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URBANA, ILLINOIS.
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Deutsche
Entomologische Zeitschrift
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herausgegeben
vom
Antomologischen Verein Iris zu Dresden.
Band XXIII. Jahrgang 1909 —12.
Mit 2 Tafeln.
Redakteur: C. Ribbe.
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Beiträge
_Lepidopteren -Fauna
‘ Andalusien.
(Süd-Spanien.)
Macrolepidopteren
von
Carl Ribbe {
Radebeul bei Dresden.
Nachdruck verboten.
Vorwort.
: Ehe ich dazu schreite, Andalusien von lepidopterolo-
gischem Standpunkt aus zu schildern, mögen mir einige ein-
=R leitende Worte gestattet sein: Ende der achtziger Jahre des
vorigen Jahrhunderts hatte ich die Absicht, die Sammel-
_ resultate meines Vaters im Jahre 1871 und dann diejenigen,
welche mein Vater und ich 1880 und 1881 bei Mälaga und
u... erzielt hatten, zu veröffentlichen. Ich wurde von
£ _ meiner Absicht durch Dr. Staudinger abgebracht, der mir
_ damals mitteilte, dass er in den nächsten Jahren eine fau-
Eenteche Arbeit über Süd-Spanien, wenn nicht über ganz
Spanien, veröffentlichen wollte. Es war für mich natürlich
elbstverständlich, dass ich dem Altmeister der Lepidoptero-
logie gegenüber gern zurücktrat, um so mehr, da mir Stau-
dinger versprach, meine Aufzeichnungen, meine Tagebücher
mit bei seiner Arbeit zu verwenden. Staudinger ist nicht
dazu gekommen, seinen Plan zur Ausführung zu bringen,
nd ich selbst konnte mich später auch nicht entschliessen,
_ meine Absicht auszuführen. Massgebend waren hierfür meine
ern Abwesenheiten von Deutschland und dann war
uch ein Teil der Notizen, die mein Vater und ich gemacht
hatten, abhanden gekommen. Vieles war vergessen worden,
und hauptsächlich fehlte es mir an Schmetterlingsmaterial
aus Andalusien. Nach dem Tode meines Vaters fanden
sich unter seinen Briefschaften verschiedene Aufzeichnungen
ii über Andalusien (z. B. ein Verzeichnis der von mir 1880
; und 1881 gefangenen Geometriden), und dann ergab meine
Reise 1905, die ich mit meinem Bruder Paul nach Anda-
lusien unternahm, das genügende Material, welches man zu
_ einer faunistischen Arbeit dringend nötig hat. Meine Ab-
icht war auch dieses Mal, nur meine Resultate festzulegen;
nit dieser Arbeit kam mir jedoch die Erkenntnis, dass diese
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731931
2 Carl Ribbe.
nur ein Stückwerk sein könnte, dass, wenn ich ein nur
einigermassen übersichtliches Bild der Schmetterlingsfauna
in Andalusien bringen wollte, ich auch die Resultate ande-
rer Sammler berücksichtigen müsste. |
So ist denn nach und nach in einem Zeitraum von
mehr als drei Jahren die vorliegende Arbeit entstanden, von
Tag zu Tag mehrte sich das Material, oft mussten ganze
Abschnitte neu überarbeitet werden, da sich die Nachträge
häulten.
Mancher wird glauben, dass meine faunistische Arbeit
etwas überflüssig sei, da ja schon die Arbeiten von.
Rambur: Faune entomologique de l’Andalousie und Catalogue
systematique des Lepidopteres de l’Andalousie und von Ro-
senhauer: Die Tiere Andalusiens vorhanden sind. Nun, die-
sen Zweiflern halte ich folgendes entgegen: Ramburs Arbei-
ten sind beide nicht fertig geworden; die erstere, die Fauna,
behandelt nur die Tagfalter, die Sphingiden und die Sesi-
iden, sie hört mitten im Texte auf und geht nur bis Sesia
rhingiaeformis; die zweite, der Katalog, bringt die Tag-
schmetterlinge, die Schwärmer (Zygaenen, Sesiiden) und die
Bombyciden (nach dem alten System); Noctuen und Span-
ner fehlen ganz. — Rosenhauer führt nur 178 Lepidopte-
renarten von Andalusien an. Ramburs und Rosenhauers
Arbeiten sind in einer Zeit entstanden, in welcher die Lepi-
dopterologie am Anfang ihres grossen, in die letzte Hälfte
des vorigen Jahrhunderts fallenden Aufschwunges stand,
und weiter sind die beiden Ramburschen Arbeiten so selten
und teuer, dass nicht jeder Sammler in der Lage ist, sich
die Werke zu leihen oder wohl auch zu kaufen. Alsdann
sind seit dem Erscheinen der Werke Ramburs verschiedene
Sammler in Andalusien tätig gewesen; der Kreis der vor-
kommenden Falter hat sich sehr erweitert, die Kenntnis, wo
die einzelnen Arten zu finden sind, ist durch viele Funde
bereichert worden. Ferner sind in den Ramburschen Wer-
ken die Fundorte nur allgemein (oft nur mit Andalusien)
angegeben, auch erfahren wir von den verschiedenen Sam-
melgebieten nichts.
Wesentlich unterstützt bei der Zusammenstellung der
Fauna wurde ich durch verschiedene Herren. In erster
Linie habe ich Herrn Gerichtsrat R. Püngeler und Herrn
Bohatsch für die Bestimmung meiner andalusischen Tiere
et ‘Bemerkungen verbunden.
i az: Korb und He:tr Napoleon M. Kheil stellten mir
auf ihren öfteren Reisen in Andalusien erzielten Resul-
und gemachten Erfahrungen zur Verfügung, und konnte
ı dadurch manches mir vorher: nicht Bekannte meiner Ar-
\ t einverleiben und bin daher auch diesen beiden Herren
\ zum. Danke verpflichtet. Herr Fang Haas, vor allem aber
Terr Hollstein, Bibliothekar des Vereins für Erdkunde in
en: "unterstützten mich durch Literatur und Literatur-
hweise in dankenswerter Weise
Einleitung.
Wenn man nach Andalusien geht, um zu sammeln,
muss man sich von vornherein bewusst sein. dass man auf
vielen Komfort verzichten muss. Selbst in den grösseren
Städten sind die Hotels nicht mit solchen in anderen Län-
dern, die von Touristen besucht werden, zu vergleichen.
Je kleiner der Ort ist, um so mehr muss man natürlich
seine Ansprüche herabsetzen; oft wird man zufrieden sein
müssen, zumal in den verschiedenen Sierren,in einer schlech-
ten Posada, in einem elenden Cortijo ein Unterkommen zu
finden. Von Verpflegung, die, hat man sich einmal an spa-
nische Kost! gewöhnt,i in den Hotels und Logierhäusern
(Casa de Huöspedes, Casa de Pupilos) der grösseren Städte
ganz gut ist, wird man auf den Dörfern und in den Cor-
tiios nichts zu erwarten haben; man muss bis auf Brot und
wenige Sachen alles selbst mitbringen; vor allem in den
Bergen ist es oft schwer, bei einem mehrere Tage dauern-
den Aufenthalte genügende Kost zu erlangen, damit man den
täglichen Anstrengungen gewachsen ist. Die Bewohner die-
ser Cortijos sind zwar sehr entgegenkommend und teilen
gerne das, was sie haben; es ist jedoch meistens so wenig,
dass man immer das Gefühl haben wird, man beraube die
Leute, und dann wird meistens diese Kost der Bergbewoh-
ner einem vom Norden Europas kommenden Sammler wenig
zusagen.
Auf Bett, Tisch, Stühle ete. darf man bei den Berg-
bewohnern auch keinen Anspruch machen, denn solche
Dinge gibt es nur ganz vereinzelt, man muss zufrieden sein,
wenn einem als Fremdling der beste Platz in der Hütte an-
gewiesen wird.
Der vermögende Sammler wird gut tun, sich entweder
schon in der Heimat oder auch in Spanien ein Zelt für
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Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 5
—
Bergtouren herstellen zu lassen, zumal in den Hochgebir-
gen wird er dadurch um vieles unabhängiger und freier in
seinen Bewegungen sein und kann sich. zum mehrtägigen
Aufenthalte die ihm am meisten zusagenden Stellen wählen.
Wir haben zwar sowohl in der Sierra de Alfacar, als auch.
in der Sierra Nevada oft für mehrere Nächte im Freien
übernachtet, ‚doch jedesmal hatten wir unter den Nachteilen
zu leiden; nur im Juli und August gehört ein Kampieren
im Freien zu den weniger unangenehmen Beigaben, mit
denen ein Sammler zu rechnen hat; dann sind die ‚Nächte
warm, dann hat man in den Montes de Granada auch kei-
nen Regen zu fürchten.
Ich will hier einen kurzen Abschnitt aus Prof. Reins
Arbeit: Beiträge zur Kenntnis der spanischen Sierra Nevada
einfügen, da er nicht nur auf ‚dieses Gebiet, sondern auf
alle solche passt, die abseits von Städten, vom Verkehr
liegen. „Für den Besucher der granadischen Nevada gibt
es weder geschriebene, noch sonstige erprobte und in allem
zuverlässige Führer, keine Wegverbesserer, Alphornbläser
und Sänger, keine Sennhütten, Gasthöfe und klimatische Kur-
orte auf den Höhen, keine Auswahl von Rastplätzen und
Erfrischungsstationen auf dem Wege zu den Gipfeln. Wer
hier Gebirgstouren machen will, muss an Selbstbeköstigung
denken und für die ganze Dauer das Nötige für sich und
seine Begleiter mitnehmen, dazu auch warme Decken zum
Schlafen im Freien oder in einer der wenigen und über-
dies sehr primitiven Schutzhütten (Albergues). Diese be-
stehen in der Regel aus vier kunstlos errichteten Mauern
von Schieferplatten mit oder ohne flachem Dach und einem
offenen Eingang. Sie gewähren Schutz gegen rauhe nächt-
liche Bergwinde und besitzen einen Bodenraum zum Schla-
fen für vier bis sechs Personen.“
Wie reist man in Süd-Spanien, wie soll man reisen:
Wenn man nach Andalusien gehen will, ist es am mei-
sten anzuraten, einen Lloyd-Dampfer von Genua—-Neapel
oder von Bremen nach Gibraltar zu benutzen. Die Eisen-
bahnfahrt Paris—Madrid ist nicht sehr zu empfehlen, auch
ist der Gewinn an Zeit nur gering. Von Gibraltar aus
kann man dann Cädiz und Mälaga per Dampfer erreichen,
besser ist es jedoch, nun die Eisenbahn zu benutzen.
6 Carl Ribbe.
Man muss sich jedoch klar sein, dass man in Anda-
lusien mit der Eisenbahn langsam, schlecht und dadurch
auch teuer reist: Billig und schlecht ist die III. Klasse,
teuer und- schlecht die II. und teuer und leidlich die I. Klasse.
Schnellzüge in unserem Sinne gibt es nicht, selbst die so-
genannten Luxuszüge, die auf einigen Strecken verkehren
(Cadiz— Madrid, Almeria—Madrid) sind nicht viel wert. Auf
ieder Station wird längere Zeit gehalten, meistens kommt
man auf den Endstationen mit Verspätungen an. Restau-
rants gibt es nur auf wenigen Kreuzungspunkten, doch sind
Erfrischungsbüfetts auf beinahe allen grösseren Stationen
jetzt vorhanden, wo man billige Getränke, auch Brot und
Früchte zu kaufen bekommt. Das beste Bahnrestaurant ist
auf der Kreuzungsstation Bobadilla zu finden, hier kann
man für wenige Peseta gut, sauber und schmackhaft essen.
Hat man Gepäckträger, Wagen, Boote nötig, so sei man
vorsichtig und bestimme den zu zahlenden Preis vorher,
denn obgleich für alle diese Leute festgesetzte Preise be-
stehen, versuchen sie es doch, aus dem Fremden möglichst
viel Vorteil zu ziehen. Die Douane ist im grossen und gan-
zen entgegenkommend; Ausnahmefälle, wo man jedoch nach
allen Regeln der Vorschrift und nach dem Ermessen der
Unterbeamten geplagt wird, sind nicht selten; nur wenn man
der Sprache mächtig ist, wenn man eine grosse Geduld zeigt
und sich im Notfall an die höheren Beamten wendet, wird
man auch bei solchen Ausnahmefällen zu einem befriedigen-
den Ende kommen. Anders sind freilich die Verhältnisse,
wenn man im Lande selbst in einer Stadt ankommt, da kann
es einem! passieren, dass alles von den neugierigen Steuer-
beamten (Consumos) durchsucht wird. Berüchtigt sind hier-
bei Granada und Mälaga; es ist wirklich ganz unwürdig
und brutal, wie man oft von diesen Steuerbeamten, gerade
beim Betreten dieser von Fremden so häufig besuchten
Städte behandelt wird. Die verschiedenen Stadtverwaltungen
sollten doch dafür Sorge tragen, dass auf den Bahnhöfen
wenigstens immer höhere Beamte anwesend wären, damit
man den Schikanen der unteren Beamten nicht ausgesetzt
ist; auch sollte man berücksichtigen, dass es einem Frem-
den, der längere Zeit in der Stadt bleiben will, sein gan-
zes Geld in dieser ausgibt, wirklich nicht darauf ankommt,
i oder 2 Pfund Fleisch einzuschmuggeln; ferner sollte man
für einen überdeckten Raum sorgen, in welchem die Sachen
durchgesehen werden, damit man nicht gezwungen ist, bei
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42 Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. f|
Wind und Wetter seine Koffer auf offener Strasse zu öff-
nen. Wie oft musste ich, wenn ich todmüde auf meinem
Esel aus der Sierra de Alfacar kam, mich der peinlichsten
Untersuchung meiner Sachen unterwerfen. Unvergesslich
wird mir hierbei ein Vorfall sein, wo die Herren von der
Stadtsteuer für längere Zeit von ihrer langweiligen Schnüf-
felei geheilt wurden. Wir hatten in der Sierra verschiedene
Nester vom Prozessionsspinner gefunden, an der Stadtgrenze
angelangt, wurden auch diese von den Steuerwächtern einer
genauen Untersuchung unterworfen, obgleich ich vor allzu
inniger Berührung warnte. Als ich zwei Tage später wie-'
der an derselben Stelle mit schwer beladenem Esel einpas-
sierte und an der Hebestelle anhielt, schrien mir die sonst
so neugierigen Herren zu, ich sollte mich mit meinem ver-
dammten Viehzeug zum Teufel scheren, sie hätten von der
letzten Juckerei noch genug. Oder auch folgender Fall, wo
wir aus der Nevada zurückkehrten, und die diensteifrigen
Beamten meinen Käferspiritus, meine Biertunke und meine
Nachtfangäpfel probierten, es war eine Lust zu sehen und
zu hören, wie sie nach der ersten Kostprobe spuckten und
schimpften.
Durch Liebenswürdigkeit und Freundlichkeit, durch An-
bieten von Zigarren und Zigaretten wird man, wenn auch
nicht immer, so doch sehr häufig an den Stellen, wo man
täglich die städtischen Steuerbeamten passieren muss, die
Freundschaft der Leute erwerben. In erster Linie soll man
nicht vergessen, dass, so unangenehm das Durchsuchen der
Sachen ist, die Beamten doch immer bei Ausübung ihrer
Pflichten sind.
Ist schon das Reisen mit der Eisenbahn in Süd-Spanien
nicht gerade zu den Annehmlichkeiten zu rechnen, so wird
_ es noch schlimmer, sobald man die weniger besuchten Ge-
biete, die ja hauptsächlich für Sammler in Betracht kom-
men, besuchen will; hier muss man entweder die Diligencia
oder gemietete Wagen oder Tiere benutzen. Die Dili-
gencia, die zwar schnell fährt, ist der richtige Mar-
terkasten, und sollte man dieselbe nur bei zwingender
Gelegenheit benutzen, sechs bis zehn Stunden. Fahrt in
so einem bis auf den letzten Platz vollgestopften Wa-
gen, auf schlechter Strasse, in rasendem Tempo, berg-
auf bergab, gehören zu den unangenehmsten Stunden, die
ich auf all meinen Reisen kennen lernte. Es ist ganz ent-
8 | Carl Ribbe. TER er
schieden vorzuziehen, sich einen eigenen Wagen oder noch
besser Tiere zu mieten und nun, wenn auch langsamer,
seinem Ziele zuzustreben; letztere Reiseart bietet noch den
Vorzug, dass man schon unterwegs sammeln kann. Man
lese nur die Reisebeschreibungen von Willkomm, wie er auf
seinem Pferde das ganze Land durchstreifte, und man wird
Gefallen an solchen Reisen bekommen und gerne die auch
damit verknüpften Nachteile mit in Kauf nehmen. Vielfach
ist man ja auch gezwungen, so zu reisen, da die Wegever-
hältnisse ein anderes Reisen nicht zulassen.
Die Verbindungen, die durch die Eisenbahnen in An-
dalusien hergestellt werden, sind nicht sehr‘ weitgehend und
zahlreich; man hat 2 resp. 3 Hauptlinien, die von Süd-
westen nach dem Nordosten gehen, und nur 2 Querlinien.
Auf allen Strecken verkehren nur wenige Züge. Es emp-
fiehlt sich, das spanische Kursbuch zu kaufen, aus welchem
alles ersichtlich ist. (Guia General de Ferrocarriles.)
Landstrassen gibt es ebenfalls nur wenige und von die:
sen sind nicht alle in gutem Zustande.
Sowie deri Sammler von diesen Verkehrsrouten abweicht,
wird er auf schlechten Landwegen und elenden Saumpfaden,
die letztere auch den geringsten Ansprüchen Hohn sprechen,
reisen müssen. Gerade bei letzterer Art von Reisen, wenn
man die Eisenbahnen, die wenigen Hauptlandstrassen ver-
lässt, fällt das Fehlen von Karten sehr ins Gewicht; man
kann dann nur mit ortskundigen Führern reisen, oder man
reist auch auf gut Glück darauf los und behilit sich mit
Fragen. Die Karten, die im Atlas von Stieler sich befinden,
sind nur mit Vorsicht zu gebrauchen, denn gerade was
Verbindungswege anbelangt, versagen sie sehr häufig; ich
fand auf ihnen Eisenbahnen verzeichnet, die gar nicht vor-
handen sind (Cädiz—Tarifa), an anderer Stelle wieder fand
ich eine Eisenbahn an falscher Stelle eingezeichnet (Gra-
nada—Albolote, Daifontes, Iznalloz, Moreda, Baeza; auf der °
Stielerschen Karte geht die Bahn 20 km davon im Darro-
tale nach Pinar—Moreda hinauf). ‘a
Auch was die verschiedenen Sierren anbelangt, darf
man nicht bei allen darauf rechnen, dieselben auf den vor-
handenen Karten feststellen zu können; häufig wird man
finden, dass Namen, die auf der Karte stehen, den Bewoh-
nern ganz unbekannt sind; häufig wird es sich auch her-
ausstellen, dass ein anderes Gebirge mit dem auf der Karte 4
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angegebenen Namen bezeichnet wird usw. Für die Sierra-
Nevada ist die Karte von Rein (Die spanische Sierra Ne-
vada etc.) immer noch die beste, obgleich auch sie ihre
Fehler hat. — Ferner ist eine geologische Karte der Pro-
vinz Mälaga und Granada von. Federico de Botella von
1884, die in den Berichten der Gesellschaft für Erdkunde
in Madrid erschienen ist, sehr brauchbar. — Auch die Kar-
ten von Berghaus- sind zu empfehlen. Ferner die Karten
von Don Aleio Donnet, die in 7 Blättern im grössten For-
mat einen Ueberblick über die ganze Halbinsel geben. Das
Werk ist 1840 in Paris erschienen. Ebenso bietet der Atlas
nacional de Espaüa von A. H. Dufour, Paris 1835—1849
in 13 Blättern im grossen Format vieles gute. Von dem
srossen Kartenwerke des Oberst F. Coello, das im grossen
Massstabe erscheint, sind leider nur einige Sektionen von
Nord-Andalusien fertiggestellt worden, ob der Rest je er-
scheinen wird, ist sehr fraglich. Natürlich gibt es noch
eine Anzahl anderer auch ganz brauchbarer Karten, doch
sind dieselben meistens schwer zu haben.
Von den Waldgebieten werden übrigens jetzt von der
Forstverwaltung genaue Karten angefertigt; so sah ich solche
vor der Sierra de Alfacar und von den Wäldern bei Treve-
lez, Capileira, Bubiön, Pampaneira und Lanjaron bei dem
Ingeniero de Montes (Oberförster) in Granada. In meinem
zum Schluss der Arbeit stehenden Literaturverzeichnis habe
ich diejenigen Werke, die auch Karten bringen, mit einem
—+- versehen.
Einige Bemerkungen über den Andalusier mögen hier
Platz finden. Der Bewohner Andalusiens ist im grossen
und ganzen kein Freund der Fremden; er sieht dieselben,
sind es nun Engländer, Deutsche, Franzosen oder von’ ei-
ner anderen Nation, nicht als vollwertig an; für ihn ist
seine Heimat, sein Volk das beste, was es nur giht; es
prägt sich ein Nationalstolz, ein Nationalgefühl darin aus,
um welche wir Deutsche die Andalusier beneiden können.
Trotz der vorgefassten Meinung ist jedoch der Anda-
lusier sehr höflich und dienstbereit; freilich darf man nicht
alles, was er sagt, als bare Münze nehmen, denn die Um-
gangssprache ist sehr phrasenreich. Leider wird man nun
in den Städten, wie Mälaga, Granada, Cördoba, Sevilla, wo
doch jahraus jahrein viele Fremde hinkommen, die recht
unangenehme Wahrnehmung machen, dass die Strassen-
10 Carl Ribbe.
iugend die Fremden gerne mit Schimpfworten belästigt und.
ist es auffällig hierbei, dass der Ausdruck Ingles als
Schimpfwort vielfach in Gebrauch ist.
Anders wie die Stadtbevölkerung ist die- Landbevölke-
rung; hier wird man den Andalusier nur von seinen besten
Seiten kennen lernen; hier erkennt man, dass auch der ge-
ringste Arbeiter einen Grad von Noblesse besitzt, wie man
ihn in anderen Ländern nur bei den Gebildeten findet.
Wenn man sich als Insektensammler in Süd-Spanien
aufhält, so ist es wohl selbstverständlich, dass man bei den
Einheimischen durch das Sammeln auffällt, denn welcher
Andalusier hätte Interesse für Insekten; man ist den Leu-
ten ein Rätsel; meistens wird man für einen Mediziner oder
Apotheker, der die Schmetterlinge und Käfer zu Heilzwecken
sammelt, gehalten oder auch man glaubt, der Estranjero ist
in seinem Kopfe nicht ganz normal.
Ich empfehle jedem, der sich längere Zeit in Andalu-
sien als Sammler aufhalten will, so wenig wie möglich
durch Kleidung und Gebaren sich auffällig zu machen; erst
wenn man selbst; halb und halb ein Andalusier geworden
ist, wird man überall sich unbehindert bewegen können,
überall willkommen sein und nur ganz selten übervorteilt
werden.
Vielfach habe ich hauptsächlich in der älteren, aber
auch in der neueren Literatur Schilderungen gefunden, die
die Sicherheitsverhältnisse in Andalusien als recht schlechte
hinstellen. Wenn schon gesagt werden muss, dass bis Mitte
des vorigen Jahrhunderts das Räuberunwesen in einigen
Gebieten immer und immer wieder Veranlassung zu Klagen
gab, so wäre es jedoch eine Ungerechtigkeit behaupten zu
wollen, dass in neuerer Zeit Andalusien unsicherer als
unsere Heimat wäre. Gerade ein Insektensammler, ein Bo-
taniker ist gezwungen, die einsam gelegenen Täler und
Schluchten, die abseits gelegenen Sierren zu besuchen; er
wird viel besser in der Lage sein die Sicherheitszustände
des Landes, in dem er sammelt, zu beurteilen, als Ver-
gnügungsreisende, die immer einer dem anderen dieselben
Unwahrheiten nacherzählen. Man muss die Reiseerlebnisse
von Rambur, von Staudinger 1857—1858, 1830, von Korb,
von meinem Vater 1871 und 1880 und anderen kennen, um
sich ein richtiges Bild von der Sicherheit in Andalusien
machen zu können. Alle diese Sammler haben die verschie-
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 11
denen Sammelgebiete kreuz und quer durchstreift, haben bei
Tag und Nacht ihren Lieblingen nachgestellt, haben oft wie
ich selbst längere Zeit in den verschiedenen Sierren allein
und in Begleitung übernachtet und keinem derselben ist ein
Unfall passiert; keiner hat ein Zusammentreffen mit Räubern
in seinen Reiseerinnerungen zu verzeichnen. Man versuche
doch einmal bei uns in der Nähe einer Grossstadt im Freien
zu nächtigen, ich glaube, lange wird es nicht dauern und
man ist von den sogenannten Fledderern bis auf das Hemd
ausgeraubt.
Wie leichtsinnig Reisende oft in ihren Schilderungen
sind, könnte ich am besten bei v. Hesse-Wartegg sehen;
_ dieser fabelt in seinem lesenswerten Werke: „Andalusien:
Eine Winterreise durch Süd-Spanien und ein Ausflug nach
Tanger, Leipzig 1894°* noch von Räubern in .der Serrania
de Ronda, in der Umgebung von Cädiz (von den Rateros),
in den Alpujarras und fürchtet sich vor Ladrones im Parke
der Alhambra. Gerade über diese Ladrones in dem nachts
recht gut erleuchteten und auch verkehrsreichen Parke
haben wir 1905 recht tüchtig in Granada gelacht; wie muss
sich der Sereno (Nachtwächter, nicht Polizist wie v. Hesse-
Wartegg schreibt), von welchem der Herr seine Ladrones-
Warnung haben will, nachträglich gefreut haben, dass er
wieder einmal einen Estranjero tüchtig angelogen hatte.
Ich habe auf allen meinen Touren in Andalusien nie-
mals eine Waffe getragen, selbst nicht im Frühjahr des Jah-
res 1905 in der Umgebung von Mälaga, wo die mehrjährige
Dürre die Landbevölkerung in grosse Erregung gebracht
hatte, wo es nur zu erklärlich gewesen wäre, wenn
Strassenräuber und Gelegenheitsdiebe die Strassen, die Berge
unsicher gemacht hätten. Das einzige Mal, wo ich in der
Nähe von Granada nachts um 2 Uhr angegriffen wurde,
handelte es sich nicht um einen Raubanfall, sondern um
abergläubische Leute, die nicht begreifen konnten, dass ich
nachts am Genil mit Lampe und Apfelschnüren Nacht-
schmetterlinge fangen wollte. Dass gelegentlich auch wirk-
lich auf Raub und Mord ausgehende Anfälle vorkommen,
ist doch nicht ein Zeichen von allzu grosser Unsicherheit:
bei uns melden doch tagtäglich die Zeitungen solche Vor-
kommnisse und niemandem wird es einfallen daraus nun zu
entnehmen, dass unsere Heimat ein sehr unsicheres Land
sei, in welchem das Räuberunwesen noch in grosser Blüte
steht.
12 | Carl Ribbe.
Wann soll man nun nach Andalusien gehen?
Das beste ist es natürlich, wenn man längere Zeit,
mehrere Jahre hintereinander in diesem Gebiete verweilen
kann, doch werden die wenigsten Sammler dazu die genü-
gende Zeit haben.
Sehr vorteilhaft ist es z. B., im Januar nach Chiclana-
Cädiz oder auch nach Mälaga, oder Algeciras oder Almeria
zu gehen, dort bis zum ‘April zu bleiben und dann Gra-
nada aufzusuchen, um dort bis Anfang August, in welchem
Monat der Tagfang auch in den verschiedenen Sierren vor-
bei ist, zu bleiben; freilich geht einem dann der ganze
Herbstnachtfang mit den seltenen Eulen, wie z. B. Cosmia
ulieis, Agrotis kermesina, verloren. Hat man nur wenige
Wochen für eine andalusische Sammelreise übrig, dann
würde ich in erster Linie raten, direkt nach Granada zu
fahren, z. B. Anfang oder Mitte Mai bis Ende Juni. Man
hat in dieser kurzen Zeit Gelegenheit, die meisten der an-
dalusischen Tagfalter zu fangen, selbst in der Sierra de
Alfacar, und in den Vorbergen der Nevada fliegt dann -
schon (Ende Mai, Anfang Juni) der grösste Teil der dort
vorkommenden Rhopaloceren. Auch. der Nachtfang wird
guten Ertrag geben. Die Küstengebiete bei Mälaga, Cädiz,
Almeria rate ich nicht im Mai—Juni zu besuchen, dort ist
die Wirkung. der Sonne schon zu stark, und selbst in feuch-
ten Jahren wird man finden, dass die meisten Tagschmetter-
linge abgeflogen sind. Hingegen werden die mittleren Ge-
birge, Serrania de Ronda, der Osten Andalusiens, die Sierra
Morena, die Küstengebirge zwischen Mälaga und Almeria,
auch in dieser Zeit, Mai—Juni, für einen Insektensammler
empfehlenswert sein. Im Hochsommer bieten nur die höhe-
ren Gebirge günstige Gelegenheiten zum Sammeln; ist doch
selbst bei Granada in dieser Zeit, z. B. oberhalb der Al-
hambra, alles verbrannt und versengt, so dass man kaum
einen Tagschmetterling und selten einen Nachtschmetterling
erbeutet. Will man spekulieren, d..h. z. B. die Sierra Ne-
vada durchforschen, dann rate ich, Anfang oder Mitte Juli
nach Andalusien zu gehen und in einem der Alpujarrasdör-
fer Quartier zu nehmen. Auch der Herbst, Ende September
bis Anfang Oktober, würde sich für solche Sammler für
einen Ausflug empfehlen lassen. Die Aequinoctialstürme
haben dann schon wieder für Niederschläge
gesorgt, die ;
f| PORN N a 5 TVERISS br A a a a urtie wi 1.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 13
207m mn
x Hänge und Felder bedecken sich mit frischem Grün und der
- _ Nachtfang wird vieles Gute bieten.
Der Winter ist zwar insektenarm, denn man darf nicht
vergessen, dass die mittleren Gebirge, ja selbst Granada,
Schnee aufweisen, doch wird man an den Küsten, in Alge-
- eiras, Cädiz, Chiclana, Mälaga, Velez Mälaga, Motril und
B:
Almeria, genügend Gelegenheit haben, nach Raupen zu
suchen. |
Ä
<
” ‚Allgemeines über Andalusien.
N “ Einige kurze Bemerkungen über Andalusien als Ge-
“ samtheit mögen mir gestattet sein; ich verweise den Leser,
der sich dafür näher interessiert, auf das am Ende meiner
- Arbeit stehende Literaturverzeichnis, in diesem sind die ver-
E schiedenen Werke verzeichnet, die Andalusien in jeder Be-
ziehung schildern. Ganz besonders mache ich auf die Werke
von Willkomm, Rein und Boissier aufmerksam, hauptsäch-
lich Willkomms vorzügliche Werke habe ich bei den nach-
stehenden Zeilen benutzt.
Andalusien wird aus den vier maurischen Königreichen
Jaen, Granada, Sevilla und Cördoba gebildet und zerfällt in
zwei Teile, nämlich Hochandalusien und Niederandalusien
- (Andalucia alta und Andalucia baja). Beide Teile unter-
scheiden sich, was Klima, Vegetation und Landschaft an-
_ belangt, sehr gut, wennschon eine ganz scharfe Grenze
. nieht vorhanden ist.
Hochandalusien setzt sich aus der granadinischen Berg-
terrasse, Tälern der Sierra Morena und dem oberen Gebiete
des Guadalquivir zusammen.
Niederandalusien wird gebildet von den Provinzen Se-
- _Morena, dem Plateau von Los Pedroches, Fuente Ovejuna
und dem westlichen Randgebirge der Ang Ter-
rasse (vergl. Willkomm).
\ Andalusien ist das Land der Kontraste, neben frucht-
baren Ebenen (Vega, Huerta) findet man wüstenartige
Steppengegenden, neben gut bewässerten Teilen findet man
solche, die so gut wie gar keine Wasserläufe haben; neben
_ weit ausgedehnten Flächen findet man grossartige Gebirgs-
_ systeme, die teils bewaldet, teils öde und steril sind.
E Die bevölkertsten, fruchtbarsten, bestangebauten und
_ landschaftlich schönsten Teile befinden sich in Hochanda-
villa, Cädiz, Huelva und Cördoba, der westlichen Sierra -
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lusien. Die Vegas von Granada, Mälaga, Velez Mälaga,
Almufecar und Motril, die Alpujarrastäler, die Täler des
Almanzoras, Rio Jaen, Genil, Guadalhorze und Genal; im
oberen Guadalquivirbecken, das Plateau von Ubeda und
Baeza, das Guadalquivirbecken im bätischen Tieflande, die
Umgebung von Bujalance, Cördobr, Cabra, Lucena, Eciia,
Sevilla, die Ebene westlich von Sevilla zwischen Güuadal-
quivir und Rio Tinto, die Umgebung von Jerez und die
Bai von Caädiz führt Willkomm als besonders gesegnet und
bemerkenswert an.
Zu den wenig bevölkertsten Gegenden gehören die Step-
pen von Nijar, Vera, Dalias, Finana, Guadix, Baza, Hues-
car, Pozoalcon, die bätische Steppe, die endlosen Steppen
zwischen Ecija und Sevilla, die Marisma, die Arenas Gor-
das und das Hügelland von Medina Sidönia.
Im grossen und ganzen besitzt Andalusien keinen gros-
sen Wasserreichtum, nur die Sierra Nevada und teilweise
die Sierra Morena und dann einige Mittelgebirge weisen
viele und wasserreiche Quellen auf. Ich komme noch bei
den Flüssen hierauf zu sprechen.
Die Gebirge Andalusiens.
Andalusien ist -teilweise sehr gebirgig, es hat in der
Sierra Nevada’ das zweithöchste Gebirge Europas. Im Nor-,
den an der Grenze von Estremadura und Castilien zieht
sich die Sierra Morena, die zum marianischen System ge-
hört, hin; sie ist beinahe ganz aus Grauwackeschiefer ge-
bildet und hat beinahe durchgängig leichte Baum- und
Buschbekleidung. Von weitem macht die Sierra Morena
zwar keinen grossartigen, aber wohl einen düsteren Ein-
druck, woher (durch letztere Eigenschaft) ja auch. der
Name „schwarzes Gebirge“ stammt.
Vierzehn Flüsse durchbrechen die Morena .und strömen
dem Guadalquivir zu und bilden stellenweise grossartige
wildromantische Felsentäler. Nach Süden wird der östliche
und zentrale Teil dieses bei den Alten Montes Mariani ge-
nannten Gebirges von Vorbergen begleitet, die aus tertiä-
rem Gestein (Kalk, Mergel' und Sandstein) gebildet sind.
Der südliche und zentrale Teil von Andalusien wird
von dem bätischen Gebirgssystem oder der Bergterrasse von
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 15
Granada eingenommen. Dieses etwa 44 100 qkm umfassende
Hochland ist in seiner westlichen Hälfte am schmalsten und
zerfällt in eine westliche und in eine viermal grössere öst-
liche Abteilung.
Auf seiner Oberfläche findet man drei Plateaus und
drei mehr oder minder isolierte Hochgebirge. Doch auch
die Abhänge der Terrasse sind beinahe durchgängig mit
Gebirgen bedeckt und muss man daher Rand- und Zentral-
sebirge unterscheiden. Das am weitesten nach Osten, zu-
gleich auch nördlichste der Zentralgebirge ist die an der
Grenze von Murcia liegende Sagra Sierra; dieselbe besteht
‘aus Jurakalk, weist viel Wasser auf und hat in ihrer höch-
sten Erhebung, 2398 m, im heissen Sommer noch weithin
sichtbare Schneefelder.
Zwischen Sagra Sierra und der Sierra Nevada liegt ein
ausgedehntes, mit Ausnahme der Flusstäler ödes und baum-
loses, teilweise sehr salzhaltiges Plateau, das aus alten
tertiären Ablagerungen besteht.
Die Sierra Nevada ist die höchste Erhebung in Anda-
lusien und zirka 100 km lang; es ist ein Kettengebirge,
das von ONO nach WSW sich ausdehnt. Die höchsten Teile
der Nevada werden von einem dachförmigen Kamme, über
welchen sich die dominierenden Spitzen erheben, gebildet.
Glimmerschiefer ist das Material, aus welchem die Haupt-
kette des Hochgebirges gebildet wird. Nach Norden zu fällt
der Hochkamm jäh und steil ab, nach Süden bilden die ver-
schiedenen Lomas, die von den höchsten Gipfeln ausgehen,
weniger steil abfallende, rückgratähnliche Abdachungen.
Die höchsten Gipfel, die nicht allzu weit voneinander
entfernt liegen, sind von Westen nach Osten gerechnet: Der
Cerro del Caballo 3167 m, Picacho de Veleta 3470 m,
Cerro de los Machos 3346 m, Cumbre de Muley Hacen
8554 m, Cerro de Alcazaba 3300 m, Colina de Vacares
3189 m, Colina de la Majonera 3204 m und Pico del Cu-
ervo 3172 m.
Beide Abhänge, sowohl der nördliche als auch der süd-
liche, sind von tiefen Tälern durchfurcht, die häufig mit
Zirkustälern beginnen und in welch letzteren sich gewöhn-
lich Alpenteiche befinden, die, da sie auf einer Höhe von
29320—3250 m liegen, zu den höchstgelegenen Alpenteichen
Europas zählen.
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16 Carl Ribbe.
Das an der Nordseite des Pieacho de Veleta gelegene.
Zirkustal, Corral de Veleta genannt, das Quellgebiet des
Genils der spanischen Autoren, ist das grossartigste und
weist auch den einzigen, kleinen Gletscher der Sierra Ne-
vada auf. |
Ueber das Hauptmassiv der Sierra Nevada führen nur
wenige Pässe; dieselben sind jedoch nur schmale Saum-
pfade, auf welchen Menschen und Tiere nur mit Schwierig-
keiten das Gebirge passieren können. Der Puerto de Ca-
pileira mit 3195 m, und der Puerto de Vacares mit 3050 m
sind die bekanntesten und höchsten Uebergänge. |
Südlich von der Hauptkette dehnen sich die Alpujarras-
täler aus; ein gut' bewässertes Gebiet, das durch Schön-
heit, Fruchtbarkeit und grossartige Szenerie berühmt ist.
Diese südlichen Verzweigungen der Sierra Nevada, die durch
(lie Loma de Yätor mit den Küstengebirgen verbunden sind.
bestehen aus Jurakalk.
Auch nach Norden zu bilden grossartige Kalk- und
Dolomitformationen die Vorberge des Zentralkamms, die
sich dann zu der prächtigen, vom Genil durchströmten Vega
von Granada hinabsenken. |
Man muss nun nicht glauben. dass die Sierra Nevada
unseren Alpen ähnlich ist. Ihr fehlt beinahe alles, was
die gletscherreiche Hochgebirgswelt der Alpen so anziehend
macht. Die ausgedehnten, blumenreichen Matten, die gross-
artigen Gletscher, in den Vorbergen der Wald und die
prächtigen Flüsse und grossen, lieblichen Seen sucht der
Tourist in der Nevada beinahe vergeblich; selbst die An-
siedelungen der Menschen, die zur Belebung der ganzen
Szenerie beitragen, sind nur spärlich in den Alpuiarras
vorhanden.
Wer sich für die Sierra Nevada interessiert, dem emp-
fehle ich: Prof. Dr. J. Rein: Beiträge zur Kenntnis der spa-
nischen Sierra Nevada (Sonderdruck aus den Abhandlungen
der K. K. Geographischen Gesellschaft in Wien, I. 1899)
und die Arbeiten von Willkomm (siehe Literaturverzeich-
nis) nachzulesen.
Die Vega von Granada, eine Hochebene, die zirka
670 m über dem Meere liegt, wird durch die Montes de
Granada von der Hochebene von Guadix (800 m) getrennt,
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Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 17
nach Westen zu öffnet sich die rings von Bergen umgebene
Vega von Granada durch das tiefe Tal des Genils.
Nach Süd-Westen trennt das Tal des Guadalhorce die
Randgebirge der granadinischen Hochebene von der Ser-
rania de Ronda, dem westlichsten Zentralgebirge des bäti-
schen Gebirgssystems. Die Serrania de Ronda ist ein wild-
zerrissener Gebirgskomplex, der sich zwischen dem Rio
Guadalhorce und Rio Guadiaro auf einen Raum von zirka
1225 qkm. ausdehnt. Die einzelnen Teile gehen strahlen-
förmig von einem Zentralstock, der Sierra de Yunquera,
aus und bestehen meistens aus Jurakalk.
Von den Randgebirgen der granadinischen Terrasse ist
das ausgedehnteste das im Süden längs der Mittelmeerküste
liegende; es beginnt im Westen an der Mündung des Gua-
diaro und endet im Osten in der Sierra de Alhamilla. Der
sanze Gebirgszug wird durch sechs Flusstäler durchbrochen
und dadurch in verschieden benannte und geformte Sierren
geteilt.
Sierra de Gädor (Marmor), Sierra de Contraviesa (Ton-
schiefer) Sierra de Lüjar (Dolomit), Sierra de Almijarra,
Sierra Tejeda (Kalk). Bei dem Orte Nerja weicht das Ge-
birge von der Küste zurück und geht in einem Bogen nach
Norden bis zum Tale des Rio Guadalhorce. — An die öst-
lichst gelegene Sierra Tejeda dieses Bogens reihen sich die
Sierra de Alhama, Sierra de Loja, Sierra de Antequera und
Sierra de Abdalajis, welche alle Kalkgebirge sind, an.
Das Gebiet, das zwischen diesen vorgenannten Sierren
und der Küste sich befindet, wird von dem aus Nummu-
litenkalk und anderen Tertiärschichten gebildeten Hügelland
Axarquia eingenommen. Im Süden bilden die Weinberge
von Mälaga, die die fruchtbare Vega von Mälaga einrahmen.
die Ausläufer dieses Hügellandes.
Der untere Guadalhorce und die Vega von Mälaga
scheiden den vorgenannten Gebirgsbogen von der zur Ser-
rania de Ronda gerechneten ‘Kette von Randgebirgen, die in
der Sierra de Mijas (Dolomit) im Süd-Westen an Mälaga
bis hart an die Küste reichen und ihre Fortsetzung in der
Sierra Blanca (Dolomit) und Estepona (Tonschiefer und Kalk)
finden.
Westlich der Serrania de Ronda dehnt sich das aus
Jurakalk gebildete Gebirge von Grazalema aus, an welches
I*
18 | Carl Ribbe.
sich nach Süden die Sierren bei Alcalä und Algeciras an-
lehnen. Weiter nach Westen türmen sich die vielkuppigen,
allmählich zum atlantischen Ozean sich abdachenden, aus
jüngeren Tertiärformationen bestehenden Berge von Medina-
Sıdönia auf. |
Nach Nord-Westen geht die Terrasse von Granada all-
mählich zu der Guadalquivirebene hinab. Einzelne nur nie-
drige Bergketten befinden sich auf dieser Abdachung, die
Sierra Gibalbin (485 m) und die aus Kreidekalk bestehende
Sierra de Estepa (1290 m).
Nördlich des Durchbruchtales des G£nil finden wir Jura-
kalkgebirge; die Gebirge von Jaen, die sich durch ihren
östlichsten Teil, der Sierra de Cazorla (1890 m) mit der
Sierra de Castril und damit mit der Sagra Sierra verbindet.
Dieses ausgedehnte Gebirgsland, das durch den Guadiana
menor in zwei Hälften geteilt wird, umrahmt nach Norden
die Hochebene von Granada, Guadix, Baza und Huescar,
Auf dem Ostabhang der Terrasse von Granada dehnen
sich beinahe durchgängig von West nach Ost streichende
mehr oder minder zusammenhängende Gebirgsketten aus, die
zur Küste des Mittelmeeres hinziehen. Hier wären die
Sierra de Cullar, Sierra Maria (2039 m), die westlich ge-
legene Sierra de Gor und Sierra de Baza (1900 m), ferner
die zwischen dem Rio Almeria und Rio Almanzora gelegene
Sierra de los Filabres (2080 m) zu nennen. An die südlich-
sten Teile der Sierra de los Filabres schliesst sich die aus Ter-
tiärschichten gebildete, öde Steppe Campo de Nijar an,
welche nach dem Cabo de Gata zu von niedrigen Trachyt-
bergen eingefasst wird.
Zwischen der Sierra Morena und dem bätischen System
dehnt sich das bätische Tiefland oder das Bassin des Gua-
dalquivir aus, welches in zwei Teile zerfällt, in das des
oberen und in das des mittleren und unteren Guadalcuivirs,
das letztere ist fünfmal so gross wie das obere; beide zu-
sammen nehmen einen Flächenraum von 14200 qkm. ein.
Das obere Bassin hat den Charakter eines Plateaus, das
sich nach Westen zu senkt. Die untere grössere Abteilung
wird von der mit einzelnen Hügeln und Bergen durchzoge-
nen Campiha de Cördoba und der Tiefebene von Sevilla
ausgefüllt. Sie besteht aus jüngeren, teilweise salzhaltigen
Tertiärablagerungen und der aus Aluvium gebildeten Tief-
ebene, die der Guadalquivir hinter Sevilla durchströmt.
i
|
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 19
Steppengebiete.
In Andalusien finden sich an verschiedenen Stellen mehr
oder minder ausgedehnte Steppengegenden. Die bekannteste
und oft beschriebene ist die granadinische oder hochanda-
'lusische Steppe; dieselbe liegt östlich von Granada und ge-
hören das Becken von Guadix und das Becken von Baza
dazu. Nur wenige menschliche Ansiedelungen sind in die-
sem Gebiete zu finden, sie sind an die Flussläufe gebunden.
Der Boden ist sehr salzhaltig, auch sollen verschiedene
Bäche und Lagunen salziges Wasser führen (vergl. Will-
komm: Die Strand- und Steppengebiete der iberischen Halb-
insel, Leipzig 1852; Eine Fahrt durch das Becken von
Baza, Prof. A. Rzehak, Globus 80. B. 1901 pag. 1; Siegert:
Das Becken von Guadix und Baza, Zeitschrift d. Ges. f£.
Erdkunde, Berlin 1905, Heft 7 und Heft 8).
Weiter findet man an der Stelle, wo der G£nil aus dem
Nordwestabhange der granadinischen Terrasse heraustritt,
ungefähr zwischen Aguilar, Montalvan, Eceijia im Norden,
Rio Corbones im Westen und dem Gebiete von ÖOsuna und
Bobadilla eine unwirtliche Steppe. In diesem Gebiete fin-
den sich mehrere salzige Teiche und Seen; die bedeutend-
sten sind die Laguna salada nördlich von Bobadilla, La-
suna Zoßar, Laguna Calderona, Laguna Ayala und Lagu-
nas Amargas am Rio Anzul und wären hier hauptsächlich
zu nennen. Ich hatte mehrmals Gelegenheit bei meiner
Eisenbahnfahrt Teile dieser -Steppe zu sehen, die nördlich
bei Bobadilla in der Nähe der Laguna salada gelegene
macht einen trostlosen Eindruck.
Ferner wären von kleinen Steppengebieten zu nennen:
das bei Mancha Real in der Provinz Jaen, das in der Cam-
pina de Cördoba in der Gegend von Torre Iscar gelegene,
alsdann das auf der Hochebene von Granada bei Caecin und
Huelma befindliche und das zwischen la Mala und Gavia
la chica gelegene und als weiteres noch das kleine Gebiet,
das in der Gegend von Adra und Dalias liegt.
Zu erwähnen wäre noch, dass sich die Murcianische
Steppe (Willkomm nennt sie Litoral- oder Mediterransteppe)
mit einem Zipfel bis nach Almeria hin erstreckt und damit
auch Andalusien berührt. Wenn ich diese Steppengebiete
besonders erwähne, so hat dies hauptsächlich darin seinen
Grund, weil ich glaube, dass dort für Insektensammler
20 Carl Ribbe.
sicher noch etwas neues, seltenes zu finden sein wird; vor
allem Käfersammler werden wohl auf gute Ausbeute rech-
nen können; ich denke zum Vergleich hierbei an die Step-
pen, die am Üaspischen Meere sich befinden und die doch
schon viele seltene Arten von Insekten geliefert haben.
Gewässer von Andalusien.
Ein so reich mit Gebirgen durchzogenes Land, wie An-
dalusien, hat natürlich auch eine Unzahl von Fluss- und
Bachläufen; doch leider sind diejenigen, welche im ganzen
Jahre Wasser führen, nur selten. Die Sierren können den
im Herbst und Frühjahr herabfallenden Regen nicht auf-
speichern, da es meisten an ausgedehntem Wald fehlt, der
zwar, wie man später sehen wird, an vielen Orten in klei-
nen Beständen vorhanden ist. In dem bei weitem grössten
Teile der Sierren fliesst der Regen auf den trockenen, stei-
nigen Abhängen schnell ab und bilden seine Wassermassen
dann für kurze Zeit reissende, tosende Wasserläufe, die
dem Lande wenig Vorteil, den menschlichen Ansiedelungen
aber häufig Not und Verderben bringen.
Immerhin besitzt Andalusien aber den für ganz Spa-
nien wichtigsten Fluss, den Guadalquivir, da er der einzige
ist, der einen langen, wasserreichen unteren Lauf besitzt
und dadurch den Schiffen gestattet bis Sevilla resp. Cördöoba
hinaufzugehen.
Der Guadalquivir entspringt in der Sierra de Cazorla, ei-
gentlich müsste man jedoch den Guadiana menor, der seinen
Wasserreichtum aus der Sierra Nevada (Rio de Guadix)
und der Sagra Sierra (Rio Guardal oder Barbate) empfängt.
oder!‘ den Guadalimar, der am Südabhange der Sierra de
Alcaräz entspringt, als Quellfluss bezeichnen, da sie beide
viel länger und wasserreicher beim Zusammenfluss mit dem
Guadalquivir sind. Seine rechten Nebenflüsse erhält der
Fluss aus der weit ausgedehnten Sierra Morena und seine
linken aus dem grossartigen bätischen Gebirgssystem, in
welch letzterem ja auch im heissen Sommer die Schneefelder
für Schmelzwasser sorgen. Der Genil (mit seinem Neben-
fluss dem Darro), der unmittelbar am Fusse der höchsten
Spitzen der Nevada in seinen, beiden Quellflüssen seinen
Lauf beginnt, führt dem Hauptfluss alle Abwässer des Nord-
abhanges der westlichen Sierra Nevada zu. Zwar wird ein
ER
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 21
grosser Teil des Genilwassers in der Vega von Granada
und weiter abwärts zu Bewässerungszwecken benutzt, so
dass man im Sommer oft keinen Tropfen des befruchtenden
Nasses im Genil-Bette in der Vega findet; doch ist die
Wasserzufuhr aus dem Hochgebirge so stark, dass die Be-
wässerungsanlagen nur einen kleinen Teil des Wassers ver-
brauchen und der Genil daher, nachdem er die Wässer der
Anlagen wieder gesammelt hat, als kräftiger Fluss in den
Guadalquivir mündet. Die rechten Nebenflüsse und Bäche
des Guadalquivir führen demselben zwar im Herbst, Winter
und Frühjahr bedeutende Wassermengen zu, im Sommer
aber trocknen viele aus oder schrumpfen zu ganz schmalen
‘ Wasseradern zusammen; die hauptsächlichsten sind der Gua-
dalimar, Jändula, Cuzna, Guadiato, Bembezar, Viar und
Huelva Ribera.
Westlich von der Mündung des Guadalquivir wären als
Grenzfluss der Guadiana und dann die aus dem Gebirge
von Aracena kommenden Flüsse Odiel und Rio Tinto zu
nennen.
Oestlich von dem Guadalquivir bis zur Grenze von
Murcia sind eine grosse Anzahl von Wasserläufen zu fin-
den, die teils dem atlantischen Ozean, teils und hauptsäch.
lich dem Mittelmeer zuströmen, vielfach jedoch im Sommer
wasserlos sind. Dem atlantischen Ozean strömt der aus der
Sierra de Grazalema kommende Guadalete, der bis Jerez de
la Frontera schiffbar ist, zu.
Die Terrasse von Granada entsendet nach der Küste,
die sich von Gibraltar bis Cabo de Gata erstreckt, folgende
Flüsse, die von Bedeutung sind:
1. Der in der Sierra de Tolox entspringende Guadiaro.
Dieser Fluss, in dessen Mündung kleine Schiffe einlaufen
können, durchströmt das Hauptgebiet der Korkeichenwälder,
die nördlich von Algeciras liegen; er hat auch in den
heissesten Monaten reichlich Wasser.
2. Der Guadalhorce, der in der Sierra de Jorge bei Loja
aus zwei Quellen, die am Fusse des Puerto von Alfarnate
liegen, entspringt, durchfliesst die fruchtbaren Vegas von
Archidona und Antequera, durchbricht dann in dem wild-
romantischen Chorro das Kalkschiefergebirge, das die Vega
von Mälaga nach Norden begrenzt, durchströmt diese selbst
und fällt dann bei Torremolinos als auch im Sommer
wasserreicher Fluss in das Meer.
#N) Carl Ribbe.
3. Der Guadalfeo: Dieser immer reichlich Wasser füh-
rende Fluss führt die Wässer des Valle de Lecrin (Rio Iz-
bor) und dann die Abflüsse des Südabhanges der Nevada
und die der Alpujarras (Rio Orgiva, Rio Poqueira, Rio Cä-
diar, Rio Trevelez) dem Meere zu, nachdem er kurz zuvor
noch die reich angebaute Vega von Motril bewässert hat.
4. Der Rio de Adra entsteht aus zahlreichen Bächen
des Südabhanges der östlichen Nevada; im Sommer ver-
schwindet er in seinem sandigen unteren Laufe und kommt
erst in den Quellen bei Marbella wieder zum Vorschein; er
mündet bei Adra in das Meer.
5. Rio de Almeria: Er entspringt am Fusse der Sierra
de Baza; ihm strömen von der Sierra de los Filabres und
Sierra Nevada eine Anzahl von Nebenflüssen zu; er be-
wässert die Vega von Almeria und ergiesst sich 15 km
von der Stadt in den Golf von Almeria.
6. Der Rio Almanzora ist der östlichste und der be-
deutendste, den Andalusien dem Mittelmeere zusendet; er
entspringt in dem Llano de Huelgo am Südrande der Sierra
de Baza, durchfliesst ein prächtiges Tal, das zwischen der
Sierra von Baza, Oria einerseits und der Sierra de los Filabres
anderseits liegt. Nachdem er die Sierra de Almagro durch-
brochen hat, fällt er unweit von Vera bei dem Leuchtturm
Villaricos in das Meer.
Von Seen weist Andalusien nur wenige auf, wennschon
in der Tertiärzeit wohl auch hier wie im übrigen Spanien
grosse Binnenseen bestanden haben mögen. Von Seen wären
zu nennen die Laguna de la Janda unweit des Caps Tra-
falgar, die Laguna Zofar bei A'guilar, die Laguna Calde-
rona, die Laguna Ayala, beide östlich von Marchena ge-
legen, und die Laguna salada, nordwestlich von der Eisen-
bahnkreuzung Bobadilla gelegen (vergleiche auch vorher
bei der Schilderung der Steppen). Hierzu kommen noch
eine grosse Anzahl von Gebirgsseen (Teichen), an welchen,
wie schon an anderer Stelle gesagt worden ist, die Sierra
Nevada besonders reich ist.
Natürlich gibt es auch eine grosse Anzahl von Mineral-
quellen in Andalusien, doch würde es den Rahmen dieser
Arbeit überschreiten, dieselben anzuführen.
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Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 23
Die Pflanzenwelt in Andalusien.*
In keinem Lande Süd-Europas findet man so scharfe
Gegensätze, was die Vegetation anbelangt, wie in Süd-
Spanien und damit auch in Andalusien. Nackte und dürre
Steppen, entsetzlich kahle Sierren wechseln beinahe unver-
mittelt mit den prächtigsten Tälern und reich’ angebauten
Ebenen (Vegas oder Huertas genannt), mit Sierren, die
stellenweise üppigen Baumwuchs aufweisen, ab.
Grosse ausgedehnte Distrikte sind unbebaut, was haupt-
sächlich dem Mangel an Wasser zuzuschreiben ist; niedere
Pflanzen, lichtes Gebüsch (Monte baio) bedecken grosse Teile
von Andalusien.
Und doch oder gerade deswegen hat Andalusien (und
ganz Spanien) eine Pflanzenwelt, die. was Reichhaltigkeit
anbelangt, kaum ihresgleichen in Europa hat. Die Hoch-
gebirge, die Verschiedenheit des Klimas, die Lage an dem
Mittelmeer, in grösster Nähe von Afrika, sind Faktoren, die
zu dieser Reichhaltigkeit beitragen.
In Andalusien findet man die Pflanzen der Tropen und
die der gemässigten Zone oft friedlich nebeneinander wach-
send.
Willkomm teilt Spanien in fünf Vegetationsprovinzen
ein: 1. eine nördliche oder mitteleuropäische, 2. eine zen-
trale oder peninsulare, 3. eine westliche oder atlantische,
4. eine östliche oder mediterrane und 5. eine südliche oder
afrikanische.
Für Andalusien kommt in erster Linie nur die fünfte
in Frage, denn nur die nördlichsten Teile der Sierra Mo-
rena rechnen zu der zweiten der zentralen oder peninsula-
ren Zone. Diese letztgenannte Zone zeichnet sich in der
Sierra Morena durch weitausgedehnte Cistusheiden (Jarales)
und Buschwald aus; es würde jedoch zu weit führen, wollte
ich dieses Vegetationsgebiet genauer schildern. Für den
Sammler kommen ja hauptsächlich nur die südlichen Teile
der Sierra Morena, Mittel- und Süd-Andalusien in Betracht;
wer sich jedoch für die Gesamtflora von Spanien inter-
essiert, kann das Nähere bei Willkomm: Die Halbinsel der
Pyrenäen, Leipzig 1855, pag. 266, nachlesen.
Bei der Schilderung der in Frage kommenden fünften
Region glaube ich, ist es das vorteilhafteste, ich lasse den
*) Willkomm: Grundriß d. Pflanzenverbreitung auf d. iberisch.
Halbinsel, Leipzig 1896.
24 Carl Ribbe.
Abschnitt von Willkomm aus dem vorhergenannten Werke
pag. 273—278 wörtlich folgen, denn Willkomm hat gerade
die Flora von Andalusien, wie kaum ein anderer, kennen
gelernt und dann später seine Kenntnis der Wissenschaft
und der Allgemeinheit zugänglich gemacht.
Südliche oder afrikanische Vegetationsprovinz.
„Die Vegetation dieser Provinz erhält durch die grosse
Anzahl von nord- und südafrikanischen, asiatischen und
selbst tropischen Pflanzenformen, welche in derselben, be-
sonders in derienigen der warmen Region, repräsentiert sind,
ein so südliches, subtropisches Ansehen, dass sie wenig an
Europa erinnert. In der Tat herrschen in derselben die-
ienigen Pflanzen, welche der südlichsten Mediterranregion,
d. h. Nordafrika, Sizilien, Kleinasien und Candia eigen-
‚tümlich sind, im Verein mit endemischen Pflanzen, deren
Gestalt ebenfalls mehr eine afrikanische als europäische
Physiognomie hat, wenn nicht an Artenzahl, doch insofern
vor, als gerade sie den Charakter der Vegetation bestim-
men. Dazu kommt in der warmen Region eine grosse Zahl
akklimatisierter Kultur- und Zierpflanzen der tropischen und
subtropischen Zone, weshalb diese Region, welche man die
Region der Orangen, Oliven und des Weins nennen kann,
auch in vegetativer Hinsicht einen entschieden subtropischen
Charakter besitzt. Ganz besonders gilt dies von der unte-
ren warmen Region, der Region der Dattelpalmen, Bataten,
des Zuckerrohrs und der Baumwolle. Ausser diesen Ge-
wächsen, deren Anbau in mehreren Gegenden des Litorale
und der bätischen Tiefebene einen bedeutenden Kulturzweig
bildet, gedeihen in der ganzen unteren warmen Region ver-
schiedene Kulturpflanzen der Tropen: Anona squamosa (die
Chirimoya), Opuntia coccionellifera, Musa paradisiaca (die
Banane, der Pisang), Coffea arabica, Arachis hypogaea usw.
Zur Zierde werden angepfilanzt: Schinus Molle, Hibiscus
mutabilis, Erythrina Corallodendron, Phaseolus Caracalla,
Datura arborea, Cassia tomentosa, Buddleia globosa, Fi-
cus religiosa, Laurus Persea,': Yucca gloriosa,a Bambusa
arundinacea, verschiedene Kakteen und andere Tropenge-
wächse, sowie zahlreiche Pflanzen des subtropischen Nord-
amerika (z. B. Bignonia radicans, Magnolia glauca u. a.)
und vom Kap der guten Hoffnung, welche hier wegen der
klimatischen Verhältnisse so gut gedeihen, dass viele der-
selben verwildert und jetzt als vollkommen einheimisch ge-
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,
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 25
—
worden zu betrachten sind. Dahin gehören Oxalis cernua,
Aloe perfoliata, vulgaris und arborescens, Pelargonium zona-
tum und verschiedene Mesembryanthema. Letztere hängen
namentlich längs der Küste von Granada in üppigen Büschen
von Dächern und Mauern herab. Verwildert und einhei-
misch geworden sind auch Solanum bonariense, Ricinus
- communis (um Mälaga als grosser Baum auftretend), Collo-
casia antiquorum, Tagetes glandulosa und andere Tropen-
sewächse. Die gewöhnlichen Promenadenbäume sind nächst
den Ulmen, die man in der ganzen südlichen Hälfte der
Halbinsel am häufigsten zu Alleen verwendet sieht, Phyto-
lacca dioica, Melia Azedarach, Gleditschia triacanthos und
Catalpa syringaefolia, lauter Bäume der tropischen und sub-
{tropischen Zone. Auch kanarische Pflanzenformen fehlen
weder in der wilden noch angebauten Vegetation. Dahin
gehören Sempervivum arboreum (in Algarve einheimisch),
Aizoon canariense (in der Marisma), Davallia canariensis
(um Gibraltar und in den Gebirgen der Meerenge) und Dra-
caena Draco (der Drachenbaum), von dem einzelne Exem-
plare in Gärten zu Mälaga und Cädiz stehen. Neben dem
Weinbau und der Oelbaumzucht, den beiden Hauptkultur-
zweigen der gesamten warmen Region, von denen der erste
um Alicante, Mälaga und überhaupt an der Südküste von
Granada, und um Jerez de la Frontera, der zweite im bäti-
schen Tieflande, besonders zwischen Cördova und Anduljar,
sein Maximum erreicht, werden im bätischen Tieflande, wel-
ches ganz zu der unteren warmen Region gehört, die Kul-
tur des Weizens, des Mais und der Gerste, in Murcia und
Südvalencia der Anbau der Sodapflänze (Halogeton sativus),
in Alsarbien die Zucht des Johannisbrot-, Feigen- und
Mandelbaumes im grossen betrieben. Alle diese Gewächse
werden auch in der oberen warmen Region in grosser
Menge gebaut, ja in der granadinischen Terrasse erreicht
die Kultur des Weizens und des Feigenbaumes in dieser
Region ihr Maximum. Auch wird hier der Granatapfelbaum
häufiger als in der unteren warmen Region angepflanzt,
desgleichen der Zürgelbaum (Celtis australis) und in den
Tälern der Gebirge (namentlich um Jaen, Ronda, Ubeda,
Baeza und Aracena) die Zucht der Aprikosen und Püirsi-
chen betrieben, welche in der unteren warmen Region fast
nirgends gedeihen. Ein sehr wichtiger Kulturzweig der obe-
ren warmen Region ist auch der Hanf, dessen Anbau in
_ der Ebene von Granada sein Maximum erreicht. Man kann
96 Carl Ribbe.
daher die obere warme Region der Granaten, Zürgelbäume,
Aprikosen, Pfirsichen und des Hanfbaues oder hinsichtlich
der wildwachsenden Vegetation als Region der immergrünen
Eichen bezeichnen. Die meisten Gehölze von Quercus llex,
Ballota, hispanica und Suber und den meisten Monte bajo
von Qu. coceifera, pseudococcifera und Mesto beobachtet
man nämlich zwischen 500° und 2500’ Höhe, obwohl die
‚meisten dieser Bäume und Sträucher auch im Niveau des
Meeresspiegels und in der unteren Bergregion häufig vor-
kommen. In der unteren Region bilden sie keine Wälder,
wenigstens nicht im Königreiche Granada, wo sich über-
haupt an der Küste keine Waldung finde. Dagegen gibt
es im südlichen Teile der Ebene von Sevilla bedeutende
Waldungen von Quercus lusitanica var. baetica (eine blatt-
wechselnde Eiche), Olea europaea var. Oleaster (dem wil-
den Oelbaume) und namentlich von Pinus Pinea. Letztere
bildet längs der Gestade der Bai von Cädiz und des unte-
ren Guadalquivir und auch im algarbischen Litorale grosse
Gehölze. Man kann daher die untere warme Region des
bätischen Tieflandes und Algarbiens auch die Region der
Pinien nennen. Charakteristische Sträucher der gesamten
warmen Region sind‘ die Zwergpalme und der Öleander.
Erstere bedeckt in den Ebenen des bätischen Tieflandes, be-
sonders zwischen Sevilla und Ecijia, ungeheure Räume fast
ausschliesslich, bildet in der unteren warmen Region über-
all einen - beträchtlichen Teil des Monte bajo und erscheint
auch in der oberen allenthalben sehr häufig; letzterer fasst
die Ränder der Bäche im Verein mit Pistacia Lentiscus und
Tamarix gallica ein und steigt in der Sierra Morena und
den Alpujarras bis in die untere Bergregion hinauf. Ausser
diesen Sträuchern und den schon genannten Zwergeichen
besteht der Monte bajio der warmen Region vorzüglich aus
verschiedenen Genisteen (Calycotome villosa, Genista um-
bellata, linifolia, Retama sphaerocarpa und monosperma —
bloss an der Bai von Cädiz in Menge —, Sarothamnus aifi-
nis, baeticus, Spartium junceum, Ulex australis u. a.). Cis-
ten (besonders Cistus albidus, cerispus, monspeliensis und
Olusii), aus Rhamnus Iycioides und Alaternus, Phillyrea
angustifolia und media, Punica granatum, Myrtus commu-
nis (besonders im bätischen Tieflande und in der Sierra
Morena), Viburnum Tinus, Pistacia Terebinthus, Zizyphus
vulgaris, Coriaria myrtifolia, Juniperus phoenicea, macro-
carpa, oophora u. a. m., in den Strand- und Steppengegen-
a De
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 97
-—
den aus Atriplex Halimus und verschiedenen strauchartigen
Salsolaceen. Dass die indianische Feige und die Agave
allenthalben kultiviert werden und verwildert vorkommen,
bedarf kaum der Erwähnung. Dürre sandige Hügel und
Ebenen sind mit aromatischen, büschelförmig wachsenden
Halbsträuchern aus den Familien der Cistineen, Papiliona-
ceen, Labiaten und Compositen bedeckt (namentlich mit
Ononis Natrix, Lavandula Stoechas, Thymus capitatus und
anderen Thymianarten, Helichryson Stoechas u. a. m.).
Eine zahllose Menge von Kräutern, Stauden und Gräsern
der verschiedensten Familien, besonders aber der Cistineen,
Gileneen, Alsineen, Ranunculaceen, Cruciferen, Papilionaceen,
Compositen, Scrophulariaceen, Umbelliferen, Boragineen,
Gramineen usw. schmückt ausserdem den Boden; die sehr
zahlreich vertretenen einjährigen Gewächse beginnen jedoch
bereits im Juni zu verschwinden.
Die Vegetation der Bergregion ist charakterisiert durch
das Auftreten blattwechselnder Eichen, Nadelhölzer und
der edlen Kastanie, welche Bäume hier an manchen Stel-
len bedeutende Wälder bilden. So bestehen die prachtvol-
len Wälder des wilden Sandsteingebirges- von Algeciras und
Alcalä de los Gazules vorzugsweise aus Quercus lusitanica
var. baetica, die Eichengehölze des oberen Teiles der S. de
Yunquera aus Qu. alpestris und die Waldung an den „De-
hesas“ der Sierra Nevada aus Qu. Tozza. Doch kommen
in der Bergregion auch Gehölze von immergrünen Eichen
vor, besonders in der Sierra Morena. Die Kastanie bildet
* Gehölze und Wälder in der unteren Bergregion der grana-
dinischen Terrasse, der westlichen Sierra Morena und der
S. de Monchique, steigt aber in den Alpuiarras auch bis
an die obere Grenze der Bergregion hinauf. Die Nadelhöl-
zer spielen besonders in der oberen Bergregion von Ost-
und Westgranada eine bedeutende Rolle, indem die Gebirge
des Ostens innerhalb dieser Region mit Pinus Pinaster, die
des Westens (bloss die S. de Yunquera und S. de Este-
pona) mit der andalusischen oder Pinsapofichte bewaldet
sind. P. halepensis findet sich häufiger in der unteren
Bergregion, wo sie in den westlichen Gebirgen, sowie in
der S. de Almijarra und $S. de Jaen Gehölze bildet.
Unter den Kulturbäumen der Bergregion gebührt dem Wal-
nuss- und Maulbeerbaume der erste, dem Apfel-, Birn-,
Pflaumen- und Kirschbaume der zweite Rang. Letztere und
der Maulbeerbaum (Morus alba) gedeihen am besten in.den
28 Carl Ribbe.
Tälern der unteren Bergregion, der Nussbaum dagegen, wel-
cher sich bereits in der oberen warmen Region zu zeigen
anfängt, am besten in der oberen Bergregion. In den Alpu-
jarras steigt derselbe sogar bis in die subalpine Region hin-
auf. In der unteren Bergregion ist auch die Kultur des
Oel- und Feigenbaumes, sowie die des Weinstockes noch
beträchtlich. Ein allgemein verbreiteter Kulturzweig ist der
Mais-, Weizen- und Gerstenbau; auch die Gemüsezucht wird
noch stark betrieben, besonders in der unteren Bergregion.
In letzterer kommen auch noch die Agave und ÖOpuntia vor,
sowie die Zwergpalme. Der Monte baio der Bergregion ist
vorzüglich aus strauchartigen Eichen, aus Cisten (Cistus
laurifolius und populifolius, in der Sierra Morena und in
Algarbien aus C. ladaniferus und monspeliensis), Genista
ramosissima, Retama sphaerocarpa und andern Genisteen,
Arbutus Unedo (besonders in der S. Morena), Crataegus
imonogyna und Oxyacantha, verschiedene Brombeeren, Rosa
canina, Bupleurum fruticosum, Rosmarinus officinalis,
Daphne Gnidium, Juniperus Oxycedrus und phoenicea u.a,
m. zusammengesetzt. In der S. de Monchique und in den
Gebirgen von Algeciras wächst in dieser Region an den
Bächen das prachtvolle Rhododendron ponticum üppig, in
dem erstgenannten Gebirge in Gesellschaft von’Myrica Faya,
in dem zweiten mit Erica arborea, Phillyrea latifolia, Vi- -
burnum Tinus und Laurus nobilis, der dort schöne Bäume
bildet. In der westlichen Sierra Morena und dem algarbi-
schen Gebirge sind die Ericeen stark vertreten, denn ausser
dem Erdbeerbaume (Arbutus Unedo) kommen hier mehrere
Heidesträucher (besonders Erica australis und lusitanica,
doch. nur in der unteren Bergregion) vor. Die dürren Hü-
gel und Plateaus dieser Region sind mit Tomillares, mit
Steppenpfllanzen und Stipa tenacissima, dem nützlichen
„Espartograse“, welches sich auch schon in der warmen
Region hier und da (z. B. in Murcia und Südvalencia) in
Menge findet, oder mit andern Gräsern mit steifen leder-
artigen Blättern, tonige Gefilde und Brachen mit zahlreichen,
zum Teil riesigen Disteln bedeckt. Man kann die Berg-
region hinsichtlich der wildwachsenden Vegetation die Re-
gion der Kastanien, blattwechselnden Eichen und der Nadel-
hölzer, hinsichtlich der kultivierten die Region der nord-
und mitteleuropäischen Obstbäume und der Walnüsse nennen.
In der subalpinen Region beginnen die Wiesen, welche
der Hauptsache nach aus mitteleuropäischen Gräsern und
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Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 29
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- Cyperaceen gebildet sind. Daneben treten lichte Gehölze
von Pinus silvestris, doch nur an wenigen Stellen, häufiger
- Gebüsche von meist endemischen grossen Sträuchern und
kleinen Bäumen (Sorbus Aria, Crataegus granatensis, Coto-
neaster granatensis, Adenocarpus decorticans, Lonicera ar-
borea, Fraxinus angustifolia, Acer opulifolium, Salix caprea
u.a.m.) auf. Der Monte bajo besteht in der Sierra Nevada,
wo diese Region am meisten markiert ist, vorzüglich aus
Sarothamnus scoparius, Genista cinerea, Astragalus cretieus
und nevadensis, Berberis cretica, Rosa canina, Prunus Ram-
burei und Quercus Tozza. Charakteristische Halbsträucher
dieser Region sind Erinacea hispanica, Genista horrida,
‘Ptilotrichum spinosum und Vella spinosa. In den unteren
Gegenden der subalpinen Region werden auch Weizen,
Gerste und Hülsenfrüchte angebaut (wenigstens in der Sierra
Nevada); der Hauptkulturzweig dieser Region ist aber der
Roggenbau, welcher an der Südseite der Nevada bis in die
Alpenregion hinaufsteigt. Auch Kartoffeln werden gebaut,
doch nicht im grossen. Man kann daher die subalpine Re»
sion als Region des Roggens oder als Region der Wiesen
bezeichnen.
In der Alpenregion treten an die Stelle der Wiesen
kurzbegraste Triften (die „borreguiles“ der Sierra Nevada),
welche sich häufig bis in die Schneeregion hinaufziehen.
Die Kultur hört auf, ebenso der Baumwuchs und hohe Monte
bajo. Anstatt dessen treten niedrige Alpensträucher auf,
unter denen Juniperus nana und Sabina, sowie ein ende-
mischer Strauch, Genista baetica. vorherrschen. Die dürren
Abhänge sind von büschelförmig wachsenden Gräsern mit
lederartigen Blättern, meist endemischen, bedeckt, die Ge-
röllelehnen und Felsen mit zahlreichen, ebenfalls meist en-
demischen Halbsträuchern und Kräutern. Diese Region muss
- daher als Region der Alpentriften und Alpensträucher be-
zeichnet werden.
In der Schneeregion verschwinden die Alpensträucher,
la selbst die Halbsträucher werden spärlich und sehr zwerg-
haft; doch gehen einige (z. B. Ptilotrichum spinosum) bis
auf die höchsten Gipfel der Sierra Nevada. Die Hauptmasse
der Vegetation besteht aus polsterförmig wachsenden Alpen-
kräutern und Alpengräsern, weshalb diese Region als Region
der Alpenkräuter und Alpengräser zu bezeichnen ist. Ob-
wohl diese das Ansehen der mitteleuropäischen Alpenkräu-
30 "Carl Ribbe.
ter und Älpengräser haben, so sind sie doch der Mehrzahl
nach andere Arten, welche entweder der Sierra Nevada
eigentümlich oder ihr mit den Pyrenäen und (wahrschein-
lich) dem Atlas gemeinschaftlich angehören. Die charakte-
ristischsten sind: Ranunculus acetosellaefolius, demissus var.
granatensis, Lepidium stylatum, Ptilotrichum purpureum,
Reseda complicata, Viola nevadensis, Silene Boryi, Eryn-
gium glaciale, Saxifraga mixta, Potentilla nevadensis, Her-
niara frigida, Galium pyrenaicum, Pyrethrum radicans, Eri-
geron frigidum, Artemisia granatensis, Sideritis scordioides
var. vestita, Thymus serpylloides, Teucrium Polium var.
aureum, Gentiana Boryi, verna und alpina, Armeria splen-
dens, Plantago nivalis (namentlich um die Lagunen. häufig
in Gesellschaft von Gentiana alpina und verna) und ser-
pentina, Trisetum glaciale, Festuca Pseudo-Eskia, Clementei
etc., Holcus caespitosus, Poa ligulata u. a. m. An fetten
Stellen wachsen einige Stauden in üppiger Menge, nämlich:
Senecio Tournefortii var. granatensis, S. Duriaei, Carduus
carlinoides und Digitalis purpurea var. nevadensis. Die
nackten Felsen sind mit zahlreichen Krustenflechten ge-
schmiückt.
In der warmen und Bergregion müssen die der Kultur
unterworfenen Landstrecken, besonders ‘die Baumpflanzungen,
(emüse-, Mais-, Baumwollen-, Zuckerrohr-, Bataten- und
Hanffelder künstlich bewässert werden. Dagegen bedürfen
die Weinstöcke‘ und Johannisbrotbäume der Bewässerung
nicht, gedeihen sogar viel. besser auf nicht bewässertem
Terrain.“
Etwas über die Gesamtfauna Andalusiens.
Die Gesamtfauna von Andalusien, die in erster Linie
von der Gestaltung des ganzen Landes, von dem Klima
und der Vegetation abhängig ist, ist natürlich eine reich-
haltige, wennschon gesagt werden muss, dass sie in quan-
titativer Hinsicht bis auf die Insekten und vielleicht Vögel
eine arme zu nennen ist.
Von wilden Säugetieren wäre hervor
Die Genettkatze, Viverra Genetta, die in dem grana-
dinischen Hochgebirge und in der Sierra Morena heimisch ist.
Der gemeine nordafrikanische Affe, Inuus sylvanus, der
auf dem Gibraltarfelsen lebt (die einen halten das Tier nicht
für in Süd-Spanien ursprünglich heimisch; sie meinen, es
wäre von Afrika eingeführt worden und könnte sich nur
durch die sorgfältige Schonung seitens der Engländer in so
pen)
| Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 31
- einem kleinen Gebiete wie der Gibraltarfelsen halten; die
| anderen glauben, dass es wirklich immer in Süd-Andalusien
. gefunden worden ist).
Wie mir nachträglich Professor Kheil mitteilte, hat 1904
der Gouverneur von Gibraltar alle Affen niederschiessen
— Jassen, angeblich weil sie grösseren Schaden anrichteten.
Sollte sich diese Nachricht bestätigen, so könnte man als
Naturfreund die Massnahme nur tief bedauern.
Der Wolf ist heutigen Tages dank der scharfen Ver-
folgung nur selten anzutreffen; sein Vorkommen beschränkt
sich hauptsächlich auf die Gebirge, auf die waldigen Ge-
- biete. In der Sierra Nevada, Sierra Jarana, Sierra de Al-
facar soll es heutigen Tages noch einzelne Tiere, die sich
hauptsächlich in der Nähe der Weideplätze aufhalten, geben.
— 1880 waren die Verhältnisse andere, damals habe ich in
der Sierra Nevada 10 und mehr Wölfe beieinander gesehen
und in der Sierra de Alfacar hörten wir sie beinahe jede
Nacht heulen, auch wurde unser Reisebegleiter Zach An-
fang Juni 1880 an der Fuente de la Fraguara von einem
Wolfe angegriffen. Auch Willkomm berichtet aus den vier-
ziger Jahren, dass er in der Sierra Nevada vielfach Wölfe
angetroffen habe.
Der Luchs, der in dem Grenzgebiete nach Murcia und
in der Sierra Morena vorkommt.
Ü Die Hausspitzmaus, Sorex araneus, die überall einzeln
angetroffen wird. |
Ratten beobachteten wir in der Quelle de la Casilla
in der Sierra de Alfacar.
1905 sahen wir oberhalb der Dehesa de la Vibora,
dicht bei dem Üerro de la Vibora, in einem Terrain, wo
das Gestein hoch aufgeschichtet war, mehrere Male ein
murmeltierartiges Geschöpf.
Das Ichneumon (Herpestes Widdringtonii), das am un-
teren Guadalquivir gefunden worden ist.
Der spanische Steinbock, Capra hispanica, er war
hauptsächlich in der Sierra Nevada, Sierra Tejeda, Sierra
de Gädor, Sierra de Yunquera, Sierra de las Nieves früher
sehr häufig. Willkomm sah in der Nevada ganze Herden,
_ und ich habe noch 1880 in den höchsten Regionen des
vorgenannten Gebirges verschiedentlich Steinböcke gesehen,
und auf dem Markte in Granada wurden nicht zu selten ge-
schossene Tiere verkauft. Heutigen Tages jedoch wird das
Tier nur einzeln angetroffen und geht in den meisten Ber-
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ae Carl Ribbe.
gen dem Aussterben entgegen, es ist daher sehr zu be-
grüssen, dass der Marquis de Larios in der Serrania de
Ronda ein grösseres Gebiet besitzt, in welchem der Stein-
bock gehegt und geschont wird.
Das Bergschaf soll früher auch in den verschiedenen
Bergen Andalusiens vorgekommen sein; heutigen Tages
scheint es aber ganz verschwunden zu sein, da ich nirgends
in Andalusien ein Vorkommen desselben feststellen Konnte.
Der spanische Hase, Lepus Madritensis, wird ganz ein-
zeln in den Hochgebirgen noch, vor allem in der Sierra
Nevada angetroffen. 1880 fand ich dieses Tier auch in der
Sierra de Alfacar.
Das Kaninchen kommt überall vor und ist in manchen
Gegenden gar nicht selten, so z. B. in der Sierra de Alfacar.
Das Stachelschwein, doch ist dasselbe sehr selten.
Der Hirsch, Dammhirsch, das Reh und Wildschwein
waren früher auch in Andalusien heimisch, vor allem in
der Serrania de Ronda, denn Leucadio Doblado sah die-
selben in dem vorerwähnten Gebirgslande; heutigen Tages
scheint jedoch dieses Wild vollkommen ausgerottet zu sein.
Ausser den vorgenannten Tieren kommt noch verschie-
denes kleines Raubtierzeug vor.
Von Vögeln finden sich viele Arten in Andalusien, teils
sind es solche, die auch im übrigen Südeuropa vorkommen,
teils sind es solche, die von Afrika herübergekommen sind.
Ich will hier nur die folgenden nennen: Der afrikanische
Aasgeier, der graue Geier, der schwarze Geier, der Königs-
adler (Aquila imperialis), der Habichtsadler (Aquila Bonelli).
der Uhu (Bubo athenensis), die afrikanischen Steppenhüh-
ner (Pterocles arenaris und alchita), der Trauersteinschwätzer
(Dromolea leucisca), der Brillenfänger (Cisticola schoeni-
cola), der afrikanische Kuhreiher (Ardeola bubulus), das
Purpurhuhn (Porphyrio hyacinthinus), die Kalanderlerche
(Alauda calandra), die kurzzehige Lerche (A. brachydaciyla),
die Bastardnachtigall (Hypolais Arigonis), die Blaudrossel
(Turdus eyaneus), die rötliche Schwalbe (Cecropis rufula),
der Bienenwolf (Merops apiaster), zwei Wachtelarten (Orty-
gis andalusica und gibraltarica), das Gibraltarlaufhuhn
(Hemipodius gibraltariensis), das Zwergrohrhuhn (Gallinula
pygmaea), der Flamingo, die Marmorente (Anas anguirostris)
usw. Ferner sei erwähnt, dass eine grosse Anzahl von
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 33
Zugvögeln schon hier ihren Winteraufenthalt nehmen und
dadurch natürlich die Zahl der Arten, die in Andalusien
vorkommen, sehr erhöht wird.
Immerhin wird man nur an besonders günstigen Stellen
Vögel zahlreich antrefien, so beobachteten wir 1905 im
August in der Sierra Nevada hunderte von grossen Raub-
vögeln, die über uns hinwegstrichen und von dem Hoch-
gebirge nach der Vega von Granada zuflogen. Ferner fand
ich in dem Gebüsch, das sich längs des Guadalhorce in der
Vega von Mälaga hinzieht, im April und Mai zahlreiche
Singvögel, auch die Serrania de Ronda und die Sierra de
_ Alfacar fielen durch Vogelreichtum auf.
Leider wird, wie überall in Süd-Europa, so auch in
Andalusien den Vögeln sehr nachgestellt, mit Netz und
Schlinge und mit dem Gewehr wird unter den Tieren sehr
aufgeräumt. Zwar ist das Fangen von Singvögeln streng
verboten, doch täglich traf ich auf meinen Touren in der
Umgebung von Mälaga und Granada Vogelsteller, die grosse
Netze mit darunter befindlichen Lockvögeln aufgestellt hat-
ten. Die jagdbaren Vögel, zu welchen früher alle rechneten,
selbst Schwalben, haben jetzt wenigstens in allen Gegenden
srössere Gebiete, wo sie einigermassen Schutz geniessen,
denn häufig fanden wir auf unseren Touren Schilder mit
- der Aufschrift Coto (Jagdverbot).
Von Amphibien möchte ich hier nur die Flussschild-
kröte (Emys Siegrizii), die grosse Eidechse (Lacerta ocellata),
die von den Spaniern Lagarto genannt wird, die Ringel-
echse (Blanus cinereus), die Würfelnatter (Coluber tesse-
latus) und das Chamäleon (Chamaeleon africanus), das bei
Mälaga und in der Marisma gefunden wird, erwähnen.
Hinzufügen will ich, dass es wohl Giftschlangen geben
soll (Vipera Berus), ich selbst sah jedoch niemals eine solche.
In den Flüssen und Bächen finden sich vielfach Fische;
besonders in den Wässern der Hochgebirge kommen Fo-
rellen vor und aus dem Genil erhielten wir häufig schöne,
grosse, schmackhafte Krebse, als wir in Granada wohnten.
Sehr reich an Arten sind die Landschnecken.
Unter den Insekten ragen die Lepidopteren und Coleop-
teren, was Artenzahl anbelangt, hervor; man vergleiche zu
den Coleopteren die Arbeiten von Rosenhauer, Kiesenwetter,
Heyden, Rambur u. a.
3*+
34 Carl Ribbe.
Cieaden (Cieada Orni) sind überall häufig zu finden
und Heuschrecken treten oft in ungeheuren Massen auf,
alles Grün auf ihrem Weg zerstörend (vergl. die Insekten,
Rambur).
Zum Schluss will ich nur noch erwähnen, dass Skor-
pione und Tausendfüssler nicht zu selten unter Steinen zu
finden sind, und dass die Tarantel (Lycosa Tarantula) bei
Mälaga vorkommt.
Von Haustieren ist das andalusische Pferd und dann
der für die Stiergefechte gezüchtete, halbwilde Stier in der
Serrania de Ronda bemerkenswert.
Die Seidenraupenzucht, die früher in ganz Andalusien
in grosser Blüte stand, vor allem in den Alpuiarras, ist
nach und nach sehr zurückgegangen; auch die Bienenzucht
wird nur in wenigen Gegenden noch im grossen betrieben.
Kurze Bemerkungen über das Klima von Andalusien.
Klimatisch weist Spanien zufolge seiner eigentümlichen
plastischen Gestalt und seiner Bodenzusammensetzung ausser-
ordentliche Kontraste auf, so sehr, dass man wohl in kei-
nem anderen Teile Europas ähnliches findet. Mit Ausnahme
der Tropen- und Aequatorialklimas weist Spanien auch in
der Tat alle Klimata der nördlichen Halbkugel auf, wobei
als sehr typisch des durch die hohen Randgebirge beding-
ten, ausgesprochenen Kontinentalklimas des neutralen Tafel-
landes besonderer Erwähnung getan werden muss. Etwas
weniger ausgeprägt, aber immerhin noch entschiedenes Kon-
tinentalklima besitzt auch das Plateau der granadinischen
Terrasse, ein Gebiet, welches zwar dem Meere näher, ie-
doch durch hohe Gebirgszüge von ihm getrennt liegt. Im
ganzen lassen sich in Spanien etwa fünf klimatische Zonen
unterscheiden: die nördliche Küsten-, die atlantische, afri-
kanische, mediterrane und die peninsulare Zone.
Im Zusammenhange der vorliegenden Arbeit interessiert
uns hauptsächlich das Klima des südlichen Teiles von Spa-
nien, d. h. der afrikanischen Zone, welche die Provinz
Algarbe, ganz Andalusien bis zur Sierra Morena, das süd-
liche Murcia und die Provinz Alicante umfasst. Charakteri-
siert wird dieses Klima durch heisse, trockene Sommer und
milde, manchmal direkt warme Winter. Regen im eigent-
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 35
—
lichen Sinne des Wortes fällt fast nur im Spätherbst sowie
im Winter und Frühjahr, so dass man für diese Periode
gewissermassen von einer Regenzeit sprechen kann; Frost
und Schnee gehören zu den Ausnahmeerscheinungen. Diese
soeben gegebenen Merkmale haben nun aber nur für die
Küstengegenden und die Talebenen der genannten Gebiete
Geltung, denn in den Hochgebirgen und auf der granadini-
schen Terrasse muss naturgemäss, schon durch die Höhen-
unterschiede, ein anders geartetes Klima herrschen. Man
kann da wiederum eine Fünfteilung vornehmen und ie nach
der Meereshöhe etwa unterscheiden: die untere oder warme
Region (0—800 m Seehöhe, mit Ausnahme der Plateaus des
Innern), die Bergregion (800-1500 m sowie die Plateaus
des Innern), die subalpine (1500—2000 m), die alpine (2000
bis 2450 m) und die Schneeregion (über 2450 m) oder auch
der mittleren Jahrestemperatur entsprechend 1) 20—17 Grad
C., 2) 16—9 Grad, 3) 8—4 Grad, 4) 3—0 Grad C. und 5)
unter 0 Grad. In 1 gehört Schneefall zu den Seltenheiten,
in 2 bleibt in den höheren Partien der Schnee im Dezember
bis April oft liegen.
Wesentlich länger anhaltende Schneedecke hat man in
den beiden folgenden Regionen; in der subalpinen bedeckt
sich der Boden schon im November, in der alpinen Anfang
Oktober mit Schnee und bleibt bis Ende April beziehentlich
Mitte Mai. In der Schneeregion dagegen, also nur in den
oberen Teilen der Sierra Nevada, liest von Ende Septem-
ber bis Mitte Juni regelmässig eine starke Schneeschicht,
und stellenweise kann von ewigem Schnee gesprochen wer-
den. Sehr schwankend zeigt sich hier oben auch die Tem-
peratur. Im August zeigt das Thermometer nicht selten bis
22 Grad Wärme, anderseits aber auch wieder äusserst ra-
schen Wechsel bis auf 3 Grad herab oder auch bis unter
0 Grad.
Natürlich schwanken die klimatischen Verhältnisse in
den verschiedenen Jahren, und wird die Gunst oder Un-
gunst des Wetters von grossem Einfluss auf die entomolo-
gische Ausbeute sein. Ich kann Beobachtungen aus vier
verschiedenen Jahren anführen, von 1871, 1880, 1881 und
1905.
1871 war das Frühjahr feucht und sehr regnerisch; an
der Küste bei Mälaga und auch in Granada litt der Fang
*
36 Carl Ribbe.
durch häufige Gewitter. Der Sommer war trocken und sehr
warm, wennschon in der hohen Nevada auch noch Anfang
Juni Schnee fiel.
1580 war das Frühjahr sowohl in Mälaga, als auch in
Granada ein feuchtes, regnerisches, der Sommer jedoch im
allgemeinen trocken, der Herbst und Winter feucht, letzterer
in Granada ausnahmsweise kalt. In der Sierra Nevada lag
auch noch im August der Schnee ziemlich weit hinab (Pe-
fon de S. Franeisco) und bildete daselbst ausgedehnte Schnee-
felder. Gegen Weihnachten hatte sogar die Vega und Gra-
nada mehrere Male leichten Schneefall und Frost.
1881 war das Frühjahr in Granada weniger regnerisch
als 1880. Der Sommer jedoch sehr gewitterreich, so hatten
'wir im August noch fünftägige Regenperioden in der Sierra
Nevada; auch in dem Mittel-Gebirge — Sierra de Alfacar
— wurden uns viele Tage durch starke Bewölkung und
durch leichte Regenschauer für den Insektenfang verdorben.
In den hochgelegenen Teilen der Nevada lagen bis zum
Peüon de S. Francisco mächtige Schneefelder, die die Be
steigung der Veleta und des Muley-Hacen erschwerten. Im
Herbst setzten die Regen sehr zeitig ein, die Nevada hatte
schon Mitte September vielen Neuschnee.
1905 waren nun in Andalusien wieder ganz andere Ver-
hältnisse, was das Klima anbelangt, vorhanden. Als ich mich
am 30. April der Küste bei Gibraltar näherte, war alles in
dichte Wolken gehüllt; ich hoffte schon, dass die Zeitungs-
nachrichten von einer Dürre in Süd-Spanien übertrieben
wären, beim Betreten des Landes wurde die Hoffnung je-
doch nicht zur Wahrheit. Schon kurz hinter Algeeiras sah
man die Folgen der Dürre, die an Stärke zunahmen, je
mehr man nach Mälaga kam. In der Vega dieser Stadt war,
wo keine Bewässerungskanäle gingen, alles verbrannt und
verdorrt. Weder der Winter noch das Frühjahr hatten aus-
giebigen Regen gebracht. In Granada, in den Montes de
Granada und in den Vorbergen der Nevada war hingegen
scheinbar wenig von der Trockenperiode zu spüren, ich
sage scheinbar, denn auch hier hatte die Dürre die Erschei-
nungszeit von verschiedenen Schmetterlingsarten um Wochen
vorgerückt. Mai, Juni hatten viel Regen und Bewölkung,
Anfang Juni hatten wir eine kurze, fünftägige, kalte, reg-
nerische Periode. Mitte Juni fiel in der Nevada bis hinab
zum Dornajo Neuschnee, trotzdem fanden wir im Juli und
DE nur A a 2
EEE
‚Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 37
August nur kleine Schneefelder im Hochgebirge. Anfang
August setzte eine sechstägige gewitterreiche Periode ein,
die in den niederen und vorzüglich in den höheren Bergen
mit recht empfindlich kalten Tagen und Nächten verbunden
war. 1880—81 konnten wir von Mitte Juni in der Sierra
‘de Alfacar nachts im Freien schlafen, 1905 war selbst Mitte
Juli noch ein Feuer in der Hütte nötig.
Die kurzen Angaben werden genügen, um dem Samm-
ler zu zeigen, wie wechselungsreich in den verschiedenen
Jahren die Witterungsverhältnisse in Andalusien sind.
Anschliessend will ich eine Naturerscheinung, die auf
den Flug der Schmetterlinge nicht ohne Einfluss ist, kurz
schildern. Ich meine die Calina. Der Einfachheit wegen
bringe ich einen Abschnitt aus meiner Reisebeschreibung,
die in der : Insektenbörse, Leipzig 1906—1907 veröffent-
licht ist.
Am 26. Juni besuchte ich die Abhänge des Darro, die
Llanos bis zu dem Barranco de la Tinaja. Es herrschte
eine tropische Hitze, die durch den heissen, trockenen Nord-
westwind nicht gemildert, sondern nur noch unerträglicher
wurde. Die ganze Gegend war wie in Nebel gehüllt; von
der Sierra Nevada und der Sierra de Alfacar war häufig
nichts zu sehen; ähnliches hatte ich schon im Jahre
1880—81 beobachtet. Diese Nebelerscheinung wird Calina
senannt und ähnelt unserem in manchen Gegenden häufig
sich zeigenden Höhenrauch. Die Calina tritt nur in den
heissesten Monaten Juli, August, September auf und ist
von verschiedener Dauer; starke Gewitter reinigen wohl
die Luft, vertreiben aber doch noch nicht immer die merk-
würdige Erscheinung. Nur den heftigen, starken Herbst-
winden, verbunden mit kräftigem Regenfall, muss die Ca-
lina weichen. — Es ist nun nicht ganz richtig, wenn von
einigen Reisenden, die Andalusien besucht haben, behaup-
‚tet wird, dass die OCalina eine ständige Erscheinung in den
heissen Monaten sei. Ich habe bei meinen dreijährigen Be-
obachtungen gefunden, dass sie nur dann eintritt, wenn
tagelang wolkenloser Himmel herrscht und bestimmte Winde
wehen. Während der Calina habe ich nämlich beobachtet,
dass oberhalb der Alhambra stets ein sehr kräftiger Nord-
_ westwind und auf der Strasse von Lanjaron nach Granada
ein starker Nordwind wehte. Es würde dieses dem Vorkom-
men des Terral in Mälaga ähneln, der, ähnlich in seiner
38 Carl Ribbe.
Erscheinung und Wirkung, nur als Landwind, d.h. von
Nord, Nordost und Nordwest auftritt. Während der Calina
steigerte sich die Temperatur bis zu einer ganz unangeneh-
men Höhe, die selbst in der Nacht nicht sinkt; die dabei
herrschende Trockenheit der Luft machte die Plage nur
noch unerträglicher; ich habe Tage und Nächte in Gra-
nada (freilich nur als grosse Ausnahme) erlebt, in welchen
weder Mensch noch Tier vor Hitze Ruhe fanden.
Mehrere Tage vor Einritt der Calina umzieht sich der
Horizont mit einem schmalen Streifen rotbläulichen bis gelb-
bräunlichen Dunstes. Je intensiver die Hitze ist, um so
mehr verbreitet sich dieser Gürtel und steigt oft innerhalb
vierundzwanzig Stunden bis zum Zenith. — Sonne, Mond
und Sterne scheinen ihre Leuchtkraft verloren zu
haben, denn sie erscheinen nur als verschleierte Gestirne
am Himmel; ohne Anstrengung der Augen kann man in
die verschleierte Sonne schauen. Beim Auf- und Untergang
erscheinen Sonne und Mond in gesättigtem Rot; wohinge-
gen der Morgen- und Abendhimmel in Gelb, Grün, Violett,
Blau, Rot, Grau sich abtönt und an Erscheinungen erin-
nert, wie wir sie seinerzeit als Dämmerungserscheinungen
nach dem bekannten grossen vulkanischen Ausbruch in den
. Sundastrasse (Krakatau) bei uns in Deutschland beobachten
konnten.
Sobald die Calina am stärksten ist, sieht der Himmel
grau aus; um den Horizont herum geht dieses Grau in Gelb
und Rot über. Alles scheint mit einem feinen Dunst über-
zogen zu sein, so dass alle Gegenstände wie mit einem
Schleier bedeckt erscheinen; Bäume, Berge, Häuser und
Menschen erscheinen in der Ferne sehr nahe und grösser
als in Wirklichkeit; oft glaubte ich bei gewissen Gelegen-
heiten, dass alles in Rauch gehüllt sei, doch merkte ich
bald, dass die Ursache der Calinanebel war. — Merkwür-
dig ist das Verhalten der Tiere bei der Calina. Schwalben
sieht man kaum fliegen, Lerchen schwingen sich nicht in
die Lüfte empor, Rebhühner fliegen nur beim Aufstöbern
und dann auch nur eine kurze Strecke; die Insekten zeigen
sich sehr träge im Fluge. Melanargia ines, Euchloe belia
v. ausonia, Colias edusa, Papilio machaon v. asiatica wird
man kaum fliegend antreffen; selbst die so häufigen Epine-
phele- und Coenonymphaarten flattern, aufgeschreckt, nicht
sehr weit, um sich eine andere Stelle zum Rasten auszu-
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien 39
suchen. Am meisten fiel mir das Benehmen von Zygaena
sarpedon v. balearica auf; dieses Tier traf man sonst nur
einzeln fliegend oberhalb der Alhambra an, während es
unter dem Einfluss der Calina nicht zu selten auf den nie-
deren blühenden Gewächsen sass und eine leichte Beute für
mich wurde; selbst aufgescheucht, flog es nur einige Schritte
weiter, um sich auf einer anderen Pflanze niederzulassen;
auch hatte es sich die gegen den heissen Wind geschützten
Abhänge des Darro ausgesucht und war in den mulden-
artigen Einsenkungen leicht von den Blüten abzulesen; 50
Stück fing ich so in einem Vormittag, welche Zahl ich sonst
- nur in einer Woche erreichen konnte.
“> u Tr
Schilderung
verschiedener Sammelgebiete. i
In nachstehenden Abschnitten will ich versuchen die-
jenigen Gegenden zu schildern, die ich selbst bereiste und
ferner solche, in denen ich glaube, dass ein Sammler gute
Fangresultate haben kann. Es ist sehr natürlich, dass ich :
die Umgebung von Granada, die Sierra de Alfacar, die .
Sierra Nevada und auch die Umgebung von Mälaga aus- |
führlicher wie die übrigen (Gebiete schildern kann, war ich
doch in diesen Teilen von Andalusien mehrere Male und
hielt mich daselbst auch längere Zeit auf. Die anderen Ge- P
biete habe ich teilweise und bei flüchtigen Eisenbahnfahrten |
oder auch nur aus der Literatur kennen gelernt. Beinahe
durchgängig waren die Autoren, deren Werke ich benutzen je:
musste, keine Entomologen und erklären sich schon hieraus
die weniger genauen Angaben, wo ein Schmetterlingssamm-
ler günstige Gelegenheiten zum Sammeln finden wird. In
erster Linie habe ich Willkomm „Zwei Jahre in Spanien
und Portugal“ und „Die Halbinsel der Pyrenäen“ benutzt.
Sind diese ausgezeichneten Werke auch schon älter, so sind
sie jedoch noch nicht veraltet, da in Andalusien die Ver-
hältnisse sich zwar in den grösseren Städten, aber nicht
auf dem Lande geändert haben, was ich daher über die ein-
zelnen Sierren anführe, wird im grossen und ganzen voll-
kommen zutreffend‘ sein, umsomehr, da ich vielfach Will-
komms Angaben mit neueren Berichten verglichen habe.
I ————
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 41
Bei der Schilderung resp. bei der Aufzählung von gün-
stigen Fangstellen leitete mich in erster Linie das Bestreben,
dem Sammler die schon gut durchsuchten Gebiete so darzu-
stellen, dass er leicht die für mich und andere ergiebigen
Stellen wiederfinden kann und dann ferner das Bestreben,
Winke wo noch etwas in Andalusien zu erhoffen ist, zu
geben. Letzteres ist hauptsächlich für unabhängige Samm-
ler bestimmt, die nicht wie ein Händler darauf angewiesen
sind, die Kosten der Reise und etwas mehr heraus zu be-
kommen. Sie können bei ihren Reisen in Andalusien daran
5 denken, noch nicht oder wenig besuchte Gegenden, ich er-
innere nur an die Sierra Morena, die ganze Sierra Nevada
und die Alpujarras, zu bereisen und zu durchforschen, und
werden sicher vieles Gute, Seltene, höchstwahrscheinlich
auch Neue mitbringen. Hauptsächlich wird der Fang von
Spannern und Miera, ganz besonders aber der Nachtfang und
sicher auch die Zucht noch manche Ueberraschung bringen.
Die Umgebung von Granada.
Wohl wenige Städte: in Süd-Spanien haben eine so
schöne und interessante Umgebung wie die alte Maurenstadt
Granada. Am Nordfusse der Sierra Nevada, umspült von
den beiden Flüssen Genil und Darro, auf einer reich ange-
bauten, fruchtbaren Hochebene, die nach allen Seiten von
romantischen Gebirgszügen umschlossen ist, gelegen, bietet
sie dem 'Entomologen ein ausgezeichnetes, sicher das ab-
wechselungsreichste Sammelgebiet in Andalusien. Hier fin-
_ det man die Tiere des Flachlandes, des mittleren Gebirges
und des Hochgebirges, des Alpenlandes, hier bietet sich dem
Sammler, der von Mälaga oder Chiclana kommt, Gelegen-
- heit, die meisten Tiere, die er im März-April an der Küste
gefunden hat, nochmals in den Bergen bei Granada, ja ein
drittes Mal in der Sierra de Alfacar und in den Vorbergen
der Sierra Nevada zu fangen. Hier in Granada habe ich
von Mai 1880 bis November 1881 und 1905 von Mai bis
August geweilt und kann demzufolge auch eine genauere
Beschreibung der Umgebung, als mir dies bei anderen Städ-
ten möglich ist, geben.
Auch Granada ist von zahlreichen Sammlern besucht
worden, hier sammelten unter anderen Rambur, Graslin,
Staudinger, Korb, mein Vater Heinrich Ribbe, der Gärtner
42 Carl Ribbe.
Kalisch, hier wurden viele der andalusischen Arten entdeckt
und nach granadinischen Stücken beschrieben.
Auch bei Granada will ich erst die nähere und dann
die weitere Umgebung zu schildern versuchen (man ver-
gleiche hierzu den Artikel: Meine Sammelreise nach Süd-
Spanien, Insektenbörse 1906 und folgende).
Die nähere Umgebung von Granada.
1., Oberhalb der Alhambra.
Mit diesem Namen bezeichne ich das ganze Gebiet, das
zwischen Rio Genil und Rio Darro liegt, und im Westen
von der Strasse nach dem Kirchhof resp. von der Silla del
Moro begrenzt wird und im Osten bis dorthin, wo sich
Genil und Darro nähern, also bis ungefähr zur Lancha de
Cenes geht. Es ist ein langgestreckter Höhenzug (Cerro
del Sol genannt), der von verschiedenen Tälern durchfurcht
wird, und auf welchem sich nur an wenigen Stellen Eichen-
und Oliven-Anpflanzungen befinden, auf welchem ferner nur
an wenigen Stellen Ackerbau betrieben wird; in seiner gan-
zen Ursprünglichkeit stellt er einen echten südspanischen
Monte bajo oder Strauchheide dar. Hier oben ist es im
Frühjahr, im April, Mai, Juni, herrlich; hier blühen zahl-
reiche Kräuter und Staudengewächse, hier strömt alles einen
Wohlgeruch aus, der oft beinahe betäubend wirkt, hier wird
der Sammler vor allem in günstigen Jahren reiche Aus-
beute machen können. Nach oberhalb der Alhambra gelangt
man, wenn man von der Plaza nueva durch den Park der
Alhambra bei den beiden Hotels Siete Suelos und Washing-
ton-Irving vorbei bis zum Hause der Stadt-Douane geht,
wo der Weg nach rechts abbiegt: Man muss sich nun die-
ses Gebiet in zwei Hauptsammelgelände einteilen: .
a) Weg nach den Algives de la Lluvia,
b) Links beim Kirchhof vorbei an den Abhängen des
Genils.
Um zuerst von a) zu sprechen: Wenn man auf der Strasse
nach dem Kirchhofe, von der Douane kommend, hinaufgeht,
wird man zur Linken den Bergrücken Silla del Moro und
am Südende der Silla das Barranco de la Arena haben.
Bei diesem Barranco geht ein leidlich guter Eselweg von der
Landstrasse nach dem Kirchhofe links ab in die Berge, der
von der Landbevölkerung Weg nach den Llanos (nach den
N
Ei 4
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 43
—
Algives de la Lluvia) genannt wird. Das Barranco de la
Arena bietet im Frühjahr, Sommer und Herbst viele Micra
und Spanner zum Fang; auch fand ich daselbst im zeitigen
Frühjahr zahlreiche Raupen von Melitaeen.
Verfolgt man den erwähnten Eselweg, so wird man,
wenn die geringe erste Steigung überstanden ist, zur rech-
ten Hand ein Feld mit Olivenanpflanzungen haben, welches
los Llanos de Monte Caballo genannt wird. Unmittelbar auf
der Hälfte dieser Llanos zweigt sich ein Seitental des Bar-
ranco Bermeio ab, verfolgt man dieses auf der linken Seite
“ bis dorthin, wo die Oliven aufhören, so kommt man auf
die beste Rhodophaea cruentella-Stelle.
Wendet man sich wieder nach dem Eselweg zurück, so
wird man, wenn man denselben weiter verfolgt, und nach-
dem eine kleine, aber anstrengende Steigung überwunden
ist, zur linken Hand eine überdeckte Zisterne, Algives de
la Lluvia genannt, finden. Der von der Zisterne sich nach
Granada zu erstreckende Bergrücken, auf welchem sich eine
alte, aus maurischer Zeit stammende, halb zerfallene, grös-
sere, jetzt leere Zisterne und weiterhin ein tiefer Schacht
befinden, eignet sich im Frühjahr sehr gut zum Fange.
Wenn man an den Algives de la Lluvia mit nach Osten
gewendetem Gesichte steht, wird man vor sich einen lang-
gezogenen Bergrücken, los Llanos genannt, haben, auf
welchem der Eselweg weiterführt. Hat man diesen Berg-
rücken erreicht, so verlässt man den Weg und wendet sich
nach links, um immer an den steil abfallenden Abhängen
des Rio Darro, die mit Quercus bewachsen sind, doch auf
dem Bergrücken selbst fortzugehen und zu sammeln. Alle
oberhalb der Alhambra vorkommenden Arten fliegen hier,
und ist gerade dieser Ort dem Sammler sehr zu empfehlen.
Ich machte daselbst sowohl Tag- als Nachtfang mit bestem
Erfolge.
Kurz vordem man den Bergrücken erstiegen hat, wird
man linker Hand das jäh abfallende Darrotal haben, ein
wenig betretener Fusspfad führt hier an dem Abhange auf
%4 Höhe entlang und sollte im Frühjahr, aber auch im
Herbst von dem Sammler des öfteren benutzt werden, da
man dort viele gute Spanner und Micra, aber auch Tag-
schmetterlinge fangen wird. Doch muss man vorsichtig sein,
44 Carl Ribbe.
denn der Pfad ist nur schmal und der Abhang, auf wel-
chem man sich befindet, sehr steil, ein Stürzen kann einem |
hier leicht zum Verderben gereichen.
Verfolgt man den vorerwähnten Bergrücken, so wird
man nach einiger Zeit an ein jäh abfallendes Seitental des
Darro, zugleich aber auch an den früher verlassenen Esel-
weg gelangen. Das Tal führt den Namen Barranco de la
Tinaja, geht man es an der rechten Seite hinab, was, da
es sehr steil ist, seine Schwierigkeiten hat, so kommt man
zu einem Wege, der längs des linken Abhanges des Darro
nach Granada führt, und zwar ungefähr auf halber Höhe.
Links neben dem Wege, teils ober-, teils unterirdisch geht
eine Wasserrinne, die zusammen mit dem Wege nach und
nach zu dem Generälife führt. Eine zweite Wasserleitung
geht etwas tiefer an den Abhängen entlang, auch an ihr
führt ein Fussweg entlang, der nach und nach in das Dar-
rotal hinabführt. Beide Wasserrinnen sind von oben leicht
kenntlich durch die üppigere Vegetation. Im zeitigen Früh-
jahr muss man diese Wege öfters benutzen, denn um eine
genügende Anzahl von Antocharis tagis, euphenoides, auso-
nia und glauce zu erlangen, ist dies durchaus nötig. Aber
auch im Spätsommer und im Herbst kann man hier viele
gute Micra und Spanner fangen.
Der vorerwähnte Eselweg gelangt, nachdem er das Bar-
ranco de la Tinaja gekreuzt hat, in einen Eichenwald und
führt allmählich in das Darrotal hinab. Der Eichenwald |
ist zum Klopfen nach Raupen sehr gut, vorzüglich viele $
Catocala fanden wir daselbst. R
Wenn man dort steht, wo der Eselweg das Barranco
de la Tinaja passiert, wird man nach der Nevada zu, d.h.
nach Süden und nach dem Genil, eine ebene, mit wenigen |
Quercus bestandene Fläche vor sich haben, hier wird man e
im Hochsommer, doch auch im Frühjahr in der dichten E
Stauden- und Strauchbewachsung viele gute Spanner und |
Micra fangen. Kreuzt man dieses Terrain und geht bis zu
den Abhängen des Ge£nils fort, so wird man unten mehrere
Häuserkomplexe und oberhalb derselben eine aus dem Berge
kommende Wasserleitung, die in grossen Röhren hinabge- ;
leitet wird, vor sich haben. Die Wasserleitung hat man sei- E
nerzeit durch den Berg gesprengt, um das Wasser des Dar- 4
ro der hier befindlichen Fabrica del Oro zuzuführen. Das 7
Gebiet gehört zur Lancha de Cenes. Hier an den Abhän-
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 45
mm ll nn 1 qjyp1 1 [1[1[pjpj siert nn
gen, teilweise dicht an der Wasserleitung, ferner auf jedem
vorspringenden Berge, meistens unmittelbar an den beinahe
senkrechten Abstürzen, steht die Futterpflanze von Zygaena
occitanica und var. albicans, Dorychnium monspeliense, eine
.40—50 cm hohe, gelbblühende Pflanze. 1880 und auch
1905 fanden wir die Zygaenen hier, ja 1905 war dies un-
sere beste und einzige Stelle.
Dorychnium monspeliense wächst nicht überall in der
Umgebung von Granada, mir ist nur noch eine Stelle be-
kannt, wo diese Pflanze häufig vorkommt. Es ist diese
Stelle im Darrotale, wo Staudinger und wir 1880 sehr viele
Kokons von Zygaena occitanica fanden. Die Stelle liegt
* rechten Hänge nach der Pflanze ab.
an der rechten Seite des Darros, man kann sie leicht fin-
den, wenn man den vorerwähnten Eselweg, nachdem er das
Barranco de la Tinaja und den Eichenwald passiert hat,
bis in das Darrotal hinab verfolgt. Man verfolge die im
Darrotale nach Granada zu führende Strasse und suche die
’
Das Darrotal nach aufwärts weiter zu verfolgen, ist
wenig ratsam, dort fliegt nur wenig, da sich zu beiden Sei-
ten bebaute Felder befinden. Zur Rückkehr nach Granada
würde ich auch nicht raten, den Darro abwärts zu verlol-
gen, denn der Weg ist langweilig und durch die vielen‘
Krümmungen des Darros auch sehr weit, auch muss man
eine grosse Strecke: lang an Zigeunerwohnungen vorbei,
was nicht gerade zu den Annehmlichkeiten in Andalusien zu
rechnen ist; man wird angebettelt, verhöhnt, beschimpft und
eventuell mit Steinen beworfen. Ich habe nur einmal den
Versuch gemacht und bin am Darro entlang nach Granada,
gegangen, dann aber wählte ich, um keine Unannehmlich.
keiten zu haben, den obengenannten Eselweg, was insofern
noch von Vorteil war, als ich auf dem Nachhausewege
noch sammeln konnte.
Kehrt man nun nach den Algives de la Lluvia zurück,
so wird man dort nach der Nevada zu ein Tal sehen, das
hinab nach dem Ge£nil führt, es ist dies das Barranco Ber-
meio, auf welches ich noch später zu sprechen komme.
Nach der andern Seite nach dem Darro zu geht eben-
falls ein steiles, enges Tal hinab, das man im Frühjahr,
Sommer und Herbst besuchen muss, denn daselbst fing ich
sehr seltene Spanner (Larentia alhambrata).
46 Carl Ribbe.
Der Sammler möchte aus dem vorhergehenden nun nicht
entnehmen, dass nur die von mir genannten Stellen gut
sind, nein, das ganze Gelände, das der Eselweg durchzieht,
ist bis in den Herbst hinein, je nach der Jahreszeit, mehr
oder minder gut. Gleich nachdem man zirka fünf Minuten
‘ von der Strasse nach dem Kirchhof entfernt ist und in die
Berge kommt, kann man sein Netz aufmachen und fangen.
b., Links bei dem Kirchhof vorbei nach den Abhängen
des Genils.
Schon wenn man an der linken Kirchhofsmauer ent-
lang geht, wird man sammeln können, denn hier fing ich
18850 und 1905 viele. gute und seltene Spanner. Leider ist
die rechts vom Kirchhof liegende Schanze für Sammler
nicht mehr zugänglich, da sie mit in den Kirchhof einbe-
zogen ist. Wenn man nun an der Rückseite des Kirchhofs
mit nach der Sierra Nevada gerichtetem Gesicht steht, wird
man vor sich ein kleines Tal haben, das nach dem Genil
hinabführt, linkerhand in diesem Tale führt ein Fusspfad
abwärts, diesen Pfad verfolge man nun, indem man rechts
und links sammle, bald wird man ein weiteres Tal, in welchem
der Pfad einen weiten Bogen macht, passieren. Dieses Tal
ist ganz leidlich im Frühjahr für alle zeitigen Tagschmet-
terlinge, doch man gehe weiter, nach kurzem Wandern wird
man an das Bermejo-Tal gelangen. Dieses Bermejo-Tal
muss man im Frühjahr bis Mitte Juni beinahe jeden Tag
besuchen, denn hier fliegen alle Melitaeen, Euchloe, Mela-
nargien, Satyriden. Lycaenen, viele gute Spanner und
Micra.
Kreuzt man dieses Bermejo-Tal, indem man den Fuss-
pfad verfolgt, so gelangt man nach wenigen Schritten zu
einem weiteren Tale, es ist dies el Barranco de la Lancha
(das Tal hat viele Namen, beinahe jeder, den ich fragte,
hatte eine andere Bezeichnung), dieses ist ebenso gut, wie
das Barranco Bermejo; wenn man hinaufgeht, wird man
nach einiger Zeit an eine Stelle kommen, wo es sich teilt.
Hier unmittelbar an. der Teilung sind gute Fundplätze für
Lycaena melanops, Prothymnia sanctiflorentis ete. Die lin-
ken Abhänge sind die Hauptfangstellen für Zegris meridio-
nalis, diese Pieride liebt eine hederichähnliche Pflanze, wie
Sinapis und Raphanus.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 47
m nn
2.., Die Berge und Täler auf der linken Seite
des Genils.
Man erreicht dieselben, wenn man von dem Puente werde
aus den Schneeweg nach der Sierra Nevada wählt, man
kann hier bei günstigen Tagen bis zur Fuente des los Oas-
tanos vordringen und wird vieles Gute und Schöne, zu-
mal im Frühjahr, fangen.
3., Berge bei Penuelas.
Die Be eltaske nach El Fargue, Huetor Santillan und
‚weiter nach Guadix führt von der Calle Real de Cartuja ab
und heisst zuerst Camino de San Diego, später nimmt sie
den Namen Camino de San Antonio an. Wenn man diese
Landstrasse erfragt hat, ist es kaum möglich, die Höhen-
züge zu verpassen, auf welchen im Juni, Juli Lycaena
coridon var. albicans in grossen Massen fliegt. Man ver-
folge die Landstrasse von Granada aus so lange, bis man
rechter Hand aus den Häusern ganz heraus ist und vor
sich einen hohen Höhenzug erblickt. Rechts bleibt San
Gregorio, San Luis und die mehr im Hintergrunde liegende
Ermita San Miguel el Alto liegen. Die Landstrasse ist hier
an diesem Höhenzuge abgegraben, man gehe noch zirka
zehn bis zwanzig Minuten weiter, bis man eine kleine,
schwach fliessende Quelle, gegenüber einem früheren Vento-
rillo, und wenige Schritte danach an ein noch in Betrieb
befindliches Ventorillo gelangt. Nun steige man auf die
rechten Berge hinauf und gehe, ie nach dem der Fang ist,
auf der halben Höhe oder auch auf dem Kamm nach Gra-
_ nada zu. Von den am weitesten vorspringenden Bergnasen
wird man einen prächtigen Blick auf Granada und die Ne-
vada haben, im Rücken nach Nordosten wird man die Häu-
ser von El Fargue sehen. Man versäume nicht, diesen Ort
auch mehrere Male des Abends zu besuchen, da hier gute
Micra vorkommen. Früher war hier alles mit Weinstöcken
bepflanzt, heutigen Tages sind es nur kahle Hügel, auf
welchen zwei oder drei einsame Eichen ein verkümmertes
Dasein fristen. Der Bergrücken heisst Cerro Gordo.
4., Bei der Eisenbahn.
Hier ist im grossen und ganzen nur Sciapteron taba-
niformis v. rhingiaeformis zu holen. Man gehe auf der
Landstrasse nach Santa F6&, wende sich dann nach rechts
48 Carl Ribbe.
und suche in den Pappelstümpfen, die zu beiden Seiten der
Bahn stehen, nach der oben genannten Sesiide, regnerische
Tage sind am besten für diese Touren zu verwenden. Sicher
ist diese Sesia noch an anderen Orten zu finden, jedoch
weniger bequem, denn der Rio Genil und Darro, an wel-
chen beiden Flüssen auch Pappeln stehen, sind ziemlich
weit von der Stadt entfernt. Auch machte ich gerade bei
rhingiaeformis die Beobachtung, dass man umsomehr fand,
je weniger Pappeln vorhanden waren.
5., Rio Genil.
Am Rio Genil sind nur wenige Sachen zu suchen,
Lycaena lysimon, Raphia hybris-Puppen und Coleopteren.
Im Herbst und Frühjahr kann man mit Lampe und Aepfel-
schnitten Nachtfang machen.
Ich sammelte in dem Teile des Flusses, welcher sich
von der Alameda in Granada bis zu der Landstrasse nach
Santa F& ausdehnt, und zwar meistens in den Pappelan-
pflanzungen. Lichte Stellen, auf welchen Graswuchs vor-
handen ist, sind der Aufenthalt von Lycaena lysimon und -
kann man- von diesem Tiere Hunderte fangen. Raphia hy-
bris muss man an den Rinden der Pappeln bis zur Mannes-
höhe hinauf suchen.
Nachtfang machte ich mit sehr gutem Erfolge dicht bei
der Gasanstalt und unweit der Kreuzungsstelle des Flusses
und des Weges, welcher von der Calle San Juan de Dios
in Granada aus in die Vega führt.
Ob man die-Vega selbst besuchen soll, lasse ich uner-
örtert, mir hat sie in keinem Jahre etwas. besonderes an
Schmetterlingen oder Käfern geboten. Anders ist es mit
dem Ge&nil aufwärts von Granada, hier wird man bis nach
Öenes hinauf sammeln können, freilich wird man sehr durch
Garten- und Feldanlagen behindert werden.
Die weitere Umgebung von Granada.
Ich komme nun zu der weiteren Umgebung von Gra-
nada und will versuchen, zuerst die Sierra de Alfacar zu
schildern. |
1. Die Sierrardge Alfaezaı
Um nach der Sierra zu gelangen, erkundige man sich,
‘wo der Camino de COartuja von Granada abgeht. Die Land-
m gr s }
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ET EEE EEE CE ER VER CV
——
3 er Be
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 49
strasse nach dem Dorfe Alfacar ist sehr bekannt, denn
jeden Tag kommt auf ihr die halbe männliche Bevölkerung
von Alfacar, alles Bäcker, mit ihrer Ware nach Granada.
Angelangt in dem Dorfe Alfacar, ist es das beste, man
schliesst sich den in die Sierra ziehenden Holzsuchern an,
wenn man es nicht vorzieht, sich für das erstemal einen
Führer zu nehmen.
So lohnend der Aufenthalt in der Sierra de Alfacar
ist, so beschwerlich ist der Weg dahin. Man hat von Gra-
nada aus beinahe vier Stunden ununterbrochen zu gehen,
das letzte Stück Weg von dem Dorfe Alfacar bis in die
“Sierra hinauf ist am anstrengendsten, denn man muss dort
mehrere Tausend Fuss steil hinansteigen.
Meistens unternahm ich die Tour für mehrere Tage
und schlief des Nachts oben im Gebirge. Bedenkt man, dass
ich bei dieser Gelegenheit für mehrere Tage Proviant, eine
wollene Decke etc. mitnehmen musste, so wird man leicht
einsehen, dass die Beschwerden sich beinahe gleich blieben,
ob ich in drei Tagen einmal hinauf und hinab, oder ob
ich den Weg in einem Tage zweimal machte.
Oft war ich willens, mich einige Zeit im Dorfe Alfa-
car einzumieten, kam aber davon wieder ab, da ich dann
den Fang in unmittelbarer Nähe von Granada, oberhalb
der Alhambra, versäumen musste.
1905 habe ich in der Hauptfangzeit, im Juni und Juli,
meinen Bruder acht und vierzehn Tage lang im Gebirge ge-
lassen, was sich ganz gut machen liess, da das seit lan-
gen Zeiten an der Fuente de la Casilla bestehende Haus
ausgebaut und vorgerichtet war. Jeden zweiten oder drit-
ten Tag ritt ich selbst hinauf in die Sierra, um meinem
Bruder frischen Proviant zu bringen und abends dann die
gesammelten Sachen mitzunehmen. So ist es möglich ge-
wesen, dass mein Bruder für längere Zeit .beinahe ieden
Abend Nachtfang machen konnte, und wir dadurch manches
schöne und gute Tier erhielten.
Die Sierra de Alfacar liegt beinahe nördlich von Gra-
nada und gehört zu dem Gebirgssystem, das Monte de
Granada genannt wird. Sie schliesst sich im Norden an die
Sierra Jarana, nach Westen an die Sierra Huetor und da-
mit an die Vorberge der Sierra Nevada an. Es ist ein
nicht zu grosser Kalksteingebirgszug, der von Süden nach
4*
50 ‚Carl Ribbe.
Norden streicht, und in welchem der Quellfluss des Darro
entspringt und der bis zu beinahe 1800 m Höhe ansteigt.
Von Granada bis zum Dorfe Alfacar steigt das Gelände
nur wenig, Alfacar liegt in einem Tale, kurz hinter dem R
Dorfe aber steigt der Gebirgszug steil empor und erhebt \
sich dann in einem langen, schroffien Kamm als die von !
der Vega von Granada aus sichtbare Sierra de Alfacar. ;
|
Von Süden hat die Sierra nur zwei Zugänge, der
eine geht von dem Dorfe Alfacar aus und der andere führt
über Viznar oder Huetor Santillan durch das Darrotal. a
zur halben Höhe steil ab, gegenüber strebt ein anderer
Kamm beinahe rechtwinkelig zu dem ersten nach Nord-
westen, und hier zwischen beiden befindet sich in einer
schlucht- und talähnlichen Einsenkung der bessere und am
leichtesten von Granada aus zu erreichende Zugang.
Der vorerwähnte Kamm fällt an seinem Südende bis E
;
|
Ist man nun hier hinaufgestiegen, bis man in die Ge-
biete der Sierra gelangt, wo sich die Waldungen befinden,
so wird man erstaunt sein zu finden, dass oben in der
Sierra sich ein besonderes Gebirge en miniature befindet.
Die beiden vorerwähnten Kämme fallen auch hier steil und
schroff ab und sind von Tälern begleitet, die, was Zer-
rissenheit und Zerklüftung anbelangt, kaum ihresgleichen
haben. Oft weiss man, wenn man wie ich kreuz und quer
durch die Sierra gestreift ist, gar nicht, wo ein Tal an-
fängt, wo es endigt. Oft findet sich bei einem langge-
streckten Tale die Wasserscheide auf der Hälfte seiner Länge,
oft wird man auch finden, dass die Begrenzung auf der
einen Talseite nur eine ganz schmale ist, dass sich wenige
Schritte davon entfernt ein zweites Tal befindet, das jedoch
‚mit dem ersten in gar keiner Verbindung steht, ia viel-
leicht rechtwinkelig dazu verläuft. Oder auch wird man
eine Einsenkung finden, die weder nach der einen noch
nach der anderen Seite einen Abfluss hat. Kurz es ist ein
Gewirr von Felsen, Tälern, Bergen und Schluchten, wie
man es sich wilder nicht vorstellen kann.
Die Sierra ist gut bewässert, wennschon an regelmässig
auch im Sommer fliessenden Bächen nur der Darro vorhan-
den ist. Auf anmutigen, mit saftigem Grün und blühen-
den Blumen bedeckten Wiesen entspringen klare Quellen,
die im ganzen Jahre Wasser führen. Alles ist gut bewal-
BEREITEN. THREE SEE FER VER SE ERKUR Sn
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Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 51
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det und zwar mit Kiefern (Pinien nennen es die Spanier)
. und mit immergrünen und im Winter das Laub verlieren-
den Eichen. Wenn man von der Silla del Moro, von den
Algives de la Lluvia die Sierra de Alfacar mit ihren grauen,
trostlosen Kalkfelsen erblick, kann man nicht vermuten,
dass hinter diesem Steinwall ein so liebliches Wald- und
Bergland liegt.
Ich habe mir die Sierra de Alfacar in zwei Hauptge-
biete eingeteilt: Fuente de la Fraguara und Fuente de la
Teja, und die beiden je wieder in verschieden engbegrenz-
tere Sammelgebiete:
I. Fuente de la Fraguara in
Barranco CGallejoncjllo;
Beicder Fuente delaEraguara;
x Fuente de la Casilla mit Fuente
7 Pajarero;
e Bose lanöos;
5 Enartleunamıt BuentePr1ia:
E Al. Fuente de la Teja in
H Barranco del Buho;
$ Boarraneo.de.tos-.Ro:b:te's;
E)- Euentedela Teja;, Barraneo.dela
Di H oz.
= Wenn man von Alfacar in die Sierra hinaufkommt,
©, wird man vor sich ein langgestrecktes Hochtal haben, los
— Llanos genannt; von diesem zweigt sich als erstes rechtes
seitental das Barranco Callejoneillo ab; verfolgt man die-
ses Tal, so gelangt man bald nach einer Wiese, auf wel-
12 cher die Fuente de: la Fraguara liegt. Los Lilanos, vor
_ allem aber das Barranco Callejoneillo und die Fuente Fra-
— guara sind die besten Fangstellen in der Sierra, die Wald-
gebiete bei der Quelle sind im Sommer sehr gut, da hier
von uns 1880 und auch 1905 viele Raupen geklopft wur-
den. Von der Fuente de la Fraguara führt ein Fusspfad
in der rechten Ecke der Wiese durch ein kleines Tal hin-
ab nach der Fuente Pajarero und Fuente de la COasilla.
An dieser Quelle, die auf einer grossen Wiese liegt, befin-
det sich das einzige Haus in der Sierra de Alfacar und
auch der Forstgarten. Nach der Fuente de la Casilla kann
man aber auch direkt gelangen, wenn man das Barranco
Calleioncillo rechts liegen lässt und in den Llanos weiter-
",
Eier
e
2
JE
Be. !
Kir;
en
9 | Carl Ribbe, ©
geht, bis man an ein zweites rechtes Seitental kommt, das
direkt den Pflanzungsgarten passierend, nach dem Hause
hinaufführt.
in? een
Wenn man an der Fuente de la Casilla steht, wird man
ungefähr mit dem Tale, das von den Llanos nach dem ;
Hause hinaufführt und mit der Längsachse der Wiese pa-
rallel den hohen Kamm der Sierra vor sich haben; man i
gehe nun, indem man die ganze Wiese ausläuft, das Haus %
im Rücken lässt, den Hauptkamm rechts parallel hat, vor- 2
wärts, bis man, nachdem man die Wiese verlassen hat, auf f
ansteigendes Gelände kommt, das mit Kiefern (Pinien) be- ;
wachsen ist, hat man hier die Steigung nach zirka fünfzehn £
Minuten überwunden, dann wende man sich in scharfem \
rechten Winkel nach rechts und strebe direkt dem hohen }
Kamm zu, bis man an eine muldenartige, mit leichtem Ge- ‘2
büsch und einzelnen Kiefern bestandene Einsenkung gelangt, :
die parallel mit dem Hauptkamm hinab nach Canalla Cuna A
führt. Das ganze Gelände ist die beste Stelle, die ich in :
der Sierra de Alfacar für Melitaea desfontainii v. baetica j
kenne. Baetica fliegt auch im Canal la Cuna und in dem
auf der Hälfte dieses Tales sich abzweigenden Barranco del ;
Buho, von dem noch unten die Rede sein wird. Wenn man
den Canal la Cuna nach Norden zu verfolgt, wird man nach
einiger Zeit, wo sich weit im Hintergrunde die Sierra Jarana
erblicken lässt, auf einen Weg kommen, der von der Fuente
de la Casilla hinter dem Hause ausgehend nach der Fuente
Fria führt. Die Fuente Fria liegt auf halber Höhe der
Berge, die das Barranco de los Robles auf der rechten
Seite einsäumen. Man kann nun von hier aus direktin das
Barranco de los Robles hinabsteigen.
Von dem Eingang der Sierra lässt sich das Barranco
de los Robles am besten auf dem Wege erreichen, der zu-
erst durch die Llanos führend, das Barranco Calleioncillo
und de la Casilla rechts liegen lässt. Es ist dieser Weg
der Hauptweg, der durch die Sierra geht, hat man das
Barranco de los Robles erreicht, so verfolge man den Weg
solange, bis man an waldloses Gelände gelangt, wo man
mehrere Täler vor sich erblickt und wo sich auch der Weg
abwärts senkt, man hat dann das Barranco de la Hoz er-
reicht, welches man abwärts verfolgen muss, bis man auf
eine mit Binsen bestandene, quellenreiche Wiese gelangt. Hier
befindet sich am linken Ufer des Flusses (Darro) die kräf-
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien 53
tig sprudelnde Quelle, Fuente de la Teja, und direkt gegen-
über rechtwinkelig einmündend das vom Canal la Cuna hin-
abkommende Barranco del Buho.
Von der Fuente de la Teja aus wird man sehen, dass
sich das Haupttal nach oben zu in zwei teilt, das rechte
geht in den hier dominierenden Bergzug bis weit hinauf
hinein, und das linke ist das vorerwähnte, aus welchem
wir aus dem Barranco de los Robles hinabgekommen sind.
Ist man vertraut geworden mit diesem Gelände, so kann
man nach dem Barranco de los Robles auf kürzerem Wege
gelangen, denn von der Fuente de la Teja zweigt sich eine
- Einsenkung links (stromauf gerechnet) ab, das Barranco
de los Carboneros, das direkt nach dem vorerwähnten Bar-
ranco de los Robles führt.
Es wird dem Sammler, wenn er sich die Namen der
verschiedenen Täler und Schluchten einprägt, nicht schwer
fallen, die von mir angeführten Sammelgebiete wiederzufin-
den, denn die Bezeichnungen sind den Waldaufsehern und
Holzsuchern bekannt.
, Eine kleine Grotte, die auf der Höhe des Hauptkammes
der Sierra de Alfacar liest und die von dem Hause, das
an der Fuente de la COasilla liegt, leicht in 20—30 Minuten
zu erreichen ist, bietet zwar einen interessanten Anblick,
aber sonst nichts entomologisches, die Grotte heisst La
Cueva del Agua, weil in derselben sich ein Wassertümpel
befindet.
2., Die Sierra de Jarana.
Wenn man in der Sierra de Alfacar auf dem Wege nach
der Fuente de la Teja aus den Llanos in den Weg ein-
biegt, der in das Barranco de los Robles führt, wird man
nordwestlich und nördlich die hoch ansteigenden Steinmas-
sen der Sierra de Jarana (resp. Sierra de Cogolles) er-
blicken. Die Sierra de Jarana erhebt sich in dem Pelado
de Orduna bis zu einer Höhe von 1940 m; sie ist beinahe
waldlos und wasserarm, bietet jedoch grosse Weidetriiten
und viele mit leichtem Buschwerk bewachsene Schluchten
und Täler. Für Käfersammler wird vor allem die grosse,
schöne Grotte, die bei dem Dorfe Pinar sich befindet, von
grossem Interesse sein. Die Grotte soll, was Grösse und
- Schönheit anbelangt, zu den grössten in Europa rechnen,
und muss man, um sich genau zu informieren, die Beschrei-
Te a Be nn ” v; £
DE a IR
54 "Carl Ribbe, nn Re
bung der Grotte bei Willkomm „Zwei Jahre in Spanien
und Portugal. III: Band pag. 54“ nachlesen. Das beste,
um die Grotte und die Sierra Jarana zu besuchen, wird wohl
sein, entweder von Granada direkt nach Iznalloz oder Pinar
mit der Bahn zu fahren, man erreicht die Orte in zirka
114 —2 Stunden, oder auch man geht von der Sierra de
Alfacar aus; die Entfernung von Granada bis Iznalloz be-
trägt 32 km; bis Pinar 44 km. -
Ich erhielt leider erst nach meiner Rückkehr Kenntnis
von der Grotte; in Granada weiss man von derselben nichts.
3., Die Sierra de Elvira.
Wenn man oberhalb der Alhambra ist, erblickt man
nach Nordwesten zu in der Vega. dieses kleine Gebirge,
das aus drei kegelartigen Bergen besteht und auf der Nord-
seite Eichenwaldungen hat. Die Sierra de Elvira macht von
ferne gesehen den Eindruck eines vulkanischen Gebildes,
sie besteht aber nur aus Kalk, vulkanische Kräfte müssen
aber doch hier tätig gewesen sein, da warme Schwefelquel-
len bei Pinos Puente vorhanden sind.
Man erreicht die Sierra de Elvira am besten mit der
Bahn, die in Pinos Puente Station hat, geht das Tal des
Rio Cubillas hinauf, um nach dem Nordabhange zu kom-
men. Staudinger sammelte hier, auch ich fing 1881 ver-
schiedene interessante Tiere, freilich alles solche Arten, die
auch bei Granada und in der Sierra de Alfacar vorkommen.
4., Sierra Huätor.
Wenn man von der Fuente de la Teja (in der Sierra
de Alfacar) den Darro abwärts geht bis man ungefähr so
weit ist, dass man den Hochkamm der Sierra hinter sich
hat und wo der Pfad rechts nach Viznar abzweigt, wird ie
man östlich ein stark bewaldetes, bergiges Gelände erblik-
ken, es ist dies das Waldgebiet der Sierra Huetor.” Hier=zz
fing Staudinger 1880 Melitaea desfontainii v. baetica in An-
zahl.
Gegenüber der Sierra Huetor, d. h. auf der anderen
Seite der Landstrasse, die von Granada nach Guadix. führt,
liegt als Vorberge der Sierra Nevada die Sierra de Beas,
die mit Kiefern bewaldet ist; hier habe ich 1881 auf einer
Tour, die ich nach Hu6tor Santillan machte, ebenfalls Me
litaea desfontainii v. baetica, dejone und phoebe v. oceita-
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien 55
nica gefangen. Man kann beide Sierren von Granada auf
der vorerwähnten Landstrasse nach Guadix erreichen, die
Entfernung wird bis Huetor Santillan zirka 10 km betragen.
5., Sierra Nevada.
Dieses Gebirge, das höchste in ganz Spanien, muss ich
in verschiedene Sammelgebiete teilen, ich fange der Ein-
fachheit wegen mit dem niedrigeren, westlichen Teile an,
‚ um dann zu dem Hochgebirge, den östlichen und westlichen
Teilen überzugehen. |
a.., Das Genilthal bis nach Gue&jar Sierra.
In diesem prächtigen, wildromantischen Tale, durch
welches eine leidlich gute Fahrstrasse bis zu dem Orte
Guejar Sierra führt, sind hauptsächlich die verschie-
‘ denen rechten Seitentäler und Schluchten des Genil für
Sammler von Vorteil, so das des Rio de Aguas Blan-
quillas und eine grosse Zahl, deren Namen festzustellen mir
nicht gelang. Verschiedene grössere Baumanpflanzungen,
so bei der Papierfabrik am Einfluss des vorgenannten
Seitenarmes, ferner bei Canales und die Huerta von Guegjar
Sierra sollten öfters von den Sammlern besucht wer-
den; doch auch Guejar Sierra selbst würde sich im
Juli-August ganz gut als Standquartier eignen. Der über
dem Orte am linken Ufer des Genils ansteigende Kastanien-
und Eichenwald bietet manches interessante und seltene.
Man kann das ganze Gebiet. bis Guejar Sierra gut an
einem Tage abgehen, wenn man des Morgens beizeiten von
Granada aufbricht. Vergleiche auch meinen Aufsatz: Sam-
melreise nach Süd-Spanien, Insektenbörse 1906—1907.
b., Hochebene von Puche.
Dieses Sammelgebiet, das man am besten auf dem
Schneeweg über die Fuente de los Castanos erreicht, ist
zirka 3—4 Stunden von Granada entfernt und liegt zwi-
schen den Tälern des Rio Genil und Rio Monachil. Man
muss dasselbe im Juni besuchen, um von der schönen Eu-
rranthis pennigeraria v. chrysitaria, die an mehreren Stellen,
hauptsächlich an sanften Bergabhängen und in den Tälern,
die von dem Dornajo herabkommen, fliegt, zu bekommen;
doch auch viele andere interessante Spanner und Micra
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56 | | Carl Ribbe.
und unter Steinen seltene Käfer wird man von dieser zwar
anstrengenden, aber immerhin sehr lohnenden Tour mit
bringen. Zu empfehlen ist auch, bei günstigen Schneever-
hältnissen einen Vorstoss in das Tal des Rio Monachil bis
vielleicht zu dem Gortiio de las Mimbres zu machen, doch.
wird es angebracht sein, hierzu zwei Tage zu verwenden,
desgleichen wenn man das Tal des Rio Dilar besuchen
will; man wähle hierzu die Landstrasse nach Alhendin und
gehe dann das Tal des Dilar hinauf, um vielleicht in dem
Cortijo de la Macarena oder in dem Cortiio del Vizconde
zu übernachten. |
ec. Das Hochgebirge der Nevada.
Um nun in das Hochgebirge zu gelangen, kann man
zwei Wege wählen; entweder den Schneeweg oder auch
den Weg über Gu6djar Sierra; es ist vorteilhaft zum
Aufstieg den letzteren und zum Abstieg den ersteren zu wäh-
len, denn es ist nicht so leicht, wenn man auf dem Schnee-
weg hinaufsteigt, den nach links abzweigenden Weg nach
dem letzten Cortiio zu finden.
Der Weg bis Guejar Sierra ist nicht zu ver-
fehlen, in diesem Orte erkundige man sich nach den Corti-
ios de las Cativas, die oberhalb des Eichenwaldes am Fusse
der Dehesa de la Vibora liegen. Man beachte dabei, dass
man von Guejar aus den Rio Genil passieren muss und
dann schräg nach Südosten an den Abhängen durch den
Eichenwald hindurch hinaufgehen muss, man halte sich
nicht zu weit rechts oder gehe über den zerfallenen burg-
ähnlichen Häuserkomplex Castillejo, da man sonst nach der
Hochebene von Puche oder nach dem Cortiio de la Vibora
kommt, von welchem man zu weit von den Fangstellen ent-
fernt ist. Angelangt bei den letzten Cortijios de las Cativas,
wähle man eines derselben als Standquartier. Es lohnt sich,
nur für mehrere Tage nach der Nevada zu gehen, und ist
es ratsam, sich den ganzen Proviant, auch Decken etc.
zum Schlafen mitzunehmen, da die Cortijobewohner so
gut wie nichts haben, es sind arme Leute, die das bebau
bare Land dort oben im Gebirge gepachtet haben; Stuhl,
Tisch und Bett wird man vergebens in ihren primitiven
Hütten suchen. Ungeziefer gibt es jedoch sehr reichlich,
manche Cortijos sind wahre Brutstätten von Flöhen und
Läusen.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 57
nn
Schon das ganze Gelände bei den Cortiios de las Ca-
tivas ist sehr gut, hier fliegen vor allem gute Spanner,
auch kann man an dem spärlichen Gebüsch Nachtfang mit
Schnüren machen.
Bei den Oortijos geht ein sehr schlechter Pfad, die De-
hesa de la Vibora- rechts lassend, hinauf auf die Loma de
San Geronimo, und zwar an einem tiefen, steilen Tale (Tajo
senannt) entlang, das oben an der Loma seinen Ursprung
hat (vergleiche C. Ribbe: Eine Sammelreise in Süd-Spanien,
Insektenbörse 1906). Der vorgenannte Pfad erreicht auf der
Loma den von Granada kommenden Schneeweg, der hier
am meisten sich den Abhängen des Genils nähert.
Schon bei dem Hinaufreiten, wenn man noch nicht den
‚höchsten Punkt erreicht hat, wird man links, d. h. nach
Osten zu, Einsenkungen und Mulden sehen, die mit schma-
len, kleinen, grünen Matten übersät sind, jeder solcher grü-
ner Fleck deutet darauf hin, dass daselbst ein Wasserlauf
vorhanden ist. Hier nun sind die Fundstellen für Lycaena
idas, Satyrus hippolyte und Erebia tyndarus v. hispana.
Das vorerwähnte Tal (Tajo) ist in seinem oberen Teile sehr
gut, fliegt doch hier die seltene Larentia alfacaria.
Weiter hinauf, wenn der Schneeweg erreicht ist, kann
man gemächlich nach dem Pefüon de San Francisco
(2556 m) und der Veleta (3398 m) gelangen, natürlich fliegt
dort bis zum Fusse der Veleta, je nachdem die Schneever-
hältnisse sind, die eine oder die andere der in der Nevada
vorkommenden Arten. . Man versäume nicht, die im Hoch-
gebirge, so am Fusse der Veleta gelegenen Lagunen zu be-
suchen, denn sie bieten viele gute Käfer und auch inter-
essante Spanner und Micra; auch Parnassius apollo v. neva+
densis fliegt hier oben, und unter Steinen kann man zu
günstigen Zeiten Tausende von Käfern, hauptsächlich an
den Rändern der Schneefelder, auflesen. Von den Cortijos
de las Cativas aus kann man natürlich das ganze Hoch-
gebirge besuchen, doch ist es hier nicht die Stelle, Bestei-
gungen der Veleta und des Muley Hacen zu schildern, doch
habe ich in der. oben erwähnten Arbeit in der Insekten-
börse dieses getan. Der Schmetterlingssammler wird dort
oben jedoch nur wenig finden. Die beste Zeit für diese
Tour ist Ende Juli bis Ende August.
Fr
2
x
58 Carl Ribbe.
d., Das obere Ge£niltal.
Man erreicht dasselbe, indem man von Gu6jar auf dem
leidlich guten Minenwege bis zur Mine La Estrella oder La
Justicia vorgeht oder auch noch weiter bis zu den
Hirtenwohnungen in dem Barranco Val del Infierno oder
Val de Casillas.. Wählt man nun den einen oder den an-
dern Ort als mehrtägigen Standort, so wird man die ver-
schiedenen Teile absuchen können. So die Loma de San
Juan, das Barranco de San Juan, ja man kann bis nach
den Hochtälern von Vacares und bis zum Corral der Ve-
leta, wo sich der einzige Gletscher in der Nevada befindet,
vorstossen. Auch hier ist der letzte Teil des Juli und der
August die beste Zeit. Bei den Minen finden sich einzelne
Eichen, sonst ist das ganze in Frage kommende Gebiet
waldlos.
e, Das obere Monachiltal.
Um dieses zu besuchen, wird es das beste sein, man R
schlägt sein Standquartier für einige Tage in dem wohl-
eingerichteten Cortijo de ‘San Geronimo auf.
Das Cortijo de San Geronimo liegt zirka 1500 m hoch,
der nicht allzuweit davon entfernte Berg, El Dornaio ge- E
nannt, ist 2400 m hoch. Die rechte Seite des Monachiltales
bildet die Loma de San Francisco oder Loma de San Ge-
ronimo, die bis hinauf zum Penon de San Franeisco
(2556) allmählich ansteigt. Die linke Seite des Tales bil-
det die Loma del Picacho, die Höhen von 2700 m aufweist.
Für gewöhnlich wird der Sammler jedoch, wenn er sein a
Standquartier in dem Cortijo de San Geronimo aufgeschlagen 4
hat, nur die stromauf gelegenen kleineren Wasserläufe und
Barrancos besuchen, vorzüglich wäre hier das Barranco Benal-
cazar, wo sich ausgedehnte Eichenwaldungen befinden, zu
nennen. Hier fing E. Voigt, Stett. Ent. Zeit. 1889 pag. 384
und 385, viele gute Sachen. Der Eichenwald besteht nun
sächlich aus Quercus tozza und coceifera.
Ferner kann man von San Geronimo die 4—5 km ent- E
fernte Prados de las Yeguas, die eine sehr wasserreiche Ter-
rasse bilden, erreichen. Hier auf diesem Gelände befinden
sich ebenfalls Eichenanpflanzungen und ausgedehnte, saf-
tige, wiesenartige Matten, die ganz vorzügliche Fangstellen
bilden.
"Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 59
—
Auch hinauf nach den höchsten Stellen der Sierra Ne-
vada, bis in die Region des ewigen Schnees, kann man von
dem Cortijo aus Tagesausflüge unternehmen. Zumal für
Käfersammler bieten solche Ausflüge vielversprechende und
gute Sammelgelegenheiten in den hochgelegenen Schluchten
und an den Schneefeldern. Doch auch der Schmetterlings-
sammler wird seine Rechnung finden, denn Lycaena idas,
Satyrus hippolyte, Erebia tyndarus var hispana, Chrysopha-
nus alciphron v. gordius und v. granadensis fliegen hier
oben ja auch. Die ausgedehnten Büsche von Juniperus (?)
sind gute Schlupfwinkel von seltenen Spannern und Micra,
und hat man ein günstiges Jahr getroffen, dann wird man
auch hier, ebenso wie auf der andern Seite der Sierra,
nach dem G&nil zu, Parnassius apollo v. nevadensis fan-
gen können.
Dieses sind die Touren, die man von Granada ohne
- grosse Schwierigkeiten in die Sierra Nevada unternehmen
kann, mehr Vorbereitungen kostet es schon, wenn man die
Südseite der Nevada besuchen will, ich meine die Alpujar-
ras-Täler.
f., Lanjaron und die Alpujarras-Täler.
Nach Lanjaron gelangt man auf guter Landstrasse
durch das herrliche Valle de Lecrin mit der Diligencia in
6—7 Stunden. Es mag ganz lohnend sein, auch in diesem
Tale zu sammeln, denn wie ich beim Passieren sah, gab es
viele fruchtbare und gut angebaute Teile, auch kommen
eine grosse Anzahl von kleinen Schluchten und Tälern von
der hohen Nevada hinab.
Lanjaron, ein Badeort, liegt in sehr schöner Gegend,
grosse Kastanien- und Eichenhaine befinden sich daselbst,
auch kann man leicht in das Hochgebirge der Nevada hin-
aufgelangen. Ferner kann man von Lanjaron aus die
i - fruchtbare Strandebene von Motril erreichen, doch auch das
4 g 5, “
Tal des Guadalfeo oder Rio Grande wird lohnende Ausflüge
bieten. Die Sierra de Lujar aufzusuchen, rate ich nicht,
- denn man hat dort keinen’ Wald, auch herrscht dort grosser
Wassermangel.
Von Lanjaron aus ist auch Gelegenheit gegeben, die
Hochgebirgsdörfer im Poqueiratale, es sind dies Capileira,
Bubiön und Pampaneira, zu besuchen. Das Poqueiratal ist
Ge
60 Carl Ribbe. Bil ve | ER
ein herrliches, reich bewässertes Tal und bei dem höchst-
gelegenen Orte Capileira (‚Capileira Barranco) befinden sich
auch ausgedehnte Eichenwaldungen, die bis weit hinein in
das Treveleztal reichen. Ein längerer Aufenthalt im Juli- E
August in Capileira ist sehr zu empfehlen. Doch auch das
nach Trev6lez, dem höchstgelegenen Orte in der Sierra Ne-
vada (1625 m), hinaufführende Treveleztal ist für einen In-
sektensammler sehr zu empfehlen und wird reiche Ausbeute
liefern. Freilich muss man hier auf allen Komfort verzich-
ten. und mit dem einfachsten zufrieden sein. Sehr vielver-
sprechend sieht auch das obere Treveleztal aus und der
Weg, den ich 1905 von Trevelez über Portugos, Pitres
nach Oapileira machte. Der Ort Trevelez würde sich gut
als Standquartier eignen. Uebrigens ist bei Lanjaron schon
verschiedentlich gesammelt worden und haben alle Sammler
gute Resultate erzielt.
Die östlichen Alpujarrastäler, die ich nicht kenne, kann
man heutigen Tages gut mit der Bahn Granada— Almeria
erreichen, das beste wird es sein, man benutzt die Bahn
bis Gädor und geht dann auf der Landstrasse bis zu dem
Orte Laujar vor. Ob dort etwas für Sammler zu machen
ist, kann ich nicht beurteilen, doch glaube ich, kann die
Gegend nicht schlecht sein. |
g., Sierra Contraviesa.
Von Lanjaron kann man auch die Sierra Contraviesa
besuchen. Das beste wird es sein, man wählt den Weg
über Orgiva und dann den Rio Grande und Rio de Cädiar
aulwärts bis zu einem der linken Nebenflüsse, die von der
Sierra Contraviesa herabkommen. Vielleicht eignet sich der
Rio de Barbacana und Rio de Moral, in welchem ein Saum-
pfad hinauf nach dem Orte Albondon führt. Der Kamm der A
Sierra ist zum Teil mit Kork- und Immergrünen-Eichen be-
deckt, auch sollen daselbst zahlreiche Quellen vorhanden
sein. Von Albondon führt ein Saumpfad auf dem ı ‚Gebirge
entlang nach Uegijar.
Berge westlich des Rio Guadalfeo und die Sierra
de las Guäjaras.
Diese Gebirgszüge hatte ich Gelegenheit auf meinem
Ritt von Laniaron nach Granada von weitem mit sehnsüch-
tigen Blicken betrachten zu können. Am besten erreicht
man die für einen Sammler günstigen waldigen Gebiete, in-
dem man von Lanjaron (resp. Tablate) auf der Strasse
nach Motril bis zum Orte Velez de Benaudalla geht, hier
rase zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 61
En Em al on = re zn ra Te TEE TEE Gi RE TE TeECTERNOEE Pe iSTmeEITBEFETRODm TEEeTERETErE DREIER TETErLEIETTTETEEEEEEEn TR pa Baer nn am mm
den Guadalfeo überschreitet und nun auf einem schlechten
Saumpfad den Rio Guäjar aufwärts durch die Dörfer Guä-
iar Fondon und Guäjar Faraguit nach dem Dorfe Guäjar
Alto vordringt. Hier schlage man sein Quartier auf und
unternehme dann Touren in die Waldgegenden; Juni-Juli
wären hier die besten Zeiten. Von Tablate bis nach Gua-
jar sind es gegen 28 km, Als Rückweg empfiehlt es sich
über die Sierra de las Guäjaras nach dem Orte Albunnelas und
Talara (letzteres an der Landstrasse Laniaron—Granada)
zu gehen, da man auf diesem Wege die Sierra von Süden
nach Norden in ihrem waldreichsten Teile kreuzt.
Die Umgebung von Mälaga.
Mälaga an der Küste des Mittelländischen Meeres, an
einer tiefen Bucht gelegen, eignet sich hauptsächlich im
Winter und im Frühjahr als Aufenthalt für einen Samnler.
Freilich muss man nicht solche Jahre treffen, wie ich 1905,
wo eine längere Dürre grosse Verheerungen angerichtet
hatte. Mälaga ist umgeben von der fruchtbaren Vega und
liegt hart an den von Osten streichenden Bergzügen, die in
Malaga selbst, im Cerro colorado ihr Ende erreichen. Die
Ebene von Mälaga ist umgeben. von ausgedehnten Gebirgen
und wird von zwei Flüssen durchströmt. Der Guadalmedina,
der aus der Sierra de Antequera kommt, hat nur in feuch-
ten Jahren immer Wasser, sonst füllt sich sein Bett im
Winter und im Sommer nur bei heftigem Regen, er kann
dann sehr verheerend auftreten. Der Guadalhorce, der eine
Stunde weit von Mälaga entiernt liegt, führt immer Wasser,
selbst 1905 hatte er solches bis zu seiner Mündung.
Die Vega von Mälaga ist eine reich angebaute und
ausgedehnte Ebene, Bewässerungsanlagen erhöhen die Frucht-
barkeit. Mälaga ist vielfach von Entomologen besucht wor-
den, manche guten Tiere sind hier gefunden worden, sicher
werden die verschiedenen Sierren in der Nähe noch manche
entomologische Ueberraschungen bringen. Doch ich gehe
nun zur Schilderung der Umgebung selbst über:
Die nähere Umgebung von Mälaga.
1., Die Täler und Schluchten, die hinter El Limonar
liegen und die von dem Rio Ramo oder Rio Caleta
gebildet werden.
In dem Haupttale wird man da, wo Kaktusfeigen stehen,
die Futterpflanze von rumina (Aristolochia pistolochia) fin-
Dr
I a BEN EI Vak a ee Ne ac
TERN
den. Das Gebiet eignet sich im zeitigen Frühjahr zum
Raupenketschern, die niederen Pflanzen müssen vor allem E
abgeketschert werden, auch lässt sich daselbst ganz gut
Nachtfang mit der Laterne machen. — Freilich so wie 1880
ist dieses (rebiet nicht mehr, damals war wenig Anbau in
den Tälern, stellenweise war die ganze Breite des Bettes
mit Buschwerk bedeckt. Man hat von dem Zentrum von 3
Mälaga zirka 40 Minuten bis zu diesem Gelände, das Tal
muss man 1—11% Stunde weit aufwärts gehen.
2., Bei den Haciendas S. Jos&@ und Concepeciön
und rechts von diesen bei der Wasserleitung
in den Bergen.
Die beiden Haciendas liegen am linken Ufer des Rio
Guadalmedina und sind mit ihrer Umgebung ganz ausge-
zeichnete Fangstellen; man mache den Versuch, die Erlaub-
nis zu erhalten unbehindert in den Anlagen dieser Hacien-
das sammeln zu können, hier muss sich vor allem der Nacht- 2
fang sehr gut lohnen. Von Mälaga aus rechts von den
Haciendas schlängelt sich an den Bergen eine Wasserleitung,
die die vielen Täler und Schluchten mit Viadukten überbrückt,
entlang. An dieser Wasserleitung führt ein Fusspfad ent-
lang und wird man, wenn man diesen verfolgt und nach-
dem man eine Mühle passiert hat, im Frühjahr recht gute
Resultate haben, hier fliegt im Februar-März Thestor ballus.
Doch auch die Täler und Hänge rechts von der Wasser-
leitung "sind abzusuchen, hier fanden wir auch manch guten
Spanner, manch seltene Micra. Unter Steinen waren Käfer
nicht zu selten. Von Mälaga nach den Haciendas hat man
zirka 40 Minuten; die Strasse, die dem Guadalmedina auf-
wärts führt, ist sehr bekannt und gar nicht zu verfehlen.
-
3.. Den Guadalmedina aufwärts bis zu seinem
Nebental Arroyo delos Angeles und dann
dieses aufwärts.
An den Abhängen, wo Kaktusfeigen stehen, wächst die
Futterpflanze von rumina, auch wird man hier an einzel-
nen Stellen die Falter dieser Art gar nicht selten im April
und Mai antreffen. Vieles dichte Oleandergebüsch bietet
gute Schlupfwinkel für Spanner und Micra. Von Mälaga
in 40—60 Minuten zu erreichen. A
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 63
4. Die Berge und Schluchten, dienördlichvon
_ Mälaga rechts von der Landstraße nach Ante-
qQuera liegen und die man von der Stadt aus
auf der Galle Vellarde, die an dem Hospital
civil. provin. und einer Kaserne Cuartel de la
Trinidad vorbeiführt, erreicht.
1905 war dieses Gebiet unser Hauptsammelterrain, hier
flogen alle Frühjahrssachen, hier fanden wir viele Käfer,
hier lohnte sich auch das Ketschern nach Raupen und klei-
nen Käfern. Man muss hier sowohl in den engen Tälern
sammeln, als auch die Bergkämme. erklimmen, um gute Re-
sultate zu erzielen, hauptsächlich wo die Zwergpalme steht,
wird man viel finden, da diese den Tieren gute Schlupf-
winkel bietet. Von den hohen Bergen hat man Einblick in
das Bergland des Rio Campanillas.. Man erreicht dieses
Gebiet in zirka 40 Minuten von dem Zentrum Mälaga aus.
5., Die Landstraße nach Churriana und die
Rennbahn oder Viehweide.
In günstigen Jahren wird man auf den Feldern und
Brachäckern, die rechts und links der Strasse liegen, viele
Sachen fangen können, so alle Euchloe-Arten, Colias edusa
und an den Pappeln der Landstrasse Sciapteron tabanifor-
mis v. rhingiaeformis und Anophia leucomelas aufstecken
können. Die Gräben längs der Landstrasse bieten gute
Fundstellen für Käfer, so für Asida ramburi und holosericea.
1880 fingen wir hier sehr gut; 1905 hatte jedoch die Dürre
zu stark gewirkt, so dass wenig von Schmetterlingen und
Käfern zu finden war.
Wenn man zirka 14 Stunde von Mälaga auf dieser
Landstrasse fortgewandert ist, muss man sich links nach
der Meeresküste wenden, um die Rennbahn zu erreichen.
Hier fanden wir 1905 Käfer zu Tausenden; auch ketscherte
ich am Meeresstrande die niederen Pflanzen ab und fing
die seltene Calophasia platyptera v. subalbida.
Dies ist ungefähr die unmittelbare Umgebung von Maä-
laga, die man bequem ieden Tag durch einen Anmarsch
von 30—40 Minuten erreichen kann, und will ich nun den
Kreis etwas weiterziehen und diejenigen Gebiete anführen,
die man durch Tagespartien erreichen kann, ich gehe wie-
der von Osten nach Westen.
64 Carl Ribbe. i ER iü Bi;
6., Die Berge bei Olias und das Gebiet des
oberen Rio Palo.
Ich will hier eine Tour einfügen, die ich mit mehreren
Herren von Mälaga aus machte und die uns durch das in
Frage kommende Bergland führte (vergleiche auch Insekten-
börse 1906: Eine Sammelreise in Süd-Spanien von C. Ribbe).
„Wiederum an einem Sonntag, am 7. Mai, unternahmen
wir eine grössere Tour, und zwar wollten wir quer über
die Berge nach Olias gehen. Olias ist leicht von Mälaga
über Palo zu erreichen; bis Palo kann man die Trambahn
benutzen und dann geht es von dort auf leidlich guter
Fahrstrasse nach dem Gebirgsdorfe. Kurz hinter Mälaga,
nachdem wir schon ein tüchtiges Stück auf dem Camino de
Granada bergauf gestiegen waren, hörten wir, dass wir den
Weg, den ich nach dem Rio Caleta benutzt hatte, wählen
mussten. Steil mussten wir den Berg hinauf, um ebenso
steil auf der anderen Seite hinab zu klettern. Nach viel
Schweiss und Mühe erreichten wir den fraglichen Weg.
Immer weiter bergauf ging es auf dem Esel- und Ziegen-
pfad auf dem Kamm des Bergzuges entlang, der zwischen
dem sich gabelnden Rio Caleta sich ausdehnt; nach vier-
stündigem Marsche waren wir auf der höchsten Stelle an-
gelangt und hörten in einem nahe gelegenen Landhause,
dass wir, um nach der ÖOlias zu kommen, das rechts vor
uns liegende Tal passieren mussten. Bei brennender Sonne
mit hungrigem Magen ging es trotz alledem in das tiefe
Tal hinab und nach kurzer Rast an dem lustig fliessenden
Bach auf der anderen Seite wieder hinauf. Mehreremal
wusste ich bei dem steilen Aufstieg nicht vorwärts noch
rückwärts und musste mir erst die Stelle suchen, wo der
Fuss, die Hand einen Halt finden konnten. Der Schatten
der zahlreichen Quercus ilex und der frische vom Meere
wehende Wind erleichterten den Aufstieg ungemein. Nach
längerem Klimmen war das steilste Stück überwunden und
wir fanden einen leidlichen Eselsweg, der bergan zu dem
höchsten Kamm der Sierra führte, rechts und links waren
steil abfallende Täler mit den malerisch gelegenen Land-
und Bauernhäusern, mit den saftigen Weinbergen und An-
pflanzungen. Auf dem Bergrücken flogen recht zahlreiche
Schmetterlinge, so Mel. ines, Satyrus fidia, Epin. pasiphae,
jurtina v. hispula, einzelne Papilio machaon v. sphyrus, |
podalirius v. feisthameli und E. belia v. ausonia, P. dapli-
#
+
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 65
dice und E. belemia v. glauce. Prächtig war die Aussicht
nach allen Seiten, im Hintergrunde schimmerte die See und
die Stadt Mälaga mit ihrer Ebene. Doch unser Streben war
immer nur vorwärts. Wir waren schon 7 Stunden unter-
wegs, hatten kein Wasser und fabelhaften Durst, es galt eine
letzte Anhöhe zu nehmen, als uns ein Mann mit zwei Maul-
tieren entgegen kam, der uns erklärte, dass wir, um nach
Olias zu gelangen, das rechts von uns liegende tiefe und
steile Tal zu passieren hätten. Bis hierher hatte ich willig
mitgemacht, nun aber erklärte ich, dass Olias meinetwegen
zum Teufel gehen könnte, ich wollte erst etwas essen und
“trinken. Der liebenswürdige Mulabesitzer sagte uns, dass
wir in dem auf halber Höhe liegenden Weingut bei Don An-
tonio einen guten Wein und eine gute Aufnahme finden
würden. Schnell ging es den Berg hinab und bald war das
saubere und nette Landhaus erreicht. Die liebenswürdige
Besitzerin gab uns Wein und eine grosse Karaffe mit schö-
nem frischen Wasser und lagerten wir uns in der Nähe des
Hauses unter einem grossen Oelbaum, um unseren hungri-
gen und durstigen Magen zu befriedigen. Wir hatten uns
dieses Mal klugerweise unseren eigenen Kaffee mitgebracht
und baten die Besitzerin des Landhauses um heisses Wasser,
zuvorkommend wurde unser Wunsch erfüllt, und damit wir
während des Woartens nicht verdursteten, erhielten wir ein
grosses Glas wunderbar schönen Landweines, wie ich noch
keinen so guten in Andalusien getrunken hatte. An weiss
gedecktem Tisch, aus schönen Tassen wurde dann der von
mir selbst gebraute Kaffee eingenommen, unsere liebenswür-
dige Wirtin erhielt natürlich auch eine Tasse. Als wir beim
Aufbruch fragten, was wir schuldig wären, hörten wir zu
unserem grössten Erstaunen, dass wir Gäste gewesen wa-
ren; unter keinen Umständen nahmen die Leute etwas, und
mussten wir mit dem drückenden Gefühle, uns für alle Güte
nicht revanchieren zu können, das gastfreie Landhaus ver-
lassen. Lange noch wird dieses Vorkommnis in dem Ge-
dächtnis der Teilnehmer haften, lange wird noch jeder die-
ser Nassauertour gedenken. Unser Weg ging nicht nach
ÖOlias, sondern direkt in das Tal des Rio Palo und diesen
‚entlang nach Palo. Viele reizende und interessante Stellen
wurden in dem steil abfallenden Felsentale angetroffen;
schier unendlich zog sich der Weg dank der vielen Win-
dungen durch das Flussbett; doch unsere gute Laune wurde
dadurch nicht gestört, im Gegenteil, die Liederbücher wur-
b*
a a ya a a yon.
e : A ER ON 2 {
j en, en
. Pr Y
66 Carl Ribbe. en .
den herausgenommen und vielleicht zum ersten Male an
dieser Stelle in Andalusien erschallten aus frischen deut-
schen Männerkehlen heimische deutsche Gesänge.
Bequemer kann man das in Frage kommende Gelände,
das ich im vorhergehenden Abschnitt schilderte, über Palo
erreichen, wie ich schon erwähnte, man gehe dann dieses
"Tal bis zu seinem Ursprung hinauf.“
7., Landstraße nach Granada.
Dieselbe führt von Mälaga schnell in vielen Zickzack-
linien bergan und berührt teilweise das unter 6 erwähnte
Bergland; man gehe bis zur höchsten Höhe hinauf, evtl.
bis zur Fuente de la Reina. Das Gelände zu beiden Seiten
der Landstrasse ist sehr gut im Frühjahr bis weit im Mai
hinein. Hier fand mein Vater 1871 unter Steinen sehr viele
Apopestes dilucida-Raupen und -Puppen; hier fliegen Mela-
nargia ines und syllius, Satyrus fidia und briseis, auch
gibt es unter Steinen viele und gute Käfer.
8. Nach dem Monte Goronado.
Auch hier lasse ich die Schilderung einer Tour folgen
(vergleiche hierzu Insektenbörse 1906).
„Am 30. April machte ich einen Ausflug mit noch fünf
Herren nach dem Monte Coronado, den Guadalmedina auf- vi
wärts. Unser Weg führte uns bei den beiden im Fluss
liegenden Haciendas S. Jose und Üoncepeiön vorbei, auf
eine Strasse, die man im Begriff war, auszubauen. Trotz-
dem Sonntag war, wurde überall gearbeitet. Es ging lang-
sam, aber fortgesetzt bergan, der Guadalmedina bildet ein
tiefeingeschnittenes Tal mit zahlreichen steil abfallenden Sei-
tentälern. Rechts von uns schlängelte sich eine Wasserlei-
tung, die mit kühnen Viadukten die Quertäler überschritt.
Nach 11% Stunde Marsch wandten wir uns links in die
Berge und stiegen nun auf echtem Sierra-Eselsweg ziemlich
steil hinan. Immer wilder wurde die Formation, rechts von
uns hatten wir den Guadalmedina, der an dieser Stelle ein
neues Bett sich gegraben hat, und zwar unterirdisch, so
dass man über eine natürliche Brücke gehen musste, rechts
kann man noch ganz gut den alten Lauf des Flusses, wo
jetzt blühende Felder und Gärten sich befinden, verfolgen.
Höher und höher hinauf gelangten wir, schwer mit Brenn-
material beladene Esel begegneten uns, weiter und interes-
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 67
santer wurde die Aussicht in das Flusstal.e. Nach Osten zu
an den hohen Bergabhängen konnte man ganz deutlich die
Chaussee nach Granada verfolgen, sie schlängelt sich an dem
steilen hohen Bergrücken entlang. Blühende Gärten, grüne
Felder, viele Oel- und Orangenbaumanpflanzungen, hin und
wieder ein Johannisbrotbaum, viele einzelne Gehöfte mit
ihren weissen Häusern und roten Dächern und zahlreiche
Weingärten geben der Gegend, verbunden mit der erhabenen
Sierra und dem wunderbar blauen Himmel, ein grossartiges,
kaum zu beschreibendes Gepräge. Weit hinter uns erschien
hin und -wieder an günstigen Stellen Mälaga mit der blau-
‘und grünschimmernden See und dem Häusergewirr, das von
der Kathedrale überragt wird. Drei Stunden nach unserem
Abmarsche von Mälaga erblickten wir den Ventorillo, wo
wir zu rasten und zu frühstücken gedachten. In kurzer Zeit
war er, nachdem wir noch mehrere Gehöfte passiert hatten,
erreicht. Zu unserem Valdepenaswein wurde noch eine
Flasche Vino seco und mehrere Flaschen Wasser genom-
men, und dann ging es wenige Schritte weiter auf einen
vorspringenden Hügel, um dort unter Kaktusfeigen und Jo-
hannisbrotbäumen zu lagern. Wunderbar schön war der
Ausblick von hier, Mälaga war weit im Süden sichtbar, un-
mittelbar vor uns breiteten sich die schroff und steil abfal-
lenden Abhänge mit ihren viel durchfurchten und kleinen
Tälern des Rio Guadalmedina aus. Nach Osten zu über-
ragten die Berge, auf welchen die Strasse nach Granada
sich hinschlängelt, unseren Standpunkt um mindestens 1000
Fuss, während nach Osten und Norden der Abhang, auf
welchem wir uns ja auch befanden, zu einem Kamm an-
steigt, der wenige 100 Fuss höher liegt und den wir später
noch ersteigen wollten. Das ganze Panorama, das sich
vor uns ausbreitete, war eigenanrtig und überwältigend
schön, es war. eine echte und richtige Sierra - Landschaft,
wie z. B. die Umgebung von Granada sie so häufig und
prächtig biete. Zu bedauern bleibt nur, dass alle die Berge
und Schluchten keinen Wald aufweisen, die grünen Hänge,
Felder, Weingärten und wenigen Oel-, Orangen- und Johan-
nisbrotbäume sind ein geringer Ersatz dafür. Dieses Feh-
len von Waldungen ist auch wohl der Hauptgrund, dass
der Guadalmedina nur im Winter und Frühiahr Wasser
führt, bei unserem Ausflug war er trocken, denn die Dürre
hatte die kleine Wasserader, die vor wenigen Wochen sich
gebildet hatte, wieder verschwinden lassen.
68 | Carl Ribbe.. TE Se der En E |
ie er
Der Insektensammler wird nun fragen: Gab es denn
auf dem ganzen Wege nichts zu fangen, gab es keine
Schmetterlinge und Käfer? Nun, erstens war es immerhin
noch zeitig am Tage und dann war unser Weg beinahe
während des ganzen Ausfluges an steilen Abhängen ent-
lang gegangen, wo an Fangen wenig zu denken war. Hin
und wieder huschte eine Melanargia ines, Epinephele pasi-
phae über den Weg, doch meistens kam ich nicht zum Zu-
schlagen, und an ein Verfolgen war bei der Beschaffenheit
des Geländes nicht zu denken. Käfer wurden ganz wenig unter
Steinen und an blühenden Kräutern gelunden, im grossen
und ganzen war die Gegend im Tal und an den Hängen
sehr insektenarm.
Gegen ein Uhr beschlossen wir aufzubrechen, in dem
Ventorillo wurde uns gesagt, dass wir immer auf dem
Kamm des Monte Cornado entlang nach Mälaga zu gehen
könnten. Auffallend war, dass der alte Mann, der uns
diese Auskunft gab, die angebotene Zigarre ablehnte, er
war Nichtraucher, ein so seltener Fall in Spanien, dass sich
keiner der Herren auf einen gleichen besinnen konnte. Das
letzte Stück bis zum Kamm hinauf war sehr steil und be-
schwerlich, hier merkte ich zum erstenmal, dass das Berg-
steigen doch nicht so ganz wie früher gehen wollte. Als
wir die Höhe erreicht hatten, bot sich uns ein grossartiges
Panorama dar. Nach Süden der Guadalmedina mit seinen
wechselreichen Bildern, nach Norden das Tal des Rio Cam-
panillas° und weit hinten der Guadalhorce, zwischen beiden
das flache Land, die Vega von Mälaga mit den grünen Fel-
dern, weithin glänzenden weissen Haciendas, es war ein
Bild, wie selbst ich es so schön noch nicht in Andalusien -
gesehen hatte. Oben auf der Höhe stand eine Kapelle,
dort war gerade Taufe gewesen und die Taufgesellschaft
beim Aufbruch. Steifgestärkte, langschleppige Kattunkleider,
schwarze Umschlagtücher, Rosen und andere Blumen in
den kohlschwarzen Haaren, so zeigten sich die Frauen in
ihrem besten Sonntagsstaat. Die Männer waren wie Mäla-
gueüer, d. h. langweilig, modern gekleidet, nur die gros-
sen, flachen Filzhüte liessen erkennen, dass es Spanier
waren. Nicht weit von der Kapelle stand auf einer spitzen
Höhe der Torre Verdiale und ging unser Marsch dorthin.
Wie erstaunt war ich, zu finden, dass hier oben auf dem
Kamm um den Turm eine grosse Anzahl von Schmetterlin-
gen flog und das zwar, obschon der Wind scharf über die
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien 69
———
Höhe strich. Papilio machaon v. sphyrus, podalirius v.
feisthameli, Colias edusa, Euchloe belemia v. glauce, belia
v. ausonia, Melanargia ines, Epinephele pasiphae wurden
hier in Anzahl erbeutet. Am Turm selbst sass eine Chry-
somelidenart — Chrys. americana — zu Tausenden, in den
Fugen und Ritzen sassen sie dicht gedrängt, zu Hunderten
umflogen sie das Bauwerk und wurden eine leichte Beute,
um so mehr, da auch die anderen Herren sich durch Sam-
meln betätigten. Nach mehrstündigem Aufenthalt an dem
Torre Verdiale ging es nach Mälaga zu auf dem Kamme
weiter. Auf jeder den Kamm überragenden Anhöhe wieder-
“holte sich der Vorgang mit den Schmetterlingen, jedesmal
konnte ich eine hübsche Anzahl einfangen. Die Aussicht
von dem Bergkamm blieb gleich schön, immer wechselten
die Bilder, die der Rio Guadalmedina und Campanillas
boten, immer neue Schönheit zeigten die fernen Sierren, die
Ebene von Mälaga und die Stadt mit dem Meere.
Häufig fanden wir Schilder, auf welchen Coto (Jagd-
verbot) stand, hin und wieder auch solche, die das Betre-
ten des Berges, des Geländes verboten; nun, wir liessen
uns dadurch von unserem Vorhaben, die Sierra Coronado
zu durchkreuzen, nicht abhalten, trafen auch nur mehrere
Hirten mit ihren Ziegenherden, aber sonst keinen Menschen.
Gegen fünf Uhr waren wir an dem letzten höheren Berge
angelangt, vor uns in der Tiefe lagen an den Abhängen
- mehrere Landgüter, und beschlossen wir, direkt nach die-
sen Häusern hinabzusteigen, um Wasser und Auskunft über
den Weg nach Mälaga zu bekommen. Teils springend, teils
laufend oder rutschend, ging es abwärts, und bald war das
erste Haus erreicht; freundlich wies uns der hier wohnende
Aufseher den Weg, und ging es durch Weingärten, Kak-
{usanpflanzungen und unter Passierung von mehreren Ge-
höften schnell nach dem Nebenfluss des Guadalmedina, dem
Arroyo de los Angeles, abwärts. Gegen 7% Uhr waren wir
wieder in unserer Behausung in Mälaga. Wie gesagt, war
die Schmetterlings- und auch Käferausbeute sehr gut, noch.
auf dem letzten Stück Weg, wo wir dicht davor standen,
in das Bett des Arroyo de los Angeles zu gelangen, fing
ich an einer Stelle, wo Aristolochia zwischen Cactus in
Massen stand, mehrere ganz frische Thais rumina, dabei
auch eine var. canteneri.“
70 | i "Carl Ribber ** Bi:
9., Straßenach Antequera, RioCampanillas und ke
Mata Gato. *
Wiederum gebe ich die ganze Schilderung einer Tour
nach diesem Gebiete, die in der Insektenbörse 1906 in mei-
nem Aufsatz: „Eine Sammelreise nach Süd-Spanien“ sich
befindet.
„Am 16. April, einem Sonntag, unternahmen wir eine
grössere Tour mit noch vier Herren nach einem Orte, bes-
ser Gehöfte an der Landstrasse von Antequera, „Mata Gato“
genannt. Zeitig des Morgens ging es weg, auf staubiger
Landstrasse, nachdem wir noch den Morgenmarkt, der sich
in Mälaga im trockenen Flussbett des Guadalmedina ab-
wickelt, passiert hatten. Die Landstrasse bot glücklicher-
weise etwas Schatten, denn die Pappeln und Platanen waren
recht stattliche grosse Bäume, auch wehte ein ganz ange-
nehmer Wind. Auf der Strasse begegneten wir einer An-
zahl (zweirädriger) Ochsenkarren, die hoch aufgetürmt mit
Zuckerrohr beladen waren. Immer bergan ging es auf der
leidlichen Chaussee. Nach 1% Stunde war ein Engpass
durchschritten; hier hatteman scheinbar versucht, die Chaus-
see zu verkürzen, viele Sprengungen wiesen darauf hin,
fertig ist die Sache aber nicht geworden, denn der Engpass
ist.nur für Fussgänger und einzelne Reittiere passierbar.
Nach zwei Stunden kamen wir in ein Gebiet, wo die Strasse
richtige Kunstbauten aufwies und bergauf und bergab ging
und häufig mit kühnen Brücken und Dämmen kleinere, aber
tiefe Täler überspannte. Nach drei Stunden machten wir
in einem Ventorillo dicht bei Mata Gato halt, da sich rechts
davon ein Tal abzweigte, das von der Landstrasse mit ei-
ner Brücke überschritten wird und wo sich unter schattigen
Bäumen gut rasten liess. Hier sahen wir die über ganz
Süd-Spanien verkehrenden Last- resp. Botenfuhrwerke, zwei-
rädrige grosse Karren mit 6—7 Maultieren oder Eseln der
Länge nach bespannt. Das erste Tier ist meistens ein klei-
ner Esel, der als Leittier viel besser zu gebrauchen istals
seine nahen Verwandten, die Maultiere oder Maulesel. Im
- Seitental unter einem schattigen Johannesbrotbaum wurde
Rast gemacht und gefrühstückt, mitgebrachtes Essen undim
Ventorillo gekaufter Wein mundeten ganz ausgezeichnet.
Von Insekten war wenig zu finden, Tagschmetterlinge flo-
gen gar nicht, nur wenige Micra und Spanner konnten wir
durch Aufscheuchen erbeuten. Der Himmel hatte sich näm-
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 71
—-.
lich mit leichtem Gewölk bedeckt. Die Futterpflanze von
Thais rumina stand in grosser Menge zwischen den Kak-
tusfeigen, von Raupen war aber auch hier nichts zu fin-
den; ich kam immer mehr zu der Ueberzeugung, dass es
für Rumina-Raupen viel zu spät war. Die Trockenheit hatte
natürlich auch die Veranlassung gegeben, dass sich die
Verhältnisse ganz und gar verschoben hatten. Meine An-
sicht wurde dadurch unterstützt, dass wir beinahe täglich
an bestimmten Stellen einzelne ganz frische Rumina-Schmet-
terlinge fingen.
Von dem Ventorillo aus hat man einen schönen Blick
in das Tal des Rio Campanillas und weiterhin in die Ebene
von Mälaga mit den hohen Bergen im Hintergrund. Nach-
dem wir noch einen Kaffee in der Schenke hatten brauen
lassen, der aber ganz und gar nicht nach Kaffee schmeckte,
wohl auch nie eine Bohne gesehen hatte, wurde der Rück-
marsch angetreten. Um sechs Uhr waren wir wieder in
unserem Hause, nachdem wir auf den Strassen noch das
Vergnügen gehabt hatten, von den lustwandelnden Spaniern
angestaunt zu werden. Dem Andalusier ist es ganz
unbegreiflich, wie man nur zum Vergnügen Fusstouren
machen kann, er liebt in seiner angeborenen Faulheit es
vielmehr, per Wagen oder stolz zu Pferde solche Ausflüge
zu machen. Nicht unerwähnt will ich lassen, dem Leser zu
verraten, wie billig solche Partien sind, man muss natür-
lich alles Essen mitnehmen, denn auf dem Lande ist nichts
zu haben, nur Wein und Schnaps, selten Kafiee. Wir hatten
pro Mann ganze 62 centimos ausgegeben, das sind noch
nicht 40 Piennige, dafür aber jeder mindestens eine Flasche
Wein, zwei Schnäpse und den erwähnten Kaffee getrunken.“
10., Rio Guadalhorce, Gampanillas, Puente
del Rey.
Auch hier gebe ich die kurze Beschreibung der Tour
aus meinem Aufsatz 1. c. wieder.
„Am 23. April, einem Sonntag, unternahm ich wieder
mit Herren unserer Pension einen längeren Ausflug. Wir
fuhren mit der Bahn nach. Campanillas, der Zug war sehr
- besetzt, viele Leute benutzten den freien Sonntag, um aus
dem Staub und der Hitze von Mälaga herauszukommen, um
in den Bergen des Chorros, in Cärtama, in Pizarra und
192 Carl Ribbe.
in Casarabonela Erholung zu suchen, meistens waren es
freilich Ausländer, denen man schon an ihrer Ausrüstung
die Absicht ansah, in den Bergen herumzusteigen, die Spa-
nier haben, wie schon erwähnt, keinen Sinn für ihre wun-
derschönen Berggegenden. Von Campanillas wanderten wir
auf dem Bahndamm entlang und dann verfolgten wir einen
Seitenarm des Rio Guadalhorce, denn wir wollten die Puente
del Rey, ein altes Bauwerk, erreichen. Nach kaum 11%
Stunde Marsch sahen wir den grossartigen Bau vor uns.
Freilich ist es nur noch eine Ruine, denn der einst bis
hierher schiffbare Fluss hat nur wenig Wasser, und dazu
braucht man so eine massive Brücke nicht mehr in Spanien,
da wird einfach durch den Fluss gefahren, geritten und auf
leichtem Gerüst, welches mehrere Pfeiler verbindet, gelau-
fen. Die Brücke scheint römischen Ursprungs zu sein und
wahrscheinlich haben sich auch damals hier starke Stau-
anlagen befunden. Doch nicht nur als Brücke und Stau-
werk mag das Bauwerk gedient haben, sondern es scheint
auch auf ihm eine Wasserleitung überführt worden zu sein,
denn nach den Bergen zu schliesst sich ein Viaduktwerk
an, das, soweit das Auge reicht, in Bogen die Ebene des
gesamten Flusslaufes durchzieht und demnach verschiedene
Kilometer lang ist.
" Schweine-, Ziegen- und Rinderherden treiben sich in
dem dicht mit Rohr und Pappeln bewachsenen Ufer des
‚Guadalhorce herum. Hin und wieder passierten zweirädrige
Ochsenkarren den Fluss, sonst war wenig Verkehr an die-
ser Stelle. Wir hatten uns im Schatten der Pappeln einen
Frühstücksplatz ausgesucht und rasteten bis gegen 2 Uhr.
Ich versuchte im Gebüsch Micra und Spanner zu fangen,
erhielt auch einige; von Tagschmetterlingen flog nicht viel.
Im Flussbett auf sandigen Stellen fing ich zwei Cicindelen-
arten und verschiedene Staphyliniden, durch Ketschern er-
hielt ich kleine Käfer für unsere Auslese. Der Rückweg
führte uns flussabwärts nach der Chaussee von Churriana
immer durch den schmalen Saum von Rohr und Pappeln
längs des Guadalhorce. Man hörte hier etwas recht Sel-
tenes in Süd-Spanien, nämlich lustiges Vogelgezwitscher,
auch flogen hin und wieder Rebhühner auf. Nach zwei
Stunden wurde die Chaussee von Churriana erreicht, wir
passierten den Fluss auf der an dieser Stelle befindlichen
eisernen Brücke und hatten dann das fragliche Vergnügen,
u HT are u reg, Bu ee Ba a *
Ve RT END DSSTR ARE En DAT SF. Ss
v Pr #
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 13
—
noch 1% Stunde nach Mälaga auf der staubigen Landstrasse
zu marschieren.
Der Guadalhorce hat auch in seinem unteren Laufe
immer Wasser und darum befinden sich auch dichte, wenn-
schon schmale Uferwaldungen an seinen beiden Seiten, die
in nicht so dürren, trostlosen Jahren wie 1905 viele gute
Tiere liefern werden. Auch die Felder und Anpflanzungen
längs des Flusses sind gute Fangplätze für Euchloe-Arten,
hier fingen wir 1880 sehr viel. Vergleiche auch Dieck:
Eine entomologische Winterkampagne in Spanien, Berl. Ent.
Zeitsch. 1870 pag. 145.“
Das wäre so im grossen und ganzen die nähere Um-
gebung von Mälaga, die man tagtäglich auf seinen Exkur-
sionen durchsuchen kann, natürlich gibt es noch andere
Stellen, auf welchen der Sammler gute Erfolge haben wird,
es würde jedoch zu weit führen, wollte ich alles in diese
Arbeit mit hineinnehmen.
Ich will nun noch kurz versuchen einige Winke für
die weitere Umgebung von Mälaga zu geben. Ich beginne
wiederum von Osten.
Die weitere Umgebung von Mälaga.
1., Velez Mälaga.
Velez Mälaga, eine kleine Stadt, liest am Rio Velez;
derselbe durchströmt eine fruchtbare, reich angebaute Ebene,
Vega genannt; hügeliges Gelände mit vielem Weinbau rah-
men diese Vega ein und sind die Berge gute Fangstellen
für alle südspanischen Tiere, hauptsächlich im Frühjahr.
Velez Mälaga lässt sich leicht mit der Diligence von Mälaga
_ aus erreichen. Von Velez Mälaga aus kann man in 6 bis
_ stündigem Ritt das Dorf Canillas de Aceitunos, das gegen
600m hoch liegt, erreichen, um von dort aus die Sierra
Tejeda zu besuchen, resp. man kann auch von Velez Mä-
laga nach dem Küstenorte Nerja reiten und dann von dort
aus nördlich vordringen, um die hier mit Kiefern bewaldete,
von Schluchten und Tälern durchzogene Sierra zu durch-
suchen. Die Sierra Tejeda ist in ihrem östlichen Teile
gegen 1500 m hoch. Im westlichen Teile mögen der Üerro
de la Matanza und die Quelle Fuente de la Gitana und das
Plateau, an dessen nördlicher Seite sich die Ventisquieros
Pre
14 Carl Ribbe.
(flache Gräben) befinden, in welchen selbst noch im Som-
mer Schnee zu finden ist, ganz besonders im Frühjahr für
Sammler eignen. Ä Bi
Von Canillas de Aceitunos mag ein Saumpfad längs
der Sierra de Tejeda nach Süd-Osten zu manches gute für
Sammler bieten. Der Pfad kreuzt die Ausläufer des Gebir-
ges, tiefe, von rauschenden Bächen durchflossene Täler, und B
geht dann über Salares, Canillas de Albaida, Competa, Fri-
giliana nach Nerja. Competa, in dessen Nähe sich schöne,
tiefe, wildromantische Wealdesschluchten befinden, laden den
Insektensammler zum Verweilen ein.
2.. Colmenar
eine kleine Stadt, die in gut angebautem, mit Weinbergen
bedeckten, hügeligen Gelände liegt. Nicht weit von Col-
menar befinden sich Eichenwaldungen, die sicher vieles Gute
einem Sammler bieten werden; auch die vielen Täler und
Schluchten mögen vorzügliche Sammelgebiete abgeben.
3. In das Bergland der Axarquia und den |
oberen Rio Gampanillas.
Es ist mir nicht möglich, hier genaue Orte anzugeben.
Das Beste für einen Sammler ist es, er mietet sich in Maä-
laga zwei Esel, einen zum Reiten und einen für sein Ge-
päck, nimmt einen Treiber (Arriero) an, verproviantiert sich
für mehrere Tage und geht nun auf gut Glück auf der Land-
strasse nach Antequera vorwärts. Vielleicht ist es gut bis
zur Venta de Galvez eventuell auch bis zu dem Torcal de
Antequera, wo sich viele Höhlen befinden sollen, vorzu-
dringen. Viele Ventas und Haciendas werden den Wande-
rer leicht ein Unterkommen finden lassen.
#
4., Das Kalkschiefergebirge, welches der Rio
Guadalhorce in der wildromantischen, engen R
Schlucht, Chorro oder auch Paso de los Gai-
tanos genannt, durchbricht.
Es ist die Sierra de Abdalajiis und Sierra de Agua.
Der Sammler kann sich den Badeort Carratraca oder auch
die Station Chorro als Standquartier auswählen. Auch das
am Fusse der Sierra del Hacho gelegene Alora ist mit sei-
ner fruchtbaren, reich bewässerten Umgebung sehr gut.
Wahrscheinlich eignet sich auch Gobantes am Ausgang der
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 75
oben erwähnten Schlucht auf einer Hochebene gelegen, nicht
schlecht für‘ einen mehrtägigen Aufenthalt im Frühjahr
eventuell auch im Sommer.
5., Die Sierra Prieta.
Dieses Gebirge ist schon durch Rambur bekannt. ge-
worden, der hier sammelte und gute Erfolge hatte. Man
kann sein Standquartier in dem an dem Wege nach Ronda
gelegenen Orte Casarabonela nehmen, man erreicht diesen
Ort am besten von der Station Pizarra der Bahn Mälaga—
Bobadilla. Im Gebirge selbst kann man sich den Flecken
Alozaina mit seiner wildromantischen Umgebung wählen.
Eichenwaldungen, die sich nicht weit von diesem Orte be-
finden, werden dazu beitragen, dass die Sammelergebnisse
vielseitig und reichhaltig werden.
6., Sierra de Yunquera und Sierra de
las Nieves.
Man kann diese Gebirgszüge mit ihren waldreichen
Schluchten und Tälern von Mälaga aus besuchen und zwar,
indem man den Ort Yunquera als Standquartier wählt, doch
komme ich bei der Serrania de Ronda noch näher auf diese
Gebirgszüge zu sprechen.
1., Sierra de Mijas.
Weiter nach Süd-West resp. nach Süden gehend, kommt
nun als letztes Glied im Halbkreise der weiteren Umgebung
von Mälaga die Sierra de Mijas (resp. Sierra de Monda).
Beinahe täglich bei allen Ausflügen, die man von Mälaga
aus unternimmt, sieht man dieses Gebirge. An seinem Fusse
nach Mälaga zu befinden sich reiche Kulturstrecken; das
Gebirge selbst ist jedoch ohne Wald, nur Cistusheide und
niederer Pflanzenwuchs ist zu finden. — Churriana, Alhau-
rin el Grande, Coin und Alhaurin de la Torre mögen dem
Sammler gute Standquartiere bieten, um von denselben aus
Touren in die Sierra zu unternehmen. Am Südabfall der
Sierra ist vielleicht der Ort Mijas zu empfehlen. Das Ge-
birge ist wenig über 1000 m hoch.
Die Umgebung von Ronda.
Die Stadt Ronda liegt mitten in dem Gebirgslande,
welches mit Serrania de Ronda bezeichnet wird. Die Ser-
rania. hat eine weite Ausdehnung, denn eine Anzahl von
A EA Gar RBB TR
mir an anderer Stelle schon angeführter Sierren gehören zu
diesem Gebirgssystem. So die Sierra de Yunquera, Sierra
de las Nieves, Sierra de Ronda, Sierra de Gauein, Sierra de
Estepona, Sierra blanca, Sierra Bermeja, Sierra de Mijas,
Sierra Blanquilla und Sierra Prieta. Der eine rechnet mehr,
der andere weniger der vorgenannten Sierren zur Serrania.
Lederer hat seinerzeit mit gutem Erfolge bei Ronda,
das zirka 900 m hoch liegt, gesammelt. Schon die nächste
Umgebung der Stadt, die malerisch am Rio Guadalevin oder A
Guadiaro liegt, wird dem Sammler viele gute Fangstellen
bieten.
W.G. Sheldon schreibt in dem Entomologist 1908 Nr. 544
pag. 214: „Der beste und möglicherweise der einzige gute
Sammelfleck in Ronda sei auf dem rechten Ufer des Rio
Guadalevin 1% engl. Meile unterhalb der Stadt, wo der
Fluss die Wiesen verlässt und in eine Schlucht eintritt, zu
finden. Diese Fangstelle erstreckt sich am Fluss zirka eine
engl. Meile lang und soll hauptsächlich dort auf den steilen
Berghängen gut sein, wo der Fluss in die Schlucht eintritt.
Am besten soll man die Stelle erreichen, wenn man auf dem
steilen Berghang entlang wandert, Hotel Reina Victoria und
den neuen Kirchhof passierend.“
Nicht weit von Ronda, bei dem Orte Montejaque, der
an der Bahn Algeciras-Bobadilla liegt, befindet sich eine
ausgedehnte Höhle, Cueva del Gato (Katzenloch) genannt.
In dieser Grotte, die mehrere Kilometer lang sein soll, wer-
den gewiss gute Käfer zu finden sein. Auch ist die Um-
gebung von Montejaque sicher gut für Schmetterlinge, ich
durchfuhr das ganze Gebiet sowohl auf der Hin- als Rück-
reise nach Mälaga resp. Granada und hatte die Absicht, An-
fang August einige Tage in Ronda resp. in Montejaque zu
bleiben, doch verhinderte mich eine recht böse Darmerkran-
kung, die ich mir in Granada geholt hatte, diesen Vorsatz
auszuführen. |
Nicht weit von Ronda sind die ausgedehnten Korkeichen- # 2
wälder von Parchite, die auch einen Besuch des Sammlers
lohnen werden.
Von Ronda aus kann man nun die verschiedensten
Touren unternehmen: Be.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 17
nn u,
—
1., Grazalema und die Sierra de Grazalema.
Von Ronda aus wähle man einen nördlich von Graza-
iema nach Gastor, Algodonäles und Puerto Serranos gehen-
den Weg und wird hierbei durch schöne Gründe und aus-
gedehnte Waldungen gelangen; auch das auf dieser Tour
zu erreichende Tal des oberen Guadalete mit seiner reichen
Vegetation wird viele gute Sachen bieten. Die beiden letzt-
genannten Orte sind wahrscheinlich für einen längeren
Aufenthalt empfehlenswert. Es empfiehlt sich vielleicht auch,
wie ich schon an anderer Stelle erwähnte, in dem Orte
Grazalema’ sein Standquartier aufzuschlagen, um dann die
Sierra Grazalema zu durchforschen. Der Cerro de San
Cristöbal, der zirka 1200 m hoch ist, wird sich am besten
von der Stadt Grazalema erreichen lassen.
2. Sierra de Ronda.
Diese ist ein von tiefen Felsenschlünden zerrissenes
Gebirge, das nur an einigen Stellen Wald aufweist, immer-
hin doch viele gute Fangstellen bieten wird, doch muss der
Sammler, der sich in Ronda aufhält, dieses am besten sebbst
festzustellen suchen.
3, Sierra de Yunquera, Sierra de las Nieves,
Sierra de Tolox.
Es wird sich sehr empfehlen, die Westabhänge dieser
Sierren, die in ihren höchsten Teilen auch Waldungen auf-
weisen, von Ronda aus zu besuchen. Wie weit man seine
_ Ausflüge ausdehnt hängt ganz von dem Ergebnis dersel-
ben ab.
Der Ort Burgo, der am Wege Yunquera-Ronda liegt,
kann zum längeren Aufenthalt für weitere Ausflüge in die
westlichen Teile der Sierra gewählt werden. Das beste frei-
lich wird es sein, der Sammler wählt sich den Ort Yunquera,
wie ich schon an anderer Stelle erwähnte. als Standquar-
tier und macht von dort aus nun die verschiedenen Exkur-
sionen in die Sierra.
Der Convento de las Nieves und der Pico Jarro (1700 m)
"in der Sierra de las Nieves werden wahrscheinlich manches
gute bieten.
. Ferner besuche man von Yunquera aus die Canada la
Perra, den Pilar de Tolox, eine Quelle, die gegen 1800 m
78 | Carl Ribbe. .
hoch liegt, und die Partien, die am Cerro de las Plazoletas
sich befinden; hier gibt es ausgedehnte Pinsapowälder, auch
die Gegend des Cerro de los Pilones und die Triften des
Penon de los Enamorados und die Felsschlucht Anzosturas
de los Corrales sind vielleicht (nach Willkomm) empfehlens-
wert.
Ob man den Nacimiento del Rio grande, einem Wasser-
bassin, das in einer geräumigen, dunklen Höhle liegt, au
sucht, ist frazlich, doch kommt man auf dem Wege nach
diesem durch das fruchtbare Tal des Rio grande, das Bar-
ranco del Nacimiento heisst, und kann hier nicht allzu weit
von Yunquera der Sammler wahrscheinlich manches gute
erbeuten.
Der Westen Andalusiens.
Der äusserste Westen wird von der Provinz Huelva
gebildet; hier mögen verschiedene Gebiete erwähnt werden,
in welchen sich ein Aufenthalt für einen Sammler wohl
lohnen mag. Im Norden der Provinz dehnt sich die Sierra
Morena aus, die Andalusien bis nach Murcia hin an seiner
nördlichen Grenze einfasst; ich komme noch später auf die-
ses beinahe 80 geographische Meilen lange Gebirgsland zu
sprechen. B-
1,, Aracena.
Von dieser Stadt aus kann man die südlichen Teile der
Sierra Morena, hier Sierra de Aracena genannt, die alle
gut bewaldet und bewässert sein sollen, besuchen. Auch
nach Süden zu nach dem Flusstale, welches man auf dem
Wege nach dem Orte EI Cerro passiert und wo sich aus-
gedehnte Wälder befinden sollen, mag der Sammler seine
Schritte lenken und er wird dort manches seltene finden. =
2. Aroche und die Sierra de Aroche.
Hier in diesem Gebiete ist, soviel ich weiss, nicht ge
sammelt worden und würde sich vielleicht ein Aufenthalt
immer noch lohnen. 4
3., Ayamonte.
Am Guadiana und an der Grenze Po gelegen,
würde im Frühjahr wohl als Aufenthaltsort für einen Samm-
ler zu empfehlen sein. Nördlich und östlich der Stadt sollen
Pinienwälder sich befinden, auch soll die Umgebung der
Stadt sehr schön und fruchtbar sein.
m ser tet 1121
4., Huelva, Palma, Valverde.
Rate ich, nicht zu besuchen.
Nähere und weitere Umgebung von Sevilla.
1., Sevilla.
Sevilla liegt in einer weiten fruchtbaren Ebene am
Guadalquivir; leider ist jedoch diese Ebene häufigen Ueber-
schwemmungen des Flusses ausgesetzt. Ein Aufenthalt im
Frühjahr wird sich hier wohl lohnen. — Ausflüge nach
den im Westen gelegenen Höhenzügen, nach Castillejo, nach
Tomares werden manches gute dem Sammler einbringen.
2.. Gelände bei Sanlücar la Major.
Für weitere Touren wähle man das Gelände bei San-
lücar la Major, das man ja mit der Eisenbahn erreichen
kann. Hier sollen ausgedehnte Pinienbestände vorhanden
sein, auch ist die ganze Gegend reich und gut angebaut.
3., Utrera.
Utrera, südöstlich von Sevilla gelegen, ist leicht mit
_ der Bahn zu erreichen. Nach Sevilla zu sollen Pinienwälder
und nach der anderen Seite nach dem Orte Coronil zu
immergrüne Eichenanpflanzungen sich befinden.
4., Moron, die Sierra de Moron und Sierra
| de Algodonäles. |
Auch diese Gebiete würden sieh vielleicht für Ausflüge,
die man bis Moron mit der Bahn von Sevilla aus machen
kann, lohnen. Die Nordseite der Sierra de Algodonäles bie-
tet vielleicht manch gute Sammelgelegenheit. |
5., Carmona, Marchena, Estepa.
Ob Carmöna und Marchena, evtl. auch Estepa zu be-
suchen wären, kann ich nicht ermessen, da mir jeglicher
Anhalt, ob sich dort günstige Sammelgelegenheiten finden,
fehlt.
Cordoba.
1, Gordoba.
‘Die Stadt, am Guadalquivir in einer fruchtbaren Vega
gelegen, mag manche gute Sammelstätte in ihrer Nähe bie-
ten. Das Tal des Rio Guadajoz, das südlich von Cördoba
80 N N Carl Ribbe a ee
liegt, ist nicht allzu weit und kann in einer Tagespartie er-
reicht werden und wird dem Sammler gute Fundstellen
: bieten. Bi
2, Sierra de Cördoba. >
Hier in diesem Gebiete, wie auch in der nächsten un B)
gebung der Stadt Cördoba, haben Kiesenwetter und Müller
gesammelt. Die Sierra ist ein Ausläufer der Sierra Morena
- und mit üppiger Vegetation bedeckt. Woald- und Busch-
strecken wechseln mit schönen, wiesenartigen Stellen ab
und zahlreiche Bäche durchrauschen dieses Gebiet.
3., Montoro.
; Montoro ist an der Bahn Cördoba— Andujar ee
2 Von diesem Orte am Guadälquivir kann man leicht in die
I Sierra Morena vorstossen,. und sollen sich nach dem Orte
Aldea del Rio zu im Hügelgelände immergrüne Eichenwal-
0 dungen befinden.
4, Campina.
Ob man nach Süden in das fruchtbare Gebiet Campina
gehen soll, weiss ich nicht; ich entsinne mich nicht, 1881,
| wo ich das Gebiet mit der Bahn durchkreuzte, solche Stel-
E len gesehen zu haben, die mich als Sammler zu einem Auf- 2
u, enthalt gereizt hätten.
5., Sierra de Pri&@go und Lucena.
Sierra de Priego und Lucena sind nach Willkomm die
landschaftlich schönsten und prächtigsten Gebiete der Pro-
vinz. Sie sollen auch sehr wasserreich sein, werden (a
aber von Antequera und Loja aus leichter erreichen lassen,
da sie immerhin schon weit von Üördoba im äussersten R
Süd-Osten der Provinz liegen. a.
Antequera. |
„Antequera, Sierra de Abdalajis, Sierra de,
Antequera, Archidona. ee
Die Gegend bis Bobadilla ist öde und wenig ver-
sprechend für einen Sammler, wie ich bei meinen verschie-
denen Eisenbahnfahrten feststellen konnte; besser wird es
in der Nähe von Antequera, denn die Stadt liegt unweit des
23
Rio Guadalhorce, dessen Tal sehr fruchtbar ist, da er im
i Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. s1
mer reichlich Wasser führt. Die Bergabhänge sind mit
Eiehen bedeckt, viele Seitentäler und Schluchten laden zum
Sammeln ein. Auch kann man von Antequera aus die Nord-
abhänge der schon bei Mälaga erwähnten Sierra de Abda-
lajis besuchen. — Auch die Sierra de Antequera wird ver-
schiedene günstige Gelegenheiten zum Sammeln bieten. Viel-
leicht eignet sich auch Archidona, das östlich von Ante-
quera ebenfalls an der Bahn Bobadilla—Granada liegt, zu
längerem Aufenthalt, denn auch dessen Umgebung ist frucht-
bar und gut bewässert.
2, La0OCamorra, Fuente de Piedra, Laguna
salada.
Vielleicht lohnt sich auch ein längerer Ausflug über
Molina nach dem Bergzug la Camorra, hier sollen sich aus-
gedehnte, weitläufige Höhlen befinden. Am besten nimmt
man sein Standquartier in dem Dorfe Fuente de Piedra, das
man mit der Bahn von Antequera über Bobadilla erreichen
kann. Auch der See, au deın dieses Dorf liegt, und der
Laguna salada heisst, ist wahrscheinlich beachtenswert.
2 Loja.
1881 war ich mehrere Male in diesem Orte und habe
auf den Abhängen und in den Seitentälern des Rio Genil
ganz gute Fangresultate gehabt. — Lojia liegt sehr schön
in dem Tale des vorgenannten Flusses und hat eine frucht-
bare, reich angebaute Umgebung, auch etwas Eichenwal-
dungen sind in der Nähe zu finden; hier muss ein Aufent-
halt im Juni sehr lohnend für einen Schmetterlingsliebhaber
sein. — Bei Loja sollen sich auch viele noch zum Teil un-
erforschte Höhlen, die den Namen los Infiernos de Loia füh-
ren, befinden. — Die Sierra de Loia und Sierra Gorda loh-
nen sich von der Stadt Loja aus zu besuchen.
Jaen.
1., Jaen.
Jaen, an der Bahnlinie Bobadilla, Puente Genil, Jaen,
Baeza, Valdepenas, Madrid, liegt sehr schön am Fusse hoch
emporragender Kalkberge, die zwar kahl sind, doch bieten
die Täler des Ja&en und des Tercero, die fruchtbar sind,
günstige Sammelgelegenheiten.
6*+
82 ' Carl Ribbe.
2., Sierra de Jan.
Dieses Gebirge hat nach Kiesenwetter ausgedehnte Pi-
nien- und Eichenwälder, und soll man das Cortijo de los Oas-
taneros, das man in zirka 5—6 Stunden von Jaön errei-
chen kann, aufsuchen, daselbst einige Tage bleiben, um die
schöne und interessante Sierra durchsuchen zu können.
Gut bewässerte Wiesen oberhalb des Cortijo müssen im
Juni-Juli vorzügliche- Fangstellen bieten.
3.. Sierra de Arenas.
Dieses Gebirge soll ausgedehnte Pinienwälder haben
und wird sich daher für einen Sammler als lohnendes Ge-
. biet zeigen.
Algeciras und Umgebung.
1.. Algeciras, Sierra de Palma, Tarifa, Sierra
de la Luna, Jimena.
Sicher wird man in Gibraltar besser und wahrschein-
lich auch billiger wie in Algeciras wohnen. und leben kön-
nen, trotzdem empfiehlt es sich nicht, in dieser Stadt zu
wohnen, sondern in Algeciras. Von Gibraltar aus muss
man immer erst über die Bai, was zwar mit der Dampfer-
verbindung jetzt ganz gut in kurzer Zeit zu bewerkstelligen
‘ist, immerhin aber kostet es Zeit und Geld. Gibraltar selbst
bietet nur weniges für einen Sammler, auch ist das Gelände
vielfach abgesperrt und unzugänglich. — Ein Aufenthalt in
Algeciras wird sich hauptsächlich von Januar bis Ende
April lohnen. Die Umgebung von Algeciras ist sehr schön,
ausgedehnte Korkeichenwälder, reiche Bewässerung sorgen
hier dafür, dass auch zur Sommerszeit viele Gebiete frisch
und grün bleiben. Schon die nächste Umgebung wird den
Sammler viele gute Fangplätze finden lassen, und die Bahn
setzt ihn in den Stand, auch das weitere leichter zu er-
reichen.
Ueber die Umgebung von Algeciras schreibt Sheldon:
Die beste Stelle für Schmetterlinge ist der schöne Kork-
eichenwald bei Almoraima (leicht mit der Eisenbahn von
Algeciras aus zu erreichen), 9 englische Meilen von der
Stadt entfernt, doch muss man hier die wirklich guten Stel-
len erst kennen lernen, die 3—4 engl. Meilen von der Ei-
_ Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 83
senbahnstation entfernt liegen. Auch an einem 2 engl.
Meilen von Algeciras entfernt liegenden Wasserfall soll der
Fang nicht schlecht sein.
Ausgedehnte Laubwälder befinden sich in der Sierra
de Palma. Man verfolge von Algeciras aus den aus einem
Tale herauskommenden Aquädukt (nördlich der Stadt) und
wird dann bald nach einem von rauschenden Bächen durch-
strömten, waldigen Grund kommen, der el Barranco de Al-
garroba genannt wird; will man höher hinauf, so empfiehlt
es sich, den Cerro de Comares, der gegen 1000 m hoch ist,
zu erklimmen. Auch weiterhin bietet die Sierra de Palma
noch viele, mit dem dichtesten und üppigsten Laubwald be-
wachsene Täler und Schluchten, so wird die Venta Ojen,
die auf der Westseite des Gebirges an einem Saumplfad
nach Cädiz liegt, sich gut als Aufenthalt für einige Tage
eignen, denn in der Nähe dieser Venta soll nach Willkomm
urwaldähnliches, baumbewachsenes Gelände sich befinden,
Ob man die südlich von der Sierra de Palma liegende Sierra
de la Luna besuchen soll, ist fraglich, möglicherweise ist
dieselbe ganz gut für Sammler, da sie die südlichste Er-
hebung in diesem Gebiete ist. Man könnte dann sein Stand-
quartier in Tarifa nehmen. Es ist leicht möglich, dass
das Gebirgsland, was nördlich von Algeeiras, nord-
westlich und westlich von der Eisenbahnstation Jimena liegt,
_ sich für Sammler eignet, soviel wie ich mich entsinnen kann,
war das Gelände fruchtbar, auch sah ich vielfach Eichen-
wälder, Loma del Padron, Loma de Sao und Sierra de Gi-
tana will ich hier nur nennen.
ZIEDEDEROGUER.
San Roque, das nicht weit von Algeciras entfernt liegt,
wäre auch für einen dauernden Aufenthalt geeignet, denn
es liegt in fruchtbarem Gelände und nur eine Meile nord-
westlich befinden sich ausgedehnte Waldungen, die von dem
Rio Guadarranque durchflossen werden.
32.Gaucin.
Sehr gut für- einen längeren Aufenthalt im Frühjahr
wird sich auch der an der Bahn Algeciras—Bobadilla ge-
legene Ort Gaucin eignen.
Die ganze Umgebung von Gauecin, die ich zweimal sah,
das eine Mal im Frühjahr, das andere Mal im August,
84 Carl Ribbe.
macht einen viel versprechenden Eindruck. Hier war im
August nichts von der südspanischen Dürre und Trocken-
heit zu sehen, hier war alles saftig, grün und üppig, grosse
Strecken längs der Bahn waren überschwemmt. Von Gau-
cin aus ist es leicht, die südlichen Täler der Sierra de
Ronda und die östlich gelegene Sierra Bermeja und Sierra
de Estepona zu erreichen, und wird man in diesen Bergen
sicher auf gute Ausbeuten rechnen können.
Küstengelände von Estepona-Fuengirola.
Nicht schlecht mag auch das Küstengelände von der
von Gaucin südöstlich gelegenen Stadt Estepona bis zirka
nach Fuengirola sein. Die Sierra de Estepona und die
Sierra Bermeja halten hier die kalten Nordwinde ab, auch
soll das Gebiet zwar wenig angebaut, aber leicht bebuscht
sein. ; |
Von der Umgebung von Gibraltar, San Roque und Al-
geciras finden wir in der faunistischen Arbeit von James
J. Walker in der Trans. Ent. Socieity London 1890 pag.
361 interessante Bemerkungen. Hauptfanggebiete waren die
Korkeichenwälder bei Algeciras, die Sierra Carbonera, un-
weit von San Roque, Sierra de la Luna und dann auch Gibral-
tar selbst.
Auch Dieck gibt in der Berliner Entomol. Zeitschrift
1870 pag. 145 eine gute Beschreibung der Umgebung von
Algeciras, hauptsächlich vom coleopterologischen Stand-
punkte aus.
Nähere Umgebung von Gädiz-Chiclana.
1., Cädiz, Chicelana, Puerto de Santa Maria.
Isla de Leon. EB
Die Umgebung von diesen beiden Orten in Andalusien
ist ja, was Lepidopteren anbelangt, durch Rambur, Stau-
dinger und Korb geradezu berühmt geworden, vor allem
der Badeort Chiclana. Welcher Sammler dächte nicht, wenn
er letztere Ortsnamen hört, an T'haumetopoea herculeana
und Taragama repanda. Schon die Umgebung von Cädiz
wird dem Sammler viele gute Sammelstellen bieten, doch
wird es sich empfehlen, auch den Ort Puerto de St. Maria
mit seinen reichen Pinienwäldern zu besuchen. Das Delta-
gebiet, welches der bei Puerto de Santa Maria ins Meer
‚ Hiessende Rio Guadalete bildet, ist mit Pinienwald bedeckt,
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 85
zahlreiche Lagunen und Moräste wechseln hier ab; hier
mag manches Gute zu finden sein. Auch die Isla de Leon
ist besuchenswert. Ständigen Aufenthalt nimmt man jedoch,
wie es die anderen Sammler getan haben, am besten in
Chielana. Dieser Ort liest in einer fruchtbaren Gegend,
ausgedehnte Pinienwälder sind vorhanden, und auch die
Strandgegend ist gut, denn gerade auf den Dünen fing Stau-
dinger manches gute Tier. Der Cerro de Santa Ana gab
Staudinger Gelegenheit, Nachtfang mit der Lampe zu machen.
Auch das Tal des durch Chiclana fliessenden Baches Cepa,
welches von bebuschten Hügeln umschlossen ist, wird vie-
les Gute bieten. Ferner mag das hintere Chiclana nach
dem Cerro Barucco gelegene Hügelland, das mit niederem
Busch bewachsen ist, ganz geeignet für grössere Exkursio-
nen sein.
Weitere Umgebung von Gädiz-Chiclana.
2., Medina Sidönia.
Medina Sidönia (in westlicher Richtung von Chiclana
gelegen) ist von Chiclana aus auf leidlicher Strasse leicht
in wenigen Stunden zu erreichen und wird im Frühjahr,
wenn alles grün ist und in Frühlingspracht prangt, wohl
einen Ausflug lohnen. In der Nähe der Stadt soll sich
verschiedentlich Buschwald befinden und auf der Loma del
Aleornogue, die südlich von der Stadt liegt, wachsen Kork-
eichen. Die Sierra de los Gazules und den Ort Alcalä de
los Gazules zu besuchen, wird sich kaum lohnen, auch er-
reicht man dieses Gebirgsland von Jimena, an der Bahn
Algeciras—Ronda gelegen, wahrscheinlich besser und be-
quemer.
8., Arecos de la Frontera.
Der Weg nach diesem Ort geht in nördlicher Richtung
von Medina Sidönia über die mit Busch bewachsene Berg-
kette, Puerto de las Suteras genannt, führt dann ein grosses
Stück durch das Tal des Guadalete, das sich zu einer To-
mantischen Bergschlucht verengt. Hier wird wahrscheinlich
der Sammler bei kurzem Aufenthalt gute Ausbeute haben.
Freilich muss man auf dem Weg von Medina Sidönia bis
Arcos de la Frontera einen ganzen Tag rechnen, die Zeit
wird aber nicht verloren sein, da man ia auf der ganzen
Tour sammeln kann.
86 = ea Tibbei :
4., Sierra de Ubrique und Sierra del Pinar.
und Sierra de Grazalema.
Von Arcos de la Frontera kann man die Westabhänge
der Sierra de Ubrique und die Sierra del Pinar resp. Sierra
de Grazalema, deren höchste Erhebung, der Oerro de San
Cristobal, zirka 1200 m ist, besuchen. Es sollen diese Ge-
birgszüge zwar wildromantisch, aber nur wenig bewaldet
sein. Leichter ist dieses Gebiet jedoch von Ronda aus zu
erreichen, und wird sich der Ort Grazalema oder der Ort
Uhrique am besten als Standort eignen; Ubrique liegt im
Quelltale des Rio Majazeite. Ob man die nach Norden ge-
legene Sierra de Gibalbin von Arcos besuchen soll, kann
ich nicht beurteilen, nur erwähnen möchte ich, dass man
diese Sierra auch von der Station Lebrija, die an der Bahn
Cadiz-Sevilla liegt, erreichen kann. |
5., Jerez de la Frontera.
Diese Stadt ist am hesten von Cädiz aus per Bahn zu
erreichen. Von Jerez aus besuche man die Sierra de Jerez,
die man übrigens auch von Puerto de Santa Maria errei-
chen kann, und dann auch das Kloster Guadalete, das dicht
am Rio Guadalete liegt; von hier aus erhält man einen
weitgehenden Blick in das fruchtbare Tal des eben genann-
‚eu Flusses, und wird man manche gute Sammelstelle finden.
6., Sanlücar de Barrameda.
Ob der Sammler das nicht weit von der Mündung am
Guadalquivir gelegene Sanlücar de Barrameda aufsuchen
soll, kann ich nicht beurteilen, zwar soll diese Stadt in
einer fruchtbaren, gut angebauten Gegend liegen, auch mag
die Nähe des grossen Flusses vielen Reiz ausüben, obaber
günstige Fangstellen, wo Wald und Busch sich findet, in
der Nähe vorhanden sind, weiss ich nicht.
7., Gegend südlich von Chielana.
Es bleibt mir nun noch übrig, die Gegend südlich von °
Chielana zu erwähnen, und will ich mich hierbei an Will-
komm halten. — Bis zum Städtehen Conil ist die Gegend
eine teils mit Pinienwäldern, teils mit niederem Gebüsch,
teile mit Weideplätzen bedeckte wellige Hochebene, weiter
nach Cap Trafalgar zu ist das Gelände öde, nur wenig be
buschte Hügel begleiten die Küste. Von dem Orte Vejer de
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 87
la Frontera, der am Rio Barbate liegt, erblickt man nörd-
lich bewaldete Bergzüge, die vielleicht für den Sammler von
Interesse sind; auch ist immerhin zu empfehlen, die Laguna
de la Janda zu besuchen. Weiter nach Osten vorgehend,
nachdem man Puerto de Acebuches passiert hat und ehe
‚nan in das Sumpfgebiet Campina de Tarifa gelangt, pas-
siert man Hügel, die mit Korkeichen bewachsen und wahr-
scheinlich gut für Insektensammler sind. Nach Osten zu
liegt die Sierra de Palma, die ich schon an anderer Stelle
erwähnt habe.
Sierra Morena.
Ich muss mich bei diesem Gebiete, das den ganzen
Norder von Andalusien einnimmt, an Willkomm halten, der
eine ausführliche Beschreibung der beinahe 80 Meilen lan-
gen Sierra gibt. Die Sierra Morena steigt nicht zu sehr
bedeutenden Höhen an, sie‘ ist beinahe ganz mit immer-
grünem Gebüsch, teilweise auch mit Wald bedeckt. Zu er-
reichen ist sie leicht mit den verschiedenen Bahnlinien, die
teils an ihr hingehen oder auch sie durchbrechen, letzteres
von Andujar nach Valdepeüas und ÜOördoba. Im Sommer
schrumpfen die meisten Bäche und Flüsse zu einzelnen Tüm-
peln zusammen; nur die westlichen und. teilweise die öst-
lichen Gebiete sind wasserreicher und haben daher auch
reichere Vegetation und walderfüllte Täler und Schluchten.
Einzelne Teile der Sierra Morena habe ich schon an ande-
rer Stelle erwähnt, so die Sierra de Cördoba. Hier sind
noch die tiefen Waldesschluchten des Rio Cuzna, Guada-
barbo und Guadiato hauptsächlich zu nennen; man erreicht
dieses Gebiet am besten von Üördoba aus.
Der westliche Teil zwischen der Grenze von Cördoba
resp. Sevilla und dem Guadiana besitzt prachtvolle Wälder
von Korkeichen und Kastanien, es wäre hier das Gebiet
von Aracena, was in Betracht käme, und welches ich schon
erwähnt habe, zu nennen.
Der interessanteste Punkt der Sierra Morena ist sicher
der Felsenpass Despefia perros, durch welchen ja auch die
Bahn Oördoba— Valdepenas geführt ist und durch welchen
der Rio Magana fliesst.
Die östlichen Teile des Gebirges erreicht man von
Jaen und Ubeda aus. Von letzterer Stadt empfiehlt es sich,
in das Tal des Guadalimar vorwärts zu gehen, um nach
88 Carl Ribbe. TEN
dem nördlich gelegenen Orte San Esteban del Puerto zu
gelangen. Von hier aus werden sich dann lohnende Aus-
flüge machen lassen (Loma de Chiclana). Willkomm fand
hier am Rio Guarrizas und in dessen Nähe üppige An-
pflanzungen von Ulmen, Erlen und Ahorn; er ging dann
noch bis zu dem nordwestlich gelegenen Orte Aldea que-
mada und Venta de Oärdenas quer durch nach der Landstrasse;
die nach Madrid durch den schon genannten Pass von Des-
pena perros geht.
Von dem in der Sierra de Alcaräz entspringenden
Guardamena, einem Nebenfluss des Guadalimar, erwähnt
Willkomm, dass, nachdem der Fluss das Campo de Montiel
durchflossen hat, derselbe an der Nordgrenze von Anda-
lusien in einem reichbewaldeten Durchbruchstale die Sierra
Morena vom Seguragebirge trenne. Es sollen jedoch in die-
sem Gebiete weder Wege noch menschliche Ansiedlungen
sein,
Es ist selbstverständlich, dass man nicht in wenigen
Zeilen ein so ausgedehntes Gebirge, wie die Sierra Morena
ist, abhandeln kann. Dieses habe ich auch mit den vor-
stehenden Bemerkungen gar nicht beabsichtigt, ich wollte
ja nur einige Hinweise geben, wo der Sammler event. gün-
stige Gelegenheit zum Sammeln finden würde. Wer die
Zeit, Lust und genügend Mittel hat, sollte die Sierra Mo-
rena so bereisen, wie es vor einem halben Jahrhundert
Willkomm gemacht hat, damals gab es kaum Landstrassen,
geschweige Eisenbahnen, und mussten die ganzen Er-
forschungstouren zu Pferde ausgeführt werden. Die Sierra
Morena ist lepidopterologisch so gut wie noch gar nicht
durehsucht und möchte ich ganz besonders hierauf den
Sammler aufmerksam machen. Wer ausgerüstet mit mehre-
ren Tieren, Pferden, Maultieren oder Eseln, in Begleitung
von 2—3 Arrieros diese Sierra von Ost nach West bereisen
kann, wird sicher eine Fülle von interessanten Sachen mit-
bringen und bestimmt viele Stellen finden, wo er sich dann
später für längere Zeit aufhalten möchte.
Der Osten Andalusiens.
Aamerta- |
Die nächste Umgebung von Almeria selbst bietet nur
wenig, doch wird die fruchtbare Vega, die nicht allzu weit
von der Stadt entfernt an dem Rio Almeria liegt, dem
‚Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 89
Sammler reichlich Gelegenheit zum Fangen und Sammeln
geben. Ob der Sammler die Sierra de las Cintas, Sierra
de Gädor, Sierra de Felix und Sierra de Enix, die west-
lich von Almeria liegen, besuchen soll, lässt sich schwer
sagen; soweit es mir bekannt ist, sind diese Sierren wald-
los und leiden auch unter dem Mangel von Quellen; ge-
sammelt ist in diesen Gebieten, soweit ich es beurteilen
kann, noch nicht.
Empfehlenswert ist es vielleicht, das Tal des Rio Adra
etwa bis Ugijar hinauf zu besuchen, denn dasselbe soll sehr
fruchtbar und reich angebaut sein.
Von den übrigen Alpujarrastälern habe ich schon ge-
sprochen.
2, Marqguesado de.-Genet.
Das Marquesado de ÜOenet, welches sich jetzt leicht von
Granada oder Almeria aus mit der Bahn bis Hueneja oder
La Calahorra erreichen lässt, wird sich für einen länger
dauernden Sommerausflug gut eignen, denn hier ist Reich-
tum an Wasser vorhanden, und werden vor allem die Tä-
ler mit ihren Hängen, wie Rio Bernal, Rio de Jerez, Rio
de Guadix, Rio de Calahorra, Rio de Hu£neja, gute Sam-
melgelegenheiten bieten. Auch die Hochgipfel, wie Chullo
(2611 m), Puerto de Ragua (2035 m), werden manche Vor-
teile bieten. Von dem Orte Dölar zwischen Hueneja und
la Calahorra geht ein Pfad nach Ugijar, der dicht bei den
vorerwähnten Hochgipfeln vorbeiführt.*
8., Sterra de los Filabres.
Die Sierra de los Filabres lässt sich am besten von
Almeria aus mit der Bahn Almeria—Guadix erreichen, und
zwar über Gergal. Doch auch von Murcia über Lorca ge-
langt man, zumal jetzt auch dort Bahnverbindung vorhan-
den ist, nach diesem Gebirge. Soweit mir bekannt wurde,
sammelte nur Prof. N. Kheil in der Sierra de los Filabres,
und lasse ich hier seine kurze Reisebeschreibung, die er
mir liebenswürdigerweise zur Verfügung stellte, folgen.
„Nähert man sich von Östen, demnach von Murcia,
Lorca, der Provinz Granada und gelangt man, von Lorca
kommend, nach Huercal-Overa (heute Eisenbahnstation), so
erblickt man, westwärts schauend, zur Linken, hinter mäs-
sie geschwungenen grünen Vorbergen sich einen mächtigen
*) Spanische Botaniker wählten den Ort Jerez de Marquesado
als Standquartier.
90 Carl Ribbe.
Gebirgswall auftürmen, aus dem eine kegelförmige Spitze
dominierend hervorragt. Dieses Gebirgsmassiv ist diein der
Hauptsache aus Glimmerschiefer bestehende Sierra de los
Filabres, und der den Wall überragende Kegel der Cerro
de Nimar oder die Tetica de Bacares, 2080 m hoch. Viel-
leicht war einst die Sierra de los Filabres mit der Sierra
Nevada verbunden. Zwischen beiden bestehen natürliche Be-
ziehungen, aber durch den Querbruch bei Guadix erschei-
nen beide Ketten getrennt. ‘Im Jahre 1886 kam ich von R'
Lorca in .einer Postkutsche in Huercal-Overa an — da-
mals gab es noch keine Bahn — und setzte in einem zwei-
rädrigen Mietkarren westwärts die Fahrt nach Purchena
fort. Willkomm, der Botaniker, welcher 1845 in Purchena
sich kurz aufgehalten hat, nennt dies Städtchen (Zwei Jahre
in Spanien und Portugal; Leipzig 1847) ein verhungertes
Dorf. Zu meiner Zeit (Juni 1886) war es in Purchena
jedenfalls besser. h
Ich gedachte von Purchena aus nach Almeria (am Mit- 4
telmeer) quer über die Sierra de los Filabres zu gelangen
und mietete daher in Purchena zwei Maultiere. Der Ritt 4
ging südwärts durch Schluchten, die über und über mit
Opuntien bewachsen waren, nach Suflt, einem ärmlichen
‚Dorfe, und dann durch eine Rambla (wasserloses Fluss-
beit), unaufhörlich an kurzgrasigen Abhängen, Olivenhai-
nen nach dem malerisch gelegenen Sierron, das unmittelbar
am Fusse der Sierra. de los Filabres gelegen ist. Der Pfar-
rer von Sierron empfahl uns, die Nacht in seinem Oortijo
zuzubringen. Um 6 Uhr abends erreichten wir den besag-
ten unterhalb des Cerro situierten Cortiio. Am Morgen vor
7 Uhr brachen wir vom Cortijo auf und erreichen um
9 Uhr vormittags den Gipfel des Cerro de Nimar.
Während am Hinweg, der sich stets durch Hutweiden i
mit wenig Buschwerk bewegte, fast nichts von Lepidopteren
zu erblicken war, bot der Gipfel ein überraschendes Bild
regen Insektenlebens. Es schien, als ob aus der ganzen
Gegend Hymenopteren, Dipteren und Lepidopteren sich hier
zusammengefunden hätten. So hatte ich denn einen doppel-
ten Genuss. Erstens die gloriose Aussicht — man sah
südwärts die Mittelmeerküste von Almeria — westwärts den
ganzen Komplex der Sierra Nevada en profil — nordwärts
farbenreiche Gebirgsketten, die kulissenartig hintereinander
sich aufrollten, und je weiter, in desto zarteren Tinten sich
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 91
—
auflösten —, zweitens den ausgiebigen Fang von Lepidop-
teren, der mich ungewöhnlich divertierte, weil ich Species
mit dem Netze griff, die ich bis dahin nur zu kaufen Ge-
legenheit hatte. Um 10 Uhr verliessen wir den Gipfel und
wieder ging’s über sanft geschwungene Kuppen nach dem
Dorfe Belefique. Spät nachts kamen wir nach Tabernas,
das zwischen trostlosen, kahlen Hügeln gelegen ist.
Am nächsten Morgen führte mich der Postwagen in
6 Stunden durch eine fürchterlich öde, obschon gebirgige
Gegend nach Almeria.“
Auch Willkomm bemerkt in seinem Werke „Die Halb-
insel der Pyrenäen“ pag. 106, dass die Sierra de los Fila-
- bres zwar sehr wasserreich sei, aber nur wenig Baumwuchs
aufweise. Hauptsächlich nur in den Tälern, die von der
Hauptkette des Gebirges herabkommen, findet sich üppige
Vegetation und auch etwas Wald.
Im Frühjahr wird sich ein Aufenthalt für einen Sammler
in dieser östlichen Sierra von Andalusien wohl lohnen, um-
somehr da ia so gut wie noch gar nicht daselbst gesam-
melt worden ist.
4. Sierra de Maria* und Sierra de Periate.
Man erreicht diese Bergzüge von Granada aus mit der Bahn
bis Guadix, dann nach Osten über Baza und Cüllar de Baza
nach dem Dorfe las Vertientes. Uebrigens soll die Bahn Gua-
dix—Baza 1905 schon im Bau gewesen sein und ist jetzt, wo
ich dieses schreibe, vielleicht schon fertig. — Von diesem
Dorfe aus gelangt man über den Pass Puerto viejo durch
waldreiches Gelände (Pinus pinaster) nach dem Orte Maria,
wo man sein Standquartier aufschlagen kann. Ein beque-
merer Weg.-führt vielleicht auf der Ostseite über Chirivel,
Velez rubio und Velez blanco nach diesem Orte. Maria liegt
gegen 1000 m hoch und wird seine nächste Umgebung schon
viel Interessantes bieten.
Auch die Sierra de Maria, die beinahe 1800 m hoch
ist und botanisch sehr gut ist, wird manches gute dem
Sammler einbringen; der Juni wird wohl auch hier die
besie Zeit zum Sammeln sein. Leider leidet das ganze Ge-
biet an Wassermangel. Ehe ich von diesem Gebiete scheide,
möchte ich darauf aufmerksam machen, dass die Stadt
*) Kheil war 1897 in d. S. d. Maria, er fand dieselbe steril u. öde.
92 ie Carl Ribbe.e Se
Velez rubio, die südlich von Maria an der Strasse Mureia—
Granada liegt, durch ihr wohl angebautes, schönes Tal
zum Verweilen auffordert.
d,Slerranagra,
Um in diese Sierra zu gelangen, ist es das beste, man
geht von Maria nach Norden, um den dicht an der Grenze
von Murcia gelegenen Flecken Puebla de Don Fadrique zu
erreichen, wo man Aufenthalt nimmt. Doch auch direkt
von der Westseite ist das Gebiet zu erreichen, indem man
die Bahn von Granada bis Moreda und von da aus bis
Quesada benutzt. Freilich muss man bei dieser Tour die
Sierra del Pozo und dann das Quellgebiet des Guadalquivir
überschreiten, was immerhin mit grossen Schwierigkeiten
verbunden sein mag. Von dem Orte Puebla de Don Fadri-
que geht man in dem Tale, an welchem die Hermita de
las Santas Martyres liegt, nach der Sagra vorwärts. Von
der Kirche der Hermita soll man einen guten Einblick in
die tiefen Schluchten der mit Nadelholzwaldungen bedeckten
Bergzüge haben. Zirka 300 m höher befindet sich im schat-
tigen Kiefernwalde die Fuente de las Yeguas; nicht weit
von dieser Quelle liegt die Höhle de los Carnereros. Ob
der Sammler, der in dem vorerwähnten Gebiete genug gün-
stige Sammelgelegenheiten finden wird, auch den steilen
Kegel der Sagra, der gegen 2200 m hoch ist, besteigen soll,
hängt ganz von der Jahreszeit, in welcher er sich hier auf-
hält, ab. Auch von der Stadt Huescar, die in den süd-
lichen, kiefernbewaldeten Vorbergen der Sagra liegt, wer-
den sich für den Sammler ertragreiche Gebiete öffnen; Hues-
car selbst liegt in einer gut angebauten Vega. |
Man kann die unter 3, 4 und 5 erwähnten Gebiete
auch von Osten, von Murcia oder Cartagena, erreichen, da
die Bahn von Murcia über Lorca, Purchena nach Baza führt.
6., Sierra Segura.
Man erreicht den Westteil dieses Gebirges am besten
von Baeza aus, bis wohin die Bahn Granada—Moreda—
Baeza führt. VonBaeza wird es sich dann empfehlen. über
Ubeda, Villacarillo, Bacas de Segura nach dem Orte Segura
de la Sierra vorzugehen, wo man evtl. sein Standquartier
aufschlagen kann. Die Sierra Segura hat grosse und aus-
gedehnte Waldungen, wodurch allein schon die Hauptbedin-
*)Kheil sammelte in dieser Sierra.
hr
=
er
wa
93
gung für eine gute Fauna gegeben ist. So viel wie ich
weiss, wurde hier schon von verschiedenen Sammlern ge-
sammelt, auch Staudinger und Korb waren längere Zeit in
diesem Gebiete tätig. Die Sierra Segura ist viel zu gross,
als dass ich in wenigen Zeilen genauere Angaben geben
kann, nach welchen Orten der Sammler vor allem gehen
soll; man muss, wenn man dort ist, selbst sehen, wo sich
günstige Fangstellen und Sammelgebiete finden. Die beiden
vorher erwähnten Sammler haben sich, so viel ich weiss,
hauptsächlich auf der murcianischen Seite der Sierra Segura
aufgehalten und dort sehr gute Resultate erzielt. 5
Madrider Entomologen wählen gerne als Standquartier
in der Sierra Segura das Pueblo Santiago de la Espada.
Verwendetes Material und Literatur.
In der nachstehenden Zusammenstellung der Gross-
schmetterlinge von Andalusien sind in erster Linie alle die
Tiere enthalten, die mein Vater und ich in den verschiedenen
Jahren bei Malaga und Granada gefangen haben. Ferner
wurden Ramburs Werke und die Kataloge von Staudinger be-
nutzt; doch auch kleinere Arbeiten wurden nicht ausser acht
gelassen. Leider ist die Literatur über Andalusien so zer-
streut, dass es mir nicht möglich war, alles einzusehen; ver-
schiedene Aufsätze werden mir auch ganz entgangen sein.
Meine Arbeit soll aber auch nicht eine abschliessende sein,
nein sie soll ein Anfang sein, auf welchem andere später
weiter bauen und nachtragen sollen. :
Von entomologischer Literatur habe ich. hauptsächlich
benutzt: i
Dieck, @.: Eine entomologische Wintercampagne in Spanien.
Berliner Entomologische Zeitschrift 1870, XIV. Bd.,
pag. 145.
Graslin: Notice sur une Exploration entomologique en Anda-
lousie. Annales de la Societ& Entomologique de
France. Oktober 1836, pag. 547.
> Observation sur un travail d. M. Abicot relatif ala u
Zygaena balearica. Annales de la Societe Entomo-
logique de France, ser. 2. 1849. T. 7. Bult. pag. 83.
Kiesenwetter, H. v.: Eine entomologische Exkursion nach
Spanien im Sommer 1865. Berliner Entomologische
Zeitschrift 1865, pag. 359.
Lederer: Verhandlungen des zoologisch-botanischen Vereines
zu Wien v. Jahre 1852, pag. 14—54 und 65—126.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fäauna von Andalusien. 95
m m sh nn
Möschler, H. B.: Aufzählung der in Andalusien 1865 von
Herrn Graf v. Hoffmannsegg gesammelten Schmetter-
linge. Berliner Ent. Zeitschrift 1866, pag. 156.
Es ist dieses eine Aufzählung von spanischen Arten
ohne nähere Fundortangabe.
Rambur, P.: Catalogue Systematique des Lepidopteres de
l’Andalousie, Paris 1858, 1866.
„ » Faune Entomologique de l’Andalousie. Paris
1858—1839.
e » Annales de la Societe Entomologique de France
1836, pag. 573—588.
Ribbe, H.: Febuch von 1871. Manuskript; Notizen von
1880, 1881.
Ribbe, C.: Die Umgebung von Granada und Mälaga in An-
dalusien von lepidopterologischem Standpunkte aus
betrachtet. Insektenbörse 1902.
= „ Eine Sammelreise nach Südspanien. Insektenbörse
1906 und folgende.
5 „ Einige neue Formen von Schmetterlingen aus An-
dalusien. Societas Entomol. 1905, XX. Jahrgang
No. 18, pag. 137—138.
» » Was ist Omochroa (Rbr.) spurca Rbr. Entomolo-
gisches Wochenblatt. No. vom 12. Nov. 1908.
5 „ Andalusische Schmetterlinge. Iris 1906, Bd. XIX,
pag. 2493.
» » Tagebücher von 1880 und 1881. Manuskript.
„ Tagebücher von 1905. Manuskript.
Rihbe, P.: Tagebuch von 1905. Manuskript.
Rosenhauer: Die Tiere Andalusiens. Erlangen 1859, pag.
389--399.
- Sheldon, W. G.: Notes on some Andalusian butterflies: Ento-
mologist 1908, pag. 212—218 und 239 — 242.
Standfuss: Bemerkungen über einige an den Küsten von
Spanien und Sizilien fliegende Falter. Entomolo-
gische Zeitschrift Stettin, 1855, pag. 151; 1856,
pag. 48, 1857, pag. 21.
Buaznger, 0.: Diagnosen nebst kurzer Beschreibung neuer
andalusischer Lepitopteren. Entomologische
Zeitschrift Stettin, 1859, pag. 211—259.
206 ST RETIRU Cal Biber
Staudinger, 0.: Einige neue Lepidopteren Europas. Entomolo- £
gische Zeitschrift Stettin 1883, pag. 178—186.
9 „ Neue Varietaeten von En. Geo
metriden, Iris 1891, Bd. V, pag. 144—259.
= „ Lepidopteren Doublekten. Verzeichnis I, No. 3
| Andalusische Falter.
» „ Katalog der Lepidopteren des Europäischen £
Faunengebiets 1871
» „und Rebel H.: Katalog der Lepidopteren des
Palaearktischen Faunengebietes. Berlin 1901.
„ „ Ferner sind in vielen Arbeiten Staudinger»
Bemerkungen über andulusische Falter mit
eingestreut. Es würde hier zu weit führen,
alle diese Arbeiten anzuführen, sie sind
hauptsächlich in der Stettiner-, Berliner-Zeit-
schrift und in der Iris zu finden. -
Voigt: Wandennech in der Sierra Nevada. Entomologische-
Zeitschrift Stettin, 1889, pag. 356—412. 1890,
pag. 21—27,
Walker, J.: Notes on Lepidoptera from the region of the
Straits of Gibraltar, Trans. Entomol. Society
London 1890, pag. 361—391. E
Vergl. auch Entomol. Monthly Mag. Vol. XXV,
pag. 65. BE
Waltl: Reise nach dem südlichen Spanien. Passau 1839.
Weglassen musste ich einige Arten, die irrtümlicher
Weise von verschiedenen Sammlern als in Andalusien vor-- =
kommend angegeben werden, da deren Vorkommen in An-
dalusien ganz und gar ausgeschlossen ist, so z. B. Erebia
euryale, Melanargia galathea, Syntomis phegea, Lasiocampa
quercus v. sicula. Der Irrtum der Sammler beruht auf falschen =
Bestimmungen. | | B
Soweit es möglich war, habe ich versucht, die genauen
Fangstellen der einzelnen Arten anzugeben; freilich muss ich
hinzu bemerken, dass bei leider sehr vielen Tieren nur An- \
dalusien als Fundort angegeben werden konnte, es fehlten mir
genauere Angaben. Was meine Ausbeute von 1880 und 1881
anbelangt, so hatte ich damals jedes Tier mit Datum versehen,
es hätte also der Fundort sich nach meinem Tagebuch genau
feststellen lassen können, leider sind aber von meinem Vater |
über diese Daten bis auf wenige, die sich hauptsächlich auf
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. - 97
Spanner beziehen, keine Aufzeichnungen gemacht worden.
Immerhin mag dem Leser folgendes zum Anhalt dienen: Die
meisten Tiere ohne genauere Angabe, hauptsächlich kommen
Nachtschmetterlinge in Frage, sind von mir beim Nachtfang
oberhalb der Alhambra bei Granada gefunden worden; es gilt
. dies ganz besonders von denjenigen Tieren, die im Spät-
sommer und Herbst fliegen; die übrigen sind entweder bei
Granada selbst oder in der Sierra de Alfacar erbeutet worden.
Leider halten es viele Sammler auf ihren Reisen gar nicht
für nötig, Tagebücher zu führen oder genaue Notizen inbetreff
.der einzelnen Tiere zu machen; eine ganze Unsumme von Be-
obachtungen gehen so durch Oberflächlichkeit ganz und gar
verloren. Wieder andere verlassen sich auf ihr Gedächtnis
und machen sich später Notizen; gerade diese Sammler sind
für jemand, der etwas über Fauna schreiben will, die gefähr-
lichsten; denn nur allzuoft schleichen sich Fehler ein, das Ge-
dächtnis ist nicht immer getreu und werden Verwechselungen
‚gerade hierbei oft vorkommen. So ist es denn auch gekommen,
dass es mir nicht glückte, von sonst bekannten tüchtigen
Sammlern, die in Andalusien tätig waren, Notizen zu erlangen.
Anmerkung: Nachträglich erhielt ich noch Kenntnis von
Arbeiten, die auf Andalusien Bezug haben.
Krüger, G.: Aus Nah und Fern. Soe. Ent. Zürich, XIV. Jahrg.
1910, Nr. 19 und 20. Die Arbeit behandelt Schmetter-
linge, die bei Gibraltar gefangen wurden. Leider
werden nur die Tagfalter besprochen, eine in Aussicht
gestellte Liste der ganzen Macrolepidopteren Süd-An-
dalusiens ist nicht erschienen.
. Felder: Verh. zool. bot. Gesellsch. Wien 1862, p. 473. Es
h Y
dr
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Kur .
a
ik
werden nur angeführt: Ant. glauce, Ool. edusa v. helice,
Coen. pasiphae, Syricht. proto. Die vorstehenden Tiere
waren von den Naturforschern der öst. Fregatte No-
vara bei Gibraltar gesammelt.
Pagenstecher: Lepidopteren des Hochgebirges. Wiesbaden,
Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturk., Jahrg. 51.
"„ Diegeograph. Verbreitung der Schmetterlinge, Jena 1909.
» Ueber die Verbreitungsbezirke und die Lokalformen
von Parnassius apollo. Wiesbaden, Jahrb. d. Nass.
Ver. f. Naturk., 62. Jahrg. 1909.
Quedenfeld: Auch in dem Reisebericht dieses Sammlers, der
zwar hauptsächlich nur Käfer sammelte, finden sich
kurze Beschreibungen der Gegenden bei Almeria,
N 5 Ale
98 | | Carl Ribbe.
Mälaga und Algeciras, vergl. Berl. Ent. Zeitschr. 1883
und 1884.
Natürlich wurden bei meiner Zusammenstellung auch die
folgenden grösseren Werke benutzt:
Rühl-Heyne: Die palaearktischen Gross-Schmetterlinge und
ihre Naturgeschichte.
Seitz, Prof. Dr. A.: Die Gross-Schmetterlinge der Erde. I. B.
Fauna palaearctica.
Spuler, Prof. Dr.: Die Schmetterlinge Europas.
Berge: Schmetterlingsbuch, 9. Auflage, herausgegeben von
Prof. Dr. H. Rebel.
Sammler in Andalusien.
Die Reihe von Entomologen, die in dieser südlichen
Provinz von Spanien gesammelt haben, ist nicht gering, und
mit Stolz können wir feststellen, dass es vorzüglich Deutsche
waren, die hier ein gutes Stück Arbeit geleistet haben, haupt-
sächlich was das Sammeln von Lepidopteren und Coleopteren
anbelangt. Nachstehend führe ich die Namen der mir bekannt
gewordenen Herren auf. Soweit es mir möglich war, gebe
ich die Orte, wo, und die Zeiten, wann gesammelt wurde, an.
Arguölles: Dieser Granadiner sammelte mit verschiedenen
Herren in der Umgebung von Granada, er diente
Staudinger, meinem Vater, Heyden u. a. als Führer
nach den Gebirgen.
- Bauer: Andalusien, Chiclana 1864.
Bruck, v.: 1867 bei Mälaga, Granada, Sevilla, Cordoba.
Clark, H.: 1858 bei Mälaga.
Gzerny L. und Gabriel Strobl: Algeciras, Gaucin, Bobadilla,
Tarifa, Cadiz, Granada, Sierra Nevada, Moreda, Sierra
Morena 1907, April-Mai (hauptsächlich Dipteren).
- Dieck: 1868. Anfang November bis Anfang Januar 1869
Almeria und Mälaga; Januar bei Gibraltar, Alge-
ciras; 20. Februar Cädiz, San Lücar, Puerto Real,
Puerto $S. Maria; 13. März Sevilla; 30. März Oör-
doba. Anfang April Granada; 17. April Loja und
dann Oördoba.
Ehlers: Besuchte von seinem Wohnorte Cartagena aus ver-
schiedene Male Andalusien.
Gagel, P.: Sammelte lange Jahre, hauptsächlich Käfer, in der
Provinz Maälaga.
100 j Carl Ribbe.
—
Garcia Alfarez: Bei diesem sah Voigt in Granada eine kleine
Schmetterlingssammlung (1888—1889).
Gougelet. ? |
Graslin: 1835 zusammen mit Rambur in Granada und Mälaga.
Heyden, L. v.: 1868. Sierra Morena, Jaen, Granada, Lanjaron
und Mina de Exploradora am Fusse der Alcazaba
in der Sierra Nevada. Mitte Mai nach Pizarra,
Ronda, Gauein, San Roque, Gibraltar, Algeciras.
Bei: dieser Reise beteiligten sich noch: Piochard
de la Brülerie, Ogier de Baulay und Simon.
Hoffmansegg: ? Vergl. Kiesenwetter.
Kalisch: 1857? 1858? 1859. Granada, Mälaga, Cädiz, Chi-
clana, Sierra Nevada, Sierra de Alfacar.
Kheil: 1879, 1886, 1888 Andalusien; 1897 Hochandalusien,
Sierra de Gata, 1902, 1904 Andalusien. Kheil
sammelte bei Granada, Guadix, Sierra de los Fi-
labres, Sierra Nevada etc.
Kiesenwetter: 1865. Ende April bei Cördoba, Sevilla, Puerto de
Santa Maria, Ohiclana. Anfang Mai bis Mitte Juni
Cordoba, Andujar, Jaen, Granada. An dieser Reise
hatten sich Seidlitz, Kraatz, Müller und Hoff-
mannsegg beteiligt.
Korb: Sammelte 1880 mit Staudinger zusammen in Andalusien
und dann noch in späteren Jahren hauptsächlich
bei Chielana, Mälaga, Granada, in der Sierra Nevada
und Sierra de Alfacar etc.
Kricheldorff: Ende der 80 Jahre des 19. Jahrhunderts.
Krüger: Cädiz, Lanjaron, Gibraltar, Tarifa 1900.
Lederer: Hauptsächlich in der Serrania de Ronda.
Lorquin: ?
Quedenfeld, M.: Sammelte 1880 bei Almeria, Mälaga, Algeciras.
Rambur: 1835. Mälaga, Granada, Sierra Nevada und Sierra
de Alfacar.
Ribbe, G.: 1880 Mitte April bis 8. Mai Mälaga; Mai 1880 bis
Anfang November 1881 bei Granada, Sierra Nevada,
Sierra de Alfacar, Loja; 1905 Anfang April bis
9. Mai Malaga, Mai bis August bei Granada, Sierra
Nevada, Sierra de Alfacar, Sierra Jarana.
Ribbe, H.: 1871 Mälaga April bis 5. Mai; Granada, Sierra
de Alfacar, Sierra Nevada Mai bis Ende August;
1880 Mitte April bis 8. Mai Malaga, Mai bis Anfang
August Granada, Sierra Nevada.
dA
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 101
Ribbe, P.: 1905 April in Mälaga und dann bis Ende November
Granada, Sierra Nevada, Sierra de Alfacar und
Sierra Jarana.
Sheldon: 1908 April bis Mai bei Cördoba, Ronda, Algeciras,
Gibraltar, Mälaga und Granada.
Schlossing: Sammelte bei Mälaga.
Simon, H.: Sammelte 1880 mit Quedenfeld zusammen bei
Almeria, Mälaga, Algeciras.
Sohn Rethel: Sammelte kurze Zeit in Andalusien, so auch bei
Granada.
Staudinger, 0.: 1857 (Februar) bis 1858 (Juli); 1880 März
bis Juli bei Chielana-Oädiz, Mälaga, Granada, Sierra
Nevada, Sierra de Alfacar.
Voigt: 1888, 1889. Granada, Sierra de Alfacar und Sierra
Nevada.
Walker, J.: von 1886 bis 1889 hauptsächlich bei Gibraltar,
Algeciras und San Roque, vorübergehend auch in
Malaga.
Waltl: ?
Will: 1849. 12. März Oädiz, Jerez, S. Lücar; 24. März bei
| Algeciras; 30. April bei Mälaga; 3. Juni bei den
Orten Cärtama, Yunquera, Ronda, Algeciras; Mitte
(21.) Juni Mälaga; 24. Juni Granada, Sierra Nevada;
September Mälaga.
Zach: 1880. März bis Oktober Mälaga, Granada, Sierra Ne-
vada, Sierra de Alfacar; Winter in Maälaga.
Ein Teil der vorstehend aufgeführten Herren haben zwar
nur coleopterologisch gesammelt, trotzdem führe ich sie, sowohl
beim Literaturverzeichnis, als auch hier auf, da in ihren Ar-
beiten (die meisten haben über ihre Reisen in Andalusien
berichtet) vieles Interessante über die verschiedenen Gegenden
enthalten ist.
u
Abkürzungen,
die in dieser Arbeit vorkommen.
(Die Autoren werden in der bei Staudinger-Rebel gebräuchlichen
Abkürzung gegeben).
A. = Aragonien
ad, =advena
- An. —= Angabe nach Herren in
Andalusien
And. = Andalusien
As. = Asturien
B.—= Bilbao
Bar. = Barcelona
OÖ. = Osstilien
Og. — Cartagena
©. R.= Carl Ribbe
Cat. = Oatalonien
Est. — Estremadura
F. — Frühjahr
G. = Galizien
- Gal. = Gallia
H. = Spanien
‚Hb. = Herbst
H. ce. = Zentral Spanien
H. R.— Heinrich Ribbe
I. — aus Raupe oder Puppe
gezogen
Ib. = Iberien
Kal.= Kalisch (1859 in An-
dalusien)
Ler. = Lerida
M. = Mureia
m. — meridionalis
mont. —im Gebirge
or. — orientalis
P. = Portugal
Pp. = Puppe
P, 'R.— Pen Rinm
Py. = Pyrenäen
R. —=Raupe
Rosenh. — Rosenhauer
S. = Sommer
s. — septentrionalis
S. B. = Sammlung Borne-
mann
Serr. — Serrania
Sp. = Spuler
Stf. = Stammform
Tar. — Tarragona
V.= Vigo
Val. — Valencia
Var. — Varietät
W.= Walker
?— Angabe zweifelhaft
za
Kurze Bemerkungen
über Fangresultate in Andalusien.
Für die Leser der Fauna von Andalusien wird es von In-
teresse sein zu erfahren, was man in den verschiedenen Jahren
von Tagschmetterlingen der Anzahl nach erbeuten kann.
Schon bei der Besprechung über das Klima von Andalu-
sien, pag. 34, habe ich die für einen guten Fang einerseits
und einen schlechten Fang andererseits in Frage kommenden
Faktoren besprochen. Ich will hier nur noch hinzufügen, dass
ich nachstehend die Resultate dreier Jahre geben kann und
zwar kommen die Gebiete bei Mälaga und Granada (Sierra de:
Alfacar, Sierra Nevada) in Betracht. 1880 sammelten wir vom
April bis August zu dritt bei Mälaga und Granada, dann in
dem letzteren Gebiete bis Mitte Oktober zu zweit. Von Ok-
tober 1880 bis März 1881 sammelte ich allein bei Granada
und von März bis Anfang November 1881 wieder zu zweit in
letzterem Gebiete. 1905 sammelten wir bei Mälaga und Gra-
nada von Anfang April bis Mitte August zu zweit und von
Mitte August bis Anfang Dezember mein Bruder allein bei
der letztgenannten Stadt. Wesentlich unterstützt wurden wir
1905 durch die beiden Waldaufseher in der Sierra de Alfacar.
Nachstehend will ich nun eine Aufzählung von den Arten mit
Angabe der Stückzahl geben, die wir an 6 Tagen in der gün-
stigsten Zeit, am 15., 16., 17., 18., 19., 20. Juli in der Si-
erra de Alfacar erbeuteten.
Papilio podal. v. feisthameli 12 | Argynnis pandora 20
Pieris daplidice 5 $; adippe v.chlorodippe 210
9 rapae et var. D ei hecate et var. 23
Colias edusa 28 # lathonia 16
„ hyale var. 6 | Melanargia lachesis 868
Gonepteryx cleopatra 18 | Satyrus alcyone v. vandalusica 260
Leptidia sinapis v. latyri 15 „ briseis v. major 18
Melitaea aurinia v. iberica 82 ” semele 63
5° phoebe y. occeitanica 17 r statilinus et var. 3
104 | Carl Ribbe.
Satyrus fidia 22 | Thecla iliceis v. esculi 62
Pi arethusa v. boabdil 3 Chrysophanus phlaeas v. eleus 15
ararge aegeria : ;
Epinephele jurtina v. hispula 83 Lampides 'hoskieng \ ö
d tithonus 144 | Lycaena argus v. hypochiona 92
N ida 76 ke astrarche et. var. 205
>> pasiphae 35 } icarus 60
Coenonympha dorus v. anda- » „ ab caerulea 22
lusiea 182 r hylas v. nivescens 46
r pamphilus v. lyllus 178 3» escheri 26
Theecla spini et. var. "68 „ bellargus et var. 22
Me ilieis 40 ik coridon v. albicans 150
Y „urab.icerri 15 | Hesperien 58
Von Nachtschmetterlingen wurden gefangen gegen 910 Stück;
"hierbei waren die folgenden Arten vertreten: Loph. camelina,
Porthesia similis, Agrotis orbona, comes, glareosa, plecta v.
unimacula, candelisegua, cos, spinifera, puta, putris, excla-
mationis, tritiei, ypsilon, segetum, trux, saucia u. v. margaritosa,
Mamestra dissimilis, trifoli, brassicae, Miana captiuncula,
Bryophila petrea, raptricula und var., ravula v. ereptricula,
algae ab mendacula, muralis v. par., perla v. perloides, Hadena
furra, sordida, monoglypha, unanimis, secalis, ribbei, Rhyzo-
gramma detersa, Cloantha hyperici, Callopistria etatreillei,
Polyphaenis sericata, Leucania pallens, scirpi v. dactylides,
loreyi, vittelina, albipuncta, lithargyria v. argyrites, Caradrina
quadripunctata, selini und v. noctivaga und v. infusca, aspersa
u. v. alfacaria, superstes, ambigua, Amphipyra tragopoginis,
tetra, pyramidea, Heliothis dipsacea, Talpochares lacernaria,
polygramma, ostrina, Grammodes algira, Pseudophia lunaris,
tirhaca, CGatephia alchymista, Catocala electa, nupta, dilecta,
promissa, nymphaea, conversa, T0Xocampa glycirrhizae, craccae,
Nodaria nodosalis, Acidalia ochrata, macilentaria, consanguinaria,
lambessata, mediaria, sericeata. exilaria, obsoletaria, incarnaria
ab. ruficostata ostrinaria, herbariata, elongaria, lutulentaria,
niterjectaria, hunıilata, degeneraria, inornata, deversaria, emar- '
ginata, turbidaria und v. turbulentaria, marginepunctata und
pastoraria, luridata v. romanaria, v. rufomixtata, imitaria, Or-
nata, Ephyra pupillaria, Rhodostrophia vibicaria, Sterrha sa-
eraria. Lythria sanguinaria, Ortholitha limitata, Minoa murinata,
Odezia atrata et var., Anaitis plagiata, Scotosia rhamnata, La-
rentia alchemillata, minorata, bilineata, Tephroclystia brevi-.
culata, euphrasiata, subnotata, Gymnoscelis pumilata, Nychiodes
lividaria, Boarmia gemmaria, Gnophos asperaria, Thamnonoma’
vincularia, gesticularia, Phasiane clathrata, Aspilates ochrearia,
Heliothea discoidaria, Nola togatulalis, Lithosia sordidula, so-
> ZaRz
werden konnte.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien.
105
rorcula, Zygaena scabiosae v. nevadensis, trifolii v. syracusiae,
lavandulae, rhadamanthus ab. cingulata, oceitanica et ab.,
hilaris.
Im Ganzen sind dies bald 3700 Gross-Schmetterlinge,
hinzu kommen noch gegen 250 Micra, 1500 Ooleopteren und
260 diverse Insekten. Freilich muss man bei solehen guten
Fangresultaten berücksichtigen, dass wir morgens um 6 Uhr
aufstanden und nachdem der Kaffee mit einem kräftigen Imbiss
genommen war, bis gegen 4 Uhr nachmittags durchfingen.
Abends wurde dann von 9 Uhr bis nachts 2 Uhr mit Apfel-
schnüren und mit der Lampe Nachtfang gemacht.
Auch in der Sierra Nevada kann man bei günstigem
Wetter Mitte Juli, Anfang August recht gute Fangresultate er-
zielen. Wir waren 1905 mehrere Male in dem vorgenannten
Hochgebirge und haben, obgleich wir nicht gerade vom Wetter
begünstigt waren, recht gute Ausbeuten zusammengebracht.
Ich- will jedoch nicht die Ergebnisse der 3 Touren angeben,
sondern nur die des 2. Ausfluges vom 29. Juli bis 2. August.
Man muss hierbei berücksichtigen, dass der erste und der
letzte Tag, was den Schmetterlingsfang anbelangt, nicht in
Frage kommen kann, da dieselben für den Hinauf- und Hinab-
ritt ganz in Anspruch genommen wurden. Ferner muss in Be-
tracht gezogen werden, dass wir jeden Tag 2 Stunden hinauf
und 2 Stunden hinab nach und von den Fangstellen hatten,
dass während des Auf- und Abstieges nur wenig gefangen
Wir fingen in den 5 (resp. 3) Fangtagen
folgende Tiere:
Pieris dubiosa 4|Satyrus actaea v. Chrysophanus
Melitaea phoebe v. nevadensis 46 phlaeas 10
oceitanica 5| „ statilinus 16| „ gordius 5
„ dejone 8 fidia -
„ parthenie 8 Epinepheletithonus22 EI SEN vo 1
is aelaı „ Jurtina v. his-
Eeyane aa a ı alle 7| „ argusv.vacaresal6
ey. eris. 1|.». idea, \ RB hyboohi,
Kaas „ pasiphae ona
Erebia tyndarus v. Pararge magera 3 ua 5
hispania 435 = n 86
P i Coenonympha dorus semiargus Bi:
. Melanargia lachesis 23 v. andalusica 29| ” jdas 9
Bi De AD: pamphilus 20| 3 orbitulus 1
Satyrus alcyone v. Vanessa urticae Dr Kar
vandalusica 36 | Polygonia ce album 3| ” astrarche =
hippolyte 36 | Pyrameis cardui 6 |: »., ICATUS 13
arethusa v. „ atalanta 7| » hylas 1
boabdil 23 | Thecla spini 19| „» melanops 1
„ semele bs 2. 1licis 12 | Hesperien 46
106 u Carl Ribbe.
Ferner von Nachtschmetterlingen:
Acronieta rumiecis Geometra vernaria Orth. bipunctaria
Agrotis obelisca Euch. gigantea Eucos. montivagata
„ trux Hem. strigata Larentia fulvocinctata
Epineur. cespites Acidalia contiguaria „ alfacaria
Miana strigilis „ depressaria | „ bilineata
„ ab.canaı „ elongaria
E) ji k R „ rivata
Brotolomia meticulosa | „ subsericeata
Tephrocl. succ. v. oxy-
Leucania l-album „ rust. v. mustelata
Mr data
5 comma „ rubiginata ACH f
Pyrrha umbra Sterrha sacraria „ Aistinctaria
Plusia festucae Orth. limitata Gnoph. mucidaria
Euclidia glyphica „ moeniata Selidos. ericetaria
Pseud. pruinata „ peribolata Nola cuculatella
Ausserdem erbeuteten wir noch 147 Micra, 650 Coleop-
teren und 32 diverse Insekten. Von Gross-Schmetterlingen im
Ganzen beinahe 1000 Tagschmetterlinge und 230 Nacht-
schmetterlinge.
Nachstehend gebe ich nun eine Zusammenstellung der
Gesamtresultate in den Jahren 1880, 1881 und 1905 soweit
es die Tagfalter betrifft; es würde zu weit führen, wollte ich
auch die Nachtfalter hier mit in Betracht ziehen, auch kommen
bei den Heteroceren, was Häufigkeit und Seltenheit anbelangt,
andere Faktoren in Frage, wie bei den Tagfaltern. Der Leser
wird aus dieser nachstehenden Liste leicht erkennen, wie
manche Arten häufig und andere selten und wie einige Arten
'in den 3 Jahren gleich häufig waren. Man muss die einzelnen
Fangstellen in der Sierra de Alfacar in der günstigsten Zeit
- gesehen haben, um verstehen zu können, in welch grossen
Massen viele Arten dort fliegen. Es ist für einen Entomologen
geradezu erstaunlich zu sehen, wie an solchen bevorzugten
Stellen hunderte und hunderte von Schmetterlingen auf ein-
mal fliegen, es scheint beinahe so, als wenn die Tiere die
ihnen zugemessene kurze Zeit ausnutzen wollen und sich ein
Stelldichein in Unmassen geben. Wer sich weiter für meine
Fangresultate interessiert, den muss ich bitten, meine Sammel-
reise in Süd-Spanien 1905 in der Insektenbörse 1906 und fol-
gende zu lesen.
ee
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien.
107
Angabe, wieviel von jeder Tagschmetterlingsart
in den 3 Sammelsaisons 1880, 1881, 1905
gefangen wurde.
|1880/1881/1905 |
Pap. podal. v. feist-
hamelii et ab. 411: 721 67
„ machaon et ab. 16|..221..:88
Thais rumina et e.lar.
et ab. 800| 100) 49
„ ab. canteneri 40|..,201. 10
Parnassius apollo v.
nevadensis 5 4
Aporia crataegi et ab.| 108] 80| 102
Pieris brassicae 1
„ rapae et ab. 8.131 710
„ dubiosa 12,
„ napi 2
„ daplidice et ab. 200| 182) 124
Euchloe belemia 140) 98 4
„ belemia v. glauce) .230| 246| 19
„ belia 262] 208| 188
„ v. ausonia | 283| 276| 147
„ ab. alhambra ED
„ tagis 2.88
„ euphenoides & 360 440) 264
2 . 220 108
Zegris eupheme v. me-
ridionalis et ab.| 320| 360 2
Leptidia sinapis 10) 8.147..,6
Br, v.lathyri 82]: 25) 31
Colias hyale 6 4 b
1 a „ ab. alfacar-
iensis ? |
„ edusa et ab. 72) 85, 120
5 ab. helice 291 23 8
Gonepteryx cleopatral 71] 63] 48
©, rhamni 15
Apatura iris 1
Limenitis camilla B)
- Pyrameis atalanta 211 27) 80
Bi cardui 6 BT
Vanessa urticae 12181410227
„ polychloros 1
Be. io 3 4 B3
Polygonia c-album 18.2221 8547
Melitaea aurinia v.
iberica 8375| 410) 607
„ desfontainii v. ba-
etica 8302| 298] 183
„ phoebe 1
Melitaea phoebe v.
occitanica
„ didyma v..occi-
dentalis
„ dejone v. neva-
densis
„ parthenie
Argynnis hecate v.ai-
gina et caucasica
„ lathonia
„ aglaja
„ hiobe
2 „.. ab. eris
adippe v. chloro-
dippe
„ pandora et ab.
Melanargia lachesis
et. ab.
ines et ab.
„ syllius et ab.
Erebia tyndarus v.
hispania et ab.
Satyrus circe
alcyone v. vanda-
lusica et ab.
briseis v. major
hippolyte et ab.
semele
„ arethusa v. boab-
dil et ab.
statilinus et v. alli-
onia et ab.
fidia
actaea
ö „ v.nevadensis
Pararge aegeria
ab. ege-
„
2) ”
rides
„ megera
Epinephele jurtina
E v. hispula
lycaon
„ tithonus et ab.
ida et ab.
pasiphae et ab.
11880/1881/1905
ab. cleodippe
EEE EEE EEE TEE EEE u EEE EEE TE EEE EEE EBEN EEE a
400| 300| 340
178
281
308
132
282
2101 98
262
6
205
8
86
42
91
58
11
108
Ute 1 — — mp
Carl Ribbe.
11880/1881|1905
Coenonympha derus v.
Lycaena argus v. hy-
1188018811905
andalusica etab.) 223] 275) 473 pochiona et ab.| 352] 380] 408
„ pamphilus et v. „ lysimon 3889| 412) 510
lyllus et ab. 283] 865] 400 „ baton v. panoptes
Libythea celtis 5 et ab. 375| 432
Laeosopis roboris 102| 89| 8f „ orbitulus et. ab. I
Thecla spini et v.1yn- „ idas 32 283 2
ceus 179! 144| 105] „ astrarche et var.
„ ilieis et var. et ab.| 272| 298| 332 ev ab. 321 eo 436
Callophrys rubi et ab.| 137) 102] 37f ” HyTesh et var- 6b abıl7 EIS TEDE an
„, Avis ?| v.nivesc. 3 etab.! 270! 220) 312
Zephyrus quercus v. n | 18] 18| 16
‚ Iberica il „ escheri et ab. 489| 409| 231
Thestor ballus 7] „ bellargus et var. 87| 63| 174
Chrysophanus phlaeas „ coridon v. albicans) 648| 763) 647
et ab. 121) 137| 105] „ sebrus 2
„ alciph. v. grana- „ Jorquini et ab. 189| 1765| 210
densis 431 837) 63] „ semiargus SEND
Lampides boeticus „ eyllarus 1
et ab. 85) 8389| 279 „ melanops et. ab. | 120) 175] 38
„ telicanus et. ab. 239 87) 21ACyaniris argiolus 1 N
„ teophrastus 21 Hesperien 867, 310) 489
Lycaena argus v. va- Thanaos tagis et ab. |
caresa 82 cervantes 195; 160] 75
Demnach haben wir gefangen:
1880 an Tagschmetterlingen rund 15200 u. überh. Großschmetterl.rund 19500
1881 „ % ih LEARN A „21000
1905 eh] DE) ” 14 200 „ ” ” „ 20000
Aus der vorstehenden Liste ist sehr leicht zu ersehen, dass
1905 der Fang unter der längeren Dürre, die in Andalusien ge-
herrscht hatte, sehr zu leiden hatte, denn die zeitigen Tiere der
Ebene sind nur spärlich vertreten, erst in Granada, in den Montes
de Granada und in der Sierra Nevada wurde es besser, hier er-
zielten wir beinahe durchgängig 1905 bessere Resultate wie 1880
und 1881. Bei den Gesamtresultaten von 19500, 21000 und 20000
muss man die Anzahl der Monate, in welchen in Andalusien von
uns gesammelt wurde, mit in Rücksicht ziehen.
Nur ganz kurz will ich diese europäischen Fangergebnisse
mit solchen auf meinen Reisen in den Tropen vergleichen.
In Celebes erbeuteten wir zu zweit in 12 Monat. 14000 Lepid. Macro u. Micro
> Aru „ „ „ „ „ 12 „ 4000 „ „ „ „
„ den Salomonen solo RIRALHAL: 5600 „, By
„ Ceram mit meinem Diener in 143 Tagen 10000 „, ae Aa
tee GN le 4
a
JE a El a PEN
-
Besprechung
der bis jetzt in Andalusien
gefundenen Grossschmetterlinge.
Papilionidae.
Papilio Latr.
podalirius v. feisthamelii Dup.: Wir fingen dieses Tier
in den verschiedenen Fanggebieten, so in Mälaga (April,
Mai), Granada (Mai bis Anfang Juli), in der Sierra de
Alfacar (Ende Mai bis Anfang August), in der Sierra Nevada
bis zur Dehesa de la Vibora (Mitte Juli bis August), im
Trevölez-Tale und bei Lanjaron (Ende Juli); Standfuss gibt '
Alhaurin, Sheldon Ronda (Anfang April) und Rosenhauer die
Sierra de Ronda an, Korb fing feisthamelii im Mai bei Totana
und in der Sierra de Espuna in Murcia, Kheil in der Sierra de
los Filabres und am 4. VI. im Barranco Real in der Sierra Ne-
vada zirka 1500 m hoch. Es ist demnach sehr wahrschein-
lich, dass dieser Papilio überall in Andalusien in bergigen
Gegenden zu finden ist. — Unter den vielen Stücken, die
wir 1905, leider meistens im zerschlagenen Zustande, er-
beuteten, befinden sich solche, die von der Form
gen. aest. latteri Aust. (lotteri) sich nicht unterschei-
den lassen; anderseits fanden sich Stücke, die an Stelle
der weisslichen Gesamtfärbung einen gelblichen Ton auf-
wiesen und bei denen die Binden des Innenrandes der Hin-
terflügel eine starke Verdunkelung zeigten und sich dadurch
der Form
gen. ver. miegii Th.-Mieg. näherten, ia in einigen
Stücken ihr gleich kamen. Miegii kommt nach Mendes, Bro-
teria 1902, pag. 155, auch in Portugal vor. Nach Stau-
dinger wird das Tier noch in Catalonien und in den süd-
lichen Pyrenäen gefunden.
Alle meine feisthamelii, die mir vorlagen. zeigten mehr
oder minder stark weiss bestäubten Leib, ja bei einigen
Stücken ist der ganze Leib weiss. Die Grössenverhält-
110 Carl Ribbe.
nisse sind sehr verschieden, ich erbeutete kleine, meist
sehr dunkle, aber auch grosse, sehr helle Stücke. In-
wieweit die Ansicht Dr. Seitz’s, dass feisthamelii Früh-
jahrs- und latteri Sommergeneration sei, auch für ganz
Andalusien Gültigkeit hat, kann ich nicht sicher entschei-
den. Für die Gegend bei Mälaga und Granada kann ich
aber feststellen, dass es dort keine ausgeprägte Frühjahrs-
und Sommergeneration gibt, beide Formen, feisthamelii und
latteri, fliegen zusammen. Mir liegen von Mälaga sowohl
feisthamelii als auch latteri vor, die im März—April, und
desgleichen von beiden Formen Stücke, die im April—Mai
bei Granada gefangen wurden. Auch nach der Höhenlage
der verschiedenen Orte in Andalusien lassen sich weder für
feisthamelii noch für latteri bestimmte Normen, soweit ich es
beobachten konnte, aufstellen.
Die drei Formen von podalirius, die ich erbeutete, lie-
ben die Höhenzüge; sie suchen sich die höchsten, am wei-
testen vorspringenden Stellen aus, die sie bei Sonnenschein
spielend umschwärmen. So fand ich die Falter bei Mälaga
auf dem Monte verdiale, auf den Höhenzügen Östlich der
Stadt bis Olias und auf den Hügeln, die rechts von der
Strasse nach Antequera liegen. Bei Granada waren der
Bergrücken Los Llanos, der südlich von den Algives de
. la lluvia längs des Darro sich hinzieht, und die ‚Hügel bei
Penuelas (Camino S. Antonio) bevorzugte Flugplätze der
Falter.
Die Raupe lebt auf Amygdalis communis und Crataegus
oxyacanthae im Juni und Juli. — Staudinger gibt ganz
Iberien als Heimat für feisthamelii an. |
Professor N. Kheil bemerkt in seiner Arbeit: „Los Le-
pidopteros de la Sierra de Espuna“, Boletin de la Sociedad
Aragonesa de ÜCiencias Naturales 1910, Tomo IX, Num. 4
pag. 106, dass der typische podalirius nach seinen Funden im
Süden von Spanien in den Hochländern fliegt. Kheil irrt sich,
er meint feisthamelii, miegii oder latteri, sehr wahrscheinlich
verwechselt er miegii mit dem typischen podalirius.
machaon v. asiatica Men.: Zwar fand ich in der Lite-
ratur, dass auch: der typische machaon in Andalusien vor-
kommen soll, .ich fing jedoch niemals ein solches Tier. —
Asiatica hat mit den vorher erwähnten ‘Formen von poda-
lirius gleiches Fluggebiet und gleiche Gewohnheiten des
Fluges. In der Sierra Nevada habe ich jedoch niemals diese
Form von machaon gefangen. 1880 und 1831 war das Tier
se =
nn
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 111
sowohl bei Mälaga als auch bei Granada sehr selten; 1905
. Jedoch hauptsächlich oberhalb der Alhambra, in Penuelas
und bei Mälaga auf allen Höhen zu Zeiten häufig. Bei
Mälaga fingen wir den Falter im April—Mai, bei Granada
von Mai bis Anfang Juli, und in der Sierra de Alfacar
Juni— August, doch sehr selten in letzterer Lokalität. Für
Gibraltar und Umgebung gibt Walker, Trans. Ent. Soc. of
London 1890, pag. 368, Februar bis Oktober an. Mein Bru-
der hat 1905 bei Granada oberhalb der Alhambra noch am
10. Oktober ein ganz frisches Tier gefangen und Ende Sep-
tember ein Stück gezogen.
ab. aurantiaca Sp.: Bei Mälaga und Granada . sehr
selten unter der Stammform erbeutet. Einer zweiten Gene-
ration scheinen mir diese gelblichbraun gefärbten Stücke
nicht anzugehören.
ab. bipunctata Eimer: Mehrere Stücke bei Mälaga und
Granada gefangen.
ab. sphyrus Hb.: Häufig unter den vielen asiatica, die
wir 1905 in Andalusien fingen. Krüger, Soc. Ent. Zürich,
Aus nah und fern, fing sphyrus (und machaon?) bei Gibral-
tar Anfang Mai und September. Korb gibt mir für die
Sierra de Espufa in Murcia den Mai und Juni an. Zuden
soeben erwähnten aurantiaca, bipunctata und sphyrus ist zu
erwähnen, dass sie im eigentlichen Sinne andre Namen er-
halten müssten, da sie Formen von asiatica und nicht von
machaon sind. Nun, es wird sich wohl schon ein Mihilieb-
haber finden, der hier seine Beschreibungssucht ausüben
wird. Machaon v. asiatica und seine Formen kommen wahr-
scheinlich überall in Andalusien, wie auch in ganz Spa-
nien vor. |
Ich hatte geglaubt, dass die Ansicht von Dr. A. Seitz
in seinem Werke: „Die Gross-Schmetterlinge der Erde“ in
bezug auf machaon, sphyrus, asiatica sich allgemein Gel-
tung verschaffen würde. Leider scheint dieses nicht der
Fall zu sein, denn verschiedene Notizen, die ich in der
neueren Literatur fand, vertreten andre Ansichten. Um
auch diese Ansichten kennen zu lernen, schickte ich an
Herrn Dr. E. Galvagni in Wien eine Anzahl von andalu-
sischen machaon mit der Bitte, mir seine Meinung in bezug
auf diese Tiere mitzuteilen. Der Herr schreibt mir: „Nach
meiner Ansicht sind zwei Stücke echte sphyrus Hb. (— con-
vexi - fasciates), drei mögen am besten bei der Stammart
verbleiben (!!), die restlichen zwei sind als v. mauretanica
112 Carl Ribbe.
Blachier zu bezeichnen. Dazu einige Worte der Aufklärung:
Ich bin der Meinung, dass asiatica Men. sich mit sikkimen-
sis Moore deckt. Denselben Gedanken hat fast gleichzeitig
und völlig unabhängig von mir (und ich von ihm) Prof.
Blachier ausgesprochen (Annales de la Soc. entom. d. France,
Bd. 57, 1908, pag. 209), wobei er die nordafrikanische
machaon-Rasse, die sich als Aberration gelegentlich überall
findet (asiatica im Sinne Seitz), v. mauretanica nannte und
abbildete. Diese- Form scheint mir mit den beiden andalu-
sischen Tieren zu stimmen. Genitaluntersuchungen werden,
wie ich glaube, keine nennenswerten Unterschiede ergeben.
Es variieren ja auch die Genitalien innerhalb einer Art,
wie Untersuchungen von Serien ergeben. Ein Vergleich der
im Petersburger Museum befindlichen Typen der asiatica
war mir bisher nicht möglich.“ Mag nun für meine anda-
lusischen Stücke von machaon der Name asiatica, maure-
fanica oder sphyrus einzutreten haben, sicher ist für mich
nach nochmaligen Vergleichen, dass der reine machaon, wie
er in Mitteleuropa gefunden wird, sich in Andalusien nicht
findet, denn auch die drei von Herrn Dr. Galvagni als zur
Stammart am besten zu stellenden Stücke weisen die Merk-
male der südlichen Form (mauretanica?) auf.
Bemerken will ich nur noch, dass mir 100 andalusi-
sche, 400 mitteleuropäische, 30 Mittelmeer- und 25 asiatische
machaon zum Vergleich vorlagen. Man vergleiche auch,
was Seitz, Stett. Ent. Z. 1891, pag. 45—46 und 59, zu
machaon sagt.
ThaisE.
rumina L.: Rumina kommt überall da in Andalusien
vor, wo die Futterpflanze Aristolochia pistolochia und
glauca, nach Walker, longa, nach Mendes, wächst. Die
bergigen Küsten und Strandgegenden scheinen jedoch bevor-
zugt zu werden. 1880 fanden wir bei Mälaga in den Tälern
bei El Limonar und EI Palo, ferner auf dem Cerro Colo-
rado Raupen dieses Schmetterlings in grosser Anzahl im
April bis Anfang Mai, also nicht; wie Dr. Spuler in sei-
nem Werke „Die Schmetterlinge Europas, pag. 3° annimmt,
im Juni; diese Angabe stimmt für Gebirgsgegenden und für
Zentral-Spanien. 1905 war rumina bei Mälaga leider sehr
selten; ich fing zwar einzelne Tiere in den verschiedenen
Seitentälern des Guadalmedina und auch bei EI Limonar;
Raupen konnte ich jedoch trotz eifrigen Suchens nicht fin-
#-7 A dl a Br RB de) a} a 24
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 113
den. Die mehriährige Dürre hatte die Erscheinungszeiten
der verschiedenen Tagschmetterlinge in der Umgebung von
Malaga verändert.
Bei Granada sind mir drei Stellen bekannt, wo rumina
fliegt; die eine liegt oberhalb der Alhambra an den Darro-
Abhängen und zwar dort, wo die Wasserleitung, die in
die Alhambra geht, sich an dem steilen Abhange hinschlän-
gelt, woselbst auch die Futterpflanze steht. Der zweite Ort
ist die Sierra de Alfacar und zwar das Barranco Callejon-
cillo. In diesem Tale wird man im zeitigen Frühjahr ganz
einzeln rumina fangen, die, wie mir scheinen will, über-
‚winterte Tiere sind, da sie meist sehr abgeflogen und auf-
fallend klein sind. Oberhalb der Alhambra fängt man
rumina (doch einzig und allein nur an den Darro-Abhängen)
im Mai und Juni. — Die Stücke aus der Sierra de Alfacar
sind auffallend dunkel gefärbt. Als dritter Ort wurde mir
- von Prof. Kheil die Sierra Nevada genannt; er fing dort
1500 m hoch im Barranco Real am 4. VI. rumina. Walker
l. ec. pag. 368 schreibt, dass rumina in der Umgebung von
Gibraltar, in Algeciras, San Roque sehr häufig sei. Die
Felsengebiete hinter der Alameda von Gibraltar sind die
Hauptfangstelle bei und in diesem Orte. Walker fing rumina
schon im Februar und die letzten guten Stücke Ende April.
Sheldon fand das Tier recht häufig Anfang April bei Ronda,
Ende April bei Algeciras. Krüger fand die Raupen Anfang
Mai oberhalb der Alameda von Gibraltar, Korb in der S. de
Espufüa in Murcia im März.
ab. canteneri Stgr.: Diese ist eine bräunliche Form
von rumina, die sowohl bei Mälaga, als auch bei Granada
von uns gefunden worden ist. Hauptsächlich sind es je-
- doch Weiber, die aberrieren; braune Männer gehören .zu
den grössten Seltenheiten.
| ab. andalusica n. ab.: Hin und wieder kommen auch
- Formen vor, die ähnlich wie die Aberration honorathii ge-
färbt sind, doch ist es bemerkenswert, dass diese Form von
rumina die Zusammengehörigkeit mit der Stammform deut-
lich zeigt, d. h. nicht zur v. medesicaste Ill. neigt; man
könnte diese Form andalusica nennen. Für rumina gibt
Staudinger Iberien und für canteneri Andalusien an. Dr.
sSpuler I. c. pag. 3 scheint anzunehmen, dass canteneri die
könstante andalusische und afrikanische Form ist; es ist
Y dies aber ein Irrtum, canteneri ist nur eine nicht zu häu-
fige Farbenaberration, zu der man bei grossem Zucht-
8
114 Carl Ribbe.
material alle Uebergänge erhält. Die Raupe von rumina ist
bei Spuler abgebildet.
ab. tristis Obth.: Unter den vielen rumina, die wir
1880—81 und 1905 aus Andalusien mitbrachten, fand sich
auch diese melanotische Aberration.
ab. paucipunctata Neuburger,
ab. alicea Neuburger: Diese beiden, kaum Namen ver-
dienende Abweichungen, waren auch bei meinem andalusi-
schen Material.
ab. mauretanica: Ob der Name mauretanica für bräun-
lich gelärbte Stücke, resp. für alle aus Marokko stammende
rumina aufrecht zu erhalten ist, glaube ich nicht. Von
Marokko liegen mir ebenso gelb gefärbte Stücke wie von
Andalusien und umgekehrt von Andalusien ebenso braun
gefärbte Tiere wie aus Marokko vor. Mauretanica scheint
mir nur ein Uebergang zu canteneri zu sein.
Parnassius Latr.
apollo v. nevadensis Öberth.: Sowohl 1880 als auch
1881 (mein Vater 1870) fing ich einige Stücke von dieser
Parnassius-Form. 1905 sahen wir jedoch kein einziges
Stück. Das Fluggebiet von nevadensis liegt recht hoch,
segen 2500—3200 m auf der Loma de S. Geronimo, Loma
de S. Juan, Puerto de Vacares, Loma de Veleta, Loma de
la Lancha und auf den übrigen Hochpässen in der Sierra
Nevada. Die Flugzeit fällt von Juli bis Mitte August. Die
Futterpflanze für nevadensis habe ich merkwürdigerweise
niemals in der Nevada gefunden.
Zu apollo nevadensis vergleiche man auch Pagenstecher
„Ueber die Verbreitungsbezirke und die Lokalformen von
Parnassius apollo“ (Jahrbücher des Nassauischen Vereins
für Naturkunde in Wiesbaden, 62. Jahrg. 1909, pag. 206).
Schon Boisduval (Spec. Gen. Lep. Vol. I, pag. 197, 1835)
unter var. A. und Grey (Cat. Lep. Br. Mus., p. 74) als
var. A. führten die von Oberthür (Etud. d’Entom. Vol. 14,
pag. 5, 16, 1891) beschriebene „nevadensis“ an. Auch Stichel
Ins.-Börse, Vol. 16, pag. 304, 1899 beschäftigt sich mit den
spanischen apollo-Formen (vergl. denselben auch bei Seitz I,
Vol. 1, pag. 24, 1906). Mit Recht bezweifelt Stichel, dass
nevadensis auch in den Ostpyrenäen auftritt. Rothschild
(Nov. Zool. XVI., pag. 9) hält die Ansicht Oberthürs, dass
alle aus der Sierra Nevada stammenden apollo gelbe Ocellen
haben, nicht für richtig.
a TA a nn > > 2
N Be u ac 5
Fe
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 115
Nach Zapater und Korb (Catäl. de los Lepidöpteros de
la Provineia de Teruel y especialmente de Albarracin y su
Sierra. Madrid Anal. d. 1. Soc. Esp. de Hist. Nat. Tomo
XII., 1883) fliegt im Juni bis August in der Sierra de
Albarracin eine apolloform, sie soll dort stellenweise sehr
häufig sein. Nicholl (Trans. Ent. Soc. London 1897, pag.
427) berichtet auch, dass apollo in Arragonien d.h. in der
Sierra de Albarracin recht häufig sei, und dass die auf
Kalkstein fliegenden Exemplare gelbe Flecken (sic!) hätten.
Auch in der Sierra Camarena fand Nicholl grosse Stücke
von apollo, teilweise mit gelben Augen. Chapman (Trans.
Ent. Soc. London 1901, Proc. XIX.) zeigte in der Londoner
Gesellschaft apollo aus Castilien und Aragonien vor. Er
stellt fest, dass diese apollo durch die gelbliche Färbung,
schmale Marginalbinde und kleine schwarze Flecken Aehn-
lichkeit mit delius und in andrer Beziehung auch mit asia-
tischen hesebolus hätten. Auch Staudinger schreibt von den
_ spanischen und griechischen Tieren, - dass der Innenrands-
fleck verloschen auftrete (vergl. Iris V., pag. 305). Herr
J. Lauffer fing in Gegenwart von Herrn Prof. N. Kheil am
12. Juli 1897 bei einer Besteigung des Pefalara in der Sierra
de Guadarrama in Alt-Castilien 2 Parnassius apollo (vergl.
auch Kheil, Gub. Ent. Ztg. 1905, p. 182).
Teilweise haben die spanischen apollo Namen erhalten,
so beschreibt Rothschild (Nov. Zool. XVI., p. 9) die aus
San Ildefonso, Segovia (Juni, Juli) stammenden Stücke, die
von nevadensis und pyrenaicus verschieden sein sollen und
der Form liburnicus ähneln, als escalerae. Auch bei diesen
Stücken findet sich ein solches mit gelben Ocellen. Krichel-
dorff in Berlin hat neuerdings apollo von Asturien in den
Handel gebracht; Pagenstecher beschreibt diese Form als
asturiensis (l. c. pag. 207). An gleicher Stelle beschreibt
Pagenstecher auch ein Stück der nevadensis, das er von
Seebold erhalten hat. In den Pyrenäen scheint apollo in
der Form pyrenaicus Harc. überall vorzukommen, vergl.
hierzu Pagenstecher 1. c. pag. 205.
Ich habe die Verbreitung von apollo in Spanien etwas
eingehender hier behandelt, da ich ganz und gar der An-
sicht Rothschilds bin, dass die Diagnose von Oberthür in
Betreff von nevadensis, was die gelben Ocellen anbelangt,
nicht richtig ist. Gelbaugige apollo werden überall gefan-
gen und kann dieses Merkmal kaum als ausreichend für eine
Abtrennung gelten. Ob jedoch die Boden-Formation, wie
116° Carl Ribbe.
vielleicht Nicholl annimmt, auf die Färbung der Ocellen
Einfluss hat, glaube. ich verneinen zu müssen. Bei den aus
der Nevada stammenden apollo scheint es sich hauptsächlich
um lange geilogene Stücke gehandelt zu haben, denn Wie
meisten Sammler : haben die Nevada wohl früh genug für
Satyrus hippolyte, Erebia tyndarus v. hispania, Lycaena.
idas, zu spät aber für apollo besucht. Heutigen Tages scheint
apollo in: der Sierra Nevada verschwunden zu sein, mir
wurde wenigstens nichts von neueren Funden bekannt.
In der Einleitung seiner Arbeit (l. e..pag. 116) sagt
Pagenstecher sehr zutreffend, „dass zwar apollo sich unter
dem Einfluss klimatischer Verhältnisse und verschieden-
artiger Lebensbedingungen zu besonderen Lokalformen aus-
gebildet habe, die letztere mit Namen belegt worden sind.
Die Begründungen für solche (Lokalformen) sind indes nicht
immer ausreichend fundiert, und öfters handelt es sich mehr
um Bezeichnungen für territorielle Begrenzungskreise, als
um solche für durch konstante Eigenart der Tracht ausge-
zeichnete Formen, die auf biologischen Grundlagen beruhen.“
Pieridae.
Aporia Hb.
crataegi L.: Ist in der Sierra de Alfacar und Nevada
in allen Tälern häufig, bis zu 1500 m Höhe anzutreffen.
Die andalusischen Stücke zeichnen sich durch Grösse und
intensive schwarze Zeichnung aus. Man kann diese Stücke
zur Form angusta rechnen; gelbliche Tiere kommen der
Form flava sehr nahe, und transparente Stücke nähern sich
der Form alepica. Merkwürdigerweise habe ich niemals
crataegi in der nächsten Umgebung von Granada, so ober-
halb der Alhambra gefangen, hingegen berichtet Sheldon,
dass er ein Stück Anfang Mai an den Darroabhängen ober-
halb der Alhambra gefangen habe. Crataegi kommt wohl
in allen andalusischen Gebirgen und im übrigen Spanien
vor.
Puppen fanden wir 1905 mehrere Male auf der Alpen-
wiese, die sich an der Fuente de la Fraguara in der Sierra
de Alfacar befindet. 1871 war der Falter sehr häufig, eben- =
so im Jahre 1905. 1880 und 81 trafen wir ihn jedoch nicht
zu zahlreich an. A
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Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 117
Pieris Schrk.
brassicae L.: Im Jahre 1881 fing ich ein Stück in der
Vega von Granada. Rambur schreibt, das Tier wäre in
Andalusien gemein.‘ Standfuss erhielt brassicae von Gra-
nada (Juni), Gibraltar (Juli) und Bilbao (August). Rosen-
hauer kennt den Falter von Mälaga. Walker erwähnt, dass
die Stücke von Gibraltar kleiner wie englische wären, Krü-
ger gibt für Gibraltar Mai, Juli—September an. Brassicae
kommt in Portugal, Aragonien, Catalonien, Castilien und
bei Bilbao vor, somit kann man annehmen, dass das Tier
beinahe auf der ganzen iberischen Halbinsel sich findet.
rapae L.: Wir fingen rapae im Juni bis Anfang Au-
gust in der Sierra de Alfacar und in der Sierra Nevada,
bis zu einer Höhe von zirka 1500 m, doch war das Tier
in allen Jahren nur selten anzutreffen. Rambur sagt auch
von dieser Art, dass sie in Andalusien gemein wäre. Stand-
fuss erhielt rapae von Granada und Mälaga (Juni) und
Krüger (Mai, Juli—September) bei Gibraltar.
ab. minor Costa: Die meisten Stücke, die wir 1905
erbeuteten, sind klein und die Spitze der Vorderflügelober-
seite ist grauschwarz, man kann daher diese Tiere zu der
Form minor Costa rechnen.
ab. flavescens Röber: Einige Tiere zeigen die für
Hlavescens von Röber angegebenen Merkmale.
gen. ver. metra Steph.: Soll sich unter meinen anda-
lusischen rapae, die ich 1905 mitbrachte, befunden haben.
wie mir von einem Spezial-Sammler geschrieben wurde.
Rapae scheint in Iberien gleiche Verbreitung wie bras-
sicae zu haben. |
dubiosa Röber: Der Autor, der diesen Falter in dem
zurzeit erscheinenden Werke von Doktor A. Seitz: Die
Gross-Schmetterlinge der Erde, 1. Teil, Fauna palaearctica,
I. Abt., pag. 46, beschreibt und auf Tafel 20 abbildet, lässt
es unentschieden, ob eine neue Art oder nur eine neue Form
von rapae vorliegt. 1905 fingen wir eine Anzahl Stücke,
die sicher zu dubiosa rechnen. Es sind Bergtiere, die in
der Sierra Nevada und Sierra de Alfacar fliegen. In der
Sierra Nevada fanden wir dubiosa in den oberen Teilen der
Täler, die von der Loma de $S. Geronimo nach dem Genil
_ _ hinabgehen. Die Flugzeit fällt in den Juli und August.
Nach dem Material, das mir von Andalusien vorliegt, möchte
ich dubiosa für eine eigene Art und nicht für eine Form
_ von rapae ansprechen, um so mehr, da rapae und dubiosa
118 Carl Ribbe.
zusammen zur selben Zeit und an denselben Stellen fliegen.
Leider habe ich bei meinem letzten Aufenthalt in Andalu-
sien die Verschiedenheit von dubiosa und rapae nicht er-
kannt und demnach auf das Einsammeln nur wenig Gewicht
gelegt.
napi L.: Nur in zwei Stücken 1905 von uns in der
Sierra Nevada bei der Dehesa de la Vibora und auf der
Hochebene von Puche gefangen. Rambur fand napi eben-
falls in der Sierra Nevada. Auch scheint napi in ganz
Iberien gefunden zu werden.
. daplidice L.: Diese weitverbreitete Art fand ich über- °
all in der Umgebung von Mälaga und Granada, in der
Sierra de Alfacar, Jarana, Sierra Huetor und Sierra Ne-
vada. Daplidice geht sehr hoch hinauf in die Nevada, denn
ich sah den Falter noch am Fusse der Alcazaba und bei
dem Puerto de Vacares. Standfuss erhielt daplidicee von
Velez-Mälaga, Walker fand den Falter bei Gibraltar, Almo-
raima und San Roque; er gibt an, dass daplidice vom
März bis November fliegt, ja am Felsen von Gibraltar fand
er schon im Januar das Tier fliegend.. Krüger gibt für
Gibraltar August—September an. Wir erbeuteten daplidice
bei Mälaga im April und Mai, bei Granada im April bis
Ausust, in der Sierra de Alfacar im Mai bis August und
in der Sierra Nevada im Juli und August. Die andalusi-
schen daplidice sind gross und kräftig (vor allem die Wei-
ber) gezeichnet. Wohl in ganz Andalusien und Iberien
kommt daplidice mit seinen verschiedenen Formen vor. In
Andalusien konnte ich östliche, westliche, südliche und nörd-
liche Fundorte nachweisen.
gen. ver. bellidice O.: In der Sierra de Alfacar in
wenigen Stücken im März— April 1881 gefangen. Bei Gibral-
tar von Krüger Anfang Mai erbeutet.
ab. raphani Esp.: Selten unter der Stammform bei
Granada. Staudinger gibt Hispania an.
* ab. albidice Oberth.: Diese Form, die Staudinger
zu raphani zieht, soll in der Sierra Nevada im Juli vor-
kommen. Krüger fing sie bei Gibraltar Ende Juni und
hält diese zweifelhafte Form für eine Sommergeneration.
Eucehlo& Hh.
belemia Esp.: 1830 und 1881 war belemia im März—
April bei Mälaga und Granada (bis Mai) auf Brachfeldern
nicht selten, 1905 fing ich jedoch nur wenige Stücke. Ram-
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 119
bur gibt noch Gibraltar (wo das Tier schon vor Weihnach-
ten nach Walker fliegt) und Cädiz (Februar— April), Shel-
don Anfang April für Ronda und Algeciras, Krüger für
Gibraltar Anfang Mai an, auch bei Sevilla ist das Tier
gefunden worden, wie es wohl in ganz Andalusien vor-
kommt. Auch an andern Orten in Spanien wird belemia
gefunden, so bei Badajoz in Estremadura, Albarraein in
Aragonien, Totana in Murcia (März) und bei Coruna in
Galicien. Spuler gibt auch Portugal an. Die Raupe lebt
auf Cruciferen.
gen. aestiv glauce Hb.: Staudinger gibt Iberien m. an;
natürlich kommt diese Sommerform überall da vor, wo die
Stammform fliegt. 1880 fanden wir den Falter auf Brach-
feldern, die längs der Landstrasse von Mälaga nach Chur-
rianna liegen, im April—Mai sehr häufig; 1905 war er an
diesen Stellen sehr selten, die mehrjährige Dürre hatte bei-
nahe die ganze Vegetation vernichtet.
belia Cr.: Bei Mälaga fand ich belia und ausonia
nicht häufig, hingegen bei Granada oberhalb der Alhambra,
auf dem Höhenzug, der den Darro begleitet (Cerro del Sol),
sehr gemein. Die Hauptilugzeit für belia ist Februar, März,
April und Mai. In der Sierra de Alfacar und in den Vorbergen
der Nevada April—Mai. Als weitere Fundorte in Andalu-
sien sind mir noch Gibraltar, Ronda, Sevilla, Lanjiaron
und die Sierra de los Filabres bekannt. Belia scheint dem-
nach überall in Andalusien (und in den meisten Gegenden
von Spanien) heimisch zu sein. Die Raupe lebt an Bar-
baraea vulgaris und Sisymbrium erucastrum.
gen. aestiv. ausonia Hb.: Fliegt bei Mälaga im Mai
und Juni; bei Granada im Mai, Juni, Juli; in der Sierra
Nevada und de Alfacar im Juni, Juli, August, bei San
Roque Ende März. Die vorgenannten vier BEuchlo&-Arten
lieben hauptsächlich in dürren Jahren die Höhen und flie-
gen dort zusammen mit den Papilio-Arten. Meine andalusi-
schen ausonia variieren, was Form und Zeichnung anbe-
langt, nur sehr wenig, nur der schwarze Mittelfleck der
Vorderflügel ist sehr veränderlich, ich fing Stücke, die die-
sen Fleck nur ganz wenig zeigten, und wieder andre Stücke,
bei welchen der Mittelfleck breit, viereckig, bis zum Vorder-
rand reicht. Diese letzteren Tiere erinnern an die siziliani-
sche Form matutia Tur.
Die andalusischen ausonia sind durchgängig gross und
auf der Hinterflügelunterseite mehr gelblich gefärbt.
120 Carl Ribbe.
—
Ausonia kommt wohl in ganz Andalusien und Ibe-
rien vor. ERR
ab. alhambra Ribbe: Soc. Entomolog. 1905, Nr. 18,
pag. 137. Ich lasse hier nochmals die Beschreibung fol-
gen: „Oberhalb der Alhambra, an den Abhängen des Darro,
hat mein Bruder im April und Mai eine Euchlo&-Art ge-
fangen, die zu keiner der mir bekannten Formen passt. Die
Form der Flügel ist spitzer, vorzüglich die der Vorder-
flügel, der schwarze Vorderrandfleck geht auffallend weit
in die Flügel hinein, auf den Unterseiten tritt die grün-
liche Färbung stark hervor. Die Hinterflügelunterseite zeigt
in der grünen Färbung nur einzelne weisse Flecke, das
‘ Grün bildet ganze, zusammenhängende Felder, bei einem
Stück sind die weissen Felder beinahe ganz verschwunden.“
Euchlo& belia ab. alhambra bildet einen Uebergang zu
Euchlo& tagis; möglicherweise ist es ein Bastard zwischen
helia und tagis.
tagis Hb.: Wir fingen dieses Tier nur bei Granada,
und zwar im zeitigen Frühiahr, an den Abhängen des Darro
oberhalb der Alhambra und in der Sierra de Alfacar im
Mai; der Falter gehört zu den Seltenheiten daselbst. Die
granadischen Stücke sind auf der Unterseite matter grün ;
gezeichnet als solche, die bei Chiclana gefangen wurden.
Staudinger nennt das Tier von Granada in seiner Doub-
lettenliste I, Abt. 3, ab. alhambra.
Als weitere Fundorte wurden mir noch bekannt: Se-
villa und Chiclana, ferner gibt Walker tagis als gemein im
März— April bei Gibraltar, Algeciras und in den Korkeichen-
wäldern in der Nähe der letzteren Stadt an; Sheldon schreibt,
dass er tagis sehr häufig 1908 Mitte April bei Ronda an
den steilen Hängen des Guadalevin gefangen habe.
v. granadensis n. var.: Sheldon erwähnt, dass die
tagis von Algeciras sich auffällig von denen, die er bei
Ronda und Granada gefangen habe, unterscheiden, er
schreibt Entomologist 1908, pag. 216: „these A, tagis were,
however, a remarkable race, much larger than the Ronda
specimens, and having an average wing expanse of 45 mm,
whereas the majority of the specimens taken at Ronda and
Granada — the only other places I met with the species
in Spain — did not average more than 38 mm in expanse;
this large form had also a much more powerful and swift
flight. and was, on the wing, not distinguishable from A.
belia.“
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 121
Wie man aus der Bemerkung Sheldons und aus dem
Listennamen „alhambra“ Staudingers erkennen kann, scheinen
die an der Küste und die in den Bergen fliegenden tagis
sich zu unterscheiden, ich möchte daher für die Bergform.
die sich mehr der Form mauretanica Röber nähert, den
Namen granadensis vorschlagen, da der von Staudinger in
seiner Verkaufsliste 1 gegebene Name alhambra für eine
belia-Form schon vergeben ist.- Krüger screibt I. «.!
„lagis-Hb.- Raupe erwachsen Anfang Mai an Biscutella.
Die Verpuppung ist insofern interessant, als die frische
Puppe der einer Pieris daplidice gleicht; erst 2—3 Minuten
nach Abstreifung der Puppenhülle (sic! soll wohl heissen
Raupenhülle) streckt und bildet sich die 5 Millimeter lange,
nach innen gekrümmte Kopfispitze: Tage der Verpuppung
7. und 9. Mai. Scheinbar sehr selten (bei Gibraltar)“
Tagis kommt nach Staudinger auch in Lusitania central et
meridionalis vor. Kheil will das Tier bei San Ildefonso in
der Sierra de Guadarrama in Alt-Castilien gefangen haben (?).
* v, bellezina B.: Walker schreibt, Trans. Ent. Soc.
London 1890, pag. 369, dass er bellezina selten Anfang April
bei Mälaga gefangen habe. Möglicherweise liegt hier eine '
Verwechselung mit einer andern Euchlo&-Art vor. Keiner
der andern Sammler hat je etwas von bellezina in Süd-
Andalusien berichtet.
* cardamines L.: Walker |. c. pag. 369 gibt an, dass
dieses Tier nicht selten in den Korkeichenwäldern bei Alge-
ciras, San Roque sein soll, er selbst fing nur 3 Stück An-
fang April. Auch in Aragonien, Catalonien, Portugal und
bei Bilbao ist cardamines gefangen worden. Wir haben das
Tier niemals in Andalusien gesehen.
euphenoides Stgr.: Bei Mälaga in den Tälern bei El
Limonar und in dem oberen Guadalmedina, bei Campanillas
und im Rio Campanillas, bei EI Palo trifft man das Tier
einzeln im März— April an. Bei Gibraltar und Algeciras
sah ich euphenoides Ende März fliegen; auch beobachtete
ich den Falter bei meiner Fahrt nach Mälaga bei Gaucin.
Ronda, Bobadilla, Chorro, Alora ebenfalls Ende März. An-
fang Mai auf der Fahrt nach Granada bei Bobadilla, Ante-
quera und Loja. Bei Granada fliegt euphenoides haupt-
sächlich an den Abhängen des Darro, oberhalb der Alham-
bra und ist dort in manchen Jahren sehr häufig. Einzeln
wird man das Tier überall auf den Höhen und in den Tä-
lern in der Nähe von Granada von März bis Mitte Juni
122 Carl Ribbe.
antreffen. In der Sierra de Alfacar war 1880 und 81 von
Mai bis Ende Juli euphenoides sehr häufig, 1905 jedoch
sehr selten. In der Sierra Nevada fingen wir das Tier auf
der Hochebene von Puche (Juli) im oberen Ge£niltale (Bar-
ranco Real), bei Trevelez und bei Pampaneira im Juli bis
Anfang August. Sheldon fing das Tier Mitte April bei
Cördoba, Krüger bei Gibraltar einzeln Anfang Mai.
ab. leeithosa Tur.: Mein Bruder erbeutete 1905 eine
sehr schöne Aberration. Die Spitzenflecke der Vorderllügel
sind hell isabellfarbig, und gehört diese Aberration daher
wohl zu lecithosa. Staudinger gibt für euphenoides Iberien
‚an. In Portugal fliegt das Tier bei Oporto und Abrantes.
Korb gibt mir die Sierra de Espufa für den Falter als
Fundort in Murcia an. Die Raupe lebt im Herbst (Walker
gibt Mai an) auf Biscutella ambigua, didyma und laevigata
und soll sehr unverträglich sein.
Spuler Il. c. pag. 8 erwähnt, dass eupheno in Süd-Spa-
nien und auf den Balearen vorkommen soll; bei Süd-Spanien
setzt er ein Fragezeichen. Die Angabe, dass eupheno in
Süd-Spanien und auf den Balearen vorkommen soll, beruht
auf der Verwechselung mit euphenoides, der Staudinger
1869 mit seiner Beschreibung von euphenoides ein Ende
machte. — Eupheno ist bis dato einzig und allein von Nord-
Afrika bekannt. Auch Rühls Angaben „Die paläarktischen
Grossschmetterlinge“ pag. 138—139 (Mte. Bre& später für eu-
phenoides richtig gestellt) Granada, Mauretania und pag.
“19 Balearen beruhen auf demselben Irrtum, Granada und
Balearen müssen als Fundort für eupheno ausgeschaltet
werden.
Ob die in Andalusien fliegenden euphenoides mit solchen
aus andren südeuropäischen Gebieten stammenden vollkom-
men übereinstimmen, möchte ich nicht so ohne weiteres als
sicher hinstellen. Mir will vielmehr scheinen, als ob sich
die andalusischen Tiere merklich von südfranzösischen unter-
scheiden. Die andalusischen euphenoides && haben durch:
gehend den Vorderflügelspitzenfleck oberseits etwas anders
geformt, die schwarze Innenbegrenzung dieses Fleckes steht
schräger, auch scheinen mir die äussere und innere schwarze
Begrenzung desselben Fleckes durchgängig stärker und aus-
gedehnter aufzutreten. Die Gesamtfärbung scheint intensiver
gelb zu sein. Die Unterseite der Hinterflügel hat weniger
dunkle Binden-(Netz-)Zeichnung, und die rein weissen Stel-
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Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 123
len treten zwischen diesen dunklen Netz-Zeichnungen häu-
figer auf.
Auffällig ist nun bei den andalusischen euphenoides.
dass sie sich nicht den an der gegenüberliegenden Küste
von Afrika fliegenden eupheno in der Färbung nähern.
Sheldon (l. ec. p. 241) macht auf diesen Umstand besonders
als höchst merkwürdig aufmerksam. ' Nach demselben unter-
scheiden sich zwar die andalusischen && von solchen aus
Süd-Frankreich nicht, wohl aber die Weiber. Er schreibt:
„the females, however, differ considerably, but not in the
direction of E. eupheno. The orange colour, through
which the greyish black suffusion of the veins shows pro-
minently. In the Andalusian females this orange is much
less pronounced in quantitv and brightness, and in one of
my specimens it is almost entirely absent, consequently the
suffused veins show up much more and give the impression
of a grey tip. = Ob nun alle diese Merkmale ausreichen.
eine Trennung vorzunehmen, kann ich nicht ermessen, da
mir zwar von Andalusien viel, von andren Gebieten nur
sehr wenig Material vorliegt, sollte sich jedoch eine Tren-
nung als angebracht herausstellen, dann würde ich für die °
andalusischen euphenoides den Namen andalusiea vor-
schlagen. Weiber ohne Mittelpunkt der Vorderflügel kom-
men sehr selten vor, ich fing im ganzen nur 2 Stück; man
könnte für diese Aberration den Namen impunctata in An-
wendung bringen.
Zegris Rbr.
eupheme v. meridionalis Ld.: Dieser Falter fliegt bei
Granada oberhalb der Alhambra und zwar auf den sanft
abfallenden Abhängen, die längs des Barranco nach dem
Genil sich erstrecken. Ferner auch auf den linken Ufer-
bergen des Genil. 1880 flog meridionalis bis Anfang Juni.
1881 nur bis Ende Mai und 1905 erbeuteten wir überhaupt
nur ein einziges abgeflogenes und ein gutes Stück Mitte Mai.
— Eupheme v. meridionalis ist nebst Euchlo& tagis, belia
und belemia der erste Tagfalter, der oberhalb der Alhambra
im Frühjahr auftritt. Ich fing 1881 am 24. März die ersten
und am 27. Mai die letzten meridionalis. Sheldon |. c.
schreibt, dass Mr. Tylecote meridionalis 1904 Ende April
frisch ausgekommen gefangen habe, und dass er (Sheldon)
10 Tage später, in der Zeit 1908, auf derselben Stelle mei-
stens abgeflogene Stücke fand. Sheldon irrt jedoch, wenn
124 Carl Ribbe. NER :
er glaubt, dass die beste Fangzeit für meridionalis die ersten
Wochen des Mai sind, April ist die Hauptzeit für dieses
Tier. Staudinger gibt Iberia central und meridionalis an.
Zapater und Korb führen für Aragonien folgende Fund-
stellen auf: Albarracin, Rodenas, El Cuervo, Bronchales,
Concud und Teruel. Spuler kennt meridionalis von Casti-
lien. Die Raupe lebt auf Cruciferen (Sinapis incana) und
ist nebst der Puppe von Rambur Faune Entom. de l’And.
t. 11 sehr gut abgebildet. Rambur schreibt in den Ann. S.
E. Fr. 1836, pag. 581—584, dass meridionalis im Mai bei
Mälaga vorkäme; weder Staudinger und Kalisch, noch mein
Vater, noch Zach und ich, die in den verschiedenen Jahren
bei Mälaga sammelten, sahen ein Stück; Mai als Zeitangabe
für Mälaga kann sicher nicht stimmen, da in dem hoch-
liegenden Granada die Flugzeit schon Ende März beginnt.
ab. morena n. ab.: Selten findet man unter meridio-
nalis Stücke, die kein Rot, sondern nur Schwarz in der
Vorderflügelspitze auf der Oberseite haben; diese Tiere, die
ein verdüstertes Aussehen haben, bezeichne ich als morena.
Leptidia Billb.
sinapis L.: Ich erbeutete sinapis nur bei Granada
sehr vereinzelt oberhalb der Alhambra an den Abhängen
des Darro, und zwar im Mai. Nach Rosenhauer auch bei
Mälaga. Walker fing sinapis in den Korkwäldern von Al-
_ geeiras im Mai—Juli. Mendes führt Portugal (Mai, Juli
und August) an; Zapater Aragonien, Martorell Catalonien,
doch auch in Castilien, Valencia und bei Bilbao wird sina-
pis gefangen.
Chapman gibt N.-West-Spanien, Galicia und Leön an.
gen. ver. lathyri Hb.: Fliegt in der Sierra de Alfa-
car im Juni, Juli einzeln in allen Tälern, am häufigsten
im Barranco de los Robles und bei der Fuente de la Teja.
Auch in der Sierra Nevada bei den Cortijos de las Oativas,,
im Trevelez-Tale, bei Lanjaron und im Valle de Lecrin fing
und sah ich im Juli diese Art. Die Leptidia mit ihrer
Varietät scheint in allen Berggegenden von Andalusien vor-
zukommen, wie sie ja auch an den verschiedenen Orten
in Spanien gefunden wird. Krüger gibt für die Gegend bei
Gibraltar Mitte Juni an.
Colias Leach.
hyale L.: Im Frühjahr bis in den Sommer hinein
überall auf den Höhen bei Granada, doch nur sehr selten.
gegenden von Andalusien angetroffen werden, wie er ja
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 125
In der Sierra Nevada fing ich 1881 im August einen ein-
zelnen 5 auf der Veleta. Ich sah hyale bei Ronda und
Bobadilla. Dieser Colias wird in den verschiedenen Berg-
auch sonst noch in Spanien gefunden wird. Korb fing in
. der Sierra de Espufa (Mai—August) grosse Stücke, die
vielleicht zu der nachstehenden alfacariensis gehören.
ab. alfacariensis Ribbe: Auch hier lasse ich aus der
Societas entomologica 1905, Nr. 18, p. 137, die Beschrei-
bung nochmals folgen: „Ich fing in der nördlich von Gra-
nada gelegenen Sierra de Alfacar, die gegen 1600 m hoch
ist, eine Form von Colias hyale, die auffallend von sol-
chen hyale, die aus andern Gebieten stammen, abweicht.
Die Männer sind lichter gelb gefärbt, die Unterseiten der
Hinterflügel zeigen eine mehr graugelbe Färbung. Vorzüg-
lich sind es jedoch die Weiber, die abweichen. Die Gesamt-
färbung der Flügeloberseite ist grünlichweiss, ähnlich wie
bei Colias edusa ab. helice; die schwarze Zeichnung der
Vorder- und Hinterflügel ist nicht stark entwickelt. Ganz
abweichend von allen mir vorliegenden hyale aus den ver-
schiedensten Gegenden ist jedoch die Färbung der Unter-
seite. Es ist keine gelbliche Färbung, sondern eine grün-
liche, stumpfe, und erinnert hierdurch die Aberration alfa-
cariensis sehr an ÜColias edusa ab. helice; auch ist es uns
beim Fang oft vorgekommen, dass wir die beiden Tiere
verwechselt haben. Alfacariensis fliegt von Mitte Mai bis
Mitte Juli in allen Tälern in der Sierra de Alfacar, doch
nur sehr einzeln.“
edusa F.: Sowohl bei Mälaga, als auch bei Granada
fliegt der Falter, doch habe ich ihn nie sehr häufig ange-
troffen. In der Sierra de Alfacar und in der Sierra Ne-
vada findet man ihn nur selten; er fliegt vom Frühjahr an
bis in den Sommer hinein. In der Nevada traf ich ihn
noch bei 2400 m Höhe an.
ab. helice Hb.: Wird selten unter der Stammform ge-
troffen. In Mälaga fing ich 1905 nicht ein Stück. Edusa
mit ab.. helice ist in ganz Andalusien zu finden. Lederer
schreibt, dass er edusa in weit abstehenden Varietäten in
Andalusien gefangen habe, welche mit stark gelben Adern,
welche mit zitronengelber Färbung und brandig braun um-
zogenem Mittelfleck der Vorderflügel, ähnlich wie chryso-
theme, und auch welche, die mit helena H. Schiff. überein-
stimmen. Die Weiber variierten weniger, näherten sich mehr
126 Carl Ribbe.
denen von myrmidone. Korb fing helice in der Sierra de
Espuia in Murcia. Walker schreibt l. ec. pag. 370, dass
edusa im ganzen Jahre bei Gibraltar zu finden sei, er be-
merkt ferner, dass die Herbst- und Winter-Tiere kleiner, fahler
in der Farbe sind und schmälere, schwarze Ränder, wie die
Frühjahrs- und Sommer-Tiere, hätten. Krüger fing edusa
von Anfang Mai bis Ende August und helice (zwei Exem-
plare) im Juni bei Gibraltar.
ab. dawsoni Krüger: Eine Aberration, die Krüger in
zwei Stücken an derselben Lokalität wie edusa erbeutete,
nennt er ab. dawsoni und beschreibt sie wie folgt: „Auf
den Vorderflügeln mit drei tiefschwarzen, fächerförmigen
Wischen, welche, von der Wurzel bis nahe dem Schlusse
der Mittelzelle reichend, scharf getrennt und am Ende ab-
gerundet sind. Der obere Strahl verläuft an der Costale,
der mittlere füllt die Mittelzelle fast bis zum Schlusse aus
und der untere verläuft zwischen der Median- und Sub-
medianader, ohne die untere Radiale zu erreichen. Im übri-
gen den typischen edusa 9 9 entsprechend. Nur ein tadel-
loses Stück und ein zweites, stark defektes Stück am 12.
Juni gefangen.“
ab. aubuissoni Uaradjia,
ab. heleeina Obth.: Wie die von Krüger aufgestellte
dawsoni nur eine zufällige Aberration ist, so auch die von
Caradia beschriebene aubuissoni und die von ÖOberthür be-
schriebene helecina; unter reichlichem Material südlicher
edusa werden sich diese Formen einzeln immer finden. Wir
fanden 1905 sowohl aubuissoni, als auch helecina in weni-
gen Stücken bei Mälaga und Granada.
ab. pyrenaica Gr. Gr.: Kleine Exemplare, die hin
und wieder bei Granada und in der Sierra de Alfacar ge-
fangen wurden, scheinen zu dieser fraglichen Form von
edusa zu gehören. Staudinger gibt Andalusien und die
Pyrenäen an.
Edusa kommt in ganz Spanien und auch in Portugal
vor. Walker fing am 22. Februar 1886 bei Gibraltar einen
Zwwitter.
‚gonepteryx Leach.
cleopatra L.: In den Bergen bei Mälaga (April—Mai),
oberhalb der Alhambra bei Granada (Mai—Juni), in der
Sierra Nevada (Juli— August) einzeln; häufiger in der
Sierra de Alfacar und bei Gibraltar, von Juni bis weit in
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 127
den Sommer hinein; überwinterte Stücke fliegen im April
und Mai in der Sierra de Alfacar. Prof. Kheil fing cleo-
patra im Juni (26.) in der Sierra de los Filabres, Walker
im April bei San Roque, Mai, Juni, Juli im Gibraltargebiet.
Krüger sagt von im letztgenannten Gebiete gefangenen
cleopatra, dass zwei männliche Formen vorkämen, eine mit
zitronengelber, die andre mit blassgrüner Unterseite. Kommt
auch bei Bilbao, in Leön, Aragonien, Murcia, Catalonien
und Portugal, demnach wahrscheinlich in ganz Iberien vor.
rhamni L.: In der Sierra Nevada (Juli— August), auf :
der Loma de St. Geronimo und in der Sierra de Alfacar
(Juni— August) fing ich zirka 15 Stück dieser Art. Das
ganze Aussehen der andalusischen Stücke ist ein andres
als das solcher Stücke, die bei uns gefangen werden; doch
lässt sich der Unterschied schwer in Worte fassen. Mir
scheinen meine Stücke aus Andalusien mehr mit asiatischen
Formen Aehnlichkeit zu haben. Röber benennt in dem
Werke von Seitz, pag. 61, die aus Algier und Kleinasien
stammenden rhamni als „meridionalis“. Es ist leicht mög-
lich, dass die von mir in Andalusien erbeuteten Tiere hier-
zu zu rechnen sind. Nach Rosenhauer wurde rhamni auch
bei Ronda und nach Walker bei San Roque und Algeciras
(Juni) nicht selten gefangen. In Spanien kommt der Falter
noch bei Bilbao, Barcelona, in Aragonien und Catalonien
vor. Mendes gibt Portugal an.
Nymphalidae.
Nymphalinae.
CharaxesO.
* jasius L.: Soll hauptsächlich an der atlantischen
Küste von Andalusien vorkommen. Staudinger gibt Iberien
an. Rambur schreibt, dass er ein Exemplar in Cädiz An-
fang Dezember erbeutete. Die Raupe lebt auf Arbutus unedo
(Erdbeerstrauch). Walker schreibt 1. ec. pag. 374, dass er
jasius zweimal auf. der Alameda von Gibraltar habe flie-
gen sehen, am 2. Juni und 7. Oktober. Seite 362 schreibt
er, dass jasius nicht selten in dem Distrikt von Gibraltar
zu finden sein wird, da die Futterpflanze, zwar bei Gibral-
tar selbst nicht, aber bei Castellar de la Frontera, 17 eng-
lische Meilen von Gibraltar, sehr häufig sei, auch bei Al-
geciras sah Walker Arbutus unedo. Krüger sagt, dass ia-
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128 | "Carl Ribbe.
sius im Gibraltar-Distrikt in zwei Generationen in den Ber-
gen vorkäme. Nach Martorell soll jasius in Catalonien vor-
kommen, Mendes gibt Portugal an. Korb teilte mir mit,
dass die bei Faro und Monchique gefangenen Tiere eine
ziemlich abweichende hellere Form darstellen und einen
Namen verdienten; sollte sich die Ansicht Korbs als rich-
tig herausstellen, dann schlage ich den Namen faroensis
vor.
ApaturaF,
iris L.: Ein abgeflogenes Stück sah ich 1880 in der
kleinen Sammlung eines Granadiners. Das Tier soll in den
- Montes de Granada gefangen worden sein. Staudinger gibt
Hispania c., Pyrenäen und Martorell Oatalonien an.
LimenitisE.
camilla Schiff.: In der Sierra Nevada bei den Alpu-
iırfas-Dörfern Bubiön und Pampaneira 1905 im Juli und
ein Stück 1881 ebenfalls im Juli in der Sierra de Alfacar
an der Fuente de la Teja gefangen. In den spanischen
West-Pyrenäen, in Catalonien, in Aragonien, in Portugal
und in Alt-Castilien ist diese Art gleichfalls gefangen worden.
Pyrameis Hb.
atalanta L.: Dieser Falter scheint überall in Anda-
lusien sich zu finden. Sowohl an der Küste in den Mittel-
gebirgen, als auch in den Hochgebirgen. Bei Mälaga im
April, bei Granada im Juni bis August, in der Sierra de
Alfacar ebenfalls im Juni bis August, in der ganzen Sierra
Nevada bis hinauf auf den höchsten Spitzen, so auf dem
Picacho de Veleta 3470 m hoch, auf allen Hochebenen und
in allen Hochtälern wurde atalanta von uns erbeutet. Zu-
sammen mit urticae umflog das Tier 1880 und 1905 die
höchsten Spitzen des Gebirges. Rambur kennt atalanta auch
von Granada und Gibraltar, Standfuss führt ihn für Lan-
jaron an und Walker l. c. bemerkt, dass er bei Gibraltar
im ganzen Jahre zu finden sei. Atalanta findet sich über-
all auf der iberischen Halbinsel.
cardui L.: Dieser in der ganzen alten Welt vorkom-
mende Falter wird auch überall in Andalusien, in Spanien
und Portugal gefunden, er fliegt sowohl in der Ebene als
auch auf den höchsten Spitzen der Hochgebirge, denn Voigt
fing das Tier auf dem Picacho de Veleta. Walker schreibt,
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 129
dass cardui im Sommer sehr gemein bei Gibraltar sei, dass
aber im Winter auch ganz frische Stücke gefangen wurden,
die klein und sehr dunkel wären.
* indica v. oceidentalis Fldr.: Soll nach Staudinger
und Spuler in Andalusien gefangen worden sein. Spuler
l. c. pag. 20 glaubt, dass occidentalis durch. Stürme nach
Süd-Spanien verschlagen wird. Es ist mir nicht verständ-
lich, wie ein zarter Falter Hunderte von Seemeilen weit,
von Madeira her, über das Meer geweht werden soll. Viel
wahrscheinlicher ist es mir, wenn man ein Einschleppen
durch Schiffe vermutet. Uebrigens fehlen in den letzten
Jahrzehnten neue Belege für das Vorkommen von occiden-
talis in Andalusien, und könnte man daher dieses Tier ganz
berechtigt, als nicht zur Fauna von Andalusien gehörig,
weglassen.
VanessaF.
urticae L.: Ueberall in ganz Andalusien im Mai— Aug.
anzutrelfien. In den Küstengebieten und den andalusischen
Niederungen zeitiger, in den Bergen später. 1880 war urticae
im August auf dem Muley Hacen und dem Picacho de Veleta
zu Hunderten anzutreffen, er umflog bei sehr scharfem Winde
die äussersten Spitzen der vorgenannten Hochgipfel. Die
südspanischen urticae sind kräftig gezeichnete Tiere, ob-
gleich die Grundfärbung matter als bei deutschen Tieren ist,
durchschnittlich sind die andalusischen Stücke grösser wie
die aus zentraleuropäischen Gebieten. Urticae scheint über-
all in Spanien und Portugal vorzukommen.
polychloros L.: Nur 1905 erbeuteten wir ein auffallend
grosses Stück im Juli in der Sierra de Alfacar. 1871 sah
mein Vater bei Mälaga viele Raupen. Voigt 1. c. fand
polychloros bei Granada im Februar— November (?) überall
gemein. Walker l. c. fing den Falter bei San Roque, am
Felsen von Gibraltar und auf der Alameda in Algeciras im
März, April und Juni. Krüger fing ein Stück im Juni, das
wie erythromelas gefärbt war, bei Gibraltar. Nach Men-
des kommt polychloros in Portugal vor, Zapater und Korb
geben Aragonien, Martorell Catalonien an, auch in Oastilien.
bei Bilbao und in den Pyrenäen ist das Tier gefangen
worden.
I“ Chapman fing polychloros in N.-W.-Spanien (Galicia,
Leön).
9
130 Carl Ribbe.
io L.: 1880, 1881 und 1905 mehrfach bei Granada auf
dem ÖCerro del Sol im Juni und Juli gefangen. Voigt, Stett.
Ent. Z. 1890, pag. 25 kennt io auch von Granada. Stau-
dingers Annahme, dass dieser Falter nicht in Andalusien
gefunden wird, ist also irrig. Meine andalusischen io sind
sehr gross und lebhaft gefärbt, sie nähern sich der sardi-
nisch - sieilischen sardoa Stgr. Io ist auch bei Sevilla und
dann ferner noch bei Bilbao, in Catalonien, Aragonien und
in Castilien gefangen worden. |
Nach Chapman auch in N.-W.-Spanien (Galieia’u. Leön).
Polygonia Hb.
c. album L.: Einzeln in den Bergen bei Mälaga (April)
und Granada im Mai und August; in der Sierra de Alfacar
etwas häufiger in denselben Monaten. Die von. uns 1905
selangenen c. album unterscheiden sich konstant von den
zentraleuropäischen Stücken. Die andalusischen c. album .
sind gross, die Flügel wenig gezackt, die Grund-
färbung der Oberseite ist sehr hell, die schwarzen Flecken-
zeichnungen etwas reduziert, hierdurch erinnern die Tiere
an egea. Die Unterseite ist gelbbraun marmoriert, also auch
an egea erinnernd, das © ist jedoch bei allen meinen Stücken
sehr deutlich vorhanden. Ob meine andalusischen Stücke
zu der Sommerform pallidior Tutt zu ziehen sind, wage ich
nicht zu entscheiden. Voigt l. e. fing in der Sierra Nevada
eine kleine dunkle Form. C. album scheint nirgends in
Spanien und Portugal zu fehlen.
AraschniaHh.
* Jevana L.: Lorquin soll levana in der Sierra Morena
gefunden haben. Sonst ist das Vorkommen dieses Falters
in den übrigen Teilen der iberischen Halbinsel nicht festge-
stellt, wenigstens fand ich in der von. mir benutzten Litera-
tur weiter keine Angaben. Möglich ist das Vorkommen von
levana in der Sierra Morena, denn das Tier kommt doch
auch bei uns in Deutschland nur lokal vor, auffallend ist
freilich, Br keiner der übrigen Sammler, die in Spanien
weilten, .den leicht in die Augen fallenden Falter ge-
fangen hat
MelitaeaF.
aurinia v. iberiea Obth.: Ich fing diesen Falter, der
von Rambur. ©, $. d. l’And., taf..1, Fig. 1 und 2 sehr ’
EEE A BE u ec nn an;
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 131
gut abgebildet ist, in grosser Anzahl in den Tälern der
Sierra de Alfacar Ende Mai bis Anfang Juli. Raupen fan-
den wir 1880 und 1905, in Nestern zusammensitzend, im
Herbst und Winter. Der Falter liebt kleine Lichtungen im
dichten Unterholz und setzt sich mit Vorliebe auf die Spitzen
der von der Sonne beschienenen Büsche.
1905 brachte mein Bruder verschiedene Raupennester,
die er Anfang November in der Sierra de Alfacar gefunden
hatte, mit nach Radebeul. Ende März begannen die Räupchen
aus ihrem Neste herauszukommen und auf der Suche nach
Futter herumzukrauchen; nachts gingen sie wieder in das
Nest hinein. Nach langen Versuchen und nachdem von den
Hunderten von Raupen der grösste Teil eingegangen war,
nahmen sie endlich Lonicera an; nur zirka 70 Stück Raupen
waren übrig geblieben. Die Raupe soll Plantago, Centaurea
_ aspera und Centranthus ruber fressen. Die erwachsene
Raupe ist wie andere Melitaeen-Raupen schwarz gefärbt
und hat blaue Fleckenzeichnung längs des ganzen Körpers
oberhalb der Beine. Am 25. April erhielten wir die ersten
Puppen. Die Puppe ist weiss und schwarz gezeichnet mit
ganz wenigen gelben Sprenkeln auf der Rückenseite, vergl.
Iris Bd. XIX. 1906, Taf. II, Fig. 20. — Aus 58 Puppen
schlüpften 52 Schmetterlinge; 41 von diesen waren gut, die
übrigen verkrüppelt; es waren 30 Weiber und 22 Männer.
Die ersten Falter, die durchgängig (zumal die Weiber) sehr
gross und intensiv rot gefärbt waren, schlüpften am 12. Mai.
die letzten Anfang Juni aus. Es war für mich überraschend,
dass wir schon am 12. Mai die ersten Schmetterlinge er-
hielten, denn in der Sierra de Alfacar habe ich das Tier
erst Ende Mai gefangen. Staudinger gibt Iberien an; mir
sind in Andalusien noch Ronda, Gibraltar und Chiclana
als Fundorte bekannt. — Walker schreibt 1. e., dass er
iberica am Felsen von Gibraltar im Mai (27.) und Juni
dicht bei der Hauptstrasse, unweit der Festungsmauer, ge-
fangen habe. Martorell gibt Catalonien und Zapater Ara-
-gonien an. Krüger will desfontainii Godt. im Mai bei
Gibraltar gefangen haben. Er meint desfontaini Rambur —
iberica Oberth.
(Chapman will in N.-W.-Spanien die Stammform aurinia gef. hab.)
Von iberica fliegen in der Sierra de Alfacar 2 Haupt-
formen. Die eine, die von Rambur Oat. syst. d. l’Andalusie
Taf. 1, Fig. 1, 2 gut abgebildet wurde, hat die in diesen Ab-
132 Carl Ribbe.
bildungen gut erkennbaren gelblichen, bindenartigen Zeichnungen E
auf der Hinter- und Vorderflügel-Oberseite.
Die 2. Form hat dagegen die gelblichen Binden nicht,
der ganze Ton der Grundfärbung der Flügeloberseite ist braun-
rot, nur die von Schwarz eingefassten gelblichen Aussenrand-
tlecke der Hinterflügeloberseite sind vorhanden, heben sich aber
nicht sehr stark von der Gesamtfärbung ab. Diese Form be-
nenne ich alfacaria. | 2
Sehr selten sind Stücke, bei welchen die gelbliche, binden-
artige Zeichnung der Hinter- und Vorderflügeloberseite durch
Schwarz beinahe oder auch ganz verdrängt wird. Mir liegen
bei meinem sehr reichlichen Material nur 2 solcher Stücke
vor. Diese Aberration kann den Namen morena erhalten.
* einxia L.: Nach Lederer soll diese Art auch in An-
dalusien vorkommen, ich habe kein Stück gesehen. Stau-
dinger nimmt als Heimat Süd-Spanien aus. — Martorell gibt
Catalonien an. Korb fing grosse Stücke in der Sierra de
Espuna. A
desfontainii v. baetica Rbr.: Diese Form scheint auf
die Umgebung von Granada beschränkt zu sein, denn die
Angaben Staudingers „Antequera“ und Lederers „Mälaga“
bedürfen der. weiteren Bestätigung. Ich fand baetica in den
Vorbergen der Sierra Nevada, in der Sierra de Alfacar und
Hue6tor. In der Sierra de Alfacar ist sie nur an einigen
Stellen, doch nirgends sehr häufig, so im Barranco Calle
ioncillo, Canal la Cuna, Barranco del Buho, Fuente de la
'Teja und im oberen Barranco de la Hoz zu finden. Ueber: 7
all an diesen Stellen, wo eine bestimmte blaublühende Pflanze
steht, wird man, wenn die Sonne heiss und voll scheint.
den Falter antreffen. Er liebt es, sich auf die Spitzen der
Büsche und auf Blumen zu setzen. An Tagen mit leichter
Bewölkung verschwindet er sofort, wenn die Sonne für
kurze Zeit durch eine Wolke bedeckt wird. 1880 und 81
war baetica nicht sehr selten; 1905 mussten wir uns mit
grosser Mühe die Tiere zusammensuchen. Am 28. Mai fin- %
gen wir die ersten und am 24. Juni die letzten guten baetica.
Ende Juni und Anfang Juli stellt sich baetica & etwas
häufiger in den Tälern ein; sie streichen dann in schweben-
dem Fluge talauf und ab, sind jedoch beinahe alle stark
abgeflogen, was ja auch nicht absonderlich ist, da sie jetzt
hauptsächlich auf der Suche nach den Weibern sind. Ram
bur, “ S. d. l’Andal., Taf. 1, Fig. 3, 4, bildet baetica sehr F:
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 133
gut ab. 1881 habe ich eine kleine Zahl von dieser Art aus
Raupen gezogen. Leider sind meine Notizen über diese Zucht
verloren gegangen; ich kann mich nur entsinnen, dass die
Raupen kaum Aehnlichkeit mit solchen von aurinia v. iberica
hatten. Die Stammform kommt in Aragonien und Castilien
vor.
2 Im Seitz, Grossschmetterlinge der Erde (I. Teil), wird
desfontainii und auch baetica zu aurinia gezogen. Dieses
Vorgehen von Seitz ist recht auffallend, da doch sonst in
seinem Werke alle nur möglichen Abtrennungen vorge-
nommen werden. Aurinia und desfontainii v. baetica haben
gerade so viel und so wenig miteinander zu schaffen, wie
- ungefähr Vanessa urticae mit polychloros. Baetica fliegt
schon im Frühjahr, wenn die Raupen von iberica, die
klein überwinterten, erwachsen sind und sich anfangen zu
verpuppen. Ende Mai, Anfang Juni fliegen dann beide
- Arten zusammen an denselben Stellen. Niemals habe
_ ich bei den vielen in Copula gefangenen Melitaeen die bei-
den Arten gemischt gefunden, niemals habe ich gesehen,
dass iherica und baetica sich im Liebesspiele in den Tälern
der Sierra de Alfacar tummelten. Der Flug von beiden
- Arten ist ganz verschieden, so dass jeder, der in. der Sierra
de Alfacar gesammelt hat, wohl kaum eine fliegende baetica
i für eine iberica (oder auch umgekehrt) halten wird. Zwi-
- sehenformen sind auch nicht bekannt, diese müssten doch,
wenn die beiden in Frage kommenden Arten so nahe ver-
N wandt wären, gefangen worden sein. Bei den Tausenden
von iberica und baetica (hauptsächlich kommen die ersteren
sehr häufig vor), die Staudinger, mein Vater 1871, 1880,
.. ich 1880, 1881, 1905 gefangen haben, fand sich nicht ein
4 Uebergang von der einen zur andern Art. Des weiteren
_ kann ich mit Bestimmtheit angeben, dass die Raupen von
E| ;
iberica und baetica sich ganz erheblich voneinander unter-
scheiden. Auch die Lebensweise der Raupen ist sehr ver-
schieden. Die von iberica schlüpfen im Herbst noch aus
und bleiben in einem Gespinnst den Winter über, der ja in
der Sierra de Alfacar in recht nordischer Form mit Kälte
_ und vielem Eis und Schnee auftritt, gemeinschaftlich an der
- Futterpflanze (Plantago, Centaurea, Centranthus) sitzen; erst
im Frühjahr beginnen sie zu fressen, sich dann zu ver-
_ puppen und nach kurzer Puppenruhe auszukriechen. Bae-
_ tica hingegen macht das Raupenstadium bis zur Puppe noch
im Sommer und Herbst durch und überwintert als Puppe.
134 Carl Ribbe.
Baeticaraupen leben an staudenartigen Gewächsen, wie ich
mich sehr gut besinne an einem blaublühenden, das zirka
% m hoch wird.
Man könnte ja nun annehmen, dass baetica und iberica
zwei verschiedene Generationen ein und derselben Art
wären; dieses ist doch aber nach den vorher von mir an-
gegebenen Verschiedenheit nicht möglich. Vergl. p. 138.
* aetherie Hb.: Nach Rambur von Staudinger und
Lorquin bei Cädix, also wahrscheinlich bei Chiclana ge-
fangen. Walker schreibt l. c. pag. 375, dass diese Melitaea
im April und Mai in den Korkeichenwäldern bei der Bai
von Algeciras nicht selten sei.
Korb teilte mir mit, dass der Falter im Mai bei Chic-
lana fliegt und dass die Raupe im April und Mai an Cen-
taurea in den Pinienwäldern bei dem vorgenannten Orte
gefunden worden ist.
phoebe Knoch.: Ein einziges Stück, das ich im Som-
mer (Juni) 1905 oberhalb der Alhambra fing, bestimmte mir
Herr R. Püngeler als diese Art. Lederer schreibt, Verhand.
d. zool.-botan. Vereins in Wien 1852, pag. 40, dass phoebe
in den höheren Bergen, occitanica in den tiefer gelegenen
Gebirgen vorkäme. Mendes gibt Portugal, Zapater Arago-
nien, Martorell Catalonien an. Korb will phoebe im Mai
in der Sierra de Espufa in Murcia gefangen haben, er
meint wahrscheinlich aber occitanica.
v. oceitanica Stgr.: Wir fingen diesen Falter in der
Umgebung von Granada, ganz einzeln bei Mälaga (April),
in der Sierra Nevada (Apujarras) und in der Sierra de Al-
facar. Anfang Mai beginnt das Tier oberhalb der Alham-
bra und Ende Mai in der Sierra de Alfacar zu fliegen und
erhält sich in beiden Gegenden bis zum Juli. In den Apu-
jarras traf ich ihn Anfang August im Trevelez-Tale und
einzeln in den Tälern, die von der Loma de S. Geronimo
nach dem Genil gehen. Sein Hauptfluggebiet sind sonnige
Talsohlen; er liebt es, sich auf die Steine zu setzen; sehr
gemein ist er aber nicht, wie Rambur sagt, sondern nur
sehr verbreitet in der Umgebung von Granada. 1880 fand
ich die Raupen gemeinschaftlich lebend auf einer dem Spitz-
wegerich ähnlichen Pflanze. Mein Vater sah 1871 bei Mä-
laga Anfang Mai in den nördlich gelegenen Bergen bei
Olias viele abgeflogene occitanica.. Nach Staudinger in
Iberien.
OR
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 135
didyma v. oceidentalis Stgr.: Wenn Rambur pag. 9,
Catalogue Systömatique des Löpidopteres de l’Andalousie
schreibt: „Assez commune dans les environs de Grenade“,
so trifft dieses nicht ganz zu, denn mir sind als Fundort
dieser Art nur die Berge bei Penuelas (Camino de 8. An-
tonio), die Sierra Nevada, (Dehesa de la Vibora, Juli, Au-
gust) und die Sierra de Alfacar bekannt. Auch fand mein
Vater und ich den Falter nicht häufig auf den genannten
Fangstellen. Er fängt Mitte Juni an zu fliegen, hält sich
jedoch nicht lange, denn Anfang Juli wird man beinahe
nur noch abgeflogene Stücke fangen. Didyma v. oceiden-
talis kommen, soweit ich es feststellen konnte, in Castilien,
Portugal, Catalonien und Aragonien vor.
dejone HG v. nevadensis Oberth.: In Andalusien habe
ich dejone an verschiedenen Stellen erbeutet. Die Haupt-
fangstellen waren die Täler oberhalb der Alhambra bei Gra-
nada, so das Barranco de la Arena, de la Lancha und
Bermejo, etwas seltener war dejone in der Sierra de Alfa-
car, wo sie in allen steinigen Tälern einzeln zu trelfen ist.
In der Sierra Nevada fingen wir diese Melitaea an den stei-
len talartigen Einsenkungen, die sich unterhalb der Dehesa
de la Vibora befinden, auf der Hochebene von Puche und
dann in leider nur ganz schlechten Stücken .bei dem Bade-
orte Lanjaron. Ueber die südspanische dejone, hauptsäch-
lich über die bei Granada gefangenen Stücke, scheint noch
vielfach Unklarheit zu herrschen. Sicher nur scheint mir
zu sein, dass Oberthür die Nevada-Stücke aus Lanjaron als
nevadensis beschrieben hat. 1905 habe ich nun reichliches
Material von dejone aus Andalusien mitgebracht, und
möchte auf Grund dieses Materials den Namen nevadensis
Oberth. (wenn denn die granadinische dejone einen Namen
haben soll) für die bei Granada, in der Nevada und Sierra
de Alfacar gefangenen Tiere vorschlagen, ich kann zwi-
schen den Stücken aus den drei resp. vier verschiedenen
Fluggebieten, die letztere ja auch der Höhenlage nach nicht
sehr von einander abweichen, keine Verschiedenheiten heraus-
finden. Alle von Oberthür angeführten Merkmale der Lanjaron-
Stücke passen sehr gut auch für die aus den anderen Fang-
gebieten stammenden dejone,
Neuerdings nun hat die Firma Dr. O. Staudinger und
A. Bang-Haas eine dejone v. magna in den Handel ge-
bracht (seit 1905 oder 1906, vergl. die Listen 50 und fol-
gende der Firma). Prof. Seitz führt nun in seinem Werke
En
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Y dr eV L, «
136 Carl Ribbe.
—
„Die Gross-Schmetterlinge der Erde“, I. Teil, pag. 222, eine °
v. magna Stgr. i. l. von athalia Rott. aus Süd-Spanien,
also aus Andalusien, an. Um Aufklärung zu erlangen,
wandte ich mich an Herrn O. Bang-Haas, ich äusserte in
meinem Schreiben, dass diese magna Stgr. nur eine deione-
Form sein könnte. Die Antwort bestätigte die Richtigkeit
meiner Vermutung, Herr Bang-Haas schreibt mir: „Was
Seitz als athalia v. magna bezeichnet, sind die dejone aus
Andalusien, die mein Vater bei Ihnen kaufte. Da die an-
dalusischen Stücke ganz nennenswert grösser und bunter
sind als die südfranzösischen, so habe ich sie abgetrennt
und als magna bezeichnet.“
Seitz und auch Bang-Haas irren, sie haben beide die
dejone v. nevadensis Öberth. nicht erkannt, obgleich sie
Seitz l. c. pag. 222 anführt und kurz beschreibt. Merkwür-
dig bleibt es noch, dass Seitz die magna irrtümlicherweise
zu athalia stellt und Staudinger als Autor i. l. für eine
Form angibt, die erst 1905 oder 1906 eingeführt wurde
(Staudinger starb am 13. Oktober 1900). Dass die andalu-
sischen dejone eine Lokalform darstellen, scheint sicher zu
sein, ebenso sicher ist. aber auch, dass in ein und demsel-
ben Gebiet nicht zwei Formen ein und derselben Art flie-
sen können, es bleibt demnach nur übrig, für die grana-
dinischen dejone die Bezeichnung v. nevadensis Oberthür
gelten zu lassen.
In der Färbung und. Zeichnungsanlage sind die anda-
lusischen dejone recht konstant, der Flügelschnitt haupt-
sächlich der Vorderflügel ändert sich jedoch. Bei den meisten
Männern sind die Vorderflügel mehr rundlich, ähnlich wie
bei phoebe v. oceitanica, doch kommen Stücke mit mehr
in die Länge gezogenen Vorderflügeln, ja selten auch solche
mit schmalen Hinterflügeln vor. Das gleiche fand ich auch
bei den Weibern, auffallend hierbei war mir, dass bei den
gezogenen Tieren viele schmalflügeligen Stücke waren.
Der Flug von deione unterscheidet sich merklich von
dem der phoebe v. oceitanica. Deione schwebt langsam,
ruhig in den Tälern auf und ab und setzt sich gern auf
Blumen (phoebe v. occitanica mehr auf die Steine der Tal-
sohle). Die Flugzeiten sind nur unwesentlich, je nach den
Höhenlagen, verschieden. Ende April bis Anfang Juni Mn
fliegt der Falter oberhalb der Alhambra, Anfang Mai bis
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 137
|
Ende Juni in der Sierra de Alfacar und auf der Hochebene
von Puche. Im Juli bei der Dehesa de la Vibora und bei
Lanjiaron in der Sierra Nevada.
1821 fand ich oberhalb der Alhambra auf niederen Pflan-
zen (Spitzwegerich?) eine ganze Anzahl Raupen dieser Art
gemeinschaftlich lebend (Anfang März) und zog dann Ende
April eine Reihe von sehr schönen Stücken, die sich durch
besonders feurige Färbung auszeichneten. Diese feurige
Färbung scheint besonders bei den gezüchteten Melitaeen
aufzutreten, denn auch meine gezogenen aurinia v. iberica
und desfontainii v. baetica zeigten diese Eigentümlichkeit.
Korb schreibt mir, dass er dejone im Juni in der Sierra
de Espuüa gefangen habe. nach vier Stücken aus der Aus-
beute von Korb gehören die murcianischen Stücke zu neva-
densis.
Auch zu dejone vergleiche die Untersuchungen der Ge-
nerationsorgane von Dr. A. Dampf auf pag. 138 ft.
parthenie Bkh.: 1880, 1881 und 1905 fingeu wir die-
sen Falter im Juli, August in der Sierra Nevada auf sump-
figen Stellen in einer Höhe von zirka 2000 m. Staudinger
führt in seiner Lepidopteren-Doublettenliste Nr. 1 eine par-
thenie v. nevadensis an; scheinbar hat er aber später diese
Form nicht beschrieben.
Neuerdings hat nun Spuler den von Staudinger in sei-
ner Liste 1. c, gegebenen Namen nevadensis wieder einge-
führt. Besser wäre es jedoch gewesen, wenn Spuler eine
andre Bezeichnung gewählt hätte, da ja von der so nahe-
stehenden dejone schon eine nevadensis aufgestellt worden
ist, ich möchte daher vorschlagen, die parthenie-Form um-
zutaufen, und schlage den Namen veletaensis vor. Es lie-
gen mir nur wenige Stücke vor, die von parthenie aus den
Alpen sich durch mattere und geringere Zeichnung (sich
also dejone nähern) auf der Oberseite auszeichnen. Spuler
beschreibt seine parthenie v. nevadensis wie folgt.
„v. nevadensis (wohl von der Sierra Nevada abgelei-
tet) ist, auch im © durch die gestreckte Flügelspitze gut
gekennzeichnet, der & lebhaft rotgelb (mattbraun, Ribbe!),
-- das ®© mit hellerer gelber Mittelbinde, daher viel bunter
als unsre Formen erscheinend; Aragonien.“ Staudinger
gibt für parthenie Hispania an.
138 Carl Ribbe.
Herr Dr. A. Dampf hatte die Güte, auf mein Ersuchen
von einigen Melitaeen-Arten, hauptsächlich von solchen aus
Andalusien, die Generationsorgane zu untersuchen und gebe
ich nachstehend die Resultate dieser Untersuchungen.
Untersuchung der Generationsorgane
einiger Melitaeen-Arten.
Von Dr. A. Dampf.
Die Tagfaltergättung Melitaea hat durch die starke Variabi-
lität ihrer Angehörigen sowie durch die Neigung, zahlreiche Lokal-
rassen mit scharf ausgeprägten Eigentümlichkeiten zu bilden, dem
. Artsystematiker bisher manches schwer zu lösende Rätsel aufgelegt.
Leider hat man in fast allen Fällen ausschließlich das äußere Kleid
des Falters betrachtet und die innere Morphologie, im besonderen
die Morphologie der Generationsorgane, stark vernachlässigt. Die
wenigen Arbeiten, die wir darüber besitzen, gehen auf den Bau des
Copulationsapparates nur ein, um daran die Verschiedenheiten dieser
Organe bei den einzelnen Gattungen zu illustrieren, oder machen
Stichproben, ohne einen bestimmten Plan zu verfolgen. Eine Ueber-
sicht, wie sie Petersen für die paläarktischen Argynnis- und
Eupithecia-Arten oder Chapman für die Erebia-Arten ge-
geben hat, fehlt uns noch, obwohl der Bearbeiter hier ein äußerst
dankbares Feld finden würde.
Wie schwierig in dieser Gattung die richtige Auffassung
mancher Arten ist, zeigt uns z.B. ein Vergleich des Stgr.-Rbl.schen
Kataloges mit der Bearbeitung der Melitaeen durch Seitz in den
„Schmetterlingen der Erde“. Es soll hier nicht auf die Differenzen
eingegangen werden, sondern es sei nur bemerkt, daß durch die
Angabe von Seitz, Melitaea desfontainii God. sei nur eine
Form von M. aurinia, während Stgr. sie als eigene Art betrachtet,
Herr C. Ribbe veranlaßt wurde, mir beide Formen zwecks Lösung
der Frage zur anatomischen Untersuchung zuzusenden, unter gleich-
zeitiger Beifügung einer Anzahl Exemplare von M. athalia und
M. dejone H. G., um auch über die Artrechte der letzteren ins
Klare zu kommen. Die erhaltenen Resultate sind im Folgenden
dargelegt.
Melitaea desfontainii v. baetica Rbr., M. aurinia Rott. var.
provineialis B., v. iberica Obth., v. merope Prun.
Vergleichen wir den männlichen Genitalapparat von M. des-
fontainii v. baetica (Fig. 1, 2) und M. aurinia v. iberica
(Fig. 3, 4) (von beiden Arten wurden Stücke der sog. Stammart nicht
untersucht), so fällt uns sofort der starke Unterschied ins Auge, der
uns erlaubt, nur von einer relativ geringen Verwandtschaft dieser
beiden scharf getrennten Arten zu sprechen. Beide besitzen einen
dorsoventral zusammengedrückten, massigen Genitalapparat, der bei
v. baetica fast zweimal so breit als hoch ist, während bei v. ibe-
rica die Länge der queren Horizontalachse und der Vertikalachse
gegeneinander bedeutend weniger differiert.e. Das 9. Tergit (IXt) ist
bei v. baetica unter rechtem Winkel nach hinten umgeknickt und
a
u.
est
]
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 139
bildet einen schmalen Halbring, der auf der Valvenoberseite aufliegt.
Während sich bei v. iberica das Tergit dorsal zu einem relativ
breiten Tegumen erweitert, das am Hinterrande zwei kräftige spitze
dreieckige Fortsätze (U) trägt, deren Enden von oben gesehen den Val-
venhinterrand erreichen, sind bei v. baetica die entsprechenden Fort-
sätze (als geteilter Uncus zu bezeichnen) kurz, auf der Innenseite ausge-
schnitten und ragen nur sehr wenig vor. Der sternale Anteil des
9. Segments (IXst) ist bei beiden Arten in der Mittellinie tief aus-
geschnitten (bei v.iberica fast halbkreisförmig) und demgemäß
ein- und nicht ausgebuchtet, wie es sonst bei den Lepidopteren mit
einheitlichem Saccus der Fall ist. Als Saccus (Fig. 1—4, S) müssen
wir die jederseitigen kurzen Fortsätze bezeichnen, die am 9. Sternit
in der oralen Verlängerungslinie der Valvenlängsachse vorspringen
und deren Form ebenfalls bei beiden Arten verschieden ist.
Die Membran zwischen der inneren Valvenbasis und dem 9.
Sternit ist stark chitinisiert und bildet die sog. Ventralplatte, die bei
v. baetica ventralanal breit zungenförmig vorspringt, bei v. ibe-
rica nach hinten kegelförmig in eine scharfe Spitze ausläuft. In
beiden Fällen findet sich am Hinterrande der Ventralplatte jeder-
seits von dem zungen- oder kegelförmigen Gebilde ein nach oben
gerichteter Fortsatz, der den durchtretenden Penis lateral stützt
(auf Fig. 2 nicht dargestellt, da von der ansitzenden Penistasche
[Pt] überdeckt). Ein Scaphium fehlt beiden Arten.
Die kräftigen Valven sind bei beiden Arten recht kompliziert
und dabei ziemlich verschieden, wenn auch nach dem gleichen
Typus gebaut. Bei M. desfontainii v. baetica liegen die Ver-.
hältnisse folgendermaßen. Der gerade Oberrand biegt mit plötzlicher
Rundung in den schwach chitinisierten Hinterrand über, der etwas
nach innen umgeschlagen ist und auf seiner gewölbten Oberfläche
zahlreiche lange biegsame Borsten oder Haare trägt. Der Unterrand
ist anfänglich gleichfalls gerade, läuft aber dann in einen kräftigen,
etwas nach unten gerichteten und einwärts gekrümmten Fortsatz
aus, der am Ende mit ca. 5 kräftigen Dornen ausgezeichnet ist.
Eine feine membranöse Naht (vergl. Fig. 1) teilt den unteren Valven-
anteil auf der Außenseite vom oberen ab. Am Hinterrande, wo
borstenbesetzter Anteil und Unterrandfortsatz aneinandergrenzen,
findet sich dementsprechend ein Einschnitt, von dem ein kurzer ge-
krümmter Chitinstreif auf die Innenseite hinüberzieht. Das auf-
fallendste Gebilde auf der Innenseite ist ein mächtiger Haken, der .
senkrecht zur Valvenwandung entspringt, sich gegen das Ende ver-
diekt und dann plötzlich in eine nach hinten gerichtete gekrümmte
Spitze endet. Von dem Unterrandfortsatz führt ein Chintinstreif zur
Hakenbasis hin, ist aber von ihr durch eine membranöse Naht ge-
trennt, und da der Haken in der weichen Membran der Valvenwand
inseriert, besitzt er eine beträchtliche Beweglichkeit. Ob sich an
den Haken Muskeln ansetzen, habe ich nicht untersucht.
Bei M. aurinia v. iberica (Fig. 3, 4) sind die Valven be-
deutend kürzer und breiter, der Hinterrand dementsprechend länger,
der borstenbesetzte Anteil ist nicht durch einen tiefen Einschnitt
von dem hier nur wenig vorspringenden unteren Teil getrennt.
Während bei v. baetica der untere Fortsatz mehrere kräftige
Dornen trug, ist er hier zu einem breit gerundeten Vorsprung ent-
wickelt, der etwas nach innen gerichtet ist, einen Besatz zahlreicher
kurzer stumpfer Dornen zeigt und mit dem entsprechenden Fortsatz
140 Carl Ribbe.
der anderen Valve ventral beinahe zusammentrifft. Bei v. baetica
stehen die Valvenunterränder weit auseinander. Der kräftige
Fortsatz auf der Innenseite der Valven ist gleichfalls vorhanden,
nur gabelt er sich hier in einen oberen kurzen und einen unteren
längeren Ast, von denen der untere stark nach hinten gekrümmt
ist. Auch hier ist der Fortsatz beweglich eingelenkt.
Der Penis zeigt ebenfalls bei den beiden Arten Verschiedenheiten,
die jedoch nicht auffallend sind. Bei beiden ist der dorsale Teil sehr
stark chitinisiert (im Gegensatz zuArgynnis, wo es der ventrale ist)
und springt apikal als scharfe Spitze vor, die bei v. iberica etwas
nach unten gekrümmt ist. Der ventrale Teil ist nur soweit chiti-
nisiert, soweit er nicht. aus der Penistasche hervorschaut, ist im
übrigen membranös, und bei beiden Arten tritt der Schwellkörper
als unregelmäßiges, lappiges, mit feinen, durchsichtigen Zähnchen
besetztes Gebilde vor. - Während wir bei v. baetica im Schwell-
körper bei starker Vergrößerung jederseits eine kleine unscheinbare
Gruppe zusammenhängender stumpfer Chitinzähnchen erkennen,
finden wir bei v. iberica eine paarige Gruppe zahlreicher Kurzer,
spitzer, kegelförmiger Stachel, die jedoch erst bei starker Vergröße-
rung zu erkennen sind.
Die südfranzösische Form der M. aurinia (v. provinci-
alis B.) wurde von mir gleichfalls untersucht, ebenso die Alpen-.
form v. merope Prun., es konnte jedoch kein Unterschied gegen
die Stammart gefunden werden. Dieser Fall zeigt ganz besonders
deutlich die Ueberlegenheit der morphologischen Arbeitsmethode
gegenüber der biologischen. Seitz hatte auf Grund des ganz ab-
weichenden Fluges der var. merope vermutet, daß diese Form
eigene Art sei und hatte dagegen desfontainii mit aurinia
vereinigt. Wie wir sahen, ist beides falsch und desfontainii eine
ausgezeichnete Art, während v. merope, trotz der äußeren Klein-
heit sogar in der Größe des Genitalapparates sich wenig von der
. Stammart aurinia unterscheidet. Es ist übrigens leicht begreiflich,
daß man bei Berücksichtigung der Biologie wenig über die Ver-
wandtschaft der Arten aussagen kann, denn auch Angehörige einer
Art können sich veränderten Lebensbedingungen anpassen und da-
durch ganz andere Gewohnheiten gewinnen, als die Stammform be-
sitzt, ohne doch dadurch den Zusammenhang mit ihr aufzugeben;
und andererseits können Fälle von ähnlicher Lebensweise Convergenz
bedingen und dadurch Verwandtschaft vermuten lassen, wo solche
tatsächlich nicht vorhanden ist. In neuester Zeit, wo die Biologie
endlich die ihr seit langem gebührende Stelle eingenommen hat,
scheint die Gefahr nahe zu liegen, daß man im Ueberschwange der
biologischen Betrachtungsweise die morphologisch - systematische
unterschätzt, und das wäre im Interesse der Wissenschaft nur zu
bedauern.
Melitaea dejone H. G., athalia Rott., aurelia Nick.,
parthenie Bkh., dietynna Esp.
Wir haben in dieser Gruppe einen zweiten Bautypus des männ-
lichen Genitalapparates vor uns, der sich in erster Linie dadurch
auszeichnet, daß die beiden Saccusfortsätze nicht seitlich verlagert
sind, sondern nur durch eine relativ unbedeutende Einkerbung ge-
trennt werden. Des weiteren fehlt die Chitinstachelanhäufung an
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 141
der unteren Valvenhinterecke, und der Hinterrand der Valven ist
in einen schmalen, teils fischschwanzähnlichen, teils sonstwie un-
regelmäßig gestalteten Fortsatz ausgezogen.
Beginnen wir die Betrachtung mit M. athalia Rott. (Fig. 5, 6).
Der Genitalapparat ist übrigens schon von Klinkhardt*) be-
schrieben und abgebildet worden, ebenso gibt Buchanan-
White**), eine rohe, aber unverkennbare Figur. Charakteristisch
ist der Besitz zweier, etwas nach oben gerichteter und unter ein-
ander paralleler Uncusfortsätze (U) (die regelmäßiger und schlanker
sein können als es die Zeichnung wiedergibt), die bei den übrigen
genannten Arten nicht vorkommen. Der Saccuseinschnitt (S) zeigt
parallele Ränder und die beiden kurzen Saccusfortsätze laufen re-
‚lativ spitz zu. Auch hier ist die Ventralplatte mächtig entwickelt,
die sich an die Valven und an das 9. Sternit sehr fest ansetzt und
dem Genitalapparat der Melitaeen etwas starres gibt, was wir bei
Argynnis garnicht finden. Die beiderseitigen Fortsätze, die den
Penis flankieren, fehlen ebenfalls nicht. Die Valven stehen gegen-
einander schräg gerichtet, die Unterränder berühren sich jedoch
nicht, sondern lassen einen breiten Zwischenraum frei. Sie haben,
von außen gesehen, eine rundliche Gestalt, sitzen mit dem etwas ab-
geflachten Vorderrande am 9. Sternit und 9. Tergit an, während der
Hinterrand einen schmalen dreizipfligen Anhang trägt (Fig. 5, Pr. 2)
(nach Klinkhardts Abbildung zu urteilen, kann die Zahl der
Zähne am Anhang variieren). Der größte Teil der Oberrands-
rundung ist dicht mit langen, weichen Borsten besetzt. Auf der
Außenseite findet sich in der Höhe der borstenbesetzten Stelle eine -
schwache Vorwölbung, während die Innenseite durch einen kräftigen,
hakenförmig gebogenen und nach einwärts und hinten gerichteten
Fortsatz (Pr.) ausgezeichnet ist, der ungefähr von der Valvenmitte ent-
springt und mit dem Unterrande durch eine starke borstenbesetzte
_ Leiste verbunden ist (in Fig. 5 durch stärkere Punktierung wieder-
gegeben). Bei desfontainii var. baetica u. M. aurinia war
der Fortsatz beweglich, was hier nicht der Fall ist, dagegen trägt er
auf der Innenseite eine Anzahl teilweise gespaltener Zähnchen, die
Klinkhardt mit Schlangenzungen vergleicht.
Der relativ schlanke, stark chitinisierte Penis zeigt einen
stumpfen braun chitinisierten unpaaren Endlobus und daneben im
Schwellkörper jederseits eine Gruppe kurzer stumpfer Chitinstacheln:
Im Stgr.-Rbl.schen Kataloge steht bei M. dejone: „Sequ. sp.
(Athaliae) forma Darwin?“, es wird also vermutet, daß M. dejone
irgend eine Form von M. athalia sei. Wie ein Blick auf die hier
gegebenen Abbildungen des Genitalapparates (Fig. 7, 8) zeigt, ist
diese Vermutung nicht richtig, sondern dejone eine gute Art, die
mit M. athalia nicht mehr Verwandtschaft besitzt als mit einer an-
deren der oben genannten Arten. Von M. athalia unterscheidet
sie sich sofort durch das Fehlen des geteilten Uncus, dann durch
*) Klinkhardt, V.: Beiträge zur Morphologie und Morpho-
genie des männlichen Genitalapparates der ucszet Leipzig,
1829295516, 17... 1. Fig. 6.
**) Buchanan-Withe, On the male Genital Armature in the
European Rhopalocera (Trans. Linn. Soc. Lond. [2], Zoology, Vol. I.
pl. bb, a 23).
142 Carl Ribbe.
das Fehlen eines unteren Zahnes am Fortsatz des Valvenhinterran-
des, der hier einen glatten Unterrand zeigt (Fig. 7, Pr.), weiter
durch die gerundete Ausnagung zwischen den Saccusfortsätzen
(Fig. 8, 5), sowie durch die etwas andere Valvenform. Das Penis-
ende ist stark verschieden, da hier der mittlere unpaare zusammen-
gedrückte Lappen viel schwächer chitinisiert und oben eingekerbt ist,
sodaß er am Ende geknopft erscheint, und die mit Chitinstacheln
besetzten Partien im Schwellkörper sich zu keulenartigen, mit
kurzen dicken Stacheln besetzten Gebilden umgestaltet haben.
M. aurelia Nick. (Fig. 9, 10) zeigt schon durch ihren Genital-
apparat an, daß sie körperlich kleiner als die anderen Arten ist.
Der Hauptunterschied liegt hier im Fortsatz des Valvenhinterrandes,
der kurz und breit und sehr unregelmäßig gezähnt ist. Ein mittlerer
Zahn ist der längste und krümmt sich etwas nach innen. Die Zäh-
nelung des Fortsatzes auf der Valveninnenseite gibt gleichfalls Un-
terscheidungsmerkmale, da sie hier viel schwächer als bei dejone ist.
Der Penis läßt im Endteil gleichfalls den jederseitigen keulenför-
migen bestachelten Chitinkörper erkennen, sowie einen unpaaren
Endlappen, dessen verjüngtes Ende nach oben gekrümmt ist. Welche
Art Buchanan- White unter dem Namen M. britomartis
Assm. (l. c. Fig. 24) abgebildet hat, konnte ich nicht feststellen,
mit M. aurelia hat sie jedenfalls nichts zu tun. Dagegen spricht
schon der wie bei M. dejone schlank ausgezogene zweizipflige
Hinterrandfortsatz der Valven, der kurze stumpfe einheitliche
Uneus, sowie die beiden inneren Fortsätze, die sich beinahe medial
berühren. Wenn das von White untersuchte Tier tatsächlich bri-
tomartis war, so muß diese bisher als var. von M. aurelia be-
trachtete Form Artrechte erhalten.
Sowohl M. parthenie wie M. dietynna sind durch den
. Besitz eines fischschwanzähnlichen Fortsatzes am Valvenhinterrande
gekennzeichnet, stimmen aber im übrigen mit den vorstehend ge-
schilderten Arten überein. Bei M. dietynna reicht der gekrümmte
Fortsatz der Valveninnenseite über den Valvenoberrand hinaus und
ist ganz glatt, während er bei M. parthenie (Fig. 11,12) den Val-
venoberrand nicht erreicht und auf der Innenseite mehrere Zähnchen
trägt. Der fischsehwanzähnliche Fortsatz zeigt bei M. dietynna
am unteren Ast noch einen accessorischen Zahn, der bei M. par-
thenie fehlt, außerdem läuft der obere Ast bei M. dietynna
spitz zu, während er bei der anderen Art eingekerbt ist. Das Te-
gumen trägt bei M. dietynna jederseits am Hinterrande einen
kurzen, stumpfen, dreieckigen Vorsprung als Uncusrest, bei M. par- }
thenie geht dagegen der Hinterrand ohne scharfen Absatz inden
Darmkegel über. Dem Penis fehlt bei M. dietynna der mediale N
Endlobus, die beiden keulenförmigen, stachelbesetzten Körper sind,
wenn auch schwächer chitinisiert, vorhanden. Bei M. parthenie
ist dagegen der Endlobus ähnlich wie bei M. aurelia geformt und
die Stacheln der beiden Chitingebilde sind kräftiger als bei M.
dietynna.
Sollten wir die Unterschiede im Genitalapparate der von uns
betrachteten Melitaea-Arten nochmals in Form einer Bestimmungs-
tabelle darstellen, so erhielten wir folgendes:
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 143
1. Saccus geteilt, aber nahe der Medianlinie angeordnet 2
Y „ die Teilstücke seitlich in die Verlän-
gerung der Valvenlängsachse verlagert. . ..6
2. Deutlicher zweispitziger Uncus vorhanden . . . . M.athalia
Uneus rudimentär oder fehlend . . . 3
3. Hinterrand der Valven mit fischschwanzähnlichem
Fortsatz . . 4
Hinterrand der Valven mit verschiedenartig ge-
kerbtem oder gesägtem Fortsatz . . 5
4. Fortsatz der Valveninnenseite ungezähnt und über
den Valvenoberrand hervorragend EN M. dietynna
Fortsatz der Valveninnenseite gezähnt, nicht vorrag. M. parthenie
5. Fortsatz des Valvenhinterrandes kurz, unregel-
mäßig gezähnt . . M. aurelia
Fortsatz des Valvenhinterrandes schlank, an der
Spitze eingekerbt . . . . M. dejone
6. Fortsatz der Valveninnenseite gegabelt, untere Val-
venhinterecke mit zahlreichen Chitindornen . . M. aurinia
Fortsatz der Valveninnenseite einfach, untere Val-
venhinterecke mit einigen kräftigen Stacheln . M.desfontainii
Erklärung der Abbildungen.
(Die Umrisse der Zeichnungen sind mit dem Zeichenapparat
nach. Kalilaugenpräparaten angefertigt, die Vergrößerung beträgt
durchgehend 1: 24
Fig. 1. Genitalapparat von Melitaea desfontainii v. baetica Rmb. &.
Seitliche Ansicht. Penis entfernt (Nr. 472, Alfacar, Ribbe).
Fig. 2. dto. Dorsalansicht. Penis entfernt.
Fig. 3. Genitalapparat v, M. aurinia v. iberica Obth. &. Seitliche
Ansicht. Penis entfernt (Nr. 470, Alfacar, Ribbe).
Fig. 4. dto. Dorsalansicht. Penis und Penistasche entfernt.
Fig. 5. Genitalapparat von M. athalia Rott. &. Seitliche Ansicht.
Penis entfernt. (Nr. 463, Lößnitz, Ribbe).
Fig. 6. dto. Dorsalansicht. Penis und Penistasche entfernt.
Fig. 7. Genitalapparat von M. dejone v. nevadensis %. Seitliche
Ansicht. Penis entfernt (Nr. 464, Alfacar, Ribbe).
Fig. 8. dto. Dorsalansicht. Penis und Penistasche entfernt.
Fig. 9. Genitalapparat von M. aurelia Nick %. Seitliche Ansicht.
Penis entfernt (Nr 483, Oberbayern. Ribbe).
Fig. 10. dto. Dorsalansicht. Penis und Penistasche entfernt.
Fig. 11. Genitalapparat von M. parthenie Bkh. %. Seitliche An-
sicht. Penis entfernt (Nr. 479, Digne, Ribbe).
Fig. 12. dto. Dorsalansicht. Penis und Penistasche entfernt.
Die Buchstaben bedeuten! O — Eingang ins Valveninnere,
Pt — Penistasche; Pr ! - Fortsatz der Valveninnenseite; Pr? —
Fortsatz des Valvenhinterrandes; S — Saceus; U— Unceus; V —-
Valve; IX st — Sternit des 9. Abdominalsegments; IX t — Tergit
des 9. Abdominalsegments.
144
Carl Ribbe.
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146
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 147
ArgynnisF.
hecate v. aigina Fruhstorfer: In der Ina
Entomologischen Zeitschrift (Guben) 1908, Nr. 29, pag. 194
beschreibt Fruhstorfer die andalusischen hecate als eine
besondere Lokalform und nennt sie aigina, seine Beschrei-
bung lautet:
„O9. Spanische hecate differieren von östlichen For-
men durch die blassere Grundfärbung, die lichtere Basal-
hälfte der Hinterflügel - Oberseite und hellgelbe Gesamtfär-
bung der Hinterflügel-Unterseite, in der die rötlichen Fel-
der z. T- völlig verschwunden oder auf wenige Wischflecke-
reduziert sind. Patria: Andalusien, Sierra de Alfacar, C.
- Ribbe leg.“
Wir erbeuteten hecate v. caucasica resp. v. aigina so-
wohl in der Sierra de Alfacar, als auch (in nur wenigen
Stücken) in der Sierra Nevada in den Tälern bei der De-
hesa de la Vibora. In der Sierra de Alfacar fand sich
hecate aigina nur in dem Barranco de los Robles und bei
der Fuente Pajarero, ferner in dem Tale, das von dieser
Quelle nach der Wiese hinaufführte, in welcher die Fuente
de la Fraguara liegt. Diese Argynnis liebt solche Stellen,
wo kleine wiesenartige Flecke mit Busch und Baumwald ab-
wechseln, hier wird der Falter in der Sonnenwärme mit
nicht zu schnellem Fluge dahinschweben, um sich öfters auf
Blumen und den Boden zu setzen. Die Flugzeit in der
Sierra de Alfacar beginnt Mitte Juni, Ende Juli trifft man
nur noch abgeflogene Stücke. Hecate ist sehr lokal und
nirgends sehr häufig in den Bergen Andalusiens. Ich habe
lange geschwankt, ob ich die in der Sierra de Alfacar ge-
fangenen hecate unter dem Fruhstorferschen Namen aigina
wirklich abtrennen soll, da die Aehnlichkeit mit caucasica
recht gross ist, und Staudinger als Autor von caucasica
auch Andalusien als Heimat für diese Lokalform anführt.
Entscheidend waren jedoch. die wenigen Stücke, die wir in
der Sierra Nevada Ende Juli fingen, sie sind von hecate
caucasica nicht zu unterscheiden. Sie sind vor allem ober-
und unterseits nicht so hell wie aigina, der Basalteil jedoch
ebenso dunkel wie bei östlichen caucasica.
v. ceaucasica Stgr.: Ob die im übrigen Spanien vor-
kommenden hecate zu caucasica, zu aigina oder zu eigenen
Lokalformen zu rechnen sind, kann ich nicht feststellen, da
mir das Material hierzu fehlt. Nach Zapater und Staudinger
möchte man annehmen, dass die Tiere aus dem übrigen
148 Carl Ribbe.
Spanien (Zapater gibt Aragonien für hecate, Staudinger
Hispania für caucasica an) zu caucasica und aigina rechnen.
lathonia L.: Wir fingen diesen Falter sowohl bei Mä-
laga, als auch bei Granada, in der Ebene und in den Ber-
sen. In der Nevada trafen wir lathonia bis zu einer Höhe
von zirka 1500 m. Röber hat von lathonia eine Form
saturata aufgestellt und soll diese sich durch rostbraune
Verdunkelung zwischen den Silberflecken der Unterseite der
Vorderflügelspitze und auf den Hinterflügeln auszeichnen,
die Oberseite soll blasser gelb sein. Alle meine andalusi-
schen lathonia haben diese rostbraune Verdunkelung una
ein grosser Teil ist auf der Oberseite heller gefärbt wie
deutsche Stücke und könnte eventuell also \der Name
saturata für die aus Andalusien stammenden lathonia gelten.
Obwohl lathonia nirgends von uns in Andalusien häufig
angetroffen wurde, glaube ich doch, dass das Tier überall
zu finden sein wird, wie es ja auch sonst noch an vielen
Stellen in Portugal und Spanien gefangen worden ist.
aglaja L.: In der Sierra Nevada auf der Loma de
S. Geronimo und in den kleinen Tälern, die sich hier ab-
zweigen, wird man das Tier, doch nur ganz einzeln, im
Juli-August dort oben, 2000 m hoch antreffen. — Rambur
fand die Raupe am Fusse der Veleta. — Zapater gibt Ara-
sonien, Martorell Catalonien an.
Chapman N.-W.-Spanien.
niobe L.: In demselben Gelände wie die vorerwähnte
Art gefunden. Auch in Aragonien, Catalonien, Castilien
und bei Bilbao.
ab. eris Meig.: Ein einziges Stück 1905 unter wenigen
der Stammform erbeutet. Zapater gibt die Form von niobe
für Teruel an.
* adippe L.: Soll im Juli in der Sierra Nevada flie-
gen; ich habe niemals dort ein Stück gesehen. Kommt in
Teruel, Catalonien, Portugal, Castilien und bei Bilbao vor.
Öhapman gibt N.-W.-Spanien an.
v. chlorodippe H. S.: In allen Jahren 1871, 1880,
1881, 1905 haben wir diesen Falter nur in der Sierra de
Alfacar gefangen und zwar hauptsächlich im Barranco de
los Robles, an der Fuente de la Teja und bei der Fuente
de la Casilla. In der Sierra Nevada fingen wir das Tier
nicht. — Chlorodippe liebt die Sonne und offene Stellen in
den Tälern und setzt sich mit Vorliebe auf die an sumpfigen
Stellen zwischen Binsen stehenden Disteln. — Mitte Juni
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 149
beginnt die Flugzeit und dauert dieselbe bis Ende Juli; im
August wird man nur noch abgeflogene Stücke erbeuten. Kommt
nach Staudinger auch in Hispania c. (Castilien) vor. Nach
Zapater und Korb in Teruel, nach Mendes in Portugal und
nach Kheil in San Ildefonso in der Sierra de Guadarrama
(zusammen mit cleodippe). — Die Raupe, die wahrschein-
lich an einer Viola-Art lebt, findet man unter Steinen.
ab. morena n. ab.: Die Weiber von chlorodippe kom-
men in zwei Farbennüancen vor; die gewöhnliche ist die
gelblich-braune, die seltenere ist braunrot, beinahe so feurig
wie der Mann, man kann, da diese letztere Färbung sich
öfters wiederholt, wenn man reichliches Material von chlo-
rodippe-Weibern hat, eine Aberrationsbezeichnung neu ein-
führen, und schlage ich den Namen morena vor. Unter den
vielen chlorodippe, die ich 1880, 1881 und 1905 in der
Sierra de Alfacar gefangen habe, befanden sich mehrere
auffällige Farben- und Zeichnungsaberrationen. So habe ich
1881 einen Mann gefangen, bei dem die schwarzen Flecken
auf der Mitte der Vorderflügel-Oberseite zu einer schwarzen
Binde zusammengeflossen waren. 1905 brachte ich ein albi-
nistisches Stück mit, bei welchem die Vorderflügel hellgelk
waren, ein andrer Mann zeigte die Mittelfllecke der Vorder-
flügel-Oberseite sehr reduziert, so dass das Tier ganz merk-
würdig aussah. Mehrere Weiber habe ich 1880—1881 ge-
fangen, bei welchen die Hinterflügel-Oberseite nicht nur teil-
weise, sondern ganz grün überstäubt waren.
ab. (v.) eleodippe Stgr.: Wir fingen diese in Zentral-
Spanien häufiger auftretende Varietät nur in zwei Exem-
plaren unter den vielen chlorodippe 1905 in dem Barranco
de los Robles in der Sierra de Alfacar. Soll auch in der
Sierra Nevada vorkommen. — Staudinger gibt Iris V, pag.
333, Castilien an; Mendes 1. c. pag. 159, Portugal.
pandora Schiff.: Kommt überall in Andalusien vor.
Wir fingen den Falter hauptsächlich in der Sierra de Alfa-
car und einzeln in der Sierra Nevada, oberhalb der Alham-
bra und im Darro-Tale. In der nächsten Umgebung von
Granada fängt er Mitte Mai an zu fliegen und in der Sierra
de Alfacar Anfang Juni. — In manchen Jahren ist er sehr
häufig, so 1880 in der letztgenannten Sierra; durch Zufall
fanden wir im Barranco de los Robles eine Stelle, wo A.
pandora zu Hunderten flog. Das Tier liebte es, sich auf
die Unterseiten der Eichenblätter zu setzen und war dann
leicht mit dem Netze abzustreifen. Im allgemeinen aber ist
150 ;h Carl Ribbe.
das Tier in weniger günstigen Jahren an denselben Stellen
wie A. v. chlorodippe einzeln und auch an blühenden Di-
steln zu finden. — 1871 fing mein Vater am 11. September
am Genil eine pandora.. — Die Raupe lebt an Viola. —
Walker beobachtete am Felsen von Gibraltar am 19. Sept.
18558 einen Schwarm von pandora.
ab. paupereula Ragusa: Ist in Andalusien unter der
Stammform nicht zu selten. — Pandora und ab. paupercula
kommen in ganz Spanien und Portugal vor. Die andalusi-
schen pandora scheinen nicht so braun und grünlich ge-
färbt zu sein wie Stücke aus anderen Gebieten, meine 1905
bei Granada und in der Sierra de Alfacar gelangenen pan-
.dora sehen wie ausgeblasste, alte Stücke aus, sie sind heller
wie pandora aus Bosnien und Tunis.
Anmerkung. Argynnis paphia v. anargyra Stgr.: Palaearet Fau-
nengeb. I. Abt. v. Dr. A. Seitz, pag. 241 schreibt Dr. Seitz bei
anargyra, dass diese Form in Griechenland, Corsica, Sardinien
und dem südlichen Spanien ausschliesslich oder vorherrschende
Vertreterin von paphia sei. Unter „südlichen Spanien“ kann man
nun doch nur Andalusien und event. Murcia verstehen, aus bei-
den Gebieten ist aber das Vorkommen von paphia oder der
Form anargyra nicht bekannt. Wahrscheinlich meint Dr. Seitz
nördliches und zentrales Spanien, denn bei Bilbao, in Catalonien
: und im Albarracin wird das Vorkommen von paphia von ver-
schiedenen Autoren erwähnt.
Danainae.
Danais Latr.
* chrysippus L.: Der Vollständigkeit halber führe ich
chrysippus und auch plexippus mit an. — Chrysippus wurde
bei Gibraltar von Lieut. Commander Cochran in seinem
(Garten in Rosia am 24. Oktober 1886 gefangen.
* plexippus L.: Soll ebenfalls bei Gibraltar gefangen
worden sein. Natürlich sind beide Tiere, vor allem plexip-
pus, nur eingeschleppt worden und haben sich nicht halten
können. Vergl. Dr. H. Rebel und A. Rogenhofer, Lepidop-
terenfauna der Canaren, Annales d. k. k. Naturhist. Hof-
museums Wien 1894, Band IX., Heft 1, pag. 35—37.
Satyrinae.
Melanargia Meig.
lachesis Hb.: Es ist gewiss sehr auffallend, dass bei
Granada drei Arten von Melanargia und zwar in der Sierra
IRIS, DRESDEN. BD. XXIII 120
Lichtdruck von A, Frisch, Berlin W 35
Melanargia lachesis et. aber.
BL,
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 151
de Alfacar an derselben Oertlichkeit fliegen. — Es müssen
dies drei gut voneinander getrennte Arten sein, denn unter
dem grossen Material, welches wir 1871, 1880, 1881 und
1905 zusammenbrachten, ist auch nicht ein Stück, welches
darauf hinweisen würde, dass eine Vermischung der Arten
stattgefunden hätte. — Lachesis ist besonders in der Sierra
de Alfacar zu finden, dort tritt das Tier in einigen Tälern
sehr häufig in jedem Jahre auf; auch in der Sierra Nevada
bei der Mine Estrella und in den verschiedenen Seitentälern
des Genil, auf der Hochebene von Puche traf ich das Tier
an. — Mitte Juni beginnt lachesis zu fliegen und dauert
ihr Flug bis in den August hinein; sonnige Wiesen sind
die Haupttummelplätze dieses Falters.
ab. olaria n. ab.: Lachesis und auch die gelbe cani-
‚gulensis aberrieren sehr stark. Die gewöhnliche Form ist
die auf Tafel I, Fig. 2, abgebildete, d. h. es sind .helle
Stücke, der Aussenrand der Vorder- und Hinterflügel zeigt
auf der Oberseite die Aussenpunktreihe sehr deutlich, auf
den Hinterflügeln bildete das Aussenrandschwarz kein zu-
sammenhängendes Band, sondern hat zwischen Rippe 5 und
6 eine nach aussen gehende, weisse Aufhellung. Bei Fig. 1
wird der Aussenrand der Hinterflügel noch heller, und auch
die Vorderflügel sind merklich aufgehellt. Bei den Figuren
8ö—8 tritt nun eine langsame Verdunkelung ein, die an den
Aussenrändern stehenden weissen Punktreihen verschwinden,
zuerst bei den Vorderflügeln, um zuletzt zu einer Form
überzugehen, die bis auf die weiss abgesetzten Fransen
ganz schwarze Aussenrandzeichnung hat (vergl. Fig. 9).
Diese letztere Form, die zwar nicht sehr häufig unter mei-
nen vielen lachesis, die ich 1880, 1881 und 1905 in Anda-
lusien gefangen habe, auftritt, scheint sich aber in jedem
Jahre zu wiederholen, daher ist eine Benennung als ab.
orlaria (spanisch orlar — rändern) gerechtiertigt.
ab. prieta n. ab.: Taf. I, Fig. 10. Stücke, bei welchen
auf der Oberseite das Schwarz der Aussenrandzeichnung mit
dem in der Mitte der Vorderflügel stehenden Schwarz zu-
sammenfliesst, sind sehr selten, doch habe ich 1880 und 1881
mehrere solcher Stücke in der Sierra de Allacar gefangen,
sie könnten den Namen ab. prieta (prieto — schwarz)
führen. Ganz geschwärzte Tiere, wie ich sie von ines bei
Granada fing, habe ich von lachesis nicht erbeutet.
In dem schönen Werke von Dr. Seitz „Die Gross-
schmetterlinge der Erde“ I. Vol. Fauna palaearctica, Tafel
152 Carl Ribbe.
35 b, ist leider Melanargia lachesis nicht gut zur Dar-
stellung gebracht, und ist dieses auch der Grund, warum
ich hier in meiner Fauna von Andalusien eine Reihe von
lachesis zur Abbildung bringe. Korb fing grosse Exemplare
in der Sierra de Espufa in Murcia im Juli und August.
Kheil fand lachesis in der Sierra de los Filabres und Sierra
Sagra. Staudinger gibt für lachesis Iberien an. Die Raupe
soll bis zum Mai an Gramineen, besonders an Lamarkia
aurea (?) leben.
ab. cataleuca Stgr.: Sehr vereinzelt unter der Stamm-
form. Nach Staudinger in Hispania, Zapater gibt diese
Form von lachesis für Teruel an. |
ab. eanigulensis Obth.: Diese gelbliche Form ist nicht
selten in der Sierra de Alfacar und Nevada. Erst vor kur-
zem erfuhr ich, dass die gelbe Form von lachesis schon
beschrieben war, meine flava muss also als Synonym zu
canigulensis gezogen werden. Nach Rühl und Spröngerts
in den Ost-Pyrenäen; wahrscheinlich überall, : wo lachesis
vorkommt.
ines Hifsgg.: Wir erbeuteten diesen Falter bei Mälaga,
Granada, in der Sierra de Alfacar und Sierra Nevada. In
manchen Jahren ist ines recht selten; 1905 z. B. hatten wir
grosse Mühe, eine grössere Anzahl zusammen zu bekom-
men. Vor allem bei Mälaga war ines sehr selten, doch
auch bei Granada nur einzeln anzutreffen. Walker gibt
ines als selten in den Korkeichenwäldern der Bai von Al-
geciras an, auch bei Cädiz Gaucin, Bobadilla, Antequera,
Loja, Jain, Sierra de los Filabres, Ronda wurde das Tier
beobachtet. Krüger sah ines in Obstgärten bei Gibraltar
Anfang Mai. Korb führt ines als von ihm gefangen (Juni,
Juli) in der Sierra de Espufa an.
ab. margena n. ab.: Ebenso wie bei lachesis, kann
auch bei ines ein Verdunkeln eintreten, d. h. die weissen
Punktreihen des Vorder- und Hinterflügel - Aussenrand-
schwarz können allmählich verschwinden, um zuletzt ganz
zu fehlen; solche Stücke mögen den Namen margena führen.
ab. nigerrima n. ab.: 18380 und 1881 habe ich bei
Granada mehrere schöne, ganz schwarze ines, bei welchen
die weissen Zeichnungen nur stellenweise durchschimmerten,
gefangen. Für diese extreme Aberration schlage ich den Namen
nigerrima vor. ‚Ines fängt bei Mälaga Anfang April, bei
Granada Anfang Mai, in der Sierra de Alfacar Mitte Juni
an zu fliegen. Die Flugzeit dauert ein bis zwei Monate.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 153
Der Falter liebt die flachen Talhänge und Weideplätze, so
ist er oberhalb der Alhambra bei den Algives de la Lluvia
nicht selten, und bei Mälaga fand ich ihn in allen bergigen
Gegenden. Staudinger gibt Iberien an.
ab. sulfurea Ribbe: Societas entomologica XX., 1905,
Nr. 18, pag. 138.
Auch diese Form ist, wie canigulensis, eine gelblich-
braune Abart, die einzeln unter der Stammform gefunden
wird; sie ist nicht wie lachesis ab. canigulensis gelblich,
sondern mehr bräunlich gefärbt.
syllius Hb.: Bei Mälaga fand ich Mitte und Ende
April den Falter nur auf den Bergen dicht bei Olias. Bei
Granada fliegt er zusammen mit ines, ebenso in der Sierra
de Alfacar. Ende Mai beginnt er hier zu fliegen, und
dauert sein Flug bis weit in den Juli hinein. Nach Stau-
dinger in Iberien (Aragonien, Castilien, Catalonien), nach
Vieilledente auch in Portugal, nach Korb in Murcia (Juni).
ab. ixora B.: 1880 und 1881 erbeutete ich mehrmals
augenlose Stücke von syllius, die zu dieser Aberration ge-
hören.
Die Raupe von syllius lebt im Frühjahr auf Brachy-
podium pinnatum. Kheil fing Melanargia ines, syllius und
lachesis in der Sierra de los Filabres; er gibt folgende
Daten an: 26. VI. 1886 und für ines den ÜCerro de Nimar.
Erebia Dalm.
tyndarus v. hispania Butl.: Diese auffallende Form
von tyndarus fliegt nur in der Sierra Nevada, und zwar
in einer Höhe von zirka 2000 m; sie ist besonders häufig
auf der Loma de S. Geronimo. Der Falter ist nicht leicht
zu fangen, denn da meistens auf den Kämmen der Nevada
- ein sehr heftiger Wind weht und hispania ausserdem noch,
wie Sat. hippolyte, sehr scheu ist, gehört schon viel Glück
dazu, eine Anzahl derselben zusammen zu bekommen. Die
besten Fangstellen sind windgeschützte Einsenkungen, wo
kleine Wasserläufe mit saftigen grünen, wiesenartigen Rän-
dern sich befinden. Hier wird man auf den niederen Al-
penblumen hispania sitzend finden, das Tier liebt es aber
auch, sich auf den Boden, d. h. auf Steine, Gras und
feuchte Stellen zu setzen. Juli und August sind die Monate,
in welche die Hauptflugzeit fällt. Die Angabe Rühls, dass
Erebia manto im Juni in der Sierra Nevada vorkomme, be-
ruht auf der falschen Bestimmung von Voigt Stett. Ent. Z.
154 EL Carl Ribbe.
1889, pag. 385. Voigt verbessert sich jedoch |. c. 1890,
pag. 22 und stellt fest, dass er nicht manto, sondern tyn-
darus hispania gefangen hatte. Rühl hat diese Richtigstel-
lung übersehen.
Es ist gewiss recht merkwürdig, dass die grosse, weit
ausgedehnte Sierra Nevada, soweit bis jetzt festgestellt, nur
eine Erebia-Art. aufweist. Die Sierra de Albarraein in Arago-
nien hat nach Zapater und Korb drei Arten und die Ost-
Pyrenäen nach Struve (Stett. Ent. Zeitung 1882, pag. 425)
acht Arten mit einer Anzahl von Formen. Staudinger gibt
für die ganzen Pyrenäen 19 Arten (13) und Formen (6)
an. Tyndarus v. hispania neigt, wenn auch nicht stark,
so doch immerhin nach bestimmten Richtungen zum Aber-
rieren. Oberseite: Die Hauptiorm hat das weissgekernte
schwarze Doppelauge der Vorderflügel in einem nach un-
ten (nahe dem Innenrande) zu schmaler werdenden, hell-
braunen Fleck zu stehen, sehr, selten erreicht dieser läng-
liche Fleck bindenartig den Innenrand. Die Hinterflügel
haben eine bindenartige, mehr oder weniger zusammenhän-
sende Aussenrandsbinde, in welcher schwarze Punkte, die
letztere selten leicht weiss gekernt sind, stehen. Diese Aus-
senrandsbinde verbreitert sich meistens nach dem Vorder-
rande zu. Unterseite: Die Vorderflügel analog der Öber-
seite gezeichnet; nach der Wurzel zu stehen dicht an dem
hellbraunen Fleck zwei dunklere kurze Linien, die den Vor-
derrand aber nicht erreichen, der äussere dieser dunklen
Striche begrenzt den hellbraunen Spitzenfleck. Die Hinter-
flügel zeigen die für tyndarus charakteristische Färbung
und Zeichnung, nur ist alles eintöniger angelegt.
ab. blanca n. ab.: Neben der vorher erwähnten häu-
figen Form kommen nun mehrere konstant auftretende, ab-
weichende Färbungs- und Zeichnungs- Aberrationen vor.
Der Vorderflügelfleck und die Hinterflügel-Aussenrandsbinde
der Oberseite ist nicht hellbraun, sondern gelblich (isabell-
farben). Für diese Form schlage ich den Namen blanca
Vor.
ab. tresojos n. ab.: Des weiteren findet man Stücke,
die neben den beiden weissen Flecken in dem Schwarz des
Vorderflügelauges noch einen dritten weissen Fleck zeigen.
Hierdurch wird das Auge nach unten vergrössertt. Für
solche Tiere, die sehr selten sind, ich habe unter meinem
ganzen Material nur drei Stück gefunden, kann die Bezeich-
nung tresojos (tres — 3, 0jos — Augen) eintreten.
Be HUN Tt2: Bei "re A de 1 aa PR En aa 4
.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 155
ab. muchomancha n. ab.: Nicht zu häufig wird man
Stücke finden, die zwischen Ader 2 und 3 (nach Aurivil-
lius) einen schwarzen, kleinen Punktfleck, der ganz selten
weiss gekernt ist, zeigen. Diese Stücke kann man mucho-
mancha (mucho — viel, mancha — Fleck) nennen.
Bei zweien meiner vielen hispania steht auch noch
zwischen Ader 3 und 4 ein solcher kleiner, schwarzer
Fleck.
ab. morena n. ab.: Etwas häufiger wie die vorher
erwähnten Formen kommen verdunkelte Stücke vor. Bei
diesen ist oberseits die helle Vorderflügelbinde sehr redu-
ziert und auf den Hinterflügeln fehlt die hellbraune Aus-
- senrandsbinde ganz. Vergl. hierzu die Abbildung bei Seitz
l. ec. Taf. 37h. Für diese verdunkelten Tiere schlage ich
den Namen morena (schwarz) vor.
Ich will zu dem Vorstehenden nur erwähnen, dass ich
meine Formen nach zirka 1000 Exemplaren aus den ver-
| schiedenen Jahren aufgestellt habe.
Zu Erebia tyndarus v. hispana schreibt mir Herr Dr. A.
Dampf, dem ich gebeten hatte, die Genitalapparate zu unter-
suchen, folgendes: „Erebia tyndarus ist übrigens schon von
Th. A. Chapman: „A review of the genus Erebia, based on
an examination of tlie male appendages“ (Trans. Ent. Soc.
London 1898, pag. 209—239 pl. V—XV]) nach ihrem Genital-
apparat untersucht und abgebildet (l. e. t. XI f. 24) worden
und pag. 223 bemerkt Chapman: „The Spanish forms. his-
pana and pyrenaica, do not differ from the central — Eu-
repean forms.“ Die für die Stammform charakteristischen
Zähne auf dem Oberrande der hinteren Valvenhälfte, deren
Form und Anzahl etwas variiert, finden sich in genau der-
selben Weise bei v. hispana wieder. Von all’ den tyndarus-
Formen scheint allein nach den Abbildungen Chapman’s
(ll. t. X f. 23) zu urteilen, ottomana HS. Artrecht zu ver-
dienen und wäre es interessant, die var. balcanica Rebel zu
- untersuchen, ob sie tatsächlich einen Uebergang von ottomana
zu tyndarus bildet oder zu ottomana gehört. — Seitz zieht
>
ottomana und balcanica zusammen. COhapman’s wichtige Arbeit
fehlt leider im Staudinger-Rebel-Katalog bei den Literatur-
angaben.“
Satyrus Westw.
eirce F.: Am 23. Juli 1905 sah ich an der Fuente de
la Casilla mehrere wie S, v. vandalusica gefärbte Tiere
156 Carl Ribbe.
fliegen und war erstaunt, als ich deren fünf gefangen hatte,
dass es Satyrus circe war. Staudinger erwähnt pag. 53,
Katalog Staudinger und Rebel, dass circe nicht in Anda-
lusien vorkommt. Nur an diesem einen Tage und nur an
der vorgenannten Stelle habe ich Satyrus circe gesehen;
vordem (1880—81) und nachdem nicht wieder. Spuler gibt
Chiclana an .und erwähnt, dass die von dieser Gegend
stammenden circe die Flecken der Vorderflügel-Binde mehr
isoliert zeigen, er nennt diese Form v. hispanica. Circe kommt
in Aragonien, Castilien, Catalonien, Portugal und bei Bil-
bao, nach Korb im Juli in der Sierra de Espufa in Murcia
vor. Die Raupe (im Mai erwachsen), die nachts frisst, lebt
an Anthoxanthum odoratum (Ruchgras) Bromius und Lo-
lium perenne (Raygras, englisch). (?)
alcyone v. vandalusica Obth.: Diese schöne Form von
aleyone fliegt hauptsächlich in der Sierra de Alfacar, doch
traf ich das Tier auch in der Sierra Nevada an bis zu
1500 m Höhe. Vandalusica ist in manchen Jahren sehr häu-
fig in der Sierra de Alfacar; das Tier liebt blumige Wiesen
mit einzelnen Büschen, die Schatten spenden. Wenn der
Falter längere Zeit auf den in der Sonne stehenden Blumen
gesaugt hat, zieht er sich nach dem Schatten der Büsche He
zurück und setzt sich dann mit Vorliebe auf den sandigen
Boden; bei Verfolgung umkreist er die Büsche, um an an-
drer Stelle dann einen Ruhepunkt zu finden. Durch seine
bunte Unterseite leuchtet er schon von weitem dem Samm-
ler entgegen. — 1905 trafen wir Stellen, wo auf jeder
zweiten Blume vandalusica sass. Mitte Juni fängt er an zu
fliegen und dauert der Flug bis in den August hinein. —
Die Raupe lebt an Gräsern.
Satyrus alcyone v. vandalusica ist eine recht konstant
auftretende Lokalform. Unter den zahlreichen Stücken, die
ich 1880, 1881 und 1905 in Andalusien erbeutete, fanden
sich wenig abweichende Stücke. Auffällig war ein Albino,
den wir 1905 in der Sierra de Alfacar fingen. Die beiden
Hinterflügel waren weisslich-grau, die Zeichnungen der Ober-
und Unterseite schimmerten nur noch ganz verschwommen
durch. Leider war das Stück in sehr schlechter Erhaltung.
ab. noojos n. ab.: Der augenartige Fleck, der zwi-
schen Rippe 2 und 3 der Vorderflügel steht, ist oberseits
bei den meisten meiner Exemplare vorhanden. Unterseits
fehlt er vielfach, oberseits jedoch seltener. Man könnte solche
Stücke, die weder oberseits noch unterseits diesen Fleck
u an en En man
er N
= 3 Ma
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 157
haben, als noojos (no — nicht, 0jos = Augen) bezeichnen.
Bei 4 Stücken meiner Ausbeute von 1905 fand sich ober-
seits der Vorderflügel noch ein 3. Fleck zwischen Rippe 1
und 2 angedeutet.
Verdunkelte Stücke, d. h. mit oberseits schmalen,
schwarzbraun angeflogenen Binden, dadurch der Form
pyrenaica sich nähernd, sind selten in Andalusien.
Herr Korb, der 1909 bei Totana und in der Sierra de
Espufa in Murcia sammelte, fing in der letztgenannten
Sierra eine alcyone-Form im Juli recht häufig, wie er mir
schreibt. Er stellt seine Stücke zu der andalusischen „van-
dalusica“. Nach den wenigen Stücken aus Murcia, und nach
den vielen aus Andalusien möchte ich jedoch annehmen,
dass die murcianischen Tiere eine besondere Rasse dar-
stellen, die sich mehr der Stammform oder der pyrenaica
nähern. Die Oberseite der Vorder- und Hinterflügel ist
dunkler, d. h. die hellen Binden treten nicht so breit wie
bei vandalusica auf. Die Unterseite ist ebenfalls dunkler.
Das Wurzelfeld des Vorder- als auch des Hinterflügels ist
sehr dunkel, mit mehr verloschenen Linien und Strichzeich-
nungen, dadurch sich aleyone sehr nähernd. Auch die Aussen-
ränder beider Flügelunterseiten sind dunkler wie bei van-
dalusica. Scheinbar sind auch die murcianischen Stücke
grösser wie die andalusischen. Sollten diese Merkmale bei
reichlichem Material aus Murcia konstant bleiben, so könnte
man die von Korb 1909 in der Sierra de Espuna gefangenen
Tiere als mureiana abtrennen.
briseis v. major Obth.: Fliegt in der Sierra de Alfa-
car zusammen mit der vorhergenannten Art, ist jedoch
immerhin recht selten, auch schwerer zu fangen, da dieser
Falter sehr scheu ist. — Auch bei Granada, oberhalb der
Alhambra, bei dem Barranco de la Tinaja habe ich briseis
v. major mehrere Male im Juni—Juli gefangen. Auch bei
Mälaga in den Bergen, durch welche die Strasse nach Gra-
nada führt, kommt das Tier im Mai vor; ebenso sah ich
es bei Lanjaron und im Trevelez-Tale in der Sierra Nevada.
Die Raupe lebt versteckt am Tage an verschiedenen
Grasarten der Heidegegenden. Korb fing major häufig im Juli
in der Sierra de Espufa in Murcia.
Wahrscheinlich kommen Satyrus alcyone v. vandalusica
und briseis v. major in allen Gebirgsgegenden von Anda-
lusien vor. Erstere kommt in der Stammform (?) in Bilbao
und Oastilien, letztere in verschiedenen Gegendeu Spaniens vor.
158 Carl Ribbe.
Das Vorkommen von hermione in Zentral-Spanien, in
Süd-Portugal nach Mendes, in der Sierra Nevada nach Voigt
beruht sicher auf Verwechselung mit alcyone v. vandalusica
oder ähnlichen Formen. KR
hippolyte Esp.: Es ist gewiss höchst auffallend, Ei: Bi
dieses Tier, ‘welches im Ural, Altai, Tarbagatai, Ala Tau, °
Thian Schan und in der Mongolei vorkommt, auch in An-
dalusien hoch oben in der Sierra Nevada, hauptsächlich auf
der Loma de St. Geronimo, gefunden wird. Welche Schlüsse
lassen sich auf dieses Vorkommen in so weit von einander
liegenden Gegenden ziehen! Eine wie alte Form muss diese
Satyride darstellen! Hippolyte ist in manchen Jahren recht
häufig, so fing mein Vater am 17. Juli 1871 an einem Tage
250 Stück, doch gehört zu einem solch erfolgreichen Fang
viel Glück, man muss vor allem zur richtigen Zeit oben im
Gebirge sein und dann windfreie Tage antreffen. — 1905
kam ich leider zu spät für hippolyte, 1850 und 81 glückte
es mir jedoch, den Falter in Anzahl zu fangen. — Die
ersten hippolyte fingen wir am 4. Juli und die letzten am
10. August in den verschiedenen Jahren. — Die Angabe
von Voigt Stett. Ent. Z. 1890, pag. 26, dass hippolyte auch
in der Sierra de Alfacar vorkommt, beruht höchst wahr-
scheinlich auf Datumverwechselung, keiner der andren
Sammler, die die Sierra de Alfacar besuchten, fand das Tier
daselbst.
Hippolyte ist nicht leicht zu fangen. Der Falter liebt
steiniges bergiges Gelände und setzt sich mit Vorliebe auf
die Steine oder auf den Boden, dort wo die Sonne am mei-
sten brennt. Bei windigen Tagen ist der Fang noch
mehr erschwert, da hippolyte ein sehr scheues Tier ist und
beim Näherkommen auffliegt und dann von dem Winde weit
weggewirbelt wird. An solchen Tagen kann man dann den
hippolyte-Fang nur zu zweit betreiben, der eine scheucht
die Tiere auf, und der andre, der 50—100 Meter unter dem Y
Winde sich befindet, versucht dann zum Zuschlagen zu
kommen. Aber auch bei windfreien Tagen ist der Fang
nicht so einfach; auf den steinigen Stellen, wo sich hippo-
Iyte hauptsächlich aufhält, ist ein Fortkommen gar nicht so
leicht, und dann muss jedes einzelne Tier regelrecht ange-
schlichen werden, um zum Zuschlagen zu kommen. Selbst
gegen Abend, wenn die Falter sich zur nächtlichen Ruhe
einen Platz ausgesucht haben, fliegen sie aufgescheucht schr £
EN, y vr
Ku
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 159
weit weg. Elwes hingegen sagt von der von ihm im Altai
gefangenen pallida, dass sie aufgescheucht nur kurze Strek-
ken fliege und leicht zu fangen sei.
ab. pallida Stgr.: Mehrfach unter der Stammart.
semele v. subeinericea n. v.: Diese Satyride ist bei
Granada (oberhalb der Alhambra, bei den Eichen), in der
Sierra Nevada und in der Sierra de Alfacar nicht selten.
Mitte Mai fängt sie bei Granada und Ende Juni in der
Sierra de Alfacar und in den Vorbergen der Nevada zu
fliegen an und dauert bis in den Juli bezw. bis in den
August hinein.
Die andalusischen Stücke 55 sind auf der Oberseite
der Vorder- und Hinterflügel verdunkelt, die nach dem
Aussenrande gehenden gelben Wischer und Flecke sind sehr
reduziert und treten nur in der Nähe der beiden Augen-
flecke etwas stärker auf. Einzelne Tiere sind auf der Vorder-
flügeloberseite ganz verdunkelt, die dunklen Augenflecken
stehen demnach in der Grundfarbe. Die Gesamtfärbung der
Oberseite, hauptsächlich der Vorderflügel, ist wie mit einem
grausilbernen Schimmer übergossen. Oberseits haben meine |
andalusischen semele die grösste Aehnlichkeit mit der Form
mersina. Unterseits sind sie jedoch sehr bunt und kontrast-
reich gezeichnet und stehen dadurch unsern semele sehr
nahe. Fruhstorfer schrieb mir nun seinerzeit, dass er die
andalusischen semele als subcinericea abgetrennt hätte, spä-
ter stellte sich aber heraus, dass es nur ein Name i.|. war.
Ich glaube aber, dass man für die südspanischen semele
diesen Namen — subcinericea — ganz gut anwenden kann,
da sich wenigstens meine andalusichen Stücke merklich von
mitteleuropäischen unterscheiden. Korb erbeutete semele (?)
im Juli in der Sierra de Espufa, die wahrscheinlich auch
zur andalusischen Rasse zu stellen sind. Rühl I. c. bemerkt
in seinem Werke pag. 537 bei mersina, dass diese Form in
den französischen Ostpyrenäen und aristaeus bei Wiesbaden
(in heissen Jahren) vorkämen. Diese beiden Fundorte sind
sicher falsch, denn sowohl aristaeus, als auch mersina sind
so gut ausgeprägte Formen, die nur in südlichen Gegenden
vorkommen. Aus den Ostpyrenäen kennt kein andrer Samm-
ler mersina, vergl. Spröngerts Iris 1904, II. Heft, pag. 184.
Spröngerts ist ein ganz ausgezeichneter Sammler und hätte
sicher semele von mersina unterscheiden können. Er schreibt
an der betreffenden Stelle in der Iris, „semele L. In der
lebhafter gefärbten Form des Südens.“ Röber macht bei
160 Carl Ribbe.
mersina besonders darauf aufmerksam, dass es eine gut aus-
geprägte Form sei, die scharf von semele geschieden sei.
| Das bei Wiesbaden wie anderwärts auch hin und wie-
der helle semele gefangen werden, ist wohl möglich, immer-
hin werden diese aber keine aristaeus sein, sondern nur
helle Aberrationen darstellen. Semele kommt wohl in ganz
Andalusien, Portugal und Spanien in waldreichen Gegenden
vor. Ich sah semele bei Ronda, Antequera und Loja, Kheil
fing das Tier in der Sierra de los Filabres. Stücke mit ver-
mehrten oder verminderten Augenflecken kommen bei den
andalusischen semele auch vor. Hier hätten die Namen
triocellata Ragusa bezw. anopenoptera Lambrich einzutreten.
arethusa v. boabdil Rbr.: Diese auffallende Lokalform
von arethusa, die beinahe den Eindruck einer guten Art
macht, ist der letzte Tagschmetterling, der in der Sierra de
Alfacar und in den mittleren Berggegenden der Sierra Ne-
vada auftritt. — Er fängt Ende Juli an zu fliegen und dauert
bis in den September hinein. Der Falter liebt sonnige, gra-
sige Stellen und ist nicht selten, jedoch nicht überall in den
beiden Gebirgen zu finden. In der Sierra de Alfacar fing
ich ihn hauptsächlich am Eingang des Calleioncillo und in
dem Tale, welches nach dem Hause der Waldaufseher hin-
aufführt.
ab. mediofaseiata n. ab.: Man kann bei boabdil drei
konstant auftretende Formen unterscheiden. — Die Abbil-
dungen bei Rambur 1. c. geben die nicht zu häufige Form
mit breiten bräunlichen Binden auf der Oberseite wieder. —
Die bei weitem gewöhnlichere Form ist die mit schmalen
bräunlichen Binden versehene; man könnte diese mit ab.
mediofasciata bezeichnen.
ab. obscura Seitz.! Selten kommen bei den männli-
chen und noch viel seltener bei den weiblichen Exemplaren
Stücke vor, die auf der Oberseite ganz eintönig braun ge-
färbt sind; die Tiere machen dadurch einen ganz andern
Eindruck, man glaubt anfangs gar nicht, boabdil gefangen
zu haben; nur die Unterseite lässt die Art nicht verkennen.
Für diese dunkle Form möchte ich den Namen ab. obscura
vorschlagen. Ich will jedoch nicht unerwähnt lassen, dass
Uebergänge zwischen den drei genannten Formen nicht sel-
ten sind. . Seite 478, Berges - Schmetterlingsbuch ‚ schreibt
Rebel, dass diese obscura ganz schwarz sei und dass sie
auch bei Brünn vorkomme. Sicher hat Rebel die von mir
in den Handel gebrachten obscura nicht gesehen, denn sonst
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I
_ Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien.. 161
könnte er diese Bemerkungen nicht machen. Obscura ist,
wie schon erwähnt, einfarbig braun auf der Oberseite, sie
gehört auch nicht zu arethusa, sondern zu boabdil, letztere
beiden Tiere sind doch sehr verschieden, man könnte boab-
_ dil ganz gut als Art von arethusa abtrennen. Bei Brünn
_ kommt nur arethusa vor, demnach ist die’ Angabe, dass
_ meine obsceura dort auch gefunden wird, nicht zutreffend.
Die Angabe von Standfuss, dass boabdil auch bei Bil-
bao gefangen worden sei, beruht wahrscheinlich auf einem
"Irrtum. Seebold kennt boabdil in seiner Fauna nicht von
Bilbao. Ebenso glaube ich nicht, dass das Tier in Teruel
(Zapater) fliegt (vergl. Fruhstorfer). In der Entomologi-
schen Zeitschrift Nr. 23, 1908, Stuttgart, beschreibt Fruh-
storfer nach Exemplaren, die er von mir erhalten hat, eine
- Form arethusa veleta: Wie so häufig in der Jetztzeit, hat
sich auch Fruhstorfer nicht die Mühe gegeben, die Origi-
“nalbeschreibung von boabdil Rbr. nachzuschlagen, er würde
_ dann sofort gesehen haben (auch nach den von Rambur ge-
-gebenen guten Abbildungen), dass die neu aufgestellte ve-
"leta nur die von Rambur beschriebene boabdil ist. Als ich
_ Fruhstorfer auf den Fehler aufmerksam machte, stellte es
"sich heraus, dass er meine boabdil nur mit arethusa aus
" Zentral- -Spanien verglichen hatte, die Originalabbildungen
von Rambur gar Buch kannte, denn .er schreibt: „Boabdil
ist die südspanische Rasse von arethusa und nicht die cas-
tilianische, was ich glaubte, durch Rühl irregeführt. Meine
veleta könnte also höchstens für ganz schöne, reich rot
_dekorierte Exemplare bestehen bleiben, aber nur als forma,
was auch für Ihre obscura gilt.“ Aus diesen Worten geht
klar hervor, dass, wie schon erwähnt, Fruhstorfer die reich
rot dekorierten Abbildungen bei Rambur nicht gesehen hat.
_ Meine obscura und mediofasciata habe ich nur als Formen
von boabdil aufgeführt.
Br
u
N Zu Satyrus arethusa und v. boabdil schreibt mir Herr
Dr. Dampf, den ich gebeten hatte, mir von diesen Tieren die
Genitalapparute zu untersuchen, folgendes: „von Satyrus are-
‚thusa und v. boabdil wurden gleichfalls eine Anzahl Exem-
"plare untersucht. Beide Formen besitzen genau denselben
Eralvenban (die Endhälfte sehr schlank ausgezogen und nach
oben gekrümmt, der Oberrand in der Mitte mit einem starken,
distal fein gesägten Vorsprung), der Penis ist bei beiden mit
feinen Stacheln im Schwellkörper besetzt, die Form der Uneus-
11
162 Carl Ribbe.
vorsprünge ist dieselbe, man kann also auf keinem Falle von
Artverschiedenheit sprechen.“
statilinus Hufn.: Fliegt zusammen mit boabdil in der
Sierra Nevada, ob auch in der Sierra de Alfacar, mussich
unentschieden lassen, denn wie mir scheinen will, rechnen
alle in letzterer Gegend gefangenen statilinus mehr zu der
v. allionia. Statilinus ist auch in Catalonien, Aragonien,
Alt-Castilien und Portugal gefunden worden. Korb fing
statilinus (allionia?) im Juli in der Sierra de Espufia in
Murcia. Chapman gibt N.-W.-Spanien als Fundort an.
v. allionia F.: In der Sierra de Alfacar im August
und September nicht zu selten. Das Tier liebt die sonni-
gen Täler und setzt sich in diesen gerne auf die sandigen
Stellen. Rambur gibt auch die Umgebung von Mälaga, Krü-
ger die von Gibraltar (nicht über 700 Fuss — Juli) an.
Wahrscheinlich kommt allionia überall in den Mittelgebir-
gen Andalusiens und Spaniens vor. Rühl, Palaearet.-Gross-
schmett. schreibt, dass statilinus bei Granada und v. allio-
nia in der Nevada vorkommt; doch ist das umgekehrte
richtig. Mendes gibt Portugal, Zapater Teruel an.
Von statilinus beschreibt Fruhstorfer in der Entomolo-
gischen Zeitschrift Nr. 31, 1908, Stuttgart, nebst andern
Subspezies auch eine musaius nach Stücken aus Andalu-
sien, die er von mir erhalten hat. Wenn er sagt, dass die
andalusischen Stücke kleiner sind wie südfranzösische, so
hat er damit nicht recht, denn im Durchschnitt sind meine
Stücke ebenso gross, teilweise vor allem die Weiber grös-
ser als südfranzösische, gerade die statilinus-allionia vari-
ieren in Grösse und Zeichnung so stark, dass man die Be-
schreibung von Fruhstorfers musaius auch auf Tiere aus
andern Gegenden anwenden kann, was will ein Vergleichs-
material von 2 56 und 4 29 auch bei so abändernden
Tieren wie Satyriden sagen, hier kann man nur mit Serien
arbeiten, die nach Dutzenden zählen, und die aus verschie-
denen Höhenlagen und verschiedenen Jahren (1905 war ein
trockenes Hungerjahr in Andalusien) stammen. Dass die
statilinus-allionia aus Andalusien sehr variabel sind, geht
schon daraus hervor, dass in der Nevada statilinus, in der
nicht ‘so hohen Sierra de Alfacar allionia fliegen. Ich
glaube, der Name musaius kann ganz gut wegfallen, wer
von den Sammlern Geschmack an solchen nur durch Vater-
landszettel erkennbaren Subspezies-Namen hat, kann ihn ja
en > =
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 163
führen, die exakte Wissenschaft wird denselben kaum aner-
kennen. Wo soll es auch hinführen, wenn man seine Samm-
lungstiere nur dadurch auseinander halten kann, dass sie
mit Fundortszetteln versehen sind. Es muss schlecht um die
beschreibende Lepidopterologie stehen, wenn man wie ich
vor kurzem lesen musste, „dass Tiere einer grossen Schmet-
terlingsgattung sich nur dann sicher bestimmen lassen, wenn
sie genau mit Fundortszetteln versehen sind“.
fidia L.: 1871, 1880, 1881 und 1905 fingen wir fidia
oberhalb der Alhambra bei den Eichen an den Darro-Ab-
hängen, in der Sierra de Alfacar und Nevada. 1905 fing
ich am 7. Mai eine fidia auf einer Tour, die wir von Mä-
laga nach Olias unternommen hatten, auf den Bergen, die
wir kurz vor Olias passierten. Bei Granada fängt diese -
Datyride Anfang Juli, in der Sierra de Alfacar Mitte Juli
und in der Nevada Ende Juli zu fliegen an und dauert
dann bis weit in den August resp. September hinein. Wal-
ker fing diese Satyride am Felsen von Gibraltar und in
den Korkeichenwäldern an der Bai von Algeciras (Juni—
August). Krüger bei Gibraltar im Juli nicht unter 900
Fuss. Korb gibt mir für die Sierra de Espufa in Murcia
den Juli und Kheil für Elche (Palmenwald) Ende Junian.
Fidia ist überall in den vorgenannten Gegenden da anzu-
treffen, wo niederer Wald vorhanden ist; sie ist sehr scheu
und schnell, nirgends tritt sie sehr zahlreich auf, doch hat
sie die für einen Sammler günstige Gewohnheit, sich mit
Vorliebe auf Eselmist zu setzen, auch liebt sie es, sich an
die zum Trocknen an die Luft gehangenen Aepfelschnüre
zu setzen. Die Raupe, Mai—Juni erwachsen, lebt an ver-
schiedenen Gräsern, so an Piptaterum multiflorum. Fidia
kommt auch in den Pyrenäen, in Catalonien, in Aragonien,
in Castilien und in Portugal vor. Staudinger gibt Iberien
an. An derselben Stelle wie statilinus musaius beschreibt
Fruhstorfer auch Formen von fidia. Nach seiner Zusam-
menstellung kommen demnach in Spanien fidia monticola,
fidia velleia und fidia paleia, also vorläufig nur drei For-
men vor. Auch bei fidia arbeitet Fruhstorfer mit ganz un-
genügendem Material, so hat er von COastilien nur 3 56
und von Andalusien von mir zirka 5 Stück. Auch fidia,
vor allem die aus Andalusien, variieren sehr stark, sowohl
was Zeichnung und Färbung, als auch was die Grössen
anbelangt. Es ist meiner Ansicht nach ganz unhaltbar, die
fidia der spanischen Berge je nach ihrem Fundorte zu tren-
164 Carl Ribhe‘
nen, ich kann wenigstens keine stichhaltigen Merkmale
weder für Pyrenäen-, Alfacar- und castilische Stücke fin-
den. Mehr Berechtigung hätte es schon, man würde die an-
dalusischen und castilischen fidia zur mauretanischen albo-
venosa stellen, denn sie haben im grossen und ganzen eine
etwas hellere Hinterflügel-Unterseite. Der Name albovenosa
ist jedoch, wie ja dieses schon von Staudinger und Rebel
betont wird, eine Bezeichnung des Geschmacks. So recht
klar, welche Bewandtnis es mit so fragwürdigen Formen-
namen wie albovenosa hat, wird es, wenn man im Seitz
„Die Gross-Schmetterlinge der Erde“ die Abbildungen von
fidia und albovenosa vergleicht. Unterschiede wird man bei
diesen auf Tafel 44d sehr gut abgebildeten Unterseiten nicht
entdecken. Seitz, der selbst mehrere Male in Algerien ge-
sammelt hat, wird wohl echte Algier-fidia gehabt und zur
Abbildung gebracht haben.
actaea Esp.: Wir fingen in allen Jahren diesen Fal-
ter in der Sierra de Alfacar und in den Vorbergen der
Sierra Nevada. Actaea fängt Mitte Juli an zu fliegen und
dauert bis in den September hinein; sie liebt offene Stel-
len, besonders solche, wo Cistus steht und die auf Hügeln
liegen. Mit Vorliebe setzt sie sich hier auf den Boden im
Schatten, den der wenig hohe Cistus- bietet; sind Blumen
in der Nähe, so werden auch diese besucht. Das Tier ist
sehr scheu, man muss sich heranschleichen, um zum Zu-
schlagen zu kommen, meistens muss man sie im Fluge fan-
gen. In manchen Jahren ist actaea sehr häufig, so z. B.
15881 in der Sierra de Alfacar. Actaea scheint in den mei-
sten Gebirgen Andalusiens vorzukommen, uns wurden noch
folgende Fundorte bekannt. Serrania de Ronda, Sierra
Morena, Sierra de los Filabres, Sierra de Jaen. Staudinger
gibt Hispania und Mendes Portugal an.
v. nevadensis Ribbe: Ich gebe hierzu meine Beschrei-
bung aus der Societas Ent. XX. Jahrgang, Nr. 18, nag.
137. „Satyrus actaea kommt bei Granada sowohl in der
Sierra de Alfacar, als auch in der Sierra Nevada vor; die
in dem ersten Gebirge von mir gefangenen Stücke stimmen
sehr gut mit denen überein, die ich aus andern Gegenden
zum Vergleich vor mir habe. In der Nevada, an den stei-
len Abhängen, die von der Loma de $. Geronimo dicht bei
der Dehesa de la Vibora nach dem Genil abfallen, in ei-
ner Höhe von zirka 1800—2000 m, fingen wir eine Satyrus
actaea-Form, die sich ganz konstant von den aus andern
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2
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 165
Gebieten stammenden unterscheidet. Die Oberseiten sind
beinahe ganz wie bei actaea, auf der Unterseite tritt jedoch
eine auffällige Abänderung ein. Die Gesamtfärbung ist
durchgängig hell graubraun und die weissen bindenartigen
Zeichnungen der Hinterflügel sind bei meinen zahlreichen
Exemplaren aus der Nevada niemals vorhanden; von der
Unterseite betrachtet, macht actaea v. nevadensis dadurch
einen ganz andern Eindruck wie actaea. Es sind die Ne-
vada-Stücke durchgängig kleiner als die aus der Sierra de
Alfacar stammenden actaea, auch will mir scheinen, als
wenn das Schwarz der Flügel-Oberseite mehr ins Bräun-
liche spielt.“ Man vergleiche auch die Abbildung Iris 1906,
MIeSLars Vvilll, Fig: 12.
Aus der Sierra de Espufa in Murcia schickte mir Korb.
einige actaea, die merklich von den andalusischen und zen-
tralspanischen Tieren abweichen. Korb schreibt mir: „In
einer von der castilianischen abweichenden grossen Form,
auf der Unterseite scharf mit Binde gezeichnet (var. es-
pufae). Sierra de Espufüa einzeln.“ Korb hat mit seiner
Ansicht scheinbar recht, denn nach den wenigen murciani-
schen und den vielen andalusischen und castilianischen
Stücken zu urteilen, sind die aus der Sierra de Espufa
stammenden actaea sehr gross, das Auge der Flügelober-
seite tritt scharf auf, die Gesamtfärbung der Oberseite ist
sehr dunkel, beinahe schwarz. Die Unterseitenfärbung ist
im allgemeinen dunkler wie bei andalusischen Stücken, die
weisse Mittelbinde der Hinterflügel ist scharf ausgeprägt
vorhanden, die innere Begrenzung durch Schwarz sehr
zackig angelegt. Scheinbar neigt die murcianische Form
auch mehr zu Nebenaugenbildung der Vorderflügel, vor
allem auf der Unterseite. Ob jedoch diese Merkmale genü-
gend konstant sind, kann ich bei dem geringen Material
von Murcia nicht ermessen, wenn es jedoch der Fall’ sein
sollte, dann könnte der Name espuüae bestehen bleiben.
Pararge Hb.
aegeria L.: Ueberall nicht selten im Mai, Juni, Juli
in Andalusien. Walker fand aegeria im ganzen Jahre im
Gibraltar-Distrikt. Sheldon Ende April bei Algeciras. Liebt
buschige, schattige Stellen.
Das in Andalusien fliegende Tier ist die Form meone Eisp.,
die man früher von der Stammform abgetrennt hat. Lan-
jaron, Trevelez, Orgiva, Guejar Sierra, Dürcal, Valle de
166 Carl Ribbe.
Leerin, Granada, Huötor, Sierra de Alfacar, Mälaga, Loja,
Churriana, Alhaurin, Gauein, Sevilla, Cördoba sind mir
als Fundorte dieser Art in Andalusien bekannt geworden.
Aegeria kommt in ganz Spanien und Portugal vor.
v. egerides Stgr.: 1905 fing ich ein Stück im Juli in
der Sierra Nevada auf dem Wege, der durch den Eichen-
wald oberhalb Guejar’s geht. Egerides wurde bei Cintra in
Portugal von Charles Rothschild Anfang April gefangen.
Vergl. Entomologist’s Record Vol. XXI, 7—2.
megera L.: Nicht selten in Andalusien; an der Küste,
so bei Gibraltar nach Walker von Januar bis Oktober, bei
Mälaga von März bis Juni, bei Granada April bis August,
bei Ronda im April, Sierra de Alfacar und Nevada Juni
Juli, August. Die andalusischen Stücke unterscheiden sich
gar nicht von solchen aus Deutschland. Megera kommt in
ganz Spanien und Portugal vor. In der Sierra de Espuüa
in Murcia fing Korb megera häufig.
* maera L.: Soll in Andalusien, besonders bei Mälaga
Anfang Juli vorkommen; wir fingen maera nicht. Voigt
gibt Februar— Oktober für Granada an. Auch bei Bilbao
und wohl im übrigen Spanien (Aragonien, Murcia (var.),
Catalonien) und Portugal.
* v. adrasta Hb.: Soll ebenfalls bei Mälaga Anfang
Juli gefangen worden sein. Voigt gibt Granada, die
Sierra Nevada und Walker Mälaga (April) an. Als Fund-
orte in Spanien wurden mir Bilbao und Asturien bekannt.
Nach Mendes auch in Portugal (Juli— August).
Epinephele Hb,
Jurtina L.: Bei Granada im Mai und Juni einige unter
vielen 'hispulla gefangen. — Jurtina kommt in ganz Anda-
lusien (Cördoba, Sevilla, südliche Sierra Morena, Serrania
de Ronda) in bergigem Gelände vor. — Im übrigen Spa-
nien und Portugal wird sich jurtina überall einzeln dort
finden, wo die var. hispulla fliegt.
v. hispulla Hb.: Sehr häufig oberhalb der Alhambra,
in der Sierra de Alfacar und in der Sierra Nevada bei der
Dehesa de la Vibora an den Abhängen der Täler. — Ver-
schiedene Stücke sind dabei, die man von der var. fortunata
nicht unterscheiden kann. Auch bei Mälaga im Mai fing
ich hispulla vereinzelt. Hauptilugzeit bei Granada ist der
Juni, Gibraltar, Cordoba, Sevilla, Ronda, Antequera, Sierra
Sagra, Loja und der mittlere und obere Guadalquivir sind
h
%
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 167
mir noch als Fundplätze von hispulla in Andalusien be-
kannt. Korb fand hispulla häufig in grossen Stücken, die
im weiblichen Geschlecht sehr viel hellbraune Färbung
zeigen, im Juni und Juli in der Sierra de Espunfa in Murcia.
lycaon Rott: Nicht zu häufig in der Sierra de Alfacar
(Juni— August), Sierra Nevada (Juli—August) und bei
Granada (Mai bis Ende Juni). Die andalusischen lycaon
stimmen recht gut mit mitteldeutschen Stücken überein, wenn
schon einzelne Tiere an intermedia, andre an lupinus er-
innern. Stücke mit ganz einfarbiger Oberseite sind ebenso
häufig wie solche mit bräunlichem Anflug. Auf der Hinter-
flügel-Unterseite tritt, jedoch nicht zu oft, eine Aufhellung
auf, die bei einigen Stücken so weit geht, dass eine weiss-
liche Mittelbinde sich herausgebildet hat. Konstant sind
diese weissen Binden nun nicht.
ab. macrophthalma Fruhst.: Fruhstorier beschreibt in
der Gubener Entomol. Zeitschrift, 21. 8. 1909, die andalusi-
schen und castilischen Ilycaon als subsp. macrophthalma.
Seine Beschreibung lautet: „Hauptsächlich von östlichen
Rassen differenziert durch die stattlichen schwarzen Ocellen
der Vorderflügel und die hellgraue, von einer fast weissen,
manchmal sehr breiten Meridianbinde durchzogene Hinter-
flügel-Unterseite, die an jene von lupinus Costa erinnert.
Patria: Spanien, Castilien, Andalusien.“ Bei grösserem
Material zeigt es sich auch hier wieder, wie so oft bei
Fruhstorferschen Subspezies, dass die Merkmale für die Tiere
aus einer Lokalität nicht konstant sind. Was Fruhstorfer
für alle Tiere aus Andalusien und Castilien annimmt, hat
nur Gültigkeit für einzelne Stücke. Solche abweichende Iy-
caon liegen mir aber auch aus Griechenland und Oester-
reich vor. Als Aberrationsname kann der Name macroph-
thalma sehr gut bestehen bleiben.
ab. pavonia Voelschow: Unter meinen andalusischen
Iycaon findet sich auch diese von Voelschow aufgestellte
Aberration.
ab. schlosseri Voelschow: Ein Weib von Iycaon aus
der Sierra Nevada hat nur das Vorderflügelspitzenauge, ge-
hört also zu dieser von Voelschow beschriebenen Aberration.
Lycaon kommt nach Mendes in Portugal, nach Zapater
in Teruel vor, auch in den Bergen Alt-Castiliens, in der
Sierra de Espuna in Murcia und in den Pyrenäen ist der
Falter gefunden worden. Nach Chapman in N.-W.-Spanien.
In Andalusien scheint das Tier sich in den meisten Bergge-
168 | Carl Ribbe.
genden zu finden, denn ausser den oben angegebenen Gebieten
bei Granada sind mir Cördoba, Alhaurin, Jaen, Ronda und
nach Kheil die Sierra Maria als Fundorte bekannt geworden.
tithonus L.: Nicht selten bei Mälaga (April, Mai), in :
der Sierra de: Alfacar, bei Granada und in der Sierra Ne- ;
vada. Das Tier liebt den Schatten einzelner Bäume, die an |
den Talabhängen stehen; in den Bergen fliegt der Falter
von Ende Mai bis Ende Juli. Weitere Fundorte in Anda-
lusien sind Gibraltar, Algeciras, Cädiz, Antequera, Loja,
Lanjaron, Alhaurin und die Sierra Morena. Tithonus
kommt in ganz Iberien vor. In der Entomologischen Zeit-
schrift, Stuttgart, 1909 v. 6. März, Nr. 49, beschreibt nun
Fruhstorfer die andalusischen tithonus als Subspezies deco-
lorata und zwar wie folgt: „Oberseits viel heller als süd-
französische und Schweizer Exemplare. Basis der Hinter-
flügel der @2 nur ganz unmerklich schwarz beschattet.
Die Unterseite der Hinterflügel auffallend bleichgelb, leicht-
hin grau meliert, so dass man glauben könnte eine extreme
Trockenzeit- oder Wüstenform vor sich zu haben. Exem-
plare aus Castilien sind etwas grösser, unterseits nicht so
fahl als solche aus Südspanien. Patria: Andalusien 2 56,
2 299 C. Ribbe leg.“
Die Merkmale, die Fruhstorfer für decolorata anführt,
sind recht fragwürdiger Natur, um so mehr, da er nur
4 Stücke zum Vergleich benutzen konnte. Mir liegen von
andalusischen tithonus gegen 200 Stück vor und kann ich
folgendes feststellen: 1905 war in Spanien, vor allem in
Andalusien, ein sehr trockener Winter und Frühling, auch
‘das Jahr vordem hatte trockenen Herbst und Winter, Fruh-
storfers Vermutung, dass es sich um Trockenzeitformen
handelt, hat also viel Wahrscheinlichkeit für sich. Der Um-
stand nun, dass wir es wahrscheinlich mit einem durch
Dürre verkümmerten, leicht abweichenden Tiere zu tun °
haben, hätte eher dazu führen sollen, von einer Benen- °
nung abzusehen. Die hellere Oberseite von decolorata ist
bei weitem nicht ein konstant auftretendes Merkmal, ebenso
wenig das Fehlen oder nur unmerkliche Vorhandensein des
schwarzen Schattens an der Basis der Hinterflügel der
Weiber oberseits. Ich habe Stücke aus der Sierra de Alfa-
car und Nevada, und auch solche, die bei Granada gefan-
een worden sind (1880, 1881), die in dieser Hinsicht von
deutschen Stücken gar nicht abweichen. (Mureianische
tithonus, die ich von Korb sah, stimmen mit meinen anda-
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 169
ut ee a a BL ERLERNEN ZEN re ah
lusischen überein, merkwürdigerweise erwähnt Korb aus-
drücklich, dass er die Tiere in der Sierra de Espufa an
feuchten Stellen im Juli gefangen habe.)
So bleibt also nur noch die Hinterflügel-Unterseite mit
ihrer bleichgelben, grau melierten Färbung. Dieses Merkmal
scheint konstant zu sein. denn unter meinen vielen tithonus
aus Andalusien kann ich nur 2 Stücke finden, die so dun-
kel wie deutsche Tiere auf der Flügelunterseite gefärbt
sind. Ob jedoch dieses Merkmal sich in allen Jahren bei
tithonus in Süd-Spanien wiederholt, scheint mir mehr als
fraglich.
ab. excessa Tutt.: Nicht zu häufig fand ich diese Aber-
ration bei meinem Material von tithonus, das ich 1905 aus
Andalusien mitbrachte.
ab. caeca Tutt.: Stücke mit kleinem, nicht gekernten
‚Auge hatte ich zweimal in meiner Ausbeute vertreten.
ab. mineki Seeb.: Von dieser Aberration, die Seebold
aufgestellt hat, fand sich ein Stück bei meinen andalusischen
tithonus.
ida v. mareia Fruhst.: Nicht sehr häufig an denselben
Stellen und zu denselben Zeiten wie tithonus in Andalusien. '
Ida kommt an verschiedenen Orten in Spanien (Bilbao,
Teruel, Catalonien, Castilien) und Portugal vor. Kheil fing
ida in der Sierra Maria. Die Raupe soll an Aira caespi-
tosa leben. Krüger fing ida- bei Gibraltar von Mai— August,
und die Form ceecilia (?) Vall. in 2 Stücken, Mitte Juli.
Fruhstorfer beschreibt in der Entomol. Zeitschrift, Stuttgart
1909, v. 6. März, Nr. 49, eine Subspezies von ida aus An-
dalusien, die er marcia nennt. Seine kurze Beschreibung
lautet: „Differiert von dalmatischen, römischen und selbst
castilianischen Exemplaren durch die viel heller graue,
reicher mit Weiss und spärlich mit Braun melierte Unter-
seite der Hinterflügel. Patria: Andalusien. 4 56, 3 29
Max Korb und C. Ribbe leg.“
Das Merkmal, welches Fruhstorfer angibt, scheint
für die andalusischen und auch für die murciani-
schen ida konstant zu sein, da es bei meinen vielen
Tieren, die ich 18831 und 1905 kei Granada und in
den Bergen fing, und bei den wenigen, die mir aus der
Sierra de Espuna vorliegen, sich leicht feststellen lässt.
Nicht unerwähnt will ich jedoch lassen, dass sardinische
Stücke von ida eine gleich helle Unterseite haben. Meine
1905 gefangenen ida sind alles kleine Exemplare, was ja
170 Carl Ribbe.
der Dürre wegen nicht verwunderlich ist. Ob jedoch nun
die angeführten Merkmale genügen, um aus den andalusi-
schen Stücken eine Subspezies zu machen, bleibt Geschmacks-
sache.
ab. dosojos n. ab.: Wenn man reichliches Material
von ida hat, wird man finden, dass hin und wieder Stücke
vorkommen, die. meistens auf der Unterseite, selten auf der
Oberseite der Vorderflügel neben dem doppelt weiss ge-
kernten, schwarzen Auge noch ein zweites punktförmiges
zeigen, diese Tiere kann man als dosojos (dos — zwei,
olos — Augen) bezeichnen.
pasiphae Esp.: 1871, 1880 und 1905 war pasiphae an
einigen Stellen Andalusiens sehr häufig. Bei Mälaga im
April—Mai fing ich das Tier hauptsächlich auf den Bergen,
die nördlich der Stadt liegen; bei Granada im Mai—Juni
war es sehr häufig an den Abhängen.- des Bermejo-Tales
oberhalb der Alhambra; in der Sierra de Alfacar im Juni
bis Juli bei der Fuente de la Teja. In der Sierra Nevada
Hochebene von Puche, bei der Dehesa de la Vibora im
Juli—August. Auch bei Churriana, Olias, Antequera, Loja,
Ronda, Sierra Morena, Gaucin, Sierra de Cördoba, Sierra
de los Filabres, Algeciras, Gibraltar, Chiclana wird pasi-
phae in Andalusien gefangen. Korb fing das Tier häufig
im Juni und Juli in der Sierra de Espufa in grossen
Stücken. — Pasiphae fliegt dicht auf dem Boden hin und
setzt sich mit Vorliebe in den Schatten, welchen die niede-
ren Pflanzen spenden. Uebergänge zur mauretanischen
philippina kommen hin und wieder vor. Pasiphae kommt
in ganz Spanien und Portugal vor. Die Raupe lebt an
Gräsern.
ab. philippina Aust. und
ab. tessalensis Aust.: Von pasiphae sind aus Algerien,
Marokko zwei Formen beschrieben worden „philippina Aust.“
und „tessalensis Aust.“ Seitz bildet diese zwei Formen in
seinem Werke l.c. Taf. 46 ab und bemerkt hierzu pag. 138,
dass er von philippina die Type zur Abbildung bringt.
Mein Vater, mein Bruder und ich haben in den verschiede-
nen Jahren wohl über 1000 pasiphae bei Mälaga und Gra-
nada gefangen, mein Material ist also mehr als genügend
gross gewesen und konnte ich hiernach feststellen, dass so-
wohl philippina, als- auch tessalensis einzeln in Andalusien
zu finden ist. Die helle Binde der Hinterflügel-Unterseite
ist recht variabel und sollte daher als Unterscheidungsmerk-
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en ‚2
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 171
mal nicht benutzt werden, es wird sich daher empfehlen,
die beiden Austaut’schen Formen nicht als Lokalformen, son-
dern besser nur als Aberrationen, die in allen Gebieten mit
pasiphae zusammen vorkommen, zu behandeln.
ab. flava Wheeler: Wheeler beschreibt eine hellgelbe
Form von pasiphae als „ab. flava“, auch solche Stücke fand
ich ganz einzeln bei Granada.
ab. dosmanchas n. ab.: Unter meinen vielen pasi-
phae aus Andalusien finden sich Stücke, hauptsächlich im
weiblichen Geschlecht, die auf der Vorderflügel - Oberseite,
unter dem meist doppelt weiss gekernten Augenfleck, einen
zweiten (jedoch höchst selten weiss gekernten) schwarzen
punktartigen Fleck zeigen. Man kann diese aberrierenden
Stücke als dosmancha (dos = zwei, mancha = Fleck)
bezeichnen.
ab. morena n. ab.: Eine weitere abweichende Form,
die jedoch sehr selten aufzutreten scheint, hat in dem schwar-
zen Auge der Vorderflügel-Oberseite keine weissen Punkte,
ich schlage für diese Aberration den Namen morena vor.
CoenonymphaHb.
* arcanioides Pier.: Staudinger gibt Iberia m. an;
doch ist es sehr wahrscheinlich, dass arcanioides nicht in
Andalusien heimisch ist, sondern nur durch Zufall (Schiffe)
dorthin verschlagen wurde. Walker |. c. erwähnt arca-
nioides nur von Marokko (Tanger, Esmir, Benzus Bai).
dorus Esp.: Inwieweit die in den verschiedenen Ge-
bieten von Andalusien vorkommenden dorus zur Stamm-
form oder zu meiner nachstehenden v. andalusica gehören,
kann ich leider nicht geuau feststellen. Stücke, die Herr
Prof. Kheil in der Sierra de los Filabres fing, gehören zu
dorus und nicht zu andalusica. Dorus ist in Spanien und
Portugal verbreitet, vergl. auch, was ich zum Schluss der
Beschreibung von andalusica sage.
v. andalusica Ribbe: Iris XIX, pag. 243, Taf. VIII,
Fig. 17. Ich lasse auch hier die Beschreibung aus der
Iris folgen.
„Zum Vergleich liegen mir mehrere hundert Tiere die-
ser Form, die ich 1905 bei Granada, in der Sierra de Al-
facar und der Sierra Nevada in den Monaten Juni, Juli
sefangen habe, vor. Schon die Form der Flügel weicht
von der der echten dorus etwas ab. Die Vorderflügel sind
bei beiden Geschlechtern gedrungener, die Hinterflügel mehr
173 Carl Ribbe.
rundlich. Der Saum der Hinterflügel ist scharf wellenför-
mig ausgebogt, so dass die dem Aussenrande parallel lau-
fenden dunklen Linien scharf gezackt sind.
ö: Die Oberseite der Vorderflügel ist durchgängig
dunkler, das Flügelspitzenauge tritt nur wenig hervor, oit
gar nicht, selten als zwei kleine gelb geringelte, unterein-
ander stehende Flecken. Nicht zu häufig stehen unter dem
soeben erwähnten Auge zwischen den Rippen gelbe Wischer,
die ganz selten so stark auftreten, dass der ganze Vorder-
flügel dadurch ein helleres Aussehen erhält. |
Die Hinterflügel - Oberseite zeigt die Augenreihe nur
verloschen, oft gar nicht. Die Unterseite ist heller, stump-
fer; die Augenflecken sind auf den Hinterflügeln klein; die
Metallinie nur schmal.
9: Die Oberseite verdunkelt; es kommen Stücke vor,
die zur var. bieli neigen, d. h. sehr verdunkelte Hinter-
flügel haben. Unterseite wie bei dem & sehr hell. Herr
Bang-Haas hat in seiner letzten Preisliste diese Form von
dorus als andalusica eingeführt.“ |
Dorus v. andalusica ist in den Gebieten, wo sie aul-
tritt, nicht selten. Oberhalb der Alhambra bei Granada
fliegt sie jedoch nur an den Darro-Abhängen; in der Sierra
de Alfacar in allen Tälern, hauptsächlich aber in den Lla-
nos und im Barranco de los Robles. In der Sierra Nevada
traf ich das Tier noch 1500 m hoch in den Tälern, die
von der Loma de San Geronimo nach dem Genil hinab-
gehen und im Treveleztal, dicht bei dem Dorfe Trevelez.
Das Tier liebt Gebiete, auf welchen lichtes Buschwerk mit
‘wiesenartigen Stellen abwechseln, hier wird man beinahe
auf jeder Blume andalusica antreffen und leicht fangen kön-
nen. Als Fundplätze für dorus (var.?) sind mir in Anda-
lusien noch die Serrania de Ronda, die Sierra Morena,
Sierra de Antequera, Sierra Maria, Sierra de los Filabres,
die Berge bei Loja, Alhaurin, Gibraltar, San Roque und
Gauein bekannt. Zum Vergleich lagen mir nebst italieni-
schen und französischen Stücken solche aus der Sierra de
los Filabres, Sierra Segura, Espufa, Catalonien und Ara-
gonien Vor.
Öberthür beschreibt von dorus eine Form aus Lozere
unter dem Namen fulvia. Diese fulvia hat auf der Hin-
terflügel-Unterseite keine lichte, bindenartige Zeichnung, so
dass die Augen in der Grundfarbe stehen. Unter meinen
vielen andalusica finden sich nun auch Stücke, bei welchen
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 173
m 2
die Auflichtung fehlt, wo die ganze Hinterflügel-Unterseite
einen Grundton zeigt, immerhin ist diese Form recht selten.
Dorus aus der Sierra Segura, doch aus dem murcia-
nischen Teile, stehen mehr zwischen andalusica und dorus,
sie nähern sich, was Färbung und Zeichnung der Ober-
und Unterseiten anbelangt, den mir vorliegenden italieni-
schen Tieren. Mein Material aus der Sierra Segura ist
jedoch nur klein, so dass ich davon Abstand nehmen muss,
eine Benennung, die wahrscheinlich bei grösserem Material
angebracht ist, vorzunehmen.
ab. biojos n. ab.: Einige meiner andalusica haben in
der Vorderflügelspitze zwei anstatt ein Auge, dieses tritt
ober- als auch unterseits auf, und erhält dadurch der ganze
Augenfleck die Form einer 8; man kann diese Form als
biojos bezeichnen.
ab. exoculata Ribbe: Iris 1906, pag. 244. Auch hier
lasse ich die Beschreibung aus der Iris folgen: „Sehr sel-
ten findet man unter der var. andalusica Stücke, die auf
der Hinterflügel-Unterseite überhaupt keine Augen haben,
wodurch das Tier ein eigenartiges Aussehen erhält. Ich
habe diese Form mehrere Male (15 Stück) 1905 in der Sierra
de Alfacar gefangen. Oberthür beschreibt die augenlose
Form von dorus nach Stücken, die aus den Pyrenäen stam-
men, und nennt sie caeca. Nach der Abbildung dieser
caeca aber, die Seitz l. c. Taf. 48f gibt, ist jedoch, wie
dieses in der Natur der Sache liegt, meine exoculata eine
andre Form.
Von Nord-West-Spanien gibt Ohapman die Form mathewi
Tutt an; er vermutet, dass diese Form mit bieli Stgr. (nicht
bieti wie Chapman schreibt) zusammenfalle. Vergl. Trans. Ent.
Soc. London 1907, p. 152, Taf. V, Fig. 1—11.
pamphilus L.: Soll in Andalusien bei Alhaurin (Ort
in Süd-Andalusien nördlich der Sierra de Mijas, die letz-
tere man von Mälaga aus sehen kann) gefangen worden
sein. Ich habe pamphilus nicht in Andalusien gefangen,
sondern nur die nachstehende sogenannte Sommerform.
Standfuss führt Stett. Ent. Zeitschr. 1855, pag. 158 und
159, eine var. hispana von pamphilus, die bei Alhaurin
gefangen wurde, an; ich glaube nicht, dass sich dieser
Name bei grossem Material aufrecht erhalten lässt; vergl.
weiter unten bei v. Iyllus. Pamphilus v. tritt, soweit ich
es beurteilen kann, in Andalusien nur in einer Generation,
in der Sommergeneration v. lyllus auf; es mögen ja hin
174 Carl Ribbe.
und wieder Stücke bei dieser Generation vorkommen, die
mehr an pamphilus erinnern, ich habe jedoch keine der
letzteren gefangen. Ich glaube, mit der Bezeichnung Früh-
jahrs- und Sommergeneration wird von den verschiedenen
älteren Schriftstellern viel zu leichtsinnig eine Form ohne
weiteren stichhaltigen Grund belegt. Wir fingen z. B.
pamphilus v. lyllus: Ende April, Anfang Mai bei Mälaga,
Juni, Juli oberhalb der Alhambra, Juli in der Sierra de
Alfacar, Juli, August in der Sierra Nevada. Ende Mai,
Anfang Juni ist das Fanggebiet bei Mälaga, Anfang Au-
gust oberhalb der Alhambra bei Granada, Ende August in
der Sierra de Alfacar von der andalusischen Sonne so aus-
gedörrt, so trocken, dass von Tagschmetterlingen nichts
mehr anzutreffen ist, eine Gelegenheit für eine zweite Ge-
nerationsbildung also nicht vorhanden ist. Walker 1. ce. pag.
377 fing pamphilus (?) bei Gibraltar, nach seiner kurzen
Schilderung scheinen es iedoch v. Ilyllus gewesen zu sein.
Mendes gibt Portugal, Zapater Teruel, Korb die Sierra de
Espufa in Murcia (Juni) an.
v. lyllus Esp.: In Mälaga (Ende April, Anfang Mai);
bei Granada oberhalb der Alhambra auf dem langgezoge-
nen Bergrücken, auf welchem der Eselweg oberhalb der
Algives de la Lluvia entlang führt (Mitte Juni bis weit in
den Juli hinein); in der Sierra de Alfacar (Juli) und in
der Sierra Nevada bis hinauf zu einer Höhe von 1800 m
(Ende Juli, August). Lyllus liebt einzeln stehende Bäume
und setzt sich dort gerne im Schatten auf den Boden resp.
auf die trockenen Blätter; überall, wo der Falter auftritt,
ist er sehr häufig.
Meine andalusischen Iyllus zeichnen sich dadurch aus,
dass sie auf der Oberseite breite, oft ganz schwarze Aus-
senrandbinden haben. Bei manchen Stücken reicht die
schwarze Bestäubung bis zum Auge der Vorderflügelspitze;
andre Stücke haben verdunkelte Hinterflügel, das Aussen-
rand-Schwarz ist sehr breit und geht strahlenförmig auf
den Rippen weiter; längs des Innenrandes, diesen selbst
hell lassend, treten Verdunkelungen auf. Diese Stücke er-
innern an die v. marginata. Einzeln tritt bei @ 9 ein röt-
licher Anflug auf. Die Unterseiten sind sehr hell gefärbt.
Auf den Vorderflügeln tritt die schräge Linie, die wurzel-
wärts von dem Auge, vom Vorderrande schräg nach dem
Innenrand - Aussenrandwinkel geht, sehr scharf auf und
verbindet sich hin und wieder mit dem Schwarz des Aussen-
, ' „ara
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 175
randes. Die Unterseiten der Hinterflügel sind sehr scharf
gezeichnet, da alle Linien und auch die Augen auf dem
heilen Untergrunde scharf hervortreten.
Standfuss führt die ihm von Spanien (Alhaurin) zuge-
gangene Iyllus als v. hispana an, Stett. Ent. Zeitschr. 1855,
pag. 158 u. 159. Er erwähnt, dass die spanischen Stücke
in dem schwarzbraunen Schatten längs des Aussenrandes
der Vorderflügel-Unterseite einen bogenförmigen Silberstrich
hätten. — Standfuss lagen nur 3 Stücke v. lyllus vor; bei
grossem Material wird man finden, dass der Silberstrich
bei den meisten vorhanden ist, dass aber auch welche ohne
solchen Strich vorkommen, ia mir liegen Stücke vor, die
auch auf der Hinterflügelunterseite längs des Aussenrandes
einen leichten- Silberstrich aufweisen. — Ich glaube jedoch
nicht, dass solche geringen Unterschiede eine Abtrennung
der andalusischen Iyllus als v. hispana rechtfertigen.
ab. bipupillata Cosm.: Stücke mit grossem Apikalauge
und mit einem zweiten kleineren Additionsauge auf der Unter-
seite, doppelt weiss gekernt, sind in Andalusien selten.
ab. obsoleta Tutt.: Lyllus, die gar keinen Augenfleck
auf den Vorderflügeln haben, sind etwas häufiger wie die -
vorhergehende Aberration.
Lyllus kommt wohl in ganz Andalusien und an vielen
Orten Spaniens vor. Merkwürdigerweise erwähnt Mendes
l. ec. pag. 163 v. Iyllus nicht von Portugal, wohl aber führt
er die Form v. marginata an, vielleicht liegt hier eine Ver-
wechselung vor.
Libytheidae.
Libythea FE.
celtis Laicharting: Mein Vater fing 1871 am 19. Juni
dieses Tier auf einer Tour, die er von Granada aus dem
Darro aufwärts unternahm. — 1905 erbeuteten wir einige
Stücke Ende Juni in der Sierra de Alfacar an der Fuente
de la Teja. — Auch in der Sierra Nevada kommt das Tier
vor, Voigt (Stett. Ent. Z. 1889, p. 385) fing es noch 7000
hoch auf der Loma de San Francisco, aber auch im Tale
bei dem Cortijo de San Geronimo. Üeltis kommt in den
Pyrenäen ebenfalls vor.
Lyeaenidae.
Laeosopis kbr.
roboris Esp.: 1871, 1880, 1881 im Juli, August war
dieses Tier bei Granada oberhalb der Alhambra bei den
176 | Carl Ribbe. ARE RR
Eichen nicht selten und wurde auch einzeln in der Sierra
de Alfacar erbeutet. Zach klopfte 1880 im Mai—Juni eine
Anzahl Raupen oberhalb der Alhambra (welche auf Fraxi-
nus excelsior leben sollen). Voigt gibt als beste Fundstelle
bei Granada das Gelände längs der Wasserleitung, die vom
Darro abgeleitet ist und in die Alhambra geht, an. — 1905
erhielten wir jedoch nur ganz wenige Stücke bei den Eichen
am Darro-Abhange. Walker fing roboris in den Korkeichen-
wäldern, die an der Bai von Algeciras sich befinden, und
zwar schon im Mai. — Staudinger gibt Iberien an. —
Roboris ist bei San Ildefonso in Castilien, in Leon, in
Teruel und in den Pyrenäen gefunden worden. Mendes gibt
das Tier für Portugal an.
* v. lusitanica Stgr., die von Algarbien und Lissabon
bekannt ist, wird auch im westlichen Andalusien gefunden
werden. Mir liegt ein Stück vor, das bei Sanlücar gefun-
den worden ist und beinahe zu lusitanica gehört. — Zum
Vergleich liegen mir die Originalbilder von lusitanica vor;
auch will ich erwähnen, dass ich Staudinger seinerzeit,
nachdem -ich in der Sammlung von Röder in Wiesbaden die
algarbischen Stücke gesehen hatte, auf die Unterschiede
zwischen roboris und lusitanica aufmerksam machte.
en
spini Schiff.: Bei Granada oberhalb der Alhambra an
den Darro-Abhängen, in der Sierra Nevada und in der
Sierra de Alfacar ist diese Thecla nicht selten. Raupen er-
hielten wir Anfang Mai 1880, 1881 häufig, 1905 selten
an den Darro-Abhängen von den Bäumen und Sträuchern
'(Rhamnus, Prunus?) durch Klopfen. Der Schmetterling
kommt bei Granada Anfang Juni, in der Sierra de Alfacar
im Juli aus; in letzterer trat er 1905 auf kleinen Lichtungen
im Barranco de los Robles und an der Fuente de la Teja
sehr häufig auf. — Spini mit seiner Varietät lynceus, ilieis
mit var. esculi lieben es, sich auf das niedere Gebüsch, das
im Schatten :der grösseren Bäume steht, zu setzen; Blumen.
die in der Nähe stehen, werden gern besucht. — Einzelne
solcher Stellen scheinen besonders von dem Tiere bevor-
zugt zu werden; so hatte ich oberhalb der Alhambra eine
am Darro-Abhange stehende Eiche ausfindig gemacht, deren
Schatten besondere Anziehungskraft zu haben schien; wenn
ich hier 10—15 Stück spini weggefangen hatte und nach
20—30 Minuten dahin zurückkehrte, konnte ich sicher sein,
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 127
aufs neue ein Dutzend zu fangen. — Kein andrer Baum
in der Umgebung wurde so bevorzugt. Eine Erklärung für
diese Vorliebe konnte ich nicht finden. — Rambur fand das
Tier bei Mälaga, Walker bei Gibraltar und in den Kork-
eichenwäldern der Bai von Algeciras, Lederer bei Cädiz;
in Andalusien wurden mir noch als Fundstellen ‚Alhaurin,
-Antequera, Loja, Cördoba, Ronda und die Sierra Morena
bekannt.
ab. Iynceus Hb. (vandalusica Ld.): Nicht sehr häufig
unter der Stammform; bei Granada häufiger als im Gebirge.
Kommt auch bei OCädiz und nach Walker bei Gibraltar vor.
Wenn Dr. Spuler vermutet, dass lynceus gute Art sein
könnte und dass dieses erst entschieden werden kann,
‚wenn man die Biologie von lynceus kennt, so muss
ich erwähnen, dass die Raupen und Puppen von lynceus
schon von Staudinger bei seinem 'ersten Aufenthalte in
Spanien, 1870 von meinem Vater und 1880, 1881 und 1905
von mir beobachtet wurden; weder die Raupen noch die
Puppen weisen Unterschiede von solchen von spini auf. —
Staudinger hat in seinem Catalog d. Lepidopt. d. Palaearct.
Fauneng. die grosse Aehnlichkeit dadurch zum Ausdruck
gebracht, dass er nicht var., sondern ab. lynceus setzt. —
Sowohl spini als auch ab. Iynceus sind in den Bergen von
Castilien, Murcia (Korb) und Aragonien, wie wohl im
übrigen Spanien und Portugal heimisch.
ilieis Esp.: In allen Jahren im Juni, Juli bei Granada
und besonders in der Sierra de Alfacar sehr häufig ge-
fangen; selten im August in der Sierra Nevada in einer
Höhe von 2000 m. Walker gibt Gibraltar und die Eichen-
wälder an der Bai von Algeciras an. Bei Ronda, bei Cädiz,
bei Malaga, bei Alhaurin und Antequera ist ilicis und die
ab. cerri und esculi gefangen worden. Krüger führt cerri
von Gibraltar an.
ab. cerri Hb.: Selten unter der Stammform bei Gra-
nada, ganz einzeln in den Bergen.
ab. esculi Hb.: Esculi ist die vorherrschende Form
und tritt sehr zahlreich Ende Mai bis Juli in den verschie-
denen Gebieten auf, wo ich spini fing. Oft wird man hier auf
ieder Blume, auf jeder Pflanze an bestimmten Stellen in der
Sierra de Alfacar die Thecla antreffen; oft wird man beim
Zuschlagen nach einem bestimmten Tier mehr als ein
Dutzend im Netze haben. Die Raupen klopften wir 1880,
1881 und 1905 von den Eichen oberhalb der Alhambra
12
178 Carl Ribbe.
und in der Sierra de Alfacar. Ilieis mit ihren ver-
schiedenen Formen kommt wohl in ganz Andalusien und
an vielen Orten Spaniens (Murcia, 8. d. Espuäa, Korb) und
Portugals vor.
Callophrys Billb.
rubi L.: Im Frühjahr überall in den Bergen Anda-
Jusiens. Granada, Sierra de Alfacar, Sierra Nevada, Sierra
Huetor, Loia, Alora, Ronda, Cädiz, San Roque. — 1905
war rubi überall sehr selten. — Rubi kommt auch in Mur-
cia (Sierra de Espuna), Zentral-, Nord-Spanien und Portugal
(Cintra) vor. Mi
v. fervida Stgr.: Selten unter der Stammform bei Gra-
nada und in der Sierra de Alfacar gefangen. Staudinger
gibt Iberia c. et m. an.
ab. caeca Geoffr. (ab. immaculata Fuchs): Ein Stück
in der Sierra de Alfacar 1905. — Kommt als seltene Aber-
ration überall da, wo rubi und v. fervida fliegt, vor. |
avis Chpm.: Es ist gewiss merkwürdig, dass diese Art,
die so weit es sich feststellen lässt, im Süden Europas und
in Nord-Afrika vorkommt, so lange den berufensten Entomologen
entgehen konnte, dass man diese recht gut gekennzeichnete
Art so lange mit rubi zusammen in den Sammlungen stecken
hatte.
|
Einer der ersten Entomologen, der zu ahnen schien, dass
er es mit einer von rubi verschiedenen Art zu tun hatte, wird
. wohl Rambur sein. In seinem Catal. System. des Lepidopt. -
de l’Andalousie, der 1858 erschienen ist, schreibt er nämlich:
Thecla rubi, Linne. I se distingue des individus ordinaires
par la couleur oeree de ses ailes superieures et par la conti-
nuite de la ligne blanche du dessous des inferieures, le dernier
article des palpes est aussi plus court. 3
Ueber 50 Jahre musste es dauern, bis Chapman erkannte,
dass wir es nicht mit rubi, sondern mit einer von dieser ver-
schiedenen Art zu tun hatten, erst seine genauen Beobach-
tungen brachten uns Klarheit und endgültige Beweise der Art-
verschiedenheit. In Ent. Record, vol. XXI p. 130 gibt Chap-
man eine gute Beschreibung von avis und 1910 finden wir
daun in d. Trans. of the Entomol. Soc. London (19. Juli)
pag. 85—106 eine sehr genaue und eingehende Beschreibung
von avis und seiner Biologie, die durch viele Tafeln illustriert
wird. |
TERFCIE
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A ED a
x Ü an -
RE
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 179
Angeregt durch Ohapman’s Arbeiten, habe ich meine rubi
untersucht und das Glück gehabt, unter den wenigen Stücken,
die ich in meiner Sammlung besitze, ein Stück zu finden, das
sicher avis ist. (Dass mein Material von rubi so klein’ ist,
beruht darauf, dass ich vor einigen Jahren alle meine rubi
auf Verlangen einem Sammler zuschickte; der Herr starb
kurz nach Erhalt meiner Sendung und meine rubi sah ich nie-
mals wieder.) Meine avis stammt aus der Sierra Nevada bei
Granada, wo sie 1905 im Juli von mir mit einigen rubi zu-
‚sammen gefangen wurde. Leider ist das Stück nicht gut ge-
halten. Rubi ist in. der Sierra de Alfacar im Mai, Anfang
Juni und 'in der Nevada im Juli-August nicht gar so selten,
doch haben wir auf den Fang dieses Tieres wenig Wert
gelegt, da ja zur selben Zeit viele andere wertvollere Sachen
fliegen. Freilich, hätte ich damals gewusst, dass es auch avis
sein könuten, dann hätte ich mich mehr dem Fange der Oallo-
phrys gewidmet und vielleicht doch einige avis erbeutet. So
wie es mir ergangen ist, wird es wohl allen im Süden tätig
gewesenen Entomologen ergangen sein; es ist daher gar nicht
ausgeschlossen, dass wir schon in den nächsten Jahren von
mehrfachen Funden von avis hören werden.
Ich will an dieser Stelle nicht versuchen avis zu schil-
dern, Chapman hat das in seiner Arbeit, die ich oben zitierte,
so meisterhaft getan, dass Bemerkungen meinerseits doch nichts
Neues bringen können.
Interessant war für mich, feststellen zu können, dass nach
Chapman resp. Mendes avis auch bei Jerez gefangen worden
ist. Ferner wissen wir ebenfalls durch den Autor, dass in
Bussaco in Portugal ein Stück gefunden worden ist. Die
übrigen bis dato bekannten Exemplare stammen von Süd-
Frankreich und Ain-Draham in Tunis. Man kann nach diesen
Funden wohl annehmen, dass avis auf der ganzen iberischen
Halbinsel gefunden werden wird.
Zephyrus Dalm.
quereus v. iberica Stgr.: 1905 fingen wir im August
ein Exemplar in der Sierra de Alfacar; sonst habe ich diese
Art niemals in Andalusien angetroffen. Soll auch in der
Sierra Nevada gefangen worden sein. Mein Stück ist leicht
von quercus zu unterscheiden; die Färbung der Unterseite
ist sehr hellgrau ‘und beinahe eintönig ohne Binden und
- Flecken. Walker fing dieses Tier zirka 1 Meile (engl.)
nördlich von San Roque in der Anpflanzung, die als „First
180 | Carl Ribbe.
Pine Wood“ bekannt ist. Krüger fand quercus (v. iberica)
im Juli in den Bergen bei Gibraltar. Auch bei Ronda und.
Antequera ist iberica gefunden worden. Nach Mendes in
Portugal, nach Martorell (Stf..?) in Catalonien.
Tmestotr.HR:
ballus F.: Am 29. März 1905 fing mein Bruder bei
Mälaga in “den Bergen, die zwischen den Haciendas
S. Jose und Coneepciön und der Landstrasse nach Granada
liegen, und zu welchen man gelangt, wenn man die die
Täler mit grossen Viadukten überschreitende Wasserleitung
verfolgt, eine geringe Anzahl von Thestor ballus. — Ram-
bur fand ballus im April bei Gibraltar, Walker gibt Februar
für ds & und März für das 9, und Staudinger Chi-
clana an. — Krüger erzählte mir vor Jahren, dass er das
Tier sehr häufig bei Gibraltar gefunden habe. Nach Graslin
auf Thymelaceen - Büschen bei Malaga. Staudinger gibt
Hispania an. Nach Martorell in Catalonien, Zapater in
Aragonien, Vieilledent in Portugal (Charles Rothschild ge-
mein bei Cintra, vergl. 1. c.). — Die Raupe soll Ende Mai
in den Samenkapseln von Lotus hispidus leben.
ChrysophanesHb.
* virgaurea v. miegii Vogel: Soll in der Sierra Ne-
vada im Juli nach Rühl fliegen, ich habe niemals ein Stück
dort gesehen. Staudinger gibt Hispania c. und Pyrenäen
an. In meiner Sammlung habe ich Stücke aus Escorial.
Rühls Angabe, dass miegii in der Sierra Nevada vorkommt,
stammt wahrscheinlich aus dem Bericht von Voigt, Stett.
Ent. Zeitsch. 1889, pag. 356—412; Rühl hat jedoch die Be-
richtigung Voigts 1. c. 1890, pag. 21—27 nicht gelesen, wo
bemerkt ist, „dass die für miegii gehaltenen Tiere v. gor-
dius (granadensis) wären.“ E
In Nord-West-Spanien fing Chapman die Stammform vir-
gaurea häufig. "a
Nicht verständlich ist mir die Bemerkung von Seitz
l. ec. pag. 282 über miegii. Es soll mehr eine individuelle
Aberration sein, die in Uebergängen (ab. guttata Schultz)
überall gefangen werden kann. Ich muss hierzu folgendes
bemerken: Miegii hat ganz andern Flügelschnitt, was be- 1
sonders bei dem Manne scharf hervortritt, er ähnelt hierin
dispar v. rutilus, der Vorderflügelpunkt in der Mitte tritt M
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Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 181
sehr scharf auf (wie bei rutilus) und die Unterseiten der
Vorderflügel, teilweise auch der Hinterflügel, erinnern mehr
an asabinus.
phlaeas L.: Scheint überall in Andalusien aufzutre-
ten; ich fing das Tier bei Gibraltar, Algeciras, Mälaga,
Granada, Sierra de Alfacar, Nevada und sah es bei Alora,
Bobadilla, Ronda, Loja und Antequera fliegen; Staudinger
fing phlaeas bei Cädiz; Standfuss erhielt ihn von Alhau-
rin. Walker und Krüger in Gibraltar und Umgebung (Mai—
September). -In ganz Spanien und Portugal. Inwieweit die
Ansicht, dass phlaeas die erste und eleus die zweite (Som-
mer-)Generation ist, richtig ist, kann ich nicht entscheiden.
Wir fingen phlaeas und eleus zusammen, sowohl im Früh-
jahr als auch im Sommer.
ab. eleus F.: Ist viel häufiger als die Stammform
und fliegt überall im Mai, Juni. Juli, August. In der Sierra
Nevada geht das Tier (und wohl auch phlaeas) bis zum
Picacho Veleta und dem Puerto de Vacares 3050—3398 m hoch
hinauf (Juli—August). Nach Prof. Kheil nicht selten in
der Sierra de los Filabres. Eleus fliegt überall dort, wo
die Stammform in Spanien und Portugal vorkommt. Für
die Umgebung von Gibraltar gibt Krüger Juni und Juli
an. Was von den vielen bis jetzt aufgestellten Aberratio-
nen von phlaeas und eleus bei meinem spanischen Mate-
rial sich findet, kann ich schwer sagen. Viele meiner Tiere
sind noch nicht gespannt und dann fehlt mir auch die Lite-
ratur, um genau alle Formen feststellen zu können. Ich
muss mich daher ganz an Rebel (9. Auflage Berges Schmet-
terlingsbuch) halten.
ab. elongata Courv.: Mit verlängerten Flecken der
Bogenreihe.
ab. radiata Tutt.: Hinterflügel-Unterseite mit Längs-
strichen an Stelle der rötlichen Randbinde.
ab. obsoleta Tutt.: Auf der Unterseite der Hinter-
flügel fehlt die rötliche Randbinde.
ab. suffusa Tutt.: Grau verdüstert.
ab. unipuncta Tutt.: Auf den Vorderilügeln ist nur
der Mittelpunkt vorhanden.
ab. caeruleopunctata Stgr.: Mit länglichen blauen
Punkten vor der Randbinde der Hinterflügel-Öberseite. Die-
ses sind diejenigen Aberrationen, die ich nach meinen ge-
spannten Tieren feststellen konnte.
aleciphron v. granadensis Ribbe: Auch hier lasse ich
182 | Carl Ribbe.
die Beschreibung aus der Societas ent. XX. Jahrg., Nr. 18,
pag. 138, folgen:
Oberhalb der Alhambra fing ich in den Jahren 1880,
1881 und auch 1905 diese Art, die sich jedoch konstant von
Stücken aus andern Gebieten unterscheidet. Am nächsten
stehen die Stücke aus Digne, doch sind die aus Granada
stammenden Stücke feuriger rot, haben auf den Flügelober-
seiten weniger Flecke und machen demnach einen helleren
Eindruck. Die Weiber sind es vor allem, die diese lichte
Färbung aufweisen. Der auf der Mitte des Innenrandes
stehende grosse schwarze Fleck ist grösser, beinahe zwei-
teilig und entsendet immer parallel mit dem Innenrande ei-
nen Zacken nach der Wurzel zu, der beinahe bis zur Wur-
zel geht. Die Unterseite ist sehr hell, die der Hinterflügel
ist gelblich. Die Stücke der Varietät sind kleiner als die
Stammform.
Granadensis fliegt bei Granada, einzeln in der Sierra
de Alfacar, häufiger in der Sierra Nevada. In letzterer
fingen wir die ersten Stücke 1881 bei der Dehesa de la
Vibora Anfang Juli; 1905 Ende Juli bei den Hochtälern
von Vacares; im August auf der Loma de S. Geronimo.
Bei Granada trat das Tier an einigen Tagen 1905 Anfang
Juni recht häufig auf. Einige Stücke, die mir Korb aus
der Sierra de Espufa in Murcia überlassen hat, zeichnen
sich durch ihre Grösse aus, stimmen aber sonst mit mei-
nen granadensis überein. Granadensis ist nicht leicht zu
fangen, da es ein guter Flieger ist, der von Blume zu
Blume, von Stein zu Stein huscht; nur das Aufblitzen der
goldroten Flügel verrät das Tier. Man soll versuchen, den
Falter, wenn er sitzt, mit dem Netze zu decken, denn beim
Zuschlagen versteht er es sehr gut, unter dem Netze zu
entwischen.
v. gordius Sulz.! Kommt in der Serrania de Ronda,
in der Sierra Morena und nach Kheil auch in der Sierra
de los Filabres vor (1886 am Gipfel des Cerro de Nimar
2080 m im Juli sehr häufig). Gordius kommt wohl in al-
len Gebirgen Spaniens vor. Mendes gibt die Sierra de Es- E
trella in Portugal an.
Lampides Hb.
boetieus L.: In ganz Andalusien verbreitet. Im April Be.
und Mai fing ich diese Lycaenide bei Mälaga, Campanillas
und im Mai und Juni bei Granada. Rosenhauer gibt boe-
2
FE
N ._ Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 183
ticus im Juli bei Lanjaron und Gibraltar, Krüger für letz-
teren Ort Juni— August an. Etwas später tritt er in den
Gebirgen auf. Nirgends habe ich das Tier häufig gefun-
den. Die Raupe soll nach Spuler I. c. pag. 59 in den
Samenkapseln des Blasenstrauchs (Colutea arborescens), an
Medicago sativa, Pisum sativum, Ulex europaeus, Sarotham-
nus scoparius, Genista, Lupinus und Rosmarinus leben.
ab. © fasciata Tutt.: Weiber, bei welchen die Hin-
terflügel-Oberseiten eine weissliche Binde zeigen, kommen
hin und wieder vor, und hat hierfür der Name fasciata Tutt.
einzutreten.
ab. grisescens Tutt.: Viele der von mir in Andalu-
sien gefangenen Tiere sind gross und haben eine grauere,
mattere Färbung, so dass man sie zu der von Tutt aufge- -
stellten grisesceens rechnen muss. Aus Algarbien und
S. Fiel in Portugal hingegen habe ich sehr intensiv blau
gefärbte Stücke erhalten, die zu der Form coerulea zu
stellen sind. Die weissen Binden der Unterseite sind bei
allen Tieren mehr oder minder vorhanden. Als weitere
Fundorte von boeticus mit seinen Formen sind mir in An-
dalusien Ronda, Cädiz, Chiclana, die Sierra Morena, Alge-
eiras, Sevilla, Cördoba, Lojia und Antequera bekannt. In
Spanien kommt der Falter wohl überall vor, so in Catalo-
nien, Aragonien und Castilien, nach Mendes auch in Por-
tugal. Aus der Sierra de Espufa in Murcia erhielt ich
mehrere Stücke durch Korb, die am besten mit solchen von
den Canaren übereinstimmen. Korb fand die Raupen in den
-— Schoten von ÜColutea arborescens.
telicanus Lang.: Ebenfalls in ganz Andalusien. April,
Mai bei Mälaga, Mai, Juni bei Granada, März bis Oktober
bei Gibraltar, März, April Chiclana, April, Mai Ronda,
April Alora, Campanillas, Mai Bobadilla, Juni, Juli in der
Sierra de Alfacar, doch überall nur einzeln. Die im Juni
fliegenden telicanus sind nach Krüger klein. Die Raupe
soll besonders an den Blüten von Lythrum salicaria (Za-
_ pater und Korb) leben. Milliere gibt Calluna vulgaris (Ok-
tober) und Gartner Melilotis albus als Futterpflanze an.
Ich fing telicanus beinahe immer nur an dem grossen Be-
senginster, der bei Mälaga und Granada sehr häufig auf
den Bergen wächst (auf welchem auch die Raupe von A.
spectrum lebt); er sass hier mit Vorliebe an den gelben
Blüten dieser Pflanze. Wie mir scheinen will, rechnen die
andalusischen telicanus zu der von Ragusa aufgestellten
184 Carl Ribbe.
Form bellieri, die in Sizilien heimisch sein soll, denn alle
meine Stücke haben einfarbigere, verwaschene Unterseiten.
Auch diese Lycaene scheint über einen grossen Teil
von Spanien und Portugal verbreitet zu sein (Bilbao, Cata-
lonien, Murcia, Aragonien, Oastilien). }
teophrastus F.: Bei Algeciras fing ich zwei ganz ah-
geflogene Stücke am Strande Anfang April 1905, und zwar
gegen Abend, als ich nach der Landungsbrücke der Gibral-
tar-Dampfer ging. Staudinger gibt Hispania m. an und
Korb schrieb mir, dass er teophrastus bei Murcia im April
an einem Stachelstrauch gefangen habe.
LycaenaFE.
argus v. vacaresa Ribbe: In den höheren Teilen der
Sierra Nevada (im Juli, August), vor allem in den oberen
Tälern, die von der Loma de San Geronimo nach dem Ge&- !
nil hinabgehen, ferner im Barranco Real, auf den Wiesen.
von Vacares, in Höhen von 1800—2500 m fingen wir eine
Lycaenaform, die zwischen argus und v. hypochiona Rbr.
steht, immerhin aber ein so ausgeprägtes Aussehen hat,
dass man ihr wohl einen Namen geben kann, ich habe den
Namen v. vacaresa nach dem Fundort, den Hochtälern von
Vacares, gewählt. Bei der Beschreibung kann ich mich auf
Vergleiche mit argus und v. hypochiona beschränken.
Vacaresa kommt, was die Färbung der Ober- und Un-
terseite anbelangt, bestimmten Stücken von argyrognomon
Brgstr., die ich aus Zermatt und Tirol habe, sehr
nahe, doch das entscheidende Moment, — der Sporn — am
Unterschenkel des Vorderbeins, ist bei allen meinen vaca-
resa-Stücken vorhanden, wenn auch kleiner als bei hypo-
chiona und argus. Herr Amtstierarzt Möbius in Dresden
hatte die Güte, Stücke aus meiner Sammlung von argus L.
hypochiona und vacaresa und auch von argyrognomon Brgstr.
zu untersuchen und Präparate anzufertigen. Wir fanden,
dass der Sporn bei argus L. gross, bei hypochiona mittel-
gross, bei vacaresa klein und bei argyrognomon (wie be-
kannt) gar nicht vorhanden ist. Die Oberseite von vaca-
resa & ist gleich der von 'hypochiona &, nur ist das
Blau stumpfer und dunkler, ähnlich wie bei argus L. Die
Unterseitenfärbung des & ist nicht wie bei hypochiona
weiss oder wie bei argus L. weiss-blaugrau, sondern aus-
geprägt grau, nur die Umrandung der schwarzen Punkte
und die längs der roten Aussenrandsflecken zwischen die-
En 1-
53 a :
wo
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 185
sen und den schwarzen Punkten auf den Hinterflügeln be-
findliche Partie ist weisslich, dadurch sehen auch die Män-
ner von vacaresa auf der Unterseite beinahe wie Weiber
von hypochiona aus. Die Oberseite der Weiber ist genau
so gefärbt und gezeichnet, wie bei solchen von hypochiona,
die Unterseite nicht bräunlichgrau wie bei hypochiona, son-
dern mehr grau. Die rotgelben Aussenrandsbinden der Vor-
der- und Hinterflügel - Unterseiten ist bei meinen 20 99
von vacaresa breiter und zusammenhängender wie bei hypo-
chiona, also mehr wie bei argus L. @. Ramburs Bemer-
kung über aegon Oat. Syst. d. L. de l’And., p. 37, bezieht sich
wahrscheinlich auf diese vacaresa.
v. hypochiona Rbr.: Wir fingen diese Lycaena haupt-
sächlich in der Sierra de Alfacar, aber auch einzeln in den
unteren Tälern der Sierra Nevada, in ersterer Sierra im
Juni— Juli, in letzterer im August. Hypochiona liebt feuchte
Stellen und versammelt sich an solchen oft in grosser An-
zahl und ist dann leicht zu fangen, so erbeuteten wir das
Tier an der Fuente de la Fraguara, de la Casilla, de la
Teja und in der Nevada an der Kastanienquelle. Die Weiber,
die viel seltener sind, findet man hauptsächlich gegen Abend’
an Blumen, die in der Nähe der vorgenannten Quellen im
bebuschten Gelände stehen. Voigt will hypochiona auch bei
Granada gefunden haben, weder Staudinger, mein Vater,
noch ich und mein Bruder haben ein Stück in der Nähe
dieser Stadt gesehen.
Hypochiona kommt nach Zapater und Korb auch in
Teruel und ferner noch in Murcia (Sierra de Espuäüa Juni)
vor. Lycaena argus v. hypochiona soll auch auf den Jo-
nischen Inseln und in Griechenland, ferner als Aberration
bei Digne und in England (nach Jones) vorkommen, vergl.
Seitz l. c. pag. 300. Hypochiona aus den Mittelgebirgen
Andalusiens ist nun eine so ausgeprägte und in ihrer Hei-
mat so konstante Form, dass mir die andern Fundorte recht
fragwürdig zu sein scheinen. Höchst wahrscheinlich handelt
es sich bei den griechischen Tieren um besondere Lokal-
formen und bei denen, die aus Digne und England (Hol-
land) stammen, wie ja auch Rebel angibt, nur um Ueber-
gangs-Aberrationen, vergl. Berges Schmetterlingsbuch pag. 66.
ab. nomancha n. ab.: Unter meinen vielen hypochiona
habe ich 3 5&& gefunden, die auf der Unterseite der Vorder-
und Hinterflügel nur die Aussenrandpunktreihen zeigten,
der grössere Teil der Flügel, nach der Wurzel zu, war
186 Carl Ribbe.
ganz weiss. Solche Tiere mögen in jedem Jahre gefangen
werden und ist deshalb eine Benennung als nomancha (no
— nicht, mancha — Fleck) wohl gerechtiertigt.
Von Nord-West-Spanien (Branuelas und Casayo) beschreibt
Chapman in der Trans. Ent. Soc., London 1907, pag. 158,
eine Form, die er easaiacus nennt, auf Tafel V, Fig. 16—17,
an derselben Stelle bildet er Männer und Weiber auch ab.
Nach der Beschreibung von Chapman haben die Männer auf
der Hinterflügeloberseite längs des Aussenrandes 2? oder 3
rote Bogenflecke, die jedoch nicht, wie er dann sagt, orange
oder rotbraun, wie beim Weib sind, sondern durch das Blau
der Flügel zu einem rosigen Ton modifiziert sind. Unter
meinen vielen andalusischen hypochiona kann ich nur ein
Stück finden, das einen leichten rötlichen Schimmer längs des
Aussenrandes der Hinterflügel, die dort stehenden Punkte um-
spielend, zeigt. Viel öfters finde ich anstatt der roten Zeich-
nung bei andalusischen hypochiona eine weissliche Färbung,
die Hinterrandspunkte der Hinterflügel umspielend. Die von
Chapman auf Tafel V, Fig. 16 und 17 gegebenen Abbildungen
zu seiner casalacus scheinen mir das Rot viel zu grell zur Dar-
stellung zu bringen.
Ferner beschreibt Chapman in der Trans. Ent. Soec., Lon-
don 1902, Proceed. p. XXXV, eine Lycaena argus v. beja-
riensis, die, wie er sagt, der hypochiona am nächsten stehe.
Diese. bejariensis & soll 33—35 mm Flügelspannung haben,
die schwarzen Punkte des Hinterrandes der Hinterflügelober-
seite sollen sehr ausgeprägt auftreten und oft durch einen
weissen Schein umgeben sein, die schwarzen, breiter werden-
den Adern gehen bis zu dem dunklen Rand,
Wenn ich meine vielen hypochiona aus der Sierra de Al-
facar mit dieser Beschreibung vergleiche, so finde ich, dass
ich Stücke von 30—32 mm Flugspannung auch dabei habe,
dass die schwarzen Punkte längs des Aussenrandes der Hinter-
flügel bei beinahe allen Stücken sehr gut ausgeprägt vor-
handen sind und dass die weisse Umrahmung dieser schwarzen
Punkte, wie schon erwähnt, nicht zu selten ist. Leider ist
es mir nicht möglich bejariensis, casajiacus und hypochiona in
natura zu vergleichen, doch glaube ich, dass die von Chapman
neu aufgestellien Namen nach den Fundorten abwei-
chende Formen bezeichnen, zwischen welchen bei grossem
Material wohl Uebergänge zu finden sein werden.
sephyrus v. hesperica Rbr.: Rambur gibt Andalusien
an; ebenso Staudinger, der noch Aragonien hinzufügt;
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 187
Rühl führt die Sierra Nevada an. — So viel ich weiss, ist
seit Ramburs Zeit hesperica nicht wieder in Andalusien ge-
fangen worden. Ich habe mir grosse Mühe gegeben, das
Tier zu finden, doch war alle Mühe vergebens. Rambur
selbst schreibt, dass er hesperica „sur les collines pres
d’Alfacar dans les lieux remplis de Genista cinerea“ ge-
fangen habe, vergl. Rambur Faune Entomol. d’Andalousie,
pae, 200.271.
lysimon Hb.: Bei Mälaga. Algeciras, Cädiz und Gi-
braltar an solchen Stellen, wo Weassergräben, die zur Be-
wässerung der Felder dienen, nicht zu häufig im April,
Mai, Juni und August. Bei Granada fing mein Vater den
Falter 1871 Ende Mai im Darro-Tale und ich 1905 im Mai
mehrere Stücke am Ende des Barranco Bermejo dort, wo
die Wasserleitung dieses Tal zweimal kreuzt (einmal in
einem Viadukt, das andre Mal in einem tiefen Loch. — Im
August, September ist Iysimon in den Pappelanpflanzungen,
die sich längs des Genil in der Vega von Granada hin-
ziehen und die in dieser Zeit bewässert werden, sehr ge-
mein. Der Falter fliegt dieht am Boden und sucht sich die
feuchten Stellen zum Saugen aus. Lysimon ist auch in °
Aragonien und Portugal gefunden worden. Dass man diese
Lycaene im Frühjahr und dann auch noch im Herbst fängt,
scheint darauf hinzuweisen, dass es mehrere (reenerationen
gibt. — Staudinger gibt Andalusien an.
Ich kann zwischen den Frühjahrs- und Herbsttieren
keinen Unterschied finden.
baton v. panoptes Hbh.: Panoptes ist bei Granada
oberhalb der Alhambra auf allen Hügeln nicht selten im
Mai— Juni, ebenfalls in der Sierra de Alfacar (Juni—Juli).
wo er sich doch nicht zu häufig findet. Nach Voigt auch
in der Sierra Nevada bis zur Grenze der subalpinen Region.
— Diese Lycaena liebt feuchte Stellen; so fing ich 1905 im
Barranco Bermejo nach Regen und an der Wasserleitung
auf den sandigen, feuchten Stellen eine grosse Anzahl, oft
sassen mehr wie hundert Stück auf einem kleinen Flecke
zusammen und wurden eine leichte Beute. Als weitere Fund-
orte in Andalusien sind mir die Berge bei Mälaga (Mai),
Campanillas, Olias, die Serrania de. Ronda, Chiclana, Ante-
quera, Loja, Sierra Morena, Algecira, San Roque, Gibraltar
(Sierra Carbonera), Sierra de los Filabres, Sierra Huetor,
Lanjaron, Valle de Lecerin bekannt. Staudinger gibt ganz Ibe-
rien an. Die Raupe von panoptes lebt im April, Mai, (Juni?)
188 Carl Ribbe.
an Thymus serpyllum und vulgaris (Feld- und gemeine %
Quendel) und frisst hauptsächlich die Blüten. In der Ge-
fangenschafit sollen sich die Raupen einander auffressen.
ab. orlaria n. ab.: Unter den panoptes, die ich von
Andalusien in den verschiedenen Jahren mitgebracht habe,
finden sich wenig abweichende Stücke, ein Beweis, eine wie
gut ausgeprägte Lokalform wir vor uns haben. Bei nur
ganz wenigen Stücken, im männlichen Geschlecht tritt auf
der Oberseite der Vorderflügel, längs des Aussenrandes eine
mehr oder minder in die Augen fallende Reihe von weiss-
lichen Flecken auf. Ich fing solche Stücke, sowohl 1880,
als auch 1905 und können sie den Namen orlaria erhalten.
Auch bei panoptes kann ich mich der Ansicht von
Seitz, Rebel, Staudinger nicht anschliessen, dass echte pa-
noptes auch in Süd-Frankreich vorkommen. Ich habe baton
von Digne, Marseille, Amasia, Pyrenäen in meiner Samm-
lung, die zwar nicht ganz mit baton übereinstimmen und
wohl besondere Lokalformen darstellen, aber auch mit pa-
noptes in Andalusien nicht übereinkommen. Möglicherweise
repräsentiert nun der andalusische panoptes eine eigene
Lokalform und wäre dann diese zu benennen und könnte
ganz gut andalusica heissen. Irrig ist Seitz l. c. pag. 305
seine Ansicht, dass panoptes überall einzeln vorkommt, be-
sonders häufig in Süd-Europa neben der typischen Form
auftrete.e. Wenn Prof. Seitz mein Material von baton, vor
allem aber von panoptes sehen würde, würde er mir gewiss
beistimmen, dass panoptes (andalusica) eine gut ausgebil-
dete Lokalrasse von baton ist, die nur (?) in Andalusien
(und in Murcia) vorkommt. Baton habe ich niemals in
Süd-Spanien angetroffen, selbst nicht in der Sierra Nevada,
wo doch die Bedingungen für ein Vorkommen sicher vor-
handen wären. Ferner ist die Ansicht Seitz, dass aben-
cerragus in Süd-Spanien und Marokko vorkommt, nicht
ganz zutreffend, da diese Lycaena bis dato nur in Marokko
gefangen worden ist. Man vergleiche zu panoptes und aben- iM
cerragus auch Walker „Notes on Lepidoptera from the re-
gion of the Straits of Gibraltar“, Trans. Ent. Soc. London
1890, Part II, pag. 361. Bei panoptes sagt Walker: „I did
not see it elsewhere, nor did I meet with the typeform.“
Und von abencerragus erwähnt er gar nichts, obgleich doch
Gibraltar mit seiner Umgebung derjenige Ort in Süd-Spanien
wäre, wo das Tier zuerst gefunden werden müsste.
orbitulus Prun.: 1905, Anfang August, fing mein Bru-
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 189
der auf einer Tour nach der Veleta in der Nähe des Penon
de San Franeisco 2500 m hoch, ein Männchen von orbitulus,
welches ganz und gar mit Tiroler Stücken übereinstimmt.
Orbitulus mit seinen verschiedenen Formen kommt nach
Staudinger an verschiedenen Stellen in den Hochgebirgen
Spaniens vor. In den Pyrenäen (orbitulus, v. oberthüri,
v. pyrenaica) und in Asturien (v. pyrenaica). — Die nach-
stehende Varietät soll in der Sierra Nevada gefunden wor-
den sein. — Die Raupe von orbitulus ist zwar bekannt,
die Futterpflanze aber nicht; man fand die Raupen unter
Steinen, desgleichen die Puppen.
* y. dardanus Fır.: Nach Staudinger ist in der Sierra
Nevada ein © gefangen worden.
Zu orbitulus et var, vergl. Chapman! Erebia lefebvrei
and Lycaena pyrenaica. Trans. Ent. Soc., London 1908,
pag. 314.
idas Rbr.: Diese Lycaena fing mein Vater 1871 und
ich 1880 und 1881, ebenso zwei Exemplare 1905 in der
Sierra Nevada. Die Angabe Staudingers, dass das Tier
3000 m hoch vorkäme, ist dahin zu berichtigen, dass man
„bis“ 3000 m setzt. Wir haben jedoch idas niemals so hoch
oben in der Nevada gefangen; die besten Fangstellen liegen
zirka 2000—2400 m hoch auf der Loma de San Geronimo
und de San Juan. — Dort in den obersten Teilen der
zahlreichen Täler und Einsenkungen wird man an den we-
nigen Blumen idas antreffen. — 1881 fing ich ganz dicht
bei dem Pefon de San Francisco, ungefähr an der Stelle,
wo der Eselweg der Schneeholer vorbeigeht, idas in Anzahl.
Doch auch auf den wiesenartigen Hängen, die an der Ab-
dachung der Loma de San Geronimo und de San Juan
nach dem Genil zu liegen, wird man idas finden. Ferner
fing ich diese Lycaena bei der Dehesa de la Vibora und
zwar dort, wo das grössere Tal (östlich von der Dehesa)
nach dem Genil seinen Ursprung auf dem Kamm nimmt,
auf welch’ letzterem der Schneeweg entlang läuft. Wann die
beste Fangzeit für idas ist, lässt sich, wie für alle Nevada-
Schmetterlinge, schwer sagen. In einem Jahre fingen wir
die Tiere Anfang Juli, im andern Mitte August. Die An-
gabe Juli, Anfang August wird die richtigste sein; der
Sammler muss ja so wie so sich nach den Schneeverhält-
nissen richten. Ich möchte jedem, der in der Nevada sam-
melt, anraten, sich vorher idas in natura in einer Samm-
lung anzusehen, damit er nicht durch die so ähnlichen
190 | Carl Ribbe.
Formen von astrarche genarrt wird. — Rambur schreibt
ferner hierzu Faune Entomol. de l’Andalousie, pag. 268
„J’ai pris une variete dans les localites moins e&levees de
la Sierra Prieta, dont les points noirs des ailes inferieures
ont prespue entierement disparu (pl. 10, Fig. 7). I se
montre au mois de juin, voltige tres-pres de terre et se
pose sur les plantes basses.“ Kheil fing idas am 1. Juli
1886 bei Trevelez. Die Angabe von Seitz l. c. pag. 308,
dass idas auf einer Höhe von 1000 Fuss vorkommt, ist
wohl nur ein Druckfehler und soll heissen 10000 Fuss.
Sehr interessant war mir nun von Korb zu hören, dass er
1909 in der Sierra de Espuna in Murcia, auf dem Gipfel
des Morron in einer Höhe von 2000 m im Juli idas ge-
fangen habe. Vor kurzer Zeit erhielt ich einige Stücke aus
diesem Gebirge von Korb und kann folgendes feststellen.
Die murcianischen idas zeigen den dunklen Vorderflügel-
fleck auf der Oberseite stark weiss umrandet. Die Unter-
seite beider Flügel ist hellbrauner wie bei Tieren aus der
Nevada, auch sind weniger schwarze, weissgeränderte Flek-
ken vorhanden, was letzteres besonders bei den Hinter-
flügeln sehr auffällt, ich habe ein Stück aus der Sierra de
Espufa, das auf der Hinterflügel-Unterseite nur je zwei
Flecken hat. Der weisse Wischer, der sich auf der Hin-
terflügel-Unterseite befindet, ist nicht so stark ausgeprägt
wie bei Nevadatieren. Alle diese Merkmale scheinen kon-
stant zu sein, und schlage ich daher für die murcianischen
idas den Namen morronensis vor. Man vergleiche hierzu
die Abbildungen (hauptsächlich Figur 7) bei Rambur „Faune
de l’Andalousie“, Tafel 10.
Erst nachdem meine Fauna fertig gesetzt worden war,
erhielt ich davon Kenntnis, dass Chapman Lycaena idas in
Nord-West-Spanien gefunden hat. (Vergl. Trans. Ent. Soe.,
London 1907, pag. 155, Taf. V, Fig. 13, 14, 15.) Es ist die-
ser Fund um so auffallender, da er erst 1906 gemacht worden
ist; keiner der übrigen in Spanien tätig gewesenen Sammler
hat idas an einem anderen Ort als in der Sierra Nevada gefunden.
Durch die Funde von Korb und Chapman sehen wir wieder
einmal, dass die Annahme, bestimmte Arten von Schmetter-
lingen wären sehr lokal, einen argen Stoss erhielt. Nur das
Niehtdurchforschtsein von den verschiedenen Gegenden trägt
die Schuld an solcher falschen Annahme.
Zwischen den bis jetzt bekannten Fundorten von idas Sierra
Nevada, SierraPrieta, Sierra de Espuna einerseits und Nord-West-
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 191
Spanien andererseits liegt eine Entfernung von gegen 90 geo-
graphischen Meilen und es ist daher sehr wahrscheinlich, dass
in den dazwischen liegenden Gebirgen Mittelspaniens idas
wohl auch noch entdeckt werden wird.
Nach der Beschreibung des nordwestlichen idas zu ur-
teilen, scheinen dieselben meiner morronensis näher als der
nevadensischen idas zu stehen. Chapman sagt! „It may be
well to note the facies of the Galician speeimens, compared as well
as one may with Ramburs figures and description; the only spe-
cimens1I have seen are those in theB. M. collection, they are rather
shmall compared with mine and rather faded and differ from my spe-
cimens and equally from Rambur’s description in having much
less of the white addendum to the discal spot.* Die gali-
cischen idas sind grösser wie Nevada-Stücke, ebenso gross wie
solche aus der Sierra de Espuna, und der disceale Fleck der
Vorderflügeloberseite hat, wie Ohapman ganz richtig erwähnt,
mehr weisse Einfassung, als die Stücke, die mir aus der Ne-
vada vorliegen. Die roten Flecke der Unterseite der Hinter-
flügel sind variabel, sowohl bei Nevada-, Espuna- als auch
bei den Galicia-Stücken. Sie sind meistens ähnlich gefärbt,
wie bei astrarche. Ein Nevadastück habe ich, wo diese röt-'
lichen Flecken gelblich gefärbt sind.
Chapman beobachtete idas-Weiber, die Eier an einer Art
von Erodium ablegten, leider gelang die Aufzucht nicht.
In Nord-West-Spanien kommt idas in einer Höhe von
ca. 4000 Fuss engl. vor und zwar in der Gegend bei El
Barco de Valdeorras an der Grenze von Galicia und Leon.
Der genaue Fundort liegt nach Ohapman, wenn man von
Casayo, das südlich von El Barco de Valdeorras in dem
Casayo-Tale liegt, einen Weg, der nach La Bana führt, ver-
folgt. Auf der Karte finde ich dieses Gebiet mit dem Namen
Peua Trevinca bezeichnet.
Herr Chapman hatte die Liebenswürdigkeit, mir einige
Stücke der von ihm bei Oasayo gefangenen idas für meine
Sammlung zu stiften. Nach diesen 4 Stücken und weiteren
Exemplaren, die ich vor einiger Zeit bei Herrn Bang-Haas in
Blasewitz sah, scheint es sich um eine gut ausgeprägte Lokal-
Form von idas zu handeln, ausser den schon von Uhapman
erwähnten Abweichungen finde ich, dass die aus Uasayo stam-
menden Tiere viel punktreicher auf der Unterseite gezeichnet
erscheinen, was seinen Hauptgrund in der besonderen Grösse
der Flecken und der breiten, weissen Umränderung hat.
Wenn die Grundfärbung der Unterseite bei Nevada- und Es-
192. Carl Ribbe.
puna-Tieren hell bräunlich ist, so ist sie bei den Üasayo-
Stücken dunkler braun, ungefähr so wie bei der Astrarche-
Form.
Alle diese Unterschiede zusammengefasst, berechtigen
wohl dazu, die galicische Form von idas von der Nevada- und
Espuna-Form abzutrennen und würde ich daher den Namen
chapmani vorschlagen.
astrarche Bgstr.: Astrarche mit seinen vielen benann-
ten und unbenannten Varietäten kommt in Andalusien und
Spanien (auch in Portugal) überall, hauptsächlich in Berg-
gegenden vor. Ich fing dieses Tier bei Mälaga im Mai, bei
Granada im Mai, Juni, in der Sierra de Alfacar im Juni,
Juli und in der Sierra Nevada bis 2400 m im August.
Walker 1. c. pag. 373 fing das Tier bei Gibraltar im Fe-
bruar, Sheldon bei Algeciras Ende April. Krüger in der
(Gegend bei Gibraltar im Mai und Juni. Zu manchen Zei-
ten und an manchen Stellen ist astrarche ‚und seine Varie-
täten sehr häufig, so z. B. in der Sierra de Alfacar auf
wiesenartigen Stellen im Barranco de los Robles und an
der Fuente de la Teja; oit geschah es hier, dass, wenn
wir nach einem bestimmten Tiere zuschlugen, nachher zehn
und mehr im Netze fanden. In der Sierra de Alfacar kom-
men zwei Hauptformen, die so gut wie keine Uebergänge
aufweisen, vor; es ist eine grosse, oben dunkle mit weni-
gen roten Bindenflecken, unten hellbräunlich gefärbte und
eine kleine, oben mit roten Binden und unten braun ge-
färbte; daneben gibt es nun noch von der letzteren kleinen
Form eine Nebenform mit grauer Unterseite und eine an-
dere mit sehr breiten roten Binden. Die grosse und kleine
Form unterscheiden sich sehr gut, zumal bei der grossen
die Fransen nur durch wenig in die Augen fallendes
Schwarz, bei der kleinen hingegen durch scharf auftreten-
des (Schwarz) unterbrochen werden. Die grosse helle Form
fing ich nur in der Sierra de Alfacar und Nevada, die
kleine aber auch oberhalb der Alhambra.
ab. allous Hb.: Sierra de Alfacar und oberhalb der
Alhambra, mehrere Stücke auch in den Bergen von Olias
bei Mälaga. .
ab. ealida Bell.: Unter der Stammform bei Granada
und in der Sierra de Alfacar und Nevada. Nach Mendes
auch in Portugal.
v. ornata Stgr.: Sierra de Alfacar und Nevada, fer-
‚ner bei Granada oberhalb der Alhambra.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 193
ab. montana Rühl-Heyne: Grosse Exemplare, die so-
wohl in der Sierra de Alfacar, als auch in der Sierra Ne-
vada nicht selten sind und die sich auch noch durch wenig
rote Zeichnung der Oberseite und sehr helle Unterseite aus-
zeichnen, beschreibt Rühl-Heyne in seinem Werke pag. 759
als montana. Wahrscheinlich kommt diese Form der albi-
cans Auriv. sehr nahe, wenn sie nicht sogar mit ihr zu-
sammenfällt.
Aus der Sierra de Espufa in Murcia habe ich durch
Korb eine ganze Anzahl von astrarche mit seinen Aber-
rationen erhalten, die ganz mit den andalusischen über-
einstimmen, auch in der vorgenannten Sierra de Espuna
waren die Tiere im Juni und Juli bis auf ornata sehr
gemein.
Ich will nicht unerwähnt lassen, dass mir zum Ver-
gleich zirka 700 astrarche (und Formen) aus den Jahren
1850, 1881 und 1905 vorlagen.
* eumedon Esp.: Rambur hat ein @ in der Sierra
Prieta im Juni auf feuchter Wiese gefangen. Die Raupe
soll im Juni in den Früchten von Geranium pratense und
purpureum leben (?). Eumedon fliegt auch in den Pyre-
näen. Wahrscheinlich gehören die andalusischen eumedon
einer besonderen Lokalform an.
icarus Rott.: Diese Lycaena scheint überall in Anda-
lusien vorzukommen. Ich fing das Tier bei Mälaga (April—
Mai), Granada (‘April— Juli), Sierra de Alfacar (Mai—
August), Sierra Nevada (Trevelez-Tal, Laniaron, Val de
Casillas, Guejar Sierra, Loma de San Geronimo, Hoch-
ebene von Puche, Capileira, Rio Orgiva, Val de Lecrin),
Loja, Antequera, Bobadilla, Gibraltar, Algeciras, Alora,
Campanillas; auch sah ich ihn bei Ronda. Krüger sagt
von den Gibraltar-Stücken, dass sie lichter und glänzender
wie typische wären. Auf der Oberseite der Unterflügel
(— Hinterflügel) mit schwarzen Randflecken vor dem ziem-
lich breiten Saume. (Er meint also die Form celina.)
ab. icarinus Sriba: Selten unter der Stammart bei
Granada und in den beiden Sierren de Alfacar und Nevada.
ab. (v.) celina Aust.: Bei Granada, in der Sierra
de Alfacar, Sierra Nevada und bei Mälaga fingen wir im
Frühjahr und Sommer diese wenig von der Stammform ver-
schiedene Varietät.
ab. caerulea Fuchs. und eaerulescens Wheel.: Meh-
rere @Q9, die ich bei Mälaga fing, rechnen zu diesen For-
13
194 Carl Ribbe.
men. Icarus mit seinen verschiedenen Formen scheint über-
all in Spanien und Portugal verbreitet zu sein. Korb
schreibt mir, dass er icarus häufig, celina und caerulea
einzeln in der Sierra de Espufa im Juni und Juli gefan-
gen habe. Eine Anzahl Stücke aus diesem Gebiete, die
mir jetzt vorliegen, stimmen mit andalusischen ganz überein.
* amandus Schn.: Rambur schreibt in dem Cat. Syst.
des Lepid. de l’Andalousie, pag. 41: „Jl n’est pas rare
dans les parties herbeuses et &levees de la Sierra Nevada.“
Voigt schreibt Stett. Ent. Zeitsch. 1890, pag. 24, dass er
am 23. VI. 1889 in der Talsohle des Monachils unterhalb
San Geronimo am Taio de las Palomas zwei grosse Exem-
plare gefangen habe. Wir haben das Tier niemals gesehen
und gefangen. Die Raupe soll an Vicia im Mai und Juni
leben. Auch in den Pyrenäen ist amandus gefunden worden.
hylas Esp.: Anfang August fingen wir in der Sierra
Nevada 2200 m hoch eine Lycaena, die ich zu hylas ziehen
muss. Rambur fing hylas in der Sierra Nevada nahe bei
den Schneefeldern und auch in den tiefer gelegenen Teilen.
Staudinger fing hylas auch in Andalusien. Nach Zapater
und Korb Il. e. p. 22 im Juli in der Gebirgsgegend von °
Camarena in Teruel, nach Martorell in Catalonien.
Elwes beschreibt in d. Trans. Ent. Soc., London 1905,
pag. 380 Taf. XIX, Fig. 5 u. 6 eine Form von hylas als
atlantica, die Meade Waldo aus Marokko mitbrachte. Elwes
sagt, dass atlantica eine unerwartete Entdeckung in Marokko
gewesen sei, da in den höheren Regionen der Sierra Nevada
und in einigen Gebirgen des östlichen Spaniens nivescens, de-
ren 55 graublau gefärbt seien, vorkommen, wohingegen at-
Jantica von Marokko so blau wie typische hylas gefärbt sei.
Elwes ist nicht ganz richtig unterrichtet über die Verbreitung
von nivescens. In den höheren Teilen der Sierra Nevada
kommt nivescens nicht vor, sondern nach Rambur, Staudinger
und meinem Funde eine blaue hylas- Form. Nivescens
kommt in Andalusieu, Mureia, Mittelspanien in den Mittel-
gebirgen (Kalkformationen) vor. 'Die Angabe östliches Spanien
bei Elwes ist demnach nicht ganz richtig (siehe auch die Ver-
breitung von nivescens).
Wenn ich meinen 1905 in der Sierra Nevada gefangenen
& von hylas mit der Beschreibung und Abbildung von Elwes
seiner atlantica vergleiche, so will es mir scheinen, als wenn
das Nevadatier zu atlantica gehört. Mein Stück zeigt eine
Blaufärbung, die nicht ganz mit der bei typischen hylas über-
a ee a
B
i
E
H
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 195
einstimmt; die Flecken längs des Hinterrandes der Hinter-
flügeloberseite sind gut ausgeprägt vorhanden. Auf der Unter-
seite der Hinterflügel hebt sich der weisse Wischer von der
Grundfärbung gut ab. Mein Nevada-Stück ist jedoch kleiner,
als die Abbildung von atlantica.a Nach dem einzelnen Stück
lässt sich natürlich schwer ein abschliessendes Urteil fällen,
zumal mir von atlantica auch kein Tier in natura vorliegt.
v. nivescens Kef.: Wir fingen in den verschiedenen
Jahren dieses schöne Tier nur in der Sierra de Alfacar.
Kheil führt für die Nevada die Kastanienguelle an.
Rühl gibt für Andalusien noch Cädiz?, Sevilla?, Mälaga
und weiter für die iberische Halbinsel Barcelona und Le-
rida an. Korb erbeutete nivescens häufig in der Sierra de
Espufia in Murcia (Juni, Juli). Staudinger führt Arago-
nien und Catalonien auf. Bei Zapater und Korb |. c. fand
ich über hylas und v. nivescens folgende interessante Be-
merkung. „Der. typische hylas fliest im Juli in einigen
Tälern in der Sierra und in der Nähe von Camarena. Die
Varietät nivescens im Juli bei Santa Croche, Portichuelo,
Öerro de San Cristöbal, bei Monterde, bei La Losilla. Bei
Camarena in den tieferen Teilen in der Nähe des Dorfes.“
Man könnte aus dem Vorkommen der beiden Formen in
ein und demselben Gebiete beinahe annehmen, zwei gute
Arten vor sich zu haben. Chapman, der in Teruel sam-
melte, schreibt Trans. Ent. Soc. London 1901, Proc. XXII:
„We found hylas and its variety nivescens on the same
ground.“ Voigt 1. c. pag. 24 fand den Falter in der Sierra
Nevada (Juni— August). Nivescens fliegt hauptsächlich im
Juni bis Anfang Juli; das Tier liebt die trockenen Bach-
betten, die mit ihren weiss schimmernden Steinen und Sand-
stellen grosse Anziehungskraft auf dasselbe auszuüben
scheinen. An der Fuente de la Teia, im Barranco Calle-
ioncillo, an einzelnen Stellen des Barranco de los Robles,
im Canal la Cuna ist diese Lycaena zu Zeiten nicht selten
anzutreffen. Meistens wird man in den Bachbetten nur
66 finden, nur durch Zufall wird man hier ein 9, wenn
es in Oopula ist, fangen. Die QQ von nivescens gehören
mit zu den grössten Seltenheiten, die die Sierra de Alfa-
car einem Enntomologen bieten; sie leben versteckt an den
Abhängen der Täler und nur durch sehr intensives Ab-
suchen dieser Hänge wird es gelingen, einige nivescens-
QQ zu erlangen. 1880 bis 1881 brachten wir Hunderte
von 66 dieser Art mit, jedoch nur 18 99; 1905 nur
15 99.
Di
196 | BIN, Carl Ribbe.
ab. elara n. ab.: Ganz selten findet man nivescens
66, die auf der Hinterflügel- Unterseite keine schwarzen
und roten Punkte und Flecken haben. Diese Form, die wir
in den verschiedenen Jahren fingen, kann man als clara
(claro = hell) bezeichnen. Die Raupe von hylas lebt im
Juni und August an Steinklee (Melilotus), die Blüten fres-
send, und an 'Thymus serpyllum; es ist daher sehr wahr-
scheinlich, dass nivescens an ähnlichen niederen Pflan-
zen lebt.
escheri Hb.: Diese Lycaena fingen wir in allen Jahren
nur: in der Sierra de Alfacar und Sierra Huetor. In man-
chen Jahren, so 1880 und 1881 ist sie sehr häufig, in an-
deren selten, so 1905. — Der Falter fliegt von Mitte Juni |
bis weit in den Juli hinein; er liebt feuchte Stellen in den
Bächen, besonders häufig war er an der Fuente de la Teia
und bei der Fuente de los Pajareros. Doch auch an der
Fuente de la Fraguara im niederen Gebüsche am Wiesen-
rande war das Tier 1880 und 1881 sehr häufig; hier fing
ich auch 1881 einen auffallenden Zwitter, der in der Iris I,
pag. 38, Taf. III, Fig. 5 u. 6 beschrieben und abgebildet
ist. — Rambur fand escheri an Orten, wo Genista cinerea
wuchs.
ab. ecaeca Courv.: Selten finden sich Tiere, bei denen auf
der Unterseite der Vorder- und Hinterflügel die schwarz
geringten Punktreihen zu schwinden beginnen resp. ganz
fehlen. Die Vorderflügel-Unterseite zeigt dann nur die
Aussenrandbinden und die Mittenmakel, die Hinterflügel
zwei schwarz geringte Punkte am Vorderrand und die
Mittenmakel.
ab. punctulata Wheeler: Unter meinen zahlreichen
escheri finden sich zwei Stücke, die auf der Oberseite der
Hinterflügel schwarze Randpunkte zeigen. Wenn ich meine
vielen escheri &&6 aus Andalusien (und Murcia) mit solchen
aus andern Gebieten (Wallis, ital. Alpen, Bozen, Herzego-
wina, Dalmatien, Aragonien, Castilien, Süd-Frankreich) ver-
gleiche, will es mir scheinen, als wenn sie sich merklich
unterscheiden. Die Oberseite zeigt ein sehr helles wie mit
Weiss übergossenes Blau, die Aussenränder sind nur sehr
schmal schwarz. Die weissliche Aufhellung des Vorder-
randes der Vorderflügel ist sehr bemerkbar. Die Unterseiten
sind durchgängig lichter, die weiss geringelten schwarzen
Punkte‘ sind gross, die rötlichen Randzeichnungen nur
schwach vorhanden. Ob sich jedoch eine Abtrennung recht-
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 197
fertigen würde, glaube ich kaum, man müsste auch mehr
Material aus den andren Gebieten zum Vergleich haben, um
feststellen zu können, dass die von mir oben angeführten
Merkmale auch wirklich nur den andalusischen Tieren zu-
kommen.
Die Raupe soll an Astragalus monspessulanus, incanus
und an Plantago im März und April leben. — Staudinger
gibt Iberien für diese Art an. Korb fand escheri häufig in
der Sierra de Espuna in Murcia.
bellargus Rott.: Ob der echte bellargus in Andalusien
vorkommt, ist schwer zu entscheiden. — Stücke, die ich im
Juli in der Sierra Nevada im oberen Trevelez-Tale fing,
möchte ich hier hinzuziehen. Walker fing bellargus im April
bei San Roque und Mälaga. — Bellargus kommt in
den Pyrenäen, Catalonien, Castilien, Aragonien, Portugal,
Murcia und Asturien vor. Ein Teil der andalusischen bel-
largus gehören zu ab. parvipuncta Aigner und bilden einen
Uebergang zu der v. punctifera Obth.
v. punctifera Obth.: Die meisten der von mir bei Gra-
nada (Mai—Juni) und in der Sierra de Alfacar gefangenen
bellargus muss ich zu dieser Form rechnen. — Punctifera
fliegt im Juni einzeln in allen Tälern der Sierra de Alfa-
car. Walker erwähnt, dass die im Sommer bei Mälaga und
San Rogue gefangenen Stücke von bellargus zu dieser Form
gehören. Die aus der Sierra de Espuna stammenden bel-
largus gehören hauptsächlich zu punctifera, es sind, was
die Männer anbelangt, grosse Stücke, mit sehr starken,
schwarzen Punkten längs des Aussenrandes der Hinterflügel-
oberseite. Ein Mann aus der vorgenannten Gegend hat
rein weisse Fransen und gehört demnach zu albofimbriata
Gillm. Die murcianischen Weiber gehören meistens zur
Form rufomarginata.
Auch in Aragonien, Süd-Portugal und in den Bergen
von Murcia ist punctifera gefangen worden.
ab. alfacariensis @ Ribbe: Zu dieser von mir be-
schriebenen weiblichen Form gebe ich die Beschreibung aus
der Soc. ent. No. 18, XX. Jahrg., 1905: „Es liegen mir eine
ganze Reihe von bellargus @Q9 aus den Jahren 1880, 1881
und 1905 aus der Sierra de Alfacar vor, die sich durch-
gängig von der Stammform unterscheiden. Die Gesamt-
färbung ist graubraun und dann tritt die gelbe Aussenrand-
binde der Vorder- und Hinterflügel, die bei bellargus-
Weibern nur schwach vorhanden ist, ganz scharf hervor;
198 | Carl Ribbe.
bei einigen Stücken sind es 3 mm breite Bänder, die den
Aussenrand begleiten. Die schwarze Unterbrechung der
weissen Saumfransen ist breit und ganz scharf hervor-
tretend. Die Unterseite ist bräunlich und mit grösseren,
mehr auffallenden, weissgeränderten schwarzen Punkten be-
setzt.“ Br
Von bellargus hat Schultz eine weibliche Form mit
oberseits breiten, rotgelben Bändern als latefasciata beschrie-
ben, ich besitze auch solche Tiere in meiner Sammlung, die
bei Magdeburg gefangen wurden. Sie stimmen jedoch mit
meinen alfacariensis nicht ganz überein. Alfacariensis ist
auf der Oberseite grau überstäubt und unterseits sind sie
brauner wie latefasciata gefärbt,
* coridon Poda.: Soll nach Rühl in der Sierra Nevada
vorkommen; wir fingen daselbst bis zu einer Höhe von
1000 m nur die nachstehende v. albicans. . Coridon fliegt
in Catalonien, Aragonien, Pyrenäen, bei Bilbao.
* v. hispana H. S.: Soll nach Voigt l. c. pag. 24 in
den Tälern der Nevada auf Mentha-Blüten im Juni— August
nieht selten sein. — Mir sind als Fundorte für hispana
nur Lerida, Tarragona, Valencia bekannt. Staudinger gibt
Catalonien, Aragonien an.
v. albicans H. S.: Bei Granada fliegt albicans haupt-
sächlich nur auf den Hügeln, die sich zirka 2 km von
Granada entfernt an der rechten Seite der Landstrasse S.
Antonio nach Huetor Santillan und Guadix erstrecken; hier
ist das Tier Ende Juni, Anfang Juli auf dem ersten hohen
Hügel, den man rechts von der Strasse erreicht, sehr häu-
fig. — Ferner wird man albicans überall in der Sierra de
Alfacar (Juni— August) und einzeln in der Sierra Nevada
(Juli— August) antreffen. — Albicans liebt Kalkstein-Gegen-
den und tummeit sich mit Vorliebe auf den weissen, von
der Sonne grell beschienenen Stellen; doch auch auf blu-
migen Wiesen in den Gebirgen wird man den Falter finden.
— Auch bei Mälaga, wie in ganz Andalusien (Rambur)
soll albicans vorkommen; Staudinger gibt noch Aragonien
an. — Die Raupe von coridon lebt an Coronilla varia und
wird wohl albicans an einer ähnlichen Pflanze leben. —
Die Angabe Rühls „Budapest“ beruht auf einer Fälschung
des verstorbenen R. Anker, der künstlich gebleichte coridon
als albicans in den Handel brachte.
Bei coridon v. albicans muss ich auch wieder gegen
die Ansichten von Seitz und Rebel meine Meinung, die sich
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Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 199
auf grosses Material und Beobachtungen an Ort und Stelle
. stützt, äussern.
Nach Rebel ist albicans nur eine Aberration der Ober-
seite, vergl. Berges Schmetterlingsbuch, 9. Auflage, pag. 72
und nach Seitz soll albicans in Spanien, also doch wohl
auch in Andalusien, mit hispana teilweise zusammenfliegen,
hierfür gibt Seitz mich als Gewährsmann an. Um gleich mit
der von mir stammenden Bemerkung zu beginnen, so kann
ich mich ganz und gar nicht besinnen, wo ich gesagt haben
soll, dass hispana und albicans in Andalusien zusammen-
fliegen. Voigt hingegen 1. c. sagt, dass er hispana in den
Tälern der Nevada auf Mentha-Blüten im Juni— August
nicht selten gefangen habe. Die Richtigkeit der Bestimmung
von Voigt ist sehr zu bezweifeln, wahrscheinlich hat er-
sich auch hier, wie so viele Male in seiner andalusischen
Arbeit geirrt und nicht hispana, sondern albicans gemeint.
Rebels Ansicht, dass albicans nur eine Aberration der Öber-
seite sei, beruht wahrscheinlich auf seinem mangelhaiten
Material. Albicans ist doch auf der Unterseite ebenso ab-
weichend wie auf der Oberseite, viel heller und zeichnungs-
loser.*).
Mir liegen, wo ich dieses schreibe, gegen 600 coridon
albicans aus Andalusien und zirka 400 coridon aus andern
Gebieten vor, mein Material ist demnach genügend gross,
um ein Urteil fällen zu können, ob wir es mit einer Aber-
ration oder mit einer Lokalrasse zu tun haben. Hinzu
kommt noch, dass meine albicans aus drei verschiedenen
Jahren stammen. Albicans ist nach meiner Meinung eine
sehr gute, scharf ausgeprägte Lokalrasse, die überall in
Andalusien gefangen wird, sie ist sehr konstant und habe
ich unter meinem sehr reichhaltigen Material meiner Samm-
lung auch nicht einen in Andalusien gefangenen Uebergang
zu coridon oder hispana gefunden. Auch der verstorbene
Dr. O. Staudinger, der mit seiner grossen Kenntnis euro-
päischer Schmetterlinge und an der Hand seiner Sammlung
wohl beurteilen konnte, was Aberration, was Lokalform ist,
unterstützt mich in meiner Ansicht, denn er führt albicans
als eine in Spanien vorkommende Varietät im neuesten
Katalog des Palaearctischen Faunengebietes auf.
Interessant ist das, was in dem Verzeichnis der Schmetter-
*) Prof. Dr. Rebel schreibt mir auf meine Anfrage und nach-
dem ich ihm einige albicans geschickt hatte, dass albicans zweifel-
los eine Lokalrasse sei.
200 Carl Ribbe.
linge von Teruel von Zapater und Korb bei coridon steht.
„165. L. coridon Poda.:
Gemein im Frühjahr in Albarracin und in der Sierra,
Valdovecar und La Losilla. |
La var. syngrapha sehr selten auf den Wiesen
von Masegar und in los Lindazos de Moscardon.
La var. albicans, Albarracin an sonnigen Stellen
Juli, selten.
La var. corydonius ist nicht selten in Griegos,
Guadalaviar, auf den Wiesen von Masegar im Juli und
August.
La var. hispana an sonnigen Stellen von Albarra-
cin, im Juli und August, wenig gemein.“
Die Bemerkung von Seitz bezieht sich also wahrschein-
lich auf Mittelspanien, denn auch Chapman: Trans. Ent. S.
London 1901, Proc. p. XXII und Nicholl: Butterfl. of Ara-
gon, Trans. Ent. S. London 1897 berichten von dem gleich-
zeitigen Vorkommen coridons mit seinen vorgenannten For-
men in Teruel. Aus diesem gemeinsamen Vorkommen sollte
man nun doch viel eher schliessen, das hispana, albicans,
corydonius und coridon gut getrennte Formen sind, die
sich nicht untereinander vermischen, denn sonst würden
diese Formen doch nach und nach aufhören zu bestehen.
Auch aus Teruel sind mir zwischen coridon, hispana und
albicans keine Uebergänge oder Zwischenformen bekannt
geworden, die, wären hispana und albicans nur Aberratio-
nen, doch sicher vorkommen müssten. Uebrigens stimmen
die albicans von Teruel nicht ganz mit solchen aus Anda-
lusien überein. Meine Teruel-Stücke sind kleiner und auf
der Oberseite schärfer gezeichnet, auch ist der Flügelschnitt
mehr gerundet, die Färbung weisslich blau. Aehnlich sind
Stücke aus der Sierra Guadarrama, man könnte diese Stücke
als guadarramensis bezeichnen. Auch die vor kurzem von
Korb aus der Sierra de Espuäa in Murcia erhaltenen albi-
cans weichen etwas von andalusischen ab. Korb schreibt
mir, dass seine murcianischen albicans breit schwarz ge-
randet wären, was nach Vergleich mit aus andern Gebieten
stammenden Tieren zutreffend ist. Ferner fand ich aber,
dass bei den aus der Sierra de Espufa erhaltenen Stücken
das Weiss der Oberseite mehr bläulich übergossen erscheint.
Die Unterseiten der Flügel sind bei weitem nicht so weiss,
wie bei meinen granadinischen albicans; die murcianischen
haben eine bräunliche Unterseitenfärbung, die besonders bei
13343
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 201
den Hinterflügeln sehr auffällig ist, auch treten im. allge-
meinen die weissgeringten, schwarzen Flecken häufiger auf.
Die Weiber ähneln auf der Oberseite unsern coridon -Q 9
mehr, wie solchen von albicans aus Andalusien, auch haben
sie auf den Hinter- und Vorderflügeln kräftig, auftretende
rote Randbinden. Wie ich höre, sollen die albicans aus
der Sierra de Espufa der Abbildung bei H. Sch. am mei-
sten ähneln. Wenn dieses wirklich der Fall wäre, dann
müsste die andalusische albicans-Form einen Namen bekom-
men; ich schlage den auf den Fundort bei Granada Bezug
habenden Namen penuelaeusis vor.
Wie bei unsern mitteleuropäischen coridon -5 ö, finden
sich auch bei den andalusischen albicans individuelle Ab-
weichungen. Die Hauptform zeigt auf der Oberseite der
Vorder- und Hinterflügel einen nicht zu breiten schwarzen
Aussenrand, auf den Hinterflügeln steht in diesem schwar-
zen Streifen eine gut ausgeprägte Perlkette weisser, schwarz
gekernter Flecken. Der Saum der Vorderflügel ist schwarz
und weiss, bei den Hinterflügeln, deren Saum meistens ganz
weiss ist, läuft die schwarze Färbung der Adern hin und
wieder durch den Saum.
Selten findet man Stücke, die auf der Oberseite der
Vorder- und Hinterflügel nur eine schmale schwarze Linie
längs des Aussenrandes zeigen und deren Adern nach dem
Aussenrande zu fein schwarz bestäubt sind; die Hinter-
flügel zeigen zwischen den schwärzlichen Adern anstatt der
Perlkette nur kleine, verloschene, schwarze Punkte Für
solche hellen Stücke schlage ich den Namen blanca vor.
Andre Stücke haben breiten schwarzen Aussenrand der
Vorderflügel, ja teilweise geht das Schwarz wischerartig bis
zu zwei Dritteln in den Flügel hinein. Hier kann der Name
negra eintreten. Stücke mit stark ausgeprägten Ketten-
oder Perlzeichnungen längs des Aussenrandes auf der Ober-
seite der Vorder- und Hinterflügel, die nicht zu häufig in
Andalusien gefangen werden, möchte ich mit margarita be-
zeichnen. Bei den Weibern kommen ganz selten, mir lie-
gen nur zwei Stück unter meinen zahlreichen andalusischen
albicans -QQ vor, die oberseits bis auf die helleren Fransen
einfarbig braungrau gefärbt sind, für solche Stücke kann
der Name morena eintreten.
Albicans, die auf der Unterseite der Flügel keine Flek-
kenzeichnung aufweisen, scheinen sehr selten zu sein, ich
—
202 Carl Ribbe.
habe nur Stücke mit reduzierten Punkten und Flecken er-
beutet.
Interessant war für mich, unter meinen vielen coridon
zwei Stücke zu finden, die als Uebergänge zu albicans gel-
ten können. Das eine Stück stammt aus Digne und das
andre aus der Schweiz. Die Oberseitenfärbung ist zwar sehr
hell, die Unterseitenfärbung unterscheidet sich jedoch nicht
von solcher bei mitteleuropäischen Tieren.
Auffallend ist es, dass sowohl bei albicans -56, als
auch bei meinen ganzen andern coridon -5&, was Gestalt
der Hinterflügel anbelangt, zwei ausgeprägte Formen zu
finden sind. Die häufige Form ist die mit gut gerundeten
Hinterflügeln, die weniger häufige hat mehr längliche Hin-
terflügel. An die Zeit oder Ort scheinen die Formen nicht ge-
bunden zu sein, da sie überall und zu allen Zeiten zusammen
gefangen werden. Besonders schmalflügelige Tiere habe ich
aus Trient, Jugenheim und Wiesbaden.
iolas O.: Staudinger gibt Andalusien und Catalonien,
Zapater und Korb Albarracin (Mai) für diese Art an. Wir
sahen das Tier niemals in Andalusien. Stücke in der
Staudingerschen Sammlung sind im Juni, Juli 1880 bei
Granada gefangen. Die Raupe lebt von den Samen in den
Fruchthülsen von Colutea arborescens.
sebrus B.: Im August 1905 fing mein Bruder auf der
Loma de San Geronimo zwei sebrus, einen & und ein 9,
die mit Schweizer-Stücken vollkommen übereinstimmen. Stau-
dinger gibt Hispania central (mont.) an. (Aragonien.)
lorquinii H. S.: Diese Lycaena habe ich nur in der
Sierra de Alfacar gefangen. Sie ist einer der ersten Falter,
der in diesem Gebirge im Frühjahr auf!ritt, denn schon
Mitte Mai haben wir die ersten Stücke gefangen; er dauert
bis Ende Juni, Anfang Juli. Lorgquinii liebt die buschigen
Hänge in dem Gebirge und ist an manchen Stellen sehr
häufig, immerhin aber schwer in tadellosen Stücken zu er-
langen. Die hauptsächlichsten Fangstellen befinden sich im
Barranco Callejoncillo und in dem westlich von der Fuente
de la Fraguara gelegenen felsigen Gebiete, auch im Canal
la Cuna war 1905 lorquinii nicht selten. Nach Walker. c.
pag. 374 kommt lorquinii in einem Tale bei Cabrita-Point,
zwei Meilen (engl.) südlich von Algeciras vor, und nach
Sheldon fing Herr Tylecote diese interessante Lycaena zwei
bis drei Meilen (engl.) entfernt von Ronda in den Bergen.
Auch in Aragonien und Catalonien ist lorquinii gefangen
| Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 203
worden. Wie weit die Angabe von Seitz und Rebel |. e.,
dass das Tier in den Seealpen gefunden worden ist, zu-
treffend ist, kann ich nicht genau feststellen. Ich glaube
jedoch, dass eine Verwechselung mit Lycaena minimus vor-
liegt, mehrere Stücke, die ich aus Digne und den Seealpen
in meiner Sammlung habe, rechnen zu minimus und nichi
zu lorguinii; auch Staudinger, der doch viel Material aus
den Seealpen erhalten hat, erwähnt lorquinii nicht aus die-
sem (Grebiete. Spröngerts führt von Digne nur minimus an,
vergl. Iris 1909, pag. 85. Im Seitzschen Werke ist lorquinii
und minimus auf Tafel 82d leider ganz falsch zur Darstel-
lung gebracht worden, auch will mir nach dem Texte schei-
nen, als wenn Seitz gar keine typischen lorquinii vorliegen
gehabt hat. Lorquinii - Mann ist oben blau, wie Rebell.c.
pag. 73 ganz richtig sagt, der sebrus ähnlich, minimus ist
oben schwarzbraun mit dünner, blaugrüner Bestäubung ge-
gen die Basis der Flügel. Öberseits sind minimus- und lor-
quini -6 gar nicht in natura zu verwechseln, auf der
Seitzschen Tafel 82 aber auch mit bestem Willen nicht aus-
einander zu halten. Solche Tafeln, wie gerade diese, sollte
Prof. Dr. Seitz: in seinem prächtigen Werke, das doch sonst
mit der grössten Sorgfalt zusammengestellt ist, nicht dulden
und nachträglich durch bessere ersetzen.
ab. nodibuja n. ab.: Unter meinen vielen lorquinii
befinden sich einige Stücke, bei welchen auf der Hinterflügel-
Unterseite alle Ocellen bis auf die eine in der Mitte fehlen,
die Vorderflügel zeigen die Ocellen reduziert und verloschen.
Diese Form, die ich sowohl 1880 als auch 1905 fing, kann
den Namen nodibuja führen (no — nicht, dibujar — zeich-
nen). Zapater und Korb fanden lorquini in Albarracin,
Gea und Rodenas.
semiargus Rott.: Ganz einzeln fingen wir 1880, 1881
und 1905 diese Lycaena im Juni in der Sierra de Alfacar
und im August in der Sierra Nevada. Die andalusischen
Stücke sind alle sehr klein. Kommt auch in den Pyrenäen, in
Murcia und Aragonien vor. Korb schrieb zu seinen in der
Sierra de Espuna gefangenen semiargus, dass einzelne Q 9
oben blau bestäubt wären, er ist nicht sicher, ob es semi-
argus sind.
ceyllarus Rott.: 1905 fingen wir ein Stück in der Sierra
Nevada, und zwar im Mai auf der Hochebene von Puche.
Rambur erwähnt diese Lycaena aus der Umgebung von
204 Carl Ribbe.
Granada. Soll auch im zentralen und nördlichen Spanien
vorkommen (Aragonien, Pyrenäen).
melanops B.: Diese Lycaena fing ich hauptsächlich
im Mai bei Granada, nur ganz einzeln im April bei Maä-
laga und nur einmal im August in der Sierra Nevada bei
dem Cortiio de las Cativas und einmal im Juni in der
Sierra de Alfacar. Melanops liebt die Stellen, wo Genista
umbellata wächst, er setzt sich mit Vorliebe auf die Blüten
der Pflanze. 1880 und 1881 fand ich das Tier, welches im
grossen und ganzen in Andalusien selten ist, an einer Stelle
oberhalb der Alhambra, und zwar in dem Barranco de la
Lancha (das nächste, wenn man in dem Bermejo-Tale sich
befindet, nach Cenes zu). Dieses Barranco de la Lancha
teilt sich, und gerade vor der Teilungsstelle stand auf ei-
nem steilen Abhange, wo ich auch einmal abgestürzt war
und vier Stunden mit verstauchten Beinen gelegen hatte,
eine blaublühende, strauchartige Pflanze, an welcher mela-
nops nicht zu selten war; hier fand ich auch mehrere Pup-
pen. Die Raupe soll auf Dorrycnium leben. Als weitere
Fundorte für melanops sind mir in Andalusien noch Sevilla
und nach Walker (April—Mai) die Korkeichenwälder der
Bai von Algeciras bekannt. Kommt auch bei Valencia vor.
Staudinger gibt Iberien, Martorell Catalonien, Zapater Al-
barracin und Teruel, Mendes Portugal an.
Die andalusischen melanops -5 ö sind oberseits beson-
ders schön blau gefärbt und auch bei den Q9 sind Stücke,
die ausgebreiteten blauen Schimmer auf der Flügelwurzel
haben, nicht selten. Wie mir scheinen will, sind auch meine
andalusischen melanops grösser, wie solche aus andern Ge-
bieten, ferner reicht das Schwarz des Aussenrandes deı
Vorderflügel-Oberseite mehr nach der Flügelmitte zu; mög-
licherweise haben wir es bei den südspanischen melanops
mit einer eigenen Lokalform zu tun, doch ist mein Mate-
rial in der Sammlung zu klein, um ein entscheidendes Ur-
teil fällen zu können. Stücke mit sehr vergrösserten Ocel-
len der Vorderflügel-Oberseite sind bei Granada nicht sel-
ten, ein Stück: habe ich 1880 gefangen, bei welchen diese
Ocellen bindenartig zusammengeflossen sind. Murcianische
melanops, die Korb in Santa Eulalia bei Totana (im Juni)
fing, stimmen mit meinen andalusischen Tieren gut über-
ein. Die Tiere aus beiden Gegenden sind auf der Flügel-
unterseite schwärzlich und nicht bräunlich gefärbt.
—
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 205
Chapman beschreibt in den Trans. Ent. Soe., London 1905,
Proc. pag. 2 und 3 eine weibliche Form von melanops als
wheeleri. Diese soll sich durch die sehr stark hervortretende
Blaufärbung und Punktzeichnung der Flügeloberseiten aus-
zeichnen, sodass die Verwandtschaft von melanops mit der
arion-euphenus-Gruppe gut zu erkennen sei. Wie ich oben
schon bemerkt habe, sind in Andalusien solche blaugefärbten
Weiber nicht selten; Stücke mit den von Chapman erwähnten
schwarzen Flecken der Oberseite sind auch aus Andalusien in
meiner Sammlung vorhanden.
ab. marchandii B.: Einzeln unter der Stammform bei
Granada.- Staudinger gibt Catalonien an.
Cyaniris Dalm.
argiolus L.: 1880, 18831 und 1905 nur einzeln im
Mai—Juni— Juli in der Sierra Nevada und Sierra de Alfa-
‘car gefangen. Die andalusischen Stücke unterscheiden sich
nur wenig von deutschen. Die 56 haben ein helleres
Blau, auch zeigt der Aussenrand der Vorderflügel kaum
die schwarze Unterbrechung. Die Q9 sind sehr verdun-
kelt auf der Oberseite. Walker schreibt l. c. pag. 373, dass
er argiolus gemein bei Gibraltar gefunden habe. Im Ja-
nuar fliege das Tier einzeln, im Juni—Juli sehr häufig,
die Raupe lebe wahrscheinlich an Efeublüten. Krüger hält
die Gibraltar-Tiere für grösser als deutsche, auch soll die
Unterseite punktloser sein. Nach Rambur im Frühjahr und
Sommer in der Umgebung von Granada. Argiolus scheint
in ganz Spanien und Portugal vorzukommen. Bilbao, Ara-
gonien, Murcia, Catalonien, Cintra (Portugal) wurden mir
durch die Literatur als Fundorte bekannt.
Hesperiidae.
Zu den nachstehend aufgeführten Hesperien bemerke
ich, dass Herr R. Püngeler in Aachen so liebenswürdig
war, meine Bestimmungen nachzuprüfen, was hauptsäch-
lich bei den so schwierigen Tieren der Gattung Hesperia,
wie carthami, moeschleri, sao, eucrate, serratulae, alveus,
carlinae, onopordi, cirsii, iberica, malvae, malvoides von
Vorteil war, da sich einige Ungenauigkeiten herausstellten.
Ich kann so hoffen, dass mein andalusisches Material rich-
tig bestimmt ist. Die vielen von den verschiedenen Autoren
beschriebenen Farben und Punktaberrationen muss ich bei
dieser Gruppe unberücksichtigt lassen.
== k-
A
206 Carl Ribbe.
Adopaea Wats.
* lJineola O.: Nach Rambur nicht selten bei Granada
und nach Rühl auch bei Mälaga im Juni, nach Krüger im
Mai bei Gibraltar. — Nach Voigt im Juni—Juli in der
Sierra Nevada. — Kommt in Südost- und Zentral-Spanien
und in den Pyrenäen vor. (Murcia, Aragonien, Castilien.)
Mendes gibt Portugal an.
thaumas Hufn.: Rambur gibt die Umgebung von Gra-
nada, Walker die Gegend bei Gibraltar‘ (Mai — Juni)
an. Wir fingen das Tier im Juni, Juli in der Sierra
de Alfacar und im Juli, August in der Sierra Nevada bis
zur Loma de San Geronimo. — Thaumas ist in Castilien,
Mureia, Aragonien, Catalonien und in den Pyrenäen ge-
funden worden. Mendes gibt für Portugal den Mai an.
acteon Rott.: Ich fing das Tier im Mai—Juni einzeln
bei Granada oberhalb der Alhambra; Rambur schreibt, es
wäre gemein bei dieser Stadt. Nach Standfuss bei Velez-
Mälaga.. Nach Walker bei Campamento, San Roque in
feuchten Gegenden (Mai bis Mitte Juni). Rühl gibt Mälaga
und Bilbao und Mendes Portugal an. Korb führt für Mur-
cia die Sierra de Espuna an.
Augiades Wats.
comma L.: Ist nicht selten in der Sierra de Alfacar
im Juni und Juli und in der Sierra Nevada (2400 m) im
Juli, August. Krüger fing comma im Juni bei Gibraltar.
Die Tiere scheinen mir zur Varietät alpina zu neigen. —
Kommt auch im übrigen Spanien vor, so bei Bilbao, in
Catalonien, Aragonien, Castilien und in Portugal.
sylvanus Esp.: Fliegt ebenfalls in der Sierra de Alfa-
car im Juni, Juli. — Rambur gibt noch die Sierra Prieta,
Krüger Juni für Gibraltar an. Auch in der Sierra Nevada
soll der Falter vorkommen. Ebenfalls bei Bilbao in Oasti-
lien und in Portugal fliegt sylvanus.
Parnara Moore. (Gegenes Hb.) |
nostrodamus F.: Diese Hesperie scheint überall in
Andalusien vorzukommen. Ich fing das Tier bei Gibraltar
(August) und Algeciras (August), bei Mälaga (Mai) und
Granada (Juni—September) und auch einzeln in der Sierra
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 207
de Alfacar (Juli—August). Nach Walker 1. c. pag. 378
gemein bei Gibraltar an Heliotrop-Blüten. Im Juni ein-
zeln, im August—September häufig, der Falter liebt die
wärmsten und heissesten Stellen. Die Flugzeit scheint dem-
nach von Mai bis weit in den Herbst hinein zu. dauern.
Bei Granada fing ich nostrodamus hauptsächlich im Au-
sust— September in dem breiten, trockenen Bette des Genil
in der Vega; auf dem heissen, steinigen und sandigen
Boden wird man den Falter in der grössten Sonnenglut
immer einzeln antreffen. Auch in Cartagena fingen wir
1880 das Tier, welches wahrscheinlich an der ganzen Mit-
telmeerküste Spaniens gefunden wird. Martorell gibt Cata-
lonien an.
Carcharodus Wats.
*Javatherae Esp.: Rambur fand diese Hesperie sel-
ten auf den Bergen bei Granada im Sommer, auch in den
‚spanischen West-Pyrenäen, in Aragonien und Castilien soll
sie vorkommen. Voigt Il. c. pag. 27 schreibt, dass lava-
therae nicht selten im Mai bis Juli auf den Secanos bei
Granada wäre Wir haben kein Stück in Andalusien ge-
funden. Die Raupe lebt bis in den Mai in zusammenge-
sponnenen Blättern von Stachys recta (gerader Zist).
alceae Esp.: Nach Rambur soll das Tier in Andalu-
sien gemein sein. Walker gibt Gibraltar (Mai) und San
Roque, Krüger Juni— August für dasselbe Gebiet an. Wir
fingen nur einige Stücke oberhalb der Alhambra im Juni,
ob diese zu der südlichen Form australis Z. zu stellen
sind, muss ich unentschieden lassen. Die Raupe lebt an
Malvenarten (Althaea rosea, Malva silvestris). Kommt auch
im übrigen Spanien, so bei Bilbao, in Aragonien, Oatalo-
nien und Portugal vor.
* altheae Hb.: Ob die echte altheae in Andalusien
vorkommt, konnte ich nicht genau feststellen. Rühl gibt
Granada als Fundort, Walker gibt die Umgebung von
— Gibraltar&(März—November) an. Die Raupe lebt in den
Blättern (eingesponnen) von Marrubium peregrinum. Nach
Zapater in Albarracin,, Martorell in Catalonien; nach Korb
im Juni in der Sierra de Espuna in Murcia.
v. baeticus Rbr.: Rambur beschreibt dieses Tier nach
Stücken, die er bei Mälaga und Granada erbeutete. Auch
bei Alhaurin und Lanjaron ist der Falter gefunden wor-
den. Voigt fing baeticus dicht unter dem Gipfel des Picacho
Veleta im Juli, August. Wir fingen diesen Schmetterling
208 Carl Ribbe.
es
im Juni und Juli oberhalb der Alhambra, hauptsächlich an
den Abhängen des Darro und in der Sierra de Alfacar. Im
Juni, Juli und August auf der Hochebene von Puche, im
Walde bei Guejar Sierra, bei der Dehesa de la Vibora uud
im August auf der Loma de S. Geronimo. 1881 im März,
April fand ich im Barranco de la Arena oberhalb der Al-
hambra viele-Raupen dieser Art an Marrubium (?), 1905
desgleichen an derselben Pflanze (im April) bei Mälaga
im Rio Ramo (Rio Caleta). Der Falter fliegt in Andalu-
sien von Juni bis August; er scheint mehrere Generationen
zu haben. Von Catalonien, Aragonien, Murcia und Casti-
lien ist mir baeticus auch bekannt geworden.
Hesperia Wats.
proto Esp.: Rambur schreibt, dass diese Hesperie ge-
mein im Frühling und Sommer in den Bergen Andalusiens
sei. Genauere Fundorte sind Chiclana, Mälaga (Rio Gua-
dalmedina) im Mai; Granada im Juni und Juli oberhalb
der Alhambra; in der Sierra de Alfacar Juni bis Anfang
August; Sierra Nevada Ende Juli, Anfang August und Al-
hama. Walker 1. c. pag. 376 schreibt, dass es wahrschein-
lich bei Gibraltar zwei Generationen gäbe, die erste im
Mai, die zweite, zahlreichere an Exemplaren, im Juli—Sep-
tember. Sheldon fing proto Ende April bei Algeciras. Die
Raupe lebt im Frühjahr in zusammengesponnenen Blättern
von Phlomis fructicosa (purpurea), ein strauchartiges Filz-
kraut. Auch in Murcia, Castilien, Catalonien und Portugal
kommt proto vor.
carthami Hb.: Rambur gibt als Fundort die Sierra
Nevada an. Wir erbeuteten einige Stücke im Juni, Juli in
der Sierra de Alfacar und einige in der Sierra Nevada im
August. Krüger gibt für die Umgebung. von Gibraltar
Mai— August an. Soll in Catalonien, Aragonien und Casti-
lien vorkommen. Die Raupe lebt im Frühjahr u Althaea
alle und auf Malva silvestris.
* ab. (v.) moeschleri H. S.: Staudinger gibt Iberien
an. Staudinger bestimmte (Voigt l. c. pag. 27) carthami,
die in der Sierra Nevada gefangen wurden (Juli, August),
als fast gleich mit moeschleri.
sao Hb.:. Staudinger gibt Iberien m. an. Nach Zapa-
ter in Arazgonien, Martorell in Catalonien, Mendes in Por-
tugal, Korb in der Sierra de Espufa in Murcia im Juni.
Standfuss kennt den Falter von Granada und Alhaurin;
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"Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 209
Rambur führt ihn als gemein von Granada und Walker
gibt die Umgebung von Gibraltar (zwei Generationen) an.
Wir fingen sao bei Mälaga, als auch bei Granada, in der
Sierra de Alfacar und Sierra Nevada von Mai bis Anfang
August. In der Sierra de Alfacar ist er im Juli stellen-
weise nicht selten; in der Sierra Nevada geht er' bis 2800
Meter hoch.
v. eucrate O.: Diese Varietät fingen wir nicht zu
selten im Juni—Juli in der Sierra de Alfacar. — Staudin-
ger gibt Iberien m. für das Tier an, doch kommt es auch
in Catalonien, Aragonien und Castilien vor. Walker gibt
auch die v!: therapne Rbr. als in der Umgebung von Gi-
braltar gefangen an. Wahrscheinlich liegt hier eine Ver-
wechselung vor. Krüger fing eucrate bei Gibraltar im Juli.
serratulae Rbr.: Wir erbeuteten diese Hesperie, die
auch in Nord- und Zentral-Spanien (Aragonien, Catalonien)
und in den West-Pyrenäen vorkommt, im Juni und Juli bei
Granada oberhalb der Alhambra und in der Sierra de Alfa
car. (Die Raupe soll an Potentilla incana leben.)
alveus Hb.: Scheint in ganz Andalusien vorzukommen.
Die Stücke aus der Sierra Nevada (August) sollen nach
Rambur etwas abweichen; ich kann keine Unterschiede fin-
den. — Alveus liebt bergiges Gelände und fliegt im Juni,
Juli, August. — Auch bei Bilbao und wahrscheinlich an
vielen andern Orten Spaniens (so in Aragonien, Catalonien,
Castilien und bei Cartagena) kommt alveus noch vor. —
Alveus-Raupe ist an Polygala chamaebuxus gefunden wor-
den; woran die spanische alveus lebt, ist mir nicht bekannt
geworden.
ab. (v.) carlinae Rbr.: Einige Stücke, die wir im Juli
und August in der Sierra Nevada und Sierra de Alfacar
fingen, glaube ich zu dieser Form ziehen zu müssen. —
Staudinger kennt das Tier auch aus den’ Bergen von
Aragonien.
* v. onopordi Rhbr.: Rambur gibt für diese Varietät
die Umgebung von Granada an. — Soll an der ganzen
mediterranen Küste Spaniens vorkommen. Korb fing onopordi
häufig in der Sierra de Espufa in Murcia und zwar im
Juni und Juli. Kheil in der Sierra Nevada.
ab. eirsii Rbr.: Herr Püngeler bestimmte mir einige
alveus-Formen als eirsii; wir fingen dieselben in der Sierra
de Alfacar und bei Granada im Juni und Juli. Auch in
14
910 Carl Ribbe.
den Pyrenäen, nach Zapater in Albarracin, soll diese Aber-
ration vorkommen. Korb gibt mir die Sierra de Espuna in
Murcia an. Stücke aus diesem letzteren Gebiete sollen mehr
rötliche Unterseite haben.
* ab. (v.) iberiea Gr. Gr.: Staudinger führt diese
Varietät von Andalusien, Aragonien und Castilien an; ob
wir sie 1905 in Andalusien gefangen haben, wage ich nicht
zu entscheiden. Korb fing iberica einzeln in der Sierra de
Espufa im Juni und Juli. i
malvae L.: Diese Hesperie ist überall in den Berger
bei Mälaga, Granada, in der Sierra Nevada bis zur Hoch
ebene von Puche und in der Sierra de Alfacar im Früh-
jahr und Anfang Sommer zu finden. Gibraltar und Lan-
laron sind mir noch als andalusiche Fundorte bekannt. —
Sie kommt auch im übrigen Spanien vor, so in Üastilien.
Aragonien und bei Bilbao. |
ab. taras Bergstr.: Nur einmal (Juni) in der Sierra
de Alfacar mit der Stammart zusammen gefunden.
ab. (v.) malvoides Elw. & Edw.: Einige Stücke von
malvae glaube ich, nach Püngelers Bestimmung, zu dieser
Form rechnen zu müssen. — Staudinger gibt Iberien an.
ThanaosB.
tages L.: Wir fingen tages im zeitigen Frühjahr bei
Mälaga und auch bei Granada; einige Stücke aber auch in
der Sierra Nevada im Juli. — Mir will es scheinen, als
wenn tages die Frühjahrs- und var. cervantes die Sommer-
generation ist. — Auch bei Bilbao, in Teruel, Catalonien,
Murcia, Sierra de Espuna fliegt tages. — Die Raupe lebt
an Eryngium campestre (Mannestreue) und Lotus cornieu-
latus. (Schotenklee) im Juli. F
v. (ab.) cervantes Grasl.: Cervantes fliegt von Ende
Mai bis weit in den Sommer hinein in ganz Andalusien,
doch liebt das Tier bergiges Gelände. — Granada (ober-
halb der Alhambra), Sierra de Alfacar, Laniaron, Trevelez,
Hochebene von Puche, oberes Genil-Tal, Ronda, Bobadilla
sind mir als genauere Fundorte bekannt. — Staudinger
gibt auch Zentral-Spanien für diesen Falter an (Aragonien, °
Castilien). en
Did BU WEITET u
Sphingidae.
Acherontia'd.
atropos L.: Atropos kommt wohl in ganz Andalusien
und Spanien vor. — Rambur fand ihn bei Cädiz und Wal
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 211
ker die Raupen bei Gibraltar; wir 1881 und 1905 in der
Sierra Nevada bei dem Cortijo de las Cativas im August
— Eine Puppe, die mein Bruder im November in der Ne-
vada fand, ergab am 20. April den Falter hier in Rade-
beul.
Smerinthus Latr.
quereus Schiff.: Rambur fand das Tier bei Mälaga;
kommt wahrscheinlich in ganz Andalusien und Spanien,
wo Eichen vorhanden sind, vor. 1881 fing ich einen
Falter bei Granada oberhalb der Alhambra an der Lampe
im Juli, der, so weit ich mich erinnern kann, sehr dunkel
war und wohl zu brunnescens Rbl. rechnet.
* populi L.: Rambur schreibt, dass die Raupe in der.
Uingebung von Mälaga gemein sei. Ich sah das Tier
niemals in Andalusien, es kommt aber wohl überall in An-
dalusien und Spanien vor.
* ocellata L.: Rambur fand die Raupe bei Mälaga. —
Kommt im nördlichen Spanien und in Portugal vor.
Daphnis Hb.
nerii L.: Staudinger fand nach Rambur den Falter in
Andalusien; 1880 fingen wir ein Stück Mitte Mai auf dem
protestantischen Friedhofe in Mälaga. Obgleich ich immer
die in allen Bach- und Flussbetten bei Mälaga, Loja und
Algeciras stehenden ÖOleander absuchte, habe ich doch nie-
mals eine Raupe gefunden. — Nerii scheint auch in Anda-
lusien (und Spanien) nur in manchen Jahren zahlreich auf-
zutreten. Martorell gibt Uatalonien an.
SphinxO®.
ligustri L.: 1905 fand mein Bruder im Garten der
Alhambra beim Käfersuchen im September eine Puppe, die
1906 im Frühjahr einen verkrüppelten Falter gab. — Stau-
dinger gibt Hispania central an. Zapater Aragonien, Mendes
Portugal.
Protoparce Burm.
convolvuli L.: Rambur fand die Raupen bei Mälaga.
— 1880 und 1831 fing ich im August und September an
‚blühenden Gartenpflanzen dicht hinter den Hötels im Al-
hambra-Parke einige convolvuli. — Convolvuli ist in ganz
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212 ’ Carl Ribbe.
Andalusien, Spanien und Portugal heimisch. Die Raupe lebt
nach Mendes im Oktober an Convolvulus.
DeilephilaO.
*gallii Rott.: Ein einziges Stück sah ich 1880 in einer
kleinen Sammlung eines Botanikers in Granada. Der Be-
sitzer will das Tier im oberen G£nil-Tale bei Guejar de la
Sierra gefangen haben. (?). — Soll auch in Nordost-Spanien
selunden worden sein.
euphorbiae L.: Rambur schreibt, dass bei Mälaga die
Raupen nicht sehr selten sind; dass euphorbiae in Anda-
lusien gemein wäre. 1880—1881 fing ich Juni, August,
September und Oktober beim Nachtfang an der Lampe meh-
rere euphorbiae bei Granada und in der Sierra de Alfacar;
1905 brachte mein Bruder 2 Stück mit, die im September
bei der Dehesa de la Vibora in der Sierra Nevada gefangen
waren. Walker fand die Raupen im Juni und Oktober bei
Gibraltar. 1905 fanden wir auf der Viehweide (Rennplatz)
bei Mälaga an einer hochstengeligen Euphorbia die Raupen
von Deilephila euphorbiae sehr häufig. Leider gingen uns
bei der Zucht in Mälaga viele Raupen ein, da wir nicht
immer genügend Futter herbeischaffen konnten und weil in
unserer Wohnung, die mitten in der Stadt in einem neuen.
‘grossen Hause sich befand, eine kleine Ameise in grosser
Zahl auftrat und alles, was nicht durch Wasser abge-
schlossen war, zerstörte. Die euphorbiae von Mälaga ge-
hören, wie mir Herr Jacobs in Wiesbaden schrieb, einer
eigenen Lokalform an, was man auch, wenn man, eine
srössere Anzahl von andalusischen und deutschen Stücken
vergleicht, leicht erkennen wird. Die andalusischen Tiere
haben schlankere Vorderflügel, die Gesamtfärbung ist mehr
rötlich-weiss, die Aussenrandbinden der Hinterflügel sind
schmal. — Der Thorax hat bei allen andalusischen Stücken
auch nach innen weissgerandete Schulterdecken. — Auch
die Raupe stimmt nicht ganz mit hiesigen überein, was ia
auch schon Rambur Cat. Syst. des Lepidopt. de l’Anda-
lousie pag. 130 erwähnt; er schreibt: „Elle varie en ce que
le reseau noir disparait en grand partie.” — Man könnte
daher diese andalusichen euphorbiae ganz gut als eine
Lokalform abtrennen, und schlage ich den Namen vanda-
lusica vor. Weiteres Material wird die Abtrennung sicher
noch mehr rechtfertigen. Euphorbiae kommt in ganz Spa-
nien Vor.
E Kl a, une
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 913
ab. paralias Nick.: Einige Stücke sind unter meine
euphorbiae von Mälaga, die, rechnet man die bei der Stamm-
art erwähnten Unterschiede ab, zu paralias gezogen werden
können.
ab. (v.) grentzenbergi Stgr.: Auch diese Form ist in
einigen Stücken mit bei der Stammform gezogen worden.
* hippophaös Esp.: Nach Rosenhauer fing der Kauf-
mann Schlossing das Tier bei Mälaga.
lineata v. livornica F.: Rambur schreibt, dass zu
Zeiten die Raupen von livornica in grosser Zahl bei Maä-
laga auftreten (an Weinstöcken?), Walker fing das Tier bei
Gibraltar. — 1871 fing mein Vater Anfang Mai in Mälaga
livornica auf dem protestantischen Kirchhof an Blumen; ich
erbeutete das Tier mehrere Male in Granada an blühenden
Gartengewächsen, in der Sierra de Alfacar und Nevada an
der Lampe, und zwar im August— September. — Kommt in
ganz Spanien und Portugal, hauptsächlich in den Küsten-
gegenden, vor.
Chaerocampa Dup.
celerio L.: Zu Zeiten ist dieser Schwärmer nicht sel:
ten in Andalusien; seine Raupe ist zuweilen massenhaft
im Herbst auf den Weinstöcken zu finden. — Walker fand.
den Falter in Gibraltar im September und Oktober. Wir
fanden 1880 nur wenige Raupen (im Juli) oberhalb der
Alhambra. — Mir wurden noch Portugal, Catalonien, Ca-
stilien, Aragonien und Murcia als Fundplätze dieser Art
bekannt.
* osyris Dalm.: Ist früher in Andalusien (Cädiz) öfters
gefangen worden. Ich habe selbst noch ein Stück, unter
welchem die Ortsbezeichnung Cädiz steht.
Pergesa WIk. (Metopsilus Dune.)
* elpenor L.: Ist nach Rambur bei Mälaga gefunden
worden; soll auch im nördlichen Spanien (Catalonien) vor-
kommen. Rambur schreibt: „La chenille vit sur la. vigne
et la salicaire, on l’indique aussi sur les epilobes, les
galium.“
PterogonB. (Proserpinus Hb.)
proserpina Pall.: Ein einziges Stück fand ich 1880 im
Juni an der Eisenbahn an einem Pappelstamm sitzend bei
Granada. Walker fand die Raupen häufig im Juni in der
914 Carl Ribbe.
Nähe von Campamento an Oenothera biennis. Nach Mendes
erscheint der Falter im Juni in Portugal, auch in Cata-
lonien ist er gefunden worden.
Macroglossa Sc.
stellatarum L.: Ueberall in Andalusien gemein. Walker
fand stellatarum gemein bei Gibraltar im ganzen Jahre. —
Wir fingen das Tier bei Mälaga (April, Mai), bei Granada
(Mai), in der Sierra de Alfacar (Juni, Juli) und in der
Sierra Nevada (Juli, August). — In letzterem Gebirge geht
er sehr hoch hinauf, denn wir fingen den Falter noch bei
dem Puerto de Vacares, auf der Loma de San Juan und
am Fusse der Veleta. Stellatarum findet sich in ganz
Spanien und Portugal.
Hemaris Dalm.
* scabiosae Z.: Kommt nach Rambur in der Umgebung
von Granada vor, wurde auch in Catalonien, Castilien und
Aragonien gefangen.
Notodontidae.
Cerura Schnk.
verbasei F.: Aus Raupen, die mein Vater im Mai bei
Mälaga in den Bergen bei Olias fand, erzog er im Juli ei-
nen Falter. Staudinger gibt Catalonien an. Die Raupe soll
(nach Mendes) in Portugal an Salix cinerea und aurita
leben, der Schmetterling im Juni und Juli erscheinen. Mein
Vater machte leider keine Notizen, an welcher Pflanze er
seine Raupen 1871 gefunden hatte.
fureula CÖl.: Diese Art zog ebenfalls mein Vater aus
Raupen, die er bei Mälaga fand. Kommt nach Staudinger
bei Bilbao, nach Mendes im Mai in Portugal vor.
* bifida var. urocera B.: Kommt nach Staudinger in
Andalusien vor, und zwar bei Mälaga, da er die von Ram-
bur, Cat. Syst. d. Lepid. de l’Andalousie, pag. 394, als
furcula angeführte Art als var. urocera deutet. Walker
fand diese Art bei Gibraltar an Pappelstämmen im August.
Auch bei Bilbao ist nach Staudinger das Tier gefunden
worden. Zapater und Korb geben Aragonien an. Die Raupe A
lebt an Pappelarten.
;
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|
|
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 215
Dieranura B.
* vinula L.: Rambur sagt (Oat. Syst. des Lep. de l’An-
dal., pag. 395), dass vinula nicht selten in Süd -Spanien
(also Andalusien) sei; ich habe kein Stück gefunden. Das
Tier soll auch in Aragonien und Catalonien gefunden wor-
den sein. Mendes gibt für Portugal April an; Korb fand
die Raupen an Weiden, die in den Tälern der Sierra de
Espufa in Murcia standen, im Juli.
ExaeretaHnh.
ulmi Schiff.: 1880 bei Granada gefunden. Die Raupe
soll an Ulmen leben, und zwar von Mai bis September.
Soweit wie ich mich erinnere, fand ich ulmi 1880 im Mai,
an einem Holzpfahl im Parke der Alhambra sitzend.
Hoplitis Hb.
* milhauseri F.: Rambur führt milhauseri von Anda-
lusien an. Nach Staudinger kommt das Tier in Spanien,
nach Zapater und Korb in der Provinz Huesca vor. Ueber
Zucht, Raupen- und Cocons-Suchen vergleiche man Spuler
Er eripag.: 33.
GluphisiaB.
*crenata Esp.: Ist nach Rosenhauer bei Granada
(Juni) gefunden worden. Die Raupe soll an Pappeln leben.
PheosiaB.
tremulae Cl.: 1905 mehrere Male in der Sierra de Al-
facar an den Weiden, die an der Fuente de la Casilla
stehen, im Juni die Raupen gefunden; im Frühjahr 1906
zogen wir dann in Radebeul zwei Falter. Staudinger gibt
- Hisp. sept. an. (Catalonien nach Martorell, Aragonien nach
Zapater und Korb.)
Notodontad0.
ziezae L.: Mein Vater fand 1871 im Juni das Tier
bei Granada. Staudinger gibt Spanien (Catalonien Marto-
rell, Aragonien Zapater und Korb), Mendes Portugal an.
*dromedarius L.: 1880 sah ich ein schlechtes Stück
bei einem Botaniker in Granada, der mir versicherte, dass
216 | | Carl Ribbe.
er das Tier im August bei Granada gefangen hätte. Nach
Staudinger kommt dromedarius in Catalonien vor.
anceps Goeze (trepida Esp.): 1871 fing mein Vater
diese Art im Juni oder Juli bei Granada, wahrscheinlich
in der Sierra de Alfacar. Staudinger gibt Hispania c. et.s.
(Aragonien, Catalonien) an.
Spatalia Hb.
* argentina Schiff.: Soll in Andalusien gefunden wor-
den sein. Staudinger gibt noch Catalonien an.
Lophopteryx Stph.
camelina L.: 1905 in der Sierra de Alfacar im Juli
mehrere Stücke an der Lampe gefangen. Staudinger gibt
Bilbao an. Die andalusischen Stücke sind sehr hell gefärbt.
Pterostoma Germ.
* palpina L.: Rambur fand das Tier bei Mälaga.
Kommt auch im nördlichen und zentralen Spanien (Oata-
lonien, Aragonien) und nach Mendes im April, Mai, Juli
in Portugal vor. Die Raupe lebt im Sommer an Pappeln,
Weiden, Linden und Eichen.
Phalera Hb.
bucephala L.: Rambur gibt die Umgebung von Gra-
nada, Walker die von San Roque als Fundort an. Wir
fanden einen Falter 1880 im Mai oberhalb der Alhambra
und: 1905 mehrere Stücke im Juni in der Sierra de Alfacar.
Wird in manchen Jahren in Spanien den Laubbäumen
schädlich, wie m’r von den Waldaufsehern versichert wurde.
Möglicherweise kommt bei Algeciras, Tarifa, Cädiz die von
Staudinger von Tanger erwähnte (Catal. Staud. Rebel,
Nr. 858b) var. bucephalina vor. Nach Mendes im Juli in
Portugal, nach Zapater und Korb im Juni und Juli im Al-
barracin, nach Martorell auch in Catalonien.
Pygaerado.
eurtula L.: 1906 mehrere Tiere aus Raupen, die wir
'm Juni, Juli 1905 an Weiden an der Fuente de la Teja
in der Sierra de Alfacar fanden, gezogen.
anachoreta F.: 1880 im August bei Granada gefun-
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 217
den; Staudinger gibt Catalonien, Zapater und Korb Ara:
gonien an.
pigra Hufn.: Nach Rambur bei Mälaga nicht selten;
ich fand das Tier 1880 im August bei Granada. Staudinger
gibt Andalusien, Bilbao und Catalonien an. Die andalusi-
schen pigra sind durchgängig, heller wie deutsche Stücke
und, wie mir scheinen will, sind sie auch etwas grösser.
Mein Material ist jedoch nur klein und ist es daher leicht
möglich, dass diese‘ Unterschiede nur individuell sind und
bei reichlicher Auswahl sich keine bemerkenswerten Ver-
schiedenheiten feststellen lassen.
Thaumetopoeidae.
Thaumetopoea Hh.
pityocampa Schiff.: 1880 und 1881 fanden wir in der
Sierra de Alfacar, hauptsächlich in dem Barranco de los
Robles, im Juni—Juli sehr viele Nester dieses Tieres auf
Pinus maritima, silvestris. Stellenweise waren die Bäume
in- ihren oberen Teilen ganz kahl gefressen. Mit der Zucht '
hatte ich wenig Glück. Meine Wirtin, deren Tochter, Sohn
und Magd bekamen alle Hautjucken und Entzündungen, so
dass ich mich zuletzt gezwungen sah, meine pityocampa-
Raupen wegzuschaffen. Nur zirka 50 Puppen, aus denen
ich im Mai die Falter zog, konnte ich retten. Kommt auch
in der Sierra Morena und in der Serrania de Cuenca,
Sierra de Albarracin, Catalonien, Sierra de Espuäa in Mur-
cia, Portugal und Castilien vor.
* herculeana Rbr.: Dieses Tier scheint in Andalusien.
wenn nicht nur, so doch hauptsächlich im Oktober—No-
vember bei Cädiz und Chiclana vorzukommen. Staudinger
gibt noch Zentral-Spanien und Vieilledent Portugal (Setu-
bal, Collegio d. S. Francisco) an. Die Raupen traf Ram-
bur in ganzen Familien auf der Erde in der Umgebung
von Cädiz Anfang Januar an. Auch Staudinger und Korb
haben dann später in Chiclana die Raupen gefunden. Bis
zur dritten Häutung bleiben die grau gefärbten Tiere bei-
sammen, dann trennen sie sich und nehmen eine gelbe Be-
haarung an. Sie leben von niederen Pflanzen und sind
Ende Februar erwachsen. Oft sollen die jungen Räupchen
ganze Klumpen an der Futterpflanze hpilden. Der Schmet-
terling soll im September und Oktober erscheinen.
218 Carl Ribbe.
Lymantriidae.
Orgyia O.
aurolimbata Gu.: 1880 bei Granada im Juli (Sierra
Nevada) gefangen. Staudinger gibt Pyrenäen (or.) und
Catalonien an. Die var. guadarramensis Stgr. kommt in
Castilien in der Sierra Guadarrama vor. Die Raupe lebt
auf Genista purgans.
trigotephras B.: 1880 mehrfach bei Granada gefun-
den. Nach Walker im Juni gemein am Felsen von Gibral-
tar. Staudinger gibt für diesen Falter Iberien an. Raupen
klopften wir im Juli von Eichen (Quercus suber und ilex)
in der Sierra de Alfacar und oberhalb der Alhambra.
dubia var. splendida Rbr.: 1880, 1881 und 1905 fan-
den wir die Raupen dieser Art im Juni in der Sierra de
Alfacar hauptsächlich an der Fuente de la Fraguara. Die
Raupen sitzen dort nicht selten an den 25—30 cm hohen
Niederen-Pflanzen und sind leicht abzuketschern oder ab-
zusuchen. Einzeln fanden wir die Raupen auch auf Eichen.
Ich brachte 1905 sehr viele Eier mit und hatte mir grosse
Hoffnung auf eine erfolgreiche Zucht gemacht, wurde jedoch
darin recht enttäuscht. Die Eier schlüpften hier Mitte April,
die kleinen Räupchen nahmen sehr gut den gewöhnlichen
Gartenklee an; doch schon nach 10—14 Tagen schien den-
selben der Klee nicht mehr zu behagen, ich gab daher
Eiche. Diese nahmen sie nun sehr gut an und entwickel-
ten sich ausgezeichnet. Anfang Juni war der grösste Teil
der Raupen erwachsen, und begannen sie sich einzeln ein-
zuspinnen und zu verpuppen. Die meisten der Raupen
versuchten jedoch gar nicht ein Cocon zu machen, sie nah-
men kein Futter mehr an, weder Klee noch Eiche; noch
Löwenzahn und andre niedere Pflanzen. Täglich lagen
daher schöne grosse, ausgewachsene Raupen tot im Kasten,
Anzeichen von Krankheiten konnte ‘ich nicht erkennen.
Immerhin erhielt ich gegen 100 Cocons, zum grössten Teil
waren es weibliche. Ende Juni begannen die Falter aus-
zuschlüpfen. Ich machte hierbei die Beobachtung, dass die
Tiere mit viel Gelb die grössten wurden und dass diese so
gut wie gar nicht zum Verkrüppeln neigten; hingegen die
dunkelen sehr klein waren und stark zum Verkrüppeln
neigten. Originell ist die Begattung der Tiere. Das flügel-
lose 9 bleibt im Cocon, der & bohrt sich durch das leichte
Gespinst hindurch, kraucht zu dem Q in das Gespinst hinein
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Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. - 219
und erfüllt dort seine ehelichen Pflichten. — Lange schei-
nen die Flitterstunden nicht zu dauern, denn sehr bald
wird man den & wieder ausserhalb des Cocons sehen. —
QQ, die ich aus den Gespinsten herausnahm und mit 5&
zusammen in Kästchen sperrte, wurden, so weit, ich es be-
obachten konnte, nicht beiruchtet. — Die Eier überwintern.
In Spanien hatten wir mit der Zucht keine Mühe, auch
waren die Verluste nur sehr gering. Eine sehr gute Ab-
bildung der Raupe findet man bei Rambur: Faune de l’An-
dalousie, Taf. 15, Fig. d; auch im Catalogue Syst. des
Lepidopteres de l’Andalousie, Taf. 2, Fig. 4b ist das Bild
ein gutes. — Staudinger gibt für splendida noch Hispania
central (Albarraein Zapater und Korb) an.
ab. mancha n. ab.: Bei den Zuchten von splendida:
die wir in Andalusien und in Deutschland machten, er-
hielten wir verschiedene Farbenformen, die sich recht kon-
stant in den einzelnen Jahren und Zuchten wiederholten.
Die Hauptfiorm kommt der typischen dubia am nächsten,
d. h. sie hat auf den Vorderflügeln sehr viel gelbe Zeich-
nung. Bei der folgenden Form wird dieses Gelb schon
weniger, an der Wurzel bleiben nur gelbliche Fleckchen
übrig, die Mittelbinde wird schmal und das näher dem
Aussenrande stehende Gelb beginnt zu verschwinden. Diese
Form nenne ich mancha.
ab. medionigra n. ab.: Eine weitere Farbenform hat
auf den Vorderflügeln nur das gelbe Mittelfeld, das Wurzel-
und Aussenrandgelb schimmert in der dunklen Grundfarbe
nur noch durch, die Hinterflügel zeigen neben dem Aussen-
randschwarz nach innen zu eine dunkle Linie, auch be-
ginnen die Hinterflügel eine leichte schwarze Bestäubung zu
zeigen, diese Form möge medionigra heissen.
ab. prieta n. ab.: Bei der extremsten Form verschwin-
det das Gelb der Vorderflügel beinahe ganz, nur die Mittel-
binde schimmert matt durch, die Hinterflügel sind schwärz-
lich überstäubt, nur die Aussenränder der Vorder- und
Hinterflügel sind scharf gelb; diese Form benenne ich prieta.
Were auch die-Abbild. b. Ramb. 1. .c.. Taf. 15, Fig. 3, 4,5:
Dasychira Stph..
fascelina L.: Aus Raupen, die wir im Juni in der
Sierra de Alfacar gefunden hatten, zogen wir im Juli 1905
zwei Stück dieser Art. — Staudinger gibt Bilbao, Zapater
und Korb Aragonien an.
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290 Carl Ribbe.
pudibunda L.: 1905 abends im Juli ein Stück in der
Sierra de Alfacar beim Suchen nach zoraida-Raupen aufge-
scheucht. — Staudinger gibt Bilbao und Aragonien an.
Das Stück aus der Sierra de Alfacar ist ein 56 und sehr
dunkel gezeichnet.
Euproctis Hb.
ehrysorrhoea L.: 1880 bei Granada und in der Sierra
de Alfacar im Juni, Juli gefunden; Rambur schreibt „be-
wohnt Andalusien“. — Kommt auch in Aragonien, Catalo-
nien und Portugal vor.
Porthesia Stph.
similis Fuessl.: 1905 in der Sierra de Alfacar im Juni,
Juli. Walker fand similis am Felsen von Gibraltar und bei
San Roque im Juni. Staudinger fand das Tier nach Ram-
bur Cat. Syst. d. Lepid. de l’And., pag. 270 in Andalusien;
er gibt auch Bilbao und Zapater und Korb Aragonien an.
Stilpnotia Westw. & Humphr.
salicis L.: Diesen Falter traf ich 1880 an den Pappeln,
die im Genil stehen im Juli, Anfang August. — Staudinger
gibt Castilien und Zapater und Korb Teruel an.
Lymantria Hk.
dispar L.: 1905 im Juni—Juli klopften wir von den
Eichen in der Sierra de Alfacar eine Anzahl von Raupen,
welche durchgängig heller gefärbt waren als deutsche dispar-
Raupen. Zu Zeiten sollen dispar-Raupen in den Wäldern
von Andalusien, wie mir die Waldaufseher erzählten, gros-
sen Schaden anrichten. — Die andalusischen dispar unter-
scheiden sich gut von deutschen; mir liegen zum Vergleich
mehrere Hundert von Andalusien und mehrere Hundert aus
der Umgebung von Dresden vor. — Die andalusischen 5 &
sind durchgängig kleiner, die Gesamtfärbung ist heller. wo-
durch die Zeichnung der Vorderflügel mehr hervortritt. Die
QQ aus derselben Lokalität sind ebenfalls kleiner und
heller; ferner zeigen sie beinahe durchgängig weniger
schwarze Linienzeichnung der Vorderflügel. Der Hauptunter-
schied bei den @9 ist aber darin zu finden, dass meine
sämtlichen deutschen dispar schwärzliche Afterhaare, meine
andalusischen solche von gelblicher Farbe haben. Die Ei-
IRIS, DRESDEN. BD. XXI bAKR-II
Lichtdruck von Albert Frisch, Berlin W 35
Lymantria disparioides — fraguarius Ribbe.
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Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 221
spiegel der andalusischen Tiere sehen gelblich und nicht
wie die der deutschen schwärzlich aus.
‚Möglicherweise fällt die andalusische dispar - Form mit
bordigalensis Mab. Butl. S. Fr. 1876, p. 9, oder mit dispa-
rina Muell. Fn. Sil. III, 1, oder mit disparoides Gasch.
zusammen. Die Unterschiede mit dispar sind so auffallend
und bei grossem Material so in die Augen springend, dass
die Tiere ganz gut einen eigenen Namen verdienen, da ich
jedoch die zuletzt erwähnten Formen nicht vergleichen kann,
unterlasse ich die Namengebung.
Nach Walker ist dispar am Felsen von Gibraltar, in
den Korkeichenwäldern bei Almoraima und in grosser Menge
bei Monte de la Torre, 4 Meilen (engl.) von Algeciras,
Ende Juni 1888 beobachtet 'worden. Vergl. auch Ent.
Monthly Mag. Vol. XXV, p. 65. Dispar kommt überall in
Spanien und Portugal vor. !
ab. fraguarius Ribbe: Unter den vielen dispar, die
wir in Andalusien zogen und einzeln fingen, waren mehrere
Stücke, die sich auffallend von der gewöhnlichen Form
unterschieden. Als ich dann 1906 und 1907 in Deutschland
aus südspanischen Gelegen dispar zog, und die Puppen mit
+ 42 Grad Celsius behandelte, erhielt ich ganz gleiche
Formen. (Vergl. Taf. 11.)
ö. Vorderflügel viel heller grau, die schwärzliche
Linienzeichnung mehr verschwindend, nur in der Mitte des
Flügels hat sich die dunkle Linienzeichnung schärfer erhal-
ten. Hinterflügel sehr hell. Die dunkle Aussenrandfärbung
beinahe ganz verschwunden. Deutsche dispar, die ich auch
mit + 42 Grad behandelte, zeigen ganz andere Abweichun-
gen. Die Männer haben verschwommene Zeichnungen und
die Weiber zeigen die dunkle Mittelbinde anders gebildet.
©. Vorderflügel: Grundfarbe weiss; Aussenrand schwarz-
weiss gezeichnet, in der Mitte des Flügels eine schwarze,
am Vorderrande breit beginnende, nach dem Innenrande
schmäler werdende Binde. Bei einigen Stücken ist der Flügel-
mittelpunkt, umgeben von hellerer Färbung, vorhanden.
Hinterflügel ganz zeichnungslos oder die Aussenrandbinde
nur sehr schwach angedeutet. Der Aussenrand nur sehr
schwach gezähnt.
„Mann wie Weib sind wie die übrigen andalusischer
Stücke sehr klein. Der Afterbüschel beim Weib ist gelblich.
Da wir die Raupen von dispar hauptsächlich an der Fuente
de la Fraguara in der Sierra de Alfacar gefunden haben,
222 Carl Ribbe.
nannte ich die aberrierende Form fraguarius. Meine fraguarius
kommt nicht mit fasciata Rbl. (9) überein, da ich von
letzterer Form, wie schon. erwähnt, auch aus deutschen
Zuchten Stücke erhalten habe, fasciata gehört zu dispar
und nicht zu den südlichen Formen, der Mann von fragua-
rius ist ja auch ganz anders wie der von dispar.
* monacha L.: Nach Aussagen der Forstbeamten tritt
in manchen Jahren die Nonne verheerend in den Nadelholz-
wäldern in den verschiedenen Teilen von Andalusien auf.
Ich habe niemals -ein Stück dieser Art gesehen. "— Stau-
dinger gibt Castilien und Zapater und Korb die Sierra de
Albarracin an.
* atlantica Rbr.: Rambur fand bei Mälaga- ein ©;
Walker fand ein Weib an einem Steinwall am 5. Juni in
Gibraltar, Korb fand 1909 im Juni 1 © an der Lampe bei
Santa Eulalia (bei Totana) in Murcia. Staudinger fing
atlantica auch in Andalusien, Iris 4, pag. 337. Etwas häu-
figer wie in Andalusien scheint das Tier in Marokko und
Portugal zu sein. Vieilledent schreibt Broteria IV, 1905,
pag. 192, dass atlantica gemein sei vom Juli bis September
am Licht bei Setubal.
Wie mir Herr Püngeler schreibt, sind die aus Portugal
von Mendes erhaltenen Stücke nicht atlantica, sondern lape-
dieola und mag sich die vorstehende Bemerkung von Vieilledent
wohl hierauf beziehen.
Q)eneriaHh.
rubea F.: 1880 im August bei Granada gefangen.
Staudinger fing das Tier nach Rambur, Cat. S. d. Lep.
de l’Andal., pag. 275, auch in Andalusien; er gibt noch Spa-
nien (Zapater und Korb Aragonien, Vieilledent Portugal
und Korb die Sierra de Espuna in Murcia an, er fing
das Tier, ein 9, an der Lampe) an. Die Raupe soll.
an niederen Eichenbüschen leben, und zwar bis Mai und
Juni. Die in Südspanien vorkommenden rubea sollen die
rötere Form rubrior Fuchs sein.
Lasiocampidae.
Malacosoma Auriv.
*neustria L.: Rambur fand das Tier bei Granada;
Walker sah die Raupe bei Gibraltar und in der Nähe von
en N VE
Algeciras. Bei letzterer Stadt hatten sie die Eichen bei-
{7 Ya
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 223
nahe kahl gefressen. Die Raupen waren im Juni, der
Schmetterling Ende Juni zu finden. Ich erhielt 1881 meh-
rere Stücke, die aus Castilien stammen sollten, Zapater und
Korb geben Aragonien, Martorell Catalonien, Mendes Por-
tugal (Juni) an.
castrensis L.: Nach den Aufzeichnungen meines Vaters
fing ich dieses Tier 1880 im Juni bei Granada; es soll
auch in Aragonien vorkommen.
franconica Esp.: 1905 fanden wir im April in den
Bergen bei Mälaga und im Mai oberhalb der Alhambra bei
Granada eine Anzahl von Raupen auf dem grossen, busch-
artigen Besenginster. Auch Rambur gibt die Umgebung von
Granada an. Die Zucht war nicht sehr lohnend, denn wir
zogen im Juli nur vier Stück franconica, zwei 66 und
zwei QQ9. Franconica wurde auch bei Barcelona gefunden.
Triehiura Stph.
* erataegi L.: Staudinger hat diese Art (nach Ram-
bur I. e. pag. 361) in Andalusien (bei Granada und Chic-
lana) gefunden; er gibt ganz Spanien als Heimat an.
ilieis Rbr.: 1880, 1881 und 1905 klopften wir im Mai
und Juni bei Granada, Sierra de Alfacar und Sierra Ne-
vada die Raupen von Quercus ilex und coceilera, doch nur
ganz einzeln. Die Raupe ist bei Rambur, Cat. Syst. des
Lepid. de l’Andalousie, Tafel XIV, Fig. la, recht gut ab-
gebildet. Aus den Raupen, die wir 1905 gefunden hatten,
zogen wir 1906 Ende April, Anfang Mai in Radebeul meh-
rere Falter. Ilicis gehört sicher zu den grössten Seltenhei-
ten, die in Andalusien vorkommen. Korb gibt mir Chic-
lana an, wo er die Raupen von Quercus ilex klopfte. Stau-
dinger gibt noch Catalonien an. Charles Rothschild fing
ein @ 1909 Aufaug April bei Cintra in Portugal, er schreibt
hierzu: |
„A single female of this species with slightly worn frin-
ges was secured. The specimen in question was flying very
rapidly in the afternoon sunshine over the heather at high
elevation. In it veins 9 and 10 of the forewings are on a
very high stalk, vein 9 beeing less than half the length of
the stalk. In this female from Cintra and in an other from
Andalusia — the only two females I have seen — vein 9
reaches the edge befor the tip of the wing, as in Poecilo-
campa populi, L., while in the male, the vein terminates
on the outer margin, as is the case in both sexes of Trich-
224 Carl Ribbe.
iura erataegi. Veins 7 and 8 of the hindwing are on a
short stalk in the male and two females of T. ilieis ex-
amined.“ Vergl. Entomologist’s Record, Vol. XXL, Nr. 7 &8
Lasiocampa Schk.
* quercus L.: Rambur fand das Tier bei Granada.
Kommt in Zentral- und Nord-Spanien, nach Mendes auch
in Portugal vor.
ab. spartii Hb.: Mehrere Stücke, die ich 1880 erbeu-
tete, bestimmte Staudinger als diese Form; soweit ich mich
erinnern kann, wurden die Tiere im September an einer
eiektrischen Lampe, die dicht beim deutschen Konsulate auf
dem Dache eines Cafes brannte, gefangen. Staudinger gibt
Castilien an.
*serrula Gn.: Guende hat serrula nach einem © be-
schrieben. das Lorquin in Andalusien gefunden haben soll.
Staudinger, Iris 7, pag. 264, glaubt nicht, dass serrula in
Andalusien vorkommt, er nimmt an, dass das Lorquinsche
Stück aus Marokko stammt. Ä
* trifolii Esp.: Ob die echte trifolii in Andalusien vor-
kommt, möchte ich bezweifeln, obgleich Rambur sagt, dass
das Tier bei Mälaga und Cädiz gemein wäre, und zwar
auf Spartium und Genista. Auch Walker sah die Raupen
häufig bei Gibraltar auf Retama monosperma. Den Schmet-
terling fing er an Gaslampen in Gibraltar im September,
auch in Catalonien, Aragonien und Portugal ist trifolii ge-
funden worden.
v. ratamae H. S.: Wir fanden 1880 und 1905 sowohl
bei Mälaga, als auch bei Granada oberhalb der Alhambra
die Raupen auf Retama, doch nicht zu häufig im April und
Mai— Juni. Im August— September zogen wir dann den
Falter. Staudinger gibt Cädiz als Fundort an. |
ab. iberica Gn.: Kommt nach Rambur und Staudin-
ser in Andalusien vor. Ich zog sowohl 1880, als auch
1905 diese. Form von trifolii unter den wenigen var. rata-
mae mehrere Male. Korb gab mir für ratamae und iberica die
Umgebung von Cädiz an, doch kommt iberica als Aberra-
tion wohl auf der ganzen iberischen Halbinsel vor.
Macrothylacia Rbr.
*rubi v. alfacarja n. v.: Bei Herru Bang-Haas hatte
ich Gelegenheit, die von Staudinger iu der Sierra de Alfacar
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 225
gefangenen rubi zu sehen. Die beiden Stücke, ein Mann und
ein Weib, stimmen weder mit diagramma noch mit rubi über-
ein. Der Mann ist gelblicher, die Binden der Vorderflügel-
oberseite sind breiter und etwas gerader wie bei rubi, die
Hinterflügel sind einfarbig. Vor allem scheint es jedoch das
Weib zu sein, das auffallend abweicht. Es hat die braun-
gelbe Farbe des Mannes und ist ganz ohne Binden, ähnlich
wie Weiber von trifolii v. iberica. Ich benenne diese Form
von rubi alfacaria und hoffe, dass die Zukunft uns mehr
Material der Formen von rubi aus dem Süden Spaniens und
Portugal bringen wird, und dass dann die Unterschiede der
einzelnen Formen genauer angegeben werden können. In
Portugal kommt Macrothylacia diagramma Meade- Waldo
(Trans. Ent. Soc., London 1905, pag. 390, Taf. XIX, Fig. 109)
vor, da Charles Rothschild bei Cintra das Tier gefangen hat.
(Vergl. Entomologist’s Record, Vol. XXI, Nr. 7 u. 8. Lepi-
doptera collected at Cintra April 1909.) Korb teilte mir vor
einigen Tagen dann noch mit, dass Raupen, die er in der
Sierra de Espuna gefunden hatte (vergl. Kheil: Los Lepidöp-
teros de la Sierra de Espuna, Boletin de la Sociedad Aragonesa
de Ciencias Naturales Nr. 4 1910), nicht rubi, wie er erst an-
nahm, sondern eine neue noch zu benennende Form ergeben habe.
Martorell kennt rubi von Catalonien und Zapater und
Korb von Aragonien; möglicherweise haben wir es hier noch
mit zwei Lokalformen zu tun.
Diplura Rbr.
*]oti Ö.: Nach Rambur kommt dieser Falter bei Mä-
laga und Cädiz, und zwar wahrscheinlich im zeitigen Früh-
jahr vor. Mendes gibt jedoch den August für Portugal an.
Kheil fing 12 am 23. April bei Valencia, Dehesa de Albufera.
Die Raupe soll auf niederen Sträuchern (Cistus salviaefo-
lius) von August bis Februar leben. Rambur gibt eine
gute Abbildung der Raupe und des Cocons in seiner Fauna
Entomol. de l’Andalousie, Taf. 15, Fig. 1, 2 a. b. c. Stau-
' dinger gibt: ganz Iberien als Heimat an. Wir haben das
Tier niemals gefunden.
Chapman fand die Raupen von loti bei Vigo und an an-
deren von ihm besuchten Orten in Nord-West-Spanien auf
‚Helianthemum.
Epienaptera Rbr.
suberifolia Dup.: Wir fanden 1880 und 1881 die Rau-
pen nicht zu selten im Mai oberhalb der Alhambra und im
15
926 Carl Ribbe. ee.
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Juni in der Sierra de Alfacar auf Eichen, doch niemals
vielfach auf einem Baum. 1905 erlangten wir nur wenige
Raupen und die gingen meistens zugrunde. Die Schmetter-
linge schlüpften im Juli und August, wir versuchten die
Tiere zur Begattung zu bringen, hatten jedoch keine Er-
folge. Suberifolia-Raupen sind sehr träge Tiere, und scheint
dies auch der Grund zu sein, dass so viele gestochen und
krank sind, sie sind auch sehr empfindlich und weigern
sich vielfach, das vorgesetzte Futter anzunehmen, sie sind
oft zu faul, an das frische Futter zu gehen, leiden auch
vielfach durch die Erschütterungen, die mit dem Raupen-
klopfen verbunden sind. Nach allem wird der Sammler
wohl erkennen, dass die Zucht eine sehr mühsame ist. Stau-
dinger gibt Spanien an.
ab. rubescens n. ab.: Erwähnen will ich noch, dass
es zwei Formen von suberifolia gibt, eine graue und eine
rötlichgraue, als Aberration könnte die letztere ganz gut
den Namen rubescens führen.
Fastrop ach al
quereifolia v. ulmifolia Heuäcker: 1905 Ende Juli
erhielt ich in dem Dorfe Alfacar von Holzholern ein Stück,
das die Leute in der Sierra de Alfacar gefunden hatten.
Staudinger gibt Castilien an, Martorell für quercifolia Cata-
lonien.
Dendrolimus Germ.
' * pini L.: Die Wealdaufseher in der Sierra de Alfa-
car nannten mir von diesem Tiere den lateinischen Namen
(Bombyx pini) und erzählten, dass vor wenigen Jahren
pini verheerend in dem Gebirge aufgetreten sei. Martorell
gibt Catalonien an. Korb zog 1909 aus einer Raupe, die
er an Pinus in Santa Eulalia bei Totana in Murcia fand,
ein sehr helles ©.
Pachypasa WIk.
* Jimosa Vill.: (lineosa muss es nach Spuler heissen,
da das m nur Druckfehler sei.) Korb schreibt mir, dass
er limosa in der Sierra Segura (in der Provinz Murcia) ge-
funden habe und wird daher diese Art höchstwahrscheinlich
auch in Andalusien, da ein Teil der Sierra Segura zu letz-
terer Provinz gehört, vorkommen. — Die Raupe lebt an
MEER
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Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 327
Cypressen bis in den Mai hinein. — Staudinger kennt
limosa auch von Catalonien, Zapater und Korb von Ara-
gonien.
Taragama Moore.
* repanda Hb.: Die Raupe lebt auf Spartium sphaero-
carpon und monospermum, Genista juncea, Pistacia und
Tamarix. Rambur fand die Raupe im Mai bei Mälaga und
im Januar bei Cädiz; Korb im März und April bei Cädiz.
Wahrscheinlich tritt das Tier in mehreren Generationen
auf, da Rambur Ende Januar und dann wieder im Septem-
ber die Schmetterlinge fand. Die Raupe ist bläulich asch-
grau mit einem dunkleren, weiss eingefassten, auf jedem Ring
schildförmig aüusgebogenen Streifen. — Wir haben das Tier
nicht bei Mälaga gefunden. Walker fand den Schmetterling
im August in Gibraltar,. aus Eiern erzog er denselben im
November. Ä
Lemoniidae.
LemoniaNHhb.
* philopalus Donz.: Im November und Anfang Dezem-
ber bei Chiclana. Korb fand die Raupen, die der von
taraxaci ähnlich sein sollen, im April ebenfalls in Chiclana
in den Gärten auf Löwenzahn.
dumi L.: 1871 im April—Mai fand mein Vater die
Raupen bei Mälaga; ebenso fand Rambur die Raupen bei
dieser Stadt.
| Saturniidae.
Gra&ällsia Grote,
* isabellae Graells: Als ich 1905 den Oberförster (In-
geniero de monte) R. in Granada besuchte, fabelte der
Herr von einem Schmetterling, der in der Sierra de Alfacar
vorkäme und der 100 Pesetas wert sei. — Nach vielem
Hin- und Herraten .nannte ich auch den Namen isabellae
und meinte der Herr dann, dass dies das teure Tier wäre,
das in der Sierra de Alfacar vorkäme. — Wer nun isa-
bellae in diesem Gebirge gefangen hatte, konnte er mir je-
doch nicht sagen. — Staudinger gibt Castilien und Ara-
gsonien an. — Rambur schreibt in dem Cat. Syst. des Lepid.
de l’Andalousie, pag. 378: „Ella et& decouverte en Espagne
par le docteur Graells, qui a recontr& sa chenille sur le
genre Pinus“; man vergleiche auch noch die Anmerkung
auf derselben Seite. Ich glaube nicht, dass isabellae in
Andalusien vorkommt.
228 Carl Ribbe.
| Saturnia Schrk. |
pyri Schiff.: 1880 und 1905 (2. September) erhielten
wir bei Granada im Parke der Alhambra einzelne Cocons
dieser Art; beide Male zogen wir jedoch nur Krüppel. —
Am 30. März erhielt mein Bruder einen Falter an Bord des
Schiffes Palermo im Hafen von Mälaga. — Im April sahen
wir das Tier auch mehrere Male an den elektrischen Lam-
pen, die in den neuen Anlagen am Hafen brannten, fliegen.
— Schlossing fand die Puppen an einer Linde bei Mälaga.
Walker gibt Gibraltar und Algeciras an. Pyri kommt auch
in Catalonien, Oastilien, Aragonien und Portugal vor.
* pavonia L.: Nach Rambur hat Staudinger pavonia
in Andalusien gefunden. — Walker fand den Falter Ende
März sehr gemein in den Korkwäldern der Bai von Alge-
ciras und im Mai ebenda die Raupen. Nach Zapater und
Korb in Aragonien, Martorell in Catalonien, Charles Roth-
schild bei Cintra in Portugal.
Drepanidae.
DrepanasSchrk.
binaria v. uneinula Bkh.: 1905 erbeuteten wir im Juni
in der Sierra de Alfacar eine Anzahl dieses Tieres an den
Apfelschnüren. — Rambur fand diesen Falter (Mai) bei
Mälaga. Die Raupe von uncinula lebt an Quercus ilex. —
Nach Mendes sollen in Portugal drei Generationen vor-
kommen und zwar von April bis August. Der Falter kommt
auch in Castilien und den Pyrenäen vor. Korb fand unci-
nula (2) einmal an der Lampe 1909 im Juni in der Sierra
de Espufa in Murcia.
Gilix Leach.
glaucata Sc.: 1880 habe ich diese Art mehrere Male
bei Granada im August an der Lampe gefangen. — Stau-
dinger gibt noch Catalonien und Zapater und Korb Ara-
gonien, Mendes für Portugal April, Mai, Juni und August an.
Thyrididae.
NIT HS
* fenestrella v. nevadae Obth.: Kommt nach Stau-
dinger in der Sierra Nevada vor. — Weder mein Vater,
noch mein Bruder, oder ich haben diesen Falter in Anda-
lusien gefunden.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 299
Noctuidae.
Ehe ich dazu übergehe die Noctuen, die in Andalusien bis
jetzt gefunden worden sind, aufzuführen, seien mir hierzu einige
Worte gestattet. Lange habe ich geschwankt, ob ich mich
bei dieser grossen Familie an den Staudinger - Rebelschen
Katalog halten sollte oder, ob ich nicht besser tun würde,
mich an Warren seine Aufteilung der Familie, wie wir sie
im Seitz „Die Palaearct. Grossschmetterlinge Bd. III‘ finden,
zu halten. Meine Gründe, dass ich mich an Staudinger-Rebel
gehalten habe, sind hauptsächlich in Folgendem zu suchen.
Erstens liegt meine ganze andalusische Arbeit schon seit Jahr
und Tag fertig da, zweitens bin ich krank und kann kaum eine
Umarbeitung der Noctuen und Geometriden noch in diesem
Jahre vornehmen, drittens erscheint das Seitz’sche Werk zwar
jetzt schneller wie früher, aber doch noch immer zu langsam
für mich und meine Arbeit, dass ich eine Beendigung des Noctui-
den- u. Geometriden-Teiles des Werkes in nächster Zeit erwarten
könnte. So muss ich mich den an die Werke halten, die fertig sind
und das sind der Staudinger-Rebelsche Katalog, die Neubear-
- beitung von Berge (Rebel) und das Spulersche Werk (Hoffmann).
Selbstverständlich habe ich auch das, was Warren üher die
von mir zu besprechenden andalusischen Tiere erwähnt, mit
beachtet und soweit es mir von Interesse für die Leser der
Fauna von Andalusien erschien, mit bei den einzelnen Arten
hinzugefügt.
Wie ich schon an anderer Stelle bemerkt habe, ist meine
andalusische Fauna in einer Reihe von Jahren entstanden, sie
war teilweise schon zusammengestellt als der neue Staudinger-
Rebel noch nicht erschienen war. Ich war also schon so wie
so gezwungen worden, die ganzen ersten Aufzeichnungen um-
zuarbeiten, als mit dem Erscheinen des neuen Kataloges eine
ganz andere Reihenfolge der Arten und Gattungen vorge-
nommen werden musste. Heute nun nochmals die Noetuen
und Spanner umzuarbeiten, reicht, wie schon gesagt, meine Ge-
sundheit und Zeit, letzteres infolge von Ueberlastung mit
Arbeiten, nicht mehr aus.
re Se
230 Carl Ribbe.
Acronyetinae.
Diptera Hb.
alpium Osbeck: Wir fingen dies Tier in nur 3 Stücken
nachts an den Aepfelschnüren im Juni in der Sierra de Al-
facar und Ende Juli — Anfang August an der Lampe in
der Sierra Nevada bei der Dehesa de la Vibora. Auch bei
Bilbao wurde alpium gefunden.
Acronycta Q.
aceris L. 1880 im Juli und August in der Sierra de
Alfacar und bei Granada am Köder. 1905 nur 2 Stücke im
August in der Sierra de Alfacar an den Aepfelschnüren er-
beutet. Aceris kommt in Mittel- und Nord-Spanien vor, so
in Aragonien, ÜCatalonien, bei Bilbao und in Portugal.
Voigt ae diese Noctua bei Granada; vergl. Stett. ent. Z.
1889, pag. 361.
megacephala F. 1880 oberhalb der Alhambra bei den |
Eichen im Juni am Köder erbeute. Kommt in den spani-
schen Pyrenäen, Catalonien, Aragonien und Castilien vor.
strigosa F. 1880 ein Stück in der Sierra de Alifacar
an der Mauer des Hauses an der Fuente de la Casilla, und
zwar dm Juni, geiunden. Soll auch in den Pyrenäen vor-
kommen. Fi
tridens Schiff. 1880 im August bei Granada, 1905 in
der Sierra de Alfacar am Köder, und zwar in letzterer Ge-
gend auch im August gefangen. Nach Staudinger kommt
diese Art auch in Catalonien vor, Zapater gibt Arago-
nien an.
psi L. 1880 im September oberhalb der Alhambra, bei
den Eichen ‘an den Darro-Abhängen, und 1905 im Juli in
der Sierra de Alfacar am Köder gefangen. Kommt an meh-
reren Stellen in Spanien (Catalonien) und in Portugal vor.
Unter den wenigen Stücken, die wir in Andalusien erbeu-
teten, fand ich auch ein solches, das zur ab. rosea Tutti
zu stellen ist. I 3
auricoma T. 1871, 1880, 1881 im August— September F
bei Granada. Nach Staudinger soll die Art in Catalonien
vorkommen, auch in Portugal ist sie gefunden worden.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 231
rumieis L. 1880, 1881 und 1905 im Juni bis August
in der nächsten Umgebung von Granada, in der Sierra de
Alfacar und in der Sierra Nevada an den Aepfelschnüren
gefangen. Die andalusischen Stücke sind recht gross‘ und
kontrastreich gezeichnet. Rumicis kommt in ganz Anda-
lusien vor (Chiclana, Sevilla, Sierra Morena, Mälaga, Lojia,
Lanjaron), ebenso in ganz Spanien und in Portugal.
ab: salieis Curt. Einzeln unter der Stammform in An-
dalusien und auch in Iberien.
Craniophora Snell.
ligustri F. 1830 im Juli oberhalb der Alhambra ein
Stück aufgescheucht, nach Zapater im Juli in Aragonien.
Oxycesta Hb.
chamaesyces Gn. 1871 fing mein Vater Anfang August
ein Stück bei Granada. Staudinger gibt Catalonien, Ara-
sonien und Murcia als Heimat an. Die Raupe soll gesell-
schaftlich auf Wolfsmilch (Euphorbia chamaesyce) leben,
und zwar im Herbst.
Trifinae.
Agrotis ©.
janthina ab. latemarginata Röber. Ein einzelnes Stück,
das am Köder im Juni 1905 in der Sierra de Alfacar von
uns gefangen wurde, bestimmte mir Herr R. Püngeler in
Aachen als diese Form von janthina. Die Raupe lebt im
zeitigen Frühjahr an niederen Pflanzen. Janthina soll in
Nord-Spanien (Catalonien) und Portugal vorkommen. Voist,
Stett. ent. Z. 1889, pag. 361, fing janthina (ab. latemargi-
nata?) in Andalusien (Granada?).
linogrisea Schiff. _1880 mehrere: Stücke im September
bei Granada und 1905 ein Stück in der Sierra de Alfacar
im Juni am Köder gefangen. Nach dem Cat. Sinonim. de
los Insectos encontrados en Catalufia von Manuel Martorell
y Pefa, Barcelona 1879, pag. 118, kommt linogrisea auch
in Catalonien vor. Das Stück, welches wir 1905 fingen,
stimmt mit linogrisea, die ich aus Deutschland habe, voll-
kommen überein. Die Raupe lebt an niederen Pflanzen
(Anagallis, Primula) im Frühjahr.
v. lutosa Stgr. Soll nach Staudinger in Andalusien
in den Bergen vorkommen. Wie mir Herr Bang Haas jun.
mitteilte, ist lutosa am 12. Mai von Kalisch bei Mälaga ge-
232 Carl Ribbe.
fangen worden. Demnach wäre die Angabe Staudingers
dahin richtig zu stellen, dass man sagen würde — im
Küstengebiete bei Mälaga.
‘ Timbria L. 1905 in der Sierra de Alfacar im Juni und
Juli einzeln am Köder gefangen, die Stücke variieren, wie
auch bei uns, sehr. Kommt in Spanien in den verschie-
denen Sierren vor. Meine andalusischen fimbria gehören teils
zur Stammform und teils zur ab. brunnea Tutt und solani
F. (ab. brunea Tutt ab. solani F.).
interjeeta Schiff. 1905 am Köder in der Sierra de Al-
facar im Juni gefunden. Nach Staudinger ist der Falter
auch bei Bilbao gefangen worden. Die Raupen leben im
zeitigen Frühjahr an Gräsern und niederen Pflanzen im
waldigen Gelände.
erythrina Rbr. 1871 fing mein Vater ein Stück bei
(Granada, das Staudinger als diese Art bestimmte. Erythrina
kommt auch in Süd-Portugal nach Staudinger vor.
obseura Brahm. 18830 mehrere Stücke bei Granada
oder in der Sierra de Alfacar. Nach Staudinger kommt
der Falter in den Pyrenäen vor. Ich fand in den von
meinem Vater hinterlassenen Notizen keine näheren An-
gaben, wann und an welcher Stelle ich das Tier gefangen
‚hatte, obgleich meine andalusischen Nachtschmetterlinge auch
1850 und 1881 mit Daten versehen waren.
pronuba L. 1871, 1880, 1881 und 1905 im Juni und
Juli in der Sierra de Alfacar am Köder, und im August
in der Sierra Nevada an der Lampe gefangen. Die anda-
lusischen Tiere sind gross und durchgängig auffallend dun-
kel gefärbt. Pronuba wurde von Walker im ganzen Som-
mer bei Gibraltar, jedoch nicht häufig, gefangen. Diese
Noctua kommt in ganz Spanien und Portugal vor.
ab. inuba Tr. Unter der Stammart mehrfach.
ab. rufa Tutt. Ebenfalls einzeln unter den vielen
pronuba.
ab. brunnea Tutt. Ein Stück, das wir 1905 fingen, ge-
hört zu dieser Aberration.
orbona Hufn. 1880—1881 im August oberhalb der
Alhambra bei den Eichen und 1905 in der Sierra de Alfa-
car im Juni, Juli am Köder gefangen. Staudinger führt
Hispania als Heimat mit auf. Mendes gibt Portugal an.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 233
ab. subsequa Hb. Einmal 1880 unter der Stammart.
Die Raupe von orbona soll im Frühjahr an niederen Pflan-
zen leben. Auch von Portugal erhielt ich ab. subsequa.
comes Hb. Im Juni und Juli 1905 mehrfach in der
Sierra de Alfacar am Köder und im August in der Sierra
Nevada gefangen. Kommt in den Bergen von Castilien und
Aragonien ebenso in Portugal vor. Die andalusischen Stücke
sind klein und auf der Oberseite der Vorderflügel mit stark
hervortretender Zeichnung.
ab. adsequa Tr. Unter der Stammform, auch in Ara-
gonien und Catalonien.
ab. prosequa Tr. Unter der Stammform, ebenfalls auch
in Aragonien, da in der Sammlung von Bornemann Stücke
mit der Bezeichnung Albarracin steckten.
ab. conuba Hb. Wir fingen diese Aberration, die auf
den Hinterflügeln keine Makel hat, 1905 zweimal in der
Sierra de Alfacar unter der Stammart, auch in Aragonien
ist ab. conuba gefangen worden.
ab. ochracea Tutt. Wenige Stücke meiner Ausbeute
von 1905 gehören zu dieser Aberration.
ab. rufa Tutt. Auch von dieser Aberration fanden wir
1905 einige Stücke in der Sierra de Alfacar.
ab. virescens Tutt. und ab: interposita Hb. (—= sub-
sequa Hb.). Beide Aberrationen einzeln unter den vielen
comes, die ich bei meinem letzten Aufenthalte in Andalusien
fing.
castanea v. neglecta Hb. Ein Stück, das ich 1905 im
“Juni oder Anfang Juli in der Sierra de Alfacar am Köder
fing, bestimmte mir Herr R. Püngler als dieses Tier. Nach
Staudinger auch in Catalonien, nach Mendes in Portugal
gefangen worden. Die Raupe lebt bei uns hauptsächlich
auf Heidekraut, doch ist sie auch auf Heidelbeere und Gin»
ster beobachtet worden; sie wird im Frühjahr abends in der
Dämmerung oder auch nachts mit der Lampe gesucht. Die
Raupe ist sehr empfindlich, auch fressen sie sich gegenseitig
auf. —
agathina Dup. 1880 im August oder September 1 6
bei Granada, oberhalb der Alhambra gefangen. Staudinger
gibt auch Bilbao als Heimat an, Mendes noch Portugal,
Martorell I. c. Catalonien. Die Raupe lebt auf Heidekraut-
Arten (?) und zwar im Süden im Frühjahr und im Sommer.
c. nigrum L. 1880, 1881 und 1905 oberhalb der Al-
hambra bei den Eichen im August, September und Oktober
934. | Carl Ribbe. Bu
nicht zu häulig an den Aepfelschnüren gefangen. Auch in
der Sierra de Alfacar und Sierra Nevada fingen wir 1905
c. nigrum einzeln im Juni, Juli resp. August am Köder. Die
andalusischen Tiere sind grösser und heller als deutsche
und gehören wohl zur Form rosea Tutt. Wird in ganz
Andalusien und Spanien angetroffen.
xanthographa F. 1880, 1881 im August oberhalb der
Alhambra am Köder, 1905 im Juni—Juli in der Sierra de
Alfacar mehrfach an den Aepfelschnüren gefangen. Die an-
dalusischen Stücke .machen ganz den Eindruck einer andern
Art. Die Tiere sind sehr klein, die Vorderflügel-Oberseite
ist rötlich, doch von einem anderen Ton, wie man es bei
der. deutschen xanthographa findet, die Zeichnungen sind
verloschen. Die Hinterflügel sind beinahe ganz weiss und
am Aussenrande ziehen sich kaum sichtbare Strichbinden
entlang. Staudinger kennt xanthographa nicht von Spanien.
Nach Martorell 1. c. in Catalonien, nach Zapater y Korb.
— Catälogo de losLepid. de la Provincia de Teruel II. Teil
1891 Anal. d. l. Soc. Esp. de Hist. Nat. 1891, pag. 120 in
Aragonien. Nach Vieilledent in Portugal.
ab. cohaesa H. S. Mehrfach unter der Stammart gefun- 3
den. Mendes gibt Portugal für diese Aberration von xantho-
grapha an. Inwieweit die von mir in Andalusien gefangenen
xanthographa zu den von Rebel in Berges Schmetterlings-
buch, 9. Auflage, pag. 158 u. 159 angeführten Formen
meridionalis, elutior, 'rufa, aber
nigra gehören mögen, muss ich unerörtert lassen; xantho-
grapha ist ein so variables Tier, dass es wirklich schwer
hält, die einzelnen Formen, zumal die von Tutt benannten,
auseinander zu halten.
kermesina Mab. 1880 und 1881 fing ich kermesina in 4
Anzahl bei Granada und zwar oberhalb der Alhambra bei
den Eichen, an den Abhängen des Darros. Die Tiere gehen
nicht an die Lampe und ganz selten nur an den Köder; sie ä
lieben es, sich auf die von der Lampe beleuchteten Zweige
der Eichen zu setzen, von welch letzteren man sie mit ab-
ketschern leicht erlangen kann. September und Oktober
sind die Hauptflugmonate 1905 erbeutete mein Bruder,
trotzdem er sehr eifrig danach suchte, nicht ein Stück.
ab. albida :n. ab. Unter den vielen kermesina, die ich
1880 und 1881 bei Granada fing, war eine weissliche Form #
5
Be n-
einzeln zu finden. Das Tier hat mit der Stammform, was
die Färbung anbelangt, wenig Aehnlichkeit, die Vorderflügel
L
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 235
sind gelblich-weiss mit dunkleren Längsstreifen, die Hinter-
flügel sind weisser als bei der Stammform. Nur dadurch,
dass ich einen weissen Mann mit der Stammform in Copula
fing, erkannte ich, dass ich eine heile kermesina vor mir
hatte.
ab. selinoides n. ab. Eine andere Form, die jedoch
häufiger wie die ab. albida war, hatte einen grauen Ge-
samt-Ton der Öberseitenfärbung, so dass einzelne kleine
Stücke sehr an Caradrina selini erinnerten. Natürlich waren
bei meinen vielen kermesina einige Uebergänge zur v. seli-
noides zu finden. Corsische kermesina, die in der Stau-
dingerschen Sammlung sich befinden, sind rötlich, die weiss-
lichen und grauen Farben-Aberrationen sind meines Wissens
auch nur von mir bei Granada gefangen worden. Zu albida
und selinoides vergleiche man auch Iris 1910, Bd. XXIV.,
Correspondbl. III, pag. 11. Ob die andalusischen kermesina
wirklich mit solchen von Corsica übereinstimmen, möchte
ich beinahe bezweifeln. Soweit ich es nach Abbildungen
und zwei andalusischen kermesina beurteilen kann, sind die
corsischen Stücke kleiner und nicht so lebhaft gefärbt, auch
scheinen mir die granadinischen kermesina breitere, kom-
paktere Flügel zu haben. Sollte sich bei genügendem corsi-
schen Material eine Verschiedenheit herausstellen (von anda-
lusischen kermesina ist genug Material in den verschiedenen
Sammlungen, brachte ich doch 1880 und 1881 gegen 300
Stück mit), dann müssten die von mir gefangenen Tiere
einen anderen Namen erhalten, und könnte man _ sie
darroensis nennen.
dahlii Hb. Walker Trans. Ent. S. London, pag. 384,
berichtet, dass er diese Agrotis bei Gibraltar im November
gefangen habe.
glareosa Esp. 1880 und 1905 einige Stücke in der
Sierra de Alfacar im Juli am Köder und 1905 im August
auch ein Stück in der Sierra Nevada gefangen. Staudinger
gibt Catalonien, Zapater Aragonien und Mendes noch Por-
tugal als Fundort an. Die Raupe ist im Mai und Juni an
Plantago gefunden worden, ich erhielt 1905 mit spanischem
Salat (Lechuga) mehrere Raupen, aus welchen ich Ende Juli
ein Stück zog. |
elegans Ev. — grammiptera Rbr. 1880 und 1831 fing
ich dieses Tier im September mehrere Male an den Darro-
Abhängen oberhalb der Alhambra an den Aepfelschnüren.
1905 erbeutete mein Bruder bei dem Cortijo de las Oativas
236 Carl Ribbe.
1500 m hoch bei der Dehesa de la Vibora in der Sierra
Nevada im August mehrere Stücke. Die andalusischen ele-
gans sind gross und scharf gezeichnet, doch bei weitem
nicht so scharf und braun wie es die Abbildung von Ram-
-bur in seiner Faune de l’Andalousie, Taf. 17, Fig. 4, zeigt.
Auch in Aragonien wurde elegans von Zapater 1. c. ge-
fangen. |
multangula Hb. 1880 oberhalb der Alhambra bei den
Eichen am Köder gefangen. Staudinger gibt noch Aragonien
als Heimat an. -
alpestris B. Staudinger gibt das Bergland von Anda-
lusien, wahrscheinlich also die Sierra Nevada, als Fundort
an; auch in den Pyrenäen ist das Tier gefunden worden.
plecta v. unimacula Stgr. 1905 fingen wirin der Sierra
de Alfacar ein Stück am Köder und zwar im Juli. Stau-
dinger fing die Type am 7. Oktober nachts in seinem Gar-
ten auf der Alhambra auf blühendem Efeu und gibt Bilbao
und Aragonien noch als Fundplätze in Spanien an. Es er-
scheint also durch meinen Fund 1905 (Staudinger erbeutete
die Type 1859) sehr wahrscheinlich, dass wir es nicht mit
einer zulälligen Aberration, sondern mit einer Lokalform
zu tun haben, die in Andalusien und sonst in Spanien vor-
kommt. |
leucogaster Frr. 1871, 1880 fing mein Vater und ich
wenige Stücke bei Granada. Nach Rambur in Andalusien
und nach Staudinger in Hispania heimisch. Die Flugzeit
fällt im den Bergen Andalusiens in den Juni, für Portugal
gibt Mendes Mai und August an. Die Raupe im zeitigen
Frühjahr und dann wieder ’im Sommer am Schotenklee, also
tritt das Tier scheinbar in mehreren Generationen auf.
flammatra F. 1880, 1881 im August oberhalb der
Alhambra bei den Eichen; 1905 in der Sierra de Alfacar
am Köder im Juni und Juli nicht selten; in der Sierra
Nevada bei dem Cortijio de las Cativas 1905 im August nur
ein Stück. Die andalusischen Stücke sind mittelgross, die
Makeln auf den Vorderflügel-Oberseiten treten scharf hervor.
Staudinger gibt ganz Hispania als Heimat an. Die Raupe
soll am Löwenzahn leben. Für die Sierra de Espufa in
Murcia gibt mir Korb den Juni als Flugzeit an; er erbeutete
flammatra am Licht.
candelisegua Hb. 1871 fing mein Vater das Tier bei
Granada. Dasselhe wurde auch in den Pyrenäen gefunden.
Kollmorgen, Iris 1900, p. 190, gibt für Corsica als Flug-
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 237
zeit Juli— August (Berggegenden) an. Die Raupe soll nach
demselben auf Peucedanum paniculatum im Mai und Juni
leben. (Rebel und Spuler geben als Futterpflanze Jurinea
mollis an.)
simulans Hufn. 1905 im August fing mein Bruder ein
Stück am Licht in der Sierra Nevada in einem Tale bei
der Dehesa de la Vibora in einer Höhe von 1800 Meter.
Kommt auch in den Pyrenäen vor. Die Raupe, die über-
wintert, lebt im Frühjahr an niederen Pflanzen und
Gräsern.
lucernea L. Soll nach Rambur und Graslin in An-
dalusien gefunden worden sein. Staudinger gibt die Pyre-
näen an. Die Raupe. findet sich im zeitigen Frühjahr an
niederen Pflanzen und unter Steinen.
nietymera B. 1880 und 1881 in wenigen Stücken bei
Granada erbeutet. Staudinger gibt Zentral-Spanien als. Hei-
mat an. Die Raupe lebt auf Festuca ovina (Spuler 1. c.
pag. 154).
renigera Hb. 1880 in der Sierra Nevada, 1905 im
Juli ein Stück in der Sierra de Alfacar am Licht. Nach
Staudinger kommt das Tier auch in den Pyrenäen und in
Aragonien vor.
decora Hb. 1905 fing mein Bruder zusammen mit
simulans ein Stück in der Sierra Nevada bei der Dehesa
de la Vibora, in einem Tale am Licht in einer Höhe von
1800 m. Staudinger gibt die Pyrenäen als fraglichen Fund-
ort an. Die Raupe lebt nach. Spuler 1. c. pag. 155 an
. Salvia pratensis.
cos Hb. 1905 mehrfach in der Sierra de Alfacar am
Köder im Juni und Juli, in der Sierra Nevada bei der
Dehesa de la Vibora Anfang August gefangen. Die anda-
lusischen Stücke sind gross und auf der Vorderflügel-Ober-
seite scharf: gezeichnet. Staudinger gibt noch Aragonien
als Fundort an. Die Raupe lebt an niederen Pflanzen.
fimbriola Esp. 1905 im August 3 Stück in der Sierra
Nevada bei der Dehesa de la Vibora in einer Höhe von
1800 m am Licht gefangen. Nach Staudinger kommt das
Tier auch in Aragonien vor. Korb fing fimbriola im Juni
in der Sierra de Espufa in Murcia am Licht. Die Raupe
lebt im Frühjahr (März—April) in den Blüten von Acon-
tium Cochlearia, Galanthus, Anemone pulsatilla, nach zwei-
ter Häutung an Echium, Plantago, Rumex, Anagallis bis
Mai. Spuler. I. c. pag. 156.
238 . Carl Ribbe.
foreipula Hb, 1880, 1881 bei Granada Bi ae 7
scheinlich in der. Sierra Nevada.
arenosa Stgr. Staudinger zog und fing das Tier Ende
. Juni bei Chiclana, als näheren Fundort gibt er noch die
Özean-Dünen bei vorgenanntem Ort an. Auch in Catalonien
soll arenosa gefangen worden sein (Martorell).
sabulosa Rbr. Nach Rambur in Andalusien gefunden.
Warren beschreibt bei Seitz I. c. III. Teil der Palaearcten
sabulosa wie folgt: „Vrdilg. braungrau mit schwärzlichen
Adern; vor dem .Aussenrand nahe dessen Mitte ein schwärz-
licher Fleck. Ein schwarzer Strich geht von der Wurzel,
unregelmässiger als bei endogaea; Zapfenmakel gross,
schwarz, Ring- und Nierenmakel schwarz mit grauen Rän-
dern. Die Zelle zwischen beiden schwarz. Hinterilg. rein
weiss. Nur von Andalusien. Sie gleicht der gemeinen ex-
clamationis, hat aber länger gekämmte Fühler.“ Hoimann
gibt ebenfalls eine Beschreibung in seinem Werke: Die Gross-
schmetterlinge Europas, I. Aufl.. und zwar wie folgt: „Der
vorigen Art (exclamationis) ähnlich, jedoch sind die Füh-
ler des & länger gezähnt. Vorderflügel mit starkem, schwar-
zem Aussensaume. Auf der, Unterseite aller Flügel steht
am Ende der Mittelzelle ein deutlicher schwarzer Fleck, der
bei exclamationis bisweilen und dann immer schwächer auf-
tritt, während er bei der folgenden Art (spinifera) ganz
fehlt.“ Ob Warren und Hofmann sabulosa in natura vor
sich gehabt haben, geht nicht ganz deutlich aus diesen
kurzen Beschreibungen hervor. Bei Hofmann sollte man es
annehmen, da er ja auch die Unterseite beschreibt, und
Rambur in der Fauna von Andalusien, Taf. 81, Fig. 3,
nur die Oberseite zur Abbildung bringt. Mir will es schei-
nen, als wenn sabulosa ein recht fragwürliges Tier ist.
Vielleicht bringen spätere Funde mehr Klarheit. F
Herr Püngeler, an den ich mich um Auskunft gewendet
hatte, schreibt mir zu sabulosa: „Die Agrotis sabulosa Rbr.
kenne ich nicht, es ist aber doch wohl eine gute, anschei-
nend seit Rambur nicht wiedergefundene Art, denn Hamp- E
son beschreibt sie als Euxoa sabulosa in seinem Cat. Lep.
Phal. IV, p. 162, hinter endogaea B. als besondere Art
nach 1 & aus Koll. Oberthür.“ | | .
spinifera Hb. 1880, 1881 im September—Oktober ober-
halb der Alhambra bei den Eichen mehrfach am Köder, und
1905 an den Aepfelschnüren einige Stücke in der. Sierra 4
de Alfacar im Juni, Juli und Anfang August gefangen.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 239
Bei Gibraltar, La Tunara hauptsächlich auf Efeublüten
im Oktober. Staudinger gibt noch Catalonien und Zapater
Aragonien als Fundort in Spanien, Vieilledent Portugal an.
Manche Stücke nähern sich in der Zeichnungsanlage der
Vorderflügel der von Rambur nur abgebildeten sabulosa.
Die Raupe soll im Herbst an Gräsern leben. |
puta Hb. 1880 und 1831 im September und Oktober
an den Abhängen des Darros, bei den Eichen, oberhalb der
Alhambra, und 1905 in der Sierra de Alfacar am Köder
im Juni und Juli gefangen. Walker fing das Tier bei
- Gibraltar im Oktober an FEfeublüten. Puta findet sich
auch im nördlichen Spanien und in Portugal.
ab. 2, lignosa God. Einzeln in sehr dunklen Exem-
plaren unter der Stammart, die bis zu der von Tutt auf-
gestellten Aberration nigra hinüberführen.
v. meridionalis Spuler. Spuler beschreibt 1. c. 'pag.
157 nach andalusischen Stücken diese südliche Form, sie
soll grösser und dunkler sein, die Ringmakel soll scharf
hervortreten und hell umzogen sein, auch soll das Tier
sehr stark dunkle Saumflecken der Hinterflügel haben.
Möglicherweise fällt diese Form mit der vorgenannten Tutt-
schen nigra zusammen.
putris L. 1880, 1881 im September—Oktober oberhalb
der Alhambra bei den Eichen, und 1905 in der Sierra de
Alfacar im Juni—Juli einige Stücke am Köder gelangen.
Staudinger führt Bilbao noch als Fundort in Spanien an.
| cinerea Hb. 1880 oder 1881 nach den Notizen meines
Vaters von mir bei Granada, wahrscheinlich in der Sierra
Nevada oder Sierra de Alfacar, gefangen. Von der var.
‚alpigena Tur. gibt Saudinger die Pyrenäen und Aragonien
als Fundorte an. Die Raupe von cinerea soll im Frühjahr
an niederen Pflanzen, so an Rumex und Taraxacum, leben.
exelamationis L. 1880, 1881 und 1905 im Juni, Juli
und August überall bei Granada und in der Sierra de Al-
facar, jedoch nicht zu häufig am Köder gefangen.
v. et. ab. serena Alph. Mehrere der von mir in An-
dalusien gefangenen Tiere gehören zu dieser Form, die wei-
ter nichts als eine Färbungsabweichung darstellt.
ab. obsoleta Tutt, ab. pallida Tutt, ab. rufescens Tutt,
ab. costata Tutt. Von diesen Farbenaberrationen fanden
sich einzelne Stücke auch unter meiner andalusischen Aus-
beute von 1905. Ein einzelnes, ganz extrem gefärbtes Tier
passt zu keiner der vorgenannten Formen, das Tier scheint
240 Carl Ribbe.
auf den ersten Blick gar nicht zu exclamationis zu ge-
hören. Ich will es nur kurz beschreiben, von einer Be-
nennung sehe ich aber bei der grossen Variabilität von
exclamationis ab. Das Tier, ein Weib, ist auffallend klein.
Der Gesamtton der Vorderflügel ist grau, die Makeln sind
klein, längs des Aussenrandes eine gut ausgeprägte dunkle
Wellenlinie, auf zwei Drittel des Vorderflügels parallel mit
der ebengenannten Wellenlinie eine zweite dunkle, nach
aussen hell gesäumt. Hinterflügel beinahe weiss. Unter-
terseite der Vorderfilügel sehr hell, mit sehr wenig Zeich-
nung.
tritiei L. Bei Granada, in der Sierra de Alfacar am
Köder nicht selten 1880, 1881 und 1905 im Juni, Juli und
August gefangen. Die andalusischen Stücke sind meist sehr
gross und scharf gezeichnet, der Vorderrand ist häufig
sehr aufgehellt. Im Seitz, 1. ce., führt Warren 28 Formen
von tritici auf. NRechnet man die wenigen Formen, die im
Osten des Palaeartischen Gebietes fliegen, ab, so bleiben:
noch immerhin so viele übrig, dass es auch bei sehr grossem
Material kaum möglich ist, die .einzelnen Formen, haupt-
sächlich die von Tutt aufgestellten, auseinander zu halten.
Ich beschränke mich daher auch nur auf die von Staudinger
und dann von Rebel angeführten Abarten. Tritici scheint ° |
in ganz Iberien vorzukommen, von Castilien, Aragonien,
Portugal wurden mir Funde bekannt.
ab. et. v. eruta Hb. Einzeln unter der Stammform.
Nach Mendes auch in Portugal.
ab. et. v. aquilina Hb. 1905 mehrere Stücke unter der
Stammart in der Sierra de Alfacar gefangen. Aquilina fin-
det sich auch in den. Pyrenäen.
obelisca Hb. 1905 im Juli in der Sierra Nevada am
Licht gefangen und zwar bei den Cortijios de las Cativas
1500 m hoch. Ist nach Staudinger auch in Aragonien, nach
Martorell in Catalonien gefunden worden, auch in Portugal
kommt obelisca vor.
ab. ruris Hb. Nach Staudinger ist dieses Tier in
Andalusien gefunden worden. Zach soll diese Noctua im
September 1880 bei Granada gefunden haben.
ab. (v.) villiersii Gn. Unter den Notizen meines Vaters
finde ich, dass dieses Tier von mir 1880 oder 1881 bei
Granada gefangen worden sein soll. Staudinger gibt Cata-
lonien an.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 241
hastifera Donz. In der Sierra de Alfacar fingen wir
1905 Anfang August mehrere Stücke am Köder. Die anda-
lusischen Stücke sind gross und hell.:
corticea Hb. Mehrere Stücke fingen wir 1905 Ende Juli
am Köder in der Sierra de Alfacar. Staudinger gibt auch
Bilbao als Fundort in Spanien an. |
ypsilon Rott. 1905 fingen wir diese Art sehr häufig.
Mitte Juni bis Ende Juli in der Sierra de Alfacar und 1880
bis 1851 im September oberhalb der Alhambra an den Aepfel-
schnüren. Walker fand ypsilon im Oktober am blühenden
Efeu bei Gibraltar. Die andalusischen Stücke sind hell ge-
zeichnet. Ypsilon kommt in ganz Spanien und Portugal vor.
segetum Schiff. Häufig im Juni, Juli und ein zweites
Mal im September, Oktober bis weit in den November hin-
ein am Köder bei Granada, Lanjaron, Lojia, Sierra de Alfa-
car und Sierra Nevada, ferner in Gibraltar auf Efeublumen
nicht selten im Oktober und November. Bei Mälaga fanden
wir 1880 im Mai die Raupen in grosser Anzahl. Segetum
kommt in ganz Andalusien und Spanien und in Portugal
vor.
ab. pallida Stgr. Selten unter der Stammart in der Sierra
de Alfacar gefunden. Staudinger gibt Andalusien an.
ab. ecatenatus Hw. Auch die Form ab. catenatus Hw.
mit weisslich-grauer Grundfarbe und scharfer Zeichnung er-
hielien wir 1905 in wenigen Stücken in dem oben genann-
ten Gebirge.
ab. nigricornis Villiers. Mehrfach aus den verschiede-
nen Gegenden Andalusiens unter der Stammform.
trux Hb. 1880, 1905 am Licht und am Köder im Juli
bei Granada und in der Sierra de Alfacar gefangen. Stau-
dinger gibt Catalonien und Mendes Portugal als Fundort
an. Ich habe trux niemals häufig in Andalusien ange-
troffen. Einzelne Raupen fanden wir 18380 bei Mälaga auf
niederen Pflanzen. |
ab. olivina Stsr. 1880 und 1905 ie einmal unter der
Stammart erbeutet. Staudinger: gibt auch Castilien als Fund4
ort an.
v. lunigera Stph. 1905 am Licht in der Sierra Nevada
erbeutet und zwar bei der Dehesa de la Vibora im August.
saucia Hb. 1880, 1881 im August, September, Oktober
an den Abhängen des Darros, oberhalb der Alhambra, dort
wo die Eichen stehen, und 1905 in der Sierra de Alfacar im
Juni— Juli vielfach am Köder in grossen, dunklen Stücken
16*
RE
949 Carl Ribbe.
gefangen. Saucia ist auch bei Gibraltar gefunden worden.
Die Raupe lebt in mehreren Generationen an niederen
Pflanzen. Saucia kommt auch in Zentral - Spanien, Murcia,
Sierra de Espufa (Juli) und Portugal vor.
ab. (v.) margaritosa Hw. Häufig unter der Stamm-
form gefunden, so dass man eigentlich mehr margaritosa
als saucia fängt. Kommt in Aragonien, Murcia, Sierra de
Espufa und in den Pyrenäen vor.
conspicua. Hb. 1880 oberhalb der Alhambra bei den
Eichen am Köder gefangen. Staudinger führt Spanien als
Heimat der Art mit an.
erassa Hb. 1905 fingen wir das Tier am Köder im
August in der Sierra de Alfacar, und Ende August erbeu-
tete mein Bruder in einer Höhe von 1800 m bei der Dehesa
de la Vibora in der Sierra Nevada mehrere Stücke am Licht.
Staudinger gibt als Fundort auch ganz Spanien und Mendes
Portugal an. Bei Gibraltar im September am Licht und aus
niederen Pflanzen aufgescheucht. Ueber Raupe und Zucht
vergl. Spuler I. c., pag. 163. — Die aus Andalusien und
auch aus Portugal (Fiel) stammenden crassa sind mittel-
sross und sehr kontrastreich gezeichnet. Dunkele, braune
Stücke, die Warren als brunnea (Syrien) im Seitz 1. c.,
pag. 24, Taf. 5b beschreibt und abbildet, fanden sich ganz
ähnliche bei meiner andalusischen Ausbeute.
v. lata Tr. 1880 erbeutete ich im Herbst nicht die
Stammform, sondern nur diese Varietät, und zwar am Köder
oberhalb der Alhambra bei den Eichen; kommt auch in
Aragonien vor, von welcher Gegend ich sie in der Borne-
mannschen Sammlung fand.
dirempta Stgr. Staudinger fing bei seinem ersten
Aufenthalt in Andalusien ein Stück oberhalb der Alhambra
am Licht, und zwar Ende August. Spuler 1. c., pag. 163,
glaubt, dass dirempta nur eine helle crassa - Form sei.
Staudinger, Stett. Ent. Z. 1859, pag. 212, sagt bei seiner
Beschreibung ausdrücklich, dass es eine ausgezeichnete Art
sei. Entscheidender scheint mir jedoch zu sein, dass die
Hinterflügel breitschwarzen Rand und einen starken Mittel-
punkt haben, der letztere oben schwach durchscheint, weder
bei crassa noch bei lata kann ich diese beiden Merkmale
finden.
Herr Bang-Haas hatte die Liebenswürdigkeit, auf mein
Ersuchen die Type von dirempta in der Iris 1910, Band
XXIV, Taf. III, Fig. 12, abbilden zu lassen. Nach dieser
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 243
Abbildung und nach Vergleichungen mit der Type fand ich
meine vorher schon geäusserte Ansicht, dass dirempta nicht
zu crassa zu stellen ist, bestätigt. Solange wir nicht durch
neuere Funde, die mehr Material bringen, den Beweis er-
halten, dass zwischen crassa und dirempta Uebergänge vor-
handen sind, bleibt dieses letztere Tier am besten als eigene
Art bestehen.
obesa B. 1905 fing mein Bruder in einem Tale bei der
Dehesa de la Vibora in einer Höhe von 1800 m in der
Sierra Nevada Mitte August mehrere Stücke dieser Art.
Staudinger.- gibt noch ganz Spanien, Vieilledent Portugal
als Fundort an. DieRaupe lebt an niederen Pflanzen, wahr-
scheinlich im Frühjahr (nach Rebel |. ce., pag. 174, über-
winternd). Wenn ich heute die Abbildung im Seitz, Taf. 5a,
von obesa und scytha Alph. ansehe, will es mir scheinen,
als wenn einige Stücke, die ich 1905 fing, nicht zu obesa,
sondern zu scytha rechneten. Ein Stück, welches ich noch
habe, stimmt weder ganz mit obesa noch mit scytha über-
ein.
vestigialis Rott. 1881 fing ich das Tier im Herbst bei
Granada, 1905 im August am Köder in der Sierra de Alfa-
car und in der Sierra Nevada bei der Dehesa de la Vibora
am Licht. Staudinger gibt noch Bilbao als spanischen Fund-
ort an. |
ab. albidior Petersen. Ein Stück, das mein Bruder
-1905 in der Sierra Nevada fing, gehört zu dieser hellen
Form, die wohl überall unter vestigialis gefunden wird.
Pajiehnobia Gn. (Sora Hein. vergl. Rebel l. ec. pag. 175)
rubricosa F. 1881, März oder April, bei Granada ge-
fangen. 1905 im Mai in der Sierra Nevada auf der Hoch-
ebene von Puche wurden von meinem Bruder mehrere Stücke
erbeute. Walker fing rubricosa einmal in dem Dorfe Cam-
pamento bei Gibraltar im Mai, er sagt, Trans. Ent. S. Lon-
don 1890, pag. 383: „This (rubricosa) is shmaller and more
obscurely market, but more brishtty coloured, than any
British specimen I have seen.“ Vielleicht war das von
Walker gefangene Tier die auch bei Granada und in Portugal
vorkommende faceta Tr.
faceta Tr. 1905 fing mein Bruder im Mai, Anfang Juni
in der Sierra de Alfacar 4 Stück dieser Art, dieselben unter-
scheiden sich von italienischen Stücken, die ich von Herrn
244 Carl Ribbe.
Sohn-Rethel erhielt, gar nicht. Nach Mendes wird faceta in
Portugal im Februar, März und Dezember gefangen.
Glottula Gn.
pancratii Cyr. 1880 bei Mälaga im April, Anfang Mai
gefangen. Staudinger gibt noch Catalonien und Zapater
Aragonien als Fundort in Spanien an. Die Raupe lebt bis
zum Herbst in den Knollen und Schössen von Pancratium
maritimum (Spuler 1. c., pag. 166). Walker fand die Raupe
auf der vorgenannten Pflanze nicht selten im ganzen Jahre,
da, wo Pancratium dicht am Wasser stand; er zog den
Falter im November und Februar.
Charaeas Stph.
graminis L. 1905 erbeutete mein Bruder einige Stücke
in der Sierra Nevada am Licht im Monat August. Ist auch
in den Pyrenäen und nach Zapater in Aragonien gefunden
worden.
Epineuronia Rbl.
cespitis F. 1905 fingen wir in der Sierra Nevada bei
den Cortijos de las Cativas an dem Licht, welches in dem
Hause brannte, ein Stück dieser Art und zwar Anfang
August. Kommt auch in Portugal vor.
Mamestra Hb.
leucophaea View. 1880 bei Granada am Köder ge-
fangen. Die var. pyrenaica Obth. fliegt nach Staudinger
in den Pyrenäen und in Castilien.
brassieae L. 1880 und 1881 im August und September
oberhalb der Alhambra und 1905 in der Sierra de Alfacar
im Juni und Juli an den Aepfelschnüren gefangen. Brassi-
cae kommt in ganz Spanien und Portugal vor.
ab. andalusieca Stgr. Kommt nach Staudinger in Anda-
lusien (Granada) und auch in Aragonien vor. 1905 fingen
wir am Köder in der Sierra de Alfacar 2 Stück (Juli), die
zu dieser Form von brassicae gehören. Andalusica kommt
als Aberration auch in anderen Teilen von Spanien und
überhaupt da, wo die Stammart fliest, vor. Eine eigene
Lokalform repräsentiert andalusica demnach nicht. Mög-
licherweise fällt ab. ochracea Tutt mit ab. andalusica zu-
sammen.
Ä
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 245
oleracea L. 1880 bei Granada, 1905 in der Sierra de
Alfacar im Juni, Juli und August am Köder gefangen.
Walker fand das Tier im Oktober bei Gibraltar. Oleracea
kommt auch in Zentral- und Nord-Spanien, ebenso nach
Mendes in Portugal vor.
Die mir vorliegenden andalusischen Stücke zeigen auf
der Vorderflügel - Oberseite alle Zeichnungen mehr ausge-
prägter als deutsche, österreichische und amasiner Tiere.
Die Makeln sind gross und sehr hell, durch die Mitte der
Vorderflügel vom Vorder- nach dem Innenrand gehen dunkle,
mehr oder minder deutliche Linien, zwischen welchen eine
Aufhellung-der Grundfarbe auftritt. Vielleicht stellt sich bei
reichlichem Material diese andalusische Form von oleracea
als besondere Lokalitätsabänderung heraus.
genistae Bkh. 1880 bei Granada gefangen. Staudinger
führt das Tier für Nord- und Mittel-Spanien (Zapater und
Korb Aragonien) an.
dissimilis Knoch. 1905 fingen wir einige Stücke in
der Sierra de Alfacar am Köder, wahrscheinlich im Juli.
thalassina Rott. 1905 im August in der Sierra Nevada
bei der Dehesa de la Vibora am Köder. Staudinger gibt
für Spanien noch Catalonien als Heimat an.
contigua Vill. 1905 in der Sierra Nevada, 1800 m
hoch in einem Tale bei der Dehesa de la Vibora, von
meinem Bruder im August am Licht gefangen. Staudinger
führt Bilbao noch als Fundort in Spanien an.
trifolii Rott. Bei Mälaga, Gibraltar im April, bei Gra-
'nada, in der Sierra de Alfacar und in der Sierra Nevada
im Juni, Juli und August am Licht und Köder. Ueberall
in Spanien anzutreffen, nach Mendes auch in Portugal.
sodae Rbr. Nach Staudinger ist das Tier im Juni in
Andalusien (Chiclana) und Mittel-Spanien gefunden wor-
den. Zapater und Korb geben für Aragonien den Juli an.
Die Raupe lebt im Mai und Juni an Salsola und an Cheno-
podium maritimum. Spuler 1. c., pag. 173, erwähnt, dass
sodae ein Küstentier des östlichen (griechischen) und west-
lichen (spanischen) Mittelmeeres sei.
alpigena B. Ein Stück im Juli 1905 in der mean de
Alfacar am Köder gefangen. Herr R. Püngeler schrieb mir,
dass sich mein Stück von solchen, die bei Digne gefangen
wären, gar nicht unterscheide. Der andalusische Fundort
ist bis jetzt der südlichste in Europa, den wir von dieser
Art kennen. Alpigena scheint, wo sie vorkommt, immer
946 Carl Ribbe.
nur einzeln aufzutreten, denn auch in Digne und in Maure-
tanien wird sie nur einzeln gefunden.
marmorosa Bkh. 1880 oberhalb der Alhambra gefan-
gen. Staudinger gibt als weiteren Fundort in Spanien noch
Aragonien an.
reticulata Vill.e 1905 fing mein Bruder zwei Stück in
der Sierra Nevada ohne nähere Bezeichnung. Weahrschein-
lich aber im August bei der Dehesa de la Vibora.
silenides Stgr. Ist Ende Mai, Anfang Juni bei Chic-
lana von Staudinger und bei Mälaga von Zach gefangen
worden. Staudinger zog auch das Tier aus Puppen, die
von Mälaga und Chiclana stammten.
chrysozona Bkh. 1880 und 1881 fing ich das Tier
bei Granada, bei Gibraltar ist chrysozona im April erbeutet
worden. In Portugal findet sich chrysozona im April und
Mai. Wahrscheinlich kommt diese Noctua auch in Mittel-
und Nord-Spanien vor, doch fehlen mir hierüber genaue
Angaben, von Murcia berichtet mir Korb, dass chrysozona
in der Sierra de Espuna am Licht (Juni, Juli?) von ihm
gelangen worden ist.
serena F. Wurde 1880 bei Granada von mir gefan-
sen. Walker zog ein Stück dieser Art aus einer Puppe,
die er im März am Felsen von Gibraltar gefunden hatte,
er sagt, dass das Stück der var. corsica Ramb. nahe käme.
var. eorsica Rbr. Nach Staudinger kommt das Tier
in Andalusien vor. Die Raupe von corsica, die Spuler
l. ce., pag. 176, für. gute Art hält, lebt im Frühlahr an
Asphodelus microcarpus.
Dianthoeeiace.
luteago Hb. 1880 bei Granada gefangen. Die Raupe
lebt in den Stengeln und Wurzeln von Silene (nutans, oti-
tes?). Ob die von mir 1880 bei Granada gefundenen lute-
ago zur Stammform oder zu deren Aberrationen (vergl.
Rebel 1. .c., pag. 185) gehörten, kann ich leider nicht mehr
feststellen.
andalusieca Stgr. Staudinger fing ein © dieser Art
am 2. Juli in der Sierra Nevada, 6000 Fuss hoch, und
einen & am 15. Mai bei Chiclana abends an der Laterne.
Zapater und Korb schreiben, dass andalusica — bastante
frecuente — bei Alcaniz, Valdialgorfa (Aragonien) im Juli
sei, ob nicht eine Verwechselung hier vorliegt? 1909 fing
Korb, wie er mir schreibt, in der Sierra de Espufa in
A ne Fa%
a Sa « ne ’ 2» A“
a Bar 2
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 9247
-—
Murcia an der Lampe im Juni und Juli einige Exemplare.
Warrens Ansicht, dass andalusica nur in der spanischen
Sierra Nevada vorkomme, ist irrig. Dem Autor lagen bei
der Beschreibung schon Berg- und Strandtiere vor.
caesia Bkh. Staudinger gibt Granada und die Pyre-
näen als Fundstelle an. |
filigrama v.: xanthocyanea Hb. 1880 bei Granada er-
beutet. Staudinger führt noch Catalonien als Fundort mit
an. ‚Warren (Seitz 1. c., p. 76) trennt xanthocyanea von
filigrama und führt beide zwar als nahestehende, doch ver-
schiedene Arten auf. Luteocineta und melanochroa stellt er
zu xanthoeyanea. Wenn ich mich recht erinnere, neigten
die wenigen Stücke, die ich 1880 bei Granada erbeutete, zu
luteocincta hin, in meinen Notizen findet sich auch die Be-
merkung: „scharf gezeichnete, kontrastreiche Tiere“.
nana Rott. 1905 im August in der Sierra Nevada bei
der Dehesa de la Vibora am Licht erbeutet. Soll in den
Süd - Ost - Pyrenäen, Catalonien und Aragonien (Zapater
und Korb) vorkommen. Die andalusischen Stücke neigen
zu der ab. fasciata Tutt.
capsincola Hb. 1905 im August fing mein Bruder
das Tier in der Sierra Nevada, wahrscheinlich am Licht.
‘Auch Staudinger fand capsincola in Andalusien. Kommt
auch in Aragonien, Catalonien, Murcia (Sierra de Espuäa,
Juni) und Portugal vor.
cucubali Fuessl. 1880 bei Granada gefangen, wahr-
scheinlich in der Sierra Nevada oder Sierra de Alfacar.
carpophaga ab. (v.) capsophila Dup. Nach Stau-
dinger und Rambur ist das Tier in Andalusien gefunden
worden. Nach dem ersteren auch in Catalonien und nach
Mendes in Portugal, Zapater Juni—Juli in Aragonien hei-
misch. Korb fing die Stammform carpophaga in der Sierra
de Espufia in Murcia am Licht.
Nach der Abbildung, die Rambur, Cat. S. And. T. 9,
Fig. 2, von seiner capsophoba gibt, muss dieselbe, will
man nun einmal die Ramburschen fragwürdigen Bilder ohne
Beschreibung als genügend für die Neubenennung gelten
lassen, als sehr verschieden von capsophila abgetrennt
werden.
nisus v. saneta Stgr. Staudinger fing am 12. Mai
einen & an der Laterne auf dem Cerro de Santa Ana bei
Chiclana und gibt des weiteren noch Castilien als Fund-
_ gebiet an. Korb gab mir April und auch Chiclana an.
248 Carl Ribbe.
silenes Hb. 1880 im September fing ich den Falter
bei Granada. Staudinger, der auch Andalusien als Heimat
anführt, nennt noch Catalonien, Zapater und Korb Arago-
nien (August), Martorell die Pyrenäen als weitere Fundorte
in Spanien. Die Raupe lebt im Sommer in den Kapseln
von Silene (viscosa und crassicaulis?).
Miana Stph.
literosa v. subareta Stgr. 1905 fingen wir im Juni,
Juli in der Sierra de Alfacar am Köder eine Anzahl die-
ser Tiere. Das Vorkommen dieser Art ist gewiss auffällig,
ich habe mehrere Stücke mit der Type von Staudinger ver-
elichen, und stellte sich hierbei das vollkommene Ueberein-
stimmen der andalusischen Stücke mit den typischen von
Palästina und Sizilien heraus. Korb fing subarcta in einem
Exemplar am Licht in der Sierra de Espufa in Murcia.
strigilis Cl. 1905 Ende Juni in der Sierra de Alfacar.
im August wenige Stücke in der Sierra Nevada bei den
Cortijos de las Cativas am Köder erbeutet. Strigilis ist
nach Staudinger auch bei Bilbao gefunden worden und soll
nach Mendes in Portugal, Zapater und Korb in Aragonien
vorkommen. | |
ab. aethiops Hw. Unter der Stammform einzeln sge-
fangen.
fasciunceula Hw. — erratricula Rbr. Nach Rambur wurde
diese Art in Andalusien gefangen. Kommt auch bei Bilbao
vor.
ab. cana Stsr. 1905 fingen wir das Tier in der Sierra.
Nevada, und zwar im August, 1800 m hoch, bei der Dehesa
de la Vibora. Das Stück, welches mir Herr Püngeler be-
stimmte, ist recht kontrastreich gezeichnet.
bicoloria Vill. 1880 fing ich den Falter im Septem-
ber bei Granada; Staudinger gibt Andalusien als Heimat
an. Das Tier soll in ganz Spanien vorkommen.
captiuneula Tr. 1905 in der Sierra de Alfacar im
Juni—Juli am Licht gefangen. Kommt auch in den Pyre-
näen Vor.
microglossa Rbr. Rambur fing das Tier bei Granada
und ich im August 1880 oberhalb der Alhambra. Zapater
und Korb geben Teruel (Aragonien) an und als Flugzeit
den Juli. Die von mir gefangenen 2 Stücke sollen der er-
sten Abbildung bei Ramb. Cat. S. And., Taf. 7, Fig. 2,
ähnlich gesehen haben, wie ich unter den Notizen, die mein
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 249
Vater machte, fand. Die bei Rambur auf Taf. 22, Fig. 1
und 2, abgebildeten Tiere scheinen mir zu perla zu ge-
hören.
Bryophila-Tr.
pineti Stgr. Staudinger fing das Tier in einem Pinien-
wald im Juni bei Chiclana und gibt als weitere Fundorte
noch Castilien, Zapater und Korb (Juli) Teruel in Arago-
nien an. Korb fing 1909 2 Stück in der Sierra de Espuäa
in Murcia am Licht (Juni, Juli?). Die Abbildung bei
Seitz: Grossschmetterlinge der Erde, 1. Abt., III. Band,
Taf. 4b, ist nicht gut gelungen, die Vorderflügel, der Leib
sind viel zu scharf gezeichnet, auch die Form der Vorder-
flügel ist viel zu spitz ausgefallen. Ramburs Bild in sei-
nem Cat. Lept. d. insectes de l’Andalousie, Taf. XI, Fig. 2,
ist recht gut.
petrea Gn. 1905 fingen wir einige Stücke am Köder
in der Sierra de Alfacar, und zwar im Juni. Petrea ge-
hört zu den grössten Seltenheiten in Andalusien, denn ob-
gleich wir Nacht für Nacht mit Aepfelschnüren und der
Lampe den Noctuen nachstellten, gelang es uns, doch nur
3 Stück dieser interessanten Art zu fangen. Warren (vergl.
Seitz: Die Grossschmetterlinge der Erde, 1. Abt., III. Bd.,
pag. 19, Taf. 4b) scheint bei der Beschreibung und auch
zur Abbildung keine petrea in natura gehabt zu haben.
Wenn schon diese Art sehr selten ist und nach nur einem
Stück beschrieben wurde, so sind jedoch seit Guenees Zei-
‚ten verschiedene Funde zu verzeichnen, die Art beruht also
nicht, wie Warren annimmt, auf dem einen Originalstück.
Leider ist die Abbildung bei Seitz und auch die bei Rambur
l. c. so wenig der Wirklichkeit entsprechend, dass es
schwer hält, das Tier danach zu bestimmen. Die Vorder-
flügelzeichnung ist viel zu scharf wiedergegeben, vor allem
bei Seitz, das Rot der Hinterflügel. ist viel mehr bräunlich
als auf den Abbildungen, die schwarze Aussenrandbinde der
Hinterflügel ist bei weitem nicht so scharf vorhanden.
raptricula Hb. 1905 fingen wir im Juni und Juli das
Tier in Anzahl am Köder in der Sierra de Alfacar. Stau-
dinger führt noch Aragonien als Fundort in Spanien an.
Mendes kennt das Tier von Portugal. Die Raupe lebt bis
Mai an Flechten, die an Sandstein oder an Baumstämmen
wachsen. Die Andalusischen raptrieula sind kleiner als solche,
die ich aus Deutschland habe, auch ist die Gesamtfärbung
mehr grau.
250 | Carl Ribbe. N N I
ab. carbonis Fır. Fingen wir mit der Stammform, E:
doch nur sehr einzeln. Carbonis wurde auch in Portugal
gelunden. |
ab. deceptricula Hb. 1905 mit der Stammform zusam-
men gefunden. Mendes gibt Portugal für diese Form an.
(ab. et.) v. oxybiensis Mill. An derselben Stelle wie
die Stammiorm erbeutet. Nach Mendes auch in Portugal ge-
funden. Nach Milliere (An. S. Ent. Cannes 1879, pl. VII,
Fig. 9—11) soll die Raupe von oxybiensis der von algae
ähnlich sein und in 2 Generationen im Juli und September
an den an Felsen wachsenden Schildflechten (Peltigera)
leben. Am Tage soll sie sich versteckt halten. Dass die
Raupe im Juli leben soll, will mir nicht sehr wahrschein-
lich erscheinen, da wir den Schmetterling im Juni und Juli
nicht sehr selten in der Sierra de Alfacar erbeuteten.
ab. striata Stgr. Staudinger zieht striata und oxybien-
sis zusammen, wie mir scheinen will, mit Recht. Mir lagen
mehrere Hundert von raptrieula mit Aberrationen vor, es
war mir nicht möglich, die einzelnen Formen auseinander
zu halten. Herr Püngeler, dem ich mein gesamtes Material
zuschickte, hatte die Liebenswürdigkeit, die Tiere zu sor-
tieren. Raptricula, deceptricula und oxybiensis kann ich
zur Not noch, trotz der vielen Uebergänge, auseinander-
halten, striata und oxybiensis aber nicht. Einzelne Stücke
haben den schwarzen Mittelstrich der Vorderflügeloberseite
ia sehr ausgeprägt, ob dieses aber die Berechtigung gibt,
diese Stücke als striata von oxybiensis (die den Strich auch,
nur nicht ganz so scharf hat) abzutrennen, glaube ich
‚nicht. Nach Mendes auch in Portugal.
fraudatrieula v. simulatriecula Gn. 1880 fing ich das
Tier ‘oberhalb der Alhambra bei Granada in dem Eichen-
wald. Staudinger gibt noch Aragonien und Castilien als
Fundorte in Spanien an. |
ravula Hb. 1880, 1881 im August oberhalb der Al-
hambra gefunden. Staudinger führt noch Castilien als Fund-
ort in Spanien und Mendes Portugal (Juni, September) an.
Die Raupe soll bis Mai, Juni an Lappenflechten leben. i
v. ereptricula Tr. 1880 im September oberhalb der
Alhambra erbeutet. Auch in Gibraltar und bei Campamento
im August, September, und nach Staudinger soll das Tier
in Castilien vorkommen. Mendes gibt Portugal an. Die
Raupe soll in Andalusien im Frühjahr leben. wi
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 251
v. vandalusiae Dup. 1905 fingen wir im Juni, Juli
einige Stücke dieses Tieres in der Sierra de Alfacar am
Köder. Nach Staudinger ist der Falter auch in Aragonien
und Castilien gefunden worden. Martorell gibt Catalonien
an. Die in den meisten Sammlungen befindlichen, aus dem
Taurus und Mesopotamien stammenden Stücke sind keine
wirklichen vandalusiae, sondern wahrscheinlich nur sehr
nahestehende ravula-Formen.
algae F. 1905 erbeuteten wir das Tier in der Sierra
de Alfacar am Köder, und zwar im Juni, Juli. Kommt
auch in Aragonien, Catalonien und Portugal vor. Auch
die Raupe. von algae lebt an Flechten, die auf Pappeln,
Eichen und ÖObstbäumen sich befinden.
ab. mendacula Hb. Unter der Stammart erbeutet. Ist
auch in CGastilien gefangen worden.
muralis Forst. Im Juni, Juli 1905 wurde das Tier
von uns in der Sierra de Alfacar am Köder erbeutet. Cata-
lonien, Murcia, Sierra de Espuna, Aragonien und Castilien
sind mir als Fundorte in Spanien noch bekannt. Mendes
gibt Portugal an.
ab. par Hb. 1905 fingen wir 2 Stück am Köder im
Juni in der Sierra de Alfacar; auch 1880 fing ich das Tier
bei Granada. Bei Gibraltar im Juli an Mauern und Stäm-
men. Soll auch bei Barcelona und in Catalonien gelangen
worden sein. Korb gibt mir Juni und Juli als Fangzeit
für die Sierra de Espufa in Murcia an; er fing muralis
und ab. par an Felsen sitzend.
perla v. perloides Gn. = perlina Stgr. 1905 fingen
wir in der Sierra de Alfacar im Juni— August am Köder
einige Stücke. Staudinger stellt perloides zu muralis. Pün-
geler und Spuler 1. c., p. 184, jedoch zu perla, der letztere
zieht perloides und perlina zusammen. Püngeler, der meine
sämtlichen Bryophila zur Bestimmung erhalten hatte, schrieb
mir, dass er nicht verstehen könnte, wie perloides zu mura-
lis im neuen Cat. von Staudinger gestellt wurde. Die Ab-
bildungen bei Rambur, Cat. S. And., Taf.7, Fig.4; Taf. 13,
Fig. 1, weisen auch auf perla hin. Von perlina führt Stau-
dinger noch Castilien und Aragonien als Fundorte in Spa-
nien an. Mendes gibt Portugal an.
Warren schreibt im Seitz l. c., pag. 21: „Ist es viel-
leicht möglich, dass perlina Stgr. und pyrenaea Oberth. die
helle und dunkle Form dieser Species sind, welche in die-
sem Falle als Aberration zu perla gestellt werden müsste?“
ee . d
Y DR
a Er
SPAREN Carl Ribbe.
Durch die Feststellungen Püngelers bestätigt sich die Ver-
mutung Warrens, soweit es sich um perlina, perloides han-
delt, ob auch die Oberthürsche pyrenaea mit zu perla ge-
zogen werden muss, kann! ich leider nicht feststellen, da
mir die Form nicht in natura vorliegt.
Diloba B.
caeruleocephala L. 1905 zogen wir ein Stück aus
einer Raupe, die wir in der Sierra de Alfacar Mitte Juni
gefunden hatten, Staudinger schreibt in dem neuen Cat.
excl. Andalusien: „Bevor ein Gebiet nicht gründlich durch-
forscht ist, was man ja von Andalusien auch heute nicht
behaupten kann, da nur an wenigen Orten gesammelt wurde,
sollte man solche, eine Art von einem Lande ausschlies-
sende Bemerkungen weglassen.“ Üaeruleocephala soll auch
in den Pyrenäen und Üatalonien vorkommen.
Valeria Stph.
jaspidea Ville Kommt nach Staudinger im Berglande
von Andalusien und bei Bilbao vor. In Portugal wird
laspidea nach Mendes im März und April gefangen?
oleagina F. 1905 fingen wir ein Stück im Juni an der
Lampe in der Sierra de Alfacar. In Castilien soll nach
Staudinger und in Aragonien nach Zapater und Korb das
Tier auch vorkommen.
Apamea 0O.—Tr.
testacea Hb. 1905 fing mein Bruder im September
mehrere Stücke am Licht in der Sierra Nevada 1800 m hoch
bei der Dehesa de la Vibora. Ist auch in den Pyrenäen
gefunden worden.
dumerilii Dup. Fing ich 1880 bei Granada. Staudinger
bestimmte uns damals das Tier. Er schreibt in der Iris 4.,
pag. 285: „Zwei 99 von Granada und zwei 56 von
Palermo sind bedeutend blasser als die Stammform, die ich
aus dem D£p. Sarthe durch Graslin erhielt und die ich im
Dep. Ardeche selbst fand. Sie kommen einzelnen Stücken
von Amasia so nahe, dass sie kaum von ihnen zu unter-
scheiden sind‘ und müssen vielleicht am besten zu dieser
var. Diversa gerechnet werden.“
Celaena Stph.
amathusia Rbr. 1880, 1881 und auch 1905 wurde der
Falter von uns erbeutet und zwar im August bei Granada
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 253
(oberhalb der Alhambra und in der Sierra de Alfacar), doch
nur ganz einzeln. Raupen fand ich im Winter 1880—1881
mehrere Male oberhalb der Alhambra unter Steinen und zog
aus diesen Raupen 1881 zwei amathusia. Von einem im
August 1880 beim Nachtfang erbeuteten Weib erhielt ich
auch Eier, die ich nach Deutschland an meinen Vater
schickte. Die Aniang Oktober ausgekommenen Räupchen
entwickelten sich sehr gut, sie frassen Gras und Löwen-
zahn, ersteres jedoch mit Vorliebe. Als es kälter wurde,
und die Raupen, eine Länge von 3% cm .erlangt hatten,
hörten sie auf zu fressen und verkrochen sich teils in der
Erde, teils..zwischen den Wurzeln des in Blumentöpfen be-
findlichen Grases. Die Töpfe mit Gras blieben im kalten
Zimmer bis Ende Februar stehen und wurden dann in ei-
nen mässig geheizten Raum genommen. Jetzt begannen die
Raupen lebhaft zu fressen, doch nur für wenige Tage, sie
verkrochen sich dann wieder und starben ohne Zeichen von
Krankheit sämtlich in kaum 8 Tagen. Wahrscheinlich hatte
mein Vater die Grastöpfe zu feucht gehalten.
Die Raupe von amathusia wird von Spuler 1. c., pag.
187 sehr gut als vittalba-Raupe beschrieben. Wie sich näm-
lich durch Nachforschung Spulers und von meiner Seite
sehr leicht feststellen liess, stammte das Exemplar, das bei
der Beschreibung vorlag, von der Zucht ab, die 1881 mei-
nem Vater zugrunde ging. Staudinger, der seinerzeit die
ausgeblasenen Raupen von uns kaufte, brachte die amathu-
'sia-Raupen als solche von vittalba in den Handel.
Schon mein Vater und ich hatten Anfang der 80. Jahre
behauptet, dass vittalba und amathusia 2 verschiedene For-
men wären, was jetzt durch die Untersuchungen von Spuler
bestätigt wird. Das Stück (ein ©), welches Spuler zur Unter-
suchung vorlag, und aus der Daubschen Sammlung (Karls-
ruhe) stammt, wurde von mir 1880—81 bei Granada ge-
fangen. 1905 brachten wir nur zwei amathusia von Gra-
nada mit, die ich mit einem Stück von Barcelona und mit
vittalba von Sizilien vergleichen konnte, und ‘die dazu bei-
trugen, die Ansicht über die Verschiedenheit der beiden For-
men zu befestigen. Die sizilianischen Stücke und auch das
von Barcelona waren mir aus der Staudingerschen Samm-
lung von Herrn O. Bang-Haas nebst einigen ausgebläsenen
Raupen von amathusia zur Verfügung gestellt worden. Im
übrigen verweise ich auf die Beschreibung von Spuler, der
noch Perpignan für amathusia angibt.
954 Darf Rihhe u. ns bil, ö
vittalba Frr. Ob neben amathusia auch vittalba in
Andalusien vorkommt, glaube ich kaum, sollte es aber wirk-
lich der Fall sein, so wäre dies ein indirekter Beweis, dass
die beiden Tiere amathusia und vittalba nicht zusammen- 3
gezogen werden können. Vittalba soll nach Spuler auch
noch in ÜOatalonien und bei Bilbao, nach Zapater und Korb
in Aragonien, gefangen worden sein.
Pseudhadena Alph.
chenopodiphaga Rbr. 1880 fing ich mehrere Stücke
oberhalb der Alhambra. Catalonien wird als weiterer Fund-
ort in Spanien von Staudinger, Aragonien von Zapater und
Korb angeführt. |
Die Raupe lebt nach Spuler an Chenopodium fructi-
cosum überwinternd bis zum Mai.
SegetiaB.
viseosa Frr. Soll nach Staudinger in NE ge-
fangen worden sein. Herr Bang-Haas stellte fest, dass
Kalisch viscosa im Mai bei Mälaga gefangen hat.
Hadena Schrk,
porphyrea Esp. Wurde 1905 im August von meinem
Bruder in der Sierra Nevada (1800 m) am Licht gefangen.
Die 3 Stücke, die mir aus Andalusien vorliegen, stimmen
ganz und gar mit deutschen überein. ‘4
solieri B. In der Sammlung von G. Bornemann fand 4
ich 2 solieri mit der Bezeichnung Cädiz. Solieri scheint
2 Generationen im Südwesten zu haben, da man “in Portu-
gal Stücke im Mai und September (Mendes) gefangen hat.
Zapater und Korb geben Teruel, Martorell Catalonien an.
Die Raupe lebt im Sommer an Alpenveilchen. „
adusta Esp. Im August 1905 wurden von meinem
Bruder mehrere Stücke in der Sierra Nevada bei dem Cor-
'tiio de las Cativa gefangen. Die andalusischen Tiere stim-
men gut mit solchen überein, die bei uns hier in der Va
sebung von Dresden gefangen werden. i)
ochroleuca Esp. 1880 in der Sierra de Alfacar ge
fangen, soll nach Staudinger auch in Aragonien er
und Korb) vorkommen. In Portugal wird ochroleuca schon
im Juni an Disteln gefangen.
furva Hb. In der Sierra Nevada (August) und Sierra
de Alfacar (Juli) am Köder 1905 gelangen. Nach Stau-
RN
= En
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 255
dinger kommt das Tier auch in den Pyrenäen vor. Die
andalusischen Stücke sind heller wie deutsche gefärbt.
sordida Bkh. 1905 im August in der Sierra de Alfa-
car am Köder mehrere Male erbeutet. Kommt auch in Ara-
gonien nach Zapater und Korb vor.
monoglypha Hufn. Im September 1880 und 1881 bei
Granada und im Juli 1905 in der Sierra de Alfacar am
Köder gefangen, Staudinger gibt ganz Spanien als Heimat
an. Von andalusischen monoglypha liegen mir gegen 50
Stück vor, die einen etwas andern Eindruck wie deutsche
machen. Der Gesamtton ist: heller, auch erscheinen alle
andalusischen Stücke wie mit weissem Staub überzogen zu
sein. Die Zeichnungen sind durchgängig weniger scharf.
Oft treten die beiden hellen Stellen an der Flügelspitze und
dicht am Winkel des Aussen- und Innenrandes rein-weiss
auf. Die andalusischen monoglypha scheinen teilweise zu
der von Turati beschriebenen Form sicula, teilweise aber
auch zu einer. besonderen Form zu neigen. Leider mangelt
es mir an Vergleichsmaterial, so dass ich nicht feststellen
kann, inwieweit sich die andalusischen Tiere von solchen
aus Mittelspanien, Süd-Frankreich und Italien unterscheiden;
immerhin aber möchte ich auf die Unterschiede mit unsern
deutschen monoglypha aufmerksam gemacht haben.
lithoxylea F. 1880 bei Granada gefunden, ist nach
Staudinger auch in Aragonien (Zapater und Korb) gefun-
den worden.
unanimis Tr. 1905 fingen wir das Tier im Juni, Juli
in der Sierra de Alfacar am Köder; der Falter kommt nach
Staudinger auch in Aragonien vor. Meine andalusischen
Stücke stimmen gut mit solchen aus der Dresdner Gegend
überein.
secalis Bierkander. 1880, 1881 (August— September)
bei Granada, 1905 in der Sierra de Alfacar im Juni, Juli,
August mehrfach am Köder gefangen. Ist auch in Ara-
sonien gefangen worden. Wie überall, wo secalis vor-
kommt, variiert das Tier auch in Andalusien sehr stark.
ab., nietitans Esp. Unter der Stammform gefunden.
ab. leucostigma Esp. Ebenfalls unter der Stammform
gefangen. |
ribbei Püngeler. Von dieser Art, die ich 1905 mehr-
fach in der Sierra de Alfacar fing, gebe ich nachstehend
die Beschreibung von Püngeler in der Iris XIX, pag. 77,
256 vr | Carl Ribbe.
Taf. V, Fig. 3. Leider wurde uns die Hauptfilugzeit von
ribbei (Mitte Juni) durch kalte, regnerische, windige Nächte
gestört, so dass wir nur sehr wenige gute Exemplare der
neuen Art erhielten.
„Auf einer 1905 nach Andalusien unternommenen Sammel-
reise fand Herr CO. Ribbe in der Sierra de Alfacar bei Gra-
nada eine noch unbeschriebene Form aus der Verwandt-
schait von arabs Obth. und polyglypha Stgr., die mir zur
Beschreibung in drei Paaren vorliegt, nachdem ıch einige
andere Stücke zurückgegeben habe, ich benenne sie zu Ehren
des Entdeckers. Sie hat eine durchschnittliche Spannweite
von 34 mm, eine Vorderflügellänge von 16 mm, die Färbung
der Vorderflügel ist licht aschgrau, meist mit etwas bräun-
lichem Anfluge, das Mittelfeld überwiegend schwärzlich rot-
braun, der schwarze Wurzelstrich kräftig. Die beiden dop-
pelten Mittellinien sind von ähnlicher Beschaffenheit wie bei
den verwandten Arten, die Zapfenmakel fehlt, die oberen
Makeln sind gelblich, ohne dunkleren Kern, die Ringmakel
ist klein, meist breiter als hoch, die Nierenmakel nach aussen
offen und in einen bis zur äusseren Mittellinie reichenden
gelblichen verwaschenen Flecken übergehend. Die dunkle
Färbung des Mittelfeldes reicht nicht bis zum Innenrand,
sondern wird über Rippe 1 durch einen schwärzlichen Quer-
balken abgeschlossen, die Zeichnung des Saumieldes ist
ähnlich wie bei den Verwandten. Die Hinterflügel sind licht
grauweisslich, nach aussen grauer bestäubt, der Mittelfleck
scheint schwach durch. Auf der Unterseite sind die Mittel-
flecken aller Flügel schwach ausgeprägt, die dahinter
stehende Bogenlinie ist. verwaschen, die Vorderflügel sind
blassgrau, die Hinterflügel weisslicher. Der Körper ist
bräunlichgrau, der Prothorax hat in der Mitte eine mehr
oder minder scharfe, dunkle Querlinie.
Ribbei ist unter den Verwandten die kleinste und graueste
Art mit dem dunkelsten Mittelfeld. Am nächsten steht sie.
offenbar der arabs Obth., wovon ich erst kürzlich durch
Herrn M. Bartel einen frischen, im Mai 1905 bei Lambessa
gefangenen & erhielt. Dies Stück ist kräftiger gebaut als
ribbei, die Vorderflügel sind gestreckter, das Mittelfeld ist
nicht so dunkel hervortretend und über Rippe 1 von einer
scharfen schwarzen Linie abgeschlossen. Polyglypha Stgr.
ist von ribbei verschiedener, noch brauner als arabs Obhth.,
sie hat eine dunkel umzogene Zapfenmakel, die Ringmakel
ist viel grösser, fast kreisrund, die Nierenmakel auswärts
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 257
deutlich begrenzt, die Mittelflecke der Unterseite sind be-
sonders auf den Hinterflügeln viel kräftiger. Bei grösserem
Material mag sich später herausstellen, dass'ribbei und arabs
zu einer Art gehören, während polyglypha ferner steht.
Ein mir kürzlich von Herrn Grafen E. Turati zur Bestim-
mung übersandtes, von Herrn Geo CO. Krüger 1905 bei Fi-
cuzza in Sizilien gefangenes 9, das im Naturalista Siciliano
als polyglypha Stgr. aufgeführt wurde, dürfte eher einer
etwas brauneren, schärfer gezeichneten Form von arabs Obth.
angehören.“
Leider ist die Abbildung auf der Tafel V, Fig. 3, Iris
XIX ganz- und gar verfehlt, ich gebe darum auf Tafel VI,
Fig. 1, Iris XIX eine durch Photographie erzielte Abbildung,
die ribbei sehr gut wiedergibt.
Metopoceras Gn. /
eanteneri Dup. Nach Rambur ist das Tier in Anda-
lusien gefunden worden. Staudinger gibt ganz Spanien (Ara-
sonien, Catalonien) an. Canteneri fliest im August nach
Zapater.
felieina Donz. Nach Staudinger ist der Falter in An-
dalusien und auch in Castilien gefunden worden. Korb gab
mir Chiclana als Fundort und April als Flugzeit an, auch
bei Faro in Süd-Portugal wurde dieses Tier gefangen.
Cladocera Rbr.
optabilis B. 1880 habe ich das Tier, das auch in
. Aragonien und Catalonien vorkommt, in der Sierra de Alfa-
car erbeute. In Portugal wurde optabilis auch gefunden.
Die Raupe lebt von Anfang Winter bis in das Früh-
jahr hinein tief an der Erde an niederen Pflanzen (Ptero-
theca nemausensis); vergl. Spuler 1. c., pag. 197.
baetica B. Rambur gibt für diese Art Andalusien an.
Sehr wahrscheinlich ist das Tier bei Cadix und Chiclana
gefunden worden. Soweit ich es feststellen konnte, ist diese
Noctua in den letzten Jahrzehnten nicht wieder gefangen
worden. Die Abbildungen bei Rambur und im Seitz 1. c.,
Taf. 5c, sind recht verschieden, welches die richtigere ist,
kann ich leider nicht ermessen, da mir baetica in .natura
unbekannt ist.
Episema Hb.
glaueina ab. tersina Stgr. Nach Staudinger wurde
v. tersina in Andalusien, und zwar bei Granada und Mä-
laga, gefunden (September?).
17*
258 Carl Ribbe.
ab. hispana B. Im September 1880 fing ich mehrere
Stücke bei Granada. Die Abbildungen dieses Tieres bei-Ram-
bur, Cat. 8. And., ‚Taf. '6, Fig. 4; Taler
wohl schöne Bilder, geben aber das Tier wenig gut wie-
der; hauptsächlich gilt dieses von der Abbildung 1 auf
Tafel 8. Hispana ist nach Vieilledent auch in Portugal
gefunden worden.
ab. unicolor Dup. 1880, 1881 (September) mehrere
Stücke bei Granada gefangen. Staudinger kennt als weite-
rn Fundort in Spanien noch Aragonien.
Die Raupe von glaucina lebt nach Spuler 1. c., pag.
197, überwinternd an Liliengewächsen bis Mai.
ab. gruneri B. 1881 fing ich das Tier bei Granada,
das betreffende Stück wurde am 27. 9. 1881 oberhalb der
Alhambra bei den Eichen am Darro am Köder oder Licht
erbeutet. Staudinger bestimmte das Tier, welches mein Vater
für meine Tagebuch-Notizen abbilden liess.
Heliophobus B.
oditis Hb. (= hispida Hg.) ab. (v.?) hispanica War-
ren. 1830—81 im Winter fand ich viele Raupen dieser Art
unter Steinen oberhalb der Alhambra und zog dann das
Tier. 1905 erbeutete mein Bruder im Oktober nur wenige
Stücke am Licht oberhalb der Alhambra, und 2 Stück im
August—September in der Sierra de Alfacar. Staudinger
gibt noch Catalonien, Zapater und Korb Valencia als Hei-
. mat in Spanien, und Mendes Portugal an. Die Raupe, die
sich im April und Mai verpuppt, lebt an niederen Pflan-
zen, sie nimmt ganz gerne Löwenzahn, Wegerich, Gras
und auch Salat. Im Herbst kommen die Falter aus.
ab. blanca, nov. ab. Von oditis v. hispanica kommen
bei Granada zwei Farbenformen vor. — Die häufigste zeigt
auf der. Vorderflügel-Oberseite einen dunkelbraunen Gesamt-
ton mit reinweisser Makel und helleren Strichzeichnungen.
Die Hinterflügel lassen eine leichte Mittelbinde erkennen. —
Die andere Form ist in der Gesamtfärbung heller, auch sind
die Makel und die Strichzeichnungen nicht weiss, sondern
gelblich; die Hinterflügel sind reinweiss. Letztere Form,
die zwar nicht sehr häufig, aber ganz konstant vorkommt,
könnte man also ab. blanca bezeichnen.
| K E
ER EI
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 259
Aporophyla Gn.
lutulenta Bkh. 1871 hat mein Vater dieses Tier, das
auch in Aragonien, in Castilien und in Portugal (Oktober)
vorkommt, bei Granada gefangen.
mioleuca Tr. Kommt nach Rambur in Andalusien
vor.
nisra Hw. 1880 und 1881 fing ich den Falter in An-
zahl am Köder, und zwar im September, Oktober oberhalb
der Alhambra bei den Eichen am Darro-Abhange. 1905 er-
langten wir nigra in der Sierra de Alfacar Ende Juli am
Köder und.-zogen das Tier auch. Kommt auch in Catalo-
nien, Aragonien, Castilien und Portugal vor.
Die Raupe lebt im Frühjahr und Sommer an niederen
Pflanzen; ich fand sie in Spanien im Juni in der Sierra
de Alfacar an denselben Pflanzen, an welchen 0©. dübia
v. splendida-Raupen lebten. — Anfang August zogen wir
mehrere Stücke.
Raphia Hp.
hybris Hb. 1871 fand mein Vater bei Granada an den
Stämmen der Pappeln, die längs des Genils sich unterhalb
der Puente verde (oder der Gasanstalt) in zahlreichen An-
pflanzungen hinziehen, häufig die Cocons von hybris und
erzog dann im Juni den Falter. 1880—81 fand ich, trotz-
dem ich sehr eifrig danach suchte, nur wenige gute Cocons;
alte resp. ausgepickte waren vielfach vorhanden. 1905 fan-
den wir nur alte Cocons. Die Raupe von hybris lebt bei
Granada an Pappeln nicht im Herbst, sondern im Sommer.
In Gibraltar im August und im April; bei Campamento
wurde der Schmetterling und bei San Ropue die Puppe ge-
funden. Auch bei Mälaga, Gauein, Chiclana und Ronda soll
hybris vorkommen.
Kprunda Gn.
lichenea Hb. 1880—81 mehrfach im Herbst (?) ober-
halb der Alhambra gefunden. Staudinger führt als weitere
Fundorte in Spanien Aragonien und Castilien an. Auch in
Portugal wurde lichenea gefunden. Die Raupe lebt .über-
winternd im Frühjahr an Lonicera, Linaria, Sedum.
Polia O.—Tr.
Jlavicineta F. 1880 mehrere Stücke in der Sierra de
Alfacar im August gefangen. Auch in Catalonien und Por-
260 Carl Ribbe.
tugal wurde diese Art im Oktober—November gefunden.
Die Raupe lebt im Süden an Cytisus albus im April.
v. meridionalis B. Oberhalb der Alhambra fing mein
Bruder am Licht 1905 ein Stück, und zwar im September.
Staudinger führt als weiteren Fundort in Spanien noch Cas-
tilien mit an, auch Aragonien und die Pyrenäen wurden
mir als Heimat von meridionalis bekannt.
dubia Dup. 1880 fing ich den Falter oberhalb der
Alhambra an der Lampe. 1905 im September erbeutete an
derselben Oertlichkeit im Herbst mein Bruder ein Stück.
Staudinger führt das Tier für ganz Spanien an, er fing
es auch in Andalusien. Die Raupe lebt an niederen Pflan-
zen, so an Üentranthus und Calitrapa.. Ob meine bei Gra-
nada gefangenen Stücke eventuell zu der typhonia oder zu
der rondoni zu zählen sind, kann ich leider nicht mehr
feststellen. | R
venusta B. 1880, 1881 fing ich das Tier an der Lampe
oberhalb der Alhambra an den Darro-Abhängen, dort wo
die Eichen beginnen, und zwar im Oktober. Auch in Por- 2
tugal wurde venusta gefunden; die Raupe lebt vom Herbst
bis zum Frühjahr auf Spartium iunceum, Colycotome spi-
nosa, Cistus albidus und salviaefolius. Venusta kommt in
Andalusien und wohl auch in andern Gegenden in zwei
Farbenformen vor. Die eine hat rötliche, die andre gelb-
liche Vorderflügeloberseiten. E
xanthomista Hb. 1880 bei Granada gefunden. Kommt
nach Staudinger auch in Castilien vor und wird auch nach
Zapater und Korb in Aragonien (im August), nach Mendes
in Portugal gefunden. Die granadinischen Stücke sind recht
hell und gehören vielleicht zu nivescens Stgr. n
canescens Düp. 1880—81 bei Granada erbeutet. In
Portugal wird canescens nach Mendes im. Oktober gefun-
den. Die Raupe lebt im Frühjahr bis April an Asphode-
lus mierocarpus. B.
chi .L. Im August 1905 erbeutete mein Bruder an der
Lampe in der Sierra Nevada, 1800 m hoch, bei der Dehesa
de la Vibora zwei ganz frische Stücke. Auch in Castilien
ist das Tier nach Staudinger, in Aragonien nach Zapater
gefangen worden.
Miselia O. ei
bimaeulosa L. Wurde von mir 1880 bei Granada R
oberhalb der Alhambra am Köder im September gefangen.
Die Raupe lebt bis in den Mai an Ulmen. E
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 261
oxyacanthae L. Ist im August 1905 von meinem Bru-
der zusammen mit Polia chi in der Nevada gefangen wor-
den. Soll auch in Nord-Spanien, Aragonien, Catalonien und
Portugal vorkommen. Auch Staudinger hat oxyacanthae
von Andalusien in seiner Sammlung. Iris 4, pag. 283.
Dichonia Hb.
aprilina L. 1880 fing ich aprilina in der Sierra de
Alfacar. Nach Staudinger ist das Tier auch in Castilien
gefunden worden.
convergens F. 1880—81 habe ich diese Art bei Gra-
nada oberhalb der Alhambra im August—September mehr-
fach des Nachts an der Lampe oder am Köder gefangen.
Dryobota Ld.
furva Esp. 1880 erbeutete ich diese Art bei Granada.
Furva wird auch in Mittel- und Nord-Spanien und in Por-
tugal (November) gefunden. Die Raupe lebt nach Milliere
im Mai an Quercus ilex.
roboris B. Nach Staudinger ist das Tier in Andalu-
'sien (Granada, Chiclana) und in Catalonien gefunden wor-
den, und kommt auch im September in Aragonien und in
Portugal vor.
Auch die Raupe von roboris soll an Eichen (Quercus
ilex) leben und zwar im April bis Mai.
ab. (v.) cerris B. Nach Staudinger ist das Tier in
Andalusien erbeutet worden. Nach Martorell auch in Cata-
_ lonien.
saportae Dup. 1880 fing ich mehrere Stücke bei Gra-
nada. Walker schreibt 1. ce., pag. 384, dass saportae ge-
wöhnlich bei Gibraltar an Efeublüten im Oktober und No-
vember sei. Staudinger gibt noch Uastilien als Fundort in
Spanien an.
monochroma Esp. 18380—81 im Winter fand ich bei
- Granada, oberhalb der Alhambra, hinter dem Kirchhof unter
Steinen sehr viele Raupen dieser Art, und zog dann den
Schmetterling im August: und September in Anzahl. Stau-
dinger gibt auch Catalonien als Fundort in Spanien an,
An der Stelle, wo ich dieRaupen fand, standen keine Eichen,
die nächsten waren wenigstens einen Kilometer weit entiernt,
auch verpuppten sich meine Raupen im April. Spuler 1. ce., |
pag. 206, gibt Eiche als Futterpflanze und als Verpuppungs-
zeit Ende Juni an.
962 | Carl Ribbe. :
Dass monochroma-Raupen wahrscheinlich niedere Pflan- w
zen und auch Eiche fressen, ist mir nicht auffallend, machte
ich doch bei Orgyia dubia var. splendia dieselbe Erfahrung,
merkwürdiger ist schon die verschiedene Beobachtung über
Verpuppungszeit, doch lässt sich diese wahrscheinlich mit
der verschiedenen Höhenlage der Fundorte, event. auch da-
durch, dass es 2 Generationen gibt, erklären.
ab. suberis B. Zahlreich unter der Stammform ge-
zogen. Auch suberis kommt in Catalonien vor. m
protea Bkh.. _1880 und 1881 aus Raupen, die ich bei
(Granada fand, gezogen. In Portugal wird protea im No-
vember, in Valencia nach Zapater und Korb im September
gefangen.
Die Raupe lebt bis Ende Juni an Eichen, (Quereus'lex).
Die von Tutt benannte buntere Aberration variegata ist
unter den granadinischen Stücken, die mir aus dem Jahre
1880 noch vorliegen, mehrfach vertreten, ob aber eine be-
sondere Namengebung bei so variablen Tieren wie protea
nötig war, ist mir sehr zweifelhaft.
Rhizogramma Ld.
detersa Esp. 1905 fingen wir diese Art in Anzahl in der
Sierra de Alfacar und zwar im Juni am Köder; 1880 ober-
halb der Alhambra ebenfalls am Köder erbeutet. 3
ab. andalusica, nov. ab. Die andalusischen detersa
sind durchgängig auf der Vorderflügel-Oberseite heller ge
zeichnet. Unter meinen 35 Stücken befinden sich nur zwei,
die die schwarze Makel, die von der Wurzel ausgeht,
schwach zeigen; bei den anderen fehlt sie ganz oder ist nur
wenig angedeutet. Auch die schwarzen Wischer, die vor
dem Aussenrande schräg nach der Flügelmitte stehen, sind
nur schwach vorhanden. Mehrere Stücke sind beinahe ein-
tönig weissgrau mit leichten Strichzeichnungen. Man kann 2
die ganz hellen Stücke ohne die schwarzen Makeln als ab.
andalusiea bezeichnen.
Chloantha.Gn.
radiosa Esp. 1880 fing ich mehrere Stücke bei Gra-
nada, nach Staudinger kommt das Tier auch in Aragonien
vor’ h
polyodon Cl. 1905 im Juli in der Sierra de Alfacar B:
am Köder mehrfach erbeutet. Auch in Aragonien ist nach
Zapater und Korb das Tier gefunden worden.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 263
hyperiei ab. (v.) laetior Warren. Warren beschreibt
die andalusischen Stücke als laetior im Seitz „Die Gross-
schmetterlinge der Erde“. 1: Abt. III. Bd., pag. 65.
Mir liegt eine grosse Serie dieser Art vor, die ich
1905 im Juni und Juli in der Sierra de Alfacar am Köder
gefangen habe. Aehnlich wie bei Rhizogr. detersa sind auch
die andalusischen Stücke heller gefärbt und dadurch auch
lebhafter gezeichnet. Stücke aus Amasia kommen den anda-
lusischen am nächsten. Nach meinem grossen Material halte
ich laetior für. eine gute Lokalform und nicht für eine zu-
fällige Aberration.
ab. alba, nov. ab. Einige Stücke haben die Aussen-
randshälfte der Vorderflügel-Oberseite beinahe zeichnungs-
los, stark aufgehelli; man kann diese Form als alba be-
zeichnen.
ab. brunnescens, nov. ab. Bei ganz wenigen Stücken
(3) geht von der Makel ein breiter, gelbbrauner, längerer
Fleck nach dem Aussenrande; solche Tiere möchte ich als
brunnescens bezeichnen.
ab. nigra, nov. ab. Bei einem Stück fliesst das Schwarz
des Makel-Pieilstriches, des Aussenrandpfeilstriches und das
unter der Makel stehende Schwarz in einen dreieckigen Fleck
zusammen, der seine Basis am Innenrande hat; hier könnte
der Name nigra angewendet werden.
Hyperici ist in Catalonien, Castilien, Aragonien, in der
Sierra de Espuna in Murcia (an Blüten sitzend) und in
Portugal gefunden worden.
Callopistria Hb.
purpureofasciata Piller. 1905 fing mein Bruder Ende
August mehrere Stücke in der Sierra de Alfacar. Das Tier
ist auch bei Bilbao und in Portugal gefangen worden. Die
Raupe lebt im Herbst an Farren.
latreillei Dup. 1880, 1881 und 1905 fing ich das Tier
einzeln bei Granada sowohl oberhalb der Alhambra, als
auch in der Sierra de Alfacar, und zwar im Juli. Stau-
dinger gibt Castilien, Zapater Aragonien, Martorell Cata-
lonien, Korb die Sierra de Espufa in Murcia (Juni, Juli)
an, und nach Mendes lebt latreillei in Portugal im Februar,
Mai und August (2 Generationen?). Die Raupe lebt auf
Farren. Walker Trans. Ent. S. London 1890, pag. 385, fand
die Raupen auf Farren in den Gärten von Gibraltar im
Oktober.
264 | Carl Ribbe.
Polyphaenis B.
sericata Esp. Wir fingen dieses Tier 1905 im Juni
mehrfach in der Sierra de Alfacar am Köder. Die anda-
lusischen Stücke sind durchgängig kleiner als mitteleuro-
päische, auch sind sie bunter, dunkler gezeichnet und ge-
färbt, die weissen Querstreifen treten schärfer hervor.
ab. mediolucens Fuchs. Die Form mediolucens Fuchs
fanden wir auch zweimal. Die Raupe lebt an verschiedenen
Pflanzen (Lonicera, Liguster, Cornus), am Tage unter Laub
versteckt, überwintert und verpuppt sich in und unter dür-
rem Laub. Als weitere Fundorte in Spanien und Portugal
sind mir Bilbao (Stdgr.) und Setubal (Vieilledent) bekannt
geworden.
xanthochloris B. Soll in ganz Spanien (Graslin), dem
nach wahrscheinlich auch in Andalusien vorkommen. Korb
fand die Raupen in Castilien (Cuenza) auf Eichen und zog
ein Exemplar. | EUER
Trachea Hb.
atripliecis L. 1880 fing ich das Tier und 1905 erbeu-
tete mein Bruder in der Sierra Nevada im August bei der
Dehesa de la Vibora 1800 m hoch amLicht ein Stück. Auch
von Bilbao ist der Falter nach Staudinger bekannt und in
Portugal wurde er auch gefangen.
Prodenia Gn.
littoralis B. 1905 fing ich ein Stück auf der Alameda
in Mälaga an einer Laterne Anfang Mai.
Die Raupe soll auf Solanumarten leben.
Trigonophora Hb.
flammea Esp. 1880 bei Granada 2 Stück gefangen;
Walker fing flammea im November in Gibraltar. Staudinger
fing den Falter auch in Andalusien und gibt noch Hispania
als Heimat an. Vieilledent kennt flammea von Portugal.
Die Raupe lebt im Mai an Feigwarzenkraut (Ficaria ranun-
euloides) Spuler 1. c., pag. 210.
jodea H.S. 1871 fing mein Vater das Tier bei Gra-
nada. Kommt auch in Castilien nach Staudinger, und im
Oktober in Portugal nach Mendes vor.
Euplexia Stph.
lueipara L. 1905 im Juni, Juli fingen wir mehrere
Stücke in der Sierra de Alfacar am Köder, nach Staudinger
ist das Tier auch bei Bilbao gefunden worden.
Be. Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien, 265
Brotolomia {Ld.
meticulosa L. 1880 und 1881 im Mai und August und
1905 im August mehrfach bei Granada und im August in
der Sierra Nevada und Sierra de Alfacar gefangen. Walker
fing das Tier bei Gibraltar und Staudinger fing es auch
in Andalusien; es wurde auch in den Pyrenäen, in Ara-
gonien, ÖOatalonien und in Portugal gefunden.
MandaTr,
maura L. Sah ich 1880 in einer kleinen Sammlung
eines Botanikers in Granada, der das Tier im Alhambra-
Parke gefangen haben wollte. Wir fingen maura niemals
in Andalusien. Voigt (Stett. Ent. Z. 1889, pag. 361,) hat
maura in Andalusien, wahrscheinlich bei Granada, gefan-
gen. Zapater gibt Aragonien, Martorell Catalonien und
Mendes Portugal (August) an.
Naenia Stph.
typica L. Soll nach Staudinger in Andalusien, nach
Zapater und Korb in Aragonien vorkommen.
Hydroecia Gun
nietitans Bkh. Im August 1905 fing mein Bruder
mehrere Stücke in der Sierra Nevada bei den Cortijos de
las Cativas am Licht. Nictitans soll auch in den Pyrenäen
vorkommen... Die Aberration erythrostigma war auch ein-
mal unter den wenigen Stücken, die wir fingen, vertreten.
xanthenes Germ. Ist nach Rambur in Andalusien er-
beutet worden. Kalisch fand xanthenes bei Mälaga, Stau-
dinger bei Granada 4. 4.
Die Raupe lebt nach Milliöre in den Stengeln von Oy-
nara scolymus und carduncullus.
Spuler l. c., pag. 215, zieht xanthenes als Varietät zu
Gortyna ochracea. Sie soll nach Goossens die südliche Form,
sein, die in Artischocken lebt.
Nonagria O0.
| typhae Thnbg. 1880 fing ich den Falter in der Vega
bei Granada, er ist nach Staudinger auch in Catalonien ge-
funden worden.
geminipuneta Hatchett. Nach Staudinger in Andalusien
heimisch, ist ferner auch in Murcia gefunden worden.
Die Raupe lebt vom Herbst bis zum Juni im Schilf-
rohr.
266 Carl Ribbe,
ab. nigricans Stgr. Ist nach Staudinger bei Algeciras
gefunden worden und kommt auch in Murcia vor.
Tapinostola Ld.
musculosa Hb. 1880 fing ich das Tier bei Granada,
auch bei Gibraltar und San Roque im Mai ist diese Noctue
gefunden worden. In Spanien soll musculosa in der ocker-
roten Form rufa Rambur vorkommen, soweit ich mich je-
doch erinnern kann, waren meine musculosa von russischen
Stücken nicht verschieden. Ob musculosa in Spanien als
Getreideschädling auftritt, konnte ich nicht in Erfahrung
bringen. Zapater gibt Aragonien und Vieilledent Portugal
(Setubal) an. i
myodea Rbr. Wurde nach Rambur bei Cadiz gefun-
den und kommt auch im Oktober in Portugal nach Mendes
vor.
bondii Knaggs. Andalusien wird als fragliches Heimat-
land dieser Art von Spuler angegeben. |
Sesamia Gn.
nonagrioides Lef. — hesperica Rbr. Nach Rambur ist
diese Noctue in Andalusien, gefunden worden. Soll in ganz
Iberien vorkommen. Nonagrioides tritt im Süden der ibe-
rischen Halbinsel, soviel ich feststellen konnte, im Mai—Juli
und im Herbst auf. Die Raupe lebt im Stengel des Welsch-
korns im Mai und Juni.
Luceria Hein.
virens L. 1880 fing ich dieses Tier bei Granada, es
kommt nach Staudinger auch in Aragonien vor.
Leueania Hhb.
pallens L. Im Juni, Juli 1905 fingen wir pallens
mehrere Male in der Sierra de Alfacar am Köder. Ist auch
bei Bilbao und in Aragonien gefunden worden.
ab. eetypa Hb. Ein Stück meiner andalusischen pallens
hatte stark rötlichbraune Färbung, die Adern traten scharf
hell hervor.
hispanica Bell. Dieses Tier wurde bei Mälaga gefan-
gen, es kommt auch in Catalonien und nach Zapater und
Korb in Valencia und Aragonien (Juli) vor. Spuler gibt
Mai und Oktober als Flugzeit an. Die Raupe lebt in zwei
Generationen an Gräsern, hauptsächlich an Piptaterum
multiflorum nach Milliere.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 267
seirpi Dup. 1871 hat mein Vater diese Art bei Gra-
nada gefangen. Scirpi soll auf der ganzen iberischen Halb-
insel gefunden worden sein; in Portugal tritt scirpi im April,
Mai und dann im September auf.
ab. daetylidis B. Rambur gibt Andalusien als Fund-
ort an. Ich fing den Falter 1905 in der Sierra de Alfacar
im Juni, Juli am Köder. Staudinger gibt Mälaga und ganz
Spanien an, doch auch in Portugal wurde dactylidis ge-
funden.
Die Raupe lebt an Grasarten und wird am besten
nachts ‘gesucht. Warren |. c., pag. 99, fasst dactylidis als
eine von scirpi verschiedene Art auf.
zeae Dup. Staudinger gibt als Fundort für diese Art
Andalusien an, er fing sie am 19. Juni bei Chiclana. Soll
in 2 Generationen auftreten, die 2. im September; die Raupe
lebt an Gräsern.
punctosa Tr. 1880 im August bei Granada und 1905
in der Sierra de Alfacar im Juni, Juli am Köder gefangen.
Nach Staudinger soll der Falter in ganz Spanien vorkommen.
Die südspanischen Stücke scheinen mir recht dunkel ge-
färbt zu sein.
putrescens Hb. Im September 1881 fing ich das Tier
oberhalb der Alhambra bei den Eichen an den Darro-Ab-
hängen am Köder. Bei Bilbao, in Catalonien und in Ara-
gonien ist nach Staudinger putrescens ebenfalls gefunden
worden, auch Portugal ist mir als Fundort bekannt.
comma L. Ist 1905 von uns in der Sierra de Alfacar
‚am Köder im Juni, Juli mehrfach gefangen worden. Kommt
in den östlichen Pyrenäen vor.
l. album L. DUeberall bei Granada und Gibraltar,
Ronda, Algeciras, Mälaga gemein im Juni, Juli, August
und Oktober am Köder zu treffen, wird in ganz Spanien
und Portugal gefangen. |
congrua Hb. Fing ich 1880 bei Granada. Staudinger
gibt ganz Andalusien für diese Art an.
loreyi Dup. 1880, 1881 bei Granada, 1905 im Juni,
Juli am Köder in der Sierra de Alfacar und Nevada ein-
zeln gefangen. Staudinger hat das Tier von Granada und
Mälaga in seiner Sammlung und Walker (Trans. Ent. Soc.
London 1890) fing es bei Gibraltar im Oktober. Auch in
Nord- und Zentral-Spanien, ebenso in Portugal (Oktober)
wurde loreyi beobachtet. Die Raupe lebt an Gräsern.
268 Carl Ribbe.
littoralis Curt. Ist 1880 von mir bei Granada gefan-
gen worden. Staudinger gibt als Fundorte in Spanien Bil-
bao und Andalusien (?) an. Die Flugzeit fällt im Süden
in Juni, Juli. Die Raupe lebt bis zum zeitigen Frühjahr
an Calamagrostis arenaria und Ammophila arundinacea.
vitellina Hb. 1871 fing mein Vater am 12. August
mehrere Stücke am Genil in der Vega bei Granada. 1905
kam der Falter in der Sierra de Alfacar im Juni, Juli,
August und 1880 .oberhalb der Alhambra nicht selten an
den Köder. Die andalusischen Stücke sind gross und hell.
Kommt auch in Aragonien, Oatalonien, Castilien, bei Bilbao
und in Portugal vor.
unipuneta Hw. Erbeutete ich 1880 bei Granada drei
Stück. Kommt nach Staudinger auch in Bilbao vor und
wird auch in Portugal gefunden. Im Süden der iberischen
Halbinsel wahrscheinlich in 2 Generationen Mai—Juni, und
August— Oktober.
conigera F. Fingen wir im Juni, Juli 1905 in der
Sierra de Alfacar am Köder.
ab. flavipunetum Tutt.. Stücke mit gelbem Mittelpunkte
der Vorderflügel waren mehrfach vertreten.
albipuncta F. 1905 erbeuteten wir diese Noctue am
Köder in der Sierra de Alfacar und zwar im Juni, Juli;
auch in Aragonien, Catalonien und in Portugal ist diese
Art gefunden worden.
lithargyria ab. argyritis Rbr. Fing ich 1905 am Köder
in der Sierra de Alfacar im Juni, Juli. Der Falter kommt
nach Rambur in ganz Andalusien vor. Mendes gibt für
Portugal September als Flugzeit an. Die Raupe lebt wahr-
scheinlich im Frühjahr an dGräsern. Die andalusischen
argyritis sind besonders auffallend grau und hell.
Korb fing argyritis in der Sierra de Espufa in Murcia
im Juli an der Lampe. Nach Warren, vergl. Seitz „Die
Grossschmett. d. palaeart. Geb.“, Bd. III, pag. 9, soll argy-
ritis eine von lithargyria verschiedene Art sein, die jedoch
sehr der ab. grisea von lithargyria ähnelt.
Stilbia Stph.
philopalis Stgr. 1880, 1881 und 1905 wurde das Tier
von uns oberhalb der Alhambra, bei den Eichen am Darro-
Abhange am Licht mehrere Male erbeutet und zwar im
August, September. Mendes gibt Portugal für anomala an.
Die Raupe soll vom Herbst bis in das Frühjahr hinein auf
IM \ je ui Fi un DD Kain Kits Sn a U Te be hin a Aa SUPER, DERÄLUIEL 1. 0%
EYE. Mae lt ge Ra le BEE ur DV W s : 7% Me u} Er A sz Hrn
" ‘ Bin f # na IKT TE f Rw x 5 F
n Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 269
lichten Grasstellen in Wäldern an Gräsern leben. Zu Stil-
bia philopalis Stgr. bemerkt Püngeler Iris 16. 1903, pag.
300: „Stilbia philopalis Grasl. &, Digne. Es ist dies eine
gute Art, von der ebenfalls bei Digne vorkommenden ano-
mala Hew. durch geringere Grösse, breitere Flügel, schär-
dere Mittellinien, deutlichere,. grössere und breitere Mittel-
makeln, dicker, entschieden tiefer gekerbte, stärker gewim-
perte männliche Fühler verschieden. Das hier abgebildete
Stück verdanke ich meinem verehrten Freunde, Herrn Karl
Dietze aus Frankfurt a. M., der einige && im September
am Licht fins. Zu philopalis, nicht zu anomala, dürfte
syriaca Stgr. Iris IV, pag. 290, gehören, die‘ ich früher
sah, jedoch jetzt nicht vergleichen konnte.“ |
ab. (v.) andalusica Stgr. Mit der vorhergehenden zu-
sammen gefangen, am 21. August 1881 und am 26. September
1905. Staudinger beschreibt dieses Tier nach Stücken, die
von Granada stammen und im August (27) und September
(25) gefangen worden sind.
Zu andalusica bemerkt Püngeler 1. c., pag. 301: „Syno-
nym ist insularis (mit Stilbia calberlae Faill.) Fuchs Soe.
Ent. 1903, pag. 9, vielleicht auch andalusica Stgr. Iris IV
(1891), pag. 290, nach den. gut passenden Angaben über
Grösse und Färbung des & zu schliessen.“ -
| Leider ist zu den Abbildungen auf Tafel VI, Iris 16.
1903, die Püngeler gibt, zu bemerken, dass sie viel zu dun-
kel ausgefallen sind, und dann ist bei den Erklärungen eine
Verwechselung vorgekommen. Es muss heissen 21. Gnophos
lineolarin, 22. Stilbia faillae, 23. Stilbia philopalis, 24. Stil-
bia calberlae.
Rebel, Berges Schmetterlingsbuch, 9. Auflage, pag. 231,
behandelt philopalis Grasl. nicht als Var. von anomala,
sondern als eigene Ari. So scheint es denn, als wenn
philopalis und andalusica zu der einen und anomala zu der
zweiten Art zu rechnen sind, doch werden erst ausgedehnte
Zuchten Klarheit schaffen.
Garadrina O0.
Ich bemerke zu dieser Gattung, deren Vertreter sich oft
schwer bestimmen lassen, dass, wie alle meine 1905 gefan-
genen Heteroceren, auch sie Herrn Rudolf Püngeler vorge-
legen haben, und sind sie demnach, soweit es möglich ist,
richtig bestimmt worden. Die 1880 und 1881 gefangenen
Caradrinen hat seinerzeit Staudinger bestimmt.
270 Carl Ribbe.
exigua Hb. Wurde 1830 von mir bei Granada erbeu-
tet. Bei Gibraltar im Oktober und im Frühjahr häufig.
Kommt auch im übrigen Spanien und in Portugal vor.
pertinax Stgr. 1905 fing mein Bruder im September
ein Stück oberhalb der Alhambra am Licht. Püngeler, dem
ich dieses Stück zum Bestimmen übersandte, teilte mir zu-
erst mit, dass er das Tier als fraglich zu pertinax ziehen
müsse. Als ich dann später durch Entgegenkommen von
Herrn Bang-Haas an Herrn Püngeler mehrere pertinax ex
Russland zum Untersuchen der Genitalien einschicken konnte,
schrieb mir Püngeler: „Die Caradrina aus Andalusien be-
trachte ich als sichere pertinax, da auch die & Gecnitalien
ganz übereinstimmen.“ Wenn ich mein in Andalusien ge-
fangenes Stück von pertinax mit solchen aus Fergana ver-
gleiche, finde ich, dass dasselbe viel dunkler gefärbt ist
und auch mehr Zeichnung auf der Oberseite der Vorder-
flügel aufweist. Die Färbung ist bräunlich.
Auch 1880 fing ich nach Ansicht von Püngeler perti-
nax bei Granada, denn ein Stück, das von Staudinger da-
mals als gilva bestimmt wurde, und das, soweit ich mich
erinnern kann, in der Wiskottschen Sammlung sich befin-
det, erklärt Püngeler nach einer: sehr guten farbigen Ab-
bildung für pertinax.
Wenn dieses Stück nun wirklich eine pertinax ist, so
muss gilva wahrscheinlich aus der Fauna von Andalusien
gestrichen werden, denn dann ist das eine Stück, das in
der Staudingerschen Sammlung als gilva steckt und bei
Granada gefangen wurde, auch pertinax.
Die Färbung des Stückes, das ich 1880 bei Granada
fing, weicht ganz erheblich von pertinax ab. Die Vorder-
flügeloberseite ist bläulichgrau, die Hinterilügeloberseite ist
dunkler wie bei pertinax. |
Ich will nicht unerwähnt lassen, dass ich die Abbil-
dung nochmals an Bang-Haas zum Vergleich gab, und dass
dieser Herr mir das Tier, ganz so wie Staudinger, als
gilva, mit der Bemerkung „1 Stück ex Granada in Koll.
Stgr.“, bestimmte. Wer schafft hier Klarheit!!
quadripunctata F. 1880 (August) bei Granada, 1905
in der Sierra de Alfacar im Juni, Juli mehrfach am Köder
erbeutet. Auch in anderen Teilen von Spanien und in
Portugal wurde das Tier gefunden.
selini B. 1905 in der Sierra de Alfacar im Juni, Juli
am Köder ganz einzeln gefangen. Staudinger gibt Castilien
eu ah ui
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 271
als Fundort in Spanien an, auch in Portugal wird selini
im Herbst (!) gefangen.
v. noctivaga Belle Von dieser Art gibt Staudinger
nebst Andalusien noch Catalonien und Castilien, Zapater
Aragonien als Fundorte in Spanien an. Ich fing v. nocti-
vaga 1880 oberhalb der Alhambra im Juni. Mendes gibt
für Portugal den Mai als Flugzeit an; er zieht noctivaga
und infusca zusammen.
v. infusca Const. Herr Püngeler bestimmte mir 7 Stücke
als infusca. Staudinger und Bang-Haas führen in ihrem
Preisverzeichnis 49. noctivaga und infusca als. getrennte
Formen auf. Ob beide zu trennen oder zusammenzuziehen
sind, lasse ich unerörtert, da ich mich nicht für kompetent
halte. Ich fing 1905 meine 7 Stücke im Juni, Juli in der
Sierra de Alfacar am Köder.
kadeni Frr. 1880 fing ich den Falter bei Granada.
Mendes gibt für Portugal den Juni als Erscheinungszeit an;
nach Martorell kommt kadeni auch in Üatalonien vor.
v. proxima Rbr. Nach Rambur wurde diese Caradrine
in Andalusien gefangen, sie kommt auch in Catalonien und
Portugal vor. Vielleicht ist bei der Bestimmung meiner
1880 gefangenen Caradrina kadeni ein Versehen unterlaufen
und gehörten die betreffenden Stücke auch zu proxima.
germainii Dup. 1880 fing ich diese Art bei Granada,
die auch nach Rambur in Andalusien (Fn. And., Tafel 18,
Fig. 8) vorkommt. Germainii wurde auch in COatalonien
und Portugal gefunden.
gilva Donz. Am 24. September 1880 zog ich das Tier
aus einer Raupe, die ich oberhalb der Alhambra gefunden
hatte. Wie die Raupe ausgesehen hat, an welcher Pflanze,
zu welcher Zeit ich sie gefunden habe, kann ich nicht mehr
feststellen, da ich auch in meinem Tagebuch keine Notiz
hierüber finde. Man vergleiche auch das, was ich bei C.
pertinax sage. Wenn dieses von mir gezogene Tier wirk-
lich zu pertinax gehört, so könnte, da wie ia erwähnt,
dasselbe recht abweichend gefärbt ist, ein besonderer Name
eintreten, ich möchte daher das Tier ab. bermeja benennen.
aspersa Rbr. Nicht zu selten 1905 am Köder in der
Sierra de Alfacar, und zwar im Juni, Juli erbeutet. Die
andalusischen Tiere sind kleiner und dunkler wie franzö-
sische und tiroler Stücke. C. anceps H. S., die im Stau-
dinger-Rebel-Katalog zu aspersa gestellt ist, soll dunkler sein,
BRNO ‘Carl Ribbe.
und könnte für die andalusische aspersa vielleicht der Name
anceps eintreten.
ab. alfacaria n. ab. Mehrere meiner aspersa-Stücke
weisen auf der Oberseite der Vorderflügel wenig Zeich-
nung auf und sind nicht grau, sondern bräunlich gefärbt,
und trenne ich sie unter dem Namen alfacaria von der
Stammform.
superstes Tr. 1905 erbeutete mein Bruder am Licht
im August mehrere Stücke in der Sierra Nevada, in einem
Tale dicht bei der Dehesa de la Vipora. Staudinger gibt
noch Castilien und Zapater Aragonien als Fundort in Spa-
nien an.
morpheus Hufn. 1905 an derselben Stelle zusammen
mit der vorhergehenden gefangen. |
alsines Brahm. 1905 erbeutete mein Bruder den Fal-
ter oberhalb der Alhambra im August am, Licht. Staudin-
ger gibt als weitere Fundorte in Spanien Bilbao, Castilien
und Catalonien an.
taraxaci Hb. 1880 fing ich das Tier bei Granada.
Staudinger gibt Catalonien (?) als weiteren Fundort in
Spanien an.
ambigua F. 1880 bei Granada, 1905 in der Sierra de
Alfacar im Juni, Juli mehrfach am Köder gefangen. In
Gibraltar im Oktober nicht häufig. Kommt auch in Cata-
lonien, Aragonien und Portugal (nach Mendes im Mai) vor.
Die andalusischen Stücke sind recht hell gefärbt.
Hydrilla B.
/ hospes Frr. 1881 im September fing ich hospes ober-
halb der Alhambra an den Darro-Abhängen am Köder oder
am Licht. Staudinger gibt Hispania für diese Art an. Die
Raupe lebt nach Milliere in zwei Generationen (Juni und
August) an niederen Pflanzen (Plantago).
Petilampa Auriv.
arcuosa Hw. 1905 fing mein Bruder zwei Stück im
August in der Sierra Nevada, bei dem Üortijo de las Cati-
vas, wahrscheinlich am Licht.
Gracilipalpus Calbk.
ephialtes Hb. Am 19. und 22. August 1871 erbeutete E |
mein Vater, und 1880, 1881 ich Mitte August den Falter
mehrfach bei Granada, und zwar in der Vega in dem trocke-
nen Bette des Genils am Köder. ‚Die andalusischen Tiere
a’ 0 ER AN Te am.” Fon
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LU . x
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 273
stimmen mit solchen, die mir aus Italien vorliegen, gut
überein. |
Amphipyra O0.
tragopoginis L. 1880 erbeutete ich diese Noctue bei
Granada und im Juli 1905 in der Sierra de Alfacar am
Köder. Soll in Valencia, Aragonien und Catalonien vor-
kommen.
tetra F. 1905 war der Falter nicht selten in der
Sierra de Alfacar im Juni, Juli am Köder zu finden. Stau-
dingers Angabe excl. Iberien trifft nicht zu. Die Raupe
lebt an Habichtskraut (Hieracium) im späten Frühjahr.
pyramidea L. 1905 fingen wir mehrere Stücke am
Köder in der Sierra de Alfacar, und zwar im Juni, Juh.
Ist auch in Nord-Spanien gefunden worden. Die andalusi-
schen Stücke sind scharf gezeichnet, die weissen Binden
der Vorderflügel oberseits treten sehr gut und deutlich
hervor. RR
effusa B. 1880 fing ich diese Noctue oberhalb der
Alhambra, und 1905, Anfang August, einmal am Köder in
der Sierra de Alfacar. Kommt nach Staudinger auch in
Catalonien, nach Zapater in Aragonien vor. Die Raupe
lebt im Herbst und Frühiahr an Cistus, Eibisch und Gais-
klee; vergl. Spuler 1. c., pag. 238. |
!
N
Taeniocampa Gn.
gothica L. Ende April 1905 oberhalb der Alhambra
mehrere Stücke gefangen. Nach Staudinger kommt gothica
auch in Catalonien und bei Bilbao, nach Zapater in Ara-
gonien vor. ‚Voigt, Stett. ent. Z. 1889, pag. 361, fing
gsothica in Andalusien (Granada?).
miniosa F. 1905 im Mai in der Sierra de Alfacar ge-
fangen. Die 2 Stücke, die mir vorliegen, bilden Uebergänge
zu der ab. rubricosa Esp.
pulverulenta Esp. Ebenfalls im Mai in der Sierra de
Alfacar gefangen. Wurde auch in Aragonien und Portu-
gal erbeutet.
stabilis View. Mehrere Stücke im Mai 1905 bei dem
Hause in der Sierra de Alfacar gefangen. Staudinger fing
stabilis auch in Andalusien. Kommt auch im nördlichen
Spanien vor und wird auch in Portugal gefunden.
incerta v. pallidior Stgr. Ist in Andalusien gefun-
den worden. Kommt nach Staudinger in ganz Iberien vor.
18%
ad Carl Ribbe.
gracilis F. 1905 im Mai in der Sierra de Alfacar er-
beutet; nach Staudinger kommt der Falter auch in Cata-
lonien vor, Spuler gibt noch Portugal (nach Mendes) an.
Dicycla Gn.
00 L. Diesen Falter, für welchen Staudinger ganz
Spanien als Heimat angibt, erbeutete ich 1880 in der Sierra
de Alfacar. Auch in Portugal wird oo gefunden. Voigt,
Stett. ent. Z. 1889, pag. 384, schreibt, dass er oo in der
Sierra Nevada bei dem Üorti)o de S. Geronimo im Juli—
August erbeutet habe. Die Stücke aus der Nevada weisen
gsrünbraune Binden des Mittelfeldes auf, gehören daher wohl
zu ab. renago Hw.
Calymnia Hk.
affinis L. Mitte August 1881 bei Granada gefunden.
Staudinger gibt Hispania an, nach Zapater; und Korb im
Juli in Teruel ‘(Aragonien).
diffinis L. Oberhalb der Alhambra 1880 erbeutet.
Staudinger gibt auch Andalusien an. Kommt in ganz Spa-
nien Vor.
Cosmia E.
ulicis Stgr. 1880 und auch 1881 erbeutete ich im
Herbst mehrere Stücke dieses seltenen Tieres oberhalb der
Alhambra bei den Eichen, die an den Abhängen des Dar-
ros sich befinden, und zwar an der Lampe. Ulicis liebt
nicht das grelle Lampenlicht, sondern setzt sich mit Vor-
liebe hinter die Lampe, wo Halbdunkel herrscht. Die Raupe
lebt auf Ulex australis im März, April und Mai, ist jedoch
hauptsächlich des Nachts zu finden. 1881 hatte ich mehrere
erbeutet und zog dann 2 Falter im Herbst.
Staudinger, der diese Noctua bei Granada entdeckte,
gibt auch noch Catalonien, Zapater und Korb Aragonien
(Castiel) an. Zapater schreibt I. c., pag. 130, dass ulieis
im Juli (?) sehr gemein (?) sei.
Cirrhoedia Gn.
xerampelina Hb. 1880 bei Granada erbeute. Die
Varietät (?) unicolor soll nach Staudinger in Castilien vor-
kommen, demnach auch sehr wahrscheinlich die Stammform.
Ancehoscelis Gn.
lunosa Hw. Von dieser Noctua erbeutete ich 1881
mehrere Stücke. Nach Staudinger ist sie auch in Arago-
eh
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 275
nien und Castilien gefunden worden, Spuler nennt noch
Portugal als Heimat (Mendes). Ob meine Stücke vielleicht
zu olivacea Vasqg. oder ruba Vasq. gehört haben, kann ich
nicht mehr feststellen, da mir das Material fehlt.
Orthosia 0.
ruticilla Esp. 1880 und 1905 im April bei Granada
gefunden.: Staudinger gibt als Heimat ganz Spanien an, er
fing das Tier auch in Andalusien. Portugal ist mir auch
noch als Fundort bekannt.
lota Cl. 1880 bei Granada erbeutet, sie kommt nach
Staudinger im übrigen Spanien auch vor. Zapater und
Korb geben September für Aragonien — Teruel an, Mar-
torell kennt lota von Catalonien. |
eircellaris Hufn. 1905 im August oberhalb der Al-
hambra mehrere Male am Köder gefangen.
haematidea Dup. Ist nach Staudinger in Andalusien
gefunden worden, und zwar im Oktober.
pistacina F. 1905 fing mein Bruder im Herbst ober-
halb der Alhambra mehrere Stücke, die sich durch Grösse
auszeichnen. Kommt noch im nördlichen Spanien und auch
in Portugal vor.
litura L. 1905 im Oktober fing mein Bruder drei ganz
frische Stücke oberhalb der Alhambra. Staudinger gibt als
weiteren Fundort in Spanien Castilien mit an, auch in
' Portugal wurde litura gefangen.
v. meridionalis Stgr. Am 12. Oktober fing ich 1881
oberhalb der Alhambra, beinahe auf derselben Stelle, wo
mein Bruder die Stammform gefangen hat, diesen Falter.
Staudinger gibt auch Andalusien als Heimat an. Meridio-
nalis Kommt auch in Portugal vor (Mendes).
Xanthia 0.
citrago L. 1880 fing ich diese Noctua, die nach Stau-
dinger auch in den Pyrenäen gefunden wird, in der Sierra
de Alfacar. |
fulvago L. 1880 in der Sierra de Alfacar und 1905
in der Sierra Nevada im August an der Lampe gefunden.
Aragonien und Catalonien führt Staudinger noch als Fund-
stellen für diese Art in Spanien an. Die Raupe lebt im
Frühjahr an Weidenkätzchen und nährt sich dann von nie-
deren Pflanzen.
276 Carl Ribbe. .
ocellaris Bkh. Nach Staudinger ist der Falter in An-
dalusien gefunden worden, er kommt nach Zapater und
Korb auch in Teruel (Aragonien) und in Valencia im Sep-.
tember vor.
ab. lineago Gn. Diese Form von ocellaris wurde von
Staudinger am 16. Oktober bei Granada oberhalb der Al-
hambra gefangen und kommt auch in Murcia vor.
Hoporina Blanch.
croceago F. Von dieser Noctua, die nach Staudinger
in ganz Spanien vorkommt, fing mein Bruder im Herbst
1905 ein ganz frisches Stück oberhalb der Alhambra. Stau-
dinger fing das Tier in Andalusien (Granada), Zapater in
Aragonien, Mendes gibt Portugal (?) an. Die Raupe lebt
im Mai und Juni an Eichen.
ab. corsieca Mab. Staudinger fing dieses Tier im Sep-
tember und Mitte Oktober bei Granada oberhalb der Al-
hambra. Auch in Castilien und Portugal wird ab. corsica
gefunden.
Orrhodia Hb.
vau punetatum Esp. Ist in Andalusien (?) und Ara-
seonien (Zapater) nach Staudinger gefunden worden.
gallica Ld. Soll nach Graslin in Andalusien vorkom-
men. Staudinger gibt die Pyrenäen an. Warren hält gal-
lica für eine Form von vau punctatum, Seitzl.c., pag. 146.
ligula Esp. Diese Eule, für welche Staudinger als
Heimat ganz Spanien angibt, fing ich 1880 bei Granada.
Auch in Portugal ist ligula gefunden worden.
| staudingeri Grasl. Nach Rambur — Staudinger wurde
bei Granada ein Stück dieser ‘Art gefangen. Staudingeri
kommt auch in Portugal und in den Pyrenäen vor.
Nach Rebel wird staudingeri als eigene Art behandelt,
zu der eine ganze Reihe von Formen, die alle benannt
sind, rechnen. Das Verbreitungsgebiet der Art mit den For-
men erstreckt sich auf ein grosses Gebiet, es sind als Fund-
orte ausser den genannten noch Digne und die Schweiz
bekannt geworden.
Xylina Tr.
soeia Rott. 1880 bei Granada gefunden. Staudinger
gibt auch die Pyrenäen als Fundstelle an.
ornitopus Rott. Staudinger fing ornitopus am 20. Ok-
tober bei Granada oberhalb der Alhambra. Auch in Cas-
tilien und bei Bilbao wurde der Falter gefangen.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. a
lapidea Hb. Ich fing diese Noctua, die nach Stau-
dinger auch in Catalonien und Castilien vorkommt, 1880
im Juli, August bei Granada. Zapater und Korb geben
Aragonien an. Die Raupe soll auf Juniperus und Cypresse
leben.
Calocampa Stph.
vetusta Hb. 1880, 1881 bei Granada gefangen. Stau-
dinger gibt Andalusien (?) an. Ich fing vetusta oberhalb
der Alhambra im Oktober am Köder. Bei Gibraltar wurde
diese Noctua im Oktober an Efeublüten gefangen.
exoleta L. 1905 fing mein Bruder Ende August den
Falter in der Sierra Nevada am Köder. Auch von dieser
Art war ihr Vorkommen in Andalusien für Staudinger frag-
lich. Mendes fand die Raupen im Mai an Cytisus albus in
Portugal. Korb fing exoleta im Albarracin und Martorell
gibt Catalonien an.
Xylocampa Gn.
areola Esp. 1905 in der Sierra de Alfacar Ende Mai
am Licht gefangen. Staudinger führt das Tier von Cata-
lonien an. Mendes gibt für Portugal Februar, April und
November (?) als Flugzeit an. Die Raupe lebt im Juni,
Juli an Lonicera.
Lithocampa Gn.
ramosa Esp. 1880 fing ich den Falter Ende Juli bei
Granada (Sierra Nevada). Nach Staudinger in Catalonien
auch heimisch. Die Raupe von ramosa lebt auf Lonicera-
Arten. |
millierei Stgr. 1905 fingen wir das Tier zweimal am
Köder in der Sierra de Alfacar, und zwar im Juni—Juli.
Staudinger hat die Art nach einem Stück aus ÜOatalonien
beschrieben, welches Himmighoffen aus Raupen, die auf
Loniceren lebten, erzog. Das Tier soll zwei Generationen
haben. Millierei kommt auch in Portugal vor.
Epimecia Gn.
ustula Frr. 1880 bei Granada erbeutet; kommt nach
Staudinger auch in Catalonien, und nach Zapater und Korb
im August in Aragonien vor. Die Raupe lebt an Scabiosa
und Chrysanthemum in zwei Generationen im Mai und im
August.
278 | Carl 'Ribbe.
Calophasia Stph.
platyptera Esp. 1871 fing mein Vater diese Art im
Juni bei Granada. Platyptera kommt in Catalonien, Ara-
gonien und Portugal, nach Mendes in letzterem Gebiete im
Mai und August vor. In Murcia in der Sierra de Espufa
fing Korb das Tier an Blüten sitzend im Juni. Die Raupe
lebt auf Leinkraut (Linaria), nach Zapater auf Antirrhinum
barrelieri.
ab. subalbida Str. 1905 bei Mälaga auf dem Renn-
platz dicht am Meeresstrande aus dem niederen Gebüsch im
April aufgescheucht. Zwei Stück erbeutete ich an einem
Vormittag. Obgleich ich dann 8-10 Tage lang mir grosse
Mühe gab, weitere Stücke zu fangen, gelang es mir leider
nicht, mehr von dem interessanten Tiere zu finden.
almoravida Grasl. Staudinger fing diese Art im Früh-
iahr 1880 bei Chiclana und im August in Castilien. Auch
in Portugal wird almoravida im April, Mai gefunden. Die
Raupe soll auf. Linaria vulgaris leben.
lunula Hufn. 1905 im Mai mehrere Stücke oberhalb
der Alhambra erbeutet, und zwar gegen Abend beim Micra-
Fang aufgescheucht.
CleophanaB.
antirrhinii Hb. 1880 und 1905 mehrere Stücke in der
Sierra Nevada gefangen, und zwar 1905 im Juli bei dem
. Puerto de Vacares, 3050 m hoch, an blühenden Alpenpflan-
zen. Walker fing das Tier an Blüten im Mai bei San
Rogue. Wir fingen 4 Stück dieser Art; ein Tier ist da-
bei, welches merklich abweicht; die Zeichnung der Vorder-
fHügel-Oberseite fehlt beinahe ganz, die Flügel erscheinen
dalıer beinahe eintönig grau. Die Unterseite ist analog. der
Oberseite, hier zeigen auch die Hinterflügel weniger Zeich-
nung.‘ Zapater und Korb geben für den Albarraein Juli
an, Martorell kennt das Tier von Catalonien; auch in Cas-
tilien und in den Pyrenäen wird antirrhinii gefunden. Die
Raupe lebt an Scabiosa und Antirrhinum im Sommer.
serrata Tr. Staudinger fing diese Art im Juli (?) bei
Chiclana und im Sommer bei Granada. Korb fand serrata
im März bei Mälaga. WVieilledent schreibt, dass diese Noc-
tua in Setubal in Portugal im April nicht selten sei.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 279
baetica Rbr. Kommt nach Rambur in Andalusien vor.
Staudinger gibt noch Castilien als Fundgebiet in Spanien
an. Rosenhauer fing das Tier bei Mälaga. Die Flugzeit
fällt in die Monate April, Mai. Auch in Portugal (Mendes)
und in Aragonien (Zapater) wurde baetica gefangen. Die
Raupe lebt auf Helianthemum.
dejeanii Dup. Staudinger fing dejeanii am 23. April
1880 bei Chiclana und Korb am 7. Mai bei Mälaga. Nach
Vieilledent in Portugal, nach Zapater und Korb in Ara-
gonien, aus Oastilien erhielt ich das Tier ebenfalls. Korb
gibt mir--für die Sierra de Espua St. Eulalia als Fund-
stelle an, er fing das Tier dort im Mai an der Lampe. Die
Raupe lebt im Juni in den Samen von Helianthemum.
yvanii Dup. Am 24. Juli 1871 fing mein Vater das
Tier in der Sierra de Alfacar, 1880 im Juni habe ich es
bei Granada erbeutet. Walker fing yvanii im Mai in den
Korkeichenwäldern bei Algeciras und S. Roque. Nach Stau-
dinger kommt yvanik auch in Aragonien, Üastilien und
Murcia, Sierra de Espufa, ferner auch in Portugal vor.
Staudinger. schreibt zwar, er hätte typische yvanii nur aus
Aragonien und Castilien; in seinem Verzeichnis Nr. 1, Le-
pidopteren — Doubletten, Nr. 3, gibt er aber yvanii als
aus Andalusien stammend an.
diffluens Stgr. Staudinger fand dieses Tier im Früh-
iahr (April) in Anzahl bei Chiclana. Die Raupe hat Stau-
dinger auch gefunden, sie frisst auschliessliich den Samen
einer gelb blühenden Helianthemum-Art. Rambur hat die
Raupe (als yvanii) im Cat. syst. d. Lep. de l’Andalousie,
Taf. XIV, Fig. 4, abgebildet. i
peetinicornis Stgr. Staudinger fing am 8. April abends
an der Lampe auf dem Cerro de Santa Ana bei Chiclana
einen Mann und gibt als weiteren Fundort Murcia an. Korb
fing pectinicornis bei Chiclana und Mälaga im April eben-
falls an der Lampe.
Cueullia Schrk.
verbasci L. 1880 zwei Stück bei Granada gefangen.
Staudinger fing das Tier bei Chiclana. Verbasci soll auch
in‘ Mittel-, Nord-Spanien, Aragonien, Catalonien, Castilien
und in Portugal gefangen worden sein. Walker fand viele
Raupen im Mai an Verbascum sinuatum überall um Gibral-
280. Carl Ribbe.
tar, er zog den Falter im April; die Stücke von diesem
Teile Andalusiens sollen sehr dunkel sein.
serophulariphila Stgr. 1905 fanden wir bei Mälaga
(in den Bergen, die rechts von der Strasse nach Antecuera
liegen) die Raupen (sie wurden geketschert) und zogen im
Frühjahr 1906 mehrere Schmetterlinge. Staudinger erbeutete
das Tier bei Chiclana. er fand die Raupen vom März bis
Mai auf Scrophularia sambucifolia und zog dann im Februar
und März das Tier.
liehnitis Rbr. 1880 abends an Blumen bei Granada
gefangen. Nach Staudinger kommt der Falter auch in Cas-
tilien und bei Bilbao vor. Raupen an den Blättern von
Verbascum Iychnitis.
blattariae Esp. 1905 fingen wir diese Noctua im Juni
an den Laternen in dem Parke der Alhambra. Staudinger
fing diese Art bei Chiclana. Kommt in Aragonien (Zapa-
ter) und Catalonien (Martorell) vor. Die Raupe lebt an
Scrophularia-Arten im Juni— August.
asteris Schiff. 1905 im Juni am Licht oberhalb der
Alhambra mehrere Stücke erbeutet. Demnach ist die Bemer-
kung, in ganz Europa, mit Ausnahme von Spanien und
Portugal, verbreitet, Warren ]l. c., p. 108, nicht ganz
richtig.
umbratieca L. 1880 bei Granada gefunden; Staudinger
führt als weiteren Fundort in Spanien Bilbao, und Zapa-
ter und Korb die Provinz Teruel in Aragonien an.
santslinae Rbr. Dieser Falter kommt nach Staudin-
ger in Andalusien (Chiclana) vor, und zwar im April und
Mai. Die Raupe lebt auf Artemisia arborea.
chamomillae Schiff. 1880 bei Granada 4 Stück er-
beutet. Kommt auch in Aragonien, und im April nach
Mendes in Portugal vor. Die Raupe fand Walker bei Gibral-
tar im März. Ob meine Stücke zu der nachstehenden Form
leucanthemi Rbr. rechnen, lässt sich jetzt nicht mehr fest-
stellen, ich glaube es aber. |
.v. leucanthemi Rbr. Kommt nach Rambur und Stau-
dinger nur in Andalusien vor, und zwar wurde diese
Varietät bei Chiclana von Staudinger gefangen.
achilleae Rbr. Ist nach Rambur nur in Andalusien
gefunden worden.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna vou Andalusien. 281
artemisiae Hufn. 1871 erbeutete mein Vater diese
Noctua bei Granada. Sie ist nach Staudinger auch in Ara-
gonien gefunden worden.
Eutelia Hb.
adulatrix Hb. 1880 bei Granada im Oktober gefunden.
Walker fing adulatrix bei Gibraltar. Mendes schreibt, dass
das Tier selten in Portugal sei, Martorell führt es für Cata-
lonien an.
Anarta Hb.
myrtilli L. Soll in Andalusien gefunden worden sein.
Staudinger gibt für myrtilli ganz Spanien an. (Zapater und
Korb Aragonien, Martorell Catalonien.)
ab. alpina Raetzer. Soll in der Sierra Nevada gefun-
den worden sein. Staudinger gibt Andalusien an.
cordigera Thnbg. 1880 fing ich mehrere Stücke im
Juli auf der Loma de St. Geronimo und dicht am Fusse
des Peion de St. Francisco in einer Höhe von zirka 2000
bis 2500 m. Auch in Aragonien (Zapater und Korb) ist
nach Staudinger das Tier gefunden worden.
Omia Gn.
cymbalariae Hb. 1905 fingen wir im Mai (nachmittags)
. auf blühenden, niederen Pflanzen, bei der Fuente de la
Fraguara in der Sierra de Alfacar mehrere Stücke. Das
Tier kommt auch in den Pyrenäen, Aragonien und - Oasti-
lien nach Staudinger vor.
cyelopea Grasl. Nach Rambur und Staudinger in den
andalusischen Bergen heimisch. Ist auch in Castilien, Cata-
lonien, Aragonien und Portugal gefunden worden. Graslin
fand zusammen mit Rambur das Tier in der Sierra de Alfa-
car am 20. Juni 1835. Graslin schreibt dazu: „Elle etait
possee une fleur d’Elychrysum dessech6de, de annde prece-
dente. Une heure apres mon. ami M. le docteur Rambur
enprit un individu semblable et du m&me sexe, qui voltigeait
& lV’ardeur du soleil entre des fleurs de labiees. Malgre
nos recherches actives et reiterees, il nous fut impossible
de nous procurer un second individu de cette espece, dont
je ne connais ni la femelle ni les premiers e6tats“. Vergl.
Ann. Soc. Ent. France 1836, pag. 572. Korb fand cyelopea
im Juli in der Sierra de Alfacar an Blumen fliegend und
in der Sierra de Espufa in Murcia ein @ im Grase sitzend.
a en ir
282 Carl Ribbe.
Das Stück aus Murcia soll keine Augenflecke in der Mitte
der Vorderflügel haben. Korb glaubt, es könnte eine andre
Art sein.
Heliothis ©.
cardui Hb. Dieses Tier hat mein Vater 1871 bei Gra-
nada gefunden. Staudinger führt diese Art von Arago-
nien an.
dipsacea L. 1880 und 1905 oberhalb der Alhambra in
ler Sierra de Alfacar und Sierra Nevada gelangen. Kommt
in Aragonien und Catalonien und auch in Portugal vor.
Die Flugzeit in Andalusien fällt in Juni, Juli.
scutosa Schiff. Mein Vater fing scutosa 1871 bei Gra-
nada. Staudinger gibt Catalonien und Castilien als Fund-
orte in Spanien an.
peltigera Schiff. 1880 und 1905 im Frühjahr viele
Raupen bei Granada und Mälaga gefunden und dann auch
den Falter gezogen. Nach Walker in Gibraltar von Mai
bis Juli gewöhnich. Kommt wahrscheinlich in ganz Spa-
nien und Portugal vor. Die Raupen ketscherte ich sowohl
hei Mälaga als auch bei Granada im Mai—Juli in den
Tälern auf niederen Pflanzen; als Futter gab ich Ulex
und Salvia.
nubigera HS. Diese Art kommt nach Rambur in An-
dalusien (Mälaga) vor. Flugzeit im Frühjahr und Sommer.
Die Raupe lebt auf Lonicera.
. armigera Hb. 1880 fing ich den Falter in Andalusien.
Walker fing armigera im Oktober bei La Tufara (Gibral-
tar). Ist auch in Castilien, Catalonien und in Portugal
(Juni— August) gefangen worden.
incarnata Frr. Kommt nach Staudinger in Andalusien
und Castilien vor. Zapater und Korb geben Juli für
Teruel (Aragonien) an. Korb fing incarnata im Mai am
Strande bei Chiclana; die Raupen fand er im April an
Lychnis-Blüten. Walker fing das Tier im Mai und Juli
bei Algeciras. Auch in Portugal wird diese Art im Mai
nach Mendes gefunden. Voigt fing incarnata in Andalu-
sien, wahrscheinlich bei Granada oder Mälaga. Stett. Ent.
7. 1889, -pag. 361.
Pyrrhia Hb.
umbra Hufn. 1905 fing ich Ende Juli ein Stück in
der Sierra Nevada, und zwar an der Aussenwand des Cor-
Beiträge zu/einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 283
ud
- tijjo, in welchem wir wohnten (am Fusse der Dehesa de
la Vibora).
Xanthodes Gn.
malvae Esp. 1905 brachte mein Bruder eine Anzahl
von Puppen mit, die er aus Raupen, welche er im Septem-
ber auf einer Gartenpflanze oberhalb der Alhambra im
- Garten des Generalife gefunden, erzogen hatte. Die Tiere
- kamen dann hier in Radebeul im Juni—Juli aus. Auch
in Catalonien, Aragonien (Juli) und Castilien wird malvae
gefunden.
graßiisii Feist. Ist in Andalusien (Granada), Cata-
—lonien und Castilien nach Staudinger gefunden worden. Die
Raupe lebt, in Andalusien (wahrscheinlich vom Herbst bis
zum Frühjahr) an Lavathera- Arten.
Acontia Ld.
B lucida Hufn. 1880 habe ich den Falter bei Granada
gefangen. Auch in Portugal wird lucida im April, Juni
und September gefunden, ferner nach Zapater und Korb im
Juli in Teruel (Aragonien), und nach Martorell in Üata-
lonien.
ab. albicollis F. Walker fing dieses Tier einmal bei
Campamento (Gibraltar) im Mai. Vieilledent gibt für Setu-
bal in Portugal den September an.
M luetuosa Esp. 1905 fing ich diese Noctua Mitte April
bei Mälaga und mein Bruder Ende April und im Mai ober-
halb der Alhambra dicht bei dem Baranco de la Arena.
Walker fing luctuosa am Tage an Blüten von Mai bis
September. Auch in Castilien, nach Zapater und Korb in
-- Aragonien, Martorell in Catalonien, Mendes in Portugal,
wurde dieser Falter gefangen.
Eublemm a Hb.
A arcuinna ab. blandula Rbr. Kommt nach Rambur und
Staudinger in Andalusien, Aragonien und Murcia vor. Men-
des gibt für areuinna Portugal an. Ich fing ein Stück 1905
im Mai bei Mälaga in dem Nebenarm Rio Angel des Gua-
dalmedina. Die Raupe der Stammform 'soll in den Herz-
trieben von Onosma echiodes im Frühjahr leben.
= ab. argillacea Tausch. Staudinger führt in seinem
Katalog der Lepidopt. d. Europ. Faunengebietes, Dresden
1871, argillacea als in Andalusien vorkommend an. Im
284 Carl Ribbe.
neuen Kataloge 1901 kennt er das Tier nur von den öst-
lichen Teilen des palaearct. Faunengebietes bis‘ weit nach
Asien hinein. Korb fand argillacea in der Sierra de Espuna
in Murcia an trocknen Abhängen im Juni und Juli.
suava Hb. 1880 fing ich diese Art bei Granada im
Herbst oberhalb der Alhambra. Nach Zapater und Korb
kommt suava in Teruel (Aragonien), nach Martorell in
Catalonien vor. Korb gibt mir noch die Sierra de Espuäa
in Murcia als Fundort in Spanien an.
jucunda Hb. 1880 bei Granada und 1905 im Juli in
der Sierra de Alfacar am Licht gefangen. Kommt auch in
Mittel- und Nord-Spanien nach Staudinger vor (Aragonien
und Catalonien). Vieilledent führt jucunda von Portugal an.
Thalpochares Ld.
velox Hb. Nach den Aufzeichnungen meines Vaters
fing ich diese Noctua 1880 am 3. Juli in der Sierra de
Alfacar.
Auch in Murcia und Catalonien wurde velox gefunden.
dardouini B. Ob die Bestimmung dieser Art richtig
war, kann ich nicht mehr feststellen; mein Vater hat dar-
douini als von mir 1830 bei Granada gefangen notiert. So-
weit ich mich erinnern kann, hat 1881 Staudinger unsere
in Andalusien gefundenen Noctuen bestimmt. Dardouini kommt
auch in Portugal vor und fliegt nach Mendes im Mai, Juni
und September. Die Raupe lebt im Sommer in den Samen-
kapseln von Anthericum ramosum.
lacernaria Hb. 1880—1881 und auch 1905 oberhalb
der Alhambra hıuptsächlich in Baranco Bermejo im Mai
und im Juni und Juli einzeln in der Sierra de Alfacar
gefangen; 1881 auch aus der Raupe gezogen. Kommt
nach Staudinger auch in Murcia und Aragonien vor. Lacer-
naria tritt oft sehr häufig auf; 1905 war das Tier immerhin
selten. Die Raupe lebt nach Staudinger an einer Phlomis-
Art im Juli, nach Zapater an Phlomis lignites.
Lacernaria ist am besten an Tagen, wo trübes Wetter
herrscht, in den Nachmittagsstunden zu fangen. Das Tier
huscht, aufgestöbert, schnell über den Boden hin und setzt
sich mit Vorliebe an Steine. Merkwürdigerweise habe ich
diese Noctua niemals in der Nevada gefangen.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 285
ab. eretula Frr. An derselben Stelle wo die Stamm-
form gefunden, und zwar im Mai in meist schlechten Stücken.
Kommt auch in Oastilien vor. Nach Rebel, Berges Schmetter-
lingsbuch pag. 269, soll cretula die Sommerform von lacer-
naria sein; es ist mir nun nicht gelungen, 2 Generationen
in Andalusien festzustellen, wie ich an anderer Stelle schon
erwähnt habe, slaube ich an die mehrfachen Generationen
in Andalusien nicht so ohne weiteres. In allen Jahren fan-
den wir beide Formen zur selben Jahreszeit an denselben
Stellen zusammenfliegend. 1881 erzog ich aus geketscher-
ten Raupen sowohl lacernaria als auch cretula, der beste
Beweis, dass wir es nicht mit 2 Generationen zu tun haben.
grata Gn. Kommt nach Rambur und Staudinger nur
in Andalusien vor, und scheint seit Ramburs Zeiten nicht
wieder gefangen worden zu sein. Als Fundstelle wurden
mir die Berge oberhalb der Alhambra bei Granada genannt.
ab. albicans Gn. Nach Staudinger wird auch diese helle
Form von grata nur in Andalusien gefangen, soviel ich
weiss, ist auch ab. albicans seit Ramburs Zeiten nicht wie-
der gefangen worden.
candicans Rbr. 1905 fing ich Anfang Mai in den Ber-
gen bei Mälaga, die rechts (östlich) von der Strasse nach
Antequera liegen, ein © dieser in Andalusien so seltenen
Art. Ich scheuchte das Tier am Tage an einem Bergab-
hang auf.
respersa gen. aest. grata Tr. Staudinger schreibt
Iris 4, 1891, pag. 319, dass er diese Form auch von Gra-
nada besitze. Die ähnliche ab. bythinica Baker kommt in
Murcia vor. Ich fing ein einziges, mit sehr scharf abge-
setzter Vorderflügel-Binde versehenes Stück Ende April in
den Bergen, die rechts von der Strasse nach Antequera
liegen, bei Mälaga. Das Tier wurde von mir am Tage aus
dem niederen Gebüsch in einem kleinen Tale aufgescheucht.
Auch bei dieser Form von respersa glaube ich nicht an
2 Generationen für Andalusien; mein Stück wurde ja auch
im April und nicht im Sommer gefangen.
polygramma Dup. Diese Noctua fing ich 1905 im Juni,
Juli einzeln am Köder in der Sierra de Alfacar. Staudinger
notiert noch ihr Vorkommen in Castilien und Murcia.
Ferner wurde mir auch Portugal und Aragonien als Fund-
gebiet bekannt, und Korb gibt mir die Sierra de Espufa
in Murcia, wo er das Tier an der Lampe fing, an.
286 Carl Ribbe.
ostrina Hb. Bei Mälaga erbeuteten wir 1880—1881
und 1905 diese Noctua, und zwar an folgenden Stellen: An
den Abhängen des Monte Coronado, bei dem Ventorillo Mata
gato an der Landstrasse nach Antequera, in den Schluchten
und Tälern des Rio Ramo (Rio Caleta), bei der Venta de
Galvez an der Strasse nach Granada. Der Falter fliegt
Ende April bis Anfang Mai bei Mälaga und ist nicht schwer
am Tage zu fangen. Ueberall bei Gibraltar, Algeciras, San
Roque von April bis Oktober. — Bei Granada erbeuteten
wir ostrina Ende Mai bis weit in den Juni hinein. Das
Hauptfundgebiet war hier das Barranco Bermejo und die
Täler, die oberhalb der Alhambra den Bergrücken, der zwi-
schen Rio Darro und Genil sich befindet, durchfurchen. In
der Sierra de Alfacar fing ich diese Art nur an der Fuente
de la Teja im Juli. Die Raupe lebt in mehreren Gene-
rationen an Helichrysum-- Arten. Auch in Castilien, Cata-
lonien, Aragonien, Murcia und Portugal ist ostrina gefun-
den worden.
ab. aestivalis Gn. Auf denselben Stellen und zu den-
selben Zeiten wie die Stammform. Kommt auch nach Korb
im Albarraecin, nach Martorell in Catalonien vor.
ab. straminea Rbl. Mehrere Tiere rechnen zu dieser
von Rebel aufgestellten Form.
v. carthami H.S. Ebenfalls an denselben Stellen und
zu denselben Zeiten zusammen mit ostrina gelangen. In
Portugal im August nach Mendes; auch in Catalonien nach
Martorell.
parva Hb. Wurde 1871 am 9. Mai an der Strasse nach
Antequera bei Mälaga von meinem Vater gefangen. 1880
bis 1881 fing ich mehrere Stücke bei Grınada; dieselben
tragen die Daten 14. VIII., 20. VIIL., 22. VIIT, 287 2
Am 14. VIII. fing ich die Tiere in der Sierra de Alfacar,
am 20. VIII., 22. VIII. in der Vega am Genil und 28. IX.
oberhalb der Alhambra an den Darro-Abhängen. 1905 fing
ich parva bei Mälaga im Rio Caleta Anfang Mai. Bei
Gibraltar häufig im August. Parva kommt auch in Murcia,
Aragonien, Catalonien, Castilien und Portugal vor. Die
Raupe lebt in den Blüten von Inula montana, viscosa und
Centaurea im Herbst.
paula Hb. 1905 fingen wir Anfang Juli bei dem Ab-
stieg nach dem Rio de Trevelez von dem Puerto de Va-
cares, in einer Höhe von 2000 m, 2 Stück dieser Noctua.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 287
candidana F. 1880—1881 fing ich mehrere Stücke bei
Granada. Staudinger gibt nebst Andalusien noch Catalonien,
Castilien und Murcia als Fundgebiete in Spanien an; auch
in Aragonien und in Portugal wird candidana gefunden.
ab. impura Stgr. In meinen Notizen finde ich den
24. April 1881 als Fangtag angegeben. Ich war an die-
sem Tage oberhalb der Alhambra in Barranco Bermejio.
Staudinger führt als weiteren Fundort in Spanien Bilbao an.
v. skafiota HS. Herr Bang-Haas bestimmte mir nach
Vergleich mit der Staudingerschen Sammlung einige Tiere,
die ich im Herbst 1880 und 1881 bei Granada in den Pap-
pelanpflanzungen am Geuil (in der Vega) fing, als diese
Form von candidana.
pura Hb. 1880—1881 erbeutete ich diese Noctua bei
Granada, und zwar 1880 am 12. VII. in Pefiuelas bei Gra-
nada, und am 13. VIII. 1881 oberhalb der Alhambra im
Barranco de la Arena. Rambur gibt Andalusien und Stau-
dinger ganz Spanien als Heimat an. Auch pura wird durch
Aufscheuchen am Tage gefangen oder auch nachts an der
Lampe, Korb fing dieses Tier so in der Sierra de Espuäa
in Murcia im Juni und Juli.
seitula Rbr. Spuler 1. c., pag. 292, führt diese Art
von Andalusien, Catalonien und Portugal an. Zapater und
Korb fingen scitula in Aragonien (Juli). Die Raupe soll
auf Rosen, Lorbeer, Feigenbaum und Yukka leben und sich
ausschliesslich von den Eiern der Schildläuse nähren; vergl.
Stett. ent. Ztg. 1887, pag. 274. Der Schmetterling erscheint
im Mai, Juni und Juli.
Erastria ©.
argentula Hb. 1880 wurde das Tier von mir bei
Granada gefunden, es kommt nach Staudinger auch in
Catalonien vor.
obliterata Rbr. Soll bei Mälaga gefangen worden
sein.
venustula Hb. 1905 fingen wir einige Stücke dieser
Noctua in der Sierra de Alfacar am Köder, und zwar nur
an den ersten Tagen des Juli. Die Tiere sassen ganz wie
bei uns nicht direkt an den Aepfelschnüren, sondern an den
Zweigen, an welchen die Schnüre aufgehangen waren. Auch
bei Bilbao wurde venustula gefangen.
288 Carl Ribbe.
fasciana L. 1880, 1881 bei Granada oberhalb der Al-
hambra im Juni am Köder gefangen. Kommt nach Stau-
dinger in Catalonien und bei Bilbao vor.
numerica B. Nach Rambur und Staudinger sowohl in
Andalusien als auch in Aragonien (Zapater und Korb, Au-
gust) und Castilien heimisch. Die Raupe lebt an Santo-
linum.
Rev.nlarion:
sericealis Sc. 1880 fing ich diese Noctua bei Gra-
nada. Nach Zapater und Korb in Aragonien im Juni.
Prothymnia Hb.
viridaria Cl. Sowohl 1880—1881 als auch 1905 wurde
viridaria in schönen, grossen, scharigezeichneten Stücken
von uns in der Sierra de Alfacar einzeln im Juni am Tage
gefangen. Kommt auch in Portugal, Castilien, Catalonien
und Aragonien vor. Viridaria wird aus dem niederen Ge-
büsch aufgescheucht.
ab. fuseca. Diese Aberration war mehrfach unter den
andalusischen viridaria.
sanctiflorentis B. Diese Noctua scheint nur in Spa-
nien vorzukommen. Staudinger gibt nebst Andalusien noch
Murcia, ÜCastilien und Catalonien, Chapman Nordwest-Spa-
nien, Zapater und Korb Aragonien als Heimat an. Sancti-
florentis ist ein Bergtier und tritt nirgends häufig auf; ich
habe. es nur am Tage durch Aufscheuchen, ähnlich wie die
Thalpochares in Andalusien, gefangen.
Als Fangtage finde ich in meinem Tagebuch 1881,
24. IV. bei Granada, und 1871, 28. V. bei Granada ober-
halb der Alhambra an den Abhängen des Barranco Ber-
meio, kurz vor der “Gabelung der beiden Ursprungstäler
dieses grösseren Barrancos. Ferner fingen wir den Falter
1880, 1881 und 1905 in der Sierra de Alfacar, und zwar
an den Abhängen des Barranco Callejoncillo, wie ich aus
meinen Notizen ersehe, im April (28.), Mai, Juni und Juli,
und -mein Vater ebendaselbst am 12. Juli 1871. 1905 fing
ich auch 2 Stücke dieser Art bei Mälaga, und zwar Ende
April hoch oben in den Bergen, die bei Olias liegen. Korb
fing sanctiflorentis im April und Mai bei Chiclana und in
Murcia 1909 nicht zu selten in der Sierra de Espufa an
trockenen Abhängen im Juni.
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Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 289
conicephala Stgr. Staudinger erhielt diese Art von
Kalisch aus Mälaga, wo sie wohl im Frühjahr in den Ber-
sen erbeutet sein mag. Auch in Catalonien, Aragonien und
Murcia ist das Tier gefunden worden. Korb fing conice-
phala im Frühjahr an der Lampe bei Mälaga und Murcia,
Sierra de Espuna, und Walker fing die Eule bei San
Rogue im Juli.
Galgula Gn.
partita v. baueri Stgr. Bei der Beschreibung zwei-
felt Staudinger selbst die Angabe Bauers, dass er das Tier
bei Chiclana gefangen habe, an. Er vermutet, dass das-
selbe- von den Canaren stamme. In der Iris XVIII, 1905,
pag. 328—331, führt Wiskott an, dass partita und baueri
zusammenfallen. Partita — baueri ist wohl sicher für die
Fauna von Andalusien zu streichen.
Emmelia Hb.
trabealis Sc. Walker, Trans. Ent. S. London 18%,
pag. 386, fand das Tier bei Campamento (Gibraltar) im
August. Auch in Catalonien und Aragonien ist trabealis
gefangen worden.
Metoponia Gn.
vespertalis Hb. Ist nach Rambur in Andalusien ge-
funden worden. Von Herrn Prof. N. M. Kheil in Prag
erhielt ich ein Stück zur Bestimmung, das zu der Form,
die von Rambur unter dem Namen vespertinales ab-
gebildet ist (C. syst. d. Lepid. de l’Andalousie, Taf. VIII,
Fig. 4), rechnet. Das betreffende Stück wurde am 18. 6.
1902 bei Manises bei Valencia gefangen. Mendes gibt für
Portugal den Juni als Flugzeit an.
Quadrifinae.
Calpe Tr.
capucina Esp. Nach Staudinger ist der Falter in An-
dalusien, in den Pyrenäen und in Catalonien erbeutet
worden.
Abrostola ©.
tripartita Hufn. 1880 fing ich diese Noctua bei Gra-
nada. Nach Staudinger kommt sie auch in Castilien und
bei Bilbao vor.
197
290 | HEROE Carl Ribbe.
asclepiadis Schiff. Voigt, Stett. ent. Z. 1889, pag. 361,
hat diese Art in Andalusien, wahrscheinlich bei Granada,.
gefangen. Mendes gibt für Portugal April an.
Plusia ©.
deaurata Esp. Wurde nach Staudinger und Graslin
in Andalusien gefangen. Auch Voigt 1. ce. fing deaurata in
Süd-Spanien, wahrscheinlich bei Granada. Mendes führt
diese Plusia von Portugal an. |
moneta F. Staudinger führt das Tier aus den Bergen
(Nevada?) von Andalusien an. Rosenhauer schreibt, dass
Graslin die Raupe auf einem Aconitum in der Sierra Ne-
vada gefunden habe. |
aurifera Hb. Fing ich 1880, 1881 im August bei Gra-
nada. Staudinger gibt ganz Iberien bei dieser Art an. Men-
des führt aurifera für Portugal als selten im September an.
festucae L. Von dieser Plusia, die nach Staudinger
in Oastilien und Catalonien gefunden worden ist, erbeutete
ich im August 1880 ein abgeflogenes Stück in der Sierra
Nevada am Licht.
gutta Gn. 1905 fing mein Bruder Ende August ein
Stück in der Sierra de Alfacar am Licht. Mendes gibt für
Portugal Juni, August und Oktober an. Zapater und Korb
für Teruel (Aragonien) August an. Martorell führt gutta
für Catalonien an.
chaleytes Esp. Im September 1880 bei Granada ge-
fangen. Auch Staudinger fand diese Plusia in Andalusien,
Walker bei Gibraltar. Kommt auch in Aragonien, Cata-
lonien und in Portugal vor.
jota L. Im August 1880 fing ich diese Plus bei Gra-
nada. Staudinger gibt Andalusien mit ? als Fundort in
Spanien; an. Voigt, Stett.. ent. Z. 1889, pag. 361, hat jota
(wahrscheinlich) bei Granada gefangen.
gamma L. Ueberall in Andalusien von April bis Ok-
tober, zu Zeiten sehr gemein. Kommt wohl in ganz Spa-
nien und in Portugal vor. Wir fingen gamma noch bis zu
2500 m auf der Loma de S. Geronimo in der Sierra Ne-
vada. im August und September.
ab. pallida Tutt. Diese Aberration fand ich mehrfach
unter den andalusischen gamma.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 29]
eircumflexa L. Mein Vater erwähnt das Tier in sei-
nem Tagebuch, als am 24. 8. 1871 am Genil, in der Vega
bei Granada gefunden. Staudinger fing es auch in Anda-
lusien.
accentifera Lef. Auch diese Plusia fing, mein Vater
im August 1871 bei Granada (in der Vega am Ge&nil?).
Staudinger gibt Iberien an, er fing das Tier in Andalusien;
Mendes führt accentifera als selten im September von u
gal an.
daubei B. Rambur erwähnt das Tier von Andalusien,
und nach Staudinger kommt es in ganz’ Spanien vor. (Za-
pater Aragonien, Martorell Catalonien.)
ni Hb. 1880 fing ich diese Noctua im August ae
Male bei Granada. Staudinger fing sie auch in Andalusien.
Soll auch in Zentral-Spanien und Portugal vorkommen.
Metoptria Gu.
monogramma H. Kommt in Andalusien überall in den
Tälern der Vorberge vor und ist stellenweise sehr häufig.
Bei Mälaga fand ich die Raupen (ketschern) auf niederen
Pflanzen (Psoralea bituminosa?) im April und Anfang Mai
den Schmetterling. Bei Granada war 1905 monogramma im
Mai und Juni im Barranco Bermeio oberhalb der Alhambra
und im Juni, Juli in der Sierra de Alfacar nicht selten.
Das Tier ist leicht am Tage zu fangen. Kommt in ganz
. Iberien vor.
ab. prieta nov. ab. Unter meinen vielen monogramma
aus Andalusien finden sich einige Stücke, die die Oberseite
der Vorderflügel ganz verdunkelt haben, so dass auch das
Wurzelfeld nicht hell, sondern graubräunlich ist. Nur die
helle, schmale Aussenrandbinde und die helle Makel treten
hervor.
ab. nigra nov. ab. Bei zweien meiner Tiere kommt
zu den oben angeführten Merkmalen für prieta auch noch
ein Verdunkeln der Hinterflügel-Oberseite hinzu. Das Gelb
ist beinahe ganz verschwunden.
Euelidia ©.
glyphica L. 1880, 1881 und 1905 fingen wir im Juni
diesen Falter in der Sierra de Alfacar und im August in
der Sierra Nevada 2000 m hoch. Ist in Zentral- und Nord-
Spanien und in Portugal auch gefunden worden.
292 | Carl Ribbe.
Cerocala B.
scapulosa Hb. 1905 fing ich ein Stück Anfang Juli in
der Sierra de Alfacar. Kommt in ganz Süd-Andalusien vor,
hauptsächlich bei Cadiz und auch bei Algeciras im April
bis Mai auf sonnigen, trocknen Stellen; die Raupe soll an
Helianthemum halimifolium leben. Zapater gibt Juli für
Teruel (Aragonien) und Vieilledent April und Mai für Se-
tubal (Portugal) an.
Zethes Rbr.
insularis Rbr. In den Notizen meines Vaters fand ich
die Angabe, dass er das Tier bei Loia 1871 erbeutet hat.
Staudinger führt noch Murcia als Fundgegend für Spanien an.
Leueanitis Gn.
cailino Lef. 1880—81 im Juni am Tage durch Auf-
scheuchen fing ich diesen Falter bei Granada und zwar
oberhalb der Alhambra dicht bei dem Barranco de la Arena,
wo dasselbe nach links abbiegt (unterhalb der Algives de la
Lluvia). Die Raupe soll an Weiden (??) leben. Staudinger
sibt Andalusien für diese Art, Mendes Portugal, Zapater
(Mai gemein) Aragonien an.
stolida F. 1880 im Juni fing ich das Tier bei Gra-
nada. Zapater und Korb geben stolida als sehr selten im
Juli bei Foz de Calanda in Aragonien, Martorell von Cata-
lonien und Vieilledent von Setubal Portugal (September) an.
Grammodes Gn.
algira L. 1880—81 oberhalb der Alhambra und 1905
in der Sierra de Alfacar im Juni, Juli am Köder. Lederer
fand die Raupe an Granatäpfelbäumen. Walker fand algira
im Juni bei San Roque. Kommt in ganz Spanien und
Portugal vor.
ab. algirioides Schultz. Stücke mit verdunkelten Mittel-
binden der Vorder- und Hinterflügel-Oberseite sind in Anda-
lusien nicht zu, selten.
geometrica F., 1880—1881 im Juli—August fing ich
das Tier bei Granada, kommt nach Staudinger in ganz
Iberien vor. Zapater und Korb geben für Aragonien den
Juli als Erscheinungszeit des Falters an.
Pseudophia Gn.
illunaris Hb. 1880 bei Granada gefangen und aus
Raupen, die ich oberhalb der Alhambra klopfte (Tamarix?),
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 293
mehrere Stücke gezogen. Staudinger eibt noch Catalonien,
Zapater Teruel (Juli) in Aragonien für diese Art an.
lunaris Schiff. 1905 erbeuteten wir im Juni, Juli die-
ses Tier mehrfach am Köder in der Sierra de Alfacar. Bei
Algeciras in den Korkeichen-Wäldern im April häufig.
Kommt auch in Aragonien nach Zapater und Korb, und in
Portugal nach Vieilledent vor. Die andalusischen Stücke
neigen zur mausgrauen ab. murina Obthr.
tirrhaca Cr. 1905. mit der vorhergehenden zusammen
an derselben Stelle gefangen, doch nur an einem Abend An-
fang Juli 4 Stück. Staudinger gibt Andalusien und Castilien,
Martorell Catalonien und Vieilledent Portugal an. Die Raupe
fand Walker an einem amerikanischen Baum (Schinus molle)
im November in Gibraltar und zog im Februar den Schmetter-
ling.
Anophia Gn.
leucomelas L. 1880, 1881 bei Granada und Mälaga
erbeutet, 1905 nur bei Mälaga an den Pappeln, die an der
Strasse nach Churiana stehen, mehrere Male am Tage (am
Stamm sitzend) gefunden, und zwar Ende April. Kommt
auch in Castilien vor. |
Aedia Hb.
funesta Esp. 1880 bei Granada Ende Juni am Licht
oberhalb der Alhambra gefangen.
Catephia 0.
alchymista Schiff. Bei Mälaga am 7. V. 1871 von mei-
nem Vater an Bäumen, die die Landstrasse nach Antequera
einfassen, gefangen. 1905 erbeuteten wir diese Noctua mehr-
fach am Köder in der Sierra de Alfacar, und zwar im Juni
und Juli. Soll auch in Castilien, Aragonien und Catalonien
gefunden worden sein.
Catocala Schr.
eleeta Bkh. Im August und September 1880 bei Gra-
nada, 1905 im Juli mehrere Male in der Sierra de Alfacar
am Köder gefangen, das Tier kommt auch in Castilien,
Catalonien, Aragonien und bei Bilbao vor. Ob meine Tiere
zu ab. meridionalis Spul. gehörten, kann ich leider
nicht mehr entscheiden, da mir keine Stücke mehr aus An-
dalusien vorliegen. |
\
®
")
ER NS YRE TREE EL 2. er;
294 Carl Ribbe.
elocata Esp. Voigt schreibt Stett. Ent. Z. 1889, pag.
361, dass er diese Art in Andalusien (Granada) gefangen
habe. Mendes kennt elocata von Portugal, wo der Juli die
Erscheinungszeit sein soll, Zapater gibt Teruel in Aragonien
und Martorell- Catalonien für elocata an.
oberthürii Ausl. Kommt nach Staudinger in Anda-
lusien Vor.
puerpera Giorna. Staudinger gibt Andalusien als Hei-
mat an. Kommt auch in .den Pyrenäen, nach Zapater in
Teruel in Aragonien vor. Voigt l. c. fing puerpera in An-
dalusien und zwar im Barranco Benalcazar in der Sierra
Nevada im Juli— August.
nupta L. 1905 im Juli fingen wir mehrere Stücke am
Köder in der Sierra de Alfacar. Kommt nach Staudinger
auch in Bilbao vor. Mendes gibt Portugal an.
dileeta Hb. 1880, 1881 oberhalb der Alhambra und in
' der Sierra de Alfacar viele Raupen von den dort befind-
lichen. Eichen geklopft. Im Juli 1905 mehrere Male am
Köder in der Sierra de Alfacar gefangen. 1880 Anfang Juli
waren in der Sierra de Alfacar Catocala-Raupen zu Hunder-
ten von den Quercus ilex zu klopfen; wir zogen über 1000
Catocala; unser Reisebegleiter Zach hatte während der Zucht
von früh bis spät mit Futterholen und Füttern zu tun.
Walker fand die Raupe auf Quercus lusitanica im Juni bei
Algeciras und zog das Tier im Juli. Zapater und Korb
führen das Tier für Teruel in Aragonien, Korb für die
Sierra de Espufa in Murcia im Juni, Juli an.
sponsa L. 1905 fing mein Bruder ein Stück in der
Sierra de Alfacar und zwar im August am Köder.
Voigt Stett. Ent. Z. 1889, pag. 384, schreibt, dass er
sponsa zahlreich in der Sierra Nevada bei dem Cortijo de
S. Geronimo in dem bewaldeten Tale von Benalcazar Mitte
Juli gefangen habe.. Mendes gibt Juli und September für
Portugal an.
promissa Esp. 1905 im Juli mehrere Male am Köder
in der Sierra de Alfacar. Walker fing ein Stück im Juni
bei Algeciras (Monte de la Torre). Die andalusischen
Stücke sind sehr hell, und machen dadurch ganz den Ein-
druck einer Lokalvarietät. _ Nach Staudinger kommt pro-
missa auch in Castilien, nach Mendes in Portugal, nach
Zapater und Korb in Teruel vor. Voigt 1. c. fing. promissa
La be ad le a NE Anatar nn Anne) ZnhB Zu Pia Ka m air Dat DE a A TEN
cr) f ‘ Peru ’ u at, fi ih a
t - k T K 1
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 295
mit sponsa zusammen in der Sierra Nevada im Barranco
Benalcazar im Juli— August.
conjuncta Esp. 1880, 1881 waren die Raupen sehr
häufig auf Quercus ilex und robor in der Sierra de Alfa-
car und oberhalb der Alhambra; wir zogen weit über 100
Stück dieser Catocala im Juli, August. Voigt 1. ce. erbeutete
coniuncta bei dem Oortijo de S. Geronimo in dem Barranco
Benalcazar im Juli (Sierra Nevada). Mendes kennt die Art
von Portugal, wo sie im Juli vorkommt; Zapater und Korb
von Teruel in Aragonien. Korb fand coniuncta im Juni.
Juli in der Sierra de Espufa in Murcia.
optata God. 1881 klopfte ich mehrere Raupen von den
Weiden, die bei der Fuente de la Casilla in der Sierra de
Alfacar standen, und zog dann einige Schmetterlinge. Op-
tata ist nach Staudinger auch bei Bilbao gefunden worden.
Voigt gibt für diese Catocala (Stett. Ent. Z. 1889, pag. 384)
als Fundort das Barranco Benalcazar in der Sierra Nevada
an, er fing optata im Juli— August. Mendes fing das Tier
in Portugal im September und August.
nymphaea Esp. 1880—81 die Raupen in der Sierra de
Alfacar von Eichen Anfang Juli geklopft. 1905 mehrere
Stücke am Köder in der Sierra de Alfacar Anfang August
gefangen. Soll auch in Castilien, nach Zapater in Arago-
nien vorkommen. Voigt gibt auch für diese Art (l. c. pag.
384) das Tal Benalcazar in der Sierra Nevada als Fund-
stelle an, er fing nymphaea daselbst im Juli— August. Men-
des gibt für Portugal den Juli an. |
Die andalusischen nymphaea sind grosse Tiere, deren
Vorderflügel-Oberseiten heller gefärbt sind, als ich dieses
bei dalmatinischen Stücken fand. Die Mittelbinde der Hinter-
flügel zeigt den untersten Winkel spitzer und schärfer aus-
geprägt; auch geht der letzte‘ Schenkel dieses Winkels wei-
ter nach dem Innenrande zu, wie bei allen andern mir vor-
liegenden nymphaea. Vielleicht sind die Merkmale konstant
und wäre eine Abtrennung gerechtiertigt; mein. Material ist
jedoch nur klein und sehe ich von einer Benennung ab.
conversa Esp. Auch von dieser Art 1880 viele Raupen
oberhalb der Alhambra und in der Sierra de Alfacar von
Eichen geklopft. 1905 sehr zahlreich von Mitte Juli bis An-
fang August am Köder in der Sierra de Alfacar erbeutet.
Walker fand conversa häufig an den Korkeichen in der
Nähe von Algeciras. Kommt auch in Castilien, Aragonien,
296 Carl Ribbe.
Sierra de Espufa in Murcia, Catalonien und Portugal vor.
Voigt 1. c. fing conversa in der Sierra Nevada im Barranco
Benalcazar im Juli— August.
ab. earbonaria Stgr. Einige Stücke, die sehr dunkel
zezeichnet sind, und die sich unter der Stammart zeigten,
muss ich zu dieser Aberration ziehen.
ab. agamos Hb. 1905 einige Stücke unter der Stamm-
art. Kommt auch in Castilien vor.
eutychea ab. mariana Rbr. Nach Rambur in Anda-
lusien heimisch.
nymphagoga Esp. 1880 die Raupen zahlreich, 1881
selten in der Sierra de Alfacar und bei Granada von Eichen
geklopft. 1905 war die Raupe selten, doch erbeuteten wir
am Köder im Juli eine Anzahl dieser Art. Walker fand
diese Art bei Algeciras (Monte de la Torre) im Juni. Auch
in Portugal, Murcia, Catalonien, Aragonien und Castilien
wurde nymphagoga gefangen.
ab. anthraeita Th.-Mieg. Mit Uebergängen unter der
Stammart.
ab. nubilosa Schultz. Einzelne Stücke meiner anda-
lusischen Tiere gehören zu dieser Aberration.
ab. tmolia Ld. Zwei Exemplare unter meinen nym-
phagoga, die 1905 in der Sierra de Alfacar gefangen wor-
den sind, gehören zu dieser Form.
diversa HG. Nach Staudinger ist das Tier in Anda-
lusien gefangen worden, und zwar am 10. Juli bei Gra-
nada (Sierra de Alfacar?).
Apopestes Hb.
specetrum Esp. 1880, 1881 und auch 1905 die Rau-
pen auf Besenpfrieme (im letzten Jahre sehr gemein) bei
Mälaga und Granada im Mai—Juni gefunden. Leider waren
1905 die meisten Raupen, wir hatten gegen 600 Stück, ange-
stochen, so dass wir nur wenige Falter zogen. Scheint in
sanz Spanien und Portugal vorzukommen. Nach Voigt,
Stett. ent. Z., pag. 384, 1889, kommt spectrum in der Sierra
Nevada in dem Barranco Benalcazar im Juli— August vor.
Walker fand die Raupen auf Retama in der Sierra Carbo-
nera bei Algeciras im Mai.
cataphanes Hb. 1880—1881 und auch 1905 im Mai
mehrere Male den Schmetterling am Tage aufgescheucht,
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 297
und zwar im Barranco Bermeio oberhalb der Alhambra.
1905 auch mehrere Stücke aus Raupen, die von Mälaga
stammten, gezogen. Ist in Zentral- und Nord-Spanien, aber
auch in Portugal gefunden worden. Korb fand cataphanes
an Felsen im Juni, Juli in der Sierra de Espuna in Murcia.
dilucida Hb. 1871 fand mein Vater Anfang Mai (1. V.,
6. V.) bei Mälaga viele Puppen (300) unter Steinen, und
zwar an den Abhängen, zwei Stunden von der Stadt ent-
fernt, die sich an der Landstrasse nach Granada befinden;
1880 war die Puppe sehr selten, und 1905 fanden wir keine
einzige bei Mälaga; 1881 im Juni einige bei Granada ober-
halb der Alhambra dicht bei der Algives de la Lluvia un-
ter Steinen. Kommt auch in Castilien, Aragonien (Zapater).
Catalonien (Martorell) und Portugal (Mendes) vor. Korb
gibt mir die Sierra de Espufa in Murcia an.
Exophyla Gn.
rectangularis HG. 1880 bei Granada gefunden. Soll
auch in Aragonien vorkommen.
Toxocampa Gn.
glycirrhizae Rbr. 1905 fingen wir von dieser Art,
die nur in Andalusien bis jetzt gefunden worden ist, meh-
rere Stücke im Juni (Juli?) am Köder in der Sierra de Al-
facar. Glycirrhizae ist leicht von den nahestehenden Arten
durch die helleren Vorderflügel, den länglichen Mittelpunkt
der Vorderflügel und die eintönig braungrau gefärbten Hin-
terflügel zu unterscheiden. Seit Ramburs Zeiten war diese
Art nicht wieder in Andalusien gefunden worden.
ab. alfacaria Ribbe. Mehreren Stücken, die an und für
sich heller gefärbt sind, fehlt der braunschwarze Vorder-
flügelfleck an der Discocellulare, diese Stücke machen da-
durch einen ganz andern Eindruck, und habe ich sie da-
her alfacaria genannt.
eraccae F. 1905 im Juni und Juli mehrfach am Köder
in der Sierra de Alfacar gefangen. Kommt auch in Zentral-
Spanien vor (Aragonien, COatalonien).
Hypeninae.
Epizeuxis Hb.
calvaria F. 1880 bei Granada (S. d. Alfacar) ge-
funden. Nach Martorell ist calvaria auch in Catalonien ge-
funden worden.
298 el OBrl "Ribbe.
| Nodaria Gn.
nodosalis HS. 1880, 1881 bei Granada und in der
Sierra de Alfacar (Juli— August) gefunden, ebenso auch
1905. Staudinger kennt das Tier von Andalusien, Murcia
und Catalonien, Zapater und Korb fingen es in Teruel
(Aragonien).
| Zanclognatha Ld.
tarsiplumalis Hb. 1871 von meinem Vater bei Gra-
nada gefangen.
tarsipennalis Fr. 1880 bei Granada gefangen. Kommt
nach Staudinger auch bei Bilbao vor.
grisealis Hb. 1905 einmal bei Granada im Juni, ober-
halb der Alhambra, im PBarranco Bermeio aufgescheucht.
Ist auch in Bilbao und Portugal nach Staudinger gefunden
worden. |
Madopa Stph.
saliealis Schiff. 1905 im Juni in der Sierra de Alfa-
car am Licht gefangen. Ist auch in Bilbao gefunden
worden.
Herminia Latr.
erinalis Tr. 1880 bei Granada gefangen. Bei Gibral-
tar im Oktober an Efeublüten; ist auch in Catalonien, Ara-
gonien und Portugal (Juni— August) gefunden worden.
Peehipogon Hh.
. barbalis Cl. 1905 in der Sierra de Alfacar die Rau-
pen gefunden und dann das Tier gezogen. Kommt nach
Siaudinger auch bei Bilbao vor.
Hypena Schr.
obesalis Tr. 1905 brachte mein Bruder ein ganz
schlechtes Stück mit, das er im August in der Sierra Ne-
vada am Licht (?) gefangen hatte. Auch in Castilien wurde
das Tier gefunden.
obsitalis Hb. Mein Vater erwähnt das Tier als im
Jahre 1871 bei Granada gefangen. Auch Voigt, Stett. ent.
Zeit. 1889, pag. 361, fing obsitalis in Andalusien, wahr-
scheinlich bei Granada; ferner Walker am Gibraltarfelsen
im September und Oktober. Mendes führt obsitalis von Por-
tugal im Mai. Dezember, Zapater und Korb von Teruel in
Aragonien Juli, August an. Korb fand obsitalis im Juli
an der Lampe in der Sierra de Espufa in Mureia.
Fa a Er a er a a A & Karin rs: al BIER ON 2 u Fa ae > A a a a Ki
DC N. s r ! \ / \ h a
‚ Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 299
lividalis Hb. Sowohl 1880—1881 als auch 1905 mehr-
fach oberhalb der Alhambra im Herbst gefangen. Walker
fing lividalis in Gibraltar (Juni—Oktober).. Kommt auch
in Portugal, Castilien, nach Zapater und Korb in Teruel
und nach Martorell in Catalonien vor. wi
Hypenodes Gn.
costaestrigalis Stph. Ist nach Staudinger in Andalu-
lien gefangen worden, und zwar bei Mälaga Anfang Sep-
tember.
Cymatophoridae.
CymatophoraT!r.
or T. 1880 bei Granada oberhalb der Alhambra ge-
funden.
octogesima Hb. Kommt nach Staudinger in Andalu-
-sien vor und ist auch bei Bilbao gefangen worden. Stau-
dinger fing octogesima bei Granada am 20. Juli.
Polyploca Hb.
ridens F. Ridens wurde bei Granada, oberhalb der
Alhambra, Anfang März nach Staudinger gefangen, er gibt
auch noch Castilien und Zapater und Korb Aragonien als
Heimat an.
Geometridae.
Geometrinae.
Aplasta Hh.
ononaria Fuesl. Ueberall in den- Tälern bei Granada
und in der Sierra de Alfacar nicht selten im Juni und
Juli. Kommt nach Staudinger auch in Catalonien vor.
Mendes gibt Portugal, Zapater und Korb Aragonien an.
v. faecataria Hb. Nach Staudinger in Andalusien hei-
misch. Ich glaube, dass unter meinen ononaria, die ich
1905 bei Granada fing, sich auch diese Varietät befindet.
Mendes fand diese Form in Portugal.
ab. berytaria Stgr. Die von Staudinger beschriebene
ab. berytaria scheint nicht nur auf Syrien und den Taurus
beschränkt zu sein, Rebel erwähnt diese Form schon von
300 Carl Ribbe.
Bozen, und ich glaube, dass mehrere meiner andalusischen
Tiere zu dieser Form zu stellen sind.
ab. blanca nov. ab. Unter meinen andalusischen Tie-
ren finden sich einige, die beinahe ganz zeichnungslos,
weissgelb sind; es sind dies keine abgeflogenen Tiere, son-
dern zwei :Stück wurden sogar aus Raupen, die ich bei
Mälaga fand, gezogen. Die hellen Stücke machen einen.
ganz andern Eindruck wie ononaria, und habe ich daher
diese Aberration -blanca genannt.
Pseudoterpna Hb.
pruinata Hufn. Im Juli—August mehrfach in der
Sierra Nevada an der Lampe 1905 gefangen. Staudinger
gibt Oatalonien und Hispania s. und Zapater und Korb
Teruel in Aragonien an.
coronillaria Hb. Diese Art führt mein Vater als bei
Granada gefangen vom Jahre 1881 an. Oberth. beschreibt
eine Aberration armoraciaria, die in Oastilien gefunden wor-
den ist. Die Raupe lebt im Frühjahr (nach Milliere) an
Oytisus laniger und spinosus. Mendes gibt für Portugal
als Erscheinungszeit dieser Art Mai und September an, nach
demselben lebt die Raupe im März an Adenocarpus inter-
medius. Nach Zapater und Korb in Teruel, nach Martorell
in Catalonien.
Geometra L.
vernaria Hb. 1905 in der Sierra Nevada Ende Juli
1500 m hoch am Licht gefangen. Kommt auch in Cata-
lonien, nach Zapater und Korb in Aragonien, und nach
Vieilledent in Portugal vor. |
Euchloris Hk.
pustulata Hufn. Nach Staudinger ist dieser Spanner
in Andalusien (Granada) und auch bei Bilbao gefangen
worden. Nach Mendes kommt er im Juni in Portugal vor.
smaragdaria v. gigantea Mill. Kommt nach Staudinger
bei Granada im Juli und bei S. Ildefonso Ende Juni, An-
fang Juli vor, ein Stück, das wir 1905 in der Sierra Ne-
vada im Juli bei der Dehesa de la Vibora fingen, gehört zu
dieser Form. Die Raupe der smaragdaria lebt an den Blü-
ten der Schafigarbe aber auch an Artemisia, und zwar im
August. (Spuler 1. e., pag. 3, Geometriden.)
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 301
plusiaria B. Nach Rambur und Staudinger in Anda-
lusien, aber auch nach dem letzteren in Murcia und Casti-
lien heimisch. Zapater und Korb geben Teruel an. Die
Raupe lebt wahrscheinlich im Herbst auf Artemisia-Arten.
Euerostes Hnb.
indigenata Vill.e In Andalusien, Aragonien und auch
in Catalonien wurde der Falter gefunden.
herbaria Hb. 1880 und 1905 im Juni, Juli bei Gra-
nada oberhalb der Alhambra gefunden. Staudinger gibt
auch Andalusien an; Walker fing herbaria im Oktober bei
Gibraltar. Kommt auch in Castilien und (nach Mendes) in
Portugal vor.
beryllaria Mn. Ist in Andalusien gefunden worden
und kommt auch in Murcia vor.
Die Raupe lebt auf Phillyrea angustifolia und media
nach Spuler, wahrscheinlich in 2 Generationen.
Nemoria Hb.
viridata L. 1905 oberhalb der Alhambra, im Barranco
Bermeio, im Juni gefangen. Kommt im übrigen Spanien an
verschiedenen Stellen vor (z. B. Catalonien).
porrinata Z. 1881 bei Granada gefunden. Ist auch .
bei Bilbao und in Portugal gefangen worden. Porrinata
hat wahrscheinlich 2 Generationen, da sie im Mai und auch
im August gefangen wurde. Die Raupe lebt an Weissdorn-
und Haselnusssträuchern im Juni und auch im September.
faustinata Mill. 1905 im April bei Mälaga gefangen,
und zwar in den Bergen, die nördlich von der Stadt liegen.
Staudinger fing ein © bei Chiclana. Auch in Üatalonien
ist das Tier nach Staudinger, und in Teruel (Sierra de San
Justo de Segura) nach Zapater und Korb gefunden worden.
Raupe an Rosmarinus offieinalis.
| Thalera Hb.
lactearia L. Kommt in Andalusien vor, denn 1880
fing ich das Tier in der Sierra Nevada. Im mittleren und
nördlichen Spanien ist das Tier auch gefunden worden, so
in Teruel nach Zapater und Korb.
Hemithea Dup.
strigata Müll. 1905 im August ein Stück in der Sierra
Nevada, 1800 m hoch. bei der Dehesa de la Vihbora ge-
fangen.
302 Carl Ribbe.
Kommt auch bei Bilbao und in Catalonien nach Stau-
dinger und in Teruel nach Zapater und Korb vor.
Aecidaliinae
Cinglis Gn.
humifusaria Ev. Ist nach Staudinger in Andalusien
bei Algeciras und in Murcia gefangen worden. Korb gibt
mir als näheren Fundort die Sierra Segura in Murcia an,
er fing humifusaria an Artemisiae-Büschen. Auch in Algar-
bien soll das Tier vorkommen.
Acidalia Tr.
nexata Hb. Staudinger fing diese Art im Februar bei
Chiclana und im Mai bei Granada. Walker fing nexatä bei
Campamento im Juni und Oktober am ‚Tage. Korb gibt
mir für Chiclana den 9. II. und 17. V. an, er fing das Tier
auch in Faro in Portugal, auch Mendes führt nexata
von Portugal an. Die Raupe lebt nach Milliere an Linaria
organifolia. |
vittaria Hb. Kommt nach Staudinger in Andalusien,
aber auch in Castilien, Aragonien und bei Bilbao vor.
Walker fing vittaria bei Algeciras im April und bei Cam-
pamento im Juni am Tage. |
filacearia H.S. 1880 im Juli bei Granada gefangen.
Kommt nach Staudinger in ganz Iberien vor.
luteolaria Const. 1880—81 bei Granada (Sierra de
Alfacar) gefangen. Nach Staudinger in den Pyrenäen, in
Castilien und in den Bergen von Aragonien heimisch. Lute-
olaria lebt in 2 Generationen; die eine fliest im Mai—Juni,
die andere im Herbst. In den Bergen fand ich diese Art
nur im Juni.
ochrata Sc. 1880—81 und 1905 im Juli nicht selten in
der Sierra de Alfacar aus, Gebüsch aufgescheucht. Bei Alge-
ciras, San Roque, Gibraltar an grasigen Stellen im Juni
nicht selten nach Walker. Kommt in ganz Spanien und
auch in Portugal vor. Bohatsch schreibt mir, dass die spa-
nischen ochrata viel heller wären (es lagen auch 56 und
QOQ von Murcia und Cuenca vor), dass jedoch der eine &
von Cuenca schon einen Uebergang zur Stammform bildet.
Meine bei Granada gefangenen Stücke von ochrata sind alle
sehr hell, doch habe ich aus Digne ähnlich helle Tiere. Man
könnte solche hellen Stücke mit albida bezeichnen.
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4 =. « ‚r 4 f (Ki . fr ; 17 h
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Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 303
macilentaria H. S. 1905. im Juni, Juli mehrere Male
in der Sierra de Alfacar aus Gebüsch aufgescheucht und
auch nachts an der Lampe gefangen. Staudinger gibt als
weiteren Fundort in Spanien Castilien, Zapater und Korb
Teruel, und Mendes noch Portugal an.
rufaria Hb. 1880 bei Granada gefangen. Kommt in
Mittel- und Nord-Spanien vor. (Pyrenäen?) Zapater und Korb
kennen das Tier von Aragonien.
consanguinaria Ld. (—= rubellata Rbr.)? Wenn diese
beiden Tiere zusammenfallen, was nach Staudinger nicht ganz
sicher ist, kommt die Art auch in Andalusien und ferner
in Bilbao vor. Für rubellata gibt Spuler Portugal (Mai
Juni, Juli, September) als Heimat an.
litigiosaria B. 1881 abends beim Micrafang fing ich
diese Geometride oberhalb der Alhambra bei Granada im
Bea NV TI. 06. VL., 21. VL.), und zwar im Bärranco Ber:
mejo und in der Schanze, die hinter dem Kirchhof sich be-
findet. 1905 war das Tier in der Sierra de Alfacar im
Juni—Juli häufig am Köder und auch an der Lampe. Auch
in Castilien und Murcia ist nach Staudinger litigiosaria ge-
fangen worden. Mendes gibt für Portugal den Juni an
Zapater und Korb für Aragonien den August.
lambessata Obth. 1905 in der Sierra de Alfacar mehr-
fach am Licht im Juni—Juli gefangen. Auch in Portugal
ist lambessata nach Mendes selten gefunden worden.
mediaria Hb. 1880—81 bei Granada und 1905 im Juni
bis Juli in der Sierra de Alfacar gefangen, kommt auch in
Catalonien und Aragonien vor. Die Raupe lebt auf Eu-
phorbia spinosa? und ist Anfang Juni’ erwachsen.
sericeata Hb. 1880 und 1905 in der Sierra Nevada
(1800 m hoch) und hauptsächlich in der Sierra de Alfacar
abends im Juni—Juli beim Micrafang erbeutete ich dieses
Tier mehrfach. Staudinger kennt den Falter auch von Ca-
stilien, Mendes von Portugal, und Zapater und Korb von
Teruel. Die andalusischen Stücke sind gross, die Binden
der Vorder- und Hinterflügel-Unterseite breit.
moniliata F. 1880 bei Granada (Sierra de Alfacar) er-
beutet. Staudinger gibt auch Catalonien, und Zapater und
Korb Teruel an. In Portugal fliegt moniliata nach Mendes
im Juni.
304 Carl Ribbe.
subsaturata Gn. Nach Rambur kommt der Falter in
Andalusien vor. Staudinger gibt ganz Spanien an, er fing
das Tier einzeln bei Granada (oberhalb der Alhambra) im
Juni.
fractilineata Z. Kommt nach Staudinger in Andalu-
sien, und zwar bei Chiclana vor.
manicaria H. S. Lederer fing diesen Spanner, der auch
bei Bilbao gefunden wurde, bei Ronda.
exilaria Gn. 1880—1881 und auch 1905 bei Granada
erbeutet. ° 1880 von Juni bis August (19. VI., 13. VII,
19. VIII.) oberhalb der Alhambra in der Schanze hinter
dem Kirchhof, bei dem Barranco de la Arena und an den
Abhängen des Darros am Abend und am Tage fliegend an-
getroffen. 1905 an den Darro-Abhängen und in der Sierra
de Alfacar im Juli und August mehrfach am Tage und des
Abends erbeutet. Walker erbeutete das Tier im Juni bei
San Roque. Nach Staudinger auch in Castilien und in Süd-
Iberien heimisch.
fatimata Stgr. Staudinger fing am 27. Juli 1857 ein .
einzelnes Stück (&) bei Granada, wahrscheinlich im Ge-
birge (Sierra de Alfacar), und gibt als weiteren Fundort
in Spanien noch Murcia an. |
contiguaria Hb. Püngeler bestimmte mir zwei Spanner.
die im August 1905 in der Sierra Nevada, 1800 m hoch.
bei der Dehesa de la Vibora am Licht gefangen wurden,
als fraglich zu dieser Art gehörig. Staudinger gibt Casti-
lien und Mendes Portugal (Mai) an.
asellaria H. S. 1880 bei Granada sefangen. Kommt
auch in anderen Teilen von Spanien vor, so nach Zapater
und Korb im Albarracin. Vielleicht gehörten auch die 1880
von mir gefangenen asellaria zur nachstehenden var. alys-
sumata. |
v. alyssumata Mill. 1905 im August fing mein Bruder
in der Sierra Nevada, 1800 m hoch, bei der Dehesa de la
Vibora an der Lampe eine Anzahl von diesem Spanner.
Staudinger kennt ihn von Catalonien. Bohatsch schreibt
mir, dass alyssumata gute Art sei.
cervantaria ab. (v.) depressaria Stgr. Der Autor fing
seine andalusischen Stücke im Mai bis August bei Granada.
Wir fingen unsere Tiere oberhalb der Alhambra und in der
Sierra Nevada (Dehesa de la Vibora) im Juni resp. im Juli
sr
]
2
ud 1.0 = DE ag al mb, un (u nu > a re ee
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 305
und August an der Lampe und durch Aufscheuchen. Cer.
‚v. depressaria soll auch bei Murcia vorkommen. Die
Raupe von cervantaria die Spuler 1. c., pag. 11 (Geome-
tridae) ausführlich beschreibt, lebt nach Milliösre in zwei
Generationen an Alyssum und anderen niederen Pflanzen
camparia H. S. 1880-81 bei Granada. gefangen; Ram-
bur gibt Andalusien und Staudinger Iberia merid. an.
virgularia Hb. Diesen Spanner soll ich 1880 bei Gra-
nada erbeutet haben; Walker gibt ihn für Gibraltar im
Oktober als gemein an. Auch in Portugal, Castilien und
Aragonien ist virgularia gefunden worden.
v. australis Z. 1880 bei Granada gefangen. Soll an
Sodalaria vorkommen.
v. minuscularia nov. var. Ribbe. Die Firma Staudin-
ger und Bang-Haas bringt seit einiger Zeit eine kleine süd-
liche Form von virgularia unter dem Namen minuscularia
in den Handel; das Tier ist jedoch, wie mir Herr Bohatsch
mitteilte, niemals beschrieben worden. Ich lasse den Namen
minuscularia der Einfachheit wegen bestehen und gebe nur
kurz eine Beschreibung der Form.
Minuscularia ist eine zarte, kleine, weissliche Form, die
kaum halb so gross wie die Stammart ist. Die schwärzliche
Bestäubung von virgularia fehlt ganz, die schwarzen Mittel-
punkte der Vorder- und Hinterflügel sind kaum vorhanden.
Die übrige schwarze Zeichnung, die zwar etwas vermindert
wie bei der Stammart auftritt, ist gut. erkennbar. Die 99
sind etwas grösser wie die &&, es kommen auch ganz
weisse weibliche Stücke vor. Die Flügel scheinen mir bei
minuscularia mehr gestreckt. Minuscularia steht der var.
canteneraria am nächsten, doch ist die letztere plumper.
grösser und gelblicher gefärbt. Mauretanien, Süd-Andalusien,
Süd-Murcia sind mir als Heimat der neuen Varietät bekannt
geworden.
Möglicherweise gehören auch die von Walker bei Gi-
braltar gefangenen Stücke von virgularia zu dieser minus-
cularia.
fathmaria Obth. Soll nach Spuler in Andalusien vor-
kommen.
longaria H. S. 1880, 1881 Mai—Juni bei Granada und
1905 bei Mälaga (in den nördlich gelegenen Bergen) im
April mehrere Stücke erbeutet. Lederer fand das Tier bei
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306 Gar Rikbe,
Ronda, Staudinger bei Chiclana und wahrscheinlich Korb
in Murcia; auch in Portugal (Mai und Herbst) wurde lon-
gsaria gefangen.
pallidata Bkh. 1905 fing mein Bruder auf der Hoch-
ebene von Puche in der Sierra Nevada am 13. oder 16. Mai
ein Stück.
subsericeata Hw. 1905 im August in der Sierra Ne-
vada gefangen, und zwar bei der Dehesa de la Vibora am
Licht. Mendes: gibt für Portugal April und Juni, Zapater
und Korb für Aragonien Juni an, und nach Martorell isi
dieser Spanner in den Pyrenäen geiunden worden.
maneipiata Stgr. Staudinger fing diesen Spanner im.
Juni, Juli, August und. September bei Granada, er kommt
auch in Castilien vor. |
laevigata Sc. 1880 Ende Juni bei Granada gefangen,
auch Rambur fand ihn in Andalusien. Nach Staudinger
kommt das Tier auch in Catalonien, nach Mendes im Juli
in Portugal, nach Zapater und Korb im Juli in Teruel vor.
infirmaria Rbr. 1880, 1881, 1905 im Juni oberhalb der.
Alhambra und in Penuelas bei Granada erbeutet. Nach
Rambur in Andalusien. Staudinger fing diesen Spanner am
20. Juni bei Chiclana und gibt noch Castilien (?) als Fund-
ort an. Mendes fing infirmaria häufig im Juni und Juli in
der Serra da Guardunha in Portugal.
ochroleueata H. S. 1905 fing ich in den Bergen nörd-
lich von Mälaga im April—Mai mehrere Stücke, auch Stau-
‘ dinger fand diese Art in Andalusien.
obsoletaria Rbr. 1880, 1881 und 1905 mehrfach in
der Sierra de Alfacar im Juni—Juli gefangen. Staudinger
gibt noch Catalonien, Mendes Portugal und Zapater und
Korb Aragonien an.
ab.. violacearia Stgr. Soll in Andalucen VORSEISUT,
und ist Staudinger auch von Catalonien bekannt.
incarnaria ab. ruficostata Z. 1881 am 25. Juni in der
Sierra de Alfacar gefangen. Für Portugal gibt Mendes den
Oktober als Erscheinungszeit an.
'ostrinaria Hb. 1880, 1881 im Mai—Juni bei Granada
oberhalb der Alhambra einzeln am Tage und 1905 im Juni,
Juli hauptsächlich an der Lampe in der Sierra de Alfacar
gefangen. Die Stücke variieren sehr in Färbung und Grösse.
v Zu Bu e ae a te \ ji nit a a a a a RR VE a
r a Ba le 0 Sue er a he ler En nnd RnB An Ay Alpen a aa halt Kan an de
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 307
Nach Walker in den Korkeichenwäldern an der Bay von
Algeciras im Juni. Kommt nach Staudinger auch in Cata-
lonien, nach Zapater und Korb in Teruel und nach Mendes
in Portugal vor. Die Raupe lebt nach Milliere an nelken-
artigen Pflanzen, Glockenblumen, Heidekraut,' Weiden bis
Ende Mai. Wir ketscherten bei Mälaga und Granada in
beinahe allen Tälern die Raupen von niederen Pflanzen im
April und Mai. i
eireuitaria ab. mimosaria H.S. Kommt nach Staudin-
ser in Andalusien vor. Die Stammform wird auch in Cata-
lonien nach Martorell gefunden.
herbariata F. Ich fing das Tier 1905 im Juni—Juli
bei Granada, oberhalb der Alhambra, und in der Sierra
de Alfacar. Staudinger kennt die Art von Castilien, Men-
des von Portugal, Zapater und Korb von Teruel und Mar-
torell von Catalonien.
eallunetaria Stgr. Kommt nach Staudinger in Anda-
lusien vor. Staudinger schreibt: Diese Art flog Mitte Mai.
meistens schon schlecht, mit grosser Schnelligkeit an sol-
chen Stellen des Pinienwaldes bei Chiclana, wo Calluna
vulgaris in Menge wuchs. Nach Zapater und Korb im Juli
in Teruel und Valencia, und nach Martorell auch in Cata-
lonien. Die Raupe lebt im Frühjahr an Dorycnium.
elongaria Rbr. Rambur fing das Tier in Andalusien;
wir erbeuteten es 1881 am 25. Juni in der Sierra de Alfa-
car und am 29. August oberhalb der Alhambra an den Ab-
hängen des Darros mit der Lampe. 1905 fingen wir elon-
garia im August in der Sierra Nevada bei der Dehesa de
la Vibora, 1800 m hoch, an der Lampe. Walker |. c..,
pag. 389, fing elongaria selten im Mai bei Campamento.
Staudinger gibt noch Catalonien, Mendes Portugal (August)
und Zapater und Korb Albarracin und Sierra de Segura
in Aragonien an.
belemiata Mill. 1871 fing mein Vater dieses Tier in
der Sierra Nevada. Staudinger fand belemiata im Juni, Juli
in Catalonien, Mendes im: Juli, August in Portugal. Die
Raupe lebt von Juli— August bis zum nächsten Frühjahr
an niederen Pflanzen.
rusticata v. mustelata Rbr. 1905 mehrfach in der
Sierra Nevada bei dem Cortijo de las Cativas im August
am Tage und gegen Abend gefangen. Mustelata wird zwar
308 Carl Ribbe.
——n
von Staudinger als synonym zu rusticata gezogen; Pün-
seler bestimmte mir jedoch meine Tiere als v. mustelata,
und auch ich finde, dass sich die Stücke mit der Abbildung
von Rambur, Cat. And. 21. 6., besser decken als mit der
echten rusticata. Die Stammform kommt in Spanien an
verschiedenen Stellen und nach Mendes auch in Portugal
vor.
ab. (v.) vulpinaria H. S. Soll nach Staudinger auch
in Andalusien vorkommen.
completa Stgr. Kommt nach Staudinger in den Ber-
gen von Andalusien und in Aragonien vor. Die Typen
stammen jedoch aus der Gegend bei Constantine und Tunis.
lutulentaria Stgr. Staudinger lagen auch bei der Be-
schreibung 7 Stück, die ich 1881 Anfang Juli in der Sierra
de Alfacar gefangen hatte, vor. Auch 1905 fand ich das
Tier wieder in dem vorgenannten Gebirge. Staudinger fing
den Falter bei Chiclana am 19. Juni und Ende Juni, An-
fange Juli in der Sierra de Alfacar, er nennt ferner noch
Aragonien und Castilien als Fundorte in Spanien. Mendes
gibt Portugal an.
interjeetaria B. 1905 fing ich in der Sierra de Alfa-
car an der Lampe im Juni, Juli einige Tiere, die mir Herr
Püngeler als interjectaria bestimmte. Mendes führt diese
Art von Portugal an.
humiliata Hufn. 1880, 1881 fing ich dieses Tier Ende
Juni (20. 6.) in der Sierra de Alfacar am Licht, und 1905
im ‘Juli ebendaselbst am Köder und an der Lampe in
srösserer Anzahl. Sie sassen oft zu Dutzenden an den
Aepfelschnüren. Zapater und Korb geben Teruel und Vieille-
dent Setubal in Portugal an.
degeneraria Hb. 1880 bei Granada (Sierra de Alfa-
car) gefangen. Nach Mendes im Mai und Juni in Portu-
gal. Nach Zapater und Korb im Juni und August in Teruel,
nach Martorell in Catalonien.
inornata Hw. 1905 im Juni, Juli häufig nachts an
den Aepfelschnüren in der Sierra de Alfacar gefangen.
Kommt nach Mendes auch 'in Portugal, nach Zapater und
Korb in Teruel vor.
ab. agrostemmata Gn. Wie mir Herr Bohatsch
schreibt, sind unter meinen inornata sehr viele Stücke, die
zu dieser kaum einen Namen verdienenden Aberration zäh-
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 309
len. Agrostemmata kommt mit der Stammart (wahrschein-
lich) auch in Aragonien und Portugal vor.
ab. suaveoloria Fuchs. Unter den vielen inornata,
die ich 1905 in der Sierra de Alfacar gefangen habe, be-
findet sich eine Anzahl, die einen rötlichen Schimmer zei-
gen und daher wohl zu dieser Aberration, die nur von
Sizilien bekannt sein soll, rechnen.
deversaria H.S. Im Juni—Juli 1905 in der Sierra de
Alfacar gefunden. Wird auch in Portugal gefangen.
emarginata L. 1880, 1881 bei Granada erbeutet und
1905 in der Sierra de Alfacar im Juni—Juli und in der
Sierra Nevada bei der Dehesa de la Vibora Anfang Au-
gust an der Lampe gefangen. Staudinger gibt nebst Anda-
lusien noch Bilbao für diese Art als Fundorte in Spa-
nien an.
rubiginata Hufn. Anfang August 1905 in der Sierra
Nevada bei dem Cortiio de las Cativas aufgescheucht. Nach
Zapater und Korb in Teruel.
turbidaria H.S. Bei Granada 1880 und 1905 oberhalb
der Alhambra und in der Sierra de Alfacar im Mai, Juni,
Juli, und ein Stück oberhalb der Alhambra am 1. Septem-
ber 1880 gefunden. Wir scheuchten die Tiere in dem Bar-
ranco Bermejo auf. Turbidaria kommt nach Mendes auch
in Portugal vor.
ab. turbulentaria Stgr. Unter der Stammform.
beckeraria Ld. 1905 aus unbekannten Raupen, die
wir im Mai in der Sierra de Alfacar erbeuteten, 2 Stück
dieser Art gezogen. Kommt nach Staudinger in ganz Ibe-
rien vor. Die Raupen waren beim Ketschern gefunden
worden.
marginepunctata Göze. 1880, 1881 im Mai—Juni bei
Granada und 1905 im Juni—Juli in der Sierra de Alfacar
gefangen. An den Felsen von Gibraltar im Juni von Wal-
ker gefunden. Kommt in ganz Spanien und Portugal vor.
Marginepunctata wird man überall im Gebüsch und auf
lichten Stellen am Tage und in der Dämmerung aul-
scheuchen.
ab. pastoraria Joan. Von dieser helleren Aberration,
die Staudinger mit der Stammform zusammenzieht, fing ich
im Juli 1905 eine Anzahl von Stücken bei Granada ober-
310 Carl Ribbe.
halb der Alhambra, besonders aber in der Sierra de Al-
facar. Wie die Stammart auch im übrigen Spanien zu
finden. :
luridata v. romanaria Mill. Kommt nach Staudinger
in Andalusien vor; ein oder zwei Stücke luridata möchte
ich als diese Form, die sich wohl sehr der nächstfolgenden
nähert, ansprechen. Die fraglichen Stücke wurden 1905 im
September von meinem Bruder oberhalb der Alhambra auf-
gescheucht.
v. rufomixtata Rbr. 1880, 1881 fing ich den Falter
am 15. und 31. August an den Darro-Abhängen oberhalb
der Alhambra, am 22. August am Genil in der Vega und
am 13. September an den Abhängen des Genils, dicht bei
dem Kirchhof. 1905 brachte mein Bruder eine Anzahl mit,
die er oberhalb der Alhambra in den Tälern und an den
Darro-Abhängen am Tage gefunden hatte. Walker fing
wahrscheinlich dieses Tier, nicht die typischen luridata, bei
und in Gibraltar im September an Gaslampen. Nach den
Ramburschen Abbildungen, Cat. S. And. 16, 6 u. 7, lässt
sich dieser Falter wirklich nicht bestimmen. Rufomixtata
ist auch in Murcia und in Portugal gefunden worden.
submutata Tr. 1880 bei Granada und in der Sierra
de Alfacar gefangen, und 1905 im August nur in dem vor-
genannten Gebirge erbeutet. Auch in Portugal fand Mendes
diese Art, und Martorell gibt sie von Catalonien an.
strigilaria Hb. 1880 bei Granada gefunden. Ist auch
bei Bilbao nach Staudinger gefunden worden. Zapater und
Korb geben strigilaria von Teruel und Valencia an.
emutaria Hb. Im Frühjahr 1880 bei Granada gefan-
gen. Mendes gibt für Portugal als Erscheinungszeit Mai,
Juli an. Nach Martorell auch in Uatalonien.
imitaria Hb. 1880, 1881 und 1905 in wenigen Stücken
oberhalb der Alhambra gefangen, und zwar 1905 im Mai in
der Dämmerung aufgescheucht. Walker fand imitaria selten
im Juli an dem Gibraltar-Felsen. In Portugal tritt imitaria
in 2 Generationen, im April—Juni und im September bis
Oktober, nach Mendes auf. Zapater und Korb geben für
Teruel den August an, und nach Martorell wird diese Art
auch in Catalonien gefunden.
coneinnaria Dup. Staudinger. gibt Granada, Castilien
und Aragonien für diese Art an. Ich fing das Tier 1880—81
A. br PR BR N Are al 2 En BR TEN ZEN ES LEN A a ER
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Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien, 311
und 1905 im Juni—Juli in der Sierra de Alfacar an der
Lampe.
ornata Sc. 1880, 1881 in Andalusien gefangen. 1905
im April, Anfang Mai bei Mälaga; im Mai, Juni oberhalb
der Alhambra und im Juni, Juli in der Sierra de Alfacar
erbeutet.. Nach Walker von Mai bis August bei Campamento
und San Roque. Kommt auch im mittleren und nördlichen
Spanien, und in Portugal vor. /
violata v. decorata Bkh. 1880, 1881 und 1905 im Mai,
Juni oberhalb der Alhambra aufgescheucht. Kommt auch
in Aragonien und Castilien vor.
Mendes fand die Raupen von decorata im Mai auf Thy-
mus serpylluın. | |
ab. aequata Stgr. 1905 fing ich ein Stück in den Ber-
sen bei Mälaga (April, Anfang Mai), welches mir Herr
Püngeler als aequata bestimmte. Kommt nach Staudinger
in ganz Spanien vor.
Codonia Hb. (Ephyra Dup).
orbicularia Hb. 1880 bei Granada gefunden. Staudinger
kennt das Tier auch von Bilbao.
albiocellaria Hb. 1880 bei Granada erbeutet.
pupillaria Hb. 1905 fingen wir im Juni—Juli dieses
Tier in der Sierra de Alfacar. Walker fing pupillaria in
den Korkeichenwäldern an der Bai von Algeciras im Juli.
Die Raupe lebt auf Cistus und Eichen. Man scheucht die-
sen Spanner am Tage aus dem niederen Eichengebüsch auf,
fängt ihn aber auch nachts an der Lampe. Mendes gibt
für Portugal August und April und Juli an; nach Zapater
und Korb im Juli in Albarracin; nach Martorell in Cata-
lonien.
porata F. Walker schreibt Trans. Ent. Soc. London,
pag. 389, dass er porata selten bei San Roque im Juli ge-
fangen habe. Mendes fand diese Art in Portugal. -
punctaria L. 1905 erbeuteten wir’ ein Stück in. den
Eichenwaldungen der Sierra de Alfacar, und zwar Anfang
Juni; in Portugal fliegt punctaria im Juni nach Mendes.
linearia Hb. 1905 zwei Stück im Juni, Juli in der
Sierra de Alfacar am Licht gefangen. Nach Staudinger ist
das Tier auch bei Bilbao gefunden worden, und Mendes
gibt Portugal an.
812 Carl Ribbe.
suppunctaria Z. 1880 bei Granada nach den Aufzeich-
nungen meines Vaters gefunden. Zapater und Korb geben
für Aragonien den Juni an.
Rhodostrophia Hbh.
vibicaria Cl. 1880—81 bei Granada oberhalb der Al-
hambra im Juni einzeln erbeutet.
Die Raupen leben im Frühjahr an Besenginster. Auch
in Mittelspanien wird vibicaria gefunden.
ab. strigata Stgr. 1905 fingen wir das Tier ganz ein-
zeln in der Sierra de Alfacar, und zwar im Juli; Zapater
und Korb geben für Teruel diese Form an.
sicanaria Z. 1880—81 und 1905 habe ich den Falter
in Andalusien gefangen. April, Anfang Mai einzeln in den
Tälern bei Mälaga. Mai—Juni in allen Barrancos oberhalb
der Alhambra, wo er im Bermejiotale sehr häufig auftrat.
In der Sierra de Alfacar nur einzeln im Juni. Voigt Stett.
Ent. Z. 1889, pag. 373 fing sicanaria in der Nevada bis
5000° hoch. Die Raupe lebt auf Besenginster im Frühjahr.
Nach Staudinger kommt sicanaria in Süd-Iberien und nach
Zapater und Korb in Aragonien vor.
calabraria Z. 1880 in Andalusien (Mälaga April) ge-
fangen. Walker fing calabraria in den Korkeichenwäldern
an der Bai von Algeciras und in der Sierra Carbonera
Ende April und im Mai. Mendes in Portugal im Mai und
Juni.
ab. (v.) tabidaria Z. 1881 und 1905 fingen wir um
Mälaga und um Granada, in der Sierra de Alfacar und ober-
halb der Alhambra vom Mai bis Juli diesen Spanner nicht
selten. Wir hatten auch eine grosse Anzahl von Raupen,
die Besenginster frassen, leider ging beinahe die ganze
Zucht während unsrer Touren nach der Sierra Nevada ver-
loren. Staudinger gibt Hispania s. an.
Timandra Dup.
amata L. 1905 fing mein Bruder (durch Aufscheuchen)
bei dem COortiio de las Cativas im August mehrere amata,
die mit den bei uns vorkommenden ganz übereinstimmen.
Für Portugal gibt Mendes April und Juli, für Teruel
Zapater und Korb Juni an. Martorell kennt amata von
Catalonien.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 313
Larentiinae.
Rhodometra Meyr. (Sterrha H. S.)
sacraria L. 1880—1881 fing ich das Tier nicht zu
häufig bei Granada, und 1905 bei Mälaga und Granada.
Die Daten sind folgende: 1880, Sierra de Alfacar 13. VIL.;
oberhalb der Alhambra (Darro-Abhänge, Barranco de la
7188 1,..13.: VLLT. 115.0V IE. 23: VLIL., 29. 'VILL.,
8.1IX., 5.X., 22.X.; in der Vega am Ge£nil in dem Pappel-
gebüsch 10. VIII., 11. IX. 1905 fing ich das Tier bei Mä-
laga Anfang Mai und bei Granada im Mai, Juni, August,
ferner im Juni, Juli in der Sierra de Alfacar, in der Sierra
Nevada bei dem Cortijo de las Cativas Ende Juli und Ende
August. Aus den verschiedenen Daten kann man wohl .ent-
nehmen, dass diese Geometride in mehreren Generationen
in Andalusien auftritt.
Die Raupe lebt auf Polygonum aviculare. Walker fing
sacraria in der ganzen Gegend um die Bai von Algeciras
während des ganzen Jahres. Sowohl am Tage wie am Abend
und dann auch nachts an der Lampe wird man diesen
Spanner fangen. Mendes fing sacraria in Portugal im Juni
und August; Zapater und Korb in Aragonien im August;
Martorell kennt sacraria von Catalonien.
ab. atrifasciaria Stefan. 1905 zusammen mit der Stamm-
form bei Mälaga und. Granada in beiden Geschlechtern
(vergl. Calberla Iris, p. 79) nicht selten gefangen. Atri-
fasciaria fing Mendes in Portugal im November.
ab. sanguinaria Esp. Mehrfach unter der Stammform
gefangen. Sanguinaria kommt nach NEN EN auch. in
Portugal im September vor.
ab. excaecaria Fuchs. 2 Tiere, die ich bei Granada
gefangen habe, zeigen zeichnungslose Vorderflügel und ge-
hören demnach zu dieser Form.
anthophilaria v. consecraria Rbr. Soll nach Rambur
in Andalusien vorkommen. Walker fing ein Stück in der
Stadt Gibraltar im Oktober.
Lythria Hb.
sanguinaria Dup. 1880, 1881 und 1905 bei Granada,
oberhalb der Alhambra, im Mai, Juni, und in der Sierra
de Alfacar im Juni einzeln gefangen. Staudinger gibt Iberia
314 Carl Ribbe.
und Pyrenäen für dieses Tier an, und Mendes Portugal.
Die Raupe lebt auf Rubia peregrina.
gen. ver. vernalis Stgr. Wenige Stücke im April ober-
halb der Alhambra gefangen. Nach Mendes auch in Portugal.
OÖrtholitha Hb.
plumbaria F. 1905 fing mein Bruder im August meh-
rere Stücke in der Sierra Nevada, dicht bei dem Cortijio de
las Cativas. Ist nach Staudinger auch bei Bilbao gefangen
worden. Zapater und Korb kennen plumbaria von Aragonien.
cervinata Schiff. Auch diese Art fing mein Bruder
1905 in der Sierra Nevada (Ende August). Dieser Spanner
ist nach Staudinger auch in Catalonien, und nach Mendes
in Portugal gefangen worden.
limitata Sc. 1880, 1881 und auch 1905 nicht selten im
August in der Sierra Nevada, 1800 m hoch, und im Juli
bis August einzeln in der Sierra de Alfacar gefunden. Die
andalusischen Tiere sind gross und kontrastreich gezeich-
net; einige Stücke sind, was die Binden anbelangt, sehr
verdunkelt; andere wieder, vor allem die 29 sind sehr
hell gefärbt. Limitata wurde auch in Aragonien gefunden.
ab. defaseiata Rbl. Tiere, die auf der Vorderflügel-
Oberseite keine dunkle Mittelfeldzeichnung aufweisen, sind
recht selten; ich erbeutete nur 2 Stücke.
ab. prieta nov. ab. Ebenso selten findet man Stücke
mit ganz verdunkelten Vorderflügel-Oberseiten und dunkel
‘ gerandeten Hinterflügel - Oberseiten in Andalusien. Diese
Tiere bezeichne ich als prieta. |
ab. medioprieta nov. ab. Ein Stück fand ich in der
Sierra de Alfacar, bei welchem nicht nur das Mittel-, son-
dern auch das Wurzelfeld der Vorderflügel-Oberseite dunkel
gefärbt war. Diese Abweichnung benenne ich medioprieta.
moeniata Sc. 1905 fing mein Bruder mehrere Stücke
in der Sierra Nevada, 1800 m hoch, bei der Dehesa de la
Vibora, und zwar Anfang August. Das Tier kommt nach
Staudinger auch in Catalonien vor.
peribolata Hb. 1881 am 19. IX. und 29. IX. bei Gra
nada oberhalb der Alhambra an den Darro-Abhängen an
der Lampe gefangen; 1905 oberhalb der Alhambra im Sep- E
tember aufgescheucht und ein Stück im August in der Sierra a
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 315
Nevada erbeutet. Walker fing peribolata in den Wäldern
bei Algeciras im Oktober. Staudinger gibt Iberien für diese
Art, und Mendes Portugal an.
bipunctaria Schiff. 1880 und 1905 in der Sierra Ne-
vada bei der Dehesa de la Vibora im August gefunden.
Die andalusischen Stücke sind sehr hell gefärbt. Auch
Staudinger fing den Falter im August in der Sierra Ne-
vada und führt noch Catalonien als Fundort in Spanien
an. Zapater und Korb geben Aragonien an.
Nach bipunctaria sollte am besten die Larentia alfaca-
ria Stgr. — nevadensis Rambur eingestellt werden. Es ist
mir ganz unverständlich, wie sie zu den Larentien sich ver-
irren konnte. Nur weil ich mich an den Staudinger-Rebel-
Katalog halte und da ich die Zusammenstellung einer Fauna
nicht für die geeignete Gelegenheit halte, um System-Aen-
derungen vorzunehmen, habe ich alfacaria bei den Laren-
tien stehen lassen.
Be Minoa Tr.
murinata Sc. 1905 Anfang Juni in der Sierra de Al-
facar erbeutet. Staudinger führt Bilbao und Catalonien für
dieses Tier an und Zapater und Korb Teruel.
Odezia B.
atrata L. 1871, 1880, 1881: und 1905 im Juni, Juli
in der Sierra de Alfacar und im Juli, August bis 1800 m
hoch in der Sierra Nevada, überall am Tage, anzutreifen.
Atrata ist auch in Castilien nach Staudinger gefunden wor-
den. Mendes gibt Portugal, Zapater und Korb Teruel und
Martorell die Pyrenäen an.
v. pyrenaica Gmppbg. Einmal in der Sierra Nevada
unter der Stammform. Staudinger gibt die Pyrenäen an.
Lithostege Hh.
farinata Hufn. Unter meinen Notizen finde ich, dass
ich dieses Tier 18380 oder 1881 bei Granada gefangen habe.
griseata Schiff. Staudinger gibt für diese Art Anda-
lusien an. Zapater und Korb fanden griseata im Juni in
Teruel in Aragonien, ferner in Valencia, und Martorell
führt die Pyrenäen an. Bauer hat diesen Spanner bei
Sevilla gefangen.
316 | Carl Ribbe.
—
Anaitis Dup.
plagiata L. 1880, 1881 und 1905 sowohl oberhalb der
Alhambra, als auch in der Sierra de Alfacar im Juni, Juli
nicht selten aufgescheucht. Walker fing plagiata nicht
selten im Mai und Juni bei San Roque und erwähnt, dass
die südandalusischen Stücke wie die der 2. Generation in
England aussehen. In Portugal im April, Juli und No-
vember nach Mendes, in Teruel im August nach Zapater
und Korb, und nach Martorell gemein in Catalonien.
ab. pallidata Stegr. Verschiedentlich unter der Stamm-
form.
Chesias Tr.
spartiata Fuesl. 1905 im August fing mein Bruder
ein Stück in der Sierra Nevada in dem Tale bei dem Cor-
tiio de las Cativas, 1500 m hoch. Nach Staudinger ist das
Tier in Catalonien und Castilien gefunden worden. Zapa-
ter und Korb geben Aragonien an. Mendes fand spartiata
gemein im März, Oktober, November in Portugal. Die
Raupe lebt im März, April an Cytisus albus.
rufata T. Walker fing diesen Spanner selten im
März bei Campamento. Nach Martorell wird er auch in
Oatalonien und nach Zapater und Korb in Teruel (im
Frühjahr) gefunden. Mendes gibt rufata als gemein für
Portugal an.
Lobophora Curt.
halterata Hufn. 1905 fing ich am 10. Juli im Rio
Goterön in der Sierra Nevada ein Exemplar dieser Art.
Nach Staudinger ist halterata auch in Castilien gefunden
worden.
Triphosa Stph.
dubitata L. 1880 in der Sierra Nevada gefangen. Bei
Bilbao kommt nach Staudinger das Tier auch vor. Zapa-
ter und Korb geben August für Teruel an.
Eucosmia Stph.
montivagata Dup. 1871, 1880, 1881 und 1905 in der
Sierra Nevada gefangen, und zwar an folgenden Tagen:
18571 am 17.—22. Juli, 31. Juli bis 2. August; 1880 am
23.—25. Juli; 1881 am 4.—7. Juli, 27.—30. Juli; 1905 am
8.—12. Juli und 29. Juli bis 2. August. Montivagata fliegt
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Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 317
in den Tälern und Schluchten, die von der Loma de S. Gero-
nimo nach Nord-Östen, also nach dem Genil zu hinabgehen,
in einer Höhe von 1800—2000 m. Unsere Hauptfangstelle
war in einem Tale, das, östlich von der Dehesa de la
Vibora, von der Loma de S. Geronimo bei den Cortiios
de las Cativas vorbeigehend, steil nach dem Genil abfällt.
Es führt bei den Cortijo-Leuten den Namen Tajo; in ihm
führt ein schlechter Pfad, einen kleinen Teich an hoher
'Felsenwand rechts (von unten gerechnet) liegen lassend,
nach dem Schneeweg hinauf. Montivagata ist hauptsächlich
oberhalb der Cortijos in dem, betreffenden Tale an den Fel-
senwänden zu suchen, immerhin aber nicht leicht zu fan-
sen, da man das Tier auischeuchen muss, und wenn man
dann mit dem Netze fehlschlägt, an ein Verfolgen nicht
denken kann. Die Raupe lebt nach Püngeler bei Zermatt
an Berberis vulgaris im August, September. In der Sierra
de Alfacar fing ich 1905 im Juli ein Stück auf dem nach
Süden gelegenen Hochkamm.
Die montivagata, die ich 1905 in der Sierra Nevada
gefangen habe, stimmen nicht ganz mit solchen aus Wallis
überein. Die Vorderflügel sind schärfer gezeichnet, der
Mittelstrich ist bindenartig breit, dunkel. Die Hinterflügel
sind nicht einförmig grau, sondern bis zur Mitte sind Wel-
lenlinien sehr gut erkennbar. Auch mit der von Staudin-
ger beschriebenen hyrcana stimmen die Nevada-Tiere nicht
ganz überein. Bei reichlichem Material aus andern Gebie-
ten wird es sich wahrscheinlich herausstellen, dass die an-
dalusischen montivagata eine eigene Lokalrasse bilden, und
könnte man diese dann ganz gut als andalusica ah-
trennen.
Scotosia Stph.
rhamnata Schiff. 1905 im Juni und Juli in der Sierra
de Alfacar aufgescheucht. Wird auch in Castilien und Ara-
gonien nach Staudinger gefunden.
Larentia Tr.
siterata Hufn. Ist nach Staudinger bei. Granada und
in Castilien gefangen worden. Die Raupe lebt im Mai und
im August auf Obstbäumen.
viridaria F. 1880 bei Granada gefunden. Staudinger
gibt auch Castilien an. Die Raupe lebt im Frühjahr an
318 N DarRinbe
Taubnesseln und Ampfer, muss jedoch in der Dämmerung
und nachts gesucht werden, da sie am Tage verborgen lebt.
firmata Hb. (ab. ulicata Rbr.). 1881 bei Granada ge-
fangen, wahrscheinlich ist es die von Rambur beschriebene
Varietät ulicata gewesen, die in ÜOastilien gefunden wird.
Auch in Teruel kommt ulicata nach Zapater und Korb vor.
salicata v. ablutaria B. 1851 am 17. September ober-
halb der Alhambra, an den Darro-Abhängen gefangen.
Staudinger führt das Tier auch von Catalonien an, Men-
des die Stammform von Portugal (Mai).
flavolineata Stgr. 1880, 1881 im Oktober fing ich
dieses Tier in nur wenigen Stücken bei Granada oberhalb
der Alhambra an den Abhängen des Darros. 1905 brachte
mein Bruder nicht ein Stück dieser Art mit, obgleich ich
ihm die Stelle genau gezeigt hatte. Flavolineata sitzt am
Tage an Felswänden und muss aufgescheucht werden. Die
Fundstelle ist nicht allzu schwer zu finden, wenn man von
der Algives de la Lluvia den Eselweg so weit verfolgt,
bis er sich den Darro-Abhängen am meisten genähert hat,
zirka 200—300 m von der Algives bergan, kurz vordem
der Weg die höchste Stelle der Llanos erreicht, wird man
links einen wenig betretenen, schmalen Fusssteg haben, |
der auf dreiviertel Höhe des Darro-Abhanges entlang führt. :
Hier wird man verschiedentlich senkrecht abfallende Felsen
zur rechten Hand haben; diese sind die Fundstellen von
flavolineata und von vielen andern guten Sachen. Leicht
‚ist der Fang hier nicht, denn oft ist das Gelände so ge- ;
fährlich, dass ein geringer Fehltritt genüst, um abzustür- }
zen. Staudinger erwähnt in seiner Beschreibung, dass auch f
Zach dieses Tier gefangen hätte, doch ist dem nicht so,
sondern beruht nur auf einer Kombination des Autors.
Auch in Portugal soll flavolineata gefangen worden sein.
Mendes schreibt in Broteria II, pag. 62, dass diese Art in
der Serra da Guardunha gemein sei; ob hier nicht eine
falsche Bestimmung Veranlassung zu dieser Bemerkung über
das Vorkommen gegeben hat?
fluetuata L. 1880 bei Granada gefangen. Walker
fing die Art im Herbst an den Gaslampen von Gibraltar.
Staudinger schreibt, Iris 5, pag. 229, dass einige fluctuata
aus Andalusien und Algerien seiner Sammlung beinahe mit
der v. acutangulata übereinstimmen. Staudinger zog fluc-
ÜBTE na nu a RL TEA Be a N SE TJA 3 RA BE
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 319
tuata aus der Raupe in Mälaga. Mendes gibt März, April,
November und Dezember für diese Art in Portugal, Zapa-
ter und Korb Juli, August für Teruel an. Martorell kennt
fluctuata von Catalonien.
v. neapolisata Mill. Kommt nach Staudinger in An-
dalusien vor.
disjunetaria v. iberaria Rbr. Kommt nach Rambur
und Staudinger in Andalusien (Mälaga) und Murcia vor.
alfacaria Stgr. 1871, 1880, 1881, 1905 zu denselben
Zeiten und beinahe an denselben Stellen wie Eucosmia mon-
tivagata in der Sierra Nevada gefangen. Alfacaria fliegt
etwas höher als die Eucosmia, die beste Fangstelle war
das bei montivagata erwähnte Tal, Tajo genannt, in: seinen
obersten Teilen, da wo es auf der Loma de S. Geronimo
entspringt, und wo seine Sohle mit grossen [lachen Stein-
platten bedeckt ist. Beinahe unter jeder Steinplaite wurde
nachmittags, wenn wir vom Fang zurückkamen, alfacaria
aufgestöbert, die wenigsten wurden jedoch gefangen, da dem
schnellfliegenden Tiere in dem steinigen, steilen Gelände
nicht nachzulaufen war. Oben waren die Tiere frisch, 300
bis 500 Meter tiefer aber schon abgeflogen. Staudinger
schreibt, dass er ein Pärchen dieser Art Mitte Juli in der
Sierra de Alfacar, und einen & Anfang August aui der
Sierra Nevada gefangen habe. In seiner Beschreibung ver-
gleicht Staudinger das Tier mit Ortholitha bipunctaria.
Püngeler, dem ich meine alfacaria einschickte, rechnete die
Tiere auch zu Ortholitha, wozu sie auch wahrscheinlich .
eher, als zu Larentia gehören. Bohatsch schreibt mir eben-
falls, dass alfacaria sicher keine Larentia sei.
multistrigaria Hw. Ist nach Staudinger in Andalusien
(?) und in Catalonien gefunden worden, und zwar im zei-
tigen Frühjahr. Vieilledent gibt für Setubal in Portugal den
März an.
vespertaria Bkh.. 1880 bei Granada gefunden, kommt
nach Staudinger auch in Aragonien vor.
montanata Schiff. 1880 bei Granada erbeutet. Voigt
Stett. Ent. Z., p. 385, 1889 schreibt, dass er im Juli bis
Ausust montanata in der Sierra Nevada bei dem Cortijo de
S. Geronimo gefangen habe, vielleicht war es v. iberica
Stgr.? Montanata ist‘ nach Zapater und Korb im Juli,
320 | Carl Ribbe.
August in Teruel gefunden worden. Staudinger gibt Casti-
lien und Andalusien mont. an.
v. iberica Stgr. Nach Staudinger in Andalusien (monf.
alt.) und in ÜCastilien gefangen worden.
fluviata Hb. 1880 bei Granada erbeutet. Walker fing
diese Ari einzeln im ganzen Jahre bei Gibraltar. Mendes
gibt für Portugal die Monate April, Juni, Juli, September
an. Zapater und Korb führen das Tier von Teruel an,
Martorell von Üatalonien.
tophaceata Hb. 1880 bei Granada erbeutet. Das Tier
kommt nach Staudinger auch bei Bilbao und in den Pyre-
näen vor.
achromaria Lah. Kommt nach Staudinger in Anda-
lusien (?) und in den Pyrenäen vor.
numidiata Stgr. Numidiata ist nach Stücken, die von
Böne (Prov. Constantine) stammen, von Staudinger be-
schrieben worden, soll aber auch bei Murcia gefunden wor-
den sein. Staudinger lässt es zweifelhaft, ob seine numi-
diata nicht eine dunkle Lokalform von seiner ibericata
ist. Dies ist auch der Grund, warum ich numidiata für
Andalusien mit anführe, denn wenn es nur eine dunkle
Varietät ist, ist es sehr leicht möglich, dass unter ibericata
in Andalusien auch numidiata vorkommt.
alfacariata Rbr. — ibericata Stgr. Staudinger schreibt
p. 240, Iris V: „Die Cidaria ibericata Stgr. wurde von
Rambur als alfacariata abgebildet, aber nie beschrieben, da
ich bereits 7 Jahre früher (1859), als diese Abbildung er-
schien (1866), eine andre Cidarıa als allacaria beschrieben
hatte, musste der Rambursche Name geändert!‘ werden.“
Diese Namenänderung; von Staudinger kann unbedingt nicht
aufrecht erhalten werden, er erkennt ja allen andern von
Rambur nur abgebildeen und nie beschriebenen Tieren
die Priorität zu, und dann kann blosse Namenähnlichkeit
doch niemals die Berechtigung zur Einziehung eines Namens
bedingen; die Namen alfacariata und alfacaria
unterscheiden sich doch sehr gut. Das merkwürdige Vor-
gehen Staudingers entbehrt nicht der Komik. Staudinger
beschreibt seine Cidaria ibericata in der II. Ausg. seines
Katalogs und in der III. Ausgabe unter 3363b eine Varietät
von Öidaria montanata als v. iberica.. Wäre nun das Stau-
dingersche Prinzip anzuwenden, dann müsste doch wohl
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Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 32]
der Name iberica eingezogen werden. Alfacariata kommt
bei Granada von Ende August bis Ende Oktober, bei Chic-
lana und Mälaga Anfang März vor, ferner auch in Cata-
lonien und Murcia (Algezaras, Korb). Ich erbeutete das
Tier 1880 und 1881 oberhalb der Alhambra am Tage und
auch abends an der Lampe vom 19. August bis 7. Oktober.
frustata Tr. 1880 fing ich das Tier oberhalb der Al-
hambra im Juli. Staudinger gibt auch Andalusien an.
ab. fulvocinetata Rbr. 1905 fing ich das Tier im Au-
sust mehrfach an derselben Stelle wie Eucosmia montiva-
gata in der Sierra Nevada.
dsarıa fi. 8. 1880. undl1905' erbeutete: ich, den’ Fal-
ter im April in den Bergen, die nördlich von Mälaga
(Sierra Coronada) liegen, jedoch nur wenige meist abge-
flogene Stücke. Nach Staudinger auch in Murcia bei Alge-
zaras (Korb) heimisch.
kalischata Stgr. Stammt nach Staudinger von Mälaga,
wo das Tier wohl im März, April gefangen resp. gezogen
wurde. Ich erbeutete 1905 ein wenig gut gehaltenes Stück
im Juni in der Sierra de Alfacar. Nach Staudinger kommt
diese Art auch in Murcia bei Algezaras (Korb) vor.
eupreata H. S. Kommt nach Staudinger in Andalu-
sien (Mälaga) und auch in Murcia vor. Korb fing cupre-
ata bei Algezaras in Murcia an der Lampe.
malvata Rbr. Nach Staudinger kommt der Falter in
Andalusien (Cadiz) vor, und zwar im Oktober. November.
Zapater und Korb geben für Teruel Juli und August,
Vieilledent für Setubal in Portugal Oktober an. Die Raupe
lebt im Winter bis Februar an Malva- und Lavathera-Arten.
basochesiata Dup. Diese Geometride kommt nach
Staudinger in Andalusien und auch in Catalonien vor, und
zwar im Herbst bis in den Winter und Frühling. Walker
fing das Tier in Gibraltar an den Gaslampen im Oktober.
Vjeilledent führt basochesiata für Portugal (Februar, März)
an. Nach Milliere lebt die Raupe im Winter und im Früh-
jahr bis Mai an Rubia peregrina.
permixtaria H. S. Staudinger gibt Andalusien und
Castilien für dieses Tier an. Er fing permixtaria bei Gra-
nada. Vergl. Iris 5, pag. 244.
*21
EUREN Carl Ribbe.
galiata Hb. 1880 bei Granada (Sierra Nevada), 1905
fing mein Bruder bei der Dehesa de la Vibora in der
Sierra Nevada Ende August mehrere Stücke an der Lampe.
Kommt auch bei Barcelona und nach Zapater und Korb
im Juli in der Sierra de Albarracin (alta) vor.
rivata Hb. 1905 im Juli in der Sierra Nevada gefun-
den. Staudinger gibt noch Bilbao und Aragonien (?) als
Fundgegenden in Spanien an. Die Raupe lebt an Galium
im Juli und September.
alchemillata L. 1905 fingen wir mehrere Stücke in
der Sierra de Alfacar an der Lampe, und zwar im Juni,
Juli. Auch bei Bilbao ist nach Staudinger das Tier ge-
funden worden. |
minorata Tr. 1905 fing ich ein Stück im Juli in der
Sierra de Alfacar, und soweit ich mich erinnern kann, an
der Lampe. Dieses Stück war mir als unifasciata bestimmt
worden, und da mir die Bestimmung zweifelhaft war, bat
ich Herrn Bohatsch um Nachbestimmung, der dann auch
feststellte, dass eine Verwechslung vorlag, und dass mein
Tier sicher zu minorata zu rechnen sei. Minorata kommt
auch in den Pyrenäen vor.
flavofaseiata Thnbg. Staudinger gibt Andalusien
(Chielana) bei dieser Art an, Mendes fing diesen Spanner
im Mai in Portugal.
bilineata L. 1880 und 1905 überall.um Granada, in
‘ der Sierra de Alfacar und Nevada bis 1800 m hoch im
Juni, Juli, August gefunden. Walker fing diesen Spanner
in den Korkeichenwäldern bei Algeciras im Juli. Kommt
wohl in ganz Spanien und nach Mendes auch in Portu-
gal vor.
ab. infuseata Gmppbrg. Mehrere Stücke meiner Aus-
beute von 1905 gehören zu dieser Aberration.
ab. testaceolata Stgr. Einzeln unter der Stammform.
Staudinger gibt Iberien für diese Form an. Die andalusi-
schen Stücke sind gesättigt orangefarben.
lasithiotica Rbl. 1880 fing ich diese Art, die erst
vor kurzem von Prof. Rebel aus Creta beschrieben wurde,
in mehreren Stücken in der Sierra de Alfacar. Auf das
eine dieser Stücke bezieht sich das Zitat im Staudinger-
Rebel-Katalog bei berberata — And. (mont 1). Staudin-
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 393
ger hatte das Tier verkannt und fälschlicherweise in sei-
ner Sammlung zu berberata gesteckt. 1905 brachten wir
zirka 20 Stück von lasithiotica mit, die mir Herr Pünge-
ler als berberata bestimmte, da mir diese Bestimmung nicht
richtig schien, schickte ich sechs (den Rest) der fraglichen
Tiere an Herrn Bohatsch, der mir nach Vergleich mit der
Type von lasithiotica im Wiener Museum mitteilte, dass
meine angeblichen berberata alle zu der von Rebel be-
schriebenen neuen Art rechnen.
Lasithiotica fing mein Bruder im August in der Sierra
Nevada in dem Tale bei der Dehesa de la Vibora, zirka
1800 m hoch, nachts an der Lampe.
alhambrata Stgr. Diese Art fing ich nur oberhalb der
Alhambra, und zwar 1880—81 an folgenden Stellen und
ea 21 IX. PER... 1A X 15.160,18.
an den Abhängen des Darros, dort wo die Eichen stehen,
mit der Lampe, und am 13. X. in dem Barranco de la
Arena 17 Stück ebenfalls an der Lampe. 1905 fing mein
Bruder das Tier oberhalb der Alhambra an den Darro-Ab-
hängen und in dem oberen Bermejo-Tale, am Tage durch
Aufscheuchen und nachts an der Lampe. Staudinger gibt
noch Murcia an. Nach der Abbildung von Rambur ist
alhambrata nicht zu erkennen; vergl. Iris 1906, Taf. V
und VIII. Staudinger fing am 1. Oktober ein @ an einer
Mauer auf der Alhambra. Korb gibt mir Algezaras für
Murcia an, er fing alhambrata angeblich häufig (?) an
der Lampe.
Asthena Hnh.
nymphulata Gn.. Nach Rambur und Staudinger ist
diese Art in Andalusien gefunden worden.
Tephrocelystia Hb.
Zu dieser Gattung bemerke ich, dass ich die 1905 ge-
fangenen Tiere und die Liste der 1880 und 1881 erbeuteten
Arten Herrn K. Dietze zur Bestimmung und Durchsicht
vorgelegt habe. Zu meiner Liste der in Andalusien vor-
kommenden Arten bemerkt Herr Dietze, „dass ich dieselbe
ruhig bringen könnte, selbst wenn, was sehr wahrscheinlich
ist, von den 1880—81 gefangenen Tieren einige falsch be-
stimmt waren. Die Eupithecien erfreuen sich einer so ausser-
ordentlich grossen geographischen Verbreitung, dass etwa
324 Carl Ribbe.
falsch bestimmte später doch noch in Andalusien aufge-
funden werden.“
gratiosata H. S. 1905 zogen wir aus einer unbekann-
ten Puppe aus der Sierra de Alfacar ein Exemplar dieser
Art im Juni. Auch in Murcia ist gratiosata gelunden wor-
den. Korb gab mir als genaueren Fundort in Murcia
Algezaras an. Mendes fand gratiosata im Juni in Portugal.
Die Raupe lebt.im Juli an den Blüten von Ferulago gal-
banifera und Heracleum spondylium.
oblongata Thnbg. 1880 und 1881 nicht selten überall
oberhalb der Alhambra im September bis Mitte Oktober am
Tage und in der Nacht an der Lampe gefangen. 1905 an
denselben Stellen im September einzeln von meinem Bruder
erbeutet. Walker fing oblongata nicht selten im Frühjahr
und Herbst am Felsen von Gibraltar. Mendes gibt Portu-
gsal, Martorell Catalonien, Zapater und Korb Teruel an.
brevieulata Donz. 1880 im Juni und Juli in der Sierra
de Alfacar.
Die Raupe lebt auf Ptychotis heterophylla. In Portu-
gal ist diese Art nach Mendes sehr selten.
extremata F. 1880 bei Granada gefangen.
linariata F. 1880 bei Granada erbeutet. Kommt nach
Staudinger auch in Castilien vor. Flugzeit im Juni, Juli.
laquaearia H. S. Nach Rambur und Staudinger ist
diese Geometride in Andalusien und Aragonien gefunden
worden, ich fing 1905 mehrere Stücke in der Sierra de
Alfacar, und zwar im Juni. Die Raupe lebt im September
in den Blüten und Samen von Euphrasia und Rhinantus.
Vieilledent kennt laquaearia von Setubal in Portugal.
liguriata Mill. (= roederaria Stndf.). 1905, am 16. Juni,
erbeutete ich ein Exemplar in einer der Höhlen, die oben
auf der Silla del Moro bei Granada sich befinden; obgleich
wir sehr eifrig weitersuchten, konnte ich kein weiteres Stück
finden. Durch diesen Fund ist also das sichere Vorkommen
von liguriata in Süd-Spanien nachgewiesen worden. Stau-
dingers Annahme, dass roederaria — liguriata in Castilien
vorkommt, ist nach brieflicher Mitteilung von Herrn Dietze
falsch, das in Frage kommende Tier soll eine ganz andere
Art sein.
a
Sn, Las
1904 hat Herr Spröngerts in den Ost- Pyrenäen bei
Sorele in der Ermitage d’Oultrera einen Falter, und bei
Le Vernet die Raupen von liguriata (auf Sedum) gefunden.
Man kann also sehen, dass die einst so seltene Eupithecia
aus dem Schafstall bei Digne ein grosses Verbreitungsge-
biet hat, und an besonderen Stellen gar nicht so selten sein
mag.
Mendes führt roederaria von Portugal (Mai) an.
eriguata Rbr. Soll bei Granada nach Rambur und
Staudinger geiunden sein. Herr Dietze schreibt zu dieser
fraglichen Art: „Eriguata Rbr., nie beschrieben, nur abge-
bildet, dürfte sich später als irriguata Hb.-Form heraus-
stellen. Sie können sie ruhig aufnehmen. Ich glaube
nicht an ihre Existenz“.
irriguata Hb. Staudinger gibt für dieses Tier Anda-
lusien an, er fing es im April und Mai bei Chiclana.
indigata Hb. 1880 bei Granada erbeutet, ist auch in
Castilien nach Staudinger gefunden worden.
Die Raupe lebt im Sommer an Nadelbäumen.
venosata F. 1880 am 4. Juni in der Sierra de Alfa-
car erbeutet. Nach Mendes im April und Mai in Portugal,
und nach Martorell auch in Catalonien (Pyrenäen).
carpophagata Rbr. Soll nur in Andalusien (?) vor-
kommen.
Iris X, pag. 108, Taf. 3, Fig. 69, beschreibt Staudinger
eine T. carpophilata nach einem Stück aus Aragonien und '
einem zweiten vom Ussuri. Das Stück von Aragonien ist,
wie mir Herr Dietze brieflich mitteilte, sicher nur die süd-
europäische Form der alliaria Stgr. Es ist höchst wahr-
scheinlich, dass auch carpophagata Rbr., wenn nicht ganz
mit alliaria zusammenfällt, so doch nur eine Lokalform ist,
Mit der Ramburschen Abbildung lässt sich bei den Eupi-
thecien. wirklich nichts anfangen.
euphrasiata H. S. 1905 in wenigen Stücken in der
Sierra de Alfacar und Sierra Nevada im Juli— August an
der Lampe gefangen. Wurde nach Staudinger auch bei
Bilbao gefangen.
gemellata H. S. Ist, nach Staudinger in Andalusien
und Aragonien gefangen worden. Flugzeit fällt in Mai bis
in den August, wahrscheinlich gibt es 2 Generationen.
326 Carl Ribbe.
Die Raupe lebt in den Kapseln und Blüten von Tunica
saxifraga.
distinetaria H. S. 1905 im Juli fingen wir das Tier
in der Sierra Nevada bei dem COortiio de las Cativas. Di-
stinctaria kommt nach Staudinger auch in Castilien vor.
vulgata Hw. 1880 bei Granada erbeute. Kommt bei
Bilbao (?) und in Castilien nach Staudinger vor.
castigata Hb. 1880 fingen wir dieses Tier bei Granada,
welches nach Staudinger bei Granada und auch bei Bilbao.
und in Castilien gefunden wird. Die Flugzeit fällt in Mai
und Juni.bei Granada. Zapater und Korb geben castigata
für Teruel an.
subnotata Hb. 1905 im Juli in der Sierra de Alfacar
ein Stück gefangen. Kommt auch in Castilien nach Stau-
dinger vor.
helveticaria B. 1880 bei Granada gefangen. Auch von
Castilien und den Pyrenäen ist das Tier nach Staudinger
bekannt.
satyrata Hb. Walker fing dieses Tier hin und wieder
in den Korkeichenwäldern an der Bai von Algeciras im
Mai und Juni.
seopariata Rbr. Nach Staudinger und Rambur ist das
Tier in Andalusien, den Pyrenäen, Catalonien und bei Bil-
bao, nach Zapater und Korb in Aragonien. und nach Men-
des in Portugal gefunden worden. Der Falter fliegt in
Andalusien im April, Mai und Juni. Die Raupe lebt im
Herbst auf Erica arborea und scoparia. | Ne
suceenturiata ab. ligustieata’ Donz. Im August 1905
fing ich ein Stück in der Sierra Nevada bei der Dehesa de
la Vibora. 1800 m hoch. Herr Dietze, der .das Tier be-
stimmte, schreibt, dass es die dunkle Gebirgsfiorm der Alpen
sei, die man unter dem Namen ligusticata Donzel kennt.
Kommt auch in den Pyrenäen vor.
millefoliata Rössl. 1871 bei Granada gefangen. Stau-
dinger gibt Spanien an. |
semigraphata Brd. Von dieser Art, die Staudinger
von ÜOatalonien, Castilien und Murcia kennt, erbeutete ich
1880 einige Stücke bei Granada.
unitaria °H. S. Kommt nach Staudinger in Andalusien
(Ronda) und Murcia vor. Korb gibt mir Algezaras als
näheren Fundort in Murcia an, er fing unitaria im April
und Mai.
Re EEE) NER EBERLE WR 10 06 ® a an Dh ARE LANE RL u 3
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Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 3
2 . riparia H. S. Nach Staudinger in Andalusien (Gra-
Ä nada) gefunden worden. Riparia ist ein Frühjahrstier, das
im Mai bei Granada gefunden wurde.
massiliata Mill. Staudinger gibt Andalusien und Cata-
lonien für diesen Spanner an. Massiliata fliegt im April;
die Raupe lebt im Mai und Juni auf Quercus coceifera.
Massiliata scheint 2 Generationen zu haben, da Staudinger
das Tier am 23. September und 30. März bei Chiclana fing.
innotata Hufn. 1880 fing ich das Tier bei Granada.
Es kommt auch in den Pyrenäen vor. In Süd - Spanien
wahrscheinlich in mehreren Generationen.
unedonata Mab. Soll in Süd-Andalusien (Cadiz, Chie-
lana?) vorkommen, und zwar dort. wo Arbutus unedo
wächst. Ist auch in Catalonien und Murcia nach Staudin-
ger heimisch. Korb gibt Algezaras als genauen Fundort
in Murcia an. Unedonata fliest im März und April. Die
Raupe lebt im Herbst.
rosmarinata Mille Kommt nach Staudinger in Murcia
und auch in Andalusien vor. Rosmarinata soll erst im
Spätherbst fliegen.
Martorell gibt rosmarinata für Catalonien an.
} | abbreviata Stph. Ist nach Staudinger in Andalusien
(Chiclana Anfang Februar) und Catalonien, nach Zapater
und Korb in Teruel im Juni gefunden worden.
cocceiferata Mill. Herr Dietze schreibt mir. dass dieser
Name Millieres beibehalten werden muss, da semitinctaria
nur eine Lokalform die auf Corsica und den Canarischen ,
Inseln vorkommt, sei. Coceiferata kommt in Andalusien,
nach Martorell auch in ÜOatalonien vor.
dodoneata Gn. Kommt nach Staudinger in Andalusien
bei Ohielana und in Catalonien vor. Dodoneata ist ein Früh-
| jahrstier.
3 sobrinata v. castiliana. 2 Stücke fing mein Bruder im
August— September in der Sierra Nevada, 1800—2000 m
| hoch. Herr Dietze schreibt mir, dass meine Stücke der
Varietät gsraeseriata sehr nahe kämen. Staudinger
kennt sobrinata von Bilbao und Castilien, Zapater und Korb
’ geben Teruel an.
Gymnoscelis Mabille.
pumilata Hb. 1880--81 und 1905 überall gefangen, im
April in Mälaga, im Mai und Juni oberhalb der Alhambra
328 Carl Ribbe.
im Bermeiotale, "und im Juni, Juli in der Sierra de Alfa-
car. Walker fing pumilata im Frühjahr und Herbst bei
Gibraltar. Kommt in ganz Spanien und auch in Portugal
vor.
v. tempestivata Z. Nach Staudinger kommt diese Form
bei Mälaga vom März bis Juni, und bei Chiclana im April
vor. Nach Mendes selten im Mai in Portugal, und nach
Martorell auch in Catalonien.
v. parvularia H. S. Soll ebenfalls nach Staudinger
in Andalusien gefunden worden sein, und zwar bei Gra-
nada. Für Portugal gibt Mendes Juli und August an. Nach
Dietze kommt in Murcia noch die Form incertata Mill. und
in Oastilien nigrostriata vor, bei der Variabilität von pumi-
lata ist es wohl möglich, dass beide Formen auch in An-
dalusien fliegen.
Phibalapteryx Stph.
polygrammata Bkh. Im August 1905 erbeutete mein
Bruder in der Sierra Nevada bei der Dehesa de la Vibora
zwei Tiere, das eine ist die Stammform und das andre die
v. conjunctaria Ld.; auch 1880 habe ich das Tier bei Gra-
nada gefunden. Staudinger gibt Catalonien und Bilbao an.
Mendes Portugal.
v. conjunetaria Ld. Die Raupe von polygrammata
soll von Juli bis September auf Labkraut leben.
seorteata Stgr. Von Staudinger bei Chiclana gefan-
gen, und zwar im Frühjahr.
Orthostixinae.
Chemerina.
ealiginearia Rbr. Wir erbeuteten ein Stück dieser Art
1905 im Mai bei Granada, oberhalb der Alhambra, im Bar-.
ranco Bermejo. Staudinger fing diesen Spanner bei Cadiz
und Chiclana, er kennt ihn auch noch von Catalonien.
Für S. Fiel in Portugal gibt Mendes März und April und
für Teruel in Zentral-Spanien Zapater und Korb den Juli
an. In Süd-Spanien soll caliginearia schon im Januar und
Februar fliegen. Die Raupe lebt vom April bis Juni auf
Cistus.. Milliere fütterte seine Raupen mit Helianthemum
polyfolium.
2 1a > Bu AR NZ
Mr, N
Pr
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 329
id
ab. andalusica n. ab. Caliginearia kommt im Süden
der iberischen Halbinsel in zwei Formen vor. Die eine
typische hat auf der Oberseite der Vorderflügel scharf aus-
geprägte helle Binden, die andre seltenere Form hat keine
Binden. Die Vorderflügel sind einfarbig rötlichgrau; mein
sranadinisches Stück gehört zur letzteren Form, und nenne
ich sie andalusica, wenn nicht hierfür der Name rambu-
raria B. einzutreten hat. Hofmann schreibt p. 145 (Die
Grossschmetterlinge Europas), bei der Gattung Chemerina:
„Beide Geschlechter geflügelt, ungeeignet zum Fluge.“ Wir
fingen unser Stück fliegend, und ist es mir gar nicht ver-
ständlich, wie Hofmann zu seiner entgegengesetzten Bemer-
kung gekommen ist. Die Flügel bei beiden Geschlechtern
sind doch gut ausgebildete und auch recht kräftig, dem-
nach sehr gut zum Fliegen geeignet.
Boarmiinae.
Abraxas Leach.
pantaria L. 1880 am 10. 5., 15. 5. mehrere Stücke
oberhalb der Alhambra (in der Schanze und im Barranco
Bermeio) gefangen. Ueberall um Gibraltar, San Roque und
Algeciras.. Kommt auch im mittleren und nördlichen Spa-
nien und in Portugal vor. In Gibraltar wurden die Eschen
auf der Alameda von den Raupen des in zwei (Generationen
auftretenden Tieres kahlgefressen. Walker, Trans. Ent. S.
London 1890, pag. 387.
ab. eataria Gn. Vielleicht waren meine Stücke von
pantaria diese Form, die nach Staudinger ‘in Andalusien
vorkommen soll.
marginata L. Im August fing mein Bruder 1905
mehrere Stücke in der Sierra de Alfacar. Kommt auch bei
Bilbao und nach Martorell in den Pyrenäen vor.
Bapta Stph.
pietaria Curt. 1880 bei Granada erbeutet. Staudinger
kennt das Tier von Castilien, Zapater und Korb von Teruel
(Juni) und Mendes als sehr selten von Portugal (März).
Stegania Dup.
trimaculata Ville 1880 und 1881 im September bei
Granada gefangen. 1905 erbeutete mein Bruder diesen
990 Carl Ribbe.
Spanner nicht selten oberhalb der Alhambra bei Granada
an der Lampe und einzeln auch am Tage im August und
September. Die meisten der andalusischen Stücke sind sehr
hell, beinahe ganz ohne Zeichnung, und auch. durchgängig
kleiner wie Stücke aus andern Gebieten. Wenn diese Merk-
male konstant sind, wäre eine Abtrennung wohl gerecht-
fertigt, und möchte ich in diesem Falle den Namen ab. ber-
meja vorschlagen. Wie ‘es scheint, tritt trimaculata in
Andalusien in zwei Generationen auf, denn auch im Mai
soll das Tier in Süd-Spanien gefangen worden sein. In
Portugal fliegt dieser Spanner im April, September, in Ara-
gonien nach Zapater und Korb im Juli, ferner sind mir
als Fundorte noch Castilien und Catalonien (Martorell) be-
kannt geworden. Die Raupe soll im Juni und August an
Pappeln leben.
ab. cognataria Ld. Unter der Stammart nicht selten.
Nicht eines meiner granadinischen Stücke ist so dunkel,
wie ich solche von Digne besitze. In Portugal nach Men-
des im Juni und August.
Deilinia Hmps.
pusaria L. 1905 im August fing mein Bruder mehrere
Stücke dieser Art in der Sierra Nevada oberhalb des Eichen-
waldes bei Guejar an der Lampe. Er ist nach Staudinger
auch bei Bilbao gefunden worden und Mendes gibt Portu-
gal an. '
exanthemata Sc. Diese Art fing mein Bruder 1905
zusammen mit der vorhergehenden in der Sierra Nevada.
Staudinger gibt Bilbao und Castilien, Zapater und Korb
Aragonien an. |
Metrocampa Latr.
honoraria Schiff. 1880 bei Granada erbeutet, nach
Martorell kommt diese Art auch in Catalonien vor.
Ennomos Tr.
alniaria L. 1905 aus Raupen, die wir in der Sierra
de Alfacar geklopft hatten, ein Exemplar gezogen. Soweit
ich es feststellen konnte, waren die Raupen von Quercus
ilex geklopft worden, und zwar Ende Mai. Mendes führt
diese Art von Portugal (Juni) an.
erosaria Hb. Kommt nach Staudinger in Andalusien
vor. 1880 habe ich diesen Spanner bei Granada gefunden.
| Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 331
quercaria Hb. Staudinger gibt Andalusien und Cata-
lonien für diese Art an. Walker fing quercaria in den
Korkwäldern bei Algeciras im Juni. Nach Zapater und
Korb im August in Teruel.
Himera Dup.
pennaria L. 1880 im August —September bei Granada
gefangen. Staudinger gibt noch Castilien, Zapater und
Korb Teruel (September) und Mendes Portugal Ende Ok-
tober an.
GrOCall iR Tr.
tuseciaria Bkh. 1880 bei Granada im Oktober gefan-
gen. Staudinger gibt COastilien und Vieilledent Setubal in
Portugal (November) für diese Art an.
elinguaria L. Mein Bruder fing 1905 im August das
Tier sowohl oberhalb der Alhambra als auch in der Sierra
Nevada bei dem Üertiio de las Cativas an der. Lampe.
Staudinger gibt Bilbao an.
dardoinaria Donz. 1851 am 13. 6. und 18. 6. je ein
Stück oberhalb der Alhambra, und zwar an den Abhängen
des Darros gefangen. Staudinger kennt den Spanner auch
von Üatalonien. Die Raupe lebt im Mai auf Ulex nanus.
Eurymene Dup.
dolabraria L. 1880 ein Stück bei Granada gefangen.
Bei Bilbao ist nach Staudinger dieser Falter auch gefan-
sen worden, und in Portugal kommt er nach Mendes im
August vor.
Opisthograptis Hk.
luteolata L. 1880 im August bei Granada gefangen.
Nach Mendes in Portugal im April und auch im August
nach Zapater und Korb in Teruel. Die Raupe lebt in
Spanien im Juli und August an Crataegus.
Epione Dup.
paralellaria Schiff. 1871 hat mein Vater das Tier bei
Granada gefunden. Es kommt nach Staudinger auch bei
Bilbao vor.
advenaria Hb. 1905 erbeuteten wir diese Art in der
Sierra de Alfacar im Juni. Staudinger gibt die Pyrenäen
und Bilbao als weitere Fundorte in Spanien an.
332 Carl Ribbe.
Eilierinia Hb.
cauteriata Stgr. Staudinger fing das Tier im April
bei Granada (oberhalb der Alhambra) und im März bei
Chiclana. Die Raupe lebt auf Quercus coccifera. Vieilledent
schreibt, dass in einigen Jahren cauteriata in Setubal (Por-
tugal) im Februar und März nicht selten sei.
Semiothisa Hh.
notata L. 1905 fing mein Bruder im August mehrere
Stücke in der Sierra Nevada in dem Walde oberhalb Gue-
jars. Kommt nach Staudinger auch bei Bilbao, nach Zapa-
ter und Korb in Aragonien und nach Vieilledent in RO
bal (Portugal) vor.
alternaria Hb. 1905 im Juni in der Sierra de Alfa-
car gefangen. Kommt ebenfalls nach Staudinger bei Bil-
bao vor. |
liturata Cb. 1905 im Juni in der Sierra de Alfacar
gefangen, kommt auch in Castilien, bei Bilbao und in Ara-
gonien Vor. |
aestimarıia Hb. 1880 bei Granada er nach
Zapater und Korb im Juli in Aragonien und nach Marto-
rell an der Küste von Catalonien.
Hybernia Latr.
leucophaearia Schiff. 1906 in Radebeul aus Puppen
mehrfach gezogen, soweit ich es feststellen Konnte, stamm-
ten die Puppen von Raupen, die wir in der Sierra de Al-
facar gefunden hatten. Staudinger führt das Tier von Cas-
tilien, Mendes von Portugal, Zapater und Korb von Ara-
gonien an.
bajaria Schiff. Soll nach Staudinger in Andalusien
gefangen worden sein.
Anisopteryx Stph.
aceraria Schiff. 1880—81 bei Granada gefunden. Kommt
nach Staudinger auch in Castilien, nach Zapater und Korb
in Teruel (September) vor.
aescularia Schiff. 1880—81 bei Granada erbeutet, soll
auch noch in Castilien nach Staudinger vorkommen.
I I
# 0 a er
TR ö \
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 333
Nyehiodes Ld.
lividaria Hb. 1880—81 und 1905 fing ich diesen Span-
ner in der Sierra de Alfacar im Juli und August. Stau-
dinger gibt Oastilien und auch Andalusien an. In Portu-
gal nach Mendes im August, in Teruel nach Zapater und
Korb im Juli, nach Martorell auch in Catalonien.
Die Raupe lebt in 2 Generationen im Mai und August
auf Genista, Ulex, Erica und Schlehen. !
ab. (v.) andalusiaria Mill. Kommt auch in Andalusien
vor, denn unter den Notizen, die mein Vaier seinerzeit
machte, fand ich hinter lividaria — ab. albida — stehen.
Das weist darauf hin, dass meine andalusischen Stücke die-
ser Art, die ich 1880—81 fing, hell gefärbt waren, und
wohl mit v. andalusiaria zusammenfallen werden. Stau-
dinger gibt Castilien als Heimat an.
Hemerophila Stph.
japygiaria Costa. Staudinger schreibt: Nur ein ö am
17. Juni in Chiclana aus einer unbekannten Raupe (von
Helianthemum?) gezogen. Er gibt noch Murcia und Cata-
lonien an. Korb fing japygiaria bei Algezares in Murcia
im April an der Lampe, und Mendes gibt für Portugal
April und Juli an.
abruptaria Thnbg. 1905 fingen wir mehrere Stücke
‘dieser Art Mitte Juli in der Sierra de Alfacar, und zwar
des Abends durch Aufscheuchen im Gebüsch. Mendes gibt
für Portugal April und Juli, Miguel Ouni y Martorell für
Catalonien Juli bis Oktober an. Die andalusischen abrup-
taria sind etwas heller wie portugiesische, sonst aber von
letztgenannten nicht verschieden. Ch. Rothschild fing abrup-
taria häufig im April bei Üintra.
Synopsia Hb.
sociaria Hb. 1871 bei Granada gefunden. Dieser Span-
ner kommt nach Staudinger auch in Aragonien, Castilien
und Catalonien vor.
Die Raupe lebt auf Genista, Artemisia und Spartium.
Boarmia Tr.
atlantiecaria Stgr. Wurde von Staudinger im Februar
bei Chiclana gefunden, und zwar auf den Ozean - Dünen.
P2
334 Carl Ribbe.
An demselben Tage fand er die Raupe an Juniperus phoe-
nicea, und zog dann im April und Mai den Falter. Vieille-
dent gibt für Setubal in Portugal Mai und Juni an.
oceitanaria Dup. 1880—81 fing ich diesen Spanner bei
Granada, und zwar am 29. September, 11. und 12. Oktober
an der Lampe an den Darro-Abhängen oberhalb der Alham-
bra. 1905 fing mein Bruder oceitanaria an derselben Stelle
im September und Oktober. Nach Staudinger ist der Falter
auch in Castilien, nach Zapater und Korb in Aragonien,
nach Martorell in Catalonien, und nach. Mendes in Portugal
gefunden worden. Die Raupe lebt an Thymus serpyllum
(vulgaris?) und überwinter. Wie so häufig bei anderen
andalusischen Nachtschmetterlingen, sind meine granadini-
nischen occitanaria heller wie portugiesische Stücke gefärbt.
bastelicaria Bell. Kommt nach Staudinger in Anda-
lusien (?) vor. |
gemmaria Brahm. 1905 fing mein Bruder mehrere
Stücke in. der Sierra de Alfacar im Juli. Selten bei Alge-'
ciras im Juni nach Walker |. c., pag. 388. Kommt auch
in den Pyrenäen vor.
ilicaria H. G. 1880 und 1905 fing ich diesen Spanner
bei Granada, und zwar am 24. und 27. September, 12. Okto-
ber oberhalb der Alhambra an den Darro-Abhängen mit der
Lampe, und am 13. Oktober im Barranco de la Arena eben-
falls an’ der Laterne. 1905 zogen wir das Tier aus Rau-
pen, die wir von Eichen (?) in der Sierra de Alfacar ge-.
klopft hatten. Ilicaria kommt auch in Aragonien (nach Korb),
in Oastilien und Portugal vor. |
ab. manuelaria H. S. Soll auch in Andalusien vor-
kommen; Staudinger gibt Murcia an.
umbraria Hb. Soll in Andalusien vorkommen. Stau-
dinger lässt es fraglich. Nach Mendes im Juni in Portugal.
consortaria F. 1880 bei Granada gefunden. Staudinger
gibt Bilbao, Portugal und Catalonien, Zapater und Korb
Teruel an.
Tephronia Hh.
sepiaria Stgr. Staudinger gibt Chiclana, wo er das
Tier 1858 fing, an.
oppositaria Mn. Staudinger schreibt Iris V, pag. 178:
„Mit meinem vorliegenden Original von oppositaria stimmen
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 335
4 Stücke von Derbent und Apscheron am besten überein,
da auch die „groben Saumpunkte“ fehlen, es gehören aber
auch 2 Stücke von Macedonien, ein & von Zara, 6 Stück
aus verschiedenen Teilen Kleinasiens (Gijaurdagh , Aintab
und Amasia), sowie 2 von mir bei Chiclana (An-
dalusien) gefangene &6. nach den hauptsächlichsten von
Mann angegebenen Unterschieden dazu“. Weiter unten sagt
dann Staudinger: „Meine beiden licht grüngrauen 56 von
Chiclana stimmen mit den von Öberthür aus Sebdou
(Algerien ) beschriebenen codetaria © ziemlich überein, da
sie auf den Vorderflügeln auch noch die Spuren von zwei
dunklen Querlinien, ausser den beiden schari dunklen zei-
gen; ich glaube daher, dass codetaria als Varietät. zu oppo-
sitaria gezogen werden muss“. Im Cat. Stgr.-Rebel ist so-
wohl bei oppositaria als auch bei codetaria Andalusien als
Heimat nicht bemerkt.
Pachyenemia Stph.
hippocastanaria Hb. Hin und wieder fing Walker diese
Art in den Korkeichenwaldungen an der Bai von Algeciras
im Mai. -Vergl. Trans. Ent. S. London 1890, pag. 388.
Mendes gibt für Portugal April und Mai an, Zapater
und Korb für Teruel Mai, August, und Martorell führt das
Tier von Catalonien an.
Gnophos Tr.
furvata F. 1880 bei Granada gefangen. Staudinger
gibt Castilien an.
respersaria Hb. Kommt nach Staudinger in Andalusien
und in Catalonien vor. Ich fing den Falter 1880 und 1905
mehrfach bei Granada, und zwar im Juni und Juli in der
. Sierra de Alfacar. Walker erbeutete respersaria in den
Korkeichenwäldern, die an der Bai von Algeciras sich be-
finden, und auch am Felsen von Gibraltar im Juni. Für
Teruel stellen Zapater und Korb, und für Portugal Mendes
das Vorkommen dieses Falters fest. Die Raupe lebt im Mai
an Rhamnus, Spartium und Genista.
obseuraria Hb. 1905 (Juli) in der Sierra de Alfacar
mehrfach gefangen. Nach Staudinger ist dieser Spanner in
Catalonien, Aragonien und bei Bilbao gefangen worden.
Unter meinen in Andalusien gefangenen obscuraria befinden
336 Carl Ribbe.
sich hellere Stücke, die wahrscheinlich zu calceata Stgr.
oder argillacearia Stgr. gerechnet werden können.
onustaria H. S. Kommt nach Staudinger und Rambur
in Andalusien vor, nach Mendes im April, Mai und dann
wieder im September in Portugal.
ab. serraria Gn. Kommt nach Staudinger in Anda-
lusien und Castilien vor, nach Mendes in Portugal.
glaucinaria Hb. Mein Bruder fing 1905 einige Gno-
phos in der Sierra Nevada (im August), ein Stück ist unter
diesen, welches ich nicht von glaucinaria unterscheiden
kann, und das kaum zu der nachfolgenden crenulata ge-
hören kann. Glaucinaria ist auch in den Pyrenäen gefan-
gen worden.
erenulata Rbr. Mehrere Stücke wurden 1905 im August
von meinem Bruder in der Sierra Nevada gefangen, und
zwar in dem schon mehrfach erwähnten Tale bei der Dehesa
de la Vibora.
mucidaria Hb. Nach Staudinger Mitte März bei Mälaga
gefangen, 1880 fing ich das Tier auch bei Mälaga und 1905
im Mai bei Granada, und dann mein Bruder im August bei
Granada oberhalb der Alhambra und 1 Stück im August in
der Sierra Nevada. In Gibraltar wurde mucidaria nicht
selten im Oktober an den Strassenlaternen gefangen. Stau-
dinger gibt Iberien für diesen Falter an. Korb fing muci-
daria in Algarbien, und Mendes in Portugal.
ab. grisearia Stgr. Wurde von Lederer bei Ronda ge-
fangen und von Mendes in Portugal. Korb gab mir Alge-
zares bei Murcia an, er fing grisearia im April an der
Lampe.
v. ochracearia Stgr. Bei Ronda (?) und in Murcia
ist diese Form nach Staudinger gefunden worden. Ich glaube,
ein Stück, das ich oberhalb der Alhambra im Mai 1905
fing, gehört zu dieser Form.
asperaria Hb. 1905 im Juni und Juli selten in der |
Sierra de Alfacar am Köder und an der Lampe gefangen.
Staudinger kennt als Heimat von asperaria ganz Ihberien.
Die Raupe lebt in 2 Generationen auf Cistusarten.
ab. pityata Rbr. Unter meinen andalusischen aspe-
raria befinden sich eine ganze Anzahl, die zu dieser von
Rambur beschriebenen Aberration gehören. Pityata kommt
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 337
zusammen mit asperaria in ganz Iberien vor. Im Süden
scheint pytiata die vorherrschende Form zu sein, da unter
meinen 30 asperaria sich nur 2 oder 3 typische Stücke be-
finden, alle übrigen gehören zur Ramburschen Form.
myrtillata Thnbg. 1905 fing mein Bruder ein Stück
im August in der Sierra Nevada, und zwar in dem Tale
bei der Dehesa de la Vibora, zirka 1800 m hoch, nachts
an der Lampe. Das Stück, ein Weib, unterscheidet sich von
schweizer Tieren gar nicht.
Anthometra B.
plumularia B. 1880 und 1881 fing ich diese Art an
folgenden Tagen in der Sierra de Alfacar: 14. VI., 20. VI.,
25. VI. 1905 war plumularia im Juni in der Sierra de
Alfacar nicht selten, und einzeln wurde er im Juli in dem
Eichenwald oberhalb Guejar de la Sierra in der Sierra Ne-
vada gefunden. Plumularia fliegt am Tage im dichten Ge-
büsch in allen Tälern der Gebirge bis zu einer Höhe von
zirka 1500 m. Walker schreibt 1. c., pag. 368, dass dieser
Spanner nicht selten im Sonnenschein (!) in den Korkeichen-
wäldern an der Bai von Algeciras im Juni zu finden sei.
Nach Staudinger kommt das Tier in Oastilien, nach Zapater
und Korb in Aragonien und Valencia (Juni, Juli) vor,
doch auch in Portugal und in den Pyrenäen ist es gefan-
gen worden.
Egea Dwup.
cacuminaria Rbr. Nach Staudinger und Rambur kommt
dieser Spanner in Andalusien, Süd-Castilien und Aragonien
vor. Ich fing diesen Spanner 1880 im Juni in der Sierra
de Alfacar morgens sehr früh an den Abhängen, die süd-
lich von der Fuente de la Fraguara und dem Barranco
Collejoncillo liegen.
Fidonia Tr.
fasciolaria Rott. Kommt in Andalusien vor, und
zwar fand ich 1881 mehrere Stücke dicht bei Guadix und
1905 1 Stück in der Sierra de Alfacar, bei der Fuente de
la Teja Ende Juli. Staudinger gibt Aragonien (Zapater
und Korb) und Murcia an. Die Raupe lebt in zwei Gene-
ralionen auf Artemisia.
pratana F. Staudinger gibt Andalusien (Algeciras)
und Murcia an. Korb fing pratana bei Algezares.
#22
338 Carl Ribbe. i a Sa
famula Esp. 1880, 1881 und 1905 nicht selten bei
Granada, oberhalb der Alhambra, wo Besenginster steht,
gefangen, und zwar im April und Anfang Mai. Bei Olias
(Mälaga) ein Stück 1905 im Mai erbeutet. Raupen fanden °
wir auf Besenginster, und dann liess ich Eier ablegen und -
erhielt im Juli aus diesen eine 2. Generation, die sich von
der ersten gar nicht unterscheidet. Staudinger gibt noch
Castilien an, Zapater. und Korb Teruel, Martorell Pyre-
näen, Catalonien; auch in Portugal (nach Mendes) wird
famula gefunden.
Eurranthis Hb.
pennigeraria Hb. 1880 habe ich nach meinen Noti-
zen dieses Tier bei Granada gefangen, höchstwahrschein-
lich ist es aber die nachstehende Varietät chrysitaria ge-
wesen. Staudinger gibt Hispania. an und Mendes Portugal
(Mai, Juni). Die Raupe lebt im März. April auf Halimium
occidentale.
v. ehrysitaria H. G. 1905 fing mein Bruder den Fal-
ter in den Tälern, die von der Hochebene von Puche in
der Sierra Nevada nach dem Rio Monachil abfallen, immer-
hin aber schon 1000 m hoch liegen, und zwar an folgen-
den Tagen: 13. und 16. Mai. In der Sierra de Alfacar
fingen wir das Tier einzeln Mitte Juni. Von einer zweiten
Generation habe ich nichts gefunden. Wir hatten Weiber
Eier ablegen lassen, die Räupchen nahmen jedoch kein
Futter an, sie sollen auf Santolina leben.
ab. nevadaria n. ab. Chrysitaria tritt, hat man reich-
liches Material zur Verfügung, in 3 Formen auf. Die häu- |
figste ist die, welche die gelben Hinterflügel breit schwarz
serändert hat, nur die Fransen des Aussenrandes sind hell 3
abgesetzt. Eine zweite Form zeigt beinahe rein gelbe Hin-
terflügel. nur die Fransen des Aussenrandes sind schwarz 4
und gelb unterbrochen; für diese Form, deren Vorderflügel- h
Oberseite auch meistens aufgehellt ist, schlage ich dn
Namen nevadaria vor. | j
ab. prieta n. ab. Bei der 3. Form. sind die Hinter =zz
flügel oberseits beinahe ganz verdunkelt, das Gelb ist nur
noch als ein Schimmer in der Flügelmitte stehen geblie-
ben. Die Vorderflügel-Oberseite ist auch stark verdunkelt.
Diese verdunkelten Stücke benenne ich prieta. Merkwür--
digerweise fängt man von chrysitaria hauptsächlich nur Män-
.
e. Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 339
.. > * * [2
ner, unter hunderten von Stücken sind immer nur zwei
bis drei Weiber.
plumistaria Ville Soll nach Staudinger (im Frühjahr)
in Andalusien und Castilien vorkommen. Mendes gibt März
und April für Portugal an, Zapater und Korb für Teruel
Mai, nach Martorell ist plumistaria auch in Catalonien ge-
funden worden. Die Raupe lebt an Doryenium suffruti-
cosum. Walker fand plumistaria in den Korkeichenwäldern
nahe bei der Bai von Algeeiras und in der Sierra Carbo-
nera im April. Die Tiere fliegen gerne in der heissen
Sonne. -
Selidosema Hb.
ericetaria Vill.e. 1880—81 Anfang September oberhalb
der Alhambra an den Darro-Abhängen am Tage und an der
Lampe gefangen. 1905 im August in der Sierra de Alfacar
und Nevada (1500 m hoch, Cortijo de las Cativas), und im
September oberhalb der Alhambra an der Lampe gefangen.
Häufig nach Walker in trockenem, buschigem Gelände im
Sommer und Herbst bei Campamento und San Roque. Die
Raupe lebt an Schotenklee (Lotus corniculatus). Kommt in
Spanien an verschiedenen Stellen (Aragonien) und im
August— September in der Serra da Guardunha und Estrella
in Portugal vor.
v. pyrenaearia B. 1905 ein Stück in der Sierra de
Alfacar unter der Stammform gefangen. Staudinger gibt die
Pyrenäen und ganz Spanien für diese Form, und Mendes
die Serra da Estrella in Portugal an.
granataria Rbr. Kommt nach Rambur bei Granada
vor. Wenn ich meine ericetaria mit der Abbildung von
Rambur (Cat. S. And. 17, 5) vergleiche, will es mir schei-
nen. als wenn granataria nur eine Varietät von ericetaria
oder auch diese Art selbst ist. Ramburs Abbildung ist wie
beinahe alle in seiner Fauna, wohl ein schönes Bild, aber
sicher nicht der Natur entsprechend.
taeniolaria Hb. 1880 und 1881 oberhalb der Alhambra
an den Darro-Abhängen aufgescheucht, und zwar am 8. IX.,
10. IX. und 9. X. 1905 wurden zur selben Zeit an der-
selben Stelle von meinem Bruder mehrere Stücke gefangen.
Die Raupe lebt an Genista sagitalis, nach Zapater an Ge-
nista scorpius. Staudinger gibt das Tier noch für Catalo-
nien und Castilien und Mendes die Serra da Gardunha und
340 Carl Ribbe.
Estrella in Portugal, und Zapater und Korb (Juli und
August) Teruel an.
Thamnonjoma Ld.
vineularia Hb. 1880 im Mai bei Granada (6. Septem-
ber, Sierra de Alfacar) und 1905 im Juni, Juli 2 Stück in
der Sierra de Alfacar (Fuente de la Fraguara) gefangen.
Raupe im Juli, August auf Rhamnus .infectorius. Vincu-
larıa kommt auch in Portugal und nach Zapater und Korb
auch in Teruel (Mai, Juni) vor.
semicanaria Frr. Kommt nach Staudinger bei Chic-
lana in Andalusien häufig vor, und zwar im Frühjahr.
wauaria L. 1880 in der Sierra Nevada gefangen, und
zwar im Juli bei den schon mehrfach genannten Cortiio.
Staudinger gibt die Sierra Nevada an.
gesticularia Hb. 1905 im Juli am Köder in der Sierra
de Alfacar einige Stücke gefangen. Soll nach Walker nicht
selten in den Korkeichenwäldern an der Bai von Algeciras
am Tage im Mai und Juni aufgescheucht werden. Nach
Staudinger kommt der Falter auch in Catalonien und Oas-
tilien vor, ferner ist mir Süd-Portugal als Fundort bekannt
geworden. Die Raupe soll auf Quercus ilex und robur im
Sommer (August, September?) leben.
Phasiane HS.
petraria Hb. Ende Juni, Anfang Juli 2 Stück 1905
in der Sierra de Alfacar gefangen. Kommt auch bei Bil-
bao vor. Die Raupe lebt im Mai und Juni auf Farren.
‚seutularia Dup. 1880, 1881 bei Granada gefangen, und
zwar oberhalb der Alhambra an den Darro-Abhängen an
der Lampe. Am 17., 26., 27. September, am 22. Oktober
und am 2. und 3. November. 1905 nur wenige Stücke in
der Sierra de . Alfacar Ende August, Anfang September.
Raupe an Rosmarina officinalis. Kommt nach Staudinger
in ganz Spanien und nach Mendes in Portugal vor.
partitaria Hb. 1880, 1881 vom September bis Anfang
November an der Lampe oberhalb der Alhambra bei den
Eichen. 1905 zur selben Zeit an denselben Stellen. Raupe
im Frühjahr auf Teucrium. Staudinger gibt noch Catalo-
nien und Murcia, Zapater und -Korb Aragonien und Vieille-
dent Setubal in Portugal an.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 341
v. obliterata Stgr. Uebergänge zu dieser Varietät fing
mein Bruder, und wird wohl obliterata auch bei Granada
vorkommen; Staudinger gibt Murcia an.
clathrata L. 1880, 1881 und 1905 mehrere Stücke im
Juli in der Sierra de Alfacar. Zapater und Korb kennen
das Tier von Teruel in Aragonien, Vieilledent von Setu-
bal in Portugal.
Eubolia Ld.
' pumicaria Ld. Nach Rambur ist das Tier in Anda-
lusien gefunden worden.
Eneonista Ld.
miniosaria Dup. 1880 bei Granada gefangen, und
zwar oberhalb der Alhambra an der Lampe an folgenden
Tagen: 19., 21., 24., 26. September und 1. und 5. Oktober.
1905 fing mein Bruder miniosaria an denselben Stellen.
Staudinger gibt Castilien, Zapater und Korb Teruel, Mar-
torell Catalonien und Mendes Portugal noch mit an. Raupe
im Frühjahr an Genista und Ulex europaea.
v. perspersaria Dup. 1880 im September und Okto-
ber und 1905 im Oktober oberhalb der Alhambra in sehr
variierenden Stücken an der Lampe gefangen. Kommt nach
Staudinger auch in Catalonien vor. Die Raupe soll haupt-
sächlich an Ulex europaea leben, aber auch an Cytisus
albus und Sarothamnus patens und Genista tridentata.
unicolaria Rbr. Soll in Andalusien vorkommen. Das
malerisch schöne Bild, welches Rambur, Cat. S. And.,
Taf. 19, Fig. 6, gibt, ist wohl sicher nicht der Natur ent-
sprechend. Rambur lag ein abgeflogenes (!), etwas durch-
scheinendes (!) Exemplar vor, und glaube ich, wird uni-
colaria wahrscheinlich mit einer andern Art zusammenfal-
‘ len. Vielleicht ist die Rambursche Art nur eine sehr hell
gefärbte miniosaria, wie ich sie auch von S. Fiel in Por-
tugal erhalten habe.
agaritharia Dardoin. 1905 fing mein Bruder im Sep-
tember 2 Stück in der Sierra de Alfacar. Raupe soll an
Ulex europaea leben. Staudinger zog diese Art, deren
Raupen er auf Genisten fand, in Granada. Mendes gibt
Portugal an.
Br BE N Te ea AN
32 ai: { Re NRTRSRENN NNCHRRERE UNO
? 3 ch *
r rn
BAD INENESEAN Carl Ribbe.
Scodiona B.
penulataria Hb. 1905 fing ich ein Stück Ende April
in den nördlichen Bergen bei Mälaga. Die Raupe soll an
Doryenium, Plantago und Genista leben. Staudinger gibt
auch noch Catalonien und Murcia, Zapater‘ und Korb (Juni)
Teruel, Mendes März und April für Portugal an, derselbe
Autor erwähnt an derselben Stelle, Broteria II, pag. 72,
dass Herr M. Martins die Raupe in der Serra da Gwuar-
dunha fand.
lentiscaria Donz. Kommt nach Staudinger in Anda-
lusien und Catalonien (?) vor. Ich fing den Falter 1880
hei Granada im Frühjahr. Die Raupe lebt im Sommer an
Helianthemum-Arten.
Aspilates Tr. |
gilvaria F. 1880, 1881 und 1905 im August und Sep-
tember in der Sierra de Alfacar. Kommt nach Staudinger
bei Bilbao und in Castilien, nach Martorell in Catalonien
(Pyrenäen) vor. Raupe an Besenginster und Schafgarben.
ochrearia Rossi. 1880, 1881 und 1905 im Mai be
Mälaga, im Juni, Juli bei Granada oberhalb der Alham-
bra, und in der Sierra de Alfacar. Nach Walker |. c.,
pag. 387, in grossen Stücken im April in Gibraltar. Im
September nochmals oberhalb der Alhambra, also wohl als
2. Generation. Die andalusischen Stücke sind sehr variabel,
ich habe ganz hell weissgelbe und braungelbe gefangen.
Die Raupe lebt an Lotus angustissimus und Cistus-Arten.
Der Falter kommt auch in Castilien, Aragonien, Catale-
nien und Portugal vor. Ä
Periconia Hb.
an Hb. Soll nach Rambur in Andalusien vor-
kommen. |
Pseudosestra |
obtusaria Walker. Dieses Tier, welches von Neu-See-
land beschrieben worden ist, hat Walker aus dem niede-
ren (sebüsch nördlich von San Roque am 19. März 1888
aufgescheucht; vergl. Trans. Ent. S. London 1890, pag.
387. Sicher handelt es sich nur um ein verschlepptes Tier,
das als Raupe oder Puppe wahrscheinlich mit Pflanzenstof- RR
fen nach der betreffenden Gegend gebracht wurde.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 343
baeticaria Rbr. Ebenfalls nach Rambur in Anda-
lusien.
Prosopolopha Ld.
opacaria. 1880, 1881 fing ich das Tier bei Granada,
oberhalb der Alhambra, an den Darro-Abhängen Ende Sep-
tember bis Ende Oktober. Bei Algeciras im Oktober in den
Korkwäldern nach Walker. Kommt nach Staudinger auch
in Oatalonien, nach Mendes in Portugal und nach Zapater
und Korb in Teruel vor. Die Raupe lebt im Frühjahr auf
Dorycnium, Ulex und Genista.
v. rubra Stgr. Mehrfach unter der Stammform.
jourdanaria Ville 1880 und 1881 oberhalb der Al-
hambra an den Darro-Abhängen Ende September bis Mitte
Oktober gefangen. Nach Staudinger wurde dieser Spanner
auch in Castilien gefangen, nach Mendes in Portugal und
nach Zapater und Korb in Teruel. Die Raupe lebt im
Frühjahr auf Thymus serpyllum.
Heliothea B.
discoidaria B. 1880 und 1905 in der Sierra de Alfa-
car gefangen. Discoidaria ist Gebirgstier, es liebt die Lich-
tungen und fliegt am Tage zwar etwas schwerfällig, doch
unstet, so dass man beim Fange oft daneben schlägt. Mitte
Juni fängt der Spanner an zu fliegen, und dauert die Flug-
zeit bis weit in den Juli hinein. Die Raupe (wir hatten
ablegen lassen und viele Eier erhalten, doch gingen die
Räupchen ein, da wir die Futterpflanze nicht fanden) soll
auf Santolina chamaecyparissus leben. Auch in Castilien
und Aragonien (nach Zapater und Korb) kommt das
Tier vor.
ab. albida Ribbe.e Hin und wieder kommen bei dis-
coidaria Stücke vor, die weisslichgelbe Färbung der Vor-
derflügel-Oberseite haben, auch sind die Hinterflügel sehr
verdunkelt. Da die aberrierende Form konstant unter der
Stammform auftritt, habe ich ihr den Namen albida ge-
geben.
Cimelia Ld.
margarita Hb. Kommt bei Chiclana vor; Korb fing
im April 2 5&6 an der Lampe. Auch in COatalonien und
Castilien wurde das schöne, leider so seltene Tier ge-
funden.
RENTEN SAHBTAUS
344 | Carl Ribbe.
Nolidae
Nola.
togatulalis Hb. 1880—81 und 1905 fing ich im Juli bis
August das Tier an der Lampe oberhalb der Alhambra bei
den Eichen an den Darro-Abhängen. Staudinger gibt Spa-
nien, Zapater und Korb geben Huesca in Aragonien, und
Vieilledent Setubal in Portugal an. Die Raupe an niederem
Eichengebüsch Ende Mai, Anfang Juni.
cueullatella L. 1880 und 1905 bei Granada, und im
letzteren Jahre im Juli, August an der Lampe in der
Sierra Nevada. Staudinger gibt auch für diese Art ganz
Spanien an. Raupe lebt an Schlehen und Aepfelbäumen.
Mendes führt cucullatella von Portugal (Mai, Juli und Sep-
tember) an.
eieatriealis Tr. 1905 mehrere Stücke in der Sierra de
Alfacar im Juni, Juli an der Lampe gefangen. Walker fand
cicatricalis in den Korkeichenwäldern an der Bai von Alge-
ciras und auch in Gibraltar selbst im Oktober.
thymula Mill. 1880 bei Granada erbeutet. Staudinger
gibt für diese Art Hispania s. u. or. an. Nach Zapater
und Korb in Aragonien (Escatröon) gemein im Juni, Mar-
torell gibt Catalonien an. Die Raupe lebt auf Thymus.
chlamitulalis Hb. 1880 bei Granada und 1905 in der
Sierra de Alfacar (Juni, Juli?) gefangen. Soll in ganz
Spanien vorkommen. Martorell gibt Catalonien und Vieille-
dent Setubal (Juni) in Portugal an.
subehlamydula Stgr. 1871 bei Granada gefunden. Stau!
dinger gibt Hispania ce. u. s. an. Raupe soll an den Blü-
ten von Teuerium und Salvia leben. Mendes gibt für Por-
tugal April und Juni an.
eristatula Hb. 1905 im August fing mein Bruder das
' Tier in der Sierra Nevada bei dem Cortijo de las Cativas.
Die Raupe soll im Mai an Mentha leben. Staudinger gibt
Süd-Spanien an.
centonalis Hb. 1905 im Juli erbeutete ich dieses Tier
in der Nähe des Ortes Viznar am Fusse der Sierra de
Alfacar, abends als ich vom Gebirge nach Granada ritt.
# RE 3
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 345
squalida Stgr. Wurde von Kalisch bei Mälaga wahr-
scheinlich gezogen; ein Stück, welches Staudinger bei der
Beschreibung vorlag, führte als Datum den 25. Februar.
Zapater und Korb geben squalida von ‚Tronchön in Teruel.
Aragonien und von der Provinz Castellon in Valencia im
Juli an.
Cymbidae.
Sarrothripus Curt.
revayana Sc. 1905 fingen wir im Juni, Juli mehrere
Stücke am Köder oder der Lampe in der Sierra de Alia-
car. Raupe im Mai, Juni in zusammengesponnenen Blättern
von Eichen. Das Tier kommt auch in Castilien, Aragonien,
Catalonien, und nach Mendes in Portugal (Juni, Juli und
Oktober) vor.
Nycteola HS.
falsalis H. S. 1880 fing ich das Tier in der Sierra
de Alfacar. Staudinger gibt Hispania für diesen Falter an.
Harıasi'Hb;
insulana B. Soll nach Rambur in Andalusien vor-
kommen. Staudinger gibt Iberia m. an.
Die Raupe lebt in den Schoten des Johannisbrotbaums
und in den weichen Samen der Baumwolle. Vergl. Rogen-
hofer Verh. zool. bob. G. Wien 1870, pag. 869. Rogenholer
weist darauf hin, dass Frauenfeld in derselben Verhandlung.
pag. 788. über insulana als Baumwollenschädling berichtet.
Hiylophila Hk.
bicolorana Fuessl. 1880 fing ich nach den Notizen mei-
nes Vaters dieses Tier in der Sierra de Alfacar. Mendes
gibt für Portugal Mai und August an, die Raupe lebt an
Quercus tozza.
Syntomidae.
Dysauxes Hb.
punctata F. Rambur erwähnt dieses Tier in seiner
Fauna von Andalusien, ohne näher anzugeben, ob er es
auch in Süd-Spanien gefangen hat. Staudinger bemerkt bei
> u Te
346 Carl Ribbe.
dieser Art exclus. Iberia c. et m., führt die ab. servula
aber von ÜÖatalonien an. Mendes gibt punctata und ab. ser-
vula für Portugal an, Zapater kennt das Tier von Ara-
gonien und Martorell von Catalonien.
Arctiidae.
Arctiinae.
Spilosoma.
lubrieipeda L. 1905 fingen wir ein Stück bei Granada
oder Mälaga, und zwar im Frühjahr. Ich beachtete diesen
Fund gar nicht, da ich nicht wusste, dass lubricipeda noch
gar nicht von Süd-Spanien bekannt war. Nach Martorell
kommt das Tier in Catalonien vor.
menthastri Esp. Rambur schreibt in seiner Fauna von
Andalusien, dass menthastri die Umgebung von Granada
bewohne. Staudinger glaubt nicht an das Vorkommen in
Andalusien. Wird auch in Aragonien (Zapater und Korb),
Catalonien (Martorell) und Portugal‘ (Mendes) gefunden.
urticae Esp. 1905 im Juli in der Sierra Nevada an
der Lampe 2 Stück, und zwar bei dem Üortijo de las Oa-
tivas gelangen.
Phragmatobia Stph.
fuliginosa L. 1880 in der Sierra de Alfacar gefangen.
Rambur gibt die Umgebung von Mälaga und Granada an,
und schreibt, dass das Tier sehr gemein sei; nun, wir fin-
gen 1880 nur einige Stücke und sahen 1905 den Falter
überhaupt nicht. Ob diese südlichen Stücke nicht vielleicht
die v. fervida Stgr. waren, kann ich heute leider nicht
' mehr feststellen. Mendes kennt fuliginosa von Portugal, Za-
pater und Korb von Aragonien, Martorell von Catalonien.
pudens Luc. Lorquin soll diese Art in Andalusien ent-
deckt haben, Rambur zweifelt daran, und glaubt, dass das
Tier aus Californien stamme. Auch Staudinger ist Anda-
lusien als Fundort dieser Art fraglich. Wahrscheinlich ist
aber Lorguins Angabe richtig, da pudens in Nord-Afrika
gefunden wird. Die Raupe lebt wahrscheinlich an niederen
Pflanzen.
Parasemia Hb. |
plantaginis L. 1880 bei Granada gefangen. Rambur
gibt das Tier als selten in den Bergen von Gr an.
Nach Zapater auch in Aragonien.
ERIC FIR x 2 Bez ,
2 EN WE EUER, DEE U |
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 347
OÖOmochroa Rbr.
spurca Rbr. Rambur schreibt: Nous n’indiquons cette
espece, qu’avec doute, du midi de l’Espagne, l’ayant trouvee
parmi des restes de Lepidopteres de ce pays, sans nous-
rappeler l’avoir prise, elle pourrait &tre exotique; d’apres
un mäle un peu use. Ich habe diese Art nur der Vollstän-
digkeit wegen hier mit angeführt, denn ich habe gar. kei-
nen Zweilel, dass spurca eine exotische Art ist, und zwar
eine nordamerikanische, und sehr wahrscheinlich mit Cro-
eata-rubicundaria Hb. zusammenfällt.
Immerhin auffällig bleikt es, dass in der Fauna der
Provinz Teruel (speziell von Albarracin und Gebirge) von
Zapater und Korb, Anal. de la Soc. Esp. de Hist. Nat.
1891, pag. 110 (54), spurca als von Zapater bei Alcaniz,
Calanda, Caspe gefunden, angegeben wird. Auch dieses an-
gebliche Vorkommen von spurca in Aragonien muss ich
bezweifeln, wahrscheinlich liegt auch hier eine Verwechse-
lung Zapaters vor. Korb schreibt mir auf meine Anfrage,
dass er von einem Vorkommen von spurca in Teruel nichts
wüsste, dass die Notiz nur von Zapater stamme, der wahr-
scheinlich das Tier mit einer andern Art verwechselt habe.
Diacrisia Hb.
sanio L.. Nach Rambur in der Umgebung von Gra-
nada. Martorell führt sanio von Catalonien an.
Ocnogyna Ld.
baetieum: Rbr. Kommt wohl in ganz Andalusien (Berg-
und Hügelland) vor. Rambur erwähnt das Tier von Cadix
und ich fand die Raupen im zeitigen Frühjahr 1881 ober-
halb der Alhambra. Mitte März bis Anfang April war da-
mals die Raupe von baetica nicht selten auf den sonnigen
Hügeln bei der Algives de la Lluvia zu finden, sie frisst
niedere Pflanzen (Löwenzahn), liegt lange als Raupe in dem
Kokon, ist zu dieser Zeit sehr empfindlich und ergibt den
Schmetterling im Oktober. Baetica neigt sehr zum krüp-
peln. Die Raupe, eine Bärenraupe, ist gar nicht zu ver-
kennen, da sie mehrfarbig ist, die Abbildung bei Rambur
ist schlecht. Staudinger gibt für dieses Tier Hisp. c. (?)
an. Die Zweifel Staudingers, dass baeticum in Castilien.
also in Zentral-Spanien, vorkommt, sind nicht gerechtier-
348 Carl Ribbe.
tigt, da Korb das Tier bei seinen verschiedenen Sammel-.
aufenthalten im Albarracin, so auch 1906, in Anzahl fand.
ab. meridionalis Seitz. Die Männer von baeticum vari-
ieren recht stark. Es kommen Stücke vor, die sehr hell
sind, bei welchen zumal auf den Hinterflügeln das Gelb-
weiss vorherrschend ist, solche Stücke bezeichnet Seitz l. c.,
pag. 76, mit ab. meridionalis.
ab. obscurior- Spul. Eine weitere Form, die verdun-
kelte Zeichnung der Flügel hat, nennt Spuler obscurior.
ab. prieta n. ab. Ganz selten wird man Stücke bei
grossen Zuchten erhalten, bei denen die Vorderflügelober-
seite ganz und die Hinterflügeloberseite beinahe ganz
schwarzbraun sind, ich nenne die Form, die ich mehrfach
erzogen habe, prieta.
zoraida Grasl. Zoraida scheint nur in der Sierra Ne-
vada und in der Sierra de Alfacar in Andalusien vorzu-
kommen, und ferner nach Staudinger noch in Aragonien
(nach Zapater und Korb sehr gemein). 1871 sah mein
Vater zoraida-Raupen in Anzahl bei der Fuente de la Fra-
guara, verkannte dieselben aber und nahm nur wenige mit.
1850 fanden wir die Tiere in der Sierra de Alfacar und
Nevada, hauptsächlich aber in ersterer. Zoraida - Raupen
sind lichtscheue Tiere, die nur in der Dämmerung und des
Nachts mit der Lampe zu suchen sind; in einem Jahre sind
sie häufig und im andern gar nicht zu finden. 1880 fan-
den wir an der Fuente de la Fraguara am 9., 10., 18. bis
20. Juli, und an der Fuente de la Teja am 9. und 10. Juli
diese Raupen. 1881 konnte ich nicht ein Stück finden, und
1905 musste ich mir Hirten, und Holzsucher annehmen,
denen ich zuletzt bis eine Peseta pro Stück bot, trotzdem
erhielt ich nur vier zoraida-Raupen, die aber leider keine
Puppen gaben.
1880 fanden wir, dass zoraida-Raupen sich am liebsten
die dichten halbkugeligen, stachligen Büsche, Piorno von
den Spaniern genannt, als Schlupfwinkel aussuchten. In
der Dämmerung kommen die Raupen dann nach oben, sind
jedoch nicht leicht zu fangen, da sie sich von den nach
oben (wie ein Stachelschwein) ragenden Stacheln des
Piorno schwer ablösen lassen. Die Raupen fressen niedere
Pflanzen, doch hüte man sich, nasses Futter oder Salat zu
geben, da die Raupen dieses nicht vertragen.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 349
ab. henricus n. ab. Mein Vater erwähnt in seinen
Aufzeichnungen von 1880 und 1881, dass unter den damals
gezogenen zoraida sich mehrere Aberrationen befanden. Die
eine soll auf der Vorderflügel-Oberseite drei durchgehende
Binden gehabt haben, auch auf den Hinterflügeln soll die
dunklere Aussenrandszeichnung bindenartig zusammenge-
flossen sein, ich benenne diese Form nach meinem Vater
henricus.
ab. olaria n. ab. Ferner beschreibt mein Vater ein
Stück von zoraida, bei dem am Vorderrande die schwar-
zen Flecken zu einem breiten länglichen Streifen, der bis
zur Wurzel geht, zusammengeflossen sind, hierfür mag
der Name olaria eintreten.
ab. blanca n. ab. Auch erwähnt mein Vater Stücke
mit zeichnungslosen Hinterflügeln, sie benenne ich blanca.
Von henricus und olaria liegen mir Zeichnungen vor, die
mein Vater angefertigt hat.
Arctia Schrk.
villica v. konewkai Frr. Soll bei Gibraltar nicht sel-
ten sein nach Rambur, auch Krüger fand, wie er mir sagte,
die Raupen daselbst. Voigt, Stett. ent. Z. 1889, pag. 361,
sagt, dass villica (v. konewkai?) bei Granada selten sei.
Die ab. angelica kommt in Süd-Portugal vor, villica (?)
in Aragonien und Catalonien.
fasciata Esp. Am 9. Juni 1871 fing mein Vater die-
ses Tier in der Sierra de Alfacar und ich ebendaselbst
1880 im Juni, ob es vielleicht die von Staudinger beschrie-
bene Form esperi (aus Hispania c.) war, kann ich heute
nicht mehr feststellen. Fasciata-Raupen lieben sonnige Hügel.
sie fressen niedere Pflanzen und sind im Mai zu finden.
Fasciata soll in Mittel-Spanien und Portugal vorkommen.
hebe L. Nach Rambur sollen Lederer und Staudinger
diesen Falter in Andalusien gefunden haben, Zapater und
Korb geben Aragonien an.
casta Esp. 1905 erbeuteten wir im Juni, Juli einige
Raupen in der Sierra de Alfacar an niederen Pflanzen. In
Deutschland fand ich dann in einer abgestorbenen Puppe
einen ausgebildeten Falter, in welchem ich glaube casta zu
erkennen. Walker fand ein Stück im April bei San Roque.
‚350 Carl Ribbe.
Nach Staudinger findet sich diese Art auch in den Pyre-
näen.
latreillei God. Ist nach Rambur von Staudinger und
Lederer in Andalusien gefunden worden. Staudinger gibt
Hispania mont. im Katalog an, Martorell Catalonien und
Mendes Portugal (April). Die Raupe lebt an niederen
Pflanzen (Cytisus albus) bis in den Herbst hinein.
Euprepia.
pudica Esp. Wir fanden bei Granada oberhalb der
Alhambra und Walker bei Gibraltar im Frühjahr die Rau-
pen an niederen Pflanzen. In der Sierra de Alfacar und
Nevada fand ich 1905 die Raupen im Juni und Juli. Kommt
nach Staudinger in ganz Spanien und. nach Mendes in
Portugal (September) vor. Die von Schulz beschriebenen
Aberrationen cohaerens, gradii und flaveola waren verschie-
dentlich unter den andalusischen pudica.
Callimorpha Latr.
dominula L. 1871 im Mai sah mein. Vater in dem
Berglande bei Mälaga dominula-Raupen. Staudinger gibt
Hispania c. an. Zapater und Korb Aragonien.
quadripunctaria Poda. 1880, 1881 und 1905 mehrfach
im Mai bei Mälaga und im Juni, Juli bei Granada gefan-
sen. Kommt in ganz Spanien und Portugal vor. Voigt,
Stett. ent. Z. 1889, pag. 385, schreibt, dass er quadripunc-
taria nicht selten bei dem Cortijo de S. Geronimo in der
Sierra Nevada im Juli— August erbeutet habe. |
Cosecinia Hk.
striata L. Rambur schreibt, dass dieser Falter gemein
bei Granada sei, ich habe ihn niemals gefunden. Voigt,
Stett. Ent. Z. 1889, pag. 386, schreibt, dass striata in der
Sierra Nevada auf dem Prado de las Yeguas im Juli,
August in Menge flog. Die Nevada-Stücke waren sehr gross
und sehr variabel. Voigt fing beinahe ungefleckte aber auch
beinahe ganz schwarze. ‘© Wahrscheinlich fing Voigt die
v. melanoptera Brahm. Mendes führt striata von der Serra
da Estrella in Portugal, Zapater und Korb von Aragonien,
Martorell von Catalonien an.
eribrum L. Soll in der Sierra Nevada vorkommen,
Staudinger gibt Andalusien mit ? an. Nach Zapater und
Korb in Aragonien, und nach Martorell in Catalonien.
DEE EN ER
1.
BR,
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 351
v. (ab.) nevadensis n. v. 1905 fand ich durch Zufall
an einer -strauchartigen Pflanze, oberhalb der Alhambra
(Mai— Juni), eine Anzahl Raupen, die mir dann später
Schmetterlinge ergaben, die in die Gattung Coscinia, und
zwar in die Nähe von cribrum gehören. Bis heute ist es
mir noch nicht gelungen, genau festzustellen, ob diese von
mir gezogenen Falter, hinzu kommen noch eine Reihe, die
mein Bruder im August in der Sierra Nevada an der Lampe
gefangen hatte, zu einer der Formen von cribrum gehören
oder ob wir es mit einer besonderen Art oder Form zu
tun haben. Bemerkenswert bei den Zuchttieren ist, dass die
Pflanze, auf. der ich die Raupen fand, weit und breit die
einzige ihrer Art war, mindestens eine Stunde Weges von
ihrem Standplatz fand ich nach eifrigem Suchen eine zweite
solche Pflanze, und konnte mit deren Hilfe den Rest der
Raupen bis zur Verpuppung füttern.
Ich will versuchen, in nachstehenden Zeilen die Falter
zu beschreiben, und bemerke hierzu, dass mir gegen 50
Stück vorgelegen haben.
Grösse der meisten Stücke, von Flügelspitze zu Flügel-
wurzel der Vorderfilügel, 21 mm. Gesamtfärbung der Vorder-
flügel-Oberseite weiss-seidenartig, mit einem leichten Stich
ins Graue. Der ganze Flügel mehr oder minder schwärz-
lich angehaucht. Dieser schwärzliche Anflug verdichtet sich
zu zwei deutlichen Längslinien, auch ist er zwischen den
Adern deutlicher. Die eine Längslinie geht nicht ganz von
der Wurzel des Flügels aus, erreicht auch nicht den Aussen-
rand und steht 2—2% mm vom Vorderrande entfernt. Die
zweite Längslinie geht von der Wurzel bis zum Aussen-
rande, längs des Innenrandes zirka 3 mm von diesem ent-
fernt. Längs des Aussenrandes, ähnlich wie bei cribrum,
kleine schwarze Punkte, die mehr oder minder deutlich auf-
treten. Die bei punctigera an der Spitze der Zelle vor-
handenen 2 schwarzen Punkte undeutlich vorhanden. Die
Form der Vorderflügel langgezogen, spitz, beides in stär-
kerem Masse wie bei cribrum. Hinterflügeloberseite einfar-
big grauweiss, viel heller wie bei ceribrum, ähnlich wie die
hellsten Stellen bei candida-Hinterflügel.e. Die Unterseite bei-
der Flügel grau, doch viel heller als bei cribrum, bei den
Vorderflügeln mit einem leichten bräunlichen Ton, der be-
sonders am Vorderrande sich bemerkbar macht. Leib weiss-.
grau, ebenso der Torax, Schulterdecken etwas dunkler, der
352 Carl Ribbe.
auf diesen Schulterdecken bei cribrum deutlich auftretende
schwarze Punkt, nur hin und wieder, und dann auch nur
undeutlich vorhanden. Kopf weissgrau, Fühler oben weiss,
die Wimpern dunkel, Augen schwarz, Füsse wie die Unter-
seite der Flügel gefärbt.
Wenn ich nun alle Merkmale der von uns 1905 in An-
dalusien erbeuteten Tiere zusammenfasse, so glaube ich
zwar, es mit einer Form von cribrum zu tun zu haben,
glaube aber auch, dass diese Form noch keinen Namen
hat, und benenne sie v. (ab.) nevadensis.
ab. rippertii B. Wenn ich oben sage, Oberseite der
Vorderflügel mehr oder minder schwarz angeflogen, so muss
ich hierzu erwähnen, dass ich. Stücke, gezogene und ge-
fangene vorliegen hatte, bei denen die Vorderflügel beinahe
ganz schwarz waren, ich habe solche Stücke unter dem
Namen rippertii in den Handel gebracht, ob es aber wirk-
lich solche waren, die zu dieser Aberration gehören, möchte
ich beinahe bezweifeln.
v. ecandida Cyr. Walker fand candida an den Gas-
lampen in Gibraltar, auf grasigen Stellen in Campamento
und in den Korkeichenwäldern bei Algeciras im Mai und
dann wieder im August und September. Mendes 1. c. kennt
candida von Portugal.
v. ehrysocephala Hb. Kommt nach Rambur bei Maä-
laga vor. Ich fing 1905 Anfang August 2 Stücke in der
Sierra Nevada in einer Höhe von 1000 m. Voigt, Stett.
Ent. Z. 1889, pag. 361 fand chrysocephala selten bei
Granada.
Hipocrita Hb.
Jacobaeae L. Ich erbeutete das Tier 1880 bei Granada.
und 1905 die Raupen in der Sierra de Alfacar, Rambur er-
wähnt diese Art von Granada. Nach Voigt 1. c., pag. 361,
ist jacobaea selten bei Granada. Walker fand jacobaea im
Juni an der Bai von Algeciras. Nach Zapater und Korb
auch in Aragonien.
Deiopeia Stph.
pulchella L. Im April, Mai und Juni, Juli (an den
Küsten bis Oktober) überall in Andalusien, wo Brachfelder
sind. In ganz Spanien verbreitet. Dieser Weltbürger ist
besonders häufig an der Küste, bei Mälaga war er 1905
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4 u»
„
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Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 353
trotz der längeren Dürre an allen staubigen Landstrassen
der Strandebene sehr gemein.
Lithosiinae.
Apaidia Hmps.
mesogona God. Kommt nach Staudinger in Andalusien,
und zwar bei Chiclana im Mai, nach Vieilledent bei Setu-
bal (April und Mai) in Portugal vor. Die Raupe lebt im
April und Mai an der Rinde der Korkeichen, in welche sie
sich einfrisst, und an Flechten.
Bardran kn,
murina Hb. 1880 bei Granada, und 1905 fing mein
Bruder im August 2 Stücke in der Sierra Nevada an der
Lampe. Das eine Stück ist sehr dunkel, die Punkte ver-
einigen sich zu bindenartigen Zeichnungen, vielleicht ge-
hört dieses Stück zur var. einerascens H. Ss. Kommt in
Zentral-Spanien (Aragonien) und in Portugal vor.
Endrosa Hb.
irrorella Cl. Lederer soll dieses Tier in Andalusien
gefunden haben (Rambur). Auch in den Pyrenäen fliegt
irrorella nach Martorell.
Lithosia FE.
bipuncta Hb. Nach Staudinger und Rambur in Anda-
lusien gefunden.
caniola Hb. Graslin fing das Tier bei Granada, ich
fing 1905 im Juli ein Stück in der Sierra de Alfacar.
Staudinger fing caniola bei Mälaga und Chiclana. Die an-
dalusischen Stücke sollen, gleich denen von Tunis, etwas
dunklergrau sein und lebhafteren gelblichen Vorderrand
haben. Staudinger, Iris 5, pag. 283.
Mendes gibt für Portugal den Oktober als Erscheinungs-
zeit an, nach Zapater und Korb in Aragonien, nach Mar-
torell in Oatalonien.
unita Hb. 1905 fingen wir ein Stück im Juni oder
Juli am Licht in der Sierra de Alfacar. Kommt nach Mar-
torell auch in Catalonien vor.
v. vittelina Tr. 1905 fingen wir im Juni, Juli das
Tier mehrfach am Licht in der Sierra de Alfacar. Es scheint
”23
N ST RER
354 Carl Ribbe.
mir beinahe, als wenn die hier in Frage kommenden Tiere
nicht echte vittelina sind. Die Färbung der Flügel ist ein
weissliches stumpfes Gelb, viel besser passen die Stücke mit
v. palleola Hb. überein. Staudinger nennt als Heimat die-
ser Art ganz Spanien.
sordidula Rbr. 1905 fingen wir diese Art im Juni bis
Juli mehrfach an der Lampe in der Sierra de Alfacar.
Staudingers Annahme, dass marcida und sordidula zusammen-
fallen, ist nicht richtig. Püngeler und Bohatsch bestimmten
meine Stücke als sordidula, letzterer schrieb mir ferner:
„Lithosia sordidula kein Synonym der gelben marcida Mn.,
sondern eine ausgezeichnet gute Art. Sie haben
das Verdienst, diese verschollene Art wieder entdeckt zu
haben, und können wir nun diesen Fehler im neuen Kata-
log ausbessern. Ich habe von mareida 2 © Cotypen von
Mann selbst gekauft (aus Sizilien); es kann also kein Zwei-
fel sein, dass jetzt eine andere Art (die ich an Bohatsch
geschickt hatte, Ribbe) als marcida vorliegt.“ Sordidula
kommt, so weit wir es bis jetzt wissen, nur in Andalusien
Vor.
lutarella L. 1905 im Juni am Licht in der Sierra de
Alfacar gefunden. Staudinger gibt Hisp. s. etc. und Vieille-
dent Setubal in Portugal an.
pallifrons Z. Ebenfalls 1905 im Juni, Juli in der
Sierra de Alfacar am Licht gefangen.
sororeula Hufn. In der Sierra de Alfacar 1905 ge-
fangen. Staudinger kennt das Tier von Hispania s.
Heterogynidae.
Heterogynis Rbr.
paradoxa Rbr. 1880 und 1881 im Juli und August
fanden wir in der Sierra Nevada auf den Terrassen, die
von der Loma de S. Geronimo nach dem Genil abfallen,
die Kokons dieses Tieres sehr häufig. Ramburs Abbildung,
F. And., T. 14, F. 7 und 3, gibt diesen Kokon recht gut
wieder. Schon von weitem lassen sich diese hellrosa leuch-
tenden Gespinste leicht an den oberen Zweigen des niede-
ren (Grebüsches erkennen. War das Tier 1880 und 1881
sehr häufig, so fanden wir 1905 kein Stück. Der Schmet-
terling soll im September sehr häufig in der Nevada auf-
treten, mein Bruder sah 1905 nicht ein Tier. Staudinger
Se
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 355
gibt für paradoxa Hispania c. et m. mont., Zapater und
Korb (Huesca) Aragonien und Martorell Catalonien an.
Zu Heter. paradoxa und penella gibt Chapman in der
Trans. Ent. Soc. London 1902, pag. 717, recht interessante
Bemerkungen. Nach Chapman soll die Aehnlichkeit zwi-
schen paradoxa und penella sehr gross sein. Paradoxa
soll sehr zur Bildung von WLokalrassen neigen, Chapman
beschreibt selbst 3 solcher Rassen, v. beiarensis, v. cande-
laria, v. piedrahita. Die 3 Rassen wurden, wie die Namen
schon andeuten, in der Nähe von Bejar, Candeläria in der
Sierra de Bejar, und von Piedrahita in der Sierra de Gre-
dos (25 engl. Meilen von Bejar) in Süd-Leön, dort. wo
Leön, Estremadura und Alt-Castilien zusammenstossen, ge-
funden. 1904 1. c., pag. 71, beschreibt dann Chapman noch
eine Heterogynis, die er für eine neue Art hält, unter dem
Namen canalensis. Er fand canalensis bei dem Orte Cana-
les de la Sierra, letzteres liegt in Alt-Castilien in den Ber-
gen östlich von Burgos.
penella Hb. Nach Rosenhauer (Rambur?) soll dieses
Tier bei Granada und in der Sierra Nevada im Juli auf
Gras vorkommen. Die Puppen sollen an Grashalmen ge-
funden worden sein. Staudinger führt das Tier von His-
pania c. et s., Zapater und Korb von Aragonien und Va-
lenecia. Martorell von Catalonien an. Die Raupe lebt im
Mai, Juni auf Genista-Arten.
Zygaenidae.
Zygaeninae.
Zygaena.
seabiosae v. nevadensis Rbr. 1871, 1880 und 1881
fingen wir das Tier nicht selten in der Sierra de Alfacar
und Nevada, hauptsächlich auf feuchten Wiesen. 1905 aber
erbeuteten wir nur wenige Stücke im Juni, Juli in der
Sierra de Alfacar. Die länglichen Kokons fanden wir meh-
rere Male, an Binsen sitzend, an der Fuente de la Fra-
guara. Staudinger führt nevadensis von Castilien, Zapater
und Korb von Aragonien und Valencia an.
sarpedon v. balearica B. 1871 fing mein Vater diese
Zygaene am 9. V. bei Mälaga und am 18. V. bei Granada.
1880 und 1881 im Mai bis Juni war balearica überall ober-
halb der Alhambra nicht selten, und 1905 an denselben
356 Carl Ribbe.
Stellen anzutreffen. In der Sierra de Alfacar jedoch nur
selten. Meine Hauptfangstelle war der langgezogene Berg-
rücken, der oberhalb der Algives de la Lluvia den höch-
sten Punkt bilde. An Blumen war dort balearica an eini-
gen Tagen sehr häufig. Walker führt sarpedon (v. bale-
arica) als selten von der Sierra Carbonera und Algeciras
an. Staudinger gibt Spanien an.
contaminei .B. (= ledereri Rb.). Lederer hat dieses
Tier nach Rambur in der Sierra de Ronda gefangen. Stau-
dinger gibt noch die Pyrenäen an. Die Raupe soll an
Eryngium amethystinum leben.
punctum O. Voigt führt Stett. Ent. Z. 1889, pag. 386,
punctum von dem Prado de las Yeguas in der Sierra Ne-
vada an. Hier liegt wahrscheinlich nur eine Verwechse-
lung vor.
trifolii v. syracusiae Z. 1871, 1880, 1881 und 1905
fingen wir diese Zygaene in der Sierra Nevada, und be-
sonders in der Sierra de Alfacar. Die Hauptiundstelle in
letzterer Sierra war das Tal, welches von dem Hause nach
dem Haupttale führt. An den leicht sumpfigen Stellen, die
sich dicht bei der Baumschule in diesem Tale befinden, war
syracusiae zu bestimmten Zeiten nicht selten und sass an
den hohen Binsen. In der Nevada fanden wir syracusiae
an einem kleinen Teiche. der sich am Fusse der Dehesa
de la Vibora befand. Syracusiae fängt Ende Juni an zu
fliegen, und dauert die Flugzeit bis in den August hinein.
Voigt, Stett. Ent. Z. 1889, pag. 386, fing syracusiae in
der Sierra Nevada auf dem Prado de las Yeguas im Juli
und August. Rambur gibt für Mälaga den Juni an, und
Lederer fing diese Zygaene im Juni an Disteln in einer
feuchten Niederung bei Ronda.
ab. seriziati Oberth. Einige Stücke, die ich in der
Sierra de Alfacar fing, gehören zu dieser dunklen Form.
ab. nigra Dziurz. Tiere mit beinahe ganz verdunkel-
ten Hinterflügeln fanden sich auch unter meinen syracu-
siae, die ich in der Sierra de Alfacar erbeutete.
lonicerae Esp. Von Spuler Il. c. wird Granada und
Portugal (Mendes) als Fundort von dieser Art angegeben.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 357
lavandulae Esp. 1880, 1881 fingen wir nur ganz
wenige Exemplare, 1905 gelang es uns jedoch, eine Anzahl
von diesem Tiere zu erbeuten. Mitte Mai fängt lavandulae
in der Umgebung von Granada, und Anfang Juni in der
Sierra de Alfacar zu fliegen an und dauert bis Ende Juni
resp. Juli. Lavandulae ist ein Bergtier, hauptsächlich fin-
gen wir es oberhalb der Alhambra bei dem Barranco de
la Tinaja und in der Sierra de Alfacar bei der Fuente de
la Fraguara. Die granadinischen Stücke haben sehr dunkle
Hinterflügel, beinahe durchgängig ist das Rot nur als klei-
ner Fleck in der Flügelspitze noch vorhanden. Diese gra-
nadinische Form ist so konstant, dass sie eigentlich einen
Namen verdient. Walker fing lavandulae auf einer kleinen
Stelle in der Nähe bei San Roque. Die Raupe lebt auf
Dorycnium suffruticosum. Lavandulae kommt in ganz Spa-
nien Vor.
rhadamanthus Esp. 1871 fing mein Vater Ende Juni
diese Art in der Sierra de Alfacar. 1880 und 1881 fanden
wir kein Stück, auch nicht von der Varietät cingulata.
1905 war jedoch rhadamanthus ab. cingulata in der Sierra
de Alfacar Anfang Juni bis Mitte Juli hauptsächlich an
der Fuente de la Fraguara sehr häufig, ganz einzeln wurde
hierbei die Stammform gefangen. Rhadamanthus kommt
nach Staudinger auch in Catalonien, ‘nach Zapater und
Korb in Aragonien und Valencia vor.
ab. eingulata Ld. 1905 im Juni, wie schon vorher
gesagt, sehr häufig in der Sierra de Alfacar. Drei oder
vier Stück fingen wir im Mai oberhalb der Alhambra bei
dem Barranco de la Tinaja. Die Raupe lebt auf Dorycnium
suffruticosum, das Kokon ist eirund wie das von oceita-
nica. Staudinger gibt noch Aragonien an, auch in Cata-
lonien kommt v. cingulata vor.
hilaris OÖ. 1871, 1880, 1881 und 1905 einzeln ober-
halb der Alhambra und sehr selten in der Sierra de Alfa-
car im Mai, Juni, Juli gefangen. Rambur fand diese Zygae-
ne am 20. und 24. Juli (vielleicht soll es Juni heissen)
nördlich von Mälaga in den Bergen. Voigt 1. c. fing hila-
ris in der Sierra Nevada auf dem Prado de las Sa
im Juli, Anfang . August.
Ob Zyg. felix wirklich in Andalusien vorkommt, kann
ich nicht genau feststellen, mir sind keine Funde in die-
N Es Carl Bibhe,
sem Gebiete bekannt geworden. Seitz führt felix von Süd-
west-Spanien an; vergl. 1. c. II, pag. 28.
baetica Rbr. Nach Rambur in bestimmten Gegenden
von Andalusien nicht selten. Bei Chiclana traf Korb diese
Art einmal im April recht häufig. Die Raupe lebt im Früh-
jahr an Wicken. Walker fand baetica häufig in den An-
lagen der Alameda von Gibraltar, ebenso in der neutra-
len Zone zwischen Gibraltar und Linea de la Concepeion.
Walker beobachtete -2 Generationen, die erste erscheint im
Mai, die zweite im August und September. Die erste Ge-
neration soll die schönere und grössere sein. W. fand die
Raupen auf Coronilla glauca. die Kokons sind weiss und
oval. Sheldon fand die Raupen und Puppen auf derselben
Pflanze nicht selten Ende April in den Alameda-Gärten
von Gibraltar. Nach Zapater und Korb gemein in Ara-
gonien.
Baetica scheint sehr lokal zu sein; bei Granada und
Malaga habe ich niemals ein Stück gesehen.
fausta v. faustina OÖ. Diese Form von Fausta soll in
Andalusien vorkommen, nach Rosenhauer und Graslin.
Staudinger gibt ganz Iberien an.
oceitanica Vill. Diese Zygaene ist in manchen Jahren
sehr häufig bei Granada. 1859 fand Staudinger die Cocons
in grossen Massen im Darro-Tale. 1871 und 18830 mein
Vater und ich, ebenso Staudinger und Korb die Cocons
gleich zahlreich an derselben Stelle. 1881 und 1905 fand
ich hingegen gar nichts daselbst. 1905 mussten wir uns die
Stelle suchen, wo ich schon 1880 einige Cocons gefunden
hatte, nämlich an den Abhängen des Genils, dort, wo frü-
her die Goldwäschrei war. Hier an dieser Stelle an dem
steilen Abhange wuchs die Futterpflanze Dorycnium {?mon -
speliense und erbeutete mein Bruder und ein junger Spa-
nier, den ich extra dazu angenommen hatte, ziemlich viele
Cocons. Doch Pflanzen, an welchen 12 und mehr Cocons
sassen, brachten sie beide nicht, auch war die Futterpflanze
nicht wie auf der Stelle im Darro-Tale . 1880 mit Cocons
wie weiss überschneit, sondern letztere sassen einzeln, auf
srossem Raum verteilt, an den Pflanzen. Interessant war
für mich, dass wir 1905 occitanica einzeln auch in der
Sierra de Alfacar fingen. Die beste Zeit, um oceitanica- ou
ÖOocons zu suchen, ist Mitte Juni. Wir fanden 18800 am
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 359
7. Juni 700 Cocons, am 15. Juni 300 Cocons und am 23.
Juni. 2000 Cocons. Die Falter schlüpfen im Juli. Staudinger
kennt das Tier von ganz Spanien.
ab. albicans Stgr. Sehr zahlreich unter der Stamm-
form gezogen. Natürlich erhält man auch zahlreiche Ueber-
gänge.
ab. iberica Stgr. Sehr selten unter der Stammform ge-
zogen. Staudinger gibt Catalonien an, auch aus Mureia ist
mir ab. iberica bekannt.
Seitz führt 1. c. II, pag. 30, albarracina Stgr. von An-
dalusien an, es liegt hier eine Fundort-Verwechselung vor,
gemeint ist wahrscheinlich Albarracin, Aragonien.
Aglaope Latr.
infausta L. Rambur und Staudinger geben Andalusien
resp. Iberien an. Ich fing 1905 Ende Juni infausta mehrere
Male in der Sierra de Alfacar. Nach Rosenhauer in der
Sierra Nevada vor dem Barranco de S. Geronimo auf einer
Crataegus-Staude im Juli sehr gemein.
Ino Leach.
notata Z. Kommt nach Rambur in Andalusien vor, er
fand das Tier bei Granada. Wir fingen notata bei Mälaga
und Granada im April und Mai, Staudinger und Lederer
ausserdem noch bei Ronda und Chiclana. Staudinger gibt
Hispania an, auch in Portugal wird notata gefunden.
globulariae Hb. Soll nach Lederer bei Ronda vor-
kommen. Zapater und Korb geben Aragonien an.
cognata Rb. Rambur gibt Mälaga und Granada als
Fundorte an. 1880, 1881 und 1905 fing ich das Tier im
Mai, Anfang Juni oberhalb der Alhambra auf den Berg-
hängen dicht hinter dem Kirchhof und im Juni auf der
Wiese bei der Fuente de la Fruguara in der Sierra de
Alfacar. |
statices L. Rambur will dieses Tier bei Granada ge-
funden haben. Staudinger gibt Hispania c. an, statices ist
auch in Portugal gefangen ‘worden. Stett. Ent. Z. 1862,
pag. 354 (435), hält Staudinger die Angabe, dass statices
bei Granada vorkomme, für falsch.
360 Carl Ribbe.
geryon Hb. Soll in Andalusien vorkommen. Einige
Tiere, die wir 1881 von Granada mitbrachten, wurden mir
als diese Art bestimmt. Auch in Zentral-Spanien und in
den Pyrenäen wurde geryon gelangen.
Cochlididae.
Cochlidion Hb.
limacodes Hufn. 1880 fingen wir das Tier bei Gra-
nada. Zapater und Korb geben Aragonien, Martorell Oata-
lonien und Vieilledent Setubal in Portugal an.
Psychidae.
Acanthopsyche
opacella H. S. Staudinger gibt Andalusien als frag-
liche Heimat an.
Amicta Heyl.
lutea Stgr. 1905 fing mein Bruder im August an der
Lampe mehrere Exemplare dieser Art in der Sierra Nevada
und zwar 1800 m hoch bei der Dehesa de la Vibora, die
betreffenden Exemplare sind von Püngeler bestimmt worden.
febretta Boyer. Nach Rambur kommt das Tier in der
Sierra Nevada vor. Staudinger gibt Hispania und Mendes
Portugal an. Febretta: fliegt im August und geht nachts
gerne an die Lampe. Die Raupe soll nach Mendes nicht
‚selten an Cytisus albus im Juni und Juli zu finden sein.
Hyalina Rbr.
albida v. lorquiniella Brd. 1880 und 1905 fingen wir
in den nördlich‘ gelegenen Bergen bei Mälaga im April
dieses Tier. Es ist nicht leicht zu fangen, da es sehr schnell
auf den Bergabhängen fliegt. Lederer fand das Tier bei
Ronda. Korb bei Chiclana, er fing lorquiniella in der
Mittagshitze im April im Pinienwald, wo Calluna stand.
Die Säcke findet man zwischen den Zweigen von Ulex
australis, europaeus und an Genista tridentata.. Nach Men-
des auch in Portugal, Staudinger gibt Hispania an.
v. plumosella Brd.. Rambur fing diesen Falter auf
dem Berge von Gibraltar im März. Staudinger gibt Hispa-
nia s. u. or. an. |
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 361
malvinella Mill. Staudinger fand dieses Tier bei Chic-
lana. Er schreibt: „Die Raupe lebt in den Pinien-Wäldern
bei Chiclana, wo sie sich von allerlei niederen Pflanzen
(Erodium, Hieracium etc.) nährt. Das erste & griff ich
schon am 21. Januar; die Hauptflugzeit war Februar.“
Korb fing malvinella im April und Mai selten bei Chiclana
im Pinienwald. |
Oreopsyche Spr.
mediterranea Ld. Nach Rambur soll Lederer das Tier
in der Sierra de Ronda und bei Mälaga gefangen haben.
'atra L. 1905 fingen wir 2 Stück in der Sierra de Al-
facar, wie ich glaube im Juni. Atra kommt auch in Zen-
tral-Spanien und in Portugal nach Mendes im März vor.
Apterona Mill.
gracilis Spr. Staudinger gibt Aragonien und Andalu-
sien an. Er fing gracilis bei Chiclana.
erenulella Brd.. Rambur führt dieses Tier als. helieci-
nella in d. Cat. And:, pag. 303, an, sagt aber nicht, wo
er es in Andalusien gefangen hat. Mendes gibt für diese
Art den Mai und Juni für Portugal an. Die Raupe soll
nach demselben im Juni gemein an Cistus ledon und Helian-
themum milleri sein. |
Epichnopterix Hein.
pulla Esp. Rambur fand pulla in der Umgegend von
‘Granada. Nach Zapater und Korb in Aragonien und nach
Martorell in Catalonien.
Fumea Stph.
crassiorella Brd. 1880 im Mai bei Granada gefangen.
Zapater und Korb geben Valencia (Segorbe, El Rincön de
Ademuz) und Aragonien an. Martorell kennt crassiorella
von Catalonien. j
Sesiidae.
Kröochiliumu.se
apiformis Cl. 1905 im April und Mai an den Pappel-
bäumen, die an der Strasse von Mälaga nach Churriana
führt. Ich sah Pappeln, wo frisch ausgekommene Puppen-
362 Carl Ribbe.
hüllen zu Hunderten, hauptsächlich am unteren Stamm und
an den zutage tretenden Wurzeln, sassen. Apiformis hat
hier Sciapteron tabaniformis v. rhingiaeformis ganz und gar
verdrängt. 1880, 1881 hatten wir letztere Art an dieser
Landstrasse in Anzahl gefunden und auch eine Menge Pup-
pen durch ab- und ausschneiden der Pappel erlangt. Api-.
formis kommt in ganz Spanien vor.
Sciapteron Stgr. |
tabaniformis v. rhingiaeformis Hb. 1871, 1880 und
1881 nicht selten im Mai und Juni bei Mälaga und
Granada, 1905 fanden wir nicht ein Stück. Rhingiaeformis-
raupen leben hauptsächlich in den Stümpfen abgeschlagener
Pappeln, doch nur in solchen, die man % bis 1 m über
dem Boden abgeschlagen hat und die aufs neuejunge Triebe
angesetzt haben. Wir erlangten hauptsächlich bei Granada
im Mai an der Eisenbahn, wo man in den Vertiefungen,
die durch das Abfahren von Sand für den Eisenbahndamm
entstanden waren, und wo sich etwas Feuchtigkeit ansam-
melte Pappeln angepflanzt hatte, sehr viele Puppen von
rhingiaeformis. Walker fand tabaniformis (v. rhingiaeformis)
an Pappelstämmen im Juli am Felsen von Gibraltar. Kommt
auch in Nord- und Zentral-Spanien vor.
Sesia F.
conopiformis Esp. Ist 1871 von meinem Vater bei
Granada gefangen worden.
vespiformis L. Staudinger fand dieses Tier in Anda-
lusien. Kommt auch in Zentral-Spanien vor.
ab. melliniformis Lasp. Mehrere Stücke dieser klei-
nen Form fingen wir im Juni—Juli oberhalb der Alhambra
auf grasigen Stellen. Kommt auch im Juni bei Mälaga vor.
stomoxiformis Hb. 1871 fing mein Vater das Tier
bei Granada. Staudinger gibt Hispania an, Martorell Cata-
lonien.
ichneumoniformis F. Rambur fand diese Sesia bei
Mälaga. Mendes gibt den Juni als Erscheinungszeit in Por-
tugal an; Martorell fand das Tier in Catalonien.
uroceriformis Tr. Rambur erwähnt, dass er uroceri-
formis bei Granada gefunden hat. Kommt nach Staudinger
in ganz Spanien vor.
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Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 363
empiformis Esp. Mehrfach 1880 bei Granada erbeutet.
monspeliensis Stgr. Rambur fing diese Sesia an Eu-
phorbienblüten (er meint die hochstengelige Euphorbiae, die
oberhalb der Alhambra an den Darroabhängen häufig steht)
bei Granada. Soll nach Staudinger in ganz Spanien vor-
kommen.
ramburi Stgr. Staudinger schreibt: „Ich fing von die-
ser Art sechs Exemplare (2 56, 4 2929) einige Stunden
von Chiclana auf lehmigen, mit Zwergpalmen dicht bewach-
senen Feldern. Ein & und zwei 99 davon, die ich am
18. Juni fing, sind ganz frisch, das andre & gleichfalls
nicht schlecht, die letzten beiden @ © aber schon ziemlich
abgeflogen.“ Walker fing ramburi nicht selten an Blumen
bei San Rogue im Juni. Korb fing diese Sesia in Casti-
lien. Ich erbeutete 1905 ein Stück im Juni oberhalb der
Alhambra an den Abhängen des Darros.
leucomelaena Z. 1880 im Mai—Juni bei Granada ge-
fangen. Staudinger gibt Hispania an.
affinis Stgr. 1880, 1881 und 1905 im Mai auf Brach-
feldern einzeln erbeutet. Kommt in ganz Spanien und nach
Mendes auch in Portugal vor.
mysiniformis Rbr. Nach Rambur und Staudinger
kommt diese Sesia in Andalusien und Castilien vor. Mar-
torell gibt Catalonien an.
aerifrons Z. Bei Mälaga und Granada in dem Berg-
und Hügelland nicht selten. Staudinger gibt Hispania an.
doryliformis O. Staudinger fing das Tier Anfang
Juni bei Chiclana, Kalisch zog es in Mälaga in Anzahl
aus Rumex. Wir fingen diese Sesia bei Mälaga und Gra-
nada im Mai und Juni. Auch in Castilien und Portugal
heimisch.
chrysidiformis Esp. Soll nach Rambur bei Granada (!)
gemein sein. Ich fand 1880 und 1905 im Mai—Juni nur
einzelne Stücke oberhalb der Alhambra, mein Vater zog
das Tier 1871 aus Sauerämpfer (?), der bei der Eisenbahn
stand. Staudinger gibt Hispania und Vieilledent Setubal in
Portugal an.
364 Carl Ribbe.
ab. ehaleoenemis Stgr. Staudinger fing das Tier An-
fang Juni bei Chiclana,. Ende Juni bei Granada, und Korb
in Teruel in Aragonien.
Paranthrene Hhb.
tineiformis Esp. Rambur fand den Falter bei Mälaga.
Herr Prof. Kheil fing das Tier am 4. 6. 1904 in der Sierra
Nevada. Walker fing tineiformis bei San Roque und in
Gibraltar im Juni. Auch in Catalonien, Aragonien, Cas-
tilien und Valencia, ferner in Portugal ist dieses Tier ge-
funden worden.
Cossidae.
Gossus F.
cossus L. Rambur fand die Raupe in der Umgebung
von Granada. Walker fand ebenfalls die Raupe bei Cam-
pamento in Pappeln.
Auch in Catalonien, Aragonien und Me ist Cossus
beobachtet worden.
Dyspessa Hb.
ulula Bkh. 1880 mehrere Stücke bei Granada gefunden.
Kommt in Zentral- und Nord-Spanien vor. Die Raupe lebt
in den Wurzeln niederer Pflanzen.
ab. marmorata Rbr. Rambur fand am 22. April ein
Stück, wonach er das Tier als marmorata beschrieb.
Staudinger schreibt Iris 5, pag. 284, dass diese mar-
morata von der sehr abändernden ulula nur ihrer Grösse
wegen abzutrennen ist. Er besitzt 2 Stück, die bei Granada
gefangen wurden. Nach Vieilledent ist marmorata im Juli
in Setubal in Portugal gefangen worden.
Zeuzera Latr.
pyrina L. Nach Rambur hat Staudinger pyrina in An-
dalusien gefunden. Walker gibt den Felsen von Gibraltar
(Juni) an. Auch in Aragonien und Catalonien, ebenso in
Portugal ist das Tier gefunden worden.
Hepialidae.
| Hepialnms.
lupulinus L. Rambur erwähnt das Tier aus der Um-
gebung von Granada.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 365
Einige Bemerkungen über die
geographische Verbreitung der in Andalusien
vorkommenden Großschmetterlinge.
Die Zusammenstellungen der geographischen Verbreitung
der Grossschmetterlinge kamen dadurch zustande, dass ich
sehen wollte, inwieweit die Grossschmetterling-Fauna von
Andalusien mit anderen palaearktischen Faunengebieten Ver-
wandtschaft zeigte.
Bei den Vergleichungen stellte sich jedoch sehr bald
heraus, dass der Genauigkeit bei Angaben, wo eine Art
vorkommt, sich Schwierigkeiten entgegenstellten, die Veran-
lassung gaben, dass meine Zusammenstellung keine ab-
schliessende Arbeit, sondern nur einen Versuch darstellen
soll.
Zu der Vergleichsarbeit hatte ich mir umfangreiche
Tabellen angefertigt, die ich erst willens war, in der vor-
liegenden Arbeit mit zu veröffentlichen, die sich heraus-
stellenden Mängel liessen mich jedoch zu dem Entschluss
kommen, nur die gelundenen Resultate hier zu besprechen.
Wenn man freilich nur solche faunistische Arbeiten zu
benutzen hätte, wie die von Rebel, Calberla, Caradia, Koll-
morgen, Staudinger, Spröngerts, Möbius (Fauna von Sachsen),
Bartel, dann wäre die ganze Arbeit leicht. — Doch wie
wenige haben so genau wie die Vorgenannten gearbeitet,
wie wenige haben auf die richtige Bestimmung der Arten,
auf ihr Vorkommen in einer bestimmten Gegend die nötige
Sorgfalt verwendet, so dass man alle ihre Angaben als ein-
wandfrei hinnehmen könnte.
Ueber die Verbreitung der Lepidopteren auf der iberi-
‘schen Halbinsel haben wir leider nur wenige Arbeiten (so-
weit ich es feststellen konnte) und diese wenigen leiden an
Ungenauigkeit; nur die Arbeiten von Candido Mendes
D’Azevedo und P. Vieilledent über Lepidopteren von Por-
tugal zeichnen sich durch Genauigkeit der Angaben aus,
auch die Arbeiten von Zapater und Korb über die Lepi-
dopteren von Teruel sind noch trotz vieler Mängel ganz
366 | Carl Ribhe,
gut. — Weniger brauchbar sind die Arbeiten von Miguel
Cuni y Martorell. — Staudinger hat leider keine zusammen-
hängende Arbeit über seine Sammeltätigkeit in Spanien her-
ausgegeben, man muss sich die verschiedenen Angaben aus
seinen Arbeiten über palaearktische Lepidopteren in Fach-
schriften und aus dem Kataloge der palaearktischen Lepi-
dopteren zusammensuchen; das gleiche gilt zum Teil auch
von Korb, der nur die Arbeit über Teruel mit Zapater zu-
sammen herausgegeben hat. Gerade über seine Erfolge in
Murcia und Algarbien, die faunistisch mit zu dem anda-
lusischen Gebiete zu rechnen sind, wissen wir so gut wie
nichts; auf Bitten meinerseits erhielt ich wohl eine kleine
Zahl von Angaben, die zwar sehr wertvoll waren, aber das
Fehlen der weiteren Angaben sehr vermissen lassen. —
Korb nebst Staudinger würden die Berufensten gewesen sein,
uns eine . Gesamtfauna der Schmetterlinge der iberischen
Halbinsel zu geben.*
Von faunistischen Arbeiten, die ich benutzt habe, führe
ich nachstehend die hauptsächlichsten an:
Faunistische Arbeiten.
Bartel, M. u. Herz, A.: Handbuch der Grossschmetter-
linge des Berliner Gebietes, Berlin 1902. A. Bött-
cher, Berlin.
Calberla, H.: Elengo Dei Lepidotteri raccolti in Siei-
lia: Estratto dal Naturalista Sieiliano Anno IX. 1889.
Macrolepidopteren der römischen Campagna. Iris T.
(1884—1888), pag. 117—158; Iris III., pag. 47—9.
Verzeichnis der von Herrn Dr. A. Stübel in Palä-
stina und Syrien gesammelten Lepidopteren. Iris
IV., pag. 34.
Caradjia, A. v.: Die Grossschmetterlinge Rumäniens. Iris
VIII., pag. 1—102; Iris IX., pag. 1—112.
, Die Grossschmetterlinge des Departement de la
Haute Garonne. Iris VI., pag. 161—240; Iris VIL., |
pag. 336— 340.
Chapman: Trans. Ent. Soc. London 1901. Proc. pag.
XXII. Schmetterlinge gesammelt in der Sierra de
Albarracin.
*) Nachträglich gab mir Korb eine Liste der von ihm inder
Sierra de Espuna 1909 gefundenen Lepidopteren, ich konnte
diese Fundorte noch in meine Arbeit aufnehmen.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 367
Chapman: Trans. Ent. Soc. London 1902. Proc. pag. XXXV.
Ueber Schmetterlinge von Bejar, West- Zentral-
- Spanien.
# Trans. Ent. Soc. London 1904, pag. 81. Ein
Entomol. Ausflug nach Moncayo, Nord-Spanien.
& Trans. Ent. Soc. London 1905, pag. 37. An other
Entom. Excursion to Spain.
N Trans. Ent. Soc. London 1905, pag. 9. Erebia
palarica Chap. and Erebia stygne; chiefly in re-
gard to its association with E. evias in Spain.
Elwes: Trans. Ent. Soc. London 1902. Proc. p. XXXIV.
Sammlung gemacht in Picos de Europa Nord-West-
Spanien von Mrs. Mary de la Beche Nicholl.
On a Collection of Butterflies made in Marocco in
1900, 1901, 1902. By E. G. B. Meade Waldo.
Trans. Ent. Soc. London 1905.
Kollmorgen, T.: Versuch einer Macrolepidopteren-
Fauna von Corsica. Iris XII., pag. 307—328. Iris
XTIII., pag. 189—204.
Martorelly Peäüa: COatalogos Sinonimicos de los In-
sectos, encontrados en Catalufa, Barcelona 1879;
Lepidöpteros pag. 107.
Martorell, D. Miguel Cuni y: Catalogo metodico
y razonado de los Lepidöpteros de Barcelona,
Barcelona 1874.
Datos para una Flora de los Insectos de Cataluna.
Anal. de la Soc. Esp. de Hist. Nat. tomo X. 1881.
Resultado de una Exploracion entomolögiea y botä-
nica, por el Termino de la Garriga (Catalufa).
Anal. de la Soc. Esp. de Hist. Nat. Junio 1882.
Mendes, D’Azevedo: Lepidopteros de Portugal. I.
Lepidopteros da regiao de S. Fiel (Beira Baixa).
Broteria I. 1902, pag. 155; Broteria II. 1903, pag.
41; Nachtrag: DBroteria IV. 1905, pag. 176. und
pag. 369, Taf. XVIII, XIX.
Lepidopteros do Minho: Broteria, Vol. VIII, 1909,
pag. 74.
Möbius, E.: Die Grossschmetterlings-Fauna des König-
reiches Sachsen. Iris XVIII., Heft I.
Nicholl: The Butterflies of Aragon. Trans. Ent. Soc.
London 1897, pag. 427. (Communicatet by Sir G.
F. Hampson.)
”
”
”
DEN SEN EEE FR
. ER iS
368 Carl Ribbe.
Pfitzner: Ein entomologischer Ausflug nach Nordafrika.
Iris 1900, XIII., pag. 69—72.
Ragusa, C.: Catalogo dei Lepidotteri di Sicilia. Natu-
ralista Sieiliano, Anno XVII, No. 7—8, 1905. Anno
RVTIESENO2 161905,
Rebel, Dr. H.: Ergebnisse einer naturwissenschaftlichen
Reise zum Erdschias-Dagh, Kleinasien. (Dr. Arnold
Penther und Dr. Emerich Zederbauer.) Annalen
d. k. k. Naturh. Hofmuseums Wien, Band XX,
Heft 2 und 3.
Studien über die Lepidopteren-Fauna der Balkan-
länder, I. Teil, Bulgarien und Ostrumelien. Annal.
des k. k. Naturh. Hofmuseums Wien, 1903, XVII.
Band, pag. 123; II. Teil, Bosnien und Herzego-
wina 1. c. 1904, XIX. Band, pag. 9%.
Rössler, Dr. A.: Verzeichnis um Bilbao gefundener
Schmetterlinge. Stett. Ent. Zeitschr. 1877.
Rothschild, Charl.: Lepidoptera collected at Cintra,
April 1909. Entomol. Record, Vol. XXI., No. 7
und 8.
Spröngerts, J. R.: Streifzüge in den ÜOstpyrenäen.
Iris XVII, pag. 169—191.
Digne, Iris XXII, 1909, pag. 75—98. In dieser
Arbeit sind die Abhandlungen von Hugues Don-
zel, Bellier de la Chavignerie, George Wheeler,
Nicholls, Stertz und Dietze über Schmetterlinge von
Digne enthalten.
Staudinger, Dr. O.: Lepidopteren aus Tunis, Iris V,
pag. 977— 300.
j Lepidopteren des Kentei-Gebirges, Iris V. pag. 300.
Staudinger, Dr O. und. Rebel, Dr. Hr 7Razıez
der Lepidopteren des Palaearktischen Faunengebiets,
III. Auflage.
Struve: Drei Sommer in den Pyrenäen. Stett. Ent. Zeit.
1882, pag. 393 und 410.
Turati, E.: Contribuzione alla Fauna Lepidotterologica
Lombarda. . Est. d. fasc. 3, d. Bull. d.. Soc. Ento-
mol. Italiana, Anno XI, pag. 153—208, 1879,
Firenze.
Vieilledent, P.: Lepidopteros da rigiäo de Setubal,
Broteria IV, 1905, pag. 185.
Zapater, Bernardo y Korb, Maximiliano:
Catälogo de los Lepidöpteros de la Provincia de
Teruel y especialmente de Albarraein y su Sierra:
Madrid, Anal. d. Il. Soc. Esp. de Hist. Nat., Tomo
Ben 15a marr 5 an ll ParteY loc. 1891, 9103:
Natürlich wurden auch die erst in den letzten Jahren
herausgekommenen grösseren Werke von Rebel „Berges
Schmetterlingsbuch, 9. Auflage“, Seitz „Die Grossschmetter-
linge der Erde“, und Spuler „Die Schmetterlinge Europas“,
ebenso wie das leider nicht fertig gewordene Werk von
Rühl-Heyne-Bartel „Die palaearktischen Grossschmetterlinge
und ihre Naturgeschichte“, mit benutzt.
Zuerst hatte ich die Absicht, alle die in vorstehend ge-
nannten faunistischen Arbeiten behandelten Gebiete in meiner
Liste gesondert zusammenzustellen, ich musste hiervon je-
doch absehen, da sonst die ganze geographische Zusammen-
stellung unübersichtlich und auch weit über den Rahmen
meiner ganzen Arbeit hinausgegangen wäre.
Ich habe daher als grössere, in Betracht zu ziehende
Gebiete mir folgende gewählt:
1. Andalusien.
2. Iberien (d.h. der übrige Teil der ganzen Halb-
insel).
3. Frankreich, in der Hauptsache der mittlere und
südliche Teil.
4. Dalmatien, Rumänien, Ungarn, Bul-
garien, Bosnien, Herzegowina, Ost-
rumelien. -
Nord- und Mittel-Italien.
.Sizilien.
. Korsika.
.Mittel-Europa (England, Deutschland, Oester-
reich).
9. Nord-Afrika, Aegypten, Palästina,
Syrien.
10. Asien (d.h. alles, was östlich vom Ural liegt).
Ich bin mir wohl bewusst, dass diese Einteilung nicht
ganz den Beifall von vielen meiner Leser finden wird, ich
“24.
370 Carl Ribbe.
mache jedoch darauf aufmerksam, dass es mir ja nur dar-
auf ankommt zu sehen, inwieweit die andalusische Schmet-
terlingsfauna mit andern grossen Faunengebieten Aehnlich-
keiten aufweist.
Bei meiner Zusammenstellung habe ich, um festzustel-
len, was alles in Andalusien vorkommt, Art, Varietät und
Aberration. gezählt, und stellte sich heraus, dass bis zur
Zeit 1242 Arten, Varietäten und Aberrationen von Anda-
lusien bekannt sind. Von dieser Gesamtzahl musste ich
zum Zwecke der geographischen Verbreitungsvergleiche die
nur zufällig auftretenden Aberrationen abziehen, und kom-
men daher nur 1061 andalusische Schmetterlingsfiormen in
Frage.
Diese 1061 Grossschmetterlinge wurden hauptsächlich
in den Gebieten bei Chiclana, Mälaga und Granada (Sierra
de Alfacar, Sierra Nevada etc.) gesammelt.
Wenn erst die übrigen Gebiete ebensogut durchforscht
sein werden, wird sich diese Zahl zwar noch beträchtlich
erhöhen, ein andres Bild der andalusischen Schmetterlings-
fauna werden diese neuen Funde aber nicht bedingen. Das
bekannte Material genügt meiner Ansicht nach vollauf, um
Vergleiche mit andern Gebieten anzustellen.
Von den Arten und Formen haben mein Vater, mein
Bruder und ich in den verschiedenen Jahren 1871, 1880,
1881 und 1905 im ganzen zirka 825 Arten selbst gefangen;
gewiss eine stattliche Anzahl, die hauptsächlich so gross
wurde, weil einmal 20 Monate — 1880—1881 hintereinander
und einmal bis weit in den Winter 1905 hinein — bei Gra-
nada gesammelt wurde. Ich will hierbei nicht vergessen
zu erwähnen, dass ja auch Staudinger und Kalisch in den
fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts für längere Zeit
— 1-—2 Jahre hintereinander — in Andalusien sammelten.
Von der Gesamtzahl der Arten, die ich für Andalusien
feststellte, muss man ferner auch einige Arten abrechnen,
die nur durch Zufall nach Andalusien verschlagen waren.
Ich nenne hier 1. Vanessa indica v. vulcanica, 2. Danais
chrysippus, 3. Danais plexippus, 4. Coenonympha arcani-
oides, 5. Prodenia littoralis. Diese Arten sind sicher nicht
heimisch in Andalusien, und waren die gefangenen Stücke
nur zufällig von Afrika herübergekommene Tiere. Ferner
müssen wohl bestimmt als ganz unsichere Funde 6. Galgula
a At ee re.
BF et
” u 5 en .
a
u he
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 37]
partita, 7. Omochroa spurca abgerechnet werden. Auch
einige Rambursche Arten von Noctuen und Spannern wer-
den wohl in Wegfall kommen müssen, da sich herausstellen
wird, dass Rambur seine neuen Arten auf einzelne abnorm
gefärbte Stücke bekannter Arten gründete. Ob ierner die
Angaben der andalusischen Herren immer richtig sind, muss
auch bezweifelt werden. Verdächtig als nicht in Andalusien
vorkommend sind mir Lymantria monacha, Dendrolimus‘
pini, Graällsia isabellae.
Nun, diese Falter, mögen sie wirklich in Andalusien
vorkommen oder auch nicht, werden an dem Bilde, das
uns die Grossschmetterlings-Fauna von Andalusien bietet,
wenig ändern.
Wenden wir uns nun zu der Verbreitung der in An-
dalusien bis jetzt gefundenen Grossschmetterlinge in dem
übrigen palaearktischen Gebiete, so muss ich zuerst fest-
stellen, dass von den 39 Familien, die im Staudinger-Rebel
angeführt sind, 29 in Andalusien vertreten sind. Es feh-
len also 10 Familien, und zwar: V. Erycinidae, XIII. En-
dromididae, XVI. Brahmaeidae, XVII. Bombycidae, XIX.
Callidulidae, XXII. Agaristidae, XXIV. Brephidae, XXVI.
Uraniidae, XXVII. Epiplemidae, XXXIV. Megalopygidae.
Von diesen 10 Familien können 7 nicht in Betracht kom-
men, da sie nur im Osten des palaearktischen Gebietes ge-
funden werden. Es ist gar nicht so unwahrscheinlich, dass
Vertreter der Familien Erycinidae und Brephidae noch in
Andalusien gefunden werden, von der Familie Endromidi-
dae glaube ich es jedoch nicht.
Von den im Staudinger-Rebel angeführten 764 Gattun-
gen kommen Vertreter von 312 in Andalusien vor, gewiss
eine sehr grosse Zahl, wenn man von der Gesamtsumme
von 764 die vielen nur im Osten des Gebietes heimischen
Gattungen abrechnet. Immerhin wird auch hier die Zukunft
durch neue Funde die Zahl der in Andalusien heimischen
Gattungen noch erhöhen. Es fehlen ja eine ganze Reihe
von Gattungen in Süd-Spanien, die im übrigen mediterranen
Gebiete zu finden sind.
Doch würde es zu weit führen, hierauf näher einzu-
gehen. Vergleichsweise will ich nur erwähnen, dass z. DB.
für die Fauna des Berliner Gebietes zirka 362 Gattungen
(829 Arten ohne Varietäten und Aberrationen) zurzeit nach-
gewiesen worden sind. Zu berücksichtigen ist hierbei, dass
372 Carl Ribbe.
es wohl kaum eine Gegend in Europa gibt, die, was Gross-
schmetterlinge anbelangt, so durchforscht ist, wie gerade die
Berliner Gegend.
Wie in allen Gebieten, so auch in Andalusien, sind
es vor allem die Tagschmetterlinge, die uns am besten be-
kannt geworden sind; von den Nachtschmetterlingen. d. h.
von den Familien der Sphingiden bis zu den Hepialiden.
wissen wir weniger, da sich leider sehr viele Male das
Vorkommen in Andalusien nur auf einzelne Funde grün-
det. Intensiven Nachtfang haben. nebst Staudinger, Korb und
H. Ribbe, eigentlich erst mein Bruder und ich 1905
machen können, da die Bedingungen hierfür äusserst gün- | 1
stig waren. I
Gehen wir nun zu der nachstehenden Liste über, so’ |
habe ich feststellen können, dass in den vor mir ange, #
nommenen Faunenkreisen von den in Andalusien gefundenen u
Arten und Formen wie folgt vorkommen:
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> ( I. Papilionidae 1a ol [18 4 1
= | II. Pieridae 27/22 17| 15 117)14|18113120118 %
” 1II. Nymphalid., A. vymphatinae 80 1:25 122 | 21.122 1.18 8:19 15 18 1
. B. Danainae | 2 — — | — | -|— |1—|—| 2| 2 ”
= C. Satyrinae |32|24 21) 16 |20'18/11/15|16 16 )
EB | IV. Libytheidae RN lin. eh 1
= VI. Lycaenidae 49 45'133 | 25 125/18 1512526127 i
=, | VIL Hesperidae 24|24|22| 21 |20|20|14|18| 13/17 y
Iısolı55|122| 99 |105| ss | 66 | 91 |1osl10oa
& ( VII. Sphingidae 19116115 17 |18| 14110) 16] 1016 7
a | IX. Notodontidae 18 15/18 | 15 |15| 3| 8)16| 2116 ‘s
> | X. Thaumetopoöidae DI BEL. 91:10 Dosen 8 J
& | XI. Lymantriidae 12.112).9 1.8 | 91 Ge
= 2 XI. Lasiocampidae 18.10 | 14,9 ° | 10.) Asse
E | XIV. Lemoniidae 22.) 10 De
@ | XV. Saturnidae 31,812) 2.) 21. Basen
= 2 XVII. Drepanidae 21121,2 1:17] Es
= | XX. Thyrididae 1.12 |. | ee
|77|65|62]| 54 |5: |32|35|56 |:
x
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien, 373
XXI. Noctuidae
a A. Acronyctinae | 10) 9| 9} 8s| 9| 6| 6 8) 5) 8
- E. Trifinae 340 273 275 227 233 1780038 1561220
= C. Quadrifinae 5l| 4241| 41| 833| 34; 26) 33] 33] 40
Sg E. Hypeninae s 9a LEITIWE 21 00R 10 Be
XXIH. Cymatophoridae Be 4 sd ı 5. 112
|416/835|337| 290 |289|226| 158,280 200281
& [ XXV. Geometridae
3 A.Geometrinae |16/15|j12| 12 |12|-8| 8| 8]18|12
Er B. Acidalinae 80172154 | 51 |49|47|35|89|50|48
& C. Larentinae 95 | 77 ee 62 |54 | 81\37|64| 89 | 59
= D.Orthostixinae | 1 1| 1) 1|— | 1| 1J— | 11 —
= E.Boarmiinae |90|75|69| 53 |55 |28|20|46 47144
2821240|204, 179 |1701115|101|157|150|163
{4 [ XX VII. Nolidae ER ra 30 Da I Da N PR He
; XXIX. Cymbidae 41,418) 3.1121 42] 21 4| 3
® | XXX. Syntomidae NL ERLERNT Ba a Va
© | XXXI Arctiid. A. Arctiinae |24 | 2116| 17 |17|10,10|15/ 1118
= BemıchosınBae tr IL ws Sl san All 27
| XXXI. Heterogyinidae 2) 2| 11'141 11—|—| 1| 11 —
„m | XXXI. Zygaenidae 190 1a 7185 51.4 :n
® | XXXV. Cochlididae DER IST ESEL SL ALT
2: | XXX VI. Psychidae 2a oo 1.1n6 206
= | XXVII Sesiidae 19/17/15| ı8 J11/12| 6|12| s| 6
© ı XXVII. Cossidae aaa] dB
3 | XXXIX. Hepialidae I RE rn 0 N NG
|106| 88] 74| 67 |71 | 46 | 29 | 60 | 37 | 51
Demnach kommen von den zirka 1061 andalusischen Arten in
Iberien 883, in Frankreich 799, in Dalmatien und den Donauländern
689, in Nord- und Mittel - Italien 692, in Sizilien 507, in Corsica 389,
in Mittel-Europa 644, in Mauretanien, Ägypten, Syrien 525 und in
Asien 691 Arten und Formen vor. Die gefundenen Zahlen können
nur als annähernd gelten, da die von mir zum Vergleich heran-
gezogenen Faunenkreise teilweise noch nicht gründlich erforscht sind.
Anschliessend an diese Liste habe ich die Grosschmetter-
linge nach grösseren Gruppen zusammengestellt und zwar:
A. Tagfalter,
B. Schwärmer — Spinner,
C. Eulen,
D. Spanner,
E. Bären — Hepialiden.
Setze ich nun der Einfachheit wegen für die Faunenkreise
die Zahlen 1—10 so erhalten wir folgendes Bild.
374 Carl Ribbe.
Faunengeh| ı | 2 | 3 | 4 5. | 6 Te
Familienkreis
180.1 16040122: 499 1.105 88 66 91 | 106 | 103
77165 |.,66 | 45 07 32 | 835 56 32 | 53
416 | 835 | 837 | 290 | 289 | 226 | 158 | 280 | 200 | 281
282 | 240 | 204 | 179 | 170 | 115 | 101 | 157 | 150 | 163
106 | 88 74 67 71 46 |, 2I EUR 51
BOnu»
Aus diesen beiden Listen geht nun hervor, dass die Gross-
schmetterlingsfauna von Andalusien die grösste Aehnlichkeit
mit der von Iberien, was ja auch das natürlichste ist, hat;
dann kommt Frankreich, Italien, Dalmatien — Donauländer,
Asien, Mittel-Europa, Sicilien, Corsica.
Gruppiert man die von mir angenommenen Faunengebiete
(1—10) nach den einzelnen grösseren Familienkreisen, die
ich unter A,B, C, D, E angeführt habe, so ergibt sich, setzt
man für die Namen der Faunengebiete die Zahlen 1-10 ein,
folgendes Bild.
Faunengeb.| "2a.la| 2.501.600] one
Famillenkreis
A 1.1.2.1°8.| 9° |.5 |. 10) 04. | SS on
B 1:28 |..8..1.8 00 200 10] Wo
C 11'821) 4 "00 1.10.0108.) Vom
D 1:| 2:18:12) 8 | 100,8 | Go
E 11:9 98 Sa a ar Se | 9 | 8
Für mich waren die Vergleichstabellen besonders interessant,
da ich in der Literatur verschiedentlich hervorgehoben fand,
dass Süd-Spanien, in erster Linie Andalusien und Murcia, was
Pflanzen und Tiere anbelangt, ein afrikanisches Gepräge zeige;
vergl. Willkomm:! Die Halbinsel der Pyrenäen pag. 273 und
pag. 283.
Ich muss auf dieses angeblich „afrikanische“ in der
andalusischen Flora und Fauna etwas näher eingehen.
Von den Pflanzen muss ich ganz absehen und kann
nur auf die Werke von Willkomm, Boisier, Rein, Drude
u. a. verweisen (vergl. meine Einleitung).
Bei den Tieren ist es etwas anderes; hier stehen mir
in erster Linie meine entomologischen Sammelresultate.,
meine sonstigen Beobachtungen und eine ausgedehntere Kennt-
nis der einschlägigen Literatur zur Verfügung. Wenn wir
die grösseren Tiere in Betracht ziehen, so wird immer und.
immer wieder das Vorkommen des nordafrikanischen Affen
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 375
(Inus sylvanus) am Felsen von Gibraltar als Hauptbeweis
für die Aehnlichkeit der südspanischen mit der afrikanischen
Fauna ins Feld geführt. Soweit es mir möglich war, konnte
ich feststellen, dass Inus sylvanus nach dem Felsen von
Gibraltar importiert worden ist, und zwar wie es scheint,
vor nicht zu langer Zeit. — Man führt als Beweis, dass
der Affe am Felsen von Gibraltar sich hat halten können,
die Unzugänglichkeit des Felsens an; nun ich muss hier
gegenüberstellen, dass Gibraltar — das alte Calpe — schon
seit den ältesten Zeiten als Feste von den verschiedenen
Nationen- benutzt worden ist, dass der Felsen gar nicht so
unzugänglich war und ist, und dass er im grossen und
ganzen nur recht düritige Vegetation aufweist. — Ver-
wunderlich wäre es auch, dass, wenn der Affe am Felsen
von Gibraltar und damit in Süd-Andalusien heimisch war.
er sich nicht auch in den ausgedehnten Wäldern bei Alge-
ciras und den beinahe unzugänglichen Sierren der südlichen
Küste gehalten hätte.
Von anderen grösseren Tieren wäre nur das Ichneu-
mon (Herpestes ichneumon), das am unteren Guadalguivir
und bei Estepona vorkommt, zu nennen, welches auf afri-
kanischen Ursprung hinweist, da es nur noch in Aegypten
gefunden werden soll.
Von Vögeln wäre als typisches Beispiel für afrikanische
Abstammung der Flamingo zu erwähnen, der am unteren
Guadalquivir nisten soll.
Von Eidechsen ist das Chamäleon (Chamaeleon vul-
garis) zu nennen, welches als afrikanischer Fremdling in
Andalusien zu gelten hat. a
Von den afrikanisch-südspanischen resp. südeuropäischen
Konchilien hatte Herr Ingenieur Reibisch die Liebenswürdig-
keit, eine Liste für meine Zwecke anzufertigen, die ich nach-
stehend unverkürzt wiedergebe.
Landschnecken (Stylommatophora)
Testacella Mangei Fer.-Portugal, Teneriffa.
% bisulecata Risso,-Provence, Algier.
Amalia gogates Drp.-Südfrankreich, Spanien, Nordafrika.
Leucochroa cariosula Mich. — Algerien, Spanien.
Helix (Seet. Gonostoma) — finden sich ganz nahe verwandte
Formen in Spanien u. Nordafrika.
»„ (Frutieicola) sericea Drp. — Europa, Nordafrika.
376 Carl Ribbe.
Helix (Fruticicola) lanuginosa Boissy, — Balearen, Algier.
(Macularia) punctata Müll. — Spanien. Algier.
NE E ) lactea Müll. — Spanien, Nordafrika, Madeira.
( ) Dupotetiana Forbes, — Süd-Spanien — Al-
gerien.
„ (Xerophila) pisana Müll. — Mittelmeerküsten, Oanaren.
variabilis Drp. — Mittelmeerküste, Algerien.
an
” ”
I N cespitum Drp. — Südwesteuropa, Algier.
ac »„....) neglecta Drp. — Südeuropa, Spanien, Oran.
ARE. h ) explanata Müll. — Südfrankreich, Algerien,
Südspanien.
SL ’ ) apicina Lam. — Südwesteuropa, Algier,
Azoren.
„05 ...) eonspurecata Drp. — Südeuropa, Algier,
Teneriffa.
BR A ) trochoides Poiret, — Mittelmeerküsten, Algier.
»„. 0.5» ....) ventricosa Drp. — Mittelmeerküste, Canaren,
Azoren.
Cionella (Ferrusacia) folliculus Gronov. — Mittelmeerküsten, _
Algerien. |
Stenogyra (Rumina) decollata L. — Südeuropa, Azoren, Madeira,
Canaren, Algier, Marocco.
Süsswasserschnecken
Planorbis (Spirodiscus) Dufourei Graells, — Spanien, Algier.
Land-Deckelschnecken
Oyclostoma (Leonia) mamillare Fer. — Spanien, Algier.
Süsswasser-Deckelschnecken
Melanopsis praerosa L. — Spanien, Algier, Vorderasien.
Neritina Auviatilis-L. — Westeuropa von Schweden b. Algier.
Süsswasser-Muschelnu.
Unio batavus Nilss.. — Europa, Algier.
Pisidium pusillum Gurel. — Algier bis Grönland.
{Y obliquum ©. Pfr. — Algier bis Finnland.
„ cazertanum Poli, — Algier bis Finnland.
Aus dieser Liste kann ich nun auch nicht entnehmen,
dass Andalusien ein afrikanisches Gepräge habe, höchstens,
wie das ia doch in der Natur der Sache liegt, ein medi-
terranes.
Unter den Coleopteren ist es eigentlich nur Mega-
cephala euphratica, die auf afrikanischen Ursprung hinweist.
Bei den Schmetterlingen sind es nur ganz wenige
r
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 377
Arten, die afrikanisch genannt werden können. In Nord-
Afrika und Syrien-Arabien sind es doch auch nur ganz wenige
Arten, die äthiopisch-afrikanischen Ursprungs sind. Es sind
dieses die Teracolus-Arten, Charaxes jasius, einige Lycae-
na-Arten, Chaerocampa osyris, celerio, Taragama repanda.
Nord-Afrika, Syrien und auch die Öanaren haben, wie dies
ja auch von den Lepidopterologen ganz zutreifend erkannt
wurde, ein europäisches Gepräge; daher kann auch Anda-
lusien keine afrikanische Faunenzone haben.
Von den von mir für Andalusien festgestellten 1061
Arten und Formen kommen in Nordafrika-Syrien nur 525
Arten vor; Mitteleuropa und Asien zeigen grössere Ver-
wandtschaft mit 644 resp. 651 Arten.
Von rein andalusisch-nordafrikanisch-
syrischen Formen konnte ich nur die folgenden
feststellen:
Papilio podalirius ab latteri. Lasiocampa serrula.
Thais rumina ab canteneri. Taragama repanda.
„ ab mauretanica Lemonia philopalus.
Pieris dubiosa. Cueullia scrophulariphila.
(Pyrameis indica v. oceidental.) | Talpochares candidans.
(Danais chrysippns). Catocala oberthürii.
( ;. plexippus). Acidalia fathmaria.
(Ooenonympha arcanioides). Phibalapteryx scorteata.
Chaerocampa osyris. Phragmatobia pudens.
Hinzurechnen kann man ferner noch die nur in Iberien,
Murcia, Süd-Portugal, Oentral-Spanien und
Mauretanien vorkommenden Arten.
Thais rumina Acidalia lambessata
Euchlo&ö belemia u. v. glauce a manicaria
Melitaea aurinia v. iberica \ fatimata
Melanargia ines u. v. sulfurea h cervantaria v. depress.
Zephyrus quereus v. iberica A virgularia v. minuscul.
Lymantria atlantica Larentia numidata
Agrotis linogrisea v. lutosa e alfacariata ?
Miana microglossa (Palaestina) 5 sandosaria
Leucania hispanica Gnophos mucidar. v. ochracear.
Cleophana pectinicornis Eilierinia cauteriata
Eublemma arcuina v. blandula | Boarmia atlanticaria
Euchloris plusiaria Fidonia pratana
Nemoria faustinata Phasiane partitar. v. obliterata
Acidalia nexata OÖenogyna baeticum et ab.
378 Carl Ribbe.
Auch die nur in Sicilien, Corsica, Andalusien,
Mauretanien gefundenen Tiere kann man mit anfügen:
Orgyia dubia v. splendid. etab. | Acidalia ochroleucata
Agrotis kermesina ? $ cireuitaria v. mimosar.
Mamestra serena v. corsica Larentia cupreata
Segetia viscosa Tephroclystia cocciferata
Episema glaucina ab. gruneri? | Boarmia bastelicaria
Polia flavicineta v. meridionalis | Eurranthis penniger.v.chrysitar.
Polyphaenis xanthochloris „ ab. nevadaria ?
”
Calophasia subalbida N 2 abs apEIeae
I serrata Earias insulana
Cleophana diffluens Zygaena trifolii v. syracusiae
Acidalia longaria Sesia doryliformis.
Wie man aus diesen Listen ersehen wird, ist es nur eine
geringe Zahl von Arten und Formen, die in den Gebieten
Andalusien, Oentral-Spanien, Süd-Portugal, Corsica,
Sieilien, Mauretanien allein vorkommen. —
Meines Erachtens nach geben doch nicht einige Arten,
sondern die Mehrzahl der Arten dem Gebiete ein bestimmtes
Gepräge. — Es ist mir daher ganz und gar nicht verständlich,
wie man bei Andalusien von einer afrikanischen Zone
sprechen kann. Benachbarte Länder und sind sie auch
durch eine Meeresstrasse getrennt, werden immer Ähnlichkeiten
miteinander, was Fauna und Flora anbelangt, aufweisen;
es kommt nur darauf an, von wo aus man sich den Ein-
fluss ausgehend denkt. — Bei Andalusien ist der afrika-
nische Einfluss, was die Lepidopteren anbelangt, sicher nur
ganz gering; im Gegenteil man müsste bei Nord-Afrika,
Syrien und Arabien von einem europäischen Einfluss spre-
chen. — Nun, die Lepidopterologen haben diesen Einfluss
auf Nord-Afrika schon lange erkannt, denn die Canaren,
Marokko, Algerien, Tunis mit der Sahara als südliche
Grenze, N.-Arabien und Syrien werden ja zum paläarkti-
schen Gebiete gerechnet.
Bei der Zusammenstellung der Verbreitungsliste war es
' auffallend, dass Andalusien so viele Arten mit Asien gemein-
.sam hat, dass in dieser Liste, wenn man das Endresultat
der Summe der Arten vergleicht, Asien, wenn man Anda-
lusien als 1. annimmt, an 6. Stelle schon kommt.
Noch mehr muss man aber erstaunt seint, dass einige
extreme Arten nur in Andalusien und in den Grenzgebieten
Europa-Asien, und in Asien selbst zu finden sind. — An
7
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 379
erster Stelle wären hier Satyrus hippolyte, Ly-
caena lorqguini, dann Orgyia aurolimbata,
Caradrina pertinax zu nennen. — Ferner kämen
hinzu Zegris eupheme, die in Andalusien in der
wenig abweichenden Form meridionalis gefunden
wird, und Lycaena sephyrus mit der andalusischen
Form hesperica; alsdann noch Taeniocampa
sucarta ab. pallidior.
Es ist höchst merkwürdig, dass diese Schmetterlings-
arten ganz im Süden von Europa und dann nur wieder
an der-europäisch-asiatischen Grenze und in Asien selbst
vorkommen; dass das ganze dazwischen liegende Länder-
gebiet von ihnen nicht berührt wird. Gerade das Vor-
kommen von solch auffallenden Arten an so weit entfernt
liegenden Orten mag den Zoogeographen Veranlassung
geben, verschiedene Schlüsse zu ziehen.
Erweitern wir den Kreis und sehen uns die in Andalusien,
Iberien, Nord-Afrika, Arabien, Syrien, Asien noch allein vor-
kommenden Arten an, so finden wir, dass die folgenden Arten
und Formen nur in diesen Gebieten vorkommen:
Pieris daplidice v. raphani Heliothis nubigera
„.. . v. albidice Eublemma arcuinna v. blandula
Euchlo& belemia u. v. glauce „. v. argillacea
Lampides theophrastus Talpochares candida.v. skafiota
Lycaena astrarche v. ornata Prothymnia conicephala
, lorquinii Catocala eutychia ab. mariana
Agrotis exclamationis v. serena | Cinglis humifasciaria
Bryophila ravula v. vandalusica | Larentia lasithiotica
Taeniocampa incerta v. pallidior
Nimmt man noch Oorsica hinzu, dann kann man noch 4
weitere Arten zu den andalusisch-korsisch -asiatischen hinzu-
fügen. — Es sind dieses:
Acidalia fractilineata
R turbidaria v. turbulentaria
Sterrha anthophilaria v. consecraria
Earias insulana,
Ganz auffällig war mein Fund von Larentia lasithiotica in
der Sierra Nevada, da das Tier bisher nur von Creta bekannt war.
Alle diese hier kurz gestreiften Tatsachen weisen darauf
hin, dass die Schmetterlingsfauna von Andalusien seine grösste
und auffallenste Invasion von Asien empfangen haben muss;
das „wie“ weiter zu erörtern. will ich Berufnerern überlassen.
380 Carl Ribbe.
Bevor ich meine Fauna zusammengestellt hatte, bevor ich
die Verbreitungsliste angefertigt hatte, glaubte ich, dass Anda-
lusiens Schmetterlingsfauna eine grosse Anzahl ihr eigentüm-
licher Arten und Formen aufzuweisen hätte, sah aber dann
nach Fertigstellen der Liste, dass die Zahl dieser Arten und
Formen nicht gross ist.
In Andalusien allein
Nachstehend eine Liste
Kenntnis reicht,
Parnassius apollo v. nevadensis
Euchloe belia ab. alhambra
„ tagis ab. (v.) granadensis
Oolias hyale ab. (v.) alfacariens.
Melitaea aetherie
„ parthenie v. veletaensis
desfontainii v. baetica
dejone v. nevadensis
Argynnis hecate v. aigina
Erebia tyndarus v. hispania
„ ab. blanca
”
5 „ ab. tresojos
n „ ab. muchomancha
“ „ ab. morena
Satyrus aleyone v. vandalusica
„ ab. n00jos
n
„ arethusa v. boabdil
A „. ab. obscura
”
„. ab. mediofasciata
„ statilinus v. musaius ?
„ fidia v. paleia?
actaea v. nevadensis
Eninephele tithonus v. decolor.
» „ ab. excessa?
5% „. ab. caeca?
3 „ "ab. mincki?
„ 1da v. marcia?
» „ab. dosojos?
Coenonympha dorus v. andalus.
R „ ab. biojos
„ ab.exoculat.
Chrysoph. gordius v. granadens.
Lycaena argus v. vacaresa
„ .lIdas
bellarg.ab.(v.)alfacarien. ?
dieser,
nur 'ın Andalusien heimische Arten u. Formen.
heimische Arten.
soweit unsere jetzige
Lymant. dispar ab. (v.) fraguar.?
Lasiocampa trifolii v. ratamae
Thyris fenestrella v. nevadae
Agrotis kermesina ab.(v.) albida
2 „aD (8) sekinoides
sabulosa
puta meridionalis
„ dirempta
Bryophila petrea
Hadena ribbei
Heliophobus oditis v. hispanica
„..v. blanea
Rhizogr. detersa ab. (v.) andalus.
Oloantha hyperiei v. laetior
€ „ ab. alba
„ ab. brunnescens
„ "ab. nlpre
Cladocera baetica
Stilbia philopalis ab. (v.) andal.
Caradr. aspersa ab. (v.) alfacar.
Cucullia chamomill. v. leucanth.
„sachilleae
Talpochares grata
„ ab. albicans
Toxocampa glycirrhizae
i „ ab. alfacar.
Larentia alfacaria
Tephroclystia eriguata
„ carpophagata
Chemerina caligin. ab. andal.?
Euconista unicolaria
”
”
Coscinia eribrum v. nevadensis
Lithosia sordidula
Hyalina malvinella
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 381
—_
Wie man sieht, sind es nur wenige Stammarten (ge-
sperrt), die in Andalusien allein heimisch sind; auch die
Zahl der andalusischen Lokalformen ist nicht sehr gross. —
Einige der Formen, die bisher nur in Andalusien gefunden
worden sind, werden wahrscheinlich auch in\anderen Faunen-
gebieten noch entdeckt werden, da es vielleicht nur zu-
fällige Aberrationen sind, die überall, .wo die Stammform
vorkommt, auftreten können.
Immerhin erkennen wir, dass auch in Andalusien eine
ganze Reihe von Arten, iwie auch im übrigen Teile der
Halbinsel, dazu neigen, Lokalrassen zu bilden. Ob diese
Neigung aber so stark ist, wie zurzeit von verschiedenen
Autoren angenommen, möchte ich bezweifeln. Z. B. schei-
nen mir Argynnis hecate, Satyrus fidia, allionia, semele,
circe, Epinephele tithonus und ida usw. erst in einem ersten
Stadium der Rassenbildung sich zu befinden. Hingegen haben
wir bei Melitaea desfontaenii baetica, dejone nevadensis,
Argynnis adippe chlorodippe, Erebia tyndarus hispana, Sa-
tyrus arethusa boabdil. actaea nevadensis, aleyone vanda-
lusica, Coenonympha dorus andalusica, Chrysophanes alei-
phron granadensis, Lycaena argus vacaresa, sephyrus
hesperica, hylas nivescens, coridon hispana und albicans,
und eine Anzahl von Nachtschmetterlingen schon recht gut
ausgeprägte Rassen vor uns, ia bei einigen könnte man so-
gar von besonderen Arten sprechen.
Andalusien bietet auch nur wenige Bedingungen, die
der Bildung von Lokalrassen günstig sind. Als südlichster
Teil eines grossen Ländergebietes, dessen Gesamt-Formation
beinahe die gleiche ist, werden es nur isoliert liegende
Mittelgebirge, Salzsteppen und dann das Hochgebirge der
Nevada sein, die den Rassenbildungen besonders günstige
Gelegenheit bieten.
Vergleichen wir nun auch noch, wie viele der in An
dalusien vorkommenden Schmetterlinge als rein iberischt
anzusprechen sind, so wird man finden, dass die Zahl, wie
natürlich, bedeutend grösser ist, wie die der rein andalusi-
schen Arten. Auch wird man ferner finden, dass hierbei
mehr Stammarten auftreten und die Lokalformen etwas zu-
rücktreten.
382
Carl Ribbe.
Rein Iberische Arten.
Parnassius apollo v. nevadens.
Euchlo& belia ab alhambra
2 tags
„ ab. (v.) granadensis
Zegris eupheme v. meridionalis
ab. morena
Colias hyale ab. (v.)alfacariensis
Melitaea desfontainii v. baetica
„ parthenie v. veletaensis
„ aetherie
„ dejone-v. nevadensis
Argynnis hecate v. aigina
„ adippe v. chlorodippe
ab. morena
» .». v. (ab.) cleodippe
Erebia tyndarus v. hispania
ab. blanca
ab. tresjos
ab. muchomancha
„ ab. morena
Satyrus alcyone v. vandalalus.
” „ ab. n00jos
„ arethusa v. boabdil
ab. obscura
» „ab. mediofasciata
„ semele v. subcinericia ?
„„ statilinus v. musaius?
„. fidia v. paleia?
actaea v. nevadensis
Epinepheletithonusv. decolorata
ab. excessa?
ab. caeca?
4, „ ab. mincki?
En ida v. marcia?
„ ab. dosojos
Laeosopis roboris v. lusitanica?
Chrysoph. aleiphron v. granad.
Lycaena argus v. hypochiona?
“ „ v. vacaresa
a „ ab. nomancha
Lycaena baton v. panoptes?
ab. olaria
” ”
EB) 9
DR 39
I 9
97 DB)
9 er)
Lycaena sephyrus v. 2 a
„ Idas
„ hylas v. nivescens
N Er ADD ANE
‚„ bellarg.ab.(v.)alfacariens.
„ eoridon v. hispana
„ v. albicans.
„ melanops v. (ab.) march. ?
Hesperia alveus v. iberica
Thaumetopoea herculeana?
Lymantria disp. ab. (v.)fraguar.?
Trichiura ilieis
Lasiocampa trifolii v. ratamae
Graellsia isabellae
Thyris fenestrella v. nevadae
Agrotis kermesina ab. (v.) albida
EA „ ab. v. selinoides
‚„ plecta v. unimacula
„, arenosa
‚„„ sabulosa
„ puta v. meridionalis
dirempta
Dianthoecia andalusica
„ nisus v. sancta
Bryophila pineti
„ petrea
„. perla v. (ab.) perloides
Hadena ribbei
Heliophobus oditis v. hispanica
„ ab. blanca
Rhizogr. detersa ab. (v.) andalus.
Cloantha hyperici v. laetior
7 „ ab. alba
% „ ab. brunnescens
„ ab. nigra
Cladocera baetica
Stilbia philopalis ab. (v.) andal.
„
‚Tapinostola myodea
Caradrina aspersa ab. alfacaria
Cosmia ulieis
Orrhodia staudingeri
Lithocampa millierei
pe un aa 1. 924 bu N Aalen sera LEE ea De SEE NEE DEE
x BRELRTEN. „Bi ram,
ex I b N Ar
5 u a FE
a"
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 383
Calophasia almoravida
Cueullia chamomill. v. leucanth.
„ achilleae
Talpochares grata
„ ab. albicans
Prothymnia sanctiflorentis
Cerocala scapulosa ?
Toxocampa glycirrhizae
„ ab. alfacaria
Euchlor. smaragd.v.(ab.)gigant.
Acidalia luteolaria
„ lutulentaria
„. eoneinnaria
Larentia flavolineata
„ disjunctaria v. iberaria
alfacaria
„ montanata v. iberica
„ kalischata
'„ alhambrata
Tephroclystia eriguata
,„ carpophagata
„ unitaria
Chemerina caliginear. ab. andal.
Nychiodes lividaria v. andalus.
Egea cacuminaria
Selidosema granataria
Enconista unicolaria
Perconia baeticaria
Heliothea discoidaria
„ ab. albida
Omoehroa spurca ?
Oenogyna zoraida
„ ab. henricus
„ ab. olaria
„ ab. blanca
Arctia latreillei
Coseinia cribrum v. nevadensis
Lithosia sordidula
Heterogynis paradoxa
Zygaena scabiosae v. nevadens.
„ baetica
„ fausta v. faustina
„ oceitanica ab. iberica
„ ab albicans?
Hyalina albida v. plumosella
„ malvinella
Apteron gracilis
„ mysiniformis
Dyspessa ulula ab marmorata
Höhenverbreitung
der Grosschmetterlinge von Andalusien.
In den folgenden Zeilen will ich die bis dato in Anda-
lusien gefundenen Schmetterlings-Arten und -Formen nach
ihrem Vorkommen in den verschiedenen Höhenlagen und
nach der Zeit ihres Auftretens in den einzelnen Monaten
besprechen. Ich hatte mir zu diesem Zwecke eine umfang-
reiche tabellarische Liste angefertigt, die ich willens war zum
Schluss meiner Arbeit zu bringen; ich muss jedoch von diesem
Vorhaben der grossen Kosten wegen absehen,
Wie ich schon mehrfach erwähnte, hat der Sammler in
Andalusien die günstige Gelegenheit, in einem verhältnis-
mässig kleinem Gebiete von Anfang März bis weit in den
Sommer hinein in den verschiedensten Höhenlagen zu sam-
meln. — Viele Arten kann er so 3—5 mal in einer Saison
fangen. — Beginnend an der Küste bei Cadiz-Chiclana,
384 Carl Ribbe.
Gibraltar-Algeciras, Mälaga-Motril-Almeria, geht er dann
nach dem auf einer Hochebene liegenden Granada, was An-
fang April erfolgen muss. Ende Mai, Anfang Juni beginnt
der Fang in der Sierra de Alfacar, Sierra Huetor und in
den Vorbergen der Sierra Nevada. — Mitte Juli kann man
dann schon in dem etwas höher gelegenen Teile der Nevada
sammeln, um dann Ende Juli und im August in den höch-
sten Gebieten der Nevada den Faltern nachzustellen. _
Als ich die .vorgenannte Liste zusammenstellte, war
ich mir sehr !wohl: bewusst, dass die Höhenverbreitung
(ebenso wie die geographische) der Grossschmetterlinge
Andalusiens nur ein Versuch sein könnte, denn es ist noch
viel zu wenig in mehreren Gebieten gesammelt worden, dem-
nach standen mir auch nur wenig genaue Notizen zur Ver-
fügung. Aus der ganzen Liste war auch leicht erkennbar,
wo am meisten und am längsten (ich meine mehrere Jahre
hintereinander) gesammelt worden ist. Die meisten Gebiete
sind von Sammlern, die genaue Beobachtungen anstellten,
noch gar nicht besucht worden. Am schlechtesten sind bis
jetzt die Nachtschmetterlinge, von den Sphingiden bis zu
den Hepialiden, was ihr Vorkommen in den einzelnen
Höhenlagen anbelangt, bekannt geworden. Meistens haben
wir es hier wie schon gesagt mit Einzelfunden resp. mit
mehrfachen Funden an nur einer Stelle in Andalusien zu
tun. Intensiven Nachtfang haben wie wir gesehen haben
nur Staudinger, Korb, mein Vater, mein Bruder u. ich mit Aep-
felschnüren und Lampe gemacht. Als Entschuldigung muss
man für die andern Sammler immerhin gelten lassen, dass
man bei einem in der Zeit begrenzten Aufenthalte in An-
dalusien nicht alles machen kann. Wenn man morgens
3—4 Stunden Anmarsch, abends dieselbe Zeit Rückmarsch
hat, dabei dann den ganzen Tag über in brennender Sonne
den Schmetterlingen nachstellt, ist es wohl iedem einleuch-
tend, dass man dann noch kaum Kraft und Lust hat, dem
Nachtfang nachzugehen. Auch bei einem Uebernachten in denBer-
gen ist man nicht viel besser gestellt, was die Anstren-
gungen anbelangt, denn man hat ein schlechtes Unterkom-
men, muss für sein Essen selbst sorgen, hat auch noch
jeden Abend die Mühe, alle am Tage gefangenen Tiere
selbst zu verpacken. 1880 und hauptsächlich 1905 waren
wir ia günstiger gestellt, wir waren zu zweien und konn-
ten uns die Arbeit teilen. So ist es denn auch gekommen,
dass wir in diesen beiden Perioden die grösste Anzahl von
Nachtschmetterlingen gefangen haben.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 385
Dass Andalusien, ja ganz Spanien so wenig entomolo-
gisch bekannt ist, hat seinen Hauptgrund wohl darin, dass
der Spanier mit ganz wenigen Ausnahmen überhaupt kein
Interesse für die ihn umgebende Natur hat. In der grossen
Stadt Granada wurde mir 1880 nur ein Botaniker bekannt,
der ein Paar Wandkästen mit Schmetterlingen hatte. Hier
stellt sich erst heraus, welche immense Arbeit von unsern
deutschen Sammlern und Liebhabern, die sich ja aus allen
Gesellschaftskreisen rekrutieren, geleistet worden ist; hier
lernt man erst das Verdienst dieser kleinen Sammler, auf
welche freilich die Zoologen meistens mit souveräner Ver-
achtung herabblicken, richtig schätzen. In kaum einem
Lande der Welt äussert sich die Liebe zur Natur durch
eifrige Sammeltätigkeit so, wie in Deutschland.
Doch ich kehre nach dieser kurzen Abschweifung zu
meinem eigentlichen Thema zurück.
Als bestbekannte Gegend in Andalusien muss Granada
mit seiner näheren und weiteren Umgebung gelten; denn
hier ist ja von verschiedenen Sammlern mehrere Jahre hin-
tereinander gesammelt worden. Nächstdem kommt Oadiz,
Chiclana, Mälaga, Gibraltar und Ronda in Frage. Leider
haben aber nur wenige Sammler, wie ich dies ja schon bei
der Zusammenstellung der geographischen Verbreitung her-
vorhob, genaue Notizen gegeben. Fundorte wie Granada,
Mälaga, Gibraltar, Chiclana sind ganz ungenügend für die
hier in Frage kommende Zusammenstellung, da ia nicht
gesagt ist, ob mit Granada z. B. die Vega, die Berge ober-
halb der Alhambra, die Sierra de Alfacar, die Vorberge
der Nevada gemeint sind. So kommt es denn auch, dass
die ganze Zusammenstellung nur lückenhaft, wie ich schon
erwähnte, sein konnte.
Ich habe im Anschluss an die einzelnen am besten be-
kannten Fanggegenden eine Skala von 0—3481 m aulige-
stellt, und diese in 9 der Höhe nach verschiedene Gebiete
eingeteilt: |
1. Strand-Ebene: bei Mälaga, Gibraltar, Algeciras, Cadiz,
Chiclana.
2. Bis 600 m: Vorberge bei Mälaga, Gibraltar, Algeciras,
Cadiz, Chiclana.
3. 600-1000 m: Granada, Cerro del Sol, Vega, Penuelas.
4. 1000—1500 m: Sierra de Alfacar, die Mittelgebirge.
#25
386 | Carl Ribbe.
——
5. 1200—1500 m: Hochebene von Puche, Wald bei Gue-
jar, Barranco de los Mimbres, Cortijo de S. Geronimo.
6. 1500—2000 m: Dehesa de la Vibora, Estrella Mine,
Barranco Real, Oberes Trevelez-Tal, Trevelez,
7. 2000-2500 m: Loma de S. Geronimo, Oberes Tal bei
der Dehesa de la Vibora, Rio Goterön, Quellbäche des
Genils. |
8. 2500—3000 m:.. Hochtäler von Vacares, S. Francisco,
Hochgebirgsteiche und -Wiesen.
9, 3000—3481 m: Pässe, Hochkamm, Muley-Hazen, Ve-
leta, Alcazaba.
Die Tagschmetterlinge.
Gut bekannt sind die Tagfalter von Andalusien; wir
können kaum hoffen, dass die Zukunft uns hierin etwas
Hervorragendes an Neuheiten bieten wird. 192 Arten und
Formen konnte ich feststellen, gewiss eine stattliche Anzahl.
Papilioniden, Pieriden, Melitaeen, Melanargien, Satyriden,
Lycaeniden zeichnen sich hauptsächlich durch viele Arten
und Formen aus. Auffallend ist es, dass an ein und der-
selben Stelle zur gleichen Zeit 3 Arten von Melanargien
— ines, syllius und lachesis — und 2 Arten Gonepteryx
— cleopatra und rhamni — fliegen. Ferner ist es sehr
merkwürdig, dass die Sierra Nevada und auch die andern
Gebirge Andalusiens, soweit unsre Kenntnis bis heute geht,
nur eine Form der Gattung Erebia beherbergen; es ist
dieses um so merkwürdiger, da die nördlichen Gebirge der
Iberischen Halbinsel eine ganze Reihe von Arten dieser
Gattung besitzen. Bei den Tagfaltern tritt die Neigung,
Lokalformen zu bilden, besonders stark in Andalusien her-
vor; oftmals könnte man bei diesen Lokalformen dazu nei-
sen, sie für wirkliche Arten zu halten; ich erinnere hier-
bei nur an Satyrus arethusa v. boabdil, Melitaea aurinia
v. iberica, Argynnis adippe v. chlorodippe, Erebia tynda-
rus v. hispania, Lycaena hylas v. nivescens, Lycaena argus
v. hypochiona, Lycaena baton v. panoptes, Lycaena cori-
don v. ‚albicans. (vergl. hierzu auch vorher.)
Recht merkwürdig ist es, dass hin und wieder Stamm-
art und Lokalform in nicht zu weit voneinander getrennten
Lokalitäten vorkommen, z. B. Lycaena hylas und nives-
u
Fi.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 387
cens, coridon, hispania und albicans. Argynnis adippe und
chlorodippe usw.
Sehen wir nun, wie die verschiedenen Tagschmetter-
linge der Höhenlage nach vorkommen.
Die Strandgegenden sind recht arm an Artenzahl.
Wenngleich die Papilio auch hin und wieder in der Ebene
gefangen werden, so liegt ihr Haupttummelfeld jedoch in
den Bergen; dasselbe gilt von den Thais. Von den Pie-
riden sind es hauptsächlich Pieris brassicae, rapae, dapli-
dice; Euchlo& belemia und v. glauce, belia und v. ausonia,
die man in den Strandebenen, so in der Vega bei Mälaga,
Cadiz, Algeciras und in den Flussbetten der Tiefebene fin-
det. Dasselbe gilt von Colias und Gonepteryx, doch sind
letztere nur einzeln hier anzutreffen. Die Vanessa mit
Ausnahme von Vanessa io sind Alleweltsbummler und fin-
den sich daher auch in diesem ‘Gebiete. Charaxes soll
auch im Tieflande gefunden worden sein; Danaiden, die
nur als zugeflogen gelten können, sind hier ganz wegzu-
lassen. Von Melitaeen fand ich in der Vega bei Mälaga
und in der Strandebene bei Algeciras nichts; wenn ich für
aetherie das Vorkommen in dieser Gegend annehme, 'so be-
ruht dieses wahrscheinlich auf nicht genauer Ortsangabe;
denn auch diese Melitaea wird in den Bergen bei Chiclana vor-
kommen und nicht in der Strandebene.. Von Argynnis ist
es nur lathonia, die sich in der Strandebene findet. Pararge
ist in dem niederen Gebüsch des Strandes durch aegeria
und megera vertreten. Von Epinephele kommen nur his-
pulla und tithonus in Frage. Von Lycaeniden sind es nicht
viele Arten, die in diesem Gebiete vorkommen: Chrysopha-
nes phlaeas und v. eleus, Lampides boeticus, telicanus,
theophrastus, Lycaena lysimon, icarus, T'hestor ballus.
Die Gattung Hesperia ist etwas stärker mit ihren Re-
präsentanten vertreten: Adopaea lineola, thaumas, wacteon,
Parnara nostrodamus, Carcharodes alceae, altheae v. baeti-
cus, Hesperia proto wären hier zu nennen.
Wie aus der ganzen Zusammenstellung und den vorstehen-
den kurzen Notizen zu ersehen war, hat das Gebiet der Strand-
ebene, des Tieflandes in Andalusien kaum eigene Formen von
Tagschmetterlingen aufzuweisen; höchstens könnte man hier-
zu Charaxes jasius, Thestor ballus und Lampides theo-
phrastus rechnen. Man kann, wie schon gesagt, diese Zone
nicht artenreich nennen, ebensowenig aber ist sie individuen-
388 Carl Ribbe.
reich. Sie wird von den drei folgenden bei weitem über-
ragt. Die Gründe für diese Umstände sind hauptsächlich
darin zu suchen, dass ja die Strand- und Tieflandebenen
überall in Andalusien gut angebaut sind und demnach den
Schmetterlingen die Hauptbedingungen zum Leben grössten:
teils entzogen sind.
Wenden wir uns nun der zweiten Zone — den Vor-
bargen bei Mälaga, Gibraltar, Algeciras, Cadiz, Chiclana
zı, so finden wir, dass die Tagschmetterlinge, was Arten-
und Individuenzahl anbelangt, bedeutend zunehmen. Bei-
nahe alle unter 1 angeführten Arten und Formen werden
hier gefunden; hinzu kommen bei den Pieriden die dur
ihre bunte Farbe auffallenden Euchlo& cardamines und
euphenoides, ferner auch noch die nur an einzelnen Stel-
len vorkommende tagis. Einige Melitaeen treten hinzu,
auch von Argynnis verirrt sich hin und wieder eine pan-
ılora aus den hohen Bergen in das Gelände. Als neu treten
Melanargien in zwei Arten hinzu, und von den Satyriden
sind es schon eine ganz stattliche Zahl, die die Täler,
Schlüchte, Höhen und Triften dieses Gebietes beleben. Auch
bei den Lycaeniden und Hesperien kennen wir eine starke
Zunahme der Arten und Formen. Von Tagfaltern, die die-
ser Zone eigentümlich sind, liesse sich nur Euchlo& tagis
v. bellezina, Melitaea aetherie anführen, doch kann man die
von der ersten Zone uns schon bekannt gewordenen Arten
'Thestor ballus und Charaxes jasius noch mit hinzurechnen.
Die dritte Zone — Granada, Cerro del Sol, Peäuelas,
Vega — zeigt eine weitere Steigerung der Artenzahl; auch
ist eine Zunahme der Individuenzahl zu beobachten. —
Beinahe alle Arten der ersten und zweiten Zone werden in
diesem (Greebiete gefunden. (Ausgenommen scheinen nur
Euchlo& tagis v. bellezina, cardamines, Charaxes jasius,
Melitaea aetherie und Thestor ballus zu sein.) — Man muss
Hänge und Täler, wie die des Cerro del Sol bei Granada,
im Mai—Juni bei schönen, sonnigen Tagen gesehen haben,
um begreifen zu können, wie gerade diese Höhenlagen ‘so
bevorzugt von den Tagschmetterlingen werden. — Alle
Gattungen sind gleich gut vertreten; oft findet man auf ei-
nem kleinen Terrain, auf einem Hügel eine Unmasse von
Arten, oft hingegen auch, so z. B. in Peäuelas, nur wenige
Arten. Nirgends auf meinen Reisen ın Andalusien fand
ich einzelne Tagschmetterlingsarten so an ein bestimmtes
Gebiet gefesselt, wie gerade in dieser Zone; z. B. haben
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 389
ich weder 1880, 1881, noch 1905 je eine Lycaena
coridon v. albicans auf dem Cerro del Sol gefangen; auf
den gegenüberliegenden Bergen bei Peüuelas, die kaum 3
bis 4 km davonliegen, kann man zur richtigen Zeit an
einem Vormittag Hunderte dieser Lycaena erbeuten. — Der
Cerro del Sol hat rote Erde, die Berge bei Pefuelas Kalk-
formation.
Wenn ein Entomologe nur die Umgebung von Granada
besuchen und absammeln kann, wird er die meisten Tag-
falter-Arten Andalusiens fangen können.
Die Zahl dieser Zone eigentümlichen Arten ist nur ge-
ring. Euchlo& belia v. alhambra, Zegris eupheme v. meri-
dionalis, Vanessa io?, Melitaea phoebe?, Apatura iris? —
Hier tritt uns nun wirklich ein für die Fauna Andalusiens
merkwürdiges und für diese Zone eigentümliches Tier ent-
gegen, ich meine Zegris eupheme v. meridionalis.
Wir kommen nun zu der vierten Zone — der Sierra
de Alfacar und den Mittelgebirgen; damit haben wir, was
Arten- und Individuenzahl der vorkommenden Tagschmetter-
linge anbelangt, den Höhepunkt erreicht, denn von den 192
Arten und Formen, die ich für Andalusien feststellen konnte,
sind bis jetzt zirka 130 in dieser Zone gelunden worden;
sie übertrifft auch hierin die dritte Zone, da in dieser nur
zirka 110 Tagfalter sich feststellen liessen. — Eigentlich
müsste ich zu diesem Gebiete auch noch die nächste Zone
— die Vorberge der Nevada — mit zurechnen; da jedoch
hier etwas andere Bedingungen herrschen und ich auch die
Nevada getrennt behandeln will, lasse ich sie als eigene
Zone folgen.
Pieriden nehmen in der vierten Zone etwas ab, wenn-
schon auch einige Arten und Formen neu hinzutreten. —
Die Mittelgebirge zeichnen sich besonders durch das Her-
vortreten der Melitaeen, Argynnis, Melanargien, Satyrus,
Pararge, Epinephele, Coenonympha, Lycaenen und Hesperien
aus.
Es ist erstaunlich, welche Arten- und Individuenzahl
im Juni—Juli in der Sierra de Alfacar an schönen sonnigen
Tagen auftreten. — Manche Täler, manche Wiesen scheinen
besonders bevorzugt zu werden; oft wird man Stellen fin-
den, wo jede Blume mit grossen oder kleinen Tagschmetter-
390 Carl Ribbe.
lingen besetzt ist. — Viele Arten rechnen für kurze Zeit
zu den gemeinsten Erscheinungen in diesen Berglandschaften.
In diesem (Gebiete treten als Neuerscheinungen auf (ich
muss hierbei auch noch die fünfte Zone mit berücksichtigen):
Aporia crataegi, Melitaea aurinia v. iberica (ich bezweifle
das Vorkommen dieser Form in den Vorbergen von Alge-
ciras), Melitaea desfontaini v. baetica, Argynnis hecate mit
v. caucasica, adippe v. chlorodippe mit ab. oder v. cleo-
dippe, Melanargia lachesis mit v. canigulensis, Satyrus al-
cyone v. vandalusica, arethusa v. boabdil mit mediofasciata
und obscura, statilinus v. musalus, actaea, Lycaena argus
v. hypochiona, sephyrus v. hesperica, hylas v. nivescens,
lorquinii (auch hier bezweifle ich das Vorkommen in den
Vorbergen bei Algeciras), semiargus; freilich darf ich nicht
unerwähnt lassen, dass eine ganze Reihe dieser Arten und
Formen in der Sierra Nevada auch noch in der sechsten Zone
vorkommt.
Die vierte Zone scheint den Lokalformenbildungen be-
sonders günstig zu sein, denn gerade hier finden wir die
meisten der für Andalusien so charakteristischen Lokal-
formen.
In der fünften Zone ist schon wieder eine Abnahme
der Arten zu bemerken, hingegen ist auch hier die Indivi-
duenzahl manchmal erstaunlich gross. — Es sind dieselben
Arten und Formen, die wir in der vierten Zone angetroffen
haben. — Eigentümliche Formen sind mir nicht bekannt,
wenn man nicht als besonderes Merkmal gelten lassen will,
dass bei einigen Arten sich die Stammart erhalten hat und
die in Zone 3 oder 4 vorkommende Lokalform dieses Ge-
biet nicht erreicht hat.
In der sechsten Zone kommen wir schon in das Hoch-
gebirge hinauf. — Die Artzahl nimmt, je grösser die Er-
hebung, um so mehr ab; auch die Individuenzahl geht
merklich zurück, obgleich einzelne Arten an besonders gün-
stigen Stellen und Tagen oft sehr häufig auftreten.
Von Arten und Formen, die diesem Gebiete eigentüm-
lich sind resp. die hier anfangen, aufzutreten, sind zu
nennen Argynnis niobe mit v. eris, adippe, Satyrus hippo-
lyte mit ab. pallida (diese beiden Formen doch nur ganz
vereinzelt), Satyrus actaea v. nevadensis, Lycaena argus
v. vacaresa, idas, hylas. — Hier in dieser Zone beginnen
schon die echten Hochgebirgstiere aufzutreten, wie Satyrus
”
x Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 391
hippolyte und Lycaena idas. — Viele der andalusischen
Arten erreichen in dieser Zone ihre Höhengrenze, wie ich
bei Zusammenstellung meiner Liste feststellen konnte.
Die siebente Zone, die hauptsächlich das Hochplateau
(die Lomas) der Sierra Nevada umfasst, ist, was die Tag-
schmetterlinge anbelangt, artenarm zu nennen. — Immerhin
finden wir auch hier mehrere Arten, die diesem Gebiete
eigentümlich sind resp. hier beginnen, aufzutreten, so Par-
nassius apollo v. nevadensis, Erebia tyndarus v. hispania,
Melitaea parthenie und Lycaena sebrus, nächstdem sind
natürlich die in der Zone 6 vorkommenden Arten und
Formen auch hier noch teilweise zu finden.
Kommen wir nun in die achte Zone hinauf, so werden
die Tagfalter selten und seltener, die Artzahl ist nur noch
gering, doch scheint auch in dieser Höhe sich eine Art mit
ihrer Varietät als Eigentümlichkeit zu finden, ich meine
Lycaena orbitulus und v. dardanus. — In dieser Zone
schmilzt der Schnee erst unter den Strahlen der Juli- und
Augustsonne hinweg; an mancher geschützten Stelle bleibt
er hier auch im Sommer über liegen, hier ist bis auf wenige
Wochen im ganzen Jahre Winter, hier habe ich es 1880
und 1881 erlebt, dass wir Anfang August beim Nächtigen
im Freien — 4 Grad C. auszuhalten hatten.
Auf den höchsten Spitzen und Hochkämmen der Ne-
vada, die ich zu einer neunten Zone rechne, fehlen die Tag-
schmetterlinge nicht ganz; doch sind es nur zugefilogene
Tiere, die sich dort oben in der warmen Vormittagssonne
tummeln. |
Parnassius apollo v. nevadensis, Pieris daplidice, Co-
lias hyale, Pyrameis atalanta und cardui, Chrysophanes
phlaeas und v. eleus, Carcharodes altheae v. baeticus wur-
den von mir und Voigt noch in diesem, meistens mit ewi-
gem Schnee bedeckten Gebiete gefunden.
Die Sphingiden.
Es ist recht wenig, was wir von den Schwärmern, die
in Andalusien vorkommen, wissen, so dass ich hier davon
absehen muss, mich eingehender — was ihre Höhenver-
breitung anbelangt — mit ihnen zu befassen. Ich kann
nur auf die Bemerkungen bei den einzelnen Arten verweisen.
Merkwürdig ist es, dass Acherontia atropos und Deilephila
392 Carl Ribbe.
euphorbiaebis zu Höhen von 1500 m in der Sierra Nevada
gefunden werden, und dass Macroglossa stellatarum in allen
9 Zonen, also bis zu den höchsten Spitzen des Hochgebirges
fliegend angetroffen worden ist.
Die Notododiden - Thyrididen.
Auch von den Vertretern dieser Familien wissen wir
nur recht wenig; immerhin etwas mehr als von den Sphin-
giden.
Verschiedene Zonen scheinen ja einige Arten und For-
men eigentümlich zu haben:
Die 1. und 2. Zone: Lymantria atlantica, Diplura loti,
Taragama repanda, Lemonia philopalus.
Die 3. und 4. Zone: Trichura ilieis, Orgyia dubia v.
splendida, Epienaptera suberifolia, Graöllsia isabellae??
Die 6. und 7. Zone: Thyris fenestrella v. nevadae.
Die Noctuiden - Cymatophoriden.
Wie es in der Natur der Sache liegt, konnte ich in
der Zone 3 und 4 die meisten Arten feststellen. — Der
einzige Grund hierfür ist, dass gerade bei Granada sich
Staudinger, Voigt und auch ich länger als ein Jahr hinter-
einander aufgehalten haben und damit den Nachtfang mehr
wie andere Sammler pflegen konnten. — Jede Zone bis
zu den Hochtälern und Hochgebirgshöhen der Nevada scheint
ihre eigentümlichen Arten und Formen zu haben, doch wäre
es verfrüht, diese Tiere genauer zu bezeichnen. Immerhin
erhellt aus den Erfahrungen, die ich gesammelt habe, dass
auch bei den Noctuiden und Cymatophoriden die niedrigen
und hohen Zonen ärmer wie die mittleren sind, dass die
Umgebung von Granada und die Mittelgebirge (Sierra de
Alfacar) besonders reich zu nennen sind. |
Bemerkenswert ist, dass die rein andalusischen Arten
und Formen an bestimmte Orte resp. Zonen gebunden sind.
So habe ich Agrotis kermesina v. albida und v. seli-
noides nur bei Granada in der dritten Zone gefunden; das
gleiche konnte ich auch von Agrotis dirempta feststellen.
Dianthoecia andalusica ist hingegen in der zweiten und
sechsten Zone gefangen worden.
Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andaluisen. 393
Bryophila petrea kenne ich nur aus der vierten Zone,
ebenso Hadena ribbei.
Cladocera baetica gibt Rambur von derersten oder zwei-
ten Zone an. |
Stilbia anomala v. andalusica wurde nur in der dritten
Zone bei Granada erbeutet.
Cucullia chamomillae v. leucanthemi ist nach Stau-
dinger bis dato nur in den Strandgegenden festgestellt
worden.
Talpocharis grata kommt nach Rambur in der dritten
Zone, wahrscheinlich bei Granada vor.
Toxocampa glycirrhizae und ab. alfacaria, die ich in
Andalusien 1905 wieder entdeckte, scheinen nur in der vier-
ten Zone in der Sierra de Alfacar gefunden zu werden.
Geometridae.
Nicht besser als bei den Noctuiden ist es bei den Geo-
metriden mit unsrer Kenntnis, in welchen Höhenlagen die
einzelnen Arten gefunden werden, bestell. Auch hier sehen
wir wieder, dass Granada und die Sierra de Alfacar, also
die dritte und vierte Zone, die meisten Arten aufweisen; auch
hier ist für diesen Umstand derselbe Grund, wie bei den
Noctuiden, massgebend.
Jede Zone hat auch bei den Spannern ihre Spezialität,
nur ist es auch hier schwer, an der Hand der wenigen
Notizen, genauere Angaben zu machen.
Wenn erst die Küstengegenden, die übrigen Mittelge-
birge, das Tiefland des Guadalquivir, die Sierra Morena
und die westlichen Teile der Sierra Segura, die östlichen
Teile der Nevada (Alpujarras) mehr erforscht sein werden,
wird sich ein besseres Bild der Höhenverbreitung geben
lassen; dann werden wir auch sicher eine ganze Reihe von
für Andalusien neue Arten verzeichnen können.
Auffallend war für mich, dass 'wir in den höchsten
Teilen der Nevada bis auf Anarta cordigera weder Noctuen
noch Spanner antrafen. Es ist dieses um so auffallender,
da ia doch zarte Tiere, wie Pieris daplidice, Chrysophanes
phlaeas, Carcharodes altheae v. baeticus, bis hinauf zu den
Muley-Hazen und der Veleta gehen.
WE PSENEIRE Ba £ TER a
394 | Carl Ribbe.
Noliden - Hepialiden.
Um ein geringes besser als bei den Noctuiden und
Geometriden ist es mit der Kenntnis der Höhenverbreitung
der Noliden bis Hepialiden bestellt. Hier wissen wir ja
von einigen Arten, dass sie nur in bestimmten Zonen vor-
kommen; auch lauten die Angaben zu den einzelnen Arten
etwas genauer. Ganz wie bei den andern Gruppen sind
auch hier wieder die dritte und vierte Zone, was Angaben
anbelangt, die bevorzugtesten. Ich will jedoch nur auf
einige Spezialitäten Andalusiens eingehen. ÖOcnogyna bae-
ticum wird nur in den Bergen mittlerer Höhe (zweite bis
dritte Zone) gefunden; Ocnogyna zoraida kennt man bis
jetzt nur von den Gebirgen, die Höhen von 1000-1500 m
aufweisen (also in der vierten und fünften Zone).
Deiopeia pulchella geht von der ersten Zone bis zur
fünften. Lithosiden scheinen Vorliebe für Berggegenden
(vierte Zone) zu haben.
Heterogynis paradoxa ist bisher nur in der sechsten
und siebenten Zone — in der Nevada — erbeutet worden,
penella scheint sowohl in der dritten als auch in der sech-
sten Zone zu finden zu sein.
Die Zygaenen scheinen an bestimmte ToKaeN in
den einzelnen Gebieten gebunden zu sein, ihr Fluggebiet
erstreckt sich jedoch meistens über verschiedene Zonen.
Zyg. scabiosae v. nevadensis kommt in der vierten bis
achten Zone vor; sarpedon v. balearica liebt mehr die nie-
deren Gebiete — Zone 1—4; punctum wurde von Voigt
hoch oben in der Nevada — in der achten Zone — er-
beutet; trifolii v. syracusiae scheint bis auf die erste und
neunte Zone in allen Höhenlagen in Andalusien heimisch
zu sein. Lavandulae, rhadamanthus mit v. cingulata be-
vorzugt die bergigen Gegenden der zweiten bis vierten
Zone; baetica scheint mehr die Küstengebiete der Zone 1
und 2 zu lieben. Oceitanica mit ab. albicans und ab. iberica
wird vorzüglich in der dritten Zone und nur ganz einzeln
in der vierten erbeutet werden. Amicta lutea und febretta
scheinen Hochgebirgstiere zu sein, die in Höhe von 1200
bis 2000 m, also in Zone 5 und 6, gefunden werden.
Die Arten der Gattung Hyalina hingegen bevorzugen
mittlere Gegenden, da ihr Vorkommen uns in der zweiten
und dritten Zone bekannt ist.
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N al u a a eh a ER AU NE 1 0a 3 0 dan Tal a le
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Beiträge zu einer Lepidopteren-Fauna von Andalusien. 395
Hiermit bin ich zum Schluss meiner faunistischen Arbeit
über Andalusien gekommen. Ich bitte den freundlichen Leser bei
Beurteilung der ganzen Arbeit Milde walten zu lassen; ich
bezweckte gar nicht, etwas abschliessendes zu liefern, son-
dern meine ganze Arbeit soll eine Anregung für andre
sein, die, gestützt auf meine Ausführungen, weiterbauen
mögen.
m. REN 0 ET Da ri
I. I
Inhalts - Uebersicht.
Vorwort 1
Einleitung 4
Wie reist man in Spanien, wie soll man reisen h)
Wann soll man nach Andalusien gehen 12
Allgemeines über Andalusien 13
Die Gebirge Andalusiens 14
Steppengebiete 19
Gewässer von Andalusien 20
Die Pflanzenwelt in Andalusien 23
Südliche oder afrikanische Vegetationsprovinz 24
Etwas über die Gesamtfauna von Andalusien 30
Kurze Bemerkungen über das Klima von Andalusien 34
Schilderung verschiedener Sammelgebiete 40
Die. Umgebung von Granada \ 41
Die nähere Umgebung von Granada 42
1. Oberhalb der Alhambra
a, Weg nach den Algives de la Lluvia 42
b. links beim Kirchhof vorbei an den Abhängen
des Genils 46
2. Die Berge und Täler auf der linken Seite des Genils 47
3. Berge bei Penuelas 47
4. Bei der Eisenbahn 47
5b. Rio Genil (Vega) 48
Die weitere Umgebung von Granada 48
1. Die Sierra de Alfacar 49
I. Fuente de la Fraguara 51
Barranco Callejoncillo bl
Bei der Fuente de la Fraguara Dil
Fuente de la Casilla m. Fuente Pajarero 51
Los Llanos 51
Canal la Cuna mit Fuente Fria 51
I. Fuente de la Teja 51
Barranco del Buho 51
Barranco de los Robles b1
Fuente de la Teja, Barranco de la Hoz 51
2. Die Sierra de Jarana 58
3. Die Sierra de Elvira 54
4. Die Sierra de Huetor 54
5. Sierra Nevada ; bb
a. Geniltal bis Guejar Sierra bb
b. Hochebene von Puche 55
c. Das Hochgebirge der Nevada 56
d. Das obere Genital 58
e. Das obere Monachiltal 58
f. Lanjaron und die Alpujarras-Täler 59
11
Inhalts - Uebersicht.
g, Sierra Contraviesa | 60
h. Berge westlich des Rio Guadalfeo
und die Sierra de las Guajaras 60
Die Umgebung von Mälaga 61
Die nähere Umgebung von Mälaga 61
1. Die Täler und Schluchten, die hinter El Limonar
eo)
liegen usw. 61
. Bei den Haciendas S. Jose und Concepeiön und
rechts von diesen usw. 62
. Den Guadalmedina aufwärts bis zu seinem Neben-
tal Arroyo de los Angeles usw. 62
. Die Berge und Schluchten, die nördlich von Malaga,
rechts v. der Landstraße nach Antequera liegen usw. 63
5. Die Landstraße nach Churriana und die Rennbahn
oder Viehweide 63
6. Die Berge bei Olias u. das Gebiet des ob. Rio Palo 64
7. Landstraße nach Granada 66
8. Nach dem Monte Coronado 66
9. Straße nach Antequera, Rio Campanillas u. Mata Gato 70
10. Rio Guadalhorce, Campanillas, Puente del Rey 71
Die weitere Umgebung von Malaga 13
1. Velez Malaga 73
2. Colmenar 74
3. In das Bergland der Axarquia und den oberen
Rio Campanillas 74
4. Das Kalkschiefergebirge, welches der Rio Guadal-
horce in der wildromantischen, engen Schlucht,
Chorro od.auch Paso delos Gaitanos gen., durchbricht 74
5. Die Sierra Prieta 75
6. Sierra de Yunquera und Sierra de las Nieves 75
7. Sierra de Mijas 75
Die Umgebung von Ronda 75
1. Grazalema und die Sierra de Grazalema 77
2. Sierra de Ronda 77
3. SierradeYunquera,Sierrade las Nieves,SierradeTolox 77
Der Westen Andalusiens 78
1. Aracena 78
2. Aroche und die Sierra de Aroche 78
3. Ayamonte | 18
4. Huelva, Palma, Valverde 79
Nähere und weitere Umgebung von Sevilla 79
1. Sevilla 79
2. Gelände bei Sanlücar la Major 79
3. Utrera 79
4. Moron, die Sierra de Moron u.d. Sierra de Algodonales 79
5b. Carmona, Marchena, Estepa 19
Cordoba 79
1. Cordoba 79
2. Sierra de Cordoba 80
3. Montoro 80
4. Campina 80
b.
Sierra de Priego und Lucena 80
2b 1a Ei Sn Sehe E ER RN EZ a nat
Inhalts - Uebersicht. III
Antequera 80
\ 1. Antequera, Sierra de Abdalajis, Sierra de Antequera,
Archidona 80
2. La Camorra, Fuente de Piedra, Laguna salada 8
Loja 81
Jaen 81
1. Jaen | 81
2. Sierra de Jaen 82
3. Sierra de Arenas 82
Algeciras und Umgebung 82
1. Algeciras, Sierra de Palma, Tarifa, Sierra de la Luna,
'Jimena 82
2. San Roque 83
3. Gauein 83
4. Küstengelände von Estepona-Fuengirola 84
Nähere Umgebung von Cädiz-Chiclana 84
1. Cadiz, Chielana, Puerto de Santa Maria, Isla de Leon 84
Weitere Umgebung von Cädiz-Chiclana 86
2. Medina Sidonia 85
3. Arcos de la Frontera 85
4. Sierra de Ubrique, Sierra del Pinar u. Sierra de
Grazalema 86
5. Jerez de la Frontera 86
6. Sanlücar de Barrameda 86
7. Gegend südlich von Chiclana 86
Sierra Morena 87
Der Osten Andalusiens 88
1. Almeria 88
2. Marquesado de Cenet 89
3. Sierra de los Filabres 89
4. Sierra de Maria und Sierra de Periate 91
5. Sierra Sagra 92
6. Sierra Segura 92
Verwendetes Material und Literatur 94
Sammler in Andalusien 99
Abkürzungen 102
Kurze Bemerkungen über Fangresultate in Andalus. 103
Angabe wieviel von jeder Tagsschmetterlingsart in
den 3 Sommersaisons 1880, 1881, 1905 gef. wurde 107
Besprechung der bis jetzt in Andalusien gefundenen
Großschmetterlinge 109
Papilionidae 109 | Euchloö 118
Papilio 109 Zegris 123
Thais 112 Leptidia 124
Parnassius 114 Colias 124
Pieridae 116 Gonepteryx 126
Aporia 116 Nymphalidae 127
Pieris 117 Nymphalinae 127
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IV Inhalts - Uebersicht.
Charaxes 127 Cerura
Apatura 128 Dieranura
Limenitis 128 Exaereta
Pyrameis 128 Hoplitis
Vanessa 129 Gluphisia
Polygonia 130 Pheosia
Araschnia 130 Notodonta
. Melitaea 130 Spatalia
Untersuchung der Lophopteryx
Generationsorgane Pterostoma
einiger Melitaeen- Phalera
Arten v.Dr.A.Dampf 138 Pygaera
Argynnis 147 Thaumetopoeidae
Daneinae 150 Thaumetopoea
Danais 150 Lymantriidae
Satyrinae 150 Orgyia
Melanargia 150 Dasychira
Erebia 153 Euproctis
Satyrus 155 Porthesia
Pararge 165 Stilpnotia
Epinephele 166 Lymantria
Coenonympha 171 Ocneria
Libytheidae 175 Lasiocampidae
Libythea 175 Malacosoma
Lycaenidae 175 Triehiura
Laeosopis 175 Lasiocampa
Thecla 176 Macrothylaecia
Callophrys 178 Diplura
Zephyrus 179 Epienaptera
Thestor 180 Gastropacha
Chrysophanus 180 Dendrolimus
Lampides 182 Pachypasa
Lycaena 184 Taragama
Cyaniris 205 Lemoniidae
Hesperiidae 205 Lemonia
Adopaea 206 Saturniidae
Augiades 206 Graßällsia
Parnara 206 Saturnia
Carcharodes 207 Drepanidae
Hesperia 208 Drepana
Thanaos 210 Cilix
Sphingidae 210 Thyrididae
Acherontia 210 Thyris
Smerinthus 211 Noctuidae
Daphnis 211 Acronyctinae
Sphinx 211 Diptera
Protoparce 211 Acronycta
Deilephila 212 Craniophora
Chaerocampa 213 Oxycesta
Pergesa 213 Trifinae
Pterogon 213 Agrotis
Macroglossa 214 Pachnobia
Hemaris 214 Glottula
Nototontidae 214 Charaeas
214
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Epineuronia
Mamestra
Dianthoecia
Miana
Bryophila
Diloba
Valeria
Apamea
Celaena
Pseudohadena
Segetia
Hadena
Metopoceras
Cladocera
Episema
Heliophobus
Aporophyla
Raphia
Epunda
Polia
Miselia
Dichonia
Dryobota
Rhizogramma
Chloantha
Callopistria
Polyphaenis
Trachea
Prodenia
Trigonophora
Euplexia
Brotolomia
Mania
Naenia
Hydroecia
Nonagria
Tapinostola
Sesamia
Luceria
Leucania
Stilbia
Caradrina
Hydrilla
Petilampa
Gracilipalpus
Amphipyra
Taeniocampa
Dieyela
Calymnia
Cosmia
Cirrhoedia
Anchoscelis
Orthosia
Xanthia
Inhalts- Uebersicht.
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Hoporina
Orrhodia
Xylina
Calocampa
Xylocampa
Lithocampa
Epimecia
Calophasia
Cleophana
Cucullia
Eutelia
Anarta
Omia
Heliothis
Pyrrhia
Xanthodes
Acontia
Eublemma
Talpochares
Erastria
Rivula _
Prothymnia
Galgula
Emmelia
Metoponia
Quadrifinae
Calpe
Abrostola
Plusia
Metoptria
Euclidia
Cerocala
Zestes
Leucanitis
Grammodes
Pseudophia
Anophia
Aedia
Catephia
Catocala
Apopestes
Exophyla
Toxocampa
Hypeninae
Epizeuxis
Nodaria
Zanclognatha
Madopa
Herminia
Pechipogon
Hypena
Hypenodes
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Bearbeitet wird dieses bedeutende Werk von ersten Autoritäten, unter
denen wir nennen wöllen die Herren: 5
Sir HAMPSON-London, Dr. JORDAN-Tring, J. W. KIRBY-London, Dr. REBRL-
Wien, Hon.W.v. ROTHSCHILD- London, J. RÖBER- Dresden, ‚WARREN-London,
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Es bedarf jetzt keiner langwierigen und mühsamen Be
mehr, einfaches Aufschlagen der betreffenden Tafel und mit -
2 einem Blick ist jeder Schmetterling genau bestimmt. ;
Das Werk kann sowohl vollständig, wie jede der zwei
Hauptabteilungen getrennt und einzeln bezogen werden.
Dia einzelnen Lieferungen erscheinen in raschester Folge, sodass die angagebanen Mindener
unbedingt eingehalten werden.
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Ca. 100 Lieferungen a Mk. 1.—. Vollstäneig bis Ende 1908.
In diesem I. Teil werden auf ca. 225 Farbentafeln gegen 10000 Formen Kr
unter ausgiebigster Darstellung von % und Q9,sowie der Unterseiten
(bes. bei Nymphaliden, Lycaeniden, Satyriden) in vollendeter Naturtreue RR
abgebildet. A
NB. Nicht nur sämtliche grossen, sondern alle in Staudinger- Rebels 2
Katalog aufgeführten Grossschmetterlinge von ganz Europa sowie aller
angrenzenden Gebiete der palaear etischen Fauna kommen hier zur Dar-
stellung und ausserdem noch eine sehr grosse Anzahl in dem Katalog
noch nicht berücksichtigter palaearetischer Formen.
Zum erstenmale werden hier sämtliche Tagfalter, Schwärmer, Spinner, E-
Eulen und Spanner der ganzen palaearctischen Fauna in unübertr efficher | 4
Naturtreue dem Interessenten vorgeführt.
II. Haupt-Abteilung: Die exotischen Schmetterlinge _
Ca. 300 Lieferungen a Mk. 1.50. Vollständig in ea. 3—4 Jahren!
In dieser II. Haupt-Abteilung werden auf ca. 650 Farbentafeln etwa. 2
20000 Formen dargestellt. Hiervon können auch die Häuptgruppen
Rhopaloceren, Sphingiden und Bombyeiden, Noctuiden, Geometriden P:
einzeln für sich subskribiert werden. 3
NB. Um den beispiellos billigen Preis zu ermöglichen und TR Werk #
nicht zu Berg zu gestalten, mussten zur Raumersparnis in beiden
Teilen die grösseren $ Schmetterlinge halbiert dargestellt werden. Dagegen
werden sämtliche kleineren Schmetterlinge, also kleinere Tagfalter
(Zygaenen, Sesien,; Lycaenen, Hesperiden), kleinere Schwärmer, Spinner,
Eulen, Spanner in ganzer Figur wie in den anderen Werken abgebild
Bestellungen nimmt jede Buchhandlung an! Lieferung I liegt in rn
Buchhandlung zur "Ansicht auf!
Das Werk erscheint in deutscher, englischer und ran
sischer Sprache! | 2
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