
ceterum undulata, integerrima, basi interdum longius exalata. Costa
angusta, valida, medio 10 cellulas crassa, sensim in alas attenuata. Al® -
ubique fere pluristratæ, limbo tenui ad 12 cellulas lato. Cellulæ alarum
ad costam 36 X 90 y, medio 36 X 5% y, margine 27 X 45 u, teneræ,
pariete marginali tamen valde incrassata. Squama fem. angusta, longe
rectangulata, crassa, inferne squamulis piliferis accretis aucta, apice
truncata et breviter lacinulata. Pistilla cellulis clavatis muciferis cir-
cumdata. Calyptra matura itaque superne mucosa, ceterum clavata et
maxime crassa. Capsula parva in pedicello 12 mm. longo, oblongo-
cylindrica obtusa. Sporæ 30 y, asperæ. Elateres validi parum attenuati,
spiris laxe tortis. Andræcia in planta multo angustiore simplici linearia
costam dense tegentia, bracteis cucullatis emarginato bi-vel tridentatis.
Hab. Fretum magellan. (Spegazzini, Dusen); Chile : Quillota (Bertero).
Der Thallus ist ganzrandig, da die kleinen einzelligen Zähne der
Vegetationsspitze sich nicht erhalten ; an der verschmälerten wurzelnden
Spitze habe ich mehrfach Einbuchtungen des Randes und breite zahn-
artig vorstehende Ecken bemerkt.
330
Symphyogyna. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 35
19. Symphyogyna Volkensii St.n. sp.
Dioica, maxima, flaccida, dilute olivacea. Frons procumbens ad 7 cm:
longa, 15 mm. lata, crispata, simplex vel e latere costæ ramosa, late
ligulata, apice parum angustata profunde inciso-biloba. Costa angustis-
sima, antice leniter concava, postice bene producta, medio 10 cellulas
crassa, abrupte in alas attenuala. Ale undulatæ margine crispatæ celerum
integerrimæ. Cellulæ alarum ad costam 45 X 72 y, medio 36 X 63 y,
teneræ, margine 18 X 63 y iIbidemque trigonis incrassatæ. Squama fem.
parva, anguste inserla, obovata, ad medium laciniata, laciniis lanceolatis,
margine repandis vel angulatis varieque tortis.
Hab. Africa orient in Monte Kilimandscharo (Volkens).
Omnium maxima et facile distinguenda.
20. Symphyogyna tenuicostata St. Engler’s Bot. Jahrb. 1895,
P. 306.
Dioica, majuscula, tenerrima, dilute-virens, dense depresso-cæspitans.
Frons ad 35 mm. longa, 8 mm. lata, procumbens, plana vel undulata,
simplex vel postice ramosa, basi attenuatim alata, ceterum late ligulata
apice profunde inciso-biloba. Costa angustissima, postice bene producta,
medio 40 cellulas crassa, abrupte in alas attenuata. Alæ integerrimæ,
cellulis ad costam 45 X 90 u, medio 45 X 68 y, margine 18 108 I,
trigonis nullis. Squama fem. parva anguste inserta, basi crassa ceterum
tenuis (unistrala) oblonga, ad medium bifida, laciniis irregulariter bifidis.
Calyptra ad 5 mm. longa, clavata, crassa. AndrϾcia in planta longiore et
angustiore, longe linearia, bracteis confertis costam obvelantibus, alte
eucullatis, margine bi- trifidis.
Hab. Usambara (Holst); Kamerun (Jungner); Angola: Huilla (Antunes).
21. Symphyogyna semi-involucrata Austin. Torrey Bot.
Club V, p. 15.
Dioica, mediocris, pallide virens vel rufescens, tenera. Frons pro-
cumbens, ad 2 cm longa, 3 mm. lata, undulata. integerrima, postice
ramosa, rare furcala, ramis interdum curvatis, apice decurvo radicantibus
et alas erectas conduplicatas gerentibus. Costa angusta, postice valde
producta, in sectione semicireularis, abrupte in alas attenuata, medio
12 cellulas crassa. Alæ tenerrimæ interdum irregulariter interruptæ et
sublobatæ, apice profunde inciso-bilobæ. Cellulæ alarum ad costam
45 x 72 y, medio 45 X 45 y, margine 27 X 45 p. Squama fem. parva,
plus minus profunde bifida vel trifida, laciniis lanceolatis, irregularibus,
92)
399
36 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. Symphyogyna.
crassis. Calyptra ad 4 mm. longa, crassa. Capsula eylindrica, acuta in
pedicello ad 10 mm. longo. Spore magnæ 37 y, alte papillatæ, papillis
bidentulis. Elateres validi, longe attenuati, medio 8 u in diam. fibris laxe
torlis. Andræcia ignota.
Hab. Hawai (Mann, Heller).
Die Pflanze zeichnet sich durch die ungewöhnlich grossen Sporen aus;
der Name rührt von der Haube her, in welcher die bereits geöffnete
Kapsel noch halb verborgen steckie; es liegen aber auch Exemplare da-
bei, an denen die Kapsel bereits weit ausgetreten ist und die Haube auf
langem Stiele überragt, so dass der Name recht unglücklich gewählt ist,
um so mehr, als die Haube nicht das Involucrum ist; in Ähnlichem Reife-
zustande gesammelte Exemplare einer Pflanze erhielt Austin auch aus
Cuba und zog sie zu unserer Art, obwohl sie der Gattung gar nicht ange-
hören und zu Pallavicinius Lyellii zu stellen sind.
22. Symphyogyna undulata Col. ms.
Dioica, major, valida, viridis, medio costa fusca notata, in solo argilloso
gregarie crescens. Frons procumbens, undulata, ad 25 mm. longa, furcata,
furcis ad 5 mm. latis. Costa lata, cellulis fusco-brunneis formata, medio
12 cellulas crassa, postice bene producta, abrupte in alas attenuata. Ale
integerrim& pluristratæ, limbo tenui ad 12 cellulas tantum lato. Cellulæ
alarum ad costam 54 X 80 y, medio 36 X 54 y, margine 27 X 60 u.
Squamæ fem. in fronde seriatæ approximatæ magnæ, late insertæ, sub-
quadratæ, apice ad medium varie incisæ et laceratæ. Calyptra maxime
crassa, ad 5 mm. longa, a basi ad apicem pistillis sterilibus obtecta, cel-
lulis interjectis clavatis muciferis maxime mucosa. Capsula ceylindrica,
acuta in pedicello tenui ad 10 mm, longo. Spore 36 y papulosæ, rufe.
Elateres longi, validi, bi vel trispiri, valde attenuati, spiris anguste tortis.
Andræcia ignota.
Hab. New Zealand (Colenso).
23. Symphyogyna convoluta Tayl. J. of Bot. 1845, p. 94.
Dioica, minor, gracilis, rigida, pallide virens, aliis hepaticis cæspilose
consociata. Frons ad 15 mm. longa, alis erectis optime canaliculata, e
latere costæ ramosa, nusquam furcala vel apice prolifera. Costa
angusta, antice concava, postice maxime producla, in sectione semi-
circularis, medio 12 cellulas crassa, abrupte in alas excurrens. Al& tenues,
integerrimæ, cellulis ad costam 36 X 72 u, medio 36 X 63 y, margine
18 X 63 y. Andrecia in planta graciliore et crispata linearia, bracteis
340
Symphyogyna. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 37
confertis, magnis, costam tegentibus, grosse inciso-lobulatis et laci
nialis.
Hab, Insula Ascension. (Lyall. Gordon).
24. Symphyogyna Gottscheana M. et N. Syn. Hep., p. 484.
Dioica, magna, viridis, flaceida, corlicola. Frons procumbens, ad 2 cm.
longa, e basi breviter exalata sensim ampliala superne optime lateque
obcordata ibidemque ad 7 mm. lata, apice breviter inciso-biloba, lobis
late rotundatis, ceterum plana, simplex rarissime furcata, interdum ex
apice angustato prolifera. Costa angusta, alte biconvexa, sensim in alas
attenuata, medio 14 cellulas crassa. Ale subplanæ vel parum undulatæ,
basi longe attenuatæ. Cellulæ alarum ad costam 54 x 72 y, medio
36 X 63 y, margine 27 X 72 p. Squama fem. anguste inserta, usque ad
basin fere laciniata, laciniis oblongis vel late linearibus, margine apice-
que anguste lacinulatis. Calyptra ad 5 mm. longa, minus crassa. Capsula
eylindrica ad 3 mm. longa, obtusa in pedicello tenui 10 mm. longo. Sporæ
23 y, minute papillatæ. Elateres validi, medio 9 y. crassi, longe attenuati,
fibris dense tortis. Andrecia in apice angustato frondis brevia, bracteis
magnis, confertis reticulatim connalis grosse lacinulatis.
Hab. Insulæ Mascareigues (de l'Isle, Rodriguez).
25. Symphyogyna Baldwini (Austin) St.
Syn. : Steeizia Baldwini Austin. Torrey Bot. CI. VI, p. 303.
? Pallavicinia Baldwini Evans. Connect. Acad. 1891, p. 7.
Dioica, magna, tenuis, pallide virens, in sicco flavicans. Frons ad
5 cm. longa, furcata, furcis ad 10 mm. latis, late linearibus, undulalis,
recto angulo divergentibus. Costa angusta, medio 14 cellulas crassa,
ventre valde producta abrupte in alas attenuala. Alæ basi pluristratæ
ceterum tenerrimæ, integerrimæ, cellulis ad costam 45 X 72 y, medio
45 X 54 y, margine 36 X 54 p. Squama fem. late inserta, subquadrata,
basi crassa, ad medium quadrifida, laciniis lanceolatis, tenuibus. Calyptra
minus crassa, 8 min. longa. Capsula cylindrica, 5 mm. longa, acula, in
pedicello perbrevi (16 mm.). Sporæ 27y, alte papillatæ. Elateres filiformes,
parum attenuatæ, spiris anguste tortis. Andracia in planta minore et an-
gustiore, bracteis remoliusculis, secus costam biseriatis,eucullatis, spinosis.
Hab. Hawai (Baldwin).
Das Original, welches ich untersuchen konnte, ist eine Symphyogyna ;
Evans änderte Austin’s Namen in Pallavicinia Baldwini um; ich weiss
nicht, ob es eine solche Pflanze gibt oder ob ein Irrtum vorliegt.
341
à]
5) MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. Symphyogyna.
26. Symphyogyna exincrassata Si.n. sp.
Dioica, major, tenerrima, dilute virens, in cortice palmarum gregarie
crescens. Frons procumbens, ad 25 mm. longa, basi breviter stipitata,
superne furcata, furcis ad 5 mm. latis, apice angustatis, hreviter inciso-
bilobis, subplanis. Costa angusta, antice leniter concava, postice maxime
producta, medio 16 cellulas crassa in sectione fere semicircularis, abrupte
in alas excurrens. Alæ tenerrimæ, integerrimæ, cellulis ad costam
34 x 54 u, medio 27 X 45 y, margine 20 X 27 y, parietibus tenuibus,
Squama fem. anguste inserta, oblonga (duplo longior quam lata) tertio
supero trifida, laciniis lanceolatis apice longe capillaceis. Calyptra (juve-
nilis) crassa, pistillis giganteis obtecta. Andræcia in planta parum gra-
ciliore longe linearia, bracteis magnis approximatis convexis, varie
lacinulatis.
Hab. Tahiti (Jules Lépine.)
27. Symphyogyna vitiensis Jack et St. Bot. Centr. Blatt. 1894,
n° A3.
Dioica, major, tenerrima, dilute viridis. Frons procumbens ad 4 cm.
longa, simplex vel postice ramosa vel furcala, furcis 3 mm. latis, planis,
ligulatis apice late rotundatis breviter inciso-bilobis. Costa angusta, medio
16 cellulas crassa, postice valde producla, in sectione semicireularis,
abrupte in alas attenuata. Fasciculum fibrovas. tenue. Alæ integerrimæ a
costa leniter adscendentes subinde curvatim explanatæ; cellulæ alarum
ad costam 27 X 54 y, medio 27 X 30 y, margine 18 X 45 u. Squama
fem. parva, late inserta ad ?/s lacerata, laciniis irregularibus longe capil-
laceis. Andrecia in planta angustiore secus costam biseriata, bracteis
remotiusculis alternantibus, inflatis dentatis.
Hab. Viti-Ovalau (Græffe).
25. Symphyogyna brevicaulis Colenso. Trans. N. Z Inst.
1885.
Dioica, mediocris. pallide viridis, tenera. Frons procumbens, ad 25 mm.
longa, furcata, furcis 5 mm. latis, basi breviter exalala, ceterum undulata,
apice profunde inciso-bilboa. Costa angusta, crassa, alte biconvexa, medio
16 cellulas crassa, postice magis producta, abrupte in alas attenuata. Ale
integerrimæ, basi pluristratæ. Cellulæ alarum ad costam 45 X 90 y,
medio 45 X 54 y, margine 27 X 54.1, ex incrassatæ Squama fem.
minima, apice breviter obtuseque lobulata. Calyptra 4 mm. longa, crassa.
Capsula oblongo-cylindrica, obtusa in pedicello perbrevi et parum
342
Symphyogyna. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 39
exserto (semper?). Sporæ 18 w. asperæ. Elateres validi, spiris anguste
torlis. Andrecia ignota.
Hab. New Zealand (Colenso).
C. Lobatæ.
29. Symphyogyna Brogniartii Mont. Ann. sc. nat. 1845,
p. 265.
. Dioica, magna, robusta, viridis, depresso-cæspitans. Frons procumbens,
ad 5 cm. longa, interdum simplex, vulgo repetito furcata, furcis diver-
gentibus, sensim sensimque brevioribus, ad 5 mm. latis subplanis. Costa
e basi maxime crassa in apicem multoties angustiorem attenuata, ubique
tamen alte biconvexa, postice magis producta, abrupte in alas attenuata,
fascicula fibrovas. geminata, in ultimis ramis simplicia, in trunco pri-
mario duplicatim geminata (erueiatim opposila -:- ). Alæ profunde s&pe
usque ad costam fere lobatim incisæ, lobis rhomboideis vel ovalis, versus
apicem plant nutantibus, acutis vel apieulatis et angulatim repandis,
sinubus acutis vel obtusis. Cellulæ loborum ad costam 36 X 45 u, medio
36 X 36 y, margine 27 X 27 y. Squama fem. late inserla, ambitu sub-
quadrata, crassa, ad medium laciniata, laciniis sat regulariter lanceolatis,
integerrimis, hic illic profunde furcatis. Calyptra maxima, ad 20 mm.
longa, crassa, cellulis clavatis muciferis obtecta ideoque maxime mucosa.
Pedunculus capsulæ ad 6 cm. longus validus. Capsula longa cylindrica,
10 mm. longa, acuta. Elateres ad 610 y filiformes, attenuati, spiris gemi-
natis anguste ligulatis laxe tortis. Spore 18 y. rufæ, asperæ. Andrecia
haud vidi.
Hab. America tropica : Brasilia orient. (Ule), Costarica (Pittier), Andes
quitenses et peruviani (Spruce).
Die von Spruce gesammelten Pflanzen habe ich nicht alle erhalten
können; seine var. pinnati-partita besteht aus 2 Formen, deren eine zu
S. Brogniartiü, die andere zu S. sinuata zu stellen ist.
30. Symphyogyna Hochstetteri M. et N. Syn. Hep., p. 485.
Syn.? : S. subcarnosa Lehm. Pug. X, p. 18.
Dioica, magna, sæpe gracilis, subrigida, dilute viridis vel rufescens.
Frons procumbens ad 4 cm. longa, basi breviter exalata, repetito furcala,
vix aliter ramosa, furcis longis, angulo acuto divergentibus, flabellum
0/0)
543
40 MÉMOIRES DE L HERBIER BOISSIER. Symphyogyna.
contractum formantibus, subplanis. Costa ad basin exalatum frondis
subteres, fasciculis fibrovasalibus 6 percursa, in ramıs sensim attenuata,
fasciculis fibrovasalibus sensim reductis, in ullimis ramis semper gemi-
natis. Ale margine sinuatæ vel plus minus profunde lobatæ, sinubus
lunatis, interdum angustis, lobis semper apiculatis, oblique ad apicem
frondis nutantibus. Cellulæ alarum ad cosiam 36 X 72 y, medio
36 X 54 y, margine 27 X 36 y. Squama fem. anguste inserta, crassa,
plus minus profunde laciniata, laciniis ad 4 vel 5, late lanceolatis, acutis,
sæpe simplicibus. Calyptra ad 10 mm. longa, crassa. Capsula 7 mm.
longa, apiculata, anguste cylindrica, in pedicello valido 35 mm. longo.
Spore 27 y, papillatæ. Elateres 420 y. parum attenuati, fibris anguste
torlis. Andrecia ignota.
Hab. Chile (Gay, Bertero, Krause, Dusen, Neger); Patagonia australis
(Savatier).
S. sinuata, zu der Gotische unsere Pflanze stellte, hat in den termi-
nalen Aesten stets nur einfache” Fibrovasalstränge; die Zahl derselben
variirt in S. Hochstetteri sehr; man findet terminale Aeste, mit 2 Strängen,
deren einer nicht weit hinabreicht; er ist mitten im Ast plötzlich aufge-
treten; aus der jüngsten Gabelung laufen in jeden Ast 2, im Ganzen also
4 Stränge aus; sie liegen nebeneinander; die beiden äussersten stammen
aus dem älteren Gabelast, die beiden inneren sind erst in der Gabelung
entstanden; in älteren Sprossgliedern sind aber die 2 inneren Stränge
als aus einem hervorgegangen zu verfolgen; je nachdem die Pflanze
kräftig oder schwach entwickelt ist. findet man die Anzahl der Stränge
mehr oder weniger reich entwickelt, jedenfalls werden viele der letzteren
erst nachträglich angelegt und sind nicht immer das Produkt des Vege-
tationspunktes.
91. Symphyogyna sinuata M. et N. in d’Orbigny. Voy. Bot.
p. 61.
Syn. : Jungermannia sinuata Sw. Prodr. Fl. Ind. occ., p. 145.
Dioica, magna, flaccida, pallide virens, dense depresso-cæspitosa. Frons
procumbens, subplana, tenera, ad 4 cm. longa, 4 mm. lata, simplex, vel
furcata, furcis divergentibus. Costa biconvexa, postice magis producta,
fasciculis fibrovas. simplicibus, basi tantum geminatis percursa, abrupte
in alas attenuata. Ale profunde lobatim incisæ, sinubus obtusis, lobis
ligulatis apice rotundatis vel apiculatis. Cellulæ alarum teneræ, ad costam
57 X 90 y, medio 57 X 80 y, margine 36 X 36 u. Squama fem. angusie
inserla, profunde sæpe usque ad basin fere lacerata, laciniis anguste
34/4
Symphyogyna. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 41
ligulatis pinnatim ramosis, ramis porrectis angustissimis. Calyptra ad
7 mm. longa, anguste cylindrica, cellulis clavatis muciferis obtecta ubique
mucosa. Capsula 5 mm. longa, cylindrica, in pedicello ad 4 cm. longo.
Elateres validi, longe attenuati, spiris laxe tortis. Spore 18 1, asperæ.
Andrecia in apice plantæ angustioris fusiformia, bracteis confertis, basi
apiceque inflorescentiæ sparsis medio magis numerosis costam tegentibus
ceterum eucullatis dentato-spinosis. Ale plantæ masculæ parvi- et anguste
lobulatæ.
Hab. America tropica : Brasilia, Rio Grande (Lindman), Rio Janeiro
(Glaziou, Lindman, Ule), Caraca (Wainio), Paraguay (Balansa), Ecuador
(Eggers), Venezuela (Funk et Schlim, Karsten, Goebel), Cayenne (Möen),
Mexico (Mohr, Goebel, G. Karsten), Costarica (Pittier), Jamaica (Swartz,
Hansen), Martinique (Perrottet, Hahn), Puertorico (Sintenis), Dominica
(Elliott), Guadeloupe (Beaupertuis, l’Herminıer).
B. Dendroideæ.
32. Symphyogyna Hymenophyllum (Hook.) M. et N. Syn.
Hep., p. 480.
Syn. : Jungermannia Hymenophyllum Hook. Musci exot., p. 17.
Symphyogyna flavovirens. Golenso. Transact. N. Z. Inst. 1884.
Dioica, mediocris vel parva, tenera vel subrigida, dilute viridis. Frons
ad 3 cm. longa (stipite ipso 15 mm. longo) triplo vel quadruplo furcata,
furcis sub angulo acuto divergentibus, flabellum ambitu rotundatum
(usque ad 30 mm. in diam.) formantibus, ceterum anguste linearibus,
apice parum angustatis. Costa a basi ad apicem sensim attenuata, angusta,
postice bene producta, abrupte in alas excurrens. Ale unistratæ sub-
plane, ad basin flabelli in stipite longius decurrentes, grosse spinosæ,
spinis hamatim in plano incurvis, e lata basi attenuatis. Cellulæ alarum
ad costam 36 X 72 y, medio 36 X 54 y, margine 27 X 72 u. Squama
fem. late inserta, crassa, subquadrata, margine supero subtruncato plus
minus longe spinoso, spinis ad 4-5, late triangulatis, acuminatis vel lan-
ceolatis et magis numerosis. Calyptra ad 5 mm. longa. Capsula vix 3 mm.
longa, acuta in pedicello ad 15 mm. longo. Spore 18 y, papillatæ. Elateres
ad 510 y, medio 8 y in diam. parum aftenuali, spiris dense tortis.
Andræcia ad basin furcarum infimarum, anguste linearia, bracteis con-
fertis, costam tegentibus, cucullatis, bi- vel trispinosis.
345
EE
1©
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Hab. New Zealand (Colenso, Knight, Zürn, Kirk, Helms, Beckett
Cheeseman, Petrie).
Symphyogyna flavovirens Col. ist lediglich eine kleine und wenig ge-
zähnte Form unserer Pflanze.
33. Symphyogyna stipitata Si n. sp.
Dioica, mediocris, tenera vel tenerrima, dilule viridis, inter muscos
erecla vel dense cæspitosa laleque expansa. Frons ad 3 cm. longa bis vel
ter-furcata, fureis profunde solutis, ad 2 mm. latis, linearibus, subplanis.
Costa angustissima, plano-biconvexa, sensim in alas excurrens. Alæ
tenerrimæ, ad basin flabelli decurrentes, margine grosse dentatæ, den-
tibus 3 cellulas longis oblique patulis. Cellulæ alarum ad costam
45 X 108 w, medio 45 X 109 u, margine 18 X 72 y, trigonis magnis,
pariete marginali valde incrassala. Squama fem. parva, anguste inserla,
late obovata, medio supero laciniala, laciniis lanceolatis, attenuatis, sim-
plicibus vel bifidis. Calyptra minus crassa, ad 6 mm. longa. Capsula parva,
4 mm. longa, eylindrica, acuta, in pedicello 3 cm. longo. Spore 22 y,
papillatæ. Elateres validi, longe attenuati. Andrecia in planta minore et
minus regulariter furcata, bracteis confertis secus costam biseriatis,
cucullatis, spinosis.
Hab. Chile (Bauer, Krause, Neger, Dusen); Insula Saint-Paul (de l'Isle);
Brasilia subtropica (Ule).
34. Symphyogyna bogotensis (6) St. n. sp.
Syn. : S. Hymenophyllum var. bogotensis G. Ann. sc. nat. 1864, p. 87.
Dioica, minor, tenera, dilute viridis. Frons inter muscos erecla, ad
25 mm. longa (stipite ipso 10 mm. longo) superne triplo furcata, furcis
primariis vix alatis, reliquis anguste linearibus parum divergentibus
subcanaliculatis. Costa angusta, poslice bene producta, a basi ad apicem
sensim attenuata. Alæ teneræ, ubique unistratæ, margine hamatım
spinosæ; cellulæ alarum ad costam 36 X 63 u, medio 36 X 94 y,
margine 36 X 45 y, parietibus ubique tenerrimis. Squama fem. angusta
tenerrima, ad */s lacerata, laciniis latis fimbriatis. Calyptra ad 5 mm.
longa, crassa. Capsula ovalis, ad 2 mm. longa, obtusa. Spore 22 p
asperæ. Elateres longi, fibris laxe torlis. Andræcia in apice furcarum
plantæ procumbentis et vix stipitatæ, bracteis secus costam biseriatis,
convexis, inciso bifidis.
Hab. Nova Granada (Lindig). In rivulis ad saxas muscis consociala.
Bogota, Chapi, 2700 m.
346
Symphyogyna. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 43
Die Pflanze steht der S. Hymenophyllum sehr nahe; die abweichende
Bildung der Frons, (die untersten Gabeläste sind fast ungeflügelt) gibt
ihr aber einen ganz anderen Habitus.
Spruces S. Hymenophyllum, bei Tarapoto gesammelt (Hep. Amaz. et
And. p. 536) gehört nicht hierher und ist jedenfalls ein Pallavicinius ;
siehe die Anmerkung zu Pallavicinius Wallisü St.
35. Symphyogyna rhizobola (Schwägr.) Nees. Syn. Hepat.,
p. 483.
Syn. : Jungermannia rhizobola Schwägr. Prodr. p. 51
Dioica, major, valida, viridis, dense cæspitosa. Frons erecta, longe
pseudostipitata, ad 3 cm. longa (stipite ipso 15 mm. longo) triplo vel
quadruplo furcata, furcis infimis ad 3 mm. longis, mediis ad 5 mm.,
ultimis ad 12 mm., angusle linearibus, versus apicem leniter angustatis,
flabellum late ex-pansum vivo tamen concavum formantibus. Costa fur-
carum plano-biconvexa, 6-8 cellulas crassa, longe in alas attenuata. Alæ
angustæ, planæ, margine dental®, dentibus minus remotis. validis,
% cellulas longis, basi ad 3 cellulas latis, oblique patulis strictis. Cellulæ
alarum ad costam 54 X 90 m, medio 35 X 66 y. parietibus teneris,
marginales et sub marginales tamen masxime æqualiterque incrassatæ,
limbum validum formantes et difficile emolliturum ideoque facile perspi-
ciendum. Squama fem. parva, angusla, longe’rectangulata, basi crassa, ad
medium quadrifida, sæpe bis bifida, laciniis angustis, simplicibus atte-
nuatis. Calyptra ad 6 mm. longa, crassa. Capsula cylindrica, ad 5 mm.
longa in pedicello ad 5 cm. longo, apice subacuta. Sporæ ferrugine®, 18 y.
papillatæ. Elateres 340 y. medio 8 y lati, longe attenuati, sæpe breves et
ramosi, fibris dense tortis. Androecia ignota.
Hab. Insulæ Mascareignes (Du Petit Thouars, de l'Isle).
Die neuseeländische Pflanze. die die Synopis Hep. I. e. erwähnt, gehört
jedenfalls nicht zu unserer Pflanze, wie denn auch Mitten fälschlich
S. obovata zu derselben stellte; von allen nächst verwandten Formen ist
S. rhizobola durch die auffallend verdickten Randzellen zu unterscheiden;
dieser limbus ist auch in Hookers Abbildung (Musci exotici tab. 87) abge-
bildet; dass dessen Pflanze zufällig ein aus der Spitze innovirendes und
daselbst wurzelndes Exemplar war, hat jedenfalls dazu beigetragen,
S. obovata hierher zu ziehen, obgleich man das an allen Arten dieser
Gattung finden kann.
347
44 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. Symphyogyna.
36. Symphyogyna podophylla (Thunb.) M. et N. Syn. Hep.,
p. 481.
Syn. : Jungermannia podophylla Thunb. Prodr. fl. Cap II, p. 174.
Symphyogyna Harveyana Tayl. J. of. Bot. 1846, p. 408.
Dioica, major, valida, viridis. Frons inter sphagna erecta, ad % cm.
longa (stipite ipso 2 cm. longo) superne abrupte plurifurcata, subplana,
fureis imæquilongis, ramulis simplieibus hic illie interjectis, flabellum
itaque irregulare formantibus, ceterum anguste linearibus, plus minus
divergentibus, apice parum angustatis. Costa lata, tenuis, antice concava,
postice carinatim producta, sensim in alas attenuata. Al® leniter adscen-
dentes basi pluristratæ, limbo tenui ad 8 cellulas lato, margine spinoso,
spinis oblique patulis, strictis, 3 cellulas longis. Cellulæ alarum ad costam
36 X 108 u, medio 45 X 72 y; cellulæ marginales 18 X 90 1. trigonis
magnis incrassal®. Squama fem. ad basin furcarum infimarum parva,
oblonga, apice subtruncata, laciniis numerosis fimbriata. Calyptra ad
3 mm. longa (haud matura).
Hab. Africa australis. Capetown (Thunberg, Krauss, Ecklon, Pappe,
Drege, Harvey, Rehmann, Mac Owen); Natal (Rehmann); Transvaal
(Rehmann).
37. Symphyogyna spinosa L. et G. Syn. Hepat., p. 786.
Dioica, major, valida, dilute viridis. inter muscos erecta vel procumbens.
Frons ad 4 cm. longa (stipite ipso 15 mm. longo) superne quadruplo
furcata, furcis dein normaliter 16, basalibus brevibus, ad discum indi-
visum congestis, ultimis multo longioribus, ad 2 cm. longis, anguste
linearibus, millimetrum latis; discus basalis lateribus conniventibus valde
concavus, infundibulatus, ramis liberis graciliter curvatim patulis. Costa
plano-biconvexa, sensim in alas excurrens; ale subplanæ, ad costam
pluristratæ, limbo unistrato ad 40 cellulas lato, grosse spinoso, spinis
approximatis, e lata basi acuminatis, in plano incurvis. Cellulæ limbi ad
costam 27 X 54 y, medio 27 X 45 y margine 18 X 27 y. Reliqua
desunt.
Hab. Insula Réunion (Bory, de l'Isle), Africa cenir. Kilimandscharo
(Volkens), Runssoro (Elliot).
Die Pflanze steht der S. podophylla (Thunb.) sehr nahe; die reiche
Verzweigung, die aus einer ungeteilten trichterförmigen Basis empor-
steigt, unterscheidet unsere Pflanze leicht von der genannten Art, die
einen völlig flachen Thallus hat; selbstverständlich kann man das nur an
der gut aufgeweichten und völlig turgescenten Pflanze sehen, wesshalb
348
Symphyogyna. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 1%)
den alten Autoren und den meisten neueren solche Unterschiede völlig
verborgen geblieben sind.
35. Symphyogyna obovata Taylor. J. of Bot. 1844, p. 581.
Syn. : S. pulchra Tayl. ibidem. 1846, p. 410.
S. rhizobola Mitten (non Nees).
Dioica, mediocris, valida, pro more dense cæspitosa, viridis, interdum
roseo picta. Frons erecta ad 3 cm. longa (stipite ipso 15 mm. longo)
superne abrupte bis furcata, fureis infimis brevissimis, ultimis oblongis,
10 mm. longis, 3 mm. latis undulatis interdum suberispatis; rami postici
in planta male evoluta vel juvenili et repente numerosi. Costa crassa,
postice valde producta, versus apicem furcarum sensim angustata; al
valide ad costam 4 cellulas crassæ, limbo unistrato ad 15 cellulas lato,
remote dentalo, dentibus parvis gracilibus, 2 cellulas longis, subrecte
patulis. Cellulæ alarum ad costam 45 x 90 y, medio 54 X 5% y, margine
36 X 108 y, parietibus validis, angulis valde incrassatis. Squama fem.
ad basin furcarum ultimarum late inserla lateque ovata, margine grosse
dentata vel spinosa. Calyptra ad 10 mm. longa, sæpe rosea vel purpurea,
valida (basi 8 cellulas apice 5 cellulas crassa). Capsula oblongo cylindrica
acuta. Spore rufe 20 , reticulatim lamellatæ. Elateres capillares, medio
vix ampliores, fibris laxe tortis. Andrecia in planta minore, furcis bre-
vioribus et minus profunde solutis instructa, bracteis confertis, costam
tegentibus, lacinulatis.
Hab. Tasmania (Hooker, Oldfield, Bufton, Weymouth), Australia Port
Phillip (French, Maplesione) New S. Wales, (Whitelegge, Luchmann,
Bäuerlen), Mount Cole (Sullivan), Swan River (Drummond), Gippsland
(Johnston, Stirling, Tisdale), Queensland (Miss Lamont), New Zealand
(Kirk, Colenso).
Fruchtende Exemplare aus New Zealand habe ich nicht gesehen; jeden-
falls ist die Pflanze daselbst selten.
39. Symphyogyna crassifrons Sull. J. of Bot. 1850, p. 317.
Dioica, mediocris, crassa et rigida, olivacea. Frons adscendens, ad 2 cm.
longa, superne breviter furcatim ramosa, ramis anguste linearibus, milli-
metrum latis, ob furcas nascentes emarginalis vel breviter bilobis,
ceterum leniter canaliculatis; basis frondis ad costam reducta, longe
stipitiformis, e latere novellas frondes proferens. Costa pro planta latis-
sima et maxime crassa, in sectione fere hemisphærica, abrupte in alas
excurrens ; fasciculum fibrovasale hyalinum; ale quam costa triplo
349
46 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. Monoclea.
angustiores. integerrimæ, basi pluristratæ. « Squama feminea laciniata,
convoluta. AndrϾcia parva, bracteis ad 9, confertis, imbricatis, margine
eroso-dentalis » (teste Sullivant).
Hab. Tierra del Fuego (Hyades).
MONOCLEA Hooker 1820.
Plantæ frondosæ, magnæ vel giganteæ, crassæ el coriaceæ, dilute
olivaceæ vel fusco-virides, terricolæ, arcte repentes. Frons repetito fur-
cata, furcis plus minus profunde solutis, apice breviter inciso-bilobis
ibidemque cellulis clavatis muciferis obtectis, subplanis, margine inte-
gerrimis vel plicatulis, postice dense rhiziferis; radicelle medianæ
conferlissimæ, longæ, ampliores et validiores, marginales tenues ad
medium posticum frondis percurrentes. Costa haud definita, crassa,
sensim in alas exeurrens; alæ crassæ, ipso margine pluristratæ, utroque
latere epidermide parvicellulari obtectæ; cellulæ internæ multo majores.
Inflorescentia dioica. [nvolucra 2 in axi frondis orta, sæpe oblique versus
marginem disposita, alia, ob frondis bifurcationem, lobo mediano furca-
rum imposita, ceterum frondis paginæ anticæ ubique quasiaccreta, caver-
nam crassam oblongam formantia, intus cellulis muciferis obtecta, primo
apice clausa, post fructus egressum rupta. Calyptra crassa, inclusa. Cap-
sulæ (pedicello plus minus longo) solitariæ vel 2 ad 3 aggregatæ, ovali-
cylindricæ, rima unica dehiscentes, parietibus crassis (90 y !) unistratis,
semiannulatim maximeque incrassatis. Spore parvæ, minute papillatæ,
rufo-brunneæ. Elateres longi longeque attenuati, fibris duplicatis anguste
ligulatis dense tortis. Andrecia immersa; caverna ambitu ovalis vel irre-
gulariter expansa, dorso ventreque plus minus inflatim producta, antheri-
diorum cavitatibus erectis repleta; cavitates monandræ, ore parvo
conico-prominulo. Antheridia parva breviter pedicellata.
Diese Gattung wurde zuerst von Gottsche (Bot. Ztg. 1858, p. 281),
später von Leitgeb und Lindberg und neuerdings von Ruge (Flora 1895,
Heft 4) eingehend beschrieben.
Monoclea dilatata Leitgeb ist wahrscheinlich identisch mit M. Forsteri;
denn wenn auch Dumortiera dilatata eine Monoclea ist, so hat der Name
Monoclea Forsteri die Priorität; ich habe Dumorliera dilatata, die Original-
pflanze, nicht gesehen; nach der Beschreibung möchte ich fast annehmen,
390
er À
Monoclea. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 47
dass sie zu Anthoceros giganteus gehört. Da Monoclea Gottschei Lindb. zur
Zeit Leitgebs als die wahre M. Forsteri galt, hat derselbe die antarctische
Monoclea für neu gehalten und sie M. dilatata genannt.
Im Uebrigen haben beide Arten viel Gemeinsames. Die Verzweigung
ist bei beiden teils gabelig, teils entwickelt sich nur ein Gabelast und da
die Blütenstände beider Geschlechter im Vegetalionspunkte angelegt
werden, mithin in der Mediane des Sprosses liegen, so liegt der @ Blüten-
stand entweder im Mittellappen zwischen den Gabelästen oder, wird nur
ein Gabelast entwickelt, der divergirend weiler wächst, schräg gegen
den Thallusrand gerichtet, nehmlich in der Achse des nächst älteren
Zweiges. Man vergleiche Gottsche’s Figur 1 1. c. Tab. VIT. Das ist bisher,
so viel ich weiss, nirgends berührt worden, obgleich es doch sehr auf-
fallend ist, dass die © Involucra schräg durch den Thallus nach dem
Rande zu orientirt sind, was ein Unicum unter den Lebermoosen wäre.
Die Oberhautzellen beider Arten enthalten je eine kleine Kalkkrystall-
Druse, auf welche Ruge I. c. aufmerksam gemacht hat. Die Hille, welche
die Pistille bis zur Fruchtbildung und die junge Frucht schützt, habe ich
Involucrum genannt, wie der Name allen ähnlichen Gebilden zukommt,
die bei den thallosen Lebermoosen die Haube, oder wo ein Perianth vor-
handen ist, dieses letztere beschützen. Dieses Involuerum ist bis zur
Fruchtreife in Folge des Dickenwachstums an der Spitze fest ver-
schlossen, obwohl natürlich die primäre Spalte, durch welche einst
der lange Halsteil der Archegonien herausragte, vorhanden ist; die
Frucht öffnet sich späler den Weg durch Zerreissung des apicalen
Gewebes.
Dieses Involucrum endet stets mit dem Thallusrande, den es nicht
überragt und wir haben hier also den Fall eines thallosen Lebermooses,
dessen weibliche Blüle terminal ist; die Aeste entwickeln sich stets unter-
halb der Blüte (d. h. also am basiscopen Ende der Hülle) wie wir das bei
vielen foliosen Formen kennen.
Da in Gottsche’s bereits eitirter Figur die jüngsten © Fructificationen
terminal sind und Seitenäste nicht mehr entwickelt wurden, so hat die
Pflanze ein begrenztes Wachstum; sie schliesst dasselbe hier ab, da sie
ventrale Adventiväste nicht produzirt.
Ich verweise hierbei auf das in der Einleitung zur Gattung Symphyo-
gyna gesagle, deren Thallus oft regelmässig unterhalb der © Blüte in
Gabeläste übergeht. Trüge die costa von Monoclea Blätter an Stelle der
ungeleilten Thallusflügel, so würde Niemand Anstand nehmen, ihre ©
Blüte als eine terminale zu bezeichnen.
391
48 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. Monoclea.
Der Unterschied zwischen acrogynen und anacrogynen Lebermoosen
wird dadurch wesentlich überbrückt.
Sehr auffallend sind bei unserer Gattung die spiralig angeordneten
Zellen im Halsteile der Archegonien, auf die Leitgeb hingewiesen hat
und welche Ruge neuerdings bestätigen konnte. Die medianen Wurzel-
haare, die sehr dick sind und stark verdickte Wandungen haben, dienen
zur Befestigung der Pflanze; die marginalen sind viel dünner und haben
weniger derbe Wandungen; sie finden sich auch spärlich auf der Unter-
seite der Thallusfiügel und streben alle, wie bei den Marchantiaceen der
ventralen Mediane zu, woselbst sie in den dichten Wurzelfilz eintreten;
sie dienen vorzugsweise der Wasserversorgung.
Monoelea Hooker.
1. Monoclea Forsteri Hook. Musei exot. t. 174.
Dioica, gigantea, crassa et coriacea, dilute olivacea, in sicco fusca. Frons
ad 10 cm. longa, ramis ad 2 ‘/2 cm. latis, longe coalitis, apice solum
lobatim prominentibus, medio ad 15 cellulas crassis, versus marginem
sensim attenuatis, ipso margine ad A cellulas crassis. Radicelle medianæ
valide, ad 36 y in diam., marginales multo magis tenues, 9 y in diam.,
et minus validis.
Involucra ® magna, crassa, ambitu elliptica ad 25 mm. longa 10 mm.
lata, dorso ventreque inflatim producta, ore post capsulæ egressum
5 mm. lato. Capsulæ (interdum binæ- vel ternæ) 8 mm. longæ in pedi-
cello perbrevi 3 cm. longo, plus minus longe incluso. Spore 18 y, asperæ.
Elateres ad 440 y validi, medio 16 y in diam. Andræcia magna, ambitu
ovato-rotunda 15 mm. longa 12 mm. lata; caverna parum inflata, ostiolis
haud productis, conico-prominulis.
Hab. New Zealand (Forster, Colenso, Kirk. Helms). Patagonia (Dusén).
Die Kapseln sind fast immer (in den von mir untersuchten Exemplaren)
zu 2 oder 3 in demselben Involucrum. Einzelne Details der Diagnose habe
ich fortlassen müssen, teils weil die Exemplare zu schlecht gesammelt
waren, teils weil ich dieselben nicht zerschneiden durfte; so fehlt die
Untersuchung des inneren 2 und g Involucrums und seine Ausstattung
mit Schleimhaaren, auch der Vegetationspunkte und deren Behaarung.
2. M. Gottschei Lindb. Rev. bryol. 1856, p. 102.
Dioica, spectabilis, multo minus crassa, perviridis, in sicco subnigra.
352
Monoclea. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 49
Frons ad 6 cm. longa, ramis profunde solutis, late linearibus (10 mm.
latis) planis, margine plicatulis, medio 8 cellulas- margine 3 cellulas
crassis. Radicellæ medianæ valide 27 y in diam., marginales 9 y, pariete
minus valida. Involucra 2 minora et multo angustiora (3 : 15 mm.) dorso
ventreque inflata, caverna apice longe angustata. Capsulæ ad 5 mm. longæ
interdum geminatæ, in pedicello longissimo (5 cm.). Spore 16 y asperæ.
Elateres 555 y, medio 8 y in diam. Andrecia sæpe seriata, ovalia
(34 mm.) dorso ventreque valde inflata, ostiolis haud productis conico-
prominulis.
Hab. America tropica, Costarica (F. C. Lehmann); Guatemala (Wurr.);
Caracas (Funk et Schlim, Gæœbel); Bolivia (Pearce); N. Granada (Lindig);
Andes Peruviæ (Spruce) ; Puertorico (Sintenis); Guadeloupe (l’Herminier):
Jamaica (Hansen) ; Chile (Dusén) ; Japonia (Faurie).
Ob die japanische Pflanze, die ich nur steril kenne, hierher gehört, ist
fraglich; vegetaliv steht sie der obigen jedenfalls am nächsten.
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— Diagnoses plantarum orientalium, Are série, 13 fascicules : 2me serie, 6 fasci-
cules. — In-80. Genève, 1842 -1859, le fascicule Sehr.
Les faseieules 1, 3, 6 et 7 sont épuisés.
— Description de deux nouvelles Crucifères des Alpes et du Piémont. — In-4o, avec
2 planches ME
— Centuria Euphorbiarum. Genève, 1860 1 fr.
— Pugillus plantarum novarum Africæ borealis Hispaniæque australis. — In-80
-Genevæ, 1852 3. fr.
BOISSIER, EDM. er BUHSE. Aufzæhlung a in einer Reise durch Transkaukasien
_ “nd Persien gesammelten Pflanzen. — In-40 avec 10 planches et 1 carte.
Moskau. 1860 10 fr.
BARBEY, C. er W. Herborisations au Levant : Egypte. Syrie et Méditerranée,
Fevrier-mai 1880. Avec 11 planches et I carte. — 1880 20 fr.
BARBEY, W. Floræ Sardoæ compendium. Catalogue raisonné des végétaux observés
dans l'ile de Sardaigne. Avec suppl. par MM. Ascuerson et E. Lvier. oo.
7 planches. — 1885 fr.
— Epilobium genus, a el. Ch. Cuisin ill. Avec 24 planches. -— Lausanne, Le
25 fr.
= prie Lycie, Carie, 1842, 1883, 1887. Études botaniques. [n-40, avec 5 pl. —
1890 15 fr.
— un Calceolus X macranthos Barbey. — In-40, avec une planche double
coloriée. Lausanne, 1891 à fr.
STEFANI. C. pe, C. J. FORSYTH MAJOR er W. BARBEY. Samos. Étude véolo-
gique, paléontologique et botanique. Avec 13 pl., par CH. Cuisin. 1892. 20 fr.
— — "Karpathos, Étude géologique, paléontologique et botanique. — In-4o,
avec 43 pl., par CH. Cuisix. 1895 20 fr.
MAJOR. C.-J. Forsyra er BARBEY, W. Halki, Étude botanique. — In-40 avec
1 planche double, par Cu. Cuisin. Lausanne, 1894 3 Ir.
AUTRAN, E. et DURAND. TH. — Hortus Boissierianus. Énumération des
plantes cultivées en 1895 à Valleyres et à Chambesy, avec préface de
M. F. CRÉPIN. — In-80, x1 et 572 pages, avec 3 planches. Genève, 1896.
12 fr.
N° 1. — SCHINZ, H. — Die Pflanzenwelt Deutsch-Südwest-
Ne io es “150 |
N° 2. — HERZOG, Th. Einige briologische Notizen aus Grau- S |
bünden und Wallis .. EL EE dd et à 0.50
N°3. — de WILDEMAN, É. Une nouvelle Chytridinée (Here 5
myces Mesocarpi) Be oo AE Ar 0.50
No 4. — SYDOW, H. et P. Fungi Aliquot Novi à F. Stuckert FD
in Argentina lecti ...... PA EC a SRE TASSE 0.50
No 5. — WAINIO, Edv. A. Reactiones- Lichenum à J. Müllero
ATSoyiens("Descnipiprume run. ce. en uee 1.—
N° 6. — MÜLLER, Karl. Freiburgi. Bg. Revision der Hepaticæ in
= Mougeot-, Nesiler- und Schimper Stirpes kryptogamæ 1.— a
No 7. — Abbe CHEVALLIER, L. Notes sur la Flore du Sahara 1.—
N° 8. — CHABERT, Alfred. Les Rhinanthus des Alpes maritimes 1.—
N° 9. — Prof. Dr ROSENSTOCK (Gotha). Aspidium Libanoti-
| CE ASP ST a a TN RER EE 0.50
N° 10. — SCHINZ, Hans. Beiträge zur Kenntnis der Afrikanischen
Flora (Neue Folge) : I. Zur Kenntnis der Pflanzen welt
der Delagoa-Bayı u me tee Va ’ 3.—
N°11. — STEPHANI, Franz. Species hepaticarum (suite). ..... we
« OBSERVATION
Les auteurs des travaux insérés dans les Memoires de l'Herbier Boissier
ont droit gratuitement à trente exemplaires en tirage à part.
Genève. — Imp. Romet, boulevard de Plainpalais, 26.
DE L'HERBIER BOISSIER
Gusrave BEAUVERD, conservateur.
N° 12
Beiträge
zur
Kenntnis der europäischen Arten
VON
> UTRICULARIA
von
Fr. MEISTER
. Date de la publication : 30 avril. 1900.
Prix : 5 francs.
GENÈVE ur BALE
GEORG & Cie, LIBRAIRES-EDITEURS
MEME MAISON A LYON ae
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MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER
N° 12.
Beiträge
Kenntnis der emropaischen Arten von Winicularia
Fr. MEISTER
Einleitung.
Anfangs Juni 1890 fand ich bei Dübendorf die U. Bremii wieder auf,
nachdem dieselbe mehr als 20 Jahre lang nicht mehr lebend beobachtet
worden war. Prof. Jäggi, welcher bereits an der Berechtigung dieser Art
gezweifelt hatte, ersuchte mich nun, die Verbreitung derselben etwas
näher zu studiren. Um dieser Aufgabe gerecht werden zu können, war
es wünschenswert. die verschiedenen Species auch im sterilen Zustande
sicher von einander unterscheiden zu können, da an vielen Standorten
die Utricularien gar nicht zur Blüte gelangen, oder dann nur kurze Zeit
blühen, so dass man sehr oft nicht das Glück hat, sie blühend zu treffen.
Zu diesem Zwecke legte ich eine Sammlung von vielen Hunderten der
Laubblätter unserer Utricularien an, von allen Sommermonaten und den
verschiedensten Standorten. Ich werde deshalb im folgenden versuchen,
eine möglichst genaue Beschreibung der Blätter der einzelnen Species zu
bieten, unterstützt durch zahlreiche photographische Bilder.
Die weiteren Untersuchungen brachten mich zur Ueberzeugung, dass
die bisherige systematische Einteilung der europäischen Arten revisions-
bedürftig ist. Es tauchten immer neue Fragen auf, von denen die vor-
liegenden Beiträge noch viele nicht beantworten. Im Bewusstsein der
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n0 12, 30 avril 4900.
2 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Unvollständigkeit meiner Arbeit wollte ich jedoch gleichwohl vorläufig
zu einem Abschlusse gelangen.
Es drängt mich, den Herren, die mich in zuvorkommendster Weise
durch Rat oder Zusendung von Herbarmaterial unterstützt haben, meinen
verbindlichsten Dank auszusprechen, es sind die Herren Professoren
Schröter und Schinz in Zürich, Wilezek in Lausanne, Fischer in Bern,
Jaccard in Aigle, Musy in Fribourg, Tripet in Neuchätel, Bachmann in
Luzern, Binz in Basel und Tarnuzzer in Chur.
I. Allgemeines.
Nach den Ausführungen Göbels' kann bei den Utricularien die übliche
Unterscheidung von Blatt und Spross nicht aufrecht gehalten werden, da
bei indischen Arten Blatt und Spross vielfach in einander übergehen.
Trotzdem werden im Folgenden die Begriffe Blatt und Spross beibehalten,
es geschieht dies der Kürze des Ausdruckes zuliebe.
Die Blätter stehen zweizeilig am Stengel. Die zweizeilige Anordnung
ist jedoch öfters undeutlich; es ist dies wohl die Folge von Drehungen
des Sprosses im Wasser durch äussere Einflüsse. Nach Hovelacque? stehen
die Blätter in der */s Stellung. Auf diese Angabe von Hovelacque bin ich
erst Ende November 1899 gestossen, zu einer Zeit wo lebende Pflanzen
nicht mehr erhältlich sind und eine nochmalige Prüfung der bezüglichen
Verhältnisse unmöglich ist. In Uebereinstimmung mit Kamienski® und
Ascherson* halte ich jedoch die Blatistellung für zweizeilig, wie oben
angegeben und Abweichungen hievon durch Torsionen des Sprosses
infolge von Wasserströmungen etc. verursacht.
Die Ebene des Blattes bildet mit dem Stengel bei den verschiedenen
Arten einen ungleich grossen Winkel. Am kleinsten ist derselbe bei
U. vulgaris, bei U. minor, ochroleuca und Bremü beträgt er nahezu 90°
und bei U. intermedia erreicht er beinahe 180°, d. h. bei dieser letzten
1 Flora 1889.
2? Recherches sur l'appareil vegetatif des Bignoniacees... et Utriculariees.
Paris, 1888, p. 649.
> Engler und Prantl, Die natürl. Pflanzenfamilien, IV Teil, III Abt., B. 1895.
* Ascherson, Flora des nordostdeutschen Flachlandes. 1899.
FR. MEISTER. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS VON UTRICULARIA. D
Art zeigl die Spitze des Blaties nach rückwärts und die Blätter liegen
beinahe in einer Ebene mit dem Stengel.
Bei allen Arten sind die Blätter je nach Jahreszeit und Standort ver-
schieden. Die Blätter, die im Frühling aus den Winterknospen hervor-
gehen. haben ein ganz anderes Aussehen, als die sich später entwickeln-
den Sommerblätter. Wir nennen erstere die Primärblätter. Die Abschnittte
derselben sind breit, zäh lederartig und mit gar keinen oder sehr wenig
Schläuchen versehen. Ganz allmählig gehen dann die Primärblätter in
die eigentlichen Laubblätter über, welche mehrfach gefiedert sind und
deren Abschnitte meist sehr schmal oder haarförmig sind. Man wird wohl
nicht fehl gehen, wenn man annimmt, diese Primärblätter stellen die
Blattformen von früheren Entwicklungszuständen der Pflanzen dar. In
selienen Fällen bleiben die späteren Blätter nahezu auf der Stufe der
Primärblätter stehen, welche Form ich bei allen Arten als lusus platyloba
bezeichnet habe. Es mag sein, dass in vielen Fällen eintrelender Wasser-
mangel diese breitlobigen Formen hervorbringt, in einzelnen Fällen, die
ich beobachtete, schien jedoch diese Ursache nicht zutreffend.
Ascherson 1. c. bezeichnet die Blätter von U. vulgaris 2-sfach gefiedert
bis vielteilig, die der übrigen Arten dreiteilig mit wiederholt zweiteiligen
Abschnitten. Ich vermag in dieser Beziehung keinen wesentlichen Unter-
schied zwischen den Blättern von U. vulgaris und den übrigen Arten zu
entdecken und bezeichne die Blätter sämtlicher Arten als zwei bis drei-
fach gefiedert, mit abwechselnd stehenden Fiedern erster Ordnung, von
denen die beiden ersten, untersten beinahe Fig. 16 oder völlig gegen-
ständig stehen und in der Regel stärker entwickelt sind als die übrigen
Fiedern.
Das einzelne Blatt ist nicht symetrisch gebaut. Die eine, nämlich die
innere, dem Stengel zugewandte, obere, Blatthälfte ist schwächer ent-
wickelt als die äussere. Diese ungleiche Entwicklung ist immer sehr deut-
lich bei den beiden untersten Fiedern, öfters ist sie aber auch in den
obern Fiedern bemerklich, vergl. z. B. Fig. 18—20.
Die Internodien zwischen den Fiedern erster Ordnung des Blattes sind
abwechselnd lang und kurz und zwar zeigen die kürzeren Internodien
nach der inneren Blatthälfte hin. Die Blätter auf der linken und rechten
Sprossseite sind also bilateral symetrisch wie die beiden Hände des
menschlichen Körpers. Die erste, also auch dritte, fünfte etc. Fieder erster
Ordnung steht immer auf der Aussenseite des Blattes. Falls man die
Oberseite des Blattes kennt, kann man also leicht entscheiden, ob das
Blatt auf der linken oder rechten Seite des Sprosses stand. Bei U. Bremii
% MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
und minor zeigt die äussere Blatthälfte auch stets mehr Schläuche als die
innere.
Diesen morphologischen Verhältnissen des Blattbaues hat man bis an-
hin zu wenig Beachtung geschenkt. Aus diesem Grunde sind sämtliche
Abbildungen von Utriculariablätiern, die ich gesehen, durchaus unrich-
tig. Reichenbach zeigt in seiner Flora Deutschlands, Band XX, Tafel 1822
Fig. 8 ein geradezu schreckliches Bild des Blattes von U. vulgaris. Auch
Hovelacque 1. c. reproduzirt p. 655 ein unmögliches Blatt der nämlichen
Pflanze.
Um den grössern oder geringern Grad der Fiederteilung eines Blattes
durch eine Zahl ausdrücken zu können, habe ich die Gesamtzahl der End-
fiederchen eines Blattes durch die Zahl der Fiedern erster Ordnung ge-
teilt. Der Quotient gibt also die mittlere Zahl der Endfiederchen eines
Fiederastes erster Ordnung an. Man könnte diese Zahl den Fiederindex
des Blattes nennen. Mit wechselndem Fiederindex ändert sich selbst-
verständlich auch der Habitus des Blattes.
Es ist zu beachten, dass die Zahl der Endzipfel eines Blattes schon in
der Knospenlage desselben fixirt ist, dass also im Verlaufe des weitern
Wachstums eines Blattes an dessen Spitze keine neuen Fiedern ent-
stehen. Dieses begrenzte Spitzenwachstum der sogenannten Blätier
spricht für die wirkliche Phyllomnatur derselben, im Gegensatz zu den
Ausführungen Göbels.
Pringsheim ' und nach ihm Hovelacque, der sich überhaupt stark an
die Ausführungen Pringsheims anlehnte, geben an, dass die Schläuche
an beliebigen Orten des Blattes auftreten ohne irgendwelche Regel. Ein
Blick auf Tafel I und II genügt, um die Unrichtigkeit dieser Behauptung
einzusehen. Die Gesetzmässigkeiten im Auftreten der Schläuche sind
allerdings nicht leicht zu formuliren. Trägt z. B. ein Blatt bloss einen
einzigen Schlauch, so kann man mit aller Bestimmtheit sagen, dass er
am Grunde, auf der Oberseite der ersten Fieder erster Ordnung steht, wo
er eine Fieder zweiter Ordnung mit mehreren Endfiederchen vertritt.
Trägt eine Fieder der ersten oder zweiten Ordnung nur einen Schlauch,
so steht er am Grunde auf dessen obern, d. h. der Spitze des Blattes zu-
gekehrten Seite. Man vergleiche z. B. Fig. 44—50. Hovelacque zeichnet
die Utrikeln denn auch an beliebigen Orten, so dass sie in Bezug auf ihre
Stellung sich dann so natürlich ausnehmen, etwa wie die Aepfel, welche
die Mutter an den Weihnachtsbaum gebunden hat.
1 Zur Morvhologie der Utricularieen in Monats. Ber. der Berliner Akademie
1869.
r
FR. MEISTER. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS VON UTRICULARIA. J
Von besonderem Interesse sind zwei kleine Schläuche am Grunde des
Blattes, Meren Stellung nicht in den Rahmen der oben angeführten
Gesetzmässigkeiten passt. Vergl. z. B. Fig. 48.
Die Schläuche sind dorsiventral gebaut. Wir unterscheiden an den-
selben eine Rückenfläche, eine Bauchfläche und zwei Seitenfiächen. Die
Rückenfläche ist stark gewölbt; am stärksten bei U. intermedia. Die
Medianebene des Schlauches schneidet die Rückenfläche in einem Kreis-
bogen von mehr als 180°. Die Bauchfläche wird von der Medianebene in
einer nahezu geraden Linie geschnitten. Am hintern Ende der Bauch-
fläche ist der Stiel des Schlauches inserirt, am vorderen Ende befindet
sich die Mündung des Schlauches. Die beiden Seitenflächen sind bei
U. intermedia nahezu eben und parallel, bei den übrigen Arten etwas ge-
wölbt. Die Bauchseite des Schlauches liegt an der Oberfläche des Blattes,
die Oeffnung des Schlauches zeigt also gegen die Blattspitze hin. Die ge-
wölbte Rückenseite liegt auf der Unterseite des Blattes und zeigt also
gegen das hintere Ende des Sprosses. An der Oeffnung des Schlauches
stehen zwei lange, gewimperte Borstenhaare, die an die gewimperten
Antennen der Musciden erinnern.
Den anatomischen Bau der Schläuche, z. B. die verschiedenartigen
Papillen, welche die Innenseiten bedecken, hat Hovelacque I. c. ausführ-
lich beschrieben. Man unterscheidet 1) keulenförmige, lange Papillen am
Eingang der Schlauchöffnung; 2) pilzförmige Papillen mit knopfig ver-
dicktem Ende und 3) scheren- oder pincettenförmige Papillen, bei denen
je 2 oder 4 Fäden beisammen stehen.
Verschiedene Autoren, z. B. Pringsheim, sprechen von rankenförmigen
Organen am Grunde der Inflorescenz, die zum Festhalten der letzteren
an andern Wasserpflanzen dienen sollen. Nach meinen Beobachtungen
sind diese Ranken ein leeres Phantasiegespinnst. Was man für Ranken
gehalten hat, sind junge Sprosse, die am vorderen Ende immer einge-
rollt sind. Diese jungen Sprosse sehen namentlich bei U. intermedia
Klammerorganen allerdings ähnlich. Wozu sollten die Utricularien der
Klammerorgane bedürfen? Am Fusse der Inflorescenz entspringen 3—4
Laubsprosse in verschiedenen Richtungen, die als hydrostatisches Organ
für die Inflorescenz dienen und dieselbe im stabilen Gleichgewicht halten.
Alle andern Arten ausser U. vulgaris sind überdies zur Blütezeit durch
die metamorphen Sprosse im Grunde verankert.
Nimmt man eine frei flutende U. vulgaris unverzehrt aus dem Wasser,
so will es einem nicht gelingen, dieselbe wieder so ins Wasser zu bringen,
dass die Inflorescenz nach allen Zugrichtungen gestützt wäre und deshalb
6 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
stehen würde. Beim Wächstum der Laubsprosse der Utricularien haben
wir es also mit Wachstumsreizen zu tun, ähnlich denen, welche die
sichere Verankerung der Bäume durch ihre Wurzeln bewirken.
Die Inflorescenz bildet ein sympodiales Verzweigungssystem oder ge-
nauer gesagt ein Wickel.
An der Blütentraube finden wir eine Anzahl kleiner Hochblätter, von
denen eins bis vier als sterile Schuppen sich am Schafte befinden, wäh-
rend die übrigen als Deckblätter die Blütenstiele stützen. Diese Hoch-
blätter sind klein, sitzend mit herzförmigem Grunde. Der Kelch ist tief
zweilippig. Die Blumenkrone ist zweilippig ; der Schlund ist bei U. Bremii
und minor leicht offen, bei U. vulgaris und intermedia durch den stark
erhabenen Gaumen völlig verschlossen. Die beiden Staubfäden sind stark
entwickelt, grünlich, und bilden zusammen einen geschlossenen Kreis.
Die einfächerigen Antheren sind zuerst einander zugekehrt. Der Frucht-
knoten besitzt zwei Narben, von denen die eine, hintere zu einem kleinen
Spitzchen verkümmert ist. während die andere einen Lappen ven an-
sehnlicher Grösse bildet. Der rundliche Fruchtknoten entwickelt sich zu
einer Kapsel, die etwa 10 kleine, braune Samen enthält.
Il. Systematik.
Die europäischen Utricularien verteilen sich nach unserer Auffassung
auf folgende 5 Arten:
1. U. intermedia Hayne.
2. U. ochroleuca R. Hrtm.
3. U. Bremiü Heer.
%. U. minor L.
5. U. vulgaris L.
U. neglecta Lehm. ist als Art zu streichen, sie ist bloss eine Varietät
der U. vulgaris L. Wenn man eine U. neglecta Lehm. aus Südfrankreich
neben eine U. vulgaris L. aus dem Nordosten Deutschlands oder Russ-
lands legt, zeigen sich allerdings grosse Unterschiede, welche den Ge-
danken an zwei verschiedene Species nahe legen können. Es genügt
jedoch die schweizerischen Formen der U. vulgaris L. (im weitern Sinne)
zwischen oben genannte extreme Formen zu legen, so gelingt es uns
FR. MEISTER. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS VON UTRICULARIA. 7
eine Reihe herzustellen, wo es absolut unmöglich ist zu sagen, wo Ü. vul-
garis aufhört und U. neglecta beginnt. Eine typische U. vulgaris, wie wir
sie z. B. in Osteuropa finden, mit Blüten- und Fruchtstielen, die höchstens
zweimal so lang sind, als das5 mm lange und verhältnismässig breite
Deckblatt, finden wir in der Schweiz nirgends. Am nächsten kommt die-
ser typischen Form von Ü. vulgaris diejenige von Yvonand am Neuen-
burgersee. Im Herbarium Muret zu Lausanne liegen von genannten
Fundorten Exemplare mit auffallend grossen Deckblättern und Schaft-
schuppen und dickem Stengel und Blütenschaft. Die Länge der Deck-
blätter beträgt 5 mm, die der Blüten- und Fruchtstiele 10—14 mm.
Während man besagte Formen wohl zu U. vulgaris schlagen müsste, hat
man bei anderen Formen vom nämlichen Standorte, z. B. denen im Her-
barium Wilezek schon grössere Bedenken und mühelos können wir eine
absolut lückenlose Reihe neben einanderlegen bis zur ausgeprägtesten
Neglectaform Südfrankreichs. Die absoluten Längen von Blütenstielen,
Deckschuppen, Ober- und Unterlippe, wie auch ihr gegenseitiges Ver-
hältnis wechseln von Standort zu Standort mit allen Uebergängen und
Zwischenformen. Aus diesem Grunde sind von jedem schweizerischen
Standorte die Pflanzen bald als U. vulgaris, bald als U. neglecta in den
Herbarien untergebracht. Es ist dies nicht zu verwundern, denn auf keine
derselben passt eine der in den Floren für U. vulgaris und neglecta ge-
gebenen Diagnosen genau. Sie sind Mittelformen zwischen den Extremen
Osteuropas und denen des wärmeren Frankreich.
Die Diagnose Lehmanns für U. neglecta im Schulprogramm und Vor-
lesungsverzeichnis des Hamburger Gymnasiums 1828 lautet folgender-
massen :
U. « nectsrio conico subcompresso », « labio » superiore « palato sub-
triplo longiore », inferiore deflexo lateribus inflexis, foliis « subbinatis
bipinnatis cauleque vesiculiferis. »
Crescit in agro Hamburgensi, præsertim prope Eppendorf, locis palu-
dosis uliginosis turfosis Z.
Es folgt eine ausführliche Beschreibung, die jedoch grösstenteils auf
die typische U. vulgaris ebenso gut passt.
Medium fere inter U. « vulgarem » et « intermediam » tenet, foliis ill,
floribus huic similis.
Differt ab U. « vulgari » caule tenuiore, foliis magis distantibus minori-
bus subregulariter bipinnatis, vesiculis non solum foliis sed etiam cauli-
bus adhærentibus, forma corollæ, quæ structura omnino ad U. « inter-
mediam » accedit, antheris liberis (in U. « vulgari » connalis).
8 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Ab U. « intermedia » diversa magnitudine corollæ, (majoris fere quam
in U. vulgari?) labio superiori concolore, (nec striato) foliis majoribus
bipinnatis vesiculiferis.
Die Merkmale, durch welche sich U. neglecta von U. vulgaris unter-
scheiden soll, nämlich der dünnere Schaft, die grössere Entfernung der
Blätter, der eiwas abweichende Bau der Krone, grössere Zartheit aller
Teile der Pflanze, zeigen sich noch viel ausgeprägter bei Utricularien aus
Südfrankreich z. B. Avignon als bei denen von Eppendorf. die Lehmann’s
Originale waren. Die Bemerkung Lehmann’s, dass die Utrikeln nicht
bloss an den Blättern, sondern auch an den Stengeln hängen, wie auch
die Angabe, dass bei seiner Art die Antheren frei seien, sind unrichtig.
Einzelne Utrikeln, resp. ganz kleine oder verkümmerte Blätter treffen
wir bei allen Species und bei allen Formen jeder Art. Freie und zu-
sammen neigende Antheren sind biologische Unterschiede von Blüten
verschiedener Entwicklungsstadien ein und desselben Pflanzenstockes.
Der oben erwähnte Umstand, dass U. vulgaris (im weiteren Sinne)
sehr polymorph in allen Teilen ist, so dass man zwischen den beiden als
verschiedene Arten beschriebenen U. vulgaris (im engeren Sinne) und
U. neglecta alle denkbaren Mittelformen vorfindet, legt den Gedanken
nahe, U. neglecta als Art zu streichen und die beiden seit 1828 getrenn-
ten Arten wieder zu einer Gesamlart zu vereinigen. Aber damit ist noch
nicht entschieden, ob man den verschiedenen Formen den Wert von
Unterarten oder blossen Varietäten einzuräumen habe. Nachstehende
Beobachtungen dürften geeignet sein, diese Frage zu beleuchten.
Im Juli 1890 fragte ich Herrn Jäggi in Zürich, ob die grossblütige Utri-
cularia des Glatttales eigentlich U. vulgaris oder U. neglecta sei, da sie
Merkmale beider Arten besitze. Sie blühte damals an einem Standorte in
Hunderten von Exemplaren und gewährte an jener Stelle den Anblick
einer mit blühendem Löwenzahn bedeckten Wiese im Mai. Herr Jäggi
antwortete mir, dass er mit derselben auch seine Bedenken habe, dass
aber Herr Prof. Ascherson dieselbe als U. neglecta erklärt habe. Im näm-
lichen Jahre fand ich nun im Klöntalersee eine Utricularia, die auffallend
verschieden war von den 4 Arten des Glatttales. Die Blüten waren etwa
halb so gross als bei U. neglecta, die Oberlippe nur so lang wie der Gau-
men und auf denselben herabgeschlagen; die Platte der Unterlippe war
ganz schmal und zurückgeschlagen; die vegetativen Teile stimmten mit
denen unserer U. neglecta überein.
Ich glaubte nun die richtige U. vulgaris gefunden zu haben. Ich war
an den Klöntalersee gegangen, um dort U. Bremü zu suchen, die ich im
| HA RES RS SE
FR. MEISTER. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS VON UTRICULARIA. … 9
nämlichen Jahre in Dübendorf wieder neu aufgefunden hatte und die
nach Gremli’s Flora Rambert am Klöntalersee gefunden hatte. Da ich
aber durchaus keine U. Bremii finden konnte, schôpfte ich damals bereits
den Verdacht und äusserte ihn auch Herrn Jäggi, es möge seinerzeit ein
Irrtum vorgekommen sein, indem man jene kleinblütige U. vulgaris für
U. Bremu gehalten habe. Ich nahm jenes Mal einige lebende Exemplare
jener Utrieularia mit nach Hause und kultivirte sie. Hiebei fiel mir auf,
dass in der Kultur am warmen Fensier die kommenden Blüten immer
grösser wurden und sich immer mehr denen unserer U. neglecta des
Glatitales annäherten. In den folgenden Jahren kam ich durch andere
Gründe zu der Ueberzeugung, dass U. neglecta keine gute Art sei. Zur
Entscheidung dieser Frage holte ich in den Jahren 1897 und 1899 grosse
Mengen jener Utricularia des Klöntales; kultivirte sie im Zimmer an der
heissen Sonne und beide Male zeigte sich das gleiche Endresultat : Die
Blüten, welche nach zwei- bis vierwöchiger Kultur sich öffneten, unter-
schieden sich in keiner Weise mehr von den gleichzeitig kultivirten
U. neglecta des Glatttales. Und doch.wie verschieden waren die Blüten
anfangs! so verschieden, dass sie das scharfe Auge eines Brügger und
Oswald Heer, des Autoren der U. Bremii, zu täuschen vermochten. Diese
beiden Botaniker hatten jene Utricularia des Klöntales als U. Bremii Heer
erklärt!! Das Herbarium Muret in Lausanne enthält drei blühende Utri-
cularien mit nachstehendem beigelegten Zeddel :
Utricularia Bremü (Heer)
(déterminée par MM. Heer et Brügger).
Cueillies dans les eaux stagnantes et ferrugineuses du Klönthal, à la
naissance du lac.
Sept. 1861.
E. RAMmBERT.
Die Pflanzen stimmen in Bezug auf Blüten, Vegetationsorgane bis anf
die braune Farbe der Pflanzen so vollkommen mit meinen Herbarexem-
plaren vom Klöntal überein, dass keine Spur eines Zweifels bestehen
kann, dass beide identisch sind und wenn man die lokalen Verhältnisse
am obern Ende des Klöntalersees kennt, so weiss man, dass beide auf
ein und derselben Stelle von wenig Quadratmeter Fläche gewachsen sind.
Die erwähnten Exemplare von Rambert besitzen mehrere ausgebildete
Turionen von 7 mm Durchmesser. Wenn 0. Heer oder Brügger jemals
Turionen der beiden Arten U. vulgaris und U. Bremiü neben einander
gesehen hätten, so wäre ihnen der Irrtum nicht unterlaufen. Die Winter-
10 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
knospen dieser beiden Arten sehen so grundverschieden aus, dass sie
nie verwechselt werden können.
Aus diesen Taisachen ergibt sich, dass bei U. vulgaris die Blütenteile
sehr stark variren. Die Länge der Oberlippe, die Grösse und Lage der
Unterlippenplatte können beim nämlichen Individuum sich sehr stark
ändern, je nach der Temperatur der Umgebung. Diese Grössenverhält-
nisse der Blütenteile dürfen somit zur Ausscheidung zweier Arten durch-
aus nicht verwendet werden, wie es Lehmann getan hat. Seine Ü. neg-
lecta ist eine Warmwasserform der Linné’ischen Art U. vulgaris. Diese
letztere ist eben stark polymorph, in einem solchen Grade, dass sogar
0. Heer abweichende Formen als solche nicht zu erkennen vermochte.
Und Heer sammelte öfters Utricularien. Wir finden in deutschen und
schweizerischen Herbarien Exemplare, die Heer im Glattiale sammelte.
Ueber die Variabilität des Grössenverhältnisses von Blütenstiel und
Deckblatt bei verschieden temperirter Kultur habe ich keine Erfahrung.
Wenn die Klöntaler Utrieularia in der Blüte vollständig mit der Diagnose
der U. vulgaris übereinstimmte, so war dies nicht ganz der Fall mit der
Länge des Blütenstieles. Dieser war im Klöntal schon 2—3 mal so lang
als das Deckblatt, während bei den nordischen Utrieularien der Blüten-
und Fruchtstiel höchstens zweimal so lang ist als das Deckblatt. Ich er-
hielt allerdings aus Ostpreussen lebende Utr. vulgaris, welche ich in
Dübendorf an mir passend scheinenden Oertlichkeiten aussetzte, um
nächstes Jahr dann die Grössenverhältnisse der Blütenteile zu studiren.
Aber in allen Fällen ging das Material anscheinend zu Grunde, ich ent-
deckte nächstes Jahr nichts mehr von den ausgesetzten Pflanzen. Gesetzt
nun, was allerdings noch nicht bewiesen ist, dass das Längenverhältnis
von Blütenstiel zum Deckblatt sich bei Kultur unter andern Bedingungen
nicht ändert, so lässt sich auf diesen geringfügigen Unterschied gewiss
keine besondere Art ausscheiden. Wollte man dies (un, müsste man viele
Arten von Zier- und Kulturpflanzen in Dutzende von Species auflösen.
Es wäre ein gewagtes Unternehmen, wollte man auf Grundlage der
europäischen Arten, ohne Berücksichtigung der ausländischen Species
einen Stammbaum der Gattung aufstellen. Und doch muss man sich bei
der Aufzählung der Species zu einer bestimmteu Reihenfolge entschlies-
sen. Für die im folgenden gewählte Anordnung sprechen nachstehende
Gründe.
U. intermedia erscheint als die älteste europäische Art, weil ihre Blät-
ter sich am wenigsten von den Primärblättern differenzirt haben. Sie hat
sich noch am wenigsten an den Aufenthalt im Wasser angepasst, weil
De on u Pa EL ke
Br“ TEN
FR. MEISTER. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS VON UTRICULARIA. 11
sie immer einzelne Sprosse mit Utrikeln in den Schlamm des Unter-
grundes sendet und nie frei flutend vorkommt. Auch die breitere Form
der Blattzipfel spricht dafür, dass sie nicht in dem Masse an den Auf-
enthalt im Wasser sich angepasst hat wie die übrigen. Die metamorphen
Blätter sind hier noch völlig getrennt von den vegetativen.
Von der U. intermedia bildet U. ochroleuca den Uebergang zu U. Bremü
und diese wiederum zur Ü. minor. Diese vier Arten bilden eine, beinahe
durch lückenlose Uebergänge verbundene Sektion der Gattung. U. vul-
garis steht isolirt als zweite Sektion da. Sie ist durch keine Uebergänge
mit einer andern europäischen Art verbunden. Sie hat sich in allen
Teilen am vollkommensten an den Aufenthalt im Wasser angepasst, sie
erscheint als die jüngste der europäischen Species.
Alle Autoren haben bis anhin die europäischen Arten in drei Sektionen
von je zwei Arten gebracht, nämlich U. vulgaris und neglecta, zweitens
U. intermedia und ochroleuca und endlich U. minor und Bremü. Diese
Einteilung ist sicherlich keine natürliche, man hat die nahe Verwandt-
schaft von U. ochroleuca und U. Bremii übersehen.
Schlüssel zur Bestimmung der Arten.
A. Zahl der Fiedern erster Ordnung auf jeder Seite des Laubblaties
1—5. Anzahl der Schläuche an einem Laubblatt 0—7. Die durchschnitt-
liche Zahl der Endzipfel eines Fiederastes erster Ordnung beträgt höch-
stens 5. Die Pflanze zeigt wenigstens an blühenden Exemplaren meta-
morphe Sprosse, die nur Utrikel tragen und im Schlamm des Unter-
grundes eingebettet liegen. Der Blütenschaft wird nie dicker als 1 mm.
1. Die Laubblätter tragen entweder gar keine oder dann tragen ein-
zelne Laubblätter 1—2 Schläuche. Die Endzipfel der Blätter besitzen
jederseits 2—12 Wimperhaare auf mehr oder weniger deutlichen Zähn-
chen. Breite der Unterlippe 10—16 mm.
a) Laubblätter ohne Schläuche. Länge der Schläuche 3—6 mm. 3—12
Wimperhaare auf jeder Seite eines Blattendzipfels ziemlich gleichmässig
verteilt. Sporn walzlich oder länglich kegelförmig, seine Seitenlinien
zwei bis sechsmal so lang als die Basis des Spornes.
U. intermedna.
b) Einzelne Laubblätter (ragen Schläuche. Länge der Schläuche
1—21/: mm, Endzipfel der Blätter mit 2—3 meist deutlichen Zähnen
19 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
jederseits, die meist nur im vorderen Drittel des Blattzipfels stehen.
Sporn kurz kegelförmig, kaum merklich länger als am Grunde breit.
U. ochroleuca.
2. Die meisten Laubblätter tragen Schläuche. Die Endzipfel der Blätter
haben entweder gar keine seitlichen Zähne und Wimperhaare oder dann
höchstens einen Zahn jederseits. Breite der Unterlippe 5—10 mm.
a) Breite des Blattes 10—30 mm; Länge der Schläuche 1—2:/} mm.
Obere Kelchlippe rundlich mit kaum bemerkbarer Stachelspitze. Unter-
lippe der Krone flach, kreisrund 9—10 mm breit, mit braunen, parallelen
Linien auf dem Gaumen und der Lippenplatte.
U. Bremü.
b) Breite des Blattes höchstens 42 mm. Länge der Schläuche höch-
stens 1'/2 mm. Obere Kelchlippe zugespitzt. Unterlippe der Krone mit
seitlich herabgebogenen Rändern, höchstens 6 mm breit, ohne braune
Linien auf der Lippenplatte.
U. minor.
B. Zahl der Fiedern erster Ordnung auf jeder Seite des Laubblattes
5—12. Anzahl der Schläuche an einem Laublatt 8—150, selten weniger
als 8 und dann nur vereinzelt am Sprosse. Die durchschnittliche Zahl
der Endzipfel eines Fiederastes erster Ordnung beträgt 5—10. Die Pflanze
flutet frei im Wasser, ohne eine Spur von metamorphen Sprossen. Der
Blütenschaft wird 1—3 mm dick.
U. vulgaris.
Schlüssel zur Bestimmung der Winterknospen.
(Die Turionen der U. ochroleuca kenne ich nicht.)
A. Turionen eiförmig bis nierenförmig, auf der einen Seite stärker
gewölbt als auf der andern, ausgewachsen 6 mm lang und % mm breit,
stark behaart; Behaarung von freiem Auge kaum sichtbar wegen des
Schleimes. Farbe hellgrün oder graugrün.
U. intermedia.
PB. Turionen kugelrund.
1. Turionen nicht behaart, oder Behaarung wenigstens mit der Lupe
nicht erkennbar. Grösse derselben höchstens so gross als ein Kirschen-
stein; Farbe lebhaft grün.
a) Knospen von beiden Seiten etwas zusammengedrückt, ausgewach-
sen etwa 4 mm im Durchmesser.
U. bremü.
FR. MEISTER. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS VON UTRICULARIA. 13
b) Knospen durchaus kugelrund, höchstens 3 mm im Durchmesser.
U. minor.
2. Turionen stark behaart, Behaarung mit der Lupe sichtbar oder
namentlich an der trockenen Winterknospe schon mit freiem Auge. Die
Farbe ist ein trübes, dunkles Grün. Knospe ausgewachsen nahezu so
gross wie eine Kirsche, d. h, mit ca. 10 mm Durchmesser.
U. vulgaris.
Utricularia intermedia Hayne.
Die Pflanze erreicht eine Länge von 50 cm, ist aber gewöhnlich nur
elwa 30 cm lang. Die schlauchtragenden Sprosse sind streng gesondert
von den blatttragenden. Die Blätter sind zweizeilig am Stengel ange-
ordnet, die einzelnen Blätter der beiden Seiten greifen jedoch überein-
ander. Der Abstand der Blätter ist immer kleiner als die Blattlänge, in
der Regel etwa halb so gross wie diese. Die blatitragenden Sprosse liegen
meist an der Oberfläche des Wassers, die Blälter liegen mehr oder
- weniger in der Ebene der Wasseroberfläche und zwar ist die Spitze der
einzelnen Blätter nach hinten gerichtet, also dem jungen Sprossende ab-
gewandt. Bei den übrigen Species sind die blatttragenden Sprosse mehr
untergetaucht und die Blattspitzen nach vorn, nach dem jungen Spross-
ende zugerichtet. Aus der Winterknospe entwickeln sich (bei uns im
Monat März) die Primärblätier.
Dieselben sind etwa 5 mm breit und etwa 3 mm lang. Sie besitzen
jederseits 1—2 Fiedern. (Fig. 1 und 2.) Die Fiederchen sind länglich-ellip-
tisch bis lanzett, in der Mitte oder im vorderen Drittel am breitesten,
etwa 3— mal so lang als breit. Auf jeder Seite eines Fiederchens stehen
etwa 3—/ spitze, zizenförmige Blattzähne; ihre Länge kommt der halben
bis der ganzen Breite des Fiederchens gleich. Am Ende jedes Zahnes
stehen 5—10 glashelle oder gelblich schimmernde Wimperzähne.
Die Sommerblätter Fig. 3—5 besitzen 1—3 Fiedern jederseits. Die
Zahl der Fiederchen am Umfange des Blattes beträgt 2—2h, ist also höch-
stens 4 mal so gross, als die Zahl der Fiedern erster Ordnung. Der erste
Fiederast trägt höchstens 6 Fiederchen. Die Endzipfel der Blätter sind
lineal, etwa '/s mm breit und bis 10 mm lang. Die beiden ersten Fiedern
am Grunde des Blattes stehen rechtwinklig ab oder doch nahezu; die
übrigen Fiederäste bilden spitze Winkel mit einander, die 45° selten
überschreiten. Auf jeder Seite eines Endzipfels stehen 7—12 sehr feine
44 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Sägezähne, die nur mit dem Mikroskop wahrgenommen werden. Jeder
derselben trägt 1, seltener 2 oder sogar 3 Wimperhaare.
Im Herbst, im kälteren Wasser sind die Endfiederchen nicht lineal
sondern länglich-elliptisch; von der Mitte aus spitzen sie sich nach bei-
den Enden allmälig zu. (Fig. 6—8.) Die Zahl der Zähne beträgt 5—10
jederseits; diese Zähne sind gross, von blossem Auge deutlich sichtbar ;
jeder endigt mit 1—2 Wimperhaaren. Weil die Zahl und Grösse der
Zähne je nach der Jahreszeit am nämlichen Pflanzenstocke sich ändert.
dürfen wir auf diese Unterschiede hin keine Varietäten ausscheiden.
Die grösste Breite eines Blattes, die ich beobachtete, war 25 mm bei
einer Länge von i5 mm.
Die Farbe der Blätter ist ein helles Graugrün.
Die schlauchtragenden Sprosse, wie auch die jungen Schläuche, sind
weiss gefärbt. Die Seitensprosse mit den Schläuchen stehen wechsel-
ständig; jeder Seitenspross zählt 2—3 Schläuche. Diese sind weitaus
grösser als bei irgend einer andern Art. Sie sind annähernd kreisrund,
von beiden Seiten plalt gedrückt. Der grössere Scheibendurchmesser be-
trägt 5—6 mm, der kleinere 4—5 mm, die Dicke der Scheibe 1—2 mm.
Die schlauchtragenden Sprosse gehen in die Tiefe und dringen in den
Torfschlamm ein.
Im Glatttale beobachtete ich im Freien nie Schläuche an den eigent-
lichen Blättern, wohl aber an kultivirten Pflanzen. Im November 1897
brachte ich etwa 50—70 Winterknospen von U. intermedia in ein offenes
Glasgefäss. Im Frühling entwickelten sich die Turionen und die Sprosse
füllten das ganze Glasgefäss aus. Diejenigen Sprosse welche unter nor-
malen Verhältnissen Schläuche entwickelt hätten, zeigten nun kleine
Schläuche in geringer Zahl. Dieselben hatten nur 1—2 mm Durchmesser
und waren von grüner Farbe. An einzelnen dieser Sprosse entwickelten
sich die ursprünglich zu Schläuchen bestimmten Blattorgane zu Laub-
blättern, wobei einzelne dieser Blätier einen Schlauch zeigten. Anderseits
zeigten an beblätterten Sprossen einzelne Blätter Schläuche. Wenn man
also die Pflanze hindert einzelne Sprosse in den Schlamm zu senken, so
wird der bei normalen Pflanzen scharf ausgeprägte Unterschied zwischen
Laubsprossen und metamorphen Sprossen verwischt.
Die Turionen von Ü. iniermedia sind nicht kugelig, wie diejenigen aller
andern Arten, sondern nierenförmig. Die eine Seite ist ziemlich stark
gewölbt, während die andere gerade oder konkav ist. Die Breite beträgt
ca. mm, die Länge 6 mm und noch mehr. Aus dem Wasser gezogen
lassen die Winterknospen die Wimpern mit der Lupe erkennen, die aus
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FR. MEISTER. BEÏTRÆGE ZUR KENNTNIS VON UTRICULARIA. 15
dem Schleime der Knospen herausragen und ein ziemlich dichtes Wimper-
kleid bilden, das jedoch nicht so dicht ist wie bei denen von U. vulgaris.
Ausser den beschriebenen Turionen kommen recht selten noch Turionen
der metamorphen Sprosse vor, die viel kleiner und kugelrund sind.
Der Blütenschaft erreicht eine Länge von 8—30 cm. Vom Grunde des
Schaftes aus gehen in der Regel 3 Sprosse nach drei verschiedenen Rich-
inngen. Die Inflorescenz wird von diesen 3 Sprossen im stabilen Gleich-
gewicht getragen. Besondere Heftorgane zur Befestigung an andern
Wasserpflanzen besitzt weder diese noch eine andere Art. Ausser den
drei erwähnten Sprossen am Grunde des Schaftes entwickelt sich später
ein vierter, eiwa À cm über den erstern. Dieser Spross sieht im Anfang
der Blütezeit meistens noch rankenartig aus, später entwickelt er
Schläuche. Von den übrigen 3 Sprossen am Grunde trägt der eine Blätter,
die beiden andern Schläuche. Sowohl die Blattsprossen als die Schlauch-
sprossen tragen wieder seitliche Verzweigungen und zwar können an
den Schlauchsprossen seitlich Blattsprosse enisiehen, wie auch an den
Blatisprossen seitlich Schlauchsprosse. In den Winkeln dieser Verzwei-
gungen können weitere Blütenschäfte empor spriessen.
Der Schaft wird eiwa 1 mm dick. Er trägt eine bis zwei Schuppen, die
eine Länge von 2 mm erreichen. Der Grund dieser Schuppen, wie auch
der Deckblätter ist herzförmig, halb stengelumfassend mit zwei vorge-
zogenen Oehrchen.
Die Blütentraube ist kürzer als bei U. vulgaris und Bremü. Sie trägt
meist nur 2—4 Blüten, von denen gleichzeitig meist 2 offen sind. Die
Zahl der Blüten kann aber bis auf 8 steigen. In seltenen Fällen wird der
Schaft bei heissem Sonnenschein im obern Teile nebst den Blütenstielen
klebrig. Die Länge des Blütenstieles beträgt meist 6—14 mm, kann aber
bis zu 25 mm ansteigen. Er verbleibt auch nach dem Blühen meist auf-
recht, in seltenen Fällen biegt er sich nach dem Verblühen zurück. Die
Länge der Hochblätter beträgt ziemlich konstant 2'/. mm, sie sinkt weder
unter 2, noch übersteigt sie 3 mm.
Der Kelch ist zweiteilig; die beiden Lippen sind zugespitzt, von grüner
Farbe, an der Spitze bisweilen braun. Die obere ist länger, schmäler und
spitzer als die untere. Die Oberlippe der Krone ist ziemlich flach, drei-
eckig, an der Spitze abgerundet, bisweilen mit einer schwachen Einbuch-
tung. Auf der Innenseite ist die Oberlippe braun gestreift. Durch dieses
Merkmal unterscheidet sich die Blüte von D. intermedia von allen andern
Arten. Die Breite der Oberlippe beträgt am Grunde 6—9 mm, deren
Länge von der Trennungsstelle mit der Unterlippe bis zur Spitze
16 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
8—10 mm. Die Unterlippe besteht aus dem Gaumen, der Lippenplatie
und dem Sporn. Der Gaumen ist rundlich, oben purpurn gestreift; diese
Striche sind kurz und unverzweigt und erreichen die Spitze des Gaumens
nicht.
Die Lippenplatte Fig. 60 ist flach, quer oval. Ihre Breite beträgt
11—16 mm, ihre Länge vor dem Gaumen 6—8 mm.
Der Sporn liegt der Unterlippe dicht an. Bei allen Pflanzen von schwei-
zerischen Standorten wird er beinahe so lang wie die Unterlippe, also
etwa 6 mm lang, von der Trennungsstelle von Ober- und Unterlippe aus
gemessen. Wie seine Länge, so ist auch seine Form veränderlich, jedoch
bei Pflanzen vom nämlichen Standort ziemlich konstant, weshalb diese
Merkmale zur Ausscheidung von Varietäten benutzt werden können.
Die Rachenblüte ist ganz geschlossen. Die Antheren sind gelb, die
Narbe ist lappig zurückgebogen. Die Farbe der Blüte ist ein reines Gelb.
Sie blüht verhältnismässig seltener als die übrigen Arten. An vielen
Orten, wo sie in vegetativem Zustande häufig zu treffen ist, findet man
niemals Blüten. Sie blüht vom Juni bis Ende August. Sie setzt sehr selten
Früchte an. Unter 106 Herbarexemplaren mit Blüten- und Fruchtstielen
fand ich drei Stück mit Samenkapseln. Zwei derselben sammelte Prof.
Wilezek am 3. Juli 1890 bei Oerlikon und ein Stück Dr. A. Binz in Basel
den 17 Juni 1891 in den Löchlisümpfen am Kanal.
Die Art ist ziemlich veränderlich nach Form und Grösse der Blüten-
teile, namentlich des Spornes, wie auch der Blätter. Dessen ungeachtet
wurden keine Varietäten dieser Art ausgeschieden bis im Jahre 1887, da.
Celakovsky die beiden Formen U. i. Grafiana und U. i. Kochiana auf-
stellte. Die Pflanzen, welche Celakovsky unter dem Namen U. int. var.
Grafiana vereinigle, weichen jedoch in der Form und Grösse des Spornes
so bedeutend von einander ab, dass die Unterscheidung von drei Varie-
täten der Art als notwendig erscheint. Die Exemplare von U. intermedia,
die R. Graf in den Sümpfen von Ebenthal bei Klagenfurt sammelte, sind
z. B. so deutlich verschieden von solchen, die aus der Schweiz stammen,
dass deren Unterbringung zur gleichen Abart nicht wohl angezeigt er-
scheint, nachdem einmal die Einheitlichkeit der ganzen Art aufgegeben
worden ist.
A. Endfiederchen der Blätter mit 6—12 Wimpern jederseits, die auf
ebenso vielen meist sehr kleinen, mit unbewaffnetem Auge nicht sicht-
baren Seitenzähnchen stehen. Sporn walzlich bis pfriemenförmig.
Schläuche bis 6 mm lang.
I. genuina Meister. Sporn nahezu so lang als die Unterlippe, dünn
a
ER. MEISTER. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS VON UTRICULARIA. 17
pfriemenförmig, nicht selten gebogen, meist deutlich zugespitzt am Ende.
Fig. 60. In der Schweiz nur diese Form : Im Tale der Glatt vom Greifen-
see bis nach Oerlikon, also in den Ortschaften Schwerzenbach, Düben-
dorf, Wallisellen und Oerlikon; früher nicht gerade selten, jetzt infolge
der Glaltkorrektion von Jahr zu Jahr mehr verschwindend. (Dr. Schult-
hess und Bremii 1827, A. Kölliker 1837, C. Leemann 1875 und 79, Jäggi.
Meister, Schröter, Schinz, Wilczek, v. Tavel u. a.); Nänikon (Jäggi und
Meister 1889); Pfäffikon bis Robenhausen (Huguenin 1867, Jäggi u. a.);
Rümlang (Lehrer Meyerhofer 1899); Egelsee bei Maschwanden (Schröter
1891); Burgäschisee, Solothurn (Christener 1853, Ducommun 1881— 1889);
Bodenseeriet bei Rheineck (Custer 1842): Selhofenmoos bei Bern (L.
Fischer 1867); Tourbieres des Ponts et des Verrieres, Neuchâtel (Lesque-
reux 1838); Ancien lit de l’Orbe, près du Sentier, Vaud (Meylan et Aubert
1897). Nahe an der Schweizergrenze bei Michelfelden, Elsass (Fischer,
Bern 1835; Dr. A. Binz, Basel 1891); bei Bannans und Bouverans, west-
lich von Ponlarlier (Magnin et Clerc 189%); Tourbieres des Rousses
(Hetier 1895).
II. Grafiana Koch. Sporn eiwa halb so lang als die Unterlippe, walz-
lich, dicker als bei voriger Abart, stets gerade und am Ende abgerundet.
Fig. 61 und 62. Koch in Flora 1847. Ebenthal bei Klagenfurt (R. Graf),
bot. Mus. Bern, ex herbarium Guthnick; bot. Mus. Fribourg, herb.
Dr. Lagger; Bregenz (ohne Datum und Name des Sammlers), bot. Mus.
Bern, ex herb. Guthnick; Yeremüze, Lithauen, Aug. 1840, ohne Name
des Sammlers im bot. Mus. Bern; diese Abart findet sich ebenfalls im
Herb. Gaudin ohne Datum und Sammler, bot. Mus. Lausanne, auf gleichem
Bogen mit einer U. int. genuina von Dübendorf 1827.
B. Kochiana. Endfiederchen der Blätter mit 3—5 Wimpern jederseits
auf deutlichen, meist von freiem Auge sichtbaren Zähnen. Sporn deutlich
kegelförmig, etwa halb so lang als die Unterlippe. Schläuche kaum länger
als 3 mm. Fig. 635—65. Celak. Oestr. Bot. Zeitung XXXVI, p. 16% u. ff.
Zweibrücken, Rheinbaiern (F. G. Schultz 15. Juni 1841) bot. Museum
Bern; Lyngby, Dänemark (H. Mortensen 30. Juni 1877) und Seeland
(N. E. Petersen Juni 4865) im Herbier Rosine Masson, Lausanne.
Ascherson stellte in den Verhandl. des Bot. Vereins Brandenb. 1885
die Pflanzen von Lyngby und Zweibrücken zu U. ochroleuca. Gelakovsky
wies I. c. gleich im folgenden Jahre nach, dass dieselben der U. inter-
media näher stehen als der U. ochroleuca und schlug für sie den Varietäts-
namen U. Kochiana vor. Nach meiner Auffassung hat Celakovsky das
Richtige getroffen.
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n9 42, 30 avril 1900. 2
18 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Er hat jedoch jedenfalls auch nicht übersehen, dass zwischen den pfäl-
zischen und dänischen Pflanzen noch erhebliche Unterschiede bestehen
und zwar in dem Sinne, dass die dänischen der U. ochroleuca näher
stehen als die pfälzischen. Die Blätter stehen bei der ersteren locker wie
bei U. ochroleuca und Bremüi. Die Blattzipfel stehen mehr sparrig ab und
stehen lockerer als es bei U. intermedia sonst der Fall ist. Wenn ich mich
nicht täusche, so tragen einzelne Laubblätter der dänischen Pflanzen
auch Schläuche. Trotzdem halte ich dafür, dass diese dänischen Pflanzen
besser zu U. intermedia gebracht werden aus folgenden Gründen:
1. Die Blüte der dänischen Pflanzen ist bedeutend grösser als bei
U. ochroleuca, namentlich ist der Sporn doppelt so lang als bei dieser,
spitz kegelförmig, statt stumpf kegelförmig wie bei U. ochroleuca.
2. Die Endzipfel der Blätter sind verhältnismässig lang, d. h. immer
länger als die sie tragenden, ungeteilten Gabelstücke. Bei U. ochroleuca
ist das Umgekehrte der Fall.
3. Die Winterknospen sind gross und dicht bewimpert, wie es bei
U. intermedia immer der Fall ist.
Eine Untersuchung lebender Pflanzen von Zweibrücken und Lyngby
wäre sehr wünschenswert.
U. ochroleuca R. Hrim.
Es ist das Verdienst Gelakovsky’s, diese Art neu entdeckt und unter
dem Namen Ü. brevicornis zu derselben eine vorzügliche Diagnose ge-
geben zu haben. Oestr. Bot. Zig. XXXVI, p. 253 und XXX VIT, p. 117, 164,
192. Die Art wurde zuerst beschrieben von Koch, Regensburger Flora
1847, unter dem unrichtigen Namen Ü. intermedia Hayne. Hierauf wurde
sie wahrscheinlich von G. Brückner 1853 im Archiv d. Freunde d. Natur-
gesch. in Mecklenburg unter dem Namen U. macroptera beschrieben. Die
Brückner’sche Pflanze war wohl keine U. minor, da bei dieser die Ober-
lippe nie doppelt so lang ist als der Gaumen, wie er von seiner U. macrop-
tera angibt. Es ist jedoch aus seiner Diagnose nicht ersichtlich, ob ihm
eine U. ochroleuca oder U. Kochiana vorgelegen hat. Da jegliches Herbar-
material zu Brückner’s Pflanze fehlt, musste der Name U. macroptera
fallen gelassen werden. Kurz nach Erscheinen der Diagnose von U. brevi-
cornis durch Celakovsky wies Ascherson in den Verh. d. Bot. Ver. Branden-
burg in überzeugender Weise nach, dass diese Art schon 1857 im Bota
FR. MEISTER. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS VON UTRICULARIA. 19
niska Notiser von dem schwedischen Floristen R. Hartmann beschrieben
wurde als U. ochroleuca.
Seit dem Erscheinen des Aufsatzes von Ascherson, der zugleich das
Verbreitungsgebiet der Pflanze in sehr ausführlicher Weise darlegt, ist
der Harimann’sche Name in alle Florenwerke übergegangen.
Da ich die Pflanze nur aus etwas spärlichem Herbarmaterial kenne,
das sich unter den falschen Namen U. intermedia oder minor in ver-
schiedenen schweizerischen Herbarien vorfand, verweise ich auf die vor-
zügliche Diagnose Celakovsky’s. Ich bemerke zu seinen Ausführungen
und denen Ascherson’s, dass U. ochroleuca der U. Bremi entschieden
näher steht als der U. intermedia, und deshalb in erster Linie mit jener
verglichen werden sollte, statt mit U. intermedia, die allerdings viel be-
kannter ist.
Die Blüte von U. ochroleuca (Fig. 66—69) ist um einen kaum merk-
lichen Betrag grösser als bei U. Bremü. Bei ersterer beträgt die Breite
der Unterlippe 10—14 mm, bei letzterer 9—10 mm. Werden die Blüten
beim Trocknen auf die Seite gelegt, so dass das Profil des Spornes scharf
hervor tritt, so ist bei U. ochroleuca (Fig. 66) der Winkel an der Spitze
um einen kleinen Betrag kleiner als 60°, d. h. die Projektion des Spornes
ist ein gleichschenkliges Dreieck, dessen Schenkel länger sind als die
Basis; bei U. Bremü (Fig. 71) ist dagegen die Basis grösser als die Seiten-
linien, da der Winkel an der Spitze grösser als 60° ist. Bei U. Kochiana
sind die Seitenlinien des Sporndreieckes nahezu doppelt so lang als die
Basis.
Für U. ochroleuca habe ich einen neuen französischen Standort ziem-
lich nahe an der Schweizergrenze aufgefunden. Im Herbarium von
R. Masson, Lausanne, findet sich unter dem Namen U. minor eine sehr
schön ausgeprägte U. ochroleuca, die von Eugene Berher am 10. August
1869 bei Epinal (Bouzey) gesammelt wurde. Die Blätter der Pflanzen von
Epinal (Fig. 67 und 69) stimmen in ihrer Architektur mit denen von
U. Bremii völlig überein. Die Fiedern stehen sparrig von einander ab,
ihre Zahl ist klein, sodass das Blatt locker, durchsichtig erscheint. Die
Endzipfel sind kurz etwa 1 mm lang, meist kürzer als das sie tragende,
gemeinsame Gabelstück.
Die Bezahnung der Endzipfel unterscheidet jedoch diese Pflanzen
scharf und unzweideutig sowohl von U. Bremi als auch von U. Kochiana.
Diese Endzipfel tragen nämlich etwa im vorderen Drittel 2—3 deutliche,
von freiem Auge sichtbare Zähne jederseits. Bei U. Bremi kommt jeder-
seits höchstens ein Zahn vor, bei U. Kochiana sind die Zähne ziemlich
20 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
gleichmässig auf die Seite des Endzipfels verteilt. Die von Bænitz bei
Sommerfeld, Frankfurt a. 0. gesammelten Exemplare von U. ochroleuca
unterscheiden sich im Blattbau nicht so prägnant von U. Kochiana. Die
Endzipfel sind länger und die Zähne undeutlicher als bei den Pflanzen
von Epinal. Bei meinen Exemplaren von Epinal wie von Sommerfeld
tragen einzelne Laubblätter Schläuche. Die Länge von Schläuchen der
Laubblätter oder der metamorphen Sprosse übersteigt 2'/. mm nie.
Ich vermute, dass U. ochroleuca in England und Irland an verschiedenen
Orten vorkommt. Im Herbarium Brown, bot. Museum Bern, finden sich
unter dem Namen Ü. minor % sterile Sprosse, die sicherlich nicht zu
U. minor gehören, sondern zu Ü. ochroleuca oder dann U. Kochiana. Die
Endzipfel der Blätter tragen 2—3 deutliche Zähne jederseits. Die Pflanzen
wurden im August 4832 in Sümpfen beim Derryclare-See, Irland, ge-
sammelt.
Utricularia Bremii Heer.
Die Pflanze kann 60 cm lang werden. Ausser den Laubsprossen, deren
Blätter Schläuche tragen, trelen im Sommer und Herbst auch meta-
morphe Sprosse auf, die bleich sind. wie die Schläuche, und im Torf-
schlamme liegen. Die Pflanze ist mit Ausnahme der Inflorescenz ganz
untergetaucht. Die Blätter stehen unter einem Winkel, der nahezu 90°
beträgt vom Stengel ab, so dass die Blattspitze immerhin der Sprossspitze
zugekehrt ist. (Fig. 9 und 72).
Die Blätter, welche sich aus der Winterknospe entwickeln. sind etwa
> mm lang und 7 mm breit. Die Fiederchen sind zuerst elliptisch, etwa
doppelt so lang als breit; ihre Ränder stossen beinahe an einander. (Fig.
10.) Später werden die Fiederchen länger gestreckt, und nun treten bereits
Schläuche auf. (Fig. 11.) Wieder etwas später sind die äussersten Blatt-
zipfel bereits borstenförmig geworden, (Fig. 12 und 15) und schliesslich
sind alle Fiederäste haarförmig (Fig. 14). Diese letziern Blätter treten
bei uns schon Anfangs April auf. Die eigentlichen Laubblätter des Früh-
lings sind im Umriss unregelmässig, 2—3 mal so breit als lang und tragen
4—7 ansehnlich grosse Schläuche (Fig. 15). Die Sommerblätter sind sehr
zart gebaut mit haarfeinen Aesten und nur 2—4 kleineren Schläuchen,
die meistens nur auf der äusseren Blattseite stehen. (Fig. 976, 17.) Die
Blätter des Herbstes sind wieder derber gebaut, mit einer kleineren Zahl
von Blattzipfeln und 1—3 ziemlich grossen Schläuchen auf der Aussen-
seile des Blattes (Fig. 18, 19.) Die Zahl der Fiederäste beträgt 2—5 jeder-
FR. MEISTER. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS VON UTRICULARIA. 21
>
seits. Auf eine Fieder erster Ordnung kommen durchschnittlich 3
Endfiederchen, die Schläuche mitgerechnet. Fiederäste und Endfieder-
chen stehen sparrig von einander ab, namentlich bei Frühlings- und
Herbstblätiern, weniger bei denen des Sommers. Die Gabeläste bilden
Winkel von nahezu 90°, nicht selten jedoch auch solche, die noch erheb-
lich grösser sind als 90°.
Die Endzipfel der Blätter tragen an ihrer Spitze ein Wimperhaar und
öfters noch ein zweites Wimperhaar auf einem Seitenzähnchen. Seltener
trägt ein Endfiederchen 2 Seitenzähnchen mit Wimpern, je eines auf
einer Seite. Durch das sparrige Abstehen der Fiederäste sieht das Blatt
locker und durchsichtig aus, was z. B. bei U. intermedia und vulgaris
nicht der Fall ist.
Die Länge der Blätter beträgt bei den im Umrisse abgerundeten
Sommerblättern ziemlich regelmässig */: der Breite. Die Länge kann
20 mm und die Breite 30 mm erreichen (Fig. 20.) Der Abstand der Blät-
ter ist halb so gross bis eben so gross als die Blattlänge.
Die Utrikeln an den Laubblättern sind meist dunkel gefärbt; sie
können eine Länge von 2'/s mm erreichen. Man findet Schläuche auf
dem ersien bis vierten Fiederaste des Blattes jederseits. Unter den
Sommerblättern findet man viele ohne Utrikeln oder solche, die bloss
auf einer Blatthälfte solche tragen. Es scheint, als ob die Zahl und Grösse
der Schläuche im umgekehrten Verhältnis zur Häufigkeit der animalen
Nahrung stehe.
Die bleichen metamorphen Sprosse (Fig. 72) tragen an jedem Seiten-
aste 3—5 weisse Schläuche, von denen die grössten 2'/z mm lang werden.
Die Winterknospen sind kugelig, von der Seite etwas scheibenförmig
zusammengedrückt und erreichen einen grösseren Durchmesser von ca.
4 mm. Ihre Farbe ist lebhaft grün. Frisch aus dem Wasser genommen,
sind sie ganz mit Schleim bedeckt, auch mit der Lupe entdeckt man
keine Wimpern.
Der Schaft mit der Blütentraube wird gewöhnlich 10—20 em lang,
kann aber eine Länge von vollen 50 cm erreichen, wovon 35 cm auf die
Blütentraube fallen. Keine andere Art zeigt einen so lockeren Blülen-
stand. Die Inflorescenz trägt 5—12 Blüten, von denen gleichzeitig selten
mehr als eine offen ist. Die Dauer einer einzelnen Blüte beträgt also un-
gelähr eine Woche. Am Grunde des Schaftes sind meistens 4 Blattsprosse,
die alle in gleicher Höhe entspringen. Die Inflorescenz wird also von
4 schwimmenden Füssen getragen. Besondere Haftorgane kommen bei
dieser Art so wenig vor als bei den andern.
22 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
Die Dicke des Schaftes beträgt ca. 1 mm. An demselben sind 3—% Deck-
schuppen von 1'/; mm Länge. Diese Schuppen sind etwas weniger als
halbstengelumfassend. Der Grund ist herzförmig. Der Schaft ist im obern
Teile braun gefärbt, ebenso die Blütenstiele und der Kelch, mit Aus-
nahme eines grünen Fleckes am Grunde des obern Kelchblattes. Die
Länge der Blütenstiele beträgt 5—12 mm, die der Deckschuppen 1—1!/2
mm. Nach dem Verblühen bleiben die Blütenstiele aufrecht oder krüm-
men-sich zurück, das erstere scheint im Glattlale häufiger zu sein. Das
obere Kelchblatt ist breit und abgerundet, in seltenen Fällen mit einer
kaum bemerkbaren aufgesetzten Stachelspitze.
Die Oberlippe ist ziemlich flach, am Grunde meist 5 mm breit und
5 mm lang, also immer nahezu gleichbreit wie lang. Der Gaumen der
Unterlippe bildet eine hufeisenförmige Wulst von 3 mm Breite und 5 mm
Länge. Die Oberlippe ist also so lang oder etwas länger als der Gaumen.
Auf dem Gaumen sind braune, parallele Striche, die sich auf die Lippen-
platte fortsetzen. Diese Striche auf dem Gaumen sind stets deutlich be-
merkbar, während sie auf der Lippenplatte ziemlich blass werden können.
(Bei U. minor, im lebenden Zustande, zeigt die Lippenplatte gar keine
und der Gaumen bisweilen sehr undeutliche, braune Linien). Diese brau-
nen Linien der Lippenplatte sind ja nicht mit der Nervatur zu verwech-
seln, die bei Herbarexemplaren von U. minor auf der Lippenplatte auch
immer deutlich zum Vorschein kommt).
Die Lippenplatte (Fig. 70) ist nahezu kreisförmig, flach ausgebreilet.
Durch diese kreisrunde Lippenplatte unterscheidet sich U. Bremü in sehr
augenfälliger Weise von allen übrigen Arten, denn U. minor hat eine
schmale, lange Lippenplatte, wegen den zurückgeschlagenen Rändern,
U. vulgaris und intermedia haben eine Lippenplatte, die bedeutend breiter
als lang, also queroval ist. Sowohl Länge als Breite der Unterlippe von
U. Bremü beträgt 9—10 mm.
Der Sporn ist stumpf und kurz, etwa so breit als lang.
Der Schlund der Krone ist schwach geöffnet wie bei U. minor.
Die Anthere ist gelb, der Staubfaden grünlich. Bei dieser wie bei
anderen Arten stehen zunächst in der eben geöffnelen Blüte die An-
theren gegen einander zugekehrt, in der Ebene des von beiden Antheren
gebildeten Ringes. Später drehen sich die Staubfäden so, dass die An-
theren sich trennen und nach vorn gerichtet sind.
Die Pflanze trägt sehr selten Früchte. Es gelang mir ein einziges Mal
im Juli 1899 in der Nähe von Dübendorf ein Exemplar mit junger Frucht
zu sammeln. Unter 96 mir gegenwärtig vorliegenden Herbarexemplaren
NE
FR. MEISTER. BEITRÄGE ZUR KENNTNIS VON UTRICULARIA. 23
trägt nur dieses eine Exemplar eine Frucht. Auf 500 Blüten kommt des-
halb höchstens eine fertile.
Die Blütezeit erstreckt sich im Glatttale von Anfang Juni bis Ende
August.
Verbreitung in der Schweiz.
Katzensee: (Bremi 26. Juni 1836, Originalexemplare, C. Nägeli, O0. Heer,
Gräffe, A. Kölliker).
Sleril ist sie heute noch häufig dort, hlühend wohl ziemlich selten.
Glattial vom Greifensee bis nach Oerlikon (Meister, Juni 1890, Jäggi,
Schröter, Schinz, Wilezek. v. Tavel, Rikli, Ascherson, Kamienski).
In der Nähe von Dübendorf blühte sie in den Jahren 1890—98 an ver-
schiedenen Orten je in Hunderten von Exemplaren, 1899 ziemlich selten.
Unter falschem Namen wurde sie aus dieser Gegend eingelegt : durch
Lehmann, von Dübendorf als intermedia, durch Brügger 1861, von Fäl-
landen als minor.
Der dritte sicher verbürgte Standort ist das Bünzenermoos, wo sie
Jäggi und Siegfried am 31. Mai 1868 sammelten. Durch Trockenlegung
des Standortes ist sie dort längst verschwunden.
Vierter Standort: Bodenseeriet bei Höchst (Zollikofer, 20. Juli 185%,
Herb. G. C. Zollikofer, St. Gallen unter dem Namen U. minor).
Im Herbarium von H. Jaccard, Aigle, liegen 4 von ihm 1894 bei Lens,
Unterwallis, gesammelte Utricularien, die sehr wahrscheinlich zur Art
Bremiü gehören; die Pflanzen sind jedoch nicht so gut erhalten, dass die
Diagnose ganz sicher erscheint; dieser Standort sollte revidirt werden!
Eine sichere Unterscheidung der Arten Bremii und minor ist bei ge-
trockneten Exemplaren in manchen Fällen unmöglich; namentlich, wenn
die vegelativen Teile der Pflanzen schlecht erhalten sind, wie es bei
unserer Gattung häufig vorkommt.
Im Klöntal kommt U. Bremü sicher nicht vor.
Ausserschweizerische Standorte, vertreten in schweizerischen Her-
barien :
Offenbach, leg. v. Lehmann, im Herbar Guthnick, Bern.
Sümpfe bei Ebenthal bei Klagenfurt, leg. R. Graf, herb. Jäggi, St. Gallen.
U. Bremii lusus platyloba Meister.
Bei U. Bremü, minor und vulgaris findet man gelegentlich Pflanzen,
deren Blattzipfel nicht fadenförmig, sondern lineal, bandartig sind. Dieser
24 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
lusus findet sich namentlich im untiefen Wasser, die Blätter gleichen den
aus den Winterknospen sich entwickelnden Primärblättern.
Von U. Bremii sammelte ich diese breilblätterige Form im August 1897
bei Dübendorf (Fig. 72). Sie findet sich,im Herbarium Ducommun, Lau-
sanne von
Hanau, eingelegt von Bagge, Frankfurt a. M.
Neuenhesslau unweit Meersatz, eingelegt von Russ.
Walddorf bei Frankfurt a. M. von Nesselmeyer.
Das Herbarium Fischer, Bern enthält unter dem Namen U. Bremü
Exemplare von Frankfurt a. M., leg. H. Bagge, die ich für U. minor halte.
Utricularia minor L.
Die Pflanze erreicht eine Länge von 50 cm. Sie flutet entweder frei im
Wasser und gelangt dann, wenigstens bei uns, nie zur Blüte, oder sie
sendet bei niedrigem Wasserstande einzelne, metamorphe Sprosse, die
nur Schläuche tragen in den schlammigen Untergrund und blüht dann
häufig unmittelbar vor dem Austrocknen des Standortes.
Die Blätter, welche sich aus den Winterknospen entwickeln, sind etwa
mm breit und 3 mm lang. Bei den ältesten berühren sich die Fieder-
chen beinahe (Fig. 21). Sie sind entweder lanzett einzipfelig, oder parallel-
randig zweizipfelig. Jüngere Blätter erhalten immer länger gestreckte
Fiedern (Fig. 22). Es treten Schläuche auf (Fig, 23) und schliesslich Früh-
lingsblätter mit unregelmässigem Umriss und ausschliesslich faden-
förmigen Fiederteilen (Fig. 24).
Die Sommerblätter (Fig. 25—26, 29) sind sehr zart mit sehr dünnen
Fiederästen. Die Zahl der seitlichen Fiederäste beträgt höchstens 6, die
Zahl der Schläuche an einem Blatt höchstens 4. Die grösste Breite des
Blattes beträgt 12 mm, die grösste Länge 8 mm. Die Blätter stehen etwas
weiter von einander entfernt als bei U. Bremü; immerhin schwankt ihre
Entfernung auch zwischen halber und ganzer Blattlänge.
Die Endzipfel der Blätter tragen eine Wimper, im übrigen sind die
Blattzipfel ganz kahl. Die Zahl sämtlicher Endzipfel, inklus. Schläuche
ist höchstens vier mal so gross, als die Zahl der seitlichen Fiederäste. Die
grünen oder dunkeln Schläuche der Laubblätter wie auch die bleichen
Schläuche der metamorphen Sprosse überschreiten die Länge von 1 mm
nicht.
. U. minor zeigt ausser den ausgeprägten Laubsprossen mit deutlichen,
Ye sol IE es
Des ; A
FR. MEISTER. BEITR.EGE ZUR KENNTNIS VON UTRICULARIA. 25
Blättern und den metamorphen Sprossen mit Schläuchen noch eine dritte
Art von Sprossen. Dieselben sind lang, fadenförmig mit verkümmerten
Blättern. Diese Blättchen sind I—3 mm breit und ebenso lang. Die Zahl
ihrer Endzipfel ist gering, 2—6 (Fig. 27 und 28). Es liegt die Vermutung
nahe, dass diese Sprosse gleichsam Ausläufer darstellen, die in mela-
morphe Sprosse übergehen, wenn sie auf geeigneten Untergrund stossen.
Die Turionen sind kugelig, grasgrün und errreichen 3 mm Durch-
messer. Mit der Lupe entdecken wir keine Wimpern, unter dem Mikros-
kop bei etwa 50facher Vergrösserung vereinzelt stehende Wimperhaare.
Der Schaft mit der Blütentraube ist gewöhnlich nur 5—10 em hoch,
kann jedoch die Höhe von 20 cm erreichen. Die Dicke des Schaftes be-
trägt ‘/2—1 mm. Er trägt 1—2 schuppenförmige Hochblätter von 1'/z mm
Länge; die obere dieser Schuppen ist bisweilen ganz stengelumfassend.
Die Blütentraube ist ziemlich verlängert, die Anzahl der Blüten ist 3—7.
Die Länge der Blütenstiele beträgt 5—10 mm. Man trifft selten mehr als
eine Blüte geöffnet bei derselben Pflanze. Die Kelchlippen sind beide
deutlich und scharf zugespitzt; ihre Farbe ist grün oder braun. Die Ober-
lippe der Krone ist ziemlich regelmässig dreieckig, 3—4 mm breit und
3—4 mm lang. An der Spitze ist sie abgerundet oder zweilappig ausge-
buchtet. Der Gaumen der Unterlippe bildet einen hufeisenförmigen
Wulst; die Breite desselben beträgt am Grunde 2'/ mm, die Länge
4" mm. Die Oberlippe ist also so lang oder etwas kürzer als der Gaumen.
Der Gaumen ist braun gestrichelt, diese Striche sind aber oft kaum be-
merkbar und erstrecken sich nie auf die Platte der Unterlippe. Diese
letztere ist an den Rändern fast immer herabgeschlagen. Deswegen er-
scheint die Blüte schmal und lang. Die Länge der Unterlippe, von ihrer
Spilze bis zur Spornspitze gemessen, beträgt 6—8 mm, selten 9 mm, ihre
Breite 6—7 mm. Der Sporn bildet einen ganz stumpfen und kurzen
Höcker. Seine Länge ist immer kürzer als die Breite an seinem Grunde.
Die Farbe der Blüte ist ein blasses Gelb.
Diese Art zeigt häufiger Früchte als die übrigen. Von 192 auf Früchte
kontrollirten Herbarexemplaren waren 14 fertil. Die Fruchistiele sind
aufrecht oder abwärts gebogen.
Die Hauptblütezeit fällt in den Monat Juni; im September blüht sie
nicht selten zum zweiten Male.
Im Anfang der Blütezeit zeigl U. minor bisweilen eine flache Unter-
lippenplatte und ist dann nicht mit U. Bremii zu verwechseln. Sie unler-
scheidet sich von der letzteren auch dann noch leicht durch die spitze
Kelchoberlippe, die geringere Grösse der Krone und die fehlenden brau-
26 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
nen Linien auf der Unterlippenplatte. Ein weiteres Unterscheidungs-
merkmal ist folgendes:
Reissen wir bei U. Bremü die Oberlippe ab, so bleibt der Sporn als
Ganzes an der Unterlippe. Tun wir dies bei U. minor, so wird der kür-
zere, stumpfere Sporn bis an die Spitze zerrissen, wobei der grössere
Teil desselben mit der Unterlippe, der kleinere Teil mit der Oberlippe
verbunden bleibt!
Verbreitung in der Schweiz.
Diese Art fehlt wohl keinem Torfriet der Ebene. So ist sie häufig in
den Torfrietern im Gebiete des Linthkanales, des zürcherischen Ober-
landes, im ganzen Glatttale, rings um den Pfäffikersee, Katzensee, im
Klöntal. im Klöpfimöösli bei Aeschi, Solothurn; im Selhofenmoos, Ren-
tigenmoos, am Uebischisee bei Amsoldingen, Limpachermoos bei Uttigen,
Bern; Champotey, Fribourg‘ Yvonand am Neuenburgersee; bei Noville
am Genfersee; Vernex, Wallis; Lossy, Geneve; Mauensee, Luzern; Dotten-
wil, St. Gallen ; Bodenseeriet, Abtwiler Torfmoos b. St. Gallen.
Den lusus platyloba (Fig. 59) sammelte ich im Mai 1890 bei Dübendorf.
Utricularia vulgaris L.
Diese grösste der europäischen Arten wird gegen 2 Meter lang. Die
Pflanze flutet stets frei im Wasser, ohne eine Spur von bleichen, schlauch-
tragenden Sprossen. Der Abstand der Blätter schwankt zwischen einem
und drei Vierteln der Blattlänge. Die Spitzen der Blätter sind der Spross-
spitze zugewendet. Wie bei U. Bremi und U. minor steht die Ebene des
Blattes beinahe senkrecht zur Sprossachse. Die dicht beblätterten Sprosse
bilden drehrunde Weddel von 3—6 cm Durchmesser. Je wärmer der
Standort, um so grösser wird die Entfernung der Blätter, um so mehr
nimmt die Grösse der Blätter zu und um so feiner und dünner werden
die Blattzipfel.
Die Primärblätter, die sich aus den Winterknospen entwickeln, be-
sitzen bereits 5—7 Fiedern jederseits. In der Regel ist die erste Fieder,
also diejenige auf der äussern Blatthälfte, sehr stark entwickelt, beinahe
oder eben so gross wie das übrige Blatt. Die Primärblätter erscheinen
deshalb ausgeprägt zweiteilig (Fig. 30—32). Die Fiedern erster Ordnung
sind handförmig fiederteilig oder gefiedert mit 3—5 Fiederchen. Die
Fiederchen sind länglich-lanzett, etwa 2 mm lang und '/; mm breit.
FR. MEISTER. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS VON UTRICULARIA. 27
Jedes Fiederchen hat jederseits 3—7 feine, von freiem Auge nicht sicht-
bare Sägezähne, von denen jeder ein ganzes Büschel von Wimperhaaren
trägt. Am Grunde jeder Fieder bemerkt man mit der Lupe oder von
freiem Auge einen kleinen Schlauch.
Bei den spätern Primärblättern rücken die Fiedern und Fiederchen
mehr aus einander und die Schläuche werden grösser (Fig. 33— 34).
Die Frühlingsblätter tragen haarförmige Blattzipfel, deren Zähnchen
nur noch mit 1—2 Wimperhaaren endigen (Fig. 35 und 36). Die Schläuche
erhalten allmälig eine ansehnliche Grösse, 1'/2—2'/2 mm Länge. (Fig.
37 und 38). Diese späteren Frühlingsblätter sind ausgezeichnet durch die
grosse Zahl der Schläuche im Verhältnis zu der Zahl der Endzipfel. Von
6—7 Fiedern jederseits tragen die fünf ersten Schläuche; die Zahl der
letzteren beträgt 20—A0 an einem Blatt. Bei ca. 25 mm Breite zeigen die
Blätter eine Länge von ca. 20 mm.
Die Sommerblätter sind zwei- bis dreifach gefiedert und {tragen jeder-
seits 7—12 Fiedern erster Ordnung (Fig. 39--50). Von den beiden unter-
sten Blattfiedern ist entweder nur die erste, äussere, oder es sind beide
ersien viel stärker entwickelt als die übrigen. Falls nur die erste Fieder
sehr stark entwickelt ist, erhält das Blatt einen ausgeprägt zweiteiligen
Habitus (Fig. 44, 45, 46, 49.)
Sind die beiden untersten Fiedern stärker entwickelt, erhält das Blatt
einen dreiteiligen Charakter (Fig. 39—42, 47, 48, 50. Sind die beiden
untersten Fiedern erster Ordnung und die erste Fieder zweiter Ordnung
der untersten. äusseren Fieder erster Ordnung stärker entwickelt, so er-
hält das Blatt ein vierteiliges Aussehen (Fig. 43). Die Blätter der Pflanzen
von ein und demselben Standort gehören meistens, jedoch nicht aus-
schliesslich, dem nämlichen Typus an.
Wenn Pringsheim (Monatsb. d. k. pr. Akademie der Wissensch. 1869,
p. 95) zu dem Schlusse kommt, dass das Blatt von U. vulgaris seiner typ-
ischen Form nach als vierspaltig-handförmig mit zwei grösseren, mitt-
leren und zwei kleineren seitlichen Zipfeln bezeichnet werden kann, so
ist daraus ersichtlich, dass diesem sehr verdiensivollen Forscher ein viel
zu kleines Material von Utricularien zu seiner Arbeit vorgelegen hat, wo-
durch er zu diesem, wie auch noch zu andern unrichtigen Schlüssen ver-
leitet wurde.
Während bei den übrigen Arten das Blatt einen ziemlich regelmässig
nierenförmigen Umriss hat, ist das Blatt der U. vulgaris ausgeprägt zwei-,
drei- oder selten vierlappig. Die Achsen der Blätter und der Fiedern
erster Ordnung sind bald haardünn, bald mehr oder weniger derb, dick-
28 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
lich. Im warmen Wasser sind sie nämlich sehr dünn, das Blatt erscheint
locker (Fig. 49). An kälteren Standorten sind diese Achsen dick, die
Internodien kurz, das Blatt erscheint viel weniger locker und durch-
sichtig. Im kalten Wasser können sogar die Endzipfel der Blätter dick-
lich werden, wodurch sie in gepresstem Zustande breit erscheinen.
Die Zahl der Zähne auf jeder Seite eines äussersten Blattzipfels
schwankt zwischen 3 und 8. Diese Zähne sind bald sehr kleine Säge-
zähne, bald sind sie grösser, vorgestreckt und walzlich. Am Ende jedes
Zahnes befinden sich eine bis zwei Borsten. Namentiich am Grunde der
Blatizipfel treten nicht selten 2 Wimpern auf. Die jungen Blätter am
Ende der Sprosse besitzen kleine Schläuche; die älteren haben grössere
und kleinere; die grössten Schläuche erreichen bei dieser Art eine
Länge von 21/2 mm. Die Zahl der Schläuche eines Sommerblattes beträgt
10—150. Das Blatt (Fig. 50) trägt ca. 130 Utrikeln, wovon 50 auf die erste
Blattfieder failen; seine Breite beträgt 50 mm, die Länge 35.
Die durchschnittliche Zahl der Endfiederchen, welche auf eine Fieder
erster Ordnung fallen, beträgt 5—10; bei den übrigen Arten beträgt diese
Zahl höchstens 5. Dieser hohe Fiederindex verleiht dem Blatie von Ü. vul-
garis seinen besondern, fiederig vielteiligen Habitus.
Die Endzipfel der Blätter stehen bei dieser Art nie sparrig ab wie bei
U. minor und U. Bremii. Sie bilden unter sich Winkel von 20—50°.
Nach einjähriger Kultur in Quellwasser erhielt ich Kümmerformen von
U. vulgaris mit Blättern von 3—10 mm Breite und 2—8 mm Länge
(Fig. 51—52). Auch die Blätter dieser Kümmerformen trugen meistens.
Schläuche, wie denn überhaupt schlauchlose Blätter bei U. vulgaris viel
seltener auftreten als bei irgend einer andern Art.
Solche verkümmerte Pflanzen trifft man aber auch im Freien an unge-
eigneten Standorten (Fig. 53). Sie sind schwer von U. minor und Ü. Bremü
zu unterscheiden, kennzeichnen sich jedoch genügend durch die spitzeren
Winkel der Endfiederchen und durch dünnere, viel feinere Blattäste,
unter dem Mikroskop unzweideutig auch in getrocknetem Zustande da-
durch, dass die Endzipfel der Blätter mehr als eine Wimperborste auf
einer Seile besilzen.
Wie bei den andern Arten unterscheiden sich die im Spätherbst ge-
bildeten Blätter von U. vulgaris von den Sommerblättern durch viel
grössere Blatizähne. Die im Oktober im Freien gewachsenen Blätter
zeigen auf jeder Seite eines Blattzipfels nur 3—5 Zähne; aber diese Zähne
sind kegelförmig, länger als der Durchmesser des Blattzipfels, mit der
Lupe, ja mit freiem Auge schon sichtbar.
FR. MEISTER. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS VON UTRICULARIA. 29
Die Winterknospen erreichen eine Länge und eine Breite von 40 mm,
also die Grösse einer Kirsche. Die grösseren Winterknospen sind deutlich
zweilappig mit einem grösseren und kleineren Lappen. Sie sind über
und über behaart. Diese Haare sind die starren Wimpern an den End-
zipfeln der Primärblätter. Die Winterknospen sind mit Schleim über-
zogen, jedoch ragen die Wimpern an der frischen Knospe aus diesem
Schleime hervor. Im Freien verbleiben die alten Sprosse an der Winter-
knospe. Im Frühling findet man an den jungen Pflanzen noch den faulen-
den vorjährigen Spross als 10—20 cm langen Faden.
An einer Pflanze entwickeln sich eine bis vier Blütentrauben.
Die Länge des Schaftes beträgt 20—30 cm ; seine Dicke 1—3 mm. An
demselben befinden sich zwei bis vier Schuppen mit herzförmigem
Grunde. Sie sind meist halbstengelumfassend, bisweilen aber auch bei-
nahe ganzumfassend. Ihre Länge beträgt 3—4 mm.
Die Blütentraube ist ziemlich gedrängt und erreicht nie die Länge wie
sie bei U. Bremü erreichen kann. Der Grund ist einleuchtend : U. vul-
garis schwimmt auf dem Wasser, während letztere Art durch die meta-
morphen Sprosse auf dem Grunde festgehalten wird. Bei steigendem
Wasserstande entsteht dann die lange Inflorescenz der U. Bremü. Die
Deckblätter sind von gleicher Form wie die leeren Hochblätter. Ihre
Länge beträgt in der Schweiz meistens 4 mm, selten etwas weniger. In
Nord- und Osteuropa werden die Deckblätter jedoch 5—6 mm lang.
Die Zahl der Blüten beträgt 3— 18. Gleichzeitig sind jedoch kaum mehr
als drei offen. Die Länge des Blütenstieles schwankt in der Schweiz zwi-
schen 10 und 30 mm. Derselbe wird also bei uns 3—6 mal so lang als das
Deckblatt. Bei heissem Wetter überziehen sich die Blütenstiele und der
obere Teil des Schaftes mit einer klebrigen Flüssigkeit, die wohl zum
Fernhalten von unnützen Blütengästen dient. Diese Aussonderung ge-
schieht bei heissem Wetter in so reichlichem Masse, dass sich kleine
Tröpfehen bilden. Die Farbe der Blütenstiele, wie auch des obern Teiles
vom Schafte, ist am Lichte immer braun.
Die Kelchlippen sind ungleich. Die obere ist schmäler als die untere,
ihre Ränder sind auf ?/s ihrer Länge beinahe parallel; im vorderen Drittel
spitzt sich die obere Kelchlippe dreieckig zu. Die untere Kelchlippe ist
rundlich mit stumpfer Spitze. Beide Lippen sind braun gefärbt mit Aus-
nahme des Grundes der obern Kelchlippe, der immer hellgrün bleibt.
Die Oberlippe bildet zwei seitliche Wulsten, so dass von oben gesehen
in der obern Hälfte eine Mittelrinne und zu beiden Seiten des Kelches
eine Hohlrinne entsteht. Die Spitze der Oberlippe ist abgerundet oder
AE AN
30 MÉMOIRES DE L HERBIER BOISSIER.
seicht ausgerandet. Am Grunde ist sie 7—9 mm breit, ihre Länge
schwankt von % bis 10 mm. Bald ist die Oberlippe kaum so lang wie der
Gaumen; es ist dies bei frisch geöffneten Blülen, oder bei Blüten kälterer
Standorte der Fall. In anderen Fällen, z. B. im Glatttale, ist sie doppelt
so lang als der Gaumen. An südlicheren Standorten wird sie wohl noch
mehr als doppelt so lang wie der Gaumen.
Der Gaumen der Unterlippe ist stark entwickelt, blasig aufgetrieben,
mit einer Mittelfurche, die bald seicht, bald ziemlich vertieft ist. Auf dem
Gaumen sind braunrote Streifen, die aber nicht parallel angeordnet sind
wie bei den übrigen Arten, sondern winkelig verzweigt sind. Die Platte
der Unterlippe ist bald ziemlich flach, bald schräg abwärts gerichtet, bald
an den Rändern zurückgeschlagen.
Die Breite der Unterlippe schwankt von 12 bis 20 mm; die Länge der-
selben vor dem Gaumen beträgt im Glattiale meistens 5 mm, die Länge
der Unterlippe von der Trennungsstelle mit der Oberlippe bis zur Spitze
beträgt im Glatttale meistens 12 mm.
Der Sporn ist kegelförmig stumpf, 5—8, meist jedoch 6—7 mm lang
(von der Trennungsstelle von Ober- und Unterlippe bis zur Spitze ge-
messen). Er ist am Grunde 2—3 mm dick. Er steht ziemlich rechtwinklig
zum Blülenstiel, ist also der Unterlippe nicht so stark genähert wie bei
U. intermedia.
Die Farbe der Oberlippe und Unterlippenplatte ist zitrongelb, der Gau-
men ist pomeranzengelb mit braunen Strichen.
Die Antheren bilden einen geschlossenen Ring wie bei den übrigen
Arten. Der Fruchtknoten ist rundlich, der Griffel kurz; die Narbe bildet
einen rundlichen Lappen, der auf der Oberseite die Narbenpapillen trägt.
Im Tale der Glatt beobachtete ich nie Früchte bei dieser Art, obwohl
ich gelegentlich Hunderte von Inflorescenzen neben einander sah. Pflan-
zen mit Früchten sammelten in der Schweiz : Schröter in Brügg bei Biel
1891 ; Troch bei Yvonand, Neuchâtel, 1837; Muret ebendort 1858; Fischer,
Bern im Schnittenmoos bei Amsoldingen 1851.
Sämtliche fruktifizirende Exemplare wurden also in der Westschweiz
gesammelt; von den zahlreichen und reichblühenden Standorten des
Kantons Zürich liegen keine solchen vor.
Formen: Wie auch Ascherson, einer der besten Kenner dieser Gatlung,
in seiner vorzüglichen Flora des nordostdeutschen Flachlandes zugibt,
ändern die Grössenverhältnisse der Blütenteile sehr. Wie in dieser Arbeit
weiter oben ausgeführt wurde, lassen sich durch Warmkultur die Blüten
mit kurzer Oberlippe, mit kurzen zurückgeschlagenen Unterlippenrändern
FR. MEISTER. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS VON UTRICULARIA. 51
in die Blüten der U. neglecta überführen mit einer Oberlippe, die doppelt
so lang ist als der Gaumen und mit flacher breiter Unterlippenplatte. Die
relative Länge und Form der Oberlippe und Unterlippenplatte sind also
zur Ausscheidung von Varietäten, geschweige denn von Arten nicht zu
gebrauchen, wie dies nach dem Vorgange Lehmanns allgemein geschehen
ist. Ob die Blütenstiele der osteuropäischen Form durch Warmkultur
länger und ihre Deckhlätter kleiner werden, ist zur Zeit nicht erwiesen
und wohl etwas zweifelhaft. Man mag deshalb dieses Längenverhältnis
zur Ausscheidung von zwei Varielälen benutzen.
Die Dicke des Schaftes und der Blütenstiele schwankt bei beiden
Abarten sehr. Bald beträgt die Dicke des Schaftes bloss 1 mm wie bei
U. intermedia (Fig. 81), bald ist der Schaft am nämlichen Standort be-
deutend robuster, 3—4 mm dick.
U. vulgaris var. typica Meister.
Deckblätter der Blütenstiele 4'/.—5'/; mm, Blütenstiele 7—12 mm
lang. Fruchtstiele regelmässig abwärts gebogen (Fig. 78 und 79).
So in Lithauen, Nord- und Ostdeutschland, Belgien, einzelnen Orten
von Frankreich z. B. Bozet, Aisne.
In der Schweiz selten, z. B. bei Yvonand, Neuenburg (Herbarium Muret,
Lausanne).
U. vulgaris var. neglecta Lehm. (als Art).
Deckblätter der Blütenstiele 3—4 mm, Blütenstiele 12—30 mm lang,
Blüte etwas grösser, Blätter entfernter, Fruchistiele aufrecht oder herab-
gebogen (Fig. 73, 74, 77, 80, 81).
So ausgeprägt in Südfrankreich, aber auch in der Normandie, Eppen-
dorf bei Hamburg, Lübeck, Westfalen, Südschweden etc.
In der Schweiz die weitaus häufigere Form, u. a. an folgenden Stand-
orten:
Roillebot, Genf (Ducommun 1851).
Aigle (Jaccard 1873).
Chätel-St. Denis (Muret (1834), Cudrefin (Tripet 1885).
Guin, Freiburg (Fournier 1878).
Thièle (Shuttleworth 1834, Tripet 1883).
Moos zwischen Bleienbach und Langenthal (Pfr. Wagner).
32 MÉMOIRES DE L HERBIER BOISSIER.
Egelmoos bei Bern (L. Fischer 1884).
Walkringenmoos (L. Fischer 1869) ; Seedorf b. Aarberg (Shuttleworth 1838) ;
Gasel, Bern (L. Fischer 1856); Schmittenmoos bei Amsoldingen (Fischer 1854) :
Brügg bei Biel (Schröter 1891).
Miinchenbuchsee (Dr. Schädler 1880) ; Uebischi (Fischer).
Motiers (Lerch 1868).
Aeschisee, Solothurn (Muret 1857, Ducommun).
Seeburg, bei Luzern (Steiger 1857), bei der Dampfsäge (Hofstetter 1872), Wan-
wilermoos (Lüscher 1884), bei Meierskappel (Bachmann 1884).
Geisshof bei Bremgarten (Muret 1862).
Staffelbach (Meister 1881).
Besenbüren, Aargau (Muret 1870).
Schachen, Aarau (Müller 1847).
Katzensee (L. Fischer 1852, Muret 1858, Schulthess 1847, Rikli, Brügger 1862.)
Glatttal zwischen Greifensee und Oerlikon (Jäggi 1890, Wilezec 1890, 94,
Schulthess 1827, A. Kölliker 1838, Jäggi 1889—93, Siegfried 1876, Schröter,
Schinz, Rikli).
Nänikon (Jäggi 1879, Meister 1891).
Hinweil, Bubikon, Gossau, Mönchaltorf etc. (Meister 1896 —99).
Hudelmoos bei Amrisweil (Meister 1893).
Märstetten (Wegelin 1894).
See von Canova (Theobald 1855).
Laxersee (Moritzi 1832).
Zizers (Moritzi 1830).
Klönthal (Rambert 1861, Meister 1890 —99).
Marschlins (U. A. v. Salis 1841).
Zwischen Ragaz und Sargans (U. A. v. Salis 1831).
Mollis (J. Spielberg).
St. Margrethen (Th. Wartmann).
Bodenseeriet (Dekan Zollikofer 1871).
Horn am Bodensee (B. Wartmann).
Staad am Bodensee (Wiget 1895).
Dottenwil, St. Gallen (B. Wartmann).
Die Einteilung der U. vulgaris in die beiden Varietäten U. v. typica
und Ü. v. neglecta ist eine durchaus künstliche, da alle Uebergänge zwi-
schen den extremen Formen vorhanden sind. So ist es lediglich Ge-
schmacksache, ob man die zahlreichen Exemplare von Yvonand, die in
den Herbarien zu Lausanne und Bern liegen, zu der ersten oder zweiten
Abart lege. Man könnte auch zwischen den beiden genannten Varietäten
eine mittlere Gruppe U. vulgaris var. rhenana aufstellen, die alle Formen
mit langem Blütenstiel und dickem Schafte aufnähme. Alle schweize-
FR. MEISTER. BEITR.EGE ZUR KENNTNIS VON UTRICULARIA. 39
rischen Formen würden dann dieser mittleren Varietät zufallen. Man
hätie dann jedoch statt einer schwierigen Abgrenzung deren zwei, wes-
halb die Ausscheidung dieser dritten Abart besser unterbleibt.
U. vulgaris, 1. platyloba Meister.
Blätter klein, erste Fieder nicht wesentlich grösser als die folgenden;
sämtliche Blattabschnitte verbreitert, bandartig, sparrig abstehend. End-
zipfel der Blätter mit 3—5 grossen, dreieckigen Zähnen jederseits;
Schläuche viel spärlicher als bei der Hauptform.
Ich fand diese Form in grosser Zahl im August 1899 in Sumpfgräben
bei Utznach, Kt. St. Gallen.
L. Fischer, Bern sammelte diese Form im September 1869 im Walk-
ringenmoos.
Bei Berneck September 1817, leg Dr. J. G. Custer.
III. Biologisches.
a) Ernährung.
M. F. Cohn! und Ch. Darvin? haben die Funktion der Schläuche als
Tierfallen für animales Plankton erkannt. Die keulenförmigen Papillen
am Eingange des Schlauches sondern nach Büsgen° einen Schleim aus,
der als Lockspeise für das animale Plankton dient und von demselben
aufgesucht und verzehrt wird. Die pilzförmigen Papilleu im Innern des
Schlauches sezerniren nach Garbini‘ einen klebrigen Schleim aus, der
die eingedrungenen Wassertiere fest hält. Die pincettenförmigen Papillen
der innern Schlauchwand sind Assorptionsorgane zur Aufnahme und
Verdauung der gefangenen Tierchen.
Garbini 1. c. untersuchte 610 Schläuche einer U. vulgaris. Unter diesen
1 Ueber die Funktion von Aldrovandia und Utrieularia (Beiträge zur Biologie
der Pflanzen 1875).
2 Insektivorons Plants 1877.
% Ueber die Art und bedeutung des Tierfanges bei U. vulgaris; Ber. d. D. Bot.
Ges. 1888.
* Le vittime della U. neglecta. Venezia, Carlo Ferrari 1899.
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n9 12, 30 avril 1900. 3
34 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
waren 62 leer, 44 enthielten unbestimmbare, zersetzte, organische Sub-
stanz, 504 Schläuche enthielten im ganzen 2084 von ihm bestimmte
Organismen. Die höchste Zahl von Tieren, die ein Schlauch enthielt, war
1%. Unter diesen 2084 Organismen waren : 327 Protozoen, 469 Rädertiere,
66 Fadenwürmer, 1196 Gliederkrebse, 13 Flohkrebse, 10 Insektenlarven
und 3 Wassermilben. 1550 Stück, also °/ı aller dieser Tiere verteilen sich
auf folgende 4 Arten : Stilonychia mytilus Ehrb. 195, Monnommata longi-
seta Bartsch 185, Chydorus sphæricus O. F. M. 872 und Cyclops signatus
Koch 298.
Zur Erzeugung einer bestimmten Menge organischer Substanz bedürfen
die Utricularien viel weniger Schläuche, wenn sie dieselben in den
weichen Schlamm des Untergrundes senken können, als wenn sie von
frei im Wasser schwimmenden Blättern getragen werden. Eine kleine
Anzahl allerdings grosser Schläuche genügt der U. intermedia. die nôtige
Nahrung erhältlich zu machen für den Aufbau der Laubsprosse und der
Inflorescenz, weil diese Art ihre metamorphen Sprosse immer in den
Schlamm versenkt. Die genannte Art vermehrt sich Jahrzehnte hindurch
auch reichlich an Orten, wo der Untergrund fest ist, wo z.B. hartes
Wasser den Boden mit einer Kalkkruste belegt. Aber an solchen Orten
gelangt die Pflanze niemals zur Blüte. U. vulgaris besitzt im Verhältnis
zu ihrer Grösse, zu ihrem Gewicht weitaus die grösste Zahl der Schläuche.
Es scheint, als ob ihre frei im Wasser schwebenden Blätter dort weniger
animale Nahrung finden als die metamorphen Sprosse der übrigen Arten
im Torfschlamm des Untergrundes. Lehrreich ist in dieser Beziehung
das Verhalten von U. minor. Es ist dies die einzige Art, die sowohl
frei schwimmend im tiefen, wie auch im untiefen Wasser mit meta-
morphen Sprossen auf dem Untergrunde fest haftend vorkommt. Im
erslen Falle tragen die Blätter eine grosse Zahl von Schläuchen und die
Pflanzen gelangen dort, im tiefen Wasser, niemals zur Blüte. Kann aber
die Pflanze metamorphe Sprosse in den Untergrund versenken, so ge-
gelangt sie bei einer viel geringeren Länge und bedeutend weniger
organischer Substanz zur Blüte.
Die Zahl der Schläuche ist auch abhängig von der Jahreszeit. Die jungen
Blätter der Arten U. vulgaris, U. Bremi und U. minor tragen im Früh-
ling am meisten Schläuche, die dann auch am grössten sind. Im Sommer
nimmt ihre Zahl und Grösse ab, um im Herbste wieder etwas anzuwach-
sen. Die Zahl der Schläuche hängt also entweder mit der Temperatur des
Wassers oder wahrscheinlicher mit der Häufigkeit der animalen Nahrung
zusammen.
FR. MEISTER. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS VON UTRICULARIA. 39
Die Menge des animalen Planktons, das die Utricularien bedürfen, ist
jedenfalls ausserordentlich gering. Im Oktober 1897 brachte ich etwa
20—30 Winterknospen von U. minor in ein Konservenglas ca. 11/2 1
Inhalt und 50 cm Höhe und gab denselben Leitungswasser (Quellwasser).
Im Laufe des Frühlings und Sommers 1898 wurde jeweilen das verdun-
stete Wasser wieder durch neues Leitungswasser ersetzt. Während des
ganzen Sommers war das etwas dunkel gestellte Gefäss dicht angefüllt
mit sterilen Sprossen von U. minor. Diese Sprosse zeigten ein üppiges
Aussehen, die Blätter waren mindestens so gross als bei Freilandpflanzen.
Diese üppige, das ganze Glas dicht füllende Vegetation dauerte bis zur
Bildung der Winterknospen. Die geringe Menge organischer Substanz
des Leitungswassers und der kleine Betrag organischer Substanz des in
das Gefäss fallenden Staubes genügte also, um die für das Gedeihen der
Pflanzen nötigen Mikroorganismen zu erzeugen.
b) Schutzmittel der Pflanzen.
Die beiden Hauptfeinde der Utricularien sind die Algen und die
Schnecken.
Kultiviren wir die Pflanzen im Sommer in einem Glasgefäss am
Sonnenlicht, so erreichen die stetsfort neu sich bildenden Blätter am vor-
deren Ende des Sprosses nur ein kurzes Alter von wenigen Tagen, dann
erliegen sie den sie durchziehenden Algenfäden und verschleimen. Aus
ganz jungen und grünen Blättern sieht man unter dem Mikroskop Algen-
fäden herausbrechen. Im süssen Wasser der gewöhnlichen Wassertümpel
oder der Seen erliegen die Utricularien dem Angriff der Algen, am ehe-
sten vermag U. vulgaris sich da noch zu behaupten. Aus diesem Grunde
treffen wir unsere Utricularien meist nur im Torfwasser, wo der Gehalt
an Torfsäure und teils auch der Mangel an Licht die Algen fern hält.
Ein zweiter, wohl weniger gefährlicher Feind der Utricularien sind die
kleinen Wasserschnecken.
Im Juli 1897 hatte ich eine grosse Zahl von U. vulgaris vom Klöntal
in ein ca. 10 1 haltendes Gefäss genommen und denselben ein Quantum
Sphagnum beigegeben. Mit diesen Sphagneen waren aber eine grosse
Zahl Wasserschnecken in das Gefäss gekommen. In den ersten Wochen
machten sich die Schnecken nicht bemerkbar, weil bei dem grossen
Quantum der Utrieularien ihre dezimirende Tätigkeit nicht bemerkt
wurde. Im Lauf des September waren jedoch die Utricularien fast ganz
verschwunden. Auf der Oberfläche des Wassers schwammen zahlreiche
36 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
abgebissene Winterknospen, einzelne Blätter und Stengelstücke. Durch
einen Zufall bemerkte ich nun, dass sich im Gefäss eine sehr grosse Zahl
kleiner Wasserschnecken im Sphagnum versteckt aufhielten. Ich steckte
nämlich ein Blatt Zeichnungspapier mit einer Bleisuftnotiz an den Rand
des Gefässes ins Wasser. Am folgenden Morgen sassen wohl 20 kleine
Schnecken an diesem Papier; sie waren wohl durch den Leim des
Papieres angelockt worden. So konnte ich uun viele Tage hindurch jeden
Morgen eine grosse Zahl Wasserschnecken ab diesem Blatte einsammeln.
Die Schnecken hatten sich während mehreren Wochen von der üppigen
Algenflora ernähren können. Als dann diese, ihnen wohl zusagende Nah-
rung ausging, machten sie sich an die älteren Sprosse der Utrieularien,
deren Wimpern sie weniger belästigten, die grünen Teile der Sprosse
verschmähten sie vorläufig. Schliesslich verblieb nichts mehr als die
Winterknospen, denen die Schnecken nichts schaden konnten. weil sie
über und über mit Wimpern bedeckt sind. In anderen Gefässen waren
durch Zufall keine Schnecken geraten und hier verbleiben die Sprosse
nach der Ausbildung der Winterknospen ganz intakt an letzteren, bis sie
im Laufe des Winters zerfielen, mit Ausnahme des Stengels. der als lang-
sam faulender Faden an der Winterknospe haften blieb.
U. intermedia und U. Bremii sind durch Wimperborsten weniger gut
gegen Schneckenfrass geschützt als U. vulgaris. Vielleicht erklärt sich
hieraus das seltenere Vorkommen dieser beiden Arten. U. minor ist aller-
dings auch nicht mehr geschützt durch Wimpern als U. Bremü. Ihre
dünnen Sprosse verflechien sich aber derart mit andern lebenden und
abgestorbenen Wasserpflanzen, dass sie wohl auch für Schnecken schwer
aufzufinden sind. Die Sprosse der übrigen Arten sind so stark, dass die
Wasserschnecken an denselben herumkriechen können. bei U. minor ist
dies nicht der Fall, da die Sprosse zu dünn sind.
Im Freien konnte ich den Sommer hindurch keinen Schneckenfrass
an Utricularien konstatiren, wohl aber im Herbst und zwar nur an den
beiden Arten U. intermedia und Bremii.
c) Fortpflanzung und Verbreitung.
Die Fortpflanzung durch Samen erfolgt ganz ausnahmsweise. Es wurde
oben bei jeder einzelnen Art angegeben, wie selten sie Früchte ansetzt.
Ich habe nur von U. minor in Kultur Samen erhalten können. Dieselben
sind für die Verbreitung durch das Wasser sehr gut eingerichtet.
Die Kapsel reift in der Luft und liefert bei U. minor 10—12 braune
- Una tit ES : + Mal dt he Tai CAM er AIT
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FR. MEISTER. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS VON UTRICULARIA. 37
Samenköner. Diese sind rnndlich oder prismatisch von ‘/2—1 mm Durch-
messer. Der Same ist von zwei beinahe parallelen, starken Riefen um-
geben. Diese Riefen sind undeutlich fünf- oder sechskantig. Die Felder
zwischen den Riefen sind netzartig-grubig. Auf der einen Seite der Haupt-
riefe ist der Same abgerundet flach, auf der andern undeutlich prisma-
tisch. Wenn die Samen aus der Kapsel fallen, schwimmen sie auf dem
Wasser und werden durch den Wind verbreitet. In den grubenförmigen
Vertiefungen der Haut verbleiben Luftblasen, die den Samen tragen.
Nach einiger Zeit, d. h. nach Wochen wird die Luft von der Oberfläche
des Samens durch Wasser verdrängt und nun fällt er zu Boden. Die
Keimung erfolgt erst im Frühjahr.
Die so zu sagen ausschliesslich in Betracht kommende Verbreitung der
Utrieularien vollzieht sich durch die Winterknospen. Diese schwimmen
im Herbst auf dem Wasser und sinken dann den Winter hindurch auf
den Grund. Im Frühling steigen die jungen Pflanzen wieder an die Ober-
fläche. Im Glatttale finden wir die jungen Pflanzen regelmässig in der
östlichen Ecke eines Torfgrabens, wohin der bei uns vorherrschende
Westwind die Winterknospen im Herbste getrieben hatte.
Man könnte auch annehmen die Wasservögel, welche die Samen vieler
Wasserpflanzen sehr wirksam verbreiten, spielen bei der Verbreitung
der Utricularien eine Rolle, indem kleine Sprossstücke oder Winter-
knospen an den Füssen haften bleiben und vertragen werden. Dies ist
aber entschieden nicht der Fall, wie aus folgendem hervorgeht.
Das breite Glaittal zeigt, wenigstens in der Umgebung von Dübendorf,
zwei deutlich getrennte Talstufen. Die tiefere, westliche liegt zu beiden
Seiten der Glatt. Eine zweite, nur wenige Meter höher gelegene und
durch einen Moränenzug von ihr getrennte Talstufe liegt östlich von ihr.
So viel ich weiss, ist von geologischer Seite diese Tatsache noch nicht
beachtet worden; es wäre von Interesse, die Ausdehnung dieser Tal-
stufen zu verfolgen und dieselben wenn möglich zu erklären. Auf der
höher gelegenen, östlichen Talstufe liegen das Nänikoner Riet, die gros-
sen Rietflächen zwischen Hegnau und Gfenn, das Ober- und Unterriet bei
Dübendorf, das Wangenerriet. (Siehe Blatt 210 und 159 des top. Atlasses
der Schweiz.) Auf der obern, westlichen Talstufe liegen das Weidriet am
Ausfluss des Greifensees, das Hermikonerriet, die Rietwiesen auf der
linken Seite der Glatt von Dübendorf bis Oerlikon und weiter abwärts
bis Obernausen bei Opfikon.
Die Rieter der obern Talstufe sind nun charakterisirt durch den gänz-
lichen Mangel an U. bremü, welche dagegen in der ganzen Ausdehnung
DA STE CAES
38 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
der untern Talstufe in Torflöchern und Moorgräben vorkommt. Während
also die Rietflächen der obern Talstufe keine U. Bremi führen, findet man
auf denen der untern Talstufe oberhalb Dübendorfkeine U. minor, sondern
an deren Stelle eben U. Bremü. Diese beiden Florengebiete liegen kaum
1500 m von einander entfernt. Den Sommer hindurch fliegen täglich
Scharen von Wildenten, Regenpfeifern und andern Wasservögeln von einer
Talstufe in die Torfsümpfe der andern, ohne dass im Laufe der letzten Jahr-
hunderte ein Austausch der Arten stattgefunden hätte. Unterhalb Düben-
dorf finden wir U. Bremü neben U. minor. Die Erklärung hiefür dürfte
darin liegen, dass bei Niederschwerzenbach die beiden Talstufen früher
ununterbrochen durch Rietflächen mit einander verbunden waren. Das
kleine Riet beim Schönenhof, südlich von der Winterthurerstrasse bildete
das Verbindungsstück. Von oben erhält es das Wasser der obern Talstufe
und bei früheren Glattüberschwemmungen staute sich, wie man mir sagt,
das Glattwasser bis in sein Gebiet hinein.
Wieso U. Bremü vom Tale der Glatt in das Gebiet des Katzensees ge-
langte, vermag ich nicht zu erklären. Die Frage, warum U. Bremü im
Tale der Glatt und am Katzensee so isolirt vorkommt, hat mich viel be-
schäftigt. Ich hatte gehofft, bei einer Durchsicht des Herbarmateriales
verschiedener schweizerischer Museen neue Standorte feststellen zu
können. Diese Hoffnung hat sich nur für einen Standort erfüllt.
Eine Hypothese würde allerdings das sporadische Auftreten nicht nur
der U. Bremiü, sondern auch der U. ochroleuca erklären. Sie wäre:
U. Bremii und Ü. ochroleuca sind Bastarde der beiden Arten iniermedia
und minor, erstere mit U. minor, letztere mit U. intermedia als Mutter-
pflanze. Unzweifelhaft stehen die beiden fraglichen Arten zwischen
U. intermedia und U. minor und bilden eine beinahe lückenlose Ver-
kettung dieser letzteren, weit aus einander stehenden Arten. Die Mög-
lichkeit der Bastardirung wäre bei Dübendorf leicht gegeben, da in den
Rietern beim Gfenn U. minor und U. iniermedia jedes Jahr reichlich
blühen. Von jener Gegend aus hätte sich dann der Bastard talabwärts aus-
gebreitet. Das häufige Vorkommen von U. Bremü im ganzen Glatttale
würde der Hypothese nicht zuwiderlaufen, da die Arten sich ja durch
Sprossung und nicht durch Samen vermehren.
Gegen diese Hypothese sprechen aber gewichtige Tatsachen. Da die
Utricularien sehr selten Früchte ansetzen, ist nicht anzunehmen, dass
sie bastardiren. Es wäre ferner unwahrscheinlich, dass U. Bremü als
Bastard eine runde, obere Kelchlippe haben kann, während dieselbe bei
U. intermedia und minor zugespitzt ist. So müssen wir das isolirte Vor-
FR. MEISTER. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS VON UTRICULARIA. 39
kommen von U. Bremi als Tatsache hinnehmen, für die wir vorläufig
keine Erklärung besitzen.
d) Blütenbiologie.
Die Blüten gehören zur Blumenklasse H b, zu den Bienenblumen im
engeren Sinne, da zur Erreichung des Nectars ein höchstens 7 mm langer
Rüssel notwendig ist.
Der Honig wird im Grunde des Spornes ausgeschieden, wie eine Be-
handlung mit Fehling’scher Lösung zeigt, und liegt deshalb bei U. vul-
garis und U. intermedia 6—7 mm tief, bei den anderen Arten etwa halb
so tief.
Die Narbe überragt die Antheren, weshalb Selbstbefruchtung ausge-
schlossen ist. Nach Kerner soll Autogamie eintreten, wenn kein Insekten-
besuch erfolgt ist, indem die Narbe sich auf die Antheren abwärts beugt.
Es ist dies kaum richtig, denn sonst müssten die Pflanzen häufiger
Früchte ansetzen, als dies der Fall ist.
Nach Knuth'' wären die Blüten homogam. Ich halte sie für proterogyn,
denn im ersten Blütenstadium neigen die halbkreisförmigen Staminodien
ihre Antheren gegen einander, so dass von einem besuchenden Insekt
kein Pollen entnommen werden kann, hingegen ist die Narbe bereits
entwickelt. Erst später drehen sich die Staubfäden. so dass die Pollen-
fächer der Antheren nach vorn, gegen den Blüteneingang gerichtet sind.
Es glückte mir nie, Blütenbesucher zu beobachten. Die Pflanzen stehen
eben an Orten, welche die Immen meiden, weil sie dort nichts zu finden
pflegen. Heinsins? beobachtete Syrphiden, nämlich Helophilus lineatus
und Rhingia campestris als Gäste.
Die künstliche Befruchtung gelang mir nur bei U. minor. Bei den grös-
seren Arten konnte ich keine Resultate erzielen, weil infolge ungenügen-
der Ernährung in der Kultur die Inflorescenzen vor der Samenreife ver-
welkten. Die U. minor kann man dagegen schon in flachen Schalen von
1—2 1 Inhalt mit Sphagnum zur Samenreife bringen.
Biologisch interessant ist die Ausscheidung einer klebrigen Flüssigkeit
am obern Teil des Schaftes und den Blütenstielen von U. vulgaris und
U. intermedia bei heissem Sonnenschein. Die Erscheinung zeigt sich
" Kunth, Blütenbiologie Il 297.
2 Heinsins, Bot. Jaarb. IV 78.
40 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
namentlich bei erster Art sehr ausgeprägt, so dass sich kleine Tröpfchen
bilden können. Es ist auffällig, dass noch niemand auf diese Tatsache
hingewiesen hat. Ihre Deutung ist hier nicht so leicht, wie es bei Land-
pflanzen der Fall ist. Flügellose Insekten als unnütze Blütenbesucher
sind durch das Wasser schon genügend fern gehalten. Kleine Wasser-
schnecken dürften bei heissem Wetter auch nicht den Versuch machen,
in die Höhe zu Kriechen. Die Erscheinung bedarf noch der Erklärung.
In ‚she Si) oe
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A ARTE
2
3 ep
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
TAFEL TI.
Positive photogr Bilder in Naturgrösse.
Big. 1. U. intermedia. Dübendorf, vom 45. XI 97 bis 12. VI 1898 in Kultur.
Primärblalt aus einer Winterknospe.
Fig. 2. U. intermedia. Dübendorf, 18. III 1898, Primärblatt ımil'2 Riedern jeder-
seils. .
Fig. 3. U, Intermedia, Dübendorf. 22. VIII 1896, rechtes Sommerblatt mit 2 Rie-
dem und 5 Budzipfeln jederseits:
Fig. A. U. intermedia. Dübendorf, 19. VIII 1897. linkes Sommerblatt. mit 3 Eie-
dern auf der linken Aussenseite und 2 Fiedern erster Ordnung auf der vech-
ten Innenseite. Die Blattspitze ist der Sprossspitze abgewendet, wie immer
bei U. ıntermedia.
Fig. 5. U. intermedia, Dübendorf, 19. NAIL 97. Rechles Sonimerblatt mit 3 Pie-
dern jederseils.
Fig. 6. U. Intermedia. Dübendorf, 20. X 1897. Herbstblatt mit 35 deutlichen
Zälmnen auf jeder Seite eines Blatlendzipfels.
Fig. 7. U. intermedia. Dübendorf, 20. X 1897. Herbsthlatt mit 35 deutlichen
Zälinen auf jeder Seile eines Blattendzipfels.
Pig 8. U. intermedia. Dübendorf, 20. X 1897. Herbsthlatt mit 46 Zähnen
auf jeder Seile eines Endzipfels.
Biy. 9. U. Bremii. Dübendorf, 28. VII 1896; Spross,
Rig. 10, « « « 18. IN 1898; Primärhlalt.
Fig. il, « t « 22. IV 1897: «
Big. 12. « ü « “ « « rechlesPrimärblatt init Schläuehen.
Fig. 13. « « « CNT « t au’ «
Fig: ik. « « « CRTC « t «© 6 «
Rig.15. « Kr t CK « Frühlingsblatt « 5 «
lg. 16. « « « 13. VIIT 1897: rechtes Sommerblatt mit 4 Fie-
dern rechts und 3 links.
Big. 17. U. Bremii. Dübendorf, 13. VIII 1897; vechtes Sommerblatt init / Bie-
dern rechts und 3 links.
Pig. 18. U, Bremit. Katzensee, 30. IX. 1899; reclites Herbsthlalt mil 3 Riedern
rechts und 2 links.
Big. 19. U, Bremii, Kalzensee, 30. IX 1899; linkes Herbsiblatt mit 3 Fiedern
links und 2 reelits.
:
Erg.
+ 36. U. vulgaris, Dübendorf.
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
20. U. Brremii. Dübendorf, 28. VIIT 1896. Rechtes Sommerblatt mit 5 Fie-
dern rechts und & links.
9.21. U. minor. Dübendorf, 18. LIT 1898. Primärblatt.
22, « « « u“ (C « «
.23. « « « & CO « « mit Schläuchen.
au. « « « « « © Frühlingsblatt.
25. « « « 14, VIII 1897. Rechtes Sommerblatt mit 3 Fiedern
rechts, 3. links.
226: U. minor. Dübendorf, 14. VII 1897. Rechtes Sommerblatt mit 3 Riedern
rechts, 3 links.
- 27. U. minor. Dübendorf, 22, X 1897. Rechles Kiimmerblatt mit L Rieder
rechts, 4 links.
: 28. U. minor. Dübendorf, 22, X 1897. Linkes Kümmerblatt mit 2 Biedern
links, A rechts,
- 29. U. minor. Dübendorf. 22. VIIT 1896. Laubspross mit Sommerblältern
und melamorpher Spross mit Schläuehen.
© 30. U. vulgaris. Klönlhal, Kultur v. VII 1897 his AS. III 1898. Rechles
Priinärblatt. -
31. U. vulgaris. Dübendorf, 21. IT 1898. Linkes Primärblalt mit 7 Fiedern
links, 6 Piedern rechts.
32. U. wulganis. Dübendorf, 21. III 1898. Rechtes Primärhlatt mit 6 Pie-
dern links, 7 Biedern rechts.
- 33. U. vulgaris. Dübendorf, 22. LV 1897. Linkes Primärblatt mit 6 Biedern
links, 6 Fiedern rechts.
. AN U. vulgaris. Dübendorf, 22. IV 1897. Linkes Primärblatt mit 6 Fiedern
links, 5 Fiedern rechts.
35. 0. vulganıs. Dübendorl, 22. IV 1897. Rechtes Frühlingsblatt mit 5 Rie-
dern links, 5 Fiedern rechts.
- IV 1897. Linkes Rrühlingsblatt mit 6 Fie-
dern links, 6 Riedern rechts.
- 37. U. vulgaris. Dübendorf, 22. IV 1897. Rechtes Frühlingsblatt mit 6 Rie-
dern links, 7 Riedern. rechts.
- 38. U. vulgaris. Dübendorf, 22. IV 1897. Rechtes Frühlingsblatt mit 6
Piedern links, 6 Riedern vechts.
39. U. vulgaris. Klönthal, 19. VII A897. Linkes Sommerblall mit 7 Rie-
dern links, 7 Riedern rechts,
- 40. U. vulgaris. Klönthal, 3. VIIL 1897. Linkes Sommerblatt mit 9 Biedlern
links, 9 Riedern rechts.
. 41, U. vulgaris. Klönthal, 3. VIII 1897. Rechtes Sommnerblatt mit 9 Fiedern
links, 9 Fiedern rechts.
. 42. U. vulganis. Klönthal, 3. VIII 1897, Rechtes Soimmerblatt mil 9 Fie-
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Tafel I.
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Fig. 78. « « «typica. Typische Form der Abart x. Belgien.
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Fig. 80. & «2 neglecta. Dübendori 1890. =
Fig. 8. @ « «© « «4897. Exemplar mit zartem Schaft
und dünnen Blütenstielen vom gleichen Standort wie Fig. 80.
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Fig. 43. U. vulgaris. Klönthal, 3. VIII 1897. Linkes Sommerblatt mit 10 Fie-
dern links, 10 Fiedern rechts.
Fig. kh. U. vulgaris. Proskau, 4%. VIII 1897. Linkes Sommerblatt mit 8 Fiedern
links, 8 Fiedern rechts.
Fig. 45. U. vulgaris. Proskau, 19. VIII 1897. Rechtes Sommerblatt mit 8 Fie-
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Fig. #6. U. vulgaris. Dübendorf, 22. VIII 1896. Linkes Sommerblatt mit 10 Fie-
dern links, 10 Fiedern rechts.
Fig. 47. U. vulgaris. Dübendorf, 19. VII 1897. Linkes Sommerblatt mit 10
Fiedern links, 9 Fiedern rechts.
Fig. 48. U. vulgaris. Dübendorf, 22. VII 1897. Linkes Sommerblatt mit 9 Fie-
dern links, 9 Fiedern rechts.
Fig. 49. U. vulgaris. Dübendorf, 22. VII 1897. Rechtes Sommerblatt mit 7
Fiedern links, 8 Fiedern rechts.
Fig. 50. U. vulgaris. Dübendorf, 22. VII 1897. Rechtes Sommerblatt mit 10
Fiedern links, 11 Fiedern rechts.
Fig. 51. U. vulgaris. Klönthal VII 1897 bis VI 1898 in Kultur ; Kümmerformen. :
- Fig. 52. « « « CE COMTE KEN «
D F10..593 « « Dübendorf, 19. VIII 4897 ; Kümmerformen.
Fig. 54. « « l. platyloba, Utznach VIII 1898.
Fig. 55. « « « « « « «
Fig. 56. U. Bremii. Rechts die Blüte von der Seite gesehen, mit dem stumpfen
Sporne, links Unterlippe und Gaumen. Dübendorf, VIII 1898.
Fig. 57. U. minor. Dübendorf, 10. VI 1890.
Fig. 58. « « « CN CO
Fig. 59. U. minor, |. platyloba. Dübendorf, 23. V 1890.
Tafel II.
ZURICH
INSTITUT *
: POLYGIIAPHISCHES
PHOTOTYPIE
SALOMAUM
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Fig.
Fig.
Fig
5 Fig.
+ Fig
Fig
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
TAFEL I.
Negative, photogr. Bilder in Naturgrösse.
60. U. intermedia « genuina. Links eine Inflorescenz mit 2 offenen Blüten,
rechts eine einzelne, offene Blüte. Dübendorf, VIII 1898.
61. U. intermedia 8 Grafiana. Blüte in der Mitte beschädigt. Ebenthal bei
Klagenfurt, ex Herbar Dr. Lagger, Fribourg.
y. 62. U. intermedia £ Grafiana. Bregenz, ex herb. Guthnick, Bern.
BE « y Kochiana. Spross mit Winterknospe, Lyngby, Dänemark.
. 64. » « « Sprossstück. Lyngby.
9.69. « « « Blüte. Links neben der Knospe ist der Sporn
sichtbar. Lyngby.
'g. 66. U. ochroleuca. Blüte mit deutlichem Sporn. Sommerfeld b. Frankfurt
a. O. von Bænitz. Herb. Ducommun, Lausanne.
Fig. 67. U. ochroleuca. Spross. Epinal VIII 1869.
Fig. 68. « « Blüte mit deutlichem Sporn. Epinal VIII 1869.
Fig. 69. « «e Spross. Epinal VIII 1869.
Fig. 70. U. Bremir. Blüten mit Unterlippe und Gaumen. Dübendorf.
Fig. 71. « « Blüte mit Sporn. Dübendorf.
Fig. 72. « « 1. platyloba. Laubspross, metamorpher Spross und eine nicht
aufgeblühte Inflorescenz. Dübendorf VIII 1897.
'g. 73. U. vulgaris £ neglecta. Südfrankreich.
EAN. IQ « « Dübendorf, VII 1890.
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DE L'HERBIER BOISSIER
Bulletin de l'Herbier Boissier, le volume 20 fr.
Tome I (1893), 715 pages. 28 planches et 2 appendices.
Dr IR (1894) 57690 327% » et A )
» IT 14899), %706. 7.9.18...» et 1 >
» - IV (1896), 963 » Du et 3 )
Dr (1897), 1485.» 28.5» et 2 »
DV ana. OBEN I et 3 » et 14 planches.
DUVIE (1899), 4015 °» 11: 5 et 2. EN »
BOISSIER. EDM. Flora orientalis sive enumeralio plantarum in Oriente a Græcia
et ABeypto ad Indiæ fines hucusque observatarım. — 5 vol. et Supplément.
in-80, 1867-1888 140 Ir.
— Voyage botanique dans le midi de l'Espagne pendant l’année 1837. — 9 vol.
grand In-80. 1839-1845.
Prix réduit, colorie, au lieu de 400 fr. 230 fr.
— ENOUE ., 150 fr.
— Icones Euphorbiarum ou figures de 122 A du genre Euphorbia. — 1 vol.
grand in-folio, 2% pages de texte et 221 planches, Genève, 4866 .. 70 fr.
— Diagnoses plantarum orientalium. 1re série, 13 fascicules ; 9me serie, 6 fasci-
cules. — In-80. Genève, 1842-1859, le fascicule SE
Les fascicules 1, 3, 6 et. 7 sont epuises.
- — Description de deux nouvelles Crucifères des Alpes et du Piemont. — In-40, avec
2 planches > fr.
— Centuria Euphorbiarum. Genève, 1860 h it
. — Pugillus planterum novarum Africa Be di nam, australis. — In-80
Genev&, 1852 ED.
BOISSIER, EDM. er BUHSE. Aufsahläing der in einer Beige durch Transkaukasien .
und Persien gesammelten Pflanzen. — In-40 avec 10 planches et 1 carte.
Moskau. 1860 AUT.
BARBEY. C. er W. ‚Herborisations au Levant : Egypte, Syrie et Méditerranée.
Fevrier-mai 1880. Avec 11 planches et 1 carte. — 1880 20 fr.
BARBEY, W. Flora Sardoæ compendium. Catalogue raisonné des végétaux observés
dans. l'ile de Sardaigne. Avec suppl. par MM. Ascnersox et E. Levisr. A vec
7 planches. — 1885 25 fr.
— Epilobium genus, a cl. CH. QuISIN ill. Avec 24 planches. -— Lausanne, 1885.
25 fr.
— Lie Lycie, Carie, 1842, 1883, 1887. Études botaniques. In-40, avec 5 pl. —
890 15 fr.
— BE Calceolus >< macranthos Bar bey. — In-40, avec une planche double
coloriée, Lausanne, 1891 3 fr.
STEFANTI, C. pe, C. J. FORSYTH MAJOR er W. BA RBEY. Samos, Étude géolo-
gique, paléontologique et botanique. Avec 13 pL., par Gr. Cuisin. 1892. 20 fr.
— — — Karpathos. Étude géologique, paléontologique et botanique. — [n-4o,
avec 43 pl., par CH. Cuisix. 1895 20 fr.
MAJOR, C.-J. Forsvru er BARBEY, W. Halki. Etude botanique. — In-A0 avec
I planche double, par Gm. Cuisin. Lausanne, 1894 3.fr.
AUTRAN, E. er DURAND, TH. — Hortus Boissierianus. Énumération des
plantes cultivées en 1895 à Valleyres et à Chambesy, avec préface de
M. F. Crépin. — In-80, xı el 572 pages, avec 3 planches. Genève, 1896.
12 fr.
————
me WILDEMAN, £. Une nouvelle Chytri dinée (Micr
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Les auteurs des travaux insérés
ont. droit gratuitement
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eher neue und Denerkenswertle
Orientalische Pflanzenarten
von
J. FREYN
Date de la publication : 10 mai 1900.
Prix : 2 fr. 50.
GENÈVE er BALE
GEORG & Cie, LIBRAIRES-EDITEURS
MEME MAISON A LYON
1900
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MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER
N° 13
ÿ
Y Vi Ueber neue
und
bemerkenswerthe orientalische Pflanzenarten
von
J. FREYN.
IV.
Den unter gleichem Titel im Bulletin de l’Herbier Boissier Bd. II,
II, IV, V und VI 1894—1898 veröftentlichten Abhandlungen reihen
sich die folgenden Bemerkungen an. Sie fussen, wie die früheren Arbei-
ten, in erster Linie auf Boissier’s klassischem Werke, der Flora Orien-
talis, und wollen als Zusätze, Ergänzungen oder nothwendige Aende-
rungen aufgefasst werden. Den Stoff lieferten diesmal Aufsammlungen,
welche in recht verschiedenen Gebieten des Orientes vorgenommen
worden sind und die ich theilweise zu bestimmen hatte, nämlich:
J. Bornmüller, Pflanzen aus Phrygien, gesammelt 1899, dazu auch
Nachträge aus Persien. gesammelt 1892, Syrien 1893, Kurdistan
1893 und Galatien 1889;
E. Brandis, Pflanzen aus Süd-Dalmatien, Bosnien und der Her-
zegowina, gesammelt im Jahre 1899;
V. F. Brotherus, Ranunculaceæ, Papilionaceæ und Umbelliferæ aus
Transkaspien, hauptsächlich aber aus Ost-Turkestan, gesam-
melt 1896. Diese Pflanzen entstammen meist dem Thianschan, Alatau
transiliensis, Kungei-Alatau, Terski-Alatau und dem Gebiete des grös-
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n0 13, 10 mai 1900. l
2 MÉMOIRES DE L HERBIER BOISSIER.
seren Kabinflusses; einzelne der Gegend zwischen Askabad und dem
Kaspi-See;
E. Hartmann, Pflanzen aus Syrien, gesammelt 1899;
J. Kronenburg, Pflanzen aus Ost-Armenien, i. J. 1899 im Auf-
trage C. G. van Tubergens gesammelt. Von dieser Sammlung, die mir
ganz vorliegt, ist nur eine neue Tulpe hier aufgenommen; die übrigen
Ergebnisse sind einem späteren Berichte vorbehalten;
D. Litwinow, Pflanzen aus Transkaspien, gesammelt 1896 und
1897. Hievon habe ich nur Einzelnes von den ausgegebenen prachtvollen
Exsiccaten, soweit es der Vergleich bei anderen Arbeiten nothwendig
gemacht hat, verglichen;
J..J. Manissadjian Nachträge aus Paphlagonien v. J. 1898, und
Paul Sintenis Nachträge aus West-Armenien vom J. 1890 und
1894.
Einige Aenderungen früherer Bestimmungen sind ausserdem hinzu-
gekommen — auf Anderes hoffe ich später näher eingehen zu können,
nämlich gelegentlich Bearbeitung der mir gegenwärtig vorliegenden
orientalischen Pflanzen. Auch diesmal habe ich — da Prag nichts weni-
ger als ein Litteratur-Mittelpunkt ist — die Gefälligkeit Anderer in
Anspruch nehmen müssen, und erlaube mir deshalb den Herren Pro-
fessoren D” von Beck, D* Palacky und D* Schiffner an dieser Stelle für
Litteratur-Beschaffung zu danken. Ebenso danke ich Herrn van Tuber-
gen jun., der mir auch diesmal lebendes VergleichsMaterial in un-
eigennütziger Weise bereitwilligst überliess.
Ranunculus (Euranunculus)libanoticus n. sp. axi glabra,
calyce patulo. Aus kurzem, abgebissenem Wurzelstock reichliche zähe
bindfadenförmige, braune Wurzelfasern entsendend. Der spärlich faser-
schopfige Wurzelkopf trägt bis zu 12 stengelwärts immer länger ge-
stielte Grundblätter, deren am Grunde etwas häutigscheidiger Stiel aus
abgebogenem oder schiefem Grunde aufgerichtet und abstehend-borst-
lich-zottig ist. Die Dlattspreite ist beiderseits abstehend-seidig-zottig,
aus gestutztem oder ganz kurz keilig vorgezogenem Grunde dreiekig-
eiförmig, fast bis zum Grunde dreitheilig mit unterseits stark vorsprin-
genden, meist parallelen und wenig/anastomisirenden Nerven; Segmente
schmal, unter sich fast gleich gross, vorgestreckt bis spreitzend, ver-
kehrt-eiförmig-keilig, aber immer durch schmale Buchten getrennt,
die seitlichen vorne 2-, die mittleren daselbst 3-spaltig, alle mit unregel-
mässig 2-3zähnigen Lappen; Endzipfel stumpflich mit meist kallöser
Spitze; Stengel schaftförmig, aufrecht, gerillt, unten abstehend borstig-
J. FREYN. BEMERKENSWERTHE ORIENTALISCHE PFLANZENARTEN. 3
zottig, oben angedrückt rauhhaarig, ober der Mitte oder erst im oberen
Drittel oder Viertel ästig vielblüthig, unterhalb der Verästelung unbe-
laubt; das unterste Stützblatt scheidig-sitzend, den Grundblättern ähn-
lich, aber kleiner und viel schmäler getheilt; die weiteren Stützblätter
drei- bis zweitheilig mit lanzettlich-linealen Abschnitten und allmählig
in die obersten, viel kleineren, fast fädlich-linealen übergehend. Blüthen-
stiele kräftig, schief abstehend, stzelrund, schwach gerillt, blattlos oder
mit einem oft zweispaltigen fädlichen Hochblatte etwa in der Mitte besetzt.
Blüthen verhältnismässig klein, goldgelb (ich sah nur jene der Seiten-
zweige); Kelchblätter an die Petalen angedrückt, gelb, ziemlich spät ab-
fällig, kahnförmig, elliptisch, am Rande häutig, innen kahl. aussen ab-
stehend zerstreut-zottig; Blumenblätter verkehrt-eiförmig, am Grunde
mit verkehrt-eiförmiger, etwas ausgerandeter Honigschuppe; Torus
kahl, stielrund; Staubfäden gelb, zahlreich, kahl, schliesslich 1,5 bis
2 mal so lang, als die schmal-keulig-länglichen gelben Antheren;
Fruchtboden ellipsoidisch, kahl; Fruchtknoten kahl, Früchtchen scharf
berandet ohne Seitenfurchen, glatt, flach zusammengedrückt, fast kreis-
rund, plötzlich in einen seitlich flach zusammengedrückten, an der Spitze
kreisförmig zurückgerollten Schnabel von '/s Fruchtlänge verschmälert.
% Juni.
Syrien, Libanon : In feuchten Grasplätzen an der Neb’el Lebben
auf Kreidekalk bei etwa 1500 m über dem Meere. (leg. Æ. Hartmann.)
Maasse: Stengel bis 53 em hoch bei 4 mm Dicke (wahrscheinlich
hohi); Blüthenstiele bis 6 em lang; Blattspreite bis 7 em hoch bei fast
11 cm Breite am Grunde, aber auch nur 4 X 4,5 em gross auf bis 30 cm
langen Blattstielen; Blüthen (ausgebreitet!) etwa 1,8cm weit; Früchtchen
(ohne Schnabel) 3,5—4 mm im Durchmesser.
Die neue Art ist von der Tracht des R. elegans ©. Koch, R. constan-
tinopolitanus D’Urv., ete., gehört aber wegen des abstehenden, nicht
zurückgeschlagenen Kelches in die nähere Verwandtschaft des R. velu-
tinus Ten. und R. Schweinfurthii Boiss. Letzterer unterscheidet sich
jedoch durch das kräftige, wenn auch ganz kurze Rhizom, spindelige,
fleischige Wurzelfasern (ähnlich jenen des R. neapolitanus Ten.), rauh-
weisshaarigen Wurzelhals, gestielte Stützblätter mit reichlichem Indu-
ment, breitlappige Blätter mit fast halbkreisförmig abgerundeten
Zipfeln, etwas grössere Blüthen (2 em), aber kleinere Früchtchen mit
verhältnismässig längerem Schnabel. R. velutinus Ten., der in der Ge-
stalt des Laubes mit PR. Schweinfurthii Boiss. übereinstimmt, ist ausser-
dem schlank, hochwüchsig, kleinfrüchtig, und auch sonst in jeder Hin-
1 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
sicht verschieden. Letzteres gilt auch von R. palustris L. (nicht Boiss.),
der indessen in manchen Stücken dem R. libanoticus ähnlich sein
muss.
Hypericum galiiforme nom. nov. So ist künftig A. galioides
Freyn et Sint. in Bull. Herb. Boiss. III (1895), p. 25 zu benennen, weil
es ältere Homonyme gibt, die ich seinerzeit übersehen hatte.
Geranium microrhizon nov. subsp. Geraniı macrorhizon L.
Minor, gracilis, habitu Aquilegiæ Einseleana, ıvhizomate tenui, foliis
subtus pallidioribus basilaribus pentagonis 5-fidis, segmentis obovatis
antice in lobos 3 integerrimas divisis vel infimis unidentatis, omnibus
late obovatis vel ovatis breviter apiculatis glabris vel vix conspicue
et sparsin hirtis, petiolis glabris; seapo paucifloro folia basilaria mani-
feste superante superne foliis fulerantibus glandulosis vel diminutis et
sæpe ad stipulas purpureas reductis instructo et cum inflorescentia pa-
pilloso et glanduloso ; floribus minoribus, calyce obscure-purpureo
margine et nervo phyllorum viridi; petalis roseis, filamentis stylis et
stigmatibus intense purpureis, valvis pro ratione longioribus.
Dalmatia australis, Ragusa :in cacumine montis dieto Monte
Vipere 960 m supra mare dia 18. Julio 1899 leg. Brandis.
Maasse : Das Rhizom im unbeschuppten Theile nur 2 mm stark;
Stiele der Grundblätter nur 3—8,5 em lang und selbst noch kürzer;
die Spreite derselben nur 2—2,4 em breit und noch kleiner; Schaft
bis zur Theilung 5—16 cm hoch; Cymenzweige 0,4—3,5 em lang;
Blüthen zu 2—4 vorhanden ; Blüthenstiele 0,5—1.5 cm lang ; Kelchblätter
7,5 X 0,5 mm lang und breit, die Granne nur 1 mm lang; Petalen
1,7 cm lang, wovon 0,7 auf den plötzlich abgesetzten Nagel und 1 em
auf die im oberen Viertel 1,2 em breite verkehrt-eiförmige Platte
kommen; Staubfäden 2 em lang; Fruchtschnabel bis 3,5 em lang, den
1,7 cm langen Griftel eingerechnet. Frucht halb-ellipsoidisch, 4mm lang,
1,4 mm breit bei */: mm Dicke, kahl, schwach querrunzlig. Runzeln
etwa 10 in einer gezähnelten Randrippe einmündend; Samen glatt
(nervenlos?).
G. macrorhizon L., das mir aus seinem ganzen Verbreitungsbezirke
in vielen Exemplaren vorliegt, ist eine Pflanze von durchaus unver-
änderlicher Tracht, welch’ letztere durch die kräftige Entwicklung
aller Theile und den geringen Höhenunterschied zwischen Blatt- und
Schafthöhe in erster Linie bedingt ist. Diesen Pflanzen gegenüber ist
die i. J. 1899 von Brandis gefundene Form vor Allem durch den zar-
ten Bau (man vergleiche die oben gegebenen Maasse) und die über die
J. FREYN. BEMERKENSWERTHE ORIENTALISCHE PFLANZENARTEN. 5
Grundblätter meist hoch hinaufragenden Schäfte höchst auffällig, wes-
halb ich sie neu beschrieben habe.
Geranium villosum Ten. Nach Erscheinen meiner diesbetreffen-
den Bemerkungen im Bullet. de !’Herb. Boissier VI (1898) p. 888 und
ff. habe ich diese Pflanze auch für Bosnien sichergestellt, indem sich
von den von P. Brandis über meine Aufforderung freundlichst vorge-
nommenen Aufsammlungen verschiedener Geranien das perenne, am
5. Juni 1899 bei Travnik ober Paklarewo gesammelte als @. villosum
Ten. herausgestellt hat. Diese Exemplare zeichnen sich übrigens durch
kahle, nicht borstlich behaarte Früchte, sowie durch 1 em, nicht 7 mm,
lange Pestalen von der italienisch-ungarischen Form etwas aus, sind
aber sonst nicht verschieden; insbesondere sind die Früchte 7-runzlig,
die Samen schwach runzlig und fast glatt.
Geranium brutium Gasp. Seit meinen Ausführungen im Bull.
Herb. Boiss. I. c. p. 976—977 kann ich einen weiteren bisher nicht be-
kannten Standort dieser Form nachweisen, nämlich :
Bosnien, im Mljackathal bei Sarajewo, 560 m über dem Meere leg.
Maly (vermischt mit @. pusillum ausgegeben). Somit bestätigt es sich
neuerdings, dass @. brutium auch ausserhalb Italiens im Verbreitungs-
bezirke von @. villosum Ten. vorkommt. Dies gibt zu denken und legt
die Vermutung nahe, dass in Ansehung der ohnehin grossen Aehnlich-
keit beider Formen und der oben für @. villosum Ten. konstatirten
Veränderlichkeit der Blüthengrösse und des Indumentes der Früchte,
vielleicht auch noch Zwischenformen zu finden sein werden.
Trifolium (Lagopus) sefinense Freyn et Bornm. n. spec. —
Annuum, viride, parce pilosum, caulibus obliquis irregulare dichotomis,
ramis patulis, fohis petiolatis inferioribus (florendi tempore jam evani-
dis) sparsis, summis saltım oppositis, stipulis membranaceis sub-10striatis
parte libera 3-nervi foliacea lanceolata et lanceolato-lineari longe eiliatis,
foliolis concoloribus petiolulatis lanceolato-ellipticis retusis vel obtusis
mucronatis subintegerrimis subtus patule et parce pilosis, nervis cre-
bris rectis dichotomis usque ad marginem excurrentibus percursis ;
capitulis longiuscule pedunculatis ellipsoideis subglobosis fructiferis
compactis, calycis annulo calloso accrescente pilifero clausi 10-nervi sub-
glabri vel subhirsuti corolla (rosea ?) dimidio æquante laciniis porrec-
tis herbaceis eiliatis uninerviis lineari-subulatis inferiore duplo longiore,
calyce fructifero incrassato obovato sulcato albido, laciniis late triangu-
laribus subulatis stellatim expansis laevissimis eo brevioribus vel æqui-
longis superato. @) Majo.
6 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
Kurdistania assyriaca, ditionis Erbil : in regione inferiore
montis Kuh-Sefin cire. 1000 m supra mare die 31. majo 1893 deflores-
centem leg. Bornmüller !
Dimensiones: caulis fere pedalis ramis usque 17 centimetralibus,
foliola 20x 8 millimetralia vel minora, peduneuli 2—4 em longi raro
breviores; capitula florigera inclusis laciniis calyeinis vix 8 mm, fructi-
fera circ. 13 mm diametro, calyci fructiferi tubus 3'/; mm longus, 2,5
latus.
Ex descriptione affine Trifolio plebeium Boiss. et T. scutatum Boiss.
A priori differt indumento haud tomentello, foliolorum forma, capitulis
longiuscule peduneulatis (pedunculus nempe folia adæquat vel superat),
calyeis minori laciniis uninerviis (nee 3-nerviis), statura humili et foliolis
dimidio brevioribus. A 7. scutatum Boiss. differt indumento adpresso,
foliolorum forma, capitulis fructiferis subglobosis minoribus (videtur
persistentibus), calycis laciniis uninerviis, fructiferi stellatim expansis
(nee recurvis) Iævibus nullo modo reticulatis.
Die mir vorgelegenen Exemplare waren alle fruchttragend und nur
eine einzige Blüthe war auch nur halbwegs gut erhalten, weshalb die
einzelnen Theile der Corolle nicht beschrieben werden konnten.
Astragalus (18. Eu-Hypoglottis) narynensis n. spec.
Adpressissime hirtus, virens, caulibus e rhizomate stolonifero multici-
pite solitariis adscendentibus tenuibus brevibus foliatis parce et brevis-
sime ramosis, stipulis inter se liberis infimis fere ad medium petiolo
adnatis cæteris a petiolo liberis omnibus ovatis obtusis herbaceis tandem
rufescentibus glabratis petiolo triplo eireiter brevioribus, foliolis parvis
oblongo-elliptieis et oblongo-linearibus 4—6-jugis obtusis supra glabris,
pedunculis folio æquilongis vel manifeste longioribus gracilibus albo- et
superne insuper nigro-hirsutis, capitulo parvo sub-14floro globoso,
bracteis triangulare-linearibus herbaceis supra glabris subtus albo-nigro-
que hirsutis pedicello brevi porrecto 5—4plo longioribus calyce dimi-
diam attingentibus vel subsuperantibus, calycis albo- et præsertim
nigro-hirsuti ad costas nigri dentibus subulatis tubo breviter cylindrico
vix brevioribus, floribus parvis (Sicco saltim) violaceis saturatius nervo-
sis livescentibus, vexillo late-ovato obtuso explanato bası breviter abrupte-
que unguiculato alas obtusas fere rectangulæ-oblongas carina sublon-
giores manifeste superante subdimidiam longiore, ovariis oblongis parce
adpresse albo-hirtis (videtur pauciovulatis) in stylum rigidum sublon-
giorem productis, stigmate pro ratione majusculi globosi glabri, legu-
minibus ignotis. Augusto.
J. FREYN. BEMERKENSWERTHE ORIENTALISCHE PFLANZENARTEN. 7
Turkestania orientalis; Terski Alatau: Kokdschon ad fontes fluvii
Naryn regionis alpine die 8. Aug. 1896 leg. V. Æ. Brotherus (exs.
n° 26).
Dimensiones: caulis 12 cm longus, folia bene evoluta cum petiolo
centimentrali 4 1,5 em longa lata; pedunculus 4,5 em longus, capitu-
lum 1,3—1,4 cm diametro, calyx 5 mm longus 1,75 latus, vexillum 7 mm
longum, ale 5 mm long&, ovarium cum stylo paulo plus 3millimetrale.
A. narynensis ist eine von den kleinen, unansehnlichen Arten der
Sektion, aber mehrfach so sehr abweichend, dass sie, zumal die Früchte
unbekannt sind, und man auch nicht weiss, ob der Kelch unverändert
bleibt, nur schwer unterzubringen ist. Indessen besitzt die neue Art
doch wieder so viele den Arten der Untergattung Aypoglottis zukom-
mende Eigenschaften, dass man sie vorläufig nur in dieser unterbringen
kann. Thut man das, so kann man sie nur zur Sektion Æu-Hypoglottis
selbst stellen, wo sie habituell den um A. danicus Retz gruppirten Arten
anzureihen ist, wenn man nicht vorzieht, sie als Typus einer eigenen,
durch die Beschaffenheit der Stipule genügend (?) unterschiedenen
Sektion hinzustellen. Denn die Stipulæ sind weder untereinander,
noch mit dem Blattstiele verwachsen und nur jene der untersten Blätter
machen hievon eine Ausnahme, indem diese bis über '/s ihrer Länge
dem Blattstiele angewachsen sind. Wären sämmtliche Stipulæ ganz frei,
so müsste man A. narynensis nach der von Bunge getroffenen Ein-
theilung neben die habituell so ganz unähnlichen und eine eigene Unter-
gruppe bildenden drei Arten A. Cicer L., A. mucronatus DC. und
A. Freynü Alboff stellen. Sie nimmt aber eine Mittelstellung zwischen
diesen und der Artgruppe ein, zu der A. danicus Retz. gehört — selbst-
verständlich nur dann, wenn die Beschaffenheit der Früchte nichts
Gegentheiliges bedingen sollte.
Habituell ist A. narynensıs noch am meisten dem A. minutissimus
Freyn et Bornm. und A. saxatılis Freyn et Bornm. ähnlich, also je
einer persischen und einer kleinasiatischen Art, die aber beide so durch-
greifend verschieden sind, dass der nähere Vergleich nicht ausgeführt
zu werden braucht. Die habituell allenfalls ebenfalls ähnlichen Arten
der Untergattung Cercidothrix sind alle sofort durch zweispaltige
Haare (pili malpighiacei) zu unterscheiden, kommen also erst recht
nicht zu näherem Vergleich.
Astragalus (45. Pterophorus) stenorrhachis Fisch.
Astrag. pag. 388 tab. G, fig. 74. Fischer selbst hat a. a. O. die Ver-
muthung geäussert, dass A. stenorrhachys vielleicht mit A. andrachne-
8 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
folius Fenzl identisch sein möge und Boissier hat in der Flora Orien-
talis II, p. 360 beide thatsächlich als Synonyme hingestellt. In Ansehung
der von Fischer a. a.0. gegebenen Blüthen-Analysen kann ich mich jetzt
der letzteren Ansicht nicht mehr anschliessen. Als echten A. andrachne-
folius Fenzl sehe ich die durch Stapf bestimmte, von Sintenis in
Armenien bei Egin nächst Karput i. J. 1889 gesammelte und unter
N° 587 vertheilte Pflanze an, während die von mir selbst so bestimmte,
von Bornmüller in Galatien bei Amsia im selben Jahre gefundene
Form (exsice. n° 45) wegen ihrer kleineren Blüthen und Köpfe und bei
Zutreffen der sonstigen Merkmale offenbar zu A. stenorrhachis Fisch.
gehört, trotzdem die Köpfe nicht just «avellanæ major » sind, wie
Fischer verlangt, sondern «juglandi minor ». Solche Vergleiche lassen
in ihrer allzu patriarchalischen Maass-Angabe eben im Stich und es
ist daher nöthig, sie überall zu vermeiden und durch genaue, wenn auch
meist genug mühsam zu erhebende Messungen zu ersetzen. Die Born-
müller’schen Exemplare sind sichtlich zarter und feiner als A. an-
drachnefolius, die Foliolæ schmäler und spitzer, die Petalen erheblich
kleiner und ganz so, wie sie Fischer für A. stenorrhachys angibt.
Demnach möchte ich A. stenorrhachys, zumal mir Uebergangsiormen
bisher nicht untergekommen sind, gegenwärtig mindestens für Rasse
eines mit A. andrachnefolius gemeinsamen Typus ansehen.
Astragalus (45. Pterophorus) stereophyllus Freyn et
Bornm. n. spec. bracteolis deciduis, foliolis multijugis. Fruticosus, pul-
vinatus, caulibus lapidibus oceultatis a basi in ramos exteriores prostra-
tus subæquilongas intimas erectas strietas divisis, ramis erassis inter
stipulas dense villosis spinis elongatis fusco-griseis sursum areuatis rigi-
diuseulis erecto-patulis tota longitudine armatis, stipulis duris tenacibus
nervosis stramineis basi villosa et margine molliter-fimbriata exceptis
glabris parte libera elongato-triangularibus acutissimis, foliis erebris
erectis et patulis longis, rhachide valida straminea sæpe amœæne violas-
cente in spinulam vulnerantem foliola haud attingentem abeunte, foliolis
(S-) 10 (-11)-jugis planis viridibus supra glabris subtus ad nervos parce
hirsutis aut elliptieis vel oblongis rotundato-obtusissimis aut ovato-
oblongis acutatis, omnibus nervo excurrente stramineo breviter spinu-
losis, acervulis plurifloris ad medium ramorum capitulum majuseulum
ellipsoideum valde foliatum formantibus, bracteis calyce æquantibus
superne et dorso villosis oblongis, acuminato-acutissimis exterioribus
navicularibus intimis carinatis, bracteolis caducis angustissime lineari-
lanceolatis plumosis inæquilongis calyce vix vel manifeste brevioribus,
J. FREYN. BEMERKENSWERTHE ORIENTALISCHE PFLANZENARTEN. 9
floribus luteis (an ochroleucis ?) obseurius nervosis, calycis fere ad basin
Jissih dense et longiuseule villosi dentibus e basi triangulari filiformibus
tubo subæquilongis apicibus tandem varie curvatis vel subflexuosis,
vexıili calyce manifeste superante lamina obtusissima basin versus acute
angulata et ibi in unguem obovato-oblongum fere tubulosum abrupte
angustata, alis vexillo paulo brevioribus carinam manifeste superanti-
bus, ovario dense villoso ellipsoideo in stylum ad ?/: hirsutum producto,
legumine ignoto. % Julio.
Phryeia interior, Sultandagh: in collibus supra Jasian ditionis
Akscheher 1100 m supra mare die 1. Julii 1899 leg. Bornmüller (exs.
ex intinere tertio anatolico n° 4415).
Maasse : Polsterstrauch von etwa 0,5 m Durchmesser und, ein-
schliesslich der Blätter, nur 15 em Höhe bei 0,4—0,5 em Stammstärke
(am Scheidengrunde gemessen); Blätter einschliesslich der i em langen
Stipulæ (8-) 10 em lang; die Nebenblattspitzen 5 mm lang und am
Grunde halb so breit; Theilblättehen sammt der 0,5 mm langen Stachel-
spitze 8,8—9,5 mm lang, selten kürzer und in der Mitte oder im unteren
Drittel 3,5 mm breit. Blüthenstand 5 bis 5,5 em hoch bei 3,2—3,5 em
Dieke unterhalb der Mitte. Bracteen 15 bis 15,5 mm lang; die kahn-
förmigen 1,3, ausgebreitet jedoch 2,8 mm, die flachen und gekielten,
also die innersten etwa 1,7 mm breit, wobei die grösste Breite im oberen
Drittel. Bracteolæ : die längeren 14—15, die kürzeren 11,5—13,5 mm
lang, beide in der Mitte etwa 0,7 mm breit. Kelch 14,5 mm hoch, wo-
von 6,5—7 mm auf die Kelchröhre kommen; Vexillum 19, Ale 18 mm
(wovon 5,5 mm auf die Platte entfallen), Schiffchen 16,5 mm lang.
A. stereophyllus bildet mit A. Andrachne Bunge, A. andrachnefolius
Fenzl und A. stenorrhachis Fisch. eine eigene kleine Gruppe von Arten,
welche von allen andern der Sektion Pterophorus sofort durch ihre
vielpaarigen Blätter zu unterscheiden sind und sich auch durch abfällige
Bracteolen kennzeichnen, welch’ letzteres Merkmal sie übrigens noch
mit einer Anzahl habituell minder ähnlichen Arten derselben Sektion
theilen. Von A. Andrachne ist die neue Art jedoch durch die straff auf-
gerichteten (nicht allseits weit abstehenden) Blätter mit in der Regel
10-paarigen unterseits behaarten (nicht 10—15-paarigen, kahlen) schmä-
leren Blättchen unterschieden, sowie durch die grösstentheils kahn-
förmigen (nicht durchaus nur gekielten), auch am Rücken (nicht bloss
an der Spitze) zottigen Bracteen, welche so lang (nicht erheblich kür-
zer) sind wie der Kelch, endlich durch Kelchzähne von Kelchrohrlänge.
Von A. andrachnefolius ist A. stereophyllus unterschieden durch viel
10 MEMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
robusteren Bau, Langästigkeit, kahle, nur am Rande weich wimperige
(nicht zottige) Stipulæ, nur 10- (nicht 12—18-) paarige, derbe (nicht
fleischige, fast kahle) Blättchen, grosse, eiförmige (nicht erheblich
kleinere, kugelige) Blüthenstände, fein zugespitzte (nicht stumpfliche)
Bracteen von voller Kelch- (nicht Kelehröhren-) Länge, ansehnliche
(nicht winzige und manchmal sogar fehlende) durchaus langhaarige
(nicht nur an der Spitze beharrte, sonst kahle) Bracteolæ und nur halb
so grosse Blüthen. Endlich unterscheidet sich die neue Art von A. stenor-
rhachys durch fast doppelte Grösse aller Theile und ausserdem wie von
A. andrachnefolius — von allen drei hier verglichenen Arten auch noch
durch die dicken, starren grossentheils steif aufrechten Blattspindeln.
A. stereophyllus ist an seinem Standorte sehr selten. Da das vor-
liegende Exemplar jedoch einen erheblichen Theil seiner Blüthen noch
nicht voll entwickelt hat (in jeder Achsel sind meist nur 2 Blüthen voll
aufgeblüht, die innersten erst im Knospenzustande), so ist es wahrschein-
lich, dass die Pflanze überhaupt erst im Beginne der Anthese stand,
als sie aufgenommen wurde, und dass sie deshalb unter den anderen
ähnlichen Tragant-Sträuchern unaufgeblüht nicht auffällig genug war,
dass sie also trotzdem individuenreicher auftreten mag, als es ihrem
Entdecker auf den ersten Blick scheinen mochte.
Astragalus (45. Pterophorus) tokatensis Fisch. 1. ce. pag.
370, tab. F, fig. 55. Diese ganz ausgezeichnete Art war ihrem Autor
und selbst Boissier und Bunge nur von einem einzigen, inneranato-
lischen Standorte bekannt. Mir selbst war sie bisher weder in den Auf-
sammlungen Bornmiller’s (der speziell auch um Tokat sammelte), noch
Sintenis’, noch Manissadjian’s, noch Alfred Boissier’s untergekommen.
Um so mehr war ich überrascht, sie unter den i. J. 1899 von .Born-
‚müller in Phrygien gesammelten Arten in einem Pracht-Exemplar ver-
treten zu finden. Diese Art blüht (was ich weder von Fischer, noch von
Bunge oder Boissier bemerkt finde) gelb. Ihr neuer Standort ist fol-
gender:
Phrygia interior, Akscheher (Wilajet Konia) in saxosis planitie
cire. 1100 m supra mare die 27. Junio 1899 florentem legit Bornmiüller
(exsic. 4418).
Dieser Standort liegt etwa 5'/ı Grad westlich und 2 Grad südlich
von Tokat; A. tokatensıs dürfte daher im Zwischengebiete verbreiteter
sein und sich als eine Art von hauptsächlich kappadozischer Verbrei-
tung erweisen. Dieses Gebiet ist eben von den Sammlern bisher höchstens
gestreift, aber noch niemals in gründlicher Weise durchforscht worden.
J. FREYN. BEMERKENSWERTHE ORIENTALISCHE PFLANZENARTEN. 11
Astragalus (45. Pterophorus) stenonychioides Freyn
et Bornm. n. spec. bracteolis calycıs tubo non adnatis caducissimis,
foliolis paucijugis. Fruticosus, dense pulvinatus, humilis, caulibus a basi
in ramos elongatas crassas æquæaltas infra glomerulum brevissime et
tenue ramulosas divisis, ramis strietis inter stipulas albo-villosissimis
spinis rigidis elongatis fuscescentibus fere horizontalibus sursum areua-
tis pungentibus tota longitudine armatissimis, stipulis duris tenacibus
nervosis stramineis dorso et basi dense albo-villosis margine et parte
libera triangulari-acuminata subsubulata glabris, foliis erecto-patulis
longis, rhachide viridi cano-hirsuta valida in spinam lutescentem foliola
haud attingentem abeunte, ‚foliolis (5—) 4—5-jugis subplanis vel plus
minus complicatis tomentoso-villosulis canescentibus oblongo-, lanceo-
lato- vel obovato-elliptieis acutis nervo exeurrente vulnerante-spinulosis,
acervulis 2—5-floris ad basin ramorum in capitulum majuseulum den-
sum ellipsoideum plus minus elongatum valde foliatum congestis, brac-
teis calyce brevioribus acuminato-acutissimis superne et dorso villosis ab
externis cymbiformibus ad media oblonga navicularia et intima elliptico-
oblonga obtusa planiuscula abeuntibus, bracteolis 2 caducissimis minimis
planis calyce multo brevioribus e basi breviter et late cuneata lanceo-
latis et lineari-lanceolatis acutis glabris margine molliter fimbriatis,
Jloribus violaceis saturatius nervosis, calycis ad basin fere fissih denti-
bus fere subulatis villosissimis éubo glabro basi et ad os tantum villoso
viz duplo longioribus, vexilli calyce manifeste longiori lamina stenony-
china plicata elliptica rotundato-obtusissima ad basin pandurata et ibi
in dentes 2 acutas incumbentes producta et in unguem anguste tubulo-
sum oblongum abrupte angustata, alis vexillo manifeste brevioribus
carina subæquilongis, ovario villoso ellipsoideo in stylum ultra medium
hirsutum subito angustato, capsula ignota % Junio.
Phrygia interior, Sultandagh : in declivibus saxosis prope
Akscheher 1100 m supra mare die 19. Junii 1899 sparsam he plantam
legit J. Bornmüller (exsic. 4419).
Maasse : Polsterstrauch von 0,15 m Höhe bei 3—5 mm Stammstärke
(am Scheidengrunde gemessen) ; Blätter sammt den 1,7 em langen Stipulæ
bis zur Stachelspitze der Spindel 7—9 cm lang, jene der sterilen, un-
mittelbar unterhalb der Blüthenköpfe entspringenden, zarten Neben-
zweiglein viel feiner und kleiner, aber wenig auffallend; der freie Theil
der Nebenblätter 6 mm lang; Theilblättchen von 13X3,5 bis 16,3 x4mm
gross, der breiteste T'heil meist in der Mitte, aber auch im oberen oder
unteren Drittel, an den unterdrückten Blättern etwas, an jenen der
12 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
Seitenzweige viel Kleiner; Blüthenstände 5X3 bis 3X2,5 em gross, der
grösste Durchmesser in der Mitte; Bracteen : die grössten becken-
förmigen, bei 13 mm Länge 2 mm tief, ausgebreitet also 4—5 mm breit,
die kahnförmigen bei 9 mm Länge nur 1,7 mm tief, dieflachen 112,5 mm
gross, wobei der eine Rand oft kurz aufgebogen ist. Bracteolen 5,8—6 mm
lang bei 1 mm grösster Breite (ober dem Grunde); Kelch 14, dessen
Röhre 5,5 mm lang; Vexillum 20, Ale und Schiffehen 18 mm lang, wo-
von 5,3 mm auf die Platte kommen.
Die neue Art ist dem A. tokatensis Fisch. nahe verwandt und stimmt
mit ihm in der Grösse, Tracht, Kopfform, ete. ganz überein, hat aber
violette (nicht gelbe), etwas grössere Blüthen, deren Vexillum 5 (nicht
3,5) mm über den Kelch vorrast, tief ausgehöhlte, länglich-beckenförmige
(nicht kahnförmige) äussere Bracteen, flache, kahle, nur am Rande
weichwimperige (nicht gekielte, am Rücken und an der Spitze zottige)
Bracteolen und vor allem auch aussen kahle Kelchröhren, durch welches,
in der Untergattung schwer wiegende Merkmal, sie von allen Arten der
Sektion Pterophorus abweicht und der Sektion Stenonychrum zuneigt
(daher der Speciesname!). In letztere Sektion kann A. stenonychioides
trotz der ihr entsprechenden Gestalt des Vexillums nicht eingereiht
werden, weil das Vorhandensein der Bracteolen zwingend auf Ptero-
phorus hinweist. Im Sinne Bunge’s wäre A. stenonychioides zwar eher
unter die Rhacophori einzureihen und zwar in jene Artengruppe, welche
Bracteolen haben. Mir scheint es jedoch mit Boissier natürlicher, alle
solche Arten den Pterophoris zuzuzählen und deren Sektionscharakter
auf das Vorhandensein der Bracteolen gegenüber dem Fehlen derselben
bei Rhacophorus zu begründen.
Astragalus (45. Pterophorus) akscheherensis Freyn et
Bornm. nov. spec. bracteolis caducis, foliolis paucijugis. Fruticosus, laxe
pulvinatus, caulibus pedalibus prostratisirregulariter ed intricate ramosis
uti rami spinis brevibus crebris intricatis flexibilis fuscescentibus hori-
zontalibus et sursum areuatis pungentibus tota longitudine armatissimis,
ramis brevibus strietis inter stipulas albo-villosissimis, stipulis duris
tenacibus nervosis stramineis toto dorso usque ad divisionem breviter
albo-villosis glabrescentibus parte libera anguste triangulari acuminata
acutissima glabris, foliis plus minus divaricatis, rhachide cano-hirsuta
valida in spinam lutescentem folia haud attingentem abeunte, foliohs
4—6-jugis plus minus plicatis vel subplanis cano-tomentosis et albo-
hirtis breviter lanceolatis vel obovato-elliptieis acutis nervo excurrente
tenuiter spinulosis, acervulis sub-Sfloris versus apicem ramorum in capi-
J. FREYN. BEMERKENSWERTHE ORIENTALISCHE PFLANZENARTEN. 13
tulum parvum densum breviter ellipsoideum valde foliatum congestis,
bracteis calyce æquilongis breviter acuminatis superne et dorso dense vil-
losis ab externis oblongis eymbiformibus ad media eymbiformia carinata
et intima anguste oblonga planiuscula acuta abeuntibus, bracteolis 2
caducis minimis planis carinulatis calyce multo brevioribus e basi plus
minus cuneata lanceolatis acutis glabris antice dorso villosis, calycıs dense
villosi ad basin fissili dentibus fere subulatis tubum adæquantibus, vexilli
calyceeximielongiorilamina rubescenti-violacea saturatius nervosa steno-
nychina carinata oblongo-elliptica obtusissima vel subemarginata vix
pandurata sensim in dentes 2 acutas se invicem ineumbentes producta
et in unguem anguste-tubulosum abrupte angustata, alis cum carına
vexillo pallidioribus æqguilongis, ovario ellipsoideo dense villoso in
stylum petalis longiorum ultra medium hirsutum subito angustato,
capsula ignota Z Julio.
Phrygia interior, ad radices montis Sultandagh rarus: in rupibus
et saxosis supra urbem Akscheher (Wilajet Konia), circa 1100 m supra
mare die 6. julio 1899 invenit Bornmüller (exsie. 4420).
Maasse. Polsterstrauch von etwa 15 cm Höhe bei 3—4 mm Stamm-
stärke (am Scheidengrunde gemessen); Blätter sammt den 1,6cm langen
Stipulæ bis zur Stachelspitze der Spindel 4,5—6 em lang, jene der steril
bleibenden Nebenzweiglein jedoch feiner und kleiner. Der freie Theil der
Nebenblätter 6,5 mm lang bei 2,5 mm Breite am Grunde. Foliolæ sehr
ungleich, bei grösster Breite in der Mitte: von 10X2,5 bis 6X1,3 mm
Grösse herab; bei grösster Breite im oberen Drittel 7x3 mm gross.
Hierin ist die 0,5—1 mm lange Stachelspitze immer mitgerechnet. —
Blüthenstände nur 2 em hoch bei 2—1,7 em Dicke in der Mitte. —
Bracteen 11—9 mm lang, die äusseren und mittleren etwa 2,3 mm tief,
die flachen inneren 3 mm breit, an einem Rande oft etwas aufgebogen.
Bracteolæ ziemlich gleich gross, 61,2 mm, die grösste Breite in oder
wenig ober der Mitte, Kelch nur 10,5 mm hoch, wovon die Hälfte auf
die Kelehröhre kommt. Vexillum und Alæ je 16, Schiffchen 15,5 mm
lang, wovon 11 mm auf den Nagel der Alæ und die Röhre des Schifichens
entfallen; die Zahnspitzen des Vexillums liegen etwas oberhalb dessen
Mitte.
In der Sektion Ptlerophorus herrschen die Arten mit angewachsenen
Bracteolæ weit vor; um so merkwürdiger ist es, dass das nordwestliche
und nördliche Kleinasien so auffallend viele hierher zu zählende Arten
mit abfälligen Bracteolen hervorgebracht hat. Soweit sie hier in Ver-
gleich zu kommen haben, sind es A. albifolius Freyn et Sint., A. steno-
14 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
nychioides Freyn et Bornm. und A. tokatensis Fisch. Von diesen sind
beide letztgenannte Arten langstachelig, diek- und grossköpfig, robust,
A. tokatensis ausserdem gelb-blüthig, während A. stenonychioides wohl
violette, aber viel grössere Blüthen hat und noch dazu durch kahle Kelch-
röhren ausgezeichnet ist. A. albifolius ist habituell viel ähnlicher als
beide vorgenannte Arten, aber dicht weiss-, fast wollig filzig, mit gelblich-
weissen Blüthen ausgestattet, und dadurch besonders bemerkenswerth,
dass seine mittleren und inneren Blüthen der Bracteolen meist entbehren.
die anderen Arten der Sektion, welche abfällige Bracteolen haben,
kommen auch habituell nicht in Betracht und sind sehr verschieden.
Im Grossen und Ganzen sieht A. akscheherensis wie ein verkleinerter
A. stenonychioides aus.
Astragalus (45. Pterophorus) parviceps Bunge Astrag.
p- 162. Dieser niedere Schirmstrauch ist in Kleinasien offenbar viel
weiter verbreitet und auch häufiger, als selbst noch aus der Flora
Orientalis ersehen werden kann. Boissier verzeichnet ihn von Armenien,
Cappadocien und Pisidien. Bornmiiller hatte ihn später in Galatien
am Jildissdagh (exsic. n° 2125 ex 1890) angetroffen und nun noch in
Inner-Phrygien: Sultandagh, in jugis alpinis supra pag. Jasian
17—1800 m supra mare die 1. julio 1899 (exsic. 4417). Hier ist er noch
sehr häufig, während die anderen, oben erörterten, aus dieser Gegend
herstammenden Arten sehr selten sind.
A.parviceps beweist, wie ganz trügerisch der Habitus der Traganth-
Sträucher ist. Er sieht nämlich dem A. Krugeanus Freyn et Bornm. und
besonders dessen Varietät nitens Freyn et Sint. dermassen ähnlich, dass
Exemplare beider Arten, durcheinandergemengt, in trockenem Zu-
stande ohne nähere Untersuchung von einander absolut nicht zu unter-
scheiden sind! Man muss unbedingt die Blüthen analysiren und wird
dann freilieh A. parviceps an den anders gestalteten Bracteen und den
kelchzipfelähnlichen, langen, dicht zottigen und dem Kehlgrunde an-
gewachsenen Bracteolen leicht und sicher unterscheiden, während
A. Krugeanus an den anders gestalteten und abfälligen Bracteen und
Bracteolen kenntlich ist.
Astragalus (45. Pterophorus) schizostegius Freyn et
Bornm. nov. spec. bracteolis calycıs tubo adnatis, stylo fere ad medium
hirto. Fruticosus, pulvinatus, vix pedalis, ramosissimus, ramis elongatis
tomentosis crassis strictis brevibus vel elongatis spinis erabris validis
rigidis fere horizontalibus stramineis brunnescentibus tota longitudine
armatis, stipulis duris tenacissimis nervosis stramineis brunnescentibus
ces
5
J. FREYN. BEMERKENSWERTHE ORIENTALISCHE PFLANZENARTEN. 15
dorso albo-pannosis parte libera ovatis breviter acuminatis, ‚foliolis
(3— ) 4—5-jugis deciduis spina petiolari straminea vix vel paulo superatis
elliptico-oblongis planıs cuspidatis dense tomentoso-pannosis nervo medio
exeurrente spinulosis, acervulis (2—) 5-floris ad basin ramorum capitula
ellipsordea vel breviter oblonga foliata formantıbus, bracteis calyce bre-
vioribus dorso villoso-tomentosis, exterioribus orbiculari-ovatis cymbæ-
formibus eurvatis flexuoso-nervosis ad tertiam partem vel ad medium in
2 lobos patentes oblique ovatas breviter cuspidatas extus villoso-tomentosas
- divisis, bracteis intimis spathulato-navieularibus antice fissis et in 21obos
parvas planiuseulas obliquas valde inæquales divisis, bracteolis filiformi-
linearibus plumosis calyce vix vel conspicue brevioribus, floribus pallide
roseis saturatius nervatis siceatione palleseentibus, calycis ad basın fere
fissili dense et longiuscule villosi dentibus filiformibus tubo multo longio-
rıbus tandem varie curvatis et flexuosis. vexilli calyce et alas carina
superantes manifeste Jongiori lamina rotundato-obtusa versus basin
subpandurata et obtusissime angulata ungue obovato-oblongo æquilongo
subangustiore, ovario dense villoso, legumine ignoto h Exeunte junii.
Phrygiainterior, Akscheher (Wijalet Konia) in saxosis planitie
rarus; specimina descripta ad sepulerum philosophi Nassreddin-Hodscha
1000 m supra mare die 24. junio 1899 leg. Bornmüller (exs. 4414).
Maasse: Polster-Durchmesser 0,6 m und mehr, Höhe 0,15—0,25
(—0,30) m. Stamm- und Zweigstärke etwa 0,6 cm. Länge der Blätter
4—4,5 cm, der Stipulæ 1,2 cm, wovon 0,9 cmauf denangewachsenen Theil
kommen; Blättehen sammt dem 0,6 mm langen Dörnchen 7,6x3,3 mm
lang und breit; die grösste Breite in der Mitte. Die Blätter der unmittel-
bar unter den Blüthenköpfen entspringenden, steril bleibenden Zweiglein
sind viel kleiner, aber physiognomisch nicht hervortretend und haben
auch viel kleinere Blättchen. Blüthenköpfe 2—3 em lang bei 2 cm Stärke
in der Mitte. Bracteen 8 mm lang (wovon 4—2 mm auf die Lappen
kommen), ausgebreitet etwa 7 mm breit; Bracteolen 1,2 (—1,0) em lang;
Kelch 1,2 em hoch; Vexillum 1,5 cm lang, ausgebreitet oben 5, an der
Einschnürung 4,6 mm breit, Flügel 1,45 cm lang, wovon auf die 1,3 mm
breite Platte 5,5 mm kommen ; Schiffchen 1,4 em lang.
Die oben neu beschriebene Art ist von allen mir bekannten Traganth-
Sträuchern durch die zweilappigen Bracteen weit verschieden und schon
durch dieses eine Merkmal sehr leicht kenntlich. Im Uebrigen reiht
sie sich am natürlichsten an die um A. trojanus Stev. gruppirten vier
Arten höheren Wuchses an, welche meistens auch ellipsoidische oder
kurz eylindrische Köpfe entwickeln. Unter ihnen hat nun A. tallaseus
16 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Boiss. et Bal. die Blüthen in eylindrischen Aehren angeordnet, ist übrigens
auch durch Indument, kurze Kelchzähne etc. weit verschieden. A.tmoleus
Boiss. ist durch höheren Wuchs, viel längere Bewehrung, gewimperte,
lang verschmälerte Stipulæ, erheblich grössere Blättchen, 5—6-blüthige
Achseln, häutige (nicht fast hornartig-zähe), nur an der Spitze rauh-
haarige, sonst kahle Bracteen, spatelig-lineale, am Grunde kahle Brac-
teolen von nur halber Kelchlänge und grössere Blüthen sehr abweichend.
A. bounacanthus Boiss. hat schmale Blüthenköpfe, längere, dünne Be-
wehrung, eiförmige kleinere Blättchen, länglich-eiförmige, kahlrandige
Bracteen, spatelig-lineale Bracteolen von nur halber Kelchlänge, kurze
Kelchzähne. Endlich unterscheidet sich A. trojanus Stev. auch durch
aufrecht abstehende Bewehrung, 5—6-paarige, eiförmige Blättchen von
nur sehr schwachem Indument, anders gestaltete Bracteen, ete.
Astragalus (79. Ammodendron) transcaspicus Freyn
nov. spec. —- fruticosus adpresse canus, eaulibus lignosis erassis teretibus
elongatis ramosissimis, stipulis membranaceis ad apicem fere coalitis
bicuspis a petiolo liberis pilis mediofixis adpresse-strigulosis, petiolis
singulo foliolo longioribus saltim inferne perdurantibus sed nunquam
spinescentibus, foliolis glandula articulatis 3—(4-)jugis linearıbus acu-
minatis acutis utrinque canis jugis valde remotis, racemis ramos novellas
longe superantibus laxe 8—15-floris angustis folia æquantibus vel parum
super antibus breviter pedunculatis, bracteis pedicello nigro subæquilongis
anguste-oblongis albo- et præsertim nigro-hirsutis basi pallidis apice
nigricantibus, calyeis ebracteolati breviter ovato-tubulosi pallidi ad
costas colorati undique albo- et nigro-hirsuti dentibus triangulare-subu-
latis acutis margine densius albo-barbatis tubo triplo brevioribus, floribus
(an vero violaceis?) sieco saltim livescentibus angustis, vexillo oblongo
apice truncato et emarginato subbilobo alas carina longiores manifeste
(quartam partem) superante, ovario anguste-ellopsoideo longe denseque
patule albo-villoso (videtur 8-ovulato), legumine sessili calycem parum
excedente breviter oblongo compresso longe patule albo-villoso apice
cuspidato h aprili, majo.
Regio transcaspica: prope Usun Ada die 20. aprili 1896 florentem
et cum leguminibus juvenilibus leg. V. F. Brotherus (Plant turkesta-
nicæ n° 1016).
Dimensiones: Caulis bipedalis, ramis circ. 6, ramulis cire. 2,5 mm
crassis; folia cum petiolo 3—4 centimetrali 12 em longa, foliolis patulis
2—3 cm longis, ad medium 1—3 mm latis;.racemi cum peduneulo 2—4
centimetrali cire. 10—12 em longi; calyx cum tubum 6 millimetrali
J. FREYN. BEMERKENSWERTHE ORIENTALISCHE PFLANZENARTEN. 17
8—9 mm longus; vexillum 14 mm longum ad trientem superiorem 5 mm
latum; ale 11 mm longæ, carina 9 millimetralis.
Nach den Beschreibungen ist À. transcaspicus keiner Art näher ver-
waudt als dem A. villosissimus Bunge, aber durch die so schmalen, zu-
gespitzten, meist 3-paarigen (nicht lineallänglichen, fast spateligen, meist
2-paarigen), viel grösseren Blättchen und Blätter, reichblüthigeren, ver-
hältnismässig kürzeren Trauben, etwas grösseren Blüthen, deren ver-
hältnis mässig viel längeres Vexillum, geringere Zahl der Eichen und
die doppelte Kelchbehaarung zu unterscheiden.
Bemerkenswerth ist ferner die ganzeigenthümliche Tracht des A. trans-
caspicus, welche durch die besondere Art der Verzweigung hervorge-
rufen ist. In der Achsel der vorjährigen, überwinternden Blattstiele
entspriessen nämlich die Blütentrauben und häufig ausserdem noch
jederseits ein die Traube an Länge vielfach übertreffender, entweder
im ersten Jahre nicht mehr zur Blüte gelangender, oder in seinen
unteren 1—2 Blattachseln ebenfalls kurze Blütentrauben entwickelnder,
schief aufrechter Ast. Es kommt vor, dass sich nebst den zwei primären
Zweigen an deren Basis noch je zwei weitere, kürzer bleibende oder
auch ziemlich gestreckte Seitenzweige entwickeln, die sich weiter ver-
ästeln. Alle diese Zweige überragen die Blüthenstände bei weitem. Hie-
durch, sowie durch die nicht gewöhnliche Anhäufung von Achseln, die
auf den ersten Blick sämmtlich aus einer einzigen Blattachsel zu ent-
springen scheinen, ist das eigenthümliche Aussehen des Strauches bewirkt.
Zu dem kommt, dass seine Blättchen und Blüthen sehr abfällig sind,
während die Blattspindel sammt dem Blattstiele den Winter entweder
ganz überdauern, oder wenigstens der Blattstiel bis zur nächsten
Blüthezeit stehen bleibt.
Astragalus (79. Ammodendron) confirmans Freyn n.sp.
fruticosus, elatus, adpresse /canus, caule lignoso crasso tereti elongato
paniculato-ramosissimo, stipulis membranaceis ad apicem fere coalitis
bieuspis a petiolo liberis pilis mediofixis parce adpresseque strigulosis
tandem glabratis. petiolis singulo foliolo multo brevioribus hyeme saltim
pro parte perdurantibus nunquam spinescentibus, foliolis facile caducis
ternis petiolulatis glandula articulatis lanceolatis vel oblongo-lanceolatis
latiuseulis obtusiuseulis mucronatis utrinque pilis mediofixis parce strigu-
losis viridibus, racemis paniculam compositam myriantham basi foliatam
Jormantibus laxe multi-(sub 70-)floris angustis folia multoties super-
antıbus breviter pedunculatis, bracteis pedicellum albo-pilosum supe-
rantibus anguste triangularibus pallidis laxe parceque albo-pilosis sub-
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n° 13, 10 mai 1900. 2
si
18 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
persistentibus, calyeis ebracteolati breviter ovato-tubulosi pallidi parce
albo-strigulosi tandem rupti dentibus triangulare-subulatis acutis
margine densius albo barbatis tubum quadruplo brevioribus, floribus
roseis siccatione intense violaceis livescentibus angustis, vexillo oblongo
breviter-bilobo subreplicato alas obtusas carina longiores manifeste
superante, ovario anguste-ellipsoideo parce villoso (videtur 6-ovulato),
legumine biloculari sessıli pendulo (tandem erecto ?) calycem excedente
longe patule villoso oblongo valde compresso sutura carinato et oblique
breviterque cuspidato matura coriaceo 3—4-spermo f, Majo.
Regio transcaspica, in collibus arena mobili constantibus prope
oppidum Repetek die 5. majo 1897 florentem et fructiferum leg. D. Lit-
winow (exsic. 163).
Dimensiones. Frutex 1—1,5metralis, ramis cire. semicenti-
metralibus virgatis repetite ramulosis, folia cum petiolo 0,5—1,5 centi-
metrali 2—6 em longa, foliola 4,3 0,8 centimetralia vel minora, racemi
cum peduneulo 4centimetrali 35 em longi vel breviores, calyx cum tubo
4millimetrali 5—6 mm longus, vexillum centimetrale, ale 9, carina
7,5 mm longæ; legumen cum mucrone 0,6millimetrali 7,3 mm longum
ad medium 2,8 mm latum et cire. 1,3 mm crassum. Semen olivaceum
reniforme 2,5 mm longum, 1,8 latum.
Litwinow hat die hier neu beschriebene Art für A. Ammodendron
var. laxiflorus O.Kunze gehaltenundso vertheilt. Allein A. Ammodendron
Bunge ist von A. confirmans weit verschieden, da er langgestielte Hülsen
hat und somit nach der Bunge’schen Eintheilung einer andern Arten-
gruppe angehört; übrigens ist derselbe auch durch Kelchzähne von
halber Kelchlänge ohne längere Untersuchung leicht zu unterscheiden.
Von den in Boissier’s Flora Orientalis beschriebenen Arten ist A. con-
firmans den um A. macrobotrys Bunge gruppirten, insbesondere der
eben genannten am nächsten verwandt. Doch ist er hochwüchsig, die
Blätter sind zahlreich, die Blättehen nur 1-(nicht 1—2)-paarig, viel
länger und verhältnismässig schmäler, beiderseits grün, die Trauben
vielblüthiger, die Bracteen schmal (nicht eiförmig), die Kelche etwas
grösser, das Vexillum jedoch kleiner, kürzer, kurz 2-lappig (nicht ab-
gerundet), die Hülse kleiner und flacher. A. unifoliolatus Bunge ist
ebenfalls ein Strauch mit langgestielten Blättern, die aber fast alle aus
nur einem ungetheilten rundlieh-elliptischen Blättchen bestehen ; ausser-
dem hat er viel armblüthigere Trauben, sowie kleinere Blüthen und
Hülsen. A. villosıssimus Bunge hat länger gestielte, kleinere Blätter
und 2-paarige Blättchen von anderer Gestalt, armblüthige Trauben,
J. FREYN. BEMERKENSWERTHE ORIENTALISCHE PFLANZENARTEN. 19
längeres Vexillum bei gleicher Kelchlänge, länglich-eiförmige Hülsen, ete.
Aber auch A. iliensis Bunge in Regel et Herder Enumeratio plantarum
eis- et transiliensibus im Bullet. Soc. Natur. de Moscou 1866, fasc. 3,
pag. 20—21, zu welchem man nach der Bestimmungstabelle in Bunge
Astragali species gerontogeæ I (1868) pag. 128—129 gelangt, ist eben-
falls verschieden und zwar nach der Originalbeschreibung durch 1—2-
paarige, beiderseits graue, etwas kleinere, verlängert lineal-lanzettliche
Blättchen, nicht einmal halb so lange Zweige von nur halber Blüthen-
anzahl, behaart-grauen, um die Hälfte kleineren Kelch, dessen Zähne
!/; Röhrenlänge erreichen, also länger sind, kleinere Blüthen mit er-
heblich kürzerem Vexillum, ete.
Hedysarum xanthinum Freyn in Oesterr. botan. Zeitschrift
XLI, pag. 49, Onobrychis xanthına Freyn l.c. XL, pag. 445—446. Diese
Pflanze hatte ich zuerst in nur blühendem Zustande vorliegen und so
für eine Onobrychis gehalten. Später erst stellte sich auf Grund eines
nachträglich erhaltenen Exemplars mit einer ganz jungen Hülse ihre
Zugehörigkeit zu Hedysarum heraus. Noch später bekam ich von Born-
müller und zwar ebenfalls von Amasia, wo die für neu gehaltene Art
herstammte, einige fruchttragende Exemplare derselben Art als Ono-
brychis spec. Nach diesen Exemplaren erwies sich die Pflanze jedoch
als Æed. pogonocarpum Boiss. 8 microphyllum Boiss. und wurde sonach
unter diesem Namen auch vertheilt. Der von mir gegebene Name 77.
zanthinum ist daher überflüssig und einzuziehen. Alle folgend ver-
zeichneten Pflanzen sind also 7. pogonocarpum Boiss. ß microphyllum
Boiss. :
N° 114 ex 1889, von Bornmüller vertheilt als Onobrychis xantinaFreyn
et Born. (nur blühend);
N° 1412 ex 1889, von demselben vertheiltals Hedys.pogonocar ano Diss.
B microphyllum Boiss. (fruchttragend) ;
N° 1831 ex 1890, von demselben vertheilt als Æedysarum xanthinum
Freyn f. variegata (blühend) ;
sämmtlich von Amasia. In der von Förster vertheilten Manissadjian’schen
Sammlung anatolischer Pflanzen ist dieselbe Art unter dem richtigen
Namen ebenfalls enthalten; dagegen fehlt sie in der aa Sul
Aufsammlung von Sintenis.
Hedysarum (Gamotion) Brotherusi n. spec. caule e basi
breviter adscendente erecto elongato striato glabro inferne stipulis paucis
aphyllis munito cæteris foliato, foliolis 5—3-Jugis cum impari ovato-
elliptieis obtusis mucronatis supra viridibus glabris subtus pallidioribus
20 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
laxe pubescentibus, stipulis majusculis persistentibus fusco-scariosis
glabris infimis et mediis ad apicem fere in unam bieuspidatam connatis
summis a basi fere liberis triangulare-lanceolatis acuminatis acutis,
peduneulis patulis præsertim inter flores plus minus pubescentibus,
racemo densiuseulo multifloro folia superante, bracteis persistentibus
fusco-seariosis Ineari-subulatis acutissimis tandem flexuosis pedicello
sericeo floreque tandem nutante paulo longioribus, bracteolis binis per-
sistentibus tubo calycino hypocrateriformi æqguilongis fusco-scariosis
lineari-subulatis acutissimis, calycis glabri dentibus inæqualibus e basi
triangulari subulatis sericeo-marginatis fubo æquilongis vel eo duplo
brevioribus, corolla sulfurea calyce 3-plo longiore, carına alas oblongas
obtusas vexillo elliptico obtusissimo longiores manifeste superante, ovario
glaberrimo 3—4-ovulato lineari, legumine ignoto. % Junio.
Turkestania orientalis, Alatau transiliensis : prope Djelbulak in
valle fluvii Kabin majoris die 16. junio 1896 florentem legit V. F\ Bro-
therus (exs. 682).
Dimensiones: Caulis 75 cm altus, stipulæ ab infimis aphyllis usque
2,5 longis ad summa oppositifolia centimetrum longa sensim decres-
centia; folia 14X7, foliola 3,52 em longa lata vel minora; peduneuli
cum racemo 15 em longi, pedicelli 7-, calyces 7millimetrales, corolla
fere 20, carina 18 mm longa, alæ 15,5 millimetrales, vexillum 15 mm
longum.
Nach Basiner’s Monographie der Gattung Hedysarum gehört die
oben beschriebene neue Art oder Rasse der unbenannten Subsection I
der Seetion Gamotion an. Zwar sind die Früchte unbekannt, doch ist
die nähere Verwandtschaft wegen der langen pfriemlichen Kelchzähne
jedenfalls unter den um A. obscurum L. gruppirten Arten zu suchen;
nebst der oben genannten sind also noch 7. caucasıcum M. B., H. neg-
lectum Led., H. turkestanicum Regel et Schmalh. und 7. flavum Rupr.
zu vergleichen. Mit Ausnahme der letzten blühen diese Arten roth. Das
gelb blühende A. flavunn ist eine von Ruprecht in Rupr. et Osten-Sacken
Sertum thianschanicum (Mem. de l’academie impériale des sciences de
St-Petersburg, VIT série, tome XIV [1844] pag. 44) aus dem Thianschan
beschriebene Art, welche viel niedriger (nur 15—30 em hoch) ist und vor
Allem ganz freie, kürzere, nur 15 mm lange Stipulæ besitzt. Ihre Blätt-
chen sind 5—6-paarig, bei ziemlich gleicher Länge schmäler, die Bracteen
abfällig, Bracteolen fehlen ihr gänzlich, der Kelch ist nur 5 mm lang und
seine Zähne dreieckig. Diese Unterschiede sind also durchgreifend.
Das rothblühende 7. obscurum L. ist in Europa gewöhnlich eine niedere
J. FREYN. BEMERKENSWERTHE ORIENTALISCHE PFLANZENARTEN. 21
Pflanze, kommt aber, und zwar besonders in Asien, auch hochwüchsig
vor. Es hat 4—9-paarige, kleinere Blättchen, dicht abstehend behaarte
Traubenspindeln, viel kürzer gestielte Blüthen, deren Bracteen länger
als der Kelch sind und ein viel kürzeres, die Fahne nur wenig über-
ragendes Schiffchen. Da die Blüthengrösse beider Arten ziemlich gleich
ist und beide auch persistente Bracteolen besitzen, so dürfte 4. Brotherust
in H. obscursum seinen nächsten Verwandten besitzen. 7. caucasicum M
B., welches Zipsky in seiner Flora Kaukasa (1899) gar nicht, ja nicht ein-
mal als Synonym des 7. obscurum L. anführt, steht diesem letzteren jeden-
falls ganz nahe und müssen deshalb zwischen ihm und AH. Brotherusi
dieselben Unterschiede bestehen, die letzteres von A. obscurum unter-
scheiden. Uebrigens soll 7. caucasicum nach der Beschreibung 6—9-
paarige, noch schmälere und kleinere Blättchen, kleinere, übrigens eben-
falls kurz gestielte Blüthen, viel kürzere Bracteolen, länglich-verkehrt-
herzförmige Fahne, ete. haben. Vielleicht sind aber diese Charaktere
nicht durchgreifend, sondern veränderlich. A. neglectum Led., eine
altaische Art, hat 7—12-paarige, schmälere Blättchen, oft viel kürzere
Peduneuli, kürzer gestielte Blüthen, Bracteen von doppelter Länge des
Blüthenstiels, angedrückt behaarte, kleinere Kelche, indessen dasselbe
gegenseitige Längenverhältnis der Blumenblätter, wie A. obscurum;
das Ovarium ist von kurzen angedrückten Haaren grau. Endlich ist
H. turkestanicum Regel et Schmalh. in E. Regel descript. plantar. novar.
rariorumque a cl. Olga Fedtschenko lectarum (1882) p. 21, eine bei
Taschkent vorkommende Art, von angedrückten Haaren graulich, seine
Stipulæ sind klein, die Bracteen länger als die kurzen Pedicellen, die
Kelchzähne doppelt so lang als die Röhre, die Fahne wenig länger als
das Schifichen, aber 2—3mal länger als die Flügel — durch dieses
Merkmal von allen mit A. obscurum verwandten Arten so weit ab-
weichend, dass von näheren Beziehungen eigentlich gar nicht mehr ge-
sprochen werden kann.
Boris Fedtschenko hat im Bullet. de l’herb. Boiss. VII (1599) eine
vorläufige Uebersicht der Arten der Gattung Æedysarum gegeben und
sienach ihrer natürlichen Verwandtschaft geordnet. Da diese Zusammen-
stellung keinerlei Beschreibungen enthält, so ist aus ihr hier, zumal
das Vergleichsmaterial hier auch nicht aufzutreiben ist, dermalen leider
auch kein rechter Nutzen zu ziehen. Da jedoch Fedtschenko nebst
H. caucasicum und H. armenum Boiss. Huet. auch H. neglectum Led.
als Synonym zu H. obscurum bringt, so wird A. Brotherusi trotz dessen
gelben Blüten wohl auch noch in den so erweiterten Bereich des 4.
22 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
obscurumim Sinne Fedischenko’sfallen. Wahrscheinlich ist mir übrigens,
dass der Formenkreis, den Fedtschenko unter Æ. obscurum begreift, aus
mehreren geographisch gesonderten Rassen besteht und daher jeden-
falls noch weiterer Aufklärungen bedarf. Bis dahin halte ich es für ge-
boten, so auffallende Formen, wie 7. Brotherusi, neu zu beschreiben,
deren endgültige Einreihung im System dem künftigen Monographen
anheim stellend.
Hedysarum (Gamotion) cymhostegium n. spec. caule
arcuato erecto elongato stricto glabro apice parce puberulo inferne
4—5 stipulis aphyllis munito cæteris foliato, stipulis majusculis persis-
tentibus fusco scariosis fimbriatulis glabrescentibus in unam bicus-
pidatam connatis, foliolis S—6-Jugis cum impari elliptieis obtusis mucro-
natis utrinque viridibus supra glabris subtus secus nervum medium et
rhachide sericeo-pilosis, peduneulis erecto-patulis folio conspicue longio-
ribus inter flores præsertim dense breviterque pubescentibus in racemum
densiflorum abeuntibus, bracteis fusco-scariosis caducis pro ratione
magnis calyces ante anthesin oceultantibus cymbæformibus (explanatis
deltoideis) acutis glabris margine pallido tantum fimbriatulis, pedicellis
subito recurvis breviter hirsutiuseulis ealyce subduplo brevioribus,
bracteolis binis persistentibus tubo calycino hypocrateriformi pallido
glabro subæquilongis vel duplo brevioribus pallidis linearisubulatis
glabris, calycis dentibus obscure-viridibus elongato triangularibus nervo
medio hirsutiuseulis inæquilongis, intermediis tubum æquantibus, corolla
sulfurea (marcescens et lomento adulto denique decidua ?) calyce plus
triplo longiore, carina alas obtusas vexillum elliptico-oblongum sub-
æquantes manifeste superante, ovario lineari 4—-5-ovulato glabro, legu-
mine ignoto. % Julio.
Turkestania orientalis, Kungei-Alatau: Kokoirsk, ad fontes
fluvii Kabin majoris, regionis alpina die 15. Julio 1896, leg. V. F. Bro-
therus (exs. 393).
Dimensiones: Caulis 36 em altus; stipulæ infimæ aphyllæ cire.
2 em, oppositifoliæ 1,5 em long&; folia 12,5X3 centimetralia, foliolis
1,5%x0,7 em longis latis vel subminoribus; pedunculus cum racemo
eitlorentem 6 centimetralem 18 cm longus, pedicelli vix 3, calyces 5,5 mm
longi, corolla et carina 18,5, ale et vexillum 16 mm longæ, bracteæ
(explanatæ) 7X3,5 mm longæ, latæ.
Auch A. cymbostegium gehört in dieselbe Verwandtschaft wie Æ. Bro-
therusi, ist aber von allen bei Erörterung der letzt verglichenen Arten
schon durch die grossen abfälligen Braeteen genügend scharf geschieden.
J. FREYN. BEMERKENSWERTHE ORIENTALISCHE PFLANZENARTEN. 23
Nach der Gestalt der Kelchzähne, deren längster zwar Kelchröhren-
länge erreicht, die aber alle verhältnismässig breit sind, nimmt A. cym-
bostegium scheinbar eine Mittelstellung zwischen den um A. obscurum L.
und den um A. esculentum Led. gruppirten Arten ein. Offenbar ist es
aber dort mit dem ebenfalls gelb blühenden 7. flavum Rupr. (welches
Fedischenko a. a. O. mit A. Semenowi Regel et Herd. vereinigt) am
nächsten verwandt, weil es ebenfalls abfällige Bracteen, dreieckige
Kelchzähne und dieselbe Tracht besitzt, aber 7. flavum hat 6—5- (nicht
8—6-) paarige, doppelt kleinere Blättchen, viel kürzere, ei-lanzettliche
(nicht deltoidisch-beckenförmige) Bracteen, welche die Blüthen niemals
verdecken und ganz freie, nicht verwachsene Stipulæ. Die Hymalaya-
Arten sind nach der Beschreibung alle unähnlich und schon durch
schmälere, meist borstliche Bracteen leicht unterscheidbar.
Bupleurum (Graminea) thianschanicum nova species
perennis, viridis, eaudice plurieipiti ramoso, caulibus erectis longius-
eulis laxe foliatis infra apicem racemoso-parce-ramosis basi foliorum
emortuorum residuis subsquamosis, folis erectis glabris planis margine
angustissimo albido einctis, basilaribus florendi tempore jam exsiccatis
certe longe petiolatis angustis, caulinis basi angustata amplectentibus
ab infimis 5—/-nervüs lanceolato-linearibus acutis ad superiora 9—11-
nervia ovato-lanceolata cuspidata ef summa ovato-elliptica breviter euspi-
data 13-nervia senso sensim abbreviatis et dilatatis, panicula depauperata,
ramis subæquilongis tenuibus umbella pauciflora breviradia terminatis,
involueri sub 5-phylli fohiolis 5—5-nerviis inæqualibus latiuscule lanceo-
latıs cuspidatis, umbella terminali 5—7-radiata, radiis gracilibus valde
inæqualibus involuero partim 4-plo brevioribus partim usque duplo
longioribus, involucelli 7--9-phylli foliolis sabæqualibus trinerviis lanceo-
latis cuspidatis umbellula ante anthesin subtriplo longioribus, umbellis
lateralibus valde depauperatis, germinibus brevibus hypocrateriformibus
costatis, petalis ante anthesin viridibus involutis; aeheniis ignotis
2 Augusto.
Turkestania orientalis, Thian-Schan: in valle fluvii Bajangol
regionis sylvatica superiore die 29. Julii 1896 nondum efloratum leg.
V. F. Brotherus (exs. 753).
Dimensiones: Caulis bipedalis; folium infimum 100,4, media
6,5>0,6, superiora 2,5x0,8, summa 1,0X0,5 em longa lata; rami
4,5—2,5 em longi, involucri foliolum maximum 1,5 em longum, 0,3 cm
ad trientem inferiorem latum ; umbellæ radii 0,25—2,0 em longi, phylla
involucelli 5><1,75 usque 5,5x2,0 mm longa, lata.
24% MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Die neue, nach einem leider nicht voll aufgeblühten Stücke beschriebene
Art gehört in eine Gruppe sehr kritischer Arten, welche die Gebirge
und Steppen des nördlichen und mittleren Asiens bewohnen, auch in
den mittel- und südeuropäischen Gebirgsländern vertreten sind und
theils mit B. gramineum Vill. (= B. caricifolium Willd. = B. baldense
Host), theils mit B. ranuuculoides DC. und 2. cernwum Ten., theils mit
B.linearifolium DC. ete.ete. verwandtsind. Jedenfalls bestehen zwischen
diesen Pflanzen die nächsten Beziehungen, so dass eine gründliche Re-
vision der ganzen Gruppe um so dringender geboten ist, als eine fast
verwirrende Synonymik die richtige Benennung der einzelnen Formen
erschwert. Trotz diesen Schwierigkeiten scheint mir B. thianschanicum
genügend abgegrenzt zu sein und ich habe es aaher neu beschrieben.
Die mir vorliegende wohl entwickelte Pflanze, welcher aber leider die
Früchte abgehen, ist durch den auffallenden Gegensatz in der Breite
der obersten und untersten Blätter sofort als nähere Verwandte von
B. ranunculoides DC. und der folgend verglichenen Arten gekenn-
zeichnet, aber hochwüchsig, ihre Blätter spitz bis fein zugespitzt, die
Dolden viel kleiner mit kleineren, feinspitzigen Blättchen der Hüllen
und Hüllchen versehen etc. B. imaicolum A. Kern, eine himalayische
Art, ist seegrün, niedrig und hat schmälere, wenn auch gegen die
Stengelspitze zu ebenfalls breiter werdende Blätter, von denen die
obersten jedoch nicht eiförmig-elliptisch, sondern ei-lanzettlich sind ;
seine Hülle ist nur 1-blättrig und samt den Hüllchen winzig, schuppen-
förmig. Das altaisch-dahurische D. triradiatum Adams hat dagegen
breitere, am Grunde herzförmige Stengelblätter und sehr breite, bis
kreisrunde Hüll- und Hüllchen-Blätter; das robuste B. multinerve D.C.
hat breite Blätter, deren oberste den Stengel herzförmig umfassen,
3—5-blättriges Involuerum und 5—11-blättriges Involucellum mit sehr
breiten Blättehen etc. 2. latifolium Freyn ist graugrün, breitblättrig
und hat lederige, knorpelrandige, vielnervige Blätter von anderer
Gestalt, 15—20-strahlige Hauptdolden mit wenig ungleichen Strahlen ;
B. cuspidatum Bunge Reliq. Lehm. p. 123 [Mem. Acad. science. Petersb.
VII (1854) pag. 299], welches von Boissier in der Flora Orientalis freilich
zu B. linearifolium DC. gezogen wird und somit in den hier zu ver-
gleichenden Formenkreis nicht recht hineinpasst, unterscheidet sich
durch kräftigeren Wuchs, vom Grunde an ästige Stengel, abstehende
Aeste, 9—7-strahlige Dolden, lange, die Hüllchen doppelt überragende
Blüthenstiele und, wie alle andern, hier nicht weiter verglichene Ver-
wandte, durch nach oben zu nicht breiter, sondern immer schmäler
J. FREYN. BEMERKENSWERTHE ORIENTALISCHE PFLANZENARTEN, 25
werdende Blätter, deren oberste nur 5- (nicht 11—13-) nervig sind, und
die winzige Hülle («linea parum longior »).
Ferula (Peucedanoides) collina n. spec., caule crasso farcto
pro ratione humili teretiusculo tenuissime striato albescente superne
paniculato-corymboso parce ramoso, ramis iterum ramulosis fragilibus
basi vel nudis vel vaginatis, summis plus minus umbellatis et umbellam
prineipalem terminantem brevissime peduneulatam longe superantibus,
foliis basi vaginatis papilloso-hirtis ambitu late triangularıbus 3—4-
pinnatisectis divisionibus primariis et secundariis petiolulatis segmentis
parvis basi cuneata sessilibus planis ellipticis in lobos oblongas vel obli-
que-ovatas obtusas O—bdentatas margine decurrentes pinnatisectis,
vaginis infimis elongatis subeylindrieis, caulina ovata turgida, umbellis
7—12-radiis nonnumquam proliferis radis valde rigidis elongatis ex-
pansis, umbellulis sub 14-radiatis pro pedicellorum brevitate densis,
involucro et involucello nullo, calyeis dentibus parvis oblongo-triangu-
laribus acutis patulis tandem deflexis, petalis luteis oblongis acuminatis
apice involutis extus hirtulis, filamentis florum masculorum longis
incurvatis anthera globosa terminatis florum feminorum nullis vel
subnullis ad rudimenta filamentorum reductis, stylis longis deflexis
stylopodio depresso coroniformi insidentibus, mericarptis (e stato non-
dum perfecto dijudicendum!) plano-compressis elliptieis late marginatis,
jugis elevatıs lateralibus fere marginantibus a tribus mediis univittatis
valde distantibus, vittis in valleculis solitartis latis commissura evittata
semine cire. ‘/2 achenii latitudine. 2% Aprili, Majo.
Regio transeaspica, ditio Aschabadensis : inter Anan et Giaurs
die 2. majo 1896, leg. V. F. Brotherus (exs. 334).
Maasse: Stengel 1,5 em dick, 0,5 m hoch mit 40 cm hohem und
ebenso breitem Corymbus, dessen untere Aeste bis zu ihrer Theilung
17 em lang sind, während die oberen 15 em langen die nur 1,2—2 cm
lang gestielte Hauptdolde der Pflanze übergipfeln. Strahlen der frucht-
tragenden Dolden 7—8 cm, jene der männlichen nur 3—4 em, Döldchen-
strahlen 2—6 mm lang: Blätter etwa 37 cm lang und, ausgebreitet, über
50 em breit, im Leben jedoch wahrscheinlich eine trichterförmige Fläche
bildend; Abschnitte letzter Ordnung im Mittel 10X6 mm lang und
breit (die unteren jedes Segmentes grösser und stärker gelappt, die
oberen kleiner und weniger lappig, oft nur 1—3-zähnig und dann zum
Grunde breit keilig verschmälert.
Dass die oben beschriebene Doldenpflanze eine Ferula ist, unterliegt
keinem Zweifel, ob sie aber nicht besser in die Sektion Scorodosma zu
26 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
stellen ist, ist schwer zu entscheiden, weil die vorliegenden Früchte,
wenn auch gut entwickelt, so doch entschieden noch nicht völlig ausge-
wachsen sind. Indessen zeigt auch die mikroskopische Untersuchung
keine der unmerklichen, feinen Oelkanälchen, welche den Scorodosma-
Arten sonst eigentümlich sind ; anderseits weist die Tracht der Pflanze
und die Form der breiten Blattabschnitte auf 7. galbaniflua und F°
caspia hin, so dass die Entscheidung zu Gunsten der Sektion Peuce-
danoides fallen musste, zumal A‘ collina ebenfalls nur 1-striemige
Thälchen mit je einem einzigen breiten Oelkanälchen besitzt, was der
Sektion Peucedanoides ebenfalls entspricht.
Allein, auch hievon abgesehen, ist F'. collina von den meisten der be-
kannten Ferula-Arten sofort zu unterscheiden. Nach der Flora Orientalis
gelangt man bei der Bestimmung unter Annahme der Zugehörigkeit
zu Peucedanoides zu F° orientalis L. und F. meifolia Boiss., also zu
Arten, dieschon durch ihrein fädliche Zipfel zertheilten Blätter auffallend
verschieden sind; ferner zu F. ovina Boiss., welche nach Indument,
Gestalt der Blattscheiden, reichlichere Blatttheilung, sowie in der Form
der Blattzipfel nach der Beschreibung der neuen Art gewiss ähnlich
ist; aber die letzten Blattabschnitte der F. ovina sind kraus (nicht
flach), bis lineal-länglich, die Hüllchen sind, wenn auch winzig, so doch
vorhanden, die Petala gelblich und kahl und die Commissur 2-striemig.
F. ovina ist übrigens nach Aüchison et Hemsley eine sehr charak-
teristische Bewohnerin der Kalkberge Nord-Persiens und bis Belud-
schistan und Affghanistan verbreitet. Die beiden genannten Autoren
geben in ihrer Botany of the Affghan Delimination Commission unter
anderen auch eine Abbildung einer F. galbaniflua « Boiss.», welche
ebenfalls in die eben erörterte Artengruppe gehört und auch der F.
collina ähnlich ist, so dass sie ebenfalls verglichen werden muss, doch
mit Betonung des Umstandes, dass die echte F. galbaniflua Boiss. in
einer Hauptsache von Æ. galbaniflua Aitch. Hems. und von F. collina
abweicht, nämlich lacinulis foliorum linearibus. Die Detailzeichnung
des Blattes ihrer Pflanze, welche Aitchison et Hemsley auf tab. 17 im
Bande III zweiter Reihe der Trans. Linn. Soc. geben, zeigt nämlich fast
genau gleiche (nur noch etwas breitere!) Blattabschnitte letzter Ordnung,
wie solche F. collina besitzt; auch der Blattumriss ist ähnlich und
Gestalt und Richtung der Kelchblätter, dann Gestalt und Behaaruug
der Petala stimmt mit F. collina überein. Aber die Blattscheiden der
Stengelblätter von F. galbanıflua A. et H. sind deltaförmig, flach (nicht
eiförmig gedunsen), die Dolden sind nicht zu einem Schirm, sondern zu
J. FREYN. BEMERKENSWERTHE ORIENTALISCHE PFLANZENARTEN. 27
einer fast cylindrischen Rispe angeordnet, die Riefen der Achänen
treten nur schwach hervor (die 2 seitlichen sind überhaupt nicht sicht-
bar), etc.
Reegel hat in Act. horti Petropol. V. pag. 591—593 eine andere Ein-
teilung der russisch-asiatischen Ferula-Arten gegeben, als Boissier vor
ihm. Nach dieser Gruppirung, die aber nicht alle Arten enthält, gehört
F. collina weder zu den Ferul& legitim& (foliorum lobi vel foliola
angusta, linearia v. lineari-lanceolata), noch zur zweiten Sektion Asa
fetida (foliorum laciniæ amplæ lanceolatæ usque ovatæ), weil F" col-
lina zwar sehr breite Blattabschnitte, aber von nur sehr kleiner Gestalt
besitzt, so dass sie weder mit den oft mehrere Centimeter langen und
über 1 cm breiten Lobuli der Asa-fœtida-Arten harmoniren, noch
mit den schmalen, oft fädlichen Blattzipfeln der Ferulæ legitim.
Setzt man sich aber hierüber hinweg und bleibt bei der letzteren Gruppe,
so hat man die Wahl zwischen F. karatavica Regel et Schmalh. -(eine
schon durch lineal-borstliche Blattzipfel, vielblättrige Hüllchen und
4—6-striemige Commissur durchgreifend-verschiedene Art), F°. cerato-
phylla Regel et Schmalh. (mit linealen Blattzipfeln von besonderer
Endigung, 4—6-striemigen Thälchen, ete.), FÜ Schair Borsz.') (mit
lineal-pfriemlichen Blattabschnitten, kopfförmigen 9 Dôldchen, strie-
miger Commissur) und F. Olge Regel et Schmalh. (einer seegrünen Art
mit gebärteten Blattachseln, lang gestielten Segmenten, ganzrandigen,
verlängert-linealen, breitlichen Endzipfeln, vielblättrigen, pfriemlichen
Hüllchen der Z‘ Döldehen, rundlichen, unmerklichen Kelchzähnen,
2-striemiger Commissur), also nur durchaus sehr verschiedenen Arten.
Ebenso ist F. collina von allen Arten der Sektion Asa-foetida gründ-
lich verschieden. Zu ähnlichen Ergebnissen führt aber auch der Ver-
gleich mit den Beschreibungen, welche Trautvetter (Plantæ soongor.
Schrenkianæ), Bunge (Plantæ Lehmannianæ), Ledebour (Hora rossica)
etc. etc. von ihren Arten liefern. Deshalb erübrigte nur ư collina neu
zu beschreiben.
Verbascum (Thapsus?) häsarense Freyn et Bornm. nov.
spec. e grege Eu-Thapsus Boiss. fl. Orient., filamentis lana alba (?)
et florum pedicellis calycı æquilongis vel multo brevioribus donata.
Bienne (?) a basi pyramidato-virgultum tomento tenui ad partem supe-
riorem plantæ denso et albo vestitum virescens, ramis arcuatis crassis
1 Ich bedauere Borszezow’s Arbeit über die kaspischen Ferula-Arten nicht
vergleichen zu können,
28 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
rigidis rubidis floecosis paniculam amplam strictam æmulantibus, folus
planiuseulis coriaceis wiridibus flavescentibus antice erebre crenatis ab
infimis longe et anguste lanceolatis acutis ad ramealia ovato-lanceolata
acuminata sessilia abrupte diminutis, floralibus caudato-acuminatis
bracteæformibus glomerula florum superantibus vel æquantibus ; florum
fasciculis dissitis racemos laxos arcuatos formantibus pauerflor:s, Horibus
pedicellatis et subsessilibus in eodem glomerulo, pedicellis dense stellato-
pannosis rigidis, calyce pannoso 8 mm, longo fere ad basın in lacinias
anguste lineares acutissimas apice glabrescentes partito, corolla medioeri
flava extus crebre stellato-tomentosa, filamentis 5 pro ratione brevibus
subæquilongis, tribus undique dense lanatis binis paululo tantum longio-
ribus unilateraliter vel spiraliter barbatis cætero glabris, antheris sta-
minum longiorum breviter decurrentibus, ovariis et capsulis juvenilibus
stellatim pannosis. (2) Augusto.
Persiæaustral. prov. Kerman in monte Kuh-i-Häsar (inter Ker-
man et Bender Abbas siti) cire. 3600 m supra mare die 11. aug. 1892
leg. Bornmiüller (exs. 4996).
Maasse. Die Pflanze bildet einen etwa 0,75 m hohen, vom Grunde an
vielästigen Busch, dessen einzelne Zweige bis 55 em lang sind; die
unteren Blätter sind bis 35 em lang bei nur 5,5 em grösster Breite in
der Mitte, aber auch nur 23,5x2,5 em gross. Oberstes Stengelblatt
unterhalb der Inflorescenz fast 306 em lang und breit; oberstes Blatt
eines Zweiges unterhalb der Traube 3,6 em lang bei 1,2 em Breite
oberhalb seiner Basis — oder kleiner. "Traube bis zolldick; Kelch 8 mm
lang, Blume etwa 3 cm weit (indessen an den mir vorliegenden Zweigen
stark zerknittert.
V. häsarense hat die Tracht mancher Arten aus dem Grex der Glo-
merulosæ, die aber gleich gestaltete, also keine herablaufenden Antheren
besitzen und somit nicht in näheren Vergleich kommen. Uebrigens ist
die Stellung der neuen Art zwischen den Gruppen Euthapsi und
Blattariæ zweifelhaft, denn mancher Zweig hat überhaupt nur 1—2-
blütige Achseln, manche der unteren (aber nicht der untersten) Achseln
entwickelt bis zu 5 Blüthen, die in einzelnen Fällen zu kurzen Trauben
angeordnet sind, so dass behauptet werden kann, dass der Bastard einer
Art aus der Gruppe Euthapsi mit einer anderen aus der Gruppe
Racemiferæ etwa die Tracht des V. häsarense haben müsste. In-
dessen liegt nichts vor, woraus auf hybride Entstehung des letzteren zu
schliessen wäre, zumal aus Süd-Persien, woher V. häsarense stammt,
bisher kein einziges Verbascum bekannt war. Die Farbe der Staubfaden-
J. FREYN. BEMERKENSWERTHE ORIENTALISCHE PFLANZENARTEN. 29
Wolle ist nach Bornmüller’s Erinnerung höchstwahrscheinlich weiss,
da er andernfalls den Befund notiert hätte. Dann ist V. häsarense
mit V. Prusianum Boiss., V. Guicciardın Boiss. Held., V. armenum
Boiss. Kotschy, V. caudatum Freyn et Bornm. und V. longifolium Ten.
zu vergleichen — also Arten, die theils durch Blattform, theils durch
Indument, theils durch Kelchgrösse, alle aber ausserdem durch einen
ganz anderen Wuchs verschieden sind. Hätte V. häsarense rothwollige
Staubblätter, so kämen nur V. epixanthinum Boiss. Heldr., V. fætidum
Boiss. Heldr. und V. malacotrichum Boiss. Heldr., also drei griechische
und ganz und gar unähnliche Arten in Vergleich, so dass die Aus-
führung des letzteren ganz überflüssig ist.
Tulipa Willmottæ nov. spec. e sectione Leiostemones Boiss.
bulbo solido ovato tunicis castaneis nitentibus intus dense strigoso-hirsutis,
caule præsertim apice plus minus puberulo vel subglabro pumilo supra
medium quadrifolio, foliis (glaucis ?) patentibus falcato-recurvis et apice
sæpe cireinnato-revolutis plicatis valde undulatis margine albo-cartilagi-
neis lævibus vel parce et molliter eiliatis apice euceulatis et sæpe coloratis
ab infimis loratis breviter acutatis ad summa late-linearia acutiuscula
sensim angustatis: pedunculo rigido brevi plus minus puberulo foliis
manifeste superato unifloro, perianthio mediocri hemisphærico aureo
glaberrimo apicibus subpuberulis vel basi extus nonnunquam albo lana-
tulo, macula basilari nigra nune spathulato-obcordata nunc latissima
obtriangulari truncata sublacerata, phyllis sub-æquilongis abrupte cuspi-
datis extimis ellipticis intimis oblongo-obovatis emarginatis vel obtusissimis
dorso striis binis paralellis subpallidioribus sæpe parum prominentibus
notatis, fillamentis glaberrimis planis elongato-triangularibus acutis nigris
basietapice decolorantibusanthera oblonga obtusissima aurea subbrevio-
ribus, polline aureo, ovario breviter cylindrico apice manifeste attenuato
stismate trilobo aureo eo subangustiore terminato, capsula ignota.
Z Aestate.
Armeniaturcicaorientalis, Wan: in glareosis alpinis cire. 2000 m
supra mare anno 1899 detexit Xronenburg. (Descripsi secundum speci-
minibus binis bene exsiccatis a clar. ©. G. van Tubergen jun. Haarle-
miensi mihi benevole communicatis.)
Maasse: Zwiebel 4,5 cm hoch bei 2,5 cm Stärke unterhalb der Mitte;
Stengel 10—13 cm hoch; unterstes Blatt etwa 121,9, oberstes etwa
70,25 em lang und breit; Perigon 6 cm weit bei 3,5 cm Höhe oder
etwas kleiner; äussere Perigonblätter 3,5x2,2 cm lang und breit, die
grösste Breite wenig unter der Mitte, die innern ebenso dimensionirt,
30 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
die grösste Breite jedoch im oberen Viertel. Antheren 9x2,3 mm
lang und breit; Filamente 6 mm lang, am Grunde fast 2 mm breit;
Fruchtknoten 15 mm lang, in der Mitte 3,5, unter der Narbe 2 mm stark.
Der auch von Boissierin seiner Flora Orientalis festgehaltenen üblichen
Eintheilung der Tulpen folgend, ist 7. Willmottæ unter die Leioste-
mones mit innen kahlen, mehr oder weniger rauhhaarigen (aber nicht
wolligen!) Zwiebelschalen einzureihen. Der behaarten Blütenstielewegen
ist sie unter diesen Arten mit 7. Æichleri Regel, T. suaveolens Roth,
T. beeotica Boiss. Heldr., T. Euanthiæ Orph., T. undulatifolia Boiss.
und 7. Greigi Regel zu vergleichen, also mit Arten, die sämmtlich
andere als gelbe Perigone haben. Abgesehen von 7. undulatifolia,
deren Zwiebel Bossier unbekannt war, sind alle diese Arten auch durch
fehlende oder anders beschaffene Bekleidung der Zwiebelschalen sehr
verschieden — bis auf 7°. Greigi, die darin mit 7. Willmottse überein-
stimmt, sonst aber auch durch aufrecht abstehende, braunfleckige, ganz
anders gestaltete Blätter (die unteren sind eiförmig!)sehr leicht zu unter-
scheiden ist. Ausserdem ist 7. Æichleri hochwüchsig, dreiblättrig ; sie
hat dicht feinflaumige Blattoberseiten, dicht weichhaarige Blüthenstiele
und anders beschaffene Basalmakel. T° suaveolens ist zwar niedrig, hat
aber flache Blätter, deren unterstes breit-elliptisch-lanzettlich ist, grosse
Blüthen und anders gestaltete Perigonblätter. 7. bæotica ist ziemlich
hochwüchsig, hat kahle, glattrandige, länglich-lanzettliche, spitze untere
Blätter und grosse, glockige Blüthen mit anders gestalteten Perigon-
blättern und Basalmakeln; 7. Euanthiæ ist ähnlich unterschieden, aber
ausserdem sehr grossblüthig und mit breiteren, geschwänzt-spitzigen
Perigonblättern ausgestattet. Endlich ist 7. undulatifolia zwar ziemlich
niedrig, hat aber breite, zugespitzte, breit lanzettliche Blätter, deren
obere vorne kurz steifhaarig sind, grössere Blüthen mit länglichen,
plötzlich und lang zugespitzten Perigonblättern und anders geartete
Basalmakeln.
Zieht man die von Regelin Actahorti Petropol. II gegebene Enumeratio
specierum hucusque cognitorum generis Tulipæ zu Rathe, so führt die
l. e. pag. 437—440 durchgeführte Eintheilung nur zu 7. Greigi, obwohl
Feegel von der Verwerthung der Blüthenfarbe hiebei gänzlich absieht.
T. Greigi ist aber, wie oben gezeigt wurde, von 7. Weillmottze gänzlich
verschieden.
Später hat Regel, l.c. VI. S.500—504, betreffs Tulipa einen Conspectus
specierum in Asia erescentium veröffentlicht. Daselbst sind Orithya und
Tulipa vereinigt. Unter den echten Tulpen kommt man nun zu fol-
J. FREYN. BEMERKENSWERTHE ORIENTALISCHR PFLANZENARTEN. 31
gendem Ergebnisse: Sepala staminaque basi glabra (7. Srbthorpiana ist
davon ausgenommen, kommt aber hier auch sonst nicht in Betracht),
sepala basi macula nigrescente vel atrocærulea notata, obtusa vel breviter
acuminata, peduneulus plus minus hirtulus (bulbi tunicæ intus apice
strigoso-pilosæ) : 7. Greigi Regel und T°. Alberti Regel, letztere eine erst
nach Erscheinen der Enumeratio beschriebene Art aus dem Ili-Gebiete,
welche dreiblättrig, seegrün und im Blüthenbau der 7. Willmottze ähnlich
ist, aber purpurroth blüht und weisslich bereifte, ungefleckte, schmal- bis
elliptisch-lanzettliche, verschmälert spitze Blätter, spitze äussere Perigon-
blätter und gelbe Filamente hat.
Noch später, 1. e. VIII, S. 647 u. ff. hat Regel noch andere bucharische
Tulpen, zum Theile aus der Verwandtschaft der ursprünglich so isolirt
dastehenden 7°. Greigi beschrieben, die aber von 7. Wüillmotiæ alle
erheblich verschieden sind. — Ich ziere die reizende, neue, ost-armenische
_ Art mit dem Namen von Miss Ellen Willmott in Great Warley Essex,
der uneigennützigen Förderin aller botanischen Wissenschaft.
Allium (Haplostemon) lalesaricum Freyn et Bornm. spec.
nova levis, humilis e grege Brachyspatha Boiss., bulbi ovati vel ovato-
oblongi tunicis externis pergamaceis firmis tortuosis reticulato-solutis
internis scariosis diaphanis albis paucinerviis, omnibus superne pro-
ductis, scapo rigidiusculo adscendente et varie flexuoso parte inferiori
bifolio folia anguste-linearia (plana?) subæquante vel subsuperante,
spathæ valvis 2—5 patentibus subscariosis ovato-rotundatis brevissime
mucronatis pedicellis duplo brevioribus, umbellæ hemispharicæ pedi-
cellis perigonio sesqui-duploiongioribus gracilibus patentibus basi
scarioso-bracteolatis, perigonii basi ovati phyllis oblongis obtusis mucro-
nulatis albidis carina olivacea vel purpurascente, filamentis purpureis
lineari-filiformibus perigonio sesqui-longioribus basi omnino liberis,
antheris ellipsoideis luteis, stylo stamina æquante, ovario depresso-
globoso, capsula ignota. % Julio.
Persiæ austr. provincia Kerman, Lalesar.: in saxosis et glareosis
alpinis 3600—4000 m supra mare die 15. julio 1892, leg. Bornmüller
(exs. 4769). |
Maasse: Zwiebel 1,7 cm hoch bei 1,3 cm Stärke im unteren Drittel,
oder kleiner ; Schaft 7—14 cm hoch, fast 1 mm dick; Blätter fast 1 mm
breit; Dolde bis 1,6 cm im Durchmesser bei 1,2 cm Höhe oder kleiner;
Blüthenstiele bis 7 mm lang, Perigon 3,5 mm hoch.
Die Gruppe Brachyspatha Boiss. scheint mir wenig natürlich, weil
die in derselben vereinigten vier Arten ziemlich zwanglos unter die
32 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
Codonoprasa eingereiht werden können, und zwar zwischen die um
A. callidictyon C. A. Mey. gruppirten, niedrig wachsenden und mit sehr
kurzer Spatha ausgestatteten Arten. Hält man sich jedoch an die Flora
Orientalis, so ist A. lalesarıcum nur mit A. Weissii Boiss., einer ende-
mischen Art Thraciens und des griechischen Archipels, und mit dem
persisch-affganischen A. capitellatum Boiss. zu vergleichen. Beide diese
Arten sind jedoch durch häutige, nicht netzig zerfasernde Zwiebelschalen
derart verschieden, dass ihr Vergleich mit A. lalesaricum vollkommen
überflüssig ist. Unter den Codonoprasis steht A. lalesaricum oftenbar
dem À. Stocksianıum Boiss. zunächst, mit dem es vor allem die so auf-
fällig strähnig zerfasernden äusseren Zwiebelschalen, die oft länglichen
Zwiebeln und die hoch hinauf verlängerten Zwiebelhüllen gemein hat;
allein es unterscheidet sich davon durch die nicht zugespitzte Spatha, die
höchstens 1,6 (nicht 3,4—4) cm breite Dolde, Blütenstiele von höchstens
doppelter (nicht 3-facher) Länge der nur 3,5 (nicht 7) mm langen Peri-
gone, stumpfe, längliche (nicht spitze, lanzettliche) Perigonblätter, freie
(also weder unter sich, noch mit dem Perigon verwachsene) Staubblätter
welche anderthalbmal länger (nicht ‘/:—1/, kürzer) als die Perigone
und durchaus fädlich sind, während die inneren Staubfäden des A. Stock-
sianıum aus dreieckiger Basis plötzlich verschmälert sind. Endlich unter-
scheidet sich A. lalesaricum von A. Bungei Boiss. durch die strähnig
zerfasernden Zwiebelschalen, abstehende (nicht herabgeschlagene) Spa-
tha, nur halb so lange Pedicellen, etwas kleinere Blüthen, anders gestaltete
Perigonblätter und anders beschaffene, auch viel längere Staubfäden
Andere Arten zeigen noch viel grössere Unterschiede, es ist daher über-
flüssig, weitere Vergleiche durchzuführen.
Allium (Melanocrommyon) Tubergeni nov. spec., bulbo
ovato mediocri, tunieis membranaceis griseo-brunneis, scapo tereti basi
tantum foliato, /oliis senis læte viridibus statu juvenili tantum sub-
pruinosis caule multo brevioribus ovato- vel lineari-lanceolatis planis
acutis margine subaculeolatis, spatha umbella breviore triloba hyalina
margine rubra, umbella multiflora hemisphærica densa pedicellis porrec-
tis rigidis (siccando tenuibus gracilescentibus) pallidis flore 4—5-plo lon-
gioribus, perigonii crassi griseo-albi (siccatione erubescenti) phyllis basi
concretis linearibus obtusis concavis tandem flaccidis porrectis, filamentis
basi phyllorumadnatis et inter seconcretis perigoniovix brevioribus crassis
ovato-lanceolatis acutis griseo-albis, antheris obscure-lilacinis filamento
3,5-plo brevioribus, polline æruginoso, germine viridi depresso-globoso,
pistillo griseo-albido recto indiviso acuto, capsula . .... 2% Junio.
J. FREYN. BEMERKENSWERTHE ORIENTALISCHE PFLANZENARTEN. 33
Paphlagonia; prope Mersiwan legit et bulbi Tubergenio misit Ma-
nissadjian (speeimen eultum descripsi).
Dimensiones: Bulbus 3,5 em altus, 3,5—4 supra basin diametro;
scapus paulo plus bipedalis; folia ab extimis 3,5 25 centimetralibus ad
intima 2,127 centimetralia sensim angustata ; vagina 1,5 em longa;
umbella 6,5—7 em diametro, pedicellis 3,3—3,5 em longis; perigonium
1,1 em diametro concavum phyllis 7X1,5 (—1,6) mm longis latis; fila-
menta paulo plus 6,5 mm longa, triente inferiore 2 lata; antheræ 2X1mm
longa, lata.
Das oben beschriebene Allium erhielt ich von Herrn C. G.van Tuber-
gen jun., der die Zwiebeln durch Manissadjian von Mersiwan bekommen
hatte und cultivirte. Die Beschreibung ist nach lebenden Exemplaren
angefertigt und dann nach dem Trocknen ergänzt. Obwohl die Perigon-
und Staubblätter der lebenden Pflanze in hohem Grade saftig und starr
sind, so werden sie dennoch gleich nach dem Verblühen schlaff und fast
häutig, ohne sich zurückzuschlagen. Gleichzeitig wandelt sich ihr
während des Lebens kaum merklicher Stich ins Röthliche in ein blasses,
aber deutliches Rosenroth um. Die neue Art gehört wegen des nach dem
Verblühen schlaff werdenden Perigons in die um A. nigrum L. grup-
pirten Arten. Unter diesen sind die meisten durch basale Verwachsung
der Staubblätter ausgezeichnet, so z. B. A. nigrum L., A. Cyrillh Ten.,
A. stenopetalum Boiss. Kotschy, A. hirtifolium Boiss., A. jesdianum
Boiss. Buhse, A. cardiostemon Fisch. Mey., À. orientale Boiss., A. Ascher-
sonianum Barbey, A. Rothir Zuce. und A. Olivieri Boiss. Bei A. Crameri
Aschers. et Boiss. sind die Filamente ausserdem ober der Basis mit den
Perigonblättern verwachsen; bei A. tripedale Trautv. ist es gerade um-
gekehrt und sind die unter sich freien Filamente an die unten ver-
wachsenen Perigonblättehen mit ihrer Basis angewachsen, während
A. chrysanthum Boiss. Reut. und À. reflezum Boiss. Reut. freie Staub-
und Perigonblätter besitzen. Gar keine orientalische Art dieser Gruppe
zeigt jedoch verwachsene Perigonblätter bei freien Filamenten, wohl
aber gibt es bisher drei Arten, bei denen sowohl die Perigon-, als die
Staubblätter am Grunde unter sich in einen Ring verwachsen sind:
A. decipiens Fisch., A. Noëanum Reut. und A. kharputense Freyn et
Sint. Diesen Arten reiht sich nun A. Tubergent an, mit der Abänderung
jedoch, dass dessen Filamente ausserdem dem Grunde der Perigon-
blätter angewachsen sind. (Bei A. lachnophyllum Paine ist bezüglich des
gegenseitigen Verhaltens des Perigons und der Staubblätter zwar nichts
bekannt, doch ist es eine sonst so ganz verschiedene Art, dass sie beim
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER, n0 13, 10 mai 1900. 3
34 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
Vergleiche nicht in Betracht kommt.) Nebst der hervorgehobenen
Eigentümlichkeit unterscheidet sich aber A. T'ubergenii von À. decipiens
Fisch. durch unbeblätterte Schäfte, Vielblättrigkeit, breite, kürzere
Blätter, trüb-lilafarbene (nicht gelbe) Antheren, ete., von A. Noëanum
Reut. in Blättern und Schäften, wie A. decipiens, ausserdem durch
3-lappige (nicht ungetheilte) Scheide, anders gestaltete, nicht rothe
Perigonblätter, doppelt längere, grauliche (nicht rothe) ei-lanzettliche
(nicht breit dreieckig-eiförmige) Filamente, ungetheilten (nicht drei-
spaltigen) Griffel, etc. Endlich ist A. kharputense durch zahlreichere,
anders gestaltete Blätter, viel kürzere, gelbe Staubfäden von anderer
Gestalt, gelbe Antheren ete. zu unterscheiden.
Nach alle dem ist daher A. Tubergenii als wohl unter schiedene Art
anzusehen; ich benannte sie zu Ehren des Herrn CG. van Tubergen
jun. in Haarlem, der mich stets bereitwilligst mit lebendem Vergleichs-
material aus seinen reichen, direkt aus dem Oriente bezogenen Pflanzen-
schätzen in meinen Studien unterstützt.
Allium (Melanocrommyon) eginense nov. spec., bulbo ovato
mediocri vel parvo tunieis griseo-fuseis coriaceis (nunquam reticulatis)
obtecto, scapo tereti basi tantum foliato, foliis 2—5 caule manifeste
brevioribus late-linearibus obtuse cucculatis plicatis margine aculeolatis
vel Iævibus, spatha umbella breviore (videtur 2—3-loba) hyalina grisea,
umbella multiflora hemisphærica densa pedicellis porrectis rigidis (sic-
cando tenuibus)stramineis pallescentibus velsuberubescentibusflore initio
subtriplo tandem 4—5-plo longioribus; perigonii crassi ochroleuci (Sic-
catione lutescenti) phyllis bası liberis linearibus obtusis (videtur planius-
eulis) tandem flaccidis reflexis, filamentis luteis omnino liberis perigonio
initio 2—3-plo tandem triente tantum brevioribus crassis alternatim e
basi ovata abrupte longe attenuatis fere subulatis acutis et à basi lata
anguste triangularibus, antheris luteis exsertis ovato-lanceolatis filamento
vix dimidio æquantibus, polline luteo, germine depresso-globoso luteo,
pistillo luteo recto indiviso acutiuseulo, capsula depresso-globosa coriacea
valvulis dispermis. % Majo, Junio.
Armenia turicica, Egin: in campis ad Sanduk die 17. majo 1890
(exs. 2436 pro À. chrysantherum) et Gümüschkane: in declivibus prope
pagum Monastir die 5. junii 1894 (exs. 5821 mixtum cum À.stenope-
talum) leg. Sintenis.
Dimensiones: Bulbus 2,5 em altus et paulo supra basin 2,5 em dia-
metro — vel minor; scapus 50—20 cm altus; folia 1,3x20 usque
0,6%x30.cm lata longa; vagina centimetrum cire. longa, umbella 3,5x5 em
ne dus
MNT CT
FAR
J. FREYN. BEMERKENSWERTHE ORIENTALISCHE PFLANZENARTEN. 3)
diametro; pedicelli tandem pollicaria; phylla perigonii (ex sicco!)5><1 mm
longa lata; filamenta 3,3 mm longa et triente infero 1,3 mm lata, antheræ
tandem 1,8X°/s mm longa lata, capsula immatura 4 mm diametro.
Die vorstehend beschriebene Pflanze habe ich zuerst für À. chrysan-
therum Boiss. gehalten, wozu ich hauptsächlich durch die während der
Anthese so sehr wechselnden Längenverhältnisse zwischen Filament,
Anthere und Perigon geführt worden war. Allein A. chrysantherum,
dessen hervorstehendstes Merkmal, die gelben Staubbeutel, dem À. egi-
nense gemein sind, ist eine hochwüchsige, viel robustere Art mit bis
zollbreiten Blättern, fast doppelt grösserer Dolde und grösseren, weissen
Blüthen, die zwar ebenfalls ganz freie Perigonblätter und Filamente be-
sitzt, aber selbst nach dem mir vorliegenden Bruchstücke auch sonst
recht verschieden ist. Später nahm ich A. eginense für hellblüthiges
A. stenopetalum Boiss., mit dem es offenbar zusammen vorkommt und
auch von Sintenis gemischt vertheilt wurde. Allein letzteres hat violette
Blüthen, ganz allmählig verschmälerte, am Grunde mit einander ver-
wachsene Filamente und (getrocknet!) dunkelviolette, jedenfalls nicht
gelbe Antheren. Man könnte in A. eginense auch eine schmalblättrige
Varietät von A. kharputense Freyn et Sint. vermuten, doch weicht dieses
dadurch zu sehr ab, dass sowohl die Filamente, als auch die Perigon-
blätter am Grund in je einen Ring zusammengewachsen sind. Freie
Blüthentheile, wie À. eginense und A.chrysantherum hat auch A. refleeum
Boiss. Reut. Aber diese Art ist durch viel längere Blüthenstiele und sehr
schmale, fast pfriemliche Perigonblätter ausgezeichnet, die von den
allmählig (nicht plötzlich) verschmälerten Staubgefässen überragt sind.
A. reflecum gehört einem dem armenischen pflanzengeographisch nur
entfernt verwandten Gebiet an, nämlich Mesopotamien. Es unterscheidet
sich auch durch zurückgeschlagene Spatha, viel kleinere Blüthen, so dass
die auch nur zolllangen, aber büscheligen, feinen Blüthenstiele 7—8mal
länger sind als das Perigon, sehr schmal-lineale, gelblich-weisse Perigon-
blätter, welche kürzer als die Antheren und schliesslich zurückgeschlagen
sind, sowie durch allmählig verschmälerte, lanzettliche, äussere und
breitere, eilanzettliche innere Staubfäden.
Fimbristylis Sieberiana Kunth. Dafür halte ich eine von
E. Hartmann in Syrien bei Beirut an der Mündung des Flusses Nahr
el Kelb an feuchten, schlammigen Stellen am 22. Oktober 1899 gefundene
Cyperacee, welche einem feinen Scarpus maritimus ganz ähnlich sieht
und die ich zuerst auch für einen noch unbeschriebenen Scirpus gehalten
hatte. Erst nach einer neuerlichen, eingehenden Untersuchung sah ich,
/
36 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
dass die Pflanze zu Fimbristylis gehört, und bestimmte sie nach ver-
geblichen Versuchen mit der Flora Orientalis nach Beckeler, Cyperaceæ
Sep. Abd. p.552—553 als F° ferruginea V ahl (emend. Boeck.) 8 Sieberiana
Boeck. L.e. Da sie jedoch auch mit dieser Beschreibung nicht völlig über-
einstimmt, so gebe ich im folgenden eine Beschreibung der syrischen
Pflanze, indem ich die gegenüber Beeckeler bemerkten Unterschiede
cursiv hervorhebe:
Virens, rhizomate repente, culmo glabro solitario tenui gracili obtu-
sangulo sulcato versus apicem tereti et asperulo basi vestigiis foliorum
subcomoso ad quadrantem inferiorem parce foliato, vaginis striatis plus
minus hirsutis apice oblique-truncatis cinnamomeo-ferrugineis, foliis
3—4 tenacibus caule brevioribus flexuosis planis angustissime linearibus
pulchre caucellatis margine cartilagineis et aculeolatis, anthela terminali
semicomposita pluriradiata foliis 2—3 ea longioribus et brevioribus
acutissime et adpresse serratis basi ciliatis i»volucrata, radiis inæqualibus
compressis nonnunguam divisis et bracteatis, bracteis pubescentibus e basi
ovato-oblonga acuminatis acutissimis argute ciliato-serratis spiculæ triente
inferiorem attingentibus, spiculis oblongis (videtur parum compressis)
multifloris obtusiusculis 15 mm longis rhachide valde excavata excava-
tionibus fusco membranaceo marginatis, glumis late ovatis (infimis fere
orbieularibus) uninerviis obtusis integerrimis apice brevissime mucro-
natis superne extus velutinis cætero glabris, setis hypogynis nullis,
staminibus (videtur 3) nucula æquantibus, filamentis filiformibus, anthera
straminea ellipsoidea, nuculis stramineis gluma subtriplo brevioribus
orbiculari-ovatis lenticulari-biconvexis margine subcarinatis breviter
stipitalis subtilissime impresse punetatis nitidulis, stylo exserto com-
planato, ad quartam partem bifido valde villoso-fimbriato basi viridi
videtur incrassato glabro apice cum stigmatibus fusco cinnamomeo.
% Autumno.
Caulis cum anthela 3—4centimetrali fere bipedalis inferne vix 2 mm
crassus, folium summum maximum 20 cm longum et uti extima
0,7—1,5 mm latum; folium maximum involueri vix bipollicare et fere
millimetrum latum; spiculæ cire. 15 mm longæ et 3,7 mm crassæ, glumæ
3 mm longæ latæ, nuculæ (videtur maturæ) millimetrum diametro,
vix 0,4 mm crassæ.
Von ähnlichen schwachen Formen des Scirpus maritimus durch die
bandförmigen, 2-theiligen, stark bärtig-gewimperten Griffel und die
dichtnetzig-aderigen Blattunterseiten gleich zu unterscheiden. Die Blätter
sind nämlich von 3 stärkeren und dazwischen noch unregelmässig von
J. FREYN. BEMERKENSWERTHE ORIENTALISCHE PFLANZENARTEN. 37
mehreren viel feineren Längsnerven durchzogen. Alle diese Nerven
sind durch ein stark erhabenes, ungemein dichtes und nur bei Schräg-
haltung gegen das Licht und stärkerer Vergrösserung sichtbares System
rechtwinklig quer gerichteter, weisslicher Aederchen netzig. Ausserdem
sind die Blattscheiden mehr oder weniger rauhhaarig.
Es ist nicht unmöglich, dass Scirpus libanoticus Post Flora of Syria
pag. 833, fig. 368, mit der oben beschriebenen Fimbristylis Sieberiana
nahe Beziehungen hat, obwohl beide Pflanzen nach der Abbildung
sicher verschieden sind. Da jedoch Post über die Hauptsache, näm-
lich die Beschaffenheit der Griffel seiner Art, nichts sagt und ich
Exemplare davon nicht gesehen habe, so ist eine sichere Entscheidung
nicht möglich.
Smichow, im Februar 1900.
à PUBLICATIONS DE LM RBIER BOISSIER
Bulletin de l'Herbier Boissier, le volume 20 fr.
; Tome if et 715 pages. 28 planches el 2 appendices,
IL (1894); 709,9 92 1» et A »
» 2 (1895),. 706 » 148 1» et 1 »
N 963» Den et 3 »
N807) 1185,» 28 19 et 2 )
I (1898),
2 » 1898), 1034459 495 el 3 » et 1% a
» vi (1899), 10457 oo A 5" ets a
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et Agypto ad Indie fines hucusque observatarum. — 5 vol. et Supplement,
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BOISSIER, EDM. er BUHSE. Aufzehlung der in einer Reise durch Transkaukasien
: und Persien gesammelten Pflanzen. — In-40 avec A0 planches et 1 carte.
Moskau, 1860 10 fr.
BARBEY. C. er W. Herborisations au Levant : Euyple. Syrie et Méditerranée.
Février-mai 1880. Avec 11 planches et 1 carte. — 1880 20 fr.
BARBEY, W. Flora Sardo® compendium. Catalogue raisonné des végétaux observés
ue Vile de Sardaigne. Avec suppl. par MM. ASCHERSON el E. Lavisr. Avec
7 planches. — 185 25 ir.
— Epilobium genus, a cl. CH. Cursin ill. Avec 24 planches, -— Lausanne, 1885.
25 fr.
_ Lydie, Lycie, Carie, 1842, 1883, Études un In-40, avec 5 pl. —
15 fr.
— Cypripedium Calceolus X reines Bar bes, fn 10, avec une planche double
coloriee. Lausanne, 1891 : str,
STEFANI. C. ve, C. J. FORSYTH H MAJOR ur. .W. BARBEY. Samos. Étude géolo-
gique, paléontologique et botanique: Avec 13 pl., par Gm. Cuisin. 1892. 20 fr.
— — — Karpathos, Étude géologique, paléontologique et botanique. — In-A0,
avec 13 pl, par Gn. Cuisin. 1895 .: 20 fr.
MAJOR. C.-J. Forsvou er BARBEY, W. Halki. Étude botanique. — In-40 avec
4 planche double, par CH. Cuısw. Lausanne, 1894 3 fr.
AUTRAN, E. we DURAND, TH. — Hortus Boissierianus. Énumération des
plantes cultivées en 1895 à Valleyres et à Chambesy, avec préface de
M. F. Crépin. — In-80, xı et 572 pages, avec 3 planches. Genève, 1896.
12 fr.
B.
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À "No
— Die Ba welt Deutseh-Südwest-
N° 1
Afrikas........ rn... Re 4e
N° 2. do
bünden und Wallis .. A de à Lars ete I Te +
N° 3. — de WILDEMAN, E. Un nouvelle Chytridinée (Micro- .
myces Mesccanpi); u nn nn eee =
No 4. — SYDOW, H. et P. Fungi Aliquot Novi à F. Stuckert
in Argentina leatı. Dar as Ie ASE
No 5. — WAINIO, Edv. A. Reactiones Lichenum à J. Mitllero
Argoviensi Desceriptorum ........:...... RER.
No 6. — MÜLLER, Karl, Freiburg i. Bg. Revision der Hepalicein
Mougeot-, Nestler- und Schimper Stirpes kryptogamæ
No 7. — Abbe CHEVALLIER, L. Notes sur. la Flore du Sahara
N° 8. — CHABERT, Alfred. Les Rhinanthus des Alpes maritimes
N° 9. — Prof. Dr ROSENSTOCK (Gotha). Aspidium Libanoti-
CU SD DI RE N EP RER ENS
N° 10. — SCHINZ, Hans. Beiträge zur Kenntnis der Afri ne
Flora (Neue Folge) : I. Zur Kenntnis der Pflanzenwelt
..,der. Delagoa-DBay ae once metres
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A von Utrieularıa LE N GE RE
lische a M tee
OBSERVATION
Genève. — Imp. Romet, boulevard de Plainpalais, 26, ,
Prix
1.50
0.50
2:50
Les auteurs des travaux insérés dans les Mémoires de l'Herbier Bossier.
ont droit gratuitement à trente exemplaires en tirage à part.
DE L'HERBIER |
| Gusrave BEAUVERD, Conservateur. >
N° 44
EXPOSITÆæ
AUCTORE
2)
Date de la publication : 30 mai 1900.
RER
Be Le
& Gé, LIBRAIRES- ÉDITEU 1
ine MAISON a LYON
. 1900
A |
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER
N° 14.
2 MUTISIACEÆ JAPONICÆ
A DOM. FAURIE COLLECTÆ
E HERBARIIS MUSEI PARISIENSIS ET DOM. DRAKE DEL CASTILLO
EXPOSITÆ
AUCTORE
A. FRANCHET
Planche I.
Gerbera.
G. Anandria Schultz Bip. in Walp., Repert. I, p. 722; Franch. et Sav.,
Enum. pl. Jap. I, p. 263.
Hab. Nippon : plaine de Sambongi (n. 287 et 585); environs de
Sannohe (n. 295); au pied de l’Iwagisan (n. 107); environs de Gonohé
(n. 336). Yéso : Horonai (n. 1277); Mororan (n. 312); forêt de Kushiro
(n. 4870); forêts d’Otsu (n. 4819); environs d’Hakodate (n. 236).
La forme vernale et la forme automnale beaucoup plus élevée, se
rencontrent partout en mélange, fleurissant presque en même temps.
Pertya.
P. scandens Schultz Bip. in Bonpland, vol. X, p. 109, tab. 10; Franch.
et Sav., Enum. pl. Jap. I, p. 379.
Forma ©. Schultziana. — Folia e basi acuta lanceolata, denticulata. —
P. scandens Schultz, loc. cit.
Hab. Ile de Sikoku, sur les montagnes de Tosa (n. 11829). Ile de
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER, no 1%, 30 mai 1900.
2 MÉMOIRES DE L HERBIER BOISSIER.
Nippon, aux environs de Sendai (n. 6756); au pied du Fudsi Yama
(n. 6657).
Forma ß. Maximowicziana. — Folia e basi rotundata vel subcordata
late ovata, obscure vel non dentata. — P. ovata Maxim., Mel. biol. VII, p. 8.
Hab. Ile de Sikoku, dans les montagnes de Tosa (n. 14834). Ile de
Nippon, collines à Yokohama (n. 6736).
Il ne parait guère douteux que les formes o. Schultziana et 6. Maxi-
mowicziana ne soient deux états de la même plante. Quelques spécimens,
par exemple celui qui est porté sous le n. 6756 parmi les plantes du
P. Faurie, sont même incertains entre ces deux formes.
P. Fauriei sp. nov. PI. I.
Caulis 40-60 cm., rectus, simplex, pilis parvis, raris, brevibus con-
spersus, basi nudatus; folia alterna, longe petiolata, 8-10 cm. |longa et
fere lata, triloba et præterea grosse et inæqualiter dentata, lobis aculis vel
acuminatis, nunc obscuris ; folia bractealia valde diminuta, 3-2 em. longa,
inferiora obscure et acute triloba,superiora ovala, dentata, dentibus mucro-
nulatis; ramuli inflorescentiæ sub angulo recto patentes, graciles, glabri,
superne bracteolati; capitula apicem ramulorum versus 5-8 congesta,
inferioribus fasciculos tres contiguos efformantibus, omnia cylindracea,
45 mm. longa, 3 mm. lata, 2-4 flora; squamæ coriaceæ, sub-septemseriatæ,
omnes obtusæ, dorso striatæ, parce arachneosæ, exterioribus brevissimis,
interioribus 12-15 mm.; receptaculum glabrum: corolla purpurea, ultra
medium in lobos 5 lineares partita; antherarum caudæ elongatæ, obtusæ,
dense pilosæ; stigma breviter bilobum, lobis recurvis; achænia sericea,
10-costata; pappus pluriserialis, albidus, setis scabris.
Hab. fle de Nippon : collines de Sendai (n. 6741): montagnes de
Yamagata (n. 4289).
Espèce très remarquable par la disposition de son inflorescence, formée
de capitules cylindriques assez nombreux formant un seul ou trois fasci-
cules serrés. au sommet de rameaux horizontaux. Les feuilles rappellent
assez bien celles de l’Ainsliæa acerifolia.
Cette forme de feuilles ne se retrouve dans aucune autre espèce
connue de Pertya, dont l'inflorescence est décrite comme constituée par
des capitules sessiles, axillaires. fl existe pourtant en Chine un autre
Pertya (P. Bodinieri), à très petites feuilles ovales-oblongues dont linflo-
rescence est disposée en une large panicule portant plus de 200 capitules
assez semblables à ceux du P. Fauriei, mais dont les écailles sont plus
aiguës.
BT 23. De
Nan OT SEE
A. FRANCHET. MUTISIACEÆ JAPONIC.E. 3
Ainsliæa.
A. apiculata Schultz Bip. in Zoll., Cat. p. 126 et Pollichia, vol. XVII,
p. 188; Franch. et Sav., Enum. pl. Jap. L p. 264.
Hab. Te de Sikoku, dans les montagnes de Tosa (n. 11754). Ile de
Nippon, environs de Sendai (n. 6759); sur le Fudsiyama (n. 6641); Ogi-
nohama (n. 6370); forets de Kessen numa (id. n. 6079).
A. uniflora Schultz Bip., Poll. XVII, p. 187; Franch. et Sav., Enum. pl.
Jap. 1, 265. Dispananthus palmatus Miq., Prol. p. 118.
Hab. Ile de Sikoku, sur les montagnes d’Iso (n. 11746).
A. acerifolia Schultz Bip. in Zoll., Cat. p. 126 (nomen) et Pollichia,
XVII, p. 188: Franch. et Sav., Enum. pl. Jap. I, p. 264.
Hab. Ile de Nippon : Oginohama (n.6356); collines de Sendai (n. 6740);
forêts de Kessen numa (n. 6098); montagnes du Gansu (n. 5933); au pied
du Chokkaisan (n. 2719); montagnes de Yamagata (n. 4426).
L’A. affinis Miq., Prol. p. 119, d’après la description n’est qu’une forme
de l’A. acerifolia dont les feuilles sont très superficiellement lobées; le
n. 6098 représente bien cette forme dans l’herbier du Muséum. Elle est
du reste reliée avec le type par des formes intermédiaires qui ne peuvent
laisser de doutes sur l’extrême variabilité des feuilles dans cette espèce.
Macroclinidium.
M. robustum Maxim., Mel. biol. VII, p. 556; Franch. et Sav., Enum. pl.
Jap. 1, p. 265.
Hab. Au pied du Fusiyama (n. 6654).
M. verticillatum Franch. et Sav., Enum. pl. Jap. I, p. 265.
Hab. Ile de Nippon, sur les montagnes de Shiobara (n. 4206).
VW
Sh
MU 10
2104,
1.
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
=
LÉGENDE DE LA PLANCHE |
Sommet de la plante.
2. Portion de tige avec une des plus grandes feuilles et l'insertion d’une autre
feuille (pour faire voir qu'elles sont alternes).
Souche.
Folioles de l’involucre ........
ÉTEUTARS EE PR en Re
Htamines étalée meer
SHOMAleR Er PT NES,
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Poil de l'aigrette. ehr
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PERTYA FAURIEI FRANCHET
[81
sg <o
PUBLICATIONS DE L'HERPIER BOISSIER
Bulletin de l'Herbier Boissier, le volume 20 fr.
Tome % (1893), 715 pages, 28 planches et 2 appendices.
» Hu 1894), 769%. 9.820,» et 4 ÿ
» ul (1895), 706 » 18 » et À »
» N 965 » RER) et 3 >
5 » N. 1135 :» : 257 » et 2 »
» (1898), 1031...» #19= » et 3 » et 14 RÈRCRSS
» vil (1899), 1015: : » WAL. » et à » . et den
BOISSIER, EDM. Flora orientalis sive enumeratio plantarum in Oriente a Græcia
et Ægypio ad Indiæ fines hucusque observatarum. — 5 vol. et Supplément,
in-80, 1867-1888 140 €fr.
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srand in-folio, 24 pages de texte et 221 planches, Geneve, 1866 . 70 fr.
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— Pugillus plantarum novarum Africæ borealis Hispaniæque "australis. — In-80
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und Persien gesammelten Pflanzen. — In-40 avec 10 planches et 1 carte.
Moskau. 1860 10 fr.
BARBEY. C. er W. Herborisations au Levant : Egypte. Syrie et Méditerranée.
Fevrier-mai 1880. Avec 11 planches et 1 carte. — 1880 20 fr.
BARBEY, W. Floræ Sardoæ compendium. Catalogue raisonné des végétaux observés
dans l’île de Sardaigne. Avec suppl. par MM. Ascagrson et E. Levier. Avec
7 planches. — 1885 25 fr.
— Epilobium genus, a cl. CH. Cursin ill. Avec 24 planches. -— Lausanne, 1885.
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gique, paléontologique et botanique. Avec 13 pl., par Ca. CuisiN. 1892. 20 fr.
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1 planche double, par CH. Cuisiv. Lausanne, 189% 3 fr.
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plantes cultivées en 1895 à Valleyres et à Chamhésy, avec préface de
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: 12 fr.
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N° 1. — SCHINZ, H. — Die Pflanzenwelt Deutsch-Südwest-
#4 AT NM ul: Us 450!
N° 2. — HERZOG, Th. Einige briologische Notizen aus Grau =
buidentund Wallis. an Us 0.50
= | N» 3. — de WILDEMAN, £. Une nouvelle Chytridinée (Miero-
TR À : myces Mesocarpi) MA UE RER ES. 0.50
| " No 4. — SYDOW, H. et P. Fungi Aliquot Novi à F. Stuckert |
in Argentina TO RES. ae 0.50.
je N° 5. — © WAINIO, Edv. A. Reactiones Lichenum a 1. Müllero. BR:
des Argoviensi Deseriplorume m. N RRRRe ee
N° 6. — MÜLLER, Karl, Freiburgi. Bg. Revision der Hepaticein
Mougeot-, Nestler- und Schimper Stirpes kryptogamæ 1.— |
3% No 7. — Abbe CHEVALLIER, L. Notes sur la Flore du Sahara 1.—
| N° 8. — CHABERT, Alfred. Les Rhinanthus des Alpes maritimes 1.—
N° 9. — Prof. Dr ROSENSTOCK (Gotha). Aspidium Libanoti-
CHATS SD aA US ER ERA RE 0.50
N° 10. — SCHINZ, Hans. Beiträge zur as der Afrikanischen
Flora (Neue Folge) : I. Zur Kenntnis der Pflanzenwelt
der-Delas0a- By PS re EL AR are 3.— .
N°11.— STEPHANI, Franz. Species hepaticarum (suite). ..... er
No 12. — MEISTER, Fr. Beiträge zur Kenntnis der SE à
Arten/von Ufriewlarar sur ran... Se a
N°413.— FREYN, J. Ueber neue und bemerkenswerthe orienta-
tische Pllanzenärlen 0... 04 2.50 d
N° 44. — FRANCHET, A. Mutisiaceæ japonicæ a dom. Faurie AT LYS
collectæ e herbariis Musei Parisiensis et dom. Drake Fe
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Les auteurs des travaux insérés dans les Mémoires de ’Herbier Boissier
ont droit gratuitement à trente exemplaires en tirage à part.
DE LS SE nn PS 2 1, AR Da Te) D ce
Genève, — Imp. Romet, boulevard de Plainpalais, 26, .
À
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N° 15 gl
OBSERVATIONS
SUR
(UE CHYTRIDINEES NOUVELLES
OÙ PEU CONNUES
PAR
É. DE WILDEMAN
Date de la publication : 30 mai 1900.
Prix : 1 franc.
GENÈVE sr BALE
GEORG & Cie, LIBRAIRES-ÉDITEURS
MÊME MAISON A LYON
1900
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MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER
N° 15.
OBSERVATIONS
SUR
QUELQUES CHYTRIDINÉES NOUVELLES
OU PEU CONNUES
PAR
E. DE WILDEMAN
Nous avons, de 1895 à 1898, publié dans les Mémoires de la Société
belge de microscopie une série de dix fascicules de « Notes mycologiques »
dans lesquels nous avons rapporté des observations que nous avons
faites principalement sur des Champignons appartenant au groupe des
Chytridinées. Nous nous proposons de publier dans ces « Observations »
la description d’espèces nouvelles et quelques notes sur des organismes
peu ou mal connus, au fur et à mesure-de leur découverte. Nous ne
pourrons donc suivre un ordre régulier, nous publions nos observations
afin de nous assurer la priorité; la coordination de ces notes et les
figures paraitront ultérieurement, soit dans des notices monographiques
de genres, soit dans un travail d'ensemble sur les Chytridinées que nous
préparons depuis assez longtemps.
Nous prions M. le prof. Schröter, du Polytechnicum de Zurich, de
recevoir nos plus vifs remerciements pour l’envoi de la Chytridinée,
si abondante en ce moment dans le plankton du lac de Zurich où
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER, n0 15, 30 mai 1900. 1
2 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
elle attaque l’Asterionella gracillima. Nous nous empressons aussi de
remercier M. le prof. J. Massart, de l’Université de Bruxelles, qui nous
a signalé l’Olpidium parasite du Stigeoclonium et le Rhizophidium (Uni-
poria) des oospores de Vaucheria. C’est dans des cultures d’Algues
qu'il nous a communiquées. ou dans des préparations qu'il a faites lui-
même, que nous avons étudié le Rhizophidium multiporia et l'Olpi-
dium tumæfaciens Magnus, qui ne semble pas avoir été revu souvent
depuis qu’il a été décrit. Nous espérons que tous ceux qui ont bien voulu
nous communiquer jusqu'à ce jour des matériaux d’études, nous feront
encore part de leurs trouvailles.
Nous tenons aussi à remercier. M. le prof. Magnus qui a eu l’amabilite
de nous envoyer son travail sur la Botanique de l’Expedition allemande
de 1872 dans la Mer du Nord, qu’il nous était impossible de consulter à
Bruxelles.
Bruxelles, avril 1900.
E. DE WILDEMAN. QUELQUES CHYTRIDINÉES NOUVELLES. 3
1. Olpidium Stigeoclonii DeWild nov. sp.
Zoosporanges lisses, globuleux ou elliptiques, solitaires ou réunis par
deux ou trois dans une même cellule de Stigeoclonium, occasionnant en
général un renflement et un allongement de la cellule nourriciere, ou l'un
ou l’autre. Cellules attaquées jusque cinq fois plus larges que les celluies
normales, et sept fois aussi longues; zoosporange remplissant souvent
presque complètement la cellule de l’hôte, à membrane souvent étroi-
tement appliquée contre la paroi celiulaire de l’Algue. Col du zoosporange
plus ou moins longuement proéminent, en général élargi, évasé à son
extrémité. A l’état jeune le parasite se renconire en général logé à côté du
chromatophore; en grossissant, il refoule le chromatophore que l’on
retrouve en un ou deux morceaux vers les extrémités de la cellule, ou serré
entre le parasite et la paroi latérale de l'hôte, toujours nettement visible
grâce à la coloration verte qui a été conservée et qui persiste, même quand
le parasite a écoulé au dehors son protoplasme, et que la cellule est tota-
lement vidée. À maturité, le col du zoosporange émet des gouttelettes de
protoplasme qui se libèrent très lentement et une à une; elles sont
d’abord amiboides, puis il se forme des cils, elles sont alors polygonales,
s’arrondissent, perdent les cils et se détachent brusquement du proto-
plasme resté dans le col. Ces masses amiboïdes, globuleuses, s’accolent à
une cellule de l’hôte, en percent la paroi et leur protoplasme pénètre
lentement dans la cellule et y recommence probablement son cycle de
développement.
Hab. — Dans les cellules de Stigeoclonium, soit dans les cellules inter-
calaires des rameaux principaux et secondaires, soit dans les cellules ter-
minales très minces et allongées. — Laeken (Belgique) (J. Massart, février
et mars 4900).
Obs. — Ce parasite, qui nous a été signalé par M. J. Massart, était très
abondant dans la récolte où il a été observé pour la première fois; il s’est
conservé très longtemps en culture, et a pu être transporté très faci-
A MÉMOIRES DE L HERBIER BOISSIER.
lement, sur d’autres échantillons de Stigeoclonium. Le parasite se cultive
d’ailleurs facilement sur porte-objet, et nous conservons depuis plusieurs
semaines une telle culture à l’obscurité. La culture à l'obscurité paraît
faire plus de tort au parasite, qu’à l’Algue. C’est dans une culture sur
porte-objet, conservée à la lumière, que nous avons observé, pendant le
jour, la formation des zoospores amiboïdes que nous décrivons
plus haut. On peut donc se demander si ce mode de reproduction
est normal, d'autant plus, que nous n'avons jamais vu se former
qu'une seule zoospore, le reste du protoplasme semblait dépérir et
les jours suivants nous retrouvions souvent dans le même état, les
zoosporanges dont le col avait laissé échapper la masse protoplasmique
amiboide.
Le parasite pourrait posseder deux modes de reproduclion; il se forme
peut-être dans son intérieur, des zoospores normales, s’échappant en
grand nombre, et laissant un zoosporange complètement vide; on voit en
effet, quand on examine une culture le matin, que la plupart des zoospo-
ranges qui avaient formé un col la veille, sont vides, il y a donc eu
formation de zoospores la nuit. Seuls les zoosporanges, peu nombreux,
dont le col était renflé à son extrémité, nous ont permis de suivre, dans
le jour, la formation de nos zoospores amibes. L'étude poursuivie pendant
longtemps ne nous a rien appris de plus quant au développement du
parasite.
Si la formation de ces sortes de zoospores amibes était normale, il y
aurait probablement lieu de créer pour cette Chytridinée un genre
spécial. C’est la raison pour laquelle nous avons décrit si longuement cet
Olpidium ; d’autres observateurs seront peut-être plus heureux que nous,
car il est fort probable que l’attention une fois attirée sur cet organisme,
on le découvrira dans d’autres localités, à d’autres moments, et ces
nouveaux matériaux permettront sans aucun doute, d’élucider quelques
points de sa biologie.
2. Olpidium tumzfaciens (Magnus) Fischer.
A titre de mémoire citons ici cet Olpidium retrouvé à Roscoff, en
septembre 1899, par 3. Massart. Il se développait dans les rhizoides d’une
Algue appartenant sans doute au groupe des Floridées. Il y occasionnait
des renflements souvent très considérables, et se localisait en général
dans les cellules terminales.
Certaines des formes que nous avons observées, dans la seule prépa-
ration microscopique qui nous a été communiquée par M. Massart, rap-
E. DE WILDEMAN. QUELQUES CHYTRIDINEES NOUVELLES. 5)
pellent fortement celles figurées par M. le prof. Magnus ‘, d’autres
accentuent le renflement de la cellule attaquée et dans certains cas, le
nombre de zoosporanges contenus dans un renflement depassait la
dizaine. Les zoosporanges peuvent être plus ou moins égaux, et rappeler
par leur disposition un tissu régulier, ils peuvent aussi être très inégaux,
l'un d'eux très grand, à large col, les autres relativement très pelits et à
col proportionné, rejetés sur un côté du renflement.
Il n’était pas sans intérêt de signaler ce Champignon, car il ne semble
pas que cet organisme ail élé souvent revu depuis que M. Magnus l'a
décrit sous le nom de Chytridium *. 11 a été tout d’abord observé à
Fisherrow près d’Edimbourg, puis par Cramer dans le golfe de Naples;
depuis nous ne pensons pas qu'il ait été revu.
IT
1. Rhizophidium Schroceteri DeWild. nov. sp.
Mycelium intercellulaire très fin, peu visible. Zoosporanges externes,
globuleux, elliptiques ou ovoides, souvent à plusieurs sur la même cellule
de l'hôte, de 7 y maximum de diamètre. Une calotte de l'enveloppe du
zoosporange se gélifie, se dissout dans le liquide ambiant, et la masse
interne proémine par l'ouverture circulaire, qui s’est formée ainsi au
sommet du zoosporange, celui-ci de globuleux qu'il était devient ovoide,
à calotte généralament hyaline, à paroi mince. Zoospores peu nom-
breuses, rarement au delà d’une douzaine, se libérant une à une, après
que la calotte hyaline s’est dissoute à son tour dans le liquide, mesurant
7 u environ de diamètre et renfermant un globule huileux assez grand
et réfringent. Il semble que la membrane externe du zoosporange se
détruit en même temps que se fait la libération des zoospores, car on
ne retrouve jamais de zoosporange vide, mais on trouve parfois deux ou
trois zoospores réunies par du mucus, appliquées contre un fragment de
la paroi zoosporangiale, encore rattachée au support. Zoospores germant
1 Jahresb. d. Comm. 3. Untersuch. d. deutsch. Meere, IX (1875) p. 76, pl. I,
fig. 1-16.
? In Sitzungsb. d. nalurf. Freunde, Berlin, 1872.
6 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
directement, elles se fixent, augmentent de volume, les globules huileux
deviennent plus nombreux, puis disparaissent en même temps que le
protoplasme devient granuleux, sans réfringence; enfin les globules hui-
leux, précurseurs des zoospores, réapparaissent et le zoosporange est
mür.
Hab. — Dans le plankton du lac de Zurich sur Asterionella gracillima,
ne passant sur aucune autre Diatomée en présence. Très abondant à
partir du mois de mars (Prof. Schröter, mars 1900).
Obs. — Celle espèce intéressante est une des plus petites du genre
Rlizophidium, mais elle rachète sa petitesse par le nombre très considé-
rable d'individus; presque toutes les cellules de l’Asterionella sont
attaquées. Le parasite se laisse facilement cultiver, nous le tenons en vie
depuis le 23 mars et avons pu suivre tous les stades de son dévelop-
pement.
Nous avons été heureux de dédier cette espèce à M. C. Schrôter, qui
l’avait observée dans le plankton du lac de Zurich et qui a bien voulu
nous la communiquer.
2. Rhizophidium Vaucheriæ DeWild. nov. sp.
Mycélium interne présent, formé par un filament droit, s’enfoncant
dans le protoplasme des œufs de Vaucheria et occasionnant une réaction
de la part de la membrane de l’œuf, celle-ci s’épaissit souvent très forte-
ment autour de lui, à ramifications du tronc mycélien principal inconnues.
Zooporanges externes, globuleux, localisés sur les oogones, attaquant
parfois directement l’oospore par l'ouverture de l’oogone, souvent très
nombreux, jusque 20, sur un même oogone, globuleux, de 26-50 y de
diamètre, à membrane incolore formée de deux couches, l’externe
épaisse. Une calotte de la couche externe se gélifie, se dissout dans le
liquide ambiant; la couche interne poussée par les zoospores proémine
par l’ouverture dont les {bords sont un peu recourbes. Dans deux cas
nous avons observé une vraie calotle, ne se gélifiant pas, rejetée sur
le côté, mais c’est là une exception, on ne retrouve en général jamais
la calotte, même dans les stades tout jeunes. Zoospores émises une à
une, globuleuses, de 1,5 u environ de diamètre, à globule huileux
apparent, très agiles. Zoosporanges ouverts et vides, profondément
urcéolés, à bord irrégulièrement ondulé, un peu recourbe. On trouve
sur les oogones des cellules globuleuses, très petites, à gouttelette hui-
leuse très apparente, qui sont des zoopores récemment fixées; entre ce
E. DE WILDEMAN. QUELQUES CHYTRIDINÉES NOUVELLES. 7
siade et le zoosporange vide on peut trouver tous les intermédiaires.
Spores durables inconnues.
Hab.— Sur les oogones du Vaucheria sessilis, dans une serre à Etterbeek
(Bruxelles) (J. Massart, février 1900), se conservant facilement en culture
et ne se transportant pas sur les filaments vegetalifs, ni sur les grains de
pollen d’Alnus et de Salix.
Obs. — Cetie espece se rapproche comme on le voit de celle que Zopf
a décrite et figure en 1884, sous le nom de Rhizidium sphærocarpum
et qui a été rapportée avec raison par Fischer au genre Rhizophi-
dium.
L'observation émise par Fischer (in Rabenh. Krypt. Fl. ed. 2 I, 4,
p. 95), dans laquelle il jette un doute sur la valeur morphologique du
zooporange de ce Rhizidium, ne nous paraît pas fondée. Notre espèce
présente le même mode d'ouverture, rappelons cependant que dans deux
cas nous avons observé un couvercle non gélifié, ce qui rappelle le genre
Chytridium. Nous croyons néanmoins devoir rattacher ce Champignon au
genre Rhizophidium dont il possède l’ensemble des caractères. Il ne faut
pas, pensons-nous, ‘attacher une trop grande importance au mode d’ou-
verture du zoosparange; le vrai caractère des Chytridium réside dans la
formation des spores à l’intérieur des cellules de l'hôte et par suite, fort
probablement, dans la présence de filaments mycéliens dans lesquels se
développent les spores; il y aurait lieu d’étudier à nouveau les espèces
rapportées au genre Chytridium, pour savoir si toutes possèdent un mycé-
lium développé, si les spores que l’on a observées appartiennent
bien à ces organismes, et si elles sont formées par les filaments mycé-
liens.
3. Rhizophidium multiporum DeWild. nov. sp.
Mycélium inconnu. Zoosporanges externes, globuleux, peu nombreux,
localisés sur les oogones de Vaucheria, en société du R. Vaucheriæ, de
32-52 y, de diamètre, à membrane incolore, s’ouvrant par trois papilles
plus ou moins proéminentes; les bords de l'ouverture dépassent toujours
un peu la surface du zoosporange et mesurent 4 y environ de diamètre.
Zoospores et spores durables inconnues.
Hab. — Sur les oogones de Vaucheria sessilis, dans une serre à Etter-
beek (Bruxelles) (J. Massart, février 1900), ne se transportant dans les
cultures n1 sur les filaments végétatifs, ni sur les grains de pollen d’Alnus
el de Sahix.
8 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
Obs. -— Nous n’avons observé que peu d'échantillons de cette Chytri-
dinée et malgré notre attention nous n’avons pu saisir le moment de la
sortie des zoospores.
Le R. multiporum est voisin des R. globosum (Br.) Fisch. et R. pollinis
(Br.) Fisch.; il semble se rapprocher par la formation des papilles légère-
ment proéminentes surtout de la dernière; comme il ne paraît pas se
développer sur les grains de pollen (nos observations sont peut-être insuf-
fisantes), qu'il est strictement lié aux oogones du Vaucheria, nous avons
préféré le signaler sous un nom nouveau.
x
Les trois Rhizophidium que nous venons de décrire, apparliennent à
la section Globosa (cf. Fischer in Rabenh. Krypt. Fl. ed. 2 I, % p. 87) ; les
deux premiers Vaucheriæ et Schreteri appartiennent à la subdivision
Uniporia Fisch. (loc. cit.), le troisième à la subdivision Multiporia Fisch.
(loc. cit.).
Dans cette dernière Fischer, comprend les espèces suivantes :
R. pollinis (Br.) Fisch.
R. Sphærotheca Zopf.
R. globosum (Br.) Fisch.
R. Haynaldii (Schaarsch.) Fisch.
R. Cyclotellæ Zopf.
R. subangulosum (Br.) Rabenh.
R. laterale Br.
De ces sept espèces, les quatre dernières sont faciles à différencier de
notre R. multiporum ; la dernière est douteuse et nous aurons probable-
ment l’occasion de revenir plus tard sur le R. subangulosum, qui cons-
tilue une espèce très particulière, s’attaquant uniquement aux filaments
d’Oscillariees. |
Mais les premières espèces ne sont guère à distinguer que par leur
habitat. Le R. pollinis, comme son nom l'indique d’ailleurs, est spécial
aux grains de pollen de divers phanérogames et mesure de 8-34 y de
diamètre; le R. sphærotheca trouvé seulement, jusqu'à ce jour, sur les
microzoopores d’Isoetes ne mesure jamais plus de 22 y. de diamètre; quant
au À. globosum, il semble avoir été trouvé sur diverses Algues d’eau
douce, (Desmidiées, Cladophora, OEdogonium, Sphæroplea et Diatomées)
et mesure de 15 à 50 ı. de diamètre.
D'après les mensurations, ce serait de cette dernière espèce que le
E. DE WILDEMAN. QUELQUES CHYTRIDINÉES NOUVELLES. 9
R. multiporum serait le plus voisin, mais son habitat assez particulier
semble devoir l’écarter.
La sous-section Uniporia comprend d’après Fischer (loc. cit. p. 92 et
Suiv.) huit espèces qu'il n’est pas toujours aisé de différencier. M. Fischer
subdivise cette cette sous-section en trois groupes dont les caractères
sont:
«. Sporanges à papilles plus ou moins allongées, en forme de citron. Zoospo-
ranges ouverts, urcéolés, à ouverture petite.
ß. Sporanges globuleux sans papilles, le tiers ou le quart supérieur de l’enve-
loppe se gelifie et disparaît. Zoosporanges ouverts, profondément ur-
céolés, à large ouverture.
y. Sporanges globuleux, mais anguleux, à angles arrondis ou plus ou moins
pyriformes, à ouverture large.
Il n’est pas toujours facile d'apprécier ces caractères; en effet, quand
le zoosporange d’une espèce de la subdivision ß a perdu sa calotte termi-
nale, et que les zoospores ne se sont pas encore libérées, il peut présenter
une forme ovoide et sembler être muni d’une papille, ce qui pourrait
le faire rapporter à la subdivision o. Il faut absolument avoir sous les
yeux tous les stades de développement, et ce sera, dans le cas du R. Vau-
cheriæ, le rebord du zoosporange indiquant l'endroit où s’est fait la sépa-
ration, qui servira surtout de critérium. Mais ce caractère est plus diffi-
cile à mettre en évidence chez le R. Schreteri, vu la petitesse de l’or-
ganisme, un examen approfondi le montre cependant nettement.
Quant à la forme du zoosporange vide elle ne peut entrer en ligne de
compte pour cette dernière espèce puisque la membrane ne persiste
pas.
Deux espèces seulement, sont classées dans la subdivision ß à laquelle
appartiennent nos deux Chytridinées nouvelles, ce sont R. sphærocarpum
(Zopf) Fisch. et carpophilum (Zopf) Fisch. (loc. cit. p. 95).
Le premier, localisé sur les filaments végétatifs de diverses Algues
d’eau douce, semble très voisin du R. Vaucheriæ, le second n’a été
observé que sur les oogones de Saprolégniées, et parait posséder une
paroi beaucoup plus mince.
On peut donc, des quatre espèces qui constituent le groupe ß, donner
la clef analytique suivante :
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
» à à j Ve DA et TU
Membrane du zoosporange, persistant après l’émission des zoospores
Parasite des cellules végétatives de Spirogyra, Mougeotra,
OEdogonium......... RONA EIERN RN R. spherocarpum.
Parasite des oogones de Vaucheria................... R. Vaucherie.
Parasite des oogones de Saprolégniées................ R. carpophilum.
Membrane du zoosporange ne persistant pas après l’&mission des zoospores
R. Schreteri.
Bulletin de l'Herbier Boissier, le volume 20 fr.
Tome en 715 pages, 28 planches et 2 appendices.
IT (1894), 769 °» 832» et A »
» A (189), 706°» 18 » et 1 )
Vie. RD ONE» et 3»
= ):
);
» 1897),.1135. 2». 25.» et 2 »
» 1898), 1031: » 19 » et 3 » et 14 planches.
» vi 1899) 1019.» M 9 et o » ei 3 »
BOISSIER, EDM, Flora orientalis sive enumeratio plantarum in Oriente a Græcia
et Ægypto ad Indiæ fines hucusque observatarum. — 5 vol. et Supplément,
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-— Centuria Euphorbiarum. Genève. 1860 Pate
— Pugillus plantarum novarum Africæ borealis Hispaniæque australis. — In-80
Genevæ, 1852 = Sem.
BOISSIER, EDM. sr BUHSE. Aufzæhlung der in einer Reise durch Transkaukasien
und Persien gesammelten Pflanzen. — In-40 avec 10 planches et 1 carte.
Moskau. 1860 10 fr.
BARBEY, C: er W.. Herborisations au Levant : Egypte. Syrie et Méditerranée.
Février-mai 1880. Avec 11 planches et 1 carte, — 1880 20 fr.
BARBEY, W. Floræ Sardoæ compendium. Catalogue raisonné des vévélaux observés
dans l’île de Sardaigne. Avec Suppl. par MM. Ascmrson et E. Levier. Avec
7 planches. — 1885 25 Ir.
— Epilobium genus, a cl. Cu. Cuisin ill. Avec 2% planches. -— Lausanne, 1885.
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— Lyäie, Lycie, Carie, 1849, 1883, 1887. Études botaniques. [n-40, avec 5 pl. —
1890 : 15 fr.
— Cypripedium Calceolus X macranthos Bar bey.— In-40, avec une planche double
_ coloriée. Lausanne, 1891 3 fr.
STEFANI, C. oe, €. J. FORSYTH MAJOR er W. BARBEY. Samos, Étude géolo-
gique, paléontologique et botanique. Avec 13 pl., par CH. Cuisin. 1892. 20 fr.
— — — Karpathos. Étude géologique, paléontologique et botanique. — In-40,
avec 13 pl., par Cr. Cuisix. 1895 20 fr.
MAJOR, C.-J. Forsyra er BARBEY, W. Halki. Etude botanique. — In-40 avec
1 planche double; par CH, Cursix. Lausanne, 1894 | 3.1r.
AUTRAN, E. tr DURAND, TH. — Hortus Boissierianus. Enumeration des
plantes cultivées en 1895 à Valleyres el à Chambésy, avec préface de
M. F. Crépin. — In-80, xı et 572 pages, avec 3 planches. Genève, 1896.
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No 1.— SCHINZ, H. — Die Pflanzenwelt Deutsch-Südwest-
Alnıkası a... ee
N° 2. — HERZOG, Th. Einige briologische Notizen aus Grau-
DRAC und NA a...
No 3. — de WILDEMAN, É. Une nouvelle ann (Micro-
myces Mesocarpi)..... eh re
No 4. — SYDOW, H. et P. Fungi Aliquot Novi à F. Stuckert
in Argentinasleela rn ee. en
No 5. — WAINIO, Edv. A. Reactiones Lichenum à J. Müllero
Argoviensi Despriplozume a Ver TA SR ee
No 6. — MÜLLER, Karl, Freiburgi.Bg. ri, der Fo
Mougeot-, Nestler- und Schunper Stirpes kryptogamæ
a Abbe CHEVALLIER, L. Notes sur la Flore du Sahara
N° 8. — CHABERT, Alfred. Les Rhinanthus des Alpes maritimes
N° 9. — Prof. Dr ROSENSTOCK (Gotha). Aspidium Libanoti-
ae es le,
N° 10. — SCHINZ, Hans. Beiträge zur Kenntnis der Afrikanischen
Flora (Neue Folge) : I. Zur Kenntnis der Pflanzenwelt
der ‚Delasoa-Bayı re. a en, :
N° 41. — STEPHANI, Franz. Species hepaticarum (suite)......
No 12. — MEISTER, Fr. Beiträge zur Kenntnis der nn
Arten von Circulaires eee
a
I
|
N013.— FREYN, J. Ueber neue und bemerkenswerthe orienta-
Hische: bilanzenartene se en. nee As
N° 14. — FRANCHET, A. Mutisiaceæ japonicæ a dom. Faurie
collectæ e herbarııs Musei Parisiensis et dom. Drake
del Castillo Sal. ee coul do Ce Re
N° 15. — DE WILDEMAN, E. Observations sur note Chytri-
dinées nouvelles ou peu connues
nr eur ne ee + ms
OBSERVATION
Genève. — Imp. Romet, boulevard.de Plainpalais, 26.
Les auteurs des travaux insérés dans les Mémoires de l’Herbier Boissier
ont droit gratuitement à trente exemplaires en tirage à part.
DR
Gusrave BEAUVERD, Conservateur. a
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER
N° 16.
/ SPECIES HEPATICARUM
AUCTORE
Franz STEPHANE
(Suite.)
CALYCULARIA Mitten 1860.
Plantæ frondosæ, mediocres vel spectabiles, fragiles, cæspitosæ vel
gregarie crescentes, arcte repentes, lurido vel saturate virides, radicellis
coloratis, flavidulis vel plus minus purpureis, furcatæ vel ex apice inno-
valæ, rarissime postice ramosæ, ambitu late ligulatæ, alis adscendentibus
canaliculatæ, margine plus minus crispatæ. Costa latiuscula, antice con-
cava, poslice valde producta optimeque carinata, sensim in alas atlenuata,
cellulis elongatis æquimagnis ædificata, versus apicem frondis multo
minus crassa, in planlis etiolatis maxime reducta. Ale e basi crassa
sensim attenuatæ, limbo marginali unistralo plus minus lato, margine
semper integerrimo, præsertim sub apice plicato-crispato. Cellulæ alarum
exincrassatæ, ad costam parum longiores. Amphigastria semper præ-
senlia, in apice frondis comata, lanceolata vel subulata, medio infero
sæpe pinnatim appendiculata, versus basin angustala, cellula parva basali
inserta et facillime decidua. Inflorescentia semper dioica. Flores feminei
in pagina antica costæ orti; pistilla numerosa, plus minus aggregata, in
flore fecundato toro conico inserta, ceterum hic illie solitaria, bracteis
longis, lanceolatis vel foliiformibus valde laciniatis vel spinosis remotis
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER, n0 16, 25 juin 1900. 69
2 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. _ Calycularia.
et nusquam basi commun: annuliformi coalitis circumdata. Perianthia
magna, late inserla, post fecundationem evoluta, infundibulata vel cam-
panulata vel inflato-cylindrica, plus minus plicata, sepe lamellis longitu-
dinaliter jugata, ore late aperto spinoso vel lacerato, basi crassa et
bracteis supra descriptis circumdata, superne unistrata. Calyptra magna,
toro inserta ideoque quasi stipitata, basi plus minus crassa et pistillis
sterilibus cirfeta, libera, pyriformis. Capsula in pedicello perbrevi late
ovalis vel subglobosa, parietibus pluristratis, longitudinaliter fissis,
segmentis 5-7; stratum externum cellulis minoribus brunneis
æqualiter incrassatis formatum; cellulæ interne capsulæ teneræ, in
paucis dense semiannulatim incrassatæ. Elateres breves, fusiformes,
normaliter bispiri. Spore parvæ, papillatæ vel echinatæ. Andrecia in
pagina antica costæ, bracteis plus minus aggregatis, monandris, erecto-
cucullatis, apice erosis vel dentatis. Antheridia magna subsessilia pedi-
cello unicellulari.
Diese Gattung, von Mitten 1860 aufgestellt, ist Jahrzente lang unbe-
kannt geblieben und obwohl ich 1888 eine Beschreibung der Mitten’schen
Art (Cal. cripsula) gab, Lindberg 1889 eine neue Art publizirte und ich
selbst 1893 Cal. radiculosa veröffentlichte, so hat doch Niemand bemerkt,
dass unsere beiden europäischen Arten, Merkia Blytti und Merkia
hibernica hierher gehören.
Bei einem Vergleich der hier folgenden Diagnosen ergeben sich als ge-
meinsame Merkmale: 1. die an der Bauchseite kielig vorstehende costa,
welche an ihrer dorsalen Seite steis rinnig-hohl ist; 2. die fleischige
Basis der Flügel, die bei allen Arten normal am Rande wellig und faltig
kraus sind; 3. die zahlreichen Amphigastrien, welche auf der ventralen
Seite auf derjenigen Linie inserirt sind, welche gebildet wird von dem
Uebergange der Costa in die Flügel; 4. die Form dieser Amphigastrien,
die mit sehr schmaler Basis inserirt sind; 5. die zerstreute Anordnung
der Pistille, die entweder in lockeren Ständen angeordnet sind oder auch
zerstreut auf der Mittelrippe stehen und in solchem Falle stets von einer
einzelnen Schuppe vom Rücken her geschützt, sonst aber von einer An-
zahl locker gestellter und an der Basis unverbundener Bracteen umgeben
sind; aus diesem Grunde findet man bei allen Arten die Mittelrippe mehr
oder weniger dicht mit Bracteen bedeckt; 6. das glockenförmige, mächtig
entwickelte Perianth, an der Basis stets fleischig, beiderseits oft mit
Lamellen besetzt, welche in eine freie Spitze auslaufen; 7. die Haube,
welche stets frei im Grunde des Perianths steht und welche die sterilen
356
Calycularia. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 3
Pistille an der Basis ringförmig umgeben; 8. der männliche Blüthenstand,
der unbegrenzt die Costa bedeckt und auch in die Aeste übergeht und
normal in jeder Schuppe eine grosse fast sitzende Anthere birgt.
Der Bau der Kapselwand und die Ausbildung des Exospors sind allein
nicht übereinstimmend und wir haben 2 Gruppen zu unterscheiden:
1. solche mit Halbringfasern in den inneren Zellen der Kapselwand und
langstacheligen Sporen; 2. solche ohne Halbringfasern und papillösen
Sporen.
Angesichts der völligen sonstigen Uebereinstimmung des Baues dieser
Pflanzen, können die wenigen letztgenannten Unterschiede keinen Anlass
geben, diese 2 Gruppen zu trennen; sind doch auch die Kapselwandungen
bei Pellia verschieden und die Sporen der Riccien, dieser sehr einheit-
lichen Gruppe von Pflanzen, von überraschender Mannigfaltigkeit; es
unterliegt daher keinem Zweifel, dass die der Ausstreuung der Sporen-
masse und der Verbreitung der Sporen dienenden Organe Anpassungen
unterworfen sind, welche jene Organe nicht immer wichtig für die syste-
malische Stellung der Pflanzen erscheinen lassen; sie sind zur Charak-
terisirung des Genus nur mit Vorsicht zu benutzen.
Ich habe wie bisher für das die Calyptra direkt umhüllende Organ den
Ausdruck Perianth gebraucht, obwohl der Ursprung desselben rein dor-
saler Natur ist. Lindberg wählte deshalb den Namen «caulocalyx», der
mir wenig sympathisch ist, weil diese Pflanzen einen Stengel nicht be-
sitzen.
Caliyeularia.
A. Sporis echinatis.
1. C. crispula Mitt. Linn. Soc. V, p. 122.
Major, valida, cæspitans, pro more muscicola, luride virens, in sicco
flavo-rufescens. Frons ad 5 cm. longa, 10 mm. lata, late ligulata, margine
oplime crispata, radicellis longis et creberrimis subhyalinis repens,
simplex vel furcata. Costa valida, sat lata, medio ad 30 cellulas crassa.
Ale plus mirus erectæ, basi valde carnosæ, fragillimæ, cellulæ ad
costam longiores. Amph. magna, sæpe purpurea, e basi filiformi lan-
ceolata, papulosa, margine laciniis irregularibus aucta, in apice frondis
comala erecla vel arcuatim in dorsum plants recurva. Archegonia ad 20,
bracteis 6-8, filiformibus vel lanceolatis varieque lacinulatis a tergo tecta.
Perianthia magna, infundibulata, basi crassa, superne parum plicata,
utroque latere lanceolata, ore crispato ad '/; grosse laciniato, laciniis
397
1A MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. Calycularia.
irregularibus longe acuminatis, sepe hamatis. Calyptra superne tener-
rima. Capsula in pedicello brevi et calycem vix superante subglobosa
irregulariter bi-tri valvata, valvulæ bi-tri stratæ, cellulis internis dense
annulalis. Sporæ 45 y, rufescentes, longe echinalæ, echinis laxe dispo-
sitis, cylindricis, apice truncato-bidentulis. Elateres et Andrecia haud
vidi.
Hab. Himalaya (Hooker, Griffith, Decoly et Schaul).
2. G. laxa Lindb. Svenska Vet. Ac. XXIII, p. 66.
Mediocris, fragilissima, lurido-viridis, dense cæspitosa. Frons ad 25 mm,
longa, 12 mm. lala, simplex vel furcata, oblonga, canaliculata, crispata.
Costa ad 12 cellulas crassa. postice dilute violacea, radicellis longis dilute
ferrugineis repens. Al& adscendentes incurvæ vel explanatæ, cellulis ad
40 y, basi longiores. Amph. parva, pallida, lanceolata, subulata, acutissima,
medio infero lacinulata. Per. magna, 6 mm. longa, ore 5 mm. lato
infundibulata, dilute virescentia, superne sæpe purpurascentia et leniter.
plicata, lamellis plus minus liberis longitudinaliter aucta, basi externa
bracteis lanceolatis vel filiformibus, sæpe pinnatim lacinulatis laxe cir-
cumdata, ore late aperto, ad medium multifido, lobis erectis vel incurvis
longe acuminatis, pinnatim spinosis. Calyptra crassa, magna pyriformis.
Capsula subglobosa, pedicello 25 mm. longo, ad basin usque 5-7 valvata,
valvulis tristratis; stratum internum semiannulatim incrassatum. Elateres
300 u. Sporæ 40 y, brunneæ, remote echinatæ, echinis conico-cylindricis
truncato-bifidulis. Andræcia in planta minore et angustiore, bracteis con-
fertis, apice ciliatis vel lobatis.
Hab. Sibiria, Jenisei ad fium. Dudinka (Arnell).
B. Sporis papillatis.
3. G. radiculosa St. Hedw. 1893, p. 146.
Majuscula, flaccidissima (ulvoidea) saturate viridis, corticola. Frons.
ad 6 cm. longa, 20 mm. lata, ovato-oblonga, simplex vel furcata, persæpe
ramis posticis innovata, radicellis purpureis vel sanguineis arcte repens.
Costa angusta postice maxime producta et optime carinata. Ale adscen-
dentes, sæpe asymmetricæ vel uno latere omnino deficientes, ad costam
4 cellulas crassæ ceterum unistratæ, tenerrimæ explanatæ, margine
plicato-crispulæ, integræ. Cellulæ alarum 35 X 70 y ad costam longiores.
Amphig. parva, subulata, rubescentia, qualuor cellulis superpositis for-
mata. Perianthia parva, sæpe seriata, anguste infundibulata, eplicata,
358
1 N
vw? Br An
N,
Fr?
Calycularia. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. b)
basi paucis bracteis lanceolalis, dentato-ciliatis, circumdata, ore late
aperto iruncato breviter inciso irregulariterque pilifero. Pistilla ad 20
in toro subhemisphærico. Calyptra magna, purpurea, libera, crassa.
Capsula in pedicello 10 mm. longo ovalis, ad basin usque quadrivalvis
valvulis bi-tri stratis, stratum internum cellulis exannulatis formatum.
Elateres 440 u. Spore purpureæ 22 u, papillatæ Andrecia ignota.
Hab. Java (Stahl. Schiffner) India orient. (Griffith) Borneo (Everett),
Samoa (Reinecke).
4, G. birmensis Si n. sp.
Mediocris, flaccida, saturate viridis, corlicola vel muscicola. Frons ad
4 cm. longa, 7 mm. lata, radiculis dilute ferrugineis arcte repens, late
ligulata, undulata, margine crispata, simplex vel ex apice innovata, raris-
sime furcata. Costa minus crassa (ad 12 cellulas), angusta, frondis dia-
metro triplo angustior, postice convexa, anlice concava : ale e basi
adscendente plano-explanatæ, basi pluristratæ, limbo unistrato sat lato.
Cellulæ alarum 37 y, sæpe subrectangulares, ad costam longiores. Amph.
majuscula, hyalina tenerrima, anguste ligulata, 2-3 cellulas lata, margine
alte papulosa, hic illic cellula imposita quasi pinnata. Perianthia ignota.
Bracteæ femineæ ad 3-4 tenerrimæ, hyalinæ, amphigastriis configura-
tione simillimæ, majores tamen. Andræcia ignota.
Hab. Birma (Fraser) Sikkim (Decoly et Schaul).
Der Habitus dieser Pflanze ist völlig der von C. radiculosa; die viel
grösseren Amphigastrien unterscheiden sie sofort. C. crispula ist eine
viel grössere Pflanze, mit mächtigen Amphigastrien, die man mit unbe-
waffnetem Auge sehen kann.
5. GC. hibernica (Hooker) St.
Syn. : Jungermannia hibernica Hook. Jung. Brit. t. 88.
Dilæna hybernica Dum. Commentat. 1822.
Blyttia Lyell var. hibernica Syn. Hep. p. 475.
Merkia hibernica G. Ann. sc. nat. 1864, p. 83.
Mediocris, angusta et gracilis, pallide-virens, muscis consociata rarius
gregarie crescens, Sæpe paludicola. Frons ad 35 mm. longa, 6 mm. lata,
repetito furcata, canaliculata, parum crispata, radicellis flavescentibus
arcte repens; costa normaliter ad 30 cellulas crassa, bene producta, in
sectione triangularis; alæ e basi crassa adscendentes, sæpe plano-expla-
natæ integerrimæ, undulatæ, in angulis furcarum plicatulæ. Cellulæ
37 X 63 y ad costam longiores. Amph. parva, filiformes, hyalina, 4 cel-
359
6 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. Calycularia.
lulas longa, cellula quinta basalis minima. Perianthia magna, oblonga,
inflata, pluriplicata, basi crassa, superne tenera, utroque latere anguste
lamellata, ore breviter inciso-multiloba, lobulis crenato- denticulatis;
bracteæ basales perianthii valde variabiles; pro more bractea singula
magna adest, perianthium a tergo accumbens, subeircularis ad '/s anguste
lacinulata; bracteæ reliquæ remotæ, lineari-lanceolatæ, ramosæ vel pro-
funde bifidæ. Calyptra tenera, basi tantum crassa. Capsula ovalis in pedicello
25 mm. longo, rufo brunnea, ad basin usque 2-4 valvata, valvulis 3 stratis,
stratum internum tenerum. Spore 43 y, brunneæ, papillatæ. Elateres
275 y. Andrecia in planta graciliore, bracteis sæpe sparsis, denticulatis.
Hab. Europa, Britannia, Hibernia, Germania, Gallia, Italia (Alpes
Valsesiæ).
6. C. Blyttii (Mörch) St.
Syn. : Jungermannia Blyttii Mörch. Fl. Dan. X, 34. t. 2004.
Diplomitrium Blyttü Corda in Sturm. Fl. germ. II, p. 126.
Diplolæna Blyttii Nees. Hep. Eur. II, p. 339.
Blyttia Merkü Nees. Syn. Hep. p. 474.
Merkia Blytti G. Ann. sc. nat. 1864, p. 85.
Dilæna Blyttü Dum. Hep. Eur. 1874, p. 138.
Pallavicinia Blyttii Lindb. Musci. scand. 1879, p. 10.
Major, viridis, subglaucescens, compacte cæspilans. Frons ad 25 mm.
longa, ex angusta basi ad 15 mm. lata, simplex vel furcata (sub flore
semper furcatim innovata). Costa crassa, ventre carinata valde producta,
radicellis rufo-brunneis arcte repens. Ale e basi crassa adscendente
erectæ vel explanat®, integerrimæ optime crispatæ, limbo umistrato
angusto (vix 10 cellulas lato). Cellulæ alarum corticales 37 y, subqua-
dratæ, internæ multo majores, perlucentes et frondem reticulantes.
Amph. parva, purpurea, lanceolata vel subulata, in apice plantæ valde
numerosa, facile decidua. Bracteæ femineæ basi annulatim connatæ,
perianthio breviores, profunde lobatæ, lobis inæqualibus spathulatis vel
ligulatis vel emarginato-bilobis. Perianthia optime campanulata, magna,
inflata, parum plicata et vix lamellata, ore late aperto profunde lobato,
lobis late triangulatis acuminatis hic illic grosse dentatis. Calyptra crassa.
Capsula ovalis, 3-4 valvata, valvulis bi-tristratis, stratum internum
tenerum. Sporæ brunneæ, 33 y, papillatæ. Elateres 220 y. Andrecia
linearia, bracteis sparsis magnis erectis varie lobulatis plicatis et tortis,
costam obvelantibus. Antheridia magna, subsessilia.
Hab. Germania, reg. subalpina (Alpen, Sudeten) ; Scandinavia.
360
RER He
Makinoa. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 7
MAKINOA Miyake. 1899.
Plantæ frondosæ, magnæ vel maximæ, sublener&, olivaceæ, ætate
rufo-brunneæ, longe lateque expansæ, depresso-cæspitantes. Frons fur-
catim ramosa, ad 10 cm. longa, 20 mm. lata, plana, marginibus valde
crispatis integerrimis vel repandis. Cellulæ internæ corticalibus majores.
Costa angusta, postice parum producta, radicellis rufo-brunneis repens,
medio ad 12 cellulas crassa, sensim in alas crassas excurrens, apice cel-
lulis clavatis muciferis obtecta. Al& pluristratæ, ad costam crassæ, versus
marginem sensim attenuatæ, limbo marginali unistrato angusto. Inflo-
rescentia dioica. Pistilla magna (ad 1 mm. longa) numerosa, in fundo
alveoli antici frondis aggregata, squama parva dentata a tergo tecta,
Calyptra magna, longe exserla, rufo-brunnea, crassa, oblique erecta.
cylindrica, subclavata, squamæ dorsali parce coalila, pistillis sterilibus
ubique obsita. Pedunculus capsulæ ad 5 cm. longus, erassus, hyalinus;
capsula oblongo-cylindrica, 5 mm. longa, usque ad basin bivalvata,
valvulis bistratis; cellulæ externæ oblongo-hexagonæ, validissimæ, parie-
tibus brunneis ubique maxime æqualiterque incrassatis; cellulæ intern
angustiores, longissimæ, parietibus minus validis semiannulatim incras-
satis. Elaieres axi capsulæ paralleli, strict, utriculo valido, usque ad
960 y longi, apicibus longe attenuatis sine fibra spirali, terlio medio
solum bispiro, spiris validissimis uno iatere trigone ampliatis ibidemque
confluentibus. Sporæ parvæ, sphæricæ, ad 27 y, pallide flavo-virides, cuti-
cula papillulis aspera. Andrecia in fundo alveoli antici costæ, squama
humillima semilunari a tergo circumvallata; antheridia toro bene defi-
nito, crasso, a tergo ad apicem descendente inserta, alveolis magnis, ad
retem connatis immersa, brevissime pedicellata, subsphærica ; spermato-
zoidea gigantea apice longe biciliata.
M. crispata (St.) Miyake Hedw. 1899. p. 201.
Syn. : Pellia crispata St. Bull. Herb. Boissier V, p. 103.
Hab. : Japonıa (Faurie, Makino).
Diese eigenartige Gattung steht hinsichtlich der vegetaliven Organe
dem Genus Pellia zwar nahe, die Form der Kapsel bringt sie aber zu den-
jenigen Gattungen, die Schiffner bereits als Leptotheceæ zusammengefasst
361
8 : MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. Cavicularia.
hat; die nächstfolgenden Gattungen haben alle sphärische Kapseln und
lassen sich ungezwungen in 2 Gruppen theilen :
1. Solche mit Elaterenträgern : Blasia (und wahrscheinlich auch Cavi-
cularia), Pellia und Androcryphia.
2. Solche ohne Elaterenträger und deren Kapselschalen in Stücke zer-
fallen : Treubia, Petalophyllum und Fossombronia.
Die Stellung der Blüthen von Treubia und Fossombronia ist auch eine
ausgesprochene Hinneigung zu den blättertragenden Lebermoosen, wo
man bei Gattungen mit wenig geneigter Blattinsertion (wie Lophocolea)
die Antheren in Taschen findet, welche am Rande des Stengels auf dessen
dorsaler Seite stehen und den Schuppen von Treubia ganz analog sind;
es sind Schutzorgane für die Blüthen.
In diesem Sinne gruppirt, folgen hier die oben erwähnten Gattungen,
welche vielfach Uebergänge zu den foliosen Lebermoosen zeigen, ihrer
dorsalen © Blüthenstellung wegen aber den natürlichen Abschluss der
thallosen (anacrogynen) Formen bilden.
CAVICUELABRIJA St. 1897.
Plantæ frondosæ spectabiles, radicellis longis hyalinis arcte repentes,
terricolæ, intense virides denseque depresso-cæspitantes. Frons furcatim
ramosa, ad 5 cm. longa, furcis ligulatis ad 5 mm. latis (interdum multo
angustioribus in locis minus humidis). Costa angusta, postice leniler
convexa, antice plana, medio ad 17 cellulas crassa, sensim in alas atte-
nuata, utriculis calcüferis longitudinaliter percursa. Alæ pluristratæ,
hmbo marginali unistrato angustissimo, rarius latiore, interdum nullo;
cellulæ internæ frondis corticalibus multo majores; margo frondis vel
planus vel undulatus vel crispatus. Auricula utroque latere costæ seriala,
ut in Blasia subglobosa, poro parvo instructa, primo mucifera, deinde
algis infesta et valde ampliata. Amphigastria parva, ad latus costæ
biseriata, medio suo posteriore affixa, oblonga acuminata apice acuta vel
emarginato-bidentula, margine dentato. Inflorescentia dioica. Flores fem.
in frondis facie antica. Pistilla plura aggregala, nuda, involucro squamæ-
formi et lunatim exciso a dorso tecta; alia pistilla sterilia solitaria sparsim
in frondis superficie et in ipso dorso involucri. Capsula ignota. Andrecia
in planta graciliore et minore. Antheridia alveolis magnis costæ immersa,
362
Blasia. FRANZ STAPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 9
magna, sphærica, pedicello brevissimo, nusquam exserta, poro alveolari
parvo. Plantæ femineæ sieriles semper propaguliferæ, versus apicem
frondis involucrum ut supra descriptum gerentes. Propagula majuscula,
in fundo involucri dense aggregata, discoidea, plano-convexa, subsessilia
(pedicello unicellulari) cellulis parvis clavatis muciferis circumdata, sæpe
pedicello affixa germinantia. Unica species:
Cavicularia densa St. 1897, Bull. herb. Boiss., p. 87.
Hab. Japonia (Faurie, Ishikawa, Miyake).
Schiffner erwähnt noch eine zweite Art Brutknospen (in den Hüllen),
die ich aber an meinen zahlreichen Aufsammlungen nirgends zu finden
vermochte.
BLASIA Micheli 1729.
Plantæ frondosæ, mediocres, radicellis hyalinis arcte repentes, ter-
restres, intense virides, dense cæspitantes. Frons repetito-furcata,
angusta, late costata. Costa postice valde convexa, antice canaliculata,
abrupte ın alas altenuata. Al® in medio basali pluristratæ, inciso-lobatæ,
lobis unistratis rotundatis integerrimis, folia fingentibus, in apice frondis
imbricatis, incubis, sæpe crispatis; cellulæ frondis corticales parvæ,
internæ multo majores, in costa parvæ elongatæ. In facie postica frondis,
ubi costa in alas transit, adsunt cavitates parvæ, auricula dictæ, sub-
globosa, basi lata tamen inserta, vertice clausa et poro minuto perforala,
primo mucore repleta, subinde semper algis infesta et valde ampliala;
dua auricula utroque lobulo tributa, alterum margini supero lobuli,
alterum infero approximatum. Amphigastria magna, ad latus costæ
biseriata, centro suo tantum accreta, ovata grosseque denlala. Inflores-
centia dioica. Flores feminei in facie antica frondis nudi, foliis floralibus
nullis, post fecundationem involucro fusiformi crasso circumvallati, haud
innovati; involucri apex prominulus, constrictus, mamillatus, cellulis
incrassalis lignosus. Pistilla plura, aggregata, unum fecundatum involu-
cratum, reliqua sterilia decidua. Calyptra inclusa, libera cellulis bistratis
crassa, Capsula ellipsoidea, basi externa vallatim ampliata, subapophysata,
in pedicello longiusculo, basi bulbo anguste conico inserto, ceterum
usque ad basin quadrivalvis; valvulæ 3-4 stratæ; cellulæ externe longæ,
363
10 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. Blasia
brunneæ, parietibus radialibus incrassatæ ; interne tenerrimæ, late
cubicæ, intimæ sæpe destructæ. Elateres remanentes in fundo capsulæ
pauci, ampliores et grosse bispiri; elateres decidui ad 27 y, bispiri, fla-
vescentes. Sporæ ad 42 y, primo tetragone, deinde inflatæ subsphæricæ,
asperæ.
Planie mascule rarissimæ angustiores; Antheridia antica, sparsa,
alveolo parvo monandro imersa, ovalia, pedicello perbrevi inserta. Plantæ
steriles sæpissime propapuliferæ, versus apicem frondis utriculum lage-
niforme gerentes; propagula discoidea, brevissime pedicellata, e cellulis
utriculi internis papilliformibus orta.
1. Blasia pusilla Mich. Nova pl. gen. p. 14.
Unica species per totam regionem sylvaticam Europæ, Asiæ et Americæ
sept. distributa.
Leitgeb und Goebel fassen die Lappen der Frons als Blätter auf, während
ich den Standpunkt vertreten habe, dass schon in der Anlage derselben
ein grosser Unterschied gegenüber den unter- und oberschlächtigen
Blättern der Lebermoose obwaltet; wir haben schon bei der Gattung
Symphyogyna gesehen, dass die Lappen der Frons aus Zähnen des Blatt-
randes entstanden sind und dass sie lediglich zum Schutze des Vegetations-
punktes dienen; dasselbe ist der Fall bei Blasia, wo die jungen Thallus-
lappen gedrängt und flach übereinander geschoben das junge Gewebe
besser schützen als die ungetheilte Frons es vermöchte. Dass die Blätter
der Lebermoose aus solchen Formen entstanden sein mögen und dass
wir hier die ersten Stadien dieser Umwandlung vor uns haben, ist eine
‚nahe liegende Vermuthung; in der Gattung Schiffneria werden wir sehen,
dass diese Pflanze bereits eine weitere Stufe der Differenzirung erreicht
und schräg inserirte Blätter producirt hat.
Wo hier die Grenze zu ziehen ist und was wir bereits als Blätter auf
dieser Stufenleiter ansprechen wollen, kann Jeder für sich entscheiden.
Hier genügt es, die Thatsachen festzustellen.
Die Brutknospen erzeugenden Hüllen sind wahrscheinlich immer als
degenerirte weibliche Involucra aufzufassen; es sind in ihnen auch
Pistille bemerkt worden und dasselbe meldet Schiffner auch von der vor-
stehenden, sehr nahe verwandten Cavicularia.
304
Pellia. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 11
PELLIA Raddı. 1820.
Plantæ frondosæ, spectabiles, subcarnosæ, fragiles, virides vel oli-
vace&, interdum purpurascentes vel rufo-brunneæ, arcte repentes, terri-
colæ, ripariæ vel paludicolæ, longe lateque expansæ et depresso-
cæspitantes. Frons plana, margine undulata vel crispata, monopodialiter
ramosa, sæpe ex apice innovando-prolifera, sub flore geminatim innovata,
apice cellulis clavatis muciferis obtecta, intus transverse incrassata ;
incrassatio trabeculata, validissima, hyalina, in costa sæpe densissima,
cellulas subepidermales longe percurrens, in alis multifurcata, interdum
minus distincla. Costa angusla, postice parum prominens, sensim in alas
crassas excurrens ideoque minus distincta. Al& integerrimæ vel repandæ,
pluristratæ, limbo marginali unisirato plus minus lato. Cellulæ interne
corticalibus majores. Inflorescentia monoica vel dioica. Flores utriusque
sexus antici. Pistilla aggregata, post fecundationem involucrata. Involucra
squamæformia vel plus minus calyciformia, foveolam amplam tegentia.
Calyptra plus minus crassa, libera vel involuero connata, pistilla slerilia
usque ad apicem suum gerens, inclusa vel longe exserla. Capsula longe
pedicellata, sphærica, usque ad basin quadrivalvis, valvulis luteolis, pluri-
stratis. Elateres remanentes fundo caspulæ inserli, comati, longi; elateres
decidui multo breviores. Sporæ magnæ, ellipsoideæ, virides, pluricellu-
lares. cuticula minute aspera. Andrecia totam coslam dense tegentia.
Antheridia alveolis inflatis tempore maturitatis ruptis immersa.
Die Verdickungsleisten, welche sich nur in den fleischigen Theilen des
Thallus finden und dieselben quer durchlaufen, liegen meist an den
oberen Wänden der subepidermalen Zellen, in einer Ebene; sie gehen
anschliessend von Zelle zu Zelle und verzweigen sich in den Flügeln,
soweit sie mehrschichtig sind, oft mit kurzen Unterbrechungen ; es
kommen aber auch ringförmige Verdickungen vor, d. h. an vertikalen
Querschnitten sieht man die Verdickung an der oberen und unteren Zell-
wand und an ihren beiden Stirnseiten einen geschlossenen Ring bilden,
der, von Zelle zu Zelle sich wiederholend und anschliessend eine vertikale
Kette von Ringen darstellt, die von Oben gesehen natürlich als eine
einzelne Verdickungsleiste erscheint. Je nach der mehr oder weniger
kräftigen Entwicklung der Pflanzen ist die Ausbildung dieser Ver-
dickungen eine sehr variable bei allen Arten; am auffallendsten sind sie
365
12 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. Pellia.
bei Pellia Neesiana zu finden, wo sie, animalen Rippen vergleichbar, das
fleischige Gewebe durchziehen und ihm als ein mechanisches Element
zur Stütze dienen.
Die Sporen aller Arten variiren ausserordentlich in der Grösse, je nach-
dem die Zelltheilung in denselben vorgeschritten ist, so dass eine Angabe
der Durchmesser, weil zwecklos ganz unterbleiben musste, und für die
Bestimmung der Pflanzen keinen Anhalt bietet.
Wir kennen 3 Arten, welche im nördlichen Gebiet von Europa, Asien
und Amerika weit verbreitet sind, zu den gewöhnlichsten Bürgern jeder
Localflora gehören, so dass spezielle Standorte anzuführen nicht nöthigist.
Es ist nur im Allgemeinen zu bemerken, dass in Europa Lappland der
nördlichste, Calabrien der südlichste bekannte Standort ist; in Asien
gehen die Arten bis in die südlichsten Inseln Japans herab und sind auch
aus dem Himalaya bekannt; in Sibirien und im nördlichen Japan sind sie
gemein, in Amerika aus Vancouvers als nördlichsten Standort bekannt;
leider sind die Bestimmungen'nicht immer zuverlässig, da Pellia Neesiana
Limp. bisher häufig zu Pellia epiphylla gezogen oder eine sorgfältige
Untersuchung der überall häufigen Pflanzen überhaupt unterlassen
worden ist. Ich verweise in dieser Hinsicht auf Jacks Arbeiten, besonders
auf seine Publikation Flora 1895, Band 81, Heft 1, mit Tafel, wo auch
eine Richtigstellung der ausgegebenen Exsiccaten gegeben ist.
1. Pellia epiphylla (L.) Lindb. Hep. in Hib. 4874, p. 534.
Syn. : Jungermannia epiphylla L. Spec. pl. 1602.
Monoica, solum siliceum diligens. Frons ex angusta basi late oblonga
vel obcordata, ad 15 mm. lata, sæpe ex apice prolifera, plana, integerrima
et parum undulata. Costa ad 16 cellulas crassa. Involucrum basi saccatum
medio supero liberum, squamæforme, apice truncatum, 3-4 lobatum;
lobuli cellulis papuloso-prominulis crenati. Calyptra arcuata, longe
exserla, roseo picta, usque ad basin fere unistrata. Pedicellus capsulæ ad
10 cm. longus; valvularum cellulæ externæ nodulose incrassatæ (a facie
visæ), internæ semiannulatim incrassatæ. Elateres remanentes, comali,
erecti, basi connati superne torti et divergentes, grosse tubulosi, quadri-
spiri, spiris validissimis. Elateres decidui minores et angustiores, valde
torti, bispiri, spiris minus validis. Andræcia in ipso ramo femineo hypo-
gyna vel in ramis propriis.
2. Pellia Neesiana (G.) Limpr. in Cohn. Krypt. Fl. 1876, I, p. 329.
Syn. : P. epiphylla var. Neesiana G. Hedw. 1867, p. 69.
366
Androcryphid. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 13
Dioica, minus robusta, angustior, sepe rufo-brunnea, planta mascula
sæpe purpurascens. Costa minus valida, ad 12 cellulas crassa. Involucra
depressa vel adscendentia, compresso-cylindrica, lævia, apice truncata,
hic illie cellulis prominulis subdenticulata, pariete dorsali (in planta
. sterili) sæpe fissa vel omnino aperta. Calyptra normaliter inclusa, crassa
(basi 5 strata) apice bistrata. Capsula ut in præcedente.
Reliquis vix minus communis, forsan adhuc solum commutata.
3. Pellia calycina (Tayl.) Nees. Hep. Eur. 4838, III, p. 386.
Syn. : Jungermannia calycina Tayl. in Mackay. Fl. Hib. Il, p. 55.
Pellia endiviæfolia Lindb. Hep. in Hib. 1874, p. 53%.
Pellia fuciformis Nees. Hep. Eur. 1838, II, p. 388.
Dioica, minus robusta sæpe subtenuis, pro more fusco-purpurea,
angusia, ramis numerosis instructa, alis crispatis. Involucra, suberecta,
tubulosa, lævia, ore angustato lobato, lobulis paucispinosis. Calyptra
inclusa, bistrata, basi sua involucro coalita. Capsula minor, pluristrata ;
cellulæ externæ magnæ cubicæ, nodulosæ incrassatæ, internæ tristratæ,
humillimæ, haud incrassatæ. Elateres remanentes longissimi, tenuissimi,
liberi sed comati, bispiri. Elateres decidui multoties breviores et sat
validiores trispiri. Planta mascula valde angustata, multiramosa.
In rupibus calcariis vel in solo aquis calcariis saturato.
Die griechische Pflanze Pellia fuciformis Nees ist eine unlergetauchte
Wasserform obiger Art, wie jene bei Hochwasser nicht selten vorkomnit;
die ovalen Organe sind anhängende Diatomeen (Cocconeis Pediculus Ktz.).
ANDROCRYPHIA Nees.
Plantæ foliosæ, spectabiles, virides, sepe purpurascentes flaccidæ, arcte
repentes, terricolæ vel paludicole. Caulis monopodialiter pauciramosus,
costæformis, antice planus, vel leniter canaliculatus, postice valde pro-
ductus, medio 12 cellulas crassus, cellulis internis majoribus, radicellis
hyalinis repens. Folia subrotunda, parum imbricata, oblique a caule patula,
pluristrata, limbo unistrato ad 20 cellulas tantum lato, postice breviter
inserta, antice attenuatim in caule decurrentia, ceterum margini antico
caulis alatim adnata, minime succuba et fere omnino horizontaïia, plano-
explanala, flaccida; cellulæ foliorum ad 50 y, basi duplo longiores, omnes
367
14 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. Androcryphia.
exincrassaiæ. Amphigastria caulina nulla. Inflorescentia monoica. Flores
uiriusque sexus in facie antica caulis. Pistilla aggregata, nuda, post
fecundationem perianthio eircumdata. Folia floralia quatuor, utroque
Jatere 2, basi magis crassa, celerum caulinis simillima, interdum parum
crispata. Amphig. florale magnum, ex angusta basi lingusforme, foluis
suis duplo brevius. Perianthium terminale, postice innovatum, sub-
horizontale, a latere compressum; inferne crassum, subteres, superne
tenuior, ore unistrato bilabiato, truncato-rotundato, labiis repandis.
Calyptra magna, libera, ipsa basi crassa pistillis sterilibus cincta, superne
tenuis pislillis usque ad apicem fere ornalis. Pedunculus capsulæ ad
3 cm. longus, cauli profunde insertus, bulbo conico sæpe usque ad
tertium folium descendente. Capsula parva, sphærica, usque ad basin qua-
drivalvis, valvulis bistratis; cellulæ externæ hyalinæ cubicæ, parietibus
radialibus incrassatæ, interne laxe semiannulatim vel spiraliter incras-
sale. Sporæ virides, subsphæricæ, ad 65 y in diam. pluricellulares,
cuticula aspera. Elateres remanentes longi, crassi, quadri- et plurispiri,
spiris validis laxe tortis. Elateres decidui minores, valde irregulares
(110 ad 260 y) pro more {rispiri, spiris capillaceis. Andrecia flori fem.
approximata, sæpe totam costam occupanlia, irregulariter aggregala.
Antheridia immersa, magna, brevissime pedicellata, in alveolis valde
inflatis, tempore fecunditatis ruptis.
Species unica adhuc cognita :
A. coniluens (Tayl.) Nees. Syn. Hep. p. 471.
Syn. : Androcryphia perphyrorhiza Nees. I. c. p. 470.
Noteroclada confluens Tayl. J. of Bot. 1844, p. 478.
Noteroclada leucorhiza Spruce. Edinb. Bot. Soc. 1885, p. 530.
Bab. Brasilia (G.-A. Lindberg; Gardiner, Diedrichsen, Puiggari, Glaziou,
Wainio, Schwacke, Ule); Bolivia (Mandon); N. Granada (Lindig); Perwvia
(Spruce); Mexico (Liebman); Argentinia (Lorentz); Chile (Dusen); Pata-
gonia (Dusen); Fretum magellanicum (Savatier); Fuegia (Dusén).
Androcryphia perphyrorhiza wurde zuerst von Nees in Martius, Flora
brasiliensis I, p. 343, als Jungermannia porph. beschrieben; in der Syn.
Hep. ist dieses Exemplar, welches in Nees. Herbar heute noch liegt, als
«planta masculina » bezeichnet; die Pflanze ist aber eine sterile weibliche
und zeigt, dass hier ein arger Irrthum vorliegt; von den 2 minimalen
Stengelchen, die nicht entfernt wie eine Androcryphia aussehen und die
nach dem Etikett aus einem Rasen von Aneura pinguis herausgezogen
wurden, trägl einer wenige vereinzelt stehende Pistille, der andere ist
368
Androcryphia. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 15
ganz steril; an einer Stelle hat dieser aber eine seitliche Quetschung erfah-
ren,so dass man einen Theil der Öberseite und ein Stück der Unterseite
zugleich vor sich hat; die Wurzeln sind hier in Folge der Quetschung ab-
gerissen; ihr basaler erweiterter Insertionstheil, der auch roth gefärbt
ist wie die übrigen Rhizoiden, ist an der betreffenden Stelle allein er-
halten: das abgerissene Wurzelstück hinterliess eine Oeffnung, durch
welche man in das Lumen des Rhizoidenrestes hineinsehen kann; das
Ganze sieht einigermassen einer eingeselzien Anthere ähnlich, gehört
aber natürlich der ventralen Seite des Stengels an, was man nicht be-
merkt hat; die übrigen noch erhaltenen rothen Rhizoiden beweisen es;
dieser unglückliche Irrihum ist der Anfang einer ganzen Kette von
weiteren Irrthümern geworden; denn die ächte Pflanze, welche Montagne
erhielt und die in einer vorzüglichen Handzeichnung von Montagne im
Herbarium Nees erhalten ist, stellte nun Nees zu seiner Jungermannia
porphyrorhiza, obgleich sie keine rothen Wurzeln hat; Spruce hat später,
weil er das Original von Nees nicht kannte, auch dieser Wurzeln wegen
eine Noteroclada leucorhiza geschaffen, die aber auch nicht verschieden
von Montagnes Pflanze ist, während Taylor aus gleichem Grund seine
Noteroclada confluens als abweichende Art publizirte. Es giebt aber nur
eine Art, sie sind alle gleich, diese verschiedenen Pflanzen und nur eine
ist abweichend, das Original, welches lediglich eine etiolirte Form einer
Fossombronia repräsentirt.
Die Gattungsdiagnose ist natürlich nach Montagnes Pflanze, der ächten,
gemacht, weil die 2 Stückchen mit rothen Wurzeln nichts dazu hergeben
konnten — als die rothe Farbe; so ist die Beschreibung sonst völlig zu-
treffend und der Name Androcryphia beizubehalten; der Speciesname
porphyrorhiza dagegen, der von der Pflanze etwas hervorhebt, das sie
überhaupt nicht besitzt, kann nicht bestehen bleiben. Die Gattung Notero-
clada ist ohne Gattungsdiagnose publizirt und es ist als ältester zutref-
fender Name für die Pflanze daher Androcryphia confluens zu setzen, wie
ihn die Syn. Hep. p. 471 bereits enthält. |
Die Pflanze ist bisher stets in die Nähe von Fossambronia gestellt
worden, natürlich in Folge der vermeintlichen rothen Wurzeln und wegen
des beblätterten Stengels, der, wie bei Fossambronia, den Uebergang der
Thallosen zu den foliosen Formen darstellt; die Pflanze steht aber der
Gattung Pellia viel näher und zwar so nahe, dass man sie ganz zu diesem
Genus ziehen müsste, wenn nicht die normalen unterschlächtigen Blätter
vorhanden wären. Schon der Habitus gut ausgebildeter Pflanzen ist ganz
der einer Pellia; die eingesenkten Antheridien entfernen sie auch von
369
16 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. Petalophyllum.
Fossombronia und gleichen denen von Pellia; vor allem aber sind Perianth
und Kapsel der letzteren Gattung ganz analog.
Das Perianth liegt horizontal und in der Ebene des kriechenden
Sprosses, wenig ansteigend und entspringt wie bei Pellia der Oberseite
des Stengels, resp. der Mittelrippe, als eine rein dorsale Bildung, an der
die Blätter keinen Antheil haben; die Kapsel zerfällt nicht in unregel-
mässige Stücke wie bei Fossambronia und Petalophyllum, sondern spaltet
sich in 4 gleich grosse Schalenstücke; im Grunde stehen Elaterenträger,
wie bei Pellia und die Sporen sind denen dieser Gatlung auch analog,
gross, mehrzellig und chlorophyllhaltig, eine vorkeimartige Zelltheilung
darstellend, es ist eine Pellia calycina mit Blättern versehen, die uns am
besten, weil am lückenlosesten, den Uebergang einer Thallosen in eine
foliose Form vor Augen führt. Fossombronia und Petalophyllum stehen
gegenseitig in ähnlicher naher Verwandtschaft; mit unserem Genus aber
haben sie wenig gemein.
PERAFLORENYEEUMG.
in Lehm. Pug. VII, p. 29.
Plantæ frondosæ, parv&, teneræ, in arenosis humidis gregarie cres-
centes. Frons e hasi exalala ad costam reducta subcircularis, apice pro-
funde biloba, simpliciter vel furcatim continuata, ramis intercalaribus e
latere costæ ortis rarissimis; innovationes ad costam reductæ, antice
concavæ ad latera foliolis brevibus succubis liberis obsitæ. Costa crassa,
postice valde producta, radicellis numerosis villosa. Ale e basi adscen-
dente curvatim explanat&, ad basin frondis cordatim ampliatæ, teneræ,
ad costam solum pluristraiæ, anticæ lamellatæ; lamellæ simplices vel
anostomosantes, plus minus regulariter versus marginem percurrentes,
distincte et quasi radiatim divergentes, e facie anlica costæ orlæ, medio
suo latiores, versus marginem frondis attenuatæ, ipso margine in lobos
liberos succube imbricatos excurrentes, ceterum appressæ 1. e. margine
suo libero versus apicem plantæ spectantes. Inflorescentia dioica. Flores
feminei in costæ facie antica numerosi, pistillis aggregatis sorisque sæpe
repetitis. Perianthia magna, ex angusta basi infundibulata vel campanu-
lata, paucis bracteis adnatis anguste alata, ore parum angustato plus
minus dentata. Calyptra libera, valida, perianthio parum minor, basi
370
Treubia. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM, 17
paueis pistillis sterilibus cincta. Capsula in pedicello longiusculo sphæ-
rica, majuscula, irregulariter rumpens, bistrata; cellulæ parietum externæ
magnæ, hyalinæ validissimæ. Spore magnæ, reticulatim lamellatæ,
lamellis altis asperis profunde foveolalæ. Elateres decidui, breves, bi- vel
trispiri, spiris laxe torlis. Antheridia in facie anlica frondis aggregata,
bracteis monandris, reticulatim connatis circumdata, ceterum sphærica in
pedicello brevissimo.
Duæ species tantum cognitæ :
1. Petalophyllum Ralisii (Wilson) G. Syn. Hep. p. 472.
Syn. : Jungermannia Ralfsü Wilson Engl. Bot. Suppl. tab. 2874.
Fossombronia corbulæformis Trabut. Atlas FI. Alg. 1886, p. 7.
Petalophyllum lamellatum Lindb. in Meddel. Soc. F. Fl. fenn. I,
p. 9.
Frons innovatione duplici, interdum simpkici continuata, lamellis sim-
plicibus in planta g' anostomosantibus, planıs percursa. Perianthia bre-
viter inflato-cylindrica, ore repando, pauci-spinoso. Spore 76 y. Elateres
ad 200 y, bispiri, spiris laxe tortis.
Hab. Britannia. Cornwall (Ralfs, Curnow); Hibernia (Wilson); Alger
(Trabut).
2. Petalophyllum Preissii G. Syn. Hep. p. 482.
Frons pro more furcatim inmovata, lamellıs ad costam anostomosan-
tibus, crispatis. Perianthia campanulata, ore varie profundeque lacerato.
Elateres trispiri, tenuiores quam in precedente. Sporas haud vidi.
Hab. Australia. Swan River (Drummond.); adhue haud reperta.
TREUBIA Gœbel.
Plantæ frondosæ, magnæ vel maximæ, flaccidæ, olivaceæ, radicellis
longis arcte repentes, terricolæ, longe lateque expansæ. Frons plana,
monopodialiter ramosa, ramis irregulariter dispositis, ramis intercalaribus
e latere costæ ortis rarissimis. Costa lata, basi angusta et subteres,
superne plano-biconvexa, sensim in alas atlenuala, utroque latere
convexo-prominula; cellulæ internæ corticalibus multo minores; cellulæ
centrales costæ longiores, angustæ, fasciculalim aggregalæ, antice brac-
teifera ; bracteæ biseriatæ, parvæ, margine supero loborum approximatæ,
MÉMOIRES DE L'HERBIKR BOISSIER, n0 16, 25 juin 1900. 70
18 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. Treubia.
transverse insertæ, lamellatim connatæ; lamellæ humiles, erect& et lon-
giludinaliter (zigzag) a basi ad basin bractearum decurrentes. Als
pluristratæ versus marginem attenuatæ, tenuiores, limbo unistrato sat
lato, pseudofoliosæ i. e. usque ad costam inciso-lobatæ, lobis inferioribus
sæpe remotiusculis sinubus rotundatis discretis, superne contiguis vel
parum imbricatis, late ligulatis, margine supero (versus apicem caulis
spectante) ab ipsa basi curvato, succubo. Flores utriusque sexus sparsi,
bractearum fundo inserti. Pistilla numerosa, aggregata, paraphyllis cir-
cumdata, paraphylla numerosa, erecta, lanceolata vel spathulata, simplicia
vel ramosa vel dentata, apice margineque cellulas parvas muciferas
gerentia. Calyptra crassa, ad 12 mm. longa, clavata, pistillis sterilibus et
paraphyllis obtecta maxime mucosa, apice lantum nuda, papulosa,
mamillam magnam crassam, conicam gerens. Capsula 2 mm. in diam.,
in pedicello ad 5 cm. longo sphærica, usque ad basin 4 valvis, valvulis
pluristratis, frustatim dissolutis, cellulæ internæ semiannulatim incras-
satæ, externæ teneræ (parce destructæ). Sporæ parvæ, papillis hispidulæ.
Elateres longissimi, longe attenuati, bispiri, spiris validis, ligulatis.
Antheridia valde numerosa, aggregata, erecto divergentia quasi radiatim
effusa, pedicellis longiusculis squamam superantia, ovoidea, paraphyllis
nullis. Propagula in crista vel in fundo bractearum dense aggregata,
pluricellularia, pedicello brevissimo.
Die Flügel des Thallus sind bis an den Rand der flachen biconvexen
Rippe eingeschnitten ; unterhalb des Einschnittes ist sie nur wenige Zell-
lagen stark ; in dem tiefsten Punkte der Bucht entspringt der obere Rand
des älteren Blattes, wie der untere des jüngeren; der erstere hat aber
einen bogig hervortretenden Rand, welcher, da er anders nicht aus-
weichen kann, sich unter den nächstjüngeren Lobulus schiebt, wodurch
eine scheinbar unterschlächtige Deckung entsteht; die Lappen des Thallus
liegen aber sonst völlig in einer Ebene. Bei Treubia bracteata ist die
Deckung eine noch weitergehende, weil hier der obere Rand jedes Lobuli
weiter hervorgebogen ist und sich, von der Ansatzstelle ohrartig erweitert,
frei unter die Costa schiebt. An verticalen Längs- und Querschnitten durch
diese Region findet man niemals, dass der eine Rand auf der Oberseite
der Rippe endet, der andere auf der Unterseite; es ist also eine wirkliche
unterschlächtige Deckung nicht vorhanden. Selbstverständlich steht die
Gattung den Blätter tragenden Lebermoosen nahe; wenn man aber den
‚allmähligen Uebergang rein thalloser Formen (wie Symphyogyna und
Cavicularia oder Metzgeria) in solche mit fiedrigen Thalluslappen und
unter diesen wieder Uebergänge (wie Treubia sie zeigt) zu Schiffneria
372
Fossombronia. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 19
bis zu Fossombronia und Androcryphia präcisiren will, so geht es nicht
an, dass man alle Thalluslappen summarisch mit « Blätter » bezeichnet
und durch den Namen Unterschiede verwischt, die man hervorzuheben
bemüht ist.
1. Treubia insignis Gœbel. Ann. Jard. Buit. IX, p. 1.
Planta maxima, ad 16 cm. longa, 15 mm. lata. Bractee dorsales parvæ,
duplo latiores quam long, concavæ, suberectæ; margo superior loborum
frondis arcuatus. Sporæ rufo-brunneæ, 22 u. papillatæ. Elateres ad
1100 u.
Hab. Java (Gebel, Karsten, Stahl, Schiffner); Tahiti (Nadeaud).
2. Treubia bracteata St. n. sp.
Planta maxima, præcedenti simmillima. Practeæ dorsales majores,
subquadraiæ, appressæ, lamellis decurrentibus nullis vel rudimentariis;
margo superior loborum arcuatus, ad insertionem auriculatim ampliatus,
succubus. Sterilis.
Hab. Samoa (Reinecke).
Ob es eine dritte Art (New Zealand, Sinclair, Cheeseman), (Patagonia
accidentalis ad flumen Aysen, Dusén) giebt, ist zweifelhaft, da die Pflanzen
steril sind und vegetativ geringe Unterschiede zeigen.
FOSSOMBRONIA Raddı. 1820.
Jung. Etr. in Act. Moden. 18, p. 40.
Plantæ foliosæ, pusillæ vel mediocres, interdum majusculæ, terricolæ
sæpe paludicolæ, sæpius pallide virides, interdum fusco-virentes vel
rufescentes, radiculis pro more sanguineis, interdum roseis vel pallidis
arcte repentes, semper fere dense cæspitantes, rarius gregari&.
Caulis fragilis, e simplice basi furcatus, sub flore simpliciter vel gemi-
natim innovatus, ramis posticis nullis, ceterum crassus, postice valde
productus, rotundatus vel carinatim angustatus, apice semper erectus,
antice leniter canaliculatus, interdum apice recte in solum descendens
tuberiferus.
Folia magna, oblique inserta, succuba, in caulis pagina ventrali semper
brevissime inserta, antice plus minus longe — interdum usque ad medium
373
20 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. Fossombronia.
caulis — decurrentia, medio basis semper pluristrata, ceterum tenera, ex
angusta basi obcuneata, superne ampliata, sæpe latissima, margine
angulata vel lobala, sepissime crispata et incurva, rarius integerrima.
Folia floralia perianthio approximata semper majora, a reliquis sæpe
diversa, magis el profundius incisa et dentata. Cellulæ foliorum semper
exincrassatæ, magnæ, basi sepe maximæ, in montosis et alpinis sæpe
maximæ teneræ, in plantis exsiccatis flaccidissimæ.
Amphigastria nulla. Pistilla et Antheridia in axilla antica foliorum
regulariter seriata, in plantis paroicis pistilla caulis medio inserta, anthe-
ridia ex contrario foliorum basi magis approximata.
Perianthia post fecundationem tantum evoluta, basi sæpe pistillis
vicinis obsita, ibidemque breviter stipitata, ex angusta basi pyriformia
vel turbinata vel campanulata, sæpe longitudinaliter plicata, superne
tenera unistrata, basi semper crassa, bracteis filiformibus vel spathulatis
jugata ; bracteæ foliis breviores, longe accretæ, apice liberæ rarius a basi
solutæ; perianthia in facie acroscopa sæpe profunde fissa; ore semper
hiante recurvo, pro more lobato et crispato varieque armato.
Calyptra magna, pyriformis, basi erassa, perianthio multo brevior,
interdum paueis pistillis sterilibus basi eircumdata. Pedicellus capsulæ
magno bulbo insertus, crassus, brevis. Capsula globosa, quadrivalvis,
valvulis irregulariter rumpentibus, bistratis, stratum externum cellulis
æqualiter incrassatis formatum, cellule intern semiannulatim incras-
sale.
Spore majusculæ, plus minus brunneæ, tetraëdræ, exosporio in facie
convexa varie armato, lamellato, vel papillato vel spimifero. Elateres bre-
ves, normaliter bispiri, spiris laxe tortis, validis, in paucis annuliformes.
Antheridia brevissime — in paucis longe — pedicellata, sæpe brac-
teala, bracteis vel lanceolatis vel cucullatis, antheridia a tergo tegen-
tibus.
Die Gattung Fossombronia hat, mehr wie irgend eine der vorher-
gehenden, den Habitus der foliosen Formen; wenn sie dennoch zu den
Thallosen gestellt wird, so wissen wir aus Leitgebs « Untersuchungen
über die Lebermoose», dass die Scheitelzelle auch hier erhalten bleibt
und durch die Bildung des Perianths nicht aufgebracht wird; eine Zeit
lang stellen diese Pflanzen zwar das Wachsihum ein, die © Blüthe er-
scheint terminal; sobald aber der Verbrauch der angesammelten Baustoffe
zur Ausbildung der Reproduktions-Organe sistirt ist, beginnt die Scheitel-
zelle wieder ihre Thätigkeit und die ausgebildete © Blüthe sammt
Perianth erscheinen nun dorsal. Die floralen Innovationen der foliosen
37%
Fossombronid. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 921
(oder besser acrogynen) Lebermoose unterscheiden sich also wesentlich
von denen unserer Gattung.
Die Stellung derselben am Schlusse der thallosen Formen, als voll-
endetes Mittelglied zwischen diesen und den acrogynen ist also eine
natürliche; in der That hat unsere Gattung eine Anzahl Eigenschaften,
welche sehr an die folioser Formen erinnern; so ist der Stengel bei vielen
Arten fast stielrund, nur an der dorsalen Seite abgeflacht ; er ist ein noth-
wendiges Attribut schräg gestellter Blätter; diese selbst sind vielen
foliosen Formen entsprechend unterschlächtig inserirt, doch ist ihre
Basis stets aus mehreren Lagen parenchymatischer Zellen aufgebaut,
eine Eigenschaft, welche den Foliosen normaliter fehlt und an die Thal-
losen erinnert, deren seitlich verdünnte Cosla allmählig in die Flügel
übergeht. Die Stellung der Antheridien (wenigstens bei allen nicht par-
cecischen Formen) ist axillär und zeigt also eine nahe Verwandtschaft
mit den foliosen Formen, die bekanntlich an gleicher Stelle der dorsalen
Stengelseite die Antheridien in der Axel des Blaties entwickeln.
Alle Arten unserer Gattung sind in ihren Organen aus dünnwandigen
Zellen aufgebaut und ihre älteren Sprosstheile gehen daher sehr bald zu
Grunde, so dass nur selten Sprosssysteme erhalten sind; aus diesem
Grunde ist auch die Bestimmung des Blüthenstandes eine wenig zuver-
lässige, da einst verbundene Glieder gelöst erscheinen.
Die in fast allen bisherigen Arbeiten stark vernachlässigte Angabe
der Blattform hat zu dem Mythus Anlass gegeben, man könne die-
selbe überhaupt nicht nutzbringend verwerthen; es unterliegt aber
keinem Zweifel, dass die Blätter jeder Art eine konstante Form und einen
Zellbau von messbar verschiedener Grösse besitzen; wenn es auch Arten
giebt, die hierin wenig von einander abweichen, so gieht es doch viele,
deren Blätter sehr charakteristische Formen zeigen.
Dagegen ist die Form des Perianths eine sehr einförmige, meist die
eines Kreisels; wenige haben glockenförmige oder birnförmige Perian-
thien; sie sind theils allseitig geschlossen, theils (und zwar an demselben
Stengel) an der acroskopen Seile bis zur Basis gespalten; hier findet sich
gewöhnlich eine grosse freie Lacinie, welche mehrfach als Amphigastrium
florale beschrieben worden ist; sie gehört aber den floralen Bracteen an,
die allseitig das Perianth umgeben, stets auf eine mehr oder weniger
lange Strecke mit ihm verwachsen sind und da, wo dasselbe gespalten
ist, aus eben diesem Grunde nicht mit ihm verwachsen konnten, sondern
als freie Lacinie den Spalt verdecken; von einem Amphigastrium Kann
also nicht die Rede sein, da dieses stets ventralen Ursprungs ist.
375
22 MÉMOIRES DE L HERBIER BOISSIER. Fossombronia.
Die beste Handhabe zur Unterscheidung der Arten bieten die Sporen,
wie Lindberg zuerst gezeigt hat, ein Verdienst, das nur desshalb als ein
grösseres erschien, weil man vorher deren Untersuchung in unglaublicher
Weise vernachlässigt hatte.
Die Bekleidung der Sporen ist eine sehr verschiedene; sie zeigen (als
erste Gruppe) entweder Lamellen, welche die convexe Seite des Tre-
traëders (nur diese ist stets in Betracht gezogen).radial überziehen und
mehr oder weniger gabelig verlaufen; sie sind meist wenig zahlreich,
seitlich zusammengedrückt und haben eine scharfe Oberkante, so dass
sie da, wo die Lamelle den Rand der convexen Seite verlässt und scharf
auf die Unterseite überbiegt, als dornige Fortsätze am Rande der Spore
erscheinen; typisch für diese Gruppe ist F. pusilla Lindb.
Eine zweite Gruppe zeigt das Exospor durch netzig verbundene Lamellen
in regelmässige sechseckige Felder getheilt; hier unterscheide ich 3
Unterabtheilungen, die den grössten Theil der Arten enthalten :
a) Sind die Lamellen zahlreich und alle gleich hoch, so erscheint der
Rand der Spore wie von einem schmalen häutigen Flügel gesäumt; dieser
Flügel ist in Wirklichkeit nicht vorhanden, sondern er entsteht aus dem
Aufblick von Oben auf die convexe Fläche, an deren Peripherie die auf-
rechten coulissenartig hintereinander liegenden Lamellen als ununter-
brochener Flügel erscheinen (F. angulata Dickson).
b) Sind dagegen die Felder weniger zahlreich und weniger hoch, so er-
scheinen die überbiegenden radialen Wände des Lamellennetzes am
Rande als kurze zahnförmige Fortsätze (F. Dumortieri).
c) Vielfach tragen die Lamellen an der Stelle, an welcher 3 zusammen-
stossen, eine aufrechtstehende Papille, so dass die Peripherie der Spore
dicht papillös oder stachlig bekleidet erscheint, das Netz aber nur im
Centrum des Bildes sichtbar ist (F. Husnoti).
Eine dritte Gruppe enthält diejenigen Arten, deren Exospor keine
netzartige Lamellenbildung erkennen lässt; dasselbe ist dicht mit mehr
oder weniger langen Papillen bekleidet und erscheint warzig oder lang
stachlig, oft in dichtester Bedeckung (F. verrucosa Lindb., F. hispidissima
St.). Nur bei einer Art dieser letzten Gruppe nimmt das Exospor eine
ganz abweichende Bekleidung an; das Lamellennetz fehlt auch hier, aber
es sind andere Lamellen vorhanden, welche rechtwinklig von der Ober-
fläche ausstrahlen, ziemlich entfernt stehen, seitlich zusammengedrückt
und an der Spitze breit gestutzt sind (F. cæspitiformis De Not).
Die Untersuchung der Sporen geschieht am besten in Milchsäure,
welche sie durchfälliger für das Licht macht und die Bildungen auf dem
376
“AG A
Fossombronid. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 23
Exospor deutlicher erkennen lässt; ist die zugesetzte Flüssigkeit zu gering,
so erhält die Spore durch die Ansaugung des Deckglases einen starken
Druck, dergestalt, dass die Lamellen und Papillen nach allen Seiten ver-
bogen und zerdrückt werden und ein ganz verzerrtes und undeutliches
Bild entsteht; ein solches diente als Original zu der Zeichnung von
F. Husnoti in der Revue bryol. 1890, Nr. 1.
Die Grösse des Sporen varürt innerhalb derselben Kapsel, doch ist es
leicht, unter der grossen Anzahl die mittlere Grösse zu ermitteln. Die
Länge der Elateren ist dagegen in einer Kapsel so verschieden, dass sie
kein verlässliches Moment für die Unterscheidung der Arten abgeben
können.
Dagegen lege ich Gewicht auf den Querschnitt des Stengels, welcher
in vielen Fällen eine ausgeprägte constante Form zeigt, bald flach mit
wenig convexer Wurzelseite, bald daselbst deutlich kielig verschmälert
erscheint; bei anderen Arten ist er ventral stark abgerundet vortretend
und seine Seiten vertical ansteigend, so dass er auf dem Querschnilt wie
ein Sack zwischen den Blättern hängend erscheint.
Die rothe Wurzelfarbe ist, wie schon in der Gattungsdiagnose bemerkt,
nicht allen Arten eigen.
EFossombronia.
A. Sporæ furcatim lamellatæ.
a. lamellis laxe dispositis.
1. Fossombronia pusilla (L.) Dum.
2. Fossombronia perpusilla (Col.) St.
3. Fossombronia crassifolia Spruce.
b. lamellis confertis.
%. Fossombronia cristata Lindb.
3. Fossombronia texana Lindb.
c. lamellis vermicularibus interruptis.
6. Fossombronia Stephanii Schffn. n. sp.
7. Fossombronia japonica Schffn.
B. Sporæ regulariter reticulatæ.
d. Sporæ ambitu angulatim alatæ.
8. Fossombronia angulosa (Dicks.) Raddi.
9. Fossombronia brasiliensis St. n. sp.
10. Fossombronia lophoclada Spruce.
11. Fossombronia grandis St. n. sp.
12. Fossombronia reticulata St.
317
24 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
e. lamellis margine dentatim prominulis.
13. Fossombronia lamellata St.
14. Fossombronia Dumortieri (H. et G.) Lindb.
15. Fossombronia cristula Aust.
16. Fossombronia incurva Lindb.
17. Fossombronia Zeyheri St. n. sp.
f. Sporæ ex angulis lamellarum papillatæ.
48. Fossombronia Husnoti Corb.
19. Fossombronia intestinalis Tayl.
20. Fossombronia longiseta Aust.
21. Fossombronia Naumannii Schffn.
Fossombronia.
C. Sporæ papillis asperæ vel hispidæ, lamellis reticulatis nullis.
g. lamellis plano-compressis, truncatis.
22. Fossombronia cæspitiformis De Not.
h. papillis longis hispide.
23. Fossombronia hispidissima St. n. sp.
24. Fossombronia spinifolia St. n. sp.
25. Fossombronia crispa Nees.
26. Fossombronia hamato-hirta St.
27. Fossombronia Mittenii Tindall.
1. papillis brevibus obtusis.
28. Fossombronia papillata St.
29. Fossombronia australis Mitten.
30. Fossombronia gigantea St. n. sp.
31. Fossombronia Wrightii Aust.
32. Fossombronia verrucosa Lindb.
33. Fossombronia Macounii Aust.
34. Fossombronia leucoxantha L. L.
D. Incertæ sedis.
39. Fossombronia peruviana H. et G.
36. Fossombrania ptychophylla Spruce.
37. Fossombronia integerrima St. n. sp.
38. Fossombronia dentata St. n. sp.
39. Fossombronia carinata G. °
40. Fossombronia salina Lindb.
A. Spore furcatim lamellatæ.
a. lamellis laxe dispositis.
LALE pusilla (L.) Dum. Rec. d’observ. p. 11.
Syn. : Jungermannia pusilla L. Spec. Pl. 1603.
378
| Ar RS DM TAN || DA
si PERS
en.
Fossombronid. FRANZ STEPHANI. SEPCIES HEPATICARUM. 25
Monoica, minor, pallide-virens, pro more gregaria, maxime foetens.
Caulis ad 10 mm. longus, furcatus, postice parum productus leniterque
convexus, subtriplo latior quam crassus. Folia conferta, basi triplo angus-
tiora quam apice, plus minus crispata, late reniformia, 4-5 angulata,
angulis interdum apiculalis. Cellulæ 35 X 40 u, basales 45 X 74 y. Folia
suprema profunde 5 loba, lobis arcte incurvis acuminatis acutis.
Perianthia turbinata, ore amplo crispato paucilobato, lobis acutis recurvis.
Sporæ ad 40 u, furcatim lamellatæ, lamellis compressis, altis, in ambitu
sporarum itaque longe prominentibus et quasi in spinam acuminatam
abeuntibus; spinæ sub 24.
Hab. Sat rara in Britannia, Germania, Baden (Jack); Italia, Napoli
(Cleve); Gallia, Paris (Bescherelle); Vancouver Island (Macoun); Cali-
fornia (Howe).
2. F. perpusilla (Col.) St.
Syn. : Noteroclada perpusilla Colenso. N. Zeal. Inst.
Monoica, minor, pallide virens, cæspitosa. Caulis ad 7 mm. longus,
purpureus, postice valde convexus, subteres. Folia confertissima, erecto-
incurva, e basi obcuneata valde ampliata, 3-4 lobata, lobis carinatim
conduplicatis arcte incurvis. Cellulæ apicales 37 X 55 y medianæ
55 X 92 u, basales 55 X 130 y. Perianthia longe stipitata, pyriformia,
ore minus amplo recurvo, breviter lobulato meximeque crispato, sparsim
dentato. Sporæ 35 y, rufo-brunneæ, laxe lamellatæ, lamellis furcatim
ramosis, e lata basi compressis, altissimis, in ambitu sporarum itaque
longe prominentibus et quasi in spinam validam acuminatam abeuntibus,
spinæ sub 24, foveolæ sub 14 in facie convexa.
Hab. New Zealand (Colenso).
Quoad sporas F. pusillæ valde similis.
3. F. crassifolia Spruce. Edinb. Bot. Soc. 1885, p. 527.
Syn. : F. tenuifolia Spruce I. c. p. 528.
Monoica, major, viridis, gregaria. Caulis ad 15 mm. longus, parum
ramosus, sub flore geminatim innovatus, crassus (2plo latior quam
crassus) postice carinatim angustatus,"antice itaque utroque latere atte-
nuatus, radicellis ad aciem posticam reductis. Folia magna, tenerrima,
conferta, longitudinaliter plicata, parum adscendentia, plano-disticha,
obcuneala, marginibus lateralibus strictis, apice rotundata quadriloba,
lobis late triangulatis acutis, hic illic dentatis. Cellulæ apice 55 y, medio
55 x 84 y, basi 74 X 148 y. Perianthia foliis vix longiora, e basi bre -
379
26 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. Fossombronia.
viter stipitata turbinata, uno latere profunde fissa, ore grosse plus minus
profunde incisa, sublobulata, irregulariter grosse spinosa. Spore. magnæ,
47 y, rufo-brunneæ, laxe lamellatæ, lamellis furcatim ramosis, nusquam
reticulatis, Sæpe parallelis, basi validis superne compresso attenualis;
sporæ in ambitu itaque grosse spinosæ, spinis sub 20.
Hab. Andes quitenses in Monte Altar et Baños ad Montem Tunguragua
(Spruce).
Die beiden Pflanzen sind völlig identisch und weichen nur in den
vegetativen Organen ein wenig ab, doch nicht mehr, wie es der Standort
im Thale und auf der Höhe mit sich bringt; die entscheidenden Merkmale,
die Sporen, den kieligen Stengel und die 4 lappigen Blätter haben beide;
auch die Blattzellen weichen in der Grösse nicht ab und der Blüthenstand
ist bei beiden monœcisch.
b. lamellis confertis.
4. E. crispata Lindb. Soc. pro F.et Fl. fenn.1873et Manip. Il, p. #88.
Syn. : F. Wondraczecki (Corda) Dum. Rec. d’obs. 1835, p. 11.
Monoica, parva, viridis, gregarie crescens. Caulis ad 4 mm. longus,
furcatus, postice valde convexus, in sectione semi-circularis, antice
planus. Folia plus minus conferta, pro more conligua, parum crispata,
inferne sæpe plana, late ligulata, apice sinu lunato vel rectangulo biloba,
lobis aculis vel varie angulatis. Cellulæ foliorum apice 37 X 47 y, medio
37x74 u, basi 47 X 92 u. Perianthia stpitata, optime campanulata,
ore hiante, margine recurvo breviter lobulato, integerrimo vel pauci-
dentato. Sporæ ad 40 y brunneolæ, dense reticulatim lamellatæ, lamellis
in eircumferentia sporæ dentalim prominulis, subparallelis ei sub angulo
acuto sat regulariter anastomosantibus, ceterum flexuosis; foveolæ ita-
que plus minus distincte anguste hexagonæ. {
Hab. Europa. Germania haud rara. Gallia (Mars, Hy, Corbière); Anglia
(Lyell}; Suecia (Hartmann); Fennia (Nylander, Lindberg); America
septentr. (Werner teste Underwood); Himalaya (Gamble).
Der Name F. Wondraczecki ist zu kassiren, da er ein nomen nudum
geblieben ist; erst nach Lindbergs grundlegender Arbeit hat Dumortier
(Hep. Europ& 1874, p.174) durch Beschreibung der Sporen diesen Namen
zu reiten versucht, wie er denn auch Lindbergs Arbeit citirt.
5. F. texana Lindb. Acta Soc. Fl. F. fenn. 1875, p. 533.
Syn. : F. cubana Aust. Bot. Bull. 1876, p. 36.
380
Fossombronia. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 27
Dioica, major, viridis, gregaria. Caulis ad 15 mm. longus, angustus,
subteres, rigidus et durus, ventre valde productus. Folia conferta, magna,
ex angusta basi late reniformia, margine 4-5 lobata, lobis late triangu-
latis, acutis vel apiculatis, sinubus obtusis plicatis. Cellulæ apicales
37 X 37 u, Mmedianæ 40 X 60 y, basales 50 X 92 u. Perianthia foliis
æquilonga, turbinata, vix stipitata, uno latere profunde fissa, ore varie
lobatim inciso, lobis repandis obtusis, recurvo-crispatis. Spore ad 50 y,
furcatim lamellatæ, lamellis humilibus, undulats, in ambitu sporarum
parum prominentibus.
Hab. Cuba (Wright).
Da nach Austin diese Pflanze auch in Texas vorkommen soll (ein
Exemplar von diesem Standort ist nicht erhalten), so belasse ich zunächst
den Speciesnamen, der natürlich zu ändern wäre, wenn sie daselbst that-
sächlich nicht vorkommt. Die von mir untersuchten Sporen waren fast
reif in der ungeöffneten Kapsel ; der Befund stimmt aber mit Underwoods
Beschreibung (Bol. Gaz. 1896, p. 71) gut überein.
c. lamellis interruptis vermicularibus.
6. F. Stephanii Schffn. n. sp.
Dioica, magna, pallide virens, dense cæspitosa. Caulis ad 10 mm.
longus, pauciramosus, sub flore simpliciter innovatus, angustus, postice
valde productus, parum latior quam crassus, radicellis pallidis repens.
Folia majuscula, conferta, oblique adscendentia, oblique ligulata, apice
parum angustata rotundataque, integerrima, margine postico stricto,
antico decurrente. Cellulæ apicales 47 X 47 u, medianæ 37 X 7A u,
basales 37 X 92 y. Perianthia parva, haud stipitata, tenerrima, turbi-
nata, ore parum lobulato, integerrimo crispato. Sporæ magnæ 50 y,
vermiculariter lamellatæ, lamellis humilibus, irregulariter et frequenter
anostomosantibus, retem irregularem sæpe interruptam formantibus,
regulariter papillatis, papillis numerosis, longiusculis gracilibus hispidis.
Hab. Insula Bourbon (de l'Isle).
Die Sporen dieser Pflanze haben Lamellen, welche ein vollkommenes
Netz bilden würden, wenn nicht überall Theile dieses Netzes fehlten ; es
enden eine Menge Lamellen blind; ganz ähnliches zeigen die Sporen
mancher Ricciaarten.
7. E. japonica Schffn. Oest. Bot. Zeitschr. 1899, p. 389,
Autoica, parva, laxe cæspitosa laleque expansa. Caulis ad 3 mm. longus,
381
EB
28 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. Fossombronia.
simplex vel furcatus, radicellis purpureis repens. Folia conferta, parum
latiora quam longa, leniter lobulata, undulata, integerrima, margine antico
late incurvo. Perianthia brevissima, late campanulata, uno latere fissa,
ore hiante leniter lobulata, undulata. Sporæ ad 60 y flavo-brunneolæ,
irregulariter lamellatim reticulatæ, lamellis hic illic interruptis. Elateres
breves, 60—150 y, vermiculares, annulatim incrassatæ, annulis hic illic
fibra simplici interruptis. Anther idia aggregata, longe pedicellata.
Hab. Japonia, Tokyo, in horto botanico (Miyake).
B. Sporæ regulariter reticulatæ.
d. Sporæ ambitu angulatæ.
8. F. angulosa (Dickson) Raddi Jung. etrusca, p. 47.
Syn. : Jungermannia angulosa Dickson Crypt. brit. I, p. 7.
? Gymnomitrium erythrorhizum Bisch in Seuber et Hochst.
Flor. azor.
Dioica, viridis, dense cæspitosa sæpe late expansa. Caulis ad 15 mm.
longus, sub flore geminatim innovatus, angustus, postice valde productus.
Folia conferta, magna, ex angusta basi spathulata, apice irregulariter
4-5 lobata, lobis brevibus parvis acutis. Cellulæ 37 y, medio 55 X 148 y,
basales 55 X 205 u. Perianthia turbinata, late stipitala, ore irregulariter
inciso-lobulata vel subspinosa. Bracteæ breves lanceolatæ fere omnino
accretæ. Sporæ 37 y, regulariter reticulatim lamellatæ, foveolis sub 7 in
facie convexa, lamellis altis, compressis, sporæ itaque in ambitu quasi
angulatim alatæ.
Hab. Italia (Raddi, De Notaris, Levier, Nyman, Arcangeli, Cleve); Bri-
tannia Insula Jersey (Mackenzie); Cornwall (Curnow); Hibernia (Moore,
Taylor, Carrington, Lindberg) ; Amer. sept., Florida, Alabama (Underwood);
Texas (Thurow); Mobile (Sullivant); Cuba (Wright); Gallia (Corbiere);
Portugal (Moller).
Ob die Cuba-Pflanze hierher gehört, kann ich nicht sagen; es kommt
F. brasiliensis auch in den Antillen vor und diese ist der F. angulosa
ausserordentlich ähnlich.
9. F. brasiliensis St. n. sp.
Dioica, mediocris, viridis, laxe cæspitans. Caulis ad & mm. longus,
angustus, postice valde productus et carinatim angustalus. Folia contigua,
382
Fossombronia. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 29
plano disticha, spathulata vel subligulata, integerrima apice truncato-rotun-
data. Cellulæ 46 u, medianæ 47x92 u, basales 54 X 130 u. Perianthia tur-
binata uno latere profunde fissa, ore profunde inciso-trilobata, lobis irregu-
laribus, truncatis, repandis vel paucidentatis, crispatis. Sporæ 37 u, regulari-
ter reliculatim lamellatæ, foveolisad 16 in facie convexa, lamellis humilibus,
in ambitu sporarum angulatim prominulis. Elateres semper 3 vel 4 spiri.
Hab. Brasilia (Puiggari, Ule); Cuba (Wright); Insula Dominica (Elliott).
10. F. lophoclada Spruce. Edinb. B. Soc. 1885, p. 529.
Dioica, mediocris, pallide-virens, in latas plagas expansa. Caulis ad
15 mm. longus, simplex, sub flore geminatim innovalus, valde productus,
duplo latior quam crassus, postice plano-convexus, lateribus abrupte
adscendentibus rotundatis. Folia conferta, subhorizontaliter patula, infe-
riora late ligulata, inæqualiter biloba vel retusa, superiora majora, mul-
_toties latiora quam longa, antice decurrentia. margine postico quam
anticus triplo longiora, apice obtuse inciso-triloba. Cellulæ 37 X 37 y,
medianæ 47 X 84 y, basales 74 X 110 y. Perianthia foliis parum lon-
giora, vix stipitata, campanulata, ore profunde quinquelobato, lobis
repandis, crispatis. Bracteæ valde numerosæ, maximæ, perianlhio æqui-
longæ, ligulatæ vel lanceolatæ superne longe liberæ. Sporæ 29 y, rufo-
brunneæ, regulariter reticulatim lamellalæ, foveolis sub 15 in facie con-
vexa.lamellis humilibus, in ambitu sporarum itaque angulatim prominulis.
Hab. Andes quitenses, in monte Campana (Spruce).
11. F. grandis St. n. sp.
Dioica, magna, fusco-viridis, dense cæspitosa. Caulis ad 20 mm. longus,
simplex, ex apice tantum innovatus, validus, plus duplo latior quam
crassus, postice leniter convexus, lateribus abrupte adscendentibus, antice
parum concavus. Folia magna, tenerrima, crispata, ipsa basi pluristrata,
basi duplo angustiora quam apice, lateribus strictis brevibus, ambitu
itaque late reniformia, apice late rotundata, sinuato quinqueloba, lobis
brevibus apiculatis vel in spinam abeuntibus, sinubus radialiter plicatis.
Cellulæ foliorum apicales 37 X 47 y, medianæ 55 X 140 y, basales
55 x 185 y. Perianthia pro planta parva, longe et anguste stipitata, e
basi angustissima late turbinata, ore profunde 3-4 lobo, maxime hiante,
lobis repandis parum torlis vel recurvis. Sporæ parvæ, 34 1, laxe reli-
culatim lamellatæ, lamellis humilibus, margine lamellatim et interrupte
limbatæ. Foveolæ ad 8 y in diametro.
Hab. Africa in monte Kilimandscharo (Volkens).
383
30 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. Fossombroma.
12. F. reticulata St. Hedwigia 4894, p. 9.
Dioica, magna, valde robusta, pallide-flavo-virens, ætate rufescens,
cæspitosa. Caulis ad 4 cm longus, 1'/; mm latus, repetito-furcatus, sub
flore simpliciter innovatus, vix duplo latior quam crassus, postice parum
convexus, lateribus abrupte adscendentibus. Folia maxime crispata, reni-
formia, antice longe et anguste decurrentia, caulis itaque alis confertis
crispatis quasi lamellatus. Cellulæ 47x74 y, basales 50136 u. Perianthia
magna ad 6 mm longa, turbinata, ore repando vix crispato. Sporæ parvæ,
24 y minute reticulatim lamellatæ, foveolis in facie convexa sub 40, la-
mellis humilibus, repandis vel minute cristatim denticulatis, sporæ ilaque
ob lamellas numerosas in ambitu quasi breviter inciso-alatæ.
Hab. New Zealand (Kirk).
e. lamellis humilibus margine dentatim prominulis.
13. F. lamellata St. Hedwigia 1894, p. 9.
Syn. : Fossombronia tuberifera Göbel Organogr. II, p. 264.
Dioica, parva, viridis, dense cæspitosa. Caulis ad 10 mm. longus, repetito
furcatus, postice valde productus, apice defoliato in terram descendens,
tuberiferus. Folia suberecta, subquadrata vel apice ampliata, margine
angulata crispata. Perianthia magna, subslipitata, campanulata, ore amplo
remote pauci-spinoso, valde crispato. Sporæ brunneæ 43 u, reticulatim
lamellatæ, foveolis sub 20 in facie convexa, lamellis ad retem laxam con-
fluentibus, altissimis et compressis, in ambitu sporarum longe angusteque
prominentibus; sporæ itaque lamellis truncatis patulis quasi stellatim
bracteat® apparent.
Hab. Buenos-Ayres (Hauthal), Venezuela, Tovar (Geebel).
Gebel hat diese Pflanze unter dem Namen F. tuberifera Göbel (in seiner
Organographie II, p. 264) abgebildet; vorher erwähnte sie bereits Ruge
(Flora 1893, Heft 4), woselbst auch eine Abbildung der Sprossspitze ge-
geben ist; meine Publikation ist viel älter und man hat den Namen, den
ich gegeben hatte, leider unbeachtet gelassen; die Knollenbildung habe
ich nicht untersuchen können.
14. F. Dumortieri (Hüb. et Genth.) Lindb. Manip. II, p. 417.
Syn. : Codonia Dumortieri Hüb. et G. Hep. Exsicc. No 80, 1837.
Fossombronia foveolata Lindb. Manip. II, p. 382.
Monoica, parva, viridis, cæspitosa vel gregaria, paludicola maxime
fœtens. Caulis ad 4 mm longus parum ramosus, sub apice simpliciter in-
384
Fossombronit. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 31
novatus, postice valde productus, subcarinatus. Folia parva vix imbricata,
oblique obcuneata, 3—4 angulata. Cellula foliorum apicales 29x47 y,
medianæ 29x55 y, basales 37x74 y, ubique unistratæ. Perianthia parva,
turbinata vix plicata, ore hiante repando, lobulato, hic illic magna spina
armato, margine sæpe recurvo; bracteæ parvæ, lineares superne liberæ.
Spore 40 y, regulariter reticulatim lamellatæ, lamellis tenuibus salt altis,
in ecircumferentia spor& itaque quasi spinoso-prominulis,
Hab. Europa, nusquam rara in regione silvatica. America septentrionalis.
Da die Pflanze (unter dem Namen Codonia Dumortieri) in einer käuf-
lichen Sammlung ausgegeben worden ist, so gilt sie natürlich als rite
publizirt und Lindberg hat mit Recht seinen 1874 gegebenen Namen
(F. foveolata) kassirt. Die amerikanischen Botaniker weichen hierin
leider ab.
15. F. cristula Aust. Acad. Philad. 1866, p. 228.
Monoica, pusilla, tenerrima, pallide virens, gregaria. Caulis ad 5 mm.
longus, postice valde productus, subteres, tenuis subsimplex sub flore
simpliciter innovatus. Folia contigua adscendentia, late ligulata, basi vix
angusliora, superne repanda, integerrima. Folia apicalia majora, crispata,
profundius 4—5 lobulata, lobulis rotundato prominulis sinubus late re-
eurvis. Cellulæ 29x37 y, medio 37x65 u, basi 585x110 u. Perianthia
substipitata, oplime turbinata, tenerrima, uno latere profunde fissa, ore
maxime hiante profunde quinquelobato, lobis rotundatis, crispatis sinubus
recurvis. Sporæ 37 y, lamellatim-reticulatæ, foveolis numerosis, lamellis
altis, margine dentatim prominulis. Elateres breves, stricti, acuminati,
annulatim incrassati, annulis remotiusculis, centro linea fusca percursis.
Hab. Amer. sept. New Jersey (Austin).
Die Verdickungen der Elateren machen den Eindruck, als liefe das eine
der sonst spiraligen Verdickungsbänder central und gradlienig durch den
Elaterenschlauch, während sich die sonst spiraligen Windungen des
anderen Verdickungsbandes in isolirte Ringe aufgelöst haben. Hinsichtlich
der Sporen steht unsere Pflanze der F. Dumortieri ausserordentlich nahe.
16. F. incurva Lindb. Manip. IL, p. 381.
Dioica, minor, viridis sparsim inter muscos crescens. Gaulis ad 5 mm.
longus, simplex, postice valde productus, antice canaliculatus vel sub-
planus. Folia conferta, irregulariter bi- vel triloba, sinubus acutis vel ob-
tusis, lobis integerrimis vel dentatis incurvis. Cellulæ foliorum 37x37 y,
basales 37x92 y. Perianthia ex angusta basi ovali-pyriformia, superne
385
32 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. Fossombronia.
plicata, ore dilatato irregulariter serrato, hic illic subinciso, lacinulis acutis
incurvis. Sporæ 20 y, fusco-brunneæ vel nigro-violaceæ, plus minus regu-
lariter lamellatim-reticulatæ, lamellis humilibus, in margine sporarum
dentatim prominulis.
Hab. Fennia (Lindberg); Germania, Neu Ruppin (Warnstorf).
Dass diese Pflanze ein Subgenus (Lindberg), oder gar ein neues Genus
(Schiffner in Engler und Prantl) bilden soll, vermag ich nicht einzusehen.
Es giebt unter den Arten unserer Gattung alle Uebergänge vom breiten,
flachen, thallusartigen Stengel bis zur drehrunden Form; auch die Form
des Perianths ist in der Gattung sehr verschieden und variürt von der
birnförmigen bis zur breit schüsselförmigen Gestalt; die eigentlich gene-
rischen Merkmale, nämlich die Stellung der Pistille und der Bau der
Kapsel mit ihren tafelförmig zerfallenden 4 Klappen sind ganz die unserer
Gattung. Der Vergleich dieser Pflanze mit Jungermannia incisa aber steht
wirklich unter dem Niveau einer wissenschaftlichen Erörterung.
17. F. Zeyheri Si. n. sp.
Dioica, major, pallide-virens, dense cæspitosa. Caulis repelito-ramosus,
sub flore geminatim innovalus, ad 15 mm. longus, crassus (fere Lriplo latior
quam crassus) postice leniter convexus, lateribus oblique adscendentibus.
Folia conferta, oblique erecta, obcuneato-rotunda, symmetrica et antice
haud decurrentia, apice brevissime lobulata, lobulis acutis vel obtusis, si-
nubus recurvis crispatis. Cellulæ apice 47 u, medio 55x84 y, basi
743x110 p. Perianthia foliis æquilonga, late campanulata vix stipitata,
uno latere profunde fissa, ore grosse irregulariterque lacerata, laciniis
truncatis grosse pauci-spinosis. Sporæ 37 y, fusco-purpureæ, regulariter
reticulatim lamellatæ, foveolis magnis sub 12 in facie convexa, lamellis
humilibus, spor& itaque ambitu remote breviterque papillato. Elateres
bispiri, spiris validissimis.
Hab. Africa australis, Table Mountain (Zeyher).
f. Spore ex angulis lamellarum papillatæ.
18. F. Husnoti Corbière Rev. bryol. 1890, p. 3.
Monoica, minor, viridis, laxe cæspitans vel gregarie crescens. Caulis
ad 10 mm longus, angustus, postice valde productus, stoloniferus, stolo-
nibus erassis hyalinis subteretibus subterraneis. Folia parva, dense imbri-
cata, e basi angusla obcuneata, reniformia, apice rotundala vel truncata,
integerrima, parum crispata. Cellulæ foliorum apicales 36x36 y, medianæ
380
Fossombronia. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 28
36x72 y, basales 52x90 u. Perianthia sessilia, ex angusta basi valde
ampliata, fere scutellala, sepe una latere profunde fissa, ore latissimo
crispato, quinquelobo, lobulis angulatis vel acutis. Sporæ ad 47 y, distincte
reticulatim lamellatæ, lamellarum angulis alte papillatis, papillis recte
patulis strictis, anguste rectangulatis truncatis, margine sporarum itaque
maxime hirto.
Hab. Gallia, Cherbourg (Corbiere); Alger, Blida (Gay, Paris); Italia,
Firenze (Levier).
In Gottsche und Rabenhorst Hep. Exsice., Nr. 439, wächst diese Art mit
F. verrucosa Lindb. gemischt und zwar in allen Exemplaren, die ich von
diesem Werke untersuchen konnte. Diese Species ist wahrscheinlich ver-
breitet und nur bisher mit F. cæspitiformis verwechselt worden. Hin-
sichtlich der Sporen steht sie der F. intestinalis Taylor sehr nahe; sie
sind bei beiden fast gleich.
19. F. intestinalis Tayl. in Syn. Hep., p. 469.
Dioica, mediocris, viridis, sepe purpurascens, dense depresso-cæspitosa.
Caulis ad 2 em longus, furcatus, postice valde convexus, duplo latior quam
crassus. Folia dense imbricata, triplo fere latiora quam longa, trilobata
lobis brevibus rotundalis incurvis. Cellule foliorum 35 w, basales
395x120 y. Perianthia turbinata, late breviterque stipitata, ore lobulato,
lobulis brevibus recurvis et tortis. Spore ad 47 u, distincte lamellatim
reticulatæ, ex angulis lamellarum papillatæ, papillis angustis longiusculis,
compresso-planis, truncatis, Spor& itaque ambitu maxime hirto.
Hab. Australia, Swan River (Drummond, Miss Sewell); Sydney (White-
legge); Tasmania (Weymouth); New Zealand (Colenso).
Die Pflanze, welche Spruce (Hep. And. et Amaz. 1885, p.529) beschreibt,
und welche von den Aucklands-Inseln stammt, ist von ihm irrthümlich
als Original betrachtet worden; daher seine von Mitten abweichende
Meinung über diese Art; das Original stammt vom Swan River und die
Auckland-Pflanze ist jedenfalls nur irrthümlich zu dieser Art gestellt
worden; es ist wahrscheinlich meine F. gigantea.
Die Sporen von F. intestinalis sind fast genau die der vorstehenden
F. Husnoti Corbière.
20. F. longiseta Austin. Acad. Philad. 1869, p. 228.
Dioica, mediocris, viridis, gregarie crescens. Caulis ad A5 mm. longus,
furcatus, postice valde productus, radicellis roseis repens. Folia parva,
imbricata, breviter ligulata, plano-disticha vel leniter adscendentia, inle-
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n0 16, 25 juin 1900. 71
34 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. Fossombronia.
gerrima vel paucilobulata, vix unquam dentata, basi pluristrata. Cellulæ
foliorum apicales 28x37 y, medianæ 28x60 y, basales 60X150 1.
Perianthia magna, campanulata, interdum uno latere profunde fissa.
Sporæ flavo-brunneæ ad 47 y, distincte reticulatim lamellatæ, ex angulis
lamellarum papillatæ, ambitu itaque muricatæ.
Hab. Am. sepi., San Francisco (Bolander).
Die Abbildungen Howe’s (Torrey Bot. CL. 1899, tab. 99) zeigen so grosse
Unterschiede in der Skulptur der Sporen, dass sicher verschiedene Arten
darunter enthalten sind, wie das Howe auch p. 82 selbst vermuthet. Ich
habe aus dem Herb. Gotische die Pflanze von Ukiah leg. Bolander be-
schrieben, weil ich diese als das Original betrachte und der gleiche
Sammler auch von Austin (Hep. Bor. Amer. 1873, p. 30) genannt wird;
es ist kaum zweifelhaft, dass Bolander seine Aufsammlungen zugleich an
Austin und Gottsche geschickt hat; im Uebrigen stimmt Austins Angabe
«sporis valde muricatis» vollkommen mit dem Befund an den Bolan-
der’schen Exemplaren überein, auch der diöcische Blüthenstand, auf den
ich aber wenig bei dieser Gattung gebe, da die älteren Theile bei allen
Arten so schnell absterben, dass die Zweige, die einst verbunden waren,
isolirt werden und nun der diöcische Blüthenstand sehr leicht für den
monöcischen in die Erscheinung tritt.
21. F. Naumannii Schffn. Exp. Gazelle IV, p. 39.
Dioica, magna, dense cæspitosa, inferne brunnea superne pallide viridis.
Caulis ad 5 cm. longus, simplex vel furcatus. Folia conferta, late reniformia,
plicata suberispata, «—5 lobata, lobis brevibus repando-prominulis api-
culatis. Cellulæ 45x63 y, basales 37150 u. Perianthia magna, plicata,
turbinata, ore irregulariter dentato. Sporæ ad 40 u, in facie convexa
regulariter reticulatim lamellosa, foveolis parvis numerosis, lamellis ex
angulo papillalis, papillis brevibus, truncatis, in ambitu sporarum valde
numerosis, contiguis. Antheridia longissime stipitata, basi bractea lanceo-
lata obtecla. ;
Hab. Kerguelen-Insul@ (Naumann, Exped. Gazelle).
G. Sporæ papillis hispidæ, foveolis hexagonis nullis.
g. lamellis patulis, plano-compressis, truncatrs.
22. F. cæspitiformis DeNot. in G. et R. Hep. Exsicc. No 123.
Syn. : F. angulosa var. cæspitiformis Raddi. Mem. Mod. 18, p. 41.
388
Fossombronid. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 35
Monoica vel dioica, minor, viridis, dense cæspitosa, fœtens. Caulis ad
45 mm longus, subteres, plus minus ramosus, sub flore simpliciter inno-
vatus. Folia conferta, e basi obcuneata valde dilatata, margine optime
crispata, integerrima. Cellulæ apicales 37x55 y, mediane 47x92 y,
basales 47130 u. Perianthia breviter stipitala, campanulata, ore recurvo
crispato subintegerrimo, uno latere sæpe ad basin usque fissa. Bracteæ
magnæ, spathulatæ superne longe liberæ. Sporæ 46 y, brunneæ, lacinulis
plano-compressis rectangularibus recteque patulis bispidissim&.
Hab. Italia (DeNotaris, Cleve, Evans, Levier); Græcia (Heldreich) ;
Portugal, Coimbra (Moller); Algeria (Paris, Bovi, Trabut); Gallia (Cleve,
Corbiere); Anglia (Stabler); Madeira (Fritze); Tenerifa (Krause); Abyssinia
(Schimper).
h. papillis longis hispidæ.
23. F. hispidissima St. n. sp.
Dioica, minor, viridis, gregaria. Caulis ad 4 mm. longus, simplex, postice
maxime produclus, angustato-rotundatus (subcarinatus) minus latus quam
crassus, in seclione quasi saccatus. Folia parva, obcuneata, vix magis lata
quam longa, basi valde angustata lateribus strictis, apice repanda hic illic
incurvo-crispata. Cellulæ foliorum apice 3755 y, medio 37x80 y, basi
37x92 y. Perianthia vix stipitata, ex angusta basi pyriformia, fere duplo
longiora quam lata, sub ore contracta, subinde abrupte dilatata ore recurvo
sinuato subcrispato. Spore fusco brunneæ, 35 y, papillis longiusculis
creberrimis hispidissimæ.
Hab. Amer. sept., San Francisco (Bolander).
24. F. spinifolia St. n. sp.
Monoica, gracilis, fusco-viridis, gregaria. Caulis ad 12 mm. longus,
repetito-furcatus, tenuis, postice valde productus subteres. Folia parum
imbricata, leniter adscendentia, ex angusta basi late obovala vel rotun-
data, varie grosseque spinosa, spinis 3—5 majoribus sublobuliformibus
acuminatis, acutis; reliquis multo minoribus. Cellulæ 3636 uw, basales
parum longiores. Perianthia turbinata, foliis vix longiora, plurilobata,
lobis irregulariter grosse spinosis, haud crispatis. Sporæ fusco-brunneæ
ad 46 y, papillis longis acutis et confertissimis hispidissimæ.
Hab. Africa australis, Gnadenthal (Breutel).
25. F. crispa Nees. Syn. Hep., p. 469.
Dioica, major, fusco-viridis, dense cæspitosa lateque expansa. Caulis ad
389
36 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. Fossombronia.
2 cm. longus, parum ramosus, rigidus, angustus, postice valde productus.
Folia parum imbricata, breviter ligulata, basi vix angustata, distiche patula,
apice truncato-rotundata, crispala. Cellulæ 37x55 y, basales 55x74 y.
Perianthia breviter pedicellata, campanulata, ore hiante recurvo, integer-
rimo, parum crispato. Sporæ 45 y, fusco-brunneæ, papillis longiusculis
confertis hispidissimæ. Andrecia totam caulem tegentia, antheridia
seriata, bracteata, bracteis magnis, ovalibus, margine erosis, cucul-
latis.
Hab. Africa austrails, Table mountain (Ecklon, Mac Owan) Gnaden-
thal (Breutel).
26. F. hamato-hirta St. Hedwigia 1894, p. 8.
Monoica, parva, viridis, in rupibus dense cæspitans. Caulis brevis, ad
10 mm. longus, simplex, antice planus, postice valde productus, magis
crassus quam latus, radicellis pallidis repens. Folia conferta, imbricata,
tenerrima, ex angusta basi oblique lateque ligulata, apice plus minus pro-
funde emarginato-biloba, lobis rotundatis, margine anteriore angulatim
ampliata vel in dentem producta. Cellulæ foliorum apicales 37x37 y,
medianæ 37x74 u, basales 37410 w. Perianthia stipitata, superne
abrupte dilatata, turbinata, ore lobato, lobis recurvis maxime crispatis.
Sporæ 35 1, dense breviterque setulosæ, setulis hamatim incurvis.
Hab. Ascension Island (Gordon).
27. F. Mittenii Tindall. J. of Bot. 1898, p. #4.
Monoica? parva, flavo-virens. Caulis ad 5 mm. longus, simplex. Folia
imbricata, crispata, hic illic angulata, magis lata quam longa. Perianthia
pro planta magna, ore crenulato. Spore 47 y, flavo-brunneæ, dense
papillatæ, papillis acuminatis (110 in facie convexa). Elateres mediocres,
bispiri.
Hab. Anglia, Braunton (Mitten).
Die Pflanze habe ich nicht gesehen und gebe die Diagnosa der Frau
Tindall in Uebersetzung. Der Blüthenstand wird leider nicht erwähnt;
auch der Querschnitt des Stengels und die Grösse der Blattzellen sind
nicht angegeben, wohl aber wird die Pflanze wegen der Cuticula der
Sporen mit F. papillata St. verglichen, welche grössere abgestumpfte
Papillen besitzt; da die Sporenpapillen als «finely pointed », also scharf
zugespitzt (acuminatæ) beschrieben werden, so ist die Abbildung leider
wenig der Diagnose entsprechend.
390
Fossombronid. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. OM
i. papillis brevibus obtusis.
28. F. papillata St. Hedwigia 1889, p. 157.
Monoica, mediocris, pallide flavo-virens, dense cæspitosa. Caulis brevis
ad 15 mm. longus, simplex sub flore geminatim innovatus, crassus (vix
duplo latior quam crassus) postice parum convexus, lateribus abrupte
adscendentibus rotundatis. Folia conferta, erecta, obcuneato-reniformia
erispata, hic illic angulata, ceterum integerrima. Cellulæ 35x35 y, basales
335x120 w. Perianthia magna, turbinata, uno latere profunde fissa, ore
profunde plicato, varie torto et crispato, profunde lobulato, lobis obtusis.
Bracteæ magnæ anguste spathulatæ, sæpe subliberæ. Spore 45 y, badiæ,
dense grosseque papillatæ, papillis conicis truncatis.
Hab. Australia, Queensland (Wild, Bailey).
29. F. australis Mitt. Linn. Soc. 1877.
Dioica, magna, apice viridis, inferne rufescens. Caulis ad 4 cm. longus,
parum longeque ramosus, ramis parum divergentibus, postice maxime
productus. Folia conferta, maxima, ad 6 mm. lata, antice longissime
attenuatim decurrentia, margine plus minus grosse quadrispinosa, spinis
minoribus interjectis. Cellulæ apicales 47x55 w, basales 55x92 y.
Perianthia campanulata, ore breviter 6 lobata, lobis remote dentatis.
Sporæ 32 y, papillis brevibus truncatis dense obtectæ.
Hab. Kerguelen (Eaton); New Zealand (Colenso).
Die Sporen, welche Mitten beschreibt, sind Sporenmutterzellen, zu 4
vereinigt; ob sie der Pflanze überhaupt angehören, ist fraglich ; sie waren
noch ganz jung, das Chlorophyll im Centrum zusammengeballt, so dass
das Ganze mit einem hyalinen Saume eingefasst erscheint; die reifen
Sporen sind danach zweifellos oben richtig beschrieben, obwohl nur
wenige der Kapsel noch anhafteten.
30. F. gigantea St. n. sp.
Dioica, magna, robusta, flavo-virens, ætate rufescens vel brunneola,
cæspitosa. Caulis ad 4 cm. longus, furcatus, duplo latior quam crassus,
postice valde convexus, medio 18 cellulas crassus. Folia conferla, reni-
formia basi pluristrata, validissima, breviter quadriloba, 3 lobi in margine
apicali, quartus in margine anteriore, omnes late triangulati, obtusi vel
apieulati. Cellulæ foliorum apicales 55x55 y, reliquæ 55>xX110 u. Perian-
thia vix stipitata, turbinala, ore amplo recurvo crispato, integerrimo.
391
38 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. Fossombronid.
Sporæ 46 y, rufo-brunneæ, papillis humilibus densissime muricatæ.
Elateres ad 190 y bispiri, spiris validis. Antheridia maxima, longe stipi-
tata, dense seriata.
Hab. New Zealand (Knight, Kirk).
Siehe die Anmerkung zu F. intestinalis Taylor.
31. F. Wrightii Aust. Bot. Bull. 1876, p. 36.
Dioica, major, pallide virens, dense cæspitans. Caulis ad 10 mm. longus,
repelito-furcatus, sub flore simpliciter innovatus, angustus, ventre valde
productus, vix duplo latior quam crassus, postice plano-convexus, late-
ribus abrupte adscendentibus rotundatis. Folia conferta, tenerrima,
plano-disticha, basi duplo angustiora quam apice, valde asymmetrica, ad
marginem ventralem rotundatim ampliata, ad anticum multo breviora
ibidemque in acumen magnum producta, ceterum integerrima vel paucis
dentibus armata, plicatulis numerosis marginalibus crispa. Cellulæ apice
37 y, medio 45x92 y, basi 55X110 u. Perianthia foliis minora, uno
latere profunde fissa, turbinata, ore breviter paucilobulata, lobulis varie
recurvis maxime crispatis. Sporæ fusco-purpureæ, 46 y, papillis brevis-
simis rotundatis dense asperæ.
Hab. Cuba (Wright).
32. F. verrucosa Lindb. Manip. II, p. 386.
Monoica, flavo-virens, major, dense cæspitosa. Caulis brevis, parum
ramosus, postice valde productus, vix duplo latior quam crassus, in sectione
late ovalis. Folia conferta, adscendentia, obcuneata superne valde am-
pliata, multiplicata subintegerrimæ. Cellulæ 37X37 y, basales multo
majores ad 50X130 u. Perianthia campanulata, uno latere profunde fissa
ore ampliato subintegerrimo multiplicato. Sporæ 38 y, brunneæ, papillis
validis humilibus obtusis dense verrucosæ. Elateres crassissimi, spiris
3—4 validissimis.
Hab. Algeria, Blida (Paris); Gallia, Cherbourg (Corbière).
Siehe die Anmerkung zu F. Husnoti Corb.
33. F. Macouni Aust. Bot. Bull. 1876, I, p. 36.
Hab. Canada, Portage La Lochs (Macoun).
Die Pflanze existirt in keiner Sammlung. Austin nennt die Sporen
«parviusculæ subopacæ, densissime minutissime papillosæ.» Vielleicht
ist sie hieran doch wieder zuerkennen.
392
a
PS
Fossombronid. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 39
34. F. leucoxantha L. et L. Syn. Hep. p. 469.
Dioica, major, subhyalina, dense cæspitosa longe lateque expansa.
Caulis ad 15 mm. longus, apice defoliato recte in terram descendens
(tuberiferus ?) maxime crassus posticeque valde productus, subteres.
Folia magna, sæpe in pagina ventrali purpureo-maculata, subrotunda,
confertissima, erecto-conniventia, valde concava, marginibus angulatis
incurvis. Cellulæ 37 X 56 y, basales 56 X 92 u. Perianthia (ipse haud
vidi) « campanulata, inciso-dentata. »
Hab. Africa australis, Cape of good hope (Ecklon); Transvaal
(Rehmann); Natal (Wilms).
Hierher gehört jedenfalls Foss. tumida Mitten, der nach der ganz miss-
lungenen Beschreibung in der Synopsis Hep. seine Pflanze natürlich nicht
identificiren konnte; er nennt die Sporen obscuræ papillosæ.
Fertile Exemplare habe ich leider nicht gesehen; die aufgeblasenen,
fast farblosen Blätter lassen die Pflanze, welche in Südafrika weit ver-
breitet ist, sogleich erkennen; ob die Pflanze in diese Sektion der Gattung
Fossombronia gehört, ist nach der mageren Beschreibung Mittens ganz
zweifelhaft.
D. Incert& sedis.
39. F. peruviana Hpe et G. Linnæa 1855 p. 595.
Sterilis, magna, valida, rufescens, dense cæspitosa. Caulis ad 3 cm.
longus, radicellis roseis brevibus repens, repetito-furcatus, duplo latior
quam crassus, postice carinalim angustatus. Folia magna, late reniformia,
e basi adscendente distiche explanata, radialiter plicata, superne angu-
lata, angulis obtusis vel nullis. Cellule apicales 45 x 45 y, basales
45 x 74 y.
Hab. Peruvia, Gordillera de Tuno, in rivulis (Lechler).
Siehe F. ptychophylla Spruce.
36. F. ptychophylla Spruce. Edinb. Bot. Soc. 1885, p. 529.
Caulis ad 3 cm. longus, simplex, carnosus, radicellis purpureis repens.
Folia magna, albida, tenera, late imbricata, assurgenti-secunda, valde
oblata, 2-3plo latiora quam longa, subrhomboidea, a basi radialiter
pluriplicata, margine inæqualiter lobata et sinuata. Cellulæ magnæ, parum
elongatæ.
Hab. Andes quitenses, in palude alpina montis Altar, 3700 m. (Spruce).
Diese Pflanze habe ich nicht zu erhalten vermocht; wahrscheinlich
393
40 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. Fossombronia.
gehört sie zu F. peruviana Hpe. et G. Spruce hatte von dieser Publikation
(Linnæ 1855) keine Kenntnis; beide Pflanzen sind nur steril bekannt;
ihre Diagnosen decken sich aber fast vollständig.
37. F. integerrima St. n. sp.
Dioiea, magna et robusta, pallide virens, dense cæspitosa. Caulis ad
25 mm. longus, repetito-furcatus, crassus et validissimus, duplo latior
quam crassus, postice subplanus, lateribus oblique adscendentibus. Folia
magna (4 mm. lata, 2 mm. longa) late reniformia, subintegerrima, vix
crispata, basi 3-4 cellulas crassa. Cellulæ foliorum apicales 55 X 92 y,
medianæ 74 X 150 y, basales 92 X 150 u. Antheridia magna, longe
stipilata, bracteis parvis foliiformibus a tergo tecta.
Hab. New Zealand (Colenso).
38. F. dentata St. n. sp.
Sterilis, major, fusco-viridis, gregaria. Caulis ad 6 mm. longus parum
ramosus, pallide-virens, postice purpureus, latissimus, quadruplo latior
quam crassus, ubique æquicrassus (16 cellulas), postice plano-convexus,
lateribus abrupte adscendentibus, antice leniter concavus. Folia magna,
imbricata, ex angusta basi late obcuneata, apice rotundata, lateribus
strictis, margine præcipue apicali grosse regulariterque dentato-spinosa,
spinis sub 20. Cellulæ foliorum apicales 40 X 50 u, versus basin sensim
longiores, basales 50 X 150 u, pluristratæ. Reliqua desunt.
Tasmania (Weymouth).
Die Pflanze ist durch die vegetativen Organe so hervorragend ausge-
zeichnet, dass ich nicht unterlassen wollte, sie hier mitaufzuführen, ob-
wohl sie nur steril bekannt ist.
39. F. carinata G. Syn. Hep., p. 469.
Sterilis. Der Autor sagt von dieser Pflanze : folia erecta, arcte im-
bricata, concava, sinuoso-undulata, dorso plerumque bicarinata, inte-
gra. Planta junior antheras et pistilla monstrabat; radiculæ albidæ
sunt.
Hab. Mexico (Liebman).
40. F. salina Lindb. Acta Soc. F. Fl. fenn. 1875. p. 533.
Die Pflanze ist vom Autor nicht beschrieben; Austin sammelte sie in
sterilem Zustande und gab sie unter Nr. 119 aus, unter dem Namen
F. angulosa. RN
394
Rue,
%
Haplomitrium. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. LA
Es ist nicht zu erwarten, dass beide vorstehende Pflanzen je zu iden-
tificiren sein werden.
HAPLOMITRIUM Nees.
Hep Bur. II,vp. 111
Plant foliosæ, minores, carnosulæ, virides, terricolæ, e caudice ramoso
subterraneo arhizo erectæ laxe cæspitantes vel muscis consociat®. Caulis
simplex vel ex axilla foliorum ramosus, sub flore innovatus, a dorso com-
pressus, in sectione itaque late ellipticus, superne incrassatus et subteres,
cellulis magnis (centralibus angustioribus et magis elongatis) formatus,
ceterum crassus et pallidus, nusquam rhiziferus.
Folia inferiora oblique inserta, regulariter alternantia, concava, inte-
gerrima, postice breviter adnata, antice caulem latius incurrentia, imbri-
cata, incuba; superiora mullo majora, ex angusta basi conduplicatim
concava, transverse inserta, asymmetrica, margine postico substricto,
antico rotundato, vix longiora quam lata, apice normaliter triloba, lobo
mediano longiore acute vel obtuso. Cellulæ foliorum magnæ, crassæ, basi
pluristratæ, apice 27 w, medianæ 36X55 y, basales 36X72 y, haud in-
crassatæ. Amphigastria regulariter cum foliis alternantia, magna, plano-
appressa, transverse inserla, foliis parum minora, similiter triloba.
Inflorescentia monoica vel dioica. Pistilla in axillis foliorum solitaria,
nuda. Folia floralia (sub flore fecundato) bijuga, externa maxima condu-
plicatim concava, vaginatim opposita, erecta, apice acuta, margine irre-
gulariter angulata vel sublobata, magno amphigastrio libero consociata ;
intima ad 2 vel 4, multo breviora et minora, anguste ligulata, integerrima,
amphigastrio equimagno anguste elliptico aucta.
Perianthium nullum. Calyptra libera, maxima, anguste cylindrica,
crassa, basi paucis pistillis sterilibus cincta. Pedicellus capsulæ ad 8 mm.
longus, compressus, magno bulbo obconico insertus. Capsula oblongo-
cylindrica, vix 2 mm. longa, acuta, rima A (vel 2) dehiscens; valvulæ
connectivo subapicali interno cohærentes, unistratæ, cellulis fibra annulari
longitudinaliter inserto incrassatis. Elateres (omnes decidui) ad 240 y
longi, tenuissimi, bispiri, spiris capillaceis. Sporæ parvæ, 27 y, flavo-
virentes, minute papillatæ.
Antheridia in caule irregulariter distributa, ad 2 vel 3 aggregata vel
395
42 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. Haplomitrium.
seriata, bractea propria magna anguste ligulata a tergo tecta, ceterum
magna, tempore maturitatis aurantiaca, ovalia, pedicello crasso anguste
obconico 4—6 cellulas longo.
Species unica:
H. Hookeri (Smith) Nees. Hep. Eur. III, p. 411.
Syn. : Jungermannia Hookeri Smith Engl. Bot. I, t. 2555.
Scalius Hookeri Gray Nat. Arrang. 1821, No 24.
Die Pflanze ist zuweilen monϾcisch, vielleicht immer, es gelang mir
aber nicht, es immer nachzuweisen. Die Pistille stehen in den Axeln der
Seitenblätter und da diese Blätter sich nach der Befruchtung mächtig
entwickeln und gedrängt stehen, so werden deren Pistille von dem sich
bildenden Torus gemeinsam in die Höhe gehoben und in der fertilen
Blüthe findet man daher deren stets mehrere, während sie unten am
Stamme einzeln in der Blattachsel stehen, wie bei Fossombronia.
Wenn man ein gut entwickeltes Stämmchen dieser Pflanze mit Milch-
säure behandelt, so dass es seine völlige Turgescenz und die natürliche
Stellung seiner Organe erlangt hal, so findet man, dass sie zwei Reihen
alternirender Blätter besitzt, wie jedes andere beblätterte Lebermoos;
sie unterscheiden sich in der Form wenig von den ventral stehenden
grossen Amphigastrien, welche aber dem Stengel flach aufliegend und
transversal angeheftet sind, während jene schief inserirt sind, so zwar,
dass ihre dorsale Basis höher am Stengel liegt als ihre ventrale und da
diese nur wenig auf die Bauchseite übergreift, jene aber breiter auf der
dorsalen angeheftet ist, so liegen die Blätter, dachig gelagert, viel mehr
auf der dorsalen Seite und sind deutlich oberschlächtig. In der Axel dieser
Amphigastrien habe ich niemals Reproduktionsorgane gefunden; wohl
aber findet man beim Entblättern der dorsalen Seite zwischen den normal
alternirende Blättern zerstreut, stets aber dem Stengelrande genähert,
schmal zungenförmige Blätter, die Bracteen der Antheridien. Nach
dem Bilde von Gottsche (Nova Acta XX, tab. XVI) kommen die Antheri-
dien auch in reihenförmiger Anordnung vor und zwar steht das ältere
Antheridium der Blattachsel am nächsten, die jüngeren reihen sich in
acroscoper Richtung an; vielleicht ist das die normale Ausbildung; sie
wäre dann der von Fossombronia analog; ich selbst habe sie nicht
beobachtet. Diese männlichen Bracteen, die auch Fossombronia hat,
wenn auch manchmal sehr klein, haben dazu beigetragen, dass man
die regelmässig alternirende Stellung der Blätter und Amphigastrien an
Haplomitrium bisher nicht erkannt hat.
396
Haplomitrium. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 43
Da die Pistille am Rande des Stengels auf der dorsalen Seite im Schutze
der Blattachsel stehen, so findet man, ganz wie bei Fossombronia, das-
jenige Blatt, welches das befruchtete Pistill enthielt, sehr viel näher an
der Haube als das opponirte Blatt; durch die enorme Entwicklung des
Stengelgewebes nach der Befruchtung steht die Haube wohl in der
Mediane des Stengels, das ursprüngliche Stengelblatt reicht aber dorsal
viel weiter hinüber nach der Haube, so wie es vor der Befruchtung einst
das Pistill umfasste.
Der radiäre Bau der Pflanze ist also unterwärts nicht erkennbar und
sie ist daselbst zweifellos deutlich dorsiventral; anders verhalten sich die
Schopfblätter der Blüthe, die quer inserirt sind, aus schmales Basis kielig
hohl zusammengefaltet; die 2 obersten bilden vor dem Austritt der
Kapsel eine lockere Scheide für die Haube ; die innersten Hüllblätter sind
viel kleiner, meist zu 3 oder 4, bandförmig und ventral von einem
mächtigen Amphigastrium geschützt.
Viel deutlicher als an unserer Pfianze sieht man diese Verhältnisse an
den exotischen Arten, die, bisher zu Haplomitrium gestellt, zu Calobryum
gehören, da sie ein terminales, scheibenförmiges Andrœæcium besitzen,
die aber so eng mit Haplomitrium verwandt sind, dass ein Hinweis auf
deren Bau wohl zulässig erscheint und zwar um so mehr, als man Calo-
bryum auch einen radiären Bau zugeschrieben hat.
Die nahe Verwandtschaft mit Fossombronia berührte schon Lindberg
(Manipulus Muse. II, p. 378). Auch er betont die Stellung der Pistille und
Antheridien «in facie anteriore caulis» und hat also dasselbe gesehen
wie ich. Leitgeb bemerkt in seinen Untersuchungen über die Lebermoose
(unter Fossombronia), dass der Modus der Zellwandbildung Haplomitrium
zu Fossombronia und Androcryphia bringe.
Der Stengel der Pflanze ist ausserhalb der Region der Frucht nicht
stielrund, sondern breiter als dick, was ja bei Fossombronia auch der
Fall ist; der radiäre Bau der Pflanze tritt also hier (und auch bei Calo-
bryum) nur in der Blüthe auf; wir besitzen aber eine ganze Anzahl be-
blätterter Lebermoose, wo der dorsiventrale Bau in der Blüthe bei deren
aufrechter Stellung nicht mehr erkennbar ist, wie hier aber durch die ven-
trale dritte Blattreihe, die unter der Blüthe endet, deutlich in Erinnerung
gebracht wird. — Vom morphologischen Standpunkte aus mussten diese
Analogien hier erwähnt und darauf hingewiesen werden, dass die
grosse Lücke, welche diese Pflanzen von den übrigen Lebermoosen
angeblich trennt, thatsächlich nicht vorhanden ist. Die beiden Gattungen
Haplomitrium und Calobyum stehen zweifellos Fossombronia am näch-
397
; NPA A EN OR Sr EN
4h MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. Calobryum.
sten und bilden das letzte Glied aus der Reihe der Uebergangsformen
zu den foliosen Hepaticis.
CALOBRYUM Nees. Syn. Hep. p. 907.
Plantæ folios®, magnæ, carnosulæ, virides. corticolæ, e caudice ramoso
arhizo erectæ laxeque cæspitantes. Caulis simplex, sub flore haud inno-
vatus, a dorso compressus, in sectione transversa alle biconvexus vel
ellipticus, superne incrassatus et subteres, cellulis magnis formatus,
pallidus, nusquam rhiziferus. Folia caulina oblique adnata, regulariter
alternantia subplana, patula, integerrima, postice breviter inserta, antice
in caule decurrentia, incuba; cellulæ magnæ, crassæ, basi pluristratæ.
Amphigastria caulina regulariter cum foliis alternantia, patula, foliis
interdum multo minora, transverse inserta, integerrima. Inflorescentia
dioica. Pistilla in caule terminalia, numerosa, cellulis clavatis muciferis
mixla. Folia floralia 4, externa maxima, sæpe armata, interna multo
minora; amphig externum maximum, internum parvum. Perianthia
nulla. Calyptra sæpe longissima, crassa, cellulis convexo-prominulis
papulosa, mucore inundata, basi pistillis sterilibus valde numerosis
cincta, ætate cellulis vacuis compressis chartacea. Pedicellus capsulæ
compressus, magno bulbo obconico insertus. Capsula anguste cylindrica,
acuta, longitudinaliter dehiscens; valvulæ connectivo apicali interno
cohærentes. unistratæ, cellulis annulo longitudinaliter inserto incrassatis.
Elateres decidui, longi, bispiri, spiris ligulatis arcte tortis. Sporæ parvæ,
papillis parvis asperæ, flavo-virentes. Andrecia in caule terminalia.
Antheridia disco magno crasso plano vel leniter convexo inserta;
bracteis 3, disco connatis superne usque ad ejus marginem liberis, plano
palulis. Discus ob caulem excentrice insertum asymmetricus, parte
majore nutante. Antheridia valde numerosa, dense aggregata, pedicello
longiusculo obeuneato affixa, interdum foliolis parvis mixta.
1. G. Blumii. Nees, I. c. p. 507.
Syn. : Scalia carnosula. Mitt. Linn. Soc. 1891.
_ Major, pallide-virens, laxe cæspitans vel muscis consociata. Caulis ad
35 mm. longus, pallidus, ubique æquicrassus, sub flore haud incrassatus,
valde compressus, plus duplo latior quam crassus, in sectione ellipticus.
398
ER
Calobryum. FRANZ STEPHANI. SPECIES HEPATICARUM. 45
Folia remotiuscula, basi angusta oblique inserta, nusquam decurrentia,
optime obcuneata, apice rotundata vel leniter obtusa, patula, haud imbri-
cata. Cellulæ apicales 37 y, medianæ 55 X 92 y, basales 64 X 110 y,
ceterum maxime crassæ, apice 55 w, basi 76 y alte, folia itaque optime
carnosula, ipsa basi solum pluristrata. Amphigastria regulariter cum foliis
alternantia, remota, patula, foliis caulinis multo minora. Folia floralia
bijuga, externa maxima, integerrima vel angulata, e basi obconica late
rotundata, amphigastrio florali simillimo; interna multo minora, irregu-
laria, sæpe inciso lobata, amphigastrio simili aucta. Calyptra longissima,
ad 17 mm. longa, optime clavata. Capsula 5 mm. longa, uno latere rima
longitudinaliter dehiscens. Spore parvæ 17 y. Elateres longissimi, ad
600 y, longe attenuali. Androecia in disco convexo, bracteis magnis
obeunealis coalito.
Hab. Java (Blume, Karsten, Schiffner, Fleischer); N. Guinea
(Loria).
Scalia carnosula Mitt. habe ich nicht zu erlangen vermocht, glaube
aber, dass sie zu vorstehender Art zu stellen sein wird ; sie ist fertil nicht
gesammelt worden.
2. C. mnioides (Lindb.) St.
Syn. : Rhopalanthus mnioides Lindb. Manip. II, p. 391.
Scalia rotundifolia Mitt. Linn. Soc. 1891, p. 204.
Major, pallide viridis, laxe cæspitans vel muscis consociata. Caulis ad
15 mm. longus, pallidus, in planta sterili ubique æquicrassus, in planta
fertili superne incrassatus, in sectione semper a dorso compressus, dein
late ellipticus. Folia plant& sterilis approximata, æquimagna, alternantia,
optime disticha, suborbicularia, oblique inserta et distincte incuba, parum
convexa, oblique patula, haud imbricata, in planta feminea sub flore
majora et magis conferta ibidemque transverse inserta, semiamplexi-
caulia, subrecte patula, sub flore conduplicatim concava, omnia integer-
rima. Cellulæ folii apicales 37 y, medianæ 37 X 75 y, basales 54 X 150 u,
parietibus teneribus. Amph. magna, foliis simillima, minora, cum illis
regulariter alternanlia transverse inserta oblique a caule patula. Folia
floralia bijuga, externa maxima, oblonga, margine angulata, apice obtusa
vel subacuta, intima externis æquilonga, multo tamen angustiora, lan-
ceolata vel longe elliptica, calyptra breviora. Amph. florale intimum
similiter angulatum vel remote subdenticulatum. Sporogonium magno
bulbo obconico insertum. Calyptra 8 mm. longa, maxime crassa, cellulis
alle prominulis papulosa et maxime mucosa. Capsula (teste Mitten) 3 mm.
399
46 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. Calobryum.
longa, in pedunculo 3 cm. longo. Andrecia in disco crasso subplano
terminali. Antheridia ad 30, magna, foliolis mixta, tempore maturitatis
pallide-cinnamomea, ovalia brevissime stipitata (teste Lindberg).
Hab. Japonia (Challenger Exped.); Tosa (Makino, Miyake), haud rara
in parte subtropica insularum.
3. GC. andinum (Spruce) St.
Syn. : Scalia andina Spruce. Edinb. Bot. Soc. 1885, p. 532.
Viridis, major vel maxima, in cortice putrescente laxe cæspitans.
Caulis ad 5 cm. longus, simplex vel pauciramosus, pallide-virens, ubique
æquicrassus, sub flore parum incrassatus, a dorso compressus, in Sec-
tione ilaque late ellipticus. Folia remotiuscula nusquam nisi sub flore
imbricata, in planta sterili obcuneato-ligulata vel oblongo-elliptica,
oblique inserta, distincte incuba, postice breviter inserta, antice usque ad
medium caulis adnata, subplana, oblique patula, integerrima. Cellule
foliorum apicales 47 y, medianæ 54 X 92 1, basales 92 X 150 u, parie-
tibus teneribus. Amph. in planta sterili anguste ligulata, transverse
inserta, regulariter seriata, caule vix latiora, quam folia tamen breviora
semper obtusa et integerrima. Folia floralia bijuga, externa maxima,
obcuneato-rotundata, transverse inserta, integerrima hic illic angulata,
intima duplo angustiora, oblonga, angulatim grosse dentata; amphi-
gastrium intimum foliis suis simillimum. Calyptra ad 12 mm. longa,
anguste cylindrica. crassa, subhyalina; pedunculus capsulæ 20 mm.
longus. Capsula oblongo-cylindrico, 5 mm. longa. Elateres ad 740 w
longi, longe attenuati. Spore 22 y.
Hab Andes peruviani (Spruce); Guadeloupe (l’Herminier); Dominica
(Elliot).
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— Oypripedium Calceolus X macranthos Barbey. — In-Ao, avec une planche double
coloriee. Lausanne, 1891 9 fr.
STEFANI, C. oe, C. J: FORSYTH MAJOR er W. BARBEY. Samos, Étude géolo-
gique, paléontologique et botanique. Avec 13 pl., par Cu. Guss. 1892. 20 fr.
— — — Karpathos, Étude géologique, paléontologique et botanique. — In-4o,
avec 13 pl., par GH. Cuisın. 1808 20 fr.
MAJOR, C.-J. Forsyra er BARBEY, W. Halki. Etude botanique. — In-40 avec
1 double, par Cu. Cuisx. Lausanne, 1894 3 Ir.
AUTRAN, E. er DURAND, TH. — Hortus Boissierianus. Enumeration des
ni cultivées en 1895 à Valleyres ei à Chambesy, avec préface de -
M. F. Crépin. — [n-80, xı et 572 pages, avec 3 planches. Genève, 1896.
12 fr.
— a |
N° 1. — SCHINZ, H. — Die Pflanzenwelt Deutsch- Süd west-
Afrikas BU LE NN EINE EN Es
No 2. — HERZOG, Th. Einige liste nos aus Grau-
Binden und Wale nal ii ess
No 3. — de WILDEMAN, É. Une nouvelle Chytridinée (Micro-
Inyces: Mesorarpı) Fee an ne Rene
No 4. — SYDOW, H. et P. Fungi Aliquot Novi à F. Stuckert
in Argenunalech na en...
No 5. — WAINIO, Edv. A. Reactiones Lichenum à J. Müllero
Ardowiensi Deseriplarumar m. ENS AE
No 6. — MÜLLER, Karl, Freiburg i.Bg. Revision der Hepaticæin
Mougeot-, Nestler- und Schimper Stirpes kryptogamæ
No 7. — Abbe CHEVALLIER, L. Notes sur la Flore du Sahara
No 8. — CHABERT, Alfred. Les Rhinanthus des Alpes maritimes
No 9. — Prof. Dr ROSENSTOCK (Gotha). Aspidium Libanoti-
GUM: NES SR RE SAN PAR eine AS CA SNS
N° 10. — SCHINZ, Hans. Beiträge zur Kenntnis der Afrikanischen
Flora (Neue Folge) : I. Zur Kenntnis der Pflanzenwelt
der Delagoa-Bay............- ERBE RE N;
No 11. — STEPHANI, Franz. Species hepaticarum (suite).......
No 12. — MEISTER, Fr. Beiträge zur Kenntnis der europäischen
Arten von Utrienlariz ı tee a ER
N913. — FREYN, J. Ueber neue und bemerkenswerthe re
lische Pilanzenarten.. ESS SE a a Re CE PSE
No 14. — FRANCHET, A. Mutisiaceæ japonice a dom. Faurie
collectæ e herbariis Musei Parisiensis et dom. Drake
del Gaslloexpositere en. re À ae See
N» 15. — DE WILDEMAN, E. Observations sur quelques Chytri-
dinées nouvelles ou peu connues..................
N° 16. — STEPHANI, Franz. Species hepaticarum (suite)
ss...
OBSERVATION
Geneve. — Imp. Romet, boulevard de Plainpalais, 26:
u
Les auteurs des travaux insérés dans les Mémoires de l’Herbier Boissier
ont droit gratuitement à trente exemplaires en tirage à part. 3
us BEAUVERD, Conservateur.
un
N° 17
A
SUR
TROIS GENRES NOUVEAUX DE PROTOCOCCOIDÉES
ET SUR LA
FLORULE PLANKTONIQUE D'UN ÉTANG DU DANEMARK
PAR
R. CHODAT
_ Les feuilles panachées et les feuilles colorées
| (Rapports entre leurs couleurs et leur structure)
PAR
M Alice RODRIGUE
Docteur ès sciences
Date de la publication : 30 juin 1900.
Prix : 5 francs.
GENÈVE er BALE
GEORG & Cie, LIBRAIRES-ÉDITEURS
MÊME MAISON A LYON
1900 |
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER
N° 17
NUR TROIS GENREN NOUVEAUX
Om Gone
FLORULE PLANKTONIQUE
D’UN ETANG DU DANEMARK
PAR
R. CHODAT
Les algues qui font l’objet de cette note ont été récoltées dans un
étang à canards situé dans la propriété de M. Hofman-Bang à Hofmansgave
en Fionie (Danemark). L’eau en est toute’ verte; il suffit d’en prendre
une goutte sous le microscope pour trouver presque l’ensemble de la
florule suspendue. Ce qui en constitue l'intérêt principal c’est la présence
d'algues peu connues ou nouvelles. J’ai pu les étudier à loisir soit sur
place à l’état vivant ', soit fixées au formol concentré.
Il est tout d’abord à remarquer que sur la trentaine de microphytes
planktoniques il n’y en a que deux qui appartiennent aux myxophycées,
savoir une petite oscillaire d’un vert bleu et quelques rares individus de
Mierocystis ichtyoblabe (Kzg). Les dialomees sont presque totalement
absentes tandis que les Euglénoïdes sont représentées par trois espèces.
Cette florure présente donc bien le caractère de celle qui habite les
étangs analogues dont l’eau est rendue plus nutritive par les déjections
1 Je saisis cette occasion pour remercier bien vivement M. N.-E. Hofman-Bang,
qui m'a procuré le matériel vivant.
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n9 17, 30 juin 1900. 1
2 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
des volatiles. Les espèces les plus abondantes sont Diciyospherium
pulchellum Wood, Scenodesmus acuminatus Chod., Scenodesmus quadri-
cauda Bréb. et Staurogenia rectangularis Br.
Il est intéressant de constater parmi cette florule les éléments caracté-
ristiques du potamo-plankton de l’Oder tel qu'il a été décrit par
M. Schroeder. On retrouve, en effet, dans cette florule les algues décrites
pour la première fois par cet auteur! et considérées comme caractéris-
tiques. Ce sont: Ophiocytium longissimum (Moeb.) Schmidle, Actinasirum _
Hantzschi Lag., Tetrapedia emarginata Schroed, Polyedrium regulare Ktz.
Je ne saurais expliquer cette similitude qu'en supposant que l’Oder
dans la région étudiée par Schrader présente un caractère d’eau sla-
gnante. Il en résulterait que le potamo-plankton décrit par cet auteur ne
serait qu'accidentel pour cette formation et ne devrait nullement être
pris comme type d’une flore pélagique fluviale normale.
CYANOPHYCÉES
Microcystis ichtyoblabe Ktz.
PROTOCOCCACÉES
Dictyosphærium pulchellum Wood.
Actinastrum Hantzschi Lagh.
Staurogenia rectangularis A. Br.
— triangularis Chod.
Kirchneriella lunata Schmidle.
== contorta (Schmidle) Kn. Bohlin.
K. obesa var. contorta Schmdl. Flora 1894, Tab. VIT, 2;
K. gracillima Kn. Bohlin, Die Algen der 1: Regnelles’chen Exped. 20;
Selenastrum bibraianum Turner Tab. I, 25-27 (p. p.).
Polyedrium minimum Hansg.
— regulare (Ktz.) Chod.
— caudatum (Corda) Lagh.
Lemmermannia emarginata (Schroed.) Chod. nov. gen.
Euastropsis Richteri (Schmidle) Lag. Arktische Kryptogamen I,
Tromsö, 1894.
Scenedesmus obliquus (Turp.) Kütz.
— denticulatus Lagh.
! B. Schroeder, Plankton der Oder, B. d. d. bot. Ges. XV, 1897.
=
R. CHODAT. SUR TROIS GENRES NOUVEAUX DE PROTOCOCCOIDÉES.
Scenedesmus quadricauda (Turp.) Bréb.
— bijugatus (Turp.) Kutz.
S. falcatus Chod. Selenastrum acuminatum Lagh.
Pediastrum tetras (Ehrb.) Rolfs.
— duplex Meyen.
— simplex Meyen.
Raphidium fasciculatum Kütz.
Raphdium fasciculatum Kütz. var. spirale (Turner), Chod.
var. setigerum (Schrod.)
— longissimum Schroed.
— pyrenogerum Chod. nov. spec.
Catena viridis Chod. nov. gen. nov. spec.
Cohniella staurogeniæformis Schroed.
Hofmania appendiculata Chod. nov. gen.
CHLAMYDOMONADINÉES
Chlorogonium euchlorum Ehrb.
Chlamydomonas Reinhardi Dang.
ULOTHRICIACÉES
Gleotila contorta (Lem.) Chod. (Lyngbya contorta Lemmermann).
CONFERVOIDEES
Ophiocytium longispinum (Mceb.) Schmidle. (0. capitatum var. longis-
pinum Lemmermann).
Lemmermannia Chod. (fig. 1 à 9).
Schræter a récemment décrit une espèce nouvelle qu’il attribue au genre
Tetrapedia Reinsch. C’est une des algues qu'il a trouvé dans le Plankton
de l’Oder. Jusqu’a preuve du contraire le genre Tetrapedia doit rentrer
dans les Myxophycées (voir Kirchner Atl.; les Tetrapedia d’Archer sont
des Polyedrium) Schroeder s’est sans doute laissé guider par la teinte de
l’algue qu'il dit avoir vue d’un vert bleuâtre, ce qui rappellerait les
Cyanophycées. I] n’est pas toujours facile de décider, quand on a affaire à
une algue fixée au formol ou à tout autre fixatif, si la plante est une
Chlorophycée ou une Cyanophycée. On peut, selon moi, trancher la
& MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
question très facilement par le réactif bien connu, le Bleu de Méthylène.
Toutes les Cyanophycées accumulent rapidement dans leur partie centrale
le réactif colorant. Le corps central est aussi toujours facile- à déceler.
Mais le Tetrapedia emarginata Schreder n'est une myxophycée par
aucun de ses caractères. Sa couleur est d’un vert gai à l’état frais. On y
distingue dans chaque cellule un chromatophore en plaque disposée contre
la paroi externe et venant se replier sur les deux faces ventrales et dor-
sales. On ne trouve jamais les cellules isolées. Elles sont triangulaires
ainsi que l’a décrit M. Schroeder, mais elles ne sont pas simplement
juxtaposées comme il le croit. Le cénobe est ici de la même valeur que
chez Pediastrum ou Celasirum. Dès le début les quatre cellules sont
concrescentes. En examinant les dessins donnés par cet auteur, on
voit que pour lui les quatre cénobes ne sont pas unis au centre et que
selon deux lignes diagonales ils laissent entre eux une fente plus ou
moins large. L'auteur dit d’ailleurs : Meine neue Species unterscheidet
sich von Tetrapedia gothica Reinsch dadurch, dass die Cœnobien nicht
organisch mit einander zusammen hängen, sondern nur neben einander
gelagert sind, und dass die Ecken der Coenobien eingeschnitten sind,
‘ferner, dass die Individuen Dreiecke darstellen, die mit den Spitzen an
einander gefügt sind.
J'ai pu me convaincre que cette manière de voir n’est pas conforme à
la réalité. En effet l'examen à de forts grossissements (Imm. homog.
Seib., Oc. comp. 8) révèle déjà que les bandes plus claires qui séparent
les quatre cénobes ne sont point des fentes mais qu’elles sont occupées
par du plasma faiblement granuleux. On voit, en outre, partir de la faible
échancrure des quatre angles rentrants principaux une membrane de
séparation unique et non pas double comme cela serait si les cellules
étaient simplement juxtaposées (fig. 2). Cette même disposition se répète
dans les coonobium fils. La tache blanche centrale est occupée par deux
nœuds d’epaississement; des bandes ou nœuds semblables se remarquent
aux angles rentrants soit du cœænobium mère soit des coenobium fils.
L'ensemble est ainsi uni par un squelette unique pour le cænobium mère
et dans chacune des cellules filles il se forme un nouveau cœnobium à
squelette également général pour les quatre cellules concrescentes
dès l’origine. C’est ce que j’ai nommé reproduction par autocolonie et
qui. abstraction faite de l’ordre de connexion différent, cadre exac-
tement avec ce qui se passe chez un Hariotina. Ici en effet le squelette
du cœnobium mère persiste après l'expulsion des cœnobium fils. Mais
on m’objectera que cette théorie ne rend pas compte de la difference
R. CHODAT. SUR TROIS GENRES NOUVEAUX DE PROTOCOCCOIDÉES. 5
qui existe entre la forme quadrangulaire des cœnobium fils et la forme
triangulaire des cellules de ce même coenobium. Pour aplanir cette dif-
ficulté d'interprétation il suffit de suivre le développement d’un de ces
cénobes composé. Prenons un cénobe simple quadricellulaire tel qu'il
est représenté dans la figure 3. L’une des cellules est déjà divisée en
quatre; dans la figure 7 on voit que deux des cellules ont bombé leur
membrane externe qui forme maintenant un angle largement obtus; en
même temps chacune des deux cellules s’est subdivisée par une paroi
perpendiculaire à la première. A mesure que les cénobes croissent l’iné-
galité du début entreles cellules inférieures (intérieures)etles extérieures
diminue et finit par disparaître. C’est ce qui est visible dans les figures 5
et 8 qui représentent un cénobe composé peu avant la mise en liberté
des cénobes fils. Celle-ci se fait par une large fente qui comprend
toute la longueur de la paroi externe. Ainsi la cellule, triangulaire au
début, passe par pression interne à la forme quadrangulaire. Lorsque les
cénobes fils sont sortis, ce qui se fait souvent à des moments diffé-
rents, la cellule mère a repris sa forme triangulaire primitive (fig. 4 et 9).
Il faut un éclairage spécial pour faire remarquer ces membranes persis-
iantes qui sont très transparentes. Je ne suis pas arrivé à metire en
évidence le pyrenoide, s’il existe.
Le fait que le Tetrapedia emarginata n’est certainement pas une algue
bleue ainsi que son développement si particulier m’engagent à créer
pour lui un nouveau genre.
Lemmermannia nov. genus !.
Coenobium instar Pediastrum e cellulis quatuor, triangularibus consti-
tutum. Membrana cœnobii post dehiscentiam perdurans 1. e., cellulæ
singulæ nullo temporæ liberæ. Multiplicatio fit divisione bis repetita
contentus interioris cellularum. Cœnobia novella ruptura cellulæ coenobii
matricalis inflatæ et eo tempore subquadrangularis vel quadrangularis
liberantur. Pyrenoida nulla vel non visa. Lamina chlorophyllacea unica
parietalis.
Lemmermannia emarginata (Schroed.) Chod. nov. spec.
Tetrapedia emarginata Schroed. Cœnobiis tabuliformibus, quadran-
gularibus angulis leviter vel vix emarginalis, e 4 cellulis compositis,
triangularibus centro et angulis nodulis nitentibus incrassatis. An Tetra-
pedia foliacea Turner ?
1 Nom donné en l'honneur du distingué algologue de Brême.
6 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
Quelle doit être maintenant la place de cette très curieuse algue dans
le système des Protococcoïidées, car il est évident que c’est bien dans ce
grand groupe qu'il faut la placer.
Fig. 1-8. — Lemmermannia emarginata Chodat. Fig. 1, Cénobe quadricel-
lulaire, dont le contenu des cellules filles vient de se diviser en quatre;
fig. 2, cénobe isolé; fig. 3, cénobe dont l'une des cellules se prépare à
donner naissance à un nouveau cenobe; fig. 4, cénobe dont trois cellules
ont déjà expulsé leur contenu, tandis que la quatrième vient de pro-
duire un cénobe fils; fig. 5, cénobe à cellules cénobipares; fig. 6, débuts
du phénomène de multiplication; une des cellules, l'inférieure, n'est pas
encore divisée, les autres n'ont pas encore été renflées par le développe-
ment des cénobes fils ; fig. 7, stade intermédiaire montrant dans la cel-
lule inférieure la première cloison longitudinale; fig. 8, cenobe mère au
moment de la maturation des cénobes fils.
Elle se rapproche des Pediastrum par des espèces comme P. tetras.
Mais les espèces de ce genre ont toutes un pyrénoiïde, les cellules n'y
sont jamais triangulaires et autant qu’on le sait les nouvelles colonies se
développent à l’extérieur du cœnobium. On pourrait aussi la rapprocher
des Scenedesmus à cause du cénobe. Je ne pense pas cependant que
ce caractère puisse servir à élablir des affinités étroites et je pense qu'il
a dû plusieurs fois se déterminer indépendamment.
De même que le cénobe de Pediastrum peut être dérivé de l’asso-
ciation permanente de Polyedriums (voir Lagerheim I. e. et Chodat I. €.)
celui de Scenedesmus de la germination hâtive des spores de Dactylo-
coccus et de leur concrescence, il ne semble pas moins vrai de voir dans
le Lemmermannia le terme final de la série des Siaurogenia chez
lesquels on peut saisir une tendance à la formation d’un cénobe défini.
Partant de ce principe je considère le Lemmermannia comme appar-
tenant à celte série d’ailleurs très intéressante des Staurogenia.
R. CHODAT. SUR TROIS GENRES NOUVEAUX DE PROTOCOCCOIDÉES. 7
Cohniella staurogeniæformis Schrader (fig. 12) appartient
sans contredit à cette même série. Ici cependant le pyrénoïde est pré-
sent et la persistance des membranes du coœnobium mère n’est pas aussi
nette. La multiplication s’y fait d’ailleurs comme dans l’espèce précé-
dente, mais les cenebium fils ne développent les piquants qu'après leur
expulsion. Le chromatophore est en forme de plaque disposée exactement
comme chez l’algue précédente. Cette jolie petite algue a été citée pour
la première fois par Schroeder parmi les nouvelles algues du bassin du
jardin botanique de Breslau. Depuis lors elle a été retrouvée par Lem-
mermann ? dans un étang (Waterneverstofer Binnensée) du liltoral de
la mer Baltique. L’&tang de Hofmansgave en est donc une troisième sta-
tion plus nordique que les précédentes.
Lemmermann a fait rentrer cette espèce dans le genre Tetrastrum
Chodat; c’est bien ici, en effet, que cette curieuse espèce peut trouver sa
place. L'évolution des deux types connus est d’ailleurs la même (voir
Wittr. et Nordst, Alg. Ag. dule. exsicc., Index gen. 1-20, sub Staurogenia
heteracantha et R. Chodat, Bull. herb. Boiss. 1895, 143, 114).
Staurogenia triangularis Chod. nov. spec. (fig. 14-19).
Cellulæ 4-8 y, triangulares vel ovato triangulares in cenobium 4 cellu-
larem consociatæ vel sæpius iterum consociatim in cœnobium majus
16 cellulare congregatæ. Inter % cœnobia consociata lacuna submagna qua-
drangularis.
Cette très jolie nouvelle protococcoïdée se rattache évidemment au
genre Siaurogenia. Elle est bien caractérisée par ses cellules obtusement
triquêtres à face externe arrondie. Lorsque les cénobes quadricellulaires
sont groupés par quatre on voit entre eux une lacune quadrangulaire. La
figure montre un cænobium composé en voie de formation. Le caractère
saillant c’est le mode d’arrangement de ces quatre colonies qui sont
disposées en croix, ce qui n’est pas le cas chez les autres Staurogenia.
Par ce caractère elle diffère également du Tetrastrum chez lequel il est tou-
jours possible de mener du centre de chaque cénobe une ligne qui vient
couper perpendiculairement un plan semblable partant du cénobe voisin.
Cette algue est très répandue dans l’étang en question. Elle rappelle
aussi le genre Tetrastrum dont elle ne diffère guère que par l’absence de
piquants. Chez les Tetrastrum cependant je n’ai jamais vu de cœnobium
plus que quadricellulaire.
1 Schroeder, Bot. Gesellschft. 1897, Bd. XV, Heft. 7, 373.
2 Lemmermann, in Ploen Forschungsberichte. Teil 6. Abt. II.
8 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
Dans ces plantes comme chez les autres Staurogenia on peut voir qu'il
n’y a jamais de vraie division dite végétative, mais que cette dernière est
toujours sporangiale, c’est-à-dire que la division se fait à l’intérieur d’une
cellule mère dont la membrane, pour n'être pas ferme et persistante
comme chez les Lemmermannia, n’en a pas moins une existence réelle
au début de la production des spores.
Fig. 9, Lemmermannia emarginata Chodat; fig. 10-11, Hofmania appendiculata Chodat; fig. 12,
Tetrastrum staurogenieforme Lemmermann : fig. 13, Catena viridis Chodat ; fig. 14-19, Stau-
rogenia triangularis Chodat; fig. 24, cenobe 4 cellulaire dont deux cellules sont déjà divi-
sées ; fig. 15 et 16, cénobe composé; fig. 17, stade de division d'un des cénobes selon un
mode aberrant; id. dans fig. 18 et 19; fig. 20, Gleotila spiralis Chodat.
Dans le Siaurogenia rectangularis la division se fait d’abord transver-
salement, puis seulement longitudinalement. Il y a donc tout d’abord une
disposition pleurococcoïde qui passe peu à peu, par la croissance inégale
des deux côtés de chaque cellule, à une disposition en fenêtre.
J'ai donné le nom de Hofmania appendiculata Chod. à une algue de la
même série, où les cellules ovoides forment un coenobium quadricel-
lulaire. Chacune est terminée par un appendice aussi long ou plus long
que la cellule et qui a la forme d’un tube atténué à la base et un peu
renflé au milieu. La disposition générale est celle d’un Gonium. Le pyré-
R. CHODAT. SUR TROIS GENRES NOUVEAUX DE PROTOCOCCOIDÉES. 9
noide est toujours présent. Il est aisé de le mettre en évidence en colo-
rant les algues fixées au formol à 10 °/ et desséchées sur une lamelle de
verre, avec de la fuchsine à l’acide phénique. On peut constater alors que
ce prolongement est une dépendance de la membrane qui est assez épaisse.
Hofmania nov. genus '.
Cellulæ quadratim et radiatim consociatæ, tubo hyalino longo mem-
braceo prolongatæ, pyrenoide munilæ.
Hoîmania appendiculata nov. spec.
Cellulæ ovoideæ vel oblongæ, membrana subcrassa præditæ, 6-9 — 4-6 y.
Gatena Chod. nov. genus.
Je propose ce nom pour une très curieuse petite chlorophycée dont il
est encore difficile d'indiquer la place dans le système.
Les cellules sont ordinairement réunies par quatre. Elles sont cylin-
driques. On distingue parfois à chaque extrémité un petit prolongement
conique par lequel elles semblent adhérer les unes aux autres. Le cylindre
de chaque cellule semble renflé aux deux extrémités par un anneau
d’epaississement. On distingue parfois au milieu le commencement d’un
troisième anneau incomplet. Le chromatophore en plaque lobée et laté-
rale est d’un vert gai. Je n’ai pu y découvrir de pyrenoide. C’est sans
doute encore une Protococcoidee mais d’affinité obscure.
Catena viridis nov. spec.
Cellulæ cylindricæ medio augustiores utroque annulo membranæ
circonscriptæ in catenam 4 cellularem consociatæ, 4-6 y. longæ, 3-4 y. late.
Raphidium pyrenogerum Chodat nov. spec.
On sait que les Raphidium connus n’ont pas de pyrenoide. Celui-ci au
contraire n’en est jamais dépourvu. Extrêmement allongé et se prolon-
geant en fil aux deux extrémités, il ne diffère par aucun caractère impor-
tant des autres Raphidium si ce n’est par son ou ses pyrenoides. Ceux-ci
peuvent être multiples c’est-à-dire être disposés en une série linéaire. La
division se fait tantôt par un cloisonnement transversal répété, tantôt par
une première segmentation transversale qui devient rapidement oblique
et allongée ; le second cloisonnement a lieu perpendiculairement à cette
1 Ainsi nommé en l'honneur de M. N.-E. Hofmann-Bang fils du botaniste
danois bien connu.
10 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
cloison oblique ce qui produit deux cellules terminales et deux
latérales. C’est en somme le procédé qui est si souvent réalisé
chez les Protococcoidees fusiformes ou allongées lorsque la segmen-
tation transversale ne se continue pas. Le R. pyrenogerum est rare-
ment très renflé au milieu, ordinairement il est linéaire puis assez brus-
quement mais longuement acuminé. Les prolongements filiformes qui
le terminent ne sont pas des arrêtes mais sont protoplasmiques.
Cetle curieuse espèce pourrait être confondue avec le À. longissimum
Schrœæd. (D. bot. Ges. XV, tab. XVII, fig. 4), mais cette dernière n’a point
de pyrenoide. Elle a aussi une certaine ressemblance avec le Reinschiella
setigera Schroed. (Schræderia Lemm.), mais chez cette dernière (D. bot.
Ges. XV, tab. XXV), les extrémités sont occupées par des piquants (ce
qui n’est jamais le cas ici) et le pyrenoide est unique.
Il resterait le Closteriopsis longissima Lemm. (Pleen 7, p. 29) dont
Lemmermann a fait une Desmidiée. C’est en effet à cette espèce que res-
semble le plus notre nouveau Raphidium ; la multiplicité des pyrenoides,
leur dimension qui va décroissant du centre de la cellule au sommet, tout
concorde à faire supposer que ces deux plantes sont identiques. Lemmer-
mann reconnaît que son Closteriopsis n’a pas la plaque chlorophyllienne di-
midiée ni les vacuoles de Closterium ou des Desmidiées. L'étude faite par
moi et continuée par M. Grintzesco, mon élève, m'a convaincu que cette
nouvelle espèce ne saurait être placée parmi les Desmidiacées, mais que
par son mode de multiplication elle se comporte exactement comme un
Raphidium dont elle est une espèce munie de pyrénoiïdes.
La dernière forme intéressante de cet étang remarquable par le grand
nombre de ses Protococcoïdées est une espèce décrite par M. Lemmer-
mann pour l'étang littoral déjà cité plus haut.
C’est le Lyngbya contorta Lemm.
J'ai tout lieu de croire que la singulière Ulothriciacée spiralée de
l'étang de Hofmansgave est identique à la plante prise par cet auteur pour
un Lyngbya. Chez notre plante, avec une bonne immersion, on peut voir
très nettement le chromatophore. Il n'y a pas de gaine et les cellules
sont faiblement adhérentes en chaînes spiralées. Comme les dimensions
indiquées par Lemmermann concordent assez bien avec celles de notre
plante, nous pensons qu'il y a beaucoup de probabilité pour que les deux
soient identiques (fig. 20).
Quoiqu'il en soit la nouvelle espèce appartient au genre Glæotila Borzi
et constitue une espèce nouvelle le G. contorta Chod. nov. spec. (Lyngbya
contorta Lemmermann).
Al
LES FEUILLES PANACHERS ET LES FEUILLES GOLORERS'
(Rapports entre leurs couleurs et leur structure)
PAR
Mlle Alice RODRIGUE
Docteur ès sciences
INTRODUCTION
I. BUT DE NOTRE TRAVAIL.
Exposons d’abord brièvement le but de cette étude.
Les feuilles panachées (c’est-à-dire exclusivement les feuilles vertes et
blanches), les feuilles colorées et les feuilles argentées ont souvent attiré
l'attention du public et des horticulteurs par la diversité de leur aspect
et la bigarrure de leurs teintes. En revanche les travaux scientifiques à
leur sujet sont relativement peu nombreux. Il nous a semblé qu'elles
méritent plus d'attention et nous nous sommes posé quelques questions que
leur étude a résolues ou contribué à résoudre. Les voici sommairement;
1° Y a-t-il un rapport entre la couleur des feuilles et leur anatomie ?
Quel est ce rapport ?
Aucun travail antérieur au nôtre n’a, à notre Connaissance, répondu à
cette question d’une façon précise.
20 La diversité des couleurs foliaires est due à trois causes fort diffé-
rentes et dont l’importance physiologique est loin d’être égale.
a) Chez les feuilles panachées il y a disparition, diminution ou modi-
1 Travail fait dans le Laboratoire d'anatomie végétale et de systématique de
l'Université de Genève, dirigé par M. le professeur Chodat.
12 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
fication des chromatophores dans leur forme. leur couleur et leur valeur
qualitative. C’est une sorte de maladie enlevant la chlorophylle aux
cellules du parenchyme foliaire.
b) Chez les feuilles colorées. il apparaît en solution dans le suc cellu-
laire un pigment soluble, localisé généralement dans l’épiderme.
c) Quant aux feuilles argentees leur aspect particulier est dü à la
réflexion totale de la lumière sur des papilles ou sur des lacunes aplaties
qui s’étalent parallélement à la surface de la feuille, entre des couches
blanches et des couches vertes.
Donc : modification de la chlorophylle, liquide coloré ou air dans les
lacunes, telles sont les trois causes des couleurs spéciales des feuilles
non uniformément vertes.
Physiologiquement, tandis que chez les feuilles panachées et les
feuilles colorées, c’est l'élaboration qui est modifiée, chez les feuilles
argentées c’est la respiration et la transpiration. En outre, les feuilles
panachées ressemblent dans une certaine mesure aux feuilles chloro-
tiques ; panachure et chlorose représentent physiologiquement une
maladie, une diminution de la nutrition. Les feuilles colorées ou argen-
tées ne sont pas des feuilles malades.
Ce court apercu des causes et des effets des couleurs des feuilles fera
comprendre l'importance de notre seconde question, que voici: Nous
‚nous demandons si à une coloration déterminée, correspond une modifica-
tion histologique constante ?
30 Notre premiere et notre deuxième question sont connexes ; notre
troisième et notre quatrième question, connexes également, sont d’ordre
différent. L'étude scientifique des panachures a été faite jusqu'ici sur-
tout en vue de la classification. On s’est demandé si ces colorations
diverses sont l'effet d’une maladie, si cette maladie est accidentelle ou
héréditaire, si elle se transmet végétativement ou par graine, en un mot,
si elle donne lieu à des variétés ou à des variations. Nous nous posons
aussi celte question et nous essayerons de la résoudre en nous basant
sur l'intensité des modifications histologiques observées et sur l’impor-
portance des tissus modifiés.
4° Dans ces dernières années on a beaucoup appliqué la connaissance
de l'anatomie végétale à la classification. Des caractères anatomiques,
reconnus stables et héréditaires, ont modifié nos conceptions de beau-
coup de familles et de genres.
D'autre part, l’on a déterminé que la structure des plantes est modi-
fiable par des causes extérieures : lumière, chaleur, humidité, etc., par-
QUE
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHÉES ET LES FEUILLES COLORÉES. 13
faitement déterminées, ou par des causes puissantes internes, inhérentes
à la plante, déterminées ou non. (Les panachures rentrent dans ce der-
nier cas). Or. si l'anatomie des feuilles panachées est ainsi modifiable,
leurs caractères histologiques sont-ils de bons critères pour la classifi-
cation ? Telle est notre quatrième question. Notre étude nous permet
d'apporter quelques arguments relatifs à ce sujet.
If. MÉTHODE SUIVIE.
a) Nous avons étudié des coupes ayant conservé leur couleur natu-
relle, puis des conpes décolorées de limbes foliaires, différant beaucoup
les uns des autres par leur couleur ou la disposition des couleurs.
b) Nous avons comparé ces coupes à celles de feuilles tout à fait vertes
appartenant si possible à la même plante, à des plantes de même genre,
de même espèce ou d'espèces voisines selon les cas.
c) Nous avons fait suivre les observations anatomiques de mensurations
micrométriques fournissant des données précises sur l'épaisseur des
limbes, la longueur des palissades, l'épaisseur relative des paren-
chymes, etc.
d) Afin de donner plus de généralité aux résultats de ces recherches
nous nous sommes adressé à des classes végétales différentes : crypto-
games, monocotylées et dicotylées représentées ici par quatorze familles
et trente-deux genres environ.
Notre travail est ordonné comme suit :
1° Indications bibliographiques et liste des plantes étudiées ;
2° Généralités sur les cas observés ;
3° Observations sur les feuilles panachées ;
4° Observations sur les feuilles colorées ;
5° Observations sur les feuilles argentées ;
6° Résumé des résullats obtenus selon les familles ;
7° Résumé des résultats obtenus selon les causes de coloration ;
80 Réponses et discussion des réponses faites aux questions posées.
4A MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
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16
MÉMOIRES DE L'HERPIER BOISSIER.
LISTE DES PLANTES EXAMINÉES
Are Catégorie.
Panachures dues à l’absence, à la diminution ou à une modification
des grains de chlorophylle :
1.
Où Or Co
10.
13.
15.
. Phalaris arundinacea (var.).
. Oplismenus imbeeillis.
FOUGERES
Pteris quadriaurita var. argyrea. | 2. Pteris non panache.
GRAMINEES
6. Phalaris arundınacea (type).
. Arundinaria Simoni. | %. Arundinaria japonica.
AROIDEES
. Acorus Calamus. |
. Dieffenbachia imperialis. 9. Dieffenbachia seguina.
GÉRANIACÉES
Pelargonium zonale (vert et blanc). | 11. Geranium roseum.
AMPELIDEES
. Vitis sp. (feuilles panachées et non panachées sur la même plante.
BUXACÉES
Buxus sempervirens (var.). | 14. Buxus sempervirens (type).
ACÉRINÉES
Acer Negundo panaché. | 16. Acer Negundo vert.
AL
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHÉES ET LES FEUILLES COLORÉES.
MALVACÉES
17. Abutilon striatum (var.). |
ACANTHACEES
18. Fittonia argyroneura. | 19. Fittonia Verschaffeltii.
ROSACEES
20. Prunus virginiana (var. chloro-
tique).
21. Prunus virginiana (var. très chlo-
rotique).
MYOPORACEES
22. Myoporum parvifolium, |
LABIÉES
23. Ajuga reptans. |
en Catégorie.
Panachures dues à un liquide coloré:
GÉRANIACÉES
24. Pelargonium zonale (vertetbrun). | 25. Geranium pratense.
26. Pelargoniumzonale (vertetrouille). | 27. Geranium platypetalum.
LABIEES
28. Coleus Blumei (jaune et rouge).
29. Coleus Blumei (vert taché de brun).
30. Coleus Blumei (rouge et brun).
31. Coleus Blumei (feuilles maculées
vertes, jaunes, roses, rouges el
brunes.
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER, n° 17, 30 juin 1900.
RO
17
18 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
sn Catégorie.
Panachures dues à de l’air :
LABIÉES
32. Galeobdolon luteum.
COMMELINEES
33. Tradescantia zebrina.
Note : Les espèces 2,%, 6,9,11, 1%, 16, 19, 25 et 27 ne sont pas pas panachées,
elles servent de termes de comparaison.
Les observations que nous allons decrire ont port& comme nous l’avons
deja dit sur des feuilles d’aspect tres divers. Ainsi, au point de vue de la
couleur, nous avons observé toute la gamme des verts (vert foncé, vert
clair, vert argenté), le blanc (blanc mat, blanc argenté), le jaune, le
rouille, le rose, le rouge et le violet.
La disposition des couleurs est encore plus variable. Nous avons observé :
a) des feuilles bicolores (toutes les feuilles panachées) ou multicolores
(Coleus);
b) des feuilles colorées ou panachées sur une seule face (Abutilon) ou
sur leurs deux faces (Tradescantia);
c) des feuilles tachetées irrégulièrement (Galeobdolon), ou pointillées
régulièrement (Myoporum) ;
d) des feuilles à nervures autrement colorées que le limbe (Fittonia);
e) des feuilles striées de bandes claires plus ou moins larges (Bambusa,
Phalaris, Acorus);
{) des feuilles à bordure claire (Pelargonium) ou à bordure foncée
(Pteris). etc.. etc.
Rappelons encore une fois que toute cette diversité de couleur et de
disposition n’est due qu’à trois causes seulement. La planche 1 donne
une faible idée de la diversité des feuilles étudiées dont voici maintenant
la description.
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHEES ET LES FEUILLES COLORÉES. 19
LS ee
a
Y
té
Sen
Sax
RES
Planche 1. — Quelques exemples de la disposition des panachures. — Fig. 4 Pteris quadriaurita;
fig. 2 Arundinaria Simoni; fig. 3 Pelargonium zonale vert et brun; fig. 4 Pelargonium zonale
vert et blanc: fig. 5 Buxus sempervirens. ; fig. 6 Abutilon striatum; fig. 7 Fittonia argyroneura;
fig. 8 Myoporum parvifolium; fig. 9 Tradescantia zebrina.
FR ie ZART ARTE CAPE REIN
MEN SOA BETA
20 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
PREMIÈRE PARTIE
OBSERVATIONS SUR LES FEUILLES PANAGHÉES
FOUGÈRES
Pteris quadriaurita, var. argyrea (fig. 10).
Toutes les feuilles de cette fougere sont colorées en vert clair dans la
region voisine de la nervure moyenne et en vert foncé dans les régions
Fig. 11. — Pteris quadriaurita. Coupe de
la feuille dans une région très colorée.
marginales. La différence de coloration provient d’une inégale quantité
et d’une inégale répartition de la chlorophylle : en petite quantité dans
les régions claires, elle se trouve, en outre, surtout massée dans les cel-
lules voisines de l’épiderme inférieur. Dans les régions foncées au con-
traire, il y a beaucoup de chlorophylle répartie assez régulièrement dans
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHÉES ET LES FEUILFES COLOREES. 21
toutes les cellules mésophylliennes, ou si la répartition est inégale, l’abon-
dance de la substance colorante se manifeste dans les cellules voisines
de l’épiderme supérieur.
STRUCTURE. — A. Parties vertes (fig. 11). — Le limbe est constitué par
deux épidermes épaissis régulièrement sur leur bord externe, et par 3
à 5 assises de cellules à contours irréguliers.
B. Parties claires (fig. 12). — Elles se distinguent des parties précé-
dentes par une plus grande épaisseur du limbe due non à un plus grand
nombre d'assises cellulaires mais à deux autres causes :
1° au changement de forme des cellules (fig. 12).
Fig. 12. — Pteris quadriaurita. Coupe de la feuille
dans une région peu colorée.
20 à l'agrandissement des méats. Ainsi, tandis que dans les régions
foncées les cellules sous-épidermiques supérieures sont très rappro-
chées les unes des autres, dans les régions claires, au contraire, il y a de
plus fortes lacunes entre ces cellules.
Pteris non panaché.
Cette espèce offre anatomiquement des caractères communs avec les
parties vertes de l’espèce précédente : 3 assises cellulaires entre les épi-
dermes, cellules plus larges que hautes laissant entre elles des méats.
ConNcLusions. — Le voisinage de la nervure moyenne et des
regions foliaires claires doit naturellement amener un épaississe-
ment du limbe et un changement de forme des cellules de ces régions.
Toutefois, comme le Pleris non panaché possède un limbe relativement
22 MÉMOIRES DE L HERBIER BOISSIER.
mince (3 assises entre les épidermes), il nous paraît logique d'admettre
que l'augmentation de l'épaisseur de la feuille dans la région panachée
est peut-être due à la panachure. Cette manière de voir nous paraîtra
certaine si dans les autres familles étudiées on observe un épaississe-
ment du limbe comme rapport constant entre la couleur et la structure
foliaires.
A lui seul, le cas des Pteris n’est pas concluant, il peut être cependant
une pierre apportée à l’édifice des conclusions générales.
GRAMINÉES
SOMMAIRE. — I. BAMBUSÉES : Bambusa Fortunei (Arundinaria Simoni);
Bambusa Metake (Arundinaria japonica). — 11. PHALARIDÉES : Phalaris
arundinacea var. panachée et var. non panachée. — III. PANICÉES :
Oplismenus imbecillis.
I. BAMBUSEES
Bambusa fortunei (fig. 13).
Description. — Feuilles striées de raies irrégulières étroites, jaunes
RSR
u à N
FRS à FR
SEE
SR ARS RER FE
SER
ou verdätres. La chlorophylle n’existe pas dans les parties jaunes ; dans
les parties verdätres elle est localisée et en petite quantité dans les cel-
lules mésophylliennes voisines de l’épiderme inférieur.
STRUCTURE. — La structure du limbe varie selon les régions considé-
rées.
LME
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHÉES ET LES FEUILLES COLORÉES. 23
A. Parties vertes '. — Vues à un faible grossissement les coupes de cette
région atürent l'attention par les faits suivants :
1° L’épiderme supérieur est inégal; il se compose de cellules nor-
males et de grandes cellules bulliformes pénétrant profondément dans
l’intérieur du mésophylle.
20 Il y a des ponts fibro-vasculaires allant d’un épiderme à l’autre.
3° Régulièrement entre ces ponts, à droite et à gauche des cellules
bulliformes épidermiques, il y a de très grandes lacunes.
La structure de la feuille des bambous est suffisamment connue (voir
par exemple: Kerner) pour que nous n’insistions pas sur ces généralités.
Vues à un plus fort grossissement nous notons (fig. 14) qu'entre les ponts
Li EEE AUS = Le
D. a Le sn au set MRTEUt
gr W
l Pay
go
Fig. 14. — Coupe d’une feuille de Bambusa For-
Zunei dans une region colorée, à gauche en vert,
a droite en clair.
fibro-vasculaires, au-dessous des grandes cellules épidermiques, il n’y a
que deux couches entre les deux épidermes : l’une formée de cellules
simulant des palissades et suivant régulièrement l’épiderme supérieur, l’au-
tre formée de cellules moins palissadiques. Entre les ponts, au-dessous
des petites cellules épidermiques, il y a plus de deux couches entre les
deux épidermes : le mésophylle est plus épais. D'abord les deux couches
palissadiques décrites précédemment ne se touchent plus. Il y a entre
elles une lacune qui ne paraît pas provenir de l’ecartement de ces
deux couches, mais correspond à une destruction de cellules ou à de
grandes cellules incomplétement divisées. On peut y observer des cloi-
sons ou des fragments de cloisons verticales ou obliques. En outre, il
existe au moins une troisième rangée de cellules chlorophylliennes,
longeant l’epiderme inférieur et rejoignant les cellules sous épidermi-
ques supérieures en une région étroite séparant les deux lacunes.
1 Comme la structure des parties vertes nous servira de point de comparaison
pour toutes les descriptions relatives aux Graminées qui vont suivre, nous
l’exposons avec quelques détails.
2% MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Les cellules du mésophylle possèdent presque toutes des replis
internes cellulosiques divisant très incomplètement les cellules voisines
de l’épiderme inférieur, plus complètement les cellules voisines de l’épi-
derme supérieur. Les prolongements semblent plutôt partir du bord
interne et montent dans la cellule, ce sont eux qui lui donnent cet
aspect de palissades.
B. Parties verdätres. — Anatomiquement elles se distinguent des par-
ties vertes par la réduction ou la disparition partielle (une sur deux) des
lacunes.
C. Parties jaunes — Comparées aux parties vertes on constate
que si les deux épidermes ont la structure décrite précédemment, en
revanche :
a) il n’y a plus de lacunes et par conséquent le mésophylle est moins
épais dans les régions incolores que dans les régions colorées.
b) Les prolongements cellulosiques de l’intérieur des cellules sont moins
nombreux et ceux qui existent sont très courts.
Nous devons ajouter que l’on observe quelquefois des régions vive-
ment colorées et dépourvues de lacunes, mais nous n’avons pas observé
des régions jaunes et lacuneuses.
Bambusa Metake.
Nous n’insisterons pas sur cette variété non panachee. La structure de
son limbe est sensiblement identique à celles des parties vertes du Bam-
busa Fortunei : on y trouve les mêmes caractères des deux épidermes,
les lacunes, les ponts fibro-vasculaire, les cellules avec prolongements
cellulosiques, internes et longs.
CONCLUSIONS
Ces observations nous permettent de considérer comme normales
à su TRUE)
7.
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHÉES ET LES FEUILLES COLORÉES. 25
la structure des partie foliaires vertes du Bambusa Fortunei et de
toutes les parties foliaires du Bambusa Metake. La panachure est
hée à des modifications anatomiques importantes qui fait qu'une méme
feuille de B. Fortunei possède deux et même trois structures différentes
Nous insistons aussi sur la disparition des lacunes et surtout sur le rac-
courcissement notable des prolongements cellulosiques internes des
cellules.
il. PHALARIDEES
Phalaris arundinacea, var. panachee.
Description. — La description des feuilles de Bambusa fortunei con-
vient en tout point à celle des Phalaris panachés. Les caractères exté-
RL RLAT
Fig. 15. — Anatomie d’une région Fig. 16. — Anatomie d’une région
très colorée. un peu verte.
rieurs étant les mêmes on devrait, semble-t-il, trouver les mêmes modi-
fications anatomiques. Ce n’est pas le cas.
STRUCTURE (fig. 15, 16 et 17) :
1° Quelle que soit la couleur de la région considérée, le limbe a
partout la même structure.
20 Cette structure rappelle celle des parties foliaires jaunes de B. For-
tumei; elle serait identique si le nombre des assises chlorophylliennes
n’était pas aussi grand. Nulle part on n’observe de lacunes etil n’y a pas de
prolongements cellulosiques intra-cellulaires. La seule différence obser-
vable entre les parties vertes et les parties jaunes est que le mésophylle de
26 MÉMOIRES DE L HERBIER BOISSIER.
la région incolore est moins épais que celui de la région colorée. Encore
Fig. 17. — Anatomie d’une region
tout à fait incolore.
cette différence n'est-elle pas toujours bien sensible et se borne-t-elle
quelquefois à une assise de cellules en moins dans la région incolore,
voire même à un simple raccourcissement des cellules.
Phalaris arundinacea, var. non panachée.
La structure est identique à celles des parties vertes de la variété
panachée.
CONCLUSIONS
On pourrait admettre deux hypothèses :
1° Qu'il n’y a pas de rapport entre la couleur. et la structure des
feuilles. f
2° Au contraire, que la panachure a influé sur la structure de toute la
feuille puisqu’elle correspond à celle des parties peu colorées des Bam-
busa. Cette derniere hypothese nous parait fausse par le fait que le
Phalaris panaché a dans des régions vertes la même structure foliaire
que le Ph. non panaché.
Nous admetirons donc qu’ü n’y a qu'un rapport faible (diminution du
mésophylle en épaisseur) et quelquefois méme pas de rapport entre la cou-
leur et l'anatomie foliaires chez les Phalaris.
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHÉES ET LES FEUILLES COLORÉES. 27
III. PANICÉES
Oplismenus imbecillis.
Description. — La feuille, comme celle des Graminées précédemment
décrites, est striée de bandes blanches de largeur variable. Cette colora-
tion change avec l’âge de la feuille; les parties blanches deviennent
rosées chez les feuilles âgées.
Zimmermann ! nous indique que dans les parties claires le tissu assi-
milateur contient des chromatophores plus pâles et plus petits que les
chromatophores ordinaires. Par contre, dans les parties d’un blanc pur,
N
Fig. 18. — Coupe dans une region Fig. 19. — Coupe dans une region
incolore. colorée.
sur le matériel vivant comme sur le matériel fixé et coloré, on ne peut
démontrer l'existence des chromatophores excepté dans le voisinage des
vaisseaux et alors ils contiennent des vacuoles.
STRUCTURE. — A. Régions incolores (fig. 18). — Le limbe est réguliè-
rement renflé au niveau de chaque nervure, mais entre elles, il ne se
compose que des deux épidermes à peu près d’égales dimensions et de
deux ou trois assises de petites cellules isodiamétriques ne ressemblant
pas à des palissades.
B. Régions colorées (fig. 19). — Même structure que dans les régions
incolores, mais les cellules étant un peu plus grandes, le limbe est un
peu plus épais.
CONCLUSIONS
Comme dans le cas des Phalaris, il n’y a qu'un rapport fable entre la
couleur et l'anatomie des feuilles. Ce rapport consiste également en une
L Morphologie und Physiologie der Pflanzenzelle. Tubingue, 1893, p. 110.
28 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
moindre épaisseur du mésophylle dans les régions atteintes d’albi-
nisme.
Résumé des observations chez les Graminées.
10 disparition des lacunes dans les parties inco-
| lores ;
20 diminution de l'épaisseur du limbe dans ces
mêmes régions
Bambusa Fortunei. — Il y À 30 raccourcissement des prolongements cellulosi-
a des rapports très nets ques intra-cellulaires.
entre la couleur et la struc- | 40 Dans la même feuille il peut y avoir deux
ture de la feuille, à savoir : ou trois structures différentes, selon la cou-
leur de la région étudiée.
50 La panachure fait apparaître une structure
anormale qui est normale chez les autres
graminées observées.
Phalaris arundinacea et,
Oplismenus imbecillis. —
Il n’y a que peu de rapports \ Diminution de l'épaisseur du limbe dans les
entre la couleur et la struc- | régions claires
ture de la feuille, à savoir |
seulement : \
SOMMAIRE. — I. Acorus Calamus. — II. Dieffenbachia imperialis var. Jenmanni
et Dieffenbachia seguina.
Acorus Calamus.
Description. — La disposition de la panachure (fig. 20) est aussi celle
des Bambusa et des Phalaris; ce sont des stries, des lignes plus ou
Fig. 20.
moins larges et incolores. La panachure est due également à la dispa-
rition de la chlorophylle qui normalement existe soit dans l’épiderme
même, soil dans les cellules sous-épidermiques.
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHÉES ET LES FEUILLES COLORÉES. 29
STRUCTURE. — La structure paraît la même dans les régions incolores
et dans les régions colorées. C’est d’abord : 1° un épiderme supérieur
formé de petites cellules; 2° un épiderme inférieur de grandes cellules et
30 entre eux un parenchyme de cellules arrondies, jamais palissadiques, et
de grandes lacunes. Ces dernières donnent à la structure foliaire d’Acorus
un peu le même aspect qu’à celle des Bambusa à l'exception qu'il y a des
lacunes dans toutes les régions. Les conclusions pour cette première
espèce sont donc négatives; il ne parait pas y avoir de rapport entre
la structure et la couleur de la feuille. Les deux figures 21 et 22 con-
firment cela.
Fig. 21.—Limbe d’Acorus Calamus Fig. 22. — Limbe d’Acorus Calamus
dans une région incolore. dans une région colorée.
Dieffenbachia imperialis var. Jenmanni (fig. 23).
Description. — Les jeunes feuilles de cette variété sont vertes et
blanches; les feuilles plus âgées et plus grandes sont jaunâtres et vert
foncé. La panachure affecte la forme de taches claires irrégulières coin-
cidant avec les nervures secondaires et partant comme elles de la ner-
vure médiane. Cette disposition donne aux feuilles panachées des
Dieffenbachia un aspect tout spécial.
STRUCTURE. — La différence d'aspect n’entraine pas une différence
anatomique. Non seulement cette feuille est construite sensiblement
comme celles de V'Acorus Calamus, mais les coupes faites dans les
régions foncées et dans les régions jaunâtres des feuilles âgées, dans les
parties vertes el dans les parties blanches des jeunes feuilles, présentent
une grande umiformile d'aspect.
30 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Le parenchyme sans palissades et peu lacuneux, formé de 7 assises
environ, est abondamment pourvu, peu pourvu ou dépourvu de chloro-
phylle. Les épidermes n’en contiennent jamais. A noter seulement que
1° si les cellules voisines de l’épiderme supérieur ne sont pas palıs-
sadiques elles ont une forte tendance à être placées plus près les unes
des autres que les autres cellules du mésophylle et à s'orienter de façon
à ce que leur grand axe soit parallèle aux rayons lumineux. 2° Le limbe
est un peu plus épais dans les régions incolores.
Dieffenbachia seguina.
Cette espèce non panachée, nous fournit des renseignements intéres-
sants. Ses feuilles, non seulement ont l'aspect des feuilles de dicoty-
lées, elles en ont en outre l’anatomie par le fait qu’elles possèdent des
cellules plus palissadiques que dans l’espèce précédente. Ceci coincide
‚avec la distribution de la chlorophylle qui est surtout abondante au-des-
sous de l’épiderme supérieur, tandis qu'elle est rare dans les autres cel-
lules mésophylliennes et absente des cellules épidermiques.
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHÉES ET LES FEUILLES COLORÉES. 91
CONCLUSIONS
_ Considéré seul le Dieffenbachia imperialis semble donner un résultat à
peu près négatif, si l’on fait abstraction de l’épaississement du limbe dans
les régions incolores, épaississement qui peut être le fait du voisinage des
nervures. Mais comparé avec le Dieffenbachia sequina, on peut supposer
que la panachure influe sur la feuille toute entière et fait perdre aux
palissades de Dieff. imperialis une partie de leurs caractères distinctifs.
Resume des observations chez les Aroidees.
/ 10 Augmentation de l'épaisseur du limbe dans les
régions claires, voisines il est vrai des ner-
Dieffenbachia imperialis.— vures.
Il n’y a que des rapports peu | 2° La panachure influe peut-être sur la structure
accentues et même hypothe- de toute la feuille qui possède des palis-
tiques entre la couleur et la sades moins nettes que les Dieff. non pana-
structure de la feuille, à chés.
SAVOIT : 30 Une même feuille ne présente jamais une
| diversite de structure selon la couleur des
| diverses régions.
nn n’y a pas de rapports entre la couleur et
Acorus Calamus. la structure de la feuille.
AMPELIDEES
SOMMAIRE. — Votes sp.
Vitis sp.
Description. — Il ya sur une même plante des feuilles panachées et
des feuilles tout à fait vertes; cette espèce est donc excellente pour notre
élude puisqu'elle offre suffisamment de points de comparaison. La pana-
chure irrégulièrement répartie varie de couleur entre le vert clair et le
jaune; elle est due à une diminution ou à une disparition de la chlo-
rophylle.
32 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
STRUCTURE DES FEUILLES VERTES (fig. 24). — Il y a de longues palis-
sades formant une seule rangée et représentant à peu près le tiers de
l’épaisseur du limbe, les deux autres tiers étant formé d’un parenchyme
à petites cellules et lacuneux.
STRUCTURE DES FEUILLES PANACHÉES (fig. 24 et 25). — Les deux
figures donnent une idée très nette des traits distinctifs de cette feuille
à SAVOIT :
Fig. 24. — Limbe de Vitis dans une région Fig. 25. — Limbe de Vitis dans
colorée. une région incolore.
1° Une même feuille présente deux dispositions histologiques en rap-
port avec la couleur. Les parties vertes sont construites comme les
feuilles non panachées.
2° Dans les parties vertes le limbe est beaucoup plus épais que dans les
parties claires.
3° Dans les parties vertes il y a de longues palissades et dans les parties
claires seulement du parenchyme lacuneux (les parties un peu vertes
possèdent de la chlorophylle mais non des palissades). Si nous ajoutons
a ces caractères que 4° la méme plante possède donc deux sortes de
feuilles différant par leur aspect et par leur anatomie et que 5° les modi-
fications anatomiques étant locales on peut les attribuer à l’albinisme
local, nous sommes autorisée à conclure que les Vifis comme les Bam-
busa offrent un rapport très net entre la couleur et l'anatomie fo-
aires.
LT CR RNA TN EEE
PR ENT},
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHÉES ET LES FEUILLES COLORÉES. 99
GÉRANIACÉES
SOMMAIRE. — Pelargonium zonale var. verte et blanche. — Geranium roseum.
Pelargonium zonale.
Descriprion. — La feuille est verte dans toute sa portion centrale, son
bord est blanc par modification de la chlorophylle (fig. 26). Zimmermann !
indique que dans cette variété les feuilles panachées et même les feuilles
totalement blanches possèdent des chromatophores dans toutes leurs
cellules incolores. Ces chromatophores contiennent une et rarement
plusieurs vacuoles (blasenförmige Chromatophoren). De la sorte les
parties blanches d’une feuille forment de l’amidon au bout de trois jours
1 {|
I )
si on les place dans une solution de sucre. Une seconde experience faite
sur une feuille panachée, avec une solution sucrée de 10 °% a conduit
Zimmermann à un résultat semblable : au bout de deux jours les cellules
chlorotiques avaient formé une petite quantité d’amidon. Ces observa-
tions prouvent que l’albinisme de cette variété de Pelargonium zonale
n’est pas absolu et nous devions, a priori, nous attendre à des modifica-
tions anatomiques peu marquées.
1 Morphologie und Physiologie der Pflanzenzelle. Tubingue 1893, p. 93 et sui-
vantes.
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, no 17, 30 juin 1900. 3
J4 MEMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
STRUCTURE. — (Fig. 27 et 28).
Dans la région incolore il n’y a pas de cellules palissadiques. La région
colorée a la même structure que la région incolore et en particulier, comme
cette dernière, elle ne possède pas de palissades. Toutefois l'épaisseur du
limbe est plus grande dans les parties vertes. Si nous faisons abstraction
de ce caractère, qui pourrait s'expliquer par la position de la panachure,
il ne semblerait donc pas que pour cette espèce des modifications anato-
Fig. 27. — Partie incolore d’une feuille Fig. 28. — Partie colorée d’une
panachée de Pelargonium zonale. feuille panachée de Pelargo-
nium zonale.
miques correspondent aux deux couleurs de la feuilles. Mais si l’on com-
pare cette variété de Pelargonium aux deux autres espèces de Pelar-
gonium décrites plus loin et aux Geranium roseum, G. pratense, G. platy-
petalum, espèces non panachées, nos conclusions changent.
Geranium roseum.
STRUCTURE. — Au-dessous de l’épiderme supérieur l’on observe une
assise de cellules palissadiques relativement courtes. Le reste du méso-
phylle est remarquable par la grande dimension des lacunes (fig. 29).
CONCLUSIONS
Le Pelargonium zonale panaché est seul à ne pas avoir de palissades,
tandis que le Pelargonium zonale vert et brun a deux rangées de
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHÉES ET LES FEUILLES COLORÉES. 99
palissades (voir p. 63), le Pelargonium zonale vert, brun et rouille à
également deux rangées de palissades (voir 1. c.); le Geranium roseum
a une rangée de palissades courtes (voir p. 34), le Geranium pratense
une rangée de palissades longues (voir p. 64) et le Geranium platy-
petalum (voir p. 65) deux rangées de palissades très longues. En consé-
quence il nous semble possible d'admettre :
Fig. 29. — Section transversale du limbe
de Geranium roseum.
1° Que la modification chlorophyllienne agit sur la feuille toute entière
du Pelargonium zonale panaché.
2° L’albinisme entraîne la disparition des palissades.
301 y a diminution de V’epaisseur du limbe dans les régions inco-
lores.
Ces résultats sont en outre appuyé par deux observations montrant
que les feuilles de Pelargouium zonale ne sont jamais normales : a) il
peut y avoir des feuilles complètement d’un blanc pur; b) les feuilles
panachées ont la chlorophylle dans les cellules moyennes du méso-
phylle et non dans les cellules sous épidermiques.
30 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
BUXACÉES
SOMMAIRE. — Buxus sempervirens var. panachée. — Buxus sempervirens type.
Buxus sempervirens, var. panachee.
DESCRIPTION. — Il y a sur le même arbuste quelques feuilles tout à fait
vertes, mais la plupart sont panachées. Dans ce cas (fig. 34) elles sont
bordées de jaune d’une façon assez irrégulière tandis que le centre de la
feuille est d’un vert foncé. La panachure atteint déjà de très jeunes
feuilles. Le cas de ce Buxus rappelle celui des Vitis et offre de bons
termes de comparaison.
Fig. 31. — Limbe d’une feuille
non panachée.
STRUCTURE. — A. Feuilles non panachées (fig. 35). — Toutes les cellules
mésophylliennes contiennent de la chlorophylle et la feuille possède une
assise de cellules palissadiques très nettes surmontant une seconde assise
de cellules étirées dans le même sens que les palissades, mais qui sont
moins longues et moins constantes dans leur forme que celles-ci.
B. Feuilles panachées. — Fig. 32 et 33.
Les régions colorées (fig. 32) ne possédent de la chlorophylle que dans
des cellules assez éloignées de l’épiderme supérieur; les régions inco-
lores (fig. 33) en paraissent dépourvues. Il en résulte que dans les
régions colorées les cellules sous épidermiques supérieures ne rem-
plissant pas les fonctions dévolues généralement aux palissades, n’en
ont pas non plus l’aspect et que ce sont les cellules de la 2m, de la 3me,
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHÉES ET LES FEUILLES COLORÉES. 37
voire même de la Ame assise sous épidermiques supérieures qui sont étirées
parallèlement à la direction des rayons lumineux. Dans les régions
incolores par contre les deux assises cellulaires voisines de l’epiderme
2
Fig. 32. — Région colorée d’une Fig. 33. — Région incolore d’une
feuille panachée de Buxus sem- feuille panachée de Buxus semper-
pervirens. virens.
supérieur sont bien un peu plus longues que larges, mais constituent en
tout cas des palissades courtes si on les compare à celles des feuilles non
panachées de la même plante.
Cette variété de Buxus réalise donc un cas d’histologie singulier :
1° La feuille verte a une structure propre qui est remplacée chez les
feuilles panachées par deux autres dispositions histologiques en rapport
elles-mêmes avec l'intensité de l’albinisme.
2° La modification chlorophyllienne entraîne des modifications du tissu
palissadique.
3° Ces modifications sont de deux sortes : a) Emigration du tissu palis-
sadique loin de l’épiderme supérieure dans les régions vertes des feuilles
panachées, émigration qui correspond à celle de la chlorophylle. b) Rac-
courcissement marqué des palissades dans les régions incolores.
4° Ainsi la feuille panachée toute entière diffère de la feuille normale.
Buxus sempervirens, lype.
Aucune feuille de cet arbrisseau n’est panachée. Le limbe (fig. 34)
assez épais est formé de deux régions très distinctes qui se déchirent
et se séparent facilement l’une de l’autre sur la coupe. Ces deux
régions sont :
a) Au-dessous de l’épiderme supérieur un parenchyme très pauvre en
méats avec une assise de cellules palissadiques courtes.
38 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
b) Dans le voisinage de l’épiderme inférieur le parenchyme est au
contraire très lacuneux et les cellules sont plus larges que longues.
Fig. 34. — Limbe du Buxus sempervirens type (moitié supérieure).
CONCLUSIONS
1° La panachure coïncide avec un raccourcissement des palissades et si
l’on compare la variété au type, à une diminution de l'épaisseur du
limbe.
2° Elle fait apparaître dans les parties incolores des feuilles pana-
chées une structure qui est normale pour une autre variété (cas déjà con-
stat& à propos des Bambous).
3° Nous renvoyons pour les autres conclusions aux particularités his-
tologiques signalées à la fin de l’article sur le Buxus panaché.
ACÉRINÉES
SOMMAIRE. — Negundo non panaché. — Acer Negundo.
Erable non panaché.
STRUCTURE. — La fig. 35 montre que l’anatomie des feuilles de cette
plante est celle de la plupart des feuilles normales des dicotylées puisque
son mésophylle se compose d’une assise de palissades et d’un paren-
chyme très lacuneux. Il en est tout autrement des feuilles d’ Acer Negundo
panaché.
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHÉES ET LES FEUILLES COLORÉES. 99
——<{.,
Fig. 35. — Limbe d'érable non panaché.
Acer Negundo.
Description. — Les jeunes feuilles atteintes d’un albinisme plus ou
moins complet deviennent vertes et blanches à l’état adulte. A ce stade
la partie blanche est localisée sur les bords de la feuille (fig. 36).
STRUCTURE. — Il se passe pour les Negundo quelque chose d’identique
à ce que nous avons signalé pour les Buxus (fig. 37 et 38) :
F
Fig. 37. — Partie colorée d’un limbe
d’Acer Negundo.
1° La panachure entraîne deux modifications du tissu palissadique de
là deux structures pour une même feuille; elle influe probablement sur la
feuille toute entière. Ces modifications sont :
a) Dans les régions vertes la chlorophylle est localisée dans la partie
moyenne du mésophylle, celui-ci n’est pas lacuneux et il n’y a pas de
palissades sous-épidermiques.
40 MÉMOIRES DE L HERBIER BOISSIER.
b) Dans les regions chlorotiques les palissades sont peu nettes étant plus
larges que celles des érables non panachés.
c) Si l’on compare épaisseur du limbe dans les régions colorées et
Fig. 38. — Partie incolore d'un limbe d’Acer Negundo.
dans les régions claires d’une feuille panachée, les premières l’empor-
tent par l’épaisseur.
MALVACÉES
SOMMAIRE. — Abutilon striatum.
Abutilon striatum (variété pointillee).
Description. — Cette plante comme les Vitis offre des feuilles non
panachées et des feuilles panachées sur le même pied. La panachure
consiste en taches de couleur jaunâtre, irrégulières par leur forme et
leur distribution (fig. 39). Les feuilles d’Abutilon ont donné lieu à des
observations intéressantes sur la contagion des panachures. En particu-
lier, Baltet ' attire l'attention des botanistes sur des greffes exécutées par
Lemoine à Nancy. Ayant greffé l’Abutilon Thompsont (fol. variegatis) sur
l’Abutilon vexillarium, celui-ci émit au-dessous de la greffe des pousses
à feuilles panachées. Une autre fois la première de ces variétés devint
le porie-greffe de nouveautés à feuillage vert, mais elles produisirent une
bigarrure telle qu’elles furent mises dans le commerce sous le nom de
caprice et de caméléon. Greffées à leur tour sur des Abutilons verts, ces
derniers provoquèrent la panachure de leur sujet porte-greffe. Ailleurs,
! Charles Baltet, L'art de greffer. Paris, 6me édition, 1898, p. 213.
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHEES ET LES FEUILLES COLORÉES. 44
chez van Houten à Gand, la panachure blanche d’un sujet devint jaune
au contact d'un greffon de cette nuance ; le sujet reprit sa couleur primi-
tive après suppression du greffon. Si nous donnons ici cette citation de
Baltet c'est parce qu'elle nous indique que la panachure des Abutilon que
nous pourrions considérer comme peu importante puisqu'elle n’attaque
Fig. 40. — Limbe d’
panaché.
Abutilon non
pas toutes les feuilles de la plante, a au contraire une importance assez
grande dès qu’elle prend le caractère d’une maladie parfaitement trans-
missible.
STRUCTURE. — À. Feuilles non panachées. — Le parenchyme compris
entre les deux épidermes se compose de trois étages de cellules :
1° Des cellules palissadiques très nettes et riches en chlorophylle.
2° Au-dessous des palissades il y a des cellules plus hautes que larges,
mais laissant entre elles des lacunes.
3° Touchant à l’épiderme inférieur et aux cellules précédentes, se
trouve une assise de petites cellules plus ou moins rondes et laissant
entre elles de grandes lacunes.
B. Feuilles panachées. — Un coup d'œil comparatif des figures 40, 41 et
42, montre :
1° Que la panachure influe sur l’'histologie de toute la feuille panachée
en y produisant un raccourcissement notable des palissades.
2° Les parties jaunes (fig. 41) présentent la même structure que les
parties vertes (fig. 42), sauf qu'il y a une tendance dans ces premières
42 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
régions à une dimiuution marquée de l’Epaisseur du limbe. Cette moindre
épaisseur est due soit à la disparition d’une assise de cellules soit à un
raccourcissement plus accentué des palissades qui par ce fait perdent
complètement leur caractère. La transformation est graduelle. Sur les
bords des taches jaunes (partie gauche de la fig. 41), le mésophylle est
encore assez épais ; au milieu des taches (partie droite de la fig. 41), il
est sensiblement mince. De la sorte une feuille panachée d Abutilon
Qc A, on irn
ZA
Fig. 41.—TLimbe d'une feuille panachée Fig. 42. — Limbe d'une feuille panachée
d’Abutilon dans une région incolore. d’Abutilon dans une région très colorée.
comme celle des Vitis présente une structure hétéromère. Déjà précédem-
ment nous avons rencontré à plusieurs reprises le fait que la panachure
entraîne dans les régions incolores une diminution d'épaisseur du méso-
phylle, mais nous étions souvent restés dans le doute sur la valeur de cette
observation qui pouvait s'expliquer par la position marginale des parties
incolores. Ici, ce n’est plus le cas puisque les taches jaunâtres sont tan-
tôt au bord de la feuille, tantôt dans les régions moyennes et que, quelle
que soit leur position, le phénomène de l’amincissement du limbe est
constant.
Les Abutilons nous fournissent donc à cet égard une confirmation im-
portante des observations précédemment décrites et relatives à d’autres
plantes.
ROSACÉES
SOMMAIRE. — LAURELLE (Prunus virginiana), var. verte et jaune.
LAURELLE (Prunus virginiana), var. plus chlorotique.
Prunus virginiana, var.
Description. — La panachure affecte une disposition irrégulière : points
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHÉES ET LES FEUILLES COLORÉES. 43
et taches jaunes sur fond vert (fig. 43). Elle est visible sur les deux
faces, mais beaucoup plus à la face supérieure qu’à la face inférieure,
c’est-à-dire que dans plusieurs régions, mais non dans toutes, la chlorose
intéresse toute l'épaisseur du limbe. Selon les cas, il y a simplement
diminution de la chlorophylle, ailleurs disparition tolale de cette subs-
tance.
STRUCTURE. — La structure est la même partout et nous la représen-
tons dans la fig. 44. Deux hypothèses peuvent se soutenir, ou la chlorose
influe sur toute la feuille ou elle n’influe pas du tout. Nous admettons la
premiere manière de voir, la variété que nous allons décrire ayant cons-
tamment deux assises de longues palissades tandis que pour cette variété
Fig. 44.
ci les palissades sont excessivement courtes par rapport à l'épaisseur du
limbe.
Prunus virginiana, var. très chlorotique.
Descriprion. — Nous avons affaire, nous semble-t-il, a une plante ma-
lade, les feuilles étant recroquevillées, bosselées. En tout cas l’on
trouve sur la même plante :
an MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
1° des feuilles tout à fait vertes,
20 des feuilles panachées rappelant la‘fig. 43,
3° des feuilles complètement chlorotiques.
Nous allons examiner ces trois cas en nous aidant de mensurations
précises, la structure étant fondamentalement la même partout: deux as-
sises de palissades et du parenchyme lacuneux.
A. Feuille tout à fait verte. — La chlorophylle y est inégalement dis-
tribuée : on la trouve dans les cellules voisines des deux épidermes
tandis qu’elle manque dans la partie moyenne du mésophylle. Le limbe
nous frappe par deux rangées de palissades très longues dont l’une
(celle qui est plus voisine de l’épiderme supérieur) est formée de
cellules plus longues, plus régulières et plus semblables entre elles que
l’autre. Au-dessous de ces palissades il y a un tissu lacuneux de sept à
huit assises représentent un peu plus de Ja moitié de l'épaisseur du méso-
phylle. Les palissades représentant à elles seules l’autre moitié environ.
Nous exprimons cela par les mensurations micrométiques suivantes :
Epiderme supérieur. . . . . 0,9 .
Les deux assises palissadiques. 3 1.2... aus erlernen
Parenchyme lacuneux. . . . 43
Epiderme inférieur. . . . . 0,6
À DoTAT NI NIS:S
B. Feuille tout à fait incolore. — Le limbe paraît plus mince et les pa-
lissades plus courtes que dans les feuilles vertes. Ceci est confirmé par
les chiffres suivants :
Epiderme supérieur. . . . . 0,8
Les deux assises palissadiques. 1,6 Den N Spider male 0%
Parenchyme lacuneux. . . . 2,6
Epiderme inférieur . . . . . 0,6
Tome, 22.56
Ces chiffres comparés aux précédents montrent que non seulement
les palissades sont plus courtes de moitié, mais que le parenchyme lacu-
neux est lui méme réduit.
C. Feuilles panachées vertes et blanches. — Comparons simplement les
chiffres obtenus en mesurant les parties vertes et les parties incolores
1 Les chiffres donnés n’ont pas de valeur absolue ; il faut les considérer dans
leur valeur comparative, ce qui suffit pour notre sujet.
x AR: LIGA?
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHÉES ET LES FEUILLES COLORÉES. 15
d’une même feuille, puisqu’ici encore le microscope indique une struc-
ture fondamentalement identique dans les deux régions.
PARTIE VERTE. PARTIE INCOLORE.
Epiderme supérieur. ......... 029 | Epiderme superieur.......... 0,9
Palissades (2 assises)......... 2,1. | Palissades (2 assises)......... 1,4
Parenchyme lacuneux...... .. A8 | Parenchyme lacuneux........ 3,9
Epiderme inferieur. ......... 0,8 Epiderme inferieur.......... 0,8
Totale 9,2 | Total 7,0
Donc mêmes résultats que par la comparaison des cas A et B.
ConNczusions. — Ce cas, qui pourrait être ramené à celui des Vitis pour
l'aspect (feuilles panachées et feuilles vertes sur la même plante), donne
aussi les mêmes résultats.
1° Aux deux colorations d’une même feuille correspondent deux dis-
positions histologiques différentes. Quand la feuille est tout à fait chloro-
tique elle correspond sensiblement aux régions jaunes des feuilles pana-
chées ; quand la feuille est au contraire tout à fait verte elle rappelle
les régions chlorophylliennes de ces mêmes feuilles panachées.
20 La chlorose, locale ou complète, est liée à une diminution de l’épais-
seur totale du limbe.
3° Cette diminution porte surtout sur les palissades qui sont réduites
environ de la moitié de leur longueur normale.
4° Elle intéresse toutefois aussi le parenchyme lacuneux réduit moins
fortement que les palissades.
MYOPORACÉES
SOMMAIRE. — Myoporum parvifolium.
Myoporum parvifolium.
Description. — La panachure (fig. 45) consiste en un fin pointillé clair
sur fond vert très foncé. Cet aspect est dü non seulement à une dispa-
rition locale de la chlorophylle, mais encore à une destruction partielle
du mésophylle en vue de la production d’une sécrétion. Ce cas des
Myoporum parvifolium se distingue donc de tous les cas précédents en
46 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
ce que la panachure ne paraît pas être maladive mais est adaptée à un
but bien défini.
STRUCTURE. — A l’état adulte la feuille présente deux structures très
distinctes, représentées dans les fig. 46 et 47 et dont nous résumerons
les caractères de la facon suivante :
PARTIES VERTES. PARTIES PALES.
Mésophylle complet ; | Mésophylle incomplet ;
6 assises de cellules mésophylliennes. | 2 ou 3 assises de cellules mésophyl-
liennes, séparées par une grande lacune
| circulaire.
Beaucoup de chlorophylle. | Pas de chlorophylle.
Cellules sous-épidermiques supé- | Cellules sous-épidermiques supé-
rieures peu palissadiques. | rieures moins palissadiques que dans
| les parties vertes (proportion des lon-
| gueurs moyennes 0,6 à 1).
En étudiant le développement on s’apercoit que déjà chez les très
jeunes feuilles l’on peut faire une distinction histologique entre les
parties vertes et celles qui deviendront claires. Non seulement dans ces
dernières la quantité de chlorophylle est moindre, mais les cellules au
lieu d’être polyédriques et de se toucher exactement sont arrondies et
constituent un parenchyme lacuneux. Puis survient la désagrégation de
ces cellules rondes, à commencer par celles de la partie médiane du
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHÉES ET LES FEUILLES COLORÉES. 47
mésophylle. Généralement la désagrégation s'arrête en respectant une ou
deuxsassises cellulaires au-dessous de chaque épiderme (fig. 48 et 49).
Fig. 46. — Limbe de Myoporum p
dans une portion vert foncé.
Fig. 47. — Le même limbe que précédemment dans une portion claire.
Conczusions. — Il n’existe pas à notre connaissance de Myoporum non
panaché; un terme de comparaison nous manque donc. D’autre part le
but particulier de cette panachure conduit à une structure histolo-
48 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
gique qui peut-être masque les modifications dues à la disparition
de la chlorophylle. Nous ne retiendrons donc que la tendance peu
accentuée qu'ont les cellules sous-épidermiques supérieures à se raccourcir
dans les régions incolores. Ce raccourcissement est si faible qu'il n’aurait
peut-être pas été remarqué si notre attention n'avait pas été attirée
par le raccourcissement presque constant des palissades dans les cas
précédemment décrits.
ACANTHACÉES
SOMMAIRE. — Fittonia argyroneura. — Fittonia Verschaffeltri.
Fittonia argyroneura.
Descriprion. (fig. 50). — Indiquons de suite que les deux cas de Fittonia
que nous allons décrire, intéressants par la disposition singulière de la
panachure, ne peuvent donner, faute de termes de comparaison, que des
résultats discutables. Voici pourquoi : a) Nous ne connaissons pas de
Fittonia complètement vert, et en comparant la structure du Fittonia
argyroneura à celle du Fittonia Verschaffeltii, nous comparons une
feuille panachée à une feuille colorée !. b) Par suite de la localisation de
1 Nous verrons plus tard que l’on peut admettre que les feuilles colorées ont la
même structure que les feuilles vertes de telle sorte que ce premier obstacle cité
a moins d'importance qu’il ne paraît.
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHEES ET LES FEUILLES COLORÉES. 49
la panachure le long des nervures, il est impossible de comparer la
structure des régions claires à celle des régions vertes.
STRUCTURE. — Partie verte. Rien de special à signaler puisqu’entre les
Fig. 52, — Région incolore supra-fasciculaire.
deux épidermes il y a une rangée de palissades nettes et trois assises de
cellules parenchymateuses et lacuneuses (fig. 51).
Partie incolore. Les palissades cessent assez brusquement dans ces
régions et l’on voit apparaître à leur place une sorte de collenchyme
(fig. 52). Comme du collenchyme se forme aussi à la face inférieure du
limbe, on ne peut attribuer sa présence à la panachure qui, elle, n’est
visible qu’à la face supérieure.
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n9 17, 30 juin 1900. 4
50 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Fittonia Verschaffeltii.
L’aspect de cette feuille est donné par la fig. 50 à l’exception que sa
face superieure presente des lignes roses coincidant exactement avec les
nervures. Sa structure est identique à celle des feuilles panachées et les
fig. 51 et 52 lui conviennent également.
CONCLUSIONS
En tenant compte des restrictions que nous avons faites, nous devons
admettre qu'ici la panachure n’a pas de correspondant histologique. Ceci
nous suggère l'hypothèse suivante: les nervures n'ayant pas l’assimilation
comme fonction principale et la diminution de la chlorophylle étant nor-
male dans leurs tissus, la disparition complète de la chlorophylle, sup-
primant une fonction qui pour elles n’est que secondaire, n’a pas grande
importance. Ainsi compris, le résultat fourni par les Fitionia a son
intérêt en restreignant les modifications anatomiques aux seuls cas de
chlorose du tissu normalement assimilateur.
LABIÉES
SOMMAIRE. — Ajuga reptans.
Ajuga reptans.
DESCRIPTION (fig. 53).— Cette espèce n’a qu’une panachure temporaire.
Les jeunes feuilles sont d’abord rosées, puis jaunes et finalement vertes.
TES
incolore du limbe.
Fig. 53. Fig. 54. — Partie
La chlorophylle occupe les cellules du mésophylle et non les cellules
sous-épidermiques.
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHEES ET LES FEUILLES COLORÉES. 51
STRUCTURE (fig. 5% et 55). — Nulle part, il n’y a des palissades el à
l'exception du manque de chlorophylle et d’une diminution d’&paisseur
Le
A
7 a“
Fig. 55. — Partie colorée du limbe.
du limbe, les parties jaunes de la feuille sont construites comme les par-
ties vertes.
CONCLUSIONS
La diminution de l’épaisseur du limbe peut s'expliquer par la position
marginale des parties jaunes.
- D'autre part, comme il n’y a nulle part de palissades définies on peut
admettre deux hypothèses :
1° La panachure étant temporaire n’a pas d'influence sur la structure
de la feuille;
20 La panachure étant une maladie apparaissant dans le jeune âge de
la feuille, au moment où la structure de celle-ci n’est pas encore defini-
tive, il ya une anémie de la feuille totale. Celle-ci n’ayant pas assez de
substances élaborées à sa disposition ne peut allonger ses palissades,
même dans les parties vertes, et plus tard, quand la chlorophylle apparaît
partout, sa croissance est terminée. Laquelle choisir de ces deux hypo-
thèses ?
Comme nous exposons plus loin que d’autres Labiées (les Coleus) ont
des palissades dans leurs parties vertes et la majorité des feuilles dicoty-
lées ayant un tissu palissadique, nous inclinons pour la seconde hypo-
thèse et nous pensons que la panachure quoique temporaire a une in-
fluence profonde sur toute la feuille. (Disparition des palissades, diminu-
tion de l’épaisseur du limbe).
|
I
I
|
MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
| Acer negundo
Pteris quadriaurita......
Bambusa Fortunei.......
Phalaris arundinacea....
Oplismenus imbeeillis.....
Dieffenbachia imperialis..
|| Pelargonium zonale......
Buxus sempervirens......
| Abutilon siriatum.......
{| Fattonia argyroneura....
| Prunus virginiana var. 1.
Prunus virginiana var. U.
| Myoporum parvifolium. ..
Ajuga reptans
POSITION
DES ETENDUE DE LA MODIFICATION.
PARTIES CLAIRES.
Bu Sn ns ee nn ee nenn nen |
partie médiane même structure partout
stries irrégulières] 2 ou 3 structures par feuilles panachées
» même structure partout
» | »
nervures »
stries irrégulières »
taches 2 structures par feuilles panachées
bordure même structure partout
bordure 2 structures par feuilles panachées qui, en
outre diffèrent des feuilles normales
bordure 2 structures par feuilles panachées
taches même structure partout
nervures 2 structures par feuilles panachées
taches même structure partout
taches »
pointillé 2 structures par feuilles panachées
bordure 4 structure par feuille
irrégulière
Taloleau des résultats Obtemx
1, . NL SE a ES
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHEES ET LES FEUILLES COLORÉES. 53
DUT Chaque famille.
EFFETS DE LA PANACHURE.
EP
1. Limbe plus épais
1. Limbe moons épais|2. Disparition des lacunes. Raccour-
lab le le pishe nina aie = sx
1. Limbe moins épais
1. »
à »
1. »
1. »
1. Limbe plus épais
1. Limbe moins épais
. Limbe égal
1. Limbe moins épais
.
RO
>
. Disparition des palissades
. Raccoureissement des palissades
. Pas de palissades
NEN OD 0 OO EN Oo oO rd DD OOo
cissement des prolongements in-
tracellulaires.
NORD TO DINO 0,0 ON OO Dan Nolan oe
Disparition des palissades
Raccourcissement des palissades
Disparition des palissades
Raccourcissement des palissades
Palissades réduites de moitié
Destruction de tissu
CONCLUSIONS.
D |
Rapport peu net à cause des
nervures.
Rapport très net dans une même
feuille.
Peu de rapport même par compa-
ralson avec une autre espèce.
Rapport faible par comparaison!
dans une même feuille. |
Rapport par comparaison avec
une autre espèce.
Pas de rapport.
Rapport très net par comparai-
son dans une même feuille.
Rapport net par comparaison
avec d’autres espèces.
Rapport net par comparaison!
avec feuille verte de la même
plante.
Rapport net par comparaison!
dans une même feuille et}
feuille d'autre espèce.
Rapport net par comparaison avec!
feuille verte de la même plante.
Rapport douteux à cause des]
nervures.
Rapport d'après feuille d’autrel
espèce.
Rapport très net d’après unel
même feuille et feuille verte!
de la même plante.
Rapport douteux.
Rapport hypothétique.
54 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
RESULTATS MICROMETRIQUES
A quelques exceptions près facilement explicables, la réduction de
l’épaissseur du limbe et de la longueur des palissades, est à première vue
l’adaptation histologique accompagnant les panachures. Pour nous assurer
encore de ce résultat, nous avons pratiqué (indépendamment de nos
notes prises auparavant) une série de mensurations qui toutes l’ont con-
firmé. Ces mensurations ont été faites avec un oculaire à micromètre ;
les chiffres que nous allons exposer n’ont qu'une valeur comparative.
DD
,
EES ET LES FEUILLES COLOREES.
r
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACH
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56 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
CONCLUSIONS DE LA PREMIÈRE PARTIE
Are loi. — Quand la panachure est une maladie, il y a toujours une
relation entre la structure de la feuille et sa couleur. L’exception offerte
par le Myoporum s'explique ici par le fait que la panachure accompa-
gnant une sécrétion, elle est en quelques sorte un phénomène normal,
non maladif, ne diminuant pas la somme d’activité totale de la feuille.
Si nous classons les quinze cas examinés suivant la façon dont les con-
clusions ont été obtenues nous pouvons dresser la statistique suivante :
5 cas de relations nettes observables dans une même feuille.
2 cas de relations nettes observables par comparaison avec les feuilles
vertes du même pied.
& cas de relations observables seulement par comparaison avec feuilles
d’une autre variété ou d’une autre espèce.
2 cas de relations douteuses à cause de la position spéciale de la pana-
chure.
2 ças sans relation appréciable,
Total 15.
Cela veut dire qu'une relation entre l’histologie et la couleur foliaires
est très frappante dans la moitié des cas observés.
2me loi. — Il y a diminution de l'épaisseur du limbe dans les regions
claires ou incolores des az panachees. Nous avons cependant cons-
taté quatre exceptions, à savoir chez Pteris quadriaurita, Dieffenbachia
imperialis, Fittonia argyroneura et Myoporum parvifolium. Mais chez
les trois premieres especes nous remarquons que si le limbe est
plus épais dans les régions claires c’est très probablement parce
que la panachure coïncide, soit avec la nervure médiane, soit avec les
nervures secondaires. Quant au Myoporum, s'il y a égalité de l’épaisseur
du limbe dans les régions claires et foncées c’est, nous le répétons, parce
-que la panachure n’a pas chez cette espèce la même signification que chez
les autres.
3me Loi. — Chez les Monocotylées les cellules placées au-dessous de
Pépiderme supérieur étant rarement palissadiques, présentent sensible-
ment la même longueur dans toutes les régions. À rappeler deux excep-
tions intéressantes :
a) Dieffenbachia imperialis, Aroïdée dont la feuille a non seulement
l’aspect des dicotylées mais aussi la tendance à la formation de palis-
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHÉES ET LES FEUILLES COLORÉES. 57
sades. Elle présente comme les dicotylées une réduction des palissades
dans les parties claires de ses feuilles.
b) Arundinaria Simoni a des prolongements cellulosiques intra-cellu-
laires jouant pour leurs cellules le même rôle que la forme palissadique.
Il est donc tout naturel de constater une diminution des cellules et un
raccoureissement de ces prolongements.
Les deux cas: Dieffenbachia imperialis et Arundinaria Simoni sont
chez les Monocotylées le prélude de ce que nous observons toujours chez
les Dicotylées !.
Ame loi. — Chez les Dicotylées examinées il y a toujours une modifica-
tion des palissades en rapport avec la panachure. Cette modification est
tantôt une disparition totale des palissades (Vitis, Pelargonium), tantôt
une diminution du nombre des couches palissadiques, tantôt enfin un
raccourcissement des palissades elles-mêmes (Buxus, Acer Negundo,
Abutilon, Prunus virginiana 1 et 2).
5me loi. — La panachure parait amener aussi une diminution du pa-
renchyme lacuneux, ce qui prouverait que cette maladie influe non seu-
lement sur l'assimilation mais encore sur la chlorovaporisation. Nous
étayons cette loi sur trois bases : a) la diminution d'épaisseur du limbe
chez les Monocotylées sans palissades ; 5) la différence des classifications
obtenues selon que l’on classe les espèces d’après la réduction du tissu pa-
lissadique ou l'épaisseur du limbe ; c) les mensurations pratiquées sur
les diverses feuilles du Prunus virginiana n° 2.
1 Il est probable que notre troisième loi doit être étendue à toutes les crypto-
games feuillées sans palissades, mais il nous paraît téméraire de donner comme
général un résultat obtenu à l’aide de deux cas de Fougère seulement.
58 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
DEUXIÈME PARTIE
OBSERVATIONS SUR LES FEUILLES GOLOREES
GENERALITES
Nous faisons rentrer dans cette deuxieme partie deux cas de Pelargo-
nium et quatre cas de Coleus Blumei. Toutes ces feuilles ont en commun
un liquide coloré dans toutes ou dans un certain nombre de leurs cellules
épidermiques. Dans ce dernier cas le reste de la feuille est vert ou pana-
ché. Les Coleus en particulier présentent des combinaisons variées de
panachure et de coloration, aussi leur étude est-elle du plus haut intérêt
pour notre sujet.
Coleus Blumei n° 1.
Descriprion (fig. 56). — Feuilles à la fois atteintes d’une forte chlorose
ei de coloration puisqu'elles sont complètement jaunes à l'exception d’une
légère bordure rouge. Cette dernière doit son aspect a du suc cellulaire
décolorable par l’alcool et contenu dans les cellules et dans les poils épi-
dermiques !,
STRUCTURE. — Au-dessous de l’épiderme il ya : a) du parenchyme
lacuneux dans les régions rouges (fig. 57); b) du parenchyme lacuneux
1 D'après Wigand (Die rothe und blaue Färbung von Laub und Frucht, Bot.
Hefte Forsch. aus dem bot. Gart. zu Marburg, Heft II, 1887), la coloration
rouge est tout à fait indépendante de la chlorophylle. Le substratum de la matière
colorante est un parent du tannin qui se colore en vert et en bleu par le chlorure
de fer, en jaune par les alcalis, etc.
D'après Hassack (Untersuchungen über den anatomischen Bau bunter Laub-
blätter. Bot. C. 1886. Bd. XX VIII, p. 8%), les colorations rouges et brunes sont
causées par de l’anthocyane dissoute dans le suc cellulaire, soit dans l’épiderme,
soit dans le parenchyme, soit dans les deux à la fois.
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHÉES ET LES FEUILLES COLORÉES. 59
et des palissades dans les régions jaunes (fig. 58). Toutefois cette diffé-
rence de structure s'explique facilement par la position marginale de la
Fig. 58. — Région jaune.
coloration, car dans la variété suivante où le bord de la feuille est d’un
beau vert les palissades y cessent aussi brusquement.
Ici nous remarquons en outre que la chlorose produit son effet habi-
tuel, les palissades étant beaucoup moins longues dans ces feuilles jaunes
que dans les variétés vertes.
Coleus Blumei n° 2.
Description. — La feuille est colorée sur ses deux faces, mais plus
intensivement à sa face supérieure; elle est verte avec des taches brun-
60 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
-rougeàtre irrégulières (fig. 59). Ces taches sont tantôt superficielles et
alors le liquide coloré est localisé dans les épidermes et les poils, tantôt
profondes et affectent les deux épidermes et toute l’épaisseur du méso-
phylle.
STRUCTURE. — La position irrégulière de la coloration facilite l’ob-
servation. La structure du limbe dans, une region tout à fait verte est
Fig. 60.
identique à celle d’une région tout à fait colorée. Il consiste toujours en:
deux épidermes, une couche de palissades, du parenchyme lacuneux
(fig. 60). Les dessins obtenus pour les deux régions sont à tel point
semblables qu’on peut les superposer presque exactement.
Coleus Blumei n° 5.
DESCRIPTION. — Colorées sur les deux faces, ces feuilles offrent un type
parfait de coloration puisque nulle part la couleur verte n’est apparente.
La feuille est plus foncée au centre que sur les bords (fig. 61). Le liquide
coloré est localisé dans les deux épidermes et les poils; il n’est pas déco-
lorable facilement par l’alcool qui par place le fait tourner au bleu. Quant
à la différence entre la couleur brunätre du centre de la feuille et la
couleur rouge de la marge elle n’est pas due à une différence du liquide
coloré, mais à une variation dans la quantité de la chlorophylle : il y a
plus de chlorophylle dans les parties foncées que dans les parties
claires.
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHÉES ET LES FEUILLES COLORÉES. 61
STRUCTURE. Elle est la même dans les deux regions: épiderme supérieur,
palissades, parenchyme de cinq assises environ, épiderme inférieur.
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NUE
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Fig. 62. — Partie rouge foncé.
Les palissades sont cependant légèrement plus longues dans les parties
riches en chlorophylle (voir comparativement les fig. 62 et 63).
Coleus Blumei n° 4.
Descriprion. — Exterieurement la feuille offre une grande bigarrure
de couleur : elle est maculée sur ses deux faces de laches jaunes, roses,
62 MÉMOIRES DE L' HERBIER BOISSIER,
rouges et brunes (fig. 64). Sa structure est loin de présenter une pareille
variété. À noter d'abord un raccourcissement des palissades dans les
régions jaunes dépourvues de chlorophylle. Les autres parties roses,
=
II
rouges et brunes ont par contre la même structure que les parties vertes :
à Savoir une rangée de palissades et un parenchyme lacuneux entre les
deux épidermes (fig. 65).
Resume des résultats obtenus pour les Labiées.
La disparition des pa-
Coleus no A. — Partie jaune : une rangée de palissades. ) lissades s'explique par la
Partie r : d li les position marginale de la
arte rouge : pas de palissades. coloration, done pas d’a-
daptation.
Coleus n° 2. — Siructure identique dans les régions vertes et dans les régions
colorées. Pas d'adaptation.
Coleus no 3. — Palissades plus longues dans les parties brunes que dans les
parties rouges, parce que les premières doivent leur couleur à
une plus grande abondance de chlorophylle. Pas d'adaptation à
la coloration.
Coleus ne %. — Identité de structure entre les parties roses, rouges et brunes.
Pas d'adaptation. En revanche raccourcissement des palissades
dans les régions chlorotiques.
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHÉES ET LES FEUILLES COLORÉES. 693
GERANIACEES
SoMMAIRE. — Pelargonium zonale vert et brun. — Pelargonium zonale vert
et rouille. — Geranium pralense. — Geranium platypetalum.
Pelargonium zonale vert et brun no 1.
Description. — La feuille (fig. 66) est vert foncé dans sa partie cen-
trale, et d’un vert plus clair sur ses bords. Ces deux régions vertes sont
séparées par une bande brunâtre irrégulière.
STRUCTURE (fig. 67). — Le mésophylle est assez épais et peut être dis-
tingué en deux régions : l’une voisine de l’épiderme supérieur est formée
)
Fig. 66.
de deux rangées de palissades assez larges. L’autre voisine de l’épiderme
inférieur, comprend environ quatre assises de parenchyme lacuneux.
La structure est la même dans toutes les régions de la feuille.
Pelargonium zonale vert foncé, rouille et jaunâtre n° 2.
Descriprion (fig. 68). — La disposition de la coloration est fondamen-
talement la même que dans le cas précédent, mais la coloration est plus
RAC ET LT Cr LP TI Sn ART A
AN NE LE
RS CE Ne ONE
64 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
accentuée et se complique d’un peu de panachure. Vert foncé au centre
et jaunâtre sur ses bords, la feuille posséde en outre entre ces deux
régions une bande assez régulière rouille brun.
STRUCTURE (fig. 69). — La structure est identique dans les trois régions
et est sensiblement identique à celle du cas précédent. Entre les deux
Fig. 68.
épidermes il y a deux rangées de palissades et un parenchyme lacuneux
de trois à quatre assises cellulaires. La coloration est, avons-nous dit,
tres accentuée, ei nous remarquons cependant que les palissades sont
tout autant palissadiques que précédemment.
Geranium pratense.
Description. — Les feuille sont d’un vert intense, sans taches.
TETE -
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHÉES ET LES FEUILLES COLORÉES. 65
STRUCTURE (fig. 70). — Une seule rangée de palissades mais excessi-
vement nettes, puisqu'elles occupent à pen près la moitié de l’épaisseur
du mésophylle. Le reste du mésophylle est formé par du parenchyme
lacuneux. Les palissades s'étendent jusqu’à la marge du limbe où elles
cessent brusquement.
Geranium platypetalum.
Descriprion. — Feuilles vertes, sans bigarrure et sans panachure.
STRUCTURE (fig. 71). — Deux rangées de palissades si longues qu’elles
forment plus de la moitié de l’épaisseur du mésophylle dont le reste est
occupé par du parenchyme très lacuneux.
CONCLUSIONS
Résumons la structure des quatre feuilles que nous venons de décrire :
Pelargonium zonale n° I deux rangées de palissades.
» ET ONU » »
Geranium pratense une rangée de longues palissades.
» platypetalum deux rangées »
Donc il paraît clairement établi que tandis que la disparition des
cellules palissadiques est liée à la panachure des géraniums, il n’y a pas
de reduction histologique sensible quand les feuilles sont colorées.
Résumé des résultats obtenus pour les Géraniacées.
{ Structure identique dans toutes les régions de
Jlargonium zonale vert et brun , :
Pelargoniu DDEUN, la feuille. Pas d'adaptation.
Pelargonium zonale vert, rouille ( Structure identique dans les trois régions.
et jaunälre. / Pas d'adaptation.
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n0 17, 30 juin 1900. D
66
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Tableau des mensurations opérées sur les plantes à feuillage coloré.
D ÉPAISSEUR EPIDERME EPIDERME
- PALISSADES. & z BR
Noms DU LIMBE. SUPERIEUR. INFERIEUR.
DES ESPÈCES. er in = Ta = Te Pan es
Parties | Parties | Parties | Parties | Parties | Parlies | Parlies | Parties
incolores| brunes |incolores| colorées | incolores| colorées |incolores colorées |
il ne CSST CPE UNE | CPE SEE | GOERNER Te CNE TONNES CCE EEE ESQUES
Coleus no 1...| 0,9 0,5 7 WT 0,5 0,7 0,5 1
Coleus no 2...| 232 27 7 7,2 0,7 0,9 0,5 0,5
Coleus n° 3...| 1,5 1,5 5,5 5,5 0,5 0,7 0,3 0.3
Pelargonium
vert et vert- 1 1 5.1 4,2
brunätre (no À)
CONCLUSIONS DE LA DEUXIEME PARTIE
Are loi. — Les cellules épidermiques sont constamment un peu plus
grandes dans les régions colorées que dans les régions incolores.
2me loi. — Il n'y a pas de modification histologique des palissades ou
du parenchyme lacuneux en rapport avec la coloration des feuilles.
Ces deux résultats sont excessivement intéressants et indiquent que
si le liquide coloré n’est pas aussi important fonctionnellement que la
chlorophylle, sa présence ou son absence n’ont pas non plus de grande
importance histologique. En outre c’est le tissu qui le contient qui seul
est un peu modifié.
. Rappelons pour terminer que les feuilles colorées et panachées ont
confirmé les lois énoncées pour la panachure dans notre première partie.
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHÉES ET LES FEUILLES COLORÉES. 67
TROISIÈME PARTIE
OBSERVATIONS SUR LES FEUILLES ARGENTÉES
LABIEES
SomMAIRE. — Galeobdolon luteum.
Galeobdolon luteum.
Description (fig. 72). — Taches blanchâtres à la face supérieure des
feuilles de la base de la plante. Ces taches paraissent être le résultat
d’une maladie et ont un aspect argenté caractéristique. Elles sont dues à
de l'air et ne sont accompagnées ni de cire, ni d’un manque de chloro-
phylle.
Strucrure (fig. 73). — Limbe formé : 1° De deux épidermes.
68 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
L’inferieur se décolle facilement tardis que le supérieur est caractérisé
par la grande variété du volume de ses cellules. Dans les régions tachetées
il y a de grandes cellules, dans les régions non tachetées de petites
cellules. La différence dans les dimensions des cellules épidermiques
est aussi visible de face qu’en coupe (fig. 74 et 75).
Fig. 74. — Epiderme supérieur. Fig. 75. — Epiderme inférieur.
AR D
Fig. 76.—Epiderme supérieur vu de face. Fig. 77.— Epidermeinferieur vu deface.
2° Au-dessous de l’épiderme supérieur se trouve une assise de palis-
sades aussi bien dans les régions colorées que dans les régions incolores.
3° Puis viennent trois à quatre assises de parenchyme lacuneux. Les
palissades et le parenchyme contiennent de la chlorophylle.
CONCLUSIONS. — A première vue ces feuilles argentées ne se dis-
tinguent guère des feuilles non argentées et saines puisqu'elles pos-
sèdent des palissades et un parenchyme lacuneux normaux. Il y a une
modification consistant en un agrandissement de ces cellules épidermiques.
COMMÉLINÉES
SOMMAIRE. — Tradescantia zebrina ou Zebrina pendula.
Tradescantia zebrina ou Zebrina pendula.
- Description (fig. 78). — Quoiqu'il y ait de la chlorophylle dans toutes
les regions de la feuille, celle-ci offre a sa face superieure des regions
foncées et des régions argentées constituant trois bandes, l’une médiane,
ee His
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHÉES ET LES FEUILLES COLORÉES. 69
les deux autres latérales. Cet aspect est dû à de l’air; si l’on trempe
des fragments de feuille alternativement dans l’eau et dans l’alcool,
pendant un temps trop court pour que ces fragments soient décolorés,
ils deviennent d’un vert uniforme, l’air s’étant échappé.
A la face inférieure la feuille est violette par suite d’un liquide coloré
placé dans les cellules épidermiques.
Fig. 79.
Ce cas se distingue du précédent en ce que l’aspect argenté se trouve
sur toutes les feuilles qui en outre ont un aspect de santé robuste et non
de maladie. D'autre part le Tradescantia zebrina offre la combinaison
d’une double coloration selon la face de la feuille considérée.
Fig. 80. — Cellules épidermiques vues de face.
STRUCTURE (fig. 79). — Dans toutes les régions la structure est sensi-
blement la même, à savoir :
70 MÉMOIRES DE L'HERPIER BOISSIER
10 De très grandes cellules épidermiques supérieures.
2° Une rangée de palissades peu nettes, distinctes du reste du méso-
phylle non par leur longueur mais plutôt par le fait qu’elles se touchent
exactement.
3° Un parenchyme lacuneux dont le nombre des assises est variable.
4° Un épiderme inférieur à très grandes cellules également.
De
Fig. 81. — Epiderme (région verte) Fi5. 82. — (Région argentée).
vu en coupe.
Ce qui frappe dans l'anatomie de ces feuilles, c’est la grandeur des
cellules épidermiques caractère en rapport avec la fonction de ces cel-
lules et leur contenu : air ou liquide coloré.
Si nous comparons les cellules épidermiques supérieures des régions
colorées à celles des régions incolores, nous observons comme dans le
cas précédent, soit en coupe, soit de face, une différence de volume. Les
cellules épidermiques des régions argentées sont plus grandes que celles des
régions foncées.
CONCLUSIONS
L'aspect argenté comme la coloration violette amènent un agrandisse-
ment des cellules épidermiques, ce qui est conforme aux résultats fourmis
par tous les cas examinés précédemment.
CONCLUSIONS DE LA TROISIÈME PARTIE
Il n’est pas suffisant d’avoir examiné deux cas pour tirer des lois
générales, aussi nous bornons-nous :
a) À faire remarquer que ces deux cas donnent des résultats con-
cordants.
b) La cause de l’aspect argenté siégeant dans l’épiderme, ce sont les
cellules épidermiques qui S’agrandissent.
c) L’agrandissemeni paraît surtout consisier en une augmentation de
surface plutôt qu'en une augmentation de hauteur.
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHÉES ET LES FEUILLES COLORÉES. 71
CONCLUSIONS GÉNÉRALES
$ 1. Reprenons les deux premières questions posées dans notre
introduction, à savoir : Y a-t-ıl un rapport entre la couleur des feuilles et
leur anatomie? À une cause de coloration déterminée correspond-il une
modification histologique constante ?
Nous répondrons comme suit :
1° Il y a toujours une modification histologique correspondant à une
couleur foliaire;
20 Plus la modification fonctionnelle est importante, plus la modifi-
cation histologique correspondante est intense, exemple :
La modification de la chlorophylle (c’est-à-dire la modification de la
transpiration et de l’assimilation), correspond à une modification histolo-
gique profonde de deux tissus : palissades et parenchyme lacuneux. Au
contraire l'apparition d’air ou de liquide coloré, modifiant peu le fonc-
tionnement de la feuille, un seul tissu (l’épiderme) est modifié et de plus
les modifications y sont légères ;
3° Les modifications histologiques intéressent surtout les tissus dont
les fonctions sont modifiées et souvent elles n’atteignent qu'eux. Cepen-
dant il y a des exceptions à cette règle. par exemple dans les feuilles
panachées dont toutes les parties sont autrement construites que les
feuilles vertes, alors même que la disparition de la chlorophylle est locale
dans ces feuilles;
Lo Les causes étant égales, les feuilles des dicotylées sont plus modi-
fiées que celles des monocotylées, le travail fonctionnel y étant plus
hautement différencié.
Ces divers résultats concordent-ils avec ceux de recherches analogues
ou faut-il nous étonner de la variabilité de la structure des feuilles
panachées?
Bon nombre d’auteurs ont établi par l'observation et l'expérience que
la structure des feuilles peut varier sous l'influence de causes externes.
iappelons quelques travaux à titre d'exemples :
Pick, dans son travail sur « L'influence de la lumière sur l'aspect et
79 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER,
l'orientation des cellules du tissu assimilateur ! », établit que, quoique
la forme des cellules palissadiques soit héréditaire, elle peut dans certains
cas être influencée directement par la lumière. Selon l'intensité lumi-
neuse il se forme du parenchyme de cellules rondes ou des palissades.
Stahl, confirmé par les travaux de Grosglick, établit de même qu'à
l'ombre les feuilles sont plus grandes et plus minces; la grandeur et
l'épaisseur du limbe étant inversément proportionnelles. (La règle n’est
toutefois pas générale et Stahl lui-même cite des exceptions : Iridees,
Liliacées, Orchidées, etc.).
Donc la diminution de l'épaisseur du limbe et le raccourcissement des
palissades, constatés comme résultat de la panachure, peuvent aussi étre
le résultat d’une cause externe: le manque de lumière. D’autre part Vesque
étudiant « les causes et les limites des variations de structure » établit
que la formation des palissades dépend de la transpiration. Eberdt, dans
un travail relativement récent (1888), ayant exposé les vues de deux
écoles opposées ayant pour chefs Stahl et Haberlandt ?, pose en principe
que la formation des palissades est bien héréditaire puisque toutes les
feuilles, même à l'obscurité, sont disposées à en former une assise, mais
que l’allongement des palissades, leur multiplication sont le résultat de
l’action combinée de l’assimilation et de la transpiration. Plus les deux
facteurs agissent simultanément plus ces cellules sont longues. Une faible
transpiration malgré une forte assimiliation peut produire une défor-
mation des palissades et entrainer la formation de lacunes et de méats.
Donc en admettant les vues de Pick, de Stahl, de Vesque, d’Eberdt, etc.,
notre travail concorde avec elles et les confirme, et nous les résumons en
disant que les modifications des conditions extérieures (par ex. lumière)
et les modifications des conditions intérieures des plantes (exemple pana-
chure) entrainant les mêmes modifications physiologiques retentissent de
la même facon sur l'histologie des organes.
S 2. Quelle est la valeur de la panachure et comment expliquer les
modifications histologiques qui l’accompagnent ? La plupart des auteurs
1 La lumière est nécessaire à la formation de la chlorophylle et la modification
de la chlorophylle est la cause de la panachure. Toutefois nous n’identifions pas
manque de lumière et panachure, celle-ci pouvant être une maladie héréditaire
due à une cause interne inconnue.
2 Stahl admet que la formation des palissades dépend de l’éclairage, Haber-
landt qu’elle dépend surtout de la surface foliaire.
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHÉES ET LES FEUILLES COLORÉES. 79
(v. Krank) considèrent la panachure comme une maladie ' dont les causes
assez mal connues peuvent être, dit Morren, internes ou externes à la
plante, par exemple : chélivité des graines dépendant de la mauvaise
nutrition de la plante mère, humidité du sol, insuffisance de la lumière,
hérédité, contagion par greffes, etc. En général on voit les plantes pana-
chées décrites comme des plantes faibles, supportant mal le froid, fleu-
rissant peu, se ramifiant mal, se reproduisant surtout par boutures.
Sur quels faits peut-on baser l'opinion que la panachure est une
maladie? Un organisme malade fonctionne mal, or :
lo Church a démontré que les feuilles panachées contiennent plus
d'eau et moins de substances organiques que les feuilles vertes, ce qui
signifie que leur assimilation est moindre. En outre par leurs cendres
elles rappellent les jeunes feuilles normales, qui comme elles ont beau-
coup de potasse et de phosphore mais peu de chaux.
20 Morren fait remarquer depuis longtemps que les plantes panachées
sont trop faibles pour produire des fleurs doubles.
30 Divers horticulteurs ont pu transformer des plantes vertes en
plantes panachées en les affaiblissant par des greffes. Ainsi Lemoine,
cultivateur à Nancy, ayant greffé un Abuiilon panaché sur un autre qui
ne l’élait pas, celui-ci émit au-dessous de la greffe des pousses à feuilles
panachées, parce que ses rameaux devant nourrir un greffon n'ont
plus assez de sève pour eux-mêmes.
Nous pourrions multiplier les preuves pouvant faire considérer la
panachure comme une maladie. Ce serait inutile, nous adoptons ce point
de vue, mais d’après nos propres observations nous ajoutons qu’il est
facile d'expliquer par un état maladif les modifications histologiques
observables dans les feuilles panachées. La maladie, quoique temporaire
quelquefois, se fait toujours sentir dès le jeune âge et arrête le déve-
loppement des organes, l'apport des substances nécessaires à une crois-
sance normale élan! trop faible ou s’arrêtant trop vite. Avec Church
qui avait remarqué que par leur contenu chimique les feuilles panachées
se rapprochent des jeunes feuilles, nous admettons qu'elles s’en rappro-
chent aussi par leur structure. Les feuilles panachées sont des organes
malades conservant pendant toute leur vie la structure peu différenciée de
leur jeunesse. En outre, l'étude anatomique des feuilles panachées nous
1 Pour certains auteurs les feuilles colorées sont aussi des feuilles malades et
Jumelle, étudiant l'assimilation chlorophyllienne des arbres à feuilles rouges,
démontre qu'ils assimilent moins que les autres.
74 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
permet de déterminer la valeur de la maladie, différente selon les cas:
elle peut étre locale ou générale. Nous la considérons comme locale non seu-
lement quand la chlorophylle est modifiée dans certaines régions seule-
ment, mais de plus quand la modification histologique correspondante
est locale elle aussi. Au coniraire, la maladie nous paraît générale et plus
profonde, lors même qu’exterieurement elle paraît locale, quand la mo-
dification histologique est étendue à la feuille entière. Par exemple : la
maladie nous parait plus générale chez un Buxus sempervirens dont les
feuilles panachées n'ont en aucune région la structure des feuilles nor-
males que chez un Vitis chez lequel à ces régions diversément colorées
correspondent différentes structures. Toutefois quand l’action débilitante
de la maladie est localisée pour une raison quelconque elle nous frappe
davantage.
S 3. Les plantes panachées constituent-elles des variétés ou des varia-
tions ?
Les jardiniers multiplient généralement leurs plantes panachées par
boutures ou par division de touffes ; la panachure est donc héréditaire
par bourgeon. D'autre part, l’on sait déjà depuis Morren (1865), que la
panachure est aussi héréditaire par graine !.
Aussi est-ce probablement d’après ce caractère héréditaire que l’on con-
sidère les plantes panachées comme formant des variétés plutôt que des
variations. Cette manière de voir est juste sans doute puisque en plus de
l’heredit& de leurs caractères elles sont définies par des modifications
histologiques précises et profondes qu’il nous paraît impossible de ralta-
cher à des varialions vu leur importance.
Ceci nous conduit à notre quatrième question.
$ A. Les caractères anatomiques des feuilles panachées sont-ils de
bons critères pour la classification ? Puisque nous voyons que chez les
feuilles panachées ces caractères sont quelquefois profondément modifiés
par suite de la maladie et conservent toute leur vieles caractères du jeune
âge, notre réponse est double. D'une part, si l’on peut utiliser les carac-
tères anatomiques des racines et des tiges sans arrière-pensée, il faut
être plus circonspect avec ceux des feuilles, ces organes échappent plus
ou moins à l’hérédité sous l'influence de causes diverses. D'autre part,
1 Dans ce dernier cas dit Frank, les embryons paraissent cependant bien
construits, leurs cotylédons et leurs premières feuilles sont d’un vert normal et la
panachure n'apparaît que lorsque quelques feuilles se sont déjà formées.
ALICE RODRIGUE. LES FEUILLES PANACHÉES ET LES FEUILLES COLOREES. 79
nous avons cru constater (et nous l’avons indiqué dans nos observations)
que la panachure fait apparaître dans une plante malade une structure
foliaire qui paraît anormale, comparée à celles des parties saines de cette
plante, mais que l’on retrouve chez d’autres espèces non malades. De la
sorte les variétés panachées peuvent histologiquement établir une tran-
sition entre deux variétés que le classificateur ne songerait peut-être pas
à rapprocher. À ce point de vue comparatif leurs caractères ne sont pas
à dédaigner.
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Bulletin de l'Herbier Boissier, le volume 20 fr.
Tome 1 (1893). 715 pages, 28 planches et 2 appendices.
2 .1,.(1890),,.2095°9° 92%.» et 4 »
» 11 (4895), 706: » 18 » et l »
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» IV 1896) 963 » N) et 3 »
» a (1897), 1135 59025. et 2 »
DENE (4898). 108E 00 19. 2» et 3 » et {4 planches.
» vi 1899), 1019 ya, ut: > et d Dei) »
BOISSIER, EDM. Flora orientalis sive enumeratio plantarum in Oriente a Græcia
et Ægypto ad Indie fines hucusque observatarum. — 5 vol. et Supplément,
in- go. 1867-1888 : 140 fr.
— Voyage botanique dans le midi de l'Espagne pendant l’année 1837. — 2 vol.
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— Diagnoses plantarum orientalium. 1re série, 13 fascicules ; 2me série, 6 fasci-
cules. — In-80. Genève, 1842-1859, le fascicule : Sin,
Les fascicules 1, 3, 6 et 7 sont épuisés.
— Description de deux nouvelles Crucifères des Alpes et du Piemont. — In-40, avec
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— Centuria Euphorbiarum. Genève, 1860 A Ir,
— Pugillus plantarum novarum Africæ borealis Hispaniæque australis, — In-80
Genevæ, 1852 3 fr.
BOISSIER, EDM. zer BUHSE. Aufzæhlung der in einer Reise durch Transkaukasien
und Persien sesammelten Pflanzen. — In-k0 avec 10 planches et 1 carte.
Moskau, 1860 10 fr.
BARBEY, C. er W. Herborisations au Levant : Egypte, Syrie et Méditerranée,
Février- -mai 1880. Avec 11 planches et I carte. — 1880 20 fr.
BARBEY, W. Flora Sardoæ compendium. Catalogue raisonné des végélaux observés
dans l'île de Sardaigne. Avec suppl. par MM. uno, et E. Levigr. Avec
7 planches. — 1885 20 fr.
— Epilobium genus, a cl. Ca. Cuisn ill. Avec 24 planches. -— Lausanne, 1885.
25 fr.
— Lydie, Lycie, Carie, 1842, 1883, 1887. Études botaniques. [n-40, avec 5 pl. —
1890 15 fr.
— Cypripedium Calceolus X macranthos Barbey. — In-40, avec une planche double
coloriée. Lausanne, 1891 3.18.
STEFANI, C. ve, C. J. FORSYTH MAJOR er W. BARBEY. Samos. Étude géolo-
gique, paléontologique et botanique. A vec 13 pl., par CH. Cuisin. 1892. 20 fr.
— — — Karpathos, Étude géologique, paléontologique et botanique. — In-%o,
avec 13 pl., par Gm. Cuisin. 1895 20 fr.
MAJOR. C.-J. Forsyru er BARBEY, W. Halki. Étude botanique. — In-40 avec
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AUTRAN, E. er DURAND, TH. — Hortus Boissierianus. Énumération des
Pt cultivées en 1895 à Valleyres et à Chambésy, avec préface de
M. F. Crépin. — In-89, xı et 572 pages, avec 3 planches. Genève, 1896.
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à PUBLICATIONS DE I L'HERBIER BOISSIER
— SCHINZ, H. — Die Pilduzenwelt Deutsch-Südwest-
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No 2. — HERZOG, Th. Einige briologische Notizen aus Grau-
binden und Walls ses AREA
N° 3. — de WILDEMAN, E. Une nouvelle Chytridinée (Micro-
myces Mesocarpi)....... AA aise ati ROUE NUE
N° 4. — SYDOW, H. et P. Fungi Aliquot Novi à :F. Stuckert
in Argentina IE PR AE PS
N° 5. — WAINIO, Edv. A. Reactiones Lichenum à J. Müllero
Argoviensi Deseripiorum 22... NE Ses
N° 6. — MÜLLER, Karl, Freiburgi. Bg. Revision der Hepaticæin
Mougeot-, Nestler- und Schimper Stirpes kryptogama,
No 7. — Abbe CHEVALLIER, L. Notes sur la Flore du Sahara
N° 8. — CHABERT, Alfred. Les Rhinanthus des Alpes maritimes
N° 9. — Prof. Dr ROSENSTOCK (Gotha). Aspidium Libanoti-
EU 0 2SD. ER ee SE
No 10. — SCHINZ, Hans. Beiträge zur Kenntnis der Afrikanischen
Flora (Neue Folge) : I. Zur Kenntnis der Pflanzenwelt
der ‚Delagoa-Bayı era a N IR ar
No 11. — STEPHANI, Franz. Species hepaticarum suite) RER
No 12. — MEISTER, Fr. Beiträge zur Kenntnis der europäischen
Arten von. Unie u se
N0o43.— FREYN, J. Ueber neue und bemerkenswerthe orienta-
lischexPllanzenartem ns a a etes
N° 14. — FRANCHET, A. Mutisiaceæ japonicæ a dom. Faurie
collectæ e herbariis Musei Parisiensis et dom. Drake
del; Castillo expose eme u a pre Rte
N» 15. — DE WILDEMAN, E. Observations sur quelques Chytri-
dınees nouvelles ou peu-connues.......... 0...
N° 16. — STEPHANI, Franz. Species hepalicarum (suite)......
/A. — CHODAT, R. Sur trois genres nouveaux de Protococ-
en
coidées et sur la florule planktonique d'un étang
du<Manemark a mar. ANR en
B. — RODRIGUE, Alice. Les feuilles panachees et les
feuilles colorées (rapports entre leurs couleurs et
leur. strueume) 2.202007 N Rae EEE
OBSERVATION
Les auteurs des travaux insérés dans les Mémoires de l'Herbier Boissier
ont droit gratuitement à trente exemplaires en tirage à part.
Genève. — imp, Romet, boulevard de Plainpalais, 26.
ons DE à HERBIER BOISSIER
Gusrave BEAUVERD, Conservateur.
N° 18
| | A
: LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA.
PAR :
+ Pascal CONTI (1874-1898)
(avec un portrait)
PREFACE paß R. CHODAT
Professeur de Botanique à l'Université de Genève.
RER RS PTT TRS
B
Lichenes Berguelenses
atque a Rev. F. R. M. WILSON determinati.
TT TT
C
PLANTE rÖSITANZE
AUCTORE
Georges-E. POST
D
Contributions -à la Flore bryologique du Jura
PAR |
Charles MEYLAN
Date de la publication : 20 août 1900.
Prix : 4 francs.
GENÈVE er BALE
GEORG & Cie, LIBRAIRES-EDITEURS
MÊME MAISON A LYON
1900
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER No 18 Planche I.
PASCALE CON
DE LUGANO
1874-1898
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER
N° 18.
/ LES ESPÈCES
DU
Genre MATTHIOLA
PAR
Pascal CONTI
PRÉFACE par R. CHODAT
Professeur de Botanique à l’Université de Genève.
PRÉFACE
L'origine du présent travail monographique est dans les recherches
que j'avais entreprises pour rattacher à leurs congénères les Matthioia
isolés au nord de la chaîne principale des Alpes. On sait en effet que, en
deux points, le M. tristis a franchi les passes les moins élevées du
contrefort alpin, les Alpes Pennines par le col du Simplon, les Alpes
graies au Mont-Cenis. C’est ainsi qu’au sud de Bérisal et près de Sion en
Valais la variété valesiaca s’est établie sur des schistes lustres, tandis
qu'une variation analogue occupe en plusieurs points, en Maurienne, des
terrains gypseux extrêmement secs. La présence d’une troisième variation
dans la vallée de Cogne du massif du Grand Paradis, m'avait poussé à
admettre pour le M. valesiaca plusieurs espèces locales distinctes, le
M. sabauda Chodat, à fleurs pourpres livides, à feuilles étroites et à
sépales dressés; le M. valesiaca (emend.) du Valais, à fleurs mauve-
violacées plus grandes, à sépales un peu incurvés en dehors au sommet.
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n° 18, 20 août 1900. 1
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EN
2 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (2)
Il restait la forme de Cogne qui présente des caractères intermédiaires
entre les deux espèces, sans toutefois être identique à l’une ou à
l’autre.
A cette occasion j'avais établi d’une manière précise la pénétration de
types méridionaux à travers les passages des Alpes, et j'en concluais que,
pour ses espèces les plus caractéristiques, le Valais et la Maurienne se
rattachent, le premier tout particulièrement à la flore sud alpine. Le
Valais n’est de fait qu’une dernière vallée des Alpes méridionales qui
n’est que très indirectement en relation avec le grand courant de la vallée
du Rhône, dont l'influence phytogéographique se prolonge d’une ma-
nière bien plus saillante le long de la dépression jurassique.
Les conditions climatériques des stations valaisannes et de la Maurienne
si sèches, leur sol friable et détritique, permettent à des plantes qui n’ont
par elles-mêmes aucun pouvoir d'extension, ni aucun avantage dans la
lutte pour l’existence dans de meilleures stalions, de se maintenir pres-
que libres de toute concurrence dans ces lieux subdésertiques, rocheux
ou sablonneux.
Toutes les espèces du genre Matthiola, stirpe méditerranéen-oriental
par excellence, sont des plantes xérophytes accentuées. Un prompt déve-
loppement, suivi d’une floraison assez hâtive et d’une rapide maturation
des graines, leur permettent d'utiliser les meilleurs moments du prin-
temps et du commencement de l'été.
Au point de vue biologique, on pourrait les grouper en deux catégories,
la première comprenant les psammicoles, dont le type européen est le
M. sinuata et le M. tricuspidata, et le second est le type rupicole, repré-
senté par M. tristis et beaucoup d’autres espèces.
Les espèces adaptées à la vie dans les sables maritimes méditerra-
néens varient peu. Il en est un certain nombre qui font le tour de cette
mer intérieure sans se modifier beaucoup.
Ici encore l’immense dispersion de M. tricuspidata maintenant avec
ténacité ses caractères essentiels n’a rien de surprenant. Le M. sinuata,
dans les mêmes stations, varie peu ; ses formes sont si peu distinctes que
le monographe lui-même a quelque peine à les définir et à les recon-
naître. La migration n’a pas entraîné de variations, car les conditions de
vie sont très semblablement les mêmes sur tous ces rivages sablonneux.
Il n’est pas douteux cependant, malgré la dispersion considérable, que
les plantes de toute l’aire ne soient dérivées d’un centre par migration
et qu'il y ait ainsi en quelque sorte continuité dans toute l’aire.
Be“
(3) PASCAL CONTI. LES ESPECES DU GENRE MATTHIOLA. 3
J'ai déjà, à propos de Polygalees!, montré combien étendue peut être
l’aire d’une espèce si la continuité des terrains qui lui sont propices est
réalisée. Ainsi le P. erioptera, qui se maintient sensiblement identique
de l'Inde aux Iles du Cap-Vert et l’Angola, le P. longicaulis, qui occupe
les mêmes stations du Paraguay à l'Amérique centrale. Tout au contraire
leurs espèces sœurs adaptées a la vie rupestre ont une aire très limitée.
Le P. petræa Chodat et le P. Gagnebiniana Chod., espèces vicarianles de
P. eriopiera, sont limitées, l’une aux environs d’Aden et de Socotra,
l’autre aux environs de Kitouri, dans l’Ukamba. Il en est de même ici, les
espèces rupestres voisines de M. sinuata, M. maderensis (Madère), M.
cı assifolia (Judée), M. rupestris (Sicile), ont une aire très restreinte.
Il est dans des cas semblables si facile d'établir l’origine que l’on peut
bien parler d'espèces dérivées par adaptation à d’autres conditions.
Dans tous les cas, il est facile de montrer que l’affinité morphologique,
lorsqu'elle est fondée sur une comparaison bien établie des caractères
morphologiques, s'exprime également par une affinité géographique.
A mon sens, le point de vue géographique ne doit jamais être consi-
déré que lorsqu'une étude morphologique ou anatomique consciencieuse,
a clairement établi les affinités.
Si l'étude systématique des groupes végétaux doit nous amener à des
résultats scientifiques, il importe avant tout d'approfondir la morpho-
logie des groupes à examiner. Ce n’est qu’en étudiant l’ensemble des
caractères que l’on pourra déterminer l'allure du groupe et sa tendance.
Seule une étude aride et minutieuse de toutes les espèces et de leurs
variations peut en faire connaître l'intensité et la direction.
La famille des Polygalées, que j'ai minutieusement étudiée, est exces-
sivement intéressante à ce sujet.
La similitude, l’analogie, l’&pharmonie, dues à l’impression profonde
que peut faire le milieu (climat, adaptation à des substratums divers,
intervention des insectes), qui a été confondue avec une véritable conver-
gence, ne doivent jamais nous induire en erreur, car il ne faut jamais
perdre de vue que ce n’est ni l'intensité d’un caractère, ni son absence
ou sa présence qui doivent nous guider dans nos considérations sur
l’affinité. Il existe dans chaque groupe une série de caractères souvent
fort peu apparents, formant avec d’autres une mosaïque intime suscep-
1 Chodat, Distribution et origine de l'espèce et des groupes. Archives, Genève,
1891, 695; Id. Polygala d'Europe, Bull. Soc. bot. de France, XXIX, 179 ; Id.
Monograph. Polygalacearum, vol. I. Introduction.
4 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (4)
tible de varier, mais qui retient avec fixité le rapport des divers carac-
rères accentués ou atténués.
Ainsi, dans le groupe qui a fait l’objet de l'étude de M. Conti, les carac-
teres tirés des nectaires sont excessivement précieux ; leur indépendance
ou leurs anastomoses si curieuses permettent souvent au monographe
de classer son espèce par ce seul caractère.
En même temps que varie ce caractère se modifient ceux des stig-
mates, des siliques, des pétales, de l’habitus ainsi que la pérennité
ou l’annuité, etc.
Dans un groupe aussi peu différencié que le genre Matthiola, il faut
une attention extrême pour saisir ces affinités qu'il est souvent difficile
d'exprimer en une courte diagnose.
Sans croire que dans une matière aussi difficile le dernier mot ait été
dit, j'ai l'impression que M. Conti s’en est tiré avec talent et que, de son
travail, il ressort un enseignement précieux pour la phytogéographie et
la systématique des cruciferes. C’est un travail qui a été fait pour ainsi
dire sous mes yeux et je sais avec quel soin et quelle patience Conti s’y
était adonné.
Un des principaux résultats, si l’on met de côté la question purement
taxonomique, a été de mettre en évidence, pour un groupe à espèces
relativement récentes et peu différenciées, que les affinités morpholo-
giques établies d’une manière toute indépendante correspondent à des
affinités strictement géographiques.
L’isolement géographique du M. elliptica d’Abyssinie correspond éga-
lement à une différenciation morphologique importante.
Les espèces voisines dans chaque groupe ont une aire limitrophe
ordinairement continue avec celle de leurs espèces sœurs mais qui
n’empietent nullement les unes les autres.
Ainsi le M. flavida, de la Perse centrale, est remplacée au Khorassan
par le M. dumulosa, le M. iatarica, de Transcaspie, par le M. superba,
en Songarie, etc., etc. à
D'autre part, le parallélisme des formes et l’absence de convergence
vraie dans les formes vicariantes, par exemple celles du M. tristis a été
clairement établi par le travail de Conti. Ce résultat est d'autant plus
précieux que l’auteur différait de sentiment avec moi sur ce point au
début de son travail et qu'il a fait de grands efforts pour accumuler des
preuves du contraire. L’auteur reconnaît que jamais il n’a réussi à ren-
contrer de véritable convergence, ce qu’il admettait au début.
Tout le chapitre des considérations générales est plein d'enthousiasme
D
(5) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. b)
juvénile. Conti voit les souches voyager avec une clarté qui peut
paraître verligineuse. S'il eut vécu, je l’eus certainement amené à modi-
fier certaines de ses affirmations trop osées. Je n’ai pas voulu enlever à
ce mémoire posthume une partie de sa saveur.
Pascal Conti est né le 25 septembre 187%, à Lugano, dans ce beau pays
de la Suisse insubrienne. La flore si riche, si variée de ce canton, où la
flore alpine touche presqu’à celle de la Méditerranée, avait eu pour lui
de bonne heure un attrait particulier. Il a récolté un herbier considérable
en particulier de mousses, dont il a communiqué beaucoup d'extraits à
divers botanistes suisses.
Ses études universitaires l’amenèrent à Lausanne, où il a fait surtout de
la bryologie. Venu à Genève en 1895, il me frappa bien vite par son
enthousiasme et son ardeur au travail. D’un esprit primesautier, Conti
aurait certainement marqué dans la Botanique si l’implacable phtisie
n’était venue l'arrêter dans ce noble élan. Il a espéré jusqu’au dernier
moment pouvoir reprendre ses chères études. Pendant un an il était
retourné dans sa patrie où, sous un ciel clément, il espérait que sa jeu-
nesse serait maîtresse du mal qui le rongeait.
Hélas ! il était trop gravement atteint, et le 2 août 1898, sa famille et
ses amis étaient plongés dans un deuil cruel.
En publiant le mémoire qu’il avait terminé, et auquel je n’ai dû ajouter
que le synopsis et la table, je crois m’acquitter d’un pieux devoir envers
un élève et un assistant que j’esperais voir faire une brillante carrière
scientifique !.
1 Voir, pour la liste des publications scientifiques, l’article nécrologique que
j'ai publié sur P. Conti, dans le No d'octobre 1898, du Bulletin de l’Herbier
Boissier.
6 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (6)
INTRODUCTION
La famille des Cruciferes a toujours été considérée par les botanistes
systématiciens comme une de celles dont l’etude est la plus difficile,
faute de caractères généraux constants qui soient en même temps
naturels. Les difficultés que j'ai rencontrées dans l'étude du genre
Matthiola, proviennent également du manque de caractères généraux
pour une subdivision naturelle et une grande variabilité de chaque
caractère et de chaque espèce.
Après quelques tälonnements, quelques essais inutiles de séparer les
espèces par des caractères un peu sûrs et saillants, j’ai dû me convaincre
que cette méthode n’était pas applicable; les espèces du genre Matihiola
paraissent toutes récentes et la plupart se sont différenciées en passant à
travers des régions qui existent encore actuellement et par conséquent
elles ont maintenu avec la souche des rapports qui rendent impossible la
séparation nette du rameau dérivé; de plus, chaque espèce, si les condi-
tions sont favorables, c’est-à-dire en arrivant dans certaines régions, donne
un faisceau de formes divergentes dans toutes les directions, et qu’on
a souvent beaucoup de peine à grouper d’une manière naturelle. Ce n'est
qu'en partant d’un point de vue philosophique et en traitant ce qu'on
appelle espèce, non comme quelque chose de réel et caractérisé mais
comme un simple point de repère placé le long d’une série continue, que
j'ai pu établir une classification naturelle du genre Matthola.
Un autre principe, dont je n'étais pas convaincu au commencement
mais dont j'ai vérifié l’exactitude chemin faisant, c’est celui de la diver-
gence constante des groupes : si deux branches d’une même espèce, se
dirigeant à travers deux régions différentes, viennent plus tard à se ren-
contrer sur un terrain commun, elles subissent de manières différentes
l’action du milieu.
Celui-ci peut les faire évoluer parallèlement, mais je n’ai pas trouvé
1 Ce travail a été fait sous la direction de M. Chodat, dans le Laboratoire de
botanique systématique de l’Université de Genève; je suis heureux d'exprimer
ici à M. Chodat les sentiments de ma plus vive reconnaissance pour les conseils
qu'il n’a jamais cessé de me donner et pour son excellent enseignement.
(7) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 7
de cas où il y eût de véritable convergence; et j'entends par conver-
gence non seulement la formation de caractères égaux sur deux formes
différentes, mais aussi un effacement total des tendances primitives. En
d’autres mots, dès qu'une espèce sort d’une région pour entrer dans une
autre, elle acquiert dans celle-ci des propriétés qui se fixent avec une
grande facilité, sinon comme caractères morphologiques visibles, au
moins comme tendances. c’est-à-dire comme susceptibilité de transfor-
mation ultérieure; au point géographique de convergence, le milieu
modifie de la même manière sur les deux formes les caractères qui sont
sous son influence directe; mais les propriétés qui ne dépendent pas
directement de l’action du milieu sont seulement sollicitées à réagir par
cette action, le mode de réaction étant déterminé par la tendance acquise
précédemment.
Nous arrivons ici à diviser les propriétés d’une plante en deux
groupes correspondants aux deux groupes épharmonique et phylétique
de Vesque. Un exemple tout à fait démonstratif est donné par le groupe
de M. oxyceras, dont une branche a passé par l’Asie-Mineure et la
Palestine et a donné une forme xérophile dans le désert arabique; une
autre branche passa par la Tunisie et revint de là vers l’Arabie en
donnant aussi aux approches du désert une forme xérophile; les deux
branches sont encore actuellement très mal caractérisées au point de vue
morphologique et il est impossible de les séparer par des caractères un
peu constants; les deux formes désertiques dérivées ont pris un faciès
désertique en réduisant les feuilles, les fleurs, les siliques, modifications
produites évidemment sous l'influence directe du milieu, mais chez la
forme venue de Palestine, le climat désertique a déterminé le dévelop-
pement d’un riche système de poils glanduleux, tandis que chez la forme
venue de Tunisie les glandes font complètement défaut; et cependant,
s’il ya un cas où la convergence complète devait se produire, c’est bien
celui-ci, sous l'influence d’un milieu à action aussi énergique que le
climat désertique.
Il me reste encore un devoir bien agréable à remplir, c’est de remercier
ceux qui m'ont aidé d’une manière ou de l’autre dans mon travail.
Un remerciement tout spécial d’abord à M. le professeur Chodat, qui
m'a conseillé ce travail et qui m’y a aidé de ses conseils. MM. Barbey et
Casimir De Candolle comme propriétaires, MM. Autran et Buser comme
conservateurs m'ont accordé bien des facilités dans l’usage des biblio-
thèques qui dépendent d’eux et ont toujours cherché à m'aider dans
des recherches bibliographiques souvent fort difficiles.
8 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (8)
MM. Autran, Barbey, G. von Beck, Buser, J. Briquet, Caruel, Casimir
de Candolle, Freyn, Carl Fritsch, Gibelli, Henriquez, Kerner von Marilaun,
GC. Winkler, A. Zahlbruckner m'ont envoyé les herbiers dont ils sont les
propriétaires ou les conservateurs, ou m'ont autorisé à les consuller.
Que tous ces messieurs veuillent agréer l'expression de ma plus vive
reconnaissance pour leur amabilité.
Le présent travail se base surtout sur les matériaux contenus dans les
herbiers suivants :
Herbier Ayasse au Labor. de syst. de Genève.
» Boissier à Chambesy.
» Barbey-Boissier à Chambésy.
» De Candolle à Genève.
» Delessert à Genève.
» De Coïmbra (Portugal).
» Du Musée botanique de Florence.
» Impérial de Saint-Pötersboureg.
» De Turin.
» Impérial de Vienne :.
» De l’Université de Vienne.
1 Cette collection de Matthiola a été complètement détruite dans l'incendie de
l’Université en décembre 1898.
Neo)
(9) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA.
Genus Matthiola R. Br. in Aït. hort. Kew, éd. 2, vol. IV, p, 119.
Cheiranthi sp. Lin. sp. pl.
» » Juss.
» » Willden.
Matthiola Bentham et Hooker e. p.
Lonchophora Bentham et Hooker e. p.
pus | Baillon Hist. Pl.
Lonchophora
Matthiola
Lonchophora
Non Matthiola Linn. sp. pl.
| Prantl in Engl. et Prantl. Nat. fam.
RESULTATS THEORIQUES
GÉOBOTANIQUE. — Matthiola est par excellence un genre méditer-
ranéen; son aire est presque exclusivement limitée aux régions qui
bordent la grande dépression aralo-méditerranéenne et à la Perse; très
peu d’espèces s’éloignent de ces limites comme par exemple : M. elliptica
en Abyssinie, M. torulosa au Cap de Bonne-Espérance, M. revoluta qui
monte jusqu’au Kachmir, M. songarica de la Dzongarie.
Pour plus de clarté dans l’exposé de ces conclusions, je commencera
par séparer les espèces du genre Matthiola en deux groupements
artificiels : l’un occidental, avec les espèces se groupant autour de
M. tristis,, M. oxyceras, M. sinuata; l'autre oriental avec toutes les
autres espèces, et duquel dérive le premier.
Dans les espèces orientales je distingue trois séries; les deux plus consi-
dérables par l'étendue de l’aire et par le nombre des espèces, convergent
vers le pays au nord du lac Balkhach et de l’Ala-taou ou peut-être même
vers la Dzongarie; à partir de ce point nodal, deux directions ont été
suivies par la souche de notre genre : l’une, que j’appellerai nord-
aralienne, a passé au nord de la dépression aralo-méditerranéenne et est
arrivée jusque dans la Russie méridionale; l’autre, qui mérite le nom de
sud-iranienne a suivi le bord oriental de la dépression aralo-caspienne
10 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. + (10)
en descendant vers le sud; elle a longé le pied oriental de l’Alai et de
/’Indou-Kouch, est arrivée aux chaînes qui entourent au sud et à l’ouest
les déserts iraniens et les a suivis pour passer ensuite dans les mon-
tagnes de l’Asie-Mineure et en Palestine; de cette série se détache
à la hauteur du golfe Persique un rameau qui s'étend jusqu'en Abys-
sinie.
La troisième série, irano-thibetaine, part du Kachmir, suit l’Indou-
Kouch, croise la serie sud-iranienne au pied occidental de cette chaîne et
s’etend sur la Perse boréale et centrale,
I. Série irano-ihibetaine ; c'est une petite série composée de deux
espèces, M. revoluta et M. Khorassanica, ne se rattachant en aucune
manière aux autres séries et nettement caractérisée, sur le sec, par
des pétales linéaires enroulés. M. revoluta donne plusieurs variétés dans
le Kaschmir et l’Indou-Kouch; une autre variété est répandue sur toute
la Perse centrale et une dernière variété (var. farinosa) gravit les pentes
de l’Elbourz. M. Khorassanica est limitée à la Perse boréale-orientale
(Khorassan).
L'espèce nodale des deux premières séries (nord-aralienne et sud-
iranienne) est M. songarica de la Dzongarie.
II. Série sud-iranienne; commence dans le Turkestan par trois espèces
voisines se rattachant directement à M. songarica; ce sont M. superba,
M. tatarica, M. robusta, ce dernier plus distinct que les deux autres;
M. dumulosa continue la série dans la région comprise entre le pied de
l’Indou-Kouch et la mer Caspienne; M. flavida se rattache à M. dumulosa et
est répandu dans toute la Perse méridionale et se continue à l’ouest par
M. damascena qui arrive en se modifiant jusqu’en Palestine, où il donne
sur les bords de la Méditerranée M. crassifolia et M. sinuata. M. sinuata
suit les rivages septentrionaux de la Méditerranée, arrive jusque dans la
France méridionale, longe le pied oriental des Pyrénées, arrive au golfe
de Gascogne et se répand de là jusqu’au Portugal et à Madère; la forme
de cette île prend le nom de M. Maderensis. M. rupestris de Sicile doit
être placé à côté de M. sinuata, mais il m'a été impossible d'établir le
point d’attache géographique de cette espèce au reste du groupe.
Une petite série latérale se détache de M. damascena; sur les mon-
tagnes du Farsistan (Kuh-i-dehna) il se forme une espèce, M. ovatifolia,
à feuilles ovales ou elliptiques, qui représente le point de départ de la
série qui est arrivée jusqu'en Abyssinie et dont le dernier terme, seul
connu, est M. elliptica des régions africaines à l’orient du Nil.
A une époque plus récente, M. damascena s’est répandu sur toute la
AR
ER
(11) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 11
Perse boréale, le peu d’anciennete de cette dispersion étant indiqué par
la différenciation à peine ébauchée qui a lieu dans cette région.
III. Série nord-aralienne; débute par M. fragrans, dont les formes les
plus orientales passent à M. songarica; M. fragrans est répandu au nord
de la mer Caspienne et dans la Russie méridionale jusqu’au Donetz et au
Daghestan. C’est à cette espèce que se rattache le groupe caucasien de
M. odoratissima et les groupes occidentaux de M. tristis et M. oxyceras.
Groupe du M. odoratissima. — M. odoratissima est répandu en Crimée
et dans tout le Caucase; une variété est spéciale à la Crimée, c’est la
var. Taurica; une autre (var. integrifolia) est commune à la Crimée et à
l'extrémité occidentale du Caucase; dans la grande vallée du Caucase
oriental qui descend de Tiflis à la mer Caspienne se trouve une autre va-
riété (var. iypica), qui présente deux formes locales, l’une, poilue, dans la
partie inférieure de la vallée (forma tomentosa), l’autre aux environs de
Tiflis (forma discolor); une troisième forme (forma virescens) se
retrouve, complètement isolée du reste, dans la vallée afghane de
l'Ibari-rud.
La var. dentata d'Arménie (lac d’Ourmiah) se rattache très étroitement
à la forme de Tiflis de la var. iypica. En Medie, sur le Karaghan, nous
trouvons le terme le plus différencié de la série caucasienne, c’est
M. spathulata caractérisé par la forme de ses feuilles et la longueur
exceptionnelle du limbe de ses pétales.
Groupe de M. tristis. — Se distingue du groupe de M. oxyceras par
sa souche vivace. Comprend trois espèces, dont les aires sont disjoin-
tes. M. torulosa du cap de Bonne-Espérance, M. arabica du Sinai,
M. tristis de l'Europe méridionale et d’Algerie. Les deux premières
espèces ne varient presque pas. M. tristis est au contraire très poly-
morphe et ses variations sont parmi les plus intéressantes du genre. Je
les ai exposées et discutées en détail dans une publication spéciale ! et je
n’en donnerai ici que les résultats les plus généraux et importants.
M. tristis est répandu de l’Olympe de Bithynie et de Constantinople à
l'Espagne et se retrouve aux Canaries et en Algérie. La Sicile est la seule
île méditerranéenne qui possède cette espèce; presque partout M. tristis
est une plante rare à stations peu considérables et restreintes formant
une aire discontinue dans laquelle on peut faire les groupements
suivants :
1 P. Conti, Class. et distrib. des espèces europ. du g. Matthiola : Bull. herb.
Boissier, tome V (1897), p. 31-59.
12 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. - (12)
a) Stations de la péninsule balkanique;
b) Stations de la péninsule italienne;
c) Stations du versant sud des Alpes et de la Dalmatie;
d) Stations de la France méridionale, d'Espagne, Portugal, Algérie,
Canaries.
Chacun de ces groupes présente trois variations morphologiques géné-
rales, qui sont : une plante de taille moyenne, à tige feuillée dans les
régions basses et chaudes; une forme robuste sur les basses montagnes
chaudes et pas trop sèches; une forme acaule, réduite, sur les hautes
montagnes. La première forme présente ordinairement des siliques
cylindriques toruleuses; les deux dernières ont le plus souvent des
siliques comprimées.
Chacun des quatre groupes que nous avons distingués constitue une
petite série parallèle aux autres présentant des variations dans le même
sens et pouvant en outre posséder des formes spéciales dues à des con-
ditions climatériques spéciales. Les formes vicariantes des différentes
séries ne sont pas cependant identiques et montrent toutes des affinités
marquées pour les autres formes de la même série.
Selon la position géographique des différentes aires sériales, la forme
prédominante, qui peut aussi devenir exclusive, sera la forme acaule ou
l’une des deux autres: c'est ainsi que la forme acaule est presque
exclusive dans la série du pied des Alpes; elle a été probablement fixée
par le climat glaciaire et le climat actuel de cette région n’a pas eu une
influence assez forte pour lui faire développer de nouveau une tige
feuillée.
Dans les Apennins, la forme acaule n’est plus que prédominante, car
dans les vallées de l’Apennin central la forme de basse montagne a pu
se développer ; dans les péninsules balkanique et ibérique, cette même
forme acaule n’occupe plus qu'une partie minime de l’aire du groupe; en
Macédoine elle est encore très différenciée et témoigne d’une action
longue et efficace du climat alpin ou plus probablement du climat gla-
claire; en Espagne la forme acaule n’est plus qu’une simple variation
accidentelle subie par l’espèce en montant sur les chaînes montagneuses
méridionales; c’est une forme au début de sa différenciation. Dans le
nord de l’Algérie la variabilité, bien qu’assez grande, ne dépasse pas le
degré d’une variation individuelle; dans le sud, au voisinage du Sahara,
la plante se réduit, bien que les tiges florifères restent feuillées, les
pétales deviennent petits, jaunes, linéaires, c’est la var. sienopetala.
Dans mon précédent travail sur les Matthiola européens j'avais cru
(13) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 15
pouvoir admettre pour M. tristis une origine marocaine; je me basais
pour cela sur l'existence dans l’Atlas marocain d’une forme vivace
(M. perennis) qui semblait se rattacher au groupe de M. pseudoxy-
ceras; l'étude de matériaux marocains moins incomplets me font main-
tenant considérer comme peu probable une origine du M. tristis aux
dépens des formes marocaines annuelles de M. oxyceras. En effet,
M. tristis ne peut pas être éloigné de M. arabica et torulosa, dont la
distribution géographique exige une date de dispersion relativement
ancienne; le groupe marocain donné par M. pseudoxyceras témoigne au
contraire d’une formation toute récente ; d'autre part, étant données la
grande variabilité de M. tristis et le peu de différenciation de ses formes,
on est obligé d'admettre une dispersion récente pour cette espèce. Je
crois avoir résolu le probleme en admettant que M. tristis, M. perennis,
M. arabica, M. torulosa, M. montana ont été donnés par la dislocation de
l’aire de la même souche qui a donné M. odoratissima; en admettant le
centre de cette souche dans une région hypothétique de la Méditerranée
orientale aujourd hui submergee, tout autour de ce centre, la souche s’est
répandue sur le Caucase, vers l’Asie Mineure, vers l'Arabie et la côte
orientale de l’Afrique, vers le Maroc et vers l'Europe; la disparition de
la région centrale a amené la séparation de toutes les régions périphé-
riques, dans chacune desquelles la plante a évolué séparément. Au Sinai
et au Cap’, les conditions géographiques et climatériques ont limité
fortement l'aire primitive et imposé à la plante une différenciation exclu-
sivement défensive, empêchant l’évolution dans plusieurs directions et la
formation de variétés nouvelles. M. montana de l’Asie-Mineure (que je
rattache à ce groupe faute de savoir où le mettre) s’est localisé sur les
sommets et semble avoir peu varié.
La forme de l’Atlas, M. perennis, est encore trop peu connue. M. tristis
a dû rester localisé, comme le M. arabica sur un point très restreint,
pour se répandre à une époque plus récente lorsque des changements
climateriques et géographiques lui ont ouvert le chemin pour se
répandre sur toute l’Europe; l'emplacement de ce point de refuge pri-
mitif de M. tristis est difficile à indiquer; il ne peut cependant se trouver
qu’en Grèce ou en Espagne; dans ce dernier cas, ce serait la branche qui
avait passé par l’Allas dont l’extrémité aurait été séparée par le détroit de
Gibraltar. Les plantes grecques actuelles sont celles qui présentent le
plus d’analogie avec les espèces sœurs du groupe, mais il se pourrait que
1 Voir Christ.
1% MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (14)
cela fût la conséquence d’une analogie plus grande dans le climat, c’est
pourquoi je laisse ce point dans le doute.
L'évolution de la branche caucasienne est de la même valeur que celle
de la branche européenne; M. odoratissima a donné beaucoup de formes
encore très distinctement reliées entre elles, et ce n'est qu'au bord
extrême de son aire qu'il a donné une forme mieux caractérisée, le
M. spathulata de Médie.
Groupe de M. oxyceras. — Composé de plantes annuelles ou bisan-
nuelles. L’aire primitive de la souche de ce groupe a dû s’étendre sur une
terre occupant l’emplacement de la Méditerranée orientale actuelle et à
laquelle se rattachaient les îles de Chypre, de Rhodes, peut-être aussi
celle de Chio, la côte méridionale de l’Asie-Mineure, l’Afrique, la Cyré-
naique, la Tunisie. Dans la partie orientale de cette aire se détachait
d’abord une espèce bien distincte, M. tricuspidata; le reste était disloqué
par la submersion des terres orientales, en plusieurs lambeaux qui
evoluerent séparément et qu'on peut réunir actuellement en trois
groupes, caractérisés plutôt par des tendances diverses que par des
caractères bien tranchés et bien saillants : ce sont les groupes que je
réunis sous les noms de M. oxyceras, M. humilis, M. pseudoxyceras.
M. humilis semble être l’espece qui diffère le moins de la souche pri-
mitive; c'est à celte espèce que se rattache M. tricuspidata; M. humilis
donne une variété particulière dans les îles de Rhodes et de Chypre, qui
par quelques caractères se rapproche beaucoup du M. oxyceras; à Chio et
dans la Cyrénaïque, une autre variété (var. cyrenaica) qui se répand
jusqu’à l'Égypte inférieure où elle donne la var. ægyptiaca et plus loin,
sur les bords de la mer Morte, la var. aspera.
Dans toute cette petite série, la tendance générale est de donner
des feuilles sinuées-roncinées, former des poils longs et non ramifiés,
souvent raides, sétiformes, el des pétales à limbe largement obové.
Les cornes de la silique, larges et triangulaires dans les var. pumilio
et cyrenaica, deviennent étroites ou s’atrophient dans la var. ægyp-
haca, dans laquelle, ainsi que dans la var. aspera, les stigmates
font saillie sous forme d’une troisième corne plus ou moins déve-
loppée.
M. tricuspidata se distingue plus par la constance que par l’impor-
tance apparente de ses caractères; c’est une espèce à peine variable
répandue sur les plages de tous les pays méditerranéens.
M. oxyceras occupe l’Altique, l’Asie turque jusqu’au Nil, la Perse occi-
dentale jusqu’au golfe Persique. La var. bicornis est répandue en
Tr AS CUS
Seht RON
(15) PASCAL CONTI. LES ESPECES DU GENRE MATTHIOLA. 15
Attique, Asie-Mineure et Arménie; la var. tricornis dans la Perse occi-
dentale, entre Hamadan (Echatane) et le golfe Persique.
En Palestine et en Arabie il s’est formé plusieurs variétés locales
encore incomplètement connues; ce sont : var. forcipifera des environs
d'Alep, var. syriaca entre Alep et Damas, var. livida formée dans les
déserts de l’Arabie septentrionale et de la rive droite du Nil inférieur;
descend vers le sud jusqu'à Haouara d’un côté, jusqu'à Khartoum de
l’autre; ne dépasse pas le Nil vers l'occident.
Dans la série de M. oxyceras, le fait prédominant est l’existence de
très petites feuilles à la base des pédicelles floraux sous forme de deux
écailles brunes surtout visibles sur les fleurs non épanouies; les poils
sont toujours ramifiés, jamais simples ; les cornes sont arquées en avant,
triangulaires allongées et aiguës dans la var. bicornis; au sud du
39° degré de latitude N., qui passe à la hauteur d’Alep et de Hamadan,
les cornes deviennent plus étroites, cylindriques à la base, atténuées-
aiguës au sommet et la région stigmatique s’allonge entre les deux
cornes en en formant une troisième dont la longueur s’accroit à mesure
que l’on descend vers le sud et atteint son maximum sur les bords du
golfe Persique; à son arrivée dans la région désertique au S. de l'Arabie,
M. oxyceras raccourcit ses cornes qui sont souvent défléchies et
atrophiées et devient très glanduleux; nous avons vu que M. humilis,
dans la région du Nil inférieur, ne développait pas de glandes mais des
poils simples et sétiformes. On peut encore suivre dans cette série la
transformation des pétales obovés ou oblongs en pétales linéaires, de
l’Attique à l’Asie-Mineure et au golfe Persique.
M. pseudoxyceras habite l'Afrique boréale, du Maroc au Nil et à
l'Arabie; le centre primitif de cette espèce semble être la Tunisie, au
sud de laquelle, dans la région des Chotts s’est différenciée une forme à
silique raccourcie et portant à sa base deux longues cornes arquées; c’est
M. Lonchophora répandue aussi dans toute la région des Chotts algériens
et dont les passages à la forme primitive sont très évidents en Tunisie.
Une forme désertique est répandue tout le long du bord septen-
trional du Sahara, jusqu’en Arabie; c’est la forma desertorum qui, à son
arrivée en Cyrenaique, donne la forma cyrenaica et dans le delta du Nil
la var. acaulis.
Vers l’oceident, M. pseudoxyceras est arrivé jusqu’au Maroc et aux
Canaries; sur les plages des îles de cet archipel s’est formée une variété
(var. canariensis) qui est l’analogue de la var. acaulis du delta du Nil
mais qui en diffère par la forme des nectaires.
16 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (16)
Dans le Maroc méridional s’est formé un centre de différenciation dans
lequel M. pseudoxyceras a donné plusieurs variétés et trois espèces :
M. marocana, M. parviflora, M. lunata, ces deux dernières répandues
jusque en Espagne.
I. Série irano-thibetaine (pg. 19).
Vivaces; pétales à limbe enroule sur le sec; siliques à stigmates renflés
en petite tête, sans cornes, comprimées, nectaires libres ou un peu anas-
tomosés en bas ou en haut.
M. revoluta Bunge.
M. khorassanica Bunge.
II. Série sud-iranienne (pg. 22).
A. GRoUPE Du M. TATARICA (pg. 22).
Vivaces, robustes ; siliques comprimées, médiocres, à région stigmati-
fère renflée en petite tête; nectaires soudés en bas et en haut.
M. superba Conti.
M. tatarica DC.
M. robusia Bunge.
B. GRoure pu M. FLAvipa (pg. 26).
Vivaces; feuilles (au moins les basilaires) pinnatifides; siliques plus ou
moins comprimées; région stigmatique renflée en petite tête; neciaires
fortement anastomosés en haut et en bas.
M. dumulosa Boiss. et Buhse.
M. flavida Boiss.
C. GROUPE DU M. ELLIPTICA (pg. 28).
Suffrutescents; feuilles ovales ou elliptiques; fleurs pédicellées, grandes;
silique petite peu comprimée, un peu toruleuse, terminée par une petite
tele; semences très pelites, sans ailes, nectaires complètement indépendants.
M. elliptica R. Brown.
D. GROUPE DU M. DAMASCENA (pg. 29).
Vivaces, robustes; feuilles souvent ovales ou elliptiques; fleurs briève-
ment pédicellées; pétales à limbe linéaire oblong; silique grande com-
(17) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 17
primée, à région stigmatique renflée en tête; nectaires très développés,
soudés, anastomosés en haut et en bas.
M. damascena Boiss.
M. ovatifolia Boiss.
E. Groupe Du M. sınuata (pg. 32).
Vivaces, rarement bisannuelles, robustes; feuilles lancéolées ou oblon-
gues. entières ou sinuées-pinnatifides; fleurs souvent grandes à grands
pétales; silique comprimée grande; nectaires soudés en haut ou en bas,
M. sinuata R. Br.
M. crassifolia Boiss. et Gaill.
M. maderensis Lowe.
M. incana Brown.
M. rupestris DC.
F. Groupe pu M. sonGarıca (pg. 42).
Vivaces, tige faible ou grêle ; feuilles petites ou médiocres, non profon-
dément divisées, faiblement tomenteuses; fleurs petites en grappes ou
en épis lâches peu fournis; siliques comprimées glabrescentes à la fin.
M. songarica Conti.
M. fragrans Bunge.
G. GROUPE pu M. ODORATISSIMA (pg. 46).
Vivaces; tiges simples ou peu rameuses, peu robustes ou grêles; feuilles
très variables; fleurs en grappe lâche ou dense, ordinairement bien
fournies; pétales à limbeïlinéaire ; silique très longue; nectaires bien déve-
loppés, anastomosés en haut et en bas.
M. odoratissima R. Brown.
M. spathulata Conti.
H. Groure pu M. rrisris (pg. 49).
Vivaces; tiges faibles; feuilles souvent en rosettes basilaires; fleurs
le plus souvent sessiles; siliques comprimées ou cylindriques-toruleuses ;
semences elliptiques petites; nectaires peu développés, libres ou peu
soudés.
M. tristis R. Brown.
M. perennis Conti.
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER, n0 18, 20 août 1900. 2
18 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (18)
M. arabica Boiss.
M. torulosa DC.
I. Groupe Du M. MonrTaANA (pg. 60).
Vivace, fortement tomenteuse; tige non ramifée, assez robuste; feuilles
entières, oblancéolées fortement tomenteuses; fleurs en grappes denses
bien fournies: pétales à limbe linéaire ou 'oblong; silique grande, large;
nectaires bien développés, anastomosés en haut et en bas.
M. montana Boiss.
J. GROUPE DU M. oxycEras (pg. 61).
Annuelles; siliques cylindriques-toruleuses, le plus souvent munies de
2-3 cornes de forme variable; quelquefois 'prefeuilles à la base des pédi-
celles floraux; ordinairement siliques tricuspidées et pétales linéaires
en Orient (Perse, Arménie) ou siliques à cornes triangulaires (Méditer-
ranée occidentale), nectaires libres.
M. oxyceras DC.
M. pumilio DC.
M. pseudo-oxyceras Conti.
K. GROUPE DU TRICUSPIDATA (pg. 74).
Annuelles; feuilles pinnatifides à lobes arrondis; fleurs brièvement
pédicellées; pétales à limbe obové; siliques cylindriques, non ou à peine
toruleuse, terminées par deux cornes, dont les latérales sont fournies en
partie par la région sous-stigmatique, en partie par les valves.
M. tricuspidata R. Br.
L. Groupe pu M. caPIOMONTANA Pomel (pg. 76).
Annuelles; silique pourvue de cornes bien développées à la base
(Tunisie).
M. capiomontana Pomel.
M. GROUPE DU CHENOPODIIFOLIA (p. 78).
Annuelles; siliques subtoruleuses, peu ou pas comprimées à sfigmate
ni renflé ni pourvu de cornes, nectaires peu développés de forme variable.
M. chenopodüfolia Fisch. et Meyer.
M. Sioddartii Bunge et Lehm.
u
(19) PASCAL CONTI. LES ESPECES DU GENRE MATTHIOLA. 19
N. Groupe pu M. LuNATA (pg. 80).
Annuelles; silique cylindrique un peu toruleuse, avec ou sans cornes;
pétales à limbe très étroitement linéaire ou obové; nectaires peu déve-
loppés, indépendants.
M. lunaia DC.
I. Série irano-thibetaine.
Plantes vivaces; pétales à limbe enroulé sur le sec; siliques à stigmates
renflés en petite tête, sans cornes, comprimées. Nectaires libres ou un
peu soudés en bas ou en haut.
M. revoluta Bunge in Boiss. Fl. orient. I, p. 151 ex parte.
M. farinosa Bunge in Boiss. Fl. orient. I, 150.
Cano-tomentosa vel subflavida; folia in petiolum attenuata, obovato-
oblonga, oblanceolata vel sublinearia, subobtusa, obtuse paucidentata,
incisa vel integra; flores sessiles vel breviter pedicellati; petala linearia
tandem arcte revoluta; siliqua...?
Description. — Plante de dimensions Sandalen, finement pubescente,
rude au toucher, non glanduleuse.
Souche vivace peu ou pas ramifiée avec rosettes de feuilles. Tiges flo-
rifères peu robustes ou grêles, simples ou ramifiées, dressées ou étalées,
uniques ou plusieurs dans la même rosette. Feuilles radicales pétiolées à
pétiole égal au limbe ou plus court; limbe ovale, oblong-spathulé ou
(rarement) oblancéolé, avec quelques dents grossières ou crénelées-
incisées ; feuilles caulinaires plus petites et plus étroites, subsessiles.
Fleurs petites, en grappes ou en épis lâches, pauvres, avec 3-10 fleurs
dont 1-4 épanouies à la fois; pétales à limbe linéaire, enroulé en dedans
sur le sec à onglet univervié, souvent avec deux petites nervures laté-
rales n’atteignant pas la base, rarement trinervié jusqu’à sa base. Ovaire
poilu. Nectaires souvent soudés en bas ou aussi en haut, rarement
libres, avec bras latéraux peu développés, courts ou grêles.
Silique inconnue pour une partie des variétés; sera décrite pour les
autres.
Aire : Kachmir, Perse boréale et occidentale,
n°0 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (20)
Habitat : Kachmir : Leh (province de Ladak)’; Thibet occid., 10-
42,000 pieds d’altitude”?; Skardo *; Akkoley (Karakorum) ‘; Dras valley
(Batlistan) °. Perse boréale : in jugo Elbrussensi, inter Astrabad et
Schahrud ®. Perse occidentale : Ispahan °; Ghilan °; inter Ispahan et
Teheran °.
Herbaria : ! Schlagintweit in herb. Barb.-Boiss. et herb. Petropol; Yarkand
in berb. Petropol ; Jaschke in herb. Univ. Vindob. — ? Thomson in herb. Boiss.,
herb. Florent., herb. Mus. Palat. Vindob. — 3-* C. B. Clarke in herb. Petropol.
— 5 Duthie in herb. Florent., herb. Univ. Vindob., herb. Petropol. — 5 Bunge
in herb. Boiss. et herb. Petropol. — 7 Kophen in herb. Petropol. — ® herb. Pe-
tropol. — ® Bunge in herb. Boiss. et Petropol.
Nota : Cette espèce, très homogène et naturelle, est une des plus hété-
rogènes au point de vue bibliographique; la comparaison et l'étude
soignée de beaucoup d'échantillons m’ont forcé à réunir sous un même
nom spécifique des plantes du Kachmir que les collecteurs anglais ont
publié sous le nom de M. odoratissima, le M. farinosa Bunge de l’Elbrus
oriental et le M. revoluta Bunge de la Perse occidentale. Malgré l’appa-
rente dislocation de l'aire, les plantes de ces trois régions sont si étroi-
tement liées que c’est à peine si j’ai pu trouver sur les échantillons que
j'ai étudiés, des caractères pour une division en variétés; la var. farinosa
est beaucoup plus voisine de de la var. Bungeana que des autres, par le
développement de son appareil végétatif et sa couleur blanchâtre ou
cendrée.
Les variétés du Kachmir ont ordinairement les tiges florifères mieux
développées, plus feuillées et une couleur plus jaunälre que les variétés de
Perse, dont les tiges floriféres sont courtes, peu feuillées, les feuilles
étant souvent réduites à des bractées. Des caractères tirés de la forme du
fruit permettront peut-être de mieux distinguer ces deux groupes de
variétés; les siliques des plantes persanes m'étant inconnues, j’ai été
obligé de me baser sur les autres caractères qui présentent peu de
variations.
a. var. Thibetana : Plante gris-verdätre; feuilles basilaires obovales,
oblongues-spathulees ou oblancéolées, entières ou superficiellement
sinuées-dentées, planes; feuilles caulinaires oblancéolées ou linéaires,
entières ou superficiellement sinuées-dentées.
Fleurs distinctement pédicellées; pédicelle de 1'/-3 mm.; grandes,
étamines à filet souvent non aile. Siliques 7-11 X 2-21}: linéaires
maigres, aplaties, dressées ou étalées, peu atténuées à l'extrémité, qui
(21) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 21
n'est presque pas renflée; valves planes, avec une seule nervure médiane
très saillante.
Graines elliptiques, ailées, 11/2-2 x 3 mm.
Aire : Kachmir.
a) Forma typica : Feuilles basilaires obovales ou oblongues-spathulées.
b) Forma elongata : plus grêle et plus élancée; feuilles souvent
entières, oblancéolées ou sublinéaires. District du Battistan (Duthie).
ß. var. striata. Plante assez robuste, gris-glauque ou jaunätre; feuilles
toutes oblongues sinuées dentées, les caulinaires presque aussi grandes
que les basilaires; fleurs distinctement pédicellées; tiges et pétioles
foliaires stries longitudinalement.
Aire : Kachmir.
Gilgit Expedition. Coll. Dr Giles. Jan. 1887.
y. var. Bungeana: M. revoluta Bunge in Boiss. Fl. or. I, 151; Plante
blanchätre ou grisätre, petite (10-20 cm.) cespiteuse. Feuilles obovales ou
oblongues, grossièrement dentées ou incisées, les caulinaires souvent
beaucoup plus petites que les radicales; fleurs sessiles; filets des grandes
étamines ordinairement ailés; silique inconnue.
Aire : Perse occidentale.
ö. var. farinosa : M. farinosa Bunge in Boiss. Fl. or. I, 150.
Souche ramifiee; feuilles basilaires oblongues-subspatulées ou oblan-
céolées, sinuées ou crénelées-incisées dans la partie supérieure; onglet
des pétales trinervié jusqu’à sa base.
Are : Entre Astrabad et Schahrud.
M. Khorassanica Bunge in Boiss. Fl. orient. I, 151.
Virescens, asperula, subglabrescens; folia parva, oblonga vel elliptica,
basi et apice attenuata acuta et acule dentata; flores sessiles vel breviter
pedicellati; petala linearia tandem arcte revoluta; siliquæ parvæ, com-
pressæ, apice attenuatæ, stigmatis lobis longis divergentibus vel puncti-
formibus. Semina elliptica.
Exsiccata : Matthiola sp. Délimitation commission; Afghanistan 1885, no 51%.
Description. — Plante grisätre ou jaunâtre, à pubescence rude, rare,
laissant voir la surface des feuilles et des tiges, qui est striée longitudi-
22 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (22)
nalement. Tiges florifères nombreuses, cespiteuses, assez grêles, dressées,
droites, ramifiées. Feuilles radicales nulles au moment de la fleuraison;
feuilles caulinaires inférieures oblancéolées, dentées-incisées à dents
petites et aiguës, atténuées en pétiole court; feuilles caulinaires supé-
rieures oblongues ou oblancéolées, souvent entières, petites.
Fleurs en grappes très läches, ascendantes; pédicelle floral grêle, ordi-
nairement très distinct 1'/e-5 mm.; pétales à limbe linéaire-elliptique
enroulé sur le sec et onglet univervié dans sa moitié inférieure; les der-
nières terminaisons des nervures du limbe se terminent vers le bord de
celui-ci par un renflement en forme de massue. Filets des étamines non
ailés. Ovaire poilu. Siliques petites 60-100 X 2 mm., ascendantes, for-
tement comprimées, atténuées à l'extrémité qui n’est pas renflée du tout;
valves à nervure médiane distincte mais peu saillante. Graines ellip-
tiques, étroitement ailees, 1 !/2 X 2 1/2 mm.
Nectaires réunis en bas et en haut par deux ponts transversaux, pro-
longes en haut en deux bras arqués vers le bas et arqués en petit crochet
extérieur à leur extrémité inférieure.
Aire : Khorassan.
Biologie : Fleurit en mai, fructifie en juin.
Habitat : Inter Schahrud et Nischapur '; Badghis ?.
Herbaria : * Bunge in herb. Boiss. — ?Aitchison in herb. Boiss., herb. Flo-
rent. ; herb. Petropol.
Nota. L’exemplaire de Bunge qui existe dans l’herbier Boissier ne
porte que des fruits mûrs; ni Bunge ni Boissier n’ont connu les fleurs de
cette espèce; les échantillons récoltés par Aitchison que j’ai pu voir, ne
portent que des fleurs et l’exemplaire de l’herbier de Saint-Petersbourg
avait déjà été classé par M. Winkler, directeur du Jardin impérial de cette
ville, sous le nom de M. Aitchisoni Winkler ined.; une étude attentive
des échantillons de Bunge et de Aitchison m'a convaincu que ces deux
plantes ne représentent que les deux états florifère et fructifère d’une
même espèce, M. Khorassanica Bunge in Boiss. Fl. orient. I, 151.
II. Serie sud-iranienne.
A. GROUPE DE M. TATARICA.
Plantes vivaces, robustes; siliques comprimées, médiocres, à région
stigmatique renflée en petite tête; nectaires soudés au moins en haut.
(25) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 23
M. superba mihi nov. spec.
Planta tota adpresse tomentosa, incana ; folia (radicalia) longe petiolata
obovata vel elliptica, repando inciso-dentata; flores subsessiles ; petalorum
laminæ oblongæ vel subspathulatæ; ovarium tomentosum; siliqua
tomentosa.
Description. — Plante robuste, grande, finement pubescente-farineuse.
Souche vivace, peu ramifiée, épaisse. Tiges florifères dressées, robustes
(4-7 mm. d'épaisseur dans la partie moyenne). simples, bien feuillées
glabrescentes dans la partie supérieure, très finement pubescente dans la
moitié inférieure. Feuilles basilaires largement ovales ou oblongues-
subspatulées, rétrécies en pétiole égal à deux fois le limbe, incisées-
dentées ou incisées-lobées, à lobes aigus ou obtus; feuilles caulinaires
inférieures et moyennes à limbe plus grand et plus allongé, à pétiole égal
au limbe; feuilles caulinaires supérieures lancéolées ou ovales-lancéolées,
aiguës, pétiole court.
Fleurs subsessiles en épis riches, médiocres; sépales (12-12 ‘2 X 3
et 14-11 ‘/2 X 2 !/ı) linéaires-oblongs, les grands seuls gibbeux, blancs-
farineux, pétales (26-27 X 5) oblongs-subspatules, limbe se continuant
en un onglet très large, trinervié jusqu'à sa base. Filet des grandes
étamines ailé jusqu'au dessus de la moitié. Nectaires grêles mais saillants,
soudés en bas, libres en haut, se continuant en deux prolongemenis
latéraux. Ovaire poilu. Siliques müres inconnues, les jeunes, déjà
grandes, blanches-farineuses.
Aire et habitat : Songarie (Dzoungarie) '.
Exsiccata : "Schrenk in herb. Taurin. herb. Boiss., herb. Mus. Palat. Vindob.
ÜBSERVATION. — C’est une espèce très voisine de M. tatarica, dont elle
diffère surtout par son ovaire poilu et sa tige, glabrescente seulement
dans la partie supérieure. Il est possible que lorsque ces plantes seront
mieux connues on soit obligé de réunir ces deux espèces; pour le
moment, il me semble plus avantageux de les maintenir séparées.
24 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (24)
M. tatarica DC. Syst. II, 170 emend.
Hesperis tatarica Pall. It. II, p. 406-413-497, app. no 149, t. L, f. 1, 2; III,
314-326.
Cheiranthus persicus Willd. herb. no 12 et 114.
M. tatarica Claus. Ind. iter. in Göbel It. II, p. 251.
M. tatarica Ledebour Fl. ross. vol. I, p. 109.
Non M. odoratissima var. tatarica Trautv. in Act. hort. Petrop. 1876,
p. 104.
Caulis glabratus; folia adpresse tomentosa, incana, irregulariter
incisa vel pinnatifida, late linearia; flores breviter pedicellati; peta-
lorum laminæ oblongæ vel ellipticæ; ovarıum glahrum; siliqua glaber-
rima, subcompressa, gracilis, erecta, stigmate bilobo incrassato; semina
parva, elliptica.
Description. — Plante grande, robuste. Souche bisannuelle (ou vivace ?),
épaisse. Tiges florifères uniques au centre de chaque rosette, robustes
(25-50 cm. de hauteur, 4-6 mm. de diamètre dans la partie moyenne),
dressées, simples, complètement glabres de la base au sommet, bien
feuillées. Feuilles grandes, les basilaires à contour oblong ou lancéolé-
elliptique, vertes-grisätres, pubescentes, ordinairement aiguës, irréguliè-
rement dentées-incisées ou pinnatifides-dentées, atténuées en pétiole
égal au limbe; feuilles caulinaires inférieures de même forme que les
basilaires, mais plus grandes et à pétiole plus court; feuilles caulinaires
moyennes et supérieures sessiles lancéolées linéaires, aiguës incisées-
dentées.
Fleurs grandes, en longues grappes très riches, beaucoup (6-20) épa-
nouies à la fois, dressées ou étalées; pédicelle floral très court, 1-3 mm.
grêle; sépales grands (12-13 X 2 ‘2-3 ‘/2 et 11-12 X 2-2 !/e), finement
pubescents-farineux, les grands seuls gibbeux à leur base; pétales à
limbe oblong ou elliptique insensiblement atténué en un onglet large;
celui-ci aussi long que le limbe, trinervié jusqu’à sa base. Filets des
grandes étamines ailés jusqu’au dessus de la moitié. Nectaires soudés en
bas, réunis par un pont en haut, avec prolongements latéraux longs et
grêles, se réunissant quelquefois avec ceux de la paire opposée pour
donner des traces de nectaires latéraux. Ovaire complètement glabre.
Siliques grêles (60-100 X 2-2 '/; mm.), dressées contre la tige, com-
Re
(25) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 25
primées, glabres, atténuées sous une petite tête arrondie égalant la
moitié de la largeur de la silique; valves à nervure médiane ordinai-
rement distincte. Graines petites, elliptiques (2 ?/: X 1 ?/s mm.) à aile
étroite, de largeur uniforme.
Biologie : Fructifie en juin.
Aire et Habitat : In montibus ad litt. orient. maris Caspü ‘; in collibus
gypsosis mont. Inderiens. et Arfagar *; ad lacum Ulschjum in monte
prærupto cretaceo °; in collibus Bischezoko ad mare Caspium *; dürres
Hügelland am Fers Akkan °; Niderskiia °.
Exsiccata : !Karelin in herb. Petropol. — ?Claus 1834 in herb. Petropol.
— Sherb. Petropol. — *C. A. Meyer in herb. Boiss. — °herb. Petropol.
— 5 Karelin 1828 in herb. Petropol.
M. robusta Bunge in Lehm, p. 194; id. Boiss. Fl. orient. I, p. 149.
Incana, robusta; folia subsessilia vel breviter petiolala, radicalia sub-
pinnatifida, caulinia inciso-dentata, obovata vel oblonga; flores subsessiles ;
petalorum laminæ late lineares vel ellipticæ; ovarıum tomentosum;
siligua brevis, subcompressa, stigmate incrassato; semina suborbiculata.
Description. — Plante bisannuelle, petite ou médiocre, robuste,
finement pubescente; la base des premières feuilles basilaires laineuse.
Racine pivotante, robuste, simple ou à peine ramifiée, verticale. Tiges
florifères dressées, courtes (15-30 cm.), simples, épaisses, ordinairement
plusieurs sur la même souche, feuillées, non glabrescentes. Feuilles
radicales souvent fléchies au moment de la floraison, roncinées-subpin-
natifides, à contour oblancéolé, atténuées en pétiole large presque aussi
long que le limbe (dimensions : 5-7 X 1 cm.). Feuilles caulinaires infé-
rieures incisées-dentées, à contour ohbové contractées en pétiole plus
court que le limbe; feuilles caulinaires moyennes et supérieures ordinai-
rement subsessiles ou même un peu embrassantes, ovales, obovales ou
oblongues, sinuées-dentées ou dentées-incisées.
Fleurs subsessiles, dressées-étalées, en épi assez dense et bien fourni
(10-30 fleurs), 6-10 épanouies à la fois. Sépules largement linéaires ou
oblancéolés, très finement pubescents, à bord membraneux plus étroit
que la partie verte (grands sépales : 10 ‘/2 X 2 '/2; petits sépales :
9 1/2 — 2-2. '/2). Petales à limbe linéaire-elliptique aussi long que l’onglet,
qui est large et trinervié jusqu’à sa base (22-22 !/a X 3 1/23 1/8 mm.).
RE ARE A EN PCA
26 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (26)
Neciaires libres ou soudés à la base, tronqués en haut et en bas sans
prolongements latéraux. Ovaire poilu.
Siliques ascendantes, sur un pédicelle court et un peu épaissi, courtes,
peu comprimées, à peine rétrécies sous l'extrémité, qui est renflée en
petite tête arrondie plus étroite que la largeur de la silique; valves à
nervure médiane bien visible, finement pubescentes (50 — 75x 2 ?/s mm.).
Graines suborbiculaires à aile également développée sur presque tout le
contour (2 ‘/: mm. de diamétre).
Biologie : Fleurit en avril, fructifie en mai.
Area : Bord oriental de la mer Caspienne.
Habitat : « Am Vorgebirge. Airakli an der Ostkuste des Kaspischen
Meeres, bei Nowo-Alexandrowsk » !. — Caspischer See ?.
Exsiccata : A. Lehmann, Reliquiæ botanicæ no 60, A. Bunge curante, in
herb. Petropol. — ? Karelin in herb. Petropol.
B. GROUPE DE M. FLAVIDA.
Plantes vivaces; feuilles (au moins les basilaires) pinnatifides ; siliques
= comprimees; région stigmatique renflée en petite tête; nectaires for-
tement soudés en haut et en bas.
M. dumulosa Boiss. et Buhse Aufzählg. (1860), p. 114;
id. Boiss. Fl. or. I, p. 151.
Exsiccata : Buhse no 1953.
Griseo-tomentosa; caulis ramosissimus; folia (caulinia) parva, oblan-
ceolata vel sublinearia, sinuato grosse dentata ; flores sessiles; petalorum
laminæ ellipticæ; ovarium pubescens; siligua brevis, compressa, apice
attenuata, stigmatis lobis parum inflatis; semina elliptica.
Description. — Plante trapue, 10-20 cm. très robuste, ligneuse, verte-
tomenteuse ou même cotonneuse sur les parties jeunes, non glanduleuse.
Feuilles radicales nulles au moment de la floraison; feuilles caulinaires
petites, les inférieures oblancéolées ou sublinéaires, sinuées-roncinées;
les supérieures oblongues ou obovales, arrondies, crénelées-incisées.
Fleurs sessiles en épis lâches pauvres, 1-3 épanouies à la fois; sépales
cotonneux ; pétales 19 X 3 ‘/2 à limbe elliptique crispé mais non enroule
(27) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 27
sur le sec, à onglet 5-nervié dans la moitié supérieure, 3-nervié dans la
moitié inférieure; nervures du limbe non épaissies à leur extrémité;
filets des grandes étamines largement ailé dans sa moitié inférieure.
Ovaire poilu.
Siliques ascendantes, souvent un peu arquées vers le haut, 50-70 X 3,
tomenteuses, glabrescentes tout à la fin, comprimées, atténuées au
sommet, qui est peu renflé, épaissies à la base; valves convexes à ner-
vure médiane à peine distincte; pédicelles fructifères fortement épaissis.
Graines elliptiques, 3-2 mm., ailées à leur extrémité inférieure. Nectaires
fortement soudés en haut et en bas, avec bras latéraux bien développés.
Aire : Khorassan.
Biologie : Fleurit en mars, avril; les graines ne sont mises en liberté
que le printemps suivant.
Habitat : Désert salé près de Dschendak '; inter Herat et Tebbes ?.
Herbaria : * Buhse in herb. Boiss. et herk. Petropol. — ? Bunge in herb.
Boiss., herb. Florent., herb. Petropol.
M. flavida Boiss. Diagn. I, VI, p. 9 et Fl. orient. |, 151.
Exsiccata : Kotschy PI. Perr. austr. no 392.
Griseo-tomentosa ad partes juniores flavide obsita; caulis ramosis-
simus; folia oblonga vel oblancealata, sinuato-dentata in petiolum
attenuata; flores pedicellati; petalorum laminæ oblongæ; siligua cano-
tomentosa, subcompressa, subtorulosa, stigmata incrassala, semina
elliptica.
Description. — Plante médiocre ou grande (30-50 cm.), très rameuse,
blanchätre ou grisätre, tomenteuse, jaune-verte sur les parties jeunes.
Tiges florifères très rameuses, un peu grêles, dressées, bien feuillées.
Feuilles basilaires très médiocres (50-60 8-12 mm.), oblongues, sub-
aiguës, sinuées-dentées ou dentées-pinnatifides, atténuées en pétiole égal
au limbe ou plus long; feuilles caulinaires sinuées ou dentées-pinna-
tifides, oblancéolées ou sublinéaires. |
Fleurs très espacées sur des rameaux droits, grêles, allongés, formant
des grappes très lâches de 3-6 fleurs; pédicelle floral 3-6 mm.; calice
blanc tomenteux; pétales (20 x 2 */:) à limbe oblong passant insensi-
28 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (28)
blement en un onglet pourvu ordinairement de cinq nervures dont trois
atteignent la base. Ovaire poilu.
Silique ascendante indéhiscente (toujours?), blanche-farineuse, longue
(90-110 X 2 /1), à peine comprimée, toruleuse, à peine atténuée sous le
sommet renflée en tête peu saillante; valves sans nervure médiane
visible; cloison ligneuse, fortement épaissie entre les graines. Graines
elliptiques à aile étroite 3 /« X 1 °/ı mm.
Nectaires soudés en bas et réunis en haut par un pont, avec prolon-
gements latéraux greles.
Aire : Montagnes de la Perse occidentale.
Biologie : Fleurit et fructifie de mars à mai.
Habitat : M. Kuh-Ajub prope ruinas n. Persepolis '; prope Kerruan ?.
Herbaria : *Kotschy in herb. Boiss., herb. Florent., herb. Mus. Palat.
Vindob., herb. Petropol. — ? Bunge in herb. Boiss., herb. Florent., herb.
Petropol.
C. GROUPE DE M. ELLIPTICA.
Plante suffrutescente; feuilles ovales ou elliptiques; fleurs pédicellées,
grandes; silique petite, peu comprimee, un peu loruleuse, terminée par
une pelite tête; semences très petites, sans aile; nectaires complètement
indépendants.
M. elliptica Brown in Salt voy. abyss. app. p. LXV.
M. elliptica DC. Syst. IT, p. 167,
M. elliptica Oliver F1. of tropical Africa (1868), p. 57.
Exsiccala : W. Schimper PI. abyss. no 2259.
; Schweinfurth no 1296.
Hildebrandt no 826.
Caulis suffrutescens ramosus; folia petiolata, ovata vel elliptica, incana;
flores pedicellati; petalorum laminæ oblongæ vel subspathulaiæ, magnæ;
ovarium pubescens; siligua parva gracilis, tomentosa, subtorulosa, sub-
compressa, apice parum incrassata, semina minima, suborbiculata.
Description. — Plante ligneuse, arborescente, ramifiée, finement
pubescente sur les feuilles et les jeunes rameaux, non glanduleuse.
Feuilles ovales ou elliptiques, entières ou sinuées, brusquement con-
tractées en pétiole plus court que le limbe.
(29) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 29
Fleurs grandes 5-15 en grappes lâches, 1-2 épanouies en même temps;
pédicelle floral 3-6 mm.; sépales linéaires, les grands presque pas
gibbeux, très finement pubescents 13-17 X 2 et 12-16 X 1 5/1; pétales à
limbe oblong ou spatulé, aussi long ou plus court que l'onglet; celui-ci
uninervié dans sa partie inférieure, 3-5 nervié dans la partie supérieure,
les nervures latérales apparaissant comme des ramifications de la
médiane; 23-28 ‘/2 X 7-8 mm.; filets des grandes étamines non ailés.
Ovaire poilu.
Siligues dressées ou ascendantes, petites, grêles, 35-50 X 1 !/2 mm.,
comprimées, pubescentes, non rétrécies, sous le sommet qui est souvent
renflé en une petite tête plus étroite que la silique. Graines très petites,
orbiculaires, sans aile, 4-1 '/ı de mm. de diamètre.
Nectaires non soudés, sous forme de deux petites colonnes ou deux
petites lames épaisses, assez saillantes.
Aire : Plateaux africains à l’est de la vallée du Nil.
Biologie : Fleurit et fructifie de mars à octobre (selon les régions ?)
Habitat : Montagnes près de Pagerro, vers 1350 m. (Abyssinie) ‘; Gebel
Uaratab pres de Suakim *; Pays des Somali, 500-2000 mm °; Harrar *.
Herbaria : : Schimper in herb. Boiss., herb. Mus. Palat. Vindob., herb.
Univ. Vindob., herb. Petropol. — ? Schweinfurth in herb. Boiss. et herb. Mus.
Palat. Vindob. — $ Hildebrandt in herb. Mus. Palat. Vindob. — * Hardegger
in herb. Mus. Palat. Vindob.
Cette espèce semble être très peu variable, d’après les matériaux que
j'ai pu étudier; verte, à feuilles larges, étalées, relativement peu poilue à
Souakim, elle devient cendrée, à tomentum dense, à feuilles plus petites
présentant des nervures saillantes dans le pays des Somalis; peut-être y
a-t-il dans ce dernier pays des variétés plus distinctes, mais jusqu’à
maintenant je n’en ai pas vu.
M. Chodat eut l’obligeance, pendant un voyage qu’il fit en Angleterre,
de consulter pour moi l’herbier de Kew et rapporta des dessins sur
plusieurs des espèces du pays des Somali; une des plantes ainsi étudiées
se rapporte sans aucun doute au M. elliptica; les autres dessins se rap-
portent à des espèces différentes, mais vu la grande ressemblance de
port que présentent les Morettia de cette region avec Matthiola, je n’ose
pas publier ces espèces dans ce dernier genre.
D. GROUPE DE M. DAMASCENA.
Plantes vivaces, robustes; feuilles souvent ovales ou elliptiques ; fleurs
30 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (30)
brièvement pédicellées; pétales à limbe linéaire-oblong; silique grande,
comprimée, à region stigmalique renflée en tête; nectaires bien deve-
loppés, soudés en haut et en bas.
M. damascena Boiss. Diagn. ser. I, VII, p. 16 emend.
M. tomentosa Bel. Voy. Ic. absque descript.
M. Eubœa Boiss. Ann. sc. nat. 1842, p. 48.
M. ovatifolia Boiss. Fl. Fl. or. I, fig. 150 p. p.
Exsiccata : Aucher-Eloy : Herb. d’or. no 82, 4072, 4073.
Kotschy : It. syr. no 252.
Gaillardot : Rel. Maill. no 701.
Crasso-pannosa, robusta ; folia oblonga, sinuata vel grosse 2-3-dentata;
petalorum laminæ oblongæ; siligqua longissima tomentosa, subcompressa,
stigmate incrassato; semina elliptica vel suborbiculata.
Description. — Plante robuste, de dimensions variables (20-65 cm.),
cotonneuse-feutrée, rarement (var. echatanensis) verte et tomenteuse
non feutrée; glanduleuse ou non. Tiges florifères simples ou rameuses,
robustes, dressées.
Feuilles basilaires largement obovées, oblongues ou elliptiques, obtuses,
grossièrement sinuées-dentées ou roncinées-subpinnatifides, atténuées ou
rétrécies en pétiole égal au limbe ou plus court; feuilles caulinaires sem-
blables aux radicales, les inférieures souvent plus longues que celles-ci,
les supérieures réduites, ovales, souvent entières; les jeunes feuilles sont
souvent de couleur jaune-verte à la face supérieure.
Fleurs en grappes bien fournies, dressées étalées, assez grandes; pédi-
celles floraux égaux à ‘/3-!/2 le calice, un peu accrescents sous le fruit;
sépales cotonneux, largement linéaires; pétales à limbe oblong ou ellip-
tique atténué en onglet large à cinq nervures dont trois atteignent la
base 22-28 X 3-4 ‘/2 mm.; anthères grandes, aiguës, 3 ‘/2-4 !/s; ovaire
poilu.
Siliques dressées grandes (110-140 X 3 ‘/2 mm.), peu comprimées, un
peu atténuées sous l’extrémité, qui est occupée par une tête plus petite
que la largeur de la silique; valves convexes, ordinairement avec nervure
médiane distincte. Graines suborbiculaires ou elliptiques 2 °/4-3 X 3-3 '/a,
à aile étroite.
(31) PASCAL CONTI. LES ESPECES DU GENRE MATTHIOLA. 31
Nectaires complètement fusionnés en haut et en bas, entourant com-
plètement la base de la petite étamine; deux prolongements latéraux
arrivent presque à toucher ceux de la paire opposée, sur les côtés.
Aire : Perse boréale et occidentale, Syrie.
Biologie : Vit sur le calcaire; fleurit et fructifie d’avril à juin.
Habitat : Elbour * près Derbend '; Asie-Mineure ?; Ispahan °; Damas ;
montagnes près de Jesd °; Deh-ballo °; Rischin (Perse boréale)"; A Damaso
versus Palmyram °; au-dessus de Salhieh près Damas *; prope Schahrud '°;
Téhéran ''. In agro Ecbatanensi *.
Herbaria : : Kotschy in herb. Boiss., herb. Mus. Palat. Vindob., herb.
Petropol. — ? Aucher-Eloy in herb. Florent. — * Aucher-Eloy in herb. Boiss.
et herb. Florent. — * Boëssier in herb. Boiss. et herb. Petropol. — 5-6 Buhse
in herb. Petropol. — 7 Buhse in herb. Mus. Palat. Vindob. — ® Kotschy in herb.
Boiss. et herb. Mus. Palat. Vindob. — °Gaillardet in herb. Boiss., herb. Mus.
Palat. Vindob., herb. Petropol. — !° Bunge in herb. Boiss., herb. Petropol. —
1! X. in herb. Petropol. — '?Pichler in herb. univ. Vindob.
Forma ecbatanensis. Feuilles ovales ou oblongues subaiguës, sinuées
ou grossièrement et superficiellement dentées; plante à pubescence très
serrée mais non cotonneuse-feutrée, verte-grisâtre. Ovaire poilu ou
glabre.
Aire : Environs de Hamadan (Ecbatana).
M. ovatifolia Boiss. Diagn. ser. I, IV, p. 9 emend.
M. ovalifolia Boiss. et Buchs. Aufz. p. 13.
M. ovatifolia Boiss. FI. or. I, 150 p. d.
Esxcludenda: Non M. odoratissima var. ovatifolia Boiss. Ann. sc. nat. 1842, 49.
Exsiccata : Kotschy PI. Perr. austr. no 619.
Flavido-tomentosa, glandulosa; caulis parce ramosus; folia petiolata
ovata vel elliptica, integra vel subintegra; petalorum laminæ oblongæ vel
elliptice; ovarıum subglabrum; siliqua longissima glabrescens, com-
pressa, stigmate parum incrassato; semina elliptica.
Description. — Plante de taille moyenne ou grande (25-60 cm.), à port
élancé, très finement pubescente, glanduleuse et tige glabrescente. Tiges
florifères dressées, un peu grêles, peu rameuses.
Feuilles basilaires nulles au moment de la floraison; feuilles caulinaires
32 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (32)
inférieures oblongues ou obovales, atténuées ou rétrécies en pétiole aussi
long que le limbe; feuilles caulinaires moyennes (3-4 x 1 '/s-2 cm.),
vertes-cendrées, souvent les plus jeunes de couleur jaunätre à la face
supérieure ; obovales, oblongues ou subrhomboïdales, subentières ou
superficiellement sinuées-dentées, contractées à la base en pétiole bien
distinct égal ‘/:-1/; du limbe.
Fleurs en grappes (res läches, peu fournies (5-8 fleurs), presque toutes
épanouies à la fois: pédoncule floral glabre ou glabrescent (3-4 mm.)
égal '/s du calice; sépales très finement farineux-cendrés; pétales à limbe
oblong-elliptique ou elliptique-linéaire (24 X 5 !/2) passant à un onglet,
pourvu de trois nervures, moins souvent de cinq dont les deux externes
n’atteignent pas la base. Ovaire glabre ou presque glabre, souvent
glanduleux.
Siliques ascendantes, toutes tournées du même côté, aplaties, un peu
atténuées sous l'extrémité qui est renflée en petite tête, glabres,
100-120 X 2 ?/:-3 mm.; valves planes, à nervure médiane peu saillante.
Graines elliptiques 4 ‘/2-5 X 2 ?/s mm. à aile assez développée.
ectaires de M. flavida.
Aire et Habitat : In solo schistaceo m. Kuh-Daëna (Ku-i-Dena).
Herbaria : Kotschy in herb. Boiss., herb. Florent. herb. Mus. Palat.
Vindob., herb. Petropol.
E. GROUPE DE M. SINUATA.
Plantes vivaces, rarement bisannuelles, robustes; feuilles lancéolées
ou oblongues, entières ou sinuées-pinnatifides; fleurs souvent grandes à
grands pétales; silique grande, comprimée, terminée par une tête un peu
renflée; nectaires soudés en haut ou en bas.
M. sinuata Rob. Br. in Ait. hort. Kew, éd, p. 323.
Cheiranthus sinuatus L. sp. 926.
» » Mill. dict. no 45.
» » Huds. Fl. angl. ed. II, p. 288.
» » Allioni Fl. ped. I, 2. 273.
Cheiranthus muricatus Lam. Fl. fr. 2, p. 507.
» tricuspidatus Huds. Fl. angl. no 4, p. 450.
Hesperis sinuata Lam. dict. 3, p. 323.
SA TT]
ERBACH
N \
(33) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 39
Synonimia : Ch. sinuatus Lois. Delong. II, 75.
Matthiola sinuata DC. Syst. II, p. 167.
» » Boiss. Diagn. I ser. vol. II, fig. 8, p. 15.
» Bertoloni Fl. ital. VII, 101.
M. sinuata Gr. Godr. Fl. Er. I, 85.
» Viviani Fl. dalm. III, p. 124.
. glandulosa Viviani Fl. dalm. HI, p. 124.
. sinuata Boiss. Fl, or. I, 148.
» Marsilly Cat. FI. corse.
» Cosson, Comp. Fl. Atl. II, 404.
» Batt. et Trab. Fl. d’Alg. p. 72.
» Desbeaux et Dantet Fl. de Gibraltar, p. 42.
» Lojacono FI. sic. I, 100.
» Burnat. Fl. Alp. mar. I, 83.
M. Oyensis Men. et V. G. M. in Bull. Soc. bot. Fr. 24, p. 203.
N ausiralis) Rouy et Foue. Fl. Fr. I, 193.
M. sinuata )
Exsiccata : Friedrichsthal coll. itin. no 417.
J. Müller PI. du midi de la Fr. no 13.
Herb. Sartorianum n° 3367.
Bourgeau PI. des Alp. mar. n° 43.
Porta et Rigo ex itin. Il ıtal. no 378.
Reverchon PI. de Corse, no 239.
Magnier, Fl. sel. no 1078.
Schultz herb. norm. nov. rer. Cent. 24, n° 2307.
PI. a Forsyth Mayor lect. (1886 et 87), no 161 et 628.
FL. lusit. exsicc. (herb. Conimbrie.), no 988.
Soc. dauphin. 2me ser. (1892), no 563.
=
Tomentosa vel glabrescens, robusta; folia sinuata vel subpinnatifida ;
flores pedicellati, pedicellis calyce brevioribus; petalorum lamina oblonga
vel obovata; sepala tomentosa sæpe glandulosa ; siliqua compressa,
robusta, tomentosa, glandulosa vel glabrescens, stigmate dorso incrassato;
semina elliptica.
Description. — Plante robuste, grande, fortement pubescente tomen-
teuse ou finement pubescente à tige glabrescente, très souvent glandu-
leuse, Souche terminée par une seule rosette de feuilles, se continuant
directement à travers celle-ci en une pousse florifère annuelle; celle-ci
ramifiée, feuillée sur le tronc principal, pourvue de bractées sur les
rameaux.
Feuilles de l'axe principal, médiocres ou grandes, à contour lancéolé-
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n0 48, 20 août 1900. 3
34 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (34)
linéaire ou lancéolé-elliptique, ordinairement sinuées ou subpinnatifides;
feuilles des rameaux bractéiformes, linéaires-elliptiques, obtuses, à bords
enroulés, les dernières atteignant souvent par leur pointe l'insertion des
premières fleurs. Fleurs médiocres ou grandes, en grappes pauvres,
ramassées, à l'extrémité des rameaux; 4-12 fleurs sur chaque grappe,
dont 2-4 épanouies à la fois; pédicelle floral dressé-étalé, plus court que
le calice (4-7 mm.); sépales pubescents ou tomenteux, très souvent glan-
duleux; pétales ordinairement médiocres, à limbe obové, émarginé, plus
court que l’onglet.
Siliques (100-130 X 3 mm.), dressées-étalées, linéaires-comprimées,
+ arquées ou courbées, tronquées ou brièvement atténuées au sommet,
tomenteuses-glanduleuses ou glabrescentes.
Graines elliptiques, 3-3 ‘/2 X 2 !/2 mm., à aile développée surtout à
l'extrémité inférieure.
Nectaires le plus souvent un peu réunis par leurs extrémités supé-
rieures.
Biologie : Fleurit au printemps, donne les fruits mürs à la fin de l'été.
Habitat : Côtes européennes et asiatiques de la Méditerranée; côtes
atlantiques de la péninsule ibérique et de la France jusqu’en Bretagne.
o. var. pubescens mihi in Bull. herb. Boiss. V, p. 316.
Plante tomenleuse-grisälre ou feutrée, souvent très robuste, à tige
épaisse.
Area : Occupe la plus grande partie de l’aire de l’espèce entière,
surtout les régions continentales; ne manque qu’à l’Altique, aux îles de
la Méditerranée orientale, à l'extrémité méridionale de l'Italie et à la
Sicile.
Habitat‘ : Portugal : Marinha grande. — Espagne : entre Blanès et
Lloret (prov. de Barcelone). — France : Biarritz, Bidart, Quiberon, Pou-
lignen, Port-Louis, Narbonne, Dinan, Vieux-Boucan, les Moûtiers, la
Teste, île de Jersey, île de Noirmoutier, Cette, Montpellier, île de Porque-
rolles (Var), salins d’Hyeres, Saint-Tropez, Cannes, Leucate, Antibes,
Marseille. — Italie : Bordighiera, San Vincenzo, isthme de Teneglia, Palo
(Rome), Naples, ile Giglio, Gallipoli, S. Cataldo. — Corse : Ajaccio,
Bonifacio, île Sanguinaire. — Sardaigne : Santa Teresa Gallura par
1 Je ne reproduis pas ici les details sur les collecteurs et les herbiers que j'ai
déjà donnés dans une publication antérieure (Bull. herb. Boiss. V, 317).
(35) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 99
Tempio, Oristano. — Dalmatie : Budua, Tristan in Cruagora. — Pales-
tine : Beyrouth (Blanche in herb. Boiss.).
a) Forma typica.
Souvent très robuste, à tige épaisse, fortement glanduleuse dans toutes
ses parties; siliques robustes, glanduleuses, à placentaires épais, atténués
au sommet.
Aire : Sur les côtes atlantiques; côtes méditerranéennes de Barcelone
à Cette.
b) Forma ligurica.
Moins robuste que la précédente, moins glanduleuse; siliques moins
robustes, à placentaires minces et souvent tronquées au sommet.
Aire : Côtes méditerranéennes, du Languedoc à Naples; îles de la
région correspondante (Corse, Sardaigne); Dalmatie.
c) Forma orientalis.
Aussi robuste que la forma typica; lomenteuse-feutrée, peu glandu-
leuse; silique assez petite, a placentaires minces.
Aire : Côtes de Palestine (Beyrouth).
ß. var. Oyensis Rouy et Foucaud FI. Fr. I, p. 193; M. Oyensis Mém. et
V. G. M. in Bull. Soc. bot. Fr. XXIV, p. 203.
Plante glabre, verte, fortement glanduleuse; feuilles sinuées-dentées à
dents petites et aiguës, fleurs bianches.
Aire : Ile d’Yeu, sables maritimes (Viaud-Grand-Marais).
x. var. glabrescens mihi in Bull. herb. Boiss. V (1897), p. 318.
Ordinairement plus petite et moins robuste que la var. pubescens; peu
ou pas glanduleuse; feuilles finement pubescentes, souvent subpinnati-
fides; tiges et pédicelles floraux glabres ou glabrescents; siliques gla-
brescentes; fleurs souvent plus belles, à pétales plus grands que celles de
la var. pubescens.
Aire : Attique; îles de la Méditerranée orientale ; côtes de la péninsule
italienne, au sud de Bari et de Naples; côtes orientales de Sicile.
Habitat : Catania, Messine, Bianco nuovo (Calabres); entre Pizzo et le
fleuve Angitolo (Calabre); îles d’Egina, Ikaria, Karpathos, Myconos,
Melos, au Pyrée.
a) Forma typica.
Possède les caractères et occupe presque toute l’aire de la variété.
30 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (36)
b) Forma intermedia.
Tige poilue; feuilles souvent entieres et plus fortement pubescentes
que dans la forme typique, de couleur grisätre.
Aire : Péninsule des Pouilles à l’extremite méridionale de l'Italie.
M. crassifolia Boiss et Gaill. in Boiss. Fl. or. I, 149.
M. sinuata var. integrifolia Boiss. et Gaill. in Boiss. Diagn. II, VI, p. 10.
Tomentosa, pannosa, basi suffrutescens; folia integerrima, obtusa;
flores breviter pedicellati, pedicello calyce breviori; petalorum laminæ
parvæ oblongæ; siliqua tomentosa, compressa, stigmate incrassalta;
semina elliptica vel suborbiculala.
_ Descriprion. — Plante robuste, fortement tomenteuse, glanduleuse ;
tige robuste, couchée, à feuilles condensées en rosettes en partie stériles ;
rameaux florifères dressés, robustes, simples, allonges, subaphylles,
occupés presque en totalité par une grappe lâche de fleurs.
Feuilles petites (30-50 X 5-8 mm.), entières, oblongues, subaiguës ou
obtuses. Fleurs petites ; pédicelle floral égal à ‘/2-?/: du calice (5-6 mm.) ;
calice fortement tomenteux-glanduleux, avec sépales linéaires oblongs
14-11 Je X 2-3 et 10-10 ‘/2 X 1 ‘/2 à 2 mm., pétales oboves, à peine
émarginés, 18-19 X 5-6 mm. Silique (70-80 4 !/z mm.), pubescente,
dressée, tronquée, région stigmatique renflée en tête carrée.
Graines (2 ‘/2-3 X 3 ‘/2) elliptiques ou suborbiculaires, à aile assez
développée.
Nectaires libres ou soudés en haut, peu distincts.
Biologie : Fructifie à la fin de l’été.
Habitat : Rochers calcaires de Rarbagrat (Palestine) '.
Herbaria : ?Gaillardet in herb. Boiss.
M. Maderensis Lowe in Transact. Camb. Phil. Soc. VI (1838),
reimpr. 29.
Exsiccata : Mandon : Pl. Canar. n0 6..
Favrat : Herbor. à Madère, n°0 5.
Adpresse tomentosa; folia integra, radicalia magna, oblonga, raro
LE RN.
4
(37) PASCAL CONTI. LES ESPECES DU GENRE MATTHIOLA. 37
oblanceolata, caulinia lanceolata ; flores pedicellati pedicello quam calyx
breviore; sepala adpresse tomentosa vel subglabrescens ; petalorum
laminæ obovatæ vel oblongæ, magnæ; siligua compressa, stigmate dorso
parce incrassato; semina suborbiculata.
Description. — Plante grande ou très grande, robuste, pubescente ou
en partie glabrescente, glanduleuse. Tige avec rosette basilaire de feuilles,
se continuant directement en une pousse florifère glabrescente à la fin,
ramifiée et feuillée. Feuilles radicales très grandes (23-25 X 8-9 cm.),
oblongues ou elliptiques, entières ou sinuées-ondulées, obtuses, atténuées
à la base; feuilles caulinaires blanchâtres, lancéolées ou linéaires-lan-
céolées, aiguës ou acuminées, à bords entiers ou un peu sinués-ondulés.
Fleurs grandes, en grappes denses formées par 8-20 fleurs, dont 4-6
épanouies à la fois. Pédicelle floral (5-8 mm.) égal à ‘/2-?/s du calice:
sepales sublinéaires 12-12 X 2 1/2-3 !/ı mm. et 12 X 2-3 mm. Pétales
(24-27 X 7 ‘/a-10 mm.) a limbe oblong vu obové et onglet trinervié.
Siliques finement tomenteuses-glanduleuses (80-140 X 3 ‘/2 mm.),
dressées, un peu atténuées ou tronquées à l'extrémité. Graines suborbi-
culaires (3 */4 mm.) avec bord assez développé.
Nectaires soudés en haut.
Forma angustifolia Boiss. ined. in herb. Boiss.
Feuilles toutes linéaires-lancéolées, aiguës.
Aire : Archipel des Canaries.
Habitat : Teneriffa ‘; île de Madère ?; Desertas °; Madrina *; Funchal’.
Herbaria : ? Broussonet in herb. Petropol. — ?Hochstetter in herb. Mus.
Palat. Vindob. et herb. Petrop.; Heldebrand in herb. Univ. Vindob.; Favrat
in herb. Barb.-Boiss. — 3 Mason in herb. Boiss., herb. Mus. Palat. Vindob. —
* Jelinek in herb. Mus. Palat. Vindob.. — 5 Mandon in herb. Boiss., herb. Flo-
rent., herb. Mus. Palat. Vindob., herb. Petropol.
M. incana Brown. in Aït. hort. Kew, ed. 2 vol. IV, 119 emend.
Cheiranthus incanus L, sp. 924.
» annuus L. sp. 925.
» fenestralis L. f. dec. 31, t. 16.
» incanus Mill. dist. n° 6.
» annuus Mill. dist. no 5.
» coceineus Mill. dist. no 6.
» albus Mill. dist. no 8.
» glaber Mill. dist. no 9.
38 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (38)
Cheiranthus fenestralis Mill. dist. no 10.
Hesperis violaria Lam. diet. 3, p. 323.
» fenestralis Lam. dict. 3, p. 324.
» violaria Brot. Fl. lusit. I, 577.
Cheiranthus hortensis Lam. Fl. Fr. 2, p. 506.
Matthiola fenestralis Brown. in Ait. IV, p. 119.
Ch. incanus Weinm. cat. h. dorpat.
» Targioni Ist. botan. 3, p. 20.
» Colla Antolog. 5, p. 859.
Matthiola annua
» græca Sweet hort. suburb. Lond. 147.
» simplieicaulis ’
» incana DC. Syst. Il, 163.
» annua DC. Syst. II, 165.
» glabra DC. Syst. IL, 165.
» græca DC. Syst. II, 166.
» fenestralis DC. Syst. II, 166.
» patens Presl. Delic. Prag. 17.
» incana Gussone Fl. sic. syn. II, 175.
» incana Bertoloni Fl. it. VII, 90-100.
» incana Gr. Godr. I, 85.
» incana Viviani Fl. dalm. III, p. 124.
en) Bois amlor il 428.
» fenestralis )
» incana Marsilly Cat. Cors. 102.
» incana Barcelo y Combii Fl. Bal. p. 32.
» incana Cosson Fl. Atl. II, 101-102.
? 29) Batt. et Trabut Fl. d’Alg. 73.
» annua )
» incana Lojac Fl. sic. 100.
» incana Burnat Fl. Alp. mar. 82.
» incana Caruel Fl. ital. IX, 795.
» incana Rouy et Foucaud Fl. Fr. 192.
Cana; caulis brevis inferne crasse cicatricosus; folia oblonga integra,
obtusa ; flores pedicellati; pedicellus calyci æquilongus ; petalorum
laminæ obovaiæ; siliqua longa, compressa, apice incrassata ; semina
orbiculata.
Description. — Plante finement pubescente-tomenteuse, rarement
glanduleuse, surtout dans les parties de la première année; souche
vivace ou bisannuelle, épaisse, courte, couverte de cicatrices représentant
l'insertion des feuilles et des bourgeons des années précédentes, ler-
(39) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 39
minée par une rosetle dense de feuilles. Tiges florifères plusieurs ou
nombreuses, données par le développement de quelques-uns des bour-
geons axillaires des feuilles de la rosette, dressées, ordinairement peu
robustes, simples, feuillées, terminées par une grappe de fleurs.
Feuilles de la rosette entières, rarement à bords ondulés-sinués, lan-
céolées ou oblancéolées-elliptiques, arrondies au sommet, atténuées à
la base en un pétiole court; feuilles des rameaux florifères plus petites,
oblancéolées ou oblongues, obtuses ou arrondies, entières, rétrécies en
pétiole court; toutes (même les supérieures) à bords plans.
Grappes de fleurs se détachant brusquement sur le rameau, sans pas-
sage à la moitié inférieure de celui-ci, denses, bien fournies, avec de
quatre à dix fleurs &panouies à la fois; pédicelle floral aussi long que le
calice, (10-14 mm.).
Fleurs grandes, belles, dressées-étalées.
Sépales lancéolés oblongs (13 X 2 °/ı et 14 K 3 ‘/2) très finement
pubescents, à poils courts et appliqués, à bord membraneux plus étroit
que la partie verte; pétales grands (23-27 X 7-10 mm.), à limbe lar-
gement obové, émarginé, aussi long que l'onglet; celui-ci à trois ou cinq
nervures; anthères grandes, 4-4 */1 X ‘/2-?/s mm.; fülets des grandes
étamines (6-7 ‘/2 mm.), ailés jusqu’au-dessus de la moitié; filets des
petites étamines plus courts que l’anthère (2 ‘/2-3 ‘/2 mm.). Ovaire poilu
poilu ou glabre.
Nectaires non soudés, allongés dans leur partie supérieure en un lobe
court. Pédicelle fructifère ordinairement non ou peu accrescent, très peu
epaissi. Siliques ascendantes (80-150 X 3-3 ‘/2 mm.) fortement com-
primées, faiblement pubescentes, rétrécies sous le sommet, qui est renflé
en tête aussi large que la silique et formé par des lobes stigmaliques
épaissis et fortement gibbeux ; placentaires peu épais. Graines orbi-
culaires (2 ‘2-3 mm. de diamètre), à bord de largeur uniforme; cotylé-
dons '/s plus longs que la radicule.
Aire : Subspontané ou naturalisé dans le sud de l’Angleterre, sur les
côtes portugaises, sur le bord européen et les iles de la Méditerranée;
très rare sur les côtes africaines de cette mer.
Biologie : Fleuril au printemps et fructifie en été; préfère les terrains
calcaires.
Habitat : Espagne et Portugal : Cadaqués '; Barcelone *; Cascæs
(Estramad.) *; prov. Algarbia *; Almada *.
France : Ad rupes portus Biarritz °; rochers maritimes escarpés pres
de Collioures *; bords de la Gironde, à Meschers *; sommet de l’abbaye
40 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (40)
de Maguelonne (Hérault) °; Cap Brun, environs de Toulon ‘; île Sainte-
Marguerite pres de Toulon ''; ruines du couvent de l’île Saint-Honorat
pres Cannes '?; Baus-Rous pres Nice ‘; presqu’ile de la Vecchia près
Monaco “.
Italie et Dalmatie : Monte Baldo ’’; murs du château de Duino ‘;
parmi les décombres et sur les vieux murs à Ancöne !’; Monte Argen-
tario al forte di Port’Ercole ; prope Palmi (Calabre) '°; Porto S.
Stefano ?°.
Iles méditerranéennes : Santa Teresa Gallura par Tempio (Sardaigne) °';
Bonifacio *?; Bastia **; insul. Cappa (Archip. Etrur.) *; isola di Linosa
(Sicile) ; pres du fleuve Oreto *‘; Gozzo di Malta °’; île Pelagosa *; île
Lissa ?°; île d’Ischia °°; Creta ad muros urbis Suda °!; Rhodes, rochers de
Filierimo *; Chypre °°.
Asie Mineure : Smyrne °*.
Exsiccata : ! De Tremols in herb. Petrop.: ?idem; # Welwitsch in herb. Boiss. ;
* Welwitsch in herb. Petrop. : $ Daveau in herb, Conimbrie. ; SUnio
itin. in herb. Boiss., herb. Mus. Palat. Vindob., herb. Petrop.;
Bordère in herb. Conimbrie; ? Petit in herb. Petrop. ; ® Guillon in
Soc. Dauph. no 3611; °La Perraudière in herb. Petrop. ;
10 Ventre in herb. Boiss., Mus. Palat. Vindob., Petropol. ; Huet
in herb. Florent., Agardh in herb. Petrop.; Pittoni in herb. Mus.
Palat. Vindob., herb. Boiss. ; Masson in herb. Florent. ; '* Bour-
geaud Pl. des Alpes maritimes, no 22; !*Sommier in herb. Florent.;
15 Kellner in herb. Mus. Palat. Vindob.; !* Tommasini et Mirich in
herb. Mus. Palat. Vindob., Tommasini in herb. Taurin., herb.
Boiss., herb. Univ. Vindob.; 17 Magnaga in herb. Mus. Palat.
Vindob., Tommasini in herb. Taurin., herb. Boiss., herb. Univ.
Vindob.; !? Magnaga in herb. Mus. Palat. Vindob.; "° Martelli in
herb. Florent.; # Arcangeli et Biondi in herb. Florent. ; ? Tar-
gioni in herb. Florent.; 2! Pl. de Sardaigne, n: 121; ?? Reverchon
PI. de la Corse, no 238; Kralik Pl. corses, no 469; ?®Mabille in
herb. Univ. Vindob.; ** Forsyth. Major in herb. Taurin; ? Ainti
in herb. Florent. ; 2* Todaro in herb. Taurin; Huet du Pavillon in
herb. Boiss. ; 2” Wiedeman in herb. Petrop. ; ?® Marchesetti in herb.
Flor.; 2° Pichler in herb. Boiss. ; 3° Pedicino in herb. Florent. et
herb. Taurin.; 3!Heldreich in herb. Petropol. et herb. Taurin.;
32 Bourgeau in herb. Boiss.; ®Kotschy, in herb. Boiss. et herb-
Mus. Palat. Vindob. ; 3 No& in herb. Petropol.
Forma furcata : Plante élancée ou même grêle, à rameaux floriferes
souvent ramifies; lobes stigmatiques non gibbeux, très peu épaissis,
HER
(41) PASCAL CONTI. LES ESPECES DU GENRE MATTHIOLA. 4
fortement accrus en longueur et formant ainsi deux cornes parallèles ou
divergentes.
Habitat : Canaries, « in rupibus abruptis, Cuevas de los Frageles ' »;
petite île de Palma:ola dans le canal de Piombino (île d’Elbe) ?.
Herbaria : ? Bourgeau Pl. canarienses no 1270 in herb. Boiss. et herb. Mus.
Palat. Vindob. — ? Marcucci in herb. Florent.
a. var. pulchella.
Feuilles, surtout les inférieures, superficiellement sinuées-dentées, axe
de la grappe et pédicelles floraux glanduleux ; fleurs relativement petites;
siliques glanduleuses.
Habitat : île Pantellaria '.
Herbaria : Calcara in herb. Florent.; Ross in herb. Florent.
B. var. neapolitana mihi.
Feuilles lancéolées ou linéaires-lancéolées, subaiguës; rameaux flori-
fères souvent ramifiés.
Habitat : In rupestribus prope Pouzzoles '.
Herbaria : : Huet du Pavillon in herb. Boiss., herb. Florent., herb. Mus.
Palat. Vindob., herb. Petrop., herb. Taurin.; Pasquale in herb. Florent. ;
Sternberg in herb. Taurin.
M. rupestris DC. Syst. IL p. 714.
Cheiranthus glaberrimus Colla Antol. bot. 5, p. 861.
Hesperis rupestris Rafin. Specchio di scienza (1814), 2, p. 46.
M. undulata Tin. Cat. hort. Reg. Panorm. 1827, p. 279.
M. undulata )
M. rupestris )
M. pire ie ) Be
M. rupestris )
M. undulata )
M. rupestris )
Guss. Fl. sic. syn. II, 175.
rtol. Fl. ital. VII. p. 100.
Lojac. Fl. sic. I, p. 99-100.
Essiccata : Todaro Fl. sic. exss. no 347 et 1250.
Schultz Herb. norm. Cat. 5, no 417.
Lojacono Pl. sie. rar. n°0 370.
42 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (42)
Glabra vel adpresse pubescens; folia magna, lanceolata, acula vel acu-
minata, integra vel subintegra; flores pedicellati, pedicello calyei æqui-
longo vel longiore; petalorum laminæ oblongæ vel obovatæ; siliqua
glabra vel tomentosa, compressa, stigmate parum incrassato; semina
orbiculata.
DescriprioN. — Plante grande, peu robuste, verte, glabre ou finement
pubescente; pousses floriferes données par le prolongement direct de
l’axe de la rosette basilaire, ou par le développement des bourgeons à
l’aisselle de celles-ci. Feuilles lancéolées, aiguës ou acuminées, à bords
très souvent ondulés, les basilaires très grandes (15-25 X 2 ‘2-4 cm.)
les autres de plus en plus petites vers le sommet de la tige, les supé-
rieures bractéiformes planes, aiguës. Inflorescence en grappes bien
fournies, terminales, avec 8-16 fleurs grandes, belles, dont 4-7 &panouies
à la fois; pédicelle floral (9-14 mm.) égal au calice, dressé; sépales
linéaires 12-15 X 2 °/s-3 et 11 ‘/2-14 X 2-2 ?/s mm., pétales obovés-
oblongs, émarginés (25-31 X 9-11); siliques glabres ou glabrescentes,
dressées, grêles (11-16 X 2 ‘/2-3), terminées par une petite tête formée
par les stigmates; graines orbiculaires (2 ‘/2 mm.).
Nectaires formés de deux lobes saillants, indépendants ou avec ten-
dance à se souder par leurs extrémités inférieures.
Aire : Sicile, surtout sur la côte nord-ouest.
II. Série nord-aralienne:
GROUPE DU M. SONGARICA.
Vivaces. Tige faible ou même grele; feuilles petites ou médiocres,
non profondément divisées; faiblement tomenteuses; fleurs petites en
grappes ou épis läches peu fournis; siligue comprimée, glabrescente à la
fin.
M. songarica mihi nov. spec.
Cano-tomentosa; folia oblonga vel obovata, dentata, subobtusa, in
petiolum longe attenuata; flores sessiles vel subsessiles; petala linearia
anguste oblonga, parva; ovarium tomentosum; siliquæ parvæ, erectæ,
compressæ, apice attenuatæ, stigmatis lobis parce inflatis; semina elliptica.
Description. — Plante de taille petite ou moyenne (15-30 cm.) peu
robuste, finement pubescente, verte-farineuse. Souche courte, vivace,
(43) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 43
ramifiée, avec rosetles de feuilles; tiges floriferes uniques au centre de
chaque rosette, dressées, simples, feuillées, ayant 3 mm. de diamètre
dans leur partie moyenne, glabrescenles à la fin dans leur partie supé-
rieure. Feuilles petites, les basilaires (60-90 x 10-20 mm.) à limbe
oblong-elliptique, aiguës, brièvement atténuées en pétiole égal 1-2 fois
le limbe, sinuées-dentées à dents saillantes, aiguës; les feuilles cauli-
naires lancéolées, incisées-dentées, plus petites, plus brièvement pédon-
culées, les supérieures sessiles. Fleurs petites, pédicellées (pédicelle —
4-5 mm.) en grappes pauvres ou médiocres. Sépales (8-10 X 2-2 t/2 et
9-9 ‘2 X 2-2 1), linéaires-oblancéolées, les petits aussi un peu gibbeux
à la base, tous finement pubescents. Pétales petits (19 X 2 ‘/2-3 mm.), à
limbe linéaire arrondi,au sommet aussi long que l'onglet; celui-ci tri-
nervié jusqu’à sa base.
Nectaires peu développés, faiblement réunis en haut et en bas, avec
prolongements latéraux courts. Ovaire poilu. Siliques courtes (50-80 X
2 */2 mm.), fortement comprimées, ascendantes, très finement pubescentes,
contractées sous le sommet, qui est fermé par une petite tête arrondie
égale au plus à ‘/2 la largeur de la silique; valves à nervure médiocre
bien visible. Graines elliptiques (2 ‘/2-1 ?/s mm.) à aile étroite, de largeur
uniforme.
Aire et habitat : Songarie (Dzoungarie) '; Desertum Uralense *; Am
Inderschen See *,
Exsiccata : 'Meinshausen ex exped. Schrenk 1840-43, in herb. Petropol., herb.
Mus. Palat. Vindob., herb. Florent.; ?Turczaninoff 1845 in herb.
Boiss.; 3Lehmann ex Bunge Reliquiæ Lehmann n° 59, in herb.
Petropol.
M. fragrans Bunge hort. Dorpat p. a. 1839 in nola ad M. deflexam.
Cheiranthus fragrans Fisch. cat. hort. Gor. p. 51.
M. odoratissima var. tanaïcensis DC. Syst. II, p. 170 et Prodr. I,
p. 13%.
M. fragrans Ledebour Fl. ross. I, 110.
M. odoratissima Claus. Ind. des. in Göbel It. II, 255.
M. odoratissima Trautv. in Acta hort. Petrop. IV, p. 104.
Adpresse tomentosa vel glabrescens; folia oblanceolata vel oblonga,
Lan MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (44)
sinuato-dentata, basi attenuata; petala parva, anguste oblonga vel linearia ;
pedicellus brevis, filiformis; ovarium tomentosum vel glabrum; siliqua
compressa, attenuata, stigmatis lobis dorso subincrassatis.
Description. — Plantes de dimensions variables; peu robustes ou
greles, vertes à pubescence très fine, subpoussiereuse, souvent glabres-
centes en partie. Souche au moins bisannuelle; tiges floriferes dressées-
arquées ou flexueuses; simples ou ramifiées, terminées par une ou plu-
sieurs grappes de fleurs. Feuilles superficiellement et largement sinuées-
dentées (et alors oblancéolées linéaires) ou lyrées-subpinnatifides (et alors
oblongues), à dents ou lobes, ordinairement aigus, rarement entières ;
longuement ou (plus souvent) brièvement pétiolées. Fieurs en grappes
läches, petites ou médiocres, à pédicelle floral toujours bien distinct égal
'/s-”/s du calice; sépales pubescents-farineux, verts, linéaires ou oblongs;
pétales de dimensions variables, à limbe linéaire ou étroitement oblong,
aussi long que l'onglet; celui-ci à cinq nervures dont trois atteignent sa
base, rarement {rinervie dans toute sa longueur. Filet des grandes éta-
mines, ailé jusqu’au-dessus du milieu à aile tronquée dans sa partie supé-
rieure. Ovaire glabre ou poilu. Nectaires réunis en haut et en bas, avec
des prolongements latéraux. Siliques sur pédicelles 2-4 fois aussi longs
que leur largeur, arquées-ascendantes, glabres ou glabrescentes, forie-
ment comprimées, atténuées et très amincies sous une pelite tête
arrondie. Graines elliptiques, uniformément ailees tout autour.
Aire : Russie méridionale, entre les fleuves Doneiz et Oural et le Cau-
case.
a) subsp. typica : Plante médiocre (20-30 cm.), à pubescence fine;
tiges florifères simples ou peu ramifiees, peu nombreuses, souvent glabres-
centes dans la partie supérieure. Feuilles basilaires oblancéolées, atté-
nuées en pétiole long, (1-2 fois le limbe), très superficiellement sinuées-
dentées ou entières, subaiguës; feuilles caulinaires peu nombreuses, à
pétiole plus court ou même subsessiles. Fleurs petites, en grappes bien
fournies mais un peu läches, dressées: pédicelle floral grêle, flexueux,
long de 4-7 mm. (‘/2-°/: du calice); pétales à limbe linéaire-elliptique ou
oblong, petits (19 X 3 ‘/2 mm.); onglet parcouru ordinairement par cinq
nervures, dont trois atteignent sa base. Ovaire poilu. Siique ?
Aire et Habitat : Cours moyens du Volga, à Chwalynsa (Khwalynsk)'.
Ezxsiccata : *Bunge in herb. Boiss., herb. Petrop.; Claus in herb. Petrop.
b) subsp. ramosa mihi. — Plante grande (30-50 cm.), cespiteuse. Tiges
floriferes nombreuses, glabrescentes dans la partie supérieure, avec des
(45) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 495
rameaux greles à l’aisselle de bractées dans la moitié supérieure. Feuilles
oblancéolées-linéaires, largement et très distinctement sinuées-dentées,
les basilaires atténuées en pétiole égal au limbe, les caulinaires à petiole
plus court. Fleurs en grappes läches sur des pédicelles égaux ‘/s-!/ du
calice, dressées; pétales à limbe linéaire ou linéaire-elliptique; onglet à
cinq nervures, dont trois atteignent la base (21-23 X 3 mm.); ovaire
poilu. Siliques dressées-étalées glabrescentes, comprimées, atténuées à
l'extrémité, terminées par une petite tête arrondie (110-150 X 2 ?/: mm.).
Graines brièvement elliptiques (2 '/s-2 '/’ x 2 mm.).
Aire et Habitat : Ad fl. Donez et Toretz '; Uralsk ?.
Herbaria : !herb. Petrop. — ? Burmester in herb. Florent.
a. var. longepetiolata mihi.
Feuilles basilaires et caulinaires inférieures à pétioles deux à trois fois
plus longs que le limbe, à nervures saillantes sur le sec.
Habitat ® : Lac. Inderiense (rive gauche de l’Oural) *.
Herbaria . Lehman in herb. Boiss.
Cette dernière indique un passage vers M. songarica.
c) subsp. Daghestanica mihr.
Description. — Plante médiocre ou grande (25-40 cm.), peu robuste,
verte. Tiges florifères dressées, peu nombreuses, rameuses, glabrescentes
jusqu’à la base. Feuilles caulinaires oblongues, aiguës, dentées-sinnées ou
dentées-incisées, à dents étroites et aiguës, quelquefois même lyrées-sub-
pinnatifides; atténuées en pétiole plus court que le limbe. Fleurs espacées,
en grappes très lâches peu fournies, petites ou médiocres, dressées; pédi-
celle égal à ‘/s du calice. Pétales linéaires à limbe un peu plus long que l’on-
glet (21-25 X 2 /:-4); onglet souvent trinervié. Ovaire glabre ou poilu.
Siliques dressées ou étalées, comprimées, glabres ou glabrescentes, atté-
nuées sous une petite tête terminale (110-1302 °/ı-3). Graines large-
ment elliptiques (2 1/2 X 2 {/a).
Aire et Habitat : Daghestan :.
Essiccata : ! Becker, in herb. Petrop. et herb. Boiss.
Dans l’herbier Barb.-Boiss. existe un exemplaire se rapportant à cette
sous-espèce, avec l'indication : Kysil-Arvat (Turcomanie) leg. Becker 1883;
le fait de l’existence d’une sous-espèce d’un groupe aussi variable que
46 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (46)
celui-ci, en Turcomanie et dans le Daghesian est très grave et mérite
d'être confirmé.
G. GROUPE pu M. ODORATISSIMA.
Vivaces; tige simple ou peu rameuse, peu robuste ou grêle; feuilles très
variables; fleurs en grappes ou épis läches ou denses, le plus souvent
bien fournis; pétales à limbe linéaire; silique très longue; nectaires bien
développés, fusionnés en haut et en bas.
M. odoratissima R. Br. in Act. Hort. Kew, ed. II, IV, p. 120.
Cheiranthus odoratissimus Pall. Ind. Taur.
» » Marschall v. Bieberstein Fl. Taur.-cauc.
I, 122 (1808).
M. odoratissima Leded. Fl. ross. I, 109-110 (1842).
Cheiranthus tauricus Lepech in Nov. act. Petropol. XII, p. 68 et
336, t. 9?
M. odoratissima Steven Verzeich. d. auf d. taur. Halb. wildw. Pfl.
p. 66 (1857).
M. odoratissima Boiss. et Buhse Aufz. p. 13 (1860).
M. odoratissima Boiss. Fl. or. I, p. 149 (1867).
M. odoratissima Ruprecht Fl. Cauc. p. 63 (1869).
M. odoratissima Alboff Prodr. Fl. Colch. p. 18.
M. odoratissima Aitchison in Trans. of Linn. Soc. III, p. 33.
Non M. odoratissima var. ovatifolia Boiss. Ann. Sc. nat. 1842, p. 49.
Exsiccata : Unio itin. no 131.
Delimit. comm. Afghan. no 212.
Tomentosa vel hirsuto-tomentosa; folia in petiolum attenuata, dentata
grosse serrata Iyrata aut pinnatifida velintegra, oblanceolata; vel oblonga;
petala lineari-oblonga, limbo calyce æquilongo; ovarium tomentosum,
raro glabrum, siliqua longissima, compressa, stigmate bilobo, lobis
approximatis dorso subincrassatis; semina ovalia.
Descpiption. — Plante de taille médiocre (15-35 cm.) assez robuste,
finement pubescente ou tomenteuse, verte ou grisätre, glanduleuse ou
non. Souche vivace, peu ramifiée, avec rosettes de feuilles portant
chacune une tige florifère centrale ordinairement ramifiée. Premières
(47) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 47
feuilles des rosettes, largement obovales, entières ou grossièrement et
superficiellement sinuées-dentées, arrondies, souvent flétries au moment
de la floraison; les feuilles basilaires suivantes, ainsi que les caulinaires,
entières et longuement pédonculées ou plus ou moins profondément
sinuées-pinnatifides, ou encore lyrées-pinnatifides et brièvement pétiolées.
Fleurs médiocres en grappes ou en épis riches ou pauvres, 3-6 épa-
nouies à la fois: pétales linéaires ou linéaires-elliptiques, à limbe aussi
long que l'onglet (20-26 X 3-4 ‘/2); onglet à trois nervures. Ovaire ordi-
nairement poilu.
Siliques très longues (140-180 X 2 ‘/1-4 mm.) dressées ou ascen-
dantes, comprimées, plus ou moins atténuées ou rétrécies sous l’extré-
mité, qui est renflée en petite tête arrondie.
Graines elliptiques, à aile assez développée.
Nectaires soudés à la base, où ils sont un peu épaissis, libres ou indis-
tinctement soudés au sommet, avec bras latéraux ordinairement courts.
Aire : En Crimée et au Caucase; se retrouve dans la vallée de Hari-
roud (Afghanistan); semble manquer à la Perse centrale et orientale.
Biologie : Fleurit et fructifie, selon les localités, de février à mai.
Habitat : In argillosis montis Golaïa ad Sudagh '; Tauria ?; Elisabeth-
pol *; Tiflis‘; Arménie °; Bakou °; péninsule Apcheron ?; Novorossiysk °;
Khusan (vallée de l’Hari-rud) °.
Herbaria : 2 Herb. Petropol., herb. Boiss., herb. Taur. — * Hohenacker in
herb. Boiss., herb. Mus. Palat. Vindob., herb. Petropol. — *Szovitz in herb.
Boiss. ; Buhse et Kolenati in herb. Petropol. — 5 Szowitz in herb. Boiss. et herb.
Petropol. — ® Meyer in herb. Petrop. ; Pichler in herb. Univ. Vindob. — * Herb.
Petropol. — ®Radde in herh. Boiss. — ? Aitchison in herb. Boiss., herb. Flo-
rent., herb. Mus. Palat. Vindob.
var. typica.
Feuilles le plus souvent roncinées-pinnatiséquées à lobes irregulie-
rement sinués ou dentés, finement pubescentes ou tomenteuses; pre-
mieres feuilles des rosettes ordinairement nulles au moment de la
floraison, ou finement pubescentes.
Siliques larges de 2 ?/«-3 '/ı mm.
Fleurs en grappes läches; pédicelle floral court mais distinct (2-4 mm.);
calice finement pubescent ou un peu cotonneux.
Aire : Caucase et vallée de l’Hari-rond.
Habitat :
a) forma virescens : Toute la plante, finement pubescente-grenue
48 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (48)
grise-glauque: feuilles toutes profondément roncinées-pinnatiséquées,
lobes très étroits, à bords plus ou moins enroulés; fleurs subsessiles.
Aire : Vallée de l’Hari-roud, à Khusan.
b) forma tomentosa : Plante blanche ou grise-tomenteuse; axe de
l’inflorescence souvent glabre; feuilles pinnatiséquées-dentées, à lobes
plans si la plante est grisâtre; fleurs subsessiles ou très distinctement
pédonculées, souvent étalées horizontalement.
Aire : Provinces de Bakou et Jelisavetpol en Transcaucasie.
c) Forma discolor : Plante très finement pubescente, partie supérieure
de la tige glabrescente: feuilles roncinées ou pinnatiséquées, les supé-
rieures quelquefois lancéoléees, pétiolées, sinuées-dentées ; la face
supérieure des feuilles est souvent verdâtre tandis que l’inferieure est
grise; lobes foliaires plus larges et plus longs que dans les formes
précédentes, souvent arqués vers la base de la feuille, à bords plans.
Fleurs distinctement pédicellées, dressées ou étalées.
Aire : Province de Tiflis en Transcaucasie.
ß. var. dentata Boiss. Fl. or. I, 149.
Plante verte-grisätre, très finement pubescente; feuilles lancéolées ou
lancéolées-elliptiques, subaiguës, subentières ou dentées-lyrées, quel-
quefois les inférieures pinnatifides, pétiole plus court ou à peine aussi
long que le limbe. Tige non glabrescente.
Fleurs très distinctement pédicellées.
Siliques aplaties, fortement atténuées sous l'extrémité, larges de
3-3 !/a mm.
Aire : Bassin du lac d’Ourmiah, dans l'Arménie perse.
Note : Très voisine de la var. iypica forma discolor, dont elle se dis-
tingue par ses feuilles moins divisées ou celles de la base seulement
divisées, tandis que dans la forma discolor les plus divisées sont les
supérieures. ;
y. var. integrifolia.
Plante verie-grisätre, finement pubescente, tige non glabrescente.
Feuilles entières ou subentières, à limbe oval ou elliptique aigu, assez
petit (35-45 X 11-16 mm.), atténué :en pétiole aussi long ou plus long
que le limbe. Fleurs distinctement pédicellées. Siliques robustes, larges
de 3 ‘/2-4 mm. Graines brièvement elliptiques 3-3 !/s X 2 !/2-2 ?/4.
Aire : Crimée et extrémité occidentale du Caucase.
(49) PASCAL CONTI. LES ESPECES DU GENRE MATTHIOLA. 49
var. Taurica.
Planie pubescente-velue, à tige non glabrescente. Premières feuilles
des rosettes ordinairement encore visibles sur la plante fleurie,
obovées ou suborbiculaires, entières ou sinuées, tomenteuses-feutrées.
Feuilles basilaires et caulinaires pinnatiséquées-dentées, avec lobes
plans. Fleurs subsessiles, ordinairement dressées. en épis denses; calice
souvent blanc-tomenleux. Silique inconnue.
Aire : Crimée.
M. spathulata mihi nov. spec.
Glaucescens; folia parva, subspathulata vel obovata, integerrima,
obtusa, in petiolum longe attenuata; flores pedicellati; petalorum laminæ
linearie, undulatæ, calyce fere longiores. Ovarium tomentosum Siliqua...?
Description. — Plante petite, verte, finement pubescente, non glan-
duleuse, non glabrescente. Tiges florifères simples, dressées, réunies par
plusieurs aux nœuds de la souche vivace, bien feuillées. Feuilles en partie
condensées en rosettes basilaires, petites, subspatulées, ou obovales
arrondies, longuement atténuées en un pétiole plus long que le limbe;
les supérieures oblongues avec pétiole plus court.
Fleurs 6-12 en grappes très courtes, 1-2 épanouies à la fois; pédicelle
floral de 3-5 mm.; sépales finement pubescents, 12 ‘/2-14 X 3 ‘/2-k et
11 2-12 ‘2 X 2 ‘/2-2 ?/3, pétales largement linéaires, arrondis au
sommet 29-33 X 4-4 !/2 mm., à limbe deux fois plus long que l'onglet,
celui-ci peu distinct, très large, 5-nervié, trois nervures atteignant sa base;
filets des grandes étamines ailés non dentés. Ovaire poilu. Siliques
inconnues.
Nectaires soudés à leur base, avec prolongements latéraux bien déve-
loppés, se touchant presque sur la ligne médiane.
Aire et Habitat : in monte Karaghan (Media).
Biologie : Fleurit en mai.
Herbaria : Pichler in herb. Univ. Vindob.
H. Groure DE M. TRISTIS.
Plantes vivaces; tige faible; feuilles souvent en rosettes basilaires ;
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n0 18, 20 août 1900. A
50
TRUE te : RER ee N
MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (50)
fleurs le plus souvent sessiles; silique comprimée ou cylindrique-toru-
leuse; semences elliptiques, petites; nectaires peu développés, libres ou
peu soudés.
M. tristis Robert Brown. in Ait. hort. Kew, ed. 2, vol. 4, p. 120 (1812).
Non
Non
1753 Hesperis provincialis L. Sp. pl. éd. I, p. 664.
» Cheiranthus fruticulosus L. Sp. pl. éd. I, p. 662.
1762 Cheiranthus fruticulosus Gouan Hort. Montpell. p. 329.
1763 » tristis L. Sp. pl. ed. II, p. 925.
1775 » tristis Forsk. Fl. ægypt.-arab. p. 119.
1785 » tristis Allioni FI. pedem. I, p. 273.
1792 Hesperis angustifolia Lamark diction. III, p. 322.
180% Ch. tristis Brotero Fl. lusitan. I, p. 577.
1806 Ch. tristis Sibth. et Smith Fl. græc. p. 25.
?» Ch. varius » » » »
» Ch. coronopifolius Sibth. et Smith Fl. græc. p. 25.
1812 Matthiola tristis R. Br. in Ait. hort. Kew, ed. II, vol. IV,
p. 120.
1818 M. tristis Sebastian: et Mauri Fl. rom. Prodr. p. 219.
M. varia DC. Syst. II, p. 171.
| M. tristis DC. Syst. II, p. 172.
1821 4 ?M. coronopifolia DC. Syst. II, p. 173.
| ?M. crucigera DC. Syst. II, p. 177.
M. fasciculata DC. Syst. II, p. 714.
1826 M. coronopifolia Gussone Plant. rar. p. 275.
1828 Ch. tristis Lois.-Delong. Fl. gall. II, p. 75.
1829 M. varia Gaudin Fl. helv. IV, p. 33.
1830 M. tristis Decaisne Florula sinaica p. 46.
1830 M. varia Sibth. FI. græc. p. 35,
1833 M. varia Röhling’s Deutschl. Fl. fortgstz. v. Koch, IV, p. 673.
1839 M. varia )
» M.tristis)
1843 M. tristis à
Ca ue Guss. F1. sic. Syn, IL, p. 175.
1846 M. varia Koch Syn. d. Deutschl. und Schweiz. Fl. I, p. 39.
Boiss. Voy. en Espagne, II, p. 23.
M. tristis 105.
1847 ( M. varia Bertol. Fl. Ital. VI. p. { 106.
M. coronopifolia 103.
1848 M. tristis Gren. Godr. Fl. Fr. I, p. 86.
(1)
Exsiccata :
PASCAL CONTI. LES ESPECES DU GENRE MATTHIOLA. 51
1849 M. tristis Colmeiro Apunt. par. Fl. Catalaun.
1850 M. tristis Viviani Fl. dahn. III, p. 125.
1855 M. varia Pirona Fl. Forojul. p. 16.
1861 M. tristis Cutanda Fl. comp. de Madr.
M. varia Boiss. Fl. orient. I, 152.
| M. tristis » » I, 153.
| M. Thessala Boiss, et Orphan. in Boiss. I, 153.
M. valesiaca (J. Gay) ap. Boiss. Fl. or. I, 153.
1869 M. tristis )
» M. varia )
1880 M. tristis
» M. varia |
1887 M. tristis Cosson Comp, FI. Atlant. II, p. 102-103.
1888 M. tristis (p, p. ?) Battand. et Trabut Fl. d’Alg. p. 75.
1888 M. tristis Parlatore Fl. ital. IX, p. 800-802.
1889 M. tristis Lojac. Fl. sicul. I, p. 101.
1891 M. tristis Velenovsky Fl. bulgarica, p. 23.
1872 M. tristis Burnat Fl. Alp. marit. I, p. 83.
1893 M. tristis Rouy et Foucaud Fl. de France, I. p. 193 inel.
subsp. valesiaca.
M. varia |
M. tristis |
189% M. tristis Desbeaux Fl. de Kabyl. et Djrd. p. 25.
1895 M. valesiaca Jaccard Fl. valais. p. 16.
1896 M. sabauda Chod. in Bull. soc. bot. Franc. XLI, p. cec-cccı.
1877 M. tristis Conti Class. et distrib. der Matt. in Bull. herb.
Boiss. V. p. 31-59.
Hochstetter, no 341.
Todaro Fl. sic. exss. no 1249.
Fl. exsice. austr. hung. n° 86.
Noé it. orient. n° 8.
Bourgeau PI. Canar. n° 383
» Pl. d’Esp. nos 569, 1667, 2096 et 2365.
Munby PI. Alg. exsice. (1850), no 60.
Willkomm it. hisp. secund. no 269.
Balaasa Pl. d’Alg. (1851), no 41.
Herb. Orphanideum, nos 2518, 2683, 3695.
Orphanides Fl. græca exsice. n° 375.
Schultz Herb. norm. nov. ser. Cent. 3, no 222.
» » » 23, no 2409.
Heldreich Herb. græc. norm. n0s 61, 819.
Huter, Porta, Rigo itin. ital. III (1877), no 329.
» » » itin. hispan. 1879, no 769.
1867
Calas et Farkas Vucotin. Fl. croatica, p. 206.
Willkomm et Lange Fl. hisp. II, p. 811.
1893 Willkomm Suppl. Prodr. Fl. hisp. p. 301.
52 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (52)
Ezxsiccata : Magnier FI. sel. exsicc. nos 8 et 8 bis.
Soc. dauphin. nos 2749 (1881) et 2749 bis (1886).
Herb. Gall. austr. et Pyr. (Timb.-Lagr. et Mar.), no 118.
Lojac. Pl. sic. rar. no 672.
Daveau, Herb. lusitan. no 1149.
Porta et Rigo itin. II hisp. (1870), no 522.
» » itin. IT hisp. (1891), no 69.
Dörfler it. turc. sec. (1893), no 20.
Reverchon PI. d’Esp. 1893-94, nos 999 et 549.
Adpresse tomentosa, cinerascens vel viridis; folia sublinearia, integra,
paucidentata vel subpinnatifida; flores sessiles, raro pedicellati; peta-
lorum laminæ obovatæ vel lineares; ovarium tomentosum; siligque com-
pressæ vel cylindrico-torulosæ, stigmatibus dorso crassis vel cornigeris;
semina elliptica.
DescriPrioN. — Plante à souche vivace, de dimensions très variables.
Racine robuste, longue, ramifiée; souche simple ou ramifiée, couverte à
sa base par les restes des feuilles des années précédentes, terminée par
une ou plusieurs rosettes de feuilles : pousses florifères annuelles s’élevant
du centre des rosettes, dressées ou ramifiées, feuillées ou aphylles,
poilues, quelquefois glanduleuses. Feuilles de dimensions variables,
entières, sinuées-dentées ou pinnatifides, à contour linéaire ou linéaire-
oblancéolé, subaiguës, finement pubescentes, souvent un peu glandu-
leuses. Pédicelles floraux ordinairement très courts ou presque nuls;
fieurs dressées-étalées, disposées en épi ou en grappe lâches de 5-20
fleurs, dont 3-8 épanouies à la fois; sépales largement linéaires ou oblan-
céolés. finement pubescents et souvent glanduleux sur le dos, entourés
d'un bord membraneux, glabre ordinairement plus étroit que la partie
verte; pétales à limbe linéaire, oblong, obové ou elliptique, tronqué,
arrondi où émarginé au sommet, de couleur variant du jaune au jaune-
brun et au rouge violacé, quelquefois sur la même fleur suivant l’âge ;
onglet aussi long que le limbe, trinervié jusqu’à la base.
Ovaire finement pubescent, quelquefois glanduleux.
Siliques grandes ou petites, greles ou robustes, cylindriques, cylin-
driques-toruleuses ou comprimées, dresses, étalées ou un peu défléchies;
valves très pubescentes, parfois glanduleuses, avec ou sans nervure
médiane; région sous-stigmatique ordinairement un peu renflée, souvent
pourvue de cornes rudimentaires, rarement de cornes bien développées,
les stigmates font quelquefois saillie entre les deux cornes latérales.
Graines ovales ou elliptiques, à bord membraneux peu développé,
(53) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 53
plus large à l’extremite inférieure de la semence que sur le reste du
pourtour.
Biologie : Croit sur le sol calcaire rocailleux ou les rochers calcaires
dans le midi de l’Europe; préfère les terrains désagrégés, calcaires,
gypseux ou graniliques sur le versant sud des Alpes. Fleurit au premier
printemps dans les parties les plus méridionales de son aire, un peu plus
tard au pied des Alpes, en automne dans le nord du Portugal.
Area : Europe méridionale du Portugal, au Bosphore; Olympe de
Bithynie; Sicile; Tunisie, Algérie, Maroc, Canaries.
Habitat * : Maurienne : Avrieux ‘; entre Termignon et Saillières ?;
fort de l’Esseillon * ; Saint-Jean *.
Valais : Binnthal 1300 m °; entre Brigue et Bérisal ‘; gorges de Binn ”:
entre Ausserbinn et Binn °; in den Wickern °; à Grone près de Sion *°.
Vallée d’Aoste : Le Sutze (alpe de Cogne) ''; Cogne entre la chapelle
de Notre-Dame de la Neige et l’alpe Chavanisse '*; vallée de Cogne ‘;
Courmayeur '*.
Lac de Garde et Frioul : ad Benacum 80-400 »; prope Riva !’; Prega-
sina !°; Venzone !’; aux bords du fleuve Fella '*; Resintta '°; Amaro °°,
Dalmatie : Trebinje à la frontière turque *'; Korito, frontière de Monté-
négro *?.
France méridionale : Salernes; Orgon; Col du Ferrion; Saint-Rémy ;
Avignon; Graveson; Cavaillon, au,pied du Huberon; Port Vendre; Mont-
pellier ; Duranus (Alp. marit.)
Versant espagnol des Pyrénées : Iterda; Tiermas.
Espagne : Baza; S. Juan de Alcaras; Grazalema; M. Puig-Campaña ;
Alicante ; Carrellana; Sierra Castella 400-800 m; Valacloche 800 »;
Segorbe 400; Orignela 1400m Albarracin; Aranjuez; Sierra de Mijas 400-
900%; Madrid; Badajoz; Casalejo pres Talavera la Reina; Picos de Europa.
Portugal : Sierra de Arrabida; Beira; Sierra de Tela; Cezimbra; Bra-
ganca; Castella nova prope la Guardia.
1 Herbaria. La liste de localités qui précède est la même que celle que j'ai
donnée dans mon travail spécial sur M. tristis!; il me semble done inutile de
recopier ici toutes les indications relatives aux herbiers et je renvoie à la publi-
cation précitée le lecteur désireux de vérifier les localités indiquées ; parmi celles-
ci, deux ont été ajoutées dans le travail actuel, ce sont : Korito (Dalmatie) leg.
Boller, in herb. Freyn. — Duranus (Alp. marit.) leg. Barla in herb. Freyn et
herb. labor. bot. syst. de Genève.
1 P, Conti in Bull. herb. Boiss. vol. V (A897), p. 31-59.
54 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (54)
Péninsule italienne : Monte Velino; monte Sirente, ad Alfezza presso
Sagliano ; all’ Asserzi, sotto il Gran Sasso d'Italia; al Palio sopra Filettino ;
San Demetrio ad merid. urbis Aquila; Monte Morone; dirupata di Morano.
Sicile : S. Martino; Caltanisetta; Parco près de Palermo; Champofranco;
Madonie in elatioribus montosis; a Quacedda; Madonie di Polizzi; Isnello;
Monte Misciotto pres de Caccamo.
Grece et bords du Bosphore : Environs d’Athene; entre Megara et
Kakiscala; entre Zougra et Corfi; Olympe de Thessalie; dunes du Bos-
phore; près de Kila; Constantinople.
Macédoine : Allchar.
Algérie : Oran; Mostaganem.
o. Var. varia.
M. varia DC. p. p. non Sibth. et Sm.
Feuilles toutes condensées en rosettes basilaires portées sur une longue
souche ramifiée; tiges florifères simples, dressées, unique dans chaque
rosette; fleurs en épi ordinairement assez dense, souvent grandes ;
pétales oblongs ou obovés, rarement oblongs-linéaires; siliques fortement
comprimées, dressées ou ascendantes.
Aire : Maurienne, Valais, vallée d’Aoste, lac de Garde, Frioul; environs
de Suse en Piémont.
a) SOus-Var. VALESIACA.
M. valesiaca J. Gay ap. Boiss. in Fl. or. I, 153.
Plantes souvent robustes, vertes, peu glanduleuses; fleurs grandes ;
pétales obovés ou oblongs, de couleur bleue-violacée ou rougeätre.
Aire : Frioul, lac de Garde, Valais.
b) sous-var. SABAUDA.
M. tristis var. sabauda DC. Syst. II, p. 172.
M. sabauda Chod. in Bull. Soc. bot. Franc. XLI, p. CCC-CCCI.
M. valesiaca var. pedemontana Gremli Fl. d. Schweiz p.
Plantes moins robustes ou très petites, grisätres, glanduleuses; feuilles
ordinairement courtes, enroulées, souvent avec 2-4 cals sur les bords;
fleurs plus petites que dans la sous-variété précédente; pétales oblongs
ou oblongs-linéaires, souvent petites, de couleur verte-brunâtre veinée
de pourpre.
Aire : Maurienne, vallée d'Aoste, peut-être aussi à Suse en Piémont.
(55) PASCAL CONTI LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 55
ß. var. provincialis.
Hesperis provincialis L. Sp. pl. ed. I, p. 925.
Plantes grisätres, peu ou pas glanduleuses; tige feuillée, souvent rami-
fiée; feuilles petites, linéaires ou linéaires-oblancéolées ordinairement
avec 2-4 lobules aigus étalés; fleurs petites à pétales oblongs-linéaires,
petits, de couleur jaunâtre; siliques dressées, cylindriques-toruleuses ou
comprimées.
Aire : France méridionale et versant pyrénéen de la vallée de l’Ebre.
Forma torulosa : Siliques cylindriques toruleuses; aire de l’espece.
Forma compressa : Siliques comprimées: dans la vallée de Vaucluse.
y. var. angustipetala.
Plantes vertes ou cendrées; tiges feuillées, simples ou ramifiées; feuilles
entières, obtuses ou subaigues; fleurs en épis lâches, médiocres; pétales
à limbe presque aussi long que le calice, linéaire ou linéaire-elliptique ;
siliques dressées, souvent très longues, ordinairement peu ou pas com-
primées.
Aire : Espagne, entre les vallées du Douro et de l’Ebre et la Méditer-
ranée.
1) subvar. iypica. Plante verte; feuilles entières; pétales à limbe étroi-
tement linéaire; siliques comprimées ou non, très souvent longues.
Aire : Chaînes espagnoles méridionales et versant droit de la vallée de
l’Ebre; (pourtour méridional et oriental du plateau central espagnol).
a) forma compressa : Siliques très distinctement comprimées. Sierra
de Mijas 400-900 m.
b) forma cylindrica : Siliques très peu ou pas comprimées; occupe le
reste de l’aire.
2) subvar. castillana. Fleurs plus grandes; pétales à limbe largement
linéaire; feuilles grisätres, entières ou avec 2-4 petites dents étalées ;
siliques non comprimées.
Aire : Plateau de la Nouvelle-Castille.
3) subvar. elongata. Plante verte, grande, mais peu robuste; feuilles
oblancéolées, entières ; limbe des pétales oblongs.
Aire : Picos de Europa.
à. var. occidentalis.
Plantes vertes-grisâtres, quelquefois farineuses ; tige abondamment
56 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (56)
feuillée; feuilles linéaires, entières, rarement avec 2-4 dents; fleurs
médiocres; pétales oblongs à limbe plus court que le calice; siliques
dressées ou ascendantes, rarement étalées, subcylindriques, grêles, sou-
vent longues.
Aire : Tunisie (?) Algérie, Maroc, Portugal, Canaries, côtes maritimes
espagnoles.
1) subvar. iypica.
Syn. subvar. lusitanica Conti in Bull. herb. Boiss. V (1897) p. 44.
Plante verte, élancée; siliques dressées, longues, non toruleuses.
Aire : Occupe la plus grande partie de l’aire de l’espèce.
forma foliosa : Feuilles très abondantes, grisätres; fleurs dressées,
toutes rapprochées dans leur jeunesse.
Aire : Très fréquente dans les localités des bords de la mer (Cezimbra),
Oran, Mostaganem, Villera dans la province d’Alicante.
s. var. italica.
Plantes de taille variable; tige acaule ou feuillée, simple ou ramifiée;
feuilles ordinairement entières, linéaires ou linéaires-lancéolées; fleurs
médiocres à pétales oblongs ou linéaires; siliques dressées, longues ou
médiocres, grêles, comprimées.
Aire : Partie centrale et méridionale de la péninsule italienne; les
plantes de Dalmatie peuvent aussi bien être rapportées à cette variété
qu’à la var. varia subvar. valesiaca.
1. Subvar. iypica. Plantes petites ou médiocres, vertes-grisâtres, à tige
aphylle non ramifiée; feuilles en rosettes radicales, linéaires, le plus
souvent entières; siliques médiocres.
Aire : Apennins centraux, éventuellement Dalmatie.
b) forma fasciculata. Tige robuste; feuilles lancéolées ou oblancéolés,
portant à leur aisselle un bouquet de feuilles bien développées et de
même forme que la feuille axillante; fleurs grandes; pétales à limbe
obové ou oblong.
var. sicula.
Plante grisätre ou verte, à tige feuillée; feuilles médiocres ou grandes,
subentières, sinuées ou subpinnatifides, avec 2-6 lobes saillants, étroits,
aigus. Fleurs à pétales oblongs, médiocres, siliques ascendantes, à valves
souvent un peu gibbeuses à la base, non comprimées, très souvent un peu
toruleuses.
(57) PASCAL CONTI. LES ESPECES DU GENRE MATTHIOLA. 57
Aire : Sicile, surtout dans la region nord-ouest.
a) forma montana Todaro.
Grisätre, petite, acaule, souvent un peu glanduleusee. Region mon-
tagneuse du massif des Madonie et Nebrodi.
b) Forma basiceras : valves très dislinctement gibbeuses à leur base,
formant des bosses bien saillantes. Près de Caccamo.
2. Subvar. calabrica. Plante grisätre cendrée; tige simple aphylle;
feuilles à contour oblancéolé ou largement linéaire, sinuées-dentées ou
lobees à 2-4 dents ou lobes: fleurs médiocres; pétales à limbe le plus
souvent sublinéaire; siliques très longues, dressées ou ascendantes.
Aire : Calabre.
3. Subvar. caulescens. Plantes vertes, grandes, grêles ou robustes; tige
feuillée, ramifiée; feuilles subentieres; siliques dressées, longues et
grêles.
Aire : Apennin central.
a) Forma sparsifolia. Tige grêle; feuilles linéaires-oblancéolées: fleurs
égales à celles de la subvar. iypica.
var. coronopifolia.
Cheiranthus coronopifolius Sibth. et Smith Fl. græc. p. 25 ; M. coronopifolia DC.
Syst. II, p. 173 p. p.
Plantes vertes grisälres; tige feuillée, le plus souvent ramifiée ; feuilles
entières ou subpinnatifides, souvent grandes; pétales à limbe largement
linéaire-elliptique, tronqué à l'extrémité; siliques courtes ou longues, le
plus souvent étalées ou défléchies, cylindriques-toruleuses.
Aire : Altique et isthme de Corinthe.
1. Subvar. iypica. Plante de taille médiocre; feuilles à 2-4 lobes étroits
et saillants; siliques courtes ou médiocres, terminées par une petite tête
triangulaire mais sans cornes distinctes.
Aire : Altique.
2. Subvar. corinthiaca. Souvent plus grande; feuilles ordinairement
entières ; siliques longues, terminées par deux cornes très distinctes.
Aire : Isthme de Corinthe.
var. Thessala.
Plante robuste et grande, verte; tige feuillée; feuilles entières, étroi-
tement oblancéolées; siliques grandes, robustes, comprimées, dressées
58 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (58)
ou ascendantes, terminees par une tête assez épaisse, gibbeuse, rarement
avec cornes bien distinctes.
Aire : Montagnes de Thessalie et environs de Constantinople.
var. pedunculata.
Plante verte; feuilles toutes basilaires, en rosettes basilaires, entières,
longues, linéaires; fleurs grandes, semblables à celles de la var. corono-
pifolia typica, mais à pedoncule variant de ‘/:-!/1 calice; siliques jeunes
avec deux cornes terminales distinctes; siliques mûres inconnues.
Aire : Macédoine centrale, à Allchar.
M. perennis nov. sp. mihi.
Caulis aphyllus simplex, brevis; folia omnia radicalia, sinuata vel
grosse serrata, griseo-tomentosa ; flores subsessiles ; petalorum laminæ
oblongæ. Siliqua ?
DESCRIPTION. — Vivace; souche ramifiée portant plusieurs rosettes de
feuilles très denses; du centre de chaque rosette part une tige florifère,
courte et nue, terminée par un épi dense et assez bien fourni; feuilles à
contour lancéolé ou linéaire, sinuées ou sinuées-roncinées, obtuses;
fleurs subsessiles, assez grandes; sépales très finement pubescents;
pétales à limbe oblong et onglet trinervié; ovaire poilu; silique inconnue.
Aire et Habitat : Montagnes du Maroc et Pic d'Europe en Espagne.
Herbaria : Boissier in herb. Boiss.
M. arabica Boiss. Ann. Sc. nat. 1842, p. 49.
M. tristis Decaisne F]. sin.
M. arabica Boiss. Fl. or. I, 152.
Exsiccata : Unio itin. (Schimp.) 314 sub M. tristis.
Tomentello-canescens; folia oblanceolato-linearia, integerrima, obtusa;
flores sessiles; petalorum lamin& lineari-oblongæ; ovarium tomentosum ;
siliquæ subcompressæ, sæpe incurvo-contortæ; stigmatibus dorso incras-
satis; semina parva, elliptica.
(59) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 59
Description. — Plante grande, un peu grêle, 30-70 cm., pubescente-
cendrée, jaune-verte sur les parties jeunes, non glanduleuse. Tiges
dressées, ramifiées, feuillées. Feuilles linéaires ou étroitement oblan-
céolées, entières, obtuses. Fleurs sessiles, ascendantes, en épis läches;
sépales blancs-farineux 9 ‘/s X 2-2 ‘/s et I X 1 !/a-l 1/25 pétales
20-22 X 2-3 ‘/2 mm., à limbe linéaire ou linéaire-lancéolé et onglet
trinervié jusqu'à sa base, plus court que le limbe; filets des grandes
étamines ailés ou non. Ovaire poilu. Siligues ascendantes ou dressées,
souvent arquées ou même enroulées en arrière, farineuses, grêles,
45-70 1 mm., peu ou pas comprimées, un peu amincies à partir de la
moitié ou de la base, terminées par les lobes stigmatiques un peu accrus
en irès petite tête ou non renflés.
Graines petites, sans aile, elliptiques, 1 X ?/s mm.
Nectaires ordinairement indépendants, quelquefois soudés en bas,
souvent avec courts prolongements latéraux à l'extrémité supérieure.
Aire et Habitat : Sinaï.
Herbaria : Ehrenberg in herb. Boiss.; Aucher-Eloy in herb. Florent.;
Bové in herb. Mus. Palat. Vindob. ; Schimper in herb. Boiss., herb. Florent.,
herb. Mus. Palat. Vindob., herb. Peirop.; Bossier in herb. Boiss., herb.
Petropol. ; Figari in herb. Florent.-
M. torulosa DC. Syst. II, p. 169.
Cheiranthus torulosus Thunb. Prodr. p. 108; Fl. cap. p. 493.
M. torulosa DC. Prodr. I, p. 133.
M. stelligera Sonder in Linnæa, XXII (1849), p. 1.
M. torulosa Harvey et Sonder Fl. cap. I, p. 20.
Adpresse tomentosa; folia linearia, integra vel subintegra ; flores
sessiles, parvi; petala parva, limbo ovali-oblongo; siliquæ teretes, sub-
torulosæ, stigmatibus dorso incrassatis vel cornigeris.
Description. — Plante médiocre, assez robuste, verle-grisätre, très
finement pubescente, glanduleuse. Tiges florifères 15-30 cm., dressées,
ordinairement ramifiées. Feuilles petites, linéaires, obtuses, entières ou
sinuées-dentées avec 2-4 dents espacées, condensées dans la partie
inférieure et à la base de la tige. Fleurs très petites, sessiles en épis
läches; sépales petits, glanduleux 5 ‘2 X A ‘/s et 5X °/ı mm.; pétales
très petits, à limbe oboval ou subspatulé, onglet uninervié 7 X 1 !/s mm .;
60 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (60)
étamines à filets non ou indistinctement ailes; anthères longues de
‘/1 de mm. Ovaire poilu. Siliques étalées, souvent un peu arquées en
arrière, cylindriques-toruleuses, atténuées sous le sommet non renfl& ou
pourvu de cornes. Graines elliptiques dépourvues d’aile, 1 ‘/s-1 ?/
XX /:-1 mm.
Nectaires petits, sous forme de deux lames étroites un peu saillantes,
libres ou réunies par leurs bases.
Aire : Cap de Bonne-Espérance.
Herbaria : Drege in herb. Boiss., herb. Florent., herb. Mus. Palat. Vindob.
X. GRoUPE pu M. MoNTANA (Asie-Mineure).
Vivace, fortement tomenteuse. Tige non ramifiée, assez robuste ; feuilles
entières, oblancéolées, fortement tomenteuses; fleurs en grappes denses
bien fournies ; pétales à limbe linéaire en oblong ; silique grande, large ;
nectaires bien développés, fusionnés en haut et en bas.
M. montana Boiss. Ann. Sc. nat. 1842, p. 47.
M. montana Boiss. Gl. or I, 152.
Non M. montana Pomel Nouv. mat. 230.
Exsiccata : Aucher-Eloy Herb. d’or. n° 80.
Pichler pl. exs. (1874), no 65.
Cano-tomentosa ; folia oblongo-linearia, obtusa, integerrima ; flores
subsessiles; petalorum laminæ lineari-oblongæ; siliquæ longissimæ,
late, compressæ, glabrescentes, apice attenuatæ ; stigmalibus dorso sub-
incrassatis; semina late marginata elliptica.
Description. — Plante petite (15-20 cm.), fortement tomenteuse-
cotonneuse, non glanduleuse ; souche ramifiée, portant plusieurs rosettes
de feuilles, fertiles ou stériles. Tiges fioriferes uniques dans chaque
rosette, simples, dressées, feuillées seulement vers la base, subglabres-
centes à la fin. Feuilles oblancéolées ou sublinéaires, insensiblement
atténuées à partir du '/s supérieur jusqu’à la base, obtuses, souvent de
couleur jaunâtre à la face supérieure. Fleurs étalées, en grappes bien
fournies un peu lâches (8-20 fleurs), toutes épanouies à la fois ; pédicelle
floral poilu (3-5 mm.) égal ‘/:-?/; du calice ; sépales blancs-laineux, grands
(61) PASCAL CONTI. LES ESPECES DU GENRE MATTHIOLA. 61
12 ‘2 X 3 et 12 X 2 ‘/2; pétales à limbe oblong ou elliptique, insensi-
blement atténué en onglet pourvu de trois nervures. Ovaire feutré.
Siliques grandes, ascendantes, souvent tournées du même côté 120-
140 X ‘/4, blanches tomenteuses au commencement, glabrescentes à la
fin, fortement aplaties, à bords quelquefois ondulés, atténuées sous le
sommet qui est renflé en une tête égalant la moitié de la largeur de la
silique ; valves planes à nervure médiane indistincte. Graines largement
elliptiques 5 ‘/2 X & '/s à aile bien développée.
Nectaires très développés, saillants, de même forme que dans M. damas-
cena.
Aire. Montagnes de la moitié occidentale de l’Asie-Mineure.
Biologie. Croit dans la région montagneuse; fleurit et fructifie de mai
à octobre.
Habitat : Ak dagh'; Davros-dagh, vers 1,700 m.?; Bercket-dagh
(Lycie)*; Olympe de Bithynie‘.
Herbaria : * Montbret in herb. Mus. Palat. Vindob.; Aucher-Eloy in herb.
Boiss., herb. Florent. — ? Heldreich in herb. Boiss., herb. Petropol. — ? Pesta-
lozza in berb. Boiss. — *CGlementi in herb. Boiss., herb. Florent., herb. Mus.
Palat. Vindob., herb. Petropol., herb. Taurin; Pichler in herb. Boiss., herb.
Mus. Palat. Vindob.
J. GROUPE DU M. OXYCERAS.
Plantes annuelles; siliques cylindriques-toruleuses, le plus souvent
avec 2-3 cornes de forme variable; quelquefois des préfeuilles à la base
des pédicelles floraux; tendance à donner des pétales linéaires et des
siliques tricuspidées en Orient (Arménie, Perse), des siliques à cornes
triangulaires dans la région de la Méditerranée occidentale. Nectaires
libres.
M. oxyceras DC. Syst. II, p. 273.
Cheiranthus tristis Forsk. fl. eg. ar. p. 119.
Ch. lividus Delile ill. fl. eg. p. 19 no 591.
Ch. longipetalus Venten. Choix de pl. Cels. t. 93.
Ch. bicornis Sibth. in Sm. prodr. 2, p. 26.
Ch, acaulis Balb. in litt. Spreng. nov. prodr. p. 10.
M. livida DC. Syst. II, p. 17% et Prodr. I, 131.
M. longipetala DC. Syst. II, p. 174 et Prodr. I, 134.
62 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (62)
M. bicornis DC. Syst. II, p. 177 et Prodr. I, 135.
M. tenella DC. Syst. II, p. 169 et Prodr. I, 133.
M. acaulis DC. Syst. II, p. 168 et Prodr. 133.
M. angulosa Boiss. Ann. Sc. Nat. 1842, p. 50.
M. bicornis Boiss. Ann. Sc. Nat. 1842, p. 150.
M. bicornis Boiss. Fl. or, p. 155. excl. var.
M. oxyceras Boiss. Fl. or. p. 155-156.
M. livida Boiss. Fl. or. p. 156.
M. bicornis Barley in Lydie, Lyc. Car. p. 57.
Exsiccata : 1835 Aucher-Eloy : Herb. d'Orient. 84-85, no 74.
1835 Unio itiner. 431 et 532.
1835 Unio itiner. 142 sub Notoceras Sibthorpii Spr.
1842 Kotschy PI. Pers. austral. 176.
1845 Heldreich no 853.
1855 Balansa PI. d'Orient 446.
1859 Kotschy Iter Cilicico-Kurdicum 300.
1876 Schweinfurth n° 16. |
1879 Schweinfurth no 189.
1880 Letourneux Plantæ Aegyptiacæ 224 a.
1888 Sintenis [ter orientale 559 et 1182.
1889 Bornmüller Fl. exs. Anatoliæ orient. 1328.
1889 Sintenis Iter orientale 306.
1891-92 Manissadjan Plantæ orientales 123 b.
1892 Bornmüller Iter Persico-tureicum 3210.
1892 Sintenis [ter orientale 3858-3858 b=4379.
Adpresse tomentosa, pube stellata viridis vel cinerascens; folia sub-
pinnatifida vel dentata, raro integra; flores subsessiles ; petalorum laminæ
lineares vel oblongæ ; pedicellus basi sepe duobus bracteolis instructus ;
siliquæ tereles, torulosæ, apice bicuspidatæ vel tricuspidatæ, cuspide media
brevi vel elongata, lateralibus erecto-subincurvis vel deflexis ; semina
parva. elliptica. x
Description : Plante annuelle ou bisannuelle, finement pubescente,
verte ou grisätre, glanduleuse ou non, de taille médiocre ou même très
petite, grêle ou peu robuste. Tiges dressées, ordinairement ramifiées des
la base. Feuilles de dimensions variables, petites ou médiocres, jamais
grandes, en partie basilaires (en rosette), à contour linéaire ou linéraire-
oblancéolé, entières ou sinuées-dentées, à lobes obtus ou aigus. Fleurs
étalées-dressées en épis lâches ou peu denses; sépales linéaires ; pétales
de dimensions et forme très variables, le plus souvent à limbe linéaire-
elliptique ou linéaire, moins souvent obové-émarginé, aussi long ou plus
0
(63) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 63
court que l'onglet; celui-ci à 1-3 nervures; filet des grandes étamines
uniformément élargi ou ail& dans la moitié inférieure ; filet des petites
étamines un peu plus court que l’anthère. Nectaires indépendants, pro-
longés dans leur partie supérieure en un bourrelet plus ou moins saillant.
Ovaire poilu. Silique grêle, linéaire, cylindrique-subtoruleuse, de dimen-
sions variables, non rétrécie sous l’extrémité ; celle-ci portant deux cornes
souvent très grandes, presque toujours bien développées, aiguës, arquées
en avant ou défiéchies; souvent aussi les stigmates et leur base immé-
diate s’allongent en donnant un prolongement qui simule une troisième
corne, médiane.
Graines elliptiques à aile étroite ou presque nulle, de dimensions
variables.
Aire : Altique, Asie-Mineure, Arménie, Mésopotamie et Perse occiden-
tale jusqu’au Laristan; Palestine et Arabie jusqu'au Nil et à l’Hedjaz.
Biologie : Fleurit au printemps.
a. var. bicornis.
M. bicornis auct. pl.
Plante verte de taille médiocre (15-35 cm.) Feuilles oblancéolées ou
linéaires, les radicales sinuées-roncinées ou sinuées-pinnatifides, les
caulinaires sinuées-dentées ou entières. Pétales ordinairement assez
grands, très souvent à limbe oblong ou elliptique. Silique terminée par
deux cornes arquées en avant, aiguës, souvent larges à leur base; stig-
mates non accrus, ne formant pas de troisième corne. À la base des
pédicelles floraux (très courts) se trouvent deux petites saillies préfoliaires
sous forme d’écailles brunes, bien visibles surtout sous les fleurs en
boutons.
Aire :
Habitat: Atlique, à Athènes et à Phalere'; Megara?; Morée*; iles
d'Egina*; In Anatolia prope Therakli*; Orfa°; Nicomedia”; Mossoul°;
Mersina’; Béréketly (Cappadoce), vers 1,300 m.'°; Elmalu''; in deserto
fl. Chabur'”; Soile (Lycia) ; Beidagh (Lycia) '*; Mardin'’; Biredjik '*;
Amasia-Tokat, in herbidis ad Tchengelhan ‘’; Kharput : Kisil-Depe'°;
Merzifoun '?; Tossia, in collibus ad KarvaK-Tchesme°°; Tossia, in herbidis
ad Sabadja?'; Angora Galatie??; vilayet de Sivas**; In aridis inter Koniah
el Beychehr*"; In Argaei subalpinis vulcanieis”°,
Exsiccata . ? Spruner in herb. Boiss., herb. Mus. Prlat. Vindob. ; Guiciardi in
herb. Taurin; Boissier in herb. Boiss., herb. Florent., herb. Mus.
64 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (64)
Exsiccata : Palat. Vindob., herb. Petrop., herb. Taurin.; Orphanides in herb.
Florent., herb. Mus. Palat. Vindob., herb. Petropol.; Hausknecht
in herb. Mus. Palat. Vindob., herb. Petrop.; Pichler in herb. Boiss.,
herb. Univ. Vindob., herb. Petrop.; Heldreich in herb. Barb.-
Boiss., herb. Florent., herb. Palat. Vindob., herb. Univ. Vindob.,
herb. Petropol. — ?Sartori in herb. Mus. Palat. Vindob. — ®Fauche
in herb. Boiss. — *Friedrichsthal in herb. Mus. Palat. Vindob. ;
Spruner in herb. Mus. Palat. Vindob. et herb. Petrop. —
5 Wiedeman in herb. Petropol. — ®Kotschy iu herb. Mus. Palat.
Vindob. — ? Noe in herb. Boiss. — ® Aucher-Eloy in herb. Boiss.
et herb. Florent. — ° Balansa in herb. Boiss. et herb. Mus. Palat.
Vindob. — 1° Balansa in herb. Boiss. — 1 Bourgeau in herb.
Boiss. — 1? Haussknecht in herb. Boiss. — "3 Pichler in herb. Univ.
Vindob. — "Pichler in herb. Barb.-Boiss., herb. Univ. Vindob.,
herb. Petropol. — !°:Sintenis in herb. Univ. Vindoh. — 16 Sintenis
in herb. Univ. Vindob. — " Bornmüller in herb. Barb.-Boiss.,
herb. Mus. Palat. Vindob., herb. Petropol. — "®Sintenis in herb.
Mus. Palat. Vindob. et herb. Univ. Vindob. — !? Manissadjan in
herb. Barb.-Boiss. et herb. Petropol. — ?°-2! Sintenis in herb.
Barb.-Boiss., herb. Mus. Palat. Vindob., herb. Univ. Vindob.,
herb. Petropol. — ?? Bornmüller in herb. Mus. Palat. Vindob. et
herb. Univ. Vindob. — #3 Pére Girard de Cesarée in herb. Barb.-
Boiss. — ?* Heldreich in herb. Boiss., herb. Florent., herb. Mus.
Palat. Vindob., herb. Petropol., herb. Taurin. — * Kotschy in
herb. Boiss. et herb. Mus. Palat. Vindob.
a) Forma latipetala. Pétales à limbe oblong ou oblong-spatulé,
22-25 X 6-9; plante grande ou médiocre, à tige feuillée et rosette hasi-
laire peu caractérisée au moment de la floraison.
Aire : Asie-Mineure et Attique.
b) Forma angustipetala. Pétales à limbe étroit, elliptique ou linéaire,
aussi long que l'onglet; celui-ci quelquefois à une seule nervure
atteignant sa base, les autres plus ou moins atrophiées. Cornes de la
silique étroites, non élargies à la base.
Aire : Arménie, Mésopotamie septentrionale.
c) Forma Lycaonica. Plante verte-grisâtre ramassée; fleurs plus petites
que dans les autres formes; pétales à limbe oblong; silique avec des
rudiments d’une troisième corne entre les deux latérales bien déve-
loppées et non élargies à la base.
Aire : Désert salé du centre de l’Asie-Mineure, aux environs de Koniah.
d) Forma tenella. M. tenella DC. Syst. II, p. 169.
+ ne a
EN ASS:
a tes =
(65) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 65
Plante souvent petite, verte, grêle.
Rosette ordinairement bien caractérisée au moment de la floraison;
feuilles radicales oblancéolées ou oblongues, roncinées, surtout dans la
moitié inférieure; pétales étroits, sublinéaires.
Aire : Ile de Chypre et plage maritime à Adalia.
ß. var. stipitata mihi.
Plante petite, grisâtre; feuilles très petites, les basilaires oblancéolées,
dentées-roncinées, les caulinaires entières, subaciculaires.
Fleurs petites, à pétioles très étroits, sublinéaires.
Siliques petites, avec deux cornes larges comme dans la var. bicornis
forma latipetala ou un peu étroites et alors avec les rudiments d’une
petite corne médiane; la région placée sous les cornes est allongée, de
manière que les valves n’atteignent pas celles-ci mais s'arrêtent à
2-4 mm. de distance.
Aire et Habitat : In monte Tauro.
Herbaria : Kotschy n° 19 in herb. Mus. Palat. Vindob. et herb. Petropol.
y. var. forcipifera Boiss. Fl. or. I, 156 (1867).
M. bicornis var. forcipifera Boiss, Ann. Sc. Nat. 1842, p. 5.
Plante verdätre de taille médiocre.
Tige dressée, ramifiée dans sa moitié supérieure seulement; feuilles
radicales nulles au moment de la floraison; feuilles caulinaires sinuées-
dentées ou dentées, à dents aiguës; fleurs médiocres; pétales à limbe
oblong; siliques étalées à angle droit, terminées par deux cornes arquées
en avant, très larges et courtes (peu plus longues que larges).
Aire et Habitat : In olivetis pr. Aleppum.
Herbaria : * Hohenacker in herb. Boiss., herb. Florent., herb. Mus. Palat.
Vindob., herb. Petrop. ; Kotschy in herb. Mus. Palat. Vindob.; Aucher-Eloy in
herb. Boiss., herb. Florent.
ö. var. syriaca mihı.
Plante ordinairement grande, très finement pubescente, vert-jaune
grêle, élancée. Tiges floriferes rameuses dès la base, à rameaux dressés.
Feuilles basilaires en rosettes encore bien développées au moment de la
floraison, assez grandes, oblancéolées, sinuées-roncinées ou sinuées-
pinnatifides; feuilles caulinaires semblables aux basilaires mais un peu
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER, n0 18, 20 août 1900. 5
66 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (66)
plus petites dans la région méridionale de l’aire (Damas), souvent oblan-
céolées-linéaires entières à Alep. Fleurs en épis lâches, allongés, assez
bien fournis; pétales à limbe linéaire-elliptique et onglet trinervié
jusqu’à la base, 27 X 5. Siliques ascendantes ou étalées souvent arquées-
flexueuses, terminées par trois cornes bien développées, les latérales
étalées à angle droit, très aiguës, la médiane obtuse, souvent égale à la
moitié ou aux deux tiers des latérales à Damas, moins développée à Alep.
Des préfeuilles brunes bien visibles à la base des fleurs.
Aire : Syrie, entre Alep et Damas.
Biologie : Fleurit en avril-mai, frucüfie en mai et juin.
Habitat : Damas '; prope Balkis (Balis ?) ? ; Alep *.
Herbaria : ! Gaillardet in herb. Boiss., herb. Mus. Palat. Vindob., herb. Petro-
pol. — ? Haussknecht in herb. Mus. Palat. Vindob. — ? Haussknecht inherb. Petrop.
s. var. Cæspitosa.
Ch. acaulis Balb. in litt. Spreng nov. prov. p. 10 ; M. acaulis DC. Syst. II, 168 ex p.
Plante de taille médiocre ou petite, ou même très petite, verte-grisâtre
ou grise, finement pubescente, glanduleuse sur les feuilles mais non sur
les tiges. Tiges ordinairement subdivisées dès la base en plusieurs
rameaux peu ou pas ramifiés étalés-ascendants. Feuilles presque toutes
basilaires, sinuées-roncinées ou (dans les petites) subentières, oblan-
céolées ou linéaires. Fleurs petites. en épis souvent peu fournis; sépales
linéaires, 8 ‘/2-11 X 2-2 1/2 et 8-10 !/2; pétales à limbe linéaire ou
linéaire-oblong, à onglet trinervié, 17-22 X 1 '/s-5. Siliques ordinai-
rement non toruleuses droites ou enroulées, épaisses de À ‘/:-1 1/2 mm.,
étalées à angle droit, terminées par deux cornes bien développées;
celles-ci étalées ou défléchies ; la corne moyenne est ordinairemeut
réduite à une saillie. Pas de préfeuilles à la base des fleurs.
Aire : Palestine méridionale et delta du Nil.
Biologie : Fleurit et fructifie en mars et avril.
a) forma typica. Plante de taille médiocre; feuilles sinuées-roncinées,
oblancéolées.
b) forma nana. Plante très petite; feuilles sinuées-dentées ou entières,
linéaires ou sublinéaires.
Delta du Nil (Letourneux, Pl. Aegipt. 224 a).
Habitat : Ad rupes montis Hebran Arab. petr.'; colles Damasis ?;
montagnes de Wadi Scheck *; désert avant Gaza‘; prope Ismailia °.
Herbaria : ? Schimper in herb. Florent., herb. Mus. Palat. Vindob., kerb.
Taurin. — ?-%-* Boissier in herb. Boiss. — 5 Letourneux in herb. Barb.-Boiss.,
herb. Mus. Palat. Vindob., herb. Petropol.
(67) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 67
var. livida.
M. livida DC. Syst. II, p. 174.
Plante de taille médiocre ou grande, jaunâtre, finement pubescente et
glanduleuse sur toutes ses parties. Feuilles à contour oblong ou oblan-
céolé, les basilaires (en rosette) sinuées-roncinées, les caulinaires souvent
entières; fleurs comme dans la var. cæspitosa. Siliques toruleuses grêles,
épaisses de °/1-1 !/: mm., souvent enroulées, avec cornes courtes, grêles,
atrophiées, dirigées en arrière. Pas de préfeuilles à la base des fleurs.
Aire : Partie septentrionale du désert arabico-égyptien.
Biologie : Fleurit et fructifie en février, mars et avril.
Habitat : Abu-Yabel'!; Egypte inférieur ?; Hanara °; Arabia petræa *,
in deserto inter Cairo et Suez ’; Wadi Fin, in desertis Aegypticis parte
Arabica °; Wüstenrand bei Qubba nahe Cairo ‘; Tel el Hisa (Palestine) ®.
Herbaria : ! Fischer in herb. Petropol. — ?Wiest in herb. Boiss., herb.
Florent,, herb. Mus. Palat. Vindob., herb. Petropol. — ?Schimper et Hohen-
acker Univ. itin. et Pl. Arab. petr, no 431, in herb. Boiss., herb. Florent.,
herb. Mus. Palat. Vindob., herb. Petropol. herb. Taurin. — *Pinard in herb.
Petropol. et herb. Taurin. — ° Kotschy in herb. Mus. Palat. Vindob et Figari in
herb. Florent. — 5 Schweinfurth in herb. Boiss. — ?Schweinfurth in herb.
Mus. Palat. Vindob. — ® Post in herb. Barb.-Boiss.
var. tricornis mihi.
Plante verte, finement pubescente, glanduleuse ou non, de taille
médiocre (15-30 cm.), petite ou très petite. Tiges plus ou moins ramifiées,
dressées. Feuilles oblancéolées ou linéaires, les basilaires, sinuées-
roncinées ou roncinées-pinnatifides, les caulinaires sinuées-dentées ou
entières. Fleurs médiocres ou petites; pétales à limbe linéaire-elliptique et
onglet ordinairement trinervié jusqu’à sa base, quelquefois les deux ner-
vures latérales s’arrêtant avant d’avoir atteint la base, 23-27 X 3-5 mm.
Nectaires moins saillants que dans les autres variétés, soudés par
leurs extrémités supérieures, rarement dans la partie inférieure aussi.
Siliques étalées, droites, terminées par trois cornes bien développées :
les deux cornes latérales étalées à angle droit ou défléchies, subulées, la
corne médiane dressée, épaisse, obtuse, au moins égale à la moitié des
latérales.
Des préfeuilles bien distinctes à la base des fleurs.
Aire : Perse occidentale, entre Hamadan et Chiraz.
68 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (68)
Biologie : Fleurit et fructifie de mars à mai.
Habitat : Prope Dalechi '; Perse australe?; Hamadan °; Komaredsch ‘;
Buschir °; Kotel-Malun ®.
Herbaria : Kotschy in herb. Boiss., herb. Florent., herb. Mus. Palat. Vindob.,
herb. Petropol. — ? Aucher-Eloy in herb. Boiss., herb. Mus. Palat. Vindob.,
herb. Petropol. — ® Pichler in herb. Barb.-Boiss., herb. Boiss., herb. Univ.
Vindob., herb. Petropol. — ?-°-* Stapf in herb. Univ. Vindob.
a) forma eglandulosa. Taille mediocre, non glanduleuse. Dans la partie
septentrionale de l’aire (Hamadan).
b) forma exigua. M. exigua Stapf. Plante de très petite taille, non
glanduleuse. Avec la forme précédente.
c) forma glandulosa. Des glandes, au moins sur la silique. Perse
australe.
M. pumilio DC. Syst. II, p. 177.
Ch. pumilio Sibth. fl. hr. t. 638 et Sm. prodr. II, p. 26.
M. humilis DC. Syst. II, p. 177.
M. pumilio DC. Prodr. I, p. 135.
M. humilis DC. Prodr. 1, p. 135.
M. aspera Boiss. Diagn. ser. I, VIII, p. 16 et Boiss. Fl. or. I, p.155.
M. anchusoides Webb. in Giorn. bot. ital. 1852, p. 213.
M. bicornis var. pumilio Boiss. Fl. or. I, 155.
Pube molle hirsuta, viridis; folia radicalia sinuato-dentata vel sub-
integra; flores sessiles; calyx sæpe villosus; petalorum laminæ obovatæ
sæpe emarginatæ; siliqua teres, glabrescens, apice incrassata, bicuspidata
vel tricuspidata, cuspidibus lateralibus sæpe triangularibus.
Exsiccata : 1835 Aucher-Eloy Herb. d’or. 86-88.
1855 Kotschy Iter Syriacum 394 sub M. acaulis DC.
1857 Samaritani Del. plant. Aeg. inf. 2993 sub M. acaulis DC.
1870 Bourgeau PI. de l’île de Rhodes 4, sub M, bicornis Sibth. var.
pumilio Boiss.
1870 Letourneux Plantæ Aegypt. 6 sub M. humilis DC.
1880 Ascherson Dritte Reise u. Aegypt. 6 sub M. acaulis DC.
1887 Taubert Iter cyren. 595 sub M. bicorni Sibth. et Sm.
DESCRIPTION. — Plantes annnuelles ou bisannuelles, petites ou très
fu de
(69) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 69
petites, rarement grandes, ordinairement pubescentes-velues au moins
sur quelques parties, avec de longs poils blancs épars mélangés à d’autres
plus cours au moins sur le calice, glanduleuses ou non.
Tiges dressées, ascendantes ou étalées sur le sol, ordinairement rami-
fiées dès la base.
Feuilles petites ou médiocres, à contour oblancéolé ou linéaire, aiguës
ou obtuses, ordinairement plus ou moins sinuées-dentées ou subpinna-
üfides, rarement subentières. Fleurs étalées-dressées en épis lâches,
5-12 dont 3-5 épanouies à la fois; sépales linéaires-elliptiques, ordinai-
rement avec poils soyeux ou laineux : 8 ‘/2-11 X 2-2 t/2 et 8 ‘/2-10 1/2
X 1 ‘/2-2; pétales de dimensions variables, à limbe obové ou oblong,
émarginé, égal à l'onglet ou plus court; onglet avec trois nervures. Filets
des grandes étamines élargi sur toute la longueur ou plus ou moins ailé.
Nectaires indépendants, allongés dans leur partie supérieure en un
appendice conique ou cylindrique ordinairement bien saillant.
Ovaire poilu. Siligues cylindriques subtoruleuses, courtes (35-60 X
1-1 !/e), dressées-étalées ou étalées, terminées par deux cornes irian-
gulaires courtes très larges ou par trois cornes petites et peu déve-
loppées, souvent réduites à des bosses saillantes, rarement des cornes
étroites et bien développées.
Graines petites ou très petites, suborbiculaires ou brièvement ellip-
tiques (°/1-1 '/s mm.), à aile nulle ou à peine développée.
Aire : Mer Morte, Egypte inférieur, Cyrénaïque, îles de Rhodes, Chio,
Chypre.
Biologie : Plantes de rivage ou des sables humides salés.
subsp. {omentosa.
Descriprion. — Plante petite, finement pubescente ou subtomenteuse,
sans poils soyeux, grisâtre ou un peu jaunâtre. Tiges ascendantes, rare-
ment couchées. Fleurs grandes, belles; pétales grands, à limbe oblong,
peu ou pas émarginé (18-21 X 5-9), aussi long que l'onglet.
Siliques robustes, étalées à angle droit, terminées par deux cornes
aplaties, triangulaires, larges, obtuses, 35-60 X 1 ‘/2 mm.
Graines suborbiculaires ou un peu elliptiques, À '/s mm.
Aire : Iles de Chypre et de Rhodes.
Habitat :
subsp. hirta.
Description. — Plante de dimensions très variables, très petite,
70 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (70)
médiocre ou grande, avec poils longs, soyeux ou laineux entremeles aux
poils courts au moins sur le calice. Tiges souvent étalées sur le sol.
Feuilles sinuées-dentées ou roncinées ou subpinnatifides, à lobes ou
dents souvent aigus. |
Siliques moins robustes que dans la sous-espèce Pumilio, ayant 1 mm.
d'épaisseur, terminées par deux cornes triangulaires courtes et larges,
par une petite tête avec trois saillies peu prononcées, moins souvent
avec deux ou trois cornes terminales bien développées. Graines très
petites, suborbiculaires, °/ı de mm.
Aire : Mer Morte, Egypte inférieur, Cyrénaïque, île de Chio.
B. var. ægyptiaca.
Fleurs plus petites que dans la var. cyrenaica; pétales à limbe obové
émarginé 14-17 !/2 X 5 ‘/2-6; silique terminée par trois petites cornes
greles assez développées, réduites quelquefois à trois bosses saillantes.
Aire : Egypte inférieur.
Habitat : In arenosis prope Alexandriam (el Ramleh) '; Aboukhir ?;
Marioutte °; entre Caire et Suez ‘.
Exsiccata : ' Monbret, Kralik, in herb. Mus. Palat. Vindob.; Ehrenberg in
herb. Boiss., herb. Mus. Palat. Vindob., herb. Petrop.; Figari in herb. Florent;
Kotschy in herb. Boiss. et herb. Mus. Palat. Vindob. ; Samaritaniin herb. Boiss.,
herb. Florent., herb, Mus. Palat. Vindob.; Letourneux in herb. Boiss., herb.
Barb.-Boiss., herb. Mus. Palat. Vindob.; herb. Petrop. — ? Aucher-Eloy herb.
d'Orient, n° 86; Kralik in herb. Boiss. et herb. Mus. Palat. Vindob. — Barbey
in herb. Boiss. — * Figari in herb. Florent.
y. Var. cyrenaica.
Fleurs belles; pétales grands, à limbe oblong émarginé 18-20 X 5 ‘/2-7;
silique terminée par deux cornes courtes, larges, triangulaires.
Habitat : Ile Chio ‘; Benghasi ?; Derna °.
Exsiccata : ? Oliv. et Brug in herb. Petropol. — ? Ruhmer in herb. Barb.-
Boiss. — 3 Taubert lter cyrenaicum 1887, n0 595 in herb. Barb.-Boissier.
ö. Var. aspera.
M. aspera Boiss. Diagn. ser. I, VII, 16 et Boiss. Flor. orient. I, 155;
M. anchusoides Webb in Giorn. bot. it. 1852, p. 213?
Très voisine de la var. ægyptiaca, mais plus robuste, à rameaux moins
Pt AAA IR
(71) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 71
étalés, plus souvent dressés; leurs poils plus épais, rigides, ce qui donne
à la plante un aspect hirsute; feuilles oblancéolées subentieres ou sinuées-
dentées, obtuses; siliques plus grandes que dans la var. ægyptiaca, plus
robustes, terminées par deux ou trois cornes bien développées, non
triangulaires.
Aire : Palestine.
Habitat : Inter Jerusalem et Jericho ‘; prope Mar Saba.
Exsiccata : ! Boissier in herb. Boiss. et herb. Petropol. — ? Ball. in herb.
Boiss.
M. pseudoxyceras mihi nov. spec.
M. oxyceras floræ Alger. et Maroc.
M. Kralikii Pomel Nouv. mat. pour la flore Atl. p. 374.
Grisea vel viridis, raro glandulosa; folia sublinearia subintegra, sinuato-
dentata vel pinnatifida; flores sessiles, sine bracteolis; petalorum laminæ
obovatæ sæpe emarginatæ; siligua subtorulosa, teres, apice bicuspidata
vel tricuspidata, cuspidibus brevibus, vel subnullis, patentibus vel subre-
flexis; semina elliptica.
Exsiccata : 185% Kralik Pl. Tunetanæ 159 sub M. livida DC.
1854 Reboud PI. du Sahara alger. 31 sub. M. livida DC.
1856 Bourgeau : PI. d'Algérie 238 sub M. livida DC.
1858 Kralik Plant. Alher. sel. 14 sub M. oxyceras DC.
1887 Taubert Iter cyren. 328 sub M. oxyceras DC.
Plante annuelle ou bisannuelle, de taille très variable, très finement
pubescente, rarement glanduleuse, verte ou grisâtre. Tige dressée ou
ascendante, ramifiée, peu robuste ou même grêle. Feuilles relativement
petites ou médiocres, entières ou (plus souvent) sinuées-dentées ou
incisées-pinnatifides, à contour linéraire ou oblancéolé, condensées en
rosettes basilaires.
Fleurs petites 6-18, en épis lâches; pétales à limbe oblong ordinai-
rement non ou à peine émarginé et onglet trinervié jusqu'à la base
15-21 X 2 '/2-A'/z mm.; filets des grandes étamines très peu ou pas du
tout ailes. Ovaire poilu.
Siliques 50-60 X 1'/s-1 ‘/2, étalées ou même un peu défléchies, cylin-
driques toruleuses, droites; terminées par deux cornes ordinairement peu
72 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (72)
développées, aiguës, élalées ou dirigées en arrière; les stigmates font un
peu saillie, mais sont très rarement allongés en corne distincte. La base
de la silique porte quelquefois deux cornes aussi développées ou
même plus grandes que les cornes terminales. Graines très petites
3/41 1/4 X '/e-”/s mm., elliptiques, aile nulle ou presque nulle.
Nectaires de forme variable.
Jamais de préfeuilles à la base des fleurs.
Aire : Afrique nord-saharienne, du Maroc à la Tunisie; une variété
arrive jusqu’en Tripolitaine et en Arabie, une sous-espèce se trouve aux
Canaries.
Biologie. Habite les terrains les plus divers; fleurit et fructifie d’avril à
juin selon les localités.
o. var. viridis mihi.
Plante assez grande (25-40 cm.), molle, verte, à pubescence rare et très
fine, donnant une apparence de subglabrescence. Feuilles oblancéolées-
linéaires, assez grandes (48-60 X 5-7 mm.), entières ou très superficiel-
lement sinuées-denticulées. Fleurs médiocres, dressées-étalées; sépales
linéaires, 11 X 1?/ı et 10 ‘/2 X 1 ‘/2 mm. ; pétales AI X 4/2 mm.
Siliques ?
Aire et habitat : Asseka (Maroc).
Herbaria : * Mardochee in herb. Petropol.
ß. var. incisa mihi.
Plante très petite ou médiocre, verte ou grisätre, à pubescence fine et
serrée. Feuilles à contour oblancéolé, sinuées-incisées ou incisees pinna-
tifides, aussi grandes que dans la var. viridis. Fleurs petites ou médio-
cres ; sépales linéaires 9 X 14 ?/s et 8 ‘/2 X À ‘/s mm.; pétales petites
16 X 3. Siliques ?
Nectaires indépendants ou à peine réunis en haut, en forme de lames
triangulaires saillantes.
Aire : Sud-ouest du Maroc.
Habitat : « Montagnes de Siggrat et Ghiliz jusque vers Ighirmillul, à
l’est du district de Tazeroualt !» ; Ksyma°.
Herbaria : 1-2? Mardochée in herb. Boiss. et Petropol.
y. Var. canariensis mihi.
Description : Plante petite ou très petite, grêle, verte ou (sur le sec)
(73) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 79
grise noirätre, à pubescence très fine et très courte. Tige très courte, sub-
divisée des la base en plusieurs rameaux élalés-ascendants. Feuilles
linéaires, entières ou en partie sinuées-dentées. Fleurs en petits épis
courts, petites ou médiocres; sépales linéaires ou lancéolés, 8 !/2 X 1?/s-2
et 8X 1 '/s-1 ‘2; pétales à limbe oblong en linéaire, 15 mm. de longueur.
Siliques plus ou moins arquées, étalées, grêles, terminées par deux petites
cornes courtes et larges, réduites souvent à deux bosses saillantes ; les
stigmates forment souvent une petite saillie médiane.
Nectaires complètement soudés au-dessus de la base de la petite éta-
mine, formant ensemble une petite lame médiane saillante et bi-trilobee.
Aire : Canaries.
Biologie. Fleurit et fructifie dans les sables du littoral, de février à mai.
a) Forma latipetala mihi. Sépales lancéolés ; pétales larges, à limbe
oblong, 15 X 4 /2.
Habitat : Ile Fuerteventura, près Puerto de Cabras ‘; île Lauzarote ?
Herbaria : * Bourgeau in herb. Boiss., herb. Petropol.; ex herb. Heer in
herb. Florent. — ? Ex herb. Heer in herb. Florent.
b) Forma angustipetala mihi. Sepales linéaires; pétales lineaires-
filiformes 15 X 1 1/2.
Habitat : Ile Canaria, pres de la ville‘.
Herbaria : ! Bourgeau in herb. Boiss.
s. var. basiceras.
M. oxyceras var. basiceras Coss. et Kral in Bull. Soc. bot. Fr. IV, p. 56.
M. Kralickii Pomel Nouv. Mat. p. 374.
Plante grêle, de taille médiocre, finement pubescente, grisätre, ordinai-
rement non glanduleuse. Tiges ramifiées, ascendantes ou dressées, feuil-
lées.
Feuilles linéaires, souvent petites (20-40 X 1'/s- mm.) et un peu
enroulées sur le sec, entières ou avec 2-4 petites dents. Sépales, subli-
neaires (8-10 X 1?/s-2 et 7-91/2 X 1-1 1/1 mm.) ; pétales à limbe linéaires-
oblongs ou linéaires-elliptiques, 16-21 x 2'/a-3'/2. Siliques linéaires
greles, dressées, étalées ou défléchies ; cornes terminales latérales grêles,
atrophiées ou assez bien développées ; stigmates souvent assez fortement
allongés en courte corne médiane ; base des siliques allongée latéralement
en deux cornes formées moitié par les valves, moitié par les placentaires
74 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (74)
souvent pas plus longues que l’épaisseur de la silique, quelquefois très
longues et arquées en haut et en dehors.
Nectaires formés par deux lames étroites saillantes pas ou à peine
soudées en haut ou en bas.
Aire : Région des Chotts tunisiens et bords septentrionaux du désert,
de la Tunisie à l’Arabie et aux plateaux algériens.
Habitat : In pascuis deserti prope Gabes'; Sfax *; de Djelfa à Laghouat°;
Ksor Zenina prés Djelfa ‘; dunes de sable mobile à Chellala-Dahrania,
sud de la prov. d'Oran ’; Guemas (Oued Bir)‘; Derna (Cyrénaique) *.
Herbaria : !Kralik in herb. Boiss., herb. Florent., herb. Mus. Palat. Vindob.,
herb. Petropol. — ? Ducouret in herb. Petropol ; Robert in herb. Boiss. et herb.
Petropol. — 3-* Reboud in herb. Boiss. — 5 Kralik in herb. Boiss., herb. Mus.
Palat. Vindob. — ®Kralik in herb. Mus. Palat. Vindob. — 7 Taubert in herb.
Boiss.
a) Forma Tunetana. Plante cespiteuse, verte-grisätre,souche portant plu-
sieurs rameaux étalés-ascendants ou ascendants; feuilles basilaires encore
vertes au moment de la floraison, assez grandes (30-40 X 2 :/2-4 mm.),
ordinairement non enroulees; pétales assez grands et larges (19-21 X
3 ‘/2 mm.); cornes basilaires de la silique souvent plus longues que
l'épaisseur de celle-ci.
Aire : Région des Chotts tunisiens.
b) Forma desertorum : Plante blanche-grisâtre, non cespiteuse; racine
se continuant en une seule tige dressée et ramifiée; feuilles petites 20-
35 mm., linéaires étroites, souvent subaciculaires, entières ou subentieres,
à bords enroulés; pétales petits 16-16 ‘/2 X 2 ‘/2-3 mm. ; cornes basilaires
de la silique pas plus longues que l'épaisseur de la silique, quelquefois
nulles.
Aire : Bord septentrional du Sahara, des plateaux algériens au Nil et
dans la partie nord-ouest du désert arabique.
c) Forma cyrenaica : Plante verte-grisâtre, non cespiteuse ; tige dressée,
ramifiée, assez robuste ; feuilles linéaires oblancéolées, assez grandes
(30-60 mm.), entières ou subentieres, à bords non ou peu enroulés ;
pétales comme dans la forma Tunetana.
Aire : Cyrénaïque.
K. GROUPE DE M. TRICUSPIDATA.
Plante annuelle; feuilles pinnatifides à lobes arrondis; fleurs brieve-
ment pédicellées; pétales à limbe obové; silique cylindrique, non ou à
(75) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 75
peine toruleuse; terminée par deux cornes, dont les latérales sont formées
en parties par la région sous-stigmatique, en partie par les valves.
M. tricuspidata R. Br. in Aït. hort. Kew, ed. 2, vol. IV, p. 120.
Cheiranthus tricuspidatus L. sp. 926.
» villosus Forskal fl. æg.-arab. p. 120.
Hesperis tricuspidata Lam. dict. 3, p. 323.
Cheiranthus trieuspidatus Mill, dict. n. 14.
» » Houtt. pfl. 8, p. 319.
» » Kniph. cent. 6 n.
» » Mœnch method. n° 253.
» » Desfont. Fl. atl. II, p. 88.
» » Willden. sp. pl. III, p. 323.
» » Smith. Prodr. fl. græc. II, p. 26.
» » DC. Fl. Fr. ed. 3, vol. IV, p. 659.
» » Schkuhr. handb. II, p. 250.
» » Delile FL. ægypt. ill. p. 19.
M. tricuspidata DC. Syst. II, p. 175.
Cheiranthus tricuspidatus Lois. Del. Del. Fl. gall. II, p. 75.
M. tricuspidata Boiss. in Ann. Se. nat. 1842, p. 49.
» Bertoloni Fl. ital. Vil, 102.
» Grenier Godr. Fl. Fr. I, 85.
» Marsilly Cat. Corse, p. 43.
» Cosson Comp. Fl. Atl. Il, 107.
» Desbeaux et Dantet FI. Gibraltar, 22.
» Batt et Trab. Fl. d’Alg, p. 7%.
» Lojae. Fl. sic. p. 101.
» Burnat FI. Alp. Mar. p. 85.
» Rouy et Fouc. Fl. Fr. I, 195.
Exsiccata : Aucher-Eloy Herb. d'Or. n° 81.
Todaro Fl. sic. exsicc. no 1135.
Kralik Pl. corses, no 470.
Balansa PI. d’Alg. no 57.
Orphan. Fl. græca exsice. no 156.
Schultz et Winter herb, norm. rent. I, n° 8.
Kotschy PI. p. ins. Cypro lect. no 663.
Paris It. bor. afr. no 212.
Huter, Porta, Rigo, itin. ital. III, no 163.
Lojac. Pl. Sie. rar. no 161.
76 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (76)
Exsiccata : Reverchon PI. cors. n° 240.
» Pl. de Sard. no 141.
Magnier Fl. rel. no 160%.
Reverchon Pl. d’Esp. (1894), no 927.
Tomentosa; folia linearia vel oblanceolata sinuato-dentata vel subpin-
natifida, obtusa; flores breviter pedicellati; petalorum lamina obovata
sæpe emarginata; siliqua teres tricuspidata, cuspidibus acutis æqualibus;
semina breviter elliptica.
Description. — Plante petite ou grande, tomenteuse, glanduleuse ou
non; tige florifère simple ou ramifiee; feuillée. Feuilles à contour linéaire
ou oblancéolé, sinuées-dentées ou le plus souvent subpinnatifides à lobes
arrondis, obtus. Fleurs très brièvement pédonculées, en grappes de
5-20, dont 2-3 épanouies à la fois; pédicelle floral de 1 ‘2-3 mm.; sépales
pubescents ou tomenteux; pétales à limbe obové, souvent émarginé et
onglet trinervié jusqu'à sa base.
Ovaire poilu. Silique cylindrique (40-100 X 2 ‘/2), peu ou pas toru-
leuse, non atténuée sous le sommet, qui est trifurqué, la corne médiane
étant donnée par l’allongement de la région sous-stigmatique, les laté-
rales formées à la fois par les valves et la région stigmatique; les trois
cornes sont droites, dressées-étalées, de même longueur. Graines briève-
ment elliptiques, sans aile (4 ‘/2 X 1 '/« mm.).
Nectaires indépendants.
Area : Rivages de la Méditerranée, continents et îles.
Note. — M. tricuspidata nous donne un exemple de ces espèces qui
tout en n'ayant pas de caractères bien saillants qui les séparent des autres,
et se trouvant dans un groupe très polymorphe, conservent cependant
une invariabilité remarquable; cette espèce varie à peine; les quelques
variations qu’on peut y voir sont tellement fugaces, sont si peu constantes
d'une année à l’autre dans la même localité, que ce serait vraiment
encombrer la classification que de leur donner un nom.
Vu la dispersion très uniforme de cette espèce à l’intérieur de son aire
et la grande abondance de localités, il m’a semblé inutile de reproduire
ici toutes les localités que j’ai relevé dans les herbiers que j’ai étudiés;
cette liste n’aurait aucune importance au point de vue de l’aire générale
qui est, nous l’avons dit, continue et uniforme et serait beaucoup trop
incomplète pour les flores locales.
L. GROUPE TUNISIEN OU DU M. CAPIOMONTANA.
Plantes annuelles; siliques pourvuede cornes bien développées à sa base.
(77) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 7171
M. capiomontana Pomel Nouv. mat. p. la fl. Atlant. (1874), p. 374
(Dur. sub Lonchophora).
Lonchophora capiomontana Durieu in Rev. bot. II, 432).
Exsiccata : Balansa PI. d’Alg. no 546 et 890.
Griseo-tomentosa; folia sublinearia, integra vel sinuato-pinnatifida ;
fiores sessiles ; petalorum laminæ obovatæ vel sublineares ; sliquæ tomen-
tosæ, sagittæformes, tetragonæ, basi in cornua subulata incurva productæ ;
semina subelliptica.
Plante petite ou médiocre, tomenteuse, glanduleuse ou non; tiges flori-
fères étalées-ascendantes, grêles ou peu robustes : feuilles sublinéaires
entières ou sinuées-pinnatifides, souvent un peu enroulées sur le sec;
fleurs sessiles; calice tomenteux ou subglabrescent et un peu violacé;
pétales de dimensions variables, à limbe sublinéaire ou oblong; silique
tomenteuse courte (10-15 m.) atténuée dès la base, tétragone; cornes
terminales atrophiées; la base de la silique se prolonge en deux cornes
atteignant la moitié de sa longueur, arquées vers le haut, ayant même
structure que la silique, avec deux valves, fausse cloison et graines.
Graines elliptiques ou sublinéaires.
Aire : Plateaux algériens, près des Chotts.
Remarques : Le genre Lonchophora, dont M. capiomontana constituait
la seule espèce, a été conservé par tous ceux qui ont fait une étude géné-
rales des Crucifères (Engler et Prantl, Baillon); Pomel en fait une section
du genre du Matihiola, contenant aussi M. kralicki Pomel. Ce dernier
n'est qu'une variété de M. pseudoxyceras, c’est-à-dire du M. oxyceras
des auteurs, comme l'ont déjà remarqué Cosson et Kralik ; Pomel
avait raison de rapprocher l’ancien Lonchophora capiomontana de son
M. Kralicki; M. capiomontana est une des formes données par le groupe
M. oxyceras dans l'Afrique boréale-occidentale et quelque saillant et
étrange que puisse paraître le caractère des cornes basilaires, son impor-
tance systématique est en réalité bien faible et les passages très évidents.
a. var. latipetala mihi.
Feuilles sinuées-pinnalifides ; axe floral couvert de poils longs simples
ou bifurqués; calice violacé, subglabrescent; pétales grands, à limbe
oblong.
78 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (78)
Habitat : Graviers de l’Oued Biskra à Biskra !.
Herbaria ; ! Balansa in herb. DC.
ß. var. angustipetala mihi.
Feuilles subentières ; axe floral tomenteux, sans longs poils simples ;
fleurs petites, à calice tomenteux, souvent glanduleux; pétales à limbe
sublinéaire.
Habitat : Chott-el-Chergui !.
Herbaria : ! Balansa et Cosson in herb. DC.
M. GROUPE DE M. CHENOPODIIFOLIA.
Plantes annuelles; silique subtoruleuse, peu ou pas comprimee à stig-
males non renflés ni pourvus de cornes. Nectaires peu développés, de
forme variable.
M. chenopodiifolia Fisch. et Mey. Ind. hort. Petrop. p. 33 (1835).
M. chenopodiifolia Ledeb. Fl. ross. I, 110.
» Boiss. Fl. or. I, 153.
» in Transact. of Linn. Soc. III, p. 33.
Exsiccata : Bunge in A Lehm. Rel. bot. n° 61.
Aitchison Delim. commiss. Afghan 268 et 294.
Adpresse pubescens, flavescens; folia ovata vel elliptica, in petiolum
altenuata, subintegra vel sinuala; flores breviter pedicellati; petalorum
lamina linearis, livida, ungue uninervi; siligua compressa, in stigma
conicum sensim attenuata, non cornigera; semina elliptica.
Descriprion. — Plante petite ou médiocre 3-30 cm., peu robuste, très
finement pubescente; non glanduleuse. Tiges florifères simples ou peu
ramifiées, grêles, dressées, glabrescentes à la fin. Feuilles radicales et
caulinaires, ovales, oblongues ou oblancéolées, sinuées-dentées, subaiguës,
retrécies en pétiole plus court que le limbre. Fleurs en grappes lâches,
5-20, dont 1-5 épanouies à la fois, ascendantes ou étalées, de dimensions
variables; pédicelle floral de 2-5 mm.; sépales à pubescence rare et très
fine 10-12 X 2 et 9-10 1/2 1-1 !/2 mm.; pétales ordinairement linéaires,
à limbe un peu atténué dans la partie supérieure, deux fois plus long que
(79) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE METTHIOLA. 79
l'onglet, celui-ci uninervié au moins dans sa moitié inférieure, 24-30 X
3 ‘/4-4 '/ı mm.; filets des grandes &lamines ailés,
Ovaire poilu, glanduleux ou non.
Siliques étalées, souvent un peu arquées en arrière, sur pédicelle
épaissi, cylindriques, ordinairement un peu toruleuses, non ou à peine
comprimees, un peu retrécies sous l'extrémité formée par les lobes
stigmatiques non épaissis, 60-90 X 2 '/ı-2 !/s mm.
Graines à aile étroite, elliptiques, 2 °/ı X À °/ı mm.
Nectaires peu saillants, soudés en bas, le plus souvent réunis en haut
aussi, avec prolongements latéraux dans la partie supérieure et deux
petits becs divergents à l'extrémité inférieure.
Aire : Perse centrale et Turkestan.
Biologie : Fleurit et fruclifie de février à mai.
Habitat : In littore orientale maris Caspii '; pres Téhéran *; Nowo-
Alexandrowsk sur la cote orientale de la Caspienne °; entre Agatmé et
Karagata ‘; désert du Kisil-kum °; entre Kerman et Jesd °; vallée de
l'léari-rud ".
Herbaria : ! Karelin in herb. Petropol. — Herb. Petropol. — °-%-° Lehmann
in herb. Boiss. et herb. Petropol. — ® Bunge in herb. Boiss., herb. Florent.,
herb. Petropol. — ?Aitchison in herb. Barb.-Boiss., herb. Florent., herb.
Peiropol.
o. var. angustipetala.
Pétales linéaires à limbe plus long que l’onglet.
B. var. latipetala.
Pétales à limbe oblong 15 X 4 ‘/2 mm.; égal à l'onglet; en Turkestan
(voir note à M. Stoddarti).
M. Stoddarti Bunge Lehm. Rel. bot. p, 195; id. Boiss. Fl. orient.
I, 154.
Essiccata : Bunge, A. Lehm. Rel. bot. no 62 p. p.
Adpresse tomentosa, canescens; folia ovata vel oblonga, sinuato-den-
tata, in petiolum attenuata; flores pedicellati; petalorum laminæ magnæ,
obovatæ; siligua... ?
Descriprion. — Plante très petite 2-6 cm.; très finement pubescente,
80 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (80)
verdâtre, non glanduleuse. Tiges florifères très courtes, ordinairement
non ramifiées, non glabrescentes. Feuilles ovales ou oblongues, plus
longues ou aussi longues que la tige, sinuées-dentées, subaiguës, retrécies
en pétiole court mais très distinct. Fleurs grandes, belles, 1-5 à l’extré-
mité des tiges, pédicellées ; pédicelle floral de longueur variable A :/2-5 mm;
sepales farineux-cendrés, les grands à gibbosit& bien marquée, aigué,
9-40 2 et 8 ‘/2-9 2 X 5/a-1 1/2 mm.; pétales grands, à limbe oblong
ou largement elliptique et onglet uninervié 19-22 X 6-7 mm. Filets
des grandes étamines ailés ou non. Ovaire poilu; très jeune silique pubes-
cente-cendrée, terminée par une petite tête arrondie distincte; fruit mûr
: inconnu.
Nectaires en forme de deux lames peu saillantes, élargies et soudées
dans la partie inférieure, effilées et divergentes dans la partie supérieure,
pourvues chacune d’une petite dent externe, à la limite entre la partie
élargie et la partie effilée.
Aire : Turkestan.
Biologie : Fleurit en avril et mai.
Habitat : Entre Agatme ei Karagata près de Bokhara '; pres de
Knikup *; aux bords du Syr-Daria °.
Herbaria : 1-23 Lehmann in herb, Boiss., herb. Mus. Palat. Vindob., herb.
Petropol.
Nota : Les plantes distribuées par A. Bunge sous le titre Reliquiæ bota-
nice Al. Lehmann, n° 62, n’appartiennent pas toutes au M. Stoddart de
Lehmann; j'ai trouvé dans l’herbier de Saint-Petersbourg un exemplaire
qui, tout en présentant une grande ressemblance extérieure avec M. Stod-
dark, en diffère par la tige plus longue, ramifiée, glabrescente, les fleurs
plus petites, la forme des nectaires; jen ai fait la var. latipelata du
M. chenopodüfolia. M. Stoddarti est d’ailleurs une espèce très voisine de
M. chenopodüfolia, que le peu de matériel dont nous disposons actuelle-
ment nous fait seul sembler bien distincte; la nouvelle variété de M. che-
nopodüfolia, par: ses pétales à limbe oblong, tend déjà à rapprocher ces
deux espèces.
N. GROUPE DU M. LUNATA.
Plantes nouvelles; silique cylindrique un peu toruleuse, avec ou sans
cornes; pétales à limbe très étroitement linéaire ou obové; nectaires peu
développés, indépendants.
(81) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 81
M. lunata DC. Syst. II, p. 176,
M. Phlox Didrichsen in Ind. sem. hort. Hann, p. 27.
M. anoplia Pomel Nouv. mat. p. 231.
M. lunata Coss. Comp. fl. Atl. II, p. 106.
M. lunata Debeaux Fl. Kabyl. p. 25. N a
Exsiccata : Bourgeau Pl. d’Esp. no 897, 1068 et 1568 b. ER
ns E; 4 Cons \ EE
Balansa Pl. d’Alg. n° 655. ae r de
ne
Porta et Rigo It. IT hisp. no 242.
» It. II hisp. n° 66.
Reverchon PI. d’Esp. n° 688.
NEW YORK
BOTANICAL_-
& .
LES
Viridis, pubescens; folia oblonga vel lanceolata, sinuato-dentata; flores
pedicellati; petalorum lamina oblonga vel obovala; siliqua teres, sub-
torulosa, apice bicuspidata, cuspidibus erecto-subincurvis, acuminatis
stipitatis; semina parva, elliptica.
Description. — Plante très petite à médiocre (4-30 cm.), très finement
pubescente, glanduleuse. Tiges ordinairement ramifiées, étalées-ascen-
dantes, feuillées. Feuilles en partie condensées en roselies basilaires,
lancéolées ou oblancéolées, obtuses sinuées, sinuées-dentées ou subpin-
natifides.
Fleurs en‘ grappes médiocres läches, ascendantes, belles; axe de
l’inflorescence très distinctement en zig-zag; pédicelle floral long de
À ‘2-3 mm., toujours très distinct; sépales très finement pubescents,
souvent violacés 8 !/a-12 x A ‘/2-2 et 7 1/21 ‘/2 X ?/s-1 ?/5; pétales à
limbe obovale ou oblong-subpatule, 14-21 X 4-7 mm.; filets des grandes
etamines ailés; antheres petites 1 ?/s-3 mm. Ovaire poilu. Siliques étalées
50-70 x 1 ?/s mm., non comprimées, toruleuses, ordinairement atténuées
à partir de leur base; les placentaires constituent entre l’extrémité des
valves et les cornes un prolongement cylindrique caractéristique long de
2-6 mm., terminé par deux cornes larges à la base, un peu atténuées à
leur sommet, arquées en avant.
Graines elliptiques à aile très étroite A */4a-2 x 1-1 !/1 mm.
Nectaires peu développés, peu saillants, libres ou soudés à leur base.
Aire : Algérie, Maroc, côtes méridionales de l'Espagne; adventif à
Marseille.
Biologie : Lieux incultes, fleurit et fructifie de mars à juin.
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n° 18, 20 août 1900. 6
82 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (82)
Habitat : Afrique boréale : Montagnes au-dessus de Blidah :; Saïda >;
près de Laghouat °; Constantine ‘; Mines de Monzaia province d’Alger °.
Espagne : Elche de la Sierra pres Hellin °; Totana près Murcia ‘; Attea
in regno Valentino °: Almeria, inter segetes Sierræ Alhemilla 800-900 m. °;
Alicante, in agris incultis prope el Cabo de S. Pola !°; Balacloche,
1000 m. !!; Sierra de Sezorbe 500 m. ".
Herbaria : ! Boissier et Reuter in herb. Boiss. — ? Balansa in herb. Mus.
Palat. Vindob. et herb. Petropol. — ® Reboud in herb. Boiss. — * Choulette in
herb. Mus. Palat. Vindob.; Reboud in herb. Florent. et herb. Mus. Palat.
Vindob. — 5 Cosson in herb. Boiss. et herb. Petropol. — 5-7 Bourgeau in herb.
Boiss., herb. Florent., herb. Mus. Palat. Vindob., herb. Petropol. — ® Boissier
in herb. Boiss. — ? Porta et Rigo in herb. Barb.-Boiss. et herb. Univ. Vindob.
— 1 Porta et Rigo in herb. Mus. Palat. Vindob. et herb. Univ. Vindob. —
1 Reverchon in herb. Barb.-Boiss. et herb. Univ. Vindob. — !? Reverchon in
herb. Barb.-Boiss. et herb. Taurin.
M. parviflora R. Br. in Ait. hort. Kew. ed. 2 vol. JV, p. 121 (1812).
Synonimia : Cheiranthus parviflorus Schousb. in Schrad. Journ. bot. III, 369.
Cheiranthus parviflorus Willden. Sp. pl. III, p. 519.
Exsiccata : Bourgeau PI. Canar. no 701.
» Pl. d’Esp. nos 571, 83 et 1568 a.
Huter, Porta, Rigo itin. hlsp. (1879), no 763.
Reverchon PI. de l’Andal. no 321.
Adpresse tomentosa viridi-flava; folia lanceolata vel oblonga, repando-
dentata vel sinuata; siliqua subtorulosa, teres. subvelutina, apice bicus-
pidata vel tricuspidata, cuspidibus lateralibus acutis, medio brevissimo
obtuso.
Descriprion. — Plante de taille petite ou moyenne (5-25-cm.), très
finement pubescente, verte ou un peu jaunâtre, très peu glanduleuse.
Tige simple ou ramifiee, grêle ou robuste, bien feuillée.
Feuilles en partie condensées en rosette basilaire, assez grandes, lan-
céolées, obtuses, sinuées-dentées ou sinuées-roncinées.
Fleurs sessiles, petites, peu apparentes, en épis pauvres, 1-3 épanouies
à la fois; sépales finement pubescents, glanduleux 6 ‘/2-7 ‘/2 X A ?/s-1 '/e
et 6-7 X 1 '/s-1 ‘/2 mm., pétales petits, à limbe oblong ou spatulé et
onglet trinervié, les deux nervures latérales souvent indistinctes dans la
partie inférieure, 9-12 X 2-3 mm., éfamines petites, filets non ailes, les
(83) PASCAL CONTI. LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 83
grands 3 ‘/2-4'/2, les petits 2 ‘/2-3 ‘/:; anthères A ‘/3-1 ‘/ mm. de lon-
gueur.
Ovaire poilu. Siliques étalées linéaires, toruleuses, peu ou pas com-
primées, non atténuées sous le sommet, terminées par deux cornes
aiguës, assez larges à leur base, faisant entre elles un angle droit ou
aigu, 50-70 X 1-1 ')s.
Graines elliptiques, à aile très étroite ou presque nulle, 1-1 5 X ?/s-?/a.
Neciaires non soudés par paires, en forme de bätonnels un peu élargis
à la base, atténués au sommet, bien développés.
Aire : Maroc et Algérie; Canaries; côtes méridionales de la péninsule
ibérique.
Biologie : Dans les lieux incultes, de février à juin.
Habitat : Afrique : Ville de Maroc '; Oran ?; Mostaganem °; Bon Saada ‘;
Keïira vers 750 m. °; Orléansville °; district de Tazeroualt (Maroc meri-
dional indépendant) ”; Ikablen °; Mogador °; Mers el Kebir '°.
Péninsule ibérique : Malaga ''; Cartagena '?; Murcia !?; Granada '%
Alicante '°; Almeria '°; Soulé (Algarve) ‘7.
Canaries : Teneriffa !; Canarie °.
Herbaria : * Pavon in herb. Boiss. ; Schusboe in herb. Mus. Palat. Vindob.
— ? Bové in herb. Boiss. et herb. Mus. Palat. Vindob. ; Boissier et Reuter in
herb. Boiss. et herb. Petropol. — % Balansa in herb. Boiss., herb. Mus. Palat.
Vindob., herb. Petropol. — * Reboud in herb. Mus. Palat. Vindob. — ° Balansa
in herb. Boiss. — 5 Cosson in herb. Boiss. et herb. Petropol. — 7 Mardochee in
herb. Boiss. et herb. Petropol. — ®-? Ibrahim in herb. Petropol. — 1 Clary in
herb. Conimbricensis. — !! Boissier et Reuter in herb. Boiss.; Reverchon in
herb. Barb.-Boiss. et herb. Univ. Vindob. — '? Bourgeau in herb. Boiss., herb.
Florent., herb. Mus. Palat. Vindob., herb. Petropol.; Hackel in herb. Mus.
Palat. Vindob. — #% Bourgeau in herb. Florent et herb. Petropol. — # Lange
in herb. Florent; Del Campo in herb. Mus. Palat. Vindob. — "? Boissier in
herb. Boiss. — '% Hackel in herb. Mus. Palat. Vindob. ; Huter, Porta, Rigo in
herb. Barb.-Boiss., herb. Florent., herb. Mus. Palat. Vindob. ; Hildebrand in
herb. Univ. Vindob. — '" Parlatore in herb. Florent.
M. maroccana Cosson in Bull. Soc. bot. Franc. XVII (1880), p. 68;
id, Cosson. Illustr. fl. Atl. p. 16 et tab. 10.
Adpresse tomentosa, viridis; folia omnia radicalia, oblonga, sinuata ;
flores breviter pedicellati; petalorum laminæ strictissimæ, lineari-fili-
84 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (84)
formes; siliqua compressa, glabra cornubus terminalibus (sec. Cosson)
destituta.
DESCRIPTION — Plante petite ou médiocre, 10-30 cm., finement pubes-
cente, non glanduleuse, en partie glabrescente. Tiges florifères dressées,
simples, grêles, glabrescentes, aphylles. Feuilles toutes condensées en
rosettes, oblancéolées, sinuées-roncinées, obtuses. Fleurs en grappes
läches, dressées, pédicelle floral grêle, long de 2-4 mm.; sépales subgla-
brescents 10 X 1 ‘/s et 10 x 1; pétales étroitement linéaires 49 X 2,
avec onglet trinervié jusqu'à sa base; filets des grandes étamines non
ailés. Suliques.
Nectaires non soudés, en forme de bourrelets peu saillants.
Habitat : Montagnes à l’est du district de Tazeroualt (S. W. du
Macoc) '.
Herbaria : ! Mardochee in herb. Boiss.
(85)
PASCAL CONTI, LES ESPÈCES DU GENRE MATTHIOLA. 85
INDEX
acaulis Balb. 61.
acaulis DC. 62.
ægyptiaca var. (pumilio) 14, 70.
albus (Cheiranthus) Mill. 37.
anchusoides Webb. 68.
angulosa Boiss. 62.
angustifolia (Hesperis) Lam. 50.
angustipetala var. (tristis) 55.
angustipetala var. (capiomont.) 78.
annuus (Cheiranthus) Mill. 37.
anoplia Pomel 81.
arabica Boiss. 13, 17, 58.
aspera Boiss. 68.
aspera var. (pumilis) 14, 70.
australis Roy. et Fouc.
basiceras var. pseudoxyceras 73.
bicornis DC. 14, 15, 62, 63.
bicornis (Cheiranthus) Sibth. et Sm. 61.
Bungeana var. (revoluta) 21.
cæspitosa var. (oxyceras) 66.
canariensis var. (pseudoxyceras) 15, 72.
captomontana Pomel 18.
chenopodiifolia Fisch. et M. 18, 78.
coccineus (Cheir.) Mill. 37.
coronopifolia DC? 50.
coronopifolia var. (tristis) 57.
coronopifolius (Cheiranthus) Sibth. et
Sm. 50.
crassifolia Boiss. et Gaill. 3, 10, 17.
crucigera DC. 50.
cyrenaica var. (pumilis) 14, 70, 74.
damascena Boiss. 10, 17.
dentata var. Boiss. (odoratissima) 11,
48,
desertorum forma (pseudo-oxyceras) 15,
73.
discolor var. 11.
dumulosa Boiss. 4, 10, 16, 26.
elliptica Brown 4, 9, 10, 16, 28.
eubœa Boiss. 30.
farinosa Bunge 19, 21.
farinosa var. 10.
fenestralis L. 37.
flavida Boiss. 4, 10, 16, 27.
forcipifera var. 15, 65.
fragrans Bunge 11, 17.
fruticulosus (Cheir.) L.
græca DC. 38.
glaber (Cheiranthus) 37.
glaberrimus Colla (Cheir.)
glabra DC. 38.
glabrescens var. (sinuata) 35.
glandulosa Viviani 32.
hortensis (Cheir.) Lam. 38.
humilis DC. (pumilis) 68.
humilis 14, 15.
incana Brown 17, 37.
incanus (Cheiranthus) L. 37.
italica var. (tristis) 50.
integrifolia var. (odoratissima) 11, 48.
Kralikii Pomel 71, 73,
Khorassanica 10, 16, 21.
latipetala var. (capiomontana) 77.
livida DC. 15, 61, 67.
86 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (86)
lividus (Cheiranthus) Del. 61.
lonchophora Durieu 77.
longepetiolata var. (fragrans) 44.
longipetala DC. 61.
longipetalus (Cheiranthus) Vent. 61.
lunata DC. 18, 81.
maderensis Lowe. 3, 17, 36.
marocana Cosson 83.
montana Boiss. 13, 18, 60.
muricatus (Cheir.) Lam. 32.
neapolitana var. (incana) 41.
occidentalis var. (tristis) 55.
odoratissima R. Br. 11, 13, 17, 46.
odoratissimus (Cheiranth.) Pall. 46.
odoratissima Claus. 43.
odoratissima Trautw. 43.
ovatifolia Boiss. 10, 17, 34, 30.
oxyceras DC. 7, 9, 14, 14, 61, 62.
oyensis Mén, et V. 33.
patens Presl. 38.
parviflora R. Br. 82.
peduneulata var. (tristis) 58.
perennis Conti 13, 14, 15, 18.
persicus Willd. (Cheiranth.) 24.
Phlox Didrichsen 81.
provineialis (Hesperis) L. 50, 55.
pseudoxyceras Conti 13, 14, 15, 18.
pubescens var. 34.
pulchella var. (incana) 41.
pumilio DC. 14, 18, 68.
-revoluta Bunge 9, 10, 16, 19, 4.
robusta Bunge 10, 16, 25.
rupestris DE. 3, 17, 44.
ne A LA VA A ANT
sabauda Chodat 1, 51, 54.
sicula var. (tristis) 56.
sinuata Brown 2, 3, 9, 10,
sinuatus (Cheiranthus) L. 32.
songarica Conti 9, 10, 11, 17, 42.
spathulata Conti 11, 49.
stenopetala var. 12.
stelligera Sonder 59.
stipitata var. (oxyceras) 65.
Stoddartii Bunge 18, 79.
superba Conti 4, 16, 23.
syriaca var. (oxyceras) 61.
tanaïcensis var. DC. (odoratissima) 43.
taurica var. (odoratissima) 49.
tatarica DC. 4, 10, 16, 93.
tenella DC. 62.
thessala Boiss. var. (tristis) 57.
thibetana var. (revoluta) 20.
tomentosa Bel. 30.
tomentosa var. 41.
torulosa DC. 9, 11, 15, 17, 59.
tricornis Conti 67.
trieuspidata R. Br. 10, 14, 18.
tricuspidatus (Cheiranthus) Huds. 32.
tristis R. Br. 1, 4, 9, 14, 17, 50.
tristis (Cheiranthus) L. 50.
tristis Forskal (Cheiranth.) 61.
tunetana forma (oxyceras) 74.
undulata Tin, 41.
valesiaca Jacc. 1, 51, 54.
varius Sibth. et Sm. 50.
Varia var. DL.
violaria (Hesperis) Lam. 38.
viridis var. (pseudoxyceras) 72.
1
© 8
87
LICHENES KERGUELENSES
a Roberto Hall anno 1898 prope Royal Sound in Kerguelen insula lecti,
et in Herbario Nationali Melbourniensi deposit,
atque a Rev. F. R. M. WILSON determinati.
. Cladonia pyxidata Fr. vera.
. Stereocaulon cymosum Cr. Journ. Bot. V, 21 (1876).
. Usnea melaxantha Ach. = Neuropogon melaxanthus Nyl. Syn.
— er var. sorediifera Er. Journ. Bot. VI, 103, 106 (1877).
— LE var. ciliata Cr. loc. cit.
. Usnea Taylori Hook. fil. Fl. Antarct. = Neuropogon Taylor: Nyl. Syn.
. Peltigera rufescens Hffm.
. Parmelia Kerguelensis Wilson. Thallus tenuiter membranaceus, sub-
laxe affıxus, glauco-albidus vel lacteo albus, nitidiusculus, glaber, in centro
isidiis minutis cinereis adspersus, undulatus, laciniatns lacinıis angustis-
simis sinuose multifidis intricalis planis passim subcanaliculatis imbricatis;
subtus niger, rhizineo fibrillosus. Apothecia invisa. Habitat (ut videtur)
super saxo.
Affinis P. mutabili Tayl. (Nyl. Syn. p. 387), sed isidiis supra et fibrillis
subter sitis dignota est. Forsitan modo ejus varietas. Facies obiter visa fere
Physciæ stellaris.
. Psoroma lanuginosum (Ach.) Müll. Arg.
. Placodium gelidum (L.) Kôrb.
— — var. lateritium Nyl.
. Placodium macrophthalmum Wils. — Urceolaria macrophthalma
Hook fil. = Lecanora (Placopsis) macrophthalma Cr. J. L. S. XV, 183.
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n0 18, 15 août 1900.
88
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11.
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18.
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20.
21.
22.
MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (2)
Amphiloma elegans Link.
— — var. athallinum Wils. Thallus omnino obsoletus, apo-
thecia substipitata.
Amphiloma murorum (DC.) Körb. var. obliteratum Körb.
Lecanora subfusca var. bryontha Ach.
Lecanora Kergueliensis Nyl. Journ. Bot. VI, 106 (1877).
— — var. lateritia.
Pertusaria perrimosa Nyl. (Lich New Zeal 24).
Lecidea (Biatora) phæostoma Nyl. Journ. Bot. IV, 334 (1875).
Lecidea Dicksonii Ach. var. sincerula Nyl. J. B. V, 22 (1876).
Lecidea lygomma Nyl. Journ. Bot. IV, 334 (1875).
Lecidea subcontinua Nyl. Journ. Bot. VI, 104, 106 (1877).
— — var. ferrea Nyl. loc. cit.
Lecidea superjecta Nyl. Journ. Linn. Soc. (1877).
Lecidea Eatoni Cr. Journ. Bot. IV, 334 (1875).
Buellia subplicata Nyl. loc. cit.
Rhizocarpon geographicum L.
89
PLANTÆ POSTIANÆ
AUCTORE
GEORGES-E. POST
FASCICULUS X
Liste des plantes recueillies à Chypre, à Mardin, en Mésopotamie et
dans le Liban. Nous avons mentionné dans cette liste seulement les
plantes qui ne sont pas attribuées à ces régions dans la Flore de
M. Boissier ou dans la mienne, ou qui sont des espèces nouvelles. On
trouvera la description de ces régions dans les fascicules précédents des
Plantæ Postiane.
BOISSIER, FLORA ORIENTALIS, VOLUMEN |
Adonis autumnalis L. P. 16.
Entre Coffino, Nicosia et Limassol, Chypre, avril.
Ranunculus aquatilis L. var. sphærospermus Boiss. P. 23.
Famagusta, Chypre, mai.
Ranunculus calthæfolius Jord. P. 24.
Nisso, Chypre, mai.
Ranunculus millefoliatus Vahl. P. 35.
Plaines de Chypre, avril.
Nigella Damascena L. P. 68.
Papho, Chypre, mai.
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER, n0 18, 15 août 1900.
90 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (2)
Delphinium peregrinum L. P. 87.
Perapidi, Chypre, juillet.
Delphinium Kurdicum Boiss. et Hoh. P. 92.
Mardin, Mésopotamie, printemps.
Pæonia corollina Retz. var. triternata Boiss. P. 97.
Mont Paputza, Chypre, août (en fruit).
Berberis Cretica L. P. 103.
Troodos, Chypre, juillet.
Hypecoum grandifiorum Benth. P. 125.
Plaines de Chypre, partout, avril.
Arabis purpurea Sibth. et Sm. P. 176.
Troodos. Chypre, juiliet.
Alyssum alpestre L. var. suffrutescens Boiss. P. 268.
Prodromos, Chypre, juillet.
Brassica Hilarionis Post. Species nova.
Biennis vel perennis ad basin lignosa, glabra, foliis amplis radicalibus et
caulinis inferioribus obovatis in petiolum longum attenuatis, caulinis supe-
rioribus oblongis semiamplexicaulibus, omnibus repando-crenatis vel ser-
ratis, racemo florifero 8-10 fructifero 10-15 pollices longo, pedicellis floribus
brevioribus erecto-patentibus, petalis calyce duplo longioribus pallide roseis
vel albis, siliquis late linearibus compressis, stylo compresso-conico earum
latitudine duplo longiore, valvis convexiusculis obscure uninerviis, semi-
nibus biseriatis.
Habitat in rupium fissuris ad castellum Sancti Hilarionis Cypri. Floret
april.
Planta bipedalis, folia radicalia 5-7 pollices longa 2 Ys-3 lata, flores
10 lineas longi, siliquæ, 2 pollices longæ 3 lineas late fostrum 6 lineas
longum, semina 1/2 lineam diametro.
Species pulchra, Brassicæ macrocarpæ Guss. affinis, foliis repando-cre-
natis nec grosse serrato-crenatis basi lobatisque floribus magnis, petalis basi
pallide roseis vel albis et siliquorum valvis minus lignosis, facile distin-
guetur. Specimen unicam in Herbario Postiano apud Berythum Syriæ con-
servatum est.
Brassica nivea Boiss. et Sprun.
Biennis vel perennis glauca inferne lignosa superne herbacea, foliis lyrato-
pinnato-partitis segmentis lateralibus ovato-oblongis parvis integris seg-
mento terminale maximo basi truncato vel subcordato margine grosse cre-
nato caulinis superioribus oblongis vel linearibus integris, racemis laxis
simplicibus vel parce ramosis, siliquis valde tetragono-carinatis fere toru-
losis in rostrum earum diametro quaduplo longioribus.
Habitat ad rupium facies in valle Jinneh (Libani); floret junio; fructiferat
augusto. N° 910 bis.
Planta 1 1/2-2-pedalis, folia inferiora 4-5 pollices longa segmenta lateralia
(3)
G.-E. POST. PLANTÆ POSTIANÆ. 91
5-9 lineas longa 3-5 lata terminale 3 1/2 longum, 21/2 latum, siliqua 2 pol-
lices longa 2 lineas lata, semina sphærica lineam diametro.
Species B. rapa L. affinis, foliis caulinis paucis oblongis vel linearibus
valde distincta.
Lepidium Chalepense L. P. 357.
Nicosia, Chypre, avril.
Iberis odorata L. P. 335.
Larnaca-Nicosia, Chypre, avril.
Biscutella Columnæ Ten. P. 321.
Larnaca-Nicosia, Chypre, mars.
Erucaria Aleppica Gærtn. P. 365.
Nicosia, Chypre, mars.
Cleome ornithopodoides L. P. 411.
Perapidi, Chypre, juillet.
Fumana glutinosa’L. P. 449.
Rochers, Chypre.
Viola Heldreichiana Boiss. P. 466.
Troodos, printemps.
Frankenia hirsuta L. P. 780.
Larnaca, Chypre, printemps
Dianthus multipunctatus Ser. var. Troodi Post. Glaber multicaulis, cau-
libus erectis corymboso-paniculatis, foliis basi ciliatis margine scabridis
linearibus obtusiusculis superioribus subulatis, floribus solitariis vel geminis,
squamis margine scariosis ciliatis valde nervosis ovatis obtusis mucronatis,
calycis dentibus oblongis margine scariosis et ciliatis, nervis sinuum ad
basin decurrentibus, lamina rosea obovato-cuneata dentata ad basin
inclusa.
Habitat in rupestribus cacuminis Troodi, Cypri; floret augusto. No 910.
Planta 6-8-pollicaris, folia inferiora 6-9 lineas longa sesquilineam lata,
superiora subulata, calyx 5-7 lineas longus, corolla 5 lineas lata.
Varietas D. multipunctato Ser. affinis, sed statura humiliore, inflores-
centia corymboso-paniculata, floribus minoribus, et squamis mucronatis nec
aristatis facile distinguetur.
Silene Atocion Mill. P. 600.
Plaines de Chypre, janvier-avril.
Silene Italica L. P. 631.
Papho, Chypre, avril.
Silene brevicaulis Boiss. P. 694.
Mardin, Mésopotamie, été.
Cucubalus bacciferus L. P. 657.
Mardin, Mésopotamie, été.
Stellaria media L. P. 707.
Troodos, Chypre, juin.
92 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (4)
Cerastium anomalum W. K. P. 714.
Troodos, Chypre, mai.
Spergularia rubra Wahl. P. 732.
Plaines de Chypre, avril.
Herniaria hirsuta L. P. 740.
Troodos, Chypre, juillet.
Hypericum confertum Choisy. P. 798.
Sommet de Troodos, Chypre, juillet et août.
Hypericum hyssopifolium Vill. P. 799.
Montagnes de Chypre, été.
Hypericum crispum L. P. 806.
Plaines de Chypre, juillet et août.
Hypericum perforatum L. P. 809.
Troodos, Chypre, juillet.
Linum humile Mill. P. 861.
Nicosia, Chypre, avril.
Tribulas terrestris L. P. 902.
Erucon, Chypre, printemps.
Acer Creticum L. P. 950.
Troodos, Chypre, août.
BOISSIER, FLORA ORIENTALIS, VOLUMEN Il
Rhus Coriaria L. P. 4.
Montagnes de Chypre, partout, juin.
Rhamnus punctata Boiss. P. 14.
Montagnes de Chypre, partout, juin.
Genista sphacelata Dec.
A la base des montagnes de Chypre, juillet et aoüt.
Ononis pubescens L. P. 62. 2
Limassol, Chypre, avril.
Melilotus sulcata Desf. P. 106.
Plaines de Chypre, avril.
Physanthyllis tetraphylla L. P. 159.
Nicosia, Chypre, avril.
Lotus corniculatus var. alpinus Boiss. P. 166.
Troodos, Chypre, aoüt.
Scorpiurus subvillosa L. P. 179.
Plaines de Chypre, avril.
(5) G.-E. POST. PLANTÆ POSTIANÆ.
Coronilla scorpioides L. P. 183.
Plaines de Chypre, avril.
Galega officinalis L. P. 191.
Mardin, Mésopotamie, printemps.
Astragalus echinus DC. P. 838.
Prodromos, Chypre, août.
Astragalus Spruneri Boiss. P. 472.
Entre Larnaca et Nicosia, Chypre, mars.
Hedysarum atomarium L. P. 517.
Base des montagnes de Kyrenia, Chypre, juillet.
Alhagi Maurorum DC. P. 558.
Plaines de Chypre, juillet et août.
Lathyrus Cicera L. P. 605.
Plaines de Chypre, avril.
Pisum humile Boiss. et Noë. P. 623.
Nicosia, Chypre, avril.
Rubus discolor Nees. P. 695.
Chypre, partout, juillet et août.
Poterium verrucosum Ehr. P. 734.
Ktima, Chypre, été.
Mespilus Germanica L. P. 659.
Machæra-Lefkara, Chypre, août.
Sorbus Aria L. var. Græca Boiss. P. 658.
Troodos, Chypre, fleurs, avril ; fruits, août.
Cratægus Azarolus L. P. 662.
Chypre, partout, fleurs, avril; fruits, août.
Cotoneaster nummularia F. et M. P. 666.
Sommet de Troodos, Chypre, août.
Umbilicus Pestalozzæ Boiss. P. 773.
St-Hilarion, Chypre, aoüt.
Sedum microstachyum Ky. ? ? P. 787.
St-Hilarion et Buffavento, Chypre, juillet.
Lythrum hyssopifolium L. P. 739.
Troodos, Chypre, aoüt.
Epilobium hirsutum L. P. 746.
Troodos, Chypre, été.
Eryngium Creticum Lam. P. 827.
Plaines de Chypre, juillet.
Echinophora Sibthorpiana Guss. P. 949.
Nicosia, Chypre, aoüt.
Pimpinella tragium Vill. var. pseudotragium Boiss. P. 872.
St-Hilarion, juillet.
94 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (6)
Ferula Cypria Post. Species nova.
Caule tereti 'striato superne ternatim ramoso ramis inflorescentiæ basi
cum folio lineari apice bifido, foliis inferioribus. . . . . superiorum vagina
inflata semiovata apice reflexa limbo in lacinias lineares 2-ternati sectis,
umbellis longiuscule 10-15-radiatis centralibus subsessilibus, involucro et
involucello nullo, pedicellis fructibus brevioribus, mericarpiis oblongis
jugis interioribus prominentibus acutis margine crasso albo.
Habitat ad castello Sancti Hilarionis Cypri; fructiferat julio. No 905.
Planta 3-pedalis et procerior, laciniæ foliorum supremorum 15 lineas
longæ lineam late, radii 14-20 lineas longi, fructus 41/2 lineas longi
21/2 lati.
Species sectione I. Peucedanoides, Boiss. Fl. or. II, 183 militans, laciniis
foliorum superiorum inter alias distinguetur.
Siler cordifolium Boiss. Sans fruits. Supplement de la Flora Orientalis, p. 263.
Dans les vignobles de Perapidi, Chypre, printemps. No 13.
Daucus Broteri Jen. P. 1073.
Plaines et montagnes de Chypre, fruits, août.
Cancalis leptophylla L. P. 1085.
Chypre, partout, printemps.
BOISSIER, FLORA ORIENTALIS, VOLUMEN Ill
Asperula stricta Boiss. P. 35.
Buffavento, Chypre, fruits : juillet.
Vaillantia hispida L. P. 83.
Chypre, partout, printemps.
Galium canum Reg. var. musciforme Boiss. P. 66.
St-Hilarion, Chypre, août.
Rubia Olivieri A. Rich. var. stenophylla Boiss. P. 18.
St-Hilarion, Chypre, août. 2
Cephalaria Joppensis Spreng. P. 119.
«. genuina B. Post. Inflorescentia paniculam laxissimam formans, pedun-
culi longiores 12 pollices longi.
ß- thyrsoidea B. Post. Tota planta typo compactior sæpius hispidior
thyrsum laxum formans. Pedunculi valde abbreviati 3-15 lineas longi.
Habitat in herbosis circa Berythum, Syriæ. No 927.
Pterocephalus plumosus L. P. 147.
Mardin, Mésopotamie, été.
Phagnalon græcum Boiss. P. 221.
St-Hilarion, Chypre, juillet.
G.-E. POST. PLANTE POSTIANÆ. 95
Pulicaria dysenterica L. P. 201.
Lapitho, Chypre, août.
Inula Conyza DC. P. 190.
Au pied du mont Machaira, Chype, août.
Senecio Bertrami Post. Species nova.
Araneoso-canescens radice obliqua præmorsa, caule in corymbum sim-
plicem vel corymbulosum 2-5-cephalum abeunte, foliis oblongis obtusis vel
acutiusculis radicalibus inferne psæsertim dentatis vel subintegris in
petiolum longiusculum attenuatis, caulinis sessilibus dentatis, floralibus
anguste linearibus, pedunceulis rigidis capitulum centrale superantibus
1-bracteaiis bracteis subulatis, capitulis magnis hemisphæricis, involueri
phyllis linearibus margine scariosis acutis, calyculi phyllis paucis
subulatis involucri duplo brevioribus, ligulis involucro fere duplo
longioribus aurantiacis, acheniis scabrido-hirtis, pappo sordido involuerum
æquante.
Habitat prope Cedros Libani; floret augusto. N° 907.
Planta sesquipedalis, folia radicalia 5 pollices longa 8-10 lineas lata, cau-
lina 4-2 pollices longa 6-8 lineas lata, capitula 7lineas lata.
Species S. Castagneano DC. affinis, differt foliorum forma, involueri
phyllis fulvescentibus non nigricantibus, calyeuli phyllis subulats, etc.
Carlina lanata L. var. pygmæa Post. P. 451.
Pygmæa araneosa-lanata, caule nano simplice vel ad basin bifurcato,
foliis basi angustatis coriaceis radicalibus oblongis duplo serrato-dentatis
dentibus breviter spinulosis caulinis sessilibus ellipticis duplo spinoso-den-
tatis, capitulis parvis hemisphæricis, involucri phyllis externis foliaceis
foliis caulinis simillibus radiis brevioribus internis radiantibus scariosis
coceineis linearibus acutis basi subattenuatis glaberrimis basi macula
brunnea linea flava cincta, receptaculi paleis linearibus scariosis glaberrimis
in lacinias subulatas 3-5-fidis, pappo achenio triplo longiore.
Habitat in montosis Cypri ; floret augusto et septembro. No 909.
Planta 1 1/2-2'/2-pollicaris, folia radicalia 3 pollices longa 6 lineas lata,
caulina 6-10 lineas longa 4-5 lata, capitulum pollicem longum.
Varietas statura nana, foliorum forma, et præsertim involucri phyllis
externis radiis brevioribus intimis coceineis insignis.
Onopordon Sibthorpianum Boiss. et Held. P. 561.
Base du Troodos, Chypre, aoüt.
Cynara Cardunculus L. P. 557.
Plaine de Nicosia, Chypre, juillet..
Cirsium lanceolatum L. P. 538.
Kippalunga, Chypre, août.
Jurinea Cypria Boiss. Supplément Fl. or. p. 311.
Prope couventum Chrysorogiatiza Cypri, mai. No 908.
96 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (8)
Aegialophila Cretica Boiss. et Held. var. alpina Post.
Capitulis oblongis solitariis typo minoribus, foliis fere omnibus integris.
Habitat in sylvis regionis alpine Troodi Cypri; floret augusto.
Carthamus tinctorius L. P. 709.
Cultivé en Chypre, août.
Carthamus lanatus L. P. 706.
Plaines de Chypre, juillet.
Tolpis altissima Pers. P. 725.
Au-dessus de Kampos, Chypre, août.
Chondrilla juncea L. P. 792.
Au-dessus de Kampos, Chypre, août.
Lactuca saligna L. P. 810.
Chypre, partout, été.
Tragopogon buphtalmoides Boiss. P. 750.
Champs de Chypre, printemps.
Scorzonera Jacquiniana Koch. P. 757.
Troodos, Chypre, août.
Scorzonera papposa DC. P. 765.
Kampos, Chypre, août.
Laurentia tenella Biv. P. 864.
Troodos, Chypre, août. No 906.
Campanula cissophylla Boiss. et Haussk. P. 920.
Dans les fissures des murs et des rochers, Mardin, Mésopotamie. No 206.
BOISSIER, FLORA ORIENTALIS, VOLUMEN IV
Samolus Valerandi L. P. 5.
Troodos, Chypre, aoüt.
Lysimachia dubia Ait. P. 3.
Mardir, Mésopotamie, été. ,
Cyclamen repandum Smith. P. 12.
Ericon, Chypre. printemps.
Erythræa Centaureum Pers. P. 68.
Troodos, Chypre, juillet.
Chlora serotina Koch. P. 66.
Alektriona, Chypre, juillet.
Anchusa Italica Retz. P. 154.
Plaines de Chypre, printemps.
Onosma
Dali-Koffino, Chypre, avril.
(9) G.-E. POST. PLANTE POSTIANE.
Convolvulus althæoides L. P. 106.
Chypre, partout, avril-juin.
Verbascum.
Papho, Chypre, avril.
Scrophularia sphærocarpa Boiss. et Reut. P. 403.
Chypre, partout, juillet.
Veronica anagallis L. P. 437.
Partout dans les eaux de Chypre, juillet.
Phelipea ramosa L. P. 498.
Chypre, partout, avril.
Phelipea lavandulacea Rchb. P. 498.
Nicosia, Chypre, septembre.
Vitex Agnus-Castus L. P. 535.
Chypre, partout, juillet.
Lavandula Stoechas L. P. 540.
Montagnes de Chypre, août.
Satureia Boissieri Haussk. (). 565.
Mardin, Mésopotamie, été.
Origanum cordifolium Montb. et Auch. P. 548.
Montagnes de Kikko, Chypre, août.
Micromeria græca L. var. laxiflora Post. P. 571.
St-Hilarion, Chypre, juillet.
Calamintha nepeta L. P. 577.
Près de Chrysorogiatiza, Chypre, août.
Calamintha Troodii Post. Species nova.
97
Perennis minutissime velutina caudiculis fragillibus adscendentibus ramis
superne corymbosis, foliis omnibus simillibus rhombeo-ovatis arcuatim ner-
vosis in petiolum lamina paullo brevius abrupte angustatis, floralibus caly-
cybus vix æquantibus, corymbo capituliforme laxiuscule, calycis longe et
tenuiter cylindrici hirtuli dentibus piloso-hispidis subulatis inferioribus
superioribus sesquilongioribus, corolla pallide rosea tubo calycino duplo
longiore, antherarum connectiva loculis longiore.
Habitat in Monte Troodi Cypri; floret julio. No 914.
Planta 1-2-pollicaris, foliorum lamina 2-3 lineas longa, calyx 4 corolla 9
lineas longe.
Species aspectu Zizyphoræ capitatæ speciminum minorium, differt spe-
ciebus cæteris Calaminthæ inflorescentia corymbosa nec verticillastri-
forme.
Salvia trichoclada Bch. P. 603.
Mardin, Mésopotamie, été.
Salvia grandiflora Ettling.
Troodos, août. No 912.
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n9 18, 20 août 1900. 7
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (10)
Salvia
Forêts de Troodos, août. No 913.
Salvia viscosa Jacq.? P. 628.
Mardin, Mésopotamie, été. No 995. |
Nepeta Orientalis Mill. P. 654.
Montagnes de Chypre, juillet.
Scutellaria peregrina L. P. 688.
Troodos et montagnes de Kyrenia, Chypre, août.
Sideritis Cypria Post. Species nova.
Multicaulis pannoso-cana basi indurata, caulibus erectis rubellis parce
glanduloso-papillosis simplicibus vel parce opposite ramosis, verticillastris
numerosis distantibus longe spicatis, foliis albo-pannosis radicalibus et eis
turionum oblongo-spathulatis caulinis 1-2-paria diminutis sessilibus oblon-
gis obtusis floralibus viridibus demum flavescentibus cordatis brevissime
mucronulatis calycibus brevioribus, calycis glanduloso-papillosi dentibus
oblongo-lanceolatis acutiusculis apice barbatis tubo subduplo brevioribus,
corollæ luteæ tubo incluso.
Habitat ad castellum Sancti Hilarionis Cypri; floret julio. No 915.
Planta sesquipedalis, folia inferiora 2-2!/2 pollices longa 6-9 lineas lata,
caulina 8-14 lineas longa, 4-5 lata, verticillastra avellano minora, calyx
L lineas longus 1 !/s latus.
Species S. Gretico affinis, differt inter alias foliis omnibus obtusis flora-
libus obtusis non acuminatis, calyce glanduloso, etc.
Marrubium vulgare L. P. 703.
Nicosia, Chypre, août.
Mollucella spinosa L. P. 768.
Mardin, Mésopotamie, été.
Phlomis Bertrami Post. Species nova.
Fruticosa parce et breviter stellato-tomentosa, foliis oblongo-linearibus,
obtusis eximie rugosis subtus cano supra viride-pannosis crenulatis breviter
petiolatis inferioribus basi truncato-cordatis, floralibus basi rotundatis
oblongo-lanceolatis obtusis, verticillastris multifloris 1-3 remotis, floribus
sessilibus tribracteatis bracteis linearibus rigidis subpungentibus incurvis
adpressis ciliatis calyce dimidio paullo longioribus, calycis pilis stellatis
citrinis hispiduli dentibus brevissimis late ovatis spinuloso-mucronatis binis
cæteris paullo longioribus, corolla flava calyce duplo longiore galea breviter
bifida, filamentis superioribus basi appendiculatis.
Habitat apud el-Farät Libani; floret augusto. No 916.
Planta sesquipedalis, folia 18 lineas longa A lata, verticillastri floriferi
pollicem lati, calyx 6 lineas longus.
Species P. viscosæ Poir. affinis, differt eximie foliorum forma et rugosi-
tate, bracteis brevibus, et calycis dentibus brevibus. P. parvifoliæ Post
(Flora of Syria, Palestine and Sinai, p. 658) similis, differt foliis oppositis
(11) G.-E. POST. PLANTÆ POSTIANA. 99
non aggregatis eis ejusdem species duplo longioribus, bracteis bre-
vibus, etc., etc.
Phlomis Cypria Post. Species nova.
Fruticosa puberula, foliis canis subtus elevatim venosis integris oblongo-
lanceolatis acutiusculis peliolatis basi rotundatis, verticillastris solitariis ad
ramorum apicem multifloris, bracteis acutis extus puberulentibus intus
lanatis obovato-spathulatis ad lineari-spathulatis calyces æquantibus, calycis
valde costati pubescentis et pilosi apice truncati dentibus æqualibus brevis-
simis late ovatis mucronatis, corollæ. . . ..
Habitat ad castellum Sancti Hilarionis Cydri ; floret junio. No 917.
Fruticosa 3-pedalis, ramorum folia 8-12 lineas longa 3-4 lata, calyx
7 lineas longus 3 latus.
Species inter Dendrophlomoides (Boiss. Fl. or. IV, p. 384) militans, dif-
fert congeneribus foliorum forma, verticillastris solitariis, bracteis latis, etc.
Phlomis rigida Lab. P. 790.
Mardin, Mésopotamie, été.
Prasium majus L. P. 798.
Papho, Chypre, mai.
Statice virgata Willd. P. 863.
Marais salin à Larnaca, Chypre, août.
Amarantus caudatus L. P. 988.
Agros, Chypre, août.
Bosia Cypria Boiss.
Lapitho et Papho, Chypre, juillet. N, 918.
Blitum virgatum L. P. 905.
Troodos, Chypre, aoüt.
Atriplex portulaccides L. P. 913.
Larnaca, Chypre, août.
Atriplex leucocladum Boiss. P. 915.
Nicosia, Chypre, août.
Salsola inermis Forsk. P. 955.
Marais salin, Larnaca, Chypre, août.
Salsola ?
Marais salin, Larnaca, Chypre, août.
Noea spinosissima Lam. P. 965.
Troodos, Chypre, août.
Phytolacca pruinosa Fenzl. P. 895.
Troodos, Chypre, août.
Polygonum Bellardi All. P. 1034.
Plaines de Chypre, printemps.
Thesium impressum Steud. P. 1066.
Mardin, Mésopotamie, été.
LE ITR FCO OM OT
à BEN er RAR
100 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (12)
Euphorbia Peplis L. P. 1112.
Côte de Chypre, août.
Euphorbia Troodii Post. Species nova.
Perennis glabra glaucescens inferne lignosa, caulibus rigidis adscenden-
tibus simplicibus, umbelle compactæ capituliformis radiis 2-5 breviter
bifidis, foliis parvis sessilibus oblongo-ellipticis obtusis floralibus obovato-
rotundatis mucronulatis, involueri campanulati lobis parvis ovatis ciliatis
glandulis transverse ovatis, capsula ovata glabra, semine oblongo glabro
irregulariter foveolato.
Habitat in cacumine Troodi Cypri; floret julio. No 919.
Planta 8-12-pollicaris, folia 3-4-lineas longa 2-21/2 lata, floralia 2-21/2 lata,
capsula lineam lata.
Species inter $ 6 Galarrheos militans, aspectu E. Chesneyi, sed capsulis
parvis facile distinguetur. E. Cassiæ similis, sed bracteis etc. distinguetur.
Andrachne telephioides L. P. 1138.
Troodos, Chypre, aoüt.
Alnus Orientalis Dec. P. 1179.
A côté des eaux de Chypre; fleurs, printemps; fruits, août.
Salix ?
Dans les eaux de Troodos. No 919 bis.
BOISSIER, FLORA ORIENTALIS, VOLUMEN V
Ephedra campylopoda C. A. M. P. 715.
Plaines de Chypre, juillet.
Cedrus Libani Barr. P. 699.
Montagnes une demi-heure au nord-ouest du monastère de Kikko. Là-
haut, on trouve un petit nombre d'arbres dépaupérés. Les feuilles sont
beaucoup plus courtes, et les cones plus petits que les véritables cèdres du
Liban.
Pinus Laricio Poir. P. 697.
Forêts de Troodos, Chypre, août.
Pinus Brutia Ten. P. 695.
Montagnes de Kyrenia, Chypre, août.
Orchis coriophora L. P. 611.
Nicosia et Kyrenia, Chypre, mai.
Ophrys hiulca Sprun. P. 79.
Plaines de Chypre, mars.
Epipactis palustris Scop. P. 87.
Eaux de Chypre, juillet.
(13) G.-E. POST. PLANTE POSTIANÆ. 101
Iris Sisyrinchium L. P. 120.
Plaines de Chypre, printemps.
Asparagus aphyllus L. P. 337.
Kampos, Chypre, aoüt.
Allium rotundum L. P. 233.
Pissouri, Chypre, mai.
Allium sphærocephalum L. P. 256.
Montagnes au-iessus de Kikko, Chypre, août.
Allium hirsutum Zucc. P. 271.
Limassol, Chypre, mai.
Allium Neapolitanum Cyr. P. 274.
Nisso, Chypre, avril.
Muscari Pinardi Boiss. P. 289.
Champs de Chypre, avril.
Muscari parviflorum Desf. P. 299.
Limassol, Chypre, novembre.
Bellevalia Millingeni Post. Species nova.
Bulbo ovato parvo, foliis binis scapum ad medium amplectentibus eo
æquilongis linearibus plicatis patulo recurvis, racemo 3-5-floro brevi denso
bracteis minutissimis squamiformibus, floribus sessilibus breviter tubulosis,
perigonii azurei laciniis oblongis obtusis tubo duplo brevioribus, filamentis
subulatis anthera nigro longioribus, capsula. . .
Habitat prope Nicosia, Cypri ; floret decembro. No 920.
Planta 2-3-pollicaris, folia 12-15 lineas longa, 2 lata, flores 21/2 longi
1 1/2 diametro.
Species B. nervosæ affinis, differt statura pumila, foliis binis linearibus,
et præsertim floribus paucis parvisque.
Est in Herbario Boissieriano specimen el. Heldreich ineditum B. Cypria
sp. nov. scriptum, in Fl. or. Boiss. N, sub B. nervosa descriptum, et etiam
in Herbario cum illa speciei mixtum. Est etiam in Herb. Boiss. specimen
ex Aleppo cujus lector ignotus est cum B. nervosa deposito.
Fritillaria Alfred» Post. Species nova.
Pedalis caule monocephalo basi nudo a tertia parte 4-6-foliato, foliis
viridibus lineari-lanceolatis obtusiusculis vel acutis supremis tribus linea-
ribus involucrantibus flore duplo longioribus, flore parvo nutanti obconico-
virido-lutescenti nervis viridibus, perigonii phyllis oblongis obtusis supra
basin nectario oblongo impresso foveolatis, staminibus perigonio tertia
parte brevioribus filamentis breviter et crispe papillosis antheris paullo lon-
gioribus, stylo ad tertiam partem trifido, capsula juniore clavata hexaptera.
Habitat infra pagum Brummana Libani ; floret aprili. No 921.
Planta pedalis, folia inferiora 4 pollices longa 4-5 lineas lata, flores
8-10 lineas longi 4-6 lati, perigonii phylla externa 3 interna 41/2 lineas lata.
%
102 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (14)
Species luteæ M. B. et tenelle M. B. affinis, differt florum colore, sta-
ıninum longitudine, et præsertim capsula hexaptera, nec non obtuse trigona.
Bellevalia nivalis Boiss. et Ky. P. 304.
Chypre. No 920 bis.
Fritillaria Libanotica Boiss. P. 189.
Citium, Chypre, fevrier.
Gagea foliosa Presl.P.
Papho, Chypre, mai. No 922.
Colchicum Bertoloni Stev. P. 169.
Nicosia, Chypre, décembre. No 922 bis.
Cyperus Cyprius Post. Species nova.
Perennis nanus, collo modice incrassato surculos laterales radicantes et
fibras descendentes edente, culmo erecto triquetro basi crebre foliato, foliis
linearibus culmum æquantibus carinatis, umbella depauperata vel in glome-
rulum unicum sessilem sistente vel cum glomerulo altero minore radio glo-
merulo æquilongo suffulto, involucri diphylli phyllis linearibus acuminati
valde inæqualibus spicas longe superantibus, spiculis patentibus in spicas
2-6 breves glomeratas palea oblonga gluma simile suffultas dispositis linea-
ribus compressis, glumis laxiusculis imbricatis late ovato-oblongis basin
versus rubellis apice stramineis undique longitudinaliter multinerviis et
sulculosis, rachide non alata, flosculis squamulis minimis hyalinis suffultis,
nuculis minutissimis triquetris gluma quadruplo brevioribus.
Habitat inter lapides ad ripas rivulorum montis Troodi Cypri; floret
augusto. No 923.
Planta 3-4 pollicaris, folia 3-4-pollicaria longa lineam lata, involucri phyl-
lum unum altero 2-3-plo longius, spicæ fuscæ 3 lineas long& ?/s lineam late.
Species statura nana, surculis et fibris, glomerulis depauperatis invo-
lucro diphyllo suffultis, facile distinguetur (sect. I Pycreus, Boiss. Fl. or.
V, 363).
Scirpus holoschænus L. P. 381.
Montagnes de Chypre, août.
Panicum colonum L. P. 456.
Nicosia, Chypre, août.
Imperata cylindrica L. P. 452.
Plaines de Chypre, juin.
Æluropus littoralis Willd. P. 594.
Marais salin, Larnaca, Chypre, juillet.
Brachypodium pinnatum L. P. 658.
Kippalunga, Chypre, août.
Bromus sp.
Troodos-Kippalunga, Chypre, août. No 924.
103
CONTRIBUTIONS
A LA
FLORE BRYOLOGIQUE
DU JURA
PAR
Charles MEYLAN
Dans les nombreuses courses faites sur les sommites du Jura Central
pendant l’été de 1899, j'ai pu recueillir un certain nombre d’observations
touchant la répartition de plusieurs espèces rares, et même constater la
présence dans la chaîne d’une espèce et de plusieurs variétés qui n'y
avaient pas encore été signalées. Ces observations font l’objet du travail
ci-après.
Dicranum flagellare. Hedwg. Trois stations sont à ajouter à
celle que j'indiquais l’année dernière : Sur la tourbe au pied des sapins,
dans la tourbière de La Sagne, près Sainte-Croix; sur un tronc pourri,
dans la forêt des Etroits (également près de Sainte-Croix), et en quantité
dans une gorge à la Côte aux Fées (Neuchâtel); partout stérile.
Fissidens bryoides var. gymnandrus. Buse. Récolté en petite
quantité avec M. Colomb-Duplan, sur sol argileux, avec Leptotrichum tor-
hile, Scapania curta, au pied de l’Aiguille de Baulmes, côté Nord.
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n0 18, 20 août 1900.
104 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (2)
Trichodon cylindricus Spr. La Chaux, 1100 m.
Didymodon rubellus Br. Eu. Une des formes les plus tranchées
de cette espèce aussi variable que répandue, est celle que l’on a élevée
au rang d’espèce sous le nom de Didymodon alpigenus Jur. Je l’ai récoltée
au bord de la Noiraigue (La Chaux) sur terrain siliceux (vidit Amann).
Dans les environs on rencontre une forme parfaitement semblable, à
première vue, mais dont l’opercule présente, sous le microscope, ses
cellules disposées en séries droites, tandis que dans le vrai Didymodon
alpigenus, ces séries sont plus ou moins obliques; dans les deux formes,
les feuilles sont terminées par une pointe garnie de grosses dents. Cette
forme à feuilles dentées, sans que les séries de l’opercule soient obliques,
est indiquée par M. Limpricht comme var. intermedius; c’est une forme
de transition qui montre bien que le Didymodon alpigenus n’est pas
spécifiquement distinct du D. rubellus.
Tortula montana Lindb. J'ai recueilli quelques petites touffes
stériles de cette espèce sur des parois calcaires, exposés au soleil, entre
Sainte-Croix et le Val de Travers; alt. 900 m.
Barbula mucronifolia Schwg. Mont-Tendre, 1600 m.
Ortkotrichum leucomitrium Br. N'est pas très rare sur les
rameaux des jeunes sapins. Sur les érables et les hêtres, cette espèce
prend un développement beaucoup plus considérable. Les capsules se
revêtent souvent d’une teinte rouge brun très foncée, l’opercule étant
moins élevé que dans les petites formes.
Tayloria. Les Tayloria du Jura se rattachent à deux types princi-
paux :
lo Tayloria serrata Br. Eu,
2 Tayloria splachnoides H. var. obtusa Br. Eu. — Tayloria
acuminata Hornsch.
Examinons un peu chacun de ces groupes.
Le Tayloria serrata, qui n’est pas rare sous les sapins près des chalets
à partir de 1300 m. (il est par exemple très abondant sur la chaîne du
Mont-Tendre), présente une capsule à col non rétréci, le plus souvent
gonflé, presque toujours de teinte noirâtre. Les dents péristomiales sont
toujours au nombre de 16, et son opercule arrondi, hémisphérique.
(3) CHARLES MEYLAN. CONTRIBUTIONS A LA FLORE BRYOLOGIQUE DU JURA. 105
On trouve comme formes dérivées : R
Var. flagellaris Br. E.. croissant sur les pâturages et caractérisée par
des innovations atteignant ou dépassant les capsules.
Var. tenuis Br. E., chez laquelle la columelle est exserte et le col
rétréci ; c’est le trait d’union avec T. splachnoïdes. La station préférée du
T. serrata et de ses variétés est le fumier de vache; mais celte préfé-
rence n’est pas exclusive. J'ai récolté plusieurs exemplaires sur la terre
noire, sur de vieux cônes de sapins, etc.
La maturité a lieu vers la fin de juillet, souvent seulement en août.
La forme principale du second groupe a pour caractères essentiels,
tant d’après mes récoltes que d’après celles de Lesquereux :
Taille du T. serrata; aucune différence dans le système vegetalif;
mâturité à la fin de juin ou au commencement de juillet, donc un mois
plus tôt que pour T. serrata.
Col très longuement rétréci; à l’état sec, de la grosseur du pédicelle,
opercule brièvement ou longuement conique; sporange se raccourcissant
peu ou beaucoup après la chute de l’opercule. Péristome formé de 32 dents
s'appliquant plus ou moins contre les parois de la capsule, ou dressées,
torüllées, comme celles du T. splachnoides des Alpes, d’ailleurs plus
courtes. Columelle très exserte. Avant la chute de l’opercule, toute la
capsule est d’une couleur verdâtre caractéristique.
En recherchant la présence des corpuscules dans le feutre radiculaire
de la tige, je suis arrivé au résultat suivant : Là où ils existent, ils sont
très rares; dans une même touffe, des tiges en portent, d’autres en sont
absolument dépourvues. De deux exemplaires identiques au point de vue
de la forme du col, de la capsule, des feuilles, etc., l’un est formé de tiges
dont le feutre radiculaire porte des corpuscules; dans l’autre, malgré
d’attentives recherches, il est impossible d’en découvrir un seul.
Il est probable que dans le genre Tayloria, comme chez beaucoup
d’autres espèces. la présence ou l’absence des bulbilles ne peuvent pas
constituer un caractère assez stable, pour qu'il puisse servir à la distinc-
tion des espèces.
Par l’ensemble des caractères, ces Tayloria du Jura se rapportent plutôt
au T.acuminata et à sa variété Raineriana. Un certain nombre de formes,
par exemple celles que j’ai récoltées pres du Châlet de la Grandsonnaz
(Chasseron), se rapprochent du Tayloria splachnoïdes des Alpes, par une
capsule plus longue, un opercule assez longuement conique, des dents
péristomiales souvent dressées, le feutre radiculaire des tiges étant
dépourvu de corpuscules.
106 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (4)
Je ne crois pas que le Tayloria splachnoides, 1ype comme on le trouve
dans les grandes forêts des Alpes, ait été trouvé dans le Jura,
Les exemplaires de Lesquereux sont identiques aux miens.
Pour ce qui concerne la station préférée par ces plantes, c’est toujours
ou presque {toujours une vieille fourmiliere abandonnée, dans un endroit
frais, ne recevant jamais les rayons du soleil.
Bryum cuspidatum Spr. N'est sûrement pas rare dans le Jura.
Je l’ai trouvé plusieurs fois tant sur le calcaire que sur la molasse,
croyant récolter une forme du B. cæspiticium. L’inflorescence permet
d'être fixé de suite.
Bryum argenteum E. En 1896, à la fin de juin, en herborisant
sur l’arête du Chasseron, je tombai sur un Bryum croissant sur la terre
noire sèche avec Pottia latifoha, et dont les capsules, tant par la forme
que par la couleur étaient identiques à celles du Bryum atropurpureum.
Je crus au premier coup d’œil avoir affaire à cette dernière espéce, mais
je fus bientôt détrompé par l'appareil végétatif qui à n’en pas douter
était celui du B. argenteum var. lanatum.
Quinze jours plus tard toutes les capsules étaient désoperculées et
l’année suivante j'ai pu constater que toutes les capsules étaient mûres
à la fin de juin et que vingt jours plus tard tous les opercules étaient
tombés.
A quelques mètres, sur l'emplacement d’un feu le Bryum argenteum
iype suivait son développement normal, c’est-à-dire que les jeunes spo-
rogones commencaient seulement à se montrer, pour n’arriver à mâturité
qu'en novembre ou décembre.
Les observations que j'ai faites en 1898 sur l’Aiguille de Baulmes, où
j'ai retrouvé la même plante, concordent exactement avec celles faites
sur le Chasseron.
Nous avons donc affaire à une variété du Bryum argenteum remar-
quable en ceci : c’est qu’elle s’est adaptée au climat des sommités, et que
le développement de ses capsules se fait de l'hiver au commencement de
juillet. Les caractères anatomiques différentiels sont : la forme très glo-
buleuse de la capsule et la longueur de la nervure des feuilles, cette
nervure élant souvent longuement excurrente ou s’arrêtant sous le sommet.
_ Cette variété étant bien distincte, je l’appellerai var. juranum.
La station du Chasseron est à 1590 m. et celle de l’Aiguille de Baulmes
à 1500 m.
(5) CHARLES MEYLAN. CONTRIBUTIONS A LA FLORE BRYOLOCIQUE DU JURA. 107
Timmia austriaca Hedwg. Une seule station est indiquée dans
les ouvrages de bryologie : Le Chasseron, Lesquereux. Je n’ai pas vu son
exemplaire, mais 1l est probable que c’est du T. norvegica Zett. Le vrai
Timmia austriaca est répandu probablement dans tout le Haut-Jura. Je
lai recueilli en quantité au Suchet (une seule touffe fertile), très bien
frucüfié au Marchairuz et sur le Mont Tendre, stérile sur la Dent de
Vaulion. Au Chasseron je n’ai pu le découvrir; tout ce que j'avais récolté
il y à quelques années et mis sous le nom de T. auslriaca Hedw. est du
T. norvegica Zeit.
En recueillant de nouveau cette plante, l’année dernière, soit au
Chasseron soit à la Poita-Raisse, j’ai immédiatement saisi la différence
entre ce Timmia et le T. ausiriaca. La couleur en est plus jaune, les
feuilles supérieures sont plus longues et plus raides, très caduques,
diminuant rapidement de longueur en descendant le long de la tige; les
faces de la feuille sont fortement papilleuses. Tous ces caractères font
donc de celte plante un Timmia norvegica. Elle est d’ailleurs identique à
un exemplaire provenant de Norvège. Il est probable que le T. austriaca
de Lesquereux s’y rapporte. Cette espèce est nouvelle pour la chaîne du
Jura.
Neckera pennata monte jusqu'à 1300 m. dans les gorges de la
Poita-Raisse (Meylan et Schelling). Son voisin Neckera pumila croit au
Chasseron sur un vieux hêtre a 1400 m. d’altitude.
Myurella Careyana. Existe au Chasseron où je l’ai découvert
l'été dernier à 1580 m. Cinq sommites du Jura, du Mont-Tendre au Chas-
seron, possèdent donc cette espèce.
Thuidium pseudotamariscinum monte stérile mais bien
caractérisé jusqu'à 1480 m. dans les rochers de la Dent de Vaulion,
été 1899.
Pylaisia polyantha. Br. Spr. J'ai cueilli cette espèce c. f. sur
des hetres à 1400 m. sur le Mont d'Or. C’est sûrement une des stations
les plus élevées où celte plante ait été recueillie. Elle n’est pas rare ici à
1100 m.
Rhyncostegiella curviseta (Bd.). En 1898 mon ami M. Th.
Herzog, bryologue badois, recueillit quelques brins de cette plante avec
108 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (6)
une capsule müre dans une petite gorge près de la Vraconnaz (det:
lLimpricht). En recherchant cette plante dans la même station j'ai vu
qu’elle tapissait une paroi au pied d’une cascade, mais je n’ai pu recueillir
qu’une dizaine de capsules. L’altitude est de 1050 m.
Hypnum Sauteri Spr. Il n’est pas loujours facile de dire de
certains exemplaires, s'ils appartiennent à H. fastigiatum Bd. ou à
H. Santeri Spr. et de fait ils se rapportent aux deux espèces, ce qui veut
dire que Hypnum Sauteri n’est qu'une variété trés ténue du H. fasti-
giatum et qu'en tous cas il ne peut avoir que la valeur d’une sous-
espèce.
Hypnum reptile Rich. J'ai découvert une deuxiême station de
cette plante, également au pied des bouleaux, dans la tourbiere de la
Sagne prés Sainte-Croix. Les fruits sont abondants.
Plagiothecium curvifclium Schliep. Cette forme du P. denti-
culatum est plus répandue dans le Jura que les formes à feuilles planes.
Elle n’a d’ailleurs aucune stabilité, et mérite à peine le nom de variété.
On observe la même série de formes chez le Plagiothecium sylva-
ticum. Il est vrai que ces formes à feuilles fortement recourhees sont
plus rares dans ce dernier groupe que dans celui du Plagiothecium den-
hculatum.
HÉPATIQUES
Dans le catalogue du docteur Bernet sur les hépatiques du sud-ouest
de la Suisse, les Cephalozia curvifolia Diks et Bazzania tricrenata Wahl.
sont indiqués comme fort rares dans le Jura.
J'ai recueilli la seconde de ces espèces sur toutes les sommités du Jura,
de la Dôle au Creux-du-Van; sur la Dent de Vaulion elle forme des tapis
de plusieurs mètres carrés.
La première existe au Suchet où Reuter l'avait déjà signalée; de là
elle descend sur les troncs pourris jusqu’à peu de distance du village de
Baulmes, .en suivant le cours de la Baulmine. J'ai également recueilli
cette espêce dans plusieurs stations aux environs de La Chaux, ainsi que
dans les gorges de la Poita-Raisse, où elle fructifle abondamment.
La Chaux, le 22 mars 1900.
PUBLICATIONS DE L'HERPIER BOISSIER
Bulletin de l'Herbier Boissier, le volume 20 fr.
Tome I (1893). 715 pages, 28 planches et 2 appendices.
>81. (1898), 7092952932 9 et 4 »
» IE (4895); 2706...» 18 » et 1 »
» IV (4896), 963 » N) et 3 »
D Ne 11007), 119090 25.) et 2 »
PAIN (A898), 1031 952349259 et 3 » et 14 planches.
D VE A899), 1015 EE Sl ‘et à » et 3 »
BOISSIER, EDM. Flora orientalis sive enumeratio plantarum in Oriente a Græcia
et Ægypto ad India fines hucusque obser vatarum. — 5 vol. et Supplément,
in-80, 1867-1888 140 fr.
— Voyage botanique dans le midi de l'Espagne pendant l’année 1837. — 2 vol.
grand in-80. 1839-1845.
Prix réduit, colorié, au lieu de 400 fr. 230 fr.
_ en noir 150 fr.
— Icones Euphorbiarum ou figures de 122 espèces du genre Euphorbia. — 1 vol.
grand in-folio, 24 pages de texte et 221 planches, Genève, 1866 .. 70 fr.
— Diagnoses plantarum orientalium. re série, 13 fascicules ; 2me série, 6 fasci-
cules. — In-80. Genève, 1842- 1859, le fascicule Si
Les fascicules 1, 3, 6 et 7 sont épuisés.
_ Description de deux nouvelles Orusiferes des Alpes et du Piémont. — In-A0, avec
2 planches : AIT
— Centuria Euphorbiarum. Genève, 1860 Le.
or - Pugillus plantarum novarum Africæ borealis Hispanizæque australis, — In-80
Genevæ, 1852 3 fe
BOISSIER, EDM. er BUHSE. Aufzæhlung der in einer Reise durch Transkaukasien
und Persien gesammelten Pflanzen. — In-40 avec 10 planches et 1 carte.
Moskau. 1860 10 fr.
BARBEY, C. er W. Herborisations au Levant : Egypte, Syrie et Méditerranée.
Fevrier-mai 1880. Avec 11 planches et 1 carte. — 1880 20 fr.
BARBEY, W. Floræ Sardoæ compendium. Catalogue raisonné des végélaux observés
dans l’île de Sardaigne. Avec suppl. par MM. Ascherson et E. Levier. Avec
- 7 planches. — 1885 25 IT.
— Epilobium genus, a cl. Ca. Guism ill. Avec 24 planches. -— Lausanne, 1885.
29 fr.
— Lydie, Lycie, Carie, 1842, 1883, 1887. Études botaniques. In-A0, avec 5 pl. —
1890 15 fr.
— Cypripedium Calceolus X macranthos Barbey. — In-40, avec une planche double
coloriée. Lausanne, 1891 3 fr.
STEFANI, C. oe, C. J. FORSYTH MAJOR er W. BARBEY. Samos. Étude géolo-
gique, paléontologique et botanique. Avec 13 pl., par CH. Guisin. 1892. 20 fr.
— — — Karpathos, Étude geologique, paléontologique et botanique. — In-A0,
avec 43 pl., par Un. Cuisin. 1895 20 fr.
MAJOR, C.-J. Forsyra er BARBEY, W. Halki. Étude botanique. — In-A0 avec
1 planche double, par Ca. Cuisin. Lausanne, 1894 3 fr.
AUTRAN, E. er DURAND, TH. — Hortus Boissierianus, Énuméralion des
plantes cullivées en 1895 à Valleyres et à Chambésy, avec préface de
M. F. Crépin. — In-80, xı et 572 pages, avec 3 planches. Genève, 1896.
12 fr.
he
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER
N° 1. =» SCHINZ, H. — Die Pflanzenwelt Deutsch-Südwest-
Afrikas ee In a EEE CEE
No, HERZOG, Th. Einige briologische Notizen aus Grau-
bünden und:Wallisr CE CO ea
N° 3. de WILDEMAN, E. Une nouvelle Chytridinée (Micro-
myces Mesocar DIR 2. 2 ee Ne
No 4. — SYDOW, H. et P. Fungi Aliquot Novi à F. Stuckert ”
in Argentina TC er er Be
No 5. — WAINIO, Edv. A. Reacliones Lichenum à J. Müllero
ATSOVvIenst Desperiptorum 2. 2... a ee
6. — MÜLLER, Karl, Freiburg i. Bg. Revision der Hepaticæin
Mougeot-, Nestler- und Schimper Stirpes kryptogamæ
No 7. — Abbé CHEVALLIER, L. Notes sur la Flore du Sahara
N‘ 8. — CHABERT, Alfred. Les Rhinanthus des Alpes maritimes .
N° 9. — Prof. Dr ROSENSTOCK (Gotha). Aspidium Libanoti-
CHI SD ee RE
N° 10. — SCHINZ, Hans. Beiträge zur Kenntnis der Afrikanischen
Flora (Neue Folge) : 1. Zur Kenntnis der Pflanzen welt
der. Delappz Bay mr re
No 11. — STEPHANI, Franz. Species hepaticarum (suite). .....
N° 12. — MEISTER, Fr. Beiträge zur Kenntnis der europäischen
Artenvon Ütrienland=2. se Ferne Se
N043.— FREYN, J. Ueber neue und ‚bemerkenswerthe orienta-
lische Pflanzenarten 2 nr a on
No 14. — FRANCHET, A. Mutisiaceæ japonicæ a dom. Faurie
collectæ, e herbariis Musei Parisiensis et dom. Drake
No
N° 15. — DE WILDEMAN, E. Observations sur quelques Chytri-
dinées nouvelles ou PEUCONNUES vn IEEE
N: 16. — STEPHANI, Franz. Species hepaticarum (suzte)......
A. — GHODAT, R. Sur trois genres nouveaux de Protococ-
coidées et sur la florule planktonique d’un étang
du Danemark a rer... ee
B. — RODRIGUE, Alice. Les feuilles panachées et les
feuilles colorées (rapports entre leurs couleurs et
\ leur-sfrgetüre) ee RER ER
/A. — + CONTI, Pascal. Les espèces du genre Matthiola.-
N° 5
|
\B. — WILSON, F. R. M. Lichenes Kerguelenses....... £
N°18 C, — POST, Georges-E. Plantæ Postianæ (fase. X)......
ID. — MEYLAN, Charles. Contributions à la flore bryolo-
\ gique dia ee Cut
OBSERVATION
ont droit gratuitement à trente exemplaires en tirage à part.
Genève. — Imp. Romet, boulevard de Plainpalais, 26,
Prix
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0.50.
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Tes
1.
ps
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Les auteurs des travaux insérés dans les Mémoires de l'Herbier Boissier
RE E
LVL dr
MÉMOIRES DE LUERBIER BOISSIER
Gusrave BEAUVERD, COR RIRE
Anatomisch ern Untersuchung
BLATTES DER HELASTONACEER
aus der Tribus
MICONIEA.
INAUGURAL-DISSERTATION
zur
Erlangung der un bei der hohen philosophischen oi
der
K. bayr. Ludwigs-Maximiliams-Universität zu München
Vorgelegt am 23. Juni 1899
ne von
MICHAEL GOTTSCHALL
aus VILSECK.
Avec trois planches.
Date de la publication : 25 septembre 1900.
Poe A IL 50.
GENÈVE gr BALE
GEORG & Cie, LIBRAIRES-EDITEURS
MÊME MAISON A LYON.
1900
E-
MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER
N° 19.
Anatomisch systematische Untersuchung
BLATES. DER MELASTONAGEEN
aus der Tribus
MICONIEÆ.
INAUGURAL-DISSERTATION
Erlangung der Doctorwürde bei der hohen philosophischen Facultät
der
K. bayr. Ludwigs-Maximiliams-Universität zu München
Vorgelegt am 23. Juni 1899
von
MICHAEL GOTTSCHALL
aus VILSECK.
Avec trois planches.
Date de la: publication : 25 septembre 1900.
Prix : 4 fr. 50.
GENÈVE kr BALE
GEORG & Cie, LIBRAIRES-EDITEURS
MEME MAISON A LYON
1900
1.0 fe EE ARE
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 1
Binleitung.
Bekanntlich ist die Zugehörigkeit einer, wenn auch sterilen, Pflanze
zur Familie der Melastomaceen ob der charakteristischen Nervatur der
stels gegenständigen Blätter und des fast durchwegs deutlich erkennbaren
bicollateralen Baues der Gefässbündel leicht festzustellen. Dagegen hält
es oft recht schwer, eine einmal als Melastomacee erkannte Pflanze in
sterilem Zustande nach Gattung und Art zu bestimmen.
Bei anderen Pflanzenfamilien hat zur Beseitigung ähnlicher Schwierig-
keiten eine anatomische Untersuchung der Laubblätter wesentlich bei-
gelragen.
Auch die Familie der Melastomaceen ist schon zum grössten Teile nach
diesem Gesichtspunkte hin mit bestem Erfolge durchgearbeilet worden.
Abgesehen von den früheren Arbeiten Lignier’s und Van Tieghem’s sind
es vor allem die zwei im Auftrage von Herrn Professor Dr. L. Radikofer
in München vor kurzem gefertigten Arbeiten von F. Pflaum und Ph. von
Palesieux, welche der Gewinnung einer analomischen Charakteristik der
Melastomaceen gewidmet sind. Ersterer stellte eine anatomisch-systema-
tische Untersuchung der Gattungen und Arten aus den Triben : Micro-
hceæ und Tibouchineæ an und letzterer eine solche der Gattungen und
Arten aus den Triben : Osbeckieæ, Rhexieæ, Merianieæ, Oxysporeæ,
Sonerileæ, Bertolonieæ, Dissochæteæ und Blackeeæ, ferner der Astronieæ
und Memecyleæ.
Es erübrigt noch ein Gleiches mit den Gattungen und Arten aus der
Tribus: Miconieæ zu thun. Diese Aufgabe fiel mir im Auftrage von Herrn
Professor Dr. L. Radlkofer zu.
Die diesbezüglichen Untersuchungen, deren Ergebnisse in dieser Arbeit
niedergelegt sind, wurden im Frühjahr und Sommer des Jahres 1898 im
botanıschen Laboratorium der Universität München unter Leitung des
Herrn Professor Dr. L. Radlkofer ausgeführt, Zu denselben diente das
von dem Monographen dieser Familie, Cogniaux, durchgearbeitete Material
des kgl. botanischen Museums in München.
An dieser Stelle sage ich meinem hochverehrten Lehrer, Herrn Pro-
MÉMOIRES DE L HERBIER BOISSIER, 1
2 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
fessor Dr. L. Radlkofer, für die ehrende Uebertragung der Arbeit und
das wohlwollende Entgegenkommen meinen aufrichtigsten, wärmsten
Dank. Auch Herrn Professor Dr. H.Solereder, der mir in liebenswürdigster
Weise stets mit Rat und That beistand, möchte ich an dieser Stelle meinen
besten Dank abstatten.
Zum Schlusse der Einleitung folgt die Aufzählung der zur Tribus:
Miconieæ gehörigen Gattungen nach der Monographie von Cogniaux in
Suites au Prodomus, Vol. VII, 1891. Neben den Gattungsnamen ist einer-
seils die Zahl der sämtlichen, nach Cogniaux hiehergehörigen, andrer-
seits die Zahl der von mir untersuchten Arten angeben. Die Namen der
Gattungen und Arten sind am Ende dieser Arbeit in alphabetischer
Reihenfolge aufgezählt.
Laufende Nummer Arten-Zahl Zahl der
der Gattungen n. untersuchten
bei Cognaux. Cogn. Arten.
104. Platycentrum Naud.......... je 1 —
105, Deondra Raddi an MO 2195 20
106. Pterocladon Hook. f............. 1 —
107 2 ConostegioaD Don. ar er 34 9
VS AIMER ne ee 2
109. CharianthusD. Don..:......... 8 h
10° Nermazygaa Er CPE CRE rs: 1% 10
UNS Miconda: Ruizvetnbav ers. 00 518 89
112° 2 Gatocoryne Hook en 1 —
HEC yon) DER RATER 22 N
MN Plesochiton, Naude mer ee 7 —
115. Pachyanthus A. Rich. .......... b) _
ONE RAID a EI 10 A
AA MEET ococ AUDI ann N ee SO 10
118. Microphysca Naud... ........... 2 —
AO EME AR Aubla nee 8 2
120. Myrmidone Mart...... RR len 2 1
1997 Mecnanzum,Hookarı nn 7 3
1227 ChdenaaD Done 93 18
PansbellucanNecken sur er ARE 10 n
128. Ve Boreyas Dosen DA PACE 7 7
129.5 Henreeitiea DC NR. 12 6
1262, Henrieliella Naudzs nn 20 le
127-4050 DIRE MAUR NME RS er 45 13
128. Myriaspora DC
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 3
Allsemeiner Teil.
Uebersicht.
Die Blätter der zur Tribus Micomiee gehörigen Melastomaceen-Arten
weisen morphologisch, das heisst hinsichtlich ihrer Grösse, Gestalt, Dicke,
Zahl der Längsnerven u.s.w. grosse Verschiedenheiten auf. Nicht minder
stark wechselt der innere Bau der Blätter. Die meisten anatomischen
Eigentümlichkeiten gelten nur für Arten oder Artengruppen, wenige
lassen sich innerhalb einer ganzen Gattung verfolgen und nur sehr
wenige kommen der Gesamtheit der untersuchten Arten aus der Tribus zu.
Von diesen durchgreifenden Merkmalen sind zu erwähnen: Einmal
bezüglich der meist reichlich vorhandenen Trichome (Deckhaare und
Drüsenhaare) die fast durchwegs zu beobachtende Kombination von Tri-
chomen mit Deckfunktion und solchen mit Drüsenfunktion, so zwar, dass
sich zwischen den jeweiligen {typischen Ausbildungsformen der beiden
Trichomklassen, an ein und demselben Blatte schon, zahlreiche Ueber-
gangsstufen finden. Dann bezüglich der Nerven der fast durchgängig,
vielfach selbst in den Venen noch deutlich erkennbare bicollaterale Bau
der Gefässbündel und die beinahe immer vorhandene starke collenchy-
matische Verdickung des Begleitparenchyms. Weiter bezüglich der Spalt-
öffnungen das ausschliessliche Auftreten derselben an der Blattunterseite
und der Mangel eines einheitlichen Typus in der Orientierung der die
Schliesszellen umgebenden Nachbarzellen. Endlich bezüglich der nega-
tiven Merkmale das Fehlen besonderer innerer Secretorgane oder ver-
schleimter Zellmembranen. Die einzige Ausnahme bilden die verschleimten
Zellmembranen im Köpfchen der Aussendrüsen von Henriettella mem-
branifolia.
Wertvolle Merkmale für die Gattungs-Charakteristik, besonders wenn
sie zu mehreren vorhanden sind, liefern : Eigentümliche Trichomformen
(Fig. 8, 11, 20), nach beiden Blatiseiten mit dickwandigem Collenchym
RCE SNS
4 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
durchgehende Venen, papillöse Ausbildung der Epidermis, Ablagerung
des oxalsauren Kalkes in Form von Styloiden. Zu den bestcharakterisierten
Gattungen zählen: Bellucia (Retortenhaare Fig. 11, besonders dicke, cuti-
cularisierte Aussenmembranen der Epidermiszellen, starke, papillöse
Ausbildung der unterseitigen Epidermis, Styloiden); Henriettea (Drüsen-
zotten wie Fig. 8, oberseits ein ununterbrochenes ein- bis zweischichtiges
Hypoderm, papillöse Ausbildung der unterseitigen Epidermis, Styloiden);
Charianthus (Drüsenhaare mit mehreren Drüsenköpfchen, oberseits ein
ununterbrochenes mehrschichtiges Hypoderm, nach beiden Blattseiten
durchgehende Nerven und Venen); Loreya (Drüsenhaare wie Fig. 20,
Styloiden); Myriaspora (Trichome ähnlich wie Loreya, Styloiden); Hen-
riettella (Styloiden).
Von den zahlreichen Artmerkmalen seien hier nur die auffallendsten
kurz erwähnt: Unter den Trichomen mit Deckfunktion sind es polsterchen-
artige Sternhaare (Fig. 14), welche in ganz eigenartige Zotten übergehen,
wie Fig. 7 oder 12 beispielsweise zeigen; Postamentsternhaare; Stern-
haare mit langen, tentakelartigen Strahlenzellen ; Schildhaare (Fig. 18a, b);
vielzellreihige, prosenchymatische Haare (« Zotten » genannt) mit
schwacher, innerlicher, wurzelartiger Verankerung oder mit starker,
fundamentartiger Verankerung; Zoiten mit papillöser Loslösung der
peripherischen Zellenden ; Zotten mit pinsel- oder sternarliger Auflösung
des Zottenendes; Zotten mit der ganzen Länge nach losgelösten Zellen
des Zottenkörpers; Zotten von warzenartigem Aussehen mit stark ent-
wickeltem Zottenfusse; hohle Zotten (Fig. 23); vielzellreichige, paren-
chymatische Zotten mit baumartig verästeltem Zottenkörper (Fig. 5).
Unter den Trichomen mit Drüsenfunktion sind es: Aussendrüsen mit
einem zungenförmigen (Fig. 22), scheibenförmigen (Fig. 26), nieren-
förmigen (Fig. 17 und Fig. 19), herzförmigen (Fig. 25), brombeerartigen
(Fig. 10) Drüsenköpfchen ; Drüsenhaare mit mehreren Drüsenköpfchen
(Fig. 9). Besondere Artmerkmale geben auch die Drüsenzotten wie sie
Fig. 17 und 18 in Pflaums Inaugural-Dissertation zeigen. Sehr charak-
teristisch für einzelne Arten ist die Ausbildung der Epidermis: Ganz
eigenartig ist dieselbe bei Miconia tetrandra (Fig. Aa und b). DieEpidermis
von Miconia paradoxa zeigt das von Agave americana her bekannte Aus-
sehen. Nicht selten ist eine starke Cuticularisierung der Aussenmembranen
fast der ganzen Dicke nach, wobei der cuticularisierte Teil häufig zapfen-
oder leistenartig an den Seitenwandungen einspringt. Die bedeutende
Verdickung der Aussenwand, seltener der Innenwand, bei milchweissem,
gelatinösem Aussehen ist für einzelne Arten sehr bezeichnend. Zur
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 5
genaueren anatomischen Charakteristik mehrerer Arten tragen die
schwach sklerosierten Parenchym-, Stein- (Stab-) und Sklerenchymzellen,
welche im Begleitparenchym der Nerven sich finden, ziemlich viel bei.
Ferner weisen besondere Vorkommnisse im Mesophyll, wie zahlreiche,
linsenartige Stärkekörner, einzelne mit Gerbstoff erfüllte Zellen, Spiral-
tracheiden, starke sklerosierte Zellen von wellig-buchtigem Umrisse auf
- bestimmte Arten unzweideulig hin. Endlich ist noch die Art der Ab-
lagerung des oxalsauren Kalkes für die Bestimmung einzelner Arten von
Bedeutung, besonders dann, wenn derselbe in Form von Styloiden oder
klinorrhombischen Einzelkrystallen auftritt.
Bezüglich der innerhalb der Gatlungen Tococa, Maieta und Myrmidone
auftretenden Ameisendomatien sei erwähnt, dass dieselben mit Aus-
nahme der kork- bezw. füllgewebearligen Wucherungen, welche die
Innenseiten der Blasen vielfach bedecken, und der eigentümlichen Tri-
chome, welche die inneren Wände der Blasen von Tococa bullifera über-
ziehen, keine besonders hervorstehenden anatomischen Merkmale auf-
weisen.
Nachdem wir so einen kurzen Blick auf das Gesamtergebnis dieser
Untersuchungen geworfen haben, gehen wir im Folgenden zur genaueren
Besprechung der Strukturverhältnisse der Blätter über, und zwar sollen
der Reihe nach betrachtet werden: Epidermis, Spaltöffnungen, Hypoderm,
innerer Blattbau, Krystalle, Nerven, mechanisches Gewebe, Trichome,
Ameisendomatien.
Epidermis.
Die Epidermiszellen besitzen geradlinige oder schwach bis sehr stark
wellig gebogene Seilenränder. Das Zelllumen ist fast durchweg als klein
oder miltelgross, selten als gross zu bezeichnen. Eine ganz auffallende
Grosslumigkeit zeigen die oberseitigen Epidermiszellen von Clidemia
blepharodes ; es dient in diesem Falle die Epidermis wohl als Wasser-
speicherungsgewebe. Durch besondere Grosslumigkeit und offenbar
wasserspeichernde Funktion sind auch die über den Nerven und deren
Umgebung gelegenen Epidermiszellen an der Blattunterseite von Clide-
mia pusilliflora und Maieta setosa ausgezeichnet.
Oefter erscheinen die oberseiligen, selten die unterseitigen Epidermis-
zellen pallisadenartig gestreckt und dann manchmal durch eine
zur Blattfläche parallele Wand geteilt. Bei Miconia caryophyllæa sind nur
6 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
die Zellen, welche über den oberseits subepidermal gelegenen Drüsen-
zellen sich befinden, pallisadenartig gestreckt. Die Seitenwandungen der
pallisadenartig gestreckten Epidermiszellen von Micoma paradoxa und
Ossæa asperifolia sind harmonikaartig gefältelt. Bei Miconia Maïthæi
erscheinen die oberseitigen Epidermiszellen häufig durch eine Vertikal-
wand geteilt. Das ganz eigenartige Aussehen der oberseitigen Epidermis
von Miconia tetrandra (Fig. La und b) wird dadurch bedingt, dass die
grosslumigen Epidermiszellen nach aussen hin in ganz unregelmässiger
Reihenfolge rundliche, sehr ungleich grosse Zellen abschneiden, und
dasjenige der beiderseitigen Epidermis von Miconia paradoxa durch später
zu besprechende Membranverdickungen.
Verhältnismässig häufig stossen wir bei Epidermiszellen auf Papillen-
bildungen. An der Blattoberseite sind die Aussenmembranen der
Zellen bei einem Teile der Arten mehr oder minder stark vorgewölbt,
bei dem andern Teile zu grossen, kegelförmigen oder fingerförmigen,
meist dünnwandigen Papillen erhoben; an der Blattunterseite treten nur
fingerförmige Papillen auf. Dieselben sind meist dickwandig und mit einer
in Richtung zur Spitze geradlinig gestreiften Cuticula versehen, weshalb
die Enden der Papillen in der Flächenansicht mehr oder minder fein-
zackigen Krönchen gleichen.
Sehr häufig bemerken wir an den Epidermiszellen eine auffällige
Verdickung der Zellmembranen. Meist sind es die Aussenwan-
dungen, besonders der oberseitigen Epidermiszellen, welche eine starke
Verdickung aufweisen. Diese verdickten Zellwände sind entweder fast
der ganzen Dicke nach oder bis ungefähr zur Hälfte der Wandstärke
cuticularisiert und zeigen deshalb ein gelatinöses Aussehen und gelbliche
Färbung. Sind die Membranen nicht der ganzen Dicke nach cuticularisiert,
so springt die äussere, gelblich scheinende Lamelle an den Treffpunkten
der Zellränder mehr oder minder stark zäpfchenartig ein ; in der Flächen-
ansicht treien diese Stellen als stärker lichtbrechende Punkte hervor.
Andrerseits sehen wir die äussere, cuticularisierte Lamelle leistenartig
zwischen die Seitenwandungen der Zellen eindringen. Besonders stark
sind diese Leisten bei Miconia paradoxa ausgebildet; sie reichen nämlich
bis an die Stelle der Seitenwandungen, an welcher sich das Zelllumen
kegelförmig nach oben verjüngt; in der Flächenansicht sehen wir bei
dieser Art besonders an der Blattunterseite statt polygonaler Zelllumina
rundliche, schlitz- oder sternartige. Häufig ist an den Aussenmembranen
der oberseitigen und vielfach auch der unterseits über den grösseren
Nerven gelegenen Epidermiszellen der Celluloseteil stark verdickt und
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 7
zeigt ein milchweisses und gelatinüses Aussehen, so dass man im ersten
Augenblick wohl an Verschleimung denken könnte, zumal die Membranen
meist auch mehr oder minder stark gequollen sind. Doch zeigt die deut-
liche Blaufärbung bei Ausführung der Jodschwefelsäurereaktion, dass der
verdickte Teil der Membran aus Cellulose besteht. Nicht gerade selten
bemerken wir an den dem Pallisadengewebe anliegenden Wandungen
der oberseitigen Epidermiszellen eine starke Verdickung und ein milch-
weisses, gelalinöses Aussehen. Für einzelne Arten ist es sehr bezeich-
nend, dass nur diese Membran allein, und nicht auch gleichzeitig die
Aussenmembran verdickt ist. Bei einigen Arten ist neben verdickten
Aussen- und Innenmembranen auch eine mässige Verdickung der Seiten-
wandungen zu beobachten.
Auffallend ist die Sklerosierung der Epidermiszellwände bei
Ossæa asperifolia, Krugiana, Lima var. grandifolia, sowie Calycogonium
Krugü oberseits über den breitkegelförmigen Zottenfüssen, unterseits
über den Nerven und deren nächster Umgebung, sowie über den Zotten-
füssen und deren brückenartigen Verbindungsstreifen.
In diesen Fällen, wie auch sonst noch öfter, beobachten wir eine
Tüpfelung der Seitenwandungen. Letztere bedingt bei den ober-
seitigen Epidermiszellen von Miconia Matthæi und umbrosa, dass wir die
Seitenränder der Zellen in der Flächenansicht bei tieferer Einstellung des
Mikroskopes nicht geradlinig, sondern gekräuselt verlaufen sehen.
Die Cuticula ist bei sehr vielen Arten deutlich gestreift. Die
Streifen sind fein oder grob, manchmal leistenförmig erhaben, verlaufen
meist parallel und geradlinig, wenn auch nicht in einer langen, zusammen-
hängenden Linie, und nicht selten zickzackförmig, geschlängelt oder
mäandrisch. Um die Spaltöffnungen herum bildet die Cuticula öfter eine
ringförmige Umwallung, von der aus feine Cuticularstreifen radienarlig
an den Spalt herantreten. Bei Clidemia Kappleri sind die Walllinien
gekräuselt, bei Miconia alata ist die Umwallung nur halbkreisförmig. Die
Ausbildung der Cuticula an der Unterseite der Blätter von Miconia caudi-
gera muss besonders hervorgehoben werden. Hier ist nämlich die Cuticula
zu zahlreichen, kleineren Hügeln erhoben, welche durch grobe Cuticular-
leisten verbunden sind. Die häufige starke Verdickung der Cuticula und
das zapfen- und leistenförmige Einspringen derselben zwischen den
Seitenwandungen wurde schon besprochen.
Endlich sei noch erwähnt, dass die Epidermiszellen vieler Arten mit
einem gelblichen bis bräunlichen Inhalte erfüllt sind, der sich nach be-
tupfen mit Eisenchlorid schwarz färbt.
8 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
Spaltéfinungen.
Die Spaltöffnungen treten ausschliesslich an der Blattunterseite auf. Sie
sind weitaus am häufigsten über die ganze Blattfläche mit Ausnahme der
über den Nerven gelegenen Teile regellos zerstreut; nur bei einigen
Arten trelen sie in grösseren oder kleineren Gruppen auf. Der Form
nach erscheinen die Spaltöffnungen rundlich bis elliptisch. Die Grösse
der Schliesszellen ist eine ausserordentlich wechselnde; am kleinsten sind
sie bei Miconia cerulea und lanata, am grössten bei Miconia chionophila
und Glidemia bullosa, von ungleicher Grösse an ein und derselben Spalt-
öffnung bei Tococa subglabrata. Die Orientierung der an die Schliesszellen
unmitlelbar anstossenden Epidermiszellen ist eine ungemein mannig-
faltige. Besondere Nebenzellen wurden nirgends beobachtet. Häufig sehen
wir die beiden Schliesszellen fast ganz von einer einzigen Nachbarzelle
umgeben, wobei die Spaltrichtung meist senkrecht steht zu der Zellwand,
der die Spaltöffnung ansitzt (Fig. 3c); seltener ist die Spaltrichtung der-
selben parallel (Fig. 3%). Vielfach sind die Spaltöffnungeu auch von zwei
quer zum Spalte gestellten Epidermiszellen umgeben, so zwar, dass ent-
weder eine derselben den grössten Teil des Schliesszellenpaares umgreift
oder die beiden den Spalt zu gleichen Hälften umspannen (Fig. 35). In
diesen Fällen liegen die Endpunkte der Zellränder, welche an der Spalt-
öffnung anstossen, einander gegenüber. In einem andern Falle sind wohl
auch zwei quer gestellte Nachbarzellen vorhanden, allein die Endpunkte
der Zellränder liegen einander nicht direkt gegenüber (Fig. 39). Sehr
häufig sehen wir die Spaltöffnungen auch von drei Nachbarzellen um-
geben und zwar in der Art, dass einmal eine bestimmte Regelmässigkeit
in deren Anordnung zu erkennen ist, indem eine Zelle den grössten
Teil des Schliesszellenpaares umfasst und die zwei anderen Zellen, deren
gemeinsame Wand in der direkten Fortsetzung der Spaltrichtung liegt,
ungefähr denselben Flächeninhalt einnehmen wie die erste (Fig. 34),
während ein andermal die drei Zellen ganz unregelmässig angeordnet
sind (Fig. 32). In sehr vielen Fällen endlich umgeben vier bis sieben ganz
unregelmässig orientierte Zellen die Spaltöffnungen (Fig. 3e und f). Eine
ganz auffällige Anordnung der Nachbarzellen bemerken wir bei Miconia
pileata und racemosa. Die Schliesszellen sind hier wohl auch von zwei
quer zum Spalte gestellten Nachbarzellen umgeben, allein eine derselben
ist meist noch von einer zweiten Zelle bogenförmig umspannt, eine An-
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 9
ordnung, wie sie dem sog. Caryophyllaceentypus entspräche (Fig. 34).
Die meisten der bisher angegebeneu Möglichkeiten bezüglich der Orien-
tierung der Nachbarzellen sind schon an ein und demselben Blatte zu
beobachten. Ein einheitlicher Typus ist somit nicht vorhanden.
Entwickelungsgeschichtlich nachgewiesen wurde der Ranunculaceen-
typus, demzufolge die Schliesszellenmutterzelle durch einmalige Teilung
der Spaltöffnungsmutterzelle entsteht, bei der im Münchener botanischen
Garten lebend vorhandenen Sphærogyne imperialis. Ob die Anordnung
der Nachbarzellen bei Miconia pileata und racemosa wirklich nach dem
Caryophyllaceentypus, demzufolge der Bildung der Schliessmutterzelle
eine oder zwei Teilungen in der Spaltöffnungsmutterzelle vorausgehen,
entstanden ist, konnte entwickelungsgeschichtlich an dem Herbarmaterial
nicht festgestellt werden.
Besonderer Erwähnung bedarf der Spaltöffnungsapparat von Clidemia
heteroneura. Die Spaltöffnungen erscheinen nämlich in der Flächenansicht
in kleinen, kraterartigen Verliefungen gelegen, wobei vom Wall- zum
Spaltrand feine Cuticularstreifen radienartig verlaufen. Der Wall entsteht
dadurch, dass sich der dem Spalte abgekehrte Teil der Nachbarzellen
ziemlich stark emporwölbt.
Hypoderm.
Bei verhältnismässig vielen Arten ist oberseits ein ununterbrochenes
ein- bezw. zwei-, öfter auch mehrschichtiges Hypoderm vorhanden,
welches aus mehr oder minder dickwandigen und grosslumigen Zellen
besteht. Seltener ist oberseits nur über den Nerven und deren nächster
Umgebung Hypoderm entwickelt. Bei Ossæa asperifolia, Krugiana, Lima
var. grandifolia und Calycogonium Krugü erscheint das Hypoderm netz-
förmig entwickelt. Ziemlich selten ist eine hypodermartige Ausbildung
der der unteren Epidermis anliegenden Schwammgewebezellen zu beob-
achten. Näheres hierüber vergleiche in dem Absatz über den inneren
Blattbau. Gar nicht selten sehen wir die Seitenwandungen mit runden,
bei Henriettea granulata mit kreuzförmigen Tüpfeln versehen.
Durch ganz ausserordentliche Grosslumigkeit und harmonika-
arlige Fältelung der Seitenwandungen sind die Hypodermzellen von
Clidemia blepharodes ausgezeichnet.
Ueber die eigenartige Ausbildung des Hypoderms von Miconia Sinte-
nisü vergleiche Fig. 2 und die Artbeschreibung,
10 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Innerer Blattbau.
Die Blätter sind fast bei allen Arten bifazial gebaut. Doch ist es öfter
nicht möglich, zwischen Pallisaden- und Schwammgewebezellen die
richtige Grenze anzugeben, weshalb wir dann von einem undeutlich
bifazialen Blattbau sprechen werden.
Das Pallisadengewebe besteht aus einer bis mehreren Schichten pris-
matischer oder — was eigentlich am häufigsten der Fall ist — umgekehrt
kegelförmiger Zellen. Tiefe und Weite des Zelllumens schwanken inner-
halb weiter Grenzen. So erscheinen die Pallisadengewebezellen von Mi-
coma caryophyllæa, undata als kleinste Würfelchen, diejenigen von
Myrmidone macrosperma als winzige Kegelchen, während die Pallisaden-
zellen von Miconia glaberrima, prasina u. a. unverhältnismässig lang-
gestreckt und weitlumig sind. Infolge der meist kegelförmigen Gestalt
der Zellen erscheint das Pallisadengewebe selten dicht. Um so bemerkens-
werter ist die ungemein feste, falzartige Ineinanderschiebung der zwei
bis drei Pallisadenzellenschichten bei den Arten der Gattung Bellueia.
Sehr häufig sehen wir die Seitenwandungen der Pallisadenzellen harmo-
nikaartig gefältelt und das Lumen der Zellen statt mit Chlorophyll mit
einem dunkelbraunen Inhalt erfüllt. In solchen Fällen, besonders wenn
nur eine Pallisadenzellenschichte ausgebildet ist. beobachtet man fast
immer, dass die anstossenden Schwammgewebezellen spindelartig ge-
staltet, ziemlich fest zwischeneinandergeschoben und mit auffallend viel
Chlorophyll erfüllt sind.
Das Schwammgewebe der einzelnen Arten ist sehr verschiedenartig
ausgebildet. Die Zellen desselben erscheinen vielfach in Schichten ge-
ordnet, dabei rundlich oder röhrenförmig gestaltet, selten asymmetrisch
wie diejenigen von Miconia paradoxa. Während für gewöhnlich das
Schwammgewebe ziemlich dicht ist, bemerken wir bei einigen Arten wie
Miconia Boliviensis, umbrosa und Leandra acutiflora auffallend grosse
Intercellularräume. Bei wenigen Arten dienen auch Schwammgewebe-
zellen der Wasserspeicherung und zwar nehmen dann die Zellen vom
Pallisadengewebe gegen die Blattunterseite hin an Weitlumigkeit all-
mählich zu (Henriettea angustifolia) oder es werden nur Zellen be-
stimmier Schichten oder Stellen weitlumig und chlorophylllos (Oss&a
amygdaloides, brachystachya, micrantha, Miconia centrodesma und undata.
Eine sehr verbreitete Erscheinung ist die Verdickung der Membranen
RCE
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 11
bei Schwammgewebezellen; ganz besonders auffallend ist dieselbe bei
Leandra acutiflora und quinquedentata, hei Miconia foveolata und Sinte-
nisü und Ossæa Lima var. grandifolia. Sklerosierte Schwammgewebe-
zellen finden wir in Nähe der Nerven und Zotten bei Ossea Krugiana.
Besteht das Mesophyll der ganzen Dicke nach aus pallisadenartig ge-
streckten Zellen, so sprechen wir, wie auch F. Pflaum, von einem sub-
centrischen Blattbau und bezeichnen ihn als subcentrisch (b) zum
Unterschied von der andern auch als subcentrisch und zwar subcentrisch
(a) bezeichneten Art des Blattbaues, bei welcher das Pallisadengewebe
unter der beiderseitigen Epidermis entwickelt ist.
Von besonderen Verhältnissen des Mesophylls sind zu er-
wähnen: Die im Pallisadengewebe einzeln oder zu zweien neben ein-
ander auftretenden, mit gerbstoffhaltigem, hellbraunem Inhalt erfüllten
Zellen von Clidemia Kappleri und Miconia compressa; ferner die sehr
zahlreich in den Mesophylizellen der Blätter von Mecranium amygdalinum
var. integerrima, Miconia argyrophylla und, wenn auch in viel geringerem
Grade, von Miconia paradoxa vorhandenen grossen, linsenförmigen
Stärkekörner; weiter die auffallend schöne, grüne Farbe der getrockneten
Blätter von Mecranium hæmanthum und Henriettella membranifolia ;
fernerhin das Auftreten von Tracheiden mit spiraliger Wandverdickung
im Schwammgewebe von Bellucia imperialis und Henriettea angustifolia ;
endlich die zahlreichen, stark sklerosierten, getüpfelten Zellen mit
wellig-buchtigem Umrisse im Schwammgewebe von Henriettella glabra,
und die spärlichen, geschlängelten und stark sklerosierten Zellen im
Schwammgewebe von Micoma tetrandra.
Krystalle.
Mit Ausnahme von Miconia rubiginosa wurde bei allen untersuchten
Arten oxalsaurer Kalk gefunden. Bei der Mehrzahl der Gatlungen und
Arten ist derselbe in Form von Drusen abgelagert. Die Einzelindividuen
sind zart oder grob, kantig und spilzig bezw. prismatisch, manchmal mit
schwalbenschwanzarlig ausgerandeten Enden, oder ohne scharfe Kanten
und brockig, wodurch die Drusen der einzelnen Arten ein sehr wech-
selndes Aussehen erhalten. Nicht minder stark sind die Grössenunter-
schiede. So finden wir bei Heterotrichum strigosum, Miconia campestris;
cinchonzfoha, undata, Tococa bullifera u. a. ausserordentlich kleine,
12 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
sternchenartige Drusen und bei Miconia chionophila, globulifera, hirtella,
Clidemia blepharodes u. a. auffallend grosse Drusen. Zwischen diesen
beiden Endformen beobachten wir zahlreiche Zwischenformen von mehr
oder minder deutlich morgensternarligem Aussehen. Die Drusen sind in
kugligen Zellen von entsprechender Grösse abgelagert, welche meist im
Mesophyll und Begleitparenchym der Nerven, seltener in der Epidermis
oder im Hypoderm liegen. Die im Mesophyll abgelagerten Drusen sind
gewöhnlich so angeordnet, dass die grösseren unter der oberseitigen
Epidermis im Pallisadengewebe und die kleineren im Schwammgewebe
liegen. Im Nervenbegleitparenchym lagern die Drusenzellen reihenweise
hintereinander. Oefter stehen die Drusen in ganz auffälliger Beziehung
zu den beiderseiligen Epidermisschichten, manchmal sogar so auffällig,
dass man die Drusenzellen, besonders dann, wenn der dem Pallisaden-
gewebe zugekehrte Teil der Zellwand ebenso stark verdickt ist wie
die Innenwand der übrigen Epidermiszellen. Geradezu als in die Tiefe
gerückte Epidermiszellen bezeichnen kann. Bei mehreren Arten erzeugen
die oberseits subepidermal gelegenen Drusen im durchfallenden Lichte
durchsichtige Punkte. Hinsichtlich der Häufigkeit des Auftretens der
Drusen herrscht ein sehr starker Wechsel. So konnten 1m Blatte von
Miconia alata, centrodesma, Martiusiana nur ganz vereinzelt kleinste
Drusen gefunden werden, während die Masse der Drusen bei Miconia
foveolata, Sintenzsü, calyptrata und Conostegia Cooperi ganz erstaunlich
ist. Bei Miconia campestris scheinen die kleinsten Drusen nicht in be-
sonderen Zellen, sondern in der stark verdickten Innenmembran der
oberseitigen Epidermiszellen zu liegen.
Besonders erwähnenswert ist endlich, dass die Drusen von Miconia
atrata und Ossæa micrantha öfter auf einen kurzen, dicken Einzelkrystall
reduziert sind, und dass bei Miconia buddleiodes und trichotoma in den
Drusenzellen, welche im Begleitparenchym der Nerven und in Nähe des-
selben im Schwammgewebe liegen, entweder neben Drusen oder stati
derselben zahlreiche kleinste Einzelkryställchen auftreten.
Oxalsauren Kalk finden wir, abgesehen von den bisher genannten Aus-
scheidungsformen, verhältnismässig häufig noch in Gestalt von Styloiden
nämlich bei sämtlichen Arten der fünf Gattungen: Bellucia, Henriettea
Henriettella, Loreya, Myriaspora und bei der Art: Calycogonium squamu -
losum. Diese Krystalle gleichen den vom Gyps her bekannten Schwalben -
schwanzzwillingen und sind häufig so lang und dick ausgebildet, dass sie
das ganze Mesophyll von Epidermis zu Epidermis quer durchdringen und
dadurch im durchfallenden Lichte durchsichtige Punkte erzeugen. Die
MICHAEL GOTTSCHALE. BLATT DER MELASTOMACEEN. 13
Styloiden treten entweder in grossen Mengen auf (Henriettea) oder sehr
spärlich (Loreya Spruceana). Dieselben finden sich meist im Begleit-
parenchym der grösseren Nerven, manchmal auch im Bastteil, wie bei
Bellucia imperialis und Calycogonium squamulosum ; ausserdem beobachtet
man Styloiden im Schwammgewebe in Nähe der kleinen Nerven parallel
zur Blattfläche gelagert oder unregelmässig verteilt und senkrecht oder
schräg zur Blattfläche gerichtet wie bei Calycogonium squamulosum und
allen Henriettea-Arten mit Ausnahme von H. angustifolia; nur bei Hen-
riettea angustifolia nnd Loreya nigricans sehen wir Styloiden auch im
Hypoderm.
Nerven.
Die Bicollateralität der Gefässbündel ist mit ganz wenig Ausnahmen
selbst noch bei nicht allzu kleinen Venen deutlich zu erkennen.
Aehnlich wie die Hauptnerven, welche über die Blattunterseite immer
stark hervortreten, springen auch die Venen unterseits vielfach mehr
oder minder stark vor und erzeugen so ein deutlich hervortretendes Netz-
werk. Auffallend gross sind die Vorsprünge, wenn sich das Blatt zwischen
den Venenmaschen nach der Blattoberseite hin vorgewölbt hat wie bei
Miconia plumifera var. Bangü, rhytidophylla, rufescens, scrobiculata. Bei
Miconia albicans, cyathanthera, ferruginata, Clidemia neglecta sehen wir
Nerven und grössere Venen im Querschnittsbilde fast vollständig von der
Blattspreite abgeschnürt, indem dieselben nur mittelst eines schmalen,
kurzen Isthmus aus nicht sehr dickwandigen Zellen mit dem Blatte ver-
bunden sind. Nicht gar selten springen die Nerven und Venen, ausge-
nommen die Hauptnerven, unterseits nicht vor und sind dann entweder
eingebettet, d.h. rings von Blattfleisch umgeben (Miconia paradoxa) oder
sie gehen — vielfach selbst die kleinsten — nach beiden Blattseiten mit fast
ausschliesslich sehr dickwandigem Collenchym durch. Bei Miconia alata
und ternatifolia, Chdemia ciliata und nævula sehen wir bei Betrachtung
des Blattquerschnittes das Mesophyll zwischen zwei benachbarten, durch-
gehenden Venen an der Blattunterseite stark nach aussen vorquellen,
weshalb die Blätter in der Flächenansicht von zahlreichen feinen, ein-
ander wirr durchkreuzenden Rinnen durchzogen erscheinen. An der
Blattoberseite beobachten wir nur bei einigen Miconia- und Bellucia-
Arten Vorsprünge, welche von den Nerven erzeugt sind; bei Miconia
14 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
scorpioides verläuft in dem aus dickwandigem Collenchym gebildeten
Vorsprung ein kleineres Gefässbündel, dessen Vasalteil nach aussen ge-
kehrt ist. Ab und zu sieht man die nach der Blattunterseite schwach
vorspringenden Nerven gegen das Pallisadengewebe durch einen ein-
schichtigen Halbcylinder parenchymatischer Zellen abgegrenzt (Miconia-
Arten, Mecranium). Die kleinsten Venen sind vielfach von einer deutlichen
Schutzscheide umgeben, deren Zellen, wie schon früher erwähnt, manch-
mal sklerosiert sind (Bellucia imperialis, Ossea Krugiana, Miconia undata).
Besonders hervorzuheben ist, dass die Hauptnerven bei Miconia lepidota,
scorpioides, Loreya nigricans, Bellucia imperialis, Henriettea multiflora
aus einem Gefässbündelring bestehen, indem die Elemente des Holz-
teiles einen in sich geschlossenen Hohlcylinder bilden und der Bast
ausserhalb und innerhalb desselben auftritt. Bei Miconia scorpioides ver-
laufen im innern Bast noch zwei oder drei kleine, sog. markständige
Gefässbündel. Mehr oder minder deutliche centrische Lage besitzt der
Holzteil in den Venen der Blätter von Clidemia cymifera, pusilliflora,
Micoma caryophyllæa, Kappleri, Schlimi, Ossæa acuminata und allen
Tococa-Arten. Ziemlich deutlich collaterai sind die Gefässbündelteile
der Heteroirichum-Arten gebaut, da der Innenbast nur sehr undeutlich
entwickelt ist.
Mechanisches Gewebe.
Mit Ausnahme des Schwammgewebes von Henriettella glabra und
Miconia tetrandra, sowie der Ameisendomatien ist das mechanische Ge-
webe ausschliesslich auf die Nerven beschränkt, und zwar tritt es als
Gollenchym und als Sklerenchym auf.
Bei den meisten Arten ist das Begleitparenchym der Nerven entweuee
durchaus stark collenchymatisch verdickt, wobei die Zellwände ein milch-
weisses und gelatinöses Aussehen aufweisen, oder es sind nur die unter
der unterseitigen Epidermis gelegenen Zellen stark verdickt; in letzterem
Falle befinden sich meist auch unter der oberseitigen Epidermis einige
stark verdickte Zellen.
Sklerenchym tritt am häufigsten (bei ca. 30 Arten) in Form von
einzelnen oder zu mehreren über- bezw. nebeneinandergelagerten, mehr
oder minder lang stabartig gestreckten Steinzellen, kurz Stabzellen ge-
nannt, mit verschieden grossem Lumen und verschiedener Wandstärke
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 15
auf. Manchmal zeichnen sich diese Zellen entweder durch eine ganz auf-
fallende Weitlumigkeit aus (Clidemia blepharodes und Miconia paradoxa)
oder durch eine ungewöhnliche Englumigkeit (Clidemia Kappleri). Be-
züglich der Stabzellen von Conostegia subhirsuta ist zu erwähnen, dass
die dem Bastteil abgekehrte Zellwand nicht verdickt ist, sondern wie ein
dünnes Häutchen über das rinnenförmige Lumen gespannt ist, und be-
züglich derer von Miconia eriodonta, ferruginata und Kappleri, dass die-
selben im Gegensatz zu den übrigen Stabzellen mit sehr kleinen
Tüpfeln versehen sind.
Seltener sind relativ englumige, etwas gestreckte Parenchymzellen mit
schwach sklerosierten, gelüpfelten Wandungen, welche im Grundgewebe
der Nerven, meist am Rande des Aussenbastes, auftreten.
Nicht sehr oft beobachtet man prosenchymatisches Sklerenchym. Das-
selbe ist bei Calycogonium squamulosum und Henriettella Macfadyenü
am Rande des Aussenbastes in Gestalt mehrerer nebeneinanderliegender
sklerosierter Prosenchymzellen vorhanden; bei Maieta Gwianensis und
Miconia undata ist das Leitbündelsystem der einzelnen Nerven und Venen
von einem sehr dickwandigen Cylinder, der aus vielen, in concentrischen
Kreisen angeordneten Prosenchymfasern besteht, umgeben.
Die zahlreich im Grundgewebe der Nerven von Miconia rhytidophylia
gefundenen, sehr dickwandigen und englumigen, spindelförmigen Skle-
renchymzellen sind deshalb besonders zu erwähnen, weil dieselben im
Gegensatz zu allen übrigen, hier beobachteten sklerosierten Zellen nicht
mit Tüpfeln versehen sind.
Bei mehreren Arten ist eine Sklerose des Nervenbegleitparenchyms
zu beobachten (Calycogonium Krugü, Ossæa Krugiana, Miconia fulva,
lepidota, Leandra heterobasis, solenifera).
Die oben angegebenen Ausnahmen wurden zum Teil schon in dem
Abschnitte über den inneren Blattbau behandelt, das Uebrige folgt bei
Besprechung der Ameisendomatien.
Trichome.
Die Behaarung innerhalb dieser Tribus ist ebenso reichlich wie mannig-
faltig. Bei vielen Arten beobachten wir unterseits einen ungemein starken,
filzartigen Trichomüberzug. In mehreren Fällen ist auch die Blattober-
seite Jicht mit Haaren oder Borsten besetzt.
16 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Für praktische Zwecke empfehlt es sich, die Trichome der Funktion
nach in solche mit Deckfunktion und solche mit Drüsenfunktion zu
sondern. Doch muss als ganz besonders wichtig hervorgehoben werden,
dass eine scharfe Grenze zwischen diesen zwei Trichomklassen nicht zu
ziehen ist. Denn einmal finden wir mit Ausnahme der hohlen Zotten von
Heterotrichum strigosum und der warzenartigen von Calycogonium Krugii
und einiger Ossæa-Arten keine einzige Form von Deckhaaren, die nicht
auch in Verbindung mit einer Drüse angetroffen würde und zwar vielfach
in einer Weise, dass zwischen den zwei jeweiligen typischen Ausbildungs-
formen, an ein und demselben Blatte, zahlreiche Uebergangsstufen be-
stehen; dann sehen wir die Zellen fast alier Deckhaare mit demselben
gelblich-grünen oder rötlich-braunen Inhalt erfüllt, wie derselbe den
Drüsenköpfchen-, Epidermis- und manchen Mesophylizellen zukommt;
ferner genügen Trichome, deren Bau offenbar für drüsige Funktion.
spricht, gleichzeitig der Deckfunktion, indem entweder besondere Neu-
bildungen an ihnen auftreten, wie bei Miconia quadrangularıs oder nicht :
wie bei Bellucia impervalis; endlich unterscheiden sich Trichome mit
Deckfunktion von solchen mit Drüsenfunktion vielfach nur dadurch, dass
die einen ein Drüsenköpfchen {ragen und die andern nicht.
Zunächst sollen die Deckhaare besprochen werden. Wir ordnen sie in
zwei grosse Reihen. In der ersten bringen wir die Trichome mit ein-
fachem, vorwiegend glattem Haarkörper unter, in der zweiten alle die-
jenigen mit stern-, büschel-, kandelaber- oder baumartig verzweigtem
Haarkörper, wobei gleichzeitig die entsprechenden Modifikationen be-
sprochen werden.
Wir beginnen mit den Trichomen der ersten Reihe. Einzellige, mehr
oder minder lange, in eine scharfe Spitze auslaufende Haare mit ziemlich
dicken Wandungen beobachten wir bei Miconia plumifera var. Bang ;
doch sind diese nur als Entwickelungsstadien grösserer, mehrzellreihiger
Haare zu betrachten. Ä
Ueber die ein- bis zweizellreihigen Haare, welche sich an der
Innenseite der Blasenwandungen von Tococa bullifera und subglabrata
befinden, vergleiche das im Abschnitt über Ameisendomatien Folgende.
Lange, zwei- bis dreizellreihige, schlanke Haare aus prosenchy-
matischen Zellen, welche durch zwei oder drei dünne Querwände gekam-
mert sind, treffen wir bei Clidemia J. Donnell-Smithii und Domingensis,
Tococa cardiophylla und subglabrata. Dieselben gehen am Ende meist
in eine ein- oder zweizellreihige Drüse mit cylindrischem oder schwach
verdicklem, länglichem Drüsenköpfchen über und bestehen im unter-
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 17
sten Teile aus zwei bis vier Lagen kleinlumiger Parenchymzellen,
deren Wandungen verkorkt sind.
Die mehrzellreihigen, glatten Haare, nach de Bary’s Vorgang,
« Zoiten » genannt, sind sehr stark verbreitet und schwanken bezüglich
ihrer Länge und Dicke innerhalb weiter Grenzen. Beispielsweise seien
die kurzen Zotten an der Unterseite der Blätter von Heterotrichum
ocionum, Tococa coronata und mehrerer Clidemia-Arten, sowie die
ausserordentlich langen Zotten von Tococa cardiophylla, formicaria
welche sich beiderseits an den Nerven finden, genannt. Alle die hieher-
gehörigen Zotten bestehen aus mehr oder minder dickwandigen, häufig
sklerosierten, langgestreckten Prosenchymzellen, welche fast immer
durch zwei oder drei dünne, senkrecht zur Längsachse gestellte Quer-
wände gekammert, häufig mit einem gelblich-grünen oder rötlich-bräun-
lichen Inhalt erfüllt und manchmal getüpfelt sind. Besitzen die Zotten
eine ganz besondere Siarrheit und Steifheit, wie z. B. diejenigen der
Blattoberseite von Clidemia bullosa und novemnervia, Miconia scro-
biculata, Henriettea granulata, so sprechen wir von Borsten. In der
untern Hälfte des Zottenkürpers endet bei kräftig entwickelten Formen,
namentlich bei den am Blattrande befindlichen, ab und zu ein kleines
Gefässbündel mit Spiraltracheiden (Tococa-, Maieta-, Myrmidone-Arten).
Das Ende der Zotten ist spitz oder stumpf, selten gedreht wie bei Myr-
midone macrosperma var. ß und Miconia Matthæi. Der unterste Teil
der Zotien namentlich der an der Blalioberseite befindliche, besteht
bei einigen Arten aus parenchymatischen Zellen, welche sich entweder
durch auffallende Grosslumigkeit auszeichnen, wie bei Miconia chiono-
phila, foveolata, hirtella, Ossæa marginata, Conostegia speciosa, oder
durch ihre regelmässige Anordnung in zwei bis vier Schichten, durch
die Verkorkung ihrer Wandungen und durch den braunen Inhalt auf-
fallen (Miconia Maithæi nnd rhytidophylla). Eine besondere Eigen-
tümlichkeit der an der Blattoberfläche vieler Arten sitzenden Zotten
besteht darin, dass sich dieselben auf mehr oder minder hohen, kegel-
förmigen Erhebungen befinden, die entweder durch Emporziehung des
oberen Teiles des Mesophylis entstanden sind oder durch kegelförmige
Ausstülpung des Blaties seiner ganzen Dicke nach, so dass unterseits
entsprechende Grübchen auftreten. Ferner ist noch zu bemerken, dass
die Zotten einiger Arten ziemlich fest mit dem Blalte durch sogenannte
innerliche Verankerung verbunden sind. In dem einen Falle dringeu
nämlich einige Zellen des untersten Zottenteiles senkrecht oder seit-
wärts, wurzelartig in das darunterliegende Gewebe ein und in dem
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. 2
di
18 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
andern ist die Zotte mittelst zahlreicher kleiner Zellen fundamentartig
in das umgebende Gewebe eingelassen. Bei einigen Leandra-Arten beob-
achtet man schwach angedeutete Sklerenchymfaserbündel, welche von
den Zotten aus in’s Mesophyll eindringen. |
Ziemlich häufig sieht man, dass sich die peripherischen Zellenden
der bisher besprochenen Zotten schwach papillös abheben. Ein ganz
besonderes, an stachelige Sprosse erinnerndes Aussehen gewinnen die
Zotten, bei denen die Papillen wagrecht abstehen, ziemlich gross, sehr
spitz und englumig sind, wie bei einigen Leandra- und Henriettea-Arten. ,
An den Zotien mancher Arten lösen sich die Zellen des Zottenendes
der ganzen Länge nach auf, so dass pinsel- und wedelartige, oder, wenn
die abgelösten Zellen lang und nur in geringer Zahl vorhanden sind,
sternartige Formen entstehen. Trennen sich mehrere Randzellen an
beliebigen Stellen ihrer ganzen Länge nach los, so gewinnen die Tri-
chome ein hirschhorn- oder kandelaberartiges Aussehen.
Als besondere Typen dieser Reihe seien zunächst die warzenförmigen,
durchwegs aus sehr stark sklerosierten Zellen bestehenden Trichome
von Ossæa asperifoha, Krugiana, Lima var. grandifolia und Calycogo-
nium Krugü erwähnt. Durch dieselben gewinnt die Blattoberseite ein
an das Aeussere von Kröten oder gewissen Echinodermen erinnerndes
Aussehen. Der obere Teil dieser Trichome ist in Form eines kleinen,
spitzen oder stumpfen Höckerchens entwickelt, während der untere
Teil ausserordentlich stark, breit-kegel- oder schilderartig ausgebildet
und der Blattfläche dicht angedrückt ist. So erscheint bei Calycogonium
Krugü das Blatt in getrocknetem Zustande an der Oberseite vollständig
mit polygonalen Schildern bedeckt, welche in der Mitte einen kleinen
Höcker tragen. Näheres über diese Trichome wird in der Gattungs-
bezw. Artbeschreibung berichtet. Eine andere eigenartige Trichomform
bilden die hohlen Zotten der Blattoberseite von Heterotrichum strigo-
sum (Fig. 23). Dieselben erscheinen von aussen als kräftig entwickelte,
borstenartige Haare, welche mit der Spitze gleichsinnig in einen
spitzen Winkel nach vorne gerichtet und der Blatifläche ziemlich hart
angedrückt sind. Sie bestehen aus einem äusseren, einschichtigen
Mantel sehr dickwandiger, prosenchymatisch gestreckter Epidermis-
zellen. Diesem liegt nach innen eine Schichte umgekehrt kegel-
förmiger Zellen, welche ob ihres grossen Chlorophyligehaltes als Palli-
sedenzellen zu bezeichnen sind, an. An der Seite, welche der Blatt-
spreite zugekehrt ist, sind die Zellen recht klein und undeutlich
kegelförmig. Der innerste Teil der Trichome stellt mit Ausnahme der
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 19
Spitze, welche massiv ist, einen Intercellularraum vor, der bis in das
Mesophyll reicht.
Die zweite Trichomreihe beginnen wir mit der Besprechung der
sternartig aussehenden Formen. Dieselben besitzen mit wenig
Ausnahmen ein mehr oder minder hohes, zwei- bis mehrzellreihiges
Stielchen und gar manigfach ausgebildete Strahlenzellen. Die Wandun-
gen der letzeren sind bald ausserordentlich dünn, bald ungewöhnlich
dickwandig, häufig sklerosiert und dann an den basalen Teilen mit
Tüpfeln versehen. Meist sehen wir das Lumen der Strahlenzellen mit
einem bräunlichen, bei Teirazygia hispida und Miconia argyrophylla,
sowie revoluta mit einem schalenförmig abgesonderten harzigen Inhalt
erfüllt ist ; selten ist es mit Luft erfüllt.
Sehr verbreitet sind Sternhaare mit kurzem, meist zweizellreihigem
Stielchen und wenigen, mehr oder minder dickwandigen, nicht sehr
langen und weillumigen Strahlenzellen, welche mit ihren basalen
Abschnitien ziemlich häufig ein deutliches Köpfchen bilden. Dasselbe
ist entweder festgefügt, indem die kegelförmig gestalteten basalen
Abschnitte mit ihren Spitzen an einem Punkte zusammenstossen, oder
locker gefügt, da die Strahlenzellen an ihren basalen Abschnitten
zwiebelförmig angeschwollen sind. Der letztgenannte Fall ist besonders
für die Sternhaare der Gattung Clidemia charakteristisch. Bei Calyco-
gonium stellatum zeichnet sich der Stiel durch auffallade Länge aus
(Fig. 13) und bei mehreren Arten der Gattung Miconia durch besondere
Grösse der zwei basalen Stielzellen und deren Kammerung durch
zahlreiche dünne Querwände (Fig. 4).
Ein besonderes Aussehen erhalten die gestielten Sternhaare dadurch,
dass dieselben durch einen hohen, postamentartigen Fuss, der aus
vielen Reihen dickwandiger Prosenchymzellen besteht, weit über die
Blattfläche emporgehoben werden wie bei Clidemia capillipes und
neglecta. Aehnlich sehen bestimmte Formen von Miconia stelliger a
aus, doch ist der postamentartige Teil des Stieles aus parenchymatischen
Zellen aufgebaut.
Eine abweichende Ausbildung zeigen die Strahlenzellen der an der
Blattoberseite von Clidemia-Arten und von Miconia campestris befind-
lichen Sternhaare, indem die Strahlenzellen nicht gerade, sondern ge-
schlängelt erscheinen. Durch ganz besondere Länge und Schlängelung
sind die Strahlenzellen bei Miconia albicans ausgezeichnet ; hiebei ver-
flechten sich die Strahlenzellen benachbarter Trichome so innig mit
einander, dass ein ungemein dichter Filz entsteht, und die Trichome
im einzelnen nicht unversehrt isoliert werden können.
20 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
Endlich sind noch die stiellosen Sternhaare von Miconia tomentosa
und rugosa zu erwähnen, Die weitlumigen und sehr dickwandigen
Strahlenzellen bilden mit ihren basalen Abschnitten ein grösseres Köpf-
chen, und da die untersten Strahlenzellen sich der Blattfläche dicht
anschmiegen, scheinen die Trichome kleinen Polsterchen gleich auf
dem Blatte zu liegen (Fig. 14).
Die Sternhaare der meisten Arten gehen in andere Formen über,
wobei meist die Stielzellreihen und Strahlenzellen an Zahl zunehmen.
Im einfachsten Falle entstehen büschelhaarartige Formen. Auf kür-
zerem zwei- bis mehrzellreihigem Stiele sitzen meist, nach allen Seiten
gerichtet, mehr oder minder lange und dickwandige Strahlenzellen.
Manchmal lagern die Strahlenzellen der Blattfläche parallel und sind
dann entweder am Ende schwach geschlängelt oder die der Blattfläche
zunächst gelegenen Strahlenzellen sind am Grunde mit ihren Seiten-
rändern etwas verwachsen, so dass schülferchenartige Formen entstehen,
wie bei Tetrazygia pallens, Miconia compressa und tetrandra.
Bei sehr vielen Arten, insbesondere innerhalb der Gattungen Miconia
und Teirazygia, gehen die Stern- bezw. Büschelhaare in ausserordentlich
mannigfach gestaltete, kandelaberartige Formen über. Die Strahlenzellen
sind entweder der Blattfläche parallel gelagert und sozusagen in — meist
dicht — übereinander liegenden Quirlen angeordnet, oder die Strahlen-
zellen erscheinen mehr oder minder steil aufgerichtet und entspringen
ganz regellos am Haarkörper. Der Stiel ist nirgends sehr lang und
besteht aus zwei bis mehreren Reihen kleiner parenchymatischer Zellen
mit verkorkten Wandungen. Eine Verlängerung des Stieles tritt häufig
dadurch ein, dass die Strahlenzellen mit ihren unteren Abschnitten auf
eine längere Strecke hin in Richtung des Stieles, d. h. senkrecht zur
Blattfläche verwachsen, wie bei Miconia rufescens, rubiginosa, Clidemia
Kappleri oder indem die Strahlenzellen ihren Charakter als solche ganz
verlieren und einen glatten Zottenkörper bilden, wie bei Miconia tomen-
tosa und rugosa (Fig. 7). ‘
Sehr bezeichnend für Miconia fulva, lepidota, tiliæfolia und Tetrazygia
bicolor ist der Uebergang von Stern- bezw. Büschelhaaren zu Schild-
haaren. Bei Miconia fulva und Tetrazygia bicolor entstehen aus den kurz
gestielten Sternhaaren durch Vermehrung und Aufrichtung der Strahlen-
zellen büschelhaarartige Formen; diese gehen in Kandelaberhaare über,
wobei die Strahlenzellen der Blattfläche parallel lagern und in entfernten
Quirlen angeordnet sind. Indem nun die Strahlenzellen eines von der
Blattfläche weit entfernten Quirls mit den Seitenrändern der ganzen
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 21
Länge nach verwachsen, entsteht ein grosser Schild. Die wenigen, über
dem Schilde gelegenen Zellen werden papillenartig und erscheinen viel-
fach als deutliches, oberes Schülferchen ; die unter dem Schilde gelegenen
Zellen bauen, oft noch lang papillen- oder strahlenzellenartig abstehend,
den hohen, nach oben hin dicker werdenden Stiel auf, wobei die oberste
Zelletage als unteres Schülferchen auftritt. Die Schildhaare von Miconia
lepidota sind ebenso gebaut, nur ist der Stiel meist schon von der Basis
an mehr als zweizellreihig. Etwas anders sehen die Schildhaare von
Miconia tiliæfolia aus (Fig. 18a und b). Diese leiten sich von gestielten
Büschelhaaren mit dickwandigen, an der Basis getüpfelten Strahlen-
zellen und meist mehr als zweizellreihigem Stiele ab. Nachdem sich
der Stiel etwas gestreckt hat, verwachsen die der Blattfläche zunächst
gelegenen Zellen unter Einbusse ihrer Dickwandigkeit zum Schild,
während die oberen bedeutend an Länge verlieren nnd schliesslich ganz
verschwinden.
Die bei Calycogonium squamulosum, Henriettella Macfadyenü und
Miconia scorpioides zerstreut an der Blattunterseite in kleinen Grübchen
sitzenden Trichome sind weniger als Schildhaare zu bezeichnen als
vielmehr als Schülferchenhaare, welche am getrockneten Material dem
freien Auge als rundliche, rötliche Punkte erscheinen. Diese Haare
besitzen einen sehr kurzen, aus vielen Reihen kleiner parenchymatischer
Zellen bestehenden Stiel und viele der Blattfläche parallel gelagerte
dickwandige Strahlenzellen. Von letzteren sind die dem Blatte zunächst
gelegenen am längsten und mit ihren Seitenrändern fast der ganzen
Länge nach zu einem kleinen Schildchen verwachsen, die oberen sind
bedeutend kürzer und lagern ziemlich dicht über dem Schilde.
Endlich sind noch die aus parenchymatischen Zellen bestehenden
Zotlen von Miconia hygrophila und Sintenisit zu erwähnen, deren Zotten-
körper deutlich baumarlig verästelt ist (Fig. 5). Die einzelnen Aeste
bestehen je nach ihrer Dicke aus einer, zwei oder noch mehr Reihen
ziemlich dickwandiger Zellen. Bemerkenswert ist, dass sich bei diesen
Arten neben den eben genannten Zotten noch kandelaber-, büschel- und
sternartige Haare finden, welche als Uebergangsstufen zu den baumartig
verzweigten Zotten anzusehen sind.
An diese schliessen sich Zoltenformen von Conostegia subhirsuta und
Leandra inæquifolia an. Dieselben bestehen nämlich ebenfalls aus
mehreren Reihen parenchymatischer Zellen, zeigen aber die baumartige
Verästelung nur undeutlich, indem deren Ende von mehreren, ziemlich
langen Strahlenzellen gekrönt ist, welche eine ganz unregelmässige
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22 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
Orientierung zeigen und ab und zu wohl auch zu zweien auf eine kürzere
Strecke hin verwachsen sind.
Trichome mit drüsiger Funktion wurden bei allen Arten gefunden.
Dieselben zeichnen sich besonders dadurch aus, dass sie fast bei allen
Arten auch in Kombination mit Deckhaaren angetroffen werden und
zwar derart, dass die Grenze zwischen diesen zwei Trichomklassen voll-
ständig verwischt wird.
Einzellreihige, fadenförmige Drüsenhaare sind nicht oft zu
beobachten. Dieselben treten nur bei Arten mit sehr dichter Behaarung
auf. Bezüglich der einzellreihigen Drüsenhaare von Henriettea und Hen-
riettella (Sektion Euhenriettella) sei erwähnt, dass dieselben Jugendstadien
der für diese Gatlungen charakteristischen Drüsenzotten vorstellen.
Eigentümlich gestaltet sind die einzellreihigen Drüsenhaare der
Gattung Bellucia (Fig. 11). Dieselben beginnen mit einer sehr grossen,
ovalen, dickwandigen Zelle, welche zwischen die Epidermiszellen ein- |
gelassen und durch zahlreiche dünne Querwände gekammert ist. An
diese Zelle schliessen sich in sanfter Biegung cylindrische Zellen an,
deren Durchmesser gegen das Ende des Haares zu allmählich kleiner
wird. An der Biegungsstelle beobachtet man an der konvexen Seite der
Zellen ab und zu kleine, nach rück wärts gerichtete, papillöse Aussackungen.
Die Aussenwandungen der Zellen sind öfter ziemlich dickwandig, jedoch
nie am Ende der Drüse; auch die Querwandungen sind bei einigen Arten
bis auf eine kleine, rundliche Stelle in Mitte der Wand stark verdickt.
Die Endzelle ist bei vielen Arten (im getrockneten Zustande) abgefallen ;
da, wo sie erhalten ist, zeigt sie eine schwache, bläschenartige An- \
schwellung. Diese retorienförmigen Haare, welche bei einigen
Arten eine filzartige Behaarung erzeugen, finden wir stets mit einem
bräunlichen Inhalt erfüllt.
Verwandt mit diesen Drüsenhaaren sind die einzellreihigen (an der
Blattoberseite im unteren Teile gelegentlich auch mehrzellreihigen)
gebogenen Trichome der Gattungen Loreya und Myriaspora. Sehr
bezeichnend für diese Drüsenhaare ist, dass die Zellen der Krümmungs-
stelle an der konvexen Seite ziemlich grosse, nach rückwärts gerichtete
Papillen aufweisen (Fig. 20). Das am Ende der Drüsenhaare sitzende
Köpfchen ist walzenförmig gestaltet und besteht aus zwei bis drei stets
hintereinandergelagerten Zellen; nie beobachtet man, dass eine
dieser Zellen durch eine parallel zur Längsachse gestellte Wand geteilt
wäre. Sämtliche Zellen des Drüsenhaares sind mit einem bräunlichen
Inhalt erfüllt. h
Am häufigsten bestehen die Drüsenhaare an ihrer Basis aus zwei
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MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 23
Reihen kleiner, parenchymatischer Zellen. Bei mehreren Arten der
Gattung Miconia sind die zwei Basalzellen (wie bei Sternhaar in Fig. 4)
auffallend gross und durch dünne Querwände gekammert. Rücksichtlich
des Drüsenköpfchens, welches sich an den unteren, wie schon erwähnt,
zweizellreihigen Teil des Drüsenhaares anschliesst, ergab sich bei den
einzelnen Arten eine ungemein grosse Mannigfaltigkeit.
Selten endet die Drüse cylindrisch mit einer einzigen Reihe
von Zellen (Fig. 24) oder mit zahlreichen, kugligen, zu einem brom-
beerartigen Köpfchen vereinigten Zellen (Fig. 10). Häufiger sind
die Drüsenhaare durchaus zweizellreihig. Die Zellen werden gegen das
Ende zu allmählig grosslumiger, so dass die Drüsenhaare ein keulen-
förmiges Aussehen gewinnen (Fig. 22 in Pflaum’s Dissertation).
Bei Miconia multispicata verlaufen die zwei Zellreihen in Nähe des
Haarendes getrennt.
In der Mehrzahl der Fälle sitzt das Drüsenköpfchen dem Stielchen
in mehr oder minder scharfer knieförmiger Biegung mittelst eines
längeren oder kürzeren, einzellreihigen Halses an (Fig. 16, 22). Hiebei
ist zu bemerken, dass der Hals umso kürzer ist, je grösser das Köpfchen
wird. Verhältnismässig selten ist das Drüsenköpfchen von einer
einzigen, kleinen, kugeligen Zelle gebildet. Häufiger besteht
es aus zwei, nicht sehr grossen Zellen, deren gemeinsame Scheidewand
in der Krümmungsebene liegt, und besitzt eine rundliche bis
länglich-ovale Gestalt. Sind diese zwei Köpfchenzellen lang ge-
streckt und parallel zur Blattfläche abgeflacht, so erscheint das Köpfchen
zungenförmig. Häufig sehen wir in diesem Falle die zwei Köpfchen-
zellen durch eine oder zwei, selten durch noch mehr, senkrecht zur
Längsachse des Köpfchens gestellte Querwände in annähernd gleiche
Teile zerlegt (Fig. 22). Die übrigen mehrzelligen Drüsenköpfchen sind
von sehr ungleicher Grösse und keulenförmigem (Fig. 16), walzen-
förmigem (Fig. 21), länglich-ovalem oder flächenartigem Aus-
sehen. Die flächenartig entwickelten Drüsenköpfchen bestehen aus einer
Schichte regelmässig angeordneter Zellen und zeigen scheiben- (Fig.
26), spatel-, nieren- (Fig. 17, 19) oder herzförmigen (Fig. 25) Umriss.
Die Drüsenköpfchen von Micoma argyrophylla, Chamissois, levigata,
revoluta besitzen kein einheitlich gestaltetes Drüsenköpfchen, da die
einzelnen Köpfchenzellen mit den Seitenwandungen nicht vollständig
verwachsen sind, sondern mit dem grössten Teil des Zellumfanges
frei hervortreten. Bei Miconia annulata, Cubensis sind öfters mehrere,
zum Teil verwachsene, nierenförmige Drüsenköpfchen an einem ein-
zigen, zweizellreihigen Stielchen zu beobachten.
24 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Verhältnismässig selten treffen wir Drüsenhaare, die einen mehr als
zweizellreihigen Stiel besitzen. Neben keulenförmig gestalteten Drüsen
finden wir bei Glidemia Kappleri sanduhrförmige Drüsen, die mil drei
neben einandergelagerten Basalzellen beginnen. Die eine derselben ist
ungefähr so gross wie die beiden andern zusammen und von einer nach
aussen abgerundeten oder papillenartig gestalteten Zelle überdeckt ;
über den beiden andern sitzt, etwas nach der Seite gedrückt, ein jäh
sich verjüngendes Stielchen, an dem mittelst einer einzigen, engen und
niedren Halszelle das grosse, kuglige, durch eine zur Halszellenquer-
wand senkrecht stehende Wand geteilte Drüsenköpfchen sitzt.
Vierzellreihig erscheint das Stielchen der Drüsen von Calycogonium
squamulosum, Henrieiella Macfadyenü und einigen Charianihus-Arten.
Besonders bemerkenswert ist hiebei, dass jeder Stielzellreihe auch ein
Drüsenköpfchen entspricht, so dass man geradezu von zusammengesetz-
ten Drüsen sprechen könnte. Das Drüsenköpfchen ist entweder ellip-
soidisch oder schwach flächenartig entwickelt und sitzt mittelst eines
längeren oder kürzeren Halses, gegen welchen es mit Ausnahme von
Calycogonium squamulosum (Fig. 9) ziemlich scharf abgesetzt ist, an dem
gemeinsamen Stielchen. Ganz auffällig ist an den vierköpfigen Drüsen
der Blattoberseite von Henriettella membranifolia, dass die Membranen
der Köpfchenzellen stark verschleimt sind.
Mehr als vierzellreihig sind die Stiele der Drüsenhaare von Charianthus.
Auch hier beobachtet man meist ebensoviele einzelne Drüsenköpfchen
als Stielzellreihen vorhanden sind. Daneben finden sich aber meist noch
mehrere lange, dünnwandige Strahlenzellen.
Der Inhalt vieler, namentlich zungenförmiger, Drüsenköpfchen ist
harzig und deutlich erhalten. Bei Miconia ambigua, argyrophylla und
revoluta scheint es, als ob das Secret subeuticular abgesondert sei, da
man im Innern der Köpfchenzellen noch einen schmalen, mit bräunlichem
Inhalt erfüllten Raum erblickt. Thatsächlich aber liegt nur eine schalen-
förmige Absonderung vor; denn nach Entfernung des Secretes mittelst
Alkohol und Aether bleibt ein Hohlraum, der gegen das Innere der Zellen
durch keine Membran abgegrenzt ist. Bei Miconia ambigua lässt sich
deutlich beobachten, dass die Secretabsonderung nur an den der Blatt-
fläche abgekehrten Zellwandungen erfolgt ist.
Ein sehr charakteristisches Merkmal vieler Drüsenhaare wurde bis
jetzt absichtlich unerwähnt gelassen: Es sind dies die ausserordentlich
häufig an der Biegungsstelle der Drüsenhaare auftretenden Strahlen-
zellen. Dieselben finden sich vielfach in Einzahl und stellen meist nur
eine dünnwandige, fingerförmige Zelle vor; häufig aber treten sie auch
PABR ET Yale a ar Mn
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 25
° zu mehreren auf (Fig. 15, 16, 21) und nehmen dann gleichzeitig an Länge
zu, so dass es oft sehr schwer wird, zu sagen, ob wir eine Aussendrüse
mit Strahlenzellen oder ein Deckhaar kombiniert mit einer Drüse vor
uns haben. Besonderer Erwähnung bedürfen die bei mehreren Arten
der Gattung Miconia aus den Sektionen Amblyarrhena, Cremanium und
Chænopleura an den Drüsen beobachteten, meist verzweigten Fäden,
welche vom Knie ausgehen und deren Zellen gar mannigfach angeordnet
und gestaltet sind (Fig. 19). Letztere lagern entweder hintereinander
oder entspringen zu mehreren an einem Punkte, sind bald wie Knochen,
bald wie cylindrische oder keulenartige Schläuche geformt, zeigen ein-
mal besondere Länge, eine andermal auffallende Kürze, sind durchgängig
relativ weitlumig und mit Ausnahme von Miconia hirtella auch sehr
dünnwandig. Der Inhalt dieser Zellen ist drüsiger Natur und gelblich
gefärbt. Bei Miconia quadrangularis beobachtet man auch Drusen, bei
denen stali des Köpfchens ein oder zwei wiederholt sich verzweigende
Drüsenäste entspringen. Man könnte demnach geradezu von verzweigten
Drüsen sprechen.
Wie schon hervorgehoben wurde, ist die Verbindung von Deck- und
Drüsenhaar innerhalb dieser Tribus eine ganz gewöhnliche Erscheinung,
so zwar, dass es Arten giebt, bei denen Drüsen überhaupt nur in solcher
Kombination zu beobachten sind wie bei Arten der Gattungen Miconia,
Clidemia und Tetrazygia. Bei siern-, büschel- oder kandelaberartigen
Formen sehen wir eine Strahlenzelle dünnwandiger als die übrigen,
durch drei bis fünf Querwände gekammert, die Endzelle schwach
geschwollen und meist auch durch eine senkrecht zu den Querwänden
stehende Wand zweigeteilt und so zu einem Köpfchen umgebildet. Je
grösser und vielzelliger das Köpfchen ist, desto kleiner ist der übrige als
Hals bezeichnete Teil der Strahlenzelle. Doch bemerken wir auch
Strahlenzellen, die nicht gekammert sind, sondern am Ende eine mehr-
zellige Drüse tragen, an der sich deutlich eine kleine Halszelle und ein
grösseres Drüsenköpfchen unterscheiden lassen wie bei Teirazygia
elæagnoides und pallens, Calycogomium stellatum (Fig. 13), Conostegia
viridis (Fig. 12). Auch in der Krone der baumartig verzweigten Zotten
finden wir häufig mehrzellige Drüsen. Wie sehr die Neigung zur Bildung
von Kombinationsformen hier entwickelt ist, geht auch daraus hervor,
dass selbst Zellen des oberen Schülferchens der Schildhaare von Tetra-
zygia bicolor und Miconia fulva zu Drüsen umgebildet sind. Ausserdem
sind bei den schildhaarähnlichen Deckhaaren von Calycogonium squamu-
losum und Henriettella membranifolia öfter, namentlich an jungen
Blättern, mehrere der über dem schildhaarigen Teile gelegenen Zellen
26 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
zu mehrzelligen Drüsenköpfchen umgebildet. Bei manchen strahligen
Trichomformen scheint es, als ob sich benachbarte Strahlenzellen an
einander lagerten und so ein Drüsenköpfchen bildeten, wie bei Miconia
argyrophylla, glandulifera und lævigata (Fig. 15).
Nicht weniger häufig sehen wir Drüsenkôpfchen an den zwei bis
mehrzellreihigen, prosenchymatischen Haaren entwickelt, welche man
dann kurzweg Drüsenzotten nennt. Das Drüsenköpfchen ist stets mehr-
zellig, kuglig, keulenförmig, ellipsoidisch oder cylindrisch gestaltet und
besteht meist aus unregelmässig angeordneten Parenchymzellen. Bei
den ellipsoidischen Drüsenköpfchen haben sich die peripherischen Zellen
stark pallisadenartig senkrecht zur Oberfläche gestreckt und stossen im
Innern des Köpfchens auf eine oder mehrere in Richtung der Längsachse
gestreckte Zellen, welche wir Mittelsäulchen nennen. In der Mehrzahl
der Fälle sitzt das Drüsenköpfchen am £inde der Zotten, nur bei Miconia
Matthzi befindet es sich etwas unterhalb des Zottenendes. Bei Miconia
cerulea und Tococa cardiophylla, sowie subglabrata enden die prosen-
chymatischen Zotten mit zwei Reihen parenchymatischer Zellen, wovon
die eine in eine kurze, in Richtung der Längsachse der Zotten gestellte
Strahlenzelle ausgeht, während die andere in eine abwärts gebogene,
keulenförmig verdickte Drüse übergeht; hiedurch sieht die ganze
Drüsenzotte einem Bootshaken nicht unähnlich. Der übrige Teil der -
Drüsenzotten ıst zottenarlig entwickelt. Er besteht aus langgestreckten,
_prosenchymatischen, meist durch zwei oder drei dünne Querwände
gekammerten Zellen und ist manchmal im untersten Abschnitte von
einem kleinen Gefässbündel bezw. von Spiraltracheen (Tococa-, Myrmi-
done-, Maieta-Arten) oder von schwach sklerosierten, getüpfelten Prosen-
chymzellen (Miconia rhytidophylla, Heterotrichum Eggersii) durchzogen.
Ein ganz eigentümliches Aussehen besitzen die Drüsenzotten der
Gattung Henriettea und Henrieitella (Sektion Euhenriettella). Dieselben
bestehen zum grössten Teil aus einem prosenchymatischen, mehr oder
minder hoch kegelförmigen Zottenkörper, der mit einer einzellreihigen,
cylindrischen Drüse endet und meist mit vielen, abwärts gerichteten,
von unten nach oben allmählich oder ziemlich plötzlich an Länge
abnehmenden Strahlenzellen von besonderer Dickwandigkeit und Eng-
lumigkeit besetzt ist (Fig. 8). Zwischen diesen vollständig ausgebildeten
Drüsenzotien und den kurzen einzellreihigen Aussendrüsen, welche wir
bei diesen Arten finden, beobachtet man viele Uebergangsstufen. Sehr
häufig sieht man hiebei die Drüsen in der Mitte eines sternartigen
Trichoms sitzen, dessen Strahlenzellen der Blattfläche parallel lagern.
=
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 21
Ameisendomatien.
Bei den Arten der Gattungen Tococa, Myrmidone und Maieta treffen
wir zweikammerige, mehr oder minder grosse nnd steifwandige Blasen
an, sog. Ameisendomatien, welche an der Spreitenbasis sitzen oder auf
dem Blattstiele reiten. Bei Myrmidone macrosperma var. ß denticulata
sind diese zwei Kammern durch mehrere, von der Aussenwand vor-
hangartig bis beinahe an die Kammerscheidewand einspringende
Wände nochmals gekammert. Die Blasenwandungen weisen bei man-
chen Arten, wie bei Tococa bullifera, Myrmidone macrosperma var. ß
denticulata, Maieta Guianensis, besonders der über die Blattoberseite
emporgewölbie Teil derselben, deutliche Blattstruktur auf. Unter der
äusseren, mit vielen Spaltöffnungen versehenen Epidermis, deren Zellen
wie am Blatte mit wellig gebogenen Seitenrändern erscheinen, ist ein
einschichtiges Pallisadengewebe entwickelt, auf welches dann eine Art
Schwammgewebe, ebenso wie bei der Blattspreite von Gefässbündeln
durchzogen und von Drusenzellen durchsetzt, folgt. Das schwammarlige
Gewebe ist gegen den Blasenhohlraum durch eine aus polygonalen Zellen
bestehende Epidermis abgeschlossen. In derselben treten die Spalt-
öffnungen, deren Nachbarzellen ebenso wie bei denjenigen der Blatt-
spreite orientiert sind, einzeln oder zu kleinen Gruppen vereinigt auf.
Bei den übrigen diesbezüglich untersuchten Arten bestehen die
steifen Wandungen zum grössten Teil aus geschichteten, besonders
unter den beiderseitigen Epidermisschichten, dickwandigem Collen-
chym, in welchem mehrere, vielfach von Drusenzellen begleitete Nerven
verlaufen. Die Versteifung der Wandungen erfolgt aber neben Collen- .
chym auch durch Sklerenchym. Meist sind es mehr oder minder lang
stabartig gestreckte, öfter in zusammenhängende Gruppen vereinigte
Steinzellen, welche bei Tococa coronata und longisepala die Festigung
der Blasenwandungen fast ausschliesslich übernehmen. Bei Tococa bulh-
fera bilden massenhaft vorhandene, sehr stark sklerosierte Zellen von
wellig-buchtigem Umrisse das einzige Versteifungselement der Blasen-
wände. Bei Maieta Guianensis ist die Festigkeit der Ameisendomatien
vor allem durch die dicken Hartbasteylinder bedingt, welche die Gefäss-
bündel umhüllen.
Bemerkenswert sind die bei den meisten Arten beobachteten kork-
und füllgewebearligen Wucherungen, welche die Innenseite der
Wandungen ganz oder teilweise bedecken. Man sieht die Epidermiszellen
28 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
auf grössere oder kleinere Strecken hin entweder von zwei oder drei,
der Blasenwand parallelen Querwänden geteilt, oder die Aussenwand
schon gesprengt und einen regellosen Haufen von rundlichen Zellen,
wodurch eine Art Füllgewebe entsteht. Füllgewebeartige Wucherungen
gehen aber auch nur von einzelnen Punkten aus, indem zwei bis drei
benachbarte Epidermiszellen durch parallel zur Blattfläche auftretende
Querwände zahlreiche Zellen nach aussen hin abgeben. Diese überlagern
dann füllgewebeartig die Umgebung. Behandelt man solche Stellen mit
Jod und Schwefelsäure, so erkennt man leicht an der Färbung der
Membranen, dass die in dichtem Schlusse sich befindenden Zellen mit
einer Cuticula versehen sind, während die regellos darüber liegenden
eine solche nicht besitzen. Die Zellen der füllgewebeartigen Wucherungen
sind von einem dunkelbraunen, mit Javelle’scher Lauge sehr schwer zu
bleichenden Inhalt erfüllt und enthalten bei einigen Arten, so besonders
bei T. formicaria, zahlreiche Milben.
Die vorkommenden Trichome zeigen im wesentlichen keinen anderen
Bau als die entsprechenden der Blattspreite. Besonders hervorgehoben
sollen hier nur diejenigen von Tococa bullifera und subglabrata werden.
Dieselben sind bei der ersten Art klein, ein- bis zwei-, manchmal auch
dreizellreihig und meist als Köpfchenhaare entwickelt; doch beobachten
wir ab und zu Trichome, die mit einer sehr dickwandigen, schwach
zugespitzten Zelle enden; auffallend ist, dass bei den Köpfchenhaaren
häufig die Aussenwandungen einer Zelle sehr stark verdickt sind. Bei
Tococa bullifera sehen wir die Innenseiten der Blasen ebenso wie bei
Tococa subglabrata sammetartig mit ein- oder zweizellreihigen Haaren
besetzt. Letziere bestehen in ihrem untersten Teile aus dünnwandigen
Zellen, welche einen mit Javelle’sche Lauge sehr schwer zu bleichenden
Inhalt aufweisen und sich ungefähr in der Mitte in 2 oder 3 einzell-
reihige Aeste zerieilen. Diese Aeste bestehen aus drei bis vier ziemlich
langgestreckten, tönnchenartigen Zellen mit ausserordentlich dicken,
verholzten Aussenwandungen und sehen so Conidienketten ähnlich; die
Zellreihen enden entweder mit einer ebenso beschaffenen, schwach zu-
gespitzten Zelle oder gehen in eine gestreckt-keulenförmige Drüse mit
einzellreihigem Stiele und wenigzelligem Köpfchen über (Fig. 6).
Die Ameisendomatien von Maieia Guianensis sind durch die an allen
Innenwandungen beobachteten zäpfchenartigen Emergenzen, welche aus
parenchymatischem Gewebe bestehen, besonders ausgezeichnet.
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 29
Uehersichtliche Zusammenstellung der Arten
nach anatomischen Verhältnissen.
Epidermis.
Oberseitige Epidermis von ganz eigenarliger Ausbildung : Miconia
tetrandra (Fig. 1 a, b).
Epidermis ähnlich wie bei dem von Agave americana her bekannten
Fall: Miconia paradoxa und Miconia tetrandra (nur Blattunterseite).
Oberseitige Epidermiszellen, grosslumig : Clidemia hiria ; Ossæa
capillaris ; Maieta setosa ; Heterotrichum strigosum ; Micoma centro-
desma, persicariæfolia, stelligera, chionophila ; Clidemia blepharodes
(ganz auffallend grosslumig).
Unterseitige Epidermiszellen relativ grosslumig : Clidemia-Arten ; nur
über den Nerven und deren nächster Umgebung : Clidemia pusilliflora ;
Maieta setosa.
Oberseitige Epidermiszellen mehr oder minder stark pallisadenartig
gestreckt und häufig durch eine Querwand geteilt: Tetrazygia Stahlü
und Urbanü ; Clidemia pusillifiora ; Calycogonium hispidulum und stella-
tum ; Leandra amplexicaulis, erostrata und longibarbis; Miconia macro-
phylla, tiliefolia, albicans, corallina, fulva, hyyrophila, lepidota, lilacina,
parado.ca (Seitenwandungen harmonikaartig gefältelt) ; stellenweise an
den nicht von Trichomen besetzten Stellen bei Ossæa asperifolia (Seiten-
wandungen harmonikaartig gefältelt), Krugiana, Lima var. grandifolia ;
Miconia caryophyllæa (über den Drusenzellen), Mexicana, theæzans,
rhytidophylia (über den Nerven), tomentosa.
Unterseitige Epidermiszellen pallisadenartig gestreckt : Miconia cau-
digera, paradoxa (Seitenwandungen harmonikaartig gefältelt).
Aussenmembran der oberseitigen Epidermiszellen auffallend stark
verdickt :
1. cutlicularisiert fast der ganzen Dicke nach: Micomia albicans, lepi-
dota, umbrosa ; Clidemia Kappleri; sämtliche Bellucia-Arten ;
30 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
2. cuticularisiert bis zur Hälfte der Membrandicke : Miconia cau-
digera, compressa, fulva, Guianensis, revoluta, rubiginosa, tiliæfolia ;
3. wie 2. und zapfenartig an den Polygonecken einspringend: Miconia
impetiolaris, lilacina, Martiusiana, persicariæfolia, pteropoda ;
4. wie 2. und leistenartig an den Polygonseiten einspringend : Miconia
corallina, cyathanthera, ferruginata, hygrophila; Teirazygia angustifolia ;
5. milchweiss und gelatinös aussehend : Miconia anisotricha, cam-
pestris, chionophila, crocea, foveolata, Mexicana, pileata, undata ; Cli-
demia hirta, pusilliflora, pustulata ; Henriettea multiflora ; Heterotrichum
octonum, strigosum ; Tococa lasiostyla ; Leandra amplexicaulis, longi-
barbis, pulverulenta.
innenwand der oberseitigen Epidermis stark verdickt und gelatinös
aussehend : Clidemia bullosa, capitellata, neglecta, pustulata ; Tococa
coronata, formicaria, lasiostyla ; Miconia chionophila, campestris, caryo-
phyllea, erocea, Guianensis, Jucunda, Mexicana, pileata, racemosa ;
Leandra amplexicaulis, scabra.
Oberseitige bezw. unterseitige Epidermiszellen mit sklerosierten
Wandungen : Ossæa asperifolia, Lima var. grandifolia, Krugiana ; Caly-
cogonium Krugiü; Henriettea granulata.
Seitenwandungen der Epidermiszellen in der Flächenansicht bei tie-
ferer Einstellung des Mikroskops gekräuselt : Miconia Matthæi und um-
brosa.
Oberseitige Epidermiszellen mit mehr oder minder stark vorgewölbter
Aussermembran: Miconia atrata, cinchonæfolia, globulifera ; Mecranium
hæmanthum ; Clidemia nzvula.
Oberseitige Epidermiszellen mit dünnwandigen, fingerförmigen Papil-
len : Conostegia subcrustulata, viridis, Xalapensis ; Heterotrichum Egger-
sü, patens.
Oberseitige Epidermiszellen mit grossen, kugelförmigen Papillen :
Glidemia cymifera ; Leandra solenifera.
Unterseitige Epidermis mit fingerförmigen Papillen, in der Flächen-
ansicht mit ringförmiger Spitze: Henriettea Martii und Spruceana ; mit
krönchenarliger Spitze: die übrigen Henriettea-Arten ; Mecranium hæ-
manthum; Teirazygia bicolor und pallens ; Miconia Guianensis, macro-
phylla, Regelü ; sämtliche Bellucia-Arten.
Cuticula der Blaltoberseite grob mäandrisch gestreift: Miconia diffi-
cilis und minutiflora ; Tococa formicaria ; Leandra pulverulenta.
Cuticula der Blattoberseite wellig gestreift: Miconia eriodonta (über
den Nerven) und minutiflora.
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 91
Cuticula der Blattunterseite zu kegelförmigen Hügeln erhoben: Miconia
caudiger a. à
Cuticula der Blattunterseite sehr grob zickzackförmig oder mäandrisch
gestreift: Miconia calvescens, corallina, cuspidata, ferruginata, gratis-
sima, quadrangularis, rubiginosa, rufescens, sessilifolia, striata ; Cono-
stegia subhirsuta ; Clidemia Kappleri ; Teirazygia crotonifolia ; Leandra
pulverulenta.
Spaltôfinungen.
Spaltöffnungen auffallend gross: Miconia chionophila, globulifera, Guia-
nensis, theæzans ; Clidemia bullosa; Bellucia-Arten.
Spaltöffnungen auffallend klein : Miconia acinodendrum, cerulea, in-
conspicua, lanata; Tetrazygia hispida.
Schliesszellen von ungleicher Grösse : Tococa subglabrata.
Spaltöffnungen mehr oder minder stark über die Blattfläche empor-
gehoben: Clidemia bullosa, capitellata, novemnervia, pustullata ; Tetra-
zygia croionifolia, elæagnoides ; Gonostegia Xalapensis.
Spaltöffnungen in Kraterartigen Vertiefungen: Clidemia heteroneura.
Spaltöffnungen von einem Cuticularwall umgeben : Miconia alata
(halbkreisförmig), cyathanthera, gratissima, macrophylla ; Clidemia hete-
roneura Kappleri (Walllinie geschlängelt).
Spaltöffnungen nur in kleinen Gruppen auftretend: an der Innenseite,
selten Aussenseite der Blasenwandungen an den Ameisendomatien von
Tococa-, Myrmidone-Arten; an der Blattunterseite bei Leandra acuti-
flora ; Calycogonium Krugü ; Ossæa Krugiana.
Spaltöffnungsnachbarzellen eine dem Caryophyllaceen-Typus entspre-
chende Anordnung zeigend : Miconia racemosa und pileata (Fig. 3 d).
Hypoderm.
Durchgängiges, ein- oder mehrschichtiges Hypoderm aus mehr oder
minder grosslumigen und dickwandigen, öfter getüpfelten Zellen : Sämt-
liche Arten der Galtungen Charianthus ; Henriettea ; Mecranium ; Hen-
riettella (ausgenommen H. glabra) ; Miconia glanduhfera, affinis, Cu-
bensis, difjieilis, foveolata, hirtella, bilacina, quadırangularis (zweischichtig,
Zellen der äusseren Schichte dünnwandig, die der inneren sehr dick-
32 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
wandig), Sintenisii (von eigenartiger Ausbildung, Fig. 2); Ossæa acumi-
nata ; Calycogonium squamulosum ; Conostegia J. Donnell- Smithü, pro-
cera, subhirsuta, Xalapensis ; Tetrazygia angustifolia, bicolor, crotoni-
folia, discolor, elæagnoides, hispida, pallens ; Clidemia blepharodes (Zellen
auffallend grosslumig und harmonikaartig gefältet); Loreya nigricans.
Stellenweise entwickeltes Hypoderm (über Nerven): Teirazygia Stahlii,
Urbamü, villosa ; Conostegia viridis ; Miconia annulata, hygrophila,
sessilifolia, trichotoma.
Netzartig entwickeltes Hypoderm : Ossæa asperifolia, Lima var. gran-
difolia, Krugiana; Calycogomium Krugü.
Innerer Blattbau.
Subcentrischer Blatibau (a) : Miconia caudigera, rubiginosa, tetrandra ;
Bellucia brasiliensis, dichotoma; Henriettella glabra ; Leandra erostrata.
Subcentrischer Blattbau (b) : Miconia-, Clidemia-Arten.
Undeutlich bifazial : Miconia-Arten; Maieta Guianensis, setosa; Hen-
riettea angustifolia; Myrmidone macrosperma.
Blattbau bifazial bei allen übrigen Arten.
Pallisadenzellen sehr grosslumig, mit braunem Inhalt erfüllt und viel-
fach ohne Chlorophyll: Miconia corallina, eriodonta, Kappleri, prasina,
stelligera, trichotoma, umbrosa.
Pallisadenzellen ausserordentlich klein : Henrietiea angustifoha ;
Miconia cinchonæfolia, undata ; Maieta setosa.
Schwammgewebezellen auffallend stark verdickt: Leandra acutiflora,
Nianga, pulverulenta, quinquedentata ; Miconia foveolata, hygrophila,
quadrangularis, Sintenisii (Fig. 2); Ossæa Lima var. grandifolia.
Schwammgewebezellen schwach verdickt : Conostegia-, Clidemia-,
Miconia-, Ossæa-, Tococa-Arten ; Henriettella glabra.
Idioblasten, mit gerbstoffartigem Inhalt erfüllte Zellen im Pallisaden-
gewebe von : Miconia compressa; Clidemia Kappleri.
Tracheiden mit spiraliger Wandverdickung im Schwammgewebe von:
Henriettea angustifolia ; Bellucia imperialis.
Stark sklerosierte, getüpfelte Zellen von wellig-buchtigem Umriss im
Schwammgewebe von : Henriettella glabra.
Geschlängelte Sklerenchymzellen im Schwammgewebe von: Miconia
tetrandra.
U
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 33
Oxalsaurer Kalk.
Grössere klinorrhombische Einzelkrystalle in einer Zelle: Miconia
airata, Ossæa micrantha.
Zahlreiche kleine klinorrhombische Kryställchen, öfter neben Drusen
in einer Zelle: Miconia buddleioides und trichotoma.
Styloiden an einem Ende schwalbenschwanzarlig ausgebildet: Bellucia ;
Henriettea; Henriettella; Loreya; Myriaspora; Calycogonium squamu-
losum.
Styloiden senkrecht oder schräg zur Blattfläche gestellt : Henriettea-
Arten mit Ausnahme von H. angustifolia ; Calycogomum squamulosum ;
bei durchfallendem Lichte durchsichtige Pünktchen erzeugend: Hen-
riettea multiflora,; Calycogonium squamulosum ; sonst parallel zur Blatt-
fläche.
Drusen von auffallender Grösse: Miconia affinis, chionophila, hirtella,
globulifera, Sintenisü; Leandra dendroides var. 8; Tetrazygia elæag-
noides ; Clidemia blepharodes.
Drusen in auffälliger Beziehung zu der oberseitigen bezw. unlerseitigen
Epidermis, d. h. unmittelbar an die Epidermiszellen anstossend oder sich
zwischen dieselben einschiebend : Leandra-, Miconia-, Conostegia-, Cli-
demia-Arten.
Der dem Pallisadengewebe zugekehrie Teil der subepidermalen
Drusenzellen ebenso stark verdickt wie die Innenwand der Epidermis-
zellen: Leandra scabra; Conosiegia Cooperi; Miconia Guianensis, hygro-
phila, pileata und racemosa; Clidemia capitellata und neglecta.
Drusen erzeugen an der Blattoberseite grosse, halbkugelige Vor-
sprünge: Heterotrichum Eggersü und patens.
Drusen bei durchfallendem Lichte durchsichtige Pünktchen erzeugend
Conostegia-Arten ; Miconia tetrandra; Myrmidone macrosperma.
Sehr kleine Drusen scheinbar in der Innenmembran der oberseitigen
Epidermiszellen gelegen : Miconia campestris.
Oxalsaurer Kalk nicht gefunden bei: Micoma rubiginosa.
Nerven.
In den grösseren Nerven ein Gefässbündelring: Miconia lepidota,
scorpioides (hier zudem ein bis zwei markständige, Kleine Gefässbündel);
Loreya nigricans; Bellucia imperialis ; Henriettea multiflora.
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. 3
34 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Anordnung der Gefässbündelelemente in den kleineren Nerven col-
lateral : Heterotrichum.
Gefassteil central gelagert, d. h. Anordnung der Gefässbündelelemente
nach Art der concentrischen Gefässbündel mit innerem Holzteil: Tococa;
Miconia argyrophylla, cuspidata, Kappleri, minutiflora, theæzans ; Cli-
demia cymifera, pusilliflora; Ossæa acuminata, amygdaloides, brachy-
stachya.
Sämtliche Nerven und Venen nach beiden Blattseiten durchgehend :
Charianthus; Tococa; Clidemia ciliata, Domingensis, nævula; Leandra
grarilis; Henriettea mulhflora; 5 Tetrazygia- und 28 Miconia-Arten.
Nerven oberseits schwache Vorwölbung erzeugend : Miconia annulata,
calvescens, scorpioides (im Vorsprung verläuft auch ein Gefässbündel);
Bellucia-Arten.
Nerver allseits vom Assimilationsgewebe umgeben: Miconia paradoxa.
Begleitparenchym stark collenchymatisch verdickt: Tococa; Bellucia ;
Loreya; Charianthus; Tetrazygia-, Clidemia-, Ossæa-, Miconia-Arten ;
Myrmidone macrosperma var. ß; Myriaspora Egensis ; Conostegia J. Don-
nell-Smithii, procera; Henriettella fascicularis, membranifolia; Henriettea
angustifolia, multiflora, succosa.
Begleitparenchym schwach sklerosiert: Ossæa Krugiana; Miconia
fulva,; Leandra heterobasis, solenifera.
Zellen der Venenschutzscheide sklerosiert: Miconia undata; Ossæa
Krugiana ; Calycogonium squamulosum.
Mehr oder minder lang gestreckte, dickwandige Stabzellen : Leandra
acutiflora, pulverulenta, scabra; Conostegia calyptrata, Cooperi, J. Donnell-
Smithii, subhirsuta (im Querschnitt steigbügelförmig); Tetrazygia angu-,
stifolia, hispida; Miconia affinis, cinchonæfolia, corallina, cyathanthera
eriodonta (sehr kleine Tüpfel), ferruginata (sehr kleine Tüpfel), foveolata,
impetiolaris, inconspicua, Jucunda, Kappleri (sehr kleine Tüpfel), para-
doxa (sehr weitlumig), rugosa, scrobiculata, tetrandra, thæfoha; Tococa
coronata, lasiostyla, subciliata; Clidemia blepharodes (sehr weitlumig),
J. Donnell-Smithü, heteroneura, Kappleri (sehr englumig), pustulata ;
Ossæa angustifolia, hirtella, scabrosa; Loreya nigricans; Henriettella
glabra.
Schwach sklerosierte Prosenchymzellen dem Bastteil bogenförmig
gegen das Begleitparenchym angelagert : Henrietiella Macfadyenit ; Caly-
cogonium squamulosum.
Sämtliche Nerven von dickem Hartbast- bezw. Sklerenchymfaser-
cylinder umgeben : Maieta Guianensis ; Miconia undata.
N ar
Se
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 39
Im Begleitparenchym spindelförmige, sehr stark sklerosierte, nicht
getüpfelte Zellen: Miconia rhytidophylla.
Trichome.
I. Deckhaare.
Einzellige, lanzenförmige Haare : Miconia plumifera var. Bangu.
Zweizellreihige, prosenchymatische, sehr lange Haare, am Ende meist
mit einem cylindrischen Drüsenköpfchen : Clidemia J. Donnell-Smithu ;
Tococa cardiophylla, formicaria.
Mehrzellreihige, prosenchymatische Haare (sog. «Zotten») ohne Aus-
gliederung der sie bildenden Zellen: Leandra (ausgenommen L. acuti-
flora, Carassana, chætodon, cuspidata, erostrata, pulverulenta, purpu-
rascens, quinquedentata) ; Conostegia speciosa, subhirsuta , Tetrazygia
hispida ; Miconia amsotricha, atrata, campestris, caryophyllæa, chiono-
phila, cœrulea, foveolata, hirtella, Matthæi, pileata, plumifera, racemosa,
scrobiculatu ; Heterotrichum Eggersü, octonum, patens, strigosum; Tococa
bullifera, cardiophylla, formicaria, Guianensis, subglabrata; Myrmidone ;
Maieta setosa ; Chidemia bullosa, laxiflora, pustulata, rubra; Ossæa
angustifolia, capillaris, hirtella.
Mehrzellreihige, sklerenchymatische, hakig gekrümmte Haare, dicht
gedrängt an der Blattoberseite : Clidemia nonemnervia ; Miconia scro-
biculata ; Henriettea granulata.
Mehrzellreihige, sklerenchymatische, kurze, grannenartige Haare :
Leandra scabra, sericea ; Miconia plumifera var. Bangü ; Ossæa mar-
ginata und scabrosa.
Warzenartige, sklerenchymatische Trichome mit stumpfer oder scharfer
Spitze und stark entwickeltem Zottenfusse : Ossæa asperifolia, Krugiana,
Lima var. grandifolia ; Calycogonium Krugii.
Mebrzellreihige, prosenchymatische Haare mit papillöser Loslösung
der peripherischen Zellenden : Leandra (in der Sektion Carassanæ sind
die Papillen sehr spitz und wagrecht abstehend) ; Conostegia suberu-
stulata, viridis ; Miconia acinodendrum, Trianæi; Clidemia capitellata,
Epibaterium, hirta, pusilliflora ; Ossæa amygdaloides, brachystachya,
confertiflora, marginata.
Mehrzellreihige, prosenchymatische Haare mit sternartig aufgelösten
30 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Endzellen: Conostegia speciosa; Leandra Carassana (bestimmte Formen).
Mehrzellreihige, prosenchymatische Haare, durch Ablösung einzelner
oder der meisten Randzellen in kandelaber- und hirschhornartige For-
men übergehend : Clidemia ciliata ; Ossæa marginata, scabrosa; Leandra
Carassana.
Mehrzellreihige, parenchymatische Haare mit pinselförmig aufgelöstem
Ende: Tococa coronata, lasiostyla, longisepala; Miconia cinchonzfolia
(sehr deutlich bei der nicht naher untersuchten Art: Miconia rufipila).
Mehrzellreihige, parenchymatische Haare mit schwach angedeuteter
baumarliger Verzweigung des Haarkörpers : Conostegia subhirsuta ;
Leandra inæquifolia.
Ebensolche, aber Verästelung sehr deutlich: Miconia hygrophila (Fig.
5), Sintenisü.
Die bisherigen Trichome oberseits, auf mehr oder minder hohen,
kegelförmigen Erhebungen des Blaties aufsitzend, denen unterseits oft
Grübchen entsprechen: Leandra umbellata, sericea, scabra , Miconia
campestris, plumifera var. Bangü, scrobiculata ; Clidemia bullosa, capi-
tellata, laxiflora, neglecta, novemnervia, pustulata (sehr gross), rubra ;
Ossæa angustifolia, confertiflora.
Die mehrzellreihigen Haare miltelst einiger senkrecht oder horizontal
schwach in’s Mesophyll eindringender Zellen, wurzelarlig bei Leandra-
Arten, Ossæa amydaloides, angustifolia, confertiflora, Miconia scrobi-
culata; mittelst zahlreicher kleiner Zellen fundamentartig : Tococa for-
micaria, Guianensis ; Henriettea Spruceana, succosa.
Hohle Haare : Heterostrichum strigosum (Fig. 23).
Sternhaare mit kurzem, zweizellreihigem Stielchen und mehr oder
minder dickwandigen und langen, nach allen Seiten gerichteten Strahlen-
zellen, deren eine meist zu einem Drüsenköpfchen umgebildet ist:
Leandra-, Conostegia-, Tetrazygia-, Micona-, Calycogonium, Heterotri-
chum-, Tococa-, Ossæa-Arten ; Maieta Guianensıs ; Myrmidone macro-
sperma var. ß.
Sternhaare, deren Strahlenzellen an den basalen Teilen ein zwiebel-
artig erweitertes Lumen zeigen: Clidemia-Arten, Miconia campestris.
Sternhaare mit gekammerten Stielbasalzellen : Miconia affinis, cau-
digera, cuspidata, ferruginata, Kapplerü (Fig. 4), lepidota (die ober-
seitigen), pteropoda, Regelü, tetrandra, Trianæi.
Sternhaare mit auffallend langem Stiele : Calycogonium stellatum
(zweizellreihig, halmartig Fig. 13), Clidemia capillipes, neglecta und
Miconia stelligera (mehrzellreihig, postamentartig).
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 37
Sternartige Haare mit geschlängelten, englumigen Strahlenzellen :
Clidemia bullosa, novemnervia, pustulata; Miconia campestris ; Miconia
albicans (ungewöhnlich lang).
Sternhaare polsterchenartig der Blattfläche aufliegend: Miconia rugosa,
tomentosa.
Büschelhaare, gestielt, mit zahlreichen dickwandigen, nach allen Seiten
gerichtelen Strahlenzellen : Charianthus ; Conostegia viridis ; Tetrazygia
pallens, discolor ; Miconia alata, cyathanthera, difficilis, ferruginata,
_ fulva, gratissima, impetiolaris, multispicata, rhytidophylla, striata ; Caly-
cogonium hispidulum; Clidemia cymifera und Epibaterium.
Büschelhaare mit der Blattfläche parallelen, an der Spitze schwach
geschlängelten Strahlenzellen : Tetrazygia angustifolia ; Miconia Guia-
nensis, tentaculifera.
Schülferchenartige Haare mit der Blattfläche parallelen, zum Teil mit
den Seitenrändern verwachsenen Strahlenzellen und mehrzellreihigem,
kurzem Stiele: Miconia scorpioides; Calycogonium squamulosum ; Hen-
rrettella Macfadyenii.
Ebenso mit mehrzellreihigem Stiele : Miconia compressa, tetrandra.
Echte Schildhaare : Tetrazygia bicolor ; Micoma fulva, lepidota (Fig.
18 a und b), tiliæfolia.
Stern- bezw. Büschelhaare übergehend in tannenbaum- oder kande-
laberartige Trichome mit parallel zur Blattfläche, in dicht übereinander-
liegenden Etagen angeordneten Strahlenzellen : Conostegia Xalapensis ;
Miconia buddleioides, caudigera, corallina, cyathanthera, eriodonta, incon-
spicua, longipedunculata, macrophylla, revoluta, sessiifoha; Clidemia
Kappleri; Teirazygia angustifolia, crotonifoha, eleeagnoides.
Ebenso mit aufgerichteten Strahlenzellen: Conostegia viridis; Tetra-
zygia hispida, Stahlu, Urbanii; Miconia alata, cinerascens, eriodonta
(bestimmte Formen), lanata, Mexicana, rhytidophylla, rufescens, rugosa,
tomentosa, urophylla.
Drüsenhaare.
Einzellreihige oder zweizellreihige, fadenförmige Drüsenhaare : Tetra-
zygia-, Miconia-, Henriettea-Arten.
ünzellreihige, relortenförmige Haare : Bellucia (Fig. 11).
Einzellreihige, gebogene Haare mit walzenförmigem Drüsenköpfchen
38 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
und rückwärts gerichteten Papillen an der Biegungsstelle : Loreya; Hen-
riettella membranifolia; Myriaspora Egensis.
Ein- oder zweizellreihige Köpfchenhaare : im Innern der Ameisen-
domatien von Tococa, Maieta und Myrmidone.
Ein- oder zweizellreihige, verzweigte, conidienartige ee: im Innern
der Ameisendomatien von Tococa bullifera (Fig. 6).
Zweizellreihige, keulenförmig gestaltete Aussendrüsen: Calycogonium-,
Clidemia-, Heterotrichum-, Maieta-, Miconia-, Myrmidone-, Tococa-Arten.
Drüsen mit mehr oder minder deutlich knieförmig von zweizellreihigem
Stielchen abgebogenem Drüsenköpfchen und einer oder mehreren
Strahlenzellen am Knie:
1. Mit kleinem, ovalem, einzelligem oder durch eine in der Krüm-
mungsebene gelegene Wand zweigeteiltem: Leandra-, Mecranium-,
Miconia-, Ossæa-, Tetrazygia-Arlen ;
2. mit mehrzelligem, ellipsoidischem, keulenförmigem, walzenför-
migem: Calycogonium-, Clidemia-, Conostegia-, Heterotrichum-, Leandra-,
Miconia-, Tetrazygia-Arten (Fig. 16 und 21);
3. mit zwei- oder mehrzelligem, grösserem oder kleinerem, zungen-
förmigem : Ossæa-, Leandra-, Clidemia-, Miconia-Arten ;
4. mit scheibenförmigem : Conostegia calyptrata, Cooperi, J. Donnell-
Smithü, procera (Fig. 26);
5. mit nierenförmigem (häufig mit verzweigten, vom Knie ausgehenden
Fäden): Miconia (Arten der Sektionen Amblyarrhena, Cremanium, Chæ-
nopleura (Fig. 17 und 19);
6. mit herzförmigem : Leandra acutiflora (Fig. 25), quinquedentata.
Drüsenhaare mit brombeerartigem Köpfchen : Tetrazygia Stahlu
(Fig. 10), Urbanü ; Miconia alata.
Drüsenhaare mit vier oder noch mehr Köpfchen an einem gemeinsamen
Stielchen : Calycogonium squamulosum (Fig. 9); Henriettella Macfadyenü
(bei den an der Oberseite befindlichen die Zellwandungen verschleimt),
Charianthus ; Miconia annulata, difficilis (meist nur zwei).
Drüsenhaare mit grossen, gekammerten Basalzellen : Miconia affinis,
cuspidata, hygrophila (oberseits), Kappleri, Matthæi, prasina, pteropoda,
Regelü, umbrosa, undata.
Drüsenhaare in Kombination mit Stern-, Büschel-, Kandelaber-, Schild-
haaren (Fig. 12, 13, 15) fast bei allen Gattungen.
Drüsenzotten von besonderem, tannenbaumartigem Aussehen (Fig. 8):
Henriettea-, Henriettella-Arten.
Mehrzellreihige, prosenchymatische Drüsenzotten mit endständigem,
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 39
grossem, ellipsoidischem oder kugligem Köpfchen am Ende, aus palli-
sadenartig, senkrecht zur Oberfläche gestreckten Zellen : Clidemia-,
Heterotrichum-, Maieta-, Myrmidone-, Tococa-Arten.
Mit zweizellreihigem, keulenförmigem Drüsenköpfchen : Ossæa
capillaris; Clidemia blepharodes; Miconia atrata, campestris, cœrulea
(Köpfchen abwärts gebogen), foveolata; Maithei (Köpfchen in einiger
Entfernung von der Spitze); Tococa cardiophylla, formicaria (Köpfchen
wie M. cerulea).
Haarkörper im Innern bis zur Hälfte der Länge von einem kleinem
Gefässbündel durchzogen : Maieta-, Myrmidone-, Tococa-Arlen.
Haarkörper im Innern mit getüpfelten Prosenchymfasern : Hetero-
trichum Eggersü, Miconia rhytidophylla.
uns BE
40 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
Spezieller elle
Leandra.
Für die meisten untersuchten Arten dieser Gattung ist das häufige
Auftreten unverzweigter, mehrzellreihiger Haare (sog. Zotien), die aus
stark sklerosierten Zellen bestehen, sehr charakterisch.
Die Epidermiszellen besitzen meist mittelgrosses Lumen und gerad-
linige bis wellig buchtige Seitenränder. Die oberseitigen Epidermis-
zellen von L. amplexicaulis, erostrata, longibarbis erscheinen pallisaden-
artig gestreckt. Diejenigen von L. solenifera sind durch die ungewöhn-
liche Grosslumigkeit, durch die sehr starke kegelförmige Verwölbung
der Aussenmembranen und durch die Tüpfelnng ihrer Seitenwandungen
ausgezeichnet. Häufig bemerken wir eine mehr oder minder starke,
milchweiss und gelatinös aussehende Verdickung der Aussenwandungen,
seltener auch der Innenwandungen (L. amplixicaulis, scabra). Die Cuti-
cula ist bei L. Carassana oberseits und bei L. cuspidata sowie L. pul-
verulenta beiderseits grob gestreift. Endlich sei noch bemerkt, dass
die beiderseitigen Epidermiszellen mehrerer Arten in getrocknetem
Zustande mit einem bräunlichen Inhalt erfüllt sind (L. amplesicaulis,
erostrata, gracilis, longibarbis, scabra, umbellata, zantholasia).
Spaltöffnnngen kommen nur unterseits vor und weisen mit Ausnahme
von L. dendroides var. ß eine ziemliche Grösse auf. Die beiden Schliess-
zellen sind an ein und demselben Blatte bald fast nur von einer einzigen
Nachbarzelle, bald von zwei quer zum Spalte gestellten, so zwar, dass
eine meist den grössten Teil des Schliesszellenpaares umfasst, bald von
drei bis noch mehr ganz unregelmässig orientierten Nachbarzellen um-
! Wenn in diesem Teile die Lage der Drusenzellen als subepidermal bezeichnet
ist, so bezieht sich dies auf die oberseitige Epidermis.
' Wird das Begleitparenchym der Nerven als subepidermal bezeichnet, so bezieht
sich dies auf die unterseitige Epidermis.
Die Reihenfolge der Gattungen ist die von Cogniaux eingehaltene.
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. LA
seben. Bei L. acutiflora treten die Spaltöffnungen nur in zerstreuten
Gruppen auf.
Hypoderm ist bei zwei Arten unter der oberseitigen Epidermis zu
beobachten. Dasselbe besteht bei L. quinquedentata aus einer Schichte
ziemlich kleinlumiger Zellen, bei L. dendroides var. ß aus einer Schichte
grosslumiger Zellen, deren Wandungen ausserordentlich stark gequollen
sind. In beiden Fällen sind die Seitenwandungen mit Tüpfeln versehen.
Der Blattbau ist mit Ausnahme von L. cuspidata bezw. erostrata,
deren Blätter subcentrisch (b) bezw. subcentrisch (a) gebaut sind, durch-
weg bifazial. Das Pallisadengewebe besteht aus einer oder mehreren
Schichten prismatischer oder kegelförmiger Zellen. Das Schwammge-
webe ist vielfach deutlich geschichtet, von grösseren Intercellularräumen
durchsetzt und weist vielfach eine starke Verdickung der Zellwandungen
auf. Bei manchen Arten erscheinen im getrockneten Zustand gewisse
Schichten mit bräunlichem Inhalt erfüllt (L. cuspidata, erostrata.)
Oxalsaurer Kalk ist bei allen Arten im Mesophyll oder Begleitparen-
chym der Nerven, bei L. scabra auch im Bastteil, in Gestalt grösserer
oder kleinerer Drusen abgelagert. Die Enden der Einzelindividuen
treten mit wenig Ausnahmen in Form kurzer, relativ dicker, vierseitiger
Prismen hervor. Die Drusen von L. Carassana, purpurascens, xantho-
lasia stehen meist in auffälliger Beziehung zur Epidermis.
Die grösseren Nerven springen mit Ausnahme von L. cuspidata unter-
seits ziemlich stark vor und weisen meist, namentlich unmittelbar unter
der unterseitigen Epidermis, ein sehr dickwandiges Begleitparenchym
auf. Bei L. gracilis gehen sämtliche Nerven und Venen nach beiden
Blatiseiten durch. Bei L. heterobasis, solenifera erscheinen die Zellwände
des Begleitparenchyms zum Teil schwach sklerosiert. Ziemlich lange,
slabartig gestreckte Steinzellen finden sich im Begleitparenchym von
L. acutiflora, pulverulenta, scabra.
Die Blätter aller untersuchten Arten zeigen im allgemeinen beider-
seils eine starke Behaarung. Vor allem sind es längere oder kürzere,
mehrzellreihige Zotien aus meist stark sklerosierten Prosenchymzellen.
Das Lumen der untersten Zellen ist gegen das Mesophyll zu vielfach
stark erweitert als Zottenfussrudiment eindringend. An der Blattober-
seite sitzen die Zotten entweder mehr oder minder hohen, kegelför-
migen Erhebungen des Blattes auf (L. umbellata, sericea, scrabra), oder
die Zotten zeigen schwach innerliche Verankerung, wie bei L. Carassana
und erostrata. Innerhalb der Sektion Carassanæ beobachten wir an
den unterseitigen Zotten dreier Arten sehr spitz kegelförmige und
49 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
wagrecht abstehende Papillen mit sehr dicken Wandungen, wodurch DA:
diese Trichone ein stacheliges Aussehen gewinnen. Bei L. Carassana
lösen sich ausserdem einzelne Randzellen sehr stark, vielfach sogar
ihrer ganzen Länge nach ab, wodurch hirschhornarligeFormen entstehen,
oder sämtliche Zellen der oberen Zottenhälfte lösen sich nach allen
Seilen strahlend los und bilden so sternrartige Formen. Neben den vor-
her genannten mehrzellreihigen, meist unverzweigten Zotten, {reiten
bei einzelnen Arten (meist unterseits an den Nerven) Sternhaare mit
ziemlich vielen, dickwandigen Strahlenzellen und niederem zweizell-
reihigem Stiele aus parenchymatischen, verkorkten Zellen auf. Bezeich-
nend für dieselben ist, dass fast durchwegs eine Strahlenzelle zu einem
grösseren, mehrzelligen Drüsenköpfchen umgebidet ist (L. erostrata,
purpurascens, xantholasia). Bei L. cuspidata und pulverulenta finden
sich auf beiden Blatiseiten ausschliesslich Sternhaare.
Trichome mit drüsiger Funktion wurden bei sämtlichen Arten ange-
troffen, manchmal sogar als einzige Trichomform, wie bei L. acutiflora,
chætodon, quinquedentata. Diese Drüsenköpfchen sind mehr oder minder
deutlich knieförmig von einem kurzen zweizellreihigen Stielchen abge-
bogen und weisen verschiedene Gestalt und Grösse auf. Bei L. scubra,
sericea, umbellaia ist das Köpfchen sehr klein, kuglig und durch eine
in der Krümmungsebene auftretende Scheidewand zweigeteill. Bei den
übrigen Arten ist es mehrzellig und ziemlich gross, jedoch von ver-
schiedener Gestalt. Ziemlich häufig findet sich die länglich-ovale Form,
bei der die Köpfchenzellen keine regelmässige Anordnung erkennen
lassen. Bei L. chætodon, dendroides var. ß, gracilis, heterobasis, inæqui-
folia, pulverulenta besitzen die Köpfchen annähernd zungenförmige
Gestalt und bestehen in der Flächenansicht meist aus vier Zellen, deren
Scheidewände sämtlich senkrecht zu einander stehen. Endlich beobachten
wir bei L. acutiflora und quinquedentata Aussendrüsen mit gressem,
mehrzelligem Drüsenköpfchen von herzförmiger Gestalt und besonderer
Anordnung der Zellen (Fig. 25). Der Inhalt der Drüsenköpfchen ist viel-
fach harzig und dann noch gut erhalten (L. dendroides var. ß, gracilis,
heterobasis, inæquifolia, quinquedentata).
Bezüglich der bereits erwähnten Kombination mit Sternhaaren soll
noch hervorgehoben werden, dass an ein und demselben Blatte zwischen
den Aussendrüsen und Sternhaaren infolge siufenweiser Reduzierung
bezw. Förderung der Strahlenzellen an Zahl und länge mancherlei
Uebergangsformen zu treffen sind (L. erostraia, pulverulenta, xantho-
lasia). Bei L. inæquifolia finden wir weiter an den Hauptnerven öfter
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. L3
lange, mehrzellreihige, parenchymatische Zoiten, deren Zellen sich in
Nähe des Endes in Gestalt längerer Strahlenzellen ablösen; eine dieser
Zellen ist fast bei allen Zotten zu einem zungenförmigen Drüsenköpfchen
umgebildet, das harzigen Inhalt aufweist. Endlich finden sich Drüsen-
zotten, d. h. prosenchymatische, glatte Zotten, welche am Ende ein mehr-
zelliges, aus pallisadenartig gestreckten Zellen bestehendes Köpfchen
tragen. Dasselbe ist bei L. umbellata kuglig, bei L. heterobasis und
solenifera ellipsoidisch. Die Drüsenköpfchen von L.solenifera besitzen ein
Mittelsäulchen, welches aus zwei bis drei in Richtung der Längsachse
gestreckten Zellen besteht, während bei den andern zwei Arten die
pallisadenartig gestreckten Zellen in einem Punkte oder einer Linie
zusammenstossen.
I. Secrio LEANDRARIA.
L. amplexicaulis DC.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z. : obers. pallisadenartig gestreckt mit geradl. Seitenrändern und
sehr dicker, weisslich-gelatinös aussehender Aussenwand ; auch die
Innenwand stark verdickt ; unters. mit wellig gebogenen Seitenrändern.
— Spô. : gross. — Btthb.: bifazial, P.-G. einschichtig ; Sch.-G’zellen ziem-
lich dickwandig. — Ox.-K.: beiders. subepidermal und im Nervenbegltpar.
häufig kleinere Drüsen. — Nerven : Wandungen des Begltpar. sehr stark
gequollen, weisslich-gelatinös. — Trich. : beiders. kurze kegelförmige
Zotten aus stark sklerosierten Prosenchymzellen ; beiders. zahlreiche
Aussendrüsen mit wenigzelligem, ovalem Köpfchem.
L. umbellata DC.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z. : obers. polygonal mit schwach verdickten Aussen- und Innen-
membranen, unters. mit wellig gebogenen Rändern. — Spö.: ziemlich
gross. — Bith.: bifazial ; P.-G. einschichtig. — Ox.-K.: häufig kleinere
Drusen. — Nerven : Beglipar. collenchymatisch verdickt. — Trich.: bei-
ders. häufig kürzere, sklerenchymatische Zotten, obers. auf kugelför-
migen Erhebungen des Blattes; ziemlich oft mit grossem, kräfligem
Drüsenköpfchen aus stark pallisadenartig gestreckten Zellen. Beiders.
zahlreiche gebogene Aussendrüsen mit sehr kleinem, längsgeteillem
Drüsenköpfchen.
Kl MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
L. sericea DC.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z.: obers. mit geradl. Seitenrändern und schwach verdickten
Aussen- und Innenmembranen, unters. mit schwach gebogenen Seiten-
rändern. — Spö.: ziemlich gross. — Bittb.: bifazial; P.-G. ein- bis zwei-
schichtig. — Ox.-K.: häufig kleinere Drusen. — Nerven: Beglipar. sub-
epidermal collenchymatisch verdickt. — Trich.: unters. dichter Filz von
schlanken, sklerenchymatischen Zotien ; obers. zahlreiche kleine, kegel-
förmige Erhebungen des Blattes mit einer kurzen grannenartigen Zotte
gekrönt. Beiders. häufig Aussendrüsen mit kleinem, längsgeteiltem
Köpfchen.
L. scabra DC.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z.: obers. mit geradl. Seitenrändern ; die der Oberfläche parallelen
Wandungen, besonders Innenwand stark gequollen, weisslich-gelatinös ;
unters. mit geradl. oder schwach gebogenen Zellrändern. — Spö.: ziem-
lich klein. — Btib. : bifazial ; P.-G. zweischichtig; Sch.-Gzellen verdickt.
— Ox.-K. : häufig grössere oder kleinere Drusen, auch im Bast ; bei den
subepidermal gelegenen Drusenzellen ist der dem Mesophyll zugekehrte
Teil der Wandungen stark gequollen. — Nerven : häufig sehr stark
sklerosierte, langgestreckte Stabzellen ; Beglipar. collenchymatisch ver-
dickt. — Trich.: beiders. in grosser Zahl kurze, sklerenchymatische
Zotten von annähernd kegelförmiger Gestalt, mit schwach hakig gebo-
gener, grannenartiger Spitze; beiders. häufig Aussendrüsen mit kleinem
längsgeteiltem Drüsenköpfchen.
II. Secrio NIANGA.
L. xantholasia Cogn,
Martius, Brasilien.
Ep.-Z.: obers. polygonal, unters. mit schwach wellig gebogenen Seiten-
rändern ; obers. mit verdickter Aussenmembran. — Spö.: ziemlich
RAN. 2 >
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 45
gross. — Bttb. bifazial ; P.-G. zweischichtig, Sch.-G’zellen schwach ver-
dickt. — Ox.-K.: in Beziehung zur beiderseitigen Epidermis zahlreiche,
ziemlich grosse Drusen, seltener an der Grenze von P.-G. und Sch.-G.
— Nerven : Zellwände des Begleitparenchyms stark collenchymatisch
verdickt. — Trich. : beiders. zerstreut lange, sklerenchymatische Zotten ;
unters. an den Nerven Sternhaare mit mehreren, nicht sehr langen,
dickwandigen Strahlenzellen, deren eine fast immer zu einem länglich-
ovalen Drüsenkôpfchen umgebildet ist. Nicht oft Aussendrüsen mit
kleinerem Drüsenköpfchen. Zwischen Stern- und Drüsenhaar Ueber-
gangsformen.
L. Nianga Cogn.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. mit schwach gebogenen Seitenrändern, unters. über
den Nerven Aussen- und Innenwand sehr stark verdickt. — Bith. : bifa-
zial; P.-G. zwei- bis dreischichtig, Sch.-G’zellen sehr dickwandig. —
Ox.-K.: sehr zahlreich beiders. subepidermal sehr kleine Drusen. —
Nerven : Begltpar. schwach collenchymatisch verdickt. — Trich.: beiders.
zahlreiche, lange, sklerenchymatische Zotten. Unters. ausserdem an den
grösseren Nerven Sternhaare wie vorige Art. Seltener beiders. Aussen-
drüsen wie vorige Art.
L. longibarbis Cogn.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. polygonal mit sehr stark gequollenen, weisslich-
gelalinös aussehenden Aussenmembranen, unters. besonders über den
Nerven; obers. schwach pallisadenartig gestreckt mit schwach verdickter
Innenmembran. — Spö.: ziemlich gross. — Bitb.: bifazial; P.-G. drei-
schichtig. — Ox.-K.: spärlich subepidermal, häufig im Sch.-G. und
Beglipar. kleinere bis grössere Drusen. — Nerven: Begltpar. stark col-
lenchymausch verdickt. — Trich. : obers. spärlich, unters. häufig nicht
sehr lange sklerenchymatische Zotten. Beiders. Aussendrüsen mit
ovalem, mehrzelligem Drüsenköpfchen und papillen- bis fingerförmigen
Strahlenzellen an der Biegungsstelle.
46 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
III. Secrio CARASSANÆ.
L. purpurascens Cogn.
Pohl, Brasilien.
Ep.-Z.: obers. ziemlich kleinlumig mit schwach verdickter Innen-
membran und geradl. oder schwach gebogenen Seitenrändern, unters.
mit stark wellig gebogenen Seitenrändern und über den Nerven mit
siark verdickten Aussenmembranen. — Spö.: gross. — Bitb. : bifazial ;
Sch.-Gzellen schwach verdickt. — Ox.-K.: subepidermal, in sehr stark
zwischen die Epidermiszellen sich einschiebenden, kugligen Zellen
mittelgrosse Drusen; dann solche in geringerer Zahl im Beglipar. der
Nerven. — Nerven: Begltpar. subepidermal collenchymatisch verdickt. —
Trich. : beiders. zahlreiche, sklerenchymatische Zotten. An den unter-
seitigen Zotten treten die Zellenden in Gestalt spitzer. dickwandiger,
wagrecht abstehender Papillen hervor. Ausserdem unterseils an den
Nerven (Sternhaare) mit zahlreichen, dickwandigen Strahlenzellen,
deren eine häufig zu einem mehrzelligen Drüsenköpfchen umgebildet
ist. Beiders. gebogene Aussendrüsen mit mehrzelligem, ovalem Köpfchen.
L. Carassana Cogn.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z.: beiders. mit geradl. oder schwach gebogenen Zellrändern,
Cuticula obers. geradlinig gestreift. — Bttb.: bifazial ; P.-G. zweischichtig.
-— Ox.-K.: wie vorige Art, Drusen grösser. — Nerven: Beglipar. sub-
epidermal stark collenchymatisch verdickt. — Trich.: beiders., besonders
unters. zahlreiche sklerenchymatische Zotten ; obers. mit horizontal ver-
ankertem Zottenfuss. Unters. infolge mehr oder minder starker Los-
lösung der Zellen Zotten von stacheligem, hirschhorn- oder sternartigem
Aussehen. Häufig Aussendrüsen mit länglichem, durch eine Längswand
zweigeleiltem Köpfchen.
L. erostrata Cogn.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z.: beiders. polygonal mit stark gequollenen Aussenwandungen ;
obers. pallisadenartig gestreckt und manchmal durch eine Querwand
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 47
zwWeigeteilt. — Spô. : gross. — Bttb.: subcentrisch (a). — Ox.-K. : sub-
epidermal und im Begltpar. der Nerven nicht oft ziemlich grosse Drusen,
— Nerven: Zellen des Begleitparenchyms subepidermal sehr stark
collenchymatisch verdickt; Venen mit deutlicher Parenchymscheide. —
Trich.: beiders. zahlreiche, sklerenchymatische Zolten; obers. mit
schwach innerlicher Verankerung, unters. von stacheligem Aussehen ;
ausserdem unters. zahlreiche, niedrig geslielte Sternhaare mit vielen,
kurzen, dickwandigen Strahlenzellen, deren eine häufig zu einer mehr-
zelligen Drüse umgebildet ist. Selten beiders. Aussendrüsen mit mehr-
zelligem, ovalem Drüsenköpfchen.
IV. Secrio OXYMERIS.
L. quinquedentata Cogn.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. polygonal mit verdickten Aussen- und Innenmem-
branen. — Spö.: Cuticula der Nachbz. mäandrisch gestreift. — Hyp.:
obers. ein einschichtiges, ziemlich kleinzelliges Hypoderm. — Bith.:
bifazial ; P.-G. zwei bis dreischichtig, Sch.-G’zellen sehr dickwandig. —
Ox.-K.: subepidermal, in grossen, dickwandigen Kugelzellen, mittelgrosse
Drusen. — Nerven: Begltpar. stark collenchymatisch verdickt; dick-
wandige Stabzellen. — Trich. : Deckhaare nicht beobachtet. Beiders.
zahlreiche Aussendrüsen mit grossem Drüsenköpfchen von länglich herz-
förmiger Gestalt, das aus regelmässig in einer Schichte angeordneten
Zellen besteht und in rechtwinkliger Biegung einem kurzen, zweizell-
reihigen Stielchen ansitzt. Inhalt harzig.
L. acutiflora Cogn.
Pohl, Brasilien.
Ep.-Z.: beiders. ziemlich grosslumig mit geradl. Seitenrändern und
verdickiten Aussenwandungen ; Seitenwandungen mancher Zellen ge-
tüpfell. — Spô.: zu grösseren Gruppen vereinigt. — Bttb.: bifazial ;
P.-G.: dreischichtig, Sch.-G’zellen sehr dickwandig, grosse Intercellu-
laren zwischen sich lassend. — Ox.-K.: subepidermal, häufig ziemlich
kleine Drusen in grossen, kugeligen Zellen und in der Nähe der Nerven.
— Nerven : Oft dickwandige Stabzellen mit einer seitlichen kurzen
L8 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
Aussackung in das collenchymatische Begltpar. — Trich. : Deckhaare
nicht beobachtet. Häufig beiders. Aussendrüsen mit herzförmigen Drusen-
köpfchen (Fig. 25). Inhalt harziger Natur.
L. gracilis Cogn.
Riedel, Brasilien.
Ep.-Z.: oberseits. mit geradl., unters. mit schwach gebogenen Seiten-
rändern. — Bitb.: bifazial; P.-G. zwei- bis dreischichtig. — Ox.-K.:
kleine Drüsen öfter im Mesophyll. — Nerven : Sämtliche Nerven gehen
nach beiden Blattseiten durch, beiders. seichte Furchen erzeugend. —
Trich.: An den Hauptnerven kurze prosenchymatische Zotten und nie-
dre Sternhaare mit kurzen Strahlenzotten, deren eine vielfach zu einem
mehrzelligen Drüsenköpfehen umgebildet ist. Beiders. zahlreiche knie-
förmig gebogene Aussendrüsen mit grösserem oder kleinerem, zungen-
förmigem Drüsenköpfchen, dessen harziger Inhalt noch deutlich sichtbar
ist. Am Knie öfter ein oder zwei fingerförmige Strahlenzellen.
V. Secrio CHÆTODON.
L. cuspidata Cogn.
Spruce, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. polygonal mit stark verdickter Aussenmembran und
grob gestreifter Cuticula. — Bttb.: subcentrisch (b); die beiders. unter
der Epidermis gelegene Schichten mit bräunlichem Inhalt. — Ox.-K.:
nicht oft ziemlich kleine Drusen. — Nerven: die kleineren eingebettet;
die grösseren gehen mit dickwandigem Collenchym nach der Unterseite
durch, ohne vorzuspringen. — Trich.: Beiders. Sternhaare mit vielen
kurzen, ziemlich dickwandigen Strahlenzellen, deren eine häufig zu
einem länglichen, mehrzelligen Drüsenköpfchen umgebildet ist. Selten
Aussendrüsen mit länglichem Drüsenkôpfchen und mehreren papillen-
artigen Strahlenzellen an der Biegungsstelle.
L. chætodon Cogn.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z.: beiders. ziemlich grosslumig mit wellig gebogenen Seiten-
rändern. — Bitb.: bifazial; P.-G. ein- bis zweischichtig aus kegelförmigen
LT y te
BE:
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 49
Zellen. — Ox.-K.: ziemlich oft kleinere Drusen im Begltpar. der Nerven.
— Nerven: Begltpar. unters. subepidermal collenchymatisch verdickt ;
obers. subepidermal über den grösseren Nerven mehrere dickwandige
Zellen. — Trich. : Deckhaare nicht beobachtet. Nicht oft Aussendrüsen
mit mehrzelligem, länglich-ovalem Drüsenköpfchen.
L. dendroides Cogn. var. ß. parvifolia Cogn.
Martu nerb. florac. Brasil. n. 934.
Ep.-Z.: beiders. polygonal; obers. Aussenmembranen verdickt und
zum grössten Teil der Dicke cuticularisiert. — Spö.: ziemlich klein. —
Hyp.: obers. einschichtig, grosszellig, mit sehr stark gequollenen, weiss-
gelatinös aussehenden Wandungen. — Btib.: bifazial; P.-G. zwei- bis
dreischichtig. — Ox.-K.: subepidermal, in sehr grossen dickwandigen
Zellen entsprechende Drusen, häufig kleinere im Sch.-G. und Begltpar.,
dessen Zellen sehr stark gequollene Wandungen besitzen. — Trich.:
beiders. sklerenchymatische Zotten, obers. steif, kurz-kegelförmig, unters.
schlank eine dichte Behaarung erzeugend ; ziemlich häufig Aussendrüsen
mit ziemlich grossem, mehrzelligem Drüsenköpfchen von rundlicher
Gestalt; Inhalt harzig.
VI. Seerıo SECUNDIFLORÆ.
L. solenifera Cogn.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z.: obers. polygonal, starkwandig, sehr grosslumig mit stumpf
xegelförmig vorgewölbler Aussenmembran, Seitenwandungen getüpfelt,
unters. relativ grosslumig, mit sehr stark wellig gebogenen Seiten-
rändern. — Spö.: meist von einer Nachbz. umgeben. — Bttb.: bifazial. —
Ox.-K.: häufig kleinste Drusen, Enden der Einzelindividuen sehr spitz. —
Nerven: Zellen des Begltpar. weitlumig. — Trich. : beiders. zahlreiche,
im allgemeinen kurze Zotten aus prosenchymatischen, durch dünne
Querwände gekammerten Zellen bestehend. Die längeren tragen am
Ende ein ziemlich grosses, ellipsoidisches Drüsenköpfchen, welches zum
grössten Teile aus pallisadenartig gestreckten Zellen besteht. Beiders.
häufig Aussendrüsen mit kleinem, mehrzelligem Köpfchen.
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. L
50 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
L. heterobasis Cogn.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. zıemlich weitlumig, obers. mit geradl. oder schwach
gebogenen, unters. mit wellig gebogenen Seitenrändern und (über den
Nerven) mit sehr stark verdickten Aussenwandungen. — Spö.: vielfach
nur von einer Nachbz. umgeben. — Btth.: bifazial ; P.-G. ein- bis zwei-
schichtig, Zellen kegelförmig. — Ox.-K.: sehr kleine Drusen im Meso-
phyll. — Nerven: Begltpar. subepidermal stark collenchymatisch verdickt.
— Trich.: unters. an den Nerven ziemlich kurze, prosenchymatische
Zotten, deren Enden häufig mit einem ellipsoidischen Drüsenkôpfchen
gekrönt sind, das aus pallisadenartig gestreckten Zellen besteht. Beiders.
zahlreiche Aussendrüsen mit grossem, zungenförmigem Drüsenköpfchen,
dessen harziger Inhalt deutlich sichtbar ist.
VII. Secrio TSCHUDIA.
L. inæquifolia Cogn.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z : obers. mit verdickter Aussenwand und schwach gebogenen
Zellrändern, unters. mit wellig gebogenen und über Nerven mit stark
gequollener Aussen- und Innenwand. — Bitb. : bifazial ; P.-G. aus kurz-
kegelförmigen Zellen. — Ox.-K.: ziemlich oft kleinste Drusen. — Ner-
ven : Begltpar subepidermal dickwandig. — Trich.: An den Nerven
ziemlich lange, prosenchymatische Zotten, die am Ende ziemlich oft ein
ellipsoidisches Drüsenköpfchen tragen. Beiders. häufig Aussendrüsen
mit zungenförmigem Drüsenköpfchen, dessen harziger Inhalt gut erhalten
ist. An der Biegungsstelle fast immer mit einer oder mehreren finger-
förmigen Strahlenzellen. An den Hauptnerven ziemlich lange, mehr-
zellreihige Zotten aus parenchymatischen Zellen ; gegen das Ende zu
heben sich die Zellen entweder papillös ab oder lösen sich vollständig
in Gestalt von längeren Strahlenzellen los; eine der letzteren häufig zu
einem zungenförmigenDrüsen köpfchen mit harzigem Inhalt umgebildet.
L. pulverulenta Cogn.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. kleinlumig und polygonal; obers. mit ausserordentlich
stark verdickten, milchweiss-gelatinös aussehenden Aussenmembranen ;
MICHAEL GOTISCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 51
Cuticula beiders. mäandrisch grob gestreift. — Spö.: sehr zahlreich. —
Bttb.: bifazial; P.-G. dreischichtig, Sch.-G’zellen dickwandig. — Ox.-K.:
an der Grenze zwischen P.-G. und Sch.-G. nicht oft mittelgrosse bis
kleine Drusen. — Nerven: Bgltpar. sehr dickwandig, zahlreiche, sehr’
dickwandige Stabzellen, obers. sehr dickwandige Zellen. — Trich.
beiders. zahlreiche, niedrig gestielte Sternhaare mit vielen dickwan-
digen Strahlenzellen, deren eine vielfach zu einem zungenförmigen
Drüsenkôpfchen umgebildet ist; selten ohne Strahlenzellen am Knie;
Inhalt harzig.
Conostegia.
Von den 34 Arten, welche Cogniaux in seiner Monographie angiebt,
lagen im Münchener Herbar 9 zur Untersuchung vor.
Die Epidermiszellen erscheinen in der Flächenansicht beiderseits
meist als kleine Polygone; nur bei den unterseitigen Epidermiszellen
von C. procera und subhirsuta sind die Seitenränder schwach gekrümmt.
Eine auffallende Verdickung der Zellwandungen ist, C. calyptrata aus-
genommen, nirgends vorhanden. Bei C. suberustulata, viridis und Xala-
pensis ist die oberseitige Epidermis papillös ausgebildet.
Spaltöffnungen kommen nur unterseits vor. Dieselben sind meist
klein und von zwei quer zum Spalte oder mehreren (drei bis vier) un-
regelmässig orientierten Nachbarzellen umgeben ; sind nur drei vor-
handen, so umschliesst stets eine den grössten Teil des Schliesszellen-
paares ; sellener umfasst eine Zelle fast die ganze Spaltöffnung.
Beinahe bei allen Arten beobachtet man ein grosszelliges, ein- bis
mehrschichtiges Hypoderm, das entweder ununterbrochen oder nur über
den Nerven entwickelt ist; gar nicht vorhanden ist es bei C. suberu-
stulata und speciosa.
Der Blattbau ist durchwegs bifazial; das Pallisadengewebe erscheint
ein- bis mehrschichtig, das Schwammgewebe, dessen rundliche Zellen
vielfach schwach verdickte Wandungen besitzen, geschichtet und ziem-
lich dicht.
Oxalsaurer Kalk in Form von grossen bis kleinen Drusen — die grös-
seren immer in der oberen Hälfte des Blattquerschnittes — ist bei allen
Arten. wenn auch in verschiedener Menge, im Mesophyll und Begleit-
parenchym der Nerven vorhanden. In auffälliger Beziehung zu den
beiderseitigen Epidermiszellen stehen die Drusen von C. calyptrata,
52 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER,
Cooper: und J. Donnell-Smithit und erzeugen ebenso, wie diejenigen von
C. speciosa, subcrustulata und viridis im durchfallenden Lichte durch-
sichtige Pünktchen.
Die kleinen Nerven sind fast immer eingebettet und von einer deut-
lichen Parenchymscheide umgeben. Die grösseren springen unterseits
mehr oder minder stark vor und führen im Begleitparenchym, das mit
Ausnahme von C. J. Donnell-Smithi und procera meist nur schwach
collenchymatisch verdickt ist, häufig zahlreiche Stabzellen. Die Stab-
zellen von C. subhirsuta sind deshalb besonders hier anzuführen, weil
der dem Bastteil abgekehrte Teil der Zellwand keine Verdickung und
keine Wölbung aufweist, sondern wie eine dünne Membran gerade über
das rinnenförmige Lumen der Zellen gespannt erscheint.
Trichome kommen bei allen Arten vor und sind vielfach schon dem
blossen Auge sichtbar. Die Deckhaare, welche den Arten C. calyptrata,
J. Donnell-Smithn und procera gänzlich fehlen, treten entweder in
Form gestielter Stern- und Büschelhaare bezw. Kandelaberhaare, oder in
Gestalt unverzweigter, mehrzellreihiger Haare sog. Zotien auf. Letztere
kommen an beiden Blatiseiten vor und bestehen aus langgestreckten,
verhältnismässig schwachwandigen Prosenchymzellen, die durch dünne
Querwände zwei- bezw. dreigeteilt und meist mit einem grünlich-gelben
Inhalt erfüllt sind ; manchmal beobachtet man eine papillöse Loslösung
der peripherischen Zellenden (C. subcrustulata und viridis). Fast bei
allen Arten finden wir geslielte Sternhaare, die manchmal auch ein
blattrosettenartiges Aussehen besitzen, mit wenigen, ziemlich dickwan-
digen und weitlumigen Strahlenzellen ; diese sind bei den einzelnen
Arten sehr verschieden lang und meist parallel zur Blattfläche, selten
nach allen Seiten gerichtet. Das Stielchen besteht aus zwei Reihen von
Parenchymzellen mit verkorkten Wandungen. Die gestielten Stern-
bezw. Büschelhaare gehen mitunter auch in hohe Kandelaberhaare über,
deren Strahlenzellen entweder wie bei C. Xalapensis der Blattfläche
parallel lagern und in dicht übereinanderliegenden Quirlen entspringen
oder wie bei C. viridis ziemlich steil aufgerichtet sind und unregelmässig
entspringen. Interessant ist die Weiterbildung der gestielten Sternhaare
an der Blattunterseite von C. subhirsuta zu hohen, schwach baumartig
verzweigten Zotten, die aus zwei oder mehreren Reihen parenchyma-
tischer Zellen bestehen. An der Blattunterseite von C. speciosa finden
wir neben niederen Sternhaaren zahlreiche, sehr hohe Sternzotten mit
vielzellreihigem, aus prosenchymatischen Zellen bestehendem Stiele
und langen an der Basis von Tüpfeln durchbrochenen, dickwandigen
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 53
Strahlenzellen, deren Lumen durch mehrere dünne Querwände gekam-
mert ist. Unterhalb der sternartigen Krone lösen sich die Randzellen
des Stieles sehr stark papillös ab.
Aussendrüsen kommen bei allen Arten, auf beiden Blattseiten und
meist auch ziemlich häufig vor. Dieselben sind mehr oder minder deut-
lich knieförmig von einem kurzen, zweizellreihigen Stiele, dessen Zellen
verkorkte Wandungen besitzen, abgebogen und mit einem mehrzelligen,
grösseren. keulenartig, länglich-oval bis einschichtig-flächenartig (Fig.
26) entwickelten Drüsenköpfchen versehen. Hin und wieder finden wir
am Knie eine oder mehrere kürzere bis längere Strahlenzellen,
Sehr häufig ist innerhalb dieser Gattung die Verbindung von Aussen-
drüse und Deckhaar, indem meist eine Strahlenzelle an den Stern-, Bü-
schel und Kandelaberhaaren zu einer Aussendrüse umgebildet ist (Fig. 12).
C. procera D. Don.
Wullschlägel n. 1388, Jamaica.
Ep.-Z. : oberseits mit geradl., unterseits mit sehr schwach gebogenen
Seitenrändern. Cuticula obers. geradl. gestreift. — Spö.: klein. — Hyp.
zwei- bis dreischichtig, grosslumig, die der Blattfläche parallelen Zellen-
wände stark verdickt. — Btib.: bifazial ; P.-G. einschichtig, Sch.-G’zellen
dickwandig. — Ox.-K.: häufig mittelgrosse Drusen im P.-G., kleine,
zahlreich im Sch.-G. und Begltpar. der Nerven. — Nerven : Begltpar.
stark collenchymatisch verdickt, die kleinen von einer deutlichen Schutz-
scheide umgeben. — Trich. : häufig Aussendrüsen mit grossem, schei-
benartig entwickeltem Drüsenköpfchen (Fig. 26); Deckhaare nicht
vorhanden.
C. J. Donnell-Smithii Cogn.
John Donnell-Smith n. 5741, Guatemala.
Gleicht im wesentlichen C. procera. Nur Hyp. einschichtig. P.-G. zwei-
schichtig; nicht sehr häufig Drusen von oxalsaurem Kalk ; im Begltpar.
der grösseren Nerven vereinzelt Stabzellen.
C. calyptrata D. Don.
Eggers n. 621, Dominica.
Ep.-Z. : beiders. mit geradl. Seitenrändern. — Spö.: klein. — Bith.:
bifazial; P.-G. einschichtig, Sch.-Gzellen dickwandig. — Hyp.: nur über
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54 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
den grossen Nerven. — Ox.-K.: in Beziehung zu den beiderseitigen
Epidermisschichten, teilweise in sie eindringend, zahlreiche, mittel-
grosse bis kleine Drusen. — Nerven : im Begltpar. zahlreiche Stab-
zellen ; die kleinen besitzen eine deutliche Schutzscheide. — Trich.:
beiders. viele Aussendrüsen mit grossem, scheibenartigem Köpfchen ;
keine Deckhaare.
C. Cooperi Cogn.
John Donnell-Smith n. 5740, Guatemala.
Ep.-Z. : beiders. mit geradl. Seitenrändern. — Spö.: klein. — Bub. :
bifazial ; P.-G. einschichtig, Sch.-G’zellen dickwandig. — Hyp.: nur über
den grossen Nerven. — Ox.-K. : die in grosser Zahl vorhandenen Drusen
stehen in auffälliger Beziehung zu den beiderseitigen Epidermisschichten.
Obers. ist der dem P.-G. zugekehrte Teil der Drusenzellenwand sehr
stark verdickt. — Nerven : die grossen führen im Begltpar. viele Stab-
zellen. — Trich. : unters. häufig Sternhaare mit längeren oder kürzeren
Strahlenzellen, deren ziemlich dicke Wandungen an der Basis von
Tüpfeln durchbrochen sind ; ausserdem beiders. Aussendrüsen mit nicht
sehr grossem, scheibenförmigem Köpfchen an kürzerem Halse, dessen
Zellen verkorkte Wände besitzen. Häufig in Combination mit Sternhaaren.
C. subcrustulata Tr.
Wagner, Panama.
Ep.-Z. : obers. mit geradl. Seitenrändern und dünnwandigen Papillen,
unters. mit schwach gekrümmten Zellrändern. — Spö.: relativ. gross. —
Bttb. : bifazial ; P.-G. einschichlig, Zellen langgliedrig und stark hori-
zontal gefältelt. — Ox.-K. : grosse Drusen häufig im P.-G., kleinere ver-
einzelt im Sch.-G. und häufig im Begltpar, der Nerven. — Nerven. :
die grösseren springen unters. stark vor. — Trich. : unters. häufig,
besonders an den Nerven Sternhaare; obers. zahlreiche, kräftig ent-
wickelte, mehrzellreihige prosenchymatische Zotten, deren peripherische
Zellenden sich gegen das Ende zu sehr stark papillös abheben. Beiders.
zahlreiche Aussendrüsen mit schwach scheibenartig oder länglich-oval
entwickeltem Köpfchen; an der Biegungsstelle ‚häufig eine kurze oder
lange Strahlenzelle. Nicht selten in Combination.
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 3%)
CG. viridis Cogn. (in Bot. Gaz. 1895, Seite 286).
John Donnell-Smith n. 2650, Guatemala.
Ep.-Z. : beiders. mit geradl. Seitenrändern, obers. mit ziemlich dünn-
wandigen Papillen. — Spö. : ziemlich gross. — Hyp.: grosszellig nur
über den Nerven an Stelle einer P.-G. schichte. — Btth.: bifazial; P.-G.
zweischichtig. — Ox.-K. : häufig subepidermal grosse Drusen, klei-
nere zahlreich im Begltpar. der Nerven. — Nerven: springen unters. sehr
stark vor. — Trich. : obers. häufig niedere Sternhaare von blattrosetlen-
artigem Aussehen mit kurzen, sehr weitlumigen und dünnwandigen
Strahlenzellen. Unters. niedere Büschelhaare mit kurzen, ziemlich steil
aufgerichleten Sirahlenzellen; diese gehen in kandelaberartige Zotten
mit sehr vielen, ziemlich langen und dickwandigen, an der Basis
getüpfelten Strahlenzellen über. Der mehr oder minder hohe Stiel
besteht aus zwei oder mehreren Reihen parenchymatischer Zellen,
deren Wände verkorkt sind. Für Uebergangsformen ist besonders be-
zeichend, dass die Zotten zum grössten Teil aus kurzen, dünnwandigen,
mehr etagenartig angeordneten Strahlenzellen bestehen, während am
Ende zwei oder drei sehr lange und dickwandige Strahlenzellen sitzen
(Fig. 12). Nicht selten ist das Ende einer Strahlenzelle zu einer Aussen-
drüse mit kleinem, mehrzelligem Köpfchen umgebildet. Obers. pro-
senchymatische Zotten mit schwacher, papillöser Loslösung der peri-
pherischen Zellenden. Beiderseits knieförmig ‚gebogene Aussendrüsen
mit ziemlich grossem, ovalem Köpfchen — öfter eine oder zwei kurze
Strahlenzellen am Knie — sind nicht selten.
C. Xalapensis D. Don.
Pringle n. 3976, Mexico.
Ep.-Z. : beiders. mit geradl. Seitenrändern, obers. mit fingerformigen,
ziemlich starkwandigen Papillen. — Spö. : stark über die Blattfläche
emporgehoben. — Hyp. : eirschichlig, über Nerven zwei- his drei-
schichtig, grosszellig mit getüpfellen Seitenwandungen. — Bith.: bifazial;
P. G. zwei- bis dreischichtig, Sch.-G. sehr schwach entwickelt. — Ox.-K.:
häufig grosse Drusen im P.-G., in Nähe der Nerven auch im Hyp., klei-
nere im Begltpar. der Nerven. — Nerven : die kleinen mit deutlicher
Schutzscheide. — Trich. : unters. ein weicher Filz aus kurz gestielten
56 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Sternhaaren mil zahlreichen, nach allen Seiten gerichteten, langen und
dünnwandigen Strahlenzellen, die mit ihren basalen Abschnitten ein
deutliches Köpfchen bilden. Die Sternhaare gehen in Kandelaberhaare
mit langen, der Blattfläche parallel gelagerten Strahlenzellen über,
welche in fünf bis sechs, dicht übereinanderliegenden Quirlen ange-
ordnet sind. Spärlich blattrosetienartig aussehende Sternhaare mit sehr
dünnwandigen Strahlenzellen, häufig Aussendrüsen mit rundlichem
Köpfchen an langem, einzellreihigem Halse.
C. subhirsuta DC.
Sieber n. 1191, Martinique.
Ep.-Z. : beiders. mit geradl. oder schwach undulierten Seitenrändern.
Cuticula unters. fein wellig gestreift. — Spö.: ziemlich klein. — Hyp.:
einschichtig, über Nerven mehrschichtig ; die der Blattfläche parallelen
Wände ziemlich dick. — Bttb.: bifazial ; P.-G. zweischichtig, Zellen kurz-
gliedrig. — Ox.-K.: grössere oder kleinere Drusen ziemlich häufig im
Mesophyll una Bgltpar. der Nerven. — Nerven: die grossen springen
ausserordentlich stark vor und führen im Begltpar. zahlreiche Stabzellen,
bei welchen häufig die dem Basti abgekehrie Wand nicht verdickt und
gerade über das rinnenförmige Lumen gespannt ist. — Trich.: an den
Hauptnerven unters. niedrig gestielte Sternhaare mit vielen weitlumigen,
schwachwandigen Strahlenzellen. Dieselben stehen durch, allerdings
nur selten zu beobachtende, Uebergangsformen in Verbindung mit lan-
gen, parenchymatischen Zotten mit schwach angedeuteter baumartiger
Verzweigung. Sowohl an den letztgenannten Zotten wie an den Stern-
haaren ist häufig eine Strahlenzelle zu einer Aussendrüse mit ziemlich
grossem, keulenförmig bis schwach flächenförmig gestaltetem Drüsen-
köpfchen umgebildet. Obers. in den Venenmaschen kräftig entwickelte,
einfache Zotten aus prosenchymatischen Zellen. Unters. zahlreiche Aus-
sendrüsen mit kleinem, schwach flächenartig bis keulenförmig ent-
wickeltem Köpfchen an kurzem Halse, dessen Zellen verkorkte Wände
besitzen.
C. speciosa Naud.
Wagner, Panama.
Ep.-Z. : mit geradl. Seitenrändern. — Spö.: ziemlich klein. — Bitb.:
bifazial; P.-G. zweischichtig, Sch.-G. sehr schwach entwickelt. — Ox.-K.:
DA
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 7
häufig grosse Drusen subepidermal, ausserdem etwas kleinere reichlich
im Sch.-G. und Bglipar. der Nerven. — Nerven: springen unters. stark
vor, Bgltpar. weitlumig und dünnwandig. — Trich.: beiders. — obers.
in den Venenmaschen, unters. nur an den Nerven — zahlreiche, ein-
fache Zotten aus ziemlich dickwandigen, langgestreckten Prosenchym-
zellen. Auffallend ist die Groslumigkeit der am Zottenfusse befindlichen,
mehr parenchymatischen und getüpfelten Zellen. Unters. haben sich die
Zellen des Zottenendes ihrer ganzen Länge nach losgelöst, sternartig
angeordnet und vollkommen den Charakter von Strahlenzellen ange-
nommen. Sie sind dickwandiger als die Prosenchymzellen des Zotten-
körpers — im basalen Abschnitte mit Tüpfeln versehen — zeigen aber
noch, wie jene, die Kammerung durch dünne Querwände. Aussendrüsen
knieförmig gebogeu mit sehr schwach keulenförmig verdicktem Köpf-
chen an langem, einzellreihigem Halse sitzend und ab und zu mit einer
oder zwei kurzen Strahlenzellen an der Biegungsstelle. Häufig findet
man an den prosenchymatischen Sternzotten eine Strahlenzelle zu einer
keulenförmigen, mehrzelligen Aussendrüse umgebildel.
Charianthus.
Die vier von den acht in Cogniaux’s Monographie angegebenen Arten
zeichnen sich durch eine auffallende Aehnlichkeit des Janatomischen
Baues aus. Dieselben sind durch die vielköpfigen Drüsenhaare scharf
charakterisiert.
Die beiderseitigen Epidermiszellen, deren Aussenwandungen oberseits
ziemlich stark verdickt und zum Teil der ganzen Dicke nach cuticula-
risiert sind, erscheinen in der Flächenansicht bei Ch. corymbosus und
longifolius als mittelgrosse, bei Ch. coccineus als kleine und bei Ch.
nodosus als sehr kleine Polygone. Die Cuticula der Blattoberseite von
Ch. longifolius und die Blattunterseite von Ch. corymbosus und longifolius
ist fein gestreift.
Spaltöffnungen treten nur unterseits auf; sie sind ziemlich klein und
von mehreren (3 bis 6), unregelmässig orientierten, selten von zwei
quer zum Spalte gestellten Nachbarzellen, vereinzelt auch fast nur von
einer Nachbarzelle umgeben.
Bei sämtlichen Arten ist ein durchgehendes Hypoderm, aus zwei bis
drei (bei Ch. coccineus aus drei bis vier) Schichten grosslumiger, dick-
wandiger Zellen bestehend, zu beobachten.
58 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
Der Blattbau ist durchwegs bifazial. Das Pallisadengewebe besteht aus
kurzgliedrigen Zellen, die bei Ch. coccineus und corymbosus in zwei bis
drei Schichten angeordnet sind; dasjenige von Ch. nodosus ist drei- bis
vierschichtig und die Zellen sind besonders dadurch ausgezeichnet, dass
sie häufig durch eine oder zwei Querwände geteilt sind ; bei Ch. longi-
folius sind die Pallisadengewebezellen sehr englumig und einschichlig
angeordnet. Die Zellen des siets gut entwickelten, ziemlich dichten
Schwammgewebes zeigen bei allen Arten eine deutliche Schichtung,
sowie bei Ch. corymbosus und nodosus schwach verdickte Wandungen.
Im Hypoderm, Mesophyll und Begleitparenchym der Nerven stossen
wir häufig auf ziemlich grosse kuglige Zellen, die mit entsprechenden
Drusen von oxalsaurem Kalk erfüllt sind.
Sämtliche Nerven und Venen erscheinen eingebettet und gehen mit
dickwandigem Collenchym nach beiden Blattseiten durch.
Sehr bezeichnend für die vier untersuchten Arten sind die Büschel-
haare mit zahlreichen, nach allen Seiten gerichteten, dünnwandigen
Strahlenzellen, welche mit einem schwer zu bleichenden Inhalt erfüllt
sind, ausserdem die mehrköpfigen Aussendrüsen. Meist findet man beide
in Conbination. Der Stiel ist kurz, vier- oder mehrzellreihig. Besonders
charakterisch ist, dass die Anzahl der Drüsenköpfchen, welche meist
klein und kugelig sind, fast durchwegs der Anzahl der vorhandenen
Stielzellreihen entspricht. Verhältnismässig häufig sind die Büschel-
haare ohne Combination mit Drüsen nur bei Ch. coccineus vorhanden ;
bei Ch. corymbosus treffen wir sie selten, bei Ch. longifolius und nodosus
sogar nur ausnahmsweise. Bei Ch. corymbosus und longifolius herrschen
vierköpfige Drüsen vor, bei Ch. coccineus und nodosus mehr als vier-
köpfig. In den Conbinationsformen lagern die Strahlenzellen parallel
zur Blatifläche.
Am Rande der Blätter von Ch. nodosus beobachtet man kurze, kegel-
förmige, prosenchymatische Randzähne.
Da die Unterschiede der einzeliien Arten schon hinreichend hervor-
gehoben sind, genügt eine Aufzählung der untersuchten Arten:
Ch. coccineus D. Don.
Bertero, Quadeloupe.
Ch. corymbosus Cogn.
Sieber n. 120, Martinique.
TA
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 59
Ch. nodosus Tr.
Sieber n. 113, Martinique.
Ch. longifolius Cogn.
Eggers n. 654, Dominica.
Tetrazygia.
Von den vierzehn Arten, welche Cogniaux für diese Gattung angiebt,
wurden zehn untersucht.
In der Flächenansicht erscheinen die beiderseitigen Epidermiszellen
fast durchweg als kleine bezw. sehr kleine Polygone ; nur unterseits
weisen die Zellränder manchmal eine schwache Krümmung auf. Das
Lumen der Zellen ist im allgemeinen sehr klein. Die oberseitigen Epi-
dermiszellen von T. Stahlù und T. Urbanii sind schwach pallisadenartig
gestreckt, gleichzeitig bemerkt man häufig eine Zweiteilung durch Auf-
treten einer zur Blattfläche parallelen Wand. T. bicolor uud pallens
sind durch papillöse Ausbildung ihrer unterseitigen Epidermiszellen
ausgezeichnet. Die Cuticula erscheint vielfach, besonders an der ober-
seite der Blätter, grob geradlinig gestreift. Bei T. angustifolia, Stahlü
und Urbanii springt sie zwischen den Seitenrändern der oberseitigen
Epidermiszellen ziemlich tief leistenförmig ein.
Spaltöffnungen treten nur unterseits auf. Dieselben sind meist klein,
in grosser Zahl vorhanden und mehr oder minder stark über die Ober-
fläche emporgehoben. In den meisten Fällen finden wir die Schliess-
zellen von mehreren, unregelmässig orientierten, seltener von zwei,
meist dann quer zum Spalte gestellten, oder auch fast nur von einer
einzigen Nachbarzelle umstellt.
Bei der Mehrzahl der Arten ist ein durchgehendes, ein- bis mehr-
schichtiges Hypoderm vorhanden, dessen Zellen bei wechselndem Lumen
meist ziemlich dickwandig sind. Stellenweise und zwar nur über den
Nerven und deren nächsten Umgebung entwickelt, finden wir Hypoderm
bei T. Stahlii und Urbanii.
Der Blattbau ist durchwegs bifazial. Das Pallisadengewebe besteht
aus einer oder mehreren Schichten mässig gestreckter Zellen, das
Schwammgewebe aus ziemlich kleinlumigen Zellen, welche bei T. bicolor
60 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
und pallens, so sie in der Nähe der unterseitigen Epidermis liegen, eme
schwache. pallisadenarlige Streckung aufweisen.
Oxalsaurer Kalk in Form grösserer oder kleiner Drusen tritt bei allen
Arten auf. Besonders hervorzuheben sind die oft sehr grossen Drusen
von T. elæagnoides. Dieselben bestehen nämlich aus sehr grossen, bro-
ckigen Einzelindividuen, welche aller scharfen Kanten bar sind und mit
ihren freien abgerundeten Enden nur sehr wenig hervorragen, so dass
die Drusen radial gestreifien Kugeln mit warziger Oberfläche nicht
unähnlich sehen.
Das Begleitparenchym der unterseits mehr oder minder stark vor-
springenden Nerven ist meist collenchymatisch verdickt und geht bei
T. angustifolia, bicolor, discolor, pallens und villosa auch nach der Blatt-
oberseite durch. Im Begleitparenchym der Nerven von T. kispida treffen
wir zahlreiche Steinzellen einzeln und in Zügen an, vereinzelt bei T.
angustifolia.
Von der ausserordentlichen Häufigkeit der Deckhaare kann man sich
leicht schon mit unbewaffnetem Auge überzeugen, da fast alle Blätter
unterseits mit einem dichten Filz überzogen sind. Lelzterer besteht fast
durchwegs aus gestielten Stern-, Büschel-, Kandelaber- oder Schild-
haaren. Der Stiel ist in der Regel sehr kurz und besteht aus zwei —
bei T. angustifolia und hispida auch aus mehreren — Reihen klein-
lumiger Zellen, deren Wandungen verkorkt sind ; nur bei T. crotomfolia
und elæagnoides weist derselbe eine nennenswerthe Länge auf. Die
Strahlenzellen sind lang und ziemlich weitlumig, meist in grosser Zahl
vorhanden und zeigen keine auffallende Wandverdickung. Die Basalteile
der Strahlenzellen finden wir manchmal von Tüpfeln durchbrochen, wie
bei T.crotonifolia und hispida. Besonders hervorzuheben sind die Schild-
haare von T. bicolor, welche durch manche Uebergangsformen mit den
ebenfalls der Blattunterseite angehörigen gestielten Büschelhaaren ver-
bunden sind. Ueber dem grossen Schilde befinden sich meist noch
mehrere fingerförmige Zellen, welche das sogenannte obere Schülferchen
repräsentieren; die obersten Stielzellen bilden ein unteres Schülferchen.
Mehrzellreihige prosenchymatische Haare (-Zotten) treffen wir nur bei
T. hispida an.
Trichome mit ausschliesslich drüsiger Function sind innerhalb dieser
Gatiung verhältnismässig sehr selien. Mehr oder minder deutlich knie-
förmig von kurzem zweizellreihigem Stiele abgebogene Aussendrüsen
mit ziemlich kleinem, wenigzelligem, rundlichem Köpfchen wurden bei
T. angustifoliu und discolor gefunden. Bei T. villosa sind die Aussen-
Fa eds pa
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 61
drüsen durchaus einzellreihig. Dagegen beobachtet man sehr häufig,
dass die eine oder andere Strahlenzelle der Deckhaare zu einer Aussen-
drüse mit mehr oder minder grossem Köpfchen umgebildet ist. Beson-
ders interessant ist die Umbildung zu Aussendrüsen bei Zellen im oberen
Schülferchen der Schildhaare von T. bicolor. Sehr charakteristisch für
die zwei Arten aus der Sektion Eutrazygia, T. Stahlü und Urbanüi sind
Aussendrüsen mit mehrzelligem, brombeerartigem Köpfchen, wobei der
harzige Inhalt der grossen kugligen Zellen deutlich zu erkennen ist
(Fig. 10).
I. Secrio BUTETRAZYGIA.
T. Stahlii Cogn.
Sintenis n. 459%, Portorico.
Ep.-Z.: beiders. in der Flächenansicht kleine Polygone darstellend,
obers. pallisadenartig gestreckt und manchmal durch Querwände zwei-
geteilt, mit dicker, cuticularisierter Aussenwand. Cuticula grob gestreift.
— Spö.: klein. — Hyp.: nur über den Nerven vorhanden. — Btth.:
bifazial ; P.-G. zweischichtig. — Ox.-K.: nicht sehr häufig mittelgrosse
Drusen im Mesophyll und Begltpar. der Nerven. — Trich. : Unters. dichter
Filz aus niedrig gestielten Büschel- bezw. Kandelaberhaaren mit zahl-
reichen, aufwärts gerichteten, weitlumigen Strahlenzellen von ziem-
licher Länge und Wandstärke. Dazwischen zahlreiche, niedrig gestielte
Aussendrüsen mit vielzelligem, brombeerartigem Drüsenköpfchen ; nicht
gerade oft in Combination mit Deckhaaren (Fig. 10).
T. Urbanii Cogn.
Sintenis n. 1569, Portorico.
Stimmt mit T. Stahlii fast ganz überein, nur: P.-G. einschichtig. —
Drusen häufiger. — Strahlenzellen dünn, Oberfläche des Drüsenköpfchen
mehr glatt, die Combination öfter zu sehen.
T. crotonifolia DC.
Sintenis n. 286, Portorico.
Ep.-Z.: obers. mit geradl., unters. mit schwach gebogenen Seiten-
rändern, Cuticula unters. fein wellig gestreift. — Spö.: relativ gross. —
62 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
Hyp.: einschichtig, stellenweise durch Querteilung der sehr grosslu-
migen, dickwandigen Zellen zweischichtig. — Bitb. : bifazial ; P.-G.
zweischichtig, Zellen langgliedrig. — Ox.-K.: ziemlich häufig grosse
Drusen im P.-G. in der Nähe des Hyp. oder ganz in demselben, kleinere
spärlich im Sch.-G. nnd Beglipar. der Nerven. — Nerven: mit schwach
collenchymatisch verdicktem, weitlumigen Beglipar. — Trich.: unters.
ein dichter Filz aus mehr oder minder hoch gestielten Sternhaaren,
welche in hohe Kandelaberhaare übergehen, wobei die Etagen nicht
dicht übereinanderliegeu. Die Strahlenzellen sind lang, englumig. ziem-
lich dickwandig und an den basalen Abschnitten mit Tüpfeln versehen.
Dazwischen erheben sich Trichome mit sehr langen, bandartigen, dünn-
wandigen Strahlenzellen, welche mit einem braunen drüsigen Inhalt
erfüllt sind. Sehr oft beobachtet man, dass die Strahlenzellen ihrer
ganzen Länge nach oder nur in der vorderen Hälfte durch Querwände
gekammert sind. Aussendrüsen sind nicht gefunden worden.
T. angustifolia DC.
Hænke, Peru (a Pyramo de Candolle visa).
Ep.-Z.: obers. mit geradl., unterseits mit schwach gebogenen Seiten-
rändern ; Cuticula springt obers. leistenförmig an den Seitenwandungen
der stark pallisadenartig gestreckten Zellen ein. — Spö.: klein. —
Hyp.: ein- bis zweischichtig, Zellen bald gross- bald kleinlumig. Zell-
wände stark gequollen. — Bttb. : bifazial; P.-G. zweischichtig. — Ox.-K.:
häufig sehr grosse Drusen im Hyp., zahlreich kleinere im Mesophyll und
Begltpar. der Nerven. — Nerven: alle gehen mit sehr dickwandigem
Collenchym durch : vereinzelt in den Hauptnerven Stabzellen. — Trich.:
unters. dichter Filz von niedrig gestiellen Büschelhaaren, deren ziem-
lich dickwandige Strahlenzellen der Blatifläche ziemlich genau parallel
lagern und am Ende etwas gebogen sind. Die Büschelhaare gehen in
Kandelaberhaare mit zahlreichen, in dicht übereinanderliegenden Quirlen
angeordneten, der Blattfläche parallelen Strahlenzellen über. Nicht sehr
häufig schwach knieförmig gebogene Aussendrüsen mit kleinem, wenig-
zelligem Köpfchen und einer, mehr oder minder langen Strahlenzelle
am Knie. Selten in Combination.
T. discolor DC,
Sieber n. 117, Martinique.
Ep.-Z.: obers. mit geradl., unters. mit gebogenen Seitenrändern. Cuti-
cula beiders. grob gestreift. — Spö.: klein. — Hyp.: einschichtig aus
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 63
kleinlumigen, dickwandigen Zellen. — Btihb. : bifazial. — Ox.-K.: häufig
grosse bis kleine Drusen im Mesophyll und Beglipar. der Nerven. —
Nerven: alle gehen mit dickwandigem Collenchym durch. — Trich. :
unters. sehr zahlreiche, niedrig gestielte Büschelhaare mit ziemlich
vielen, der Blattfläche fast genau parallel gelagerten, kurzen Strahlen-
zellen. Strahlenzellen öfter durch Querwände gekammert mit kuglig
geschwollener Endzelle. An der Oberseite jüngerer Blätter kleine,
sternartige Büschelhaare. Nicht sehr häufig Aussendrüsen mit schwach
keulenförmig verdicktem Köpfchen.
T. villosa Cogn.
Eggers n. 497, Dominica.
Gleicht im wesentlichen T. discolor. Die Deckhaare halten die Mitte
zwischen Stern- und Kandelaberhaaren. Strahlenzellen ziemlich lang
und diekwandig ; Aussendrüsen als einzellreihige, fadenförmige Gebilde.
T. elæagnoides DC.
Eggers n. 291, St. Thomas.
Ep.-Z. : beiders. mit geradl. Seitenrändern. — Spö.: sehr stark em-
porgehoben und in der Flächenansicht von den Nachbz. rosettenartig
umstellt erscheinend. — Hyp.: unregelmässig ein- bis dreischichtig aus
weitlumigen, dickwandigen Zellen. — Btth.: bifazial ; P.-G. zweischichtig,
Sch.-G. sehr schwach entwickelt. — Ox.-K.: zahlreiche, sehr grosse bis
mittelgrosse, radial gestreiften Kugeln ähnliche Drusen im Hyp., Meso-
phyll und Begltpar. der Nerven. — Nerven: Beglipar. schwach collen-
chymatisch verdickt. — Trich. : unters. dichter Filz von lang- oder kurz-
gestielten Sternhaaren mit vielen, ziemlich weitlumigen und dünn-
wandigen, nach allen Seiten gerichteten Strahlenzellen, in Kandelaber-
haare übergehend mit zahlreichen, der Blattfläche parallelen, in dicht-
gedrängten Quirlen angeordneten Strahlenzellen. Sehr häufig gekam-
merte Strahlenzellen, dagegen keine Aussendrüsen.
T. hispida Macf.
Wullschlägel n. 826. Jamaica.
Ep.-Z.: beiders., besonders obers., sehr kleine Polygone darstellend.
— Spö.: sehr klein. — Hyp. : ein- bis zweischichtig aus niederen, weit-
6% MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
lumigen Zellen. — Btib.: bifazial ; P.-G. zweischichtig, Zellen kurzglie-
drig und englumig. — Ox.-K.: sehr zahlreich, im Hyp. grössere Drusen,
ausserordentlich häufig kleinere im Sch.-G. und Begltpar. der Nerven.
Nerven: führen im Bgltpar. häufig kurze Stabzellen, einzeln oder in
Zügen von drei oder vier. — Trich. : beiders. nicht sehr oft kräftig ent-
wickelte, mehrzellreihige prosenchymatische Haare. Unters. ausserdem
sehr niedrig gestielte Sternhaare mit wenigen, kurzen und weillumigen
Strahlenzellen. Diese Trichome gehen unter Zunahme der Strahlenzellen
an Zahl in kandelaberartige Formen über, wobei die Strahlenzellen steil
aufgerichtet und mit den Seitenrändern zum Teil verwachsen erscheinen.
Die oft zu beobachtende auffällige Dickwandigkeit der gewöhnlich dünn-
wandigen Strahlenzellen ist nur scheinbar, indem eine schalenförmige
Absonderung von harzigem Secret vorliegt. Eine Strahlenzelle öfter zu
einer Aussendrüse mit ziemlich grossem, rundlichem Köpfchen um-
gebildet.
IL. Secrio MICONIASTRUM.
T. pailens Cogn.
Wullschlägel n. 824, Jamaica.
Ep.-Z. : in der Flächenansicht beiders. sehr kleine Polygone darstellend,
unters. schwach papillös. Cuticula beiders. grob. gestreift. — Hyp. :
einschichtig, Zellen niedrig und dickwandig. — Btib. bifazial; P.-G.
zweischichtig, Zellen kurzgliedrig und einglumig. — Ox.-K. : häufig in
der ersten P.-G@’schichte. grosse Drusen, kleinere reichlich im Sch.-G. —
Nerven : die grossen und mittelgrossen gehen, ohne unters. vorzu-
springen, durch; die kleinen mit deutlicher Parenchymscheide. — Trich.:
beiders. in grubigen Vertiefungen der Epidermis gestielte, schülferchen-
artige Büschelhaare mit langen, weitlumigen Strahlenzellen, die in zwei
bis drei dicht übereinanderliegenden, der Blattfläche parallelen Etagen
lagern und vielfach mit ihren Seitenrändern auf eiue kleine Strecke
hin verwachsen sind. Häufig eine der Strahlenzellen durch mehrere
Querwände gekammert und am Ende mit einem länglichen Drüsen-
köpfchen versehen ; dagegen keine Aussendrüsen.
T. bicolor Cogn.
Eggers n. 4188, Brahamainseln.
Ep.-Z. : beiders. kleinlumig und polygonal mit gestreifter Cuticulà,
unters. fingerförmige Papillen mit schwach krönchenartig gestalteter
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 65
Spitze. — Hyp. : ein- bis zweischichtig, Zellen niedrig und dickwandig.
— Bitb.: bifazial; P.-G. zwei bis dreischichtig. — Ox.-K.: sehr häufig
grosse bis kleine Drusen im Hyp., Mesophyll und Begltpar. der Nerven,
auch im Siebteil. — Nerven : alle gehen durch und springen unterseits
mit Ausnahme der Hauptnerven nicht vor. — Trich. : beiders. in Grüb-
chen der Epidermis Schildhaare, die unters. eine zusammenhängende
dünne Deke bilden. Dieselben sind durch Kandelaber- oder schülferchen-
arlige Formen mit kurzgestielten Büschelhaaren verbunden. Aussen-
drüsen wurden nicht gefunden, dagegen die Umbildung einer Finger-
zelle im oberen Schülferchen zu einer Aussendrüse mit kleinem,
kugligem, durch eine Längswand zweigeteiltem Drüsenköpfchen.
Miconia.
Bei der grossen Zahl der hiehergehörigen Arten — Cogniaux giebt
deren 518 an — darf es uns nicht wundern, wenn wir auch gar mannig-
fache anatomische Verhältnisse antreffen. Insbesondere gilt dies be-
züglich der Trichome. Gleichwohl finden sich Eigentümlichkeiten,
welche für grössere Artengruppen charakteristisch sind. Einigermassen
bezeichnend für die ganze Gattung ist : die Ablagerung des oxalsauren
Kalkes in Form von Drusen, obschon diese nicht nur der Ausbil-
dung, sondern auch der Häufigkeit des Auftretens nach bedeutenden
Schwankungen unterliegen, ferner die bei Epidermiszellen so häufige,
oft sogar sehr starke Verdickung der Aussenmembranen, welche dann
ein gelatinöses, in einem gelblichen bezw. milchweissen Farbenton
schimmerndes Aussehen besitzen, weiter das häufige Erscheinen eines
hellgelben bis schwarzbraunen Inhaltes im Mesophyll, besonders aber
in den Pallisadenzellen, endlich das ausschliessliche Auftreten der
Spaltöffnungen an der Unterseite der Blätter.
Yon dem im Münchener Herbarium sehr reichlich vorhandenen
Materiale wurden nur 89 Arten eingehend untersucht, da eine kurze
Betrachtung mit Lupe und Mikroskop die Aehnlichkeit der übrigen mit
schon untersuchten Arten hinlänglich erwies.
Die Zellen der oberseitigen Epidermis stellen in der Flächenansicht
meist kleine (bei M. lilacina und quadrangularis sehr kleine) oder
mittelgrosse Polygone dar; bei M. argyrophylla, foveolata, rugosa, striata
und undata besitzen sie schwach gekrümmte bis wellig gebogene
Seitenränder. Das Lumen der Zellen ist im allgemeinen mittelgross, nur
MÉMOIRES DE L HERBIER BOISSIER, b)
66 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
bei M. atrata, centrodesma und chionophila ist es relativ gross. Nicht
selten beobachtet man eine mehr oder minder starke pallisadenartige
Streckung der sämtlichen oder nur der über den Nerven bezw. Drusen
gelegenen Epidermiszellen. Hierbei ist öfter eine Zweiteilung durch eine
zur Blattfläche parallele Wand zu bemerken. Die Aussenwand der Epi-
dermiszellen ist fast bei allen Arten stark, bei vielen sogar sehr stark
verdickt. Einerseits ‘vermag man dabei zwei, je nach den einzelnen
Arten verschieden dicke Lamellen zu unterscheiden, wovon die äussere
cuticularisiert ist und an den Polygonarten bezw. Seitenwandungen
zapfen- oder leistenartig in die darunter gelegene, aus Cellulose be-
stehende Lamelle eindringt; andrerseits besitzen die dicken Aussen-
membranen ein gelatinöses und milchweisses Aussehen, so dass man an
Verschleimung denken könnte, wenn nicht die deutliche Blaufärbung
nach Jod- und Schwefelsäurebehandlung die Cellulosenatur erkennen
liesse. Dasselbe Aussehen besitzen die Innenwandungen, so sie stärker
verdickt sind. Bezüglich besonderer Eigentümlichkeiten der oberseitigen
Epidermis ıst zu erwähnen: die starke Verwölbung der Aussenmem-
branen bei M. cinchonzfolia, wodurch die sammetartige Beschaffenheit
der Biattoberseite bedingt ist, dann die harmonikaartige Fältelung
der Seitenwandungen und das an Agave americana erinnernde Aussehen
der Zellen im Flächenschnitte bei M. paradoxa, ferner die eigenartige
Tüpfelung der Seitenwandungen bei M. Matthæi und umbrosa, wodurch
die Seitenwände bei tieferer Einstellung des Mikroskopes gekräuselt
erscheinen; endlich die ganz auffallende Ausbildung der Epidermis von
M. teirandra, wie sie Fig. 1a und b zeigen.
Die Epidermiszellen der Unterseite zeigen im allgemeinen ein Ver-
halten, welches dem der oberseitigen Zellen ähnlich ist, doch sind die-
selben kleinlumiger, die Aussenwandungen stärker verdickt, zäpfchen-
oder leistenartige Einsprünge seltener und die Zeilenränder meist
schwach gekrümmt oder wellig gebogen. Relativ grosslumig sind die
Zellen nur bei M. Regelü und tetrandra, schwach pallisadenartig ge-
streckt bei M. caudigera und paradoxa, bei letzterer Art auch harmo-
nikaartig gefältelt. Die Innenwand ist nur bei M. crocea und pileata
verdickt. Ziemlich grosse fingerförmige Papillen mit schwach krönchen-
artiger Spitze zeigen die Zellen von M. Guianensis,macrophylla und Regelü.
Fast alle Arten besitzen beiderseits eine mehr oder minder stark
gestreifte Cuticula. Die Streifen verlaufen meist geradlinig, selten zick-
zackförmig, geschlängelt oder mäandrisch. Bei M. striata und Thoma-
siana ist eine Streifung der Culicula oberseits nur über den Nerven und
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 67
bei M. eriodonta, theæzans und wrophylla unterseits nur in Nähe der
Spaltöffnungen zu beobachten.
In einiger Entfernung um die Spaltöffnungen herum bildet die Cuti-
cula öfter einen kreis- oder halbkreisförmigen Wall, von dem zahlreiche
feine Cuticularstreifen an den Spalt radialstrahlig herantreten. An der
Unterseite von M. caudigera ist die Cuticula zu kleinen, kegelförmigen
Hügeln erhoben, welche durch grobe, geradlinige Leisten mit einander
in Verbindung stehen.
Die beiderseitigen Epidermiszellen findet man häufig mit einem gelb-
lichen oder bräunlichen Inhalt erfüllt.
Die Spaltoffnungen treten nur an der Blattunterseite auf. Der Form
nach sind dieselben als kreisrund oder elliptisch, der Grösse nach fast
immer als klein oder mittelgross zu bezeichnen. Sie sind fast stets von
mehreren unregelmässig oder zwei quer zum Spalte gestellten Nach-
barzellen umgeben (Fig. 3e, f, 9, i); sind deren zwei oder drei vorhan-
den, so umspannt häufig eine den grössten Teil des Schliesszellenpaares
(Fig. 3a). Gar nicht selten sind die Spaltöffnungen fast nur von einer
einzigen Nachbarzelle umgeben (Fig. 3 c, h). Eine auffällige Ausnahme
hievon machen M. pileata und racemosa. Hier sehen wir nämlich die
eine der zwei quer gestellten Nachbarzellen halbkreisförmig von einer
zweiten Zelle umgeben, eine Orientierung wie sie dem sog. Caryophylla-
ceen-Typus entspräche (Fig. 3d). Durch Grösse des Vorhofes fallen die
Spaltöffnungen von M. Martiusiana und minutiflora auf.
Hypoderm ist bei zehn Arten entwickelt. Dasselbe besteht aus einer
ununterbrochenen Schichte (sellen aus zwei) mittelgrosser und dick-
wandiger Zellen, deren Vertikalwände manchmal getüpfelt sind, wie bei
M. affinis, foveolata, glandulifera, Sintenisii und quadrangularis. Auf-
fallend ist einmal der Wechsel hinsichtlich der Grösse des Lumens und
der Dicke der Wände bei dem zweischichtigen Hypoderm von M. qua-
drangularis, dann bei dem einschichtigen von M. Sintenisii (Fig. 2) die
ausserordenllich starke Verdickung der dem Pallisadengewebe anliegen-
den Wand, welche sich nach oben hin entweder zwischen den Seiten-
rändern auskeilt oder das Zellenlumen bis ungefähr auf die Hälfte der
Zellhöhe einschränkt.
Die Blätter sind bei der Mehrzahl der Arten bifazial gebaut. Doch
treten die Eigentümlichkeiten dieser Art des Blattbaues nicht immer
deutlich genug hervor ; wir sprechen dann von einem ,,undeutlich bifa-
zialen “ Blattbau. Pallisaden- und Schwammgewebe sind sehr ungleich
entwickelt ; bald herrscht die eine, bald die andere Gewebeart vor.
68 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Das Pallisadengewebe besteht nur aus einer oder mehreren Schichten
oft sehr langgliedriger und weitlumiger Zellen. Dieselben sind entweder
umgekehrt kegelförmig oder lang prismatisch gestaltet und vielfach
von einem braunem bis schwarzen Inhalt erfüllt, wobei häufig eine
harmonikaartige Fältelung der Seitenwandungen zu beobachten ist.
Ziemlich oft finden wir ausserordentlich kurz-prismatische Pallisaden-
zellen, welche ebenfalls horizontal gefältete Seitenwandungen besitzen
(AR. Boliviensis, centrodesma, cinchonæfolia und undata).
Das Schwammgewebe erscheint meist locker, öfter von ausserordent-
lich grossen Intercellularräumen durchsetzt (M. Boliviensis, Kappleri,
Thomasiana, umbrosa, undata). Das Lumen der Schwammgewebezellen
ist vielfach gross, besonders gegen die Unterseite zu und lässt auf
Wasserspeicherung schliessen, so bei M. centrodesma, compressa, fove-
olata, racemosa, scorpioides, theæzans, undata. Die lose Verbindung der
Zellen sowohl wie die Aufgabe der Wasserspeicherung machen es uns
erklärlich, dass wir innerhalb dieser Gattungen Öfter auf eine ganz
beträchtliche Verdickung der Zellenwandungen stossen (M. foveolata,
hygrophila, Sintenisu, quadranguluris).
Aussergewöhnliche Vorkommnisse im Mesophyll sind : die mit gerb-
stoffhaltigem Inhalte erfüllten Einzel-Zellen, welche in der ersten Palli-
sadengewebeschichte von M. compressa zu beobachten sind; dann die
einzelnen im Schwammgewebe von M. tetrandra vorkommenden, stark
sklerosierten und getüpfelten, geschlängelten Zellen.
Bei mehreren Arten muss der Blattbau als subcentrisch bezeichnet
werden. Entweder finden sich beiderseits pallisadenarlig gestreckte
Zellen, wobei jedoch die der Unterseite angehörigen Zellen die Länge
der oberseitigen nicht erreichen (subcentrisch a) oder es besteht das
Mesophyll aus durchwegs pallisadenartig gestreckten Zellen, deren Länge
gegen die Blattunterseite hin allmählig abnimmt (subcentrisch b).
Oxalsaurer Kalk in Form grösserer oder kleinerer Drusen, die in
entsprechend grossen Zellen des Mesophylls, — öfter stark in die Epi-
dermis eindringend wie bei M. pileata und racemosa — Hypoderms und
Begleitparenchyms der Nerven eingebettet sind, ist mit Ausnahme von
M.rubiginosa bei allen Arten gefunden worden. Die Grenzen, innerhalb
welcher die Zahl und Grösse der Drusen variiert, müssen ausserordent-
lich weit gesteckt werden. So konnte bei M. alata in vielen Blattquer-
schnitten nur eine einzige, sehr kleine Druse im Begleitparenchym der
Nerven gefunden werden, während die Zahl der im Schwammgewebe
von M. Sintenisü auftretenden Drusen ebenso staunenswert ist, wie die
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 69
Grösse derjenigen, welche wir im Hypoderm eben dieser Art beobachten.
Durch besondere Kleinheit fallen die Drusen von M. annulata, cam-
pesiris, cinchonzfolia, scrobiculata und umbrosa, durch besondere Grösse
diejenigen von M. affinis, chionophila, glaberrima, globulifera und hir-
tella auf. Besonders zu erwähnen ist endlich noch die scheinbare Ver-
lagerung der Drusen in die sehr stark verdickte Innenmembran der
oberseiligen Epidermiszellen bei M.campestris und das Auftreten kleiner
klinorrhombischer Krystalle in den Drusenzellen, welche bei M. tricho-
toma und — in geringerem Grade — bei M. buddleioides im Begleit-
parenchym der Nerven oder deren nächster Umgebung liegen.
Das Gefässbündelsystem der grösseren Nerven, welche unterseits
entweder nicht oder verschieden stark vorspringen, ist gegen die Unter-
seite hin meist von sehr dickwandigem Collenchym umgeben. Letzteres
setzt sich vielfach auch nach des Oberseite hin bis zur Epidermis fort
und erstreckt sich öfter noch unter derselben hypodermartig auf die
Umgebung (M. annulata, hygrophila, sessilifolia, trichotoma) oder erzeugt
oberseits kleine Vorsprünge (M. annulata, calvescens und scorpioides).
Bei der letzten Art verläuft im Vorsprung ein kleines Gefässbündel. Die
grösseren Nerven gehen also nach beiden Blattseiten durch. Bei 28
Arten trifft dies auch hinsichtlich der Venen zu. Leiztere erscheinen bei
den übrigen Arten eingebettet und meist von einer deutlicher Schutz-
scheide umgeben. Im Begleitparenchym der grösseren Nerven mehrerer
Arten treffen wir vereinzelte oder ziemlich viele Stabzellen mit sehr
dicken, sklerosierten und getüpfelten Wandungen an. Relativ englumige,
gestreckte Parenchymzellen mit schwach sklerosierten, getüpfelten Wan-
dungen finden sich in den Nerven von’ M. annulata, centrodesma und
Thomasiana. Die Zellenwandungen des weitlumigen Begleitparenchyms
von M. fulva erscheinen schwach sklerosiert und getüpfelt. Sämtliche
Nerven und Venen von M. undata sind hülsenarlig von einem dicken
Cylinder aus zahlreichen, in concentrischen Kreisen angeordneten,
ausserordentlich dickwandigen Sklerenchymfasern umgeben. Besondere
Erwähnung verdienen endlich noch die zahlreich im Begleitparenchym
der Nerven vön M. rhytidophylla auftretenden, spindelförmigen Zellen,
deren sklerosierten Wandungen ausserordentlich dick und nicht mit
Tüpfeln versehen sind.
Bei allen Arten wurden Trichome vielfach schon dem unbewaffneten
Auge sichtbar, beobachtet. Dieselben zeichnen sich meist entweder durch
besondere Grösse cder durch massenhaftes Auftreten aus. Verhältnis-
mässig selten dagegen erscheinen die Blätter völlig kahl. Für die Tri-
70 MÉMOIRES DE L HERBIER BOISSIER.
chome dieser Gattung gilt rücksichtlich des anatomischen Baues einer-
seits und der Combination von Deck- und Drüsenhaar andrerseits in ganz
hervorragender Weise das im allgemeinen Teil zu Anfang des Absatzes
über die Trichome Gesagte.
Deckhaare fehlen vollkommen den Blättern von M. annulata, Boli-
viensis, crocea, Cubensis, lilacina, Thomasiana, undata und quadran-
gularis.
Einzellige, lanzenförmige Haare, die jedoch nur als Jugendstadien
mehrzellreihiger, prosenchymatischer Haare zu betrachten sind, findet
man bei M. plumifera var. Bangii.
Mehrzellreihige glatte Haare (sog. Zotten) sind im Allgemeinen selten.
Nur bei M. atrata, Maithei und Trianæi treten sie in solcher Menge
auf, dass sie eine dichte Behaarung erzeugen ; vereinzelt finden wir sie
bei M. chionophila, difficilis, pileata, racemosa und rhytidophylla, eiwas
häufiger bei M. acinodendrum, anisotricha, campestris, caryophyllæa, coe-
rulea, foveolata, hirtella und plumifera.var. Bangü. Diese Zotten bestehen
aus langgesireckten, englumigen, mehr oder minder dickwandigen Pros-
enchynizellen, die fast stets durch zwei bis drei dünne Querwände gekam-
mert sind. Weitlumig, dickwandig und mehr parenchymatisch erschei-
nen die Zellen im untersten Abschnitte des Zottenkörpers bei M. chiono-
phila und foveolaia. Auf schwach wurzelförmige Verankerung der Zotten
stossen wir bei M. scrobiculata. Bei M.campestris und scrobiculata
sitzen die Zotten der Blattoberseite grösseren, kegelförmigen Erhe-
bungen des Blattes auf. Im Innern des Zottenkörpers beobachten wir
init Ausnahme der relativ weitlumigen und langgestreckten, schwach
sklerosierten und getüpfelten Prosenchymzellen bei M. rhytidophylla
keine besonderen Leitungs- oder Festigungselemente. Endlich ist noch
die schwache papillöse Loslösung der peripherischen Zellenden an den
Zotten von M. acinodendrum und Trianæi zu erwähnen.
Bei der Mehrzahl der Arten wird die Behaarung von gestielten stern-,
büschel- und kandelaberartigen Trichomen gebildet und zwar gehen die
obigen Formen vielfach an ein und demselbem Blatte in einander über.
Der Stiel ist fast durchwegs sehr niedrig und besteht aus kleinlumi-
gen, regelmässig in zwei oder mehr Reihen angeordneten Parenchym-
zellen mit schwach verkorkten Wandungen. Bei den Tentakelhaaren
von M. albicans sind die Zellen verhältnismässig langgestreckt und
zeichnen sich durch auffallend dünne Seitenwandungen und dicke, ver-
korkte Querwandungen aus. Die Basalzellen des Stieles sind bei den
Sternhaaren mehrerer Arten der Sektion Eumiconia, sowie denen von
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. FA
M. Regelü, tetrandra und Trianæi durch viele Querwände gekammert
und fallen meist noch durch besondere Grösse und tief cylindrische oder
boutellenförmige Gestalt auf (Fig. 4). Eine wesentliche Verlängerung
des Stieles kommt dadurch zustande, dass die Strahlenzellen in ihren
unteren Abschnitten auf eine längere Strecke hin in Richtung des
parenchymatischen Stieles verwachsen, wobei häufig dieser Teil der
Strahlenzellen von den frei abstehenden durch eine Querwand abge-
grenzt ist. Bei M. stelligera und rubiginosa ist der Stiel der Sternhaare
hoch und aus mehreren Reihen prosenchymatischer Zellen aufgebaut.
Ausserordentlich kurz oder gar nicht vorhanden ist der Stiel bei be-
stimmten Formen von M. eriodonta, impetiolaris, plumifera var. Bangü,
rugosa, rufescens, Schlimüt, tomentosa und urophylla.
Ungleich mannigfaltiger ist die Ausbildung der Strahlenzellen. Hin-
sichtlich ihrer Länge und Dickwandigkeit herrscht ein sehr grosser
Wechsel. Besonders auffällig sind die ausserordentlich langen und dick-
wandigen Strahlenzellen, welche sich an bestimmten Zotienformen von
M. eriodonta, lanata und wrophylla befinden, und die ungemein weit-
lumigen und dickwandigen Strahlenzellen der sternartigen Trichome
von M. impetiolaris, rugosa und tomentosa. Durch aussergewöhnliche
Dünnwandigkeit zeichnen sich die Strahlenzellen von M. Chamissois,
prasina und mehrerer Arten der Sektion Eumiconia aus. Die meisten
der einigermassen stark verdickten, schwach sklerosierten Strahlenzellen
sind in ihren basalen Abschnitten von Tüpfeln durchbrochen wie bei
M. alata, calvescens, cinerascens, corallina, eriodonta, ferruginata, impe-
tiolaris, lanata, rubiginosa, rufescens, rugosa, stelligera, tiliæfolia, tomen-
tosa und wrophylla. Bei M. eriodonta und ferruginata ist besonders die
auffällige Kleinheit der Tüpfel hervorzuheben. Ein Wechsel in der Dick-
wandigkeit der Strahlenzellen ist nicht nur an den verschiedenen Tri-
chomen desselben Blattes zu beobachten, sondern sogar öfter an ein und
demselben Trichom, wie bei M. longipedunculata, macrophylla, tomen-
tosa und rugosa. Für gewöhnlich sind die Strahlenzellen steif; doch beob-
achtet man bei den unterseitigen Trichomen von M. albicans, Guia-
nensis, tentaculifera und den oberseiligen von M. campestris eine mehr
oder minder starke Schlängelung. Die Strahlenzellen sind meist in
grosser Zahl vorhanden und entspringen am Ende des Stieles nach allen
Seiten sich richtend. Nur selten bilden sie mit ihren basalen Abschnitten
ein deutliches Köpfchen, wie bei den sternartigen Formen von M. cam-
pestris, fulva, macrophylla, paradosxa. Sehr häufig sind bei den stern-
artigen Haaren die Strahlenzellen nicht noch allen Seiten gerichtet,
72 MÉMOIRES DE L HERBIER BOISSIER.
sondern mehr der Blaitläche parallel gelagert. wobei die nach oben
liegenden Sirahlenzellen bedeutend an Länge abnehmen. so dass in der
_ Flächenansicht mehr ein blatirosettenartiges oder, wenn die der Blatt-
Näche zunächst gelegenen Sirahlenzellen mit ihren Seiienwandungen
auf längere Strecken hin verwachsen sind, ein schülferchenarüges Bild
erscheint. Ersieres beobachien wir bei M Jucunda, Martiusiana, minuii-
fiora, paucidens, leizieres bei M compressa und ieirandra. Die gesüelien
Siern- bezw. Büschelhaare gehen, wie schon erwähni, sehr häufig in
kandelaberarüge Zoiten über. Die Sırahlenzellen sind in dem einem
Falle in mehreren übereinanderliegenden, der Blatiiflläche parallelen
Ebenen ausgebreitei, wobei die .. Quirle“ entweder dicht zusammen
gerücki oder durch Zwischenräume, Iniernodien vergleichbar, geirenni
sind: in dem andern Falle sind die Strahlenzellen mehr oder minder
sieil aufzerichiei und enispringen regellos am Zoitenkörper.
Die kandelaberarügen Zeilen, welche sich fast durchwegs durch
bedeutende Grösse und awfiallende Dickwandigkeit, wie Länge der
Sirahlenzellen auszeichnen, erscheinen ausserordenilich mannigfach
gesialiei So gehen die ungestelten Siernhaare von M. rugosa bezw.
iomeniosa, deren Sirahlenzellen mit ihren weitlumigen unteren Ab-
schmiten ein grosses. der Blatifiäche polsiercheniörmig anliegendes
köpfchen bilden, zunächst in kandelaberartige Zotien über, deren oberste
Sirahlenzellen sich durch besondere Länge und Dickwandigkeït aus-
zeichnen, und schiesslich in ganz eigenarüge, aus dünnwandigen, paren-
chymaitischen Zellen bestehende, gewissen Laubbäumen ähnliche Tri
chome über (vgl. Fig. 7. 12, 14). Bei M. rufescens finden wir sehr kurz
gesüelie Siernhaare. welche durch Uebergangsformen, wie sie Fig. 12
zeigt, mii Kandelaberzoiien in Verbindung siehen; bei leizteren sind die
uniersien Sirahlenzellen sehr kurz und nach abwäris gerichiei, während
die längeren miiileren fast vollkommen zu einem soliden, aufrecht ste-
henden Siamme verwachsen sind; da manche Strahlenzellen mehr oder
minder siark astartig abstehen, so können diese Trichome als hireh-
geweihartig bezeichnet werden. Ganz ähnlich verhalten sich Kan-
delaberzoiten von AL eriodonia, nur verwachsen die Sirahlenzellen nicht
zu einem einheitlichen Siamme. sondern siehen sämtlich entweder
mehr büschelartig, sehr steil aufgerichtet in die Höhe, so zwar, als ob sie
sich ihrer ganzen Länge nach von einem kegelförmigen Zoitenstamme
abzelöst hätten, oder sie sind in einiger Entfernung von der Blattfläche
parallel zu derselben gelagert, wodurch die Trichome ein tannenbaum-
artiges Aussehen gewinnen. Endlich soll noch an die Kandelaberzotien
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 73
von M. urophylla erinnert werden. An den noch nicht völlig ent-
wickelten Formen sitzen am Ende des Zotlenkôrpers fünf bis sechs
ausserordentlich lange, dickwandige Strahlenzellen. während die Ober-
fläche des Zottenkörpers dicht mit kurzen, steil aufgerichteten, sehr
diekwandigen und spitzigen Papillen besetzt ist.
Zum Sehlusse unserer Betrachtung der ausschliesslich Deckfunktion
besitzenden Trichome sei noch kurz auf die schon im allgemeinen Teile
näher besprochenen, baumartig verzweigten Zotien von MW. hygrophila
und M. Sintenisii und die Schildhaare von M. fulra, lepidota, tilizefolia,
sowie die schülferchenartigen Haare von M. scorpioides hingewiesen.
Ebenso häufig und mannigfach gesialtei sind die Trichome mit Drüsen-
funktion. Dieselben finden sich mit Ausnahme von MW. Martiusiana und
minuiiflora — wenigstens konnte dies am Herbarmaterial nicht anders
konsiatirt werden — bei allen Arien.
Selten sind durchaus einzellreihige, fadenförmige Drüsen (M. fulva,
ferruginata, longipedunculata und üliefolia).
Auch zweizellreihige, fadenförmige Drüsen sind im allgemeinen nicht
häufig (M. cinchonæfolia, macrophylla, muliispicaia. rufescens und
rugosa).
Eiwas öfter beobachtet man keulenförmig gestaltete Aussendrüsen.
welche mehr oder minder siark bogenförmig gekrümmt sind und wiel-
fach neben knieförmig gebogenen Aussendrüsen bei ein und derselben
Art auftreten. Die einzige Form von Aussendrüsen stellen sie vor bei
M. anisotricha, atraia, crocea und foveolata.
Am verbreitesten sind mehr oder minder deuilich knieförmig gebo-
gene Aussendrüsen mit kurzem, zweizellreihigem Stielchen und man-
nigfach entwickeltem Drüsenköpfchen, welches mit dem Stiel durch
einen einzelligen oder einzellreihigen, mehr oder minder langen Hals
verbunden ist. Bezüglich des Stieles fällt uns die schon bei Deckhaaren
beobachtete Grösse und Gestalt der zwei Basalzellen auf (M. acinoden-
drum, affinis, cuspidata, hygrophila, Kappleri, Matthæi. prasina, piero-
poda, Regeli, umbrosa. undata). Das Köpfchen ist bald kleiner. bald
grösser, meist kuglig, walzenförmig oder länglich-oval. Der Hals ist
umso länger, je kleiner das Köpfehen ist. Selten besteht das Köpfchen
aus einer einzigen Zelle; meist ist es durch eine in der Krümmungs-
ebene auftretende Scheidewand in zwei Hälften zerlegt. welch letztere
ihrerseits wiederum durch eine oder mehrere, zur Köpfchenscheidewand
senkrecht stehende Wände geteilt sein können, wie dies besonders
deutlich an den zungenförmig gestalteten Köpfchen zu sehen ist. Vielfach
74 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
wird das Drüsenköpfchen von mehreren unregelmässig gelagerten Zellen
gebildet. Bei M. ambigua, glandulifera und siriata bestehen die Köpf-
chen häufig nur aus zwei langen, ziemlich breiten, selten wiederholt
geteilten Zellen, deren Ende mehr oder minder weit auseinanderwei-
chen. Bei den ähnlich beschaffenen Köpfchen von M. argyrophylla, lævi-
gata und revoluta sitzt häufig in dem durch das Auseinanderweichen der
Zellen entstandenen Zwischenraum eine dritte Zelle, weshalb das Köpf-
chen seine Einheitlichkeit einbüsst. Noch selbständiger treten die Köpf-
chenzellen von M. alata bezw. Chamissois auf. Bei der ersten Art sind
sie gross, kuglig gestaltet und sitzen am Ende eines kurzen Stielchens';
bei der letzten sind die Zellen kleiner, mehr eiförmig gestaltet und
befinden sich am Ende eines längeren, rechtwinklig zum Stiele orien-
tierten Halses. Erwähnenswert ist die gute Erhaltung des harzigen
Secrets in den Drüsenkôpfchen von M. ambigua, argyrophylla, cineras-
cens, gratissima, revoluta und zwar erscheint das Secret meist schalen-
förmig unter der Aussenwand abgelagert.
Die Arten: M. annulata, Boliviensis, Cubensis, difficilis, globulifera,
hirtella, lilacina, theezuns und quadrangularıs besitzen ein flächenartig
entwickeltes, nieren- bis spatelförmig gestaltetes Drüsenköpfchen, das
knieförmig von einem sehr kurzen, zweizellreihigen Stielchen abgebogen
ist und aus einer Schichte kleiner, regelmässig angeordneter Zellen
besteht (Fig. 47 und 19). Oefter bemerkt man an einem einzigen Stiel-
chen zwei oder noch mehr derartige Köpfchen, die zum Teil mit den
Seitenrändern verwachsen sind, wie bei M. annulata. Besonders be-
zeichnend für diese Drüsenhaare sind die häufig beobachteten, vem
Knie ausgehenden Verzweigungsäste, welche aus ungemein mannigfach
aussehenden, meist weitlumigen und dünnwandigen Zellen bestehen.
Die Zellen lagern entweder hintereinander oder entspringen zu meh-
reren an einer einzigen Stelle und sind mit einem drüsigen Inhalt
erfüllt (Fig. 19). Bei M. quadrangularis ist die Verzweigung so stark.
dass bei den einzelnen Drüsen ein Köpfchen überhaupt nicht mehr
entwickelt ist, sondern statt desselben nur zwei vom Knie ausgehende,
wiederum vielfach verzweigte Hauptäste.
Eine an vielen, namentlich den knieförmig gebogenen Aussendrüsen
zu beobachtende Erscheinung wurde bis jetzt absichtlich unerwäbnt
gelassen : es sind dies die an der Stelle der grössten Krümmung auf-
! Vergleiche die ganz ähnlich gebauten Drüsen von Tetrazygia Stahlii und
T. Urbanii.
A A ee Bu
MER 6
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 75
tretenden papillen- oder fingerförmigen, oft auch sehr langen Strahlen-
zellen. Dieselben fehlen nur bei den fadenförmigen Drüsenhaaren voll-
ständig, sonst sind sie mit wenig Ausnahmen bei den Drüsen aller Arten
und aller Formen zu finden, ja bei manchen Arten sind überhaupt nur
Aussendrüsen vorhanden, die an der Biegungsstelle eine oder mehrere
Strahlenzellen besitzen (M. campestris, caudigera, Guiamensis, rhytido-
phylla, scorpioides). Dadurch, dass die Strahlenzellen nicht nur in Ein-
zahl, sondern meist zu zweien oder mehreren auftreten, ausserdem
hinsichtlich der Länge bei den Drüsen ein und derselben Art grossen
Schwankungen unterliegen, entstehen Trichomformen, welche einen
allmähligen Uebergang zu Deckhaaren vorstellen. Sehr deutlich zeigen
dies die Arten : M. anisotricha, difficilis, glandulifera (Fig. 15), hygro-
phila, Regelü und Sintenisu.
Eine fast durchgehende Erscheinung in dieser Gattung ist die Com-
bination von Deck- und Drüsenhaaren. Bei Stern-, Büschel- oder Kan-
delaberhaaren ist eine der Strahlenzellen zu einem mehrzelligen Drüsen-
kôpfchen umgebildet, und zwar lässt sich die allmähliche Umbildung
häufig deutlich verfolgen. Bemerkenswert ist, dass die erste, in der kug-
lig angeschwollenen Endzelle auftretende Scheidewand stets parallel zur
Längsachse der Strahlenzelle liegt. An den Schildharen ist bei M. fulva
eine der im oberen Schülferchen gelegenen Papillenzellen zu einer
Drüse mit kleinem, kugligem Köpfchen umgebildet.
Drüsenzotien, d. h. mehrzellreihige, einfache Haare (-Zotten), die am
Ende ein mehrzelliges Drüsenköpfchen tragen, finden wir an der Unter-
seite der Blätter von M. atrata, campestris, cœrulea, foveolata und rhytı-
dophylla. Bei den ersten drei Arten ist das Köpfchen rund und dick und
sitzt mittelst eines zweizellreihigen, kurzen aus Parenchymzellen be-
stehenden Stieles am Ende des prosenchymatischen Zottenkörpers ;
bei M. foveolata ist es durchaus zweizellreihig und keulenförmig ver-
dickt; bei M. coerulea enden die prosenchymatischen Zotten parenchy-
matisch mit zwei Zellreihen, deren eine mit einer kurzen, aufrecht
stehenden Strahlenzelle abschliesst, während die andere in ein keu-
lenförmig gestaltetes, nach abwärts gebogenes Drüsenköpfchen über-
geht. Bei M. Matthæi bilden die Drüsenköpfchen nicht den Abschluss der
Zotten, sondern sitzen seitlich in einiger Entfernung unterhalb des
Zottenendes.
76 . MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
V. Secrio JUCUNDA.
M. Jucunda Tr.
var. a, Martiana Cogn.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. kleine Polygone darstellend ; die dem P.-G. anliegende
Wand verdickt. — Bttb.: undeutlich bifazial. — Ox.-K.: beiders. sub-
epidermal häufig kleine Drusen, ausserdem zerstreut im Mesophyll und
Begltpar. der Nerven. — Nerven: alle gehen mit dickwandigem Collen-
chym nach beiden Blattseiten durch; vereinzelt Stabzellen. — Trich:
unters. an den grossen Nerven kurze, selten mässig hoch gestielte
Sternhaare von blattrosettenartigem Aussehen mit kurzen, dünnwan-
digen Strahlenzellen ; sehr spärlich knieförmig gebogene Aussendrüsen
mit länglichem Köpfchen ; öfter mehrere kurze Strahlenzellen am Knie.
M. paudicens DC.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. mittelgrosse Polygone darstellend. — Bith. : undeut-
lich bifazial. — Ox.-K.: subepidermal nicht besonders häufig grössere
Drusen, kleinere im Sch.-G. und Beglipar. der Nerven. — Trich.: wie
M. Jucunda, aber Strahlenzellen zahlreicher ; häufig Aussendrüsen mit
grösserem Köpfchen; ziemlich häufig in Combination mit den Deckhaaren.
M. gratissima Benth.
Spruce n. 1143, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. mit geradi. Seitenrändern und grob gestreifter Cuti-
cula. Aussenmembranen obers. verdickt. — Spö.: ziemlich gross, von
mehreren Nachbz. umgeben, welche gegen die übrigen Ep.-Z. durch
einen ringförmigen Cuticularwall abgegrenzt sind. — Bttb.: undeutlich
bifazial ; P.-G. einschichtig mit braunem Inhalt; Sch.-G. stark entwickelt.
Ox.-K.: sehr spärlich kleine Drusen im Sch.-G., häufig im Beglipar. der
Nerven — Nerven: obers. subepidermal über den grösseren dickwan-
diges Collenchym. — Trich. : unters. ein weicher Filz aus gestielten
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. air
Büschelhaaren ; Strahlenzellen bei den langgestielten sehr lang und der
Blattfläche parallel gelagert, bei den kurzgestielten etwas kürzer und
nach allen Seiten gerichtet. Aussendrüsen entweder durchaus zweizell-
reihig und keulenförmig gestaltet oder knieförmig gebogen mit grossem,
mehrzelligem Köpfchen ; letztere Form häufig in Combination mit Bü-
schelhaaren und dann mit harzigem Inhalt.
II. Secrio TAMONEA.
M. macrophylla Tr.
var. latifolia Cogn.
Sintenis n. 6127, Portorico.
Ep.-Z.: obers. klein-polygonal und pallisadenartig gestreckt, manch-
mal durch eine Querwand zweigeteilt. Aussenwandungen verdickt, unters.
mit geradl. oder schwach gebogenen Seitenrändern und kleinen, finger-
förmigen Papillen mit krönchenartig gestalteter Spitze. Cuticula beiders.
gestreift. — Spö.: sehr zahlreich. — Bttb.: bifazial ; P.-G’zellen langge-
streckt mit bräunlichem Inhalt ; Sch.-G. schwach entwickelt. — Ox.-K.:
subepidermal nicht recht oft grosse Drusen in dickwandigen Zellen,
häufiger kleine im Sch.-G. und Beglip. der Nerven. — Nerven gegen
Mesophyll nach der Blattoberseite hin abgegrenzt durch einen Halb-
eylinder schwach collenchymatisch verdickter Parenchymzellen. — Trich.:
unterseits dichter Filz von niedrig gestielten Sternhaaren. Strahlenzellen
ziemlich lang, schwach verdickt und nach allen Seiten gerichtet; die
Basalabschnitte bilden ein deutliches Köpfchen. Dazwischen Kandelaber-
haare mit vielen, in mehreren, der Blatifläche parallelen Quirlen ange-
ordneten Strahlenzellen, wobei diejenigen der oberen Quirle besonders
lang und dickwandig sind. Ziemlich oft Aussendrüssen mit kurzem,
zweizellreihigem Stiele und langem, fadenartigem einzellreihigem Drü-
senköpfchen.
M. glandulifera Cogn.
var. Boliviensis Cogn, (in Mem. Torrey bot. Club, vol. VI, 1896, pag. 38).
Bang n. 1173, Bolivia.
Ep.-Z.: beiders. mit geradl. Seitenrändern. Cuticula beiders. fein
gestreift ; Zellen obers. über den Drusenzellen pallisadenartig gestreckt.
78 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
— Hyp. : ein- bis zwei-, über den Nerven drei- bis vierschichtig, Zellen
weitlumig und dickwandig. — Bitb.: bifazial ; P.-G. aus zwei bis drei
Schichten kurzgestreckter Zellen ; Zellen des Sch.-G. mit schwachver-
dickien Wandungen. — Ox.-K.: sehr zahlreich in grossen kugligen,
mehr oder minder stark in’s P.-G. und in die Epidermis eindringenden
Zellen des Hypoderms entsprechende Drusen, etwas kleinere in Nähe
der unterseiligen Epidermis an der Grenze zwischen Sch.-G. und P.-G.
und im Begltpar. der Nerven. — Nerven: Beglipar. sehr stark collen-
chymatisch verdickt, obers. subepidermal dickwandiges Collenchym. —
Trich. : nicht sehr häufig niedere Büschelhaare mit schwach verdickten,
kürzeren, ziemlich weitlumigen Strahlenzellen und knieförmig von zwei-
zellreihigem Stiele, dessen Zellen sehr niedrig und schwach gegen die
gemeinsame Mittelwand geneigt sind, abgebogene Aussendrüsen mit
grossem, zungenförmigem Drüsenköpfchen, das aus zwei ziemlich breiten
und langen, nebeneinander gelagerten, am Ende mehr oder minder
weit auseinanderweichenden Zellen besteht und mittelst einer grossen
Schildzelle an dem kürzeren, einzellreihigen Halse sitzt. Die beiden im
allgemeinen selien typisch anzutreffenden Endformen sind durch sehr
viele Zwischenglieder verbunden und zwar derart, dass mit der Zunahme
der am Knie befindlichen ein bis zwei papillenartigen Strahlenzellen
an Zahl und Länge einerseits die beiden Köpfchenzellen mehr und mehr
den Charakter einer gewöhnlichen Strahlenzelle annehmen und andrer-
seits die Stielzellen ihr scheibenartiges Aussehen verlieren (Fig. 15).
M. Guianensis Cogn.
var. ovalis Cogn.
Sintenis n. 6476, Portorico. :
Ep.-Z. : beiders. mit geradl. Seitenrändern und groben Cuticular-
sireifen; obers. die der Blattfläche parallelen Wände dick, unters. lange
fingerförmige Papillen mit krönchenartig gestalteter Spitze. — Spü. :
gross. — Bttb. bifazial; P.-G. einschichtig, Zellen langgestreckt und hori-
zonlal gefältelt; Sch.-G. schwach entwickelt, Zellwandungen verdickt. —
Ox.-K. : ziemlich häufig subepidermal, schwach in den Epidermis ein-
dringend in grossen kugligen Zellen, deren dem P.-G. zugekehrte Wand
stark verdickt ist und leistenförmig zwischen die Pallisadenzellen ein-
springt, entsprechende Drusen, zahlreich kleinere im Sch.-G. und
Begltpar. der Nerven; Einzelindividuen brockig. — Nerven : Begltpar.
PO ER RU, À
EUR BER y
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 79
sehr stark collenchymatisch verdickt. Leitbündel der grösseren Nerven
gegen Mesophyll nach oben hin durch Halbcylinder von dickwandigem
Collenchym abgegrenzt. — Trich. : unters. ein dichter Filz von sehr
kurz gestielten Büschelhaaren. Die ziemlich dickwandigen Strahlenzellen
nicht sehr lang, schwach tentakelartig gebogen, annähernd in zwei bis
drei dicht übereinanderliegenden Etagen. Aussendrüsen nur in Combi-
nation, indem eine Strahlenzelle durch mehrere Querwände geteilt ist
und — allerdings verhältnismässig selten — am Ende ein kleines, durch
eine Längswand geteiltes Köpfchen trägt.
M. cinochonæfolia DC.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z.: mit geradl. Seitenrändern und sehr stark papillös vorge-
wölbter, schwach verdickter Aussenwand (sammetartige Beschaffenheit
der Blattoberseite), unters. Zellränder schwach gebogen. — Spö.: klein.
— Bttb. undeutlich bifazial; P.-G’zellen horizontal gefältelt. — Ox.-K.:
sehr spärlich kleinste Drusen im Mesophyll, häufiger im Begltpar. der
Nerven. — Nerven: im Begltpar. der grösseren dickwandige, weitlumige
Stabzellen. — Trich.: beiders. an den Nerven zahlreiche, kurz gestielte
Stern- bezw. Büschelhaare. Strahlenzellen von sehr ungleicher Länge,
oft ausserordentlich lang, sehr dickwandig und öfter durch dünne Quer-
wände gekammert, die untersten der Blattseite oft dicht angedrückt
Der zwei- bis mehrzellreihige Stiel ist endweder niedrig und besteht
aus dickwandigen, regelmässig angeordneten niederen Parenchymzellen
oder er ist hoch und schlank und aus mehreren Reihen schwach ge-
streckter, getüpfelter Parenchymzellen aufgebaut ; die Strahlenzellen
in diesem Falle kurz und am Ende zu einem wedelartigen Büschel ver-
einigt! (Trichome an den grossen Nerven !). Ausserdem häufig beiders.
Aussendrüsen mit zweizellreihigem Stiele aus scheibenförmigen Zellen
und einem langen, zwei oder drei Mal schlangenförmig gebogenem Drü-
senköpfchen (Fig. 24).
! Besonders kräftig sind diese langgestielten Wedelhaare am Blattstiel der
nicht näher untersuchten Miconia rufipila entwickelt.
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80 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
M. caryophyllæa Tr.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z.: beiders. kleine Polygone darstellend, obers. mit verdickter
Aussen- und Innenwand und grob gestreifter Guticula. — Spö.: meist
von mehreren, unregelmässig orientierten Nachbarzellen umgeben. —
Btib.: bifazial, P.-G. einschichtig, Sch.-G. mit grossen Intercellular-
räumen, Zellen dickwandig. — Ox.-K.: spärlich subepidermal, in gros-
sen, kugligen Zellen, zu denen sich die Ep.-Z. ‘unter pallisadenartiger
Streckung herabziehen, entsprechende Drusen. — Nerven: die grösseren
springen nicht vor, Gefässteil central, beiders. subepidermal dickwan-
diges Collenchym. — Trich. : an jüngeren Blätiern obers. dünne, wenig-
zellreihige, prosenchymatische Haare mit gedrehtem Ende ; ältere
Blätter kahl; ziemlich häufig knieförmig gebogene Aussendrüsen mit
länglichem, zweizellreihigem Drüsenköpfchen und einer oder mehreren
kürzeren Strahlenzellen am Knie.
III. Secrio ADENODESMA.
M. tomentosa D. Don.
Spruce n. 9335, Brasilien.
Ep.-Z.: obers. kleine Polygone darstellend, Aussenwand sehr dick,
Zellen schwach, über Nerven deutlich pallisadenartig gestreckt ; Cuticula
grob gestreift ; unters. Zellenränder schwach gebogen. — Spö.: von
mehreren (meist drei) oder zwei Nachbz., deren eine dann den grössten
Teil des Schliesszellenpaares umfasst, umgeben. — Bttb. : bifazial ; P.-G.
einschichtig, Zellen kegelförmig_mit braunem Inhalt. — Ox.-K. : nicht
recht oft kleine Drusen subepidermal, im Sch.-G. und Beglipar. der
Nerven. — Nerven: die grossen gehen mit dickwandigem Collenchym
nach beiden Blattseiten durch. — Trich: unters. sitzen den kleineren
Nerven ungestielte Sternhaare polsterförmig auf (Fig. 14). Die ausser-
ordentlich weitlumigen und dickwandigen Strahlenzellen entspringen
in grosser Menge nebeneinander, verwachsen mit den Seitenrändern
‚ ungefähr bis zur Hälfte ihrer Länge und bilden dadurch annähernd ein
halbkugliges Polster, über das die Strahlenzellen, deren Länge sehr
stark wechselt, nach allen Richtungen hervorragen ; die untersten
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 81
schmiegen sich der Blattfläche dicht an. Die an den grösseren Nerven
befindlichen Zotien sind kandelaberartig. Der längere oder kürzere
Stiel ist vielzellreihig, besteht aus kleinlumigen Parenchymzellen mit
stark verkorkten Wandungen und verjüngt sich nach oben hin. Die
aufwärts gerichteten Strahlenzellen sind in nächster Nähe des Stieles
entweder ganz oder teilweise mit ihren Seitenrändern verwachsen und
dünnwandig geworden, während die oberen sehr lang und sehr dick-
wandig sind. Das Verwachsen der Strahlenzellen unter Einbusse ihrer
Dickwandigkeit kann soweit gehen, dass ein hoher, nach oben hin sich
stark verbreiternder Zolienstamm aus grosslumigen, dünnwandigen,
schwach gestrecklen Parenchymzellen entsteht, der von vielen kurzen,
ausserordentlich dickwandigen Strahlenzellen gekrönt ist. An den sehr
grossen Nerven finden wir meist Zotten mit vielzellreihigem Stiele und
zahlreichen kurzen, dünnwandigen und weitlumigen Strahlenzellen in
einer Anordnung, die sehr an die breiten, dichten Kronen gewisser
Laubbäume erinnert. Sehr bemerkenswert ist, dass wir an den zuletzt
beschriebenen Formen an Stellen, deren Zellen schon vollständig in
Bildung des Zottenkörpers aufgegangen sind, kleine mehrzellige Aussen-
drüsen, beobachten. Diese oben beschriebenen Zottenformen sind durch
mancherlei Zwischenformen verbunden, so zwar, dass kaum zwei
Formen zu finden sind, die einander völlig gleich wären. Ziemlich
häufig beobachten wir knieförmig gebogene Aussendrüsen mit lang-
gestrecklem Drüsenköpfchen.
M. rugosa Tr. er I ne
Spruce n. 1713, Brasilien. RE
Ep.-Z: obers. schwach, unters. mit wellig gebogenen Seitenrändern ;
obers. Aussenwandungen verdickt und Cuticula fein gestreift. — Spü. :
meist von drei oder zwei Nachbz. umgeben, deren eine den grössten
Teil des Schliesszellenpaares umfasst. — Bith.: bifazial ; P.-G. einschich-
tig, Zellen breit-kegelförmig mit braunem Inhalt. Das Blatt hat sich
zwischen den Venenmaschen stark vorgewölbt. — Ox.-K. : sehr spärlich
ziemlich kleine Drusen subepidermal, häufiger im Sch.-G. und Beltpar.
der Nerven. — Nerven: die grossen gehen mit dickwandigem Collen-
chym durch und führen dickwandige Stabzellen im Begltpar. — Trich. :
im wesentlichen gleichen die zahlreich vorhandenen Deckhaare denen
von M. tomentosa, nur besitzen sie viel schlankere Gestalt. Der Stiel
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. 6
UN KO aa
82 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
ist etwas dünner, die Polster sind nicht so deutlich, indem die Strahlen-
zellen viel unregelmässiger angeordnet, viel länger und mehr aufwärts
gerichtet sind ; die aus Verwachsung der dünnwandigen Strahlenzellen
hervorgegangenen kandelaberartigen Formen zeigen im untersten Teile
sehr grosse und weitlumige, vielfach nach abwärts gerichtete Papillen
und tragen am Ende drei bis vier ausserordentlich lange und dickwandige
Strahlenzellen. An den grossen Nerven befinden sich ungewöhnlich
lange, vierzellreihige Zotten, die im unteren Teile aus kleinlumigen
Parenchymzellen mit verkorkten Wandungen, im oberen Teile aus
dünnwandigen Parenchymzellen bestehen, wobei einige Randzellen noch
mit kurzen Papillen versehen sind und am Ende einige sehr lange,
dickwandige Strahlenzellen sich befinden (Fig. 7). Die Knieförmig ge-
bogenen Aussendrüsen besizen ein langes, einzellreihiges Köpfchenfund
am Knie eine oder zwei grössere Papillen.
IV. Secrio OCTOMERIS.
M. Thomasiana DC.
Sintensis n. 4975, Portorico.
Ep.-Z.: beiders. polygonal ; Aussenwände dick, Cuticula obers. über den
Nerven grob, unters. durchweg fein gestreift. — Spö.: oft sehr gross.
— Bttb.: bifazial ; P.-G. drei- bis vierschichtig, Zellen kurz gestreckt,
Sch.-G. mit sehr grossen Intercellularen. — Ox.-K.: ziemlich häufig
mittelgrosse Drusen im Sch.-G. — Nerven: alle gehen mit dickwan-
digem Collenchym nach beiden Blattseiten durch. Gefässbündelsystem
der grossen von einzelnen, ziemlich englumigen, schwach sklerosierten
Parenchymzellen umgeben. — Trich.: Deckhaare nicht beobachtet ;
nicht recht oft gebogene Aussendrüsen mit ovalem Drüsenköpfchen.
M. Schlimii Tr.
J. Donnel-Smith n. 2212, Guatemala.
Ep.-Z.: beiders. kleinlumig und polygonal. — Spö.: sehr klein und
sehr zahlreich. — Bith. : undeutlich bifazial ; P.-G. dreischichtig. —
Ox.-K.: ziemlich häufig subepidermal mittelgrosse Drusen, kleinere im
Sch.-G. und Beglipar. der Nerven. — Nerven: über den grösseren obers.
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MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 83
subepidermal dickwandiges Collenchym. — Trich.: unters. viele Stern-
bezw. Büschelhaare mit zwei- oder mehrzellreihigem, sehr kurzem
Stiele und mehr oder minder langen, dickwandigen Strahlenzellen,
deren Zahl eine sehr wechselnde ist. An den Sternhaaren eine der
Strahlenzellen durch dünne Querwände gekammert und am Ende ent-
weder mit einer kuglig geschwollenen, durch eine Längswand zwei-
geteilten Zelle, oder mit einem grösseren, mehrzelligen Drüsenköpfchen;
häufig knieförmig gebogene Aussendrüsen mit grösserem Drüsenköpf-
chen; am Knie der grösseren Drüsen manchmal eine kurze Strahlenzelle.
M. anisotricha Tr.
Karwinski, Mexico.
Ep.-Z.: beiders. polygonal mit verdickten, milchweiss schimmernden
Aussenmembranen und getüpfelten Seitenwandungen. — Spö.: von drei
bis sechs Nachbz. umgeben. — Bttb. : bifazial ; P.-G. ein- bis zweischich-
tig, schwach horizontal gefältet. — Ox.-K.: häufig im Sch.-G. kleine
Drusen, weniger oft in dem ziemlich dickwandigen Bgltpar. der grös-
seren Nerven. — Trich.: beiders. mehrzellreihige Haare aus prosen-
chymatischen Zellen. Häufig keulenförmig gestaltete Aussendrüsen mit
einer oder miehreren, kleineren oder grösseren Strahlenzellen an der
Krümmung, so dass sich die Grenze zwischen Drüse und Deckhaar
verwischt.
M. atrata Wawra.
Marti Herb. Flor. brasil. n. 23.
Ep.-Z.: beiders. mit geradl. Seitenrändern ; obers. ziemlich gross-
lumig mit schwach vorgewölbter Aussenwand. — Spö.: von mehreren
Nachbz. umgeben. — Bttb.: bifazial; P.-G. einschichtig, Sch.-G. dicht.
Ox.-K.: subepidermal, ziemlich häufig kleinere Drusen im Begltpar. der
Nerven, oft auf einen rhombischen, brockigen Krystall reduziert. —
Nerven: Begltpar. weitlumig und dünnwandig. — Trich. : beiders. sehr
zahlreiche, schlanke, mehrzellreihige Haare aus dickwandigen Prosen-
chymzellen ; am Ende manchmal ein rundliches, mehrzelliges Drüsen-
köpfehen. Häufiig durchaus zweizellreihige Aussendrüsen, deren Ende
erst in ziemlich weiter Entfernung von der Blattfläche schwach nach
abwärts gekrümmt ist.
54 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
V. Secrio LACERARIA.
M. Mexicana Naud.
Bourgeau n. 2613, Mexico.
Ep.-Z. : Zellenränder beiders. geradl., Aussenwandungen stark ver-
dickt, obers. auch die Innenwandungen, Zellen über Nerven schwach
pallisadenartig gestreckt und manchmal durch eine Querwand zwei-
geteilt. — Btth.: bifazial ; P.-G. einschichtig, Sch.-G. sehr stark ent-
wickelt, Zellen gegen die unterseilige Epidermis zu mit verdickten
Wandungen. — Ox.-K.: nicht recht oft subepidermal, schwach in Epi-
dermis eindringend, in dickwandigen Zellen mittelgrosse Drusen, Klei-
nere im Sch.-G. — Nerven: subepidermal dickwandiges Collenchym.
— Trich.: unters. an den Haupinerven vereinzelt Büschelhaare mit
kürzeren, sehr dickwandigen Strahlenzellen und niederem, mehrzell-
reihigem Stiel. Diese gehen in kandelaberartige Zotten über. Nicht recht
oft keulenförmig gestaltete Aussendrüsen mit kurzen Strahlenzellen.
M. striata Cogn.
Eggers n. 748, Dominica.
Ep.-Z.: beiders. mit sehr schwach gebogenen Seitenrändern und ver-
dickten Aussenmembranen. Cuticula fein gestreift, obers. geradl. aber
nur über Nerven, unters. mäandrisch. — Bttb. : bifazial. — Ox.-K.: nicht
oft kleinere Drusen subepidermal im Sch.-G. und Begltpar. der Nerven.
— Nerven : springen unters. kaum vor, gehen alle mit dickwandigem
Collenchym, welches sich obers. subepidermal einschichtig auf die
nächste Umgebung fortsetzt, nach beiden Blattseiten durch. — Trich. :
an den grossen Nerven zerstreut, niedere Büschelhaare mit vielen
kurzen, dünnwandigen Strahlenzellen. Häufig, besonders an den Ner-
ven, knieförmig gebogene Aussendrüsen mit grossem, zungenarlig ge-
staltetem Köpfchen, das durch eine Längswand in zwei, am Ende öfter
auseinanderweichende Zellen geteilt ist. Manchmal am Knie eine kurze
Strahlenzelle.
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 85
VI. Seetio EUMICONIA.
M. compressa Naud.
Blanchet, Brasilien.
Ep.-Z. : oberseits mit geradl. Seitenrändern, mit dicker, bis zur Hälfte
der Dicke cuticularisierter Aussenwand und breit gestreifter Gulicula,
unters. mit stark wellig gebogenen Seitenrändern und fein gestreifter
Cutieula; Aussenwandungen ziemlich dick. — Spö. : meist von zwei
quer zum Spalte gestellten Nachbz. umgeben. — Bttb. : undeutlich bifa-
zial ; P.-G. ein- bis zweischichtig, Zellen kurz und horizontal gefältelt ;
dazwischen Idioblasten, die einen braunen gerbstoffhaltigen Inhalt auf-
weisen. Sch.-G. sehr stark entwickelt, locker. — Ox.-K.: ziemlich häufig
im Mesophyll und Beglipar. der Nerven, dessen Zellen nur schwach
collenchymatisch verdickt sind, grosse bis mittelgrosse Drusen. — Trich.:
in grosser Zahl über die Blatifläche zerstreut schülferchenartige Haare
mit kurzem Stiele aus zwei Reihen scheibenartiger Zellen. Ziemlich oft
knieförmig gebogene Aussendrüsen mit kleinerem oder grösserem,
mehrzelligem, länglich-ovalem Köpfchen; Hals verhältnismässig lang, die
Zellen desselben mit verkorkten Wänden und gestreifter Cuticula. Com-
bination ziemlich oft.
M. persicariæfolia Cogn.
Bang n. 1410, Bolivia.
Ep.-Z.: polygonal mit grossem, vorgewölbtem Lumen und stark ver-
dickter, zum grössten Teil cuticularsierter Aussenwand, welche zapfen-
artig zwischen die Seilenwandungen einspringt ; unters. mit schwach
gebogenen Seitenrändern. — Bith.: bifazial ; P.-G. einschichtig mit
braunem Inhalt, Sch.-G. gut entwickelt, geschichtet. — Ox.-K.: häufig
subepidermal grosse Drusen schwach in die Epidermis eindringend,
kleine im Sch.-G. ; Einzelindividuen brockig. — Nerven: Bgltpar. dick-
wandig. —- Trich.: an den Nerven nicht recht oft sternarlige Deckhaare
mit kurzem, zwei- bis mehrzellreihigem Stiele und langen, weitlumigen
Strahlenzellen. Ziemlich häufig knieförmig gebogene Aussendrüsen
mit länglichem, ein- oder zweizelligem Köpfchen und ziemlich langem
Halse.
86 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
M. longipedunculata Cogn.
Spruce, Brasilien.
Ep.-Z. : obers. kleinlumig polygonal mit schwach verdickten Aussen-
membranen und schwach gestreifter Cuticula, unters. Zellränder schwach
gebogen. — Spö.: klein, sehr zahlreich. — Bitb. bifazial; P.-G. zwei-
schichtig, Sch.-G. dicht. — Ox.-K.: spärlich subepidermal, im Sch.-G.
und Bglipar. der Nerven kleine Drusen. — Nerven: die grossen gegen
Sch.-G. nach oben hin abgegrenzt durch dickwandiges Collenchym. —
Trich.: unters. dichter Filz von niedrig gestielten Büschelhaaren mit
zahlreichen kurzen, dünnwandigen, nach allen Seiten gerichteten Strah-
lenzellen ; dazwischen Kandelaberhaare mit dickwandigen Strahlenzel-
len, welche in mehreren, der Blattfläche parallelen Quirlen sternarüg
angeordnet sind, und öfter dreizellreihigem Stiele. Aussendrüsen lang,
fadenförmig und einzellreihig ; nur sehr selten beginnen dieselben
zweizellreihig.
M. multispicata Naud.
Eggers n. 1117, Trinidad.
Ep.-Z.: obers. mittelgrosse Polygone darstellend mit schwach ver-
dickten Ecken ; unters. Zellränder schwach gebogen. — Bitb.: undeut-
lich bifazial. — Ox.-K.: spärlich subepidermal ziemlich grosse Drusen,
kleinere häufiger im Beglipar. der Nerven. — Nerven: die grossen durch
dickwandige Parenchymzellen gegen das Mesophyll nach oben hin ab-
gegrenzt. — Trich.: unterseits zerstreut Büschelhaare mit kurzem, zwei-
bis mehrzellreihigem Stiele und dünnwandigen Strahlenzellen, die nach
oben hin kürzer werden. Aussendrüsen knieförmig gebogen mit lan-
gem, cylindrischem Köpfchen, das aus einer Zellreihe besteht ; dieses ist
meist von einer zweiten, ebenso langen begleitet, welches dann ganz
oder teilweise mit dem ersten verwächst. Seltener nur ein Köpfchen
und eine kurze Strahlenzelle am Knie.
M. impetiolaris D. Don.
Wagner, Panama.
Ep.-Z. : obers. ziemlich kleine Polygone darstellend, Aussenwand sehr
dick, cuticularisiert, zapfenartig an den Endpunkten zwischen die Seiten-
ränder einspringend, unters. Zellränder gebogen. — Spö.: klein und
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MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 87
zahlreich. — Btib.: undeutlich bifazial; P.-G. zwei- bis dreichichtig
mit braunem Inhalt. — Ox.-K.: häufig subepidermal grosse Drusen,
kleine im Sch.-G. und Bgltpar. der Nerven. — Nerven: vereinzelt Stab-
zellen im Begltpar. — Trich. : unters. verursachen Büschelzotten mit
zahlreichen, ziemlich dickwandigen, unregelmässig nach allen Seiten
gerichteten Strahlenzellen, die mit ihren von zahlreichen Tüpfeln durch-
brochenen Basalleilen ein grosses Köpfchen bilden, in das der kurze,
mehrzellreihige Stiel zapfenartig eindringt, eine dichte Behaarung.
Häufig mehr oder minder deutlich knieförmig gebogene Aussendrüsen
mit sehr langem, einzellreihigem Halse und cylindrischem oder schwach
ellipsoidischem Drüsenköpfchen.
M. rufescens DC.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z.: obers. mit geradl. Zellrändern, verdickter, cuticularisierter
Aussenwand und grober Cuticularstreifung, unters. mit schwach gebo-
genen Zellrändern und mäandrisch gestreifter Cuticula. — Spö.: ziemlich
klein. — Bittb.: bifazial ; P.-G. ein- bis zweischichtig, langgestreckt,
Sch.-G. dicht. Die Spreite hat sich zwischen den Venenmaschen stark
nach oben hin vorgewölbt. — Ox.-K.: spärlich kleine Drusen im untern
Teil des Blattquerschnittes. — Nerven : springen unters. stark vor;
Bglipar. dickwandig. — Trich. : unters. zahlreiche, sehr niedrig gestielte
Stern- bezw. Büschelhaare, welche durch Aneinanderlegen und Empor-
schieben der oberen, d. h. mittleren Strahlenzellen in hohe, sehr kurz
gestielte, kandelaber- oder hirschhornartige Formen mit sehr dick-
wandigen Strahlenzellen übergehen. Die Strahlenzellen, welche sich
bei den hirschhornartigen Formen in Nähe des parenchymatischen Stiel-
chens befinden, sind kurz und mit der Spitze der Blattfläche zugekehrt,
wodurch eine Art « Rosenstock » entsteht. Sehr bemerkenswert ist, dass
wir in der Endregion der hirschhornartigen Formen relativ grosse
Aussendrüsen mit mehrzelligem, ovalem Drüsenköpfchen antreffen.
Häufig knieförmig gebogene Aussendrüsen mit sehr langem Halse und
geschwollenem Drüsenköpfchen.
M. stelligera Cogn.
Pœppig, Brasilien.
Ep.-Z. : obers. ziemlich grosslumig, polygonal mit verdickten Aussen-
wandungen, unters. mit wellig gebogenen Seitenrändern. — Spö.: klein.
88 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
— Bttb.: undeutlich bifazial ; P.-G. einschichtig, breitkegelförmig, mit
braunem Inhalt. — Ox.-K.: subepidermal, schwach in die Epidermis
eindringend, kleine Drusen ; ausserdem häufig im Sch.-G. und Beglipar.
der Nerven, das schwach collenchymatisch verdickt ist. — Trich. : sehr
häufig Sternhaare mit kurzem oder sehr hohem, vielzellreihigem Stiele
und ziemlich langen, dickwandigen, im basalen Abschnitte getüpfelten
Strahlenzellen. Der untere, kleine Teil des hohen Stieles besteht aus
kleinlumigen, regelmässig angeordeneten Zellen mit stark verkorkten
Wänden, der übrige Teil dagegen aus grosslumigen, dünnwandigen,
schwach gestreckten und unregelmässig gelagerten Zellen. Zwischen
diesen beiden Endformen finden sich Mittelformen ; bei diesen fällt die
Umbildung einer Strahlenzelle zu einer kopfig verdickten Aussendrüse
auf. Letztere nicht recht oft beiders. Knieförmig gebogen mit länglichem,
wenigzelligem Köpfchen.
M. campestris Tr.
Spruce n. 2147, Brasilien.
Ep.-Z.: obers. polygonal, die der Blattfläche parallelen Wandungen
stark verdickt, milchweiss schimmernd ; unters. mit schwach gebogenen
Zellrändern ; Aussenwand über den grossen Nerven stark gequollen. —
Spö.: schwach über die Blattfläche emporgehoben. — Btib. : bifazial ;
P.-G. einschichtig. — Ox.-K.: zahlreiche kleinste Drusen scheinbar in
der Innenwand der oberseiten Epidermiszellen liegend. — Trich. : bei-
ders., besonders unters., zahlreiche Sternhaare mit langen, ziemlich .
dickwandigen Strahlenzellen, deren sehr enges Lumen an der Basis sich
plötzlich zwiebelartig erweitert ; ausserdem, wenn auch nicht recht oft
prosenchymatische, einfache Zotten, die am Ende manchmal ein rund-
liches, mehrzelliges Drüsenköpfchen besitzen. Obers. sitzen die Stern-
haare grösseren kugelförmigen Erhebungen des Blattes auf; die Strahlen-
zellen dieser Sternhaare sind nicht, wie die unterseitigen, steif und
gerade, sondern geschlängelt. Aussendrüssen nur in Verbindung mit
Sternhaaren, indem eine Strahlenzelle durch Querwände in mehrere
Zellen zerlegt ist, wobei die Endzelle eine schwache, kuglige Anschwel-
lung zeigt.
M. rhytidophylla Naud.
Spruce, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. kleine Polygone darstellend, obers. Aussenwand ver-
dickt; Zellen über Nerven schwach pallisadenartig gestreckt. — Spö.:
255 2 a0 A AT ES
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACE EN. 89
ziemlich gross. -— Btib.: subcentrisch (b). — Ox.-K.: ziemlich häufig
kleine Drusen. — Nerven und Venen gehen nach beiden Blattseiten
durch, springen unters. sehr stark vor und führen zahlreiche, sehr
lange, englumige, spindelförmige Zellen mit sehr dicken, nicht von
Tüpfeln durchbrochenen, sklerosierten Wandungen. — Trich. : beiders.
ziemlich langgestielte Büschelhaare mit ziemlich langen und weitlumigen
Strahlenzellen, deren eine häufig durch Querwände geteilt ist und am
Ende eine kleine Anschwellung zeigt. in Kandelaberhaare übergehend.
Ausserdem unters. lange Drüsenzotten mit grossem, rundlichem Köpf-
chen. Der Zottenkörper besteht im untersten Teile aus mehreren Reihen
kleiner, regelmässig angeordneter Parenchymzellen, während der grösste
übrige Teil aus dünnwandigen Prosenchymzellen besteht und in der
Mitte von drei bis vier hintereinander gelagerten, sehr langen Pros-
enchymzellen durchzogen ist, deren Wände schwach sklerosiert und
getüpfelt sind.
M. scorpioides Naud.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z.: beiders. polygonal, obers. mit stark, unters. mit schwach ver-
dickten Aussenwandungen; Cuticula obers. grob gestreift. — Spö.: klein.
— Bitb. : bifazial. — Ox.-K.: ziemlich häufig kleine Drusen im Sch.-G.
und Bglipar. der Nerven. — Nerven: die grossen und grösseren Venen
gehen mit dickwandigem Collenchym nach beiden Blatiseiten durch.
Die grossen verursachen obers. einen grösseren Vorsprung; in letzterem
verläuft ein kleines Gefässbündel, dessen Siebteil nach innen gekehrt
ist. In den grossen Nerven verlaufen mehrere Gefässbündel, deren
Holzteile zu einem Ring zusammenschliessen; innerhalb desselben ver-
laufen ôfter noch kleinere Gefässbündel. — Trich. : beiders. niedrige
Sternhaare mit wenigen, kurzen, dickwandigen Strahlenzellen. Unters.
gehen diese in schülferchenartige Trichome mit kurzem, vielzellreihigem
Stiel über. Von den reichlich vorhandenen, dickwandigen Strahlenzellen
lagern die untersten der Blattfläche parallel und sind auf eine ziemlich
lange Strecke hin mit ihren Seitenrändern verwachsen, die obersten
sind viel kürzer, schlauchförmig gestaltet und stehen gerade ab. Aus-
sendrüsen nur in Gestalt umgebildeter Strahlenzellen, indem letztere
durch Querwände geteilt sind und am Ende eine längliche, walzen-
fürmige Zelle tragen, die ab und zu durch eine Längswand geteilt ist.
= NE ET REES RR SES PSE RENNER FEAR
90 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
M. tiliæfolia Naud.
Bang n. 1453, Bolivia.
Ep.-Z. : obers. kleine Polygone, Aussenwand sehr dick, cuticularisiert
mit kleinem Zäpfchen, Cuticula grob gestreift, Zellen schwach pallisaden-
artig gestreckt; unters. Zellränder schwach gebogen. — Spö.: meist von
drei Nachbz. umgeben, deren eine den grössten Teil des Schliesszellen-
paares umspannt. — Btib.: bifazial; P.-G. zwei- bis dreischichtig. —
Ox.-K. : spärlich subepidermal, häufiger im Beglipar. der Nerven kleine
Drusen. — Nerven : öfter Stabzellen. — Trich.: unters. ein sehr dichter
Filz von gestielten Büschel-, Schülferchen- und Schildhaaren mit zwei-
bis mehrzellreihigem, längerem oder kürzerem Stiele und ziemlich
dickwandigen Strahlenzellen. Der Schild besteht aus langen, dünnwan-
digen Strahlenzellen und trägt in der Mitte noch viele fingerförmige
Zellen (Fig. 18a und 5). Selten Aussendrüsen mit ziemlich grossem,
oft durch eine Längswand geteiltem Köpfchen an langem Halse.
M. albicans Tr.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z.: obers. schwach pallisadenartig gestreckt, polygonal mit sehr
dicker, cuticulasierter Aussenwand ; unters. mit schwach gebogenen
Seitenrändern. — Spö.: stark emporgehoben. — Btth.: undeutlich bifa-
zial; P.-G. zwei- bis dreischichtig. — Ox.-K.: subepidermal spärlich in
dickwandigen, sehr grossen, kugligen Zellen entsprechende Drusen,
häufig kleinere im Sch.-G. und Begltpar. der Nerven. — Nerven: die
grossen Nerven springen unters. sehr stark vor und erscheinen im
Querschnittsbilde fast vollkommen vom Mesophyll, mit dem sie nur
durch einige dickwandige Collenchymzellen verbunden sind. abge-
schnürt. — Trich.: unters. sehr dichter Filz von Tentakelhaaren. Der
Stiel ist ziemlich hoch, besteht aus zwei bis drei Reihen gestreckter,
weitlumiger Parenchymzellen, deren Längswände sehr dünn, während
die Querwände verdickt und verkorkt erscheinen. Am Ende derselben
sitzen meist vier ausserordentlich lange, vielfach gewundene, englumige
Strahlenzellen mit ziemlich dicken Wandungen. Das Lumen erweitert
sich am Grunde plötzlich, so dass eine Art Köpfchen entsteht. Häufig
N
Er,
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MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 91
ist statt einer Strahlenzelle eine Aussendrüse mit länglichem Köpfchen
entwickelt. Ausserdem nicht sehr oft Aussendrüsen mit kleinem Köpf-
chen auf kurzem, zweizellreihigem Stiele.
M. ferruginata DC.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z. : obers. mit geradl. Seitenrändern und sehr dicker Aussenwand;
die äussere, cuticularisierte Hälfte springt tief leistenartig zwischen den
Seitenwandungen ein; die dem P.-G. anliegende Wand verdickt; unters.
mit schwach gebogenen Seitenrändern und mäandrisch gestreifter Cuti-
cula. — Bttb. : bifazial; P.-G. aus einer bis zwei Schichten sehr langge-
streckter Zellen. — Ox.-K. : spärlich kleine Drusen im Sch.-G. und
Begltpar. der Nerven. — Nerven: springen unters. so stark vor, dass sie
im Querschnittsbilde an leistenartigen Vorsprüngen der Blattspreite zu
sitzen scheinen. Vereinzelt Stabzellen, welche mit sehr kleinen Tüpfeln
versehen sind. — Trich. : unters. dichter Filz aus niedrigen Büschel-
haaren mit kurzem, zweizellreihigem Stiele und ziemlich langen, dünn-
wandigen Strahlenzellen. Dazwischen erheben sich hohe Kandelaber-
haare mit etagenartiger Anordnung der sehr dickwandigen und im
basalen Teil von sehr kleinen Tüpfeln durchbrochenen Strahlenzellen.
Nicht sehr häufig einzellreihige Aussendrüsen ohne Endanschwellung,
öfter auch an kurzem, zweizellreihigem Stiele.
M. lepidota DC.
var. grandifolia Cogn.
: Pœppig, Brasilien.
Ep.-Z. : obers. klein polygonal; Aussenwand dick und durchaus cuticu-
larisiert; Zellen schwach pallisadenartig gestreckt und manchmal quer-
geteilt; unters. mit schwach gebogenen Seitenrändern. — Spö. : ziemlich
klein, oft fast nur von einer Nachbarzelle umgeben. — Bttb. : bifazial;
P.-G. zweischichtig, Sch.-G. dicht. — Ox.-K. : obers. subepidermal ziem-
lich häufig grosse Drusen, unters. subepidermal zahlreiche kleinere,
ebenso in Begltpar. der Nerven. — Nerven : in den grösseren ein Gefäss-
bündelring. — Trich. : beiders., unters. besonders reichlich, Büschel-
haare mit kurzem, zwei- bis mehrzellreihigem Stiel, dessen Basalzellen
obers. gekammert sind, und zahlreichen ziemlich langen, dünnwandigen,
92 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
weitlumigen Strahlenzellen. Unters. gehen die Büschelhaare zunächst in
kandelaberartige (hier die Etagen in grosser Entfernung übereinander)
Formen über, deren Strahlenzellen entweder aufgerichtet oder parallel
der Blattfläche in entsprechenden Quirlen angeordnet sind, und schliess-
lich in langgestielte Schildhaare. Oberste Stielzellenetage als unteres
Schülferchen ausgebildet, zuweilen auch ein oberes Schülferchen. Selten
Aussendrüsen mit kugligem Köpfchen.
M. argyrophylla DC.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. mit wellig gebogenen Seitenrändern, obers. Cuticula
grob gestreift. — Bttb. : undeutlich bifazial; P.-G. ein- bis zweischichtig;
Sch.-@’zellen. dicht geschlossen mit vielen linsenförmigen Stärkekörnern.
— Ox.-K. : selten der Blattunterseite genähert kleine Drusen, häufig. im
Begltpar. der Nerven. — Nerven : springen unters. sehr stark vor, auch
im Bgltpar. ziemlich viele linsenförmige Stärkekörner. — Trich. : unters.
eine dünne Filzlage, gebildet von sehr niederen Büschelhaaren mit zahl-
reichen, sehr kurzen Strahlenzellen: oft beobachtet man an denselben
eine schalenförmige Absonderung von harzigem Secret, wie sie beson-
ders charakteristisch ist für die knieförmig gebogenen Aussendrüsen.
Das kleine Köpfchen der letzteren besteht aus zwei grösseren, an dem
vorderen Ende auseinanderweichenden Zellen; manchmal ist eine dritte
Zelle in den entstandenen Zwischenraum eingeschoben. An Knie häufig
mehrere Strahlenzellen; Grenze zwischen Deck- und Drüsenhaar ver-
wischt.
M. ambigua DC.
Hahn n. 451, Martinique.
Ep.-Z.: obers. mit geradl.; unters. mit schwach undulierten Seiten-
rändern. Cuticula obers. schwach gestreift. — Spö. : klein. — Biib.:
undeutlich bifazial; P.-G. zwei- bis dreischichtig. — Ox.-K. : häufig sub-
epidermal mittelgrosse Drusen, kleinere im Sch.-G. und Begltpar. der
Nerven. — Nerven und Venen gehen nach beiden Blattseiten durch. —
Trich. : an den Nerven vereinzelt niedere Sternhaare mit dünnwandigen
Strahlenzellen. Sehr zahlreich knieförmig gebogene Aussendrüsen mit
grossem, zungenförmigem Drüsenköpfchen, das aus zwei langgestreckten,
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 93
am Ende schwach auseinanderweichenden Zellen besteht. Das Secret ist
harzig und und schalenförmig an den der Blatifläche abgekehrten Wan-
dungen abgesondert.
M. eriodonta DC.
Bang n. 492, Bolivia.
Ep.-Z. : obers. kleine Polygone, Aussenwand schwach verdickt mit
gestreifter Cuticula; unters. Zellränder sehr schwach gebogen oder ge-
rade, Cuticula in Nähe der Spö. wellig gestreift. — Spö. : ziemlich klein.
— Bitb. : undeutlich bifazial; P.-G’zellen. kegelförmig, horizontal ge-
fältelt, Sch.-G. locker, geschichtet. — Ox.-K. : zerstreut sehr kleine
Drusen im Sch.-G. — Nerven und Venen gehen nach beiden Blattseiten
durch; im Begltpar. der grösseren zahlreiche, ausserordentlich dickwan-
dige Stabzellen, die durch ihre ungewöhnlich kleinen Tüpfel auffallen;
beiders. subepidermal dickwandiges Collenchym. — Trich. : Häufig
Büschelhaare mit längeren oder kürzeren, sehr dickwandigen, an der
Basis mit sehr kleinen Tüpfeln versehenen Strahlenzellen und niederen,
mehrzellreihigem Stiele. Die Sternhaare gehen durch Aufrichten und
Zusammenwachsen der Strahlenzellen in kandelaberartige Zotten mit
steil aufgerichleten, dickwandigen, und englumigen Strahlenzellen oder
in tannenbaumartige Zotten mit horizontal abstehenden Strahlenzellen
über. Am Fusse der Zotten finden sich kurze, der Blattfläche zugekehrte
Strahlenzellen. Aussendrüsen knieförmig gebogen mit kleinem kugligen,
durch eine Längswand zweigeteiltem Köpfchen an ziemlich langem Halse.
Oefter in Combination mit niederen Büschelhaaren.
M. Kappleri Naud.
Kappler n. 1675, Surinam.
Ep.-Z. : beiders. kleinlumig, polygonal mit dicker, cuticularisierter
Aussenwand. — Spö. : klein, rundlich. — Btth.: bifazial, P.-G. dreischich-
tig, Zellen der ersten Schichte horizontal gefältelt, Sch.-G. geschichtet,
mit grossen Intercellularen. — Ox.-K. : häufig subepidermal mittelgrosse
Drusen. — Nerven : die grösseren gehen nach beiden Blattseiten durch
und springen mit Ausnahme der Hauptnerven nicht vor. Gefässteil
central. Im Begltpar. und in nächster Nähe desselben im Sch.-G. zahl-
reiche kleingetüpfelte Stabzellen; die kleinen Nerven mit deutlicher
94 MÉMOIRES DE L'HERBIKR BOISSIER.
Parenchymscheide. — Trich. : beiders. ziemlich häufig Sternhaare mit
blatierosettenartigem Aussehen und kurzen, dünnwandigen Strahlen-
zellen. Die zwei grosslumigen, boutellenförmigen Basalzellen des Stieles
mittelst zahlreicher Querwände gekammert (Fig. 4). Nicht recht oft Aus-
sendrüsen mit länglichem, mehrzelligem Köpfchen und ebenfalls gekam-
merten Stielbasalzellen; an der Biegungsstelle öfter eine oder mehrere
Strahlenzellen.
M. affinis DC.
Sintenis n. 2738, Portorico.
Ep.-Z. : obers. mit geradl. Seitenrändern und schwach verdickter Aus-
senwand ; Cuticula fein gestreift ; unters. Zellränder wellig gebogen. —
Spö. : meist von drei Nachbz. umgeben, deren eine den grössten Teil
des Schliesszellenpaares umspannt. — Hyp.: ein-, über Nerven zwei-
schichlig ; Zellen weitlumig und dickwandig ; Vertikalwände getüpfelt.
— Bitb.: bifazial ; P.-G. einschichtig, Zellen kurz kegelförmig ; Sch.-
G’zellen. geschichtet, weitlumig, verhältnismässig dickwandig. — Ox.-K.:
sehr zahlreich im Hyp. und Sch.-G. und Begltpar. der Nerven sehr grosse
bis mittelgrosse Drusen. — Nerven : im Begltpar. der grösseren, welche
unters. sehr siark vorspringen, vereinzelt weitlumige Stabzellen ; obers.
subepidermal dickwandiges Collenchym. — Trich. : Deck- und Drüsen-
haare ähnlich wie bei M. Kappleri.
M. caudigera DC.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z.: beiders. polygonal mit sehr dicken Aussenwandungen, schwach
pallisadenartig gestreckt. Cuticula unters. zu ziemlich hohen kegelför-
migen Höckern erhoben, welche durch Cuticularleisten verbunden sind.
— Spô.: tief eingelassen. — Bttb.: subcentrisch (a), beiders. drei bis
vier Schichten wenig gestreckter Pallisadenzellen. — Ox.-K.: ziemlich
häufig mittelgrosse Drusen. — Nerve: springen nicht vor ; Bgltpar. der
grösseren sehr stark collenchymatisch verdickt, die kleinen mit deut-
licher Schutzscheide. — Trich. : unters. bilden zahlreiche Büschelhaare
mit kurzen, ziemlich dickwandigen Strahlenzellen, welche sich häufig
in mehreren dicht übereinanderliegenden Etagen der Blattfläche parallel
lagern, und zweizellreihigem Stiele, dessen Basalzellen gekammert sind.
de ce le De ee TE
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 95
eine dichte Behaarung. Aussendrüsen nur in Combination mit Deck-
haaren, Köpfchen annähernd kuglig, einzellig oder durch Längswand
geteilt oder durch senkrecht zu dieser auftretende Querwände vier-
geteilt, schliesslich mehrzellig.
M. lævigata DC.
Crudy, Bahama ins.
Ep.-Z. : obers. ziemlich grosse Polygone; die der Blattoberfläche paral-
lelen Wände verdickt, Cuticula grob gestreift; unters. Zellränder wellig
gebogen, Cuticula fein gestreift. — Bttb. undeutlich bifazial; P.-G. ein-
bis zweischichtig, Zellen horizontal gefältelt, Sch.-G.: locker. — Ox.-K. :
spärlich subepidermal grosse, häufig mittelgrosse Drusen im Sch.-G. und
Begltpar. der Nerven. — Nerven und Venen gehen mit dickwandigem
Collenchym nach beiden Blatiseiten durch. — Trich. : spärlich niedere
Sternhaare von blattrosettenartigem Aussehen mit kurzen, schwach ver-
dickten Strahlenzellen. Ausserordentlich zahlreich knieförmig gebogene
Aussendrüsen mit ziemlich grossen Drüsenköpfchen, wie M. argyrophylla
Seite 92.
M. calvescens DC.
Pohl, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. kleinlumig, polygonal mit schwach verdickten Zell-
wandungen, unters. mit schwach verdickter Aussenwand und mäandrisch
gestreifter Culicula. — Spö. : klein. — Bith.: bifazial; P.-G. zweischichtig,
Zellen der ersten Schichte horizontal gefältelt; Sch.-G’zellen. kleinlumig
und dicht geschlossen. — Ox.-K. : häufig subepidermal schwach in die
Epidermis eindringend, mittelgrosse Drusen ; zahlreich kleinere im
Sch.-G. un] Beglipar. der Nerven. Einzelindividuen sehr spitz, —
Nerven : die grösseren springen auch obers. mit dickwandigem Collen-
chym vor. — Trich. : sehr häufig kurz gestielte Sternhaare mit langen,
schwach verdickten Strahlenzellen, welche mit ihren getüpfelten Ba-
salteilen ein Köpfchen bilden. Aussendrüsen knieförmig gebogen mit
sehr kleinem, durch eine Längswand zweigeteiltem Köpfchen an sehr
langem, einzellreihigem Halse. Selten am Knie eine fingerförmige
Strahlenzelle.
96 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
M. Chamissois Naud.
Spruce, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. polygonal mit grob gestreifter Cuticula; obers. die der
Blattfläche parallelen Wände verdickt und die ziemlich weitlumigen
Zellen häufig durch Vertikalwände zweigeteilt, Aussenwandungen der
unterseiligen Zellen dick, besonders über Nerven. — Spö.: klein. —
Btth.: undeutlich bifazial; P.-G. einschichtig aus kegelförmigen, horizon-
talgefältelten Zellen. — Ox.-K. : spärlich subepidermal grosse, häufig
kleinere Drusen im Sch.-G. und Begeltpar. der Nerven. — Nerven : nur
die grossen springen unters. vor, Begltpar. collenchymatisch verdickt. —
Trich. : beiders. gestielle Sternhaare mit langen, sehr dünnwandigen
Strahlenzellen, die der Blatifläche parallel lagern. Unters. Knieförmig ge-
bogene Aussendrüsen mit einem grösseren, aus drei bis vier eiförmigen,
mit den Rändern nicht völlig verwachsenen Zellen gebiideten Köpfchen
und einer bis mehreren Strahlenzellen am Knie.
M. pteropoda Benth.
Spruce, Brasilien.
Ep.-Z. : obers. grosse Polygone ; Aussenwand dick, cuticularisiert, mit
sehr grossen Cuticularzapfen ; unters. Zellränder schwach gebogen, Aus-
senwand ziemlich dick, cuticularisiert. — Spö.: meist von zwei oder
fast einer Nachbarzelle umgeben. — Bttb.: bifazial ; P.-G. einschichtig,
Zellen langgestreckt mit braunem Inhalt. Sch.-G. geschichtet. — Ox.-K.:
sellen subepidermal, mittelgrosse Drusen, häufig kleinere unters. sub-
epidermal und im Begltpar. der Nerven. — Nerven: nur die grossen
springen unters. vor ; Zellen des Begltpar. weitlumig und collenchy-
matisch verdickt. — Trich.: sehr spärlich beiders. niedere Sternhaare
mit sehr kurzen Strahlenzellen ; Stielbasalzellen sehr gross, boutellen-
artig und gekammert. Eine Strahlenzelle — die übrigen schwinden oft
bis auf eine — häufig zu einer Aussendrüse mit länglichem, durch
Längswand zweigeteiltem Köpfchen.
M. umbrosa Cogn.
Spruce n. 1818, Brasilien.
Ep.-Z.: beiders. mit geradl. Seitenrändern und stark verdickter, culi-
cularisierter Aussenwand. Obers. erscheinen bei tieferer Einstellung
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN., 97
die Seitenränder ob der Tüpfel geschlängelt. — Spö.: klein, rundlich,
sehr zahlreich. — Bttb.: bifazial; P.-G. einschichtig, Zellen sehr lang-
gestreckt, Sch-G. mit sehr grossen Intercellularen. — Ox.-K.: nicht
recht oft sehr kleine Drusen im P.-G. und Begltpar. der Nerven. —
Nerven: nur die grossen springen unters. vor; Leitbündel gegen das
Mesophyll nach oben hin durch dickwandiges Collenchym abgeschlossen;
die kleinen mit deutlicher Schutzscheide. — Trich. : ziemlich oft kurz-
geslielte Sternhaare mit kürzeren, dünnwandigen Strahlenzellen. Häufig
knieförmig gebogene Aussendrüsen mit kleinem, wenigzelligem Drüsen-
köpfchen und gekammerten Stielbasalzellen.
M. prasina DC.
var. collina Tr.
Sintenis n. 435, Portorico.
Ep.-Z. : obers. mit geradl. Seitenrändern und schwach gestreifter
Cuticula, unters. mit schwach gebogenen Seitenrändern. — Spö.: meist
von zwei oder fast nur von einer Nachbarzelle umgeben. — Bitb.: bifa-
zial; P.-G. einschichtig, Zellen langgestreckt, horizontal gefältelt und
mit braunem Inhalt erfüllt. Sch.-G. gut entwickelt; die dem P.-G. an-
liegenden Zellen spindelförmig gestaltet. — Ox.-K.: häufig subepi-
dermal grosse Drusen, zahlreich kleine im Sch.-G. und Begltpar. —
Nerven: die grösseren gehen mit ziemlich dickwandigem Collenchym
durch, die kleinen von deutlicher Schutzscheide umgeben. — Trich. :
sehr selten niedere Sternhaare mit sehr dünnwandigen Strahlenzellen.
Ziemlich oft Aussendrüsen mit länglichem, durch eine Längswand zwei-
geteiltem Köpfchen ; Stielbasalzellen gekammert.
M. undata Tr.
Spruce n. 2000, Brasilien,
Ep.-Z. : beiders. mit wellig gebogenen Seitenrändern und verdickter,
milchweiss aussehender Aussenwand. — Spö. : rundlich, ziemlich klein.
— Bitb. : bifaziai ; P.-G. zweischichtig, Zellen sehr kurzgliedrig, nahezu
isodiametrisch ; Sch.-G. nimmt den grössten Teil der Blattdicke ein,
enthält grosse Intercellularräume, die dem P.-G. bezw. der unterseitigen
‘pidermis anliegenden Zellen relativ sehr weitlumig wasserspeichernd.
Ox.-K. : sehr spärlich kleinste Drusen in Nähe der Nerven. — Nerven:
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. 7
98 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
sämtliche Nerven eingebettet und von einem dicken Sklerenchymfasern-
manlel umgeben, die Gefässbündelendigungen von schwach sklerosier-
ten, getreckten Parenchymzellen. — Trich. : beiders. häufig kleine,
knieförmig gebogene Aussendrüsen mit kurzem, zungenförmigem Köpf-
chem, das meist durch eine Längswand in zwei Hälften geteilt ist;
Basalzellen des Stieles gekammert.
M. cuspidata Naud.
Poppig, Brasilien.
Ep.-Z.: obers. mit geradl. Seitenrändern nnd schwach gestreifter Cuti-
cula, unters. mit gebogenen Seitenrändern und grob-ziekzackförmig
gestreifter Cuticula. — Spö.: meist von zwei oder fast nur einer Nach-
barzelle umgeben. — Bttb. : bifazial ; P.-G. einschichtig. — Ox.-K. : sehr
spärlich kleine Drusen im Begltp. der Nerven. — Nerven : die grösseren
springen unterseits nicht vor, Gefässteil central ; obers. subepider-
mal dickwandiges Collenchym ; die kleinen mit deutlicher Schutzscheide.
Trich : häufig kleine Sternhaare mit sehr dünnwandigen, kurzen Strah-
lenzellen. Oefter ein Strahl als Aussendrüsse mit kleinem, längsgeteiltem
Köpfchen ausgebildet. Basalzellen des Stieles bei Stern- und Drüsen-
haar gekammert.
M. Matthæi Naud.
Bang n. 1492, Bolivia.
Ep.-Z. : obers. weillumig, häufig durch eine Vertikalwand geteilt, mit
geradl. Seitenrändern ; Seitenwandungen bei tieferer Einstellung des
Mikroskops ob der Randtüpfel gekräuselt ; Aussenwandungen dick und
cuticularisiert. Cuticula grob gestreift; unters. Zellränder schwach ge-
bogen. — Spö.: von zwei oder drei Nachbz. umgeben, deren eine den
grössten Teil des Schliesszellenpaares umfasst. — Btth.: bifazial ; P.-G.
einschichtig, Zellen sehr langgestreckt, horizontal gefältelt und manch-
mal durch eine Querwand zweigeteilt. — Ox.-K.: ziemlich häufig grosse
Drusen subepidermal, zahlreich kleine im Sch.-G. und Bgltp. der Nerven.
— Nerven : kleinste Venen von einer deutlichen Schutzscheide um-
geben. — Trich.: beiders. zahlreich lange, mehrzellreihige Haare aus
dünnwandigen Prosenchym, im untersten Teile aus kleinlumigen, regel-
mässig angeordneten Parenchymzellen, deren Wandungen verkorkt
PT tu!
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 99
sind. Das Haarende erscheint entweder spitz oder gedreht. Unters. häufig
ziemlich weit unterhalb der Spitze ein schwach zungenförmig gestal-
tetes Drüsenköpfchen. Aussendrüssen knieförmig gebogen mit zungen-
förmigem Köpfchen, das durch eine in der Krümmungsebene liegende
Wand in zwei Hälften geteilt ist und diese ihrerseits wiederum durch
eine zur ersten senkrechte Wand zweigeteilt. Stielbasalzellen gekammert.
M. acinodendrum Tr.
Sieber n. 62, Trinidad.
Ep.-Z.: obers. mit schwach gestreifter Cuticula und geradl., unters.
mit wellig gebogenen Seitenrändern. — Spö. : sehr klein. — Biib.: bifa-
zial ; P.-G. zwei- bis dreischichüg, kurzgliedrig. — Ox.-K.: subepidermal
ziemlich oft mittelgrosse, häufig kleinere Drusen im Sch.-G. und Begltpar.
der Nerven. — Nerven: die grossen und mittelgrossen gehen mit dick-
wandigem Collenchym nach beiden Blattseiten durch. — Trich.: unters.
ziemlich häufig lange, mehrzellreihige Haare. Die Randzellen lösen sich
gegen das Ende der Haare zu sehr schwach papillös ab. Aussendrüsen
knieförmig gebogen mit grossem ovalem Drüsenköpfchen ; manchmal
kleine, papillenarlige Strahlenzellen am Knie.
M. scrobiculata Cogn.
Spruce, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. mit geradl. Seitenrändern und schwach gestreifter
Cuticula. — Spô. : klein. — Bttb. : bifazial; P.-G. einschichtig; obers.
zahlreiche kegelförmige Erhebungen des Blattes, so dass unters. grubige
Vertiefungen entstehen. — Ox.-K. : zahlreich kleinste Drusen. —
Nerven : springen ungemein stark vor; im Begltpar. vereinzelt Stab-
zellen. — Trich. : obers. dicht gedrängt schwach gekrümmte Borsten
aus siark sklerosierten Prosenchymzellen auf den kugelförmigen Erhe-
bungen. Die langen, prosenchymatischen, mehrzellreihigen Haare der
Unterseite, welche hier eine weiche Behaarung erzeugen, sind ober-
flächlich und dadurch, dass diese Zellen auch kleine Wurzelartige Fort-
sätze in das darunter gelegene Mesophyll treiben, innerlich verankert.
Beiders. lange, zweizellreihige, gebogene Aussendrüsen mit kaum ange-
deutetem, cylindrischem Köpfchen. An der Blattoberseite ist der Stiel der
Drüsen häufig von mehreren Reihen prosenchymatischer Zellen gebildet.
400 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
M. alata DC.
Spruce n. 1773, Brasilien.
Ep.-Z. : obers. mittelgrosse Polygone; Aussenwand ziemlich dick und
culicularisiert, unters. mit wellig gebogenen Seitenrändern. — Spü. :
ziemlich gross, von einem halbkreisförmigen Cuticularwall umgeben,
Cuticula fein gestreift. — Bitb. : bifazial; P.-G. einschichtig, Zellen sehr
langgestreckt. — Ox.-K. : ausserordentlich selten kleinste Drusen im
Begltpar. der Nerven. - - Trich.: häufig beiders. Büschelhaare mit ziemlich
langem, zwei- bis mehrzellreihigem Stiele und langen, weitlumigen,
ziemlich dickwandigen und an der Basis getüpfelten Strahlenzellen. Sehr
häufig Aussendrüsen mit zwei, selten drei oder vier grossen, kugligen
Zellen, welche dem kurzen, zweizellreihigen Stiele seitlich ansitzen; der
harzige Inhalt deutlich erhalten; sehr häufig in Combination mit Deck-
haaren.
M. rubiginosa DC.
Spruce, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. mit geradl. Seitenrändern und sehr dicken, cuticula-
risierten Aussenmembranen, obers. schwach pallisadenartig gestreckt,
unters. Cuticula mit hohen, ziekzackförmig verlaufenden Leisten. —
Bttb.: subcentrisch (a). — Ox.-K. : nicht beobachtet. — Trich. : beiders.
häufig Sternhaare mit niederem oder ziemlich hohem, mehrzellreihigem
Stiele aus weitlumigen, dickwandigen, getüpfelten, schwach gestreckten,
Parenchymzellen; Strahlenzellen ziemlich lang, weitlumig und sehr
dickwandig; häufig ein Strahl zu einer Aussendrüse mit mehrzelligem,
ovalem Drüsenköpfchen umgebildet. Blattunterseite dicht behaart.
M. lanata Tr.
Pohl, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. mit geradl. Seitenrändern und kurz strichförmig ge-
streifter Cuticula. — Spö. : rundlich, ausserordentlich klein. — Bttb. :
bifazial; P.-G. zweischichtig, Zellen langgestreckt. — Ox.-K. : zahlreich
grosse Drusen im Sch.-G. und Begltpar. der Nerven (brockige Einzelin-
dividuen!). — Nerven : die grossen und mittelgrossen gehen mit dick-
wandigem Collenchym nach beiden Blattseiten durch. — Trich. : beiders.
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 101
sehr häufig Büschelzotten mit zwei- bis mehrzellreihigem Stiele. Der-
selbe besteht bei niederen Formen aus kleinlumigen, parenchymatischen,
bei hohen aus dickwandigen, getüpfelten, prosenchymatischen Zellen
und trägt im ersten Falle am Ende vier bis fünf ausserordentlich lange,
aufwärts gerichtete, lanzenfôrmige, mit den untersten Teilen auf kurze
Strecke in Richtung zum Zottenende verwachsene Strahlenzellen mit sehr
dicken Wandungen und engem Lumen, im zweiten Falle viele, etwas
kürzere und mehr seitlich angeordnete Strahlenzellen. Zwischen diesen
beiden Formen finden sich zahlreiche Uebergangsformen. Häufig ist eine
Strahlenzelle zu einer Aussendrüse mit ovalem, mehrzelligem Köpfchen
umgebildet, besonders bei Uebergangsformen. Selten gebogene Aussen-
drüsen mit kleiner Strahlenzelle.
M. sessilifolia Naud.
Bang n. 526, Bolivia.
Ep.-Z.: obers. kleine Polygone, Aussen- und Innenwand verdickt,
Cuticula breit gestreift, unters. Zellränder sehr schwach gebogen ; Cuti-
cula mäandrisch gestreift. — Spö.: zahlreich , rundlich. — Bttb.: sub-
centrisch (db). — Ox.-K.: kleine Drusen im Sch.-G. und Beglipar. der
Nerven. — Nerven und Venen gehen nach beiden Blattseiten mit dick-
wandigem Collenchym, das sich obers. öfter ziemlich weit hypodermartig
fortsetzt, durch. — Trich. : unters. dichter Filz von gestielten Büschel-
haaren mit sehr zahlreichen, kürzeren und weitlumigen Strahlenzellen,
die in Kandelaberhaare übergehen, deren Strahlenzellen in mehreren
dicht übereinanderliegenden (bis sechs), der Blattfläche parallel gela-
gerten Etagen ausgebreitet sind. Hie und da eine Strahlenzelle zu einer
Aussendrüse mit kleinem, ein- bis mehrzelligem, kugligem Köpfchen
umgebildet. Aussendrüsen knieförmig gebogen mit kleinem Köpfchem,
das meist durch eine Längswand in zwei Hälften geteilt ist ; Kurze,
fingerförmige Zellen am Knie.
VII. Secrio GLOSSOCENTRUM.
M. revoluta Miq.
Widgren, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. mit geradl. Seitenrändern, obers. schwach pallisaden-
artig gestreckt mit dicker, cuticularisierter Aussenwand und grob ge-
102 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
streifter Cuticula. — Spô.: rundlich. — Bttb. : subcentrisch (b). — Ox.-K.:
ziemlich häufig kleine Drusen der Blattunterseiten genähert. — Nerven
und Venen gehen sämtlich mit dickwandigem Collenchym nach beiden
Blattseiten durch. — Trich. : unters. dichter Filz von mehr oder minder
hoch gestielten Büschelhaaren, deren schwach verdickte Strahlenzellen
entweder nach allen Richtungen, oder (bei hohem Stiel) in mehreren,
der Blatifläche parallelen Ebenen angeordnet sind (Kandelaberhaare).
Selten Aussendrüsen mit einem kleinen Drüsenköpfchen, das aus zwei
bis drei ziemlich grossen, länglichen Zellen besteht, dagegen sehr
häufig in Combination mit den Deckhaaren. Das Secret ist harzig und
schalenförmig abgesondert, ausserdem beobachtet man auch in etwas
verkürzten Strahlenzellen eine schalenförmige Absonderung von har-
zigem Secret.
M. corallina Spring.
Martu Herb. fior. brasil n. 20.
Ep.-7.: obers. pallisadenarlig gestreckt mit geradl. Zellrändern und
sehr dicker, tief leistenartig zwischen den Seitenwandungen einsprin-
sender, zum grössten Teil cuticularisierter Aussenwand. Cuticula mit
sehr groben, zickzackförmigen Leisten. Unters. Zellränder sehr schwach
gebogen. — Bttb. : bifazial ; P.-G. zweischichtig, Zellen sehr langge-
streckt mit braunem Inhalt, Blatt zwischen den Nervenmaschen vor-
gewölbt. — Ox.-K.: nicht recht oft im Sch.-G. mittelgrosse Drusen. —
Nerven und Venen gehen mit sehr dickwandigem Collenchym nach
beiden Blattseiten durch, vereinzelt Stabzellen. — Trich.: unters. dichter
Filz von kurzgestielten Sternhaaren mit sehr dickwandigen Strahlen-
zellen. Die Sternhaare gehen in hohe, tannenbaumartige Kandelaber-
haare mit kurzem, mehrzellreihigem Stiele und langen dickwandigen,
der Blattfläche parallel gelagerten Strahlenzellen über, die in ihren
unteren Abschnitten in Richtung zum Zottenende hin verwachsen und
erst dann horizontal abgebogen sind. Aussendrüsen nicht recht oft,
das ziemlich grosse, zwei- bis dreizellige Köpfchen sitzt an ein- oder
zweizellreihigem Stiele.
M. trichotoma DC.
Eggers n. 751, Dominica.
Ep.-Z. : obers. polygonal mit verdickten Wandungen, die äussere cuti-
cularisierte Lamelle der Aussenwand ist gegen die innere Lamelle sehr
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 103
dünn. Cuticula geradl. gestreift. Unters. Zellränder gerade oder sehr
schwach gebogen. — Spö.: klein, meist von drei Nachbz., deren eine
den grössten Teil des Schliesszellenpaares umspannt, oder fast ganz
von einer Nachbarzelle umgeben. — Bitb.: bifazial ; P.-G. einschichtig,
Zellen sehr weitlumig, mit braunem Inhalt, Sch.-G. locker, geschichtet.
— Ox.-K. : ziemlich häufig im Sch.-G. mittelgrosse Drusen ; die Drusen-
zellen im Begltpar. der Nerven und deren nächster Umgebung enthalten
neben den, oft bis auf einen grossen rhombischen Krystall reducierten
Drusen zahlreiche kleine klinorrohmbische Krystalle. — Nerven: die
grossen und mittleren gehen mit dickwandigem Collenchym. das obers.
auch auf die Umgebung übergreift, durch. — Trich. : Ausgewachsene
Blätter kahl; an jüngeren, niedere Sternhaare mit langen dünnwandigen
Strahlenzellen und knieförmig gebogenen Aussendrüsen mit mehrzel-
ligem, ovalem Drüsenköpfchen.
M. buddleioides Tr.
Pohl, Brasilien.
Ep.-Z. : obers. ziemlich kleine Polygone darstellend, Aussenwand ver-
dickt und cuticularisiert. Cuticula grob gestreift. Unters. Zellränder
schwach gebogen. — Spö.: zahlreich, meist von zwei quer zum Spalte
gestellten Nachbz. umgeben. — Bitb.: bifazıal ; P.-G. ein- bis dreischich-
tig, Sch.-G. locker, geschichtet. — Ox.-K. : subepidermal, im Sch.-G. und
Begltpar. der Nerven kleine Drusen ; manchmal kleine klinorrhombische
Krystalle in den Drusenzellen neben Drusen. — Nerven: die grossen
und mittleren gehen mit dickwandigem Collenchym nach beiden Blatt-
seiten durch. — Trich.: unters. dichter Filz von Sternhaaren, welche
in hohe Tannenbaumhaare übergehen. Die Strahlenzellen sind lang,
dickwandig und weitlumig, der Stiel kurz und zweizellreihig. Nicht
recht oft knieförmig gebogene Aussendrüsen mit kleinem, zwei- oder
dreizelligem, länglichem Köpfchen an langem Halse, dessen Zellen ver-
korkte Wandungen besitzen.
M. cinerascens Miq.
Pohl, Brasilien.
Ep.-Z.: obers, kleinlumig, polygonal mit dickwandiger, cuticulari-
sierter Aussenwand, — Unters. Zellränder schwach gebogen. — Spö.:
104 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
meist von einer oder zwei quer zum Spalte gestellten Nachbz. umgeben.
— Bttb. : bifazial ; P.-G. zwei- bis dreischichtig, Zellen langgestreckt. —
Ox.-K.: zahlreich subepidermal, im Sch.-G. und Begltpar. der Nerven
grosse bis kleine Drusen ; Einzelindividuen brockig. — Nerven: die
grossen und mittleren gehen mit dickwandigem Collenchym nach beiden
Blattseiten durch. — Trich. : unters. dichter Filz von Sternhaaren, deren
nach allen Seiten gerichteten, dickwandigen Strahlenzellen im Köpfchen
von Tüpfeln durchbrochen sind ; die Sternhaare gehen in kandelaber-
artige Formen mit aufwärtsgerichteten Strahlenzellen über. Aussen-
drüsen wie M. revoluta, aber selten frei, meist in Combination.
M. centrodesma Naud.
Martiı Herb. flor. brasil n. 498.
Ep.-Z. : obers. grosslumig, polygonal mit Tüpfeln in den Seitewan-
dungen, Aussenwand verdickt; unters. Zellränder wellig gebogen. —
Spö. : meist von zwei quer zum Spalte gestellten Nachbz. umgeben. —
Bttb. : bifazial ; P.-G. einschichtig, Zellen sehr kurzgliedrig und kegel-
förmig, Sch.-G. locker, die unter dem P.-G. und über der unterseitigen
Epidermis gelegenen Zellen weitlumig, wasserspeichernd. — Ox.-K.:
Spärlich im Sch.-G. und Begltpar. der Nerven kleine Drusen. — Nerven;
bei den grösseren beiders. subepidermal dickwandiges Collenchym. Im
Begltpar. langgestreckte, englumige Parenchymzellen mit schwach skle-
rosierten, getüpfelten Wandungen. — Trich.: sehr spärlich unters. an
den Nerven Sternhaare mit dünnwandigen Strahlenzellen. Häufig knie-
förmig gebogene Aussendrüsen mit kleinem oder grösserem, ovalem
Köpfchen an ziemlich langem, einzellreihigem Halse; am Knie eine
oder zwei papillenartige Zellen.
M. Martiusiana DC.
Spruce n. 1879, Brasilien.
Ep.-Z.: beiders. mit geradl. Seitenrändern, sehr dicker Aussenmem-
bran, deren cuticularisierte Aussenlamelle an den Polygonecken in Form
dicker Zapfen in die darunter liegende Cellulose-Lamelle einspringt;
Cuticula grob gestreift. — Spö.: rundlich, meist von zwei quer zum
Spaite gestellten Nachbz. umgeben ; Vorhof auffallend gross. — Btth.:
bifazial ; P.-G. drei- bis vierschichtig, Sch.-G. locker, geschichtet. —
Ox.-K.: sehr vereinzelt im P.-G. mittelgrosse Drusen. — Nerven:
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 105
springen nicht vor, beiders. subepidermal bei den grösseren dickwan-
diges Collenchym ; die kleinen mit deutlicher Parenchymscheide. —
Trich. : zerstreut Sternhaare mit dünnwandigen Strahlenzellen. Aussen-
drüsen am Herbarmaterial nicht zu finden.
M. ternatifolia Tr.
Bang n. 2225, Bolivia.
Ep.-Z.: beiders. mit geradl., unters. manchmal auch mit schwach gebo-
genen Seitenrändern. — Spö.: von zwei oder drei Nachbz. umgeben. —
Bttb.: subeentrisch (b). — Ox.-K.: spärlich subepidermal grössere, häufiger
kleine Drusen im Sch.-G. und Begltpar. der Nerven. — Nerven: die
grossen und mittleren gehen nach beiden Blattseiten durch und erzeu-
gen am Blatte beiders. Furchen. — Trich.: vereinzelt an den Nerven
Sternhaare mit dünnwandigen Strahlenzellen. Oefter knieförmig gebo-
gene Aussendrüsen mit mehrzelligem, deutlich von dem einzellreihigen
Halse abgesetztem Köpfchen.
M. minutiflora DC.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z. : obers. mit dicker Aussenwand, geraden Zellrändern und gro-
ben, geschlängelten Cuticularstreifen ; unters. mit geradl. oder schwach
gebogenen Seitenrändern ; Cuticula grob. geradl. gestreift. — Spü. :
rundlich mit grossem Vorhof. — Bitb.: bifazial; P.-G. einschichtig,
Zellen sehr lang gestreckt mit horizontal gefältelten Seitenwandungen.
Ox.-K. : spärlich subepidermal mittelgrosse, häufiger kleine Drusen im
Sch.-G. — Nerven: springen unters. nicht vor, beiders. subepidermal
dickwandiges Collenchym ; Gefässteil der kleineren Nerven central. —
Trich. : ziemlich häufig Sternhaare mit kurzen nicht sehr dickwandigen
Strahlenzellen. Aussendrüsen am Herbarmaterial nicht zu finden.
VII. Secrio CHÆNANTHERA.
M. fulva DC.
Sintenis n. 6201, Portorico.
Ep.-Z. : beiders. mit geradl. Seitenrändern; obers. schwach pallisaden-
artig gestreckt mit dicker, cuticularisierter Aussenwand und breit ge-
106 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
streifter Cuticula. — Spö.: meist von zwei quer zum Spalt gestellten
Nachbz. umgeben. — Bittb.: bifazial; P.-G. zweischichtig, Zellen hori-
zontal gefältelt, mit braunem Inhalt ; Sch.-G. dicht, geschichtet. —
Ox.-K.: spärlich subepidermal grosse Drusen, häufig kleinere im Sch.-G.
und Begltpar. der Nerven. — Nerven : springen unters. sehr stark vor.
Zellwandungen des weitlumigen Begltpar. schwach sklerosiert; unters.
subepidermal dickwandiges Collenchym. — Trich.: unters. bilden
Büschel- und Kandelaberhaare mit weitlumigen und dünnwandigen
Strahlenzellen einen dichten Filz ; über diesem lagert eine dünne Decke
von Schildhaaren. Der Stiel der letzteren ist sehr hoch und trägt viel-
fach noch ziemlich weit abstehende Papillen. Oberhalb des Schildes
meist ein oberes Schülferchen aus fünf bis sechs papillenartigen Zellen,
deren eine öfter zu einer kleinen Aussendrüse mit einzellreihigem,
kugligem Köpfchen an drei- bis vierzelligem Halse. Aussendrüsen ein-
zellreihig, lang und geschlängelt, manchmal mit kuglig geschwollener
Endzelle.
M. tentaculifera Naud.
Marti Herb. flor. brasil. n. 944.
Ep.-Z. : beiders. in der Flächenansicht kleine Polygone darstellend,
Cuticula gestreift; obers. Aussenwand dick, mit kleinen Cuticularzäpfchen.
— Spö. : rundlich. — Bttb.: subcentrisch (b). — Ox.-K. : grosse Drusen.
subepidermal, häufig kleinere im Sch.-G. — Nerven : springen unters
nur sehr schwach vor und gehen mit diekwandigem Collenchym nach
beiden Blattseiten durch. — Trich. : unters. dichter Filz von feuerstern-
artigen Büschelhaaren mit zahlreichen Strahlenzellen, die in zwei bis
drei übereinander liegenden Etagen lagern. Spärlich knieförmig gebogene
Aussendrüsen mit ziemlich langem, einzellreihigem Halse und kleinem,
durch eine Längswand geteiltem Köpfchen; häufig in Combination mit
Deckhaaren.
M. urophylla DC.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z.: mit geradl. Seitenrändern und verdickter, cuticularisierter
Aussenmembran; unters. Zellränder wellig gebogen. Cuticula nur in
Umgebung der kleinen Spaltöffnungen gestreift. — Bttb. : subcentrisch
(b), Zellen aller Schichten fast gleich lang gestreckt. — Ox.-K. : spärlich
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 107
beiders. subepidermal kleine Drusen. — Nerven uud Venen gehen mit
dickwandigem Collenchym nach beiden Blattseiten durch. — Trich. :
unters. dichte Behaarung von Kandelaberzotten mit steil aufgerichteten,
dickwandigen Strahlenzellen. An noch nicht völlig entwickelten Formen
fallen am Zottenrande vier oder fünf ausserordentlich lange, dickwandige
und englumige Strahlenzellen auf, während die Randzellen des Zotten-
körpers die Gestalt spitzer, steil aufgerichteter Papillen besitzen. Häufig
findet man in der Endregion der mittelgrossen Formen an kurzem, ein-
zellreihigem Stielchen ein mehrzelliges, ovales Drüsenköpfchen. Nicht
recht oft knieförmig gebogene Aussendrüsen mit kleinem, zwei- oder
mehrzellreihigem Köpfchen und wenigen, fingerförmigen Strahlenzellen
am Knie.
M. Trianæi Cogn.
Martu Herb. flor. brasil. n. 943.
Ep.-Z. : mit geradl. Seitenrändern und verdickter, cuticularisierter Aus-
senwand; obers. mit geradlinig gestreifter Cuticula. — Spö. : rundlich.
— Bitb. : subcentrisch (b). — Ox.-K.: spärlich subepidermal mittelgrosse,
häufig kleine Drusen im Mesophyll (Einzelindividuen spitzig). — Nerven
und die grösseren Venen gehen nach heiden Blattseiten durch, die klein-
sten besitzen eine deutliche Parenchymscheide. — Trich. : unters. lange,
mehrzellreihige Haare aus langgestreckten, dickwandigen, getüpfelten
Prosenchymzellen, die durch dünne Querwände gekammert sind. Die
Enden der Randzellen, besonders am Ende der Zotten, lösen sich
schwach papillös ab. Beiders. Sternhaare mit weitlumigen, dünnwandigen
Strahlenzellen und gekammerten Stielbasalzellen. Ein Strahl häufig zu
einer Aussendrüse mit ziemlich grossem, mehrzelligem Köpfchen umge-
bildet. Selten knieförmig gebogene Aussendrüsen allein; am Knie meist
Fingerzellen.
M. inæquidens Naud.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z. : obers. kleinlumig, polygonal, unters. mit geraden oder schwach
gebogenen Seitenrändern. — Spö.: klein, rundlich. — Bttb.: subcentrisch
(b). — Ox.-K. : Sehr zerstreut kleine Drusen. — Nerven und Venen
. gehen mit dickwandigem Collenchym nach beiden Blattseiten durch. —
Trich.: sparsam niedere Sternhaare mit dünnwandigen, weitlumigen
108 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Strahlenzellen. Aussendrüsen knieförmig gebogen mit länglichem, mehr-
zelligem Köpfchen; eine oder mehrere kurze Strahlenzellen am Knie.
M. Regelii Cogn.
Spruce, Brasilien.
Ep.-Z. : erscheinen obers. als kleine Polygone, unters. mit geradl.
Seitenrändern und fingerförmigen Papillen, deren Enden krönchenarlig
gestaltet sind. Cuticula beiders. breit gestreift. — Spö. : von mehreren
Nachbz. umgeben. — Bttb. : subcentrisch (b). — Ox.-K. : zerstreut sehr
kleine Drusen subepidermal, im Mesophyll und Begltpar. der Nerven. —
Nerven : über den grösseren dickwandiges Collenchym, die kleinen mit
deutlicher Prosenchymscheide. — Trich. : beiders. Sternhaare mit zahl-
reichen kurzen, ziemlich dickwandigen, nach allen Seiten gerichteten
Strahlenzellen und grosslumigen, gekammerten Stielbasalzellen. Aussen-
drüsen knieförmig gebogen mit länglichem, mehrzelligem Köpfchen und
zwei oder drei fingerförmigen Strahlenzellen am Knie; häufig in Combi-
nation.
IX. Secrio AMBLYARRHENA.
M. pileata DC.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z.: obers. mit geradl. Seitenrändern und sehr stark verdickter,
milchweiss schimmernder Innenwand, unters. Zellränder schwach gebogen
und die der Blattfläche parallelen Wände stark verdickt. Cuticula beiders.
fein gestreift. — Spö. : Orientierung der Nachbz. wie beim Caryophylla-
ceentypus (Fig. 3d). — Bitb.: bifazial ; P.-G. einschichtig, Zellen kurz-
gestreckt und horizontal gefältelt, Sch.-G. sehr stark entwickelt ; Zellen
mit schwach verdickten Wänden. — Ox.-K.: in grossen Mengen beiders.
subepidermal in kugligen, zur Hälfte in die Epidermis eindringenden
Zellen mittelgrosse Drusen. Einzelindividuen brockig. — Nerven : Be- :
glipar. ausserordentlich stark collenchymatisch verdickt. — Trich: ziem-
lich selten lange, mehrzellreihige Haare aus dickwandigen, mit braunem
Inhalt erfüllten Prosenchymzellen. Ziemlich häufig knieförmig gebogene
Aussendrüsen mit zweizellreihigem, walzenförmigem Köpfchen und
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 109
einzellreihigem Halse ; an der Biegungsstelle manchmal eine finger-
förmige Strahlenzelle.
M. racemosa DC.
var. y brachypoda Cogn.
Eggers n. 2695, Domingo.
Ep.-Z.: obers. polygonal, schwach pallisadenartig gestreckt und manch-
mal quer geteilt, Innenwand sehr dick, weisslich gelatinös aussehend ;
unters. Zellränder gebogen. — Spö.: Orientirung der Nachbz. wie beim
Caryophyllaceentypus. — Bttb.: bifazial, Sch.-G’zellen locker, gegen die
unterseitige Epidermis zu dickwandig. — Ox.-K.: mittelgrosse Drusen,
wie M. pileata, ausserdem noch im Sch.-G. und im dickwandigen Be-
oltpar. der Nerven. — Trich.: unters. an den Nerven und obers. zer-
streut Sternhaare mit längeren, nicht sehr dickwandigen Strahlenzellen ;
ziemlich häufig Aussendrüsen mit länglichem, mehrzelligem Köpfchen :
am Knie manchmal eine kurze Strahlenzelle. Häufig am Blattrande
kurze, mehrzellreihige Haare aus dickwandigem Prosenchym.
M. paradoxa Tr.
Martius Brasilien.
Ep.-Z.: obers. mit geradl., unters. mit sehr schwach gebogenen Seiten-
rändern, beiders. schwach pallisadenartig gestreckt mit horizontal ge-
fältelten Seiten- und ausserordentlich stark verdickten Aussenwandun-
gen. Die äussere culicularisierte Lamelle springt in Form keilförmig
nach abwärts verschmälerter Leisten an Seitenrändern ein. Dabei ver-
engt sich das Lumen der Ep.-Z. derart nach aussen, dass dasselbe bei
höherer Einstellung des Mikroskopes in der Flächenansicht als Kreis,
Ellipse oder spaltenförmige Figur (namentlich an der Blattunterseite)
innerhalb der Seitenränder erscheint. — Spö.: rundlich, von mehreren
Nachbz. umgeben. — Bttb.: subcentrisch (b); Pallisadenzellen kurzge-
streckt, obers. in drei bis vier, unters. in ein bis zwei Schichten. Meso-
phylizellen mit ziemlich vielen und grossen, linsenförmigen Stärke-
körnern. — Ox.-K.: nicht gerade selten im Mesophyll in Nähe der
Nerven kleine Drusen. — Nerven und Venen sind sämtlich eingebettet.
Die grossen führen im Beglipar. viele, sehr dickwandige und weitlumige
Stabzellen. — Trich.: beiders. häufig auf relativ hohem, zweizellrei-
110 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
higem Stiele kurze, dickwandige Strahlenzellen, die zum grössten Teil
ihrer Länge nach untereinander verwachsen sind und so ein plumpes
Köpfchen bilden. Eine Strahlenzelle öfter zu einer Aussendrüse mit
kleinem Köpfchen umgebildet. Je grösser das Köpfchen, desto weniger
wird die Zahl der Strahlenzellen, bis schliesslich gebogene Aussendrüsen
mit verhältnismässig grossem, mehrzelligem Köpfchen und zwei bis
drei papillenartigen Zellen am Knie resultieren.
M. annulata Tr.
Bang n. 318, Bolivia.
Ep.-Z. : obers. polygonal mit schwacher Verdickung der der Blatt-
oberfläche parallelen Wandungen ; unters. Zellränder wellig gebogen.
— Spô.: von zwei quer zum Spalte oder mehreren unregelmässig ge-
stellter Nachbz. umgeben. — Bitb. : bifazial. — Ox.-K.: nicht häufig
subepidermal, häufiger im Begltpar. der Nerven. sehr sehr kleine Dru-
sen. — Nerven: über den grösseren slark collenchymatisch verdicktes
Gewebe, welches einerseits nach oben hin einen schwachen Vorsprung
erzeugt und andrerseits sich hypodermartig auf die Umgebung erstreckt.
Im Innenbast schwach sklerosierte Prosenchymzellen. — Trich.: beiders.
zahlreiche knieförmig gebogene Aussendrüsen mit einem bis mehreren
nieren- oder spatelförmig gestalteten Drüsenköpfchen an einem ein-
zigen, kurzen, zweizellreihigen Stielchen.
M. difficilis Tr.
Wagner, Ecuador.
Ep.-Z.: beiders. kleine Polygone darstellend, Aussenwand obers. dick
und culicularisiert. Cuticula oberseits grob mäandrisch. unterseits fein
geradl. gestreift. — Spö.: gross. — Hyp.: einschichtig aus ziemlich
kleinlumigen Zellen mit schwach verdickten Wandungen. — Btth. :
bifazial ; P.-G. drei- bis vierschichtig. — Ox.-K.: hie und da im Hyp.,
sehr häufig im Sch.-G., mittelgrosse Drusen. — Nerven und Venen
gehen mit sehr diekwandigem Collenchym nach beiden Blattseiten durch,
springen unlers. nur sehr schwach vor. — Trich. : beiders. kurzgestielte
Büschelhaare mit relativ langen, dickwandigen Strahlenzellen. Sehr
häufig unter Reduktion der Strahlenzellen bis auf eine kurze. finger-
förmige Zelle, eine davon zu einer keulen- bis spatelförmig gestalteten
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 111
Aussendrüse umgebildet. Vereinzelt unters. an Nerven einfache Haare
aus mehreren Reihen ziemlich weitlumiger Prosenchymzellen mit bräun-
lichem Inhalt.
M. plumifera Tr.
var. Bangii Cogn. (in schedula Herbarii Monacensis).
Bang n. 2283, Bolivia.
Ep.-Z. : obers. mit schwacher Verdickung der der Blattfläche parallelen
Wandungen und geradl., unters. mit sehr schwach gebogenen Seiten-
rändern. — Spö. : von mehreren, unregelmässig angeordneten Nachbz
umgeben. — Bttb. : bifazial; P.-G. einschichtig, Zellen umgekehrt kegel-
förmig. — Ox.-K. : spärlich subepidermal, häufig im Begltpar. der Nerven
kleine Drusen. — Nerven: springen ausserordentlich stark vor. Beglipar.
weitlumig und schwach collenchymatisch verdickt. — Trich.: zeigen sehr
mannigfache Ausbildungsformen : die oberseitigen hohen kegelförmigen
Erhebungen des Blattes enden mit sehr kurzen, grannenartigen Borsten;
unters. an den Nerven finden wir Büschelhaare ohne deutlichen Stiel
mit vielen, kurzen, dickwandigen Strahlenzellen, ausserdem kurze, ein-
fache Haare, die entweder einzellig oder mehrzellig sind, in welch letz-
terem Falle sie mit einer grossen, lanzenförmigen Zelle enden. Die aus-
serordentlich langen, mehrzellreihigen, borstenartigen Haare der
« Pluma » bestehen aus schwach gestreckten Parenchymzellen, die
unterhalb der Epidermis sehr stark collenchymatisch verdickt sind; im
Inneren des Haarkörpers verläuft ein kleines Gefässbündel. Reichlich
finden sich beiders. Aussendrüsen entweder keulenförmig gestaltet oder
knieförmig von kurzem, zweizellreihigem Stiele abgebogen, bald mit
kleinem, durch eine Längswand zweigeteiltem Drüsenköpfchen an sehr
langem, einzellreihigem Halse, bald mit grossem, mehrzelligem Drüsen-
köpfehen. Oefter findet man bei Drüsenhaaren über der einen Basalzelle
des Stieles eine lange, lanzenförmige Zelle und über der andren eine
einzellreihige Drüse mit kleinem, kugligem Köpfchen entwickelt. Auf-
fallend erscheinen jene Formen der keulenförmig gestalteten Aussen-
drüsen, an denen die der Blattfläche abgekehrten Zellen der Drüsen
eine mehr oder minder starke papillöse Vorwölbung der Aussenwand
zeigen oder schon zu ziemlich langen Strahlenzeller geworden sind.
112 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
X. Secrio CREMANIUM.
M. crocea Naud.
Wagner, Ecuador.
Ep.-Z. : obers. mit geradl. Seitenrändern und sehr dicker Aussenwand,
welche aus einer dünnen, äusseren, cuticularisierten und einer sehr
dicken, inneren, milchweiss aussehenden Lamelle besteht; unters. Zell-
ränder schwach gebogen, Aussen- und Innenwand dick, weisslich gela-
tinös aussehend; Cuticula schwach gestreift. — Spö. : von mehreren
Nachbz. umgeben. — Btib.: bifazial; P.-G. zweischichtig, Zellen horizontal
gefältelt. — Ox.-K. : Mittelgrosse Drusen nicht oft subepidermal, häufig
im Sch.-G. — Nerven : beiders. subepidermal bei den grösseren, welche
nur unters. wenig vorspringen, dickwandiges Collenchym. — Trich. :
unters. ziemlich selten grosse, zweizellreihige, keulenförmige Aussen-
drüsen aus weitlumigen und relativ niedrigen Zellen. Deckhaare nicht
beobachtet.
M. cœrulea Naud.
Hanke, Peru.
Ep.-Z. : obers. mit geradl. Seitenrändern und verdickter (milchweiss
und gelatinös aussehender) Aussenwand, unters. mit sehr schwach gebo-
genen Seitenrändern. — Spö. : ganz ausserordentlich klein. — Bttb. :
bifazial; P.-G. einschichtig, Zellen kurz gestreckt und horizontal gefäl-
telt; Sch.-G. sehr stark entwickelt, geschichtet. — Ox.-K. : mittelgrosse
Drusen häufig subepidermal und kleinere im Sch.-G. — Nerven : Be-
gltpar. weitlumig und collenchymatisch verdickt. — Trich.: obers. Kurze,
mehrzellreihige Haare aus prosenchymatischen Zellen ; unters. erzeugen
lange, bootshakenartige Drüsenzotien eine dichte Behaarung. Ausserdem
in grosser Zahl keulenförmig gestaltete oder knieförmig gebogene Aus-
sendrüsen mit kleinerem, mehrzelligem Köpfchen.
M. Boliviensis Cogn.
var. glabra Cogn. (in Mem. Torrey. bot. Club, vol. II, 1893, p. 30).
Bang n. 578, Bolivia.
Ep.-Z.: ziemlich grosslumig, obers. mit geradl., unters. mit wellig
gebogenen Seitenrändern. — Spö.: meist von drei Nachbz. umgeben.
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 113
Bttb. : bifazial ; P.-G. einschichtig, sehr kurzgestreckt, Sch.-G. geschich-
tet, von sehr grossen Intercellularen durchsetzt, Zellen ziemlich dick-
wandig. — Ox.-K.: sparsam mittelgrosse bis kleine Drusen subepider-
mal. — Nerven: beiders. subepidermal dickwandiges Collenchym. —
Trich.: beiders. Aussendrüsen mit nierenförmigen Köpfchen aus einer
Schichte kleinlumiger Zellen. Am Knie manchmal eine Strahlenzelle,
welche nur selten in einen verzweigten, mehrzelligen Faden übergeht,
selten ein bis zwei kleinere, gleichgestaltete Drüsenköpfchen an eınem
gemeinsamen Stielchen.
M. hygrophila Naud.
Bang n. 722, Bolivia.
Ep.-Z. : obers. polygonal, pallisadenartig gestreckt und manchmal
durch eine Querwand zweigeteilt; Aussenwand sehr dick, zum grössten
Teil cuticularisiert und tief leistenförmig zwischen die Seitenwandungen
einspringend; unters. Zellränder gerade oder schwach gebogen, Cuticula
gestreift. — Bittb. bifazial; P.-G. zweischichtig, Sch.-G. geschichtet,
Zellen auffallend dickwandig. — Ox.-K.: häufig sehr grosse Drusen sub-
epidermal in kugligen Zellen, deren dem P.-G. zugekehrte Wand sehr
stark verdickt ist; etwas kleinere im Sch.-G. und Begltpar. der Nerven.
— Nerven : die grossen und mittelgrossen gehen mit dickwandigem Col-
lenchym, das sich obers. hypodermarlig auf die Umgebung fortsetzt, nach
beiden Blattseiten durch; die kleinen mit deutlicher Schutzscheide. —
Trich. : unters. zahlreiche parenchymatische Zotten mit baumartig ver-
ästeltem Zottenkörper (Fig. 5). An den unvollständig entwickelten
Formen ist in der Astregion öfter eine keulenförmig verdickte, mehr-
zellige Aussendrüse zu beobachten. Häufig gebogene, keulenförmig ge-
stallele Aussendrüsen mit kürzeren oder längeren Strahlenzellen in
wechselnder Menge an der der Blattfläche abgekehrten Seite; obers. mit
sekammerten Stielbasalzellen.
M. cyathanthera Tr.
Pohl, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. mit geradl. Seitenrändern; Aussenwand obers. mässig
verdickt und cuticularisiert. — Spö. : schwach emporgehoben, in einiger
Entfernung der Schliesszellen ein ringförmiger Cuticularwall, — Bttb.
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. 8
11% MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
bifazial; P.-G. zweischichtig, Zellen der ersten Schichte mit harmonika-
artig gefältelten Seitenwandungen. — Ox.-K. : häufig im Mesophyll und
Begltpar. der Nerven grosse Drusen. — Nerven : bei den grösseren
unters. subepidermal dickwandiges Collenchym. Vereinzelt Stabzellen.
— Trich. : unters. sehr dichter Filz von kurz gestielten Büschel- und
Kandelaberhaaren, bei welch letzteren die Strahlenzellen der Blattfläche
parallel lagern. Die Strahlenzellen sind nicht sehr lang, dünnwandig und
in grosser Zahl vorhanden. Häufig knieförmig gebogene Aussendrüsen
mit grosserem. keulenförmig verdicktem Köpfchen.
M. inconspicua Tr.
Pohl, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. mit geradl. Seitenrändern und schwach gestreifter
Cuticula. — Spô. : sehr klein. — Bitb. bifazial; P.-G. zwei- bis drei-
schichtig. — Ox.-K. : häufig subepidermal grosse Drusen, kleinere zahl-
reich im Sch.-G. und Begltpar. der Nerven. — Nerven : über den grös-
seren subepidermal dickwandiges Collenchym, im Begltpar. vereinzelt
Stabzellen ; die kleinen mit deutlicher Parenchymscheide. — Trich. :
beiders. niedrig gestielte Sternhaare mit langen, schwach verdickten
Strahlenzellen. Unters. gehen die Sternhaare in hohe Kandelaberhaare
mit der Blattfläche parallel gelagerten Strahlenzellen über. Aussendrüsen
knieförmig gebogen mit grösserem, ovalen Köpfchen und mehreren
kürzeren oder längeren Strahlenzellen am Knie. Häufig in Combination.
M. lilacina Tr.
Hanke, Peru.
Ep.-Z. : beiders. sehr kleine Polygone in der Flächenansicht darstel-
lend, obers. mit sehr dicker, zum Teil cuticularisierter Aussenwand und
kurzen, dicken Cuticularzapfen, pallisadenartig gestreckt und fast stets
durch eine Querwand zweigeteilt. Aussenwand auch unters. verdickt, be-
sonders stark über Nerven. — Spö. ; meist von zwei quer zum Spalt
gestellten Nachbz. umgeben. — Hyp. : einschichtig, Zellen mit stark ver-
dickten Wandungen. — Blth.: bifazial; P.-G. ein- bis zweischichtig, Zellen
harmonikaartig gefältelt, Sch.-G’zellen. nach unten dickwandig. —
Ox.-K. : häufig mittelgrosse bis kleine Drusen im Hyp. oft stark in die
Epidermis eindringend. — Nerven : die grösseren gehen mit sehr dick-
DNA lt)
DV
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 115
wandigem Collenchym nach beiden Blattseiten durch, ohne unters. vor-
zuspringen. — Trich. ; beiders. häufig in kleinen Grübchen knieförmige
Aussendrüsen mit nierenförmigem Drüsenköpfchen und vom Knie aus-
gehenden verzweigten, drüsigen Aesten.
M. globulifera Cham.
Sieber Suppl. n. 48, Martinique.
Ep.-Z. : beiders. ziemlich grosse Polygone darstellend, mit gelbem In-
halt. — Spö. : gross, oval. — Bitb. : bifazial; P.-G. zwei- bis dreischichtig.
— Ox.-K. : zahlreich subepidermal sehr grosse Drusen aus brockigen
Einzelindividuen, spärlich kleinere im Sch.-G. — Nerven: springen
unters. nicht vor, beiders. subepidermales, dickwandiges Collenchym. —
Trich. : unters. häufig knieförmig gebogene Aussendrüsen mit nieren-
förmigen Drüsenköpfchen.
M. glaberrima Naud.
Kerber n. 80, Mexico.
Ep.-Z.: obers. mit geradl., unters. mit schwach gebogenen Seiten-
rändern ; unters. Cuticula sehr fein gestreift. — Spö.: ziemlich Klein,
von einer oder zwei quer zum Spalte gestellten oder mehreren unregel-
mässig orientierten Nachbz. umgeben. — Bttb. : subcentrisch (b) ; Zellen
weillumig und lang pallisadenartig gestreckt. — Ox.-K.: ziemlich oft
subepidermal und im Beglipar. der Nerven sehr grosse Drusen aus
brockigen Einzelinviduen. — Nerven : springen nicht vor ; bei den
grösseren beiders. subepidermal dickwandiges Collenchym. — Trich. :
sehr spärlich kurzgestielte Sternhaare mit kürzeren, dünnwandigen und
weitlumigen Strahlenzellen. Aussendrüsen Knieförmig gebogen mit
ovalem, mehrzelligem Köpfchen an sehr langem, einzellreihigem Halse ;
manchmal eine oder mehrere kurze Strahlenzellen am Knie.
M. tetrandra Naud.
Sintenis n. 610%, Portorico.
Ep.-Z. : obers. von ganz eigenarliger Ausbildung (Fig, 1a und b);
unters. mit sehr stark verdickten Aussenmembranen, abgesehen von den
Spaltöffnungsnachbarzellen. — Spö. : oft sehr gross, von zwei quer oder
116 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
mehreren unregelmässig zum Spalte gerichteten Nachbz. umgeben. —
Bitb. : subcentrisch (a) ; P.-G. beiders. ein- bis zweischichtig, obers. eng-
lumige, relativ langgestreckte Zellen. Im Sch.-G. einzelne, geschlän-
gelte, englumige Zellen mit stark sklerosierteu, getüpfelteten Wan-
dungen. — Ox.-K.: häufig subepidermal mittelgrosse, im durchfallenden
Lichte durchsichtige Pünktchen erzeugende Drusen, sehr zahlreich etwas
kleinere im Sch.-G. und Beltpar. der Nerven. — Nerven : im dick-
wandigen Bgltpar. der grösseren zahlreiche lange, englumige oder kurze
und weitlumige Stabzellen ; die kleinen Nerven von deutlicher Paren-
chymscheide umgeben. — Trich.: beiders. zahlreiche, kurzgestielte,
obers. sternartige, unters. schülferchenartige Büschelhaare. Strahlen-
zellen dünnwandig ; Basalzellen des Stieles durch drei bis vier Quer-
wände gekammert. Häufig eine Strahlenzelle zu einer Aussendrüse mit
kleinem, zwei- bis dreizelligem Köpfchen umgebildet.
M. theæzans Cogn.
var. & milleflora Cogn.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z : obers. polygonal mit vorgewölbtem, grossem Lumen. Aussen-
wand sehr dick, zum grössten Teil weiss gelatinös aussehend ; unters.
Zellränder schwach gebogen. — Spö.: sehr gross, Cuticula der Nachbz.
sehr fein, parallel den Schliesszellenrändern gestreift. — Hyp.: eir-
schichtig, Zellen niedrig, aber sehr diekwandig. — Bitb. : bifazial ;
P.-G. ein- bis zweischichtig, Sch.-G. locker mit schwach verdickten Zell-
wandungen. — Ox.-K.: mittelgrosse Drusen im Hypoderm, die darüber
liegenden Ep.-Z. schwach pallisadenartig gestreckt. — Nerven: die gros-
sen und mittelgrossen eingebetlet, Gefässteil central, gehen mit sehr
dickwandigem Collenchym nach beiden Blattseiten durch ; die kleinen
mit deutlicher Parenchymscheide. — Trich. : ziemlich häufig knieförmig
gebogene Aussendrüsen mit nierenförmigem Köpfchen.
M. hirtella Cogn.
var. ovata Cogn.
Pohl, Brasilien.
Ep.-Z. : obers. ziemlich gross polygonal mit hellbraunem Inhalt, Cuti-
cula grob gestreift, unters. Zellränder schwach gebogen. Cuticula radial
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 117
vom Spalt ausstrahlend fein gestreift. — Hyp.: ein- bis zweischichtig
aus ziemlich weitlumigen, dickwandigen Zellen. — Bttb. : bifazial ; P.-G.
einschichtig, Zellen langgestreckt, horizontal gefältet. — Ox.-K.: ziemlich
oft ausserordentlich grosse Drusen im Hyp. teilweise in die Epidermis
und das P.-G. ragend (Einzelindividuen sehr brockig); mittelgrosse im
Sch.-G. und Begltpar. der Nerven. — Nerven: die grossen und mittel-
grossen gehen mit dickwandigem Collenchym nach beiden Blattseiten
durch; die kleinen von deutlicher Parenchymscheide umgeben. — Trich.:
unters. häufig lange, mehrzellreihige Haare aus dickwandigem Prosen-
chym ; beiders. sehr zahlreich Aussendrüsen mit nierenförmigem Drü-
senköpfchen und verzweigien, vom Knie abgehenden Fäden, deren mit
drüsigem Inhalt erfüllten Zellen verhältnismässig dickwandig sind.
XI. Secrio CH/ENOPLEURA.
M. foveolata Cogn.
Sintenis n. 1335, Portorico.
Ep.-Z. : obers. mit wellig, unters. mit sehr schwach gebogenen Seiten-
rändern ; Aussenwand obers. dick, milchweiss und gelatinös aussehend ;
Seitenwandungen von Tüpfeln durchbrochen. — Spö. : ziemlich gross,
von mehreren unregelmässig orientierten Nachb. umgeben. — Hyp.:
einschichtig, Zellen ziemlich kleinlumig, dickwandig und getüpfelt. —
Bitb.: bifazial; P.-G. einschichtig, Sch.-G. locker, Zellen ausserordent-
dickwandig und weitlumig. — Ox.-K.: im Hyp. viele mittelgrosse Drusen,
ausserordentlich zahlreich kleine in Beziehung zur unterseitigen Epider-
mis im Begltpar. der Nerven. — Nerven und Venen gehen mit dickwan-
digen Collenchym nach beiden Blatiseiten durch ; häufig im Begltpar.
der grösseren lange, oft zu zweien oder zu dreien hintereinander gela”
gerte Stabzellen. — Trich. : beiders. prosenchymatische, mehrzellreihige
Haare, welche unters. häufig mit einem zweizellreihigen Drüsenköpfchen
enden. Zellen im untersten Teil des Haares grosslumig und paren-
chymatisch. Sehr häufig beiders. grosse, keulenförmig gestaltete Aussen-
drüsen.
118 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
M. Sintenisii Cogn.
Sintenis n. 454, Portorico.
Ep.-Z. : beiders. ziemlich kleine Polygone darstellend, obers. mit
schwach verdickter Aussenwand und fein gestreifter Cuticula. — Hyp. :
einschichtig, Zellen sehr weit- und tieflumig, manchmal durch Quer-
wände zweigeteilt. Die dem P.-G. anliegende Wand ist ausserordentlich
dick, sieht milchweiss und gelatinös aus und keilt sich zwischen den Seiten-
wandungen der Zellen nach oben hin aus (Fig. 2). — Spö.: ziemlich klein.
Bttb. : bifazial. — Ox.-K.: ausserordentlich grosse, aus brockigen Einzel-
individuen bestehende Drusen im Hyp.; erstaunlich ist die Masse der
ziemlich kleinen in Beziehung zur unterseitigen Epidermis stehenden
Drusen. — Nerven: Begltpar. sehr stark collenchymatisch verdickt; die
kleinen von einer deutlichen Schutzscheide umgeben. — Trich. : unters.
besonders an den Nerven, zahlreiche, parenchymatische Zotten von
gedrungener Gestalt mit baumartig verästeltem Zottenkörper ; häufig
Uebergänge zu niederen Kandelaber- und Büschelhaaren mit langen,
dünnwandigen Strahlenzellen, deren eine vielfach zu einer Aussendrüse
mit grossem, mehrzelligem Köpfchen umgebildet ist. Sehr zahlreich
beiders. keulenförmig gestaltete, grössere oder kleinere Aussendrüsen
mit sehr kurzen oder ziemlich langen Strahlenzellen.
M. Cubensis Sauvalle.
Sintenis n. 3976, Portorico.
Ep.-Z. : beiders. kleinlumig und polygonal mit grob gestreifter Cuti-
cula. — Spö. : klein. — Hyp. : einschichtig, Zellen ziemlich grosslumig
und dickwandig, Lumen nach oben und unten schwach vergewölbt. —
Btib. : bifazial; P.-G. ein- bis dreischichtig; Sch.-G’zellen. schwach ver-
dickt. — Ox.-K.: ziemlich oft im Hyp. mittelgrosse Drusen, kleinere sehr
häufig im Sch.-G. und Begltpar. der Nerven. — Nerven und Venen gehen
mit dickwandigem Collenchym nach beiden Blattseiten durch. — Trich. :
unters. sehr zahlreiche, Knieförmig gebogene Aussendrüsen mit kleinem,
öfter auch mit zwei nierenförmig gestalteten Drüsenköpfchen.
M. quadrangularis Naud.
Eggers n. 3600, Jamaica.
Ep.-Z. : beiders. mit geradl. Seitenrändern, unters. Cuticula grob
mäandrisch gestreift. — Spö. : klein. — Hyp. : zweischichtig, Zellen der
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 119
äusseren Schichte weitlumig und dünnwandig, diejenigen der inneren
Schichte dickwandig, ziemlich Kleinlumig und getüpfelt. — Btthb. : bifa-
zial; P.-G. zweischichtig; Sch.-@’zellen. englumig und sehr dickwandig.
— Ox.-K. : häufig grosse Drusen in der äusseren Hypodermschichte, sehr
zahlreiche mittelgrosse bis kleine im Sch.-G. und Begltpar. der Nerven.
— Nerven : wie M. Cubensis. — Trich. : unters. sehr zahlreiche, Knie-
förmig gebogene Aussendrüsen mit nierenförmigen Köpfchen. An den
Nerven oft statt des Köpfchens nur lange verzweigte Fäden aus ver-
schiedenartig gestalteten Zellen, so dass die Nerven von einem dünnen
Filz überzogen erscheinen (Fig. 19).
M. chionophila Naud.
Hanke, Peru.
Ep.-Z. : obers. grosse Polygone, Aussen- und Innenwand (dick, milch-
weiss und gelatinös aussehend; Vertikalwände getüpfelt; Cuticula fein
gestreift; unters. Zellränder wellig gebogen. —- Spö. : ausserordentlich
gross, von mehreren unregelmässig orientierten Nachbz. umgeben. —
Bttb. : undeutlich bifazial; Mesophyll gebildet von sehr grosslumigen
Zellen, mit stark gequollenen Wandungen. — Ox.-K. : häufig sehr grosse,
radial gestreift erscheinende, aus sehr brockigen Einzelindividuen be-
stehende Drusen. — Nerven : nur drei Hauptnerven vorhanden, welche
mit sehr dickwandigem Collenchym nach beiden Blattseiten durchgehen.
— Trich. : am Blattrande und obers. einzelne, mehrzellreihige Haare aus
dickwandigen, ziemlich weitlumigen, schwach gestreckten Parenchym-
zellen. Unters. häufig’keulenförmig gestaltete Aussendrüsen.
Galycogonium.
Die vier untersuchten Arten dieser Gattung, welche nach Cogniaux 22
Arten zählt, bieten uns in anatomischer Hinsicht, wenn wir von den
ziemlich gleichartigen Verhältnissen zwischen C. hispidulum und stel-
latum und dem durchwegs bifazialen Blatibau absehen, keine gemein-
samen Merkmale. Dagegen sind die einzelnen Arten durch sehr charak-
teristische Eigentümlichkeiten ausgezeichnet. Insbesondere gilt dies für
C. squamulosum, denn infolge der senkrecht oder schräg zur Blattober-
fläche gelagerten Styloiden, der vierköpfigen Aussendrüsen (Fig. 9) und
der in den Nerven auftretenden weitlumigen, getüpfelten, Sklerenchym-
120 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
zellen kann diese Art vollkommen sicher bestimmt werden. Auch
C. Krugii ist an den warzenarligen Zotten leicht kenntlich. C. hispidulum
und siellatum endlich sind durch ihre pallisadenartig gestrekten im
Verhältnis zu den übrigen Mesophylizellen grosslumigen, oberseitigen
Epidermiszellen ausgezeichnet, die durchwegs mit einem hellbraunen
Inhalt erfüllt sind und manchmal eine feine, harmonikartige Fältelung
aufweisen.
G. squamulosum Cogn.
forma grandifolia Cogn.
Sintenis n. 5415, Portorico.
Ep.-Z.: obers. mit geradlinigen Seitenrändern und ziemlich dicker,
cuticularisierter Aussenwand, unters. mit schwach wellig gebogenen
Seitenrändern. Seitenwandungen beiders. gross getüpfelt. — Spö. : viel-
fach von zwei quer oder sonstwie zum Spalt gestellten Nachbz. umgeben;
Der Spalt meist parallel der anliegenden Scheidewand der Mutterzelle
(Fig. 3h). — Hyp. : besteht aus zwei bis drei Schichten weitlumiger,
ziemlich dickwandiger Zellen. — Bitb. : bifazial. — Ox.-K. : kommt in
Form dicker oder dünner ziemlich langer Styloiden, die an einem Ende
schwalbenschwanzartig ausgebildet sind, häufig im Mesophyll, senkrecht
oder schräg zur Blattfläche gestellt, ferner im Begltpar. und Bastteil der
Nerven vor. — Nerven: das Leitbündelsystem der grösseren Nerven, welche
weder unters. noch obers. vorspringen. ist von relativ weitlumigen
Sklerenchymzellen umgeben. Die kleineren Nerven mit deutlicher
Schutzscheide aus weitlumigen Parenchymzellen, deren Wände schwach
sklerosiert und mit Tüpfeln versehen sind. — Trich. : häufig unters.
schülferchenartige Büschelhaare mit dickwandigen Strahlenzellen und
zahlreiche Aussendrüsen. Die meist in Vierzahl vorhandenen grossen,
scheibenartigen Drüsenköpfchen gehen allmählich in den kurzen, ge-
meinsamen Stiel über und sind längs ihrer Seitenränder zum grössten
Teil verwachsen, so dass die Drüse in der Flächenansicht einer vier-
blättrigen Rosette gleicht (Fig. 9).
C. hispidulum Cogn.
Eggers n. 1750, St. Domingo.
Ep.-Z. : beiders. mit geradl. Seilenrändern und fein gestreifter Cuti-
cula. Die oberseitigen Ep.-Z. ziemlich stark pallisadenartig gestreckt.
G
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 191
— Spô. : sehr zahlreich von zwei quer zum Spalt gestellten oder
mehreren unregelmässig orientierten Nachbz. umgeben. — Bttb. bifazial.
— Ox.-K.: kleinste Drusen spärlich im Sch.-G. und sehr selten im
Begltpar. der Nerven. — Nerven : im Begltpar. der grösseren vereinzelt
weitlumige Zellen mit schwach sklerosierten, von Tüpfeln durch-
brochenen Wänden. — Trich. : häufig mehr oder minder kurz gestielte
Büschelhaare mit ziemlich kurzen, weitlumigen, nach allen Seiten ge-
richteten Strahlenzellen mit schwach verdickten Wandungen. Sehr
häufig eine Strahlenzelle zu einer Aussendrüse umgebildet. Selten knie-
förmig gebogene Aussendrüsen mit keulenförmig oder länglich - oval
gestaltetem Drüsenköpfchen und einer oder zwei kurzen Strahlenzellen
am Knie.
C. stellatum DC.
Eggers n. 4924, Cuba.
Ep.-Z. : wie C. hispidulum ; Aussenwand obers. verdickt; Cuticula nur
unters. gestreift. — Spö.: klein, von mehreren unregelmässig orientierten
Nachbz. umgeben —Bttb. : bifazial.— Ox.-K.: spärlich mittelgrosse Drusen
subepidermal, häufig kleine im Sch.-G. — Nerven springen unters. nur
sehr wenig vor. — Trich.: unters. ein dicker, sehr dichter Filz aus
gestielten Sternhaaren mit zahlreichen, kurzen, ausserordentlich weit-
lumigen, ziemlich dünnwandigen Strahlenzellen; vielfach, besonders aber
an Nerven, beobachtet man, dass der für gewöhnlich ziemlich kurze,
zweizellreihige Stiel ungewöhnlich lang wird ; hierbei strecken sich die
Zellen desselben sehr stark und werden verhälinismässig dünnwandig,
so dass sich die Strahlenzellen gleichsam auf hohem, schwankem Halme
wiegen (Fig. 13). Aussendrüsen wurden nicht gefunden, wohl aber sehen
wir das Ende einer Strahlenzelle öfter zu einer kleinen, mehrzelligen
Drüse umgebildet, an der wir deutlich einige Halszellen und ein kleines,
zwei- bis dreizelliges Köpfchen unterscheiden können.
C. Krugii Cogn.
Sintenis n. 293, Porlorico.
Die Blätter dieser Art erhalten infolge der eigentlichen warzenarligen
Zotten ein an gewisse Echinodermen erinnerndes Aussehen. — Ep.-2.:
beiders. mit geradl., über den Zottenfüssen mit schwach gebogenen
199 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Seitenrändern ; beiders. über den Zottenfüssen, wie unters. über und
in der Nähe der Nerven mit stark sklerosierten Wandungen. Obers. in
den schmalen, zwischen den Zotten verlaufenden Furchen stark palli-
sadenartig gestreckt und häufig durch Querwände zweigeleilt. — Spü. :
unters. gruppenartig an nicht von der Sklerose ergriffenen Stellen der
Epidermis. — Hyp.: unregelmässig ein- bis mehrschichtig aus sehr
verschiedenlumigen Zellen mit stark sklerosierten, getüpfelten Wan-
dungen. — Bitb. : bifazial. — Ox.-K.: häufig mittelgrosse Drusen im
Sch.-G. — Nerven: springen unters. nur sehr schwach vor ; Zellen des
Begltpar. weitlumig mit sklerosierten, getüpfelten Wandungen. — Trich.:
obers. zahlreiche warzen- bis kegelförmige Zolten aus weitlumigen,
stark sklerosierten Zellen. Dieselben stossen mit den stark verbreiterten
Zotienfüssen dicht aneinander, nur schmale Furchen lassend, so dass
die Blattoberseite von zahlreichen, polygonalen « Schildern », die in der
Mitte einen grösseren oder kleineren, kegelförmigen Höcker tragen,
bedeckt erscheint. Am stärksten entwickelt sind diese kegelförmigen
Zotten am Blattrande. Unters. ist der Zottenfuss der nicht über den
Nerven liegenden Zotten in Form eines runden Schüppchens, in dessen
Mitte sich ein spitzes Kegelchen erhebt, entwickelt und mitielst zahl-
reicher, ausserordentlich grosslumiger, stark sklerosierter Zellen breit
und tief ins darunter liegende Gewebe eingelassen. Sehr häufig sind
benachbarte Schüppchen durch einen schmalen Streifen sklerosierter
Epidermiszellen brückenartig verbunden. Bei den an den grösseren
Nerven befindlichen Zotten ist der Zottenfuss mehr oder minder kuppel-
arlig vorgewölbt. Häufig beiders. keulenförmig gestaltete Aussendrüsen.
Heterotrichum
Von den 20 bei Cogniaux angeführten Arten lagen 4 zur Untersu-
chung vor. ;
Die beiderseitigen Epidermiszellen sind mit Ausnahme von H. patens
mehr oder minder stark wellig gebogen. Die Aussenwand der obersei-
tigen Epidermiszellen ist entweder deutlich papillenartig vorgewölbt,
wie bei H. Eggersü und patens oder ausserordentlich dickwandig, weiss-
lich gelatinös aussehend, wie H.octonum. Durch verhältnismässig grosses
Lumen zeichnen sich die oberseitigen Epidermiszellen von H. strigo-
sum aus.
Spaltöffnungen kommen nur unterseits vor. Dieselben sind meist von
CREER
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 193
mehreren unregelmässig orientierten Nachbarzellen umgeben ; sind
deren drei (auch wenn zwei) vorhanden, so umfasst eine den grössten
Teil des Schliesszellenpares; sellen ist nur eine oder zwei quer zum
Spalte gestellte Nachbarzellen zu beobachlen.
Die dünnen Blätter sind durchwegs bifazial gebaut. Das Pallisaden-
gewebe ist einschichtig, das Schwammgewebe mit Ausnahme von A. pa-
tens nur schwach entwickelt.
Oxalsaurer Kalk ist in Form mittelgrosser bis kleiner Drusen im Meso-
phyll, selten im Parenchym der Nerven, bei allen Arten zu finden. Bei
H. Eggersü, in geringem Masse auch bei H. patens, wird die ober-
seitige Epidermis von den subepidermal gelegenen grossen Drusen-
zellen sehr stark halbkuglig vorgewölbt. Die Papillen der über den-
selben gelegenen Epidermiszellen sind grösser und mit Cuticularstreifen
versehen, so dass diese Stellen in der Flächenansicht rosettenartig aus-
sehen.
Die grösseren Nerven springen unterseits stark vor und zeichnen sich
sowohl durch ihre mehr collaterale Anordnung des Bast- und Holzteiles
als auch durch ihr dünnwandiges, weitlumiges Begleitparenchym aus,
das nur in Nähe der Epidermis collenchymatisch verdickt ist.
Hinsichtlich der Trichome bietet uns diese Gattung einige sehr inter-
essante Verhältnisse. An der Blattunterseite von H. octonum beob-
achten wir neben kurzen, prosenchymatischen, mehrzellreihigen Haaren
zahlreiche gestielte Sternhaare, deren Strahlenzellen durch die wech-
selnde Länge und Dickwandigkeit und häufige Kammerung auffallen.
H. Eggersii und patens sind durch gestielte Sternhaare ausgezeichnet,
deren Strahlenzellen nach allen Seiten gerichtet, dickwandig und mit
den basalen Abschnitten zu einem deutlichen Köpfchen vereinigt sind
daneben kommen Drüsenzotten mit grossem, ellipsoidischem Drüsen-
kôpfchen vor, welches zum grössten Teile von stark pallisaden-
artig gestreckten Zellen gebildet ist; der untere Teil besteht aus
ziemlich dickwandigen Prosenchymzellen, welche durch dünne Quer-
wände gekammert sind, und enthält im Innern einzelne weitlumige
Prosenchymzellen, deren schwach sklerosierte Wandungen entweder
spiralig verdickt oder mit grossen, schräg zur Längsachse gestellten
Tüpfeln versehen sind. H. strigosum ist leicht und sicher an den zahl-
reichen, der Oberseite der Blätter dicht anliegenden, hohlen Zotten zu
erkennen, über die schon im allgemeinen Teil ausführlicher berichtet
wurde (Fig. 23). An der Unterseite der Blätter von H. strigosum beob-
achten wir zahlreiche kürzere, mehrzellreihige Haare aus dickwandigem
4194 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Prosenchym, deren Fuss mittelst sehr grosslumiger Zellen oberflächlich
verankert ist. Ausserdem kommen bei allen Arten mehr oder minder
stark gebogene, zweizellreihige Aussendrüsen mit schwach keulenförmig
oder kuglig geformten Köpfchen vor. Dieselben findet man sehr häufig
(H. strigosum ausgenommen) in Combination mit den gestielten Stern-
haaren.
H. octonum DC.
Karwinski, Mexico.
Ep.-Z. : beiders. mit schwach wellig gebogenen Seitenrändern. Aus-
senwand obers. sehr dick, weisslich und gelatinös aussehend. — Bttb. :
bifazial. — Ox.-K.: zahlreich kleine Drusen im Mesophyll. — Trich.:
beiders., besonders unters., zahlreiche kürzere, mehrzellreihige, pros-
enchymatische Haare. Unters. an den Nerven ausserdem gestielte Stern-
haare mit sehr ungleich langen und verschiedenartig orientierten, dick-
wandigen Strahlenzellen, von welchen vielfach eine oder mehrere,
selten alle dünnwandig und durch mehrere Querwände gekammert sind
und mit einer schwach geschwollenen Zelle oder einem kleinen, mehr-
zelligen Drüsenköpfchen enden. Ausserdem schwach keulenförmig
gestallete Aussendrüsen mit mehr oder minder kurzen Strahlenzellen
an der Biegungssielle.
H. Eggersii Cogn.
Eggers n. 1019, Portorico.
Ep.-Z.: beiders. mit schwach wellig gebogenen Seitenrändern. — Btib.
bifazial. — Ox.-K: zahlreiche mittelgrosse Drusen wölben die oberseitige
Epidermis halbkuglig vor; sehr zahlreich kleinere im Sch.-G. — Nerven:
springen unters. sehr stark vor. — Trich. : beiders. Sternhaare mit
ziemlich langen, dickwandigen Strahlenzellen, deren eine öfter zu einer
Aussendrüse mit sehr kleinem, länglichem Drüsenköpfchen umgebildet
ist, und prosenchymatische, mehrzellreihige Haare. Ausserdem zahl-
reiche Drüsenzotten mit grossem, ellipsoidischem Köpfchen. Sehr selten
sitzt das Köpfchen seitlich etwas unterhalb des stumpfen Zottenendes,
dessen Zellen sich dann schwach papillös ablösen.
ARTE
A ri
à LEDs AL AT
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 195
H. patens DC.
Eggers n. 1856, Domingo.
Ep.-Z.: obers. polygonal mit schwach papillös vorgewölbter Aussen-
membran, unters. mit gebogenen Seitenrändern. — Bttb.: bifazial. —
Ox.-K. : Drusen ähnlich gelagert, wie H. Eggersü, aber Vorwölbung
seltener und nicht so stark ; ausserdem im Begltpar. der Nerven kleinere.
Drusen. — Trich.: beiders. Sternhaare mit dickwandigen, englumigen
und langen Strahlenzellen, deren eine öfter zu einer Aussendrüse um-
gebildet ist. Unters. sehr dichte Behaarung. Selten keulenförmig ver-
dickte Aussendrüsen. Häufig mehrzellreihige Haare und Drüsenzotten
wie A. Eggersü.
H. strigosum Tr.
Spruce n. 2047, Brasilien.
Ep.-Z.: beiders. mit stark wellig gebogenen Seitenrändern. Obers.
verhälinismässig grosslumig, Aussenwand ziemlich dick, Seitenwan-
dungen getüpfelt. — Spö.: meist von drei Nachbz. umgeben. — Btib. :
bifazial ; P.-G. einschichtig, Zellen sehr kurz und breitkegelförmig. —
Ox.-K.: ziemlich häufig kleinste Drusen im Mesophyli. — Nerven :
springen unters. sehr stark vor. — Trich.: obers. dicht gedrängt der
Blattfläche angedrückte hohle Zotten (Fig. 23). Unters. zahlreiche mehr-
zellreihige Haare aus dickwandigen Prosenchymzellen mit oberflächlich
verankertem Zotlenfusse. Beiders. keulenförmig gestaltete, knieförmig
gebogene Aussendrüsen.
Tococa.
Die meisten Arten dieser Gattung, welche nach Cogniaux deren 39
umfasst, sind durch blasenartige Ameisendomatien ausgezeichnet. So
trafen wir solche bei 7 von den 10 Arten, welche im Münchener Her-
barium zur Untersuchung vorlagen, an.
Die dicken, steifen Blasen- und Kammerwände bestehen zum grössten
Teil, besonders unter den beiderseitigen Epidermisschichten, aus sehr
dickwandigem Collenchym, in dem, namentlich in Nähe der Nerven,
stark sklerosierte Stab- oder Steinzellen auftreten. Seltener bilden sehr
PNR PA
126 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
zahlreiche, zu grösseren Gruppen vereinigte, ausserordentlich stark
sklerosierte, getüpfelte Zellen mit wellig-buchtigem bezw. polygonalem
Umrisse das vorherrschende Versteifungselement wie bei T. bullifera
bezw. longisepala und coronata.
Die beiderseitigen Epidermisschichten der Blasenwände bestehen, die
Aussenseite der Blasenwand von T. bullifera ausgenommen, aus ziem-
lich dickwandigen, polygonalen Zellen und enthalten einzelne oder zu
kleinen Gruppen vereinigte Spaltöffnungen, deren Nachbarzellen ebenso
orientiert sind wie an den Spaltöffnungen der Blattunterseite, sich aber
von den umgebenden Epidermiszellen durch ihre dünnen, wellig gebo-
genen Seitenwandungen deutlich abheben. Gleichmässig über die Aus-
senseile verteilt finden sich die Spaltöffnungen bei T. bullifera und sub-
glabrata. Besonders interessant sind die kork- und füllgewebeartigen
Wucherungen, welche die innenseitigen Epidermisschichten ganz oder
teilweise überziehen.
Die an den Aussen- und Innenwandungen der Blasen befindlichen
Trichome unterscheiden sich dem anatomischen Bau nach mit Ausnahme
der meist verzweigten, conidienartigen Haare, welche die Innenseite der
Blasenwandungen von T. bullifera sammetartig überziehen (Fig. 6), nicht
von denen, die wir an den Blattspreiten beobachten.
Hinsichtlich der Anatomie des Blattes zeigt diese Gattung einen ziem-
lich einheitlichen Charakter.
Die beiderseitigen Epidermiszellen treten uns entweder mit geradli-
nigen oder undulierten Seitenrändern entgegen. Eine namhafte Ver-
dickung der Aussen- oder Innenwandungen bemerken wir an den ober-
seiligen Epidermiszellen von 7. cardiophylla bezw. formicaria und coro-
nata. Bei T. lasiostyla sind eberseits Aussen- und Innenwandungen
gleich stark verdickt. Die Cuticula ist bei T. formicaria, Guianensis und
T. subglabrata beiderseits geradlinig gestreift.
Spaltöffnungen kommen nur unterseits vor. Dieselben sind von Nach-
barzellen umgeben, welche vielfach quer zum Spalte gestellt sind ; ziem-
lich oft umspannt eine davon den grössten Teil des Schliesszellenpaares.
Seltener findet man letztere fast ganz von einer oder mehr als zwei
Nachbarzellen emgeben.
Der Blatibau ist stets bifazial. Das Pallisadengewebe besteht aus einer
Schichte kurzgliedriger Zellen, die öfter eine starke, harmonika-
artige Fältelung aufweisen (T. bullifera, coronata und longisepala). Das
Schwammgewebe ist locker und stets gut entwickelt. Die Zellen des-
selben besitzen mehr oder minder stark verdickte Wandungen,
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 127
bei T. cardiophylla, coronata, formicaria, lasiostyla, longisepala, plani-
folia und subciliata.
Oxalsaurer Kalk tritt bei allen Arten in Form von kleinen oder sehr
kleinen Drusen auf, welche in variabler Zahl im Mesophyll und Begleil-
parenchym der Nerven lagern.
Die grösseren und kleineren Nerven, deren Gefässteil mehr oder
minder deutlich central gelagert ist, gehen bei allen Arten mit ziemlich
dickwandigem Collenchym nach beiden Blatiseiten durch. Im Begleit-
parenchym der grösseren Nerven von T. coronata, lasiosiyla und subci-
hata kommen ziemlich häufig dickwandige Stabzellen vor.
Die Trichome dieser Gattung zeichnen sich weniger durch häufiges
Auftreten als durch ganz beträchtliche Grösse aus.
Borstenartige, vielfach ausserordentlich lange, mehrzellreihige Haare
beobachten wir bei T. bullifera, cardiophylla, formicaria, Guianensis und
subglabrata unterseits an den Nervensprüngen, obers. über den kleinen
Nerven — manchmal ist der Zottenfuss hier durch viele kleine Zellen
fundamentartig verankert (T. formicaria und Guianensis) — ausserdem
am Blattrande und an den Aussenseiten der Ameisendomatien. Die
Borsten bestehen aus englumigen, langgestreckten und schwach sklero-
sierten Prosenchymzellen, die durch dünne Querwände gekammert sind.
Vielfach verläuft im Innern des Zottenkörpers ein kleines Gefässbündel,
welches in der Mitte der Zotienlänge mit Spiraltracheen endigt.
Bei T. coronata, lasiostyla und longisepala finden wir an den grösseren
Nerven ziemlich lange Zotten aus ziemlich weitlumigen und dickwan-
digen, mit braunem Inhalt erfüllten Prosenchymzellen, welche sich an
der Peripherie papillös und am Ende pinselförmig auflösen. Ausser
diesen vielzellreihigen Trichomen beobachten wir lange, schlangenartig
gewundene Haare, welche nur aus zwei bis vier Reihen sehr dickwan-
diger und weitlumiger, öfter auch durch dünne Querwände gekammerter
Prosenchymzellen bestehen. Der basale Abschnitt dieser Trichome ist
manchmal auch von mehreren Reihen kleiner, parenchymatischer Zellen
mit stark verkorkten Wandungen gebildet, so bei T. ca diophylla und
subglabrata unterseits an den den Nervenvorsprüngen und besonders an
den Aussen- und Innenwandungen der Ameisendomatien. Ausserdem
treten uns bei T. coronata, lasiostyla, longisepala, planifolia und sub-
ciliata niedrige Sternhaare mit kurzen, dickwandigen Strahlenzellen
enigegen.
Ziemlich häufig kommen bei allen Arten an beiden Blattseiten kräftig
entwickelte Aussendrüsen vor. Dieselben sind meist durchaus zweizell-
128 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
reihig, stark gebogen und mit grossem, oval- oder keulenförmig gestal-
tetem Drüsenköpfchen versehen. Seltener finden wir deutlich von
kurzem, zweizellreihigem Stiele abgebogene Aussendrüsen mit schwach
ellipsoidisch oder walzenförmig gestalietem Köpfchen an längerem,
einzellreihigem Halse. Am Knie dieser Trichome beobachten wir öfter
eine oder mehrere Strahlenzellen.
Sehr häufig tritt innerhalb dieser Gattung die Verbindung von Deck-
und Drüsenhaar auf. So sehen wir öfter eine Strahlenzelle der oben
erwähnten Sternhaare zu einer Aussendrüse umgebildet. Vielfach beob-
achten wir am Ende der mehrzellreihigen Haare ein grosses, ellipsoi-
disches Drüsenköpfchen, das zum grössten Teil von den stark pallisaden-
artig gestreckten Randzellen gebildet und in der Mitte von wenigen in
Richtung des Köpfchens gestreckten Zellen durchzogen ist. Die schlangen-
artig gewundenen Haare von T.cardiophylla und subglabratagehen am Ende
fast stets in eine ein- oder zweizellreihige, cylindrische Drüse aus paren-
chymatischen Zellen über. Bei zweizellreihigen Enddrüsen beobachtet
man öfter, dass eine Zellreihe mit einer gerade abstehenden, längeren
Strahlenzelle endet, während die andere in ein keulenförmig verdicktes,
stark nach abwärts gebogenes, mehrzelliges Drüsenköpfchen übergeht.
Selbst am pinselförmigen Ende der Zotten von T. coronata ist mitunter
eine Strahlenzelle zu einer mehrzelligen Drüse umgebildet.
T. cardiophylla Naud.
Riedel, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. mit geradl. oder schwach gebogenen Seitenrändern
und schwach, unters. über den Nerven stark verdickten Aussenwan-
dungen. — Spö.: klein. — Bttb.: bifazial. — Ox.-K.: ziemlich häufig
sehr kleine Drusen im Sch.-G. — Trich. : beiders. sehr häufig ausser-
ordentlich lange, prosenchymatische Zotten, die im unteren Abschnitte
von einem kleinen Gefässbündel durchzogen sind ; am Ende eine spitze
Zelle oder ein grosses, ellipsoidisches Drüsenköpfchen. Ausserdem unters.
schlangartig gewundene zwei- bis vierzellreihige Haare, welche meist
drüsig enden. Häufig beiders. keulenförmig gestaltete Aussendrüsen.
— Am. Dom.: Ep.-Z. beiders. polygonal, inners. partielle Korkwuche-
rungen. — Spö.: beiders. in kleinen Gruppen. Gewebe der Blasen- und
Kammerwandung aus dickwandigem Collenchym und von mehreren
Gefässbündeln durchzogen, in deren Nähe sich ziemlich viele dickwan-
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 129
dige, englumige Stabzellen und kleine Drusen von oxalsaurem Kalk
befinden. — Trich. : aussen wie an der Blattspreite, innen reichlich
längere, wenigzellreihige, prosenchymatische Haare bezw. Drüsenzotten
T. subglabrata Cogn.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z.: beiders. mit geradl., unters. mit sehr schwach gebogenen
Seitenrändern. Cuticula beiderseits gestreift. — Spö.: Schliesszellen von
ungleicher Grösse. — Btth.: bifazial. — Ox.-K.: kleine Drusen vereinzelt
im P.-G., häufiger im Sch.-G. und Beglipar. der Nerven. — Trich. : häufig
am Blattrande, selten an den unterseitigen Nervenvorsprüngen lange,
prosenchymatische Borsten, in deren basalem Abschnitte ein kleines
Gefässbündel, von einzelnen kleinen Drusen begleitet, verläuft. Unters.
an den Nerven öfter schlangenartig gewundene Haare, wie T. cardio-
phylla; häufig beiders. keulenförmig gestaltlele Aussendrüsen. — Am.
Dom. : Ep.-Z. beiders. polygonal mit dicken Aussenwandungen. — Spö.:
aussen gleichmässig verteilt, innen in kleinen Gruppen. Blasen- und
Kammerwand subepidermal aus geschichtetem, sehr dickwandigem
Collenchym, in der Mitie aus dünnwandigem Gewebe, welches von
mehreren Gefässbündeln durchzogen ist; in Nähe der letzteren verein-
zelt kleine Drusen und englumige Steinzellen. Die Trichome an den
Innenwandungen sind klein, ein- bis zweizellreihig und enden entweder
mit einer sehr dickwandigen Zelle oder mit einem wenigzelligem, läng-
lich-ovalen Drüsenköpfchen. Die übrigen Zellen des Haares sind meist
dünnwandig, öfter jedoch ist eine derselben auffallend dickwandig.
T. formicaria Mart.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z. : obers. mit sehr schwach, unters. mit wellig gebogenen Seiten-
rändern. Cuticula obers. grob mäandrisch, unters. fein geradlinig ge-
streift, obers. die dem P.-G. anliegende Wand verdickt. — Spö.: von
zwei oder mehr Nachbz. umgeben. — Btthb. : bifazial ; P.-G’zellen. kegel-
förmig, Sch.-G’zellen. mit schwach verdickten Wandungen. — Ox.-K.:
häufig kleine Drusen im Mesophyll. — Trich.: beiders. und am Blatt-
rande sehr lange, sklerenchymatische Borsten, in derem unteren Ab-
schnitte ein Gefässbündel verläuft ; die oberseitigen sind mittelst vieler
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. - 9
130 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
kleiner Zellen breit und ziemlich tief im Mesophyll verankert. Beiders.
grosse, keulenförmige Aussendrüsen. — Am. Dom. : Spö. beiders. in
Gruppen. Blasen- wie Kammerwand bestehen aus sehr dickwandigen
Collenchymzellen und sind von mehreren Gefässbündeln durchzogen,
in deren Nähe sehr oft langgestreckte, sehr dickwandige Stabzellen zu
sehen sind. — Trich. : im Innern der Blase ähnliche Haare wie bei
T. cardiophylla, nur nicht so zahlreich und kräftig entwickelt. An der
Aussenseite Trichome wie am Blatte.
T. Guianensis DC.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z.: beiders. sehr kleinlumig mit schwach wellig gebogenen Seiten-
rändern. — Spö.: klein. — Btth.: bifazial. — Ox.-K.: sehr kleine
Drusen spärlich subepidermal und im Sch.-G. — Trich. : obers. sparsam
lange, prosenchymatische Borsten mit schwacher, massiver Veranke-
rung mittelst kleiner Zellen und im untersten Abschnitte von einem
Gefässbündel durchzogen ; unters. an den Nerven häufig kleinere, mehr-
zellreihige Haare ohne Gefässbündel. Aussendrüsen entweder lang keu-
lenförmig oder ziemlich deutlich knieförmig von kurzem, zweizellrei-
higem Stiele abgebogen. An der Biegungsstelle öfter ein papillenartiger
oder einzellreihiger Fortsatz der zweiten Stielzellreihe. — Am. Dom.:
Ep.-Z.: beiders. polygonal. Verhältnismässig selten kork- oder füllge-
webeartige Wucherungen an den innerseitigen Blasenwänden. — Spö.:
an der Aussen- und Innenseite einzeln oder in kleinen Gruppen. Blasen-
und Kammerwand aus schwach verdickten, mit braunem Inhalt erfüllten
Collenchymzellen, zwischen welchen sich sehr viele, einzeln oder in
Gruppen auftretende, sehr stark sklerosierte Steinzellen befinden. —
Trich. : die Innenseiten sammetartig von ausserordentlich zahlreichen,
ein- oder zweizellreihigen Haaren überzogen, die ihrem Aussehen nach
ganz denen von T. subglabrata gleichen. Aussen häufig lange, prosen-
chymatische Borsten.
T. bullifera Mart.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. mit wellig gebogenen Seitenrändern. — Spö.: klein.
— Bittib.: bifazial; P.-G’zellen. sehr kurz, harmonikaartig gefältelt. —
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 131
Ox.-K.: ausserordentlich vereinzelt kleinste Drusen im Mesophyll. — Trich.:
beiders. kurze, mehrzellreihige, prosenchymatische Haare, obers. und
unters. an den Nerven lange Borsien im unteren Abschnitte von einem
kleinen Gefässbündel durchzogen. Nicht recht oft Drüsenzotten mit
grossem, ellipsoidischem Köpfchen, dessen Randzellen stark pallisaden-
arlig gestreckt sind. Sehr häufig beiders. knieförmig gebogene Aussen-
drüsen mit grösserem, ovalem oder schwach keulenförmig verdicktem
Drüsenköpfchen ; am Knie manchmal kurze Strahlenzellen. — Am.
Dom. : Blasenwand mit deutlich erkennbarer Blattstruktur. Die inner-
seiligen Ep.-Z. polygonal und die Spö. in kleinen Gruppen. Als einziges
Versteifungselement ergeben sich ausserordentlich zahlreiche, einzeln
oder in Gruppen auftretende, stark sklerosierte, getüpfelte Zellen mit
wellig-buchtigem Umriss. Die innerseitigen Blasenwände sammetartig
von einfachen und verzweigten, conidienartigen Haaren überzogen.
Leiziere enden entweder mit einem sehr schwach verdickten Drüsen-
köpfchen oder mit einer schwach zugespitzten, sehr dickwandigen Zelle
(Fig. 6). Die übrigen Zellen des Haares sind entweder tönnchenarlig
gestaltet und mit sehr dicken Aussenwandungen versehen, oder cylin-
drisch, sehr dünnwandig und mit einem schwarzbraunem, sehr schwer
bleichbarem Inhalt erfüllt. Trichome der Aussenseite wie an der Spreite.
T. longisepala Cogn.
Spruce, Brasilien.
Ep.-Z. : obers. mit schwach, unters. mit wellig gebogenen Seitenrän-
dern. — Spö.: gross. — Bitb.: bifazial; P.-G’zellen. harmonikaartig ge-
fältelt, Sch.-G’zellen. mit verdickten Wandungen. — Ox.-K. : zahlreich
kleine Drusen unters. subepidermal im Sch.-G. und Parenchym der
grossen Nerven. — Trich.: unters. an den grösseren Nerven ziemlich
lange, mehrzellreihige Haare aus weitlumigen Prosenchymzellen, die
sich am Ende pinselförmig auflösen ; manchmal erstreckt sich die papil-
löse Loslösung der peripherischen Zellenden auf den ganzen Zotten-
körper. Ausserdem an den Nerven häufig niedrig gestielte Sternhaare
mit kurzen, dickwandigen Strahlenzellen, deren eine meist zu einer
Aussendrüse mit schwach verdicktem Drüsenköpfchen umgebildet ist.
Selten knieförmig gebogene Aussendrüsen. — Am. Dom. : Ep.-Z. beiders.
polygonal. Die Innenseiten der Blasen sind fast ihrer ganzen Aus-
dehnung nach mit kork- oder füllgewebeartigen, schwarzbraun aus-
sehenden Zellhaufen überlagert. — Spö.: beiders. in kleinen Gruppen.
132 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Blasen- und Kammerwand aus schwach collenchymatisch verdickten
Zellen, neben denen zahlreiche, sehr stark sklerosierie, getüpfelte Zellen
von isodiametrischer oder stabarlig gestreckter Gestalt auftreten. Da-
zwischen verlaufen mehrere kleine Gefässbündel, in deren Nähe sich
oft kleine Drusen von Ox.-K. finden. — Trich.: nur an der Aussenseite
und da wie an der Spreite.
T. coronata Benth.
Spruce, Brasilien.
Ep.-Z. : obers. mit verdickter Innenwand und geradl., unters. mit
wellig gebogenen Seitenrändern. — Spö.: gross, oval. — Btth.: bifazial ;
P.-G. ein- bis zweischichtig, Zellen harmonikaartig gefältelt, Sch.-Gzel-
len. verdickt. — Ox.-K.: zahlreich kleine Drusen im Mesophyll und
Begltpar. der Nerven. — Nerven: die grösseren führen langgestreckte,
weitlumige Stabzellen. — Trich.: sehr häufig niedrig gestielte Stern-
haare wie T. longisepala ; ausserdem kurze, prosenchymatische Haare,
am Blattstiel mit pinselförmig aufgelöstem Ende ; daneben Kräfug ent-
wickelte, im Innern von einem Gefässbündel durchzogene Drüsenzotien
mit ellipsoidischem Köpfchen, das zum grössten Teil aus den pallisaden-
artig gestreckten Randzellen gebildet ist. Unters. ziemlich häufig Aus-
sendrüsen mit grossem, ovalem Drüsenköpfchen und mehreren kurzen,
dickwandigen Strahlenzellen. — Am. Dom. : ganz wie T. longisepala,
nur die dort angegebenen Verhältnisse in verstärktem Masse zeigend.
T. lasiostyla Cogn.
Spruce n. 1977, Brasilien.
Ep.-Z.: obers. mit verdickter Aussen- und Innenwand ; Seitenränder
obers. geradlinig, unters. wellig gebogen. — Bttb. : bifazial ; Sch.-G’zel-
len. dickwandig. — Ox.-K.: häufig Kleine Drusen im Mesophyll und
Beglipar. der Nerven. — Nerven: im Begltpar. der grösseren Kurze
Stabzellen. — Trich : unters. häufig niedrig gestielte Sternhaare mit
kurzen, dickwandigen Strahlenzellen, deren eine meist zu einer Aus-
sendrüse umgebildet ist. Ausserdem an Nerven mehrzellreihige Haare
mit pinselförmig aufgelöstem Ende. Häufig zweizellreihige Aussen-
drüsen mit ovalem Köpfchen ; öfter an der Biegungsstelle kurze, dick-
wandige Strahlenzellen.
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 133
T. subciliata DC.
Spruce, Brasilien.
Ep.-Z. : obers. mit geradl., unters. mit schwach gebogenen Seiten-
rändern. — Spö.: gross. — Bttb.: bifazial ; Sch.-G’zellen. verdickt. —
Ox.-K.: häufig kleine Drusen in Nähe der Epidermis und im Sch.-G. —
Nerven: im Begltpar. der grösseren vereinzelt Stabzellen. — Trich.:
ziemlich häufig niedere Sternhaare wie T. lasiostyla mit Uebergangs-
formen zu den zahlreich vorhandenen, gebogenen Aussendrüsen mit
ovalem Köpfchen.
T. planifolia Benth.
Spruce, Brasilien.
Ep.-Z. : obers. mittelgrosse Polygone, unters. mit gebogenen Zell-
rändern. — Btth.: bifazial. — Sch.-G’zellen. verdickt. — Ox.-K. : ziem-
lich oft kleine Drusen im Mesophyll und Begltpar. der Nerven. — Trich.:
häufig niedrig gestielte Sternhaare mit kurzen, dickwandigen Strahlen-
zellen, deren eine meist zu einer Aussendrüse umgebildet ist. Strahlen-
zellen oft bis auf ganz kleine Papillen reduziert.
Maieta.
Die beiden untersuchten Arten dieser Gattung besitzen am Grunde
der Blatispreite, wie auch die übrigen sechs noch bekannten Arten,
blasenartige Ameisendomatien.
Die beiderseitigen Epidermiszellen erscheinen mit Ausnahme der
oberseitigen und der unterseits.über den Nerven und deren Umgebung
gelegenen Zellen von M. setosa, welche sich durch ihre Weitlumigkeit
und getüpfelten Seitenwandungen auszeichnen, mit stark wellig gebo-
genen Seilenrändern.
Spaltöffnungen finden sich nur unterseits und sind meist von zwei
oder drei Nachbarzellen, deren eine den grössten Teil des Schliesszellen-
paares umfasst, umgeben ; man beobachtet aber auch vielfach zwei quer
zum Spalte gestellte, oder auch nur eine Nachbarzelle.
Der Blattbau ist bifazial, wenngleich ein scharfer Unterschied
zwischen den kegelförmigen Pallisadenzellen und den ähnlich gestal-
134 MÉMOIRES DE L HERBIER BOISSIER.
teten Schwammgewebezellen, welch letztere zudem verhältnismässig
viel Chlorophyll enthalten, nicht zu beobachten ist.
Der oxalsaure Kalk tritt bei beiden Arten in Form kleiner Drusen auf
und zwar bei M. setosa häufig, bei M. Guianensis nur sehr spärlich.
Die grösseren Nerven von M. Guianensis sind durch einen dicken
Hartbastcylinder, der das Leitbündelsystem derselben umgibt, und die
kleineren durch eine deutliche Schutzscheide aus weitlumigen, sklero-
sierten und getüpfelten Parenchymzellen ausgezeichnet. Die Nerven von
M. setosa, welche unterseits nur schwach vorspringen, besitzen schwach
collenchymatisch verdicktes Begleitparenchym.
Der Blattstiel von M. setosa ist dicht besetzt mit sehr langen, prosen-
chymatischen Borsten, deren Randzellen auffallend weitlumig sind. Nicht
sehr häufig finden sich ähnliche Borsten an den unterseitigen Nerven-
vorsprüngen dieser Art. An der Blattoberseite von M. Guianensis beob-
achten wir mehrzellreihige Zotten aus prosenchymatischen Zellen und
Spiraltracheiden im Innern bei schwach papillöser Loslösung der Rand-
zellen in der Endregion. Ausserdem siehen an den unterseitigen Ner-
venvorsprüngen gestielte Sternhaare mit ziemlich dickwandigen Strah-
lenzellen ; eine der letzteren ist öfter zu einer Aussendrüse mit mehr-
zelligem Drüsenköpfchen umgebildet. Ziemlich oft treten bei diesen
Arten mehr oder minder deutlich Knieförmig gebogene Aussendrüsen
mit kleinen, schwach keulenförmig verdickten Köpfchen auf. An der
Biegungsstelle sitzen oft eine oder zwei kurze Strahlenzellen.
Bei den Ameisendomatien von M. Guianensis weist der grössere Teil
der dünnen Blasenwand deutliche Blattstruktur auf. Die vielen die
Blasenwand von unten nach oben durchziehenden Nerven laufen sämt-
lich parallel und springen, da der Hartbastcylinder ausserordentlich dick
ist, stark ins Innere der Blasen vor. Der nach der Blattunterseite
vorspringende Teil der Blase besteht, wie die Blasenscheidewand, aus
schwach collenchymatisch verdiektem Gewebe. Die innerseitigen Epi-
dermiszellen erscheinen mit Ausnahme der Spaltöffnungsnachbarzellen
polygonal. Die Spaltöffnungen sind an der Aussenseite regelmässig ver-
teill wie an der Spreite, an den Innenseiten einzeln oder zu kleinen
Gruppen vereinigt. Kleine Drusen von oxalsaurem Kalke treffen wir in
Nähe der Nerven. Die Trichome unterscheiden sich nicht von denen
der Blattspreite; an der Blasenscheidewand bilden die Drüsen einen
sammetartigen Ueberzug, Die über alle Innenseiten unregelmässig ver-
teilten, 1 bis 2 mm. hohen, zapfenartigen Emergenzen bestehen aus
dünnwandigen, in Richtung des Zäpfchens gestreckten Parenchymzellen
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 135
ohne besonderen Inhalt. Zwischen diesen beobachtet man öfters weit-
oder englumige, stabartig gestreckie Zellen mit schwach sklerosierten,
getüpfellen Wandungen. Bemerkenswerter Weise finden sich an diesen
Zäpfchen auch Drüsen.
Da die Artunterschiede schon genügend hervorgehoben sind, genügt
die Angabe der untersuchten Arten.
M. setosa Cogn.
John Donnell-Smith (Türckheim) n. 991, Guatemala.
M. Guianensis Aubl.
Spruce n. 2163, Brasilien.
Myrmidone.
Auch bei dieser, zwei Arten zählenden Gattung finden wir am Grunde
der Blattspreite kleine, blasenartige Ameisendomatien.
Untersucht wurden :
M. macrosperma Marti.
Martius, Brasilien.
und dessen Abart :
M. macrosperma Mart.
var. ß denticulata Cogn.
Spruce n. 2027, Brasilien.
Die beiderseitigen Epidermiszellen besitzen wellig gebogene Seiten-
ränder.
Spaltöffnungen kommen nur unterseits vor und sind meist von
zwei quer zum Spalte gestellten oder einer Nachbarzelle umgeben.
Der Blattbau ist bifazial, bei M. macrosyerma undeutlich, indem fast
alle Zellen des Mesophylls eine sehr kurz kegelförmige Gestalt besitzen,
bei der Abart dagegen besteht das einschichtige Pallisadengewebe aus
relaliv langgestreckten Zellen,
136 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Kleine Drusen von oxalsaurem Kalk finden sich reichlich im Par-
enchym der grösseren Nerven; bei M. macrosperma ausserdem zer-
streut im Mesophyll, bei durchfallendem Lichte durchsichtige Punkte
erzeugend.
Die Nerven springen bei M. macrosperma unters. sehr stark und breit
mit dünnwandigem, bei M. m. var. denticulatu dagegen nur schwach, mit
stark collenchymatisch verdicktem Begleitparenchym vor.
An den Blättern beider Pflanzen sehen wir oberseits. am Blattrande
und unterseits an den Nerven kräftig entwickelte, mehrzellreihige Haare
aus langgestreckten Prosenchymzellen, welche durch zwei oder drei
dünne Querwände geteilt sind. Das Ende der Haare erscheint bei M. m.
var. denticulata manchmal gedreht, häufiger mit einem grossem, ellip-
soidischen Drüsenköpfchen gekrönt, das zum grössten Teil aus stark
pallisadenartig gestreckten Randzellen besteht. Im Innern des Zotlen-
körpers beobachten wir Spiraltracheiden oder wie bei M. m. var. denti-
culata ein ziemlich weit eindringendes Gefässbündel. Die oberseitigen
mehrzellreihigen Haare von M. m. var. denticulata sind mittelst des
kegelförmig ins Mesophyll eindringenden Zottenfusses schwach innerlich
verankert ; ausserdem finden wir bei M. m. var. denticulata vereinzelt
gestielte Sternhaare mit kurzen, dickwandigen Strahlenzellen, deren
eine öfter zu einer Aussendrüse mit kleinem Köpfchen umgebildet ist.
Die an beiden Blattseilen in stattlicher Zahl zu beobachtenden Aussen-
drüsen fallen durch ihre aussergewöhnliche Grösse auf. Dieselben be-
sitzen einen ziemlich langen, zweizellreihigen Stiel aus grosslumigen
Zellen und in bogenförmiger Krümmung daran ansitzend ein sehr dickes,
keulenförmig oder ellipsoidisch geformtes, mehrzelliges Drüsenköpfchen.
Die Ameisendomatien von M. m. var. denticulata stellen stark über
die Blattseite erhobene, zweikammerige Blasen dar. Die Kammern sind
durch mehrere von der Aussenwand ausgehende, bis in die Nähe der
Blasenscheidewand reichende, dünne Falten in Unterabteilungen geteilt
(bei M. macrosperma ist diese septenartige Kammerung nicht zu bemer-
ken). Die dünne Aussenwand weist deutliche Blattstruktur auf. Die
Septen- und Kammerscheidewände bestehen aus lockerem, dünnwan-
digem Gewebe. Die Spaltöffnungen sind an der Aussenseile wie am
Blatte, an den Innenseiten in kleinen Gruppen verteilt. Die auftretenden
Trichome bezw. Aussendrüsen weisen denselben anatomischen Bau auf,
wie diejenigen der Blatispreite.
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 137
Mecranium.
Die drei Arten, welche von den bestehenden sieben untersucht
wurden, fallen durch den gänzlichen Mangel der Deckhaare auf. In
anatomischer Hinsicht weichen sie von einander nur sehr wenig ab.
M. amygdalinum Tr.
var. latifolia Cogn.
Sintenis n. 1568, Portorico.
und
M. amygdalinum Tr.
var. subintegerrima Cogn.
Sintenis n. 4661, Portorico.
Ep.-Z.: obers. mit geradl., unters. mit schwach gebogenen Seiten-
rändern. Cuticula unters. fein gestreift. — Spö.: nur unters., von drei bis
vier unregelmässig oder zwei quer zum Spalt gestellten Nachbz. um-
geben, wobei eine oft den grössten Teil des Schliesszellenpaares umfasst.
— Hyp.: ein-, über den Nerven zweischichtig. — Bttb. : bifazial ; P.-G.
drei- bis vierschichtig, kurzgliedrig. Im Mesophyll von M. a. var. sub-
integerrima fallen die ausserordentlich zahlreichen, linsenförmigen
Stärkekörner auf. — Ox.-K.: spärlich kleine Drusen im Sch.-G., häufiger
im Beglipar. der Nerven. — Nerven : die grösseren, unters. nur schwach
vorspringenden Nerven sind gegen das Mesophyll nach dem P.-G. zu
scharf durch einen einschichtigen Halbcylinder ziemlich weitlumiger
Parenchymzellen halbkreisförmig abgeschlossen, die kleinen von einer
deutlicher Schutzscheide umgeben. — Trich. : nicht recht oft Aussen-
drüsen mit langem, zweizellreihigem, schwach gebogenem Stiele und
langem, walzenförmigem Drüsenköpfchen.
M. hemanthum Tr,
Eggers n. 5176, Cuba,
Ep.-Z.: beiders. mit geradl. Seitenrändern, unters. papillös mit schwach
gestreifter Cuticula. — Spö.: wie M. amygdalinum. — Hyp.: einschichtig,
138 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
ziemlich grosszellig und dickwandig. — Bittb.: bifazial ; P.-G. drei- bis
vierschichtig, kurzgliedrig, Sch.-G. ziemlich dicht. Die Blätter des Her-
barmaterials zeigen eine wunderschön grüne Farbe. — Ox.-K. und
Nerven wie M. amygdalinum. — Trich.: ziemlich häufig knieförmig
gebogene Aussendrüsen mit länglich-ovalem Drüsenköpfchen. Hie und
da Doppeldrüsen, wenn nämlich die zweite Stielzellreihe statt strahlen-
zellenartig mit einer mehrzelligen Drüse endet.
Ciidemia
Von den 93 Arten, welche Cogniaux in seiner Monographie angibt,
wurden 18 untersucht. Dieselben zeigen ziemlich genau übereinstim-
mende anatomische Verhältnisse.
Die beiderseitigen Epidermiszellen, deren Zellränder meist wellig
gebogen sind, besitzen — bemerkenswerter Weise auch die untersei-
tigen — fast durchweg relativ grosses Lumen. Von ganz auffallender
Grösse ist dasselbe bei den oberseitigen Epidermiszellen von (Cl. blepha-
rodes, weniger bei den beiderseitigen von CI. hirta. Die Zellen der ober-
seitigen Epidermis von Cl. pusilliflora sind pallisadenartig gestreckt,
Oberseits weisen die Epidermiszellen manchmal mehr oder minder stark
verdickte, weisslich und gelatinös aussehende Aussen- bezw. Innen-
wandungen auf; bei C{. blepharodes und pustulata sind Aussen- und
Innenwandungen stark verdickt; bei Cl. Kappleri ist die äussere Hälfte
der dicken Aussenwandungen cuticularisiert und springt obers. an den
Polygonecken zapfenartig in die darunter liegende Celluloselamelle ein.
Durch sehr grosse, kegelförmige, ziemlich dünnwandige Papillen sind
die oberseitigen Epidermiszellen von Cl. cymifera ausgezeichnet. Cuti-
cularstreifung wurde nur bei Cl. heteroneura und Kappleri beiderseits
und bei Cl. hirta oberseits beobachtet.
Die Spaltöffnungen treten nur unterseits auf und zeichnen sich durch
die meist ganz beträchtliche Grösse ihrer Schliesszellen aus. Letztere
sind meist von zwei oder drei Nachbarzellen umgeben, deren eine den
grössten Teil des Schliesszellenpaares umfasst. Seltener beobachtet man
eine, zwei quer zum Spalle, oder mehrere unregelmässig orientierte
Nachbarzellen. Bei @l. heteroneura hat sich der vom Spalt abgekehrte
Rand der Nachbarzellen wallartig emporgewölbt, so dass die Spalt-
Öffnungen auf dem Grunde einer kraterartigen Vertiefung liegen. Bei
Cl. pusilliflora fehlen die Spaltöffnungen in Nähe der Nerven.
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 139
Hypoderm wurde nur bei Cl. blepharodes gefunden. Dasselbe zeichnet
sich durch seine ausserordentlich grosslumigen, dickwandigen und
parallel zur Blattfläche gefälteten Zellen aus.
Die Blätter aller Arten mit Ausnahme von Cl. ciliata und nævula,
welche subcentrisch (b) gebaut sind, weisen einen bifazialen Bau auf.
Das Pallisadengewebe ist fast durchweg einschichtig und aus Kurzen,
vielfach umgekehrt kegelförmig gestalteten Zellen aufgebant. Das
Schwammgewebe ist gut entwickelt, ziemlich locker und besteht meist
aus rundlichen, relativ grosslumigen Zellen, deren Wandungen häufig
schwach verdickt sind. Besonders zu erwähnen sind die einzeln in der
ersten Pallisadengewebeschichte von €. Kappleri auftretenden Zellen,
welche mit einem braunem, gerbstoffartigen Inhalt erfüllt sind.
Oxalsaurer Kalk in Form verschieden grosser Drusen, deren Zahl im
Pallisadengewebe grösser als im Schwammgewebe und Begleitparenchym
der Nerven ist, findet sich bei allen Arten. Die oberseits subepidermal
gelegenen Drusen von Cl. capitellata, heteroneura, neglecta und pusilli-
flora scheinen in die Tiefe gerückte Epidermiszellen zu sein; bei den
letzten zwei Arten ist auffallender Weise die dem Pallisadengewebe
zugekehrte Wand der Drusenzellen von derselben Dicke, wie die Innen-
wand der benachbarten Epidermiszellen.
Die grösseren Nerven springen unterseits mehr oder minder stark
vor und führen im Begleitparenchym, dessen Zellen meist weillumig und
nur schwach collenchymatisch verdickt sind, öfter stark sklerosierte
Stabzellen. Nach beiden Blattseiten gehen sämtliche Nerven von CI.
ciliata und Domingensis durch, unterseits seichte Furchen erzeugend.
Ausserordentlich verbreitet und sehr charakteristisch für diese Gattung
sind Sternhaare mit nur wenigen, meist sehr langen, dickwandigen
Strahlenzellen, deren enges Lumen sich an der Basis plötzlich zwiebel-
arlig erweitert, so dass ein deutliches, lose gefügtes Köpfchen entsteht.
Bei den oberseitigen Sternhaaren von Cl. bullosa, novemnervia und
puslulata verlieren die Strahlenzellen ihre Steife und erscheinen dann
schwach geschlängelt. Der meist ziemlich kurze Stiel ist fast durchwegs
im unteren Abschnitte aus zwei — bei oberseitigen Trichomen wohl
auch aus mehreren — Reihen parenchymalischer Zellen aufgebaut.
Bei Cl. neglecta unterseits und capillipes beiderseits finden sich neben
diesen — und zwar als herrschende Form — Sternhaare mit hohem,
postamentarlig aus vielen Reihen prosenchymatischer Zellen beste-
hendem Stiele. Kurz gestielte Büschelzotten mit nur wenigen, aufwärts
gerichteten Strahlenzellen kommen vereinzelt bei Cl. Epibaterium vor,
140 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
gestielte Büschelhaare mit zahlreichen, nach allen Seiten gerichteten,
ziemlich dünnwandigen und kurzen Strahlenzellen zeichnen die Blätier
von Cl. cymifera aus.
Bezüglich der ausserordentlich mannigfach gestalteten Trichome von
Cl. Kappleri und ciliata vergleiche die Artbeschreibung. Neben Stern-
und Büschelhaaren treten innerhalb dieser Gattung noch häufig mehr-
zellreihige Haare auf (Zotten). Dieselben bestehen meist aus vielen
Reihen ziemlich stark verdickter, langgestreckter Prosenchymzellen,
welche durch zwei oder drei dünne Querwände gekammert sind. Am
Ende der Zotten lösen sich die peripherischen Zellenden ab. Bei C1. J.
Donnell-Smithii finden sich unterseits an den Nerven sehr lange zwei- -
bis dreizellreihige Haare, welche im unteren Abschnitte aus zwei Reihen
parenchymatischer Zellen bestehen, während der übrige, grösste Teil
des Zottenkörpers von langgestreckten Prosenchymzellen gebildet wird.
Sehr steif, borstenartig sind die oberseitigen Haare von Cl. novemnervia.
Für die Arten die Sektion Staphidium ist das Aufsitzen der oberseitigen
Zotten auf kegel- bis dütenförmigen Erhebungen des Blattes, denen an
der Blattunterseite grubige Vertiefungen entsprechen, sehr bezeichnend.
Trichome mit Drüsenfunklion treten ebenfalls sehr zahlreich auf. Zu-
nächst sind es Aussendrüsen mit vielzellig — keulenförmigem, oder zwei-
bis wenigzellig — zungenförmigem Drüsenköpfchen von verschiedener
Grösse. Erstere sind durchaus zweizellreihig und schwach bogenförmig
gekrümmt, letztere erscheinen knieförmig von kurzem, zweizellreihigem
Stielchen abgebogen. Die zungenförmigen Köpfchen, deren harziger
Inhalt vielfach noch deutlich erhalten ist, sind durch eine in der Krüm-
mungsebene auftretende Wand in zwei Hälften geteilt, welche ihrerseits
wieder durch eine, zwei oder drei auf der Hauptscheidewand senkrecht
stehende Wände geteilt sein können. Ueber die sanduhrartigen Aussen-
drüsen von Cl. Kappleri vergleiche das im allgemeinen Teil Gesagte.
Deck- und Drüsenhaare treffen wir sehr häufig in Combination an.
So ist an den Sternhaaren fast immer eine dünnwandige Strahlenzelle,
welche durch dünne Querwände geteilt ist und am Ende ein längliches,
ein- oder wenigzelliges Drüsenköpfchen trägt. Je grösser das Köpfchen
ist, desto kürzer wird der Hals und die anderen Strahlenzellen, bis
letztere schliesslich ganz verschwunden sind und knieförmig gebogene
Aussendrüsen mit mehrzelligem Köpfchen resultieren. Sehr häufig
beobachten wir am Ende der einfachen, mehrzellreihigen Haare ein
grosses, rundes oder ellipsoidisches Drüsenköpfchen, das zum grössten
Teil von den stark pallisadenartig gestreckten Randzellen gebildet ist,
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 144
während im Innern nur eine oder wenige, in Richtung des Köpfchens
gestreckte Zellen als Mittelsäulchen verlaufen. Die prosenchymatischen
Haare von Cl. J. Donnell-Smithii enden vielfach mit einer einzellreihigen,
eylindrischen und die oberseitigen von Cl. blepharodes manchmal mit
einer dicken, keulenförmig gestalteten Drüse. Bei Gl. capillipes, ciliata,
cymifera und Kappleri gehen Deck- und Drüsenhaare so allmählich in
einander über, dass eine Trennung dieser beiden Trichomklassen nicht
möglich ist.
I. Secrio STAPHIDIUM.
Cl. hirta D. Don.
Sintenis n. 2%, Portorico.
Ep.-Z. : beiders. grosslumig mit wellig gebogenen Seitenrändern und
stark verdickten Aussenwandungen, besonders unters. über den Nerven.
Cuticula obers. fein gestreift. — Bttb.: bifazial. — Ox.-K.: ziemlich häufig
kleine, feinzackige Drusen. — Nerven: springen nur schwach vor,
Beglipar. weitlumig. — Trich : beiders. sehr viele, sehr lange einfache
prosenchymatische Zotten, deren Randzellenden sich an der Zottenspitze
in Form winziger Papillen ablösen. Unters. an den Nerven vereinzelt
Sternhaare mit dickwandigen Strahlenzellen ; eine davon vielfach zu
einer Aussendrüse umgebildet.
Cl. laxiflora Walp.
John Donnell-Smith n. 3327, Guatemala.
Ep.-Z.: beiders. mit schwach wellig gebogenen Seitenrändern und
obers. mit schwach verdickter Aussenwand, unters. mit relativ grossem
Lumen. — Bttb.: bifazial; P.-G. einschichtig, Zellen umgekehrt kegel-
förmig. — Ox.-K. : häufig kleine Drusen. — Nerven: Beglipar. weitlumig
und collenchymatisch verdickt. — Trich. : beiders. erzeugen lange, pros-
enchymatische, mehrzellreihige Haare, welche obers. kleinen kegel-
förmigen Erhebungen des Blattes aufsitzen, eine dichte Behaarung ;
beiders. zahlreich keulenförmig gestaltete oder knieförmig gebogene
Aussendrüsen mit länglichem Köpfchen ; obers. ist der basale Abschnitt
prosenchymatisch und zottenartig mit starker Loslösung der periphe-
rischen Zellenden.
142 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
Cl. Epibaterium DC.
var. ß parvifolia.
Spruce n. 2239, Brasilien.
Ep.-Z.: obers. mit geradl., unters. mit schwach wellig gebogenen
Seitenrändern. — Bttb.: undeutlich bifazial. — Ox.-K.: häufig mittel-
grosse bis kleine Drusen. Einzelindividuen brockig. — Nerven: Begltpar.
sehr weitlumig und collenchymatisch verdickt. — Trich : beiders. an
den grossen Nerven gestielte Büschelhaare mit steil aufgerichteten, unters.
sehr wenigen und sehr dickwandigen Strahlenzellen, davon eine hie
und da zu einer Drüse umgebildet ist. Ausserdem nicht gerade selten
beiders. prosenchymatische Zotten mit schwach papillös abstehenden
Enden der peripherischen Zellen. Sehr häufig Aussendrüsen mit vier-
zelligem, langzungenförmigem Drüsenköpfchen.
Cl. blepharodes NC.
Marlius, Brasilien.
Ep.-Z.: beiders. mit geradl. Seitenrändern und stark verdickten,
weisslich gelatinös aussehenden Aussen- und Innenwandungen; obers.
ausserordentlich grosslumig, der Wasserspeicherung dienend ; unters.
nicht so grosslumig. — Spö.: sehr gross, meist von zwei quer zum Spalt
estellten Nachbz. umgeben. — Hyp. : einschichtig, Zellen ausserordent-
lich grosslumig, harmonikaartig gefältelt und dickwandig. — Bitb.: bifa-
zial; P.-G. einschichtig, Zellen sehr stark quergefaltet. — Ox.-K.: ziemlich
häufig sehr grosse Drusen; Einzelindividuen brockig. Ausserdem sphäro-
krystallinische Massen im Sch.-G. — Nerven: vielfach sehr weitlumige,
dickwandige Stabzellen. Begltpar. stark collenchymatisch verdickt. —
Trich. : beiders. ziemlich oft lange, prosenchymatische, mehrzellreihige
Haare, die ab und zu mit einem keulenförmig gestaltetem Drüsenköpf-
chen enden. Beiders. Aussendrüsen mit ziemlich grossem, keulenförmig
verdicktem Köpfchen.
Cl. nævula Tr.
Spruce n. 2019, Brasilien.
Ep.-Z.: obers. mit sehr schwach, unters. mit wellig gebogenen Seiten-
rändern. Aussenwand obers. sehr schwach vorgewölbt. — Bitb.: sub-
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 143
centrisch (b) ; Zellen kurz pallisadenartig; Mesophyll nach der unter-
seitigen Epidermis zu locker und zwischen den kleinen Nerven vor-
quellend. — Ox.-K.: ziemlich häufig sehr kleine Drusen. — Nerven:
die grossen springen sehr stark vor; unters. über den kleineren im
Querschnittsbilde ziemlich tiefe Furchen. — Trich. : häufig unters. an
den grossen Nerven, seltener obers. mittelgrosse Drüsenzotten mit
ellipsoidischem Köpfchen. Sehr zahlreich unters. an den Nerven Aussen-
drüsen mit grosszungenförmigem Drüsenköpfchen, dessen zwei Hälften
je durch eine oder zwei Scheidewände in annähernd gleiche Teile zer-
legt sind. Inhalt harzig.
Cl. neglecta D. Don.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. ziemlich kleinlumig mit schwach wellig gebogenen
Seilenrändern und gelbbraunem Inhalt, obers. in dem P.-G. anliegende
Wand verdickt. — Spö.: gross. — Bttb.: bifazial. — Ox.-K.: ziemlich
häufig kleinere Drusen. — Nerven: die grossen springen unters. unge-
mein stark vor. — Trich.: beiders., besonders obers. und dann auf einer
kegelförmigen Erhebung sitzend, zahlreiche, mehrzellreihige, prosen-
chymatische Haare oder lange Drüsenzotten mit grossem, ellipsoidischem
Köpfchen aus sehr stark pallisadenartig gestreckten Randzellen und
mehrzelligem Mittelsäulchen. Ausserdem, besonders unters., kurzge-
slielte Sternhaare mit sehr langen, dickwandigen Strahlenzellen, die ab
und zu durch dünne Querwände gekammert sind. Sehr häufig werden
unters. die Sternhaare durch Ausbildung eines mehr oder minder hohen
Postaments aus vielen Reihen prosenchymatischer Zellen über die Blatt-
fläche emporgehoben. Eine ganz gewöhnliche Erscheinung ist die Um-
bildung einer Strahlenzelle zu einer Aussendrüse mit grossem, keulen-
förmigem Köpfchen. Dagegen sind keulenförmig gestaltete, durchaus
zweizellreihige Aussendrüsen, welche der Blattfläche direkt aufsitzen,
sehr sellen; meist findet man an der Biegungsstelle eine oder zwei
längere Strahlenzellen.
Cl. capitellata D. Don.
ang n. 1706, Bolivia.
Ep.-Z.: beiders. ziemlich grosslumig, Zellränder obers. geradlinig,
unters. wellig gebogen ; oberseits die dem P.-G. anliegende Wand ver-
144 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
dickt, unters. Aussenwandungen stark verdickt, besonders über Nerven.
— Spô.: meist gross. — Bitb.: bifazial; P.-G. zweischichtig, Sch.-G.
locker, Zellwände schwach verdickt. — Ox.-K. : in grosser Zahl kleine
Drusen — Nerven: beiders. subepidermal sehr dickwandiges Collen-
chym. — Trich.: beiders. sehr zahlreiche, einfache, prosenchymatische
Zotten, deren Endzellen sich sehr schwach papillös auflösen, obers. auf
kleinen kegelförmigen Erhebungen des Blattes. Unters. ziemlich oft
kurzgestielte Sternhaare; eine Strahlenzelle häufig zu einer keulen-
förmigen Aussendrüse umgebildet ; ausserdem beiders. Keulenförmige
Drüsen mit einer oder mehreren kurzen Strahlenzellen an der Bie-
gungsstelle.
Cl. pustulata DC.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. mit wellig gebogenen, obers. über den dütenför-
migen Erhebungen mit geradl. Seitenrändern ; obers. die der Blattfläche
parallelen Wände stark verdickt. — Spö.: sehr gross, meist von drei
Nachbz., deren eine den grössten Teil des Schliesszellenpaares umfasst,
umgeben. — Bttb. : bifazial. — Ox.-K.: ziemlich häufig sehr kleine
Drusen. — Nerven: Begltpar. stark collenchymatisch verdickt, dazwischen
öfter eine dickwandige Stabzelle. — Trich.: obers. auf den dütenartigen
Ausstülpungen des Blattes kräftige prosenchymatische Haare oder Drü-
senzotten mit kugligem Köpfchen aus pallisadenartig gestreckten Zellen
ohne Mittelsäulchen und unters. ebensolche Drüsenzotten, aber viel
schwächer entwickelt ; ausserdem beiders. nicht recht oft kurzgestielte
Sternhaare mit sehr langen, unters. steifen, obers. geschlängelten Strah-
lenzellen, deren eine vielfach zu einer Aussendrüse mit länglich-ovalem
oder kugligem Drüsenköpfchen umgebildet ist. Selten ähnlich aus-
sehende Aussendrüsen knieförmig von kurzem, zweizellreihigem Stiele
abgebogen.
Cl. bullosa Cogn.
Martii Herb. Flor. brasil. n. 25.
Ep.-Z.: beiders. mit wellig gebogenen, obers. über den dütenförmigen
Erhebungen mit geradl. Seitenrändern. Obers. die dem P.-G. anliegende
Wand sehr stark verdickt. — Spö.: ausserordentlich gross, meist von
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 145
drei Nachbarzellen umgeben. — Bithb.: bifazial. — Ox.-K.: zahlreich
ziemlich kleine Drusen. — Nerven: die grossen springen unters. sehr
stark vor. — Trich. : obers. auf den ausserordentlich grossen, dütenför-
migen Ausstülpungen sehr lange, kräftige Borsten, dazwischen wie an
der Blattunterseite ziemlich hoch gestielte Sternhaare (Stiel zwei- bis
mehrzellreihig) mit langen Strahlenzellen, deren eine häufig zu einem
mehrzelligen Drüsenköpfchen umgebildet ist, selten keulenförmig ge-
stallete Aussendrüsen mit Uebergängen zu den Sternhaaren, dagegen
ziemlich oft mittelgrosse Drüsenzotten mit grossem, ellipsoidischem Köpf-
chen, das zum grössten Teil aus pallisadenartig gestreckten Randzellen
besteht, mit kleinem Mittelsäulchen und Spiraltracheiden im unteren
Abschnitte des Zottenkörpers.
Cl. novemnervia Tr.
Spruce n. 2103, Brasilien.
Ep.-Z.: beiders. mit wellig gebogenen, obers. über den dicht gedrängten,
dütenförmigen Ausstülpungen mit geradl. Seitenrändern. — Spö.: gross.
— Btib.: bifazial. — Ox.-K.: häufig subepidermal kleine Drusen. —
Nerven : springen unters. ausserordentlich stark vor. — Trich.: auf den
hohen dütenförmigen Ausstülpungen sitzen ziemlich kurze, hakig
gekrümmte, steife Borsten ; häufig Sternhaare wie Cl. bullosa; Aussen-
drüsen knieförmig gebogen mit länglich ovalem Drüsenköpfchen; unters.
Drüsenzotten mit grossem, kugligem Köpfchen, Mittelsäulchen in Gestalt
einer fingerförmigen Zelle.
II. Secrio MICONIOPSIS.
Cl. Kappleri Cogn.
Kappler n. 2133, Surinam.
Ep.-Z.: obers. mit geradl., unters. mit schwach gebogenen Seiten-
rändern ; beiders. mit dicken, cuticularisierten Aussenwandungen und
obers. geradlinig, unters. zickzackförmig und sehr grob gestreifter Cuti-
cula. — Spö.: gross, in einiger Entfernung von den Schliesszellen von
einem ringförmig geschlossenen, geschlängelten Cuticularwall umgeben.
— Bitb.: bifazial ; P.-G. ein- bis zweischichtig, Zellen breit kegelförmig;;
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. 10
146 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
in der ersten Schichte manche, meist zu zweien nebeneinander liegende
Zellen mit gerbstoffartigem Inhalt erfüllt; Sch.-G’zellen. rundlich mit
schwach verdickten Wandungen. — Ox.-K.: nicht oft kleine Drusen. —
Nerven: im Beglipar. sehr zahlreiche, kurze, englumige und dickwan-
dige Stabzellen. — Trich. : unters. eine dichte Behaarung von stern- bis
kandelaberartigen Trichomen mit sehr kurzem, meist dreizellreihigem
Stiele aus niederen, mit braunem inhalt erfüllten Zellen. Die Strahlen-
zellen sind sehr dickwandig, bei sternartigen Formen kurz, sonst lang,
mit den basalen Abschnitten auf eine kurze Strecke hin senkrecht zur
Blatfläche verwachsen und dann erst ziemlich parallel zur Blattfläche
ausgebreitet. Aussendrüsen entweder durchaus zweizellreihig, bogen-
förmig gekrümmt mit schwach keulenförmig verdicktem Köpfchen oder
sanduhrförmig gestaltet mit grossem, kugligem Köpfchen, dessen har-
ziger Inhalt gut erhalten ist. Die zweite Form sehr häufig in Combi-
nation mit den Deckhaaren, seitlich am Ende des kurzen Stieles sitzend.
Aus der III. und IV. Sectio lag kein Material zur Untersuchung vor.
V. Secrio SAGRÆA.
Cl. rubra Mart.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z.: beiders. mit schwach wellig gebogenen Seitenrändern. —
Spö.: gross. — Btth.: bifazial. — Ox.-K.: sehr vereinzelt kleine Drusen
im Beglip. der unters. stark vorspringenden Nerven. — Trich. : beiders.
dicht behaart von prosenchymatischen, mehrzellreihigen Haaren und
knieförmig gebogenen Aussendrüsen mit grosszungenförmig gestaltetem,
zwei- bis mehrzelligem Drüsenköpfchen, dessen harziger Inhalt gut
erhalten ist.
Cl. heteroneura Cogn.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. ziemlich grosslumig mit geradl. oder sehr schwach
gebogenen Seitenrändern. Cuticula beiders. fein und geradl. gestreift.
— Spô. : gross, am Grunde Kraterartige Vertiefungen. — Bttb. : bifa-
zial ; P.-G. zwei- bis dreischichtig, Sch.-G’zellen. mit schwach verdickten
Wandungen. — Ox.-K. : häufig kleine Drusen. — Nerven : beiders. sub-
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 447
epidermal dickwandiges Collenchym, im Begltp. vereinzelt Stabzellen.
— Trich.: unters. ausserordentlich zahlreich Aussendrüsen mit kleinem,
rundlichem Köpfchen, das ebenso in zwei, höchstens vier Zellen zerlegt
ist, wie die zungenförmigen Köpfchen. Der harzige Inhalt ist gut
erhalten ; sehr selten mit einer oder zwei kurzen Strahlenzellen. Deck-
haare nicht beobachtet.
Cl. pusilliflora Cogn.
Eggers n. 2531, Domingo.
Ep.-Z. : obers. polygonal, pallisadenartig gestreckt, manchmal durch
eine Querwand zweigeteilt, mit verdickter Aussenwand, unters. mit
wellig gebogenen Seitenrändern und verdickter Aussenwand ; über und
in der Nähe der Nerven aber polygonal, auffallend grosslumig und ohne
Spaltöffnungen. — Bitb.: bifazial ; P.-G. ein- bis zweischichtig, Zellen
sehr kurz, umgekehrt kegelförmig, Sch.-Gzellen. locker mit schwach
verdickten Wandungen. — Ox.-K.: nicht oft sehr kleine Drusen. —
Nerven : springen unters. fast nicht vor ; Gefässteil in den Venen cen-
tral. — Trich. : selten unters. an den Nerven mittelgrosse, prosenchy-
matische Zotten, deren Randzellen schwach papillös hervortreten. Bei-
derseits, vor allem unters., knieförmig gebogene Aussendrüsen mit
grossem, zungenförmigem Köpfchen und harzigem Inhalt.
Cl. cymifera J. Donnell-Smith.
J. Donnell-Smith n. 709, Guatemala.
Ep.-Z. : beiders. polygonal, obers. mit sehr grossen, kegelförmigen
Papillen, deren Spitzen mit kurzen, feinen Cuticularstreifen versehen
sind. — Spô.: gross. — Bttb.: bifazial ; P.-G. einschichtig. Zellen eng-
lumig, Sch.-G’zellen. mit schwach verdickten Wandungen. — Ox.-K.:
ziemlich oft grosse bis mittelgrosse Drusen ; Einzelindividuen brockig.
— Nerven: Beglipar. schwach collenchymalisch verdickt. Gefässteil in
den Venen central. -- Trich. : beiders. häufig kurzgestielte Büschelhaare
mit weitlumigen, dünnwandigen Strahlenzellen, deren eine öfter durch
dünne Querwände gekammert erscheint. Aussendrüsen beiders. knie-
förmig gebogen, fast durchaus zweizellreihig, die der Blattfläche zunächst
gelegene Zellreihe endet mit einem ein- oder wenigzelligem Drüsen-
köpfchen, die Zellen der zweiten Reihe lösen sich mit ihren Enden mehr
oder minder stark ab.
148 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Cl. Donnell-Smithii Cogn.
J. Donnell-Smith n. 1435, Guatemala.
Ep.-Z.: beiders. relativ grosslumig mit geradl. oder schwach gebo-
genen Seitenrändern. — Spö.: klein. — Bttb.: bifazial; Sch.-G’zellen
relativ grosslumig mit verdickten Wandungen. — Ox.-K.: nicht häufig,
obers. manchmal in der Epidermis, ziemlich grosse Drusen. Einzel-
individuen brockig. — Nerven : springen sehr stark vor und führen im
Begltpar. vereinzelt Stabzellen. — Trich.: obers. ziemlich kurze, pros-
enchymatische Borsten mit schwach hakig gebogener Spitze auf schwach
kegelförmigen Erhebungen des Blattes; unters. ausserordentlich zahl-
reich, besonders an den Nerven, sehr lange, unverzweigte, zwei- bis
mehrzellreihige, prosenchymatische Haare; die zwei- bis dreizellreihigen
enden oft mit cylindrischer Drüse. Beiders. nicht recht oft gebogene
Aussendrüsen mit schwach keulenfürmig verdicktem Köpfchen.
Cl. ciliata D. Don.
Bang n. 448, Bolivia.
Ep.-Z.: obers. mit geradl., unters. mit schwach gebogenen Seiten-
rändern. — Spö.: ziemlich gross. — Bitb.: subcentrisch (d), Mesophyll
quilllt unters. zwischen den Nerven vor. — Ox.-K.: ziemlich sparsam
kleine Drusen. — Nerven und Venen gehen nach beiden Blattseiten
durch, über ersteren im Querschnittsbilde tiefe Furchen. — Trich.:
beiders. häufig Trichome mit stern- bis pinselartiger Anordnung der
ziemlich langen und dickwandigen Strahlenzellen und mehr oder minder
hohem, zwei-, im unteren Abschnitte auch mehrzellreihigem Stiele aus
parenchymatischen Zellen ; beiders. kurze prosenchymatische Zotten,
wobei sich unters. die End- und oberen Randzellen ihrer ganzen Länge
nach abgelöst haben ; die übrigen Zellen besitzen dicke, mit zahlreichen,
schräg zur Längsachse des Haares gestellten, schlitz- oder kreuzför-
migen Tüpfeln versehene Wandungen. Sehr selten knieförmig gebo-
gene Aussendrüsen mit ziemlich grossem, rundlichem Drüsenköpfchen ;
dasselbe ist durch eine in der Krümmungsebene auftretende Scheide-
wand in zwei gleiche Hälften geteilt, welche ihrerseits wiederum durch
je eine auf der ersten senkrecht stehende Scheidewand in gleiche
Teile geteilt sind. Der harzige Inhalt deutlich erhalten. Meist findet
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 149
sich am Knie eine sehr lange, steil aufgerichtete Strahlenzelle. Zwischen
derartigen Aussendrüsen und Sternhaaren, deren eine Strahlenzelle
zu einer Aussendrüse umgebildet ist, beobachtet man mancherlei
Uebergangsformen. Ausserdem finden wir derartige Drüsenköpfchen
fast durchweg bei den pinselartigen Formen statt einer Strahlenzelle
entwickelt.
Cl. Domingensis Cogn.
Sintenis n. 5283, Portorico.
Ep.-Z.: beiders. mit wellig gebogenen Zellrändern, obers. weitlumig.
— Spö.: sehr gross. — Bith.: bifazial ; P.-G’zellen. kurz, umgekehrt
kegelförmig. — Ox.-K.: spärlich subepidermal, häufig im Sch.-G. in
Nähe der Nerven sehr kleine Drusen. — Nerven und Venen gehen nach
beiden Blattseiten mit schwach collenchymatisch verdicktem Gewebe
durch. — Trich. : beiders., unters. besonders an Nerven, lange zwei- bis
vielzellreihige Haare aus sehr langgestreckten Prosenchymzellen. Bei-
derseits häufig knieförmig gebogene Aussendrüsen mit grossem, zungen-
förmigem Köpfchen, unters. meist aus zwei, obers. aus mehreren Zellen
bestehend, mit grünlich schimmerndem, harzigem Inhalt. Am Knie
manchmal eine kurze Strahlenzelle.
Cl. capillipes Cogn.
Spruce, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. mit mehr oder minder stark undulierten Seitenrän-
dern. — Spö.: ziemlich gross. — Bitb.: bifazial. — Ox.-K. : spärlich
kleine Drusen subepidermal (scheinen in die Tiefe gerückte Ep.-Z. zu
sein) und im Sch.-G. — Die Nerven springen unters. ziemlich stark vor.
— Trich. : beiders. dicht behaart von sehr kurz gestielten Postament-
Sternhaaren, welche einem mehr oder minder hohen und dicken Posta-
mente aus prosenchymatischen Zellen aufsitzen. Die Strahlenzellen,
welche manchmai durch dünne Querwände gekammert sind, sehr lang
und dickwandig, am Grunde mit schwach zwiebelartig erweitertem
Lumen und getüpfelten Wandungen. Ausserdem ziemlich langgestielte
Sternhaare ohne Postament und schliesslich Aussendrüsen mit kurzem,
zweizellreihigem Stiele, wobei eine Reihe mit dem annähernd kuglig
verdickten Drüsenkôpfchen und die andere mit einer längeren Strahlen-
150 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
zelle endet. Zwischen diesen drei Trichomformen beobachtet man
mancherlei Uebergangsstufen.
Bellucia.
Die 5 Arten dieser Gattung — Cogniaux gibt deren 10 an — zeichnen
sich durch eine grosse Uebereinstimmung und Prägnanz ihrer anato-
mischen Verhältnisse aus.
Die beiderseitigen Epidermiszellen, welche ebenso wie die Pallisaden-
gewebe- und Schwammgewebezellen mit braunem Inhalt erfüllt sind,
besitzen stets kleines Lumen, geradlinige Seitenränder und auffallend
dicke Aussenwandungen. Leiztere sind ihrer ganzen Dicke nach cuti-
cularisiert und schimmern deshalb in einem gelblichen Farbenton. Die
sehr grobe Streifung der Cuticula tritt besonders auffällig unterseits an
den langen, fingerförmigen Papillen hervor. Die Enden derselben
erscheinen nämlich in der Flächenansicht als grobzackige Krönchen und
die Basalteile benachbarter Papillen durch grobe Cuticularleisten ver-
bunden ; ausserdem bemerken wir an den mittleren Papillenabschnitten
längere oder kürzere astartige Culicularvorsprünge. Ueber den Nerven
fehlen Papillen durchwegs.
Spaltöffnungen kommen nur unterseits vor. Dieselben sind meist
sehr gross und von mehreren, unregelmässig orientierten Nachbarzellen
umgeben.
Der Blattbau ist mit Ausnahme von B. brasiliensis und dichotoma,
welche einen subcentrischen (a) Bau aufweisen, bifazial. Das Pallisa-
dengewebe erscheint mehrschichtig und die Zellen der übereinander
liegenden Schichten falzartig ineinander geschoben. Das Schwamm-
gewebe ist meist gut entwickelt und deutlich geschichtet. Bemerkens-
wert sind die im Schwammgewebe von B. imperialis beobachteten
Spiraltracheiden.
Oxalsaurer Kalk tritt bei allen Arten in Form von Styloiden auf. Die-
selben gleichen ganz den vom Gyps her bekannten Schwalbenschwanz-
zwillingen und lagern im Begleitparenchym der Nerven oder in deren
Nähe im Schwammgewebe parallel zur Blattfläche.
Die grösseren Nerven springen unterseits entweder nicht oder sehr
stark vor ; die kleinen erscheinen eingebettet und von einer deutlichen
Schutzscheide umgeben. Beiderseits findet sich subepidermal dickwan-
diges, ziemlich englumiges Collenchym. Bei B. dichotoma und imperialis
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 151
beobachtet man in Nähe des sehr kräftig entwickelten Leilbündels
. schwach sklerosierte, getüpfelte Zellen.
Beiderseits finden wir einzellreihige, retortenförmige Haare (Fig. 11).
Ueber deren anatomischen Bau vergleiche. das im allgemeinen Teile
Gesagte. Diese Trichome sind meist einzeln über die Blattfläche zer-
streut ; doch treten sie manchmal in solcher Menge auf, dass die Blätter,
besonders jüngere, sammetartig überzogen erscheinen (B. imperialis).
B. grossularioides Tr.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. polygonal mit dicken Aussenwandungen und grob
gestreifter Cuticula. Papillen der Unterseite dicht mit ziemlich lang-
zackigen Krönchen, an der Basis durch grobe Cuticularleisten verbunden.
— Bith.: bifazial; P.-G. dreischichtig, kurzgliedrig. — Ox.-K. : ziemlich
häufig nicht sehr dicke und lange Styloiden. — Nerven: springen unters.
nicht vor. — Trich. : häufig beiders. retortenförmige Haare. Aussenwand
der Zellen des mittleren Haarabschnittes verdickt. Endzelle manchmal
sehr schwach kopfig geschwollen.
B. brasiliensis Naud.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z.: wie vorige Art, aber Papillen grösser und dicker. — Bitb.:
subcentrisch (a). — P.-G.: obers. zwei- bis dreischichtig, unters. ein-
schichtig, kurzgliedrig. — Ox.-K.: ziemlich selten dünne Styloiden. —
Trich.: wie bei B. grossularioides, aber ohne dickwandige Zellen in
Mitte des Haares, Ende meist abgefallen.
B. dichotoma Cogn.
Spruce, Brasilien.
Ep.-Z.: wie vorige Art, aber Papillen länger, dünnwandiger und nicht
dicht. — Bitb.: subcentrisch (a) ; P.-G. obers. dreischichtig, Zellen lang-
gestreckt, Sch.-G. mit ziemlich grossen Intercellularräumen. — Ox.-K. :
ziemlich häufig dicke und lange Styloiden. — Nerven: im Leitbündel-
system der grösseren, auch nach der Oberseite hin mit dickwandigem
152 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Collenchym durchgehenden Nerven schwach gestreckte Parenchymzellen
mit sklerosierten, getüpfelten Wandungen. — Trich. : wie vorige Art.
B. imperialis Sald. et Cogn.
Spruce, Brasilien.
Ep.-Z.: wie B. grossularioides. — Bttb. : bifazial ; P.-G. drei- bis
vierschichtig, Sch.-G. mit grossen Intercellularräumen und Spiraltra-
tracheiden. — Ox.-K. : selten dünne Styloiden. — Nerven : in den gros-
sen Nerven ein Gefässbündelring ; vereinzelt sklerosierte Zellen am
Rande des Aussenbastes. — Trich.: Zellen der ziemlich langen Retorten-
haare dickwandig, auch die Querwände bis auf eine kleine rundliche
Stelle verdickt ; nur die letzten zwei bis drei Zellen sind dünnwandig
Diese Haare erzeugen, namentlich an jungen Blättern, einen sammel-
artigen Ueberzug (Fig. 11).
Loreya.
Die zwei untersuchten Arten dieser Gattung sind ähnlich wie bei der
Gattung Bellucia einerseits durch Styloiden, welche ganz den vom Gyps
her bekannten Schwalbenschwanzzwillingen gleichen, andrerseits durch
besondere einzellreihige Drüsenhaare ausgezeichnet. Die tiefbraune
Farbe der getrockneten Blätter rührt von dem braunen Inhalt her, mit
dem fast sämtliche Zellen des getrockneten Materials erfüllt sind.
L. Spruceana Benth.
Spruce n. 1144, Brasilien.
Ep.-Z.: kleinlumig, obers. mit geradl., unters. mit schwach wellig
gebogenen Seitenrändern. — Spö.: nur unters. von mehreren (meist
drei oder vier), unregelmässig orientirten Nachbz. umgeben. — Bttb.
bifazial ; P.-G. zwei- bis dreischichtig, kurzgliedrig, Sch.-G. dicht. —
Ox.-K. : Kleine Styloiden sehr vereinzelt nur im Begltpar. der Haupt-
nerven. — Nerven : beiders. subepidermal dickwandiges Collenchym.
— Trich. : Deckhaare sind nicht vorhanden. Unters., besonders über
den Nerven zahlreiche, lange, einzellreihige Drüsenhaare mit walzen-
förmigem Köpfchen aus zwei bis drei hintereinander gelagerten, sehr
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 153
dünnwandigen Zellen, während die Zellwände im übrigen Teile des
Drüsenhaares ziemlich stark verdickt sind. Die Haare sind der Blatt-
fläche mehr oder minder stark angedrückt, wobei die an der Biegungs-
stelle befindlichen Zellen kleine, nach rückwärts gerichtete Papillen
zeigen. Der untere Teil der obers. über den Nerven befindlichen Haare
ist meist tonnenförmig ausgebaucht und besteht aus zwei oder mehr
Reihen niederer Parenchymzellen.
L. nigricans Tr.
Spruce n. 1331, Brasilien.
Ep.-Z.: obers. mit geradl., unters. mit schwach gebogenen Seilen-
rändern ; Aussenwandungen schwach, über Nerven sehr stark verdickt.
— Spô.: nur unters., fast durchwegs von zwei, bald quer bald seitlich
oder sonstwie orientierten, seltener von drei oder vier Nachbz. umgeben,
seltener nur von einer, in welchem Falle der Spalt stets parallel zur
Wand, der die Spaltöffnung ansitzt, liegt (Fig. 3%). — Hyp.: einschichtig,
Zellen niedrig und schwach verdickt. — Bttb.: bifazial; P.-G. drei- bis
vierschichtig, Sch.-G. dicht. — Ox.-K.: dünne Styloiden im Hyp. und
unmittelbar unter der unterseitigen Epidermis parallel zur Blattfläche
gelagert, sowie im Begltpar. der Nerven. — Nerven: im stark collen-
chymatisch verdickten Begltpar. der grossen, beiders. kleine Vorwöl-
bungen erzeugenden Nerven vereinzelt Stabzellen ; Gefässbündelring.
— Trich: Deckhaare nicht vorhanden ; sehr vereinzelt — häufig an
jungen Blättern — einzellreihige. kurze Drüsenhaare ohne Papillen.
Henriettea.
Die 6 untersuchten Arten dieser Gatlung — Cogniaux gibt 12 an —
sind durch die ganz eigenartig gestalteten Drüsenzotten (Fig. 8) gut
charakterisiert.
Die meist kleinlumigen Epidermiszellen weisen oberseits geradlinige,
unterseits geradlinige oder sehr schwach gebogene Seitenrändern auf.
Die Aussenwandungen der oberseitigen Epidermiszellen zeigen öfter
eine nicht unbedeutende Verdickung wie bei H. granulata, multiflora
und succosa, bei H. angustifolia auch die Innenwand. Unterseits finden
wir mit Ausnahme von H. angustifolia bei allen Arten grössere oder
154 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
kleinere, dünnwandige Papillen, die in der Flächenansicht ring- oder
krönchenartig erscheinen.
Spaltöffnungen kommen nur unterseits vor und sind meist von meh-
reren, unregelmässig orientierten Nachbarzellen umgeben.
Sämtliche Arten besitzen ein ein- bis zweischichtiges Hypoderm, des-
sen Zellen meist ziemlich dickwandig sind.
Die Blätter aller Arten, H. angustifolia ausgenommen, erscheinen
deutlich bifazial gebaut. Das Pallisadengewebe ist ein- bis zweischichtig,
das Schwammgewebe gut entwickelt und ziemlich dicht. Abgesehen
von dem abweichenden Blattbau ist das Mesophyll von A. angustifolia
noch durch das häufige Auftreten von Spiraltracheiden ausgezeichnet.
Oxalsaurer Kalk ist bei allen Arten in Form von Styloiden vorhanden,
deren Ende ebenso ausgebildet sind wie diejenigen der Schwalben-
schwanzzwillinge des Gypses. Die Styloiden der einzelnen Arten sind
von verschiedener Grösse, meist in grosser Zahl vorhanden und lagern,
so sie nicht im Begleitparenchym der Nerven liegen, senkrecht oder
schräg zur Blattoberfläche orientiert im Mesophyll. H. angustifolia macht
auch hievon wieder eine Ausnahme, indem deren Styloiden parallel zur
Blattfläche gelagert sind.
Die grösseren Nerven, deren Begleitparenchym manchmal beträcht-
lich collenchymatisch verdickt ist, gehen durch und springen unterseits
meist stark vor. In den grösseren Nerven von H. multiflora findet sich
ein Gefässbündelring.
Als herrschender Trichomtypus tritt uns hier eine Drüsenzotte von
ganz charakteristischer Ausbildung entgegen (Fig. 8). Sie endet fast
immer mit einer einzellreihigen, cylindrischen Drüse. Der meist
kräftig entwickelte Zottenkörper besteht aus langgestreckten, dick-
wandigen Prosenchymzellen ; der untere Teil der Zotten ist an der
Blattunterseite mit vielen, sehr dickwandigen und englumigen Strahlen-
zellen besetzt, deren Enden durchweg in einem mehr oder minder
spitzen Winkel der Blattfläche zugekehrt sind. Die Länge der Strahlen-
zellen schwankt innerhalb weiter Grenzen ; die längsten befinden sich
stets im untersten Teil des Zottenkörpers ; von da an nehmen dieselben
entweder allmählich, wie das meist der Fall ist, oder ziemlich plötzlich,
wie bei H. granulata und Martü, an Länge ab, bis sie in der oberen
Zottenregion nur mehr als kleine, spitze, wagrecht abstehende Papillen
erscheinen. Eine Ausnahme hiervon machen die Drüsenzotten von
H. angustifolia und bestimmte Formen von H. multiflora und Marti.
Erstere besitzen nämlich einen durchaus glatten Zottenkörper und
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 155
letztere — allerdings nur, wenn sie sich nicht an den Nerven befinden
— überhaupt keinen, vielmehr sitzt in diesen Fällen die Drüse in der
Mitte eines niedrigen, schülferchen- bezw. sternartigen Haares. Sehr
bemerkenswert ist, dass wir zwischen den oben beschriebenen Drüsen-
zotten und den einzellreihigen, cylindrischen Drüsen, welche der Blatt-
fläche direkt aufsitzen, viele Zwischenstadien finden; die Drüsen werden
durch den nachdrängenden Zottenkörper, der zunächst nur wenige,
lange, der Blatifläche parallel gelagerte Strahlenzellen besitzt, sozusagen
immer weiter über die Blattfläche emporgehoben. Der Zottenkörper
der oberseitigen Trichome, welche, A. granulata ausgenommen, nur
sporadisch — meist über den kleinen Nerven — auftreten, ist nicht
sehr stark entwickelt und besteht aus dickwandigen, stark sklerosierten
Prosenchymzellen, wobei sich die Randzellen entweder gar nicht oder
nur schwach papillös abheben. Der Zoitenfuss der oberseiligen Drüsen-
zotten und hakig gekrümmien Borsten von H. granulata erscheint stark
kegelförmig emporgehoben, derjenige von H. Spruceana und succosa
dagegen breit und tief mittelst vieler kleiner, dickwandiger Zellen im
darunterliegenden Gewebe verankert. Die häufig vorkommenden, cylin-
drischen Drüsenhaare, deren Endzelle wohl hie und da eine kleine
Anschwellung, aber nie eine Teilung durch eine parallel zur Längs-
richtung der Drüsen auftretende Scheidewand aufweist, stellen, wie
schon erwähnt, eigentlich nur Jugendstadien der Drüsenzotten vor. An
der Oberseite von H. multiflora finden wir über den grossen Nerven
gebogene Aussendrüsen mit grossem, vielzelligem, flächenarlig ent-
wickeltem Köpfchen.
H. succosa DC.
Esgers n. 1033, Drinidad.
Ep.-Z. : obers. mit ziemlich dicken Aussenwandungen und geradl.,
unters. mit schwach gebogenen Seitenrändern ; unters. lange Papillen
mit schwach krönchenartig erscheinender Spitze ; Cuticula geradlinig
gestreift. — Spö.: gross. — Hyp: einschichlig, über grossen Nerven
zwei- bis dreischichtig. — Bttb. : bifazial ; P.-G. einschichtig. — Ox.-K. :
lange, sehr dicke Styloiden im Begltpar. der Nerven, seltener und auch
dünner im Mesophyll. — Nerven: Begltpar. sehr stark collenchymatisch
verdickt. — Trich. : obers. zerstreut, kurz kegelförmig gestaltete, funda-
mentartig verankerte Drüsenzotten, deren Randzellen in Form spitzer,
156 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
abwärts gerichteter Papillen erscheinen. Unters. verursachen lange,
schlanke Drüsenzotten eine dichte Behaarung. Die zahlreichen, nach
abwärts gerichteten Strahlenzellen derselben nehmen von der Basis,
an der sie sehr lang sind, gegen das Ende zu allmählich an Länge
ab, bis sie im oberen Viertel der Zotten papillenartig geworden sind
(Fig. 8); ausserdem einzellreihige Drüsenhaare mit Uebergängen zu den
Drüsenzotten.
H. granulata Berg.
Spruce n. 2075, Brasilien.
Ep.-Z.: obers. kleinlumig, polygonal, über den kegelförmigen Zotten-
basen in Richtung zur Spitze gestreckt mit sklerosierten Wandungen ;
unters. mit schwach gebogenen Seitenrändern und kleinen, in der
Flächenansicht schwach krönchenartig erscheinenden Papillen. — Hyp.:
einschichtig, grosslumig, unter dem Zottenfusse in Richtung der Zotten-
spitze gestreckt und dickwandig mit kreuzförmigen Tüpfeln. — Bitb.:
bifazial. — Ox.-K.: nicht recht oft dünne Styloiden schräg zur Blätt-
fläche gestellt im Mesophyll, in Nähe der Nerven :dicker. — Nerven:
die grösseren springen unters. stark vor. — Trich.: obers. dicht ge-
drängt sehr kräftig entwickelte, schwach hakig gekrümmte Borsten
aus langgestreckten Sklerenchymzellen aufgebaut, die entweder mit
einer einzellreihigen Drüse oder mit einer scharfen Spitze enden; der
Zottenfuss stark kegelförmig emporgehoben. Unters. bilden sehr kräftig
entwickelte Drüsenzotten einen dichten Filz. In ausserordentlich grosser
Anzahl sitzen im untersten Viertel der Zotten sehr lange, besonders dick-
wandige und englumige Strahlenzellen, die der Blattfläche fast parallel
lagern und so eine Art Schülferchen bilden. Dieselben verlieren nach
oben hin plötzlich bedeutend an Länge und treten fernerhin am Zotten-
körper in Gestalt kleinerer Papillen auf. Ausserdem zahlreich an den
grossen Nerven sehr lange, sklerenchymatische Borsten. Beiders. häufig
einzellreihige Drüsenhaare, die allmählich in die betreffenden Drüsen-
zotten übergehen.
H. Spruceana Berg.
Spruce, Brasilien.
Ep.-Z. : obers. kleinlumig, polygonal, unters. mit schwach 'gebogenen
Seitenrändern und kleinen Papillen, die in der Flächenansicht ringför-
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 157
mig erscheinen, — Hyp.: zweischichtig, die der Oberfläche parallelen
Wandungen verdickt. — Bitb. : bifazial. — Ox.-K. : ziemlich dicke Sty-
loiden im Mesophyll, vielfach von Epidermis zu Epidermis reichend und
im Begltpar. der Nerven. — Trich.: obers. sehr kleine kegelförmige
Drüsenzotten mit fundamentarlig verankertem Zottenfusse ; unters. eine
ziemlich dichte Behaarung von nicht sehr langen Drüsenzotten mit
rasch sich verjüngendem, kegelförmigem Zottenkörper, der mit ziemlich
vielen und langen, abwärts gerichteten Strahlenzellen besetzt ist; letztere
nehmen nach oben an Länge ziemlich rasch ab und erscheinen schliess-
lich nur mehr als schwache Papillen. Ausserdem einzellreihige Drüsen-
haare mit Uebergängen zu den Drüsenzotten.
H. multiflora Naud.
Eggers n. 1176, Trinidad.
Ep.-Z. : beiders. kleine Polygone darstellend ; unters. mit kleinen
Papillen, obers. mil dicken Aussenwandungen. — Spö.: klein. — Hyp.:
ein- bis zweischichtig, Zellen kleinlumig mit schwach verdickten Wan-
dungen. — Bttb. : bifazial; P.-G. zwei- bis dreischichtig. — Ox.-K. : sehr
zahlreich lange, öfter von Epidermis zu Epidermis reichende Styloiden,
welche bei durchfallendem Lichte durchsichtige Punkte erzeugen ; aus-
serdem im Begltpar. der Nerven der Epidermis genähert. — Nerven :
die grossen und kleinen gehen mit dickwandigem Collenchym nach
beiden Blattseiten durch, Gefässbündelring. — Trich.: unters. bilden
niedere Drüsenzotten eine dichte Behaarung. Dieselben bestehen aus
mehreren, dicht übereinanderliegenden, der Blattfläche parallel gela-
gerten, dünnwandigen und weitlumigen Strahlenzellen und einer in der
Mitte sitzenden einzellreihigen Drüse. Ausserdem finden wir aber auch
hier wie obers. an den grossen Nerven Drüsenzotten mit kräftig ent-
wickeltem Zottenkörper, der sich den Nerven dicht anschmiegt und aus
prosenchymatischen Zellen ohne papillöse Loslösung der peripherischen
Zellenden besteht; nur am Zottenfusse befinden sich schülferchenartig
angeordnet kurze und dünnwandige Strahlenzellen. Unters. einzell-
reihige, cylindrische Drüsenhaare ; obers. über den grossen Nerven
knieförmig gebogene Aussendrüsen mit grossem, flächenartlig entwickel-
tem Drüsenköpfchen.
158 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
H. angustifolia Berg.
Spruce n. 2014, Brasilien.
Ep.-Z.: beiders. mit geradl. Seitenrändern, die der Blattfiäche parallelen
Wandungen verdickt. — Spö.: klein, meist von zwei bis drei sehr ver-
schieden orientierten Nachbz. umgeben. — Hyp.: zweischichtig, Zellen
dickwandig und manchmal getüpfelt. — Btth.: die zwei bis drei unter der
oberseitigen Epidermis gelegenen Schichten bestehen aus enggeschlos-
senen, beinahe isodiametrischen Zellen, während die hierauf folgenden
Zellen sehr locker gefügt und chlorophylllos sind und gegen die unter-
seitige Epidermis zu an Dickwandigkeit und Weitlumigkeit allmählich zu-
nehmen; dazwischen einzelne oder meist zu kleinen Gruppen vereinigte,
sklerosierte Zellen mit spiraliger Wandverdickung (Spiraltracheiden). —
Ox.-K. : häufig dieke Styloiden im Mesophyll, parallel zur Blattfläche
gelagert und meist dem Hyp. genähert. — Nerven: beiders. subepider-
males dickwandiges Collenchym. — Trich. : unters. zahlreich schwach
innerlich verankerte Drüsenzotten mit schlankem, glattem Zottenkörper
aus dickwandigem Prosenchym und einzellreihigen Enddrüsen, meist
mit schwach kuglig geschwollener Endzelle ; beiders. einzellreihige
Drüsenhaare mit Uebergängen zn den Drüsenzotten.
H. Martii Naud.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z.: beiders. mit geradl. Seitenrändern ; unters. fingerförmige,
glatte Papillen. — Hyp.: einschichtig, die dem P.-G. anliegende Wand
sehr stark gequollen. — Btth.: bifazial ; P.-G. zweischichtig. — Ox.-K.:
zahlreich im Begltpar. der Nerven kurze und im Mesophyll lange, dicke
Styloiden. — Nerven : springen unters. sehr stark vor. — Trich.: obers.
zerstreut lange Drüsenzotten mit glattem Zottenkörper und einzellrei-
higer Enddrüse; unters. eine dichte Behaarung von Drüsenzotten, dessen
prosenchymatischer Zottenkörper zum grössten Teil keine abstehenden
Strahlenzellen besitzt; nur im unteren Teile beobachtet man sehr lange,
dickwandige, stelzenartig nach abwärts gerichtete Strahlenzellen in
geringer Zahl. Ausserdem sehr niedrige, sternarlige Drüsenzotten, wo-
bei die einzellreihige Drüse in der Mitte sitzt. Die Strahlenzellen sind
durch Dünnwandigkeit und Kammerung des ziemlich weiten Lumens
ah ie TT Ait SRE
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 159
ausgezeichnet. Selten Drüsenhaare, welche der Blattfläche direckt auf-
sitzen. Zwischen diesen drei Trichomformen mancherlei Uebergangs-
stufen.
Henriettella.
Von den 20 Arten, welche Cogniaux in seiner Monogrophie angibt.
wurden 4 untersucht.
Die Epidermiszellen weisen oberseits geradlinige, unterseits schwach
bis wellig gebogene Seitenränder und vielfach auch schwach verdickte
Wandungen auf.
Die meist grossen Spaltöffnungen befinden sich nur an der Blattunter-
seite. Dieselben sind von mehreren, unregelmässig orientierten, oder
von zwei quer zum Spalte, oder von zwei bis drei Nachbarzellen um-
geben, deren eine den grössten Teil des Schliesszellenpaares umgibt.
Bei H. fascicularis, Macfadyeni und membranifolia finden wir ein
ein- bis zweischichliges Hypoderm, dessen Zellen ziemlich dickwandig,
aber nicht sehr grosslumig sind.
Der Blattbau ist. H. glabra ausgenommen, bifazial. Das Pallisadenge-
webe besteht aus einer oder mehreren Schichten harmonikaartig gefäl-
telter Zellen, das Schwammgewebe aus ziemlich kleinlumigen Zellen in
dichtem Schlusse. Die Blätter von H.glabra sind subcentrisch (a) gebaut
und durch die zahlreichen im Schwammgewebe vorkommenden, gelü-
pfelten Sklerenchymzellen mit wellig buchtigem Umriss ausgezeichnet.
Oxalsaurer Kalk tritt wie bei Henriettea in Form von Styloiden auf,
welche in wechselnder Zahl und Grösse im Parenchym der Nerven und
im Schwammgewebe — aber hier stets parallel zur Blatifläche gelagert
— auftreten.
Das Leithbüundelsystem der Nerven von H. fascieularis und membrani-
folia ist beiderseits von dickwandigem Collenchym begleitet; bei H. Mac-
fadyenii ist der Bastieil nach der Unterseite hin gegen das Begleitparen-
chym durch relativ weitlumige Sklerenchymzellen bogenförmig abge-
grenzt. Dickwandige Stabzellen führen die Nerven von H. glabra.
Diese nahe Verwandtschaft dieser Gattung mit der Gattung Henriettea
tritt auch hinsichtlich der Trichome hervor. So finden wir bei zwei
Arten ganz ähnliche Drüsenzotten wie bei Henriettea. An dem ziemlich
kräftig (besonders unterseits) entwickelten Zottenkörper bemerken wir
die nach abwärts gerichteten, längeren oder kürzeren, dickwandigen
Papillen und am Ende die einzellreihige Drüse. H. glabra besitzt keine
160 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Deckhaare und A. Macfadyenü schülferchenartige Büschelhaare, über
die in der Artbeschreibung näher berichtet wird. In grosser Zahl treten
einzellreihige, mehr oder minder stark gebogene Drüsenhaare auf mit
cylindrischem, spatelförmigem, oder länglich ovalem Drüsenköpfchen und
mehreren, hintereinander gelagerten, schwach nach rückwärts gerich-
teten Papillen an der Biegungsstelle, wie bei H. fascicularis und mem-
branifolia, über die mehrköpfigen Drüsenhaare von H. Macfadyenti ver-
gleiche die Artbeschreibung.
H. Macfadyenii Tr.'
Sintenis n. 1567, Portorico.
Ep.-Z. : obers. mit geradl. Seitenrändern und schwach verdickten
Aussenmembranen, unters. mit schwach gebogenen Seitenrändern. —
Spö. : ziemlich gross, oval; Orientierung der Nachbz. und Lage des
Spaltes wie Loreya nigricans. — Hyp.: zweischichtig, Zellen ziemlich
dickwandig und getüpfelt. — Bttb.: bifazial; P.-G. zwei- bis dreischichtig.
Ox.-K. : dicke, kurze Styloiden im Beglipar. der Nerven und lange im
Sch.-G. — Nerven : beiders. subepidermales dickwandiges Collenchym ;
Leitbündelsystem nach der Unterseite hin bogenförmig abgegrenzt durch
weitlumige Sklerenchymzellen. — Trich. : unters. in kleinen Grübchen
(bei jungen Blättern auch obers.) niedere, schülferchenartige Büschel-
haare mit kurzem, dickem, mehrzellreihigem Stiele aus kleinlumigen,
mit braunem Inhalt erfüllten Parenchymzellen. Die der Blattfläche
zunächst gelegenen Strahlenzellen sind ziemlich lang, weitlumig und
dünnwandig und mit den Seitenrändern fast ihrer ganzen Länge nach
verwachsen ; die dicht darüber liegenden Strahlenzellen sind schon viel
kürzer und — was besonders auffällt — sehr dickwandig, die obersten
erscheinen nur mehr als fingerförmige Papillen. An jungen Blättern
beobachtet man öfter eine oder mehrere dieser obersten Strahlenzellen
zu einem mehrzelligen Drüsenköpfchen umgebildet. Unters. sehr häufig
mehrköpfige Aussendrüsen, indem an einem einzigen kurzen Stiele mit-
telst eines relativ langen Halses mehrere, meist vier, seltener zwei oder
fünf, rundliche, mehrzellige Drüsenköpfchen sitzen. Eine sehr interessante
Beobachtung machen wir bei den obers. über den grossen Nerven befind-
lichen Drüsen : dieselben sind wohl auch vierteilig, aber die Köpfchen
! Diese Art zeigt eine auffallende Aehnlichkeit mit Calycogonrum squamulosum.
Le El ES
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 161
sind flächenartig entwickelt und die Wandungen der Kôpfchenzellen
verschleimt.
H. glabra Cogn.
Pohl, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. mit geradl. Seitenrändern und ziemlich stark ver-
dickten Aussenwandungen. — Spö. : gross, rundlich, von drei oder vier
unregelmässig orientierten Nachbz. umgeben. — Bttb.: cubcentrisch (a);
P.-G. beiders. zweischichtig aus schwach horizontal gefällelten Zellen.
Das Sch.-G. ist gegen das P.-G. zu dicht und besteht aus kleineren,
rundlichen Zellen, gegen das unterseitige P.-G. zu aber es ist von gros-
sen Intercellularräumen durchsetzt und beherbergt zahlreiche, einzeln
oder in Gruppen auftretende, gelüpfelte Sklerenchymzellen von wellig-
buchtigem Umriss ; die Sch.-G’zellen. selbst besitzen stark verdickte
Wandungen. — Ox.-K.: nicht recht oft ziemlich lange Styloiden im
Begltpar. der Nerven und im Sch-G. — Nerven: obers. ein kleinlumiges,
diekwandiges Collenchym, im Begltpar. Stabzellen. — Trich.: sparsam
unters. kurze, einzellreihige, cylindrische Aussendrüsen.
H. membranifolia Cogn.
Sintenis n. 5968, Portorico.
Ep.-Z.: obers. mit schwach verdickten Wandungen und geradl., unters.
mit wellig gebogenen Seitenrändern. — Spô. : gross, von drei oder vier
unregelmässig orientierten Nachbz. umgeben. — Hyp. : einschichtig,
Lumen nach oben und unten vorgewölbt. — Bttb. : bifazial. Die getrock-
neten Blätter weisen eine schöne grüne Färbung auf. — Ox.-K.: zahl-
reiche lange und dicke Styloiden im Begltpar. und Sch.-G. — Nerven:
springen unters. sehr slark vor. — Trich. : beiders. in grosser Zahl Drü-
senzotten mit einer einzellreihigen, cylindrischen Drüse am Ende, wobei
obers. die Zellen zu Beginn der Drüse rückwärts gerichtete Papillen
aufweisen und einen ziemlich kräftig entwickelten Zottenkörper, dessen
peripherischen Zellen englumige, spitze und meist abwärts gerichtete
Papillen besitzen. Beiders. sehr häufig schwach gebogene, einzellreihige
Aussendrüsen mit cylindrischem, spatelförmigem oder länglich-ovalem
Drüsenköpfchen. An der Biegungsstelle öfter mehrere hintereinander
liegende Papillen,
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. 11
162 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
H. fascicularis Tr.
Sintenis n. 2562, Portorico.
Ep.-Z. : obers. mit geradl., unters. mii schwach gebogenen Seiten-
rändern. — Spô. : oft sehr gross, von fünf bis sechs, die kleineren von
zwei oder drei Nachbz. umgeben. — Hyp.: einschichtig. — Bitb.: bifazial;
P.-G’zellen. stark horizontal gefältelt; Sch.-G. dicht. — Ox.-K.: zahlreiche
dicke, lange Styloiden im Begltpar. der Nerven und im Sch.-G. —
Nerven : springen unters. stark vor. — Trich. : beiders. zahlreiche Drü-
senzotlen wie H. membranifolia, ausserdem gebogene — meist einzell-
reihige — Aussendrüsen aus ziemlich dickwandigen, scheibenartigen
Zellen mit cylindrischem oder schwach flächenartig entwickeltem Köpf-
chen und dünnwandigen Zellen.
Ossæa.
Von den 45 Arten, welche Cogniaux aufführt, wurden 13 untersucht.
Die Epidermiszellen besitzen meist schwach bis wellig gebogene,
seltener geradlinige Seitenränder. Eine auffallende Verdickung der Mem-
branen ist, die Aussenwandungen der oberseitigen Epidermiszellen von
0. capillarıs ausgenommen, nirgends vorhanden. Bei O0. asperifolia,
Lima und Krugiana fällt uns die ausgedehnte Sklerosierung und damit
im Zusammenhange die Tüpfelung der Seitenwandungen auf. Durch
aussergewöhnliche Grosslumigkeit zeichnen sich die oberseitigen und im
geringeren Masse auch die unterseitigen Epidermiszellen von 0. capil-
laris aus. Pallisadenartig gestreckt sehen wir die oberseitigen Epider-
miszellen von ©. asperifolia, Lima und Krugiana, so dieselben nicht
über den warzenartigen Trichomen liegen ; denn in diesem Falle er-
scheinen die Zellen niedrig und stark nach einer Richtung hin gestreckt.
Die Cuticula ist bei O. hirta oberseits, bei ‘0. Lima unterseits und bei
0. acuminata beiderseits geradlinig gestreift.
Die Spaltöffnungen treten ausschliesslich an der Blattunterseite auf
und sind meist von mehreren, unregelmässig orientierten Nachbarzellen
umgeben ; manchmal beobachtet man auch zwei quer zum Spalt gestellte
oder nur eine Nachbarzelle.
Vier Arten besitzen Hypoderm. Dasselbe ist bei O. acuminata ununter-
brochen einschichtig und ziemlich grosszellig, bei O. asperifolia, Lima
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 163
und Krugiana unterbrochen von den sehr stark entwickelten skleren-
chymatischen Zottenfüssen der warzenartigen Trichome.
Der Blattbau ist durchwegs als bifazial zu bezeichnen, wenngleich
Pallisaden- und Schwammgewebe sich manchmal nicht sehr scharf
gegeneinander abheben, wie bei O. acuminata, amygdaloides, hirtella,
marginata und micrantha. Die Zellen des Schwammgewebes weisen bei
0. amygdaloides, brachystachya und micrantha ein verhältnismässig
grosses Lumen, bei 0. Lima stark verdickte und bei 0. Krugiana in
Nähe der Nerven und Zottenfüsse sklerosierte Wandungen auf.
Oxalsaurer Kalk in Form kleiner bis mittelgrosser Drusen wurde bei
allen Arten reichlich subepidermal, im Schwammgewebe oder im Be-
gleitparenchym der Nerven gefunden. :
Die grösseren Nerven aller Arten mit Ausnahme von 0. acuminata
springen unterseits mehr oder minder stark vor und besitzen ein weit-
lumiges, dünnwandiges, öfter subepidermal stark collenchymatisch ver-
dicktes Begleitparenchym ; bei 0. Krugiana ist dasselbe sklerosiert.
Manchmal beobachtet man im Begleitparenchym dickwandige Stabzellen
wie bei O. angustifolia, hirtella und scabrosa. Das Gefässteil der kleinen
Nerven ist bei O. acuminata, amygdaloides und brachystachya deutlich
zentral gelagert.
Die Deckhaare, welche wir mit Ausnahme von O. acuminata bei allen
Arten antreffen, treten auf beiden Blattseiten und am Blattrande in
grosser Menge auf und zeichnen sich vielfach durch starke Sklerose
ihrer Zellen und eine für die betreffenden ‘Arten ganz charakteristische
Form aus. So erscheinen die beiderseitigen Zotten von O. asperifolia,
Lima und Krugiana dadurch, dass der Zottenfuss oberseits sehr breit und
kegelförmig entwickelt ist, während der sich anschliessende Zottenkörper
nur auf eine, oberseits sehr kurze, stumpfe, unterseits längere und sehr
scharfe Spitze reduziert ist, als warzenarlige Gebilde und veranlassen
dadurch ein an das Aeussere von Kröten oder gewisser Echinodermen
erinnerndes Aussehen der Blätter. Bei anderen Arten treten ziemlich
lange einfache Zotten aus ziemlich dickwandigen, langgestreckten, meist
durch dünne Querwände gekammerten Prosenchymzellen auf, wobei
sich die peripherischen Zellenden der Endregion vielfach in Gestalt
mehr oder minder langer, sehr spitzer Papillen vom Zottenkörper los-
lösen (O.amygdaloides, brachystachya und confertiflora). Ueber das aus-
serordentlich mannigfache Aussehen der Zotten von 0. marginata und
scabrosa vergleiche das in der Artbeschreibung Folgende. Die obersei-
tigen Zolten von 0. angustifoha und conferhflora sitzen kegelförmigen
164 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
Erhebungen des Blattes auf. Die prosenchymatischen, mehrzellreihigen
Haare der Blattunterseite von 0. amygdaloides, angustifolia, confertiflora
und marginata sind mittelst einiger, senkrecht ins darunter liegende
Gewebe eindringer Zellen schwach innerlich verankert. Ausser diesen
Trichomen beobachten wir innerhalb dieser Gattung noch kurzgestielte
Büschelhaare entweder mit kurzen, dickwandigen, nach allen Seiten
gerichleten oder mit langen, dünnwandigen. der Blattfläche mehr parallel
gelagerten Strahlenzellen.
Bei allen Arten finden wir vielfach auf beiden Blattseiten auch Drüsen-
haare. Dieselben sind kurzgestielt und besitzen ein schwach kuglig,
keulen- oder zungenförmig gestaltetes Drüsenköpfchen aus zwei bis
mehreren Zellen, welches dem Stiele in mehr oder minder deutlich
knieförmiger Biegung ansitzt (Fig. 16). Die meist kurzen, dicken Köpf-
chen gehen ziemlich plötzlich in den Stiel über; nur selten sind sie
gegen denselben scharf abgegrenzt, wie die zungenförmigen Köpfchen
von O. hirtella und scabrosa, deren harziger Inhalt noch gut erhalten
ist. Sehr häufig findet man an der Stelle der stärksten Krümmung eine
oder zwei fingerförmige Strahlenzellen. Die Aussendrüsen von 0. acu-
minata sind neben ihrem sehr langen, walzenförmigen Drüsenköpfchen
dadurch ausgezeichnet, dass die vier oder fünf mehr papillenartigen
Strahlenzellen, welche öfter zu beobachten sind, wie die Zähne des
Hühnerkammes hintereinander gelagert sind (Fig. 21). Nicht gerade
häufig treffen wir Deckhaare und Drüsen in Combination (0. amygda-
loides, capillaris, marginata und micrantha).
0. Krugiana Cogn.
Sintenis n. 4642, Portorico.
Ep.-Z.: obers. polygonal mit sklerosierten Zellwandungen, über den
Zotten niedrig, sonst pallisadenartig gestreckt, unters. mit sehr schwach
gebogenen Seitenrändern ; über Nerven und deren nächsten Umgebung,
sowie an den brückenartigen Streifen, welche benachbarte Trichome
mit einander verbinden, mit sklerosierten Zellenwandungen. — Spö. :
ziemlich gross, von mehreren, zwei quer zum Spalt gestellten oder fast
nur von einer Nachbarzelle umgeben und nur an Stellen, deren Ep.-Z.
keine sklerosierten Wandungen besitzen. — Hyp.: einschichtig, infolge
der stark entwickelten Zottenfüsse netzartig. — Bttb.: bifazial ; P.-G.
einschichtig, Sch.-G. sehr stark entwickelt, ziemlich dicht ; Zellen des-
selben in Nähe der Nerven und Trichome mit sklorierten Wandungen.
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 165
— Ox.-K.: nicht sehr oft kleine Drusen im Sch.- G. — Nerven : Zellen
des Begltpar. sklerosiert, ebenso diejenigen der Venenschutzscheide.
Bastteil gegen das Begltpar. durch ziemlich englumige, gestreckte Paren-
chymzellen mit stark sklorosierten, getüpfelten Wandungen abgegrenzt.
Trich.: obers. zahlreiche warzen- oder zähnchenartige Trichome mit
stark entwickeltem, fundamentartig ins Gewebe eingesenktem Fusse
aus sehr stark sklerosierten Zellen. An der Blattunterseite befinden
sich an solchen Stellen tiefe, rundliche Grübchen. Den grossen Nerven
sind beiders. sehr zahlreiche, kurze und dicke, in Richtung der Spreiten-
spitze gestreckte Borsten dicht angedrückt. Die nur an Nerven stehen-
den, sehr spitzen, kleinen Zotien der Blattunterseite besitzen ziemlich
genau das Aussehen der Hautstacheln von Rosa canına. Der Zottenfuss
dieser Trichome ist gegen die Umgebung nicht scharf abgesetzt, sondern
die sklerosierten Zellen desselben gehen allmählich in dünnwandige,
nicht sklerosierte über. Nicht sehr häufig beiders. gerade abstehende
oder gebogene Aussendrüsen mit schwach keulenförmig verdicktem
Köpfchen.
0. angustifolia Tr.
Riedel, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. mit wellig gebogenen Seitenrändern. — Spö. : ziem-
lich klein. — Bttb. : bifazial; P.-G. einschichtig, kurze, umgekehrt kegel-
förmige Zellen. — Ox.-K.: zahlreich im Sch.-G. und Beglipar. der Nerven
kleine Drusen. — Nerven: vereinzelt im Begltpar. Stabzellen. — Trich.:
beiders. eine sehr dichte Behaarung von schlanken, prosenchymatischen
Haaren, welche obers. kegelförmigen Erhebungen des Blattes aufsitzen
und unters. mittelst einiger, schwach ins Sch.-G. eindringender Zellen
senkrecht verankert sind. Zahlreich beiders. Aussendrüsen mit sehr
kleinem, kugligem, ein- oder mehrzelligem Köpfchen.
0. brachystachya Tr.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. mit undulierten Seitenrändern. Aussenmenbranen
obers. verdickt. — Spö.: ziemlich gross. — Bttb.: bifazial; P.-G. zwei-
bis dreischichtig ; die der unterseiligen Epidermis anliegenden Sch.-
G’zellen. weitlumig. — Ox.-K. : sehr zahlreich ziemlich kleine Drusen.
BR EN
166 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Nerven : Begltpar. weitlumig. — Trich. : beiders. ziemlich viele einfache,
Zotten mit schwach papillöser Loslösung der peripherischen Zellenden
in der Endregion und zahlreiche, knieförmig gebogene Aussendrüsen mit
ziemlich grossem, kugligem, aus mehreren unregelmässig gelagerten
Zellen bestehendem Köpfchen.
0. confertiflora Tr.
Martius Brasilien.
Ep.-Z.: beiders. mit wellig gebogenen Seitenrändern. — Spö.: von
mehreren, selten von zwei quer zum Spalte gestellten Nachbz. umgeben.
— Bttb. : bifazial. — Ox.-K.: häufig ziemlich kleine Drusen. — Nerven:
Begltpar. weitlumig und dünnwandig. — Trich.: beiders. einfache Zotien,
wie ©. brachystachya, obers. kleineren kegelförmigen Erhebungen des
Blattes aufsitzend, unters. schwach innerlich verankert. Aussendrüsen
durchaus zweizellreihig, einfach gebogen und ohne Köpfchen.
0. amygdaloides Tr.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z.: obers. geradl. oder schwach-, unters. mit wellig gebogenen
Seitenrändern. — Spö.: klein. — Btth.: bifazial; P.-G. zwei- bis drei-
schichten, Sch.-Gzellen. locker, in Nähe der kleinen Nerven relativ
weitlumig und dickwandig. — Ox.-K.: sehr zahlreich ziemlich kleine
Drusen. — Nerven : Begltpar. subepidermal collenchymatisch verdickt.
— Trich. : beiders. einfache Zotten mit papillöser Loslösung der Zell-
enden, unters. mit schwacher, senkrechter Verankerung. Ausserdem an
Nerven kurzgestielte Büschelhaare mit kurzen, dickwandigen Strahlen-
zellen, deren eine häufig zu einer Aussendrüse umgebildet ist. Beiders.
häufig knieförmig gebogene Aussendrüsen mit grossem, mehrzelligem
Köpfchen ; am Knie eine oder zwei kurze, papillenartige Strahlenzellen
(Fig. 16).
0. marginata Tr.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z. : beiders. mit geradl., unters. auch mit sehr schwach gebogenen
Seitenrändern. — Bttb.: bifazial; P.-G. zwei- bis dreischichtig. — Ox.-K.:
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 167
sehr zahlreich subepidermal in grossen, kugligen Zellen kleinere Drusen ;
ausserdem im Sch.-G. und Begltpar. der Nerven. — Nerven : Begltpar.
weitlumig und schwach verdickt. — Trich.: beiders. zahlreiche — obers.
sehr steif mit schwach innerlich verankertem Zottenfusse — kürzere,
einfache Zotten aus sklerosiertem Prosenchym mit starker, papillöser
Loslösung der peripherischen Zellenden ; unters. an den Nerven erfolgt
die Lostrennung so vollständig, dass niedrige, büschelhaarähnliche
Formen entstehen. Der Blattrand ist dicht besetzt mit ziemlich kräftig
entwickelten Randzähnen. Ausserdem unters. zerstreut kurzgestielte
Büschelhaare mit dickwandigen Strahlenzellen. Beiders. Aussendrüsen,
unters. kurzgestielte mit ziemlich grossem, mehrzelligem Drüsenköpf-
chen und einer oder zwei kurzen Strahlenzellen am Knie, oder in Com-
bination mit den Büschelhaaren.
0. capillaris Cogn.
Hanke, Peru.
Ep.-Z. : obers. polygonal, grosslumig mit ziemlich stark verdickten
Innenwandungen, unters. relativ grosslumig, besonders in Nähe der
Nerven, mit wellig gebogenen Seitenrändern. — Spö. : gross. — Bith.:
bifazial. — Ox.-K.: spärlich kleine Drusen im Sch.-G. — Nerven: springen
unters. nur schwach vor. — Trich. : beiders. zahlreiche, lange, mehr-
zellreihige, prosenchymatische Haare, manchmal mit einem grossen,
zweizellreihigen, keulenförmigen Drüsenköpfchen. Häufig beiders. knie-
förmig gebogene Aussendrüsen mit keulenförmig gestaltetem Drüsen-
kôpfchen.
0. hirtella Tr.
Swartz, Jamaika.
Ep.-Z.: obers. mit sehr schwach, unters. mit wellig gebogenen Seiten-
rändern. Cuticula gestreift. — Bttb. : bifazial. — Ox.-K.: zahlreich kleine
Drusen. — Nerven: im Begltpar., dessen Zellen weillumig und collen-
chymatisch verdickt sind, vereinzelt Stabzellen. — Trich. : spärlich an
den grossen Nerven kurze, mehrzellreihige Haare. Unters. häufig knie-
förmig gebogene Aussendrüsen mil grossem, zungenförmigem Köpfchen.
Der harzige Inhalt gut erhalten.
168 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
0. scabrosa DC.
Sintenis n. 6567, Portorico.
Ep.-Z.: beiders. mit wellig gebogenen Seitenrändern. — Bith.: bifazial.
— Ox.-K. : zahlreich kleine Drusen. — Nerven: im Beglipar. vereinzelt
Stabzellen. — Trich. : unters. an den grossen Nerven sehr zahlreich
längere Zotten aus ziemlich weitlumigen Prosenchymzellen, wobei die
peripherischen Zellen sich ausserordentlich stark papillös, oft sogar ihrer
ganzen Länge nach losgelöst haben, so dass die Zotten ein dorniges, am
Ende manchmal schwach pinselartiges Aussehen gewinnen. An den
kleineren Nerven befinden sich Trichome mit entsprechend schwächer
entwickeltem Zottenkörper und weniger starker Loslösung der periphe-
rischen Zellen, dagegen ist das Ende dieser Zotten mit einer, zwei, drei
oder noch mehr ausserordentlich langen, schräg aufwärts oder seitwärls
gerichteten Strahlenzellen gekrönt. Die Strahlen nehmen von oben
nach der Blattfläche zu an Länge allmählich ab; selten findet man
Formen, an denen sämtliche Papillen fast gleich gross und dann bald
nach auf-, seit- oder abwärts gerichtet sind ; noch seltener sind ganz
niedere, büschelhaarartige Formen mit kurzen, dicht gedrängten,
schwach aufgerichteten Strahlenzellen. Weniger zahlreich obers. in den
Venenmaschen grössere oder kleinere, breitkegelförmige Zotten, die in
eine mehr oder minder scharfe Spitze auslaufen. Der Zottenfuss besteht
hiebei aus sehr weillumigen, annähernd parenchymatischen Zellen und
zeigt bei den kleineren Trichomen eine starke papillöse Loslösung der
peripherischen Zellenden. Die ziemlich langen Zoiten des Blattrandes
zeigen die papillöse Abhebung der peripherischen Zellenden fast gar
nicht. Beiders. zahlreich Aussendrüsen wie bei O. hirtella. Ausserdem
beobachtet man Aussendrüsen mit mehrzelligem, ovalem Köpfchen in
der Endregion grösserer Zotten. -
0. Lima Tr.
var. grandifolia Cogn.
Eggers n. 3757, Jamaica.
Ep.-Z.: beiders. polygonal, obers. in den zwischen den warzenartigen
Trichomen verlaufenden schmalen Furchen pallisadenartig gestreckt,
über den Zotienfüssen bis in die Nähe des Endes der Zotten niedrig, in
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 169
Richtung der Zottenspitze gestreckt und schwach sklerosiert. Cuticula
beiders. fein gestreift. — Spö.: ziemlich klein. — Hyp.: netzartig,
einschichtig. — Bttb.: bifazial; P.-G. einschichtig, Zellen horizontal
gefältelt, häufig durch eine Querwand zweigeteilt ; Sch.-G’zellen. mit
Ausnahme der in der Nähe der unterseitigen Epidermis gelegenen,
dickwandig. — Ox.-K.: Ausserordentlich zahlreich im Sch.-G. an der
Grenze gegen die dünnwandigen Zellen mittelgrosse Drusen ; Einzel-
individuen brockig. — Nerven: Begltpar. collenchymatisch verdickt. —
Trich. : obers. dichtgedrängte, warzenartige Zotten von stumpf kegel-
förmiger Gestalt, denen unters. tiefe Grübchen entsprechen. Die Epi-
dermis des sehr stark entwickelten, fundamentartig ins Mesophyll ein-
gelagerten Zottenfusses besteht im Verhältnis zu den darunter liegenden
Zellen aus dünnwandigem, schwach sklerosierten Zellen, welche sich
scharf gegen die nicht sklerosierten der Furchen-Epidermis abheben.
Unters. an den grösseren Nerven sehr zahlreiche, steife, kurze und
dicke Borsten, die in eine scharfe Spitze auslaufen und einen sich
kuppelartig gegen die Nerven abhebenden Zottenfuss besitzen. An
kleineren Nerven sind die Enden stumpf und der scharf gegen die
Umgebung abgeseizte, flache Zottenfuss mittelst einiger grosslumiger,
unregelmässig gestalteter Zellen im Mesophyll verankert. Ausserdem
beiders. warzenartige Höcker aus stark sklerosierten Zellen, bei denen
noch keine Differenzierung in Zottenfuss und Zotienspitze eingetreten
ist. Nicht recht oft zweizellreihige Aussendrüsen mit schwach keulen-
förmig verdicktem Köpfchen.
0. asperifolia Tr.
Esgers n. 5332, Cuba.
Ep.-Z. : beiders. polygonal, obers. pallisadenartig gestreckt mit hori-
zontal gefältelten Seitenwandungen, gehen allmählich über in die nie-
deren, in Richtung der Zotten gestreckten, sehr stark sklerosierten
Epidermiszellen des Zottenfusses. — Spö.: ziemlich klein. — Hyp.: netz-
artig, einschichtig, Zellen mit horizontal gefältelten Seitenwandungen.
Bitb. : bifazial ; P,-G. einschichtig. — Ox.-K.: sehr zahlreich kleine
Drusen im Sch.-G. und Bgltpar. der Nerven. — Nerven: Begltpar. sehr
weitlumig. — Trich. : die warzenartigen Zotten gleichen denen von
0. Lima ; nur sind sie nicht so zahlreich und kräftig entwickelt. Sie
unterscheiden sich von denselben erstens durch den nicht scharf gegen
170 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
die Umgebung abgesetzten Zoltenfuss und zweitens werden die Zellen
des Zottenfusses gegen das Pallisadengewebe zu bedeutend weitlumiger
und dünnwandiger, drittens sind die Wandungen der Zottenfussepider-
mis ebenso dick wie der Zottenfusszellen. Beiders. ziemlich viele knie-
förmig gebogene Aussendrüsen mit grossem, mehrzelligem Köpfchen
von länglich-ellipsoidischer Gestalt.
0. acuminata DC.
Eggers n. 1859, Domingo.
Ep.-Z. : obers. mit geradl., unters. mit schwach gebogenen Seiten-
rändern. Cuticula beiders. fein gestreift. — Hyp. : einschichtig, ziemlich
grosszellig. — Bttb.: bifazial; P.-G. drei- bis vierschichtig, sehr kurz-
gliedrig. — Ox.-K.: nicht recht oft kleine Drusen im Sch.-G. — Die
grösseren und kleineren Nerven springen unters. nicht vor. — Trich.:
nicht sehr häufig knieförmig gebogene Aussendrüsen mit sehr langem,
walzenförmigem Drüsenköpfchen, manchmal auch mit vier bis fünf
hintereinander gelagerten, papillenartigen Strahlenzellen (Fig. 21). Deck-
haare wurden nicht beobachtet.
0. micrantha Macf.
Wullschlägel n. 828, Jamaica.
Ep.-Z.: beiders. mit wellig gebogenen Seitenrändern. — Spö.: klein.
Bttb. : bifazial ; P.-G. drei- bis vierschichtig, sehr kurzgliedrig ; Zellen
des Schwammgewebes relativ weitlumig. — Ox.-K.: häufig mittelgrosse
Drusen ; im Beglipar. der Nerven manchmal statt der Drusen kurze,
dicke, rhombische Krystalle. — Nerven: beiders. subepidermales Collen-
chym. — Trich. : unters. an den Nerven kurzgestielte Büschelhaare mit
langen, dünnwandigen, der Blattfläche parallel gelagerten Strahlenzellen.
Eine der letzteren häufig durch Querwände gekammert und die letzte
Zelle kuglig geschwollen und meist durch eine Längswand zweigeteilt.
Ausserdem beiders. kleine knieförmig gebogene Aussendrüsen mit
kleinem, wenigzelligem Drüsenköpfchen.
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 171
Myriaspora.
Von der nach Cogniaux zwei Arten zählenden Gattung wurde unter-
sucht :
M. Egensis DC.
Martius, Brasilien.
Ep.-Z.: obers. mit geradl., unters. mit schwach wellig gebogenen
Seitenrändern. — Spö.: nur unters. von mehreren unregelmässig orien-
tierten Nachbz. umstellt. — Bitb.: bifazial ; P.-G. zweischichtig, Sch.-G.
dicht. — Ox.-K.: häufig ziemlich dicke Styloiden im Sch.-G. parallel zur
Blattfläche gelagert und im Begltpar. der Nerven. — Nerven: beiders.
subepidermal dickwandiges Collenchym. — Trich.: beiders. häufig lange
Drüsenzotten. Dieselben bestehen aus dickwandigen, langgestreckten
und durch dünne Querwände gekammerten Prosenchymzellen und enden
mit einem einzellreihigen, cylindrischen Drüsenköpfchen. Beiders. ein-
zellreihige, obers. im unteren Abschnitte auch mehrzellreihige Drüsen-
haare ähnlich wie Loreya Spruceana (Fig. 20).
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
Alphabetisches Namensverzeichnis
der aus der
Tribus X: Miconieæ untersuchten Gattungen und Arten.
Seite
IbellucionNeckmane 0: 150—152
B. brasiliensis Naud ....... 151
B. dichotoma Cogn. ....... 151
B. grossularioides Tr. ...... 151
B. imperialis Sald. u. Cogn.. 152
Calycogoniuu DC. ........ 119—122
C. hispidulum Cogn........ 120
(br. Kanne (bone RER 121
C. squamulosum Cogn. var.
grandifolia Cogn........ 120
Gelstellatumm De arme 121
Charianthus D. Don. ....... 57—59
Ch. coccmeus Don. ........ 58
Ch. corymbosus Cogn. ..... 98
Ch. longifolius Cogn. ...... 59
Ch’nodosusater ar ar 29 59
Ghdenio2DaDonı er 138—150
Cl. blepharodes DC. ....... 142
CIMbullosalCosn a man 14h
Cl. capillipes Cogn- ........ 149
CI. capitellata D. Don. ..... 143
ElXeihataaDr Don ee 148
Cl. cymifera J. D.-Smith ... 147
Cl. Donnell-Smithii Cogn... 148
CI. Domingensis Cogn. ..... 149
Cl. Epibaterium DC. var. 8
parvifolia Cogn......... 142
Cl. heteroneura Cogn. ..... 146
aha) Don ee ER 144
ClKappler Com ne 145
GlAlaxıflora Walpı 20. 0 141
Seite
Clidemiamaævula Tr ere 142
CI. neglecta D. Don........ 143
CI. novemnervia Tr........ 145
Cl. pusilliflora Cogn........ 147
Cl pustulata Da ER 14%
Clrubra Mare 146
Conostegia D. Don.......... D1—57
C. calyptrata D. Don.. ..... bb)
GCooperi Cosn. en. D4
C. Donnell-Smithii Cogn.... 53
Cprocera D'IDon 200% BE)
C: speciosa Naud. ......... 56
€. suberustulata Tr. PA00Re 54
@. subhirsuta DOME 56
&, viridisiCogn. ee DD
C. Xalapensis D. Don. ..... DD.
Henriette) ER PERS 153—159
H. angustifolia Berg. ...... 158
H. granulata Berg. ........ 156
H:2Marti Naud. O2 ee 158
H. multiflora Naud. ....... 157
H. Spruceana Cogn. ....... 156
HL. succosar DEN. 2 2 ne 155
Henriettella Naud. ....... 159—162
H. fascıcularıs Tr ae 162
H.elabra Coon. res 161
H. Macfadyenii Tr..." 160
H. membranifolia Cogn. ... 161
Heterotrichum DC. ....... 122—125
He Eogersu Cosn 22 124
E.,octonum DEN RER 12%
MICHAEL GOTTSCHALL, BLATT DER MELASTOMACEEN.
Seite
Heterotrichum patens DC. ..... 125
Restricosum Ir........... 125
Drandnarkaddi..........0.. 10 — 51
Raacuttlora Bogn. 2.2.2... 47
L. amplexicaulis DC........ 43
Babarassana Con: len. 46
L. chætodon Cogn. ........ 48
L. euspidata Cogn. ........ 48
L. dendroides Cogn. var. 8
parvifolia Cogn......... 9
NeroSirata Cogn!......... 46
Beeracılıs, Con. rn... 48
L. heterobasis Cogn........ 50
L. inequifolia Cogn........ 50
L. longibarbis Cogn. ...... 45
BaNianga Con... >. 45
L. pulverulenta Cogn. ..... 50
L. purpurascens Cogn. ..... LG
L. quinquedentata Cogn. ... 47
Bescabral DC... 2.222000: ll
Besserieea- DOS ach, LA
L. solenifera Cogn. ........ 49
Kaumsellats DOS. 43
L. xantholasia Cogn. ...... LA
Done TN. pan 152—153
DAMSTICANS Er 0 RE 153
L. Spruceana Benth. ....... 152
Maiery PAUL "DR ER 133—136
M. Guianensis Aubl........ 135
Messelosa.Cosn N... 135
Mecranium Hook.f... .... 137—138
M.amygdalinum Tr. var. lati-
fo COS a CERN 137
M. amygdalinum Tr. var. sub-
integerrima Cogn.,...... 137
M. hæmanthum Tr......... 137
Miconia Ruiz et Pav.......... 65
M. acinodendrum Tr....... 99
Mr affinis DO RME TL 94
MA AD SEI: 100
MPralbicans Pre A 90
Mambo DE. RCE 92
Meanisotricha Tran ne 83
#1 Aunulata: Iran, ein. 110
M. argyrophylla DC........ 92
Seite
Miconia atrata Wawra........ 83
M. Boliviensis Cogn. var. gla-
Bran CORNE INR 112
M. buddleioides Tr. ....... 103
M--calvescens D@........... 95
M. campestrisUNr. 2.2... 88
M. caryophyllæa Tr........ 80
M'caudigera DOME 94
M. centrodesma Naud....... 10%
M. Chamissois Naud........ 96
M. chionophila Naud....... 119
M. cinchonæfolia DC........ 79
M. cinerascens Miq......... 103
M. cœrulea Naud.......... 112
M. compressa Naud........ 89
M. corallina Spring......... 102
Merocea,Naud.. 2 200.2 112
M. Cubensis Sauvalle....... 118
M. cuspidata Naud......... 98
M. cyathanthera Tr. ....... 113
Merdikheilisuhra a nn 110
M. eriodonta DC........... 93
M. ferruginata DC......... 91
M. foveolata Cogn.......... 117
M. fulvas Don aaa. 105
M. glaberrima Naud........ 115
M. glandulifera Cogn. var. Bo-
Jiviensis Bosn.. 2......2.. 77
M. globulifera Cham........ 115
M. gratissima Benth........ 76
M.Guianensis Cogn. var. ova-
lis COST MAN len. 78
M. hirtella Cogn. var. ovata
LEN Reel 116
M. hygrophila Naud........ 113
M. impetiolaris D. Don..... 86
M. inæquidens Naud. ...... 107
M. inconspicua Miqg........ 11%
M. Jucunda Tr. var. Martiana
Con: N RE ER 76
M. Kappleri Naud.......... 93
Me VISA ADO MAUR 95
MA lanata Drama. 100
M. lepidota DC. var. grandi-
(ON CORAN ne. 91
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
174
Seite
Miconiapllacına ie PME 11%
M. longipedunculata Cogn.. 86
M. macrophylla Tr. var. lati-
ONCE EU AT an
M. Martiusiana DC......... 10%
M. Matthæi Naud.......... 98
M. Mexicana Naud......... 84
Méminutifora DO Re 105
M. multispicata Naud....... 86
Mi. sparadoxaulrn 0020 109
Mpaucidens DE... 76
M. persicariæfolia Cogn. . 85
MM. pileata Den 108
M. plumifera Tr. var. Bangii
GOSnE nR Rs 111
M. prasina DC. var. collina
Ir. Arne ER 97
M. pteropoda Benth........ 96
M. quadrangularis Naud.... 118
M. racemosa DC. var. brachy-
podar loan ee 109
Maxkeselil Coon. ee: 108
Merreyolutay io 101
M. rhytidophylla Naud. .... 88
MrulbisıngsanDer er 2 100
Mesnufeseens Di. 2... 87
Murugosagıle.a a na 81
MES CHIEN ATEN aa: 82
M. scorpioides Naud. ...... 89
M. scrobiculata Cogn. ..... 99
M. sessilifolia Naud........ 101
MiSSmtenisu Cosn an sr 118
Messtellisera @oem....22. 87
M-2stmiata Coon NE UNE 84
M. tentaculifera Naud....... 106
Mternatitohave 0 105
M..tetrandra Naud......... 115
M.. theæzans var. milleflora
CODE NA, 116
M. Thomasiana DC......... 82
M. titiæfolia Naud. ........ 90
M. tomentosa D. Don....... 80
NME Come en 107
Mesirichotoma me, Asa 102
M..umbrosa Cogn.......... 96
Seite
Miconia undata Tr............ 07
MEurophy la De. en 106
Mymzaspora Der 00 171
Me Egensis DO, Sr 000 171
Myrmidone Mart.......... 135—136
M. macrosperma Mart....... 135
M. macrosperma Mart. var.
8. denticulata Cogn. .... 135
OssæaiDEs tint NES 162—170
O. acuminatalDer var 170
O. amygdaloides Tr......... 166
O0. angustifolla DE 165
0. asperifolia Ir... 000 169
O. 'brachystachya Ir... 165
Ocapillarrs Con nr re 167
Ocontentifora dr 22.000 166
©. hirtella Pr as 167
0. Krugiana Cogn.......... 16%
O. Lima Tr. var. grandifolia
Cogn.s. is LAN eReeR 168
Omarsinaia DE an 166
O. micrantha Macf.......... 170
07 scabrosa, DE. N Ay man 168
Tetrazygia L. Cl. Rich. ... D9—65
T'ancustfolia DORE 62
DT bicolor Coon PRESSE 6%
RT. crotonıtoNaDa Por 61
D.sdisceoler, DC REA 62
T. elæagnoides DC. ........ 63
DT... hispida Mae ger 2m 63
Topallens Coon ara 64
"Stahl Comer 61
Urban Con an 61
DT vallosaußoen. ee 63
DococaAubly..r a 125—133
T. bullifera Mart. et Schr.... 130
T. cardiophylla Naud....... 128
m. coronata Benth2.... 2. 132
T. formicaria Mart. ........ 129
T. Guianensis Aubl......... 130
T. lasiostyla. Cogn 2. 22 132
T. longisepala Cogn........ 131
T. planıtolia’Benth.. nn: 133
1. subeihatale, erg 133
T. subglabrata Cogn........ 129
MICHAEL GOTTSCHALL. BLATT DER MELASTOMACEEN. 175
Erklärung der Abkürzungen.
Ep.-Z. — Epidermiszellen.
Bitb. — Blattbau.
Spö. — Spaltöffnungen.
Ox.-K. — Oxalsaurer Kalk.
Trich. — Trichome.
Hyp. — Hypodern.
Am. Dom. = Ameisendomatien.
P.-G. — Pallisadengewebe.
Sch.-G. — Schwammgewebe.
Begltpar. = Begleitparenchym.
Nachbz. — Nachbarzellen.
obers. — oberseits.
unters. — unterseits.
beiders. — beiders.
geradl. — geradlinigen.
Inhalts-Verzeichnis.
Seite
THIS TUTO ER ET RER N PE RO M NE i
Allgemeineruleil.. „Ken re ER RREE 3
Üebersichtn ee. or el ee N RER 3
Epidenmise me IS à 0 0 o © 5
SDALLO NUNOEN AT MER ee TIR SERRE à
EC DOdE AM En ES RE er CAE RE ER 9
Innererblattbaun .. cn 2 2 len ee aa RR N 10
Krystalle ya ee ee EEE 11
Nerven. ar ee ee ee EEE 13
Mechanisches/Gewebe er ee. en ER 14
IEnichomelen 222.22. 2 ee ee ee EEE RE 15
Ameisendomatien... nen. a NE RE LE Er CPE UC REREEEE 27
Uebersichtliche Zusammenstellung der Arten nach anatomischen Verhält-
NÉS EN. RR 3000 29
spezieller Teilen... neh see a 40
Alphabetisches Namensverzeichnis der untersuchten Gattungen und Arten . 172
Erklarungsder Abkürzungen re 175
Verzeichnis der Zeichnungen.
ER
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EN tue NN HO Held en om Hidden ‚8
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MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
Verzeichnis der Zeichnungen.
Fig. la und b. Querschnitts- und Flächenansicht der oberseitigen Epidermis von
Miconia tetrandra.
. Querschnitt durch das Blatt von Miconia Sintenisii.
. Schema der Orientierung der Spaltöffnungsnachbarzellen.
. Sternhaar mit gekammerten Stielbasalzellen von Miconia Kappleri.
. Baumartig verästelte, parenchymatische Zotte von Miconia hygrophila.
. Conidienartiges, verzweigtes Haar aus der Innenseite der Ameisendoma-
tien von Tococa bullifera.
. Kandelaberartige Trichomform von Miconia rugosa.
. Tannenbaumartige Drüsenzotte von Henriettea succosa.
. Vierköpfiges Drüsenhaar von Galycogonium squamulosum.
. Drüsenhaar mit brombeerartigem Köpfchen von Tetrazygia Stahlir.
. Retortenförmiges Haar von Bellucia imperialıs.
. Kandelaberartiges Haar mit Drüsenköpfehen combiniert von Conostegia
viridis.
. Langgestieltes Sternhaar mit Drüsenköpfchen combiniert von Callyco-
gonium stellatum.
1%. Polsterförmiges Sternhaar von Miconia rugosa.
15. Drüsenhaar von Miconia glandulifera.
16. Drüsenhaar von Ossea amygdaloides.
17. Drüsenhaar von Micon:a hirtella.
18a und b. Flächenansicht und Längsschnitt durch ein Schildhaar von M?-
conia tiliefolia.
19. Drüsenhaar von Miconia quadrangularis mit verzweigten, einzellreihigen
Fäden.
. Drüsenhaar von Myriaspora Egensis.
. Drüsenhaar von Ossea acuminata.
. Drüsenhaar mit zungenförmigem Köpfchen von Clidemia Domingensis.
. Hohle Haare von Heterotrichum strigosum.
. Drüsenhaar von Miconia cinchonæfolra.
. Drüsenhaar mit herzförmigem Köpfchen von Leandra acutiflora.
. Drüsenhaar mit scheibenförmigem Köpfen von Conostegia procera.
Or & © 19
(er)
a
m
ne © © © “1
m
m
=
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1O
NO no 19 19 IN NO NO
©Ot 7 Co
(er)
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Tith.L Combes, Montpellier,
N
2
ZA
re
=
=
£
ER
D
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MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER N°19. Planche I.
7 1ithL.Corbes, Monipellier.
MICHAEL GOTTSCHALL. :MELASTOMACEEN
Se a tn en al ét ÈS
à PUBLICATIONS DE L'HBRBIER BOISSIER
Bulletin de l'Herbier Boissier, le volume 90 fr.
Tome. I (1893). 715 pages, 28 planches et 2 appendices.
>, 112(1890)2 769° 3. Na2ı et 4 »
» CI 1895),.,706 2, 1855 et { D
> (1896) 963.1) Je et 3 »
D N (1897); 1135 5»: 25 y» et 2 >
» N: (1898), 4031 : »: : 192 292.2 et 3 » et 14 planches.
» VII (4899), 1045 » - 11» et à » et 3 »
BOISSIER. EDM. Flora orientalis sive ‚ enumeralio plantarum in Oriente a Græcia
et Ægypto ad India fines hueusque observatarum. — 5 vol. et Sn
in-80, 1867-1888 440: fr.
— Voyage botanique dans le midi de l'Espagne pendant l’année 1837. — 2 vol.
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cules. — In-80. Genève, 1842-1859, le fascicule Sal.
Les.fascicules 1, 3, 6 et 7 sont épursés.
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— Pugillus plantarum novarum Africæ borealis Hispaniæque australis. — In-8°
Genevæ, 1852 arlr.
BOISSIER, EDM. er BUHSE. Anfzehlung der in einer Reise durch Transkaukasien
und Persien gesammelten Pflanzen. — In-40 avec 10 planches et 1 carte.
. Moskau, 1860 10 fr.
BARBEY, C. er W. Herborisations au Levant : Br Syrie et Méditerranée.
Février-mai 1880. Avec 11 planches et 1 carte. — 1880 20 fr.
BARBEY, W. Floræ Sardoæ compendium. Calalogue raisonné des végétaux observés
dans l’île de Sardaigne. Avec suppl. par MM. AscHerson et E. Levier. Avec
7 planches. — 1885 25 fr.
= zeobn Bonds, acl. Ca. Curssin ill. Avec 24 planches. -— Lausanne, 1885.
25 fr.
_ Ban Lis Ce, 1813, 1883, 1887. Études botaniques. In-40, avec 5 pl. —
1890 15 fr.
— Cypripedium Calceolus X macranthos Barbey. — In-40, avec une planche double
coloriée. Lausanne, 1891 3 fr.
STEFANI, C. oe, C. J: FORSYTH MAJOR er W. BARBEY. Samos. Étude géolo-
gique, paléontologique et botanique. Avec 13 pl., par Gn. Cuisin. 1892. 20 fr.
— — — Karpathos. Élude géologique, paléontologique et botanique. — In-4,
avec 43 pl., par CH. CuisiN. 1895 20 fr.
MAJOR, C.-J. Forsyr# er BARBEY, W. Halki. Élude botanique. — In-40 avec
4 planche double, par Cu. Cuisin. Lausanne, 1894 3 fr.
AUFRAN, E. er DURAND, TH. — Hortus Boissierianus. Énuméralion des
plantes cultivées en 1895 à Valleyres et à Chambésy, avec préface de
M. F. Crépin. — In-80, xı et 572 pages, avec 3 planches. Genève, 1896.
12 fr.
a
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER
N° 1. — SCHINZ, H. — Die Pflanzenwelt Deutsch-Südwest-
AT te A RTS à
N° 2. — HERZOG, Th. Einige briologische Notizen aus Grau-
bünden und Wallis
nn nn nm
N° 3. — de WILDEMAN, É. Une nouvelle Chylridinée (Micro-
nıyces Mesocar LS Re cn PTE RM
No 4. — SYDOW, H. et P. Fungi Aliquot Novi à F. Stuckert
in Argentina lecli
nn nn mn
No 5. — WAINIO, Edv. A. Reactiones Lichenum à J. Müllero
Argoviensi Descriplorüm =. ae
N°-6. — MÜLLER, Karl, Freiburg i. Bg. Revision der Hepaticæin
Mougeot-, Nestler- und Schimper Slirpes kryptogamæ
No 7. — Abbe CHEVALLIER, L. Notes sur la Flore du Sahara
N° 8. — CHABERT, Alfred. Les Rhinanthus (des Alpes marilimes :
N° 9. — Prof. Dr ROSENSTOCK (Gotha). Aspidium Libanoti-
cum n. sp
Denen LT Te snmmmm nc.
N° 10. — SCHINZ, Hans. Beiträge zur Kenntnis der Afrikanischen
Flora (Neue Folge) : I. Zur Kenntnis der Pflanzenwelt
der Delasaa-Baya 2.222.222. 2272er ee
N> 414. — STEPHANI, Franz. Species hepaticarum (suite)......
N» 12. — MEISTER, Fr. Beiträge zur Kenntnis der europäischen
Arten vonzllinceulatta er eu... er
N943.— FREYN, J. Ueber neue und bemerkenswerthe orienta-
lische: Pllanzenarien 2.2.2... RE a ee
N° 14. — FRANCHET, A. Mutisiaceæ japonicæ a dom. Faurie
collectæ e herbariis Musei -Parisiensis et dom. Drake
del: Castillo!expositee 2°. RE ee ee
N°15. — DE WILDEMAN, E. Observations sur quelques Chylri-
dinées nouvelles: ou peun’eonnues. ....2.......0
No 16. — STEPHANI, Franz. Species hepaticarum (swite)......
A. — CHODAT, R. Sur trois genres nouveaux de Frotococ-
coïdées et sur la florule planktonique d'un étang
du Danemark. Sr. LES PP
N°17 B, _ RODRIGUE, Alice. Les feuilles panachées et les
feuilles colorées (rapports entre leurs couleurs et :
leur structure)
sun nn mn mm nm er
. — + CONTI, Pascal. Les espèces du genre Matthiola. .
(B. — __ WILSON, F. R. M. Lichenes Kerguelenses........
N°18/0, — POST, Georges-E. Plantæ Postianæ (fase. X)......
D. — MEYLAN, Charles. Contributions à la flore bryelo-
\ gique ua. le
N° 19. — GOTTSCHALL, Michael. Analomisch systematische Un-
tersuchung des Blattes der Melastomäceen..........
OBSERVATION
ont droit gratuitement à trente exemplaires en tirage a part.
Genève. — Imp. Romet, boulevard de Plainpalais, 26.
Prix
1.50
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0.50
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Les auteurs des travaux insérés dans les Mémoires de l'Herbier Boissier sus
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER
GUSTAVE BEAUVERD, Conservateur.
N° 20
A
BEITRÄGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA
(Neue Folge.)
xII.
Herausgegeben von Hans SCHINZ (Zürich.)
(Avec deux planches.)
SOCIÉTÉ POUR L'ÉTUDE DE LA FLORE FRANGO-HELVETIQUE
. Société pour l'étude de la Flore française (transformée.)
1899
C
BEITRÄGE ZUR KENNTNIS DER PLATANEN
von A. USTERI, Landschaftsgärtner in Zürich.
(Avec une planche.)
RTS PS Tr
BIBLIOGRAPHIE. — Ed. HECKEL. Notice sur le Musée
et l'Institut colonial de Marseille.
nn
Date de la publication : 15 octobre 1900.
Prix : 3 fr. 50.
GENEVE er BALE
GEORG & Cie, LIBRAIRES-EDITEURS
MEME MAISON A LYON
1900
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MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER
N° 20.
Beiträge
zur
- Kenntnis der Afrikanischen Flora.
(Neue Folse.)
IK HE.
Herausgegeben von H. Schinz (Zürich).
Mit Beiträgen
Prof: Dr COGNIAUX (Verviers). Dr NORDSTEDT (Lund).
Prof. Dr HACKEL (St. Pölten). Prof. Dr 0. STAPF (Kew).
Dr HOCHREUTINER (Genf). Prof. D' Hans SCHINZ (Zürich).
Prof. Dr KŒHNE (Friedenau). Prof. D! WAINIO (Helsingfors).
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n9 20, 15 octobre 1900. 1
2 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (2)
EUTHALLOPHYTA.
CHARACEE.
€. FE. Otto NORDSTEDT (Lund).
Chara hereroensis NORDST.
Ch. diplosiephana, triplosticha, gymnophylla, dioica.
Caulis inferne nudus, superne triplostiche corticatus, cellulis serierum
primariarum iis secundariarum parum crassioribus, paullulo prominen-
tibus, aculeolis perparvis (vel non evolutis) sparsim ornatus. Folia vert
40—12. Corona stipularis sursum et deorsum evoluta, adpressa, cellulis
seriei superioris acuminatis, c. 200—400 y. longis et 60—75 y crassis, 1is
seriei inferioris aculis vel obtusiusculis, c. 100—200 y longis. Articuli
foliorum 5, ultimus mueroniformis. Foliola posteriora nulla, geniculorum
sterilium 5 parva, fertilium plerumque 4 et infra oogonium bractea acu-
leata lateralibus paullo longior, antheridio et oogonio multo brevior.
Oogonia ovoidea coronula truncata brevi, nucleo atro, 13-striato, 700 y
longo, 450 u. crasso.
Deutsch-Südwest-Afrika (Hereroland) : Grootfontein, Dinter 677,
29. IV. 1899.
Im Habitus erinnern die vorliegenden Ex. an Ch. mollusca (und
Ch. gymnopithys), aber die untere Reihe der Stipularstacheln ist gut
entwickelt, wesshalb sie zu Chara diplostephana gehören. Von dieser
Gruppe kenne ich keine diöcische Art mit berindeten Blättern, von
welcher diese Art eine varietas gymnophylla sein Könnte.
Die Ex. sind inkrustirt, circa 10 cm hoch. Stengel ungef. '/z mm. dick.
Wie gewöhnlich ist der untere Teil des Stengels unberindet, etwas
höher werden die primären beinahe allein entwickelten Rindenröhrchen
nur hie und da die sekundären. Noch höher, da die sekundären Rinden-
röhrchen überall entwickelt sind, sieht man hie und da, dass ein solches
Röhrchen mit dem über oder unter ihm stehenden noch nicht zusammen-
gestossen hat, wesshalb die Berindung hier subtriplostisch wird (ungefähr
(3) SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 3
wie oft bei Ch. aspera). Aber an gut entwickelten Stengeln ist die Berin-
dung vollständig triplostisch. Die Knotenzellen der Rindenröhrchen
heben sich oft gar nicht über die Röhrchen, sind übrigens wenig ent-
wickelt, oft nur als hakenförmige Stacheln (Dicke c. 50 „u, Länge 25—
70 y).
Blätter bis 400 y dick und + 10 mm lang. Die unteren Blattquirle ent-
fernt, die oberen ziemlich dicht auf einander folgend. Von den 5 Blatt-
gliedern sind die 3 unteren oft beinahe gleich lang, das vierte oft etwas
kürzer, das oberste immer sehr kurz (mucronähnlich); 2—3 blättchen-
bildende, 1—2 fertile Knoten. An fertilen weiblichen Knoten stehen oft
5 Blättchen, das mittelste (Tragblätichen) c. 300—380 y lang und c. 60 u.
dick, die 2 seitlich stehenden 150—330 y lang und 50— 70 y.dick (die seit-
lichen auch so an männlichen Knoten).
Die Sporenknöspchen + 850 y lang und + 500 y dick. Das Krönchen
+ 100—130 y hoch und 180—225 y dick, die Zellen mit etwas vorgezo-
genen, aufgerichteten Spitzen (cfr. Fig. 85c in Migula, Die Charac.
Deutschl.). Der Kern undurchsichtig.
Antheridien 550—700 y im Durchmesser.
Chara fœtida A. Br. var. oligospira A. Br.
f. subinermis Nordst. subæquistriata, sublongibracteala, subbrachy-
phylla; clausa. ;
Nur die 1—3 untersten Glieder der Blätter sind berindet.
Deutsch-Südwest-Afrika (Hereroland) : Grootfontein, Dinter 677.a.
& MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, (4)
LICHENES.
Edv. A. WAINIO (Helsingfors).
Theloschistes chrysocarpoides WAIN.
Affinis est Th. villoso et Th. cymbalifero, at thallo margine vel apice
laciniarum fibrilloso, superne glabro dignotus. Thallus foliaceus, com-
pressus, fragillis, superne et inferne sordide albicans, KH O non rea-
gens, laciniis adscendentibus, sublinearibus, circ. 4—8 mm longis, 0,5 —
1 mm latis, apice obtusis, fibrillis concoloribus, 0,5—1,5mm longis, vulgo
simplicibus, marginalibus aut apicalibus instructus, superne glaber,
subtus canaliculatus aut planiusculus, nervis passim distinctis. Apothecia
subsessilia, lateri superiori et margini thalli affixa, basi bene constricta,
excipulo extus thallo concolore, glabro, disco aurantiaco, planiusculo,
margine duplice, integro, parathecio aurantiaco, amphithecio sordide
albicante. Sporæ 8næ, biscoctiformes, decolores, polari-dyblastæ, long.
0,015, crass. 0,007—0,008 mm, septo 0,003— 0,004 mm crasso. Asci ven-
tricosi. Paraphyses apice ramosæ, ramis clavatis, passim parce ramoso-
connexæ. Ad ramos arborum crescit.
Deutsch-Südwest-Afrika (Hereroland) : Dinter 50.
Roccella hereroensis WAIN.
Habitu subsimilis est R. Mossamedane Wain. (in Lich. Welw.), at
reactionibus ab ea differens. Thallo breviore, sorediis et reactione a
R. hypomecha Sch. differt. Placenta et basis thalli intus alba. Thallus
eirc. 40—20 mm. altus, ramis cire. 1—0,5 mm. crassis, teretibus, pallidis,
rigidis, sorediosis, extus neque K H O, nec Ca Cl: O2 reagens. Medulla
jodo non reagens. Stratum corticale ex hyphis verticalibus formatum.
Ster. Ad saxa calcarea legit Dinter.
Deutsch-Südwest-Afrika (Hereroland) : Dinter 93.
Xanthoria turbinata WAIN.
Est species insignis, apotheciis elevatis, stipitatis, medulla stipitis
laxissima a X. parietina differens. Thallus foliaceus, adpressus, lobatus,
(5) SCHINZ. BEITR.EGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. d
aurantiacus, impresso inæqualis, subtus concolor aut demum pallidior,
rhizinis sat parcis, brevibus, sordide albidis, sæpe fasciculatis instructus,
lobis rotundatis, Apothecia concolora, turbinato-elevata, circ. 2—1,5 mm
alta (cum stipite), stipite turbinato, superne sensim in apothecium tran-
seunte, 4,5—1,5 mm lata. Sporæ 8næ, decolores, oblongæ, long. 0,016—
0.013, crass. 0,006—0,005 mm, septa tenuia, primum poro distincto
instructa. Ad ramos arborum legit Dinter.
Deutsch-Südwest-Afrika (Hereroland) : Dinter 49, 49 6.
6 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (6)
EMBRYOPHYTA.
GRAMINA.
HACKEL (St-Pölten).
Eleusine somalensis HACK.
Annua? Culmus, ut videtur, prostratus, ramosus, ad nodos interdum
radicans, teres, glaberrimus. Folia e papillis patenti-pilosa : vaginæ ple-
rumque propter ramos patulos a culmo soluiæ, ligula brevis, membra-
nacea, truncata ; laminæ lanceolato-lineares, acuminatæ, cire. 5—8 cm Ig.,
3—4 mm It., margine scabræ, planæ, flaccidulæ. Spice in apice culmi
ramorumque sæpius bin, sibi approximafæ (interstitio cire. À cm longo),
late ovaiæ, vel rotundatæ 1—1,5 cm Ig., a culmo divergentes, rhachi sub-
trigona, glabra, cum spicula terminali. Spiculæ dense imbricatæ, sessiles,
ovatæ, 5—7-flores, 7 mm Ig., pallide virides demum substramineæ;
glum& steriles totam spiculam æquantes v. subsuperantes, ovato-lanceo-
latæ, subulato-acuminatæ, acumine rigido subpungente, rigide membra-
naceæ, glabræ, multinerves (nervis 5 crassioribus et sæpius 6 tenuioribus
percursæ); glumæ fertiles latissime ovatæ, in acumen breve pungens
subito contractæ, rigide membranaceæ, 5—nerves, carina in 2/s inferiore
breviter ciliata. Palea gluma sua paullo brevior, ovata, acuminata, carinis
valde curvatis alatis glabris.
Somal-Land : Webi-Habir (Keller).
Species glumis sterilibus muHinerviis ab omnibus congeneribus dis-
tinctissima, fere subgenus proprium habenda.
Andropogon (sect. SchizacHvrıum) Kelleri HACK.
Culmus prostratus ramosissimus, ramis ramulisque erectis plus minus
dense fasciculatis cire. 10 cm longis. Folia glaberrima : vaginæ arctæ,
internodia culmi subæquantes, ramorum autem valde superantes ibique
arcte imbricatæ ita ut folia fasciculos densos efforment. Ligula obsoleta,
marginiformis. Laminæ lineares, planæ a basi sensim angustatæ, tenui-
acuminatæ, erecto-patulæ, glabrescentes, etiam margine læves, tenui-
(7) SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 7
nerves, 3—7 cm (summum vix 0,5 cm) Ig., ad 2 mm latæ, vetustæ mox
delabentes. Racemus in apice ramorum solitarius, a folio summo haud
spathiformi plus minus remotus, 1,5—fere 3 cm longus, densiflorus,
sericeo-villosus, 4—6-articulatus, articulis subgracilibus v. crassiusculis
2/3 Spiculæ æquantibus, apice appendice brevi irregulariter cupuliformi
dentato instructis margine dorsoque dense sericeo-villosis, villis summis
articulo longioribus. Spiculæ sessiles lineari-lanceolatæ, 6 mm Ig., violas-
centes, glabræ (etiam callo): gluma Ima chartacea, brevissime bimucro-
nata marginibus anguste implicata, binervis, dorso parum depresso lævis,
carinis scabra ; IIda Jam subæquans, lanceolata, in aristam ea duplo bre-
viorem abiens, uninervis, superne ciliolata, acute carinata; II quam
IE 1 brevior, lineari-oblonga, obtusiuscula, enervis, superne ciliolata,
marginibus implicata ; IVa quam Ilda parum brevior, oblonga, in 14 supe-
riore biloba, aristam exserens perfectam circ. 15 mm longam gracilem,
cujus columna glabra, haud e glumis exserta quam subula basi laxe torta
triplo brevior est. Pedicelli spicularum neutrarum spiculis 8 duplo bre-
viores, articulis graciliores, apice haud cupulati, dorso glabriusculi, mar-
ginibus longe villosi, villis spiculam æquantibus. Spiculæ pedicellatæ cire.
6 mm Ig., lineari-lanceolatæ, purpurascentes, neutræ : glumæ [et II
3—nerves, breviter aristatæ, IIS ut in 8, IVa angustissima, breviter aris-
tulata. Reliqua 6.
Somal-Land : Tujusteppe Keller 156; Ogadeensteppe (Keller 129, dif-
fert aristis paullo brevioribus).
Species peculiaris, culmo pennæ corvinæ crassitie fere lignoso, longe
lateque prostrato ramorum fasciculos densissimos plus minus distantes
procreans, vagina summa non spathiformi sed a racemo distante et
laminam parvam sed reliquis similem ferente distincta. Spicularum struc-
tura affinis videtur A. pulchello Don ceterum habitu etc. valde diverso.
Panicum (sect. Dicrraria) macroblepharum HACK.
Perenne? Culmus erectus, superne longe nudus, simplex, præter nodos
paucos appresse pilosos glaberrimus. Folia glabra ; vaginæ teretes, arctæ,
internodia superantes; ligula membranacea, brevis, truncata, denticulata ;
laminæ lineares, sensim acutatæ, breves (3—6 cm Ig., 2—3 mm It.),
planæ, rigidulæ, læves, glaucescentes. Racemi 3—5 digitati, 4—6 cm Ig.,
rhachi tenui trigona glabra, ad racemorum ortum dense sericeo-barbata.
Spiculæ laxe dispositæ, in quovis nodiolo binæ, inæqualiter pedicellatæ
(pedicello altero spiculam æquante, altero ea Aplo breviore), 3—5 mm
longæ, lineari-lanceolatæ, pallide virides, lanatæ : gluma [ma minuta, [da
te MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (8)
spiculam longitudine atque lalitudine æquans, acuta, 3—nervis, ad nervos
longe patenlim villosa; IIS spiculam æquans, 5-nervis, ad nervum
medium glabra, ad laterales marginalesque villis quam spicula paullo vel
dimidio brevioribus patentibus densissime ciliata; gluma IVa spiculam
æquans, acuta, viridi-brunnea, punctulis seriatis scaberula.
Somal-Land : Laku, Keller.
Affinis P. commutaio Nees ex p. (P. Parlatorei Steud.), quod differt
gluma [Ida spicula breviori et multo angustiori, ut IIIe ad nervos laterales
ciliis brevibus porrectis instrueta, IVe plumbeo-viridi.
Aristida (sect. CHæ&rariA) Kelleri HACK.
Perennis. Gulmus erectus filiformis simplex v. e. nodo summo ramum
floriferum edens, ad apicem usque foliatus, glaberrimus, 20—30 cm altus.
Foliorum vaginæ internodiis breviores, ligula brevissima, ciliolata, laminæ
convoluto-setaceæ sensim acutatæ, præter marginem scabrum glaberrimæ.
Panicula spiciformis, ovali-oblonga, 1,5 : 3 cm, densissima rhachi glabra,
ramis brevissimis, appressis, 3—5nis; spiculæ in ramulis dense fascicu-
latæ breviter pedicellatæ, lineari-lanceolatæ, pallidæ : glumæ steriles
inæquales, [ 6 mm, II 10 mm Ig., lineares, breviter bidentatæ, inter
dentes mucronem v. (Ilda) setam brevem exserentes, uninerves, scabræ.
Gluma fertilis lanceolata, 3 mm 1g., basi in callum acutum curvulum con-
tracta, in 1/, inferiore dense sericeo-barbata, pilis sursum acerescentibus,
ceterum glabra, lævis, apice cum aristæ stipite tubuloso articulata, aristæ
tenuissimæ stipes 1 cm longus laxe tortus scaber, rami capillares erecti,
scabri, medius circ. 4 cm, laterales 2 cm longi.
Somal-Land : Ogadeensteppe, Keller.
Affinis A. hordeaceæ Kunth, quæ differt aristæ stipite haud torto,
ramis subæqualibus circ. 1,5 cm longis. A. Steudeliana Hochst. differt
insuper foliis planis.
Pennisetum macrourum TRIN. var. angustifolium HACK.
Südafrika : in palud. pr. Hilton Road, 3700’, Schlechter 6763.
Differt a typo foliis anguste linearibus convolutis 4 mm latis inferio-
ribus laxe ciliatis, culmo minus robusto, panicula breviore ad 8 cm longa.
Panicum æquinerve NEES var.
Südafrika : in gram. pr. Zuurbergen, 1800 ’, Schlechter 6575.
Differt a typo paniculæ rhachi ramisque glabris, spiculæ ceterum ple-
rumque uredine affectæ.
(9) SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 9
Trichopteryx stipoides HACK. var. natalensis HACK.
Südafrika (Natal) : Wood 6011; in gram. pr. Howick, 3600’, Schlechter
6792.
Differt a T. stipoide Hack. genuina Arundinella stipoide Hack. foliis
convolutis, aristis perfectis.
Andropogon amplectens NEES var. natalensis HACK.
Südafrika (Natal): Wood 6002.
Differt ab A. amplectente typico foliis culmeis basi angustis nec amplec-
tentibus; anne potius species distincta ?.
10 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (10)
LILIACEE.
Hans SCHINZ (Zürich).
Kniphofia Schlechteri SCHINZ.
Die kahlen, glatlen, linealisch lanzettlichen Laubblätter sind bis 1 m
lang und + 3 mm breit. Der Blütenstandschaft ist etwas kürzer als die
Laubblätter ; der Blütenstand selbst ist + 5 cm lang, oberwärts dicht-,
unterwärts unterbrochenblütig. Die Blüten sind kurz gestielt, die lanzett-
lichen Tragblätter sind zugespitzt, mit brauner Mittellinie versehen und
4 mm lang. Das Perigon ist röhrig, + 9 mm lang und + 3 mm weit, im
getrockneten Zustande gelbbraun; die Abschnitte sind stumpf eiförmig
und um ein Geringes länger als die Staubfäden.
Südafrika (Natal) : in saxos. pr. Van Rheenens Pass, 7000’, Schlechte
6940, 3. III. 95 fl.
Zur Vergleichung kommen Kniphofia breviflora Harv. (Baker in Journ.
Linn Soc. XI, p. 361) und K. gracilis Harv. (Baker 1, c. p. 362) in Be-
tracht, indessen haben beide stumpfe Tragblätter. Von K. breviflora,
einer Art, die von Wood am Van Reenens Pass in einer Höhe von 5 bis
6000’ gesammelt worden ist, besitzen wir ein von Wood selbst einge-
sandtes Exemplar, das insofern von der Beschreibung abweicht, als
dessen Tragblätter nicht stumpf, sondern spitz sind; die Blüten sind in-
dessen viel kleiner und enger als jene von K. Schlechteri.
(11) SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 11
DIOSCOREACE.
Hans SCHINZ (Zürich).
Dioscorea Brownii SCHINZ.
Eine kletternde(?) oder aufrechte Staude mit kahlen, wechselstän-
digen, bis 1 cm lang getielten, länglich lanzettlichen Laubblätiern mit
entweder am Grunde abgerundeter oder ganz allmählich in den an der
Basis‘scheidig erweiterten Blattstiel verlaufender, von einer deutlichen,
bis 3 mm langen Vorläuferspitze versehener Spreite. Die Nervatur tritt
unterseits deutlich hervor, im Uebrigen sind die elegant vom Stengel
abstehenden Laubblätter + 7 cm lang und + 13 mm breit. Die blatt-
achselständigen Blütenstände sind 8 mm lang und gestielt, verzweigt
traubig, armblütig zusammengezogen, zusammengeseizt aus +
kurzgestielten Partialblütenständen. Das Perigon ist trichterförmig ; die
Abschnitte sind länglich, dick, braunrot, an der meist etwas einwärts
gekrümmten Spitze hellgelbbraun, kahl und stumpflich, 2 bis 3 mm
lang. Die sechs Staubblätter sind kürzer als das Perigon. Weibliche
Blüten ?
Südafrika (Griqualand East) : Zuurberg, Tyson 1829.
Dioscorea Dinteri SCHINZ.
Eine kletternde Staude mit kurz-, aber mehr oder minder dicht behaar-
ten, + 5 cm lang gestielten, 5 zähligen Laubblättern. Die Blättchen sind
kurz gestielt, länglich verkehrteiförmig, kuspidat, + 5 cm lang und +
25 mm breit; die Nervatur tritt unterseits stark hervor. Die achsel-
ständigen, traubigen Fruchtstände sind + 3 cm lang gestielt Die Früchte
erreichen eine Länge von + 27 mm bei einer Breite von + 15 mm,
sie sind pubeszirend und besitzen nahezu parallele Längsränder. Die
Samenflügel sind + 14 mm lang und 5 mm breit.
12 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (12)
Deutsch-Südwest-Afrika (Hereroland) : Streydfontein bei Groot-
fontein, Dinter 705, 21. V. 99. fr.
In der Tracht erinnert diese Art an die in Natal vorkommende Dios-
corea microcuspis Baker (Flora of South Africa, VI, pag. 250), indessen
sind bei dieser die Blättchen kahlund nachdem Grunde zu stärker keilförmig
verschmälert. Die Angabe Bakers, dass die Früchte von D. microcuspis
kahl seien stimmmt übrigens, beiläufig bemerkt, auch nicht mit meinen
Erfahrungen überein, denn die verschiedenen Exemplare die mir zu
Gesichte gekommen sind, besitzen pubeszirende Früchte.
(43) SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 13
IRIDACHKA.
Hans SCHINZ (Zürich).
Antholyza Duftii SCHINZ.
Stengel durchaus kahl und meergrün. Die Laubblätter sind linealisch
lanzettlich, spitz, unbehaart und gleichfalls von meergrüner Färbung ;
sie erreichen eine Länge von + 35 cm bei einer Breite von + 4 mm.
Die an einseitswendigem Blütenstande inserirten Tragblätter sind grün-
lich, lanzettlich und spitz, Das Perigon, dessen Seitenlappen grün sind,
ist ausgezeichnet durch einen, kegelförmigen, abstehenden Sporn.
Deutsch-Südwest-Afrika (Kalachari) : bei Rietfontain, Duft 67, April
1899 f1.
Vielleicht liegt hier nur eine Spielart der von Pax beschriebenen (in
Englers bot. Jahrbüchern, XV [1893], pag. 156) Antholyza Steingrüveri
vor, immerhin unterscheidet sich letztere durch einen längern, abwärts
gerichteten Sporn.
Antholyza spectabilis SCHINZ.
Die Laubblätter dieser Art sind + 35 cm lang und + 8 mm breit,
kahl, spitz lanzettlich. Der Blütenstand erreicht eine Länge von + 20
cm. Die ungefähr 3 cm langen Tragblätter sind ungleich lang, die innern
pflegen kürzer als die äussern, stumpf und lilarot überlaufen zu sein.
Die Perigonröhre ist + 3 cm lang ; der obere Perigonabschnitt ist helm-
förmig, breit, die seitlichen sind viel kürzer, abgerundet, im Uebrigen
ist das Perigon prächlig purpurrot.
Deutsch-Südwest-Afrika (Hereroland): Waterbergplateau, Dinter.
19. IV. 1899 fi.
Die auffallende Pflanze erinnert an die Arten-Gruppe A. intermedia
Bak. (mit schwarzgeflecktem Perigon), A. æthiopica L. (mit breitern
Laubblättern) und A. caffra Ker. (mit schmälerm oberem Perigonab-
schnitt); bei allen drei genannten Arten sind überdies die Tragblätter
entschieden kürzer.
1% MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (14)
Watsonia spectabilis SCHINZ.
Eine stattliche, unverzweigte Pflanze von bis zu einem halben Meter
Höhe. Die Laubblätter sind linealisch lanzettlich, allmählich zugespitzt,
+ 15 cm lang und + 5 mm breit; nach oben zu nehmen sie an Länge
etwas ab. Die Tragblätter sind länglich, bespitzt, + 3 cm lang und + 6
mm breit. Die Gesamtlänge des kupferroten Perigons beträgt + 9 cm,
hievon entfallen 3 bis 3'/z cm auf die Saumlappen ; der von den Trag-
blättern verborgene Perigonteil ist zylindrisch und eng, oberhalb dieser
engen Röhre erweitert sich das Perigon plötzlich bauchig und weist eine
Krümmung auf. Die Saumlappen sind oberwärts + 8 mm breit, bespitzt,
am Grunde verschmälert, oberwärts elliptisch lanzettlich.
Südafrika (Kapkolonie): sandige Stellen am Sir Lowrys Pass, 500’,
Schlechter 6. VII. 1892.
Es ist mir nicht gelungen, diese Pflanze mit irgend einer beschrie-
benen Watsonia-Arten zu identifiziren ; kultivirt würde sie entschieden
eine auffallende Zierde unserer Gärten bilden !
Ixia Dinteri SCHINZ.
Die Pflanze besitzt haselnussgrosse, von Fasern bekleidete Zwiebeln.
Der Stengel ist aufrecht, zickzackförmig gebogen, kantig und kahl. Die
zweizeilig angeordneten Laubblätter sind linealisch, starr und + 3 mm
breit, die Länge lässt sich am vorliegenden Exemplar nicht mehr fest-
stellen. Der Blütenstand ist wenig verzweigt. Die häutigen, grünlichen
Tragblätter sind abgestutzt oder eiförmig. Die Perigonröhre ist + 2 mm
lang ; die Abschnitte sind + 5 mm lang und 2'/z mm breit. Getrocknet
besitzt das Perigon eine blaurötliche Färbung. Die im Schlunde des
Perigons inserirten Staubfäden sind ziemlich dick, frei + und 2 mm lang;
die Staubbeutel sind an ihrem Grunde der Spitze der Fäden inserirt.
Der Griffel besitzt eine Länge von ungefähr 2'/: mm und trägt ganz
wenig ausgerandete, + 1 mm lange Narben.
Deutsch-Südwest-Afrika (Hereroland): Spitzkopjes, auf Sumpfboden,
Dinter 32.
Ich glaube kaum fehl zu gehen, wenn ich obige Pflanze in der Gattung
Ixia unterbringe, dafür spricht, dass die Narben kurz zweilappig, also
eher etwas verbreitert als pfriemlich sind.
(15) SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 15
AMARANTAGEIR.
Hans SCHINZ (Zürich).
Amarantus Dinteri SCHINZ.
Eine einjährige, niederliegende, am Grunde verästelte Pflanze mit
verkehrleiförmigen, keilförmig in den Blatistiel verschmälerten, von
einer kurzen, wohlabgeselzten Spitze überragten Laubblättern. Der
Blattstiel ist dick. Die kahle Spreite ist weisslich berandet, unterseits
mit stark hervortretender Nervatur versehen und + 10 mm lang und
+ 7 mm breit. Die zu ährenförmigen, blattachselständigen, dichtblütigen,
verästelten Infloreszenzen vereinigten Blüten sitzen in den Achseln
eiförmig lanzetilicher, grannig zugespitzter Tragblätter die mit grün-
licher, verdickter Mittelrippe versehen und 3 mm lang sind. Die
in Dreizahl vorkommenden Blütenhüllblätter sind kurz begrannt, läng-
lich lanzettförmig, am Grunde höckerartig über die Insertionsstelle
hinaus verlängert und + #4 mm lang ; eines der drei Blätter ist aufrecht,
zwei dagegen von halber Höhe an abstehend. Der Fruchtknoten ist
verkehrteiförmig, oberwärts kegelförmig und besitzt drei papillöse Nar-
ben. Staubblätter? Die braunschwarzen Samen sind glänzend.
Deutsch-Südwest-Afrika (Hereroland): im Tsoachaubsand bei Salem,
Dinter, 29. VII. 1898 fl.
Marcellia Dinteri SCHINZ.
Ein Halbstrauch von Meterhöhe. Stengel und Zweige sind stielrund,
gerillt (den Längsstreifen entsprechen Bastbündel) und mit einem feinen,
schneeweissen, kurzen Filz bekleidet, der namentlich an jüngeren
Partien sehr dicht ist. Die Laubblätter sind zum Teil gegen- zum Teil
wechselständig, schmallinealisch, im getrockneten Zustande gefaltet und
gleichfalls filzig behaart. Die Spreitenlänge beträgt + 35 mm, die Breite
+ 2 mm. Die Blüten sind an ährigem Blütenstand Knäuelig gehäuft ;
jeder Partialblütenstand besteht aus zwei fertilen Blüten und zwei sterilen
d. h. aus zwei + zarien, geweihartig gekrümmten, aufstrebenden Dorn-
spitzen, die mit langen, geraden Seidenhaaren bekleidet sind. Trag- und
Vorblätter sind breiteiförmig, mit rigidem Mittelnerv versehen, der die
Blätter als kurze Spitze etwas überragt. Trag- und Vorblätter sind gleich
den Blütenhüllblättern rot. Die letzteren sind wollig behaart, circa 2
16 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (16)
mm lang. Das Androeceum entbehrt der Pseudostaminodien. Der Frucht-
knoten ist wollig behaart ; der Griffel ist + 1 mm lang und trägt eine
pinselförmige Narbe. Zur Fruchtzeit überragen die sterilen Blüten-
anlagen die zwei fertilen mittleren Blüten wohl um das Doppelte.
Deutsch-Südwest-Afrika (Hereroland) : Abassi, Dinter, 16. II. 1900
blüh. und frucht.
Ueber die Zugehörigkeit dieser Pflanze zu Marcellia kann kein Zweifel
erwachsen ; nächstverwandt dürfle ihr die gleich zu beschreibende
Marcellia splendens Schinz sein, bei der aber die Blütenhüllblätter zur
Fruchtzeit am Grunde stark verhärten, die Laubblätter breiter sind und
den Blütenhaaren der prächtige rote Schimmer fehlt, da Vorblätter,
Trag- und Blütenhüllblätter strohgelb sind.
Die Wiederherstellung der Baillonschen Gattung Marcellia verdanken
wir Lopriore, der in Englers bot. Jahrbüchern (XXVII, pag. 37) eine
sehr sorgfällige Studie über einige afrikanische Amarantaceen-Gattungen
geliefert hat, auffallend ist nur, dass Lopriore die geweihartigen Dorn-
spitzen der sterilen Blüten entgangen sind; dieselben scheinen mir
gerade für die Gattung Marcellia charakteristisch zu sein.
Marcellia splendens SCHINZ.
Aufrechte, mehrjährige, mit kurzem, schneeweissem Filz bekleidete
Pfianze mit zum Teil gegen- zum Teil wechselständigen, linealisch ver-
kehrtlanzettlichen Laubblättern von + 5 cm Länge und + 3 mm Breite.
Die anfänglich kurz filzigen Blätter werden später völlig kahl; sie sind
zugespitzt und verschmälern sich allmählich nach dem Grunde. Der
Blütenstand ist + 7 cm lang und etwa 2'/z cm dick ; die Partialblüten-
stände bestehen wiederum aus je zwei fertilen und zwei sterilen, in
geweihartig gekrümmte, lang behaarte Dornspitzen umgewandelten
Blüten. Die Tragblätter sind breileiförmig, zart und mit einem Spitzchen
versehen. Die Blütenhüllblätter schliessen dicht zusammen, sind kahl,
am Grunde verhärtet und stechend spitz. Pseudostaminodien fehlen.
Der Fruchtknoten ist behaart, die Narbe kopfig.
Deutsch-Südwest-Afrika (Hereroland) : in sandigen Flussbetten bei
Salem, Dinter 152.
In der Tracht erinnert diese prächtige Pflanze an Sericomopsis qua-
drangula (Engl.) Lopr. oder an Sericoma chrysurus Meisn.; auf die
Unterschiede gegenüber M. Dinteri habe ich bereits hinzuweisen Gele-
genheit gehabt.
17) SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 17
)
AIZOACEZ.
Hans SCHINZ (Zürich).
Pharnaceum detonsum FENZL
Hinsichtlich dieser Pflanze möchte ich darauf hinweisen, dass nach
allen Beschreibungen P. detonsum einfache Stipeln haben soll, eine
Prüfung der Ecklon und Zeyerschen Nummer 2494, deren Etiquette den
Vermerk P. detonsum Fenzl trägt, widerspricht diesen Angaben, denn
die Nebenblätter dieser Nummer sind zerschlitzt. Nun finde ich unter
den Schlechterschen Pflanzen vom Sir Lowrys Pass sub Nummer 1120
ein Pharnaceum, das sich durchaus mit dem Ecklon-Zeyerschen deckt.
Entweder ist die Diagnose von P. delonsum unexact im wichtigsten
Punkt oder beide Pflanzen gehören entweder zu P. incanum L. oder
gar zu dem polymorphen P. dichotomum L.; zu einer Entscheidung
langt das mir zur Zeit vorliegende Vergleichsmaterial nicht. Eine kri-
tische Untersuchung der Pharnaceum-Arten wäre überhaupt, das geht
schon aus den obigen Differenzen hervor, dringend notwendig.
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER, n9 20, 15 octobre 1900. 2
18 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (18)
PORTULACACEE.
Hans SCHINZ (Zürich).
Portulaca hereroensis SCHINZ.
Eine niederliegende Pflanze mit sehr dünnen, kantigen, gabelig ver-
zweigten Zweigen und kahlen, fleischigen, breiteiförmigen oder breit-
elliptischen, ungestielten, 2 bis 3 mm langen und 1'/2 bis 2 mm breiten,
in den Achseln behaarten Laubblättern. Die Blüten sind am Ende der
Zweige gedrängt zu wenigen. Die Kronblätter scheinen mit einander
verwachsen zu sein, doch lässt sich dies, da die Pflanze verblüht hat, nicht
mehr mit der wünschenswerten Sicherheit feststellen. Der Staubblatt-
apparat ist unzweifelhaft vierzählig und die Narbe ungeteilt. Zur Ver-
gleichung können nur in Frage kommen: P. quadrifida L. mit 8 bis 12
Staubblättern, P. saxifragoides Welw. mit zweiteiligem Griffel. Bei P.
sedoides Welw. sind die Laubblätter grösser und der Griffel ebenfalls
zweiteilig, ich glaube daher, dass Dinters Pflanze einen neuen, bis anhin
noch unbekannt gebliebenen Typus unserer Gattung repräsentirt.
Deutsch-Südwest-Afrika (Hereroland): Eromgunga, Dinter 468, 25.
HTI9IENE
(19) SCHINZ. BEITREGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 19
RUTAGCE.
Hans SCHINZ (Zürich).
Euchætis Schlechteri SCHINZ.
Ein Halbstrauch mit ungestielten, steiflichen, lanzettlichen, gekielten,
am Rande rauhen und mit langen Wimpernhaaren versehenen, dicht
aufeinander folgenden, + i2 mm langen und + 2'/z mm breiten Laub-
blättern. Die Blüten sind zu endständigen, kopfigen Knäueln vereinigt.
Die Kelchzipfel sind lanzettlich spitz, hautrandig, bewimpert, -E 3'/z mm
lang; die Kronblätter von fleischroter Färbung, + 5 mm, in der
obern Hälfte verkehrteiförmig, Kahl, unterwärts keilförmig verschmälert,
mit einer Querreihe von Haaren versehen und am Nagel bewimpert.
Südafrika (Kapkolonie): am Sir Lowrys Pass, 400’, 15. VII. 1892.
Schlechter 1171.
Diese Art scheint mir mit E. elata Eckl. und Zeyher verwandt zu sein,
indessen sind die Laubblätter nicht stumpf sondern spitz und die Petalen
keineswegs länglich lanzettlich ; so viel entnehme ich der Diagnose, zu
Gesicht habe ich die Ecklonsche Pflanze noch nicht bekommen.
20 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (20)
MALVAGEIR.
B. P. G. HOCHREUTINER (Genf).
H. hereroensis HOCHR.
Annuus. Caules erecti teretes, ut petioli et pedunculi villoso-pubes-
centes et glandulosi. Stipulæ duo filiformes; petioli limbo breviores,
lamina lanceolato-linearis, obsolete hastata, basi + cordata, margine ser-
rata, apice acula, Supra minutissime pilosa, subtus pilis stellatis rigidio-
ribus, majoribus prædita. Flores apice caulium congesti, in axillis folio-
rum plurimi : unus axillaris, ali e ramulo axillari mature evoluto sed
brevi nascentes; pedunculi petiolis breviores, infra apicem articulati.
Bracteæ involucri ca. 12, angustissime subulatæ ciliatæ. Calyx profunde
5 lobus, extus villosus, interdum glandulosus, intus glaber, lobis acu- -
minatis + longitudinaliter convolutis. Corolla rubra. Capsula calyce
brevior, globosa, apiculata, villosa. Semina squamis rectangularibus et
lineis fuscis ornata. Caulis ca. 65 cm. altus; stipule ca. 2 mm longæ;
petioli 1—4 cm longi; lamina 0,7—2.5 cm lata, 2,5—6 cm longa; pedun-
culi 0,5—3 cm longi; bracteæ ca. 0,5 cm long&, basi 0,5 mm latæ; calyx
ad 1,5 em longus, lobis 1 cm longis et 0,5 cm latis; capsula 1—1,2 em
longa — in sect. Ketmia.
Africa austro-occid. (Hereroland) : Salem, Dinter 104.
Cette espèce est très voisine de l’H. cordatus Hochst. dont elle diffère
par la forme des feuilles et par l’indument qui n’est jamais glanduleux
chez l’H. cordatus. Les semences des deux espèces sont à peu près iden-
tiques. L’H. hereroensis est aussi voisin de I’H. squamosus, mais les
écailles des semences ont une forme toute différente.
H. Dinteri HOCHR. Frutex; rami inferiores verisim. intricati atque
lignosi, superiores elongati, cylindrici, virides, pilis stellatis sparsis
scabri. Folia breviter petiolata; stipulæ filiformes; lamina usque ad basin
tripartita, segmentis linearibus, basi attenuatis, integris vel remote
dentatis, medio longiore. Folia inferiora glabrescentia, superiora, præ-
cipue subtus, hirsutiora, omnia scabrida. Flores parvi, solitarii, in axillis
foliorum, pedunculati — floribus H. micranthi similes — pedunculis ca.
medio articulatis; involucri bracteæ ca. 6, liberæ, subulatæ, + ciliatæ;
(21) SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 21
calyx profunde 5-lobatus, extus sparse pilosus, bracteis fere duplo lon-
gior, lobi longe attenuati, acuti, capsula immatura multo longiores. Petala
rubra, calyce fere duplo longiora. Columna staminalis brevior quam
petala, antheras in pluribus verticillis dispositas ferens. Stylus profunde
5 divisus, petalis parum longior; stigmata capitellata. Capsula immatura
globosa, breviter pilosa.
Petioli 1,5—5 mm longi; foliorum lobus med. 0,7—2 cm longus, 1—
2 mm latus, lobi lateral. 2—10 mm longi, 0,5—1,5 mm lati; peduneuli
ca. 12 mm longi; involucri bracteæ ca. 3,5 mm longæ, basi 0,5 mm latæ ;
calyx ca. 6,5 mm longus, lobis ca. 4,5 mm longis, basi 1—1,5 mm latis;
petala ca. 1 cm longa; capsula immatura 3,5 mm longa.
Africa austr.-occid. (Hereroland) : Dinter 83.
Syst. — Cette espèce rappelle beaucoup l’H. micranthus mais s’en dis-
tingue très nettement par ses feuilles trifoliolées à folioles linéaires.
Cette espèce rentre certainement dans la section Bombycella quoique
nous n’ayons pas vu ses graines mûres.
22 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (22)
ELATINACEÆ
Hans SCHINZ (Zürich).
Bergia prostrata SCHINZ.
Eine niederliegende, am Grunde holzige Pflanze mit dem Boden ange-
drückten, bis 30 cm langen, kurzbehaarten Zweigen. Die sehr kurz
getielten Laubblätter sind lanzettlich, gegen die Spitze zu entfernt
gesägt, lederig, kahl oder mit wenigen Wimperhaaren versehen, +6 mm
lang und +2 mm breit ; der Mittelnerv tritt unterseits namentlich gegen
den Grund zu sehr deutlich über die Spreitenfläche hervor und der
Blattrand ist unterseits etwas verdickt. Die Nebenblätter sind lanzett-
lichpfriemlich, + 2 mm lang, weichhaarig. Die 1'/: bis 2 mm langge-
stielten Blüten entspringen zu 2 oder 3 den Blattachseln ; die Blüten-
stiele tragen die charakteristische Behaarung. Die Kelchblätter sind
stumpf, mitunter von einem unansehnlichen Spitzchen überragt, rötlich.
Die verkehrieiförmigen Petalen sind ungefähr so lang wie die Kelch-
blätter, ab und zu etwas länger. Die den Kronblättern gegenüberste-
henden fünf Staubfäden sind fadenförmig, die fünf damit abwech-
selnden dagegen sind gegen die Basis zu verbreitert.
Deutsch-Südwest-Afrika |(Hereroland) : Orumbo am Nosob, auf Vley-
boden, Dinter 1335, 23. XI. 1899.
Unsere Art zeigt die grösste Aehnlichkeit mit Bergia decumbens
Planch., nur sind bei dieser die Blütenstiele nach Harvey länger —, nach
Oliver so lang oder länger als die Blüten, die Laubblätter linealisch oder
linealisch-lanzettlich und ungestielt, die Kelchblättter entschieden zuge-
spitzt. Bei Bergia polyantha Sond. sind die Kelchblätter sehr spitz ;
Bergia glomerata L. hat gefranste Nebenblätter und Bergia spathulata
Schinz besitzt spatelförmige Kelch- und zugespitzte Kronblätter. Bergia
anagalloides soll nach Oliver identisch sein mit Bergia polyantha Sond.,ich
möchte aber hiezu noch ein Fragezeichen setzen, denn bei Bergia ana-
galloides sollen die Blütenstiele 25 und mehr mm lang sein, was ent-
schieden für Bergia polyantha nicht zutrifft.
(23) SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 23
PASSIFLORACEÆ.
Hans SCHINZ (Zürich).
Paschanthus Jäggii SCHINZ.
Diese seltsame Pflanze hat mich schon mehrfach beschäftigt. Ursprüng-
lich lagen mir nur selbstgesammelte, spärliche Exemplare zur Unter-
suchung vor (aus Gross-Namaland und zwar von der Wasserstelle Guibes).
Ich glaubte mich damals berechtigt, eine besondere Gattung aufzustellen
(Verhandlungen des Bot. Ver. Prov. Brandenburg XXX (1888), pag. 253),
indem ich einerseits auf die Unterschiede gegenüber Modecca und ander-
seits auf die unverkennbare Uebereinstimmung mit Paschanthus hin-
wies. Bezüglich Paschanthus war ich auf die mangelhafte Beschreibung
von Burchell angewiesen. Anlässlich eines Aufenthaltes in Kew unter-
suchte ich sodann eine Blüte des Burchellschen, von Harvey Modecca
Paschanthus benannten Exemplars und kam zu der Ueberzeugung, dass
die Gattungen Paschanthus und Jäggia zweifelsohne zusammen zu ziehen
seien und ich habe dies denn auch getan in einer kleinen Publikation
über einige Transvaal-Pflanzen (Observations sur une collection de
plantes du Transvaal, im Bull. de la Soc. bot. de Geneve 1891); die
Frage. ob sich etwa meine als Jäggia repanda bezeichnete Pflanze sogar
mit Paschanthus repandus decke, habe ich damals offen gelassen und
begnügte mich damit, auf die Unterschiede in der Ausbildung der Kron-
blätter aufmerksam zu machen. Bestimmter spricht sich in dieser
Hinsicht Harms in einem Briefe an mich und dann in der Bearbeitung
der Passifloraceæ in den Natürlichen Pflanzenfamilien aus und heute
kann ich mich ihm, da mir nun reichlicheres Material vorliegt, nur voll und
ganz anschliessen. Auf den Unterschied in der Gestalt des Receptaku-
lums möchte ich allerdings wenig Gewicht legen, denn dieses scheint mir
sehr variabel zu sein, konstant ist aber die Form der Kronblätter. Ich
verweise in dieser Hinsicht auf die ausführlichen Beschreibungen an den
angegebenen Orten. Ich habe nun auch mit Sicherheit konstatiren könen,
dass Paschanthus Jägqü, so möchte ich diese Art nennen, polygam ist.
Zu dem schon bekannten Standort bei Guibes kommt hinzu : Harris
in Gross Namaland, an trockenen Stellen, Fleck 477, April 1891, in
Frucht und daher fraglich ; Windhoek, auf Granithügeln, Dinter 260,
30. I. 99, blühend und fruchtend.
24 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (24)
LYTHRACEA.
E. KEHNE (Friedenau).
Rotala Dinteri KŒHNE (subsect. Suffreniopsis).
Icon. Kehne Atl. ined. t. 3, p. 428. pe
Herba pygmæa ramosissima cire. 4 cm alt. Caules ramique exalati
molles teneri. Folia decussata internodiis multo longiora conferta, ses-
silia, e basi contracta inferiora lanceolata, superiora ovato-oblonga, versus
apicem subemarginatum sensim angustata, cire. 6—4 mm longa, 1,5 mm
lata. Flores secus magnam caulis ramorumque partem axillares sessiles
4-meri; prophylla tubum dimidium vix æquantia, subfiliformia albida.
Calyx late campanulatus, vix 2 mm longitudine æquans, celerrime semi-
globosus, lobi tubum dimidium æquantes enerves, appendices null.
Petala nunc 4 minutissima subulata vix conspicua, nunc unicum lobos
dimidios vix æquans obovatum (verisimiliter interdum nulla). Stamına
2, medio tubo inserta, episepala, lobos haud æquantia. Ovarium subglo-
bosum, stylus ovarii circ. !/; Jongitudine æquans. Capsula celerrime
accrescens purpurascens subsemiexserta subglobosa bivalvis, valvis trans-
versaliter dispositis.
Deutsch-Südwest-Afrika (Hereroland) : Waterberg, leg. Dinter.
Adn. Habitu R. mexicanæ Cham. et Schl. simillima, quæ lantum foliis
verticillatis, stigmate sessili, staminibus prope calycis basin insertis aliis-
que notis differt. Affinis R. fliformi (Bell.) Hiern, quæ foliis magis re-
motis capsulaque anguste ellipsoidea statim dignoscitur. Conjungit hanc
cum R. Stuhlmanni Kehne (in Engler, Ostafrika V, Pflanzenwelt C:
p. 285), qu& foliis magis remotis floribusque tetrandris distincta. Inse-
renda post R. filiformem.
Nesæa rigidula (Sond.) KCEHNE specimen brachystylum.
Adhuc exemplaria dolichostyla tantum nota erant, collecta in promon-
torio Bonæ Spei prope Aapiesrivier (minus puberula, calycibus 4—4,5 mm
æquantibus). Exemplaria nunc suppetentia speciei heterostyliam demons-
trantia describenda sunt notis hisce : ad 16 cm alta, inferne ramosa,
ramis erectis ascendentibusque caulem subæquantibus v. brevioribus, in
omnibus partibus (petalis exceptis) dense puberula. Calyx 6 mm Ig. Sta-
(25) SGHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 25
mina episepala lobos plus quam triente superantia, epipetala episepalis
parum breviora. Stylus ovario substipitato æquilongum lobis paullo bre-
vior.
Deutsch-Südwest-Afrika (Amboland) : Omupanda, Wulfhorst.
Nesæa Dinteri KŒHNE (sect. SALICARIASTRUM).
Icon. Kœhne Atl. ined. t. 76, fig. 423.
Annua glaberrima. Caules (7—22 cm) stricte erectus, basi 1—1,5 mm
diam., anguste 4-alatus, media parte plerumque ramis nonnullis 1,5—
45 cm æquantibus tenuibus patulo-erectis floriferis instructus. Folia
opposita, internodiis circ. æquilonga (inferiora subbreviora, superiora
longiora), e basi hastato-cordata semi-amplectente lineari-lanceolata (8—
25 mm Ig,, 1,5—5 mm lata), obtusa plana; nervi laterales parum con-
spicui. — Dichasia ramos totos caulisque partem superiorem eramosum
occupantia 2—7-flora; floris medii pedicellus cire. 2—4 mm Ig., ad vel
infra !/s prophylla cum floribus lateralibus medium haud v. paullo supe-
ranübus gerens; prophylla parva albida pedicello breviora. — Flores
4-meri. Calyx 2 mm æquans sub-4-angulus 8-nervis cyathiformis, fruc-
tifer sæpe subsemiglobosus; lobi tubi circ. ‘2 æquantes conniventes;
appendices brevissimæ patentes. Petala (circ. 1,5—1,5 mm lg.) subungui-
culata orbicularia, ex sicco intense rosea. Siamina 4 episepala, cire. ad
tubi 1 inserta, dimidia parte exserta. Ovarium obovatum, stylus stamina
manifeste superans. Capsula lobos paullo superans.
Deutsch-Südwest-Afrika (Hereroland) : Okaruse, K. Dinter 606.
Obs. Nesæa passerinoides Koehne et N. lythroides Hiern, species
annuæ, a N. Dinteri siaminibus 4 epipetalis præter alios characteres
nimium differunt. Ceteræ ejusdem sectionis species suffruticosæ v. fruti-
culosæ sunt, præterea aut stamimmbus 4 epipetalis, aut stam. 8 v. 10
gaudent.
Nesæa Lüderitzii KŒHNE var. hereroensis KŒHNE an species
propria?
Caules fuscescentes. Folia pro parte opposita, pro parte alterna. Pedi-
celli ad summum 2 mm lg. Calyx 2—2'/; mm Ig. Stylus stamina valde
superans. An species propria ?
Deutsch-Südwest-Afrika (Hereroland) : Otjinene, auf Kalk, Dinter
613.
Wegen der geringen Längenunterschiede der beiden Staubblatt-
kreise und wegen der feinen Behaarung rechne ich die Pflanze zu
26 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (26)
N. Lüderitzii Köhne, obgleich die Blätter teilweise wechselständig, die
Griffel länger und die Blütenstiele viel kürzer sind als bei den bisher
bekannten Formen. Eine neue Art auf Grund der geringen Unter-
schiede zu gründen, scheint mir ausgeschlossen.
Nesæa straminea KŒHNE (sect. SaLıcarIaSTRUM) An Nesææ Lüde-
ritzii var.?
Icon. Kœhne All. ined. t. 76, f. 424.
Suffruticosa humilis (cire. 10 cm alt.) glaberrima, valde ramosa ramis :
vetustioribus stramineis v. fere ochraceis, patulo-erectis v. pro parte paten-
tibus, argute A-angulis, junioribus potius bisulcis, ad angulos minutissime
serrulatis. Folia opposita, subsessilia, e basi dilatato-cordata sublinearia
(6—11 mm Ig., 1—1,5 mm lata), margine maxime revoluta (saltem in
sicco), pallide cano-vıridia glaberrima. Flores pauci in axillis ramorum
mediis paucis v. paucissimis solitarii v. in dichasiis 3-floris dispositi;
pedicelli 3—7 mm Ig., prope apicem prophylla parva albida gerentes;
flores laterales dum adsunt medium æquantes. Calyx (3,5 mm Ig.) turbi-
nato-campanulatus 8-nervis; lobi tubi circ. !/; æquantes erecti; appen-
dices subnullæ pliciformes. Petala 4 (cire. 3 mm lg.) vix unguiculata
orbicularia purpurea. Stamina 8, fere æquilonga, supra lobos !/. exserta,
ad tubi circ. '/s, episepala epipetalis paullo inferius, inserta. Ovarium
piriforme. Stylus ovarii duplam longitudinem æquans, stamina valde
superans (an flores dimorphi?). Capsula calycem superans parte exserla
nigrescenti-fusca.
Deutsch-Südwest-Afrika (Hereroland) : Tsoachaubsand, Salem,
Dinter 139.
Obs. A N. Lüderitziüi proxime affini statura humili, ramorum vetus-
tiorum colore, glabritie, ovarii forma piriformi differt.
LU, ts ARR
(27) SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 27
SCROPHULARIAGCER.
Otto STAPF (KEW) und Hans SCHINZ (Zürich).
Lindernia Dinteri SCHINZ.
Laubblätter gegenständig, lanzettlich, ungestielt, am Stengel herab-
laufend und daher der letztere geflügelt, spitz, fast fleischig, jederseits
mit 3 bis 4 entfernt stehenden Sägezähnen versehen, + 13 mm lang
und + 3 mm breit. Die kurz gestielten Blüten entspringen einzeln
den Laubblattachseln; der Kelch ist fünfzähnig, breit fünfflügelig ; die
linealisch lanzettlichen Kelchzähne sind spitz und + 2 mm lang. Krone?
Die scheidewandspaltige Kapsel hat eine durchschnittliche Länge von
4 mm.
Deutsch-Südwest-Afrika (Hereroland) : Waterbergplateau, Dinter
563, 9. IV. 99 fr.
Das Pflänzchen besizt die Tracht der Lindernia abyssimica Vatke, unter-
scheidet sich aber durch die kurz gestielten Blüten.
Dintera STAPF.
Eine neue Serophulariaceen-Gattung aus Südwest-Afrika.
Ich hatte vor kurzem Gelegenheit ein Bruchstück einer von K. Dinter
in Südwest-Afrika gesammelten Wasserpflanze zu sehen, in welcher
ich eine neue Art von Bythophyton, einer wenig bekannten indischen
Gattung, zu erkennen glaubte. Herr Professor Schinz hatte auf meine
diesbezügliche Mitteilung hin die Freundlichkeit mir alles, was von dieser
Pflanze in seinem Besitze war, zur weiteren Untersuchung anzubieten.
Das Ergebnis meiner Studie war, dass die südwestafrikanische Pflanze
allerdings dem Bythophyton sehr nahe stehe, aber wegen der verschie-
denen Plazentation und einiger anderer, weniger wichtiger Unter-
schiede vorderhand am besten als Vertreter einer noch unbeschrie-
benen Galtung betrachtet werden dürfte. Der besseren Uebersicht halber
sollen die Beschreibungen der beiden Gattungen nebeneinander gestellt
und die Charaktere durch welche sich Dintera von Bythophyton unter-
scheidet, durch gesperrte Lettern hervorgehoben werden.
28 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. =
Dintera STAPF.
Flores cleistogami.
Calyx alte 5-(rara 6-) fidus, lo-
bis oblongis obtusis.
Corolla calycem subæquans,
ellipsoidea ; tubus intus antice sparse
glandulis sessilibus aspersus, labiis mi-
nutis clausus; labium superum
breviter bilobum, exterum, lobis
latis obscure apiculatis; labium in-
ferum 3-lobum, lobo medio intimo,
ut lateralibus, late rotundato.
Stamina 2, anteriora; filamenta bre-
vissima, glabra, supra medium orta;
antheræ loculis inæqualibus (i. e. inte-
rioribus vel approximatis minoribus),
indehiscentibus vel imperfecte indehis-
centibus, connectivo inter loculos dis-
tincto ; staminodia nulla.
Ovarium ellipsoideo-globosum, uni-
loculare; stylus brevissimus; stigma
paullo incrassatum; placentæ parie-
tales, bifurcatæ, scutiformes;
ovula numerosa, anatropa, micropyle
infera.
Fructus ambitu orbiculari-obovatus,
a latere modice compressus, pericarpio
pertenui, apice breviter septi-
cide dehiscens vel irregulariter
ruptus.
Semina numerosa, oblonga, teretia
vel magis minusve compressa, minuta;
testa crustacea, stratis cellularum 2;
stratum exterius cuticula brunnea vel
nigrescente crassa eximie foveolata fo-
veolis peraltis; stratum interius tenuis-
simum.
Albumen nullum.
Embryo oblongus, semini conformis,
cotyledones crassi quam radicula bre-
viores.
Herba pumila, subcæspitosa, glaber-
rima, aquatica, submersa; caulis alte
quadrialatus; folia opposita, sessilia,
(28)
Bythophyton HOOK. fi.
Flores cleistogami.
Calyx alte 3-(rarissime 5-) fidus
lobis lineari-subulatis.
Corolla calyce multo brevior,
ellipsoidea ; tubus utrinque glaber,
labiis minutis clausus; labium supe-
rum integrum, exterum, late rotun-
datum; labium inferum 3-lobum, lobo
medio intimo, ut lateralibus, rotundato.
Stamina 2, anteriora : filamenta bre-
vissima, glabra, supra medium orta;
antheræ loculis subinæqualibus (i. e.
interioribus, vel approximatis submi-
noribus) indehiscentibus vel imperfecte
dehiscentibus, connectivo inter loculos
distincto: staminodia nulla.
Ovarium ellipsoideo-globosum im-
perfecte (i. e. ad ?/s) biloculare;
stylus brevissimus;; stigma paulo incras-
satum; placentæ centrales; ovula
numerosa, anatropa, micropyle infera.
Frucius ellipticus, a latere admo-
dum compressus, pericarpio tenui, lo-
culicide 2-valvis, valvis magis
minusve bifidis.
Semina subnumerosa, oblonga, magis
minusve compressa, minuta, testa cru-
stacea, stratis cellularum 2; stratum
exterius cuticula brunnea crassa foveo-
lata foveolis non altis; stratum inte-
rius tenuissimum.
Albumen nullum.
Embryo oblongus, semini conformis ;
cotyledones crassi quam radicula bre-
viores.
Herba pumila, subcæspitosa, glaber-
rima, aquatica, submersa; caulis sub-
teres; folia opposita, lineari-subulata.
(29) SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHFN FLORA. 29
ovata. Flores in axillis foliorum soli- | Flores in axillis foliorum solitarii ses-
tarii, sessiles, minuti, ebracteati. siles, minuti, ebracteati vel interdum
bracteolis 2 suffulti.
Distributio : Africa meridionali- Distributio : India orientalis.
occidentalis.
Die einzige Art der neuen Gattung mag, wie folgt, beschrieben werden:
Dintera pterocaulis STAPF. Cæspites parvuli ad 10 cm alti. Caules
imprimis prope basin ramosi, alte quadrialati, alis tenuibus ultra À mm
latis, internodiis ad 1 cm longis. Folia late ovata, semiamplexicaulia, acuta,
apice recurva, marginibus incrassatis, majora 6 mm longa, 4 mm lata, 5-
nervia. Calyx sub anthesi vix 1—5 mm longus segmentis quam tubo 3-plo
longioribus 1-nervibus, in fructu paullo ampliatus, 2—2,5 mm longus.
Corolla 1—2,5 mm longa, labio supero quam infero paullo longiore lobis
omnibus minutis. Antherarum loculi exteriores majores, obovoidei, basi
subacuti vel obtusi, 3—3,5 mm longi, interiores similes, fere duplo
minores. Ovarium circa 0,8 mm longum. Fructus ad 3 mm longus.
Semina 0,4—0,5 mm longa, 0,2—0,25 lin. lata.
Deutsch-Südwest-Afrika (Hereroland) : in aquis ad Waterbergplateau,
Dinter 568.
Der anatomische Bau des Stengels (t. II, f. 1) ist der für typische
Wasserpflanzen charakteristische. Auf eine ziemlich weitzellige Epi-
dermis (t. II, f. 3) mit verhältnismässig stark verdickten Aussenwänden
und deutlicher Kuticula folgt kleinzelliges, chlorophyllführendes Paren-
chym, das in Lamellen angeordnet ist, welche weite Lakunen umschlies-
sen. Diese Lakunen fliessen später in den Flügeln in Folge des Zer-
reissens oder Schwindens der trennenden Lamellen mehr oder weniger
zusammen, so dass die Flügel hohl werden, während das das zentrale
Leitbündel umgebende Parenchym erhalten bleibt. Die Stengel von
bythophyton sind ähnlich gebaut (t. II, f. 2). Es fehlen aber die Flügel,
und die sehr weiten Lakunen (etwa 6—8) sind radial angeordnet. Die
Blätter sind von fünf vom Grunde an getrennten Leitbündelsträngen
durchzogen, wie dies auch bei den grössten Blättern von Bythophyton der
Fall ist, nur dass die Nerven bei diesem viel feiner und in folge der fast
pfriemenförmigen Gestalt der Spreite nahe aneinander gerückt sind. Die
känder sind knorpelig verdickt. Die Epidermis der Oberseite (t. IL, f. 4,
6) besteht aus langgestreckten, ziemlich regelmässig polygonalen Zellen
mit schwach verdickten Aussenwänden und entbehrt der Spaltöffnungen
gänzlich; diejenige der Unterseite (t. II, f. 5, 7) besitzt Zellen mit mehr
oder weniger wellig gebogenen Seitenwänden, stärker verdickten und
30 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (30)
deutlich kuticularisirten Aussenwänden. Sie enthält auch Spaltöffnungen
in geringer Zahl. Soweit meine Beobachtungen reichen, dürften die-
selben functionslos sein. Das parenchymatische Grundgewebe besteht
aus etwa drei Schichten, wovon wenigstens die oberen zwei reichlich
Chorophyll führen und kleinzellig sind. Die knorpelige Consistenz der
Ränder (t. II, f. 8) ist bedingt durch die ausserordentliche Verdickung
der Wände der Epidermiszellen, und den kollenchymatischen Charakter
der unmittelbar auf die Epidermis der Unterseite folgenden Zellschicht.
Von der Oberfläche gesehen, erscheinen die Epidermiszellen des Blatt-
randes ungemein wellig kontourirt und unregelmässig. Vorblätter fehlen
in Dintera, Wie auch in der Regel in Bythophyton. Nur einmal beob-
achtete ich solche in der letzteren Gattung, in welchem Falle sie, abge-
sehen von der Grösse und der reduzirten Nervatur (nur ein Mittelnerv),
den Blättern von Diniera recht! ähnlich waren. Der Kelch von Diniera
ist normal fünfzählig, nur selten sechszählig gebaut. Bei der Kleinheit
der Blüten und dem spärlichen mir zur Verfügung stehenden Material,
war es mir jedoch nicht möglich in letzterem Fall die Stellung der sechs
Kelchzipfel zu den Kronenabschnitten festzustellen. Auch die Zahl der
Kelchzipfel von Bythophyton ist etwas variabel. Die Norm ist zweifel-
los die Vierzahl ; aber in einem Falle fand ich fünf wohlentwickelte und
unter sich ganz gleiche Abschnitte (t. I, B. f. 1). Die Verschiedenheit
der Kelchabschnitte in beiden Gattungen in Bezug auf ihre Gestalt
erhellt aus der Beschreibung; sie läuft parallel mit der verschiedenen
Ausbildung der Laubblätter. Die Krone (1.1, A.5 u. t. I, B. 3) ist in
beiden Gattungen, abgesehen von der verschiedenen Zahl der Ab-
schnitte, sehr ähnlich, und bleibt geschlossen. In Dintera treten an der
Innenseite in der Nähe der Insertion der Stamina winzige, aus sitzenden
Kopfhaaren bestehende Drüsen (t. I, A. 15) in sehr beschränkter Zahl
auf. Das Andrœceum (t. 4, A. 7 u. B. 5) weist kaum irgendwelche
Unterschiede in den beiden Gattungen auf. Staminodien habe ich nicht
beobachtet. Die beiden Antherenhälften sind deutlich getrennt und
ungleich gross, und zwar so dass die respektiven inneren, einander genä-
herten Hälften kleiner sind. In einzelnen Fällen scheinen diese sogar
taub zu sein. Der Pollen (t.I, A. 9) ist kugelig, ohne irgendwelche
Skulptur der Exine, und treibt seine Schläuche von der Anthere (t. I,
A. 8) aus. Die Stellung der Antheren ist eine solche, dass sie unmittel-
bar über der Narbe zu stehen kommen, an welche sie durch die aus-
keimenden Pollenschläuche so geheftet werden, dass sie schliesslich
nicht mehr ohne Zerreissen davon getrennt werden können. Der Griffel
(31) SCHINZ. BEITRÆCE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 31
ist in beiden Gattungen fast vollständig unterdrückt, besonders in Din-
tera. Die Plazenten von Dintera sind durchaus wandständig (t. IT, A. f.
6,415 u. 14). Die Karpellränder springen mässig nach innen vor, um
sich dann nach links und rechts zu wenden und so eine dünne, schild-
förmige Plazenta zu bilden, die — abgesehen von einer nackten Miitel-
linie — mit mehreren Reihen von Samenknospen dicht besetzt ist.
Diese sind anatrop, im unteren Teile absteigend, oben aufsteigend und
dazwischen Mittelstellungen einnehmend, mit der Mikropyle nahe dem
Anheftungspunkt. In Bythophyton (t. I, B. f. 4 u. 8) dagegen vereinigen
sich die Karpellränder bis über die halbe Höhe hinaus in eine Scheide-
wand, während sie sich in dem oberen Teil des Fruchtknotens auf
dessen Wände zurückziehen und nur schmale Leisten bilden. Die Pla-
zenten verlaufen entlang der Vereinigungslinie der Karpelle als wenig
einspringende Wülste. Die Samenknospen sind weniger zahlreich als
in Diniera und, wie es scheint, durchaus absteigend, im übrigen aber
von gleicher Beschaffenheit. Die Früchte von Bythophyton wurden von
Sir Joseph Hooker (Hooker’s Journ. Bot. IX, 1857, p. 245, t. 7 sub Micran-
themo indica, und in Fl. Brit. Ind. IV, 286) als Kapseln beschrieben die mit
zwei zweispaltigen Klappen aufspringen. Die wenigen an den Original-
Exemplaren noch vorhandenen, reife Samen enthaltenden Früchte (t. I, B.
f. 6 u. 7) zeigen an der Spitze sehr kurze parallel dem Septum verlau-
fende Dehiszenzspalten, die also der Teilungslinie der Klappen in Sir
Joseph Hooker’s Beschreibung entsprechen würden. Eine loculizider
Dehiszenz entsprechende Trennungslinie habe ich an Querschnitten
durch die Frucht nicht konstatiren können; es ist aber ganz wahrschein-
lich, dass das zarte Perikarp schliesslich in der Mediane aufbricht. Sehr
ähnlich verhält sich Dintera (t. I, A. 11 u. 12), nur dass der Dehiszenz-
apparat, wie es scheint noch weniger entwickelt ist und die Aussaat der
Samen gelegentlich auch durch unregelmässiges Zerreissen der Frucht-
wand erfolgt. Die Samen beider Gattungen sind sehr ähnlich ; nur sind
jene von Dintera etwas kleiner und durch eine mehr ausgearbeitete
Kuticularsculptur ausgezeichnet. Die Testa besteht in beiden Fällen aus
zwei Zelllagen, wovon die innere sehr dünn und oft mehr oder weniger
obliterirt ist (t. II, f. 92). Die Aussenwände der äusseren Zelllage sind
stark verdickt (t. I, f. 9) und mit einer braunen bis schwarz-braunen,
sehr derben Kuticula bedeckt, die regelmässige Wabenstruktur besitzt
(t. II, f. 9, 10). Die Waben sind sehr tief mit sehr feinen Seitenwänden
in Dintera, dagegen sehr seicht in Bythophyton. In keiner von beiden
Gattungen ist ein Nährgewebe vorhanden und die Embryonen beider
sind ganz gleich gebaut (t. I, A. f. 49),
32 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (32)
Der kleistogame Charakter der Blüten bedarf nach dem oben gesagten
keines weiteren Beweises. Sir Joseph Hooker hat die Vermutung aus-
gesprochen, dass Bythophyton vielleicht auch, wenn als Landform vor-
kommend, chasmogame Blüten entwickle. Der anatomische Bau des
Stengels von Bythophyton und ebenso von Dintera, zeigen jedoch eine
so hochgradige Anpassung an das Leben im Wasser, dass wir, wenn
Landformen oder Landstadien wirklich existiren sollten, auch einen
weitgehenden Dimorphismus der vegetativen Organe oder wenigstens
der Axen erwarten müssten. Diesbezügliche Beobachtungen am Stand-
orte wären sehr erwünscht. Ueber die systematische Stellung von Dintera
ist nicht viel zu sagen. Sie ist wie Bythophyton zweifellos ein Glied der
an kleinen Wasserpflanzen oder Hygrophilen reichen Gruppe der Limo-
sellen.
(33) SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN FLORA. 33
ACANTHACEE.
Hans SCHINZ (Zürich).
Petalidium Rautanenii SCHINZ.
Ein Strauch mit drüsig behaarten Zweigen und Laubblättern. Die
letztern sind bis 7 mm langgestielt, breit elliptisch bis verkehrt lanzett-
lich, bespitzt, + 2'/s cm lang und + 12 mm breit. Die + 5 mm lang-
gestielten Blüten stehen einzeln in den Achseln der Laubblätter. Die
Brakteolen sind bootförmig, zugespitzt, rigid, stark drüsig, am Grunde
verwachsen und muschelartig aufeinanderliegend, sie sind + 13 mm
lang und + 9 mm breit. Die fünf Kelchzipfel sind am Grunde ver-
wachsen, linealisch lanzettlich, spitz, drüsig, und + 4 mm lang, während
der ganze Kelch eine Länge von + 6 mm hat. Die Röhre der weissen
Krone ist 18 mm lang und auf eine Länge von + 8 mm zylindrisch,
die obere Partie ist trichterförmig bei einseitiger stärkerer Erweiterung;
die Kronlappen sind ungefähr 7 mm lang und etwa ebenso breit. Die
Staubfäden der vier Staubblätter sind paarweise verwachsen und laufen
als Rippen auf der Innenseite der Kronröhre herab. Die Staubbeutel
sind am obern Ende bespitzt. Der in zwei Narbenäste geteilte Griffel
ist behaart.
Deutsch-Südwest-Afrika (Hereroland) : Outjio, Rautanen 252.
Ueber die richtige Stellung von Petalidium Rautanenü (Petalidium im
Sinne von Bentham und Hooker) kann kein Zweifel herrschen. Bau der
Krone, des Blütenstandes, des Pollens und der Narbe stimmen durchaus
mit Petalidium linifolium Th. Anders. überein. Nun haben aber Engler
und Lindau 'Petalidium von Pseudobarleria abgetrennt und zwar sollen
nach Lindau bei Pseudobarleria die beiden vorderen Kelchzipfel mit
einander verwachsen sein. Das stimmt indessen nicht für Pseudobar-
leria linifolia (Anders.) Lindau, eine Pflanze, deren Kelch durchaus mit
der oben diagnostizirten Art übereinstimmt und man möchte sich daher
fragen, ob vielleicht die Trennung von Petalidium und Pseudobarleria
nicht doch eine unnatürliche ist. Aus diesem Grunde stelle ich meine
Pflanze zu Petalidium, welcher Gattungsnahme bei einem Zusammenzug
der beiden fraglichen Genera die Priorität besässe.
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n°9 20, 15 octobre 1900. 3
3% MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (34)
CUCURBITACEÆ.
A. COGNIAUX (Verviers).
Citrullus Naudinianus HOOK. f. var. major COGN.
Planta tota multo major et robustior. Petiolus robustus, 6—7 cm
longus. Folia supra tota viridi-cinerea, 15—18 cm longa et fere totidem
lata. Pedunculus masculus 2—3 cm longus. Calycis tubus 8 mm latus;
lobi lineari-subulati, 7—10 mm longi. Corollæ segmenta obovata. apice
apiculata, 3 cm longa, 2 cm lata.
Deutsch-Südwest-Afrika (Hereroland) : Okahandja, Dinter 452,
März 1899.
(35) SCHINZ. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER AFRIKANISCHEN ELORA. 39
CAMPANULACEE.
Hans SCHINZ (Zürich).
Prismatocarpus junceus SCHINZ.
Ein ginsterartiger Halbstrauch mit kahlen, schlanken, armblätterigen:
kantigen Zweigen die mit erhabenen Längslinien versehen sind. Die
ungestielten Laubblätter sind von schmallanzettlichem Umriss, am Rande
verdickt, mit durch weite, seichte Buchten getrennten Sägezähnen ver-
sehen, kahl bis 2 cm lang und + 3 mm breit. Die fünf Kelchzähne der
einzeln stehenden Blüten sind pfriemlich lanzettlich, spitz, + 8 mm
lang; die (unvollständig erhaltene) Krone ist glockig. Die Staubfäden
sind unterwärts plötzlich verbreitert. Der Griffel scheint kürzer als
die Krone, aber länger als die Kronröhre zu sein. Die Frucht ist pris-
matisch, + 33 mm lang, kahl und dreiklappig.
Deutsch-Südwest-Afrika (Gross-Namaland) : auf trockenen Felskup-
pen an der Südseite der östl. Auasberge, 1800 m, Dinter 806, Okt. 1899.
Die dreiklappige Frucht ist für diese Art, deren Verwandtschaft in
der Nähe von Pr. campanuloides Sond. zu suchen sein dürfte, charakte-
ristisch.
36 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (36)
COMPOSITE.
Hans SCHINZ (Zürich).
Cotula paradoxa SCHINZ.
Eine landbewohnende, bis 11 cm hohe, vom Grunde an stark ver-
zweigte Pflanze, deren Zweige mit langen, etwas anliegenden, feinen
Haaren besetzt sind. Die am Grunde paarweise scheidig verwachsenen
Laubblätter sind kammförmig doppelfiederteilig geschlitzt, die Abschnitte
sind + ‘/ mm breit, kahl oder nur mit vereinzelten Haaren besetzt. Die
Blütenstandstiele sind + 9 cm lang, unter den Blütenköpfchen am dich-
testen behaart. Die Blütenköpfe sind erbsengross. Die Hüllblätter sind
länglich, stumpf; die einzelnen Blüten entziehen sich einer Untersu-
chung, da sie noch wenig entwickelt sind.
Südafrika (Kapkolonie): Sir Lowrys Pass, in arenos, humid., 500’,
Schlechter 1414, 15. VI. 1892.
Diese interessante Art erinnert durchaus an die wasserbewohnende
C. myriophylloides Harv. und auf den ersten Blick könnte man wohl
vermeinen nur eine ans Landleben angepasste Form genannter Art vor
sich zu haben. Die nähere Untersuchung zeigt aber erhebliche Unter-
schiede : bei C. myriophylloides sind die Laubblätter fingerig geteilt,
bei paradoxa kammförmig und bei myriophylloides sind die Hüllblätter
überdies viel breiter als bei paradoxa.
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MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
TAFEL-ERKLÄRUNG
I A. Dintera pterocaulıs.
. Zweigende. 3 X.
. Zweigspitze mit Blüte und Knospe. Die Blätter sind aus ihrer aufrechien
Stellung zurückgebogen, um Blüte und Knospe zu zeigen. 10 X.
. Einzelne Blüte. Zwei der Kelchabschnitte zurückgeschlagen. 15 X.
. Blüte nach Entfernung des Kelches. Oberlippe aufgebogen, um die Aesti-
vation zu zeigen. 33 X.
. Querschnitt durch einen Fruchtknoten. 33 X.
. Blumenkrone, aufgeschnitten entlang der Mittellinie der Oberlippe. 33 X.
. Anthere mit auskeimenden Pollenschläuchen. 60 X.
. Pollenkorn. 300 X.
. Blütendiagramm.
. Reife Frucht von vorne. 10 X.
1. Dieselbe von der Seite. 10 X.
. Fruchtwand, mit einer der Plazenten. nach Entfernung der Samen. 12 X.
. Mittelstück aus der Frucht herausgeschnitten, um die beiden Plazenten von
der Seite zu zeigen. 12 X.
. Drüsenhaare aus der Krone. 200 X.
. Samen. 50 X.
. Längsschnitt durch einen Samen. 50 X.
. Querschnitt durch einen Samen. 80 X.
. Embryo. 115 X.
I. B. Bythophyton indieum Hook. f.
. Blüte mit fünfzähligem Kelch. 6 X.
. Blütendiagramm.
. Blüte nach Entfernung des Kelches. 40 X.
. Querschnitt durch den untern Teil des Fruchtknotens mit jungen Samen.
16 X.
. Blumenkrone, geöffnet. 30 X.
. Frucht von vorne. 40 X.
. Frucht von der Seite. 10 X.
. Mittelstück aus dem Fruchtknoten herausgeschnitten, um die unvollständige
Scheidewand zu zeigen. 15 X.
. Querschnitt durch einen Samen. 110 X.
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MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
TAFEL-ERK LARUNG
IF.
Querschnitt durch den Stengel von Dintera pterocaulis. 10 X.
. Querschnitt durch den Stengel von Bythophyton indieum. 10 X.
. Epidermis und darunter liegende chlorophyllführende Parenchymschicht
aus einem der hohen Flügel des Stammes. Diese und alle folgenden
Figuren beziehen sich auf Dintera pterocaulis. 300 X.
. Epidermis und darunter liegendes chlorophyllführendes Parenchym aus
einem Blatt-Querschnitt (Oberseite). 300 X.
. Epidermis und darunter liegendes chlorophyllfreies Hypoderm, aus einem
Blatt-Querschnitt (Unterseite). 300 X.
Epidermis der Blattoberseite. 200 X.
Epidermis der Blattunterseite mit funktionsloser Spaltöffnung. 200 X.
. Querschnitt durch den knorpeligen Blattrand. 200 X.
. Längsschpitt durch den oberen Teil eines Samens. 150 X.
Teil der Kuticula eines Samens, von der Oberfläche gesehen. 150 X.
EN
Lith L Combes, Montpellier
nn nn
Stapf.
D
INDICUM,
APF. — B. BYTHOPHYTON
BR,
Hoo
S/ST
INTERA PTEROCAULI
37
SOC HEURE
POUR
L'ÉTUDE DE LA FLORE FRANCO-HELVÉTIQUE
SOCIÉTÉ POUR L'ÉTUDE DE LA FLORE FRANÇAISE (TRANSFORMÉE)
1899
NEUVIEME BULLETIN
COMITE POUR 1899 : ERS
MM. Camus, Gillot, Malinvaud.
SOCIETAIRES :
MM. Autran, Burnat, Camus, Corbiere, Coste, Flahault, Foucaud,
Gillot, Hariot, fr. Heribaud, Hervier, Hy, Jeanpert, Malinvaud, Neyra,
F.-0. Wolf.
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, no 20, 15 octobre A900.
38 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (2)
PLANTES PUBLIÉES EN 1899
M. AurTran. (Contingents de 1898, 1899, 1900, 1901). — X Sorbus
Hostii (S. Aria X Chamæmespilus); Alchimilla Hoppeana; A. alpigena;
A. alpigena forma; A. chirophylla; A. nitida; A. nitida, 2me station;
A. petiolulans; A. amphisericea; A. atrovirens; A. leptoclada; A. Jaque-
tiana; A. fallax f. aprica; A. incisa f. aprica; A. gracilis; A. sinuata;
A. trunciloba; A. aggregata; Campanula Bellardi f. minor; C. Bellardi f.
vegeta; Solanum melanocerasum; S. humile; S. alatum.
M. Burnat. (Contingent de 1900 par avance). — Iberis umbellata ;
Hypericum hyssopifolium; Trapa natans; Androsace Charpentieri; Betula
Murithii.
M. Camus. — X Viola Lutzii (V. tricolor X rothomagensis); X Galium
decolorans (G. vero-elatum); Ophrys litigiosa var. virescens; Cephalan-
thera grandiflora var. lutescens; Asplenium Hemionitis.
M. CoRBIERE. — Isopyrum thalictroides; Rubus Questieri; X Mentha
Schultzii (M. aquatico-rotundifolia); Veronica spicata L.; Carex Buxbaumii.
M. l’abbé CGoste. — Thalictrum macrocarpum; Clypeola gracilis; Arte-
misia glutinosa var. humifusa; Leucanthemum meridionale; Serratula
nudicaulis; Thymus nitens; T. dolomiticus; X T. aveyronensis (T. vul-
garis X serpyllum).
M. FLaHauLT. — Centaure iberica Trev.; Solanum elæagnifolia; X Salix
Kanderiana (S. incano-caprea); Aegilops caudata; Phalaris truncata.
M. Foucaup. — Ptychotis verticillata; X Centaurea Pouzini (C. Calei-
trapo-aspera); Muscari Motelayi; Potamogeton variifolius; Alopecurus
agrestis var. tonsus.
M. le Dr Gizzor. — Rosa biturigensis; X Galeopsis Gilloti (G. angus-
tifolia X dubia); Potamogeton polygonifolius f. genuinus, f. submersus,
f. paludosus; P. rufescens f. genuinus, f. rivularis.
M. Harior. — X Viola spuria (V. mirabilis X silvestris); Rosa gra-
(3) SOCIÉTÉ POUR L’ETUDE DE LA FLORE FRANCO-HELVETIQUE. 39
veolens; Centaurea rhenana; Erythræa littoralis; > Equisetum littorale
(E. arvense X limosum); Chara fragilis f. microptila laxa.
M. le fr. Herıgaup. — Hutchinsia procumbens; Spergularia marginata ;
Bupleurum aristatum; Androsace elongata; Mentha palustris; Allium
paniculatum ; Erythronium Dens-Canis ; Carex pilosa; Panicum colonum;
Agrostis alba var. maritima.
M. l’abb& Hervier. — Astragalus alopecuroides; Potentilla pedemon-
tana f. reducta; Cerinthe glabra; Luzula lutea; Stipa intricata.
M. l'abbé Hy. — X Nasturtium salebrosum; X Rosa macrantha (R. gal-
lica X canina); Gladiolus Guepini; X Quercus Allardi (sessiliflora X
pedunculata); X Salix Smithiana var. obscura (S. cinerea X viminalis);
X Equisetum littorale (E. arvense X limosum) f. gracilis et decumbens.
M. Maunvaup. — Vicia pannonica (type); Artemisia arborescens;
Lobelia Dortmanna; Specularia castellana; Styrax officinale ; Solanum
Dulcamara var. maritimum.
M. F.-0. Wozr. — X Achillea Engleri (A. nobilis X setacea; Senecio
lyratifolius (S. cordifolius X Jacobæa); > Hieracium chrysanthes (H. au-
rantiacum X Auricula); Tulipa silvestris var. biflora; T. Celsiana; Tri-
setum Cavanillesii (Gaudinianum).
40 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (4)
LISTE SYSTÉMATIQUE
DES
PLANTES DISTRIBUEES EN 1899
949. Thalictrum macrocarpum Gren. (Basses-Pyrénées).
950. Isopyrum thalictroides L. (Cher).
951. X Nasturtium salebrosum Hy (N. amphibium X ...) (Maine-et-
Loire).
952. Clypeola gracilis Planchon (Aveyron).
953. Iberis umbellata L. (Var).
954. Hutchinsia procumbens Desv. (Puy-de-Dôme).
955. X Viola Lutzii G. Cam. (V. tricolorrothomagensis Luiz). (Cult.).
956. XV. spuria Celak. (V. mirabilis X silvestris) (Meuse).
957. Spergularia marginata Boreau (Puy-de-Döme).
958. Hypericum hyssopifolium Vill. (Var).
959. Vicia pannonica Jacq. (Seine-et-Marne).
960. Astragalus alopecuroides L. (Hautes-Alpes).
961. Potentilla pedemontana Reuter f. reducta (Hautes-Alpes).
962. P. pedemontana Reuter f. vegeta (Valais, Suisse).
963. Rubus Questieri Lef. et Muell. (Manche).
964. Rosa graveolens Grenier (Meuse).
965. X-R. biturigensis Boreau (Côte-d'Or).
966. X R. macrantha Desportes (Maine-et-Loire).
967. Alchimilla Hoppeana Reichb. (Haute-Savoie).
968. A. alpigena Buser (Haute-Savoie).
968 bis. A. alpigena forma Buser (Ain).
969. A. chirophilla Buser (Aïn).
970. A. nitida Buser (Ain).
970 bis. A. nitida Buser (Haute-Savoie).
971. A. petiolulans Buser (Ain).
972. A. amphisericea Buser (Fribourg, Suisse).
1000.
1001.
1002.
1003.
1004.
1005.
1006.
1007.
SOCIÉTÉ POUR L’ETUDE DE LA FLORE FRANCO-HELVETIQUE. 4A
A. atrovirens Buser (Fribourg, Suisse).
A. leptoclada Buser (Fribourg, Suisse).
A. Jaquetiana Buser (Fribourg, Suisse).
A. fallax Buser f. aprica Buser (Valais, Suisse).
A. incisa Buser f. aprica Buser (Ain).
A. gracilis Buser (Valais, Suisse).
A. sinuata Buser (Fribourg, Suisse).
A. trunciloba Buser (Fribourg, Suisse).
A. aggregata Buser (Fribourg, Suisse).
X Sorbus Hostii Heyn. (S. Aria << Chamæmespilus Reichb.) (Jura
vaudois, Suisse).
Trapa natans L. (Tessin, Suisse).
Bupleurum aristatum Bartl. (Puy-de-Dôme).
Ptychotis verticillata Duby (Corse).
X Galium decolorans (G. vero-elatum Gr. et Godr.) (Loir-et-Cher).
Artemisia arborescens L. (Var).
A. glutinosa Gay var. humifusa Coste et Soulié (Herault).
Leucanthemum meridionale Le Grand (Aveyron).
x Senecio lyratifolius Reichb. (S. cordifolius X Jacobæa Dur. et
Pit.) (Valais, Suisse).
X Achillea Engleri (A. nobilis X setacea :F.-0. Wolf) (Valais,
Suisse).
Serratula nudicaulis DC. (Aveyron).
Centaurea rhenana Boreau (Meuse).
C. iberica Trev. (Hérault).
X C. Pouzini DC. (C. calcitrapo-aspera Gren. et Godr.) (Gironde).
Hieracium chrysanthes Næg. et Pet. (H. aurantiacum X Auricula)
(Valais, Suisse).
Lobelia Dortmanna L. (Loire-Inferieure).
Specularia castellana Lange (Lot).
Campanula Bellardi All. f. vegeta Buser (Valais, Suisse).
C. Bellardi f. minor Buser (Valais, Suisse).
Androsace elongata L. (Puy-de-Dôme).
A. Charpentieri Heer (Tessin, Suisse).
Styrax officinale L. (Var).
Erythræa littoralis Fries (Nord).
Cerinthe glabra Scop. (Hautes-Alpes).
Solanum melanocerasum Willd. (Genève, Suisse).
S, alatum Moench (Genève, Suisse).
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (6)
Solanum humile Bernh. (Aïn).
S. Dulcamara L. var. maritimum Avice (Côtes-du-Nord).
S. elægnifolium Cav. (Herault, natur.).
Veronica spicata L. (Manche).
Mentha palustris Moench (Puy-de-Dôme).
X M. Schultzii Bout. (Manche).
x Galeopsis Gillotti (G. angustifolia X dubia nen) (Nievre).
Thymus dolomiticus Coste (Aveyron).
T. nitens Lamt. (Aveyron).
x T. aveyronensis (V. vulgaris X Serpyllum Coste et Soulié)
(Aveyron).
Quercus Allardi (Q. sessilifolia X pedunculata Hy) (Maine-et-
Loire).
X Salix Kanderiana Seringe (S. incano-Caprea Loret), cult.
X S. Smithiana Koch var. obscura Gr. et Godr. (S. cinerea X
viminalis Wimm.) (Maine-et-Loire).
Betula Murithii Gaud. (Valais, Suisse).
Tulipa silvestris L. var. biflora F.-0. Wolf (Valais, Suisse).
T. Celsiana DC. (Valais, Suisse).
Allium paniculatum L. (Puy-de-Döme).
Erythronium Dens-canis L. (Cantal).
Gladiolus Guepini Koch (Maine-et-Loire).
Muscari Motelayi Fouc. (Gironde).
Ophrys litigiosa var. virescens G. Cam. (Deux-Sevres).
Cephalanthera grandiflora Babingt. var. lutescens G. Cam. (Neu-
chätel, Suisse).
Potamogeton polygonifolius Pourr. (f.) genuinus Gillot (Nièvre).
P. polygonifolius (f.) submersus Corbière (Nièvre).
P. polygonifolius (f.) paludosus Gillot (Nievre).
P. varüfolius Thore (Gironde).
P. rufescens Schrader (Nièvre).
P. rufescens var. rivularis Gillot (Nièvre).
Carex Bux baumii Wahlenb. (Manche).
C. pilosa Scop. (Puy-de-Döme).
Luzula lutea L. (Hautes-Alpes).
Phalaris truncata Guss. (Hérault, natur.)
Panicum colonum L. (Puy-de-Döme).
Stipa intricata Godr. (Herault).
Alopecurus agrestis var. tonsus Blanche (Hérault).
(7)
1043.
1044.
1045.
1046.
1047.
1048.
1049.
SOCIETE POUR L’ETUDE DE LA FLORE FRANCO-HELVETIQUE. 43
Agrostis alba L. var. maritima Mey. (Puy-de-Döme).
Trisetum Cavanillesii Trin., T. Gaudinianum Boiss. (Valais, Suisse).
Aegilops caudata L. (Hérault, natur.)
X Equisetum littorale Kühlw. (E. arvensi X limosum Lasch)
(Aube).
X E. littorale Kühlw. (f.) gracilis et decumbens Hy (Maine-et-
Loire).
Asplenium Hemionitis L. (Maroc).
Chara fragilis Desvaux f. microptila laxa (Aube).
Pour l'étiquette distribuée l’an dernier sous le No 880, on est prié de
rectifier le nom du collecteur. Ecrire « Legit Dr Cosson. »
Nous donnons cette année l’etiquette du X Cirsium arisitense Coste et
SOULIE.
44 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (8)
NOTES
sur les plantes distribuées, et diagnoses des espèces
nouvelles où peu connues.
966. Rosa macrantha Desportes. — Boreau et les anciens bota-
nistes angevins récoltaient jadis sous le nom de Rosa collina plusieurs
formes hybrides issues du croisement des Églantiers sauvages avec le
R. gallica des jardins. Une des localités souvent mentionnée dans les
herbiers formés il y a cinquante ans était une haie formée derrière le
cimetière de l'Est, le long du chemin des Deux-Croix.
MM. Bouvet et Préaubert, élèves de Boreau et très au courant des
traditions de leur maître, ne citent pas cette plante dans la liste qu'ils
ont publiée en 1898 des Roses hybrides des environs d'Angers. On peut
expliquer cette lacune par le fait que le Rosier en question reste très
chétif et comme étouffé par les arbrisseaux environnants : il n’y fleurit
que rarement et, à ma connaissance, n'y mürit jamais ses fruits. Cepen-
dant, quoique peu apparent, il se maintient toujours dans sa station en
dépit des conditions défavorables, et j'ai pu même en détacher un rejeton
pour le cultiver depuis six ans au jardin de l’Université catholique.
Ainsi transplanté dans un sol plus riche et débarrassé d’un voisinage
gênant, l’arbrisseau s’est comme métamorphosé ; de faible et presque
rampant, il est devenu d’une vigueur remarquable, atteignant trois
mètres de hauteur. Ses fleurs ont aussi gagné en diamètre, tout en
gardant leur coloris d’un rose vif, ses fruits enfin parviennent chaque
année à leur complet développement. Dans ce nouvel état il reproduit
de tout point les caractères assignés au Rosa macrantha Desportes, et
son histoire se rapproche aussi exactement de ce que l’on sait du Rosier
que Lemeunier avait trouvé sauvage à la Flèche pour la première fois
vers 1820. On se rappelle en effet que ce botaniste amateur de roses
avait tiré sa plante d’un buisson où elle était née, et l'avait propagée
we Bd a ©
(9) SOCIETE POUR L’ETUDE DE LA FLORE FRANCO-HELVETIQUE. 5)
dans son jardin. C’est sur un de ces échantillons cultivés que fut prise
la première diagnose par Thory, consignée dans le troisième volume
des Roses, de Redouté : toutes celles qui ont paru postérieurement n'ont
elles-mêmes pas d’autre origine. Boreau notamment avait recu un pied
de la Flèche, et c’est cet unique pied longtemps conservé au Jardin des
Plantes d'Angers qui a fourni, outre la description donnée dans la Flore
du Centre, les nombreux échantillons d’herbier distribués par l’auteur
à ses correspondants.
Les faits qui précèdent montrent pourquoi la détermination exacte du
Rosier spontané du chemin des Deux-Croix est demeurée douteuse
jusqu’au moment où la culture d’un de ses rejetons a fait ressortir ses
brillantes qualités. Sans doute il possédait déjà auparavant les caractères
essentiels attribués au Rosa macrantha, mais sa petite taille et ses
folioles au limbe exigu le rendaient difficilement comparable avec une
plante que tous ses descripteurs s’accordaient à reconnaître comme
robuste et pourvue de larges feuilles '.
Désormais tout s'explique, et les différences légères existant entre la
plante spontanée et celle modifiée par la culture que tous les floristes
successivement ont prise pour type de leurs diagnoses ne permettent
plus de les séparer, puisque ce sont de pures altérations passagères dues
au changement de milieu.
Les échantillons distribués sous ce numéro comprennent dans chaque
part un rameau faible pris directement sur l’arbrisseau à l’état sauvage,
et un autre qui doit à la culture ses proportions exubérantes. Les
botanistes qui consulteront ces exsiccata ne devront donc pas s’étonner
de la grande différence d'aspect entre les divers spécimens composant
l’ensemble.
Cette différence, toute superficielle d’ailleurs, ne se limite pas à la
1 On voit aussi comment j'ai pu écrire en 1896 à M. Gentil, du Mans, que
parmi les Rosiers hybrides végétant encore dans les haies des environs d’Angers
et se rapprochant beaucoup sans doute du vrai R. macrantha, pas un ne lui
correspondait exactement. Aujourd’hui ce n’est plus seulement une étroite
parenté qu'il faut admettre entre ces plantes, mais une identité absolue. A
propos de M. Gentii, j’ai dû relever, une fois pour toutes en 1899, ses incor-
rections de langage et ses procédés de polémique, mais je ne le suivrai plus
désormais sur ce terrain. (*) Dans cette note et les suivantes, je me bornerai à
discuter ses opinions botaniques et à réfuter ses multiples erreurs à mesure que
l'occasion s’en présentera.
* (non bis in idem.)
46 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (10)
largeur du limbe des folioles et au port général ; il convient de relever
encore des écarts notables dans les émergences et les productions
epidermiques. Les aiguillons, de faibles et rares qu’ils étaient, sont
devenus nombreux, forts et crochus pour la plupart, avec mélange
toutefois de petits acicules restant comme témoins sur les sommités
fleuries. Il n’est pas jusqu’à leur répartition assez constante au-dessous
des nœuds foliaires qui ne rappelle un détail déjà remarqué mais impar-
faitement décrit par Thory en 1827, lorsqu'il parle d’aiguillons souvent
réunis en verticilles au-dessous des stipules. Les poils des feuilles sont
moins nombreux et surtout plus promptement caducs; c’est du reste
ce qu'avait déjà constaté Boreau, qui établissait même sur ce petit fait
la principale différence entre son Rosa collina et le R. macrantha. Enfin,
les pousses vigoureuses, stériles la première année, qui se dressent
directement de la souche, celles que les descripteurs désignent sous le
nom de turions, ont repris tout à fait l’aspect de ceux du Rosa canina
par leurs feuilles toutes glabres et pourvues de sept à neuf folioles.
En terminant, il ne sera pas inutile peut-être d’ajouter quelques mots
relativement aux interprétations diverses auxquelles a donné lieu la
publication un peu énigmatique du Rosa macrantha.
Cette Rose a été considérée comme une espèce distincte par la plupart
des botanistes français appartenant d’ailleurs a des écoles fort diverses.
Boreau et Déséglise la placent dans le voisinage du AR. collina Jacquin,
dont elle ne se séparerait guère que par la pubescence moindre de ses
folioles. Boreau lui attribue même des folioles tout à fait glabres à l’état
adulte.
Grenier, au premier volume de la Flore de France, p. 553, la classe
près des Roses gallicanes pour ses stipules toutes étroites. Or, à cet égard,
son observation ne s’écarte pas trop de la réalité; car, s’il est vrai que
dans notre plante les stipules supérieures sont un peu plus dilatées que
dans les variétés pures du Rosa gallica, elles sont incontestablement
plus étroites que dans aucun des hybrides de la série gallica X canina.
M. Franchet, au tome XXII du Bulletin de la Société botanique de
France, p. xvın, crut pouvoir distinguer deux formes, confondues sous le
nom de Rosa macrantha : l’une (R. macrantha var. à Lemeunieri) serait
le vrai type de Desportes, ayant été retrouvée dans l’herbier de ce bota-
niste et dans celui de son compatriote Manceau ; elle correspondrait
encore à la planche de Redouté. L'autre (R. macrantha var. B nitens)
serait la plante de Boreau, de Grenier et autres, distincte de la précédente
par ses stipules assez étroites, par ses folioles cuspidées, d’un vert pâle
(11) SOCIÉTÉ POUR L’ETUDE DE LA FLORE FRANCO-HELVÉTIQUE. 47
en dessous (et non obtuses et blanchätres comme dans la var. Lemeu-
niert).
A ce propos, je me permeltrai deux simples réflexions. Les variétés
proposées par M. Franchet ne me paraissent pas différer l’une de l’autre
plus que la plante du chemin des Deux-Croix, à Angers, ne s’&carte de
son rejeton modifié par la culture. Peut-être est-ce même toute l’explica-
tion qu'il convient de retenir. En outre, je ne vois pas bien comment
M. Franchet rapporte à sa variété Lemeunieri la planche citée de Redouté,
qui représente des feuilles franchement vertes et non blanchâtres en
dessous. Quant à la forme cuspidée des folioles, elle varie régulièrement,
jusque dans la même feuille, où les folioles sont cuspidées, tandis que celles
du bas sont sensiblement obtuses. En somme, ces deux variations sont
très voisines et, si l’on admet mon interprétation relativement à leur
origine, on conçoit qu'il doit se trouver entre elles des passages insen-
sibles, suivant que les modifications déterminées par la culture sont plus
ou moins accentuées. La var. nitens ne peut que se caractériser davan-
tage à mesure que la plante occupera depuis plus longtemps un sol fertile,
où elle devient plus verte par suite de la caducité croissante de son
revêtement pileux.
Avec M. Crépin, on voit se dessiner une opinion nouvelle, qui est cer-
tainement la bonne, sur le Rosa macrantha. D’après les échantillons secs
qu'il a pu examiner dans les herbiers Boreau et autres, il range le
R. macrantha dans la série des hybrides formés par les R. canina et
gallica (Rose hybrid, p. 93). Les détails consignés dans la présente
Note ne font que confirmer de tout point l’idée émise par l’&minent rho-
dologiste de Bruxelles.
Si l’on en croit Baillon (Sur une Rose de l’Anjou), Decaisne aurait
confondu jadis cette espèce avec le Rosa Boræana, à la profonde indi-
gnation du critique, qui ne conçoit pas qu’on ait pu assimiler une Rose
canine avec une Rose gallicane. Mais, en réalité, les deux prétendues
espèces sont très proches parentes et, si la théorie de M. Crépin sur
l’hybridité rend bien compte de l’affinit& qui les unit, sans être de la
même race, elles n’en possèdent pas moins un ascendant commun.
Plus voisine encore de notre plante est le Rosa scotinophylla Boullu,
autre hybride de la région lyonnaise, que l’abbé Cariot (Etude des fleurs)
avait cru pouvoir identifier d’abord avec le vrai R. macrantha. Ces deux
formes, pour être un tant soit peu différentes, n’en ont pas moins leur
place toute marquée dans un groupe de congénères assez homogènes,
issus du croisement des Rosa canina et gallica.
48 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (12)
Sans préjuger les résultats d’une étude d’ensemble où ces nombreux
hybrides devront être comparés minutieusement, il me sera possible
d'indiquer, du moins, en terminant, les caractères généraux qui les
unissent et qui dénotent, en même temps, leur descendance complexe.
Voici les principaux, rangés par ordre d'importance :
1° La souche est nettement tracante, parfois presque autant que dans
le vrai R. gallica.
20 Les rameaux florifères sont hétéracanthés, c’est-à-dire pourvus d’aci-
cules intercalés parmi les aiguillons erochus.
30 Le nombre des folioles est moindre sur ces mêmes rameaux (trois
ou cinq, rarement sept) que dans les purs Églantiers du groupe canina.
4° Les stipules supérieures, quoique plus ou moins dilatées, demeurent
toujours plus étroites que dans les diverses variétés du type pur des
Canines.
50 Les pétales, d’abord d’un rose très vif, subissent une dégradation
progressive dans leurs nuances jusqu’à devenir à la fin d’un rose clair et
même presque pâle.
6° Les fruits, souvent caducs, demandent pour se développer un
ensemble de conditions favorables qui leur font assez souvent défaut en
dehors des cultures, d’où résulte, pour les plantes spontanées, une
fertilité très inégale et toujours fort amoindrie.
Ces divers caractères, on le concoit aisément d’ailleurs, comportent
bien des degrés ; presque tous subissent une série de variations insen-
sibles, quelques-uns même peuvent manquer accidentellement. Aussi
Uhybridite n’a-t-elle pas d'ordinaire pour criterium une note principale
et bien tranchée, mais plutôt un ensemble de signes où la sagacité de
l’observateur trouve à s’exercer. F. Hy.
1019. Le Salix incana X caprea Loret a une synonymie assez com-
pliquée. Nous croyons utile de donner les indications que nous
possédons à ce sujet et qui peuvent être ainsi résumées :
X Salix Kanderiana Seringe Sal. de Suisse, No 62 (1808).
Cf. Schmidely in Exsiec. Magnier.
S. lanceolata Seringe Essai, p. 37 (1819), p. p. non Koch et Zigg.
S. longifolia Schleich. Catal. (1809).
S. holosericea Seringe Exsicc. Nos 70, 71, 72 (1816).
S. Seringeana Gaudin ap. Seringe Essai, p. 37; Fl. helv., VI, p. 251 (1830).
(ais PA DEN ES
(15) SOCIÉTÉ POUR L'ÉTUDE DE LA FLORE FRANCO-HELVÉTIQUE. 49
S. Caprea X incana Wimm, in Regensb. Flora I, p. 46 (8149).
S. incana X Caprea Wimm, Denschr. d. Schles, Ges., p. 179 (1849).
Exsicc. Wimm. et Kr. Herb. Sal. No 63 ; Coll, Nos 221, 222 ; A. et
J. Kerner Herb. Sal. Autr. Nos 2 ©, 49 2; A. et J. Kerner Oest. Wied.
No 82 Z' ; Herb. Bœnitz.
Le nom de S. Seringeana Gaudin a été appliqué au S. oleæfolia Nil.
Hist. pl. Dauph., IN, p. 75, t. 55 f. 28 (1789). = S. Flueggeana Willd.
Spec. pl. IV, p. 79 (1806), p. p. = S. lanceolaia Seringe Essai, p. 37
(1815), p. p., non Smith = S. incana X cinerea.
Il est à noter aussi que Cosson et Germ. Fl. env. Par. éd. 2, p. 619 et
Atlas. Illust. fl. Par., t. 38, %, ont réuni sous le nom de S. Smithiana
avec celui de S. Seringeana en synonymie, les formes hybrides issues
des croisements des var. du S. viminalis soit avec le S. Caprea, soit avec
le S. cinera. Le nom de S. Seringeana a donc été appliqué à des plantes
dont les origines étaient bien différentes, mais ayant toutes les feuilles
atiénuées aux deux extrémités. E.-G. Camus.
1028. Ophrys litigiosa G. Cam. (0. Pseudo-Speculum Mult. auct.
non DC.) var. virescens G. Cam.; 0. aranifera var. virescens Grenier.
M. l'abbé Grelet, curé des Fosses, par Chizé (Deux-Sèvres), a eu
l’obligeance de nous envoyer vivants quatre-vingt-dix pieds d’un Ophrys
appartenant au groupe de l'O. aranifera (sensu latissimo). Grâce à cet
envoi, nous avons pu identifier cette intéressante Orchidée avec
l'O. aranifera var. lutescens Grenier. Ainsi que l’a fait judicieusement
observer M. Grelet dans le Bull. Acad. internat. de géogr. bot. IX, janvier
(1900), p. 18-21, Grenier donne une diagnose qui est en partie à
modifier, « l’auteur n’ayant pas, sans doute, vu asssez d'échantillons ».
Pour nous, qui avons observé depuis longtemps les formes de l'O. arani-
fera, nous trouvons aussi que les differences de peu d'importance qui
existent entre quelques échantillons et ceux décrits par Grenier sont
peu sensibles ; elles cadrent parfaitement avec les variations indivi-
duelles que l’on rencontre quelquefois sur une même hampe dans les
variétés de l’Ophrys aranifera. Les fleurs les plus récemment épanouies
offrent les colorations plus vives, puis les teintes s’atténuent et enfin
prennent la couleur brunâtre qui précède la dessiccation du périanthe.
Les gibbosités, d’ailleurs peu accentuées, non signalées par Grenier
n'existent pas dans beaucoup d'échantillons. Nous croyons utile de
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER, n°9 20, 15 octobre 1900. 4
50 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (14)
donner une diagnose rectificative et plus complète de cette plante
intéressante.
Plante ayant le port de l’Ophrys litigiosa ‘. Fleurs assez petites.
Périanthe verdâtre, à divisions extérieures relativement grandes, à bords
retournés en dessous, à partie supérieure brusquement repliée au sommet,
ce qui donne à chacun de ces lobes la forme rectangulaire allongée; les
deux divisions internes ovales lancéolées, assez courtes, bleuâtres, sur-
tout à la base, et munis d’une nervure médiane verte. Labelle arrondi,
convexe, un peu bifide à la partie antérieure, souvent pourvu de deux
gibbosites latérales peu marquées ; ce labelle bleuâtre souvent violacé,
verdâtre sur les bords, muni de poils nombreux. Au centre du labelle se
trouve un écusson glabre, plus pâle que le reste du labelle, teinté de
violet. Cet écusson est limité par des lignes courbes en forme d’X et
ayant à leur partie centrale une petite tache d’un brun foncé. Dans les
fleurs récemment épanouies, le labelle dans son ensemble a un reflet
métallique. |
Ainsi qu’on le voit dans cette description, la plante que nous distri-
buons a plus d’affinites avec l'O. litigiosa G. Cam. qu'avec toute autre
Ophrys. Nous établissons ainsi la synonymie de cette variété :
Ophrys aranifera B. virescens Grenier, Recherches sur quelques
Orchidées des environs de Toulon, Extrait des Mémoires de la Soc.
Emul. du Doubs, p. 6.
O. litigiosa G. Cam. (0. Pseudo-Speculum Mult. Auct.) var. virescens
G. Cam.
(L’O. lutescens Grelet in Bull. Soc. bot. Deux-Sèvres — 0. litigiosa.)
Il est à remarquer, au sujet de l’époque de floraison, que l’O. litigiosa
fleurit environ deux ou trois semaines avant l'O. aranifera, la var:
virescens fleurit deux semaines au moins après l’O. aranifera, ce qui
fait un minimum de cinq semaines entre la floraison de l'O. htigiosa et
celle de la var. virescens. 2 E.-G. Camus.
1029. Le Gephalanthera grandiflora que nous distribuons a
été récolté dans le Val-de-Travers, canton de Neuchâtel, à une altitude
de 700-800 mètres. Il diffère de la plante des plaines du nord de la
France, dont les fleurs sont d’un blanc pur, par les lobes du périanthe
1 O. htigiosia G. Cam. — 0. Pseudo-Speculum Reichb., Coss. et Germ. et
Mult. Auct. non DC., Cf. G. Cam. in Journal de botanique, IX, janvier 1896.
(15) SOCIÉTÉ POUR L’ETUDE DE LA FLORE FRANCO-HELVÉTIQUE. 51
un peu plus obtus et surtout par sa coloration d’un blanc jaunätre tres
accentué qui n’a fait défaut dans aucun des échantillons que nous avons
vus. C’est en raison de la constance de ce dernier caractère que nous
avons cru devoir élever cette forme locale au rang de variété. Dans
l’Iconographie de Barla, nous avions déja remarqué que la figure repré-
sentant le Cephalanthera grandiflora était d’un blanc jaunâtre et nous
avions pensé que la plante représentée était une exception ou que l’on
avait exagéré la teinte jaunâtre pour donner du relief à la figure.
L'examen attentif et sur le vif de lout ce que nous avons observé dans
le Val-de-Travers nous a convaincu que cette figure était exacte, mais
aussi qu'elle ne représentait pas le Cephalanthera de nos pays de plaine.
Nous donnons à cette variété le nom de lutescens qui rappelle son
principal caractère distinctif. E.-G. Camus.
959. Vicia pannonica Crantz. — C. dans une friche herbeuse, à
Esbly près de Meaux (Seine-et-Marne). Juin 1899.
On ne connaissait en France que la variété purpurascens à fleurs pur-
purines veinées (V. purpurascens DC.) du Vicia pannonica Crantz. Voyez
à ce sujet les Flores françaises : Grenier et Godron, I, 464; Rouy et Fou-
caud, V, 224, etc. La première constatation du type lui-même, à fleurs
presque entièrement jaunâtres, rencontré abondant dans une localité de
Seine-et-Marne, est un fait intéressant. _
Comme nous l’avons déjà remarqué !, Boissier (Fl. Or. II, 569) a très
justement réuni les Vicia pannonica et hybrida dans une subdivision ne
comprenant que ces deux espèces. D’autres auteurs (Grenier et
Godron, etc.) ont méconnu leurs affinités en les plaçant dans des sections
différentes.
La grande majorité des auteurs attribuent par erreur à Jacquin la
paternité du Vicia pannonica. C'est à Crantz que revient le mérite d’avoir
le premier distingué cette espèce, que l’on confondait généralement avec
le V. lutea L.; il en avait donné la description princeps des 1769 dans
ses Stirpes austriacæ (fasc. V, p. 393), lorsque Jacquin adopta la plante
nouvelle dans son Flora austriaca de 1779 en ayant soin de citer le
véritable auteur et même d’ajouter dans la synonymie : « Vicia lutea Jacq.
Enum. non L. », La confusion qui prèvalut plus tard fut propagée et
1 Bull, Soc. bot. fr. t. XLI (1899), p. 263.
52 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (16)
accréditée par les ouvrages de Host et, surtout en France, par ceux de
J. Koch, où l’on voit le Vicia pannonica attribué à Jacquin. Cette erreur
a été corrigée par Nyman (Consp. 209), puis par M. Daydon Jackson dans
Index Kewensis, enfin plus récemment par M. Emile Burnat (Fl. Alpes
Maritimes, II, 174), dont on ne saurait trop approuver l'esprit de scrupu-
leuse exactitude. Ern. MALINnvAUD.
1009. Solanum Dulcamara var. maritimum. — Côtes-du-
Nord : Sillon Talbert, pres Paimpol. 5 juillet 1899.
Cette forme peu connue et négligée par les auteurs a été l’objet d’ob-
servations intéressantes de M. le Dr Avice, de Paimpol. [Voy. Bull. Soc.
bot. de France, t. XLIII (1896), 415; t. XLVI (1899), pp. #1 et 43.] On la
trouve étiquetée comme il suit dans l’Herbier du Muséum de Paris :
Dulcamara maritima Nolte. Solanum lignosum seu Dulcamara marina
R. Brown. Raj. syn. ed, 3, p. 255. Fl. du Schl. Holsi. Lauenbg. — Nolte.
Au verso de l’eliquette, on lit le texte suivant : « Feuilles épaisses à
odeur de musc, luisanles; fleurs plus grandes, les nectaires non perforés;
baies plus grandes, rondes, uniloculaires. — Se trouve sur le bord de la
mer Baltique. — La plante a un pied et jusqu’a un pied et quart de hau-
teur. — Non ascendante. »
Ces notes différentielles relativement au type seretrouvent sur la plante
de Paimpol. La plus importante paraît être la disparition des taches nec-
tarifères, arrondies, d’un blanc verdätre, dont l’ensemble forme une cou-
ronne si élégante dans le type. C’est ce que Nolte désigne par les mots :
nectaires non perforés. Les feuilles, d’une épaisseur triple de celle qu’on
remarque dans le type, offrent deux couches de cellules palissadiques.
Les tiges sont dressées, non sarmenteuses.
M. le Dr Avice, qui avait découvert cette plante près de Paimpol, l’a
cultivée dans un jardin, loin de toute infiuence maritime et a constaté
que, dans l’espace de quelques années, elle revenait progressivement au
type normal. Peu à peu, l'épaisseur des feuilles diminue, les tiges rede-
viennent sarmenteuses, les taches nectarifères reparaissent à la base des
pétales, etc. Le Dulcamara maritima Nolte est évidemment le produit de
l'influence stationnelle. Ern. MALınvauD.
99
Beiträge
zur
KENNINIS DER PLATANEN
von
A. USTERI, Landschaftsgärtner in Zürich.
I. Materialien.
Die mir zu der folgenden Untersuchung zur Verfügung stehenden
Materialien und die wichtigsten der consultierten Arbeiten sind folgende:
a. Herbarien.
Herbarium generale des eidgenössischen Polytechnikums Zürich.
» der Universität Wien.
» Beissier.
» Barbey-Boissier.
» De Candolle.
» der Universität München.
» Usteri.
b. Litteratur.
1. Allgemeine Arbeiten.
Barzzon, H. Histoire des plantes, t. III, 1872.
Jankö, J. Abstammung der Platanen (Engler’s bot. Jahrbücher, 1890).
Nıepenzu, F. Platanaceæ. (Engler u. Prantl, Die natürlichen Pflanzenfamilien,
1891.)
54 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (2)
Deupe, O., Prof. Dr. Der Haarfilz der Platanenblätter und seine vermutete
Gesundheitsschädlichkeit. (Gartenflora, 1889.)
MOoVILLEFERT, P. Traité des arbres et des arbrisseaux, 1899.
SCHÖNLAND, S. Ueber die Entwicklung der Blüte und Frucht bei den Platanen.
(Engler’s bot. Jahrbücher, 1883).
WILLKOMM, Dr M. Forstliche Flora von Deutschland und Oestreich, 1887.
2. Systematische Arbeiten.
Drpez, L. Handbuch der Laubholzkunde, 1893.
Könne, E. Deutsche Dendrologie, 1893.
LiNNÉ, C. Systemu vegetabilium, 1774.
SPACH, E. Note sur les platanes. (Annales des sciences naturelles, t. XV, 1841.)
GADECEAU, M. E. Note sur les platanes. (Bulletin de la Société des sciences natu-
relles de l’ouest de la France, 189%.)
3. Florenwerke.
Borsster, E. Flora orientalis, vol. IV, 1879.
Brıtton u. Brown, An illustrated flora of the northern United States, vol. II,
1897.
Mrcxaux, A. Flora boreali-americana, t. II, 1803.
IL Vorbemerkungen.
Während Schönland die Entwicklung der Blüte und Frucht, Jankö
die Abstammungsgeschichte, Köhne und Dippel die Diagnostik der kul-
tivierten Arten bearbeiteten, möchte ich einige Beiträge zur Unter-
scheidung sämtlicher Arten liefern, gestützt auf die Untersuchung
meines, allerdings nicht sehr reichen Materials.
Ich hatte mir anfangs eine umfassende Bearbeitung der Gatiung vor-
genommen; im Laufe der Untersuchung erfuhr ich aber, dass Herr
Jänicke in Frankfurt eine solche nahezu abgeschlossen habe. Unter
diesen Umständen beschränkte ich mich darauf, die mir bereits zuge-
gangenen Materialien durchzuarbeiten und teile im Folgenden die Er-
gebnisse mit, die — obwohl lückenhaft — doch einige neue diagno-
stische Merkmale ergaben.
Allen Angaben, welche schon von anderen Autoren publiziert worden
sind, ist ein (0) beigefügt, das Uebrige ist neu.
(3) A. USTERI. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER PLATANEN. bb
IE Kritik der diagnostischen Merkmale.
a. Borke.
Von älteren Autoren wird — als Unterscheidungsmerkmal der am
häufigsten beschriebenen Arten, P. orientalis und P. occidentalis — auf
die Borke der Stämme ein Hauptgewicht gelegt. Diese soll sich nämlich
bei der morgenländischen Art in grossen, bei der abendländischen da-
gegen in kleinen Schuppen ablösen. Nachdem ich eine Reihe von P.
orientalis- und P. orientalis acerifolia-Exemplaren ihre Borke in kleinen,
nur wenige cm’? grossen Schuppen lösen sah, glaubte ich dieses Merk-
mal als inconstant vernachlässigen zu dürfen.
b. Blatt.
Wichtigere Merkmale liefert das Blatt, das schon von Jankö in weit-
gehendstem Maasse zu den Diagnosen herangezogen worden ist. Ich
lasse die Merkmale, soweit sie von mir benutzt worden sind, hier folgen;
ihre Erläuterung wird zugleich Aufschluss geben über einige von mir
in den Diagnosen verwendete Ausdrücke:
i. Die Blattunterseite kann Sternhaare tragen, von denen zwei Haupt-
formen zu erkennen sind. Ich will unter Orientalis-Haaren solche ver-
stehen, deren Endzweig mindestens 2-3 mal so lang ist als die unter
ihm stehenden Verzweigungen (Fig. 6). Occidentalis-Haare sind dagegeu
solche, deren Endzweige kürzer bis wenig länger sind als die letzten
Verzweigungen (Fig. 7).
2. Die Blätter sind 5-nervig, wenn fünf annähernd gleich starke
Hauptnerven von einem Punkte ausgehen (Fig. 1) (0). Sie sind typisch
3-nervig, wenn drei annähernd gleich starke Hauptnerven an einem
Punkte entspringen (Fig. 2) (0). Endlich sind sie 3-nervig mit zwei
starken Seitennerven, wenn drei Hauptnerven von einem Punkt, zwei
seitliche, nahezu ebenso starke Seitennerven etwas über diesem Punkt
aus den zwei seitlichen Hauptnerven entspringen. Dieser Fall stellt den
Uebergang der 3-nervigen zu den 5-nervigen Blättern dar. Die Anlehnung
an diese letzeren wird um so grösser, je mehr sich die Insertion der
zwei Nerven zweiter Ordnung dem Punkte der Verzweignng der Haupt-
nerven nähert (Fig. 3) (0).
Bei der ausserordentlichen Vielgestaltigkeit der Platanenblätter ist
56 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (4)
es notwendig, dass zur Untersuchung der Nervatur nur normal ent-
wickelte, grosse Blätter verwendet werden.
3. Nach Jankôs Vorgang will ich unter Buchttiefe ersten Grades die
am schwächsten, unter Buchttiefe dritten Grades die am tiefsten gebuch-
teten Blätter verstehen (0).
Anatomische Merkmale, die konstant genug wären, um einen Eintei-
lungsgrund abzugeben, fand ich keine, dagegen mag es mir gestaltet
sein, hier auf eine merkwürdige, biologische Eigentümlichkeit des Mit-
telnerves hinzuweisen. Dieser zeigt nämlich an seiner Ursprungsstelle
zwei über einanderliegende Gefässbündelringe (Fig. 4), von denen der
obere nach der Spitze des Blattes allmählich vereinfacht wird und zwar
in der Weise, dass seine oberen Gefässbündel verschwinden, die unteren
erhalten bleiben, so dass jetzt in diesen letzteren das Holz unmittelbar
unter die Epidermis zu liegen kommt, während der Bastteil dem
unteren Gefässbündelring zugekehrt ist (Fig. 5). Wir haben also die
Wirkung eines Æ-Eisens als Gerüst für die grosse Blattspreite, wobei
die beiden Analoggefässbündelringe den Flanschen, das zwischen lie-
gende Gewebe aber dem Steg entspricht. Nach der Spitze des Blattes,
wo die Beanspruchung auf Biegung geringer wird, geht dieses Profil
allmählich in den + -Querschnitt über ; es entspricht dort der übrig blei-
bende Gefässbündelring der Flansche, während das darüber liegende
Gefässbündel und das zwischen liegende Gewebe als Steg betrachtet
werden kann.
Der Vergleich ist allerdings hinkend, denn der Mechanismus ist viel
zu fein, als dass ein Werk von Menschenhand ihm gleich gestellt werden
könnte. Sicherlich ist es kein Zufall dass vom oberen Ring nur des
untere Gefässbündel übrig bleibt. Die Zweckmässigkeit dieses Verhal-
tens ist sofort sichtbar, denn dadurch wird das Holz des Bündels, das
gegen Biegung widerstandsfähiger ist als der Weichbast, in die Nähe
der Epidermis gerückt, wo es die grösste Wirksamkeit entfalten kann.
c. Blüte u. Frucht.
Die Blüte, die von Schönland eingehend untersucht worden ist, bietet
in mancher Hinsicht des Interessanten genug, aber die Schwierigkeit
der Untersuchung lässt sie für systematische Zwecke ungeeignet er-
scheinen.
(5) A. USTERI. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER PLATANEN. 57
Konstante Eigenschaften besitzen die Früchte, Ich fand, dass die Ver-
schmälerung oder Einsenkung derselben an ihrem oberen Ende ein sehr
konstantes und für die Diagnosen höchst wertvolles Merkmal liefert.
Erst nachträglich entdeckte ich, dass schon vor mir Gadeceau — aber
nur für P. occidentalis und orientalis — auf diesen Umstand aufmerk-
sam gemacht hat. Weiterer Untersuchung bedarf noch die Befestigung
der Haare an der Fruchtbasis, die bei P. orientalis stets zu beobachten
ist, während an keinem der von mir untersuchten P. occidentalis-Exem-
plare die Haare mit der Fruchtbasis verwachsen waren.
IV. Uebersicht der Arten.
Platanus L. gen. ed. I, n. 896'.
Blüten monôcisch, in Köpfchen angeordnet; doch kommen in den
einen Blüten oft die Rudimente der andern vor ; männliche Blüten 3 (6)-
zählig, weibliche 4 (8) seltener 3 (6)-zählig. Filamente sehr kurz, An-
theren lang, zweifächrig, mit zwei Längsspalten aufspringend, von dem
verbreiterten Connectiv überragt. Fruchtknoten vollständig getrennt,
meist ein, seltener zwei Eichen enthaltend. Letztere hemianatrop, mit
nach unten gekehrter Micropyle und zwei Integumenten. Die Caryop-
sen bilden zusammen eine Sammelfrucht und tragen an der Basis
zahlreiche, lange, unverzweigte Haare. Blätter wechselständig gestielt,
handförmig genervt. — Bäume, selten Sträucher (0).
Verwandischaft. — Die Platanen bilden eine Familie für sich und
lehnen sich als solche an die Saxifrageen und in diesen an die Hama-
melidaceen an, unter denen ihnen wieder die Gattung Liquidambar am
nächsten steht (0).
A. Frucht stets in den Griffel verschmälert?(o). Die Blattunterseite
ist kahl oder schwach behaart (0). In letzterem Fall treten stets neben
Occidentalis-Haaren in grösserer oder geringerer Menge Orientalis-Haare
1 Synonymie nach Jankö, unter Berücksichtigung der von Gadeceau über
P. occidentalis u. orientalis gegebenen Aufschlüsse,
2 (o) Von Gadeceau, aber nur für P. orientalis festgestellt.
58 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (6)
auf‘. Blätter 5 oder 3-nervig, in letzterem Fall mit zwei beinahe ebenso
starken Seitennerven (o). Köpfchen zu 2-5 (o). Fruchthaare mit der
Fruchtbasis ziemlich stark verwachsen ?.
a) Blattunterseite kahl oder nur an den Hauptnerven behaart(o). Blatt-
lappen meist jederseits mit 1-wenigen Zähnen versehen (o). Blattbasis
keilförmig bis schwach herzförmig (0). Blätter 5-nervig oder 3-nervig
mit zwei beinahe ebenso starken Seitennerven. Oberer Teil der Frucht
filzig behaart (Fig. 8).
P. orientalis L.
Syn. P. palmata Mönch.
P. hispanica Ten. 4
P. orientalis var. variegata Wesmaël.
P. orientalis var. liguidambarifolia Bommer.
P. orientalis var. vitifolia Bommer.
P. occidentalis L.
P. orientalis var. insularis DC.
P. nepalensis Ch. Morren.
P. or. nepalensis Wesmaël.
Für die hier folgenden Orientalis-Varietäten u. Formen habe ich im
grossen Ganzen die Jankö’sche Arbeit benutzt, aber mit einer für meine
Zwecke geeigneteren Anordnung des Stoffes und einigen neuen Hinzu-
fügungen.
a. Blätter 5-nervig, 5-lappig, Bäume.
* Blätter gross, Buchten 2. und 3. Grades.
1 Bei der Prüfung dieses Merkmales ist genau zu beachten ob die Haare wirk-
lich der Blattunterseite angehören. Es kommt vor, dass die Fruchthaare an Her-
barexemplaren sich zwischen die Blatthaare verirren und dann Verwechslungen
mit den langen Enden der Orientalis-Haare hervorrufen. Sie sind leicht zu
erkennen, indem sie im Gegensetz zu den Blatthaaren, unverzweigt sind.
In Erweiterung der Auffassung von Drude 1. c., der dem Haarfilz der jungen
Platanenblätter die Reizwirkung auf die Schleimhäute zuschreibt, während er
die Fruchthaare als harmlos hinstellt, fand ich, dass ich während meiner Arbeit
im Herbarium hauptsächlich durch die Fruchthaare, nicht durch diejenigen
der Blätter belästigt wurde. Im Freien mag die Wirksamkeit der Fruchthaare
gegenüber derjenigen der Blatthaare allerdings in den Hintergrundtreten; die
Fruchthaare unterscheiden sich von den Blatthaaren wesentlich, indem sie stets
unverzweigt sind. Meist stellen sie eine Reihe langgestreckter Zellen dar.
? Bedarf noch genaurerer Untersuchung.
(7) A. USTERI. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER PLATANEN, 39
P. orientalis f. acerifolia Ait.
Syn. P. orientalis acerifolia Tourn.
P. acerifolia Willd.
P. vulgaris acerifolia Spach.
P. media Ehrh.
P. orientalis var. caucasica Ten.
** Blätter mittelgross, Buchten 3. Grades.
P. orientalis f. digitata L.
ß. Blätter mittelgross, 3-nervig, 3-lappig, an der Basis keilformig ;
Bäume oder Sträucher.
* Buchten 3. Grades ; Lappen schmal, gleichmässig lanzett, wenig-
zähnig ; Zähne 1. Grades gross und stumpf. — Strauch.
P. orientalis var. cuneata Loud.
Syn. P. cuneata Willd.
P. orientalis undulata ‘Aït.
P. orientalis flabellifolia Spach.
P. orientalis var. hispanica Miller.
P. vulgaris var. flabellifolia Spach.
P. undulata h.?
** Buchten 2. Grades; Blätter am Grunde keilförmig, mit grossem
Mittellappen und kleinen, vielzähnigen Seitenlappen. Zähne 1. und 2.
Grades ungleich, etwas zugespitzt. — Baum.
P. orientalis f. pyramidalis Bolle.
Syn. P. pyramidata Bolle.
P. pyramidalis Bolle.
b) Blattunterseite behaart, Blattlappen ganzrandig oder mit wenigen
Zähnen versehen. Basis herzförmig bis gestutzt. Blälier 3-nervig mit
zwei starken Seitennerven. Oberer Teil der Frucht kahl bis schwach
behaart (Fig. 9)
P. racemosa Nutt.
Syn. P. occidentalis Hook. et Arn.
P. califormca Benth.
B. Frucht am Griffel scharf abgesetzt oder eingesenkt, seltener in den
60 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (8)
Griffel verschmälert. Blätter unterseits stets behaart ' (0). Die Haare
zeigen alle den Occidentalis-Typus. Blätter typisch 3-nervig, oder 3-
nervig mit zwei starken Seitennerven (0). Köpfchen 1-3%(0). Haare mit
der Fruchtbasis nicht oder nur schwach verwachsen.
a) Blattoberseite an älteren Blättern behaart. Frucht in den Griffel
verschmälert oder eingesenkt. Buchten ziemlich spitz, 3. Grades. Blätter
3-nervig mit starken Seitennerven (Fig 10 u. 11).
P. Wrightii Wats.
b) Blattoberseite an älteren Blättern kahl. Buchten gerundet. 1.-2.
Grades.
o.. Frucht in den Griffel verschmälert. Blätter 3-nervig oder 3-nervig
mit starken Seitennerven. Köpfchen 2-5. Haare mit der Fruchtbasis
sehr schwach verwachsen.
* Die Blattnerven nur an den Zähnen über den Blattrand hinaus-
ragend. Blaltbasis herzförmig bis keilförmig (Fig. 12).
P. Mexicana Moric.
Syn. P. occidentalis var. mexicana Janko.
*# Die Blattnerven über den Blattrand hinausragend, ohne eigentliche
Zähne zu bilden (Fig. 15).
P. Lindeniana Mart. et Gal.
Syn. P. occidentalis var. Lindeniana Mart.
ß. Frucht am oberen Ende eingesenkt (o). Blätter typisch 3-nervig.
Köpfchen einzeln (0). Haare mit der Fruchtbasis nicht verwachsen (Fig.
14).
P. occidentalis L.
Syn. P. lobata Mönch.
P. hybrida Brot.
P. vulgaris var. angulosa Spach.
P. occidentalis var. macrophylla Audib.
P. integrifolia L.
Mir unbekannt:
1 Für Mexicana von Spach beobachtet.
? Für P. occidentalis bekannt.
(9) A. USTERI. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER PLATANEN. 61
« Platanus occidentalis var. hispanica Lodd. (non Ten.) foliis magnis
quinquenerviis, quinquelobatis, sinubus primariis vel secundariis lobis
parvis obtusis, basi cordata vel truncata, dentibus primariis et secunda-
riis inæqualibus. » (Janko).
V. Geographische Verbreitung u. paleontologische Geschichte.
« Die Platanen haben zur Kreidezeit ihren Ausgang von Nordamerika
genommen, sind im mittleren Tertiär über die nördliche Landverbrei-
tung nach Europa und Nordasien gekommen, südwärts bis zum Mittel-
meer und Himalaya vorgedrungen, in der Glacialperiode im nördlichen
Amerika und Asien, in Europa aber nördlich des westöstlichen Gebirgs-
walles oder im ganzen Erdteil ausgestorben, während sie sich auf der
Osthalbkugel, namentlich in Kleinasien und den Kaukasusländern er-
hielten. »
In diese Worte hat Niedenzu die Resultate der Jankö’schen Forschung
zusammengefasst. Sie erklären uns die Ursachen welche bei der Her-
stellung der heutigen Arealgrenzen tätig waren, so dass uns nur noch
übrig bleibt, den Grenzen nachzugehen, welche die heuligen Arten
umschliessen.
Plantanus orientalis — die einzige Art, welche in der alten Welt zu
Hause ist — nennt das östliche Mittelmeerbecken, namentlich Klein-
asien und die Inseln, Turkestan und den Himalaya ihre Heimat.
Der tertiäre Strahl, der nach Nordamerika vorgedrungen, hat sich
dagegen in mehrere Arten differenziert: Ich möchte die nordameri-
kanischen Arten in zwei Gruppen trennen, von denen die eine den süd-
westlichen Teil Nordamerikas bewohnt, während die zweite dem süd-
östlichen Teil angehört.
Die erste Gruppe zeichnet sich aus durch sehr tiefgehende und spitze
Blattbuchten und zerfällt in zwei Arten: P. racemosa und P. Wright,
von denen die erstere grosse Blätter mit schwacher, letztere dagegen
die kleinsten aller Platanenblätter mit ausserordentlich dichter und
filziger Behaarung aufweist. Dieses Verhalten entspricht ganz den
Standorten. Denn P. racemosa gehört dem regenreichen Californien,
P. Wrighti dagegen, die mit den weitgehendsten Einrichtungen zur
Transpirationsverhinderung ausgestattet ist, dem äusserst regenarmen
Arizona und dem südlichen Kalifornien an.
Diese Gruppe schliesst sich mit P. racemosa eng an P. orientalis an.
62 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (10)
Die zweite Gruppe zeichnet sich durch
seichte und gerundete Buchten aus. Von den dieser Gruppe angehören-
den Arten nimmt P. occidentalis das grösste Areal ein. Ihre Grenze
verläuft von Canada durch Nebraska, Kansas, Texas, Florida, Virginien
und Pensilvanien und diese regenreichen Gegenden gestatten ihr, grosse
Blätter mit relativ schwacher Behaarung hervorzubringen. Die beiden
anderen Vertreter dieser Gruppe, P. mexicana und Lindeniana produ-
cieren — vermutlich im Zusammenhang mit dem trockenen Klima —
kleinere Blätter und statten dieselben mit einem Haarfilz aus.
VI, Kultur.
Ausser P. orientalis und ihren Formen scheint in mitteleuropäischen
Gärten nur P. racemosa bekannt geworden zu sein. Denn Gadeceau hat
zuerst nachgewiesen, dass in Frankreich — mit Ausnahme eines ächten
Occidentalis-Exemplares im bot. Garten in Angers — sämtliche als P.
occidentalis kultivierten Bäume zu P. orientalis zu stellen sind'!. Auch
die zahlreichen, lebenden Platanen, sowie die Herbarexemplare von
kultivierten Pflanzen, welche ich einzusehen Gelegenheit hatte, sind
ausnahmslos zu P. orientalis und deren Formen zu bringen’. Diese
Verwechslung der morgenländischen mit der abendländischen Platane
rührt nach Gadeceau daher, dass Spach einem Herbarexemplar das von
Michaaux, Vater, als P. occidentalis bezeichnet wurde, den Namen P. ace-
rifolia Willd. — einer Form von P. orientalis — beifügte, womit er
! Kraus, hat in seiner «Geschichte der Pflanzeneinführungen » darauf hinge-
wiesen, dass die ächte P. occidentalis im Jahr 1640 von Tradescant in Europa
eingeführt wurde. Nach Mouillefert ist sie aber nur wenig vermehrt worden,
wegen ihrer unansehnlicheren Gestalt. P. ortentalis ist dagegen, nach dem
gleichen Autor, viel länger in Kultur. Sie wurde zuerst nach der Insel Triniti,
von da nach Sicilien gebracht, woselbst Diomedes, der Tyrann, häufig Platanen
pflanzte. 390 vor Chr. gelangte sie nach Italien, von da nach Frankreich und im
Jahr 1551 durch den Kanzler Bacon nach England.
2? Auch Köhne scheint in seiner Dendrologie die beiden Arten einmal ver-
wechselt zu haben. Die von ihm als P. occidentalis gegebenen Abbildung eines
Blattes gehört zweifellos zu P. orientalis. Ferner ist Willkomm in seiner forst-
lichen Flora in den gleichen Irrtum verfallen, was aus folgenden, von ihm
gemachten Angaben hervorgeht : «P. orientalis ist zärtlicher als die amerika-
nische und selten angepflanzt. » — Ich kam zu obigem Resultat bevor ich die
Schrift von Gadeceau kannte.
(11) A. USTERI. BEITRÆGE ZUR KENNTNIS DER PLATANEN. 63
offenbar einen Irrtum begangen hat. Es erwächst daraus die Aufgabe,
in Gärten und Parkanlagen weiter nach P. occidentalis-Exemplaren zu
suchen.
Die Winterhärte von P. orientalis darf für das gesamte Mitteleuropa
als erwiesen betrachtet werden, denn diese Art kommt noch bis Chri-
stianssand unter 58° 8’ Breite im Freien fort?.
P. racemosa gilt in Norddeutschland für zärtlich.
Die Platane verlangt für ihre weit ausgreifenden Wurzeln einen tief-
gründigen, nicht zu trockenen Boden, der sogar ziemlich feucht sein
darf.
Die Vermehrung geschieht duch Samen, oder durch holzartige oder
krautartige Stecklinge. Anzucht aus Ablegern ist nicht empfehlens-
wert, weil so gezogene Exemplare meist buschförmig werden.
Da wo die Platane forstmässig gebaut werden kann, wird sie zur Nie-
derwaldwirtschaft an Bestandsrändern und Wegen verwendet. Ein
Uebelstand ist hiebei, dass die Schnitlflächen nur schwer überwallen.
Das gelbliche Holz der abendländischen Platane findet Verwendung für
Tischlerarbeiten und zum Schiffsbau. Es zeigt ähnliche Eigenschaften
wie das Ahornholz, ist aber weniger dauerhaft‘.
Nach Britton und Brown ist das Holz der amerikanischen Platane
rötlichbraun, hart und schwer spaltbar.
Die Hauptverwendung von P. orientalis wird immer diejenige als
Alleebaum bleiben, für welche Zwecke des Gehölz hervorragende Vor-
züge besitz. Wir brauchen nur zu erinnern an seine Widerstands-
fähigkeit gegen Staub und — wie in neuerer Zeit nachgewiesen worden
ist — gegen schweflige Säure. Diese Eigenschaften kommen aber nur zur
Geltung, wenn der Baum sich frei entfalten kann und nicht geschnitten
zu werden braucht; denn die Wunden vernarben schlecht, weshalb ein
häufiger Rückschnitt die schönsten Bäume in kürzester Zeit zu Krüppeln
macht.
Ein Nachteil, welcher der allgemeinen Verwendung der Platane als
# Die Angaben von Baillon, Niedenzu u. Schönland, dass P. orientalis bei
uns die Früchte nur in besonders günstigen Jahren reifen lassen, ist vermutlich
darauf zurückzuführen, dass, namentlich in letzten Jahren, der Platanenpilz
(Glüosporium nervisequium) grossen Schaden angerichtet und nachgewiesener-
massen vielerorts die Samen zerstört hat. In der Schweiz ist kaum ein einziges
Exemplar von ihm völlig verschont worden.
1 Eingehendere Angaben über die Kultur vide Mouillefert, Traité des arbres,
und Willkomm, Forstliche Flora.
64 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (12)
Alleebaum hindernd im Wege steht, ist der Haarbesatz der Blätter, der
auf die Schleimhäute einen unangenehmen Reiz ausübt.
Es ist mir eine angenehme Pflicht, Herrn Dr C. Schröter, Prof. am
eidgenössischen Polytechnikum, durch dessen Vermittlung mir die
benutzten Herbarien zur Verfügung gestellt wurden, und der mir ausser-
dem bei meiner Arbeit mit Rat und Tat behilflich war, meinen wärmsten
Dank auszusprechen.
Nachtrae.
Kurz nach Fertigstellung meiner Arbeit wurde mir die Publikation der
Eingangs erwähnten Arbeit von Jänicke zur Kenntnis gebracht : Studien
über die Gattung Platanus L. Halle 4899. Nachdem ich dieses Werk
durchgelesen hatte, kam ich zu der Ueberzeugung, dass meine Unter-
suchungen eine nützliche Ergänzung besagter Arbeit bilden würden,
weshalb ich glaubte, auf deren Veröffentlichung nicht verzichten zu sollen.
Die Einsichtnahme der Jänickschen Arbeit bewog mich — mit der
Auffassung der verwandtschaftlichen Verhältnisse der Platanen befinde
ich mich mit genanntem Autor im Uebrigen im Widerspruch — in den
Diagnosen der P. orientalis-Varietäten zwei Aenderungen vorzunehmen,
nämlich :
1. P. insularis zu P. orientalıs,
2. caucasica zu P. orientalis acerifolia zu stellen.
Ich kam schon im Laufe meiner eigenen Untersuchungen zu dieser
Vermutung, wagte es aber nicht, auf Grund des mir nur dürftig vorlie-
genden Materials einer von den bisherigen Anschauungen abweichenden
Auffassung Worte zu verleihen.
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MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.
Erklärung der Tafel.
Schematische Darstellung der Hauptnerv. eines à-nervigen Blattes.
» » der Hauptnerv. eines 3-nervigen Blattes.
» » der Nervatnr eines 3-nervigen Blattes mit 2
starken Nerven.
» » des Querschnittes durch einen Hauptnerv an
seiner Basis.
» » des Querschnittes durch denselben Nerv an
seiner Spitze.
Orientalis-Haar, bei 25-facher Vergrösserung.
Occidentalis-Haar id.
Frucht von P. orientalis, 2-fache Vergrösserung.
» P. racemosa id.
An P. Wrightii id.
» P. Mexicana id.
» P. Lindeniana id.
» P. occidentalis id.
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER No 20, Planche I.
65
BIBLIOGRAPHTE
Ed. HECKEL. — Notice sur le Musée et l'Institut
colonial de Marseille. — Paris, imprimerie Roberge,
1900.
Mettre en valeur par la science les colonies de son pays, est le but
poursuivi par le docteur Ed. Heckel, professeur à la Faculté des Sciences
de Marseille, en entreprenant le Musée et l’Institut colonial.
Fondée en 1893, inaugurée en 1896, cette institution offre trois dépar-
temenis :
1° Le Musée, qui approvisionne le laboratoire et contient des herbiers
de la Guyane, Martinique, Guadeloupe, Réunion, Haut-Tonkin, Haut-Laos,
Nouvelle-Calédonie, Australie et Camhodge.
2° La Bibliothèque, fondée avec les collections personnelles du doc-
teur Hackel.
3° Le Jardin botanique colonial avec son laboratoire complété par le
Jardin de la ville et les laboratoires de la Faculté des Sciences.
Les Annales de l’Institut colonial de Marseille publient les travaux de
ses laboratoires et forment déjà sept volumes de 1893 à 1899.
La Chambre de Commerce de Marseille a eu l'intelligence de s'imposer
les sacrifices nécessaires pour doter l’enseignement colonial de six chaires,
confiées à des Universitaires, des le mois de mai 1899.
La Municipalité de Marseille construit pour l’Institut colonial un bâti-
ment spécial dans le quartier des futures Facultés.
Nos sincères félicitations et meilleurs souhaits de plein succès à
M. le docteur Heckel.
Gustave BEAUVERD.
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER, n° 20, 15 octobre 1900. 5
4
“Br Bar
A0 er
7 "RENE
à PUBLICATIONS DE L'HERBIER BOISSIER
Bulletin de l’Herbier Boissier, le volume 20 fr.
Tome I (1895). 715 pages, 28 planches et 2 appendices.
9% à
SOU) 700 7) et 4 »
>11 (1895),.2. 2005 592180 et 1 »
>, IV. (1896) 963°,» A) et 3 »
». NV (1897), 1135 »: 25 » et 2 »
DEN (8981, 1051 2.192 > et 3 » et 14 planches.
>» VII (1899), 1005 » AL » et5 ven
BOISSIER, EDM. Flora orientalis sive enumeratio plantarum in Oriente a Græcia
et Ægypto ad Indiæ fines hucusque observatarum. — 5 vol. et Supplément,
in-80, 1867-1888 140 fr.
— Voyage botanique dans le midi de l'Espagne pendant l’année 1837. — 2 vol.
grand in-80. 1839-1845.
Prix réduit, colorié, au lieu de 400 fr. 230 fr.
— en noir 150 fr.
— Icones Euphorbiarum ou figures de 122 espèces du genre Euphorbia. — 1 vol.
grand in-folio, 24 pages de texte et 221 planches, Genève, 1866 .. 70 fr.
— Diagnoses plantarum orientalium. Ire série, 13 fascicules ; 2me serie, 6 fasci-
cules. — In-80. Genève, 1842-1859, le fascicule Salt,
Les fascicules 1, 3, 6 et 7 sont epuises.
— Description de deux nouvelles Cruciferes des Alpes et du Piémont. — In-A0, avec
2 planches ; 3 fr. 7e
— Centuria Euphorbiarum. Genève, 1860 fr.
— Pugillus plantarum novarum Africa borealis Hispaniæque australis. — In-80
Genevæ, 1852 ; 3 fr.
BOISSIER, EDM. er BUHSE. Aufzæhlung der in einer Reise durch Transkaukasien
und Persien gesammelten Pflanzen. — In-40 avec 10 planches et 1 carte.
Moskau, 1860 10 fr.
BARBEY, C. er W. Herborisations au Levant : Egypte,-Syrie et Méditerranée. Se
Février-mai 1880. Avec 11 planches et 1 carte. — 1880 20 fr. Re
BARBEY, W. Flora Sardoæ compendium. Catalogue raisonné des végétaux observés
dans l’île de Sardaigne. Avec suppl. par MM. Ascxerson et E. Levier. Avec
7 planches. — 1885 25 fr. 5
— Epilobium genus, a cl. Cr. Cuisin ill. Avec 24 planches. -— Lausanne, 1885. 5
25 fr. N
— Lydie, Lycie, Carie, 1842, 1883, 1887. Études botaniques. In-40, avec 5 pl. — a
1890 15 fr. *
— ÇCypripedium Calceolus >< macranthos Barbey. — In-40, avec une planche double
coloriée. Lausanne, 1891 3 fr.
STEFANTI, C. px, €. J. FORSYTH MAJOR er W. BARBEY. Samos. Étude géolo-
gique, paléontologique et botanique. Avec 13 pl., par Cu. Cuisin. 1892. 20 fr.
— — — Karpathos. Étude géologique, paléontologique et botanique. — In-4o,
avec 43 pl., par Cu. Cuisix. 1895 20 fr.
MAJOR, C.-J. Forsyra er BARBEY, W. Halki. Étude botanique. — In-A0 avec
{ planche double, par Ca. CursiN, Lausanne, 1894 3 fr.
AUTRAN, E. er DURAND, TH. — Hortus Boissierianus. Énumération des
plantes cultivées en 1895 à Valleyres et à Chambésy, avec préface de
M. F. Crépin. — In-8°, xı et 572 pages, avec 3 planches. Genève, 1896.
12 fr.
— HS —
MÉMOIRES DE L’HRRBIER BOISSIER
N° 1.— SCHINZ, H. — Die Pflanzenwelt Deutsch-Südwest-
Afrikas: EL TEL. mienne 0 Leo Cou
N° 2. — HERZOG, Th. Einige briologische Notizen aus Grau-
binden und. Wallis. SEE RS re
No 3. — de WILDEMAN, É. Une nouvelle Chytridinée (Micro-
myces Mesocarpi) AE re dose Ce Crea MEL
No 4. — SYDOW, H. et P. Fungi Aliquot Novi à F. Stuckert
in Argentina lecti
No 5. — WAINIO, Edv. A. Reactiones Lichenum à J. Müllero
Argoviensi Descriptorum
No 6. — MÜLLER, Karl, Freiburg i. Bg. Revision der Hepalicæ in
Mougeot-, Nestler- und Schimper Stirpes kryptogamæ
No 7. — Abbé CHEVALLIER, L. Notes sur la Flore du Sahara
No 8. — CHABERT, Alfred. Les Rhinanthus des Alpes maritimes
N° 9. — Prof. Dr ROSENSTOCK (Gotha). Aspidium Libanoti-
ÉCHOS ee LES TES RT TE
N° 410. — SCHINZ, Hans. Beiträge zur Kenntnis der Afrikanischen
Flora (Neue Folge) : "1. Zur Kenntnis der Pflanzenwelt
der Delagoa-Bay ;
N°11. — STEPHANI, Franz. Species hepaticarum (swite)......
N» 12. — MEISTER, Fr. Beiträge zur Kenntnis der europäischen
Arten von Utricularia : : 222.12... 4
No13.— FREYN, J. Ueber neue und bemerkenswerthe orienta-
lische Pflanzenarten.......... Nass RR a ER
N° 14. — FRANCHET, A. Mutisiaceæ japonicæ a dom. Faurie
collectæ e herbariis Musei Parisiensis et dom. Drake
del-Gastilo-expositer oe. OT ren
N° 15. — DE WILDEMAN, E. Observations sur quelques Chytri-
dinées nouvelles où peu connues
N°16. — STEPHANI, Franz. Species hepalicarum (swite)......
A. — CHODAT, R. Sur trois genres nouveaux de Protococ-
coidées et sur la florule planktonique d'un étang
\ du Danemark
JB: — RODRIGUE, Alice. Les feuilles panachées et les
feuilles colorées (rapports entre leurs couleurs et
LIT SAIS LD (Ia) Re mt ir es en a
/A. — + CONTI, Pascal. Les espèces du genre Matthiola..
\B. — WILSON, F. R. M. Lichenes Kerguelenses........
N°18. C, — POST, Georges-E. Plantæ Postianæ (fase. X)......
D. — MEYLAN, Charles. Contributions à la flore bryolo-
Sique QUE 2. io eee M ARE
N° 19.— GOTTSCHALL, Michael. Anatomisch systematische Un-
tersuchung des Blattes der Melastomaceen
N: 17
OBSERVATION
Genève. — Imp. Romet, boulevard de Plainpalais, ‘26,
Prix
1.50
0.50
4.50
(Voir la suite du sommaire à la seconde page de la couverture.)
Les auteurs des travaux insérés dans les Mémoires de l'Herbier Boissier
ont droit gratuitement à trente exemplaires en tirage à part.
ae 2
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER
Gustave BEAUVERD, Conservateur.
N° 21
A
Monographie der Podochilinæ
von Rudolf SCHLECHTER
Beiträge zur Erweiterung
DER FLECHTENGATTUNG OMPHALODIUM
von Arthur MINKS
GC
SUR QUELQUES STATIONS NOUVELLES OÙ INTÉRESSANTES
DE LA
FLORULE DU GRAND-SAINT-BERNARD
PAR
Gustave BEAUVERD
Date de la publication : 15 novembre 1900.
Prix : 2 francs.
GENÈVE er BALE
GEORG & Cie, LIBRAIRES-ÉDITEURS
MÊME MAISON A LYON
1900
A. —- SCHINZ, Hans. Beiträge zur Kenntnis der Afrika-
nischen Flora (neue Folge), XII (avec deux
planches
B. — Société pour l'étude de la Flore franco-helve-
tique (Société pour l'étude de la Flore fran-
No 20 | çaise (transformée)
ee
. — USTERI, A. Beiträge zur Kenntnis der Platanen
(ayéc une. planche). war... ee ae
C
D. — HECKEL, Ed. Bibliographie. Notice sur le Mu-
sée et l "Institut colonial de Marseille.: .... ...
A
/ A. — SCHLECHTER, Rudolf. Monographie der Podo-
| CREER ER IE RE EUR SR EAE ER
— MINKS, Arthur. iBeiträge zur Erweiterung der
No 21: Flechtengattung Omphalodium. .............
| C. — BEAUVERD, Gustave. Sur quelques’stations nou-
velles ou interessantes de la florule du Grand-
Saint-Bernard. ........... RR
Are
2.—
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER
N° 21.
MONOGRAPHIE
DER
RO PDO CET IIIN Æ
von Rudoif SCHLECHTER
Die Bestimmung'einer Anzahl von Podochilinæ, welche ich zu Anfang
des Jahres 1897 von Sumatra erhalten hatte, veranlasste mich, zu einem
genaueren Studium dieser Orchidaceen-Gruppe, umsomehr als ich sah,
dass die meisten der in den grösseren europäischen Herbarien aufbe-
wahrten Arten vollständig falsch bestimmt worden waren. In dieser
Unzulänglichkeit der Kenntnisse über die Podochilinæ lag die Ursache
dass ich schliesslich zu dem Entschluss kam, das Ergebnis meiner
Untersuchungen in Form einer Monographie zusammenzustellen, die
ich hiermit der Oeffentlichkeit übergebe.
Die Gruppe der Podochilinæ hat schon deshalb bei dem Orchidaeologen
ein Anrecht auf besonderes Interesse, weil wir hier offenbar den, aller-
dings von vielen Seiten angezweifelten, Fall vor uns haben, dass stets
laterale und stets terminale Inflorescenzen innerhalb der verschiedenen
Arten derselben Gattung vorkommen. In meiner Arbeit über » Acriopsis
Reinw. und ihre Stellung zu den Podochilinæ » habe ich schon einige
Notizen über diesen bemerkenswerten Umstand veröffentlicht und darauf
hingewiesen, dass augenscheinlich der Stellung der Inflorescenz bei
den Orchidaceen von Pfitzer eine zu hohe Bedeutung zugemessen werde ;
bei den Podochlinæ haben wir eine Fülle der treffendsten Beispiele
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n9 21, 15 novembre 1900. 1
2 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (2)
vor uns. Dass der Unterschied zwischen lateraler und terminaler Inflo-
rescenz bei einigen Gruppen von Bedeutung ist, habe ich verschiedent-
lich betont, doch in der Gruppe der Podochilinæ trifft dies nicht zu. Es
wäre hier nicht am Platze über -das System der Orchidaceen nähere An-
gaben zu machen; ich hoffe aber, dass ich bald die Musse finden werde
eine Arbeit über meine zahlreichen Untersuchungen über diesen Gegen-
stand veröffentlichen zu können. Soviel scheint festzustehen, dass die
Podolichinæ im System der Orchidaceen eine sehr eigenarlige Stellung
einnehmen. Wollten wir nämlich versuchen die Pleuranthæ und Acran-
ihe getrennt zu halten, so müssten die Podochlinæ in der unnatürlich-
sten Weise auseinander gerissen werden. ich möchte mich an diesem
Orte eingehenderer Aeusserungen über diesen Punkt enthalten; ich will
nur noch hinzufügen, dass ich der Beniham’schen Ansicht, über die
Beziehungen der Podochiline zu den ehemaligen Neottieæ nicht ganz
fern stehe. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich Telipogon und
Trichoceros ihnen anschliessen müssten und zwar als gesonderte Gruppe;
doch habe ich noch nicht Gelegenheit gehabt, das zur Entscheidung
dieser Frage nötige Material zu untersuchen. Jedenfalls scheint mir
Notylia mit Telipogon recht wenig gemein zu haben, und nicht ın
diese Verwandischaft zu gehören. Macradenia, Warmingia und Cirrhæa
sind mir zu wenig bekannt. Beniham hat sicher nicht recht, wenn
er die Podochilinæ einfach unter die Notyleæ steckt.
Ebenso verwerflich ist natürlich auch die Lindley’sche Anordnung der
zu dieser Gruppe gehörenden Gattungen. Appendicula und Podochilus
reihte er an solche Orchidaceen-Gattungen an, welche von Pfitzer sehr
berechtigter Weise als Monopodiales in eine besondere scharf begrenzte
Untergruppe gestellt wurden. Thelasis aber entfernte er weit von den
beiden anderen Gattungen und brachte sie an das Ende seiner Vandeæ.
Hierbei ist allerdings noch zu berücksichtigen, dass Lindley, als er die
Vandeæ für seine «Genera and Species of Orchidaceous Plants» bear-
beitete, weder Appendicula noch Thelasis kannte, sondern erst später
Gelegenheit hatte, Arten dieser beiden Gattungen selbst zu untersuchen.
In welchen Beziehungen zu den Podochilinæ die beiden Gattungen
Ceratostylis Bl. und Agrostophyllum Bl. stehen, habe ich aus Mangel
an Zeit noch nicht feststellen können. Die Lösung dieser Frage würde
nur durch eine genauere Untersuchung sämtlicher Arten dieser beiden
Gattungen möglich sein. Jedenfalls scheint der äussere Bau der Blüten
an den einiger Podochilinæ stark zu erinnern. so dass selbst Blume
Agrostophyllum longifolium Rchb. p. (von dem. übrigens Agr. majus
ti a EN
(3) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILIN A. 3
Hook. f. nicht zu trennen ist), als Appendicula longifolia beschrieb. Die
zusammengedrängte kopfförmige Inflorescenz finden wir ja auch bei
einigen Podochilinæ wieder, z. B. bei Podochilus callosus Schltr. und
P. Hasseltii Schlir.
Habituell besitzen die Podochilinæ eine grosse Variabilität, d. h. es
finden sich sehr interessante Gegensätze innerhalb derselben Gruppe,
ja sogar derselben Gattung. Könnte es wohl einen grösseren Sprung
in dieser Beziehung geben als den von Thelasis zu den eigentlichen
Podochilus-Arten ? Und doch ist dieser durch die Gattung Oxyanthera
die sich lediglich durch vegetative Charaktere von Thelasis unterscheidet
viel leichter zu erklären. Wir haben hier also offenbar eine Orchideen-
Gruppe vor uns, von der wir auf Grund dieser Schwankungen bei den
sonst so festen vegetaliven Charakteren anzunehmen berechtig sind,
dass sie erst jüngeren Ursprunges ist.
Die Morphologie der Blüten zeigt in vielen Teilen eine auffallende
Uebereinstimmung innerhalb derselben Gattung, nur bei Podochilus
finden wir eine ziemliche Polymorphie in der Gestalt des Labellums
und der Columna. Das erstere ist zuweilen auf einem dünnen Nagel,
der durch die freie Spitze des Säulenfusses gebildet wird, schildförmig
befestigt, zuweilen mit breiter conkaver Basis bis hoch hinauf mit den
Rändern des Säulenfusses verwachsen. Die Columna zeigt eine gewisse
Variabilität in dem Rostellum, das zunächst nur für eine einzige Kleb-
scheibe berechnet ist, aber in verschiedenen Fällen deren zwei trägt,
wodurch natürlich eine Umgestaltung des Rostellums bedingt wird.
Aufrechte oder abstehende Arme an der Säule gehören nicht zu den
Seltenheiten. Diese Entwicklung erreicht innerhalb der Familie bei
Lobogyne Schltr. wohl ihren Höhepunkt. Es ist sehr bemerkenswert
und meiner Ansicht nach von ziemlicher Bedeutung für die generische
Umgrenzung der Podochilinæ, dass, während die Entwicklung des Säu-
lenfusses bei Podochilus geradezu bis auf den höchsten Grad getrieben
ist, bei den anderen drei Gattungen der Gruppe die Ausbildung des
Säuienfusses vollständig unterdrückt ist. Hier scheint also wieder ein
Merkmal ziemlich schwerwiegend zu sein, das in anderen Orchideen-
Gruppen (z. B. den Eulophien) nur bei der Unterscheidung von Arten
nicht aber von Gattungen in Betracht kommen kann.
Die geographische Verbreitung der Gruppe fällt ganz in die Grenzen
der Verbreitung der Gattung Podochilus. Da ich dieselbe bei Podochilus
näher behandeln werde, ist es also überflüssig hier darauf näher ein-
zugehen.
Ur MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (4}
CLAVIS GENERUM
A. Columnæ pede producto........ AR AT RR LE at I. Podochilus BI.
B. Columna apoda.
I. Columna cornubus 2, infra stigma ornata ... II. Lobogyne Schlir.
II. Columna ecornuta.
a. Plantæ acaules, distiche foliat®........ IN. Oxyanthera Brogn.
b. Plantæ repentes, pseudobulbosæ ; folia in
pseudobulbis singula vel bina ...... IV. Thelasis Bl.
I. PODOCHILUS BI.
Bijdr. (1825), p. 295, t. 12; Ldl. Orch. (1886), p, 234 Bl.; Rumphia IV
(1848), p. 43, t. 192, t. 200; Miq., Flor. ind. Bat. III (1859), p. 686; Bth.
et Hk, f., Gen. Pl. III (1883), p. 588; Hk. f., Fl. Br. Ind. VI (1890), p. 80.
Appendicula Bl., Bijdr. (1825), p. 297, t. 40; Ldl., Orch. (1833), p. 227;
Bl., Rumphia IV (1848), p. 46, t. 195, 200; Miq., Flor. Ind. Bat. !II (1895),
p. 701; Btb. et Hk. f., Gen. Pl. III (1883), p. 588; Hk. f.. Fl. Br. Ind. VI
(1890), p. 82; Ridl., in Journ. Linn. Soc. Bot. v. XXXII (1896), p. 387.
Platysma Bl., Bijdr. (1825), p. 295, t. 43.
Apista Bl., Bijdr. (1825), p. 296, t. 42.
Cryptoglottis Bl., Bijdr. (1825). p. 276, t. 42; Ldl,. Orch. (1833), p. 230.
Placostigma Bl., Fl. Jav. Præf. (1828), p. vi.
Hexameria R. Br., in Benn. Pl. Jav. Bav. (1838), p. 26, t. 7.
Metachilum Ldl., Orch. (1830), p. 74.
Conchochilus Hassk., in Hav. et De Vries, Tijdochr. v. IX (1824), p. 46.
Scoliochilus R. f., Xen. Il (1867), p. 118 in obs.
Sepalum intermedium erectum. oblongum vel ligulatum, concavum,
obtusum vel acutum, rarius aristato-acuminatum 4-3-nerve; sepalis late-
ralibus intermedio æquilongis, valde obliquis, margine anteriore plus
minusve ampliatis, nunc subliberis, nunc plus minusve connatis, rarius
cum sepalo intermedio connatis, basi perlata columnæ pedi adnatis,
1-5-nerviis, obtusis vel acutis, rarius aristato-acuminatis. Petala libera
erecta, sepalis vulgo angustiora et paululo breviora, ligulata vel oblonga,
vulgo obtusa rarius acuta, plerumque uninervia, plana. Labellum poly-
morphum, nunc columnæ pedis apici libero peltato-insertum, nunc basi
lata columnæ pedis marginibus affixum, vulgo circuitu oblongum vel
ellipticum obtusum, basi interdum supra insertionem in laminam bifidam
ET UE A PRE 7 CAO TS + AR I AA: ENS Not Qu EE | DAS I SE CUT Aus RAT, on CEA ai 1 AREA
TTL 4 mn a
(5) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. D
vel bilobulatam productum, rarius dimidio anteriore trilobulatum, per-
sæpe dimidio inferiore callo vel lamella hippocrepiformi vel semilunari,
sensim ad margines decurrente ornatum, hinc inde callo infra apicem
auclum, 3-7 nervium, vulgo petalorum longitudinem paulo excedens,
plus minusve concavum. Columna brevis, nunc apice cornubus 2 ornata,
nunc ecornuta, semiteres, pede conspicue producto, cum labello vel
sepalis lateralibus adnatis mentum sacciforme vel calcariforme, obtusum
formante. Rostellum erectum ovatum vel lanceolatum vel triangulare,
apice breviter excisum, rarius subquadratum, margine apicali subemargi-
natum, antice nudum vel gibbere obtuso ornatum. Anthera vulgo ovata
vel ovato-lanceolata, obtusa, vel acuta vel acuminata, basi cordata, rarius
subquadrata, cordata, dorso interdum gibbere vel lamella carnosula longi-
tudinaliter decurrente donata. Pollinia 4-6, stipitibus 2 carnosulis exca-
vatis basin versus valde attenualis affixa, obovata vel clavata, basin versus
valde attenuata, nunc glandulæ communi oblongæ, nune glandulis 2
distinctis inserta. Stigma verticale, interdum facie lobulo erecto sub-
absconditum.
Plantæ terrestres asiaticæ vel australenses, e basi ramosæ vel pluri-
caules; caulibus ramisve distiche et plus minus dense foliatis erectis,
vel decumbentibus vel dependentibus; folia nunc æquitantibus, nunc
ad vaginam caulem arcte amplectentem arlieulatis, forma diversis,
textura membranaceis, vel charlaceis, vel coriaceis, acutis vel inæqualiter
ac oblique bilobulatis, nervo intermedio vulgo in apiculum plus minusve
conspicuum producto, nunc minutis, nunc bene evolutis; racemis vel
spicis nunc lateralibus nunc terminalibus, abbreviatis vel elongatis, pauci-
vel multifloris, nunc foliis multo brevioribus, nunc multo longioribus;
bracteis post æstivationem vulgo deflexis oblongis obtusis vel acutis flo-
ribus brevioribus vel conspicue longioribus; floribus in ordine minutis
vel minutissimis, vulgo sessilibus, interdum breviter pedicellatis, pallide
vel roseo-coloratis, rarius virescentibus.
In der folgenden Bearbeitung der Gattung habe ich Appendicula ein-
gezogen und mit Podochilus vereinigt, da sich in keiner Weise Unter-
schiede zwischen diesen beiden Gattungen finden liessen. Ich weiss,
dass von verschiedenen Seiten dieses Verfahren getadelt und die Rich-
tigkeit meiner Behauptung angezweifelt werden wird. Dem gegenüber
kann ich jedoch antworten, dass sich die verschiedensten Abstufungen
zwischen den beiden Gattungen finden.
Betrachten wir zunächst einmal die vegetativen Charaktere. Die Inflo-
rescenz ist bei den ehemaligen Podochilus-Arten zwar stets terminal,
6 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (6)
doch giebt es auch eine erhebliche Anzahl von Appendicula-Arten mit
terminalen Blütenständen. Die Blätter sind zwar bei Podochilus immer
klein, doch finden sich auch kleinblättrige Appendicula. Allein charak-
teristisch sind bei drei Podochlus-Arten, die nicht gegliederte Laub-
blätter im Gegensatz zu denen sämtlicher anderer Arten, besitzen.
Somit lägen vegetative Unterschiede nicht vor.
Aus der Morphologie der Blüte hoffte ich anfangs Charaktere von
generischen Bedeutung ausfindig zu machen, sah mich darin aber bald
getäuscht. Die Sepalen und Petalen sind äusserst gleichförmig gebaut.
Nur das Labellum zeigt eine gewisse Variation, denn es giebt ebenso
unter Podochilus (z. B. bei P. cultratus Ldl.) ungegliederte Labellen, wie
unter Appendicula solche, die sicher mit stark verengter Basis gegliedert
sind. Dieser Unterschied würde also auch zusammenbrechen. Das Gleiche
finden wir in der Struktur der Columna, bei welcher alle Abweichungen
von dem gewöhnlichen Typus derselben bei Podochilus nur spezifisches
Gepräge haben. Also auch hier müssen wir auf generische Unterschiede
Verzicht leisten. Dass die Anzahl der Pollinia bei den einzelnen Arten
schwankt, hat schon Ridley bewiesen, der Gelegenheit hatte, diese Ver-
hältnisse an lebendem Material zu studiren. Ich glaube nun hiermit
bewiesen zu haben, dass wir nicht länger daran denken können, Podo-
chilus und Appendicula zu trennen. Dass eine Verschmelzung dieser
beiden Gattungen eine Anzahl von Umtaufungen zur Folge hat, ist ein
Uebel dem wir nicht entgehen können, doch ist es immerhin besser
jetzt diese Umtaufungen durchzuführen da die Gattungen noch nicht von
bedeutendem Umfange sind, als später, wenn sie erst noch grössere
Dimensionen erlangt haben.
Podochilus, in dieser Umgrenzung bei weitem die grösste Galtung
der Podochilinæ, hat eine nicht unbedeutende geographische Verbrei-
tung. Von Westen kommend, treffen wir die ersten Arten in Ceylon
an. Von dort aus dehnt sich das Gebiet durch die Gebirge Ostindiens bis
zur hinterindischen Halbinsel. Im malayischen Archipel scheint Podo-
chilus den Höhepunkt seiner Entwicklung zu erreichen. Nach Osten
dringen noch einige Arten bis nach Neuguinea vor, eine hat sich sogar
im Gebiete der Südsee eingefunden. Auf den Philippinen finden
sich auch einige Arten; hier nimmt ihre Anzahl unter den Orchi-
daceen aber schon eine sehr geringe Stellung ein. Merkwürdig end-
lich ist das Vorkommen des P. cornutus Schltr. auf der Insel Hong-
kong, wo wir die Nordgrenze des Podochilus-Gebietes annehmen
müssen. |
(7) RUDOLF SCHLFCHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 7
CLAVIS SECTIONUM
ARolarequtantia narticulata... 01, PMP I. Eu-Podochilus.
B. Folia articulata.
I. Folia minuta; inflorescentia semper terminalis II. Apista.
II. Folia majora cum inflorescentia terminali, vel
minuta cum inflorescentia laterali.
a. Labellum appendiculo vel callo hippocrepi-
form basgoraniumenan Sr een. III. Appendicula
b. Labellum basi sine appendiculo hippocre-
PORN UNE IV. Pseudappendicula.
SL Eu-Podochilus.
Diese Sektion setzt sich aus den drei Arten der Gattung zusammen,
welche reitende Blätter haben, die nicht an die Blattscheide angegliedert
sind und daher nach dem Verdorren der Blätter dieselben nicht abwerfen.
Wir haben also hier dieselbe vegetative Erscheinung, welche wir bei
einigen Arten der Gattung Aporum Bl. wiederfinden.
Gewissermassen ein Uebergang von der folgenden Sektion zur Eu-
Podochilus findet sich z. B. bei P. scalpelliformis Bl. bei dem die Blätter
auch reitend sind, aber deutlich einer, obgleich sehr kurzen, Blattscheide
angegliedert sind. Daher also nach ihrem Ableben abgeworfen werden.
In der Blüte liegen für den Charakter der Sektion keine Merkmale.
Wir haben, soweit die Anhaftung des Labellums in Betracht"kommt, in
P. cultratus Ldl. eine Art vor uns, welche sehr stark an einige typische
Vertreter der Sektion Appendicula erinnert ; ich will damit sagen dass
das Labellum mit breiter Basis an die Ränder des verlängerten Säulen-
fusses angewachsen ist und daher vollständig unbeweglich sein muss.
Bei den beiden anderen Arten, P. falcatus Ldl. und P. saxatilis. Ldl.,
findet sich ein Labellum, das dem Typus der meisten Arten der Sektion
Apista sich anschliesst, also oberhalb der Basis auf der Unterseite an
die freie Spitze des Säulenfusses so inseriert ist, dass es sich bei der
leisesten Berührung der Blüten bewegen kann, wie wir es bei den
meisten Bulbophyllum-Arten beobachten können.
Die übrigen Teile der Blüten sind in derselben Weise ausgebildet wie
bei den anderen Arten der Gattung. Bei allen drei Arten ist das Rostel-
lum an der Spitze kurz ausgeschnitten; es scheint somit, dass alle nur
eine Klebmasse besitzen.
8 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (8)
Die geographische Verbreitung der Gruppe scheint eine beschränkte
zu sein. Zwei Arten finden sich auf der Insel Ceylon; von diesen tritt
P. falcatus Ldl. auch auf der bengalischen Halbinsel auf. P. cultratus
Lil. ist eine Art des Himalaya-Gebirgsstockes, und soll östlich bis nach
Assam und Tenasserim vordringen.
CLAVIS:SPECIERUM
1. = bahellumssessile 2% ee 21 era er 1. P. euliratus Ldl.
IL Labellum distincte unguieulaium.
1. Folia suberecta ; flores ab apice sepali intermedii
usque ad apicem menti c. 0,5 cm. longi ...... 2. P. falcatus Ldl.
2. Folia patentia ; flores longitudide vix 0,2 cm.
excedentes........... Es MSP een 3. P. saxatilis Ldl.
1. Podochilus cultratus Ldl.
Glaberrimus, pluricaulis ;: caulibus simplicibus erectis vel erecto-
patentibus vel adscendentibus, dense foliatis. 6-16 cm. longis, racemo
terminatis; foliis distichis. equitanlibus, ensiformibus acutis, basi haud
articulatis, subfalcatis. erecio-patentibus, iextura subcoriaceis; racemis
abbreviatis, paucifloris, vulgo patulis; bracteis ovato-lanceolatis, ovalisve,
acumimatis, ovarıum vulgo excedentibus, patentibus, patulisve; floribus
illis P. falcati Ldl. minoribus: sepalo intermedio ovato obtuso, concavo,
vix 0.2 cm. longo. supra basin 1-1.5 mm. lato, lateralibus sepalo inter-
medio æquilongis. trinerviis, obtusiusculis, margine anteriore basin
versus ampliatis, rotundatis. basi lata column& pedi adnatis. antice basi
in mentum breve obtusum connatis; petalis ovato-ellipticis, obtusiuseulis,
uninerviis, basin versus paulo angustatis, sepalis paulo brevioribus,
medio fere 0.1 cm. latis; labello infra medium constrieto, subpandurate,
partitione inferiore semiorbiculari, concava. partitione anteriore oblonga
apice truncato-obtusata. marginibus undulata. toto ca. 2,5 mm. longo.
5-nervio; columna brevi exauriculata, rostello ovato triangulari apice
exciso, anthera ovata; capsula oblonga, brevissime pedicellata, utrinque
obtusa, c. 0.5 cm. longa, glabra.
Podochilus cultratus Lal.. in Wall. Cat. n. 7336; Orch. (1833), p. 23%;
in Journ. Linn. Soc. Bot. II (1859). p. 37; Hk. f., Fl. Br. Ind. VI (1890),
p- 80.
In India orientali: Napalia — Wallich ; Sikkim — J.-D. Hooker ;
R. Pautling, n° 488 (mai-juin 1892); Assam — Helfer: Cachar — Clarke;
juxia rivum « Attran,» Tenasserim — Parish.
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(9) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 9
Mit den vegetativen Merkmalen der Sektion Eu-Podochilus versehen,
besitzt diese Art ein Labellum hinter dem man sicher eine Art der
Sektion Appendicula vermuten würde. Dasselbe ist nicht wie bei P. fal-
catus Ldl. und P. saxatiliis Ldl. genagelt, sondern sitzt mit ziemlich
breiter Basis direkt dem Säulenfusse auf. Zudem kann man hier sogar
noch eher von einem Hypochyl und einem Epichil reden als bei den
Arten der Sektion Appendicula, ersteres ist fast kreisrund und stark
konkav, das Epichil vorn abgestumpft und flach.
Die meisten Herbarexemplare, welche ich von P. cultratus gesehen
habe, waren blütenlos, da letztere offenbar schon beim Einsammeln
leicht abfallen.
Die Färbung der Blüten ist weiss. Habituell besitzt die Pflanze auf-
fallende Aehnlichkeit mit einigen Dendrobium-Arten aus der Sektion
Aporum.
2. Podochilus falcatus Ldl.
Glaberrima, 10-25 cm. alta, e basi ramosa ; ramis simplicibus erectis
vel erecto-patentibus dense foliatis, racemo terminaltis; foliis distichis
æquitantibus inarticulatis, ensiformibus obiusis, coriaceis apicibus nunc
liberis, nunc carinæ folii superioris arcte appressis, 0,8-2 cm. longis.
latere 0,3-0,4 cm. latis; racemo laxo terminali, 1-3 cm. longo, plurifloro,
erecto vel patulo; bracteis persistentibus, ovatis vel ovato-lanceolatis
acutis, ovario nunc &quilongis, nunc brevioribus, 0,2-0,3 cm. longis: flo-
ribus c. 0,6 cm. longis, illis P. cultrati Ldl., majoribus; sepalo intermedio
ovato-oblongo subacuto, concavo, uninervio, 0,3 cm. longo, medio fere
0,2 cm. lato; lateralibus valde obliquis subobtusis, margine anteriore
dimidio inferiore in lobum oblongum obtusum ampliatis, basi latissima
column pedi adnatis, uninervüs, intermedio æquilongis, basi fere 0,4 cm.
latis, margine anteriore tertia parte inferiore connatis, basin labelli
includentibus; petalis chlongis obtusis, uninerviis, sepalo intermedio vix
zquilongis; labello spathulato, apici incurvo columnæ pedis affixo,
obtuso, 5-nervio, basi supra insertionem paulo-producto brevissime ac
obtuse bilobulato et paulo incurvo, toto 0,5 cm. longo, dimidio superiore
c. 0,2 cm. lato; columna brevi, pede valde producto, apice libero incurvo,
cum sepalis lateralibus adnatis mentum obtusum calcariforme for-
mante; rostello lanceolato, apice incurvo bifido; anthera lanceolato-cor-
dala, apice bifida incurva, ovario clavato-cylindrico, glaberrimo, nudo.
Podochilus falcatus Ldl., Orch. (1839), p. 234; Hk. f., Fl. Br. Ind. VI
(1891), p. 80.
10 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (10)
P. malabaricus Wight, Ic. t. 1748 (4852); Walp., Ann. VI (1861),
p- 893 ; Hk. f., 1. c. VI (1890), p. 80.
In insula Ceylon: In provineia centrali satis communis, alt. 3000-
6000 ped. — Macrae; Thwaites, no 2527.
In peninsula Indiæ orientalis: in provincia Malabar — Jordon;
Wynaadjungles — Drew; in provincia Travancore — Johnson ; In mon-
tibus « Nilgherris» — Wight.
Von den drei Arten der Sektion ist diese die höchste. Sie ist in den
europäischen Herbarien am meisten vertreten.
Obgleich unzweifelhaft näher mit P. saxatilis Ldl. verwandt, besitzt sie
in ihrer Belaubung mehr Aehnlichkeit mit P. cultratus Ldl. Die Inflo-
rescenz jedoch ist bedeutend länger und meist hängend, gleicht also
vielmehr der des P. saxatilis. Die Länge der Blätter ist sehr variabel,
zuweilen sind dieselben derartig verkürzt, dass die sonst freien Spitzen
ganz fehlen, so bei der als P. malabaricus Wight beschriebenen Form,
doch kommen zuviel Uebergänge vor, um darauf hin Formen oder Varie-
täten abgrenzen zu können. Im Habitus liesse sich die Pflanze wohl am
besten mit Lockhartia vergleichen.
Eigenartig ist an den von mir untersuchten Blüten, die vorn zugleich
mit der Antherenspitze übergebogene Spitze des Rostellums.
3. Podochilus saxatilis Ldl.
Glaberrima 5-10 cm. alta, e basi ramosa; ramis simplicibus erectis
vel erecto-patentibus interdum patulis, dense foliatis, racemo terminatis;
foliis distichis equitantibus, falcato-ensiformibus obtusis, coriaceis, api-
cibus semper liberis, 0,4-0,6 cm. longis. latere medio fere 1,5-2 mm.
latis; racemo terminali patulo, 0,8-12 cm. longo, laxe pluri-(5-7) floro;
bracteis persistentibus ovatis acutis, ovario pedicellato brevioribus, vix
0,1 cm. longis; floribus valde minutis, illis P. sciuroidis Rehb. f. fere
æquimagnis; sepala intermedio ovato obtusiusculo uninervio vix 0,1 em.
longitudine excedente, lateralibus valde obliquis, obtusiusculis uninerviis,
margine anteriore usque ad dimidium fere connatis labellum occluden-
tibus; labello apice incurvæ columnæ pedio affixo, ungue, si licet appel-
lare, lineari, longitudinaliter induplicato, dimidio anteriore in laminam
rhomboideum obtusum ampliato, basi supra insertionem paulo producto,
‚ concavo-incurvato, integro, toto 0,2 cm. longo, uninervio; columna brevi,
pede longe producta lateribus petalorum basi adnato apice libero incurvo;
rostello ovato-oblongo, apice breviter exciso; anthera ovata acuta, rostello
vix breviore; capsula obovoideo-clavata, glabra ac nuda.
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(11) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 11
Podochilus saxatilis Ldl., Orch. (1833), p. 235; Hk. f., Fl. Br. Ind. VI
(1890), p. 81.
In insula Ceylon : In districtis interioribus « Hautani» et « Ambaga-
mova.» — Macrae; Thwaites, n° 3199.
Die kleinste der drei Arten der Sektion. Sie ist von den beiden ande-
ren sofort durch die mehr nach aussen sichelförmig gebogenen, mit
deutlich vorspringenden Längslinien versehenen (nicht wie bei P. cul-
tratus Lal. und P. falcatus Ldl. glatten) Blätter zu erkennen. Man stelle
einen schwächlichen Trieb des Angræcum distichum Thonars von c.
3 cm. Länge vor, dann hat man etwa das Bild eines Stämmchens des
P. saxatilıs. Dazu käme dann allerdings noch eine terminale über-
hängende Inflorescenz mit einseitwandigen kleinen roten Blüten.
Das Labellum ist dem des P. falcatus ähnlich, ist aber vom Grunde
her bis über die Mitte hinaus verschmälert und an den Seiten eingerollt.
Es ist wie bei P. falcatus der freien Spitze des Säulenfusses nicht mit
der untersten Spitze angeheftet, sondern etwas darüber, so dass es als
labellum peltatum bezeichnet werden könnte.
$ IL Apista.
In die Sektion Apista habe ich fast alle die Arten der Gattung Podo-
chilus gesetzt, welche sich durch die Reduzierung ihrer Laubblätter, ver-
bunden mit einer stets terminalen Inflorescenz, auszeichnen. Es kom-
men zwar in der Sektion Appendicula terminale Inflorescenzen nicht
selten vor, doch dann treten sie nur an solchen Arten auf deren Maasse
der Blätter die für die Sektion Apista angegebenen bedeutend über-
schreiten, ausserdem aber fast stets in Begleitung von lateralen Inflores-
cenzen. Ebenso finden sich Arten der Sektion Appendicula deren Blatt-
maasse denen der Apista-Arten fast gleichkommen, z. B. P. hexandrus
Schltr. und P. pauciflorus Schltr., doch haben alle diese nur laterale
Blütenstände, während solche bei Apista selbst in Begleitung terminaler
nie vorzukommen scheinen.
Ich gestehe gern ein, dass diese Sektionen auf Grunde nur leichter
Charaktere gebildet sind, doch wird es meistens leichter sein Arten
innerhalb dieser Sektionen zu bestimmen, zweitens wollte ich versuchen
die eingezogene Gattung Appendicula wenigstens als Sektion den ehe-
maligen Podochilus-Arten gegenüberzustellen.
In der Blüte bieten die Arten der Sektion Apista neben denen der
12 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (12)
Seklion Appendicula wenig Besonderes dar. Die seitlichen Sepalen sind '
zuweilen höher verwachsen als es gewöhnlich der Fall ist, das Labellum
zeigt häufiger die Tendenz, beweglich zu sein oder sich am Grunde zu
spalten. Doch kommen zwischen diesen Typen und dem gewöhnlichen
Typus des sitzenden konkaven Labellums der Sektion Appendicula zu viele
Uebergänge vor, um daraufhin die Gruppe schärfer scheiden zu können.
In der Columna sind auch?Abweichungen zu beobachten, jedoch auch nur
zuweilen. So sehen wir das Stigma des P. gracilis Ldl. durch einen
aufrechten Kamm geschützt. Das Rostellum weicht in verschiedenen
Fällen dadurch von dem gewöhnlichen Typus ab, dass es zwei getrennte
Klebscheiben entwickelt, unter diesen ist die auffallendste die Form
desselben bei P. lucescens BI.
Die geographische Verbreitung der Sektion ist eine bedeutend weitere
als bei Eu-Podochilus. Entschieden liegt ihr Schwerpunkt auf dem
malayischen Archipel. Nach Westen dringen Arten über die Malayische
Halbinsel bis nach den Khasia-Gebirgen vor, wo P. microphyllus Ldl.
noch auftritt. Nach Osten ist bis jetzt Neu-Guinea als Grenze ihrer
Verbreitung zu betrachten. Da jedoch diese Insel noch fünf Vertreter
aufweist, so ist wohl anzunehmen, dass einige derselben sogar noch dar-
über hinaus auftreten.
CLAVIS SPECIERUM
I. Glandulæ 2, distinctæ.
1. Labellum basi sagittatum ................- 4. P. tenuis Ldl.
2. Labellum basi angustata rotundatum vel trun-
catum.
A. Labellum angustum tertia parte ante-
riore in lobum subquadratum di-
late tune a ae. 5. P. densiflorus Bl.
B. Labellum marginibus undulatum sub-
pandusformer ner. 6. P. sinilis Bl.
II. Pollinia glandulæ communi affıxa.
1. Labellum basi sagittatum, vel bilobatum vel
bicaudatum.
A. Spicæ plurifloræ (10-20 floræ).
a. Sepala omnia fere usque ad medium
CORE N MERS a Re 7. P. scalpelliformis Bl.
b. Sepalum intermedium liberum .... 8. P. lucescens BI.
B. Spicæ (1-3 floræ).
a. Labellum cordato-hastatum, oblongo-
lance ol at eee 9. P. microphyllus Ldl.
b. Labellum lanceolato-ellipticum basi
conspicue bicaudatum .......... 10. P. serpyllifolius Ldl.
(13) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 13
2. Labellum basi truncatum vel rotundatum.
A. Ovarium glabrum.
a. Ramulidecumbentes, radicantes;folia
tenuia.
* Labellum oblongum supra basin
SUDEUS NSP RUN SE NEMEE 11. P. sciuroides Rehb. f.
** Labellum subspathulatum, sub-
tus infra medium insertum.. 12. P. Hellwigü Sehltr.
b. Ramuli erecti vel suberecti, haud
radicantes ; folia subcoriacea .... 13. P. Zollingeri Rehb.f.
B. Ovarium muricato-villosum .......... 1%. P. gracilis Ldl.
4. Podochilus tenuis Ldl.
Pusillus, glaberrimus, gracilis, pluricaulis’; caulibus filiformibus vulgo
plus minusve ramosis, erectis vel erecto-patentibus vel decumbentibus,
10-15 cm. longis, racemo terminatis; foliis distichis erecto-patentibus,
tortis, linearibus acutissimis, haud articulatis. 0,3-0,5 em. longis, textura
subfoliaceis; racemis terminalibus mox nutantibus, paucifloris, 0,2-0,3 cm.
longis; bracteis lanceolatis vel ovato-lanceolatis aculis, ovario brevioribus;
fioribus illis P. microphylli Ldl. fere æquimagnis; sepalo intermedio
ovato-obtusiusculo, uninervio, erecto, concavo, 0,2 cm. longo, infra
medium latitudine vix 0,1 cm. excedente, lateralibus sepalo intermedio
æquilongis subacutis, uninerviis, basi perlata column& pedi adnatis, valde
obliquis, margine anteriore ampliatis incurvis, usque supra medium con-
natis, mentum bisacculatum formantibus, labellum occludentibus; petalis
oblongo-ligulatis obtusis, erectis, sepalis subinconspicue brevioribus;
labello apici libero columnæ pedie inserto, oblongo obtuso, trinervio,
concavo, basi breviter bicaudato, toto 0,3 cm. longo; columna brevi,
pede longius producto; rostello erecto trilobato, lobo intermedio latera-
libus glanduliferis, paulo majore; anthera ovato-cordata obtusa ; polli-
niis lanceolatis, compressis, utræque glandulæ binis insertis ; ovario
clavato breviter pedicellato, glaberrimo.
Podochilus tenuis Ldl., Orch. (1833), p. 235; Miq., Fl. Ind. Bat. III
(1859), p. 687.
Apista tenuis BI. Bijd. (1825), p. 296.
Podochilus acicularis Hook. f., Fl. Br. Ind. VI (1890), p. 82; Ic. Plant,
v. XXII, 1. 2147 (1895); Ridley in Journ. Linn. Soc. Bot. XXXII (1896),
p. 386.
In peninsula malayensi: Perak — L. Wray, n° 2916.
In insula Java : In silvis alliorium montium provinciorum Buiten-
zorg et Bantam — Blume; in arboribus in horto Bogoriensi, sept. 1843
RER STATE ARS MAT SAH A Cat ET Ms he 8 a AK AS re a AE PEN 05 LORD A VU A et ee EL.
1% MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (1%)
— Zollinger, n°179; in arboribus prope Tjisungsang, in provincia Bantam
— Zollinger, n° 999 (nom, vernac. « Angrek lentik. »)
Diese Art gehört in der Struktür ihrer Blüten in die Nähe des P. mi-
crophyllus Ldl. Beide gehören zu der Gruppe der Gattung welche sich
durch eine einfache Lippenplatte, die auf dem verlängerten Säulenfusse
direckt aufsitzt und am Grunde in zwei Schwänzchen oder Oehrchen
ausläuft, charakterisiert wird.
Von P. microphyllus ist P. tennis durch den Habitus und die schmä-
leren Blätter ohne nähere Untersuchung leicht zu erkennen, dagegen
besitzt P. tenuis Ldl. mit ihm eine frappante Aehnlichkeit. Auf die
Unterschiede zwischen diesen beiden habe ich bei Beschreibung des
P. tenuis aufmerksam gemacht.
Nach Ridley sind die Blüten weiss, sollen aber selten erscheinen.
5. Podochilus densiflorus Bl.
Gracillimus, tenellus, e basi ramosus, decumbens vel dependens. plu-
ricaulis. 8-15 cm. longus; ramis ramulisque filiformibus dense folialis;
foliis setaceis vel setaceo-linearibus acutis tortis, haud ad vaginam articu-
latis; internodia multo excedentibus, 0,4-0,5 cm. longis, vix 0,1 cm. latis,
textura subrigidulis; racemo terminal subdense paucifloro abbreviato;
bracteis ovatis vel ovato-lanceolatis aculis, ovario æquilongis vel brevio-
ribus; floribus illis P. sciuroidis Rehb. f. fere æquimagnis ; sepalo inter-
medio ovato-oblongo obtusiusculo, uninervio, erecto, vix 0,2 cm. longo,
medio fere vix 0,1 cm. lato, sepalis lateralibus intermedio fere æquilongis,
uninerviis obtusiuseulis, valde obliquis, basi perlata column pedi adnatis,
margine anteriore dimidio inferiore connalis, mentum obtusum. sacci-
formem, labelli basin occludentem formantibus, supra basin 0,2 cm. latis,
petalis ovato-oblongis obtusis uninervüs, sepalo intermedio paulo brevio-
ribus angustioribusque ; labello in columnæ pedis apici libero peltato,
cireuitu ligulato, lineari, marginibus subincurvis, tertia parte anteriore in
lobum subquadratum antice exeisum dilatato, basi (parte supra inser-
tionem producta) rotundato breviter exciso, toto 0,3 cm. longitudinis
subattingente ; columna brevi, pede longius producto; rostello erecto tri-
dentato, dente intermedio lateralibus duplo minore, deltoideo; polliniis
ovoideis, utræque glandulæ binis insertis; glandulis 2, distinctis, oblongis;
anthera apice breviter excisa ; ovario clavato, glaberrimo.
Podochilus densiflorus Bl., Rnumphia IV (1850), p. 4%, t. 192, p. 5,
t. 200B; Ldl., Journ. Linn. Soc. Bot. III (1859), p. 37; Miq., Flor. Ind.
Bat. IN (1855), p. 687.
(15) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINE. 15
In insula Nova-Guinea : Loco speciali haud indicato. — Zippel.
Diese Art ist in der Gatlung diejenige, welche die feinsten Blätter
hat, und gleicht infolgedessen mehr einigen Polytrichum-Arten als
anderen Orchidaceen.
Sie ist durch das lange, schmale Labellum, dessen Ränder nach innen
eingerollt sind, und vorn in eine fast quadratische Scheibe erweitert ist,
wohl charakterisiert.
Die Beschreibung der Blüten habe ich ganz nach den Notizen und
Abbildungen von Blume herstellen müssen, da hier sowohl trotz reich-
lichen Materials, als auch bei P. similis Bl. im Leydener Herbar, nicht
eine einzige Blüte zu finden war.
Es ist sehr auffallend, dass verschiedene dieser moosartigen Podo-
chilinæ in neuerer Zeit nie wieder gefunden worden sind, obgleich sich
unsere Kenntnis der malayischen und der papuanischen Inselwelt doch
bedeutend erweitert hat.
6. Podochilus similis Bl.
Glaberrimus, tenellus, gracillimus, e basi ramosus, decumbens vel
dependens; ramis ramulisque filiformibus, interdum radicantibus, dense
foliatis; foliis erecto patentibus, tortis, anguste linearibus acutis, inter-
nodia multo excedentibus, haud ad vaginam articulatis, textura rigidius-
eulis, 0,8-1,2 cm. longis, medio fere c. 0,1 cm. latis; racemo terminali,
abbreviato, paucifloro, folia haud excedente; bracteis ovatis acuminatis,
ovario brevioribus, minutis; floribus niveis illis P. tenuis Ldl. fere æqui-
magnis, sepalo intermedio ovato subacuto, uninervio, concavo, erecto,
vix 0,2 cm. longo, medio fere vix 0,2 cm. lato, lateralibus sepalo inter-
medio æquilongis obtusiusculis, uninerviis, valde obliquis, basi perlata
column pedi producto adnatis, margine anteriore dimidio inferiore con-
natis, mentum obtusum sacciformem labelli basin occludentem forman-
tibus, supra basin 0,2 cm. latis; petalis ligulatis obtusis uninerviis, sepalis
subæquilongis; labello apici libero columnæ pedis inserto, circuilu pan-
duriformi, dimidio anteriore margine undulato, apice obtusissimo, subre-
tuso, basi supra insertionem in lobulum concavum subquadratum paulo
producto, antice lamina callo minuto verruciformi donato, toto vix 0,2 cm.
longitudine excedente; columna brevi pede longius producto; rostello
erecto tridentato, dente intermedio lateralibus duplo minore; anthera
oblonga apice præmorso-truncata, dorso sulcata ; polliniis lanceolatis
utræque glandulæ binis insertis, glandulis 2 distinctis, oblongis ; ovario
clavalo breviter pedicellato, glaberrimo.
16 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (16)
Podochilus similis Bl., Rumphia IV (1848), p. 44, t. 200 A; Miq., Fl. Ind.
Bat. III (1859), p. 687.
In insula Borneo : Kuching; in provincia Sarawak — Haviland (ex
Ridl. in Journ. Linn. Soc. Bot. v..XXXI [1896], p. 301).
In insula Nova-Guinea: Loco speciali haud indicato — Zippel.
Am besten lässt sich die vorliegende’ Art mit P. tenuis Ldl. ver-
gleichen, dem sie habituell sehr ähnlich ist. Charakterisiert ist sie durch
das fast geigenförmige auf der vorderen Hälfte mit einer Warze ver-
sehener Labellum, das auch auf der Unterseite oberhalb der Basis dem
an der Spitze freien Säulenfusse’inseriert ist.
Auch hier liegen trotz des reichlichen Materials im Leydener Her-
barium keine Blüten vor, so dass ich auch in diesem Falle mich ganz
an die Blum’sche Beschreibung und Abbildungen halten musste.
Das Rostellum läuft in drei kurze Zähnchen aus, welche durch die
beiden oblongen Klebscheiden genügend erklärt werden. Die Pollinien
sind zu je zwei an den dütenförmigen Stipes angeheftet.
An den zwischen Moos an Baumstämmen hinkrichenden Aesten
scheinen sich häufiger Wurzeln zu bilden, als bei den andern Arten.
7. Podochilus scalpelliformis Bl.
Glaberrimus, erectus vel adscendens, multicaulis, 12-18 cm. altus, gra-
cilis ; caulibus simplieibus subflexuosis, gracilibus, dense foliatis, racemo
terminatis; foliis distichis equitanlibus, erecto-patentibus, linearibus
acutis, 0,4-0,8 cm. longis, 0,1-0,2 cm. latis, textura rigidiusculis; racemo
terminali simplici, sublaxe plurifloro, usque ad 1,2 cm. longo; bracteis
distichis ovato-lanceolatis aculis, ovario brevioribus; floribus illis P. tenuis
Ldl. vix majoribus; sepalo intermedio oblongo obtuso, uninervio, vix
0,2 cm. longo, dimidio inferiore cum sepalis lateralibus connato, sepalis
lateralibus intermedio æquilongis, subacutis uninerviis, valde obliquis,
basi bene dilatata columnæ pedi adnatis, dimidio inferiore margine ante-
riore connatis, supra basin latitudine 0,2 cm. subattingentibus; petalis
oblongis obtusis, uninerviis, sepalo intermedio paulo minoribus;; labello
hastato vel sagittato-lanceolato trinervio, apice truncato-obtusato, concavo,
0,2 cm. longo, medio fere 0,1 cm. lato, nudo; columna brevi, rostello
erecto ovato, apice exciso; anthera circuitu ovato-lanceolata; pollinus 4
glandulæ communi oblongæ stipitibus 2 affixis; capsula oblonga, glaber-
rima.
Podochilus scalpelliformis Bl., Rumphia IV (1848), p. 45, t. 194, f. 4,
t. 200G; Miq., Fl. Ind. Bat. III (1859), p. 688.
(17) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINE. 17
Podochilus muricatus Teysm. et Binn., Cat. Hort. Bog., p. 379 (fde
Jackson in Ind. Kew III, p. 579).
In insula Nova-Guinea : Loco speciali haud indicato — Zippel.
Epiphytica in arboribus in insulis umbrosis prope Mac-Cluer et Segaar-
Bay. Jun. 1875 — Naumann, n° 48; prope Augusta Station, oct. 1887 —
M. Hollrung, n° 732.
Hier liegt in gewisser Hinsicht ein Uebergang zwischen den Sektionen
Apista und Eu-Podochilus vor, da bei P. scalpelliformis die Blätter wohl
als folin equitantia bezeichnet werden müssen, jedoch deutlich an die
allerdings sehr kurze, den Stamm sehr fest umschliessende Blattscheide
gegliedert sind.
Das Labellum ist hier spiessförmig mit stumpfer Spitze. Die vier Pol-
linien sind zu je zwei den dütenformigen Stipites eingefügt, welche
beide an eine lanzettlich-oblonge, verhältnismässig grosse Glandula ge-
beftet sind. Das Rostellum ist ziemlich tief ausgerandet.
Die von Kränzlin in Engl. Bot. Jahrb., v. XVII, p. 188 als hierzuge-
hörig aufgeführte Hellwig’sche Pflanze ist schon habituell sehr ver-
schieden und gehört in die Verwandtschaft des P. sciuroides R. f.
Ss. Podochilus lucescens Bl.
Pusillus, glaberrimus, pluricaulis, 10-15 cm. altus; caulibus erectis vel
adscendentibus vel patulis, simplicibus vel parum ramosis, bene foliatis,
vaginis foliorum persistentibus arcte obtectis, gracilibus, racemo termi-
natis; folus distichis oblique lanceolato-ellipticis subtortis interdum sub-
undulatis, apice subinconspicue ac oblique bilobulatis, nervo intermedio in
apiculum minutum producto, basi ad vaginam articulatis, 1-1,2 cm. longis,
medio fere 0,5-0,4 cm. latis, textura rigidiuseulis; spica terminali disticha,
pluriflora, elongata, 0,8-2,5 cm. longa; bracteis patentibus parvulis,
ovalis concavis, flori bene brevioribus; floribus in genere inter minoribus,
roseis; sepalo intermedio lanceolato subacuto, uninervio, c. 0,2 cm. longo,
ereclo, lateralibus valde obliquis subacutis, margine anteriore valde
ampliatis, uninerviis, sepali intermedii longitudinis, basi perlata co-
lumnæ pedi adnatis, margine anteriore dimidio inferiore in saccum
obtusum labellum occludentem connatis, supra basin c. 0,2 cm. latis;
pelalis erectis oblongo-ligulatis obtusis basin versus paulo angustatis,
uninervis, sepalis subæquilongis, medio fere vix 0,1 cm. latis; labello
columnæ pedi apici incurvæ affixino, circuitu ovoideo, dimidio anteriore
trilobato, lobis lateralibus abbreviatis obtusis erectis, intermedio porrecto
triangulari-ovalo obluso marginibus incurvo, toto vix 0,2 cm. longo, tri-
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER, n9 21, 45 novembre 1900. 2
18 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (18)
nervi, basi supra insertionem producto, bilobulato, trinervio; columna
brevi, margine utrinque dente erecto, aculo ornato: rostello trilobulalo,
lobulo intermedio ligulato acuto; anthera ovata basi subcordata apice bre-
viter excisa; polliniis 4 compressis, glandula lanceolata, facie breviter
appendiculata.
Podochilus lucescens Bl., Bijdr. (1825), p. 295, t. 12; Ldl., Orch. (1833),
p- 234; Miq., Fl. Ind. Bat. III (1859), p. 687; Hk. f., Fl. Brit. Ind. VI (1890),
p. 82; Ridley in Journ. Linn. Soc. Bot. v. XXXII (1896), p. 386.
In peninsula malayensi: Prope Mergui, in provincia Tenasserim
— Helfer, Parish.
In provincia Kedah : Gunoug Boyah, alt. c. 2500 ped., communis,
— Curtis, n° 2559.
In insula Java: In arboribus montium Salak, Pantjar, Moggame-
dung, etc, Blume; in arboribus in horto Buitenzorg, nov. 1843, Zollinger,
n° 1565; in silvis montis Prabakli, Jun. 1845, Zollinger, n° 3515.
Das auflallendste Merkmal der vorliegenden Art sind die verlängerten
mit vielen, zweizeilig angeordneten, abstehenden Brakteen geschmück-
ten Blütentrauben.
Die Gestalt des Labellums ist äusserst charakteristisch ; dasselbe ist
am Grunde in zwei kurze Läppchen ausgezogen, nach der Mitte zu be-
deutend verbreitert, vorn in drei nicht scharf angesetzte Lappen aus-
laufend, von denen der mittelste bedeutend länger.ist als die seitlichen.
Auch das Rostellum bietet gute Kennzeichen dar.
9. Podochilus microphyllus Ldl.
Gracilis, erectus, glaberrimus, c. 20 cm. altus, pluricaulis; caulibus
simplicibus vel subsimplieibus, bene foliatis, vaginis foliorum persisten-
tibus arcte obtectis, erectis vel patulis; foliis linearibus acutis, basin versus
paulo angustatis, ad vaginam articulatis, textura vix rigidiusculis; racemo
terminali valde abbreviato, folia superiora vix excedente, paucifloro;
bracteis minutis, ovatis, flori brevioribus; floribus illis P. mierophylii
Ldl. fere æquimagnis, sımilibusque, pallide roseis vel albidis ; sepalo
intermedio ovato-lanceolato, erecto, subacuto, uninervio, c. 0,2 cm. longo,
infra medium c. 0,1 cm. lato; lateralibus bene obliquis, intermedio æqui-
longis subacutis, uninerviis, basi lata columnæ pedi adnatis, supra basin
c. 1,5 mm. latis, margine anteriore dimidio inferiore in lobum rotun-
datum ampliatis, uninerviis; petalis erectis, textura tenuissimis, sepalo
intermedio paulo brevioribus, oblongis obtusis, uninerviis; labello apici
liber& columnæ pedis inserto, ovato-lanceolato, basi sagittato auriculato,
(19) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 19
apice obtuso, concavulo, toto vix 0,2 cm. longitudine excedente, trinervio;
columna brevi, exauriculata ; rostello erecto bilobato; anthera ovata
apice truncata bicuspidata; polliniis 4, glandula minuta; capsula subela-
vata, glabra.
Podochilus microphyllus Ldl., in Wall. Cat. n. 7335; Orch. (1833),
p. 234.
P. khasianus Hk. f., Fl. Br. Ind. VI (1891), p. 81; Ic. Pl. v. XXI,
t. 2146 (1893).
In India orientali: In provincia Sylhet, Wallich ; in montibus prope
Amwee, Khasia — J. D. Hooker et Thomson. — Sikkim, alt. 3000 ped.,
Majo 1892 — R. Pantling, n. 187.
Wie schon Hooker fil. in Flor. Br. Ind. erklärte, hat Lindley unter
P. microphyllus zwei Arten gemischt, die eine derselben, die vorliegende
Pflanze, die andere die uns als P. sciuroides Rchb. f. bekannte. Leider
hat nun Hooker die Pflanze, welche sicher von Lindley bei der Abfas-
sung seiner Beschreibung benützt wurde, mit einem neuen Namen
(Podochilus khasianus) belegt, die andere Art dagegen, welche keines-
wegs mit Lindleys Diagnose übereinstimmt, als P. microphyllus Ldl.
weitergeführt. Zum Ueberfluss hat Lindley in seinem Herbar eine Zeich-
nung zurückgelassen, die sicher nur zu P. Khasianno gehört, wie sogar
Hooker selbst auf dem betreffenden Bogen angiebt. Es ist nach diesen
Umständen also nicht zulässig den Hookerschen Namen zu führen, der
mit P. microphyllus Ldl. zusammenfällt. Für P. microphylius (nec Ldl.)
muss dagegen wieder P. sciuroides Rchb. f. eingeführt werden.
Als nächste Verwandte des P. microphyllus dürften wohl P. tenuis Ldl.
und P. lucescens Bl. zu betrachten sein.
10. Podochilus serpyllifolius Ldl.
Pusillus, glaberrimus, gracilis, pluricaulis, c. 10 cm. altus; caulibus plus
minusve ramosis, erectis vel adscendentibus vel patulis, bene foliatis,
vaginis foliorum persistentibus obtectis, racemo terminatis; foliis ad
vaginas articulatis lanceolatis vel lanceolato-ellipticis apiculatis, basin
versus angustalis, textura vix rigidiusculis. distichis, 0,3-0,5 cm. longis,
medio fere 0,1-0,2 cm. latis, racemis terminalibus paucifloris, 0,5-08 cm.
longis, erectis, bracteis patentibus patulisve ovato-lanceolatis acutis,
ovario pedicellato brevioribus; floribus coccineis, illis P. saxatilis Ldl.
paulo majoribus ; sepalo intermedio oblongo vel lanceolato-oblongo, sub-
aculo, uninervio, concavo, 1,5 mm. longo, medio fere vix À mm. lato,
lateralibus valde obliquis, obtusiusculis trinerviis, margine anteriore in
20 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (20)
lobum oblongum obtusum amplum dilatatis, basi perlata columnæ pedi
adnatis, sepalo intermedio æquilongis, basi c. 0,3 cm. latis, margine ante-
riore usque infra apicem in saceum oblongum obtusissimum labellum
occludentem connatis; labello e basi lineari-unguiculata in laminam lan-
ceolato-oblongam acutiusculam, 5-nerviam dilatato, supra insertionem in
apendicem bifidam producto, toto 0,3 cm. longo; columna brevi, pede
perlonge producto, apice incurva labellum gerente; rostello oblongo
altius bifido, anthera ovato-cordato valde acuta, rostello æquilonga;
ovario clavalo, glaberrimo, nudo.
Podochilus serpyllifohius Ldl. in Journ. Linn. Soc. Bot. II (1859), p. 37
(adnot.); Miq., Fl. Ind. Bot. III (1859), p. 688.
Cryptoglottis serpyllifolia Bl., Bijdr. (1825), p. 297; Ldl., Orch. (1833),
p. 230.
Hexameria disticha R. Br., in Horsf., Pl. Jav. rar. (1838), p. 26, t. 7;
Miq., Fl. Ind. Bat. III (1859), p. 656.
In insula Java: Loco speciali haud indicato — Horsfield, n° 768,
n° 4427; in arboribus montis Seribu — Blume. In provincia Peanger —
Warburg n. 2648.
In insulis philippinensibus: Prope Manila, Oct. 1821 — Meyen.
Diese Art ist durch das tiefe sackartige Kinn leicht von allen verwandten
zu erkennen. Sie steht habituell dem P. sciuroides Rchb. f. mit dem
sie auch bei Bestimmung der Zollinger’schen Pflanzen von Reichenbach
verwechselt wurde, am nächsten, ist aber (durch das sporn- oder sack-
artige Kinn und durch das Labellum vorzüglich charakterisiert.
Die von R. Brown in Horsf. Pl. Jav. rar. auf t. 7 gegebene Abbildung
ist vorzüglich. Die Petalen sind ziemlich hoch hinauf verwachsen und
bilden mit dem am Grunde mit zwei langen Schwänzeu versehenem
Labellum ein unverkennbares Merkzeichen der Pflanzen.
Die Blüten sind rot gefärbt.
11. Podochilus sciuroides Rchb. f.
Glaberrima pluricaulis, 15-20 cm. longa; caulibus simplicibus vel plus
minusve ramosis, vaginis foliorum persistentibus vestitis, dense foliatis,
racemo terminatis; foliis distichis oblique oblongis aristato-acuminalis,
basin versus paulo angustatis, textura tenuibus, 0,5-1 cm. longis,
medio fere 1,5-3 mm. latis; racemo terminali, vulgo simplici interdum
brachiato, pauci-(3-5) floro, 1-1,5 cm. longo, pedunculo filiformi; bracteis
ovato-lanceolatis, lanceolatisve aculis, mox deflexis, tenuibus, persisten-
tibus, ovario pedicellato multo brevioribus; floribus illis P, serpyllifoli
(21) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 21
Ldl. paulo minoribus; sepalo intermedio oblongo obtuso, uninervio vix
0,1 em, longitudine excedente, lateralibus valde obliquis, obtusiuseulis,
uninerviis, sepalo intermedio æquilongis, margine anteriore valde am
pliatis in lobum oblongo-rotundatum dilatatis basi perlata column» pedi
producto adnatis, supra basin 1,5 mm. latis, margine anteriore dimidio
inferiore in sacculum obtusissimum, labelli basin occludentem connalis;
petalis sepalo intermedio subbrevioribus oblongo-ligulatis obtusis uni-
nervis, erectis; labello apici columnæ pedis libero affixo, oblongo-ligu-
lato obtusiusculo, dimidio anteriore margine subundulato, trinervio, ner-
viis lateralibus nervulis secundarüs 1-2 ornatis, basi supra insertionem
paulo producia truncato. 0,2 cm. longo, medio fere 0,1 cm. lato; columna
perbrevi, rostello ovato-lanceolato apice breviter bifido, anthera e basi
ovalo-cordata obtuse acuminato-angustata, rostello æquilonga; capsula
obovata, glaberrima, 0,3-0,4 cm. longa, medio 0,2 cm. diametiente, bre-
viter pedicellata.
Podochilus sciuroides Rehb. f., in Bonplandia V (1857), p. 41.
P. microphyllus Hk. f., Flor. Brit. Ind, VI (1890), p. 81 (nec Ldl.), Miq.,
Fl. Ind. Bot. IL (1059), p. 688; Ridl., in Journ. Linn. Soc. Bot. XXXII
(1876), p. 386.
Cryptogloitis serpylhfohia Rehb. f., 1. c. V (1857), p. 42 (nec Bl.).
In peninsula malayensi: In provincia Johore : Gunong Pulai —
Ridley ; in provincia Pahang : Tahan-River — Ridley ; in provincia
Malakka : Wallich; in monte Ophir — Ridley; in provincia Penang : in
colle « Government-Hill » et prope Bukit-Laksamana — Curtis; in pro-
vincia Kedah : in monte Kedah Peak — Ridley.
In insula Singapore: Prope Chau-Chu-Bang et Eakio (Kranji)
— Ridley.
In insula Java: Ad frutices in silvis provinecie Lampong, Sept.
1845 — Zollinger n° 3090 ; in arboribus in horto Bogoriensi, Febr. 1844
— Zollinger, n° 172.
Bei meiner Beschreibung des P. microphyllus Ldl. habe ich versucht
das Wirrwarr zu lösen in dem sich jener und P. sciuroides Rchb. be-
fanden.
In der Gestalt des Labellums besitzt P. sciuroides eine grosse Aehn-
lichkeit mit dem des P. Zollingeri Kchb. f., einer habituell sehr ver-
schiedenen Art. Von P. acicularis Hk. f. und P, tenuis Ldl. ist unsere
Art durch breitere Blätter von P. serpyllifolius Ldl. durch das bedeutend
kürzere Kinn der Blüten und durch das Labellum leicht getrennt zu
halten.
22 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (22)
12. Podochilus Hellwigii Schltr. n. sp.
Gracilis, pusillus, pluricaulis, glaberrimus, caulibus adscendentibus vel
decumbentibus plus minusve ramosis, usque ad 10 cm. longis, bene
foliatis, vaginis foliorum persistentibus vestitis, inflorescentia terminatis;
foliis distichis erecto-patentibus patentibusve ad vaginam articulatis, lan-
ceolato-ellipticis, acuminatis vel setaceo-apiculatis. basin versus paulo
angustatis, textura tenuioribus, 0,4-0,6 cm. longis, medio fere 0,1-0,2 cm.
latis ; racemis terminalibus valde abbreviatis, paucifloris, 0,5 cm. rarius
excedentibus; bracteis patentibus patulisve ovato-lanceolatis acutis, ovario
pedicellato brevioribus ; floribus minutis, illis P. sciuroidis Rchb. f. æqui-
magnis ac valde similibus, sepalo intermedio erecto concavulo ovato-
oblongo obtuso, uninervio, 1,5 mm. longo, medio fere vix 1 mm. lato, late-
ralibus valde obliquis obtusis, basi valde dilatata columnæ pedi adnatis,
margine anteriore valde ampliatis, ad medium usque connatis, uninerviis,
sepalo intermedio æquilongis, supra basin c. 0,2 cm. latis; petalis oblique
oblongis obtusiusculis, uninerviis,, sepalis paululo brevioribus; labello
subtus supra basin column& pedis apici libero inserto, spathulato obtusis-
simo, trinervio, basi truncato, 0,2 cm. longitudine subexcedente, concavulo
vel potius subcochleari; columna brevi, pede longius producto; rostello
lanceolato-triangulo apice breviter exciso; anthera ovato-lanceolala sub-
acuminata, basi cordata ; ovario clavato, glaberrimo, nudo.
Podochilus scapelliformis Krzl. in Engl. Jahrb. XVII (1894), p. 188
(nec BL.).
In insula Nova-Guinea: Epiphyticus in arboribus prope Silello in
monte Sattelberg, in terra Kaiser- Wilhelmsland, Apr. 1889 —
Hellwig.
Von dieser Pflanze ist mir nur ein Rasen im Berliner Herbar und die
mir davon mitgeteilten kleinen Proben meines Herbar bekannt. Leider
fand sich nur eine einzige Blüte_vor, die allerdings genügte um obige
Beschreibung darnach fertigstellen zu können, doch fehlten die Pollen-
massen, so dass wir über die Gestalt derselben noch in Unwissenheit
bleiben müssen. Der Bau des Rostellums weist entschieden auf eine
eine einzige Klebscheibe hin.
Habituell ist die Art ohne Blüten von P. serpyllifolius Ldl. und
P. sciuroides Rchb. f. nicht zu unterscheiden, desto bessere Chara-
ktere weisen dagegen die Blüten auf. Die Form des Mentums gleicht
dem des P. sciuroides, neben welchen ich unsere Pflanzen unter-
zubringen gedenke. Das Labellum ist allerdings sehr verschieden von
diesem. |
(23) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 23
13. Podochilus Zollingeri Rchb. f.
Glaberrimus, erectus vel adscendens, gracilis, 10-48 cm. altus, pluri-
caulis; caulibus simplicibus, gracilibus, dense foliatis, tereliusculis; foliis
erecto-patentibus vel erectis, oblongis, basin versus paulo angustatis.
apice breviter et inæqualiter bilobulatis, ad vaginam arliculatis, 0,7-1 cm.
longis, supra medium 0.2-0,5 cm. latis, textura subcoriaceis; racemis ter-
minalibus, patulis, laxe plurifloris, gracilibus, vulgo simplicibus, 1,5-
2,5 cm. longis, ima basi tantum vaginatis; bracteis lanceolatis acutis, ova-
rium æquantibus; floribus illis P. sciuroidis Rehb. f. fere æquimagnis;
sepalo intermedio ovato-oblongo obtuso, uninervio, concavo, 0,2 cm.
longo, medio fere 0,1 cm. lalo, sepalis lateralibus intermedio fere æqui-
longis, obtusiusculis uninerviis, valde obliquis, basi valde dilatata columnæ
pedi adnatis, margine anteriore tertia parte basilari connalis, supra basin
0.2 cm. latitudine subatlingentibus; petalis linearibus obtusis, uninerviis,
sepalo intermedio subæquilongis; labello illo P. sciuroidis Rchb. f. persi-
mili oblongo obtuso, concavo, 5-nervio, marginibus apicem versus paulo
incurvis, subundulatis, basi supra insertionem paulo producto truncato,
vix 0,3 cm. longo; columna brevi, rostello erecto ovato-oblongo, breviter
exciso; pollinüs 4, stipitibus 2 glandulæ comuni oblong& affixis; ovario
clavato subpedicellato, glaberrimo.
Podochilus Zollingeri Rehb. f., in Bonplandia V (1857), p. 42; Miq.,
Choix PI. Buiterz. t. 25, p. 2.
In insula Java : In arboribus provincia Bandong — Zollinger, n° 804.
In insulis philippinensibus: Loco speciali haud indicato — Cuming.
Die grösste der Arten der Sektion Apista, die an Höhe dem P. falcatus
gleichkommt, auch infolge der hängenden terminalen Inflorescenzen an
jenen erinnert. Die Blätter sind jedoch deutlich gegliedert und ähnlich
wie bei P. scalpelliformis den sehr kurzen, das Stämmchen dicht um-
fassenden Blattscheiden aufgesetzt, aber nicht als folia equitantia son-
dern als folia basi amplexicaulia zu bezeichnen. Das Labellum welches
ja sonst bei den Sektionen Eu-Podochilus und Apista so grosse Formen-
variationen zeigt und vorzügliche Merkmale für die einzelnen Arten
darbietet, ist in diesem Falle dem des P. sciuroides Rchb. f. auffallend
ähnlich. Eine Identität beider Arten ist allerdings schon ihrer habi-
tuellen Unterschieden wegen vollständig ausgeschlossen. Die von Miquel
als P. Zollingeri abgebildete Pflanze gehört entschieden hierher.
14. Podochilus gracilis Ldl.
Glaberrimus, e basi ramosus, decumbens vel dependens ; caulibus
24 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (24)
gracilibus, plus minusve ramosis, bene foliatis, usque ad 15 cm. longis ;
foliis patentibus vel erecto-patentibus, basi haud articulatis, tortis, dis-
tichis, lanceolato-linearibus acutissimis, basin versus paulo angustatis.
0,5-0,7 cm. longis, medio fere 0,1-0,2 cm. latis; racemis terminalibus
valde abbreviatis, 1-2 floris: bracteis minutis ovatis, ovario paulo brevio-
ribus vel subæquilongis, aculis vel acuminatis; floribus illis P. ser-
pyllifolu Ldl. fere æquimagnis ; sepalo intermedio ovato-elliptico vel
ovato-lanceolato acuto, uninervio, erecto, concavo, 0,3 cm. longis, late-
ralibus sepalo indermedio æquilongis, subacuminatis, uninerviis, valde
obliquis, margine anteriore in lobum oblongum obtusum valde ampliatis,
basi perlata columnæ basi adnatis, supra basin 0,3 cm. latis, margine
anteriore dimidio inferiore connatis, labelli basin occludentibus ; petalis
sepalis fere æquilongis, oblongis obtusis, uninerviis ; labello columnæ
pedis apici libero supra basin inserto, illo P. microphylli Ldl. persimili,
oblongo vel ovato oblongo obtusiusculo, concavulo. basi rotundato, 0,4
em. longo (explanato), medio 0,2 cm. lato; rostello pro magnitudine florum
amplo, lanceolato, apice breviter exciso; columna brevi, exauriculata, pede
longius producto; stigmate subsaccato-excavato ; polliniis 4, lineari-lan-
ceolatis, compressis; anthera ovato-lanceolata breviter excisa; ovario glabro.
Podochilus gracilis Ldl., Orch.,p. 235 ; Miq., Fl. Ind. Bat. IL(A859), p. 235.
Platysma gracile Bl., Bijdr. (1825), p. 296.
In insula Java : In montanis Pantjar et Seribu — Blume.
Eine sehr distinkte Art, welche habituell als zur Sektion Eu-Podo-
chilus gehörig betrachtet werden muss, in der Struktur der Blüten aber
entschieden näher mit der Sektion Appendicula verwandt ist. Das Label-
lum ist dem an der Spitze ferneren Säulenfusse angeheftet und zwar
auf der Unterseite oberhalb der Basis, die vier Pollinien sind an eine
einzige Glandula befestigt. Das Stigma ist vorn mit einem fast auf-
rechten Lappen versehen der dasselbe fast verdeckt. Als festes Kenn-
zeichen der Art muss sicher das mit papillenartigen Anhängseln ver-
sehene Ovarium betrachtet werden, das sich sonst nur noch bei P. mu-
ricatus Schlir. findet.
Die Blüten sind rosenrot.
s III. Appendicula.
Bei weitem die meisten der früher als Appendicula beschriebenen
Arten gehören zu dieser Sektion, welche wohl am nächsten mit der
(25) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILIN.E. 25
folgenden Sektion Pseudappendicula verwandt ist. Vor letzterer ist sie
durch den am Grunde oder wenigstens in der untern Hälfte ange-
brachten Anhängsel, der stets mehr oder minder hufeisenförmig nach
vorn gebogen ist, charakterisiert. Auf die Unterschiede zwischen Appen-
dieula und Eu-Podochilus habe ich bereits oben aufmerksam gemacht ;
es ist daher wohl nicht nötig, diesselben hier noch einmal zu wieder-
holen.
Wenn wir die hier unter dieser Sektion aufgeführten Arten betrachten,
so fallen zunächst zwei Typen ins Auge, nämlich der bei weitem häu-
figere mit unverzweigten und der mit stark verzweigten Stämmen. Es
sind dies die beiden Formenkreise, worauf hin ich die beiden Gruppen
Simplices und Racemos& gegründet habe, von denen die erste c. 25
Arten besitzt, die zweite aber nur drei. Die Gruppe der Simplices lässt
sich wieder in drei Untergruppen verteilen, welche durch ihre Inflores-
cenzen charakterisiert sind. Zunächst haben wir eine erhebliche Anzahl
von Arten, welche stark verkürzte, sehr wenigblütige Inflorescenzen
haben, die sowohl lateral wie terminal sein können. Bei der zweiten
Untergruppe finden wir Blütenstände, die einen stark verlängerten
Schaft bilden, ehe sie ihre Blüten entwickeln. Ein Uebergang von
diesen Formen zu denen der ersten Untergruppe liegt in P. undulatus
Schltr. vor, dessen Inflorescenzen zwar einen Schaft besitzen, der an der
Spitze wenige Blüten hervorbringt, doch diesen selten über die Länge
der allerdings für die Gattung ziemlich grossen Blätter hinaustreibt.
Schliesslich sehen wir noch die dritte Untergruppe mit mehr oder
minder dichtblütigen, verlängerten Blütenähren vor uns. Hier scheint,
obgleich auch laterale Inflorescenzen vorkommen, der Stamm stets mit
einer Blütenähre abzuschliessen. während bei den vorhergehenden
Formen dies durchaus nicht immer der Fall ist. P. pauciflorus Schltr.,
P. hexandrus Schltr., P. undulatus Schltr. und andere scheinen in der
That nie einen terminalen Blütenstand hervorzubringen.
Bei der Grösse dieser Sektion können wir natürlich auch eine weitere
geographische Verbreitung voraussetzen. So ist es nicht zu verwundern,
dass Arten derselben wohl über das ganze Gebiet verstreut sind, wo
andere Podochilinen vorkommen. Nach Westen scheint allerdings keine
Art soweit vorzudringen wie zwei der Æu-Podochilus-Arten, dagegen
sind es nach Norden und Osten Arten dieser Gruppe, welche das Ver-
breitungsgebiet der Podochilinæ soweit vorschieben. Die beiden äus-
sersten Vorposten sind nach dieser Richtung hin P. cornutus Schltr. in
China und P. Vieillardii Schltr. auf den Südsee-Inseln. Die am weitesten
26 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (26)
verbreiteten Arten scheinen P. cornutus Schltr. und P. pendulus Schltr.
zu sein.
CLAVIS SPECIERUM
A. Simplices. Caules simplices.
I. Inflorescentia abbreviata, foliis brevior,
a. Inflorescentiæ semper laterales.
1. Folia linearia vel lineari-oblonga ; la-
bellum oblongum.
+ Petala elliptica.
* Rostellum antice nudum ......... 15. P. hexandrus Schltr.
** Rostellum antice gibbere ornatum 16. P. angustifolius Schltr.
— 1 Petala linearia 2.2.2.2... 17. P. carnosus Schltr.
2. Folia oblonga vel oblongo-elliptica.
-+ Labellum apice integrum.
MOT MAS 25cm Blonsage nr N 18. P. pauciflorus Schltr.
Role sem lonsagar rare 19. P. reflexus Schltr.
++ Labellum apice minute trilobu-
lat EE en it 20. P. Vieillardii Schltr.
b. Inflorescentia terminalis et lateralis vel
semper terminalis..
1 Gaulestancıpitie WER a 21. P. anceps Schitr.
2. Caules teretiusculi.
—- Bracteæ floribus breviores.
* Labellum dimidio anteriore lamella
vel gibbere ornatum.
— Planta exsiccatione haud nigricans.
| Sepalum intermedium 0,3 cm.
longum; petala ovata-ellip-
Ca en: 22. P. cornutus Schitr.
|| Sepalum intermedium 0,7 em.
longum ; petala lineariligu-
lata.ı a see. De 23. P. albus Schltr.
— Planta exsiccatione nigricans.
>» Columna ebrachiata ........ 24. P. lucidus Schltr.
> Columna brachiis ornata .... 25. P. brachiatus Schltr.
** Labellum dimidio anteriore nudum.
— Anthera dorso nuda.......... 26. P. micranthus Schltr.
— Anthera dorso gibbere ornata.. 27. P. congener Schltr.
+ Bracteæ flores conspicue excedentes 28. P. calcaratus Schltr.
IT. Inflorescentia elongata vel pedunculo folia
excedente vel subexcedente.
a. Pedunculus elongatus.
1. Pedunculus foliorum longitudine...... 29. P. undulatus Schltr.
(27) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 27
2. Pedunculus folia multo excedens.
= Caules:eompressin. UP 30. cristatus Schltr.
++ Caules teretiusculi.
* Labellum oblongum ; folia carnosa 31. P. elegans Schltr.
** Labellum suborbiculare ; folia char-
TAB N RER PRE 32. P. purpurascens Schltr.
b. Pedunculus subnullus ; inflorescentia elon-
gala.
1. Inflorescentia valde laxa
2. Inflorescentia subdensa.
—- Labellum oblongum, haud lobatum.
* Labelli appendix basilaris nudus.
— Folia tenuia, submembranacea . 34. P. pendulus Schltr.
RE ar 33. P. zytriophorus Schltr.
— rRollanchartacea a EAN 39. P. philippinensis Schltr.
** Labelliappendix basilaris penicillo
ON AU SER ee. 36. P. penicillatus Schltr.
—--- Labellum trilobatum ........... 37. P. lancifolius Schltr.
B. Ramosi. Caules ramosi.
I. Folia linearia vel lineari-oblonga.
a. Petala lineari vel lineari-ligulata........ 38. P. buxifolius Schltr.
Berhetalalovata-ohlonga 2.........0. 0... 39. P. ramosus Schltr.
MAFohatovato-ellipliens "22250040. 40. P. ovalis Schlir.
15. Podochilus hexandrus Schlir.
Glaberrimus, pluricaulis; caulibus simplicibus erectis vel erecto-paten-
tibus, vel patulis, bene foliatis, foliorum vaginis persistentibus bene
vestitis, 10-15 cm. longis; foliis distichis, patentibus vel erecto-patentibus
oblique oblongo-lanceolatis vel anguste oblongis apice inæqualiter ac
oblique bilobulatis, 1.2-2 cm. longis, 0,4-0,5 cm. latis, textura subher-
baceis; racemis foliis oppositis valde abbreviatis, pauci-(2-3-) floris, foliis
multo brevioribus; bracteis lanceolatis aculis, tenuibus, demum deflexis;
floribus illis P. reflexi Schltr. vix minoribus ; sepalis subæqualibus,
ovatis subacutis, uninerviis 1,2 mm. longis; petalis sepalis similibus
æquimagnisque subelliptico-ovatis obtusis, uninerviis; labello ovato vel
oblongo. quinquenervio, basi calceolari concavo, lamina dimidio inferiore
lamella transversa semiorbiculari ornata ; columna brevi, semiterelti,
ebrachiata ; rostello ovoideo-triangulari apice exciso; columnæ pede paulo
producto cum labelli basin mentum obtusum subglobosum formante ;
polliniis 6.
Epidendrum hexandrum Koenig, in Retz., Obs. v. VI (4791).
Appendicula Kenigü Hk. f., Fl. Brit. Ind. v, VI, p, 84 (1890); Icon. PI.
v. XXII, t. 2149 (1893).
28 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (28)
Habitat in India orientali: loco speciali haud indicato, anno 1779
— Heyne (?) (in Herb. Rottler).
Es ist bemerkenswert, dass diese Art nie wieder gefunden worden
ist. Nach der Abbildung Hookers scheint sie neben P. angustifolius Schltr.
untergebracht werden zu müssen. Sie ist eine der kleinblütigsten Arten
der Sektion Appendicula. Auch in den Blättern ist sie merkwürdig
klein, so dass man sie gewissermassen auch als Uebergang zur Sektion
Apista betrachten könnte, wenn die Inflorescenzen nicht lateral wären,
was ja bei Apista nicht vorkommt. Denjenigen Botanikern, welche noch
die Unhaltbarkeit der ehemaligen Gattung Appendicula bezweifeln,
möchte ich raten sich Hookers Tafel von P. khasianus Hook. f. und
A. Kenigü Hook. f. anzusehen ; sie werden einsehen, dass habituelle
Unterschiede nicht existieren. Dass solche auch nicht in der Struktur
der Blüten zu finden sind, glaube ich bereits im allgemeinen Teile
dieser Arbeit bewiesen zu haben.
Die vorliegende Pflanze scheint mir am nächsten mit P. angustifohus
verwandt zu sein, ist aber durch die kleinen Blüten leicht zu erkennen.
Ausserdem liegen noch in der Gestalt des Labellums ziemlich bedeu-
tende Unterschiede vor.
16. Podochilus angustifolius Schltr.
Glaberrimus erectus, pluricaulis, 25-30 cm. altus; caulibus teretibus
bene foliatis, simplicibus, vaginis foliorum persistentibus vestitis ; foliis
ad vaginam articulatis, distichis, lineari-ligulatis vel anguste oblongis,
apice breviter ac inæqualiter bilobulatis, nervo medio in apiculum minu-
tum producto, textura subcoriaceis, 2,5-5 cm. longis, 0,4-0.7 cm. latis,
basi vix attenuatis ; racemis foliis oppositis, abbreviatis, paucifloris, foliis
multo brevioribus, bracteis ovato-lanceolatis, aculis, patulis, ovario inter-
dum paulo brevioribus vel æquilongis vel paulo longioribus ; floribus illis
P. Vieillardü Schltr. fere æquimagnis, subglobosis ; sepalo intermedio
ovalo obtusiusculo, trinervio, concavo, erecto, 0,3 cm. longo, medio
fere vix 0,2 em, lato, lateralibus valde obliquis obtusiuseulis trinerviis,
margine anteriore basi lobo oblongo rotundato auctis, basi latissima
columnæ pedi adnatis, margine anteriore dimidio inferiore in sac-
cum obtum ostio paulo constrictum connatis, supra basin 0,3 cm. latis;
petalis oblique ovato-oblongis, subacutis, trinerviis erectis, sepalis sub-
æquilongis; labello subpanduriformi, basi callo oblongo ornato, dimidio
inferiore concavo semiorbiculari, basi marginibus columnæ pedi adnato,
dimidio anteriore ovato obtuso, marginibus plus minus undulatis inflexis
def 5 Pre
(29) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 29
patulo, toto c. 0,4 cm. longo; columna brevi ; rostello ovato apice exciso,
medio fere facie collo cylindrico donato ; anthera lanceolato-cordata apice
obtusiuseula ; polliniis 6 ; capsula subeylindrica glabra, c. 0,8 cm. longa,
medio 0.2-0,3 cm. diametiente.
Appendicula angustifolia BI. Bijdr., p. 301 (1825); Ldl., Orch., p. 227
(1833); Miq., Fl. Ind. Bat. HI (1859), p. 703.
A. monoceras Rchb. f. in Bonplandia V (1857), p. 41.
A. tricornis Rehb. f. in Bonplandia V (1857), p. 41.
In insula Java: loco speciali haud indicato — Horsfield; Forbes
n° 913; in arboribus in silvis altioribus in monte Salak — Blume; ad
arbores prope Tjipannas, Dez. 1845 — Zollinger, n° 3120; in arboribus
in monte Tarup alt. 4000-5000 ped., Jan. 1845 — Zollinger, n° 628;
prope Tjappus, alt. 3000-4000 ped., Nov. 1843 — Zollinger, n° 250.
Diese Art scheint auf Java sehr häufig zu sein, denn fast alle Sammler
haben sie mitgebracht. Umsomehr ist es daher zu verwundern, dass sie
dessen ungeachtet in dem Malayischen Archipel nur über ein kleines
Areal verbreitet ist, auf das hinterindische Festland aber gar nicht hin-
überzugehen scheint.
P. angustifolius ist eine der Arten, welche sich durch Blütenreichtum
auszeichnen, einer Eigenschaft, welche in der Gattung Podochilus umso
mehr ins Auge fällt, als sie nur sehr selten zu beobachten ist.
Appendicula tricornis Rchb. f. ist nach einem Zollingerschen Original
im Berliner Herbar identisch mit der vorliegenden Art.
Aus dem Herbar des Brit. Museum liegt ein Exemplar ohne Stand-
ortsangabe aus dem Herbar Labillardiere vor.
17. Podochilus carnosus Schltr.
Erectus vel suberectus, glaberrimus, 15-20 cm. altus, pluricaulis ;
caulibus simplicibus, gracilioribus, bene foliatis, vaginis foliorum persis-
tentibus arctius vestitis, foliis patentibus vel erecto-patentibus, lineari-
hgulatis, vel lineari-oblongis, inæqualiter ac oblique bilobulatis, textura
coriaceis, 1-2 cm. longis, medio fere 0,2-0,3 cm. latis ; racemis supra-
axillaribus, abbreviatis, paucifloris, foliis brevioribus ; bracteis ovato-
lanceolatis, ovatisve acutis, ovario breviler pedicellato brevioribus ;
floribus illis P. cornuti Schltr. fere æquimagnis sepalo intermedio late
ovalo, obtuso, uninervi, erecto, concavo, 0,2 cm. longo, medio fere 1,5 mm.
lato, lateralibus intermedio æquilongis, obtusis, uninerviis, valde obli-
quis, margine anteriore basin versus valde ampliatis, basi perlata columnæ
pedi adnatis, supra basin 0,2 cm. longis, margine anteriore dimidio vel
&
30 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (30)
tertia parte inferiore connatis, labelli basin obtegentibus ; petalis erectis
lineari-oblongis, ligulatis, uninerviis, sepalis paulo brevioribus; labello
columnæ pedi marginibus alte adnato, oblongo, concavo, obtuso, basi
callo vel lamella bicruri ad margines decurrente ornato, iertia parte
anteriore paulo dilatato, 0,3 cm. longo; columna brevi, pede longius
producto ; rostello breviter triangulari, apice breviter exciso; anthera
latius ovato-cordata, apice breviter excisa; polliniis compressis, lanceo-
latis. 6, glandulæ ovato-lonceolotæ parvulæ affixis ; ovario glabro.
Appendicula carnosa Bl., Bijdr., p. 300 (1825). Ldl., Orch., p. 229 (1833) ;
Miq., Fl. Ind. Bat. II, p. 702 (1859).
In insula Java: in silvis altioribus montis Salak — Blume.
Das einzige Original-Exemplar, welches sich von dieser offenbar nicht
häufigen Art noch zu existieren scheint, befindet im Pariser Herbar,
wo es von Blume selbst hingeschickt worden ist. Merkwürdigerweise
fehlt die Pfianze gänzlich in Blumes eigenem Herbar.
Bei der merkwürdigen Einförmigkeit in der Gestalt des Labellums
der Arten dieser Sektion, ist es schwer eine Verwandtschaft anzugeben.
Ich möchte die hier beschriebene Art neben P. angustifolius Schltr.
unterbringen, dem sie in habituellen Merkmalen ähnelt. Sie unterschei-
det sich von diesem durch schlankeren Wuchs, dickere, schmälere
Blätter, kleinere Blüten und durch das Fehlen des Gallus an der Spitze
des Labellums. Offenbar gehört die Pflanze zu den selteneren Arten
der Gattung.
Ueber die Färbung der Blüten liegen keine Angaben vor.
18. Podochilus pauciflorus Schlir.
Glaberrimus, pluricaulis; caulibus erectis vel erecto-patentibus, vel
patulis, simplicibus, gracilioribus, teretiusculis, 20-50 cm. longis, bene
foliatis, vaginis foliorum persistentibus, densius vestitis; foliis oblongis
vel oblongo ellipticis, breviter ac oblique bilobulatis, nervo intermedio
in apiculum minutum producto, textura subherbaceis, erecto-patentibus,
1,7-2,2 cm. longis, medio fere 0,4-0,6 latis; racemis foliis oppositis termi-
nalibusve, foliis brevioribus, pauci(1-2)floris ; bracteis ovalis vel ovato-
lanceolatis acutis, ovario æquilongis vel paulo brevioribus; floribus in
genere minoribus ; sepalo intermedio ovato vel ovato-lanceolato subacu-
minato uninervio, 0,2 cm. longo, medio fere c. 0,1 cm. lato, latera-
libus intermedio æquilongis, uninerviis, valde acuminatis, margine
anteriore ampliato-rotundatis, basi columnæ pedi adnatis, supra basin
0,2 cm. latis, margine anteriore tertia parte basilari connatis; petalis
La ar
vir
(31) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILIN. 31
erectis ligulatis obtusis, uninerviis, sepalis paulo brevioribus; labello
concavo subunguiculato (explanalo), suborbiculari, obtuse subacuminato,
5-nervio, Supra basin lamella semilunari ornato, 0,3 cm. longo, medio
fere 0,3 cm. lato ; columnæ brevi, pede producto ; rostello ovato-oblongo,
altius bifido ; anthera ovata ; capsula sessili subeylindrica 0,3 cm. longa,
vix 0,2 cm. diametro, glabra.
Appendicula pauciflora Bl., Bijdr. (1825), p. 300; Ldl,, Orch. (1835),
p. 228 ; Miq., Fl. Ind. Bat. III (1859), p. 702.
In insula Java : loco speciali haud indicato — Horsfield.
In silvis altioribus vulcanis Gede — Blume.
Hier haben wir wieder eine Art vor uns bei der es äusserst schwierig
ist, die nähere Verwandtschaft anzugeben. Habituell gleicht sie den
vielen Arten etwas, die durch laterale, stark verkürzte, wenigblütige
Inflorescenz charakterisiert sind, wie z.B. P. angustifolius Schltr, und
P. carnosus Schltr., allerdings mit bedeutend kürzeren und breiteren
Blättern, die Blüten dagegen besitzen unverkennbare Anklänge an
P. purpurascens Schltr.
Unter allen Podochilus-Arten ist mir keine bekannt geworden, die
sich durch eine derartige Reichblütigkeit auszeichnet als A. pauciflora.
Der Artname scheint also der möglichst unpassend. Blume hat aber
wohl, als er die Pflanze benannte, auf die Blütenarmut der einzelnen
Inflorescenzen hinweisen wollen.
19. Podochilus reflexus Schltr.
Glaberrimus, erectus, pluricaulis, prope genere validus; caulibus tere-
tibus simplieibus, adscendentibus vel dependentibus, 30-70 cm. longis,
dense foliatis, vaginis foliorum persistentibus, cucullatis, vestitis; foliis
distichis oblongis vel oblongo-elliptieis, breviter ac oblique bilobulatis,
nervo intermedio in apiculum minutum haud bene conspicuum producto,
textura chartaceis, 2,5-4 cm. longis, medio fere 0,8-1,4 cm. latis, ad
vaginam articulatis, racemis foliis oppositis, abbreviatis, 3-8-floris, foliis
multo brevioribus; bracteis lanceolatis acutis vel obtusiusculis, mox
rellexis; floribus illis P. pauciflori Schltr. vix majoribus; sepalo inter-
medio ovato-lanceolato obtuso, 0,2 cm. longo, uninervio, lateralibus obli-
quis, intermedio æquilongis, basi valde dilatata columnæ pedi adnatis,
antice tertia parte inferiore connatis, uninerviis, supra basin 0,2 cm. latis;
petalis oblongo-ligulatis obtusis, uninerviis, sepalo intermedio paulo bre-
vioribus, conspicue angustioribus; labello oblongo obtuso, trinervio, dimi-
dio inferiore lamella concava hippocrepiformi, transversa, ornato, 0,3 cm.
32 MEMOIRES DE L'HERBIER BOISSIEN. (32)
longo, apice deflexo; columna brevi, pede longius producto; anthera
ovalo-lanceolata, obtuse subacuminata; polliniis 6, pyriformibus, glandulæ
minutæ oblongæ affixis; capsula oblongo-cylindrica, basi angustata sessili,
glaberrima.
Appendicula reflexa Bl., Bijdr. (1825), p. 301; Ldl., Orch. (1833), p. 229;
Miq., Flor. Ind. Bat. III (1859), p. 705; Ridl., in Journ. Linn. Soc. Bot.
XXXI (1896), p. 390.
Appendicula cordata Hk. f., in Fl. Brit. Ind. VI (1890), p. 83; Ic. Plant.
v. XXII (1893), 1. 2148.
In peninsula malayensis : in provincia Perak, Rev. Scortechini; in
provincia Johore : Batu Pahat — Ridley.
In insula Java : loco speciali haud indicato — Horsfeld ; in arbores
ad ripas fluminis Tjapus et in humidis montis Pantjar — Blume; prope
Buitenzorg — Dr Treub.
In insula Borneo : loco speciali haud indicato — Korthals.
Appendicula cordata Hk. f. ist sicher von dieser Art nich zu trennen.
Ridley giebt eine sehr gute Beschreibung unserer Pflanze; er führt
dabei als Farbe der Sepalen und Petalen grün, des Labellums weiss an.
P. reflexus gehört in die Verwandtschaft des P. angustifolius Schlir.
und P. pauciflorus Schltr. ; von diesen, sowie allen andern Arten dieser
Gruppe ist er leicht durch die langen Stämme, grossen Blätter und im
Verhältnis zu seiner Ueppigkeit, auffallend kleinen Blüten zu erkennen.
20. Podochilus Vieillardii Schlir.
Glaberrimus erectus, pluricaulis, 30-40 cm. altus; caulibus simplieibus,
bene foliatis, vaginis foliorum persistentibus vestitis, teretibus; foliis
erecto-patentibus patentibusve, distichis, oblongis obtusis, breviter bilobu-
latis, nervo intermedio in apiculum minutum producto, textura subcoria-
ceis, 2,5-3,5 cm. longis, medio fere c. À cm. latis, basi paulo angustatis;
racemis foliis oppositis terminalibusve, brevibus, pauci- vel plurifloris,
1-1,5 cm. longis; bracteis lanceolatis acutis, mox deflexis, c. 0,4 cm.
longis; floribus inter minoribus, illis P. cornuti Schltr. fere æquimagnis ;
sepalo intermedio ovalo breviter acuminato, trinervio, 2,5 mm. longo,
medio fere vix 2 mm. latitudine excedente, lateralibus æquilongis mar-
gine anteriore valde ampliatis, oblique triangularibus, acuminatis, triner-
viis, basi lata columnæ pedi adnatis, margine anteriore liberis: petalis
oblongis obtusis, 2 mm. longis, erectis, trinervüs; labello basi lata con-
cava column pedi altius adnato, rhomboideo-ovato, apice breviter trilo-
bulato, iobulis dentiformibus obtusis, 7-nervio, supra basin intus lamella
(33) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINE. 33
transversa semilunari incrassata ornatis; columna brevi, pede producto
cum labelli basin mentum breve obtusum formante; rostello triangulari
apice exciso ; anthera cordato-ovata acuta, rostello æquilonga; capsula
subeylindrica, glaberrima, nuda.
Appendicula Vieillardi Rehb. f., in Linnæa, v. XLI (1877), p. 76.
In ınsula Nova Caledonia: loco speciali haud indicato — Deplanche;
Caldwell; Epiphyticus in arboribus prope Port boiaé Nehne — Vieillard,
no 1290.
In insula Aneitun: loco speciali haud indicato — J. M. Gillivray,
1853.
In insulis Salomonis: Malota, dependens in arboribus ad litus
maris Mart. 1895 — Comin, n° 296.
Die östlichste Art der Gattung, welche auf das Gebiet der Südsee
beschränkt zu sein scheint. Habituell besitzt sie am meisten Aehnlich-
keit mit P. angustifolius Schltr. hat aber meist breitere Blätter und ein
an der Spitze kurz, dreilappiges Labellum, das nach der Basis hin recht
bedeutend erweitert ist. Die für die Sektion Appendicula recht typische,
halbmondförmige Querleiste ist auch vorhanden, scheint aber die Rän-
der des Labellums kaum zu erreichen. Das Rostellum ist an der Spitze
kurz ausgeschnitten, die Anthere fast eiförmig, am Grunde herzförmig.
Nach Angabe der Sammler sind die Blüten weiss.
21. Podochilus anceps Schltr.
Glaberrimus, pluricaulis; caulibus erectis vel erecto-patentibus vel
patulis, satis bene foliatis, vaginis foliorum persistentibus mox membra-
nascentibus ancipilibus vestitis, 15-40 cm. longis; foliis distichis paten-
tibus vel erecto-patentibus, ad vaginam articulatis, oblongis obtusis, basi
apiceque paulo angustatis, apice breviter bilobulatis, nervo intermedio in
apiculum minutum producto, 2-5,5 cm. longis, medio fere 0,7-1,5 cm.
latis; racemis foliis oppositis terminalibusque abbreviatis, 0,7-1,2 cm.
longis, paucifloris; bracteis minutis ovato-lanceolatis acutis, patentibus
patulisve; floribus illis P. cornuti Schltr. similibus fere æquimagnis;
sepalo intermedio ovato obtusiusculo, uninervio, concavo, 0,3 cm. longo,
lateralibus intermedio fere æquilongis obtusiusculis, uninerviis, margine
anteriore bene ampliatis, basi perlata columnæ pedi”adnatis, supra basi
fere 0,3 cm. latis, ima basi margine anteriore connatis; petalis erectis
oblongo-ligulatis obtusis, uninerviis sepalis paulo brevioribus; labello
concavo oblongo obtuso, medio constricto, subpanduriforme, 5-nervio,
dimidio inferiore callo oblongo concavo apicem versus decurrente donato,
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER, n9 21, 15 novembre 1900. 3
)
34 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (34)
toto 0,3 cm. longo; columna brevi, pede producto, exauriculala; rostello
ovato-triangulari, apice breviter exciso; anthera ovato-lanceolata cordata
obtusiuscula; capsula eylindrica subsessili, glabra, c. 0,8 cm. longa, medio
fere 0,2 cm. diametente.
Appendicula anceps Bl., Bijdr., p. 299 (1825); Ldl., Orch., p. 228 (1833);
Miq., Fl. Ind. Bat. III, p. 702 (1859); A. Lewisii Griff., in Calc. Journ. Nat.
Hist. IV (1844), p. 378, t. 19; Notul. II (1851), p. 360; Ie. Pl. Asiat.
(. 337 (1851); Walp. Ann. v. VI (1861), p. 893; Hk. f., Fl. Brit. Ind.
v. VI (1890), p. 83.
A. complanata Ridl., in Journ. Linn. Soc. XXXII (1896), p. 389.
A. cyathifera Rchb. f. mss., ex Hk. f., 1. c.
Dendrobium vaginatum Wall., Mss., ex Hk. f., 1. c.
Metachilum cyathiferum Ldl., in Wall. Cat. n° 2022 (1831); Orch. p. 74
(1830).
In Peninsula malayensi : in provincia Perak : Kelan Tujor, April
1892 — L. Wray, n° 4030; Scortechini; in provincia Pahang : Pahan
River, anno 1891 — Ridley; in provincia Penang : West Hill — Curtis
n° 993; in provincia Selangor : Bukit Hitam — Kelsall; in provineia
Johore : Gunong Pulai — Ridley.
In insula Singapore : Loco speciali haud indicato — Wallich.
In insula Java : in montibus provinciarum occidentalium — Blume.
Wie man aus der obigen Zusammenstellung der Synonymie ersehen
kann, hat die Pflanze eine umfangreiche Geschichte.
Ich habe Originalien aller Synonymen gesehen und bin fest davon
überzeugt, dass keine Unterschiede irgend welcher Art unter ihnen zu
finden sind. Natürlich ist das Labellnm einigen Kleinen Variationen
unterworfen, doch treten diese nie über die Grenzen einer spezifischen
Abgrenzung. Die von Blume selbst gesammelten Exemplare sehen z.B.
den typischen Exemplaren der Appendicula complanata Rdl. so ähnlich,
dass man glauben könnte, sie kämen von derselben Lokalität.
Wie Ridley sehr richtig angiebt, ist die Art sofort an den scharf zwei-
schneiden Stämmchen und den für ihre Verwandtschaft auffallend dün-
nen Blättern zuerkennen. Er giebt die Blütenfärbung als grünlich-weiss,
die des Labellums als weiss mit zwei roten Linien am Schlunde an.
22. Podochilus cornutus Schltr.
Glaberrimus, erectus, pluricaulis, 15-30 cm. altus; caulibus teretibus,
bene foliatis, simplicibus, vaginis foliorum persistentibus, cucullatis ves-
titis ; foliis ad vaginam articulatis, oblongis obtusis, breviter bilobulatis,
(35) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 39
nervo intermedio in apiculum minutum producto, textura subcoriaceis,
2-25 cm. longis, medio fere 0,7-1 cm. latis, basi paulo attenuatis; racemis
foliis oppositis terminalibusve, paucifloris, c. 1 cm. longis, bracteis ovato-
oblongis acutis, patentibus patulisve, flores subæquantibus; floribus in
genere inter mediocribus ; sepalo intermedio ovato obtusiusculo, concavo,
trinervio 0,3 cm. longo, tenui, lateralibus intermedio fere æquilongis,
valde obliquis, margine anteriore dimidio inferiore in lobum oblongum
obtusum ampliatis, basi lala columnæ pedi adnalis, trinerviis, supra basin
0,3 cm. longis, margine anteriore dimidio inferiore in saccum obtusum
basin labellelli occludentem connalis; petalis erectis, ovato-ellipticis
obtusis, uninerviis, sepalis brevioribus, medio fere 0,2 cm. latis; labello
oblongo basi marginibus columnæ pedi adnato concavo supra basin
lamella concava semilunari ornala, infra apicem callo obtuso donato,
apice obtuso. marginibus subundulato, 0,4 cem. longo. c. 0,2 cm. lato;
columna brevi apice subauriculata ; rostello triangulari, breviter exciso ;
anthera ovato-cordata ; ovario sessili, subcylindrico, glaberrimo.
Appendicula cornuta Bl., Bijdr., p. 302 (RE), Ldl., Orch., p. 229 (1833);
Mig., Fl. Ind. Bat. III (1859), p. 703.
A. bifaria Lal., in Hook. Kew Journ. v. VII (1855), p. 35 ; Bth., Flor.
Horigk. (1861), p. 358; Valp., Ann. VI (1861), p. 893; Hk. f., FI. Brit.
Ind. VI, p. 82; Riebl. in Journ. Lin. Soc. Bot. XXXII (1896), p. 387.
A. reduplicata Rchb. f. et Par. in Ot. Bot. Hamb. (1878), p. 45.
A. manillensis Rchb. f., ex Miq., 1. e., II (1859), p. 763.
Dendrobium manillense Schau., in Nat. Act. Acad., Cur. XIX, Suppl.
(1843), p. 430.
In India orientali; Cachar. Keenan. Sikkim, Aug. 1893 — R. Pant-
ling, n° 288.
In peninsula malayensi; in provincia Malacca : in silvis prope
Gunong-Mering, in montibus Ophir — Ridley; in provincia Tenasserim
— Helfer; in provincia Selangor: Kwala Lumpur, Kebsal; Bukit Hitam —
Ridley; in provincia Penang : Government Hill — Ridley ; in provincia
Kedah : Gunong Raya, alt. 2500 ped. — Curtis; in provincia Perak —
Scortechini.
In insula Singapore: Sungei Morai, Kranji, Bukit Timah — Ridley.
In insula Java : Il silvis montium Seribu et Pautjar — Blume; in
provincia Bantam, anno 1879 — H. O. Forbes, n. 61.
In insula Rhio: ex Ridley.
In insula Borneo : loco speciali haud indicato — Korthals ; Sa-
rawak — Haviland.
d
36 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (36)
In insula Luzon : prope Manila, oct. 1831 — Meyen.
In China, ininsula Hongkong : in convalle montis Gough —
Champion ; C. Ford (1879).
Podochilus cornutus ist eine derjenigen Arten, welche die weiteste
geographische Verbreitung innerhalb der Gattung aufweisen. Dieser ist
es wohl auch zuzuschreiben, dass die Pflanze immer wieder als neu
beschrieben worden ist.
Von sämtlichen oben angeführten Synonymen habe ich die Originalien
gesehen und habe mich davon überzeugen können, dass keines sich von
P. cornutus unterscheidet.
Habituell besitzt unsere Pflanze am meisten Aehnlichkeit mit P. an-
ceps Schltr., P. angustifolius Schltr. und P. micranthus Schltr. Von der
ersien ist sie durch etwas längere Inflorescenzen und runde (nicht zwei-
kantige) Stämmchen, von P. angustifolius durch meist terminale längere
Inflorescenzen verschieden. Ob P. micranthus sich als spezifisch ver-
schieden erweisen wird ist eine Frage der Zeit. Das vorhandene Material
ist kaum genügend um dies endgültig feststellen zu können.
Nach Ridleys Angaben sind die Blüten weiss.
23. Podochilus albus Schltr.
Glaberrimus, erectus, elatior, 40-70 cm. altus, pluricaulis; caulibus
validiusculis, teretibus, simplicibus, vaginis foliorum persistentibus den-
sius vestitis, bene foliatis, racemo terminatis; foliis erecto-patentibus
lanceolato-oblongis, apice breviter ac iuæqualiter bilobulatis, nervo inter-
medio in apiculum minutissimum producto, ad vaginam articulatis,
textura subherbaceo-coriacescentibus, 8-12 cm. longis, medio fere
1-1,5 cm. latis; racemis foliis oppositis terminalibusque, suberectis vel
patulis, foliis fere duplo brevioribus, sublaxe plurifloris vel paucifloris;
bracteis ovato-oblongis, mox patulis, ovario nunc æquilongis, nunc paulo
brevioribus; floribus in genere inter majores; sepalo intermedio ovato vel
ovato-lanceolato obtuso, trinervio, erecto, concavo, 0,7 cm. longo, infra
medium 0,3 cm. lato, lateralibus intermedio æquilongis obtusiusculis,
trinerviis, valde obliquis, margine anteriore in lobum rotundatum
ampliatis, basi lata columnæ pedi adnatis, supra basin 0,5 cm. latis,
margine anteriore basi connatis; petalis erectis, anguste ligulatis obtusis,
obscure 5-nerviis, sepalis vix brevioribus; labello marginibus basi
columnæ pedis adnato circuitu oblongo, obtuso, subpanduriformi, con-
cavo, 5-nervio, infra medium callo bicruri concavo, cruribus dimidium
versus ad margines decurrentes, ornato, apice callo mammiformi subre-
(37) RUDOLE SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINE. 37
curvo ornato; columna brevi subauriculata, pede producto; rostello
{riangulari-ovato conspicue emarginato-exciso ; anthera ovala subincon-
spicue tricuspidata, dorso medio gibbere oblongo donata ; ovario glabro.
Appendicula alba Bl., Bijdr., p. 299 (1825); Ldl., Orch. (1833), p. 228 ;
Miq., Fl. Ind. Bot. III (1859), p. 705.
In insula Java: loco speciali haud indicato — Horsfield, n° 56,
n° 131. In locis umbrosis ad montem Salak — Blume.
Soweit ich nach dem Material urteilen kann, welches ich von der
vorliegenden Art gesehen, scheint dieselbe nur auf der Insel Java vor-
zukommen.
Sie ist durch die Grösse der Blüten von allen mir bekannten Arten
sehr leicht zu erkennen. Die Blütenstände sind meist terminal, doch
habe ich unter den von Horsfield gesammelten, im British Museum
befindlichen Exemplaren, auch laterale Infiorescenzen gesehen.
In der Struktur der Blüten, vorzüglich des Labellums, ist P. albus mit
P. angustifolius Schltr. verwandt, obgleich letzterer habituell sowohl
wie in der Grösse der Blüten bedeutend verschieden ist.
Bemerkenswert ist der Höker auf dem Rücken der Anthere, den wir
hier und auch bei einigen anderen Arten finden.
24. Podochilus lucidus Schlir.
Glaberrimus, multicaulis, 20-25 cm. altus, exsiccatione nigricans; cau-
libus teretibus, erectis vel erecto-patentibus vel patulis, dense foliatis,
vaginis foliorum persistentibus arctius obtectis, racemo terminatis ; foliis
patentibus oblique oblongis ad vaginam articulatis, apice oblique ac
inæqualiter bilobulatis, obtusis, basi semiamplexicaulibus, textura sub-
coriaceis, 1-1,5 cm. longis, infra medium 0,4-0,6 cm. latis ; racemis foliis
oppositis terminalibusque, valde abbreviatis, paucifloris; bracteis ovato-
oblongis, mox patulis, obtusis, ovario pedicellato fere duplo brevioribus ;
floribus in genere minoribus, subglobosis ; sepalo intermedio 0,3 cm.
longo, ovato obtuso. concavo, erecto, uninervio, medio fere 1,5 mm. lato,
lateralibus sepalo intermedio fere æquilongis, obtusiusculis, uninerviis,
valde obliquis, margine anteriore dimidio inferiore in lobum rotundatum
dilatatis, basi lata columnæ pedi adnatis, supra basin 0,3 cm. longis, mar-
gine anteriore in saccum obtusum, basin labelli occludentem, connatis :
petalis erectis, ligulatis obtusis, uninerviis, sepalis paulo brevioribus,
0,1 cm. latis ; labello late oblongo, apicem versus paulo angustato, obtuso,
sub apice breviter cuspidato, trinervio, lamella transverse semilunari ad
margines medio decurrente ornato, medio fere callo mammilliformi aucto,
1
38 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (38)
concavo, 0,2 cm. longo, medio fere 0,3 cm. lato ; rostello ovato breviter
exciso ; anthera lanceolato-cordata; polliniis 6, parvulis, quorum 2 cæteris
paulo minoribus, glandula minuta ; ovario glabro.
Appendicula lucida Ridl., in Journ. Linn. Soc. Bot. XXXII (1896),
p. 392.
In insula Singapore: prope Krangi et Chan-Chu-Kong — Ridley;
Selangor : Seppan — Ridley; in insula Rhio — Ridley.
Habituell erinnert die Pflanze im getrocknetem Zustande lebhaft an
P. congener Schltr., ist aber sofort durch die schwarze Färbung welche
sie beim Trocknen annimmt, erkennbar. Die Blüten der beiden Arten
sind ausserdem schon in ihren Grössenverhältnissen ganz verschieden.
Nach Ridleys Angaben soll die Pflanze lebend glänzende, dunkel-
grüne Blätter haben und eine verzweigte Inflorescenz. Die Blüten sind
weisslich oder grünlich mit rötlichem Anfluge längs der Mittelrippe der
Sepalen und Petalen.
In der Struktur der Blüten nähert sich P. lucidus dem P. micranthus
Schltr. und P. anceps Schltr. doch weicht er von diesen beiden durch das
Vorhandensein des niederen, warzenähnlichen Callus ab. Die Grössenver-
hältnisse der Blüten sind ungefähr dieselben wie bei den beiden er-
wähnten Arten.
25. Podochilus brachiatus Schlir. n. sp.
Glaberrimus, erectus, 20-30 cm. altus, pluricaulis; caulibus simplicibus,
plus minusve flexuosis, teretibus, dense foliatis, vaginis foliorum persis-
tentibus obtectis, racemo terminatis ; foliis distichis patentibus, oblongis
vel ellipticis, apice breviter ac inæqualiter bilobulatis, nervo intermedio in
apiculum minutissimum producto, textura chartaceis, 1,5-2 cm. longis,
medio fere 0,5-0,7 cm. latis; spica abbreviata terminali, pauciflora ;
bracteis oblongis obtusis, mox deflexis, flori brevioribus ; floribus illis
P. congeneri Schltr. similibus subæquimagnisque ; sepalo intermedio
circuitu late ovato-oblongo, obtuso, concavo (explanato), suborbiculari,
3-nervio, c. 0,4 cm. longo, lateralibus sepalo intermedio æquilongis
obtusis, valde obliquis, margine anteriore basin versus valde ampliatis,
concavulis, basi perlata columnæ pedi adnatis, margine anteriore tertia
parte basilari connatis, supra basin latitudine 0,5 cm. subattingentibus ;
petalis suborbicularibus sepalo intermedio paululo brevioribus, obtusis-
simis trinerviis ; labello circuitu oblongo obtuso, dimidio inferiore callo
calceolari ad margines decurrente ornato, dimidio anteriore lamella
callosa callo dimidii inferioris opposita neque dissimili aucto, 0,5 cm.
5)
(39) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 39
longo, medio fere 0,3 cm. lato ; columna brevi, pede longius producto,
stelidiis ad lateras rostelli amplis illoque æquilongis donata; rostello
oblongo-ovato, apice breviter exciso ; polliniis 4, stipitibus clavatis amplis
binis affixis, glandula pro magnitudine stipitum minuta oblonga; anthera
ovalo-lanceolata acuminata, basi cordala, dorso carina longitudinaliter
decurrente ornata, carinulisque 2 obscuris; capsula oblonga sessili,
glaberrima.
In insula Java: loco speciali ac nomine collectoris haud indicato ;
Lobb, n° 150.
Auf den ersten Anblick der Pflanze könnte man geneigt sein, sie
für eine Varietät des P. congener Schltr. zu halten, obgleich sie im ge-
trokenen Zustande eine schwärzliche Färbung anzunehmen scheint.
Das Labellum und vor allen Dingen die beiden grossen Stelidien zur
Seite des Rostellums sind vorzügliche Merkmale der Pflanze, auf Grund
derer sie mit keiner der verwandten Arten verwechselt werden
kann.
Im Herbarium des Brit. Museum liegt eine Pflanze welche hierzu
gehören dürfte, doch fehlen bei diesem von Lobb (n. 150) gesammelten
Stück die Blüten. Ein genaues Urteil lässt sich daher also nicht fällen.
26. Podochilus micranthus Schlir.
Glaberrimus, erectus, pluricaulis; caulibus validiusculis simplicibus
bene foliatis, teretibus, vaginis foliorum persistentibus, cucullatis, vestitis;
foliis patentibus ad vaginam articulalis, oblongo-ellipticis oblongisve
apice breviter ac inæqualiter bilobulatis, textura subcoriaceis, 1,5-2,5 cm.
longis, medio fere À cm. latis; racemis abbreviatis foliis oppositis vel ter-
minalibus, paucifloris; bracteis patentibus vel erecto-patentibus, demum
patulis lanceolatis vel ovato-lanceolatis acuminatis, ovario vulgo æqui-
longis, vel paulo longioribus; floribus illis P. cornuti Schltr. fere æqui-
magnis, similibusque; sepalo intermedio erecto, ovato acuto, trinervio
concavo, 0,3 cm. longo, medio fere vix 0,2 cm. lato, lateralibus sepalo
intermedio æquilongis valde obliquis obtusiusculis, margine anteriore
bene ampliatis rotundatis, trinerviis, basi perlata column& pedi adnatis,
supra basin 0,5 cm. latis, margine anteriore basi connalis; petalis erectis
oblongo-ligulatis obtusis, trinerviis, sepalis paulo brevioribus; labello,
sessili circuitu ovato, margine medio incurvo, dimidio anteriore paulo
anguslato oblongo, patulo, infra basin callo obtuso concavulo medium
versus decurrente ornato, toto vix 0,3 cm. longitudine excedente ;
columna brevi, pede producto; rostello ovato-triangulari, apice breviter
\
40 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (40)
exciso ; anthera ovata obtusiuscula; capsula sessili cylindrica vel sub-
cylindrica, glabra.
Appendicula micrantha Lal., in Ann. Nat. Hist XV (1845), p. 386.
In insulis philippinensibus : loco speciali haud indicato —
Cuming, n° 2146, 2149 (1841).
Sehr nahe verwandt mit P. cornutus Schltr. Leider ist das vorhandene
Material zu spärlich um die Frage entscheiden zu können, ob wir es
nicht vielleicht mit einer Form des P. cornuius zu thun haben. Da ich
mir eine Blüle sezieren konnte, habe ich vielleicht die Lamelle auf der
vorderen Hälfte des Labellums übersehen, ebenso die Ghrenartigen
Stalidien der Säule, denn dies sind, abgesehen von der dickeren Textur
der Blätter, die einzigen Unterschiede welche ich gefunden. Die ganze
Pflanze sieht allerdings vom P. cornutus insofern verschieden aus, als
sie beim Trocknen eine fast schwarze Färbung annimmt, wie ich es
bei P. cornutus nie vorher beobachtet habe.
27. Podochilus congener Schlir.
Glaberrimus, erectus. pluricaulis, 15-20 cm. altus; caulibus simplieibus
erectis vel adscendentibus, dense foliatis; vaginis foliorum persistentibus,
cucullatis densius vestitis; foliis patentibus distichis, oblique ovato-
oblongis, minute ac inæqualiter bilobulatis, nervo intermedio in apiculum
brevissimum subinconspicuum producto, textura subrigidulis, 0,7-1,2 em.
longis, infra medium 0,4-0,6 cm. latis, ad vaginam articulatis; racemis
foliis oppositis terminalibusve 2-4-floris, valde abbreviatis, folia haud
excedenlibus; bracteis ovatis vel ovato-lanceolatis, acutis vel acuminatis,
ovario subsessili brevioribus; floribus illis P. penduli Schltr. fere æqui-
magnis; sepalo intermedio ovato-oblongo obtusiusculo, concavulo, tri-
nervio, vix 0,5 cm. longo, medio fere latitudine 0,2 cm. subattingente,
sepalis lateralibus sepalo postico æquilongis, obtusiusculis, uninerviis,
valde obliquis, basi valde dilatata columnæ pedi adnatis, margine ante-
riore tertia parte basilari connatis, supra basin 0,4 cm. latis; petalis late
oblongis, obtusissimis, trinerviis, sepalis paulo brevioribus; labello
columnæ pedi latius adnato, oblongo obtusissimo, concavo, medio fere mar-
ginibus incurvis subconstricto supra basin lamella hippocrepiformi hya-
lina transversa ornato, longitudine 0,6 cm. subatlingente; columna brevi;
pede longius producto, rostello erecto lanceolato, apice breviter exciso;
anthera circuitu lanceolata, acuminata, basi cordata,. dorso gibbere
oblongo donata; polliniis 6, glandula minuta oblonga; ovario cylindrico,
glaberrimo.
(41) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 41
Appendicula congenera Bl., Bijdr., p. 303 (1825); Ldl., Orch., p. 229
(1833); Miq., Flor. Ind. Bat. III (1859), p. 70%.
Ininsula Java: supra montem Pantjar — Blume : loco speciali haud
indicato — Van Hasselt.
Bei oberflächlicher Betrachtung erinnert die Pflanze entschieden etwas
an P. lucidus Schltr. ist allerdings aber schon durch die Grösse ihrer
Blüten sofort zu erkennen.
Auch hier scheint uns eine der seltenen Podochilus-Arten vorzuliegen,
denn nur von den oben angegebenen Lokalitäten scheint sie bekannt
geworden zu sein.
Das Labellum ist einfach oblong mit dem der Sektion eigenen konkaven
hufeisenförmigen Anhängsel. Die Anthere hat auf dem Rücken einen
deutlich sichtbaren, scharf abgesetziten Höcker, wie man ihn inner-
halb der Gattung in noch einigen anderen Fällen beobachtet hat.
Die kurze Inflorescenz ist in dem vorliegenden, nicht gerade reich-
lichem Material in den meisten Fällen terminal, doch kommen auch hin
und wieder laterale Blütenstände vor.
Angaben über die Färbung der Blüten fehlen.
28. Podochilus calcaratus Schlir.
Glaberrimus erectus, pluricaulis; caulibus vulgo parum ramosis, tere-
tiusculis, dense foliatis, vaginis foliorum persistentibus, arctius obtectis,
30-50 em. longis; foliis distichis oblongo-ligulatis obtusis. apice inæqua-
liter et oblique bilobulatis, basi vix angustatis, 1,5-3 cm. longis; medio
fere 0,4-0,6 cm. latis, textura subcoriaceis, ad vaginam articulatis ; racemis
vel potius spicis terminalibus distichis, plurifloris, usque ad 5 cm. longis;
bracteis foliaceis erecto-patentibus induplicatis, flores multo superantibus
ac occultantibus, 1,5-2 cm. longis; floribus in genere mediocribus ;
sepalo intermedio ovato-lanceolato apiculato, 5-nervio, erecto, concavo,
0,5 cm. longo, infra medium c. 0,2 cm. lato, lateralibus apiculatis, inter-
medio fere æquilongis, nervis 3 bene conspicuis ornatis, quam maxime
obliquis, dimidio inferiore in lobum lanceolato-oblongum obtusum pro-
ductis, basi latissima columnæ pedi adnatis, supra basin 0,6 cm. latis,
antice alte connatis, calcar subcylindricum obtusum labellum altius
occludens formantibus ; petalis lanceolatis valde acutis, 5-nerviis, erectis,
subfalcatis; labello oblongo-ligulato, tertia parte apicali dilatato suborbi-
culari, supramedium paulo constricto. appendice oblongo concavo apicem
versus decurrente labello æquilato ornato, 5-nervio, 0,7 cm. longo;
columna brevi, pede graciliter elongato, subauriculata; rostello triangulari
\
42 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (42)
acuminato, breviter exciso; anthera lanceolato-cordata acula ; pollinüs 6,
lanceolatis ; ovario glabro.
Aire calcarata Ridl., in Journ. Linn. Soc. Bot. v. XXXI (1896),
p. 302.
In insula Borneo : Sarawak — Haviland.
Eine sehr dislinkte Art, die sowohl durch die langen blattähnlichen
Brakteen, wie durch das spornartige Kinn der Blüten ausgezeichnet ist.
Die Sepalen und Petalen besitzen zudem noch die in der Gattung sonst
merkwürdig unterdrückte Tendenz sich zuzuspitzen. Es ist schwer, über
die verwandtschaftlichen Beziehungen hier nähere Angaben zu machen,
da in dem Labellum, wie im Habitus die gewöhnliche Podochlus-Form
der Sektion Appendicula ausgebildet ist, allerdings mit geringeren
Abänderungen, durch welche die Art sich zu einer sehr berechtigien
abstempelt.
29. Podochilus undulatus Schlir.
Glaberrimus, erectus, pluricaulis, 35-60 em. altus; caulibus simplieibus,
dense foliatis, vaginis foliorum persistentibus cucullatis vestitis, elon-
gatis ; foliis distichis oblongis obtusis, inæqualiter ac obtuse bilobulatis,
nervo intermedio in apiculum setiformem apicem folii excedentem pro-
ducto, textura tenuioribus, 2-4 cm. longis, medio fere 1-1,5 cm. latis, ad
vaginam articulatis; racemis foliis oppositis, erectis vel erecto-patenlibus;
pedunculo foliis fere æquilongo, vaginulis lanceolatis setaceo-acuminatis
vestito, pauci-(1-4) floro; bracteis erecto-patentibus ovatis, ovario fere
æquilongis; floribus vix in genere mediocribus; sepalo intermedio ovato-
oblongo, obtuso, erecto, concavo, trinervio, vix 0,3 cm. longo; lateralibus
intermedio æquilongis, obtusiusculis, trinerviis valde cbliquis. margine
anteriore in lobum obtusum ampliatis, basi perlata, columnæ pedi adnatis,
supra basin 0,3 cm. latis, margine anleriore in saccum obtusum connatis;
petalis erectis ovato-oblongis obtusis, trinerviis, sepalis vix brevioribus,
ac subæquilatis ; labello column& pedis apici libero inserlo, unguiculato,
cuneato oblanceolato, apice trilobato, obtuso, basi supra insertionem
excavatam unguiculi brevius producto, oblongo obtuso, toto 0,4 cm. longo;
columna brevi, pede producto ; rostello erecto ovato, bifido, anthera
ovato-lanceolata acuta, cordata, pollinüis 6; ovario cylindrico glaberrimo.
Appendicula undulata Bl., Bijdr. (1825), p. 301; Ldl., Orch. (1833),
p. 229; Miq., Fl. Ind. Bot. III (1859), p- 703.
A. purpurascens De Vriese (nec Bl.), Illustr. Orch. (1854), t. XIL, fr. 1.
A. peruligera Rchb. f., in Bonplandia V (1557), p. 41.
(43) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 1)
Podochilus unciferus Hk. f., Fl. Brit. Ind. VI (1890), p. 81; Ice. PL,
v. XXI, t. 2145 (4895); Ridley in Journ. Linn. Soc. Bot., v. XXXII (1896),
p. 385.
P. longicalcaratus Rolfe in Kew Bull. (189%), p. 186 (p. parte).
In peninsula malayensi; in provincia Perak: Maxwell Hill. —
Ridley ; Scortechini; in provincia Pahang : Kota Glauggi, in rupibus
calcareis — Ridley.
In insula Java : in silvis, Pantjar — Blume; in provincia Ban-
dong, Mart. 1844 — Zollinger, n° 393.
In insula Sumatra : Bindjei — Krause.
In insula Borneo: in rupibus calcareis provinciæ Sarawak — Havi-
land; Lobb.
In insulis philippinensibus : Guming (ex Rolfe).
Die Pflanze hat nichts mit P. purpurascens (Bl.) Schltr. zu thun, wie
De Vriese offenbar annahm und Ridley von diesem acceptierte. Dass
Hook. f. sie als neuen Podochilus beschrieb, ist erklärlich und kann als
einer der vielen Gründe betrachtet werden für meine Behauptung, dass
die Gattungen Podochilus und Appendicula nicht getrennt gehalten wer-
den dürfen. Auch Rolfes P. longicalcaratus ist spezifisch nicht zu
trennen, trotz seines längeren Mentums, existiert in allen Punkten eine
solche Uebereinstimmung, dass ich nur eine Varietät daraus machen
zu dürfen glaube.
Die Abbildung in den Ic. Pl. ist eine nicht schlechte, doch ist das
Mentum der Blüten gewöhnlich länger als dort angegeben.
Die Blüten sind rosenrot.
Var. longicalcarata (Rolfe) Schltr.
Differt a forma typica mento longius producto.
Podochilus longicalcaratus Rolfe, in Kew Bull (1894) p. 186 (p. part.).
In insula Borneo: loco speciali haud indicato. (Cult. Hort. Kew.)
Von der forma typica durch stärker verlängertes Mentum ausgezeich-
net, sonst in der Struktur der Blüten mit ihr vollständig übereinstim-
mend.
30. Podochilus cristatus Schltr.
Glaberrimus erectus vel dependens, pluricaulis ; caulibus simplibus vel
subsimplicibus in genere longissimis, persæpe 100 cm. longitudine exce-
dentibus, compressis, densius foliatis, vaginis foliorum persistentibus
arctius vestitis; foliis erecto-patentibus, distichis, lanceolato-oblongis
lanceolatisve, apice inæqualiter ac oblique bilobulatis, nervo intermedio
\
4 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (44)
in apiculum bene conspicuum producto, textura tenuioribus, 2,5-5 cm.
longis, medio fere 1-1.5 cm. latis, ad vaginam articulalis ; racemis foliis
oppositis terminalibusque, simplicibus vel parum ramosis, gracillimis,
elongatis, folia multoties excedentibus, laxe plurifloris, basi vaginulis
pluribus lanceolatis laxe vestitis; bracteis ovato-lanceolatis acuminatis
mox refractis, vix 0,2 cm. longis, ovario brevioribus ; sepalo dorsali
oblongo obtusiusculo, uninervio, concavo, sepalis lateralibus intermedio
æquilongis subacutis, uninerviis, valde obliquis, basi dilatata columnæ
pedi adnaiis, ima basi tantum margine anteriore connatis ; petalis oblongis
obtusis, uninerviis, sepalis subæ quilongis ; labello oblongo subtrilo-
bato basi crista semilunari donato, 0,3 cm. longo, basi marginibus
columnæ pedis adnato.
Appendicula cristata Bl., Bijdr., p. 298 (1825); Ldl., Orch. (1823),
p. 228; Miq., Fl. Ind. Bat. v. II (1855), p. 701.
Appendicula longepedunculata Rolfe, in Kew Bull. 1899, p. 132.
Conchochilus oppositiflorus Hassk.. Tijdschr. Nat. Ges. IX (1842),
p. 147.
In insula Java : in montanis, Pantjar — Blume.
In insula Celebes: prope Pakœ-œra ; in provincia Minahassa —
Koorders, n. 29495.
Leider sind an keinem der Exemplare, welche ich in Leiden und in
Paris gesehen, und an den mir freundlichst vom Leidener Rijksherbar
mitgeteilten Blüten zu sehen.
Wäre die Art nicht sofort für jeden, der sie einmal gesehen leicht
wiedererkentlich, so würde ich mich gezwungen sehen, sie als species
incerta aufzuführen. Mit Hülfe der allerdings mit lakonischer Kürze
abgefassten Blumeschen Beschreibung der Blüten, hoffe ich sie dennoch
richtig untergebracht zu haben, d. h. in die Nähe des P. purpurascens
Schltr. und des P. elegans Schltr. ; von beiden muss sie, abgesehen von
etwaigen Merkmalen in der Blüte, infolge grösserer, aber dünnerer
Blätter und der auffallend stark -zusammengedrückten, stark verlänger-
ten Stämmchen getrennt gehalten werden.
Natürlich habe ich mich bei der Abfassung der obigen Beschreibung
der Blüten möglichst an die von Blume gegebenen anlehnen müssen.
Die Inflorescenzen, welche teils lateral, teils terminal erscheinen, dürften
(natürlich einschliesslich ihres Schaftes) zu den längsten in der Gattung
gehören.
Wie ich mich zusammen mit Herrn Dr. Stapf in Kew habe überzeugen
können, ist auch bei Appendiculata longepedunculata der halbmond-
(45) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 45
förmige Kamm auf dem Labellum vorhanden. Die Pflanze unterscheidet
sich somit in keiner Weise von P. cristatus.
31. Podochilus elegans Schltr.
Glaberrimus, gracilis, pluricaulis ; caulibus erectis vel erecto-patentibus,
bene foliatis, vaginis foliorum persistentibus arcte obtectis, usque ad
30 cm. longis, racemo terminatis; foliis erecto-patentibus cuneato-
oblongis obtusis, inæqualiter ac oblique bilobulatis, nervo intermedio in
apiculum minutum producto, basin versus paulo angustatis, ad vaginam
articulatis, textura coriaceis, crassis, 0,8-1 cm. longis, supra medium
0.3-0,4 cm. lalis, basi tortis; racemis terminalibus vel rarius foliis oppo-
sitis, gracilibus, vulgo simplicibus usque ad 9 cm. longis, plurifloris ;
bracteis patentibus mox patulis, oblongis vel lanceolato-oblongi, obtusius-
eulis, ovario paulo brevioribus; floribus illis P. {ancifolu Schltr. fere æqui-
magnis; sepalo intermedio ovato-oblongo obtusiusculo, 3-nervio, concavo,
vix 0,3 cm. longo, medio fere c. 0,2 cm. lato, lateralibus valde obliquis
obtusiuseulis, margine anteriore in lobum amplum oblongum obtusum
productis, trinerviüs, basi perlata columnæ pedi adnalis, sepalo intermedio
æquilongis, dimidio inferiore 0,4 cm. latis, margine anteriore basi
connalis ; petalis lineari-oblongis obtusis uninerviis, sepalis subæqui
longis, erectis ; labello oblongo obtusiuseulo, 7-nervio, columnæ pedis
apici latius adnato, 0,4 cm. longo, 0,2 cm. lato, supra basin intus
lamella incrassata transversa semilunata ornato ; columna brevi, pede
longius producto; rostello lanceolato apice bifido; anthera e basi ovato-
cordata conspicue rostrata, rostello equilonga ; ovario clavato, glaberrimo,
nudo.
Appendicula elegans Rchb. f., in Bonplandia V (1857), p. 41.
A. sororia Miq., Fl. Ind. Bat. III (1859), p. 703.
A. spec. nov. Zolling., in Flora 1847, p. 457.
In insula Java : loco speciali haud indicato — Nagler, n° 43 (anno
1858); inter muscos arborum, Gebok Klakka, Nov. 1844 — Zollinger,
n° 2535.
In insula Sumatra : In arboribus prope Deli, 1897 — Fr. Krause.
Eine sehr distinkte Art, die mit Recht mit P. purpurascens Schltr
verglichen worden ist. Sie ist vor allen anderen Arten der Gruppen mit
langgestielten Trauben durch die dicken fast fleischigen Blätter aus-
gezeichnet.
Die Blütenstände sind bei den mir vorliegenden Exemplaren aus
Sumatra sämtlich terminal, einige derselben sind verzweigt.
\
46 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (46)
Das Labellum ist für die Arten dieser Sektion sehr schmal, besitzt
aber auch die hufeisenförmige Lamelle am Grunde. Die Anthere ist
auffallend geschnäbelt.
32. Podochilus purpurascens Schlir.
Glaberrimus, erectus, adscendens vel dependens, pluricaulis ; caulibus
simplicibus 25-50 cm. longis, teretibus, dense foliatis, vaginis foliorum
persistentibus cucullatis vestitis; foliis erecto-patentibus oblongis, vel
ovato-oblongis, apice breviter atque inæqualiter bilobulatis, nervo inter-
medio in apiculum perbrevem producto, 1-2 cm. longis, medio fere
0.5-1,3 em. latis, ad vaginam articulatis: racemis gracillimis vulgo termi-
nalibus, interdum foliis oppositis, elongatis, vaginis arctius appressis
dissitis ornatis, laxe plurifloris, simplicibus vel parum ramosis, usque ad
15 cm. longis; bracteis ovatis vel ovato-oblongis obtusiusculis ovario
breviter pedicellato brevioribus; floribus purpurascentibus illis P. pauci-
flori Schltr. fere æquimagnis ; sepalo intermedio ovato obtuso. uninervio,
concavo, 0.3 cm. longo, medio fere vix 0,2 cm. lato, sepalis lateralibus
intermedio æquilongis, uninerviis, obtusis, valde obliquis, basi dilatata
columnæ pedi adnalis, margine anteriore ima basi tantum connalis, supra
basin vix 0,2 cm. longitudinis; labello suborbiculari concavo, apice
breviter apiculato, basi columnæ pedi latius adnata, 5-nervio, sepalorum
longitudine, intus supra basin lamella iransversa semilunari vel hippo-
crepiformi ornato; columna brevi, pede bene producto ; rostello ovato-
lanceolato, apice breviter exciso ; ovario subsessili, subcylindrico, glaber-
Timo.
Appendicula purpurascens Bl., Bijdr. (1825). p. 302. Ldl., Orch. (1833),
p. 229. Miq., Fl. Ind. Bat. III (1859), p. 704.
In insula Java : loco speciali haud indicato — Waitz; Dr Plœm;
Forbes; in silvis montium Salak et Gede — Blume.
Eine sehr distinkte Art aus der Verwandtschaft des Podochilus eri-
status Schltr. und P. elegans Schltr., ganz verschieden von der Pflanze
welche von De Vriese unter dem Namen Appendicula purpurascens BI.
abgebildet wurde.
Die langen schlanken, allerdings wie gewöhnlich in der Gattung, arm-
blütigen Blütenstände sind ein gutes Merkmal der. Art. Von den oben
angegebenen verwandten Arten ist sie durch das Labellum zu erkennen,
von P. cristatus ausserdem noch durch nicht plaligedrückte Stämmchen,
von P. elegans durch zartere Textur der Blätter verschieden.
Ob die Art auf der malayischen Halbinsel vorkommt, ist zweifelhaft,
(47) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 47
bis jetzt ist von dort noch nichts bekannt, was sich als mit ihr identisch
erweisen dürfte.
39. Podochilus xytriophorus Schlir.
Glaberrimus elongatus, pluricaulis ; eaulibus simplicibus vel rarius
pauci-ramosis, bene foliatis, vaginis foliorum dense vestilis, racemo
terminatis;; foliis ad vaginam articulatis oblongis vel oblongo-lanceolatis,
basin versus attenuatis, apice breviter bilobulatis, margine nunc minute
denticulatis, nervo medio supra apicem in apiculum setaceum producto,
textura tenuissimis, 2-4 cm. longis, infra medium 0,5-1 cm. latis; racemo
terminalia ereclo, simplici vel pauciramoso, elongato, 4-9 cm. longo,
laxe plurifloro ; bracteis patulis ovatis vel oblongis acutiusculis, tenuis-
simis. 0,2-0,3 cm. longis ovario pedicellato fere @quilongis, brevioribusve ;
floribus illis P. penduli Schltr. simillimis ; sepalo intermedio ovato-
oblongo, subacuto, concavo, trinervio, 0,3 cm. longo, medio fere latitudine
vix 0,2 cm. attingente, lateralibus valde obliquis triangularibus subacutis,
irinerviis, margine anteriore, valde ampliatis, basi lata columnæ pedi
adnatis, margine anteriore liberis, sepalo intermedio æquilongis, basi
0,4 cm. latis; petalis oblongo-ligulatis oblusis, uninerviis, sepalis paulo
brevioribus, erectis ; labello ovato-oblongo obtuso, 7-nervio, basin versus
concavo, lamella ampla transversa semilunari donato, late unguiculato,
0,4 cm. longo, vix 0,3 cm. lato; columna brevi, pede producto cum
labello mentum obtusum formante ; rostello triangulari-ovato, apice
breviter exciso ; anthera ovato-cordata acula, rostello breviore ; capsula
clavato cylindrica,glaberrima, nuda, 1,2-1,3 cm. longa, 0,2 cm. diametiente.
Appendicula zythriophora Rchb. f., in Seem., Fl. Vit. (1868), p. 209;
Hook. f., Fl. Br. Ind., v. VI (1890), p. 84.
In peninsula malayensi: in provincia Perak — Scortechini (fde.
Hook. f.).
In insulis philippinensibus : loco speciali haud indicato —
Cuming, n° 2149,
In insula Borneo : in provincia Sarawak — Haviland (fde. Ridl.).
Sehr nahe verwandt mit P. pendulus Schltr., und nur verschieden durch
etwas zusammengedrückte Stämmchen, schlankeren Wuchs und bedeu-
tend lockere Inflorescenz. Im getrockneten Zustande sind in der Blüte
kaum Unterschiede zwischen beiden Arten zu finden. Ich möchte jedoch
nicht mit Sicherheit behaupten, dass die Säulen genau übereinstimmen,
da derartige Charaktere an getrockneten Exemplaren nur schwer zu
erkennen sind.
\
48 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (48)
Exemplare von der malayischen Halbinsel und von Borneo habe ich
nicht gesehen, und führe deshalb die beiden Localitäten nur auf Grund
der Indentificationen von Hooker fil. und von Ridley an.
34. Podochilus pendulus Schltr.
Glaberrimus, erectus, pluricaulis; 50-60 cm. altus; caulibus simpli-
cibus, teretibus, vaginis persistentibus arctius vestitis, bene foliatis ;
foliis lanceolatis vel lineari-lanceolatis erecto-patentibus, ad vaginam
articulatis, textura herbaceis, exsiccatione submembranaceis, breviter
bilobulatis, nervo intermedio in apiculum setaceum producto, 5-10 cm.
longis, medio fere 0,7-1,7 cm. latis; racemis foliis oppositis, terminali-
busque pendulis, elongatis, 3-6 cm. longis, sublaxe plurifioris, sim-
plicibus ; bracteis submembranaceis, foliaceis, lanceolatis vel oblongo-
lanceolatis, sensim decrescenlibus, vulgo floribus brevioribus, mox
patulis; floribus mediocribus in genere, tenuibus; sepalo intermedio
ovato-oblongo, obtuso, trinervio, concavo, erecto, 0,3 cm. longo, lateralibus
sepalo intermedio æquilongis, subacutis, trinerviis, valde obliquis, mar-
gine anteriore basin versus in lobum rotundatum obtusum dilatatis, basi
perlata columnæ pedi adnatis, supra basin c. 0,3 cm. latis, margine ante-
riore basi in saccum obtusum connatis; petalis ligulatis obtusis, uni-
nerviis, sepalis paulo brevioribus, erectis; labello oblongo obtuso, lamella
semilunari transversa dimidio inferiore ornato, 5-nervio, 0,4 cm. longo,
explanato medio fere latitudine 0,3 cm. subattingente ; columna brevi
subauriculata, pede producto; rostello ovato breviter exciso; anthera
cvalo-cordata ; capsula breviter pedicellata cylindrica usque ad 1,5 cm.
longa, 0,2-0,3 cm. diametiente, glabra.
Appendicula pendula Bl., Bijdr. (1825), p. 298; Ldl., Orch. (1833),
p. 228 ; Miq., Flor. Ind. Bat. III (1859), p. 701.
A.Chalmersiana F. v.Muell.,in Wing., South. Sc. Rec. N.S. (4 Maj. 1885).
Maingayi Hook f., in Flor. Br. Ind. VI (1890), p. 85; Ic. Pl. A. 2151
(1894). ;
Conchochilus distichus Hassk., in Tijdsch. Nat. Ges. IX (1842), p. 146.
In peninsula malayensi: in provincia Perak — Scortechini; in
provincia Penang : West Hill — Curtis ; Maingay, n° 1617.
In insula Java: loco speciali haud indicato — Horsfield, n° 131,
n° 56 ; in montanis provinciarum Buitenzorg, Bantam ei Tjanjor —
Blume ; inter Coffeas, Prabakli, alt. 2200 ped., Jun. 1845 — Zollinger ;
Passir Madang, in truncis arborum, Aug. 1843 — Zollinger, n° 1476. In
provincia Preanger — Warburg, n° 2647.
(49) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 49
In insulis philippinensibus: loco speciali haud indicato —
Cuming, n° 2150.
In insula Nova-Guinea: in montibus « Cloudy Mountains », anno
4894 — Micholitz ; in montibus prope Port Moresbury — J. Chalmers-
Eine sehr verbreitete Art, deren Verbreitungsgebiet sich von der
malayischen Halbinsel durch die Sunda-Inseln bis nach Neu-Guinea
erstreckt.
Hookers Appendicula Maingayi scheint mir spezifisch nicht von
A. pendula Bl., von der ich reichliches Material zu untersuchen Gelegen-
heit hatte, verschieden zu sein. Ob die von Ridley als A. pendula Bl.
beschriebene Pflanze (Journ. Linn. Soc. Bot. XXXI, p. 301) von Borneo
hierher gehört, scheint mir sehr zweifelhaft ; die angegebenen Masse
würden besser zu meinen Podoch. philippinensis passen, die Beschrei-
bung des Labellums dagegen scheint auf eine ganz andere Art hinzu-
weisen. Allerdings ist dabei nicht zu übersehen, dass die Untersuchung
getrockneten Materials zu andern Befunden führen könnte, als sie
Ridley, der von lebenden Exemplaren beschrieb, niederlegte.
Die nächsten Verwandten des P. pendulus sind P. lancifolius Schltr.,
P. penicillatus Schltr. und P. philipinensis Schltr. In der Gestalt des
Labellums ist er dem P. philippinensis am ähnlichsten, aber durch die
Maasse und bedeutend dünnere Konsistenz der Blätter zu unterscheiden.
Durch P. philippinensis wird gewissermassen eine Verbindung herge-
stellt zwischen der Gruppe als deren Typus P. pendulus angesehen
werden kann, und der, welche sich etwa um P. purpurascens Schlir.
schaart.
Ob die wollig behaarten Wurzeln als besonderer Charakter des P. pen-
dulus anzusehen sind, will ich noch dahin gestellt sein lassen.
35. Podochilus philippinensis Schltr. n. sp.
Glaberrimus, robustus; caulibus teretibus bene foliatis, pennæ aqui-
line crassitudine, vaginis foliorum persistentibus, striatis, vestitis ; foliis
erecto-patentibus patentibusve, lanceolato-oblongis, apice breviter ac
inæqualiter bilobulatis, subexapiculatis, textura rigidiusculis, 9-12 cm.
longis, medio fere 2-2,5 cm. latis, ad vaginam articulatis ; racemis folio
oppositis (terminalibusque ?) simplicibus vel parum ramosis, gracilibus
flexuosis, elongatis, folia excedentibus, basi vaginis ovalis amplecten-
tibus mox membranescentibus vestitis, laxius multifloris ; bracteis mox
deflexis oblongis obtusis striatis, ovario pedicellato æquilongis vel paulo
brevioribus; floribus illis P. penduli Schltr. vix majoribus ; sepalo inter-
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n0 21, 15 novembre 1900. 4
50 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (50)
medio oblongo obtuso trinervio, concavo, 0,5 cm. longo, medio fere
0,3 cm. lato, sepalis lateralibus intermedio æquilongis, trinerviis, sub-
acutis, valde obliquis, margine anteriore dimidio inferiore valde ampliatis,
basi connatis, supra basin 0,5 cm. latis ; petalis lineari-ligulatis, subspa-
thulatis obtusissimis, uninerviis, sepalis brevioribus ; labello oblongo
obtuso, concavo, columnæ pedis apici libero peltatim affixo, 5-nervio,
0,5 cm. longo, medio fere 0,3 cm. lato ; columna brevi, pede longius
producto ; rostello ovato-triangulo, apice breviter exciso ; capsula breviter
pedicellata subclavato-cylindrica, costata, glaberrima.
In insulis philippinensibus: Sine numero ac loco speciali —
Cuming.
Eine sehr distinkte Novität aus der Verwandtschaft des P. pendulus
Schltr., vielleicht sogar die Pflanze welche Ridley im Journ. Linn. Soc.
Bot. v. XXXI (1896), p. 301 als Appendicula pendula Bl. näher beschreibt.
Von allen Podochilus-Arten ist P. philippinensis, soweit uns bis jetzt
bekannt geworden die stärkste.
Leider liegen mir nur Bruchstücke eines Stammes vor, die ausschlies-
sen, über die wirkliche Höhe der Pflanze Angaben machen zu können,
doch lässt sich von diesen auf eine über einen Meter hohe Art schlies-
sen. Auch die Blätter sind äusserst derb und gross. Die Blütenstiele
sind an dem vorhandenen Exemplar lateral ; da die Spitze fehlt, lässt
sich nicht sagen ob es auch terminale Inflorescenzen giebt, doch ist dies
wohl bei den verwandtschaftlichen Beziehungen der Pflanze sehr wahr-
scheinlich.
Der Bau der Blüten ist dem des P. pendulus sehr ähnlich. Sepalen
und Petalen sind fast dieselben, das Labellum des P. philippinensis
besitzt aber einen grösseren konkaven Anhängsel am Grunde als das
des P. pendulus.
36. Podochilus penicillatus Schlir.
Glaberrimus, erectus vel adscendens, pluricaulis, P. pendulo Schlir.
valde similis, humilior ac robustior tantum, 15-20 cm. altus; caulibus
strictis vel flexuosis pennæ columbinæ crassitudinis, bene foliatis,
vaginis foliorum persistentibus arctius vestitis; foliis lineari-lanceolatis
lanceolatisve; apice inæqualiter ac oblique bilobulatis subexapiculatis,
textura illis P. penduli Schltr. paulo crassioribus, 2-4,5 cm. longis, infra
medium 0,6-0‘9 cm. latis; racemis terminalibus demum subnutantibus
vulgo simplicibus, subdense plurifloris, 2-3,5 cm. longis; bracteis ovato-
oblongis obtusis, mox deflexis, concavulis, ovario fere æquilongis ; flo-
(51) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 51
ribus illis P. penduli Schltr. subæquimagnis ; sepalo intermedio oblongo
obtuso trinervio, 0,4 cm. longo, medio fere vix 0,2 cm. lato, sepalis late-
ralibus intermedio æquilongis, valde obliquis, e basi dilatata apicem
versus attenuatis obtusiusculis, sub apice extus breviter apiculatis, triner-
viis, margine anteriore, quarta parte basilari connalis, supra basin
0,3 em. latis; petalis subspathulato-ligulatis obtusissimis, uninerviis,
sepalis paulo brevioribus; labello column» pedi latius adnato circuitu
oblongo, concavo, supra medium constricto, antice in lobum subqua-
dratum obtusissimum, medio lamella brevi longitudinaliter ornatum
explanato, supra basin lamella hippocrepiformi ad margines decurrente
medio in apiculum penicillatum perbrevem producta aucto, 0,4 cm. longo
columna brevi, pede longius producto; rostello ovato, breviter exciso ;
anthera ovato-cordata ; ovario sessili subcylindrico glaberrimo.
Appendicula penicillata BI, Rhumphia IV, p. 46. t. 195 (1848); Miq.,
Fl. Ind. Bat. III (1859), p. 702.
In insula Nova-Guinea : loco speciali haud indicato — Zippel.
Auch diese Art ist meines Wissens seit Zippel nicht wieder aufge-
funden worden, obgleich wir doch von Neu-Guinea während der letzten
zwanzig Jahen äusserst reichhaltige Sammlungen erhielten.
Sie ist entschieden mit P. pendulus Bl. verwandt, besitzt aber einen
gedrungeren Habitus, dickere Stämmchen, eine kürzere Inflorescenz
und ein vollständig verschiedenes Labellum. Bei demselben ist als
besonders charakteristisches Merkmal die pinselförmige Quaste an der
Spitze des hufeisenförmigen Callus am Grunde von Blume angegeben
worden, doch muss ich darauf aufmerksam machen, dass dieselbe nur
schwer zu finden ist und bei einigen Blüten so reduziert ist, dass nur
derjenige sie findet welcher darnach sucht. Im Uebrigen ist die Blu-
mesche Abbildung sehr gut.
Die Blüten sind hellgrün.
37. Podochilus lancifolius Schlir.
Elatus, glaberrimus, pluricaulis; caulibus simplicibus, dense foliatis
ereclis, vaginis foliorum persistentibus vestitis, racemo terminatis; foliis
erecto-patentibus, lanceolaiis obtusiusculis, breviter bilobulatis, basin
versus paulo angustatis, 6-10 cm. longis, infra medium 1-1,5 cm. lalis,
textura tenuibus; racemis terminalibus vel folio oppositis, 5-8 cm. longis,
pluri- vel multifloris, simplicibus vel interdum pauci-ramosis ; bracteis
oblongis obtusis, patulis, flores haud excedentibus; floribus in genere me-
diocribus, flavidis ; sepalo intermedio æquilongis, trinerviüs acutiusculis,
92 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. " (52)
valde obliquis, margine anteriore in lobum oblongum obtusum sensim
productis, basi perlata columnæ pedi adnatis, supra basin 0,3-0,4 cm.
longis, margine anteriore basi in saccum obtusum connatis; petalis obo-
vato-oblongis obtusis, erectis, trinerviis, sepalis vix brevioribus; labello
cuneato-oblongo, dimidio anteriore trilobato, lobis lateralibus rotundatis,
obtusis. abbreviatis, intermedio ovato subacuminato, toto vix 0,4 cm.
longo, 5-nervio, supra basin lamella semilunari, lobos laterales versus
decurrente ornato; columna brevi, pede producto; rostello triangulari,
exciso ; anthera ovato-cordata.
Appendicula lancifolia Hk. f., Fl. Brit. Ind. v. VI (1890), p. 84; Ie. Pl.
v. XXII (1893), t. 2150; Ridl. in Journ. Linn. Soc. Bot. v. XXII (1896),
p. 390.
In peninsula malayensi: in provincia Peraki Gunong Batu Putih,
alt. 3000-4000 ped. — Kings Collector ; in colle Maxwell-Hill, alt. 3000
ped. — H. N. Ridley.
Eine Art aus der Gruppe mit dünnen Blättern und verlängerten meist
terminalen Blütenständen, zu der P. pendulus Schlir., P. penicillatus
Schltr., P. zytriophorus Schltr. und P. philippinensis Schltr. gehören. Vor
allen diesen zeichnet sie sich durch die deutlich dreilappige Lippe aus.
Nach Angabe des eingeborenen Sammlers des Dr. King sind die Blüten
leuchtend gelb gefärbt, während Ridley für seine Pflanze, welche er
allerdings als etwas zweifelhaft aufführt, grüne Blüten angiebt.
Die Stelidien an der Columna sind im getrockneten Zustande nicht
leicht zu erkennen und scheinen mir daher beim Bestimmen von ge-
ringerer Bedeutung zu sein.
38. Podochilus buxifolius Schlir.
Erectus, adscendens vel dependens, pluricaulis, 20-40 cm. longus; cau-
libus dimidio superiore ramosis, vaginis foliorum persistentibus, vestitis,
ramisque bene foliatis; foliis distichis, ad vaginam articulatis, patentibus
vel erecto-patentibus, oblongo-ligulatis, basin versus paulo angustatis,
apice inæqualiter ac oblique bilobulatis, nervo intermedio vix in apiculum
producto, textura subcoriaceis, 1-2 cm. longis, dimidio superiore 0,3-
0,5 cm. latis; racemis vulgo terminalibus, interdum foliis oppositis, valde
abbreviatis, pauci-(1-3-)floris, foliis multo brevioribus; bracteis lanceolatis
vel ovato-lanceolatis, aculis, nunc ovario æquilongis, nunc brevioribus;
floribus minoribus, illis P. Vieillardü Schltr. similibus; sepalo intermedio
ovato subacuto, uninervio, concavo, 0,3 cm. longo, lateralibus sepalo
intermedio æquilongis, subacuminatis, valde obliquis, uninerviis, mar-
ns
(33) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 59
sine anteriore valde ampliatis, in lobum rotundatum dilatatis, bası perlata
columnæ pedi adnatis, supra basin 0,2 cm. latis, margine anteriore terlia
‘parte basilari connatis, labelli basin oceludentibus; petalis erectis, ligu-
latis obtusis, uninerviis, sepalis paulo (subinconspicue) brevioribus,
0,1 cm. latis ; labello oblongo obtuso, subunguiculato, basi lamella trans-
versa semilunari, margines excedente, ornato, 0,3 cm. paulo excedente;
medio fere 0,2 cm. lato; columna brevi; pede longius producto, rostello
ovato-triangulo, apice breviter exciso; anthera ovato-cordata, polliniis 6,
oblongo-lanceolatis, caudiculis subeyatiformibus insertis, glandula parva
oblonga; ovario glabro.
Appendicula buxifolia Bl., Bijdr., p. 300 (1825); Ldl., Orch. (1833),
p. 228; Miq., Flor. ınd. Bot. III (1859), p. 702.
A. frutex Ridl., in Journ. Linn. Soc. Bot. XXXII (1896), p. 302.
In insula Java: loco speciali haud indicato, anno 1846 — J. Lobb,
n° 645 ; supra montem Pantjar — Blume.
In insula Gelebes; loco speciali ac nomine collectoris haud indicato.
In insula Borneo: Sarawak, Pengkulu Ampat — Haviland.
Eine auffallende Pflanze, die durch den Habitus vor allen anderen
Arten vorzüglich charakterisiert wird. Eine starke Verzweigung der
Stämme ist in dieser Gruppe der Gattung durchaus nicht häufig, in
demselben Maasse wohl nur noch bei P. ramosus Schltr. und P. ovalis
Schlir. anzutreffen.
39. Podochilus ramosus Schlir.
Gracilis, glaberrimus, pluricaulis, usque ad 50 cm. longus; caulibus
dependentibus, pro genere valde ramosis, ramis gracilibus, vaginis
foliorum persistentibus vestitis, racemo terminatis, bene foliatis ; foliis
erecto-palentibus oblongis obtusis, inæqualiter ac oblique bilobulatis,
nervo intermedio in apiculum minutum producto, basin versus angus-
tatis, 0,8-1,2 cm. longis, medio fere 0,3-0.4 cm. latis ; racemo terminali
abbreviato, 1-2 floro, foliis vix æquilongo ; bracteis lanceolatis vel ovato-
lanceolatis, ovario æquilongis brevioribusve, floribus illis P. buæifoli,
Schlir. similibus, fere æquimagnis ; sepalo intermedio erecto, concavo,
ovalo subacuto, uninervio, vix 0,3 cm. longo, infra medium c. 1,5 mm.
lato, lateralibus sepalo intermedio æquilongis, subacutis, uninerviis,
valde obliquis, basi lata columnæ pedi adnatis, supra basin latitudine vix
0,2 cm. excedentibus, margine anteriore tertia parte inferiore connalis;
petalis erectis late ovatis acutis, uninerviis, sepalis paulo brevioribus ;
labello circuitu oblongo, concavo, obluso, infra medium paulo constricto,
J4 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (54)
terlia parte anteriore paulo ampliato, trinervio, supra medium in callis 2,
e medio ad marginem retroversis. subinconspicue incrassatis, toto vix
0,4 cm. longo; columna brevi exauriculata, pede longius producio>
rostello ovato-triangulo, erecto, apice breviter exciso; anthera ovato-
cordata ; ovario glabro.
Appendicula ramosa Bl., Bijdr. (1825), p. 299 ; Ldl., Orch. (1833), p. 228;
Miq., Fl. Ind. Bat. III (1859), p. 702.
In insula Java : loco speciali haud indicato — Horsfield ; Plæm. Ad
margines fluvii Tjapus, in montosis Salak — Blume ; ad arbores in monte
Gede, Dec. 1845 — Zollinger, no 1969; in provincia Preanger — War-
burg, n° 2651.
Auf der Insel Java scheint die vorliegende Pflanze nicht selten zu
sein, da sie von verschiedenen Sammlern mitgebracht wurde.
Sie ist habituell dem P. ovalis Schltr. am ähnlichsten und ist wie
dieser und P. buxifolius Schltr. keinesfalls mit irgend einer anderen
Art zu verwechseln, da diese drei Arten durch die stark verzweigten
Stämme ausgezeichnet sind. Von P. ovalis ist unsere Art durch die
schmäleren Blätter, von P. buxifolius durch den schlankeren Habitus
schon bei sehr oberflächlicher Betrachtung zu unterscheiden.
40. Podochilus ovalis Schltr. n. sp.
Dependens pluricaulis, e basi ramosus, ramis subteretibus ramulosis,
densius folialis, teretiusculis, vaginis foliorum persistenlibus arcte amplec-
tentibus dense vestitis; foliis distinclis oblongis vel ovali-oblongis,
obtusissimis. apice brevissime ac oblique bilobulatis, nervo intermedio in
apiculum subinconspicuum producto, textura chartaceis, 1-1,5 cm. longis,
medio fere 0,6-1 cm. latis; inflorescentiis lateralibus, 1-3 floris, pedun-
culo dense vaginis acuminatis vestito, foliis fere æquilongo; bracteis
lanceolatis acuminatis, flori brevioribus; floribus subsessilibus illis
P. busifolii Schltr. fere æquimagnis ; sepalo intermedio oblongo obtuso,
uninervio, 0,3 cm. longo, sepalis lateralibus intermedio fere æquilongis,
uninerviis, obtusiusculis, valde obliquis, basi valde dilatata columnæ pedi
adnatis, margine anteriore basi connatis, supra basin fere 0,3 cm. latis;
petalis oblongis obtusis ; uninerviis, sepalo intermedio paulo brevioribus;
labello oblongo obtuso, concavo. trinervio, basi calceolari concavo inser-
tionis locum excedente, 0,4 em. longo, medio fere 0,2 cm. lato ; columna
_brevi, pede longius produeto, apice incurvulo, cum sepalis lateralibus
mentum obtusum formante ; rostello ovato-lanceolato apice breviter
exciso ; anthera ovato-lanceolata basi breviter cordata ; polliniis graciliter
(55) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. bb)
clavatis 6, stipitibus duobos insertis, glandula oblonga minuta ; ovario
subsessili elavato-cylindrico, glaberrimo.
In insula Java: loco speciali haud indicato — Horsfield, n. 52, 66,
171, 461.
In insula Sumatra : loco speciali haud indicato —- Korthals.
Diese Art ist ein recht iypischer Vertreter der Gruppe der Ramosæ.
Sie ist mit P, ramosus Schltr. verwandt und ähnelt diesem so sehr, dass
man sich bewogen fühlen möchte sie als breitblätirige Varietät des-
selben anzusehen. Diesem Umstande ist es wohl auch zuzuschreiben,
dass die Pflanze nicht schon früher beschrieben worden ist. Betrachtet
man das Labellum beider Arten, so stellen sich jedoch derartige Unter-
schiede heraus, dass man nicht umhin kann, beide als ganz verschiedene
Arten anzusehen.
$ IV. Pseudappendicula.
In diese Sektion habe ich alle diejenigen Arteu der ehemaligen
Gattung Appendicula gestellt, welche sich durch das Fehlen des kon-
kaven Anhängsels am Grunde der Lippe auszeichnen. Ich gestehe gern
zu, dass dieser Unterschied nicht sehr bedeutend erscheint, doch glaube
ich, dass daduch Arten zusammengeführt werden, welche entschieden
näher mit einander verwandt sind, so dass der Charakter vielleicht von
grösserer Wichtigkeit ist, als wir gewohnt sind, ihm zuzumessen. Bei
der Gleichmässigkeit welche im Bau der Blüte in unserer Gattung
herrscht ist es ungeheuer schwer, Charaktere zu finden, welche sich
zum Aufstellen von Sektionen eignen, wir müssen daher zufrieden sein,
wenn uns geringfügig erscheinende Merkmale sich für diesen Zweck
eignen und sogar noch eine recht natürliche Einteilung der Arten,
soweit sie uns bis jetzt bekannt sind, zur Folge haben. Dass bei einer
Gattung, welche über fünfzig Arten besitzt, eine Einteilung in Sektionen
bedeutend zur Erleichterung von Bestimmungen beiträgt, wird mir ein
jeder Mensch zugestehen, der sich je an Orchidaceen-Bestimmungen
versucht hat.
Der Uebergang zu der Sektion Appendicula wird gewissermassen
vermittelt durch P. rupestris Schltr., der habituell sich von Appendicula
nicht wesentlich unterscheidet ; in den drei Arten P. floribundus Schltr.,
P. distichus Schlir. und P. congestus Schltr. haben wir eine recht typische
Gruppe vor uns, welche durch die äusserst stark zusammengedrängte
56 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (56)
Inflorescenz des P. iortus Schltr. gewissermassen mit den extremen
Formen wie P. Hasseltü Schltr. und P. callosus Schltr. verbunden wird.
Die geographische Verbreitung der Sektion bietet nichts Besonderes.
P. callosus erreicht in Tenasserim die Westgrenze, P. distichus in Neu-
Guinea die Ostgrenze. In dem dazwischen liegenden malayischen Gebiete
sind die Arten ziemlich gleichmässig verbreitet. Häufig scheinen nur
P. callosus und P. tortus zu sein. Die anderen fünf Arten sind alle nur
selten gefunden worden. Nach Norden hin scheint keine der Arten bis zu
den Philippinen vorzudringen. P. distichus und seine beiden Ver-
wandten gehören entschieden einem ostmalayischen Typus an, wäh-
rend die anderen Arten als wesimalayisch betrachtet werden können.
In Borneo stossen die Gebiete dieser beiden Arten zusammen.
CLAVIS SPECIERUM
A #Roliaganeustellineaniage. ı7r are 41. P. ruspestris Schltr.
B. Folia oblonga vel lanceolato-oblonga.
I. Glandulæ polliniorum 2, distinctæ.
a. Spica disticha, sepala aristato-acuminata ... 42. P. distichus Schltr.
b. Spica quaquaversa, sepala obtusiuscula .... 43. P. floribundus Schlir.
II. Glandula polliniorum singula.
a. Spica abbreviata.
1. Bracteæ margine lacerato-ciliatæ. ....... kh. P. congestus Schltr.
ZBractee inte ae 45. P. tortus Schltr.
b. Inflorescentia capitata.
1. Vaginæ foliorum integræ .............. 16. P. Hasseltii Schltr.
2. Vaginæ foliorum utrinque dente stipuli-
OLMINOPT AE EMEA IRON PRE 47. P. callosus Schltr.
41. Podochilus rupestris Schltr.
Glaberrimus, erectus, pluricaulis ; caulibus ereclis vel erecto-paten-
tibus, simplicibus, 15-25 cm. altis, teretiusculis, bene foliatis, vaginis
foliorum persitentibus obtectis ; foliis erecto-patentibus ad vaginam arti-
culatis, lineari-lanceolatis, apice breviter bilobulatis, nervo intermedio
in apiculum setiformem bene conspicuum produeto, textura subherba-
ceis, 1,5-3,5 cm. longis, 0,2-0,4 cm. latis; racemis terminalibus vulgo
simplicibus, foliis plerumque brevioribus, subdense plurifloris ; bracteis
lanceolatis acutis, mox patulis, ovarium excedentibus; floribus vix medio-
cribus suberectis vel erecio-patentibus ; sepalo intermedio ovato-obtuso,
trinervio, concavo, vix 0,3 cm. longo, lateralibus intermedio æquilongis
obtusis, trinerviis, valde obliquis, margine anteriore ampliatis, basi
gr le TE RS
gs)
(57) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 57
dilatata columnæ pedi adnatis, supra basin 0,3 cm. latitudine subattin-
gentibus ; petalis erectis, ligulatis, obtusis, uninerviis, basin versus
paulo attenuatis, sepalis paulo brevioribus ; labello concavo obovato-
oblongo, ecalloso, tamen ima basi apiceque marginibus incrassato, apice
paulo ampliato obtusissimo, brevissime ac subinconspicue exciso,
3,5 mm. longo, infra apicem explanato c. 0,2 cm. lato ; columna brevi
exauriculata, pede producto; rostello humili, triangulari, breviter exciso ;
anthera suborbiculari-cordata brevi, obtusissima ; ovario glabro.
Appendicula rupestris Ridl., in Journ. Linn. Soc. Bot. v. XXXII (1896),
p. 391.
In peninsula malayensi: in provincia Pahang, in rupibus rivi
Tahan — H.N. Ridley n. 2368 (1891).
Eine äusserst distinkte Form, die nicht nur habituell sondern auch
in der Gestalt des Labellums von allen anderen sehr leicht zu unter-
scheiden ist. Der Mittelnerv der schmalen Blätter ist. in einen selbst
bei dieser Gattung auffallenden, fadenförmigen Apiculus ausgezogen.
Die Inflorescenz scheint konstant terminal zu sein, aber offenbar meist
kürzer als die oberen Blätter. Die Art hält somit in dieser Hinsicht die
Mitte zwischen P. pendulus Schltr. und P. anceps Schltr.
Ueber ihre Verwandtschaft ist hier wenig zu sagen. Sie gehört zu
der Gruppe welche sich durch das Fehlen des konkaven Angängsels
auszeichnet; statt dessen haben wir hier eine verdickte Basis und ebenso
nach der Spitze zu verdickte Ränder.
Nach Ridleys Angaben sind die zarten Blüten weiss gefärbt.
42, Podochilus distichus Schltr.
Glaberrimus, erectus, 15-20 cm. altus, pluricaulis; caulibus teretibus,
simplicibus, bene folialis, vaginis foliorum persistentibus cucullatis, ves-
titis; foliis distichis, oblongis obtusis, ad vaginam articulatis, bilobulatis,
nervo intermedio in apiculum setiformem minutum producto, basi vix
attenuatis. 1,5-2 cm. longis, medio fere 0,5-0,7 cm. latis; spica termi-
nali disticha, pendula, elongata, multiflora, 2,5-4 cm. longa ; bracteis lan-
ceolatis breviter cuspidatis, 0,5-1 cm. longis, flores plus minusve exce-
dentibus ; floribus in genere minoribus tenuissimis ; sepalo intermedio
ovato arislalo-acuminato, uninervio, concavulo, c. 0,2 cm. longo, infra
medium c. 0,1 cm. lato, sepalis lateralibus valde obliquis, aristato-acumi-
natis, uninerviis, margine anteriore valde ampliatis, sepalo intermedio
æquilongis basi lata column& pedi producto adnatis, supra basin 0,2 cm.
latis ; petalis lineari-ligulatis vel lineari-oblongis obtusis, erectis, sepalis
58 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (58)
paulo brevioribus ; labello circuitu oblongo supra medium paulo dilatato
obscure trilobulato subtruncato, lobulo intermedio marginibusque paulo
incrassato, vix 0,3 cm. longo ; columna brevi pede producto, cum sepalis
lateralibus ac labello mentum obtusum formante ; rostello subquadrato
apice emarginato ; anthera subquadrata emarginata, rostello submajore;
capsula ovoideo-oblonga, glabra, c. 0,4 cm. longa, 0,2 cm. diametiente.
Appendicula disticha Ridl., in Journ. Bot. v. XXIV (1886), p. 35%,
t. 270.
In insula Nova-Guinea: epiphytica in arboribus prope South Cape,
in regione Sogeri, annis 1885-1886 — H. O. Forbes.
Habituell sowohl wie in den Charakteren der Blüten am nächsten
verwandt mit P. floribundus Schlir., doch wohl unterschieden durch
kleinere Blüten, bedeutend mehr borstenförmig zugespitzte Sepalen,
schmälere Petalen und einfach verdicktes nicht mit Anhängseln oder
Lamellen versehenes Labellum. Mit P. floribundus teilt die vorliegende
Art ein auffallendes Merkmal. Die Anthere ist vollständig quadratisch
und besitzt ein Rostellum das dieselbe Form hat und in zwei vollständig
getrennte Klebscheiben führt. Die Blütentraube, obgleich der des
P. floribundus nicht unähnlich, ist auffallender zweiteilig als dies bei
P. floribundus der Fall ist. Dieser Umstand wird wohl dadurch hervor-
gerufen, dass bei P. distichus die Brakteen länger sind, die Blüten sogar
überragen, bei P. floribundus dagegen kaum die Länge der Ovariums
überschreilen.
43. Podochilus floribundus Schlir. n. sp.
Erectus vel suberectus, pluricaulis ; caulibus simplicibus teretibus,
strictis vel subflexuosis, bene foliatis, vaginis foliorum persistentibus
arcle amplectentibus, dense vestitis ; foliis patentibus vel erecto-paten-
tibus, distichus, lanceolatis, apice breviter ac inæqualiter bidentatis.
nervo intermedio in apiculum minutissimum producto, textura sub-
membranaceis, 2,5-3,5 cm. longis, infra medium usque ad 1 cm. latis;
spicis vulgo terminalibus, interdum lateralibusque simplicis vel basi
parum ramosis, pluri- vel multifloris, subdense cylindricis, usque ad 7 em.
longis ; bracteis lanceolatis vel lanceolato-ellipticis acutis, erecto-paten-
tibus, flori vulgo brevioribus ; floribus illis P. congesti Schltr. fere æqui-
magnis similibusque; sepalo intermedio oblongo obtusiusculo, concavulo,
uninervio, c. 0,2 em. longo, sepalis lateralibus intermedio æquilongis
obtusiusculis uninerviis, margine anteriore valde ampliatis, basi perlata
columnæ pedi adnatis, margine anteriore tertia parte inferiore cum
vw
(59) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 59
column pedi in mentum obtusum connatis, supra basin 0,2 cm. latis ;
petalis linearibus obtusis uninerviis, sepalo intermedio paulo breviori-
bus; labello bası lata columnæ pedi adnato, oblongo obtuso concavo,
basi medio longitudinaliter nervo mediano incrassato ornato, dimidio
anteriore callo depresso tricuspidato donato, 0,3 cm. longitudine sub-
attingente ; columna brevi, pede longius producto ; rostello subquadrato,
apice præmorso-truncato, angulis exterioribus excisiis, receptaculum
glandularum formantibus; anthera ovato-subquadrata, apice truncata ;
polliniis glandulis 2 separatis affixis ; glandulis oblongis parvulis ; ovario
clavato-cylindrico, glaberrimo.
In insula Borneo : Loco speciali haud indicato — Korthals.
Diese äusserst interessante Novität steht fast in der Mitte zwischen
P. distichus Schltr. und P. congestus Schltr. Mit ersterem hat sie den
Habitus gemeinsam, ist allerdings stärker gewachsen und besitzt cylin-
drische, lockerblütige Aehren mit kleineren Brakteen. Von P. congestus
hat sie die Blüten entlehnt. Denn besonders das Labellum zeigt An-
näherungen zu P. congestus. Unterschieden ist P. floribundus von
P. congestus unschwer durch die längeren, lockeren Blütentrauben und
die Brakteen, die ja bei P. congestus merkwürdig gefranzt sind.
4%. Podochilus congestus Schltr.
Glaberrimus, erectus, pluricaulis ; caulibus teretibus, erectis vel erecto-
patentibus vel adscendentibus, bene foliatis, vaginis foliorum persisten-
tibus obtectis, simplicibus, 10-18 cm. longis; foliis patentibus, oblongo-
ovatis, breviter ac inæqualiter bilobulatis, nervo intermedio in apiculum
minutum producto, lextura herbaceis, ad vaginam articulatis, 1,5-3 cm.
longis, medio fere 1 cm. latis : racemis capitiformi-condensatis, termina-
libus, oblongis vel subglobosis, 0,7-1 cm. longis, 0,7-0,8 cm. diametien-
tibus; bracteis erecto-patentibus suborbiculatis, concavis, margine minute
ac irregulariter lacerato-ciliolatis, textura membranaceis; floribus palli-
dis subglobosis ; sepalo intermedio erecto concavo, ovato obtuso, uni-
nervio, 0,4 cm. longo, infra medium 0,3 cm. lato, lateralibus intermedio
æquilongis similibusque, tamen paulo obliquis ; petalis erectis oblongo-
ligulatis. obtusis, uninerviis, sepalis paulo brevioribus ; labello oblongo
obtuso, concavo, apice obscure trilobulato, basi columnæ pedi adnato,
intus medio e basi lamella vel potius nervo intermedio incrassato ornato,
dimidio anteriore squama bilobulata limbo adnata donato, 0,5 cm. longo ;
columna brevi, biauriculata, pede brevi pro genere; rostello erecto ovato,
triangulari, apice breviter exciso ; anthera ovato-cordata, obtusa; polliniis
60 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (60)
6, compressis, angustis; caudiculis cupuliformi-excavatis, glandula minu-
tissima ovario glabro.
Appendicula congesta Ridl., in Trans. Linn. Soc. ser. 2 Bot. IV (1894),
p- 239.
In insula Borneo: in monte Kinabalu, prope Penokok, alt. c. 406
ped. — Haviland.
Diese Art muss unter den bis jetzt bekannt gewordenen Arten dem
P. floribundus Schltr. und P. distichus Schlir. zur Seite gestellt werden.
Sie ist vor allen durch die für Orchidaceen sehr bemerkenswerten am
Rande zerschlitzien Brakteen zu erkennen, sowie an der eiförmigen
oder oblongen sehr dichten Blütenähre. Das Labellum ist dem des
P. floribundus nicht unähnlich, doch ist sie durch die Columna auch hier
scharf geschieden, da dieselbe kurze aufrechte Arme und ein im Umriss
dreieckiges Rostellum besitzt. Durch P. floribundus wird P. congestus
gewissermassen mit P. distichus verbunden.
15. Podochilus tortus Schlir.
Glaberrimus pluricaulis, 14-25 cm. altus; caulibus simplicibus, vel
rarius pauciramosis, dense foliatis, vaginis foliorum persistentibus
omnino obtectis, spica terminalis; foliis ad vaginam articulatis, distichis,
oblongis, oblique et inæqualiter bilobulatıs, 0,3-1,2 cm. longis, medio
fere c. 3 cm. latis, lextura coriaceis ; spica terminali, disticha,. pluriflora,
sæpius nutante, circuitu oblonga, usque ad 1,5 cm. longa ; bracteis dis-
tichis subequitantibus ovatis, falcato-induplicalis flores occultantibus,
0,8-1 cm. longis, textura quam folia tenuioribus; floribus illis P. calcarati
Schltr. similibus; sepalo intermedio ovato-lanceolato, acuminato, uni-
nervio, concavulo, c. 0,3 cm. longo, infra medium c. 0,1 cm. lato, latera-
libus intermedio æquilongis, quam maxime obliquis, acuminatis, mar-
gine anteriore in lobum oblongo-subelongatum obtusum productis, uni-
nerviis, basi lalissima columnæ pedi adnatis, margine anteriore tertia
parte inferiore in calcar oblonge-cylindricum labelli basin occludentem
connatis, supra basin 0,4 em. latis petalis ligulatis obtusis, uninerviis,
erectis, basin versus paulo angustatis, sepalo intermedio paulo breviori-
bus; labello e basi oblongo-ligulata concava, margine plus minusve
undulata, apicem versus in lobos 2 divergentes rotundatos dilatato, 5-
nervio, 0,5 cm. longo ; columna brevi, apicem versus subulata, pede
valde producto; rostello erecto oblongo-ovato, breviter exciso.
Appendicula torta BL, Bijdr. (1825), p. 303 ; Ldl., Orch. (1833), p. 230;
Miq., Fl. Ind. Bat. III (1859), p. 704; Rchb. f. Xen. II (1867), p. 117,
(61) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 61
t. 138; Hook. f., Fl. Br. Ind. VI (1890), p. 84; Ridley, in Journ. Linn.
Soc. Bot. XXXI (1896), p. 391.
A. rhodiodola Rchb. p., 1. c. I (1867), p. 118. t. 138.
A. Peyeriana Krzl., in Gardn. Chron (4891) v. X, p. 669.
In peninsula malayensi: in provincia Selangor : in rupibus calca-
reis, Kwala Lumper — Ridley. In provincia Perak : Maxwell Hill —
Scortechini; Ridley.
In insula Java: loco speciali haud indicato — Commerson ; Forbes,
n° 79 (1879) ; Forbes (1846). In montanis Seribu et Pantjar — Blume.
InInsula Borneo: in rupibuscalcareis provinciæ Sarawak — Havi-
land.
Diese interessante durch ihre grossen weisser, nach Reichenbach
rosenrolen, Brakteen gut gekennzeichnete Art, scheint im malayischen
Gebiete keineswegs zu den Seltenheiten zu zählen.
Sie würde wohl am besten in die Verwandtschaft des P. callosus Schltr.
und P. Hasseltü Schltr. untergebracht, obgleich sie in der Form des
Labellums von beiden bedeutend abweicht.
Reichenbachs Appendicula rhodiola gehört sicher hieher, was umso
weniger zu erwarten war,als er zur Zeit der Beschreibung der A. rho-
diola auch eine solche der A. toria veröffentlichte. Ebenso kann ich
A. Peyeriana Krzl. in keiner Weise von der vorliegenden trennen,
obgleich ich kein Original gesehen. Die ausführliche Beschreibung der
weissen Brakteen machte mich sofort stutzig als ich die Beschrei-
bung las.
Ridley giebt die Blütenfärbung als gelb mit karminroter Anthere an.
46. Podochilus Hasseltii Schltr.
Validiusculus, glaberrimus, pluricaulis, pendulus, ultra tripedalis ;
caulibus subconpressis, dense foliatis, vaginis foliorum persistentibus
arcte et dense vestitis, vulgo simplicibus, racemo terminatis ; foliis dis-
lichis patentibus, oblongis obtusis apice inæqualiter et oblique bilobu-
latis basin versus sublatioribus, subito in petiolum brevissimum ad
vaginam articulatam contractis, 1,2-2,2 cm. longis, 0,5-0,8 cm. latis,
textura subcoriaceis ; racemis terminalibus capitiformi-abbreviatis, pauci-
floris vel plurifloris ; bracteis ovatis apiculatis ovario paulo longioribus ;
floribus subglobosis ; sepalo intermedio ovato, subacuminato, triner-
vio, 0,3 cm. longo, lateralibus intermedio æquilongis, subaculis, mar-
gine anteriore in lobum rotundatum ampliatis, basi lata columnæ pedı
adnatis, supra basin 0,2-0,5 cm. latis ; petalis lineari-ligulatis, erectis,
62 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (62)
obtusis, uninerviis, subobliquis, sepalo intermedio paulo brevioribus ;
labello circuitu oblongo, basi marginibus columnæ pedis adnato, e basi
oblonga callo medio longitudinaliter in lamellum decurrente ornata,
tertia parte anteriore utrinque lobo rotundato, brevi, incurvo, donato,
partitione antica breviter oblonga concava, posticæ duplo breviore,
obtusa, marginibus undulata, toto vix 0,4 cm. longo; columna brevi,
pede gracili ; rostello breviter exciso ; ovario cylindrico, glabro.
Appendicula Hasselt Bl. Bijdr. (1825), p. 30%; Ldl., Orch. (1833), p.
230 ; Miq. Flor. Ind. Bat. II (1859). p. 704.
A. elongata Ridl., in Trans. Linn. Soc., Ser. 2 (Bot) III (1895), p. 375.
In peninsula malayensi : in Provincia Pahang : epiphyticus in
arboribus supra rivum Tahan — Ridley n° 2371.
In insula Java: in silvis altioribus montium Salak, Pangurang, etc.
— Blume.
Diese Art ist unstreitig mit P. callosus Schltr. verwandt, aber leicht
von dieser zu erkennen. Erstens sind die Stämme bedeutend länger,
sodann fehlen die stipelähnlichen Zähne der Blattscheiden, ausserdem
aber sind die Blüten auch ganz verschieden.
Es ist höchst interessant, dass diese Pflanze, nachdem sie seit Blume
nie wieder augefunden war, nun plötzlich auf der malayischen Halb-
insel wieder angetroffen wurde. Offenbar scheint sie auch dort nur
äusserst lokal aufzutreten.
47. Podochilus callosus Schltr.
Erectus, glaberrimus multicaulis, 10-20 cm. altus ; caulibus erectis
vel erecto-patentibus, dense foliatis, teretiusculis, dense arcteque vaginis
foliorum persistentibus biscuspidatis obtectis, racemo terminatis ; foliis
patentibus oblongo-ligulatis obtusis, apice bilobulatis, nervo intermedio
in apiculum minutissimum producto, basi subito in petiolum brevem ad
vaginam articulatum contractis, petiolo incluso 0,4-1 cm. longis, basi
0,2-0,3 cm. latis, textura subcoriaceis ; racemis terminalibus plurifloris,
valde abbreviatis, subcapitiformibus ; bracteis ovatis ovario sessili bre-
vioribus ; floribus pallidis in genere mediocribus; sepalo intermedio
oblongo obtuso, concavo, acutiusculo, uninervio, c. 0,4 cm. longo, medio
fere 1,5 mm. lato, lateralibus sepalo intermedio fere æquilongis, valde
obliquis, uninerviis, margine anteriore dimidio inferiore in lobum oblon-
gum obtusissimum ampliatis, basi perlata columnæ pedi adnatis, supra
basin 0,4 cm. latis, margine anteriore basi in saccum obtusum basin
labelli obtegentem connatis ; petalis lineari-oblongis obtusis. uninervis,
(63) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 63
sepalis paulo brevioribus, labello e basi oblongo-ligulata dimidio supe-
riore trilobata, lobis lateralibus incrassatis subdivergentibus, intermedio
duplicato concavo, ovato, torto, 0,5 cm. longo ; columna brevi, incrassato-
auriculata, rostello triangulari, erecto ; anthera ovata, breviter cordata ;
pollintis 6 ; capsula sessili, subeylindrica, 0,5-0,7 cm. longa, 0,3 cm.
diametiente, glabra.
Appendicula callosa Bl., Bijdr. p. 303 (1825); Ldl., Orch. p. 230 (1833);
Miq., Fl. Ind. Bat. III, p. 704 (4859) ; Griff., in Calc. Journ. Nat. Hist. V.
(1845), p. 362, 1. 62; Rchb. f. Ot. Bot. Hamb. (1878), p. 45; Hk. f. Flor.
Brit. Ind. VI (1890), p. 83 ; Ridl. in Journ. Linn. Soc. Bot. XXXII (1896),
D. 388.
A. stipulata Griff., Notul. IN, p. 358 (1851); Icon. Pl. Asiat, i. 335, f.
2 (1851).
In peninsula malayensi: in provincia Johore : Gunong Panti, alt.
1000 ped. — Ridley ; Kwala Kahem — Kelsall. In provincia Tenasserim
— Griffith; Parish. In provincia Penang : Government Hill — Curtis ;
Walker. In provincia Malacca : Gunong Mering, in montibus Ophir —
Ridley. In provincia Perak : Maxwell Hill — Ridley ; Scortechini.
In insula Sumatra: prope Ajer matjor, in provincia Padang, alt. c.
1000 ped., Aug. 1878 — Beccari n° 563.
In insula Java: loco speciali haud indicato — Lobb ; in montibus
provinciarum Bantam et Buitenzorg — Blume.
In insula Gelebes: Epiphytica prope Mahanu, Jul. 1895 — Sarasin
n° 778; prope Tomahon, Nov. 1895 — Sarasin n° 809.
In insula Borneo: in provincia « British Nord Borneo » — Creagh ;
in provincia Sarawack — Haviland n° 2334 ; n° 3145 (1892) ; Prope
Bangarmassin — J. Motley n° 816.
Unter allen Podochilus-Arten ist wohl keine, welche sich so leicht
erkennen lässt, wie die vorliegende. Schon der ganze Habitus ist sehr
auffallend (einzelne Zweige möchte man mit Dichæa vergleichen). Dann
sind die merkwürdig stipelähnlichen Zähne der Blattscheide, welche
sehr bald vertrocknen und dann schwarz werden, daher also noch mehr
ins Auge fallen, ein äusserst charakteristisches Merkmal. Endlich tritt
neben der merkwürdigen Inflorescenz, die man mit der von Agrosto-
phyllum vergleichen könnle, noch in dem in der Gattung einzig da-
stehenden Labellum, ein vorzüglicher Charakter hinzu.
Es ist also nicht zu verwundern, dass Blume, wie Exemplare im
Leydener Rijksherbarium beweisen, anfangs die Absicht hatte die
Pflanze zum Typus einer eigenen Gattung zu erheben.
64 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (64)
Ridley der so viel zur Kenntnis der Podochilinen beigetragen hat,
giebt an dem angeführten Orte eine vorzügliche Beschreibung der
Pfianze, so dass ich es für nichtig halte hier viele Angaben über die-
selbe zu machen.
Es sei nur noch bemerkt, dass P. callosus dem P. Haseltü Schltr. bei
oberflächlicher Betrachtung am meisten ähnelt. Letzterer unterscheidet
sich jedoch wesentlich durch die bedeutend längeren Stämmen, das
Fehlen der stipelähnlichen Fortsätze der Blattscheiden und die Blüten.
SPECIES MIHI NON VISÆ VEL IMPERFECTE NOTÆ
1. Appendicula graminifolia Teijsm. et Binn. in Tijdschr. Ned. Ind.
v. XXIV (1862), p. 322.
2. Appendicula Kuhlii Rchb. f. en. Orch. v. II (1865) p. 116, t. 138.
Die Reichenbach’sche Abbildung ist derartig ungenau, dass man sie für eine
schlechte Reproduktion von 3-4 bekannten Arten halten könnte. Da ein Ori-
ginal dieser Art sonst nicht vorhanden ist, wird sie wohl stets zweifelhaft
bleiben müssen.
3. Appendicula membranacea Teijsm. et Binn. in Krnidk. Arch. v. II
(1855), p. 399.
Nach der kurzen Beschreibung lässt sich diese Art nicht indentifizieren.
%. Podochilus muricatus Schlir.
Appendicula muricata Teijsm. et Binn. in Tijdschr. Ned. Ind. v. XXIV (1862),
P- 322.
A. echinocarpa Hk. f. in Flor. Brit. Ind. VI (1890), p. 85; Ie. Pl. v. XXIL,
t. 2152 (1893).
Ist von Ridley, welcher auch die Identität der beiden Arten feststellte, am
angeführten Orte genauer beschrieben worden. Ich habe selbst nur Frucht-
exemplare gesehen, nach welchen ich die Pflanze in die Verwandschaft des Podo-
chilus cornutus (Bl.) Schltr. unterbringen würde.
5. Appendicula uncata Ridl. in Journ. Linn. Soc. B. v. XXXII (1896),
p. 390.
Soll mit Podochilus pendulus (Bl.) Schltr. nahe verwandt sein.
6. Appendicula viridifiora Teijsm. et Binn., in Tijdschr. Ned. Ind.
v. XXIV (1862), p. 321. i
SPECIES EXCLUDENDÆ
Appendicula bracteosa Rchb. f., in Seem. Fl. Vit. (1868) p. 299
est Lobogyne bracteosa Schltr.
Appendicula Hasseltii Wight., Ic. t. 1748 (1852)
est Agrostophyllum Khasıanum Griff.
Appendicula longifolius Bl., Bijdr. (1825) p. 304
est Agrostophyllum longifolium Rchb. f.
0) da ps
(65) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 65
Appendicula pendula Krzl. in Engl. Jahrb. v. XXV (1898), p. 601
est Lobobyne bracteosa Schltr.
Appendicula teres Griff., Natal v. III (1851), p. 359
est Ceratostylis teres Rchb. f.
Appendicula tomentella Zoll., in Nat. en Geneesk Arch. Ned. Ind. I (184%), p. 403.
est Eria javensis Zoll. et Mor.
II. Lobogyne Schltr. nov. gen.
Sepalum intermedium erectum, oblongum, obtusum, concavum, textura
membranaceum. Sepala lateralia intermedio similia paulo obliqua. Petala
oblique oblonga, obtusa. Labellum oblongum obtusum, petalis simile,
concavulum. Columna apoda brevis, antice infra stigma trilobulato, lobulo
intermedio linguiformi lateralibus duplo fere longiore, latere utrinque
lobulo erecto obluso donata, dorso apiculata. Rostellum triangulare,
apice breviter excisum, glandulum polliniorum gerens. Anthera ovato-
cordata humilis. Stigma pulvinatum horizontale, more generis Podo-
chilus BI.
Herba epiphytica, pluricaulis ; radicibus villosis ; caulibus simplicibus
gracilioribus teretibus glabris, densius foliatis, vaginis foliorum persis-
tentibus omnino obtectis; foliis erecto-patentibus distichis, lanceolatis
vel lanceolato-oblongis, breviter bilobulatis, nervo intermedio more
generis Podochilus in apiculum brevissimum producto, textura mem-
branaceis; racemo elongato terminali, gracili, laxius plurifloro, vulgo
pedunculato ; bracteis mox reflexis, oblongis, concavulis ; floribus subses-
silibus, parvulis, textura membranaceis, colore pallidis.
Bisher ist uns nur die eine Art von den Fidji- und Samoa-Inseln
bekannt geworden. Es ist jedoch zu erwarten, dass sich ihre geogra-
phische Verbreitung noch weiter auch über andere Inselgruppen
erstreckt, wenn nicht sogar noch neue Arten von denselben bekannt
werden sollten.
Auf die Gründe, welche mich veranlassten, hier eine neue Gattung,
trotz habitueller Aehnlichkeit mit Podochilus Bl. zu gründen, werde ich
weiter unter näher eingehen.
1. Lobogyne bracteosa Schltr.
Erecta, glabra, 30-45 cm. alta, pluricaulis ; caulibus simplicibus, dense
foliatis, vaginis foliorum persistentibus arcte vestitis, racemo termi-
natis ; foliis distichis oblongis, apice breviler ac inæqualiter bilobulatis,
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n9 21, 15 novembre 1900. D
66 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (66)
nervo intermedio in apiculum setiformem, apicem folii excedentem, pro-
ducto, textura tenuissimis more Podochili xytriophori (Rchb. f.) Schltr., cui
valde similis, 2-4 cm. longis, medio fere 0,5-1 cm. latis; racemo terminali
simplici, elongato, pluri- vel multifloro, mox pendulo usque ad 9 cm.
longo; bracteis tenuibus oblongis acutis, primum ereclo-patentibus,
mox deflexis, 0,3-0,5 cm. longis; floribus mediocribus, pedicellatis ;
sepalo intermedio ovato-lanceolato obtuso, trinervio, concavo, erecto,
vix 0,4 cm. longo, lateralibus sepalo intermedio fere æquilongis, basi
obliquis, paulo tantum ampliatis, trinervus, obtusis, supra basin vix
0,2 cm. latitudine excedentibus ; petalis erectis, oblongis obtusis, paulo
obliquis, sepalis paulo brevioribus, medio fere 0,2 cm. latis, 5-nerviis ;
labello sessili. oblongo, nudo, apice obtuso, marginibus incurvis, 0,4 em.
longo ; columna perbrevi apoda, singulari, sub stigmate dentibus vel
ligulis 3 porrecto-adscentibus ornato, latere cornuto ; rostello erecto,
triangulari; anthera brevi, ovato-reniformi ; capsula clavato-cylindrica,
glabra, pedicello incluso e. 1,5 cm. longa, medio fere 0,2 cm. diametiente.
Appendicula bracteosa Rchb. f., in Seeman, Fl. V. A. (1868) p. 299,
Drake del Castillo, Ill. Fl. Polyn. (1886) p. 3i1.
Appendicula pendula Krzl. in Engl. Jahrb. v. XXV (1898), p. 601.
nec. Bl.
In insulis vitiensibus : Namosi, Viti-Levu, in arboribus, —
n° 592. In arboribus prope lacustrem Draunu, Somo-Somo, Nov. 1881,
Seemann — C. Weber.
In insulis samoanis : loco speciali haud indicato — Th. Powell
n° 250; ne 270 (Nov. 1875); J. Horne (1877-1878); Gra&ffe (Mart.
1880).
In insula Upolu : Letogokamm, Mai 1894, Reinecke n° 307 a.
Ich sehe mich gezwungen hier trotz der habituellen Aehnlichkeit mit
dem Typus der Gruppe von Podochilus pendulus Schltr. eine neue
Gattung aufzustellen. Das vollständige Fehlen eines verlängerten
Fusses der Columna in einer Gattung wie Podochilus, bei der gerade
dieser Charakter bis zum Extrem ausgebildet ist, die merkwür-
digen drei Lappen vor dem Stigma, welche wohl nie bisher bei
Orchidaceen beobachlet worden sind, und das für diese Gruppe
auffallend niedrige Rostellum scheinen mir nicht nur die Aufstellung
einer neuen Gattung zu rechtfertigen, sondern sogar notwendig zu
machen.
Die Bedeutung der am Rande des Stigmas stehenden Lappen ist mir
bis jetzt unklar geblieben.
(67) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 67
IT. Thelasis Bl.
Bijdr. (1825) p. 385, t. 75 ; Ldl. Orch. (1833) p. 253.
Miq., Flor. Ind. Bat. III (1859), p. 700; Bth. et Hk. f., Gen. PI. III (1883),
p. 589.
Hk. f., Flor. Bit. Ind. VI (1890), p. 74.
Euproboscis Griff., Cale. Journ. Nat. Hist. v. V (1845), p. 371, t. 26.
Sepala æqualia vel subæqualia ovata vel oblonga, ovato-lanceolata vel
lanceolata, textura tenuiora vel extus carinata, vulgo acuta. Petala lineari-
oblonga vel oblonga, obtusa, uninervia, textura tenuiora, sepalis paululo
breviora. Labellum sessile, ovatum vel ovato-lanceolatum, vel oblongum,
acutum vel obtusum, plus minusve concavum, basin versus vulgo paulo
dilatatum ac incrassatum, intus nudum vel crista papillarum medio
longitudinaliter ornatum, sepalis vulgo æquilongum, textura nunc tenuius
nunc subcarnosulum. Columna brevis, apoda, semiteres, ebrachiata. Ros-
tellum amplum, erectum, triangulare, acutum vel acuminatum, vel alte
bifidum, læve. Anthera ovata vel ovato-lanceolata, basi cordata, bilocu-
laris, acuta vel acuminata. Pollinia « A, parva, glabra » ex Ridl. vel «6
parvula, glabra, stipiti communi biseriatim affixa » ex Blume.
Herbæ epiphyticæ vel subepiphyticæ, plus minusve cæspitosæ ; radi-
cibus nunc crassiuseulis nunc gracilibus, glabris ; pseudobulbis homo-
blastis, ovoideis vel ovoideo-depressis, 1-2 foliatis, glabris ; foliis coria-
ceis vel subcoriaceis ligulatis vel oblongo-ligulatis, oblongisve, apice
inæqualiter bilobulatis, textura subcoriaceis vel chartaceis ; inflorescentia
basilari plus minusve dense multi- vel pluriflora, nunc foliis breviore
nunc æquilonga, nunc paulo longiore ; pedunculo pauci-vaginato, tereti,
plus minusve gracili, glabro ; bracteis ovatis vel ovato-lanceolatis paten-
tibus patulisve, vulgo mox deflexis, acuminatis ; floribus sessilibus vel
subsessilibus, parvulis, viridibus vel pallide flavidis.
Die Arten der Gattung Thelasıs sind, da sie nur wenig Charaktere
aufweisen, denen wirklich spezifische Bedeutung zugemessen werden
darf, äusserst schwierig zu unterscheiden. Daher kommt es auch, dass
viele Arten immer wieder als neu beschrieben wurden, besonders wenn
sie über ein grösseres Areal verbreitet waren oder in verschiedenen
Florengebieten auftraten. Bei meiner Umgrenzung der Arten habe ich
sechs Arten als spezifisch wirklich verschieden angenommen, von denen
allerdings eine, Th. macrobulbon RBidl., mir nur aus der Ridleyschen
68 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (68)
Beschreibung, eine andere, Th. obtusa Bl., nur aus Blumes Handzeich-
nungen und einem unzureichenden Exemplare im Rijksherbarium zu
Leiden, bekannt sind. Die Blüten scheinen fast gar keine Charaktere
darzubieten, so kommt es denn, dass man die Dichtigkeit der Blüten-
ähre und ähnliche Merkmale mit in die Charakteristik der Arten auf-
nehmen muss.
Von den sechs Arten der Gattung besitzt Th.elongata Bl. unstreiïtig die
weiteste geographische Verbreitung. In Malabar beginnend geht ihr
(Gebiet durch Hinterindien über die malayischen Inseln nach Osten bis
Neu-Guinea, nach Norden über die Philippinen sogar bis nach China
(Hongkong). Keine der anderen fünf Arten scheint ausserhalb dieses
Gebietes vorzukommen! Einige müssen sehr lokal auftreten und nur
in wenigen Exemplaren, so die beiden oben erwähnten Th. obtusa Bl.
und Th. macrobulbon Ridl.
Die Struktur der Blüte ist genau dieselbe wie bei Oxyanthera Brogn.
bei deren Beschreibung ich auf meine Vermutungen über die Struktur
des Rostellums aufmerksam machen werde. Der einzige Unterschied
zwischen den beiden Gattungen ist rein vegetativer Natur. Bei den
Orchidaceen können wir zufrieden sein, wenn wir auf derartige durch-
greifende vegetative Merkmale stossen, so geringfügig sie sonst erschei-
nen mögen.
Die verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen Podochilus Bl. und
Thelasis sind ziemlich enge. Habituell herrscht zwar zwischen den
beiden Gattungen eine Verschiedenheit, wie sie innerhalb der Familie
grösser kaum möglich ist, doch ist die Struktur der Columna genau die-
selbe. Das Labellum ist zwar stets sitzend, doch wird durch die Gattung
Lobogyne, welche den Habitus von Podochilus hat, aber ein Labellum
wie es nur bei Thelasis verkommt, eine gute Verbindung darstellt.
CLAVIS SPECIERUM
A. Spica valde densa.
I. Scapus folia semper excedens, spica abbre-
NEE EN ENGEL RER N RO UE ER A, M 1. T. capitata Bl.
IT. Scapus foliis vulgo æquilongus, spica elongata.. 2. T. elongata BI.
B. Spica laxiuscula.
I. Pseudobulbi unifoliati.
a. Babellumıntusinudumte ne: 3. T. pigmea Ldl.
b. Labellum intus medio longitudinaliter crista
papillazumlornatum een ReR h. T. obtusa Bl.
(69) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 69
II. Pseudobulbi bifoliati.
a. Labellum lanceolatum, subacutum ; rostellum
alterbindun aaa a der. 5. T. marcobulbon Bidl.
b. Labellum ovato-oblongum obtusum ; rostellum
| triangularen. ne ARR Net 6. T. bifolia Hk. f.
1. Thelasis capitata Bl.
Decumbens, glaberrima, T. elongatæ Bl. similis, tamen robustior; pseu-
dobulbis depressis, ovoideo-globosis, unifoliatis ; 1-1,5 cm. altis, infra
medium 1-1,3 cm. diametientibus; foliis ligulatis, apice breviler ac obtuse
bilobulatis, textura coriaceis, basin versus angustatis, subpetiolatis, 6-9 cm.
longis, medio fere 0,9-1,2 cm. latis; scapo basilari erecto, folia exce-
dente, tereti, vaginis nonnullis dissitis, cucullatis, parvulis, ornato; spica
ovata vel cylindrica dense pluri- vel multiflora, usque ad 2,5 cm. longa ;
bracteis late ovalis, breviter acuminalis, patulis, ovario æquilongis vel
paulo longioribus ; floribus illis Th. elongatæ Bl. vix majoribus, crassiori-
bus, viridescentibus ; sepalis lanceolato-oblongis subacutis, uninerviis,
dorso acute carinatis, crassiusculis, 0,3 em. longis, lateralibus basi paulo
obliquis; petalis suberectis, sepalis vix brevioribus, oblongis obtusis uni-
nerviis, textura tenuioribus, medio fere c. 1,5 mm. latis ; labello concavo,
basi medioque crassiusculo, trinervio, (explanato) late ovato breviter ac
obtuse subacuminato, basi angustato, 0,3 cm. longo; columna brevi, auri-
culis parvulis donata, rostello lanceolato-triangulari, acuto; anthera e basi
ovata, subito paulo constricta, lanceolato-ligulata, obtusiuscula.
Thelasis capitata BI. Bijdr. (1825), p. 386; Orch. Arch. Ind. (1858),
p. 20, t. 7, f. 1; Ldl., Orch. (1833), p. 253; Miq., Fl. Ind. Bat. (1859), p.
700 ; Hook. f., Fl. Br. Ind VI (1890), p. 86.
Thelasis ochreata Ldl., in Journ. Linn. Soc. Bot, III (1859), p. 63:
Miq., Flor. Ind. Bat III (1859). p. 701.
In peninsula malayensi: in provincia Perak — Scortechini,
In insula Sumatra: loco speciali haud indicato — Korthals.
In insula Java : in truncis arborum montium Salak, Pantjar, etc. —
Blume. In arboribus prope Sundang Tobor, Oct. 1844 — Zollinger, n° 2429.
In insula Borneo: loco speciali haud indicato — Lobb.
Thelasis ochreata Ldl. scheint mir nur ein starkes Exemplar mit aus-
gewachsener Inflorescenz von T. capitata Bl. zu sein.
Bei den geringen Unterschieden zwischen den einzelnen Arten dieser
Gattung ist es sehr schwierig die Arten scharf zu unterscheiden,
besonders wenn, wie es häufig der Fall ist, nur spärliches Material vorliegt.
Von T, elongata Bl. ist T. capitata durch gedrungeren Habitus und
70 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (70)
bedeutend dickere Konsistenz der grünen Blüten, welche in einer sehr
dichten, meist stark verkürzten Inflorescenz angeordnet sind, zu trennen.
2. Thelasis elongata Bl.
Glaberrima decumbens ; pseudobulbis ovoideis vel depressis, usque
ad À cm. longis, dimidio inferiore 0,6-0,7 cm. diametientibus, vaginis
mox emarcidis vestilis, unifoliatis ; folio ligulato obtuso, subinconspicue
bilobulato, nervo intermedio in apiculum minutissimum produclo, 2,5-
7,5 cm. longo dimidio superiore 0,5-0,8 cm. lato, dimidio inferiore
sensim attenuato subpetiolato, textura coriaceo ; scapis basilaribus,
erectis, foliis æquilongis vel brevioribus, apice vulgo nutantibus, vaginis
4-2 minutis, cucullatis, dissitis, ornatis ; spica dense multiflora, elongata,
1-4 cm. longa ; bracteis late ovatis, patentibus patulisve, ovario vulgo
brevioribus; floribus illis Th. capitatæ Bl. simillimis, equimagnis, aureis;
sepalis subæqualibus ac æquilongis, oblongis subacutis, uninerviis, dorso
acute carinatis, lateralibus subobliquis, 0,3 cm. longis, medio fere 1,5
mm. latis ; petalis, textura sepalis tenuioribus ac paulo brevioribus, spa-
thulatis, vix 1,5 cm. latis, subacutis, uninerviis; erectis; labello conca-
vulo sessili, ovato-lanceolato obtusiusculo, trinervio, basi medioque in-
crassato, 0,3 cm. longo ; columna brevi; rostello lanceolato acuto, breviter
exciso; anthera lanceolato-cordata, acuminata ; capsula glabra.
Thelasis elongata Bl., Orch. Arch. Ind. (1858), p. 23, t. 7, f.2; Miq.,
Flor. Ind. Bat. v. III (1859), p. 701 ; Hook. f., Fl. Br. Ind. VI (1890), p. 86;
Ridl., in Journ. Linn. Soc. Bot. XXXI (1896), p. 393.
Thelasis triptera Rchb. f., in Bonplandia IT (1855), p. 249; Hemsl.,
in Chall. Exped. (1885), p. 248.
Thelasis Zollingeri Rehb. f., in Bonplandia V (1857), p. 37.
Thelasis honkongensis Rolfe, in Kew Bull. (1896), p. 199.
In peninsula malayensi. In provincia Pahang: Pakan — Ridley ;
in provincia Johore : Batu Pahat — Ridley.
In insula Singapore: in rhizophoretis prope Kranje — Ridley.
In insula Sumatra: loco speciali haud indicato — Masden ; Ajer
mantjor, Pandang, alt. c. 1200 ped. — Beccari, n° 562.
In insula Java: loco speciali haud indicato — Lobb., n° 172. Prope
Tjappus — Zollinger, n° 271.
In insula Borneo: prope Bangarmassing, anno 1857-58, — J. Motley
no 1021.
In insulis Admiralitatis: Loco speciali haud indicato — Chal-
lenger Expedition (fde Hemsley).
(71) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 71
In insulis philippinensibus: loco speciali haud indicato —
Cuming n° 2062.
In insula Hongkong: in monte Victoria Peak, Jul. 1880, — Ford.
no 18; Hance n° 1287.
Wie unter T. capitata Bl. angegeben, nahe mit jener verwandt, doch
durch längere Blütentrauben, helle Blüten von dünnerer Konsistenz
und schwächeren Wuchs zu erkennen.
Ridleys var. major (Journ. Linn. Soc. Bot. XXXI, p. 393) ist mir nicht
bekannt. Sollte sie etwa T. capitata Bl. sein ?
3. Thelasis pygmæa Ldl.
Glaberrima, decumbens; pseudobulbis depresso-globosis, 1-1,2 cm.
diametientibus, vaginis mox emarcidis vestitis, unifoliatis ; folio ligulato,
obtuso, apice brevissime ac inæqualiter bilobulato, basin versus angus-
tato, textura subcoriaceo, 8-23 cm. longo, medio fere 1-2,5 cm. lato;
scapo basilari, erecto, gracili, elongato, nunc folis fere æquilongo nunc
breviore ; spica gracili, plus minusve laxe multiflora, 3-6 cm. longa;
bracteis minutis, ovatis, acuminatis, ovario æquilongis vel paulo longio-
ribus, patentibus patulisve; floribus illis T. capitatæ Bl. fere æquimagnis ;
sepalis subæqualibus ac æquilongis, ovato-oblongis, obtusiusculus, uni-
nerviis, dorso carinatis, 0,3 cm. longis, medio fere 1,5 mm. latis, late-
ralibus basi subobliquis ; petalis lanceolato-oblongis obtusiusculis, uni-
nerviis, sepalis paulo brevioribus, textura tenuioribus, 0,1 cm. latis ;
labello oblongo-ovato subacuto trinervio, subplano, 0,3 cm. longo, medio
fere vix 0,2 cm. lato; columna brevi ; rostello lanceolato acuto; anthera
ovato-lanceolata, basi cordata, obtusiuscula ; capsula breviler pedicellata,
ovoideo-oblonga, glabra.
Thelasis pygmæa Ldl.. in Journ. Linn. Soc. Bot. III (1857), p. 63; Par.
et Rchb. f., in Trans. Linn. Soc. Bot. XXX (1874), p. 145; Walp., Ann.
VI (1861), p. 723 ; Hook. f. Fl. Br. Ind. VI (1890), p. 86.
Euproboscis pygmæa Griff., in Calc. Journ. Nat. Hist. V (1845), p. 371.
. 12 ; Wight. Ice. v. V (1852), 1732.
Thelasis triandra Bl., Orch. Arch. Ind. (1858) p. 23.
Thelasis carinata Rehb. f., in Bonplandia V (1857), p. 37.
In India orientali: in provincia Nepal (Cult. Hort. Calc. fde Griff.) ;
in provincia Malabar — Jerdan ; in provincia Tenasserim : Moulmein —
Parish.
Var. ß. khasiana Schlir.
Differt a forma typica spica densiore, habitu paulo robustiore.
—
72 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (72)
Thelasıs khasiana Hook. f., Fl. Br. Ind. VI (1890), p. 87; Ic. Pl. (1893),
t. 2154, King. et Pantl.
Thelasis longifola Hook. f., Fl. Br. Ind. VI (1890), p. 87; Ie. Pl. (1893),
t. 2155.
In India orientali: in montibus « Khasia-Hills » alt. 3000-4000
ped. — Hooker fil. et Thomson ; « Himalaya », Aug.-Sept. 1891 — R.
Pautling n° 235, n° 223: Prope Jawai, in terra Assoun, alt. 5000 ped..
Aug. 1892 — Dr Kings Collector.
Es ist mir unmöglich mit Hooker darin übereinzustimmen, dass
T. pygmæa Ldi.. T. khasiana Hook. f. und T. longifola Hook. f. als drei
verschiedene Arten zu betrachten seien. Dagegen schliesse ich mich
ganz seiner Ansicht an, dass T. triandra Bl. eine abnorme Form der
T. pygmæa sei.
Von T. bifolia unterscheidet sich T. pygmæa durch das Vorhandensein
nur eines schmäleren Laubblattes ; von T. obtusa Bl. und T. macro-
bullon Ridl. durch das nach Hooker einfach dreieckige nicht zweispal-
tige Rostellum. Dieser Charakter ist nun mit etwas Vorsicht zu gebrau-
chen, erstens scheint sich die Rostellum bei dieser Galtung erst im
späteren Stadium der Blüte zu teilen, zweitens wäre ein Rostellum wie
es Hooker für T. khasiana und T. longifolia abbildet wohl kaum möglich,
denn wie sollte da die Klebmasse der Pollinien eingefügt sein? Bei
Oxyanthera giebt Hooker ein tief zweiteiliges Rostellum an, doch finden
wir O. elata Hook. f. mit einem Rostellum abgebildet das sich in keiner
Weise von dem der 7. khasiana unterscheidet.
4. Thelasis obtusa Bi.
Decumbens, glaberrima, T. capitatæ Bl. habitu similis, tamen robustior;
pseudobulbis ovoideo-globosis, unifoliatis, 1,5-2,5 cm. longis, medio
fere 1,5-2 cm. diametientibus ; foliis ligulatis erectis, apice obtuse bilo-
bulatis, textura coriaceis, basin versus angustatis, subpetiolatis, 10-13 cm.
longis, infra apicem usque ad 2,3 cm. latis ; scapo basilari adscen-
dente, vaginis paucis arcte amplectentibus vestito, usque ad 20 cm.
longo ; spica elongata, multiflora, subdensa ; bracteis ovalis aculis vel
acuminatis, ovario fere æquilongis, vel paulo longioribus, erecto-paten-
tibus ; floribus illis Th. capitat Bl. paulo majoribus ; sepalo intermedio
oblongo obtuso, uninervio, dorso haud carinata, sepalis lateralibus inter-
medio æquilongis similibusque, basi tantum paulo obliquis; petalis
sepalis paulo brevioribus oblongo-ligulatis obtusis, uninerviis; labello
cochleariformi-concavo, oblongo obtuso, medio paulo angustato, dimidio
(73) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 73
anteriore nervo intermedio crista papillarum minutarum ornato, sepalis
æquilongo ; columna brevi, apoda ; rostello erecto lanceolato-triangulari,
bifido ; anthera circuitu lanceolata apice obtuse attenuata [pollinis 6
minutis stipiti comuni lineari biseriatim affixis (ex icon Blumeana)|.
Thelasis obtusa Bl. Bijdr. (1825) p. 386; Ldl. Orch. (1833) p. 253;
Miq., Fl. Ind. Bat. III (1859), p. 700.
In insula Java: in arboribus ad montem Pangoerang® — Blume.
Von dieser Art habe ich nur das blütenlose Originalexemplar Blumes
im Leydener Herbar gesehen, sowie Zeichnungen eben ‚daselbst. Die
ganze Pflanze scheint danach sehr nahe mit T. macrobulbon Ridl. ver-
wandt zu sein, besitzt aber nur einblättrige Pseudobulben, und ein
offenbar anders gestaltetes Labellum. Nach einer Zeichnung Blumes
hat letzteres einen deutlichen Kamm auf der Oberseite, der längs des
Mittelnervs verläuft. Die von Blume aufgezeichneten Pollinien scheinen
mir nicht genau beobachtet worden zu sein. Nach seiner Analyse sind
es sechs, welche an kurzen Stielchen dem langen Stipes zweizeilig
angewachsen sind.
5. Thelasis macrobulbon Ridl.
« Radices tenues copiosæ. Pseudobulbus e 2 nodis structus; nodus
inferior ‘/2 poll. longus, subglobosus, superior ‘/2 poll longus cylindricus
a vagina folii inferioris tectus. Folia 2, inferius 1 poll. longum, ‘/1 poll.
latum, lanceolatum, superius 4-6 poll. longum, 1 poll. latum, lanceo-
latum vel ellipticum obtusum peliolatum. Scapi 6-10 poll. longi, laterales,
erecti vel nutantes, in ‘/2 parte inferiore (vaginis paucis acuminatis
exceptis) nudi ; racemus laxus, multiflorus. Flores parvi, sessiles, virides.
Bracteæ '/s poll. longæ, lanceolatæ cuspidatæ. Sepala oblonga obtusa,
ecarinata. Petala sepalis minora. Labellum petalis brevius, magis car-
nosum, lanceolatum subacutum. Anthera lanceolato acuta; pollinia 4, parva,
glabra. Rostellum anthera longius, ovatum acuminatum profunde bifidum.»
Thelasis macrobulbon Ridley, in Journ. Linn. Soc. Bot. v. XXXIT (1896),
p- 395.
In peninsula malayensi: in provincia Perak : Epiphytica in arbo-
ribus prope Maxvell Hill — Ridley.
Da ich kein Exemplar dieser Art gesehen, habe ich Ridleys Beschrei-
bung hier wörtlich aufgenommen.
Ueber die verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen dieser Art und
T. obtusa Bl. habe ich mich bei der Beschreibung der letzteren näher
ausgelassen.
74 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (74)
Das Vorhandensein « zweier, gut ausgebildeter » Laubblätter ist wohl
einfach dadurch zu erklären. dass die Hülle des unteren Gliedes der
homoblasten Pseudobulben sich besonders stark entwickelt haben, wie
man das ja in verschiedenen Fällen beiOrchidaceen beobachten kann. Ob
dies aber ein wirklich konstantes Merkmal der Art ist, kann erst dann
entschieden werden, wenn mehr Material gefunden worden sein wird.
Die sehr ungleichen Grössenverhältnisse der beiden Blätter flössen mir
etwas Bedenken ein.
6. Thelasis kifolia Hook. f.
Glaberrima, decumbens ; pseudobulbis subglobosis, glabris, c. 1 cm.
diametientibus, vaginis mox emarcidis ornalis; foliis duobus lanceo-
latis vel elliptico-lanceolatis acutis vel subacuminatis, textura crassio-
ribus, 8-10 cm. longis, medio fere 2,8-3,2 cm. latis; scapo gracili,
elongato, €. 20 cm. allo, erecto, subfexuoso, vaginis paucis, dissitis
acuminatis ornato; spica gracili c. 6 cm. longa, subdensa; bracteis minutis
ovatis, patentibus patulisve, ovario fere æquilongis ; floribus parvulis,
erecto-patentibus ; sepalis subæqualibus æquilongisque, ovatis obtusis,
uninerviis, lateralibus paulo latioribus, c. 0,4 cm. longis; petalis sepalis
æquilongis, similibus, ovato-oblongis obtusis, uninerviis, textura tenui-
bus ; labello ovato-oblongo obtuso vel elliptico, 5-nervio, petalis æqui-
longo, ima basi angustato ; columna brevi; rostello erecto, lanceolato
acuminato, integro ; anthera lanceolata acuminata, rostello æquilonga ;
ovario cylindrico glabro.
Thelasis bifolia Hook. f., Fl. Brit. Ind VI (1890), p. 86; Ic. Pl. v. XXI
(1893), t. 2153.
In India orientali: in montibus « Khasya Hills » — Lobb.
Ich hege betreffs dieser Art, von der ich auch nur das Original-Exem-
.plar in Kew gesehen habe, noch einigen Zweifel.
Die Tafel in den Icones Plantarum halte ich deshalb für falsch, weil
der Schaft als terminal dargestellt ist, was ja in der Gattung vollständig
abnorm sein würde. Das Exemplar in Kew klärt die Sache insofern auf,
als der betreffende Blütenschaft überhaupt nicht mit der Pflanze zusam-
menhängt, sondern von Anfang an vollständig getrennt von dieser, aller-
dings zwischen den beiden Blättern an der Spitze der Pseudobulbe, auf-
geklebt worden ist, also wahrscheinlich ganz normal lateral gewesen
sein dürfte. Dies würde die Art in die Verwandtschaft der T. pygmæa
Ldl. verweisen, von der sie sich dann nur durch die zwei breiten Blätter
unterscheidet; vorausgesetzt natürlich, dass die Pseudobulbe mit den
beiden Blättern überhaupt zu dem Schafte gehört.
(75) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 75
SPECIES EXCLUDENDÆ
Thelasis elegans Bl., Mus. Bot. Lugd. Bat. v. II (1856), p. 187
est Phreatia elegans Ldl.
Thelasis (elongata ?) Krzl. in Engl. Bot. Jahrb. v. XVII (1894), p. 188
est Sarcochili spec.
Thelasis platychila Krzl. in Schum. et Lauterb., Flor. v. N.-Guin (1900) ined.,
p. 249.
est Phreatia spec.
Thelasis samoensis Krzl. in Engl. Bot. Jahrb. v. XXV (1898), p. 607
est Phreatia spec.
Thelasis spec. Krzl. in Engl. Bot. Jahrb. v. XXV (1898), p. 607
est Phreatia spec.
IV. Oxyanthera Brogn.
Oxyanthera Brogn., in Duperr. Voy. Bat. Coq. (1829), p. 199.
Thelasis $ Oxyanthera Hook. f., in Fl. Brit. Ind. v. VI (1890), p. 87.
Sepala subæqualia vel lanceolato-oblonga, vel oblonga, dorso vulgo
plus minusve carinata. Petala sepalis similia, vulgo paulo minora et angus-
tiora, acuta vel obtusa, uninervia. Labellum linguiforme concavulum,
supra basin dilatatum vel subauriculatum, dimidio vel tertia parte anteriore
subattenuatum, medio fere nunc incrassatum. Columna brevis apoda,
crassa. Rostellum erectum triangulare, bifidum. Anthera e basi cordate-
ovoidea acuminata, erecta, rostelli apicem attingens. Sigma pulvinatum
subhorizontale. Pollinia 6 parvula, glandulæ communi affixa.
Herbæ acaules, perennes, habitu Phreatias nonnullas in mentem
revocantes ; radicibus gracilibus, villosis; foliis distichis, ligulatis, erecto-
patentibus. textura chartaceis, breviter ac inæqualiter bilobulatis, basin
versus vulgo paulo angustitatis, ad vaginam brevem erecto-patentem
articulatis ; inflorescentiis gracilibus axillaribus, foliis nunc æquilongis
nunc brevioribus ; pedunculo. gracili tereti glabro, pauci-vaginato ;
racemo nunc elongato, multifloro, nunc abbreviato pauci- vel plurifloro,
ereclo vel decurvulo ; bracteis parvulis mox patulis, floribus brevioribus ;
floribus subsessilibus vel breviter pedicellatis minulis, textura exsicca-
tione membranaceis vel submembranaceis.
Die Unterschiede zwischen den beiden Gattungen Oxyanthera und
Thelasis Bl. beschränken sich einzig auf vegetative Charaktere. In der
Struktur der Blüten ist kein konstantes Merkmal, das für die eine oder
76 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (76)
die andere Gattung charakteristisch wäre, aufzufinden. Hooker fil. giebt
an, dass bei Thelasis das Rostellum lanzettlich oder eiförmig spitz sei,
bei Oxyanthera dagegen tief zweiteilig. Das ist aber nicht richtig, denn
es giebt verschiedene Thelasis-Arten, bei denen ein «rostellum profunde
bifidum » beobachtet worden ist. Es wird die Aufgabe der Forscher
sein, welche Gelegenheit haben, lebendes Material genau zu studieren,
festzustellen, wie weit meine Vermutungen richtig sind, dass sich
bei verschiedenen Arten das Rostellum nach Abtragung der Pollinien
durch Insekten tiefer teil. Ich habe bei Acriopsis densiflora Ldl.
(A. purpurea Ridl.) und bei A. javanica Reinw. an einigen Blüten ein
Rostellum bemerkt, das noch nicht geteilt, an andern ein tief zwei-
spaltiges Rostellum beobachtet. Das ungeteilte Rostellum liess sich mit
Leichtigkeit durch die Nadel spalten, so dass ich vermute, dass die Teile
nicht verwachsen sind, sondern einfach durch die Klebmasse zusammen-
gehalten werden. Wenn man diese Klebmasse betrachtet. so scheint
es einem auch unerklärlich, wie dieselbe an einem Rostellum, das
spitzwinklig tief ausgeschnitten ist, festgesessen haben könnte. Es sind
hier offenbar noch einige sehr interessante morphologische und biolo-
gische Fragen zu lösen.
Es ist übrigens sehr bemerkenswert, dass wir in der Gattung Phreatia
Ldl. in habitueller Beziehung nicht unbedeutende Analogien zu Oxy-
anthera und Thelasis finden.
Ueber die geographische Verbreitung der Gattung Oxyanthera ist
nicht viel zu sagen. Es ist fast dieselbe wie bei Thelasis, nur dringt
die Gattung nach Westen nicht über die malayische Halbinsel hinaus
vor. O. micrantha Brogn. scheint eine häufigere Art zu sein als 0. cari-
nata Schltr. Beide treten noch in Borneo auf.
CLAVIS SPECIERUM
A. Spicavelongata. ERA RME RNE Ku AE DS A ERNE 1. O. carinata Schlir.
Da Spicarabbreonta TEEN ENTRER EEE 2. O. mierantha Brogn.
1. Oxyanthera carinata Schltr.
Acaulis ; foliis distichis paucis, erecio-patentibus, ereclisve, pluriner-
viis apice inæqualiter ac obtuse bilobulatis, ad vaginam articulatis,
textura subcoriaceis, vagina inclusa 21-35 cm. longis. 2-2,8 cm. latis;
scapis in axillis foliorum erectis vel erecto-patentibus, apicem versus
sæpius decruvulis, filiformibus, nunc foliorum longitudine, nunc paulo
(77) RUDOLF SCHLECHTER. MONOGRAPHIE DER PODOCHILINÆ. 77
longioribus, vaginis paucis dissitis ornalis ; racemo subenso, multi-
floro, elongato, bracteis ovato-lanceolatis ovatisve, acuminatis, patentibus
vel patulis, ovario æquilongis vel paulo brevioribus ; floribus fide collec-
torum albidis; sepalis subæqualibus, lanceolatis acutis, uninerviis. 0,4
em. longis, lateralibus paulo obliquis; petalis sepalis similibus æqui-
longis, textura tenuioribus, lanceolatis acutis ; labello ligulato, e basi
subunguiculata dimidio inferiore auriculato-dilatato, concavo, 0,4 cm.
longo, uninervio, obiusiuseulo, supra basin incrassaio; columna perbrevi;
rostello bifido, segmentis accutissimis erectis; anthera e basi ovato-
cordata attenuata, acutissima, rostello æquilonga; capsula oblonga 0,5 cm.
longa, medio fere 0,3 cm. diametiente, breviter pedicellata, patula, glabra.
Thelasis carinata Bl., Bijdr. (1825), p. 386; Ldl., Orch. (1833), p. 253.
Thelasis elata Hook. f., in Fl. Br. Ind. v. VI (1890), p. 87; Ic. Pl.
(1893), t. 2156.
Oxyanthera elata Hook. f., Ic. Pl. (1893) sub. t. 2156; Ridley, in Journ.
Linn. Soc. Bot. XXXII (1896), p. 39%.
In peninsula malayensi. In provincia Perak : Thaiping Hills —
Ridley; Kings Collector; in provincia Pahang: Kwala Pahang, Kota,
Glanggi — Ridley ; in provincia Penang : Government Hill — Maingay.
In insula Singapore: Kranji — Ridley ; Sungei Buloh — Ridley ;
Sungei Morai — Ridley.
In insula Sumatra: Prope Deli— Krause; Prope Djambi (fde Ridley).
In insula Java: in silvis montis Salak — Blume. In monte Kawi —
Warburg, n° 3686.
In insula Borneo: Trusau River, in provincia Sarawack — Haviland.
Hookers 0. elata ist in allen Stücken identisch mit Thelasis cari-
nata Bl. Von der zweiten Art der Gattung O. micrantha Brogn. ist sie
durch den bedeutend stärkeren Habitus, die verlängerte Inflorescenz
und das im Verhältnis zu den Petalen längere, am Grunde deutlicher
geohrte Labellum zu erkennen.
Thelaris carınata Rchb. f. in Trans. Linn. Soc. Bot. XXX, p. 137
scheint mir zu O. micrantha zu gehören.
Nach Ridleys Angaben sind die Blüten grünlich.
2. Oxyanthera micrantha Brogn.
Acaulis ; foliis distichis paucis, erecto-patentibus erectisve, pluri-
nerviis. apice inæqualiter ac obtuse bilobulatis, ad vaginam articulatis,
textura subcoriaceis, vagina inclusa 10-15 cm. longis, 0,8-1 cm. latis ;
scapis in axillis foliorum erectis vel erecto-patentibus, apicem versus
78 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (78)
decurvatis, filiformibus, foliis vulgo æquilongis, interdum brevioribus,
vaginis paucis dissitis ornatis, racemo abbreviato, decurvulo dense, pluri-
floro ; bracteis ovatis acuminatis patentibus, mox patulis, ovario fere duplo
brevioribus; floribus albidis, illis O. carinatæ Schltr. subæbimagnis; sepalis
subæqualibus ovato- vel lanceolato-oblongis acutiusculis, carnosulis, uni-
nerviis, 0,2-0,3 em. longis, lateralibus basi subobliquis ; petalis oblongo-
ligulatis, obtusis, uninerviis, Lextura tenuioribus, sepalorum longitudine ;
labello ligulato concavo, e basi subunguiculata dimidio-inferiore sub-
auriculato-dilatato, obtuso, 0,3 cm. longo; columna perbrevi; rostello bifido,
segmentis acutissimis, erectis; anthera lanceolato-cordata acutissima, ros-
tello @quilonga; polliniis 6, oblongis, glandulæ oblong& affıxis; capsula
pedicellata oblonga, glabra, 0,4 cm. longa, 0,2 cm. diametiente, patula.
Oxyanthera micrantha Brogn., in Duperry Voy. Bot. (1829) p. 198,
CRIER
Thelasis contracta Bl., Mus. Bot. Lugd. Bat. II (1851), 187 ; Orch. Arch.
Ind. (1858) p. 24, t. 5 ß.
Thelasis carinata Rchb. f., in Trans. Linn. Soc. XXX (1874), p. 137
(nec BL.).
Thelasis decurva Hook. f.. in Fl. Brit. Ind. v. VI (1890), p. 87; Ie. PI.
(1893) 1. 2157.
Oxyanthera decurva Hook. f., Ic. Pl. (1893) sub t. 2157; Ridley, in
Journ. Linn. Soc. XXXII (1896), p. 394.
In peninsula malayensi. In provincia Penang: Governement Hill
— Maingay ; in provincia Pahang : Tahang River — Ridley.
In insula Singapora: Sungei Morai, Selitar — Ridley ; Kranji —
Ridley ; Bukit Mandai, Seranngoon — Ridley.
In insula Sumatra : Prope Djambi (fde Ridley).
In insula Java: Loco speciali haud indicato — Blume.
In insula Rhio (fde Ridley).
In insula Borneo: Kuching, in provincia Sarawak — Haviland.
In insula Waigion: Prope Offack — D’Urville.
In insula Pulau Gondore: Prope Saigo (fde Ridley).
Offenbar eine sehr verbreitete Pflanze in dem malayischen Archipel
sowohl wie auf dem Festlande von Hinterindien.
Entgegen der Ansicht Hooker filius’, kann ich seine Pflanze nicht
als spezifisch verschieden von 0. micrantha Brogn. ansehen. Eine Unter-
suchung von Blüten von O. micrantha, O. decurva Hook. f. und Thelasis
contracta BI. brachle genau dieselben Resultate zu Tage.
Die Blüten sind hellgelb, fast weiss, gefärbt.
— a —
Beiträge zur Erweiterung
der
Flechtengattung Omphalodium
von
Dr. Arthur Minks.
Der frühzeitigen Aufstellung dreier Flechtengattungen, Umbilicaria,
Omphalodium und Omphalaria, lag die mit der Benennung angedeutete
Anschauung zu Grunde, dass einem Körpertheile oder einem Organ des
Thallus eine besondere Bedeutung innewohne. Worin aber die Bedeu-
tung ihrem Wesen nach begründet ist, darüber wurde man sich bisher
nicht recht klar. Daher ist die Meinung berechtigt, dass für die Urheber
dieser Gattungen, wie für alle sie anerkennenden Schriftsteller, haupt-
sächlich die Fremdarligkeit und Seltenheit derselben Erscheinung im
Flechtenreiche, die Versetzung des Gomphus in den Bereich der Phyllo-
blasti, den Ausschlag gegeben haben.
Vor allem dürfen wir von der Entwickelunggeschichte die Bestätigung
der von vornherein zulässigen Annahme erwarten, dass unter den mit
Gomphus versehenen Thamnoblasti und Phylloblasti im Beginne oder
bei der Anlage des Lagers Uebereinstimmungen geschaffen, und damit
gemeinsame Verschiedenheiten den mittels Haftern (Pyihmenes) leben-
den Phylloblasti gegenüber beschieden seien. Dazu sind wir um so
mehr berechtigt, als auch Thamnoblasti unter Umständen sich solcher
Haftern bedienen. Dieser Punkt sollie nur darum betont werden, damit
die höhere Stellung der mit Gomphus versehenen Phylloblasti über
allen anderen als vom morphologischen Standpunkte aus schon wegen
der Entwickelunggeschichte der Berücksichtigung werth dastehe. Dann
gibt aber die Morphologie auch die Antwort auf die Frage, was an dem
80 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (2)
fertigen Lager durch den Gomphus ausgedrückt wird. Damit liegt die
Vereinfachung oder sogar die Vereinheitlichung des Haftens ausgedehn-
ter Lagerflächen vor. Möge sich zur Erhöhung des Eindruckes dieser
einfachen Naturbetrachtung unmittelbar die Antwort der Biologie auf
die Frage, was das Flechtenleben auf diesem kleinen Bereiche erkennen
lässt, anschliessen. Es ist die möglichst grosse Unabhängigkeit mittels
eines solchen Organes haftender Lagerkörper von der Unterlage, wie
sie einer Flechte überhaupt zukommen kann. Durch die Befestigung
mitteis des Gomphus sind im besonderen Phylloblasti trotz der Bestim-
mung des Körpers zu einer der Unterlage annähernd parallelen Aus-
dehnung zweifellos mit der Unabhängigkeit einer Usnea longissima
ausgestatlet. Diese Höhe der Unabhängigkeit leuchtet ein bei der
einfachen Erwägung, dass, wo örtliche und räumliche Hemmnisse der
winzigsten Parmelia Leben und Gedeihen versagen, mit Gomphus ver-
sehene Phylloblasti ihre bisweilen riesige Ausdehnung durch ein hohes
Alter erlangen können.
Erst in der jüngsten Zeit haben meine biologischen Forschungen
einen Einblick in zahlreiche und arge Irrthümer gewährt, die die
Lichenographie in Betreff ihrer Auffassung der Befestigung des Lager-
körpers an der Unterlage gehegt und gepflegt hat. Im besonderen hat
man die gomphale Befestigung in grösserer Verbreitung gesehen, als
es wirklich der Fall ist, weil man nach dem blossen Augenschein ohne
anatomische und morphologische Prüfungen urtheilte. Dagegen hat
man an anderen Stellen die Ausrüstung mit einem wahren Gomphus
übersehen. Mit der Lebensweise (Protrophie) verknüpfte Umstände
veranlassen eine Anzahl von Kryoblasti ihr Haften auf einen möglichst
kleinen Raum zu beschränken, so dass sie dem Aeusseren nach an die
Phylloblasti mit wahrem Gomphus erinnern. Allein die anatomische
Einheit eines Haftorganes geht dieser Art der Befestigung ab. Es wäre
eine dankenswerthe Aufgabe, die Entwickelung des Gomphus und den
Bau des fertigen Organes bei den phylloden Lagern zu studiren. Leider
fehlt es dazu durchgehends an dem erforderlichen Stoffe in den Samm-
lungen, denn, ganz abgesehen vom Mangel an solchem für den ersten
Theil der Aufgabe, ist bei dem beliebtem (allerdings bequemen) Ver-
fahren des Sammelns der Gomphus stets verstümmelt.
Ich kann es mir nicht versagen, darauf hinzuweisen, dass meine
Bestimmung des Begriffes Gomphus gegenüber zweien möglichen Ein-
wänden eingerichtet ist. Ich erinnere an die oft bedeutende basale
Ausdehnung dieses Organes einerseits in Gestalt einer mit der Unter-
(3) ARTHUR MINKS. FLECHTENGATTUNG OMPHALODIUM. 81
lage verbundenen Scheibe (Roccella), andererseits nach der Weise der
Ausbreitung zahlreicher Stammwurzeln über die Fläche der Unterlage
hin (Umbilicaria). Selbst im letzten Falle wird trotz der makroskopisch
sichtbaren Zusammensetzung des Stammantheiles aus einer Mehrheit
von Strängen sich die organische Einheit bestätigen lassen.
Die mit Gomphus versehenen Phylloblasti besitzen also eine (mor-
phologische) Auszeichnung, der auch die Systematik gerecht werden
muss. Die Fremdartigkeit der Erscheinung eines blätterichten Lagers
mil gomphaler Befestigung hat unter den genannten drei Gattungen
am stärksten und nachhaltigsten auf die Betrachter in Umbilicaria, am
schwächsten und unbestimmtesten in Omphalodium gewirkt. Die Aehn-
lichkeit in der Tracht der ersten Art der von Meyen und v. Flotow
gegründeten Gatlung Omphalodium' mit Parmelien (wesshalb Meyen
sie anfangs in sched. sogar Parmelia umbilicarioides genannt hatte)
hat mehrere Schriftsteller beeinflusst. Selbst Nylander” konnte sie
und unter demselben Eindrucke noch die zweite Art nicht aus der
Gattung Parmelia absondern. Auch Th. Fries°® erhob Omphalodium
nur zu einer Sectio von Parmelia, wozu sich endlich auch Nylander
entschloss.* Hauptsächlich Kerber,? später Tuckerman° und end-
lich Müller” hielten Omphalodium als Gattung aufrecht unter Erwei-
terung durch die Art O. Hottentottum. Müller im besonderen wies
ihr in einer Tribus Omphalodieæ ihre hohe Stellung hinter den Tham-
noblasti an.
Mit dieser neuen Erweiterung der Gattung soll nicht zugleich eine
Monographie geboten werden. Daher ist auch eine Diagnose der Gattung
nicht erforderlich. Sie steht ja für den umsichtigen Lichenologen nach
der Kennzeichnung ihres Thallus als Lagerplatte mit gomphaler Befesti-
gung bei der Kenntniss ihres Fruchtkörpers, die wenigstens vorläufig
keinen Zuwachs in systematischer Hinsicht erfahren soll, genügend
begründet da. Der Bau der Scutella mit dem Fruchthyphen-Leben bis
zum Sporentypus drückt ja die volle Uebereinstimmung mit Parmelia
aus, die wenigstens in der Tribus Parmeliacei meines Systemes allein
Acta Acad. Leopold. 1843, p. 223, Taf. 4.
Syn. lich., I, p. 399.
Lich. Scand., I, p. 148.
Lich. Japon., p. 104.
Syst. Lich. German., p. 93.
Syn. lich., I, p. 260.
Mission scient. du cap Horn (1882-83), Tom. V, p. 153-154.
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER, n0 21, 15 novembre 1900. 6
Æ& nn Mm
& ar
ER
82 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (4)
in Betracht kommen kann. Allein zur Sicherung der Unterkunft dreier
weiterer Arten in dieser Gattung ist eine Beleuchtung der bisherigen -
zwei Arten angezeigt.
1. Omphalodium Pisacomense Mey. et Flot.
Meyen et v. Flotow, Acta Acad. Leopold., 1843, p. 223, Taf. 4.
Bei oberflächlicher Betrachtung ist der erste Eindruck der Flechte,
die nach den Urhebern das Lager von Umbilicarien mit den Apothecien
von Collemaceen vereinigen soll, vielmehr der einer Umbilicaria mit
den Scutellen von Parmelia conspersa. Dieser Eindruck wird weniger
durch die Neigung zum Zurückschlagen des unversehrten Lagerrandes,
als durch die Gestaltung der beiden Lagerflächen hervorgerufen. Die
Lager sind nemlich, wie bei Umbilicarien |« U. proboscidea ». — Nyl.
Syn., I, p. 400], oberseits stark netzartig gerippt, unterseits dagegen,
und zwar meist in weiter Ausdehnung, glatt. Die Bilder der Urheber
geben eine schlechte Vorstellung. Sie haben glatte und verkümmerte
Lager, wie sie mir nicht vorlagen ', für die Darstellung vorgezogen, indem
sie wahrscheinlich durch die Schwierigkeit der bildlichen Wiedergabe
der normalen Flechte oder durch die Meinung, dass die epithalline
Gestaltung ein Anzeichen von Alter sei, veranlasst wurden.
Die Apothecien haben von Jugend an eine starke Neigung zum
Zurückschlagen des Randes, woran sie durch die ziemlich geringe Aus-
dehnung in der Fläche unterstützt werden. Die Theilung des Frucht-
körpers in Lappen, die bei O0. Hottentottum von derselben Ursache her-
rührt, habe ich hier nicht gesehen. Bei der schnellen Entfaltung der
Scheibe werden die Thalamiumhyphen bald zu freien Paraphysen,
die mit ihrer Derbheit, Verästelung, Vielgestaltigkeit, der kopfartigen
Ausbildung der Spitzen nicht an O. Hottentottum, sondern an O. muta-
bile sehr erinnern. Sie überragen ausserdem die etwa 30 mm langen
Schläuche nicht selten um die doppelte Höhe. Das Hypothecium grenzt
sich von dem Gewebe des Excipulum durch Kleinheit der Maschen und
Vielgestaltigkeit der Hyphen ab. In den doppelhäutigen Schläuchen und
den Sporen herrscht Uebereinstimmung mit O0. Hottentottum.
! Der von mir benutzte Stoff des Hb. Müll. Arg. umfasst ein Urstück aus dem
Hb. Hampe [Peru, Cordilleren, leg. Meyen — Cfr. Nyl. Syn., I, p. 400] und
drei aus Patagonien von verschiedenen Sammlern [Hariot, Claraz, Moreno]
herrührende Stücke.
(5) ARTHUR MINKS. FLECHTENGATTUNG OMPHALODIUM. 83
In der Entfaltung von Dicke und holzartiger Derbheit des siark
excentrischen Gomphus leistet diese Art wohl das Höchste im Flech-
tenreiche. Die gelbliche Farbe des Lagers, die in allen bisherigen
Beschreibungen im Hintergrunde gehalten wird, bleibt der Unterseite
anscheinend lebenslang oder wenigstens bis in das höhere Alter er-
halten, sie verdunkelt sich an der Oberseite häufig mehr oder weniger
frühe in ein unreines Gelbbraun. Allein die Düsterheit, die diese
Flechte den Felsen der höchsten Berge verleiht [Claraz in sched.], wie
es in Grönland die Umbilicarien thun, wird viel mehr durch die Farbe
der sie auszeichnenden Sprossung veranlasst. Diese Sprossung Krönt die
Giebel der Kimme und Rippen. Sie erhebt sich aber auch in Warzen-
gestalt unmittelbar aus der beiderseitigen Lagerfiäche. Sie umgibt
endlich noch den Rand des Discus von der Aussenfläche der Scutella
her in ganz flacher Ausbildung. Hiermit steht ein solcher Fruchtkörper
als wahrhafter Lagerantheil gekennzeichnet da. Die Sprosse sind an
der Spitze dunkelbraun gefärbt. Sowohl durch die Wölbung, die Bestäu-
bung und die tief kraterartige Gestaltung der Spitze, als auch durch
ihre Anhäufung erinnern sie an dichte Ansammlungen von Verküm-
merungen, wie sie im lichenischen Fruchtleben verbreitet sind. An der
Unterseite des Lagers sind die Sprosse weniger kräftig entwickelt und
heller gefärbt.
Das Lager ist im Alter durch hohen Gehalt der Markschicht an Luft
oder Gas ausgezeichnet. Die Umspinnung der Markhyphen vom zarten
Hyphema ist in Folge dessen höchst leicht zu erkennen. Die Gonidien-
lage im oberen Theile des Thallus pflegt unmittelbar an solche gas-
haltigen Bereiche zu grenzen, ohne dass sie dadurch an der normalen
Entwickelung ihrer Zellen sichtlich irgend eine Einbusse erlitten hätte.
Von höchster Bedeutung für die Kenntniss der Ausdehnung dieser
Gattung ist das Studium der sogenannten Rinde, die hier, wie wohl
überall bei den Phylloblasti, stärker an der Oberseite ist. Mit deren Bau
steht diese Art vermittelnd da zwischen O. Hottentottum und 0. mutabile
einerseits und 0. cartilagineum und O0. rubinum andererseits. Er trägt
daher bei zur Sicherung der Unterkunft der beiden letzten in dieser
Gattung. Zu einem erfolgreichen Studium ist aber die Benutzung von
Aetzkali unumgänglich. Sie quillt dadurch als Schicht in ihrer Dicke um
das Doppelte auf. Dann erscheint sie auch als ein weilmaschiges Gewebe,
dessen Hyphen gegen die Oberseite des Lagers hin die Zellen verdicken,
sie endlich kopfartig ausbilden und braungelb färben. Die eigentliche
Lagerfläche bildet, wie die Scheibenfläche, eine farblose Gallerteschicht,
durchsetzt von dem anderen zarten Hyphengewebe. Das Merkwürdigste
84 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (6)
in diesem Bilde ist aber die grosse Aehnlichkeit des Thalamium während
der Zeit der Entfaltung der Paraphysen mit der Lagerrinde. Hierin
herrscht vollständige Analogie zu 0. Hottentottum. Damit ist.aber das
thalline Wesen dieser Fruchikôrpers bis an sein Ende dargelegt.
Die diese Art kennzeichnende Sprossung hat den Bau des Lagers mit
der Bildung der Rinde und dem gashaltigen Marke jedoch nur im basalen
Bereiche. Allein recht auffallend ist es, dass die eine Seite dieser senk-
rechten Sprosse den Bau der Oberseite des Lagers einschliesslich der Goni-
dienlage, die andere den der Unterseite mit dem Mangel der Gonidien
hat. Die oberflächlichen Zellen der Rinde vergrössern sich im Spitzen-
bereiche der Sprosse bedeutend, bräunen sich und zeigen dann den
Glæocapsa-Typus, welchen Vorgang auch das Leben der Umbilicarien
hat. Auf den Gipfelfiächen laufen die Rindenhyphen in kurz- und lang-
gliederige Sekundarhyphen aus [!].
Am Schlusse soll im Hinblicke auf andere einschlägige Forschungen
betont werden, dass es in Wahrheit Thätigkeit der Fortpflanzung an der
Oberfläche des Lagers ist, die dieser Flechte das kennzeichnende Ge-
präge verleiht.
2. Omphalodium Hottentottum Keerb.
Keerber, Syst. Lichen. Germ.,p. 93. — Lichen Hottentottus Thunberg, Prodrom.
Flor. Cap., p. 178. — O0. Arizonicum Tuck., Syn., lich.1, p. 260.
Die Entstehung des Apothecium, die bei ©. Pisacomense nicht studirt
werden Konnte, ist im allerersten Anfange nur eine in der Lagerrinde an-
geregte Wucherung um ein Centrum, auf welche Anregung sich alsbald
ein thalliner Rand anschliesst, so dass der mittels der Lupe sichtbare
Anfang eine von einem thallinen Wülstchen umgebene Delle darstellt.
Namentlich nach der Behandlung mit Aetzkali lassen die Lagerrinde und
die Fruchtanlage in der Anordnung ihres wirren Gewebes gar keine Un-
terschiede voneinander erkennen. Um so weniger kann der Gedanke an
einen geschlechtlichen Vorgang hier aufkommen.
Das Receptaculum verhält sich während des ganzen Fruchtlebens wie
ein gesondertes, selbstständiges Lager, was die häufig schon die erste
Anlage begleitende Sprossung in Gestalt schwarzer Fasern, die diese Art
kennzeichnet, beweiset.
Selbst in den ältesten Apothecien fand ich das Thalamium noch nicht
zur Bildung freier Hyphen gelangt, sondern als ein im Scheibenbereiche
zusammenhängendes Maschengewebe.
(7) ARTHUR MINKS. FLECHTENGATTUNG OMPHALODIUM. | 89
Die Schriftsteller, namentlich Acharius! und Delise?, bis Nylan-
der °, haben nur zerschlitzite Lager gekannt. Durch die sympo-
diale Vereinigung tritt die gomphale Befestigung weniger deul-
lich hervor, als bei haplopodialem Auftreten. Leider scheinen die
Sammler durchgehends aus den bekannten erklärlichen Gründen aus-
schliesslich oder vorwiegend auf die üppigsten Lageranhäufungen ihr
Augenmerk gerichtet zu haben, so dass der Thallus monophyllus mit
ausgedehnter und unzertheilter Lagerplatte in den Sammlungen selten
vorkommt. Dieser Umstand hat auch auf Tuckerman bei der Aufstel-
lung von O. Arizonicum eingewirkt, als er mehr dem Typus sich nähernde
Zustände vor die Augen bekam. Unzweifelhaft ist die häufige Lappenbil-
dung mehr auf eine für die Zukunft nützliche Zerschlitzung, als auf eine
in der Entwickelung begründete Theilung zurückzuführen, denn es
kommen solche zerschlitzien Lager vor, an denen man noch über dem
Gomphus die einheitliche Lagerplatte im Durchmesser von etwa 5 mm
erhalten findet als Rest des einstigen einblätterigen und ungetheilten
Thallus. Ausserdem ist auf den alten Lagern in der Regel die radiale
Spaltung anfangs in Schrunden angedeutet. Es handelt sich im Wesen
hier um einen Vorgang der Vermehrung des Lagers, auf den ich hier
nicht eingehen will. Nur soviel will ich hervorheben, dass dieser Vor-
gang Sich in der Gattung Umbilicaria in ausgedehntem Maasse abspielt
und bei deren späterer Betrachtung eingehend berücksichtigt werden
soll. Die buchtige Randbildung junger Lager erinnert an Parmelia lævi-
gata (Sm.) Nyl. Der Gomphus ist auch hier holzartig zähe und fest.
Durch das Studium der Lagerrinde von O0. Pisacomense vorbereitet, er-
kennt man hier das Maschengewebe dieser Schicht leichter. Nahe der
Oberfläche färbt das die Lagerrinde durchziehende zarte Hyphema seine
Zellen. Durch Aetzkali löst sich der Farbstoff und ruft die bekannte
irrige Auffassung hervor. Da Schwendener‘ die Markhyphen als fast
bis zum Verschwinden des Lumen verdickt schildert, soll hervorge-
hoben werden, dass die allerdings derben Hyphen noch soviel Lumen
behalten, dass darin der bekannte Inhalt Platz hat.
1 Meth., p. 219; Lich. Univ., p. 456.
2 Hist. des Lich. Genre Sticta, p. 13%, tab. 15, f. 57.
8 Syn. lich., I, p. 399.
* Unters. des Flechtenthallus, II, p. 33.
86 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (8)
3. Omphalodium mutabile Mks.
Parmelia mutabilis Tayl., Hook. Journ. of Bot., 1847, p. 171 [non Nyl., Syn.
lıch., I, p. 387. — Fide Müll., Flora, 1888, p. 200]. — P. hypoleia Nyl.,
Syn. lich., I, p. 393. — P. reticulata Nees v. Es!. ibidem.
In Folge der Uebereinstimmung der Lagerrinde ist das Bild der Ent-
stehung der Apothecien dem bei 0. Hottentottum gleich. Im Frucht-
körper herrscht auch sonst Uebereinstimmung, besonders aber in den
Schläuchen und den Sporen. Allein in Bezug auf das Thalamium weiset
die Ausbildung der freien Paraphysen zu dickeren, gegliederten, viel-
gestaltigen und missyestalten Hyphen nach der Weise schlanker
« Arthrosterigmata » viel mehr auf 0. Pisacomense hin.
Die vermeintliche Anordnung des Lagers mit « Laciniæ imbricato-
congestæ » ist eine sympodiale Vereinigung von Lagern, die in Folge des
(schwachen) Strebens nach der Blattgestalt sich in solcher Weise decken
können. Das überhaupt recht sehr auf O. cartilagineum hinweisende
Verhalten des Lagers dürfte bei der Var. tenuifida Nyl. genau als phyllo-
thamnoblastisch aufzufassen sein. Der Gomphus zeichnet sich durch
Länge aus, womit er eine hervorragende Dicke bis zur Lagerplatte
verbinden kann. Seine Haftfläche kann eine Weite erlangen, wie man
sie sogar bei Thamnoblasti (Usnea, Roccella) selten findet. Von Breutel
gesammelte Lager [Hb. Mks.| zeigen sogar reichliche Verzweigung des
langen Gomphus nach der Weise von Thamnoblasti, womit die stärkste
Hinneigung dieser Lagerform an die thamnode ausgedrückt sein dürfte.
Man wird daher begreifen, welche Verwunderung in mir die Meinung
von Nylander und Müller, dass diese Flechte dem Verwandtenkreise
von Parmelia conspersa angehöre, erregen muss.
Das trockene Lager stimmt mit dem von O. Hottentottum nicht nur
in der knochenartigen Beschaffenheit, sondern auch in den Zeichnungen
der Oberfläche überein, die schon Nylander bei beiden geschildert
hat. Dazu kommt die entsprechende Ansammlung der hypothallinen
Fasern nach dem Rande des Lagers hin, die jedoch hier im Sinne des
viel geringeren Strebens nach deren Entfaltung überhaupt spärlicher
auftritt.
! Von demselben Stoffe Breutels [Kapland, Grönkloof], den Nylander
benutzt hat, besitze ich eine reichliche Menge unter diesem Namen. Daher
meine ich, dass Lojka bei der Benutzung des Autorschema Esch weiler [Arn.
L. exs., n. 1098. — Lojka Lich. univ., n. 65] einem Irrthum verfallen ist.
(9) ARTHUR MINKS. FLECHTENGATTUNG OMPHALODIUM. 87
Eine Abweichung von 0. Hottentottum ist in der Neigung nach kon-
vexer Gestaltung des Lagers zu finden, die freilich in das Gegentheil
umschlagen kann. Die konkave Gestaltung ist aber bei O. Hottentottum
von Anfang an und dauernd vorhanden.
Die hier (wie bei 0. Hottentottum) auftretende Zertheilung der Lager-
platte ist von der Ausbildung winziger Lagerplätichen als Sprosse
begleitet. Dass die Risse nicht blossin den Halbmessern, wie bei 0. Hot-
tentottum, sondern auch in der Quere erfolgen, zeigt die Benennung von
Nees an. Diese Theilung stellt als Fortpflanzung eine analoge Erschei-
nung zu dem Lagerleben von Umbilicarien dar.
4. Omphalodium cartilagineum Mks.
Lichen cartilagineus Ach., Vet. Akad. Handl. 1795, pag. 133, tab. V., f. 4.
In Betreff der Annäherung dieser Art an Lecanora saxicola (Poll.)
Stenh., die Th. Fries! sogar als zu starke erachtet, soll nur auf die
im Sinne von Nylander und Müller fast entsprechende von 0. Hotten-
tottum und O. mutabile an Parmelia conspersa hingewiesen werden, um
den Werth solcher Meinung zu bemessen.
Die innerhalb des Gonidienstriches geschaffene Anlage des Apothe-
cum zeigt sich in der Oberfläche des Lagers zunächst als ein geschlos-
senes Knötchen an, nicht als punktförmige Delle. Die Oeffnung dieses
Knötchens geschieht durch einen Riss. Trotz des im Lagerbaue gege-
benen Unterschiedes kann man erkennen, dass auch hier das Centrum
für die Schaffung der Aage des Apothecium in oder an der Gonidien-
lage sich befindet. Man kann hier sehen, dass das Wesen der ersten
Anlage in der Einleitung senkrechten Wachsthumes des Gewebes im
Gegensatze zu dem vorwiegend wagrechten der Lagerfläche ist. Damit
ist zugleich auch die Anregung der Gonidienentfaltung in derselben
Richtung und der Grundlage des Receptaculum als sekundaren Lager-
bereiches erklärlich.
Die Zellen der Oberfläche des Receptaculum, die denen des Lagers
entsprechen, nehmen eine besondere Grösse und Vielgestaltigkeit an.
In der Zartheit des Thalamium entspricht diese Art O0. Hotten-
tottum, steht also darin O0. rubinum, wie die erste O0. mutabile,
gegenüber. Allein die Entfaltung zu vollständigen Paraphysen
ist vorhanden und beginnt frühe. Weil die vielfach verästelten
1 Lich. Scand., I, p. 226.
38 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (10)
Paraphysen in den -Spitzen gelb gefärbte Zellen haben, muss
die Farbe auf das Bild des Inhaltes den bekannten Einfluss äus-
sern.
Es handelt sich hier um einen Thallus phyllo-thamnodes, der in Folge
zahlreicher sympodialer Vereinigung und damit verknüpfter polster-
artiger Anhäufung als eine Kruste mit sich deckenden Lappen erschienen
ist. Die stammartige Gestaltung tritt nicht selten so sehr hervor, dass
durch die Besetzung der Gomphi mit den Lagerplatten das Bild an die
mit Schüppchen besetzten stengelichten Lager von Siereocaulon noch
mehr erinnert, als durch die Neigung zu sympodialer Ansammlung. Im
Wesen schliesst sich diese Tracht des Lagers der Besetzung der Ränder
zerschlitzter Lager mit Blätichen (0. Hottentottum) an. Starke Neigung
zur phylloden Gestaltung des Lagers ist selten, was Sommerfelt' zur
Schaffung einer F. latifolia veranlasst hat.
Schon Schwendener? hat den orthogonal-trajektorischen Verlauf
der Lagerhyphen, wie er dem Thallus thamnodes und phyllodes eigen-
thümlich ist, hervorgehoben, daher sind die sich gegen die Oberfläche
hin vergrössernden Zellen in ihrer Gesammtheit eigentlich keine Rinde,
sondern die Ausläufer der Lagerhyphen (Markhyphen). Auf den Thallus
thamnodes und phyllodes weiset auch die beiderseitige Ausbildung
einer Gonidienlage hin. Auf die vermeintlichen körnigen Ein-
lagerungen in der Oberseite des Lagers ist zu übertragen, was
über das zarte Gewebe in demselben Bereiche bei 0. Hottentottum
gesagt ist.
5. Omphalodium rubinum Mks.
Lichen rubinus Vill., Hist. Pl. Dauph., III, p. 977 (1789). — Lichen chrysoleueus
Sm., Transact. Linn. Soc., I, p. 82, tab. A, f. 5 (1791). — Squamaria
melanophthalma DC., Fl. Fr., II, p. 376 (1805). — S. peltata DC., ibidem,
p. 377. — Lecanora contractula Nyl., Lapp. or., p. 126 (1867). — L. Thu-
lensis Th. Fr., Lich. Scand., I, p. 227 (1871).
Wenn nach Th. Fries? Lagergruppen vorkommen, die zur einen
Hälfte als Lichen rubinus, zur anderen als Squamaria melanophthalma
erscheinen, so darf man, wie es jener Beobachter trotzdem thut, das
1 Suppl. Flor. Lappon., p. 10.
2 Unters. des Flechenth., II, p. 39.
3 Lich. Scand., I, p. 225.
(11) ARTHUR MINKS. FLECHTENGATTUNG OMPHALODIUM. 89
letzte Gebilde nicht als eine Varietät des ersten betrachten. Dasselbe
Bild wiederholt übrigens auch die Var. subdiscrepans Nyl. Hier |Lojka
L. Hung. exs., n. 25] sind sogar Apothecien zu finden, deren Scheibe
zum Theile die dem Lichen rubinus, zum anderen Theile die der Squa-
maria melanophthalma eigene Färbung zeigen. Mit der Färbung von
Squamaria melanophthalma verbindet sich anscheinend oft eine Anhäu-
fung von Lagern, wozu eine reichliche Fruchtbildung hinzuzukommen
pflegt. Daher liegt der Gedanke nahe, dass die Verfärbung, deren
Analogie zu der bei Placodium cerinum schon Th. Fries wohl mit
Recht hervorgehoben hat, mit dem Alter verknüpft sei. Man braucht
daher gar nicht noch zur bekannten Beobachtung, dass beide Zustände
häufig an demselben Wuchsorie auftreten, zu greifen, um auch einen
durch äussere Einflüsse bedingten Uebergang von der typischen Farbe
in die Verfärbung als annehmbare Thatsache und damit die bekannten
Varietäten oder Formen als überflüssig hinzustellen.
Man muss von der guten Schilderung bei Th. Fries', nicht aber
von einer solchen, wie bei Nylander?, ausgehen, damit man den
Anschluss dieser Art an ©. Hotientotium und O0. mutabile verstehe.
Th. Fries hat nemlich nicht allein, wie Tuckerman’°, den Thallus
als monophyllus und peltato-affixus, sondern auch als subfoliaceus ge-
kennzeichnet, zugleich aber den Terminus imbricatus vermieden. Die
Schilderung Nylanders fesselt an Lecanora und die Kryoblasti, die von
Th. Fries dagegen vermittelt den Uebertritt zu meiner Anschauung
auf das beste. Dann muss man solche Lagergruppen aufsuchen, die von
einem Centrum ausgehende und in annähernd gleicher Flächenlage
(also in sympodialer Vereinigung) befindliche Lager in der Anzahl von
5-6 Stück zeigen, weil dann eine Verbindung mit den Kryoblasti fern
gehalten wird. Ich besitze ein herrliches Beispiel der typischen Flechte
in Lojka, L. univ., n. 72. Hier ist eine Gruppe von 6 Lagern mit der
ausgesprochenen parmelioiden Tracht gegeben, wesshalb die Gruppe
mindestens einen Durchmesser von 3 cm hat. Allein auch die Tracht
von O. cartilagineum tritt, mit der Verfärbung verbunden, bei dieser
Art anscheinend häufig auf. Sogar wahrhafte, mit Apothecien versehene
Strünke [Anz., L. Lang. exs., n. 390] können entstehen, worin der
stärkste Hinweis auf die Thamnoblasti zu erblicken ist.
Der Lagerbau entspricht dem von O0. cartilagineum. Das orthogonal-
Lich. Scand., I, p. 224-225.
2 Syn. lich.. Il, p. 60-61.
® Obs. lichenol, IV, p. 178.
90 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (12)
trajektorische Auslaufen der derben Hyphen bis zur Oberfläche tritt
aber hier in Folge der netzartigen Anordnung des zarten Hyphenge-
webes weniger scharf hervor.
Im Baue des Thalamium schliesst sich diese Art an O. mutabile an,
jedoch sind die Paraphysen zarter.
Anhang.
Die weite Verbreitung von O. rubinum und 0. cartilagineum unter-
stützt die schon mit dem Schwanken zwischen thamnoder und phylloder
Lagerbildung geschaffene Vielgestaltigkeit in der Entfaltung einer
Reichhaltigkeit von Bildungen, die als Varietäten und Formen zu benen-
nen die Lichenographen nicht verfehlt haben. Vor allem ist es selbst-
verständlich, dass ein einstaudiges Gebilde als Typus und ein mehr- oder
vielstaudiges Gebilde als Varietät oder Form einander nicht gegen-
übergestellt werden dürfen. Auch auf diesem Gebiete erlangen die viel-
staudigen Gebilde im einzelnen eine andere Tracht, als die einstaudigen.
Hier kommen noch die Neigung zur Fruchtentwickelung in allen Lebens-
lagen und bei O. rubinum im besonderen die Verfärbung hinzu.
Eine Erörterung über die Var.subdiscrepans Nyl., wie sehr auch immer
wünschenwerth sie erscheinen mag, kann als zu umfangreiches Unter-
nehmen hier nicht gebracht werden. Diese nur anscheinend vereinzelte
Bildung hat ihre Analogen nicht nur bei den Phylloblasti, sondern auch
bei den Thamnoblasti.
Als werthlos ist die Var. complicata Ach. von 0. rubinum bei Seite zu
setzen. Was man unter ihr, mit der auch die Var. Dalioni Tuck. über-
einstimmt, sich vorstellt, zeigt der Name an. Die wahrhaft polsterartigen
Anhäufungen, wie sie im Bereiche der Thamnoblasti und Phylloblasti
verbreitet sind, haben hier besonders hohe Bedeutung. Die Annäherung
an das typische blattartige O0. cartilagineum fehlt nicht, so dass die Ge-
staltung besonders in der Jugend selbst an Lecanora diffracta Ach.
erinnern kann. Das mit dem gomphalen Haften verknüpfte Streben
bringt es zu Stande, dass eine Gruppe von 5 mm langen Gomphi an der
Spitze kleine schildförmige Lager mit gekerbtem oder fast gelapptem
Rande tragen. Unter üppiger Fruchtbildung verschwindet die Ausprägung
dieser Lagerplättchen.
Nachdem Th. Fries ! einst eine Var. feracissima von 0. rubinum
' Lich. Spitzberg., p. 18 (1869).
(13) ARTHUR MINKS. FLECHTENGATTUNG OMPHALODIUM. 91
aufgestellt hatte, ging er später soweit, dass er diese und Lecanora con-
tractula Nyl. zu einer Art, Lecanora Thulensis', vereinigte. Die Untersu-
chung eines der Sammlung von Th. Fries angehörigen und von ihm
bestimmten Stoffes [Mus. Upsala] hatte folgendes Ergebniss.
Die Var. feracissima [Spitzbergen, Fosters öar; leg. A. J. Malmgren,
1861] wiederholt in der ganzen Anlage (von 14 Lagergruppen) das Bild
von Var. complicata. Sie ist nur niedriger geblieben unter früher und
regelmässiger Entwickelung möglichst grosser Apothecien. Die schwärz-
liche Färbung der Scheibe verleiht bei der Dichtheit der Apothecien dem
ganzen polsterartigen Gebilde ein düsteres Aussehen. Dieses Aussehen
aber, das in der Diagnose früher und später eine Hauptrolle spielte, ist
durch fremde Einflüsse (Syntrophie) hervorgerufen. Zur Unterstützung
dieser Beobachtung dient die Thatsache, dass Apothecien, die ganz oder
theilweise unberührt geblieben sind und in Folge dessen die die « Var.
melanophihalma» kennzeichnende Färbung besitzen, nicht fehlen. Die
Unterfläche der Gebilde ist in der O. rubinum eigenthümlichen Weise
gefärbt. Nach diesem Ergebnisse verdient aber die Färbung des Lager-
randes, die man als der Art überhaupt eingenthümliche hingestellt hat,
noch eine sorgfältige Prüfung?.
Als Stoff von Lecanora Thulensis ß contractula (Nyl.) Th. Fr. [O. Fin-
mark, Sandskjaer pr. Wadsöe; leg. Th. Fr., 1857] erhielt ich zweierlei.
Die eine Hälfte bestand aus Polsterchen, wie sie Nylander und
Th. Fries beschrieben haben, deren Lagermasse unter der reich-
lichen Fruchtentwickelung gänzlich geschwunden zu sein schien. Apo-
thecien und Lager zeigten ein kränkelndes Aussehen, das sich aus der
Befallung durch fremdes lichenisches Gewebe erklärte. Immerhin darf
man an der Uebereinstimmung mit O0. rubinum nicht zweifeln. Auch der
anderen Hälfte fehlte es im Thallus und Apothecium nicht an fremdem
Gewebe, allein es war trotzdem sicher festzustellen, dass Lecanora aipo-
spila (Wahlb.) Ach. vorlag. Die an die bisher bekannte Entwickelung
dieser Flechte herantretenden Uebergänge in Gestalt und Farbe des
Lagers fehlten nicht. Nicht bloss die gelbliche Färbung des Lagers, wie
bei der ersten Hälfte, sondern auch die graubraune war vorhanden. Die
warzenartige Erhebung als Vorstufe der Entwickelung des Fruchtkörpers
fehlte nicht. Ob bloss der Farbenton des Lagers oder auch der Mangel
oder das Uebersehen dyblastischer Thecasporen Th. Fries zu dieser
1 Lich. Scand., I, p. 227.
? Die häufige Befallung durch «Parasiten» war schon Nylander bekannt
Lich. Scand., p. 131].
92 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (14)
Vereinigung zweier höchst verschiedener Gebilde verleitet habe, bleibe
dahingestellt. Soviel ist jedenfalls klar, dass die Lichenographie diese
Gebilde auszumerzen hat.
Schlusswort.
Schmalblätterichte Zustände von 0. mutabile, die in der Tracht äus-
serst nahe an breitblätterichte von O. cartilagineum herantreien, ver-
mitteln den ersten Schritt zur Vereinigung der letzten Art und von
O. rubinum mit dieser Gattung. Damit ist die Gattung um zwei Arten
bereichert, die 0. Pisacomense und O0. Hottentottum zwar als Zwerge
gegenüberstehen, allein damit ist ferner die Ausdehnung einer der
‚wichtigsten Gattungen der höchsten Flechten auf Europa nachgewiesen.
Die berechtigte Stellung von 0. mutabile in dieser Gattung vermittelt
die grosse Aehnlichkeit mit Zuständen von 0. Hottentottum. Für alle
bildet ausser dem Kennzeichen, wie es in der phylloden Lagerplatte
mit gomphaler Befestigung gegeben ist, noch das Verhältniss des Lagers
zum Fruchtleben ein gemeinsames Band.
Ueber die Eigenthümlichkeit dieses Verhältnisses kann erst eine
spätere Schilderung sich verbreiten. Nur soviel will ich hier vorläufig
mittheilen, dass das (morphologische) Verhältniss zwischen dem Lager
und dem Fruchtleben Omphalodium mit Parmelia gemeinsam besitzt.
Weil nun dieses Verhäliniss sich von dem bei Lecanora wesentlich
unterscheidet, ist auch damit die Sonderung der beiden Zwerge von
jener Gattung gerechtfertigt. Allein das Lecanora eigenthümliche Ver-
hältniss zwischen Lager und Fruchtleben gelangt zur typischen Aus-
prägung gerade am Thallus placodes. Da aber, wovon man später sich
gründlich überzeugen wird, einem phylloden Lager noch dazu mit
starker Neigung zur ihamnoden Gestaltung, wie es 0. cartilagineum und
O. rubinum besitzen, das eigenthümliche (typische) Verhältniss, das
nur der Thallus placodes haben kann, einfach versagt ist, steht Ompha-
lodium mit seinen fünf Arten in der neuen Begrenzung als eine der
natürlichsten Gattungen da, scharf von Parmelia, noch schärfer von
Lecanora abgesondert. Auf die weitere Begründung der Abgrenzung
im System einzugehen, ist überflüssig, weil sie sich mit dem Typus der
einfachen Spore von selbst versteht, was sogar als vorläufiges Kenn-
zeichen gegenüber Umbilicaria gelten kann.
Die Einförmigkeit des Fruchtlebens von Omphalodium liegt in der
Gleichmässigkeit der Gestalt und des Baues, wie sie einer solchen Scu-
(15) ARTHUR MINKS. FLECHTENGATTUNG OMPHALODIUM. 93
tella überhaupt eigenthümlich zu sein scheint, begründet. Das Thala-
mium bietet wohl noch Merkmale der Arten, aber nicht mehr das
Thecium. Die Begrenzung der Arten stützt sich daher wesentlich auf
das Lagerleben, und im besonderen auf dessen fortpfianzende Thätig-
keit, wie man später noch mehr einsehen wird. Allein immerhin kenn-
zeichnen abwechselnde Verbindungen von Eigenthümlichkeiten des
Baues des Apothecium und des Thallus alle Arten genügend scharf.
Dieses gilt nicht bloss zwischen O0. Hottentottum und O. mutabile, son-
dern auch zwischen 0. cartilagineum und 0. rubinum '.
Der Lagerbau gibt aber ferner die Merkmale zur Sonderung von
Omphalodium in zwei Gruppen. Die mit einer Rinde versehenen Arten,
O0. Pisacomense, O. Hottentoittum und O. mutabile, würden die erste
Gruppe, die einer Rinde entbehrenden übrigen die zweite Gruppe
bilden. Mit der Benutzung dieser Merkmale ist aber eine für die
Systematik wichtige Frage berührt. Unter Hinweis auf die analoge
Sonderung anderer Gattungen, vor allen von Leptogium und Collema,
liegt die Versuchung nahe, die Nothwendigkeit einer solchen von
Omphalodium als natürliche zu fordern. Allein solche Forderung ver-
gässe zunächst die Frage vorzulegen, ob solche Gattungen, wenn sie
wirklich natürliche sind, nicht auf andere (noch unbekannte) wesent-
liche Merkmale zurückgeführt werden Könnten. Eine solche Forderung
sähe aber auch ab von der Erörterung der Frage, ob jene Sonderung
auf Grund der Entwickelunggeschichte gerechtfertigt dastände. Sie
übersähe endlich die noch ausstehende Prüfung, ob oder wie weit die
Uebertragung von Begriffen, wie Rinde und Mark, von dem Baue
höherer Pflanzen auf die Flechte zulässig wäre. Besonders in Betreff
dieser letzten Frage wolle man den sich in der Neuzeit immer mehr
breit machenden Bestrebungen gegenüber die weitere Entwickelung
der Anatomie und Morphologie abwarten. Bis dahin erwäge man, dass
ein Maschengewebe das ganze Lager aller Omphalodien durchweg bildet,
und dass die als Rinde und Mark aufgefassten Schichten im Wesen
höchstens durch Stufen in der Ausbildung derselben Hyphe, aber auch
bloss durch Wechsel in der Anordnung eines durchgehends gleich-
mässigen Gewebes hervorgerufen werden. Wer nun trotzdem die
Sonderung von Omphalodium in zwei Gattungen ausführt, müsste selbst-
verständlich die zweite, die O. cartilagineum und 0. rubinum umfassen
1 Wie stark die Annäherung zwischen beiden letzten sein kann, hat schon
Nylander besonders betont [Lich. Scand., p. 132] ; jede grössere Samm-
lung bietet aber wohl Gelegenheit, diese Thatsache zu bestätigen.
94 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (16)
würde, mit der anderen zu einer Familie vereinigen. Diese Familie,
deren Bildung schon durch die einzige Gattung Omphalodium erfor-
derlich wird, müsste im System eine der höchsten Stellen nächst den
Thamnoblasti einnehmen.
Wer endlich glaubt, die Ausdehnung der Gattung auf die beiden
Zwerge als eine Naturwidrigkeit ablehnen zu dürfen, weil der Befesti-
gung des Lagers ein zu hoher Werth beigelegt werde, indem diese in
mehreren anderen Gattungen ausser Lecanora (Placodium, Leptogium,
Collema) zu finden sei, übersieht zweierlei. Da die zwergigen Omphalo-
dien wahrhafte Phylloblasti sogar mit starker Hinneigung zu den Tham-
noblasti sind, spricht schon diese Thatsache für die Berechtigung zur Auf-
fassung der Befestigung als wahrhaft gomphaler. Alle jene Formen
anderer Gattungen aber entbehren noch einer naturwissenschaftlichen
Prüfung. Wie sehr deren Tracht dem Anscheine nach auf die höchsten
Gebilde des Flechtenreiches hinweiset, hat ja schon Tuckerman aus-
gedrückt, in dem er sie innerhalb der Gattungen durch Schaffung von
Sectionen an deren Spitzen absonderte. Allein die anatomisch- morpho-
logische Prüfung unter Benutzung°der neuesten biologischen Thatsachen
hat doch den Ausschlag zu geben, denn die einfache Betrachtung der
blossen Tracht hat bisher leider zu viel Irrthümer verursacht.
Alle Arten von Omphalodium tragen mehr oder weniger dazu bei, die
von Wainio zum Merkmale von Gattungen benutzte Ansatzstelle des
Gomphus als naturwidriges darzustellen. Dass sogar 0. Pisacomense, wie
0. Hottentottum, ausser dem centralen den lateralen oder basalen Gom-
phus besitzt, bezweifele ich nicht nur desshalb nicht, weil der bisher
ausschliesslich beobachtete stark excentrisch ' ist, sondern weil selbst
0. cartilagineum und O. rubinum die zweifache Ansatzstelle des Gom-
phus zeigen. Die für diese Untersuchungen zunächst liegende Gattung
Umbilicaria aber ist reich an Beispielen der gleichen zweifachen Eigen-
schaft der Lagerplatte.
‘ Auch bei Umbilicaria, wie wohl überhaupt bei allen mit Gomphus ausge-
statteten Phylloblasti, treffen gomphale und räumliche Mitte sehr selten zu-
sammen.
SUR
QUELQUES STATIONS NOUVELLES OÙ INTERESSANTES
DE LA
FLORULE DU GRAND-SAINT-BERNARD
PAR Gustave BEAUVERD
La riche flore du Grand-Saint-Bernard est certainement l’une des plus
anciennement explorées et des mieux connues de nos Alpes, et parmi
les nombreux travaux floristiques auxquels elle a donné lieu, il suffit
de citer Murith ‘et Tissière? pour montrer à quel point des générations
de botanistes ont consciencieusement parcouru cet intéressant territoire.
— Outre les renseignements puisés chez les deux auteurs précités,
notre collègue de la Société Muritienne, M. H. Jaccard, d’Aigle, a con-
signé dans son excellent Catalogue de la flore valaisanne * le résultat de
ses observations personnelles sur cette région, observations renforçant
le témoignage de toute une série de botanistes allant de l’illustre Haller
au regretté Favrat — pour ne parler que des morts.
Aussi bien est-il difficile actuellement de glaner du nouveau après
tant de sagaces observateurs, et les notes ci-dessous relatives aux récoltes
de notre excursion au Grand-Saint-Bernard en juillet 1900 ne peuvent-
elles guère prétendre qu’à confirmer par plus de détails certaines obser-
vations antérieures.
Berteroa incana DC. (= Alyssum incanum L. = Thlaspi inca-
mum Lobel). 1° haut des rochers abrupts en montant de Sembrancher à
Orsières, à droite de la route; 2° auprès du chantier des dalles, vers le
pont de la Dranse (rive gauche), au-dessous et non loin de la première
station / — Indiquée par H. Jaccard dans Cat. fl. val. (p. 23), en trois
stations aux abords de Martigny, comme rarissime et fugace: la présence
de cette plante dans le bassin de la Dranse pourrait-elle s’expliquer par
quelque cause artificielle, telle que le passage des bestiaux venant du
Piémont, où B. incana n’est pas rare, ou bien, au contraire, les rochers
? Murith, Guide du botaniste qui voyage dans le Valais, Lausanne 1810.
2 Tissière, Guide du botaniste sur le Grand-Saint-Bernard, Aigle 1865.
# Volume XXIV de la Soc. helv. des Sciences naturelles, Bâle 1895.
96 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (2)
de Sembrancher indiqueraient-ils une station isolée d’où la plante se
serait échappée et aurait gagné Martigny, 18 kilomètres plus bas, en
suivant le cours de la Dranse ?
Polygala pedemontana Perr. et Verl. (= P. corsica Grml. non
Bor. = P. nicænsis Brg. non Riss. p.; = P. comosa v. Gremli, Chod.).
Entièrement nouvelle pour la flore du Saint-Bernard, cette belle espèce
abonde dans les escarpements ensoleillés sous la cantine d’Aoste, entre
2000-2200 m. ! — Fort probablement apercue par Tissière et confondue
avec P. vulgaris lorsqu'il note dans son Guide du botaniste, p.28: «...sur
les deux versants de la montagne, jusqu’à l'altitude de 2100 m.» — Il
se pourrait aussi que ce fut sur la foi de cette phrase que M. H. Jaccard
mentionne dans son catalogue, à la suite de P. vulgaris, cette station :
« Entremont, 2100 m. (Tss.). » Dans le cas où notre supposition serait
fondée, il y aurait là une double rectification à signaler: celle de la valeur
spécifique de la plante, et celle de sa localité, qui appartient au territoire
italien et non à l’Entremont valaisan !
Rubus saxatilis L. — Tissière avait déjà signalé cette rosacée à
l'altitude extraordinaire de 2350 m. « au pied de la Tour des Fous », où
nous avons eu le plaisir de la retrouver entièrement épanouie, le 26 juillet
1900, dans les gros blocs écroulés de la Tour des Fous, puis, 50 à 60
mètres plus haut, dans les interstices des parois elles-mêmes, en plein
nord, où leurs robustes souches frutescentes, leurs larges feuilles et
leurs fleurs modestes contrastaient étragement avec le vif coloris des
Ranunculus glacialis, Gentiana brachyphylla, Androsace glacialis, Silene
exscapa. elc., etc., qui émaillaient de leurs milliers de corolles les îlots
de terre humide surgissant des champs de neige 30 à 40 m. au-dessous.
Mulgedium alpinum Cass., assez commune dans les forêts entre
l Amöne et la Folly, 1500-1600 m., val Ferret valaisan, station nouvelle.
Thesium pratense Ehrh. Station nouvelle : pälurages sous
Praillon (val Ferret valaisan), entre 1400-1500 m. — Indiquée dans Cat.
Jacc. au val Champex et à Orsières, qui seraient les deux stations les plus
rapprochées (8-10 kilom. environ).
Asplenium septentrionale Hffm. Deux nouvelles stations :
1° Rochers près Bourg-Saint-Pierre, à gauche de la route en montant à
Proz (station la plus proche : Valsorey, M. Correvon in Jacc. Cat. fl. val.)
et 20 blocs entre le Clou et les chalets de Ferret, 1700 m. environ, val
Ferret valaisan (station la plus proche : val Champex, Jacc., 18 kilomètres
plus au N.-W.)).
Chambésy, 9 novembre 1900.
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Bulletin de l’Herbier Boissier, le volume 20 fr.
Tome 5 (1895). 715 pages, 28 planches et 2 appendices.
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N° 4.— SCHINZ, H. — Die Pflanzenwelt Deutsch-Südwest- F=
AlııkaSs ET ur... RS 1.50
Ne 2. — HERZOG, Th. Einige briologische Notizen aus Grau- >
banden’und Wallis .- - 2 are 0.50
N° 3. — de WILDEMAN, E. Une nouvelle Chyiridinee (Micro. __—
Ihyors Mespearpi).—- "2 Ve 0.50
N° 4. — SYDOW, H. et P. Fungi Aliquot Novi à F. Stuckert ;
in Arsenlana lech =. =: ISERE. ee 0.50
No 5. — WAINIO, Edw. A. Reaciiones Lichenum à J. Müllero
Arsovienss-Descriplorum |: 1-1 20 1. —
N° 6. — MÜLLER, Karl. Freiburgi. Bg. Revision der Hepaticæin
Mougeot-, Nesiler- und Schimper Stirpes kryptogamæ 1,—
N° 7. — Abbé CHEVALLIER, L. Notes sur la Flore du Sahara 1.
N° 8. — CHABERT, Alfred. Les Rhinanthus des Alpes maritimes 4—
N° 9.— Prof. Dr ROSENSTOCK (Gotha). Aspidium [äbanoti-
CHR D SD ee TE ee 0.50
N° 10. — SCHINZ, Hans. Beiträge zur Kenntnis der Afrikanischen
Flora (Neue Folge) : I. Zur Kenninis der Pflanzenwelt
EE alba Bu shall ln a Al a POTTER D TEE us) Fl TU PE "1m. = cr
der Delaspa Bay = 2.202: 102 Sr 3.—
= Ns 414. — STEPHANI, Franz. Species hepaticarum suite). ... E— 3
N° 42. — MEISTER, Fr. Beiträge zur Kenntnis der europäischen E «4
Arten. von Dinculan SS Fr 22 2e 5— Be.
Ne®43.— FREYN,J. Ueber neue und bemerkenswerthe orienta- Se #
lische Pflanzenarten 257.7... as ae 2.50 -
N° 44. — FRANCHET, A. Mutisiaceæ japonicæ a dom. Faurie | 1
collectæ e herbariis Musei Parisiensis et dom. Drake 5 E
del Castillo; expos 2. ae 1.50. > 3
N° 15. — DE WILDEMAN, E. Observations sur quelques Chytri- _ -
dinées nouvelles ou pen connues...............-.. 1— à
N: 16. — STEPHANI, Franz. Species hepaticarum {suite)...... zes
A. — CHODAT, R. Sur trois genres nouveaux de Protocoe- \ EN
coidées et sur la florule planktonique d’un étang | a"
©: 1 du Dancmaek "er = Pa ET 5
Ins - 1:2 — RODRIGUE, Alice. Les fenilles panachees et les ERSTER
femilles colorées (rapports entre leurs couleurs ei er ä
: leur sirselure) 0222.22 2 20.205,72 -ee / BE.
3 A. — + CONTI, Pascal. Les espèces du genre Matthiola..\
& \B. — WILSON, F. R. M. Lichenes Kerzuelenses TRE / TS De
# N°18 C. — POST, Georges-E. Plantæ Postianæ (fase. x ETS 3
Ê ID. — MEYLAN, Charles. Contributions à la flore bryolo- 3
"7 zıque du Iurai: en
ze N° 19. — GOTTSCHALL, Michael. Anatomisch systematische Un-
E tersuchung des Blattes der Melastomaceen.......... 4.50 3
fi, (Voir la suite du sommaire à la seconde page de la couverture) ©
% : x
a OBSERVATION EA
- Be, à
7 Les auteurs des travaux insérés dans les Mémoires de PHerbier Boissier … |
ont droit gratuitement 3 trente exemplaires en tirage à part.
Genève. — Imp. Romet, boulevard de Plainpalais, 26.
“Re
Gustave BEAUVERD, Conservateur.
N° 22
Alps der Flechi at ing Umblicaria
Zugleich ein lichenologischer Beitrag
zur Kenntniss der Entstehung und des Begriffes der naturwissenchaftlichen Art.
VON
Dr. Arthur IMinks.
Mit einer Taiel.
UNE EXCURSION BRYOLOGIQUE A LA DOLE
et au Colombier de Gex
PAR
Charles MEYLAN
Date de la publication : 20 décembre 1900.
Pr 22 tr; 50:
GENÈVE er BALE
GEORG & Cie, LIBRAIRES-EDITEURS
MEME MAISON A LYON
1900
t À.
|
No 20:
N° 22
|
‘A. — SCHLECHTER, Rudolf. Monographie der Podo- :
A, -- SCHINZ, Hans. ‚Beiträge zur Kenntnis = Afrika-
"nischen Flora (neue Folge), XII (avec deux
"planches se - 2.2 Fee LENeene ” ; ;
B.— Société pour l’etude de la Flore franco-helvé- .
tique (Société pour l'étude de la Flore fran-
Gaise ‚(transformee). er 2 Re
C. — USTERI, A. Beiträge zur Kenninis der Platanen
(avee-une planche)s 5.0 ner a
D. — HECKEL, Ed. Bibliographie. Notice sur le Mu-
see et l’Institut colonial de Marseille... : ..
CREER CS RNA AN CRT RSR NE
\ B. — MINKS, Arthur. ‚Beiträge zur Erweiterung der
Ne 21
‘Flechtengattung Omphalodium. .............
EI BEAUVERD, Gustave. Sur quelques stations nou-
velles ou interessantes de la florule du Grand-
Saint-Bernard 5721298 22 2.2008 ee
A. — MINKS, Arthur. Analysis der Flechtengattung
Umbilicaria. Zugleich ein lichenologischer Bei-
trag zur Kenntniss der Entstehung und des
Begriffes der naturwissenchaftlichen Art. (Mit
einer Tafel #3...
B. — MEYLAN, Charles. Une excursion bryologique
à la Dôle et au Colombier de Gex...........
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER
N° 22.
Analysis
der
Flechtengattung Umbilicaria.
Zugleich
ein lichenologischer Beitrag
zur
Kenntniss der Entstehung und des Begriffes
der
maturwissenschaftiichen Art.
Von
Dr. Artkur Minks.
(Mit einer Tafel.)
EINLEITUNG.
Die Rathlosigkeit der Lichenographie vom Beginne bis heute lassen
wenige Gattungen der bisher aufgestellten Flechtensysteme so stark
hervortreten, wie Umbilicaria, weil diese, seit ihrer Abgrenzung durch
Hoffmann (1790) anerkannt, sichtlich eine der natürlichsten ist. Die
Schwankungen in der Beurtheilung sowohl der Zusammensetzung der
Gattung, wie auch ihrer Stellung innerhalb der Systeme werden erklär-
lich, wenn man die Entwickelung der Systematik der Lichenologie sich
vergegenwärligt.
Seit dem Anbeginne der Lichenologie treten zwei Bestrebungen auf,
ındem man entweder in den Fruchtkörper, oder in den Lagerkörper
den Schwerpunkt für die Beurtheilung jedes Flechtengebildes legen zu
müssen meinte. Freilich fehlte es nicht an solchen Systematikern, die
beide Seiten zu berücksichtigen suchten, ohne dass jedoch dabei
wenigstens die Erkenntniss der Gatlung Umbilicaria wesentliche Fort-
schritte machte. Die Ursache aber dafür, dass alle diese Bestrebungen
der Lichenographie soviel vergebliche Arbeit darstellen, findet man in
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER, n0 22, 20 décembre 1900. 1
2 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (2)
der Macht zweier Vorurtheile, die beide auch auf die Erkenntniss von
Umbilicaria ihren hemmenden Einfluss ausübten. Bis heute hat die
Lichenographie unter dem Banne der beiden Vorurtheile gestanden,
dass die Sonderung der Lichenen nach der Lagergestalt in Thamno-
blasti, Phylloblasti und Kryoblasti, und die nach der Gestalt des Frucht-
körpers in Gymnocarpi und Angiocarpi möglichst zum Ausdrucke zu
bringen wäre. Es gibt weder in der Vergangenheit, noch in der Gegen-
wart einen Systematiker, den ich für vollkommen frei von diesen Vor-
urtheilen erachten kann. Weil beide Richtungen der Meinung als
Grundzüge einfach undurchführbar sind, weil sogar von vorneherein
zahlreiche Umstände gegen die durchgehende Zulässigkeit beider
sprechen, ist schon desshalb für mich allen bisherigen Flechten-
systemen der Stempel künstlicher unverkennbar aufgedrückt. Beide
vermeintlichen Grundzüge widersprechen nemlich der Natur. Sie auf-
zugeben, wird eine Nothwendigkeit, wenn man sich der Ergründung
eines natürlichen Systemes zugänglich machen will. Erst so wird man
empfänglich für die Aufdeckung der mehr oder weniger im Wesen des
Lichen verborgenen Ursachen, deren gewissermaassen oberflächliche
Erscheinungen ausschliesslich die Grundsätze der bisherigen Systematik
vorgeschrieben haben.
Auch die mit dem Jahre 1846 beginnende Wendung in der Entwicke-
lung der Lichenographie hat auf die Ausbildung der Kenntniss der
Zusammensetzung von Umbilicaria den gleichen Einfluss ausgeübt, wie
auf vielen anderen Gebieten des Flechienreiches. Mit dem neuen Lichte
war nemlich auch hier, wie überall, viel mehr Schatten verbunden. Auf
die Stellung von Umbilicaria in den Systemen aber blieb Schærers
Einfluss maassgebend. Es bedurfte daher nur noch des Erscheinens des
Systemes von Th. Fries, um die Stellung von Umbilicaria unter den
Graphidaceen, die ihr schon Eschweiler (1824) gegeben halte,
unmöglich zu machen. « Wegen der faltig- oder gewunden-zusammen-
gesetzten Apothecien halten einige die Umbilicarien für verwandt mit
den Graphidaceen, dagegen sprechen jedoch die abweichende Beschaf-
fenheit des Lagers und besonders die Gonidien. » So verkündete Th.
Fries. Diese einige abweisende Erklärung trifft aber in der Geschichte
nur solche unter den Alten, womit wir den Abschnitt bis zur Licheno-
graphia Europæa reformata (1831) und die von ihr noch beeinflusste
Folgezeit ausdrücken dürfen. Der Versuch, in unserer Zeit Umbilicaria
als eine den Graphidaceen naturgemäss angehörige Gattung einzuführen,
ist daher vorläufig ein aussichtloses Unternehmen.
(2) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 3
Zur Gründung der Gattung Umbilicaria schied Hoffmann (1790) die
von Linné als Umbilicati bezeichneten Arten der Gattung Lichen aus
unler richliger Schilderung der Fruchtbildung. In Folge der Unbefan-
genheit überragt Hoffmann die ganze mehr als hundert Jahre umfas-
sende Folgezeit mit der Sicherheit seines Urtheiles. Seine Gattung
umfasste zehn Arten ohne Rücksicht auf die Schwankungen in der
Tracht des Fruchtkörpers. Anfangs hatte er die Apothecien von Umbi-
licaria pustulata nach der bis jetzt von fast allen Schriftstellern beob-
achleten Gestaltung beschrieben, späler aber fügte er die Beobachtung
hinzu, dass amerikanische Stücke (leg. Mühlenberg) deutlich und spiralig
gewundene Scutellen trügen. Wäre diese Beobachtung bisher nicht
unbeachtet geblieben, so würde die Geschichte nicht die naturwidrigen
Ergebnisse der Spaltung der Gattung aufweisen. Der Einwand, dass
Hoffmann hier eine Verwechselung begangen habe, ist nicht stich-
haltig. Nach seinen bekannten Beschreibungen und (guten) Abbildungen
ist bei ihm, der sogar Umbilicaria Pennsilvanica zu sondern wusste,
mangelhafte Kenntniss von U. pustulata nicht anzunehmen.
Der Unbefangenheit der Alten trat die Graphidacee in Umbilicaria
sogar so stark entgegen, dass sich unter ihnen mehrere offenbar dieses
Eindruckes kaum zu erwehren vermocht haben. Was aber schon auf
jene als enigegengesetzter Einfluss gewirkt, und was seit Schærer
(1850) sicherlich für die Beurtheilung der Stellung von Umbilicaria den
Ausschlag gegeben hat, ist die Einzelstellung der Gatlung, die man mit
der Aufnahme unter die Graphidaceen als nothwendig verbunden (still-
schweigend) zu denken nicht umhin Konnte. Aus Rücksicht auf solche
Absonderung sicherte man endlich Umbilicaria ihre Stellung inmitten
oder gar an der Spitze der höchsten Phylloblasti unter Schaffung einer
ausserordentlich weiten, ja unüberbrückbaren Kluft gegenüber den
Graphidaceen.
Erst in der allerjüngsten Gegenwart war die Aussicht gegeben, diese
Absonderung von Umbilicaria auszugleichen durch die Ausdehnung der
Graphidaceen über mehrere die höchsten Stufen im Flechtenreiche
einnehmende Gattungen. Zu den glücklichsten Einfällen, die Reinke
und Darbishire bei ihren Betrachtungen des Flechtenreiches gekom-
men sind, gehört sicherlich die Verweisung von Combea, Schizopelte
und Roccella unter die Graphidaceen. Verwunderung musste es daher
schon erregen, und hat es auch sicherlich nicht allein bei mir erregt,
dass Reinke diesen Gatlungen nicht Glossodium und Thysanothecium
folgen liess. Die Analogie zwischen den Parmeliaceen und den Graphi-
le MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (4)
daceen meines Systemes, die mit dem Einblicke in das Wesen der ersten
drei Gattungen aufgedeckt worden war, wäre durch die Hinzufügung
der beiden anderen gegenüber Bæomyces Pers. und Gomphillus erweitert
worden. Da eine solche Ausdehnung der Graphidaceen längst von mir
geplant war, musste ich höchst überrascht sein, als sich diese nicht auf
Umbilicaria erstreckte, vielmehr diese Gattung mit « Psora » zu meinem
höchsten Bedenken zusammengebracht wurde.
Es soll hier nicht ein ausführlicher Bericht über die Geschichte von
Umbilicaria geliefert werden. Ein solcher. selbst wenn er nur über die
von Nylander während seiner so langen Thätigkeit geäusserten An-
schauungen gegeben werden sollte, würde allerdings höchst werthvoll
sein. Freilich würde dieser ausschliessliche Ueberblick über eine ein-
schlägige Naturforscherthätigkeit mit Wehmuth erfüllen. Am Schlusse
gelangte diese lange Thätigkeit nemlich mit der weiteren Spaltung von
Umbilicaria in die drei Gatiungen Agyrophora, Gyrophora und Umbili-
caria zu dem stärksten Verstosse gegen die Natur, vor dem schon
Hoffmanns Einsicht bewahrt hatte. Demgegenüber macht im Ueber-
blicke über die Geschichte von Umbilicaria einen angenehmen Eindruck
das Streben Tuckermans. Als dieser Denker unter den Lichenologen
seinen strengen Anschluss an E. Fries (1845) später mit einem recht
besonnenen Fortschritte vertauschte, blieb zwar auch für ihn Umbili-
caria weit entfernt von den Graphidaceen, jedoch dieselbe natürliche
Gattung, wie seit Anbeginn, bei deren Zusammensetzung die ihm eigen-
thümliche Anschauung von der Thecaspore, wie sie thatsächlich sich als
natürliche herausstellt, zur glücklichen Verwendung gelangte.
ERSTE ABTHEILUNG.
Der Fruchtkörper der Gattung.
I. KAPITEL.
Entwickelung und Gestaltung des Fruchtkörpers.
Die Anlage des Fruchtkörpers geschieht in dem von Gonidien durch-
zogenen oberen Bereiche des Lagergewebes. Der Vorgang entspricht
genau dem, wie er bei der zweiten Gruppe von Omphalodium durch mich
(5) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 5
geschildert ist', weil beiderseits der Lagerbau gleich ist. Allein die
hyphose Wucherung, mit der die Fruchtbildung ohne jegliche Spur von
Anregung oder Einleitung durch einen geschlechtlichen Vorgang be-
ginnt, ist hier von Anfang an mit einer absonderlichen Erscheinung
verbunden. Bereits die winzigsten Hyphenknäuel fallen durch ihren
weiten Abstand von den Gonidien auf. Der Ausschluss der (thallinen)
Gonidien von der Theilnahme am Fruchtleben tritt so stark hervor, dass
man mit der ersten Anlage des Fruchtkörpers das Stocken der Ver-
mehrung und der Neubildung von Gonidien als unzertrennlich verbun-
den ansehen darf.
Nach seinem Hervortreten durch einen Einriss der «Rinde» nimmt
das Apothecium häufiger eine gyalectoide, als eine opegraphoide Gestalt
an. Daher können später zu Lirellen ausgeprägte Apothecien ebenso,
wie schon von Anfang an als Patellen auftretende, zunächst den Gyalecta-
Habitus sogar mit Einkerbung des Randes zeigen. Die letzte Bildung
bleibt bis zum Alter, oder schwindet bald. Solche an die Gyalectaceen
erinnernden Zustände des Fruchtkörpers sind unter den Graphidaceen
häufiger zu finden.
Welche Gestaltung aber auch immer erstrebt werden mag, ist doch in
jedem Falle als Ausdruck; normaler Entwickelung die Bildung eines
«Nabels» anzusehen. Der Artkreis Umbilicaria vellerea hat nemlich
sogar die Eigenthümlichkeit, dass diese Bildung als vorher angelegte mit
dem ganzrandigen oder strahlıg einreissenden Excipulum als solchem
sofort in die Erscheinung tritt (Taf. 1, F.1 und 2). Diese Bildung ver-
dient die übliche Bezeichnung gar nicht, denn sie ist, wie man nach
meinen früheren Forschungen schon weiss, der auf der Scheibe sichtbare
Antheil einer bis in die Tiefe durchgehenden, aber umschriebenen An-
häufung oder Verdichtung von apothecialem |Grundgewebe, die ihrem
Wesen nach mit begrenztem Ausbleiben der Entwickelung von Frucht-
hyphen sich verbindet.
Diese im Fruchtleben sehr verbreitete Erscheinung ist bei den Gra-
phidaceen und im besonderen bei Umbilicaria von hoher Bedeutung,
denn von ihr geht weiter die Entfaltung des (typisch) zusammengeselz-
ten Fruchtkörpers der Gattung aus. Verharrt eine solche Anhäufung von
Gewebe im Zustande der Ruhe, so stellt sie zeitlebens den « Discus umbi-
licatus » der Patella dar, spaltet sie sich aber, so werden aus dem einen
Apothecium bald zwei, oder der einfache Fruchtkörper wird ein zusam-
1 Mm. de l’Herb. Boiss., Nr. 21, p. 87 (1900).
6 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (6)
mengeseizter. Dass bei der Lirella die centrale Anhäufung durch die
länge des Apothecium, wie bei allen Graphidaceen, sich ausdehnt und
dann in der Regel einen länglichen Wulst auf dem Discus schafft, ist
selbstverstländlich. Wären die Urheber neuer Gattungen bestrebt ge-
wesen, dieselbe Klarheit über, den Fruchtkörper der Tribus zu gewinnen,
so wäre diese um mehrere Gattungen, z. B. Piychographa Cromb. und
Diplograpka Müll., ärmer geblieben. Es kann aber noch jederseits zwi-
schen der Mitte und dem Rande des Apothecium eine neue Scheidewand
entstehen, mit deren Spaltung die Zusammensetzung des Körpers ver-
mehrt wird. Dieser Vorgang mit folgender Spaltung kann sogar zwischen
der zuerst entstandenen Scheidewand und der Mitte des Fruchtkörpers
einerseits und dem Rande andererseits sich noch öfter wiederholen. Da
sich alle Stufen der Zusammensetzung neben einfachen Zuständen bei
derselben Form auf einem Lager vereinigt finden. nahm man für den
zusammengesetzten Körper von lirelloider Tracht ein Verstreichen des
ursprünglichen Randes an. Allein in Wirklichkeit bleibt für alle Apothe-
cien eine gemeinsame Umrandung bis zum Schlusse.
Wenig wirken gewisse Besonderheiten der ursprünglichen Gestalt des
jungen und einfachen Fruchtkörpers auf die Fortsetzung und den Ab-
schluss des Fruchtlebens ein. Wie bei den Graphidaceen überhaupt, so
kommt auch hier stärkste Krümmung des anfänglichen Apothecium vor,
welche Abänderung man später noch im höchst zusammengesetzten
Körper erkennt. Wie in der Tribus überhaupt, so tritt auch hier eine
dreieckige Gestalt des Umrisses des Fruchtkörpers auf. Ein Vorherrschen
dieser Gestalt hat die stark sternartige Gestaltung des zusammengesetz-
ten Körpers zur Folge. Aber auch im letzten Falle bleibt ein gemein-
samer Rand als dauerndes Gebilde. Endlich soll als regelwidrige, jedoch
lehrreiche Erscheinung hervorgehoben werden die einseitige oder
(besser ausgedrückt) nur im Sinne eines Halbmessers von Anfang an
ausgeführte Spaltung von Lirellen.
Die Entleerung +des Apothecium ist ihrem Wesen nach für den ge-
sammten Inhalt eine einmalige in Folge einer durch das Excipulum hin-
durchgehenden Trennung des Gewebes. Das Schlussbild des Frucht-
körpers wiederholt überhaupt alle Eigenthümlichkeiten der Graphida-
ceen. Grosse Patellen sind bei Umbilicaria in dieser Hinsicht besonders
lehrreich. Diese den Graphidaceen mit den Gyalectaceen und den Verru-
cariaceen gemeinsamen Verhältnisse werden später noch wiederholent-
lich und eingehend behandelt werden.
Die mit einem Stielchen (Stipitellum) versehenen Fruchtkörper haben
(7) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 7
darin kein die Arten als solche kennzeichnendes Merkmal. Trotz der von
vornherein scharfen Ausschliessung der Thallogonidien bei der Anlage
des Fruchtkörpers ist es möglich, dass der Thallus zu dessen Erhebung
das seinige beiträgt entweder durch Anhäufung eigener Gewebemasse
oder durch Ausstülpung seiner Platte. Das entgegengesetzte Verhalten,
die Einsenkung des Fruchtkörpers, könnte vielmehr als Merkmal (Art-
kreise U. vellerea und U. Muehlenbergü) dienen. Die Ausschliessung der
Thallogonidien vom Fruchtleben lehrt, dass die Betheiligung des Lagers
an der Randbildung des Fruchtkörpers hier nicht einmal eine beglei-
tende Erscheinung, wie bei Omphalodium, sein kann, dass vom Lager
umrandete Patellen im Lager steckengebliebene Gebilde sind, also Ver-
kümmerungen im Fruchtleben sich den Anschein von Sculellen geben.
ll. KAPITEL.
Innere Ausbildung und Bau des Fruchtkörpers.
Weil das Lager an der ganzen Oberfläche nicht mit einem Maschen-
gewebe, sondern mit den durch kugelige Zellen ausgezeichenten Aus-
läufern der Lagerhyphen abschliesst, also überhaupt keine Rindenschicht
im wahren Sinne bildet, der Fruchtkörper jedoch in seinem Excipulum
eine solche Schicht besitzt, ist die Grenze beider Gebiete trotz aller
Gleichheit der Färbung bequem und sicher festzustellen. Mag also im
Durehschnittsbilde ein riesiger Fruchtkörper sich noch so sehr zusam-
mengeseizt zeigen, ist doch an der Oberfläche da seine Grenze deutlich
erkennbar, wo sein Maschengewebe abschliesst.
Ein histologischer Vergleich vieler Zustände des Fruchtkörpers hat
gelehrt, dass in der ganzen Gattung bei dessen vielfachen Gestaltungen
die Vervielfältigung von der Scheibenfläche aus durch eine Anhäufung
(des eine Zeit lang als Thalamium auftretenden) Grundgewebes einge-
leitet und von einer diese je nach den verschiedenen Graden bis zum
Kerne des Exeipulum durchziehenden Spaltung vollendet wird (Taf. 1,
F.55,6 c, d, e), wobei es an der Oberfläche auf Bildung oder Fortsetzung
der Rinde ankommt. Die zahlreiche Vervielfältigung hat zur natürlichen
Folge die Zunahme der Höhe im Grunde des Fruchtkörpers. Je grösser
nemlich die Zahl der Apothecien wird, desto mehr erweitert sich die
dem Lichte zugekehrte Fläche des gesammten Fruchtkörpers. Weil er
8 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (8)
aber auf die Verbindung mit dem Lager angewiesen bleibt, muss in seinem
Grunde eine stielartige Bildung entstehen, denn das Wachsthum des
Lagers hält nicht gleichen Schritt mit der Ausdehnung des Fruchtkörpers.
So erklärt sich einfach und natürlich der beim ersten Anblicke der
Durchschnitte scheinbare Gegensatz zwischen einem einfachen (Taf. 1,
F.3 und 4) und einem zusammengesetzten Fruchtkörper (Taf. 1, F. 5).
Man hat für dieses Studium die Durchschnitte durch genau in demselben
Kreisdurchmesser der Scheiben einander gegenüberstehende Apothecien
zu wählen und darnach das übrige Bild entsprechend der Zahl der den
Fruchikörper zusammensetzenden Apothecien sich in der Vorstellung zu
ergänzen'. Aus allem ergibt sich, dass im Inneren jedes Fruchtkörpers
eine ideale Mitte für das ganze Fruchtleben gegeben ist, die im Falle
dauernder Einfachheit des Körpers auch örtliche Mitte ist (Taf. 1, F. 3a),
in Folge der Zusammensetzung jedoch fortschreitend an den Grund des
ganzen Gebildes gerückt wird. um schliesslich sogar in einen Strang
auszulaufen (Taf. 1, F. 6).
Im Grundgewebe des Fruchtkörpers. besonders aber im Gebiete des
Excipulum geschieht die Sonderung. indem ein Theil durch Dichtig-
keit der Maschen und Bräunung der Hyphen als Rinde, ein anderer
durch weitläufigeres und oft farbloses Maschengewebe als Mark sich
darstellt. Jedoch bräunen sich wieder im letzten Gebiete die der idealen
Mitte angehörigen Bereiche oder ihr zustrebenden basalen Ausläufer
des Fruchtkörpers, die in der Zahl den Apothecien entsprechen. Etwas
Uebung im Vergleichen brauchbarer Durchschnitte lehrt jede Alters-
stufe des Einzelapolhecium vor und nach der Spaltung leicht erkennen
(Taf. 4. F. 6). Demnach ist Nylanders einstige Auffassung (1875), nach
der Umbilicaria (in seinem Sinne) ein aus Rinde und Mark des Thallus
bestehendes Receptaculum ohne Gonidien, Gyrophora aber ein von
der Lagerrinde im Baue abweichendes Perithecium hat, nicht zulässig.
Durch ein solches Studium wird also die Frage, ob der Fruchikôrper
von Umbihcaria (typisch) zusammengesetzt sei, bejaht. Ein fortgesetzt
in sich theilbares Ganzes, dessen Theile die Gestalt des ersten einfachen
Gebildes und dabei eine gewisse Unabhängigkeit voneinander erlangen,
ist ein zusammengesetzter Körper. Weder die lecideine Tracht, noch
die Einfachheit gehört zum Typus des Fruchtkörpers der Gattung.
Durch diese wird jedoch die Anordnung der Arten innerhalb der Gat-
? Fig. 5 zeigt einen solchen Durchschnitt, der unter 5 den Fruchtkörper
zusammensetzenden Apothecien gewählt ist.
(9) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 9
tung vorgeschrieben, so dass mit solchen Formen die Aufzählung anhebt,
und die ein fortschreitend entgegengesetztes Verhalten beobachtenden
folgen. Wie oberflächlich die Naturbeobachtung sein muss, die zu einer
Sonderung der Gattung Hoffmanns in Umbilicaria, Gyrophora und
Agyrophora gelangte, ist hiermit nachgewiesen.
Die Zusammensetzung des Fruchtkörpers aus einer Mehrheit von
Apothecien führen Schærer, Kerber und Tuckerman auf eine
Sprossung (Prolificatio) zurück. Wir finden allerdings auch hier, wie
im Fruchtleben der Lichenen überhaupt, sehr wohl eine wirkliche
Sprossung des Fruchtkörpers als eine wiederholte Entstehung von
neuen Apothecien auf dem Boden vorangegangener älterer. Diese Er-
scheinung ist den Parmeliaceen, Calyciaceen, Graphidaceen und Gyalec-
taceen eigenthümlich ; sie fehlt meines Wissens nur den Verrucaria-
ceen. Bei allen, also auch bei Umbilicaria, kann diese Sprossung im
Fruchtleben stattfinden entweder auf dem Grunde alter Apothecien
nach Entleerung ihres Inhaltes in bald einfacher, bald mehrfacher An-
zahl, oder im Bereiche noch vollständiger allerdings nur in einfacher
Anzahl, jedoch mit der Möglichkeit der Wiederholung bei aller Erhal-
tung der vorausgegangenen.
Den Vorgang der Vervielfältigung des Fruchtkörpers in seinen zahl-
reichen Stufen musste Th. Fries übersehen, um seiner abweichenden
und naturwidrigen Meinung von einem streckenweise begrenzten Unter-
gange des Thalaminium, der sich dann äusserlich in der bekannten
Weise anzeigen soll, und von der Stellung der Gattung im System zu
gelangen.
Die Thatsache wirklicher Bildung von Fruchtkörper-Gruppen wird
dargethan durch die Einfachheit des thallinen Antheiles, der sich selbst-
verständlich in die der Zahl der (zwei, selten drei) Fruchtkörper ent-
sprechenden Aeste theilt (Taf. 1, F. 6). Für diese Fälle zeigt sich der
Werth meiner anatomischen Aufschlüsse. Indem nemlich in solchem
Gebiete der Vereinigung mehrerer Fruchtkörper die Thallogonidien
nur im untersten Grunde des gemeinschaftlichen Stieles zu finden sind,
wird die Unabhängigkeit des Fruchtkörpers, wie sie schon in der frühe-
sten Jugend deutlich ist, noch im höchsten Alter recht auffällig. Man
darf also die Ausdehnung der Gonidienlage höchstens nur im Falle der
Einfachheit des Fruchtkörpers als Anzeichen der Ausdehnung der Lager-
masse benutzen. Es kommt dann sogar vor, dass im äussersten Grunde
des Stieles ein kaum oder gar nicht unterbrochener Zusammenhang
innerhalb der Gonidienlage besteht (Taf. 1, F. 3 und 5). Durch starke
10 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (10)
Ausbildung hervorragende Stiele von Fruchtkôrper-Gruppen enthalten
im Alter nicht selten von Gas oder Luft ausgefüllte Hohlräume
Endlich ist hiermit die Frage der Randbildung, ob nemlich in jedem
Falle ein « Margo proprius », oder ein « Margo thallodes in proprium
mutatus » vorhanden sei, entschieden. Selbst die Stielbildung vermag
die bereits gekennzeichnete Bedeulung des Lagers für das Fruchtleben
zu erhöhen. Der Fruchtkörper in seinem einfachsten Ausdrucke hat
zu seiner Gestaltung stets nur ihm Eigenthümliches. Fälle von Ver-
kümmerung, in denen das lecideine Apothecium im Lager stecken
bleibt, sind eben Regelwidrigkeit. Man darf also von irgend einer
Betheiligung des Lagergewebes, sobald als von ihm die Anlage des
Fruchtkörpers ausgegangen ist, an der späteren Hersiellung dieses
Körpers nicht reden. Denn zweifellos ist nicht allein das farblose
Maschengewebe innerhalb des zusammengesetzten Fruchtkörpers (Taf.1,
F. 5), sondern auch der Grund des einfachen (Taf 1, F. 3 und 4) in der
Ausbildung der Masse weit vorgeschrittenes Grundgewebe des Frucht-
körpers, dessen Sonderung durch Gefüge und Farbe eben zu dem
Irrthum verleitet, dass der farblose Antheil aus » Markhyphen des
Lagers » bestehe.
Der Uebergang des für das Thalamium bestimmten Antheiles des
Grundgewebes von dem Zustande zarter und aus winzigen Zellen beste-
hender Hyphen zu Gonohyphema, womit die Ausbildung zu Paraphysen
verbunden wird, ist bis jetzt nicht bei allen Formen gesehen worden.
Weil aber bei einigen wahre Paraphysen, und zwar als derbe, mässig ver-
zweigte, vielgestaltige, mit abgesetzten Zellen und endlich mit kugeligen
Spitzenzellen versehene Hyphen, längst bekannt sind, darf man an-
nehmen, dass diese Ausbildung der Thalamiumhyphen bei den anderen
nicht unterbleibe, sondern erst im höchsten Alter des Fruchtkörpers,
das man bisher vernachlässigt oder noch nicht gesehen hat, erfolge.
Dass das Fruchtleben auch in den ausgefallenen Antheilen der Apo-
thecien, als den wichtigsten, fern von der Ursprungsstätte fortgeseizt
werde, für diese schon längst von mir aufgestellte Lehre liefert hier
der Lebensgang der Thecaspore genügende Grundlage. Da der Lebens-
gang der Fruchthyphe dem bekannten von Leptogium entspricht, findet
man hier auch die analogen Zustände. Eine unwesentliche Abwei-
chung ist der Mangel eines eigentlichen Hypothecium als einer sich
im Bilde abhebenden Schicht, weil die Fruchthyphe über mehr, als
1-2 Zellen als Sterigmata, nicht verfügt. Der auch hier doppelhäutige
Schlauch schliesst 1-2-4-6-8 Sporen ein. Diese Unregelmässigkeit
(11) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 11
wird, wie bei Leptogium, vor allem durch Verkümmerung der Frucht-
hyphe, mit der eine Herabsetzung der Zahl der Zellen des fruchtbaren
Abschnittes dieser Hyphe verbunden zu sein pflegt, hervorgerufen,
was namentlich bei U. pustulata leicht und oft zu studiren ist. Die
Unregelmässigkeit beruht aber auch auf dem nicht gänzlich unbe-
kannten Umstande, dass die in grösserer Zahl angelegten Sporen frühe
in der Ausbildung stehen bleiben, und dass nur einige oder einzelne
das Ziel (wenigstens innerhalb des Fruchtkörpers) erreichen, wie es
für Europa allein bei U. pustulata und U. spodochroa bekannt war.
Es bedurfte gar nicht der Betonung der Thatsache durch Tucker-
man’, dass die einfache Spore von U. angulata Tuck. zu einem poly-
blastischen und braunen Gebilde sich ausbildet, da diese dem Kreise
U. vellerea angehört, wo schon von U. spodochroa derselbe Gang der
Entwickelung durch Nylander ? auch dem Ersten bekannt geworden
war. Jedenfalls ist aber für Tuckerman ein solcher Gang der Aus-
bildung mit Recht beweiskräftig genug, um den untergeordneten oder
nichtigen Werth rein gradualer Unterschiede, weil sie eben nur Stufen
im Sporenleben darstellen, als Thatsache erachten zu dürfen. Von un-
schätzbarer Bedeutung ist aber für die Richtigkeit nicht nur der An-
schauung Tuckermans von der Thecaspore, sondern auch der meinigen
von dem ganzen Lebensgange der Fruchthyphe und im besonderen von
der Weiterentwicklung der Spore nach Aufhören des Zusammenhanges
des Fruchtkörpers meine Beobachtung bei U. Caroliniana. Sie, die dem
Kreise U. Muehlenbergü angehört, bildet, wie diese, je 8 Sporen, nicht
bloss je 2 nach Tuckerman aus. Dazu kommt aber, dass alle Organe
im Schlauche die Höhe der Ausbildung, die Tuckerman bei den nur
in der Zweizahl auftretenden gesehen hat, erreichen können, dass also
diese Form das bei dieser Gattung vielsagende Schauspiel durch-
gehends mit je 8 polyblastischen und braunen Sporen gefüllter
Schläuche gewährt.
Der Bau der reifen Spore entspricht dem des Organes von Buellia
geographica. Die eigentliche Begründung dieses Typus durch eingehende
Schilderung kann hier nicht erfolgen.
Auch nach der neuesten Kenntniss der Sporengeschichte ist die
Widernatürlichkeit einer Sonderung der Gattung in mehrere über allem
Zweifel erhaben.
1 Syn. lich., I, p. 85.
2 Syn. lich., 1I, p. 10.
12 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (12)
ZWEITE ABTHEILUNG.
Das Lager der Gattung.
I. KAPITEL.
Aeussere Gestaltung des Lagers.
Auch bei dieser Gattung darf man, wie bei Omphalodium, die ein-
blätterigen und die vielblätterigen Lager der Schriftsteller nicht ohne
weiteres gegenübersiellen. Öffenbar besteht hier ebenfalls einfache
Individualität bei engstem gegenseitigem Anschlusse auf der Unterlage
in Folge zufälligen Zusammentreffens einer Anzahl von Lagern und
zusammengesetzte bei sympodialer Vereinigung durch einen Mutter-
boden. In beiden Fällen ist die Möglichkeit gegenseitiger Störung
der Entfaltung auch hier von vorneherein verständlich. Die dichte Aus-
breitung schorfartiger und kleinblätterichter Zustände nach der Weise
höherer Kryoblasti, die im Schriftthum bisher als Formen und Varie-
täten, selten als Arten gegolten haben, stellt auch bei dieser Gattung,
wie bei anderen phylloblastischen, der Forschung eine noch zu lösende
Aufgabe, zu deren Lösung zwei Wege versucht werden müssen. Der
von Reinke versuchte Weg, der zur Vereinigung von Umbilicaria und
« Psora » führte, stellt sich schon damit als ein Irrweg dar.
Der Gomphus setzt sich jedenfalls im Alter aus einer Mehrheit oder
Vielheit sogar makroskopisch erkennbarer Theile zusammen und stellt
sich hier und da als eine Vereinigung von Strängen dar, die strahlen-
artig nach der Weise von Baumwurzeln auf der Unterlage zusammen-
treffen. Die excentrische Stellung des Gomphus ist eigentlich die Regel.
Räumliche und gomphale Mitte des Lagers treffen sehr selten zusam-
men. Bei den krustigen, kleinblätterichten Formen kann sich die Stel-
lung des Gomphus bis zur lateralen oder basalen, wie bei Omphalodium,
steigern.
Hiermit ist alles, was sich über die äussere Gestaltung des Lagers von
Umbilicaria im Hinblicke auf das vegetative Leben hervorheben läs t,
gesagt. Dieser geringe Inhalt wird gegenüber der bekannten Mannich-
faltigkeit Erstaunen erregen. In Wahrheit gehören aber alle die ver-
schiedenartigen Erscheinungen, die dem Lagerkörper seine wechsel“
(13) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 19
reiche Tracht verleihen, nicht dem vegetativen Leben an, wie man
bisher ohne jegliche Veranlassung zu einer anderen Anschauung gewähnt
hat, sondern sind ebenso mannichfaltige Aeusserungen eines Fortpflan-
zungtriebes von unerhörter Ueppigkeiït und Macht.
IT. KAPITEL.
Innerer Bau des Lagers.
Die Schriftsteller, die am eingehendsten den Bau des Lagers behan-
delt haben, Schwendener', Nylander’ und Th. Fries?’ sind gleich-
mässig dem Irrthum verfallen gewesen. Durch Vollständigkeit überragt
die andern nicht Schwendener, sondern Nylander.
Der letzte Lichenologe hat nemlich das Dasein eines Stratum epithal-
linum (U. pustulata und U. tessellata) gewürdigt. Wie ex sich aber den
Bau dieser Schicht vorgestellt hat, darauf einzugehen, wollen wir uns
erlassen. Es ist immerhin anerkennenswerth, dass er Schwendener
gegenüber mit seinen bescheidenen optischen Hilfmitteln diese Schicht
erkannt hat. Sie wird vom Hyphema gebildet, das bald, gleichmässig
ausgebreitet und mit reichlicher Gallerte durchsetzt, eine glatte Ober-
fläche bildet, bald in unbestimmten Anhäufungen auftritt. Keineswegs
hängt von seinem blossem Dasein die graue Färbung der Oberseite des
Lagers in der Gattung ab. Um diese hervorzurufen, muss Luft in die
lockeren und missgestalten Anhäufungen des Gewebes getreten sein.
Es handelt sich also dann um eine rein optische Erscheinung. Ohne
diesen Luftgehalt vermag eine mächtige und zusammenhängende Schicht
dieses Gewebes die Lagerfläche braun gefärbt erscheinen zu lassen. Die
Verschiedenheit dieses Verhaltens zu ergründen, fällt wohl hauptsäch-
lich der Biologie als Aufgabe zu. Diese Schicht hat nebst der mannich-
faltigen Thätigkeit der Fortpflanzung Schwendener freilich veranlasst,
sich eine sehr geringe Widerstandskraft dieses Lagers gegen atmo-
sphärische Einflüsse auszumalen.
Das höchst kleinzellige Hyphema erfüllt in dichtesten Massen den
ganzen Lagerkörper. Um sich jedoch davon eine Vorstellung zu machen,
1 Unters. des Flechtenthallus, II, p. 53-57.
2 Flora 1875, p. 303, 1878, p. 247.
8 Lich. Scand., I, p. 149-151.
14 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (14)
muss man von der Behändlung mit Aetzkali absehen und vielmehr nur
Wasserpräparate benutzen, weil die sehr starke Aufqueïlung des Gono-
hyphema mit seiner gallertigen Umhüllung, sowie der amorphen Zwi-
schengallerte eine Zersprengung und Zertrümmerung des Hyphema zur
nothwendigen Folge hat. Der Reichthum an amorpher Gallerte und die
Beschaffenheit der Gallerte überhaupt sind die Ursache der steinartigen
Härte, die im ganzen Flechtenreiche ohne Gleichen sein dürfte, und die
namentlich Th. Fries zum Irrthum verleitete, dass sie durch reich-
liche Aufnahme anorganischer Stoffe entstünde'.
Nylanders Beschreibung des Lagerbaues hat aber noch einen
anderen Vorzug vor der Schwendeners. Dieser betrifft die Ent-
stehung der Gonidien, die sich thatsächlich in allen Uebergängen, und
zwar selbst der Stärke der grünen Farbe, auf Zellen, die den kugeligen
Zellen der « Rinde » gleichen, zurückführen lässt.
Von einer Sonderung des Lagergewebes in Rinde und Mark darf hier
nicht die Rede sein. Die aus bald zartem, bald derbem Gonohyphema
in weiten Maschen gebildeten Lagerplatien senden nach ihrer ganzen
Aussenfläche ihre Hyphen genau im orthogonal-trajektorischen Verlaufe
(Schwendener), wie Thamnoblasti. Diese laufen unter fortschrei-
tender Zunahme der Querdurchmesser in :Reihen kugeliger Zellen aus.
Davon ist selbst der Bereich der « Pusteln » von U. pustulata nicht
ausgenommen. Besondere,Grösse der Zellen hat zur Annahme eines
hervorragend schönen Parenchyms und sogar zur Anwendung für die
Unterscheidung von Arten verleitet. Es gibt aber im Lager der ganzen
Gattung nichts anderes, als Maschengewebe. Wirklich sorgfältige Unter-
suchung findet keine Grundlage für die Annahme der Ausbildung eines
Pseudoparenchyms, oder gar eines Parenchyms.
Zu Zwecken der Diagnose ist leider der Bau des Lagers kaum
zu gebrauchen. Allerdings kommen Verschiedenheiten innerhalb der
Gattung vor, allein diese Schwankungen sind nur für den gewiegten
Flechtenanatomen brauchbar. Etwas mehr Werth erlangt die Neigung
des Gonohyphema zur Missgestalt der Zellen im Kreise U. vellerea. Jeden-
falls wird sie zu einem besonderen Bande für die Zusammengehörigkeit
der Glieder dieses Kreises.
Die allgemeine Unklarheit in Betreff des Baues der Unterseite des
Lagers erklärt sich aus der grossen Seltenheit der Ruhe der Fortpflan-
zung. Die dort gebildeten Unebenheiten, Wärzchen oder den Aesten
! Lich. Scand., 1, p. 154.
(15) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 15
von Thamnoblasti analoge Fortsetzungen des Gewebes, nehmen an der
Berindung im Sinne der Schriftsteller theil, d.h. auch ihre Hyphen
laufen nach der Oberfläche aus, wie im rein vegetativen Gebiete des
Lagers.
III. KAPITEL.
Die fortpflanzende Thätigkeit des Lagers.
Das Fehlen jeglicher soredialen Bildung in der ganzen Gattung Umbi-
licaria muss um so mehr auffallen, als mehrere Formen sich sowohl
durch Häufigkeit des Vorkommens und Ausbreitung an den Wuchsorten,
als auch durch Seltenheit der Apothecien auszeichnen. Bisher hat man
sich einfach nicht angeregt gefühlt zu der Frage, wie für die massen-
hafte Vermehrung aller solcher Flechten, also nicht bloss der Umbili-
carien, wenn eben mit Seltenheit der Apothecien (und der Clinospo-
rangien) Mangel der Soredien sich vereinigt, gesorgt sein könnte.
Zur einleitenden Betrachtung der fortpflanzenden Thätigkeit des
Lagers von Umbilicaria wähle ich als Ausgangpunkt mein bekanntes
Gesetz vom Untergange des Flechtenkôrpers. Denn die wirklich neue
Kenniniss, mit der die Wissenschaft jetzt bereichert wird, ist, im Grunde
genommen, sogar eine Erweiterung, also auch eine Bestätigung dieses
Gesetzes. Auch dem Lagerkörper von Umbilicaria ist unter regelrechten
Verhältnissen der Untergang in Folge des Alters durch Tod nicht
beschieden. Mit dem Aufhören seines Zusammenhanges wird ebenfalls
der Vermehrung der Art gedient. Da hierbei ‚aber die sorediale Auf-
lösung nicht in Thätigkeit tritt, geschieht es einfach mittels der Zer-
theilung. Die Zertheilung des Lagers kann aber auf dreifache
Weise ausgeführt werden, durch Zerschlitzung (Dilaceratio), durch
Ausstossung (Perforatio) und durch Ablösung (Desquamatio).
Die Zerschlitzung hat man bisher wohl für ein Anzeichen von Zerfall
des Lagers in Folge von Altersschwäche oder ungünstigen Lebensver-
hältnissen stillschweigend erachtet. Man hat sich nie die Mühe gegeben,
von der sehr häufigen und deutlichen, ja fast regelmässigen Ausbildung
dieser Art von Zertheilung bei U. erosa ausgehend, den analogen Vor-
gang bei anderen Formen zu studiren, wo er nur in der Regelmässigkeit
und Schönheit nachsteht. Die Ausstossung hat man sicherlich als eine
der ersten gleichwerthige Erscheinung im Flechtenleben angesehen.
16 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (16)
Auch diese Art von Zertheilung entbehrt nicht der Regelmässigkeit. Sie
wird gewöhnlich durch Ausstülpung eingeleitet. Diese Ausstülpung hat
die Lichenographie beachtet. Allein die Bezeichnung dieser Bildung, die
übrigens nicht allein bei U. pustulata vorkommt, mit Pustula oder Papula
erweckt eine ganz irrige Auffassung und ist daher zu verwerfen. Sie
drückt jedenfalls die herrschende Anschauung von dieser Erscheinung
als rein vegetativer bestimmt aus. Die Ablösung ist nach der Verschie-
denheit ihrer Stelle als epithalline und hypothalline zu unterscheiden.
An demselben Lager gleichzeitig kommen vor am häufigsten die Zer-
schlitzung und die Ausstossung, seltener beide und die Ablösung.
Ausser dieser thallinen Fortpflanzung tritt in reichem Maasse die
Sprossung (Blastesis) auf, und zwar als epithalline und hypothalline, oder
als Epiblastesis und Hypoblastesis. Alle Gebilde in Gestalt von Warzen
und Fasern der Oberfläche dienen diesem Zwecke. Hier die hypothallinen
Fasern als Haftern (Pythmenes Wallr., Rhizinæ Auct.) aufzufassen, ver-
bietet sich von selbst als Widersinnigkeit bei dem Dasein eines einzigen
und eigenthümlichen Haftorganes. Aber auch durch das ganze Flechten-
reich hin muss in den Fällen, wo diese Fasern zum (meist geringen)
Theile für das Haften sorgen, wenigstens den dabei nicht betheiligten
irgend eine Rolle bei der Fortpflanzung zuertheilt werden, was ich be-
reits in Betreff von Leptogium längst nachgewiesen habe.
Dass es sich bei allen diesen Vorgängen um den Zweck der Fortpflan-
zung handelt, lässt sich am leichtesten an der Sprossung nachweisen.
Alle die sonderbaren epithallinen Auswüchse en!falten sich thatsächlich
zu Lagern noch an der (lebenden) Ursprungsstätte, sind also die Anfangs-
stufen von Tochterlagern, die sich noch auf dem Mutterlager aus-
bilden. Noch in ihrer Jugend, die sie auf dem Mutterlager verbringen,
können sie nicht nur wieder Sprosse treiben, sondern sogar Apothecien
erzeugen. Von den hypothallinen Fasern ist zwar nicht überall das
Gleiche beobachtet, von den sicheren Fällen jedoch ist mit Recht der-
selbe Schluss in Betreff der anderen zu ziehen. Schon Schærer hatte
die Erzeugung von neuen Lagern an der Spitze hypothalliner Fasern bei
Ü. hirsuta beobachtet'. Hierher gehört auch Branths werthvolle Beob-
achtung neuer Individuen am Gomphus von U. stipitata?. In der Sicher-
! Umbilicariæ Helvet., p. 96, Tab. X, Fig. 20-21. — Diese Arbeit ist 1821
erschienen ; sie umfasst p. 65-114 und Taf. X-XIV. Also ist Krempelhubers
Angabe in drei Punkten unrichtig [Geschichte der Lich., Bd. I, p. 538].
? Grünlands Lichen-Flora, p. 491.
(17) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 17
heit des gleichen Nachweises folgt die epithalline Ablösung, dagegen
fehlt von der hypothallinen noch eine vollständige Beobachtung. Allein
für die Richtigkeit der Auffassung des letzten Vorganges spricht schon
das anatomische Verhalten. Denn die bei der Ablösung gebildeten Riss-
flächen nehmen den Bau alter vegetativer Lagerflächen an. Bei der
Zerschlitzung und der Aussiossung endlich darf man wohl von vorn-
herein die regelmässige Zertheilung des Lagers in eine beliebige Anzahl
von Abschnitten und deren Trennung von der Ursprungsstätte als einen
Vorgang zum Zwecke der Fortpflanzung auffassen.
Wie diese Vorgänge aber in der Ferne vom Mutterlager zum Schlusse
sich abspielen, darüber kann erst die Naturbeobachtung aufklären. Liest
man jedoch zwanglos eine alte Schilderung, so darf man die Thatsache
wenigstens einer solchen Beobachtung annehmen, auf die übrigens
bereits Schærer hingewiesen hat. Die epithallinen Sprosse von U. pu-
stulata, die schon von den Alten mit Bewunderung geschildert und
abgebildet sind, deren Wesen aber in der ganzen späteren Zeit uner-
kannt geblieben ist, stellen nach Weber’ die ersten Anfänge einer
neuen Flechte dar, denn sie wüchsen allmälich aus, erschienen als
Blättchen, die abfallend am Stein hafleten, womit eine neue Flechte
fertig wäre. Namentlich wer ohne einschlägige Kenntniss des Flechten-
lebens die Worte Webers liest, wird darin eine naturwissenschaftliche
Beobachtung zu sehen nicht geneigt sein. Allein ihre Schätzung als
solcher ist eigentlich selbstverständlich, weil sich die Annahme eines
derarligen Vorganges der Vorstellung einfach aufdrängt, denn der wei-
tere Fortschritt der Ausbildung von Tochterlagern auf dem mütterlichen
Thallus, den ich mehrfach beobachtet habe, würde als rein zwecklos
erscheinen, wenn jene Bestimmung nach Weber nicht in Erfüllung
ginge. Endlich findet man durch die ganze Gattung hin in der Grösse,
noch mehr aber in den Besonderheiten der ‚Tracht vollkommene Ueber-
einstimmung zwischen Zuständen, die, auf dem lebenden Boden erzeugt,
dort auch ausgewachsen sind, und solchen, die sich auf dem Steine
ausbreiten. Diese Uebereinsiimmung wird in den Fällen gleichzeitiger
Verschiedenheit der mütterlichen Lager in höchstem Grade beweiskräftig.
Für das Erzeugniss der Fortpflanzung, wenn es schon auf dem Mutter-
lager die Lagertracht annimmt, wenn es also über die Anlage hinaus
auf dem Mutterboden zum Endergebnisse für den Zweck gelangt, wähle
ich die Bezeichnung Thallyllus. Eine solche ist nothwendig, weil
1 Spicil. Flor. Getting., p. 263 (1778).
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n9 22, 20 décembre 1900. 2
18 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (18)
selbst das die Diagnose vorschreibende Bild des Lagerkörpers bald
früher, bald später und bald mehr, bald weniger von solchen Thallyllen
beeinflusst wird. Wie sehr die Tracht des vegetativen Flechtenkörpers
überhaupt durch die Fortpflanzung bestimmt wird, hätte man schon
lange am besten aus der Soredienbildung lernen können. Allein wie
oft hat diese Bildung für die Diagnose den Ausschlag gegeben! Daher
darf man sich nicht wundern, dass die fortpflanzende Thätigkeit des
Lagers von Umbilicaria mit ihren mannichfaltigen Gebilden als ver-
meinthch vegetativen Erscheinungen die Diagnose vorgeschrieben hat.
Die bisherige Beschreibung von Umbilicaria hat zum Hauptinhalte die
Aeusserungen des Fortpflanzungtriebes, denn man hat nur in ganz
vereinzelten Fällen Lager ausser solcher Thätigkeit gesehen. Wenn
man nun gar erfährt, dass überhaupt alle Bildungen an der Lagerfläche
von Umbilicaaa. die diese nicht mehr als vollkommen glatt erscheinen
lassen, dem Bereiche der Fortpflanzung angehören, so ergibt sich ganz
von selbst, dass der in aller Ruhe der Fortpflanzung befindliche und
dann nackte Lagerkörper den Diagnosen ebenfalls zur Unterlage gedient
hat.
Von durchschlagender Bedeutung für diese Auffassung des Lager-
körpers wird die durch eingehende Naturbeobachtung gewonnene Er-
kenntniss, dass jedes Tochterlager in seiner mannichfaltigen Gestalt sich
zum Mutterlager nicht als Anhang verhält, sondern ihm sich als Indi-
viduum gegenüberstellt. In dieser Thatsache wurzelt die Nothwendig-
keit der getroffenen Wahl des Terminus. Die Naturbeobachtung allein
erschüttert die bisherige Anschauung von den vermeintlichen Anhang-
gebilden. die als solche für vegetative gelten mussten, und macht der
natürlichen und daher wahren Beurtheilung des Umbilicaria - Lagers
zugänglich. Man erkennt dann weiter, dass dieser Lagerkörper in den
Zwecken der Fortpflanzung als hauptsächlicher oder (im Falle des Man-
gels von Apothecien) gar eigentlicher Aufgabe aufgeht. Dieser Trieb
veranlasst ja die schliessliche Erscheinung, dass der Tod des Thallus
sich unter Erscheinungen der Vermehrung darstellt. Dieses Streben
beherrscht ganz natürlich die Tracht des Lagers übermächtig, so dass
der Lichenologe bisher entweder gar nicht oder nur ausnahmeweise den
rein vegetativem Dasein gewidmeten Körper zu sehen bekommen hat.
Die Lichenographie hat also bis jetzt gar nicht umhin können, die Thätig-
keit der Fortpflanzung zum Gegenstande der Diagnose und Beschrei-
bung zu machen, indem nicht einmal die jüngsten Zustände sich immer
in gänzlicher Ruhe befinden.
(19) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 49
Auch in den folgenden Analysen haben nothwendiger Weise die
Aeusserungen der Fortpflanzung ihre einflussreiche und entscheidende
Rolle bei der Beurtheilung und Begrenzung der Arten zu spielen. Aber
gerade in der neuen Rolle liegt der schroffe Abstand von der bisher
herrschenden Naturanschauung. Selbstverständlich werden die Artkreise
sich als desto zahlreichere Formengruppen erweisen, je mannichfaltiger
die Thätigkeit der Fortpflanzung jeder (natürlichen) Art ist, denn jede
(wirkliche) Art kann an demselben Lager ja einfach nur eine be-
schränkte Anzahl der ihr möglichen Aeusserungen des Strebens nach
Fortpflanzung zur Geltung bringen. Für die Zwecke der Vermehrung
mögen diese Aeusserungen wenigstens annähernd gleichwerthig sein.
Die Naturbetrachtung aber gelangt zu der unmittelbaren Einsicht, dass
dieselbe (wirkliche) Art mittels ihrer fortpflanzenden Thätigkeit ver-
schiedene Lagergebilde hervorbringen kann, die theils als Formen oder
Varietäten, theils als Arten gelten. Die äusseren Einflüsse können nicht
immer gleichmässig zur Geltung gelangen, wodurch die Schwierigkeiten
der Forschung beträchtlich erleichtert werden. Gerade die von Um-
ständen abhängige Möglichkeit der Aeusserung der Fortpflanzung
bedingt nemlich die Uebergänge in der Gestaltung der Entwickelung
und der endlichen Tracht des fertigen Körpers, deren Beobachtung die
wirklichen Grenzen der natürlichen Arten finden lehrt, indem man die
als solche bisher betrachteten Gebilde zu Gruppen zusammenfasst. Der
weitblickende Leser, wenn er über reiche lichenologische Bildung ver-
fügt, vermag schon jetzt vorauszusehen, dass die wirklichen Arten, da
ja die Ruhe der Fortpflanzung nur ausnahmeweise bekannt geworden
ist, in den durch die Thätigkeit der Fortpflanzung bedingten Gruppen
gleichsam als ideale Kerne ‚oder Mittelpunkte stecken, von denen aus
die Artkreise geschaffen sind und noch werden.
Als höchst verdienstvolle Aufgabe muss es erscheinen, den Einfluss
der fortpflanzenden Thätigkeit auf die äussere Erscheinung des Lager-
körpers möglichst stark zu beleuchten, weil von da aus eine ganz neue
Weise der Betrachtung und Auffassung der lichenischen Gestalt über-
haupt sich Bahn brechen kann und soll. Hiermit wird von der mor-
phologischen Analysis des Lagerkörpers für die Zwecke der Arten-
kenntniss eine beträchtlich erweiterte Anwendung gemacht. Erst auf
diesem Wege kann die andere Aufgabe, nemlich die natürliche Begren-
zung der Flechtenarten, eine erfolgreiche Thätigkeit ermöglichen.
Aeussere Umstände, Schwankungen der Lebensverhältnisse und Le-
bensbedingungen, darf man auch hier als Einflüsse gelten lassen, die
20 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (20)
gegenüber dem Triebe der Erhaltung der Art durch Vermehrung in
seiner Richtung und im besonderen bei seiner Wahl unter den ihm
möglichen Aeusserungen an jeder Wuchsstätte ihre Rolle spielen. Damit
ist eine der bewundernswerthesten Fähigkeiten der Anpassung im Dasein
und der Sicherung von dessen Wiederholung für die Art in der Natur
aufgedeckt. Diese Bedingungen der Abhängigkeit ihrem Wesen nach
zu erforschen, ist Aufgabe der Flechtenbiologie. Obgleich wir solche
Einflüsse oder Bedingungen für den in Rede stehenden Naturtrieb zur
Zeit bloss annehmen, erlangt doch diese Analysis den noch höheren
Werth einer biologisch-morphologischen, wenn auch nicht in dem
bedeutenden Maasse, wie auf dem Gebiete der Lebensgemeinschaften im
Flechtenleben. Die morphologische Seite der Aufgabe tritt vielmehr in
den Vordergrund, weil hier bei aller Abhängigkeit von den Bedingungen
«des Kampfes um das Dasein » mehr oder weniger unzugängliche Selbst-
ständigkeit des Lebens herrscht, so dass die biologische Seite immerhin
nur in zweiter Reihe Beachtung verdient.
DRITTE ABTHEILUNG.
Analysis der Arten.
Die natürlichste Anordnung der fünf Gruppen oder Arten, in die alle
Umbilicarien zu sondern ich mich veranlasst sehe, würde sich ergeben,
wenn man sie in Gestalt von Kreisausschnitten aneinander fügte. Bei
solcher Anordnung könnten die Formen so vertheilt werden, dass jede
mit den nahestehenden ihrer Gruppe oder Art, aber auch mit den ent-
sprechenden oder analogen der anderen Gruppen oder Arten — denn
selbst noch meine Arten sind mehr oder weniger nahe verwandt — in
möglichst dichte Berührung sich bringen lässt. Im besonderen die Ana-
logen könnten zugleich auf verschiedene in Gestalt und Umfang schwan-
kende, aber in sich zurückkehrende Linien, von denen jede die fünf
Kreisausschnitte zu durchlaufen hätte, vertheilt werden. Wer nach
diesen Regeln angeordnete, farbige Darstellungen der Gegenstände
entwürfe, würde sich nicht bloss den Dank der Lichenologie, sondern
bei der Bedeutung dieser Leistung auch den der Naturwissenschaft
erwerben. Schon weil Oberseite und Unterseite der Lager vorgeführt
(21) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 21
werden müssen, wäre von jeder Form nur etwa die Hälfte des Lagers
darzustellen.
Zur Unterstützung des Verständnisses und des Gebrauches dieser
Arbeit halte ich es für nützlich, die folgende Uebersicht vorauszu-
schicken.
Uebersicht der Artkreise.
1. Artkreis Umbilicaria pustulata.
A. U. pustulata Hoffm. Pl. Lich., Il, p. 13, tab. 18, f. 1, 2, tab. 29, f. 4
(1794). — Lichen pustulatus L., Sp. Pl., p. 1150 (1753). — Gyrophora papu-
losa Ach., Lich. univ., p. 226 (1810).
1. Anhang. U. rubiginosa Pers., Gaudich. Voyage Uran., p. 212 (1826) ;
Nyl. Syn., Il, p. 6.
2. Anhang. U. dictyiza Nyl., Syn. lich., IL, p. 5.
3. Anhang. U. membranacea Laur., Nyl., Syn. lich., II, p. 5.
4. Anhang. U. glauca Stizb., Lich. Afric,, p. 82 (1890-91).
B. U. Pennsilvanica Hoffm., Pl. Lich., II, p. 5, tab. 69, f. 1, 2 (1804).
2. Artkreis Umbilicaria tessellata.
A. U. tessellata Ach., Syn. lich., p. 64 (1814).
Anhang. Gyrophora Wenckii Müll., Flora, 1867, p. 433.
B. U. reticulata Nyl., Flora, 1869, p. 389. — U. polymorpha e. reticulata
Scher., Naturw. Anz., 1817, p. 8. — Gyrophora discolor Th. Fr., Lich. Spitsb.,
p. 37 (1869).
C. U. cinerascens Nyl., Flora, 1869, p. 388. — Gyrophora heteroidea v. cine-
rascens Ach., Lich. univ., p. 220 (1810). — Gyrophora tessellata v. cinerascens
Ach., Syn. lich., p. 64 (1814).
3. Artkreis Umbilicaria hyperborea.
A. U. polyphylla Schrad., Spicil. Flor. Germ., p. 102 (1795). — Lichen
polyphyllus, L., Spec. Pl., p. 1150 (1753). — Lichen glaber Westr., Vet. Ak.
Handl. 1793, p. 48.
B. U. flocculosa Hoffm., Deutschl. Flora, II, p. 100 (1795). — Lichen floc-
culosus Wulf., Jacq. Collect., 3, p. 99, tab. 1, f. 2 (1789). — Gyrophora deusta
Ach., Meth., p. 102 (1803).
C. U. hyperborea Hoffm., Deutschl. Flora, p. 110 (1795). — Lichen hyper-
boreus Ach., Vet. Ak. Handl., 179%, p. 89, tab. 2, f. 2. — Gyrophora arctica
22 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (22)
Ach., Meth., p. 106 (1803). — Gyrophora heteroidea v. corrugata Ach., Lich.
univ. p. 219 (1810).
D. U. proboscidea Stenh., Sched. erit., p. 3 (A825). — Lichen proboscideus
L., Spec. pl., p. 1150 (1753).
E. U. rugifera Nyl., Lich. Scand., p. 117 (1861). — U. stipitaia Nyl., Lich.
Scand., p. 289 (1861). — Gyrophora cylindrica (L.) v. simplex Th. Fr., Lich.
Spitsb., p. 32 (1869). — Gyrophora Tramnitziana Korb., Deutsche Polarfl.,
p- 76.
F. U. cylindrica Nyl., Lich. Scand., p. 147 (1861). — Lichen cylindricus L.,
Spec. Pl., p. 1144 (1753). — Gyrophora tornata Ach., Lich. univ., p. 222,
tab. 2, f. 13 (181%). — Umbilicaria Delisei Despr., Nyl., Lich. Scand., p. 117
(1861).
4. Arikreis Umbilicaria vellerea.
A. U. grisea, Lichen griseus Sw., Westr. Vet. Ak. Handl., 1793, p. 52. —
Lichen hirsutus Ach., Vet. Ak. Handl., 1794, p. 97, tab. 3, f. 1. — Lichen
murinus Ach., Prodrom., p. 143 (1798).
B. U. vellerea Nyl., Lich. Scand., p. 11% (1861). — Lichen vellereus L.,
Spec. pl., p. 1150 (1753).
1. Anhang. U. aprina Nyl., Syn. lich., I, p. 12.
2. Anhang. U. dichroa Nyl., Flora, 1858, p. 67%; Syn. lich., IL, p. 8.
3. Anhang. U. calvescens Nyl., Syn. lich., I, p. 8.
C. U. Dillenii Tuck., Syn. lich. New Engl., p. 72 (1848).
D. U. esculenta, Gyrophora esculenta Miyoshi, Bot. Gentralbl., XIV. Jahrg.
(1893), Bd. 56, p. 161.
E. U. spodochroa Hoffm., Deutschl. Flora, p. 113 (1795). — Gyrophora
crustulosa Ach., Lich. univ., p. 673 (1810). — Gyrophora mammulata Ach.,
Syn. lich., p. 67 (1814). — Umbilicaria tylorrhiza Nyl.. Lich. Lapp. or., p. 122
(1866).
1. Anhang. U. angulata Tuck., Syn. lich. New. Engl., p. 7% (1848). —
*U. Semitensis Tuck., Gen. lich., p. 31 ; Syn. lich., I, p. 88.
2. Anhang. U. haplocarpa Nyl., Enum. gen. des Lich. (nomen ! 1858) ;
Ann. sc. nat., Le ser., XI, p. 217 ; Syn. lich. I, p. 8.
F. U. lecanocarpoides Nyl., Syn. lich., II., p. 7.
Anhang. U. Virginis Scher., Bibl. univ. de Geneve (1841) ; Enum. Lich.
Europ.. p. 25 (1850).
5. Artkreis Umbilicaria Muehlenbergii.
A. U. polyrrhiza Stenh., Sched. erit., p. 3 (1825). — Lichen polyrrhizos L.,
Spec. pl., p. 1151 (1753). — Lichen pellitus Ach., Vel. Ak. Handl., 1794, p. 99,
Ta ne
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(23) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA.
B. U. Caroliniana Tuck., Obs. lich., IV, p. 167 ; Syn. lich., I, p. 89.
C. U. Muehlenbergii Tuck., Syn. lich. New Engl., p. 74 (1848). — Gyro-
phora Muehlenbergii Ach., Syn. lich., p. 67 (1814).
D. U. erosa Hoffm., Deutschl. Flora, p. 211 (1795). — Lichen erosus Ach.,
Vet. Ak. Handl., 1794. p. 84, tab. 2, f. 1. — Umbilicarıa torrefacta Schrad.,
Spieil. Fl. Germ., p. 104 (1794).
Anhang. U. sclerophylla Nyl.. Flora, 1862, p. 82.
E. U. phæa Tuck., Lich. Californ., p. 115 (1866) ; Syn. lich. I, p. 86.
Die von mir nicht untersuchten Formen oder Arten sind mit einer
kurzen Beurtheilung, zu der ich mich nach dem Studium der mir
bekannten Umbilicarien für befähigt und berechtigt hielt, an den geeig-
neten Stellen in Anhängen erwähnt. Sie zeichnen sich für jeden, der
nach der Wiederholung meiner Untersuchung der 22 Arten der Schrift-
steller von dem gleichen Eindrucke meiner Ergebnisse erfasst sein
wird, durch ihre Schwäche noch besonders aus. Sie sind aber zum
Theil für die weiteren Aufgaben dieser Arbeit von hohem Werthe.
Damit ist die Eigenthümlichkeit dieser Arbeit gekennzeichnet. Sie soll
Verbesserungen und Ergänzungen bringen, um dadurch den Stoff für
eine natürliche Begrenzung der Flechtenarten zu schaffen. Sie Kann und
soll daher keine Monographie von Umbilicaria sein. Allein der Zweck
der Aufgabe in lichenologischer und naturwissenschaftlicher Hinsicht
verleiht ihr ein stark monographisches Gepräge, wozu auch die Eigen-
thümlichkeit und Neuheit des Inhaltes nicht wenig beitragen.
1, A. Umbkilicaria pustulata.
Erst durch die nothwendige Benutzung von aussereuropäischem Stoffe
erlangt man die Einsicht, dass die bekannte und in Europa verbreitete
Epiblastesis, die man sogar für eine die Art kennzeichnende und scharf
abgrenzende Eigenthümlichkeit erachtet, nicht dem vegetativen Leben
angehört. Ohne solchen Stoff würde zugleich die europäische Flechte
den beschränktesten Formenkreis darstellen.
In Amerika zeigt die Flechte alle Wandlungen der Gestaltung der
Frucht, die der Gattung überhaupt eigenthümlich sind. Also sind auch
die von Tuckerman U. Pennsiloanica zugeschriebenen Fruchtkörper
vorhanden, die nicht nur stark zusammengesetzt sind, sondern auch
die gewundene und gefaltete Gestaltung besitzen. Demnach ist an der
Richtigkeit der Beobachtung Hoffmanns, die übrigens schon E. Fries
24 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (2%)
ohne Wissen von jener wiederholt, die aber besonders Karber bezwei-
felt hat, nicht mehr zu zweifeln. Leicht verbindet sich die hier ver-
breitete Stielbildung mit einer Verkümmerung des Fruchtkörpers. Dass
sich mit dieser Erhebung des Fruchtkörpers eine Epiblastesis um diesen
verbinden kann, ist nichts Sonderbares. Demgegenüber fehlt es nicht
an lecideoiden Apothecien mit verstrichenem Rande. In Amerika trägt
die Flechte auch auf den Ausbauchungen Apothecien.
Die durch Derbheit in der Gattung hervorragenden Paraphysen sind
deutlich gegliedert, d.h. durch Streben nach kugeliger Gestaltung der
Zellen ausgezeichent, und aus vielgestaltigen Zellen zusammengesetzt.
Die unversehrten Lagerränder sind bisweilen, wie bei Ü. cylindrica,
durch epithalline Sprossung bewimpert, aber auch nach dem Ueber-
gange der Sprosse zu eigentlicher Lagermasse gefranzt. Die Ausbau-
chungen erlangen an europäischen Wuchsorten die Höhe von 1 cm
über der Lagerfläche. Diese Höhe wird durch späteres Einsinken des
Gipfels vermindert. Die um die gomphale Mitte befindlichen Ausbau-
chungen pflegen sich durch die Bildung einer hyalınen und kantig-
körnigen Oberseite auszuzeichnen, wie sie kaum schöner bei U. tessellata
vorkommt. Selbst eine an jene Art erinnernde mosaikartige Oberseite
(tessellata) bietet dasselbe Gebiet des Lagers dar. Beide Erscheinungen
zeigen eine sehr viel nähere Verwandtschaft dieser Kreise an, als man
bisher geahnt hat.
Eine sorgfältige Untersuchung klärt über die vermeintliche Abson-
derlichkeit des Baues des Lagers an der Unterseite leicht und sicher
auf. Im Bereiche der Ausbauchungen befinden sich dieselben kugeligen
Zellen, wie an der ganzen Unterseite. Sie sind hier aber braun gefärbt.
auch etwas kleiner und weniger zahlreich. In Folge dessen rufen sie den
Eindruck einer weniger mächtigen Schicht hervor. Hiermit ist das
Wesen « der Aenderung der Physionomie der unteren Fläche im Be-
reiche der Pusteln » (Schwendener) aufgedeckt. Th. Fries gegenüber
könnte man also mit einem gewissen Rechte das Dasein einer Rinde
auch in diesen Bereichen betonen, wenn die Annahme der Bildung einer
solchen Lagerschicht in dieser Gattung überhaupt zulässig wäre. Im
übrigen Gebiete der Unterseite wachsen die oberflächlichen (nicht
braunen) Zellenreihen zu Hyphen aus, die durch umschriebene Anhäu-
fungen Warzen darstellen. Da diese Warzenbildung im Bereiche der
Ausbauchung fehlt, wird auch damit ein besonderer Zweck der letzten
angezeigt.
Die intracellulare Entstehung der Gonidien ist unter der Oberseite
(25) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 25
wegen der bekannten Grösse der Zellen leicht zu studiren. Die mit
Aetzkali behandelten Hyphen sondern sich auf Druck leicht vonein-
ander und zeigen dann ihre Zellen nicht selten auf allen Stufen dieser
Ausbildung. Vereinigt sich mit hervorragender Grösse der Zellen auch
noch Färbung der Häute an der Oberseite des Lagers, so ist die Neubil-
dung der Gonidien noch besser zu studiren.
Der graue Hauch der Oberseite der amerikanischen Flechte, die sich
auch durch Dicke und Härte des Lagers auszuzeichnen pflegt, wird durch
unregelmässige Anhäufungen des Hyphema verursacht.
Durch regelmässig von der gomphalen Mitte nach dem Rande des
Lagers fortschreitende Ausstossung der Ausbauchungen kann der übrig
bleibende Lagerantheil ein netzartiges Aussehen erhalten. Die Aus-
bauchung fällt nicht immer im ganzen aus, sondern auch in verschie-
denen Theilen, die durch unregelmässige Einrisse von der Gipfelhöhe
aus entstehen. Es tritt also eigentlich Zerschlitzung hinzu. An den
Rändern dieser Einrisse pflegt sich die Epiblastesis besonders üppig zu
entwickeln.
Amerikanischer Stoff Delamares [Arn., L. exs.. n. 1104, Lojka, Lich.
univ., n. 12, Zw., L. exs., n. 894 — Fide Nyl.] bietet besonders starke
Annäherung dieses Kreises an den von Ü. tessellata in der Tracht des
Randgebietes des Lagers dar, die durch die reichliche Durchlöcherung
des Randgebietes entsteht. Von besonderem Werthe ist aber auch noch
die epithalline Bildung von Runzeln [vergl. U. dietyiza!].. Kommt end-
lich eine Glätte der Unterseite hinzu, so prägt sich eine starke Annähe-
rung an U. hyperborea (artica) aus. Es wird damit eine Analogie
zwischen beiden Kreisen, ganz abgesehen vom Kreise U. tessellata. voll-
ständig. Jedenfalls tragen alle diese Erscheinungen dazu bei, die ge-
bräuchliche Absonderung von Ü. pustulata aufzuheben.
Mit der Betonung des reichlichen Vorkommens von Gonidien in den
Gebilden der Epiblastesis durch Th. Fries gelangt die Erkenntniss
nicht weiter, um so weniger als es sich dabei lediglich um die Wieder-
holung des in der vegetativen Oberseite gefundenen Vorganges handelt.
Die Unkenntniss des Zweckes dieser Gebilde muss auffallen, weil die
vollständige Lebensgeschichte an der Ursprungsstätte gar nicht selten
festzustellen ist. Ausser in drei Exsiccaten [Norrl., Hb. L. Fenn, n. 88,
Lojka, Lich. univ., n. 11, Olivier, L. exs., n. 18] sehe ich sie noch in dem
von vier Wuchsorten herrührenden Stoffe meiner Sammlung. Zu herr-
lichster Ausbildung ist sie unter diesem freilich nur einmal gelangt
|Hohenstein-Bergstrasse, leg. Bagge]. Sie hat sich im letzten Falle zu
26 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (26)
blätterichten Lagern ausgebildet, die in der Gestallung an zwergige
Cetraria glauca (L.) f. coralloidea Wallr. sehr erinnern. Die Lagergruppen
haben einen Durchmesser von 1-2 cm. Beide Seiten des Lagers ent-
sprechen genau denen des Mutterlagers. Nur die Ausstülpungen fehlen
noch, obwohl solche in kleinen Lagern von À cm Durchmesser, die auf
dem Stein wachsen, schon angedeutet zu sein pflegen.
Die Erörterung der Frage, ob die Form jener Cetraria eine analoge
Bildung sei, gehört nicht hieher. Endlich kann ich nicht umhin, noch
darauf hinzuweisen, dass die Feststellung des genelischen Zusammen-
hanges von Dendriscocaulon bolacinum (Ach.) Nyl [Leptogü. spec. Th. Fr.,
Tuck. — Cornicularia Umhausensis Auersw.] mit den « Glomeruli » von
Sticta amplissima (Scop.) für den von Weber nachgewiesenen Schluss
des Lebens dieser Tochterlager von U. pustulata sehr wichtig sein würde.
Im Baue stimmen mit den epithallinen Sprossen die hypothallinen
Fasern innerhalb dieser Gattung vollkommen überein. Der Gang der
sehr üppigen Gonidienbildung erfährt hier eine unbedeutende Abwand-
lung. Es ist auch hier ein Strang von farblosen, gestreckten und zarteren
Hyphen gegeben, die fortschreitend ihre Zweige nach aussen absenden
und deren Enden zu Reihen kugeliger und brauner Zellen ausbilden.
In der Oberfläche dieser Fasern findet man also das Bild des Baues der
Unterseite der Ausbauchungen wieder.
Die hypothallinen Wärzchen sind hier, wie in der ganzen Gattung, eine
vorbereitete Hypoblastesis. Sie entstehen als umschriebene und gegen-
seitig begrenzte Bezirke von Auswachsung der Lagerhyphen. Eine U. pu-
stulata mit hypothallinem Filze ist aber noch zu suchen. Ihre Auffin-
dung könnte mich nicht überraschen.
4. Anhang. U. rubigınosa dürfte kaum etwas anderes, als eine mit gefärbter
Hyphemaschicht ausgeslattete U. pustulata, sein. Dann könnte auch die in der
Gattung bis jetzt einzig dastehende « Reaction » ' nicht weiter auffallen.
2. Anhang. U. dictyiza, eine mit grauer Oberfläche und den Eigenthümlich-
keiten des Fruchtkörpers der amerikänischen U, pustulata [leg. Delamare]
ausgestattete Form, erscheint mir mit dem « Thallus... inter papulas reticulatim
rugosus (rugis sæpe elongatis) » einfach als analoge in diesem Kreise zu denen
der übrigen Kreise, die die ähnlichen oder gleichen Bildungen der Oberseite
haben.
3. Anhang. U. membranacea dürfte nach der von Stizenberger? vervoll-
! Nylander, Flora, 1869, p. 387.
? Lich. Afric., p. 82 (1890-91).
(27) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 27
ständigten Beschreibung eine unbedeutende Abänderung von U. pustulata sein,
die durch ausgedehnte Ruhe der Fortpflanzung bedingt ist.
4. Anhang. U. glauca hat eine Beschreibung (als überflüssige Art) erhalten,
die auch für Zustände von U. pustulata passt.
{,B. Umbilicaria Pennsilvanica.
In der Tracht des Fruchtkörpers findet sich hier häufiger eine Annä-
herung an U. tessellata, als an U. pustulata, und mit dem strahlig
gespaltenen Rande eine solche an die Gyalectaceen |Lojka L. univ. n. 13
— Fide Nyl.].
Die Tracht mittelgrosser Lager weiset auf den Kreis U. hyperborea
hin, was auch in Betreff von U. pustulata an amerikanischem Stoffe
festgestellt ist [vergl. auch U. dictyiza!]. Damit verbindet sich eine
U. pustulata gegenüber viel geringere und ebenso weniger regelmässige
Neigung zur Ausbauchung. Die Lager sind selbst in dem von Ausbau-
chungen nicht ganz freien (gomphalen) Mittelbereiche flacher. Die
Unierseite ist gleichmässig tief braun und von höckerigen Warzen
schwach rauh. Ein Vergleich dieser Tracht findet darin eine bedeutende
Annäherung an den Kreis U. Muehlenbergu.
Der beiderseits (makroskopisch) deutlichen Bräunung des Lagers
entspricht das mikroskopische Bild. Die Zellen der Oberseite, die etwas
kleiner, als bei U. pustulata sind, bräunen sich fortschreitend bis zur
Oberfläche des Lagers. Das mit einem starken Stiche in Gelb versehene
Braun lässt den Inhalt der Zellen als mehr oder weniger saftgrün, wie
im eigentlichen Gonidienstriche, erscheinen, so dass im Bilde zwischen
den intracellularen und den freien Gonidien schwer Grenzen zu finden
sind. Spuren eines von lockerem und sehr kleinzelligem Hyphema
gebildeten « Stratum amorphum » wurden gefunden. Die bei U. pustulata
nur im Bereiche der Ausbauchungen befindliche Gestaltung der Hyphen-
ausläufer ist hier über die ganze Unterseite ausgedehnt. Der Unterseite
würde also eine Rinde im Sinne der Schriftsteller fehlen. Wer die
Schilderung des Baues von U. pustulata erfasst hat, kann in dieser
Abänderung ein Artmerkmal nicht erblicken.
Die anscheinend hier seltene Epiblastesis hat den gleichen Gang der
Entwickelung, wie bei U. pustulata. Hiermit verbindet sich eine dem
Mutterlager entsprechende Wandlung des Aussehens, das übrigens sowohl
an U. polyphylla, wie auch an U. vellerea erinnert. Nicht bloss die Aus-
28 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (28)
bauchung, sondern auch in Verbindung damit die klappenartige Zerschlit-
zung tritt hier in einer ähnlichen Weise, wie bei U. polyrrhiza, auf.
Sowohl die Lagerränder, wie auch die Risse im Randgebiete des Lagers
wachsen zu Gebilden (Tochterlagern) aus, die als analoge auf Var. micro-
phylla des folgenden Kreises hinweisen. Ich habe eine der bei U. hyper-
borea und Ü. erosa entsprechende Zerschlitzung im Beginne oder in der
Vorbereitung befindlich gefunden.
2,A. Umbilicaria tessellata.
Um die nahe Verwandtschaft mit U. pustulata zu erkennen, muss man
allerdings geeigneten Stoff mit amerikanischem von jener vergleichen.
Da aber auch zwischen dieser Flechte und U. vellerea eine Annäherung
in den epithallinen Vorgängen gegeben ist, was man zwar mit beson-
derem Misstrauen hinnehmen wird, hat die Abweichung in der Gestal-
tung der einfachen Apothecien auf den verschiedenen Stufen des Frucht-
lebens für die Kenntniss dieses Kreises besonderen Werth. In Wahrheit
sind es aber die Ausstossung und die epithalline Netzbildung, die diesem
Kreise seine natürliche Stellung zwischen den Kreisen U. pustulata und
U. hyperborea anweisen. Neben den ersten Kreis verweiset diesen noch
besonders die Bildung der kantig-körnigen Wärzchen der Oberseite.
Dıe Anfänge der Apothecien zeigen die gyalectoide Tracht scharf
ausgeprägt. Von dieser Form ist bis jetzt nur die lecideine Bildung des
einzelnen Apothecium bekannt geworden. Es erscheint als die grösste
Patella innerhalb der Gattung. In Folge dessen kann der Typus des
Unterganges des Fruchtkörpers nirgends innerhalb der Gattung so gut
erkannt werden, wie hier. Die vom Rande aus durch das Excipulum
hindurchgehende Trennung des Gewebes führt hier in augenfälliger
Weise eine einfache und einmalige, aber auch vollständige Entleerung
herbei. In den Resten der Apothecien, die tiefen Näpfen gleichen und
in der Tracht häufigen Gyalectaceen auf derselben Stufe des Frucht-
lebens entsprechen, ist nicht selten in Folge reger Sprossung eine
Anzahl neuer Apothecien verschiedenen Alters zu finden. Sowohl der
einfache, wie auch der zusammengesetzte Fruchtkörper ist mit Stiel
versehen, dessen Eindruck durch trichterförmige Ausstülpung des Lagers
bedeutender wird.
Die Paraphysen (in den ältesten Apothecien) schliessen sich denen von
U. pustulata an. Sie sind aber weniger stark « gegliedert » und gegen
(29) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 2%
die Spitzen hin weniger dick. Wenn das Thalamium sich aus solchen
wahren Paraphysen, als freien und einfachen oder verästelten Hyphen,
zusammensetzt, zugleich aber von einer in seinem obersien Bereiche
gefärbten Gewebeschicht erfüllt und bedeckt wird (die eben nicht mit
ihm einen gemeinsamen Gewebekörper bildet), wie hier, so darf man
überall im Flechtenreiche von vorneherein in solchem apolhecialem
Gewebe Hyphema erblicken. Ueberall im Flechtenleben musste dieses
Gewebe, wenn es gefärbt ist, in Folge von Zertrümmerung bei der
Behandlung der Durchschnitite in Druckpräparaten der bisherigen An-
schauung wie Pigmenischollen, Incrustationen u. dergl. m. vorkommen.
Die centrifugale Zunahme des Auftretens von Ausstossung und Zer-
schlitzung ist hier und bei U. cinerascens deutlich ausgeprägt. Der
Aussiossung, die anscheinend meist spärlicher, sowie in weiteren ört-
lichen und zeitlichen Zwischenräumen geschieht, geht schwach ange-
deutete Ausstülpung voran. Die nach der Ausstossung unbestimmt
runden Löcher sind mit ihren schwach (durch Tochterlager) gefranzten
Rändern ein Kennzeichen der Art. Allein auch eine mehr regelmässige
Bildung von Ausstülpungen kommt im Randgebiete vor, so dass hier
nach dem mehr oder weniger gleichzeitigen Auftreten der Ausstossung
ein Netzwerk des Lagers, wie bei U. pustulata, übrig bleibt. Die mosaik-
artige Gestaltung der Oberseite zeigt die gebildeten Feldchen centripetal
fortschreitend vergrössert und deutlicher gesondert. Diese die Art
gegenüber dem Kreise U. hyperborea kennzeichnende Thätigkeit der
Fortpflanzung verleiht ihrer Gestaltung noch eine besondere Schönheit
durch das hyaline Aussehen, das hier, wie bei den entsprechenden
Wärzchen von U. pustulata, in der gomphalen Mitte am stärksten auf-
fällt. Endlich kann der Eindruck noch erhöht werden durch die dunkele
Färbung zwischen den Feldchen. Allein die Oberseite kann auch ein
grau bereiftes, zugleich aber rissiges und sehr klein warziges Aussehen
mit centrifugaler Abschwächung, wie bei U. vellerea, zeigen |Anz. L.
Lang. exs. n. 59]. Bisweilen hat die Unterseite gegen den Rand hin
oder um die gomphale Mitte eine ähnliche Felderung, wie die Oberseite.
Diese Felderung wird wichtig, wenn die epithalline Ablösung (als
Schluss des mit der ersten ausgedrückten Anfanges) in der Tracht an
U. hyperborea erinnert. Fehlt dann noch einem grau gefärbten Lager
die Ausstossung, so erfordert die Unterscheidung von U. hyperborea
(arctica) grosse Sorgfalt.
Das lichtere Aussehen der Oberseite ist auch hier auf unregelmässige
und zugleich lufthaltige Anhäufungen von Hyphema zurückzuführen.
30 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (30)
Im Durchnitie zeigt sich unter dem Mikroskop zwischen Wärzchen und
Feidchen der Unterschied nur stufenweise ausgebildet, und zwar durch
die Tiefe der Einkerbung. Unterhalb der Feldchen erscheint selbstver-
ständlich zumeist in der Mitte der Lager unter der Gonidienlage ein
starker Gehalt an Gas oder Luft, ein Anzeichen der eingeleiteten Ablö-
sung der Feldchen als Tochterlager.
Anmerkung. Die Var. microphylla Laur.! könnte als gleichwerthiges Glied
innerhalb der Gattung neben Species autorum dastehen, was die Beobachtung
der epithallinen Fortpflanzung dieses Artkreises zur Ueberzeugung macht. Sie
findet ihre Analogen in anderen Kreisen. Ihre Uebereinstimmung in der Tracht
mit U. corrugata var. microphyllina Nyl. hat schon Nylander hervorgehoben?.
Der bei alledem weite Abstand zwischen dieser Varietät von U. tessellata und
U. cylindrica v. tornata erscheint vom neuesten Standpunkte dieser Arbeit aus
als ein Beweis dafür, dass beide Gruppen zwei Artkreise sind.
Anhang. Schon Tuckerman wurde durch das Studium eines unfrucht-
baren Lagers von Gyrophora Wenckii |Hb. Kremph.] wegen der Fasern der
Oberseite und des Randes auf U. proboscidea hingelenkt?. Der Urheber selbst hat
in jüngster Zeit in seinem Herbar den gegebenen Namen eingeklammert und
darüber Gyrophora proboscidea geschrieben. Der Sammler Wenck hat zu
dem Urstücke [Grönland, Umanak, leg. 1867] bemerkt: «Gyrophora anthracina
var. ? an nova species? an forma proboscideæ ». Anfangs hat also der Urheber
die Mitte gewählt.
Von den vier Lagern des Urstückes gehören die zwei grössten und unfrucht-
baren zu U. tessellata, die zwei kleinsten und fruchtbaren zu U. proboscidea.
Die ersten nähern sich in der Tracht sehr dem Stoffe von Rabh. L. Eur. exs.
n. 552 und Arn. L. exs. n. 1650, verbinden damit aber die Neigung zur Ent-
wickelung der Oberseite von U. reticulata. Auch ihnen fehlen als Kennzeichen
nicht die hyalinen und kantig-körnigen Wärzchen im Bereiche der gomphalen
Mitte. Die anderen zeigen um die Mitte das Gepräge von U. proboscidea, wozu
ein weissliches und staubiges Aussehen kommt. Nach dem Umfange hin herrscht
die Tracht der Oberseite von U. hyperborea vor. Ich gewann mein Urtheil
selbstständig bei der ersten Betrachtung, fühlte mich daher angenehm berührt,
als ich die Aufschrift Wencks las. Ein Stück aus Herb. Hepp [Hb. Müller],
das Wenck gesammelt hat [Grönland, Friedrichsthal], ist ein schlechtes und
altes Lager von U. tessellata. Später hat Müller vier Lager aus Japan [Berg
Shixane, Nikko ; 1890] hinzugelegt, die die Tracht von ;U. proboscidea und
U. hyperborea gleichmässig ausgeprägt zeigen.
! Sturm, Deutschl. Flora, Il, Heft 24, Taf. 6.
2? Syn. lich., Il, p. 7.
3 Syn. lich., I, p. 85.
PER TAN
(31) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 91
2, B. Umbilicaria reticulata.
Die Fruchtbildung stimmt in jeder Hinsicht mit der dieser Gruppe
überein. Der zusammengesetzie Fruchtkörper [Rabh. L. Eur. exs. n. 424]
ist schon von Th. Fries als seiner Gyrophora discolor eigenthümlich
beschrieben, was ihn nicht abhielt, später‘ die Fruchtbildung von U. reti-
culata als unbekannt hinzustellen.
Selbst wenn Ü. reticulata und Var. microphylla beieinander wachsen
[Arn. L. exs. n. 706], sind sie leicht zu sondern, die erste nach der
Ausprägung des Netzes der Oberseite und dem Mangel an Apothecien,
die andere nach der Ebenheit der Oberseite und der Fülle von Apo-
thecien.
Das Kennzeichen dieses Kreises, die zierliche Form der epithallinen
Ablösung in der Vereinigung von Wärzchen und Feldchen, ist auch hier
vorhanden und hält von einer Verwechselung mit U. proboscidea ab.
Selbst das epithalline rippige Netzwerk, das die Vorstufe von Thallyllen
darstellt, hat auf der Höhe eine kantig-kôrnige Oberfläche in der dieser
Gruppe eigenthümlichen Ausbildung, wobei die übrige Lagerfläche glatt,
wie bei U. proboscidea, zu sein pflegt. Freilich kommt auch hier die
gelbliche und feinrissige Oberfläche vor, die diesen Kreis dem von
U. vellerea näher!.
2,0. Umbilicaria cinerascens.
Hauptsächlich dem Grundsatze, eine gewisse Gleichmässigkeit inner-
halb des Kreises hervorzurufeu, verdankt diese Form ihre abgesonderte
Behandlung als Art Nyl. Ihre Behandlung als Varietät in einem Anhange
würde zu dem gleichen Schritte bei anderen Kreisen zwingen. Damit
sind aber zwei bedeutende Vortheile verbunden. Zunächst kann so die
nahe Verwandtschaft der Kreise U. tessellata und U. hyperborea deutlicher
hervorireten. Dann wird auch der Zustand äusserster Ruhe der Fort-
pflanzung, der bisher in diesem Kreise bekannt geworden ist, der
Erkenntniss zugänglicher. Der letzte Umstand hat überhaupt zur Son-
derung dieses Zustandes als Varietät oder Art Anlass gegeben. Er ist
aber auch Ursache der grössten Irrthümer, wie sie sonst nirgends in
1 Lich. Scand., I, p. 166.
32 MÉMOIRES DE L’HERBIER EOISSIER. (32)
Betreff der Gattung vorkommen, gewesen. Verständlich wird dieses
von vorneherein, wenn man bedenkt, dass mit solcher Ruhe die ent-
sprechende Glätie der Oberfläche des Lagers in der ganzen Gattung
verbunden ist.
Der benutzte Stoff [Pyrenæen, Cautereis; leg. Lamy — Fide Nyl.}
stimmt genau mit Nylanders Diagnose ' überein. Hieran schliesst
sich zunächst an, um nur die Exsiccaten meines Herbars zu berück-
sichtigen, Norrl. Herb. L. Fenn. n. 92 |«Gyrophora polyphylla (L.)»],
ebenso Arn. L. exs. n. 15795. Etwas mehr entfernen sich Roumeg. L.
Gall. exs. n. 379 » U. polyphylla v. glabra »], noch mehr aber Arn. L.
exs. 1579a, am meisten Rabh. L. Eur. exs. n. 505 [« Gyrophora poly-
phylla (L.) v. laciniosa Laur. »|, wovon sich U. anthracina f. discissa
Th. Fr. ? nicht unterscheiden dürfte, und Norrl. Hb. L. Fenn n. 93
|« U. polyphylla f. complicata Norrl.»]. Allen sind gemeinsam eigenthüm-
lich Spuren der Ü. tessellata kennzeichnenden Thätigkeit der Fortpflan-
zung entweder an einer Lagerseite oder an beiden. Namentlich in Bezug
auf Norrl. Hb. L. Fenn. n. 93 sollen Nylander gegenüber? beton! werden
der Mangel der Glätte und die Uebereinstimmung mit der früheren
Diagnose von U. cinerascens, welche die Kennzeichen, wenn sie U. poly-
phylla sehr ähnlich wird, richtig hervorhebt*. Wie sich das letzte
Exsiccat zu Gyrophora polyphylla v. conglobata Th. Fr. stellt, vermag
ich nicht zu entscheiden. Von Blomberg [Södermanland, Westermo ;
leg. 1890] als dorthin gehörig aufgefasster Stoff unterscheidet sich fast
gar nicht von f. complicata Norrl., entfernt sich aber von Rabh. L. Eur.
exs. n. 505 etwas mehr, als Norrl. Hb. L. Fenn. n. 93, gehört also jeden-
falls hierher.
Der von Nylander bestimmte Stoff [leg. Lamy] hat die gelblich
weisse oder graue und im gomphalen Bereiche körnige Oberseite mit
1:Syn-lich., IL, p. 7.
2 Lich. Scand., I, p. 166.
3 Lich., Paris, p. 43 (1896).
* Zu vergleichen sind auch die Worte Nylanders in Betreff von U. poly-
phylla v. anthracina Ach. |Syn. Il, p. 19]. Ueber diese Form und darüber,
wie Nylander zu dieser Auffassung gelangt ist, klärt der Vergleich von Ach.
Meth., L. univ. und Syn. Lich. auf. Man muss freilich auch U. tessellata in Ach.
Syn. lich. beachten. Grosse Verwirrung ist demnach von Nylander aus-
gegangen. Durch ihn verleitet, hat Wainio [Lich. Caucas. p. 27% — 1899]
mit seiner Aufklärung über U. heteroidea v. cinerascens Ach. nach dem Hb.
Ach. die Verwirrung endlich nur noch vergrössert.
PAT
4 A
(33) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 39
den nach der Ausstossung scharf und wulstig umrandeten Löchern, aber
auch mit den nach der Zerschlitzung zierlichen Randlappen. Dieses
Bild, das überhaupt bei U. tessellata vorkommt, liefert die Brücke zur
weiter entfernten Var. microphylla. Anderer Stoff von Ü. cinerascens
[Brenner, Griesberg ; leg. Minks 1873], der sich dem von Nylander
bestimmten [leg. Lamy] anschliesst, zeigt die sternarligen Einberstungen
vorangegangener Ausbauchungen, wie bei U. tessellata, dabei ist aber
die Annäherung an Norrl. Hb. L. Fenn. n. 92 ganz bedeutend. Auch
bei diesem Exsiccat kommt übrigens Zerschlitzung mit Bildung von
Rändern der Var. microphylla vor.
Besonderer Beachtung werth ist Arn. L. exs. n. 1579 b, von dem
ein Theil an der Unterseite nicht nur stärkere Warzen, sondern auch
zerstreuete, kurze und dicke Fasern trägt. Die Aufgabe, im Kreise U. pu-
siulata die Hypoblastesis zu suchen, wird nach dieser Beobachtung eine
dringende.
Die epithalline Ablösung von Thallyllen, die meist nur als vorbereitete
in den Sammlungen vorkommt, fand ich in schönster Vollendung [Arn.
L. exs. n. 1579 b — Brenner, Griesberg ; leg. Minks]. Diese Thallyllen
haben ebenfalls die Tracht der Var. microphylla angenommen, wozu die
diesen Kreis gegenüber dem von U. hyperborea kennzeichnende Wul-
stung des Lagerrandes gehört. Zwischen diesen Thallyllen mit ihren
gewundenen Rändern ist die tief braune Oberfläche der frei gelegten
Bereiche des Mutterlagers in mehr oder weniger weiter Ausdehnung
sichtbar. Trotz der weit fortgeschrittenen ‘Ausbildung der Thallyllen
habe ich nur die ihrer Fläche entsprechenden und lufthaltigen Spal-
tungen im Mutterlager gesehen. Dagegen habe ich bei der Bildung
hypothalliner Thallyllen, deren Ablösung senkrecht zur Lagerfläche
eingeleitet wird, in den mit der Trennung des Gewebes entstehenden
Hyphenspitzen auch noch die Bräunung der Zellenwände beobachtet.
Trotz der schwachen Ausbildung ist die letzte Beobachtung für diesen
Kreis der allerhöchsten Beachtung werih. Die kurzen Reihen brauner
Zellen an den neu entstandenen Lagerflächen trennen sich bei dem
geringsten Drucke, wie Sporen, voneinander.
Anmerkung. Die besonders von Th. Fries und Arnold betonte Auf-
fassung, nach der U. atropruinosa Schær. und Lichen anthracinus Wulf.! die-
selbe Flechte sind, hat schon E. Fries? bezweifelt. Nylander hat die Mei-
1 Jacquin, Miscell., II, p. 8%, tab. 9, f. 4 (1796).
2 Lich. Eur. ref., p. 351.
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n9 22, 20 décembre 1900. 3
By MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (34)
nung ausgesprochen !, dass die Flechte Wulfens U. polyphylla sein dürfte.
Hoffmanns Kenntniss von Urstücken Wulfens hatte aber diese Zweifel
längst überflüssig gemacht#, denn er hatte diese Flechte zu U. polyphylla versetzt
und auch als solche erkennbar beschrieben.
3, A. Umbilicaria polyphylla.
Um auf dem kürzesten und sichersten Wege eine Vorstellung zu
erlangen von der Zusammengehörigkeit der voneinander scheinbar
mehr oder weniger weit abstehenden Arten der Schriftsteller, die diesen
natürlichen Kreis bilden, überzeuge man sich zunächst, was das Aller-
wichtigste ist, von der Zusammengehörigkeit dieser Form und von
U. flocculosa und damit von deren Zugehörigkeit zu diesem Kreise.
Schon Schærer* hat solche Zusammengehörigkeit sogar unter Aus-
dehnung auf U. hyperborea erkannt, und Th. Fries hat ebenfalls die
beiden ersten anscheinend ohne Wissen von jener Erkenntniss zu einer
Art vereinigt‘. Beide Lichenologen wurden, wie vor ihnen schon
Schrader, was der erste hervorhebt, bestimmt durch die Beobachtung
der Ausbildung von epithallinen Sprossen auf Lagern von U. flocculosa
zu solchen, die sich von U. polyphylla in nichts unterscheiden. Für diese
alte Beobachtung habe ich selbst in meiner Sammlung unschätzbaren
Stoff in einem mehr als 1 cm im Durchmesser grossen, vielblätterigen
Lagerrund von U. polyphylla, das auf unzweifelhafter U. flocculosa als
dem Mutterlager gewachsen ist. Die Genesis wird ausser allem Zweifel
gesetzt durch zahlreiche Zwischenstufen bis zu den ersten Anfängen
zurück. Schærer hat ausserdem beobachtet, dass U. polyphylla und
U. flocculosa häufig durcheinander wachsen und in der Jugend nicht zu
unterscheiden sind.
Der Mangel der Wulstung der Lagerränder ist bei stark zusammen-
gesetziem Wuchse, sowie bei Krauser und zerschlilzter Tracht, wenn
U. polyphylla nicht schon frei auf dem Stein auftritt, ein Merkmal gegen-
über der analogen Bildung bei Ü. atropruinosa (cinerascens) und U. vel-
lerea. Der Uebergang des Lagers von U. polyphylla im Umfange zu
einem zerfressenen und siebartigen Aussehen dürfte Branth zur
Syn loch., 1. p. 2
? Deutschl. Flora, IL, p. 109-110 (1795).
® Umbilic. Helvet., p. 104-106.
# Lich. Scand., I, p. 163-164.
ae
(35) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 99
Vereinigung von U. erosa mit U. hyperborea verleitet haben. Die Zer-
schlitzung fällt aber bei U. erosa nur wegen ihrer Regelmässigkeit beson-
ders leicht auf. Sie fehlt ja in Wahrheit keinem Kreise. Allerdings ist
in U. polyphylla die stärkste Annäherung dieses Kreises an den von
U. Muehlenbergü (polyrrhiza) gegeben.
In U. polyphylla ist die Beschränkung auf das allernothwendigste Maass
von Lebensäusserung, das bei einer Umbilicaria überhaupt denkbar sein
kann, als Wirklichkeit geboten. An der Oberseite fehlen die Hyphema-
schicht und jede Aeusserung von Fortpflanzung. An der Unterseite ist
durch unregelmässige Anhäufungen warzenarliger Fortsätze die Fort-
pflanzung nur in den ersten Anfängen angedeutet, die man daher bei
unbewaffnetem Auge kaum ahnt.
3, B. Umbkilicaria flocculosa.
Das höckerige Aussehen der Oberseite des Lagers ist auf ausgedehnte
Sprossung zurückzuführen. Der Bau dieser Epiblastesis weiset keine
allgemein brauchbaren Unterschiede gegenüber der von U. pustulata
auf. Auch hier nehmen, wie schon die Darstellung von U. polyphylla
lehrt, die anfangs thamnoden Sprosse später die phyllode Gestalt an.
Das Streben nach Fortpflanzung pflegt hier so stark zu sein, dass die
epithallinen Sprösslinge noch während ihrer Verbindung mit dem Mutter-
lager schon wieder ebenso sprossen, wenn sie kaum einen Durchmesser
von 1 cm erlangt haben.
Der Bildung von Lacunæ entspricht das Aussehen des Lagerdurch-
schnities. Ueber den tiefsten Furchen der Unterseite fehlt fast alles Mark
im Sinne der Schriftsteller. Unzweifelhaft ist auch diese Bildung auf
Fortpflanzung gerichtet, die in der Weise eingeleitet werden dürfte, dass
die Furchen einreissen, und damit eine Zertheilung des Lagers in eine
grössere Zahl von Tochterlagern eintritt. Dieser Vorgang würde die
Eigenthümlichkeiten der Zerschlitzung und der Ausstossung in sich
vereinigen. Er ist bei der nächsten Form mehr ausgeprägt.
Die Bewimperung des Lagerrandes, wie bei U. cylindrica, fehlt hier
keineswegs gänzlich, was wohl zu beachten ist.
36 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (36)
3, G Umbkilicaria hyperborea.
Um zur Erkenntniss der Zusammengehörigkeit der Glieder dieses
Kreises zu gelangen, benutzt man die andere nächste Verbindung, die
U. flocculosa mit U. hyperborea hat. Beide haben gemeinsam nicht nur
die seicht, aber sonst regelmässig netzartig gefurchte Unterseite, sondern
auch die gänzliche Zerschlitzung des Lagers und die epithalline Bildung
von Thallyllen durch Ablösung. Die letzte erscheint freilich bei U. floccu-
losa nur dann, wenn die Epiblastesis zurücktritt. Sie herrscht dann
entsprechend dem Grade des Zurücktretens jener vor, was an demselben
Wuchsorte, wie Lojka Coll. n. 1434! lehrt, geschehen kann.
Die hier stark ausgeprägte Vereinigung von alten Fruchtkörpern mit
ganz jungen auf derselben Lagerfläche kann sich bis zu dem schroffen
Gegensalze steigern, dass grosse, fast kugelige und vielfach zusammen-
gesetzte Fruchtkörper in geringer Anzahl neben zahlreichen, winzigen
und einfachen oder fast einfachen sich zeigen. Diese Erscheinung wird
dadurch hervorgerufen, dass die ursprüngliche und beschränkte Zahl
von Apothecien des Mutterlagers ihrer Ausbildung entgegengeht, wäh-
rend dass die auf diesem vorhandenen, aber ganz unscheinbar entstan-
denen Tochterlager bald mit der Anlage von Apothecien beginnen.
Obwohl die Ausbildung von epithallinen Tochterlagern nicht selten
sein dürfte, ist sie doch übersehen, oder auch, mit der Runzelung ver-
bunden, als Merkmal dieser schlechten Art angesehen worden. Ihr
Zusammenhang mit den Runzeln ist unzweifelhaft. Die Runzeln sind
neinlich der Anfang oder die Einleitung der mit der Ablösung schlies-
senden Fortpflanzung. Man kann alle Stufen dieses Vorganges gut in
Lojka Lich. univ. n. 165 und Norrl. Hb. L. Fenn. n. 255, am besten aber
in Lojka Lich. univ. n. 164 studiren. Der Auswuchs des Lagerkernes
(«Markes»), mit dem dieser Vorgang unter Verdrängung des Gonidien-
striches beginnt, legt später die Gestalt der Runzel ab unter Abplattung
der Oberfläche und Einkerbung des Randes. Da inzwischen das Mutter-
! Als Lojka diese Nummer mit einem Namen nicht versah, wurde er viel-
leicht im Stiche gelassen von seiner rathgebenden Autorität. Dieses dürfte sich
daraus erklären, dass ein Lager U. flocculosa darstellt, ein zweites zwischen
dieser und U. hyperborea schwankt und ein drittes die letzte mit geringen
Anzeichen der ersten vorführt. In Wahrheit ist dieser Stoff also sehr lehrreich
für die hier vertretene Anschauung.
(37) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 97
lager im Wachsthum fortfährt, weil es ja sonst für das Tochterlager an
dem nöthigen Raum mangeln würde, ist die spätere Aenderung des
Durchschnittes des Gesammtkörpers des Lagers eine ganz natürliche
Folge. Die Räume zwischen den ausgerandeten Thallyllen sind vertieft,
an der Oberfläche braun und, wie die Unterseite, gebauet, also auch
gänzlich gonidienlos. Der Gonidienstrich des ursprünglichen Mutter-
lagers ist nemlich einfach in den verschiedenen Graden der Ausdehnung
oder Weite der Tochterlager in diese hinübergegangen. Die vertieften
und gonidienlosen Zwischenräume waren ursprünglich nur Lücken in
dem mütterlichen Gewebe und haben sich erst durch Wachsthum zu
Flächen ausgedehnt.
Die Sonderung von Gebilden unter den Namen corrugata und arctica
ist unnatürlich und daher überflüssig. Selbst unter diesen aber sind
die Verbindung von U. hyperborea und Ü. proboscidea vermittelnde
Zustände zu finden. Seit Acharius (Syn. lich.) haben Kerber und
Tuckerman also nicht ohne Grund die Var. arctica mit U. proboscidea
vereinigt. Diese Varietät bringt es im höchsten Norden (Grönland) zur
stärksten Dicke und Härte des Lagers, wie sie innerhalb des Kreises
vorkommt. Tritt noch die graue Färbung der Oberseite hinzu, so ist
die Verbindung mit U. proboscidea vollständig. Dabei bleibt die Thal-
lyllenbildung an der stark gerippten Oberseite, wie sie U. proboscidea
zugesprochen wird, eine besondere Abänderung dieser Fortpflanzung.
Ueber den Werth des als Var. corrugata angesehenen Gebildes gibt
Lojka Lich. univ. n. 69 lehrreiche Aufschlüsse. Hier sind zwischen
schwach ausgeprägtem grauem Lager von U. proboscidea und braunem,
mit zahlreichen Thallyllen versehenen von U. hyperborea alle Ueber-
gänge zu sehen. Unbedeutende Schwankungen der Anfänge dieser mit
Thallyllen endenden Fortpflanzung sind eigentlich selbstverstänalich.
Die Zerschlitzung des Lagers, die hier ebenfalls und auch gleichzeitig
mit der Ablösung von Tochterlagern stattfindet, ist von einer Besetzung
der Ränder mit platten Wimpern von dem Aussehen des Mutterlagers
gefolgt. Diese Bewimperung kann sehr wohl mit der Lacunenbildung
zusammenhängen.
3,D. Umbilicaria proboscidea.
Von U, hyperborea führt der nächste Weg für die Erkenntniss des
Zusammenhanges dieser Gruppe oder Sammelart zu U. proboscidea 1.
38 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (38)
deplicans. Diese überflüssige Form verdankt ihre Aufstellung oberfläch-
licher Naturbeobachtung. Für diese besondere Erkenntniss sind ent-
scheidend Norrl. Hb. L. Fenn. n. 254 a, b. Das Stück b zeigt Lager mit
schwacher Ausbildung von Lacunen, zugleich aber dieselbe Oberseite
mit Runzeln und durch Ablösung hervorgerufenen Thallyllen, wie
U. hyperborea. Neben den baldigen und verbreiteten Anlagen von Apo-
thecien in den entstehenden Tochterlagern sieht man auch hier die
aiten anfänglichen des Mutterlagers. Diese Form in Norrl. Hb. L. Fenn.
ist ein wahrhaftes Bindeglied zwischen U. cylindrica mit U. proboscidea
und den anderen dieses Kreises. Dasselbe Exsiccat [a] weiset im beson-
deren noch Lager auf, die neben Spuren von Lacunen zerstreuete Hypo-
thallusfasern, wie bei Ü. cylindrica, tragen (von denen ja die eigentliche
U. proboscidea nur Spuren besitzen soll). ausserdem aber endlich das
Auswachsen der Runzeln zu Thallyllen. so dass phyllode und hahnen-
kammartige Gebilde entstanden sind, zeigen. Dass im Stücke a ein
Lager vorhanden ist, das wegen seiner grauen Oberseite die Mitte
zwischen der eigentlichen U. proboscidea und U. arctica hält, braucht
eigentlich kaum erwähnt zu werden.
Der Nachweis, dass die Trennung zwischen U. proboscidea und U. cylin-
drica eine der unnatürlichsten gewesen ist. wird wohl den reichsten
Beifall finden. Zwischen beiden gibt es in Bezug auf die netzförmige
Runzelbildung der Oberseite und die Ausbildung des Hypothallus alle
Uebergänge vom Mangel bis zur Häufigkeit und Ueppigkeit. Dabei muss
freilich beachtet werden, dass auch hier, wie innerhalb der ganzen
Gattung, die eine Fortpflanzung desto stärker aufzutreten pflegt, je
schwächer die andere sich ausbildet.
Fruchtkörper und Lager verhalten sich im allgemeinen zu denen von
U. cylindrica, wie zartere zu derberen Gebilden. Der meist sitzende
Fruchtkörper kann dem in der Regel gestielten von U. cylindrica gegen-
über nicht als Kennzeichen gelten, denn die viel weniger üppige Frucht-
bildung zwingt hier eben nicht zur Stielbildung. Auch das Lager man-
cher U. cylindrica zeigt im gomphalen Bereiche netzföürmige Runzeln
schwach ausgebildet. Ob nicht zwischen der U. cylindrica gegenüber
geringeren Dicke des Lagers und der mangelhaften Hypoblastesis ein
Zusammenhang bestehe, diese Frage zu beantworten, muss besonderen
Untersuchungen überlassen bleiben.
Wohl bekannt ist es, wie leicht U. proboscidea und U. tessellata unter
Umständen verwechselt werden können. Gyrophora Wenckii bietet
dafür ein sprechendes Beispiel, das sich in mancher grösseren Samm-
(39) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 39
lung wiederholen dürfte. Die zu beobachtenden Merkmale für solche
schwierigen Fälle sind bereits erörtert.
In die hahnenkammartige Bildung von Tochterlagern gehen alle
Bestandtheile des (mütterlichen) Lagers hinüber. Die endothalline Tren-
nung wird auch hier eingeleitet durch leichte Bräunung des Gonohyphema,
die im Durchschnitte den Eindruck einer schwachen Schicht macht.
Nach der Trennung ist ebenfalls in entsprechender Ausdehnung ein
gashaltiger Bereich zu finden. nach dem hin beide entstandenen Flächen
gebräunt sind. In der Nähe der Oberseite der so gebildeten unteren
Lagerhälfte fand ich sehr zerstreuete einzelne Gonidien.
Der Fortschritt der Ausbildung der epithallinen Thallyllen wird zu
einer Erscheinung von höchstem Werthe. Diese nehmen nemlich die
Gestalt der gleichen Bildung auf U. flocculosa an, die als U. polyphylla
gilt. Die glatten und wellenartig umrandeten Thallyllen erreichen noch
auf dem Mutterlager einen Durchmesser von À cm. Ihre Gruppen sind
schliesslich durch einen ziemlich breiten Gomphus mit dem mütterlichen
Boden verbunden. Der Werth dieser Erscheinung wird noch erhöht,
wenn diese Thallyllen zugleich die Bewimperung des Randes, wie bei
U. cylindrica, zeigen |Norrl. Hb. L. Fenn. n. 25% b]. Dieses Vorkommniss
ist wohl das werthvollste unter allen ähnlichen, die für die hier gesteck-
ten Aufgaben in dieser Arbeit behandelt sind. |
3, E Umbilicaria rugifera.
Das Auftreten des einfachen Fruchtkôrpers innerhalb dieses Kreises
hat die Veranlassung gegeben zu dieser schlechten Art mit ihren
Synonymen. Dieser Fruchtkörper soll die gefaltete und sprossartige
Gestaltung nach einigen Schriftstellern auch im Falle von Anhäufung
vermeiden. Tuckerman jedoch gibt auch diesem Fruchtkörper die
Zusammensetzung und Nylander spricht ihm nur den Mangel der
Windungen zu. Daraus geht hervor, wie werthlos das Kennzeichen des
Fruchtkörpers ist. Th. Fries hat sich daher in neuester Zeit der hier
vertretenen. Auschauung zugeneigt.'
Man erkennt schon mittels der Lupe, dass es sich bei solchen ver-
meintlich einfachen Apothecien um eine abnorm schwach ausgeprägte
Spaltung handelt. Es sind eben einfach Kümmerlinge, was die mikros-
1 Lich. coll. Engl. Polar Exped., p. 354-355 (1879).
40 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (40)
kopische Prüfung bestätigt. Die auch hier zahlreichen Scheidewände
im Apothecium sind wegen ihrer schwachen Ausbildung äusserlich nur
angedeutet. In dieser Form ist also die analoge Verkümmerung zu
U. lecanocarpoides im Kreise U. vellerea gegeben.
Das von Tuckerman' mitgetheilte Vorkommen brauner Sporen ist
eine werthvolle Beobachtung in Betreff des ganzen Kreises, bildet aber
auch eine weitere Ergänzung zu meiner Lehre von der Thecaspore
überhaupt |vergl. U. cylindrica|.
Das Lager hat die Tracht bald von U. cylindrica, bald von U. probo-
scidea, bald von U. hyperborea. Mit Recht hebt Branth hervor’, dass
sich unter einer grossen Zahl von Lagern bei U. cylindrica und U. arc-
tica immer einige mit langem Gomphus finden lassen.
3, F. Umbilicaria cylindrica.
Der Rand der Apothecien ist nicht selten in der ersten Jugend gerieft
und gekerbt, welche Erscheinung sich später verwischt. Nicht nur
hiermit, sondern noch vielmehr in der ganzen Tracht des Fruchtkörpers
überhaupt schliesst sich dieser Kreis an den von U. vellerea eng an.
Die Thecaspore hat Tuckerman bräunlich gefärbt gefunden.
Die hypothallinen Fasern sind später ebenso, wie die marginalen, am
Grunde bandartig abgeplattet. Die Oertlichkeit kann also keinen Grund
zur wesentlichen Sonderung dieser Fasern abgeben. Noch stärker ist
dieses bei den epithallinen, die in Büscheln auftreten, ausgeprägt. Diese
epithallinen Sprosse nehmen am Grunde ausserdem die Tracht des Mutter-
lagers an und erscheinen dann als fingerförmig zerschlitzte Blättchen.
Man kann sie in der Ausbildung bis zur Tracht des mütterlichen Thallus
hin und wieder sehr weit urd in der Weise fortgeschritten finden, dass
ein-nennenswerther Unterschied von der Var. tornata kaum mehr bleibt.
Von höchster Bedeutung wird diese Ausbildung der epithallinen Fasern
für die Berechtigung der Annahme eines gleichen Fortschrittes bei den
hypothallinen innerhalb der ganzen Gattung aus dem einfachen Grunde,
weil hier die hypothalline Faser mit der bandartigen Abplattung schon
den Beginn der Lagerbildung anzeigt.
Die Färbung und Befaserung der Unterseite des Lagers schwanken
1 Syn. lich., I, p. 83.
2 Grönl. Lichen Flora, p. 491.
(41) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA 4
bekanntlich sehr und künnen daher zu Merkmalen nicht benutzt werden.
Indem Branth allein der Unterseite seine Aufmerksamkeit zuwandle,
gelangie er zu dem Irrthum, dass Var. Delisei in U. vellerea übergehe.
Nach der Behandlung mit Aetzkali haben auch hier die ganzen Fasern
Platz zwischen Objektträger und Deckglas. Sie bieten keine allgemein
greifbaren Besonderheiten im Baue dar. Trotzdem darf man sie den
thamnoden Sprossen bei U. flo@culosa nicht ohne weiteres gleich stellen.
Ob die Verschiedenheit in den Endergebnissen als Thallyllen auf beson-
deren den Mutterlagern gegebenen Vorbedingungen beruhen, oder ob
(zu welcher Annahme die Fähigkeit der Ausbildung von Thallyllen in
der Tracht der U. polyphylla bei U. proboscidca berechtigt) hierbei
Lebensverhältnisse Einfluss üben, lässt sich zur Zeit nicht entscheiden.
Anmerkung. Die Var. fornata ist eine analoge Erscheinung zur Var. micro-
phylla von U. tessellata. Selbst der beiderseitige Reichthun an Apothecien
unterstützt solchen Eindruck. Diese Erscheinung weiset jedenfalls auf die
epithallinen Thallyllen in diesem Kreise hin, denn diese zeigen dieselbe Neigung.
An der Genesis dieses Gebildes, demnach an der Unzulässigkeit von dessen
Auffassung als einer Varietät ist hier ebenso wenig, wie bei jenem, zu zweifeln.
4, A. Umbilicaria hirsuta.
Den Lagerbau zeichnen aus die Neigung der Hyphen zu Vielgestaltig-
keit und die damit verbundene Lockerung der Gallertehüllen. Nament-
lich nach der beiderseitigen Oberfläche hin erlangen die Hyphen die
Tracht vielgestaltiger Sterigmata. Besonders in dünnen Durchschnitten
ist es nach der Behandlung mit Aetzkali recht leicht, die Verzweigungen
des so gestalteten Hyphengewebes nach der Oberfläche hin zu über-
blicken. Ebenso bequem kann man sich durch den Anblick zahlreicher,
mit je einem blaugrünen oder schwach saftgrünen Gonidium (mit einem
Microgonidium) versehener Zellen zum Studium der intracellularen
Bildung von Gonidien vorbereiten. Die Häufigkeit und die Grösse der
Gonidien erinnern an U. pustulata.
Die oberseits endenden Hyphen sind farblos. die unterseits in die
Warzen und Fasern übergehenden bräunen die äussersten Zellen. Durch
diese Färbung wird das Grün des Zelleninhaltes noch deutlicher, so
dass es zugleich als Safigrün erscheint. Das hervorgehobene Gepräge
des Baues erstreckt sich bis zu den hypothallinen Gebilden, die auch
hier in Warze und Faser nur verschiedene Stufen einer Fortpflanzung
42 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (42)
darstellen. Damit ist man auch auf die Bestätigung der Erwartung vorbe-
reitet, dass die Fasern des Gegensatzes zwischen kugeligen Oberflächenzel-
len und gestreckten Innenzellen entbehren. Wenn auch die Neigung zur
abweichenden Gestaltung der Hyphe nicht bei allen Gliedern dieses
Kreises die gleiche Stärke und Ausdehnung zeigt, empfiehlt sie sich
doch zur Benutzung als Merkmales für den ganzen Kreis.
Die unregelmässig winkelige Einberstung der Oberseite [Arn. L. exs.
n. 828] kann als Merkmal vor allen gegen den Kreis U. hyperborea, aber
auch gegen den von Ü. tessellata dienen. Die gebildeten Feldchen deuten
die spätere Ablösung ebenso vieler Tochterlager von dem Mutierlager an.
Dieser Vorgang beginnt bald im gomphalen Bereiche, bald vom Rande
des Lagers und schreitet in mehr oder weniger beschränkter Ausdeh-
nung anscheinend sehr schnell vorwärts [Arn. L. exs. n. 827a]. Der
vollkommenste Grad der Ausbildung zu aufrechten Thallyllen ist mir
jedoch nur einmal vorgekommen [Arn. L. exs. n. 8276]. Auch diese
Thallyllen wiederholen die Tracht des Mutterlagers; im besonderen
haben auch sie die dem Kreise eigenthümliche rissige Oberseite. Also
auch diese Thallyllen beginnen, selbst kaum ausgebildet, ihrerseits für
die Fortpflanzung zu sorgen.
Statt des rissigen Aussehens zeigen die Lager aber häufiger eine
Bedeckung mit Wärzchen in Gestalt kleinster Körnchen. Diese epithal-
line Bildung, die eine sorediale Auflösung leicht vorzutäuschen vermag.
lässt sich jedoch durch die Uebergänge schon mittels der Lupe als der
hypothallinen Warze gleichwerthig feststellen. Das vergleichende Studium
der Abweichung in der Gestaltung der Ablösung ist zu empfehlen, wenn
man im gegebenen Falle schwankt, ob es sich um ein Lager des
Kreises U. hyperborea oder dieses handelt.
Allein nicht alle epithallinen Thallyllen gehören der geschilderten
Fortpflanzung an. Die von einem gemeinsamen (gomphalen) Grunde
aus mehr oder weniger zusammengeseizten und krausen Lager mit
welligem Rande, wie sie mir am schönsten Anz. L. Lang. exs. n. 65
zeigt, lassen sich auf die diesem ganzen Kreise eigenthümlichen Polster-
chen, die im Aussehen stark an die bekannten von Sticta amplissima
erinnern, zurückführen. Diese Epiblastesis ist daher werthvoll zur Be-
grenzung dieses Kreises.
Der Hypothallus kann sich ganz glatt oder mit sehr zerstreueten
Warzen versehen zeigen. Man findet aber auch unbestimmt begrenzte
Bereiche mit gefelderter Fläche, deren Eindruck sehr an den Kreis
U. tessellata erinnert |Arn. L. exs. n. 828]. Dieses Anzeichen der Ein-
+43) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 43
leitung hypothalliner Ablösung ist sehr werthvoll. Nylander hat die
hypothalline Ablösung, die dieser Kreis mit dem folgenden gemein hat,
auch von U. hirsuta geschildert.
Die Ausstossung tritt hier sehr spärlich auf, was immerhin beachtens-
werth ist, weil ich sie bei den anderen des Kreises noch seltener gesehen
habe. Fast regelmässig scheint sich mit ihr die Zerschlitzung zu ver-
binden, die schon von Sch&rer' sehr schön dargestellt ist. Auch hier
sind emporgerichtete kleine Klappen, und zwar sogar neben den Polster-
chen der Epiblastesis, zu sehen. Die reine Zerschlitzung des Lagers ge-
schieht unter Bildung zierlicher, läppchenartiger Franzen.
Gewissermaassen einen Beweis für die Unzertrennlichkeit von U. hır-
suta, U. vellerea und U. spodochroa Könnten die zahlreichen Verwechsel-
ungen abgeben, die auch in den Exsiccaten vorkommen. Schon Scherer
hat solche in seinen bekannten Darstellungen begangen, obwohl er in
den Beschreibungen nach dem Gegentheil sirebte. So dürfte es aber
vielen Schriftstellern ergangen sein aus dem einfachen Grunde, weil eine
Sonderung nur in der Einbildung, nicht aber in der Natur besteht.
4,B. Umbilicaria vellerea.
Da im Aussehen der Oberfläche diese Form sich am meisten U. hir-
suta anschliesst, muss es sehr auffallen, dass ihr Lagerbau nur in der
Rinde (im Sinne der Schriftsteller) an jene erinnert, alles andere sie
aber U. polyrrhiza bedeutend nähert.
Wie sehr auch immer es gerade hier den Anschein haben mag, reissen
doch grosse Lager nicht in Folge von Altersschwäche oder von äusseren
Einflüssen ein, sondern zerschlitzen sich planmässig zum Zwecke der
Fortpflanzung. Dafür spricht von vorneherein die (baldige) Besetzung
der Rissränder mit blätterichten Franzen. Diese Bildung geht höchst
wahrscheinlich in der entsprechenden Weise vor sich, wie im Kreise
U. Muehlenbergü. Diese Blättchen und die strahligen Einrisse in den
Ausbauchungen erhalten schwärzliche und gewülstete Säume, womit
eine sehr starke Annäherung zwischen dem Kreise U. tessellata und
diesem aufgedeckt ist.
Bei der epithallinen Ablösung erlangen die Thallyllen hier in Folge
der vorherrschenden Derbheit der Lagermasse ebenfalls eine an U, tes-
1 Umbilic. Helvel., Taf. X, F. 19.
ke MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (44)
sellata stark erinnernde Tracht, wozu besonders die wellig gebegenen
Ränder viel beitragen.
Hier tritt die Thatsache klar vor Augen, dass die hypothalline Faser
lediglich ein der Astbildung analoges Erzeugniss ist, das aber Zwecken
der Fortpflanzung dient. Die häufig verästelten und fingerartig auslau-
fenden Gebilde entsprechen auch im Baue den gleich gestalteten von
Ü. eylindrica. Oft, aber durchaus nicht immer, kommt hinzu die bei
U. polyrrhiza stark ausgesprochene Unebenheit der Oberfläche, die
durch die sehr ausgedehnte Umbildung der braunen und kugeligen
Zellen zu sporoiden Körperchen mit auffallend grünem Inhalte entsteht.
Dass diese Körperchen in der Natur abfallen, was wohl nur zu Zwecken
der Fortpflanzung geschehen würde, merkt man schon bei der Behand-
lung. Hier erlangen diese Körperchen ausserdem einen mehr zusam-
mengesetzten Bau. Sie erinnern an die Phygoblasteme von Leptogium
myochroum mit stark sporoider Tracht, die im besonderen auf die
« Thecaspore » der Calyciaceen hinweiset. Weder der gonidiale Inhalt,
noch der Ursprung von Hyphen ist bei diesen Zellen zu verkennen.
Die Endzellen der Lagerhyphe haben hier überhaupt einen stark grünen
Inhalt. Mit dieser Schilderung ist endlich die Nichtigkeit von U. tylor-
rhiza, die schon Th. Fries erkannt hat, gründlich nachgewiesen.
Dass die Warze der Faser gegenüber sich nur in einem gradualen
Abstande befindet, ist auch hier zu erkennen. Dieses Verhältniss kann
sich aber so gestalten, dass die Warzen später noch einen Stiel bekom-
men. Hieran würde sich Sch&rers Beobachtung von Thallyllen
an den Faserspitzen, als dem Endergebnisse dieser Fortpflanzung,
anschliessen.
Eine Emporrichtung hypothalliner Fasern durch strahlige Einrisse
des Lagers nach dessen Oberseite findet hier unzweifelhaft statt. Dabei
zeigen sich endlich nur kurze, gedrungene, missgestalte Gebilde’. Die
Ausbildung zu Thallyllen habe ich nicht beobachtet.
Die Ablösung hypothalliner Plätichen, welche Fortpflanzung selbst der
Tracht nach dieser Kreis mit dem von U. Muehlenbergü gemeinsam hat,
erlangt bisweilen auch hier, wie dort, einen hohen Grad von Ausbildung
[Angermanland, Räfsö ; leg. Hellbom, 1875]. Diese Erscheinung ist aber
noch von besonderem Werthe, weil sie dazu beiträgt, diesem Kreise die
Abgrenzung als Art zu sichern und die Stellung innerhalb der Gattung
anzuweisen.
1 Umb. Helv., Tab. XI.
(45) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATIUNG UMBILICARIA. 45
4. Anhang. U. aprina nimmt eine wichtige Stellung in diesem Kreise ein,
indem sie mit ihrer Oberseite die Analogie zu U. dieiyiza, U. reticulata, U.pro-
boscidea und U. sclerophylla darstellt.
2. Anhang. U. dichroa ist U. vellerea, deren Unterseite statt mit Fasern
mit dicken Warzen besetzt ist, und deren Fruchtkörper eine einfach lecideine
Gestaltung zeigt.
3. Anhang. U. calvescens ist nach dem Urheber selbst vielleicht nur eine
Varietät von U. vellerea mit den (einfachen, endlich braunen und in der Mitte
eingeschrürten) Sporen von U. haplocarpa.
4,C. Umbilicaria Dillenii.
Von besonderer Wichtigkeit ist es, dass hier denen von U. spodochroa
gleich grosse Sporen vorkommen. Unzweifelhaft ist Tuckerman bei
der Aufstellung seiner Art durch die Grösse der Sporen beeinflusst
gewesen, nachdem er nur U. vellerea, nicht aber auch U. spodochroa in
Vergleich gezogen halte. Die Grösse der Sporen (neben der Ueberein-
stimmung des Lagers mit dem von Ü. vellerea) wird aber noch beson-
ders zum durchschlagenden Beweise für die Zusammengehörigkeit von
U. vellerea und U. spodochroa.
Die Oberseite besitzt hier, wie bei U. spodochroa, alle Glätte von
U. polyphylla. Die auch hier im Bereiche der Oberfläche durch Viel-
gestalligkeit ausgezeichenten Lagerhyphen zeigen in alten Lagern regel-
mässig, nicht selten aber auch in jungen die äussersten Zellen gebräunt.
Diese Farbe kommt im makroskopischen Aussehen trotz des Daseins
einer Hyphema-Decke zur Geltung. Alles übrige ist, wie bei Ü. vellerea,
vorhanden. Die hier ebenso (wie dort) zarten Hyphen im Inneren des
Lagers erhalten und bewahren besonders dicke und zähe Gallerte-
scheiden, wodurch das Lager eine unter den Phylloblasti auffallende
Dicke und eine im Flechtenreiche seltene Härte erlangt. Diese Härte
wird demnach nicht durch reichliche Aufnahme anorganischer Bestand-
theile hervorgerufen.
Auch hier kommen die bei U. hirsuta geschilderten missgestalten
Gebilde an der Oberseite vor. Trotzdem werden daselbst Thallyllen
gefunden, die als einfache und mit dem Mutterlager durch einen cen-
tralen Gomphus verbundene Lager einen Durchmesser von 1,5 cm er-
langen. Dabei sind sie so zart und dünn, wie die jüngsten Lager von
U. hirsuta, die dem Gestein aufsitzen, stimmen auch sonst mit solchen
genau überein.
46 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (46)
Die gesammte hypoihalline Fortpflanzung in aller ihrer Mannich-
faltigkeit für den Eingeweiheten erkennbar finden wir schon in Nylan-
ders Beschreibung', die wegen ihrer Naturtreue wohl zu beachten ist.
4, D. Umbilicaria esculenta.
Wie schon der Urheber hervorgehoben hat, ist diese Form einerseits
mit U. Dillenit, andererseits mit U. vellerea « sehr nahe verwandt » und
daher von einigen Schriftstellern mit ihnen zusammengeworfen worden.
Nach dem heutigen Stande unserer Kenntniss lässt sie sich aber weder
von der ersten nach dem Verhältnisse des Fruchtkörpers zum Lager,
noch von der anderen nach der Grösse der Spore sondern. Den Mangel
der Stielbildung bis zur Einsenkung des Fruchtkôrpers hat ja dieser
ganze Kreis mit dem von U. Muehlenbergü gemeinsam.
Miyoshi hat sich als tüchligen Beobachler erwiesen, indem er die
Thätigkeit der Fortpflanzung, ohne freilich diese ihrem Wesen nach
durchgehends zu erkennen. in der diesem ganzen Kreise eigenthüm-
lichen Ausprägung bei seiner Art schilderte. Folgende Worte dienen
zur Bestätigung der hier vertretenen Beobachtung: «Rand zackig.....
Oberseite oft durchlöchert, zuweilen papillos, durch die Papillenspitze
schwarze Borsten nach oben austretend. Oefters Sprossenbildung an
verschiedenen Theilen der Oberseite. Unterseite kurz und dicht faserig ».
Auch hier kommen die an Sficta amplissima erinnernden Polsterchen
der Oberseite vor. Die hypothalline Ablösung, die als diesem Kreise
eigenthümliche vom Gomphus aus vorrückt, hat Miyoshi übersehen.
%,E. Umbilicaria spodochroa.
Sicherlich hat auf die Sonderung von U. vellerea und U. spodochroa
der mit sehr frühzeitiger und reichlicher Fruchtentwickelung verknüpfte
Gesammieindruck neben der Neigung des Fruchtkörpers zur Einfachheit
und der vermeintlichen Abweichung der Thecaspore seinen Einfluss
ausgeübt.
Dass die Gestaltung des Fruchtkörpers kein Merkmal abgeben kann,
‘ « Subtus niger, papillis vel fuleris papillosis scaber et passim subfibrillosus,
interdum simul lamellose radiatim et subreticulatim (centro præsertim) diffissus.»
[Syn. lich. II, p. 9].
(47) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 47
beweisen unwiderleglich Lojka Coll. n. 2215 und Arn. L. exs. n. 1101,
wo beide äussersten Gestaltungen scharf ausgeprägt, zugleich aber
alle Zwischenstufen vorhanden sind.
Die dem ganzen Kreise eigenthümliche Neigung zur Einsenkung des
Fruchtkörpers weiset die Sonderung einer Var. depressa als unzulässig
zurück.
Die Thecaspore hat schon Nylander'! richtig als endlich bräunlichen
und (seltener) verschieden gespaltenen Körper geschildert. Bald nur
die zweite, bald zugleich auch die erste /Erscheinung haben aber die
Schriftsteller geflissentlich vernachlässigt. Dieser Gang der Bildung des
Organes ist keinesweges vom Zufalle, wie Th. Fries glaubt, abhängig,
sondern der gesetzmässige (der Gattung), was sein bisweilen durch-
gehends verbreitetes Vorkommen [Norrl. Hb. L. Fenn. n. 89] beweiset.
Die Spaltung durchläuft die Stufen eines dy, tetra-, polyblastischen
Gebildes. Das Organ schliesst sich also genau dem bisher für U. pustulata
allein eigenthümlich erachteten an. Dass die Spore ausser zu einer
bedeutenden Grösse auch zu dem geschilderten Zustande als einem
Fortschritte gelangt, verdankt sie einfach einem ausnahmeweise gedeih-
lichen Fruchtleben. Damit hängt sicherlich zusammen die Vermeidung
der Wucherung des Thalamium und das Ausbleiben der ihr folgenden
Spaltung im Fruchtkörper, wie es auch in dem Kreise U. pustulata fast
regelmässig geschieht. In solchem Falle kann eine reichliche Anlage
von Fruchthyphen in einem kleinen Raume geschaffen werden, denen
dann die eintreffende Nahrung fast ausschliesslich zu gute kommt.
Alle sonstigen Erscheinungen der Fortpflanzung sind hier, wie bei
U. vellerea, zu finden, abgesehen von der selteneren epithallinen War-
zenbildung und der überhaupt selteneren epithallinen Fortpflanzung,
in Folge dessen eine ähnliche Glätte, wie bei U. Dillenü, zu herrschen
pflegt. Dabei ist auf der Oberfläche ein ausserordentlich kleinzelliges
Hyphema in unregelmässigen Schollen oder Zacken vorhanden.
Die Ausstossung mit begleitender Zerschlitzung konnte ich in ihren
äussersten Zuständen beobachten [Roumeg. L. Gall. exs. n. 440]. Die
Tochterlager schreiten sichtlich mit der zunehmenden Grösse immer
weiter in der Entfaltung der Selbstständigkeit fort, wie sie endlich die
gänzliche Trennung herbeiführt. Dieselben Bilder hat schon Scherer?
von diesem Kreise dargestellt. Nach solchen Befunden muss man an-
1 Syn. lich., II, p. 10.
2 Umbilic. Helv., Tab. X, F. 19, Tab. XI, F. 10.
48 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (48)
nehmen, dass sowohl bei der Ausstossung, als auch bei der Zerschlitzung
den Randzacken Individualität verliehen werde, um aus dem Zustande
von Franzen oder Läppchen zu dem ausgebildeter Thallyllen gelangen
zu können.
Die farblosen und die tief braunen !iypolhallusfasern zeigen den bei
U. hirsuta geschilderten Bau. jedoch in dem Grade, dass sie durch-
gehends aus vielgestaltigen und missgestalten Hyphen bestehen. Im
Baue der Oberseite und der Unterseite herrscht hier überhaupt Ueber-
einstimmung mit U. hirsuta. Sobald als aber die Bräunung zunimmt,
erscheint das ganze Bild des Baues von Ü. vellerea.
Die hypothalline Ablösung, die in der bekannten Weise um die gom-
phale Mitte beginnt, fehlt auch hier nicht [Norrl. Hb. L. F. n. 891].
4. Anhang. Die Berechtigung von U. angulata hat Nylander! schon vor
der Erweiterung durch U. Semitensis bezweifelt. Die Befangenheit Tucker-
mans erklärt sich hier, wie bei U. Dillenii, einfach, wenn man, seine Arbeiten
durchgehend, die Vernachlässigung von U. spodochroa beachtet.
2. Anhang. U. haplocarpa ist eine auf lauter werthlose Merkmale gegründete
Art. Die nach dem Urheber selbst im Aeusseren mit U. spodochroa überein-
stimmende Flechte hat die einfachen, lecideinen und etwas hervorragenden
Apothecien von U. lecanocarpoides, wozu noch die ein- bis mehrfache Spaltung
und die Bräunung bei der etwas eingeschnürten Spore kommen.
4, F. Umbilicaria lecanocarpoides.
Die Gestalt des Fruchtkörpers verleitete Nylander, diese Flechte in
die Nähe von Ü. tessellata zu bringen. In der That liegt im Lager die
schon vom Urheber betonte Tracht von U. hirsuta und U. spodochroa
vor [Pyrenæen, Sommet de Néouvieille; leg. E. Lamy, 1884 — Fide
autoris]. Die durchaus einfachen, fast biatorinen Apothecien sind arm an
Schläuchen und haben kleine Sporen. Für die Annahme einer Verküm-
merung des Fruchtlebens spricht weiter, dass der endlich zurückge-
drängte Rand dem Thallus angehört. Der Fruchtkörper ist nemlich
wirklich im Lager stecken geblieben.
Dieses Gebilde ist zweifellos keine Seltenheit. Sicherlich wird es
noch öfters, und zwar selbst in den Sammlungen,? gefunden werden.
1 Syn. lich., IL, p. 10.
? In meiner Sammlung ist es unter Stücken von U. spodochroa in Roumeg.
Lich. Gall. exs. n. 266.
iR
=”
(49) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 49
Anhang. U. Virginis ist sicherlich ein diesem Kreise angehöriges Gebilde,
das durch die Verbindung der lecideinen Tracht des Fruchtkörpers mit dem
Lager dieses Kreises Sch&rer ebenso verleitete, wie es später Nylander bei
der Aufstellung von U. lecanocarpoides widerfuhr.
5, A. Umbilicaria polyrrhiza.
Als gross ist der Irrthum der Schriftsteller zu bezeichnen, die U. poly-
phylla und U. polyrrhiza für verwandte oder einander nahestehende
Arten erachteten. Vor allem ist ihnen entgangen, dass ausser den fast
riesigen und trotz der vielfachen Zusammensetzung halbkugeligen
Fruchtkörper auch mit sternartiger Randbildung versehene, wie bei
U. Muehlenbergü, die dort freilich bisher allein Tuckerman gesehen
hat, vorkommen. Die Zugehörigkeit zu diesem Kreise leuchtet vollends
ein, wenn man noch die sympodialen Lagergruppen von U. Muehlen-
bergii mit U. polyrrhiza f. luxurians vergleicht.
Der kleinste Einriss genügt hier, um ein möglichst üppiges Empor-
richten der hypothallinen Fasern zu veranlassen. Sogar einzelne Fasern
gelangen durch ein winziges Loch nach oben. Der Wirklichkeit dürfte
aber doch die Auffassung entsprechen, dass dem Einrisse eine Neubil-
dung von Fasern an den Rändern folgt.
Es gibt auch dunkelere, nicht gleichmässig runde, sondern fast regel-
mässig ausgerandete Blättchen, die mitten aus ihrer anscheinend un-
versehrten Oberfläche Fasern als wahre Epiblastesis hervorspriessen
lassen.
Als ein Zeichen der nahen Verwandtschaft des Kreises U. vellerea
mit diesem ist zu beachten, dass die mit der Ausstossung vereinigte
Zerschlitzung sich in der jenem Kreise entsprechenden Weise bis zur
Ausbildung fast selbstständiger Thallyllen abspielt.
Die epithalline Ablösung, die überhaupt selten sein dürfte, habe ich
nur in der Einleitung gesehen als schollige Gebilde von der Tracht,
wie sie auch bei U. cinerascens vorkommt. Die sie trennende Oberfläche
der Mutterlager zeichent sich durch schwarze Farbe aus.
Die hypothallinen Fasern sind sehr lehrreich, weil die unregelmäs-
sigen Anhäufungen der Zellen der Oberfläche alle Stufen der intracel-
lularen Ausbildung der Gonidien von dem anfänglichen Microgonidium
an nach der Behandlung mit Aetzkali überblicken lassen. Von hier aus
ist überhaupt die Erkenntniss dieses intracellularen Vorganges für die
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n0 22, 20 décembre 1900. N
50 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (50)
ganze Gattung zu gewinnen. Dieselben oberflächlichen Zellen der Fasern
erscheinen in der gleichen unregelmässigen Anordnung als « untere
Rinde ». Also sind auch hier die Fasern unmittelbare und umschriebene
Fortsätze des Lagergewebes mit denselben Eigenthümlichkeiten in den
letzten Ausläufern der Hyphen.
5,B. Umbilicaria Caroliniana.
Dieses Gebilde stellt sich sogar durch den Reichthum der Frucht-
bildung als analoges zu U. cylindrica v. tornata und U. tessellaia v.
microphylla hin.
Der Fruchtkörper weiset die in diesem Kreise mögliche äusserste Nei-
gung zur Einfachheit auf, die hier um so mehr Aufsehen erregen und
als werthvolle Thatsache geschätzt werden muss. Solche Fruchtkörper
bleiben entweder ganz einfach oder doch überwiegend einfach für das
ganze Leben, weil sie eben schon frühe die Neigung zur Einfachheit
haben. Sie werden daher auch später nicht zusammengesetzte, selbst
nicht in dem geringsten Grade, wie ihn dieser Kreis aufweiset. Dagegen
verrathen ja Fruchtkörper dieser Gattung ebenso frühe die enigegen-
gesetzte Neigung.
Dass dieser Fruchtkörper die höchste Stufe der Ausbildung innerhalb
des Kreises, ja innerhalb der ganzen Gattung erreicht, diese Erkennt-
niss erlangte ich durch einen höchst merkwürdigen Zufall. Das einzige
Apothecium eines Urstückes [North Carolina ; leg. M. A. Curtis — Hb.
Müll.], dessen Untersuchung ich mir gestatten konnte, zeigte das Leben
der Fruchthyphe an dem höchsten Ziele angelangt, das ich schon in
der Einleitung hervorgehoben habe. Dabei standen die Sporen in der
Grösse der von Tuckerman beobachteten (30-40 mmm lang, 20-
23 mmm breit) wenig nach. Dem Maasse der Summe der Sporen
entsprachen natürlich auch die Durchmesser der Schläuche. Diese Be-
hälter sind in Folge dessen die grössten innerhalb der Gattung.
Die Paraphyse, am Ende ihrer Ausbildung angelangt, zeigt sich als
derbe Hyphe fast von der im Kreise U. pustulata herrschenden Dicke,
ist aber länger und vielfach verzweigt. Ihre Spitzenzelle ist kugelig
gestaltet. Also auch das Thalamium führt entsprechend dem Thecium
das Bild der höchsten Ausbildung innerhalb der Gattung vor.
Auch die « Spermogonien » entsprechen denen dieses Kreises. Sie
zeichnen sich durch eine Gestalt aus, die an Arthonia-Apothecien oder
(51) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. DA
an verkümmerte Apothecien von Opegrapha und Melaspilea, die zugleich
in winzige Lagerwärzchen versenkt sind, erinnert.
Auch die U. Muehlenbergü bisweilen eigenthümliche Blösse des Lagers
fehlt hier nicht.
Die Ausbauchungen des Lagers sind schwach und verharren in der
unveränderten Gestalt, wie ich es bisher in dem ganzen Kreise ausser
U. polyrrhiza beobachtet habe. Hier aber darf man wohl zur Erklärung
die geringe Entwickelung der Lagerplalte herbeiziehen.
Die Lagerunterseite zeigt das Aussehen einer schwächer befaserten
U. polyrrhiza, daher der von Fasern freie Antheil mit spitzen Warzen
bedeckt ist.
5,C. Umbilicaria Muehlenbergii.
Als einziger Schriftsteller, dessen Beschreibung des Fruchtkörpers
vollständig ist, hat Tuckerman zu gelten. Er hat die Ausbildung zu
unregelmässigen, oft sternartigen und gefalteten Haufen hervorgehoben.
Allein in dieser Gestaltung darf dem Wesen nach eine Abweichung von
der typischen Vervielfältigung des Fruchtkörpers nicht gesehen werden.
Tuckerman hat daher auch mit seiner Beobachtung vom Mangel eines
gemeinsamen Randes des zusammengesetzten Fruchtkörpers Unrecht.
Zahlreiche und sorgfältige Betrachtungen mit der Lupe belehren, dass
die schönste sternarlige Gestaltung der riesigen Fruchtkörper auf Win-
dungen eines gemeinsamen, also einfachen Randes beruht.
Sogar die am meisten zusammengeselzten Fruchtkörper lassen nach
ihrem Abfallen einen einfachen und zusammenhängenden Fleck zurück,
was ich auch bei U. Dillenü gesehen habe. Die halbkugeligen Wöl-
bungen der Unterseite des Lagers, die den Einsenkungen des Frucht-
körpers entsprechen, habe ich stets dunkeler gefärbt gefunden, und
zwar auch bei heller Umgebung. Mit reichlicher und annähernd regel-
mässiger Vertheilung der Fruchtbildung verbindet sich ein netzartiges
Gepräge der Oberseite des Lagers in Folge der Erhabenheit des von
Apothecien freien Antheiles.
Thallyllen in Gestalt winziger Schuppen habe ich zu spärlich gesehen,
als dass ich mich zum Aufsuchen unterscheidender Merkmale gegenüber
dem Kreise U, vellerea angetrieben fühlen konnte.
Zwischen U. Muehlenberguü und U. erosa ist ausser in der Fruchtbil-
dung auch in den Eigenthümlichkeiten der Unterseite des Lagers, die
52 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (32)
Nylander' bei beiden meisterhaft geschildert hat, ein gänzlicher Ueber-
gang zu erkennen. Dieser Uebergang betrifft selbstverständlich die
hypothalline Fortpflanzung, im besonderen die Ablösung. Bei U. Mueh-
lenbergü ist für diese Bildung entsprechend dem Streben des ganzen
Lagers nach üppiger Entfaltung in der Regel eine grössere Gewebemasse
verwendet. Trotzdem findet man an so ausgestattetem Lager die U. erosa-
allein (mit Ausnahme von U. torrefacta) zugeschriebene Unterseite.
Der Vorgang der hypothallinen Ablösung in der endlichen Gestalt
seitlich haftender Plätichen oder ausgedehnter und siebartig durch-
löcherter Lagen ist sehr leicht zu studiren. Es handelt sich um eine
der epithallinen analoge Spaltung der Lagerplatte. Die bei der Spaltung
getrennten Hyphen beginnen auch hier, sich alsbald von den beiderseils
entstandenen Spitzen aus auf unbestimmte Ausdehnung zu bräunen.
Sobald als die Trennung der Lagerplatte eingetreten ist, entsteht aber
auch die warzenartige Wucherung an den neuen Flächen. Diese mit der
Ablösung verbundenen Aenderungen, die das Aussehen des Mutterlagers
erstreben, deuten zu sehr auf endliche Selbstständigkeit hin, die nur
Zwecken der Fortpflanzung gewidmet sein kann, dass ich trotz des
Mangels der Beobachtung vollkommener (hypothalliner) Thallyllen an
diesen Zwecken nicht zweifele. Die vollständige Tracht des Mutter-
lagers erlangen die hypothallinen Gebilde vielleicht erst nach der Ent-
fernung von ihrem Ursprungsorte. Dass zwischen den Fasern und
Plättchen des Hypothallus ein Uebergang herrscht, diese Thatsache kann
nicht auffallen. Von besonderer Bedeutung aber wird sie für die Auf-
fassung von dem Zwecke der letzten Gebilde.
An der Wiederholung der Ablösung hypothalliner Plättchen an der-
selben Stelle ist schon desswegen nicht zu zweifeln, weil die neue
(also die obere) hypothalline Fläche das gleiche Aussehen zeigt, wie die
beiden Flächen der abgelösten Bereiche. Das Studium dieser höchst
wichtigen Angelegenheit ist an einem grossen Vorrathe von U. Muehlen-
bergü in der Weise auszuführen, dass man günstige Lager in zahlreiche
Durchschnitte zerlegt, diese mit einer guten Lupe mustert und die
brauchbarsten unter dem Mikroskop prüft. Besonders lehrreiche Beob-
achtungen würden dann für bildliche Darstellungen sowohl nach schwä-
cherer, wie auch nach stärkerer Vergrösserung sich eignen. Derselbe
Erfolg lässt sich wohl bei einigem Glücke von der Benutzung der
U. erosa erwarten.
1 Syn. lich., IL, p. 45 et 16.
(53) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 98
Wenn der Hypothallus sich schwärzlich färbt, und die hypothalline
Ablösung sehr in den Hintergrund tritt, wird der Uebergang zu U. polyr-
rhiza vollkommen, namentlich wenn diese mit riesigen und sehr
zusammengeselzten Fruchtkörpern ausgestattet ist. Ueberhaupt stellt
sich im hohen Alter an jene Form, aber ebenso auch an U. esculenta
in dem Kreise U. vellerea die stärkste Annäherung heraus.
Eine am meisten für die naturwissenschaftliche Aufgabe dieser Arbeit
zu beachtende Thatsache ist es, dass junge (etwa 1 cm im Durchmesser
grosse) Lager von U. Muehlenbergü und solche von U. hirsuta (murina)
gar nicht zu unterscheiden sind, wenn die letzten eine braune und reif-
lose Oberseite haben, da ja die feinkörnige Unterseite bei beiden über-
einstimmt.
5,D. Umbilicaria erosa.
Kein Schriftsteller ausser Tuckerman hat die sternartige Gestaltung
des Fruchtkörpers neben der mehr oder weniger halbkugeligen gekannt.
Bisweilen aber steht die erste Gestaltung in reichlichem Vorkommen
und schöner Ausführung der bei U. Muehlenbergü häufigen kaum nach
[Norrl. Hb. L. Fenn. n. 90]. Häufiger ist hier freilich die dreieckige und |
dabei genabelte Tracht des Fruchtkörpers. Allein diese ist ja als der
anfängliche und einfachste Ausdruck, als der Ausgang der typischen
Neigung der Fruchtentfaltung, die bei U. Muehlenbergii den höchsten
Grad der Ausbildung innerhalb der Gattung erlangt, anzusehen. In
Folge der hier unbegrenzten Zertheilung des Lagers kann nemlich
der Entfaltung des Fruchtkörpers der Platz fehlen. so dass er klein
bleibt und die Tracht junger Apothecien von Opegrapha und Hysterium,
wenn nicht dauernd, doch aber lange bewahrt.
Es kommt hier zu gleichzeitiger Vereinigung von Zerschlitzung, Aus-
stossung und Ablösung in demselben Lagerbereiche, was bis jetzt von
dieser Form allein bekannt ist. Die siebartige Gestaltung des Lagers
beruht bei aller Zierlichkeit im Wesen auf einer sehr starken Anhäu-
fung von ausgesprengten Stücken, die am Rande des Lagers zu einer
an Parmelien erinnernden Tracht führt'. Nach der gomphalen Mitte
hin kann man den Vorgang sehr leicht erkennen. Gegen diese Mitte
rückt die Zerschlitzung im Zickzack vor. Zwischen den radialen Rissen
! Man erinnere sich auch des entsprechenden Vorganges bei Omphalodium.
54 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (54)
wird durch Querrisse eine Verbindung hergestellt. In den anderen
Kreisen wird dagegen durch geringe Abänderung die siebartige Bildung
vermieden. Statt deren erscheinen dann die zerschlitzten Lagerränder
mit Blättchen gefranzt. Wenn die Ablösung zugleich auftritt, decken
sich Keinesweges immer die durchdringenden Risse mit der Umgren-
zung der epithallinen Thallyllen, so dass die letzten mit freien Rändern
über der unteren unversehrten und schwärzlichen Lagerhälfte sich, wie
in anderen Kreisen, erheben. Erscheint dabei die Unterseite des Mutter-
lagers mehr oder weniger glatt, so ist dann die stärkste Berührung
des Kreises U. hyperborea mit diesem hergestellt. Wenn die häufige
Zerschlitzung mit der Ablösung in den Umrissen zusammenfällt, dann
muss sogar die nicht glatte Unterseite das Kennzeichen gegenüber jenem
Kreise (U. proboscidea f. deplicans) abgeben. Wachsen diese beiderlei
Zustände an demselben Orte, so sind thatsächlich jenem Kreise ange-
hörige Lager zugleich unter dem Namen von U. erosa von den Samm-
lern vertheilt worden.
Anhang. U. sclerophylla hätte ihre besondere Bedeutung hier, wenn man
sie nach Branths Betonung! des Aussehens beider Lagerseiten, von denen
die obere U. hyperborea, die untere U. Muehlenbergii und U. erosa entsprechen
soll, als analoge zu U. dietyiza (U. pustulata), U. reticulata (U. tessellata),
U. proboscidea (U. hyperborea) und U. aprina (U. vellerea) betrachtet.
5, E. Umbilicaria phæa.
Obgleich mein Stoff sehr geringfügig ist, halte ich mich doch auf
Grund meiner Kenntniss der Gattung und der Diagnosen dieser Form
für berechtigt zu dem Urtheile, dass Tuckerman in Folge ungenü-
gender Kenntniss von U. erosa durch die Beobachtung vollständig zusam-
menhängender Lagerplatten mit jungen Fruchtkörpern, also durch jugend-
liche Zustände zur Absonderung seiner Art verleitet wurde. Daher sind
ausser dem bezeichenten Zustande des Lagers nur noch dessen körnige
Unterseite, und kleine, anfangs eckige, später vielwinkelige oder auch
abgerundete und gefaltete Fruchtkörper die Merkmale, die aber auch
der ganze Kreis, namentlich jedoch Ü. erosa, besitzt. Dass den einge-
sunkenen Apothecien im Hypothallus warzenartige Wölbungen ent-
sprechen, hat Tuckerman gesehen.
1 Grönlands Lichen-Flora, p. 490.
(55) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 58
SCHLUSSBETRACHTUNGEN.
Das für die Lichenologie nächstliegende Ergebniss dieser Forschungen
ist die Erkenntniss, dass, wo Omphalodium in einem natürlichen
Flechtensystem seine Unterkunft hat, Umbilicaria ihm nicht beigesellt
werden kann. Wenn auch diese Einblicke in die Eigenthümlichkeiten
des Fruchtkörpers der Graphidaceen der Erweiterung bedürfen, würde
man doch einen naturwidrigen Zwang der Anschauung auferlegen, falls
dass man Umbilicaria jetzt noch weiter von dieser Tribus ausschlösse.
Die Fortsetzung der Studien des Fruchtkörpers dieser grossen Flechten-
reine könnte wohl, wie schon gesagt ist, Erweiterung unserer Kennt-
niss schaffen, aber für die Zugehörigkeit von Umbilicaria, dessen Frucht-
körper schon jetzt sichtlich alle Wandlungen mit dem jener Tribus
gemein hat, neue Unterlagen voraussichtlich kaum finden.
Die vergleichende Betrachtung von Omphalodium und Umbilicaria
muss den Leser sofort auf die merkwürdige Erscheinung aufmerksam
machen, dass der fünf Arten umfassenden ersten Gattung unter den
Parmeliaceen die andere sogar mit der gleichen Artenzahl unter den
Graphidaceen als analoge gegenübersteht. Die Analogie erstreckt sich,
wenn auch als weniger inhaltreiche, selbst auf die spärlichen Erschei-
nungen der Fortpflanzung der ersten. Die sonderbare Erscheinung darf
uns aber vorläufig keine andere Thatsache, diese freilich um so nach-
drücklicher, aufdrängen, als die Artenarmuth der mit Gomphus ver-
sehenen phylloblastischen Gattungen. Dermatiscum, Endocarpiscum und
Endocarpon bestätigen die Richtigkeit dieser Schätzung. Paulia und
Peltula berücksichtige ich absichtlich nicht. Ob Omphalaria gegen diese
Schätzung sprechen werde, diese Frage muss einstweilen unentschieden
bleiben. Umbilicaria hat ihre stärkste Verbreitung im kälteren und
kältesten Norden. Ihr Leben auf den Gebirgshöhen des übrigen An-
theiles der Erde ist eine dem ersten entsprechende Erscheinung. Immer-
hin darf ihre Verbreitung über die nördliche Halbkugel der Erde als
überwiegend gedacht werden. Anscheinend sind die mehr oder weniger
berechtigten Glieder der fünf Artkreise, die über die südliche Halb-
kugel zerstreuet sind, nur versprengte Erscheinungen der Gattung. Das
vor allen anderen Gebieten der südlichen Halbkugel wohl durchforschte
Neuseeland hat bis jetzt nur eine Vertreterin der Gattung aufzuweisen,
was jedenfalls nachzudenken aufgibt. Zwischen der fast ungeheueren
56 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (56)
Verbreitung und der Vielgestaltigkeit der Umbilicarien im Norden besteht
sicherlich dem Wesen nach ein Zusammenhang. Demgegenüber besitzt
die südliche Halbkugel von Omphalodium die grössten und schönsten
Gebilde, die aber anscheinend sehr zerstreuet (an ihren Wuchsstätten
freilich in Massen) vorkommen und dementsprechend in ihrer Gestal-
tung sehr beständig sind. Mehr verbreitet ist diese Galtung auf der
nördlichen Halbkugel (bis Spitzbergen) in ihren Zwergen. Dieser stär-
keren Verbreitung entspricht aber auch eine offenbare Neigung zur
Variation.
Wer nach den gelieferten Beweisen sich der starken Beschränkung
der Artenzahl von Umbilicaria als einer natürlichen Nothwendigkeit
erschliesst, wird einerseits den einstigen Schritt Leightons, als er
neben Ü. pustulata alle anderen Arten seines Vaterlandes zu einer
vereinigte, erklärlich finden, andererseits Branths Artenbegrenzung
mit ihren Schwächen zu entschuldigen wissen. Branth' erwähnt für
Grönland neben Umbilicaria mit U. Pennsilvanica Gyrophora mit fol-
genden drei Arten.
1. G. anthracina Wulf.,
2. G. spodochroa (Hoffm.)..
3. G. hyperborea (Hoffm.), noch folgende einschliessend : G. probo-
scidea (L.), G. erosa (Web.), G. sclerophylla (Nyl.), @. arctica Ach., G. cy-
lindrica (L.), @. stipitata (Nyl.), G. hirsutu Ach., G. vellerea (Ach.) und
G. polyphylla (L.).
Weniger fällt die Trennung der Gattung auf, als die Sonderung von
G. spodochroa und einer durch Umfang und Inhalt gleich sonderbaren
Sammelart. wie G. hyperborea. In Wahrheit jedoch erklärt die erste
die zweite eben als Folge der Befangenheit der herrschenden sporolo-
gischen Richtung. Hier verdient ein solches Beispiel von Befangenheit
besonders hervorgehoben zu werden. Branth hat in der jüngsten
Neuzeit mit Entschlossenheit und Selbstständigkeit eine besondere Weise
von Artenbegrenzung begonnen offenbar ohne Kenntniss des entspre-
chenden Strebens Tuckermans, das in dessen « Clusters of species «
oder « Species latiore sensu » zum Ausdrucke gelangt war. Bei dieser
Weise der Begrenzung aber, die ausser mir vorläufig kein anderer
Lichenologe freudig begrüssen dürfte, zeigt sich Branth im Gegen-
satze zu Tuckerman sehr befangen in dem Glauben an die Beständig-
keit des Baues und Inhaltes des Fruchtkörpers, in Betreff des Werthes
! Grönlands Lichen-Flora, p. 489-492 (1888).
(57) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 97
der Gestaltung des Fruchtkôrpers überhaupt huldigt er gerade der
enigegengesetzten Schätzung. Dem anerkennenswerthen Streben
Branths fehlte aber eine naturwissenschaftliche Grundlage, wie sie
sich nach diesen Forschungen hat gewinnen lassen. Nicht weil es also
bisher lediglich einer persönlichen Meinung entsprang, würde ihm
von der herrschenden Lichenographie die Anerkennung versagt geblie-
ben sein, sondern einfach weil es von der herrschenden Anschauung
sich zuweit entfernte und daher den Eindruck von Umsturzgelüsten
machte. Denn die blosse Meinung und der persönliche Geschmack
beherrschen die Lichenographie von Anfang bis jetzt noch. Darum
werden auch diese Untersuchungen Verstimmung hervorrufen, obgleich
die Natur mit den Reihen ihrer Erscheinungen die Richtschnur der
Forschung gegeben hat. Im besonderen wird diese Verstimmung erregt
und unterhalten werden, nicht bloss weil zur Sonderung der Arten von
Umbilicaria kaum eines der bisher gebräuchlichen Merkmale sich als
durchaus zuverlässig erwiesen hat, sondern auch weil bei der Ausdeh-
nung dieser neuen Analysis über das ganze Flechtenreich eine zu starke
Erschütterung oder gar eine vollständige Umwälzung der Auffassung
der äusseren Gestaltung des Körpers im Flechtenleben sich erwarten
lässt.
Ich selbst gestehe zu, dass die Unbeständigkeit der gebräuchlichen
Merkmale für die Unterscheidung der Arten von Umbilicaria mich in
das grösste Erstaunen versetzt hat. Ueberblicken wir in aller Kürze diese
Merkmale, so fallen am meisten die Schwankungen im Fruchtleben auf.
Weder die Gestaltung, noch die Einfachheit oder Zusammensetzung des
Fruchtkörpers bietet zuverlässige Kennzeichen, denn in jedem Falle, wo
die eine oder die andere Erscheinung zu herrschen scheint, haben wir
nie mehr, als die nach solcher Richtung hin hervortretende Neigung ge-
funden. Das gleiche Ergebniss hat der Vergleich der verschiedenen
Verhältnisse zwischen dem Fruchtkörper und dem Lager. Aber wir
können auch im Baue des Fruchtkörpers nicht umhin etwas anderes, als
bald schwächere, bald stärkere oder bald frühere, bald spätere Neigung
des Thalamium und des Thecium zur Ausprägung des endlichen (also
allen gemeinsamen) Typus zu erblicken. Es darf nach dem heutigen
Stande unserer Kenntniss lediglich als Folge des Zusammentreffens un-
bekannter Umstände, deren Erforschung der Biologie obliegt, gelten,
wenn erst in den Kreisen U. pustulata, U. vellerea und U. Muehlenbergü,
noch nicht aber in den zwei anderen die höchste Entwickelung der
Thecaspore während ihres Aufenthaltes im Fruchtkörper, wie man dem
58 MEMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (58)
lichenischen Wesen gemäss hinzuzufügen nicht unterlassen darf, bekannt
geworden ist. Der weitsichtige und tiefblickende Lichenologe wird daher
nicht überrascht sein, wenn er über kurz oder lang diese Lücken ausge-
füllt sieht. Der herrschenden Lichenographie würde dann freilich eine
erwünschte Gelegenheit zur Vermehrung der unnatürlichen Arten von
Umbilicaria geboten werden.
Dieselbe Unzuverlässigkeit der Merkmale hat sich im Lagerleben ge-
zeigl. Grösse, Dicke, Farbe und Gestalt schwanken innerhalb jedes
Kreises mehr oder weniger. Diese Schwankungen haben ja bei der
Bildung der Gruppen als Sammelarten oder Artkreise viel mehr, als die
im Fruchtleben ihre Unterstützung geboten. Jeder Kreis zeigt im beson-
deren mehr oder weniger zwergige und meist zugleich sympodiale
Gruppen von Lagern neben riesigen und vereinzelten Lagern. Gewölbte
und vertiefte Lager findet man nebeneinander. Graue und braune Lager
kann, wie schon bekannt war, dieselbe Form haben. Ob die Unterseite
helle oder dunkele Färbung hat, ist ein werthloser Unterschied.
Für den Erfolg dieser Forschungen waren bei alledem die gebräuch-
lichen Merkmale nicht werthlos. Sie sind, um es zu wiederholen, sogar
leitende Erscheinungen bei der Ergründung der fünf Artkreise gewesen.
Nachdem sie damit aber ihre Rolle gespielt haben, die sie allerdings für
jeden, der diese Untersuchungen wiederholt, zu spielen haben werden,
treten sie vor den Ergebnissen dieser Analysis in den Hintergrund. In
Wahrheit jedoch ist die fortpflanzende Thätigkeit des Lagers die sichere
Führerin gewesen, um in eine während mehr als hundert Jahre durch
die Willkür der persönlichen Meinung geschaffene Wirrniss Ordnung zu
bringen. Freilich haben nicht eigentliche Typen als neue und bestim-
mende Merkmale gedient, denn dann hätte wohl der alte Weg zur Er-
kenntniss wiederum beschritten werden müssen. Vielmehr sind es
einerseils Uebereinstimmungen, andererseits Uebergänge zwischen den
mannichfaltigen Aeusserungen der Fortpflanzung am Thallus gewesen,
die in Verbindung mit den Erscheinungen des Fruchtlebens die Bildung
der fünf Artkreise unterstützt haben.
Recht merkwürdig ist die Erscheinung, dass es bei der nothwendig
(im Drucke) fortlaufenden Behandlung des Stoffes dieser Arbeit möglich
war, den natürlichen Anschluss sowohl von Glied zu Glied innerhalb
jedes Artkreises, als auch unter den Kreisen zu berücksichtigen. Staunen
wird aber ein Ueberblick der Formen von Umbilicaria hervorrufen,
wenn man die zahlreichen Abstufungen, die bei der getroffenen Anord-
nung entstanden sind, vor den Augen vorüberziehen lässt. Und zu alle-
(59) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 99
dem darf man sich diese ununterbrochene Reihe von Formen der ganzen
Gattung naturgemässs in der Gestalt eines Ringes oder (noch besser aus-
gedrückt) innerhalb von fünf Abschnitten eines Kreises vertheilt vor-
stellen. Solche merkwürdigen Verhältnisse hätten sich unmöglich zu
Tage fördern lassen, wenn nicht die Natur dazu die Bedingungen ge-
schaffen hätte. Und der ganze bewundernswerthe Plan, wie er in der
Gattung Umbilicaria aufgedeckt vorliegt, stellt selbst das beste Zeugniss
meinen Forschungen aus darüber, dass sie auf richtigen Wegen zur
Wahrheit vorgedrungen sind.
In der Formenreihe der fünf Artkreise zeigt der Fruchtkörper anfangs
die starke Neigung zur Entfaltung der Patella, um mit der ganz entge-
gengesetzien zur Ausbildung der Lirella abzuschliessen. Dabei macht
allerdings dem Aeusseren nach das erste Streben mehr den Eindruck
einer Rückbildung oder Verkümmerung, das andere den eines Typus.
Allein mit dem ersten ist überwiegend die typische Entwickelung der
Spore noch innerhalb der Theca, mit dem anderen deren Verzögerung
oder Stocken verknüpft. Wie wohl begründet diese Anschauung vor der
Natur dasteht, zeigt die höchste Vollendung des Lebens der Fruchthyphe
gerade im letzten Kreise bei der hier ausnahmeweise auftretenden
Patella. In den drei ersten Kreisen ist eine Neigung zur Stielbildung im
Fruchtleben vorhanden, in den zwei letzten Kreisen fällt auf das Gegen-
theil, die bis zum Schlusse fortschreitende Neigung zur Einsenkung.
Die Formenreihe beginnt mit der üppigsten Epiblastesis und schliesst
mit der gleichen Hypoblastesis. Die mittleren Kreise schwanken in dieser
Hinsicht. Unter ihnen zeichent sich der mittelste Kreis (U. vellerea) noch
besonders dadurch aus, dass er das Bild der Epiblastesis des Kreises von
U. hyperborea mutatis mutandis mit dem der Hypoblastesis des Kreises
U. Muehlenbergü vereinigt. Die epithalline Ablösung ist in den drei mitt-
leren Kreisen auf der Höhe der Thätigkeit. Die hvpothalline Ablösung
fehlt (bis jetzt wenigstens noch) oder ist nur als Anfang angedeutet in
den drei ersten Kreisen, beginnt im Kreise U. vellerea sich deutlicher zu
zeigen und gelangt im Kreise U. Muehlenbergü zu üppigster Entfaltung.
Zerschlitzung und Ausstossung, die sich bei einer solchen Uebersicht
nicht sondern lassen, weisen nur am Anfange und am Ende der For-
menreihe hervorragende Leistungen auf, wenn sie auch in keinem Kreise
fehlen.
Demnach stellt die Vervollkommnung der Naturbeobachtung in sichere
Aussicht die Erkenntniss, dass die Kreise gemeinsame Neigung zu allen
Arten der Fortpflanzung besitzen, dass die Möglichkeit oder die Fähig-
60 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (60)
keit zur Verwirklichung dieser Neigung aber verschieden vertheilt ist.
Hauptsächlich die Vertheilung von Epiblastesis und Hypoblastesis, sowie
von epithalliner und hypothalliner Ablösung, lehrt, dass dem Vorherr-
schen der einen Fortpflanzung das Zurücktreten der anderen entspricht.
Wie weit aber solchen offenbar inneren Bedingungen gegenüber der
Einfluss äusserer reicht, hat noch die Biologie zu ergründen.
x
Es drängt sich am Schlusse;dem Leser eine ‚Frage fast auf, deren
Beantwortung der tiefdenkende Lichenologe sogar mit Ungeduld ent-
gegensieht. Wo sind alle die in ihrer Ausbildung sichtlich mehr oder
weniger fortgeschritienen Erscheinungen der Fortpflanzung im späteren
Leben, wenn das Mutterlager nicht mehr besteht, zu finden ? Mannich-
fache Bildungen der Lagerfläche weisen darauf hin, dass ihr eigentlicher
Zweck erst nach dem Untergange des lebenden Mutterbodens beginnen
muss. Sie können sich daher nicht durchgehends dem Blicke der
Flechtensammler entzogen haben, da ihr Zweck doch nur durch ein
(späteres) Leben auf der Unterlage, an die einst das Mutterlager
gefesselt war, sich erfüllen lässt. Unter welchen Namen finden wir sie
in der Lichenographie? Bisher hat kein Lichenologe seinen Blick auf
die durch das Alter unansehnlichen Zustände des Unterganges bei der
Galtung Umbilicaria, bei irgend einer anderen Gattung des Flechten-
reiches gerichtet. Der weitere Lebensgang der Thallyllen bei und nach
dem Untergange des Mutterlagers entzieht sich unzweifelhaft nicht der
Naturbeobachtung. Der morphologisch und biologisch gebildete Licheno-
loge braucht wohl nur seine Aufmerksamkeit auf Gebilde zu richten,
die bisher jeder Lichenograph für seine Zwecke beim Sammeln geflis-
sentlich gemieden hat.
Solche Thallyllen, die später auf der Unterlage selbstständig werden,
dürften aber bereits bekannt sein. Vor allen berechtigt die Ueberein-
stimmung von U. polyphylla mit Thallyllen von U. flocculosa und U. pro-
boscidea, namentlich wenn man die biologische Erörterung Schærers
erwägt, zur Annahme, dass die erste Form als Abkömmling der beiden
anderen auftrete. Dieses Urtheil findet aber auch in der Beobachtung
Webers, dass die durch Epiblastesis von U. pusiulata entstandenen
Thallyllen später auf die anorganische Unterlage gelangen und da selbst-
ständig weiter leben, ihre werthvolle Stütze. Die Uebereinstimmung
von Thallyllen der U. tessellata mit Var. microphylla und von solchen
der U. cylindrica mit Var. tornata gestatten sehr wohl die gleiche
(61) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. O1
Annahme. Im ganz natürlichen Anschlusse an diese Gebilde kann man
bei U. hirsuta an einen entsprechenden Zusammenhang denken. Man
darf wohl endlich für die Erforschung der Herkunft von U. tessellata
bei U. reticulata und U. cinerascens, von U. polyrrhiza bei F. luxurians
und von U. Muehlenbergu bei U. Caroliniana auf gleichen Erfolg rechnen.
Möge diese kurze Beleuchtung jetzt zu einer höchst nützlichen Thätig-
keit anregen, nemlich zur Beobachtung, wie die Thallyllen sich bei dem
Untergange der Mutterlager verhalten, und wie sie zur Verbindung mit
der (anorganischen) Unterlage gelangen. Im Anschlusse daran ist aber
die weitere Frage zu erledigen, ob nicht einerseits in sympodialem
Wuchse auftretende Flechten, andererseits die Thallı imbricati auf dem
Gebiete der Phylloblasti überhaupt zum Theile wenigstens als frühere
Sprösslinge mütterlicher Lager zu ihrem späteren Haften gelangten.
Zunächst werden alle solche Beobachtungen neue Beiträge zur Lehre
von der Individualität im Flechtenreiche liefern. Dass Theile oder
Triebe des Lagers mit ihrer Entfernung Selbstständigkeit, Individualität
erlangen, ist selbstverständlich. Allein ihre Individualität besteht schon
auf dem Mutterboden, was um so mehr einleuchtet, wenn man die
mit ihrem Entstehen verbundene Bestimmung des letzten erwägt. Nicht
bloss Zerschlitzung und Ausstossung, sondern auch Ablösung und Spros-
sung in ihren fortgeschrittenen Ergebnissen zeigen das Aufhören der
Individualität des Mutterlagers an. Allerdings gehen solche Mutterlager
ihrem Untergange entgegen, aber nicht durch das Alter, sondern durch
den lichenischen Trieb der Fortpflanzung. Am deutlichsten lehren
die Zerschlitzung, weniger deutlich die Ausstossung und die Ablösung,
am undeutlichsten die Sprossung. dass bei Umbilicaria das Mutterlager
durch Aufgehen in Tochterlagern als Individuen untergeht. Der Grad
der Deutlichkeit hängt mit dem der Unmittelbarkeit zusammen. Je mehr
ferner für die Ausbildung oder Vorbildung der neuen Individuen auf
dem mütterlichen aufgewendet wird, desto mehr erscheinen das Auf-
gehen und das Untergehen in ihrem wesentlichen Zusammenhange als
mittelbare Folge des lichenischen Lebenstriebes. Mit der Zunahme der
Beobachtungen von Thallyllen, die selbstständigen Lagern gleichen,
wird endlich meine neue Lehre von dem Zwecke dieser Tochterlager
und damit von der lichenischen Individualität gesichert und erweitert.
Die Individualität verleiht aber vorläufig, obwohl die biologische Beweis-
führung noch lückenhaft ist, doch den durchschlagenden Nachdruck,
um der natürlichen Auffassung solcher Gebilde in die Systematik und
Lichenographie immer mehr Eingang zu verschaffen.
62 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (62)
Es gibt aber ein noch höheres Ziel aller solcher Naturbeobachtung.
Die Aufgabe erwächst uns, zu ergründen, wie die Glieder der Kreise sich
zu dem jedem Kreise zu Grunde liegenden Artbegriffe stellen. Nach
den vorangegangenen Forschungen wäre es ein höchst bedenkliches
Unternehmen, sie, wenn auch nur zum Theile, als Varietäten oder
Formen der Art zu behandeln. Vielmehr haben wir uns diese Glieder
als mehr oder weniger gleichwerthige Ausdrücke des Lebens der Art
(das wir uns ja stets als in den Zwecken der Fortpflanzung aufgehendes
zu denken haben), die nebeneinander stehen könnten, vorzustellen. Wir
dürfen vorläufig auch annehmen, was die Biologie noch zu beweisen
hat, dass die Art unter den mannichfachen äusseren Einflüssen die den
Umständen entsprechende Gestaltung mittels der jedes Mal möglichen
Thätigkeit der Fortpflanzung annehme.
Dann muss aber weiter noch das Verlangen entstehen nach einer Vor-
stellung von jeder Art in ihrem rein vegetativen Dasein. Ein entspre-
chendes Unternehmen würde wesentlich dazu beitragen, die Richtigkeit
des Ganges meiner Forschung und damit der neuen Fassung des Be-
griffes der Flechtenart zu bestätigen. Die Befriedigung dieses Verlangens
ist zur Zeit durchaus nicht ausserhalb des Bereiches der Möglichkeit ge-
rückt. Umsichtige und eindringende Erwägung des Gesammtbildes von
Umbilicaria findet in der That sogar zwei Wege, um zur ersehnten Vor-
stellung zu gelangen. Man findet die Zustände der Ruhe der Fort-
pflanzung sowohl :n der Jugend. wie auch im Alter, oder, um es genauer
und vielleicht auch richtiger auszudrücken, sowohl als selbstständige
(steinbewohnende) Lager, wie auch als Thallyllen (des Mutterlagers).
Hervorragende Fälle aus der Jugendzeit liefern die Kreise U. vellerea
und Ü. Muehlenbergü. Jüngste Lager von U. Muehlenbergii mit einem
Durchmesser von 0,5-1,5 cm (die ich in grosser Zahl besitze) und von
U. hirsuta lassen sich unter Umständen [Arn. L. exs. n. 827] gar nicht
voneinander unterscheiden. Obgleich die Fortpflanzung nicht immer,
wenn Spuren hypothalliner Wärzchen auftreten, in vollständiger Ruhe
sich befindet, kann man doch davon eine Vorstellung gewinnen, um
weiter zur Ueberzeugung zu gelangen, dass in solchem Zustande von
dem entsprechenden der drei anderen Kreise (U. Pennsilvanica, U. cine-
rascens und U. polyphylla) eine Sonderung kaum oder gar nicht ausführ-
bar ist.
Nimmt man zu U. polyphylla als epithallinem Zustande die vollkommen
ausgebildete Epiblastesis von U. Pennsilvanica, so hat man in der Glätte
und (braunen) Farbe durchaus übereinstimmende Thallyllen. Der Kreis
(63) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 63
U. vellerea besitzt eine Epiblastesis, die sich nach ihrer Ausbildung zu
Thallyllen ebenfalls in der Tracht und Farbe jener ersten Gebilde dar-
bietet. Die durch epithalline Ablösung bei U. tessellata entstehenden
Thallyllen in der Tracht der var. microphylla nähern sich zwar den
vorigen, entfernen sich aber von U. polyphylla. Der Kreis U. Muehlen-
bergü (U. erosa) weiset durch epithalline Ablösung entstehende Thal-
lyllen auf, die sich solchen von U. hyperborea in Tracht und Farbe
durchaus anschliessen. Der Werth solcher Fälle von Ruhe ist bei dem
unerhörten Drange nach Fortpflanzung, wie ihn sogar die Tochterlager
schon als Thallylen verrathen, mit Recht für den erwähnten Zweck
besonders hervorzuheben.
Nach dieser zweifachen Betrachtung kann man deren beide Reihen
zu einer vereinigen. Damit wird es klar, dass sogar meine fünf Arten
von Umbilicaria, die sich schon durch Einförmigkeit des Lagerbaues aus-
zeichnen, im Zustande gänzlicher Ruhe der Fortpflanzung des Lagers
einander in dem Maasse berühren, dass sie dann nicht unterschieden
werden können. Es ist daher eine Thatsache, dass in der Jugend des
Lagers, welche Stufe das Leben auf dem Stein und das auf dem Mutter-
lager umfasst, sich nicht bloss innerhalb der Artkreise, sondern auch
unter diesen selbst die stärkste Annäherung zeigt. Dazu kommt, dass im
späteren Alter die Schwankungen der Geslaltung des Fruchtkörpers es
sind, die diese Annäherung vervollständigen.
Weitere Forschungen werden in uns immer mehr bestärken die Vor-
stellung. dass alle fünf Arten von Umbilicaria in der Ruhe der Fort-
pflanzung ohne jeglichen Unterschied eine beiderseits glatte, oberseits
bald braune, bald graue und unterseits hell oder dunkel gefärbte Lager-
platte darstellen. Die Mannichfaltigkeit der Fortpflanzung lässt uns daher
in jedem Artkreise einen bildnerischen Mittelpunkt sehen, um den als
Wesenskern die mannichfachen Formen, als vielgestaltige Aeusserungen
eines Triebes in die Erscheinung tretend, sich anordnen. Wie weit dabei
der Druck der äusseren Verhältnisse sich geltend macht, ist zunächst
eine biologische Frage. Vielleicht hat auch andauernde Einwirkung
verschiedener Lebensbedingungen im Laufe der Zeit die Bilder von
Arten an Zusammensetzung und Abwechselung reicher zu gestalten
vermocht.
Mit vollem Rechte darf ich aber noch weiter gehen, indem ich fol-
gende Anschauung ausspreche! Stimmten die fünf Arten von Umbili-
caria ın den Ruhezuständen ihrer Lager nicht überein, so könnten sie
nicht als ebenso viele Mitielpunkte oder Kerne gelten, denn erst durch
REUTERS CAE
6% MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (64)
die Aeusserungen der Fortpflanzung wird ja das Dasein von solchen
angezeigt. Im entgegengesetzten Falle wären ja ganz andere Verhältnisse
gegeben, und wäre eine von dieser neuen Fassung des Artbegriffes ab-
weichende bedingt. Dann könnte nemlich entweder die alte Anschauung
von der Flechtenart weiter herrschen, oder eine Neuerung im Geiste der
Theorie Darwins Boden fassen. Allein die fünf Arten, vom Ende ihrer
mannichfaltigen Thätigkeit der Fortpflanzung zum Anfange oder zur
Jugend und damit zugleich zur Ruhe zurück verfolgt, zeigen in ihren
Grenzen vollständig verwischte Bilder. Die Arten werden dort eigentlich
unerkennbar und hören damit auf Gegenstände der Diagnose zu sein.
Sie werden als Arten sogar dem menschlichen Auge einfach unsichtbar.
Weil sie aber auch dann bestehen, werden sie für uns zu gedachten Ge-
bilden, zu Ideen. Damit ist das Wesen der Flechtenart auf einen imma-
nenten Begriff als Kern zurückgeführt.
Um für Umbilicaria noch auf einem anderen Wege, den die Biologie
aufmerksam zu verfolgen haben wird, zur gleichen Erkenntniss zu
gelangen, denke man sich die Jugendzustände der fünf Arten an einer
Wuchsstätte vereinigt. Hätten dann zugleich die äusseren Einflüsse die-
seibe Kraft allen gegenüber, so könnte man sich zur Vorstellung an-
geregt fühlen, dass im Falle andauernder Ruhe der Fortpflanzung die
Arten zu gleichen oder fast gleichen Gebilden heranwüchsen, weil ja
selbst im Falle der Thätigkeit der Fortpflanzung zahlreiche Berührungen
innerhalb und ausserhalb der Artkreise zu Stande kommen. Allein selbst
für beieinander wachsende Vertreterinnen einer Flechtenart sind die
Oriseinfiüsse kaum jemals einfache, sondern zusammengesetzte, sogar
recht mannichfache und wechselreiche, welche merkwürdige Erscheinung
vielleicht nur die Flechtenbiologie in der Naturwissenschaft zu ver-
zeichnen hat. Aber man darf auch annehmen, dass die Macht der ört-
lichen Einflüsse auf die fünf Arten im Laufe der Zeit an derselben
Wuchsstätte sich ändert oder verschiebt. Daher gelangt der mächtige
Trieb der Fortpflanzung an demselben Orte schon bei derselben Art zu
verschiedenen Aeusserungen, um so mehr aber wird er bei den daselbst
vereinigten Arten (derselben Gattung) einen reichen Gestaltenwechsel
schaffen. Wären nun die bei alledem vorhandenen Uebergänge von Seiten
beider Abschnitte des Flechtenkörpers wirkliche und nicht bloss äusser-
Iıche, wären sie nicht nur scheinbare, sondern im Wesen bedingte, so
stände die Lichenographie vor dem Scheidewege, den bis jetzt nur
Leighton und Branth geahnt haben. Sie hätte nur die Wahl zwischen
der Vereinigung aller Arten von Umbilicaria zu einer einzigen und der
La Lea Pad UD PQ Gi HA TO aaa A MR CAMES Er 7 D A Aal
(65) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 65
Auflösung der Gattung in eine zur Zeit noch nicht übersehbare Anzahl
von Arten.
Selbstverständlich lässt sich die neue Fassung des Artbegriffes nicht
auf eine Gattung beschränken, denn einfach von der Möglichkeit ihrer
Ausdehnung auf das Flechtenreich hängt ihre Zulässigkeit in der Natur-
wissenschaft ab. Voraussichtlich wird es aber mit dem weiteren Mort-
schritte der Forschung immer mehr zur Ueberzeugung werden, dass
kaum eine andere Gattung, als Umbilicaria einen glücklicheren Angriff-
punkt für die neue Erkenntniss abgegeben hätte. Voraussichtlich werden
sich kaum bei einer anderen Gattung die (wahren) Arten durch gleich
zahlreiche Aeusserungen der Fortpflanzung gleich mannichfach gestaltet
zeigen. Demgegenüber zeichent sich aber eine Gattung unmittelbar
erkennbar vor allen aus, indem sie, mit recht wenigen solchen Mitteln
ausgerüstet, doch eine Umbilicaria noch übertreffende Polymorphie
der Arten hervorzubringen vermag. (ladonia steht mit ihren Ver-
wandten auf dem höchsten Gipfel des Flechtenlebens, weil hier die
Gliederung im Aufbaue des Körpers durch Sprossfolge am schärfsten
und schönsten nicht bloss in morphologischer Hinsicht, was ich schon
vor mehr als 20 Jahren betont habe, sondern auch in biologischer, was
ich jetzt betonen will, zu vollständiger Geltung gelangt. Sichtlich ist
aber auch keine andere Gattung bei gleicher Bevorzugung so mannich-
falligen Lebenseinflüssen ausgesetzt. Sie vermag daher auf Grund ihrer
Bevorzugung mittels einer merkwürdigen Vielgestaltigkeit ihrer Spross-
folge unter geringen Schwankungen in der Thätigkeit der Fortpflanzung
zahlreiche Gebilde hervorzubringen, die sich wie Arten benehmen.
Diese Erkenntniss war Wallroth wenigstens von der biologischen
Seite nicht verschlossen, E. Wainio aber ging sie gänzlich ab. Daher
besitzt jetzt die Lichenologie in den durch beide Namen vertretenen
Bearbeitungen der Gattung Cladonia zwei Versuche, eines der merk-
würdigsten Räthsel der Pflanzenwelt überhaupt zu lösen, von denen
der erste zwar an Leightons Schritt erinnert, jedoch die dereinstige
Möglichkeit einer Lösung zur Zeit ahnen lässt, der andere dagegen,
über das ganze Flechtenreich durchgeführt, die Lichenographie in einer
Wirrniss, wie die entsprechende Erkenntniss von Umbilicaria, begraben
würde. Nicht allein die Morphologie, wovon auch Wainio überzeugt
ist. sondern auch die Biologie ist die Führerin in dem sonst unerschliess-
baren Wirrsal des Flechtenreiches. Man wird schon jetzt nach dem
Vergleiche des Versuches Wainios mit Cladonia und des meinigen
mit Umbilicaria zur Einsicht gelangen, dass die Schwierigkeiten der
LU
MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER, n9 22, 20 décembre 1900. 0)
66 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (66)
wahrhaft wissenschaftlichen Erforschung auf allen Gebieten des Klech-
tenreiches sehr viel grösser sind, als man sie sich bisher durchgehends
vorgestellt hat. Der durchbildete Lichenologe sieht aber auf seinem
(Gebiete als schönsten Lohn aller Mühseligkeit der Forschung die
dankbarste Thätigkeit für die Erschliessung des Wesens der natur-
wissenschaftlichen Art.
Die Möglichkeit einer befriedigenden Begrenzung der Arten von
Umbilicaria beruht ihrem eigentlichen Wesen nach auf einer eigen-
thümlichen Erscheinung, die durch die vergleichende Betrachtung der
Fortpflanzung offenbar wurde. Wiederholentlich ist auf Analogie zwi-
schen den Artkreisen hingewiesen. Die Beurtheilung der übrigen Arten
ausser den untersuchten 22 der Schriftsteller wurde hauptsächlich sogar
zu dem Zwecke geboten, damit dieses Vorkommniss möglichst deutlich
hervortrete. Es handelt sich eigentlich aber um keine Neuheit. Da es
im Flechtenreiche zahlreiche Fälle offenkundiger Analogie gibt, konnten
solche einem Denker, wie Tuckerman, nicht entgehen. Er hat
schon auf Analogie unter seinen Clusters of species aufmerksam ge-
macht. Man darf es als einen Beweis der grossen Schwierigkeit der
Erkenntniss von Umbilicaria erachten, dass Tuckerman in Betreff
dieser Gattung der üblichen Begrenzung der Arten folgte. Die Analogie
schafft innerhalb dieser Galtung unter den Arten als Formengruppen
parallele Reihen, die zwar nach der zeiligen Kenntniss nicht lückenlos
sind. Fortschreitende Durchforschung der Erde wird jedoch die Anzahl
der Analogen entsprechend vermehren und damit zur Vervollständigung
des dadurch bedingten Parallelismus innerhalb der Gattung weiter bei-
tragen. Bereits vor 20 Jahren habe ich in meinen Symbolæ licheno-
mycologic® einen Parallelismus in Hinsicht des Lebensganges der Frucht-
hyphe nachgewiesen. Die Analogie und der Parallelismns sind aber
überhaupt berufen, bei der Begründung meines (natürlichen) Flechten-
systemes verschiedenartige Hauptrollen zu spielen. Man darf daher
erwarten, dass ich diesen auf die Naturanschauung tief eingreifenden
Grundzug, wie er im Lichen ausgeprägt ist, noch öfters und eingehender
behandeln werde. Desshalb soll hier, um diese Betrachtungen zur Ein-
leitung in die Erkenntniss des Begriffes der lichenologischen und der
naturwissenschaftlichen Art vorläufig abzuschliessen, nur folgendes noch
erörtert werden.
Das Dasein der Umbilicarien geht auf in Zwecken der Fortpflanzung.
Dementsprechend bestimmt diese Thätigkeit die Gestaltung des Körpers
in dem Grade, dass, je mehr Ruhe vorherrscht, desto mehr die Grenzen
(67) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 67
der Arten sich überall verwischt zeigen. Jede Art benutzt als mannich-
falliges Kleid die Erscheinungen der Fortpflanzung. Sie wird aber dabei
sowohl im Fruchtleben, wie auch im Lagerleben, nach mehreren (aber
nicht nach allen möglichen) Richtungen dieses Triebes unter dem Aus-
drucke von Neigungen erkennbar. Ihrem Kerne nach bleibt sie in
Wahrheit verhüllt, und sie würde ohne jenes zweifache Streben nicht
erkennbar und bestimmbar sein. Wir werden nach wie vor diese zwei-
fache Neigung in ihren Ausdrücken für die Beschreibung zu benutzen
haben, aber wir müssen für die Diagnose die natürliche Begrenzung der
Artkreise zu Grunde legen. Durch die Erkenntniss der Analogie zwischen
den Gestaltungen des Körpers und des damit gegebenen Parallelismus
innerhalb der Gattung werden sogar die Bestimmung der Neigungen und
dadurch weiter die Feststellung der Grenzen der Artkreise ermöglicht '.
Die Vertheilung des Lebens der Flechtenart auf eine Anzahl von
Gebilden, die durch die Weise der Fortpflanzung bedingt sind, die sich
aber wie Arten aufführen können, habe ich schon frühe erkannt?. Ich
führe diese Thatsache zunächst desshalb an, um damit der Kenntniss
von den Brücken der Genesis auch unter den Gebilden der Artkreise von
1 Vorläufig habe ich im Anschlusse an Tuckerman die äusserliche Kenn-
zeichnung der Artkreise in der Weise gewählt, dass ich den Namen des die
Sammelart am stärksten und ausführlichsten umfassenden Gebildes an die Spitze
gestellt habe. Richtiger und daher auch berechtigt ist zweifellos das von
Schærer à. à. 0. gewählte Verfahren, den Sammelarten oder Artkreisen, den
Clusters of species oder Species latiore sensu, noch besondere Namen zu geben.
2 Das Microgonidium. Ein Beitrag zur Kenntniss des wahren Wesens der
Flechten. p. 139-147, 1879. Hier seien nur folgende Sätze wiederholt.
« Das Leben der Flechten erscheint mir auf eine bald kleine, bald grössere
Zahl von Gestalten vertheilt und in Folge dessen als eine gegliederte Vegetation.
Der Vereinfachung der Auffassung halber stelle man sich diese Gestalten auf
eine in sich selbst zurückkehrende Linie ausgedehnt vor, ohne damit aber die
Vorstellung eines Gyclus zu verbinden. Denn die Flechtenart durchläuft keines-
wegs diese Bahn als einen nothwendigen Kreis, in welchem Falle statt Anklänge
an die Pilze vollkommene Analogieen mit diesen hervortreten würden..... so
dass man diesen Connex sämmtlicher Gestaiten untereinander durch eine Ver-
bindung zwischen den Punkten der angedeuteten Linie veranschaulichen kann.
Jede Gestalt würde als das Product eines besonderen Reproductionstypus aufzu-
fassen sein, wobei natürlich auch an den mit der Thecaspore ausgedrückten
Typus zu denken ist..... dass..... die auf mehrere Gestalten vertheilte Vege-
iation der Flechtenart als Vegetalionswechsel aufzufassen ist da alle
Glieder der Vegelalion als Sprosse zu betrachten sind, so ist der Vegetations-
wechsel seinem Wesen nach ein Sprosswechsel. »
68 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (68)
Umbilicaria Aussicht auf weitere Förderung zu machen. Dann möchte
ich aber auch die Rolle der Thecaspore bei dem Verlaufe des Lebens
der Arten unter einem Sprosswechsel für diese Betrachtung von Umbi-
licaria einschalten, Jedenfalls tritt das Erzeugniss der Thecaspore bei
jeder Art in aller seiner Bedeutung auf. Wo unter den Gliedern aber
wir es in jedem Kreise zu suchen haben, ist eine besondere Aufgabe
der zukünftigen Biologie. Dass die unumgängliche Lösung dieser Auf-
gabe als höchst schwierig gelten muss, darüber braucht man kein Wort
zu verlieren. Allein für Umbilicaria liegt schon jetzt der Gedanke nahe,
dass die Thecaspore eine besondere Rolle zu spielen habe, indem von ihr
die möglichst nackte Grundlage jeder Art geschaffen werde, die freilich
je nach den Umständen durch die Thätigkeit der Fortpflanzung ver-
schiedene Gestalt annehme. Würde der Thecaspore damit also die
Rolle der Veranlassung der Art zu äusserster Ruhe gegeben sein, so
könnte sie dazu dienen, die endlichen Folgen des unerhörten Triebes
der Fortpflanzung seit der Urzeit abzuschwächen. Diese Folgen können
aber nur unter einer Spaltung der Arten in neue gedacht werden.
In Folge der offenkundigen Genesis von Thallyllen, die selbstständigen
Lagern durchaus gleichen, ist hier ein Gebiet für das Studium des Spross-
wechsels im Leben der Flechtenart mit seiner Vertheilung auf selbst-
ständige Gebilde aufgedeckt, das Erfolge von überwältigender Gross-
arligkeit verspricht. Auch dieses Studium kann dazu dienen, die Er-
kenntniss der Analogie und des Parallelismus zu fördern.
Mit diesen neuen Aufschlüssen über die Flechtenart und das Flechten-
leben die Theorie Darwins von der Entstehung der Arten in Einklang
zu bringen, erscheint von vorneherein als höchst mühevolles oder gar
als aussichtloses Unternehmen. Als Darwin seine Theorie aufstellte,
lagen ausser vielen anderen Lücken der Kenntniss der Natur auch der
Mangel einer solchen des Lichen vor. Jedenfalls wusste er, wie auch
seine Jünger zu seiner Zeit, nichts von der Flechtenart und dem Flechten-
leben. Immerhin findet man schon in meinen vorangegangenen Erör-
terungen das Zugeständniss eingeschlossen, dass die Theorie Dar wins
auf das Flechtenleben und auf die Entstehung der Flechtenarten in
bedingter Ausdehnung Anwendung finden könnte. Ich begnüge mich
daher mit folgender Erläuterung.
! Auf die Ergebnisse der braunen Oberflächenzellen (Phygoblasteme, Hormo-
sporen) soll hier nur hingedeutet werden, da diese jetzt sich unserem Urtheile
noch entziehen.
(69) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATIUNG UMBILICARIA. 69
Seit der Urzeit haben wohl geographische Lage und Klima als meteoro-
logische Bedingungen, sowie örtliche Lebensumstände, auch auf die
Flechten in der Richtung der Schaffung von Arten eingewirkt. Allein
zunächst Umbilicaria lässt unzweifelhaft erkennen, dass alle diese Ein-
wirkung im Lebensgrunde der Gattung doch immer zähe und dauerhafte
(um nicht zu sagen : unveränderliche) Kerne getroffen hat. Das Streben
nach Vermehrung hat überdies zu einer Mannichfaltigkeit der Fähigkeit
von Aeusserungen dieses Zweckes geführt, womit von vornherein
mehr oder weniger schmiegsame Anpassung an die gegebenen Verhält-
nisse gesichert wurde und wird. Demnach könnte man aus einer
Anpassung, die nothwendige Folge einer im Lebensgrunde wurzelnden
Anlage ist, die fortschreitende Entstehung von Arten nicht ohne weiteres
erklären. Wie beschränkt aber der Einfluss der äusseren Lebensver-
hältnisse in Hinsicht dieser Entstehung sein möchte, lehrt die Thatsache
der Analogie, womit innerhalb der Gattung eine im Wesen des Le-
bens bedingte Einschränkung unverkennbar vorliegt.
Das Wesen des Strebens nach Vermehrung ist von Kernen unaufhalt-
sam ausgehende Bewegung. Beide, Kern und Bewegung, als aus dem
Leben der Umbilicarien weggeschafft sich vorzustellen, vermag tief-
dringender Forscherblick nicht aus dem einfachen Grunde, weil Ana-
logie und Parallelismus als unverkennbare Naturerscheinung ja die
Richtungen der Bewegung anzeigen. Das mit dem Kerne geschaffene
Streben ist aber pr&existirende Bedingung für das Dasein der Art. Das
Streben hat allerdings zum nächsten sichtbaren Ziele die Erhaltung
der Art durch fortpflanzende Thätigkeit. Allein bei Umbilicaria erkennt
man aus den Ruhezuständen der fünf Arten, dass dieses Streben zugleich
noch einen anderen Inhalt haben könnte. Gerade im Flechtenreiche
zeigen sich die Arten den zahlreichen Einflüssen «des Kampfes um das
Dasein » gegenüber durch Vielseitigkeit der Fortpflanzung gestärkt und
zu möglichster Unabhängigkeit befähigt. Das unaufhörlich fortschrei-
tende Streben würde daher ganz unabhängig von den äusseren Ein-
flüssen trotz der Zähigkeit und Ausdauer des Kernes der Art doch zur
Spaltung in dem Grade führen können, dass Entstehung neuer Arten
die Folge der unbegrenzten Bewegung wird. In Wahrheit ist es also
gerade der mit der Erhaltung der Art verbundene Zweck der Unruhe
des Kernes, der zunächst in der Fortpflanzung zu wachsender Mannich-
faltigkeit gelangt, um bei noch mehr gesteigerter Bewegung zu Verän-
derungen der Gebilde, die sich wie Arten benehmen, zu führen.
Der naturwissenschaftliche Grundgedanke von der Unbeständigkeit
70 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (70)
und Veränderlichkeit der Art leitet auf diesem Gebiete des Flechten-
lebens zu der Theorie, dass in einer Urzeit der Begriff einer lichenischen
Lagerplatte mit gomphaler Befestigung als erste und einfachste Umbili-
caria überhaupt zum Ausdrucke gelangen musste. Dieses Urgebilde wurde
der Stamm, von dem aus einst meine fünf Arten sich abzweigten. Es gab
aber eine Vorzeit, wo diese fünf Arten in Folge geringerer Mannich-
faltigkeit der Fortpflanzung noch nicht Gruppen von Gebilden, wie die
Artkreise, sondern nur Formen des Urgebildes, die fortschreitend sich
immer mehr wie Arten benahmen, darstellten. Als ein vor unseren
Augen sichtlicher Rückfall zu jenem Urgebilde muss es uns daher
erscheinen, wenn in den zeitigen Artkreisen Ruhe der Fortpflanzung
eintritt. Ueberblicken wir endlich von dem Standpunkte des Uranfanges
aus das mannichfaltige Bild von Umbilicaria in der Gegenwart, so
können wir unsere Augen vor der Thatsache einer fortschreitenden
Vervollständigung und Vervollkommnung dieses Bildes gar nicht ver-
schliessen. Vererbung und Anpassung treten mit ihren Rollen vor der
Macht des Prinzipes der Vervollkommnung hier im Flechtenreiche sicher-
lich vielmehr in den Hintergrund, als anderswo.
Der heutige Stand der Vervollkommnung muss aber bereits als Anlage
im Kerne des Urgebildes gedacht werden. Denn die Unruhe des Kernes
seizt sich in Bewegung um, deren Zweck der Erhaltung der Art hei
solcher Anlage zur fortschreitenden Entfaltung aller zahlreichen Ge-
staltungen im Laufe eines undenkbaren Zeitraumes führte. Zunächst
sonderte sich der Stamm in fünf wenig oder gar nicht schwankende
Formen. die fortschreitend immer mehr wie Arten sich benahmen.
Noch später bis in unsere Zeit wiederholte jeder der neuen fünf Slämme
das (untergegangene) Bild der Vervollkommnung des Urprinzipes Umbr-
licaria, jedoch in noch weiterer Mannichfalligkeit, die sicherlich einer
neuen Spaltung in mehr Stämme entgegenführt. Denn je weiter die
Bewegung vom Uranfange sich entfernt. desto mehr ist einerseits Unter-
gang, andererseits Entstehung von Gestalten als Arten unter dem
begünstigenden Drucke der äusseren Lebensverhältnisse bedingt, damit
aber auch immer Fortschritt in der Vervollkommnung des Urprinzipes
verbunden. Nach allen vorangegangenen Erwägungen dürfen wir also
in Umbilicaria und damit auch unzweifelhaft in anderen Gattungen, ja
im Flechtenreiche überhaupt das längst ersehnte Gebiet der Natur
erblicken, wo die Entstehung neuer Arten durch Umwandlung von
Formen, die sich in allen Beziehungen wie Arten verhalten, sogar in
ungeheuerer räumlicher Ausdehnung ganz unvergleichlich deutlicher,
(71) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 71
als auf irgend einem anderen der erschlossenen Gebiete sich abspielt.
Zu dieser Deutlichkeit trägt die Merkwürdigkeit nicht wenig bel. dass
das anfängliche Urgebilde noch jetzt vor unsere Augen durchzudringen
vermag, also für unsere Vorstellung noch keinesweges dem Schwunde
verfallen ist. Wann die Spaltung der zeitigen fünf Kreise von Umbili-
caria, die sich in der Vorbereitung vor unseren Augen befindet, zu
einem gewissen Abschlusse gelangen wird, hängt einerseits hauptsäch-
lich von der Eigenthümlichkeit der aus der Urzeit herrührenden Bewe-
gung in jedem Artkreise, andererseits auch von den äusseren Lebens-
bedingungen der Zukunft ab. Um gelegentlich auf einen handgreiflichen
Einfluss aufmerksam zu machen, will ich auf die fortschreitende Kultur der
Erdoberfläche hinweisen, die im Flechtenleben (wenn auch sehr wenig
auf Umbilicaria) eine nicht minder stark umwälzende Wandlung, als in
der übrigen Natur hervorbringen muss.
Der Grundzug der Anpassung an die Lebensbedingungen mit dem
Erfolge des wirksamen Einflusses auf den Untergang alter Formen und
die Entstehung neuer, die sich wie Arten verhalten, enispricht selbst
in der hier gedachten Beschränkung allerdings der Theorie Darwins,
allein die Berechtigung anderseitiger Naturanschauung wird wesentlich
unterstützt durch den anderen Grundzug der Vervollkommnung, die als
lichenische Lebensäusserung, als an den Zweck der Erhaltung durch
die Fortpflanzung vom Uranfange der Gaitung unzertrennlich geknüpfte
Eigenschaft sich mit fortgesetzt erhöhtem Erfolge der Mannichfaltigkeit
der äusseren Erscheinungen thätig erwiesen hat. Gegen die überwie-
gende oder gar überwältigende Möglichkeit einer Umwandlung unter
dem Einflusse, auf den man die sinnbildlich-anthropomorphische Vor-
stellung von einem Kampfe um das Dasein anwendet, sind die Umbili-
carien durch die Eigenthümlichkeit ihrer Kerne mit der von diesen
ausgehenden Bewegung sogar gestärkt. Die Theorie von einer Zucht-
wahl im Sinne Darwins ist daher hier und im ganzen Flechten-
reiche nicht in die Wirklichkeit zu übertragen, denn sie ist ohne die
Voraussetzung einer nach allen Richtungen möglichen Bewegung
für die Artenentstehung nicht anwendbar. Der mit der Analogie
gegebene Parailelismus zeigt unwiderleglich an eine Bewegung nicht
nur nach wenigen, sondern sogar nach bestimmten Richtungen,
wenn nicht gar bloss nach einer. Mit der von Kernen aus immer nach
bestimmten Richtungen fortschreitenden Bewegung wird zunächst die
« Mielstrebigkeit» (Karl Ernst von Bær) der lichenischen
Wesen, dann aber das Prinzip der Vervollkommnung, wie es schon
72 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (72)
N&gelji' für die Pfianzenwelt mit überzeugender Klarheit dargelegt
hat, als naturwissenschaftliche Wahrheit erkennbar.
Vorläufig will ich es unterlassen, die Thatsache des Strebens nach
Vervollkommnung in den schöpferisch thätigen Kernen der Umbilicaria-
Arten als Fortschritt der Kenntniss des im Lichen gegebenen Natur-
prinzipes weiter zu erörtern. Erst recht aber kann es nicht Aufgabe
dieser Arbeit sein, den Weg zu beleuchten, der von der Ofienbarung
der Kerne durch die Bewegung oder das Streben als Præexistenz zu
ihrer Ausdauer innerhalb der Artkreise als Immanenz eines Planes
führt. Nur darauf will ich bei dieser Einleitung in die Erkennt-
niss zur Fassung des lichenologischen Artbegriffes hinzuweisen nicht
unterlassen, dass Negeli.als er zur Erklärung des unaufhörlichen
Artenwechsels neben der Theorie der Nützlichkeit nach der Lehre
Darwins auch die einer Vervollkommnung anerkannt wissen wollte,
voraussichtlich im Flechtenreiche die beste Bestätigung, die er sich für
seine Theorie wünschen konnte, gefunden haben würde. Seine Trans-
mutation der Arten, wobei die einzuschlagende Richtung, und die zu
erreichenden Ziele theils in der Eigenthümlichkeit der ersten Zellen
vorgezeichent sind, theils durch die Existenzbedingungen bestimmt
werden, liegt im Flechtenreiche in schärfster Ausprägung, und zwar
als sichtliche Bewegung ohne annehmbaren Abschluss, vor. Vom Stand-
punkte Nægelis aus ist aber schon jetzt ein bedeutender Fortschritt
der Erkenntniss zu verzeichnen. Es ist Klar geworden, dass die Bewe-
gung,als Trieb der Erhaltung durch die dem Lichen eigen-
thümliche Fortpflanzung, in das Streben nach Vervollkomm-
nung des Ausdruckes des lichenischen Naturprinzipes als
höheres ausläuft. Welchen schönen Stempel die Analogie und der
Parallelismus einem solchen Naturtriebe noch besonders aufdrücken,
möge sich vorläufig der Leser allein vorzustellen versuchen.
Die Ergebnisse dieser Untersuchungen können und sollen erst die
Einleitung und Vorbereitung für die Erforschung des Begriffes der
Flechtenart bieten. Als solche mögen sie aber anregend auf die Liche-
nologie und auf die Naturforschung überhaupt wirken. Auf die Licheno-
logie passt noch jetzt das Urtheil Nægelis von der Anwendung des
Artbegriffes leider nur zu vollkommen, als er sagte : « Der bisherigen
Systematik wurzelle der Begriff der Spezies in dem Gebiete des Glaubens;
er war unzugänglich der wissenschaftlichen Erkenntniss und der Prü-
: Entstehung und Begriff der naturhistorischen Art (1865).
(73) ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA. 73
fung durch Thatsachen; er war der Spielball des individuellen Gut-
findens, des Taktes, der Willkür. » Die neueste Zeit hat als nothwendige
Folge gezeigt, dass die Lichenographie in Arbeiten, wie der über die
Gattung Cladonia, zu einer Spaltung der Arten gelangte, über die hinaus
es glücklicher Weise keine Fortsetzung mehr gibt. Wie schwer die Auf-
gabe der zukünftigen Lichenographie aber sein wird, ist bereits betont.
Die Schwierigkeit der Forschung wird jedoch recht klar, wenn man
Nægelis Anforderung erwägt : «Der zukünftigen Systematik wird
er (der Begriff der Spezies) eine wissenschaftliche Kathegorie sein, für
die es bestimmte, in der Natur zu beobachlende, durch das Experiment
zu prüfende Merkmale gibt; und zwei Beobachter werden bei genauer
Untersuchungmethode nothwendig zum gleichen Resultat gelangen
müssen, wie in allen empirischen Wissenschaften. »
Allein nicht nur mancher Leser wird am Schlusse dieser Betrach-
tungen, sondern noch viel mehr jeder Lichenologe nach der Wieder-
holung dieser Forschungen zur Ueberzeugung gelangen, dass mit der
gewonnenen Begrenzung der Umbilicaria-Arten die Lichenologie den
Vorzug geniesst, wenigstens über die ersten Schwierigkeiten, die
Nægeli für die zukünftige Systematik vorausgesehen hat, schon hinaus-
gelangt zu sein. Denn der Begriff der Art liegt in den Artkreisen von
Umbilicaria als wissenschaftliche Kathegorie vor, für die es bestimmte
Merkmale gibt, die durch die Naturbeobachtung gewonnen sind. Sogar
jeder folgende Beobachter kann und wird bei der Sonderung der Ge-
stalten der Gatlung Umbilicaria zum gleichen Ergebnisse gelangen. Man
wird aber bei der befriedigenden Beschaffenheit der Merkmale sich die
Frage vorlegen, ob noch deren Prüfung durch das Experiment erforder-
lich sei. Denn wer nur immer auf der unentbehrlichen Grundlage genü-
gender Fachkenntniss sich dieser neuen Forschung widmen wird, wird
schon damit sich eine Thätigkeit erschliessen sehen, deren unabsehbares
Feld eine unschätzbare Fülle unvergänglicher Erfolge verspricht, weil
sie, erhaben über der Willkür der persönlichen Meinung, deren Ein-
flüssen einfach unzugänglich bleibt.
(74)
ARTHUR MINKS. ANALYSIS DER FLECHTENGATTUNG UMBILICARIA.
Alphabetisches Verzeichniss der Umbilicarien.
Seite
ansulatanBucks ya 00 2. 22, 48
anthracinus Wu a nn. 33
anna Nylon RR A ea 22, #5
archiea (Achern N 21
atropruinosa Schar. ........... 33
ealyescens)Nylı un a0... 22, 45
Carolıniana Duck 23, 50
Gnerascens Nylon. 00. 91, 31
erustulosan Ach u ns 22
eylindeica)Nwltee ne 22, 30
eylindrica v. simplex Th. Fr. ... 22
evlindnieusylan 2.2 Mere 22
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DelisemDesprr a nen lea 22
DEUS CA DAC Re N NE SEN. 21
I CREOANN VISE APS EN. 22, 45
dietyizanN vl Ba 21, 26
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discolorelh.ltire an, 20, 21
erosarhlofimangas er. EN 23, 53
erosus Ach..... ERSTEN SENSE AO 23
eseulenta, Miyoshi.32......2.: 22, LG
tlocculosarHofme.n.. ae... 21, 35
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DA HERAN ES ET AE AE EI sRNT AUS 21
DIAUCAISUZD EAN ARE 24, 27
STISEaH (SWR en 22, 41
SEISPUSIOWENEUREL NEN 22
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heteroidea v. cinerascens Ach. .. 21
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hissutus Ach NAN RE SN 22
hyperborearkloime nn 00.7 21, 36
hyperboreusexche ya 21
lecanocarpoides Nyl.......... 22, 48
74
Seite.
mammulata Ach... 0: 22
membranacea Laur... ....... 21, 26
Muehlenbergii Tuck.......... 23, 51
MurnussAche N... Sn 22
papulosarAch ia. SAR 21
pellitusJAchir 1 1...0: 2 22
Pennsilvanica Hoffm. ........ 21, 27
phea.Tuck .. ......32....2 zus 23, 94
polymorpha v. reticulata Schær. . 21
polyphylla Schrad. ...... ...21, 3%
polyphyllus)k.2. 2.2.22. me 21
polyerhiza Stenn.e. 2 mr 22, 49
polyerbizes-E. 0000 22
proboseidea Stenh. .. ....... 22, Sl
Proboseideusibe 2 syn ee 22
PUS EU A TAN ON APE" 21, 23
pustulatus- u... 0 nee 21
retieulata NV EPA 210er 21, 31
zubieimesa Pers 0 SNS 21, 26
TUOIeT AN VIN: AE ee 22, 99
sclerophylla Nylon. 00 ER 23, 5%
Semitensis Tuck. ............ 29, 48
spodochroa Hoffm......... 0222, 46
stipitatau NV ANT un EE PRES 22
tessellatagAche EAN 21, 28
tessellata v. cinerascens Ach..... 21
tessellata v. microphylla Laur.... 30
tornata Ach) Kr 22
torrefaetaSchrad.. 4... „ne 23
Rramnitziana Koerb. "RER 22
tylorrhiza NY 0000 00 22
vellerea. Nyl.y......2.2. ee 29, 43
Melle eus 3 22... ren We 22
Varoinis/Scher te 22, 49
Wenckii Muell. ............. 21, 30
! Entgegen der Uebersicht der Artkreise ist der Name hirsuta zur Anwen-
dung gekommen.
UNE
EXCURSION BRYOLOGIQUE
à la Dole et au Colombier de Gex
PAR
Charles MEYLAN
Ayant surtout exploré la partie centrale de la chaine du Jura, et de
temps à autre la partie nord, celle du sud devenait forcément à son tour
le point vers lequel devaient se tourner mes regards, au point de vue
bryologique; d'autant plus que à part Reuter, J. Müller et Bernet, les
sommités les plus élevées du Jura, soit de la Döle au Reculet, n'avaient
reçu que rarement la visite de quelque bryologue.
L'année dernière, un projet formé dans le but d'étudier les Muscinées
de cetie partie de la chaîne ayant échoué, c’est avec impatience que, des
le retour des beaux jours au printemps de cette année, je songeais aux
moyens de mettre enfin ce projet à exécution. Heureusement tous les
obstacles furent écartés, et le premier août au matin, je partais de chez
moi pour rejoindre au Sentier mon compagnon de route, mon ami
M. Samuel Aubert professeur, bien connu par son étude sur la flore de
la vallée de Joux. Le 2 août, à ciuq heures du matin, nous partions, sac
au dos, le cœur joyeux, l'esprit léger, abandonnant au vent nos soucis de
classe, pour ne songer qu’à faire une ample récolte d'observations et de
nouveautés. Nous suivons la route internationale jusqu’au petit torrent du
Bi-Blanc; de là, un chemin de montagne nous conduit sur les Grands
Plats où je récolte Bryum Mildeanum, puis sur les Petits Plats, où nous
longeons la longue série des maisons d'été des habitants du Bois d’Amont.
Ces maisons ou plutôt ces petits chalets ne sont en effet habités que
pendant le séjour des vaches sur la montagne. Leur nombre est considé-
rable, vu que, distantes les unes des autres de cinquante à deux cents
metres. elles forment plusieurs rangées sur une longueur totale de six à
huit kilometres.
Montant insensiblement sur le pâturage, nous arrivons sur le flanc du
Noirmont, où un brouillard intense nous surprend. Franchement la situa-
76 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (76)
tion n’est pas agréable, quoique sans danger; mais dans ce chaos de
rocailles et de petits rochers, il est difficile de se maintenir sur le bon
chemin. Heureusement que nous connaissons bien les lieux et que, après
quelques tâtonnements et quelques écarts, nous arrivons au sommet sud,
heureux de nous y voir mais déçus, car la partie est fortement compro-
mise Aussi cheminens-nous tristement comme deux fantômes noirs dans
ce fluide gris, épais, qui vous empêche de voir les objets à plus de dix
pas devant soi,
Mais voilà que, influencé sans doute par nos malédictions, ce malen-
contreux brouillard s’eleve insensiblement, car bientôt nous distinguons
les objets à une plus grande distance, et cinquante mètres plus bas, nous
trouvons le pays complètement débarrassé de cet hôte incommode. et le
pälurage entièrement sec. Quelle consolation!
Un nouveau courage se développe en nous, et pleins de l'espoir que la
Döle qui se dresse devant nous, aura la politesse d’enlever son bonnet de
coton gris pour nous permettre l'examen approfondi du sommet de son
crâne chauve, nous nous dirigeons vers la tourbière de la Trélasse située
au pied de son flanc nord. Un gai soleil nous réchauffe en séchant nos
habits, et c’est avec un sentiment de parfait bien-être et de profond con-
tentement que, avant d'entreprendre la visite du marais, nous déballons
au pied d’un sapin le menu de notre diner.
Le repas est fini; c'est le moment de partir. En deux minutes
nous gagnons la tourbiere; la Dôle s’est découverte, le temps
s’est éclairei, donc vite à l’ouvrage si nous voulons encore visiter la
pointe aujourd’hui. La tourbiere de la Trélasse est formée de deux par-
ties bien distinctes : deux hauts marais séparés et plus ou moins entourés
par un bas marais. Dans les premiers, peu de chose ; des pins, des bou-
leaux, des sapins, quelques troncs pourris couverts surtout d’hepatiques
parmi lesquelles une bonne espèce : la forme sans crosse des marais du
Jungermannia attenuata ; les sphagnum sont assez abondants mais vul-
gaires; par place ils sont mélangés à Sphagnecetis communis et Mylia
Taylori ß anomala. Le bas marais n'offre également rien de bien interes-
sant, des Harpidium en masse, le Hypnum scorpioides, etc. Donc
récolte très faible, aussi prenons-nous lestement la Dôle à partie.
Des rochers dans le bois sont couverts de Hypnum fastigiatum c.
fr.; sur un arbre Dieranum Sauteri. Plus haut la bryologie fait place
à la gastronomie : des troncs ornés de magnifiques fraises, la tenta-
tion est forte, impossible de passer ; aussi restons-nous là vingt bonnes
minutes; mais quel dessert! Chacun est obligé de rappeler son voisin à
l'ordre et l'esprit étant remonté nous nous remettons en route.
(77) CHARLES MEYLAN. UNE EXCURSION BRYOLOGIQUE. 77
Voilà de nouveau du grave; à peine entrés dans l’épaisse forêt du pied
nord de la sommité, la pluie se met de la partie; fascinés par ces
coquines de fraises, nous n'avions pas vu que le ciel s'était obscurci. Heu-
reusement qu'aujourd'hui la chance est pour nous; en cinq minutes le
ciel se réclaireit, et nous montons gaiment. Je cueille ici et la Hypnum
Oakesü, Barbula aciphylla, Bartramia Hallerıana, Hypnum falcatum var.
gracilescens. Bientôt nous gagnons la crête, les recherches vont com-
mencer. La première mousse que je récolte est une magnifique touffe de
Dieranum Mühlenbecki c. fr. Comme c’est la premiere fois que j'ai le
plaisir de trouver cette espèce fructifiée, je suis tout ému et la salue
comme un augure de bonne chance. Les trouvailles se succèdent insensi-
blement; voilà le Bryum Græfianum et de nombreuses autres formes du
Bryum inclinatum, plus nombre d’autres espèces aimant les stations
sèches des crètes, ainsi Barbula mucronifolia, Hypnum Vaucheri et sur-
tout Bryum argenteum var. juranum mihi que je suis fort content de
retrouver ici, d'autant plus que je puis vérifier à nouveau les observations
faites sur le Chasseron et l’Aiguille de Baulmes. Près du sommet
je tombe devant Pottia latifohia el, au bord des parois, j’avise un
Weisia. Serait-ce le Wimmeriana? sûrement; la plante est paroïque,
aucun doute n’est possible. Quelques rochers tournés au nord me per-
mettent de récolter Bryum arcticum, B. pallescens, Plagiobryum Zierü,
Myurella julacea et apiculata! Hypnum procerrimum. Un rocher suintant
dans une petite combe près du sommet me fournit Dicranella varia
forma et un Meesia trichodes qui se rapproche beaucoup plus de la
variété minor que de l’alpina : capsule à col très court et à sporange
sphérique seta 2 cm., plantes isolées; c’est la première fois que je vois
cette forme dans le Jura.
La récolte en somme est bonne, mais nombre de ces espèces sont en
très petite quantité. La flore bryologique de la Dôle n’est pas au premier
rang, les espèces des stations alpines fraiches sont relativement peu
nombreuses et en très faible quantité; cela tient au peu de développement
des rochers tournés au nord, rochers minuscules comparés aux belles
parois du Chasseron, du Suchet et du Creux-du-Van, où la flore bryolo-
gique est abondante et variée. Il est probable que les rochers tournés au
midi offrent quelques raretés, par exemple Grimmia anodon, peut-être
méme Schistidium teretinerve. Malheureusement je n’ai pu les examiner.
Il est sept heures, le temps est clair, mais un vent du nord nous
amène un air arctique qui ne chatouille rien moins qu’agr&ablement
la peau, aussi cherchons-nous un abri sur le versant sud dans les
rochers. Le temps de casser une croûte, de mettre lestement un peu
78 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER. (78)
d'ordre dans nos récoltes, et nous prenons, le cœur gai, le chemin de
La Cure où nous devons passer la nuit. Descendant rapidement le
long pâturage qui domine le chalet des Dappes, nous rejoignons la
route de la Faucille et à 8 heures et demie, nous pénétrons dans la
chambre qui nous esi réservée. Quand on a passé toute une journée
sur la montagne, le sommeil ne se fait pas prier, aussi dormons-nous
bientôt comme des marmottes.
A cinq heures du matin nous étions sur la route de la Faucille. Au
chalet des Dappes nous dejeünons de lait et, pleins d’entrain, nous
passons à Vasserode et arrivons à Lavatay ou nous nous enfoncons dans
la forêt. Récolte faible, à part une Picranacée, Dicranella rufescens
Spr., sur sable silicieux, et Hypnum fastigiatum c. fr.. sur des blocs
éboulés. Après avoir rejoint la route, nous ne la quitterons qu’au som-
met du col. Voici des rochers frais dans lesquels elle a été taillée ; ils
sont couverts d’hepatiques, principalement des nombreuses formes des
Jungermannia Mülleri et riparia, avec quelques mousses dignes d’atten-
tion comme Bryum fallax et Orthothecium rufescens c. fr.
La route fait un contour brusque et voici la Faucille ou plutôt l'hôtel,
où nous entrons pour nous rafraichir. Une excursion dans la forêt
voisine me fournit Buxbaumia indusiata sur l'emplacement d’un ancien
tronc. Mais les heures s’écoulent, le temps ne promet guère d’être plus
longtemps propice et nous voulons visiter le Colombier aujourd’hui.
Montant à travers une forêt au sol crevassé, nous atleignons la région
des pâturages et l’arête qui mène au Colombier. Cette longue arête, du
Mont Rond au Colombier, se maintient constamment à une allitude de
1500 à 1650 m., aussi est-elle riche en muscinées autant qu'en phané-
rogames. Ce sont principalement dans les stations sèches, les nom-
breuses formes du Bryum inclinatum et de sa variété ou sous-espèce
Bryum Græfanum avec de grosses spores de 28 à 35 y, puis Pottia
latifolia, très abondant ici et la; dans une seule station, Desmatodon
latifolius que j'ai cherché en vain sur la Dôle.
Mais il est midi et la faim recommence à se faire sentir. Une petite
source au pied d’un rocher suintant, nous fournit l’eau nécessaire à la
confection d’une tasse de thé, le combustible étant fourni par quelques
buissons rabougris, croissant à proximité. Un campement rustique est
établi et, tout en grignotant, je récolte :
Le Saxifraga aizoides forme une couronne d’une orange magnifique,
au-dessus du rocher, sur lequel croissent en abondance Jungermannia
Mülleri, Aploria riparia, Hypnum sulcatum, Preissia commutata c. fr.
et surtout de belles touffes de Amblyodon dealbatus ; ici et là une tige
m
(79) CHARLES MEYLAN. UNE EXCURSION BRYOLOGIQUE. 79
ou deux de Timmia norvegica. Au-dessus de la paroi pendent de grosses
touffes d’un Bryum pseudotriquetrum dont les capsules très rétrécies
sous l’orifice ressemblent davantage à celles du Bryum Schleicheri
Le thé est prêt et c’est avec délices qu’on en déguste une tasse en
pleine montagne avec le ciel pour plafond, et la belle nature, la vue
magnifiquement pure des Alpes comme tenture. Mais adieu le far
niente pour aujourd’hui; les sacs ont retrouvé les dos et en avant! Il
semble qu'on arrive à la pointe et l’on voit toujours une autre pointe
qui n’est pas la bonne. Où est donc le vrai Colombier ? On l’apercoit
enfin qui émerge derrière deux ou trois sommets secondaires. La vue
est si belle, les trouvailles phanérogamiques et bryologiques se succe-
dent si bien qu'il est quatre heures quand nous atteignons la base du
vrai sommet. Voilà de beaux creux à neige, au bord desquels je trouve
Oncophorus virens en quantité, puis Hypnum sulcatum var. subsulcatum,
une drôle de forme de Bryum elegans, plus une petite touffe de Hypnum
procerrimum. Au sommet d’un rocher sec Dieranum neglectum, ici et là
Hypnum Vaucheri, Barbula mucronifoha, une forme de Barbula subu-
lata à tiges longues de 2 cm., etc.
Arrivés au sommet, soit à 1691 m., nous ne pouvons nous empêcher
de consacrer quelques instants au magnifique panorama qui s’elale
devant nous. Les Alpes sont d’une pureté admirable, le Mont Blanc se
dresse devant nos yeux dans toute sa grandeur. Vraiment, il a de la
un aspect tellement imposant, qu'il est difficile de voir un plus beau
massif. Les Aiguilles Vertes et leurs vertigineux couloirs, toutes les
sommiles qui semblent se prosterner au pied du géant, se détachent si
nettement dans le ciel, qu’au moyen des jumelles on peut en distinguer
tous les détails. Nous détachant avec peine de ce tableau saisissant. nous
examinous le flanc nord du cône qui forme le sommet même du Colom-
bier. C’est un terrain marneux, décalcifié, identique à celui des stations
du Chasseron où l’on trouve Gnaphalium norvegicum, Hieracuim auran-
tiacum, Lycopodium alpinum, etc. ; il doit donc sürement fournir quel-
ques espèces rares. J’y trouve: Dieranum Mühlenbeckü c. fr., Hypnum
Oakesii, Polytrichum juniperinum var. alpinum ; beaucoup m'ont süre-
ment échappé. Pendant que mon compagnon regagne le sommet, je me
dirige lestement vers un groupe de creux à neige rocheux, situés sur
le flanc de la sommité suivante. J'avais sans doute bon flair, ce soir-là,
car la récolte dépassa toutes mes espérances. Sur une paroi fraiche,
dominant un cirque de rochers à pic, l’Encalypta commutata que je
n’avais encore pu recueillir qu’au Chasseron et au Suchet, formait de
belles touffes mélangées au Distichium inclinatum, Timmia norvegwa,
80 MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER. (80)
Hypnum subsulcatum, Meesia trichodes var. minor, Myurella apiculata
et julacea. Malheureusement, la plus belle partie de la paroi étant
presque inaccessible, je n’osai m’y aventurer. Jugeant donc plus prudent
de m’abstenir, je visite encore quelques stations, mais rapidement ; car
je vois depuis plus d’une demi heure déjà, mon ami Samuel assis au
sommet même, attendant que je me décide à rebrousser chemin. Quel
dommage de ne pouvoir faire comme Josué! Malheureusement, il est
six heures et nous devons coucher à Gex. Je me hâte de franchir le col
qui sépare les deux sommités et, tout en troublant les jeux de deux
renards qui gambadaient au fond d’un petit cirque rocheux au bord
duquel j'arrive brusquement, je rejoins mon compagnon. Le soleil se
couche mal, le vent se met à souffler ; abandonnant le Colombier et
ses richesses, nous dégringolons dans les rochers par un petit sentier.
Un «armailli» nous met sur le chemin qui conduit à Gex ; chemin
rocailleux, s’il en fût, mais très pittoresque, dominant une pente verti-
gineuse aboutissant à la London : de l’autre côté les parois et éboulis
des crêtes que nous avons parcourues. A 8 heures nous sommes à Gex.
Bien restaurés, nous ne tardons pas à trouver un sommeil réparateur,
sommeil trop tôt interrompu par un bruit sourd qui nous éveille insen-
siblement. Eole avait sûrement employé les journées précédentes à bien
gonfler son outre; car un vent terrible, tombant des crêtes du Jura,
courbail les peupliers, ébranlait les maisons. S'il allait emporter nos
récoltes !..... Décidément le sommeil a fui mes paupiéres, et si pour
quelques instants Morphée veut bien me toucher de son doigt, une
nouvelle secousse imprimée au bâtiment, me remet en état de veille...
Un substantiel déjeuner nous fait oublier le vent, et à 7 heures nous
prenons le tram Gex-Fernex-Genève. Le bateau nous conduit à Rolle,
le train à Gimel, d’où, par une dernière étape à pied, par le col du
Marchairuz, nous rentrons à la Vallée, heureux et contents d’avoir joui
pendant trois jours de la belle nature, du plaisir de vivre au milieu de
la belle flore de la montagne, et de se sentir, pour un moment, débar-
rassé de tous les soucis encombrants de la lutte pour la vie.
La Chaux, septembre 1900.
P. S. Vu la saison avancée, la plupart des phanérogames étaient déjà
défleuries. Les principales observées sont :
Alchemilla splendens (Christ)! Noirmont; Luzula spicata à la Döle;
Pirola media et Hutchinsia alpina à la Faucille; Aconitum anthora à la
Döle et au Colombier; Sedum reflexum, Cystopteris montana au Colombier.
ms IV
1.490009
MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.
ERKLARUNG DER ABBILDUNGEN.
In den Abbildungen der Durchschnitte ist das Gewebe nur im Bereiche des
Fruchtkôrpers ausführlicher dargestellt. — ex zeigt die oberflächliche Grenze
(der Rinde) des Fruchtkörpers gegen das Lager an. — 9 bedeutet die Gonidienlage
des
=
Yg
Lagers.
ig. L und 2. Junge Fruchtkörper von Umbilicaria spodochroa mit der häufigen
(1) und mit der selteneren (2) Weise der Oeffnung, von oben gesehen.
. 3. Durchschnitt eines einfachen, lecideinen Fruchtkörpers von U. pustulata.
a zeigt die Mitte des Fruchtkörpers, b die centrale Verdichtung (den Aus-
gang der Vervielfältigung dieses Organes in der Gattung) an.
. %. Durchschnitt durch einen gleichen Fruchtkörper mit zurückgeschlagenem
Rande.
.5. Durchschnitt durch zwei gegenüberstehende Patellen eines zusammen-
gesetzten Fruchtkörpers von U. Pennsilvanica, von denen die eine noch
einfach (a), die andere bereits verdoppelt ist (b) zur Einleitung der weiteren
Spaltung bis an die basale Mitte des Organes, aus welcher Spaltung auch der
Ursprung der vorhandenen fertigen Apothecien herrührt.
g. 6. Durchschnitt durch eine Gruppe von zwei zusammengesetzten lirelloiden
Fruchtkörpern fa, b) von U. cylindrica, von denen der dargestellte (b) einer
Spaltung (ec) in zwei neue entgegengeht. In jedem der entstehenden Frucht-
körper ist ein Apothecium im Zustande beginnender (d) oder vorgeschrittener
Spaltung (e). Die anderen sind in ihrer Entfaltung verschieden weit vor-
geschritten.
ellier,
Montp
5
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=
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ER
PUBLICATIONS DE L'HERBIER BOISSIER
Bulletin de 1’Herbier Boissier, le volume 90 fr.
Tome . (1895). 715 pages, 28 planches el 2 appendices.
DE SI 7109 9.32...» et A »
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MÉMOIRES
N° 1.— SCHINZ, H. — Die Pflanzenwelt Deutsch-Südwest-
ATS N Lt AE PS PES
N° 2. — HERZOG, Th. Einige briologische*Notizen aus Grau-
bünden und Walls 7. ..2.2 rer ee
N° 3. — de WILDEMAN, E. Une nouvelle Chylridinée (Micro-
MEYICESLMESOCAEPI)E u ee are
N° 4. — SYDOW, H. et P. Fungi Aliquot Novi à F. Stuckert
in Arcemtuma lectinn. 20 re ame
N» 5. — WAINIO, Edv. A. Reactiones Lichenum à J. Müllero
Argoviensi Deseriptorume nu See
No 6. — MÜLLER, Karl, Freiburgi.Bg. Revision der Hepalicaın
Mouseol-. Nestler- und Schimper Slirpes kryptogamæ
No 7. — Abbe CHEVALLIER, L. Notes sur la Flore du Sahara
N° 8. — CHABERT, Alfred. Les Rhinanthus des Alpes maritimes
N° 9. — Prof. D' ROSENSTOCK (Gotha). Aspidium Libanoti-
(EDS STE RR ER RN
N° 10. — SCHINZ, Hans. Beiträge zur Kenntnis der Afrikanischen
Flora (Neue Folge) : “1. Zur Kenntnis der Pflanzenwelt
der -Delaroa-bBayzın a ee san oma
N: 11. — STEPHANI, Franz. Species hepaticarum fsuite)......
N° 12. — MEISTER, Fr. Beiträge zur Kenntnis der europäischen
Arten. von Ulrieulana mis mat. en
N°13. — FREYN, J. Ueber neue und bemerkenswerthe orienta-
lischePHANZeNAr Lens Sa Fe ner
N° 14. — FRANCHET, A. Mutisiaceæ japonicæ a dom. Faurie
collectæ e herbariis Musei Parisiensis et dom. Drake
deE.Gastiullo expostaa an ee ne
N° 15. — DE WILDEMAN, E. Observations sur quelques Chylri-
dinées nouvelles ou Dé CONUURS EAN 2, ar
N° 416. — STEPHANI, Franz. Species hepalicarum (suite). .....
"A. CHODAT, R. Sur trois genres nouveaux de Protococ-
coidees et sur la florule planktonique d’un étang
du Danemanken a. SE SAR ee tn PR
JB: — RODRIGUE, Alice. Les feuilles panachées et les
feuilles colorées (rapports entre leurs couleurs et
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/A. — + CONTI, Pascal. Les espèces du genre Watthiola. .
\B. — WILSON, F. R. M. Lichenes Kerguelenses........
N° die — POST, Georges-E. Plantæ Postianæ (fase. X)......
No 17
D, — MEYLAN, Charles. Contributions à la flore bryolo-
gique du Jura
No 19. — GOTTSCHALL, Michael. Anatomisch systematische Un-
tersuchung des Blattes der Melastomaceen
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» NV (1897), 1435 » 25 » et 2 »
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que — In-80. Genève, 1842-1859, le fascicule... ............. 3 fr.
Les fascicules 1, 3, 6 et 7 sont épuisés. .
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plantes cultivées en 1895 à Valleyres et à Chambésy, avec préface de
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MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER
Nombre
de Pages.
N° 1. — SCHINZ, H. Pflanzenwelt Deutsch-Südwest-Afrikas.,......... 28
N° 2. — HERZOG, Th. Briolog. Notizen aus Graubünden und Wallis:.. N
N° 3. — de WILDEMAN, E. Une nouvelle Chytridinée .............. 2
N° 4. — SYDOW, H. et P. Fungi Aliquot Novi in Argentina.......... 7
N» 5. — WAINIO, Edv. A. Reacliones Lichenum à J. Müllero descript. 17
N° 6. — MULLER, Karl, Freiburg i. Bg. Revision der Hepalicæ in Mou-
geot-, Nestler- und Schimper Stirpes kryptogamæ ......... 10%
N° 7. — Abbe CHEVALLIER, L. Notes sur la Flore du Sahara....... 15
No 8. — CHABERT, Alfred. Les Rhinanthus des Alpes maritimes .. .... 16
N° 9. — Prof. Dr ROSENSTOCK (Gotha). Aspidium Libanoticum n. sp. 2
No 10. — SCHINZ, Hans. I. Zur Kenntnis der Pflanzen Delagoa ....... 94
No 11. — STEPHANI, Franz. Species hepaticarum (suite) ......... el
N° 12. — MEISTER, Fr. Europäischen Arten von Utrieularia ......... 40
N043.— FREYN, J. Ueber neue orientalische Pflanzenarten. ......... 374
N°14. — FRANCHET, A. Mutisiaceæ japonicæ ............-. LS URSS 3
N° 15. — DE WILDEMAN, E.Quelques Chytridinées nouvelles......... 10
No 16. — STEPHANI, Franz. Species hepaticarum (suite). .... LRU 46
N 17 ( A. — CHODAT, R. Trois genres nouveaux de Protococcoidees . 1 73
l EE RODRIGUE, Alice. Les feuilles panachées ..............
"A. — + GONTI, Pascal. Les espèces du genre Matthiola ....... \ ?
No B. — WILSON, F. R. M. Lichenes Kerguelenses . u 108
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| D. — MEYLAN, Charles. Contributions flore bryologique Jura...
N° 19. — GOTTSCHALL, Michael. Blattes der Melastomaceen. ......... 175
"A. —- SCHINZ, Hans. Afrikanischen Flora ...................
No us B. —- Société pour l'étude de la Flore franco-helvetique.. 65
C. — USTERI, A. Beiträge zur Kenntnis der Platanen ........
\ D. — HECKEL, Ed. Bibliographie. Notice Musée de Marseille. .
( a — SCHLECHTER, Rudolf. Podochilinæ................... \
N: 21: B. — MINKS, Arthur. Flechtengattung Omphalodium.....-... 96
( C. — BEAUVERD, Gustave. Stations nouvelles Grd-St-Bernard. |
\ A. — MINKS, Arthur. Flechtengattung Umbilicaria (Mit1 N
N°22: B, — MEYLAN, Charles. Excursion dou a la Dôle et: 80
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