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Deutsche
Entomolopische Zeitschrift
Iris
herausgegeben
vom
Entomologischen Verein Iris zu Dresden.
Band XXI. Jahrgang 1909.
Mit 23 color. Tafeln, 5 Textfiguren, und 4 Doppeltafeln.
Redakteur: C. Ribbe.
2.US- CO Fee ion
223084
Inhalts-Uebersicht.
G. Weymer. Exotische Lepidopteren . i ß
Dr. L. Martin. Kritische Besprechung der Elymniinae 5
Spröngerts, J. R. Digne . . u:
Strand, Embrik. Uebersicht der bekannten Amphicallia- -Arten
— Lepidoptera aus Deutsch-Ostafrika E
Schrottky, C. „Mimetische‘“ Lepidopteren, ein Beitrag 3 zur
Kenntnis der Syntomidae Paraguays i ua
— Die ersten Stände von Papilio perrhebus Boisd.
— Eine neue Syntomide aus Paraguay
Gauckler, H. Einige neue Macrolepidopteren "für Karls-
ruhe bez. für Baden a
Pfitzner, R. Eine neue Hepialide aus Westaustralien .
Marschner, H. Ein aberratives @ von Dendrolimus pini L.
Martin, Dr. L. Das indo-malaiische Satyridengenus Erites,
Westwood' a Se Aare
— Eine neue Ideopsis“ 3
Bastelberger, Dr. Beiträge zur Kenntnis der 'Geometriden-
Fauna der Insel Formosa
Strand, Embrik. Bemerkungen über die ersten Stände
von Eligma narcissus Cram. . &
— Ein Ahasver unter den Lepidopteren: Die Limaeodiden-
Gattung Casphalia WIk. (= Zaracha N
— Uebersicht der Anaphe-Arten . .
Petersen, Wilh., Dir. Dr. Ein Beitrag zur "Kenntnis der
Gattung Euphithecia ERINNERN SL
Bneher-Besprechungen. =... 2.7 BE EHER TA,
Alphabetische Liste ;
Vereinsnachrichten
Seite
1—35
36—73
79—98
99—-103
104—121
122—132
133— 134
135
136—-137
138—139
140—141
142—154
155—165
166—182
183 —184
185—190
191—193
203— 814
195 —201
IV—V
VI-VII
Für die Form und den Inhalt der in dieser Zeitschrift ver-
öffentlichten Aufsätze sind die Herren Autoren allein verantwortlich,
der Entomologische Verein „Iris“ ist es in keiner Weise.
Mitteilungen und Anfragen, welche die Redaktion dieser Zeit-
schrift angehen, sind (bis Ende 1910) nur an den Redakteur C.Ribbe,
Radebeul bei Dresden, zu richten.
Heft 1, Seite 1—74 ist am 1. April 1909,
Heft 2 und 3, Seite 75—202 ist am 15. September 1909,
Heft 4, Seite 203—314 ist am 1. Januar 1910 erschienen.
Alphabetische Liste.
der
Neubeschreibungen und Neubenennungen
des XXI. Bandes.
Abraxas consputa ER:
Acraea uvui interruptella
Aleis farracearia pallescens
Antheraea fickei .
Argema maenas isis .
Automeris subobscura
Bunea cyrene .
Calicha fumosaria fulvifusa .
Calpe wintgensi .
Charagia jordana
Copaxa anestios .
Dismorphia mirandola discoloria
niepelti
Elphos moltrechti
Elymnias casiphone djilantik . :
4 pantherea balina .
e patna hanitschi
penanga immaculata
: vitellia ceramensis .
Emiltis kagiata
Erites angularis sumatrana .
„ argentea delia .
e “ fruhstorferi
„ elegans distincta .
Gonobombyx vespertilio
Goodia septiguttata
Jana agrippa
„ caesarea .
Ideopsis klassika
Alphabetische Liste.
Ludia servatia
Meristis umbripennis .
Meristides N. Gen.
Metarbela pagana
Mycalesis miriam punctifera
Mylothris sulphureotineta
Nudaurelia amathusia
2 anna .
E pales
EN phidias .
S richelmanni .
Odontopera arida albiguttulata
Orixa mutilata BA:
Papilio perrhebus (Biol.)
Phoenicoprocta analis
Preeis milonia wintgensi .
Pselaphelia dentifera .
Ruanda N. Gen.
- aetheria
Tithorea bomplandii faba-
Tripura volzi Ic
Vereins-Nachrichten.
Im Jahre 1909 wurden die Vorstandsämter von folgenden
Herren verwaltet:
Prof. Dr. Heller, erster Vorsitzender,
Amtstierarzt E. Möbius, zweiter Vorsitzender,
H. Reichelt, Rechnungsführer und Bücherwart,
A. Winckler, erster Schriftführer,
G. Kretzschmar, zweiter Schriftführer,
C. Ribbe, erster Schriftleiter,
Dr. med. Husadel, zweiter Schriftleiter.
In der Hauptversammlung am 3. November wurden sämtliche
Herren in ihre Amter wiedergewählt.
Als ordentliche Mitglieder traten dem Verein bei die Herren:
O. Bohatsch in Wien: A. Conrads in Neuwjed-Ukerewe, Post Muansa,
Deutsch-Ostafrika; P. Endreß in Speyer; P, Esselbach in Dresden;
O. John in St. Petersburg; C. Lacreuze in Genf; W. Petersen in
Reyal; W. Petzold in Dresden. Herr E. Lange in Dresden trat von
der außerordentlichen zur ordentlichen Mitgliedschaft über.
Durch den Tod verlor der Verein die Herren: H. Schultz in
Posen, R. Uranitsch in Graz, Prof. Dr. Kraatz in Berlin.
Ihren Austritt erklärten die Mitglieder: F. Benndorf nebst
Gemahlin in Dresden, C. Trotter in Lienz, Prof. Dr. Wandolleck in
Dresden.
Gestrichen wurden die Herren: H. Kalbe in Hamburg, K. Kuhn
in Magdeburg.
Somit gehören dem Vereine 9 Ehrenmitglieder, 172 ordentliche
Mitglieder, 15 außerordentliche Mitglieder, 23 korporative Mitglieder
an. Außerdem unterhielt der Verein mit 30 entomologischen Gesell-
schaften und Zeitschriften Schriftentausch.
Die Bücherei des Vereins erhielt Vermehrung durch folgende
Schenkungen: Von Herrn Dr. Pagenstecher in Wiesbaden „Die geo-
graphische Verbreitung der Schmetterlinge.“ Von Herrn C. Uffeln in
Hamm „Die Großschmetterlinge Westfalens.“ Von Herrn H. Gauckler
in Karlsruhe „Die Großschmetterlinge des Großherzogtums Baden.“
Von Herrn Prof. Wandolleck in Dresden Sonderabdrücke aus dem
zoologischen Anzeiger aus Band XXXIII „Die Mundöffnung von Og-
codes“, aus Band XXXIV „Die Photographie in der Wissenschaft,
besonders in der Zoologie“. Von Herrn Dr. E. Galvagni in Wien
„Die zoologische Reise des Naturwissenschaftlichen Vereins nach
Dalmatien im April 1906; Lepidoptera“. Von Conte Emilio Turati in
Mailand „Nuove forme di Lepidotteri e note critiche“.
Herr K. Dietze in Frankfurt a. M. stiftete einen namhaften
Beitrag für die Herstellung der Tafeln zur Veröffentlichung des Herrn
Petersen über „Ein Beitrag ; zur Kenntnis der Gattung Eupitheecia, Curt“.
Im Namen des Vereins wird an dieser Stelle den geehrten
Schenkgebern nochmals herzlichster Dank ausgesprochen.
Angekauft wurden folgende Werke: Bilder aus der Insekten-
welt, von Fabre. Kosmos 1909.
Vereins-Nachrichten. VII
In der Versammlung am 7. Juli wurde die Beteiligung des
Vereins an dem im August 1910 in Brüssel stattfindenden I. Inter-
nationalen Entomologen - Kongresse als korporatives Mitglied be-
schlossen. R
In der Hauptversammlung am 3. November gelangten die An-
derungen der Satzungen, die sich infolge der beschlossenen Erwerbung
der Rechte einer juristischen Person für den Verein nötig gemacht
hatten, zur Beratung und Annahme. Die geänderten Satzungen
werden den Mitgliedern noch zugestellt werden.
Von weiteren Vereinsunternehmungen des Jahres ist folgendes
zu berichten:
Am 6. Januar wurde das Stiftungsfest wie üblich unter Teil-
nahme der Mitgliederdamen und zahlreicher Gäste abgehalten. Nach
gemeinschaftlichem Abendessen schlossen sich humorvolle Ansprachen,
musikalische Darbietungen, sowie eine Gabenverlosung an. -
Am 17. Februar fand ein gemütliches Beisammensein mit Damen
statt, zu welchem Herr Dr. Husadel „Schnurrdiburr oder die Biene“
von W. Busch in Lichtbildern vorführte.
Am 16. Mai wurde ein Frühlingsausflug mit Damen unter-
nommen, der die Teilnehmer über Niedersedlitz nach Kreischa, dem
aussichtsreichen Wilisch und nach Glashütte führte.
Die am 13. Juni nach Gottleuba veranstaltete Sommerpartie
hatte stark unter der Ungunst des Wetters zu leiden. Nur wenige,
besonders wetterfeste Herren hatten sich dazu eingefunden, aber
auch diese mußten von der geplanten Wanderung nach dem Sattel-
berge absehen und sich mit der Besichtigung des Alpinums im
Pflanzengarten zu Gottleuba begnügen:
Am 26. September beteiligte sich die „Iris“ an einer Zusammen-
kunft sächsischer Entomologen in Freiberg. Als Ort des nächsten
Entomologentages wurde Dresden gewählt.
Das Vereinsjahr bot folgende Vorträge: Es sprachen am
20. Januar Herr Prof. Dr. Fuchs: Plauderei über Schmetterlings- und
Käfernamen; am 10. Februar Dr. Wandolleck: Die Photographie in
der Entomologie; am 24. Februar Lehrer Viehmeyer: Raupen und
Ameisen; am 10. März Prof. Dr. Heller: Entomologisch-darwinistische
Streiflichter; am 17. März Dr. Heusinger: Was könnte den Entomo-
logen vom geltenden Recht interessieren; am 24. März Herr Amts-
tierarzt Möbius: Sammelbericht über Digne; am 7. April Herr G.
Kretzschmar: Sammelbericht über das Stilfserjochgebiet.
Während bei den Vorträgen der Herren Heller und Wandolleck
eine Reihe vorzüglicher Lichtbilder zur Vorführung gelangten, hatte
Herr Viehmeyer eine Anzahl Zeichnungen ausgehängt und mehrere
Präparate vorgelegt. Die Herren Möbius und Kretzschmar brachten
in Glaskästen einen Teil ihrer Fangergebnisse zur Darstellung.
Im Oktober d. J. konnte die „Iris“ auf das 25jährige Bestehen
ihrer Vereinszeitschrift zurückblicken. Über den Entwicklungsgang
dieser sei in Kürze folgendes berichtet:
Im Oktober 1884 erschienen die ersten Veröffentliehungen unter
dem Titel:
„Correspondenzblatt des Entomologischen Vereins ‚Iris‘ zu Dresden“.
Diese Zeitschrift wurde in zwanglosen Heften herausgegeben.
Von 1884 bis 1888 gelangten fünf Nummern mit zwölf Tafeln zur
Ausgabe, die zusammen Band I der Vereinszeitschrift bilden.
VII Vereins-Nachrichten.
Vom Jahre 1889 ab erschienen zufolge einer Vereinbarung mit
der Deutschen Entomologischen Gesellschaft in Berlin die Vereins-
veröffentlichungen unter dem Titel:
Deutsche Entomologische Zeitschrift
herausgegeben .
von der Entomologischen Gesellschaft „Iris“ zu Dresden in Verbindung
mit der Deutschen Entomologischen Gesellschaft zu Berlin.
Lepidopterologische Hefte.
Seit dem Jahre 1902, in welchem die rein äußerliche Verbin-
dung mit der Deutschen Entomologischen Gesellschaft in Berlin ge-
löst wurde, führt die Zeitschrift den Titel:
Deutsche Entomologische Zeitschrift Iris
herausgegeben vom Entomologischen Verein „Iris“ zu Dresden.
Die Herausgabe der Bände II bis XVII erfolgte in Halbjahr-,
die von Band XIX ab in Vierteljahrheften. Der Band XVI brachte
ein übersichtliches Verzeichnis der in den ersten fünfzehn Bänden
vom Verein veröffentlichten Aufsätze. Neben dem laufenden XXI.
Bande erschien im Juli d. J. ein Beiheft, das den Anfang einer grö-
Beren in sich abgeschlossenen Arbeit „Beiträge zu einer Lepidopteren-
Fauna von Andalusien“ von C. Ribbe enthält. Die Fortsetzung und
der Schluß dieser Arbeit werden im Laufe der nächsten beiden Jahre
in weiteren Beiheften erscheinen und zusammen den Band XXIII bilden.
Mit Genugtuung kann der Verein auf die stattliche Bändezahl
seiner Veröffentlichungen blicken, die ihm beweisen, daß seine Be-
strebungen in entomologischen Kreisen Anerkennung finden und daß
er Mitglieder und Mitarbeiter in allen Teilen der Erde gewonnen
hat. Besonders sei hier dankbar der Gönner gedacht, die in frei-
giebigster Weise zur würdigen Ausstattung der Zeitschrift durch
Stiftung von Tafeln beigetragen haben und der umsichtigen Schrift-
leitung die volle Anerkennung gezollt.
Aber auch den langjährigen Mitgliedern des Vereins für ihre
treue Anhänglichkeit aus Anlaß des 25jährigen Bestehens der Zeit-
schrift, an dieser Stelle den Dank zum Ausdruck zu bringen, scheint
uns ebenso eine angenehme Pflicht, wie die Mahnung, unermüdlich
neue Mitglieder zu werben, denn nur große Vereine sind imstande,
den steigenden Ansprüchen an die Ausstattung wissenschaftlicher
Arbeiten gerecht zu werden. Die Vereinsleitung wird auch ferner-
hin bemüht sein, das Ansehen ihrer Zeitschrift zu erhalten und durch
weitgehendes Entgegenkommen den Herren Verfassern gegenüber
ihren Ausbau zu vervollkommnen suchen. Um den Mitgliedern die
lepidopterologischen Neuerschein ungen in schnellerer Folge darbieten
zu können, wurde in der Versammlung am 20. Oktober d. J. der
Beschluß gefaßt, vom Jahre 1910 ab die Zeitschrift in regelmäßig
erscheinenden Monatsheften herauszugeben. Außerdem soll den
Heften ein Korrespondenzblatt, in dem kleinere Aufsätze, Mitteilungen,
Berichte und Besprechungen, sowie auch Anzeigen für Kauf und
Tausch Aufnahme finden, beigegeben werden. Diese Neuerungen
werden gewiß von der Mehrzahl der Mitglieder willkommen geheißen
werden. Der Vorstand richtet hierdurch an alle Mitglieder die Bitte,
durch literarische Zuwendungen, durch Einsenden von Aufsätzen und
kleineren Mitteilungen über gesammelte Beobachtungen und Erfahr-
ungen und dergl. zur gedeihlichen Entwicklung der Zeitschrift
werktätig beitragen zu wollen.
A. Winckler, z. Z. Schriftführer.
Deutsche
| Entomologische Zeitschrift
Eris
herausgegeben
vom
Entomologischen Verein Iris zu Dresden.
| Jahrgang 1909. Erstes Heft.
7. April 1909.
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Redakteur: C. Ribhk.
Iris, Dresden, Band XXII, Heft 1.
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London.
A. BR. Janson.
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R. Friedländer & Sohn.
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Paris.
P. Klincksiek.
52 Rue des Ecoles.
Inhalts-Uebersicht.
Seite
G. Weymer. Exotische Lepidopteren . . . 3317
Dr. L. Martin. Kritische Besprechung der Ely mniinae . . 86-73
Bücherbesprechung a Wr Sn ee aa 74
Für die Form und den Inhalt der in dieser Zeitschrift ver-
öffentlicehten Aufsätze sind die Herren Autoren allein verantwortlich,
der Entomologische Verein „Iris“ ist es in keiner Weise.
Mitteilungen und Anfragen, welche die Redaktion dieser Zeit-
schrift angehen, sind (bis Ende 1909) nur an den Redakteur Ü. Ribbe,
Radebeul bei Dresden, zu richten.
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i
be
Exotische Lepidopteren.
Von
G. Weymer.
I. Aus dem afrikanischen Faunengebiet.
Fam. Saturnidae.
1. Bunaea ceyrene n. sp. Gehört in die Nähe von
Bunaea heyeri m. und epithyrena Maassen.
© Länge des Körpers 32 mm, eines Vorderflügels
55 mm, Flügelspannung 105 mm. Kopf und Vorderbrust
gelblich braun. Augen braun. Fühler dunkelbraun, fein
sägezähnig, mit einem kürzeren und einem längeren
Zahn an jedem Gliede, Halskragen 2 mm breit weiss,
Rücken rötlich gelb, Hinterleib hellgrau, nur der erste Ring
ist orangegelb behaart und an jeder Seite dieses Ringes
steht ein weisser Haarbusch. Der hintere Teil der Brust
ist weiss, die Beine bräunlich gelb.
Die Gestalt der Flügel ist ähnlich wie bei den oben
genannten Arten, nur ist der Aussenrand der Vorderflügel
nicht so tief ausgeschnitten, sondern fast gerade, und der
Innenwinkel der Hinterilügel ist mehr gerundet. Die Grund-
farbe der Vorderflügel ist rötlich "grau, am Aussen-
rande allmählich heller werdend, und an der Wurzel des
Innenrandes etwas ins Rotgelbe übergehend. In der Flü-
.gelmitte liegt an der Wurzel der Zelle 4 ein nach aussen
abgerundeter Grlasfleck, dessen Länge und Breite ie 3 mm
beträgt.
Die Hinterflügel sind an der Wurzel bis über
die Mitte hinaus orangegelb, mit grossem, rundem Augen-
fleck in der Mitte. Derselbe ist in der Längsrichtung des
Flügels 9 mm lang, in der Quere 7 mm breit und besteht
Dautscha Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausg. vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden, Jahrgang 1909.
eh u
2 G. Weymer.
aus einem 1% mm breiten, schwarzen Ringe, der dunkel-
grau ausgefüllt ist und in seiner Mitte einen dreieckigen,
2 mm messenden Glasfleck hat. Der Aussenrand ist 12 mm
breit rötlich grau und läuft am Innenrande wurzelwärts
spitz zu. Gegen den Saum wird die Farbe allmählich etwas
heller. Die Saumlinie selbst ist an beiden Flügeln dunkelgrau,
die Fransen sind weisslich.
Die Unterseite beider Flügel ist heller grau. Der
Glasflleck der Vorderflügel ist von drei braunen
Flecken umgeben, und zwar einem querliegenden in der
Mittelzelle, 4 mm lang und 2 mm breit, einem ähnlichen
in der Längsrichtung liegenden an der Wurzel der Zelle3
und einem kleinen in Zelle 4. Von der Vorderseite des
Glasflecks zieht sich ein undeutlicher Schatten zum Vor-
derrande. Vor der Flügelspitze liegt dicht am Vorderrande
ein 14 mm langer, 5 mm breita® brauner Fleck, der nach
hinten bis an Rippe 7 reicht. Aus der inneren Ecke des-
selben zieht eine Reihe von 6 braunen Halbmonden zur Mitte
des ‚Innenrandes, die ihre offene Seite nach aussen gerich-
tet haben und von denen der letzte etwas nach aussen ge-
rückt ist. Auf den Hinterflügeln setzt sich die
braune Halbmondreihe in einem dem Aussenrande parallel
laufenden grossen Bogen um- den Glasfleck herum fort,
doch sind die einzelnen Flecke nur halb so gross als auf
den Vorderflügeln. Ein kleines braunes Fleckchen zeigt
sich an der äusseren Seite des Glasflecks in der Flügel-
mitte. Zwischen Glasfleck und Flügelwurzel eine sehr un-
deutliche, zackige, hellbräunliche Linie. und am Vorder-
winkel ein verwaschener bräunlicher Fleck. Die innere
Hälfte des Aussenrandes zeigt auf beiden Flügeln bis an
die Halbmondreihe eine bräunliche Grundfarbe.
Ein @ Exemplar. Nyassa-See (?). Koll. Ficke.
Von Bun. heyeri durch geringere Grösse, rundere
Hinterflügel, die graue Grundfarbe der Vorderflügel, durch
grössere Glasflecke und auf der Unterseite durch das Feh-
len der zweiten braunen Zackenlinie auf beiden Flügeln,
durch das Fehlen der zwei braunen Flecke an der Wurzel
der Hinterflügel und durch das Vorhandensein von braunen
Flecken in der Umgebung des Glasflecks der Vorderflügel
verschieden.
Pselaphelia dentifera Maassen ©. Eine in der
Sammlung des Herrn Dr. Ficke befindliche Saturnide halte
Wi
ML;
8
Exotische Lepidopteren. 3
ich für das Weibchen von Psel. (Copaxa) dentifera Maassen,
Weym. u. Weyd., Beitr. zur Schmetterlingskunde Fig. 115,
weil sie ähnliche Unterschiede gegen das Männchen zeigt,
wie solche zwischen den Geschlechtern von Psel. gemmifera
Butler’ bestehen. Die Palpen sind lang, aber nicht aul-
wärts gebogen, wie bei gemmifera, sondern horizontal vor-
gestreckt, so dass sie die Augen um mehr als die halbe
Dicke derselben nach vorn überragen und noch etwas über
die dicke weisse Behaarung des Vorderkopfes vortreten.
Das dritte Glied ist in der Behaarung des zweiten fast ver-
steckt. Die Fühler sind fast ebenso breit gekämmt wie beim
“Männchen. Der Vorderrand der Vorderflügel ist vor der
Spitze flach wie beim &, also nicht so hoch gewölbt, wie
bei gemmifera & und 9, die fein und scharf vortretende
‚Flügelspitze ist daher nicht zurückgebogen, sondern ganz
nach oben gerückt. Die Hinterflügel sind am Innenwinkel
in eine breite, stumpf abgerundete Spitze ausgezogen, so
dass der Innenrand eine Ausbuchtung zeigt, die zirka
2 mm von der geraden Linie abweicht. :
Länge des Körpers 24 mm, eines Vorderllügels 44 mm,
Flügelspannung 74 mm.
Kopf weiss, Stirn zitrongelb, Augen schwarz, Fühler
und Palpen bräunlichgelb, Halskragen weiss mit feinem
rotbraunem Rande, Schulterdecken zitrongelb, Hinterleib
weiss mit zerstreuten hellbräunlichen Schuppen, Beine gelb-
lichweiss, Schienen und Tarsenglieder der Vorderbeine
rosenrot, auch die Mittelschienen an der Vorderseite etwas
rosenrot.
Die Grundfarbe der Vorderflügel ist weiss, je-
doch in der Mitte, sowie nach aussen und hinten mehr
ockergelb, die gelben Stellen fast überall mit feinen hell-
braunen .Stäubcehen dicht besetzt. In der Mitte ein kleines
rundes Auge, bestehend aus einem runden Glasfleck, der
von einem zitrongelben, dann einem schwarzbraunen und
aussen von einem ockergelben Ring umgeben ist. Der
äussere Ring gehört aber zur Grundfarbe und tritt
nur deshalb hervor, weil die hellbraunen Stäubchen der
ockergelben Umgebung nicht bis an den schwarzbraunen
Ring herantreten. Einschliesslich dieses Ringes misst das
Auge 4 mm, ohne denselben nur 2 mm im Durchmesser.
Zwei braune verwaschene Schattenstreifen ziehen vom Vor-
derrande, der eine vor, der andere hinter dem Auge her,
1*
4 G. Weymer.
vereinigen sich dann zu einem Streifen, der etwas vor der
Mitte den Innenrand erreicht. Wurzelwärts liegen noch
zwei ähnliche Streifen, der eine kürzere in der Mittelzelle,
der andere zwischen Mediana und Innenrand bei 4 von
dessen Länge. Aus der Flügelspitze geht eine gerade dun-
kelbraune Linie zur Mitte des Innenrandes. Bei drei Vier-
tel des Vorderrandes liegt ein brauner Fleck, aus dem
sich ein brauner Strich zur erwähnten geraden Linie zieht,
der die weisse Vorderrandspitze nach hinten abschliesst.
Der Raum hinter der braunen Linie ist meist hellbräun-
lich bestäubt, nur ein gebogener weisser Streifen zieht vom
Innenwinkel bis in die Mitte des Saumfeldes. Hier zeigen
sich auf den Rippen eine Reihe dunkelbrauner Punkte.
Fransen gelbbraun.
Die weisse Grundfarbe der Hinterflügel ist im vordern
Drittel ohne dunklere Bestäubung, im übrigen Teil aber
gelbbräunlich bestäubt, jedoch weniger stark als auf den
Vorderflügeln. In der Mitte liegt auf weissem Grunde ein
ähnliches Auge wie auf den Vorderllügeln, dessen dritter
Ring aber nicht ockergelb, sondern der Grundfarbe ent-
sprechend, weiss und noch von einem vierten feinen gelb-
braunen Ring umgeben ist, der 5 mm Durchmesser hat.
Wurzelwärts von dem Auge liegen 2 dunkelbraune Quer-
linien, die sich in einiger Entfernung vom Innenrande ver-
einigen, jedoch denselben nicht erreichen. Die äussere die-
ser Linien bildet die Fortsetzung der geraden Linie der
Vorderflügel. Eine braune, aus Halbmonden gebildete Linie,
die nach aussen offen sind, zieht in grossem Bogen um
das Auge herum von 2 Drittel des Vorderrandes bis etwas
hinter die Mitte des Innenrandes. Ueber dem Innenwinkel
liegt am Innenrande ein dunkelbrauner Fleck, der mit
weisslichen Haaren teilweise besetzt ist. In der Mitte des
gleichmässig gelbbraun bestäubten Saumfeldes steht eine
Reihe dunkelbrauner Punkte auf den Rippen. Fransen gelb-
braun.
Auf der Unterseite ist die bräunliche Bestäubung
viel schwächer und nur in der äussern Hälfte beider Flügel
vorhanden, während der Wurzelteil fast ganz weiss ist.
Die Glasflecke sind nur von einem kleinen braunen Ring
von 1 bis 1% mm Durchmesser umgeben. Die gerade Mittel-
linie und die gezähnte Bogenlinie sind schwächer als oben,
von den übrigen Zeichnungen fehlen nur die Wurzel-
streiien und der Streifen unmittelbar hinter dem Auge der
Exotische Lepidopteren. 5
Vorderflügel. Der braune Fleck am Innenrande der Hinter-
flügel ist aber sehr deutlich, ebenso der unterste braune
Punkt im Saumielde.
Ein weibliches Exemplar. Delagoabay. Koll. Ficke.
3. Nudaurelia phidias n. sp. Diese Art gehört in die
Nähe von Nud. licharbas Maassen (Maass., Weym. u. Weyd.
Beiträge Fig. 89).
6 Länge des Körpers 37 mm, eines Vorderflügels
64 mm, Flügelspannung 112mm. Kopf und Rücken dunkel-
gelblich-braun, Hinterleib oben bräunlich-ockergelb, Brust,
Bauch und Beine gelblich-braun, Augen und die breit ge-
kämmten Fühler schwarz-braun.
Die Grundfarbe der Vorderflügel ist ein gelb-
liches Braun, überall mit helleren gelb-grauen Schuppen be-
streut. Am Ende der Mittelzelle liegt ein grosses oliven-
braunes Auge mit: einem 2 bis 3 mm messenden eiför-
migen Glasfleck in der Mitte, zuerst von einem schmalen
schwarzen und aussen von einem doppelt so breiten trüb-
weissen Ring umgeben. Letzterer hat 11 mm Durchmesser,
Zwischen Auge und Flügelwurzel zieht ein trübweisser, und
an der innern Seite desselben ein brauner Streifen von der
Subkostalis bis zur Mitte des Innenrandes. Beide laufen
parallel und bilden in Zelle 1b einen nach aussen vortre-
tenden Bogen. Bei zwei Drittel der Flügellänge zieht in
2 mm Entfernung hinter dem Auge her ein ähnlicher
Doppelstreifen vom Vorder- zum Innenrande, nur mit dem
Unterschiede, dass der äussere Teil desselben braun und
der innere Teil trübweiss ist. Vorne macht dieser Streifen
einen Bogen, so dass er senkrecht auf den Vorderrand
stösst, hinten verläuft er fast gerade. Die Fransen sind
etwas dunkler als die Grundfarbe.
Die Hinterflügel haben in der äusseren Flügel-
hälfte dieselbe Grundfarbe und Sprenkelung wie die Vorder-
flügel, das Wurzelfeld und der ganze Vorderrand sind aber
rötlich-grau-braun und ohne Sprenkeln. In der Flügelmitte
liegt ein grosses Auge mit kreisrundem Glasfleck, der von
einem oliv-braunen, dann einem schwarzen und aussen von
einem bräunlich-zinnoberroten Ring umgeben ist, der 13 mm
Durchmesser hat. Dieser letzterwähnte Ring ist an seiner
inneren Seite von einem breiten rosaroten verwaschenen
Halbmond eingefasst, der auch als vierter Ring angesehen
6 G. Weymer.
werden kann, aber das Auge nicht ganz umschliesst. Viel-
mehr lehnt sich an die äussere Seite des zinnoberroten Rin-
ges eine 5—6 mm breite dunkelbraune Binde an, die sich
von der Mitte des Vorderrandes in grossem Bogen dem
Saume parallel bis zu zwei Drittel des Innenrandes zieht.
Sie ist beiderseits nicht scharf begrenzt. Wurzelwärts von
dem rosaroten Halbkreis liegt ebenfalls eine dunkelbraune
Binde, die sich von der Mitte des Innenrandes bis. an den
vorderen Teil der äusseren Binde hinzieht, so dass das
Auge fast ganz dunkelbraun umgeben ist. Nur der zwi-
schen den beiden Querbinden am Innenrande liegende 5 bis
7 mm breite Raum ist bis an das Auge hellgrau mit ein
paar weisslichen Flecken dicht am Saume. Die innere
dunkelbraune Querbinde misst am Innenrande 10 mm, läuft
aber vor der Mitte des Vorderrandes in eine feine Spitze
aus. Die Fransen sind wie an den Vorderllügeln.
Die Unterseite ist etwas heller als oben. Die
Querstreifen in der Wurzelhälfte fehlen auf beiden Flügeln.
Der äüssere Querstreifen der Vorderflügel hat keine weisse
Einfassung, derjenige der Hinterflügel ist. nicht breit wie
oben, sondern nur ganz schmal, braun, aber an der innern
Seite weisslich eingefasst. Die Augen sind auch unten vor-
handen, der schwarze Ring des Auges der Vorderflügel ist
aber breiter und an dem Auge der Hinterflügel fehlen der
rote und der rosa Ring, dagegen ist der schwarze Ring
von einem feinen weissen Ring umgeben. Infolgedessen sind
die Augen beider Flügel fast gleich.
Ein männliches Exemplar. Uhehe, Deutsch - Ostafrika.
Koll. Richelmann.
Von Licharbas durch den zweifarbigen, dort ganz feh-
lenden Wurzelstreifen, den weisslich eingefassten Augen-
fleck, das ganz gelbbraune, nicht nach aussen rosa gefärbte
Mittelfeld der Vorderflügel, durch den viel breitern, am
Vorder- und Innenrande viel mehr wurzelwärts gebogenen
äussern Querstreifen, der die äussere Hälfte des rosaroten
Ringes verdrängt hat, sowie durch den hellgrauen, weiss-
gelleckten hintern Teil des Mittelfeldes der Hinterflügel ver-
schieden.
4. Nudaurelia richelmanni n. sp. Steht der Nud.
anthina, sowie den dione-Formen gueinzi und venus nahe.
6 Länge des Körpers 32 mm, eines Vorderflügels
60 mm, dessen Breite 30 mm, Flügelspannung 109 mm.
®
Exotische Lepidopteren. 7
Körper oben lebhaft roigelb, unten gelblich-braun; beide
Farben sind auf der Mitte jeder Seite scharf von einander
getrennt. Fühler ockergelb, breit gekämmt. Beine gelb-braun.
Die Gestalt‘ der Vorderflügel ist schmal und ziemlich
langgestreckt, die Spitze gerundet, der Aussenrand fast gar
nicht einwärts gebogen, sondern ziemlich gerade. Grund-
farbe lebhaft rotgelb, wie bei gueinzi, fein bräunlich vio-
lett gesprenkelt, besonders längs des Vorderrandes. Die erste
Querlinie beginnt 13mm von der Wurzel entfernt am Vorder-
rande, bildet in der Mittelzelle 2 Zacken nach aussen, und geht
dann in fast gerader Richtung zum Innenrande, den sie in 1Omm
Entfernung von der Wurzel erreicht. Sie zeigt seitwärts
keine Rosa-Bestäubung, wie dies bei den verwandten Arten
doch der Fall ist. In der Mitte liegt ein 5 mm im Durch-
messer haltendes, proximal abgeplattetes, distal gerundetes
Auge, das aus einem kleinen Glasfleck in der Mitte,
einem zitrongelben und dann zwei violettbraunen Ringen be-
steht. Die beiden letzteren sind durch eine ieine, rosarote
Linie voneinander getrennt. Vor dem Aussenrande, und
zwar vorn 8% mm, hinten 10 mm vom Saume entfernt,
zieht eine schmale, fast gerade, rötlich braune Linie quer
durch den Flügel. In der Nähe des Vorderrandes ist sie
nur wenig nach innen gebogen, auch liegt hier ein rosa-
roter Wisch und an der inneren Seite der Linie ist der
bräunlich violette Staub der Grundfarbe etwas stärker ge-
häuft. Fransen bräunlich.
Die Hinterflügel haben gleiche Grundfarbe. Die
Wurzel ist bis in die Nähe des Auges dicht rötlich fleisch-
farbig behaart, so dass ein erster Querstreifen nicht zu er-
kennen ist. Das Auge in der Mitte hat nur einen ganz
kleinen Glasfleck, der von fünf Ringen in folgender Reihen-
folge umgeben ist: ein eilörmiger, lebhaft ockergelber, ein
feiner schwarzer, ein 1% mm breiter braunroter, ein ebenso
breiter rosaroter und aussen wieder ein gleich breiter braun-
roter. Die drei äusseren Ringe bilden eine etwas nach vorn
und schräge nach innen vorspringende Ecke, im übrigen
sind sie kreisrund. Der Durchmesser des Auges beträgt
12 mm. Die äussere Querlinie zieht in grossem flachem
Bogen von drei Viertel des Vorderrandes bis hinter das
Auge und von da in fast gerader Richtung zum Innenrand.
Sie ist am Vorderrande 8% mm, am Innenrande 10 mm,
auf Rippe 2 aber 12 mm vom Saume entfernt und hat die-
selbe rötlich braune Färbung und violette Bestäubung an
8 G. Weymer.
der inneren Seite, wie an den Vorderflügeln. Fransen
bräunlich.
Die Unterseite ist der von anthina ähnlich, doch
viel dunkler. Die Grundfarbe beider Flügel ist dunkellila.
Die Vorderflügel sind in der Wurzelhälite rötlichbraun, das
sich am Vorderrande bis über die Mitte hinaus erstreckt
und nach aussen allmählich in die Grundfarbe übergeht.
Der kleine Glasfleck ist nur von einem gelben Ring um-
geben. Der Aussenrand ist vorn 7 mm, hinten 9 mm breit,
rotbraun, an der inneren Seite geradlinig und scharf be-
grenzt. Durch seine Mitte zieht sich vom Innenwinkel nach
vorne eine Reihe hellerer, an Grösse abnehmender Flecke
der Grundfarbe, die sich in Zelle 5 verlieren. Die Hin-
terflügel führen über die Mitte eine breite, an beiden
Seiten verwaschene, rötlichbraune Mittelbinde. Der Glasfleck
hat ausser dem gelben Ring nur eine feine dunkelbraune
Einfassung. Sonst ist von dem Auge der Oberseite nichts
zu sehen. In der Mitte zwischen dem Glasfleck und dem
Aussenrand zieht ein 3 mm breiter, etwas nach aussen ge-
bogener, brauner Streifen quer durch den Flügel. Derselbe
ist an seiner inneren Seite scharf begrenzt, nach aussen
verwaschen. Seine innere Begrenzung liegt vorn 6, hin-
ten 9, auf Rippe 2 aber 12 mm vom Saume entfernt. Saum-
linie braun. Fransen lila.
Ein männliches Exemplar Uhehe, Deutsch-Ost-Afrika.
Koll. Richelmann.
Von den oben genannten verwandten Arten durch das
fünfringige Auge der Hinterflügel und durch die nach
aussen gebogene zweite Querbinde auf der Unterseite der-
selben Flügel sofort zu unterscheiden.
5. Nudaurelia amathusia n. sp. Gehört ebenfalls in
die Nähe von Nud. anthina.
& Länge des Körpers 34 mm, eines Vorderflügels 65 mm,
Breite desselben 29 mm, Flügelspannung 117 mm. Körper
bräunlich orangegelb, unten rötlichgrau. Fühler ockergelb,
bis zur Spitze kammzähnig, und zwar die unteren fünf
Sechstel lang, das obere Sechstel kurz gekämmt.
Die Vorderflügel haben die Spitze breit vorge-
zogen, Joch abgerundet. Der Aussenrand ist in der Mitte
stark einwärts gekrümmt und ausserdem stark wellenförmig
gebogen, so dass die Rippen 2, 3 und 4 vorspringende
stumpfe Zähne bilden. Der Innenwinkel ist ziemlich stumpf,
Exotische Lepidopteren. 9
fast wie abgeschnitten. Die Grundfarbe ist bräunlich rot-
gelb. gegen die Wurzel undeutlich rötlichbraun bestäubt.
Eine Wurzelquerbinde ist nicht vorhanden. In der Mitte
ein kleiner, etwa 1 mm messender Glasfleck, von einem
ziivongelben, 1% mm breiten Ring umgeben, der aussen
fein braun eingefasst ist. Diese Einfassung bildet zwei
stumpfe Ecken, die eine nach vorne, die andere nach hin-
ten. Ein brauner Doppelstreifen, der durch eine feine, weiss-
lichgelbe Linie seiner ganzen Länge nach in zwei Linien
geteilt ist, zieht in fast gerader Richtung vom Vorder- zum
Innenrande und ist vorn 5 mm, hinten 8 mm vom Aussen-
rande entfernt. Die innere dieser beiden Linien ist etwas
mehr rötlichbraun gefärbt. Das Saumfeld ist stark rötlich-
braun bestäubt, doch bleibt hinter der Doppellinie ein
schmaler Streifen der rotgelben Grundfarbe übrig.
Die Hinterflügel sind am Innenrande länger als
bei authina und verwandten Arten. Sie haben dieselbe
Grundfarbe wie die Vorderflügel, doch ist ihr Vorderrand
bis in die Nähe des Auges bräunlich rosarot bestäubt. Das
in der Mitte liegende Auge hat eine kleine glasige Pupille,
die zuerst von einem zitrongelben, dann von einem schwar-
zen und aussen von einem rosaroten Ring umgeben ist,
welcher letztere 10 mm Durchmesser hat. Die Grundfarbe
bildet in der Umgebung des Auges einen etwas dunkleren
Hof. Zwei schmale braune Streifen ziehen sich als Fort-
seizunz des Doppelstreifens der Vorderflügel von drei Vier-
tel des Vorderrandes in einem geschwungenen Bogen dicht
hinter dem Auge her zu zwei Drittel des Innenrandes.
Diese beiden Streifen laufen parallel und sind durch einen
2—3 mm breiten Streifen der Grundfarbe voneinander ge-
trennt. Der äussere dieser Streifen ist am Vorderrande
7 mm, afn Innenrande 10 mm, in Zelle 2 aber 15 mm vom
Aussenrande entfernt. Der Innenwinkel ist braun bestäubt,
welche Bestäubung sich bis nahe an den Doppelstreifen
und nach vorne bis in Zelle 5 ausdehnt, wo sie am Saume
spitz endigt.
Die Unterseite ist gelbbraun. Ein dunkelbrauner
schmaler, fast gerader Strich zieht auf den Vorderflü-
geln an Stelle des Doppelstreifens der Oberseite vom
Vorcer- zum Innenrande. An seiner inneren Seite liegt
breite lilafarbige Bestäubung, die sich nach innen in die
gelbbraune Grundfarbe verliert. Der Glasfleck ist nur
zitrongelb umgeben. Das Saumfeld ist einfarbig gelbbraun.
10 G. Weymer.
Die Wurzelhälfte der Hinterflügel ist fast ganz lila-
farbig mit undeutlichem gelbbraunem Schatten vor der
Mitte. Von dem Auge der Oberseite ist nur der Glasfleck
vorhanden, der, wie an den Vorderflügeln, mit zitrongelbem
Ring umgeben ist. Vom Vorderwinkel zieht zu drei Vier-
tel des Innenrandes ein gerader bräunlicher Streifen, der
nicht so dunkel gefärbt ist, wie die Linie der Vorderflügel.
Das Saumfeld ist gelbbraun mit einigen lilafarbigen Flecken
vor dem Innenwinkel.
Ein männliches Exemplar. Kamerun. Koll. Richelmann.
Die Art ist kenntlich an dem in der Mitte einwärts ge-
krümmten, dabei stark wellenförmig hin und her gebogenen
Aussenrande der Vorderflügel, an der zurückgebogenen, ab-
gerundeten Spitze derselben Flügel, an dem braunen Dop-
pelstreifen beider Flügel, der auf den Vorderflügeln dem
Saume ziemlich nahe gerückt ist, an der breiten, gelben
Einfassung des Glasflecks der Vorderflügel, an dem rosa-
roten (nicht weissen) Ring des Auges der Hinterflügel, an
dem breit braun bestäubten Aussenrande beider Flügel und
an dem Fehlen der Wurzelstreifen auf Ober- und Unterseite
sowohl der Vorder- wie der Hinterflügel.
6. Nudaurelia anna Maassen &. Das bisher nicht
bekannte Männchen dieser Art weicht von dem in Maassen,
Weym. u. Weyd. Beiträge Fig. 88 abgebildeten Weibchen
bedeutend ab. Es hat 31 mm Körperlänge, 54 mm Vorder-
flügellänge und 94 mm Flügelspannung.
Körper goldgelb, Augen braun, Fühler 8 mm lang,
ockergelb mit über | mm langen Kammzähnen, an der
Spitze sägezähnig, Brust rot behaart, Beine braun mit
dunkleren Tarsen.
Vorderflügel im Wurzel-, Mittel- und Saumfeld
goldgelb. Von der dunkleren bräunlichen Bestäubung des
Weibehens im Mittelfelde sieht man hier nichts. Die erste
Querbinde liegt 10 mm von der Wurzel entfernt, ist nicht
dreiteilig, sondern besteht aus 2 parallelen schmalen Strei- _
fen, der innere violett, der äussere weiss. Beide sind in
der vorderen Hälfte stark zackig. Das Auge in der Mitte
ist etwas kleiner als beim Weibchen, es hat nur A mm
Durchmesser, ist hell schwefelgelb mit feinem durchsichtigen
Mittelpunkt, und umgeben von 3 feinen Ringen, einem vio-
letten, einem weissen und aussen von einem rosaroten.
Letztere beiden fehlen an der Vorderrandseite und um-
Exotische Lepidopteren. t1
schliessen also das Auge nicht ganz. Die beiden Streifen
zwischen Auge und Aussenrand sind nur halb so breit als
beim ©. Beide Streifen bestehen, der Länge nach geteilt,
aus 3 Farben, aussen violett, in der Mitte weiss und an der
innern Seite rosa. Der violette Teil des äusseren Streifens
ist in seinem untern Teil wellenförmig gebogen, die übrigen
verlaufen fast gerade und miteinander parallel und nur vor
dem Innenrande haben aile eine Biegung nach aussen.
Die Hinterflügel sind viel heller gefärbt als
beim ©. Die goldgelbe Grundfarbe herrscht überall vor,
nur die vordere Hälfte des Mittelfeldes ist rosarot gefärbt.
Die Wurzelbinde ist weiss, wurzelwärts rosarot eingefasst.
In dem schwefelgelben Augenfleck ist, wie an den Vorder-
fliigeln, der durchsichtige Mittelpunkt klein, die Einfassung
besteht aus 3 Ringen, schwarz, rötlichweiss und aussen
rosa. Der Durchmesser des äusseren Ringes beträgt 9 mm.
Die beiden vor dem Aussenrande liegenden, ihrer ganzen
Länge nach in 3 Farben geteilten Streifen sind breiter als
auf den Vorderflügeln, aber nicht so breit wie beim @. Die
Farben dieser Streifen sind aber dieselben wie an den
Vorderflügeln, nur ist die violette Farbe des äusseren Strei-
fens viel heller, also lilafarbig. Auch ist dieser äussere
Streifen nur vom Innenwinkel bis zur Mitte des Aussen-
randes deutlich, weiter nach vorne verschwindet er.
Die Unterseite hat dieselbe goldgelbe Grundfarbe
wie oben. Die Wurzelbinden fehlen auf beiden Flügeln.
Von der rosaroten Farbe des Mittelfeldes der Hinterflügel
sieht man aber keine Spur. Dagegen ist die Wurzelhälfte
der Vorderflügel bis zur Mitte bräunlichrot gefärbt, und
zwar an der Wurzel ziemlich dunkel, nach aussen allmäh-
lich helle, werdend und sich in der Flügelmitte in
der gelben Grundfarbe verlierend.. Die Augen sind auf
beiden Flügeln kleiner und der schwarze Ring des Auges
der Hinterflügel fehlt. Die Färbung der Streifen vor dem
Aussenrande ist heller und die Streifen der Hinterflügel,
welche oberseits stark gebogen sind, sind unten fast ge-
radlinig.
Ein männliches Exemplar. Deutsch-Ostafrika. Koll.
Richelmann.
Das vorliegende Exemplar ist auf der Oberseite des
rechten Vorderflügels insofern etwas abnorm gezeichnet,
als der innere der beiden dreifarbigen Streifen vor dem
12 G. Weymer.
Aussenrande sich in den Zellen 3, 4 und 5 stark nach
aussen biegt und sich dem äusseren Streifen sehr nähert.
Das Mittelfeld ist infolgedessen hinter dem Auge um die
Hälfte breiter als auf der linken Seite. Die Unterseite des
betreffenden Flügels ist aber ganz normal gezeichnet.
7. Nudaurelia pales n. sp. Gehört in die Nähe von
Nud. osiris Druce, deren Flügelschnitt sie hat.
6 Länge des Körpers 35 mm, eines Vorderflügels
61 mm, Flügelspannung 110 mm. Körper hellbräunlich-grau,
Kopf gelbbraun, Fühler kurz, nur 9 mm lang, an jedem
Gliede nach jeder Seite zwei Kammzähne, die im oberen
Viertel sehr kurz sind, gelblich-grau, Augen und Vorder-
beine braun, Mittel- und Hinterbeine gelbgrau.
Vorderflügel hellbräunlich-grau in einem etwas
srünlichen Ton. Die vordere Querlinie ist undeutlich,
braun, zieht bei 4 der Flügellänge vom Vorderrande
schräg bis zur Mediana, setzt hier ab, und beginnt weiter
wurzelwärts von neuem, indem sie schräg nach aussen zieht
und “den Innenrand bei 2 Fünftel seiner Länge erreicht.
Ein von aussen gerundeter, nach innen geradlinig abge-
schnittener, doch schräg stehender Glasfleck von 3 mm
Durchmesser liegt in der Mitte. Derselbe ist schmal braun
eingelasst. Die äussere Querlinie liegt vorne 6 mm, hinten
8 mm vom Saume entfernt, ist fast gerade und besteht aus zwei
feinen Linien, die zusammen kaum % mm breit sind, die
innere weiss, die äussere braun. Am Vorderrande erweitert
sich die weisse Linie von Rippe 7 ab zu einem weissen
Dreieck. Auch das mittlere Drittel des Vorderrandes ist
weiss. bestäubt, wo ausserhalb der erwähnten ersten Quer-
linie ebenfalls ein weissliches Dreieck liest. Fransen wie
die Grundfarbe.
Die vordere Hälfte der Hinterflügel ist bis an
die äussere Querbinde rosarot, in einem etwas bräunlichen
Ton, die hintere Hälfte und der ganze Aussenrand haben
die Farbe der Vorderflügel. In der Mitte liegt ein grosses
rundes Auge mit rundem, glasigen, 1% mm messenden Kern,
der von 3 gleich breiten Ringen umgeben ist, zuerst einem
schwarzbraunen, dann einem tiefschwarzen und aussen von
einem weissen. Der letztere misst 11—12 mm im Durch-
messer. Die vordere Querbinde ist wurzelwärts von dem
Auge durch einen kurzen schwarzen Querstrich angedeutet,
neben welchem nach aussen ein ebensolcher weisser liegt.
Exotische Lepidopteren. 13
Beide stehen auf der Grenze der roten Farbe. Die äussere
Querbinde ist breiter als auf den Vorderflügeln und besteht
aus einem etwas welligen, stark gebogenen, 1 mm breiten,
schwarzen äusseren und einem ebenso breiten, weissen inne-
ren Streifen. Beide Streifen laufen vom Innenrande bis in
die Nähe des Vorderrandes. Die Entfernung derselben vom
Aussenrande beträgt vorne 6, hinten 7, etwas hinter der
Mitte 11 mm.
Auf der Unterseite ist die Grundfarbe infolge
weisser Bestäubung viel heller als oben. Der Innenrand
der Vorderflügel ist bis an Rippe 2 hell-rosarot gefärbt.
Der Glasfleck dieser Flügel ist nur ganz wenig bräunlich
eingefasst, auf den Hinterflügeln fehlt jede Einfassung des-
selben. Ein olivenbräunlicher, fast gerader Mittelschatten
geht auf den Vorderflügeln hinter dem Glasfleck, auf den
Hinterflügeln vor demselben quer durch die Flügel, ohne
den Innenrand zu erreichen. Vor dem Aussenrande zieht
eine bräunliche, etwas nach innen gebogene, wellige Quer-
linie durch die Vorderflügel, die hinten etwa 2 mm weiter
vom Saume entfernt ist, als die entsprechende gerade Quer-
linie der Oberseite. Sie ist wie diese, an der inneren Seite
weisslich eingefasst. Auf den Hinterflügeln ist eine ähn-
liche fast gerade braune Linie, die vorne 6 mm, hinten
14 mm vom Saume entfernt ist. Das Saumfeld hat auf bei-
den Flügeln die Farbe der Oberseite, jedoch ist auf den
Hinterflügeln seine innere Hälfte mit 2 Reihen runder, weiss-
lich bestäubter Flecke besetzt.
Ein männliches Exemplar. Kamerun. Koll. Prof. Koch
(Freiburg i. Brg.).
Von osiris Druce (Ann. and. Mag. of Nat. Hist. Ser. 6,
Vol. 17 (Mai 1896) — deborah Weym. Berl. Ent. Zeitschr.,
Band 41, pag. 79 (Dezember 1896) — sardane Sonth. Lepid,
prod. de soie Vol. 3 pag. 25 pl. 10 Fig. 1 (1901) verschie-
den durch geringere Grösse, kürzere, nur halb so lange
Fühler, deren Kammzähne im oberen Viertel ganz klein
sind, durch den fehlenden weissen Halskragen, durch die
grünlichgraue Grundfarbe, durch die nur aus 2 feinen Lin:en
bestehende, weiter nach aussen gerückte äussere -und die
ganz undeutliche innere Querbinde der Vorderflügel, durch
den nicht bräunlichgelben, sondern schwarzbraunen inneren
Ring und den fehlenden gelbgrauen Ring des Auges und
auf der Unterseite durch die gerade Richtung der Trennungs-
linie zwischen Saum- und Mittelfeld der Hinterflügel.
14 G. Weymer.
8. Goodia septiguttata n. sp. Steht neben Goodia
vestigiata Holland und adiegetum Karsch.
6 Länge des Körpers 21 mm, eines Vorderflügels
29 mm, Flügelspannung 55 mm. Körper einfarbig dunkel-
graubraun, Fühler gelblichbraun, bis zu 5 Sechstel ihrer
Länge kammzähnig, das obere Sechstel nackt ohne Kamm-
zähne.
Die Vorderflügel sind am Innenwinkel richt so
scharf rechtwinkelig wie bei adiegetum, sondern mehr ge-
rundet, so dass ihre Gestalt vollkommen dem Typus der
Gattung Goodia nubilata Holland (Ent. News Vol IV, pl. 9,
Fig. 3) gleicht. Die Färbung ist von der Wurzel bis hin-
ter die Flügelmitte fast einfarbig dunkelmäusegrau, das
äussere Flügeldrittel vom Vorderrand bis zum Innenrand
heller grau. Drei runde Glaspunkte stehen an den Wur-
zeln der Zelle 4 und 5 hinter den Discocellularrippen in
einer schrägen Reihe übereinander, und zwar zwei davon
in Zelle 4 und einer in Zelle 5. Diese Glaspunkte messen.
kaum % mm im Durchmesser. Ein noch kleinerer liegt
an der inneren Seite der Unterdiscocellularis in der Mit-
telzelle, der aber nur in gewisser Richtung sichtbar ist.
Im hellgrauen Saumfelde liegt eine Reihe dunkelbrauner
Flecke, die sich vor der Spitze zu einem grösseren Dreieck
erweitern.
Die Hinterflügel sind fast ganz dunkelgrau, nur
die Wurzel und eine gebogene Binde hinter der Mitte sind
etwas heller rötlichgrau. In der Mitte liegen, in Triangel
gestellt, drei Glaspunkte, und zwar ie einer an den Wur-
zeln der Zelle 4 und 5, und der dritte wurzelwärts von
ihnen im Winkel der Mittelzelle. Diese Glaspunkte sind nur
halb so gross als die drei grösseren der Vorderflügel.
Die Unterseite ist fast ganz einfarbig grau, etwas hel-
ler als oben, mit denselben Glaspunkten. Hinter der Mitte
der Hinterilügel zeigt sich eine undeutliche rötlichgraue
Querbinde.
Ein männliches Exemplar von Ilonga (Usambara, D.-O.-
Afrika), Koll. Richelmann.
Durch die Zahl der Glaspunkte von den bisher be-
kannten Arten verschieden.
9. Ludia servatia n. sp. Unter dem Namen Holocera
pancratia beschrieb ich in dieser Zeitschriitt Band XVI
E
Exotische Lepidopteren. 15
pag. 232, eine ostafrikanische Saturnide, und wurde die-
selbe dort Taf. 2 Fig. 8 abgebildet. Eine in der Samm-
lung des Herrn Richelmann befindliche ähnliche Art aus
Westafrika könnte man geneigt sein, für eine Lokalform
von jener zu halten, sie hat aber die weiblichen Fühler
ziemlich breit gekämmt und muss daher nach Aurivillius
zur Gattung Ludia gestellt werden.
© Länge des Körpers 25 mm, eines Vorderflügels
45 mm, Flügelspannung S0 mm.
Körper hellgrau, Kopf und Palpen braun, Augen dun-
kelbraun, Beine hellgrau, alle Tarsen dunkelbraun mit
weissen Ringen. am Ende mit zwei Haken bewehrt. Füh-
ler gelbbraun, kammzähnig, die Zähne der einzelnen Glie-
der über 1 mm lang.
Die Vorderflügel sind an der Spitze viel mehr
vorgezogen als bei pancratia, so dass unter dieser Spitze
am Aussenrande eine 3 mm tiefe Ausbuchtung entsteht, da-
bei tritt letzterer in seiner Mitte weniger bauchig vor. Die
Grundfarbe ist heller grau und hat einen bläulichen Ton,
während sie bei pancratia mehr ins violettbräunliche zieht.
Mittel- und Saumfeld sind aber auch bräunlich be-
stäubt. Die Glasflecke in Zelle 4 und 5 sind fast doppelt
so gross als bei pancratia. Die anderen danebenliegenden,
durch die Unter- und Mitteldiscocellularis abgetrennten
Stückchen der Glasflecke (welche Abtrennung in der oben
zitierten Abbildung leider nicht zum Ausdruck gebracht,
jedoch in der Beschreibung deutlich erwähnt ist) sind eben-
falls viel grösser als dort, besonders der von dem Fleck
in Zelle 5 abgetrennte Teil ist fast dreimal so gross. Da-
gegen fehlt der kleine runde, dicht beschuppte Fleck in-
nerhalb des Glasflecks in Zelle 4. Nur der kleine Glas-
fleck in Zelle 6 hat dieselbe Grösse. Die feinen bräun-
lichen Zackenlinien sind wie bei pancratia, doch sind sie
weniger deutlich. Die Saumlinie ist dunkler braun. Vor
der Spitze liegt eine kurze weisse Schräglinie.
Die Hinterflügel sind am Innenwinkel viel län-
ger ausgezogen, da der Innenrand 25 mm misst, bei pan-
eratia aber nur 19 mm. Infolgedessen und infolge des viel
kleineren Hinterleibes überragen die Hinterflügel den Hin-
terleib um 9 mm, während umgekehrt bei pancratia der
Hinterleib über die Hinterflügel um 6 mm hervorragt. Je-
doch ist ein kleiner Teil dieses Unterschiedes auf die be-
16 G. Weymer,
reits erfolgte Eiablage bei dem vorliegenden Weibchen von
servatia zurückzuführen. Der Innenwinkel der Hinterflügel
ist spitzer, der Vorderwinkel stumpfer als bei pancratia.
Der Aussenrand bildet vom Innenwinkel bis zur Mitte eine
fast gerade Linie, von da bis zum Vorderwinkel ist er
sanft gebogen. Die beiden Glasflecke sind ebenfalls grösser
als bei pancratia, haben aber ähnliche Gestalt. Von dem
unteren Fleck sind durch die nach innen einen rechten Win-
kel bildende Unterdiscocellularis zwei Teile abgetrennt. Bei
pancratia ist hier nur eine Ecke abgetrennt, was in der
oben erwähnten Abbildung aber auch nicht zum Ausdruck.
gebracht ist. Hinter den Glasflecken zeigt sich die bräun-
liche Zackenlinie wie bei pancratia. Die Saumlinie ist braun.
D’e Unterseite ist bläulichgrau mit geringer brau-
ner Bestäubung in der Mitte des Vorderrandes und vor
dem Aussenrande beider Flügel. Die Glasflecke haben feine
braune Einfassung. Die Spitze der Vorderflügel ist dun-
kelbraun und aus ihr zieht ein gleichfarbiger, schmaler, ge-
‘ader Streifen bis zur Flügelmitte. Vor demselben am Vor-
derrande ein kurzer weisser Strich. Die bräunliche Zacken-
linie ist nur undeutlich. In der Mitte des Vorderrandes der
Hinterflügel ein bräunlicher Fleck.
Ein weibliches Exemplar: Bipindi (Kamerun). Koll.
Richelmann.
Durch die breiter gekämmten Fühler, die erwähnte an-
dere Gestaltung der Vorder- und Hinterflügel und durch
die grösseren und mehr gespaltenen Glasflecke von Hol.
pancratia verschieden.
Fam. Striphnopterygidae.
10. Jana caesarea n. sp. Steht der Jana eurymas
H. S. nahe, ist aber etwas anders gezeichnet und viel
grösser.
& Länge des Körpers 51 mm, eines Vorderflügels
73 mm, Flügelspannung 134 mm.
Kopf oben dunkelbraun, vorne hell ockergelb, Kamm-
zähne der Fühler fast 3 mm lang. graubraun, der Schaft
derselben weissgelb. Augen braun. Rücken dicht graubraun
behaart, Hinterleib ockergelb mit einem schmalen braunen,
etwas wellenförmig gebogenen Längsstreifen an jeder Seite.
Vorderflügel braungrau. Nicht weit von der
Wurzel ziehen zwei parallele braune, fast gerade Linien
schräg durch den Flügel vom Vorder- zum Innenrande,
Exotische Lepidopteren. AN]
die erste undeutlich, vorne 10 mm, hinten 13 mm von der
Wurzel entfernt, die andere scharf und deutlich, mit der
ersten parallel und nur 3mm von ihr entfernt. Am Schluss
der Mittelzelle stehen drei braune, runde Fleckchen, im Dreieck
gestellt, beieinander, wie bei Hoplojana tripunctata Auriv.
Dann folgen zwei fast gerade braune Linien, die eine zieht
durch die Mitte des Flügels vom Vorderrand zum Hinter-
rand und ist hinter derselben die Grundfarbe in der Breite
von 3—4 mm etwas dunkler angelegt, die andere ist 12 mn
von ihr entfernt, läuft aber mit ihr parallel. Beide Linien biegen
sich aber am Vorderrande nicht nach innen, wie solches
bei eurymas der Fall ist, sondern stark nach aussen. An
der inneren Seite der lezteren Linie liegt eine feine ocker-
selbe Linie als Einfassung. Die letzterwähnte braune Linie
ist in der Mitte 20 mm vom Aussenrand entfernt. Die Fran-
sen sind 2% mm breit und von der Grundfarbe nicht ver-
schieden.
Die Hinterflügel sind hellgrau, an der Wurzel
des Vorder- und Innenrandes rötlichgelb behaart. Zwei
schwarzbraune Querbinden ziehen durch den Flügel, die
eine vor, die andere hinter der Mitte. Die erste beginnt bei
Rippe 6 und endigt bei Rippe 1b. Sie ist gerade, jedoch
an den Rändern etwas verwaschen, vorne 8, hinten 6 mm
breit und durch einen gerade verlaufenden, 7 mm breiten
Streifen der Grundfarbe von der zweiten Binde getrennt.
Diese zweite Binde erreicht vorne und ‚hinten beinahe den
Flügelrand. Sie ist in der Mitte am breitesten, und zwar
beträgt die-Breite in den Zellen 3 und 4 14—15 mm, nimmt
aber beiderseits ab, so dass sie an den Enden nur 5 mm
heirägt. Die der Flügelwurzel zugekehrte Seite dieser Binde
bildet eine fast gerade Linie, während ihre Aussenseite im
sanzen mit dem Aussenrand parallel läuft, aber auf den
Rippen 2—3 mm tiefe Einschnitte der Grundfarbe zeigt,
so dass acht bogenförmige Vorsprünge entstehen. In dem
überall 10 mm breiten Saumfelde zieht eine 4—5 mm breite
sraubraune, an den Rändern verwaschene Submarginal-
binde von einem Ende zum andern. Der Saum und die
breiten Fransen haben die dunklere Farbe der Vorderflügel.
Die Unterseite beider Flügel ist einfarbig bräun-
lichockergelb, gegen die Wurzel etwas rötlich angeflogen.
Durch die Mitte beider Flügel laufen zwei bräunliche Quer-
linien mit dem Saume parallel, zirka 4 mm voneinander
entfernt, die innere deutlicher hervortretend als die äussere.
Deutscha Entomologische” Zeitschrift „Iris“, herausg. vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden, Jahrgang 1909,
18 G. Weymer.
Beide erreichen auf beiden Flügeln den Innenrand nicht.
Auf den Hinterflügeln zeigt sich in der äusseren Hälfte
eine verloschene graubraune Fleckenbinde, deren Lage der
äusseren Begrenzung der zweiten Binde der Oberseite ent-
spricht.
Ein Exemplar. Uhehe (D.-Ostafrika). Koll. Richel-
mann.
Von eurymas H. S. und tripunctata Auriv. verschieden
durch bedeutendere Grösse, die viel breiteren, an der inne-
ren Seite geraden, schwarzbraunen Binden der Hinterflügel,
durch die am Vorderrande nach aussen gebogenen zwei
braunen Querlinien der Vorderflügel und von eurymas
ausserdem durch die 3 runden Flecke am Ende der Mittel-
zelle der Vorderflügel, sowie die fehlenden schwarzen
Flecke auf den Schulterdecken verschieden.
11. Jana agrippa n. sp. Ist die ostafrikanische Ver-
treterin der J. strigina Westw.
& Länge des Körpers 46 mm, eines Vorderflügels
72 mm, Flügelspannung 130 mm.
Kopf vorne weiss, hinten braun, Fühlerschaft 18 mm
lang, weiss, Kammzähne 2 mm lang, weisslichgelb, Rücken
und Brust dunkelbraun, Hinterleib ockergelb, die vordern
Ringe auf dem Rücken stellenweise bräunlich behaart, an
den Seiten mit braunen Längsstreifen.
Die Grundfarbe der Vorderflügel ist gelblich-
braun. Im Wurzelfelde stehen zwei dunkelbraune, fast
gerade, parallele und verwaschene @Querstreifen und
zwischen beiden die Spuren eines dritten. Dann folgt
ein hellgelblichgrauer Querstreifen, der vorne S mm breit
ist, am Innenrande aber in eine feine Spitze ausläuft, und
in welchem auf der Mittelzelle ein hellrotbrauner Fleck liegt,
der wurzelwärts von einem schmalen, braunen Strich, saum-
wärts von einem braunen Fleck eingefasst ist. Darauf folgt,
ungefähr die Mitte des Flügels einnehmend, eine 11 mm
breite braune Binde, die in gleicher Breite vom Vorder-
zum Innenrande zieht, im vorderen Teil etwas wurzelwärts
gebogen, sonst gerade ist. An diese schliesst sich eine
5 mm breite, nach vorne etwas breiter werdende, hellgelb-
lichgraue Binde an, in welche von aussen schmale dunkel-
braune, au! den Rippen stehende Pfeilflecke eintreten, wo-
durch die Binde eine wellige Gestalt erhält. Diese Pieililecke
Exotische Lepidopteren, 19
hängen unter sich zusammen und bilden so die innere Be-
srenzung einer feinen gelblichweissen Querlinie, die in fast
gerader Richtung (sie ist nur in der Flügelmitte schwach
nach aussen gebogen) vom Vorderrand zum Innenrand
läuft. Das dann folgende überall 20 mm breite Saumfeld
führt die gelblichbraune Grundfarbe und bildet eine scharfe
dunklere Begrenzung der eben erwähnten gelblichweissen
Linie. In der inneren Hälfte dieses Saumfeldes stehen in
allen Zellen, mit Ausnahme der Zellen 3 und 6, verloschene
hellbräunlichgraue Halbmonde, die in 3 Gruppen schräg
übereinander gestellt sind. Die 1% mm langen Fransen
gelblichbraun wie die Grundfarbe. An der Wurzelhälfte des
Innenrandes steht lange dunkelbraune Behaarung.
Die Wurzelhälfte der Hinterflügel hat trübe
weissgraue Grundfarbe, die in gewisser Richtung etwas
erünlich erscheint. Ein 9 mm im Durchmesser haltender
rundlicher, dunkelbrauner, an seinen Rändern verwaschener
Fleck liegt nicht weit von der Wurzel. Derselbe. berührt
weder Vorder- noch Innenrand. Eine dunkelbraune, vorn
und an den Rändern verwaschene, gerade Binde zieht von
der Mitte des Vorderrandes bis etwas vor die Mitte des
Innenrandes, und ist vorn 9, hinten 5 mm breit. Dann folgt
eine gerade, gelblichbraune Linie, die von 2 Drittel des
Vorderrandes zu 2 Drittel des Innenrandes geht und von
der weissgrauen Wurzelhälfte noch ein schmales gerades
Streifchen abtrennt. Die unmittelbar daranstossende äussere
Flügelhälfte ist ganz gelbbraun, und wird durch einen ca.
3 mm breiten, weisslichen, vom Vorder- bis zum Innen-
winkel rerichenden Wellenstreifen in 2 ungleiche Teile ge-
teilt, so dass der äussere Teil doppelt so breit ist als der
innere. Dieser Wellenstreif bildet: auf den Rippen spitze
Winkel nach innen, besonders auf den Rippen 4 und 5
treten diese Winkel weit vor. Die Fransen wie an den
Vorderflügeln.
Die Unterseite ist ockergelb. Die Vorderflügel mit
einer gebogenen, verloschenen, bräunlichen Binde in der
Mitte, und einer gleichfarbigen Wellenlinie dahinter. Die
erstere entspricht der braunen Mittelbinde der Oberseite, ist
aber vorne nur 10 mm, hinten nur 7 mm breit. Die Hinter-
flügel haben im Mittelfelde 3 schmale, verloschene Binden,
die nur in der vorderen Hälfte sichtbar sind. Der Aussen-
rand ist gegen den Saum allmählich dunkler bestäubt. Die
2%
20 G. Weymer.
Fransen sind noch etwas dunkler als die anstossende Grund-
farbe.
Ein männliches Exemplar. Uhehe (Deutsch-Ostafrika).
Koll. Richelmann.
Von strigina Westw. und camerunica Auriv. (nobilis
Holl.) verschieden durch bedeutendere Grösse, das braune
Wurzelfeld, die breitere, nicht nach aussen hell abschattierte
Mittelbinde, durch die braunen Pfeilllecke in der zweiten
hellen Binde und durch das breitere Saumfeld der Vorder-
fliigel, ferner durch die nicht schwarz, sondern braun ge-
färbten Binden in der Wurzelhälfte und den stark gezackten
weisslichen Streifen im Saumfelde der Hinterflügel.
Fam. Lasiocampidae.
12. Gonobombyx vespertilio n. sp. Diese Art hat ganz
die Gestalt und den Rippenverlauf von Gonobombyx angu-
lata Auriv., wie ihn dieser Autor in der Entom. Tidskrift,
Jahrg. 14 1893 pag. 214 beschrieben und Jahrg. 23 1902
pag. 285 abgebildet hat, nur mit dem Unterschiede, dass die
Spitze der Vorderflügel etwas mehr vorgezogen und die Mittel-
zelle der Hinterflügel geschlossen ist. Diese Schlussrippe zweigt
1% mm hinter dem Punkte, wo sich Rippe 6 und 7 tren-
nen, von Rippe 6 ab und erreicht die Mediana zwischen
dem Ursprung von Rippe 3 und 4. Die so gebildete Mittel-
zelle ist kürzer als die zwischen Rippe 7 und 8 liegende
Anfangzelle. Dieses Geschlossensein der Mittelzelle kommt
aber auch bei Gonobombyx angulata vor, wie Auriv. a. a.
O., pag. 2855 erwähnt. Aus Rippe 8 entspringt nahe an der
Wurzel die kurze nach vorne gerichtete Präkostalrippe.
Längs eines Vorderflügels 45 mm, Flügelspannung 90 mm.
Kopf und Vorderteil des Körpers olivbraun, Fühler-
schaft braun, Kammzähne gelblichbraun, Schulterdecken an
der innern Seite schwarzbraun, ebenso ist der Körper an
der Flügelwurzel gefärbt, so dass 4 schwarzbraune parallele
Längsstreifen auf dem vorderen Teil des Rückens entstehen.
Der hintere Teil des Bruststückes ist ganz dunkelbraun be-
haart, ebenso die Brust auf der Unterseite. Der Hinterleib
fehlt leider dem vorliegenden Exemplar.
Vorderflügelsgelblich-graubraun. Ein brauner ver-
loschener Fleck steht am Innenrande nahe an der Wurzel
und ein kleiner, eiförmiger, schwarzer Mittelfleck auf der
Schlussrippe. Hinter demselben ziehen 2 schmale, parallele,
Exotische Lepidopteren. 9
verloschen dunkelbraune Streifen von der Mitte des Vorder-
randes zur Mitte des Innenrandes, indem sie sich in der
Mitte etwas nach aussen biegen und sich am Innenrande
fleckartig erweitern. Dann folgt eine Reihe bräunlicher
Flecke und zwar zwei grössere in den Zellen 7 und 6,
und vier kleinere in den Zellen 4 bis 1b. Letztere Flecke
berühren sich beinahe und bilden so einen dritten halben
Streifen, während die 2 vorderen Flecke mehr nach aussen
gerückt sind. Der Aussenrand ist dunkelbraun, in der Mitte
am breitesten und zwar der Flügelecke in der Mitte des
Saumes gegenüber 8 mm breit, jedoch nach innen nicht
scharf begrenzt und 2 mm vor der Spitze endigend, so dass
die Spitze des Flügels hell ist. Fransen schwarzbraun. Der
Innenrand lang schwarzbraun behaart mit einzelnen ocker-
gelben Haaren dazwischen.
Die Hinterflügel sind an der Wurzel 3—4 mm
breit schwarzbraun, der übrige Teil ist gelblich-graubraun,
in der Mitte dünner beschuppt, daher etwas durchscheinend,
in der Nähe des Saumes jedoch dunkler, Fransen dunkel-
braun. Sonst ohne Zeichnung.
Die Unterseite ist einfarbig bräunlichgrau ohne
Zeichnung. Die Rippen treten hier sehr deutlich hervor,
da die Beschuppung ziemlich fein ist.
Ein weibliches Exemplar. Lindi (D.-Östafrika). Koll.
Ficke.
Von der westafrikanischen Gon. angulata Auriv. ver-
schieden durch. länger vorgezogene Spitze der Vorderflügel,
und durch andere Färbung, andere Lage und andere Rich-
tung der Querstreifen.
II. Aus dem indo-australischen Faunengebebiet.
Fam. Saturnidae.
13. Antheraea fickei n. sp. Gehört in die Nähe von
Antheraea frithi Moore, mit der sie in Gestalt und Grösse
übereinstimmt, jedoch durch den braunen Längsstreifen der
Vorderflügel sofort von ihr zu unterscheiden ist.
Länge des Körpers 33 mm, eines Vorderflügels 70 bis
71 mm, Flügelspannung 124—126 mm.
Kopf und Körper bräunlichockergelb, Augen dunkel-
braun, Halskragen und vorderer Teil der Schulterdecken
dunkelbraun mit einzelnen weissen, haarförmigen Schuppen
22 G. Weymer.
dazwischen, Fühler 11 mm lang, bräunlichockergelb, breit
gekämmt, nur die äusserste Spitze ganz kurz gezähnt.
Die Grundfarbe der Vorderflügel ist bräunlich-
ockergelb, vor der äusseren Hälfte des Vorderrandes, so-
wie am ganzen Innenrande etwas heller. Von der Wurzel
des Vorderrandes zieht, anschliessend an den braunen Hals-
kragen, ein 2 mm breiter, brauner, gerader Längsstreifen
über die Mediana, dann durch die Zellen 4 und 5 und er-
reicht den Aussenrand in dem unteren Teil der abgerunde-
ten Spitze in Zelle 6. In den Zellen 4 und 5 verbreitert
sich dieser Streifen nach aussen und geht allmählich in die
Grundfarbe über. Der Vorderrand ist ockergelb, mit zer-
streuten, braunen Schuppen bedeckt. An der Wurzel der
Mittelzelle liegt ein 8 mm langes, hellockergelbes Dreieck,
dessen äussere konkave Seite von der vorderen Hälfte des
ersten braunen Querstreifens eingefasst ist. Die hintere
Hälfte -dieses ersten Querstreifens liegt weit wurzelwärts
und zieht von der Mediana zu ein Viertel des Innenran-
des, indem sie auf Rippe 1 einen spitzen Winkel macht.
An der vorderen Seite des braunen Längsstreifens liegt
am Ende der Mittelzelle ein kleiner, schiefviereckiger Glas-
fleck, der, in schräger Richtung durch die Unterdiscocellu-
larrippe in zwei Teile geteilt, von einem 1 mm breiten Ring
der Grundfarbe, dann von einem feinen zitrongelben und
aussen von einem feinen eiförmigen, braunen Ring umgeben
ist. Letzterer misst 4—5 mm im Durchmesser. Hinter dem
Auge ziehen drei graubraune Querstreifen vom Vorder-
zum Innenrande, bestehend aus grossen, nach innen ofie-
nen Halbmonden, welche von einer Rippe zur andern rei-
chen. In der hinteren Flügelhälfte laufen diese Streifen
parallel, nach vorne divergieren sie aber sehr. Fransen
wie die Grundfarbe.
Die Hinterfilügel sind an der Wurzel und am
Vorderrande bis zu einem Viertel der Flügelbreite hell-
ockergelb, der übrige Teil ist gefärbt wie die Vorderflü-
gel, beide Farbentöne gehen ineinander über. Das Auge
hat einen etwas kleineren eiförmigen Glasfleck, sonst - ist
es gerade so wie an den Vorderflügeln. Der Querstreifen
zwischen Wurzel und Auge besteht aus einem nach aussen
offenen Halbmonde. Die drei graubraunen Querstreifen hin-
ter dem Auge laufen, wie im hinteren Teil der Vorderflü-
gel, miteinander parallel, jedoch in grossem Bogen um
Exotische Lepidopteren. 2523
das Auge herum. Die einzelnen Halbmonde sind aber klei-
ner und mehr zackig gestaltet. Der äussere dieser Streifen
ist am Vorderwinkel 7, am Innenwinkel 13 mm vom Aus-
senrande entfernt und ist nach vorne etwas verloschen.
Fransen rötlichockergelb.
Die Unterseite beider Flügel ist hellockergelb,
nur schwach braun bestäubt, der Innenrand der Vorder-
flügel und die Wurzeln beider Flügel ganz ohne dunklere
Bestäubung. Die Glasflecke beider Flügel sind zuerst fein
ockergelb, dann weiss eingefasst. Der zitrongelbe und der
braune Ring der Oberseite fehlen also. Infolgedessen be-
trägt der Durchmesser der Augen nur 3—4 mm. Auf den
Vorderfilügeln ein bräunlicher Wisch in der Mittel-
zelle, eine ziemlich breite, braune, verwaschene Binde von
zwei Drittel des Vorderrandes zur Mitte der Rippe 2, vor
der Flügelspitze am Vorderrande ein brauner Fleck und
vor dem Aussenrande eine Reihe von sieben undeutlichen,
grossen, graubraunen, weiss umgebenen Halbmonden. Auf
den Hinterflügeln wird die erste Querlinie durch
zwei grosse bräunliche Bogen gebildet, hinter der Mitte
läuft eine bräunliche Zackenlinie in grossem Bogen von
drei Fünftel des Vorderrandes um das Auge herum zu drei
Fünftel des Innenrandes. Am Vorderwinkel liegt ein 3 mm
messender dunkelbrauner, viereckiger Fleck und unter dem-
selben eine Reihe von sieben kleinen dunkelbraunen Halb-
monden, die vorne 5 mm, hinten 8 mm vom Saume ent-
fernt sind.
Ein männliches Exemplar. Sawangan, Nd.-Celebes.
Koll. Ficke. Ein zweites & Exemplar ohne Vaterlands-
angabe. Koll. Prof. Koch (Freiburg i. Br.).
Durch den braunen Längsstreifen der Vorderflügel von
allen bekannten Antheraea-Arten leicht zu unterscheiden. In
der übrigen Zeichnungsanlage hat die Art Aehnlichkeit mit
A. frithi Moore, doch sind die Augen beider Flügel viel
kleiner und nicht rund, sondern eiförmig, der Glasfleck in
dem Auge der Vorderflügel ist nicht rund, sondern vier-
eckig, die Unterdiscocellularrippe, welche diesen Glasfleck
teilt, steht nicht vertikal, wie bei frithi, sondern schräge,
der äussere der drei Wellenstreifen liegt weiter vom Saume,
so dass das Saumfeld oben und unten viel breiter ist. Ein
weiteres Merkmal der neuen Art ist der 3 mm grosse
braune Fleck auf der Unterseite am Vorderwinkel der Hin-
94 G. Weymer.
terflügel und die fehlenden gelben und braunen Einfassun-
gen der Glasflecke auf der Unterseite beider Flügel.
14. Argema (Actias) maenas isis Sonth. 9. Wäh-
rend das Männchen dieser maenas-Form in neuerer Zeit
vielfach nach Europa gekommen ist, blieb das Weibchen
noch immer selten. Mir ist nur ein Exemplar zu Gesicht
gekommen. Dieses ist dem Weibchen der Stammform von
Arg. maenas Dbl. sehr ähnlich, während die Männchen bei-
der Formen zwar nicht in der Gestalt, aber doch in der
Färbung und Zeichnung sehr verschieden sind. Doch zeigt
auch das Weibchen mehrfache Unterschiede, wie aus der
folgenden Beschreibung hervorgeht.
Es hat dieselbe Grösse, dieselbe grünlichgelbe Grund-
farbe und ähnliche Zeichnungen wie maenas 9, doch ist
der Saum der Vorderflügel auf den Rippen 5 bis 7
etwas nach innen gebogen, so dass die Flügelspitze auf
Rippe S_mehr nach aussen vortritt. Die vordere Spitze des
grossen Halbmondes ist mehr wurzelwärts gerückt, die deut-
liche braune Wurzellinie läuft in gerader Richtung von
zwei Fünftel des Vorderrandes zu zwei Fünftel des Innen-
randes, die bräunliche Zackenlinie hinter dem Halbmond
liegt nicht in der Mitte zwischen diesem und dem Aussen-
rande, sondern dem ersteren mehr genähert, so dass die
Entfernung vom Saume doppelt so gross ist, als die vom
Mondileck. Vor der Flügelspitze liegt am Vorderrande ein
länglicher, vor dem Innenwinkel liegen in Zelle 1b, 2 und 3
drei kleinere, runde, aus feinem violetten Staube gebildete
Flecke. Saum schmal, violettbraun.
Auf den Hinterflügeln liegt der deutliche braune
Wurzelstreifen mitten zwischen Wurzel und Augenfleck und
zieht auf Rippe 1 bis in den dunkelviolettbraunen Schweif
hinab. Der äussere, braune, zackige Querstreifen ist ziem-
lich verloschen, doch gut zu erkennen, zieht dicht hinter
dem Auge her und vereinigt sich auf Rippe 1 mit dem
Wurzelstreifen. Der schwach wellenförmige, violettbraune
Saum wird nach hinten breiter und geht ebenfalls in die
dunkle Farbe des Schweifes über. Die ersten zwei Drittel
des 7” mm breiten Schweifes sind ganz violettbraun, also
vieldunkler als bei maenas @, der äussere breit und
faltig erweiterte Teil ist blassgelb, doch setzt sich die vio-
lettbraune Farbe an den Rändern noch eine Strecke fort.
Der Augenileck ist wie bei maenas ©.
Exotische Lepidopteren. 25
Auf der Unterseite ist die gelbe Grundfarbe hel-
ler, Wurzelstreifen sind nicht vorhanden, der grosse Halb-
mond der Vorderflügel fehlt ebenfalls, statt dessen ist aber
ein Auge vorhanden, das dem der Hihnterflügel ähnlich,
aber nur halb so gross ist. Beide Augen der Unterseite
sind gefärbt wie dasjenige der Hinterflügel auf der Öber-
seite, nur etwas verloschener. Der äussere zackige Quer-
streifen ist auf beiden Flügeln etwas weiter von den Augen-
flecken entfernt als auf der Oberseite. Hinter diesem Strei-
fen ist der Aussenrand fein rötlichgrau bestäubt, und zwar
auf den Vorderflügeln stärker als auf den Hinterflügeln.
Der Schweif ist bis auf das faltig erweiterte letzte Drittel
ebenfalls rötlichgrau.
Ein ©, Celebes. Koll. Weymer.
Das Männchen dieser Celebes-Form von maenas vari-
iert sehr. Es kommt nicht allein in der dunklen, fast ganz
rotbraunen, mit nur wenigen kleinen gelben Flecken ver-
sehenen Färbung vor, welche Sonthonnax in seinem Werke:
Essai de classification des l&pidopteres producteurs de soie
Vol. 2 pag. 14 als maenas var. isis Maassen i. 1. nach
einem Exemplar der Staudingerschen Sammlung beschreibt,
sondern die Mehrzahl der Exemplare hat grössere goldgelbe
Flecke vor und hinter dem Halbmondfleck der Vorderflügel
bezw. dem Augenfleck der Hinterflügel, sowie mehrere gelbe
Schattierungen in der Nähe der Wurzel und vor der Spitze
der Vorderilügel und auch eine äussere zackige gelbe.Quer-
binde über beide Flügel. Diese Färbung kommt der Ar-
gema ignescens Moore von den Andamanen sehr nahe, welche
Sonthonnax loc. cit. Taf. 4 Fig. 1 nach einem Exemplar
des britischen Museums abbildet und pag. 14 ebenfalls be-
schreibt. Es ist daher wahrscheinlich, dass, wenn weitere
Exemplare der Andamanen-Form nach Europa kommen, es
sich herausstellt, dass beide Formen synonym sind.
Fam. Aretiidae.
15. Tripura volzi n. sp. Die Gestalt des Körpers und
der Flügel, sowie der Rippenverlauf sind wie bei Tripura
prasena Moore Cat. Lep. Mus. East.-Ind. Comp., pl. VIlIa,
Fig. 6. Hampson stellt zwar diese Gattung in seiner Fauna
von Britisch-India Vol. II pag. 66 zu Macrobrochis, und
in seinem Katalog der Heteroceren des Brit. Museums
Vol. II pag. 210 zur Gattung Agylla, da aber Rippe 4
und 5 der Vorderilügel aus einem Punkte aus der Zelle
26 G. Weymer.
entspringen, so behalte ich den Mooreschen Gattungsnamen
bei.
Länge des Körpers 24 mm, eines Vorderflügels 27 mm,
Flügelspannung 57 mm.
> {>}
Kopf schwarzblau, etwas glänzend. Augen dunkelbraun.
Fühler fein gewimpert, schwarz. Palpen eiwas vorstehend,
das erste Glied derselben orangegelb, das zweite und dritte
schwarz, Rüssel ockergelb, Halskragen orange, Rücken und
Schulterdecken schwarzblau, etwas glänzend, Hinterleib oben
ebenso, die ersten 3 Ringe in der Mitte braun behaart, die
2 letzten Ringe mit steifen braunen Borstenhaaren besetzt,
mit zwei Büschel hellgelber Haare auf der Oberseite vor
dem Afterende. Brust mit den Schenkeln aller Beine orange-
gelb, Schienen und Tarsen aller Beine schwarz, der ganze
Hinterleib unten bis kurz vor dem Ende orangegelb.
Vorderflügel dunkel bläulichgrau, mit bläulichem
Glanze, sonst ohne Zeichnung.
Hinterflügel weiss mit dunkel bläulichgrauem
Rande, welcher vorne sehr breit ist und das äussere Drit-
tel des Vorderrandes in der Breite von 6 mm einnimmt,
nach hinten aber schmäler wird und am Innenwinkel spitz
endigt. Die innere Begrenzung dieses Randes isb nicht
scharf, sondern geht allmählich in die weisse Farbe über.
Die Unterseite der Flügel ist wie oben. doch
etwas dunkler und weniger glänzend. Der ganze Vorder-
rand der Hinterflügel ist hier aber in der Breite von 4mm
bis zur Wurzel bläulichgrau.
Ein männliches Exemplar. Sumaira. Koll. Niepelt.
Von Dr. Volz gesammelt, dem zu Ehren ich die Art auf
Wunsch des Herrn Niepelt benenne.
IIE. Aus dem amerikanischen Faunengebiet.
Fam. Pieridae,
16. Dismorphia niepelti n. sp. Diese Art sieht ober-
seits der Dism. schausii Dognin ähnlich, ist aber unterseits
weit verschieden.
& Länge des Körpers 24 mm, eines Vorderflügels
29 mm, Flügelspannung 56 mm.
Körper oben und unten schwarz, nur der Hinterleib
unten mit einem feinen weissen Längsstreifen über die Mitte.
Exotische Lepidopteren. 31:
Die Gestalt der Vorderflügel ist wie bei crito-
media Hübn. &, also die Spitze gerundet, der Aussenrand
etwas konvex und der Innenrand kürzer als der Vorder-
rand der Hinterflügel. Ihre Grundfarbe ist schwarz mit
einem grossen, weissen Felde am Innenrande, das sich nach
vorn bis an die Mediana und bis zur Mitte der Zelle 3 er-
streckt, von der Wurzel aber 4 mm, und von dem Aussen-
rande ebenso weit entfernt bleibt. Wurzelwärts ist die Be-
grenzung verwaschen, saumwärts aber scharf ausgeprägt
und fein gezähnt. Am Vorderrande liegt in der Mitte ein
4 mm langer, weisser Fleck und zwischen diesem und der
Flügelspitze 2 kleinere solche Flecke übereinander, von
denen der obere durch eine Rippe geteilt ist.
Die Hinterflügel sind vom Vorderrande bis an
die Mediana weiss mit 5 mm breitem, schwarzen Aussen-
rande, der nach vorn etwas verwaschen ist. Die hintere
Flügelhälfte ist ganz schwarz, an der Wurzel jedoch etwas
bläulich bestäubt. Die weissen Teile der Mittelzelle, der
Zellen 4, 5 und 6 haben den für die Gattung charakteri-
stischen perlmutterartigen Glanz.
Auf der Unterseite sind die Vorderflügel zum
grössten Teil weiss, perlmutterartig schillernd, nur der
Vorderrand ist bis an die Subkostalis braun, ebenso die
Flügelspitze in der Breite von 7 mm. Darin liegen 4 gelb-
lichweisse Flecke vor der Spitze und einer auf der Mitte
des Vorderrandes. Das weisse Feld der Oberseite scheint
inmitten des perlmutterglänzenden Flügelteils verloschen
durch, doch zeichnet sich dabei ein grosser, weisser, eilör-
miger Fleck, der zu beiden Seiten der Mediana vom Ur-
sprung der Rippe 2 bis zum Ursprung der Rippe 5 reicht
und 314 mm breit ist, durch dickere, glanzlose Beschuppung
aus. In der Spitze stehen vereinzelte weissliche Schuppen.
Die Hinterflügel sind unten in der vorderen Hälfte weiss,
glanzlos, mit schwarzen Rippen und dunkelbraun bestäub-
tem Vorder- und Aussenrand, in der hinteren Hälite (von
der Mediana und Rippe 4 an) dunkelbraun. An der Wurzel
sind 2 orangegelbe Flecke, und zwar ein kleinerer am
Vorderrand in Zelle 8 und ein grösserer am Innenrande
in den Zellen 1a bis 1c. In der Nähe des Saumes befin-
den sich in allen Zellen vereinzelte weissliche Schuppen.
Ein männliches Exemplar. Ob. Pastazza, Ecuador. 1000 m.
Koll. Niepelt.
98 G. Weymer.
Von Dism. schausii Dognin verschieden durch
1. grössere Ausdehnung der schwarzen Farbe auf der
Oberseite der Vorderflügel, welche die Mittelzelle bis auf
einen kurzen, verwaschenen Strich am Ursprung der Rippe 2
ganz ausfüllt, während diese Zelle bei schausii fast ganz
weiss ist;
3. erössere Ausdehnung der weissen Farbe auf der
Unterseite der Vorderflügel, welche die Mittelzelle ganz ein-
nimmt und nur eine 7 mm breite dunkle Spitze übrig lässt;
3. die auf der Unterseite zur Hälfte weiss gefärbten
Hinterflügel, die bei schausii mit Ausnahme des schmalen
weissen Vorderrandes unten ganz schwarz sind;
4. durch die nicht zinnoberrot, sondern orangegelb ge-
färbten Flecke an der Wurzel der Unterseite der Hinter-
flügel.
17: Dismorphia mirandola discoloria Weym. @. Die
Stammform mirandola wurde von MHewitson im Entom.
Monthly Mag. Bd. 14 pag. 180 (1878) nach Exemplaren
aus Ecuador publiziert, aber nicht abgebildet. Eine ähn-
liche Form aus Colombia beschrieb ich unter dem Namen
discoloria in der Stettiner Ent. Zeit. 1890 pag. 292. Aus
der 1896 erschienenen Abbildung der ersteren in Smith u.
Kirby, Rhöp. exotica Vol. 11 Dism. Taf. 1 Fig? 7 undzs
ersah ich, dass beide sehr ähnlich sind und wohl nur als
Lokalformen zu einer Art gehören. Einige inzwischen aus
Colombia erhaltene Exemplare, worunter sich auch das bis-
her unbeschriebene Weibchen befindet, veranlassen mich,
die Unterschiede zwischen beiden Formen anzuführen und
das Weibchen zu beschreiben.
Was zunächst die Unterschiede der Männchen betrifft,
so ist die Spitze der Vorderflügel bei discoloria etwas mehr
vorgezogen, der Aussenrand schräger und in seiner Mitte
etwas einwärts gebogen, während er bei der Stammform
deutlich konvex ist. Von den zwei gelben Längsstreifen
über der Mitte des Innenrandes, die mirandola hat, ist bei
discoloria nur einer vorhanden, indem der über dem ersten
Medianast in Zelle 2 liegende fehlt. Von der gelben Mittel-
binde der Vorderflügel der discoloria, die sich von der
Mitte des Vorderrandes bis in Zelle 3 nicht weit vom Aus-
senrande erstreckt und bei der nur der Teil in Zelle 3
etwas abgetrennt ist, sind bei der Stammform nur drei ein-
zelne Flecke vorhanden, und zwar zwei in der Nähe des
Exotische Lepidopteren. 29
mi a Er re re
Vorderrandes und einer in Zelle 3, nahe dem Saume. Aus-
ser den zwei kleinen gelben Flecken vor der Flügelspitze,
wovon der obere durch eine schwarze Rippe in zwei Teile
geteilt ist, ist bei discoloria noch ein dritter kleinerer in
Zelle 5 vorhanden. Auf den Hinterflügeln ist der isolierte
schwefelgelbe Fleck in Zelle 4 kleiner. Auf der Unterseite
der Vorderflügel fehlt bei discoloria die dunkelgraue Ein-
fassung der schwefelgelben Spitze. Dagegen ist die Unter-
seite der Hinterflügel bei beiden Formen gleich, da die
schwach perlmutterglänzenden Flecke auch bei frischen
Exemplaren vorhanden, aber bei etwas gellogenen Exem-
plaren nicht sichtbar sind.
Das schwarz und schwefetgelb gefärbte Weibchen ist
den Weibchen von medora Dbl. und medorina Hew. sehr
ähnlich. Mit letzterem hat es die vorspringende Ecke auf
Rippe 5 und 6 am Aussenrande der Vorderflügel
gemein, während die Zeichnung oberseits mehr mit me«dora
stimmt. Die gelbe Mittelbinde zieht auf den Vorderflügeln
ununterbrochen bis in Zelle 3. Sie ist schmäler als bei
medora und hat an beiden Seiten seichte Einschnitte, die
bei medora nur an der inneren Seite vorhanden sind. Die
drei kleinen gelben Fleckchen vor der Flügelspitze stehen
in gleicher Entfernung voneinander, während bei medora
die beiden unteren näher zusammengerückt sind. Das Haupt-
unterscheidungsmerkmal liegt aber in einem grossen schwe-
felgelben Längsstreifen auf der Mitte des Innenrandes,
14 mm lang, 2% mm breit, der von der Submediana durch-
schnitten wird und bis in die Mitte der Zelle 1b reicht,
jedoch die Flügelwurzel und den Innenwinkel nicht berührt.
Dieser Streifen ist bei medora nur ganz schmal angedeutet.
Die Hinterflügel sind schwefelgelb mit einem
überall zirka 3% mm breiten schwarzen Aussenrande, der
nur in Zelle 5 durch die bis nahe an den Saum vortretende
gelbe Grundfarbe unterbrochen ist. Der Innenrand ist ver-
loschen schwarz bestäubt.
Auf der Unterseite sind die Vorderflügel fast ganz
wie bei medora gezeichnet, nur ist der Innenrand etwas
breiter schwelelgelb. Die Hinterflügel sind hellgelb, über-
all mit feiner bräunlichgrauer Marmorierung. Eine Reihe
von sieben perlmutterglänzenden Flecken zieht von der
Mitte des Innenrandes über den Schluss der Mittelzelle zum
Vorderwinkel, einer davon liegt in der Mittelzelle.. Ausser-
50 G. Weymer.
dem liegst noch ein solcher Fleck in der Mitte der Zelle 4
und zwei weitere in Zelle 7, nahe am Vorderrande, der
eine bei ein Drittel, der andere bei zwei Drittel deren
Länge. Alle diese Flecke verlieren beim Fluge ihren Glanz.
3 6, 2 9 Colombia.
Ob die Weibchen der Stammform aus Eeuador von den
oben beschriebenen aus Colombia stammenden verschieden
sind. muss die Zukunft lehren.
Fam. Neotropidae.
18. Tithorea bonplandii faba n. subsp. Mit diesem
Namen bezeichne ich eine oberseits etwas, auf der Unter-
seite aber ziemlich auffallend abweichende Form der bekänn-
ten bonplandii Guer.
Sie ist etwas kleiner. Länge des Körpers 29 mm, eines
Vorderflügels 42 mm, Flügelspannung 75 mm.
Der-in Zelle 1b liegende untere Teil des weissen Mit-
telflecks der Vorderflügel ist doppelt so gross als
bei der Stammform, so dass der ganze Fleck, da er nach
oben und unten abgerundet und durch die schwarze Rippe 2
geteilt ist, die Gestalt einer Kaffeebohne annimmt. Die sie-
hen weissen Flecke vor dem Aussenrande sind durch eine
Reihe von feinen weissen Punkten ersetzt. Dagegen haben
die Flecke auf der Mitte des Vorderrandes und hinter der
Mittelzelle dieselbe Grösse wie bei der Stammiorm.
Auf den Hinterflügeln ist die weisse Punktreihe
mehr nach innen gerückt, so dass sie beinahe in der Mitte
des breiten schwarzen Aussenrandes steht, während bei der
Stammform der Raum vor der Punktreihe doppelt so breit
ist, als der hinter ihr liegende. Die schwelelgelbe Mittel-
binde ist wie bei bonplandii.
Dieselben Unterschiede zeigen sich auf der Unterseite.
Statt einer rotbraunen Binde sind hier aber auf iedem
Flügel deren drei vorhanden. Ausser der bei der Stamm-
form vorhandenen rotbraunen Binde tritt nämlich zwischen
den zwei äusseren weissen Punktreihen auf beiden Flügeln
eine vom Vorderrand zum Innenrand reichende, ebenso ge-
färbte Querbinde auf und ausserdem am Vorderrand jedes
Flügels eine solche Längsbinde, die sich auf den Hinter-
flügeln um die gelblichweisse, breite Wurzelbinde herum-
zieht und sich dann mit der rotbraunen Mittelbinde ver-
BSR EN uSE Bo =
Exotische Lepidopteren. 31
einigt, auf den Vorderflügeln aber nur von der Wurzel bis
zur Mitte des Vorderrandes reicht.
Ein männliches Exmplar. Colombia (West-Cordillere).
Koll. Weymer.
Anmerkung. An dieser Stelle füge ich eine kurze
Notiz über die Synonymie einer anderen Tithorea bei.
In seiner verdienstvollen Arbeit über die Ithomiinen seiner
Ecuador-Reise (Berl. Ent. Zeitschr. Band 48 Jahrg. 1903
pag. 160) sagt Herr Haensch, dass Staudinger bei Aufstel-
lung der Tithorea flavomaculata in seinem Exotenwerk
pag. 72 es übersehen habe, dass diese gelbileckige Form
gerade die typische von Latreille beschriebene Tith. hum-
boldtii und die Benennung flavomaculata zu Unrecht er-
folgt sei. Auf Grund dieser Tatsachen belegt Haensch die
Form mit weissen Flecken auf den Vorderflügeln mit dem
Namen albomaculata. Dabei hat er aber seinerseits über-
sehen, dass diese weissfleckige Form von humboldtii schon
im Jahre 1885 in derselben Berl. Ent. Zeitschr. Band 29
pag. 129 von Srnka mit dem Namen cassandrina
belegt und nach Ecuador-Exemplaren beschrieben ist. Mit-
hin hat letzterer Name den Vorzug.
Fam. Saturnidae.
19. Automeris subobseura n. sp. Die Gestalt und
Zeichnungsanlage dieser Art ist der von illustris Walk.
ähnlich. ü
@ Länge des Körpers 40 mm, eines Vorderflügels
56 mm, Flügelspannung 102 mm.
- Kopf und Rücken dunkelbraun, Fühler ockergelb. Hin-
terleib oben ockergelb mit breiten dunkelbraunen Querbin-
den, die auf den vorletzten Ringen etwas zusammenflies-
sen, unten dunkelgraubraun, Brust und Beine schwarz-
braun.
Die Vorderflügel haben eine scharf vortretende
Spitze, sind bräunlichgrau, im Mittelraum am hellsten, am
Vorderranle und besonders im Saumfelde dunkler. Eine
fast gerade dunkelbraune Linie geht von drei Fünftel des
Innenrandes bis genau in die Spitze, dieselbe ist nach in-
nen von einer feinen weisslichgrauen Linie begleitet. Ge-
gen die Spitze wird die braune Linie undeutlich, indem sie
in der dunklen Färbung des Saumieldes verschwindet und
nur durch die weisse Einfassung angedeutet ist. Die vor-
39 G. Weymer
dere Querlinie in der Wurzelhälfte der Flügel ist ebenfalls
braun und geht von 1 Drittel des Vorderrandes bis etwas
hinter 1 Drittel des Innenrandes. Sie ist auf der Mediana
breit abgesetzt. Ein brauner runder Schatten liegt auf der
Schlussrippe der Mittelzelle, welcher dem schwarzen Fleck
der Unterseite entspricht. Neben demselben liegen nach
aussen und hinten 3 schwarze in Triangelform gestellte
Punkte. Von 2 Drittel des Vorderrandes bis zur Mitte der
zuerst erwähnten, geraden, braunen Linie zieht eine braune
Schattenbinde. Fransen braun.
Die Hinterflügel haben eine ockergelbe Grund-
farbe, die etwas dunkler ist als die Farbe der europäischen
Aglia tan ©. In der Mitte liegt ein grosses, 15 mm im
Durchmesser haltendes, bräunlich-graues Auge mit einem
2 mın breiten, schwarzen Ringe und einem 6 mm langen,
schwarzen, birnförmigen Kern. Dieser Kern, dessen Spitze
nach "aussen gerichtet ist, ist an seinem Rande mit weissen
Schuppen eingelasst und zur Hälfte von einer weissen Linie
geteilt. Der Aussenrand ist braun, vorne 4 mm breit, nimmt
aber in der hinteren Hälfte an Breite zu, so dass er an
dem etwas stumpf vortretenden Innenwinkel 10 mm misst.
Dieser Rand ist an seiner inneren Seite scharf, aber nicht
wellig, sondern glatt begrenzt, nur am Vorderrande geht
er allmählich in die gelbe Grundfarbe über. Er ist seiner
ganzen Länge nach von 2 weisslich-grauen Linien durch-
zogen, die in seiner inneren Hälfte liegen und gegen den
Innenwinkel etwas divergieren.
Auf der Unterseite sind beide Flügel schwarz-
braun. nur das Mittelfeld und der Innenrand der Vorder-
flügel sind etwas heller und die Wurzel dieses Innenrandes
gelblich-grau. In der Mitte der Vorderflügel liegt ein run-
der, 6 mm im Durchmesser haltender, schwarzer, an den
Röndern verwaschener Fleck mit weissem Kern, und in der
Mitte der Hinterflügel ein nach hinten zugespitzter weisser
Fleck. Zwischen Mitte und Aussenrand ziehen 2 schwärz-
liche Streifen durch beide Flügel, der innere ziemlich ge-
rade, der andere wellenförmig. Sie sind ungefähr 5 mm
voneinander entiernt, laufen aber in der Spitze der Vorder-
flügel bezw. am Vorderwinkel der Hinterflügel zusammen.
Ein weibliches Exemplar. Bogota. Koll. Wernicke.
Von den ähnlichen Arten illustris Walk. und coresus
Boisd. durch die trübockergelbe Grundfarbe der Hinterflügel,
“a
er a EL ne nn ni.
NE NENIOE De GER UDE PRREHONES SE, CHE UT SHEPE
Se ’ ; rs
Exotische Lepidopteren, 33
den schwarz geringsten Hinterleib und die dunkle Unterseite
sofort zu unterscheiden. Von abdominalis Feld., welche den
geringsten Hinterleib hat, verschieden durch die scharf zu-
gespitzten Vorderflügel, das einfarbige Saumfeld derselben
Flügel und den breiten braunen Rand der Hinterflügel, der
bis an das gelbe Mittelfeld reicht, während bei abdominalis
die lebhaftere gelbe Grundfarbe bis weit in das Saumfeld
hineinreicht. Ein Vergleich der Unterseite lässt sich nicht
anstellen, da Felder nur die Oberseite abbildet und eine
Beschreibung nicht vorhanden ist.
IV. Von unsicherer Herkunft.
Fam. Saturnidae.
20. Copaxa anestios Koch i. I. n. sp. Eine in der
Sammlung des Herrn Prof. Koch in Freiburg i. Br.
befindliche neue Saturmide trägt die unsichere Vater-
landsangabe: „Westafrika, Oilriver?”“ Da sie ganz den
Habitus der amerikanischen Copaxa-Arten hat, so ist an-
zunehmen, dass die Heimat derselben auch in Amerika zu
suchen ist. Ich befolge daher den Vorschlag des Herrn
Prof. Koch, für diese Art den Namen anestios (die Heimat-
lose) anzuwenden. Sie ist in der Gestalt und Zeichnungs-
anlage der Flügel der Copaxa simson Maass. u. Weym.
Beiträge Fig. 77 ähnlich.
Länge des Körpers 35 mm, eines Vorderflügels 64 mm,
Flügelspannung 115 mm.
Körper bräunlich-goldgelb, Fühler breitgekämmt, 16 mm
lang, jedes Glied jederseiits mit 2 Kammzähnen, bis zur
Spitze allmählich kleiner werdend, ockergelb.
Die Grundfarbe beider Flügel ist goldgelb. Ein rot-
brauner, 1—1% mm breiter, fast gerader, nur wenig nach
innen geneigter Streifen zieht aus der Spitze der Vorder-
[lügel bis etwas hinter die Mitte des Innenrandes dieser
Flügel und setzt sich dann auf den Hinterflügeln in der-
selben Richtung bis etwas vor die Mitte des Innenrandes
fort. Jeder Flügel hat am Ende der Mittelzelle einen klei-
nen Glasfleck, der der Vorderflügel ist eiförmig, 2% mm
lang. der der Hinterflügel rund und nur halb so gross. In
beiden Glasflecken ist die Unterdiscocellularrippe sichtbar.
Beide sind von 3 feinen Ringen eingefasst, erst einem brau-
nen, dann einem der goldgelben Grundfarbe und aussen von
einem rotbraunen. Diese 3 Ringe sind aber so fein, dass
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausg. vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden, Jahrgang 1909,
34 G. Weymer.
sie zusammen nur 1 mm messen. Der Vorderrand der
Vorderflügel ist bis zu 2 Drittel seiner Länge rotbraun ge--
färbt mit weisser Beschuppung der vorderen Kante. Aus
demselben zieht über die Mediana und den hinteren Teil der
Mittelzelle ein rotbrauner Längsstreifen, der sich nach
aussen sehr erweitert und die Zellen 2 und 3 bis an den
oben erwähnten geraden rotbraunen Querstreifen ausfüllt.
Ein zweiter ähnlicher rotbrauner Längsstreifen geht von
der Mitte des Vorderrandes an der vorderen Seite des
Glasflecks über die Rippen 5 und 6 ebenfalls bis an den
geraden Querstreifen, und füllt die Zelle 5 und einen Teil
von Zelle 6 aus. In dieser Zelle 6 liegt ein zweiter, aber
nur ganz kleiner punktförmiger Glasfleck, schräg nach
innen über den erwähnten grösseren. Die Zelle 4 ist zwi-
schen dem grösseren Glasfleck und dem geraden rotbraunen
Streifen ebenfalls rotbraun ausgefüllt. Die Wurzelhälfte des
Innenrandes ist von 2 rotbraunen zackigen Querstreifen
durchzegen, wovon sich der erste durch die Mittelzelle bis
an den Vorderrand fortsetzt. Vor der Flügelspitze liegt am
Vorderrande ein schmales weisses Dreieck. Die innere Hälfte
des Saumfeldes ist hell rötlichbraun bestäubt, welche Be-
stäubung nach aussen bogenförmig begrenzt ist. Fransen
wie die Grundfarbe.
Die Hinterflügel führen ausser dem oben er-
wähnten Glasfleck und dem beschriebenen rotbraunen ge-
raden Querstreifen vor dem Saume 2 rotbraune Zacken-
streifen, der innere scharf und deutlich, den Vorder- und
den Innenrand erreichend. 12—15 mm vom Saume entfernt.
der äussere breiter und verloschener, die Ränder nicht er-
reichend, 6—10 mm vom Saum entfernt. Fransen wie die
Grundfarbe.
Auf der Unterseite sind die Vorderflügel bis zur
Mitte bräunlich-ockergelb, die Hinterflügel dagegen in der
Wurzelhälfte etwas rosarötlich übergossen. In der Mitte
zwischen Wurzel und Glasfleck ein verloschener, stark ge-
bogener Querstreif vom Vorderrand der Vorderflügel zum
Innenrand der Hinterflügel. Ein 2—3 mm breiter gelb-
brauner, an den Rändern verloschener Mittelschatten zieht
in gerader Richtung durch die Vorderflügel, ‘etwas ge-
krümmt durch die Hinterflügel, in beiden Flügeln den an
der Schlussrippe stehenden Glasfleck einschliessend und
überall die Ränder erreichend. Dann folgt auf beiden Flü-
A ai han? die na nun ran
x ae x r *
Exotische Lepidopteren. 35
geln eine 7—8 mm breite rötlichweisse Binde, an die sich
dann das verloschene bräunlichgelbe Saumfeld anschliesst.
Letzteres ist auf beiden Flügeln von einer Reihe verlosche-
ner dunkler Halbmonde durchzogen, die aussen weiss be-
grenzt sind. An der Grenze der rötlichweissen Binde steht
noch eine rotbraune Zackenlinie, zum grössten Teil aber
verloschen.
Ein männliches Exemplar. Koll. Prof. Koch, Freiburg
PrBr:
Von Copaxa simson verschieden durch geringere Grösse,
durch das dunkelgefärbte Mittelfeld, durch die viel kleineren
und nur ganz fein eingefassten Glasflecke, durch den ein-
fachen, nicht doppelten, geraden Querstreifen der Vorder-
flügel und durch lebhaftere Grundfarbe. Von syntheratoides
Rothsch. und denda Druce, welche letztere in der Zeichnungs-
anlage viele Aehnlichkeit hat, sofort durch die nicht scharf
zugespitzte, sondern stumpf abgerundete Spitze der Vorder:
flügel zu unterscheiden.
Kritische Besprechung
der Fruhstorfer’schen Monographie
der Elymniinae.
Von
Dr. L. Martin, Diessen am Ammersee.
Im dritten Hefte des Jahrgangs 1907 der Iris ist von
unserem fruchtbarsten entomologischen Autor, H. Fruh-
storfer in Genf. eine umfassende und höchst verdienstliche
Monographie des Hübnerschen Genus Elymnias erschienen.
Im allgemeinen wird den Literaturerzeugnissen über exo-
tische Lepidopteren nur sehr selten die Beachtung und
Ehre einer kritischen Besprechung zuteil und bestehen für
diesen negativen Zustand gute Gründe. Erstens gehört
grosses Material, am besten grösseres oder doch mindestens
gleichgrosses wie jenes, auf welchem der Autor seine Arbeit
basierte, zu einer sachgemässen Nachprüfung und berech-
tigten Kritik. Wer aber und wo sind die glücklichen Be-
sitzer solchen Materials, ich fürchte, dass die Finger einer
Hand zum Abzählen der in Deutschland existierenden, hier
in Betracht kommenden Sammlungen genügen. Zweitens
sind die in erster Reihe zu solcher Kritik Berufenen, die
Vorstände und Custoden der öffentlichen Sammlungen, meist
so mit anderen Beschäftigungen überhäuft, dass ihnen zur
Federarbeit Zeit und Lust fehlt. Dazu kommt auch noch,
dass die auf Schenkungen angewiesenen Staatssammlungen
nur ganz ausnahmsweise das zu einer Kritik nötige Serien-
material besitzen. Allein die Herren Rothschild-Jordan in
Tring oder Herr Charles Oberthür in Rennes wären auf
Grund des riesigen, in ihren Sammlungen vorhandenen
Materials wohl stets imstande, fruchtbringend zu kritisieren
und das letzte Wort zu sprechen, aber auch sie verfolgen
N
Kritische Besprechung der Elymniinae. 37
wichtigere und höhere Ziele. Allein die F.’sche Mono-
graphie ist eine so bedeutende Leistung, ein Stab und Licht
für alle, die sich in Zukunft mit dem Genus Elymnias be-
schäftigen werden, die Summe so langwieriger Arbeit und
so emsigen Fleisses, dass ich hiermit die Regel des Tot-
schweigens durchbrechen und im folgenden einige kritische
Bemerkungen niederlegen möchte, welche dem geschätzten
Autor zeigen werden, dass sein Schaffen wenigstens bei
einem Fachgenossen volle Würdigung gefunden hat, selbst
wenn dieser ab und zu anderer Meinung sein sollte, wie
das eben eine gesunde Kritik erfordert. Da wo meine Be-
sprechung zu kurz kommt oder ganz schweigt, trägt natür-
lich auch der leidige Material- und Literaturmangel die
Schuld, und bitte ich die etwaigen Leser um mitfühlende
Nachsicht.
Vor allem ist die zugestandene Tendenz des Autors
zu loben, den Speziesbegriff aufs engste zu begrenzen, und
wirklich werden von den 40 als Spezies festgehaltenen Ar-
ten nur wenige, höchstens drei bis vier, bei strengster
Kritik zu fallen haben. F. ist mit Aurivillius für Stellung
des Genus Elymnias in die Subfamilie der Elymniinae,
welche mit der Subfamilie der Satyrinae der Familie der
Satyriden angehört. Wohl um die Subfamilie besser halt-
bar zu machen, folgt F. den Spuren Moores und Butlers
und bemüht sich, die kompakte, wohl charakterisierte Masse
der Elymnias in Genera und Subgenera zu zerlegen. Ich
halte es jedoch für besser und einfacher, mit Staudinger,
Distant und Bingham zu gehen, welche die Elymnias kurz-
weg als Genus zu den Satyriden oder Satyrinae stellen,
wenngleich dieses Satyridengenus nach dem Vorgange But-
lers mit Recht ein aberrantes genannt werden darf. Die
Elymniasraupe ist ohne Zweifel eine echte Satyridenlarve,
während die Puppe in ihrer Form einige Anklänge an die
indischen Morphiden (Amathusia und Discophora) zeigt,
auch die Lebensweise, Schattenflug, häufige Ruhe der 56
mit gefalteten Flügeln, ergibt einen Uebergang zu den Mor-
phiden; vollständig fehlt jedoch der Dämmerungsflug, den
viele Morphiden und auch die nahe verwandten, früher so-
gar generisch zusammengestellten Melanitis üben, denn Elym-
nias fliegen nur zur Zeit des steilen Sonnenscheines. Ich
für meine Person sehe in den Elymnias eine sehr archa-
ische, vielleicht aus dem Tertiär stammende Satyridentype,
welche zu einer unendlich fern hinter uns liegenden Zeit,
38 Dr. L. Martin.
da die Palmen — heute noch die einzige Futterpflanze des
Genus — in höchstem Formenreichtum standen, ihre grösste
Artenzahl besessen haben mag. Wie andere Satyriden nur
auf den monokotylen Gramineen leben, so nähren sich die
Elymnias und auch die Amathusias nur von den ebenfalls
monokotylen, den Gramineen vielfach verwandten Palmen.
In ihren heimatlichen Palmenhainen bieten die fliegenden .
und ruhenden Elymnias dem Entomologenauge ungefähr
das gleiche Bild, wie es Erebia und Epinephele in unseren
Wäldern schaffen. Dass übrigens die Elymnias eine archa-
ische, dem Aussterben nahestehende Type darstellen, be-
weist neben der relativ grossen Seltenheit vieler Arten auch
das nicht zu leugnende Faktum, dass vielleicht gerade in
der Zeit, in welcher wir leben, schon zwei bis drei For-
men aus der Systematik verschwinden dürften; es sind das
besonders die Hestiaähnlichkeit zeigenden Elymnias künst-
leri,- Honr. und gauroides, Fruhst., von denen beiden nur
ein @ Exemplar bekannt geworden ist, obwohl seither in
den Fundgebieten eifrigst gesammelt wurde.
Bezüglich der Etymologie des Hübnerschen Namens
Elymnias möchte ich noch erwähnen, dass im Altertume
Elymnion oder Elemnia sowohl eine kleine Insel als auch
ein Ort auf Euboea, dem heutigen Negroponte, war; ausser-
dem wurde auf Lesbos dem Poseidon der Beiname Elym-
nios gegeben. Aus welchem Grunde Hübner den Namen
wählte, lässt sich heute kaum mehr feststellen; wenn wir
aber in Wirklichkeit Elymniasarten auf Inseln mit hohem
Ufer direkt am Strande des von Poseidon beherrschten Mee-
res antreffen, so lässt sich ein ideeller Zusammenhang
zwischen Namen und Tier herstellen, der aber an Gestaden
mit Mangrovegürtel wieder zusammenbricht. Denn in der
Brackvegetation des Mangroveufers, in welchem von Palmen
nur Nipa fruticans vorkommt, habe ich niemals einen Elymnias
fliegen sehen. Es darf deshalb die das Salzwasser liebende
Nipa nicht zu den Futterpflanzen des Genus gezählt werden.
Mit Recht betont F., dass alle Elymniasarten mit Aus-
nahme von zwei extremöstlichen Spezies in der feinen, wel-
lenförmigen Strichelzeichnung der Flügelunterseite ein ge-
meinsames Charakteristikum besitzen, welches sich ähnlich,
jedoch niemals so konstant durch die ganze Reihe der Ar-
ten, als Zeichen naher Verwandtschaft auch bei verschie-
denen Satyriden- und Brassolidengattungen wiederfindet.
Vor allem zeigt sich diese Zeichnungsanlage bei der selte-
A
un ee ee A a ur,
Kritische Besprechuni der Elymniinae. 39
nen Bletogona mykalesis, Feld. aus Celebes, deren gelbe,
mit weissen Ocellen geschmückte @ 9 eine auffallende Aehn-
lichkeit m't den gelben Undularis @ 2 besitzen. Aber auch
bei Melanitis, Ypthima, Callerebia, Aulocera, Corades und
Bia erscheint bei einzelnen Arten diese eigentümliche Zeich-
nung, welche auch in den Gattungen Brassolis, ' Opsipha-
nes, Caligo und Narope nicht seiten wiederkehrt. Eine wei-
tere, dem Genus Elymnias in seinen meisten Arten eigen-
tümliche, bald mehr, bald weniger deutlich ausgeprägte
Zeichnung findet sich auf der Unterseite des Vorderllügels,
wo am äusseren Drittel des Costalrandes nahe dem Flü-
gelapex ein aufgehelltes, die Strichelzeichnung führendes
Dreieck steht, dessen Basis mit dem Costalrande zusammen-
fällt.
Der geographischen Verbreitung der Elymniasarten
widmet F. eine längere Ausführung, und sicher ist diese
von hohem Interesse. Uns fällt zuerst auf, dass sich aus-
ser der grossen Heimat im indo-malayischen Gebiete noch
ein versprengter Stamm in Westafrika findet, einer der
augenfälligsten Beweise für die grosse Analogie, welche die
reiche Fauna der westafrikanischen Subregion zweifellos mit
der indo-malayischen aufweist. Es scheint aber die wahr-
scheinlich einzige westafrikanische Elymniasart nur an der
regenreichen Küste vorzukommen, im Graslande fehlt sie
natürlich, und aus Zentralafrika, sowie aus der grossen
ostafrikanischen Subregion ist sie noch nie nach Europa
sekommen. Auch die Angabe Mabilles, dass Elymnias
phegea F. auf Madagaskar vorkomme, hat Aurivillius mit
einem Fragezeichen versehen, welches bei der sonst so
grossen Verschiedenheit der madagassischen mit der west-
afrikanischen Subregion wohl Beachtung verdient; Saal-
müller kennt auf jeden Fall keinen Elymnias von Madagas-
kar. Weitere Beweise für die oben erwähnte, durch das
Vorkommen eines Elymnias besonders illustrierte Aehnlich-
keit der westafrikanischen Subregion mit dem indo-malayi-
schen Gebiete sind: Das Vorkommen in beiden Gebieten
von Danais chrysippus mit var. aleippus, Danais limniace-
petiverana, Melanitis leda, Hypolimnas missipus und Atella
phalanta, das Genus Amauris vertritt wirksam Euploea,
Euphaedra, ebenso Euthalia und beide Gebiete sind die
Hauptquartiere des Genus Charaxes, Lachnoptera iole er-
innert sehr an eine Cirrochroa und in Papilio zalmoxis be-
sitzt Westafrika eine grosse, an Örnithoptera mahnende
40 Dr. L. Martin.
Papilioform, welche sogar oft mit Ornithoptera identifiziert
wurde. Ich glaube, die Aehnlichkeiten sind hiermit noch
lange nicht erschöpft.
Mit Ueberspringung also der riesigen ostafrikanischen
Subregion und des westlichen Kontinentalindiens finden wir
Elymnias zuerst wieder auf Ceylon mit schon 2 Arten, von
da ab nach Östen ein schnelles Ansteigen der Artenzahl
zum Maximum von 11 Arten, welches auf Sumatra erreicht
wird. Nun tritt weiter nach Osten bis zur Grenze des Vor-
kommens im fernen Bismarckarchipel wieder ein allmäh-
liches Abnehmen ein, 4 Arten noch auf Celebes, ebensoviel
ungefähr auf dem grossen Inselkontinent von Neu-Guinea
und.dann meist nur je eine Art auf den kleineren Inseln.
Was F. unter einer indigenen Art versteht, ist mir nicht
gut ersichtlich, denn sicher ist jede Elymniasart am Orte
ihres Vorkommens indigen .d. h. eingeboren, wenn nicht
der Beweis zu erbringen ist, dass das betreffende Tier ein-
gewandert ist oder importiert wurde. Also Elymnias un-
dularis, der nach F. eigentlich nirgends indigen wäre, ist
sicher in Kontinentalindien indigen; dass diese Art auch
im ganzen Süden des Kontinents und auf den grossen und
kleinen Sundainseln verbreitet ist, kann man nur so auf-
fassen, dass eben das Gebiet, auf dem sie eingeboren ist,
sich sehr weit ausdehnt, während die 4 Celebesarten nur
ein relativ kleines Gebiet besitzen. Besser erscheint es mir,
die Verbreitung der Elymniasarten in einer anderen Rich-
tung zu verwerten, sie gibt nämlich den besten Wegweiser
ab zur Umgrenzung der einzelnen, kleineren Faunengebiete
innerhalb des grossen indo-malayischen Gebietes, worüber
am Schlusse noch ausführlicher zu sprechen ist. Undularis
Q® in maris colore finden wir z. B. auf der malayischen
Halbinsel, Sumatra und Borneo, welche Erdteile zoogeo-
graphisch eine geschlossene Einheit bilden. Die bekannte
Ornithoptera brookiana ist unter den Rhopaloceren der auf-
fälligste Vertreter dieser Region. Auf dem angrenzenden,
faunistisch nächststehenden Java finden sich wieder die
gelben @Q2 von Undularis, völlig jenen vom Kontinente
gleichend; ich möchte sie weniger als Beweis einer
früheren Landverbindung auffassen, wie das F. tut,
sondern lieber annehmen, dass auf Java klimatische oder
in der Vegetation gelegene Faktoren in gleicher Weise wie
auf dem indischen Kontinente auf die Entwicklung der gel-
ben, weiblichen Formen gewirkt haben. Landverbindungen
Kritische Besprechung der Elymniinae. 41
mögen wohl vielfach bestanden haben, dafür spricht auch
die Verbreitung der grossen Säugetiere, und Sumatra ist,
was die Rhopaloceren angeht, noch enger und auffallender
mit dem Kontinente verbunden als Java, wofür das Vor-
kommen einer Enispe, einer zweiten Kallima, von 3 Lime-
nitisarten, von Papilio cloanthus und agetes Beweise sind.
Alle diese Formen fehlen aber bereits auf Java trotz Land-
verbindung und Anwesenheit hoher Berge. Java, vielleicht
früher isoliert, hat Zeit zur eigenen Entwickelung gehabt,
welche von den der Insel eigenen genetischen Faktoren ge-
lenkt wurde. Der Elefant und Bär, auf Sumatra, Borneo
und der malayischen Halbinsel vorkommend, fehlen heute
auf Java, ich glaube aber nicht, dass geologische Kata-
strophen, wie z. B. das Abbrechen einer Landverbindung
die Schuld an diesem zoologischen Defizit tragen, vielmehr
nehme ich an, dass der Elefant auf der wohl angebauten,
von 30 Millionen Menschen bevölkerten Insel der Kultur
gewichen ist. Die alten Hinduruinen Mitteljavas zeigen
Elefantenbilder und die javanische Kunst kennt das Ele-
fantenmotiv, wahrscheinlich werden auch noch Knochenreste
des grossen Probosciden auf Java auszugraben sein.
Auch der Bär, den alle Malayenstämme auf raffinierte
Weise zu fangen verstehen, dürfte als kulturfeindliches; be-
sonders den wertvollen Kokospalmen schädliches Tier auf
Java ausgerottet worden sein.
Ein interessantes, zoogeographisches Gebiet ist auch
der unter.dem 10. Grade N. B. gelegene Landstrich zwischen
Tenasserim (Unter- oder Niederburma) und dem unter eng-
lischen Protektorate stehenden, malayischen Sultanate Perak,
auf welchem einige nominell noch unter siamesischer Ober-
hoheit stehende, in Wirklichkeit aber schon in die britische
Machtsphäre einbezogene Malayenstaaten liegen. Weder Ge-
birge noch Flüsse, noch klimatische Gründe lassen ver-
muten, dass gerade hier die faktische Grenze zwischen der
kontinentalen und spezifisch malayischen Fauna liest. Auch
für das Genus Elymnias ist diese Grenze von Wichtigkeit.
Doch nun in medias res zur Kritik der einzelnen
Spezies und Subspezies, soweit mein Material mir eine
solche gestattet. Das von F. für die airikanische Art auf-
gestellte Genus Elymniopsis ist wohl unnötig, denn Elym-
nias phegea F., auch von Aurivillius als Elymnias be-
zeichnet, will nicht nur wie ein Elymnias aussehen, son-
dern ist wahrhaftig in jeder Beziehung durch Flügelform,
a
=
49 Dr. L. Martin.
sekundäre Sexualorgane und ein ausgedehntes Mass nicht
zu verkennender, typischer Strichelzeichnung ein echter
Elymnias. Ob sich die zweite Art, bammakoo, Westw. als
Spezies wird halten lassen, scheint mir sehr zweifelhaft;
Kirby führt sie nur als var. der phegea. In Kamerun flie-
gen beide Formen, die weisse und gelbe, zusammen ganz
nahe der Küste und existieren dort auch allmähliche Ueber-
gänge der Färbung; eine solche Uebergangsiorm hat Stau-
dinger in seinem Exotenwerk abgebildet und Aurivillius
nannte sie var. intermedia. Mein reiches Material erlaubt
mir zu sagen, dass phegea ein sehr variables Tier ist in
bezug auf Färbung der Flecken im Apicalteile des Vorder-
flügels, am Innenrande des gleichen Flügels und im Basal-
teile des Hinterflügels; diese Flecken schwanken zwischen
reinweiss, blassgelb, rauchgelb und orange. - Besonders der
Fleck am Innenrande ist veränderlich, er kann, besonders
bei” weissgefleckten Stücken, nahezu ganz fehlen und ist
dann nur noch ein heller Wisch unter der Submediana, er
kann aber auch nach vorne das apicale Band erreichen
und mit diesem zusammenlliessen, letzteres hauptsächlich
bei .gelben Stücken; ein dünner, schwarzer Streifen, schief
nach hinten und aussen laufend ist dann der letzte Rest
des sonst breiten, schwarzen Gebietes zwischen beiden
Flecken. Das apicale Band kann bei sonst völlig gelben
Sticken einen reinweissen Kern besitzen. Die von Stau-
dinger abgebildete var. intermedia scheint selten zu sein,
sie liegt mir nur in einem & vor. Ich besitze kein gelbes 9;
alle meine @9 sind blassgelb und nähern sich der var.
intermedia. Ich wäre also für Elymnias phegea F. mit
forma bammakoo, Westw. und forma intermedia, Auriv.,
aber nicht für mehr!
Ob F. mit Ausgrabung des alten, zweifelhaften Linn6-
schen Namens hypermnestra an Stelle der allen Entomo-
logen geläufigen Bezeichnung undularis, Drury Recht ge-
tan hat, erscheint mir sehr zweifelhaft, denn erstens fehlt
in der lateinischen Diagnose Linnös jede Erwähnung der
zuerst und hauptsächlich ins Auge fallenden Blaufleckung
der Vorderflügel und zweitens können wir den Namen un-
dularis sehr gut mit dem bisher immer so genannten Tiere
in Beziehung bringen sowohl wegen der welligen Konturen
beider Flügel als auch wegen der fein gewellten Zeichnung
der Unterseite, während die aus Aegypten nach Argos ge-
flohene Danaostochter Hypermnestra absolut keinen An-
u in
nn Jan am in 1 da 1 Be
Kritische Besprechung der Elymniinae. 43
knüpfungspunkt weder für Phantasie noch Gedächtnis bie-
tet. Ausserdem aber, und das wiegt schwerer, hat F. schon
eine Hestia aus Borneo hypermnestra hypermnestra, Westw.
genannt, die Javaform von undularis, als Type der Art,
hiesse nun nach F. ebenfalls hypermnestra hypermnestra
L. — das ist aber doch des Guten zu viel. Zwar sagt F.
apodiktisch, dass die bisher unter jüngeren Namen kur-
sierende Elymnias also fortab wieder hypermnestra L.
heissen wird, aber er gibt hiermit nur seiner persönlichen
Ueberzeugung Ausdruck und seine Empfehlung des ver-
alteten unsicheren Namens ist in keiner Weise bindend für
die entomologische Welt, welche in diesem Falle zu wählen
hat. Das Faktum, dass bisher alle und auch die modern-
sten Fachwerke das Tier mit undularis bezeichnen, spricht
weiter für Beibehaltung des allgemein bekannten und ver-
standenen Namens.
Nigrescens, Butl. wird von F. gleichwertig als eigene
Spezies neben undularis gestellt, ich halte sie nur für eine
Subspezies der ausserordentlich veränderlichen Art undu-
laris, welche über den ganzen Süden des asiatischen Kon-
tinents und den malayischen Archipel bis Celebes exklusive
verbreitet ist. Auf dem Kontinente, auf Java und wahr-
scheinlich auch im äussersten Süden Sumatras hat undu-
laris gelbe @ 9, während im eigentlich malayischen Gebiete
(mal. Halbinsel, Sumatra und Borneo) die @Q9 in die Farbe
der && gekleidet sind, eine Erscheinung, die wir z. B.
auch bei‘ Papilio polytes L. wahrnehmen, ohne dass man
dort an zwei besondere Arten gedacht hätte. In Tenasserim-
Perak, da wo die oben erwähnte Grenze zwischen der
kontinentalen und malayischen Fauna liegt, fliegt eine 9
Uebergangsform, discrepans Dist., welche bereits verdunkelt
ist, aber noch deutliche Gelbfärbung der Vorderflügel zeigt.
Dass die sonst mit Java übereinstimmenden kleinen Sunda-
inseln dunkle und nicht gelbe @ 2 besitzen, ist nur der
Ausdruck des immer nach Osten zunehmenden auf kleinen
Inseln gesteigerten Melanismus; übrigens zeigen die mir be-
kannten 99 von undularis sumbawana Fruhst. und sum-
bana Fruhst. besonders am Aussenrande der Vorderflügel
noch braunrötliche Färbungsreste. Undularis undularis
Drury vom Kontinente lässt sich von der javanischen un-
dularis protogenia Cram. im & Geschlechte gut unter-
scheiden durch einen eigentümlichen, bläulichen Metall-
schimmer des Randes der Vorderflügeloberseite ausserhalb
44 Dr. L. Martin.
der submarginalen, blauen Flecken, welcher bei protogenia
fehlt, während die 99 beiden Unterarten keine konstanten
Unterschiede bieten. Undularis tinctoria, Moore aus Burma
und Tenasserim, von der de Niceville schon. 1882 sagte
„we have never seen this species“ und welche auch Bing-
ham 1905 nur als Synonym von undularis behandelt mit
dem Bemerken, dass die differences von undularis very
slicht and very variable seien, wird sicher nicht als Sub-
spezies zu halten sein trotz der Mooreschen Abbildung.
Gerade die Elymniasarten sind alle sehr subtile und leicht
zu beschädigende Tiere; eine Sammlung von Elymnias
würde dem Auge nur dann einen Genuss bieten, wenn alle
Exemplare exlarva wären; geflogene einerseits und exlarva
oder durch einen glücklichen Zufall gleich nach dem Aus-
schlüpfen gefangene Exemplare anderseits ergeben grosse
Unterschiede, welche auf Abbildungen noch vergrössert er-
scheirmen können. Aehnlich wie tinctoria könnte man dann
auch Stücke aus dem westlichen Himalaya zu einer Sub-
spezies erheben, da 5 mir aus Naini Tal (Kumaon, West-
erenze von Undularis) vorliegende &6 sich von Sikkim-
Stücken durch eine viel hellere, orangegelbe Bandbinde der
Htilgloberseite unterscheiden, wodurch sie einen Uebergang zu
undularis fraterna Butl., der Ceylonform bilden. Wie un-
dularis tinetoria Moore, muss auch undularis baliensis
Fruhst. fallen. F. begründete seine Subspezies baliensis
auf 2 56; mir liegen aber 15 5&& und 7 Q9 vor, welche
ich im August und September 1906 auf Bali fangen liess;
sie sind in keiner Weise, weder durch Grösse, noch durch
Färbung, von Javastücken zu unterscheiden. Wenn es
sich bewahrheiten sollte, dass im -äussersten Süden Suma-
tras undularis protogenia mit gelben @Q der Vertreter der
Kollektivspezies undularis wäre, so spräche das deutlich
für den Subspeziesrang der in Nord- und Mittel-Sumatra
vorkommenden nigrescens. Die von F. aus Siam und Anam
gemeldeten Subspezies entziehen sich meinem Urteile, da sie
mir in natura nicht bekannt sind. Zur tinctoria Moore be-
schreibt F. noch eine neue @ Form mit weissem Discus
der Hinterflügeloberseite als paraleuca; solche weisse QQ
sind schon 1886 von Elwes (Journ. As. Soc. Bengal 1886,
pag. 419) aus Tavoy in Niederburma beschrieben worden,
ohne dass ihnen ein Namen zuerkannt wurde.
Unter Beachtung meiner obigen Ausführungen wäre
deshalb die Kollektivspezies undularis in die folgenden geo-
Kritische Besprechung der Elymniinae. 45
graphischen Subspezies zu ordnen, wobei die Richtung von
Westen nach Osten eingehalten werden soll:
1. Undularis fraterna, Butl. Ceylon, das 5 durch nahe-
zu völliges Fehlen der blauen Submarginalflecken des Vor-
derflügels und durch eine hellrotgelbe Bandbinde der Hin-
terflügel gut verschieden, die @29 von kontinentalen kaum
zu. trennen.
2. Undularis undularis, Drury, Kontinentalindien von
Kumaon im Westhimalaya bis zur oben erwähnten Faunen-
srenze Tenasserim-Perak, aber nicht in Südindien, wo die
nahe verwandte, aber doch schon gut abgesonderte Elym-
nias caudata, Butl. fliegt, welcher voller Speziesrang kaum
abzuerkennen ist.
3. Undularis violetta, Fruhst., Siam. mit forma epixan-
tha, Fruhst.
4. Undularis meridionalis, Fruhst., Süd-Annam, mit
forma orphnia, Fruhst.
5. Undularis discrepans, Dist., nördliche malayische
Halbinsel, das nur noch teilweise gelbe @ ein deutlicher
Uebergang zur folgenden Subspezies.
6. Undularis nigrescens, Butl.. im spezifisch malay-
ischen Gebiete, also malayische Halbinsel, Borneo und
Sumatra, mit Anschluss vielleicht des äussersten Südens,
OQ in maris colore. Es erscheint hier nötig. mein Suma-
tramaterial von nigrescens kurz zu besprechen, da sich
F. wegen Materialmangel im unklaren über die Sumatra-
rasse erklärt. Es leben auf dem Inselkontinente Sumatras
mindestens drei verschiedene Undularisformen, vielleicht
auch noch mehr, da mir kein Material von der Westküste
und aus Atieh im Norden zur Verfügung steht. In Deli,
Nordost-Sumatra, fing ich nur auf dem Vorderflügel sehr
schwach blaugefleckte 5&& mit geringer Entwickelung der
stark verdunkelten Randbinde der Hinterflügel, auch. die
2® führen nur ausnahmsweise die weisslichblauen Flecken
auf dem Vorderflügel, wie sie bei den 99 von der malay-
ischen Halbinsel immer gut ausgebildet sind; oft sogar glei-
chen sie völlig den 56 und sind nur in der Grundfarbe
matter und heller. In Mittel-Sumatra (Indragiri) fliegen da-
gegen 56 mit so reichem, blauem Schmucke, wie nirgends
sonst — herrliche Gelegenheit für eine forma nova nobis
— die 3—4 apicalen Flecken schmelzen zu einem breiten,
46 Dr. L. Martin.
leuchtend blauen Bande zusammen und am Aussenrande ent-
stehen noch drei weitere, sehr starke blaue Flecken. die
Hinterflügeloberseite ist fast einfarbig mit nur ganz undeut-
licher brauner Randzone. Im äussersten Süden Sumatras
(Telok Betong) endlich fliegt typische undularis protoge-
nia ıril gelben 9. wenn es sich bei dem mir aus Süd-
Sumatra zuzesandten Materiale nicht um eine grobe Täusch-
ung handelt. Von Borneo besitze ich leider keinen undu-
larisvertreter, jedoch dürften die vier von F. benannten
Formen iedem Bedürfnisse genügen.
7. Undularis formosana Fruhst. Das & unterscheidet
sich auf der Oberseite in keiner Weise von nigrescens 66
aus Sıngapore, auf der Unterseite des Hauptflügels fehlt der
reinweisse Fleck an der Costa, das @ kenne ich nicht.
Insei Formosa.
8. Undularis hainana, Moore Hainan- und
9 Undularis tonkiniana. Fruhst. Tonkin sind mir beide
leider unbekannt.
10. Undularis protogenia, Cram. Ost- und Westjava,
Bali. Obwohl Balitiere im allgemeinen noch kleiner sind
als die schon reichlich kleinen Javaformen, zeigt doch meine
srosse Undularisserie aus Bali absolut keinen Grössenun-
terschied mit einer gleichen Serie aus Westiava.
11. Undularis melitophila, Fruhst. Lombok.
12. Undularis sumbawana, Fruhst. Sumblawa, zweifel-
los eine gute, besonders im @ aparte Subspezies, welche
ich in Bima auf Sumbawa direkt hinter den ersten Häu-
sern am Meeresstrande erbeutete.
13. Undularis orientalis, Röb. Flores.
14. Undularis timorensis, Stdgr. Timor.
15. Undularis sumbana, Fruhst. Sumba, eine sehr
schwache Subspezies, das & nur auf der Unterseite von &
sumbawana zu unterscheiden; mein @ aus Waingapu eben-
so gross wie das üppigste @ aus Singapore und von die-
sem auch kaum in der Färbung verschieden, höchstens weist
die aufgehellte gelbbraune Randzone beider Flügel auf die
Verwandtschaft mit der Javaform hin.
Wenn wir nun bedenken, dass Raupe und Puppe die-
ser 15 Formen höchst wahrscheinlich keine brauchbaren
Unterschiede liefern werden, dass sogar die mir in Natur
Kritische Besprechung der Elymniinae. 47
bekannten Puppen von undularis nigrescens aus Nordost-
Sumatra und von Elymnias hewitsoni aus Süd-Üelebes aus-
ser verschiedener Grösse keine mir auffallenden Verschie-
denheiten zeigten. dass wahrscheinlich auch Elymnias cot-
tonis Hew. von den Andamanen die gleichen Larvenstände
besitzen wird, so scheint mir ein genügendes und befriedi-
sendes Maximum nomenklatorischer Tätigkeit erreicht, wel-
ches uns den Verzicht auf weitere, dem Gedächtnisse doch
nicht einzuprägende Formenbezeichnungen leicht macht.
Jeder Sammler, der aus Ostasien heimkehrt, wird nur von
undularis sprechen, den er da oder dort gefangen habe,
und wird damit sicher völlig verstanden. Sollte ein Autor
der Zu’unft bei einer evolutionistischen Arbeit des undu-
larıs @ aus Tenasserim mit weissem Discus der Hinterflü-
gel hedürfen, welches F. forma paraleuca genannt hat, so
wird er gewiss rascher das Tier mit wenigen Worten cha-
rakterisieren, als dass der betreffende Band der Iris aufge-
stöbert und herbeigeschleppt wird. Sapienti sat!
Ob Elymnias obnubila, Marsch. als Subspezies zu cot-
tonis Hew. gehört. wie F. Bingham folgend annimmt, be-
zweille ich sehr, denn sowohl de Niceville als auch Bing-
han erwähnen für obnubila auf der Hinterflügelunterseite
eine Serie von schwarzen, weissgekernten Ocellen, eine in
der Undularissippe, zu der doch cottonis zweifellos ge-
hört, völlig unbekannte Auszeichnung, die in Vereinigung
mit den manifesten Schwänzchen des Hinterflügels deutlich
darauf hinweist, dass obnubila wohl die nördlichste Suh-
spezies aus der unten noch zu besprechenden Panthera-
gruppe ist, wie das auch de Nieeville, welcher obnubila in
natura kannte, klar und deutlich sagt. Ein Blick auf Bing-
hams Abbildung genügt zur Erkenntnis dieser Tatsache.
Auch mit der durch Aurivillius vorgenommenen Aus-
grabung des alten Linnsöschen Namens nesaea für lais bin
ich nicht einverstanden, weil erstens alle zur Zeit lebenden
Entomologen wohl sehr gut die auch in der ganzen reichen
Literatur so genannte lais kennen, aber vermutlich nur
wenige sich zu nesaea bekehren werden und weil zweitens
mehreren auf lais basierten, mit grammatikalischer Kennt-
nis und klassischem Takte gebildeten Subspeziesnamen wie
neolais und laisidis hiermit der ideelle Zusammenhang ent-
zogen wird. Lais lais Cram., die Javaform und Type
fliegt auch noch auf Bali, von woher ich 2 99 erhielt,
48 Dr. L. Martin.
welche völlig mit westjiavanischen @ 2 übereinstimmen, wo-
durch der Wert der Subspezies für Ostjava sehr sinkt. Es er-
scheint mir sehr untunlich, bei der Beschreibung von Sub-
spezies gerade in der Laisgruppe die Grösse der Tiere
herbeizuziehen, so lange nicht Durchschnittsmasse von sehr
‘grossen Serien vorliegen. F. sagt z. B. von Lais lioneli
ö. der Form der malayischen Halbinsel, sie sei grösser
als laisidis von Sumatra; nun ist aber gerade mein ein-
ziges, von mir in Selangore selbst gefangenes lioneli &
entschieden kleiner als die meisten Stücke meiner grossen
Sumatraserie. Auch nicht der Apex der Vorderllügelober-
seite ist bei lioneli breiter schwarz bezogen, sondern es
nimmt die Zunahme‘tider schwarzen Färbung das Gebiet
unter dem Costalrande ein, wo der oberste Internerval-
streifen fast verschwunden ist. Auch die Farbe dieser
Internervalstreifen darf kaum zur Unterscheidung der Sub-
spezies herbeigezosen werden; sie wechselt zwischen hell-
grün, dunkelgrün, blaugrün, blaugrau und gelbgrau und
scheint mir sehr vom Alter des Individuums abzuhängen;
ö& exlarva oder rasch nach dem Ausschlüpfen gefangen
dürften alle dunkel-blaugrün gestreift sein, während ge-
flogene, länger den Sonnenstrahlen ausgesetzte Exemplare
bleicher, hellerün oder gelbgrau sind. Die Falter aus der
Laisgruppe sind alle stattliche, durch Form und Farbe
gleich ausgezeichnete Tiere.
Grosses Verdienst erwirbt sich F. durch die richtige
Zusammenstellung der verschiedenen Casiphone!ormen; seine
Vermutung, dass auf Sumatra sich noch eine blauschillernde
CGasiphoneausgabe einstellen wird, würde sich für den
äussersten Süden (dieses Inselkontinents bewahrheiten, wenn
die typischen, von westjavanischen nicht zu unterscheiden-
den Stücke von casiphone casiphone Hübn.. welche mir
mit dem Fundorte Telok Betong zugingen, auch wirklich
aus den Lampongs stammen. Bei den 5& der westiava-
nischen Form lassen sich mit Bezug auf den Blauschiller
zwei Typen unterscheiden, eine mit stahlblauem und eine
mit violettblauem Glanze, ganz die gleiche Erscheinung,
welche wir auch bei Papilio paradoxus Zink. beobachten.
Auch von Bali ist es mir gelungen, 2 5ö einer Casiphone-
form zu erhalten. Wohl stehen sie der von F. mit Recht
abgesonderten Form von ÖOstjiava alumna (= Pflegetochter
oder weibliches Kostkind, ich kann nicht enträtseln, welcher
Gedankengang bei dieser Taufe geherrscht hat) nahe, da
Kritische Besprechung der Elymniinae. 49
sie sich aber nicht völlig mit der F.’schen Beschreibung
dieser Form decken, möchte ich die casiphone
djilantik (Fürst von Bali) zu benennende Inselform
hier kurz beschreiben: Der Blauschimmer der apicalen
Hälfte des Vorderflügels ist erhalten; es zeigen sich auf
der Oberseite keine discalen, weissen Flecken mehr, am
Aussenrande des Vorderflügels steht eine nach aussen kon-
vexe Reihe von 6 blauen, weissgekernten Punkten, von
denen die oberen 3 grösser und breiter weissgekernt sind.
Auf der Unterseite des Vorderflügels sind weisse Punkte
auf dem Discus erhalten, aber minder prominent als bei
casiphone casiphone. Auf: der Htflgloberseite ist die gelb-
graue Submarginalbinde nur sehr schwach angedeutet,
schwächer wie bei typischer casiphone, eine Gelbfärbung
der Adern flügeleinwärts fehlt völlig; die schwarze Be-
haarung der Htilgloberseite abwärts vom Medianastamme ist
viel stärker und buschiger als bei allen meinen Casiphone-
stücken; die Htflglunterseite bietet keine Unterschiede. Nach
2 66 im August 1906 durch meinen javanischen Sammler
Saimun auf Bali nahe Boeleleng gefangen. Elymnias casi-
phone prätextata, Fruhst. von der Nachbarinsel Lombok
steht natürlich ebenfalls sehr nahe, ist aber sofort durch
den vom Autor ausdrücklich erwähnten, rotbraunen Apical-
saum unterschieden; auch bei prätextata ist die „obsolete“
submarginale Fleckenbinde der Hiflgloberseite schmaler als
bei casiphone.
Casiphone kamara, Moore möchte ich nicht als dimorphe
Form von casiphone betrachten, wie das F. vorschlägt,
sondern mindestens als gute Subspezies, besser noch Spezies,
bestehen lassen. Meine Gründe dafür sind, dass kamara
ein beschränkteres (Gebiet als casiphone bewohnt, so ist
z. B. von der malayischen Halbinsel, wo eine typische
Casiphoneform fliegt, keine Kamaraform bekannt geworden,
dass ferner in Nordostsumatra wohl kamara erinyes de
Nic., aber keine casiphone gefunden wird und dass last
not least die javanische kamara eine von casiphone völlig
verschieden schimmernde Interferenzfarbe zeigt, ein dunkles
Lila, wie ich es sonst nur beim Genus Terinos gesehen
habe. Ich besitze kamara ausser von Westjava noch aus
Nordost- und Südsumatra und auch 1 & von Bali. In Deli,
Nordostsumatra war kamara sehr selten, trotz intensiver
Jagd glaube ich in einem Zeitraume von mehr als 12 Jah-
ren nicht mehr als 6—7 Exemplare erhalten zu haben, da-
Deutsche Entomologische” Zeitschrift „Iris“, herausg. vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden, Jahrgang 1909,
50 Dr. L. Martin.
Ars PER DENE Eee I
runter ein ©, welches von de Nieeville abgebildet wurde
und sich heute im Tring-Museum befinden muss. Kamara
kamara scheint dagegen in Westjava nicht so selten zu
sein, denn in einer Sendung aus Sukabumi fand ich 359
dieser Art vereint. Wir hätten also:
1. Kamara kamara Moore, Java, Lombok, Südsumatra (?),
3. Kamara erinyes de Nie., Nordostsumatra,
3. Kamara exclusa de Nic., Bali.
Als de Nieceville anno 93 die erste erinyes bei mir salı,
hielt er sie sofort für eine neue, gute Art, verglich sie mit
casiphone und kamara, beschrieb sie aber rückhaltlos als
gute Spezies; Fruhstorfer dagegen anno 1907 spricht nur
von einer zur casiphone gehörigen Form kamara. Man
sieht, dass sich mit der Zeit die Ansichten geändert haben,
andere Zeiten, andere Lieder, aber die Wahrheit liegt wohl
in der Mitte und ist kamara eine gute Subspezies von
casiphone. Erwähnt sei noch, dass kamara exclusa von
Bali wie casiphone diilantik sehr starke Behaarung des
Diskus der Hiflgloberseite zeigt; „heavily clothed on the
dise with long black hairs“ sagt de Niceville in seiner
Originalbeschreibung von exclusa.
Casiphone saueri von der malayischen Halbinsel, casi-
phone aus West- und Ostiava und alle Kamaraformen, so-
wie auch die meisten Falter der Laisgruppe ähneln sich
auf der Unterseite beider Flügel so sehr, dass bei Tüten-
stücken oft nur durch einen Blick auf die durch die Pin-
zette zugänglich gemachte Oberseite die Erkennung der Art
möglich wird. Noch grösser aber ist die Aehnlichkeit bei
den QQ2 der Lais- und Casiphonegruppe und wird hier
auch die Flitgeloberseite mit ins Spiel gezogen. Faktisch
ist es mir unmöglich, mit voller Sicherheit die Q2 von
lais und casiphone aus Java auseinander zu halten und
Herr Fruhstorfer, mit dem ich gelegentlich gemeinsam die
Schwierigkeit überwinden wollte, kam auch zu keinem ab-
solut sicheren Resultate. Beim Vergleiche mit dem Suma-
tramaterial, dessen laisidis @Q@ natürlich authentisch sind,
da es im Laisidisgebiete keine Casiphoneform gibt, konnte
ich nur drei allenfalls haltbare Kriterien entdecken, welche
vielleicht für die Zugehörigkeit eines @ zu casiphone
sprechen: grössere Entwicklung und Deutlichkeit von
dicalen, weissen Flecken auf der Vorderflügelunterseite,
Kritische Besprechung der Elymniinae. 2 51
welche bei lais mehr einförmig gefärbt ist, 2. geht der am
Apex der Zelle keulenförmig beginnende Internervalstreifen
bei lais ungebrochen zum Flügelrande, während er bei
casiphone schon halbwegs erlischt und 3. sind die beiden
nächstunteren Internervalstreifen bei lais ebenfalls komplett,
wenn sie gleich gegen den Flügelrand hin an Stärke ab-
nehmen, um wieder mit einer Verdickung zu enden, bei
casiphone dagegen zeigen sie am Anfang und Ende eine
weissliche, fleckenförmige Verdickung, sind aber in der
Mitte ihres Verlaufes undeutlich oder ganz unterbrochen.
Mit kurzen Worten: das lais @ ist auf der Vorderflügel-
oberseite mehr gestreift, das von casiphone mehr gefleckt.
Man darf aus dieser Aehnlichkeit, besonders der so kon-
servativen Unterseite, den sicheren Beweis der nächsten
Verwandtschaft dieser Arten entnehmen. Nur die von F.
an die Spitze der Casiphonegruppe gestellte, nordindische
malelas Hew. weicht in der Unterseitenzeichnung so sehr
vom allgemeinen Typus ab, dass man fast an ihrer Zuge-
hörigkeit zweifeln könnte, da ja die Aehnlichkeit der OÖber-
seite das Resultat einer im Verbreitungsgebiete wirksamen
homoeogenetischen Faktorenreihe sein könnte, der auch
Euploea muleciber (der viel umgetaufte midamus) und Euploea
rogenhoferi Feld. sowie auch Euploea binotata Butl. unter-
worfen waren; letztere Art, binotata, hat die meiste Aehn-
lichkeit mit unserem malelas.
Weniger glücklich ist F. mit Unterbringung von Elym-
nias dohrni de’ Nic., welche er aber kaum in natura ge-
sehen hat, da bisher nur ein Exemplar gefangen wurde,
das sich jetzt im Tringmuseum befindet. Dohrni ist eine
deutlich ausgesprochene Subspezies der kontinentalen patna,
Westw., wie das auch de Niceville in der Originalbeschrei-
bung von dohrni deutlich mit den Worten „allied to patna“
sagt, welche Aeusserung zu jener Zeit dem heutigen Sub-
speziesbegriff gleichwertig ist, auch gibt er nur die Unter-
schiede von patna ausführlich an und bemerkt am Schlusse,
kochi Semper und beza Hew. wären more distantly allied
spezis. Wenn pellucida Fruhst. und melia Feld., mir
beide leider unbekannt, ebenfalls mit dohrni' in Beziehung
gebracht werden können, so gehören sie auch in die Pat-
nagruppe. Dohrni ist die südlichste bis heute bekannt ge-
wordene Patnaform, auf der malayischen Halbinsel - fliegt
eine sehr nahestehende, die Verbindung herstellende, aber
doch wieder gut unterschiedene Form, welche noch unbe-
52 Dr. L. Martin.
schrieben ist. Das einzige mir bekannte Stück auch dieser
Subspezies, ein &, ist in den Maxwell-Hills von Perak im
April in einer Höhe von 3500’ gefangen. Kleiner als patna
mit etwas mehr ausgeglichenen Flügelkonturen, zeigt die
neue Subspezies die 6 submarginalen metallischblauen
Striche der Vorderflügeloberseite bedeutend verkleinert, die
drei subapikalen gut voneinander getrennt, welche bei patna
zu einer Binde vereint sind; dagegen kein blauer Flecken
in der Vorderflügelzelle, wie meistens bei patna. Keiner
der 6 Submarginalflecke ist weiss oder ausserhalb der Reihe
wie bei dohrni die unteren drei. Auf der Unterseite des
Hinterflügels am Aussen- und Analrande reinweisse Strichel-
ungen, welche bei patna noch bräunlich und bei dohrni
stark vermehrt sind und sogar auf der Hinterflügeloberseite
erscheinen. Bei patna ist der Apex des oberen Medianastes
des Hinterflügels noch zu einam deutlich prominenten
Schwänzchen ausgezogen, bei dohrni ist der Hinterflügel
völlig abgerundet, bei der neuen Subspezies aus Perak
zeigt die Hinterflügelkontur an den Enden der Adern noch
eine deutliche Zackung, aber keines der Zäckchen ist so
prominent, dass man von einem Schwänzchen sprechen
könnte. Von patna stietica Fruhst. aus Tonkin ist die
neue Subspezies durch das Fehlen der Reihe von grossen
weissen Punkten auf der Vorderflügeloberseite verschieden.
Haarpinsel auf dem Hinterflügel braunschwarz wie bei
patna. Ich nenne diese neue Subspezies patna hanit-
schi, nach Dr. Hanitsch. dem verdienten Direktor des
naturwissenschaftlichen Museums in Singapore, dem ich
das Unikum verdanke. Wir hätten also:
1. Patna patna Westw. Himalaya (Kumnon bis Sikkim).
Assam, Burma;
2. Patna patnoides Moore „can barely be separated
even as a variety“ sagt Bingham; nach F. eine Trocken-
zeitform.
3. Patna hanitschi Martin, malayische Halbinsel;
4. Patna Dohrni de Nic.. Sumatra;
5. Patna stictica Fruhst.. Tonkin.
Beza, Hew. (Mindanao), mir durch die schlechte Abbil-
dung Staudingers bekannt, trägt auch auf der Hinterflügel-
oberseite eine Serie von blauen Flecken, ein Färbungs-
charakter, der sonst in der Patnagruppe nicht vorkommt,
Kritische Besprechung der Elymniinae. 53
besitzt auch am Rande der Hinterflügelunterseite keine helle
Strichelung, kann also, wie das auch F. meint, nicht als
Subspezies zu patna kommen. Schade, dass seit der Be-
sitzergreifung der Philippinen durch die Amerikaner, keine
Schmetterlinge von dieser interessanten Inselgruppe mehr
in den Handel kommen, so fehlt in den neueren Sammlun-
gen, so auch in meiner, völlig das Philippinenmaterial.
Hervorzuheben ist noch, dass nach Zeichnung und
Färbung der Unterseite malelas und patna sich unmöglich
ferne stehen können, man dürfte sogar bezüglich der Stel-
lung von malelas im Zweifel sein, wenn nicht beide Arten
das völlig gleiche Gebiet bewohnten. Während aber male-
las häufig vorkommt, wird patna von allen Autoren als
selten bezeichnet und die beiden südlichen Subspezies, ha-
nitschi und dohrni, beide nur in einem & bekannt, ge-
hören zu den grössten Seltenheiten. Auch von stictica
scheint F. in Tonkin keine zu grosse Ernte gehalten zu
haben, er erwähnt in seiner Beschreibung nur 2 56 und
kein @, obwohl er dessen Zeichnung bespricht.
Ceryx Boisd. und ceryxoides de Nic. aus Java und
Sumatra stehen den Tieren aus den Patnagruppen an Selten-
heit nur wenig nach; sie kommen nur selten in den Handel.
Beide Subspezies sind exquisite Bergtiere aus höheren Ele-
vationen und werden vielleicht deshalb seltener gefangen.
Im vergangenen Jahre hatte ich Gelegenheit, eine grosse
Serie beider Geschlechter von ceryx in der Samm-
lung des Majors a. D. Ouwen, des Vorstandes des
kleinen zoologischen Museums in Buitenzorg zu sehen; die
Falter stammten aus den Bergen um Sukabumi. Das isi aber
alles, was ich von ceryx zu Gesicht bekommen habe, trotz-
dem mir viele Sendungen aus der Gegend von Sukabumi
zur Durchsicht vorgelegen haben. F. sagt, es sei sehr
wahrscheinlich, dass ceryx sich über Java nach Sumatra
verbreitet habe; für eine derartige Hypothese gibt es auch
nicht den Schimmer einer Begründung; wir können nur
sagen, das Fluggebiet von ceryx ist Sumatra und das west-
liche Java; für eine Ausbreitung des Falters, wenn wir
überhaupt Beweise für sein Eingeborensein auf Westijava
hätten, käme doch zuerst Ostjava in Betracht, wo ceryx
aber gerade zu fehlen scheint. Ich halte ceryx für eine
Form des malayischen Gebietes und wäre über Ent-
deckung einer Subspezies in den Bergen der malayischen
54 Dr. L. Martin.
Halbinsel oder Borneos nicht sehr erstaunt. Mit dieser den
wirklichen Verhältnissen entsprechenden Betrachtung fällt
auch das schöne Wort von der „prächtigen Lokalrasse“ für
ceryxoides in sich zusammen. Die Javalorm wurde zuerst
durch Boisduval 1836 bekannt gemacht, weil schon in den
30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf Java ge-
sammelt wurde. Die Sumatraform wurde zuerst 1873 von
Carl Bock in Westsumatra und in den ersten Wer Jahren
von Hagen und meiner Person in Ostsumatra gelangen,
1893 sah de Niceville sumatranische Stücke bei mir auf
Sumatra, erkannte sie verschieden von der javanischen
Form und beschrieb sie 1895 als ceryxoides. Aus dem rein
historischen Faktum, dass zufällig die in Java heimische
Form zuerst bekannt wurde, annehmen zu wollen, diese
sei die Siammart und die später auf Sumatra entdeckte Form
sei eine Lokalrasse, geht doch nicht an. Einer Ausbreitung
von Java nach Sumatra steht auch noch der Umstand sehr
hinderlich im Wege, dass ein reines Bergtier von nur
mittlerer Flugkrait keinesfalls die alluvialen Küstenebenen
beider Inseln, in denen wir es vergebens suchen, durch-
fliegen wird. Sollte sich im spezilisch malayischen Gebiete
keine weitere Subspezies von ceryx finden, so gehört dieser
Elymnias zu den sehr wenigen Tieren, die nur auf Suma-
tra und Java beschränkt sind; ich wüsste im Augenblicke
von Rhopaloceren nur Charaxes kadeni und die Cynthia-
bergiorm battaka in gleicher Beschränkung des Vorkommens.
ceryx ist übrigens in der langen Reihe der Elymniasarten
vielleicht die schönste und für das menschliche Auge ele-
ganteste Form, das zarte Blassblau der Vorderflügel von
feiner weisser Strichelung durchzogen, der breite, schwarze
Ranl, in dem eine Reihe sehr regelmässiger und hoch-
plastischer, weisser Punkte steht und das stark konstra-
stierende, tiefe Rotbraun der Hinterflügel machen die Er-
scheinung so ungemein anziehend, welche durch stattliche
Grösse und vornehmen Flügelschnitt noch gehoben wird.
Völlig Recht hat F., wenn er penanga Westw. nahe
zu der schon besprochenen patna stellt, da die Vorder-
flügeloberseite beider Arten in Farbe und Zeichnung viele
Aehnlichkeit bietet; die Unterseite dagegen von penanga ergibt
eine grosse Annäherung an undularis, mit dem penanga die
vom 5 sehr verschiedenen @Q gemeinsam hat. Mit der
Festhaltung der Subspezies chelensis de Nie. bin ich völlig
einverstanden, auch wenn Bingham ihr nicht einmal den
Kritische Besprechung der Elymniinae. 55
Rang einer varietal Form einräumen will. Wenn eine Art
von Assam über die malayische Halbinsel bis Sumatra und
Borneo verbreitet ist, so darf mit Sicherheit ungesehen
schon darauf gerechnet werden, dass die kontinentale Form
von der der Halbinsel und der Inselkontinente subspezifisch
verschieden ist. Sonderbarer Weise sind auch die Penanga-
formen alle seltene Tiere, es ist, als ob die gute Hälfte
aller Elymnisarten auf dem Aussterbe-Etat stände. In mei-
nen langen Sammeljahren auf Sumatra habe ich nur eine
beschränkte Serie der dort heimischen penanga sumatrana
Wall. zusammenbringen können, von der heute nach Ab-
gabe an Staatssammlungen und Freunde noch 10 5& und
7 29 in meiner Sammlung stecken. Die letzteren gehören
drei ganz verschiedenen Typen an, von denen F. zwei an-
führt:
1. 9: forma sumatrana, Wall. mit breitem, weissen
Apicalband des Vorderflügels, welches breit, über ein Fünitel
der Costa einnehmend, von dieser zum Aussenrande zieht,
ihn aber nicht völlig erreicht, so dass ein geringer Rest
der taubengrauen Grundfarbe ganz am Rande stehen bleibt;
in der Zelle zwischen den beiden oberen Medianästen macht
die Grundfarbe einen eckigen Vorstoss in das weisse Ge-
biet, welcher genau vom obersten Medianaste nach vorne
begrenzt wird.
2. 2 forma abrisa, Distant, vom Autor irrtümlich für
ein & gehalten, Vorderilügel ungefleckt, einfach tauben-
grau, auf dem Hinterflügel ein discales, undeutlich be-
grenztes, weisses Band.
3. @ forma nova immaculata, beide Flügel ein-
fach in der taubengrauen Grundfarbe.
Die Unterseite aller drei Formen harmoniert aber so
sehr mit der des 5, dass über die Zusammengehörigkeit
kein Zweifel bestehen kann, nur ist bei forma sumatrana
die weisse Dreieckszeichnung am Costalrande des Vorder-
flügels am deutlichsten, hellsten und der des & am ähn-
lichsten, während forma abrisa die geringste Entwicklung
des weissen Punktes an der Costa des Hinterflügels zeigt.
Die braunen Töne in den Beschreibungen englischer Au-
toren vermisse ich bei meinen Sumatra 9 & völlıge. Vom
Apex des Vorderflügels läuft quer über beide Flügel bis
zur Mitte des Analrandes des Hinterflügels eine schatten-
hafte Linie, welche Aehnlichkeit mit der Blattrippenzeich-
56 Dr. L. Martin.
nung von Kallima besitzt; auf dem Vorderflügel steht nach
innen von dieser Linie das helle Costaldreieck, auf dem
Hinterflügel nach aussen eine aufgehellte Randzone. Beide
Geschlechter der Penangaformen tragen auf der Unterseite
des Hinterflügels eine Serie von angedeuteten Ocellen,
schwarze, undeutliche Pünktchen oft mit weissem Kerne;
sie sind am deutlichsten bei der kontinentalen chelensis.
Ausgezeichnete Arbeit hat F. getan durch richtige Um-
grenzung und nahezu vollen Ausbau der dara- und pan-
theragruppe. Von dara führt er 6 Subspezies an, welche
mir sämtlich gut begründet erscheinen. Dara darina, Suma-
tra und dara bengena, Westjiava sind in meinem Besitze,
Dara dädalion ist mir durch de Nicevilles Abbildung be-
kannt, alle differieren in gegebenen Grenzen stark. Auch
die Daraformen sind Bergtiere und wiederum selten in der
Natur und noch seltener in Sammlungen; ich glaube nicht,
dass man in den Sammlungen von ganz Europa mehr als
100 Exemplare finden wird. F. gibt die Formen vom Kon-
tinent (Burma, Tavoy, Tenasserim), Sumatra, Westjava,
Ostjava, Borneo und Palawau; es fehlt dabei eine Form
für die malayische Halbinsel, wo dara ebenfalls vorkommt,
da Staudinger drei Exemplare von Künstler aus Malakka
erhielt. In seiner Beschreibung von albofasciata aus Pala-
wan vergleicht Staudinger beide Formen die von Palawan
und die der malayischen Halbinsel. Auch F. gibt an, ein
Q aus Perak zu besitzen, welches er zu daedalion zieht,
wohl nur aus Mangel an entscheidendem Materiale. Nach-
dem für die Patna- und Penangagruppe eine eigene Straits-
form nachgewiesen ist, wird sie sich hier wohl auch als
verschieden erweisen und glaube ich, dass hier noch eine
Lücke für einen Subspeziesnamen liegt.
Noch zahlreicher sind die Formen der Pantheragruppe,
volle 15 zählt F. auf, ich kann sogar aus meinem Mate-
riale die 16. und östlichste dazu beschreiben, während die
oben schon erwähnte obnubila, Marsh. als westlichste und
erste Form die Gesamtzahl auf 17 bringt. Panthera, wenn
auch nicht gerade häufig, ist dennoch minder selten als die
eben behandelten Arten. Mit scharfem Blicke hat F. auf
die Verschiedenheit der Formen des makromalayischen Ge-
bietes von jenen von der schmalen, langgestreckten Insel-
kette Nicobaren-Nias-Batoe-Mentawei-Nassau-Engano hinge-
wiesen; seine Folgerung aber einer alten (wie alten?)
Kritische Besprechung der Elymniinae. 57
Landverbindung parallel mit Sumatra erscheint mir weni-
ger ‚plausibel, vielmehr möchte ich annehmen, dass auf den
Satellitinseln Sumatras, wie auch auf den Andamanen und
Nicobaren gewisse genetische Faktoren (Klima, Inzucht,
lange Isolierung) in gleicher Richtung auf die Evolution
der Lepidopteren gewirkt haben, wodurch Gleichartigkeit
in Zeichnung und Färbung entstanden ist. Gleiche Fak-
toren müssen teilweise auch auf den Molukken tätig gewe-
sen sein, wo wie auf Nias und den Andamanen die grossen
Pieriden aus dem Genus Hebomoia sich gelb gelärbt haben.
Die Satellitinseln Sumatras besitzen keine einzige Art, die
nicht auf Sumatra auch vorkäme, sind sogar entsprechend
ihrer Grösse bedeutend artenärmer, aber alle auf ihnen
fliegenden Tagfalter zeigen grosse, früher zur Spezies, jetzt
zur Subspezies bewertete Unterschiede, welche, wie schon
gesagt, nicht auf alten Landverbindungen, Wanderungen,
Ausbreitung u. s. f. basiert sind, sondern als das Resul-
tat der auf diesen kleinen Eilanden wirkenden genetischen
Faktoren angesehen werden müssen. Auf der am weitesten
abseits im indischen Ozean liegenden Insel Engano fliegt
Radena juventa (longa, Doherty) in einem Kleide, welches
der Radenaform von ÜCelebes (ishma, Butl.) sehr ähnelt;
niemand wird deshalb an eine frühere Landverbindung Ce-
lebes-Engano denken. Eher dürfen wir glauben, dass die
Satellitinseln trotz der tiefen, dazwischen liegenden See ein-
mal vom Mutterkontinente Sumatra abgesprengt worden
sind mit allen zur Zeit der Katastrophe auf ihnen lebenden
Schmetterlingen. Hat die Katastrophe ein Stück Grasland
betroffen, so wird später die kleine Insel nur die Schmet-
terlinge des Graslandes, eine Junonia und einige Mycalesis,
besitzen. In Wahrheit fehlen auf den Satellitinseln auch
alle Formen der zentralen Gebirgskette von Sumatra, und
nur küstenbewohnende Arten finden sich, das zeigt z. B.
sehr die Liste der Enganofalter, sowie auch die der
Niasarten, obwohl hier auch relativ niedriges Bergland an
der Abtrennung teilnahm, so dass wir eine Stibochiona und
Papilio neptunus finden, welche nicht der nächsten Küsten-
region angehören und auch auf Sumatra im Hügellande vor
den eigentlichen Bergen fliegen. Auch die von Hagen ge-
nannten Arten der Mentawei-Inseln, welche keine höhere Er-
hebung besitzen, gehören sämtlich der Küstenfauna an.
Doch zurück zur Pantheragruppe! Das panthera 59,
welches ich im September 1906 aus Bali erhielt, sollte sich
58 Dr. L. Martin.
eigentlich an die von F. als duleibella beschriebene Form
von Ostjava anlehnen, aber das & steht näher 5 dusara
aus Westiava, nur ist seine Grundfarbe etwas heller, mit
einem leichten Strich ins Rotbraune; die Randbinde aller
Flüzrel ist nicht so aschig braungrau wie bei dusara, son-
dern dunkler, brauner, und auf dem Hinterflügel ist die
Randbinde nicht ganz marginal, sondern nur submarginal,
weil am Aussenrande noch ein feiner Streifen der Grund-
farbe steht, während bei dusara höchstens die Zacken noch
wieder die Grundfarbe zeigen. Viel eigentümlicher ist aber
das Bali @, welches durch seine Färbung erst die Berech-
tigung zur Aufstellung einer Subspezies gibt. Wie das Ö
in der Grundfarbe feuriger braun, hat es die Randbinde
des Vorderflügels nur in ihrem obersten, apikalen Teile
gelblich und viel schmäler als das dusara ®@, am Aussen-
rande wird die Binde leuchtend rotbraun; diese Farbe
bleibt_aber genau auf die Randbinde beschränkt und schlägt
nicht auf das Flügelinnere über wie bei den @Q9 von pan-
thera panthera und panthera tautra. Auf dem Hinterflügel
ist die submarginale Binde gelbrotbraun, an ihrem äusse-
ren Rande stehen die Ocellen, nach innen von der Binde
folgt die braune Grundfarbe, nach aussen und hinten ein
das ganze Zackengebiet einnehmender Streifen von Rot-
braun, etwas minder leuchtend als auf dem Vordefflügel,
während dusara © auf beiden Flügeln viel breitere, ein-
färbig gelbgraue Randbinden besitzt. Die Unterseite bietet
keine auffallenden Unterschiede, nur haben beide Geschlech-
ter aus Bali das für Elymnias so charakteristische, kostale
Dreieck viel schwächer entwickelt als dusara &9. Die
neue Subspezies ist etwas kleiner als dusara, aber grösser
als duleibella; ich benenne sie nach ihrer Heimat Elym-
nias panthera balina. Da sich die Baliformen im
allgemeinen direkt an jene aus Ostjava anlehnen, oft gar
nicht verschieden sind, so findet F.s Vermutung, dulcibella
sei nur eine Saisonform (Trockenzeit) durch diese mehr der
Westjavaform gleichende, neue Subspezies eine Stütze. Nur
grösseres, sicher datiertes Material aus Ostjava kann Auf-
klärung bringen.
Uehrigens steht das duleibella @ aus Ostjava mit sei-
ver violetten Querbinde des Vorderflügels nicht so isoliert,
auch auf Sumatra (Deli) gab es @9 mit violetter Binde.
Mit den östlichsten Ausläufern der Pantheragruppe sind
wir bis Bali und Palawan gelangt und hätten jetzt zwei-
Pr
Kritische Besprechung der Elymniinae. 59
fellos die vier grossen Elymniasarten von Celebes zu fol-
gen; warum F., der bisher so ziemlich die Reihenfolge der
Arten von Westen nach Osten geordnet hat, nun von die-
ser sehr logischen Einteilung abgeht und zuerst die Ar-
ten der Molukken einschiebt, ist mir nicht gut begreiflich,
da doch die Celebes-Elymnias den malayischen Arten durch
die noch reichlich vorhandene Strichelzeichnung der Flügel-
unterseite viel näher stehen, als die Spezies der Molukken,
bei welchen diese Zeichnung schon sehr zurücktritt, oft
nur mehr angedeutet ist, um bei den Papua-Elymnias völ-
lig zu verschwinden. Aus diesem Grunde sollen an dieser
Stelle zuerst die Celebesarien ihre Besprechung finden, von
denen ich während meines Aufenthalts auf der zoologisch
so merkwürdigen Insel genügendes Material sammeln konnte.
F. betont nicht genügend, dass zwei der Arten nur den
Norden, zwei ganz ausschliesslich den Süden der Insel be-
wohnen; wo in Zentralcelebes die Nord- und Südformen
zusammenstossen und in welchem Kleide sie da fliegen, ist
noch unbekannt. Einen Uebergriff im Verbreitungsgebiete
scheint sich nur die nördliche mimalon, Hew. zu erlauben,
von welcher F. eine Subspezies mimalon nysa auch aus
Sidcelebes beschreibt. Da aber diese Beschreibung nur auf
QQ geht, das mimalon © aber nach meinem Material sehr
variabel erscheint, möchte ich fast an einen hier denkbaren
und leicht möglichen Irrtum glauben, zudem ich trotz in-
tensiven Sammeins in Südcelebes keine Spur von mimalon
entdecken konnte. Die beiden südlichen Arten, den ge-
wöhnlichen hewitsoni und den etwas selteneren hicetas, hat
Wallace beschrieben und sicher auch beide zu Zeiten seines
Makassaraufenthaltes anno 1856 entdeckt. Die beiden Arten
aus dem Norden haben den einstigen Bürgermeister Wiens
Dr. Felder und den begeisterten englischen Sammler Hewit-
son zu Autoren, dürften also der erste (cumaea, Feld.)
durch die Tätigkeit der österreichischen wissenschaftlichen
Expedition (Novarra), der andere (mimalon) auch durch
Wallace nach Europa gelangt sein. Staudinger erwähnt in
seiner dürftigen Besprechung des Genus Elymnias die vier
grossen Celebesarten und speziell den prächtigen mimalon
mit der dunkelblauen, sammetartigen Oberseite in nur we-
nigen Worten. Mit der Betonung der Grösse hat er völlig
recht, denn es gibt im ganzen Genus keine grösseren Aus-
masse, nur die Südmolukken und einige Satellitinseln Neu-
Guineas liefern annähernd gleich grosse Individuen. F.
60 Dr. L. Martin.
führt zu den vier Arten 12 geographische Subspezies auf,
welche sich zum grösseren Teile auf die Satellitinseln und
zum kleineren auf die Subregionen des 'celebischen Insel-
kontinents verteilen; die ersteren dürften die fester stehen-
den sein. Infolge ihrer stattlichen Grösse und ihrer ruhi-
gen, noblen Färbung sind Serien von Üelebeselymnias bei-
der Geschlechter wohl als Zierde einer Sammlung anzu-
sehen und im ganzen Genus besonders geeignet, dem
menschlichen Auge einen Genuss zu bieten.
Um mit der gewöhnlichsten Art von Südcelebes, he-
witsoni, Wall. zu beginnen, so kann ich F.s Angabe, dass
der Falter schon in den Gärten Makassars dem Sammler
begegne, dahin erweitern, dass er selbst zum Haustier wer-
den kann. Im Oktober 1906 besuchte ein eierlegendes 9
die in Töpfe gepflanzten, verkrüppelten, zwerghaiten Exem-
plare von Arengapalmen, welche zum Schmuck der in das
Haus eingebauten Veranda dienten; ich konnte von mei-
nem Stuhle aus die Eiablage und später das Schlüpfen der
Räupchen, deren Gedeihen und Verpuppung genau beob-
achten und erhielt am 14. und 15. November eine Serie
etwas kleiner Falter. Die Puppe sah übrigens der von un-
dularis nigresceus, welche ich von Sumatra her kenne, un-
geheuer ähnlich, soweit ich aus dem Gedächtnisse über die
trennenden Jahre hinweg einen Vergleich ziehen kann. Die
gleiche Form, die gleiche grüne Farbe mit roten Strich-
lein, so dass der Puppe nach hewitsoni direkt an die Un-
dularisgruppe anzuschliessen wäre. Hewitsoni fliegt das
ganze Jahr hindurch in und um Makassar, meine. Stücke
aus allen Monaten des Jahres ergeben aber keine Saison-
unterschiede. Uebergänge allerdings zu der von F. aus
Tanette beschriebenen forma sumptuosa gibt es in Süd-
celebes wohl, && und @9 mit sehr grossen, breiten Ocel-
len der Hinterflügel und die @9 mit weisser Costa und
breiterer, weisser Subapicalbinde der Vorderflügel, welche
sich längs dem Aussenrande in einer Fleckenreihe fort-
setzt. MSumptuosa ist also wohl die nördlichste Form von
hewitsoni. Hewitsoni atys, Fruhst. von Ostcelebes habe
ich weder von Paloppo noch von Kendari und Salabanka,
an welchen Plätzen ich teils selbst sammelte, teils sammeln
liess, erhalten. Eine ganz ausgezeichnete Subspezies aber
von hewitsoni ist die etwas kleinere meliophila, Fruhst.
von der Insel Saleyer; das & ist schmuckloser und ein-
färbiger als & hewitsoni und besitzt nur vier kleine
Kritische Besprechung der Elymniinae. Al
Ocellen auf dem Hinterflügel, die Hauptverschiedenheit liegt
aber im ©, welches am Aussenrande des Vorderflügels feu-
rie gelbbraune, blaugrau bereifte Färbung trägt, mit wel-
cher die drei grünlichweissen Subapicalflecken prächtig
kontrastieren, während der Aussenrand des Hinterflügels.
welcher fünf weisse Ocellen trägt, violett überhaucht ist,
eine wahrhaft vornehme Rhopalocerenerscheinung. Die lei-
der unkolorierte Abbildung vermag keine Vorstellung vom
koloristischen Reize des Tieres zu geben.
Die zweite Art aus 'Südcelebes. hicetas, Wall. ist min-
der häufig. obwohl sie auch in der nächsten Umgegend
der Stadt Makassar fliegt, die Q9 sind sogar selten zu
nennen. Wenn man von einer mimetischen Aehnlichkeit die-
ser @Q@ mit einem anderen Schmetterlinge reden will, so
kommt nach meiner Ansicht weniger Euploea eupator Hew. in
Anmerkung, sondern eher Hypolimnas iraterna, Wall. eben-
falls im © Geschlechte. Das hicetas & ist oberflächlich be-
sehen dem & von cumaea aus Nordcelebes verzweilelt ähn-
lich, doch lässt es sich durch eine Serie von 3—4 weissen
Ocellen auf der Oberseite der Hinterflügel von cumaea &,
dem diese Punkte fehlen und das auf der Unterseite des
Vorderflügels das Costaldreieck trägt, gut unterscheiden.
Hicetas bonthainensis, Fruhst. scheint eine alpine Form zu
sein, entging mir aber bei einer Begehung des berühmten
Lokkaweges, der hinter Bonthain (besser Bantaeng) in die
Berge führt; doch sah ich dort den ersten Papilio androcles
fliegen, auch ein entomologischer Genuss! Hicetas hicetina,
Fruhst. die Form von der Ostküste steht auf sehr schwa-
chen Füssen und lässt sich nach meinem Materiale nicht
halten, da alle von F. angegebenen Unterschiede an grösse-
ren Serien hinfällig werden. Ich habe die Ostform von
Tombugu, Paloppo und Kendari, aber ohne Berücksichti-
gung der Eitiquette lassen sich weder 56 noch 99 aus
einer Serie von Südcelebes herausfinden. Besser ist sicher
hicetas butona, Fruhst. von der Insel Buton, den ich
allerdings an vier Sammeltagen auf Buton ebenfalls nicht
zur Strecke brachte; er ist auf das schwache Material von
einem & aus Nordbuton beschrieben. Nordbuton ist völlig
mit schwerem Urwald bestanden und ohne menschliche
Niederlassung, soweit ich das vorbeifahrend vom Dampfer
aus beurteilen konnte; es kann noch manche schöne Novi-
tät liefern, wenn es nur leichter zu erreichen wäre!
62 Dr. L. Martin.
Cumaea Feld. aus Nordcelebes scheint dort seltener zu
sein wie mimalon Hew. und hat mit vitellia Cram. von
Amboina sicher gar nichts zu tun, wie F. meint, sondern
ist ebenfalls durch und durch ein echtes Celebestier. Aus
der Färbung der seltenen @@ möchte ich eher schliessen,
dass cumaea der durch die Celebeseinflüsse modifizierte,
östlichste Ausläufer der Pantheragruppe ist. Diese @9 tra-
gen nämlich auf der Oberseite beider Flügel ein submar-
einales, lichtes Band, welches sehr in Form dem gleichen
Bande bei panthera dusara Horsf. von Westiava gleicht
und welches. was noch mehr ist, bald gelblich, bald vio-
lett sein kann, wie bei dulcibella aus Ostjava.
Häufiger als cumaea war in Nordcelebes der samt-
blaue mimalon, Hew., dessen Schönheit schon weiland Dr.
Otto Staudinger ‘hervorgehoben hat. Wenn auch mi-
malon durch die Pracht seiner Interferenziarben sich etwas
abseits von den übrigen Celebeselymnias stellt, so trägt er
doch”auf der Oberseite beider Flügel eine deutlich erkenn-
bare, blass silberblaue Randbinde, durch welche er seine
Zugehörigkeit zur Celebesfauna bestätigt, da die gleiche
Binde auch von den 5& aller anderen Arten getragen
wird. Ohne Zweifel ist es ein hochinteressantes Faktum,
dass die && der vier sonst sehr gut zu trennenden Cele-
besärten völlig gleiche Zeichnungsanlage besitzen — das
Resultat besonders. kräftiger, auf Celebes wirksamer homo-
eogenetischer Einflüsse. Die mimalon @ 9, denen noch ein
bedeutender Rest des Blauschmuckes der && geblieben ist
— sind sie doch die blauesten von allen Celebeselymnias
22 — unterscheiden sich von 9 cumaea durch die ver-
breiterte, oft in Flecken aufgelöste, bläulichviolette, subapi-
cale und submarginale Binde der Vorderflügeloberseite,
welche, bei cumaea schärfer begrenzt, mehr als ein Gan-
zes imponiert; ausserdem hat das mimalon Q@ stets auf der
Hinterflügeloberseite weisse Ocellen. welche bei cumaea
völlig fehlen, letztere wiederum besitzt eine starke Entwick-
lung des kostalen Dreiecks der Vorderflügelunterseite, wel-
ches wir bei mimalon & und @ vergebens suchen. Die
oben schon erwähnte Subspezies mimalon nysa hat F. auf
QQ aus Süd- und Östcelebes mit einfarbig brauner Vor-
derflügeloberseite ohne violette Subapicalbinde basiert. Da
ich genau solche @9 auch aus Nordcelebes besitze, das
mimalon 9 ausserdem gerade bezüglich dieser Subapical-
binde sehr variabel ist — es existieren alle Uebergänge von
Kritische Besprechung der Elymniinae. 63
einer breiten, auffällig gefärbten Binde bis zu deren völ-
ligem Verschwinden —, so glaube ich, dass nysa nicht
haltbar ist. Ich muss auch aus dem völlig negativen Er-
sebnisse meiner Ausbeute das Vorkommen einer mimalon-
form in Südcelebes sehr bezweifeln.
Ich möchte die Besprechung der Celebeselymnias nicht
beschliessen, ohne nochmals hervorzuheben, wie sehr die
vier durch Grösse und Färbung gleich ausgezeichneten Ar-
ten der Insel in allen Eigenschaften aus einem Gusse er-
scheinen, wodurch die celebische Subregion des grossen
indo-malayischen Gebiets sich als aussergewöhnlich scharf
begrenzt erweist. Ausser der Hauptinsel gehören noch die
Satellitinseln Saleyer. Buton, Muna, Sula Mangoli, Sula
Besi, Bangkai, Peling, die Togiangruppe und das noch
völlig unbekannte, schwer erreichbare Kambaena zu dieser
Subregion.
F. zählt unter den Subspezies von ÖCumaea auch eine
sangira aul, sagt aber selbst, dass er im Zweifel sei, ob
sangira als Subspezies oder Spezies zu betrachten sei. Die
Sangirinseln gehören sicher nicht zur Celebes-Subregion,
sondern sind den Philippinen anzureihen, obwohl sie auch
völlig isolierte, wirklich autochthone Formen besitzen; ich
erinnere nur an die in ihrem Genus ganz vereinsamte Oy-
restis eximia, Oberth. Deshalb möchte ich die mir leider
unbekannte sangira Fruhst. als Spezies anerkennen.
Oestlich von Celebes werden die Elymniasarten min-
der zahlreich, wohl überall immer nur noch eine Art, ob-
wohl von der kleinen Insel Buru F. noch zwei Spezies.
cybele adumbrata Fruhst. und vitellia viminalis Wall. an-
gibt. De Niceville, der im Journ. As. Soc. Bengal 1898,
pag. 308—321 eine Aufzählung der ihm bekannt geworde-
nen, meist von Doherty gesammelten Tagschmetterlinge von
Buru veröffentlicht hat, kennt nur viminalis. Da sich aber
auf Buru auch der sonst nur auf Celebes vorkommende
Hirscheber (Babirusa) findet und Celebes überall zwei Elym-
niasarten besitzt, so könnte wohl auch Buru zwei Elym-
nias haben, obwohl mir eine Verwechselung wahrschein-
licher ist, besonders da F. viminalis nicht zu besitzen
scheint. Die schon bei den Celebeselymnias bedeutend ab-
gerundeten Konturen beider Flügel werden bei den Moluk-
ken- und Papua-Arten noch runder und ausgeglichener
und die eigentümliche Strichelzeichnung tragen die ersteren
64 Dr. L. Martin.
nur noch auf der Unterseite beider Flügel längs dem Aus-
senrande. während die letzteren keine Spur mehr von die-
ser für das ganze Genus so typischen Zeichnung besitzen.
Die Süd- und Nordmolukken sind von ie einer Art bewohnt,
beide sind sehr gut voneinander zu trennen. F. sagt in
der hier zu besprechenden Monographie, er habe die durch-
greifenden Unterschiede beider Arten schon in der Iris
1903, pag. 321, genügend betont; dort bespricht er aber
nur die Verschiedenheit von cybele obiana von typischer
vitellia. Es dürfte deshalb an dieser Stelle eine genaue
Konstatierunge dieser Unterschiede am Platze sein. Bei
eybele Feld., der Nordmolukkenart, stehen die weissen, ocel-
lenartigen, submarginalen Flecken genau parallel zum Aus-
senrande beider Flügel, während sie bei vitellia Cram.. der
Siidmolukkenspezies, oberflächlich besehen, der Abbildung
eines Sternbilles gleichen, welcher Eindruck durch ihre un-
regelmässige, verschobene Stellung hervorgerufen wird.
Je frischer das Exemplar, je dunkler die Grundfarbe der
Flügelunterseite ist, desto deutlicher die Vorstellung der
Sternkarte; Butler hat eine Subspezies „astrifera®“ genannt,
er unterlag also offenbar derselben Ideenverbindung. Auf
dem Vorderflügel sind von den fünf Ocellen die drei mitt-
leren so weit basalwärts verschoben, dass die ganze Reihe
eine nach innen eckige Linie bildet; erst der fünfte unterste
Flecken steht wieder in gleicher Entfernung vom Aussen-
rande wie der erste, oberste. Als Zeichen der Verwandt-
schaft besitzt übrigens auch die sonst ziemlich gerade Reihe
von cybele eine kleine Konvexität nach innen. Der Hin-
terflügel mit seinen 6 Ocellen zeigt ähnliches Verhalten;
bei cybele eine glatte, dem Flügelrande parallele Bogen-
reihe, bei vitellia vom obersten kostalen zum zweiten äus-
sersten apicalen Flecken eine gerade Linie, von da ab je-
der weitere Flecken in einer ziemlich geraden Reihe mehr
nach innen gerückt, am meisten 4 und 5, so dass die
Linie eine kleine Konvexität nach innen zeigt. Nimmt man
noch den weissen Flecken am Zellschlusse als Ausgangs-
punkt für die ganze Reihe hinzu, so entsteht die punktierte
Zeichnung der oberen Hälfte eines Fragezeichens oder
einer 2. Im übrigen sind auch bei eybele die Konturen
beider Flügel wieder um einen Schritt runder als hei der
noch immerhin zackigen vitellia. Leider ist das Material
an Molukkenelymnias wohl überall etwas dürftig, so dass
manches interessante Detail entgehen mag, auch zeigen die
Kritische Besprechung der Elymniinae. 65
Tiere nicht mehr die anziehenden Farben der Celebesarten,
obwohl ihnen allen noch ein Rest der schmückenden Sub-
marginalbinde auf den düsteren, einfarbigbraunen Flügeln
geblieben ist.
Von vitellia, Cram. gibt F. eine Form „suavium“ aus
Ceram und eine von der Uliasser-Insel Saparua, letztere
nennt er „basium“. Mein noch eben ausreichendes Mate-
rial erlaubt mir nur eine Abgrenzung der Tiere aus Am-
boina und Ceram; erstere besitzen meist drei subapicale
violette Flecken auf der Oberseite des Vorderflügels, von
denen der mittlere stark und deutlich weiss gekernt ist.
Ceramstücke haben meist nur zwei subapicale Flecken,
welche matter gefärbt und ohne weissen Kern sind. Die
QOQ sind einfarbig braun ohne Subapicalbinde, aber mit
einer aufgehellten Randzone beider Flügel. Da meine Ce-
ramserie keine weiteren Unterschiede darbietet und sich
eine Form, wie sie F. als suavium beschreibt, nicht dabei
befindet, so glaube ich, dass es sich in diesem Falle nur
um eine individuelle Aberration, einen Sport. handelt. Wir
hätten demzufolge:
1. vitellia vitellia. Cram. aus Amboina;
2. vitellia ceramensis, nova subspecies aus Ceram mit ab.
suavium Fruhst.;
3. vitellia basium, Fruhst. aus Saparua und
4. vitellia viminalis, Wall. aus Buru.
Mit cybele, Feld., der Art der Nordmolukken, deren
Typus aus Batjan stammt, vereinigt F. Subspezies aus
Buru (?), Halmaheira, Ternate und Obi; ich denke, wir
können noch weiter gehen und auch thryallis, Kirsch von
Neu -Gujinea und holofernes, Butl. vom Bismarck-Archipel
anschliessen, da beide Formen deutlich den Cybeletypus
tragen. F. war früher offenbar der gleichen Meinung, da
er in einer vorausgegangenen Publikation (Iris 1903, II.,
pag. 321) beide zu cybele stellte. Gründe für das nunmeh-
rige Aufgeben des früheren Standpunktes gibt er in der
Monographie nicht. Das 5 von cybele ist von Pagen-
stecher (Ergebn. einer zool. Forschungsreise in den Mo-
lukken, Abh. der Senckenberg. Ges., XXIII.) gut abgebil-
det, allerdings leider die nur wenig markante Oberseite;
das an gleicher Stelle abgebildete, rotbraune © ist sicher
nicht von einer Uliasserinsel, wie auf der Tafelerklärung
Deutscha Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausg. vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden, Jahrgang 1909,
66 Dr. L. Martin.
angegeben ist, denn auf diesen fliegt sicher nur eine vitel-
liaform.
Wenn wir schon bei cybele helle, rotbraune Q@Q
sehen, welche in ihrer Erscheinung dem Enploeentypus von
usipetes, Hew. oder confusa, Butl. gleichen, so ist dieses
© Kleid die Regel bei thryallis, Kirsch, welche Art nach
einem dieser hellen 9 _ beschrieben ist. Der Autor hat
sich jedoch vorsichtig über das (Geschlecht seiner neuen
Art ausgeschwiegen, obwohl gerade bei Elymnias die Ge-
schlechtsbestimmung durch den Haarbüschel der 5& leicht
und sicher ist. Das & von thryallis zeigt mit seiner bald
bläulichen, bald bronzegrünen Randbinde beider Flügel ei-
nen Rückschlag zu den Celebesformen, hat aber auch die
subapicalen Punkte der folgenden Subspezies holofernes;
die Unterseite zeigt ocellenartige, weisse Submarginalpunkte
in der für cybele typischen Anordnung. Staudingers Ab-
bildung (Iris 189, T. VI., Fig. 2) ist sehr gut gelungen.
Da schon Staudinger (Iris 1894. pag. 115) seine glauconia
als Synonym zu thryallis gestellt hat, werden sich kaum,
wie F. will, thryallis thryallis und thryallis glauconia
als zwei verschiedene Subspezies halten lassen, zudem Stau-
dinger wörtlich sagt, dass von seinen fünf 99 zwei fast
ganz mit thryallis übereinstimmen. Glauconia könnte also
höchstens nach Hagens Vorschlag als dimorphe © form
weiter geführt werden, da Doherty teste Hagen an der Hum-
boldtbay. eine lange Serie von @9 mit allen Uebergängen
von thryallis zu glauconia gefangen hat. Chloera, Staud.,
von F. mit einer Speziesnummer bedacht, dürfte wohl nur
eine Aberration von thryallis sein; man hat nichts von
weiteren Stücken gehört. Hagen (Jahrb. Nass. Ver. f. Nat.
>0, pag. 77) gibt auch an, dass in Stefansort an der Astro-
labebay nur thryallis vorkam, während in Simbang eine
Agondasform flog, ein Symptom, dass anscheinend auch
auf dem grossen Kontinente von Neu-Guinea an je einem
Platze nur eine Elymniasart fliegt. Ich habe unter vielen
Sendungen aus Deutsch-Neu-Guinea (Astrolabebay) niemals
einen agondas gesehen und erhielt die ersten von Holl.-
Neu-Guinea (Südküste) zur Zeit meines Makassaraufenthalts
in einer vom Kapitän des holländischen Mailbootes von
einem Eingeborenen aufgekauften Sammlung.
Holofernes, Butl. aus dem Bismarck-Archipel folgt in
Färbung und Anordnung der Submarginalpunkte völlig dem
Cybeletypus, nur trägt & und © auf dem Vorderflügel,
Kritische Besprechung der Elymniinae. 67
nahe dem Apex, zwei winzige, aber sehr konstante weisse
Pünktchen; ein & aus Simpsonhafen meiner Sammlung hat
die ocellenartigen Submarginalpunkte der Unterseite völlig
abgelegt, nur der Punkt am Zellschlusse ist noch vorhan-
den. Das @ holofernes gleicht dem &, ist jedoch heller,
auf dem Vorderflügel steht oft noch ein dritter Subapical-
punkt und die Ocellen der Unterseite sind grösser und
deutlicher. Wenn wir thryallis und holofernes nicht als
Subspezies zu cybele stellen wollen, dann wäre wenigstens
sicher holofernes als Subspezies zu thryallis zu bringen.
Da übrigens weder vom Salomon-Archipel noch von den
ferneren Inseln der Südsee bis heute ein Elymnias bekannt
geworden ist. so sehen wir in holofernes den weitest öst-
lichen und sicher auch meist melanotischen Vertreter des
Genus, ein unscheinbares, wenig schönes Insekt.
Wenn schon bei thryallis grosser Dimorphismus der
OO besteht, so finden wir noch eine Zunahme dieses Ver-
haltens bei der zweiten, ziemlich isoliert stehenden Art des
Papuagebietes, bei Elymnias agondas, Boisd. und seinen
zahlreichen Subspezies; F. ist in .der Lage, deren nicht
weniger als ein volles Dutzend aufzuzählen. Agondas zeigt
keine Spur mehr von der sonst für das ganze Genus so
typischen Strichelzeichnung, die Flügelkontur ist fast völlig
abgerundet und auf der Hinterflügelunterseite tragen &
und @ an der inneren Hälfte des Aussenrandes eine gelbe
Binde, in welcher schwarze, blaugekernte Ocellen stehen.
Die QQ9 sind stark aufgehellt, in den extremsten Formen
mit Ausnahme der Flügelränder ganz reinweiss und be-
sitzen dann eine grosse Aehnlichkeit mit im gleichen Ge-
biete heimischen Schmetterlingen aus dem Morphidengenus
Tenaris. Leider bin ich nicht im Besitze eines Materials,
welches mir eine selbständige Meinung oder gar eine Kri-
tik der aufgeführten Subspezies erlauben würde. Allein von
agondas melane, Hew., der Rasse der Key-Inseln steht. mir
eine erschöpfende Serie (7 &&6 und 4 @2) zur Verfügung.
Von den 4 @Q9 stellt jedes eine eigene Form, aber dabei
doch ein Glied einer wohlgeordneten Evolutionskette von
schwarz zu weiss dar. Melane scheint durch Wallace, der
sich im Januar 1857 auf den Key-Inseln aufhielt, entdeckt
zu sein und wurde von Hewitson beschrieben. „Die 2 9
zeigen allgemeine Tenariden-Aehnlichkeit, jedoch ohne sich
an bestimmte Spezies anzulehnen“ sagt F. und das wäre
bei Gott auch schwer, da auffallender Weise auf den Key-
b*
68 Dr. L. Martin.
Inseln keine Tenaris vorkommt. Es ist dieses eigentümliche
Verhalten — Tenaris ähnliche @2 von Elymnias und auch
Hypolimnas und keine Tenaris auf Key — ein starker Stoss
am wackelnden, unhaltbaren Mimikrygebäude. Dagegen darf
man als sicher annehmen, dass auf den abgelegenen Key-
Inseln homoeogenetische Einflüsse gearbeitet haben, welche
bei drei Euploeen, einem Papilio, einem Elymnias und ei-
nem Hypolymnas die Evolution der Färbung in der gleichen
Richtung lenkten. Auch die Cethosia von Key hat ein so
auszedehntes, reinweisses Gebiet auf dem Vorderflügel, wie
es bei keiner anderen Art ihrer Sippe vorkommt. Das
erste, & ähnlichste meiner melane @ 2 trägt auf dem Vorder-
flügel nur eine verwaschene, grauliche Aufhellung der
schwarzen Grundfarbe, auf dem Hinterflügel einen grossen,
discalen, reinweissen Fleck, der aber das Ocellengebiet
nicht mehr erreicht, vielmehr stehen letztere ganz auf
schwarzem Grunde; auf der Htllglunterseite hat das ocker-
gelbe Band, auf dem die drei analen Ocellen stehen, nach
vorne noch eine breite, schwarze Begrenzung. Das zweite
Q trägt auf dem Vdilgl. eine discale, weisse Binde, welche
durch die schwarzen Adern in 4 Felder zerlegt wird; der
Htflgl. ist ausgedehnter weiss, so dass die innere Hälfte
der Ocellen schon auf weissen Grund kommt; Hitflglunter-
seite wie beim ersten @, nur ist der discale Fleck reiner
weiss. Der Vdilgl. des dritten @ ist weiss mit Ausnahme des
Basalgebietes und des Costal- und Aussenrandes; auf dem
Htilgl. stehen die beiden oberen, analen Ocellen bereits auf
weissem Grunde, der dritte, analste, hat noch schwarze Um-
gebung; aul der Htilglunterseite befindet sich die ockergelbe,
die Ocellen tragende Binde ganz auf weissem Grunde, nur
der Costal- und Aussenrand des Flügels sind noch schwarz;
die ockergelbe Binde hat nach innen und aussen eine feine,
schwarze Begrenzung. Das vierte @ hat Vorder- und Hinter-
flügel mit Ausnahme des Costal- und Aussenrandes rein-
weiss, die Ocellen der Hitfleloberseite stehen ganz auf
weissem Grunde, ebenso auf der Htflglunterseite, wo jedoch
der ockergelben Binde die schwarze Umsrenzung nicht fehlt.
welche sich niemals beim & findet. „Bei diesem geht das
Gelb (des Öcellengebietes ohne Abgrenzung in das Weiss der
submarginalen Binde über. Wir sehen also an den 4 ee
genau den allmählichen Uebergang von einem ziemlich
düsteren, kaum an Tenaris erinnernden Habitus zu einem
reinweissen, der eine frappante Aehnlichkeit mit Tenaris
Kritische Besprechung der Elymniinae. 69
in Farbe und Zeichnung trägt. Vier wohlklingende Namen
für diese höchst distinkten, weiblichen Formen liessen sich
leicht finden und vier formae novae nobis wären fertig; ich
glaube aber, dass das sehr variable @ von agondas melane
auch so genügend festgehalten ist. Wer einen Elymnias
von den Key-Inseln erhält, weiss, dass es nur melane sein
kann und wird sich über die abändernden 22 freuen.
Elymnias aber ohne Fundort, Schmetterlinge überhaupt
ohne Fundort zu bestimmen, ist eine missliche Sache.
Ueber papua, Wall., viridescens, Grose Smith und
paradoxa, Staud. ein endgültiges Urteil abzugeben, wird
erst möglich sein, wenn mehr Material nach Europa ge-
langt ist; bis heute sind nur wenige Exemplare dieser
Arten gefangen, welche deshalb in den meisten Sammlungen
durch ihre Abwesenheit glänzen. Ebenso geht es mit den
im völlig unnötigen Genus Mimadelias, Moore vereinten
Arten vasudeva-esaca; auch hier muss entscheidendes Mate-
rial abgewartet werden, was bei der beträchtlichen Selten-
heit der Tiere noch lange dauern kann.
Die Verbreitung der Elymniasarten scheint mir jedoch
sehr dienlich zur Einteilung des grossen indo-malayischen
Gebietes in wohlumschriebene Subregionen; wir hätten nach
dem Vorkommen von Elymnias die folgenden Subregionen:
1. die westkontinentale Subregion, Arabien, Beluchistan
und den Westen der vorderindischen Halbinsel — ohne
Elymnias, ein vielfach mit Ostafrika verwandtes Gebiet.
2. die kontinentale Subregion, beginnend mit Süd- und
Zentralindien und Ceylon umschliesst Bengalen, Burma,
Siam, Tonkin, Annam und Südchina mit Einschluss der
Inseln Hainan und Formosa, aber unter Ausschluss der
malayischen Halbinsel; der Süden von Tenasserim dürfte
aul der hinterindischen Halbinsel die Grenze dieser und der
folgenden Subregion darstellen. Was Bingham in seiner
Fauna of British India von malayischen Arten für sein
Gebiet in Anspruch nimmt, stammt ausnahmslos aus diesem
interessanten Grenzlande, wo die beiden Subregionen mit
ihren Formen aufeinander stossen, wo der Uebergang akut
wird. Undularis mit vielen Subspezies und gelben Q9 ist
die vorherrschende Elymniasart dieses ungeheueren Ge-
bietes, welches an den Südabhängen des östlichen Hima-
layas ein faunistisch besonders reiches Zentrum besitzt, das
uns die rein kontinentalen Formen malelas und patna liefert.
10 Dr. L. Martin.
3. die malayische Subregion, die malayische Halbinsel
und die grossen und kleinen Sundainseln mit Ausnahme von
Celebes umfassend. Hier findet die reichste Artenentwick-
lung statt; lais, ceryx, dara, panthera und penanga sind
die für diese Subregion charakteristischen Arten, obwohl
auch noch überall undularis vorkommt, aber nicht mehr
so Alleinherrscher ist wie im kontinentalen Gebiete. Die
malayische Subregion lässt sich jedoch erfolgreich wieder
in drei Untergebiete teilen:
a) das eigentliche, spezifische, malayische Untergebiet
im striktesten Sinne, die Halbinsel, Sumatra, Natunas und
Borneo; Penanga ist typisch für dieses Gebiet, welches
seinen grössten und schönsten Rhopalocerenvertreter in
Ornithoptera brookiana besitzt; die undularis @ 9 erschei-
nen hier im Kleide der 56Ö-
b) Java und die sich östlich anschliessenden kleinen
Sundainseln mit gelben Undularis @ 2 wie im kontinentalen
Gebiete und einer allmählichen Abnahme der Artenzahl
gegen Osten, aul Bali und Lombok noch 4 oder 3 Spezies,
von Sumbawa ab bis Timor nur mehr eine Art, der aus-
dauernde undularis; allein Flores scheint wieder 2 Arten
zu besitzen. Nach dem Vorkommen z. B. von Papilio
nephelus, Amnosia, Stibochiona und Ragadia möchte man
wohl versucht sein, auch Java dem spezifisch malayischen
Gebiete zuzuzählen, aber seine Fauna vereint mit der der
kleinen Sundainseln bietet doch so viel Eigenartiges und es
fehlen ihr so viele echt malayische Formen, dass eine
Sonderstellung gerechtfertigt erscheint.
c) die Philippinen mit meist isolierten Arten.
4. die Subregion von Celebes mit seinen Satellitinseln,
ausgezeichnet durch vier unter sich sehr nahe verwandte
Arten, welche aber weder nach Osten noch nach Westen
Verwandte besitzen; ‘von den vier Arten scheinen jedoch
immer nur zwei nebeneinander zu fliegen.
5. die Papua-Subregion, die Süd- und Nordmolukken,
Neu-Guinea mit seinen vielen Satellitinseln und den Bismarck-
archipel umfassend. Ueberall meist nur eine Art; aller-
dings sind vom Neu-Guinea-Kontinente 5 Spezies beschrie-
ben, drei davon jedoch nur nach wenigen Stücken und
durch Hagen wissen wir, dass an der Astrolabebay nur
thryallis flog, während am Hüongolfe sich nur agondas
fand, der auch die Art von Britisch-Neu-Guinea zu sein
Ze
Kritische Besprechung der Elymniinae. Tr.
scheint, wo nach H. Tryon thryallis wieder nicht vor-
kommt.
Diese nur auf die Verbreitung der Arten des einen
Rhopalocerengenus Elymnias in groben Umrissen angelegte,
faunistische Einteilung scheint sich übrigens auch an ande-
ren und höherstehenden Tiergruppen beweisen zu lassen
und spricht deshalb doch etwas für den Wert der so viel-
fach belächelten und herabgesetzten systematischen Arbeiten.
Hiermit Schluss meiner Monographiebesprechung und
meiner Meinungsverschiedenheiten mit dem von mir hoch-
geschätzten Autor. Wer die Elymnias kennt, sich für sie
interessiert, vielleicht sogar welche im Kasten stecken hat
und Lust und Zeit besitzt. Monographie und Kritik zu le-
sen, wird wohl ab und zu nach eigenem Geschmack zwi-
schen zwei gegenüberstehenden Ansichten zu wählen haben.
Nach so vielen Aussetzungen aber noch ein Wort vollen
und uneingeschränkten Lobes für den fleissigen, unermüd-
lichen Verfasser der Monographie, dem alle Exotenfreunde
nur dankbar sein müssen, dass er uns diese Arbeit über-
haupt gegeben hat. Auch bei noch so umfangreichen
Kenntnissen und noch so grossem Geschicke kostet eine
derartige Zusammenstellung unendlich viel Zeit und Mühe;
wie viele Bücher müssen herbeigeschleppt und nachgeschla-
gen, wie mancher Kasten geöffnet und wie viele Schmetter-
linge herumgesteckt und von oben und unten besehen wer-
den, bis etwas geschaffen ist, das anderen mühelos und
ohne Vorarbeiten die Möglichkeit von Ordnung und Be-
stimmung gibt. Und dass man mit F.s Monographie erlolg-
reich arbeiten kann, habe ich selbst bei dieser Kritik er-
fahren, musste ich doch mein eigenes Material sichten und
neu ordnen. Bisher war mit Ausnahme von Einzelbeschrei-
bungen und Lokalfaunen die wirklich dürltige Besprechung
des Genus in Staudingers Exotenwerk einfach alles, was
in deutscher Sprache bestand; dem gegenüber ist F.s
Monographie ein ganz gewaltiger Fortschritt; sie ge-
stattet heute iedem eine richtige Bestimmung seines Elym-
niasmaterials, vorausgesetzt natürlich, dass er die Herkunft
seiner Stücke kennt.
Nachstehend lasse ich noch eine Aufzählung des Mate-
rials an Elymnias in meiner Sammlung folgen, auf Grund
dessen ich gewagt habe, obige Besprechung zu schreiben:
-1
DI
Dr. L. Martin.
Flymnias phegea 7 && 2 29 Kamerun weisse Form,
bammakoo 7 5% Rn gelbe Form,
intermedia 1 & Kamerun,
undularis undularis 5 55 Westhimalaya, Kumaon,
178859 Q Osthimalaya,
A 2&& Burma (tinctoria),
protogenia 18 5 5 14 Q@ 2 West- u.
Ostjava,
on sent
protogenia 7 && 5 9 9 Südsumatra,
Telok. Beton,
nigrescens 7 66 329 Malayische
» $2)
Halbinsel,
“ n 45559 Qlnsel Riouw;
” s 32 5% 5 59% Nordsot-
sumatra,
5 2 && Mittensumatra,
Indragiri,
E formosana 6 & & 1@ Formosa,
; sumbawana 4 5 & 19 Sumbawa,Bima,
3 sumbana 1 & 19 Sumba,
Waingapu,
cottonis 6 5 & Andamaneu,
caudata 2 6% Südindien,
lais timandra 3865329 Khasi- Hills,
„ neolais 1 & Nias,
„ lioneli 1 & Selangore
„ Jaisidis 13 & $11 2 9 Nordost-
sumatra,
„ lais 5 && Südsumatra,
„ „ 8 © © 2 Q Q West- und
Ostjava,
„ baweana 4651 2 Bawean,
„ eoelifrons 3.6.81 79 Bomeo;
malelas 9556 27 Sikkim,
casiphone casiphone 9 & & 22% Südsumatra.
r „. 16.8529 9, Wear,
e djilantik 2&& Bali,
kamara kamara a) Südsumatra,
x 565 & 3929 Westjava,
# exclusa 1 6 Bali,
patna patna 5 0.6.2.09:0 Sikkim,
„ hanitschi TORE Perak,
VEPUER
Kritische Besprechung der Elymniinae. 713
Elymnias ceryx ceryxoides 10 & & 399 Nordost-
sumatra
5 dara darina 366 299 Nordost-
sumatra,
R „ bengena 9 ? Westjava,
x panthera mimus 25% 1 2 Niecobaren,
i 3 dolorosa 1 8 Sn
x n enganica 1 & Engano,
R Sp panthera 1 9 Singapore,
R 5 tautra 786% 429 Nordost-
sumatra,
2 n dusara 606699 Westjava,
= ’ duleibella 209 Ostjava,
> e balina Ba, OrBal,
e > lacrimosa 1 & Bawean,
2 3 alfredi 6 558 229 Borneo,
& penanga sumatranalO 5 & 799 Nordost-
sumatra,
x hewitsoni 23 5 8513299 Südcelebes,
E „ meliophila 15 55 922 Saleyer,
3 cumaea 6 &&8 699 Nordceelebes,
h hicetas 14 5 &1092 2 Südcelebes
x 10 8% 522 Ostcelebes,
H mimalon 12858 699 Nordcelebes,
3 vitellia vitellia WoW Amboina,
> „ eeramensis 5 5 $ 299 Ceram,
> cybele ceybele 4688 Batjan,
% thryallis eo Deutsch-
Neu-Guinea,
R „ Ähölofernes 7 55 19. Bismarck-
Archipel,
R agondas agondass 1 & Holl. Neu-
(Guinea,
5 4 melane 65% 429 Key-Inseln,
A vasudeva vasudeva 4 5 & Sikkim,
e esaca esacoides ers) Nordost-
sumatra.
74 Bücher-Besprechung.
Die Schmetterlinge der Erde,
eine systematische Bearbeitung der bis jetzt bekannten Gross-
schmetterlinge in Verbindung mit namhaften Fachmännern.
Herausgegeben von D. Adalbert Seitz.
(Verlag von Fritz Lehmann, Stuttgart).
Seit der letzten Besprechung des Werkes in dieser Zeitschrift
sind von der Fauna palaearctica die Lieferungen 32 bis 41 erschienen.
Sie enthalten die von H. Stichel bearbeitete Gattungen Pyrameis, Va-
nessa, Polygonia, Araschnia und Symbrenthia und von den von Dr.
A. Seitz bearbeitete Nymphaliden als Fortsetzung und Schluss die Ar-
gynnidi,dann die kleine Familie der Eryeinidae und dafür um so reich-
haltigere der Lycaenidae bis Curetis. In der 37. Lieferung finden wir
Berichtigungen und Zusätze zu den Gattungen Apatura, Neptis und Ti-
melaea und in der 38. Lieferung ein alphabetisches Artregister zu den
Nymphalidae mit Literaturnachweisen. Die den Heften ganz ausser
Reihenfolge beigegebenen Tafeln (28, 41-44 48, 65, 66, 69, 72—82)
bringen Danaiden und Satyriden, der Hauptsache nach aber Lycaeniden
zur Darstellung, von welchen annähernd 450 Arten Z. T. in beiden
Geschlechtern, oder von der Unterseite abgebildet sind. In Anbetracht
der Kleinheit und Schwierigkeit der darzustellenden Formen dürften
auch diese Tafeln gerechten Ansprüchen durchaus genügen und als
gelungen zu bezeichnen sein.
Von den Exotep sind indessen die Lieferungen 13—23 er-
schienen und zwar von der Fauna americana die Pieridae von J. Röber
(pg. 53—72 Lief., 9, 15 und 21), von der Fauna africana 1. und 2. Lie-
ferung (— 16. und 17. Lieferung des Werkes) mit einer Einleitung von
Dr. A. Seitz und dem Anfang der von Prof. Aurivillius bearbeiteten
Papilionidae und endlich von der Fauna indo-australica (Lieferung
20—23) Fortsetzung der von Dr. K. Jordan bearbeiteten Papilionidae.
Zu dem bereits früher über das Werk Gesagten geben die
verschiedenen Lieferungen keinen Anlass Neues hinzuzufügen, sie
schliessen sich textlich als auch in Form und Ausführung der Tafeln
würdig ihren Vorgängern an und bringen das Riesenunternehmen
ihrer dereinstigen, allerseits erwünschten und erhofften ‚Vollendung
wieder einen Schritt näher.
H.
- Vorstand des EntomologischenVereins „lris” zu Dresden.
- Vorsitzender: Prof. Dr.K.M.Heller, Dresden, Franklinstr.22.
Stellvertr.: Amtstierarzt Möbius, Dresden, Antonstr. 7.
Schriftführer: Ad. Winckler, Dresden-Pl., Kaitzerstr. 137.
Stellvertr.: Gust.Kretzschmar, Dresden, Bismarckplatz 6.
Rechnungsführer: | Hugo Reichelt, Dresden,
‚Bibliothekar: | Theresienstr. 1.
Redakteur: ©. Ribbhe, Radebeul b. Dresden.
Stellvertreter: Dr. P. Husadel, Dresden, Gewandhausstr. 3.
Sitzungen: Mittwoch v. S—11 Uhr im zoolog. Garten.
Mitglieder erhalten auf Wunsch die früheren Bände unserer
Zeitschrift zu bedeutend ermässigten Preisen und zwar:
Band _I. (in5Numm.) 340 Seit.mit2 Taf., (von dem nurnoch einige wenige
nicht ganz vollständ. Exemplare vorhanden sind) für 5—25 Mk.
»„ HU. (in2 Heften) 286 Seiten mit 5 Taf. (Lcolor.) statt 17Mk. für 10 „
IB, {1n.20.2 7 5 :R948-7, # color. Tafeln 27... 16°, -",..4073
SS TV AUND2 „62: ; Tai (260108): 7,1675, 105
SV. san 2, ©2880. , „et Tat. (4 color, 222 2 1055,
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UN al ee „ 9Taf. (4 ganz.)
1 teilweise coloriert) . . . . ee ie
„XII. (in 2 Heften) 362 Seiten mit 8 Tafeln und
EBteinildassc ser ee aka, 100%
„XIV. (in2Heften)393Seitenmit5 Tafeln . . . „ 24 „ „10,
NS n2272,774)}:9005.,74 reg a SE 22 LO
SENT: (1278 ,-=:),898; 2% aa rhtelb 23:24, 2510
SEVL:N23 ,,5)-828,.-:5 > EaE-CQOT:) ara,
„ANIL.(NZ>,„..)832...,, SAN EN CHALOT.) 5.22.55, 1055
3,6 Be Eee 1: eg BIETE CBlor.\“ .. 49 %,.,-10%
ER Sin AT 5er) 296, See COLOR.) 823: 10
SRRL nd, )380° „ „eb yo. — ee
exklusive Frankatur.
#6” Der jährliche Mitgliedsbeitrag von 10 Mark ist
in den ersten 3 Monaten eines jeden Vereinsjahres zu
zahlen (an den Rechnungsführer H. Reichelt).
Den. Herren Mitgliedern, welche ihren Beitrag zu zahlen ver-
gessen haben, wird das zweite (gegen Ende Juni erscheinende)
Heft gegen Nachnahme des Beitrages zugesandt (soweit nach den
| | betreffenden Ländern Nachnahme zulässig ist).
Les
se
Fritz Lehmann, Stuttgart ° Verlag für Naturwissenschaft
SP
Er
> +
Die «rossschmetterlinge der Erde |
Ein Handbuch und Bestimmungswerk für Sammler, Lepidopterologen,
Schulen und Museen
herausgegeben vn Dr. phil. ADALBERT SEITZ
Direktor des zoolog. Gartens zu Frankfurt a. M., ordentl. u. korresp. Mitglied
zahlreicher wissensehaftl. Vereine.
Bearbeitet wird dieses bedeutende Werk von ersten Autoritäten, unter
denen wir nennen wollen die Herren:
Sir HAMPSON-London, Dr. JORDAN-Tring, J. W. KIRBY-London, Dr. REBEL-
Wien, Hon.W.v. ROTHSCHILD-London, J. ROBER-Dresden, WARREN-London.
Mit diesem grossartigsten Schmetterlingswerke ist ein lang-
gehegter Wunsch aller Schmetterlingssammiler erfüllt!
Es bedarf jetzt keiner langwierigen und mühsamen Bestimmung
mehr, einfaches Aufschlagen der betreffenden Tafel und mit
einem Blick ist jeder Schmetterling genau bestimmt.
Das Werk kann sowohl vollständig, wie jede der zwei
Hauptabteilungen getrennt und einzeln bezogen werden.
Die einzelnen Lieferungen erscheinen in raschester Folge, sodass die angegebenen Vollendungstermine
unbedingt eingehalten werden. |
I. Haupt-Abteilung: Die palaearctischen Grossschmetterlinge
Ca. 100 Lieferungen a Mk. 1.—. Vollständig bis Ende 1908.
In diesem I. Teil werden auf ca. 225 Farbentafeln gegen 10000 Formen
unter ausgiebigster Darstellung von % und 9, sowie der Unterseiten
(bes. bei Nymphaliden, Lycaeniden, Satyriden) in vollendeter Naturtreue
abgebildet.
NB. Nicht nur sämtliche grossen, sondern alle in Standinger-Rebels
Katalog aufgeführten Grossschmetterlinge von ganz Europa sowie aller
angrenzenden Gebiete der palaearctischen Fauna kommen hier zur Dar-
stellung und ausserdem noch eine -sehr grosse Anzahl in dem Katalog
v2 noch nicht berücksichtigter palaearetischer Formen.
Zum erstenmale werden hier sämtliche Tagfalter, Schwärmer, Spinner,
Eulen und Spanner der ganzen palaearctischen Fauna in unübertrefflicher
Naturtreue dem Interessenten vorgeführt.
Il. Haupt-Abteilung: Die exotischen Schmetterlinge
Ca. 300 Lieferungen ä Mk. 1.50. Vollständig in ca. 3—4 Jahren!
In dieser II. Haupt-Abteilung werden auf ca. 650 Farbentafeln etwa
20000 Formen dargestellt. Hiervon können auch die Hauptgruppen
Rhopaloceren, Sphingiden und Bombyeiden, Noctuiden, Geometriden
einzeln für sich subskribiert werden.
NB. Um den beispiellos billigen Preis zu ermöglichen und das Werk
nicht zu umfangreich zu gestalten, mussten zur Raumersparnis in beiden
Teilen die grösseren Schmetterlinge halbiert dargestellt werden. Dagegen
werden sämtliche kleineren Schmetterlinge, also kleinere Tagfalter
(Zygaenen, Sesien, Lycaenen, Hesperiden), kleinere Schwärmer, Spinner,
Eulen, Spanner in ganzer Figur wie in den anderen Werken abgebildet.
Bestellungen nimmt jede Buchhandlung an! Lieferung I liegt in jeder
Buchhandlung zur Ansicht auf!
Verlangen Sie ausführlichen Prospekt und Probetafel gratis und frankol
Das Werk erscheint in deutscher, englischer und franzö-
sischer Sprache! |
4 u
Iris, Dresden, Band XXII, Heft 2 und 3.
Iris
herausgegeben
vom
Entomologischen Verein Iris zu Dresden.
3 Deutsche
|| Entomologische Zeitschrift
ıı Jahrgang 1909. Zweites und drittes Heft.
Be Ä) . TC
15. September 1909. haus col Let .
Redakteur: C. Ribbe. k 25 1084
—Tonal MuseV>
Preis für Niehtmitglieder des Vereins: 5 Mark.
London. Berlin. Paris.
| A. E: Janson. R. Friedländer & Sohn. P. Klincksiek.
| Perth Road N. Carl-Strasse 11. 52 Rue des Eecoles. |
Druck von 0.9. W. Schlenkrich. Radebeul,
Inhalts-Uebersicht.
Seite
Spröngerts, J. R. Digne. . ü .. . 75—98
Strand, Embrik. Uebersicht der "bekannten Amphicallia-
Arten . . a Bi
— ee aus Deutsch- Ostafrika. . . 104—121
Schrottky, €. „Mimetische“ Lepidopteren, ein Beitrag : zur
Kenntnis der Syntomidae Paraguays . . 2122-132
—_, Die ersten Stände von Papilio perrhebus Boisd . . 138-184
—., Eine neue Syntomide aus Paraguay . . 135
Gauckler, H. Einige neue Macrolepidopteren für Karls-
ruhe bez. für Baden . . . ... 136—137
Pfitzner, R. Eine neue Hepialide aus Westaustralien .. 138—139
Marschner, H. Ein aberratives % von Dendrolimis piniL. 140—141
Martin, Dr. L. Das indo-malaiische Satyridengenus Erites, -
Westwood : “2 la ee
—, Eine neue Ideopsis . 155—165
Bastelberger, Dr. Beiträge zur Kenntnis der "Geometriden-
Fauna der Insel Formosa . 166—1S2
Strand, Embrik. Bemerkungen über die ersten Stände
von Eligma nareissus Cram . . . 183 -184
Ein Ahasver unter den ee Die Lim: icodiden- ;
Gattung Casphalia WIk. (= Zaracha WIk.) . . -. .. 185190
—; ""Uehersicht der Anaphe-Arten: .. rn nen Zoe
Bücher-Bösprechungen' . .. ©... use. LER ee
Für die Form und den Inhalt der in dieser Zeitschrift ver-
öffentliehten Aufsätze sind die Herren Autoren allein verantwortlich,
der Entomologische Verein „Iris“ ist es in keiner Weise.
Mitteilungen und Anfragen, welche die Redaktion dieser Zeit-
schrift angehen, sind (bis Ende 1909) nur an den Redakteur C.Ribbe,
Radebeul bei Dresden, zu riehten.
Soeben erschien:
Das Tierreich.
Im Auftrage der Kgl. Preußischen Akademie der Wissenschaften
herausgegeben von E. Schulze in Berlin, Lief. 25.
Brassolidae von H. Stichel.
Mit 46 Abbildungen. Preis 15 Mark.
Früher erschienen in der Abteilung Entomologie:
Lief. 14: Libytheidae von A. Pagenstecher. Mk. 2,—
Lief. 17: Callidulidae von A. Pagenstecher. Mk. 3,—
Lief. 22: Heliconiidae v.H. Stichel & Riffarth. Mk. 18,—
R. Friedländer & Sohn, Berlin N. W., Karlsir. 11.
Digne.
Von
J. R. Spröngerts, Artern.
Digne, die Hauptstadt des französischen Departement
des Basses-Alpes, ist seit langen Jahren als interessanter
Fundort von Lepidopteren bekannt. Ursprünglich mehr eine
Domäne französischer Forscher und Sammler, ist das Städt-
chen seit ungefähr 10—12 Jahren auch von Deutschen in
zunehmendem Masse besucht woıden, nachdem Standfuss
und Dietze wohl als erste dort gesammelt und ihre inter-
essanten Entdeckungen bekannt gegeben haben. Jetzt kann
man ziemlich sicher sein, wenn man im Juni und Juli seine
Schritte dorthin lenkt, sowohl deutsche wie englische Samm-
ler anzutreffen, und nicht nur Lepidopterologen, sondern
auch Coleopterologen, Hymenopterologen und Dipterologen
fangen an, das reiche Gebiet des Basses-Alpes zu durch-
forschen.
Der grosse Artenreichtum dieser Gegend ist in erster
Linie auf die ausserordentliche Mannigfaltigkeit der Flora
zurückzuführen. In dem heissen Tale der Bleone gedeiht
die Olive und die Mandel, die nur spärlich bewaldeten Berge
der nächsten Umgegend, die sich bis zur Höhe von 1600
bis 1800 m erheben, tragen am Fusse dichtes Buschwerk
von Buchsbaum und Eiche, an kahlen Stellen wuchert der
Ginster, und weite Matten sind von Lavendel bedeckt, wäh-
rend der Scheitel von Buchenbeständen mit ganz mittel-
europäischer Vegetation gekrönt ist. Hinter diesen Vorber-
gen aber türmen sich immer höher die gewaltigen schnee-
bedeckten Riesen der Hochalpen auf. Man kann innerhalb
eines Tages aus der rein südlichen Zone in die hochalpine
Deutsche Entomologische Zeitschrift „lris', herausg. vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden, Jahrgang 1909,
76 J. R. Spröngerts.
gelangen, und so ist es denn zu erklären, dass die Um-
gegend von Digne nicht nur mediterrane, sondern auch sub-
alpine und hochalpine Falterarten beherbergt.
Man erreicht Digne von Deutschland am bequemsten
über Genf—Grenoble—Veynes—St. Auban. Die Fahrt von
Genf ab geht für deutsche Begriffe recht langsam vonstatten
und wird durch mehrfaches Umsteigen nicht gerade ange-
nehm beeinflusst. Sie ist aber namentlich von Genf bis
Culoz, am Lac du Bourget entlang bis Aix-les-Bains, und
dann von Grenoble bis Veynes von entzückender Schönheit.
Auf der letzten Strecke steigt die Bahn in vielen Kehren und
Schleifen bis zur Höhe von 1167 m und gewährt prächtige
Blicke auf die gewaltigen Alpen der Dauphine, namentlich
auf den Mont Pelvoux mit seinen ausgedehnten Schneefel-
dern und wilden Gletschern.
Digne ist das Urbild eines südfranzösischen Landstädt-
chens. Ohne irgendwelche Industrie, ohne bemerkenswerten
Handel und bei darniederliegender Landwirtschaft vegetiert
man weiter. Die Bevölkerung geht zurück, und nur der
beispiellosen Genügsamkeit derselben ist es zu danken, dass
die Gegend sich nicht noch weit mehr entvölkert. Sicherlich hat
die Provence einst bessere Zeiten gesehen. Heute trifft man,
wenn man den Ort verlässt, vielfach Ruinen von Farmen,
und es ist keine Seltenheit, in entlegenen Tälern, mitten
zwischen Ginster, Weinreben und verkommene Walnuss-
und Mandelbäume zu finden, ein sicherer Beweis, dass die
jetzige Wildnis früherer Kulturboden ist. Die wahnsinnige
Waldverwüstung der Südfranzosen hat sich bitter gerächt!
Weite Strecken des Landes sind vollkommen verkarstet, das
fruchtbare Land ist vom Regen weggeschwemmt. Die Schnee-
schmelze im Frühjahre, jeder Gewitterregen, nehmen grosse
Mengen: Erde mit sich fort. Die Flüsse zeigen geröllbedeckte,
enorm breite Flussbetten, in denen im Hochsommer ein
seichtes Bächlein träge dahinfliesst, das man ohne Schwie-
rigkeiten überspringen oder durchwaten kann, während nach
Gewittern innerhalb weniger Stunden das Flussbett von ei-
nem dickflüssigen, gewaltigen Strome durchflutet ist. Berg-
stürze sind natürlich keine Seltenheit. Man ist bei Touren
in den Bergen niemals sicher, auf Pfaden, die man vor
Jahresfrist gefahrlos durchwandert hat, plötzlich vor einer
wilden Schlucht zu stehen, — ein Teil des Berges ist in
die Tiefe gestürzt..
EN
Digne. FT
Schon Donzel in seinem im Jahre 1851 erschienenen Werk-
chen über die Fauna von Digne führt als beste Fangplätze
in der Umgegend die Höhen von Notre Dame, Le Pi& cocu,
La Colette, La Colline Granoux, La Reine Jeanne, sowie
das Flussbett der Eaux-chaudes und die Ufer des Baches
Marderie an, Lokalitäten, die noch heute von den Samm-
lern in erster Linie bevorzugt werden. Selbstverständlich
ist hiermit die Reihe der Fundplätze um Digne herum kei-
neswegs erschöpft. Ich erzielte sehr gute Erfolge an den
nach der Bl&one zu liegenden Abstürzen des Mont Cousson,
wo ich namentlich Leucanitis cailino auf einer Schutthalde
in Anzahl fing, ferner sammelte ich vielfach auf dem Pfade,
der sich gegenüber der Stadt von der Brücke ab auf dem
rechten Ufer der Bleone bis zu einem hübschen burgähn-
lichen Weingute hinzieht und der namentlich für den Nacht-
fang vorzüglich und zugleich bequem ist. Dieser Pfad mün-
det hinter diesem Weingute auf die route nationale, welche
flussaufwärts auf dem rechten Ufer der Bleone weiterführt.
Die von dem Gebirge nach dem Flusse zu einmündenden
Täler bilden ebenfalls günstige Fanggebiete.
Gegenüber von St. Auban, ungefähr 20 km von Digne
entfernt, liegt der Ort Les Möes an bewaldete Bergrücken
angelehnt. Sehenswert sind dort eine Anzahl grotesker
Felsentürme von ungefähr 150 m Höhe, die durch Erosion
von den Bergen losgelöst sind, les Capucins des Mö6es ge-
nannt. Hier ist die Vegetation noch weit südlicher, als bei
Digne, und der Wald besteht z. T. aus immersgrünen Eichen,
die in der Umgegend von Digne fehlen. Der Ort ist leicht ver-
mittelst der Bahn zu erreichen, und man findet dort eine
Anzahl Falterarten, welche bei Digne nicht vorkommen, bei
besonderem Glücke auch Epienaptera suberifolha.
Leider vollständig vernachlässigt sind bei Digne von
den Sammlern die subalpinen Gebiete. In Betracht kommen
hier die beiden sich auf 1500—1800 m erhebenden Berge
Mont Cousson und Les Barres-des-Dourbes. Ersterer erheht
sich unmittelbar bei Digne, und die steilen Abstürze des-
selben gehen zum Tale der Bl&one hinunter, letzterer bil-
det den Abschluss des Tales, aus welchem die Eaux-chau-
des entströmen, sowie eines Seitentales. Beide Berge machen,
von Digne aus gesehen, einen recht wenig vertrauener-
weckenden Eindruck. Gekrönt mit über 100 m hohen, senk-
rechten Felsen, scheinen sie kaum ersteigbar zu sein. Und
6*
78 J. R. Spröngerts.
doch ist die Besteigung sowohl des Cousson, wie der Bar-
res-des-Dourbes wohl etwas anstrengend, aber ganz unge-
fährlich. Den Steilabsturz des Cousson nach der Bleone
hin vermeidet man, indem man den Berg von der Rückseite,
unter Benutzung eines gut gangbaren Tales, gegenüber der
Ruine Reine-Jeanne, ausführt. Dieses Tal, durchströmt von
einem frischen, hübschen Bache — übrigens ein sehr guter
Fangplatz — verfolgt man, bis rechts ein Pfad nach der
auf einem Vorberge des Cousson liegenden Ruine einer För-
sterei abbiegt. In dieser Försterei befindet sich ein Brun-
nen mit gutem Wasser. Von hier aus erreicht man auf
Serpentinen den Gipfel des Berges. Die Besteigung von
Digne aus nimmt etwa vier Stunden in Anspruch. Auf dem
Gipfel, mehr einer wellenförmigen Hochebene, fliegen Par-
nassius mnemosyne, Erebia stygne, Eurranthis pennigeraria,
Scodiona conspersaria ab. turturaria, Setina irrorella v. fla-
vicans- und andere gute Arten. — Auch die Barres-des-
Dourbes, die noch gefährlicher aussehen als der Cousson,
sind leicht besteigbar. Man verfolgt das Tal von Les Doue-
bes, das etwa zehn Minuten hinter Digne vom Tale der
Eaux-chaudes abzweigt und einen guten Fahrweg hat. An
einer schönen Farm vorbei, dem Maison Yvan, von welchem
Cleophana yvanii den Namen hat — unwillkürlich denkt
man an Iwan den Schrecklichen — erreicht man nach un-
selfähr 21% Stunden immer ansteigend die Weiler von Les
Dourbes, eine Anzahl weit voneinander gelegener Bauern-
häuser auf einer frischen, wiesenreichen Hochebene. Bis
man diese allerdings erreicht, hat man stundenlang trost-
loses, vollkommen verkarstetes Gebiet ohne Baum und Strauch
zu überwinden. Hinter Les Dourbes erhebt sich der felsen-
gekrönte hohe Berg, bis zu den Felsen z. T. mit prächti-
gem Buchenwalde bedeckt. In bequemen Serpentinen steigt
der nicht immer gut erkennbare Pfad empor, die Felsen
selbst werden durch eine gut gangbare, tief eingeschnittene
Scharte, die von unten kaum sichtbar ist, leicht überwun-
den. Auf der Höhe angekommen, sieht man zu seiner
Ueberraschung, dass der Berg nach der anderen Seite zu
ganz sanlt in prächtigen Alpenmatten, untermischt mit
Buchenbeständen und Buschwerk, abfällt. Eine grossartige
Aussicht belohnt uns für die Anstrengung. Gegenüber er-
hebt sich der kahle, schroffe, im Juni oft noch schneebe-
deckte Cheval blanc, hinter ihm immer höher ansteigend
die Riesen der Alpen von Barcellonette und Larches. Eine
:
£
Ss
f
g
Digne. 79
herrliche Flora bedeckt die Alpenmatten. Auf den Felsen
sah ich die seltene Paeonia peregrina in ihrer Blütenpracht,
auf den Matten die gelbbraune Tulipa celsiana. Die Falter-
welt ist ähnlich derjenigen des Cousson, aber auf den Dour-
bes fing ich Ende Juni noch ganz frisch Erebia evias in
beiden Geschlechtern, sowie die seltene Acidalia tessellaria.
Ich habe immer lebhaft bedauert, dass es mir nicht
möglich war, auf den Barres-des-Dourbes den Nachtfang
auf Schmetterlinge zu betreiben. Ohne grössere Vorberei-
tungen ist dieser nicht durchzuführen, da es ganz ausge-
schlossen ist, in Les Dourbes ein Unterkommen zu finden.
Wir haben in dieser Beziehung Erfahrungen gesammelt.
Wir waren leichtsinnig genug gewesen, anzunehmen, dass
man in dem Orte ein einfaches Mittagessen erhalten könne
und hatten uns deshalb nicht mit Proviant versehen. In der
euphemistisch Cafe genannten kleinen Kneipe erhielten wir
zwar von dem einzig anwesenden kleinen Mädchen im Alter
von vielleicht zehn Jahren Wein und Brot, unser Verlan-
gen nach etwas mehr, vielleicht Eiern, war dem Kinde aber
vollkommen unverständlich, obwohl Hühner genug im Zim-
mer umherliefen. Das Kind verstand uns nicht, es sprach
vielleicht nur provencalisch. Erst als meine Tochter auf
den glücklichen Gedanken kam, die Naturlaute nachzu-
ahmen, die die Henne beim KEierlegen von sich gibt. ging
ein Zeichen des Verstehens über das Gesicht des Kindes,
und es wurden auch Eier herbeigeschafft. Einen weiteren
Versuch, dort ein Mittagessen zu finden, haben wir natür-
lich nicht gemacht, sondern vorgezogen, in Zukunft stets
Proviant mitzunehmen. Um auf dem Gipfel leuchten zu
können, musste man schon mit Zelt und Decken ausgerüstet
sein und diese auf die unwirtliche Höhe schaffen lassen.
Donzel hat aber auf den Dourbes den Nachtfang betrieben
— auf welche Weise er es ausgeführt hat, lässt sich schwer
sagen — und grossartige Erfolge, namentlich in Agrotiden,
erzielt. Mein Verzeichnis enthält diese Arten; ich habe den-
selben den Namen „Donzel“ in Klammern beigefügt. Donzel
schreibt hierzu:
„Un Entomologiste, taille a l’allemande, doue de
cette perseverance, qui rien ne rebute, y recueillerait
en temps utile une masse de chenilles, qui indepen-
damment des espe&ces citees, produiraient surement quel-
ques nouveantes. C’est donc & cette localit& qui a le
80 J. R. Spröngerts.
merite d’etre si rapprochee de Digne, qu’il faut s’atta-
cher de pröference ä& toute autre, surtout lorsqu’on n'a
pas le temps de faire l’ascension des grandes mon-
tagnes.“
Leider haben die deutschen Sammler mit wenigen Ausnah-
men nicht mehr den Ehrgeiz, unter allerdings sehr schwie-
rigen Verhältnissen derartige Forschungen zu unternehmen.
Leichter würde es sein, am Cousson den Nachtfang zu
betreiben, da in den Ruinen der Försterei, die ich früher
erwähnte, noch ein kleines Gebäude erhalten ist und vom
Besitzer oder Pächter der hübschen dort befindlichen Berg-
wiesen während der Heuernte bewohnt wird. Dieser Mann
ist uns gegenüber immer sehr liebenswürdig gewesen und
begrüsste uns stets mit einem treuherzigen Händedruck.
Es würde wohl kaum Schwierigkeiten machen, sich mit
ihm dahin zu verständigen, dass er für den Nachtfang Un-
terkunft gewährt. Leider setzte bei meiner letzten Anwesen-
heit in Digne, als ich den Mann zum ersten Male oben
traf, der Mondschein ein, so dass mein Wunsch, dort den
Nachtfang auszuüben, unerfüllt bleiben musste.
Ich habe in Digne im Jahre 1902 von Anfang Juni bis
Anfang Juli, dann 1903 von Mitte Juni bis Mitte Juli und
1908 vom 4. Juni bis 4. Juli gesammelt. Ich habe dabei
die Barres-des-Dourbes viermal, den Mont Cousson sechs-
mal bestiegen. Ausserdem war ich im letzten Jahre unter
Benutzung eines Wagens einmal in La Javie, um von dort
aus den Foret-des-Bombes zu besteigen. Die vielversprechende
Tour war jedoch für den Fang ganz erfolglos, da ein
schweres Gewitter mich zur vorzeitigen Umkehr zwang.
In Digne lebt ein Händler, Victor Cotte, welcher sich
fleissig mit dem Fang und Vertrieb von Schmetterlingen
befasst und recht Tüchtiges leistet. Ich habe von ihm mehr-
fach Auswahlsendungen bezogen und auch bei meiner jedes-
maligen Anwesenheit in Disne seine Vorräte besichtigt.
Die hierbei festgestellten Arten sind in meinem Verzeich-
nisse berücksichtigt. Leider ist Cotte nicht zu bewegen ge-
wesen, auch im ersten Frühjahre den Leucht- und Köder-
fang zu betreiben, so dass für diese Zeit leider gar keine
Ergebnisse vorliegen.
Bei meiner Arbeit habe ich folgende Werke benutzt:
Hugues Donzel. Notice entomologigue sur les environs
de Digne. 1850.
2 ee ERS a a ze
Digne. 81
Bellier de la Chavignerie. Observations sur les Lepidop-
teres des Basses-Alpes. 1853.
George Wheeler. The butterflies of Switherland and the
alps of Central Europe. 1903.
Mrs. Nicholls. "Rhopalocera at Digne. 1890.
Otto Stertz. Ein entomologischer Ausflug nach Digne. 1905.
Karl Dietze. Beiträge zur Kenntnis der Eupithecien. 1900.
Meine Arbeit soll selbstverständlich nicht den Anspruch
machen, die Fauna von Digne irgendwie vollständig wie-
derzugeben. Ich schätze, dass sie ungefähr zwei Dritteile
derselben enthält. Vollkommen fehlen alle im Frühjahr
vorkommenden Eulen und Spanner. Sehr dürftig sind auch
die Familien der Psychiden und Sesiiden davongekommen,
deren Arten bekanntlich schwer aufzufinden sind. Un-
zweifelhaft sind auch bei den Gruppen der Notodontidae,
Lymantriidae, Lasiocampidae, Saturnidae, Acronycetinae,
Quadrifinae, Hypeninae, Cossidae und Hepialidae noch viel
Ergänzungen vorzunehmen. Die Tagfalter und Zygaeniden
dürften ziemlich vollständig sein.
Bei der Abfassung des nachfolgenden Verzeichnisses
der Falter von Digne haben mich die Herren R. Pünge-
ler-Aachen und M. Liebmann-Arnstadt in liebenswürdigster
Weise unterstützt. Beide Herren haben ebenfalls dort ge-
sammelt und mir ihre Ergebnisse zur Verfügung gestellt,
auch hat Herr Püngeler die Bestimmung der mir nicht
bekannten Arten übernommen bezw. geprüft. Auch an die-
ser Stelle beehre ich mich, beiden Herren meinen verbind-
lichsten Dank auszusprechen.
Papilio podalirius L. Mai—Juni.
podalirius gen. aest. zancelaeus Z. Uebergang. Juli.
2 alexanor Esp. Juni—Juli.
5 machaon L. Juni—Juli.
Thais polyxena Schiff. v. cassandra Hb. (Wheeler.)
rumina L. v. medesieaste Jll. . Mai—Juni.
rumina L. v. medesicaste Jll. ab. honoratiı B.
>]
Parnassius apollo L. Juni—Juli.
z mnemosyne L. Juni. Cousson. Les Dourbes.
Aporia crataegi L. Juni.
82 J. R. Spröngerts.
Pieris brassicae L. Juni.
e rapae L. Juni.
5 napi L. Mai—Juni.
: napi gen. aest. napaeae Esp. Juli— August.
5 daplidicee L. Juli.
r daplidice gen. vern. bellidiee OÖ. Mai.
Euchlo& belia Cr. Mai—Juni.
belia gen. aest. ausonia Hb. Juli.
tagis Hb. v. bellezina B. Mai.
cardamines L. Mai—Juni.
\ euphenoides Stdgr. Mai.
Leptidia sinapis L. gen. vern. lathyri Hb Mai—Juni.
sinapis L. gen. aest. diniensis B. Juli.
duponcheli Stdgr. Mai—Juni.
duponcheli v. aestiva Stdgr. Juli.
Zwei in einander übergehende Generationen.
Colias hyale L. Juni—Juli.
n edusa F. Juni—Juli.
Gonepteryx rhamni L. Mai— Juni.
cleopatra L. Mai—Juni.
Apatura ilia Schiff. (Wheeler.) Juni.
Apatura ilia ab. elytie Schiff. Juni.
Limenitis camilla Schiff. Juni.
Pyrameis atalanta L. Juni.
Pyrameis cardui L. Juni—Juli.
Vanessa jo L. Juni.
urticae L. Juni.
L. album Esp. Juni. (Donzel.)
“ polychloros L. Juni—Juli.
= antiopa L. Juni.
Polygonia C. album L. Mai—Juni.
2 Ö. album gen. aest. hutehinsoni Robs. Juli.
egea Cr. Juni.
$ egea ab. J. album Esp. Juli.
Melitaea aurinia Rott. v. provincialis Be. Mai—Juni.
- einxja.<E. „Juni.
a phoebe Knoch. Juni—Juli.
x didyma OÖ. v. meridionalis Stdgr. Juni.
x dejone H. Juni— August. £
Digne. 83
Melitaea athalia Rott. Juni.
ei aurelia Nich. Les Dourbes. Juni.
2 parthenie Bkh. Juni.
‘ Argynnis selene Schiff. (Wheeler.)
h euphrosyne L. Juni. (Liebmann.)
= dia L. Juni—Juli.
x daphne Schiff. Juni.
5 lathonia L. Juni.
N aglaja L. Juli.
” niobe L. v. eris Meig. Juli.
= adippe L. Juli.
Re adippe ab. cleodoxa ©. (Nicholls.) Juli.
7 paphia L. Juli.
Melanargia galathea L. v. procida Hbst. Juni—Juli.
I: galathea ab. 9 leucomelas Esp. Juni.
x lapygia Cyr. v. cleanthe B. Berge bei St. Auban.
Juni— Juli.
Erebia stygne OÖ. Cousson. Les Dourbes. Juni.
„ evias God. Mai—Juni.
»„ scipio B. Höhere Berge. Juli.
„ glacialis Esp. ab. alecto Hb. Höhere Berge. Juli.
„ glacialis Esp. ab. pluto Esp. Höhere Berge. Juli.
„ epistygne Hb. April—Mai.
„ goante Esp. Les Dourbes. Juli.
»„ gorge Esp. Höhere Berge. Juli.
„ neoridas B. August.
„ lappona Esp. Höhere Berge. Juli.
»„ tyndarus Esp. Höhere Berge. Juli.
Satyrus eirce F. Juli.
3 hermione L. Juli.
£ briseis L. (Donzel.) Juli.
4 briseis @ ab. pirata Esp. (Donzel.) Juli.
R semele L. Juli.
Bi arethusa Esp. Juli.
. Adıa Er Juli:
A actaea Esp. Juli.
5 cordula F. Juli. (Ist eine gute Art. Püng.)
s dryas Sc. (Wheeler.) Juli.
Pararge aegeria L. Juni.
5 megaera L. Juni—Juli.
” maera L. v. adrasta Hb. Juni—Juli.
84 J. R. Spröngerts.
Epinephele jurtina L. v. hispulla Hb. Juni.
5 lycaon Rott. Juli.
ida Esp. Juni—Juli.
”„
Coenonympha arcania L. Juni.
S dorus Esp. Juni—Juli.
5 pamphilus L. Juni.
Libythea celtis Laich. (Donzel.) Juni—Juli.
Laeosopis roboris Esp. Juli.
Thecla spini Schiff. Juni.
„ ilieis Bsp. ab. cerrivHbr Jun:
„ lieis v. esculi Hb. Juni. Les Mees.
% acaciae F. Les Mees. Juni.
Zephyrus quercus L. Juni—Juli.
Chrysophanus virgaureae L. Cousson. Juni.
BE aleiphron Rott. v. gordius Sulz. Juni.
5 phlaeas L. Mai—Juni.
phlaeas gen. aest. eleus F. Juli.
x dorilis Hufn. Juni.
Lampides telicanus Lang. (Wheeler.)
Lycaena argiades Pall. Juni.
5 ” ab. coretas. OÖ. Juni.
5 a gen. vern. polysperchon Berg. Mai.
= argus L. Jwi.
= argyrognomon Bgstr. Juni.
E argyrognomon ab. 9 callarga Stdgr. Juni.
5 baton Berg. Juni.
S orion Pall. (Donzel.) Juni—Juli.
3 astrarche Bgstr. gen. aest. calida Bell. Juni.
> icarus Rott. Juni.
5 icarus ab. @ caerulea Fuchs. Juni.
x hylas Esp. Juni. |
a meleager Esp. Juli.
E meleager ab. 9 steevenii Tr. Juli.
Ä escheri Hb. Juni—Juli. :
. bellargus Rott. Juni.
5 bellargus ab. ceronus Esp. Juni.
> corydon Poda. Juni.
3 admetus Esp. v. ripartii Frr. Juli.
= damon Schiff. (Donzel.) Juli.
> jolas OÖ. Juni—Juh.
a
Digne. 85
Lycaena sebrus B. Mai—Juni.
# minimus Fuessl. Mai—Juni.
= semiargus Rott. Juni.
h eyllarus Rott. v. blachieri Mill. Mai.
£ melanops B. April—Mai.
M aleon F. (Donzel.) Les Dourbes. Juni.
h euphemus Hb. (Wheeler.)
® arion L. Juni. (Auf dem Cousson und den Dour-
bes fliegt eine eigentümliche Form von arion,
die auf der Oberseite der alcon zum Verwech-
seln ähnlich ist.)
Cyaniris argiolus L. Juni.
Adopaea lineola ©. (Wheeler.)
Adopaea thaumas Huln. Juni.
Augiades comma L. Juni.
Carcharodus lavatherae Esp. Juni.
es alceae Esp. (Wheeler.) Juni.
& altheae Hb. (Donzel.) Mai—Juni.
Hesperia proto Esp. (Wheeler.)
E carthami Hb. Juni.
"2 #830. Hbx/"Funt:
f serratulae Rbr. Juni.
& alveus Hb. Juni.
Smerinthus quercus Schiff. Juni.
Daphnis nerii L. (Donzel.)
Deilephila vespertilio Esp. Juni. Septbhr.
= hippophaes Esp. (Donzel.) Juni. Sept.
R nicaea Prun. (Donzel.) Juni. Septbr.
“ lineata F. v. livorniea Esp. (Donzel.)
Chaerocampa celerio L. (Donzel.)
Macroglossa stellatarum L. Juni.
Hemaris scabiosae Z. Juni.
Cerura bifida Hb. v. urocera B. Juni.
Notodonta ziezac L. (Püngeler.) Juni.
Spatalia argentina Schiff. Juni.
Rhegmatophila alpina Bell. Mai—Juni.
Pterostoma palpina L. Juni—Juli.
Thaumetopoea processionea L. Die Raupen an Eichen im
Juni.
86 J. R. Spröngerts.
Thaumetopoea pityocampa Schiff. Juni.
Orgyia trigotephras B. (Donzel.) Les Mees. Juni.
Oeneria detrita Esp. Juni.
Ocneria rubea F. (Donzel.) Juli.
Malacosoma - neustria L. Juni.
Lasiocampa quercus L. v. spartii Hb. Juli.
Lasiocampa trifolii Esp. Juli.
Epicnaptera suberifolia Dup. (Donzel.) Les Mees. Juli.
Drepana binaria Hufn. Juni.
Cilix glaucata Sc. Juni.
Thyris fenestrella Se. Juni.
Agrotis fimbria L. Juni.
A sobrina Gn. (Donzel.) Les Dourbes. Juli.
5 pronuba L. Les Dourbes. Juni.
5 castanea Esp. v. neglecta Hb. Herbst.
E collina B. (Donzel.) Les Dourbes. Juli.
> triangulum Hufn. Juni.
2 stigmatica Hb. Juli.
a xanthographa F. Herbst.
> depuncta L. (Donzel.) Les Dourbes. Juli.
5 glareosa Esp. Herbst.
= elegans Ev. (Donzel.) Juli.
5 multangula Hb. (Donzel.) Juli.
»„ . rectangula F. v. andereggü. B. (Donzel.) Les Dour-
bes. Juli.
4 musiva Hb. (Donzel.) Les Dourbes. Juli— August
Ä flammatra F. (Donzel.) Les Dourbes. Juli.
5 margaritacea Vill. Herbst.
S candelisequa Hb. (Donzel.) Juli.
lucipeta F. Juni.
5 birivia Hb. Juni.
R decora Hb. (Donzel.) Les Dourbes. Juli.
5 eonstanti Mill. September.
a turatii Stdf. April.
* latens Hb. (Donzel.) Les Dourbes. Juli.
er fimbriola Esp. (Donzel.) Juli.
5 foreipula Hb. v. nigrescens Höfn. Juni.
. puta “Hp. Ja.
= cinerea Hb. Mai.
5 exclamationis L. Juni.
4 hastifera Dnz. (Donzel.) Les Dourbes. August.
Digne. 87
corticea Hb. Juni.
ypsilon Rott. Oktober.
s saueia Hb. Juni. Herbst.
E donzeli Banghaas. September 1903. (Püngeler.)
Die Art wird demnächst von Bang-Haas_ be-
schrieben werden.
conspicua Hb. (Donzel.) August.
obesa B. (Donzel.) Les Dourbes. August.
Mamestra serratilinea Tr. (Donzel.) Juli.
r genistae Bkh. Juni.
” alpigena B. Ende Mai—Anfang Juli.
treitschkei B. Mai—Juni.
chrysozona Bkh. Juni.
Dianthoecia luteago Hb. v. argillacea Hb. Juni.
proxima Hb. (Donzel.) Les Dourbes. Juli.
filigramma Esp. v. luteocineta Rhbr. (Stertz.)
Juli.
magnolii B. Mai—Juni.
compta F. Juli.
carpophaga Bkh. Jwni.
Miana strigilis Cl. Juni.
Miana strigilis ab. latruncula Hhb. Juni.
Püngeler hat 2 5&& von Cotte erhalten. Sie stehen
der v. amathusia Rbr., die nicht zu vittalba gehört,
sehr nahe,
Celaena matura Hufn. Herbst.
Luperina dumetorum Hlg. Ende Juni—Juli.
Die Art ist identisch mit Orthosia rhadama Mill.
Hadena adusta Esp. v. anilis B. (Donzel.) Juli.
platinea Tr. (Donzel.) Juli.
R rurea F. ab. alopecurus Esp. (Donzel.) Juli.
Episema glaucina Esp. ab. dentimacula Hb. (Donzel.) Juli.
Aporophila lutulenta Bkh. Herbst.
Aporophila nigra Hw. Herbst.
Ammoconia caecimacula F. Herbst.
Ammoconia senex Hg. Herbst.
Polia polymita L. Herbst.
„.. flavicineta F. Herbst.
88 J. R. Spröngerts.
Polia rufoeineta Hg. Herbst.
rufocineta ab. mucida Gn. Herbst.
dubia Dup. Herbst.
„ "wenusta-B. Lierbst:
„ xänthomista Hb. Herbst.
Nach Püngeler zu v. nivescens Stdgr. über-
gehend, doch gelber.
Diehonia aprilina L. Herbst.
aeruginea Hb. Herbst.
convergens F. Herbst.
Dryohota furva Esp. Herbst.
monochroma- Esp. Herbst.
protea Bkh. Herbst.
Cloantha radiosa Esp. Juni.
Polyphaenis sericata Esp. Juni.
Trigonophora flammea Esp. Herbst.
Trigonophora iodea Gn. Herbst.
Leucania straminea Tr. Juni.
seirpi Dup. v. montium B. Juli.
punctosa Tr.- (Bonzel.) Juli.
vitellina Hb. Juli.
albipuneta F. Juli.
5 albipuncta ab. italogallica Mill. Juli.
Stilbia anomala Hb. 1 & von Dietze am Licht gefangen.
(Püngeler.)
Stilbia anomala v. philopalis Grasl. 2 && von Dietze an
der Lampe gefangen. (Püngeler.)
Caradrina exigua Hb. Juli.
quadripunctata F. Juni.
selini B. v. jurassica Riggenbach. Uebergang
Juni— Juli.
Nur eine Generation.
cinerascens Tgstr. v. rougemonti Spuler. Juni.
Die Zucht ab ovo ergab eine zweite Gene-
ration im Septbr. (Püngeler.)
terrea Frr. v. ustirena B. (Donzel.) Les Dour-
bes. Juli.
5 gilva. Donz. Juni Juli.
aspersa Rbr. (Donzel.) Juli.
5 alsines Brahm. Juni.
e ambigua F. Juni.
u
Digne.
Rusina umbratica Goeze. Juni.
Amphipyra livida F. Herbst.
Amphipyra .cinnamomea Goeze. Herbst.
Mesogona acetosellae F. Herbst.
Dyschorista fissipuneta Hw. Juni.
Cirrhoedia xerampelina Hb. (Stertz.)
Anchoscelis lunosa Hw. Herbst.
Örthosia macilenta Hh. Herbst.
EB helvola L. Herbst.
witzenmanni Stdf. Herbst.
» witzenmanni ab. subcastanea Stdgr. Herbst.
pistacina F. Herbst.
2 ab. canaria Esp. Herbst.
5 ab. serina Esp. Herbst.
. 5 ab. caerulescens Calb. Herbst.
A litura L. v. meridionalis Stdgr. Herbst.
Xanthia sulphurago F. Herbst.
5 aurago F. Herbst.
3 aurago ab. fucata Esp. Herbst.
lutea Ström. Herbst.
eitrago L. Herbst.
89
Ein & bildet den Uebergang zu ab subflava
Ev. (Püngeler.)
2 fulvago L. Herbst.
x gilvago Esp. Herbst.
gilvago ab. palleago Hb. Herbst.
y ocellaris Bkh. Herbst.
Hoporina croceago F. Herbst.
Orrhodia erythrocephala F. Herbst.
R erythrocephala ab. glabra Hb. Herbst.
| vau punetatum Esp. Herbst.
vau punctatum ab. immaculata Stdgr. Herbst.
x daubei Dup. Herbst.
& vaccini L. Herbst.
„ 5 ab. spadicea Hb. Herbst.
3 5 ab. mixta Stdgr. Herbst.
& ligula Esp. Herbst.
= ligula ab. subspadicea Stdgr. Herbst.
5 rubiginea F. Herbst.
° rubiginea ab. unicolor Tutt. Herbst.
5 staudingeri Grasl. Herbst.
90 J. R. Spröngerts.
Orrhodia staudingeri ab. scortina Stdgr. Herbst.
" = ab. uniformis Stdgr. Herbst.
a 5 ab. livina Stdgr. Herbst.
torrida Ld. Herbst.
Scopelosoma satellitia L. Herbst.
Xylina semibrunnea Hw. Herbst.
socia Rott. Herbst.
ornitopus Rott. Herbst.
Calocampa vetusta Hb. Herbst.
Calocampa exoleta L. Herbst.
Lithocampa ramosa Esp. Juli.
Epimecia ustula Fir. Juni—Juli.
Calophasia casta Bkh. Juni.
platyptera Esp. Juni. R
lunula Hufn. Juli. ne !
Cleophana antirrhini Hb. Juni.
Cleophana yvanii Dup. Juni.
Cueullia blattariae Esp. Mai—Juni.
anthemidis Gn. Juli. Ein Paar von Cotte an
Dietze gesandt.
gnaphalii Hb. Juni.
Eutelia adulatrix Hb. Juni.
Omia cymbalariae Hb. Juni.
Omia cyclopea Grasl. Juni.
Heliothis dispacea L. Juni.
Euterpia laudeti B. Juni.
Acontia lueida Hufn. Juni—Juli.
lucida var. albicollis F. Juli.
luctuosa Esp. Juni—Juli.
Eublemma suava Hb. (Donzel.) Juni-—Juli.
Eublemma jucunda Hb. Juni.
Thalpochares dardouini B. (Stertz.) Juli.
polygramma Dup. Juni.
purpurina Hb. Juni.
a candidana F. Juni.
pura Hb. (Donzel.) Juni—Juli.
Prothymnia viridaria Cl. Juni.
Emmelia trabealis Se. Juli.
Haemerosia renalis Hb. Juli.
| Digne. 91
Plusia jota L. (Donzel.) Juli.
# gamma L. Juni.
ns Hb-> CDonzel.). Jul
Metoptria monogramma Hb. Juni—Juli.
Euelidia mi Cl. Juni. |
R mi v. litterata Cyr. (Liebmann.) Juni.
x glyphica L. Juni.
Leucanitis eailino Lef. Juni—Juli.
Grammodes algira L. Juli.
Pseudophia tirrhaea Or. Juli.
Aedia funesta Esp. Juni.
Catephia alchymista Schiff. Juli.
Catocala puerpera Giorna. August.
2 dilectta Hb. (Donzel.) August.
& coniuncta Esp. (Donzel.) August.
= optata God. August.
nymphaea Esp. (Donzel.) August.
y conversa Esp. (Donzel.) August.
- nymphagoga Esp. (Donzel.) August.
A diversa H. G. (Donzel.) August.
Apopestes cataphanes Hb. Mai—Juni.
Apopestes dilucida Hb. Juni—Juli.
Toxocampa craccae F. Juni.
Zanclognatha tarsiplumalis Hb. Juli.
Madopa salicalis Schiff. (Stertz.) Juli.
Herminia derivalis Hb. Juni.
Cymatophora octogesima Hb. Juni.
Polyploca ruficollis F. Herbst.
Aplasta ononaria Fussl. Juni.
Pseudoterpna pruinata Hufn. Juni—Juli.
Geometra vernaria Hb. (Stertz.) Juli.
Euchloris pustulata Hufn. Juni.
Eucrostes herbaria Hb. Juni.
Nemoria porrinata Z. Juni.
Nemoria pulmentaria Gn. Juni.
Thalera fimbrialis Sc. Juni.
Acidalia filacearia HS. Mai—Juni.
ä ochrata Se. Juni.
92
J. R. Spröngerts.
Acidalia maeilentaria HS. Juni—Juli.
Ephyra
»
rufaria Hb. Juni—Juli.
litigiosaria B. Juni—Juli.
mediaria Hb. Juli.
sericeata Hb. Juni—Juli.
moniliata F. Juni.
vesubiata Mil. Von Cotte an Dietze gesandt.
; (Püngeler.)
asellaria HS. Juni—Juli.
virgularia Hb. Juni.
virgularia v. canteneraria B. Juni—Juli.
pallidata Bkh. (Bellier.)
subsericeata Hw. Juni—Juli.
laevigata Sc. Juni—Juli.
ostrinaria Hb. Juni—Juli.
herbariata F. Juni.
calunetaria Stdgr. Juni.
trigeminata Hw. Juni—Juli.
filicata Hb. Juni—Juli.
rusticata F. Juni.
dilutaria Hb. Juni.
interjectaria B. Juli.
humiliata Hufn. Juni—Juli.
degemeraria Hb. Juni.
degeneraria ab. depravata Stdgr. Juni.
deversaria HS. (Liebmann.) Juni.
tessellaria B. Les Dourbes. Juni.
rubiginata Hufn. Juni.
marginepunctata Goeze. Juni—Juli.
luridata Z. v. confinaria HS. Juni—Juli.
submutata Tr. Juni—Juli.
incanata L. v. adiunctaria B. (Bellier.)
imitaria Hb. Juni—Juli.
ornata Sc. (Liebmann.) Juni.
violata 'Thnbg. v. decorata Bkh. Juni.
lennigiaria Fuchs. Juni. Nach Püngeler ergab die
Zucht ab ovo eine zweite Generation Mitte August,
eine dritte Mitte November.
pupillaria Hb. Juni—Juli.
ruficiliaria Hs. (Püngeler.) Juni.
Rhodostrophia calabraria Z. Juni—Juli.
Sterrha
sacraria L. (Donzel.) Juli.
Digne. 93
Lythria purpuraria L., zu v. lutearia Stdgr. hinneigend.
Juli.
Ortholitha coarctata F. Mai—Juni.
e plumbaria F. Juni.
5 moeniata Sc. Juni—Juli.
vieinaria Dup. Juni.
bipunctaria Schiff. Juni—Juli.
Blasse Stücke bilden die Var. grisescens
Neuburger.
5 octodurensis Farre (b. sp.).
Mehrfach von Dietze 1900 gefangen, blei-
cher als die typischen Stücke von Martigny,
2 66 haben ein tiefschwarz ausgefülltes Mit-
telfeld. (Püngeler.)
Minoa murinata Sc. ab. cinerearia Stdgr. Juni.
Anaitis praeformata Hb. (Bellier.)
Lobophora sabinata H. G. Juli.
Triphosa sabaudiata Dup. (Donzel.) Juli.
Scotosia rhamnata Schiff. (Bellier.)
Lygris prunata L. 1 © von Dietze mit ausgesprochen
gelblicher Grundfarbe. (Püngeler.)
Larentia ocellata L. Juni.
A aptata Hb. (Bellier.)
a fluetuata L. Juni.
> fluviata Hb. Juni.
z caesiata Lang. La Javie. Juni.
S tophaceata Hb. Juni.
\ achromaria Lah. (Liebmann.) Juni. Auch von
’ Cotte an Dietze gesandt. (Püngeler.)
R frustata Tr. (Donzel.) Juli.
= riguata Hb. Juni.
4 bulgariata Mill. Juni—Juli.
r galiata Hb. Juni.
g rivata Hb. Juni.
S hydrata Tr. 2 Stück aus den Anfang Juli 1903
an Silene nutans gefundenen Raupen gezogen.
(Püngeler.)
unifasciata Hw. Von Dietze in Anzahl aus den
an Euphrasia lutea gefundenen Raupen gezo-
gen. (Püngeler.)
R albulata Schiff. Höhere Berge. Juni.
7x
94 J. R. Spröngerts.
Larentia bilineata L. S. Juni.
a rubidata F. 1 @ Ende Juni an der Lampe. Die
Nachkommen ergaben zum kleineren Teile eine
zweite Generation Ende August, die meisten
Falter erschienen erst im April nächsten Jah-
res. (Püngeler.)
Tephroelystia breviculata Donz. Juni.
1 gueneata Mill. Juli.
R laquaearia Hs. Raupe Sept. an Euphrasia
lutea. (Dietze.)
R roederaria Stdf. Mai.
irriguata Hb. Raupe im Juni bei Malmois-
son von Eiche geklopft. (Dietze.)
venosata F. Juni.
schiefereri Bhtsch. Cousson. Juni.
cassandrata Mill. Höhere Berge. Juni—Juli.
> alliaria Stdgr. v. carpophilata Stdgr. Aug. —
Sept. (Dietze. )
euphrasiata Hs. Sept. (Dietze.)
pimpinellata Hb. v. lantoscata Mill. Aug.—
Sept. (Dietze.)
gemellataHs. Ende Juni—Anf. Aug. (Dietze. )
cooptata Dietze. (Iris 1903 p. 335.) Ein
frischer & von R. Seiler am Licht gefan-
gen. (Püngeler.)
2 distinetaria Hs. v. sextiata Mill. Mai—Juni.
= assimilata Gn. August. (Dietze.)
absinthiata Cl. Aug.— Sept. (Dietze.)
denotata Hb. Juni—Juli. (Püngeler.)
“ castigata Hb. Digne bis in die höheren Al-
pen. Juni—Juli.
" fenestrata Mill. Höhere Berge. Juni—Juli.
B cauchyata Dup. Ende Juni—Juli. (Dietze.)
- subfulvata Hw. ab. oxydata Tr. Dourbes.
August. (Dietze.)
» scabiosata Bkh. Raupe September an Laven-
del. Dourbes. (Dietze.)
fi semigraphata Brd. Juli—Septbr. (Dietze.)
H mayeri COln. vw. setaceata Dietze. Mai.
a isogrammaria Hs. Juni.
5 druentiata Dietze. Erste Hälfte Mai. Raupe
an Artemisia camphorata, wächst sehr lang-
sam. (Püngeler.)
Digne. 95
Tephroclystia innotata Hufn. Mai.
ä oxycedrata Rbr. (Stertz.) Mai—Septbr.
© abbreviata Stph. Mai. (Dietze.)
R pumilata Rbr. Juni.
Chloroelystis rectangulata L. Juni.
Phibalapteryx vitalbata Hb. Juni.
e tersata Hb. Juni.
3 tersata ab. tersulata Stdgr. Juli.
Abraxas grossulariata L. (Bellier.)
Abräxas adustata Schiff. Juli.
Stegania trimaculata Vill. Juni.
Stegania trimaculata ab. cognataria Ld. Juni.
Die Zucht ab ovo ergab 2 Generationen. (Püngeler.)
Deilinia pusaria L. Ende Juni. (Püngeler.)
Deilinia exanthemata Sec. Juni. (Liebmann.)
Epione apieiaria Schiff. (Stertz.) Juli.
Epione paralellaria Schiff. (Stertz.) Juli.
Semiothisa alternaria Hb. Juli.
Hemerophila abruptaria Thnbg. Juni—Juli.
Hemerophila nycethemeraria H. G. Juni.
Aus dem Ei gezogen. Die Raupe überwintert.
Synopsia sociaria Hb. Juni.
Boarmia gemmaria Brahm. Juni—Juli.
abstersaria B. (subflavaria Mill.) bon. sp.
59 von Cotte an Dietze gesandt. (Püngeler.)
ilicaria H. G. (Donzel.) Les Mees. Juli.
umbraria Hb. Juli.
5% repandata L. (Bellier.)
Tephronia sepiaria Hufn.
Gnophos dumetata Tr. v. daubearia B. (Donzel.) Les Dour-
bes. August.
furvata F. Juni—Juli.
onustaria HS. Mai.
pullata Tr. (Bellier.)
glauceinaria Hb. (Bellier.)
mucidaria Hb. Juni—Juli.
serotinaria Hb. Cousson. Juni—Juli.
dilueidaria Hb. (Donzel.) Juli.
Fidonia limbaria F. v. delimbaria Stdgr. Mai—Juni.
96 J. R. Spröngerts.
Eurranthis pennigeraria Hb. Cousson. Juni.
Eurranthis plumistaria Vil. Mai—Juni.
Ematurga atomaria L. Juni.
Bupalus piniarius L. Juni.
Thaumnonoma contaminaria Hb. Juni.
Diastictis artesiaria F. Juni—Juli.
Phasiane rippertaria Dup. Juni—Juli.
5 rippertaria ab. pallidaria Stdgr. Juni—Juli.
Raupe Ende Juni an Weiden, Falter Mitte
August. Aus den Eiern eines Ende Juni 1903
gefangenen @ erzogenen Raupen kamen die Fal-
ter erst im Juni 1904. (Püngeler.)
a partitaria Hb. Juni—Juli.
& clathrata L. Juni.
Eubolia murinaria J. Juni.
Scodiona eonspersaria F. v. turturaria B. Cousson. Juni—
aha
Aspilates gilvaria F. Bellier.
Perconia strigillaria Hb. Juni.
Nola cuenllatella L. (Stertz.) Juli.
„ strigula Schiff. Ende Juni 1903 am Licht. (Püngeler.)
eristatula Hb. Juni. (Liebmann.)
albula Schiff. Juni.
Earias clorana L. Juni—Juli. (Püngeler.)
Earias vernana Hb. Juni—Juli. (Püngeler.)
Hylophila bicolorana Fuessl. Juni.
Syntomis phegea L. Juni—Juli.
Dysauxes ancilla L. (Bellier.)
Dysauxes punctata F. (Bellier.)
Spilosoma menthastri Esp. Juni.
Phragmatobia fuliginosa L. v. fervida Stdgr. Juli.
Phragmatobia sordida Hb. (Donzel.) Mai.
Rhyparia purpurata L. Juni—Juli.
Arctia villica L. Juni-— Juli.
»„ fasciata Esp. Mai—Juni. Auch ab ovo gezogen.
„ maculosa Gerning. Juni.
> casta Esp. Juni.
Euprepia pudica Esp. Herbst.
Digne. 97
BEE en a ee ee nn
Callimorpha quadripunctata Poda. (Bellier.)
Coseinia striata L. Juni—Juli.
a striata ab. melanoptera Brahm. Juni—Juli.
x cribrum L. (Donzel.) Juli.
% cribrum v. candida Cyr. (Donzel.) Juli.
Hipocrita jacobaeae L. Juni.
Nudaria mundana L. (Bellier.)
Apaidia mesogona God. Die Raupen an Baumilechten nach
.. Chretien.
Paidia murina Hb. (Bellier.)
Endrosa irrorella Cl. (Bellier.)
Endrosa irrorella v. flavicans B. Cousson. Juli.
Lithosia complana L. Juni.
Heterogynis penella Hb. Juni.
Zygaena purpuralis Brünnig. Cousson. Juni.
n brizae Esp. v. gallica Obth. Les Dourbes. Juni.
seabiosae Scheven. Les Dourbes. Juni.
sceabiosae ab. divisa Stdgr. Les Dourbes. Juni.
sarpedon Hb. Juli.
achilleae Esp. Cousson. . Juni.
ab. confluens. Cousson. Juni.
B 2 v. bellis Hb. Juni.
trifolii Esp. Uebergang zu V. syracusiae Z. Juni.
lonicerae Scheven v. major. Frey. Juni.
filipendulae L. v. ochsenheimeri Z. Juni—Juli.
5 transalpina Esp. Juni.
= ephialtes L. (Stertz.) Juli.
lavandulae Esp. ab. consobrina Germ. Mai—Juni.
rhadamanthus Esp. Mai—Juni.
rhadamanthus ab eingulata Ld. Mai— Juni.
. hilaris ©. Juli.
fausta L. v. nicaeae Stdgr. Juli.
carniolica Se. ab diniensis HS. Juli.
oeeitanica Vill. Juli— August.
” ”
Aglaope infausta L. Cousson. Les Dourbes. Juni.
Ino pruni Schiff. (Bellier.)
globulariae Hb. Les Dourbes. Juni.
statices L. Uebergänge zu v. mannii Ed. Juni.
geryon Hb. Von Digne bis in die höheren Berge. Juni.
98 J. R. Spröngerts.
Apterona crenulella Brd. Juni.
Trochilium apiformis Cl. Juni.
Sesia vespiformis L. Juni.
,„ stomoxyformis Hb. Juni.
„ ichneumoniformis F. (Bellier.)
„ himmighoffeni Stdgr. Ein frisches Paar 1900 von Cotte
an Dietze gesandt. (Püngeler.)
empiformis Esp. Juni.
„ affıinis Stdgr. Juni.
Paranthrene tineiformis Esp. Juni—Juli.
Dyspessa ulula Bhh. Juni.
Zeuzera pyrina L. Juni.
—ue
Zur
Uebersicht
der bekannten Amphicallia-Arten.
Von
Embrik Strand.
(Zoologisches Museum, Berlin.)
Auf freundliche Anregung von Herrn Prof. Dr. Karsch
gebe ich im folgenden die Beschreibung einer neuen nebst
Uebersicht sämtlicher bekannter Arten der Arctiidengattung
Amphicallia Auriv. Diese wurde 1899 in: Entomolo-
gisk Tidsskrift (Stockholm) p. 235 aufgestellt mit Type Cal-
limorpha bellatrix Dalm; ausserdem rechnet Auri-
villius (l. e. p. 238) hierher noch: incomparabilis
Mab., pactolicus Butl, thelwalli Druce (zebra
Rog.) und tigris Butl., also nach seinem Dafürhalten im
ganzen fünf Arten, von denen die drei letzten als ihm un-
bekannt oder ungenügend bekannt bezeichnet werden. Aul-
fallender- und leider unrichtigerweise wird hier zebra Rog.
als Synonym zu thelwalli Druce gestellt, trotzdem Ver-
fasser selbst zugibt, dass er letztere Art nicht kennt; dass
A. (Hypercompa) zebra Rog. in der Tat eine gute
und höchst charakteristische Art ist, hat später (1907)
Grünberg nachgewiesen (in: Berl. Entom. Zeitschr. LII,
p. 66). Diese irrige Synonymie bei Aurivillius hat Bartel
(in: Iris 1903, p. 211—3) dazu verleitet, A. zebra unter
dem Namen A. piceosignatan. sp. zu beschreiben; die
Identität dieser beiden Formen ist schon von Grünberg |. ce.
nachgewiesen worden. Die zweite der von Aurivillius auf-
geführten Arten ist, wie ich an dem reichen Material des
Berliner Museums habe feststellen können, synonym zu
A. thelwalli Dr.; seine Liste enthält also doch im
ganzen fünf Arten, die aber also zum Teil andere Namen
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris’" herausg vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden, Jahrgang 19Q9,
100 Embrik Strand.
tragen müssen. Als sechste Art kommt nun die unten be-
schriebene A. quagga Strand hinzu. Die Synonymie
würde so aussehen:
1. A. bellatrix Dalm. (Callimorpha b.). Anal.
Ent. p.°%90, n2 26:7(1823):
Euchelia pardalina Herr.-Schäffl. Aussereur.
Schmett. I, Fig. 117 (1854).
Hypercomp.a. b.- Walk: Cal. Eep: Ber Banane
p- 692, Fnrt8 (18559)
Callimo.rp:h.a”b. Kirby‘ Syn. !Cat- Abep- Arlersa
B-0256..(1892).
Amphicallia bellatrix sBarelriverps
(1903).
2. A. tigris But. (Hypercompa A.) Ann. Nat.
Hist. (5). XIE pP: 106 01833):
Gallimorphat, Kirby 1.2e.7489):
> A m.p:hi cal Ina &@Bartel A, 2er GE
3. A. thelwalli Druce (Hypercompa Th.) Proc. Zool.
Soc; London 1882”P: 779, 7t.61.. Kıe. 17.183):
Callimorpha incomparabilis Mab. Bull.
Soc. ent. France 1891 p. CLXXIV—CLXXV (1891).
Callimorph’a Tn.Kıby Le (189).
Callimorpha incomparabilis Kırarree
PP FElSI2:
Amphicallia’ih.,Barielil.>e pr 2313249039
4. A. pactolieus Butl. (Pleretes p.). Proc. Zool.
Soc. London 1838 p. 82 (1888).
Callim.orphapr Kirby. 170203 236 QeB2)
Amphieallia-p. Bartel 0,9727
5. A. zebra Rog. (Hypercompa (?) z.) in Bau
mann: Usambara und seine Nachbargebiete, Anhang III
P-73332(1891):
Amphicallia thelwalli Auriv. (nee Druce)
2 e. (1899):
Amphicallia thelwalli Sharp (nee Druce),
Zoolog. Record, Ins. p. 273 (1894).
Amphicallia piceosignataBartell.e. (1903).
Amphicallia zebra Grünb. 1. ce. (1907).
Originalbeschreibung dieser Art siehe unten.
Uebersicht der bekannten Amphicallia-Arten. 101
6. A. quagga Strand n. sp.
©. Grundfarbe der Vorderflügel blauschwarz, mit hell
ockergelblichen, undeutlich weisslich umrandeten Zeichnun-
gen, die sich als sechs, allerdings meistens unregelmäs-
sige und mehr oder weniger verkürzte Querbinden auf-
fassen lassen; ausserdem ist die Wurzel der Flügel schmal
gelblich. Die proximale Binde ist am Innenrande mit dem
Wurzelfleck zusammengeflossen, am Vorderrande zu einem
rundlichen Fleck abgeschnürt und überall etwa gleich breit.
Die zweite Binde ist saumwärts konvex gebogen, am Vor-
derrande nur halb so breit wie die proximale, erweitert sich
um den Hinterrand der Zelle, nimmt gegen die Rippe la
wieder an Breite ab, ist daselbst basalwärts schwach kon-
vex gekrümmt und erweitert sich wiederum ein wenig am
Innenrande. Die dritte Binde ist nur durch einen fünfecki-
gen, am Vorderrande scharf zugespitzten, vom Innenrande
bis fast zur Rippe 2 sich erstreckenden Querfleck vertreten,
der doppelt so breit wie die beiden proximalen Binden ist.
Die vierte Binde ist in drei Flecken aufgelöst: ein kleiner
runder Punktfleck am Vorderrande,. ein vielfach grösserer,
ellipsenförmiger, schräggestellter Querlleck am Ende der
Zelle (beide diese Flecke könnten mit fast ebensoviel Recht
zur dritten Binde gerechnet werden) und endlich ein an bei-
den Enden zugespitzter, an der proximalen Seite konvex
gebogener, aussen in der hinteren Hälfte einen rechten Win-
kel bildender, zwischen dem Innenrande und der Rippe 3
sich erstreckender (beide nicht oder kaum erreichender)
Fleck oder, wenn man will, Binde, der nicht so breit wie
der die dritte Binde vertretende Fleck ist. Die fünfte Binde
ist sehr unregelmässig, in der hinteren Hälfte saumwärts
konvex gebogen und daselbst aussen drei spitze Zacken bil-
dend (an den Rippen 2, 3 und 4); gegenüber dem mittleren
dieser Zacken (bei Rippe 4) befindet sich an der Innen-
seite der Binde ein ähnlicher, aber kleinerer Zacken, und
daselbst in der Mitte der Binde ein von der Grundfarbe
gebildeter runder Fleck. Die vordere Hälfte dieser Binde
ist etwa so breit wie der Fleck der dritten Binde, aber
am Vorderrande stark verschmälert, so dass daselbst ein
rundlicher Fleck fast abgeschnürt wird, während sie in der
Mitte beiderseits konvex begrenzt ist. Die distale Binde ist
kaum so breit wie die proximale, innen quergeschnitten,
vorn zugespitzt, saumwärts schwach konvex gebogen, sich
102 Embrik Strand.
zwischen den Rippen 5 und 7 oder 8 erstreckend und
aussen an der Rippe 6 eine stumpfe Ecke bildend.
Hinterflügel orangegelb, mit blauschwarzer, fast
ein Drittel der Länge der Flügel einnehmender Saumbinde,
die zwischen dem Vorderrande und der Zelle bis zur Mitte
der letzteren sich basalwärts verlängert; diese Verlängerung
ist am Ende leicht schräg geschnitten, bildet daselbst hin-
ten eine zahnförmige Erweiterung und fliesst mit dem
schwarzblauen Nierenfleck am Ende der Zelle zusammen.
Gewissermassen als Verlängerung der erwähnten zahnför-
migen Erweiterung liegt zwischen der Mitte der Zelle und
der Rippe 1b ein etwa ballonförmiger, hinten verjüngter
schwarzblauer Fleck.
Unterseite der Flügel von der Oberseite nicht we-
sentlich verschieden.
Körper orangegelb; schwarzblau sind: Gesicht, fünf
Flecke auf dem Thorax, Extremitäten. mit Ausnahme der
Ende der Palpen, Bauch und sechs Querflecke auf dem Ab-
domen, von denen die vier hinteren sich zu Querbinden er-
weitern, die sich bis zum Bauche hinunterstrecken.
Flügelspannung 70 mm, Körperlänge 30 mm.
Fundort: Deutsch-Ost-Afrika, Hinterland Nguru, 1600 m
Höhe, September 1906 (Rohrbeck leg.)
Die sechs Arten würden sich (im Anschluss an Bartel
l. e.) folgendermassen unterscheiden lassen können:
A. Vorderflügel mit blauschwarzer Grundfarbe und hell
ockergelblichen Zeichnungen .... quagga Strand.
B. Vorderflügel mit ocker- oder orangegelber Grundfarbe
und stahlblauen (blauschwarzen) Querbinden.
a) Aeussere Mittelbinde der Vorderilügel nach aussen
rechtwinklig vorspringend.
1. Hinterflügel mit einer meist unterbrochenen
Basalbinde .’*. a 2. beillasrn2uDainn
2. Hinterflügel nur mit einem schwarzen Fleck
vor der Mitte am Vorderrande.
* Aussenrandsbinde der Hinterflügel in
der Mitte unterbrochen, teilweise durch
orangegelbe Grundfarbe von dem
schwarz gelleckten Rande getrennt.
tiertis Büll
Uebersicht der bekannten Amphicallia-Arten. 103
** Aussenrandsbinde der Hinterflügel sehr
breit, ununterbrochen, höchstens mit ei-
ner kleinen Einschnürung an der In-
nenseite, nach aussen mit dem Rande
zusammenfallend . . thelwalli Druce.
b) Aeussere Mittelbinde der Vorderflügel nach aussen
nicht rechtwinklig vorspringend; schräg, nicht
gekrümmt verlaufend . . pacetolicus Butl.
C. Vorderflügel gelblich, ohne Querbinden, aber pech-
schwarz (nicht stahlblau) gefleckt . . zebra Rogenh.
Da die Originalbeschreibung letzterer Art in einem we-
nig bekannten und schwer zugänglichen Werk erschienen
ist, erlaube ich mir sie hier wörtlich abzudrucken:
:Hypbercampale), zebram:.n:sp., NaheiH. bel:
latrix WiIk. (63 Millimeter), aber kleiner (56 Millimeter) und
zarter; Grundfarbe der Vorderflügel etwas heller als die
ockergelben Hinterflügel, Binden der Vorderflügel schmäler
und tintenschwarz, nicht bleiglänzend wie bei bellatrix, im
Innenwinkel fehlen die zwei Saumflecken. Hinterflügel
ohne Mittelbinde, mit rundlichem Kostal- und nierenför-
migem Randfleck, breiter, in Zelle 4 schmal gebuchteter
tintenschwarzer Saumbinde. Unterseite gleich, nur die
Spitzenbinde der Vorderflügel und der Vorderrand der Hin-
terflügel heller.
Rücken gleich bellatrix, Hinterleib an den Seiten
nicht gefleckt, Brust, Bauch und Beine schwarz, Mittel- und
Hintertarsen heller. Usambara, Kwambugu, Ende April.“
Mai 1909.
m don —
Lepidoptera aus Deutsch-Ostafrika
gesammelt von Herrn Oberleutnant Wintgens.
Ven
Embrik Strand.
(Berlin, Kgl. Zoologisches Museum.
oO o
Das Kgl. Zoologische Museum zu Berlin verdankt Herrn
Wintgens, Oberleutnant in der Schutztruppe für Deutsch-
Ost - Afrika, ‘eine Sendung schön gesammelter Schmetter-
linge aus Ruanda, über welche im Folgenden ein Verzeichnis
gegeben wird. Da die Lepidopterenfauna von Ruanda bis-
her fast gänzlich unbekannt geblieben, ist das Material von
erossem wissenschaftlichem Wert, zumal darin nicht nur
neue Arten, sondern auch eine neue Gattung enthalten ist,
und da Herr Wintgens noch weitere Sendungen in Aus-
sicht gestellt hat, hoffen wir s.. Z. über noch mehr Ent-
deckungen von ihm berichten zu können. Ein paar, eben-
falls von Herrn W. gesammelte, Arten aus Tabora sind mit
erwähnt worden.
Ich benutze die Gelegenheit, den Sammlern ans Herz
zu legen, nicht allzu wählerisch zu sein und nur was sie
für „selten“ halten oder was ausgezeichnet erhalten ist, mit-
zunehmen und einzusenden; der wissenschaftliche Wert der
Objekte lässt sich im allgemeinen nur durch die sorgfältige
Untersuchung im Museum, die beim Sammeln im Freien aus-
geschlossen ist, feststellen, und häufig können schlecht er-
haltene Exemplare eben den grössten Raritäten unter den
Arten angehören und eben ihre charakteristischen Merkmale
tadellos erkennen lassen. — Die Rhopaloceren sind nach
Aurivillius geordnet; bei der Anordnung der übrigen Grup-
pen sind mir die Ansichten von Herrn Prof. Dr. F. Karsch,
der mir auch sonst die grösste Hilfe bei dieser Arbeit ge-
leistet hat, massgebend gewesen.
. „Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris herausg. vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden, Jahrgang 19Q9,
Lepidoptera aus Deutsch-Ostafrika. 105
Fam. Danaidae.
1. Danaida chrysippus L. Mehrere Expl.; in Nordost-
Ruanda und Mpororo, Aug. 1907 „sehr häufig“; auch var.
aleippus Cram.
2. D. dorippus Klug. Ein Ex.
3. Amauris jacksoni Sharpe. Ein Ex. von S. W. Ru-
anda, Septbr. 1907.
Fam. Satyridae.
4. Melanitis leda L. var. ismene Or. Ein Ex. von
Nordost-Ruanda. Aug. 1907.
5. Mycalesis miriam F. f. punetifera m. Vereinzelt
in Nordost- und Mittel-Ruanda.
Die mir vorliegenden Exemplare weichen von der typi-
schen Form dadurch ab, dass die sämtlichen Ocellen der
Unterseite zu einfach oder doppelt konturierten Punkten ein-
geschrumpft sind; erhalten, wenn auch verkleinert, ist die
schneeweisse Pupille, die von einem schmalen tiefschwar-
zen und dieser wiederum von einem ebensolchen braunen
Ring umgeben ist; bisweilen, bei den mittleren oder auch
bei den vorderen dieser Punkte, erscheint die Pupille fast
einfach nakt. Ferner ist die Unterseite aller Flügel dunk-
ler mit nur Andeutung hellerer Querbinden; die Vorder-
flügel unten meistens mit hellem nierenförmigem Querfleck,
der mindestens so gross und deutlich wie bei der Haupt-
form ist. Es handelt sich hier wahrscheinlich um einen
Saisondimorphismus. Da Fabricius die Unterseite der Flü-
gel als mit Ocellen versehen beschreibt, muss man die ocel-
lierte Form als die f. prince. betrachten und die punktierte
mit einem neuen Namen belegen (f. punetifera Strand n. f.)
6. Mycalesis Aurivillii Butl. Ein Ex. von Nordost-
Ruanda.
7. Henotesia perspieua Trim. var. maevius Staud.
Ein Ex. von Mpororo, Aug. 1907; „vereinzelt“.
8. Ypthima albida Butl. „Häufig in Nordost-Ruanda,
Aug. 1907.
9. Y. itonia Hew. Unicum.
10. Y. granulosa Butl. Mpororo Aug. 1907.
Fam. Nymphalidae. k
11. Acraea insignis Dist. Vereinzelt in Nordost-Ru-
anda in den Bergen Aug. 1907.
106 mbrik Strand.
12. A. asboloplintha Karsch. Unicum vom DBergur-
wald in Ruanda, Septbr. 1907.
13. A. zetes L. Vereinzelt in Mpororo, Aug. 1907.
14. A. terpsichore L. Unicum (9).
15. A. bonasia F. do.
16. A. acerata Hew. do.
17. A. alicia E. Sharpe. do.
18. A. uvui Sm. ab. interruptella n. ab.
Ein Exemplar von der typischen Form dadurch abwei-
chend, dass die tiefschwarze subbasale Querbinde der Unter-
seite der Hinterflügel auf allen Rippen schmal unterbrochen
ist und vor der Subkostalrippe gänzlich fehlt. Am inneren
Ende der weissen dreieckigen Saumflecke der Hinterflügel-
Unterseite findet sich je ein ockergelbliches Fleckchen.
.19. A. goetzei Thurau.
6. Mit A. excelsior Sharpe nahe verwandt, aber
kleiner (Flügelspannung 36, Flügellänge 19—20 mm), der
subapicale Fleck der Oberseite der Vorderflügel orangegelb
wie das Medianfeld, orangegelbe Saumflecke fehlen allen
Flügeln, die schwarze Saumbinde der Hinterflügel schmäler,
auch in der Mitte wenig oder nicht breiter als die der Vor-
derflügel, bei der Rippe 5 nur unbedeutend verschmälert;
Medianfeld orangegelb, nur am Innenrande ockergelblich,
mit höchst undeutlichem kleinen schwarzen Mittelpunktfleck,
der von dem schwarzen Wurzelfeld deutlich getrennt bleibt.
Unterseite der Vorderflügel wie bei excelsior, jedoch die
schwarze submediane Schrägbinde ein wenig schmäler und
schärfer markiert, das Saumfeld mehr einfarbig; an der
Unterseite der Hinterflügel sind die dunklen Figuren des
Wurzelfeldes rot, schmal schwarz umrandet, der Vorder-
randfileck hinten quergeschnitten und länger als breit, der Dis-
calfleck schmal, aber scharf markiert, nahe der Basis der Zelle
ein kleiner runder tiefschwarzer Punktfleck, das rote Wur-
zelfeld am Innenrande durch die gelbliche Grundfarbe unter-
brochen und daselbst drei oder wenn man will fünf runde,
tiefschwarze Fleckchen tragend, die Saumbinde weniger deut-
lich schwarz gezeichnet.
Ausser dem, einzigen aus Wintgens Sammlung vorlie-
genden Stück, besitzt das Museum eine Reihe Exemplare
aus dem Nyassasee-Gebiet, gesammelt von Goetze, Fülle-
born und Glauning. Die Weibchen sind grösser (Flügel-
Lepidoptera aus Deutsch-Ostafrika. 107
spannung 43, Flügellänge 22 mm), alle Flügel oben mit
orangegelben Randflecken. — Die Originalbeschreibung fin-
det sich in: Berliner Entom. Zeitschrift Bd. 48 1903.
20. Acraea encedon L. cum ab. daira Godm. & Salv.
Mpororo 8—1%7.
21. Atella phalantha Dr. var. aethiopieca Rothsch. &
Jord. Vereinzelt am Nyawarango, Aug. 1907. — Zwei Ex.
von Tabora.
22. Brenthis hanningtoni Elwes. Zwei Exemplare.
23. Pyrameis cardui L. Anscheinend nicht selten bei
Mpororo, Aug. 1907.
24. Preeis orithya L. var. madagascariensis Gn. Sehr
häufig in Nordost-Ruanda, Mpororo. Ein Ex. von Toabora.
25. Preeis elelia Cr. Mehrere Exemplare.
26. Preeis oenone L. var. cebrene Trim. Sehr häufig
in Nordost-Ruanda und Mpororo, August 1907.
27. Preeis westermanni Westw. Vereinzelt am Nya-
warango, Aug. 1907.
28. Preeis sophia F. var. infracta Butl. Vereinzelt in
Nordost-Ruanda, Aug. 1907.
29. Preeis oetavia Cram. v. sesamus Trim. Ein Ex.
von Mpororo, Aue. 1907, „seltener“ (als ?), eins von Kiou.
>
30. Preeis terea Dr. var. elgiva Hew. Unicum.
31. Preeis milonia Feld. var. wintgensi Strand n. var.
Flügelschnitt der Vorderhälfte der Vorderflügel wie bei
var. tugela, der Hinterhälfte derselben ähnelt mehr var.
sinuata, indem der Saum an Rippe 2 ausgebuchtet ist;
diese Ausbuchtung ist hier aber fast winkelförmig, bei
sinuata dagegen breit gerundet. Auch die Ausbuchtung
der Mitte des Saumes der Hinterflügel schärfer, weniger ab-
gerundet, als bei sinuata oder tugela. Zeichnung der
Oberseite von derjenigen bei tugela dadurch abweichend,
dass die helle Querbinde der Vorderflügel innen im Felde 3
tiefer eingeschnitten ist und die schwarzen Punkte dieser
Binde grösser; ausserhalb der drei weissen Subapicalpunkte
je ein rötliches Fleckchen, von denen das hinterste mit der
hellen Querbinde zusammenfliesst. Die rötlichen Zeichnun-
gen der basalen Vorderhälfte der Vorderflügel schmäler und
schärfer markiert und dazwischen ein oder zwei schmale
blaue Querstriche. Die helle Querbinde der Hinterfilügel
108 Embrik Strand.
hinter der Mitte mit einem unbestimmt begrenzten, verwisch-
ten, aber dennoch auffallenden blauweisslichem Feld, das
den Aussenrand der Binde nicht erreicht; die schwarzen
Punkte der letzteren scharf markiert. An der Unterseite der
Vorderflügel fallen schwarze Querliguren in der Wurzel-
hälfte auf, die zwar ähnlich bei tugela angedeutet, aber
immer undeutlicher sind und bei dieser bisweilen gänzlich
fehlen; es sind dies ein breiter Querfleck zwischen dem
Hinterrande und der Basis von Rippe 3, zwischen diesem
Fleck und dem Vorderrande ein schmal ringförmiger, aussen
zweimal ausgebuchteter kleinerer Querfleck. Näher der Wur-
zel, in der Zelle, liegt ein etwa nierenförmiger Ringfleck,
aussen und innen von ie einer schmalen helleren Querbinde
begrenzt, von denen die an der Aussenseite des Ringfleckes
gelegene sich bis zum Hinterrand erstreckt. Wurzelfeld der
Hinterflügel mit vier bis fünf kleinen undeutlichen Ring-
flecken, aussen durch eine feine dunklere und breitere,
scharf markierte helle Querlinie begrenzt. Vorderflügellänge
25—29 mm. — Zu Ehren des Sammlers benannt.
32. Catacroptera eloanthe Cr. Unicum von Kiou.
33. Neptidopsis ophione Cr. v. velleda Mab. Verein-
zelt in Nordost-Ruanda, Aug. 1907.
34. Ergolis murina Bartel. Häufig in Nordost-Ruanda.
35. Byblia goetzius Hrbst. v. acheloia Wlligr. (Auriv.).
Häufig in Nordost-Ruanda, Aug. 1907.
36. Neptis agatha Stoll. Vereinzelt in Mpororo, Au-
gust 1907.
37. Charaxes varanes Cr. v. vologeses Mab. Selten
in Nordost-Ruanda, am Sumpf, Aug. 1907.
38. Ch. etheocles Cr. Vereinzelt im Remissi-Tal, Sep-
tember 1907.
39. Abisara rogersi Druce.. Unikum aus Südwest-
Ruanda, „Rundberge“.
Fam. Lyeaenidae.
40. Deudorix antalus Hopff. Unikum am Sumpf in
Nordost-Ruanda, Aug. 1907.
41. Lyeaenesthes lemnos Hw. Unikum.
42. Cupido lingeus Cr. Unikum.
43. Cupido falkensteini Dew. Unikum.
44. Cupido palemon Cr. Unikum.
Lepidoptera aus Deutsch-Ostafrika. 109
45. Cupido malathana Boisd. Häufig in Nordost-Ru-
anda und Mpororo, Aug. 1907.
46. Cupido aequatorialis E. Sharpe. Unikum.
47. Cupido boetieus L. Unikum.
48. Cupido sigillatus Btl. Unikum.
49. Cupido dolorosa Trim. 2 Ex.
50. Cupido telicanus v. plinius F. In den Bergen
von Nordost-Ruanda „häufiger“ (als?).
5l. Axiocerses harpax F. (oder perion Cr.). Selten
in Nordost-Ruanda. Nach Aurivillius sind diese beiden „Ar-
ten“ kaum zu unterscheiden.
Fam. Pieridae.
52. Herpaenia eriphia God. Ein d, Aug. 1907, von
Mpororo.
53. Mylothris agathina Cr. Wie vorige Art.
54. M. rubricosta Mab. 85 und 29.
Die @29 haben schwarze und rote Zeichnungen wie
die &&, aber die Grundfarbe der Flügel ist oben dunkel-
grau mit wenig hervortretender roter Vorderrandbinde, die
Fransen dagegen grauweisslich; die Unterseite unbedeutend
heller grau, mit gelbem Anflug, schwarzen Punkten und
vorn rot gezeichnet, ganz wie beim 9. — Ein 9 vom
Juli 1907 ist etikettiert: am oberen Nyawarango.
55. Mylothris sulphureotineta Strand n. sp.
6. Mit M. rubricosta Mab. nahe verwandt, aber
alle Flügel oben und unten gleichmässig schwefelgelblich
oder hell ockergelblich beschuppt; die schwarzen Saumpunkte
grösser, die der Vorderflügel nach innen schattenartig ver-
längert, besonders die vorderen, die schwarze Vorderrand-
binde ein wenig breiter; die Grösse ein wenig bedeutender.
Flügelspannung 45 mm, Flügellänge 25 mm, Körperlänge
15 mm. Sonst wie M. rubricosta. — Die nahe ver-
wandte M. berenice kommt wahrscheinlich nur in West-
afrika vor; die von Holland beschriebene var. bereni-
ceides gehört vermutlich entweder zu M. rubricosta,
oder sie bildet eine distinkte Art.
56. M. ruandana Strand. Ein & von S. W. Ruanda.
— Beschreibung in Societas Entomologica 1909.
57. Pieris raffrayi Oberth. ab. boguensis Feld. und
infida Butl. — Ein Expl. ist etikettiert: Nordost - Ruanda,
Mpororo, 8—1907,
gr
110 Embrik Strand.
58. P. mesentina Cr. Ein Pärchen von: Nordost-Ru-
anda, Mpororo, Aug. 1907. Soll sehr häufig sein.
59. P. subeida Feld. 2 58. Wie vorige Art.
60. P. larima (Boisd.) Aur. var. balangensis Reb.
& Rogenh. Ein Ex.
61. P. rubrobasalis Lanz. Drei 58. — Ein 2 etik.:
Nordost Ruanda, VIII. 1907.
62. P. pigea Boisd. Zwei wahrscheinlich hierzu ge-
hörige Exemplare; das eime von Mpororo, Nordost-Ruanda,
Aug. 1907. Ebenda Exemplare der var. alba Wligr.
63. P. johnstoni Crowl. Ein ©.
64. Teracolus aurigineus Butl. Exemplare ohne wei-
tere Angaben.
65. T. puniceus Butl. Ein Pärchen.
66. T. annae Wlliger. Nordost-Ruanda. (1 Ex.)
67. Pieris rubrobasalis ab. lathyana Strand n. ab.
— Syn. Pieris pigea Lathy (nec Boisd.) in: Trans. Ent.
>06.:1906,.°px 7. "Taf. I Rio,
Das einzige Exemplar entspricht vollkommen der Be-
schreibung und der schönen Figur, die Lathy von dieser
Form gibt. Die Zugehörigkeit zu der Art P. rubro-
basalis Lanz wird bestätigt durch die Angabe von Lathy,
dass seine Type zusammen mit P. rubrobasalis flie-
gend gefunden worden war. Er hält anscheinend letztere
Form für eine Varietät von P. pigea Boisd., was sicher
nicht zutreffend ist. — Von Mpororo, Aug. 1907.
68. T. achine Cr. v. ithonus Butl. Zwei Exemplare
von Nordost-Ruanda, Aug. 1907; v. antevippe Boisd. von
Tabora.
69. Catopsilia florella F. Ein @ von Mpororo, Aug.
1907. Soll daselbst „vereinzelt“ vorkommen.
‘0. Terias desjardinsi Boisd. Unikum, nähert sich der
Form mandarinula Holl.
71. T. brigitta Cr. Häufig in Mpororo, Aug. 1907.
72. Colias electo L. Wie vorige Art.
Fam. Papilionidae.
73a. Papilio demodocus Esp. Wie vorige Arten.
73b. P. pylades F. v. angolanus Goeze. Teabora.
BP,
Mer
Lepidoptera aus Deutsch-Ostafrika. all
Fam. Sphingidae.
74. Maeroglossa trochilus Hb. Vereinzelt in Nordost-
Ruanda, Aug. 1907.
75. Hippotion eson Cr. Unikum von Kiou.
Fam. Striehnopterygidae.
76. Sabalia jacksoni E. Sharpe. „Selten“ in Ruanda.
77. Janomima mariana White. 9 aus Kisakka, Ru-
anda 1907.
Fam. Geometridae.
78. Terina tenuifaseia Holl. Vereinzelt in den Ber-
gen von Nordost-Ruanda, Aug. 1907.
Fam. Lymantriidae.
Gen. Ruanda Strand n. 8.
Ein männliches Exemplar aus Nordost-Ruanda wäre
nach Aurivillius’s Bestimmungstabelle der Gattungen der
äthiopischen Lymantriiden (in: Arkiv för Zool. Bd. 2, Nr. 4,
p. 62—8) eine CroremaWIk. (oder eine Olapa Auriv.
nee WIk.), es lässt sich aber von Crorema (menti-
ens Wik.) folgender Weise leicht unterscheiden:
Ruanda.
Beine beschuppt und behaart, nicht sehr dünn, die Mittel-
spornen der Hintertibien sehr klein und auch die End-
spornen derselben nur mässig lang (kaum so lang wie
das Glied am Ende breit ist).
Palpen (am typischen Exemplar nicht genau zu erken-
nen) kaum den Kopf überragend, das Endglied länger,
zylindrisch und stärker zugespitzt.
Hinterflügel überragen die Abdominalspitze recht
deutlich.
Flügelgeäder. Die untere Discocellulare schräg ge-
stellt und ihre Knickung am Ende des vorderen Drittels;
die obere Discocellulare wenig schräg und etwa nur ein
Drittel so lang wie die untere, die Rippe 6 entspringt er-
heblich näher 7 als 5, Rippe 8 ist mindestens so lang
wie der Stiel von 8 4:9, die Rippe 11 verläuft ganz
dieht am Vorderrande der Areola. — Im Hinterflügel ent-
springt Rippe 2 in ‚oder unbedeutend ausserhalb der Mitte
des Hinterrandes der Zelle, die Discocellulare ist nicht
a Embrik Strand.
unterbrochen, die obere Discocellulare halb so lang wie
die untere, mit dieser einen stumpfen Winkel bildend und
ist senkrecht auf den Vorderrand gerichtet, der Stiel von
Rippe 6 + 7 ist wenig kürzer als Rippe 7.
Crorema.
Beine sparsamer bekleidete und ein wenig dünner, die
Mittelspornen der Hintertibien drei- bis viermal so lang
wie das Glied breit ist und die Endspornen ebenfalls sehr
lang.
Palpen überragen den Kopf, das Endglied konisch und
sehr klein.
Hinterflügel nicht die Abdominalspitze überragend.
Flügelgeäder. Die untere Discocellulare quergestellt
und ihre’ Knickung in der Mitte derselben; die obere
Discocellulare deutlicher schräg gestellt und fast so lang
wie die untere, die Rippe 6 ist etwa gleich weit von 5
und von 7 entfernt, Rippe 8 ist kürzer als der Stiel von
8 + 9, die Rippe 11 verläuft deutlich entfernt (um mehr
als die Breite der Areola) vom Vorderrande der letzte-
ren. — Im Hinterflügel entspringt Rippe 2 deutlich inner-
halb der Mitte des Hinterrandes der Zelle, die obere Dis-
eocellulare unterbrochen oder jedenfalls sehr undeutlich.
Am leichtesten lassen sich beide Gattungen durch die
verschiedene Länge der Spornen, vor allen Dingen der Mit-
telspornen der Hintertibien unterscheiden.
Mit Olapa WIk., welche Gattung Aurivillius irrtüm-
licher Weise mit Crorema veremigen möchte (1904),
fällt unsere Form auch nicht zusammen, denn bei Olapa
tragen die Hintertibien gar keine Mittelspornen, die Disco-
cellulare bildet eine basalwärts gleichmässig konvexe Krüm-
mung; der Stiel von Rippe 7 + 8 ist nur 4 so lang wie
Rippe 7, bei unserer Form dagegen gleich lang; der Stiel
der Rippe 6 + 7 der Hinterflügel ein wenig kürzer;
Rippe 3 der Hinterflügei gleich weit von 2 und 4 entfernt,
bei vorliegender Art erheblich näher 4 als 2; die Extremi-
täten länger und dünner, das zweite Glied der Palpen ziem-
lich lang abstehend behaart. was bei unserer Form, soweit
erkennbar, nicht der Fall ist.
Was Aurivillius 1. ec. unter dem Namen Olapa be-
handelt, ist von der echten Olapa WIk., die er offenbar
Lepidoptera aus Deutsch-Östafrika. 113
nicht kennt, ganz verschieden; diese lässt sich von Cro-
rema sehr leicht unterscheiden:
Hintertibien mit langen kräftigen Mittelspornen:
Crorema Wik.
Hintertibien ohne Mittelspornen: Olapa WIk.
In Aurivillius’ Bestimmungstabelle I. c. wäre somit
Olapa in seine Abteiling BZ* p. 66 einzureihen; auch
Walker (Tist--.:3..IV, p. 778) führt sie unter: „A... Tikiae
posticae bicalcaratae“ auf. — Hampsons Bestimmungstabelle
(in: Ann. S. Afr. Mus. III. p. 390—1) führt auf Cre-
agra (nicht Creaga, wie er schreibt!) oder Redoa.
Eine Creagra kann es, wenn man diese Gattung im
Aurivillius’ Sinne auffasst, nicht sein, und eine Redoa
auch nicht, weil diese vier lange Spornen an den Hin-
tertibien träst. — Type:
79. Ruanda aetheria Strand n. sp.
ö. Alle Flügel einfarbig, trüb grau, leicht bräunlich
und ockerfarbig angeflogen, mit schwachem Perlmutterglanz |
und ein wenig dunkleren Rippen. Fransen mit feiner
schwarzer Basallinie und ganz glanzlos. Antennen schwarz,
die Kämme ein wenig heller. Femoren und Tibien bräun-
lich gelb, die Tarsen geschwärzt. Abdomen sgoldgelblich,
Thorex anscheinend mehr graugelblich behaart. — Flügel-
spannung 36 mm, Flügellänge 19 mm, -breite 10 mm. Hin-
terflügel 15 mm lang. Körperlänge 13 mm. Antennen etwa
8 mm lang.
Ein & aus Nordost-Ruanda, Aug. 1907.
80. Laelia al smeren H.-Sch. Vereinzelt in Nordost-
Ruanda.
Fam. Syntomidae.
81. Syntomis chrysozona Hmps. Vereinzelt in den
Bergen von Nordost-Ruanda, Aug. 1907.
Fam. Aretiidae.
82. Utetheisa pulchella L. Ruanda, Aug. 1907.
83. Amphicallia pactolieus Butl. Vereinzelt in Mpo-
roro, Nordost-Ruanda, Aug. 1907.
84. Acantharetia wintgensi Strand n. sp.
Q@. Aehnelt sehr dem Männchen der von Fawcett in
Trans. Zool. Soc. London 1903 aus Süd-Afrika beschriebe.
114 Embrik Strand. SR
nen Estigmene atropunctata, aber unter ande-
rem durch die ungefleckten Hinterflügel leicht zu unterschei-
den. — Vorderilügel rahmgelb mit schwarzen Zeichnungen:
eine schmale Binde längs der Vorderseite der Rippe 1, sie.
ben Saumflecke, von denen die sechs vorderen punktförmig,
derjenige im Analwinkel viel grösser ist, die Rippen (mit
Ausnahme des Enddrittels) 2, 3, 4 und z. T. 5 beiderseits
schwarz angelegt, die Medianrippe mit Ausnahme des basa-
len Drittels hinten schwarz angelegt, die Rippen 6, 7 und 8
mit je einem subapicalen Fleck, der Hinterrand der Sub-
costale mit basalen, submedianen und subapicalen Punkt-
flecken. Unterseite blass graugelblich mit den schwarzen
Zeichnungen der Oberseite durchschimmernd und ockergelb-
lichem Vorderrand. Hinterflirgel nebst Fransen oben und
unten einfarbig grauweisslich. — Kopf und Thorax etwa
wie die Vorderilügel gefärbt, die Antennen mit schwarzen
Zähnen und einem schwarzen Dorsalfleck an der Basis,
Halskragen schmal orangegelblich, Tegulae mit je einem
kleinen schwarzen Fleck, Thorax mit zwei länglichen eben-
solchen. Abdomen in der oberen Hälfte orangegelb mit einer
Reihe vun 3—4 kleinen schwarzen Dorsalpunkten, die un-
tere Hälfte graugelblich, jederseits mit zwei Reihen von je
5—6 kleinen schwarzen Punktflecken. Beine graulich, Fe-
moren oben orangegelb mit schwarzer Spitze, Vordertibien
vorn mit schwarzem Längsstrich, die vorderen Tarsen aus-
serdem am Ende beiderseits geschwärzt. — Flügelspannung
45 mm, Flügellänge 22,5 mm.
Am nächsten verwandt mit A. atriramosa Hmps.
1907 von Unganda, aber diese hat schwarze, nur an der
Basis ockerfarbige Antennen, von schwarzen Flecken an der
Oberseite des Körpers oder am Saum der Vorderflügel ist
in der Beschreibung nichts gesagt, die Beine sollen schwarz,
nur die Femoren oben orange gefärbt sein ete. — Zu Ehren
des Sammlers benannt.
Fam. Agaristidae.
55. Xanthospilopteryx superba Butl. Unikum.
Fan. Noetuidae.
86. Meristis (?) umbripennis Strand n. sp.
Eine weibliche Eule, deren Gattungszugehörigkeit vor-
läufig fraglich bleibt. Zum leichteren Wiedererkennen des
Tieres bespreche ich auch die wichtigsten Gattungsmerkmale.
2 Lepidoptera aus Deutsch-Ostafrika. 115
Caradrinine. Vorderflügel mit Areola. Vordertibien an
der Spitze mit zwei kräftigen Spornen, von denen der äus-
sere doppelt so lang wie der innere ist, letzterer wenig län-
ger als der Durchmesser des Gliedes, beide am Ende scharf
zugespitzt, aussen unbewehrt und ohne Apicalplatte. Kein
Frontalfortsatz. Vordertarsen innen mit einigen ganz fei-
nen, kurzen, geraden Stacheln, aussen ganz unbewehrt. Pro-
boseis ziemlich lang und kräftig. Abdomen oben glatt. Pro-
und Metathorax scheinen gespreizte Haar- und Schuppen-
Büschel zu tragen. Thorax mit sowohl Haaren als Haar-
schuppen bekleidet. Zweites Glied der Palpen erreicht die
Mitte der Frons, das dritte Glied nach oben gerichtet.
Hampsons Bestimmungstabelle der Acronyctinen (— un-
seren Charadrininen) in Vol. VII seines Kataloges des Bri-
tish Museums führt auf Meristis, von der typischen
Art (M. trilinea (quercicola)) dieser Gattung weicht
aber unsere Art ab u. a. durch längeres Endglied der Pal-
pen; dasselbe ist bei M. trilinea wie von Walker rich-
tig angegeben „conical, less than one—fourth of the length
of the second“, bei umbripennis ist es viel länger
als in der Walkerschen Beschreibung angedeutet und als
es in der Tat. bei der typischen Art von Meristis ist:
etwa vier- bis fünfmal so lang wie breit, zylindrisch, nur
am Ende konisch zugespitzt, das zweite Glied unten mit
kürzerer, mehr anliegender Behaarung als bei M. trilinea.
Da der Körper des einzigen vorliegenden Exemplares etwas zu-
sammengedrückt ist, so dass infolgedessen die in Hampsons
Systematik von der Beschuppung und Behaarung des Tho-
rax geholten Merkmale sich nicht mit völliger Sicherheit er-
kennen lassen, kann die Frage nach der Gattungsangehörig-
keit nicht ohne Zweifel beantwortet werden; sollte es sich
später herausstellen, dass eine neue Gattung für diese Art
nötig wird, würde ich hiermit den Namen Meristides
m. in Vorschlag bringen.
©. Vorderflügel braun mit schwachem violetten Schim-
mer und schattenförmigen, höchst undeutlichen dunkleren
Querfiguren, die z. T. nur in einer gewissen Richtung ge-
sehen sich erkennen lassen. Es sind dies ein schmaler, an
der Medianrippe gebrochener, den Innenrand nicht ganz er-
reichender Querstrich, der das Wurzelfeld aussen begrenzt;
der Ring- und Nierenfleck, sind innen am deutlichsten
schwarz, wenn auch recht schmal begrenzt, im Grunde grau,
116 Embrik Strand.
aber von der Umgebung sehr wenig abstechend, der ring-
förmige Fleck ist ein wenig breiter als lang, und um seine
Länge von dem Nierenfleck entfernt, letzterer ist eher birnen-
als nierenförmig mit dem spitzesten Ende nach vorn, in der
Mitte mit einem dunklen Querstrich; kurz ausserhalb des
Nierenflecks zieht eine schmale, schwärzliche, aussen un-
deutlich heller angelegte Wellenlinie quer über den Flügel
und parallel zu dieser, dem Saume näher, eine ebensolche,
die zwischen den Rippen 2 und 4 eine saumwärts konvexe
Krümmung, auf den Rippen 6, 7 und 8 ie einen spitzen,
saumwärts gerichteten Zahn bilde. Die Rippen sparsam
mit weissen Schuppenpunkten bezeichnet, der Saum mit je
einem weissen Punktileck an den Rippen und im Enddrittel
des Vorderrandes vier gelblichweisse Punktflecke. Fransen
schwärzlich, an den Rippen nicht oder höchst undeutlich
heller diuurchschnitten. Hinterflügel braungrau, gegen die
Basis kaum heller, die Fransen grauweisslich, nach vorn
zu dunkler werdend; ein kleiner dunkler Mittelfleck ange-
deutet, ebenso weisse Saumpunkte. Alle Flügel oben ganz
schwach glänzend, unten einfarbig graubraun, die Hinter-
flügel gegen die Basis und gegen den Innenrand unbedeu-
tend heller mit deutlicherem Mittelfleck als an der Oberseite;
die Vorderilügel mit. Saum- und Vorderrandspunkten wie
oben, die Hinterflügel mit ebensolchen Saumpunkten, alle
Fransen mit hellerer Basallinie.
Der ganze Körper graubraun, Abdomen mit graulichem
Perlmutterschimmer, die Vorderextremitäten schwarz, schmal
weisslich geringt oder gefleckt, an den Hinterextremitäten
überwiegt die helle Färbung. Palpen schwarz mit weiss-
licher Spitze und fein weisslich gesprenkelt.
Flügelspannung 30 mm, Flügellänge 15 mm, Flügelbreite
8 mm, Körperlänge ca. 14 mm, Hinterflügel 12 mm lang,
Fühler ca. 8,5 mm lang.
87. Cyligramma fluctuosa Dr. Nordost-Ruanda, Mpo-
roro, nicht häufig.
88. Chaleiope hippasia Cr. Vereinzelt am Nyawaronga.
89. Ophiusa limbata Feld. Unikum.
90. Sphingomorpha chlorea Cr. Nordost-Ruanda.
31. Polydesma eollatrix Gever.
92. Calpe wintgensi Strand n. sp. Ein & von Nord-
ost-Ruanda, Aug. 1907.
Lepidoptera aus Deutsch-Ostafrika. le
6. Mit „Oraesia* triobliqua Saalm. nahe ver-
wandt, aber unsere Art ist durchgehends heller gefärbt, der
von der Vorderflügelspitze bis kurz innerhalb des Hinterwin-
kels verlaufende Strich ist in den vorderen zwei Dritteln sei-
ner Länge weisslich, aussen schmal braun begrenzt und,
hinter der Rippe 2 ganz verloschen, scheint hier leicht ba-
salwärts konvex gebogen zu sein und erscheint erst wieder
auf dem Hinterrande als ein kleiner Punktfleck (bei C.
triobligqua ist dieser Strich einfarbig schwarz und hin-
ten kaum gekrümmt); im Enddrittel des Vorderrandes liegt
bei beiden Arten ein schwärzlicher Wisch und zwischen die-
sem und der Spitze bezw. dem oben beschriebenen weiss-
lichen Strich ein heller Schrägwisch, der bei unserer Art
viel deutlicher als bei triobliqgua ist und sich nach
innen durch die Zelle bis fast zur Wurzel verlängert, was
beitriobliqua kaum je der Fall ist; von dem submedi-
anen Zahne des Innenrandes bis etwa zur Basis der Rippe 3
verläuft bei beiden Arten ein dunkler, aussen heller ange-
legter, gerader Strich, der bei ©. wintgensi dann längs
der genannten Rippe nach aussen umbiegt, während er bei
triobliqua nach vorn umbiegt und mit dem Aussen-
rand des ringförmigen Fleckes zusammenfliesst; am Hinter-
rande, besonders am Hinterwinkel rostgelbliche Beimischung,
die bei triobligqua zu fehlen scheint; die vordere
Hälfte des Saumes durch eine scharf markierte schwarze
Linie bezeichnet. Hinterflügel am Ende bei triob-
liqua breit geschwärzt, bei wintgensi ist davon
kaum eine Andeutung; zwischen dem Strich zu dem
Innenrandzahn und der Basis gibt es keine „intensiv
goldene, braun wellig durchzogene Fläche“, sondern die-
selbe ist rötlich braun, etwas violettlich oder rostbräunlich,
an der Basis hellgraulich rot oder hellrosa gefärbt. Unter-
seite der Vorderflügel am Vorderrande und dem vorderen
Teil des Saumes kaum oder sehr wenig gebräunt, längs der
Subkostale ein schwärzlicher Strich, zwischen der Mitte der
Rippe 6 und dem Vorderrand. ein schmaler schwärzlicher
Schrägstrich, Fransen bräunlich mit dunklerer Basallinie;
sonst ist die ganze Unterseite hell ockergelblich. — Abdomen
einfarbig hellgraugelblich, Thorax braun, nach vorn zu all-
mählich heller werdend, der Halskragen gelblich, Scheitel
und Gesicht hell rostgelblich; Palpen dunkelbraun, innen
und unten hellgelblich, Brust und Femoren fast weisslich be-
haart, Endglieder der Extremitäten mit graulicher und rost-
118 Embrik Strand
farbiger Beschuppung. Palpen unten gelblich, oben braun.
Flügelspannung 36 mm, Flügellänge 17,5 mm, Körper-
länge 20 mm. — Zu Ehren des Sammlers benannt.
93. Orixa (?) mutilata Strand n. sp. Ein 5 von
Urunde, Septbr. 1907. — Leider fehlen die Taster, so dass
die Gattungszugehörigkeit nicht ganz sicher ist.
Vorderflügel sammetschwarz mit einer weissen, scharf
markierten, parallelseitigen, kaum 2 mm breiten geraden
Schrägbinde vom Hinterwinkel bis zum Vorderrande, mit dem-
selben einen rechten Winkel bildend und um zwei Fünftel
seiner Länge von der Flügelspitze entfernt; das hintere
Ende der Binde leicht gebräunt. An der Rippe6 ein schma-
ler weisser Strich von der Querbinde gegen den Saum hin,
denselben aber nicht erreichend; zwischen der Apicalhältfte
dieses Striches und dem Vorderrande bezw. der Spitze des
Flügels ein bräunlicher, etwa rhombenförmiger Schrägwisch,
der am Vorderrande mit drei und am Innenrande mit einem
kleinen weissen Punktileck versehen ist. Andeutung helle-
rer Saumpunkte. Unterseite aller Flügel, sowie die einfar-
bigen Hinterflügel oben nicht so tiefschwarz wie die Vor-
derflügel oben, unten vielmehr etwa graulich schwarz, die
Vorderflügel mit Querbinde wie oben verlaufend aber weni-
ger regelmässig und gegen den Hinterrand erweitert, im
Hinterwinkel aussen rundlich erweitert; der weisse Fleck am
Innenrande des bräunlichen Wisches deutlicher als oben.
Körper und Extremitäten schwarz. — Flügelspannung 35
mm, Flügellänge 18,5 mm.
Fam. Metarbelidae (Hollandiidae).
Gen. Metarbela Holl.
Da der Gattungsname Hollandia Karsch 189%, für
diese Tiere, weil schon anderswo vergeben, nicht verwen-
det werden darf, kann auch die Familie nicht länger den
Namen Hollands führen, sondern wird am besten als
Metarbelidae, nach der ältesten der bekannten zuge-
hörigen Gattungen, bezeichnet werden.
94. Metarbela pagana Strand n. sp. 2 58 aus Nord-
ost-Ruanda, Aug. 1907.
ö. Gelblich gefärbt, die Hinterflügel am hellsten, eiwa
weiss mit ockergelblichem Anflug und ganz schwach schim-
mernd, die Vorderflügel stellenweise dieht mit bräunlichen
Schuppen bedeckt und zwar im Saumfelde an den Rippen,
Lepidoptera aus Deutsch-Ostafrika. 119
nicht scharf begrenzte Längsstriche bildend, in der vorde-
ren Hälfte des Wurzelfeldes und längs dem Innenrande;
am schärfsten hervortretend ist ein brauner Schrägwisch im
Felde 2; bei ganz frischen Exemplaren werden vielleicht die
Vorderflügel fast gänzlich bräunlich beschuppt sein. Vor-
derrand an der Basis schwarz, sonst jedenfalls bis über
die Mitte hinaus braun beschuppt. Fransen (der Vorder-
flügel abgerieben) der einfarbigen Hinterflügel, z. T. jeden-
falls, weisslich; die Vorderflügel haben wahrscheinlich dunk-
len Saum gehabt. Unterseite aller Flügel einfarbig, gleich
oder ein wenig trüber als die Oberseite der Hinterflügel,
mit undeutlich braun bestäubten Rippen und ebensolchem
Vorderrand der Vorderflügel. Die lange dichte Behaarung
vom Kopf und Thorax hell bräunlichgelb, der Hinterleib
mehr weisslich. Gesicht, Palpen und Vorderextremitäten
braun und braungelblich behaart und beschuppt, Hinterex-
tremitäten graugelblich mit braun beschuppten Tarsen.
Fühler grauweisslich mit dunkelbraunem Kamm.
Flügelspannung 21 mm, Vorderflügel 10,5, Hinterflügel
9 mm, Körperlänge 11—12 mm. Fühler 7 mm lang.
Die bekannten Metarbela-Arten (5%) lassen sich
folgenderweise unterscheiden:
A, Vorderflügel mit einer silbernen Linie zwischen Wur-
zei und Hinterwinkel >. 2.200207 3stivater-Holk
B. Vorderflügel ohne silberne Zeichnungen, aber mit drei
in einem Dreieck gestellten grauweissen Flecken im
Beklessieh ne na EBERLE Uta te, Auriv
C. Vorderflügel ohne silberne oder sonstige scharf mar-
kierte Zeichnungen.
a) Bedeutende Grösse (Spannweite 30 mm); Rippe 10
der Vorderflügel entspringt aus dem Stiele von
8 + 9, und die Rippe 8 der Hinterflügel ist
vor der Mitte des Vorderrandes der Mittelzelle
mit dieser durch eine kleine Querrippe verbun-
den — sec. Aurivillius — (Subg. Metarbelo-
dem. cu Sons umtalhtama Auriv:
b) Geringere Grösse (Spannweite höchstens 28
mm); Flügelgeäder typisch Metarbela (cfr.
Karsch, Ent. Nachr. XXII (189) Nr. 9 p.
1379).
120 Embrik Strand.
1. Flügeloberseite einfarbig schwärzlich grau;
Spannweite fast 24 mm (ohne Fransen)
fumida Karsch.
2. Flügel hellbraungrau mit dunkelbraunem sub-
medianem Fleck; Spannweite fast 27 mm
(ohne Fransen) . © = 2 may ar Karcch
3. Vorderflügeloberseite hellbraungrau mit wir-
ren Zeichnungen von gelben, schwarz ge-
ringten und von weissen Fleckchen, Hinter-
flügel grau; Spannweite 18 mm
micera Karsch.
4. Oberseite aller Flügel im Grunde hellgelb-
lich, die Hinterflügel einfarbig, die vorderen
braun bestaubt, ohne deutliche Zeichnungen.
* Kleiner (Spannweite ohne Fransen 21
= mm); Vorderrand der Vorderflügel dunk-
ler als die Flügelfläche, an der Basis so-
gar schwarz; Fühler lang (— einem
Drittel der Spannweite); ostafrikanisch
pagana Strand.
** Grösse (Spannweite mit Fransen 26 mm
oder mehr); Vorderrand der Vorder-
flügel auch an der Basis nicht oder
kaum dunkler als die Fläche; Fühler
kürzer als ein Drittel der Spannweite;
westafrikanisch . . onusta Karseh.
Zu der Abtrennung der umtaliana als besonderes
Subgenus im Gegensatz zu den sieben übrigen Arten (aus
praktischen Gründen sind die Arten in der Bestimmungs-
tabelle in etwas anderer Weise gruppiert) wäre zu bemer-
ken, dass die zuerst beschriebene und daher typische Art,
M. stivafer Holl., im Flügelgeäder anscheinend ein we-
nig von dem, was von Karsch 1. c. beschrieben und auch
von mir als das typische Flügelgeäder aufgefasst worden
ist, abweicht; diese vermeintlichen Abweichungen sind aber
wenig wesentlicher Natur und lassen sich vielleicht auf Un-
genauigkeit in der von Holland gegebenen Figur zurück-
führen. Da M. stivafer mir nicht vorliegt, muss ich
diese Frage offen lassen. Sollte es sich vielmehr schliess-
lich herausstellen, dass diese Abweichungen wirklich vor-
handen oder sogar noch grösser als hier angenommen sind,
Lepidoptera aus Deutsch-Ostafrika. 391
würde sich die Frage melden, ob man nicht die Art sti-
vafer allein als Metarbela s. str. auffassen und,
neben Metarbelodes, für die übrig bleibenden (6)
Arten ein neues Subgenus aufstellen muss.
Fam. Hesperidae.
95. Eretis lugens Rogenh.
9. Chapra mathias F.
97. Gegenes hottentota Latr. Unica ohne weitere An-
gaben.
98. Padraona zeno Trim. Unikum von Mpororo.
„Mimetische“ Lepidopteren
ein Beitrag zur Kenntnis der Syntomidae Paraguays.
Von
C. Schrottky.
Trotzdem sich in den letzten Jahren mehr und mehr
die Erkenntnis Bahn gebrochen hat, dass ein grosser Teil
der früher an die Erscheinung der Mimikry geknüpften Fol-
gerungen irrtümlich sei, finden sich doch immer wieder —
selbst in der neuesten Literatur — Bemerkungen, die zur
Kritik herausfordern, um so mehr, als sie geeignet sind,
ganz falsche Vorstellungen zu erwecken.
In „Die Grossschmetterlinge der Erde“, Band V p. 6,
heisst es über die Syntomidae:
„Unter den: Heteroceren treten die Zygaeniden ent-
schieden zurück hinter den äusserst reich entwickelten und
oft verschwenderisch mit Metallfarben ausgestatteten Syn-
tomiden. Hier öffnet sich der Mimikry ein weites Feld.
In den wunderbarsten Verkleidungen treffen wir solche, ge-
meinhin noch als „Glaucopiden“ bezeichneten Nachtfalter-
chen, von denen manche Raubwanzen, andere Käfer, die
meisten aber Hymenopteren kopieren. Die stärksten Haut-
flügler der Erde, die Pepsis-Arten, die Vogelspinnen
durch ihren Stich verwunden und als Nahrung für ihre
Brut eintragen, werden von überaus zahlreichen Syntomi-
den-Arten kopiert. Unter dem Namen „Marimbondo“ ist,
diese Wegwespe wegen ihres fürchterlichen Stachels in Ame-
rika von Mensch und Tier gefürchtet, und so könnte man
tatsächlich kein geeigneteres Modell für Schutzverkleidun-
gen erfinden. Ganze Syntomiden - Gattungen, wie die Ma-
erocneme, kopieren fast ausschliesslich solche Riesen-
wespen.“
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris herausg. vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden, Jahrgang 1909,
„Mimetische“ Lepidopteren. 123
Ich werde mich nun bemühen zu zeigen, dass die wirk-
lich äusserst auffallende Aehnlichkeit zwischen Syntomidae
einerseits und den sogenannten Modellen anderseits nicht
als Schutzfärbung anzusprechen ist und dass es ein gros-
ser Irrtum ist, sie eine äusserst zweckmässige Verkleidung
zu nennen.
Zunächst jedoch gebe ich die Namen der bisher in
Paraguay aufgefundenen Arten und — da es bis auf
2 oder 3 sich um noch nicht für dieses Land nachgewiesen
gewesene Arten handelt — der Vollständigkeit halber eine
Uebersicht derer aus den Nachbargebieten: Argentinien und
Südbrasilien.
A. Arten von Paraguay.
1. Pseudosphex ichneumonea HS., ausserdem aus Uru-
guay und von Buenos Aires bis Guatemala in Zentral-
Amerika verbreitet.
2. Pseudosphex noverca Schaus, zuerst aus Süd-Bra-
silien beschrieben.
3. Sphecosoma metamela Hamps.
4. Neotrichura penates Druce, von Südbrasilien bis
Panama.
5. Phoenicoproeta analis n. sp. Nach Hampson Cata-
logue of the Lepidoptera Phalaenae Vol. I pag. 196 wäre
diese neue Art in Sect. I zwischen Ph. chrysor-
rhoea Hamps. und Ph. melaecehrysea Druce einzu-
reihen. & Schwarz, Antennen unten mit weissen Spitzen;
Stirn, Oberkopf, Tegulae, Patagia und Thorax mit leuch-
tend metallisch blauen Flecken; Coxen der Vorderbeine
innen weiss; Abdomen mit dorsalen und lateralen Flecken-
reihen von metallblauer Farbe; die letzten drei Segmente
gänzlich orangefarben; die Flügel sind hyalin, schwach
opalisierend mit schwarz beschuppten Adern; Vorder-,
Aussen- und Hinterrand beider Flügelpaare ziemlich breit
schwarz gesäumt, am breitesten in der Flügelspitze; das
Zellende der Vorderflügel ist durch eine unregelmässige
schwarz beschuppte Linie markiert. Im Hinterflügel ist die
Wurzel des Vorderrandes am breitesten schwarz gesäumt,
während die schwarze Bestäubung des Hinterrandes sich
nach der Wurzel hin zu einer feinen Linie verschmälert.
Die Körperlänge beträgt 12 mm; die Flügellänge 14 mm;
die Flügelspannung 32 mm.
124 C. Schrottky.
Bisher in zwei Exemplaren gefangen. Paraguay (Puerto
Bertoni).
6. Cosmosoma auge (L.). Eine weitverbreitete Art, die
von Uruguay und Buenos Aires bis nach Florida reicht;
die in Paraguay gefangenen Stücke haben meist schwarze
(statt rote) Beine.
7. Cosmosoma hanga (HS.). Bereits früher von mir
für Buenos Aires nachgewiesen; ferner von Mittel-Brasilien
(S. Paulo, Rio, Espirito Santo) bekannt.
8. Cosmosoma teuthras (WIk.). Wie die vorige schon
von Argentinien (Tucuman) erwähnt; reicht in einer ihrer
Unterarten bis Mexico.
9. Rhynehopyga meisteri (Berg) auch von Argen-
tinien bis zum Amazonas vorkommend.
10. Saurita cassandra (L.). Von dieser durch ganz
Südamerika verbreiteten Art — sie ist von Argentinien,
Venezuela und Trinidad bekannt — fand ich den Cocon
unter dem Fenster eines Hauses angesponnen. Derselbe ist
aus dunkel rauchbraunen aufrechtstehenden Haaren gewebt,
dazwischen sind regelmässig, wenn auch nicht symmetrisch,
einzelne Büschel heller fast weisser Haare verwebt. Seine
Länge beträgt 22 mm, seine Breite, infolge der abstehenden
Haare 10 mm. An dem einen Ende befindet sich ein ziem-
lich regelmässiges rundes Loch, durch das der Falter ge-
schlüpft ist; hineinblickend gewahrt man die anscheinend
dunkelbraune Puppenexuvie.
11. Eurota herrieki Butl. Nach Süden bis Buenos
Aires verbreitet.
12. Eurota histrio (Guer.). Von Hampson für Para-
guay, Bolivia und Mittel-Brasilien angegeben; mir unbe-
kannt geblieben.
13. Eurota strigiventris (Guer.). Von Buenos Aires
durch ganz Argentinien bis Bolivien und Süd-Brasilien ver-
breitet.
14. Eurota elegans Druce.
15. Syntomeida austera Dogn.
16. Macroeneme lades (Cram.); ausserdem von Nord-
Argentinien (Tucuman) bis Mexico verbreitet.
17. Dinia aeagrus (Cram.) ebenfalls bis Mexico vor-
kommend.
„Mimetische“ Lepidopteren. 125
18. Argyroeides braco (HS.); war bisher nur aus dem
brasilianischen Staate S. Paulo bekannt. Der Schmetterling
fliegt mit Vorliebe an den Blüten einer niedrigen Composite:
Adenostemma viscosum Forst. var. brasilia-
num Benth.
19. Argyroeides sanguinea Schaus; bisher von Süd-
Brasilien bekannt gewesen; fliegt mit voriger Art zusam-
men auf Adenostemma.
20. Diptilon halterata (Fabr.) auch durch Süd- und
Mittel- Brasilien verbreitet; auch diese Art hat dieselben Ge-
wohnheiten wie die beiden vorhergehenden.“
21. Tipulodes ima Boisd. Verbreitungsgebiet Süd- und
Mittel-Brasilien.
22. Callopepla inachia (Schaus); ferner aus dem bra-
silianischen Staate Rio de Janeiro angegeben.
23. Cyanopepla jucunda (Wlk.); kommt nach PBur-
meister in fast ganz Argentinien und Uruguay, nach Hamp-
son in Mittel-Brasilien vor.
24. Eucereon obseurum (Möschl.) war bisher nur von
Amazonas bis Zentral-Amerika (Mexico) bekannt.
25. Eucereon leucophaeum (WIk.) war bisher aus
Rio de Janeiro angegeben.
26. Eucereon marcatum Schaus.
27. Correbia lycoides (Wlk.) bis Mexico und Cuba
verbreitet.
28. Ctenucha palmeira (Schaus) bisher nur aus dem
Staate Rio de Janeiro bekannt gewesen.
29. Philoros rubriceps (WlIk.). Von Uruguay bis
Mexico verbreitet.
30. Hyaleucerea vulnerata Butl. In wenigen Stücken
von Buenos Aires bis Mexico bekannt gegeben.
31. Hyaleucerea phaeosoma Hamps.
Von den in obiger Liste nicht enthaltenen argentini-
schen Arten dürfte wohl ein Teil auch noch in Paraguay
vorkommen. Folgende Genera sind bisher in Argentinien,
noch nicht in Paraguay nachgewiesen: Homoeocerea, Pheia,
Chrysocale, Trichura, Chrysostola, Episcepsis, Androcharta,
Ceramidia, Teucer und Aclytia. In der nachfolgenden Liste
sind die über die Grenzen Argentiniens hinaus verbreiteten
Arten mit einem * bezeichnet.
* Hier müßte die nachträglich beschriebene Eumennsgaster
pseudopolybia eingefügt werden, vergl. pag. 135. g*
126 C. Schrottky.
*Homoeocerea acuminata
(WIk.)
Pheia flavicineta Dogn.
*Oosmosoma telephus (WIk.)
*Saurita sericea (HS.)
*Saurita bipunceta Hamps.
Saurita bicolor Dogn.
Eurota hermione Burm.
*Eurota selva HS.
Eurota igniventris Burm.
Eurota patagiata Burm.
*Eurota helena HS.
Eurota xanthosoma Hamps.
*Eurota picta HS.
*Ohrysocale regalis (Boisd.)
Trichura frigida (Burm.)
*Chrysostola zethus (Hübn.)
*Episcepsis thetis (L.)
Teucer brunnea Hamps.
*Androcharta rubrieincta
(Burm.)
*Ceramidia caca (Hübn.)
*Oyanopepla orbona (Druce)
Oyanopepla pretiosa (Burm.)
*Aclytia heber (Uram.)
*Ötenucha vittigera (Blanch.)
*Philoros neglecta Boisd.
Fernere Arten, von denen es sehr wahrscheinlich ist,
dass noch eine grössere- Zahl auf paraguayischem Gebiete
gefunden wird, sind diejenigen Süd-Brasiliens; dazu rechne
ich die drei Südstaaten: Rio Grande do Sul, Santa Catha-
rina und Paranä. Mit der Aufzählung der hier vorkom-
menden Arten sei die Liste geschlossen, obgleich ohne Zwei-
fel auch Arten Mittel-Brasiliens sowie Boliviens noch in
Paraguay aufgefunden werden können. Nur die in den bei-
den vorigen Listen noch nicht vorkommenden Arten seien
hier genannt; die Abkürzungen sind: RS. — Rio Grande
dorSul; SC. ==" Santa Catharına,sP2 — Parapa, 2 weiten
nach Norden verbreitet.
SC" Sphecosoma melissa
Schaus
P Paramya flavia Schaus
P Paramya aenetus
(Schaus)
P Antochloris xantho-
gastroides (Schaus)
*SC Phoenicoprocta vacillans
(WIk.)
SC Phoenicoprocta teda
(WIk.)
SC Pheia haemapera Schaus
SC Loxophlebia broteas
(Schaus)
SC Mesothen catherina
(Schaus)
SC Leucotmemis pleurae-
mata Hamps.
RG Cosmosoma deyrolli
(WIk.)
P Cosmosoma plutona
(Schaus)
*SC Phoeniostacta haemata-
basis Hamps.
SC, P Paraethria triseriata
(HS.)
SC., P Ichoria ehaleomedusa
Druce
RG Psilopleura sangui-
puneta Hamps.
"RG Saurita astyoche (Geyer)
RG, SC Saurita bipuncta
Hamps.
*SC Saurira tipulina (Hübn )
P Eurota schausi Hamps.
P Eurota maritana Schaus
P Eurota minerva Schaus
*SC Dyelalin melaena
Hamps.
RG Histiaea tina (WIk.)
"RG Maeroeneme chrysitis
(Guer.)
"RG Maeroceneme indistineta
Butl.
P Macrocneme viridifusea
Schaus
*P Mesolasia melanobasis
(Druce)
SO Triehura melanosoma
Hamps.
„Mimetische“ Lepidopteren. 127
*SC Argyroeides ophion
(WIk.)
P Argyroeides vespina
Schaus
P Argyroeides flavipes
Hamps.
P Argyroeides Ivdia Druce
SO Argyroeides magon
Schaus
P Diptilon ater Schaus
P Episcepsis endodasia
Hamps.
"Trug. Androcharta stretchi
Butl.
P Napata jynx (Geyer)
P Napata castra Hamps.
SC Agyrta albisparsa Hamps.
RG Phara flavicosta (HS.)
SC Heliura sanguipalpia
Hamps.
*P Eucereon rosa (WIk.)
SC Eucereon plumbieollum
Haımps.
P Eucereon pallada Druce
Aus diesen Zusammenstellungen lässt sich ungefähr er-
sehen, wie die Syntomidenfauna Paraguays beschaffen ist.
Obschon nicht sämtliche Arten „mimetisch“ sind, besitzt
doch ein weit grösserer Teil Aehnlichkeit mit anderen In-
sekten, namentlich Wespen, als es bei einem Blick auf die
schön präparierten Tiere scheinen möchte; es soll. damit
gesagt sein, dass sich diese irreführende Aehnlichkeit nach
dem Tode mehr oder minder verliert, ja, bei einigen Arten
wird die Täuschung überhaupt nur durch das fliegende Tier
hervorgebracht, während es sitzend leichter als Schmetter-
ling erkennbar ist. Die. grösste Wespenähnlichkeit haben
Pseudosphex ichneumonea und Pseudo-
sphexz 'noverca;. Rhynchopyga' meisteri
128 C. Schrottky.
gleicht im Fliegen einer Braconidae-Art, etwa aus der Gat-
tung Ipobracon bezw.Iphiaulax;Macroceneme
lades zeigt die ungefähre Gestalt und Farbe der ÜCero-
palidae-Gattung Pepsis; Argyroeidesbraco und
Argyroeides sanguinea täuschen beim Fliegen die
Vespidae-Gattung Megacanthopus vor in gleicher
Weise, wie Diptilon halterata beim Fliegen eine
Polybia vermuten lässt; Correbia _1lycoides end-
lich ähnelt in Grösse, Farbe und Gestalt einem Käfer: Co-
lobothea. Dass die Aehnlichkeit besteht, ist unmöglich
zu leugnen; sie ist bei manchen Arten so gross, dass nicht
nur Laien, sondern geübte Entomologen sich nur durch
scharfes, wiederholtes Hinblicken nach den Fühlern davon
überzeugen können, es nicht mit einer Wespe zu tun zu
haben, vorausgesetzt natürlich, dass das Tier still in einer
Blüte sitzt und sich aus nächster Nähe genau betrachten
lässt; ist es dagegen in Bewegung oder beträgt die Ent-
fernung mehr als etwa einen Meter, so kann der geübteste
Hymeno- oder Lepidopterologe nicht angeben, ist das in
Frage kommende Tier Wespe oder Schmetterling. Eine
solche verblüffende : Aehnlichkeit besteht z. B. zwischen
P-seudosphex:movereca „une Polybiarnı gar
Dauss., sowie zwischen-Pseudosphex ichneumo-
nea und Polistes melanosoma Sauss.
Welche Vorteile hat nun aber der Schmetterling von
dieser „vortreflflichen Verkleidung“? Gegen welche Feinde
ist «diese Einrichtung gekehrt? Wir wollen zunächst einmal
annehmen, dass wirklich die „Feinde“ sich täuschen lies-
sen und die „beabsichtigte* Wirkung der Mimikry ein-
träfe. Die dadurch geschützte Art erleidet weniger Ver-
Juste durch Nachstellungen und erringt im Kampfe ums Da-
sein den Sieg über die weniger geschützten Arten. Trifft
das zu? Nein! Denn gerade die anscheinend am besten
geschützten Arten, das heisst diejenigen, welche am voll-
kommendsten ein anderes wehrhaftes Insekt kopieren, sind
die allerseltensten, während sie doch kraft ihres Schutzes
das Uebergewicht über die verwandten Arten erlangen sol-
len. Man könnte einwenden, dass ihres wespenähnlichen
Aussehens wegen diese Arten übersehen werden; aber in
diesem Falle müssten sie den Hymenopterologen häufiger
in die Hände fallen, was jedoch ebensowenig der Fall ist;
der oben erwähnte Polistes melanosoma ist eine
Wespe, die auch im ganzen Gebiete der Hymenopteren ihre
„Mimetische“ Lepidopteren. 129
Doppelgänger hat, und von denen sie nur durch sorgfäl-
tige Untersuchung zu unterscheiden ist, z. B. Polybia
angulata Fabr, Pachymenes ater Sauss. u. a.
Von diesen habe ich Tausende von Exemplaren einzeln an
Blüten oder an Waldwegen fliesend gefangen, aber von
dem sie kopierenden Schmetterling Pseudosphex ich-
neumonea waren ganze zwei Stück darunter! Bei der
enormen geographischen Verbreitung dieser Art ist ihre
grosse Seltenheit nur dadurch zu erklären, dass sie im Aus-
sterben ist, und das trotz der gelungenen Verkleidung und
trotzdem sich ihr Verbreitungsgebiet mit dem der von ihr
kopierten Wespen deckt! Schliesslich ergeben sich beim
Betrachten der Käfer imitierenden Correbia Ilyeoi-
des auch weitere Folgerungen von selbst. Käfer haben
keinen Giftstachel, also kann das einen Käfer vortäu-
schende Gewand des Schmetterlings nur den Zweck haben
(von dem Standpunkt des Mimikry-Theorie-Anhängers), das
von seiner Erfahrung (!) über den schlechten Geschmack
des Käfers bereits belehrte Tier davon abzuschrecken, den
Schmetterling als gute Beute anzusehen. Demgegenüber ist
zu bemerken, dass von allen mit widrigen Gerüchen oder
schlechtem Geschmack ausgestatteten Insekten die Synto-
miden zu den gemiedensten gehören. Bekanntlich werden
die Arten der Gattung Heliconius mit Vorliebe als
Beispiele angeführt für das Geschütztsein durch schlechten
Geschmack, aus welchem Grunde Pieridae (Dismor-
phia), Ithomiidae (Mechanitis) u. a. ihn zum Mo-
delle nähmen. Nun, eines Abends vergass ich drei frisch
gefangene Lepidopteren vor den hier wie überall äusserst
gefrässigen Schaben, Periplaneta americana,in
Sicherheit zu bringen; zufällig war es en Heliconius
narcaea Godt., eine diesen nachahmende Mechani-
tis, und eine Syntomide, Cyanopepla jucunda,
Am nächsten Morgen waren die Körper sowohl des Heli-
conius als der Mechanitis aus ihren Papiertüten herausge-
fressen, die Cyanopepla aber unberührt in der ihren.
Kurz hinweggehen will ich hier über die Rhyn-
chopye&a, Argsyroetdes und Diptilon; . da
diese nur schwache harmlose Hymenopteren und noch da-
zu nicht besonders gut nachahmen, denn gegebenenfalls
würden sich die Modelle ebenso widerstandslos fressen las-
sen wie die Kopien, sondern nur noch speziell die Ma-
crocneme, Ceramidia u. a. ins Auge fassen,
130 C. Schrottky.
welche die gefürchteten Pepsis mehr oder minder gut
nachäffen. Wenn wirklich irgendeine Schutzwirkung durch
die Aehnlichkeit mit wehrhaften Wespen erzielt wäre, so
würde dies in dem Benehmen des Tieres doch seinen Aus-
druck finden, die Schmetterlinge selbst würden in einem
gewissen Phlegma ihr Vertrauen zu der wunderbaren Ver-
kleidung dokumentieren. Dem ist aber keineswegs so; nach
dem Grundsatze, dass Vorsicht der bessere Teil der Weis-
heit sei, entziehen sie sich jeder verdächtigen Annäherung
durch schleunige Flucht; dadurch entgeht manches Exen-
plar dem Sammler, da es ganz aussichtslos ist, auf eine er-
schreckte Maerocneme Jagd zu machen.
Schützt die Verkleidung also nicht, so kann sie unter
Umständen ihrem Träger verhängnisvoll werden. Kröten
verschmähen bekanntlich auch Wespen nicht, am allerwe-
nigsten unsere riesige Bufo marinus L.; aber da die
Kröten hauptsächlich nachts auf Fang ausgehen, die Syn-
tomiden- in ihrer Mehrzahl am hellen Tage fliegen, ist die
Begegnung wohl äusserst selten. Manchmal trifft man am
Tage eine Kröte an dem feuchten Sande der Ufer eines
Baches, wo sich Scharen von Schmetterlingen, Bienen, Wes-
pen und Fliegen zum Trinken versammeln; nie habe ich
eine solche Schmetterlinge verspeisen gesehen, wohl aber
Bienen und Wespen; diesem Gegner gegenüber würde selbst
die Waffe des ätzenden Saltes bezw. schlechten Geschmackes
versagen, denn ein Tier, das kaltblütig eine grosse starke
Bärenraupe verschluckt (ein selbst beobachteter Fall), würde
um so geringer Unannehmlichkeit willen weiter kein Auf-
hebens machen. Ein zweites in grosser Zahl vorhandenes
insekteniressendes Tier ist die Eidechss Tropidurus
torquatus Wied. Diese wird den Syntomiden wohl nie
gefährlich, da sie viel zu schwer ist, um auf Blüten te.
herumzuklettern, und anderseits im geschlossenen Walde,
wo Syntomiden am häufigsten sind, nicht vorkommt. Ich
erwähne sie hier hauptsächlich darum, weil sie eines der
wenigen Tiere ist, die Schmetterlingen arg nachstellen; da
sie mit grosser Gewandtheit an Bäumen, Palmen usw. em-
porklettert, fallen ihr meist solche Lepidopteren zum ÖOp-
fer, welche die Gewohnheit haben, sich an derartige Ge-
genstände zu setzen, also Ectima, Ageronia und
Peridromia. Diese Schmetterlinge pflegen mit ausge-
breiteten Flügeln an Baumstämmen zu sitzen, und da ihre
Oberseite gewöhnlich blaugrau marmoriert, die Unterseite
Par).
„Mimetische“ Lepidopteren. 131
aber lebhaft rot, gelb etc. gefärbt ist, so werden sie mil
Vorliebe als Beispiele für Schutzfärbung zitiert. Ganz ab-
gesehen davon. dass den erwähnten Eidechsen gegenüber
der Schutz versagt, müssen jedem, der die Lebensweise die-
ser Tiere kennt, Zweifel über den Wert der Schutzfärbung
serade bei Ageronia und Verwandten kommen. Denn
zu Schutzfärbung gehört auch Schutzstellung, in unserem
Falle also müssten die Tiere ruhig und unbeweglich stun-
denlang mit ausgebreiteten Flügeln am Stamme sitzen, wo
sie dann allerdings schwierig zu sehen wären. Statt des-
sen sind "die munteren Falter fast fortwährend in Bewe-
gung, sich jagend, spielend, dabei das bekannte weit hör-
bare knacksende Geräusch hervorbringend. Wie ist das
nun mit der Schutzfärbung in Einklang zu bringen?
Wenn wir die Schilderungen gewissenhafter Beobachter
lesen, die Anhänger der Schutzfärbungstheorie sind, aber
sich von ihrer Phantasie nicht fortreissen lassen, so kön-
nen wir uns olt des Eindrucks nicht erwehren, als ob sie
selbst schliesslich von der Schutzwirkung der sympathi-
schen Färbung etc. recht wenig überzeugt blieben. Als Bei-
spiel hierzu erwähne ich Dr. Wilhelm Müllers verdienstvol-
les Werk über „Südamerikanische Nymphalidenraupen“*).
Ausserdem war sich genannter Verfasser vollständig klar
darüber, dass aus anderen Gründen für die Erhaltung der
Art die Schutzlfärbung ziemlich belanglos sei, und da er
selbst, als Verfechter der Schutzfärbungslehre, zu diesem
Schlusse kam, erscheint es um so bemerkenswerter. Die
hierauf sich beziehenden Stellen lauten: „. .., die Dornen
mögen in gewissen Grenzen Schutz gewähren gegen Vögel,
welche die Raupen verzehren, sie gewähren keinen Schutz
oder sicher nur einen sehr unzulänglichen Schutz gegen
Schlupfwespen und Fliegen, welche ihre Eier an oder in
die Raupen legen, und doch fallen diesen Insekten viel-
leicht überhaupt mehr Raupen und Raupeneier zum Opfer
als grösseren, die Raupen verzehrenden Feinden.“ Meinen
Erfahrungen nach kann das „vielleicht“ mit gutem Gewissen
gestrichen werden. Dann: „Uebrigens scheinen Raupen mit
Dornen (auch mit sehr langer und dichter Bedornung)
ihnen ebenso ausgesetzt, wie dornenlose, sympathisch ge-
färbte ebenso wie auffällige; auch das Verkriechen oder
Einspinnen gewährt nicht immer Schutz, ebensowenig Wid-
rigkeit des Geschmacks.“ Gerade die theoretisch äusserst
”) Zool. Jahrbücher, Jena 1886.
132 C. Schrottky.
gut geschützten Sphingidenraupen haben recht unter Para-
siten zu leiden, weitere Beispiele liessen sich zu Hunderten
anführen.
Die ganze Frage nach den Ursachen und dem Zwecke der
Aehnlichkeit zwischen Insekten verschiedener Gruppen scheint
ziemlich müssig. Erstreckte sie sich nur auf die Farbe
oder nur auf die ungefähre Gestalt, so wäre es kaum
jemandem eingefallen, diese vollkommen gekünstelte Mimi-
krylehre auszubauen. Da nun durch Zusammenfallen zweier
Zufälligkeiten unser Auge irregeführt wird (denn dass
sich andere Tiere auch täuschen lassen, trifft im besten
Falle bedingt zu), so musste natürlich dafür eine Theorie
konstruiert werden; anstatt die einfache Erklärung für ge-
wisse Erscheinungen in morphologischen Analogien zu
suchen, wie den langsamen Flug der Heliconius ähnlichen
Papolioniden, Pieriden und anderen, oder den Pepsis ähn-
lichen Flug der Macrocneme in der Flügelform, die eben
diesen Flug bedingt, wurde darin eine „beabsichtigte Täu-
schung“ durch „Annahme der Gewohnheiten“ des „Modelles“
erblickt. Ist es wirklich möglich, dass jemand noch solche
Anschauungen vertritt?
Es ist bereits früher darauf hingewiesen, dass nicht
nur Schmetterlinge gelegentlich in Wespenkleidung erschei-
nen, sondern dass die stacheltragenden Hymenopteren sich
gegenseitig nachahmen. Oben wurden Polistes melanosoma,
Polybia angulata und Pachymenes ater erwähnt; als wei-
tere Glieder derselben Reihe macht A. Ducke noch folgende
Arten bekannt: Polybia lugubris Sauss., Mesacanthopus
carbonarius Sauss., Montezumia cortesia Sauss., Rhathymus
foveatus Ducke und Polistomorpha sphegoides Walk. Also
sechs Wespen, eine Biene und eine Schlupfwespe in glei-
chem Gewande! Sind das nun auch Verkleidungen? Noch
sollen gewisse Reduviidae (Raubwanzen) erwähnt sein, die
empfindlicher stechen als irgend eine Wespe es vermöchte,
und von denen eine Art, Spiniger ater Lep. & Serv., eine
Pepsis besser vortäuscht als es irgend eine Maerocneme
könnte. Derartige Beispiele sind schon oft genug bekannt
gegeben worden, es lässt sich aber wohl verstehen, wes-
halb sie nicht mehr berücksichtigt werden, obgleich es eben
kein rühmliches Zeugnis ablegt für den wissenschaftlichen
Ernst derjenigen Forscher, die Ergebnisse, welche ihren
Standpunkt erschüttern, einfach verschweigen.
Die ersten Stände von Papilio
perrhebus Boisd.
Von
C Schrottky.
In dem von Dr. K. Jordan bearbeiteten Teile des Wer-
kes „Die Grossschmetterlinge der Erde“ ist über die ersten
Stände von Papilio perrhebus Boisd. bemerkt: „Die Raupe
lebt auf Aristolochia ciliata und trägt auf allen Segmenten
zum Teil weisse, zum Teil gelbe Zapfen; ein Schrägband
auf dem 6. und 7. Ringe ist gelb.“ Mir ist die Quelle die-
ser Beschreibung nicht bekannt, und aus diesem Grunde
kann ich nicht entscheiden, ob die „zum Teil weissen“
Zapfen auf einem Druckfehler beruhen oder ob die Raupe
einer anderen Art beschrieben ist. Jedenfalls wird es nicht
überflüssig sein, die ersten Stände unseres Falters nochmals
genau zu beschreiben, da ja die oben angeführte irrtümlich
ist.
Das Ei ist rötlichviolett. Bisher habe ich nur ein
paar taube, aus einem getöteten @ entnommene Eier ge-
sehen, aus welchem Grunde ich hier keine genauere Be-
schreibung derselben gebe.
Die Raupe fand ich seit Anfang September häufig an
Aristolochia triangularis Cham. & Schlecht.
(Die Bestimmung nach Hassler.) Bei einer Länge von 5
bis 6 mm ist sie violettbraun; der Kopf glänzend dunkel-
braun, fast schwarz; die Zapfen sind wie der Körper ge-
färbt mit Ausnahme der oberen des 2., 7., 10. und 12. Seg-
mentes, welche gelb sind; von den seitlichen sind nur die
des 10. Segmentes gelb. Nachdem sie die Länge von 11—12
mm erreicht hat, häutet sie sich (wahrscheinlich zweite Häu-
tung!). In dem neuen Kleide gewinnt die gelbe Farbe an
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausg. vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden, Jahrgang 1909,
x
134 C. Schrottky.
Ausdehnung. Die Körperfärbung ist dunkelbraun mit rot-
violettem Schimmer in gewissem Lichte; der Kopf ist
schwarz; hinter der vorstülpbaren, gelben Nackengabel ein
schmales, eingefurchtes, glänzend schwarzes Feld; auf dem
Rücken eine Doppelreihe fleischiger Zapfen, die des 3.—6.,
8., 9. und 11. weinrot, die. des 2., 7., 10. und 12. gelb ge
färbt; hinter denen des 12. Segments noch zwei sehr kleine
gelbe Höcker; die seitlichen Zapfen haben folgende Fär-
bung: auf den Segmenten 2—5, 7—9 und 11 weinrot; auf
6, 10 und 12 gelb; iederseits der drei ersten Paare der mitt-
leren Doppelreihe je ein weinroter Zapfen; unterhalb der fünf
ersten seitlichen Zapfen je ein kleiner weinroter Zapfen; die
Beine der Thoraxsegmente sind schwarz, die der Bauchsegmente
grau mit schwarzen Spitzen. Das nächste Stadium ist dem vori-
gen sehr ähnlich, nur ist die Gesamtfärbung noch dunkler;
die Zapfen sind abgesehen davon, dass auch sie dunkler
werden, wie vorher gefärbt; ausserdem geht ein gelbes
Schrägband von den gelben Seitenzapfen des 6. Segmentes
nach den gleichfalls gelben Mittelzapfen des 7. Segmentes;
auch die Spitzen der fünf untersten Zapfen sind nun gelb.
In diesem Stadium ist die Körperlänge nach der Häutung
20 mm. In 14 Tagen ist die Raupe ausgewachsen und misst
dann, kriechend, über 50 mm. Die Puppe ist zunächst
grün mit gelbem Sattel, nach einigen Tagen violettrosa mit
dunkleren Kanten; diese bilden auf dem Rücken des Ab-
domens zwei ganz niedrige Kiele, welche auf der Thorax-
mitte in eine Spitze zusammenlaufen, um dann wieder nach
den Kopfseiten hin zu divergieren. Von dort läuft ein an-
derer Kiel längs der Körperseite über die Flügelscheiden
nach der Hinterleibspitze, auch dieser Kiel formt am Tho-
rax einen hervorstehenden Höcker. Die Puppe ist 30 mm
lang. Nach 20 Tagen schlüpft der Falter. Die Entwicke-
lung vom Ei zum Falter dauert 50—60 Tage.
Hier in Paraguay scheint das @ zu überwintern, we-
nigstens wurden bereits Ende August, d. h. zu Ende des
Winters stark geflogene @9 gefangen. Die eigentliche Flug-
zeit beginnt jedoch erst Ende Oktober, während mehrere
andere Papilioarten schon viel früher in grosser Anzahl
fliegen, so z. B. seit Mitte September auf feuchtem Sande:
P. Iycophron Hbn., P. androgeus laodocus F., P. thoas
brasiliensis R. & J., P. hectorides Esp., P. anchisiades
capys Hbn., P. lysithous Hbn. und P. stenodesmus R. & J.
Eine neue Syntomide aus Paraguay.
Von
C. Schrottky. (Vergl. pag. 125.)
Eumenogaster pseudopolybia n. sp.
&. Kopf schwarz und gelb; schwarz sind die Antennen,
der Hinterkopf, die Stirn — diese mit metallisch blauem An-
fluge —, der Scheitel, sowie einige längere Haare an der
Basis der Palpen; diese Palpen selbst sind dicht dunkel-
selb behaart; von gleicher Farbe sind die inneren und
äusseren Augenränder, ein grosser Fleck an der Basis der
nn sowie eine feine Querlinie zwischen Scheitel und
Hinterkopf. Thorax schwarz mit metallblauem Schimmer
und dunkelgelber Behaarung: in der Mitte des Pronotum,
zwei Längsstreifen auf dem Mesonotum, je ein Längsstreif
auf den Patagia, das Metanotum lang und dicht, sowie die
sanze Unterseite. Die Beine sind schwarz, die Coxen dun-
kelgelb behaart, die Tarsen ebenso beschuppt. Ab-
domen schwarz, dicht metallblau beschuppt, Segmente 2,
3, 4 am Apikalrande mit dunkelgelber Querbinde, das stark
eingeschnürte zweite Segment in seiner vorderen Hälfte hell
srünlichgelb, das erste Segment am Vorderrande mit dun-
kelgelber Querbinde; die Fransen des Analsegmentes schwarz.
Auf der Bauchseite überwiegt die dunkelgelbe Färbung, so
haben die Segmente 1—5 ausserordentlich breite gelbe Rand-
binden, auch sind die Analfransen grösstenteils gelb. Die
Flügel sind gelblich hyalin, mit dunkelbraunen Adern und
ebenso gefärbten schmalen Rändern; nur der Innenrand der
Hinterflügel ist breiter gesäumt. Körperlänge 12 mm; Flü-
gel 10 mm; Flügelspannung 20 mm.
Paraguay (Puerto Bertoni).
Im Fluge gleicht diese Art fast täuschend einer hier
vorkommenden geselligen Wespe:: Polybia fulvo-
fasciata (Geer), daher ich sie pseudopolibia
nenne.
5 Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausg. vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden, Jahrgang 1909,
Einige neue Macrolepidoptera für
Karlsruhe bez. f. Baden.
Von
H. Gauckler, Karlsruhe i. B.
Orthosia macilenta Hb. ab. immaculata Gklr. novo
ab.” Diese neue Aberration wurde im Jahre 1903 von Herrn
Sauer hier, in einem & Exemplar am Köder im Hardtwald
bei Karlsruhe, erbeutet.
Oberflügel oberseits rotbraun; fast ohne Zeichnung; die
Nierenmakel mit dem dunklen Fleck fehlt; ebenso fehlt die
rötliche, nach innen weisslich begrenzte gerade Linie vor
dem Saum.
Im übrigen von normaler Färbung.
Wiederholt wurde in letzter Zeit das Vordringen von
Arten, welche mehr dem Süden Europas eigentümlich sind,
in Deutschland beobachtet.
Auch bei Karlsruhe i. B. wurden in den letzten zehn
Jahren einige Arten beobachtet. welche sonst unserer Fauna
[remd waren. Ich lasse es dahingestellt sein, ob es sich bei
Auffindung solcher Arten nur um gelegentliche zufällige
Funde handelt, verursacht durch Einschleppung aus ande-
ren Ländern, oder aber ob diese Arten schon lange hier
heimisch waren, bislang aber nicht beobachtet wurden. Für
die Stegania dilectaria Hb. und Steg. trimacula Vill. ab
cognataria Ld. scheint mir letztere Vermutung zutreffend zu
sein.
Weitere sorgfältige Beobachtungen werden den Beweis
zu erbringen haben, ob die nachstehend als neu aufgeführ-
ten Arten auch imstande sein werden sich in unseren
Deutsche ‚Entomologische Zeitschrift „Iris'' herausg. vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden, Jahrgang 19Q9,
Einige neue Macrolepidoptera für Karlsruhe bez. f.Baden. 137
ln a
Gegenden dauernd anzusiedeln bezw. fortzupflanzen. Die
var. rutilus von dispar. kommt hier nicht in Frage, da die-
selbe schon lange in Baden (Mannheim, Weinheim) heimisch
ist und sich jetzt auch bis Karlsruhe ausgebreitet hat; wes-
halb ich sie mit anführe.
Sehr häufig fliegt var. rutilus Wernbg. nach Mitteilung
eines eifrigen Sammiers bei Weinheim a. Bergstrasse.
1. Chrysophanus dispar. var. rutilus Wernbg.
Diese früher nie bei Karlsruhe beobachtete Varietät wurde
im Jahre 1908 in einigen Exemplaren 55 bei Maxau am
Rhein gefangen.
2. Lampides telicanus Lamp. Die Auffindung dieser
Lycaenide im vergangenen Jahre 1905 in zwei Stücken 5 &
von den Herren Bischoff & Weis hier, war eine grosse
Ueberraschung für die hiesigen Sammler, zumal beide Stücke
frisch sind.
Die Falter wurden ebenfalls im Rheinhafengebiet bei
Maxau erbeutet.
3. Plusia aurifera Hb. Diese seltene auf der iberi-
schen Insel und in Afrika heimische Art wurde von Herrn Sauer
hier, vor einigen Jahren in einem frischen Stück & am
neuen Güterbahnhof bei Karlsruhe gefunden.
4. Stegania dileetaria Hb. Von Herrn Kabis hier vor
einigen Jahren bei Karlsruhe bezw. Durlach aufgefunden,
seitdem jedes Jahr in Anzahl.
5. Stegania trimacula Vill. ab. cognataria Ld.
Letztere Aber. ebenso wie die vorige von Kabis wiederholt
bei Durlach im Juli gegen Abend an Pappeln erbeutet.
(Zuerst publiziert in den Mitteilungen des Badischen Zoolog.
Vereins. Nr. 16 vom 1. August 1903.)
6. Nola subehlamydula Stgr. Diese zweifelhafte Art
habe ich seit dem Jahre 1898 bei Bruchsal auf dem Micha-
elsberg als Raupe beobachtet. Diese lebt dort im Juni an
Teucrium chamaedrys, hauptsächlich die Blüten verzehrend.
Den der cristatula sehr nahestehenden Falter erhielten
Herr König und ich einige Male durch Zucht. (Näheres
über Lebensweise, Zucht usw. habe ich in der Insekten-
börse, Jahrgang XXV, 1908 und Insektenbörse, Jahrgang
XXI, 1904 — Sonderabdruck — publiziert. Ich halte sub-
chlamydula für eine Varietät der cristatula.
Eine neue Hepialide aus West-
Australien.
Von
Pastor R. Pfitzner, Sprottau.
Charagia jordani mihi n. sp. (6).
Grösse 96 mm. Apex beiderseits abgestossen. Doch ist
noch deutlich zu erkennen, dass die Vorderflügel ursprüng-
lich die bekannte sichelförmige Spitze der Charagia 5 5 ge-
habt haben. Dies berücksichtigt, dürfte die wirkliche Span-
nung 100—110 mm betragen haben. Körperlänge 45 mm,
den Analwinkel nur wenig überragend.. Thorax oben
weiss, unten matt bläulich grün behaart, Abdomen bräun-
lich gelb, Beine oben bläulich grün, unten gelbbraun. Haar-
pinsel zu beiden Seiten zimtbraun, Kopf bräunlich weiss.
Fühler (nur links) fadenförmig, 3 mm lang, bräunlich.
Flügel breit, Aussenrand der Vorderflügel gleichmässig
gerundet. Beschuppung verhältnismässig dicht. Ober-
seite: Farbe (mit Ausnahme der abgeriebenen Stellen)
gleichmässig kreideartig weiss. Auf den Vorierflügeln zieht
aus der Mitte des Imnenrandes eine etwa millimeterbreite
gelblich olivbraune, im oberen Teil leicht geschweifte Linie
in den Vorderrand, 10—15 mm vor dem Apex endigend;
eine zweite ebensolche, aber verloschen, parallel dem Aus-
senrand. Sie ist anscheinend gleichmässig gebogen und
würde, ihre Vollständigkeit vorausgesetzt, mit der erstge-
nannten Linie sich zur Figur eines Bogens vereinigen, wo-
bei die erste Linie die Sehne darstellt. Unterseite wie
oben, aber die Adern mehr oder weniger stark olivbräun-
lich angelegt, besonders am Vorderrand der Vorderflügel,
welcher breit bräunlich behaart ist. Die dunklen Querlinien
. ‚Deutsche ‚Entomologische Zeitschrift „lris'' herausg. vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden, Jahrgang 19Q9,
Eine neue Hepialide aus West-Australien. 139
sind deutlich wahrnehmbar. Die Behaarung der Flügelwur-
zeln zeigt einen schwachen blaugrünen Anflug.
Das © dieser eigentümlichen, ganz isolierten Art ist
noch völlig unbekannt. Es dürfte zu den grössten Chara-
giaformen gehören. Ueber seinen Färbungsstil lassen sich
kaum Vermutungen aufstellen.
Von West-Australien (Mornington) Type in meiner Samm-
lung. Ich benenne die Art zu Ehren des Herrn Dr. Jor-
dan (Tring).
Ein aberratives „ von Dendrolimis
pini L.
Von
H. Marschner, Hirschberg (Schlesien).
Was für zahlreiche abweichende Formen aus einer um-
fangreichen Zucht von Dendrolimus pini L. erzogen wer-
den können, dürfte denienigen Herren, welche sich mit einer
solchen Zucht bereits befasst haben, hinreichend bekannt
sein. Für die verschiedenen Färbungs- und Zeichnungs-
unterschiede dieses Spinners geben auch die zahlreichen,
in den Preislisten aufgeführten Handelsbezeichnungen be-
redtes Zeugnis.
Einer der Zuchtversuche mit Raupen von Dendrolimus
pini L., welche aus der Görlitzer Heide stammten, lieferte
mir ein @, welches nicht unbeachtet zu bleiben verdient.
Das Stück unterscheidet sich von typischen Exemplaren
wie folgt:
1. Die Vorderflügel sind nicht weissgrau, sondern schwärz-
lich braun; es hat überhaupt eine rauchbraune Ver-
dunkelung sowohl der Ober- wie der Unterseite statt-
gefunden.
. Der weisse Mittelfleck fehlt.
3. Der vordere (innere) Querstreif, der diesen Mittelfleck
sonst enthält, ist ziemlich undeutlich und die costal-
wärts gelegene Hälfte des Basalfeldes nur schwach rot-
braun ausgefüllt.
4. Der Raum zwischen dem hinteren (äusseren) Quer-
streif und der Wellenlinie ist zwar rotbraun gefärbt,
doch sind die dunklen Flecken der Wellenlinie fast
erloschen.
[8%]
. „Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“ herausg. vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden, Jahrgang 19Q9,
5.
Ein aberratives @ von Dendrolimus pini L. 141
Im Saumfelde treten die Rippen deutlich dunkelbraun
aus der schwärzlich braunen Färbung hervor.
. Die gewellte Saumlinie und die Fransen sind dunkler
als gewöhnlich.
. Die Farbe der Hinterflügel kommt der dunkleren Fär-
bung der montanen Form von pini gleich; auch sie
zeigen keine Spur von Grau, sondern sehen verdüstert
rötlich braun aus.
. Die Unterseite ist einfarbig verdüstert rötlich braun
und kommt der Färbung der Hinterflügel-Oberseite fast
gleich. —
Es handelt sich hier um eine melanistische Form des ©.
Spannweite 63 mm (also Mittelgrösse).
10*
Das indo-malaiische Satyridengenus
Erites, Westwood.
Von
Dr. L. Martin, Diessen am Ammersee.
Das in meiner Sammlung angewachsene Material von
diesen -zierlichen, reich geschmückten Satyriden, welche aus-
ser in Ragadia aus dem gleichen Gebiete höchstens noch
in den südamerikanischen Cithaerias nähere Verwandte be-
sitzen dürften, erlaubt mir eine wohl ziemlich vollständige
Zusammenstellung der bis heute bekannt gewordenen For-
men zu geben, denen ich einige noch unbeachtete und des-
halb unbeschriebene Subspecies anschliessen kann. Das
Genus bewohnt das makromalaiische Gebiet, besitzt einige
Ausläufer nach Westen auf dem Kontinente bis Assam,
fehlt aber sicher völlig in Vorderindien und auf Ceylon
und wird auch östlich von Java und Bali nicht mehr ge-
funden, wenigstens wird weder von Lombok noch östlicher
ein Erites erwähnt. Auf Borneo kommen vier, auf Suma-
ira drei und auf Java, der malaiischen Halbinsel und in
Burma je zwei Arten vor, das spezifisch malaiische Gebiet
ist also die eigentliche Heimat unserer Gattung. Ueber Ei
und Larvenstände ist bis heute nichts bekannt geworden,
es wäre aber für einen Feldentomologen, welcher in der
Nähe eines von Erites bewohnten Waldes lebt, ein leichtes,
die Weibchen zur Eiablage zu bringen, und darf man mit
ziemlicher Sicherheit annehmen, dass die Raupen auf einer
der buschigen, spitzblättrigen Grasarten leben, welche, ähn-
lich unseren Poaspecies, sowohl im Urwalde als auch im
niedrigen Busche vorkommen. An beiden Oertlichkeiten flie-
gen die Erites, und ein lebendes Weibchen in ein grosses
Glas gebracht, in welches vorher ein verdächtiger Gras-
busch gepflanzt wurde, dürfte eine sichere Zucht ergeben.
Deutsche ‚Entomologische Zeitschrift „lris'' herausg. vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden, Jahrgang 19Q9,
Das indo-malaiische Satyridengenus Frites, Westrood. 143
Die Schmetterlinge ‘scheinen die Ebenen den Bergen vorzu-
ziehen und steigen sicher nicht über eine Höhe von 1500
bis 2000 Fuss, auch das Genus Ragadia geht nicht in die
Berge. Der Flug ist schwach und niedrig und wird oft
durch Ruhepausen auf nacktem Erdboden unterbrochen, wo
die Tiere mit zusammengeklappten, übereinandergeschobe-
nen Flügeln nur schwer zu erkennen sind. Unsere euro-
päische Fauna besitzt nichts, was sich mit Eriltes verglei-
chen liesse, es kämen höchstens einige den Wald liebende
und auf nackte Erde sich setzende Satyrusarten in Betracht,
doch diese sind alle viel robustere Tiere und kräftigere und
insbesondere scheuere Flieger.
Die Erites 5&& besitzen keine sekundären Geschlechts-
organe und die Q@ Q unterscheiden sich von ihnen nur durch
grösseres Ausmass, runderen, breiteren Flügelschnitt, wel-
cher besonders den Apex des Vdilels. abgerundet erschei-
nen lässt, und durch hellere Färbung; die bei den 5 ö nur
auf der Flügelunterseite gelben Zeichnungselemente erschei-
nen bei den @Q9 auch auf der Oberseite gelbgefärbt. Diese
Verschiedenheiten genügen wohl bei allen Arten zur ge-
nauen Geschlechtsbestimmung, in zweifelhaften Fällen, welche
mir jedoch nicht vorgekommen sind, dient das Verhalten
des ersten Fusspaares zur sicheren Diagnose. Die Füsse
des & sind kurz und sehr haarig, die des © länger, schlan-
ker und haarlos. Alle Arten zeichnen sich durch mehr
oder minder hoch entwickelte Transparenz beider Flügel
aus, welche den feinen, zerbrechlichen Eindruck der Tiere
noch erhöht, ferner ist ihnen eine bestimmte Zeichnungsan-
lage gemeinsam, welche deutlich für engste Verwandtschaft
zeugt. Die Hauptelemente dieser Zeichnungsanlage sind:
1. Zwei discale Bänder, welche sich quer über die Unter-
seite beider Flügel hinziehen, gerade auf dem Vdflgl., aber
häufig winklig und eckig ausgebogen auf dem Hitflgl.; das
innere, kürzere Band schneidet die Zelle nahezu in ihrer
Mitte und soll deshalb das discale heissen, während das
äussere, längere ungefähr die Flügelmitte einhält und das
mediane genannt wird; letzteres zeichnet sich dadurch aus,
dass es die Zelle ängstlich vermeidet, so dass seine innere
Grenze mit den Discocellularadern mehr oder minder zu-
sammenlällt. 2. Eine submarginale ÖOcellenreihe auf der Un-
terseite beider Flügel, oft auch auf der Oberseite sichtbar
und durchschlagend; diese Ocellen sind meist komplett und
besitzen auf der Unterseite oft eine silberglänzende Pupille;
144 Dr. L. Martin.
auf beiden Flügeln ist der hinterste, analste Ocellus der
grösste und gibt den Schmetterlingen das Gattungsgepräge,
ist auch zweifellos neben der Transparenz jenes Element,
welches das Auge des Beschauers zuerst fesselt. 3. An den
Aussenrändern beider Flügel drei schwarze, sehr feine Mar-
ginallinien, zwischen denen weissgelbe, silbrig glänzende
Zwischenlinien liegen, ein ungewöhnlich reicher Rand-
schmuck. Verschiedenheiten im Verlaufe der Bänder und
in Anordnung der innerhalb der Art ungeheuer konstanten
Ocellen sind die Haupthilfsmittel zur Artunterscheidung, da
die Grundfarbe, ein lichteres oder tieferes Grau- oder
Schwarzbraun, und die Färbung der Bänder und Öcellen-
umrandung, ein bald helleres, bald tieferes Ockergelb, nur
selten verwertbare Unterschiede ergibt. Alle Arten haben
in beiden Geschlechtern das basale Fünftel der Kostalader
des Vorderflügels angeschwollen, aufgeblasen und wahr-
scheinlich lufthaltig, eine bei Satyriden aller Regionen nicht
ungewöhnliche Erscheinung, welche im vorliegenden Falle
leichter auf der Flügelunterseite zu erkennen ist.
Die bis heute über das Genus Erites erschienene Lite-
ratur ist nicht übermässig reich. Horsfield bildet im Kata-
loge des Museums der ostindischen Kompanie 1829 die erste
Art ab und zieht sie zum Genus Hipparchia, Fabr., West-
wood stellt 1851 das Genus Erites auf (Gen. D. L. II. pag.
392) und Butler beschreibt 1868 (Cat. Sat. B. M.) zwei wei-
tere Arten aus Borneo. Kirby vermeldet in seinem unmiss-
baren Kataloge 1871 nur diese drei Arten. Distant (Rho-
pal. Malay 1882—86) kennt nur eine Art für die malaiische
Halbinsel und gibt eine gute Abbildung von ihr. Von den
beiden Handbüchern, welche wir über die Schmetterlings-
fauna von Britisch-Indien besitzen, bringt die vollständigste
und beste Besprechung des Genus de Niceville (Butt. of Ind.
Burm. and Ceylon 1882 pag. 235), während die Behandlung
des Stoffes durch Bingham (Fauna of Br. Ind. 1905 pag.
152) ein Rückschritt zu nennen ist. De Niceville reklamiert
zwei Arten für sein’ Gebiet und nennt drei weitere, während
Bingham vier Arten für Britisch-Indien in Anspruch nimmt,
welche allerdings alle mit einer Ausnahme auf das inter-
essante Grenzgebiet zwischen der kontinentalindischen und
malaiischen Fauna, auf Nieder-Burma und Tenasserim fal-
len. Staudinger bespricht und beschreibt nur mässig genau
in seiner sonst trefflichen Arbeit „Lepidopteren der Insel
Palawan“ (Iris II. 1889 pag. 38) die auf Palawan fliegende
Das indo-malaiische Satyridengenus Erites, Westwood. 145
Art, widmet aber in seinen Exot. Schmetterl. 1888 dem Genus
nur wenige, inhaltslose Zeilen, in denen er vier Arten er-
wähnt; die beigegebene Abbildung einer Borneoart ist plump
und schlecht. Merkwürdig ist jedoch, dass gerade die vier
von Staudinger genannten Arten allein auch heute noch
nach meinen Anschauungen und Untersuchungen den vollen
Speciesrang verdienen. Den bei weitem wertvollsten Bei-
trag hat wieder de Niceville (Journ. As. Soc. Beng. B. 62.
1893) geliefert in einer kleinen, alle damals bekannten Arten
umfassenden Monographie; sein Schlüssel zur Bestimmung
der Arten, auf Bänder und Ocellen gestützt, hat auch heute
volle Gültigkeit, erscheint nur weniger nötig, da sich jede
Art durch wenige Worte fest umgrenzen lässt, wie wir spä-
ter sehen werden; es werden sechs Arten aufgezählt und
ihnen allen voller Speciesrang erlaubt. Der leider viel zu
früh dahingegangene Autor scheint die Erites besonders ge-
liebt zu haben, von denen er wörtlich sagt „this is a very
beautiful genus“. Schliesslich hat noch Fruhstorfer in der
Iris 1903 pag. 20 eine flüchtige und etwas irrige Zusam-
menstellung des Genus bei Gelegenheit einer Neubeschrei-
bung aus Borneo gegeben; er führt acht Formen auf, wirft
aber medura (F. schreibt hartnäckig madura und Bingham
folgt in diesem Fehler, welcher bereits von Westwood und
Horsfield and Moore stammt) mit angularis als Subspecies
zusammen, obwohl gerade hier sicher für Speciesunterschied
sprechende, konstante Verschiedenheiten vorliegen.
Die Type des Genus ist die schon seit 1329 bekannte
und abgebildete medura, Horsf. aus Java, welche deshalb
an die Spitze der Arten zu stellen wäre, doch scheint uns
aus vielen Gründen eine Ordnung der Arten von Westen
nach Osten, vom Kontinente zu den Inseln, ratsamer. Man
hat verschiedene Versuche gemacht, aus der Flügelzeichnung
eine Basis für die Einteilung der Arten zu gewinnen und
ist es besonders das Verhalten des untersten Ocellus auf
der Unterseite des Vorderflügels, welches in diesem Sinne
benutzt wurde. Dieser Ocellus kann entweder gleich gross
mit seinen 3—4 Vorgängern sein, oder aber er ist bedeu-
tend vergrössert und dann sehr auffallend. In gleicher Weise
hat man die Form des inneren, discalen oder subbasalen
Bandes der Hinterflügelunterseite gebrauchen wollen, wel-
ches entweder gerade oder in einem Winkel nach aussen
gebrochen verlaufen kann. Beim Gebrauche beider Krite-
rien entsteht stets eine Teilung in völlig ungleiche Häliten,
146 Dr. L. Martin.
welche nicht natürlich sein kann. Eine genaue Besichtigung
aller vorliegenden Formen ergibt aber, dass wir es über-
haupt nur mit vier wirklich guten Arten zu tun haben, von
denen eine jede durch ein bestimmtes, nur ihr zukom-
mendes Charakteristikum so unverkennbar gezeichnet ist,
dass ein Irrtum der Bestimmung ausgeschlossen erscheinen
muss und dass bei Kenntnis des Fundortes auch die Sub-
species mit Leichtigkeit festzustellen ist. Es kann deshalb
von jeder Einteilung mit Recht abgesehen werden. Wir be-
ginnen mit den auch auf dem Kontinente vertretenen Arten.
1. Angularis, Moore, P. Z. S. 1878 pag. 825, also nahe-
zu 50 Jahre nach medura beschrieben. Distant, Rhop. Mal.
1882 pag. 46, de Niceville, Butt. India I. pag. 236 1882,
Bingham, Fauna Br. Ind. 1905 pag. 152. Abgebildet bei de
Niceville, Distant und in einem fehlerhaften Holzschnitte
auch bei Bingham; es fehlt diesem Bilde gerade das auch
für die Benennung massgebende Hauptcharakteristikum der
Art, das-winklig abgebogene, discale, innere Band der Hin-
terflügelunterseite, welches einen gegen die Flügelbasis hin
offenen, stumpfen Winkel bilde. An diesem Verhalten des
Bandes nur bei angularis und Subspecies vorkommend, ist
die Art auf den ersten Blick zu erkennen; sie zeichnet sich
sonst noch aus durch den etwas sichelförmig ausgezogenen
Apex des Vorderfllügels und durch den grossen Analocellus
des gleichen Flügels. Auf der Vorderflügelunterseite stehen
entlang dem Flügelrande über diesem prominenten, auch
auf der Oberseite kräftig durchschlagenden Ocellus vier
weitere, kleinere Ocellen, von denen ab und zu der vierte
unterste oder erste oberste undeutlich ist oder fehlt. Das
zweite mediane Band des Hinterflügels ist zweimal winklig
nach aussen ausgebogen und bildet so die rohe Form eines
M; die Spitze des ersten Winkels steht über dem zweiten
Subkostalast, die des zweiten, prominenteren über dem ober-
sten Medianast. Ein doppelt gebrochenes, medianes Band
findet sich nur noch bei einer anderen Art, der später zu
besprechenden elegans, Butl. Eine weitere für angularis
zutreflende Eigentümlichkeit findet sich in der Endung der
beiden Bänder der Hinterflügelunterseite am Analrande des
Hinterflügels, sie enden dort deutlich voneinander divergie-
rend; bei allen anderen Arten konvergieren sie mehr oder
minder stark. Das © ist etwas grösser, mit breiteren, we-
niger sichelförmig ausgezogenen Vorderflügeln, auf welchen
der grosse Öcellus sehr deutlich schwarz erscheint und von
4
Das indo-malaiische Satyridengenus Erites, Westrood. 147
einem gelben Hofe umgeben ist. Typische angularis stammt
aus Burma, Tenasserim und von der malaiischen Halbinsel
(Perak, Selangore). Herr Fruhstorfer teilt mir mit, angu-
laris auch aus West-Siam zu besitzen. Es wäre anzuneh-
men, dass auch auf Borneo diese Art noch gefunden wird,
obwohl sie in Shelford’s Liste nicht vorkommt. Folgende
geographische Subspecies sind zu erwähnen:
a) Angularis faleipennis, Wood — Mason
and de Nieeville, Butt. India I. pag. 237 1883, idem idem
Journ. A. S. B. 1887 pag. 351, Bingham, Fauna Br. Ind.
1905 pag. 155, Moore Lep. Ind. II. pag. 116, ist die meist
kontinentale Form des ganzen Genus und stammt aus Ca-
char (Assam), ausserdem auch von den Lushai — und
Karen Hills in Ober-Burma erwähnt. Unterscheidet sich von
typischer angularis durch noch stärkere Sichelform des
Vdflelapex und durch auch auf der Flügeloberseite weiss-
gekernte Ocellen. Die weisse Pupille des grossen Anal-
ocellus des Vorderflügels steht zentral und ist klein, wäh-
rend sie bei angularis exzentrisch nach oben verschoben
und sehr gross ist. Eine in europäischen Sammlungen sehr
seltene Unterart.
b) Angularis sumatrana, subspecies nova,
Sumatra, de Nicöville and Martin, Journ. As. Soc. Beng. B.
64. 1895 pag. 387, Martin, Iris 1895 pag. 248, steht nafür-
lich typischer angularis von der malaiischen Halbinsel sehr
nahe, ist aber ein im allgemeinen entschieden dunkleres
Tier; das mediane, äussere Band des Hinterflügels schlägt
heim @ nur wenig auf der Oberseite gelb durch und dann
nur auf kurze Entfernung entlang dem Zellapex, während
bei typischen @Q dieses Band in seiner ganzen Länge auf
der Oberseite gelb erscheint; von den fünf Ocellen der Hin-
terflügeloberseite sind in beiden Geschlechtern deutlich der
zweite und fünfte die grössten, während bei angularis vom
Kontinente der vierte und fünfte den grössten Durchmesser
zeigen; die über dem grossen Analocellus des Vorderflügels
stehenden vier kleinen Ocellen sind meist komplett, nie fehlt
der oberste, kostale, selten nur der vierte unterste; beim
ö zeigen sich auf der Vorderflügelunterseite die schwarzen
Marginallinien ganz deutlich, während sie bei kontinentalen
Stücken nur mühsam erkannt werden. In Nordost-Sumatra
war diese Art unter den drei dort lebenden Erites weitaus
die häufigste.
-
148 . . Dr. L. Martin.
2. Medura, Horsfield, Cat. Lep. Mus. E. J. C. 1829 T.
V. Fig. 8 8a, weitere Literatur bei de Niceville in der oben
erwähnten Monographie, der gleiche Autor gibt auch in
seinen Butt. of India pag. 236 eine genaue, von der Hors-
fieldschen Abbildung abgenommene Beschreibung, da er
offenbar vergeblich nach einer solchen in der älteren Lite-
ratur gesucht hat. West- und Ostjava beherbergen diese Art,
welche sofort ohne langes Zusehen an dem Verhalten der
Ocellenreihe der Hinterflügeloberseite zu erkennen ist; die-
selbe, aus fünf Ocellen bestehend, zeigt folgende’Anordnung:
zuerst ein winziger, kaum erkennbarer kostaler Augenfleck
und dann vier, sich berührende, dick schwarz gekernte und
breit gelb umringte, gleich grosse Ocellen, welche in dieser
Form und Färbung nur bei medura und Subspecies vor-
kommen; die Gleichgıösse und das Touchestehen der Ocellen
ist das Charakteristikum für medura. Ausserdem ist der
Analocellus des Vorderflügels in beiden Geschlechtern gross
und prominent und schlägt so stark auf der Oberseite durch,
dass er eigentlich auch dieser Seite angehört, er zeigt aber
höchstens beim © und bei ÖOstjavastücken die Spur einer
weissen Pupille; über ihm stehen auf der Flügelunterseite
immer nur drei kleine, auch auf der Oberseite deutlich
sichtbare Ocellen, ein sehr konstantes Verhalten, welches
auch bei Prüfung einer grossen Serie keine Variation zeigt;
alle anderen Arten besitzen vier kleine Ocellen. Der grosse
Ocellus des Vorderflügels hat auf der Flügelunterseite eine
lebhaft silberglänzende Pupille, welche genau im Zentrum
steht. Das discale, innere Band ist gerade, zeigt aber ge-
nau da, wo es vom Medianastamme geschnitten wird, eine
Einschnürung; das mediane äussere, bei & und @ auch auf
der Oberseite deutlich gelb durchschlagende Band zeigt nahe
dem Analrande genau in der Mitte zwischen unterstem Me-
dianaste und Submediana ein kleines Knie nach aussen,
welches bei angularis völlig fehlt. Die Marginallinien sind
sehr gut entwickelt. Das @ unterscheidet sich vom & durch
hellere Grundfarbe, grösseres Ausmass, breitere Flügel und
grössere Ocellen. Ostjavastücke — ich besitze solche aus
Malang — sind bedeutend heller und das mediane, äussere
Band der Hinterflügelunterseite hat in seiner Mitte ungefähr
über dem dritten Medianaste nur eine sehr undeutliche,
schwarze Begrenzung, zeigt sogar Neigung mit dem gelben
Hofe der zunächststehenden Ocellen, drei und vier, zusam-
menfliessen. Medura ist von Doherty (de Niceville, Journ.
Das indo-malaiische Satyridengenus Erites, Westwood. 149
As. Soc. Beng. B. 66, 1897 pag. 679) auch auf Bali ge-
fangen worden, der Rekord des Genus nach Osten; meinem
Fänger, der zwei Monate auf der Insel tätig war, ist sie
entgangen; sie dürfte die Eigentümlichkeiten der Ostjavanen
‚verstärkt zeigen. Wir haben zwei Subspecies von medura
zu registrieren:
a) Medura rotundata, de Niceville, Journ. As.
Soc. Beng. 1893 pag. 4, Bingham, Fauna Brit. India I.
pag. 154, Burma, Tenasserim. Diese Subspecies ist ein
neues Glied in der grossen Kette von Beweisen für die
nähere Verwandtschaft der Fauna Javas mit jener des indi-
schen Kontinents mit Ueberspringung des eigentlich malai-
ischen Gebietes (Sumatra, Borneo und Malaiische Halb-
insel); sie besitzt alle Charaktere von medura, von der sie
sich nur durch die verwaschene, zeichnungsarme Unterseite
mit nahezu obsoleten Bändern und verkleinerten, meist blin-
den Öcellen unterscheidet. Schon de Nicöville wurde bei
Beschreibung von rotundata durch die Aehnlichkeit mit der
javanischen medura getroffen, von der er aber nur unge-
nügendes Material besass, so dass er nicht die richtige
Stellung dieser Form erkennen konnte. Beelinga,
Moore (Lep. Ind. II. 1893—96 pag. 114) aus Tenasserim,
wo es einen Fluss und Ort Beeling oder Biling gibt, ist
nach Bingham nur ein Synonym zu rotundata. 5
b) Medura ines, Fruhstorfer, Nord-Borneo, Lawas,
Iris 1903 I. pag. 20, stelle ich auf Verantwortung des Au-
tors zu medura, da sie mir leider nicht in natura bekannt
ist und die Originalbeschreibung nur wenig erschöpfend ist.
Ocellen der Htflgloberseite noch grösser als bei medura
und nicht orange, sondern hellgelb, alle Bänder der Unter-
seite breiter und geradliniger verlaufend. Ist ines wirklich
eine Meduraform und bewahrheitet sich auch das Vorkom-
men von angularis auf Borneo, so wäre diese grosse In-
sel mit vier Arten das reichste Eritesgebiet.
3. Argentina, Butler, Cat. Sat. Br. Mus. 1868 pag. 188,
Bingham Fauna Brit. Ind. I. pag. 153, Tenasserim, malai-
ische Halbinsel, Borneo, Labuan, eine Insel an der Nord-
küste von Borneo, ist sofort durch die Anordnung der Ocel-
len des Htflgls. von allen anderen Arten, besonders aber
der nächststehenden medura, abzutrennen; diese, fünf an
Zahl, verlaufen vom grössten, analen, in einer an Grösse
deutlich abnehmenden Reihe zum Apex des Flügels und
150 Dr. L. Martin.
berühren sich untereinander nicht; bei medura sind die un-
teren vier ÖOcellen nahezu gleich gross und berühren sich,
bei angularis ist der Analocellus gross, die übrigen vier
ungefähr gleich klein und stehen ebenfalls gut getrennt.
Analocellus der Vdilglunterseite gross, über ihm stehen im-
mer vier komplette, ziemlich gleich grosse, kleine Ocellen.
Das discale Band der Htflglunterseite verläuft gerade, das
mediane, äussere ist einmal gebrochen genau an der Basis
des obersten Medianastes und begleitet mit seinem nach
aussen gezogenen Winkel die Kontur des Zellapex; dieser
Winkel schickt entlang dem oberen Rande des obersten Me-
dianastes stets einen kleinen Fortsatz der braungelben Kern-
farbe des Bandes zum ebenfalls braunen Hofe des dritten,
mittleren Ocellus der Htflglserie. Der Apex des Bandes ist
beim & ober- und unterhalb des obersten Medianastes um
eine starke Nuance heller als der Rest des Bandes, beim
Q ist das ganze Band mit Ausnahme der Konturen heller
gefärbt. Die Type von argentina stammt aus Labuan, ich
kann folgende Subspecies unterscheiden:
a) Argentina delia, subspecies nova, Sumatra,
de Niceville und Martin Journ. As. Soc. Beng. B. 64. 1895
pag. 387, Martin, Iris 1895 pag. 247, ist entschieden heller
wie Stücke aus Labuan und Borneo und unterscheidet sich
hauptsächlich dadurch, dass auf der Hitfilglunterseite das
nach aussen gut schwarz konturierte, mediane Band nie
so nahe zum vierten, kleinsten Ocellus tritt, vielmehr be-
steht immer noch ein Rest Grundfarbe zwischen Band und
Ocellus; die beiden Bänder der Htflglunterseite konvergieren
auch nicht so stark mit ihren Analenden am Flügelrande,
wie das bei typischen Stücken der Fall ist. Nach 11 56
und 2 @9 aus Deli an der Nordostküste Sumatras.
b) Argentina fruhstorferi, subspecies nova,
West- und Südjiava. Von der im gleichen Gebiete fliegen-
den medura sofort durch die getrennt stehenden, an Grösse
abnehmenden Ocellen des Hitflgls. und durch deutlich” vier
kleine Ocellen über dem grossen Analocellus des Vdilgls.
zu unterscheiden. (Gelber, heller, und kleiner als typische
argentina und delia, die Unterseite beider Flügel entbehrt
die schwach violett glänzenden Töne, das „purplish“ der
englischen Autoren, wie es die schon aufgeführten Formen
sehr deutlich zeigen; die Bänder sind gelb und nicht braun.
das mediane, äussere, winklig gebrochene besitzt aber einen
nur der Javasubspecies eigenen Charakter, einen nach in-
Das indo-malaiische Satyridengenus Erites, Westrood. 151
nen dem Zellrande folgenden gelben Sporn, welcher da, wo
das Band den Zellrand verlässt, diesen auf eine kleine
Strecke begleitet, das discale, gerade Band aber nicht er-
reicht. Dass Java mit seiner reichen Fauna mehr als eine
Eritesart beheimaten würde, war a priori zu erwarten. Eine
gemeinsame Besichtigung des vorhandenen Materials mit
Herrn H. Fruhstorfer ergab sofort die zweite Form für
Java, welche ich zu Ehren des besten, lebenden Kenners
der. Javarhopaloceren benenne. Nach einem & aus Süd-
und einem @ aus Westiava; in der Fruhstorferschen Samm-
lung in Genf befinden sich noch weitere Exemplare; das
Tierchen muss übrigens ziemlich selten sein, denn in zahl-
reichen Schmetterlingssendungen aus Sukabumi, welche ich
genau durchgesehen habe, fanden sich viele medura, aber
noch nie eine fruhstorferi.
c) Argentina ochreana, Staudinger, Iris 1.
1889 pag. 38, Palawan, von Staudinger und’Fruhstorfer als
Subspecies zu medura gezogen. Ausser mit medura ver-
gleicht sie aber Staudinger doch auch mit argentina, und
hat er die vier kleinen Ocellen über dem grossen Ocellus
der Vdflglserie, welche so gebieterisch für die Zugehörig-
keit zu argentina sprechen, wohl erkannt, übersah aber die
getrennt stehenden und an Grösse abnehmenden Ocellen des
Htflgls. und liess sich durch die Gelbfärbung täuschen.
Ochreana ist die gelbste Form von argentina, noch gelber
als fruhstorferi, zeigt aber stärkere Konvergenz der bei-
den Bänder am Analrande des Htflgls. als fruhstorferi und
kommt mit dieser Eigenschaft der Borneoform näher. Die
Haupteigentümlichkeit von ochreana liegt aber im Verhal-
ten des Analocellus der Hitflglunterseite; dieser liegt in ei-
nem hellorange Hof, dem eine deutliche, dunkle Kontur
mangelt, während bei allen anderen Subspecies ein gelber
Ring mit deutlich schwarzer Grenzlinie den Ocellus um-
schliesst. In der Ausstattung dieses Ocellus und in der
Form seines Silberkernes steht ochreana allerdings näher
medura, aber was kann diese eine Aehnlichkeit gegen die
vier kleinen Ocellen des Vdflgls. und die typische Ordnung
der Htflglserie sagen! Um in betreff dieser Subspecies sicher
zu gehen, -habe ich drei Exemplare von ochreana von der
Firma Staudinger bezogen, welche also wohl mit Sicherheit
aus der Ausbeute des Dr. Platen stammen dürften, auf
Grund welcher ochreana seinerzeit beschrieben wurde.
152 Dr. L. Martin.
Ich besitze keine argentina von der malaiischen Halb-
insel, die dort fliegende Form dürfte sicher ebenfalls Ver-
schiedenheiten aufweisen, welche sie zur Subspecies erheben
werden. f
4. Elegans, Butler, Cat. Diurn. Lep. B. M. Sat. pag.
147 1868, Borneo. Diese hübsche, ihren Namen mit Recht
tragende Art unterscheidet sich sofort und auf den ersten
Blick von allen anderen Erites durch das Fehlen des gros-
sen Analocellus des Vdflgls., auf dessen Unterseite fünf un-
gefähr gleich grosse oder besser gleich kleine Ocellen
stehen. Auch die Bänder des Vdflgls., sehr deutlich auf
der Oberseite sichtbar, bieten eine Eigentümlichkeit, indem
sie beide, völlig parallel verlaufend, eine bestimmte Kon-
vexität gegen die Flügelbasis besitzen; bei allen anderen
Erites ist das innere Band ziemlich gerade und nur das
äussere zeigt dem grossen Analocellus ausweichend eine
gegen die Flügelbasis gerichtete Konvexität. Das discale
innere Band des Hiflgls. ist gerade wie bei allen Arten mit
Ausnahme von angularis, das mediane, äussere Band aber
ist doppelt gebrochen, das erstemal ungefähr über der Mitte
des zweiten Subecostalastes, das zweitemal über der Basis
des obersten Medianastes; gleiches Verhalten an genau glei-
cher Stelle zeigt nur das gleiche Band von angularis. In-
folge der Beugung des Bandes über dem zweiten Subcostal-
aste konvergiert das Ende des Bandes am Costalrande des
Htilgls. stark mit dem Ende des discalen, inneren Bandes
und sucht bei gespannten Stücken mehr die Verbindung mit
dem inneren Bande des Vdflgls. als mit dem eigentlich ent-
sprechenden, äusseren, ein Verhalten, das sich bei angu-
laris nicht findet. Das @ von elegans ist grösser als das
ö, hat breitere Flügel, die Bänder des Vdflels. sind auch
auf der Oberseite sehr deutlich; auf der Htflgloberseite ist
das äussere Band distinkt gelb und die Ocellen besitzen
breiteren, leuchtend gelben Rand; der oberste, costalste Ocel-
lus der Hiflglserie ist auf der Oberseite nicht mehr zu er-
kennen, während er beim & nicht völlig verschwindet. Eine
weitere weibliche Eigentümlichkeit der drei mittleren. Ocel-
len der Hiflglserie besteht darin, dass die schwarzen Kerne
nicht genau im Zentrum stehen, sondern exzentrisch nach
dem Flügelrande gerückt sind, so dass die Augen ein komi-
sches, schielendes Ansehen erhalten. Shelford hat in seiner
Liste der Schmetterlinge von Borneo eine Erites thetis
aus Sarawak beschrieben und führt ausserdem noch argen-
Das indo-malaiische Satyridengenus Erites, Westwood. 153
tina und elegans auf. Seine Beschreibung von thetis geht
aber genau auf unsere elegans, indem er für den Vdilgl.
wörtlich „a row of 5 submarginal, small Ocelli“ erwähnt.
Das kann nur elegans sein! Es ist nun möglich, dass
Shelford elegans nur aus der Literatur und nicht in Natur
kannte und die auch in Sarawak vorkommende Art für neu
hielt, oder dass seine thetis eine Subspecies von elegans
aus dem östlichen Borneo darstellt. Ich glaube das erstere,
Nur eine Subspecies von elegans ist bisher bekannt ge-
worden:
a) Elegans distineta, subspecies nova, Suma-
tra, de Nieeville und Martin, Journ. As. Soc. Beng. B. 64
1895 pag. 387, Martin, Iris 1895 pag. 247, steht typischer
elegans sehr nahe, ist aber sofort daran zu erkennen, dass
auf der Htflglunterseite die beiden Bänder sich über dem
Discoidalaste berühren, während sie bei Borneostücken weit
getrennt verlaufen; der den beiden Winkeln nach aussen
entsprechende Winkel nach innen berührt nahezu den
äusseren Rand des inneren Bandes. Distincta ist ausserdem
grösser und vielleicht um eine Nuance dunkler als typische
elegans. Nach zwei 5&& und sechs 99 aus Deli, Nordost-
Sumatra. Es ist sicher auffallend, dass auf dem verhältnis-
mässig kleinen Gebiete von Deli drei verschiedene Erites-
arten zusammen fliegen und man könnte deshalb annehmen,
dass gerade hier alle für Erites nötigen Bedingungen aus
Klima und Flora sich besonders günstig vereinen; ander-
seits ist nicht ausgeschlossen, dass auch auf anderen
Plätzen im indo-malaiischen Gebiete Erites gleich reichlich
vertreten ist, dass aber die wenig auffallenden Tiere, keine
für den Handel passende Augenreisser, sich der Beobach-
tung und Erbeutung entzogen haben. Eine Eelegansform
von der malaiischen Halbinsel dürfte sich wohl noch ein-
stellen.
Eine kurze Rekapitulation der entscheidenden Charak-
tere, an denen die Arten sofort zu erkennen sind, ergibt
folgendes:
1. angularis: Inneres Band des Hinterflügels winklig ge-
brochen;
2. medura: Auf der Hinterflügeloberseite vier gleich grosse,
sich berührende, stark gelb umringte Ocellen;
154 Dr. L. Martin.,
3. argentina: Auf der Hinterflügeloberseite fünf getrennt
stehende, vom Analwinkel gegen die Costa an Grösse
abnehmende Ocellen.
4. elegans: Auf dem Vorderllügel kein grosser Anal-
ocellus.
Die hier erwähnten Subspecies halten sich genau an diese
Charaktere.
— me pe
Eine neue Ideopsis.
Von
Dr. L. Martin, Diessen am Ammersee.
Aus Amahei auf der Insel Ceram erhielt ich drei 29
einer Ideopsisart, welche mir neu und noch unbeschrieben
erscheint, da ich weder in den Pagenstecherschen Arbeiten
über die Schmetterlinge Amboinas, noch in der Zusammen-
stellung der Arten dieses Genus von Fruhstorfer in der
Berliner entomologischen Zeitschrift 1899 pag. 287 eine
Ideopsis von Ceram erwähnt finde. Auch auf den Ceram
benachbarten Uliasser-Inseln, von denen Kükenthal Schmet-
terlinge nach Europa gebracht hat, findet sich laut Pagen-
stechers Bearbeitung dieses Materials (Abhandl. d. Senckenb.
naturt. Ges. Bd. XXIII. pag. 385) keine Ideopsis.” Nachdem
aber auf Celebes, sämtlichen Nordmolukken, auf Buru von
den Südmolukken und auch auf dem Kontinente von Neu-
Guinea Ideopsis vorkommt, so durfte mit Sicherheit auch
ein Vertreter des Genus von Ceram, der grössten der Süd-
molukken erwartet werden, wobei es mich allerdings über-
rascht, dass derselbe erst so spät auftaucht und nicht schon
längst in den zahlreichen Sammlungen, welche L. Kuhl-
mann, Frankfurt, aus Ceram empfangen hat, enthalten war.
Die neue, von sämtlichen mir bekannten Ideopsis weit
verschiedene Art, welche ich Ideopsis klassika
nennen will, da sie aus der Nachbarschaft der für die
Kenntnis der indo-australischen Lepidopteren so klassischen
Insel Amboina stammt und zu deren Fauna auch sicher zu
zählen ist, bietet folgende Beschreibung: Grundfarbe beider
Flügel schwarzbraun mit strohgelben Flecken; auf dem
Vorderflügel bilden diese Flecken ein die Zelle nicht berüh-
rendes, unregelmässiges, medianes Band, welches aus fol-
genden Teilen besteht: Zwei längliche Flecken an der Costa
*) Ebensowenig erwähnt Ribbe (Iris II. 1889—90) von Ceram
einen Falter dieser Gattung, obwohl er lange und persönlich auf
der Insel gesammelt hat.
‚ ‚Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris, herausg. vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden, Jahrgang 1909,
156 Dr. L. Martin.
in den Gabelungen der Subcostale, der innere davon grösser
und basalwärts rund auslaufend, der äussere kleiner und
basalwärts spitz endigend; ein kleinerer, dreieckiger Fleck
an der Basis von Subcostale und oberer Radiale; zwei
Et
grosse längliche, von aussen eingekerbte Flecken zwischen
oberer und unterer Radiale und dieser und oberem Median-
aste, nach innen genau am Zellschlusse endigend, nach
aussen ungefähr die Mitte zwischen Zellende und Flügel-
rand erreichend; darunter zwischen oberem und mittlerem
Medianaste ein nach aussen offener Mondfleck, welcher nicht
bei allen Exemplaren gleich deutlich entwickelt ist; zwischen
mittlerem und unterem Medianast ein grosser, viereckiger,
von aussen eingekerbter Fleck; unter ihm zwischen unte-
rem Medianast und Submediana ein noch grösserer, nach ab-
wärts sich verbreiternder, nach innen und aussen undeut-
lich begrenzter Fleck und zum Schlusse ein länglicher, ba-
salwärts ausgezogener, strichförmiger Fleck zwischen Sub-
mediana und dem deutlich braunen Flügelrande; die zwi-
schen den Radialen stehenden Flecken erreichen genau das
Zellende, während jene zwischen den Medianästen und der
Submediana durch einen Streifen der schwarzbraunen Grund-
farbe von der Zelle getrennt sind; im der Zelle mehrere,
Adern vortäuschende Längsfaltungen der Flügelmembran;
auch im grossen Flecken zwischen unterem Medianast und
Submediana eine leicht bräunlich angeflogene Pseudoader;
eine submarginale Reihe von sieben rundlichen Flecken,
vier davon im Flügelapex, der oberste der grösste und um
eine Nuance heller gelb, fast weisslich, der fünite, gross
Eine neue Ideopsis. 157
und rund, steht etwas einwärts gerückt zwischen oberem
und mittlerem Medianast und trägt nach aussen einen klei-
nen, spitzen Sporn, der sechste, etwas kleiner, ist eben-
falls rund und nach aussen gespornt, während der siebente,
zwischen Mediana und Submediana, sehr klein und doppelt
ist; im analen Teile des Flügelrandes Spuren einer auf der
Unterseite deutlicheren, marginalen Reihe sehr kleiner, gel-
ber, paarweise zwischen den Adern stehender Flecken; alle
die gelben Flecken begrenzenden Adern deutlich schwarz-
braun. Unterseite des Vdflgls. etwas matter gefärbt, vom
obersten Medianast nach rückwärts 5—6 in Paaren stehende
kleine Marginalflecke. Htflgl. mit seiner basalen Hälfte stroh-
gelb, von den schwarzbraunen Adern durchzogen; in der
Zelle eine nach aussen sich gabelnde Pseudoader, Stamm
der Subecostale und Mediana besonders breit schwarzbraun;
die gelbe Färbung zieht sich entlang der Submediana und
Interna bis zum Analwinkel, wo sie durch rauchbraune
Beschuppung verdunkelt wird; die äussere Hälfte des Fhü-
gels zeigt die Grundfarbe, welche auch den Apex der Zelle
deckt; eine Reihe von sechs submarginalen, herzförmigen,
von Pseudoadern geteilten gelben Flecken, 1—3 ziemlich
von gleicher Grösse, 4 und 5 sehr gross, 6 ganz klein und
einfach; am Aussenrande eine marginale Reihe sehr klei-
ner, in Paaren stehender Flecken. Unterseite matter, die
kleinen Marginalflecken viel deutlicher, heller, fast weisslich
und von dreieckiger Form. Die Antennen sind stark und
deutlich geknöpfit, wie unter allen Danaiden nur im Genus
Ideopsis; Thorax und Abdomen oberseits gleichfarbig mit
Flügelgrundfarbe, unterseits Thorax weiss gefleckt und Ab-
domen bräunlichweiss; Augen rotbraun glänzend.
Länge des Vdflgls. 45 mm; Flügelspannung 80 mm.
Diese anscheinend neue Art ist ein in jeder Beziehung
interessantes Tier, da sie in ihrer Zeichnungsanlage einer-
seits einen Uebergang von Ideopsis zu Danais, speziell zur
seltenen Danais menadensis, Moore (= dohertyi, Rothsch.)
aus Celebes darstellt, anderseits aber durch die stark und
abrupt geknöpften Fühler sich als eine echte Ideopsis er-
weist. Jedoch ist trotz der oberflächlichen Aehnlichkeit mit
der genannten, hochseltenen Danais bei näherem Studium
der Zeichnung die Zugehörigkeit zu Ideopsis nicht zu ver-
kennen. Von den Südmolukken kannten wir bis jetzt allein
von der Insel Buru eine Ideopsis, neleus, Fruhst., welche
Fir
158 Dr. L. Martin
zweifellos mit der schon länger bekannten chloris, Feld.
von Batjan und Halmaheira als Subspecies zu vitrea, Blanch.
aus Üelebes zu ziehen ist. Von beiden ist unsere neue Art
weit verschieden, nicht minder auch von obiana, Fruhst.
von der Insel Obi, welche mit ihrer aufgehellten Färbung
einen deutlichen, verbindenden Uebergang zu vitrea dar-
stellt, zu welcher auch sie als Unterart zu stellen ist.
Ideopsis ist ein rein malaiisches Genus und wurde von
Bingham nicht mehr für die Fauna von Britisch-Indien re-
klamiert, obwohl de Niceville das Vorkommen von perakana,
Fruhst. in Tenasserim bezeugt, jedoch in seiner Beschrei-
bung sich nur auf Exemplare von Penang und Singapore
bezieht. Da Bingham selbst lange Jahre in Tenasserim ge-
sammelt hat und die Fauna dieses Landes genau kennt, so
muss auch im „extreme south“ von Tenasserim Ideopsis
nicht mehr vorkommen, sonst wäre das Genus sicher in
der Fauna of British India erschienen, welche ja der An-
eignung von malaiischen Formen gar nicht abgeneigt ist.
Beginnend mit der malaiischen Halbinsel, kommt Ideopsis
auf allen grossen Sundainseln, den Philippinen und den
Nord- und Süd-Molukken vor, gestattet sieh einen Exkurs
in das Papuagebiet auf Grund des Vorkommens einer Art
im westlichen, holländischen Neu-Guinea, fehlt aber östlich
von Java auf den kleinen Sundainseln anscheinend völlig;
denn schon auf Bali wird die Gattung nicht mehr gefun-
den. Im allgemeinen deckt sich das Verbreitungsgebiet von
Ideopsis ziemlich mit dem des nahe verwandten Genus Hes-
tia, welches jedoch weiter nach Westen noch auf Ceylon
und in Vorderindien vertreten ist, nach Osten aber mit Aus-
nahme der noch bewohnten Key- und Aruinseln genau den
gleichen Grenzen unterworfen ist. Im östlichen Neu-Gui-
nea, dem deutschen und englischen Teile der Insel, wurde
bis heute keine Ideopsis gefunden, wie dort auch Hestia
fehlt. Die Aehnlichkeiten mit Hestia sind stellenweise auch
morphologisch ausgeprägt, so haben in Süd-Borneo beide
Gattungen eine eigentümliche braungraue, rauchige Färbung
der Flügel, und auf den Philippinen entwickeln beide zart-
gelben Anflug im Flügelkolorit.
Raupe und Puppe von perakana, Fruhst. sind bekannt
und von Horsfield und Moore (Cat. Lep. E. J. C. vol. I,
T. IV. Fig 11 und 11a) abgebildet. Moore hat auf Grund
einer geringen Verschiedenheit im Flügelgeäder einen Teil
Eine neue Ideopsis. 159
der wenig zahlreichen Arten in ein eigenes Subgenus, Ga-
mana, gestellt; dieses erscheint uns bei einer so wohl um-
schriebenen und distinkten Gattung völlig überflüssig und
unnötig. Die bisher bekannt gewordenen Arten lassen sich
ausserdem mühelos in zwei natürliche Gruppen teilen. Die
westliche Gruppe wird von Arten mit stark hestiaähnlichen,
grauen, halb durchsichtigen Flügeln gebildet; gaura, Horsf.
aus Java ist die Type dieser Gruppe, deren Gebiet die ma-
laiische Halbinsel, Nias, Sumatra, den Lingga - Archipel,
die Natuna-Inseln, Borneo, Palawan und West- und ÖOst-
Java umfasst. Auch die beiden Arten, welche auf den Phi-
lippinen leben, müssen noch dieser Gruppe zugezählt wer-
den. Die östliche Gruppe dagegen, meist durch Gelbfär-
bung der Flügel und immer durch eigene Zeichnungsanlage
charakterisiert, findet sich auf Celebes, Bangkai, den Sula-
Inseln, den Nord- und Südmolukken, im westlichsten Neu-
Guinea und auf einigen faunistisch zu diesem Inselkonti-
nente gehörigen Inseln, Waigiu und Mysore. Vitrea, Blanch.
von ÜCelebes muss als Type dieser zweiten Gruppe ange-
sehen werden. Die östlichsten Formen lassen zwar die
Gelbfärbung vermissen, beweisen aber doch durch Flügel-
form und Zeichnung ihre enge Zugehörigkeit zur zweiten,
östlichen Gruppe. |
Bei den meisten Ideopsisarten besteht sehr ausgeprägter
Geschlechtsdimorphismus und sind die auch am vorderen
Fusspaare kenntlichen @2 sehr von den 5& verschieden.
Alle Autoren sind jedoch darüber einig, dass bei den &ö
keine sekundären Geschlechtsabzeichen zu finden seien; den-
noch habe ich einige hier in Betracht kommende Verschie-
denheiten der 5&& auffinden können. Bei den 5& aller
Arten ist die Submediana des Hinterflügels oberseits beson-
ders in ihrer Mitte breit schwarz, vielleicht mit modifizier-
ten Schuppen bezogen, während sich beim @ diese Ader in
keiner Weise von den anderen unterscheidet. Oft ist die
ö Submediana doppelt so breit schwarz bezogen wie die
des @. Ein weiterer Unterschied liegt in den Fühlhörnern,
welche bei den && ebenfalls aller Arten viel stärker und
abrupter geknöpft sind als beim ©, dessen Fühler sich
mehr der Danaidenform nähern. Unter dem Mikroskope
wirkt der faktische, schon makroskopisch gut sichtbare Un-
terschied im Fühlerbau noch stärker und lässt sich auch
insofern durch Zahlen ausdrücken, als beim @ 10—11 Füh-
lersegmente zur langsamen, allmählichen Kolbenbildung ge-
160 Dr. L. Martin.
Er
hören, für welche beim & infolge der abrupten Anschwel-
lung 8—9 genügen. Auch die Segmente der Fühlerstange
sind beim & knotig mit leichten Endauftreibungen verbun-
den, während beim © diese Verbindung eine glatte, kaum
merkliche ist. Derartige Geschlechtsunterschiede in den Füh-
lern, bei Heteroceren so allgemein und häufig, sind bei den
Rhopaloceren selten; ich entsinne mich im Augenblicke nur
eines analogen Falles bei Junonia orithya, Hb., in welcher
Art die 5&& weisse und die @Q2 schwarze Fühler besitzen.
In der Berliner Entomolog. Zeitschr. vom Jahre 1899
findet sich auf pag. 287 bereits eine Uebersicht der damals
bekannten Ideopsisarten von Fruhstorfer; ein erneuter Ver-
such einer solchen Zusammenstellung ergibt heute folgende
Reihe:
A. Westliche Gruppe, graue, etwas transpa-
rente Grundfarbe, auf dem Hinterflügel eine submarginale
Reihe schwarzer Flecken.
1. Ideopsis gaura, Horsf. aus West- und Ostjava, der
schon 1829 beschriebene Typus des ganzen Genus. Diese
Art unterscheidet sich trotz oberflächlicher Aehnlichkeit doch
stark von ihren Verwandten auf Borneo, Sumatra und der
malaiischen Halbinsel; man kann ihre Grundfarbe schwärz-
lich nennen und von weisser Fleckung sprechen, während
bei der verwandten daos, Boisd. und deren Subspecies für
unser Auge das umgekehrte Verhältnis besteht, schwarze
Fiecken auf weisser Grundfarbe. Gaura ist sicher nicht
kleiner in ihren Massen als die Daosformen, obwohl sonst
Javatiere meist kleinere Ausmasse zeigen, sie ist aber ent-
schieden die eleganteste Erscheinung innerhalb der west-
lichen Gruppe.
2. 1. gaura glaphyra, Moore aus Mindanao ist sowohl
nach Zeichnung, als auch Färbung als Subspecies zu gaura
zu ziehen, zeigt aber schon eine schwache Gelbfärbung der
basalen Teile beider Flügel, auch ist die submarginale
Fleckenreihe der Hinterfilügeloberseite mit der schwarzen
Randbinde zusammengellossen, was bei gaura nur ausnahms-
weise vorkommt. Die mir vorliegenden Stücke von gla-
phyra sind übrigens bedeutend kleiner als das kleinste mir
bekannte Stück von gaura.
3. I. daos, Boisd. aus Borneo und Sumatra mit schwa-
chen Subspecies auf Nias und der malaiischen Halbinsel.
Im Süden Borneos (Bandjermassin) besitzen die && dieser
Eine neue Ideopsis. 161
Art auf beiden Flügeln einen leicht graubraunen, rauchi-
gen Anflug, analog der im gleichen Gebiete heimischen
Hestia (fumata, Fruhst.); bei den @2 ist diese Verfärbung
minder deutlich entwickelt, oft kaum wahrnehmbar; man
kann also von einer & var. infumata, forma nova,
sprechen. Die Sumatraform ist durch Fruhstorfer (Iris 1898
pag. 149) als sonia mit eigenem Subspeciesnamen belegt;
beim Vergleiche grösserer Serien halten aber sämtliche in
der Originalbeschreibung aufgeführten Unterschiede nicht
gut. Sumatraner sind eher grösser als Stücke aus Borneo;
OQ aus Sumatra und @Q9 aus Nord-Borneo sind in der
Grundfarbe nicht verschieden, wohl von solchen aus Süd-
Borneo, welche den oben erwähnten rauchig - braungrauen
Anflug der && in starker Abschwächung zeigen; das Ver-
halten der Submarginalflecke aller Flügel ist bei Sumatra-
und Borneostücken völlig gleichartig, denn ich besitze 5 Ö
aus Sumatra, deren Submarginalflecke ebenso weit getrennt
von den Randflecken stehen wie bei Borneo 56; aller-
dings gibt es auch Sumatrastücke, bei denen eine Annähe-
rung der beiden Fleckenreihen wenigstens auf dem Vorder-
flügel besteht; es stehen ihnen aber die ersterwähnten ohne
Annäherung gegenüber; bezüglich des Hinterflügels kann
überhaupt nicht von einer Annäherung oder gar einem Zu-
sammenfliessen beider Fleckenreihen gesprochen werden.
Aus diesen Gründen dürfte wohl eine so schwache Sub-
species nicht zu halten sein. Palawanstücke gehören zwei-
fellos auch hierher; Staudinger sagt jedoch von ihnen
(Iris II. pag. 27), dass die schwarzen Flecken vor dem
Aussenrande der Vorderflügel diesem etwas näher gerückt
seien, also die gleiche Erscheinung, welche Fruhstorfer an
Sumatrastücken auffiel, aber dieses Mal bei Tieren von ei-
ner Insel nordöstlich von Borneo.
4. I. daos costalis, Moore von Nias, die dunkelste
Daosform, doch beschränkt sich die Verdunkelung mehr auf
die Flügelränder und die Grundfarbe und sind die discalen
Flecken beider Flügel, besonders jene auf dem Zellschlusse
kleiner und unbedeutender als bei den anderen Formen.
Dem & von costalis fehlen die länglichen, weissen Flecken
im Kostalrande des Vorderflügels, welche alle anderen
daos 5& zieren.
5. I. daos perakana, Fruhst. eine sehr grosse und
weisse Form, die hellste und vielleicht grösste in der gan-
zen Verwandtschaft. Die submarginale Fleckenreihe entlang
162 Dr. L. Martin.
dem Aussenrande des Vdflgls. nimmt bei dieser Subspecies
nicht so regelmässig und gradatim an Grösse vom Flügel-
apex zum Innenrande zu wie bei den anderen Formen;
vielmehr sind die drei obersten apicalen Flecken sehr klein,
die folgenden drei aber ohne Uebergang sehr gross; auch
die auf dem Zellschlusse stehenden Flecken sind in pera-
kana am grössten. Auf dem Crag von Penang (2600 Fuss)
war das Tier sehr gewöhnlich und flog dort mit Hestia
linteata, Butl. zusammen. In der Ruhe waren grosse pe-
rakana QQ von kleinen Hestia 5%& nicht zu unterscheiden,
sofort aber im Fluge, welcher bei Ideopsis danaidenhaft ist
und das langsam -majestätische der Hestiabewegung ent-
behrt.
6. I. anapis, Feld. von Mindoro, N.-O.- und Mittel-
Luzon steht ziemlich isoliert, der Fleck auf dem Zell-
schlusse des Vdflgls. hat sich zu einem subapicalen Bande
entwickelt; die basale Hälfte beider Flügel ist zartgelb —
ein guter Uebergang zu den nun folgenden gelben Arten
der östlichen Gruppe.
B. Oestliche Gruppe, Grundfarbe meist gelb,
auf dem Hiflgl. vom Apex bis zum oberen Medianaste eine
submarginale, schwarze Halbbinde.
7. 1. vitrea, Blanch. (1853) die unbestritten schönste
aller Ideopsisarten, Bewohnerin von allen Teilen. der In-
sel Celebes. Sowohl witrea, Blanch., als auch das Syno-
nym oenopia, Feld. scheinen mir auf Stücke von Nord-Ce-
lebes zu gehen, so dass die bedeutend dunklere Form aus
Süd-Celebes einen Namen tragen könnte. Die weitaus hellste
Form stellt ein von mir an der Kendari-Bai, Ost-Celebes,
erbeutetes @ dar. Der Vdfilgl. des 5& zeigt noch einige
Aehnlichkeit mit dem Vdflgl. der Daosformen, der ein gel-
bes Band tragende Hillgl. ist dagegen völlig apart. Das
submarginale schwarze Band des Hiflgls. geht bei den
dunklen @ 92 von Süd-Oelebes breit vom Apex bis zum un-
teren Medianaste, bei Stücken aus Nord-Celebes erscheint es
zwischen mittlerem und unteren Medianaste häufig nur
mehr strichförmig und bei dem © aus Kendari ist es über-
haupt schlecht entwickelt, besteht mehr in einer Verbreite-
rung der schwärzlichen Aderbestäubung und endet schon
am mittleren Medianaste.
8. I. vitrea arfakensis, Fruhst. aus Holländisch-Neu-
Guinea, ist mir leider in Natur unbekannt, wird aber schon
Br
Eine neue Ideopsis. 163
von Hopffer (Stett. Ent. Zeit. 1874 pag. 34) bei Gelegen-
heit der Besprechung von vitrea Blanch. erwähnt; er hielt
sie nicht für verschieden von der Üelebesform.
9. I. vitrea chloris, Feld. von den Nord-Molukken,
Batjan und Halmaheira. Das submarginale Halbband des
Htflgs. beginnt breit am Apex und endet am oberen Me-
dianast; die drei subapicalen gelben Streifen des Vdiflels.
sind von der schwarzen Grundfarbe überdeckt.
10. I. vitrea neleus, Fruhst. von der Insel Buru,
der obigen sehr ähnlich, zeigt aber zwei der subapicalen
Streifen des Vdflels., das submarginale Band endigt am
oberen Medianaste.
11. I. vitrea obiana, Fruhst. von der Insel Obi steht
entschieden wieder näher bei vitrea, da die Gelbfärbung be-
deutend heller und im weiblichen Geschlechte die Flügel-
mitte fast weisslich, wenn auch nicht transparent ist; auch
das & ist heller gelb als chloris und neleus &. Das sub-
marginale Band endigt wiederum "am oberen Medianaste.
12. I. klassika, Martin aus Ceram, die oben beschrie-
bene, neue und interessante Art, welche wegen zu abwei-
chender Zeiehnung und Färbung nicht als Subspecies zu
vitrea gestellt werden kann; das submarginale Band geht
sehr breit bis zum unteren Medianast und erreicht mit
dünner Bestäubung den Analrand des Hitflgls. Leider ist
das & noch unbekannt. Da mein Sammler, ein Sanitäts-
unteroffizier der holländischen Armee, von Ceram versetzt
wurde, besteht auch nur geringe Hoffnung auf baldige Ent-
deckung der anscheinend sehr lokalen Art, die so vielen
früheren Sammlern entgangen ist.
Die nun noch folgenden Arten bewohnen ein genau
umschriebenes Gebiet von eigentümlicher Gestaltung und
bilden eigentlich eine eigene, kleine Gruppe; sie haben die
gelbe Färbung abgelegt und sind wieder zur grauen Trans-
parenz der westlichen Gruppe zurückgekehrt, doch besitzen
sie alle deutlich die charakteristische, submarginale Halb-
binde des Hitflgls., welche in allen mir bekannten Formen
bis zum oberen Medianast reicht. Die sonderbare geogra-
phische Verbreitung bedarf einiger Worte; sie erstreckt sich
von der an der Ostküste von Celebes gelegenen Insel Bang-
kai in ziemlich gerader Linie nach Osten, liegt zwischen
Aequator und 3 Grad S.B. und endet östlich vielleicht am
164 Dr. L. Martin.
Cap d’Urville von Holländisch-Neu-Guinea; sie umschliesst,
in gerader Westostrichtung ziehend, Bangkai, die Sula-
inseln, Waigiu, das westliche Neu-Guinea und Mysore und
wird in Kreuzesform unter rechten Winkeln von dem in
Nordsüdrichtung verlaufenden Gebiete der gelben Formen
geschnitten. Die genau im Kreuzungspunkte liegende Insel
Obi hat von den gelben Formen unbedingt die hellste und
die Bangkaischmetterlinge sind fast alle sehr von den Ce-
lebesformen verschieden. Ich überlasse es dem Leser, der
einen Blick auf die Karte dieses Teils des Archipels ge-
worfen hat, die nicht uninteressanten, erregenden Schluss-
folgerungen zu ziehen, welche sich aufdrängen bei Fest-
stellung, dass Ideopsisarten in einem bestimmten Kleide nur
in diesem aus Inseln gebildeten, einen sicheren früheren
Zusammenhang verratenden Striche vorkommen, ob er da-
bei nun an frühere geologische Umwälzungen oder an un-
ter gleichem Himmelsstriche gleich wirkende genetische Fak-
toren_denken will.
13. I. inuneta, Butl. von Waigiu, mir leider in Natur
unbekannt.
14. I. inuneta iza, Fruhst. von den Sula-Inseln; die
von Fruhstorfer (Berl. Ent. Zeitschr. 1899 T. II Fig. 13)
abgebildete Type stammt aus Mangoli; ein in meinem Be-
sitze befindliches, von Staudinger bezogenes 59 trägt nur
die Fundortangabe Sula-Inseln. In der Preisliste Staudin-
gers steht diese Art unter dem Namen Ideopsis ribbei var.
enervata; es scheint sich hier nur um einen auf keiner Be-
schreibung begründeten Listennamen zu handeln. Enervata
würde jedoch mehr sagen als iza.
15. I. inuneta ribbei, Röb., mir von der Abbildung
(Iris 1897 T. VIII. Fig. 4) bekannt aus Bangkai; die sub-
marginale Halbbinde erreicht den oberen Medianast.
16. I. inuneta hewitsonii, Kirsch von der Insel My-
sore im Norden der grossen Geelvink-Bai, zeigt auf der
Abbildung (Mitth. Zool. Mus. Dresden I T. VI. Fig. D)
deutlich das submarginale Band bis zum oberen Median-
aste.
Zum Schluss noch eine weitere aus der geographischen
Verbreitung der Ideopsisarten sich ergebende Betrachtung.
Wir finden Daosformen auf Nias, dem Lingga-Archipel,
den Natuna-Inseln und Palawan, während schon auf Bali
keine Gauraform mehr erscheint, ausgeschlossen natürlich
Eine neue Ideopsis. 165
auf den noch östlicheren kleinen Sundainseln. Wir sind
völlig berechtigt, aus diesem Faktum den Schluss zu ziehen,
dass die die Daosformen beherbergenden kleinen Eilande in
verhältnismässig rezenter Zeit von ihren Inselkontinenten
abgesprengt worden sind; Nias, wo sich eine gute Subspe-
cies gebildet hat, wohl am frühesten. Da daos ein Tier der
Vorberge und mittleren Erhebungen ist, in der Küstenzone
aber niemals gefunden wird, so müssen diese Inseln auch
solche Erhebungen tragen, was wirklich der Fall ist. Von
Inseln ohne Erhebungen wird keine Ideopsis gemeldet. Auf
der Insel Penang war perakana, Fruhst. häufig auf dem
Crag, unten bei der Stadt sah ich kein Stück; vitrea,
Blanch. erhielt ich in Menge von den Vorbergen hinter
Maros, in der Ebene bei Makassar habe ich in einem Jahre
kein Exemplar fliegen sehen. Ferner legt sich die Annahme
nahe, dass die kleinen Sunda-Inseln ohne Gauraform schon
sehr viel länger isoliert stehen und trotz gewisser Aehn-
lichkeit mit Ost-Java die gebrochenen Reste eines eigenen
Faunengebietes darstellen, was ja ebenfalls der Wirklich-
keit entsprechen mag. Bali allerdings liegt noch im Westen
der bekannten Wallaceschen Linie und kommt sehr mit
Java überein, hat aber eben doch keine Ideopsis mehr.
Das Resultat ist, dass uns das genaue Studium der
Verbreitung eines einzigen Tagfaltergenus manche interes-
sante Tatsache lehren kann und dass die Kenntnis der be-
treffenden Formen und ihrer Verbreitung nicht nur Sport
oder Liebhaberei, sondern doch auch ein klein wenig Wis-
senschaft bedeutet.
Diessen am Ammersee, im Mai 1909.
Beiträge zur Kenntnis der Geome-
triden-Fauna der Insel Formosa.
Von
Sanitätsrat Dr. Bastelberger, Würzburg.
Ueber die Fauna der Insel Formosa ist früher recht
wenig publiziert worden. Ausser den Arbeiten von A.R.
Wallace and F. Moore (Pr. z. S. 1866 pag. 355—365) und
den drei Arbeiten von Butler (Pr. z. S. 1877 pag. 810—816,
Pr. z. S. 1880 pag. 666—691 und Ann & Mag. N. H. 1883,
pag. 50—52) sowie einigen Arbeiten japanischer Autoren:
T. Miyake A List of a Collection of Lepidoptera from For-
mosa in Annotationes zoolog. japonenses vol. VI. pag. 53 ff.
ferner Catalog of Butterflies of Formosa im Tokyo Zoolo-
gical Magazine Mai 1905 und „A Review of Formosian But-
terflies ]. e. 1906“ ist mir nichts spezielleres bekannt ge-
worden.
Ueber Heteroceren und gar über Geometriden war so
gut wie nichts bekannt. Miyake führt 1. e. auf pag. 79
und SO nur zwei (!) Geometriden als auf Formosa vor-
kommend an, nämlich: Obeidia tigrata Gn. und Eumelea
rosalia Cr. Matsumura endlich führt in seinem „Catalogus
insectorum japonicum“ (!) im Band Lepidopteren 10 Arten
von Geometriden als in Formosa vorkommend an, näm-
lich:
Acidalia remotata Gn.
Acidalia nictata Gn.
Timandra aventiaria Gn.
Gymnoscelis ectochlora Hamps.
Gymnoscelis tristrigosa Butl.
Eumelea rosalia Cram.
Rambara saponaria Gn.
Scardamia metallaria Gn.
Boarmia boarmiaria Gn.
Boarmia acaciaria Boisd.
Deutsche Entomologische Zeitschrift ‚Iris‘ herausg. vom Entomolvgischen
Verein Iris zu Dresden, Jahrgang 1909,
Beiträge zur Kenntnis der Geometriden-Fauna der Insel Formosa. 167
Es war mir unter diesen Umständen um so erwünsch-
ter, als ich zuerst indirekt von Stgr.-Bang-Haas und dann
direkt vom Sammler Herrn Oberarzt Dr. Moltrecht in Wla-
diwostock eine grosse Partie von Geometriden erhielt, un-
ter denen sofort eine grössere Anzahl neuer Arten aulffiel,
die ich bereits in der Ent. Zeitschr. Stuttgart XXIII. Jahrg.
veröffentlicht habe.
Ich will nun im Nachstehenden eine Uebersicht aller
in den erwähnten Zusendungen enthaltenen Geometriden-
Arten geben.
I. Familie Larentiidae.
Subfamilie Triehopteryginae.
1. Triehopterigia obseuraria Leech. Ann. & Mag.
N. H. (6) XX pag. 75. Einige Stücke.
2. Phthonoloba decussata Moore. Pr. z. S. 1867
BeGssrpl Base. 10. Hamps.. Moth.7 Ind. Ill. pag 407
Fig. 190.
Eine grosse Anzahl. Sämtliche Exemplare stimmen
vollkommen mit meinen indischen Stücken überein mit brei-
ter, starker Zeichnung; keines neigt zu der Phth. thalas-
sias Swh. (Semper Philippinen II pag. 629 pl. 45 Fig.56)
hin. Diese Form, die nur in einem (!) Exemplar (5)
von Semper 2000 Meter hoch gefangen wurde, zeigt im
wesentlichen dieselben Zeichnungselemente wie die häufige
variable und weit verbreitete decussata und wird meiner
Ansicht nach nur eine Aberration dieser Art sein.
3. Brabira artemidora Obth. Et. Ent. X. pag. 33
pl. 1 Fig. 6. Hamps Moth. Ind. III. pag. 406 Fig. 189.
Matsumura Lep. Jap. pag. 126 Nr. 1091. — Brabira pallida
Moore Lep. Atk. p. 271 pl. 8 Fig. 12.
Die Abbildung bei Hampson ist zu scharf geraten; ich
habe noch kein so stark gezeichnetes Stück gesehen; jene
bei Moore scheint mir richtiger.
Nur ein Stück & vertreten.
Subfamilie Astheninae.
4. Laciniodes plurilinearia Moore. Pr. z. S. 1867
p. 645. Hamps. Moth. Ind. III. pag. 417 Fig. 194. Mat-
sumura Lep. Jap. pag. 133 Nr. 1152. — Acidalia unistir-
pie Butl. 11. ep. Het. II ’pag! 51 pl. 37 Fig! 7.
168° Dr. Bastelberger.
Matsumura schreibt irrtümlich „plurilineata Moore“;
dies ist aber eine Phibalapteryx (Lep. Atk. p. 273).
Nur ein Stück in coll. Moltrecht.
5. Hydrelia bicolorata Moore. Pr. z. S. 1867 pag.
— FEupithecia ferruginaria Moore P. z. S. 1867 pag.
654. — Hydria undulosata Moore Lep. Atk. pag. 251.
6. Autallacta rhodoptera Hamps. Moth. Ind. III
p. 414.
Verschiedene unter sich gleiche Stücke.
Subfamilie Larentiinae.
7. Lygranoa fusca Butl. -Ann. & Mag. N. H. 5) EL
pag. 447. Ill. Lep. Zeit. III. p. 54 pl. 54 Fig. 7. Mat-
sumura Lep. Jap. pag. 125 Nr. 1083. (Lygranosa ist Druck-
fehler.)
-In grösserer Anzahl vorhanden, aber nur 558; auch
in meiner Sammlung habe ich nur 558. Das® muss wohl
sehr versteckt leben. .
8. Emmesomia formosana Bstlbgr. Ent. Zeitschr.
(Stuttgart) XXIII. 1909 pag. 34.
In der Zeichnung ähnlich der Lobogonia faseiaria
Leech. (A. & M..1897 pag. 551), aber die.an R. 7’ stark
vorgezogenen Hinterflügel verweisen die Art in obiges
Genus.
9. Lobogonodes gen. nov. permarmorata Bstlbgr. Ent.
Zeitschr. (Stuttgart) XXIII. 1909 pag. 34. In ziemlicher
Anzahl vorhanden.
Ich hatte diese Art als fraglich unter Hypenorrhinchus
beschrieben, mit welchem Genus sie die gestreckteren
und schmäleren Flügel und die langen Palpen gemein hat.
Ich muss aber für sie ein neues Genus aufstellen, da sie
sich von Hypenorrhinchus durch die auf R. 4 stark vor-
gezogenen Vorder- und Hinterflügel und anderes unterschei-
det. Von Lobogonia aber, die dieses Merkmal zeigt, unter-
scheidet sich Lobogonodes dadurch, dass die Vorsprünge
der Flügel an den R. 4 nicht spitz, sondern ganz ab-
gerundet sind; ferner sind auf den Hinterflügeln bei
Lobogonodes R. 3 und 4 langgestielt und R.6 und?
kurzgestielt; endlich ist hier beim & das Läppchen
an der Wurzel der Hinterflügel nur angedeutet, bei
Beiträge zur Kenntnis der Geometriden-Fauna der Insel Formosa. 169
Lobogonia dagegen gut entwickelt. Type des Genus ist:
permarmorata Bstlbgr. 1. z.
10. Triphosa inceonspieua Bstlbgr. Ent. Zeitschr.
(Stuttgart) XXIII. 1909 pag. 77.
11. Triphosa lugens Bstlbgr. Ent. Zeitschr. (Stutt-
gart) XXIII. 1909 pag. 77.
12. Triphosa dubitata Linn. Syst. Nat. I. 2. pag. 866;
Matsumura Lep. Jap. pag. 126. Nr. 109.
Nur ein Exemplar vorliegend &, das von den gewöhn-
lichen europäischen Stücken dadurch abweicht, dass es auf
den Vorderflügeln ganz karminbraun übergossen ist; auch
ist es erheblich kleiner als die europäischen Stücke; ich will
diese Form aus Formosa „rubrifusa“ subspec. nov. be-
nennen.
13. Urolophia muscieolor Moore. Lep. Atk. p. 276;
— Cidaria subapicalis Hmpsn. Ill. Lep. Het. VIII. p. 121
pl. 153 Fig. 1. und Swh. Ann. & Mag. N.. H. (6) XIV. 136.
14. Cidaria aurata Moore. Pr. z. S. 1867 pag. 664;
— -aliena Butl! Ann. & Mag: N. H. (5) VI. p.230. Ill. Lep.
Het: “VI pl. 120 Figr:1l; — perpulehra Butl. Pr. z. 8.
eg ir sermosaria, Obth- Ki. Ent XVII. ;D.73%
pl. 3 Fig. 43, Matsumura Lep. Jap. pag. 134. Nr. 1159. Ein
auffallend grosses Stück.
15. Cidaria mactata Feld. Reis. Nov. pl. 132 Fig. 38;
Matsumura Lep. Jap. pag. 134. Nr. 1157. Ein schönes
Exemplar.
16. Cidaria oblongata WIk. (nee Gn.) Cat. Lep. Het.
XXV. p. 1402; = Cidaria decurrens Moore Lep. Atk. p. 276.
Matsumura Lep. Jap. pag. 129 Nr. 1114.
17. Cidaria eomplicata Butl. Ill. Lep. Het. III. p.57
pl. 55 Fig. 4.
18. Lampropterix suffumata Hb. Samml. europ.
Schmett. Fig. 306. Matsumura Lep. Jap. pag. 131 Nr. 1131.
Nur ein ©, dem ein Hinterflügel fehlt, das aber sonst
in gutem Zustande ist, in meiner Sammlung. Das Stück
stimmt mit der europäischen Stammform überein und ge-
hört nicht zu der kleineren Form minna Butl. (= minor
Stgr.), die sonst in Japan vorkommt.
19. Diactinia silaceata Hb. Samml. ausl. Vögel und
Schm. 100. Matsumura Lep. Jap. pag. 134 Nr. 1156.
170 Dr. Bastelberger.
Diese weitverbreitete, mit vielen Synonymen beehrte Art
(ef. Hamps. Moth. Ind. III. p. 357) ist in mehreren Stücken
vertreten.
20. Diactinia fervidaria Leech. Ann. & Mag. N. H
(6)-RIX. Pp. 646 pl. VIE ZEN:
Mehrere Stücke in ziemlich gutem Zustande.
21. Eustroma inextrieata WIk. Cat. XXXV. p. 1691
— . Cidaria aerosa .Butl. Ann! '& Mae. N. H. 5) Pr 2352
Leech zieht E. inextricata WIk. als Synonym zu E.re-
ticulata Hb. aus Europa (cf. Leech Ann. & Mag. N. H.
(6) XIX. pag. 565); ebenso Matsumura Lep. Jap. pag.
128 Nr. 1108. Dies ist aber nicht richtig; ausser durch
die Grösse — reticulata Hb. ist stets erheblich kleiner als
die inextricata — sind beide Arten durch eine Reihe von
Verschiedenheiten in der Zeichnung konstant geschieden;
mir wenigstens ist noch kein Stück vorgekommen, bei dem
ich Auch nur einen Augenblick im Zweifel gewesen wäre,
zu. welcher der beiden Arten es gehört. Auch Hampson
(Moth. Ind. III. p. 360) führt inextricata eigens an und
nicht als syn. zu reticulata. Uebergänge beider Formen
sind mir unbekannt. Ob nun die japanischen Exemplare
von Matsumura zu reticulata oder zu inextricata gehören,
kann ich nicht entscheiden. Die mir aus Formosa vor:
liegende Art — ein ganz tadelloses Stück — gehört sicher
zu inextricata und hat nichts mit unserer reticulata zu tun.
22. Hysterura multifaria Swh. Pr. z. S. 1889 pag.
429 pl. 44 Fig. 9. — Eulygris declinans Stgr. Iris X. 81
pl. VIll. Fig. 52; ef. Bastelberger Jahrb. Nass. Ver. 1908
pag. 76.
Nur ein Exemplar, das nichts Besonderes zeigt.
23. Epirrhoe formosicola Bstlbgr. Ent. Zeitschr. (Stutt-
gart) XXIII. 1909 pag. 39.
Einige Stücke dieser interessanten neuen Art liegen vor.
24. Epirrhoe clathrata Warr. Novit. zoolog. VII.
Bag. 27.
25. Plemyria procellata Fabr. subspec. inquinata
Butler. Ill. Lep. Het. III. pl. 54 Fig. 9. Matsumura Lep.
Jap. pag. 126. Nr. 1089.
Nur ein Stück mit der charakteristischen dunklen Zeich-
nung. Matsumura führt 1. ce. die inquinata Butl. als selbst-
ständige Art auf ohne Hinweis auf procellata. Ich habe in
Beiträge zur Kenntnis der Geometriden-Fauna der Insel Formosa. 17
meiner Sammlung eine ganze Reihe von Uebergängen, so
dass mir an der Zusammengehörigkeit beider Formen kein
Zweifel möglich erscheint. Im selben Sinne spricht sich auch
Leech Ann. & Mag. N. H. (5) XIX. pag. 645 aus.
26. Ochyria designata Rott. Naturf. XI. 85; — pro-
pugnata Fabr. Mant. 205. Matsumura Lep. Jap. pag. 131
Nr2.1135.
27. Gonantielea ochreivittata Bstlbgr. Ent. Zeitschr.
(Stuttg.) XXTII. 1909 pag. 34.
Diese schöne grosse Art wurde von mir ]. e. unter Ci.
daria beschrieben; die Form der weit vorstehenden Palpen
u. Ss. w. verweisen sie besser unter Gonanticlea Swh. Tr.
ee. 1892. W083:
28. Xanthorrho& albigirata Koll. Hügels Kaschmir IV.
p- 489. Staudinger & Rebel Cat. I. pag. 294. Matsumura
Lep. Jap. pag. 130 Nr. 1128.
Matsumura zitiert 1. ec. nur (wohl nach Stgr. Rebel Ca-
talog) die Synonyma serpentinata Led. (nicht „serpentina“
l. e.) jameza Butl. und askoldaria Obth. gibt aber das Sy-
nonym signata Moore Pr. z. S. 1867 p. 661, unter dem. die
Art häufig geht, nicht an; dass signata etwa eigene Art
sein sollte, halte ich nach meinen Sammlungsstücken für
ausgeschlossen.
29. Xanthorrhoe@ viridata Moore. Pr. z. S. 1867 pag.
661. ß
Matsumura führt 1. ce. diese Art nicht auf, auch Leech
l. e. gibt nicht Japan, sondern nur Sikkim, Khasis und West-
China als Fundort an.
30. Xanthorrho@ museicapata Chr. Bull. Mosc. 1880.
II. pag. 102. Staudinger & Rebel Cat. I. 298. Matsumura
Bep. Jap. pag.-131. Nr. 1133:
Matsumura führt mit Stgr.-Rebel die von Leech Ann. &
Mag. (5) XIX. p. 654 als neu beschriebene Cidaria nigri-
zonata als „fragliches“ Synonym an; meiner Ansicht nach
ist dies sicher nur sym. zu musecicapata.
3l. Perizoma niveiplaga Bstlbgr. Ent. Zeitschr. (Stutt-
gart) XXIII. 1909 pag. 34.
32. Perizoma lividata Bstlbgr. Ent. Zeitschr. (Stuttg.)
XII ‚1909 page. 7.
33. Perizoma obscura Bstlbgr. Ent. Zeitschr. (Stuttg.)
ARITE 1909. Bag. 39.
172 Dr. Bastelberger.
34. Perizoma albofasciata Moore. Lep. Atk. pag. 277
Hps. Moth. Ind. III. 374.
35. Paralophia argentilineata Moore. Pr. z. S. 1867
pag. 660; pl. 33 Fig. 5.
War mir bisher nur aus Ostindien bekannt; auch Hamp-
son führt Moth. Ind. III. p. 368 nur Sikkim als Vater-
land an.
36. Polyphasia cinereata Moore. Pr. z. S. 1867 pag.
662.
37. Polyphasia subapicaria Moore. Pr. z. S. 1867 pag.
663.
Diese beiden Formen sind wohl sicher Subspecies der
europäischen truncata Hufn., welche Matsumura 1. ec. pag.
130. Nr: "1123 "nebst ‘der ”eorussarıar Obthr ll. e Nr. S122%
die ich ebenso nur als subspee. betrachte, aufführt.
38. Dysstroma (Thera) sororeula Bstlbgr. Ent. Zeit-
schrift (Stuttg.) XXIII. 1909 pag. 34.
Wurde unter Thera beschrieben. Die gesägten und mit
feinsten Härchen besetzten Fühler des & (statt doppeltge-
kämmt wie bei richtigen T'hera) weisen die Art zu Dysstroma;
sororcula hat in der Zeichnung Aehnlichkeit mit undulata
Warren Pr. z. S. 1888 pag. 326 unterscheidet sich aber
durch die schmutzig hellgrauen Hinterflügel (die Hampson
Moth. Ind. III. p. 379 „reddish brown“ nennt) und anderes
von dieser Art.
39. Photoscotosia miniosata WIk. Cat. XXV. pag. 1354.
Bisher auch nur aus dem Himalaya und West-China
bekannt.
40. Photoscotosia insularis Bstlbgr. Ent. Zeitschrift
(Stuttg.) XXIII. 1909 pag. 39.
Matsumura führt 1. c. pag. 127 Nr. 1098 die nahestehende
Ph. atrostrigata Brem. auf; vielleicht mag unter seinen
Stücken auch insularis versteckt sein.
II. Familie Acidaliidae.
41. Emiltis kagiata spec. nov.
30 mm. Aehnlich unserer strigilaria Hb. in Farbe und
Bestäubung, aber mit folgenden Unterschieden: Der post-
mediale Schatten der Vorderflügel ist schräger und läuft in
den Apex, während er bei strigilaria vor dem Apex in
die Costa ausläuft. Die Submarginallinie der Vorderflügel
Beiträge zur Kenntnis der Geometriden-Fauna der Insel Formosa. 173
ist kräftig angegeben, einfach, auf den Rippen durch deut-
liche schwarze Punkte verstärkt. Die Hinterflügel sind
rund an R. 4 nicht vorgezogen; die Randlinie besteht aus
kleinen zwischen den Rippen stehenden schwarzen Strichel-
chen, die nicht wie bei strigilaria in der Richtung des
Randes, sondern senkrecht darauf, also in der Richtung der
Rippen laufen. Fransen mit einer feinen schwarzen Tei-
lungslinie.
Unterseite: Innendrittel der Vorderflügel rauch-
grau bestäubt. Die Linien ganz undeutlich, nur die sub-
marginale Linie dick und deutlich, ebenso die Randbinde;
auf dem Hinterflügel nur ein feiner Mittelpunkt und eine
dünne Submarginallinie sichtbar.
Nur 2 & in gutem Zustande vorliegend.
42. Brachycola absconditaria Wlk. Cat. XXVI. pag.
802 Ener Il Lepz Het. VIE. pl.‘ 156. Fig.- 16;
Nur ein Stück in coll. Moltrecht.
43. Brachycola mediusta Warr. Nov. zool. III. pag.
ad andeh. (EIV..D> 392.
44. Organopoda fulvistriga Bstlbgr. Ent. Zeitschr.
(Stuttg.) XXIII. 1909 pag. 39.
45. Synegiodes ornata Bstlbgr. Ent. Zeitschr. (Stutt-
sart) XXIII. 1909 pag. 34 und 39.
III. Familie Geometridae.
46. Dindica polyphaenaria Gn. Ph. I. p. 280, —
Hypochroma basiflava Moore Pr. z. S. 1867 p. 632; (?) =
Dindica para Swinh. Tr. e. S. 1891 p. 49%.
Nur ein Stück in coll. Moltrecht.
47. Jodis argutaria Wlk. Cat. XXXV. p. 1614.
48. Comostola subtiliaria Brem. Lep. Ost.-Sibir. p. 76
pl. 6 Fig. 23. Matsumura Lep. Jap. pag. 117 Nr. 1005.
49. Nemoria melinaria H. S. Suppl. pag. 63 Fig.
a eneehr. 347.
Das einzige vorhandene Stück wurde mir von Herrn W.
Warren als diese spez. bestimmt. Ich besitze diese Art
nicht in meiner Sammlung und habe sie auch noch nicht
in natura gesehen. Dass es sich um eine aberrierte Form
der viridaria L. handelt (Cat. Stgr.-Rebel), erscheint mir
sehr wahrscheinlich.
12*
174 Dr. Bastelberger.
IV. Familie Boarmiidae.
Subfamilie Ennominae.
50. Heterolocha subroseata Warr. Nov. zool. TI.
pag. 449. Matsumura Lep. Jap. pag. 151 Nr. 1290.
Fine Reihe unter sich ganz gleicher Exemplare; die Art
scheint demnach wenig zur Veränderung zu neigen.
51. Heterolocha biplagiata Bstlbgr. Ent. Zeitschr.
(Stuttg.) XXIII. 1909 pag. 34.
In Anzahl vorhanden; auch diese Art zeigt in ihren
Exemplaren keine Neigung abzuändern; insbesondere sind
keine Uebergänge zur vorigen Art zu konstatieren, so dass
ich diese Form, trotzdem sie manche Aehnlichkeit mit sub-
roseata aufweist, nicht für eine Form dieser letzteren hal-
ten kann.
52. Heterolocha (Anthyperythra) sabulosa Bstlbgr.
Ent. Zeitschr. (Stuttg.) XXIII. 1909 pag. 34.
Da die Palpen relativ kurz sind und die & Fühler bis
fast an die Spitze doppelt gekämmt erscheinen, muss die
Art zu Heterolocha gestellt werden.
53. Heterolocha lilaeina Bstlbgr. Ent Zeitschr. (Stutt-
Sart) XXI. 1909°pag 33.
Irrtümlich als Numeria beschrieben. Die Zeichnung
weist in manchen Stücken einige Aehnlichkeit mit der vor-
ausgehenden Art auf, wie sich ja überhaupt die ganzen Ar-
{en dieses Genus meist sehr ähnlich sind; aber auch hier
linde ich bei dem vorliegenden Material keine Andeutungen
von Uebergängen, so dass ich nicht zweifle, dass es sich
um verschiedene spez. handelt. ;
54. Lozogramma imitata Bstlbgr. Ent. Zeitschr. (Stutt-
gart) XXIII. 1909 pag. 34,
Eine grosse Reihe mehr oder weniger variierender
Stücke vorhanden.
55. Loxaspilates arisanaria Bstlbger. Ent. Zeitschr.
(Stuttg.) XXIII. 1909 pag. 34.
Diese Schreibart soll richtiger sein (ari gross und san
Berg chinesischer Name des Fangortes), weshalb ich die
frühere „arrizanaria* zurückziehe.
Diese Art zeigt eine gewisse Aehnlichkeit mit L. obli-
quaria Moore; ist aber ausser durch die viel geringere
Grösse — obliquaria misst durchschnittlich 42—44 mm,
während die sämtlichen Exemplare der arisanaria nur
Beiträge zur Kenntnis der Geometriden-Fauna der Insel Formosa. 175
32 mm Flügelspannung zeigen — und ausserdem auch
durch andere Zeichnung konstant verschieden. So läuft
bei obliquaria der postmediale Strich der Vordfl. vor
dem Apex in die Costa aus, während er bei arisanaria in
den Apex selbst ausläuft, also weiter randwärts steht usw.
56. Loxaspilates seriopunetata Hampsn. Journ. Bomb.
BETTY Sper XIV. D.4498p1., 1007 Bier 28:
Nur ein Stück vorhanden. Unterseite ähnlich, Oberseite
ganz verschieden von arisanaria.
57. Opisthograptis moelleri Warr. Pr. z. S. 1893
pag. 403 pl. 31 Fig. 12.
Ein gutes aber auffallend kleines Stück (39 mm).
58. Iridopleeta differens Bstlbgr. Ent. Zeitschr. (Stutt-
Sart RAT pae al.
59. Capasa insularis Bstlbgr. Ent. Zeitschr. (Stuttg.)
XXIII. 1909 pag. 39.
60. Zethenia rufescentaria Motsch. Etud. Ent. pag. 55.
Matsumura Lep. Jap. pag. 147 Nr. 1260.
Ein Stück, sehr gut erhalten, in coll. Moltrecht.
61. Odontopera insulata Bstlbgr. Ent. Zeitschr. (Stutt-
sart)" XXI. 1909, Pag %.
62. Odontopera arida Butl. Ann. & Mag. N. H. (5)
T.°p. 394 und Il. Lepr Het. III. pl. 48 Pig: 7. ? —=robl-
quaria Moore P. z. S. 1867 pag. 622. Matsumura Lep. Jap.
pag. 148 Nr. 1267.
Die Formosa-Stücke, von denen eine ganze Reihe vor
liest, sind alle gleich gross, mit nur 39—40 mm Flügel-
spannung, graubraun intensiv und dick schwärzlich gespren-
kelt, die Mittelpunkte schwarz hell gekernt, die Querlinien
deutlich. Die Postmediallinie der Vorderflügel ist rand-
wärts auf den Rippen deutAich weiss gefleckt; die Flecke
sind etwas länglich und wurzelwärts schwarz gerandet.
Ich bezeichne diese Form als subspec. nov. (an spec.
nov.?) albiguttulata mihi.
63. Psyra ceuneata WIik. Cat. XXI. pag. 483. Matsu
mura Lep. Jap. pag. 147 Nr. 1255.
Einige mit meinen indischen Sammlungsexemplaren über-
einstimmende Stücke.
64. Psyra matsumurai Bstlbgr. Ent. Zeitschr. (Stuttg.)
XXIII. 1909 pag. 39.
176 Dr. Bastelberger.
Nur zwei Stücke —- unter sich nicht variierend — in
der ganzen Ausbeute.
65. Leptomiza calcearia Wlk. Cat. XX. pag. 122.
Ein gut erhaltenes Stück.
66. Leptomiza dentilineata Moore. Lep. Atkins. pag.
228.
67. Amblychia angeronaria Gn. Phal. I. pag. 215 pl.
4. Fig..'9; = iterrida Moore Prx 2. S. 1877 9. 621,7 —uro
tundata Semper Philippinen II. pag. 611 pl. 64 Fig. 1 u. 2.
Nur ein schönes grosses @ in coll. Moltrecht. Dieses
Stück stimmt mit meinen indischen Sammlungsstücken mehr
überein, als mit der philippinischen rotundata; wie ich über-
haupt unter den vorhandenen Geometriden keine Anlehnung
an die Formen der naheliegenden Philippinen konstatieren
konnte.
Subfamilie Macariinae.
65. Semiothisa normata Alph. Hor. Ross. XXVI. pag.
455. Rom. Mem. IX. p. 52 pl. 4 Fig. 2.
69. Luxiaria amasa Butl. Ann. & Mag. N. H. (5)
1578 pag. 408 und Ill. Lep. Het. .III. pag. 45 pl. 52 Fig.4.
Matsumura Lep. Jap. pag. 143 Nr. 1230.
0. Luxiaria amasa Butl. ab. nov. melanops Bstlbgr.
Am Hinterrand der Vorderflügel ein intensiver grosser
schwarzer Flek.
Subfamilie Deiliniinae.
71. Lomographa griseola Warr. Pr. z. Soc. 189
pag. 386.
Hampson zieht in seine Meth. Ind. III. pag. 155 diese
Form zu mytylata Gn. Phal. II. pag. 58 wie mir scheint
mit Recht.
Nur einige Stücke gefangen.
71 bis. Mieronidia simplieiata Moore. Pr. z. S. 1893
pag. 387.
‘2. Metrocampa haliaria Wlk. Cat. XXL. pag. 518.
Butl. III. Lep. Het. VI. pl. 117 Fig. 7. — Geometra deco-
rata WIk. Cat. XXXV. p. 1001.
Mehrere gute Stücke.
Beiträge zur Kenntnis der Geometriden-Fauna der Insel Formosa. 177
Subfamilie Bistoninae.
73. Cusiala bengalaria Gn. Phal. I. p-210 pl. 4 Fie:2.
Ein einziges Q; grosses schönes Stück: einfarbig wachs-
gelb mit scharf gezeichneter ante- und postmedialer Linie.
Zwischen beiden an der Costa der Vorderflügel ein inten-
siver schwarzer Fleck und ein deutlicher schwarzer Diseo-
cellularstrich; an R. 5 vom Zacken der postmedialen Linie
ausgehend ein schwarzer Strich zum Aussenrand. Von der
rotbraunen Bestäubung und den rotbraunen Bändern der
Stammart ist kaum etwas angedeutet. Subspec. nov. cerea
Bstlber.
Nur 1 @ in coll. Moltrecht.
Snbfamilie Boarmiinae.
‘4. Eetropis luridata Bkh. v. obseurior Stier, Ins 38
pag. 60. Matsumura Lep. Jap. pag: 161 Nr. 1375. var.
5. Eetropis dentilineata Moore. Pr. z. S. 1867 pag.
631. ? Matsumura Lep. Jap. pag. 162 Nr. 1378 (erepuseu-
laria).
Hampson zieht in seinen Moth. Ind. II. pag. 260 denti-
lineata zu erepuseularia, obgleich er für beide verschiedenen
Rippenverlauf angibt. Die aus Formosa vorliegende Form
gehört zu der indischen dentilineata, welche Swinhoe mit
Recht in seinem Cat. Oxf. II. pag. 285 als eigene Art auf-
führt. Ich vermute, dass auch die von Matsumura ange-
führten Stücke von erepuscularia, nicht zu dieser. sondern
auch zur dentilineata gehören.
16. Eetropis coaleseens Bstlbgr. Ent. Zeitschr. (Stuttg.)
XXIII. 1909 pag. 33.
77. Eetropis subflava Bstlbgr. Ent. Zeitschr. (Stuttg.)
XXIII. 1909 pag. 33.
18. Paradarisa exelusaria Wlk. Cat. XXI. pag. 490.
Warr. Nov. zool. I. 433; — comparataria WIk. Cat. XXXV.
pag. 1582.
79. Aleis psittacata Bstlbgr. Ent. Zeitschr. (Stuttgart)
XXIII. 1909 pag. 33.
Mehrere Stücke vorliegend.
S0. Aleis hyberniata Bstlber. Ent. Zeitschr. (Stuttg.)
XXIII. 1909: pag. 33.
178 Dr. Bastelberger.
Steht der obliquaria Motsch. Etud 1860 pag. 37 nahe,
unterscheidet sich aber durch die Zeichnung, insbesondere
ist auch die untere Ausbuchtung der Aussenlinie stärker
ausgeschnitten usw.
81. Aleis farracearia Leech Ann. & Mag. N. H. (5)
XIX. pag. 340. ab. nov,. palleseens.
35 mm. Schmutzigweiss; Vorderflügel undeutliche Basal-
linie; deutlichere zweimal distalwärts gebuchtete antemediale
gerade, den Mittelpunkt einschliessende, mediale und scharfe
gezackte postmediale Linie, der randwärts ein breiter pa-
rallel mit ihr verlaufender Schatten folgt, an welchem bei
R. 3—4 ein grosser runder Fleck steht. Marginale aus klei-
nen schwarzen Bogen bestehend. Hinterflügel-Mittellinie aus
dunklen auf den Rippen stehenden Strichen; am Hinterwin-
kel Anfang einer weiteren Linie.
Unterseite mit undeutlicher verloschener Oberseiten-
zeichnung. -
Möglicherweise handelt es sich um eine von farracearia
verschiedene Art. Da aber nur ein noch dazu nicht ganz
reines Stück vorliegt, kann ich dies vorläufig nicht ent-
scheiden.
82. Aleis leetonia Swh. Tr. e. S. 1902 pag. 626.
53. Aleis angulifera Butl. ab. albifera Warr. Ann.
& Mag. N. H. (5) 1878 pag. 396; Warr. Nov. zool. I. pag.
434; Matsumura Lep. Jap. pag. 159 Nr. 1355.
S4. Aleis nubeculosa Bstlbgr. Ent. Zeitschr. (Stuttg.)
ROCITIT: 21909, Ba. 33:
55. Poeecilaleis rubieunda Bstlbgr. Ent. Zeitsch. (Stutt-
gart) XXIII. 1909 pag:88 und, var consors Bsiber
IC:
56. Poecilaleis ochrolaria Bstlbgr. Ent. Zeitsch. (Stutt-
garl) XXIII. 1909 pag. 39.
57. Poeecilaleis fumigata Bstlbgr. Ent. Zeitsch. (Stutt-
Sarh)- XXIII. 1909 pag.' 33:
58. Poecilaleis seortea Bstlbgr. Ent. Zeitschr. (Stutt-
gart) XXIII. 1909 pag. 33.
Diese Art gehört vielleicht zum Genus Gasterocome.
59. Poecilaleis semiusta Bstlbgr. Ent. Zeitschr. (Stutt-
part) AXHI. 1909 pag. 34.
90. Myrioblephara semifaseia Bstlbgr. Ent. Zeitschr.
(Stuttgart) XXIII. 1909 pag. 39.
Beiträge zur Kenntnis der Geometriden-Fauna der Insel Formosa. 179
91. Hemerophila subplagiata Wlk. Cat. XXI. p. 319.
Ein einziges Stück in coll. Moltrecht.
92, Calieha fumosaria Leech. Ann. & Mag. N.H. (5)
IN pas. 417 pl VII. en.
93. Calieha fumosaria Leech ab. nov. fulvifusa Bstlbgr.
Im ganzen dunkler als die Stammart mit deren Zeich-
nung. Postmediallinie der Vdfl. scharf schwarz, distal
blaugrau gerandet. Aussenfeld rotbraun. Unterseite
dunkel rauchgrau.
94. Elphos moltreehti Bstlber. spec. nov. 70 mm. Steht
zwischen E. hymenaria Gn. und insueta Butl., in der
Zeichnung sich mehr ersterer — besonders dem @ —, in
der Grösse sich letzterer nähernd.
Flügel: Grundfarbe ockergelb mit vielen schwarz-
grauen und schwarzen unregelmässig stehenden, verschie-
den grossen Punkten und Strichen dicht besetzt.
Vdfl. an der Costa bei 4 zwei grössere schwarze
Flecke, von denen aus eine ganz undeutliche, aus näher
gestellten Strichen entstehende Basallinie nach dem Hinter-
rand verläuft. Bei % wieder zwei solche Costalflecke;
vom äusseren zieht wieder eine ganz undeutliche, durch
schwarze Tupfen auf den Rippen verstärkte, etwas zackig
geformte Binde zum Hinterrand, distal weiss begrenzt. Sub-
marginal stehen zwischen R. 2—3, R. 4—5, 5—6 und
6—7 je ein aussen gerundeter schwarzer Fleck, der aussen
‚durch blaugraue Bogen begrenzt ist.
Htfl. ganz unregelmässig mit schwarzen und weis-
sen Fleckcehen und Strichen auf der ockergelben Grundfarbe
besetzt; nur der schwarze Mittelpunkt tritt etwas hervor.
Randlinie beider Flügel aus schwarzen Strichen bestehend,
Unterseite weiss. Vdf£fl. schwarz gewölkt. Api-
kaltell und Aussenfeld zwischen R. 2-3 schwarz. Htfl.
submarginale schwarze Binde von Costa bis R. 4 und dann
von R. 3 bis zum Innenrande; vier schwarze Mittelpunkte.
Durch die dichte Sprenkelung und den Mangel an weis-
sen Flächen von insueta und durch den Mangel der deut-
lichen Binden auf Vdfl. und Hifl. von hymenaria wohl un-
terschieden.
Zwei 56, ein guter und ein eingerissener.
180 Dr. Bastelberger.
In Matsumura Lep. Jap. habe ich vergeblich nach der
in Japan vorkommenden Elphos insueta gesucht. Im Ver-
zeichnis steht das Genus Elphos mit pag. 15 verzeichnet;
dort ist aber nur Genus Elymnias zu finden, welches im
Verzeichnis wiederum fehlt. Unter den Geometr. ist es
nicht zu finden, auch nicht unter Addenda pag. 240.
95. Erebomorpha fulguraria WIk. Cat. XXI. p. 49.
Butl. Ill. Lep: Het.’ VI. pl 7207 Bie.727 HampsrMece
Ind. TIL 296 Fig; 440:
Die vorliegende Form entspricht durchaus der richti-
gen indischen fulguraria und ist keine consors Butl. (Ill.
Lep. Het. II. p. 52 pl. 37 Fig. 3). Diese auch von Leech
Ann. & Mag. (5) XIX. p. 440 für China und Japan ange-
gebene Form, die auch Matsumura Lep. Jap. pag. 156
Nr. 1333 zitiert, scheint mir keine eigene Art zu sein, son-
dern nur eine Form der in der Zeichnung ganz gleichen
fulguraria; hierfür spricht auch die von Leech |]. c. er-
wähnte Zwischenform aus China; „fulgurita Wlk.“ an die-
ser Stelle bei Leech muss wohl Druckfehler für fulguraria
sein.
Subfamilie Selidoseminae.
96. Seionomia praeditaria Leech. Ann. & Mag. 1897.
I. Pag. 226 pl! 6 Eigen?
Steht der S. mendica Butl. A. & M. (5) IV. p. 446, zitiert
von Matsumura Lep. Jap. pag. 150 Nr. 1287, sehr nahe.
Eine grosse Reihe dieser Art vorliegend.
97. Chiasmia strigata Warr. Pr. z. S. 1893 pag. 412
pls. 22: ö
Nur ein Stück vorhanden.
Warren stellt 1. ec. diese Art zu den Selidoseminae; ich
bezweifle, dass dies ihr richtiger Platz ist.
Subfamilie Seotopteriginae.
98. Seotopterix (Gnophos) ainuaria Bstlbgr. Ent.
Zeitschr. (Stuttgart) XXIII. 1909 pag. 33.
99. Scotopteryx deliteseens Bstlbgr. Ent. Zeitschr.
(Stuttgart) XXIII. 1909 pag. 33.
Subfamilie Zereninae.
100. Ieterodes taiwanica Bstlbgr. Ent. Zeitschr. (Stutt-
BALL) RX. 4909 Pas." 33:
Beiträge zur Kenntnis der Geometriden-Fauna der Insel Formosa. 181
Die angegebene Flügelspannung, 35 mm, gilt für dasQ;
das & ist noch erheblich kleiner, 31—32 mm; auch ist die
Grundfarbe bei frischen Stücken mehr gelblich wachslar-
ben, besonders längs der Costa der V dfl. statt weiss.
101. Arichanna tetriea Butl. Ann. & Mag. N. H. (5)
18178 pag, 451; Tl. Dep: Het? IIE. ‚pag.. 59 pl. 55 Big. 10.
Matsumura Lep. Jap. pag. 139 Nr. 1196.
102. Abraxas martaria. Gn. Phal. II: p. 205.
103. Abraxas sylvata Scop. var. miranda Butl. Ann.
& Mag» N. H. (5) 1. 1878 pag. 41. und Il. Lep. Het. III
pag. 48; pl. 52 Fig. 12.
Matsumura Lep. Jap. pag. 141 Nr. 1208.
104. Abraxas consputa spec. nov.
39 mm. Körper gelb mit schwarzen Flecken. Flügel
weiss. V dfl.: Wurzel gelblich schwarz gerandet; an der
Costa grauschwarzer medialer Fleck, nach hinten zum schwar-
zen Mittelpunkt verlängert; proximal davon einige unregel-
mässige grauschwarze Costalflecke; zwei postmediale, aus
grauschwarzen Flecken bestehende Linien, die, an der
Mitte des Hinterrandes beginnend, im Bogen zu R.6 ziehen
und hier nach der Costa umbiegen. Der Raum zwischen
ihnen gelblich. Aussenrandfeld grauschwarz gewölkt; kleine
schwarze Randpunkte. Htfl. einfarbig weiss; eine aus
kleinen schwarzen Punkten bestehende postmediale Linie
und einige schwarze und ein gelblicher Fleck am Innen-
rand.. Unterseite wie oben, aber nur an der Vdfl.-
Wurzel gelblich.
Die Zeichnung hat einige Aehnlichkeit mit manchen
Varietäten der grossulariata, ist aber doch verschieden und
vor allem unterscheidet sich consputa durch die schmale-
ren am Apex vorgezogenen V dfl. von der runden gros-
sulariata.
Sechs Stück vorliegend.
105. Abraxas leopardina Koll. Hügels Kaschm. IV,
p. 4%.
Ich halte leopardina, deren Zeichnung ia allerdings
mit jener der sylvata gut übereinstimmt, deren Grösse aber
und Schnitt gewaltig differiert, für eigene Art.
106. Dilophodes elegans Butl. III. Lep. Het. II. pag.
53 pl. 37 Fig. 6; Matsumura Lep. Jap. pag. 142 Nr. 1215.
182 Dr. Bastelberger.
247
107. Xenoplia foraria Gn. Phal. II. p. 217; Warr.
Nov. zool. I. 415; Matsumura Lep. Jap. pag. 142 Nr. 1217.
Nur ein Stück.
1085. Xanthabraxas hemionata Gn. Phal. II. pag. 208.
Warr. Nov. zool. I. 422.
Nur ein Exemplar in coll. Moltrecht.
109. Obeidia vagipardata Wlk. Cat. XXIV. p. 1139.
Ein 9.
110. Obeidia conspurcata Leech. Ann. & Mag. N. H.
(5) XIX. pag. 458.
Untersuchen wir nun diese 110 von Herrn Oberarzt
Dr. Moltrecht auf Zentralformosa am Berge Arisan in einer
Höhe von 7—10000 Fuss gefangenen Arten in bezug auf
ihre faunistische Zugehörigkeit, so finden wir, dass sie drei
Gruppen bilden:
Die erste umfasst Arten, welche für Formosa eigentüm-
lich sind. Es sind dies sowohl solche, die ganz charakte-
ristisch verschieden von den anderen uns bekannten Arten
sind, und einer Urfauna angehören mögen, als auch solche,
die zwar an andere Arten erinnern, sich aber bereits, wohl
durch die insulare Absperrung, soweit verändert haben, dass
sie sich zu neuen mehr weniger gut abgegrenzten Formen
neu. herausgebildet haben.
Eine zweite Gruppe, weniger zahlreich, sind jene der
japanischen Fauna angehörenden Formen, und eine dritte
(Gruppe, die zahlreichste, sind Formen, welche wir erst wie-
der im westlichen Indien und China (Himalaya) antreffen.
Auffallend ist mir das Fehlen ganzer sonst weit ver-
breiteter Gruppen, so z. B. der gänzliche Mangel an Eupi-
thecien usw. Sicherlich sind die mir vorliegenden Arten
nicht der ganze Reichtum, den diese Insel an Geometriden
beherbergt, aber immerhin können wir uns an der Hand
dieser Bearbeitung schon einigermassen ein Bild machen
von der dortigen Geometridenfauna, die vorher so gut wie
völlig unbekannt war. Dies verdanken wir dem Eifer des
Herrn Dr. Moltrecht, der teilweise unter den schwierigsten
Verhältnissen dort sammelte und so unser Wissen bereicherte.
ee
Bemerkungen über die ersten Stände
von Eligma narcissus Cram.
Von
Embrik Strand.
(Berlin, Kgl. zoologisches Museum.)
Das Berliner Museum hat vor kurzem durch die Kaiser-
liche biologische Anstalt Dahlem einige lepidopterologische
Objekte aus Kiautschau bekommen, darunter Larve, Puppe,
Kokon, nebst zugehörigem Schmetterling der in Süd- und
Ostasien weit verbreiteten Art Eligsma narcissus
Cram. Trotzdem diese Art schon in einer ganzen Reihe
Arbeiten von verschiedenen Verfassern figuriert, ist bisher
über die ersten Stände derselben nichts publiziert worden,
was um so mehr zu bedauern war, als über die systema-
tische Stellung der Gattung Eligma die Ansichten noch
weit auseinandergehen: Aurivillius, Rotschild - Jordan ete.
führen sie zu den Arctiidae, Hampson hat sie früher mit
den Lithosiinae vereinigt, betrachtet sie aber jetzt als eine
Noctuide. — Ueber zwei verwandte Arten, E. gloriosa
Butl. (hypsoides Auriv., ob WIk.?) und E. duplicata
Auriv. aus Kamerun, liegen aber schon entwicklungsge-
schichtliche Notizen vor (von Aurivillius in: Arkiv £.
Zoologi, Bd. 2, Nr. 4, p. 37—38, Fig. 29 a—f) und da es
sich herausstellt, dass unsre asiatische Art in ihren ersten
Ständen mit den erwähnten afrikanischen die grösste Aehn-
lichkeit hat, verweise ich auf die erwähnte Arbeit von Auri-
villius und hebe hier nur die wesentlichen Unterschiede her-
Vor.
Die Raupe, die auf Ailanthus lebt, sieht wie diejenige
der E. duplicata (l. c. Fig. 29a) aus, aber der Kopf
. ‚Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris, harausg. vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden, Jahrgang 1909,
184 Embrik Strand.
ist gelb mit einem grossen, runden, schwarzen Fleck jeder-
seits und einem kleineren dreieckigen, jederseits durch ei-
nen braunen Strich eingefassten, schwarzen Fleck vorn und
die schwarzen Querbinden sind in fünf Flecke aufgelöst:
jederseits oben ein grosser bindenförmiger, darunter je ein
ganz kleiner, der bisweilen undeutlich ist und endlich
ein kleiner runder Fleck in der Rückenmittellinie. Am
Vorderrande der mittleren Segmente oben je drei kleine
schwarze Punktflecke. Die Füsse gelb oder mit punktför-
migem schwarzen Seitenfleck. Die langen Borstenhaare rein-
weiss. Die Anordnung der letzteren, die Form der Abdominal-
füsschen etc. wie von Aurivillius 1. e. p. 37 beschrieben.
Länge der ganzen Raupe (ob erwachsen?) 42 mm, die
Borstenhaare zirka 20 mm.
Auch die Puppe wie l. c. beschrieben, aber anschei-
nend noch stärker flachgedrückt, indem die Breite derselben
doppelt-so gross wie die Höhe ist (bezw. 10 und 4—5 mm);
die Länge ist 23 mm. — Die Puppe der beiden afrikani-
schen Arten ruht in einem dünnen, ohne oder mit Holzsplit-
tern besetzten Gespinnste, die der asiastischen Art in einem
aus feinen, offenbar der Rinde von Ailanthus entstammen-
den Partikeln fest zusammengeklebten, aber dünnwandigen
(Gehäuse, das halbellipsoidisch und an beiden Enden stark
zugespitzt ist und längs einem Ailanthuszweig, mit dessen
Rinde es in Färbung und äusserem Aussehen gänzlich über-
einstimmt, so angebracht ist, dass man es sehr leicht für
einen Auswuchs der Pilanze halten könnte. Beim Aus-
schlüpfen wird eine Oeffnung im einen Ende des Gehäuses
gemacht, die so klein ist, dass das Gehäuse flüchtig ange-
sehen noch intakt erscheint. Länge des Gehäuses 50—60
mm, grösste Breite desselben 14 mm.
Wesentlich neue Momente zur Beurteilung der Ver-
wandtschaft dieser Tiere ergibt die Untersuchung der ersten
Stände von Eligma narcissus somit nicht; auffallend
ist vielmehr die grosse Uebereinstimmung mit den afrikani-
schen Arten der Gattung. Unverkennbar ist die Aehnlich-
keit der Raupe mit denen der Arctiidae, so dass daraus
nähere Beziehungen zu der letzteren Familie sich vermuten
lassen dürften; mit den Arctiiden stimmt auch das Flügel-
geäder recht gut überein.
m de ne
Ein Ahasver unter den Lepidopteren:
Die Limacodiden-Gattiung
Casphalia WIk. Zaracha WIk.).
Von
Embrik Strand.
(Berlin, K. zoologisches Museum.)
Ein Schmetterling, dem im System Ruhe durchaus nicht
beschieden zu sein scheint, ist die westafrikanische Gattung
Zaracha WIik. (Proc. Nat. Hist. Soc. Glasgow, I. 1869
p. 335) mit der typischen Art ZarachaextraneaWlk.
Bei Walker (l. e.) und W. F. Kirby (A Synonymiec Oata-
logue of Lepid. Heter. I. (1892) p. 39) als Hypside
aufgefasst, wurde sie von Butler (Ann. Mag. Nat. Hist. (5)
2 (1878) p. 456) als mit den Arctiiden nahe verwandt be-
zeichnet, indem er schreibt: „ZZaracha extraneais
probably a third species of Caryatis,“ welche Gattung
„has usually been referred to the Hypsinae, it is, however,
nearly allied to Pelochyta* (Phaegoristinae,
Fam. Arctiidae) (Butler I. ec.) Auch Karsch, der die
Art zuerst im Bilde dargestellt hat (Entom. Nachr. 21.
(1895) p. 367—8, Tab. 4, Fig. 4), hat sie und zwar mit
Bestimmtheit für eine Arctiide erklärt. Später hat
Aurivillius (Entom. Tidsskrift 1899 p. 238) die Auffassung
von Karsch adoptiert, hernach aber seine Meinung geändert
und das Tier zuerst mit Bedenken (Arkiv för Zoologi
1I. (1904) Nr. 4, p. 47) und dann ohne Bedenken
(ebenda III. (1905) Nr. 1, p. 12) den Limacodiden
zugewiesen. Alle diese Autoren kannten allein das &. Das
© ist von Druce unter dem Namen Anace (?) herpa,
also als fragliche Arctiide beschrieben und abgebildet wor-
den (Proc. Zool. Soc. London 1837, p. 670, Tab. 55, Fig. 12),
‚ „Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, harausg. vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden, Jahrgang 1909,
186 Embrik Strand.
wie Karsch (Entom. Nachr. 21 (1895) p. 368) eruiert hat;
es wird von Kirby (l. ec. p. 221) unter den Aretiiden
aufgeführt und seiner von Aurivillius (Entom. Tidsskrift 1892
p. 190 sub nro 242) als einer Syntomide gedacht.
Drei Jahre vor seiner Aufstellung der Gattung Za-
racha machte Walker eine Gattung Casphalia be-
kannt mit der typischen Art flavicollis Wik. (Cat.
Lep. Het. Brit. Mus. XXXV. (1866) p. 1926), die er für
eine Psychide ansah und die bei Kirby (l. ce. p. 889)
als „Pinaride“ figuriert. Da diese von Kirby ent-
deckte Familie ausser Qasphalia nur noch echte
Lasiocampiden und Saturniiden enthält, so bleibt Cas-
phalia allein als echte „Pinaride“ übrig.
Holland hat nun 1893 (Psyche, p. 397, Nr. 35) Anace
(?) herpa Druce für eine Casphalia erklärt und
zwar angeblich nach Untersuchung der Typen; gleichzeitig
beschreibt er eine neue Art Casphalianigerrima,
und konstatiert dann, dass die Gattung Casphalia drei
Arten enthält, nämlich C. flavicollis Wik., C. herpa
Druce und C. nigerrima Holl.e Da nun, wie wir oben
gesehen haben, Anace (?) herp 2 Druce ener Ze
racha ist, so würde daraus folgen, dass Casphalia
und Zaracha zusammenfallen würden. Das gibt aber
Holland nicht ausdrücklich an; er hat vielmehr offenbar
keine Ahnung davon, dass die Anace (?) herpa ein
Synonym von Zarachaextranea ist. Die Bemerkung
von Aurivillius in einer Fussnote in: Entom. Tidsskr. 1899
p. 238, dass: „nach Holland (Psyche '6, p. 397) fat Za3-
racha mit Casphalia, Walker zusammen“, ist somit
nicht zutreffend. Holland fasst Casphalia als Arc-
tiide auf, vereinigt aber mit den Arctiiden auch unzwei-
felhafte Syntomiden wie Apisa, Metarctia und
Balacra Wik.
Gleichzeitig mit Holland beschrieben W. Schaus und
W. G. Clements (On a Collection of Sierra Leone Lepidop-
tera. London bei R. H. Porter 1893. 46 pp. 807 37.7)
eine. weibliche Casphalia pieta (l. c. p. 23, Tab. 2,
Fig. 6) als Arctiide (Phaegoristine) und endlich Aurivil-
lius zwei Jahre darauf eine Casphalia nigridorsa
6 (Arkiv för Zoologi II. 1905 Nr. 12, p.40 sub nro 286)
und eine Casphalia ecitrimaculata 9 (ibid.p. 4,
Nr. 287) als Limacodiden.
Ein Ahasver unter den Lepidopteren. 187
Endlich darf nicht unerwähnt bleiben, dass W.F. Kir-
by (l. e. p. 859) den Oeketicus (?) Buchholzi
Plötz (Entom. Zeitung, Stettin, 41 (1880) p. 88) (also eine
als Psychide beschriebene Art) als Synonym zu Cas-
phahiaflavicollis-WIk. zieht; ‘ wie Mr. Kirby mir
freundlichst brieflich mitteilt, hat er diese Synonymie nur
aus Plötz’s Beschreibung ermittelt, ohne die Type oder eine
Abbildung von dieser Art gesehen zu haben. — Meine wie-
derholten Versuche, Plötz’s Type zur Ansicht zu bekom-
men, sind leider erfolglos geblieben.
Indem wir auf die schon im Titel dieses Aufsatzes vor-
ausgeschickte Angabe, dass Casphalia=Zaracha,
und zwar wahrscheinlich eine Limacodide ist, erin-
nern, sehen wir also, dass diese Gattung schon in sechs
verschiedenen Familien untergebracht gewesen und viel-
leicht noch in eine siebente (Zygaenidae) angebracht
werden muss, bevor sie am richtigen Platze ist.
Die Zusammengehörigkeit von Casphalia und
Zaracha war übrigens schon von Aurivillius erkannt, in-
dem er bei der Beschreibung seiner Casphalia ni-
sridorsa dieslbemit Casphalia extranea WiIk.
vergleicht und letztere Art ausdrücklich als eine Cas-
phalia bezeichnet.
Ich hatte mir nun die Fragen vorgelegt, ob Caspha-
lia und Zaracha synonym sind und ob die sechs
oben angeführten Arten eine morphologische Einheit bil-
den. Von diesen sechs sind die drei im Berliner Museum
vorhanden: C. extranea, nigerrima und picta,
die Typen der beiden von Aurivillius beschriebenen Arten
hatte Herr Oberleutnant Arnold Schultze in Bonn die Lie.
benswürdigkeit, mir zur Untersuchung zuzusenden und
über die im British Museum aufbewahrte Type von C.
flavicollis hat mir Sir G. F. Hampson in freundlich-
ster Weise Auskunft gegeben; beiden Herren sei auch an
dieser Stelle mein bester Dank gesagt. — Es wurde leicht
konstatiert, dass nur in zwei Punkten nennenswerte mor-
phologische Unterschiede zwischen diesen sechs Arten vor-
handen sind, und zwar in dem Verhalten der Rippen 6 und
7 der Hinterflügel und in der Bewehrung der Hintertibien;
letztere sollten bei C. flavicollis nach der Beschrei-
bung*) „without spurs“ sein, während die drei mir vorlie-
genden Arten alle sehr deutliche Endspornen der Hinter-
tibien aufweisen, andererseits weichen diese drei Arten unter
*) Diese enthält einen Lapsus, indem es in der lateinischen
Diagnose steht: „caput flavum“, in der englischen dagegen „head
». . deep black“,
188 Embrik Strand.
sich insofern ab, als C. picta im Hinterflügel nur sie-
ben, die anderen acht Rippen haben. In diesen Punkten
verhalten sich die Arten wie folgt:
1. Casphalia flavicollis WIk.: Rippen 6 und 7
der Htfl. zusammenfallend (bezw. 7 fehlt), Hinterti-
bien mit ganz kurzen („quite short“) Endspornen.
(sec. Hampson in |litt.).
2. C. pieta Schs. Clem.: Rippen 6 und 7 zusammen-
fallend, deutliche Endspornen der Hintertibien (die.
selben sind länger als der Durchmesser des Gliedes),
3. Aatrtacha extramea WIik.: "Rippen 6 und 7
lang gestielt (der Stiel etwa so lang wie jede Rippe
für sich). Endspornen der Hintertibien deutlich, aber
nicht länger oder kaum so lang wie der Durchmes-
ser des Gliedes.
4. & nigridorsa Aur.: Rippen 6 und 7 lang ge-
stielt (der Stiel reichlich so lang wie jede Rippe für
sich), Endspornen deutlich (aber kaum so lang wie
der Durchmesser des Gliedes).
5. C..nigerrimaHoll.: Rippen 6 und 7 kurzrge-
stielt (der Stiel kaum U so lang wie die längste (6.)
der beiden Rippen), Endspornen deutlich (etwa so
lang wie der Durchmesser des Gliedes).
6..C. eitrimaeculata, Aur.: "Rippen 6 und.7 noch
kürzer gestielt (der Stiel etwa 1/, so lang wie die
längste Rippe), Endspornen undeutlich (aus der Be-
haarung nicht hervorstehend).
Wie man sieht, lassen sich hier die Endspornen zur
Unterscheidung zweier Gattungen nicht verwenden. Auch
das Verhalten der Rippen 6 und 7 ist von wenig Belang;
von einem ganz kurzen bis zu einem langen Stiel hat man
die Uebergänge und von letzterem bis zum völligen Zusam-
menfallen beider Rippen ist es nur ein Schritt. Auf Grund
dieses Unterschiedes im Flügelgeäder kann man aber, glaube
ich, zwei Gruppen oder, wenn man will, Untergattungen
unterscheiden; dies stimmt auch ganz mit der Ansicht Sir
Hampsons überein, der mir darüber gefälligst folgendes
schrieb: „In my opinion Casphalia and Zaracha
are one genus; if I was dealing with it I should make
Sect. I. (Casphalia). Hind wing with veins 6—7
eoincident.
Ein Ahasver unter den Lepidopteren. 189
Sect. II. (Zaracha). Hind wing with veins 6—7 stal-
ked.“
Wir bekommen somit folgende Gruppierung:
Genus Casphalia WlIk. 1866. (Zaracha WIk. 1869.)
Sube+ Casphalıaz EC flavieollis: Wk. und\€®
pieta Schs.-Clem.
Subg. Zaracha: C.extraneaWlk. nigerrima
Hol» n1©r1d-orsa Aur und Vvertrr:maculata
Aur.
Was nun die Familienzugehörigkeit betrifft, so scheint
es mir wahrscheinlich zu sein, dass Casphalia eine
Limacodide ist. Sie kann keine Hypside, Arctiide
oder Syntomide sein, u. a. weil Rippe lc im Vorderflügel
vorhanden ist, „Pinaridae“ existieren nicht und die Psychi-
den können auch gar nicht in Betracht kommen. Dann
kämen nur noch die Zygaeniden in Betracht. Gegen die
Vereinigung mit den typischen Limacodiden würden z. T.
Habitus, Flügelschnitt und Zeichnungstypus, sowie dass die
Zelle in allen Flügeln die Mitte derselben überragt sprechen;
das Fehlen des Rüssels brauchte die Zugehörigkeit zu den
Zygaeniden nicht auszuschliessen, da bekanntermassen bei
einer Gruppe von diesen (Phaudinae) dies Merkmal
zutrifft; die Weise, in welcher die Rippe 8 der Hinterflügel
sich mit der Zelle verbindet, stimmt zum mindesten ebenso
gut mit den Zygaeniden wie mit den Limacodiden. Von
Karsch war Casphalia s. Z. für Zygaenide gehalten
und als solche im Berliner Museum etikettiert. Trotzdem
möchte ich mich bis auf weiteres der Ansicht von Auri-
villius anschliessen und Casphalia mit den Limacodi-
den vereinigen. Erst wenn die ersten Stände der Cas-
phalia bekannt sind, kann ihre natürliche Verwandt-
schaft richtig erkannt werden.
Die sechs bekannten Arten lassen sich folgenderweise
unterscheiden:
A. Vorderflügel einfarbig schwarz.
a) Hinterflügel gelb mit schwarzem Mittelfleck und
schwarzer Saumbinde (&) flavicollis WIik.
b) Hinterflügel schwarz, höchstens mit einem un-
deutlichen gelblichen Längswisch hinter der Zelle
und ebensolchem Fleck ausserhalb der Spitze
derselben (Sam ar er .nTeerrıma. Holk
190 Embrik Strand.
B. Vorderflügel mit heller Subapicalbinde.
a) Subapicalbinde weiss, schmal, hinten zugespitzt
(keilförmig).
1. Abdomen oben schwarz, nur an der Basis
der Rückenfläche jederseits mit einem gel-
ben Fleck (&) . .nigridorsa Auriv.
2. Abdomen orangegelb, höchstens oben an
der Basis leicht geschwärzt (& 29)
extranea Wik.
b) Subapicalbinde gelb und ellipsenförmig.
1. Basis der Vorderflügel schwarz (2)
citrimaculata Auriv.
2. Basis der Vorderflügel gelb (2)
’ picta Schaus-Clem.
m
T
=
Uebersicht der Anaphe-Arten.
Von
Embrik Strand.
(Berlin, Zoologisches Museum.)
Von der Notodontiden-Gattung Anaphe Walk. kennt
man bisher sieben Arten, die mit zwei Ausnahmen (A. au-
rea Butl.und A. subsordidaHoll.) sämtlich im Berliner
Museum vorhanden sind. Eine achte, noch unbeschriebene
und ganz besonders interessante Art hat das Museum vor
kurzem von Herrn Dr. Dempwolff aus Uhehe in Deutch-
Ostafrika geschenkweise bekommen. Indem wir von den
früher mit Anaphe vereinigten, jetzt mit Recht als be-
sondere Gattung (Epanaphe Auriv. 1904) abgetrennten
Arten, bei denen die Rippe 5 beider Flügel fehlt, absehen,
können wir die acht übrigbleibenden echten Anaphe-
Arten folgenderweise unterscheiden:
A. Alle Flügel oben einfarbig („pale silky golden buff“)
A. aurea Butl.
B. Vorderflügel einfarbig grau, nur die Fransen und der
Vorderrand gelblichweiss; Hinterflügel hell ockergelb-
lich a2 an 2-0 0 aA dem.p WwoLfTT 1. sp.
C. Vorderflügel braun, im basalen Drittel heller, fast
weiss; Hinterflügel weisslich, im Saumfelde teilweise
braine bestaubt =, u = Dee Asgeriecea Karsch.
D. Vorderflügel weisslich mit schmalen dunklen Binden,
dunklem Saum und z. T. dunkel bestäubten Rippen;
Hinterflügel weisslich mit oder ohne Andeutung einer
bräunlichen Querbinde.
a) Vorderflügel mit einer braunen Querbinde über
die Mitte und braun bestäubten Rippen.
A. venata Butl.
192
Embrik Strand.
b) Vorderflügel auch mit längsgerichteten dunklen
Binden und ohne braun bestäubte Rippen.
1. Vorderflügel mit nur einer Querbinde; von
dieser bis zum Saume zwei ganz schmale
Längsbinden . A.subsordida Holl.
2. Vorderfügel mit zwei (hinten zusammenhän-
genden, nach vorn rasch divergierenden)
Querbinden.
7 Von der Mitte der proximalen Quer-
binde verläuft eine Längsbinde bis zur
Basis des Innenrandes der Vorder:
flügel.
* Die beiden Längsbinden zwischen
dem Saume und der proximalen
Querbinde schmal, vostbräunlich, am
inneren Ende unter sich um mehr
als ihre Breite entfernt; Vertex
roströtlich bis orangefarbig behaart
A. reticulata Walk.
** Die beiden Längsbinden breiter,
schwärzlich, am inneren Ende sich
fast berührend; Vertex schwarz be-
haart " .. » A. oa mprizia, Bull
ir Von der proximalen Querbinde ver-
läuft keine Querbinde bis zur Basis des
Innenrandes.
* Die beiden Querbinden unter sich
durch zwei (bisweilen wenig deut-
liche) Längsbinden verbunden
A. panda Boisd.
** Dje beiden Querbinden nicht unter
sich durch Längsbinden verbunden
AranfractarWakk
die hier als „gute“ Art aufgeführte Anaphe
amkbrizia Butl. von A. retieulata Walk. spezifisch
verschieden ist, muss vorläufig dahingestellt bleiben, da von
diesen Formen nur zwei bezw. ein Exemplar vorliegen, so
dass
die eventuelle Variabilität derselben nicht mit in Be-
tracht gezogen werden kann. Die als ambrizia gedeu-
teten Exemplare unterscheiden sich von dem Exemplare von
reticulata in der von Butler beschriebenen Weise durch
Uebersicht der Anaphe-Arten. 193
die Färbung, sind aber nicht kleiner und ihre Vorderflügel
auch nicht schmäler; dass die Hinterränder der Abdominal-
segmente dunkler sind, ist bei beiden Formen der Fall*),
und zwar hauptsächlich oder vielleicht ausschliesslich bei
Weibchen, deren Hinterleib voll Eier und dadurch ausge-
spannt ist.
Zur Vervollständigung der Beschreibung der neuen
Art folgende Bemerkungen. — & Spannweite 43 mm. Flü-
gellänge 22 mm. Flügelbreite 10 mm. Körperlänge 20 mm.
Der ganze Körper ockergelblich behaart, die Antennen,
Tarsen und Spitze der Tibien tiefschwarz, Abdomen scheint
oben schwarz gefleckt oder geringt zu sein. Vorderflügel
matt hellgrau, die Fransen und eine 1% mm breite Binde
am Vorderrande gelblichweiss; die Binde bedeckt in der
basalen Hälfte nicht den Rand selbst, der vielmehr schwarz
ist. Hinterflügel mit Fransen unten wie oben hell ocker-
gelblich, am Innenrande durch lange Behaarung lebhafter
ockergelb gefärbt. Vorderflügel unten nur in der Endhälfte
wie oben, am Vorder- und Hinterrande, sowie jedenfalls im
grössten Teil der Basalhälfte wie die Hinterflügel gefärbt.
— Von 292 liegen zwei noch nicht völlig entwickelte,
offenbar unmittelbar nach dem Ausschlüpfen gefangene
Exemplare vor, die wie die && gefärbt und behaart zu
sein scheinen (vielleicht die Hinterflügel ein wenig dunkler).
Anaphe aurea ist von Madagaskar, die übrigen
vom Festlande Afrikas.
*) Wie Butler dazu gekommen ist dies Merkmal zur Unter-
scheidung seiner ambrizia von reticulata verwenden zu wollen,
ist nicht leicht zu verstehen, denn er bezeichnet gleichzeitig Herrich-
Schäffers Abbildung von reticulata (unter dem Namen Arcti-
omorpha euprepiaeformis), welche Abbildung diese dunklen
Segmenthinderränder sehr deutlich darstellt, als ausgezeichnet. Es
konnte ihm somit nieht unbekannt sein, daß solche Randbinden auch
gei reticulata vorkommen können.
Bücher-Besprechung. 195
Die Großschmetterlinge Westfalens
mit besonderer Berücksichtigung der Gegend von Warburg,
Rietberg und Hagen,
zusammengestellt von Karl Uffeln.
Sonderabdruck aus dem Jahresberichte des westfälischen Provinzial-
vereins für Wissenschaft und Kunst in Münster i. W. 1908.
Durch die vorliegende faunistische Arbeit unseres Mitgliedes,
Herrn Öberlandesgerichtsrat Uffeln in Hamm, erfuhr die Kenntnis
der geographischen Verbreitung der Schmetterlinge Deutschlands
eine beachtenswerte Bereicherung.
Zum großen Teile auf eigene 30-jährige sorgfältige Beobach-
tungen fußend, andernteils von zuverlässigen Gewährsmännern unter-
stützt, hat der Verfasser das mit großem Fleiße gesammelte Material
in seinem 158 Seiten umfassenden Werke niedergelegt. Besondere
Berücksichtigung fanden die Gegenden von Warburg, Rietberg und
Hagen. Festgestellt wurde das Vorkommen von 772 Arten und 113
Varietäten und Abarten.
Die Arbeit beschränkt sich nicht auf die Aufzählung dieser
in Westfalen gesammelten Schmetterlingsarten, sie bietet vielmehr
auch eine reiche Fülle von Hinweisen und Fingerzeigen über die
Erscheinungszeit, Lebensweise, Flug- und Sammelplätze, sowie Eigen-
tümlichkeiten der Falter u. A.
In der umfangreichen Einleitung bespricht der Verfasser die
geographische Lage, Bodenbeschaffenheiten, Klima, Flora und son-
stige Verhältnisse des behandelten Gebietes und hebt am Schlusse
die auffallende Erscheinung hervor, daß viele Falter der Hagener
Gegend, besonders aber diejenigen im Industriegebiete des rhein-
ländischen Teiles Westfalens starke Neigung zur Verdunklung, die
sich bei einzelnen Arten zur Ausbildung konstanter melanistischer
Formen verstärkt hat, aufweisen. Als Beispiel hierfür wird eine große
Reihe von Faltern angeführt, bei denen diese Erscheinung beobachtet
wurde.
Sodann wird die Frage über die Ursachen zur Hervorbringung
dieser Verdunkelungen aufgeworfen und der Vermutung Ausdruk
gegeben, daß die Gründe nicht allein in den, durch die Nähe der
See beeinflußten metoreologischen und klimatischen Verhältnissen
der Gegend zu suchen sind. Vielmehr glaubt der Verfasser, daß die
ganz erhebliche Verunreinigung der Luft mit Ruß- und Kohlen-
teilchen, die sich auf alle Vegetation niederschlägt und von den
Schmetterlingsraupen bei der Nahrungsaufnahme mit verzehrt
werden muß, sowie die gleichfalls sehr beträchtliche Schwängerung
der Luft mit allerlei Säuren, die den Atmungsprozeß der Raupen
beeinflußt, dazu geeignet sind die Entwicklung der Schmetterlings-
farben abzulenken und dunklere Farbentöne hervorzurufen.
196 Bücher-Besprechung.
Eine andere Frage ist noch die, ob nicht das Dunklerwerden der
Falter sich im Wege der „Anpassung“ im Sinne der Descendenzlehre
vollzogen hat. Für diese Anschauung spricht die Tatsache, daß
melanistische Falterformen mit besonderer Vorliebe sich zur Ruhe
mit ausgebreiteten oder dachartig zusammengelegten Flügeln an
Baumstämmen niederlassen. Letztere sind aber im industriereichen
Westfalen durchweg mit einer Rußschicht bedeckt, und die Falter
würden, wenn sie sich die „Schutzfärbung“ nicht angeeignet hätten,
von ihrer Umgebung abstechen und ungeschützt sein.
Zur Lösung dieser Fragen könnten die Entomologen in anderen
Gegenden mit stark entwickelten Industriegebieten, wie z. B. in Ober-
schlesien und im Saarrevier, wo der Faktor, der Einfluß durch die
Nähe der See, in Wegfall kommt, gewiß zweckdienliche Beobachtungen
machen.
Es dürfte daher die Arbeit des Herrn Uffeln nicht für die west-
fälischen Entomologen allein, sondern auch für weitere entomologische
Kreise von Intresse sein.
Winckler.
Bücher-Besprechung. 197
Berges Schmetterlingsbuch
9. Auflage, neubearbeitet von Prof. Dr. Rebel, 60 Bogen Text mit
- 1600 Abbildungen und 52 Farbentafeln, Stuttgart, Schweizerbartsche
Verlagsbuchhandlung, 22 Lieferungen ä 1,20 Mk.
Vor mir liegen die ersten 9 Lieferungen des Werkes, den
Anfang des besonderen Teils enthaltend, d. h. die systematische Bear-
beitung der Großschmetterlinge Mitteleuropas, die Länder Deutschland,
Oesterreich-Ungarn, Holland, Belgien und die Schweiz umfassend.
Kurze Charakteristik der anatomischen Gattungsmerkmale mit instruk-
tiven Abbildungen der Flügelgeäder, markante, inhaltreiche Beschrei-
bung der Arten, Varietäten und Aberrationen zum Teil mit erklärenden
Textfiguren (besonders schön und deutlich die so wichtigen Hinter-
flügelunterseiten der Hesperiaarten) stempeln das Buch zu einem
hervorragenden Bestimmungswerk auf wissenschaftlicher Basis. Be-
stimmungstabellen der Familien und Gattungen (auch der schwierigen
athalia-Gruppe) sollen dem Sammler das Bestimmen erleichtern. Selbst
der einfache Sammler und Anfänger wird beim Lesen fast unwill-
kürlich auf die wichtigsten anatomischen Merkmale und Unterschiede
aufmerksam und spielend damit bekannt gemacht und das bedeutet
einen nicht genug zu schätzenden Vorteil, viel wertvoller als der
flüchtige Eindruck bei Betrachtung eines wenn auch noch so schönen
Schmetterling-Bildwerkes. Dem gegenwärtigen vorherrschenden Be-
dürfnisse Rechnung tragend, wurde auf die Kennzeichnung der be-
nannten Unterarten und Abarten ein besonderes Gewicht gelegt, wie
der Verfasser hervorhebt. Darin liegt wohl ein Hauptvorzug des
Werkes, daß die in allen Zeitschriften zerstreuten Beschreibungen
von Varietäten und Aberrationen, die in den letzten Jahren einen
beängstigenden Umfang angenommen haben, zusammengefaßt und
was die Hauptsache ist, kritisch gesichtet worden sind, nebensächliche
Formen sind weggelassen, um aber selbst den enragiertesten Haar-
spaltern Genüge zu leisten, ist durch Zitate auf die entsprechende
Literatur verwiesen, hoffentlich fühlen sich diese Herren durch dieses
sehr liberale Entgegenkommen des Verfassers nicht zu reuen Taten
gemüßigt. So sind, um einige Beispiele 'anzuführen, bei apollo 27
und bei coridon 30 Formen beschrieben, auch ist das von Courvoisier
aufgestellteSystem der umfangreichen Lycaenen-Formen aufgenommen.
Den modernen Bestrebungen sind auch die eingehenden Kapitel über
Hybridationen angepaßt, es sind 17 Deilephila- und 12 Saturnia-
Hybriden beschrieben. Das Aussehen des Eis, der Raupe und Puppe
ist bei jeder Art präzis angeführt; Futterpflanzen, biologisch in-
teressante Beobachtungen und Zuchterfahrungen mit zahlreichen Zi-
taten zur weiteren speziellen Orientierung machen das Werk für den
praktischen Züchter ganz besonders wertvoll, wohl zu beachten sind
die Hinweise, welche Entwickelungsstadien noch unbekannt sind,
dadurch zu neuen Beobachtungen anregend. Der ganze Text ıst
gewissermaßen ein Extrakt und gleichzeitig Kritik aller Forschungen
198 Bücher-Besprechung.
und Arbeiten besonders der letzten Jahre auf dem ganzen Gebiete
der Lepidopterologie in den Grenzen des Werkes, er bildet deshalb
eine Ergänzung zum Staudinger-Rebel-Katalog vom Jahre 1901, viel-
leicht auch eine Vorbereitung zu einer Neuauflage desselben. Die
bekanntlich sehr schönen und bunten Tafeln des Berge mit Faltern,
Raupen mit Futterpflanzen und Puppen sind wesentlich verbessert
und dürften das Herz jedes Entomophilen erfreuen, besonders wird
die prachtvolle Tafel mit Deilephila-Hybriden sehr erwünscht sein.
Eine weitere Empfehlung des so billigen Buches ist wirklich über-
flüssig, es ist jedem Fortschreitenden unentbehrlich, da die meisten
Sammler nicht Gelegenheit und Zeit haben die gesamte Literatur
immer zu verfolgen. Man nehme es zur Hand, vertiefe sich in den
Text und jeder wird es schleunigst bestellen.
Möbius.
Be
rue,
Bücher-Besprechung. 199
Die Großschmetterlinge des nördlichen Badens.
Von Hermann Gauckler.
2. Auflage Karlsruhe, Verlag von Ferd. Thiergarten.
Preis 1,30 Mk.
Der Verfasser hat das im Jahre 1896 veröffentlichte Verzeichnis
mit den in der „Iris® erfolgten Nachträgen in musterhafter Weise
neu zusammengestellt, verbessert und durch die mittlerweile neu
entdeckten Arten vermehrt. Die ca. 100 Seiten umfassende Abhand-
lung wird jeder Sammler mit großem Interesse lesen, ist es doch
nicht nur ein trockenes Namenverzeichnis, sondern mit wertvollen
Beobachtungen, bes. über Biologie und Zuchterfahrungen gewürzt.
Mancher Entomologe ärmerer Gegenden wird die Karlsruher und
Pforzheimer um ihr so reiches und ergiebiges Fanggebiet beneiden,
finden sich daselbst außer geschätzten Seltenheiten vor allem ziemlich
viel Vertreter südlicher Gegenden, es seien genannt: Lampides
telicanus, Agrotis glareosa, Dianthoecia filigramma, seltene Acidalien-
und Ephyra-Arten, die schöne Larentia picata, Asthena anseraria,
Phib. cortieata, Stegania trimaculata mit ab. cognataria und dilectaria,
Hemerophila abruptaria, Boarmia selenaria, Nola subchlamydula u. a. m.
Das Werk dürfte jedem badischen Sammler unentbehrlich sein,
aber auch sonst verdient es weiteste Verbreitung, bildet es doch
einen wichtigen Baustein zur Schmetterlingsfauna Deutschlands.
Ziemlich viele Druckfehler bes. der Namen sind allerdings recht
störend, sonderbar berührt auch, daß die Artnamen der Falter, wenn
sie ohne den Gattungsnamen genannt werden, groß geschrieben sind;
die Art- ja selbst Gattungsnamen der angeführten Pflanzen dagegen
mit kleinem Anfangsbuchstaben, manchmal auch nicht. Auch fehlten
bei einer großen Anzahl Varietäts- und Aberrations-Namen der Autor,
bei diesen zum Teil oft wiederkehrenden Bezeichnungen ein ent-
schiedener Mangel. Zum Texte selbst wäre a. a. vielleicht zu be-
merken, daß die Puppe von Lim. populi stets auf der Blattoberseite
hängt, niemals auf der Unterseite, wie ausdrücklich hervorgehoben
ist. Abgesehen von diesen kleinen Mängeln verdient diese mit so
großer Liebe bearbeitete Fauna recht fteißige Leser.
Möbius.
a
Bücher-Besprechung. 201
Die Großschmetterlinge der Erde.
Von Dr. A. Seitz.
Verlag von Fritz Lehmann, Stuttgart.
Wieder sind eine Anzahl von Lieferungen erschienen, so von der
Fauna palaearctica bis mit Lieferung 50. Die palaearct. Tagschmetter-
linge sind beinahe fertiggestellt, nur noch einige Lieferungen, die
Hesperien bringen, fehlen noch.
Von der Fauna exotica sind bis dato 37 Lieferungen heraus-
gegeben worden, und ist zu hoffen, daß, wenn erst die Fauna palae-
artica fertiggestellt ist, dieser Teil des Seitzschen Werkes auch
schneller seiner Vollendung entgegengeht.
Was die Ausstattung der neuen Lieferung anbelangt, so gelten
auch für diese die in früheren Besprechungen hervorgehobenen guten
Eigenschaften. Immer wieder möchten wir darauf aufmerksam machen,
daß jeder Sammler, der seine Sammlung gut bestimmen will, sich
das Seitzsche Werk anschaffen sollte; der Preis ist doch ein so geringer,
daß auch der wenig bemittelte Sammler sich das hervorragende
Bestimmungswerk kaufen kann.
X
ER
*
| Vorstand des ErtsiolsgischenVereins Irie’ zu Dresden. | |
Vorsitzender: Prof. Dr.K.M.Heller, Dresden, Franklinstr.22.
Stellvertr.: Amtstierarzt Möbius, Dresden, Antonstr. 7
Sehriftführer: Ad. Winekler, Dresden-Pl., Kaitzerstr. 137.
Stellvertr.: Gust.Kretzschmar, Dresden, Bismarckplatz 6.
Rechnungsführer: | Hugo Reichelt, Dresden, i
Bibliothekar: | Theresienstr. 1.
Redakteur: ©. Ribbe, Radebeul b. Dresden.
Stellvertreter: Dr. P. Husadel, Dresden, Gewandhausstr. 5,
Sitzungen: Mittwoch v. S—11 Uhr im zoolog. Garten.
Mitglieder erhalten auf Wunsch die früheren Bände unserer
Zeitschrift zu bedeutend ermässigten Preisen und zwar:
Band TI. (in5Numm.) 340 Seit.mit2Taf., (von dem nurnoch einige wenige
nicht ganz vollständ. Exemplare vorhanden sind) für 5—25 Mk.
»„ HU. (in2 Heften) 286 Seiten mit 5 Taf. (1 color.) statt 17Mk. für 10 „
ELLI 2er 2 948, ArCQlarzT ale, 16: 2:5 108
I a A A Var 2E0lor.r=t, 30 1065
a CN 2 }880..4% BET Darst: eolor.) 6.22 5:25.10: 5
VE Hi 277397, 31.6007 Latein ar 10
De rn Pa I Narıitrenlar.\r; 294731108,
SEN IE 2410,90.) 405,572, argslabsmlcrRirs se 2bere 7210,
a UT A DEREN Ca IN ra... 10
DT I ER 2 ee „2. Taf-(4 Color.) 28 ;: 4.10,
ar ir a eb ate (3,0101. een 2621052
SRH. ImSeera)zlbr 5 9 Taf: & ganz,
1 teilweise coloriert) . . A LON,
„XIII. (in 2 Heften) 362 Seiten mit S Tafeln at
Berıtelbilde zer 2: ee oe ad we OR,
„XIV. (in 2Heften) 393 Seiten mit 5 Tafeln a A ee ler
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FAN IERIm DE, 5328, 05, EI COlgEalrr, VAR, 2,7109,
EREIE. (ne. 18827, LO Beer. 105;
Era. 8260 :.: 7, SEEN ENLOLABE)N. 4 DON
RR ae 77 52290; ; EU EL KEN OS Ber Wer N a LER
DER. (INA; 4 9,830. ı, RR Se rad ne 310,5,
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SE” Der jährliche Mitgliedsbeitrag von 10 Mark ist
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Den Herren Mitgliedern, welche ihren Beitrag zu zahlen ver-
gessen haben, wird das zweite (gegen Ende Juni erscheinende)
|. Heft gegen Nachnahme des Beitrages zugesandt (soweit nach den
betreffenden Ländern Nachnahme zulässig ist).
Fritz Lehmann, Stuttgart © Verlag für Naturwissenschaft
Die @rossschmetterlinge der Erde
Ein Handbuch und Bestimmungswerk für Sammler, Lepidopterologen, 1
Schulen und Museen
herausgegeben vn Dr. phil. ADALBERT SEITZ
Direktor des zoolog. Gartens zu Frankfurt a. M., ordent]. u. korresp. Mitglied
zahlreicher wissenschaftl. Vereine.
Bearbeitet wird dieses bedeutende Werk von ersten Autoritäten, unter
denen wir nennen. wollen die Herren:
Prof. AURIVILLIUS, Stockholm; H. FRUHSTORFER, Genf: R. HAENSCH,
Berlin; Dr. K. JORDAN, Tring: MABILLE, Paris; WEYMER, Elberfeld;
W. v. ROTHSCHILD, London; J. ROBER, Dresden, WARREN, London.
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Ca. 100 Lieferungen ä Mk. 1.—. Vollständig bis Ende 1910.
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unter ausgiebigster Darstellung von & und 9, sowie _der Unterseiten
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Il. Haupt-Abteilung: Die exotischen Schmetterlinge
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Das Werk erscheint in deutscher, englischer und franzö-
sischer Sprache!
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Min ARE Ze I
Deutsche
Entomologische Zeitschrift
Iris
herausgegeben
vom
wi
Entomologischen Verein Iris zu Dresden.
Jahrgang 1909. Viertes Heft.
Mit 23 color. Tafeln, 5 Textfiguren und 4 Doppeltafeln.
Sch aus ER 0;
28: Dezember 1909. ? — .
‚onian j} Inst
1. AUG 23 198
Redakteur: €. Ribbe. \
N
Preis für Nichtmitglieder des Vereins: 15 Mark.
London. “ Berlin. Paris.
A. E. Janson. R. Friedländer & Sohn. P. Klincksiek.
| Perth Road N. Carl-Strasse 11. . 52 Rue des Ecoles.
Druck von 0.J.W. Schlenkrich, Radehenul.
ZA RSENER ALS 3 IE RN an RE REN De RR SR VaRE TE EDER NE 3 RE KRE ie EL EN R SEE NEE
z Br a PER BE NP EN EEE REN, RR IEN ln DER P i miL =
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung
Eupithecia Curt.
Vergleichende Untersuchung der Generationsorgane.
Von
Wilh. Petersen, Reval.
In dieser Zeitschrift ist im Laufe der Jahre eine lange
Reihe von Arbeiten über die Gattung Eupithecia (Tephro-
elystia) zum Abdruck gelangt, die von den besten Kennern
dieses so überaus schwierigen Genus stammen. Und doch
müssen wir sagen, dass das Thema über dieses verhältnis-
mässig kleine Gebiet noch nicht als erschöpft zu betrachten
ist, da die anatomische Untersuchung der Generationsorgane,
die sich in jüngster Zeit, trotz mancher Widersprüche von
berufener und unberufener Seite, immer mehr als Mittel
phvlogenetischer Untersuchung Bahn zu brechen beginnt,
hier ihre Anwendung noch nicht gefunden hatte, wenigstens
noch nicht in vollem Umfange, da hier nur eine grössere
Arbeit von Dr. M. Draudt (6*) über die Struktur der Eupi-
thecien-Eier vorliegt.
Inwieweit die Generationsorgane und besonders der
Kopulationsapparat für die artliche Unterscheidung der For-
men ein genügend zuverlässiges Material bieten und für die
Entscheidung phylogenetischer Fragen einen ausschlagge-
benden Faktor abgeben, scheint allerdings auch heute noch
bei vielen Forschern nicht nur eine offene, sondern auch
eine innegativem Sinne abgetane Frage zu sein. Doch
bin ich nach meiner nun fast zwanzigjährigen intensiven
Beschäftigung mit dieser Materie — wobei ich nach Mösg-
lichkeit auch die übrigen Insektenordnungen in den Be-
*) Diese Zahlen haben auf das hinten stehende Literatur-
verzeichnis Bezug.
Iris IV. Deutsche Entomologische Zeitschrift „lris', herausg. vom
Entomolugischen Verein Iris zu Dresden, Jahrgang 1909,
204 Wilh. Petersen.
reich meiner Untersuchungen gezogen habe — mehr denn
ie bereit, die von mir aufgestellte These aufrecht zu erhal-
ten, dass jede Insektenart durch ihren Geschlechtsapparat,
und zwar denselben im weiteren Sinne genommen, wohl
charakterisiert sei.
Zu den Generationsorganen gehören, wie ich das in
einer früheren Arbeit (2 p. 15) auseinandergesetzt habe,
nicht nur die Organe 1. Ordnung, Keimdrüsen nebst Aus-
führungsgängen, und die Begattungsorgane als Organe
II. Ordnung, sondern auch im weiteren Sinne als Organe
III. Ordnung die Duftorgane nebst den Perzeptionsorganen
für die produzierten Duftstoffe, soweit diese im Geschlechts-
leben eine Rolle spielen. Als weitere Konsequenz ergibt
sich dann, dass der Artbegriff nicht nur durch morpholo-
gische Merkmale bestimmt wird, sondern durch eine Kom-
bination von morphologischen Merkmalen und physiologi-
schen. Die Untersuchung an Schmetterlingen hat nämlich
ergeben. dass in der bei weitem grössten Zahl der unter-
suchten Fälle die physiologische Trennung zweier
oder mehrerer Formengruppen, d.h. geschlechtliche
Entfremdung, Hand in Hand geht mit konstanten
Differenzen im morphologischen Bau der Gene-
rationsorgane, während anderseits in vielen. äusserlich stark
variierenden Formengruppen vom Wert einer Art im land-
läufigen Sinne, trotz der grossen äusseren Verschiedenheit
der Individuen in Färbung und Zeichnung, die Generations-
organe wie bei allen übrigen Merkmalen des Baues eine
gewisse Variationsbreite nicht überschreiten, meist sogar
eine auffallende Uebereinstimmung zeigen, wobei gleichzei-
tig eine geschlechtliche Entfremdung zwischen den aberra-
tiven Formen nicht eingetreten ist. Daraus habe ich eine
enge Korrelation zwischen den Organen erster und zwei-
ter Ordnung einerseits und den Organen dritter Ordnung
anderseits erschliessen zu müssen geglaubt und meine Hypo-
these der Entstehung neuer Arten durch „physiologische
Isolierung“ aufgestellt.
Nach dieser Hypothese, die ich hier nur kurz skizzie-
ren will (ausführlicher habe ich dieselbe in meinen frühe-
ren Arbeiten besprochen), kann innerhalb einer Art
eine Individuengruppe, auf veränderte Lebensbedingungen
empfindlicher reagierend, erbfeste Variationen der Gene-
rationsorgane bilden, die derart sind, dass diese Varianten
sich nicht mehr mit der Stammform vermischen und da-
|
|
’ er
a a re
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupithecia Curt. 205
durch in den Stand gesetzt sind, etwaige andre Merkmale
des äussern Baues, wie Zeichnung und Färbung, ohne
teleologisch gestecktes Ziel rein weiterzuzüchten und so zu
morphologischen Unterscheidungsmerkmalen der Stammform
gegenüber zu stempeln. Bei einer solchen Divergenz brau-
chen die neu auftretenden Charaktere am Geschlechtsappa-
rat durchaus nicht derart zu sein, dass schon aus rein
mechanischen Gründen eine Vermischung mit der Stamm-
art unmöglich gemacht wird; es genügt eine Verschieden-
heit der Duft- und Perzeptionsorgane, um eine Reinzucht
der neuen Formengruppe aufrecht zu erhalten und eine
Vermischung mit der Stammform zu verhindern. Daraus er-
gibt sich denn auch, dass für die Reinerhaltung dieser neuen
Gruppe eine räumliche Trennung als überflüssig erscheinen
muss. Dadurch tritt diese Form der Artentstehung durch
„physiologische Isolierung“ in einen Gegensatz zur Migra-
tionstheorie, und meines Erachtens müsste von den Anhän-
gern der Artenentstehung durch „geographische Isolierung“
noch erst untersucht werden, ob bei den sogenannten rein
geographischen Arten auch immer eine geschiechtliche
Entfremdung der Stammform gegenüber schon eingetreten
ist. Erst in diesem Falle könnten die betreffenden Formen
den Anspruch einer neuen Art im strengsten Sinne des
Wortes beanspruchen.
Bei unserm Thema erwachsen gerade durch die so sehr
abweichenden Formulierungen des Artbegriffs die grössten
Schwierigkeiten, und man bemüht sich oft vergeblich, das
Vermächtnis des achtzehnten Jahrhunderts, die Lehre von
der Konstanz der Arten, aufrecht zu erhalten, während es
doch im Sinne der Deszendenztheorie liegt, das Auftreten
neuer Arten, sei dasselbe nun sprunghaft oder in kleinen
Schritten vor sich gehend, nicht immer in entlegene Epo-
chen der Erdgeschichte zurückzuverlegen, sondern den Pro-
zess auch heute noch vor unsern Augen sich abspielen zu
lassen. Wir müssen im Gegenteil, auf dem Boden einer
Deszendenzlehre stehend, logischerweise fordern, dass es
auch im Augenblick überall eine Menge von Formen gibt,
die als zweifelhafte Arten zu betrachten sind, und
die Hoffnung nicht aufgeben, dass wir gerade durch diese
Sorgenkinder einer strengen Systematik vielleicht einen Ein-
blick in den Prozess der Artbildung gewinnen.
Die Hypothese der Artbildung durch physiologische
Isolierung rechnet mit einem psychischen Faktor auf mor-
14*
206 Wilh. Petersen.
7
phologischer Grundlage; sie setzt voraus, dass wir den
Duftstoffen, die das Produkt besonderer Duftorgane sind.
und den diese Duftstoffe perzipierenden und dieselben un-
terscheidenden Organen eine hohe Bedeutung zuerkennen.
Dieses kann uns nicht schwer fallen, wenn wir, speziell
bei den Schmetterlingen, daran denken, mit welcher unfehl-
baren Sicherheit die Weibchen ihre Eier an denjenigen Fut-
terpflanzen — und zwar auch bei Nacht — absetzen, welche
den ausschlüpfenden Raupen als Futter dienen, was beson-
ders bei den streng monophagen Arten mit voller Deutlich-
keit zutage tritt. Noch mehr aber müssen wir die Feinheit
der Geruchsapparate bewundern, wenn wir sehen, mit wel-
cher Sicherheit dieselbe sich beim Aufsuchen und der Er-
kennung der Artgenossen äussert. Hierbei hat
nicht nur jede Art ihren streng spezialisierten Duftstoff.
auf den nur die Artgenossen reagieren — dies zeigt sich
hesonders deutlich bei nahe verwandten Arten —, sondern
es müssen auch bei derselben Art die Duftstoffe nach
den Greeschlechtern verschieden sein. Wäre dieses nicht der
Fall, so müssten wir erwarten, dass ein Duftstoffe aus-
stossendes Männchen imstande wäre, Männchen derselben
Art anzulocken; dieses trifft aber entschieden nicht zu,
würde auch nur sehr störend wirken, und so sind wir zu
der Annahme gezwungen, dass die Männchen einer Art
Duftstoffe besitzen, die nur auf die Weibchen derselben Art
wirken. Dass es sich hierbei um materielle Stoffteilchen
handelt, ist neuerdings wieder mehrfach in Zweifel gezogen
worden. Derartige Zweifel zeugen aber von einer vollstän-
digen Unkenntnis der anatomischen und biologischen Ver-
hältnisse. Ich habe früher schon darauf hingewiesen (2 p.
27). dass man das Ausstossen der Duftstoffe beim Weib-
chen direkt beobachten, die ausgestossenen Duftteilchen mit
Watte auffangen kann und dass ein solcher Wattebausch
wenigstens für einige Zeit die Männchen der betreffenden
Art ebenso unfehlbar anzieht, wie das Weibchen selbst.
Auch bei den Männchen hat man die Tätigkeit und
Wirksamkeit der Duftapparate mit Unrecht in Zweifel ge-
zogen, obwohl der von denselben ausströmende Duft oft ge-
nug auch vom menschlichen Geruchsorgan deutlich wahr-
genommen werden kann. Es ist damit die Erkennung der
Artgenossen bei den Schmetterlingen durch andre Sinne als
den Geruchssinn durchaus nicht ausgeschlossen. Da bei
einigen Arten die Fähigkeit der Lautäusserung zweifellos
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheecia Curt. 207
vorliegt und diese beim Liebeswerben eine Rolle zu spielen
scheint, so glaube ich die von mir besonders bei einigen
tropischen Formen gefundenen wohlausgebildeten und un-
zweifelhaften chordo-tympanalen Organe in Parallele setzen
zu können mit den bei den Orthopteren gefundenen gleich-
artigen Apparaten. Auch mag in vielen Fällen der Gesichts-
sinn im Liebesleben der Schmetterlinge beim Erkennen der
Artgenossen eine gewisse Wichtigkeit besitzen, doch lässt
sich wohl mit grösster Wahrscheinlichkeit annehmen, dass
der Geruchsinn in erster Linie in Frage kommt; darauf
deuten schon die anatomischen Verhältnisse hin.
Wie nun zwischen den Extraktivstolfen der Futterpflanze,
die während des Raupenlebens aufgenommen werden, und
den dieselbe Futterpflanze aufsuchenden Weibchen einer
monophagen Art eine Beziehung auf physikalischer oder
physikalisch-chemischer Grundlage existieren muss, so muss
auch eine Beziehung auf eben derselben Grundlage zwischen
den aus derselben Brut hervorgegangenen Männchen und
Weibchen betrefis der ihnen eigentümlichen Duftstoffe ange-
nommen werden. In dieser Hinsicht sind die experimentellen
Studien an Ameisen sehr lehrreich, wo sich feststellen liess,
dass nicht nur die einzelnen Arten einen bestimmten Eigen-
geruch besitzen, sondern dass sogar die einzelnen Kolonien
einen eigentümlichen Nestgeruch haben, der iedem Indivi-
duum derselben Kolonie anhaftet, wodurch Freund und Feind
kenntlich gemacht werden. Dass die Geruchstoffe in diesem
letzteren Falle den einzelnen Tieren nur äusserlich anhaf-
ten und durch Abwaschung entfernt werden können, ist von
untergeordneter Bedeutung. Die Leistung in bezug auf die
Feinheit der Unterscheidung von gleich und ungleich bleibt.
bewunderungswürdig genug. Wie wir uns den Vorgang
des Erkennens und der Reaktion der Duftstoffe auf den
Perzeptionsapparat physiologisch zu denken haben, darüber
könnten wir uns einstweilen nur in vagen Vermutungen
ergehen, so müssen wir uns damit begnügen, die Tatsache
zu konstatieren, dass es so ist.
Die aufeinander abgestimmten Duft- und Perzeptions-
apparate einer Art bewirken, dass dieselbe sich rein erhält,
sich nicht mit andern, nahe verwandten Arten mischt.
Während nun die gewöhnlichen Varianten des äussern
Baues durch Panmixie wieder verloren gehen und höchtens
das Artbild mannigfaltiger gestalten — durch Einfügung -
208 Wilh. Petersen.
neuer Determinanten in das Keimplasma im Sinne Weis-
manns —, so kann sich bei gleichzeitiger Abänderung der
Duftorgane (resp. der Generationsorgane III. Ordnung) eine
Individuengruppe von der Stammart absondern und, nach-
dem geschlechtliche Entfremdung derselben gegenüber einge-
treten ist, bestimmte neue morphologische Merkmale oder
neue Kombinationen schon vorhandener früherer Merkmale
derselben rein weiterzüchten. Ist dieser Zustand eingetreten,
so hätten wir eine neue Art im strengsten Sinne des Wor-
tes, eine Gruppe von Individuen, die morphologisch und
physiologisch sich von der Stammform abgelöst hat.
Bei den Aussetzungen, die von mehreren Seiten an
meiner Hypothese der Entstehung neuer Arten durch phy-
siologische Isolierung gemacht sind, ist mir eines aufgefallen,
nämlich, dass der Kernpunkt meiner Ausführungen vollstän-
dig missverstanden ist. Dies zeigt sich schon in der ober-
flächlichen Behauptung, wie sie mehrfach geäussert wurde,
dass meine Hypothese gleichbedeutend sei mit Romanes’
physiological selection. Bei Romanes handelt
es sich um eine Auslese, ich glaubte vielmehr gelunden
zu haben, dass bei der Artbildung in sehr vielen Fällen
die Wirkung einer Selektion gerade auszuschliessen sei,
jedenfalls da, wo die nahe verwandte Arten trennenden
Merkmale durchaus indifferenter Natur sind. Eine Selektion
im Sinne Darwins kann nur da wirksam sein, wo die be-
treffenden neuen Merkmale eine für die Erhaltung ihrer
Träger im Konkurrenzkampf irgendeine Rolle spielen, mag
diese am Anfang noch so unbedeutend sein oder scheinen.
Die Varianten, mögen wir sie nun Lokal-Varietäten,
Aberrationen oder Mutationen nennen, sind immer da, sie
bilden für uns eine Erfahrungstatsache. Die Gründe ihrer
Entstehung bilden ein Thema für sich. Wie aber die Va-
rianten innerhalb einer „Art“ genannten Formengruppe sich
den Wert einer neuen Art, d. h. einer morphologisch
und physiologisch getrennten Formengruppe erwerben kön-
nen, das ist die Frage, für die ich eine Lösung suchte.
Jeder, der sich etwas eingehender mit dem Studium der
Insekten abgegeben hat, muss drei Tatsachen anerkennen:
1. Dass in keiner Tiergruppe die sogenannten indifferen-
ten Merkmale häufiger die besten, oft die einzigen, mor-
phologischen Trennungsmerkmale zwischen nahe ver-
wandten Arten abgeben;
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheeia Curt. 209
189)
dass die Generationsorgane, soweit sie bisher in den
verschiedensten Ordnungen der Insekten genauer unter-
sucht wurden das beste und sicherste Kriterium für
die Unterscheidung der Arten abgeben (eine verhältnis-
mässig sehr geringe Zahl von Fällen ausgenommen);
dass die Duft- und Riechorgane im Geschlechtsleben
der Insekten eine ganz hervorragende Rolle spielen.
cu
Was den zweiten Punkt, die Generationsorgane, betrifft, so
muss zugegeben werden, dass ihre Zulänglichkeit für die
Artunterscheidung von verschiedenen Seiten stark in Zwei-
fel gezogen wird. In mehreren Fällen lassen sich diese
Zweifel auf ungenaue oder unvollständige Beobachtung zu-
rückführen: man hat sich meist damit begnügt, einzelne
Teile des Sexualapparates vergleichend zu prüfen und da-
bei diese Untersuchungen auf das Männchen beschränkt.
Als das Resultat langjähriger Untersuchungen an Schmetter-
lingen habe ich gefunden, dass es verhältnismässig sehr
wenig Genera gibt, bei denen uns die Generationsorgane bei
der Unterscheidung artlich sicher verschiedener Formen
im Stiche lassen; und daraus glaubte ich den Schluss zie-
hen zu dürfen, dass eine Korrelation zwischen den die Art-
entiremdung bewirkenden Duftorganen (oder Organen ande-
rer Art zur Erkennung der Artgenossen) und den übrigen
Teilen des Sexualapparates besteht. Hier kann es sich nicht
mehr um einen blossen Zufall handeln, und wenn man sich
vorstellt, dass die zum Sexualapparat gehörigen Keiman-
lagen (Determinanten) im Keimplasma einen enger zusam-
mengehörigen Komplex bilden, so ist die Annahme einer
korrelativen Abänderung eine sehr naheliegende.
Gibt man einmal zu, dass es wirklich rein indifferente
Charaktere im äussern Bau, in Färbung und Zeichnung
gibt, welche die einzigen Unterscheidungsmerkmale zwischen
nahe verwandten, physiologisch getrennten Arten bilden,
dann muss mit Ausschluss der natürlichen Zuchtwahl ein
anderer Faktor tätig gewesen sein, diese indifferenten Merk-
male rein zu erhalten und nicht wieder durch Panmixie
in die Stammart aufgehen zu lassen. Man denke nur daran,
mit welcher Sorgfalt de Vries seine neuen Mutationen der
Oenothera lamarkiana vor Fremdbestäubung schützen musste!
Alle Artverschiedenheiten durch natural selection er-
klären zu wollen, alle Schwierigkeiten durch eine einzige
Zaauberformel lösen zu wollen — darauf werden wir ver-
210 Wilh. Petersen.
zichten müssen. Für ganze Reihen von Arten ist eine Ent-
stehung und Erhaltung ohne eine Form von Isolierung den
nächsten Verwandten gegenüber kaum denkbar.
Zwei artenreiche Gattungen der Schmetterlinge, Agrotis
und KEupithecia, schienen mir besonders geeignet zu sein,
Material für die Lösung der Frage zu bieten, inwieweit die
(zenerationsorgane der Männchen und Weibchen zur Unter-
scheidung der einzelnen Arten benutzt werden können. Da-
bei schien es mir lohnend zu sein, gerade diese Gattungen
einer genauen Prüfung zu unterziehen, da gerade hier oft
sehr geringfügige und indifferente Merkmale zahlreiche Arten
derselben unterscheiden. Zugleich hoffte ich mit dieser Be-
arbeitung Material für die Frage der Artbildung und meine
Hypothese der physiologischen Isolierung zu gewinnen.
Von der Gattung Agrotis habe ich bisher zirka 150
palaearktische Arten, meist in beiden Geschlechtern, unter-
suchen können (die Publikation dieser Arbeit ist infolge
meiner Erkrankung zu Anfang dieses Jahres hinausge-
schoben worden), von der Gattung Eupithecia (Tephro-
elystia) ungefähr 2 Drittel der im Katalog von Staudinger
und Rebel aufgeführten Arten. Betreffs der Eupithecien, die
den Gegenstand vorliegender Untersuchung bilden, bestand
eine Hauptschwierigkeit darin, sicher bestimmte Typen zur
Untersuchung zu erhalten, und da war es mir von unschätz-
barem Wert, dass mich Herr Karl Dietze in Frankfurt a. M.,
unser hervorragendster Eupithecien-Kenner, in Ergänzung
meiner eigenen Vorräte, reichlich mit dem nötigen Material
versorgt hat. Ohne seine liebenswürdige Hilfe wäre meine
Arbeit überhaupt nicht möglich gewesen, und daher gebührt
ihm an erster Stelle ein ganz besonderer Dank für seine
Unterstützung. Zugleich bin ich Herrn Dr. M. Draudt in
Königsberg zu tiefstem Dank verpflichtet, da er nicht nur
eine Anzahl wertvoller Arten für die Untersuchung geopfert,
sondern mir auch eine grosse Zahl von Stücken bestimmt
hat, so dass ich mich bei der Angabe der untersuchten
Arten nicht auf meine eigene Determination allein verlassen
habe. Es gereicht mir zu um so grösserem Vergnügen, den
beiden Herren hier meinen Dank aussprechen zu können,
als ich glaube, dass die Arbeit keine erfolglose gewesen ist.
Wenn ich auf eine Kontroverse über Berechtigung oder
Nichtberechtigung einzelner Arten nach andern als anatomi-
schen Merkmalen der Generationsorgane nicht eingegangen
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheeia Curt. >47
bin, so ist dies nicht ohne Absicht geschehen. Ich habe
mich eben bemüht, die Tatsachen von einem einheitlichen
Gesichtspunkt aus zu beurteilen und habe, da die Unter-
suchungen in diesem Sinne schon seit geraumer Zeit abge-
schlossen waren, auch nicht mehr Bezug nehmen können
auf einige vielleicht in allerneuester Zeit erschienene Arbeiten.
Die Beantwortung der Hauptfragen, die ich mir gestellt
hatte, ob die "Generationsorgane in der Gattung Eupithecia
in ihrer Formverschiedenheit für die Unterscheidung der
einzelnen Arten ein brauchbares Kriterium abgeben, und wie
die gewonnenen Resultate für meine Hypothese der physio-
logischen Isolierung sich stellen, würde durch Streitfragen
über die Artberechtigung einzelner zweifelhafter Formen
nicht weiter tangiert werden.
Der Sexualapparat des Männchens.
Wie die Textfigur 1 zeigt, besteht der innere männ-
liche Sexualapparat aus folgenden Teilen. Die beiden vier-
ar, lextigur id.
Eupithecia vulgata Hw. &
H. Hodenkugel, v.d. vasa deferentia,
Sp v.8.Samenblasen, gl. a. accessorische
; Drüsen, d.ej. Ductusejaculatorius, p. Pe-
g nis, p. E. Penisendstück, sch. Schweil-
BERIL p körper.
12,5 X
212 Wilh. Petersen.
teiligen Hoden sind zu einem kugeligen Gebilde (H.) von
gelblicher Färbung verschmolzen. Bei zweckentsprechen-
der Färbung (etwa mit Safranin) schimmern die Septa der
einzelnen acht Follikel durch die gelbliche Pigmenthülle
durch und zeigen spirale Windungen (cf. Textfigur 2), was
auf einen stark differenzierten Zustand hinweist. Die diver-
sent von der Hodenkugel abgehenden Vasa deferentia (Text-
figur 1 v. d.) zeigen in ihrem Verlauf bis zur Einmün
dung in die Samenblasen, vesiculae seminales (v. s.), drei
stärkere Anschwellungen. Die ebenfalls in die Vesiculae
seminales einmündenden accessorischen Drüsen, glandulae
accessoriae, gl. a. sind bedeutend länger als die Vasa defe-
rentia und fast in ihrem ganzen Verlauf verwachsen; nur
vor ihrem Ende sind die beiden Drüsenschläuche ein kur-
zes Stück nicht verschmolzen. Die Verschmelzung dieser
Drüsen ist bei den Geometriden ein selten vorkommender
Fall und deutet, wie ich das früher nachgewiesen habe auf
einen stark sekundären Zustand hin; ebenso die bedeutende
Länge des Ductus ejaculatorius (Textligur 1 d. ei.). Dieser
durchzieht in seinem Endabschnitt axial den Penis (p.) und
ist im Ruhezustande im Penisendstück (p. E.) meist stark
in Falten gelegt, tritt aber im Zustande der Erektion als
„Schwellkörper“ aus demselben hervor. Wir verdanken Zan-
der (4. 1903) den Nachweis, dass man bisher fälschlich
Textfigur 2.
Eupithecia innotata Hfn.
H. Hodenkugel,
v.d. vasa deferentia.
24 X.
nur das Endstück mit dem blindsackartigen Anhang als
Penis angesehen hat, während derselbe noch weiter ein
Stück — und bisweilen ein recht beträchtliches — des Duc-
tus ejaculatorius umgibt. Ich habe die Zandersche Deutung
vollständig bestätigt gefunden, und es scheint mir, dass in
dem vor dem Endstück gelegenen Teil des Penis die Bil-
dung der Spermatophoren beginnt.
Das Penis-Endstück (der Kürze wegen in folgendem
meist nur Penis genannt) mit dem Schwellkörper und den
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupithecia Curt. 213
an demselben sitzenden Chitingebilden ist für unsre Betrach-
tung von ganz besonderer Wichtigkeit. Ausser einem dich-
ten Besatz von feinen Zähnchen befinden sich am Schwell-
körper bei den Arten der Gattung Eupithecia mit sehr
wenig Ausnahmen Chitinzähne von der mannigfachsten
Form und verschiedensten Grösse. Ein Blick auf die bei-
[olgenden Tafeln zeigt uns eine unerschöpfliche Mannigfal-
tigkeit dieser Bildungen, und ein systematisches Studium
(derselben hat mich gelehrt:
1. dass diese Chitinbildungen bei den Individuen derselben
Art eine erstaunliche Konstanz aufweisen,
2. dass die Form, Grösse und Verteilung derselben für
Jede Art charakteristisch sind, somit ein vortreffliches
Kriterium für die Unterscheidung der einzelnen Arten
bieten.
In keiner der von mir untersuchten Gattungen der Schmet-
terlinge habe ich in bezug auf die Chitinbildungen am
Schwellkörper einen solchen Reichtum der verschiedensten
Bildungen gefunden, wie gerade in der Gattung Eupithecia,
dieser sekundär wohl am weitesten vorgeschrittenen Gat-
(ung unter den Spannern. Wenn wir die lange Reihe mus-
tern von Hepialus, wo das Ende des Ductus ejaculatorius
nicht einmal ein deutliches Penis-Endstück zeigt, bis etwa
zu den komplizierten Bildungen am Schwellkörper einer Eu-
pithecia succenturiata, so bietet sich uns hier. zugleich ein
glänzendes Beispiel für die sogenannten progressiven Bil-
dungen. et
In der später folgenden Beschreibung bei den einzel-
nen Arten ist beim Penis-Endstück mit „vorn“ immer der
Teil bezeichnet, welcher der Mündung des Penis zugekehrt
(in situ: distal oder caudal), und mit „hinten“ der in situ
proximal (oder oral) gelegene Teil, welcher an der. blind-
sackartigen Erweiterung des Penis-Endstücks liegt. Ein hier
im „hintern“ Teil liegendes, typisch wiederkehrendes_ klei-
nes Chitinstückchen ist kurz mit „Endstückchen“ bezeich-
net. Die Chitinbildungen am Schwellkörper sind, wo nicht
ausdrücklich etwas andres bemerkt ist, so gezeichnet, wie
sie im Ruhezustande in seitlicher Ansicht erscheinen.
Ich will hier einige Bemerkungen über die von mir
angewandte Untersuchungsmethode einschalten, womit den-
jenigen, die eine Nachprüfung vornehmen wollen, viel an
Zeit und Mühe erspart werden kann.
214 Wilh. Petersen.
Für die Untersuchung eignet es sich, das abgebrochene
Abdomen kurze Zeit in einer schwachen Lösung von Kali-
lauge zu kochen oder zirka zwölf Stunden lang liegen zu
lassen und dann in Wasser auszuwaschen; nachdem hier-
auf das Abdomen seitlich aufgeschnitten und die eine Valva
(die linke) an der Basis abgeschnitten ist, wird das Prä-
parat gründlich mit absolutem Alkohol ausgewaschen und
mit Nelkenöl aufgehellt. Bei dieser Präparation ist das Ob-
iekt von allen Seiten der Untersuchung zugänglich, und
enthüllt uns, besonders wenn man mit einer Zeissschen Bino-
kular-Lupe arbeitet, ohne Schwierigkeiten die feinsten De-
tails. Zu dauernder Aufbewahrung kann man das Präpa-
rat nach Art der Schnittpräparate auf einem Objiektträger
in Kanadabalsam bringen und mit einem Deckgläschen be-
decken, das, je nach der Dicke des Objekts, durch feine
Papierstreifen als Zwischenlage an den Rändern etwas ge-
hoben wird, weil sonst störende Quetschungen eintreten.
Ausserdem aber empfiehlt es sich ganz besonders, einen
Teil der Exemplare jeder Art in Spiritus mit Zusatz von
(Glyzerin zu bringen und in „Präparatgläschen für Minu-
tien“*) genadelt in die Sammlung zu bringen, so dass eine
allseitige Prüfung der Objekte jederzeit möglich ist. Bei
den Präparaten des weiblichen Abdomens ist diese Konser-
vierungsmethode unerlässlich. (renaue Etikettierung ist
selbstverständlich notwendig.
Gehen wir nun auf den eigentlichen Kopulationsappa-
rat über. Hier kann ich mich kurz fassen und verweise
auf meine früheren Untersuchungen (2 p. 16).
Die am distalen Ende des neunten Abhdominalsegments
seitlich mit einem Gelenk sich anheftenden Valvae (Late-
ralklappen oder Parameren), die in andern Gruppen der
Schmetterlinge und der Insekten überhaupt ausserordentlich
mannigfaltige Bildungen zeigen, sind in der Gattung Eupi-
thecia verhältnismässig sehr einfach gebaut. Wenn-
gleich sich auch hier. wie schon Schroeder (8) an einigen
Arten gezeigt hat, bei den einzelnen Formen charakteris-
tische Bildungen finden, so ist doch die Zahl der Arten.
die nach den Valven auf den ersten Blick zu erkennen
sind, nicht sehr gross (zirka 25 % der von mir untersuch-
*) Derartige Gläschen habe ich in vortrefflicher Ausführung
von Winkler & Wagner in Wien, Dittesgasse 11, Catalog XVII
Nr. 293 bezogen.
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheecia Curt. 215
ten Arten). Aehnlich verhält es sich mit den Formverschie-
denheiten der Penistasche, des Brachium und der Fibulae.
die ausnahmsweise bei einzelnen Arten von gewöhnlichem
Typus stärker abweichende Formen zeigen.
Lappige Erweiterungen am unteren Rande der Valvae
finden sich z. B. bei oblongata (Fig. 2), pusillata (Fig. 15),
distinctaria (Fig. 31), extraversaria (Fig. 32). Bisweilen
ist der untere Rand der Valva stärker chitinisiert und ver-
breitert, so dass er vor dem Hinterwinkel (die Stelle. wo
der untere Rand und der Aussenrand oder Hinterrand der
Valva zusammentreifen) winkelig abgesetzt, wie z. B. bei
denotata (Fig. 37), sobrinata (Fig. 101), rebeli (Fig. 52),
etc., oder es finden sich am Hinterwinkel stärkere Haken,
Vorsprünge oder dornartige Fortsätze, wie z. B, bei lance-
ata (Fig. 100), hyperboreata (Fig. 90), silenata (Fig. 59).
albipunctata (Fig. 40) und lariciata (Fig 45).
Der Uncus ist gewöhnlich am distalen Ende gekerbt,
so dass zwei feine Zähnchen, ein oberer und ein unterer,
gebildet werden, doch endet er auch bisweilen in einen ein-
fachen Haken, z. B. bei abietaria (Fig. 19), togata (Fig. 20),
venosata (Fig. 22), schiefereri (Fig. 23), pygmaeata (Fig.
83), scriptaria (Fig. 75), helveticaria (Fig. 55), exiguata
(Fig. 98), also sporadisch in ganz verschiedenen Gruppen
der Gattung.
Eine bucklige Firste des Uncus findet sich bei deno-
tata (Fig. .37), lariciata (Fig. 45), dentieulata (Fig. 97)
und subfulvata (Fig. 63).
In rudimentärem Zustande ist der Uncus in der Gat-
tung Eupitheeia bei isogrammata (Fig. 81), zibellinata (Fig.
54) und ustata Moore (Fig. 108). — Eine besondere Eigen-
tümlichkeit der Gattung Eupithecia besteht darin, dass das
achte Abdominalsegment zu einem Rohr erweitert ist, wel-
ches im Ruhezustande den ganzen Kopulationsapparat, die
Valven nebst Uncus und die Duftapparate birgt und voll-
ständig umschliesst. Am Sternit und Tergit dieses achten
Ringes treten eigentümliche Chitinbildungen auf, stärker
chitinisierte Partien mit meistens scharfen und deutlichen
Umrissen. Die Figuren, die dadurch gebildet werden, sind
charakteristisch für die einzelnen Arten, und wenn auch
nicht alle Arten mit Hilfe dieser „Ventralplatten‘“
und „Dorsalplatten“, wie ich sie kurz bezeichne, so-
gleich erkannt und unterschieden werden können, so doch
216 Wilh. Petersen.
ein sehr grosser Teil. Praktisch leisten dieselben bei der
Bestimmung einer Art ganz wesentliche Dienste, und ich
habe sie bei der Zusammenstellung. meiner Bestimmungs-
tabellen um so lieber benutzt, als ihre Präparation verhält-
nismässig wenig Mühe erfordert. Aurivillius hat in seinen
„Nordens Fiärilar“ diese merkwürdige Bildung des achten
Abdominalsegments beim Männchen in der Gattung Eupi-
thecia und bei einigen andern Spannern schon richtig be-
wertet und auch für die Systematik benutzt, scheint sie aber
nur an Trockenexemplaren studiert und hier auch nur im
distalen Teil berücksichtigt zu haben. so dass wir aus den
beigegebenen Abbildungen nur ein sehr mangelhaftes Bild
von der Form dieser Chitinbildungen erhalten. Nach meinen
Erfahrungen empfiehlt es sich, das Abdomen in Kalilauge
zu kochen oder liegen zu lassen (wie oben beschrieben
wurde), dann an einem Seitenrande aufzuschneiden. auszu-
breiten und zu färben, am besten mit Kongorot oder Safra-
nin. Die Dorsal- und Ventralplatten bestehen aus einer
andern Art Chitin, die sich viel stärker färbt, als die übrige
dünne Membran des Ringes; dadurch treten die sonst bis-
weilen sehr wenig deutlichen Figuren sehr deutlich und
scharl begrenzt hervor. Die Präparate können in Kanada-
balsam auf dem Objektträger unter Deckgläschen aufbe-
wahrt werden oder in Präparatgläschen. In der folgenden
speziellen Beschreibung sind unter der einfachen Bezeich-
nung „Ventralplatte* oder „Dorsalplatte* die Chitingebilde
des achten Abidominalsegments gemeint; bisweilen ist
auch noch die Ventralplatte des siebenten Segments in Be-
rücksichtigung gezogen.
Am Schluss der vorliegenden Arbeit habe ich die Ventral-
platten (bei einigen Arten rechts davon auch die Dorsalplatte) über-
sichtlich in 4 Tabellen zusammengestellt; alle Figuren sind unter
derselben Vergrösserung (zirka 22fach) dargestellt. Die Reihen-
folge ist dieselbe wie in der Beschreibung der Arten.
Von besonderem Interesse ist auch hier, wie bei andern
Teilen des Sexualapparates, dass bestimmte Formen der
Ventralplatte sich bei Arten wiederholen, die ihrer Verwandt-
schaft nach sonst wenig miteinander zu tun haben, wie
z. B. bei oblongata (2) und extraversaria (32) und etwas
abgeändert beil succenturiata (62), sinuosaria (99) und
alliaria (27); ferner bei togata (20) und actaeata (39), oder
bei insignata (21) und Chloroelystis coronata (110). Ich
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupithecia Curt. 317
werde auf diese Eigentümlichkeit noch zum Schluss zurück-
kommen. Andererseits sind sehr nahestehende Arten durch
ihre Ventralplatte scharf geschieden.*)
Was schliesslich die Duftapparate anbetrifft, so wissen
wir über den feineren Bau derselben bei der Gattung Eupi-
thecia sehr wenig. Bei den Männchen finden sich beider-
seits äusserlich vor der Basis der Valva ausstülpbare Säcke,
die mit langen Dufthaaren besetzt sind. Diese Säcke, die
schon von Polianee (7) erwähnt werden, sind keine „op-
tische Täuschung“, wie Adolf Meixner (3) meint. Die Dufthaare
werden im Zustande geschlechtlicher Erregung ausgespreizt.
Der dabei entströmende Duft dient augenscheinlich dazu.
das Männchen dem Weibchen als Artgenossen kenntlich zu
machen und als Stimulans.
Die Perzeptionsorgane für den Duft sind in erster Linie
die Fühler; dieselben sind bei den Eupithecien in beiden
Geschlechtern von sehr einfachem Bau: borstenförmig mit
sehr feinen Wimpern besetzt. Dieser verhältnismässig ein-
fache Bau — man denke nur als Gegenstück an gewisse
Bombyeiden — ist vielleicht daraus zu erklären, dass die
Eupithecien zart gebaute Tierchen sind, die sich nicht weit
von dem Ort entfernen, wo sie ihre Jugendstadien durch-
gemacht haben. Daher finden sich die Geschlechter hier
leichter zusammen. Da nun oft die verschiedensten Arten
auf denselben Flugplätzen zu derselben Zeit durcheinander-
fliegen, ohne dass eine Vermischung stattfindet, so müssen
wir wohl annehmen, dass die Mittel zur Erkennung der
Artgenossen sehr feine sein müssen.
Ausser den Duftorganen scheint bei den Eupithecien
das bei beidlen Geschlechtern sehr deutlich ausgebildete Ge-
hörorgan eine Rolle im Geschlechtsleben zu spielen. Das
Ohr liegt zu beiden Seiten des Abdomens an der Basis des-
selben, und die aussergewöhnliche Grösse, welche die Schall-
blasen erreichen, scheint auf ihre Wichtigkeit hinzuweisen.
Die entsprechenden Apparate zur Hervorbringung von Lau-
ten sind zurzeit noch nicht nachgewiesen.
Der Sexualapparat des Weibchens.
Die Textfigur 3 zeigt uns ein Schema des weiblichen
Sexualapparates. .Jederseits finden sich vier Eiröhren, die
*) Um in diesem letztern Falle die”Artenzugehörigkeit eines
Exemplars zu prüfen, genügt auch die Untersuchung an einem
Trockenexemplar, indem man vorsichtig mit einem feinen Pinsel
durch Entfernung der Schuppen die Ventralplatte freilegt.
218 Wilh. Petersen.
mit einem gemeinsamen Endfaden (F.) beginnen. Die End-
fäden beider Ovarien hängen nieht zusammen. Die Ei-
röhren jeder Seite vereinigten sich zu den Oviducten (ov.)
die beiden Oviducte zu einem gemeinsamen Ausführungs-
gange, dem Oviductus communis (O. c.), der mit der Lege-
röhre nach aussen mündet. In den Oviductus communis
münden dorsal hinein:
1. Von rechts der Ausführungsgang des Receptaculum
seminis, canalis receptac. seminis. (ec. r. s.), der meist
mehrere spiralige Windungen aufweist. Dem Recepta-
culum seminis (R. s.) schliesst sich eine Drüse mit
blasiger Erweiterung an (gl. r. s.).
Der Stelle gegenüber, wo der Ausführungsgang des
Receptaculum in den Oviductus communis hineinmündet,
vereinigt sich, von links kommend, der Ductus semi-
nalis (d. s.) mit dem Oviductus comm., so die Verbin-
dung herstellend zwischen Bursa copulatrix und Ovi-
dukt. Durch diesen Gang tritt das Sperma aus der in
der Bursa liegenden Spermatophore in das Recepta-
culum seminis über. Gewöhnlich ist der Ductus semi-
nalis an oder vor der Einmündungsstelle mehr oder
weniger erweitert.
Weiter distal münden die beiden Kittdrüsen, slandulae
sebaceae (gl. s.) dorsal in den Oviductus communis;
sie sind vor ihrer Einmündung gewöhnlich stark bla-
sig erweitert; die beiden Blasen vereinigen sich zu
einem gemeinsamen Stiel, der bald sehr kurz ist, wie
z. B. bei vulgata, bald eine beträchtliche Länge er-
reicht, wie bei plumbeolata.
Noch weiter analwärfs findet sich schliesslich ein Paar
Duftdrüsen, glandulae odoriferae (gl. od.). Aus diesen Duft-
drüsen werden die spezifischen Duftstoffe durch Aus- und
Einziehen der Leseröhre zum Anlocken der Männchen aus-
gestossen. Wie ich oben bereits erwähnt habe, handelt es
sich hier um materielle Duftstoffteilchen, die mit einem Watte-
hausch aufgefangen werden können und auch dann noch
ihre anlockende Wirkung auf die Männchen ausüben, wenig-
stens habe ich das Experiment mit Bombyceiden machen
können.
Die erwähnten Drüsengebilde zeigen
allebedeutende konstante Formverschie-
denheiten, durchwelcheofitnahesieherde
Arten, mit Sicherheit getrennt. werden
IV
©
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheeia Curt. 219
konnen, und’ aufdrese Tatbeacha lege ich
ganzbesonderes Gewicht. Die Formverschieden-
heit erstreckt sich sogar auf das Chorion und die Mikro-
pyle der Eier, wie kürzlich Dr. M. Draudt in seiner schö-
nen Arbeit über die Eupithecieneier (6) nachgewiesen hat.
! a W ' OÖ. Ovarien,
08." REST; F. Endfaden,
ES, Ä : ov.Oviduetus,
L ad: Sue Oe. Oviductus
u communis,
Be. Bursacopulatrix,
d. b. Ductus bursae,
2 R 0. b. Ostium bursae,
Textfiguı 3 d.s. Ductus seminalis,
Der Sexualapparat E. Eweiterung des Ductus
des Weibehens von seminalis, Rs. Receptaeu-Jum seminis,
; ng c.r.8. canalis receptaculi, gl. r. s.glan-
Eupitheeia; dula receptaculi, &1.s. glandulaeseba-
schematisch. ceae, gl. od. glandulae odoriferae, D.Darm.
220 Wilh. Petersen.
Die Bursa copulatrix (Textfigur 3 und 4) ist ein Ge-
bilde von meist birnförmiger Gestalt, das, getrennt von der
Legeröhre, mit einer besondern Oellnung am distalen Rande
des achten Sterniten nach aussen mündet. Wir unterscheiden
an derselben folgende Hauptteile: Bursasack, Ductus bursae
(d. b.) und Ostium bursae (o. b.).. Der Grund des Bursa-
sackes (eigentlich der oberste Teil der Bursa) ist der Fun-
dus mit dem Pol. Meistens auf der rechten Seite, bisweilen
aber auch dorsal, ventral, stark nach links gerückt (wie
z. B. bei innotata, Fig. 91) oder ganz auf der linken Seite
hat der Bursasack eine Erweiterung, von welcher der Duc-
tus seminalis (d. s.) abgeht. Diese Erweiterung für den Ab-
gang des Ductus seminalis ist in der nachfolgenden spe-
ziellen Beschreibung meist kurz mit „Erweiterung“ bezeich-
net. In vielen Fällen hat es den Anschein, als ob dieser
Teil schon zum Ductus seminalis gehöre, doch ist dies nicht
der Falk da die im Bursasack liegenden Spermatophoren
(cf. Textfigur 5) stets einen Anhang besitzen, der bis an
das Ende dieser Erweiterung. also bis zum Beginn des
eigentlichen Ductus seminalis reicht. Dieses tritt selbst da ein,
wo die Erweiterung eine exorbitante Länge erreicht, wie
z. B. in der succenturiata-Gruppe (Fig. 62). Je nach dieser
„Erweiterung“ und der Form des Bursasackes richtet sich
die Form der Spermatophoren und ich möchte die Wichtig-
keit dieser Tatsache hier besonders betonen.
Ausserdem finden sich am Bursasack auch an andern
Stellen mehr oder weniger starke sackartige Erweiterungen
auf, die zuweilen ganz abgegliedert sind. Hierher gehören
folgende Arten: alliaria (Fig. 27), cassandrata (Fig. 25),
venosata (Fig. 22). schiefereri (Fig. 23), scriptaria (Fig. 75),
pygmaeata (Fig. 83) und andere.
Das Ostium bursae ist bald breiter, bald von geringe-
rem Querdurchmesser, bisweilen die Breite des Bursasackes
erreichend oder sogar dieselbe übertreffend; an demselben
treten mannigfache Chitinbildungen auf oder es ist ganz
weichhäutig. Das Stück zwischen Ostium und Bursasack ist
der Ductus bursae, von sehr verschiedener Länge und von
verschiedenem Querdurchmesser, oft nach beiden Seiten ohne
scharfe Grenze in die betreffenden Nachbarteile übergehend,
häufig im untern Teil mit einem dorsalen, stärker chitini-
sierten Halbring abschliessend, oder überhaupt stärker chi-
tinisiert.
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupithecia Curt. 221
Textfigur 4.
f “f© #----oberer "Teil
: 3 Ductus . A, Mej\ AeS Schema
f-"seminalis . ‚kes für die innere
Bir SR .
„But > Chitinauskleidung
der Bursa copulatrix.
links
rechts in situ
in situ p
Ein für unsere Betrachtung sehr wichtiger Teil des
weiblichen Sexualapparates ist die innere Auskleidung der
Bursa. Diese Auskleidung wird durch eine Chitinhaut ekto-
dermalen Ursprungs gebildet und ist eine direkte Fortsetzung
des äusseren Chitinpanzers. Sie ist teilweise mit nach innen
gerichteten Stacheln und Zähnchen besetzt, welche die Auf-
gabe zu haben scheinen, die Spermatophoren zu halten,
wenn auf dieselben zur Hinausbeförderung des Spermas ein
Druck ausgeübt wird. Jedenfalls dienen sie, wie ich nach-
gewiesen habe (9) nicht zum Aufreissen der Spermatophoren,
— eine Annahme, die seit Hagen allgemein war. Diese
Stacheln sind von der verschiedensten Grösse und Stärke,
bisweilen mikroskopisch feine Zähnchen, bisweilen ansehn-
liche Dornen, deren Basis auf einem Gerüst von feinen
Wurzeln steht (Sternstacheln). Die Verteilung derselben ist
eine überaus manniefaltige und für die einzelnen Arten
charakteristisch. Häufig ist die Fundushälfte des Bursa-
sackes dicht mit Stacheln besetzt (wie z. B. in der satyrata-
- Gruppe), und die am Rande der Bedornung stehenden Sta-
15*
222 Wilh. Petersen.
eheln sind besonders stark ausgebildet (Randstacheln); bis-
weilen ist gerade die Fundushälfte frei von grösseren Sta-
cheln (plumbeolata Fig. 78) oder dieselben sind überhaupt
auf ein Minimum reduziert, wie in der linariata-Gruppe.
Ausser den Stacheln kommen am Bursasack auch im
übrigen stärker chitinisierte Partien vor, wo die sonst zarte
Membran zu gelbem oder sogar zu dunkelbraunem Chitin
verdickt ist. wie z. B. bei indigata (Fig. 17), pusillata (Fig.
15), phoeniceata (Fig. 95) und vielen andern; dadurch er-
hält das Gebilde oft ein sehr buntes Aussehen wie z. B.
bei extremata.
Die Untersuchung der Chitinauskleidung der Bursa kann
man nur nach erfolgter Maceration des Objektes mit Erfolg
vornehmen, und zwar schneide ich das macerierte Abdomen
dorsal auf; ferner ist es wichtig, den Bursasack in gefüll-
tem Zustande zu erhalten, was am besten durch abwech-
selnde Behandlung mit Kalilauge, Wasser, Glyzerin und
Alkohol erreicht wird, aber trotz aller Mühe nicht immer
gelingt.*)
Der Ductus seminalis ist bei den Eupithecien meist ein
dünner Kanal von mässiger Länge. Die Länge dieses Ka-
nals schwankt in den verschiedenen Gruppen der Schmet-
terlinge sehr stark. Während er bei einigen Bombyeciden.
Satyriden und Rhopaloceren sehr kurz ist (unter Bursa-
länge), fand ich ihn z. B. bei Acıdalia spoliata Stgr. 38 mal
länger als den Längsdurchmesser der Bursa. Für phylo-
genetische Fragen gehört, wie ich das in meinen früheren
Arbeiten schon gezeigt habe und demnächst 'noch weiter zu
zeigen hoffe, der Ductus seminalis zu den wichtigsten Stük-
ken des weiblichen Sexualapparates.
Während derselbe in der Gattung Eupithecia stets vom
Bursasack selbst abgeht. sehen wir ihn bei Chloroelystis
vom unteren Teil des Ductus bursae sich abzweigen, und
dieser Tatbestand zeigt uns mit Sicherheit an, dass von
diesen beiden Gattungen Chloroclystis die phylogenetisch
ältere, Eupithecia die später entstandene, jüngere ist.
Innerhalb der Gattung Eupithecia wiederum wird häu-
fig bei Vergleichung nahestehender Arten der Stachelbesatz
*), Für die Beurteilung der Zeichnungen ist es wichtig zu wissen,
daß bei einer nicht vollständig gefüllten Bursa der Rand des Stachel-
besatzes, wenn dieser den Fundus nur zum Teil bedeckt, viel weiter
abgerückt vom Abgang des Duetus seminalis erscheint, als bei einer
weniger stark gefüllten Bursa.
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheeia Curt. 223
Textfigur 5.
Eupithecia plumbeolata Hw.
Spermatophore
22X.
der Bursa geeignet sein, Antwort auf die Frage zu geben,
welche Form als die ursprüngliche, welche als die abgelei-
tete zu betrachten sei. Da der innere Stachelbesatz der
Bursa, wie überhaupt stärkere Chitinisierungen, zweifellos
neuere Acquisitionen, sogenannte progressive Bil-
dungen sind, so werden wir mit Hilfe dieser Merkmale
in manchen Fällen Einblick in die phylogenetischen Be-
ziehungen der einzelnen Arten gewinnen können.
Was schliesslich die Form der Spermatophoren betrifft
(ef. Textfigur 5), so eröffnet sich uns auch hier ein
Formenreichtum, der ganz erstaunlich ist. Ich habe leider
von einer Beschreibung und Wiedergabe in Zeichnung ab-
sehen müssen. will aber nicht unerwähnt lassen, dass auch
bei diesen Gebilden spezifische Eigentümlichkeiten in Grösse
und Form auftreten, und dass sie sich in dieser Beziehung
ähnlich verhalten, wie alle Teile des weiblichen und männ-
lichen Sexualapparates.
Wir gehen nun zur Beschreibung der einzelnen Arten
über.
Tafel I, Fig. 1.
1. (3510.) E. gratiosata H. S. 9 Dietze.
6. Unecus zweispitzig, die untere Spitze etwas länger
und stärker. Am Schwellkörper des P. zwei sehr starke,
nach vorn (d. h. in situ distal oder caudal) in mehrere scharfe
Zähne auslaufende Chitinplatten, einem mit zahlreichen Zäh-
nen besetzten Wulst in der Mitte, und neben demselben eine
schwächere Chitinplatte — eine sehr ähnliche Bildung und
Lagerung wie bei gueneata.
Ventralplatte des 8. Segments herzförmig. distal in zwei
längere getrennte Spitzen auslaufend. Dorsalplatte distal
abgestumpft.
294 Wilh. Petersen.
© Bursa mit sehr breitem, weichhäutigem Ostium. Der
untere Teil des Bursa-Sackes über die Hälfte stärker chiti-
nisiert mit einzelnen, unregelmässig verteilten, stärkeren
Zähnen. Fundus farblos, durchweg mit dicht gesäten, klei-
nen Zähnchen besetzt. Die Partie des Bursa-Sackes auf der
rechten Seite (sc. auf der rechten Körperseite), von welcher
der dünne Ductus seminalis abgeht, wenig vorstehend.
Diese Art zeigt in beiden Geschlechtern eine unver-
kennbare Aehnlichkeit mit gueneata und syriacata und ge-
hört unbedingt in die nächste Verwandtschaft dieser bei-
den Formen. Diese Aehnlichkeit ist dadurch ganz beson-
ders interessant, als wir hier eine Parallelerscheinung zur
succenturiata-subfulvata-Gruppe haben, insofern wir auch
hier einen Uebergang aus der braunen Färbung in die
weisse Grundfarbe — oder umgekehrt — sehen, nur ist
hier die Trennung der Formen schon weiter vorgeschritten.
Christophs geübtes Auge hatte diese nahen Verwandtschafts-
beziehungen wohl erkannt, was daraus hervorgeht, dass er
unter dem Namen var. subseparata (Mem. Rom. II, Pl. VII
Fig. 3, p. 134) ein © abbildet, das er als eine helle Aber-
ration der E. gueneata v. separata Stgr. ansieht, das aber
in Wirklichkeit eine richtige gratiosata ist und im Katalog
Staudinger-Rebel sub N. 3510 auch richtig als Synonym von
gratiosata HS aufgeführt wird. Dass im Katalog gratiosata
von der gueneata - Gruppe durch oblongata, breviculata
u. extremata, die einem ganz andern Typus angehören, ge-
trennt wird, ist entschieden als verfehlt anzusehen.
Von den drei Formen würde ich geneigt sein, syria-
cata für die ursprüngliche anzusehen, da bei ihr die
Zahnplättchen am Schwellkörper des P. beim & am schwäch-
sten ausgebildet sind.
Tafel]; Bi222,
2. (3511.).E. oblongata Thnbg. 1 59 von Draudt.
2 59 Estl. Livl.
&. Durch auffallende Bildung der Valva ausgezeich-
net. Uncus zweispitzig. Valva kurz und breit mit
sehr dünnhäutigem Aussenrand und stärker chitinisiertem
convexem oberem Rande. An der Basis des unteren Ran-
des mit starkem, gerundetem Vorsprung, weiter nach aus-
sen (distal) zwei kleinere lappige, gerundete Vorsprünge.
P. mit drei Zähnen am Schwellkörper, zwei längeren, stär-
keren und einem dünneren, kürzeren. Ventralplatte des ach-
ten Segments breit, am caudalen Ende mit halbkreisförmi-
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheeia Curt. 225
gem oral mit tieferem Ausschnitt. Dorsalplatte distal aus-
geschnitten, in der Mitte mit einem spitzen Zahn vorstehend.
Die auffallende Form der Ventralplatte wiederholt sich bei
extraversaria (N. 32), ferner besitzen eine ähnliche Bil-
dung: actaeata, succenturiata, subfulvata und sinuosaria.
Q. Ostium bursae mit grossen, stärker chitinisierten
Seitenplatten. Hierauf folgt der verschmälerte, im unteren
Teil dünnhäutige, im oberen Teil stärker chitinisierte Duc-
tus bursae. Der sich hier anschliessende untere Teil des
Bursa-Sackes gleichmässig stärker chitinisiert, bis zur rechts
abgehenden Erweiterung des Ductus seminalis, hinter wel-
cher der weichhäutige Teil der Bursa eine starke Einschnü-
rung zeigt. Der Fundus der Bursa dicht mit feinen Zähn-
chen besetzt, ohne irgendeine Unterbrechung. Der mit
Zähnen besetzte Teil in einer ziemlich scharfen Linie ab-
gegrenzt.
v. centralisata Stgr. 1 & Draudt. Taf. I Fig. 2bis.
Das einzige &, das ich habe untersuchen können, zeigt
keine Abweichungen von der Stammart.
Bafer I, Pig...
3. (3512.) _E. breviculata Don. 2 38 (Hisp.)
Dietze.
&. Uncus gebogen, zweispitzig. Valva ohne Auszeich-
nungen, nur am oberen Rande etwas stärker chitinisiert.
Am Schwellkörper des P. vorn zwei Zähnchen. davon das
eine sehr klein; in der Mitte mit mehreren Reihen sehr fei-
ner Zähnchen (—= Schwellkörper granuliert), darüber wei-
ter nach hinten (in situ: oral) eine grössere Chitinplatte
mit daranhängenden „Endstückchen“. Ventralplatte vorn
ausgerandet, nach hinten (distal) in ein gleichmässig ver-
schmälertes, entenschnabelartiges Stück stumpf endigend.
Tafel II. Fig. 4.
4. (3513.) E. extremata F. 2 99 Draudt. 1 9 Dietze.
&. Nicht untersucht.
Q. Eine sehr bunte Bursa, mit lebhaft braunen. stärker
chitinisierten Partien.
Ostium weichhäutig, breit; der stärker chitinisierte sehr
kurze Ductus bursae breit. Die zuerst breitere, allmählich sich
verengende Erweiterung des Ductus seminalis geht dorsal von
der Mitte des Bursa-Sackes ab, doch lässt sich ihr Ursprung
bis an den Ductus bursae verfolgen. Es erweckt den Ein-
druck, als ob dieser Anfang früher frei gewesen und erst
226 Wilh. Petersen.
sekundär mit dem Bursa-Sack verwachsen sei; parallel mit
demselben geht eine Reihe stärkerer, und mehrere Reihen
kleinerer Zähne, in weiterem Bogen ein stärker chitinisier-
ter, ziemlich breiter Streifen von rotbrauner Farbe. Die
Fundushälfte der Bursa weichhäutig, sehr dicht mit Stern-
zähnchen besetzt. Bursa ventral mit Ausnahme des Fun-
dusteiles fast ganz ohne Chitinzähnchen, die Randzähne am
Fundus _ stärker.
Tafel: IT. „Mies.
5. (3514.) E. subpulchrata Alph. 1 & Dietze.
ö. Uncus zweispitzig, beide Spitzen gleich. Valva mit
stumpfem Hinterwinkel. Zahl und Anordnung der Chitin-
platten am Schwellkörper ähnlich wie in der ganzen gue-
neata-Gruppe. Die beiden grossen Chitinplatten
am distalen Ende ganz abgerundet, hier
nicht mit Zähnen besetzt, wie bei den übrigen Arten. Ven-
tralplatte distal in zwei lange, spitze Enden auslaufend.
Dorsalplatte distal tief eingekerbt, in der Mitte ein Fleck,
schwach chitinisiert. Jedenfalls eine gut zu unterscheidende
Art.
Tafel II, Fig. 6.
6. (3518.) E. gueneata Mill. 3 52 Dietze.
ö. Uncus zweispitzig. Valva fast von Trapezform,
mit abgerundetem, stumpfem Hinterwinkel und etwas vor-
gezogener Spitze. P. kurz und diek; am Schwellkörper, der
mit vielen kleinen Zähnchen besetzt ist, zwei grössere stär-
ker chitinisierte Platten, die am distalen Ende gleichmässig
gezähnelt sind, und von denen besonders die eine distal
stark verbreitert ist, und dahinter eine dritte längliche,
dieht mit starken Zähnen besetzte Platte. Ventralplatte am
8. Segment herzförmig, distal in zwei kurze, eine dritte
längliche, feine Spitzen auslaufend, Ventralplatte des 7. Seg-
ments distal stark gestutzt. Dorsalplatte distal gestutzt.
©. Ostium weichhäutig. Bursa zum grossen Teil stark
chitinisiert, unregelmässig mit grösseren und kleineren Zähn-
chen besetzt. Fundus nur in geringem Masse weichhäutig
(ungefärbt), dicht mit feinen Zähnchen besetzt; in der Ven-
tralansicht in der Mitte ein grösseres Stück frei von Zäh-
nen. Ductus seminalis als feiner Kanal fast von der Mitte
des auf der rechten Seite erweiterten. hier stachelfreien
Bursa-Sackes abgehend. Auffallend ist die Aehnlichkeit der
Bursa mit der von gratiosata. Dietze. dem ich meinen Be-
nd
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheeia Curt. 927
fund mitteilte, schreibt mir: „Die Arten gueneata und gra-
tiosata haben an Umbilliferen lebende, nicht allzu ähnliche
Raupen. Beider Puppen sind ähnlich, von den übrigen
Eupithecien dadurch unterschieden, dass sie anders gebaut,
nämlich kurz und stumpf und völlig unbeweglich
sind, — wie die jacobaeae-Puppe.“
Ich zweifle nicht, dass beide Arten sehr nahe verwandt
sind, und dass sich in bezug auf die Farbenveränderung
hier ein ähnlicher Prozess abgespielt hat, wie in der sub-
fulvata-succenturiata-Gruppe.
Tafel II, Fig. 7.
7. (3518a.) E. syriacata Stgr. 1 & Dietze.
Draudt findet an der Eischale (V. 6 p. 292 F. III. 3)
so wesentliche Verschiedenheiten von gueneata, zu der diese
Form im neuen Katalog als Varietät gestellt ist, dass er
eine Artverschiedenheit anzunehmen geneigt ist.
Die Untersuchung des einen, mir von Dietze übersand-
ten & unterstützt diese Annahme.
&. Die Chitinplatten am Schwellkörper sind bedeutend
schmäler und anders geformt (cf. Fig. 7) als bei gueneata,
so dass man nach dieser Bildung die beiden Formen wohl
trennen kann; besonders fehlt bei der grösseren Chitin-
platte der syriacata die distale (zur Mündung des P. sehende)
starke Verbreiterung. Fermer liegt ein kleiner Unterschied
in den beiden Ventralplatten vor. Die des 8. Segments ist
bei syriacata breiter, stärker, vorn seichter ausgeschnitten,
distal mit breiterem Ende; die Platte des 7. Segments ist
weniger stark gestutzt, als bei gueneata. Die Dorsalplatte
ist distal nicht wie bei gueneata gerade abgestutzt, sondern
seicht ausgerandet.
Tafel I und Ill, Fig 8.
8. (2520.) E. linariata F. 52 Dietze, Draudt. Meh-
rere Exemplare von Dietze waren aus linariata-Raupen ge-
zogen.)
Durch die Liebenswürdigkeit der Herren Dietze und Dr.
Draudt habe ich — ausser meinem eigenen Material — eine
grössere Anzahl von dieser und den folgenden Arten, pyre-
neata und laquaearia untersuchen können und bin zu dem
Resultat gekommen, dass es sich bei linariata, pyreneata
und laquaearia um drei verschiedene Arten handelt, wäh-
rend pulchellata, von der ich allerdings nur ein englisches
Exemplar (5) habe untersuchen können, sich nicht von
298 Wilh. Petersen.
nu
.
pyreneata trennen lässt. Die Unterscheidungsmerkmale sind
bei den drei genannten Arten in beiden Geschlechtern so
präzise, dass trotz der äusseren Aehnlichkeit die Artzuge-
hörigkeit sich gut bestimmen lässt. Ich‘ werde zunächst
linariata und pyreneata (sowie pulchellata) besprechen und
die unterscheidenden Merkmale hervorheben.
&. Die Ventralplatte des 8. Segments ist bei linariata
etwas weniger schlank als bei pyreneata, die beiden dista-
len Spitzen nicht. stärker verhornt. Ventralplatte des 7.
Segments distal gerundet zulaufend, nicht stark
abgestutzt wie bei pulchellata und pyreneata. Dorsal-
platte allmählich schmäler werdend und distal breit abge-
rundet, während bei pyreneata die Dorsalplatte nur vorn
an der Basis breit ist, und sogleich eine starke Verjün-
gung eintritt. — Uncus gebogen, zweispitzig.
P. sehr zart gebaut, von einem dünnen Chitinrohr
durchzogen, das kürzer ist, als bei pyreneata, nur etwas
länger als % des oberen Randes der Valva.
Diese eigentümliche Bildung des P. findet sich nur in
der linariata-Gruppe.
0. Bursa-Sack dünnhäutig, klein und schlank, etwa
dreimal länger als breit, während bei pyreneata die Länge
des plump gebauten Sackes immer weniger als das zwei-
fache der Breite beträgt. Innen fast ganz mit sehr feinen
Stacheln besetzt, die noch bei 60facher Vergrösserung die
Oberfläche sehr fein punktiert erscheinen lassen. Nicht punk-
tiert ist nur ein Stück auf der rechten Seite der Bursa um
den Ursprung des Ductus seminalis, das in der Breite un-
gelähr die Hälfte, in der Länge % des Bursa-Sackes ein-
nimmt, während bei pyreneata in der Dorsalansicht die
punktfreie Partie schmäler ist und bis an das Ende des
Bursa-Sackes geht, so dass nur die linke Seite der Bursa
punktiert erscheint. Die Abgangsstelle des feinen Ductus
seminalis rechts, nicht weit vom Beginn des Bursaganges.
Die Länge des Duetus bursae bis zum erweiterten Ostium
etwa % des Bursa-Sackes, während derselbe bei laquaearia
ebenso lang ist. wie der ganze Bursa-Sack.
TatelmII Eıg.9
9. (3521.) E. pyreneata Mab. :529 Dietze, Draudt.
Dietze: „Raupen von Digitalis lutea.“
Die unterscheidenden Merkmale sind bei der vorhergehen-
den Art angegeben. Ein 9, das nach der Form der, Bursa
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupithecia Curt. 2329
nur hierher gehören kann, ist darin etwas abweichend, dass
die Punktierung der Bursa etwas weiter ausgedehnt ist.
Tafel Il, Fig. 10.
10. (3522.) E. pulchellata Stph. 1 &. Anglia, Dietze.
5. In der Form der Dorsalplatte, der stark gestutzten
Ventralplatte des 7. Segments und des fast die Länge des
oberen Randes der Valva erreichenden Chitinrohres im P.
mit pyreneata übereinstimmend und von linariata verschie-
den. Es werden demnach wohl pulchellata und pyreneata
zusammenzuziehen sein.
Tatel IH, -Figs.-11-
11. (3523.) E. laquaearia HS. 2 58, 3 22 Dietze,
Draudt.
Mit linariata und pulchellata (resp. pyreneata) nahe
verwandt, aber sicher von beiden artlich verschieden.
ö. Chitinröhre am Schwellkörper des P. nur etwa die
Hälfte des oberen Randes der Valva messend, kürzer als
bei pyreneata, auch ist die Valva schlanker als bei pyre-
neata, am Hinterwinkel abgerundet, nicht stumpfwinklig,
wie bei dieser Art.
Durch die spitz zulaufende Dorsalplatte des achten
und die distal abgestutzte Ventralplatte des siebenten Seg-
mentes von linariata verschieden.
©. Bursa durchweg dünnhäutig, kleiner als bei den
vorigen Arten, der schmale Ductus bursae länger als
der Längs-Durchmesser der Bursa. Die Punktierung
schwach; der grössere Teil der dorsalen Fläche punktfrei.
Der Ductus seminalis etwas breiter ‘als bei den vorigen Ar-
ten und etwas weiter ab vom Dwuctus bursae entspringend,
wodurch sich diese Form als die sekundäre den beiden an-
dern gegenüber erweist, was auch mit der geographischen
Verbreitung übereinstimmt.
Tatel IN We 712:
12. (3524.) E. limbata Stgr. 2 @99 aus Schahkuh.
Die Bildung des Ostium bursae zeigt, entsprechend der
Zeichnung und dem Habitus, die nahe Verwandtschaft mit
E. oblongata an. Jedenfalls ist ihre jetzige Stellung inmit-
ten der linariata-Gruppe eine verfehlte.
©. Am ÖOstium bursae sind die verhornten Seitenklap-
pen verhältnismässig noch grösser und stärker als bei
oblongata. Der untere Teil der Bursa ist wie bei dieser
230 Wilh. Petersen.
Art verhornt. Die Erweiterung des Ductus seminalis bei
ihrem Beginn nur zirka 4 der Breite, wie bei oblongata.
Ferner fehlt am Bursa-Sack vollständig die Einschnürung
in der Mitte; auch springt bei limbata der Stachelbesatz
dorsal winklig vor, während bei oblongata die Grenze eine
eerade Linie ist.
Tatel-IIE Mio
13. (3525.) E. liguriata Mill. (roederaria Stndfs.).
2:00, 3 29 Dietze.
Die Synonymie von liguriata und roederaria soll nach
Auffinden der Milliereschen Typen festgestellt sein; mit dist-
inetaria HS. (cf. Katalog ll p. 256) hat liguriata sicher
nichts zu schaffen, da der anatomische Befund bei & und
Q heider Arten total verschieden ist.
5. Uncus gebogen, zweispitzig, Valva gleichmässig ge-
rundet, ohne Hinterwinkel.e Schwellkörper mit einem
langen- spitz zulaufenden Zahn, der fast die Länge des
Penisrohres erreicht. Ventralplatte des achten Segmentes
plump, zweispitzig, Dorsalplatte mit dünnhäutigem Mittel-
stück.
©. Bursa (leider bei allen drei Exemplaren in kolla-
biertem Zustande) mit breitem, schwach verhorntem Duc-
tus bursae. Der Ductus sem. geht als feiner Kanal vom
untersten Teil des Bursa-Sackes ab, eine Erweiterung fehlt
hier vollkommen, der mittlere Teil der Bursa ist fein punk-
tiert. Am Fundus findet sich ein fingerförmiger, etwas
stärker chitinisierter Anhang. Merkwürdigerweise fand sich
bei allen drei Exemplaren im Vestibulum (Uterus) ein Ei.
wodurch dasselbe stark erweitert war.
Tafel III, Fig. 14.
14. (3531.) E. irriguata Hb. 1 5 Dietze.
Aus der pulchellata-Gruppe.
ö. Der pulchellata sehr ähnlich, Valva und P. klei
ner, zu pulchellata etwa das Verhältnis von 3:5.
Dorsalplatte des achten Segments schlank, in zwei
dünne Spitzen auslaufend, die noch länger und feiner sind
als bei den verwandten Arten. Nach meinem kärglichen
Untersuchungsmaterial lassen sich scharfe Unterscheidungs-
merkmale für das & nicht aufstellen, doch ist der subjiek-
tive Eindruck der, dass es sich hier um eine besondere Art
handelt, bei der die Unterscheidung nach der Bursa leich-
ter sein wird.
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheeia Curt. 231
Soviel ist sicher, dass in der linariata-pulchellata-
Gruppe die Differenzierung in mehrere Arten erst in jüng-
ster Zeit vor sich gegangen sein muss, darauf deuten die
im Verhältnis zu anderen Gruppen minim zu nennenden
Unterschiede, ferner ist es auffallend, dass diese Unter-
schiede beim © stärker ausgeprägt sind als beim &, denn
der Regel nach stellen die Männchen das progressive. die
Weibchen das konservative Element bei der Umwandlung
dar.
15. (3533.) E. minusceulata Alph. (ultimaria B.).
82 Draudt.
Von dieser Art übersandte mir Herr Dr. Draudt ein
Pärchen zur Untersuchung. Diese ergab, dass minusculata
in beiden Geschlechtern vollständig mit ultimaria überein-
stimmt. also nur als eine Lokalform derselben zu betrach-
ten ist. Die nähere Beschreibung folgt unter N. 85 bei
ultimaria B.
Tafel-IV, Fig. 15:
16. (3535. /Eröpusillataı E25 59. Esil Eivl. 6.2
Germ. Dietze.
Unsere estländischen Exemplare haben eine mehr ins
Graue ziehende Färbung, gegenüber dem bräunlichen Ton
der deutschen Stücke.
6. Uncus gebogen mit zwei kurzen Spitzen. Valva am
unteren Rande mit einem starken lappenförmigen Vor-
sprunge. Am Schwellkörper des P. ein langer stärkerer
und zwei kleinere Zähne.
Ventralplatte mit zwei Spitzen, der Ausschnitt zwi-
schen ihnen reicht bis zirka ein Drittel der Gesamtlänge.
Q©. Ostium breit, stark chitinisiert; Ductus bursae kurz
und dick, im oberen Teil stärker chitinisiert. Hinter dem-
selben eine Reihe von Zähnen zum Ursprung des Ductus
seminalis ziehend,. und dorsal ein breiter Chitinstreifen, der
bis über die Mitte des Bursa-Sackes reicht. Die ganze Fun-
dushälfte mit ziemlich starken Stacheln besetzt, die rechts
die Erweiterung des Ductus seminalis begrenzend, dorsal
einen starken Vorsprung bilden.
Diese Art steht in ihrer Bildung ziemlich isoliert da.
Tafel IV ,ZFig.%16.
17. (3536.) E. conterminata Z. 2 &2Q Königsberg,
Draudt. 3 Exempl. aus Estland.
In beiden Geschlechtern weit verschieden von indigata
-Hb.
232 Wilh. Petersen.
ö- Uncus zweispitzig. Valva im Verhältnis zum brei-
ten Penisrohr klein und schwächlich, ungefähr von dersel-
ben Länge wie dieser. Am Schwellkörper lassen sich vorn
und in der Mitte in der gekörnelten Membran zwei kleinere
Chitinstücke unterscheiden, hinten eine grössere Platte, die
hinten ausgerandet ist. Ventralplatte distal in zwei kurzen
Spitzen endigend.
@. Bursa mit breitem, weichhäutigem Ostium, der un-
terste Teil des Bursa-Sackes aus gelbem Chitin, hier eine
Reihe von Zähnchen. Die Erweiterung des Ductus semina-
lis an der Basis breit, sich allmählich verengend. Dorsal
und ventral je eine grössere Partie des Fundus mit Sta-
cheln besetzt, zwischen beiden über den Pol des Fundus
weg eine stachelfreie Bahn. Fig. 16 B. I zeigt eine Bursa
in gewöhnlichem Zustande. Fig. 16 B. Il eine mit einer Sper-
matophore gefüllte.
R Tafel«1V.. Rıe. IT:
18. (3537.) E. indigata Hb. 2 529 aus Deutschland,
Dietze.
v. turfosata Draudt. 12 539 aus Estland.
Tafel IV, Fig. 18.
Unsere estländische, auf Mooren fliegende Form ent-
spricht der turfosata Draudt, bei welcher Draudt eine ab-
weichende Bildung der Eischale konstatieren konnte (nach
brieflicher Mitteilung). Trotz sorgfältigen Vergleiches un-
serer Exemplare mit indigata aus Mitteldeutschland habe
ich weder beim & noch beim © irgendwelche Abweichungen
im Sexunlapparat finden können.
8. Uneus zweispitzig. Schwellkörper des P. vorn mit
gekörnelter Membran, hinten mit einer Reihe seitlich zu-
sammenhängender Chitinzähne, die eine Platte bilden, und
einem grösseren Chitinstück mit daranhängenden Endstück-
chen. Ventralplatte vorn ausgeschnitten, distal schmäler
werdend, mit zwei ganz kurzen, nach oben gebogenen Enden.
@. Ostium mässig erweitert. Bursa-Sack nur auf der
rechten Seite zum Teil stachelfrei, sonst überall dicht mit
Stacheln besetzt. Die Erweiterung des Ductus seminalis
schwach ausgebildet, an ihrem Ursprung und im untersten
Teil des Bursa-Sackes stärker chitinisierte Partien, die als
dunkelgelbe Flecke auffallen.
In Fig. 15 A. gebe ich eine Seitenansicht des P. mit
erigiertem Schwellkörper von turfosata.
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupithecia Curt. 233
Tafel IV, Fig: 19.
19. (3538.) E. strobilata Bkh. (abietaria Göze). 6 IQ
Estland, Ural.
Diese und die folgende Art (togata Hb.) sind sehr nahe
verwandt, aber trotz der äusseren Aehnlichkeit sicher ganz
verschieden, wobei sich die Unterschiede auffallender Weise
am stärksten beim @ im Bau der Bursa aussprechen. In
der Grösse ist besonders togata sehr variabel; ich besitze
OO aus dem Ural, die nicht grösser als gewöhnliche Durch-
schnittsexemplare von strobilata sind. Als sicheres Unter-
scheidungsmerkmal kann schliesslich nur, wie schon Heine-
mann angibt, die aussergewöhnliehe Länge der Palpen bei
strobilata dienen. Beide Arten haben bei uns in Estland
sowohl wie im Ural nur sehr spärliche roströtliche Ein-
mischung, nähern sich also der Amur-Form.
&. Beide Arten haben einen schlank gebauten, ziemlich
geraden Uncus mit einfacher Spitze Valva lang und
schmal. Am Schwellkörper des P. ein langer starker Zahn,
der bei togata fast die ganze Penislänge beträgt, bei stro-
bilata relativ und absolut kürzer ist. Merkwürdiger Weise
zeigen auch Dorsal- und Ventralplatten keine scharfen Unter-
schiede zwischen beiden Arten. Die Ventralplatte ist unge-
wöhnlich gross und breit, vorn ausgerandet, nach hinten
wenig verschmälert, in zwei lange Spitzen zu jeder Seite aus-
laufend. (Auffallend ist die Aehnlichkeit der Ventralplatte mit
der von actaeata Wald.) Bei dieser grossen Aehnlichkeit desmänn-
lichen Sexualapparates ist die Bursa beider Arten total ver-
schieden gebaut. Während dieselbe bei strobilata einen
gleichmässig gerundeten, zarthäutigen Sack bildet, der einen
sehr schwachen, in seiner Ausdehnung übrigens etwas
variablen Besatz von sehr feinen Zähnchen besitzt, haben
wir bei togata eine in der Mitte eingeschnürte Bursa mit
sehr starker Erweiterung für den Abgang des kurzen Duc-
tus seminalis und zwei mit sehr langen und starken Sta-
cheln besetzte Partien, — eine im untern, die andere im
Fundus-Teil der Bursa. Bei beiden Arten ist das Ostium
stark erweitert, und ein Stück des Ductus bursae stärker
chitinisiert. Auffallend ist schliesslich bei den & & beider
Arten, das bei strobilata ganz fehlende, bei togata nur durch
eine kleine mit Borsten besetzte Vorragung angedeutete
.brachium. Die Dufthaarbüschel an der Basis der Valvae
Brachium. Die Dufthaarbüschel an der Basis der Valvae
sind nur sehr schwach entwickelt.
234 Wilh. Petersen.
Tafel V, Fig. 20.
20. E. togata Hb. 26 &9 Estland, Polen, Ural.
Die Beschreibung dieser Art ist bei der vorhergehen-
deu, strobilata, gegeben.
Tafel MsRıe 2%
21. (3541.) E. insigniata Hb. 2 59 Dietze.
Eine nicht nur äusserlich in Färbung und Zeichnung.
sondern auch durch einige anatomische Merkmale sich scharf
abhebende Art.
5. Umcus zweispitzig. Valva breit, mit stark chitini«-
siertem unteren Rande. der in einen vorspringenden rund-
lichen Lappen am Hinterwinkel ausläuft. Schwellkörper am
P. mit sechs getrennten Chitinstückchen. Brachium an der
Basis auffallend breit und stark, dermassen abweichend vom
gewöhnlichen Bau, dass man nach diesem Merkmal allein
die Art erkennen könnte. Ventralplatte breit, distal in zwei
starke Spitzen auslaufend; eine ähnliche Bildung der Ven-
tralplatte findet sich nur noch bei Chlor. coronata Hb.
0. Ostium bursae breit, weichhäutig. Bursa-Sack zum
srössten Teil mit Stacheln besetzt, auf der linken Seite,
gegenüber der Erweiterung des Duct. semin. eine etwas vor-
tretende Partie stachelfrei.
Datelsv..me22%
22. (3543.) E. venosata F. 2 8, 19 Estl. 19Q Dietze.
Stark abweichend vom gewöhnlichen Typus.
5. Uncus kurz, gekrümmt, in eine einfache Spitze aus-
laufend. Valva- ohne Auszeichnung. Am Schwellkörper ein
einfacher kurzer Zahn. Ventralplatte ganz abweichend ge-
baut, aus zwei gebogenen Chitinspangen gebildet, die, vorn
breiter, nach hinten schmäler werdend, stumpf endigen.
0. Ostium erweitert, weichhäutig; an dasselbe schliesst
sich ein breiter, gerader, ziemlich langer Ductus bursae, der
stark verhornt ist. Der kugelige Bursa-Sack, der dicht mit
starken Sternstacheln besetzt ist, hat auf der linken Seite
zwei weichhäutige Erweiterungen ohne Stachelbesatz, von
denen die kleinere kugelförmig ist, die grössere. ventrale,
in ihrem distalen Teil einen kleinen Vorsprung für den Ab-
gang des Ductus seminalis bildet. Dieser ist auf diese Weise
stark nach links unter den Bursa-Hals gerückt.
v. nubilata Bohtsch. (fumosa Grev). 3 Shetlandsins. Dietze.
Trotz der starken Verschiedenheit in Färbung und Zeich-
nung, finde ich doch beim & keine Abweichung von der
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheeia Curt. 235
Stammart venosata. Dies ist um so bemerkenswerter, als
hier die Möglichkeit für die Bildung einer neuen geographi-
schen Form vom Werte einer Art vorliegen könnte.
Tafel VI, Fig. 23.
23. (3543b.) E. schiefereri Bohtsch. 2 5 5 Bellaggio,
Dietze. 2Q@_Q Gall. m. (aus meiner Sammlung).
Trotzdem, dass diese Form in Färbung und Zeichnung
geringere Abweichungen von venosata zeigt, als nubilata
Boh., ist sie doch zweifelsohne als eigene Art zu betrach-
ten, da sie in beiden Geschlechtern starke anatomische Unter-
schiede aufweist. Ich werde nur die unterscheidenden Merk-
male angeben.
ö. Valva breiter und plumper als bei venosata; der
Zahn am Schwellkörper des P. viel stärker, nach hinten
(in situ : oral) stark verbreitert. Ventralplatte des 8. Seg-
ments ungefähr in der Mitte mit einer lappigen Erweiterung
am inneren Rande der Chitinspangen (diese Erweiterung ist
bei venosata nur sehr schwach angedeutet); am distalen
Ende sind die Chitinspangen stark erweitert, mit einem deut-
lichen, nach innen gekrümmten Haken versehen. Ventral-
platte des 7. Segments distal gerade abgeschnitten, während
sie bei venosata hier ausgeschnitten ist.
© Der bei venosata kugelige, mit Stacheln dicht besetzte
Teil der Bursa ist bei schiefereri stark reduziert; die dicht
stehenden Stacheln klein und schwach und nur auf der dor-
salen Seite deutlicher. Der bei venosata als kugelige Auf-
treibung erscheinende Anhang wird hier zum Hauptteil des
Bursa-Sackes. Der Ductus bursae breiter, stark verhornt.
Der Ductus seminalis ist auch bei schiefereri nach links ge-
rückt und geht ebenfalls ventral von einer Erweiterung des
Bursa-Sackes ab.
Das Beispiel von venosata - fumosa - schiefereri ist in
einer Beziehung besonders lehrreich: es zeigt, dass die auf
dem isolierten Gebiet der Shetlandsinseln heimische fumosa
(nubilata Bohtsch.), wohl infolge klimatischer®Bedingungen,
äusserlich ziemlich stark veränderte Lokalvarietät in ihrem
Sexualapparat vollständig mit der Stammform venosata über-
einstimmt, während dagegen schiefereri inmitten des Flug-
gebietes von venosata in allen wesentlichen Teilen des Se-
xualapparates, und zwar bei beiden Geschlechtern, so stark
von dieser abweichend gebildet ist, dass man nach diesen
Verschiedenheiten durchaus nicht zwei äusserlich so ähn-
liche Formen erwarten dürfte. ©
236 Wilh. Petersen. .
Es zeigt sich somit hier deutlich, dass klimatische Be-
dingungen. die einen starken Einfluss auf das äussere Kleid
eines Falters haben können, trotz vollständiger geographi-
scher Isolierung nicht ohne weiteres imstande sind, eine
neue Art ins Leben zu rufen. Im vorliegenden Falle schei-
nen die Bedingungen für die Bildung einer neuen Art ganz
besonders günstig zu liegen, da nach den starken Verände-
rungen, die schiefereri aufweist, doch eine grosse Plastizi-
tät der venosata vorzuliegen scheint.
Tafel VI, Fig. 24.
24. (3545.) E. stigmaticata Chr. 1 9 Krasnowodsk
Ein 9, das ich bei Krasnowodsk im April auf der
Turkmenensteppe fing, wurde mir von Draudt als zu dieser
Art gehörig bestimmt; es ist beschädigt. doch ist der strich-
förmige Mittelpunkt der Vdfl. so stark ausgeprägt, dass es
wohl zu dieser Art und nicht zu demetata gehören mag,
obwohl der Flügelschnitt mehr dem von demetata entspricht.
In der Bildung der Bursa hat stigmaticata mit keiner
mir bekannten Art Aehnlichkeit; soviel ist sicher, dass sie
nicht in die venosata-Gruppe gehört.
Q. Ostium bursae stark erweitert, weichhäutig. Ductus
bursae breit, kurz. schwach verhornt, wie überhaupt der
ganze Bursa-Sack, der dicht, filzartig. mit gerieselten Längs-
streifen bedeckt ist und nur schwache Verhornung zeigt.
Wahrscheinlich ist eine starke Erweiterung des Sackes mög-
lich, so dass die Umrisse der Bursa in aufgeblähtem Zu-
stande anders ausfallen dürften. als in der Zeichnung wie-
dergegeben ist.
Sehr kleine Zähnchen lassen sich nur dorsal im unte-
ren Teil der Bursa erkennen. Charakteristisch ist, dass der
Ductus seminalis dorsal in der Mitte ohne besondere Er-
weiterung vom untersten Teil des Bursa-Sackes,. also beim
Beginn des Ductus bursae, abgeht.
Tafel VI, Fig. 25.
25. (3547.) E. eassandrata Mill. 2 99 Tiroler Form
Dietze.
Nach der Form der Bursa und dem ventralen Abgang
des Ductus seminalis unzweifelhaft zur venosata-Gruppe ge-
hörig.
Ductus bursae verhältnismässig lang, stark verhornt;
der nahezu kugelige Fundus der Bursae dicht mit Stacheln
besetzt; auf der ventralen Seite am Anfang des Bursa-Sackes
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupithecia Curt. 237
ein weichhäutiger Anhang, von welchem der Ductus sem.
abgeht. Am Anhang ist eine Partie mit Stacheln besetzt.
Tafel VI, Fig. 26.
26. (3548.) E.carpophilata Stgr. 2 &5Q Ussuri Dietze:
„Bisher nur Staudingers Type bekannt.“
Eine höchst auffallende Form der Bursa, mit keiner
der europäischen Formen auch nur eine entfernte Aehnlich-
keit aufweisend, besonders nicht mit alliaria, der sie nach
Färbung und Zeichnung äusserlich ähnelt.
&. Uncus kurz, zweispitzig. Valva ohne Auszeich-
nung, Brachium sehr klein. Am Schwellkörper zwei sehr
starke, fast das ganze Penisrohr durchziehende, scharf zu-
gespitzte Zähne, zwischen beiden ein kleines freies Chitin-
stück. Ventralplatte gross, distal in zwei lange, nach aus-
sen convex gebogene Spangen auslaufend, die mit einem
Haken endigen.
Q. Ostium ohne Auszeichnung.
9. Ductus bursae breit und kurz, verhornt; hierauf
nimmt die Bursa die Form eines langen, breiten Rohres an,
das stark chitinisiert und mit mehreren Längsreihen deut-
licher Chitinstacheln besetzt ist. Schliesslich sitzt hier am
Rohr hutspitzartig (wenigstens in kollabiertem Zustande)
der Fundus der Bursa auf, der aus farblosem Chitin be-
steht und, wie es scheint, dicht mit feinen Stacheln besetzt
ist. Der Ductus seminalis geht dorsal vom unteren Teil
der Bursa ab.
In prallgefülltem Zustande wird die Bursa vielleicht
andere Umrisse aufweisen, als die Figur zeigt, doch wird
man nach den angeführten Merkmalen die Art leicht er-
kennen können.
Tafel VESEIiE 27
22. (3549.). RE. alliariaz Steger 2 80 2 90 Digne,
4 99 Wien; Dietze. 1 & Tirol, 1 @ Ungarn aus meiner
Sammlung.
Eine wegen des kleinen Bursa-Anhanges merkwürdige
Art.
&. Uncus zweispitzig. Valva und P. in keiner Weise
ausgezeichnet. Am Schwellkörper nur ein Chitinstückchen,
das ein wenig stärker chitinisiert ist.
Ventralplatte breit und plump, hinten mit tiefem Aus-
schnitt, so dass die. Platte distal in zwei etwas gebogene
16*
238 Wilh. Petersen.
Spitzen ausläuft (ähnlich gebaut ist die Ventralplatte von
extraversaria).
9. Ostium weichhäutig. Duetus bursae sehr kurz, aus
gelbem Chitin. Bursa-Sack mit Ausnahme des unteren.
weichhäutigen Teiles. von dem die Erweiterung des Duc-
tus seminalis dorsal stark nach links gerückt abgeht, mit
braunen Chitinstacheln dicht besetzt. Der weichhäutige
kleine Bursa-Anhang ist auf die rechte Seite (Körperseite)
gerückt und erscheint je nach dem Grade der Füllung der
Bursa mehr oder weniger als lateraler Anhang. Auf
Herrn Dr. Draudts Veranlassung unterzog ich die
Exemplare aus Digne einer genauen, vergleichenden Unter-
suchung mit den Stücken anderer Herkunft; doch konnte
ich höchstens konstatieren. dass der Bursa-Anhäng bei den
französischen Stücken mehr seitlich aufsitzt, während er
bei den wiener, tiroler und ungarischen Exemplaren an
das Ende des Bursa-Sackes gerückt schien, was mir, nach
dem bisherigen Material zu urteilen, als ein unsicheres Un-
terscheidungsmerkmal erscheint, da es, wie schon erwähnt.
sehr darauf ankommt, wie stark der Bursa-Sack aufgetrie-
ben ist. Bei den && liess sich kein Merkmal auffinden,
nach dem man die Exemplare nach ihrer Herkunft wunter-
scheiden könnte. Ich halte es gleichwohl nicht für unmög-
lich, dass die Art eben im Begriff steht, Varianten zu bil-
den, die durch eine Form der Isolierung sich zu einer neuen
Art herausbilden.
Tafel VI, Fig. 28.
28. (3552.) E. euphrasiata HS. 1 $, 2 99 Dietze.
1 © Wien.
8. Uncus zweispitzig. Valva spitz zulaufend, mit stark
abgeschrägtem Aussenrande. Brachium ungewöhnlich gross
und dick. Am Schwellkörper des P. ein langer starker
Zahn und drei kleinere zapfenartige Zähnchen. Ventral-
platte vorn ausgeschnitten, distal verjüngt zulaufend. mit
zwei ganz kurzen Zähnchen am Ende.
®. Bursa mit sehr breitem, weichhäutigem Ostium und
kurzem, schwach verhorntem Ductus bursae. Nur die linke
Seite und der Fundus des Bursa-Sackes mit starken Dor-
nenzähnen besetzt. Die schlauchartige Erweiterung des Duc-
tus seminalis, welche die Länge des ganzen Bursa-Sackes
übertrifft, geht rechts vom oberen Teil der Bursa ab. Der
Ductus seminalis im Durchmesser stärker als gewöhnlich.
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheeia Curt. 239
Tafel VII, Fig. 29.
29. (3553.) E. pimpinellata Hb. 2 529 Dietze, Draudt.
15 Livl.
ö&. Uncus schlank zweispitzig. Valva spitz zulaufend.
am Aussenrande abgeschrägt. Am Schwellkörper des P.
vorn ein starker kurzer Zahn. dahinter ein kleinerer und
eine gebogene Platte, die hinten ausgeschnitten ist. Ventral-
platte gross und breit, hinten flach ausgerandet mit zwei
kurzen seitlichen Spitzen.
©. Ostium bursae sehr breit und geräumig. weichhäutig.
Ductus bursae sehr kurz. Der Bursa-Sack zerfällt in zwei
Teile: Der Fundus ist kugelförmig, dieht mit Stacheln be-
setzt. die untere Hälfte der Bursa ist durchaus stachelfrei.
zum grössten Teil stark chitinisiert und erweitert sich zu
einem langen Kanal. von dem der Ductus sem. abgeht.
Dass dieser Kanal (Fig. 29 B. c.) wirklich als Erweiterung
des Bursa-Sackes aufzufassen und nicht etwa schon Ductus
seminalis ist, wie man leicht geneigt sein könnte anzuneh-
men, zeigt der Befund einer Bursa mit Spermatophore. Hier
besitzt die Spermatophore ebenfalls ein Collum, das den
ganzen Kanal durchzieht.
Tafel VII, Fig. 30.
30. (3554.) E. gemellata HS. 529 Dietze.
6 Uncus zweispitzig mit starken, weit auseinandergehen-
den Spitzen. Valva am Hinterrande weniger abgeschrägt
als bei den beiden vorhergehenden Arten. P. mit einem
grösseren Chitinstück am Schwellkörper, das nach hinten
zwei Ausläufer trägt, vor demselben noch eine schwächere
kleinere Chitinplatte. Ventralplatte schlank herzförmig. am
distalen Ende abgerundet.
Q. Ostium breit, der kurze Ductus bursae und der un-
tere Teil des Bursa-Sackes etwas stärker verhornt. Der
Bursa-Sack nur auf der linken Seite und im äussersten Teil
des Fundus dicht mit Zähnen besetzt; ausserdem ziehen
noch zwei Reihen von Zähnen auf der rechten Seite der
Bursa zu der Stelle, wo die Erweiterung des Ductus semi-
nalis abgeht. Durch diese beiden Zahnreihen (Fig. 30 B. z.)
unterscheidet sich gemellata © leicht von distinctaria, der sie
der Bursa nach am nächsten steht. (Uebrigens ist die Zeich-
nung nach einem nicht ganz gefüllten Bursa-Sack angefer-
tigt, so dass vielleicht die Bursa in prall gefülltem Zu-
stande etwas andere Umrisse zeigt.)
240 Wilh. Petersen.
Tafel VII, Fig. 31.
31. (3556.) E. distinetaria HS. 158, 399 Dietze.
So ähnlich die Bursa dieser Art der von gemellata ist.
so verschieden sind die einzelnen Stücke am Sexualapparat
des &.
&. Uncus an der Spitze schwach gekerbt. Valva am
unteren Rande mit stark vorspringendem Lappen, Brachium
auffallend breit. Chitinplatten am Schwellkörper des P.
ganz undeutlich. Ventralplatte vorn undeutlich begrenzt,
distal spitz zulaufend, mit abgeschnürtem Endstück.
©. Bursa-Sack nur auf der linken Seite mit feinen Zäh-
nen besetzt, auf der rechten Seite fehlen auch die bei gemel-
lata erwähnten zwei Reihen von Zähnen vor dem Ursprung
der „Erweiterung“.
Die eigentümliche Form der Bursa, wie sie in der Zeich-
nung wiedergegeben ist, fand ich bei allen drei Exemplaren,
von "denen zwei je eine Spermatophore enthielten.
Tafel VII, Fig. 32.
32. (3537.) E. extraversaria HS. 59 Dietze.
&. Uncus zweispitzig. Valva sehr auffallend: plump,
fast viereckig, vor dem Hinterwinkel mit einer seichten Aus-
nagung am lappig vortretenden untern Rande.
Am Schwellkörper eine grosse, mehrfach gefaltete Chi-
tinplatte. Ventralplatte breit, vorn und hinten tief ausge-
schnitten.
9. Bursa klein. - Ostium breit, weichhäutig. Ductus
bursae kurz. Der ganze Fundus der Bursa dicht mit klei-
nen Stacheln besetzt, eine ringsum ziemlich gerade be-
grenzte Kappe bildend. Die ganze untere Hälfte der Bursa
durchaus glatt, stachelfrei und stark chitinisiert, nur einen
schmalen nicht chitinisierten Streifen bis zum Stachelbesatz
des Fundus freilassend. Die stärkere Chitinisierung erstreckt
sich auch auf den Ductus bursae und das Anfangsstück der
verhältnismässig starken „Erweiterung“.
'Pafel :VIII ‘Fig. 33.
33. (3558.) E. expallidata Gn. 1 &, 3 22 Dietze.
ö. Uncus zweispitzig. Valva ohne Auszeichnung, mit
abgerundetem Hinterwinkel.e Am Schwellkörper sechs Chi-
tinstückchen, von denen die vier vorderen mit feinen Zähn-
chen besetzt sind. und einen bedeutend grösseren Längen-
durchmesser als Querdurchmesser haben; das grösste Stück
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheeia Curt. 241
liegt in der Mitte. Ventralplatte herzförmig mit lang aus-
gezogenem distalem Ende.
©. Die ganze Bursa stark chitinisiert mit Ausnahme
des verbreiterten weichhäutigen ÖOstium. Der Fundus in
weiter Ausdehnung dicht mit Sternstacheln besetzt, die nur
einen kleinen Fleck am Pol des Fundus freilassen und
ferner auf der ventralen Seite einen vom Pol zum Vor-
sprung a (Fig. 33B) ziehenden stachelfreien Streifen. der
übrigens zuweilen in der Mitte unterbrochen ist. Rechts
geht die kurze Erweiterung des Ductus seminalis ab, vor
deren Anfang ebenfalls eine Reihe von Zähnen steht.
Die Randstacheln am Fundus sind besonders lang und
stark. Expallidata kann ich nach den Merkmalen des Sexual-
apparates nicht für eine von absinthiata verschiedene Art
halten.
Tafel VIII, Fig. 34.
34. (3559.) E. assimilata Gn. 2 58, 1 29 Dietze.
1 82 Estland.
ö. Uneus zweispitzig, Valva mit abgerundetem Hinter-
winkel. P. am vorderen Ende breiter als hinten; am
Schwellkörper eine grosse Chitinplatte, die in drei Zähne
gegliedert ist. darunter liegt ein etwas schwächer chitini-
siertes Stück. das nach vorn zugespitzt ist. Ventralplatte
fast herzförmig. distal abgestutzt.
©. Ostium breit, weichhäutig; Ductus bursae kurz und
breit. Der untere Teil der Bursa stärker chitinisiert, mit einzelnen
stärkeren Längsfalten und einer feinen Körnelung an der
Grenze des Ductus bursae. Die Erweiterung des Dwuetus
sem. breit abgehend. Bis an die Abgangsstelle reicht der
kugelförmige, dicht mit Stacheln besetzte Fundus der Bursa.
Die starken Randstacheln, die bei den verwandten Arten so
deutlich hervortreten, fehlen bei assimilata ganz.
Tafel VIII, Fig. 35.
35. (3560.) E.absinthiata Cl. 4 59 Dietze. &9 Eist-
land.
Trotz sorgfältigen Vergleiches habe ich weder beim &.
noch beim @ irgend ein sicheres Unterscheidungsmerkmal
finden können, durch welches man einerseits goossensiata,
anderseits expallidata von absinthiata trennen könnte so
dassich weder goossensiata, nochexpal-
lIıdatar für, besondere, yon’ sbsinthijata
verschiedene Arien halten kann:
242 Wilh. Petersen.
In Fig. 35 ist der grösste Zahn am Schwellkörper
wiedergegeben.
Assimilata lässt sich in beiden Geschlechtern leicht und
sicher von absinthiata unterscheiden;
Beim &
1. durch die Penisform,
2. durch die total verschiedenen Zähne am Schwellkörper,
3. durch die beiden Ventralplatten.
Beim
1. durch die stärkere Erweiterung des Ductus seminalis,
2. das vollständige Fehlen der starken Randstacheln.
Tafel VIII, Fig, 36.
36. (3561.) E. goossensiata Mab. 1 &29 Lausitz, 15 9
Fraunkirchen, 1 @ Königsberg.
Trotz der geringeren Grösse ist diese Form von ab-
sinthiata artlich nicht zu trennen, da sich keine Unterschei-
dungsmerkmale im Bau der Generationsorgane beider Ge-
schlechter auffinden lassen.
In Fig. 36 ist der grösste Zahn am Schwellkörper ab-
gebildet.
Tafel VIII, Fig. 37.
37. (3563.) E. denotata Hb. 3 8,2 9 Dietze, 29 Eng-
land (Prout), 3 &9 Estl. Livl., 1 Q@ Bayern.
ö. Uncus kurz und breit, stark gewölhbt, mit zwei
Spitzen. Valva mit schrägem Aussenrand, so dass der un-
tere Rand stark verkürzt ist, am Hinterwinkel mit gerunde-
tem Vorsprung. Am Schwellkörper des P. ein spitz zulau-
fender, starker Zahn und eine breitere, vorn stumpfe Zahn-
platte, die mit einem hinten liegenden Chitinstück durch eine
dünne Chitinlamelle verbunden ist.
Ventralplatte lang herzförmig; am distalen Ende seicht
ausgerandet, so dass zwei kurze Spitzen gebildet werden.
®. Ostium weichhäutig, mässig erweitert, Ductus bur-
sae kurz. Die Erweiterung des Ductus seminalis rechts un-
gefähr von der Mitte des Bursa-Sackes in einem mässig brei-
ter Kanal abgehend, vor der Abgangsstelle eine Anzahl
regellos verteilter Zähnchen. Fundus der Bursa mit einer
von feinen Zähnen dicht besetzten Kalotte, deren Zähne sich
auf der linken Seite in einem Ausläufer bis zur Mitte des
Bursa-Sackes hinziehen. Dieser Ausläufer von Zähnen ist
etwas variabel, bald schwächer, bald stärker ausgeprägt,
und kann daher nicht als sicheres Unterscheidungsmerkmal
von jasionata angesehen werden.
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheeia Curt. 2453
In Fig. 37 A. p. ist ein erigierter Schwellkörper wieder-
gegeben.
Tafel VIII, Fig. 38.
38. (3564.) E. jasionata Crewe. 2 59 England, Prout.
Durch Herrn Prouts Liebenswürdigkeit war ich in den
Stand gesetzt, englische Exemplare der jasionata unter-
suchen zu können und obwohl ich zuerst glaubte, in der
Zahnbesetzung der Bursa und den Chitinzähnen am
Schwellkörper des P. unterscheidende Merkmale von deno-
tata gefunden zu haben, hat eine spätere Untersuchung mich
doch belehrt, dass sich sichere Trennungsmerkmale für
beide Formen nicht auffinden lassen. Wir werden daher
jasionata nur als eine Varietät von denotata aufzufassen
haben; sie mag den Weg der Artabtrennung eben erst be-
treten haben.
Warum Meyrick (Handbook p. 190) jasionata Crewe mit
castigata Hb. identifiziert hat, ist nicht verständlich; die
mir von Prout übersandten Exemplare von iasionata Crewe
haben mit castigata Hb. sicher nichts zu schaffen.
Tafel IX, Fig. 39.
39. (3565.) E. actaeata Wald. 59 Dietze, & Estl.
Eine höchst merkwürdig gebildete Art, die eine ganz
isolierte Stellung einnimmt.
&. Uncus schlank, gebogen, zweispitzig. Valva ohne
Auszeichnungen. Am Schwellkörper des nach vorn etwas
erweiterten P. vorn ein stark chitinisiertes, hakenförmiges
Hohlgebilde von aussergewöhnlich starken Dimensionen, da-
hinter ein langer, nach vorn spitz zulaufender, gebogener
Zahn, hinter demselben zwei kleine Chitinstückchen. Ven-
tralplatte sehr gross, nach hinten kaum schmäler werdend,
vorn tief, distal seicht ausgeschnitten und hier in zwei
nach oben gebogene Spitzen auslaufend.
9. Ostium ausserordentlich breit, ventral mit einer rund-
lichen, fein punktierten Platte. Ductus bursae sehr breit
und kurz, ohne scharfe Grenze in den Bursa-Sack über-
gehend. Der Zahnbesatz konzentriert sich dorsal und ven-
tral auf den mittleren Teil des Bursa-Sackes und ist dorsal
etwas stärker. Die Bursawand besteht aus starkem, farb-
losen Chitin, nur hie und da mit etwas bräunlichem Ton.
Die Erweiterung des Ductus seminalis sehr schwach, auf
der rechten Seite nach oben gerückt.
244 Wilh. Petersen.
Tafel IX, Fig. 40.
40. (3567.) E. albipunctata Hw. 1 59 Draudt, 1 &
Dietze, 1 @ Frankreich, 1 9 Estland.
&. Uncus kurz, breit gewölbt, zweispitzig, die obere
Spitze kleiner. Valva gross, gerundet. am Hinterwinkel mit
einem verschwindend kleinen Zähnchen. Am Schwellkörper
vorn ein grösserer, spitzer Zahn. dahinter mehrere Chitin-
stückehen, die leicht zusammenhängen. Ventralplatte von
auffallender Bildung: sehr klein, schwach chitinisiert. mit
zwei nach oben gekrümmiten, distalen Spitzen; vorn abge-
rundet.
©. Ostium bursae stark erweitert. weichhäutig; der
stärker chitinisierte Ductus bursae eng. kurz; das angren-
zende Stück des Bursa-Sackes weichhäutig. der mittlere Teil
desselben etwas stärker chitinisiert, braun, zum Teil mit
kurzen Sternstacheln wie mit einem filzigen Belage bedeckt,
der übrigens auf der Ventralseite bedeutend schwächer ist.
Fundus aus dickem. farblosem Chitin, ganz ohne Stachel-
besatz. Die Erweiterung des Ductus seminalis vom unter-
sten Teil des Bursa-Sackes abgehend, zuerst dünn und
stärker chitinisiert, dann mit einer dünnhäutigen starken
Verbreiterung, in welche ein Fortsatz der Spermatophore
hineinreicht, wodurch sich dieser Teil als zum Bursa-Sack
und nicht zum Ductus seminalis gehörig dokumentiert.
Tafel IX, Fig. 41.
41. (3569.) E. vulgata Hw. 59 Bohatsch det., 10 59
Estland.
6. Uncus kurz, zweispitzig. Valva mit abgeschrägtem
Aussenrande. Penis am hinteren Ende dünner, Schwellkör-
per mit fünf Chitinstücken, von denen das mittlere das brei-
teste und stärkste ist. Ventralplatte von typischer Form:
lang, herzförmig. vorn ausgeschnitten, distal mit zugerun-
deter Spitze.
©. Ostium wenig erweitert. weichhäutig. Bursa-Sack
fast kugelig; mit Ausnahme der verhornten Partie, von wel-
cher rechts die mässig breite Erweiterung des Ductus semi-
nalis abgeht. mit feinen Sternstacheln dicht besetzt. Diese
werden stellenweise am Rande, besonders auf der ventra-
len Seite, sehr lang, nadelartig.
Tafel-IX, Fig.22.
42. (3571.) E. virgaureata Dbld. 11 5, 4 © Rhein,
Königsberg, Polen, Estland, 2 & Ussuri, Dietze, 1 © Kau-
kasus.
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheeia Curt. 245
&. Uncus gerade, zweispitzig. Valva ohne Auszeich-
nung. Am Schwellkörper des P. zwei Chitinstücke, das
vordere derselben dünn, hakenförmig, ausserdem vorn eine
Anzahl dicht beieinander liegender dünner Chitinstrahlen.
Ventralplatte vorn breit ausgerandet, nach hinten in zwei
lange Spitzen auslaufend.
©. Bursa sehr zart und klein, Ostium ‚erweitert, weich-
häutig, wie auch der kurze Ductus bursae. Bursa-Sack, mit
Ausnahme des vollständig zarthäutigen und stachelfreien
Fundus, sehr schwach chitinisiert, etwas stärker eine Par-
tie am unteren Teil der Bursa auf der rechten Seite. In
der Mitte des Bursa-Sackes zieht sich, rechts dorsal begin-
nend, auf der Ventralseite ein Quergürtel von feinen Sta-
cheln, dessen Breite und Stärke der Stacheln individuell etwas
variiert. Die Erweiterung des Ductus seminalis ist dorsal
auf die linke Seite gerückt.
Tafel X, Fig. 43.
23 (ara En selinatar. HS. 2768, 1.9.
6. Uncus schwach gebogen, zweispitzig. Valva ohne be-
sondere Auszeichnungen. Am Schwellkörper zwei sehr starke
Zähne, die schwach haktg gekrümmt sind und ein erweitertes
Basalstück haben, dahinter ein langes Chitinstück, das nur im
hintern Endstück stärker chitinisiert ist. Vor dem Eintritt in das
eigentliche Penisrohr (nach Zander: „Endstück des Penis“ )noch
ein kleines Chitinstück. Ventralplatte abweichend gebildet:
vorn tief ausgeschnitten, nach hinten wenig verschmälert.
breit abgestutzt endend, mit vorspringender Ecke, das Ende
nach oben gebogen.
Q. Ostium wenig erweitert, mit kurzem, breitem Ductus
bursae, der oben mit einem schmalen Chitinringe abschliesst.
Die untere Hälfte der Bursae stark chitinisiert, unten auf
der linken Seite mit einem deutlichen Vorsprung, von dem
aus ventral eine stärkere Chitinleiste mit einer Reihe sehr
starker Zähne zieht. Auf der linken Seite die Erweiterung
des Ductus seminalis breit abgehend, vor dem Ende einge-
schnürt. Der verhornte Teil der Bursa dorsal mit einigen
Streifen und in der Mitte mit einer Gruppe feiner Zähnchen.
Der farblose Fundus der Bursae überall dicht mit fei-
nen Zähnchen besetzt.
Tafel X, Fig. 44.
44. (3573.) E. trisignaria HS. 5 8, 3 2 Draudt.
6. Uncus kurz, gebogen, zweispitzig. Valva schmal
und lang. Am Schwellkörper vorn zwei gezähnelte Chitin-
246 Wilh. Petersen.
plättehen, in der Mitte eine grössere Partie mit feinen Zähn-
chen und Borsten besetzt, daranhängend hinten ein Chitin-
stückchen.
Ventralplatte sehr zart, vorn ausgerandet, distal in
zwei lange Spitzen auslaufend.
9. Ostium bursae mässig erweitert, Ductus bursae et-
was verengt, beide weichhäutig. Untere Hälfte des Bursa-
Sackes stärker chitinisiert mit einigen Streifen und einer
Querreihe feiner Zähnchen, Fundushälfte dicht mit Stacheln
besetzt, die am Rande stärker sind. Von dem auf der rech-
ten Seite stark vortretenden Teil geht die kurze Erweiterung
des Ductus seminalis ab.
Tafel X, Fig. 45.
45. (3574.) E. larieiata Fır. 4 8, 29 Estl.
6. Uncus plump, stark gewölbt, zweispitzig.
Valva mit einem lappenförmigen Anhang am
untern Rande vor dem Hinterwinkel.e Am Schwellkör-
per drei Chitinstückchen.
Ventralplatte breit und plump, vorn nur seicht ausge-
randet, distal in zwei sehr kurze Spitzen auslaufend.
Q. Das schwach erweiterte Ostium und der Ductus
bursae weichhäutig. Die Erweiterung des Ductus seminalis
rechts vom untersten Teil der Bursa abgehend, im weiteren
Verlaufe sich verbreiternd. Bursa-Sack kugelförmig, mit
Ausnahme eines Ausschnittes auf der dorsalen Seite dicht
mit Stacheln besetzt.
Bei collabierter Bursa erscheint der mit Stacheln be-
setzte, kugelige Teil auffallend klein.
Tafel X, Fig. 46.
46. (3575.) E. eastigata Hb. 10 59 Estland.
ö. Uncus gebogen, ohne starke Wölbung, zweispitzig.
Valva abgerundet. ohne deutlichen Hinterwinkel.
P. schwächlich, dünn, am Schwellkörper vorn ein län-
gerer, spitz zulaufender Zahn, mit Borsten und Zähnchen
besetzt. Ventralplatte vorn ausgerandet, nach hinten ver-
schmälert, gleichmässig breit zulaufend, am distalen Ende
ausgeschnitten, in zwei nach oben gebogene kurze Spitzen
auslaufend. (Auf Taf. 26, Fig. 106 A. p. ist der Penis stär-
ker vergrössert wiedergegeben, 52 X.)
Q. Ostium erweitert, weichhäutig; der kurze Dnetus
bursae verhornt, der hierauf folgende untere Teil der Bursa
weichhäutig, mit unregelmässig stehenden Stacheln besetzt.
Von diesem Teil geht rechts die breite Erweiterung des
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheecia Curt. 941
Ductus seminalis ab, die an Länge den Durchmesser des
Bursa-Sackes zweimal übertrifft. Hierauf folgt der nahezu
kugelige, dicht mit feinen Stacheln besetzte Fundusteil der
Bursa, bei dem nur an der linken Seite eine kurze stachel-
freie Bahn hinzieht (in der Dorsalansicht der Zeichnung
nicht sichtbar).
Tafel XI, Fig. 47.
47. E. spec? 2 299 Ussuri, Dietze.
Zwei beschädigte, von Dietze als „auffallend kleine
castigata (Korb)“ erhaltene Weibchen vom Ussuri schei-
nen mir einer andern Art anzugehören, was durch den Be-
fund am & entschieden werden könnte.
Sie unterscheiden sich von den bisher untersuchten
europäischen castigata dadurch, dass auf der rechten Seite
des Bursa-Sackes eine grössere Partie ganz stachelfrei ist
und ferner am Beginn der Erweiterung die Zähnchen spär-
licher sind; auch dringt auf der linken Seite des Bursa-
Sackes die stachelfreie Partie vom unteren Teil der Bursa
aus etwas weiter in den Stachelbesatz ein (dorsal nicht
sichtbar).
Tafel XI, Fig. 48.
48. (3570.) E. subnotata Hb. 59 Dietze.
&- Uneus schlank, zweispitzig. Am Schwellkörper eine
sehr grosse breite Chitinplatte (von der Seite als spitz zu-
laufender Zahn in der Zeichnung Fig. 48A. erscheinend),
ausserdem eine grosse Partie des Schwellkörpers mit sehr
kleinen Borstenzähnchen besetzt. Ventralplatte vorn tief
ausgeschnitten, nach hinten gleichmässig breit zulaufend,
am Ende abgestutzt, mit etwas verdickten Rändern.
Q@. Bursa vom Typus der satyrata und von der Bursa
dieser Art dadurch unterschieden, dass 1. der Stachelbesatz
des Fundus einen grösseren Teil des Bursa-Sackes ein-
nimmt und besonders auf der. linken Seite weiter vorrückt,
d. h. bis auf gleiche Höhe mit der rechts abgehenden „Er-
weiterung“, 2. die Randstacheln nur auf der linken Seite
grösser sind, während sie bei satyrata sich dorsal auch
auf der rechten Seite durch stärkere Entwickelung aus-
zeichnen, 3. dass die Erweiterung des Ductus sem. weiter
vom ÖOstium entfernt, dem Fundus genähert, abgeht.
Tafel XI, Fig. 49.
49. (3571.) E. marginata Stgr. 1 © Hyre. (von Bo-
hatsch als diese Art bestimmt).
248 Wilh. Petersen.
Dem Bau der Bursa nach würde diese Art als der
castigata nahestehend zu bezeichnen sein.
Y. Ostium erweitert, weichhäutig; Ductus bursae kurz,
verhornt; vor dem Beginn der langen, rechts abgehenden
„Erweiterung“ eine Gruppe von Chitinzähnen. Die mit deut-
lichen Stacheln dicht besetzte Kappe des Fundus so auf
die linke Seite gerückt, dass die rechte Fundus-Seite zum.
grossen Teil stachelfrei ist.
Von Nr. 47 vom Ussuri durch den Stachelbesatz und
kürzere Erweiterung des Ductus seminalis ausgezeichnet.
Tafel XI, Fig. 50.
50. (3574.) E. sutiliata Chr. & Hyrcan. (Bohatsch
det.).
6. Unmcus etwas gebogen, zweispitzig. Valva mit auf-
fallend vortretender Spitze. Am Schwellkörper ein grösse-
rer, vorn spitz zulaufender Zahn und drei längliche schwä-
chere Chitinstücke. Ventralplatte herzförmig, distal in zwei
lange Spitzen auslaufend, deren Ränder unregelmässige
Konturen besitzen. Dorsalplatte (Fig. 50 A. d.) distal tief
ausgeschnitten.
Tafel XI, Fig. 51.
>31. (3585.) E. extensaria Frr. 9 Dietze.
®. Ostium breit, weichhäutig. Ductus bursae länger
als gewöhnlich, indem die stärker chitinisierten Seitenplat-
ten desselben eine bedeutende Länge erreichen. Die Erwei-
terung des Ductus sem. in der Mitte der Dorsalseite des
schwach chitinisierten Bursa-Sackes sehr breit be-
ginnend und allmählich enger werdend; in der Nähe der
Ursprungsstelle derselben steht eine Gruppe von kleinen
Zähnchen. Fundus der Bursa am Pol stachelfrei, aus
farblosem Chitin bestehend, mit einer Reihe sehr langer
spitzer Randstacheln besetzt, die keinen vollständigen Ring
bilden, da auf der Ventralseite dieser Stachelkranz nur
über die Hälfte des Bursa-Sackes zieht.
Tafel XI, Fig. 52
52. (3586.) E. rebeli Bohatsch. 59 Dietze.
Eine vom Normaltypus in mehreren Merkmalen abwei-
chende Art.
Uneus sanft gebogen, zweispitzig. Valva auffallend
klein und dadurch charakterisiert, dass der untere Rand
derselben in einem breiten Streifen stärker chitinisiert ist
und im Hinterwinkel in einem spitzwinkligen Lappen vor-
Ein Beitrag zur Kenntnis der’Gattung Eupithecia Curt. 249
ragt. Brachium klein, Fibula dagegen im Verhältnis zur
Valva gross. Am Schwellkörper vier längliche Chitinstück-
chen, die vorderen gezähnelt.
Ventralplatte kurz und breit. vorn seicht ausgerandet,
‘distal in zwei Spitzen auslaufend, die etwas kürzer als
1, der Gesamtlänge sind.
©. Östium erweitert, weichhäutig; Ductus bursae zu-
erst weichhäutig, im oberen Teil vor dem Ansatz der kugel-
förmigen Bursa durch eine breite ventrale Chitinschuppe
versteift.
Bursa-Sack klein, aus einer dünnen, farblosen Mem-
bran gebildet, ganz ohne Stachelauszeichnungen, nur die
untere Bursahälfte ventral sehr fein punktiert (ähnlich wie
bei den Arten der pyreneata-Gruppe). Erweiterung des Duc-
tus sem. sehr klein, dorsal, nahe dem Beginn des Duc-
tus bursae abgehend.
Tafel-XIE Fig. 53.
53. (3589.) E. fenestrata Mill. 2 52 Dietze.
Bei dieser, ihrer Färbung und ihrem Habitus nach so
abweichenden und aus dem Rahmen der Gattung heraus-
treienden Form ist es sehr bezeichnend, dass die Genera-
tionsorgane ein vollständig typisches Grattungsgepräge tra-
gen und sich den Arten der satyrata-Gruppe anschliessen.
Sie hat jedenfalls ihre richtige Stelle im Katalog neben
veratraria erhalten.
&. Uncus gebogen, zweispitzig. Valva ohne Auszeich-
nung. Am Schwellkörper sechs Chitinstücke, die vorderen
vier mehr oder weniger gezähnelt, mehrmals länger als
breit und dadurch von den kurzen und breiten Chitinstücken
der satyrata verschieden. Ventralplatte vorn breit, seicht
ausgerandet. distal in zwei etwas mach innen gebogene
Spitzen auslaufend.
@®. Bursa sehr ähnlich der von veratraria und kaum
sicher von derselben zu unterscheiden. Die Verhornung des
unteren Teiles der Bursa scheint schwächer, und die stachel-
freie Bahn, die auf der linken Seite zum Pol des Fundus
zieht, scheint breiter zu sein, wie auch der Stachelbesatz
des Fundus weniger dicht stehend als bei veratraria.
Wenn auch nach dem mir vorliegenden Material die
beiden Arten nach der Bursa subjektiv leicht zu un-
terscheiden sind, so ist es doch schwer, zuverlässige ob-
jektive Unterscheidungsmerkmale für das @ festzu-
stellen.
350 Wilh. Petersen.
Jedenfalls sind beide Arten sehr nahe verwandt, und
die Artspaltung hat beim & begonnen.
Leider habe ich aus Mangel an Untersuchungsmaterial .
nicht feststellen können, ob die fenestrata aus Nevada in
Nord-Amerika mit der europäischen übereinstimmt.
Tafel XU, Fig. 54.
54. (3591.) E. veratraria HS. 5 &, 2 2 Dietze.
6. Uncus schwach gebogen, zweispitzig. Valva ohne
Auszeichnung. Am Schwellkörper vier Chitinstücke, von
denen die beiden vorderen länglich und dünn sind, die
grösste Platte hinten bogig ausgeschnitten ist. Ventralplatte
vorn breit, leicht ausgerandet, distal in zwei lange Spitzen
auslaufend.
@. Ostium mässig erweitert, weichhäutig. Der kurze
Ductus bursae und der daran grenzende untere Teil der
Bursa bis zum Abgange der ziemlich kurzen „Erweiterung“
stärker verhornt, als bei den verwandten Arten. Da wo die
Verhornung aufhört dowsal und ventral eine Gruppe von
Stacheln. Der Fundusteil der Bursa sehr dicht mit starken
Stacheln besetzt, doch zieht sich an der linken Seite eine
breite stachelfreie Bahn bis an den Pol des Fundus, so dass
die dorsale und ventrale Bedornung hier vollständig unter-
brochen ist.
Tafel XII, Fig. 55;
>35. (3592.) E. helveticaria B. 5 52 Estland.
6. Uncus schnabelartig gebogen, in eine einfache
Spitze auslaufend. — Valva und P. sehr ähnlich
denen von satyrata. Am Schwellkörper ebenfalls sechs Chi-
tinstückchen, in ihrer Verteilung und Form sehr ähnlich
der Bildung von satyrata, aber der Längsdurchmesser der-
selben grösser. Ventralplatte herzförmig, am distalen Ende
mit einem kleinen löffelartigen Anhang, der nach oben ge-
bogen ist.
2. Ostium weichhäutig, der kurze Ductus bursae und
der untere Teil der Bursa schwach verhornt. Die Erweite-
rung des Ductus sem. links schwach ausgebildet, bei ihrem
Bedornung durch eine breite stxchelfreie Bahn, die über den
ken Sternstacheln besetzt, doch ist die dorsale und ventrale
Bedornung durch eine breite stachelfreie Bahn, die über den
ganzen Fundus hinzieht, vollständig getrennt. Die Rand-
stacheln des Fundus stehen dorsal, besonders auf der lin-
ken Seite in einer stärker chitinisierten Wandpartie.
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheecia Curt. |
Diese Art ist von den nächst verwandten leicht zu
unterscheiden: beim & durch den in einfacher Spitze
endigenden Uncus und die Form der Ventralplatte, beim Q
durch Form und Verteilung der Stacheln am Fundus der
Bursa.
Die ab. arceuthata Frr. (Dietzesche Exemplare)
habe ich vollständig übereinstimmend mit der Stammart ge-
funden.
Tafel XII u. XII, Fig. 56.
56. (3594) E. cauchyata Dup. 1 &, 2 © Draudt.
&. Uncus zweispitzig. Am Schwellkörper des P. nur
fünf Chitinstückchen. Ventralplatte herzförmig, nach hinten
ziemlich breit zulaufend und in zwei kurze Spitzen endigend.
©. Von den verwandten Arten dadurch unterschieden,
dass die Bedornung fast den ganzen Bursa-Sack einnimmt
und eine stachelfreie Bahn an der Seite ganz fehlt; auch ist
die Erweiterung des Ductus seminalis fast doppelt so lang
wie bei satyrata. Die bei satyrata deutlichen Längsstreifen
in der stachelfreien dorsalen Partie des Bursasackes fehlen
bei cauchyata.
Tate XI, 01457;
57. (359.) E. satyrata Hb. et ab. subatrata Stgr.
(Feldberg). 20 529 Estland.
ö. Uneus schwach gebogen, zweispitzig. Valva ohne
Auszeichnungen, gerundet, klein. Am Schwellkörper sechs
Chitinstückehen, von denen die vier vorn liegenden gezäh-
nelt sind und einen bedeutenden Breitendurchmesser haben.
(Fig. 57 Ap.) Ventralplatte lang herzförmig, am distalen
Ende stumpf abgerundet und etwas nach oben gebogen.
®©. Ostium weichhäutig, Ductus bursae kurz, die un-
tere Hälfte der Bursa schwach verhornt, von zahlreichen
Längsstreifen durchzogen, besonders dorsal, stachelfrei mit
Ausnahme der Stelle, wo sich die kurze Erweiterung des
Ductus seminalis abzweigt; hier stehen zwei Gruppen klei-
ner Stacheln. Die Fundushälfte der Bursa mit Sternstacheln
bedeckt, die dorsal am Rande besonders lang und spitz sind.
Auf der linken Seite dringt eine stachelfreie, unregelmässig
begrenzte Bahn in die Stachelkappe ein, zum Pol der Bursa
und bisweilen noch etwas darüber hinaus ziehend. In der
untern Hälfte der Bursa ist auf der linken Seite (in der
Dorsalansicht der Zeichnung am Rande) eine beulenartige
Vorragung stets zu bemerken. Etwas variabel ist die er-
wähnte stachelfreie Bahn der linken Seite, sie hält sich im
252 Wilh. Petersen.
sanzen mehr ventral. ist zuweilen nur sehr schmal und hört
lange vor dem Pol auf, zuweilen aber geht sie noch über
denselben hinweg.
Besonders charakteristisch für satyrata sind die Chitin-
streifen im untern Teil der Bursa.
Tafel XIII, Fig. 58.
58. (—.) E. pernotata Gn. 59.
Diese Form, die ich als pernotata vera vom Tausch-
verein in Gonsenheim bezog, hat sich nach dem anatomi-
schen Befund als eine nahe Verwandte von satyrata erwie-
sen, die gleichwohl mehrere sie gut unterscheidende Merk-
male besitzt.
ö. Am Schwellkörper des P. finden sich nicht wie bei
satyrata sechs, sondern nur fünf getrennte Chitinstücke,
die wenig gezähnelt sind, die beiden vordern derselben von
einem Längsdurchmesser, der den Q@Querdurchmesser mehr-
mals übertrifft.
" Merkwürdigerweise bietet die Ventralplatte, an welcher
sonst die Artenverschiedenheit meist deutlich zum Ausdruck
kommt, nur wenig Unterschiede, sie ist nur etwas plumper
als bei satyrata gebaut.
©. Beim © ist der beulenartige Vorsprung auf der
linken Seite der Bursa viel stärker, die von demselben über
den Pol ziehende stachelfreie Bahn teilt den Stachelbesatz
des Fundus in zwei ganz getrennte Partien, eine dorsale
und ventrale. Diese Teilung ist bei satyrata nie eine voll-
ständige.
Jedenfalls handelt es sich um eine Form, die sich erst
in jüngster Zeit von satyrata abgezweigt hat. Vielleicht er-
gibt eine weitere Untersuchung auch Uebergangsstücke des
©; denn bei einzelnen @Q9 von satyrata ist schon die Nei-
gung zu bemerken, die stachelfreie Bahn über den Pol des
Fundus auszudehnen.
PTatel XIH-Rie253
59. (3596.) E. silenata Stndfs. 1 &, 4 29 Dietze.
- L. Polianec, Morphol. d. äuss. Geschl. d. Lep. Taf.
IE, 4:
&. Uneus schwach gebogen, zweispitzig; Valva da-
durch charakterisiert, dass der untere Rand am
Hinterwinkelin einen spitzen Dorn aus-
läuft.
Am Schwellkörper eine breite, nach vorn verschmälerte
Chitinplatte, die 4 des Penisrohres einnimmt; dahinter ein
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheecia Curt. 253
kleines Chitinstückchen. Die- Tasche, in der die langen
Dufthaarbüschel liegen, ist auffallend lang (in Fig. 59 A.
Du. ist dieselbe in ausgestülptem Zustande wiedergegeben).
Diese Tasche ist nicht eine optische Täuschung, wie Ad.
Meixner (Zeitschr. f. wiss. Insektenbiologie 1906 p. 339)
annimmt.
Ventralplatte vorn breit, mit zwei seitlichen Spitzen,
dann stark verschmälert und distal in zwei dünne, etwas
divergierende Spitzen auslaufend.
Polianecs Abbildung gibt die Verhältnisse beim 5 gut
wieder, nur sind merkwürdigerweise die Chitinbildungen des
Schwellkörpers in der Zeichnung nicht wiedergegeben und
im. Text dementsprechend bemerkt, dass er „keine Beson-
derheiten“ biete.
©. Ostium bursae nur sehr wenig erweitert, ganz weich-
häutig. und ohne Auszeichnung. Ductus bursae schmal und
ang (fast so,,lang wie der „Längsdurchmesser der Bursa),
in der oberen Hälfte verhornt. Bursa-Sack ganz weichhäu-
tig, ohne Auszeichnung und vollständig der Chitinzähne er-
mangelnd; ventral und dorsal in der Mitte des Sackes eine
kleine Partie von Punkten, die nur bei stärkerer Vergrös-
serung sichtbar sind. Der Teil des Bursa-Sackes, von wel-
chem rechts die kurze Erweiterung des Ductus seminalis
abgeht, bei prall gefüllter Bursa stark vorstehend.
Tafel-XIV, Fig.’ 60.
60. (3598.) E. variostrigata Alph. 5 Originalexem-
plar von Alpheraki. @ Christoph.
&. Uncus gebogen, zweispitzig. Valva gross, gestreckt,
mehr als zweimal so lang als breit, sonst ohne Auszeich-
nung.
P. im Verhältnis zur Valva klein und zart gebaut mit
fünf kleinen, mehr oder weniger gezähnelten Chitinstück-
chen am Schwellkörper. Ventralplatte sehr eigentümlich,
aus zwei gebogenen Chitinspangen bestehend, die vorn durch
eine schmale Brücke verbunden sind (etwas an venosata
und scriptaria erinnernd).
©. Bursa auffallend klein, fast gar nicht chitinisiert.
Ostium stark erweitert, der breite Ductus bursae schwach
chitinisiertt. Die Erweiterung des Ductus sem. rechts ab-
gehend. Der Fundus mit kleinen Stacheln besetzt, doch
so, dass auf der linken Seite die ventralen und dorsalen
Stacheln durch eine breite stachelfreie Bahn getrennt sind.
172
254 Wilh. Petersen.
Die var. artemisiata Const. (&92 Dietze) aus
Südfrankreich stimmt dermassen genau mit den asiatischen
Originalexemplaren überein, dass an der Art-Identität bei-
der Formen nicht gezweifelt werden kann, trotzdem dass
die Unterschiede in der Grösse und Färbung dies nicht
leicht vermuten lassen. Die Uebereinstimmung im Bau der
Generationsorgane fällt um so mehr ins Gewicht. als wir
es mit einer Form zu tun haben. die in der Ventralplatte
beim & und im Bau der Bursa beim 9 etwas ungewöhn-
liche Verhältnisse aufweist. 2
Tafel XIV, Fig. 61.
61. (3599.) E. bohatschi Stgr. 9 Dietze.
©. Ostium nicht erweitert; Ductus bursae sehr lang
(beträchtlich länger als der Querdurchmesser des Bursa-
Sackes) ganz weichhäutig mit Ausnahme eines schmalen,
chitinisierten Ringes ganz oben an der Uebergangsstelle
zum -Bursa-Sack. Die Erweiterung des Ductus seminalis
vom untern Teil der Bursa rechts abgehend. Der Stachel-
besatz bildet drei gesonderte Partien: erstens zieht ein brei-
ter Ring um den untern Teil der Bursa oberhalb der „Er-
weiterung“; ferner ist dorsal und ventral am Fundus je ein
grösseres Stück mit kleinen Sternstacheln bedeckt.
Sehr auffallend ist die Legeröhre gebaut (Fig. 61 B.
ov); die herzförmigen Tastkörper am Ende stark ausgebil-
det, mit feinen Borsten dicht besetzt; die ungewöhnlich
langen vier Chitinborsten, die zum Hinausschieben und da-
durch zur Verlängerung der Legeröhre dienen, lassen dar-
auf schliessen, dass das @ die Eier beim Legen sehr tief
versenkt.
Tafel XIV, Fig. 62.
62. (3600.) E. succenturiata L. 59 Estl, Livl..
Deutschl., Ural.
&- Uncus schwach gebogen, schlank (nicht bucklig ge-
wölbt), zweispitzig. Valva ohne Auszeichnung. Am Schwell-
körper des P. fünf Chitinstücke. von denen drei mehr oder
weniger gezähnelt sind, und eins sich durch eine ganz
eigenartige Form auszeichnet; es ist nämlich zweischenklig
mit nach vorn gerichteter Spitze, der eine Schenkel beträcht-
lich kürzer. Ventralplatte ungewöhnlich breit, nach hinten
etwas breiter werdend, vorn und hinten mit tiefem rund-
lichem Ausschnitt.
2. Ostium wenig erweitert, Ductus bursae kurz. Die
Erweiterung des Ductus seminalis rechts abgehend, breit
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheeia Curt. 255
und sehr lang, d. h. wenigstens zweimal so lang als der
Längsdurchmesser der Bursa. Von der Ursprungsstelle der-
selben zieht dorsal und ventral ein mit Stacheln besetzter
Streifen, der sich mit dem übrigen Stachelbesatz der Bursa
ohne Unterbrechung verbindet. Der grössere Teil der Bursa
mit Stacheln besetzt; die Begrenzungslinie der Stachelpartie
dorsal bogig, ventral fast rechtwinklig.
Tafel XV, Fig. 63.
63. (3600 bis.) E. subfulvata Hw. 59 Estl., Deutsch-
land, Ural.
Wenn wir als leitenden Grundsatz anerkennen, Arten-
verschiedenheit dann anzunehmen, wenn man von jedem
Exemplar nach bestimmten Merkmalen der Generations-
organe- mit Sicherheit angeben kann, wohin das betrefiende
Stück zu rechnen sei, so kann man hier sagen, dass wenig-
stens die 5& von succenturiata einerseits und subfulvata
Hw. nebst oxydata Tr. anderseits jederzeit leicht zu unter-
scheiden sind und zwar nach folgenden Merkmalen:
1. Bei succenturiata ist der Uncus schlank, wenig
gewölbt, fast gleich breit, bei subfulvata stark
gewölbt, dadurch sehr breit erscheinend. Hat man Exem-
plare beider Formen nebeneinander, so ist die Unter-
scheidung eine sehr- leichte und einfache.
Bei subfulvata ist die Valva spitzer zulaufend.
der Aussenrand stärker abgeschrägt. In Fig. 63 V.
sind die Valven beider Arten so übereinander gelegt.
dass die Abweichung in der Form deutlich hervortritt.
(Die punktierte Linie gilt für subfulvata, die ausge-
zogene für succenturiata.)
3. Die Ventralplatte beider Formen zeigt bedeutende Un-
terschiede cf. Fig. 62 Av. (suecenturiata) und Fig. 63
Av. (subfulvata), schliesslich Fig. 63 Avn. (oxyduta).
Bei. succenturiata ist die Ventralplatte länger, nach
hinten breiter, der distale Ausschnitt rundlich und tie-
fer, so dass zwei rundliche Zipfel gebildet werden, bei
subfulvata (und oxydata) ist die Ventralplatte kürzer,
vorn und hinten ziemlich gleich breit. der hintere Aus-
schnitt klein, fast rechtwinklig. so dass hinten zwei
breite, stumpfe Lappen entstehen, die an den Rändern
stärker chitinisiert sind.
Diese drei Unterscheidungsmerkmale sind so deutlich
ausgeprägt, dass man nach denselben die beiden Formen
leicht und sicher trennen kann. In der Form der Zähne
189)
256 Wilh. Petersen.
am Schwellkörper kann ich, wie Mr. J. N. Pierce angibt,
keine trennenden Merkmale bei unsern Festlands-Exemplaren
finden; vielleicht verhalten sich darin die englischen Exem-
plare anders.
Beim 9 habe ich an der Bursa copulatrix als einziges
stichhaltiges Unterscheidungsmerkmal gefunden, dass bei sub-
fulvata an der Stelle, wo die Erweiterung des Ductus semi-
nalis abgeht, nur eine kleine isolierte Gruppe von Zähn-
chen steht, während bei succenturiata hier ein ganzes, mit
Zähnchen besetztes Band zum übrigen Zahnbesatz der Bursa
quer hinüberzieht und sich mit diesem kontinuierlich ver-
bindet.
Es handelt sich demnach hier um zwei Arten, die
sich nach den & & mühelos trennen lassen, bei denen aber
im weiblichen Geschlecht die Unterschiede bedeutend gerin-
gere sind. Wir haben es mit Formen zu tun, die erst in
jüngster Zeit divergent geworden sind, und bei denen die
Divergenz im männlichen Geschlecht begonnen hat.
Die ab. oxydata Tr. (52 Estl., Deutschl.) summt
in beiden Geschlechtern vollständig mit der Stammart sub-
fulvata überein.
Tafel XV, Fig. 64.
64. (3603.) E. millefoliata Rössl. & Wien, © Dietze.
&. Uncus schwach gebogen, zweispitzig. Valva gross,
ohne Auszeichnung, Brachium breiter und stärker als ge-
wöhnlich. Am Schwellkörper ein sehr langer, gerader Zahn,
dahinter ein grösseres Chitinstück, ausserdem drei kleinere
gezähnelte Chitinzähne, von denen das vorderste beträcht-
lich länger als breit ist. Ventralplatte ungewöhnlich gross,
vorn bogig ausgeschnitten, nach hinten breit zulaufend, ab-
gestutzt und hier am abgestutzten Ende jederseits in einer
rundlichen Vorragung endigend.
Q. Ostium stark erweitert, weichhäutig; Ductus bursae
verschmälert, mässig lang, im obern Teil chitinisiert. Bursa-
sack schwach chitinisiert, mit deutlicher Längsstreifung; die
Erweiterung des Ductus seminalis rechts abgehend und zwar
ist die Abgangsstelle über die Mitte der Bursa hinaus stark
polwärts gerückt. Polkuppe dicht mit feinen Stacheln be-
setzt, nur die am meisten vorrückenden Stacheln etwas stär-
ker. Ausserdem findet sich noch unterhalb der Mitte (d.h.
näher zur Mündung liegend) beiderseits eine Gruppe von
etwas stärkeren Stacheln, die nur auf der ventralen Seite
. Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheeia Curt. 957
durch einzelne Stacheln mit der Stachelkappe des Fundus
verbunden ist.
Tafel XVI, Fig. 65.
65. (3603 bis.) E. druentiata Dietze. 15.229 Gall.
m. Dietze.
&. Uncus schwach gebogen, zweispitzig. Valva stumpf
lanzettlich. Am Schwellkörper vorn eine grosse, breite Chi-
tinplatte, daneben eine kleinere, hinten zwei lange, spitz zu-
laufende Zähne, die an ihrer Basis zusammenhängen (bis-
her einzig dastehende Bildung).
Ventralplatte unregelmässig herzförmig. an den Seiten
unscharf begrenzt. in der Mitte eine schwächer chitinisierte
Partie.
9. Ostium erweitert, Ductus bursae kurz; die ganze
untere Hälfte der Bursa sowie der Anfang der rechts ab-
gehenden Erweiterung des Ductus seminalis stark verhornt,
etwas streifig, dorsal und ventral in der Mitte mit einer
isolierten kleinen Gruppe feiner Zähnchen. Die ganze Fun-
dushälfte der Bursa schwach chitinisiert. farblos, dicht mit
Stacheln besetzt. Die scharfe Begrenzung der Stachelkappe
hebt sich wulstartig ab.
Tafel X VI, Fig. 66.
66. (3604.) E. scabiosata Bkh. 3 52 Dietze, Estland.
6. Uncus schwach gewölbt, zweispitzig. Valva ohne
Auszeichnung, Brachium sehr dünn. Am Schwellkörper
zwei breite, stark gezähnte Chitinplatten, von denen die eine
länger als die andere; dahinter ein freies Chitinstück.
Ventralplatte gross, vorn tief ausgerandet, nach hinten
etwas verschmälert in zwei abgerundete Enden auslaufend;
in der distalen Hälfte sind die seitlichen Ränder stärker
chitinisiert.
©. Bursa klein, Ostium stark erweitert, Ductus bursae
kurz. Die Erweiterung des Ductus seminalis rechts ab-
sehend, sehr lang, den Querdurchmesser der Bursa mehr
als dreimal übertreffend.. Die Fundushälfte der Bursa mit
einer Kappe dicht stehender Stacheln besetzt. In der un-
tern Hälfte des Bursasackes findet sich dorsal ein grös-
serer mit feinen Stacheln besetzter Fleck, der an einer
Stelle mit der Stachelkappe des Fundus in Verbindung tritt.
Tafel XVI, Fig. 67.
67. (2604b.) E. orphnata Bohtsch. 2 99 Dietze, 2 99
Draudt.
258 Wilh. Petersen.
Eine genaue Vergleichung der Bursa von scabiosata
und orphnata lässt es als fraglich erscheinen, ob wir in
letzterer nur eine Aberration der ersteren zu sehen haben.
Alle Exemplare der einen und der andern Form sind
unter sich vollkommen übereinstimmend, zeigen aber gegen-
einander konstante Unterscheidungsmerkmale, die viel be-
deutender sind, als z. B. bei satyrata und pernotata oder
succenturiata und subfulvata, bei welchen, wie wir gesehen
haben, die 5 & schon viel stärker divergent geworden sind.
Es würde aber auch hier erst die Untersuchung des & den
Ausschlag geben. Leider habe ich kein Exemplar von
orphnata & zur Untersuchung erhalten können.
Bei scabiosata ist die Bursa viel kleiner, rundlicher,
bei orphnata grösser, länglich birnförmig. Bei scabiosata
ist der dorsale Dornenfleck im unteren Teil der Bursa mit
der Stachelkappe des Fundus durch eine einzige Brücke ver-
bunden, bei orphnata verbinden sich zwei Ausläufer mit
derselben, so dass dazwischen eine kleine stachelfreie Insel
entsteht. Ferner bildet bei scabiosata ventral der Rand der
Stachelkappe einen gleichmässigen, flachen Bogen, wäh-
rend bei orphnata der Rand einen tiefen Ausschnitt zeigt.
Endlich ist bei orphnata die Erweiterung des Ductus semi-
nalis relativ noch länger, etwa viermal so lang als der
Querdurchmesser der Bursa.
Sehr interessant ist bei dieser Art das Verhalten der
Spermatophoren. Zwei Exemplare enthielten vollständige
Spermatophoren, deren ungewöhnlich langes Collum die
ganze Erweiterung des Ductus sem. bis zum Abgang des
fadenförmigen eigentlichen Ductus seminalis durchzieht.
Somit zeigt sich auch hier, dass diese „Erweiterung des
Ductus seminalis“ noch als Teil des eigentlichen Bursa-
Sackes anzusehen ist, wie ich das auch an anderen Arten
bewiesen zu haben glaube (Zeitschrift für wiss. Zool.
Band 88, Heft 1 p. 117ff. 1907), und nicht als Ductus semi-
nalis.
Tafel XVI, Fig. 68.
68. (3605.) E. amplexata Chr. &9 Dietze (59
Ussuri, @ Amur Radde.)
Steht im Katalog sicher an einer falschen Stelle und
gehört fraglos in die satyrata-Gruppe.
ö. Uneus schwach gebogen, zweispitzig. Valva ohne
Auszeichnung. Am Schwellkörper vier Chitinzähne: ganz
vorn ein kleiner sehr breiter Zahn, in der Mitte zwei läng-
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheeia Curt. 259
liche. von denen der eine sehr breit ist, alle drei gezäh-
nelt. Hinten ein längerer Zahn mit verschmolzenem End-
stüickchen. Ventralplatte herzförmig stumpf endend (ähn-
lich wie bei satyrata).
©. Bursa der von satyrata sehr ähnlich, dorsal mit
deutlicher Längsstreifung und einer kleinen Gruppe von
Zähnchen ventral und dorsal an der Ursprungsstelle der
Erweiterung des Ductus seminalis. Als wichtigstes Unter-
scheidungsmerkmal ist die Ausdehnung des Stachelbesatzes
am Fundus zu betrachten. Derselbe tritt so weit zurück.
dass dorsal der grösste Teil der Bursa stachelfrei und auf
der rechten Seite die Entfernung vom Rande der Stachel-
kappe bis zum Ursprung der Erweiterung des Ductus semi-
nalis doppelt so gross als von dort bis zum Beginn des
Ductus bursae ist. Ostium erweitert, weichhäutig; der kurze
Ductus bursae und der Bursa-Sack schwach verhornt. Ven-
tral rückt der Stachelbesatz des Fundus bedeutend weiter
vor, als dorsal, und es dringt eine stachelfreie Bahn in den-
selben ein in einem Bogen, der unterhalb des Poles, also
ganz ventral bleibt.
Tafel XVII, Fig. 69.
69. (3606.) E. denticulata Tr. 2 529 Dietze.
Aus der scabiosata-Gruppe.
&. Uncus buckelig gewölbt, zweispitzig. Valva sehr
spitz zulaufend.. Am Schwellkörper vier Chitinzähne: zwei
breit, stark gezähnelt, einer lang, hinten bogig ausge-
schnitten; an ihn setzt sich das ziemlich grosse Endstück
an. Ventralplatte ungewöhnlich gross und breit, vorn und
hinten ausgerandet, distal in zwei stumpfe Enden auslau-
fend, die etwas nach oben gebogen sind.
9. Ostium erweitert, Ductus bursae kurz, verhornt.
Die Erweiterung des Ductus seminalis rechts abgehend, un-
gewöhnlich lang, sehr breit beginnend, die Partie des Bursa-
Sackes an der Abgangsstelle stärker chitinisiert. Der grösste
Teil des Bursa-Sackes beiderseits dicht mit feinen Stacheln
besetzt, nur eine kleine Partie in der unteren Hälfte der
Bursa freilassend.
Von den verwandten Arten durch die stark verhornte
Partie an der weit nach oben gerückten Ursprungsstelle der
„Erweiterung“ und den nirgends unterbrochenen Stachel-
besatz des Fundus unterschieden.
260 Wilh. Petersen.
70. (3607.) E. impurata Hb.
Wird in einem Nachtrag besprochen werden, da
die Untersuchung zur Zeit noch nicht fertig ge-
stellt werden könnte.
Tafel XVII Fig. 71.
71. (3608.) E. semigraphata Brnd. 1 $, 3 29
Dietze, 1 & Belv.
Diese Art steht der denticulata so nahe; dass ich hier
nur die unterscheidenden Merkmale hervorheben will.
Beim & ist der Uncus schwach gekrümmt, ohne die
buckelartige Erhöhung. Am Brachium ist das- Ende stark
kolbig verdickt, bei denticulata ist das Brachium
schlank.
Die Zähne am Schwellkörper, wie die Zeichnung zeigt.
in ihrer Form stark verschieden, das Endstück stärker, die
kleinen Platten nur schwach gezähnelt. Ventralplatte bei
gleicher Länge merklich schmäler.
Beim 9 ist der Stachelbesatz der Bursa viel spärli-
cher, auf der linken und besonders auf der rechten Seite
bleibt eine grössere Partie ganz stachelirei.
Tatel XVIH,TRieT2,
72. (8610.) E. litographata Chr. 52 Schahkuh,
(Draudt det.).
Drei Exemplare (1 9), die ich in Nordpersien fing.
wurden mir von Draudt als zu dieser Art gehörig bestimmt.
Die Art ist vom Grossfürsten N. M. Romanoff nach einem
© beschrieben, das von Christoph bei Ordubad gesammelt
wurde; in der Beschreibung wird sie in treffiender Weise
mit graphata verglichen, denn sie steht in der Tat im Bau
des Sexualapparates der setaceata sehr nahe.
6. Uncus gebogen, zweispitzig, am Ende etwas brei-
ter als an der Basis. Valva mit gerundetem Hinterwinkel.
Am Schwellkörper des P. ausser der Granulation eine grös-
sere gebogene Chitinplatte, die sehr schwach chitinisiert und
deren Grenzen daher schwer festzustellen sind; jedenfalls ist
sie ähnlich geformt wie bei graphata, nur vorn abgerundet,
die beiden Enndstückchen sind stärker chitinisiert. Ventral-
platte lang herzförmig, distal ausgeschnitten, so dass zwei
hakenförmige Spitzen entstehen.
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupithecia Curt. 261
0. Ostium stark erweitert, weichhäutig. Bursa-Sack
sehr ähnlich dem von setaceata (aus Digne), nur grösser,
der Zahnbesatz weiter vordringend; am unteren Teil der
Bursa auch dorsal eine Gruppe von Zähnchen, während
bei setaceata nur ventral eine Reihe schwacher Zähn-
chen auf der rechten Seite zum Ductus bursae hinzieht.
Die ganz kurze Erweiterung des Ductus semin. trennt
diese Art, sowie die folgenden weit von der semigraphata-
Gruppe.
Interessant ist auch bei dieser’ Art die gelbgraue Grund-
färbung statt der grauen.
Tafel XVIIL, Fig. 73.
73. (3614.) E. graphata Tr. 2 529 Dietze.
6. Uneus schlank, zweispitzig, Valva ohne Auszeich-
nung. Am Schwellkörper ausser starker Körnelung eine
breite Chitinplatte, die hinten ausgerandet ist, dahinter noch
ein freiliegendes kleines Chitinstück. Ventralplatte herzför-
mig, distal in zwei sehr kurze Spitzen auslaufend.
9. Ostium erweitert. Ductus bursae kurz, hornig. Der
untere kleinere Teil der Bursa weichhäutig mit Ausnahme
des an den Ductus stossenden Teiles. Die Erweiterung des
Ductus seminalis rechts abgehend, schwach ausgebildet und
kurz, an ihrem Ursprung ventral eine Reihe feiner Zähn-
chen, ebenso an der Grenze des Ductus bursae dorsai ver-
einzelte Zähnchen. Der ganze Fundus der Bursa von ei-
ner Stachelkappe besetzt, die dorsal und ventral einen Vor-
sprung bildet.
74. (3614a.) E. v. setaceata Dietze. 2 8,39
Dietze (Digne).
Draudt fand, dass die Eier von setaceata dermassen ab-
weichen von denen der graphata, dass er beide Formen
„unbedingt artlich zu trennen“ gezwungen ist.
Ich wage auf mein Untersuchungsmaterial hin nicht,
die Frage der Artverschiedenheit mit voller Sicherheit zu
entscheiden, da ich trotzdem, dass mir die QQ@ aus Digne
mit kleinerer Bursa und verhältnismässig stärker erweiter-
tem Ostium etwas verschieden zu sein scheinen, doch keine
obiektiven Unterscheidungsmerkmale finden kann.
Tafel XVII, Fig. 74.
4a. E. drupisaria Sohn-Rethel. 2 &9 (Draudt).
Diese Form kann ich ebenfalls weder von setaceata
noch von graphata trennen, trotzdem in der Zeichnung auf
262 Wilh. Petersen.
den ersten Blick die kleinere und weniger stark gefüllte
Bursa einen total verschiedenen Eindruck macht. Die Sta-
cheln scheinen bei drupisaria in deutlichen Reihen zu stehen,
da der Bursa-Sack weniger prall gefüllt ist, dadurch er-
scheint auch die Verteilung der Bedornung in der Dorsal-
ansicht etwas verschieden.
Tafel XVII, Fig. 75.
75. (3616.) E. seriptaria HS. (sec. Dietze rectius: un-
data RIES) 02,9, 1.08
Beide (Geschlechter von ganz ungewöhnlicher Bildung
und gar nicht in die graphata-Gruppe gehörend.
6. Uncus schwach gebogen, mit einfacher Spitze.
Valva auffallend klein, gerundet. Am Schwellkörper des
die Valva an Länge überragenden Penis zwei starke Zähne,
der eine durch Länge, der andere durch Breite ausgezeich-
net, davor und dahinter ie ein schwächeres Chitinstück.
ganz hinten ein kleines Endstück, so dass im ganzen fünf
setrennte Chitingebilde vorhanden sind.
Ventralplatte aus zwei breiten distal hakig endigenden
Chitinspangen bestehend, die vorn verbunden sind.
0. Ostium breit, fein punktiert, schwach chitinisiert.
Ductus bursae sehr kurz und breit. Bursasack ungewöhn-
lich lang, fast das ganze Abdomen einnehmend, im untern
Teil stärker chitinisiert. mit vereinzelten unregelmässig ver-
teilten Stacheln besetzt, auf der rechten Seite eine Vor-
ragung. von dem der dünne Ductus sem. abgeht. Der ganze
Fundus vollständig weichhäutig, ohne jeden Stachelbesatz,
das Mittelstück des Bursa-Sackes verengt.
Die von allen übrigen Formen stark abweichende Bil-
dung der Bursa könnte man sich hervorgegangen denken
aus der Bursa von plumbeolata, durch Verlängerung des
Bursa-Sackes und Einschnürung in der -Mitte. (Leider habe
ich nur ein @ mit collabierter Bursa untersuchen können.)
Tafel XIX. Eig. 76.
76. (3620.) E. spissilineata Metzn. &9 Dalmatien.
Aus der Verwandtschaft der graphata.
6. Uncus sehr schwach, wenig gebogen, zweispitzig.
Die Bildungen am Schwellkörper erinnern sehr an die von
graphata. Vorn zwei kleinere gezähnelte Stücke, dann eine
grössere, hinten ausgeschnittene Platte, daranhängend ein
kleines Endstück. Im übrigen auch bei dieser Art eine
starke Körnelung am Schwellkörper.
Eiu Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheeia Curt. 263
Ventralplatte lang, wenig verschmälert, am distalen
Ende fast gestutzt, etwas asymetrisch endend.
9. Bursa von gewöhnlichem Habitus, Ostium mässig
erweitert, Ductus bursae kurz, nur das obere Stück ver-
hornt. Am Bursa-Sack nur der untere, kleinere Teil stachel-
frei, und auch hier dorsal eine kleine Gruppe feiner Sta-
cheln, die vom Ursprung der „Erweiterung“ quer über die
Bursa zieht. Die Erweiterung des Ductus seminalis auf
der rechten Seite breit abgehend, kurz, an der Abgangs-
stelle ein rundlicher starker Chitinfleck.
Tafel XIX. Fig. 77.
77. (bis 3620.) E. fuseicostata Chr. 2Q9Q9 aus Kasi-
koparan in Transkaukasien (von Christoph gesammelt).
Q. Nach der Bursa zu urteilen aus der graphata-
Gruppe. der spissilineata nahestehend, von ihr durch fol-
zende Merkmale unterschieden:
1. Der verhornte Teil des Ductus bursae länger als breit.
2. Die Erweiterung des Ductus seminalis bedeutend län-
ger ınd stärker als bei spissilineata (länger als der
@Querdurchmesser der Bursa).
3. Im untern Teil der Bursa zieht vor dem Abgang der
„Erweiterung“ (dorsal ein breites Band starker Sta-
cheln quer über die Bursa (bei spissilineata nur ver-
einzelte Stacheln).
4. Trotz der bedeutenderen Grösse dieser Art ist die
Bursa beträchtlich kleiner als bei spissilineata.
Leider liegt mir kein & zur Untersuchung vor, so
dass die Frage offen bleibt, zu welcher Gruppe fuscicostata
gehört, was sich durch die Untersuchung des & wohl fest-
stellen liesse. Eins memer Exemplare trägt die Bezeich-
nung von Staudingers Hand: „n. sp. bei spissilineata?“ das-
selbe war ihm von Christoph zur Begutachtung eingeschickt
worden. Dr. Draudt bemerkt zu demselben Exemplar, dass
es als fuscicostata‘ Chr. zur aggregata—satyrata—perno-
tata— Verwandtschaft gehöre und mit spissilineata. die zur
plumbeolata-Gruppe gehöre, nichts zu tun habe. Wenn Chri-
stophs Determination der beiden mir vorliegenden Stücke von
spissilineata aus Dalmatien richtig ist, so würde fuseico-
stata der spissilineata näherstehen, beide dagegen von plum-
beolata weit verschieden sein.
264 Wilh. Petersen.
Tafel XIX, Fig. 18.
78. (3623.) E. plumbeolata Hw. 2 &Q Dietze, Draudt.
10 &9 Estland, Ural, Polen.
&. Uneus gebogen, zweispitzig; Valva mit stumpfem,
abgerundetem Hinterwinkel, Basalhälfte der Valva mit paral-
lelem oberen und unterem Rande. Am Schwellkörper drei
Chitinstücke: ein grösserer gebogener Zahn, in der Mitte
darunter ein kleinerer Zahn, hinten ein freies Endstückchen.
Ventralplatte vorn ausgerandet, nach hinten in zwei sehr
lange Spitzen auslaufend. Endstück des Penis am caudalen
Ende breiter als am ovalen.
9. Ostium erweitert, Ductus bursae oben mit einem
schmalen Chitinring abschliessend. Bursa-Sack darin won
der typischen Form abweichend, als nur der untere Teil
mit Stacheln besetzt, der Fundus dagegen vollständig glatt
ist.
Die Stacheln der untern Bursahälfte stehen regellos und
nicht sehr dicht. ein Streifen oberhalb der rechts abgehen-
den Erweiterung des Ductus seminalis ganz stachelfrei.
Nur bisweilen verbinden, ungefähr in der Mitte des Bursa-
Sackes vereinzelte schwächere Zähnchen auch auf der rech-
ten Seite den Zahnbesatz der dorsalen und ventralen Seite.
Die „Erweiterung“ ist am Anfang stärker chitinisiert.
Natel RIXH IE 08
79. (—.) E. homogrammata Dietze. 3 59 Dietze,
Amur (Radde), Ussuri.- Iris 1908, pr 191, Dar. IT We
und 4.
Diese Art erhielt ich von Herrn Dietze mit der Auf-
forderung, zu untersuchen, ob sie nicht identisch mit iso-
grammaria HS. sei.
Nun lehrt ein Blick auf die Figuren 78, 79 und 8,
dass homogrammata weit verschieden von dieser Art ist,
dagegen sehr nahe Beziehungen zu plumbeolata besitzt. Die
Verwandtschaft ist eine so nahe, dass die 99 schwer zu
trennen sind, während die Unterscheidung der & & eine sehr
leichte ist und keinen Zweifel an der Artverschiedenheit
beider Formen lässt.
Am Schwellkörper des P. finden sich bei homogram-
mata ebenfalls drei Chitinstücke, doch sind die beiden vor-
deren Zähne nahezu von gleicher Länge, während bei
plumbeolata der kleinere Zahn nur zirka ein Drittel der
Länge des grösseren besitz. Das Endstück des P. ist am
caudalen Ende bei homogrammata breiter, als am oralen.
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheeia Curt. 265
Beim @ von homogrammata ist die Bursa auf der lin-
ken Seite mit einem Vorsprung versehen, der dadurch deut-
licher hervortritt, dass oberhalb desselben eine leichte Ein-
schnürung den stachelfreien Fundus vom zahnbesetzten un-
tern Teil der Bursa trennt. Ferner ist bei homogrammata
die Streifung im untersten Teil des Bursa-Sackes stärker,
die Chitinisierung am Beginn der „Erweiterung“ geringer,
und endlich geht der Stachelbesatz in der Mitte des Bursa-.
Sackes in einem geschlossenen Gürtel um die ganze Bursa
herum, während bei plumbeolata auf der rechten Seite meist
ein breiter stachelfreier Streifen dazwischen liegt. Die art-
liche Spaltung beider Formen fällt wohl in eine jüngere
Zeit, und es sind hier die unterscheidenden Merkmale beim
5 viel stärker ausgeprägt als beim ©.
Tafel XIX, Fig. 80.
80. (3023 bis.) E. thalietrata Püngl. 529 Wallis.
&. Unens kurz, zweispitzig. Valva mit stumpfem Hin-
terwinkel.e. Am Schwellkörper fünf getrennte Chitinstücke,
hinter der Mitte das in der graphata-Gruppe vorkommende.
hinten bogig ausgeschhnittene Stück, die beiden vorderen
Zähne klein. Ventralplatte vorn ausgerandet, nach hinten
wenig verschmälert, stumpf endend.
9. Ostium sehr stark erweitert, weichhäutig. Ductus
bursae kurz, verhornt. Die Bursa zerfällt in zwei scharf
seschiedene Hälften: die untere stachelfrei mit der rechts
abgehenden Erweiterung des Ductus seminalis, — die Fun-
dushälfte dicht mit Stacheln besetzt, welche besonders in der
Randzone lang und spitz sind.
Tafel XX, Fig. 81.
81. (3624.) E. immundata Z. 2 &, 3 2 Dietze.
&. Uncus stark gebogen, zweispitzig, Valva klein, hin-
ten gerundet. Am Schwellkörper fünf starke, lange Zähne
und ein kleines „Endstückchen“. Ventralplatte vorn schwach
ausgerandet, distal in zwei Spitzen auslaufend, die zirka
ein Drittel der Plattenlänge betragen.
9, Ostium breit, Ductus bursae sehr breit, im obern
Teil verhornt. Im untern Teil der Bursa ein mit Stacheln
besetztes Schrägband dorsal und ventral über die Bursa
ziehend zum Ursprung der stark vortretenden Erweiterung
des Ductus seminalis. Fundus mit scharf abgesetzter Sta-
chelkappe, die sehr dicht mit Zähnen besetzt ist.
Tafel XX, Fig. 81bis,
81 bis. (3625.) E. isogrammaria HS. 2 8, 49
Dietze.
266 Wilh. Petersen.
-
Diese Art steht in bezug auf den Uncus ganz ausser-
halb des Gattungstypus.
6. Uncus ganz verkümmert, statt dessen eine breite
Hornplatte (Fig. Slbis A. v.), die den Enddarm von oben
deckt. Am gekörnelten Schwellkörper nur ein schwach chi-
tinisierter langer Zahn und ein kleines Endstück dahinter.
P. auffallend klein.
Ventralplatte vorn schwach ausgerandet, nach hinten
in zwei Spitzen auslaufend, die durch eine sehr dünne
Membran verbunden sind.
©. Ostium nicht erweitert, Ductus bursae lang. eng,
nur im obern Teil verhornt; die Erweiterung des Ductus
seminalis vom untersten Teil der Bursa rechts abgehend.
Der grösste Teil des Bursa-Sackes aus weichem farb-
losen. Chitin bestehend. stachelfrei; dorsal und ventral je
ein breiter Streifen mit Stacheln besetzt, welche die Bursa
der Länge nach fast bis zum Pol durchziehen und im un-
tern Teil der Bursa auf der linken Seite verschmolzen sind.
Tafel’ XX,s 152,82;
82. (3626.) E. valerianata Hb. 59 Dietze, 2 & Est-
land (Draudt det.).
ö. Uncus kurz, zweispitzig, die untere Spitze stärker und
breiter. Denkt man sich diese untere Spitze noch stärker ver-
breitert und flacher werdend, bei gleichzeitiger Verkümme-
rung der oberen Spitze, so könnte die Form des Uncus
daraus entstehen, wie wir sie bei isogrammaria haben.
Valva mit gleichmässig abgerundetem Hinterwinkel;
Brachium sehr schlank. Am Schwellkörper vorn ein geho-
genes Chitinstückchen, hinten drei Zähne, von denen zwei
sezähnelt, einer glatt mit daranhängendem kleinen Endstück.
Ventralplatte lang herzförmig, distal durch eine tiefe Aus-
randung zwei hakige Spitzen bildend.
@. Bursa mit mässig erweitertem Ostium. Ductus bur-
sae breit, im oberen, dem Fundusteil, verhornt. Die Erwei-
terung des Ductus seminalis dorsal breit abgehend,
an der Basis mit Zähnchen und Streifen. Fundus
dorsal mit einem in regelmässigem Bogen begrenzten,
(dichten Stachelbesatz, ventral der Bursasack an den Rän-
dern stachelfrei, in der Mitte mit einer grösseren geschlos-
senen Gruppe von Stacheln.
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheeia Curt. 267
Tafel XX, Fig. 83.
83. (3627.) E. pygmaeata Hb. 2 5, 6 299 Estland,
Ural, Königsberg, Hamburg.
Eine sehr auffallend gebildete Art; trotz der grossen
Verschiedenheit in Färbung und Habitus, je nach der Lo-
kalität, doch von vollständig übereinstimmendem Bau der
Generationsorgane.
6. Uncus schlank, mit einfacher Spitze. Valva
von trapezoider Form, Brachium kurz und dick.
P. kaum dreimal länger als dick. Am Schwellkörper
vier sehr grosse Zähne, von denen die drei oberen nach
vorn (caudal) in schwach gekrümmte Haken auslaufen, hin-
ten ein kleines Endstück.
Ventralplatte aus zwei getrennten Stücken bestehend,
die, vorn verdickt, nach hinten (distal) in zwei sehr feine
Spitzen auslaufen.
Q@. Bursa ganz abweichend vom Typus der Gattung,
mit abgeschnürtem, weichhäutigem Fundus (resp. Bursa-An-
hang), der ganz stachelfrei ist.
Ostium breit, Ductus bursae breit und sehr kurz. Der
mittlere Teil der Bursa zerstreut mit Stacheln besetzt, auf
der linken Seite zwei stachelfreie Vorsprünge, zwischen
denen sich eine stärker chitinisierte Partie befindet. Die Er-
weiterung des Ductus seminalis geht ventral ab, ungewöhn-
lich stark nach oben gerückt, d. h. von der Mündung der
Bursa entfernt. Von der Abgangsstelle bis zum Ductus bur-
sae zieht sich eine breite stachelfreie Bahn. Der Fundus,
eine stachellose gestielte Blase bildend, setzt sich asymme-
trisch an die linke Seite der Bursa an.
Auch bei dieser Art sah ich eine Spermatophore mit
langem Collum die Erweiterung des Ductus seminalis durch-
ziehen. Da die grosse. Spermatophore sich nur im mittle-
ren Teil der Bursa befand, so wird der oben „Fundus“ ge-
nannte Teil vielleicht richtiger als „Bursa-Anhang“ zu be-
zeichnen sein. Solch ein Bursa-Anhang, in dem ich nie
Spermatophoren gefunden habe, ist charakteristisch für die
Familie der Pieridae, findet sich aber vereinzelt auch in
andern Familien, z. B. bei den Hesperidae, Limenitis, bei den
Neotropidae und unter den Pyralidinae in der Gattung Sco-
paria.
268 Wilh. Petersen.
Tafel XXI, Fig. 84.
84. (3627 bis.) E. zibellinata Chr. b. sp. 59 Dietze
(& Ussuri, @ Amur Radde).
Dietzes Anfrage, ob zibellinata von pygmaeata ver-
schieden sei, da nach Draudts Untersuchung das Ei ver-
schieden, muss mit Entschiedenheit bejiahend beantwortet
werden. da bei beiden Geschlechtern kein einziges
Stück des Genitalapparates gleiche Bildung
zeigt.
6. Uneus rudimentär, nur als schwach chitini-
sierte Platte den Enddarm von oben deckend (ähnlich wie
bei isogrammaria). Valva von gewöhnlicher Bildung, gleich-
mässig abgerundet. Am Schwellkörper nur zwei sehr kleine
Chitinstückchen und eine leichte Körnelung. Ventralplatte
vorn sehr seicht ausgerandet, distal in zwei Spitzen aus-
laufend, die % der Gesamtlänge messen.
®. Bursa von typischer Bildung. Ostium und Dwuctus
bursae breit. Der grösste Teil der Bursa mit Stacheln be-
setzt, nur der untere, mässig verhornte Teil derselben, ei-
nige Zähnchen ausgenommen, stachelfrei. Die Länge der
rechts abgehenden Erweiterung des Ductus seminalis unge-
fähr dem Querdurchmesser der Bursa gleich. Auf der lin-
ken Seite der Bursa ungefähr in der Mitte eine schwache
Vorragung.
Tafel XXI Fig. 85.
85. (3628.) E. ultimaria B. (minusculata Alph. cf.
N. 15). &9. Dietze.
Ein Pärchen dieser Art efwies sich als vollständig
identisch in beiden Geschlechtern mit minusculata Alph., so
dass minusculata als Varietät von der früher beschriebenen
ultimaria zu betrachten ist.
6. Uncus zweispitzig, die untere Spitze stärker und
abgerundet. Valva sehr zart und klein, kürzer als der P.,
Schwellkörper mit einem dichten Gewirr von Chitinfasern,
in welchem einige stärkere Platten nur undeutlich zu un-
terscheiden sind. Ventralplatte aus zwei getrennten Chitin-
spangen bestehend, die in der Mitte erweitert, am distalen
Ende aufwärts gebogen sind.
2. Dem stark erweiterten Ostium bursae liegen dorsal
zwei eigentümliche sackartige Gebilde auf. Ductus bursae
kurz. Die Erweiterung des Ductus sem. von der Mitte des
Bursa-Sackes rechts abgehend, vor der Abgangsstelle eine
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupithecia Ourt. 269
Chitinwulst mit 4—5 stärkeren und einigen schwächeren
Zähnen.
Bursa-Sack schlank, Fundus dicht mit Sternzähnen be-
setzt, die sich auf der linken Seite weit nach unten zur
Mündung hinziehen. Randstacheln stark. Bemerkenswert
ist, dass bei ultimaria und minusculata die einzelnen Teile
des Sexualapparates bei beiden Geschlechtern in der Grösse
nicht verschieden sind, trotzdem meine Exemplare von mi-
nusculata bedeutend kleiner sind als die von ultimaria.
Tafel XXI, Fig. 86.
86. (3629.) E. massiliata Mill. 2 & (eins von Dietze).
&. Uncus gebogen, zweispitzig. Valva ungewöhnlich
gebaut: mit erweitertem unterem Rande, der am Hinterwin-
kel in einem fast rechtwinkligen Lappen vorspringt.
Am Schwellkörper ein langer spitzer Zahn, der fast
den ganzen, sehr schwächlichen P. durchzieht, daneben zwei
kleinere Chitinstücke, das obere derselben länglich, hinten
ein kleines Endstück. Ventralplatte kaum sichtbar, die Reste
derselben bilden zwei kleine parallele Chitinstäbe.
Tafel-XXI,,Fig. 837.
87. (3630.) E. tenuiata Hb. 3 &, 4 2 Dietze.
Mit sehr eigenartiger Bildung der Bursa. Uncus sehr
kurz, gewölbt, plump, zweispitzig. Valva ohne Auszeich-
nung. Am Schwellkörper nur ein kleines Chitinstück, das
breiter als lang ist. Ventralplatte breit, nach hinten mäs-
sig verschmälert, stumpf endend, die stärker chitinisierten
Ränder in etwas nach oben gebogene Spitzen auslaufend.
Q©. Ostium erweitert, mit ungewöhnlich langem Duc-
tus bursae, der, im oberen Teil verhornt, ohne scharfe
Grenze in den Bursa-Sack übergeht. Die Erweiterung des
Ductus seminalis auf der ‘rechten Seite abgehend, an ihrer
Ursprungsstelle setzt sich der eiförmige Fundus der Bursa
an, zuweilen sich quer daran legend (Fig. 87 B. II). Der-
selbe ist sehr dicht mit feinen Stacheln besetzt, die auf der
linken Seite etwas stärker sind und hier dichter stehen.
Tafel XXI, Fig. 88.
88. (3631.) E. inturbata Hb. & Dietze.
&. Am gewölbten, plumpen Uncus ist nur die obere
Spitze deutlich ausgebildet. Valva von gewöhnlicher Form.
Penis ausserordentlich dünn und zart, ohne Zähne am
Schwellkörper, und mit einem sehr schwachen Chitinstück-
chen in der Mitte.
18*
270 Wilh. Petersen.
Ventralplatte vorn seicht ausgerandet. nach hinten in
zwei lange Spitzen auslaufend, die vorn durch eine nur
schmale Querbrücke verbunden sind.
Tafel XXI, Fig. 89.
89. (3634.) E. nanata Hb. 3 59 Dietze, 1 5 Tirol,
1 Gall.
Gehört zur innotata-Gruppe.
6. Uncus schlank, gebogen, zweispitzig. Valva mit
etwas stärker chitinisierfiem unterem Rande, der am Hinter-
winkel in einen sehr kleinen Zahn ausläuft. Brachium gross.
Am Schwellkörper zwei kleine Zähne, deren Längsdurch-
messer bedeutend kleiner als der Querdurchmesser des P.
ist, ausserdem eine grössere gebogene Chitinplatte, die hin-
ten (in suti! oral) in zwei verbreiterterte Enden ausläuft. Fer-
ner findet sich am Schwellkörper eine Längswulst, die mit
sehr _feinen Chitinzähnchen besetzt ist. Ventralplatte lang
herzförmig, stumpf endend.
©. Bursa mit sehr stark erweitertem Ostium, das eine
distal verjüngte, punktierte Platte trägt. Ductus bursae kurz,
schwach verhornt. Bursa im untern Teil mit einigen Längs-
streifen, links ein kleiner Vorsprung, die Erweiterung des
Ductus seminalis dorsal in der Mitte mit sehr breiter
Ursprungsstelle abgehend. Die Fundushälfte der Bursa dicht
mit sehr feinen Stacheln besetzt.
Die var. pauxillaria B. (2 859 Estl.) stimmt in
allen Stücken vollständig mit der Stammart nanata überein.
Tafel XXII, Fig. 90.
90. (3635.) E. hyperboreata Stgr. & Fen. sept. von
Staudinger stammendes Stück. (Dietze) &9 Estland. 9
Pommern.
Der nanata sehr nahestehend, aber von ihr artlich ver-
schieden, wenn auch die Q9 kaum sichere Unterschei-
dungsmerkmale aufweisen.
6. Uncus schwach gebogen, zweispitzig; an der Valva
ist der untere Rand in einem breiten Streifen stärker chiti-
nisiert und läuft am Hinterwinkel in einen spitzen Dorn
aus, während bei nanata nur eine verschwindend kleine
Spitze vorhanden ist. Brachium sehr breit und stark. Am
Schwellkörper sind die beiden vordern Zähne bedeutend
grösser, als bei nanata; ihr Längsdurchmesser erreicht oder
übertrifft den Querdurchmesser des Penis. Ventralplatte herz-
föürmig, distal abgestumpft. Die Bursa des @ von hyper-
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheeia Curt. 271
boreata gleicht so sehr der von nanata, dass ich beide
Arten nach der Bursa allein nicht mit Sicherheit zu unter-
scheiden vermag.
Wir haben also auch hier wieder ein Beispiel. wo die
Artunterschiede bei den && schärfer zum Ausdruck kom-
men. ‚Jedenfalls hat sich hyperboreata erst in jüngster Zeit
abgetrennt.
Tafel XXII, Fig. 91.
91. (3656.) E. innotata Hfn. 10 59 Estland, 2 &
Germ., 2 5 Uralsk, 1 © Dietze.
5. Uncus gebogen, zweispitzig. Valva ohne Auszeich-
nung, der Hinterwinkel derselben etwas markiert (in der
Zeichnung nicht angedeutet); Brachium stark, am Ende
nicht verdickt.
Am Schwellkörper findet sich ausser der einen grossen
Chitinplatte nur noch vorn ein kleiner Zahn. Ventralplatte
vom satyrata-Typus.
©. In der Bildung der Bursa ist die innotata-Gruppe
dadurch ausgezeichnet, dass die Erweiterung des Ductus
seminalis von der rechten Seite weg stark auf die linke
Seite des Bursa-Sackes gerückt, dorsal abgeht.
Ostium sehr stark erweitert, fein punktiert mit einer
dreieckigen Platte aus braunem Chitin. Ductus bursae kurz.
Der untere Teil des Bursa-Sackes mit zahlreichen Längs-
streifen versehen, der obere (Fundus-)Teil dicht mit feinen
Stacheln besetzt; der Stachelbesatz ventral noch etwas wei-
ter vordringend als dorsal, auf der rechten Seite etwas stär-
kere Randstacheln (an der Stelle. wo sonst die „Erweite-
rung“ abgeht).
Unsere estländischen Exemplare, es liegen mir zirka 60
vor, haben durchweg eine blaugraue Grundfarbe, mit sehr
geringer brauner Einmischung. Es ist hier ein analoges
Verhältnis wie bei indigata und furfosata und da unsere
v. fraxinata die braune Färbung beibehalten hat. so dürfte
die estländische Form von innotata als Lokalvarietät einen
eignen Namen verdienen: var. grisescens.
Die’v. ta marıscrata Err-($- Germ,, 9 -Tirof)
stimmt in beiden Geschlechtern mit der Stammart nanata
überein.
E. innotata v. fraxinata Crewe. 59 Bozen, Estland.
Während beim @ die Bursa vollständig mit der von
innotata übereinstimmt — die Grenze des Stachelbesatzes ist
bei innotata etwas variabel —, weicht der aus Bozen
972 Wilh. Petersen. wi!
stammende & darin ein wenig ab, dass 1. am Schwellkörper
P. das eine Endstück der grossen Chitinplatte scheinbar
frei, d. h. nicht zusammenhängend mit demselben ist, in-
dem die verbindende Chitinbrücke nicht aus brau-
nem Chitin besteht und 2. der untere Rand der Valva stär-
ker chitinisiert und der Hinterwinkel durch einen sehr klei-
nen stumpfen Vorsprung markiert ist. Ein estländisches
Stück, das mir von Bohatsch als fraxinata bestimmt wurde,
bildet einen Uebergang von dieser Abweichung zur gewöhn-
lichen Form der Stammart. i
Wir haben danach wohl in innotata eine Form zu
sehen, deren Artbild schon etwas ins Schwanken geraten
ist und die eben in den ersten Anfängen neuer Formbil-
dung steht, wie auch die bisher als eigene Art bezeichnete
unedonata Mab. nebst parallelaria Boh. zeigt. Diese For-
men habe ich nach meinem bisherigen Material nicht von
innotata trennen können.
Natel XXI. Ri2292.
92. (3638.) E. unedonata Mab. 1 8, 3 22 Dietze.
Bei innotata reicht der Stachelbesatz des Bursa-Sackes
im allgemeinen nicht so weit, wie bei unedonata, doch gibt
es hier Varianten, so dass eine sichere Trennung beider
Formen mir nicht möglich erscheint, zumal bei unedonata
der etwas stärker markierte Hinterwinkel an der Valva des
6 sich auch- bei fraxinata findet und somit kein stichhalti-
ges Unterscheidungsmerkmal bildet.
Auch die v. parallelaria Bohatsch (9 Dietze)
kann ich weder von unedonata noch von innotata unter-
scheiden, so dass meiner Meinung nach beide nur als Lokal-
varietäten von innotata zu betrachten sind.
Tafel XXIN, Fig. 93.
93. (3641.) E. phoeniceata Rbr. 2 &Q Dietze.
Eine vom gewöhnlichen Typus ganz abweichend ge-
baute Form.
8. Uncus kurz, gebogen, zweispitzig.
Valva ohne Auszeichnung. Am. Schwellkörper vier ge-
trennte Chitinbildungen: ein spitzer, gleichmässig dicker
Zahn, last von der Länge des Penisrohres, ein zweiter et-
was kürzerer, dahinter ein noch schwächerer Doppel-Zahn
mit einem kleinen getrennten Endstückchen. Ventralplatte
herzförmig, vorn seicht ausgeschnitten, nach hinten in zwei
kurze Spitzen auslaufend.
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupithecia Curt. 273
©. Bursa ungewöhnlich gross, Ostium wenig erweitert,
der kurze Ductus bursae wie der ganze Bursa-Sack mit
Ausnahme einer kleinen Kappe am Pol. die aus farblosem
Chitin besteht, stark verhornt, aus dunkelbraunem Chitin
bestehend; nur der rechte, stark vortretende Teil der Bursa
dorsal und ventral zum Teil mit Stacheln besetzt, von ihm
geht die sehr kurze Erweiterung des Ductus seminalis ab.
Tafel XXIII. Fig. 94.
94. (3643.) E. oxycedrata Rbr. 1 &, 29 Dietze.
8: Uncus gebogen. zweispitzig. Valva mit vorsprin-
gender Ecke am Hinterwinkel.e. Am Schwellkörper drei
Zähne, von denen der vorderste, kleinste stark hakig ge-
krümmt, der hinterste, längste Zahn ein lose daranhängen-
des Endstückchen hat. Ausserdem findet sich am Schwell-
körper eine Längswulst mit ec. 15 schwachen Querplatten.
Der Eintritt des Ductus ejaculatorius in das .„Endstück des
Penis“ ist nicht wie gewöhnlich am hintern Ende desselben.
sondern ungefähr in der Mitte.
Ventralplatte vorn breit, seicht ausgerandet, nach hin-
ten verschmälert, stumpf endend.
Q. Bursa mit Ausnahme des dicht mit Sternstacheln be-
setzten Fundus stark verhornt. ÖOstium sark erweitert. Duc-
tus bursae breit und kurz. Der untere Teil der Bursa rechts
mit einer Reihe sehr kleiner Zähnchen; links ungewöhnlich
starke zapfenartige Zähne, die eine Längsreihe bilden.
Trotz der auf den ersten Blick ganz ungewöhnlichen
Bildung der Bursa lässt sich doch eine Aehnlichkeit mit
der Bursa von sobrinata nicht verkennen, so dass diese
Arten, wie auch abbreviata und dodoneata eine engere
Gruppe bilden, während die Bursa von exiguata und sinu-
osaria einem ganz andern Typus angehört. Bei oxycedrata
und sobrinata zeigt auch der Bau der männlichen Genera-
tionsorgane in Uneus, Valve und den Zähnen des Schwell-
körpers so viel typisch ähnliches, dass die nahe Verwandt-
schaft zweifellos erscheinen muss.
9. (3643 bis.) E. euxinata Bhtsch. Q Dietze.
Dietze schrieb mir: „Bohatsch stellt dieses Tier zu
oxycedrata, doch kommt es mir der sobrinata viel ähnlicher
vor; bitte zu untersuchen!“ Ich zitiere mit Vergnügen die-
sen Passus aus einem Brief Dietzes, um zu zeigen, wie ei-
gentlich beide Spezialisten nach dem äussern Habitus rich-
274 Wilh. Petersen.
tig geurteilt haben, wobei aber in Wirklichkeit euxinata,
der sobrinata-Gruppe angehörig, zweifellos von oxycedrata
artlich verschieden, dagegen der ericeata in der Bildung
der Bursa so nahe steht, dass erst‘ die Untersuchung des
& die Artverschiedenheit von dieser sicherstellen könnte.
9. Die Beschreibung der Bursa folgt bei ericeata,
ebenso verweise ich auf die Abbildung bei dieser
Art (Fig. 102), denn ich kann keine unterscheidenden Merk-
male bei beiden herausfinden. Trotz der bedeutenderen
Grösse meines Exemplares von euxinata ist die Bursa nur
ganz unbedeutend grösser als bei ericeata.
Die auffallende und ganz unerwartete Uebereinstimmung
legte den Verdacht nahe, dass es sich um falsch angeleimte
Ahbdomina handeln könnte, doch bestätigte eine Prüfung der
Bruchstellen diesen Verdacht nicht.
Somit liegt einstweilen die Wahrscheinlichkeit vor, dass
euxinata und ericeata artlich nicht verschieden sind.
Tafel XXIV, Fig. 96.
96. (3646.) E. abbreviata Stph. 1 & Germ.,, 3 9
Dietze, Draudt.
Eine sehr auffallend gebildete Form, die stark vom ge-
wöhnlichen Typus abweicht.
&. Uncus kurz, zweispitzig. Valva gerundet, mit stark
geschwungenem Aussenrand; der untere Rand erweitert, ver-
diekt, am Hinterwinkel in einem starken, gerundeten Lap-
pen vorspringend.. Am Schwellkörper vorn ein langer,
schlanker, spitz zulaufender Zahn, dahinter ein kurzer,
dicker Zahn, der sehr spitz zuläuft, über diesem ein brei-
tes, langes Chitinstück mit daranhängenden Endstückchen.
Ventralplatte herzförmig, am distalen Ende gekerbt, so dass
zwei kurze dicke Spitzen entstehen.
@. Bursa mit Ausnahme des farblosen Fundus stark
ehitinisiert, mit zahlreichen Längsstreifen. Ostium sehr
breit, ebenso der sich daranschliessende stark chitinisierte
kurze Ductus bursae. Die Erweiterung des Ductus semi-
nalis sehr breit, auf der linken Seite der Bursa ab-
gehend. Fundus verhältnismässig klein, innen mit weichen
Stacheln besetzt, farblos; die stärkeren dunkelbraunen Rand-
stacheln treten dorsal und ventral bogig vor.
Tafel ARIAFSHE 29T.
97. (3648.) E. dodoneata Gn. 1 8, 2 2 Dietze.
ö: Uncus gewölbt, zweispitzig. Valva sehr klein, sonst
ohne Auszeichnungen, mit abgerundetem Hinterwinkel. Pe-
Ein Beitrag zur Kenntnis der (Gattung Eupithecia Curt. 275
nis bedeutend länger als die Valva. Am Schwellkörper vier
getrennte Chitinbildungen: ein längeres, röhrenartig gefal-
tetes, nach vorn in zwei Spitzen auslaufendes Chitinstück,
darüber zwei kleine Zähnchen, hinten ein isoliertes End-
stückehen. Der Ductus ejaculatorius tritt in den hintern Teil
des Penis-Endstückes ein. Ventralplatte klein, vorn breit,
kaum ausgeschnitten, distal schmäler werdend und in zwei
kurze Spitzen auslaufend.
9. Obwohl von ganz eigenartiger Bildung, lässt die
Bursa sich doch mit der von abbreviata vergleichen und ge-
hört in die sobrinata-Gruppe. Ostium breit, ebenso der ver-
hornte Ductus bursae. Die Erweiterung des Ductus semi-
nalis geht mit breiter Basis dorsalin der Mitte ab,
und insofern steht dodoneata zwischen oxycedrata und ab-
breviata. Wie bei abbreviata, ist auch hier nur der untere
Teil der übrigens viel kleineren Bursa verhornt und strei-
fig, der Fundus verhältnismässig schwach entwickelt, aus
farblosem Chitin, filzig, nur die Randstacheln stärker und
braun. (Die Zeichnung Fig. 97B. ist nach einer halbkol-
labierten Bursa angefertigt.)
Tafel XXIV, Fig. 98.
98. (3650.) E. exiguata Hb. 3 8,1 9 Estland
(Boh. det.). :
ö. Unceus mit einfacher Spitze. Valva ungewöhn-
lich breit, dadurch, dass der untere Rand stark erweitert
ist; derselbe bildet am Hinterwinkel einen grossen, gerun-
deten Vorsprung. Am Schwellkörper in der Seitenansicht
drei grössere Zähne, von denen zwei gezähnelt sind und
vorn stumpf enden; der dritte Zahn erwies sich bei genau-
erer Untersuchung am erigierten Schwellkörper als Dop-
pelzahn, welcher die Mündung des Ductus ejaculatorius um-
schliesst; ausserdem ist ein Teil des Schwellkörpers dicht
mit feinen Zähnchen besetzt. Ventralplatte vorn breit und
sehr tief ausgerandet, distal verschmälert, am Ende ab-
gerundet mit schwacher Kerbe.
Q@. Nach dem Bau der Bursa nicht in die sobrinata-
Gruppe gehörig.
Ostium bursae stark erweitert, mit länglichem Chitin-
fleck. Ductus bursae kurz. Der ganze Bursa-Sack ziem-
lich stark chitinisiert. Die untere Hälfte desselben ganz
stachelfrei mit zahlreichen Längsstreifen; die mässig breite
Erweiterung rechts abgehend. Die Fundushälfte der Bursa
dorsal und ventral dicht mit Stacheln besetzt, mit Ausnahme
276 Wilh. Petersen.
einer zum Pol hinziehenden Partie dorsal auf der linken
Seite. Die Randstacheln länger.
Auch bei dieser Art durchzieht das Collum einer Sper-
matophore die ganze „Erweiterung“ (Fig. 98 B).
Tafel XXIV und XXV, Fig. 99.
99. (3652.) E. sinuosaria Ev. 20 &2 Estland, Ural.
Est ist auffallend, dass diese dem äusseren Aussehen
nach so auffallende Form im Sexualapparat beider Ge-
schlechter nur in der Ventralplatte eine ungewöhnliche Bil-
dung zeigt (ein ähnliches Verhalten wie bei fenestrata).
&. Uncus gebogen, zweispitzig.: Der obere und un-
tere Rand der Valva in der Wurzelhälfte fast parallel. Am
Schwellkörper ein starker spitzer Zahn und eine gebogene
Chitinplatte, die hinten ausgeschnitten mit daranhängendem
Endstück (wie in der nanata-Gruppe).
Ventralplatte darin ganz ungewöhnlich, dass sie nach
hinten breiter wird, vorn ziemlich tief ausgerandet, die Sei-
tenränder stärker verdickt und als zwei divergierende breite
Spitzen distal vorragend.
©. Ostium mässig erweitert; Ductus bursae länger als
gewöhnlich in der Gattung, stark chitinisiert. Bursa-Sack
schwach verhornt. Die Erweiterung des Ductus seminalis
auffallend schwach ausgebildet, kurz, rechts abgehend. Die
Fundushälfte der Bursa dicht mit feinen Stacheln besetzt;
ventral dringt eine Partie etwas stärkerer Stacheln weit
in den sonst stachelfreien unteren Teil der Bursa vor. (Fig.
98=Br 1,
Tafel XXV, Fig. 100,
100. . (3653:) -,E: lanceata "Hb. 7 8.29 Estland
Königsberg.
Auch hei dieser Art lässt sich die höchst auffallend ge-
baute Bursa auf den Typus der oxycedrata-sobrinata-Gruppe
zurückführen.
ö. Uncus schwach gebogen, zweispitzig. Der untere
Rand der Valva in einem breiten Streifen stärker verhornt.
der am Hinterwinkel in zwei starke lange Haken ausläutft.
Am Schwellkörper zwei lange Zähne, von denen der
vordere fast das ganze Penis-Endstück durchzieht, an der
Basis erweitert ist und vorn spitz zuläuft; der kleinere Zahn
hinten mit dem Endstückchen verbunden. Ventralplatte lang.
herzförmig.
2. Ostium auffallend eng mit langem, stark verhorn-
tem, breitem Ductus bursae.
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheeia Curt. 277
Der mittlere. stark verhornte Teil der Bursa ist in der
oberen Hälfte mit stärkeren Zähnen besetzt, die ventral und
dorsal je in einer geschlossenen Gruppe stärker vortreten.
An diesen mittleren Teil des Bursa-Sackes setzt sich einer-
seits ein kleiner Fundusteil aus farblosem Chitin, ander-
seits rechts die sehr geräumige Erweiterung des Ductus
seminalis, die ebenfalls aus farblosem Chitin besteht. Diese
Erweiterung scheint zum Hauptteil der Bursa geworden zu
sein, denn sie fand sich bei einem Exemplar vollständig
von einer grossen Spermatophore ausgefüllt (cf. Fig.
100 B sp.).
Ein Vergleich mit der Bursa der oxycedrata lässt sich
unschwer durchführen, wenn wir berücksichtigen, dass der
eigentliche Fundusteil auf Kosten der Erweiterung des Duc-
tus seminalis rückgebildet ist, und schliesslich werden
sicherlich Uebergangsformen aufzufinden sein, die zu sobri-
nata hinüberleiten.
Jedenfalls haben wir es bei lanceata mit einer sekun-
där stark umgebildeten Form zu tun.
Tafel XXV, Fig. 101.
101. (3656.) E. sobrinata Hb. 10 59 Estland.
Uneceus gebogen, zweispitzig. Valva trapezoidförmig,
am Aussenrande breiter als an der Basis; der untere Rand
verdickt, am Hinterwinkel spitzwinklig vortretend.. Am
Schwellkörper drei lange Zähne, von denen der vorderste
der stärkste ist, der mittlere mit kleinem daranhängenden
Endstück. Ductus ejaculatorius am „Endstück des Penis“
nahe der Mitte (nieht am hinteren Ende) einmündend.
Ventralplatte lang, vorn breit, seicht ausgeschnitten,
nach hinten allmählich schmäler werdend, distal in zwei
nach oben gebogene kurze Spitzen auslaufend.
9. Ostium breit, Ductus bursae kurz und breit, ohne
scharfe Grenze in den breiten Bursa-Hals übergehend. Die
ganze Bursa ziemlich stark chitinisiert. Die Erweiterung
des Ductus seminalis sehr weit vom Ostium abgerückt,
rechts abgehend, mit sehr breiter Basis beginnend und sich
schnell verjüngend, so dass sie von unbedeutender Länge
ist.
Der Fundus deutlich abgesetzt, dicht mit Sternstacheln
besetzt; ventral tritt in der stärker chitinisierten Partie auf
der linken Seite eine Reihe von 4—5 stärkern Stacheln auf,
homolog der Stachelreihe bei oxycedrata, nur viel weniger
278 Wilh. Petersen.
weit in den untern Teil der Bursa reichend; ausserdem
sind diese Stacheln bei sobrinata viel kürzer und schwächer.
Der untere Teil der Bursa mit zahlreichen Längsstreifen.
Tafel XXV, Fig. 102.
102. (3657.) E. ericeata Rbr. 2 5, 1 © Dietze.
Eine richtige Eupithecia, die sich in der Form der Valva
und den Zähnen des Schwellkörpers an sobrinata anschliesst,
dagegen nach der Bildung der Bursa neben oxycedrata zu
stellen ist.
&. Uncus schwach gebogen, zweispitzig. Valva mit an-
nähernd parallelem oberem und unterem Rande und stark
vortretendem Zahn am Hinterwinkel.
Am Schwellkörper drei schlanke Zähne, von denen der
hinterste, der längste, an der Spitze stark hakenförmig ge-
bogen, bei einem Exemplar sogar spiralig gekrümmt ist
und am hintern Ende das daranhängende Endstückchen
trägt. Ventralplatte vorn seicht ausgerandet, nach hinten
verschmälert, in zwei kurze, nach oben umgebogene Spitzen
endend.
Q. Eine sehr interessante Bursa, da sie die Elemente
der phoeniceata-sobrinata-Gruppe enthält.
Ostium erweitert, fein punktiert, von demselben abge-
setzt der kurze, breite Ductus bursae, der ohne scharfe
Grenze in den Bursa-Sack übergeht. Dieser im untern Teil
lang und schmal, auf der rechten Seite etwas stärker chiti-
nisiert, vielfach von Längsstreifen durchzogen und dorsal
mit einer Längsreihe sehr feiner Stacheln. Die Erweiterung
des Ductus seminalis schmal und kurz, an der Grenze des
dicht mit Stacheln besetzten Fundus rechts abgehend.
Der äusserste Teil des Fundus am Pol in geringer Ausdeh-
nung schwächer bedornt und die Anfänge des z. B. bei ab-
breviata und lanceata stärker ausgebildeten, ‚weichhäutigen
Fundusteiles darstellend.
Ob euxinata Boh. zu ericeata gehört, wird eine Unter-
suchung des & endgültig entscheiden.
Tafel XXV], Fig. 103.
109. (—) E. sp.
Dietze Iris XIX. . Taf. TI. >Kig. 152789 Zusspchalt
kuh, Draudt det.
6. Uncus ganz gerade, zweispitzig.
Valva rhombisch mit zwei lappigen Vorragungen am
untern Rande, die kleinere derselben am Hinterwinkel. _
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupithecia Curt. 279
Schwellkörper mit einem bogig zurückgekrümmten Chi-
tinstück, vorn gekörnelt. Eine ähnliche Bildung findet sich
bei virgaureata, nur dass bei dieser Art das „Endstückchen“
frei ist.
Ventralplatte breit, vorn und hinten tief ausgeschnitten
(vom Typus der oblongata).
9. Ostium breit, etwas stärker chitinisiert; der schmä-
lere Ductus bursae in der obern Hälfte verhornt. Die Er-
weiterung des Ductus seminalis sehr schwach, rechts vom
untern Teil der Bursa abgehend. Der ganze Bursa-Sack
dorsal und veniral mit zerstreut stehenden feinen Stacheln
gleichmässig besetzt.
Sonderbarerweise zeigt diese Art, der oblongata äusser-
lich so unähnlich, doch in mehreren Stücken des Genera-
tionsapparates Aehnlichkeit mit derselben: so in der Bildung
der Valva und der Ventralplatte, ferner ist auch beim 9
die Bursa nach demselben Typus gebaut.
Tafel XXVI, Fig. 104.
104. E. decipiens n. sp. 59 Schahkuh. Draudt det.:
zur phoeniceata-Gruppe gehörig?)
Trotz der äussern Aehnlichkeit mit phoeniceata, doch
gar nicht in diese Gruppe gehörig.
&. Uncus gebogen, zweispitzig.
Valva spitzwinklig zulaufend, der untere Rand am Hin-
terwinkel eine rechtwinklige Stufe bildend.
Am Schwellkörper eine gebogene Chitinplatte, darunter
ein kleineres, nach vorn spitz zulaufendes Stück, beide
schwach chitinisiert; im übrigen besitzt der Schwellkörper
eine starke Körnelung.
Ventralplatte breit, nach hinten nicht schmäler wer-
dend, vorn und hinten ausgerandet. Am, distalen Ende ist
die Ausrandung so stark, dass dadurch zwei starke,
nach innen gebogene Haken gebildet werden. Die Einmün-
dung des Ductus ejaculatorius in das Endstück des Penis
fast in die Mitte desselben gerückt.
©. Bursa von typischer Bildung, mit Ausnahme des
exorbitant grossen Ostium bursae.
Ductus bursae kurz; die Erweiterung des Ductus semi-
nalis rechts abgehend, kürzer als die Bursa-Länge Der
grösste Teil des Bursa-Sackes im Fundusteil dorsal und
ventral dicht mit Stacheln besetzt.
Gerade weil diese Art ihrem äusseren Habitus nach in
die phoeniceata-Gruppe zu gehören scheint, tatsächlich aber
280 Wilh. Petersen.
weit von ihr entfernt steht, gebe ich eine Beschreibung und
Abbildung des Sexualapparates, indem ich mir eine spätere
Beschreibung und Abbildung des Tieres vorbehalte.
Tafel XXVI. Fig. 105.
105. E. novata Dietze. & Schahkuh.
Ein 3, das ich bei Schahkuh in Persien gefangen
habe. wurde mir von Herrn Draudt als zu dieser Art ge-
hörig bestimmt.
ö. Uncus gebogen, zweispitzig. Valva spitz zulau-
fend. Schwellkörper stark gekörnelt mit einer langen dün-
nen Chitinplatte, die hinten ausgeschnitten und deren einer
Längsrand stärker ist, so dass es bei schwächerer Ver-
grösserung scheint, als sei nur ein langer, spitzer Zahn
vorhanden, an dem hinten das Endstückchen hängt.
Ventralplatte herzförmig, distal undeutlich abgerundet.
Tafel XXVII, Fig. 107.
107. E. rajata Gun. 53 55 Ind. Dietze, Draudt.
Dietze schreibt mir: „Bohalsch hält diese Art für iden-
tisch mit virgaureata, Untersuchung erwünscht.“
Wie Figur 107 zeigt, hat diese Art mit virgaureata
(Fig. 42) gar nichts zu schaffen. und es zeigt sich hier
wiederum deutlich, wie unsicher ein Vergleich nach äussern
Merkmalen ist im Vergleich zu den Merkmalen, welche uns
der Sexualapparat bietet.
Valva einfach, Uncus schlank und fein. zweispitzig; P.
nach vorn stark erweitert; am Schwellkörper zwei breite
Zähne, hinter denselben ein Chitinstück. Ventralplatte so-
wie Dorsalplatte kaum sichtbar. Basis der Dufthaarbüschel
(Fig. 107 A. B.) rundliche Säcke bildend.
Tafel XXVIL Fig. 108.
108. E. ustata Moore. 1 5 Ind. or. Draudt.
Diese Art, die nach der Penisbildung eine echte Eupi-
theeia ist, nähert sich durch den Mangel des Uncus und die
Form der Ventralplatte den Chloroelystis-Arten.
Uncus fehlend. als stärker chitinisierte Platte den Darm
von oben deckend. Am Schwellkörper starke Körnelung
und zwei Chitinzähne, von denen der eine nach vorn spitz
zuläuft. Ventralplatte aus zwei gebogenen langen Spangen
bestehend, die vorn durch ein Querstück verbunden sind.
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupithecia Curt. 281
Tafel XXVI, Fig. 109.
1. (3658.) Gymnoscelis pumilata Hb. 2 59 Dietze.
Vom Gattungstypus der echten Eupithecien so stark ab-
weichend, dass die Aufstellung einer eigenen Gattung für
pumilata durchaus gerechtfertigt erscheinen muss.
&: Der eigentliche Uncus bildet eine sehr schwach
chitinisierte stumpfe Vorragung, die den Darm nur wenig
überragt. Unter dem Darm ist das Scaphium (Sc.) in eine stär-
ker vorspringende uncusartige Spitze auslaufend, die einen
echten Uncus vortäuscht. (Fig. 109 A. u.)
Valva lanzettlich, klein und schwächlich, auf der Innen-
seite an der Basis mit einem spitzen kleinen Dorn. Die
langen und starken Dufthaarbüschel überragen die Spitzen
der Valva.
P. klein mit einem stärkeren zahnartigen Chitingebilde
am Schwellkörper.
Von der Ventralplatte sind nur zwei lange. schmale
Chitinspangen mit Mühe zu erkennen.
@. Bursa sehr klein, das etwas erweiterte Ostium all-
mählich in den ziemlich langen, schmalen Ductus bursae
übergehend, das nur im obersten Teil dorsal verhornt ist.
Bursa-Sack nur auf der linken Seite fein grauuliert.
Die Erweiterung für den nahe dem Ductus bursae abgehen-
den Ductus seminalis auf der rechten Seite des Bursa-Sackes,
dieselbe ist weichhäutig mit drei braunen Chitinflecken.
Tafel XXVI, Fig. 110.
1. (3659.) Chloroelystis (Dyserga n. gen.) coro-
nata Hb. 59 Dietze.
Aus der weiter unten bei der Gattung Chloroclystis gegebe-
nen Gattungsdiagnose folgt, dass coronata nicht in die Gattung
Chloroclystis gestellt werden kann, da ihr alle dort ange-
gebenen charakteristischen Merkmale fehlen. Ebensowenig
kann sie in die Gattungen Eupithecia oder Gymnoscelis
gesetzt werden. Es bleibt daher nur übrig, für dieselbe
eine besondere Gattung zu etablieren. Von Chloroclystis
und Gymnoscelis unterscheidet sich die Gattung Dyserga
im männlichen Geschlecht:
1. durch den hakenförmigen Uncus, dessen Fehlen für
jene Gattungen charakteristisch ist,
2. durch den vollständigen Mangel der Dornfortsätze
am Randwall des Penis.
989 Wilh. Petersen.
Beim © geht vom obersten Teil des Ductus bursae
dorsal eine starke Erweiterung aus, die zum Abgang des
Ductus seminalis dient.
Von allen drei Gattungen unterscheidet sich Dyserga
durch die ganz abweichende Form der Valva.
&. Uneus stark hakig mit einfacher Spitze. Valva an
der Basis breit, in der Endhälfte einen schmalen Streifen
mit parallelen Rändern bildend. Penis von % Valvalänge,
ohne Auszeichnungen am Schwellkörper. Die Dornfortsätze
am Ringwall (wie bei Chloroclystis) fehlen ganz.
Ventralplatte dreieckig, vorn sehr breit, gerade, nach
hinten in zwei lange Spitzen auslaufend. Dorsalplatte vorn
und hinten gerade abgeschnitten, in der Mitte am schmal-
sten.
9. Bursa im Verhältnis zum Sexualapparat des & sehr
gross mit erweitertem Ostium und langem, breiter werden-
dem Ductus bursae, auf dessen oberstem Teil dorsal sich
eine Erweiterung aufsetzt, die dem engen Ductus semina-
lis zum Ausgang dient. Im unteren Teil des Bursa-Sackes
rechts eine Lamina dentata, die aus mehreren Reihen von
Chitinleisten mit feinen Zähnchen gebildet wird. Der ganze
Bursa-Sack nur dorsal mit sehr feinen Zähnchen aus
hellem Chitin besetzt, ventral stachelfrei.
Uhloroelystis Hb.
Charakteristisch für die Gattung Chloroclystis ist beim
®© der Abgang des Ductus seminalis vom Ductus bursae,
und zwar vom unteren Teil desselben, wobei auffallender-
weise die Abgangsste!le auf die linke Seite gerückt ist. Bei
allen Arten der Gattung Eupithecia geht der Ductus semi-
nalis stets vom Bursa-Sack, meist von einer besonderen Er-
weiterung (desselben ab (die ich im deskriptiven Teil dieser
Arbeit stets „Erweiterung des Ductus seminalis“ genannt
habe). Da letzteres Verhalten, wie mir scheint, ein Zei-
chen stark vorgeschrittener sekundärer Dilferenzie-
rung ist — zu diesem Schluss kommt man auf Grund ver-
gleichend-anatom'scher wie entwickelungsgeschichtlicher Tat-
sachen —, so werden wir die Gattung Chloroelystis gegen-
über Eupithecia und Gymnoscelis als die ältere aufzulassen
haben, während Dyserga zwischen beiden steht. Am Aus-
führungsgang des Receptaculum seminis findet sich im obe-
ren Teil desselben eine Erweiterung mit stärker chitinisier-
ter Wand (Fig. 111 A.Rs.). Für das & ist das Fehlen ei-
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheeia Curt. 283
nes eigentlichen Uncus, der durch eine zugerundete Platte
ersetzt wird, charakteristisch, sowie ein auffallender Dor-
nenbesatz am Ringwall des Penis.
Tafel XXVII, Fig. 111.
& 1. Chlorocelystis reetangulata L. 30 59 Estland,
Polen, Ural, Deutschland (Dietze).
Tafel XXVII, Fig. 112.
2. Chlor. chloerata Mab. 30 &Q Deutschland (Dietze),
Estland, Polen, Ural.
Tafel XXVIH, Fig. 113.
3. Chl. debiliata Hb. . 20 &2 Deutschland (Dietze),
Estland, Ural, Polen.
Da diese drei Arten mit ihren Varietäten und Aberra-
tionen im allgemeinen einen sehr ähnlichen Bau des Sexual-
apparates aufweisen und dieser, wenigstens beim männli-
chen Geschlecht, schon mehrfach Gegenstand ausführlicher
Beschreibungen geworden ist, so will ich hier nur die un-
terscheidenden Merkmale betonen.
Das Resultat einer genauen Untersuchung einer be-
trächtlichen Anzahl von Exemplaren ist, dass es sich sicher
um drei verschiedene Arten handelt, die sich nach den Ge-
nerationsorganen mit voller Sicherheit unterscheiden lassen.
&. Das & von chloerata unterscheidet sich leicht von
den beiden anderen Arten dadurch, dass das „Endstück des
Penis“ kürzer und plumper, nur wenig länger als die gros-
sen oberen Fortsätze des Ringwalles ist, während dasselbe
bei rectangulata und debiliata mehr als zweimal länger als
diese Fortsätze ist.
Rectangulata unterscheidet sich von debiliata dadurch,
dass sich vorn am Schwellkörper ein kleines Doppelzähn-
chen findet, das debiliata fehlt.
Die Form der Valva, die Zähne des Ringwalles und
andere Teile des Apparates bieten ebenfalls Unterschei-
dungsmerkmale, doch sind die genannten für praktische
Zwecke die bequemsten.
©. Nach der Bildung der Bursa lassen sich die drei
Arten ebenfalls leicht trennen. Abgesehen von einigen Dif-
ferenzen am ÖOstium, sind die Laminae dentatae, obwohl ein
wenig variabel, doch für jede Art charakteristisch gebaut.
284 Wilh. Petersen.
Debiliata hat bei länglicher Bursa nur ventral beim
Beginn des Ductus bursae die Andeutung einer Lamina in
Form feiner Körnchen, die ein Dreieck bilden. Bei rectan-
gulata ist sowohl dorsal als ventral ein unregelmässig halb-
mondförmiger Stachelring, der dorsale beträchtlich kleiner.
Bei chloerata endlich ist die dorsale Lamina bedeutend klei-
ner, meist ein unregelmässiges Dreieck bildend; die ven-
trale Lamina dagegen bildet einen Halbring, der fast die
ganze Breite der Bursa umfasst, unterhalb derselben noch
ein unbestimmt begrenztes Häufchen von Punkten, wie bei
debiliata. Ausserdem findet sich bei chloerata im oberen
Teil des Ductus bursae ein gelber Chitinfleck.
In Ad. Meixners Abbildung (Zeitschr. f. wiss. Insek-
tenbiologie 1906 p. 379) ist ein für die Gattung Chloro-
elystis wesentlicher und charakteristischer Teil des weib-
lichen Sexualapparates, des Ductus seminalis gar nicht wie-
dergegeben, auch sind die Unterschiede in der Bildung der
Laminae zwischen rectangulata und chloerata nicht präzise
definiert, was bei der geringen Anzahl der vom Autor unter-
suchten Exemplare leicht erklärlich ist.
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupithecia Curt, 285
Analytische Tabelle
zur Bestimmung der Männchen.
A. Uneus wohlausgebildet (B. pag. 298).
a Uneus zweispitzig (b pag. 297)
£ Valva ohne besondere Auszeichnung*)
(# pag. 294).
l. Am Schwellkörper des schwächlich ge-
bauten Penis-Endstückes nur ein langer
röhrenförmiger Zahn, der fast das ganze
Penisrohr durchzieht.
2. Dorsalplatte in der Mitte nicht schwächer
chitinisiert.
3. An der Ventralplatte des achten Seg-
ments laufen die distalen Enden all-
mählich spitz zu.
4. Chitinröhre desSchwellkörpers fast von
der Länge des vorderen Randes der
Valva; Ventralplatte des siebenten Seg-
ments distal abgestutzt (Fig. 9 und 10). |
4.’ Chitinröhre des Schwelikörpers etwas
über 1/, der Valvalänge.
5. Ventralplatte des siebenten Segments
und Dorsalplatte distal abgerundet
(Fig. 8). linariata F.
5.’ Ventralplatte des siebenten Seg-
ments distal abgestutzt; Dorsalplatte
spitz zulaufend (Fig. 11). laquaeria HS.
3. Die distalen Enden der Ventralplatte
vom Beginn an fadenförmig. Ventral-
platte des siebenten Segments gestutzt,
Dorsalplatte distal zugerundet (Fig. 14). irriguata Hb.
pyreneata Mab.
pulchellata Stph.
*) Hierher gehört auch druentiata, die nur einen etwas stär-
keren gebogenen unteren Rand der Valva besitzt.
198
286 Wilh. Petersen.
2. Dorsalplatte in der Mitte weichhäutig, jiguriata Mill.
transparent (Fig. 13). . (roederaria Stndfs.)
1.’ Die Chitinbildungen am Schwellkörper
beschränken sich nicht auf einen langen,
röhrenförmigen Zahn oder fehlen ganz.
2. Am Schwellkörper vorn ein hakig ge-
krümmter, sehr breiter Zahn (fast von
der Breite des Penisrohres); Ventralplatte
gross und sehr breit (Fig. 39). actaeata Wald.
2.’ Kein solcher breiter Zahn am Schwell-
körper.
3. Valva plump, von trapezoider Form mit
deutlich markiertem, stumpfem Hinter-
winkel *)
4. Die beiden vorderen Uhitinplatten des
Schwellkörpers am vorderen (d. h. der
Penismündung zugekehrten) Rande ab-
gerundet, hier nicht mit Zähnen be-
setzt; Dorsalplatte tief eingekerbt, in
der Mitte mit schwach chitinisiertem ‚ubpulchrata
Fleck. (Fig. 5). Alph.
4.’ Die beiden vorderen Chitinplatten des
Schwellkörpers am vorderen Rande
gezähnelt, nicht abgerundet; Dorsal-
platte ohne transparenten Fleck.
5. Die herzförmige Ventralplatte distal
mit zwei langen Spitzen (Fig. 1). gratiosata HS.
5.’ Ventralplatte distal mit zwei sehr
kurzen Spitzen.
6. Chitinplatten am Schwellkörper nach
vorn (in situ distal) stark verbreitert,
Dorsalplatte distal gerade abge-
schnitten (Fig. 6). gueneata Mill.
6.’ Chitinplatte des Schwellkörpers
vorn nicht verbreitert, Dorsalplatte
distal seicht ausgeschnitten (Fig. 7). syricata Stgr.
3. Valva von gewöhnlicher Bildung, der
Aussenrand in gleichmässiger Rundung
in den unteren Rand übergehend.*)
k ) Phoeniceata, die einen etwas stärker markierten Hinterwinkel
der Valva besitzt, ist leicht kenntlich durch drei grosse Zähne am
Schwellkörper; der längste derselben erreicht fast die Penislänge.
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupithecia Curt. 287
4. Ventralplatte herzförmig, wenn die
Herzform modifiziert ist, so endet die
Ventralplatte breit abgestumpft oder
inzweiganz kurzen Spitzen (4. pag.291).
5. Penisendstück am hinteren (oralen in
situ) Ende merklich dünner als am
vorderen (distalen) Ende.
6. Am Schwellkörper eine in drei breite
Zähne gegliederte Platte, darunter
ein längeres, spitz zulaufendes Chi-
tinstück (Fig. 34).
6.’ Schwellkörper mit fünf getrennten,
kurzen Chitinstücken (Fig. 41).
5.’ Penisendstüick am hinteren Ende
nicht dünner als vorn.
6. Mindestens fünf getrennte Chitin-
stückea. Schwellkörper (6.’pag. 288).
7. Sechs getrennte Chitinstücke am
Schwellkörper.
8. Ventralplatte mit zwei feinen dis-
talen Spitzen, ausser dem „End-
stück“ fünf starke, nebeneinander
liegende Zähne am Schweilkörper
(Fig. 81).
8.’ Ventralplatte distal stumpfendend.
9. Querdurchmesser der mittleren
Chitinzähne am Schwellkörper
nur wenig kleiner als der Längs-
durchmesser (Fig. 57).
9. Die mittleren Chitinzähne des
Schwellkörpers mindestens dop-J
pelt so lang als breit (Fig. 33).
7. Nur fünf getrennte Chitinstücke
am Schwellkörper (bei valerianata
in der Seitenansicht schwer zu
unterscheiden).
8. Ventralplatte distal mit zwei deut-
lichen Spitzen endigend.
9. Am Schwellkörpereinsehrlanger
Zahn (mehr als !/, Penislänge);
Ventralplatte sehr gross (Fig. 64)
9. Am Schwellkörper kein auf-
allend langer Zahn.
assimilata Gn.
vulgata Hw.
immandata Z.
satyrata Hb.
expallidata Gn.
absintiata Bl.
goossensiataMab.
millefoliata Rössl.
288 Wilh. Petersen.
10. Schwellkörper vorn mit einer schma-
len, gekrümmten Platte (Fig.82).
10.’ Am Schwellkörper vorn ein sehr
breites und ein längliches Chitin-
stück (Fig. 56)
8.’ Ventralplatte am distalen Ende ab-
gestutzt oder stumpf endigend.
9. Ventralplatte hinten breit gestutzt,
am Schwellkörper vorn zwei sehr
kleine Zähnchen (Fig. 80).
9.’ Ventralplatte am distalen Ende ver-
jüngt zulaufend, mit aufgebogener
Spitze; die vorderen Chitinstücke fast
valerianata Hb.
cauchyata Dup.
thalietrata
Püngl.
vom Querdurchm. des Penis (Fig. 58). pernotata Gn.
6’, Weniger als fünf getrennte Chitinstücke
- am Schwellkörper.
7. Am Schwellkörper eine grössere Chitin-
platte, die am hinteren (in situ oralen)
Ende bogig ausgeschnitten ist, so dass
ein zweischenkliges Gebilde entsteht (cf.
Fig. 91 A. p.)— [?7.’ pag. 289].
8. Vor oder neben der grösseren Chitin-
platte finden sich am granulierten
Schwellkörp.keine andernChitinstücke.
9. DereineLängsrand derChitinplatteam
Schwellkörper bedeutend stärkerchiti-
nisiert (Fig. 105).
9.’ Chitinplatteohnestärkeren Längsrand.
10. ChitinplattedesSchwellkörpers sehr
schwach, mitundeutlichen Umrissen.
Ventralplatte distal in zwei feine
Spitzen auslaufend (Fig. 72).
10.’ Chitinplatte des Schwellkörpers
sehr deutlich begrenzt (Fig.73u.74).
8.’ Ausser der grösseren Chitinplatte fin-
den sich am Schwellkörper vor oder
neben derselb.noch andereChitinstücke.
9. Vor der grossen Chitinplatte des
Schwellkörpers nur ein Chitinstück.
10.Der vordere Zahn des Schwell-
körpers länglich spitz (Fig. 91).
novata Dietze
\
lithographata
Chr.
graphata Tr.
setaceata Dietze.
innotata Hfn.
unedonata Mab
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupithecia Curt. 289
10.’ Das vordere Chitinstück sehr undeut-
lich, breit, kein spitzer Zahn (Fig. 30). gemellata HS.
9.’ Vor und neben der grossen Chitinplatte
des Schwellkörpers noch mehrere Chi-
tinstücke.
10. Seitenränder der Ventralplatte in der
distalen Hälfte stark verdickt.
11. Die kleineren Chitinstücke kaum ge-
zähnelt; Brachium mit kolbig ver-
diektem Ende (Fig. 71).
11.’ Die kleineren Chitinstücken des
Schwellkörpers stark gezähnelt
(Fig. 69). denticulata Tr.
10.’ Seitenränder der Ventralplatte nicht
oder wenig verdickt.
11. Ventralplattemitzweikurzen Spitzen.
semigraphata
Brd.
12. Am Schwellkörper vorn ein spitzer,
starker Zahn, Ventralplatte gross, eilt
hinten sehr breit (Fig. 29). - an a
12.’ Am Schwellkörper vorn gerundete
Platten, Ventralplatte klein, vorn
seicht ausgerandet (Fig. 16). ae
11.’ Ventralplatte hinten stumpf endend.
12. Ventralplatte von der Länge des
oberen Randes der Valva mit fast
geraden Seitenrändern, Brachium _ ..c:ı:
schlank (Big, 76) es
12.’Ventralplattehöchtens3/‚desoberen
Randes der Valva, mit konkaven
Seitenrändern.
13. Der untere Rand der Valva stärker
chitinisiert, mit einem kleinen An-
hang am Hinterwinkel, die beiden
Chitinstücke vorn am Schwell-
körper nahezu gleichlang (Fig. 89).
13.’ Der untere Rand der Valva nicht
stärker chitinisier, am Hinter-
winkel kein Anhang; am Schwell-
körper vorn das obere Chitinstück jravienl:
bedeutend grösser (Fig. 3). ee
7.’ Am Schwellkörperkeinegrössere Platte, die
hinten bogig ausgeschnitten ist. 7 pag 288
nanata Hb.
290 Wilh. Petersen.
8. Ventralplatte mit einem transparenten
Fleck in der Mitte, am Schwellkörper
hinten zwei lange, spitze Zähne, die an
der Basis zusammenhängen (Fig. 65).
8.’ Ventralplatte ohne transparenten Fleck
in der Mitte.
9. Am Schwellkörper mindestens ein langer
Zahn, der nach vorn (distal) spitz zuläuft,
oder eine grosse Platte von mehr als
!/g Penislänge (in der Seitenansicht als
Zahn erscheinend).
druentiata
Dietze.
10. Ventralplatte sehr lang (länger als der _
Penis), vorn sehr tief ausgeschnitten,
hinten abgestutztmitzweivorstehenden
Ecken; am Schwellkörper ausser einem
längern Chitinstück zweistarke Haken-
5 zähne und ein kleines Chitinstück beim
Eintritt des Ductus ejacul. in das Pe-
nisendstück (Fig. 43).
10.’ Ventralplatte kürzer als das Penisrohr.
11. Ventralplatte hinten abgestutzt, nicht
in zwei Spitzen endigend.
12. AmSchwellkörper dreiChitinzähne,
von denen der vordere hakenförmig
gekrümmt ist. Ventralplatte 1/, Pe-
nislänge (Fig. 94).
12. Am Schwellkörper ausser der Kör-
nelung nur eine grössere Chitin-
platte, Ventralplatte lang (?/; Pe-
nislänge), in der distalen Hälfte
überall gleichbreit (Fig. 48).
11.’ Ventralplatte distal in zwei Spitzen
endigend (die bei denticulata abge-
rundet sind).
12. Penisendstück bedeutend länger als
die Valva.
13. Am Schwellkörper nur ein sehr
langer Zahn und mehrere kleinere,
zapfenartige. Brachium gross, kol-
benförm.,Valvalanzettlich(Fig.28).
13.’ Am Schwellkörper drei lange
Zähne, Brachium klein, Valva ge-
rundet (Fig. 93).
selinata HS.
oxycedrata Rbr.
subnotata Hb.
euphrasiata
HS.
phoeniceata
Rbr.
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheecia Curt. - 291
13“ Am Schwellkörper eine lange
Platte mit Endstück, daneben
zwei breite gezähnelte Platten;
Ventralplatte gross und hinten
breit (Fig. 69). denticulata Tr.
12.’ Penis kürzer als die Valva.
13. Ventralplatte am Ende mit zwei
hakig nach oben gekrümmten
Spitzen. Valva gerundet (Fig.46). castigata Hb.
13.’ Ventralplatte hinten sehr breit,
mit zweiseitlichenSpitzen,Valva . .
spitz zulaufend (Fig. 29). Bann lan
9.” Am Schwellkörper nur gezähnelte
Platten, die nicht nach vorn zuge-
spitzt sind.
10. Ventralplatte sehr gross, länger als
das Penisendstück, im distalen Teil
and. Seitenrändern verdickt (Fig.66). scabiosata Bkh.
10.’ Ventralplatte kürzer als der Penis,
. Seitenränderderselbennichtverdickt.
11. Ventralplatte distal in zwei deut-
licheSpitzen auslaufend, amSchwell-
körper vier getrennte Chitinstücke,
darunter eine etwas grössere Platte,
die hinten ausgerundet ist (Fig. 16). eonterminata Z.
11.’ Ventralplatte ohne deutliche distale
Spitzen.
12. Am Schwellkörper eine Reihe . ..
RR s . indigata Hb.
seitlich zusammenhängender Chi- turfosata
tinstücke (Fig. 17, 18). Draudt.
12.” Am Schwellkörper vier getrennte
Chitinstücke, ein mittleres Stück
gross und breit (Fig. 68). amplexata Chr.
4.’ Ventralplatte nicht herzförmig, oder wenn
herzförmig, so endet sie distal in zwei
lange Spitzen; die mindestens 1/, der
Plattenlänge betragen. (4 pag 287)
5. Ventralplatte aus zwei ganz getrennten
Spangen bestehend, Penis länger als die ultimaria B.
Valva (Fig. 85). (minusculata Alph).
5.’ Ventralplatte nicht aus zwei getrennten
Spangen bestehend (dieselben mindestens
vorn zusammenhängend).
292 Wilh. Petersen.
6. Ventralplatte am distalen Ende ebenso
breit oder breiter als vorn.
7. Ventralplatte hinten in zwei breit ab-
gerundete Enden auslaufend.
8. Am Schwellkörper fünf Chitinstücke,
davon eins gebogen — zweischenklig.
9. Uneus an der Firste mit einem Buckel,
Ventralplatte distal mit winkligem
Ausschnitt (Fig. 63).
9.” Firste des Uncus gleichmässig ge-
bogen, Ventralplatte distal mit rund-
lichem Ausschnitt (Fig. 62).
8’Am Schwellkörper nur zwei Chitin-
stücke (Fig. 99).
7. Ventralplatte hinten in zwei sehr spitze
- Enden auslaufend.
8. Am Schwellkörper zwei sehr starke
Zähne von ®/; Penislänge, die distalen
Enden der Ventralplatte bedeutend län-
ger als die Breite der Platte (Fig. 26).
8.’ Am Schwellkörper eine sehr schwache
Chitinplatte; die distalen Enden der
Ventralplatte kürzer als die Breite der
Platte (Fig. 27).
6.’ Ventralplatte nach hinten schmäler wer-
dend (bei variostrigata nur sehr wenig
schmäler als vorn).
7. Die distalen Spitzen der Ventralplatte
erreichen mindestens !/; der Gesamt-
länge der Ventralplatte (7.’ pag. 294).
8. Am Schwellkörper nur ein oder zwei
Chitinstückchen.
9. Am Schwellkörper zwei Chitinstück-
chen, das vordere einen stark ge-
krümmten dünn, Haken bild. (Fig.42).
9.” Am Schwellkörper nur ein Chitin-
stückchen.
10. Mit deutlicher, gebogener Platte
am Schwellkörper , die Seiten-
spangen der Ventralplatte vorn
nicht durch ein stärkeres Querstück
verbunden (Fig. 87).
subfulvata Hw.
oxydata Tr.
suceenturjata
L.
sinuosaria Ev.
carpophilata
Stgr.
alliaria Stgr.
virgaureata
Dbld.
tenuiata Hb.
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheeia Curt. 293
10.’ Mit kaum sichtbarem Chitinstück am
Schwellkörper, Ventralplatte vorn mit
einem Querstück (Fig. 88). inturbata Hb.
8.’ Mindestens drei Chitinstückeam Schwell-
körper.
9. Ventralplatte mit zwei distalen Spitzen,
die bedeutend länger als 1/, der ganzen
Ventralplatte sind.
10. Spitzen der Ventralplatte gerade.
11. Die beiden vorderen Chitinstücke am homogram-
Schwellkörper gleichlang (Fig. 79). mata Dietze.
11. Von den beiden vorderen Chitin-
stücken der obere Zahn bedeutend
länger als der untere; Penisendstück
am distalen (in situ) Ende breiter plumbeolata
als am oralen (Fig. 78). Hw.
10. Spitzen der Ventralplatte gebogen variostrigata
(Fig. 60). Alph. (artemi-
9. Die distalen Spitzen der Ventralplatte eiata, SOnatı,
kürzer als !/, der ganzen Ventralplatte.
10. Am Schwellkörper sechs getrennte
Chitinstücke.
11.Fünf Chitinzähne des Schwellkör-
pers nahezu gleichbreit (Fig. 81). immundata Z.
11.’ Chitinzähne des Schwellkörpers un-
gleich, zwei derselben sehr schmal
und lang (Fig. 53). fenestrata Mill.
10.’ Am Schwellkörper weniger als sechs
getrennte Chitinstücke.
11. Der grösste COhitinzahn des Schwell-
körpers sehr spitz zulaufend (Fig.50). subtiliata Chr.
11. Kein grösserer, spitzer Zahn am
Schwellkörper.
12. Am Schwellkörper ausser zwei ge-
zähnelten Chitinplättehen und einem
„Endstückchen“ eine grössere Par-
tie mit feinen Zähnchen und Borsten
dicht besetzt (Fig. 44). trisignaria HS.
12.’ Kein starker Besatz von Zähnchen
u. Borsten am Schwellkörper, das
grösste Chitinstück eine hinten
bogig ausgerandetePlatte (Fig. 54). veratraria HS.
294 Wilh. Petersen.
7. Die distalen Spitzen der Ventral-
platte sind ganz kurz (7 pag 292).
8. Uneusmit buckeliger Firste (Fig.69)
8.’ Uncus mit gleichmässig gebogener
Firste.
9. Valva sehr klein, oberer Rand der-
selben viel kürzer als das Penis-
endstück, Ventralplatte sehr klein,
!/; Penislänge (Fig. 97).
9.’ Valva am oberen Rande länger
als der Penis; Ventralplatte sehr
gross, ungefähr von Penislänge,
am Schwellkörper fünf Chitin-
stücke, darunter ein sehr langer
Zahn (Fig. 64).
ß (a pag. 285) Valva am unteren Rande mit
lappigen Erweiterungen oder am Hinterwinkel
mit dornartigem Fortsatz, lappigem Anhang
oder winkligem Vorsprung des untern Randes
der Valva.
l. Der untere Rand der Valva durch Vor-
sprünge oder Lappen eine unregelmässige
Linie bildend (Fig. 1.’ pag. 295).
2. Ventralplatte distal in einer einfachen
Spitze endend, am Schwellkörper keine
stärkeren Chitinbildungen (Fig. 31).
2. Ventralplatte am distalen Ende ausge-
schnitten, so dass zwei Spitzen entstehen.
3. Der obere Rand der Valva stark konvex,
der untere inmehrer, Lappen vortretend.
Ventralplatte sehr breit u. kurz (Fig. 2).
3. Der obere Rand der Valva nicht stark
konvex.
4. Am Schwellkörper ein hakenförmig
umgeschlagenes Chitingebilde (Fig.
103).
4” Am Schwellkörper kein hakenför-
miges Chitingebilde.
5. Am Schwellkörper ein sehr langer
Zahn (3/, Penislänge) und zwei klei-
nere; Ventralplatte kurz, distal in
zwei scharfe Spitzen auslaufend
dentieulata Tr.
dodoneata Gn.
millefoliata
Röss].
distinetaria HS.
oblongata Tnbg.
Iris XIV
Taf. 1 Fig. 15.
(Fig. 15). - pusillata F.
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheeia Curt. 295
5.’ Am Schwellkörper eine grosse, mehr-
fach gefaltete Chitinplatte. Ventral- axtraversaria
platte distal breiter als vorn (Fig. 32).
5“ Am Schwellkörper ausser einer grö-
sseren Chitinplatte noch ein freilie-
gender spitzevr Zahn, Ventralplatte
hinten ein wenig schmäler als vorn
(Fig. 104). deeipiens m.
1.’ Der untere Rand der Valva bis zum
Hinterwinkel ganzrandig: eine gerade
oder gleichmässig gebogene Linie bildend
(1 pag. 294).
2, Am Hinterwinkel der Valva zwei starke
Haken, am Schwellkörper zwei lange
Zähne (Fig. 100). lanceata Hb.
2.’ Am Hinterwinkel der Valva ein Zahn
oder Vorsprung.
3. Ventralplatte vorn breiter als lang, am
distalen Ende bis zur Hälfte der Platte
eingekerbt, so dass zwei lange Spitzen
entstehen; Brachium an der Spitze ver-
breiter. Am Schwellkörper sechs Chi- .
tinstücke (Fig. 21). insigniata Hb.
3. Ventralplatte länger als breit.
4. Am gleichmässig gerundeten unteren
Rande der Valva in der Nähe des Hin-
terwinkels ein kleiner spitzer Dorn (bei
nanata ist derselbe kaum angedeutet)
oder ein kleiner lappiger Anhang.
5. Ventralplatteherzförmig, mitabgerun-
detem distalem Ende; am Schwell-
körper hinten eine grosse bogig aus-
geschnittene, zweischenklige Platte.
6. Die vorderen kleinen Zähne am
Schwellkörper kürzer als der Quer-
durchmesser des Penis (Fig. 89). nanata Hh.
6. Die vorderen Zähne am Schwell-
körper erreichen an Länge den
QuerdurchmesserdesPenis (Fig. 90).
5.’ Ventralplatte nicht herzförmig, hin-
ten in zwei Spitzen endigend
hyperboreata
tgr.
296
Wilh Petersen.
6. Valvamit sehr spitzem Dorn am Hinter-
winkel, Ventralplatte vorn breit, hinten
inzweilange Spitzen auslaufend (Fig. 59).
6.’ Valva mit lappenförmigem Anhang am
Hinterwinkel. F
fe
Io Bu}
i.
Am Schwellkörper vorm ein langer
starker Zahn; Ventralplatte klein,
vorn undeutlich begrenzt (Fig. 40).
Am Schwellkörper kein besonders
starker, spitzer Zahn; Ventralplatte
gross, vorn deutlich ausgeschnitten
(Fig. 45).
4.’ Der erweiterte untere Rand der Valva ist
stärker cehitinisiert und vor dem Hinter-
winkel winklig abgesetzt.
5. Firste des Uncus sehr stark bucklig
gewölbt. Zähne am Schwellkörper kürzer
als !/,g Penislänge. Ventralplatte. lang,
silenata Stndfs.
albipunctata
Hw.
larieiata Frr.
herzförmig, mit kurzen Spitzen am dis- genotata Hb.
talen Ende (Fig. 37, 38).
5. Uneus von gewöhnlicher Bildung.
6. Ventralplatte rudimenfär, aus zwei
kurzen Chitinleisten gebildet, die durch
eine dünne Membran verbunden sind,
am Schwellkörper ein sehr langer Zahn
und zwei kleinere (Fig. 86).
6.’ Ventralplatte herzförmig.
e
BI)
[ir
8.
8
Am Schwellkörper hinten ein sehr
langer dünner Zahn (3/4 Penislänge)
der am distalen Ende spiralig ge-
bogen ist, vorn zwei kürzere Zähne
(Fig. 102).
Der hintere Zahn des Schwellkörpers
übertrifft nicht die andern bedeutend
an Länge.
Valva stark eckig, trapezoidförmig,
am geraden Aussenrand breiter als
an der Basis, am Schwellkörper drei
starke Zähne von nahezu gleicher
Länge. Ventralplatte sehr lang ge-
streckt, länger als der obere Rand
der Valva (Fig. 101).
. Valva gerundet.
Jasionata Crewe.
massiliata Mill.
ericeata Rbr.
sobrinata Hb.
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheeia Curt. 297
9. Am Schwellkörper vorn ein langer,
spitzer Zahn, Valva mit stark ge-
schwungenem Aussenrande, Ven-
tralplatte mit sehr kurzen distalen „phpreviata
Spitzen (Fig. 96). Stph.
9.” Am Schwellkörper vorn zwei kleine
gekörnelte Chitinstücke. Valva mit
gleichmässig gerundetem Aussen-
rand, Ventralplatte mit längeren
distalen Spitzen (mehr als 1/, Plat-
tenlänge) (Fig. 92). rebeli Bhtsch.
b (a pag. 285) Uncus ein einfacher Haken,
am Ende nicht zweispitzig.
a Valva von gewöhnlicher Bildung.
l. Am Schwellkörper nur ein einziger Zahn.
2. Ventralplatte eine breite Platte bil-
dend, die vorn und hinten ausgerandet
ist; Zahn am Schwellkörper länger
als 1/, Penislänge.
3. Zahn am Schwellkörper fast von Pe-
nislänge; cf. 9; (Fig. 20). togata Hb.
3. Zahn am Schwellkörper knapp ®/; Pe- strobilata Bih.
nislänge cf. © (Fig. 19). (abietaria Göze).
2. Ventralplatte aus zwei gebogenen Span-
gen bestehend, Zahn am Schwellkörper
kürzer als 1/, Penislänge.
3 Chitinspangen der Ventralplatte distal
einfach endigend (Fig. 22). venosata F.
3. Chitinspangen der Ventralplatte am
Ende verdickt und mit starken Haken
(Fig. 23). schiefereri Btsch.
1. Am Schwellkörper mehrere grössere
Zähne.
2, Am Schwellkörper vier stärkere Zähne
(drei derselben hakig gekrümmt.) -Ven-
tralplatte aus zwei getrennten Stücken pygmaeata
bestehend (Fig. 83). Hb.
2’ Am Schwellkörper nur zwei stärkere
Zähne; Ventralplatte gross, aus zwei
distal hakig auslaufenden Spangen be-
stehend, die vorn verbunden sind (Fig.
75.) scriptaria HS.
298 Wilh. Petersen.
2“ Am Schwellkörper sechs getrennte Chi-
tinstückcehen; Ventralplatte lang herz-
förmig (Fig. 55).
ߣ Valva am unteren Rande stark erweitert,
mit grossem, rundlichem Lappen am Hin-
terwinkel; drei starke Zähne am Schwell-
körper, Ventralplatte lang herzförmig,
vorn tief ausgeschnitten (Fig. 98). exiguata Hb.
helveticaria B.
(arceuthata Frr).
B. (A pag. 285) Uncus mehr oder weniger
rudimentär.
a. Am Schwellkörper ein längerer Zahn
(über 1/, Penislänge), Ventralplatte am
distalen;Ende mit zwei kurzen Spitzen isostammarne
(Fig. 81). HB.
b. Am Schwellkörper nur zwei sehr kleine
- Chitinstückchen; die distalen Spitzen
der Ventralplatten circa !/, der ganzen yjpellinata
Plattenlänge (Fig. 84). Chr.
Analytische Tabelle
zur Bestimmung der Weibchen.
A. Ductus seminalis, oder die Erweiterung,
von welcher derselbe abgeht, befindet sich
auf der rechten Seite der Bursa (in situ).
(B."pag. 301).
a. Bursasack ohne deutliche Chitinstacheln,
höchstens fein punktiert oder mit sehr
feinen Zähnchen besetzt (hierher gehören
auch stigmatica p. 236 und rebeli p. 248.)
« Ostium bursae ungewöhnlich breit
und stark chitinisiert, ventral in der
Mitte mit sehr feinen Zähnchen besetzt strobilata Hp.
(Fig. 19). (abietaria Göze).
ß Das erweiterte Ostium nicht stark ver-
hornt.
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupithecia Curt.
1. Ductus bursae nichtlänger als breit, Bursa-
299
liguriata Mill.
sackamFundusmitkurzemAnhang(Fig.13). (roederaria Stndfs.)
1.’ Ductus bursae lang und dünn.
2. Duetus bursae im obern Teil verhornt
(Fig: 59). ee
2. Ductus bursae nicht verhornt.
3. Ductus bursae länger als der Bursa-
sack (Fig 11).
3. Duectus bursae kürzer als der Bursa-
sack.
4. Bursasack lang, der Querdurchmesser
bedeutend kürzer als !/; der Länge
(Fig. 8).
4.’ Bursasack breit, der Querdurchmesser
länger als 1/;, des Längsdurchmessers
(Fig. 9).
b. Bursasack mit deutlichen (braunen) Chi-
tinstacheln.
@ Die „Erweiterung‘‘ des Duetus seminalis
ungewöhnlich lang, d. h. mindestens zwei-
mal so lang wie der Querdurchmesser der
Bursa. (? pag. 300).
1. Bursasack (in gefülltem Zustande) kugel-
rund, dicht mit Stacheln besetzt, mit Aus-
nahme einer kleinen Partie auf der rechten
Seite (Fig.46).
1.’ Bursasack nahezu kugelig, ventral "oder
dorsal eine grössere Partie stachelfrei.
2. Dorsaleine gröss.Partiestachelfrei(Fig.49).
2. Nur ventraleine grössere Partie stachelfrei.
3. Die Begrenzungslinie des Stachelbe-
satzes bildet ventral einen flachen
Bogen (Fig. 66).
3. Die stachelfreie Partie bildet ventral
einen tiefen Einschnitt in den stachel-
besetzten Teil.
1.” Bursasack länglich, eiförmig.
2. Bursasack überall mit feinen Stacheln be-
setzt, nur eine kleine Insel im untern
Teil freilassend, dieser stärker verhornt
(Fig. 69).
2.. Am Bursasack grössere Partien dorsalund
ventral stachelfrei.
silenata Stndf.
laquaearia HS.
linariata F.
pyreneata
Mab.
castigata Hn».
marginata $tgr.
scabiosata Bkh
orphnata
Bhtsch.
denticulata
Tr:
20*
300 Wilh. Petersen.
a eezererertttttrtrrrrrenssrerrrrntttll n—
3. Dorsal am Bursasack auf der linken : er
Seite eine stachelfreie Partie (Fig. 71). =
3. Die linke Seite der Bursa dorsal bis j
weit nach unten mit Stacheln besetzt.
4. Am Ursprung der „Erweiterung‘ eine
Gruppe von Stacheln, die mit der
übrigen Bedornung in Verbindung steht ö
; succenturiata
(Fig. 62). LL
4.’ Am Ursprung der Erweiterung eine ;
isolierte Gruppe von wenigen‘ subfulvata
Stacheln (Fig. 63). \ Hw: oxydata Tr.
ß Die Erweiterung des Ductus seminalis
nicht ungewöhnlich lang, kürzer als der
doppelte Querdurchmesser der Bursa.
1. Fundusteil des Bursasackes schwächer be-
dornt (ohne braune Chitinstacheln) oder
“ ganz ohne Stacheln.
9. Die ganze obere Hälfte des Bursasackes
ohne Stacheln, nur der untere Teil der
Bursa mit Stacheln besetzt (Big.78). homosrammakz
2.’ Fundus der Bursa mit schwachen (nicht Dietze
braunen) Stacheln besetzt.
3. Die Erweiterung des Ductus seminalis
sehr breit.
4. Bursa von ganz aussergewöhnlicher
Form, mit weichhäutigem Anhang und
sehr langem Ductus bursae (Fig. 100). lanceata H».
4.’ Bursa von gewöhnlicher Form, Ductus ;
bursae sehr kurz (Fig. 40). eb z
3. Die Erweiterung des Ductus seminalis Si
sehr schwach ausgebildet.
4. Ostium bursae ausserordentlich breit,
breiter als der Bursasack (Fig. 39). actaeata Wald
4. Ostium bursae nicht breiter als der
Bursasack.
5. Auf der rechten Seite des stark ver-
hornten grossen Bursasackes dorsal
und ventral eine grössere Stachel-
partie mit starken Randstacheln
(Fig. 93). phoeniceatakbr.
5.’ Auf derrechten Seite keine geschlos-
sene Stachelpartie.
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupithecia Curt. 301
6. Der weichhäutige Fundusteil (dorsal
durch eine regelmässige, fast ge-
rade Linie abgegrenzt (Fig. 1). gratiosata HS.
6.’ Der weichhäutige Fundusteil ganz
regelmässig begrenzt (Fig. 6). ° gueneata Mill.
1.’ Fundusteilder Bursa nicht mit schwächern,
farblosen Stacheln besetzt.
Hierher gehört ein grosser Teil der Arten
mit einer Bursabildung, die man in der Mehr-
zahl der Fälle die normale Bürsaform
der Gattung Eupithecia nennen kann, wie
wir sie z. B. bei satyrata finden. Die feinern
Unterscheidungsmerkmale bieten einer dicho-
tomischen Einteilung in Gruppen, wie es für
die Zusammenstellung einer analytischen Ta-
belle notwendig ist, dadurch grössere Schwie-
rigkeiten, dass sie eine umständliche Termi-
nologie erfordern. Daher verweise ich auf
die Zeichnungen und die dazu gehörigen
Beschreibungen, mit deren Hilfe man in der
Bestimmung praktisch schneller und leichter
zum Ziel kommen wird.
B. Duetus seminalis oder die Erweiterung,
von welcher derselbe abgeht nicht auf
der rechten Seite (A. pag. 298).
a. Ductus seminalis (oder Erweiterung) ven-
tral abgehend, Bursa mit grossem stachel-
freiem Anhang.
a Ductus bursae lang (länger als breit)»
stark verhornt.
1. Der mit Stacheln besetzte kugelförmige
Teil des Bursasackes grösser als der
Anhang.
2. Der Anhang stachelfrei (Fig. 22). venosata F.
2.’ Am Anhang eine Partie mit Stacheln cassandrata
besetzt (Fig. 25). Mill.
1.’ Der stachelfreie Anhang grösser als der schiefereri
eigentliche Bursasack (Fig. 23). Behtsch.
ß Ductus bursae sehr kurz und breit, der
stachelfreie Anhang sehr gross. Die „Er-
weiterung‘‘ vom obern Teil des Bursa-
sackes abgehend (Fig. 83). pygmaeata Kb.
302 Wilh, Petersen.
b. Ductus seminales (oder die Erweiterung)
dorsal abgehend.
a Bursasack weichhäutig ohne Stachel-
besatz, die Erweiterung des Ductus se-
minalis sehr unbedeutend oder fehlend.
1. Ducetus bursae lang, stark verhornt
(Fig. 52). rebeli Bhtsch.
2. Ductus bursae kurz, schwach verhornt „;: .
; stigmaticata
(Fig. 24). Chr.
ß Bursasack mit Chitinstacheln besetzt,
wenn auch nur zerstreut in kleinen
Gruppen.
1. Bursa im untern Teil stark chitinisiert,
dorsal zieht ein breiter mit Zähnen be-
setzter Chitinstreif um die Abgangsstelle
des Ductus seminales (Fig. 4). extremata F.
"1.’ Dorsal am Bursasack kein soleher Chi-
tinstreif.
2. Die ganze Fundushälfte des Bursasackes
dicht mit feinen Stacheln besetzt.
3. Fundus mit kleinem, weichhäutigem
Anhang (Fig. 27). alliaria Stgr.
3. Fundus ohne Anhang.
4. Die Erweiterung des Ductus | nanata Hh.
nalis dorsal in der Mitte abgehend. hyperboreata
(Fig. 89, 90). | Ster.
4.’ Die Erweiterung des Ductus semi- .
nalis ganz auf die linke Seite gerückt Be > >
7 (Fig. 91, 92). unedonata Mah,
. Fundushälfte des Bursasackes nicht parallelaria Bhtsch.
auf beiden Seiten dicht mit feinen
Stacheln besetzt.
3. Bursasack von ganz ungewöhnlicher
Form.
4. Erweiterung des Ductus seminales
gross, ganz auf der linken Seite ab-
gehend (Fig. 96). abbreviata Stgr.
4. Erweiterung des Ductus seminales
sehr schwach, dorsal vom untersten carpophilata
Teil der Bursa abgehend (Fig. 26). Stgr.
3. Bursa von gewöhnlicher Form.
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupithecia Curt. 303
4. Die Erweiterung des Ductus seminalis
ganz auf die linke Seite gerückt, Fun-
dus stachelfrei (Fig. 42). virgaureata Dhld.
4. Die „Erweiterung“ dorsal abgehend.
5. Fundus mit vereinzelten Randstacheln,
Erweiterung des Ductus seminalis von
der Mitte des Bursasackes abgehend
(Fig. 97). . dodoneata Gn.
5.’ Fundus mit geschlossen stehenden Rand-
stacheln. ;
b. Bursasack ventral nur in der Mitte ein
grösseres Stück mit Stacheln besetzt
(Fig. 82). valerianata H».
b.’ Bursasack ventral mit einem halben
Stachelkranz (Fig. 51). extensaria Fır,
Kurze Zusammenfassung
der Mesul.ie
I. Die Gattung Euphitheeia erweist sich nach dem
Bau der Generationsorgane als eine Gattung von stark
sekundärem Typus. Die sekundäre Spezialisierung zeigt
sich beim Männchen: in den spiralig gewundenen
Hodenfollikeln, in der Verschmelzung der langen Glandu-
lae sebaceae und dem langen Ductus ejaculatorius, der
in seinem Endabschnitt, dem Schwellkörper, einen eigen-
tümlichen Besatz von Chitinzähnen aufweist, beim
Weibchen: in der Bildung der Bursa copulatrix, die
an ihrer inneren Chitinwand Stacheln, Dornen und Zähn-
chen besitzt, wie wir sie nur bei phylogenetisch jüngern
Formen finden. Vor allem aber ist hier massgebend,
dass der Ductus seminalis vom Bursasack selbst abgeht,
meist von einer Erweiterung desselben, die bis-
weilen eine exorbitante Grösse erreicht, und die als Teil
des Bursasackes zn betrachten ist, da sie bei befruchteten
Exemplaren das lange Collum der Spermataphore birgt.
Dieses Verhalten des Ductus seminalis, das sich ausnahms-
los bei allen Arten des Genus findet, wäre allein genügend,
den stark differenzierten Charakter der Gattung als zweifel-
los erscheinen zu lassen. Wir haben also in den Euphi-
theecien Schmetterlinge zu sehen, die in verhältnismässig
später Zeit auf unserer Erde aufgetreten sind. Damit
steht auch die Vorliebe der Raupe für den Blütenstand
der Futterpflanze — zumal den zusammengesetzten Blüten-
stand der Umbelliferen, Compositen — in bestem Einklang.
II. Die nahestehende Gattung Chloroelystis, bei
welcher der Ducetus seminalis sich noch vom Bursagang
abzweigt, ist als die primitivere Gattung zu betrachten.
III. Die Chitinbildungen am Endabschnitt des Duc-
tus ejaculatorius beim Männchen und an der inneren
Ein Beitrang zur Kenntnis der Gattung Eupithecia Curt. 305
Wand der Bursa copulatrix beim Weibchen, die Form
der Valvae und des Uncus sind bei den einzelnen Arten
von einer auffallenden Konstanz.
IV. Als ein wichtiges Resultat meiner Untersuch-
ungen sehe ich den Nachweis an, dass die Arten der
Gattung Eupithecia sich in der bei weitem grössten Zahl
der Fälle nach den Formverschiedenheiten des Sexual-
apparates beim Männchen sowohl wie beim Weibchen mit
voller Sicherheit unterscheiden lassen. Es ist dabei be-
merkenswert, dass diese Unterscheidungsmerkmale an den
Generationsorganen uns auch in Artengruppen nicht
im Stiche lassen, wo eine Trennung nach Merkmalen der
Färbung und Zeichnung grosse Schwierigkeiten macht.
Von Wichtigkeit ist dies für die grosse Zahl von Fällen,
wo die oft minimen specifischen Trennungsmerkmale nahe
verwandter Formen vom biologischen Standpunkt aus
unzweifelhaft als indifferente Merkmale zu bewer-
ten sind.
V. Da eine Reinzucht solcher indifferenter Charak-
tere bei nahe verwandten Formen, welche weder geo-
graphisch noch zeitlich getrennt sind, nur denkbar ist,
wenn eine radikale geschlechtliche Entfremdung der diver-
gent gewordenen Formen gegenüber der Stammform, so-
wie eine geschlechtliche Affinität der neuen gleichartigen
Formengruppen untereinander eingetreton ist, so wird die
Annahme berechtigt erscheinen, dass die geschlechtliche
Entfremdung resp. Affinität Hand in Hand geht mit den
morphologischen Veränderungen der Generationsorgane.
Da aber andererseit bei erfahrungsgemäss unzweifelhaft
verschiedenen Arten der Sexualapparat constante mor-
phologische Eigentümlichkeiten aufweisst, so werden wir
vice versa aus der divergent gewordenen Bildung der
Sexualorgane auf geschlechtliche Entfremdung schliessen
und in zweifelhaften Fällen die morphologischen Verhält-
nisse des Sexualapparates als Artkriterium benutzen dürfen
VI. Da die Divergenz in der Bildung der Generations-
organe mit der geschlechtlichen Entfremdung korre-
spondiert, diese aber in erster Linie auf Verschiedenheit
der Duftorgane resp. der Perceptionsorgane basiert ist, so
muss eine enge Korrelation zwischen den Duftorganen
und den morphologischen Eigentümlichkeiten der Sexual-
organe angenommen werden.
306 Wilh. Petersen.
VIl. Es lässt sich nicht verkennen, dass mindestens
ein grosser Teil der Chitinbildungen am Sexualapparat,
wie z. B. die Stachelbildungen an der inneren Wand der
Bursa oder am Schwellkörper, durchaus den Charakter
der „progressiven Bildungen“ tragen. Es ist somit
die Annahme einer Orthogenese*) nicht von der Hand
zu weisen.
VIII. Im allgemeinen sind die speeifischen Charaktere
des Sexualapparates bei den Männchen stärker aus-
geprägt, als bei den Weibchen; doch finden sich hier
auch Ausnahmen (wie z. B. bei strobilata-togata und in
der linariata-Gruppe).
IX. Da im allgemeinen der Sexualapparat bei den
Weibchen grössere Aehnlichkeit zeigt, und in manchen
Fällen nur die Männchen sicher zu unterscheiden sind,
so ist es wahrscheinlich, dass in der Gattung Eupitheeia
bei der Artdivergenz der Regel nach das Männchen
vorangeht (männliche Praeponderanz).
X. In mehreren Artengruppen sehen wir starke Ver-
änderung der Grundfarbe vergesellschaftet mit morpho-
logischen Divergenzen am Sexualapparat (gueneata-grati-
osata, subfulvata-succenturiata, pulchellata-irriguata).
XI. Mit unzweideutiger Klarheit geht aus den mor-
phologischen Verhältnissen des Sexualapparates hervor,
dass sich das Artbild aus Elementen zusammensetzt, die
oft nur in der Verschiedenheit ihrer Kombinationen ein
neues typisches Bild zuwege bringen. So treten z. B.
die bucklige Form des Uncus, lappenförmige oder spitze
Vorragungen am Hinterwinkel der Valvae, sackartige
Anhänge der Bursa oder eine starke Erweiterung des
Ductus seminalis sporadisch in ganz verschiedenen Art-
gruppen auf.
Dieses Verhalten setzt gewisse „Bestimmungsstücke*
in der Erbsubstanz voraus und spricht mit Entschieden-
heit zu Gunsten der Weismannschen Determinantenrlehre.
XII. Bei den westlichen Formen. (Süd-Frankreich)
erreichen die „progressiven Bildungen“ ihre stärkste Ent-
faltung, während die östlichen Formen (Kaukasus, Persien)
im allgemeinen dem einfachen Urtypus der Gattung näher
stehen.
*) Um Missverständnissen vorzubeugen bemerke ich hier, dass
ich darunter im Sinne Plate’s eine Entogenese ohne Einwirkung der
Selektion verstehe.
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupithecia Curt. 307
XII. Als praktisches Resultat vorstehender Unter-
suchung kann angeführt werden, dass wir nach der
Bildung des Sexualapparates im Stande sein werden, auch
bei vollständig beschädigten Stücken die Artzugehörig-
keiten zu bestimmen, was für die Arten der Gattung Eupi-
thecia bei faunistischen Arbeiten von besonderer Wichtig-
keit sein dürfte.
Wie verhalten sich nun die aus dem vorliegenden
Material gewonnenen Beobachtungstatsachen zu den ver-
schiedenen Hypothesen der Artenentstehung”?
Für die Wirksamkeit der Selektion bei der Ent-
stehung der einzelnen Arten in der Gattung Eupitheecia
lassen sich nach meiner Meinung keine Anhaltepunkte
gewinnen.
Im allgemeinen haben wir es hier bei den einzelnen
Arten mit Unterscheidungsmerkmalen im äusseren Bau,
in Färbung und Zeichnung zu tun, die einen Nützlichkeits-
wert nicht erkennen lassen. Die minimen Unterschiede
in der Zeichnung, die so charakteristisch sind für gewisse
nahe verwandte Arten, erlauben uns keineswegs die An-
nahme, dass diese geringen Abweichungen ihren Trägern
auch nur den geringsten Vorteil verschaffen konnten den
Formen gegenüber, aus denen sie mutmasslich bei der
Artspaltung hervorgegangen sind. Selbst wenn wir zu-
geben, dass unsere Erkenntnis über Wert oder Wertlosig-
keit eines Merkmals im Kampf ums Dasein noch so
mangelhaft ist, werden wir gleichwohl in der Mehrzahl
der hier vorliegenden Fälle einen Nützlichkeitswert
der geringen Abweichungen im äusseren Bau nicht aner-
kennen dürfen. Eine Ausnahme würden vielleicht die For-
men machen, die einen Wechsel der Gesamtfärbung —
grau, braun oder weiss — ihrer Umgebung im Ruhestande
besser angepasst, einen Vorteil erringen konnten, aber
selbst bei diesen Formen sehen wir, dass beide Färbungen
in demselben Wohngebiet nebeneinander fortdauern, wie
z. B. succenturiata nnd subfulvata.
Die geringfügigen äusseren Unterscheidungsmerk-
male in der Gattung Eupithecia müssen zudem noch
in einem ganz besonderen Licht erscheinen, wenn sie
sich vergesellschaftet finden mit viel bedeutenderen plas-
tischen Verschiedenheiten im Bau der Generationsorgane,
Verschiedenheiten, die aber ebensowenig einen Selektions-
erkennen lassen.
308 Wilh. Petersen.
Ganz besonders scheinen mir die aus meinem Unter-
suchungsmaterial gewonnenen Resultate geeignet zu sein,
als Prüfstein für die Entwicklungsprinzipien des Lamar-
kismus zu dienen. Die ursprüngliche Annahme Lamarks,
eine Umwandlung der Organe, die zur Bildung neuer
Arten führt, aus der Funktion der Organe, dem Gebrauch
oder Nichtgebrauch herleiten zu wollen, bietet für unseren
vorliegeuden Fall der Gattung Eupitheeia nicht die Mög-
lichkeit, eine befriedigende Erklärung für die Entstehung
der einzelnen Arten abzugeben. Die neuen morpho-
logischen Charaktere oder Kombinationen, die hier auf-
treten, gehören in erster Linie dem Sexualapparat an,
einem Organsystem, das der Regel nach nur einmal
in jeder Generation in Funktion tritt. Schon vor dem
Ausschlüpfen des Schmetterlings aus der Puppenhülle ist
der Sexualapparat morphologisch endgültig fixiert und
eine Ummodelung des in Funktion gewesenen Organes
nach irgend einer Seite würde auch bedeutungslos bleiben,
da den Organteilen normalerweise garnicht die Gelegen-
geboten wird, sich in neuer Form zu betätigen und zu be-
währen. Dazu käme noch die Schwierigkeit, dass wir
die bisher noch nicht bewiesene Annahme einer Ver-
erbung funktionell erworbener Charaktere akzeptieren
müssten. Im vorliegenden Falle aber würden sich letzterer
Hilfshypothese noch ganz besondere Schwierigkeiten in
den Weg legen. Denn es handelt sich bei den wesent-
lichen morphologischen Unterscheidungsmerkmalen, wie
z. B. den Zähnen an der inneren Bursawand oder dem
Schwellkörper, bei der Form der Valven und des Uncus
um Chitinbildungen, die als Ausscheidungen der Hypoder-
miszellen kein plastisches, sondern ein starres Material
bilden, an dem nachträgliche Formkorrekturen nicht mehr
vorgenommen werden können.
Und wenn es ferner nach Lamark „die Gewohnheit
war, die den Anlass zum Bau der Tiere gegeben hat“,
so kann von einer solchen hier nicht die Rede sein.
An den Lamarkismus haben in neuester Zeit der
Neo-Lamarkismus und die Psyeho-Biologie angeknüpft
und es versucht, durch Einführung des psychischen
Moments den Zufall bei der Hervorbringung neuer zweck-
mässiger Formenbildungen, wie er bei der Selektion zu
Hilfe genommen wird, zu eliminieren. Die zweckmässigen
Anpassungen werden durch einen dem Organismus —
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheecia Curt. 309
Pflanze oder Tier — angeborenen Trieb hervorgerufen,
sie werden erzeugt durch die Intelligenz und den Willen.
Selbst angenommen, dass durch die Einführung des Psy-
chismus vorübergehend eine brauchbare Arbeitshypothese
gewonnen wäre, so würde durch dieselbe im besten Falle
immer nur ein Teilder zweckmässigen Neubildungen
erklärt werden können, für die unendlich grosse Zahl
von Fällen, wo nahestehende Arten sich nur durch in-
differente Charaktere unterscheiden, lässt uns diese Hypo-
these ganz im Stich. Im vorliegenden Fall, bei der
Gattung Eupithecia, haben wir es gerade vorzugsweise
mit indifferenten Specialcharaktern zu tun, und selbst
wenn wir den charakteristischen Chitinbildungen am
Sexualapparat eine funktionelle Bedeutung einräumen
wollten, so wäre doch die Zuhilfenahme eines psychischen
Faktors im Sinne der Psycho-Biologie hier zum mindesten
überflüssig, da ja die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln,
nicht geboten wird. Die Organe der Fortpflanzung treten
hier der Regel nach nur einmal in jeder Generation in
Funktion und somit könnte höchstens über die schon
fertige Neubildung das Urteil ob zweckmässig oder nicht
zweckmässig gefällt werden, ohne dass das „Streben,
etwas zweckmässigeres zu erzielen“, praktisch irgendwie
zur Geltung kommen könnte.
Auch für die sogenannte Mutationstheorie, die be-
sonders bei den Botanikern viel Anklang gefunden hat,
lassen sich aus dem hier gewonnenen Material keine
Anhaltepunkte gewinnen. Rechnet diese Hypothese der
Artenenstehung mit sprunghaften, erbfesten Abänderungen,
bei denen die Selektion höchstens ausmerzend eingreift,
so können wir bei den Eupithecien vielmehr beobachten,
dass in vielen Fällen, z. B. bei der Bedornung der
inneren Bursawand alle Schritte einer orthogenetisch
fortschreitenden Bildung sich verfolgen lassen, sodass die
scheinbar sprunghaft auftretende Neubildung in anderen
Fällen wohl besser dadurch erklärt werden kann, dass
wir die Zwischenglieder der Entwicklungsreihe nicht
kennen. Bisweilen wiederum manifestiert sich die Neu-
heit der Erscheinung durch eine besondere Kombination
schon früher in der Gattung vorhandener Elemente.
Im übrigen kann ich die Entstehung neuer Arten
aus Mutationen, wie de Vries sie sich denkt, nicht ver-
stehen, so lange nicht das Mittel angegeben wird, durch
310 Wilh. Petersen.
welches der geringe Prozentsatz neu auftretender Muta-
tionen der Stammart gegenüber sich behauptet oder so-
gar herrschend wird. Muss man hier bei Mutanten mit
neuen indifferenten Merkmalen die Selektion aus-
schliesen, so wäre die Möglichkeit der Erhaltung solcher
Bildungen nur denkbar, wenn Isolierung in irgend einer
Form vor Aufgehen in die Stammart bewahrt. Die Be-
rechnung von Delboeuf, nach welcher auch in geringerem
Prozentsatz auftretende Neubildungen selbst ohne Nützlich-
keitswert zu herrschenden werden können — alle Sin-
gularvariationen im Laufe der Zeit zu Pluralvariationen
* werden müssen — beruht, wie Plate überzeugend nach-
gewiesen hat, auf einem Trugschluss.
Wohl könnten wir uns denken, dass geographische
Isolation bisweilen zur Bildung neuer Arten führen kann,
doch wird dies bei Schmetterlingen immerhin ein seltener
Fall»leiben, da die Mittel der Verbreitung im allgemeinen
zu ausgibige sind, und, indem immer wieder ein Connex
mit der Stammform hergestellt wird, Panmixie eintritt.
Sehen wir doch, dass selbst die mit schwachem Flug-
vermögen ausgestatteten Eupithecien in schnellem "Tempo
ihr Verbreitungsgebiet erweitern können, wie wir das
z. B. im Augenblick an Eupithecia sinuosaria Ev. be-
obachten, die, ursprünglich wohl im Ural zu Hause, mit
jedem Jahr weiter nach Westen vorrückt, im Augenblick
die Grenzen Deutschlands schon überschritten hat und
sicherlich in kurzer Frist in Westeuropa heimisch sein
wird. In streng isolierten Gebieten mag geographische
Isolation wohl zur Bildung von Lokalrassen führen, die
schliesslich, wenn andere Umstände dauernd einwirken,
der Stammform gegenüber geschlechtliche Entfremdung
zeigen, doch wäre dann hier die geographische Isolation
nicht die eigentliche Ursache, sondern nur ein unter-
stützender Faktor bei der Bildung der neuen Art. Mehr
Erfolg wäre bei irgend einer Form biologischer Isolation
zu erwarten, etwa der Verschiebung der Flugzeit bei
einer Lokalrasse, wodurch eine Vermischung mit der
Stammart stark eingeschränkt oder unmöglich gemacht
wird. Aber in einer ganzen Anzahl derartiger Fälle, die
ich untersucht habe (ich erwähne hier nur Larentia
truncata Hfn. und immanata Hw.), treten dann als Begleit-
erscheinung auch konstante Neubildungen am Sexual-
apparat auf, Dies kann kein blosser Zufall sein. Es
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheeia Curt. 311
liegt daher viel näher anzunehmen, dass hier „physio-
logische Isolierung“ im Spiel ist: Die Generationsorgane,
die sich ganz besonders empfindlich äusseren Reizen
gegenüber verhalten, ändern primär ab, als Folgeerschein-
ung tritt dann geschlechtliche Entfremdung ein, und diese
ermöglicht eine Reinzucht sonst indifferenter äusserer
Charaktere, die schliessslich als Erkennungszeichen der
neuen Art gelten können.
Die Arten der Gattung der Eupitheeia mit ihren aus-
gesprochenen indifferenten Artenmerkmalen bei gleich-
zeitig stark differenziertem Sexualapparat scheinen mir
ganz besonders geeignet zu sein, meine Annahme zu
stützen, dass die physiologische Isolierung bei der Arten-
bildung eine wesentliche Rolle spielt. Durch diese Form
der Isolierung wird die Art, die in erster Linie auf
physiologischer Grundlage ruht, fixiert. Damit ist freilich
nur der Weg gezeigt, wie bestimmte Charaktere, ins-
besonders die indifferenten, zu Artceharakteren werden
können. Die bewirkende Ursache für das Auftreten neuer
Charaktere oder für eine neue Gruppierung schon vor-
handener Merkmale zu einem neuen Gesamtbilde, werden
wir zweifellos in äusseren Reizen, hauptsächlich klima-
tischen und Ernährungsreizen, zu suchen haben, und zwar
müssen diese, da es sich um erbfeste Charaktere handelt,
das Keimplasma selbst treffen. Verschiedene Umstände
deuten darauf hin, dass es in der Entwicklung kritische
Stadien besonderer Reaktionsfähigkeit gibt und in
richtiger Ausnutzung dieser Verhältnisse muss hier die
experimentelle Forschung einsetzen.
Alphahetisches Namenverzeichnis.
abreviata
abietaria
absinthiata
actaeata
albipunctata
alliaria
amplexata
assimilata
bohatschi
brevieulata
carpophilata
cassandrata
castigata
cauchyata
centralisata
chloerata
conterminata
coronata
debiliata
deeipiens
denostata
denticulata
distincetaria
dodoneata
druentiata
drupisaria
ericeata
euphrasiata
euxinata
exiguata
expallidata
Seite
274
233
241
245
244
a!
258
241
224
255
240
Fig.
96
19
35
39
40
2a
68
34
98
33
extensaria
extraversaria
extremata
fenestrata
fraxinata
fuseieostata
gemellata
goossensiata
graphata
gratiosata
gueneata
helvetiearia
homogrammata
hyperboreata
immundata
impurata
indigata
innotata
insigniata
inturbata
irriguata
isogrammaria
jasionata
laquaearia
lanceata
larieiata
liguriata
limbata
linariata
lithographata
Seite
248
240
223
249
271
268
239
242
261
223
226
250
264
270
265
260
232
271
234
269
230
265
245
229
276
246
230
229
227
260
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gattung Eupitheeia Curt.
marginata
massiliata
millefoliata
minusculata
nanata
novata
nubilata
oblongata
orphnata
oxycedrata
oxydata
parallelaria
pauxillaria
pernotata
phoeniceata
pimpinellata
plumbeolata
pulchellata
pumilata
pusillata
pygmaeata
pyreneata
rajata
rebeli
rectangulata
roederaria
satyrata
scabiosata
schiefereri
seriptaria
selinata
Seite
247
269
256
231
270
280
234
224
257
278
259
272
270
252
212
239
264
229
281
231
267
228
280
248
283
230
251
257
235
262
245
semigraphata
setaceata
silenata
sinuosaria
sobrinata
spissilineata
stigmaticata
strobilata
subatrata
sulfulvata
subnotata
subpulehrata
succenturiata
sutiliata
syriacata
tamarisciata
tenuiata
thalietrata
togata
trisignaria
turfosata
ultimaria
unedonata
ustata
valerianata
variostrigata
venosata
veratraria
virgaureata
vulgata
zibellinata
Seite
260
261
252
276
277
262
236
233
251
225
247
226
254
248
227
271
269
269
234
245
232
268
2712
280
266
253
234
250
244
244
268
Anmerkung: Bei der Angabe der untersuchten Exemplare bedeutet
5 &2Q stets: 5 Männchen und 5 Weibchen.
Literatur.
. Petersen, W., Beiträge zur Morphologie der Lepidop-
teren. M&m. de l’Acad. des Sc. de St. Petersbourg;
T. IX, Nr26,1900:
. Petersen, W., Die Morphologie der Generationsorgane
der Schmetterlinge und ihre Bedeutung für die
Artbildung. Mem. de l’Acad. des Sc. de St.
Petersbourg; T. XVI, Nr. 8, 1904.
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- apparat der Chloroclystis reetangulata L. Zeit-
schrift für wissenschaftliche Insektenbiologie; Bd.
11. P.2887252.1906.
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Geschleehtsanhänge der Lepidopteren. Zeitschrift
für wissenschaftliche Zoologie; 74. 4., 1903.
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organe bei den männlichen Lepidopteren. Arbeiten
des Zoologischen Institutes, Wien; T. XIII, Heft 2, 1901.
. Schroeder, Chr., Die Untersuchung der männlichen
Genitalienanhänge als Kriterium für die Artberech-
tigung im Genus Eupithecia. Allgemeine Zeitschrift
für Entomologie; 1900, Nr. 20.
. Petersen, W., Ueber die Spermatophoren der Schmetter-
linge. Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie;
Bd. 88, Heft 1.
Iris, Dresden, Bd. XXI.
&ratiosata HS. !
liguriata Mill.
inusculata Alph
roederaria Stdis.
= ultimaria B.
pusillata F. conterminata Z.| indigata Hb.
30.
alliaria Sıgr.
earpophilata Slgr. euphrasiata HS. | pimpinellata Hh.
gemellata HS.
linariata F. ataStph.
glia,
insigniata Hb. | Bohtsoh 2
i
N
35.
listinetariaHS. |extraversariaHS | expallidataGn. | assimilata Gn. | absinthiata Ch |
re
er
Iris, Dresden, Bd. XXI.
1
goossensiata Mab. denotata Hb. actaeata Wald. albipunctataHw.
lariciata Frr. castigata Hb. subnotata Hb. sutiliata Chr.
cauchyata Dup. satyrata Hb. pernotata Gu. silenata Stdfs.
41.
vulgata Hw.
52.
zug
rebeli Bohtsch.
variostrigata Alpl.
42,
virgaureata ld.
53.
fenestrata Mill.
succenturiatg Haw
43.
selinata HS.
veratraria HS.
subfulvata L.
Taf. b.
44.
trisignaria HS.
55.
helveticaria B.
millefoliata Rössl.
I spissilineata M6l2. plumbeolata Hw.}
i druentiata Dietze.
RT EIER
66.
scabiosata
Bohtsch. denticulata Tr.
| amplexata Chr.
78. & ‚79.
| homogrammata
Dietze. thalictrata Püngl.
-86. | BT,
massiliata Mill. tenuiata Hb.
EEE IETRTTER Be
semigraphata Pfil
8.
| immundatsa 2. |
.88.
inturbata Hb.
2 drupisaria
setaceata Dietze.| Sohn-Rethel
ogrammaria : | : ' ultimaria BAni--
HS. valerianata Hb. | pygmaeataHb. | zibellinata Chr. | nusculata Alph.)
nanata Hb.
NIE
(
ER
voER
en
KEN
Lan
abbreviata Stph. dodoneata Gn.
phoeniceata Rbr. oxycedrata Rbr.
105,
ericeata Rhr. ris XIXTaf. 1 Fig. 15. decipiens Pet. novata Dietze.
rectangulataL. debiliata Hb. chloerata Mab.
lanceata Hb. sobrinata Hb.
Ventralplatte Dorsalplatte
ustata Moore. G.pumilata Hb. corenata Hb.
.
a " en ice
1 gratiosata HS., 2 oblongata Thnbg 2% v. centralisata Stgr., 3 breviculata Dorz.
Sa a hd a
u
Iris, Dresden, Bd. XXI. FERN Taf. 2.
Fig. 5 A.d.
+ extremata F., 5 subpulchrata Alph., 6 gueneata Mill, 7 syriacata Stgr.,
8 linariata F.
y. %" Beate ER
Ss, en Ba. xxı.” | | "Tafrg:
Fig. 10 A.d.
} Fig. 10 A. v.
Fig. 13 A. v.
8 linariata F.,9 pyreneata Mab., 10 pulchellata Stph., 11 a HS., 12 lim-
bata Stgr., 13 liguriata Mill., 14: irriguata Hb.
#
=
a LE St = isn u nu] u mal a un SE a m 2
Pate DE a u 4 ad Sn m en
VPE SE WEN 7
Fig. 19 A.v.
Fig. 19 A.v.
15 pusillataF., 16 conterminata Z., 17indigata Hb., 18 turfosata Draudt, 19 stro-
bilata Hb. (abietaria Göze),
ng
Aris, Dresden, Ba. XXxIm
20 togata Hb., 21 insigniata Hb., 22 venosata F.
Kae 2 E NEEN a u
Pe,
f ris, Dresden, Ba. XXX
ig.27.A.v.
Ey
93 schiefereri Boh., 24 stigmaticata Chr., 25 cassandrata Mill.. 26 carpophi-
lata Stgr., 27 alliaria Stgr., 28 euphrasiata HS.
Iris, Dresden, Bd. XXIE | Se TEL TE
„Fig. 29 A.p.(52 x)
N =
u
29 pimpinellata Hb., 30 gemellata HS., 31 distinetaria HS., 32 extraversaria HS.
a
FrE
N
a,
RER WE
Fig. 36.
33 expallidata Gm., 34 assimilata Gn., 35 absinthiata Cl, 36 goossensiata Mab,.,
37 denotata Hb., 38 jasionata Crewe.
Dresden, Bd. XXI.
Fig. 40 B.
39. actaeata Wald., 40. albipunctata Hw., 41.vulgata Hw., 42. virgaureata Dbld.
ee
x
Iris, Dresden, Bd. XXI. Tarraıoı |
|
| Fig.43 B.
|
Fig.43 A.v. |
A e Fig. 44 A.v. i
Sm = 2 & '
S E
43.selinata HS., 44. trisignaria HS., 45. larieiata Frr., 46. castigata Hb.
50. suti-
erg
«
RU errang 2
Yipauı KAIKEK
NEN
v.
BEER ET T —nm
Fig.52 A
inata Stgr.,
. margina
49
>]
subnotata Hb
Frr., 52. rebeli Boh.
S
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[e%°)
Bo
RS
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48
i),
-
(vom Ussur
ensaria
?
ta Hb
Fig.50 A.d
47. castiga
litata Chr., 51. ext
Iris, Dresden, Bd. XXIU.
= bi hp
Dresden, Bd. XXI Tat. 12
Fig.56 A.v.
>
AN
le
ee “
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BETT >
Fig.55 A,
Fig.55 A.v.
53. fenestrata Mill., 54. veratrariaHSb55.helveticaria B., 56. cauchyata Dup.
DEE h 7
Mi . „ar > - > 2
b) 77 h ee 5 u N
% ß u x
I ,
2 „
\
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TE ERTEILEN EEE ET EEE EN EEE Vi NER ZI DIE Be RZ TE A
ung nn a Ey an 2
Fig.57 A.v.
Te
nn
j
(
h
1%
r
56. cauchyata Dup., 57. satyrata Hb., 58. pernotata Gn., 59. silenata Stdf.
Taf. 14.
oVv
Fig. 61 B
2, PTR ””
Fio. 62 A.v.
ig.62 A.u.
trigata Alph., 61.bohatschi Stgr., 62. succenturiata L.
. varloS
60
Fig.63 B.
Fig
ia
.
8
”*
3
1,
| 63. subfulvata Hw., (et oxydata), 64.millefoliata Rössl.
re
= 7’o%
oe Taf. 15.
re
BR u. ©
esden, Bd. XXIL
‚65. druentiata Dietze, 66. scabiosata Bkh
Taf. 16.
Fig. 65 A.v.
„ 67. orphnataBohtsh.68. amplexata Chr.
Bee
69. denticulata’Tr., 71. semigraphata Brd.
ART
Fig. 72A.v.
Ban
Fig.75A.v.
12.lithographata Chr., 73. graphata Tr., 74. drupisaria Sohn-Rethel 75.scriptaria HS.
er
Taf 1808
Dt NS RE Ba -
" Iris, Dresden, Bd. xxH.
Fig. 78 A.v.
e.(52%)
76. spissilineata Metz, 77. fuseicostata Chr.,
mata Dietze, 80. thalietrata Püngl.
Taf. 19.
Fig. 76 A.v.
RI"
ne
Hr
el
d)
> e le a
e E Ai dee 5
I ee RR re re
Iris, Dresden, Bd. XxX1. ' Taf. 20.
Fig.82 A.v.
TR Re,
AR
Sl.immundata 7., S1 bir isogrammaria HS., 82. valerianata Hb., 83. pygmaeata Hb.
x DEAD R - v4 x 52 es Bu Se Me
FB Ne H u, . N 1
Iris, Dresden, Bd. XXI. FrTar an
84. zibellinata Chr., 85. ultimaria B. (minusculata Alph.), 86. massiliata Mill.,
87. tenuiata Hb., 88. inturbata Hb.
=
Iris, Dresden, Bd. XXI. Taf. 22.
Fig.91 A.p.(52 X)
Fig. 91A.
89.nanata Hb., 90. hyperboreata Stgr., 91.innotata Hfn.
Iris, Dresden, Bd. XXI. Taf. 23.
yf
Fig.92 B: ei
N be:
„>
Fig. 94 B.
/
92. unedonata Mab., 93. phoeniceata Rbr., 9. oxycedrata Rbr,,
Taf. 24.
7 f N
N j 17
v i
Ne:
N
TUraANt
Sn
DI
N
Fig.99A.v.
96. abbreviata Stph., 97.dodoneaia Gn., 98. exiguata Hb., 99. sinuosaria Ev.
D
2
a IR
IP
x
ee SIR RN
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cr zul Ze. u = je
ER ; . TRENERNEN TR Ei
BEE ar, j [2
Iris, Dresden, Bd. XXI. Taf. 25.
Fig. 100 A.v.
Fig.100 A.
7
Fig.101A.
ES
N
2
Fig. 102.A.v.
Rn PLE
99. sinuosaria Ev., 100.lanceata Hb., 101. sobrinata Hb., 192. ericeata Rbr.
Int - te 0 e;
Iris, Dresden, Bd, XXI. ar
‚Fig.103A.v. _ Fig.103 A.v.
Ss
Fig.103 A.
4 B E73
Le KETTr
y v GeRRELH e :
oe
Fig. 104 A.v.
wy
Fig. 105.4.
"103. Iris XIX .Taf.1,Fig. 15,104. deeipiens n.sp., 105.novata Dietze, 106. castigata Hb.
Re et re Pe ar re
> Dresden, Bd. XL. Tal: 7:
P a 108 A.v.
ya Fig. 1074. er =
rn
en
.107.rajata Gn., 108. ustata Moore, 109. pumilata Hb., 110. coronata Hb.
Fig. 111 A.p.(52 X) | Se Fig.111 B.
ee
ee ET
n
Fig.112B.
111. Chlor. reetangulata L., 112.chlocrata Mab., 113. debiliata Hb., 112, B
(Bursa mit Spermatophore).
Fitz Lehmann, Stuttgart > Verlag für Naturnissenschaft
Die «rossschmetterlinge der Erde
Ein"Handhuch und Bestimmungswerk für Sammler, Lepidopterologen, ;
Schulen und Museen
herausgegeben vn Dr. phil. ADALBERT SEITZ
Direktor des zoolog. Gartens zu Frankfurt a. M., ordentl. u. korresp. Mitglied
zahlreicher wissenschaftl. Vereine,
Bearbeitet wird dieses bedeutende Werk von ersten Autoritäten, unter
denen wir nennen wollen die Herren:
Prof. AURIVILLIUS, Stockholm; H. FRUHSTORFER, Genf; R. HAENSCH,
Berlin; Dr. K. JORDAN, Tring; MABILLE, Paris; WEYMER, Elberfeld;
W. v. ROTHSCHILD, London; J. ROBER, Dresden, WARREN, London.
Mit diesem grossartigsten Schmetterlingswerke ist ein lang-
gehegter Wunsch aller Schmetterlingssammler erfüllt!
Es bedarf jetzt keiner langwierigen und mühsamen Bestimmung
mehr, einfaches Aufschlagen der betreffenden Tafel und mit
einem Blick ist jeder Schmetterling genau bestimmt.
Das Werk kann sowohl vollständig, wie jede der zwei
Hauptabteilungen getrennt und einzeln bezogen werden.
Die einzelnen Lieferungen erscheinen in raschester Folge.
. Haupt-Ahteilung: Die palaearctischen Grossschmetterlinge
Ca. 100 Lieferungen & Vollständig bis Ende 1910.
In diesem I. Teil werden auf ca. 225 Farbentafeln gegen 10000 Formen
unter ausgiebigster Darstellung von & und 9, sowie der Unterseiten
(bes. bei Nymphaliden, Lycaeniden, Satyriden) in vollendeter Naturtreue
abgebildet.
NB. Nicht wur sämtliche grossen, sondern beinahe alle in Staudinger-
Rebels Katalog aufgeführten Grossschmetterlinge von ganz Europa sowie
aller angrenzenden Gebiete der palaearctischen Fauna kommen hier zur
Darstellung und ausserdem noch eine sehr grosse Anzahl in dem a
noch nicht berücksichtigter palaearetischer. Formen.
Zum erstenmale werden hier mit wenigen Ausnahmen sämtliche Tagfalter
Schwärmer, Spinner, Eulen und Spanner der ganzen palaearetischen
Fauna in unübertrefflicher Naturtreue dem Interessenten vorgeführt.
II. Haupt-Abteilung: Die exotischen Schmetterlinge
Ca. 300 Lieferungen ä Mk. 1.50. Vollständig bis 1912. j
In dieser II. Haupt-Abteilung werden auf ca. 650 Farbentafeln etwa
20000 Formen dargestellt. Hiervon können auch die: Hauptgruppen
Rhopaloceren, Sphingiden und Bombyeiden, Noetuiden, Geometriden
einzeln für sich subskribiert werden.
NB. Um den beispiellos billigen Preis zu ermöglichen und das Werk
nicht zu umfangreich zu gestalten, mussten zur Raumersparnis in beiden
Teilen die grösseren Schmetterlinge halbiert dargestellt werden. Dagegen
werden sämtliche kleineren Schmetterlinge, also kleinere Tagfalter
(Lycaenen, Hesperiden), Zygaenen, Sesien, kleinere Schwärmer, Spinner,
Eulen. Spanner in ganzer Figur wie in den anderen Werken abgebildet.
Bestellungen nimmt jede Buchhandlung an! Lieferung I liegt in jeäsr
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sischer Sprache! >
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