Iris, Dresden, Band XXVII. Heft 1.
Deutsche
Entomoloeische Zeitschrift
® 99
„aris
herausgegeben
vom
Entomologischen Verein Irıs zu Dresden.
Jahrgang 1918. Erstes Heft.
Mit 2 Tafeln und 7 Abbildungen im Text.
31. März 1913.
ur PARIENES Er
Redakteur: Dr. Denso.
Preis für Niehtmitglieder des Vereins: 6 Mark.
| Berlin.
| R. Friedländer & Sohn.
} Carl-Strasse 11.
Druckerei Schlenkrich. Inh. Edwin Jeutzach, Radebeul
Inhalts-Uebersicht.
Prof. Dr. v. Linstow, Das systematische Verzeichnis und
Lycaena argus L. und argyrognomon Bergstr.
P. Mabille, Les genres Charmion de Nicev. et Oerane
EILWENANG N Sa Dale MH,
W. Martini, Zur Biologie von Prays ab. rusticus Hw.
L. Sheljuzhko, Lepidopterologische Notizen .
Dr. P. Denso, Celerio hippophaös
Bücherbesprechungen
Für die Form und den Inhalt der in dieser Zeitschrift ver-
öffentlichten Aufsätze sind die Herren Autoren allein verantwortlich.
In allen redaktionellen Angelegenheiten, die auf das Jahr 1913
Bezug haben, bitten wir, sich nur an den Redakteur Herrn Dr. Denso,
Hellerau b. Dresden, auf dem Sand, zu wenden.
Zur Kenntnisnahme! Diesem Heft liegt das Inhaltsverzeichnis
Tafel-
erklärung VII. Wir bitten diese letztere an Stelle der vor-
vom Band XXVl (1912) bei, sowie der Neudruck
jährigen einfügen zu wollen.
der
Seite
3!
8—11
1%
13—22
22—45
IV:
1 Schuhe 2
Linstow. Das Systematische Verzeichnis. 1
Das Systematische Verzeichnis
und Lycaena argus L. u. argyrognomon Bergstr.
Von Professor Dr. v. Linstow. Göttingen.
(Mit einer Textfigur)
In Wien erschien ein Werk unter dem Titel „Syste-
matisches Verzeichnis der Schmetterlinge der Wiener
Gegend“, herausgegeben von einigen Lehrern am k. k.
Theresianum, Wien 1776. Darin finden wir pag. 1—39
eine Einleitung, pag. 40—187 eine „Systematische Nomen-
elatur der im Werke zu beschreibenden Schmetterlinge“,
pag. 187—244 Betrachtungen über die gegenwärtige An-
ordnung der uns bekannten Schmetterlinge, pag. 244-304
Erklärung der 2 Tafeln und pag. 305—322 einen Nachtrag
zum Verzeichnis, in dem 17 Arten, 3 Sphingiden, 4 Bom-
byeiden, 6 Noctuen, 4 Geometriden beschrieben und z. T.
abgebildet werden. |
In der Einleitung lesen wir (pag. 6): „Wir werden
also zuerst jedesmal die Raupe mit dem Ey, woraus sie
kömmt, mit den Monaten, worinn sie lebet, mit den
Pflanzen, worauf sie wohnet, mit der Pupe, in welche
sie verwandelt wird, mit der Zeit, welche sie in der
Pupe reif zu werden nöthig hat, angeben, denn das voll-
kommene Insekt oder den Schmetterling mit allen seinen
unterscheidenden Kennzeichen, mit allen Abänderungen
der Farben und Grösse, die es zuweilen in der nehm-
lichen Art besonders unter beiden Geschlechtern gibt,
beschreiben,“ usw. und (pag. 8) „Diesen Betrachtungen
zu Folge haben wir beschlossen, was uns von Schmetter-
lingen bisher bekannt geworden ist, auf Kupfertafeln
vorzustellen.“
Demnach sollten alle Schmetterlinge der Wiener
Gegend beschrieben und abgebildet werden, und der
Titel des Werkes sollte lauten:
Die Schmetterlinge der Wiener Gegend unter-
sucht und systematisch beschrieben.
Das eigentliche Werk ist nie erschienen und
was uns vorliegt ist nur die Einleitung und ein Inhalts-
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein
Iris zu Dresden, Jahrgang 1913,
2) Deutsehe Entom, Zeitsehr. Iris. Dresden 1913.
verzeichnis, ein systematisches Verzeichnis der Arten,
welche beschrieben und abgebildet werden sollten. Diese
Namen mit der Bezeichnung S. V. (systematisches Ver-
zeichnis) oder W. V. (Wiener Verzeichnis) figurieren in
allen späteren Arbeiten; was hier zitiert wird, sind aber
fast lauter Katalog-Namen oder nomina nuda, welche
nach 5 4,b der Regeln der zoologischen Nomenclatur,
Berlin 1901 in der Wissenschaft ungültig sind. Eigent-
lich war es ja unnötig, ein solches Gesetz zu geben,
denn ein Name, der weder von einer Beschreibung noch
von einer Abbildung erläutert ist, hat ja keine Bedeu-
tung und muss immer rätselhaft bleiben.
In dem systematischen Verzeichnis finden wir ausser
den beschriebenen und abgebildeten 17 Arten nur wenige
Fussnoten, die mitunter erraten lassen, welche Art ge-
meint ist; alle übrigen Artnamen sind nomina nuda,
Katalog - Namen.
Staudinger zitiert in seinem bekannten Katalog
(1901) das systematische Verzeichnis bald mit S. V. bald
mit Schiff., bald mit Schiff. S. V. und hat weit über 100
ungültige Artnamen in sein Werk aufgenommen.
Was die Bezeichnung „Schiff.“ betrifft, so rührt sie
daher, dass später bekannt geworden sein soll, die ano-
nymen Verfasser des systematischen Verzeichnisses seien
Denis und Schiffermüller. Staudinger hat den
wirklichen Namen wahrscheinlich nie gedruckt gesehen,
denn er schreibt ihn konsequent falsch Schiffermiller,
so pag. XXI, 396, Teil I, und 325 und 362 Teil II seines
Kataloges.
Es kann, glaube ich, kein Zweifel darüber bestehen,
dass niemand das Recht hat, an dem Titel eines wissen-
schaftlichen Werkes Aenderungen, Streichungen oder
Zusätze vorzunehmen und ihn nach diesen zu zitieren.
Die Verfasser des systematischen Verzeichnisses wollten
ungenannt bleiben, und das Werk darf nur so zitiert
werden, wie es uns hinterlassen ist.
Staudinger hat das Unglück, dass alle Fehler,
s 5 5 5 we;
die er in seinem Katalog gemacht hat, von fast allen
Späteren kritiklos nachgeschrieben wurden, und so liest
man denn jetzt überall Schiff. statt S. V.
Courvoisier, der in Nr. 31—38 der Internatio-
nalen Entomologischen Zeitschrift den Namen Lycaena
Linstow. Das Systematische Verzeichnis. 3
argus L. durch L. aegon Schiff. ersetzen will, hält die
Bezeichnung Schiff. für völlig richtig, und bemerkt dazu,
es sei doch sonst nicht üblich, das Werk statt des Ver-
fassers zu nennen. Wenn aber der Name des Verfassers
weder auf dem Titel, noch in dem ganzen Werk genannt
ist, bleibt doch nichts weiter übrig.
Wenn Courvoisier (]. c. Nr. 33, pag. 229) sagt,
„Schiffermüller ist doch einer, und zwar der erste
in der Reihe der Herausgeber des Werkes, auf dessen
p. 504 er sich auch nennt“, so können durch diesen
Satz nur die getäuscht werden, welche das Werk selbst
nicht gesehen haben. Wer esin die Hand nimmt, findet,
dass die letzte Seite (pag. 304) unten mit einer in Kupfer
gestoehenen Schlussvignette endigt, unter der unten
rechts der Name des Stechers steht, S. J. Schiffermüller
seulp., Das Bild ist von einem Schiffermüller ge-
stochen; dass der Name eines Malers, Zeichners, Radierers,
Kupferstechers, der ein wissenschaftliches Werk illustriert
hat, identisch sein muss mit dem des Verfassers des-
selben, ist eine Ansicht, mit der Courvoisier wohl
allein dastehen wird.
Worauf es mir vorwiegend ankommt, ist darauf
aufmerksam zu machen, dass das systematische Ver-
zeichnis das Inhaltsverzeichnis eines Werkes ist, das
nie erschienen ist, und dass fast alle der aus dem ersteren
zitierten Namen, weil sie ohne Beschreibung und Abbil-
dung herausgegeben sind, ungültige und unerklärbare
nomina nuda sind. Es kam mir darauf an, festzustellen,
durch wen, wann und wo. es bekannt geworden sei,
dass M. Denis und J. Schiffermüller die Verfasser
des Systematischen Verzeichnisses seien, und da machte
Herr Geh. Rat A. Pagenstecher mich aufmerksam
auf Hagen’s Bibliotheca entomologieca und Werneburg'’s
Beiträge zur Schmetterlingskunde Bei Hagen (H. A.
Hagen Bibliotheca entomologica, Bd. I., Leipzig 18862,
pag. 167; Bd. II, 1863, pag. 122) werden nur Denis
und Schiffermüller als Verfasser angeführt; Hagen
aber hat sein Werk fast 100 Jahre nach dem Erscheinen
des Systematischen Verzeichnisses verfasst, und woher
seine Angabe stammt und ob sie richtig ist, lässt sich
nicht erkennen; Staudinger zitierte das Systematische
Verzeichnis in den früheren Ausgaben seines Katalogs
noch richtig mit W.V. (Wiener Verzeichnis), erst in der
1
4. Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1913.
3. Auflage von 1901 erscheint das unrichtige Schiff.,
wodurch der Titel willkürlich geändert wird.
Bei Werneburg (A. Wermeburg, Beiträge zur
Schmetterlingskunde, (2 Bde., Erfurt 1864) finde ich, dass
er richtig erkannt hat, dass das Systematische Verzeichnis
nur ein Inhaltsverzeichnis ist and das Werk selber nie
erschienen ist; trotzdem hält er die blossen Namen ohne
Beschreibung der Schmetterlinge für genügend, um die
Arten nach ihnen zu bestimmen; er sagt:
„Das S. V. war wesentlich nur der Vorläufer eines
später nicht zur Ausführung gelangten grösseren Werkes“.
Werneburg meint, die Beschreibung eines Schmetter-
lings könne durch Angabe der Futterpflanze der Raupe
ersetzt werden, und die nominanda im 38. V. seien spä-
ter durch Fabrieius, Schrank, Charpentier, Illiger,
Treitschke, Fischer von Röslerstamm erklärt, wo-
durch die ungenügenden Angaben der Wiener in den
meisten Fällen zur sicheren Erkennung der Art ergänzt
werden.
: Wer meint, dass zur Beschreibung eines Schmetter-
lings die Angabe genügt, auf welcher Pflanze die Raupe
lebt, der zeigt, dass er für diese Frage wenig Verständnis
hat. Von unseren Cucullia-Arten leben die Raupen von
4 Arten auf Verbasceum, 3 auf Sonchus, 6 auf Serophu-
laria und 11 auf Artemisia, die Raupen von 3 Lycaena-
Arten leben auf Ooronilla, von 5 auf Melilotus, 8 Zygae-
na-Arten leben als Raupen auf Trifolium und die Raupen
von 21 Larentia-Arten leben auf Galium, meistens auf
Galium verum; wer also glaubt, eine Larentia-Art damit
genügend gekennzeichnet zu haben, dass er angiebt, die
Raupe lebe auf Galium verum, der hat etwas recht Un-
genügendes geleistet; was aber die späteren Autoren Bi
betrifft, die ihre Meinung darüber äussern, was wohl ein
Name zu bedeuten habe, der ohne Erklärung, ohne Be-
schreibung, ohne Abbildung geblieben ist, so können sie
nichts daran ändern, dass diese Katalog-- Namen, diese
nomina nuda für die Systematik ungültig sind.
Lyeaena argusL. und L.ar; gyrogromon Bergstr.
Professor Dr. Courvoisier bespricht in. Nr..3, a0
85. 37 und 38 der Internat. entomol. Zeitschr. Guben 1912
die Nomencelatur dieser beiden Arten und kommt zu dem
Resultat, dieselben, die sich von allen unseren Bläulingen
>
Linstow. Das Systematische Verzeichnis.
IC
durch die silbergekernten schwarzen Augen der Hinter-
flügel auf der Unterseite unterscheiden, müssten L. argus
Schiff. und aegon Schiff. heissen.
Linn&’s Beschreibung von L. argus, Systema na-
turae et. X, Holmiae 1758, pag. 4853, Nr. 152
P. P. R. (Papilio plebejus ruralis) lautet:
Argus. Alis ecaudatis coeruleis, postieis subtus
limbo ferrugineo, ocellis caeruleo argenteis.
Die Diagnose ist unverkennbar auf argus zu be-
ziehen und ist so gut und so schlecht wie alle Linne’-
schen Beschreibungen; wer sie nicht gelten lassen will,
muss die meisten Namen Linne@’s für ungültig erklären.
Die Gründe, welche Courvoisier für die Strei-
ehung des Linn&@’schen Namens aufstellt sind folgende:
a) Linne& habe unter dem Namen argus mindestens 4
verschiedene Bläulinge zusammengeworfen, diese Be-
hauptung versucht Courvoisier dadurch zu beweisen,
dass er angiebt, Linne habe als zu argus gehörig mehre-
re andere Lycaena-Arten zitiert.
Unter der angeführten Beschreibung Linn &’s stehen
10 Citate. Sie sind zum Teil schwer zu verstehen,
denn Linn&@ nennt niemals die Vornamen der Autoren
und die Autorennamen selber meistens in Abkürzungen.
Es ist mir aber gelungen, sie alle zu enträtseln und
nachzusehen. Sie sind fast alle ganz wertlos, sowohl
die Beschreibungen wie die Bilder. Die letzteren sind
meistens rohe, unkolorierte Holzschnitte, von denen man
weder sagen kann, dass sie Abbildungen von argus
seien, noch, dass sie es nicht seien, das gilt auch von
de Geer’s unerkennbaren Bildern, von denen Cour-
voisier sagt, dass sie zweifellos L. argiolus darstellen.
Gut sind allein die Bilder von Rösel, Bd. Ill. seiner
Insekten-Belustigungen, Nürnberg 1755, tab. XXXVI. Die
Figuren 3 und 5 deutet GCourvoisier als Lycaena
icarus; da aber die Fransen der Oberseite auf den Rippen-
enden fein schwarz punktiert sind und der eharakteristi-
sche weisse Wisch auf der Unterseite der Hinterflügel
fehlt, so gehören sie zu argusLl.
Linn& hat durch seine Beschreibung die Art sicher
gekennzeichnet, und hat er in der Deutung älterer Be-
schreibungen und unerkennbarer, roher Abbildungen kein
6 Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1913.
Glück gehabt, so ändert das nichts an der Gültigkeit
seiner Diagnose.
b. Linn& nennt neben argus nur noch die Bläu-
linge arion und argiolus; das kann doch die Gültigkeit
der argus-Beschreibung nicht umstossen.
c. Daher, sagt Courvoisier, sei argus, weil er
mehrere Arten umfasse, kein Art- sondern ein Genus-
Name. Diese seltsame Behauptung ist dadurch hinfällig,
dass Linn& nachweisbar nicht mehrere Arten unter
argus verstanden hat, und hätte er esgetan, so müssten
diese Arten nachträglich von argus abgetrennt werden,
der Name argus aber müsste nach Art. V,S$ 1 und 3 der
Regeln der zoologischen Nomencelatur, Januar 1902, be-
stehen bleiben: dass Linn& argus nicht als Gattungs-
sondern als Art-name behandelt, zeigt er dadurch, dass
er ihn unter Nr. 152 unter die übrigen Arten einreiht.
d. Indem Linne, sagt Courvoisier, mitten in
die übrigen Arten den Genus-Namen Argus hinstellte,
wich er vonder von ihm selbst eingeführten binominalen
Namengebung ab, und daher ist dieser Name ungültig.
Diese Torheit hat Linn & nicht begangen; argus ist und
bleibt ein Artname, der nie seine Gültigkeit verlieren
kann. Tutt hat die Linne&’schen Originale untersucht
und gefunden, dass alle 7 Exemplare zu argus (-aegon
S. V.) gehören; mehrere haben Etiketten mit Linne’s
Handschrift.
Gegen den Namen Lycaena argyrognomon Bersstr.
hat Courvoisier einzuwenden, dass eine seiner Abbil-
dungen nicht die Stammform, sondern eine Aberration
darstellt; das kann doch kein Grund sein, die Beschrei-
bung für ungültig zu erklären, auf die es doch in erster
Reihe ankommt. Diese lautet (I. A. B. Bergsträsser,
Nomenelatur und Beschreibung der Insekten der Graf-
schaft Hanau-Münzenberg, Hanau 1779, Bd. Il, pag. 76,
tab. 46 Fig. 1—2; Bd. III, pag. 6, tab. 51 Fig. 7—8):
„Mit wincklichten schwarzblauen, unten aschfarbigen
Flügeln und einer rotgelben auf den vorderen unter-
brochenen Binde, auf den hinteren gegen den Rand
oben sechs schwarze mit gelb und blau eingefassten
ringförmigen Flecken, unten mit blausilbernen Pupillen.“
Die Beschreibung ist so einwandfrei, dass sie nie ihre
Gültigkeit verlieren kann, um so weniger, da Bergsträsser
m
BR
Linstow. Das Systematische Verzeichnis.
seine Art von der sehr ähnlichen argusL; die er ar-
gyrotoxus nennt, trennt.
Die Figuren tab. 46, Fig. 1 und tab. 51 Fig. 7 geben
die blaue Aberration des Weibehens callarga Stdgr.
wieder, die doch auch zur Art gehört und so wenig selten
ist, dass man sie in Schmetterlingshandlungen für 30 Pfg.
kaufen kann; im Norden scheint diese blaue Färbung
der Weibchen die Regel zu sein, denn Aurivillius
(Nordens Fjärilar, Stockholm 1885— 1891, pag. 12) sagt:
Weibehen oben oft teilweise mit Blau übergossen, —,
selten einfarbig braun. In der Hanauer Gegend scheinen
in den Zeiten, in denen Bergsträsser seine Beobach-
tungen machte, diese blauen Aberrationen der Weibchen
sehr gewöhnlich gewesen zu sein, denn er bildet in
seinem Werk nicht weniger als 12 derselben ab. Aber
mögen diese blauen Weibchen häufig oder selten sein,
unter keinen Umständen ist der Umstand, dass Berg-
strässer ein solches abgebildet hat, ein Grund seine
Diagnose umzustossen und seine Namengebung für un-
gültig zu erklären.
Unter den Citaten, die Linn& seiner Beschreibung
von L. argus anfügt, steht obenan Fa. suec. 803, 804,
d. h. Linn&, Fauna sueeica Stockholm 1746., Cour-
voisier führt in seiner Arbeit eine Bemerkung von
Wallengren an, der sagt, die Art, welche Linn&
beschreibe, könne garnicht argus sein, da diese Art in
Schweden nicht vorkomme. Richtig ist das Gegenteil;
nach Aurivillius, dem besten Kenner der schwedi-
schen Schmetterlingsfauna, kommt argus L. nicht nur
in Schweden vor, sondern ist dort überall gemein, auf
Haiden und trockenen Anhöhen, nördlich bis 62 — 63°
nördl. Breite.
Würde die von Courvoisier gewollte Namens-
änderung, in Zukunft statt Lycaena argusL. zu schrei-
benL. argus Schiff. und statt Lycaenaargyrognomon
‚Bergstr. L. aegon Schiff., angenommen, so wäre das,
abgesehen von der Unmöglichkeit das Wiener Inhalts-
verzeichnis zu eitieren, noch dazu in einer Weise, die mit
dem Titel des Werkes nicht übereinstimmt, nur eine
neue Nomencelatur-Verwirrung, denn Lycaena aegon
S. V. galt bisher als Synonym von Lycaena argus L.,
ein neuer Beweis dafür, dass das Systematische Ver-
zeichnis keine erkennbaren Artunterschiede bietet.
3 Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1913.
Lycaena argusL. undL.argyrognomon Bergstr.
sind zwei Arten, die sich ausserordentlich gleichen. In
der Regel ist argus etwas kleiner, das Männchen tiefer
blau, der schwarze Saum der Flügel breiter, aber diese
Unterschiede können fehlen; trotzdem ‘sind beide Arten
mit Sicherheit zu unterscheiden an einem Kennzeichen,
das nur zu oft mit Stillsehweigen übergangen wird: argus
L. führt am Ende der Vorderschienen einen gekrümmten
kleinen Hornstachel, der beiden Geschlechtern eigen ist,
bei argyrognomon Bergstr. aber stets fehlt.
u SG
N) { | n
u
Vorderbein von Lycaena argus L.
Les genres Charmion de Nicev. et Oerane Elw.
(Hesperidae )
par P. Mabille.. Le Perreux.
Le genre Charmion de Nic&v. Journ. As. Soc. Bengal
LXII, 1895 p. 48
Nous avons reuni tous les renseignements que nous
avons pu sur les especes de ce genre. Nous sommes
arrives a les delimiter d’une maniere satisfaisante, sauf
pour une d’entre elles dont le cas est douteux. En
outre nous avons et& amene a admettre un plus grand
nombre d’especes qu 'on avait fait jusqu’ici.
Le tableau suivant permettra de distinguer toutes
les formes:
1. Ailes superieures noires portant une tache blanche
mediane composee de deux divisions (l’une entre les
nervures2et3et l’autre entre 3et4) niasican.sp.
a ae ne A ee ee
E |
E |
;
ei
P. Mabille. Les genres Charmion et Oerane. g
M&me tache composee de plus de deux divi-
Sonn AT SE ko DATEIEN DR ORT Ach ee,
2. Tache blanche en forme de bande oblique, Egale,
etroite, compose&e de trois divisions (entre les ner-
vures 2 et3, 3 et 4 et dans la cellule), queda Plötz.*)
M&me tache plus courte, inegale, composee de
CROISHOR: QUALLELAIVISIONSN NA Haha ;
Tache ovale attenu&e aux deux bouts, a trois sa
visions,; la cellulaire separee de la suivante infe-
rieure par une entaille lineaire sur la nervure
mediane: la division inferieure a bords lateraux
ARLONONBM N A a ade he E, ovalis n. Sp.
Tache en carre& long, irreguliere, A trois divisions.
Pas d’entaille sur la nervure mediane. Division
inferieure large et carr&e, le cot& inferieur coupe
net par la nervure 2 et un peu plus long que le
eote interieur: la division cellulaire @chancree au
STERNEN OLE EN Rat let ficulnea Hew.
M&me tache allongee, a quatre divisions. Pas
d’entaille sur la nervure mediane. La division
inferieure tres petite, plac&ee sous la nervure 2
entre, les, nervures.i et 202% 2...%: „=. tola-Hew.
Des caracteres ainsi &tablis et precises il resulte que
zavi Plötz et signata Druce sont de simples
synonymes de tola Hew. C’est la seule espece du
genre qui ait une tache blanche dans l’intervalle
2 des premieres ailes. Hewitson dit dans sa des-
cription „alis antiecis fascia media, regulari,
nervis albis quinquepartita“. Le mot quin-
quepartita s’explique en ce que l’auteur compte
la division cellulaire pour deux; celle-ci est effecti-
vement coupee par le pli cellulaire, mais nous n’ad-
mettons que les divisions produites par les nervures
varitables. Plusieurs auteurs regardent la queda de
Plötz comme la femelle de fieulnea ou m&me de
tola. Quoique nous nayons vu que des femelles,
nous la regardons comme une espece distinete, toutes
les autres especes ayant les deux sexes semblables.
Charmion niasican. sp.
C’est la plus facile a reconnaitre de toutes les Char-
mion. Ses ailes sont d’un noir profond ä reflet bleu
®) Berl. ent. Zeit. NXIX p. 225 (1885)
(SS)
10 Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1913.
fonc& ou pourpre. Sa tache blanche n’a que deux divi-
sions, la cellule &tant noire comme le reste de l’aile.
Charmion ovalisn. sp.
Cette espece est la moins caracterisee de toutes.
Elle ne differe de ficulnea que par la forme de la
tache me&diane. En effet celle-ci est attenuee aux
deux bouts et la nervure mediane au dessous du
point d’origine de la nervure penetre entre elle et
la division inferieure en produisant une entaille noire
lineaire. Les bords de la tache sont obliques, de sorte
que la nervure 2 ne coupe pas la division inferieure
aussi nettement que chez les autres especes. La tache
totale a en consäquence une forme ovale particuliere.
Le Genre Oerane Elw. Trans. Zool. Soc. London XIV,
SIT pP. 242)
Le genre Oerane a 6te £&tabli par Elwes en
1897, il ne differe pas beaucoup des Notocrypta, Si
ce n’est par sa taille et la forme de ses ailes. Le
troisieme article des palpes est grele, erige et tout
a fait saillant au dessus du second. ‚Ce qui le fait
distinguer facilement des Notocrypta, chez qui le
meme article est court gros, et l&gerement incline en
avant.
Ily a deux especes connues du genre Verane, mi-
erothyrus Mab. et neaera Nicev. Nous en avons
recu de Sumatra (Padang-Pandjang) une troisieme es-
pece qui est tres differente et se separe des deux au-
tres au premier coup d’oeil par les caracteres que
nous allons exposer.
Oerane drymon. sp.
Les ailes sont noires et ont une tache blanche trans-
parente sur le milieu des anterieures. Cette tache
est form&e de deux divisions superposees: la supe-
rieure est triangulaire, arrätee par la nervure sous-
costale et ne touchant pas la cöte; elle est elle-m&me
traversee par le pli cellulaire. La deuxieme divi-
sion est plus longue que large et depasse a peine
la superieure du cote exterieur. L’angle qui est
entre les nervures 3 et 4 est tout a fait noir. Le
dessous des ailes est noir comme le dessus, et &
l’angle interne des premieres ailes l’intervalle 1 est
tout ä fait noir. Les palpes sont meles de poils
P. Mabille. Les genres Charmion et Oerane. 11
gris-jaunätre. Le ventre est marqu& d’une raie gris
blanchätre qui se divise en triangles sur les an-
neaux. Les antennes ont la massue blanche en des-
sous A son extr@mite et sur la pointe qui la termine.
Le corps est noir et l’abdomen depasse un peu les
ailes inferieures.
Voici un fableau qui permettra de separer les trois
especes par leurs caracteres distinctifs.
Tache blanche mediane composee de deux divi-
sions seulement; l’angle entre les nervures 3 et 4
est noir. Le dessous de l’aile superieure a l’angle
Terme ES HODeee r AL Yam:0:m..8p.
M&me tache compos£&e de trois divisions; l’angle
entre 3 et 4 occup@ par une petite tache blanche
qui ne depasse pas les deux autres. En dessous la
tache blanche mediane des premieres ailes est con-
tinuee jusqu’au bord par une grande tache d’un
blane pur, non visible en dessus.... microthyrus Mab.
Meme tache blanche ecomposee de trois divisions:
Celle qui occupe l’angle entre 3 et 4, triangulaire
tres longue et depassant beaucoup les deux autres.
En dessous des premieres ailes les intervalles 1 et 2
sont oceupes par une longue tache blanchätre allant
Beau la, bases we 2... meaera Nieev,
Ces trois especes ont beaucoup de rapport par la
disposition des taches avee monteithi W. Mas. qui
cependant est une vraie Notocrypta.
12 Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1913.
Zur Biologie von Prays ab. rusticus Hw.
Von W. Martini. Sömmerda.
Dieser Falter wird als ab. von eurtisellus Don. °
betrachtet und auch Dr. Wocke zog denselben im
Katalog II p. 278 dazu, schrieb mir aber später, dass er ihn
nicht mehr als Varietät, sondern als eine gute Art ansehe.
Die Lebensweise ist für beide Formen als die gleiche,
in Eschentrieben, bekannt, wodurch wohl Stainton
hauptsächlich zu seiner Ansicht der Zusammengehörig-
keit veranlasst worden ist, gegen die sich jedoch auch
Sorhagen und Schütze*) auf Grund von Zuchtergeb-
nissen aussprechen.
Meine Beobachtungen weichen vollständig ab:
Eine Raupe fand ich in 1!/, Meter Höhe auf einem
Schlehenblatt zur Verpuppung eingesponnen, ferner eine
Puppe zwischen zerfressenen Weissbuchenblättern, an ei-
nem herabhängenden Zweige eines hohen Baumes. Dann
fand ich mehrere kleinere Raupen, die ich erzog, zwischen
zusammengesponnenen Blättern von Acer: campestre.
Leider ist der Fundort, ein grosses Gehölz, welches
sich bei Sömmerda längs der Unstrut hinzog, der Axt
verfallen und der angrenzenden Wiese einverleibt. An
entfernteren Stellen war nichts zu finden.
Ein Falter hat hinter der Mitte gelblichen Vorder-
rand; Dr. Wocke besass ein ähnliches S ück von Braun-
schweig.
Pr. eurtisellus kam auf dem Terrain auch vor,
ich fing einen Falter am 13. Juni.
Dass die Raupen von Pr. rusticus hier eine ganz
andere Lebensweise — vielleicht nur teilweise — hatten,
erscheint um so merkwürdiger, weil Eschen sehr zahl-
reich vorhanden waren.
_ ®) Ent. Zeit. Stettin 1899 p. 169.
..
.
L. Sheljuzhko. Lepidopterologische Notizen. 13
Lepidopterologische Notizen.
Von L. Sheljuzhko. Kiew.
(Mit 5 Figuren im Text)
I. Einige neue Saison-Formen der Gattung Papilio.
In gegenwärtiger Zeit kann man wohl als Regel: an-
nehmen, dass verschiedene Generationen einer Art (hier
sind nur Lepidopteren gemeint). wenn ihre Vertreter ge-
wisse Unterschiede zeigen, mit verschiedenen Namen be-
legt werden. Ob das wirklich zweckmässig ist, ist eine
Streitfrage. ‚Jedenfalls muss man folgerichtig sein und
wenn man solche Bezeichnungen bei einigen Arten an-
wendet, solche auch für alle Fälle des Saisondimorphis-
mus einführen.
Ich will hier einige Saisonformen der Gattung Papilio
‚ beschreiben, die, so weit mir bekannt, bis jetzt noch
‚nicht beschrieben worden sind.
1. Papilio(Pharmacophagus) aleinous m. v.*)
veris (nov.).
Grösse sehr veränderlich, aber fast immer bedeutend
kleiner als die der Sommerform; Schwänzchen viel
schmäler. Dieses Merkmal bewahren auch die ausnahms-
weise grossen Exemplare der Frühlingsgeneration, so
dass man schon nach diesem Merkmal allein die Gene-
ration bestimmen kann.
Länge der Vrdflgl.
(von der Basis bis zur Spitze)
SO er
m. v. veris 44—50 mm | 47—56 mm
aleinous 50-52 mm | 59—61 mm
In meiner Sammlung ist die Form veris durch fol-
gende Exemplare vertreten: 458, 2%9 Shizuoka (Japan)
*) m. v. — morpha vernalis. In dieser Terminologie folge ich
dem Vorschlage von A. Semenov Thian-Shansky (Me&moires de
Al’cademie Imper. des Sciences de St.- Petersbourg, VII. Serie, Vol.
XXV, Nr. 1.) —
14 Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1913.
(April 09), 5858 Jokohama (Japan). Alle von meinen
Sammlern erhalten.
Seitz (Gross-Schmetterl. d. Erde I, p. 9) sagt bei
alecinous: „Die Juli-Exemplare sind die kleinsten“, und
bildet (l.c. Taf. 2 b.) als Sommerform ein Pärchen kleiner
aleinous ab, die meiner Ansicht nach zur Frühlingsform
gehören. Das mir vorliegende Material meiner Sammlung
bestätigt die Meinung von Dr. Seitz nicht, im Gegenteil
sind die Juli-Exemplare die grössten. —
2. Papilio demetrius m. v. okabei (nov.).
Bedeutend kleiner als die typische Form.
Länge des Vrdfigl.
(von der Basis bis zur Spitze)
So OO
OS) lan SE SE
m. v. okabei 50—58 mm 57 mm
demetrius 59-66 mm | 62-—-74mm
|
|
Bei der Sommerform ist der rote Analfleck der
Htrfigl. nur selten so vollständig entwickelt, wie es z.B.
bei Seitz (Gross-Schmetterl. d. Erde, I, Taf. 3c) abgebildet
ist, gewöhnlich ist er nur schwach angedeutet und ver-
schwindet manchmal auch ganz. So ist bei 16 55 der
Sommerform meiner Sammlung nur bei zweien das Rot
vollständig entwickelt, bei neun ist es nur angedeutet
und bei fünf verschwindet es ganz, dagegen sind die
roten Analflecke bei allen meinen 7 && der Frühlings-
form vollständig entwickelt.
Ich erlaube mir diese Frühlingsform okabei zu
nennen, zu Ehren von Mr. Okabe, der sich die Mühe gab
für mich das Sammeln von Lepidopteren in Japan zu
übernehmen und der mir auch einen Teil der hier be-
schriebenen Exemplare lieferte.
Die Form okabei ist in meiner Sammlung durch
Exemplare von folgenden Lokalitäten vertreten: Kago-
shima *) 2835, 2 (April 09), Sendai 3 (April 09), Joko-
hama 35%&. Japan (ohne nähere Fundortangabe) %.
*) Alle Fundorte in Japan.
&
L'
fe
.
b
b.
r
r
L. Sheljuzhko. Lepidopterologische Notizen. 15
8. Papilio macilentus m. v. minima (nov.)
Bedeutend kleiner als die typische Form.
Länge des Vrdflgl.
(von der Basis bis zur Spitze)
88
m. v. :minima . 46-48 mm
maeilentus 57-63 mm
268% Sendai (Mai), 5 Kagoshima (April).
Das Exemplar aus Kagoshima unterscheidet sich
von Stücken aus Sendai durch die starke Entwickelung
der roten Zeichnungen der Htrflgl., auf denen sich ein
vollständig entwickelter roter Analfleck und eine Reihe
submarginaler roter Halbmondflecke befinden. —
4. Papiliomachaon chinensis Vty.m.v.neochi-
nensis (nov.).
P. hippoceratides Vty. similis, sed obscurior, late
nigro-aspersus.
Verity (Rhopal. Pal. I, XV) überträgt den Namen
hippocrates, der von ihm für die Frühlingsform des
japanischen hippocrates Feld. vorgeschlagen war, auch
auf die Frühlingsform des west-chinesischen chinensis
Vty., was mir nicht ganz berechtigt erscheint.
Die Frühlingsform des cehinensis Vty. unterscheidet
sich von hippocratides Vty. sehr bedeutend, hauptsäch-
lich durch die starke Entwickelung der dunklen Bestäu-
bung, welche den Wurzel-Teil der Vdrilgl. dieht bedeckt;
auch die Adern haben diese dunkle Bestäubung stärker
entwickelt. Die dunkle Submarginalbinde der Vrdflgl-
und Htrflgl. ist etwas breiter als bei hippocratides.
Ta-tsien-lu, 4 55, @ in meiner Sammlung (von der
Firma Dr. O. Staudinger & A. Bang-Haas erhalten). —
Il. Einige aberrative Formen der Fam. Papilionidae.
1. Papilio xuthus igneus (ab. nov.).
Die hellgelbe Grundfarbe ist überall dureh rötlich-
fuchs-hraun ersetzt. Diese Farbe tritt auch auf dem
breiten, dunklen Rande der Htrflgl. hervor, wo die röt-
16 Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1913.
lichen Schuppen die blauen ersetzen (nur über den Anal-
fleck befindet sich ein blauer Halbmondfleck). Die dunk-
len Teile der Zeichnung der Oberseite nehmen auch eine
rötlich-fuchsbraune Nüance an. Die Unterseite verän-
dert sich ebenso wie die Oberseite, nur sind die Farben
nicht so intensiv; die blaue Zeichnung der Unterseite
der Htrfigl. ist die normale.
1& in meiner Sammlung: Ogaki (Japan), den 16. Juli
1912 zusammen mit normalen Exemplaren von P.xuthus
londoensis Fruhst. von meinen Sammlern erbeutet.
2. Papilio machaon intacta (ab. nov.).
„Macula anali rufa, supra non nigro-eincta.“
Dem roten Analfleck der Htrflgl. fehlt oben die
schwarze Umrandung. Die blauen Schuppen fehlen bis
auf eine unbedeutende Anzahl, die einen dünnen, kaum
merklichen Streifen bilden, welcher sich in einer gewissen
Entfernung vom oberen Rande durch den Analfleck
hindurchzieht:. Das Exemplar gehört zur Form imma-
eulatus Schultz, im übrigen ist es normal.
1% in meiner Sammlung. Torgau (e larv.?)
3. Parnassius apollo emarginata Vty.
(Fig. 1,2)
P.niphetotis Stich, Sitzungsb. des Berl. Entom.
Ver., 32 (1912). „Faseia marginali hyalina nulla“.
Ich gebrauche hier den Namen emarginata, den
Verity für analoge Abweichungen in der ganzen Gattung
Parnassius- vorschlug. So viel mir bekannt, ist eine
solehe Apollo-Form noch nicht abgebildet und es scheint
mir darum nicht uninteressant eine Photographie von
einem Paar apollo marcianus Pagenst. zu geben,
das eine hohe Entwickelung von emarginata darstellt.
Die abgebildeten Exemplare ($9) stammen aus
dem Laineggertal in Baden (Schwarzwald). Grösse und
Zeichnung sind normal, aber der marginale Glas-Saum fehlt
vollständig sowohl auf den Vorder-, wie auf den Htrflgln.,
oder genauer gesagt, er ist mit weissen Schuppen be-
deckt, so dass er sich von der Grundfarbe der Flügel
gar nicht abhebt. Der Saum der Flügel, der gewöhnlich
En
A
aha a ee men An
ge.
L. Sheljuzhko. Lepidopterologische Notizen. 1
etwas verdunkelt ist, ist hier in seiner ganzen Aus-
dehnung hellgelblich.
IE
Fig. 1 und 2
Diese Exemplare erwarb ich von Herrn L. Karlinger,
(Wien).
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeb. vom Entomologischen Verein
Iris zu Dresden. Jahrgang 1913.
18 Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1913.
4. Parnassius mnemosyne lunulata (ab. nov.)*)
„Alis antieis limbo externo albo-maeulato“.
Ich halte es für zweekmässig den Namen lunulata
für solche Exemplare von mnemosyne anzuwenden, bei
welchen das obenerwähnte Merkmal individuell (also
nicht für die Rasse charakteristisch) ist. Solche Exem-
plare kommen nicht selten beinahe unter allen mnemo-
syne-Rassen vor und werden gewöhnlich als athene
Stich. bezeichnet sogar in ernsten faunistischen Werken
der letzten Zeit), was natürlich falsch ist, da athene
Stich. nur für die griechische mnemosyne Rasse an-
zuwenden ist.
il. Zwei interessante Funde in Japan.
Bis jetz war es wohl bekannt, dass in Japan P.
machaon L. durch die Form hippocrates Feld. und
Luehdorfia puziloi Ersh. durch die Form (oder nahe
Art, wie es einige Autoren annehmen) japonica Leech
ersetzt sind. Das Material, über welches ich jetzt ver-
füge, scheint aber dem zu widersprechen.
Wie ich schon kurz in „Revue Russe d’ Entomo-
logie“ (IX, 383). mitteilte, erhielt, ich. aus Japan drei
Bxemplare (&, 292) von Luehdorfia, die sehr nahe bei
puziloi stehen und scharf von japonica verschieden
sind. Jetzt habe ich weiteres Material erhalten und auch
den genauen Fundort festgestellt. Im Jahre 1909 erhielt ich
6,2 29 (gesammelt! & — 23. März, 29 — T. April), 1910
-—5 5% (gesammelt: 17. April). Alle Exemplare sind in
*) F. Bryk verwendet den Namen lunulatus (Jahrbücher Nas-
sauisch. Ver. Nat. Wiesbaden, 65 Jahrgang, 1912) für Exemplare von
P. nordmanni minima Honr. mit weissen Flecken im marginalen
Glas-Saum. In diesem Falle halte ich eine besondere Bezeichnung
für unnötig, da die weissen Flecke des Glas-Saumes als beständiges
oder fast beständiges Merkmal von minima Honr. zu betrachten sind,
auch die Abbildung von minima, die der Beschreibung von Hon-
rath beigefügt ist (Berl. Ent. Zeitschr. XXIX, I. S, F. 2), trägt deut-
liche weisse Flecke in der Marginalbinde, so dass der Typus diese
Flecke besitzt (Vgl. auch meine Notiz darüber in der Arbeit von
F. Bryk in „Entom. Mitteil.“ (Bd. I, Nr. 12, S. 880). Die hier von
mir beschriebene mnemosyne-Abweichung ist der Form lunu-
latus Bryk vollständig analog, weshalb ich dieselbe Bezeichnung
anwende.
L. Sheljuzhko. Lepidopterologisehe Notizen. 19
der Umgebung von Sendai *) (eine Stadt im nördlich.
Teile der Ost-Küste der Haupt-Insel Japans Nippon) ge-
sammelt. Es ist kein Zweifel, dass wir es mit einer
Rasse von puziloi (nieht japonica) zu tun haben, wo-
rauf ausser dem ganzen Habitus, die Färbung, Zeichnung
und Grösse auch die licht-braune (nieht schwarze wie
bei japonica) Legetasche hinweist.
Fig. 5 und 4
Spannweite 5% 47—48 mm., 992 48—49 mm.
65 den &5 von puziloi (aus Wladiwostok) gleich,
nur haben die roten Analflecke bei den Sendai-Exem-
*=) Die Angabe „Tokyo“ als Fundort, die ich in Revue Russe
d’lintom. (l.e.) gab, erwies sich als unrichtig.
20 Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1913.
plaren etwas mehr entwickelte dunkle Umrandung. YQ9sind
etwas blasser als && und unterscheiden sich von den
Ussuri - 22 (verglichen mit Exemplaren aus Wladiwostok
und Novo-Kiewsk) durch die Binde, die den dritten
Fleck der Zelle (von unten gezählt) mit dem Innenrande
der Vdrflgl. verbindet. Diese Binde ist bei den Sendai-
QQ2 der Binde der 5% gleich, bei den Ussuri -QQ ist sie
dagegen bedeutend breiter.
Sollte diese Rasse eine Abtrennung von der Ussuri-
Form (puziloi) verdienen, so würde ich die Benennung
inexpecta (subsp. nov.) vorschlagen. (Fig. 3, 4).
Der zweite Fund stammt ebenfalls aus Sendai. Ich
erhielt 2 && der Ussuri-Form von P. machaon —
P. machaon 'ussuriensis Shelj. (amurensis Miy).
Keines von diesen beiden Exemplaren besitzt die schwarze
Binde, die den roten Analfleck der Htrilgl. von der oben
liegenden blauen Bestäubung trennt, was für alle Exem-
plare von hippocrates Feld. charakteristisch ist und
auch bei einigen ussuriensis zu bemerken ist. Beide 55
sind vollkommen mit den Ussuri- Exemplaren identisch
und scharf von hippocrates verschieden, so dass es ganz
unmöglich ist, in diesen Exemplaren eine zufällige Ab-
weichung von hippocrates, den ich einigemale auch aus
Sendai erhielt, zu vermuten. Eines von den beschriebe-
nen Exemplaren gehört zu aurantiaca Sp. und bima-
ceulata Eim.
Gefangen am 24. August und 25. September 1910.
IV. Namensänderungen.
Nach den giltigen Nomenelatur-Regeln machen sich
folgende Namensänderungen notwendig:
1. Pieris napi neobryoniae (nom. nov.) für P.
napi bryonides Vty. Praeoccupiert durch P. napi
bryonides Sheljushko in Revue Russe d’Entom. IX,
384,.März 1910).
2. Colias erate benesignata (nom. nov.) für C.
erate edusoides Vty. Praeoccupiert durch C. erate
edusoides Krulikovsky in Revue Russe d’Entom. III,
301, 1903.
*) ussuriensis Sheljuzhko, Rev. Russe d’Entom. IX, 383
(März 1910). — amurensis Verity, Rhopal. Palaearkt. I 299 (1911).
L. Sheljuzhko. Lepidopterologische Notizen. 1
V. Eine neue Zeuzera aus Transkaukasien.
Zeuzera nubila babadzhanidii (subspee. nov.)
(Fig. 5).
Spannweite des & 33 mm. (Länge der Vrdflgi. von
der Basis bis zur Spitze 14 mm).
Rn
RED
« a
u
Fig. 5
Grundton der Vrdfigl. graulich, fast ganz mit dunklen
Schuppen bedeckt, die Teile, welche solche dunkle
Schuppen nicht besitzen, erscheinen als helle Flecke;
ein solcher Fleck befindet sich an der Flügelwurzel.
Längs des Vorderrandes sind kleine schwarze zerstreute
Pünktchen, solche Pünktchen befinden sich auch am
Aussenrand an den Stellen wo die Adern enden. Hträgl.
weiss mit schwarzen Punkten am Aussenrande Die
schwarze Bestäubung ist noch an der zweiten Ader (von
unten gezählt) in deren äusserem Drittel vorhanden. Flügel-
schnitt und die ganze Gestalt erinnern sehr an Z. nubila
Stdgr. Kopf, Thorax Abdomen licht-grau. Auf dem
Kopfe (wie bei nubila) zwei schwarze Längsstreifen.
1&, Jelisawetpol, 25. Juli 09. Von J. Babadzhanidi
gefangen. (In meiner Sammlung).
Mit besonderem Vergnügen widme ich diese Form
Herrn J. D. Babadzhanidi (Jelisawetpol), der die Mühe
übernahm für mich Lepidopteren zu sammeln und in
dessen Ausbeute das hier beschriebene Exemplar sich
befand.
Z. babadzhanidii ist, wie oben erwähnt, nahe mit
Z.nubila verwandt, unterscheidet sich aber hauptsäch-
lieh durch dunkle Bescehuppung der Vdrflgl. und geringe
Grösse. Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir hier
293 Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1913.
eine Subspecies von nubila Stgr. vor uns haben, desto-
mehr da Z. strix Gr. (die ich leider nur nach der Be-
schreibung kenne) ein Verbindungsglied zwischen nu-
bila und babadzhanidii zu bilden scheint.
Celerio hippophaes.
Von Dr. Denso. Dresden-Hellerau.
(Hierzu Taf. I und II und eine Textfigur)
Celerio hippophaöäs, die eines der phylogene-
tisch ältesten Glieder des Genus Gelerio darstellt,
zeichnet sich durch eine ausserordentlich grosse Konstanz
in Färbung und Zeichnung aus, so dass von ihr irgend
welche Aberrationen bis heute noch nicht besprochen oder
benannt worden sind und von Lokalrassen ist bisher
nur die Staudinger'sche bienerti (=insidiosa Erschoff)
aufgestellt worden.
Dank der grossen Liebenswürdigkeit der Firma Dr. O.
Staudinger und A. Bang-Haas, die mir ihr gesamtes
zentralasiatisches Material von C. hippophaöäs zur Ver-
fügung stellte, war mir nun eine ausserordentlich güns-
tige Gelegenheit geboten dieses hochinteressante, bis-
her wegen seiner Seltenheit nur wenig bekannte und
untersuchte Tier zu studieren. Bevor ich die Ergebnisse
dieser Untersuchung mitteile, will ich erst noch kurz
auf C. hippopha&s hippophaäs Esp. selbst eingehen.
In meiner „Monographischen Bearbeitung der Schwär-
merhybriden* !) habe ich schon auf die Entwickelungs-
tendenz der Gelerio-Arten hingewiesen, die, ganz allge-
mein gesprochen, in einer Reduktion der ursprünglichen
Zeichnungselemente beruht, d. h. die hellen Zeichnungs-
elemente vergrössern sich auf Kosten der dunklen. Aus-
gangspunkte dieser Aufhellung sind auf der Oberseite
der Vorderflügel die Mittelfeldlinie und der Randsaum,
auf der der Hinterflügel ebenfalls der Randsaum. Auf
en 1) Erscheint als Beilage zur „Zeitschrift für wissenschaftliche
Insektenbiologie* VII. (1912) Heft 10 u. ff.
P. Denso. Celerio hippopha&s. 23
der Unterseite findet ein ganz allgemeines Schwinden der
gesamten Zeichnungselemente statt. Diese Aufhellung
hat nun aber bei den verschiedenen Gruppen innerhalb
des Celerio-Genus verschiedenartig stattgefunden, doch
würde es uns zu weit führen näher darauf einzugehen;
hier sei für unsere Zwecke nur festgestellt wie die Verhält-
nisse bei hippophasös (Taf.I. Fig. 1) liegen. Bei ihr ist die
von der Mittelfeldlinie nach dem Kostalrand zu gehende
Aufhellung auf den Vorderflügeln ziemlich gleichmässig
fortgeschritten, derart, dass der Kostalrand noch gleich-
mässig dunkel gefärbt ist und an der Querader, an der
sich ein kleiner dunkler Punkt befindet, ein unscharf
begrenzter dunkler Wisch stehen geblieben ist. Die vom
Randsaum ausgehende Aufhellung hat bewirkt, dass die
Distalbegrenzung der Schrägbinde schwach gewellt ist
und nicht mehr wie bei lineata parallel zum Saum
verläuft. Auf den Hinterflügeln lässt die etwas proxinial
zurückgewichene schwarze Saumbinde einen ziemlich
breiten hellen Randsaum frei. Die Unterseite (Taf.ll.Fig.1)
der Flügel zeigt deutlich einen dunklen, proximal zackig
begrenzten Randsaum auf Vorder- und Hinterflügel und
eine dunkle Basal-Hälfte der Vorderflügel. Ausserdem ist
sie mit kleinen schwarzen Striehen versehen, die sich
' meist linienförmig anordnen.
Im Gegensatz zu hippophaäs hatz.B. bei euphor-
biae die Aufhellung derart stattgefunden, dass am
Kostalrande der Vorderflügel 2 bis 3 scharf begrenzte
Flecke (Ueberreste der ehemaligen dunklen Kostalzone)
stehengeblieben sind.
Die Färbung der europäischen hippophaäs hippo-
phaäs ist folgende:
Oberseite: Fühler weiss, Kopf, Thorax, Abdomen, Kostal-
zeichnung und Schrägbinde dunkelolivbraun, Mittel-
feldlinie und Randsaum grau. Aufden Hinterflügeln:
Basis, Antelimballinie schwarz, Mittelfeldzone rot,
Basalfleck weiss, Randsaum schwach rosa getönt.
Die Fransen sind am Aussenrand von der Farbe des
Saumfeldes, werden aber in der Richtung zum Innen-
randwinkel allmählich weiss und sind ganz weiss am
Innenrand selbst, an den Hinterflügeln sind sie über-
all weiss.
Unterseite: Randsaun der Vorder- u. Hinterflügel grau-
lila, Basalhälfte der Vorderflügel grauschwarz mit
34 Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1913.
schwarzem Wisch an der Querader, Mittelfeld rosa.
Mittel- und Wurzelfeld der Hinterflügel rosa. Die
Fransen der Vorderflügel sind braun, sehr deutlich
vom blaugrauen Saumfeld abstechend, nach dem
Innenwinkel zu werden ihre Spitzen allmählich weiss.
Die der Hinterflügel sind weiss mit brauner Basis,
so dass eine feine braun-weisse Begrenzungslinie
der Flügel entsteht.
Ich habe hier hippophaös hippophads so
genau beschrieben, weil uns dadurch der Vergleich mit
den später zu besprechenden asiatischen Rassen erleich-
tert wird und weil er sich übersichtlicher gestalten lässt.
Es ist hier nur noch nötig zu betrachten, in wie
weit wir bei hippophaöäs die allgemeinen innerhalb -
des Genus Celerio vorhandenen Variationsrichtungen
feststellen können. Auch hier muss ich, was Einzelheiten
betrifft, auf meine oben citierte Arbeit verweisen. !) Da
hippophaöäs einen eigenen Entwickelungszweig im
Genus Gelerio darstellt, können bei ihm nur diejenigen
Abweichungen auftreten, die bei allen Mitgliedern des
Genus vorkommen können oder die eben dem hippo-
pha&s-Zweig speziell eigentümlich sind. Solche letztere
Eigenschaften sind noch nicht aufgetreten. Von den
ersteren lassen sich folgende konstatieren:!
1) Auftreten einer atavistischen Linie, die im Apex der
Vorderlügel beginnt und parallel zum Aussenrand
durch das Saumfeld verläuft. (Ueberrest der Distal-
begrenzung der Schrägbinde). Die von zygophylli,
vespertilio,euphorbiae undnicaea bekannte, durch
das Mittelfeld ziehende atavistische Linie kann bei hip-
pophaäs nicht auftreten, da bei ihr der Aufhellungs-
prozess anders verlaufen ist als beim zygophylli-
euphorbiae-Zweig.
2) Von der schwarzen Antelimballinie der Hinterflügel
verbreitet sich oft eine dunkel-olivgrüne Färbung über
die rote Mittelfeldbinde. Das Auftreten dieser Färbung
!) Hier sei nur bemerkt, dass ich zu folgenden Annahmen ge-
kommen bin: Der Hauptzweig des Genus Üelerio umfasst die eu-
phorbiae-Gruppe. An seinem Ursprung steht zygophylli, später löste
sich vespertilio als Nebenzweig davon ab. Die höchste Entwicke-
lung erreicht dieser Zweig in euphorbiae und nicaea hippophaös
bildet einen Zweig für sich, ebenso wie lineata mit gallii.
_
25
P. Denso. Celerio hippophaös.
ist bei allen Celerio-Arten, allerdings mehr oder weni-
ger häufig festgestellt worden. In extremen Fällen ver-
schwindet durch sie die rote Färbung völlig.
3) Die rote Mittelfeldzone der Hinterflügel wird schwefel-
selb. Wenngleich diese Erscheinung noch nicht bei
allen Gelerio-Arten hat festgestellt werden können, ist
es doch wohl sicher, dass sie bei allen auftreten kann.
Bekannt ist sie bis jetzt bei
euphorbiae euphorbiaeL. ab. lafitolei Th.-Mieg.
euphorbiae dahli Geyer. ab.lutescens Obthr.
euph. mauretanica Stgr. ab. flaveola Obthr.
vespertilio Esp. ab. flava Blach.
Uebergang zu flava: ab.salmonea Obthr.
hybr. densoi Musch.
Uebergang zu flava: ab.salmonea Dso.
hybr. gschwandneri (gallii & X elpenor{Q) zeigt
in allen Fällen keine rote, sondern mehr eine gelbrote
Binde wie ab. salmonea.
Als neu kann ich nun hier die Form von hippo-
pha&@s hippophaä&s mit gelber Hinterflügelbinde an-
führen, die als ab. flava n. ab. bezeichnet sein mag.
Ebenso wie von vespertilio ab. flava, deren Raupe
am Fuss des französischen Jura bei Thoiry gefunden
wurde und die sich im Museum zu Genf befindet, exis-
tiert nur ein einziges bekanntes Exemplar von dieser
Form, das jetzt in der Staudinger’schen Sammlung steckt.
Mit diesem Falter, dessen Verbleib ich seit Jahren nach-
forschte, und den ich endlich zufällig in der Staudinger’-
schen Sammlung auffand, hat es eine ganz eigenartige
Bewandtnis.
Es war von vorn herein naheliegend anzunehmen,
dass diese flava-Form von hippophaäs vorkommen
könne. Ich habe deshalb während meines langjährigen
Aufenthaltes in Genf Nachforschungen und Untersuch-
ungen angestellt, doch lange vergeblich. Da sagte mir
eines Tages mein Freund Blachier, dass er sich dunkel
entsinne einen solchen Falter einmal gesehen zu haben
und beim Nachschlagen seiner Notizen fand er die Be-
merkung: „Dans la collection de M. F. Pouly-Steinlen A
Lausanne, un exemplaire de Deil. Hippophaös ä& ailes
inferieures jaunes, provenant d’uue chenille prise en
26 Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1915.
Valais (juillet 1891).* Ich schrieb sofort an M. Pouly-
Steinlen in Lausanne und bekam von Mme. Pouly zur
Antwort, dass M. Pouly bereits seit 9 Jahren tot sei,
dass aber der betreffende Falter vor etwa 10 Jahren von
einem deutschen Schmetterlingshändler eingetauscht wor-
den sei. Zu gleicher Zeit sandte mir die Witwe eine kolo-
rierte Photographie dieses Falters. Meine weiteren Nach-
forschungen nach Verbleib dieses Stückes blieben frucht-
los, bis ich es endlich, wie schon gesagt, in der Stau-
dinger’schen Sammlung auffand und es an Hand der
Photographie identifizieren konnte. Der Falter gleicht
im übrigen völlig einem normalen hippophaäs aus
den Alpen, nur dass eben die Hinterflügelbinde leuchtend
schwefelgelb gefärbt ist.
Häufig wird diese bekannte Erscheinung, dass gewisse,
bei normalen Faltern rot gefärbte Partien in gelber Farbe
auftreten als eine individuelle Hemmungserscheinung in
der Pigmententwickelung betrachtet. Ich glaube nun
sicher, dass es sich bei allen solchen Fällen um eine
Mutation handelt, wie es ja schon für Aretia caja
lutescens Tutt und Rhyparia purpurata flava
Stgr. nachgewiesen wurde Es ist dann wahrschein-
lieh, dass die salmonea-Formen (z. B. von ves-
pertilio) heterozygotische, aus einer Kopula vespertilio
x flava hervorgegangene Falter sind. Es zeigen ja
auch die Heterozygoten caja X lutescens weder eine
rein rote noch eine rein gelbe Färbung, sondern ein
schwach mit Gelb durchsetztes Rot.
So viel von unserer hippophaäs aus den Alpen,
von der ich glaube, dass sie eine auf dem Aussterbe-
Etat stehende Art ist. Ihre Raupe lebt nur auf Hippo-
phaö-Büschen die im sandigen Inundationsgebiet der
Flüsse stehen. Durch die immer mehr fortschreitenden
Flussregulierungen wird ihr Vorkommen auf immer
kleiner werdende Gebiete begrenzt, die dann meist so
weit auseinander liegen, dass Beziehungen zwischen
Faltern verschiedenen Vorkommens immer seltener werden
und allmählich eine Inzuchtrasse entsteht, die, wie es
jetzt schon an den meisten Stellen ihres Vorkommens
der Fall ist, sieh durch grosse Schwäche und Empfind-
lichkeit der Raupen auszeichnet. So war früher hippo-
phaös im Rhönetal im Wallis gemein, durch die Rhöne-
regulierungen ist sie auch dort bereits zu einer Selten-
P. Denso. Celerio hippophaßs.
IL
-]
heit geworden. Das gleiche scheint bei Grenoble der
Fall zu sein. Ich kenne allerdings in den Westalpen
zwei Plätze, an denen ein erfahrener Sammler bei plan-
gemässem Sammeln sicher Raupen finden wird, und die
teils wegen ihrer schweren Auffindbarkeit, teils wegen
ihrer schweren Zugänglichkeit genügend Schutz bieten,
dass das schöne Tier nicht alsobald durch den Menschen
ausgerottet werden wird, aber gerade diese Plätze bieten
eben durch ihre Kleinheit und Isoliertheit eine desto
grössere Gefahr, dass durch immerwährende Inzucht
eine immer grösser werdende Entkräftung eintritt. Es
wird ja diese Gefahr der Inzucht häufig sehr überschätzt,
wer aber, wie ich, durch jahrelange Beobachtungen an
vielen Hunderten von hippophaäs-Freilandraupen und
durch Kopula in der Gefangenschaft erhaltenen eben
diese Schwächeerscheinungen hat konstatieren können,
wird mit mir die Ueberzeugung teilen, dass dieser schöne
Schwärmer, dessen Häufigkeit in den letzten Jahrzehnten
reissend abgenommen hat, über kurz oder lang zu den
grössten europäischen Seltenheiten zählen wird. —
Ueber die Verbreitung der europäischen hippo-
phaös findet man im allgemeinen die Angabe: Von
Südspanien (Malaga, Andalusien) über Südfrankreich, die
Schweiz bis Süd- Tirol und im südlichen Deutschland
(Elsass), sodann in Italien (Piemont und Toscana) und
Rumänien, wo sie bei Focsani am Milkow entdeckt
wurde. Das Vorkommen im Kaukasus werden wir bei
der Beschreibung der asiatischen Rassen besprechen.
Wie alle Celerio-Arten zeigt auch hippophaös
die sehr häufige Erscheinung eines zweimaligen Auf-
tretens im Jahr; der erste, Hauptflug, findet statt im Juni
und dann treten vereinzelte Falter im August auf, die
von Puppen stammen, die noch in demselben Jahre den
Falter lieferten. Diese Falter sind fertil, ich fand von
ihnen stammende Raupen, halberwachsen, Ende September.
Im Freien gehen im Alpengebiet diese Raupen zu Grunde.
Mir gelang es eine einzige grosszuziehen, sie vermochte
sich aber erst zu verpuppen, als ich sie in einen Wärme-
kasten von 30°C brachte. Der daraus schlüpfende Falter
war klein und hatte nicht eine dunkel-olivgrüne Grund-
farbe, sondern war mehr braun wie die kaukasischen
Falter gefärbt.
28 Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1913.
Ich gehe nun zur Bespreehung der asiatischen Rassen
von hippophaös über. Die bis jetzt darüber vorhan-
dene Literatur ist klein und sehr zerstreut, ich halte es
deshalb für vorteilhaft, hier eine vollkommene Zusam-
menstellung unter gleichzeitigem Abdruck des wichtig-
sten Teils derselben zu geben. *)
1. Bienert. „Lepidopterologische Ergebnisse einer Reise in
Persien in den Jahren 1858 und 1859.“ Inaugural-
Dissertation. (Leipzig 1869.)
p-25 „Auf der Weiterreise von Meschhet nach Kerat
hatte ich Gelegenheit in Turbeth Scheichi Dsham
zu sammeln: nu): Sphinx Convolvuli, Deile-
phila Hippophaäs und Alecto .....
p-32 „Deilephila Hippophaäs Esp. Mit voriger eben-
daselbst |d. h. mit convolvuli im August in den
Gärten von Turbeth Scheichi Dsham.]
p-49 [aus der vergleichenden Zusammenstellung per-
sischer Lepidopteren ] |
— Deilephila Hippephaöäs Esp.
— KotschyiKoll. (Sehr unsichere Art, vielleicht
die vorige?)
2. Christoph. „Weiterer Beitrag zum Verzeichnis der in
Nord-Persien einheimischen Schmetterlinge“ in Hor.
Soc. Ent. Ross. X. (1873).
p-31 „Deilephila? sp. bei Hippophääs. Wäre nicht
D.Kotsehyi Koll. nach einem völlig unkenntlichen
Exemplare aufgestellt worden, so würde ich mich ver-
sucht fühlen, diesen Schwärmer dafür zu halten. Herr
Dr. Staudinger vermutet eine vielleicht schon aus Ost-
indien bekannte oder neue Art. Er ist grösser als
Hippopha&s, Vorderflügel lehmgelb, mit der dunk-
leren Strieme auf der äusseren Flügelhälfte und von
ähnlicher Gestalt wie bei Hippophaäs, aber licht-
braun, nach dem Hinterrand in gelbgrau übergehend.
Der schwarze aus der Wurzel entspringende Wisch ist
deutlich vorhanden, aber der dunkle Mittelfleck, den
Hippopha&s und die übrigen ihr und Buphorbiae
ähnlichen Arten haben, fehlt vollständig und ist der
Raum gegen den Vorderrand wenig und sehr all-
*) Zusätze des Verfassers sind in eckige || Klammern einge-
schlossen.
PET CET RFENE
De
g
H
P. Denso. Celerio hippophaös. 29
mählich dunkler. Der Leib hat die Farbe der Vorder-
flügel und ist wie bei Hippophaäs gezeichnet.
Hinterflügei etwas heller als bei Hippophaäs.
Wenige Exemplare von Sehahrud‘“.
3. Staudinger. „Einige neue Lepidopteren des europäischen
pol
Faunengebietes“ (Sept. 1875). In Stett. Ent. Zeit,
XXXV. (1874).
„Deilephila Bienerti n. sp. Das erste Stück,
welches ich von dieser interessanten neuen Art sah,
brachte der leider im Mai d. J. in Riga an der
Cholera verstorbene Dr. Th. Bienert aus Persien mit.
Es. war aber abgeflogen und wie mir schien, so ab-
geblasst, dass ich es für eine abgeblasste persische
Varietät von Deil. Hippophaös hielt. Vor zwei
Jahren sandte mir aber Herr Christoph vier frisch ge-
fangene Stücke, die er bei Schahrud, Anfangs Mai,
Abends auf Blumen erbeutete, und nach deren Ansicht
es mir unzweifelhaft war, dass hier eine neue Art vor-
liege. Ich beschreibe sie nach einem Pärchen meiner
Sammlung, das fast so rein wie gezogen ist.
Grösse wie die der allergrössten Deil. Hippo-
pha&s; das & hat 71, das 2 S3 mm Flügelspannung.
Grundfärbung ein ins Braune spielendes Lehmgelb,
von europäischen Schwärmern der von Zygophylli
am ähnlichsten, aber ohne einen Stich ins Grün-
liche. Zeiehnungsanlage fast genau so wie bei D.
Hippophaß&s.
Kopf mit weisser Augenbinde (worin die Fühler
stehen), die sich als weisse Linie auf den daran-
stossenden obersten Teil der Palpen fortsetzt, sowie
mit weissem Basalgebiet der letzteren. Die Haar-
pinsel der männlichen Fühler scheinen mir bei D.
Bienerti entschieden kürzer zu sein, als bei D.
"Hippophaös.
p. 92
Thorax mit weissem Seitenband, d.h. die Flügel-
decken sind nach aussen weiss gerandet (oder behaart)
Brust einfarbig, ebenso die Beine, da die Aussenseite
derselben wenig lichter absticht, während solche bei
Hippophaös direkt weiss ist. An der Bedornung der
Schienen sowie an den Sporen sehe ich keinen
Unterschied.
30 Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1913.
Zeichnungs- Anlage der Flügel wie bei Hippo-
phaös, aber sofort durch den völligen Mangel des
grossen, dunklen Flecks im Diskus (hinter der
Mittelzelle) der Vorderflügel verschieden. Der bei
Hippophaös stets scharfe schwarze Punkt vor diesem
Fleck ist nur äusserst schwach vorhanden, beim &
fast unsichtbar, da hier der Flügel hin und wieder
schwach dunkel gewölkt ist. Ferner ist der Vor-
derrand bei Bienerti nieht dunkler als der
Diskus des Flügels, was bei Hippophaös (Eu-
phorbiae etc.) stets der Fall ist. Dunkler, etwas ins
Grünbraune spielend ist nur die Aussenbinde auf
den Vorderflügeln, die fast genau so wie bei Hippo-
phaäös verläuft, und sich nach aussen auch nieht
scharf wie nach innen abtrennt. Der schwarze
Basalfleck am Innenrande scheint etwas kleiner als
bei Hippophaös und ist wie hier nach aussen weiss
behaart. Oberhalb dieses schwarzen Fleckes (in der
Falte) ist ebenso eine Partie langer, etwas dunklerer
Haare, die aber nicht einen solehen dunklen fleck-
artigen Rindruck hervorbringen. Die Zeichnung und
Färbung der Hinterflügel ist wie beiHippophaös, nur
lichter. Der schwarze Basalteil ist weniger breit,
das rötliche Mittelband breiter und etwas matter rot;
vor allem aber ist die dunkle Randbinde nur beim
& matt schwarz, beim % lehmbraun. Der Aussen-
rand selbst ist weissgelb mit rötlichem Anflug;
Fransen weiss. Die Unterseite aller Flügel ist
fast eintönig lehmgelb, nur am Rande etwas grau;
beim & schwach gewölkt. Bei D. Hippophaös ist die
Unterseite sehr bunt, schwarz, grau, stark gewölkt,
und in der Mitte beider Flügel (besonders der hinteren)
schön rosa angeflogen.
Zeichnung des Hinterleibes genau wie bei Hippo-
phaös mit grossem schwarzen Seitenfleck auf dem
ersten und kleinerem auf dem zweiten Segment,
beide mit einem weissen Fleck hinter sich.“
4. Erschoff. „Lepidoptera, gesammelt auf der wissenschaft-
lichen Forschungsreise nach Turkestan unter A. P.
Feätschenko.“ (1874) [russisch].
p.25 „In der Kollektion von Eversmamı befindet sich
ein Exemplar vom Syr-Darja, das er als hippophaös
P. Denso. Celerio hippopha6s. 31
bestimmte. Obwohl dieses Exemplar in Wirklichkeit
ausserordentlich dem D. hippophaöäös Esp. (Art
die in Russland nieht vorkommt!) ähnlich ist, unter-
scheidet es sich von ihm durch folgendes:
Die Farbe der Brust und der Vorderflügelober-
seite viel hblasser, ungefähr wie bei zygophylli;
die schiefe Binde scharf eckig in den Aussenrand
auslaufend, etwas tiefer als die Vorderecke, endet
auf dem Innenrand des Flügels hinter der Mitte des-
selben, liegt also noch schiefer als bei hippo-
phaös; ausserdem ist der dunkle Fleck, der näher
dem Vorderrand des Flügels liegt, kaum bemerkbar.
Es ist sehr leicht möglich, dass dieses Exemplar
eine neue Art darstellt, in dem Falle schlage ich
vor, dasselbe insidiosa zu nennen.“ *)
5. Butler. „Revision of the Heterocerous Lepidoptera of the
Family Sphingidae“ in Trans. Zool. Soc. London
DET).
Ball Nr.20 Deilephila Bienerti.
Deilephila Bienerti Staudinger. Stett. Ent. Zeit.
KXXV. p. 91 (1874).
Persia.
Size of the largest examples of D. hippophaös to
which it is nearly allied.“
6. Staudinger. „Ueber Lepidopteren des südöstlichen euro-
päischen Russlands“ in Stett. Ent. Zeit. XL. (1879).
p.316 „Deilephila Bienerti Stgr. Stett. Ent. Zeit.
1874 p. 91 (Ende Januar 1874) Insidiosa Ersch.
Fedtschenko, Lep. von Turkestan pag. 25 (1874).
Herr Erschoff vergleicht diese Art in einer Anmer-
kung, die wie das ganze Werk in der mir und sicher
den meisten Entomologen unverständlichen russischen
Sprache geschrieben ist, mit Hippophaös und sagt
nach einer mir von ihm selbst gemachten Ueber-
setzung zuletzt, dass die Art Insidiosa heissen könne,
wenn sie wirklich von Hippophaös verschieden sei.
Herr Erschoff meinte auch, dass dieser Name die
Priorität habe, was ich jetzt nicht genau unter-
suchen kann. Jedenfalls erschien das Stettiner Heft
*) Diese deutsche Uebersetzung fertigte mir Frau Hans Wagner
in Dahlem an, der ich hier meinen besten Dank für ihre grosse
Liebenswürdigkeit ausspreche.
32 Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1913.
— ee Te = i
bereits im Januar 1874 und auf dem Titelblatt der
Ersehoff’schen Arbeit, die ich bestimmt erst im Som-
mer 1874 erhielt, steht die Jahreszahl 1374.
Von dieser bisher nur in Nord-Persien in wenigen
Stücken gefangenen Art fing Henke Abends ein recht
gut erhaltenes $, so dass diese Art jetzt auch im
wirklichen Europa gefunden wurde.“
p. 315 (Fundort entweder die Sandregion Narün, nord-
östlich von Astrachan zwischen Wolga und Ural,
fünfzehn deutsche Meilen östlich der Wolga, oder
nähere Umgebung von Astrachan. Narün, im Kir-
gisischen Rün Piski (Region des Sandes), ist eine
grosse Sandwüste mit ungeheuren Sanddünen und
nur an einzelnen Stellen ist eine mehr oder minder
reiche Vegetation von Steppenpflanzen und beson-
ders auch von kleinerem Weidengestrüpp.)
7. Staudinger. „Centralasiatische Lepidopteren“ in Stett. Ent.
Zeit. XLVII (1837).
pP. 64, ........ Wahrscheinlich kommt diese blassevein
tönige var. Gentralasiae besonders nur in den nied-
riger gelegenen Sandsteppen vor und dürften zentral-
asiatische Euphorbiae aus höher gelegenen Teilen
den europäischen näher kommen. Die Färbung dieser
var. Gentralasiae steht zu Euphorbiae in einem
Ähnlichen Verhältnis wie die der Deil. Bienerti Stgr.
zu Hippophaös Esp., und halte ich erstere jetzt für
eine Lokal-(Steppen-)Form zu Hippophaös. Obwohl
die zentralasiatischen Bienerti niemals den kleinen
sehwarzen Punkt am Ende der Mittelzelle der Vdile.
zeigen, den Hippophasös stets haft, so gehen sie doch
in der Färbung zu einander über und besonders sind
die Bienerti-Raupen denen von Hippophaös fast
ganz gleich.“ [!'7
9. Alpheraky. „Lepidopteres rapportes du Tibet par le
General N. M.Przewalski de son voyage de 1884 — 1885“
in Rom. M&m. Lep. V. (1889).
p-83 „21. Deilephila Bienerti Stgr. (=Insidiosa
Ersch.). Un & tıes clair de cette Deilephila fut
rapporte de la m&me loealit@ avec l’espece prece-
dente [gemeinsam mit zygophylli O. var. vom
Lob - Noor. ]
.
vn
cc
P. Denso. Celerio hippopha6s. 33
Je dois noter iei, que jai vu des individus de
cette espece venant du Caucase. qui, par leur colo-
ration plus fone&ee, semblent &tre bien voisins de
’Hippophaös Esp. Je crois m&me qu’il n’est pas
impossible, qu'il y ait parent& specifique entre ces
deux Deilephila.“
9. Kirby. in „The Entomologists Monthly Magazine “
XXV. (1889).
p-361,Deilephilainsidiosa, Erschoff. — On recently
turning over Erschofis Lepidoptera of
(published as part of Fedtschenkos Reise) I found :
note in Russian, at the foot of p. 24, of which the
following is the substance: — „Eversmann'’s colleetion
contains a speeimen labelled D. hippophaös Esp..
from the Syr Daria.. D. hippophaös is not found
in the Russian Empire, and the example in question,
trough elosely allied, differs in several points. The
colour of the thorax and of the forewings above is
much paler, more like that of D. zygophylli,
p.362 Ochs. A tuft from the shoulder-stripe projects a
little on the outside about the middle of the wing, as
in D.hippophaös. Except the dark part near the
costa, it is scarcely marked. Should this be a new
species, as is very probable, Erschoff proposes for
it the name D. insidiosa.
I have seen no later notice of this inseet; but
the indications, though brief, appear to be suffieient
to identify it, if it should be re-discevered; and now
that the inseets of Central Asia are so much studied,
I thougt that I might, perhaps, prevent its being
re-deseribed as new, by calling special attention to
it, especially as it was not included in the Zoologi-
cal Record for 1874.“
10. Groum - Grshimailo. „Le Pamir et sa Faune Löpidoptero-
logique“ in Rom. M&m. Lep. IV. (1890).
p-510 „202. Deilephila ae Ersch.
Lep. in it. Fedtschenko coll. p. 25 (1874)
— Bienerti Stgr. Stett. Ent, Zeit. 1874 p. 91
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein
Iris zu Dresden. Jahrgang 1913.
34 Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1913.
Je ne saurais dire, qu’elle est celle de ces deux
desceriptions, parues presque en m@me temps, qui a
ete publie® la premiere, je n’affirme done pas que
"’Insidiosa, parfaitement decrite, ait la priorite.
Bienerti semble commune dans la vall&e du
Ferghana, si ce n’est a l’etat parfait, du moins
comme chenille.
Ce n’est pas sans scrupules que je rapporte a
cette espece les chenilles ayant une grande ressem-
blance avec Galii et que jai ramassdes en quantite
sur des Eremurus jaunes, a la mi-Juillet; elles
ont volontiers mang& en route d’autres sortes aussi
d’Eremurus; une partie cependant d’entre-elles
ont peri, les autres se sont transform&es en chrysa-
lides, mais je n’ai pas r6ussi a les amener jusqu’a
St. Petersbourg; elles n’ont pu supporter les 2,000
verstes de trajet en „perekladnaia“, et toutes ont
succombe. Je les avais recueillies a l’embouchure du
Sang-Guirdak a une altitude d’environ 9,000 p.“
11. Kirby. Catalogue of Lepidoptera Heterocera. I. p. 667
Nr.227:.(1832).
12. Bartel. Die palaearktischen Gross-Schmetterlinge und
ihre Naturgeschichte Il. p. 67—69 (1899).
|Bartel gibt eine Zusammenfassung der bis dahin
bekannten Literatur, in die sich einige kleine Irr-
tümer eingeschlichen haben, die wir später richtig-
stellen wollen.]
13. Staudinger u. Rebel. Katalog .der Lepidopteren des
palaearktischen Faunengebietes. 3. Aufl. (1901).
p. 102 „Nr. 743 a) v. Bienerti Stg. (multo pallidior, al ant.
ochraceo-griseis sine macula media). “
14. Rothschild u. Jordan. A Revision of the Lepidopterous
Family Sphingidae (1903).
p- 730 „Nr. 682 b) C. hippophaös bienerti.
52 Much paler than the preceeding |hippophaös
hippophaös] form, elayish, underside almost eream-
colour; the patch beyond end of cell of forewing
absent or vestigial.
A & from Merw in the Tring Museum paler than
the other individuals. Hab. Transcaspia, eastwards
to the Issyk-Kul.; North Persia; ? Naryn S. Russia.
P. Denso. Celerio hippophaös. 35
In the Tring Museum 6 8, 5 92 from: Marge-
lan. Merw.“
15. Rothschild. u. Jordan in Wytsmann. Genera Insectorum
Faser a. p. 12971907):
16. Spuler. Die Schmetterlinge Europas. I. p. 84 (1908).
17. Jordan in Seitz, Gross-Schmetterlinge des palaearkti-
schen Faunengebietes. II. Fig. 41e (1911).
p. 256 „bienerti Stgr. Viel blasser, orangegelb, unter-
seits fast gelblichweiss; Mittelfleck der Vdrflgl-Ober-
seite höchstens angedeutet. Von Transkaspien bis
zum Lob-Noor und Nord - Persien“ [Abbildung gut.]
Ich werde nun die Beschreibung der zentralasiati-
schen Formen folgen lassen unter Gegenüberstellung mit
hippopha&s und bienerti. Dann wird sich eine kriti-
sche Betrachtung der vorhandenen bienerti- Literatur
anschliessen.
Das mir zur Verfügung stehende Material lässt sich
in drei deutlich und konstant von einander verschiedene
Gruppen einordnen, deren erste die Falter kaukasischer
Provenienz, deren zweite solche von der W.-Grenze der
Wüste Gobi und deren dritte Steppentiere von Astrachan,
Nord-Ost-Persien und Transkaspien umfasst. Zur dritten
Gruppe rechne ich auch die Staudinger’sche bienerti,
wenngleich sie einen extremen Fall darzustellen scheint,
wie wir weiter unten bei der näheren Besprechung
sehen werden.
Celerio hippophaes caucasica n. subsp. (Taf. I. Fig. 2
und. Dat. II. Fig. 2):
Fundorte: Aresch, Jelisawetpol (ca. 450 m).
Rundtaten:-Aresch: 26. V. 20. VI. 3.6.10. VII.
Anzahl: 9 33 12.
Spannweite: 568 mm bis 75 mm, Mittel: @ 74mm.
In Uebereinstimmung mit hippophaös hat cauca-
Sieca eine dunkle Kostalzone, jedoch ist der an der
@Querader befindliche Wisch schwächer ausgeprägt und
der Punkt ist, wenn vorhanden, nur klein und undeutlich.
Der Verlauf der Schrägbinde ist ebenfalls ähnlich wie bei
hippophaös, nur endet sie am Innenrand mehr basal-
wärts (bei 0,44 der Innenrandslänge, bei hippophaös
bei 0,49) und ist distal weniger gezackt. Auf den Htrflgln.
3
36 Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1913.
ist die schwarze Antelimballinie wesentlich breiter als
bei hippophaös, so dass distal von ihr nur ein sehr
schmales Saumfeld verbleibt. Auch der schwarze Basal-
fleeck ist grösser als bei hippophaös, der weisse Anal-
fleck ist sehr klein. Eine sehr charakteristische Eigen-
schaft von eaucasica ist seine Färbung. Alles was bei
hippophaös dunkelolivbraun ist, ist bei ihr einfach
dunkelbraun ohne jede Beimisehung olivfarbiger Töne,
so dass sie schon dadurch einen ganz anderen Eindruck
macht.. Die Mittelfeldlinie,. die bei hippopha&s grau
ist, ist bei ihr gelblich braun und das Saumfeld grau-
braun. Die Htrflgl. zeichnen sich dadurch aus, dass das
Mittelfeld rosenrot gefärbt ist (bei hippopha&s mehr
selbrot). Was die Unterseite anbelangt, so zeigt sie viel
mehr kleine schwarze Strichelehen, die sich nie wie bei
hippophaäs zu Linien anordnen. Der schwarze aus
langen Haaren bestehende Basalwisch ist deutlicher aus-
geprägt und der Kostalwisch an der Querader ist bei den
meisten Exemplaren ganz besonders kräftig und satt-
schwarz. Die schwach lilagrauen Saumfelder sind eben-
falls, was bei hippophaäös nur selten vorkommt, mit
kleinen schwarzen Strichelchen besetzt. Die Färbung
der Flügelfransen auf der Ober- und Unterseite ist ganz
analog wie bei hippophaßäs.
In der Literatur findet man nur wenig Angaben über
hippopha&s caucasica. In Rom. Mem. Lep. I. p. 70
(1884) stehen unter hippophaöäs als Fundorte Tiflis und
Derbent verzeichnet. „Hippopha&s Esp. — A Tiflis,
jai pris un trös-bel exemplaire sur les lilas a la fin
d’Avril 1871; tres rare. Vole aussi A Derbent.*“ Alphe-
vaky (siehe oben Nr. 8) bezeichnet kaukasische Stücke
„plus fone&e“ als bienerti.
Bartel in Rühl Pal. Grossschm. II p. 67 (1899) sagt:
„Stücke von hippophaä@s aus dem Kaukasus sind heller
als südeuropäische Stücke, scheinen dadurch den west-
asiatischen Exemplaren von Deil. Bienerti nahe zu
stehen.“
Staud. u. Rebel Katalog III. Aufl. p. 102 Nr. 743
(1901), geben bei hippophaös als Vaterland an „Armenia
(Rom.).“ Diese Angabe bezieht sich wahrscheinlich auf
das oben eitierte Vorkommen (Rom. I.) bei Tiflis, denn
Staudinger bezeichnet mit Armenia das russische Trans-
HE
P. Denso. Celerio hippophaäs: 37
kaukasien. Und noch die negative Angabe von Roth-
schild u. Jordan (Rev. p. 750. (1903), :,„We have not
seen Caucasian examples.“
Es scheint somit, dass eaucasica in ihrem Vor-
kommen auf die Kaukasusländer beschränkt ist und
zwar ist sie bekannt von der Nordseite des grossen Kau-
kasus (Derbent) und der Südseite (Tiflis), sowie vom
Nord-Abhang des kleinen Kaukasus (Jelisawetpol. Aresch)
Sie ist zweifellos eine Bergrasse, denn die in der Steppe
vorkommenden Falter scheinen zu bienerti zu gehören.
In ihrem Gesamtcharakter scheint sie eine phylogene-
tisch ältere Rasse als die europäische hippophaäs
darzustellen.
Celerio hippophaös chamyla n. subsp. (Taf. I. Fig. 5
und War. I. Fig. 5).
Fundort: Chamyl (Hami) (ca. 300 m — 900 m) an der
Westgrenze der Wüste Gobi, nordöstlich
vom Lob-Noor an den äussersten Ost-Aus-
läufern des Tien- Schan (Himmelsgebirge)
gelegen.
Anzall, 3 9 0-
Spannweite: 52mm bis 63 mm, Mittel: 53 mm.
Die Falter weichen von hippophaäs, cauecasica
und bienerti sehr stark ab und stellen eine ganz aus-
gezeichnete Lokalform dar, die, wie es scheint, durch
Isolation sich gewisse sehr altertümliche Charaktere be-
wahrt hat, während sie aber gleichzeitig sehr weit fort-
geschrittene Progressivbildungen aufweist.
Der Kostalrand ist ausserordentlich breit angelegt,
so dass der Kostalwisch an der Querader völlig in ihm
aufgeht; ebenso fällt die Spitze des Basalflecks meist
mit ihm zusammen. Nur. ein Exemplar zeigt undeutlich
den bei hippophaäs so deutlich vorhandenen Punkt.
Die Schrägbinde ist distal sehr unscharf begrenzt und
so stark reduziert, dass sie apikal strichförmig wird
(wie z. B. bei nicaea orientalis Aust. von der Krim).
Ihre proximale Begrenzung ist viel variabler als bei
den übrigen hippophaäs-Rassen, denn während sie bei
einigen Exemplaren unter sehr spitzen Winkel den Innen-
rand trifft (Verlauf wie bei caucasica) fällt sie bei an-
deren nach einer starken Biegung sehr steil zum Innen-
38 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
rand ab (Verlauf fast wie bei euphorbiae!) Immerhin
möchte ich hierauf keinen besonderen Wert legen, so-
lange nicht umfassenderes Material diese Variabilität
bestätigt.
Das Saumfeld, das, im Gegensatz zu hippophaäs
nicht gleichfarbig mit der Mittelfeldlinie ist, sondern in
vielen Fällen gerade so dunkel wie die Schrägbinde und
die Kostalrandzone gefärbt ist vereinigt sich apikal mit
der letzteren, so dass die heller gefärbte Mittelfeldlinie
nie den Apex erreicht. Die Breite dieser Mittelfeldlinie
ist manchmal so gering, dass die dunkle Kostalfärbung
in einem extremen Falle fast die Schrägbinde berührt.
Die Htrilgl. lassen einen Basalfleck von normaler
Grösse, eine gegen hippopha@s schmälere Mittelfeld-
binde und eine ziemlich stark proximal verschobene
Antelimballinie erkennen, die ein breites Saumfeld frei-
lässt. Der Analfleck ist gut ausgebildet. Die Färbung
von chamyla ist ausserordentlich charakteristisch. Alle
beihippopha&s dunkelolivbraun, bei caucasicadunkel-
braun gefärbten Partien sind bei chamyla von einem
schwer zu beschreibenden hellen, fuchsigen Braun. Auch
das Saumfeld der Vdrfigl. zeigt diesen, manchmal um
eine schwache Nüanzierung abweichenden Ton. Die
Mittelfeldlinie ist gelblichweiss. Die Htrflgl. mit satt-
schwarzem Basalfleck und hellroter Mittelfeldbinde haben
eine mehr braunschwarze Antelimballinie die sich anal-
wärts meist verliert. Das breite Saumfeld hat eine helle
bräunlichrosa Färbung, die manchmal fast mit der der
Mittelfeldbinde übereinstimmt. Die Unterseite der Flügel
ist ohne alle Zeichnung, gleichmässig sandgelb gefärbt
(nur ein Exemplar zeigt einen etwas dunkleren Basal-
wisch der Vdrflgl.) und lässt die Zeichnung der Ober-
seite manchmal leicht durchschimmern. Zum Unter-
schied gegen hippophaäs und caucasica sind die
Fransen auf der Oberseite überall gleichmässig weiss
und heben sich deutlich von der Flügelfärbung ab, auf
der Unterseite sind sie gleichförmig gelblichweis.
Chamyla zeigt, wie oben schon bemerkt, eine Ver-
einigung von altertümlichen und neuzeitlichen Charak-
teren. Zu den ersteren gehört die sehr breite dunkel
gefärbte Kostalrandzone, zu den letzteren die starke Re-
duktion der Schrägbinde der Vdrflgl. und die stark ein-
P. Denso. Celerio hippophaßs. 39
wärts gerückte Antelimballinie der Htrfigl. sowie die
zeichnungslose Unterseite.
Celerio hippophaes bienerti Stgr. (Taf. I. Fig. 3, 4 und
Taf: Fig. 3, 4.)
Fundorte: Schahrud (NO-Persien), die beiden Typen
von Staudinger (1 & 19).
Baigacum (Bairacum) am Syr-Darja 2&5 19 (sehr
gross SO mm)
Samarkand 15 19
Astrabad (Im NW. von Schahrud) 1& (etiket-
tiert: Staud. 1873)
Turkestan 19 (e coll. Denso)
Spannweite: & 56 mm bis 75 mm. Mittel: 66 mm
© 75 mm bis 85 mm. Mittel: 78 mm
Anzahl: 5 58 4 99
Nachdem mir Falter von verschiedenem Herkommen
vorliegen, will ich die Definition von Staudinger in etwas
erweitertem Sinne auffassen, um zu vermeiden, noch eine
weitere Zwischenform aufstellen zu müssen, die sich im
übrigen von den typischen bienerti nur sehr wenig
entfernt und zwar im allgemeinen insofern, als sie etwas
dunkler und etwas zeichnungsreicher als bienerti ist.
Rai is. 5 und‘ Taf: WM. Eig. 2.) Die typischen
bienerti (Taf. I. Fig. 4 und Tafel. II. Fig. 4.) sind als-
dann die besonders hellen Tiere. Von dem vorliegenden
Material decken sich das 5 von Astrabad und das 9
aus Turkestan fast völlig mit der Staudinger’'schen Diag-
nose von bienerti und seinen mir vorliegenden Typen,
Das & lässt nur den Quaraderpunkt ziemlich deutlich
erkennen und das © hat eine etwas dunklere Kostalrand-
zone, in der der Kostalwisch schattenhaft angedeutet ist.
Sehr ähnlich ist auch das grosse © von Baigacum, dessen
Kostalrand nur durch einige ganz feine winzige dunkle
Striche schwach verdüstert ist und das ebenfalls den
Kostalwisch als schwachen Hauch zeigt. Diese kleinen
feinen dunklen Striche hat übrigens auch das Stauding-
er'sche &. Die Htrfigl. dieses @ haben, scheinbar im
Gegensatz zum bienerti 2 eine breite dunkle Antelim-
ballinie. In Wirklichkeit tritt hier aber die Erscheinung
auf, die bei der Variabilität von hippophaäs hippo-
pha&s schon besprochen wurde und die sich bei allen
40 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
Celerio-Faltern vorfindet, dass von der Antelimballinie
olivschwarze Färbung ins Rot hineindringt. Die Unter-
seite dieses @ ist sehr ähnlich der von bienerti nur
ist der Kostalwisch dertlicher ausgeprägt. Die übrigen
mir vorliegenden Falter sind zeichnungsreicher und et-
was kontrastreicher gefärbt als die bienerti-Typen.
Sie haben dunkleren Kostalrand, deutlicheren Kostalwisch
und sind etwas dunkler braun getönt. Auch lässt die Unter-
seite deutlich den Basalwisch und Kostalwisch erkenner
und hat etwas dunkleren Saum. Sie bilden in Be
Hinsicht einen Uebergang zwischen bienerti und cau-
casica. Doch da die Fundorte z. Tl. mit denen von
bienerti identisch sind oder nahe zusammenliegen und
die Unterschiede nicht gross sind, scheint hier keine
selbständige Rasse vorzuliegen und wir tun gut sie nur
als etwas dunklere bienerti aufzufassen. Der Verlauf
der Schrägbinde ist bei ihnen allen variabler als bei
hippophaäs. Es treten Stücke auf, bei denen ihr Proxi-
malrand jenseit der Mitte des Innenrandes den Innen-
rand berührt, während sie wiederum bei anderen z. B.
dem grossen © von Baigacum am Syr-Darja sehr weit
nach der Basis zu endet (bei 0,40 der Innenrandlänge).
Die Literatur über bienerti habe ich oben eingehend
angeführt. Wir finden in ihr aber manche Angaben auf
die ich noch näher eingehen möchte.
Auffollend ist, dass die ersten Autoren, Bienert (Nr. 1)
und Christoph (Nr.2) von einer so grossen Aehnlichkeit
zwischen bienerti und Berutana syriaca kotschyi
Koll. sprechen, so dass sie die Vermutung hegen die
beiden Falter könnten identisch sein. Allerdings ist
kotschyi nach einem sehr defekten Exemplar aufge-
stellt worden, (Rothsch. Jord. Revision. Taf. VI. Fig. 4
Abbildung der Type) immerhin ist aber sein Flügel-
schnitt und die deutlich sichtbare Zeichnung, die doch
wohl in der Kollar'schen Diagnose (Denkschr. K. K. Ak.
Wiss. Wien. Math. Nat. Cl. I. p, 53 Nr. 11 (1850) "ange-
geben sein werden, wesentlich von bienerti verschieden.
Staudinger (Nr. 3.) findet, dass die Haarpinsel der
männlichen Fühler bei bienerti kürzer zu sein scheinen
als bei hippophaäs. Ich habe das nicht finden können.
Erschoff (Nr. 4) konstatiert bei einem Exemplar vom
Syr-Darja, dass die Schrägbinde noch schiefer als bei
hippophaöäs liegt und hinter der Mitte des Innenrandes
RN.“
P. Denso. Celerio hippophaös. 41
endigt [nach unserer Auffassung vor der Mittel. Das
stimmt auffallend mit dem @ von Baigaeum am Syr-Darja
(siehe oben).
Staudinger (Nr. 8) hält bienerti für eine Lokal-
(Steppen-) form von hippopha@s, und nachdem was
wir bis jetzt von ihrer Verbreitung wissen, müssen wir
das allerdings auch annehmen. Weiterhin macht er die
Bemerkung, dass die bienerti Raupen denen von
hippophaös fast ganz gleich sind. Da nun in der ge-
samten Literatur über die bienerti-Raupe keine einzige
Angabe enthalten ist, muss man bei der grossen Ge-
wissenhaftigkeit Staudingers vermuten, dass er über
diesen Punkt wahrscheinlich direkte Nachrichten von
seiten irgend eines Sammlers erhalten hat.
Alpheraky (Nr. 9) sagt, dass das von Przewalsky vom
Lob-Noor mitgebrachte Stück von bienerti, ein &, „tres
clair* sei. Es wäre interessant dieses Exemplar mit
chamyla vergleichen zu können, die man trotz ihrer
breit angelegten Kostalrandzone wegen ihrer helleren
Färbungstöne gegenüber den meisten bienerti als sehr
hell bezeichnen kann. Es ist ja auch die Entfernung
' vom Lob-Noor bis nach Chamyl annähernd dreimal ge-
ringer als zwischen ihm und den nächsten Fundplätzen
von bienerti in Ferghana.
Groum-Grshimailo (Nr. 11) gibt endlich einige An-
deutungen über die Raupe von der er sagt, dass sie im
Tale von Ferghana gemein zu sein scheint, er fügt aber
leider kein Wort hinzu warum er das annimmt. Weiter-
hin erzählt er, dass er eine Menge gallii-ähnliche Rau-
pen auf einer gelbblühenden Eremurus-Art gefunden
habe, die er unterwegs auch mit anderen Eremurus-
Arten gefüttert hätte und die sich zum Teil verpuppt
hätten, doch seien alle Puppen zu Grunde gegangen. Als
Fundort gibt er die Mündung des Sang-Guirdak in etwa
9000 Fuss Höhe (ca. 2700 m) an. Er fügt hinzu, dass es
nicht „sans serupules“ sei, dass er die Raupen mit
bienerti in Beziehung brächte.
Diese Bemerkung (und die obige von Staudinger)
hat Bartel (Nr. 13) Veranlassung gegeben von der bie-
nerti-Raupen zu schreiben dass sie „.. . in der Zeich-
nung und Färbung mit denen von Deil. hippophaäs
42 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
übereinstimmten und auch den Deil. gallii-Raupen
sehr ähnlich“ seien. Groum-Grshimailo ist aber selbst
sehr im Zweifel ob es sich bei seinem Fund um bienerti-
Raupen gehandelt habe und damit hat er zweifellos sehr
recht. .Denn einesteils ist es sehr unwahrscheinlich, dass
die bienerti-Raupe die Reihe von Subdorsalflecken
aufweisen sollte, die die hippopha&s-Raupe nicht hat
und die ihrer ganzen morphologischen Bildung wider-
sprechen“) und andernteils ist es höchst unwahrschein-
lich, dass die in Europa streng monophag lebende hippo-
phaes-Raupe sich in Asien von einer Rremurus-Art,
einer Liliacee nähren sollte! Das ist ja überhaupt
das Auffällige an dem Fund von Groum-Grshimailo, dass
er eine Liliaceen fressende Gelerio-Raupe entdeckte,
da nicht eine einzige bekannte Öelerio-Raupe eine
derartige Nahrungspflanze hat. Ich glaubte deshalb zu-
erst an einen botanischen Bestimmungs- oder einen
Druckfehler und habe deshalb das ganze Werk von
Groum-Grshimailo durchstudiert. Da fand ich denn noch
einige weitere Angaben, die hier von Interesse sein
dürften. Zunächst erfahren wir, dass Hippopha&s rham-
noides, die ausschliessliche Futterpflanze unser europäil-
schen hippophaäs, sich im Pamir und den peripheri-
schen Gebirgen überall in den Flusstälern und zwar im
„Sail“ d.h. den trockenen Geröllbetten der Flüsse vorfindet
und zwar besonders in Höhenlagen zwischen 6000 Fuss bis
10000 Fuss (d. h. etwa 1800m bis 3000 m). Allerdings
trifft man diese Pflanze auch in wesentlich geringerer
Höhe, ebenfalls in den Flussbetten an z. B. in Ferghana
in etwa 450 m Höhe. Interessant ist feiner, dass Bre-
murus-Arten sehr oft in Gesellschaft von Hippopha&und
auch in ähnlichen Höhenlagen von 4000 Fuss bis 9000 Fuss
(1200 m bis 2700 m) auftreten, mitunter aber auch noch
wesentlich höher vorkommen; so wurde ein weissblühen-
der Eremurus in den Bergen von Ghissar (Pass von Lia-
gar-Mourda) in 11000 Fuss (3300 m) Höhe gefunden. Die
wichtigste Notiz befindet sich aber in der Fussnote !°) auf
p. 124. Dort heisst es: „J’ai trouve sur l’Eremurus tur-
cestanica dans les montagnes de Ghissar, a une hauteur
=) Die Raupen von hippopbhaöäs zeigt nämlich dort, wo bei den
anderen Celerio-Raupen die Subdorsalflecken stehen, subsegmentale
Einschnitte oder Hautfalten, die eine Bildung solcher gleichmässiger
Flecken nicht zulassen.
P. Denso. Celerio hippophaös. 43
eonsiderable, un troisieme repr@sentant des Sphingides
du Pamir [nämlich neben Macroglossa fuciformis und
ducalis], une Deilephila, dont la chenille rapelle
beaucoup celle de la Galii, mais s’en distingue essen-
tiellement. Quoiqu’elle se füt transform&e en chrysalide,
elle ne supporta pas le voyage et perit.“ Es handelt
sich hier zweifellos um dieselben Raupen, die er später,
nicht „sans serupules“ mit bienerti zusammen anführt.
Auch die an dieser Stelle angegebene Höhe von 9000 Fuss
(ca. 2700 m) kann als „hauteur considerable“ gelten, zu-
mal hier der Eremurus erst Mitte Juli (Nr. 11) blühte,
während er doch in tiefer gelegenen Gegenden eine der
ersten Frühlingspflanzen ist. Ein Irrtum muss aber doch
noch vorliegen, da die als Fundstelle angegebene Mündung
des Sang-Guirdak eine Höhenlage von vermutlich noch
unter 2000 Fuss (ca. 600 m) hat. Wahrscheinlich soll es
„Quelle“ heissen, da der Sang-Guirdak vom Pass von Lia-
gar-Mourda herabkommt, den Groum-Grshimailo passierte,
während er die Mündung des Sang-Guirdak in den Sourkhan
nach seiner Karte gar nicht berührt hat. Es ist jedenfalls
ausserordentlich bedauerlich, das die Aufzucht dieser hoch-
interessanten Raupen nicht glückte. Gegen die Annahme,
dass essich um bienerti-Raupen handeln könne spricht
ferner, dass die Eremurus-Arten nicht in der Steppe
vorkommen, sondern erst mit grösseren Bodenerhebungen
erscheinen, während alle bisher bekannten Fundplätze
von bienerti-Faltern in oder in der Nähe von Steppen
und Wüsten liegen. Wenn ich eine Vermutung aussprechen
soll, so kann es sich bei diesen Raupen, wenn wir keine
neue unbekannte Art vor uns haben, vielleicht um lineata
livornica-Raupen gehandelt haben, da diese im höch-
sten Maase polyphag sind und bei ihrer eigenen grossen
Variabilität leicht mit den ebenfalls sehr variablen
galli-Raupen verwechselt werden können. Ich will ver-
suchen diese Frage, soweit esmir möglich ist, zu klären.
Zu diesem Zwecke habe ich den weissblühenden Ere-
murus himalaicus in meinem Garten angepflanzt und
werde diesen Sommer systematische Fütterungsversuche
mit verschiedenen Gelerio-Raupen anstellen.
Die Fundplätze von bienerti seien hier einmal zu-
sammen gestellt und zwar von West nach Ost fort-
schreitend. Wir sehen aus diesem Verzeichnis, dass
44 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
das Zentrum der Verbreitung von bienerti nach un-
serem heutigem Wissen das südliche russische Turkestan
und die angrenzenden Gebiete N.O-Persiens ist. Abseits
von diesen Gegenden liegen nur die Fundplätze bei
Astrachan und am Lob-Noor. Es wäre sehr interessant,
Falter von diesen Gegenden mit den typischen bienerti
zu vergleichen, um feststellen zu können, in wie weit
sie sich diesen nähern. Vorläufig wollen wir sie noch
als zu bienerti gehörig betrachten.
Meereshöhe Literatur
Europäisches Sandsteppe Narün öst- a (Nr. 6)
Russland lich von Astrachan pression &
Nord-Persien Saranad Penn “Ne 3)
bei Schahrud 1300 m Anf. V.
Ost-Persien Turbeth-Scheichi- (Nr. 1)
Dsham :
Transkaspien Merw 170 m (Nr. 15)
r Samarkand coll. Staudgr. u.
Turkestan rkan 670m Bang ae
N N A
en en: e. coll. Staudgr.
are 2 u. Bang-Haas
ae (Nr. 4)
(Nr.15) (Nr.11)
Ferghana Margelan 400 m (Nr.14 15)/ahne
a x Ir r.14,15) ohn
Jssyk - Kul ca. 1600 jed.näh. Angabe
ee
Chinesisch DeneNor 800 (Nr. 9)
O.-Turkestan
In wie weit Falter vom Lob-Noor noch zu bienerti
zu ziehen sind oder vielleicht schon zu chamyla ge-
hören, ist zur Zeit nicht festzustellen.
Es ist sehr zu bedauern, dass in der Literatur fast
keine Funddaten angegeben werden, die einzige bezieht
sich auf die Staudinger’schen Typen: Schahrud Anfang
Mai. Dann kennen wir noch einige Daten von cauca-
siea, nämlich Ende April (Tiflis) und Ende Mai bis Mitte
Juli (Aresch). Diese letzteren Angaben lassen vermuten,
dass die Falter in verschiedenen Höhenlagen erbeutet
wurden, denn in den Alpentälern bei Genf beträgt die
P. Denso. Celerio hippopha6ös. 45
Flugzeit am selben Platz höchstens 3 Wochen (etwa von
Anfang bis Ende Juni in 400m Höhe). Angaben über
das Auftreten einer 2ten Generation (etwa im August)
fehlen, allerdings sagt Bartel Il. c. p. 68 „Falter Anfang
Mai und August“. Es ist wohl anzunehmen, dass auch
in Asien an besonders dafür geeigneten Oertlichkeiten
die Falter zweimal im Jahre auftreten, denn wenn der
erste Klug bei Schahrud schon Anfang Mai stattfindet,
können die Nachkommen dieser Falter schon Ende Juni
-Anfang Juli entwickelt sein und vielleicht sogar eine
vollständige 2te Generation aufweisen, da Hippopha®
rhamnoides an günstigen Stellen in geschützten Bach-
betten sein Laub während des Sommers bewahren kann.
Ich füge eine kleine Kartenskizze von ÜOentralasien
bei, aus der die Verbreitung von caucasica bienerti
und chamyla gut zu erkennen ist.
Zum Schluss bleibt mir noch die angenehme Pflicht
den Herren Bang-Haas meinen besten Dank für ihr lie-
benswürdiges Entgegenkommen auszusprechen durch das
es auch besonders ermöglicht wurde die interessante
_ Staudinger'sche Type von bienerti abzubilden.
ris, Dresden, Band XXVH. Heft 2.
Deutsche
Entomologische Zeitschrift
u... 09
„Lris
herausgegeben
vom
Entomologischen Terein Iris zu Dresden.
Mit einer farbigen Tafel.
N
Is:
Gh
A
x
20. August 1913.
|
\
I 2 Di
Redakteur: Dr. Denso.
Preis für Nichtmitglieder des Vereins: 9 Mark.
Berlin.
R. Friedländer & Sohn.
Carl Strasse 11.
Jahrgang 1913. Zweites Heft. |
Druck von Oskar Hensel, Gottesberg.
Inhalts-Uebersicht.
Seite
K, Schweitzer. Entomologische Vereinigung zu Plauen i.V.
Die Gross- -Schmetterlings-Fauna ni Vogtlandes : „ 47—103
Ernst Möbius. September- -Fang in‘ Bonenas 2 2.004, 000g
T. A, Chapman, Zur Biologie. von 'Prays eurtisellus ab. rus-
ticus ‚Hw. ER LES:
A, Bang-Haas, Nöns oder wenig eis galasarkhische Makro.
lepidopteren VIE 22. 0 020 ar BE ie
Dr. L. Martin. Neue Rhopaloceren aus Celebes . . . . . 109
Aufruf an aälle Eintomologent War ra N re 110
Bucherbesprechungen.? x. als al ee N N
Für die Form und den Inhalt der in dieser Zeitschrift veröffent-
lichten Aufsätze sind die Herren Autoren allein verantwortlich.
In allen redaktionellen Angelegenheiten, die auf das Jahr 1913
Bezug haben, bitten wir, sich nur an den Redakteur, Herm Dr. Denso,
Hellerau b. Dresden, Auf dem Sand, zu wenden.
Zur Kenntnisnahme! Die Tafel III erscheint mit der dazu ge-
hörenden Arbeit von Dr. Denso über Sphingiden-Hybriden im nächsten Heft.
Zur Kenntnisnahme.
Wir bedauern ausserordentlich das verspätete
Erscheinen dieses Heftes. Es ist darin begründet,
dass wir mit unserem früheren Drucker derartige
Schwierigkeiten hatten, dass wir das Heft ander-
weitig herstellen lassen mussten.
Die Redaktion.
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Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vogtlandes. 47
Die Gross-Schmetterlings-Fauna
des gesamten Vogtlandes.
Im Auftrage der Entomologischen Vereinigung zu
Plauen i/V. bearbeitet von Karl Schweitzer.
(Hierzu Tafel IV.)
Grenze, Bodenbeschaffenheit, Flora, Klima und Kultur,
Als Grenzen der vorliegenden Fauna des gesamten Vogt-
landes wurden angenommen:
Im Süden die Grenze des Landes, zugleich auch der
Höhenrücken des Erzgebirges von Bad Elster, Kapellenberg bis
zum grossen Rammelsberg.
Im Osten die Grenze des vogtländischen Kreises von
Karlsfeld in gerader Linie über den Kuhberg bei Eibenstock
nach Werdau.
Die Westgrenze bildet die Saale von Burgk bis Hirschberg,
so dass das frühere alte Vogtland, die jetzigen beiden Fürsten-
tümer Reuss zum Teil noch zum Faunengebiete gerechnet
wurden.
Orographisch betrachtet ist unser Vogtland durchaus Hügel-
land. Von Werdau, der nördlichen Grenze, (Höhenlage zirka
300 m) steigt das Gebiet allmählich bis zum Kamm des Erz-
gebirges, der südiichen Grenze, bis 900 m an.
Die höchsten Erhebungen sind der Kapellenberg 759 m,
Hoher Stein 777 m und grosser Rammelsberg 965 m. Ueber
Formation, Gesteinsarten und Schichten lasse ich hier den im
Vogtlande wohlbekannten Geologen Herrn Prof. Weise sprechen,
indem ich einen Auszug aus seinem Aufsatz: „In Vogtlands
Tälern‘, Heimatbuch der Vereinigung vogtländischer Schriftsteller
und Künstler wiedergebe:
In unserem Vogtlande sind die Gesteinsschichten der älte-
sten Formationen des Landes, die Schichten des Kambriums,
Silurs, Devons und Kulms zuerst in nordöstliche, Erzgebirgs-
richtung, sodann gegen das Ende der Karbonzeit (Steinkohlenzeit)
senkrecht dazu in nordwestliche oder Hercynfalten gelegt worden.
Aufsattelungen in der ersteren Richtung ziehen über Adorf —
Schöneck, der Plauener Sattel über Plauen — Pöhl, der westvogt-
ländische von Schneckengrün über Jössnitz Liebau - Rupperts-
f Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeb. vom Entomologischen Verein
Iris zu Dresden, Jahrgang 1913,
48 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
grün und ganz im Westen verläuft ein solcher von Hirschberg
über Tanna-Mühltroff-Pausa nach Greiz hin: der Hirschberger
Sattel. Sattelerhebungen von Hercynrichtung erstrecken sich
über Geilsdorf—Schwand, über Weischlitz—Kröstau, über Theu-
ma--Reusa—Plauen usw. Mit diesen gehen Hand in Hand Ver-
werfungen in den beiden sich senkrecht schneidenden Richtungen.
Durch granitische Eruptivmassen sind im Süden des Vogt-
landes die kambrischen Tonschiefer zu einer ostwestlichen Welle
emporgetrieben worden; im Osten hat der Bergener Granit die
gleiche Arbeit geleistet, bei der die umgebenden Schiefer zugleich
umgewandelt und verfestigt wurden.
Die zahlreichen Eruptivmassen der Grünsteine (Diabase)
und ihre Auswürflinge vervollständigen die Reihe der Bedin-
gungen für mehr oder weniger steile Böschungswinkel der Ober-
fläche und so für das Fliessen der Wasseradern.
Die Elster, am Kapellenberg entspringend, schuf sich ein
von Süden nach Norden gehendes Längstal. Erwähnenswert
ist noch das Zutagetreten von Kalk oberhalb Plauen.
Die Höhenrücken und Hügel unseres Vogtlandes bedecken
ausgedehnte Nadelwälder mit Kiefer, Fichte und Tanne, Laub-
hölzer treten selten auf. Nur die Birke, deren wunderschönes
Grün sich von den dunklen Nadelholzbeständen vorteilhaft und
malerisch abhebt, drängt sich überall hinein und kommt beson-
ders im oberen Vogtlande häufig vor. Der südliche Teil unseres Ge-
bietes, welcher bis zum Kamm des Erzgebirges reicht, hat durch
seine Höhenlage einen fast montanen Charakter und ist noch
am wenigsten erforscht, Bergwiesen mit häufigen Vorkommen
von Arnica, Moorwiesen mit Pinguicola, ausgedehnte Heideflächen
mit trockenem mageren Schiefergrunde sind in diesem südlichen
Gebiete zu finden.
Als Seltenheit will ich noch das Vorkommen von Schnee-
heide am Kapellenberg erwähnen.
Am pflanzenreichsten sind die Flusstäler mit ihren vielfach
steilen Abhängen besonders bei Plauen, wo noch verschiedene Pflan-
zen des Kalkbodens hinzukommen.
Den Waldboden bedecken ausgedehnte Strecken der Heidel-
‚ und Preisselbeere, auch die Sumpfheidelbeere lässt sich nach-
weisen (Zeulenroda— Üordigera).
Sedum wächst an den steilen steinigen. Abhängen des Saale-
tales bei Burgk, sowie oberhalb Weischlitz im oberen Elstertale.
Schlehenbüsche, Rosen, Hasel, Espe, Kreuzdorn usw. be-
decken die Hänge der Fluss- und Bachtäler, sowie die steinigen
Hügelkuppen und Feld-Raine.
Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vogtlandes. 49
Der Ginster mit seinem prächtigen gelben Blütenflor ist
überall im oberen Vostlande zu finden,
Diese eigenartige Flora bedingt eine entsprechende Fauna:
dies zeigt das Vorkommen von P. apollo, A. pales v.arsi-
lache, L. taraxaci, Ag. depuncta, A. cordigera, Gn.
ambiguata u. carniolica.
Da besonders die klimatischen Verhältnisse einen grossen
Einfluss auf das Vorkommen und Verbreitung der Schmetterlinge
haben, will ich hier einen Auszug aus dem „‚Heimatbuch“ „Das
Klima des Vogtlandes“ von Herrn H. Hartmann, Leiter der
Städt. Wetterwarte zu Plauen i/V. folgen lassen:
Die aus einer vieljährigen Beobachtungsperiode gezogene
kılenn Jahrestemperatur des Vogtlandes beträgt 7,30 C. und ist
in Berücksichtigung der Höhenlage im Verhältnis zu Sachsen
und Deutschland normal. Dass aber die Sonne auch reichlich
Wärme spenden kann, ergeben Temperaturhöhen von über 35° C.,
die wiederholt auf der Jahres-Höhe gemessen wurden. Im Ge-
gensatze hierzu kann es im Januar und im Februar zu Kälte
bis — 28,80 C. kommen, wie am 16. Januar 1893 im Bad
Elster.
Hieraus ergibt sich eine Amplitude (Differenz zwischen
Maximum und Minimum) der 'Temperatur-Extreme von 64° C.,
der gegenüber die mittlere Jahres-Amplitude für das Vostland
8,90 C. ergibt; sie ist ungefähr um 1°C. grösser als im übrigen
Sachsen und dürfte in dem coupierten Terrain begründet sein,
dessen eingeschlossene Täler sich tagsüber rascher erwärmen,
nachts aber durch das Abfliessen der kälteren Luftmassen von
den Höhen stärker abkühlen. Ebenso sind die freien Höhen-
züge am Tage der Sonnenstrahlung stärker ausgesetzt und geben
während der Nacht ungehindert Wärme ab.
Ungefähr 1450 Stunden im Jahre blickt die Sonne hinab
auf Wiesen und Wälder, Städte und Dörfer unserer vogtländischen
Heimat. Diese Zahl entspricht 33°/, der möglichen Sonnen-
scheindauer. Die Bewölkung, welche mithin 670) /oö der Sonnen-
stunden währt, bedeckt durchschnittlich 6,3 ; Zehntel des zu über-
blickenden Himmelsgewölbes.
Völlig heitere Tage sind dem Vogtländer nicht allzuviel
beschert; ein vieljähriges Mittel ergibt 43 auf das Jahr. Trübe
Tage werden dagegen 141 gezählt. Im Sinne der Wetterkunde
ist ein Tag heiter, wenn das Mittel aus den 3 täglichen Beo-
bachtungen weniger als 200/, des zu überblickenden Himmels-
zeltes mit Wolken bedeckt ergab. An 100 Tagen wird Nebel
beobachtet, wiederum bedingt durch das charakteristische bergige
oO
50 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
Hügelland mit seinen Talkesseln und tief eingeschnittenen Fluss-
tälern.
Der Feuchtigkeitsgehalt der Luft ist im Durchschnitt mit
770/, ermittelt worden, wenn 100°/, die völlige Sättigung der
Luft mit Wasserdampf angeben, d. h. die Grenze, an der die Feuch-
tigkeit in Gestalt von Niederschlag ausgeschieden wird. Die ab-
solute Feuchtigheit zeigt sich in dem langjährigen Mittelwert
von 6,5 Gramm Wasserdampf in jedem Kubikmeter Luft. Tage,
die Regen, Schnee oder Niederschläge in anderer Gestalt bringen,
entfallen 172 auf das Jahr; die Menge ergibt ein Mittel von 760 Liter
pro qm oder eine Wassersäule von 760 mm über der gleichen
Fläche Landes pro Jahr. Eine Ausnahme macht die Hauptstadt
des Vogtlandes und ihre nähere Umgebung. Im Regenschatten
des sächsisch-bayrischen Grenzgebirgsrückens liegend kommt es
hier nur zu Niederschlägen von zirka 640 1 pro Jahr und qm.
An 45 Tagen fällt Schnee, der 52 Tage lang das Vogtland in
seine weisse Decke einhüllt.
Der Luftdruck hat einen mittleren Wert von 762,75 mm;
er erreicht ein Maximum von 788,1 und sinkt bis 734,4 mm,
mithin kommt es zu Luftdruckdifferenzen von 53,7 mm.
Die horizontale Bewegung des Luftmeeres bewirkt am häu-
figsten Südwestwinde, am seltensten Winde aus Osten. Die
mittlere Geschwindigkeit der Luftbewegungen beträgt 5 m see,
die durchschnittliche Stärke des Windes erreicht nach der Beau-
fortskala (0 — Windstille, 12 — Orkan) gemessen den Wert „3“.
Nur selten kommt es zu Sturm und Orkan, desto häufiger
zu Windstille, die im Mittel 111 mal im Jahre bei täglicher
dreimaliger Beobachtung festgestellt wurde.
Gewitter gehen nach vieljähriger Beobachtung ungefähr 17
im Jahre nieder, ohne erheblichen Schaden anzurichten, ebenso
werden schwere Hagelfälle nur selten im Vogtlande beobachtet. —
Der Frühling zieht im Vogtlande in der Regel 14 Tage
später ein als in der Niederung der Leipziger oder Dresdner
Gegend.
Landwirtschaft und Feldbau wird überall betrieben, und
bringt, ausgenommen in den höheren Lagen am Erzgebirgskamm,
reichliche Ernten. In der Hauptsache wird die Kartoffel ange-
baut, und an Getreide Roggen, Gerste, Hafer und Weizen.
Die Fluss- und Bachtäler sind meist mit kräftigem Gras-
boden bedeckt.
Leider lässt die fortschreitende Kultur keine grösseren,
brachliegenden Höhen und Flächen mehr aufkommen, Pappel-
arten, Büsche und Hecken werden ausgerodet und verbrannt,
Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vostlandes. 51
sodass die Schmetterlingsfauna immer mehr vernichtet und zurück-
gedrängt wird.
Die nächste und weitere Umgebung der Städte, besonders
von Plauen wird mit Zäunen und Stacheldrähten abgeschlossen.
Der Sammler muss schon eine ziemliche Strecke laufen oder
fahren, wenn er seine Lieblinge noch antreffen will.
Nur das Licht ist das Einzige, an dem der Sammler in der
Stadt und nächster Umgebung noch etwas erbeuten kann, wenn
er sich nicht bei dem Absuchen der Laternen durch neugierige
Fragen und hämische Bemerkungen des meist zuschauenden
Publikums abhalten lässt. Ich bin der festen Ueberzeugung,
dass sich in unserem Vogtlande bei weiterem fleissigem Sammeln
und Beobachten noch verschiedene Arten feststellen lassen, welche
bis jetzt nicht verzeichnet werden konnten.
A. Rhopalocera
I. Papilionidae
Papilio Latr.
podalirius L. (Segelfalter). Mai bis Juli, verbreitet aber nicht
häufig. R. auf Prunus spinosa (Schlehenbüschen) im Juli u,
August. Uebergänge zu ab, podalirinus unter der Stammart,
machaon L. (Schwalbenschwanz). Mai bis August. verbreitet
aber nicht häufig. R. bis in den Oktober hinein auf Pimpinella
saxifraga und anderen Doldenpflanzen. In warmen Sommern
bisweilen eine 2. Generation, welche meist gelber ist. ab.
bipunctata wurde einigemal gefangen.
Parnassius Latr.
apollo L. Im Juli selten im Saaletal zwischen Burek u. Saal-
burg. War vor 20 Jahren dort gar nicht selten. R. an Sedum
album, welches an den steilen Uferfelsen des Saaletales häufig
wächst.
Abkürzungen: R.—Raupe, ab.—Aberration, S’—Mann, g—Weih.
Autor-Namen siehe Staud. Kat. III.
59 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
II. Pieridae
Aporia Hb,
erataegi L. (Baumweissling). Mai bis Juli, wenig verbreitet.
Rn. überwintern in gemeinschaftlichen Gespinsten an Obst-
bäumen.
Pieris Schrk.
brassicae L. (Kohlweissling). Mai bis Oktober, meist in 2
Generationen. Ueberall gemein. R. vom Juni ab an Kohlarten.
rapae L. Ende April bis September, nicht so häufig wie die
vorige Art. R. an Brassica (Kohl) und Reseda odorata, 2 Ge-
nerationen. ab. leucotera unter der Stammart.
napi L. April bis August in 2 Generationen. Der Schmetter-
ling fliegt gern auf Waldwiesen und Abhängen, ziemlich häufig.
gen. aest. napaeae Esp. als 2. Generation.
daplidice L. Juli bis September, einzeln und selten.
Euchlo& Hb. (Anthocharis B).
cardamines L. (Aurorafalter). April bis Juni, häufig auf
Wiesen und lichten Waldungen. R. Juni und Juli an Carda-
mine und Turritis (Wiesenschaumkraut und Turmkraut).
Leptidia Billb. (Leucophasia Stph.)
sinapis L. (Senfweissling). Mai, dann Juli und August, in 2
(renerationen in Laubwald. R. an Lotus (Hornklee) im Juni
vereinzelt und ziemlich selten.
a. gen. vern. lathyri Hb. Frühjahrsgeneration.
b. gen. aest. dimiensis B. selten unter der Stammform.
Colias (F.) Leach.
hyale L. 2 Generationen, Mai und Juli, August, in der ersten
Generation selten, in der zweiten häufig, auf Feldern und Wiesen.
R. an Kleearten.
edusa F. (Posthörnchen). Juli bis Oktober, vereinzelt, tritt in
manchen Jahren (z. B. 1905) häufig auf. Fliegt auf Feldern
und Rainen. R. wie hyale an Kleearten.
Gonepteryx Leach.
rhamni L. (Zitronenvogel). Im ganzen Sommer ziemlich häufig,
Der Falter überwintert und erscheint im Frühjahr schon Ende
März. R. Juni bis August an Rhamnus frangula (Faulbaum)
und besonders gern an R. cathartica (Kreuzdorn).
Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vogtlandes. 53
Il. Nymphalidae
A. Apaturinae
Apatura F.
iris L. Juli, ziemlich selten, in warmen Flusstälern, wo die
Futterpflanze wächst. R. im Herbst bis Juni an Salix caprea
(Saalweide).
ilia Schiff. Juli und August, sehr selten, mehr im westlichen
Grenzgebiete bei Zeulenroda. R. an Populus tremula (Zitterpappel)
Mai, Juni. ab. elytie Schiff. unter der Stammform.
B. Nymphalinae
Limenitis F.
populi L. (grosser Eisvogel). Juni, Juli, in manchen Jahren
nicht selten, sonst vereinzelt. R. vom Herbst bis Mai an
Populus tremula (Zitterpappel). ab. " tremulae Esp. häufig
unter der Stammform.
sibilla L. (kleiner Eisvogel). Juni und Juli, sehr selten, unteres
Elstertal. R. Herbst bis Mai an Lonicera xylosteum (wildes
Gaisblatt).
Pyrameis Hh.
atalanta L. (Admiral). Verbreitet und häufig, vom Juni bis
Herbst, überwintert als Falter. R. Mai bis Oktober zwischen
zusammengesponnenen Blättern an Urtica dioica (Nessel).
cardui L. (Distelfalter). Allgemein verbreitet, in manchen
Jahren häufig, dann ziemlich selten. Vom August bis Herbst,
überwintert als Falter. R. Juli und August an Carduus und
Urtica (Distelarten und Nesseln) in dünnen Gespinsten.
VanessarF.
jo L. (Pfauenauge). Das ganze Jahr überall häufig, 2 Ge-
nerationen. Die Falter der zweiten Generation überwintern.
R. von Mai bis Herbst gesellig an Urtica (Nessel). ab. joides
0. einige Male gezogen.
urticae L. (kleiner Fuchs). Das ganze Jahr häufig und ge-
mein, in mehreren Generationen. R. Mai bis Herbst gesellig
an Urtica (Nessel). ab. ichnusoides Selys. ohne Experiment
von Hirsch gezogen.
54 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
xanthomelas Esp. Ist in 1 Exemplar von Zeulenrodaer Samm-
lern gefangen worden. Fröhlich Mylau hat vor Jahren ein Nest
mit Raupen gefunden.
polychloros A. (grosser Fuchs). Juli bis Mai, ziemlich
häufig. R. gesellig im Mai und Juni, besonders an Ulmus
(Rüster).
antiopa L. (Trauermantel). Ende Juli und Mai, nicht selten.
R. im Juni, Juli gesellige an Betula (Birke) und Populus (Pappel).
ab. hygiaea Hdrch. einmal von Heuse gezogen. Durch Kälte-
einwirkung von Dressel in verschiedenen Formen gezogen.
Polygonia Hb.
c album L. (C.-Vogel). Verbreitet, aber nicht gerade häufig,
in 2 Generationen, Juni, Juli, dann im Herbste.e R. an
Ribesarten (Johannes- und Stachelbeeren) in Gärten und An-
lagen, sowie hauptsächlih auch an Humulus lupulus (wildem
llopfen).
Melitaea F.
maturna L. Juni sehr selten. Der Falter ist von Dressel und
anderen bei Kauschwitz gefangen worden.
aurinia Rott. Mai und Juni, nicht selten, anf feuchten Wiesen
am Forst bei Kauschwitz u. a. Orten. R. bis Anfang Mai an
Suceisa pratensis.
einxia L. Mai, Juni. häufig, auf trockenen Wiesen. R. bis
Anfang Mai an Plantago (Wegerich). Von Hirsch wurde ein
schönes dunkles russig überzogenes Stück gelangen.
phoebe Knoch. In 1 Exemplar 1909 von Hirsch im oberen
Elstertale bei der Possig gefangen.
didyma 0. Nur im westlichen Grenzgebiete gefangen, sehr selten.
athalia Rott. Juni, Juli, nicht selten, auf Waldwiesen und
Bergabhängen. R. bis Mai an Melampyrum (Wachtelweizen) u.
Plantago (Wegerich). Von Hirsch ein Exemplar ohne Binde
erbeutet
aurelia Nick. Im Juli und August, nicht häufig bis selten R.
bis Juni an niederen Pflanzen. Von Dressel ein schwarzbe-
russtes Exemplar bei Kauschwitz gefangen. (Taf. IV Fig. 1.)
dietynna Esp. Juni und Juli, auf feuchten und sumpfigen
Waldwiesen, nicht selten. R. bis Frühjahr an Plantago
(Wegerich) usw.
Ov
Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vogtlandes. 5
Argynnis F.
selene Schiff. Mai, Juni, dann August, in 2 Generationen,
überall häufig auf Wiesen und Waldlichtungen. R. bis Früh-
jahr und im Juni an Viola canina (Veilchen). Ein partiell
albinistisches Stück von Pferdehirt 1912 gefangen. Eine andere
Aberration wurde von Dressel bei Plauen erbeutet. (Taf. IV Fig. 2.)
euphrosyne L. In 2 Generationen wie die vorige Art, ebenso
häufig auf Wiesen und Waldwegen. R. wie die vorige Art.
ab. pallida und eine Form ohne Wurzelfleck der Vorder-
Flügel von Wagner und Hirsch gefangen. (Albinistisches Stück
Tat IV Kig. 3.)
pales v. arsilache Esp. 1559 im Juni in vielen Exemplaren
von Pastor Winkler bei Bad Elster auf Moorwiesen gefangen.
(Iris, 1905 Gross-Schm. Sachsens p. 14).
dia L. Nicht selten im Mai, dann Juli und August, in 2 Ge-
nerationen auf Waldwiesen und Hügeln.
lathonia L. In 2 Generationen, häufig im Mai, dann August
bis Spätherbst, an Feldrainen usw. R. an Viola tricolor (Stief-
mütterchen). Ein albinistisches Stück von Hirsch 1912 bei Kausch-
witz gefangen. (Iris 1905. Gross-Schm. Sachsens Taf I Fig. 8.)
aglaja L. Verbreitet und nicht selten, im Juli, auf Waldwiesen,
Lichtungen und Waldwegen. R. bis Mai an Viola canina
(Hundsveilchen).
niobe L. Juni bis August, nicht selten, auf freien Waldplätzen.
R. bis Mai an Viola canina (Veilchen). ab. eris Meig. häufig
unter der Stammform.
adippe L. Juli, im westlichen Grenzgebiete (Zeulenroda) ein-
zeln und nicht häufig
paphia L. (Kaisermantel). Juli, August, nicht selten, auf
Waldwegen, Waldwiesen an Distelblüten. R. bis Mai an Viola
canina (Veilchen) usw. ab. 2 valesina Esp. sowie Ueber-
sänge unter der Stammform. Eine Aberration wurde von Dressel
bei Plauen gefangen. (Taf. IV Fig. 4.)
B. Satyrinae
Melanargia Meig.
alathea L. (Damenbrett). Juli, August, überall häufig, auf
g I {o} ’ >)
Wiesen. ab. 2 leucomelas Esp. v. procida Hbst. selten
unter der Starmform.
56 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1918.
Erebia Dalm.
medusa F. Im Mai und Juni auf feuchten Waldwiesen, ver-
breitet und nicht selten.
ligea L. Juli und August, ziemlich selten, im westlichen
Grenzgebiete (Schleiz) häufiger.
Satyrus Westw.
briseis L. Juli und August, selten, an kahlen, sonnigen Ab-
hängen, namentlich Kalkfelsen.
semele L. Juli und August, selten. R. bis Frühjahr an Gräsern
Pararge Hh.
aegeria L. v. egerides Stgr. 2 Generationen, April, Mai, dann
Juli, August, ziemlich selten.
megaera L. (Mauerfuchs). 2 Generationen, Mai, Juni und
August, September, verbreitet und nicht selten.
maera L. Juli, August, verbreitet und nicht selten. gen. aest.
adrasta Hb. zuweilen unter der Stammform.
Aphantopus Wallgr.
hyperanthus L. Juni bis August, verbreitet und häufige, auf
Waldwiesen.
Epinephele Hb.
jurtina L (janira) L. (Ochsenauge). Juni bis September, auf
Wiesen und Waldblössen, verbreitet und häufig. Ein albi-
nististisches Stück mit weisslichen, anstatt hellbraunen Hifl.
von Schweitzer gefangen.
Iycaon Rott. Jui und August, nur ein Exemplar von Wagner
bei Elsterberg gefangen.
tithonus L. August, selten und bis jetzt nur im westlichen
Grenzgebiete bei Zeulenroda gefangen.
Coenonympha Hb.
hero L. Juni bis August, ziemlich selten, auf Waldwiesen.
iphis Schiff. Juni bis August, wie die vorige Art. An Feld-
rainen und Waldwiesen.
arcania L. Juni bis August, auf lichten Wiesen, nicht häufig.
pamphilus L. In 2 Generationen, Mai bis Oktober, sehr ver-
breitet und häufig, auf Wiesen und Wegen.
Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vogtlandes. 5
=]
tiphon Rott. Juni, Juli, auf feuchten Waldwiesen, verbreitet
aber nicht häufig.
IV. Erycinidae
Nemeobius Stph.
Iucina L. Mai, Juni, auf feuchten Waldwiesen, verbreitet aber
nicht häufig. Am Forst bei Kauschwitz, vogtländische Schweiz.
V. Lycaenidae-
TheclaF.
spini Schiff. Juni, Juli, sehr selten. R. Mai, Juni an Prunus
spinosa (Schlehe) und Rhamnus carthartica (Kreuzdorn).
w. album Knoch. Juni, Juli, sehr selten.
ilicis Esp. Juli, sehr selten. ab. cerri Hb. einmal gefangen.
pruni L. Juli, selten, an Waldrändern.
Callophrys Billh.
rubi L. April, Mai. Verbreitet und häufig. Von Hirsch wurde
eine schöne Aberration, mit vor dem Saume gelbbraunen Hinter-
flügeln gefangen, (Iris 1905. Gross-Schm. Sachsens. Taf. I Fig. 3.)
Zephyrus Dahn.
quercus L. Juli, ziemlich selten.
betulae L. Juli, August, verbreitet aber nicht häufig. R.
Mai, Juni an Prunus spinosa und domestica (Schlehe und
Pflaume).
Chrysophanus Hb.
virgaureae L. Juli, August, auf Waldwiesen, nicht selten.
hippotho& L. Juni und Juli, auf feuchten Wiesen, verbreitet
aber nicht häuflg. R. bis Mai an Rumex (Ampfer).
alciphron Rott. Im Juli, August, auf feuchten Wiesen, selten.
phlaeas L. In 2 Generationen, April, Mai und August, Sep-
tember, überall häufige. R. Herbst bis April und Juni, August
an kumex (Ampfer).
dorilis Hufn. Zuweilen in 2 Generationen, Mai und Juli bis
Oktober, überall nicht selten. R. wie vorige Art.
58 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1918,
amphidamas Esp. Juni, Juli, sehr selten. Von Wagner ein
Exemplar gefangen.
LycaenaFf.
argiades Pall. April bis August, an sonnigen, steinigen
Abhängen, selten. gen. vern. polysperchon Brestr. selten.
argus L. Juni bis August, verbreitet aber nicht häufig, fliegt
gern an Heide.
argyrognomon Brgstr. (argus Esp.) Juni bis August, nicht
häufig, wird mit der vorigen Art vielfach verwechselt.
optilete Knoch. Im Juli, sehr selten, im westlichen Grenz-
gebiete bei Zeulenroda gefangen, auch bei Bad Elster.
orion Pall. Juli, sehr selten, wird mehr im westlichen Grenz-
gebiete gefangen.
astrarche Brgstr. Im Juli, nicht häufig.
eumedon Esp. Juni, Juli, selten, mehr im westlichen Grenz-
gebiete von Zeulenroda vorkommend.
icarus Rott. In 2 Generationen, Mai, Juni und August, Sep-
tember, überall häufig. ab. icarinus Scrib. und ab. 9 eaeru-
lea Fuchs, zuweilen unter der Stammform gefangen.
bellargus Rott. Im Juli, sehr selten, auf Kalkbergen.
coridon Poda. Juli, sehr selten. Dieser Bläuling ist einmal
im westlichen Grenzgebiete bei Zeulenroda gefangen worden.
damon Schiff. Im Juli, sehr selten. Ein Exemplar von Wagner
gefangen in Frötschabachtal.
minimus Fuessi. Juli, nicht selten.
semiargus Rott. Juni, Juli, ziemlich häufig, auf Waldwiesen.
eyllarus Rott. Juni, Juli, auf Waldlichtungen, verbreitet, aber
nicht häufig.
euphemus Hb. Im Juli und August, auf sumpfigen Wiesen,
nicht häufig.
arion L. Juli, auf Waldwiesen und Rainen, ziemlich selten.
arcas Rott. Im Juli, selten. auf feuchten Wiesen.
Cyaniris Dalm.
argiolus L. In 2 Generationen, April, Mai und Juli, August,
nicht selten. R. Mai bisSeptember an Rhamnus frangula (Faulbaum).
Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vogtlandes. 99
VI. Hesperidae
Pamphila Wats.
palaemon Pall, Juni, auf Waldwiesen. sehr selten, im unteren
Elstertale bei Elsterberg.
Adopaea Wats.
lineola 0. Juli, August, auf Grasplätzen und Feldern, nicht
selten.
thaumas Hufn. Juni bis August, häufig, auf grasigen Anhöhen.
actaeon Rott. Juli, August, selten, auf warmen, sonnigen An-
höhen bei Reissig.
Augiades Wats.
comma L. Juni bis August, verbreitet und häufig, auf Rainen
und Wiesen.
sylvanus Esp. Juni bis August, verbreitet wie die vorige Art.
Carcharodus Wats.
alceae Esp. Juli, August, selten, an steinigen, warmen Ab-
hängen, kommt mehr im westlichen Grenzgebiete bei Zeulen-
roda vor.
Hesperia Wats.
sao Hb, Juli, selten, nur in wenigen Exemplaren gefangen.
alveus Hb. Juli, August, verbreitet, aber nicht häufig, auf
Wiesen usw.
malvae L. 2 Generationen, April bis August, verbreitet und
nicht selten.
Thanaos B.
tages L. Mai und August, nicht selten, auf Wiesen und Rainen,
B. Heterocera
VII. Sphingidae
Acherontia.
atropos L. (Totenkopf). Im Herbst ist der Falter einige Male
gefangen worden an Laternen in der Stadt, ebenso die R. im
Sommer an Solanum tuberosum (Kartoffel).
60 Deutsche Entom. Zeitsehrift Iris. Dresden 1913.
Smerinthus Latr.
populi L. (Pappelschwärmer). Mai bis Juli, überall nicht selten.
R. Juli bis September an Populus (Pappelarten) und Salix (Weide).
ocellata L. (Abendpfauenauge). Mai, Juni, nicht selten. R. Juli
bis September an Salix (Weide).
Dilina Dalm.
tiliae L. (Lindenschwärmer). Mai bis Juli, überall nicht selten.
R. Juni bis September an Tilia (Linde) und anderen Laub-
bäumen. ab. brunnescens Steger, ab. maculata Stgr.
und ab. ulmi Stgr. unter der Stammform.
Sphinx 0.
ligustri L. (Ligusterschwärmer). Mai bis Juli, überall nicht
selten. R. Juli bis September an Syringa (Flieder) und Fraxinus
(Esche).
Protoparce Burm.
convolvuli L. (Windenschwärmer). Im August, in der Däm-
merung an Blumen schwärmend, selten, in manchen Jahren
häufiger. R. August, September an Convolvulus arvensis (Acker-
winde) am Tage versteckt.
Hyloicus Hh.
pinastri L. (Tannenpfeil). Mai bis Juli, häufig, in Kiefern-
wäldern an den Stämmen sitzend. R. bis Oktober an Pinus
silvestris (Kiefer) und P. abies (Fichte). Ein tiefschwarzes Exemplar
von Heuse gefunden. Ein sehr heller Falter von Schweitzer.
Deilephila 0.
gallii Rott. (Labkrautschwärmer). Mai, Juni, ziemlich selten.
R. Juli bis September an Galium und Epilobium (Labkraut und
Weidenröschen).
euphorbiae L. (\Wolfsmilchschwärmer). Mai bis Juli, nicht
selten. R. Juni bis September an Euphorbia cyparissias (Wolfs-
milch) in manchen Gegenden sehr zahlreich auftretend. ab. ru-
bescens Garb. und Uebergänge zu ab. esulae B., in ver-
schiedenen Exemplaren aus hiesigen R. gezogen.
lineata F. var. livornica Esp. Im August vor vielen Jahren
(1882) wurden in Markneukirchen von Herrn Gläsel 2 Stück
am Licht gefangen. Dieser südliche Falter kommt zuweilen in
heissen Sommern zugeflogen,
Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vogtlandes. 6]
Chaerocampa Dup.
elpenor L. Mai und Juni, nicht selten. R. Juli bis September
an Epilobium (Weidenröschen).
Metopsilus Dune.
porcellus L. (Kleiner Weinschwärmer). Mai und Juni, nicht
häufig. R. Juli bis September an Galium (Labkraut), in manchen
Jahren zahlreich, so 1912. Ein grauoliv angehauchtes Stück
von Torge gezogen. (Taf. IV Fig. 5.)
Pterogon B.
proserpina Pall. Mai, Juni, nicht häufig. R. Juli, August an
Epilobium (Weidenröschen).
Macroglossa Sec.
stellatarum L. (Taubenschwänzchen). Juli bis Mai, nicht selten.
R. Juni bis September an Galium (Labkraut).
Hemaris Dalm.
fuciformis L. (bombyliformis 0). Mai, Juni, nicht häufig.
R. Juli, August an Lonicera perielymenum (Geisblatt.)
scabiosae Z. (fuciformis 0.) Mai, Juni, nicht häufig.
Viil. Notodontidae
Cerura Schrnk. (Harpyia O0).
bicuspis Bkh. Mai bis Juli, sehr selten. R. Juli bis September
an Betula (Birke) und Alnus (Erle).
furcula Cl. Mai bis August, ziemlich selten. R. Juli bis
September an Salix (Weide) und Populus tremula (Zitter-
pappel).
bifida Hb. (kleiner Gabelschwanz). Mai bis Juli, nicht häufig.
R. Juli bis September an Populus (Pappel) und Salix
(Weide).
Dieranura B.
erminea Esp. (Hermelinspinner). Mai bis Juli, sehr selten.
Wurde nur im westlichen Grenzgebiete bei Zeulenroda gefunden.
vinula L. (grosser Gabelschwanz). Vom April bis Juli, nicht
selten. R. Juli bis September an Populus- und Salix-Arten
(Pappel und Weide).
62 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
Stauropus Germ.
fagi L. (Buchenspinner). Ein Paar in copula im westlichen
Grenzgebiete (Zeulenroda) von Hartmann gefunden.
Drymonia Hb.
chaonia Hb. Ist wenig verbreitet und selten, im April, Mai,
Juni.
Pheosia Hb.
tremula Cl. Von Mai bis August, nicht selten. R. Juni bis
September an Salix und Populus (Weide, Pappel).
dietaeoides Esp. Im Mai und Juni, Falter an Birkenstämmen
sitzend, selten.
Notodonta O0.
ziczac L. Im April, Mai, ferner Juli, August, in 2 Gene-
rationen, nicht häufig. R. an Populus- und Salix-Arten (Pappeln
und Weiden).
dromedarius L. Wie die vorige Art und ebenfalls nicht häufig.
R. an Alnus und Betula alba (Erle und Birke).
phoebe Siebert (tritophus F.). Vom Juni bis August, sehr
selten. R. an Populus pyramidea (Pyramidenpappel).
tritophus Esp. Mai, Juli, sehr selten.
trepida Esp. Mai, Juni, sehr selten. 1 2 wurde von Schweitzer
vor Jahren auf dem neuen Friedhof gefunden. R. mit Quercus
gezogen.
Leucodonta Stgr.
bicoloria Schiff. Mai bis Juli, selten und einzeln.
Odontosia Hb.
carmelita Esp. Mai, Juni, sehr selten. Von Torge ein Stück
gezogen.
Lophopteryx Stph.
camelina L. April bis Juli, nicht selten. R. Juni bis Oktober an
Laubbäumen. ab. giraffina Hb. selten unter der Stamm-
form.
cuculla Esp. Juni, sehr selten. R. August bis Oktober an
Acer (Ahorn).
Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vogtlandes. 63
Ptilophora Germ.
palpina L. Verbreitet und nicht selten. Von Mai bis August.
R. bis September, Oktober an Salix und Populus (Weide und
Pappel).
Phalera Hh.
bucephala L. (Mondvogel). Mai bis Juli, gemein. R. Juli bis
Oktober an Laubbäumen und Sträuchern gesellschaftlich.
Pygaera 0.
anastomosis L. Juni bis August, sehr selten, in den letzten
Jahren nicht mehr beobachtet. Früher von Hense sowie im
westlichen Grenzgebiete gefunden.
curtula L. Nicht selten, Mai bis Juli. R. im Frühjahr und
Sommer an Salix und Populus (Weide und Pappel).
anachoreta FE. Wie die vorige Art und ebenso häufig. R.
wie curtula.
pigra Hufn. Wie die beiden vorhergehenden Arten. R. ebenso.
IX. Lymantriidae.
Orgyia.
gonostigma F. Im Sommer, sehr selten. Nur einmal von
Zobel im Stadtpark gefunden. Kommt auch im westlichen
Grenzgebiete vor.
antiqua L. In 2 Generationen, häufig und gemein, vom Juni
bis Oktober. R. vom Mai bis September an allen Laubhölzern.,
Dasychira Stph.
fascelina L. Juni bis August, nicht mehr so häufig wie früher.
R. vom Herbst bis Juni an Prunus spinosa und Rosa canina
(Schlehe und Rose).
abietis Schiff. Juli, sehr selten. Ist nur im westlichen Grenz-
gebiete (Zeulenroda) gefunden worden.
pudibunda L. Mai bis Juli, nicht gerade selten. R. Juli bis
Oktober an Laubholz.
Euproctis Hb.
chrysorrhoea L. (Goldafter). Juni, Juli, durchaus nicht häufig
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologisehen
Verein Iris zu Dresden, Jahrgang 1913,
64 Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1913.
bis selten. R. überwintert klein in Gespinsten auf Obstbäumen
und Crataegus (Weissdorn).
Porthesia Stph.
similis Fuessl. (Schwan). Juni bis August, nicht häufig. R.
bis Mai auf Laubholz.
Stilpnotia W. u. H.
salicis L. Juni, Juli, zuweilen häufig. R. Mai, Juni an Po-
pulus und Salix (Pappel und Weide).
Lymantria Hh.
dispar L. (Schwammspinner), Im Juli, nicht häufig. R. bis
Anfang Juli an Populus tremula (Zitterpappel).
monacha L. (Nonne). Ende Juli, August, nicht häufig, zu-
weilen aber massenhaft auftretend, so 1910. R. bis Anfang
Juli an Laubhölzern und Pinus (Kiefer). ab. nigra Frr. und
ab. eremita O. nicht selten unter der Stammform.
Ocneria Hbh. |
detrita Esp. Juli, sehr selten, ein Exemplar von Dressel gefunden.
X. Lasiocampidae
Malacosoma Auriv.
neustria L. (Ringelspinner). Juni, Juli, nicht selten. R. bis
Juni an Quercus (Eiche) und Prunus domestica (Pflaume).
Trichiura Stph.
crataegi L. August bis Oktober, selten. R. Mai, Juni an
Prunus spinosa (Schlehe) und Crataegus (Weissdorn).
Poecilocampa Stph.
populi L. Oktober, November, nicht selten. R. Mai, Juni an
Laubholz.
Eriogaster Germ.
lanestris (Wollafter).. Im Herbst und Frühjahr, nicht häufig.
R. Mai bis Juli an Laubholz, besonders auch an Prunus spinosa
(Schlehe), den Winter über in gemeinschaftlichem Gespinste,
später einzeln.
Lasiocampa Schrk.
quercus L. Juli und August, nicht selten. Den sieht man
Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vogtlandes. 65
im wilden Fluge die 22 aufsuchen. R. vom Herbst bis Juni
an Salix, Populus und Calluna (Weide, Pappel und Heide).
trifolii Esp. Juli, August, nicht häufig. R. Herbst bis Juni
an Trifolium pratense (Wiesenklee), Heide und anderen niederen
Pflanzen. ab. medicaginis Bhh. selten unter der Stamm-
form.
Macrothylacia Rhr.
rubi L. Mai, Juni, nicht häufig als Falter. R. im Herbst auf
Grasflächen sehr häufig, im Frühjahr seltener.
Cosmotriche Hh. |
potatoria L. (Graselephant). Juli, August, vor Jahren nicht
selten, jetzt seltener. R. Herbst bis Frühjahr an niederen
Pflanzen auf Rainen.
Selenophora Rhr.
lunigera Esp. Juli, sehr selten, ist auch im westlichen Grenz-
gebiete gefunden worden. R. Herbst bis Frühjahr an Pinus
abies (Fichte). ab. lobulina Esp. einmal gefunden im west-
lichen Gebiete von Zeulenroda.
Epienaptera Rbr.
ilieifolia L.. Im Mai, sehr selten. Einmal hier und im west-
lichen Grenzgebiete gefangen. R. an Calluna und Vaceinium
(Heide und Heidelbeere).
tremulifolia Hb. Mai, Juni, selten. R. Juli an Quercus (Eiche)
und anderen Laubbäumen.
Gastropacha 0.
quereifolia L. (Kupferglucke.) Im Juli, August, nicht selten,
fliegt gern an das Licht. R, Herbst bis Juni an Prunus spinosa
(Schlehe) und Obstbäumen.
populifolia Esp. (Pappelglucke). Sehr selten, wird nur aus
dem westlichen Grenzgebiete (Zeulenroda) als gefunden ange-
geben.
Odonestis Germ.
pruni L. Im Juli, sehr selten.
Dendrolimus Germ.
pini L. Juli, August, ziemlich selten, R. Herbst bis Juni an Nadel-
holz, besonders Pinus pinaster (Kiefer.) (Aberr, Tat. IV. Fig. 6),
66 Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1913.
Endromididae
Endromis 0.
versicolora L. April, Mai, selten. R. Juni, Juli an Betula alba
(Birke).
Lemoniidae
Lemonia Hh. (Crateronyx)
dumi L. September, Oktober, selten. Wurde bis jetzt nur im
westlichen Grenzgebiet gefangen.
taraxaci Esp. August, September, sehr selten. 5° Falter wurden
nur am Licht verschiedene Male gefangen. R. an Taraxacum
offieinale (Löwenzahn) Mai bis Juli, von Preuss bei Adorf ge-
funden.
Saturniidae
Saturnia Schrk.
pavonia L. April, Mai, nicht selten. R. Juni, Juli an Calluna,
Prunus spinosa, Salix (Heide, Schlehe, Weide usw.).
Aglia 0.
tau L. (Nagelfleck). Wurde bis jetzt nur im westlichen Grenz-
gebiete festgestellt, im Mai im Buchengarten bei Zeulenroda
nicht selten. R. Juni, Juli, an Fagus und Tilia (Buche und
Linde).
Drepanidae
Drepana Schrk.
falcataria L. (Sichelfalter). April bis Juni und Juli, August, in
2 Generationen, nicht selten. R. Mai bis Oktober an Betula
alba (Birke).
curvatula Rkh. April bis August, selten. R. an Alnus gluti-
nosa (Erle).
harpagula Esp. Mai bis August, sehr selten, nur ein Exemplar
von Heuse gefangen.
lacertinaria L. Wie die vorhergehenden Arten, aber nicht selten.
R. an Betula alba und Alnus glutinosa (Birke und Erle).
Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vogtlandes. 67
binaria Hufn. Selten, wurde im westlichen Grenzgebiete fest-
gestellt.
Cilix Leach.
glaucata Sc. Mai bis August, nicht selten. R an Crataegus
(Weissdorn).
Noctuidae
A. Acronycetinae
Panthea Hh.
coenobita Esp. Juni, Juli, selten an Waldbäumen sitzend ge-
funden. R. August und September an Pinus abies (Fichte).
Trichosea Grote.
ludifica L. Mai bis Juli, sehr selten. Von Falberg ein Stück
aus einer gefundenen Raupe erzogen. R. im Juli, August und
September an Sorbus aucuparia (Eberesche).
Diphtera Hb.
alpium Osp. (Orion Esp.). Mai, Juni, selten.
Demas Stph.
coryli L. Mai, Juni, sehr selten. R. an Laubbäumen Juli bis
Oktober.
AcronyctaO.
leporina L. Mai bis August, nicht selten. R. Juli bis Oktober
an Populus tremula (Zitterpappel) und Betula alba (Birke).
aceris L. Im Mai bis Juli, nicht selten. R. Juli bis Oktober
an Acer und Aesculum hippocastanum (Ahorn und Rosskastanie).
ab. candelisequa Esp. (dunkle Stücke) hier und da unter
der Stammform.
megacephala F. Mai bis Juli, nicht häufig. R. August, Sep-
tember an Salix und Populus (Weide und Pappel).
alni L. Mai und Juli, sehr selten. Einige Male am Köder ge-
fangen. R. mit Betula alba (Birke) gezogen.
strigosa F. Juni, sehr selten. Als Raupe einmal von Hense
von Urataegus (Weissdorn) geklopft worden. Ist auch einmal bei
Zeulenroda gefangen worden.
tridens Schiff. Mai bis September, selten.
68 Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1913.
psi L. Mai bis August, häufig. R. bis Oktober an Rosa canina.
auricoma F. April bis August, höchstwahrscheinlich 2 Ge-
nerationen, nicht häufig. R. an Prunus spinosa und Calluna
(Schlehe, Heide).
euphorbiae F. Mai bis August. nicht selten, in 2 Generationen.
R. an Euphorbia cyparissias (Wolfsmilch).
rumicis L. Von April bis Oktober, häufig in 2 Generationen.
R. Juni bis Oktober an allen niederen Pflanzen. ab. salicis
Curt. hier und da unter der Stammform.
Craniophora Snell.
ligustri F. Mai bis August, sehr selten. Ein Stück von Wagner
gefunden.
B. Trifinae
Agrotis 0.
strigula Thnb. Im Juni, Juli, nicht gerade selten. R. August
bis April an Calluna (Heide).
signum F. Juni, Juli, selten. R. bis April an Gräsern und
niederen Pflanzen.
fimbria L. Juni bis September, nicht selten. R. bis Frühjahr
an Prunus spinosa (Schlehe) und niederen Pflanzen.
augur F. Juni bis August, häufig, besonders als Raupe im
April. R. bis Frühjahr an niederen Pflanzen.
pronuba L. (Hausmutter). Juni bis September, häufig, besonders
am Köder. R. bis Frühjahr an niederen Pflanzen. ab. in-
nuba Tr. nicht selten unter der Stammform.
orbona Hfn. Juli, August, selten. ab. subsequa Tr. unter
der Stammform.
comes Hb. Juli, August, nicht selten, kommt an den Köder.
R. bis Frühjahr an niederen Pflanzen. ab. adsequa Tr. und
ab. prosequa Tr. unter der Stammform
castanea Esp. Im August und September, sehr selten, ist im
westlichen Grenzgebiete bei Zeulenroda gefangen worden.
triangulum Hufn. Juli, August, nicht selten. R. bis Frühjahr
an niederen Pflanzen.
baja F. Juli, August, nicht selten, geht gern an den Köder.
R. bis Frühjahr an niederen Pflanzen.
Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vogtlandes. 69
candelarum Stgr. Juni und Juli, sehr selten, ist nur einige
Male gefunden worden. R. an Calluna vulgaris (Heide).
nigrum L. Juni und August, September, in 2 Generationen,
nicht selten, in manchen Jahren häufig. R. Juli bis Frühjahr
an niederen Pflanzen.
ditrapezium Blck. Juli, August, nicht selten. R. bis Frühjahr
an niederen Pflanzen.
stigmatica Hb. Juni bis August. ziemlich selten. R. bis Früh-
jahr an niederen Pflanzen.
xantographa F. Juli bis September, sehr häufig. R. bis Früh-
jahr an niederen Pflanzen. ab. cohaesa H.S. nicht selten
unter der Stammform.
umbrosa Hb. August, September, sehr selten. Von Hense am
Licht gefangen.
rubi View. Juni bis August, selten. R. an niederen Pflanzen.
florida Schmidt. Juli, ziemlich selten. R. bis April an niederen
Pflanzen, an feuchten Stellen.
dahlii Hb. Juli, August, sehr selten. Nur einige Stücke gefangen.
brunnea F. Juli, August nicht selten. R. bis Frühjahr an
niederen Pflanzen.
primulae Esp. (festivae Hb.) Juni, Juli, nicht häufig. (Aberr.
Rally. Rig.. 85)
depuncta L. Juli, August, sehr selten.
multangula Hb. Juli, August, sehr selten. Von Hense als hier
gefangen angeführt.
plecta L. 2 Generationen, Mai bis September, ziemlich selten.
R. an niederen Pflanzen.
lueipeta F. Juli, August, selten. Von Schweitzer 4 Stück gefangen.
putris L. Mai bis August, in 2 Generationen, ziemlich selten.
cinerea Hb. Mai, Juni, sehr selten. Von Torge verschiedene
male an Laternen gefunden.
exclamationis L. Juni bis August, häufig. R. bis Mai an nie-
deren Pflanzen,
nigricans L. Juli, August, nicht häufig bis selten, saugt gerne
an Lindenblüten. R. bis Frühjahr an niederen Pflanzen. ab.
rubricans Esp.
70 Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1913.
tritici L. Juli, August, selten. R. bis Mai an niederen Pflanzen.
ab. aquilina und ab. eruta unter der Stammform selten.
obelisca Hb. Juli, August, sehr selten.
corticea Hb. Juni, Juli, sehr selten.
ypsilon Rott. März bis Oktober, nicht selten. R. bis Frühjahr
an Wurzeln von Gräsern.
segetum Schiff. Mai bis Oktober, überall, nicht selten. R. wie
vorige Art.
praecox L. Juni bis August, selten.
prasina F. Juni, Juli, nicht gerade selten. R. bis Frühjahr
an Vaccinium (Heidelheere).
occulta L. Juni bis August, selten. R. bis Frühjahr an Vac-
cinium (Heidelbeere).
Sora Heinem. «Pachnobia Gn.)
rubricosa F. April, Mai, selten, an Weidenkätzchen zu fangen
Charaeas Steph.
graminis L. Juli, August nicht selten. ab. tricuspis Esp.
unter der Stammform.
Epineuronia Rbl.
popularis F. August, September, nicht selten, fliegt gern an
das Licht.
cespitis F. Juli bis September, seltener wie die vorige Art
Auch am Licht gefangen.
Mamestra Hbh.
leucophaea View. Mai bis Juli, selten.
advena F. Juni, Juli, ziemlich selten.
tineta Brahm. Juni, Juli, nicht selten, besonders als Raupe.
R. bis Frühjahr an Vaceinium (Heidelbeere).
nebulosa Hufn. Juni, Juli, ziemlich selten.
brassicae L. Mai bis August, nicht selten bis häufig. R. in
Gärten an Brassica (Kohl) usw.
persicariae L. Mai bis August, ziemlich häufig. R. bis Herbst
an Sträuchern und niederen Pflanzen. ab. unicolor Stgr. bis-
weilen unter der Stammform.
oleracea L. Juni bis August, selten am Köder.
Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vogtlandes. Fü
genistae Bkh. Mai, Juni, nicht selten, an Baumstämmen.
dissimilis Knoch. Juni, Juli, nicht selten, wie die vorige Art ab.
confluens Ev. selten.
thalassina Rott. Mai, Juni, nicht selten.
contigua Vill. Juni, Juli, selten.
pisi L. Mai, Juni, häufig in manchen Jahren, besonders als
Raupe. R. im Herbst an Prunus spinosa (Schlehe), niederen
Pflanzen.
trifolii Rott. Mai bis September, nicht häufig. R. an niederen
Pflanzen.
glauca Hb. Mai, Juni, ziemlich selten. R. September an Vac-
cinium (Heidelbeere)
dentina Esp. Mai bis August, in 2 Generationen, häufig. ab.
latenai Pier. selten unter der Stammform.
reticulata Ville. Juni, Juli, ziemlich selten. R. im Herbst in
den Kapseln von Lychnis (Lichtnelke).
chrysozona Bkh. Juni bis September, selten.
serena F. Juli, August, nicht häufig. R. bis Herbst an nie-
deren Pflanzen.
DianthoeciaB.
filigrama Esp. var. xanthocyanea Hb. Juni, sehr selten.
albimaculata Bkh. Mai, Juni, sehr selten. Muss einmal von
Hense gefunden worden sein, da er diese Art angeführt hat.
nana Rott. Mai und Juni, nicht selten.
compta F. Juni, Juli, etwas seltener wie die vorhergehende Art.
capsincola Hb. Mai, Juni, selten. R. August, September, in
den Kapseln von Lychnis (Lichtnelke).
cucubali Fuess. Mai bis Juli, nicht häufig. R. an Silene-
Arten.
carpophaga Bkh. Juni, Juli, selten. R. wie vorhergehende
Art.
Bombycia Stph.
viminalis F. Juli, August, selten, am Köder. R. bis Mai,
Juni, zwischen zusammengesponnenen Blättern von Salix caprea
(Saalweide).
vb) Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1913,
Miana Stph.
ophiogramma Esp. Juli, August, sehr selten. Nur einmal ge-
funden.
strigilis Cl. Juni bis August, nicht selten. var. Jatruncula
Hb. ab. aethiops Hw. selten unter der Stammform.
bicoloria Vill. Juni bis August, ziemlich selten. ab. furne-
cula Hb., ab. rufuncula Hw. selten unter der Stammform.
Diloba B.
caeruleocephala L. September, bereits auch Ende August, nicht
häufig. R. Mai, Juni an Prunus spinosa (Schlehe).
Apamea O0-Tr.
testacea Hh. August, September nicht selten.
Hadena Schrk.
porphyrea Esp. Juli, August, nicht selten. Häufig am Köder
im August.
adusta Esp. Juni, selten. Im westlichen Gebiet häufiger.
ochroleuca Esp. Juli und August, selten.
furva Hb. Juli, August, selten.
sordida Bkh. Juli, August, selten. Im westlichen Gebiet nicht selten
gemmea Tr. August, nicht gerade selten, geht gerne an Köder,
im August.
monoglypha Hufn. Juni bis September, häufig. R. bis Mai,
bei Tage unter Steinen u.s.w. versteckt. ab. infuscata,
einzeln unter der Stammform.
laterifia Hafn. Im Juni bis August, nicht häufig.
lithoxylea F. Juni bis August, nicht selten.
sublustris Esp. Juni bis August, nicht selten.
rurea F. Juni, Juli, nicht selten. ab. alopecurus Esp.
nicht selten unter der Stammform.
hepatica Hb. Mai bis Juli, sehr selten. Nur ein Stück von
Zabel gefangen.
basilinea F. Juni, Juli, ziemlich selten, an Baumstämmen sit-
zend gefunden.
gemina Hb. Juni, Juli selten. ab. remissa Tr. selten unter
der Stammform bei Zeulenroda.
1
Sc
Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vogtlandes.
unanimis Tr. Mai bis Juli, selten, mehr im westlichen Grenz-
sebiete bei Zeulenroda.
secalis Bjerk. (didyma Esp.) Im Juni, Juli, nicht selten. ab. ni cti-
tans und ab. leucostigma unter der Stammform nicht
häufig.
Episema Hb.
glaucina Esp. var. dentimacula Hb. Es wurde bis jetzt hier
sowie im westlichen Grenzgebiet nur die Variation dentimacula
gefangen, selten.
Ammoconia Ld.
caecimacula F. August, September, nicht häufig, bis selten.
Polia Tr.
flavieineta F. August, sehr selten. Nur einmal gefunden.
xanthomista Hb. August, sehr selten. Ist im westlichen Grenz-
gebiete gefunden worden.
chi L. August, September, nicht selten. Falter meist an
Stämmen der Fichten und Kiefern sitzend gefunden.
Brachionycha Hb.
sphinx Huf. Oktober, November, sehr selten. Ein Stück von
Dressel gefunden.
Miselia 0.
oxyacanthae L. August bis Oktober, häufig, am Köder. R.
Mai, Juni, besonders an Prunus spinosa und Crataegus (Schlehen
und Weissdorn).
Dichonia Hb.
aprilina L. September, selten. R. im Mai an Eichenstämmen
sitzend gefunden.
Dryobota Ld.
monochroma Esp. August, September, sehr selten. Ein Exem-
plar von Hense bei Unterneundorf gefunden.
protea Bkh. August, September, nicht häufig.
Dipterygia Stph.
scabriuscula L. Mai bis September, nicht gerade selten.
A Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1913.
Hyppa Dup.
rectilinea Esp. Ende Mai bis Anfang Juli, selten.
Chloantha Gn.
polyodon Cl. Mai bis August, selten.
hyperici F. Mai bis August, in 2 Generationen, selten.
Trachea Hb.
atriplicis L. Mai bis September, 2 Generationen, nicht häufig.
R. bis Oktober an Atriplex (Melde) und anderen niederen
Pflanzen.
Euplexia Stph.
lueipara L. Mai, Juni, nicht selten. R. bis Oktober an nie-
deren Pflanzen, besonders in Gärten an Filices (Farnkraut).
Brotolomia Ld.
meticulosa L. Mai bis Oktober, wahrscheinlich in 2 Gene-
rationen, nicht selten. R. Juli, Herbst bis Frühjahr an niederen
Pflanzen.
Mania Tr.
maura L. August, sehr selten, am Köder. R. bis Frühjahr
an Alnus glutinosa, Salix (Erle, Weide) und niederen Pflanzen.
Naenia Stph.
typica L. Juni, Juli, häufig. R. bis Frühjahr an niederen
Pflanzen.
JaspideaB.
celsia L. August, September, sehr selten. Diese schöne Eule
kommt bei Auerbach i. V. und Umgegend vor. Der Falter
kommt an das Licht geflogen.
Helotropha Ld.
leucostigma Hb. August, sehr selten. Wurde nur im west-
lichen Grenzgebiete bei Zeulenroda gefangen.
Hydroecia Gn.
nietitans Bkh. Juli bis September, nicht selten. ab. ery-
throstigma Hw. und ab. lucens Fr. unter der Stamm-
form.
micacea Esp. Im August und September, selten.
Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vogtlandes. 75
Gortyna Hb.
ochracea Hb. August, September, selten, an Laternen.
Nonagriaö.
cannae 0. August, September, selten. R. und Puppe im Juli
in den Stengeln von Typha communis (Rohrkolben).
typhae Thebg. August, September, nicht häufig. R. wie vorige
Art. Ein melanistischer Falter von Plauen (Taf. IV. Fig. 7).
geminipunceta Hatch. Im August, selten. R. wie die vorigen
Arten.
Senta Stph.
maritima Tausch. Juli, schr selten. Einmal von Wagner ge-
funden.
Tapinostola Ld.
musculosa Hb. Im August, sehr selten. Ein Exemplar von
Preuss aus Adorf 1. V. Im Jahre 1851 einmal von Schreck
bei Zeulenroda gefunden.
fulva Hb. ab. fluxa Tr., sehr selten, von Torge an Laternen
gefangen. Juli, August.
Luceria Hein.
virens L. Im Juli, August, nicht selten. R. bis Frühjahr an
niederen Pflanzen.
Calamia Hbh.
lutosa Hb. August bis Oktober, sehr selten. R. bis Frühjahr
an Phragmites communis (Schilfrohr).
Leucania Hh.
impura Hb. August, selten.
pallens L. Juni bis September, häufig. R. Juli und Septem-
ber bis Frühjahr an niederen Pflanzen.
obsoleta Hb. Juni, Juli, selten. R. bis Frühjahr an Phragmites
communis (Schilfrohr).
comma L. Juni bis September, nicht häufis. R. bis Früh-
jahr an Gramineen (Grasarten).
l-album L. Juni bis September, selten. R. wie die vorher-
gehende Art.
conigera F. Juni bis August, ziemlich selten,
76 Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1913.
albipuncta F. Juli, August, sehr selten.
lithargyria Esp. Juni, Juli, nicht häufig.
turca L. Juni, Juli, sehr selten. Wurde nur im westlichen
Grenzgebiet bei Zeulenroda gefangen.
Grammesia Sph.
trigrammica Hufn. Mai bis Juli nicht selten. R. bis Frühjahr an
niederen Pflanzen. ab. bılinea Hb. selten unter der Stammform.
CaradrinaO.
quadripunctata F. Juni bis August, nicht häufig.
respersa Hb. Juni, ‚Juli, selten. R. an niederen Pflanzen, bis
Frühjahr.
morpheus Hufn. Juni, Juli, ziemlich selten. R. bis Frühjahr
an niederen Pflanzen.
alsines Brahm. Juli, August, nicht häufig. R. bis Frühjahr
an niederen Pflanzen.
taraxaci Hb. Juni, Juli, sehr selten.
ambigua F. Juni, Juli, ziemlich selten.
Petilampa Auriv.
arcuosa Hw. Juli, August, selten, auf Wiesen.
Rusina Stph.
umbratica Goeze (tenebrosa). Juni, Juli, nicht selten. R. bis
Frühjahr an niederen Pflanzen.
Amphipyraoö.
tragopoginis L. Im Juli und August, häufig. R. Mai und Juni
an niederen Pflanzen.
pyramidea L. Juli bis Anfang September, nicht selten. R. Mai
und Juni an Laubhölzern.
Taeniocampa Gn.
gothica L. März und April, häufig. R. Mai bis Juli an Sträuchern
und niederen Pflanzen.
miniosa F. April, selten.
pulverulenta Esp. März, April, selten.
stabilis View. März und April, ziemlich selten. R. Mai, Juni
an Laubholz,
Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vogtlandes. UT
incerta Hufn. März, April, häufig. ab. fuscata Hw. sowie
alle möglichen Abstufungen in Zeichnung und Farbe, häufig
unter der Stammform. R. Juni, Juli an Laubholz.
opima Hb. März, April, ziemlich selten. R. Juni, Juli, an
Laubholz.
gracilis F. März, April, nicht selten, zuweilen häufige. R. Juni,
Juli, zwischen zusammengesponnenen Blättern von Prunus spi-
nosa (Schlehe).
munda Esp. April, Mai, ziemlich selten.
Panolis Hb.
griseovariegata Goeze (piniperda Panz). März, April und Mai,
nicht häufig. R. Juni, Juli an Pinus (Kiefer).
MesogonaB.
acetosellae F. August, September, nicht häufig.
Calymnia Hb.
trapezina L. Juli bis September, ziemlich häufig. R. Mord-
raupe, Mai, Juni an Laubholz.
Cosmiad.
paleacea Esp. Juli bis September, nicht häufig.
DyschoristaLd.
suspecta Hb. Juli, August, selten.
fissipuneta Hw. Juli, August, selten.
PlastenisB.
retusa L. Juli, August, selten. R. Mai, Juni an Salix
(Weide).
subtusa F. Juli, August, selten. R. Mai, Juni an Populus
(Pappel).
Orthosiad.
lota Cl. September, Oktober, ziemlich selten.
macilenta Hb. August, September, nicht häufig. R. Mai, Juni,
an Quercus (Eiche).
circellaris Hufn. August bis Oktober, häufig. R. März an
Salix caprea (Weidenkätzchen), später an niederen Pflanzen.
helvola L. September, Oktober, häufig. R. Mai an Quercus
(Eiche).
73 Deutsche Entom. Zeitschr. Jris. Dresden 1913.
pistacina F. September, Oktober, nicht häufig. ab. serina
Esp. und ab. rubetra Esp. unter der Stammart selten. R. Mai,
Juni an Pruuus spinosa (Schlehe) und niederen Pflanzen.
nitida F. Juli bis September, nicht selten. R. Mai Juni an
niederen Pflanzen.
laevis Hb. August, September, selten.
litura L. August, September, häufig. R. Mai, Juni an niede-
ren Pflanzen.
Xanthia 0.
eitrago L. August bis Oktober, ziemlich selten. R. Mai an
Tilia (Linde).
aurago F. August bis Oktober, selten.
lutea Stroem (flavago). August, September, nicht häufig. R.
April, Mai an den Blüten von Salix caprea (Weidenkätzchen)
später an niederen Pflanzen.
fulvago L. August, September, häufig. ab. flavescens Esp.
nicht selten unter der Stammform. R. März an Blüten von
Salix caprea (Weidenkätzchen), später an niederen Pflanzen.
gilvago Esp. August, September, selten. R. wie die vorigen Arten.
Orrhodia Hbh.
erythrocephala F. September, Oktober, selten. ab. glabra
Hb. selten unter der Stammform. R. Mai, Juni an niederen
Pflanzen.
vau-punctatum Esp. September bis Mai nicht selten. R. wie
die vorige Art.
vacecinii L. September bis Mai, sehr häufig, ab. spadicea
Hb. und ab. mixta Stgr. häufig unter der Stammform. R.
Mai, Juni an niederen Pflanzen.
ligula Esp. September bis April, nicht selten ab. sub-
spadicea Stgr. und ab. polita Hb. nicht selten, zuweilen
häufiger als die Stammform. R. Mai, Juni an niederen Pflanzen.
rubiginea F. September bis April, selten. R. Mai, an Salix-
Arten (Weiden), später niederen Pflanzen.
Scopelosoma Curt.
satellitia L.. September bis Mai, häufig. ab. brunnea Lampa
unter der Stammform nicht selten. R. Mai, Juni an Laubholz.
Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vogtlandes. 79
Xylina Tr.
socia Rott. August bis April, nicht selten. R. Mai, Juni an
Laubholz.
furcifera Hufn. September bis April, nicht selten.
ornitopus Rott. September bis April, ziemlich selten.
Calcampa Stph.
vetusta Hb. August bis April, häufig. R. Juni, Juli an nie-
deren Pflanzen.
exoleta L. August bis April, ziemlich häufig. R. wie die vor-
hergehende Art.
solidaginis Hb. August, September, selten. R. Juni an Vac-
cinium und Calluna (Heidelbeere und Heide).
Xylomiges An.
conspicillaris L. April bis Juni, sehr selten. ab. melaleuca
View. unter der Stammform. R. bis Juni an niederen Pflanzen.
Calophasia Stph.
casta Bkh. Juli, August, sehr selten. Von Wagner einmal
aus Raupen gezogen, welche er bei Tauschwitz an Linaria
(Leinkraut) fand.
lunula Hufn. Mai bis Juli, nicht selten, R. Juni, August an
Linaria (Leinkraut).
Cucullia Schrk.
verbasci L. Mai, Juni, nicht selten. R. Juli an Verbascum
(Wollkraut).
scrophulariae Cap. Mai bis Juli, nicht selten. R. Juli, August
an Serophularia und Verbascum (Braunwurz und Wollkraut).
asteris Schiff. Juni, Juli, selten. R. August, September an
Solidago (Aster und Goldrute).
umbratica L. Mai bis August, häufig und nicht selten. R.
August, September an Carduus (Distel.)
campanulae Frr. Ist im westlichen Grenzgebiete bei Zeulen-
roda einigemale als Raupe gefunden worden. R. an Campanula
rotundifolia (Glockenblume).
lucifuga Hb. Juli, sehr selten. Nur einmal von Schweitzer
gefunden.
, „Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, heransgegeb, vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden, Jahrgang 1913.
so Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
lactucae Esp. Juni, Juli, selten. R. an Carduus (Distel).
chamomillae Schiff. Mai, Juni, sehr selten. ab. chrysan-
themi Hb. einmal von Schweitzer gefunden. R. Juli an An-
themis (Kamille).
artemisiae Hufn. Juni, Juli, selten. R. August an Artemisia
vulgaris (Beifuss) in Gärten.
Anarta Hb.
myrtilli L. Mai bis August, in 2 Generationen, nicht häufig.
R. Juni bis Oktober an Calluna (Heide).
cordigera Thnbg. Mai, Juni, sehr selten. Im Forst bei Kausch-
witz sowie im wesentlichen Grenzgebiete bei Zeulenroda mehr-
fach gefangen. R. Juni, Juli bis Frühjahr an Vaceinium. (Hei-
delbeere). Ist sehr schwer zu ziehen.
HeliacaH. S.
tenebrata Sc. April, Mai, nicht selten.
Hiliothis 0.
ononis F. Juni, Juli, sehr selten. 1 Stück von Torge gefangen.
R. August an Ononis spinosa (Hauhechel).
dipsacea L. Mai bis September, selten. R. Juli bis Oktober
an niederen Pflanzen.
scutosa Schiff. Juli, August, sehr selten.
Pyrrhia Hb. |
umbra Hufn. Juni, Juli, selten.
Acontia Ld.
Iucida Hufn. Mai bis August sehr selten. Einmal von Torge
aus gefundener R. erzogen. R. an Convolvulus arvensis (Winde).
luctuosa Esp. Mai bis August, sehr selten.
Erastria0.
deceptoria Sc. Mai, Juni, selten. Ist im westlichen Grenz-
gebiete bei Zeulenroda gefangen worden.
fasciana Sc. Mai bis Juli, ziemlich selten.
Rivula Gn.
sericealis Sc. Mai bis Juli, nicht selten.
Prothymnia Hh.
viridaria Cl. Mai bis August, in 2 Generationen, nicht selten.
R, Herbst bis Juli an niederen Pflanzen.
Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vogtlandes. sl
Emmelia Hb.
trabealis Sc. Mai bis September, in 2 Generationen, nicht
selten, auf Brachfeldern und sonnigen Hängen. R. Herbst bis
Juli an Convolvulus arvensis (Ackerwinde).
C. Gonopterinae
Scoliopteryx Germ.
lihatrix L. (Krebssuppe). Juni bis Mai, das ganze Jahr, nicht
selten. Falter überwintert. R. Mai bis September in zusam-
mengesponnenen Blättern von Salix- und Populus-Arten (Weiden
und Pappeln).
D. Quadrifinae
AbrostolaQ.
triplasia L. Mai bis August, selten. R. Juni bis September
an Urtica (Nessel).
asclepiades Schiff. Mai bis Juli, sehr selten. Ist einmal von
Dressel gezogen worden. R. Juni bis September an Öynanchum
vincetoxicum (Schwalbenwurz).
tripartita Hufn. Mai bis August, selten. R. Juni bis September
an Urtica (Nessel).
Plusia 0.
moneta F. Juni bis Augut, nicht selten. R. Mai bis Juli an
Aconitum (Eisenhut).
chrysitis L. Mai bis September, nicht selten. Wahrscheinlich
2 Generationen. R. April bis August an Urtica (Nessel), Sal-
via und Arctium lappa (Salbei und Klette).
festucae L. Juli bis September, selten. R. Mai bis Juli an
Carex und Calamagrostis (Seggen und Schilfgras).
pulchrina Hw. Juli, sehr selten. Ist einmal von Dietze auf
dem Bärenstein gefangen worden.
jota L. Juni, Juli, ziemlich selten. R. Herbst bis Mai an Ur-
tica (Nessel) und anderen niederen Pflanzen. ab. perconta-
tionis Tr. unter der Stammform selten.
gamma L. Mai bis Oktober, in mehreren Generationen, häufig.
zuweilen auch schädlich, R. bis September an niederen Pflan-
zen, Trifolium (Klee) usw.
Rn
89)
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
interrogationis L. Juli, August, sehr selten, mehr im westlichen
Grenzgebiete von Zeulenroda gefangen worden, auch bei Bad
Elster. R. bis Mai an Vaceinium uliginosum (Sumpfheidelbeere).
Euclidia 0.
mi Cl. Mai bis August, in 2 Generationen, häufig. R. an
Trifolium (Klee).
glyphica L. Mai bis August, ebenso häufig wie die vorige Art.
R. wie die vorhergehende Art.
Pseudophia Gn.
Iunaris Schiff. Juni, Juli, sehr selten. Ist einigemale am Köder
gefangen worden. R. August an Quercus (Eichenbüschen).
Catephia 0.
alchymista Schiff. August, September, sehr selten. September
1906 einmal von Schweitzer am Bärenstein geködert. Ist auch
einmal als Raupe von Preuss gefunden worden. R. Juli an
Quercus (Eichen).
Catocala Schr.
fraxini L. August bis Oktober, sehr selten. Ist einigemale am
Köder gefangen worden. R. Mai bis Juli an Populus (Pappel).
nupta L. August bis Oktober, selten. R. Mai, Juli an Populus
und Salix (Pappel und Weide).
sponsa L. Juli bis September, sehr selten. R. Mai, Juni an
Quercus (Eiche).
promissa Esp. August, September, sehr selten. Soll im west-
lichen Grenzgebiete bei Zeulenroda einzeln vorkommen. R. Mai,
Juni an Quercus (Eiche).
fulminea Scop. (paranympha). Juli, August, ziemlich selten
R. Mai, Juni an Prunus spinosa-Büschen (alten Schlehenbüschen).
Toxocampa Gn.
pastinum Tr. Juli, August, sehr selten.
craccae F. Juli, August, sehr selten.
E.Hypeninae
Laspeyria Germ.
flexula Schiff. Juli, August, selten, mehr im westlichen: wald-
Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vogtlandes. 83
reichen Grenzgebiete von Zeulenroda. R. bis Mai an Flechten
der Nadelnölzer.
Parascotia Hh.
fuliginaria L. Juli, August, selten. R. bis Mai an faulem
Holz und Holzschwämmen.
Zanclognatha Ld.
tarsipennalis Tr. Juli, August, selten. R. bis Mai an trockenen
Blättern an der Erde.
tarsierinalis Knoch. Juli, August, selten, wird am Köder ge-
fangen. R. wie die vorhergehende Art.
grisealis Hb. Juni Juli, nicht häufig.
emortualis Schiff. Mai bis August, in Eichenwaldungen, ziem-
lich selten. R. September an Quercus (Eichenbüschen).
Madopa Stph.
salicalis Schiff. Mai, Juni, sehr selten. R. Juli, August an
Salix caprea und Populus tremula (Salweide und Zitterpappel).
Herminia Latr.
tentacularia L. Juni, Juli, selten.
Pechipogon Hb.
barbalis Cl. Mai bis Juli, nicht selten. R. Herbst an Laub-
holz, nach der Ueberwinterung an niederen Pflanzen.
Bomolocha Hh.
fontis Thnb. Mai bis Juli, nicht selten. ab. terricularis Hb.
nicht selten unter der Stammform. R. August, September an
Vaceinium (Heidelbeere).
Hypena Schr.
proboscidalis L. Juni, bis September, in 2 Generationen, nicht
selten. R. Mai bis August an niederen Pflanzen.
rostralis L. Juni bis Oktober in 2 Generationen, nicht selten.
ab. unicolor Tutt nicht selten unter der Stammform.
Cymatophoridae.
Habrosyne Hb.
derasa L. Juni, Juli, nicht häufige. R. im Herbst an Rubus-
Arten (Brombeere und Himbeere).
Ss4 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1918.
Thyatira Hb.
batis L. Mai bis September, nicht selten. R. Juli bis Sep-
tember an Rubus-Arten (Himbeere und Brombeere).
CymatophoraTr.
or T. Mai bis August, nicht selten. R. Juni bis September
in zusammengesponnenen Blättern an Populus tremula (Zitter-
pappel).
etogesima Hb. Mai bis August, sehr selten.
fluetuosa Hb. Juni, Juli, sehr selten.
duplaris L. Mai bis August, sehr selten.
Polyploca Hbh.
diluta F. August, September, sehr selten. Es wurden einige
Exemplare von Torge gefangen.
flavicornis L. März, April, ziemlich häufige. R. Mai bis August
an Betula alba (Birke).
Brephidae
BrephosQ.
parthenias L. März, April, nicht selten. R. Mai, Juni an Betula
alba (Birke).
notnum Hb. . März, April, selten. R. Mai, Juni an Populus
tremula (Zitterpappel).
puella Esp. April, sehr selten. Von Dressel einige Stücke ge-
fangen. R. an Populus tremula, die Schmetterlinge sassen an
den Stämmchen von Populus tremula.
Geometridae
A. Geometrinae
Pseudoterpna Hh.
pruinata Hufn. Juli bis August, nicht selten wo die Futter-
pflanze Sarothamnus und Genista (Besenpfriem und Ginster)
wächst.
Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vogtlandes. 85
GeometraLl.
papilionaria L. Juni bis August, nicht gerade selten. R. Mai,
Juni, hauptsächlich an Betula alba (Birke).
Nemoria Hh.
viridata L. Mai bis Juli, ziemlich selten.
Thalera Hb.
putata L. Mai, Juli, nicht selten. R. Juli, August an Vac-
cinium (Heidelbeere).
lactearia L. Mai, Juni, nicht häufig. R. August an Betula alba
und Alnus glutinosa (Birke und Erle).
Hemithea Dup.
strigata M. Juni bis August, nicht häufig,
B. Acidalinae
Acidalia Tr.
trilineata Sc. Juni bis August, selten. R. Herbst bis Mai
an Rumex (Ampfer).
similata Thnbg. Juni bis August, nicht selten. R. Herbst bis
Frühjahr an niederen Pflanzen.
ochrata Sc. Juli, August, selten.
rufaria Hb. Juli, sehr selten.
dimidiata Hufn. Juli, August, selten. R. bis Mai an niederen
Pflanzen.
virgularia Hb. Juni bis September, nicht selten, kommt gern
in Häuser. 2 Generationen. R. bis Mai und Sommer an wel-
ken Blättern und Küchenabfällen.
pallidata Bkh. Mai, Juni, sehr selten.
bisetata Hufn. Juli, August, nicht häufig.
interjectaria B. (dilutaria Hein.) Juni, Juli, selten.
humiliata Hufn. Juni, an trockenen sonnigen Stellen, nicht
häufig.
aversata L.. Mai bis August, ziemlich häufig. ab. spo-
liata Stgr. nicht selten unter der Stammform.
emarginata L. Juli, August, selten.
86 Deutsche Entom, Zeitschrift Iris. Dresden 1918.
rubiginata Hufn. Mai bis August, wahrscheinlich in 2 Gene-
rationen, nicht häufig.
marginepunctata Göze. Juni und August, in 2 Generationen,
nicht häufig. R. bis Mai an niederen Pflanzen.
incanata L. Juni und August, nicht selten.
fumata Stph. Juni, Juli, nicht selten.
remutaria Hb. Mai, Juni, ziemlich selten.
ornata Sc. Mai bis September, in 2 Generationen, nicht selten.
R. bis Mai, dann Juli, August an niederen Pflanzen.
Ephyra Dup.
pendularia Cl. Mai bis August, in 2 Generationen, nicht gerade
häufig. R. Juni bis Oktober an Betula alba, Quercus und Al-
nus (Birke, Eiche und Erle).
punctaria L. Mai bis August, nicht selten. R. an Laubbäumen.
linearia Hb. Mai, Juni, nicht selten, mehr im westlichen
Grenzgebiete bei Zeulenroda.
Rhodostrophia Hb.
vibicaria Cl. Juni, Juli, selten, mehr im westlichen Grenz-
gebiete gefangen. R. bis Mai an Sarothamnus (Besenpfriem).
Timandra Dup.
amata L. Vom Mai bis September, in 2 Generationen, nicht
selten. R. bis April, dann Juli, August an niederen Pflanzen.
C. Larentinae
Lythria Hb.
purpuraria L. Mai bis September, in 2 Generationen, ziem-
lich häufig, auf trockenen Abhängen.
a) gen. vern. rotariaF.
b) ab. Jutearia Ster.
R. an Rumex (Ampfer) und niederen Pflanzen.
Ortholitha Hb.
plumbaria F. Juni, Juli, ziemlich häufig. ab. luridaria
Bockl. von Schweitzer einmal am Preisselpöhl gefangen. R. bis
April an verschiedenen niederen Pflanzen.
limitata Sc. Juli, August, häufige. R. bis Mai an niederen
Pflanzen.
Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vogtlandes. 57
moeniata Sc. Juli, August, nicht selten. R. bis Juni an Saro-
thamnus (Besenpfriem).
bipunctaria Schiff. Juli, August, nicht selten, an sonnigen
Berghängen. R. bis Juni an niederen Pflanzen.
Minoa Tr.
murinata Sc. Mai, Juli, August, in 2 Generationen, häufig.
ab. cineraria Stgr. unter der Stammform. R. an Euphorbia
cyparissias (Wolfsmilch).
OdeziaB.
atrata L. Juni, Juli, nicht selten.
Anaitis Dup.
praeformata Hb. Juni, Juli, selten.
plagiata L. Mai bis September, häufig.
paludata Thnbg. Juli, selten. Wurde von Mitgliedern auf Ex-
kursionen nach dem angrenzenden Erzgebirgsgebiete gefangen.
Chesias Tr.
spartiata Fuessl. September, Oktober, selten. R. Mai bis Juli
an Sarothamnus (Besenpfriem).
Lobophora Curt
carpinata Blch. April, Mai, selten. R. Juni an Laubbäumen
halterata Hufn. Mai, nicht gerade selten. R. August, Septem-
ber an Salix caprea und Populus tremula (Weide und Zitter-
pappel).
viretata Hb. April, Mai, sehr selten.
Cheimatobia Stph.
boreata Hb. November, häufig an Laubbäumen. R. Mai, Juni
an Laubbäumen.
brumata L. November, Dezember, sehr häufig. R. Mai, Juni
an Laub- und Obstbäumen, wo sie zuweilen schädlich auftritt.
Triphosa Stph.
dubitata L.. Juli bis Oktober, Falter soll überwintern, selten.
R. Mai, Juni an Crataegus und Prunus spinosa (Weissdorn und
Schlehe). ab. cinereata Stph. unter der Stammform selten.
Eucosmia Stph.
certata Hb. April, Mai, selten, geht auch an den Köder.
ss Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
undulata L. Mai, Juni, selten. R. Juli bis September an Salix-
Arten (Weiden).
Scotosia Stph.
vetulata Schiff, Juni, Juli, nicht selten. R. April bis Juni an
Prunus padus (Faulbaum).
rhamnata Schiff, Juni, Juli, selten. R. Mai an Prunus spinosa
und padus (Schlehe und Faulbaum).
Lygris Hb.
reticulata Thnbg. Juli, August, sehr selten. Bei Wildental von
Stern und bei Zeulenroda von 'Thoss gelangen.
prunata L. Juli, August, nicht häufig. R. Mai, Juni an Ribes
grossularia und rubrum (Stachel- und Johannisbeere) meist in
Gärten.
testata L. Juli, August, selten.
populata L. Juli, August, nicht selten. R. Mai bis Juli an
Vaceinium (Heidelbeere).
associata Bkh. Juni, Juli, nicht häufig, mehr im westlichen
Grenzgebiete bei Zeulenroda.
Larentia Tr.
dotata L. Juli, nicht häufig.
fulvata Forst. Juni, Juli, nicht selten. R. Mai an Rosa ca-
nina (Rose).
ocellata L. Mai bis September, in 2 Generationen, häufig. R.
Juli bis Oktober an Galium (Labkraut).
bicolorata Hufn. Juli, August, selten.
variata Schiff. Mai bis September in 2 Generationen, ziemlich
häufig. ab. strragulata Hb. und ab. obeiiscata Hb. hier
und da unter der Stammform. R. an Nadelholz.
juniperata L. September, Oktober, früher nicht selten, durch
das Ausrotten von Wachholdersträuchern immer seltener. R.
bis August, September an Juniperus communis (Wachholder).
siterata Hufn. September bis Mai nicht häufle.
miata L. September bis Mai, selten. R. Mai bis Juli an Laub-
bäumen.
truncata Hfn. Juni bis August, nicht häufig. ab. perfus-
Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vogtlandes. Sg
cata Stgr. seiten unter der Stammform. R. an Rubus und Vaec-
cinium (Brombeere und Heidelbeere).
firmata Hb. August, September nicht selten.
olivata Bkh. Juni bis August, nicht häufig. R. September bis
Mai an Galium (Labkraut).
viridaria F. Juni, Juli, ziemlich häufig. R. bis Mai an nie-
deren Pflanzen.
fluctuata L. Mai bis August, in 2 Generationen, häufig. R.
an niederen Pflanzen.
cambrica Curt. Juli, selten, im. östlichen Grenzgebiete bei
Wildental gefangen worden.
vespertaria Bkh. August, September, ziemlich selten.
incursata Hb. Diese Art wurde bis jetzt nur im östlichen
Vogtlande bei Muldenberg gefangen. (E. Möbius.)
montanata Schiff. Mai bis Juli, häufige. R. Herbst bis April
an niederen Pflanzen.
suffumata Hb. Juni, selten.
quadrifasciaria Cl. Juni, Juli, selten. R. an niederen Pflanzen.
ferrugata Cl. Mai bis September, in 2 Generationen, ziemlich
häufig. ab.spadicearia Bkh. unter der Stammform nicht selten.
unidentaria Hw. Mai bis August, in 2 Generationen, nicht
selten.
pomoeriaria Ev. April bis Juli, in 2 Generationen.
designata Rott. Juli, sehr selten, ist einmal früher bei Zeulen-
roda gefunden worden.
vittata Bkh. Juli, August selten. An Teichen und sumpfigen
Wiesen.
dilutata Bkh. September, Oktober, nicht häufig. ab. obseu-
rata Ttgr. nicht selten unter der Stammform. R. Mai, Juni
an Laubholz.
autumnata Bkh. September, Oktober, selten, wird meist mit
der vorhergehenden Art verwechselt. R. wie vorige Art.
caesiata Lang. Juli, August, nicht häufig. ab. annosata
Zett. R. Mai, Juni an Vaccinium (Heidelbeere).
frustata Tr. Juni, Juli, sehr selten. Nur einigemale von
Schweitzer gefangen.
90 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
verberata Sc. Juli, August, selten.
cuculata Hufn. Mai, Juni und August, ziemlich selten.
galiata Hb. Mai, Juni, sowie August, nicht häufig, in 2 Gene-
rationen. R. Juli bis September an Galium (Labkraut).
rivata Hb. Juni bis August, ziemlich selten.
sociata Bkh. Mai bis August, in 2 Generationen, häufig. R,
Juni bis September an Galium (Labkraut).
unangulata Hw. Juni, Juli, selten.
picata Hb. Juni, Juli, selten.
albicillata L. Mai, Juni, ziemlich häufig. R. Juli bis Septem-
ber an Rubus-Arten (Brombeere und Himbeere).
lugubrata Stgr. Mai, Juni und August, in 2 Generationen,
ziemlich häufig. ab. denigrata Gillmer wurde einmal von
Schweitzer gefangen. (Taf. IV. Fig. 9.) R. Juni, dann Juli,
September an Epilobium (Weidenröschen).
hastata L. Juni, Juli, selten. R. Juli bis September an Betula
alba (Birke).
tristata L. Mai bis Juli, nicht häufig. R. Juli bis September
an Galium (Labkraut).
Iuctuata Hb. Juni, Juli, selten. R. wie die vorhergehende Art.
alchemillata L Juni, Juli, nicht häufig.
minorata Tr. Juli, nicht gerade selten.
adaequata Bkh. Juli, nicht häufig.
albulata Schiff, Juni bis August, nicht selten.
obliterata Hufn. Mai und August, selten.
Iuteata Schiff.” Mai und Juni, nicht selten.
bilineata L. Mai bis August, in 2 Generationen, häufig. ab.
infuscata Gmpbg. nicht häufig unter der Stammform. R.
bis Mai und Juli an niederen Pflanzen.
sorditata F. Juni, Juli, nicht selten. R. zwischen zusammen-
gesponnenen Blättern von Salix caprea (Salweide) usw. im Mai,
Juni. ab. fusco-undata Don. undab. infuscata Stgr. nicht
selten unter der Stammform.
autumnalis Ström. (trifasciata Bkh.) Mai bis August, ziemlich
häufig.
Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vogtlandes. 9]
silaceata Hb. Mai bis August, nicht selten.
corylata Thnbg. Juni, Juli, nicht selten. R. August bis Okto-
ber an Prunus spinosa (Schlehe).
badiata Hb. April, Mai, nicht selten. R. Mai, Juni, an Rosa
canina (Rose).
berberata Schiff. Mai, Juni und August, nicht häufig. R. Juli
bis Oktober an Berberis vulgaris (Berberitze).
nigrofasciaria Göze. April, Mai, selten. R. Juni an Rosa
canina (Rose).
rubidata F. Mai bis Juli, selten.
comitata L. Juli, August, nicht häufig. R. August bis Oktober
an Atriplex (Melde).
Asthena Hbh.
candidata Schiff. Mai, Juni, nicht häufig, mehr im westlichen
Grenzgebiete.
Tephroclystia Hb. (Eupithecia Curt.)
oblongata Thnbg. Mai bis August, nicht häufig. R. Juli
September an Doldenpflanzen.
linariata F. Juni, Juli, nicht häufig, als Raupe nicht selten,
im August und September an Linaria vulgaris (Leinkraut).
pyreneata Mab. Juni, sehr selten, nur wo die Futterpflanze
Digitalis ambigua in grosser Menge vorkommt, ist bei Mehl-
theuer gefunden worden, R. im Juli zwischen zusammenge-
sponnenen Blüten.
pusillata F. Mai, Juni, ziemlich häufig.
indigata Hb. Mai, Juni, nicht selten, besonders bei Lengen-
feld i. V.
abietaria Göze. Mai bis Juli, nicht selten. R. Juli, August
an Pinus abies (Fichte).
togata Hb. Juni, Juli, selten.
venosata F. Juni, Juli, selten. R. in den Samenkapseln von
Linaria vulgaris und Lychnis diurna (Leinkraut und Licht-
nelke).
pimpinellata Nb. Juni, Juli, selten.
absinthiata Cl. Juni bis August, selten.
92 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
denotata Hb. Juni, Juli, selten.
albipunetata Hw. Mai, Juni, nicht häufig. R. August, Sep-
tember an niederen Pflanzen.
vulgata Hw. Mai, Juni, nicht häufig. R. August, September
an niederen Pflanzen.
lariciata Frr. Juni, sehr selten. R. August an Juniperus
(Wachholder).
castigata Hb. Mai bis Juli, nicht häufig.
subnotata Hb. Juni, Juli, ziemlich selten.
satyrata Hb. Mai, Juni, nicht selten R. Juli, August an
Galium (Labkraut).
suecenturiata L. Juni, Juli, nicht häufig. var. subful-
vata Hw. unter der Stammform und ab. oxydata Ti.
unter der Stammform.
plumbeolata Hw. Juni, Juli, ziemlich selten.
tenuiata Hb. Juni, Juli, selten.
nanata Hb. Mai bis August, nicht selten.
innotata Hufn. Mai, Juni, nicht selten.
exiguata Hb. Mai, Juni, nicht selten.
lanceata Mb. April, Mai, nicht selten, in Fichtenwaldungen.
sobrinata Hb. August, September, selten. R. Juni. Juli an
Juniperus (Wachholder).
Chloroc!ystis Hb.
rectangulata L. Juni, Juli, selten.
debiliata Hb. Juni, selten.
D.OrTthestixin ae:
Boarmiinae.
Arichanna Moore.
melanaria L. Juli, sehr selten. Wurde von Wagener einmal
bei Bad Elster gefangen.
Abraxas Leach.
grossulariata L. (Stachelbeerspanner) Juli, August, ziemlich
Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vogtlandes. 95
häufig. R bis Juni an Ribes grossularia (Stachelbeere) in
Gärten, sowie Prunus spinosa und Evonymus europaeus (Schlehe
und Pfaffenhütchen).
sylvata Sc. Juni, Juli, nicht häufig, im oberen Elster- und
Kemnitztale.. R. an Ulmus campestris (Ulme).
marginata L. Mai bis August, in 2 Generationen, häufig.
R. Juni, September an Populus- und Salix-Arten (Pappel und
Weide).
adustata Schiff. Mai bis August, nicht selten.
Bapta Stph.
temerata Hb. Mai, Juni, selten.
Deilinia Hmps.
pusaria L. Mai bis August, häufig. R. Juli und September an
Alnus glutinosa, Betula alba (Erle und Birke).
exanthemata Sc. Juni, Juli, nicht so häufig wie die vorige
Art. R. August, September an Populus- und Salix-Arten (Pappel
und Weide).
Numeria Dup.
pulveraria L. Mai, Juni, ziemlich selten.
Ellopia Tr.
prosapiaria L.. Mai bis August, in Nadelwäldern, selten.
v. prasinaria Hb., hier und da unter der Stammform.
Metrocampa Latr.
margaritata L. Juni, Juli, nicht selten. Mehr im westlichen
Gebiet bei Zeulenroda.
Ennomos Tr.
autumnaria Wernb. September, Oktober, nicht selten. R. Mai
bis Juni an Laubholz.
quercinaria Huf. Juli bis September, selten. ab. car-
pinaria Hb. nicht selten.
aniaria L. August bis Oktober, selten. R. Mai, Juni an
Betula alba, Tilia (Birke, Linde) usw.
fuscantaria Hw. August bis Oktober, sehr selten. 1 Stück
von Dressel gefangen.
erosaria Hb. Juni, August, nieht häufig. R. Juni an Laubholz.
94 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
Selenia Hh.
bilunaria Esp. Mai bis August, nicht häufig. R. Juni und Sep-
tember an Laubholz. ab. juliaria Hw. einmal gefangen.
Iunaria Schiff. Mai bis August, nicht häufig. R. wie vorige
Art. gen. aest. delunaria Hb. selten.
tetralunaria Hfn. Mai bis August, nicht häufige. R. wie die
vorhergehenden Arten.
Hygrochroa Hb. (Pericallia)
syringaria L. Juni, Juli, nicht häufig. R. August und September
an Lonicera und Ligustrum vulgare (Gaisblatt und Liguster.)
Therapis Hh.
evonymaria Schiff. Juli, August, sehr selten. R. Mai, Juni an
Evonymus europaeus (Spindelbaum).
Gonodontis Hh.
bidendata Cl. Mai, Juni, nicht selten. R. August, September
an Laub- und Nadelholz.
Himera Dup.
pennaria L. September bis November, in manchen Jahren
häufig, sonst selten. R. Mai bis Juli an Laubhölzern.
Crocallis Tr.
elinguaria L. Juli, August, ziemlich selten. R. vom Herbst
bis Mai an Quercus (Eiche) (Aberration Taf. IV. Fig. 11.)
Angerona Dup.
prunaria L. Juni, Juli, sehr selten. ab. sordiata Fuessl,
selten unter der Stammform.
Ourapterix Leach.
sambucaria L. Juni, Juli, nicht häufig. R. vom Herbst bis
Mai an Prunus spinosa, Sambucus, Lonicera (Schlehe, Hollunder,
Gaisblatt) usw.
Eurymene Dup.
dolabraria L. Mai bis August, selten. R. Juni bis September
an Laubholz.
Opisthograptis Hh.
Iuteolata L. Mai, Juni, ziemlich häufig. R. Juli bis September
an Prunus spinosa und Orataegus (Schlehe und Weissdorn).
Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vogtlandes. 95
Epione Dup.
apiciaria Schiff, Juli bis September, nicht häufig. R. Mai, Juni
an Prunus spinosa und Populus tremula (Schlehe und Zitter-
pappel).
paralellaria Schiff. Juli, August, selten. R. Mai, Juni an Po-
pulus tremula (Zitterpappel).
advenaria Hb. Mai, Juni, selten.
Venilia Dup.
macularia L. Mai, Juni, sehr selten, ist einmal von Wagner ge-
fangen worden.
Semiothisa Hb.
notata L. Mai bis August, nicht selten. R. Juli bis September
an Salix, Betula und Quercus (Weide, Birke und Eiche).
alternaria Hb. Mai, Juni, ziemlich selten. R. Juli, August an
Prunus spinosa (Schlehe).
signaria Hb. Juni, Juli, nicht selten.
liturata Cl. Mai bis Juli, nicht selten.
Hybernia Latr.
rupicapraria Hb. März, April, nicht selten. R. Juni an Prunus
spinosa (Schlehe).
leucophaeraria Esp. Februar bis April, nicht häufig. R. Mai,
Juni an Quereus (Eiche).
aurantiaria Esp. Oktober, selten, nur in manchen Jahren häu-
figer. R. Juli an Laubholz.
marginaria Btch. April, Mai, selten. R. Juni an Laubholz.
defoliaria Cl. Oktober, November, selten, nur in manchen Jahren
häufiger, so 1904. ab. obscurata Stgr. nicht selten unter
der Stammform. R. Mai, Juni an Laubholz.
Anisopterix Stp.
aceraria Schiff. November, selten. R. Mai bis Juli an Acer
(Ahorn.)
aescularia Schiff. Februar bis April, selten. R. Juni, Juli an
(uercus (Eiche).
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden, Jahrgang 1913,
96 Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1913.
Phigalia Dup.
pedaria F. Februar bis April, nicht selten. R. Mai, Juni an
Laubholz.
Biston Leach.
zonaria Schiff. April, sehr selten. 1 Stück von Dressel bei
Auerbach gefunden.
hirtaria Cl. März bis Mai, selten. R. Juni bis August an
Laubholz.
strataria Hufn. April, Mai, selten. R. wie vorige Art.
Amphidasis Tr.
betularia L. Mai bis Juli, nicht selten. ab. doubledaya-
rıa Mill. selten unter der Stammform.
BoarmiaTr.
cinctaria Schift. April bis Juni, nicht selten. ab. consimila-
ra Dup. selten unter der Stammform. R. Juli an niederen
Pflanzen und Sträuchern.
gemmaria Brahm. Juli, selten. R. Herbst bis Mai an Prunus
spinosa (Schlehen) und Obstbäumen.
secundaria Esp. Juli, August, nicht häufig. R. bis Mai an
Pinus abies (Fichte).
repandata L. Juni, Juli, nicht selten. R. bis Mai an Vac-
cinium (Heidelbeere) und niederen Pflanzen. ab. conver-
saria Hb. selten unter der Stammform.
roboraria Schiff. Juni, Juli, selten, mehr im westlichen Grenz-
gebiete. ab. infuscata Stgr. sehr selten unter der Stamm-
form.
consortaria F. Mai bis August, selten. R. an Laubholz.
lichenaria Hufn. Juli, August, sehr selten, kommt im west-
lichen Gebiet etwas häufiger vor. R. bis Mai an Baumflechten.
jubata Thnbg. (glabraria Hb.) Juli, sehr selten, wurde einmal
von Preuss am Kemmler gefunden.
crepuscularia Hb. April bis August, höchstwahrscheinlich in 2
Generationen, nicht selten. R. Herbst und Juni an Bäumen und
Sträuchern.
consonaria Hb. Mai, Juni, selten. R. Juli bis September an
Betula alba und Tilia (Birke und Linde).
Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vogtlandes. 97
luridata Bkh. Mai, Juni, selten. R. Juli bis September an Quer-
cus und Alnus (Eiche und Erle).
punctularia Hb. April bis Juni, häufig. R. Juli bis Septem-
ber an Alnus und Betula (Erle und Birke).
Pachyonemia Stph.
hippocastanaria Hb. Mai und August, in Heidegegenden, nicht
selten. R. bis April, dann Juni, Juli an Calluna (Heide).
Gnophos Tr.
obscuraria Hb. Juni bis August, meist selten. R. bis Mai an
niederen Pflanzen.
ambiguata Dup. Juni, Juli, sehr selten. Von Schweitzer in
früheren Jahren erbeutet.
dilucidaria Hb. Juli, August, nicht häufig, mehr im höheren
Waldgebiete. R. bis Mai an niederen Pflanzen.
Ematurga Ld.
atomaria L. April, Mai und Juli bis September, häufig, in
2 Generationen. R. Mai bis September an niederen Pflanzen.
ab. unicelor Stgr. selten unter der Stammform.
Bupalus Leach.
piniarius L. Mai, Juni, sehr häufig, in Nadelwaldungen, wo
die Raupen bei massenhafterm Auftreten auch Schaden bringen.
R. an Pinus (Kiefer) vom Juli bis Oktober. ab. nigrica-
rius d Backh. selten unter der Stammform. (Taf. IV. Fig. 10).
Thamnonoma Ld.
wauaria L. Juni, Juli, nicht selten. R. August, September
an Ribes-Arten (Stachel- und Johannisbeeren) in Gärten.
brunneata Thnbg. Mai, Juni, nicht häufig. R. Juni, Juli an
Vaceinium (Heidelbeere).
Phasiane H. $.
clathrata L. Mai und Juli, August, in 2 Generationen, häufig.
R. an Trifolium (Kleearten).
Aspilates Tr.
gilvaria F. Juli, August, sehr selten, von Torge einmal ge-
fangen.
Perconia Hh.
strigillaria Hb. Im Juni, Juli, selten.
98 Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1915.
Nolidae.
cucullatella L. Juni, Juli, nicht selten. R. Mai an Prunus
spinosa (Schlehe).
Cymbidae.
Sarrothripus Curt.
revayana Sc. (undulana Hb.) Juli bis September, selten, mehr
im westlichen Grenzgebiete. R. Mai, Juni an Laubholz, be-
sonders an Eichenbüschen. var. (et ab) degenerana Hb.
und ramosana Hb. selten unter der Stammform.
Earias Hb.
vernana Hb. Juni, selten, ist im westlichen Grenzgebiete bei
Zeulenroda gefangen worden. R. August, September an Po-
pulus argentea (Silberpappel).
clarana L. April, Mai und Juli, August, nicht selten. R.
zwischen zusammengesponnenen Blättern der Salix viminalis
(Weide).
Hylophila Hh.
prasinana L. Mai, Juni, ziemlich selten. R. Juli bis Oktober
an (Quercus und Fagus (Eiche und Buche).
bicolorana Fuessl. Juni, Juli, selten. R. IHlerbst bis Mai an
Quercus (Eiche).
Syntomidae
Syntomis 0.
phegea L. Juni, Juli, selten, soll in der Umgebung von Elster-
berg i. V. gefunden worden sein.
Arctiidae
Spilosoma Stph.
mendica Cl. Mai, Juni, selten. R. Juni bis August an nie-
deren Pflanzen.
lubricipeda L. Mai, Juni, häufig, R. Juli bis September an
Urtica (Nessel) und niederen Pflanzen.
menthastri Esp. Mai bis Juli, nicht selten. R. Juli, August an
niederen Pflanzen. (Aberration bei Plauen gefangen Taf. IV. Fig. 13).
Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vogtlandes. 99
urticae Esp. Juni, nicht häufig. R. wie die vorigen Arten.
Phragmatobia Stph.
fuliginosa L. Mai bis August, in 2 Generationen, häufig. R.
September bis April und Juni, Juli an niederen Pflanzen. ab.
borealis und ab. fervida Ste. selten unter der Stammform,
Parasemia Hh.
plantaginis L. Juni, Juli, nicht selten, besonders als Raupe,
dieselbe lebt vom Herbst bis Frühjahr an Plantago (Wegerich)
und niederen Pflanzen. ab. hospita Schiff. und ab. matro-
nalis Frr. selten unter der Stammform. Zwei schöne aberrative
Stücke aus Raupen gezogen von Hirsch. (Taf. IV. Fig. 14a. b.)
Rhyparia Ho.
purpurata L. Juni, Juli, jetzt selten, kam in früheren Jahren
häufig vor. R. im Herbst und dann Frühjahr an Galium und
niederen Pflanzen.
Diacrisia Hh.
sanio L. (russula IL.) Mai bis August, nicht häufig. R. wie
vorige Art an niederen Pflanzen.
Arctinia Eichw.
caesarea Göze (luctifera Esp.) Juni, sehr selten. R. Juli,
August an niederen Pflanzen an trockenen Stellen.
Arctia Schrk.
caja L. Juli, August, ziemlich häufig als Raupe. R. vom
Herbst bis Frühjahr an niederen Pflanzen. ab. flavescens
einzeln unter der Stammfoım. Aberration von Zobel bei Schleiz
gelangen, bei der die sonst weisse Vorderflügelzeichnung vollständig
gelb bis bräunlich verwischt ist. (Taf. IV. Fig. 12.) Von Reibe-
tanz 1912 ein Zwitter gezogen links 2 rechts d‘.
aulica L.L Mai, Juni, selten, ist nur im westlichen Grenz-
gebiete bei Zeulenroda gefunden worden. R. Herbst bis Mai
an niederen Pflanzen.
casta Esp. Im Herbst 1912 sind von Dressel einige Raupen
an Galium (Labkraut) gefunden worden, welche genau wie von
ihm zur Zeit gezogene Raupen von A. casta aussahen. Leider
sind die erhaltenen Puppen nicht geschlüpft.
Pericallia Hh.
matronula L. Juli, sehr selten, soll nur in früheren Jahren
als Raupe (3 Stück) bei Zeulenroda gefunden worden sein,
100 Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1913.
R. an Prunus padus und Lonicera (Traubenkirsche, Gaisblatt)
und niederen Pflanzen, soll einigemale überwintern, bei Tage
verborgen.
CallimorphaLlatr.
quadripunctata Poda. (hera 1.) Juli, sehr selten, an heissen,
trocknen, steinigen Abhängen, bei Burgk u. im unteren Elstertal.
R. bis Frühjahr an Rubus idaeus (Himbeere).
Hipocrita Hbh.
jacobaeae L. Mai, Juni, nicht selten KR. Juni bis August an
Senecio jacobaea (Jacobskraut).
Nudaria Hw.
mundana L. Juni, Juli, selten
Endrosa Hh.
irrorella Cl. Juni bis August, nicht häufig.
Cybosia Hb.
mesomella L. Juni, Juli, nicht selten. R. bis Juni an Flechten.
Gnophria Stph.
rubricollis L. Mai, Juni, nicht häufig, an Waldwegen und
lichten Waldungen. R. an Baumiflechten.
Oeonistis Hb.
quadra L. Juni bis August, selten. R. bis Juni an Baumflechten
Lithosiarf.
deplana Esp. Juli, August, nicht selten. R. bis Juni an
Baumflechten.
griseola Hb. Juli, August, ziemlich selten. R. bis Juni an
Baumflechten.
Iurideola Z. Juli bis August, ziemlich selten.
complana L. Juni bis August, etwas häufiger wie die vorher-
gehenden Arten. R. wie diese Arten
sororcula Hufn. Mai, ‚Juni, selten.
Zygaenidae
Zygaenaf.
purpuralis Br. (pilosellae Esp.) Juli, August, nicht selten.
Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vogtlandes. 101
R. bis Juni an Thymus (Quendel) Trifolium (Klee) und anderen
niederen Pflanzen.
scabiosae Sch. Juni, Juli, sehr selten, im westlichen Grenz-
gebiete nicht selten.
achilleae Esp. ‘Juni, Juli, selten, wurde bis jetzt nur im
westlichen Grenzgebiete gefunden.
meliloti Esp. Juni, Juli, ziemlich selten. R. bis Juni, an
Trifolium (Klee).
trifolii Esp. Juli, August, nicht häufie. R. bis Juni, an
Trifolium (Klee) und anderen niederen Pflanzen.
lonicerae Sch. Juli, August, ziemlich häufig. R. bis Juni
an Trifolium und Vicia (Klee und Wicken).
filipendulae L. Juni, bis August, häufig. R. bis Mai, Juni
an Trifolium (Klee) und anderen niederen Pflanzen. ab eytisi
Hb. selten unter der Stammform. (Gelbe Form Taf. IV. Fig. 15).
carniolica Sc. Juli, August, nicht häufig und nur an sonnigen,
trockenen Abhängen. R. Mai, Juni an Esparsette. ab.
hedysari Hb. und ab. berolinensis Stgr. selten unter
der Stammform.
Ino Leach.
pruni Schiff. Juni, Juli, ziemlich selten. R. bis Mai an
Calluna (Heidekraut).
statices L. Juni, Juli, häufig. R. bis Juni an Rumex acetosa
(Sauerampfer).
Cochlididae.
Cochlidion Hn.
limacodes Hufn. Mai, Juni, nicht häufige, in Laubwäldern.
R. September an Quercus (Eiche).
Psychidae.
Pachytelia Westw.
unicolor Hufn. Juni, Juli, nicht selten. Im Frühjahr die
Säcke an Baumstämmen und Zäunen. R. bis Mai an niederen
Pflanzen.
Psyche Schrk.
viciella Schiff. Juli, sehr selten, wird nur aus dem westlichen
Grenzgebiete gemeldet.
102 Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1913.
Sterrhopterix Kirb.
hirsutella Hb. Juni, Juli, in Heidegegenden, selten. R. bis
Mai, Juni an Calluna (Heide).
Epichnopterix Hein.
pulla Esp. Mai, Juni, nicht selten. R. bis Mai an niederen
Pflanzen.
Fumea Stph.
casta Pall. (intermediella Brd.) Im Juni, Juli, ziemlich selten.
Die Säcke an Bäumen, Zäunen und Blättern.
betulina Z. Juni, Juli, selten. R. bis Juni an Flechten und
niederen Pflanzen.
Sesiidae.
Trochilium $.
apiformis Cl. Juni, Juli, selten. R. bis Frühjahr in den Wurzeln
und unterem Teil der Pappelstämme.
melanocephala Dalm. Juni, Juli, sehr selten, ist nur einmal
von Funke gefangen worden.
Sciapteron Stgr.
tabaniformis Rott. Juni, selten. R. in den Anschwellungen
der Aeste von Pappelsträuchern.
SesiafF.
scoliaeformis Bkh. Juni, sehr selten. R. zwischen Rinde und
Holz alter Birkenstämme auf feuchtem Boden. Verpuppung in
1 cm langem Gespinstgehäuse. 2 jährig.
speciformis Gorn. Mai, Juni, selten. R. bis Mai in Alnus
glutinosa und Betula alba (Erle und Birke).
cephiformis 0. Juni sehr selten, bei Mehltheuer gefunden
worden.
tipuliformis Cl. Mai, Juni, nicht häufig. R. Jis Mai in den
jungen Zweigen der Ribesarten (Johannisbeere) in Gärten.
vespiformis L. (asiliformis Rott.) Juni, Juli, selten.
myopaeformis Bkh. Juni, Juli, selten.
culiciformis L. Mai, Juni, selten. R. bis April in Birken-
stümpfen.
Tafel IV.
Diese Tafel gehört zur Arbeit von Schweitzer:
„Die Grossschmetterlingsfauna des Vogtlandes“ p 47—103
Melitaea aurelia. Melanismus. Plauen. VII. 1912.
Dressel leg.
2 Argynnis selene. Aberration Plauen Pferdeh.leg.
3 Areynnis euphrosyne. Albinismus. Plauen.
8)
6. VIII. 1907. Wagner leg.
Argynnis paphia. Aberration. Plauen. Dressel leg.
Metopsilus porcellus. Aberration. Torge elev.
Dendrolimus pini. Aberration Plauen. 1910
Wagner leg.
Nonagria typhae. Melanismus. Plauen. Hirsch
elev.
Agrotis primulae. Aberration. Hirsch elev.
Larentia lugubrata ab. denigrata Aberration.
Plauen 1911. Schweitzer leg.
Bupalus piniarius ab. nigricarius. Plauen
Schweitzer leg.
Crocallis elinguaria. Aberration. Plauen.
Wagner leg.
12 Arctia caja. Aberration. Schleiz. Zobel leg.
3 Spilosoma menthastri. Aberration. Plauen.
regen!
Fig.
Fig.
Fig. 4
Fig. 5
Fig. 6
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Fig. 10
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Fig
Fig.
Fig
Fig. 15
Zobel leg.
. 14a.b Parasemia plantaginis. Aberration. Hirsch leg
Zygaena filipendulae. Gelbe Form. Plauen
Wagner leg.
p. 94
p. >
pP- 99
pP: 99
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p. 75
pP. 09
p 90
Dp. 91
p. 94
D: 39
p. 98
p-. 99
p. 101
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IRIS, DRESDEN, BD. XXVll. TAZzIV
Natürliche Grösse.
Die Gross-Schmetterlings-Fauna des Vogtlandes. 103
formicaeformis Esp. Juni, sehr selten.
ichneumoniformis F. Juni, Juli, sehr selten.
empiformis Esp. Juni, Juli, selten. R. Anfang Mai in den
Wurzeln von Euphorbia (Wolfsmilch).
Bembecia Hh.
hylaeiformis Lasp. Juli, August, nicht selten. R. lebt in den
Wurzelstöcken und Wurzeln von Rubus idaeus (Himbeere) und
verpuppt sich im Juni in dem unteren Teile der hohlgefressenen
Stengel.
Cossidae.
CossusF.
cossus L. Juni, Juli, nicht selten. R. im Holz verschiedener
Laubbäume, ist 2- bis 3 jährig. Die erwachsene Raupe verlässt
im Mai ihren bisher bewohnten Stamm, um sich ein Lager für
die Verpuppung zu suchen und wird so ziemlich häufig über
Wege laufend angetroffen.
Zeuzera Latr.
pyrina L. Juli, sehr selten. Ist nur einmal im westlichen
Grenzgebiete gefangen worden.
Hepialidae.
HepialusF.
humuli L. Juni, Juli, in manchen Jahren häufig, auf Wiesen.
R. im Frühjahr an den Wurzeln von Rumex (Ampfer).
sylvina L. Juli bis September, nicht selten. R. bis Juni, Juli
in den Wurzeln niederer Pflanzen.
fusconebulosa D. G. (veleda Hb.). Juni, Juli, sehr selten.
lupulina L. Mai, Juni, nicht selten.
hecta L. Juni, Juli, nicht häufig.
104 Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1913.
September-Fang in Bozen.
Von Ernst Möbiıus. Dresden.
Wochenlanges kaltes Regenwetter ohne einen Sonnenblick
war die Signatur des Sommerwetters im Jahre 1912. Ein kur-
zer Urlaub, der mir noch vergönnt war, sollte möglichst mit
dem Schmetterlingsfang ausgenützt werden; da war guter Rat
teuer. Meine Erwartung, dass in den Dolomiten das Wetter
selbst dann immer noch erträglich ist, wie ich verschiedene Male
schon erfahren hatte, täuschte nicht. Bei meinem Eintreffen
in Bozen, Anfang September, war herrlichster Sonnenschein und
hielt auch die eine Woche aus, woselbst ich mich da aufhielt
mit nur kurzen Unterbrechungen, nur kalte stürmische Abend-
winde in der Richtung vom Brenner erinnerten an das schlechte
Wetter im Norden. In dieser einen Woche habe ich unter eif-
riger Mithilfe meiner Frau durch die verschiedensten Fangme-
thoden eine mit Rücksicht auf die vorgeschrittene Jahreszeit ganz
ansehnliche Menge Schmetterlingsarten zusammengebracht. Wenn
auch der Bozener Kessel lepidopterologisch ja genügend durch-
forscht und bekannt ist, so lässt sich doch in diesem von der
Natur so bevorzugten Gebiete immer wieder etwas bemerkens-
wertes finden und ich hoffe deshalb mit meinem folgenden klei-
nen Beitrag dazu manchen zünftigen Sammler zu interessieren.
Am Tage flog nicht viel, abgflogene S. hermione 92
setzten sich immer noch neugierig an die Stämme, ebensolche
S. semele 22 auf die sonnigen Steine des Weges. Am Kal-
varienberge flog S. statilinus v. allionia und zwar in einer
sehr kräftig gezeichneten, grossen Rasse, welche Merkmale ja
auch die anderen dort fliegenden Satyriden auszeichnen. Leider
waren bei den meisten von den Eidechsen Flügelecken heraus-
gerissen, denn allionia beginnt ihren Flug erst gegen 10 Uhr,
die Eidechsen stecken ihre klugen Köpfe schon bei dem ersten Sonnen-
strahl aus den Steinlöchern, um bald die Felsen nach Nahrung abzu-
suchen, zum Unheil für die langschlafende allionia. Interes-
sant war das Vorkommen von E. aethiops in noch frischen
Stücken am Aufgang zum Kalvarienberg in so vorgerückter Jahres-
zeit, dabei ab. leucotaenia 2%. In Disteln waren gelbgrüne
P. cardui-Raupen eingesponnen, sie lieferten sehr lebhaft ge-
zeichnete Falter von fleischrosaem Aussehen (ab. carnea Fritsch:
Möbius. September-Fang in Bozen. 105
Entom. Rundsch. 21. J., S. 136). P. megaera sass in scharf
gezeichneten Stücken der 2. Generation an Steinen. Ein C.
hyale 2 besitzt eine sehr breite schwarze Apikalbinde. M.
didyma in 2. Generation flog nur einzeln, ebenso L. baton,
L. bellargus, ein 2 der letzteren Art war sehr dunkel und
kräftig, auch auf den Vorderflügeln mit breiter lebhafter Binde
(ab. latefasciata Schultz), Von L. icarus fing ich ein
unten sehr helles ab. poliphemus ® und auf der Mendel ein
ab. icarinus ®. Der Ausflug nach der Mendel war sonst wenig
ergiebig, E. nerine schon abgeflogen, an Felsen sass eine
weissgraue A. decora, der Abruzzenform ähnlich, an Cam-
panula die letzten Raupen von Eup. impurata. Freudig
überrascht waren wir dagegen durch das massenhafte Blühen
des Alpenveilchens oberhalb Kaltern, der ganze Waldboden war
bedeckt und die Luft mit dem wunderbaren Duft angefüllt, in
der Sonne umgaukelt von einigen C. tithonus. Von den sog.
Dickköpfen konnte nur Ü. alceae 2. Gen. gefangen werden, von
Spinnern C. glaucata, 2. Gen. Die nun folgenden Eulen
wurden z. T. am Tage an Felsen usw. erbeutet, z. T. am
Apfelköder oder auch am Licht bz. morgens in der Nähe der-
artiger Lichtquellen gefunden. Wie schon erwähnt, beeinträch-
tigten die stürmischen Abendwinde das Ergebnis in dieser Hin-
sicht sehr: Acr. euphorbiae, Agr. janthina, baja, stig-
matica, castanea var. neglecta, obelisca mit der ein-
farbigen ab. ruris, Ag. trux (in frischen z. T. prächtig ge-
zeichneten Stücken, dabei 2 Stück einfarbig rote ab. terranea
und ein Stück ab. lunigera). Ein am Felsen gefundenes
Eigelege von mehreren hundert Stück lieferten Raupen, die ich
erst für M. brassicae hielt; sie frassen mit Vorliebe saftige
Kohlarten und zwar ununterbrochen Tag und Nacht und wuch-
sen unheimlich heran. Begierig auf die ersten Falter, die schon
im November schlüpften, ergaben sie Ag. saucia, dabei ca.
20°/, ab. margaritosa in sehr schönen Stücken. (Das sau-
cia-Ei wird demnach nicht einzeln abgelegt (Dannehl in Spuler
S. 163), denn mein Bruder fand vor einigen Jahren im Sep-
tember an einem Felsen in Lugano ebenfalls ein grösseres Ge-
lege.) Am Licht wurde noch gefangen: Ag. praecox, Ep.
popularis, M. brassicae, M. trifolii, D. proxima, D.
carpophaga, R. detersa, Pl. gutta. Von Bryophila-
Arten an Felsen: raptricula, algae, muralis v.obscura
(noch dunkler wie in Culot Noct. Pl. 29 Fig. 7), perla mit fast
schwarzen ab. suffusa. Ferner am Köder: H. adusta, furva
und 1 Stück solieri (bemerkenswert!, dürfte wohl die nörd-
106 Deutsche Entom. Zeitschr. Iris. Dresden 1913.
lichste Stelle sein, Am. caecimacula, C. latreillei (m
Menge, auch am Licht und an Felsen, oft frisch geschlüpft), Br.
meticulosa, L. albipuncta, lythargyria, Car. selini
v. noctivaga und ambigua, M. acetosellae, Orth. li-
tura, X. fulvago, C. puerpera und elocata, T. craccae
(häufig, dabei 1 2 so dunkelgrau mit dunkler Binde, wie ab.
perstrigata Rbl.: Lepidopterenfauna von Herkulesbad und
Orsova, T. VII, Fig. 9). Aus Gesträuch klopfteich H. rostralis,
H. erinalis (hiervon Nachzucht, die frischen Puppen werden
gern von den Raupen angefressen). Auch die zierliche H. co-
staestrigalis flog an den Apfelköder. Das Heer der Spanner
war ziemlich reich vertreten: Ac. asellaria, filicata,
degeneraria, inornata, marginepunctata mit hellen
ab. pastoraria, luridata mit oft sehr dunkler ab. falsaria,
submutata in der bekanntlich sehr dunkeln Südtiroler Form,
Orth. bipunctaria ab. gachtaria und 2 fast schwarze ab.
maritima, O. plagiata, L.truncata, firmata, olivata,
salicata, vespertaria, tophaceata, nebulata v. mix-
tata (sehr dunkel), achromaria, frustata, galiata,
comitata. Am interessantesten war das Auffinden von 2 0’
und 1 2 von L. nobiliaria 2. Gen. an den Felsen des Kal-
varienberges. Diese Art hatte ich wiederholt im Juli auf dem
Simplon, am Riffelhaus und auf der Gemmi gefangen, das Vor-
kommen im Tale, noch dazu im September, war mir mehr als
zweifelhaft. Nach meiner Rückkehr gewährte mir Herr Bang-
Haas freundlichst Einblick in die Staudingersche Sammlung, da
ich immer noch eine andere Art vermutete, besonders ihres
blassen und verwischten Aussehens wegen (ähnlich tempesta-
ria), es waren aber tätsächlich nobiliaria, wie gleiche Stücke
der Staudingerschen Sammlung zweifellos ergaben. Herr Püngeler,
um Rat gefragt, hat sich in dem Sinne geäussert, dass vermutlich
ein £ durch Wind ins Tal geweht worden ist und bei der
Wärme im Bozener Kessel eine 2. Generation ergeben hat. Ob
Saxifraga oppositifolia am Kalvarienberg wächst, weiss
ich nicht, vielleicht hat eine andere Saxifraga als Ersatzfutter
gedient. Nachträglich lese ich in Vorbrodt und Müller-Rutz:
Die Schmetterlinge der Schweiz Pd. II, S. 79, dass auch Wull-
schlegel und Sulzer nobiliaria im Sept. im Wallis fingen, jedoch
vermute ich, dass es sich dabei entgegen den dortigen Aus-
führungen nicht um eine so lange Erscheinungszeit, sondern um
eine 2. Generation handelt. Von Eupithecien fing ich nur
eine pumilata, dagegen waren die Raupen von gemellata
an sonnigen Felsen nicht selten. Ein Ph. vitalbata ® lieferte
Möbius. September-Fang in Bozen. 107
reichliche Nachzucht. Amph. betularius 2 sass unter einer
Laterne, ob 2. Gen.? B. gemmaria in dunklen Stücken war
häufig, ebenso B. repandata in aschgrauer Färbung, beide 2.
Gen. An Felsen sassen vereinzelt Gn. furvata, pullata,
glaucinaria und variegata, meist in schäbigem Kleide.
Im Gestrüpp flogen immer noch lebhaft D. punctata, L. cani-
ola und L. v. candida. Von den Blüten von Eup. canna-
binum erhoben sich beim Näherkommen in Menge C. quadri-
punctata, z. T. noch in frischen Stücken.
Von Kleinschmetterlingen fing ich folgende Arten: G. mel-
lonella, Cr. tristellus v. palleola, Cr. saxonellus,
falsellus, Ph.suavella, D.abietella und splendidella,
H. costalis, P. diffusalis (ein grosses dunkles Stück, von
welcher Art schon v. Hedemann am 2. V. 1898 ein Stück in
Bozen fing (Verh. k. k. zool. bot. G., 1899), also in 2 Gene-
rationen vorkommend), Ac. contaminana v. ciliana, Cac.
unifasciana, Pol. artemisiana, Sc. crataegella,
Conch. jucundana und straminea, Th. mucronella,
Ps. pusiella, An. taeniolella, Lith. platani (Minen
häufig in Platanenblättern) und millierella (Minen in Celtis-
blättern gemein) und einige noch nicht determinierte Mikra.
Es sind dies über 100 Arten, d. h. viele nur in einzelnen
Stücken. Bemerkenswert war das Vorkommen 2. Generationen
von Arten, die nördlich der Alpen es nur zu einer bringen und
das vielfach dunkle Aussehen derselben.
Nur zu bald musste Abschied genommen werden und bald
erüsste das nordische Wetter in Form von Schnee seitlich des
Bahngleises auf dem Brenner, dann gab es in der Heimat wieder
wochenlang Regen und Kälte.
Zur Biologie von Prays curtisellus ab. rusticus Hw.
Von T. A. Chapman. M.D.
Neither Herr Martini (Iris XXVII p. 12) nor Herr Schütze
in the paper to which Herr Martini refers (Ent. Zeitschr. Stettin
1899 p. 169) seem to have seen or heard of my paper on this
form in the Entomologists Monthly Magazine XXV. (1888) p. 73
in which I shewed as nearly as I think it can be shewn with-
108 Deutsche Entom. Zeitschr. Jris. Dresden 1913.
out careful breeding from the egg, that rusticus is only a
form of curtisellus
Its habits differ somewhat, in that in my experience, whilst
curtisellus aflects the buds, shoots and leaves of the ash,
sticus abounds in the galls of fraxini. Taking larvae
from buds to be curtisellus, about 20°/, proved to be
rusticus; whilst rusticus (from galls) provided about 20 ®/,
of curtisellus in the spring brood, but were practically all
rusticus,inthe summerone. The larvae were identical and both
varied a good deal within narrow limits.
Neue oder wenig bekannte palaearktische
Makrolepidopteren VI.
Von A. Bang-Haas. Blasewitz.
Zygaena placida n. sp.
Mit einer kleinen, sonst wenig Interessantes enthaltenden
Sendung aus dem Wan-Gebiete (Armenien) erhielten wir eine
geringe Anzahl dieser neuen, der Z. cuvieri B. ähnlichen
(auch dort gefangenen und gleichzeitig mit erhaltenen) Art.
Die Grundfarbe ist bei beiden Arten schwarzblau und die
Fleckenzeichnung ebenfalls ziemlich gleich. Während aber die
7. cuvieri eine rosarote Färbung hat, ist Z. placida mehr
gelblichrot (Zinnober) gefärbt. Die Htfl. sind auch etwas mehr
eingebuchtet (etwa wie bei olivieri B. undgangmeder H.-S.)
als bei cuvieri. Der Halskragen und die Schulterblätter sind
rot, wogegen cuvieri nur den Halskragen rot aufweist. Ausser-
dem ist bei euvieri nur ein Leibring schmal rot gefärbt, wo-
segen die rote Färbung des Hinterleibes bei placida sich min-
destens über 2 Leibringe, mitunter aber auch bis zum After
ausdehnt. Auch die Beine sind wesentlich verschieden gefärbt,
indem cuvieri stets schwarze, placida dagegen gelblich-
rote hat.
Der Hauptunterschied zwischen beiden Arten liegt also in
der Färbung der Schulterblätter, Leibringe und Beine. Im
Allgemeinen ist placida kleiner als cuvieri; letztere er-
reicht oft eine Spannweite von 40 mm, wogegen die erhaltenen
placida 22 höchstens 32-33 mm messen, und die 0’ Od meist
noch kleiner sind. — Flugzeit August.
L. Martin. Neue Rhopaloceren aus Celebes. 109
Neue Rhopaloceren aus Celebes.
(Vorläufige Beschreibung.)
Von Dr. L. Martin. Diessen.
1. Ypthima gavalisi, nov. spec. Htflgl. unterseits mit grossem
kreideweissen Gebiet, mit einem Apikal- und drei nahezu gleich
grossen Analocellen. Ein Gebirgstier aus Höhen von 4—5000‘,
in den das Palutal begleitenden Bergketten.
2. Danais (Tirumala) choaspes kalawara, nov. subspec.
eine auffallende Trockenzeitform, nur im Gebiete der Palubai,
von blau-schwarzer Grundfarbe mit sehr vergrösserten, bläulich
weissen, hyalinen Feldern. Nach einer grossen Serie beider
Geschlechter.
3. Helcyra hemina celebensis, nov. subspec. erste Er-
wähnung dieser seltenen Art von Üelebes, bisher nur von Indien,
China, Java und Amboina bekannt. Beide Flügel besitzen auf
der Oberseite eine breite, schwarze Umrandung, die sich auf
dem Htflgl. den Adern entlang nach einwärts zieht und auf
dem Vdflgl. den submarginalen Fleck zwischen Mediana und
Submediana erreicht. Nach einem Stück aus Maros, Süd-Celebes,
und einem zweiten aus Kalawara bei Palu.
4. Argynnis hyperbius centralis, nov. subspec. erste Er-
wähnung dieser wanderlustigen Art von Oelebes. Htflgel. unter-
seits ohne grünen Schimmer und mit starker Abnahme der perl-
mutterglänzenden Gebiete. Das Querband der Hitflgl.-Zelle
(Unterseite) ohne weissen Kern. Nach nur einem 9 aus
3—4000'‘ Höhe in der Landschaft Bada in Central-Celebes.
5. Delias belladonna surprisa, nov. subspec. erste Er-
wähnung dieses hauptsächlich continentalen Weisslings von
Celebes. d° beide Flügel ohne Fleckenzeichnung mit dichter,
grünlicher Bestäubung; 5 und 2 ohne das ausgedehnte, hell-
gelbe Analgebiet auf beiden Seiten des Htflels., beide Ge-
schlechter von breiterem, abgerundeten Flügelschnitt mit ge-
schwungener Costa. Aus 2000‘ Höhe.
6. Pareronia tritaea flava, form. nov. ?. Im Gebiete der
Palubai fliegen gelbe ?? dieser grossen Pieride, welche alle weiss-
grünen Flecken der typischen ? 2 dunkel strohgelb gefärbt zeigen.
7. Pareronia tritaea sarasinorum, nov. subspec., die auf
der Insel Buton fliegende Tritaearasse, welche gegen typische
Tritaea eine bedeutende Abnahme der blaugrünen Flecken zeigt.
Auch diese Subspeeies ist im 2 Geschlechte dimorph, es gibt
weisse und gelbe 2 2.
Diessen, 23. Juli 1913.
110 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
Zürich, den 14. Mai 1913.
Aufruf an alle Entomologen!*)
Die Naturschutzbewegung, welche gegenwärtig durch die
ganze Welt geht, begann sich seit einigen Jahren auch auf das
Gebiet der Lepidopterologie zu erstrecken, in dem Masse als
man bemerkte, dass durch die grosse Zahl der Sammler, wie
auch infolge industrieller Ausbeutung für Verkaufszwecke ein-
zelne Schmetterlingsarten mit beschränktem Verbreitungsgebiet
ihrem Untergange entgegen gehen.
Auch in der Schweiz gibt es Falter, welche unzweifelhaft
in dieser Weise gefährdet sind. Die Schweizerische entomolo-
gische Gesellschaft hat daher beschlossen, diesen Tieren nach
Kräften Schutz angedeihen zu lassen, um sie womöglich vor
dem Untergange zu retten.
In Betracht kommen hierbei namentlich folgende Arten:
Erebia christi Rätz.
Lycaena var. lycidas Trapp
Ocnogyna parasita Hb.
Arctia cervini Fallou.
Die Schweizerische entomologische Gesellschaft richtet daher
an die Entomologen aller Nationen die dringende Bitte, mit der
Vernichtung der genannten Schmetterlingsarten energisch Halt
zu machen, und diese seltenen Falter dadurch zu schonen, dass
ihre eng umschriebenen Flugplätze für eine Reihe von Jahren
semieden werden.
Die Schweizerische entomologische Gesellschaft hofft, dass
dieser an alle seriösen und anständigen Sammmelkollegen gerich-
tete Appell nicht unwirksam verhallen werde.
Im Namen und im Auftrage. der Schweizerischen entomo-
logischen Gesellschaft:
Dr. J. Escher-Kündig als Präsident.
Dr. August Gramann als Sekretär.
Prof. Dr. E. Bugnion.
Dr. A. v. Schulthess.
Prof. Dr. M. Standfuss.
Dr. R: Stierlan.
*) Um Nachdruck dieses Aufrufes wird höflich ersucht.
Bücherbesprechungen. V
Bücherbesprechungen.
Etudes de Lepidopterologie comparde par Charles Oberthür,
Rennes 1904—1913.
Faseieule V 1911. In der Einleitung spricht O. zunächst im All-
gemeinen über Fragen der Klassifikation und Nomenklatur der Lepidop-
teren. Er kommt dabei nochmals auf seinen Satz zu sprechen: „Sans
bonne figure ä V’appui d’une description pas de nom valable“ und fordert
auf, noch nachträglich alle Typen abzubilden, so lange sie vorhanden
sind, wie er es aus eigenen Mitteln für die Typen tun will, die in den
Werken von Guenede und Boisduval beschrieben sind.
Der 5. Band zerfällt in 2 Teile. Im 1. Teil finden wir sub I
Tagebuchaufzeichnungen von M. H. Powell über die Beziehungen zwischen
Lycaeniden und Ameisen; sub II die Fortsetzung der Lepidopterenfauna
von Frankreich und Algier (Aretiiden); sub III Ergänzungen zu den
in Bd. 3 und 4 besprochenen Teilen dieser Fauna; sub IV als „Document
concernant les Somabrachys“ Notizen von M.H. Powell über die Soma-
brachys der Umgebung von Geryville (Süd-Oran) und zwar über Allge-
meines, Nährpflanzen, Parasiten und andere Feinde, Ei, Raupe, Puppe;
ferner einen Brief von E. Holl; sub V einen Artikel über Subspecies
und Morpha mit Wiedergabe einer Arbeit von S. Alpheraky zu der Denk-
schrift von Tian—Shansky: Die taxonomischen Grenzen der Art und ihre
Unterabteilungen.
Unter den Tafeln des 1. Teiles seien besonders erwähnt die Ab-
bildungen zur Biologie von Somabrachys, in denen Eier, Raupen,
Puppen, Falter und Parasiten wiedergegeben sind.
Der 2. Teil des V. Bandes beginnt mit Daten und einzelnen Zügen
aus dem Leben von A. Guenee und Dr. Boisduval, die beide an den
Species general des Lepidopteres gearbeitet haben und deren Sammlungen
O. übernommen hat. Dann bringt O. I. eine Revision iconographique
des Especes de Phalenites, die von Guenee aufgezählt und beschrieben
sind im 9. und 10. Bande des Spee. gen. Lep., und zwar der Familie der
Urapteryden, von denen er alle abbildet, die bisher ohne Bild be-
schrieben waren. Dann folgen II. zwei kleinere humorvolle Schrifsen von
Guen£e: 1. ein Selbstportrait der Entomologen, in dem die verschiedenen
Typen derselben ebenso ausgezeichnet geschildert werden wie das man-
gelnde Verständnis, das das Publikum den Entomologen entgegenbringt,
und andererseits die reinen Freuden, die diese Beschäftigung mit der
Natur gewährt; 2. eine Betrachtung über die Namen und Namengebung
in der Entomologie, voll von geistvollem Humor. An III. Stelle stehen
Beobachtungen Powells in Süd-Oran über die Symbiose von Ameisen und
Lycaenidenraupen, an IV. berichtigende und ergänzende Betrachtungen
über Hesperiden, so über Carcharodos lavaterae, altheae
und baeticus, die nach den von Lacreuze gemachten Genitalunter-
suchungen 3 verschiedene Arten sind (3 Tafeln geben Mikrophotogramme
der Genitalien). An V. Stelle beschreibt O. eine neue Aretiide: Cym-
balophora haroldi Obthr. aus Geryville, einen Getreideschädling.
Faseieule VI 1912. In der Vorrede bespricht O. nochmals seinen
Grundsatz, dass eine Neubeschreibung ohne Bild ungültig sein soll und
fordert wenigstens eine gute Photographie, deren Herstellung nicht sehr
teuer sei. Im spec. Teil gibt O. sub I eine Arbeit von Alpheraky wieder
über: Genus und Subgenus, deren Inhalt er sich im Wesentlichen an-
schliesst. A. stellt darin die Gesichtspunkte für die Einordnung in Genera
auf und verwirft die Unterteilung in Subgenera. Sub II folgen dann
VI Bücherbesprechungen.
Beobachtungen über die Hesperiden des Genus Syrichthus, wobei
die Wichtigkeit der Genitaluntersuchungen wohl genügend gewürdigt
wird, seitens O. aber unterbleibt, der hauptsächlich die äusseren Merkmale
berücksichtigt (Ei, Raupe, Puppe, Imago, Biologie, Futterpflanze). Nach
allgemeinen Bemerkungen über Verbreitung, bei allen Arten wieder-
kehrender Zeichnungs- und Färbungs-Charaktere bespricht er eine grosse
Anzahl einzelner z. T. neuer Arten aus Nord- und Südamerika, Europa,
Asien und Afrika und gibt die bekannten vollendeten Abbildungen von
Culots Meisterhand. Besonders zu erwähnen ist die genaue Beschreibung
einzelner Flugplätze und die Ergänzung der Beschreibung durch Photo-
graphien, die die Charakteristika der betr. Gegenden zeigen und für die
Kenntnis der Biologie der Tiere von Wert sind. An Ill. Stelle steht ein
Bericht des Paters Dejean und ein Artikel von Kingdon Ward über die
Gegend von Ta-tsien-lou. Unter .IV. gibt OÖ. einen Brief von O. Querei
in italienischer Sprache und französischer Uebersetzung über die Zygaenen
von Zentralitalien, unter V in Form eines Briefes an O. eine Abhandlung
von Turati über Zygaena transalpina, welche T. noch nicht für
eine feste Art hält. An VI. Stelle stehen Notizen über die Entwicklung
von Tympanophoraharoldi, die ©. schon in Fase. V beschrieben
hat. Powell beschreibt hier Raupe, Puppe und Parasiten dieses Getreide-
schädlings. Sub VII endlich folgen weitere Genera der in Fasc. V be-
gonnenen Revision der Phaleniten mit den Abbildungen der von Guende
beschriebenen Arten unter Hinzufügung von Bildern hierher gehöriger
Falter aus O.’s Sammlung.
Wenn man immer wieder mit wahrem Entzücken die prachtvollen
Abbildungen durchstudiert, so bedauert man nur, dass die dazu gehörigen
Erklärungen nicht den Tafeln gegenüber, sondern von diesen entfernt
sich befinden, wodurch das Aufsuchen der einzelnen Tiere erschwert wird.
Dr. W.
Vorbrodt und Müller-Rutz, Die Schmetterlinge der Schweiz,
Zweiter Band, Lieferung 1. Bern 1913. Druck und VerlagK.J.Wyss. In
dieser Lieferung von 96 Seiten werden die Geometridae bis L. autum-
nata abgehandelt in der so ausführlichen Weise und mit so grosser Sach-
kenntnis, wie bei der Besprechung der früheren Lieferungen wiederholt
hervorgehoben wurde. Interessant ist u. a. die Bemerkung unter Ac. vir-
gularia, dass bei einer Ballonfahrt in Bern ein ® bei 2862 m Höhe zum
Korbe flog. Das mit ? versehene einzelne Stück von sicanaria, das Rühl
auf dem Grat der Lägern gefangen haben will, konnte wohl als zweifel-
loser Irrtum wegbleiben. Auf S.38ist das unter Orth. oetodurensis Ge-
sagte bemerkenswert, diese Form soll Art, nicht Unterart von bipunctaria
sein. Ebenso soll L. subhastata nach Ansicht der Verfasser reine Art
sein. Von Tr. sabaudiata fing Honegger am 12. VIII. 1884 an den Wänden
der Gempener Höhle 500—600 Stück. Die Arten L. varonaria und con-
testata, die Frl.v. Rougemont in einigen Stücken gefangen hat, bedürfen
wohl noch weiterer Aufklärung. Es wird diese Fauna ein nicht zu ent-
behrendes Nachschlagewerk für alle werden, die sich mit Schweizer
Schmetterlingen befassen, eine wirklich selten fleissige Arbeit. nen
öbius.
Mitglieder-Verzeichnis
des
Entomologischen Vereins ‚‚lris“ zu Dresden.
Ehren-Mitglieder.
Seine Kaiserliche Hoheit der @rossfürst Nicolai Michailowitzsch.
Tiflis (Russland)
Aurivillius, Christopher, Dr. phil. und Universitäts-Professor.
Stockholm, (Schweden)
Dietze, Karl, Maler.
Steinlestrasse, Frankfurt a. M
Mabille, Paul, Professor
17 rue de la Gaite, Perreux (Seine, Frankreich)
Nickerl, O,, Regierungsrat Dr. med.
Wenzelsplatz, Prag, (Böhmen) 779, IL
Oberthür, Charles,
Rennes, Ille-et-Vilaine (Frankreich)
Pagenstecher, Arnold, Dr. med., Kgl. Geheimer Sanitätsrat.
Biebricher Strasse 17, Wiesbaden
Ribbe, Karl, Naturalist.
Moltkestr. 28, Radebeul b, Dresden
Rothschild, Walther, Ph. D., Zoologieal-Museum.
Tring Herfordshire (England)
Standfuss, Max, Dr. phil., Professor, Dozent beider Hochschulen
und Direktor des entom. Museums am Eidgenössischen
Polytechnikum.
Zürich, (Schweiz)
Ordentliche Mitglieder.
Arp, Julius, Kaufmann, in Firma Arp & Co.
Glockengiesserwall 16, Mamburg
Ayrer, Carl, Rechtsanwalt,
Reissiger Strasse 65, Dresden
Bang-Haas, Andreas, Kaufmann.
Residenzstr. 34, Blasewitz-Dresden
Bartel, Max,
Gibitzenhofstr. 84, Nürnberg
1891
1890
1899
1892
1908
1886
1884
1884
1891
1383
1891
1901
1890
1898
Adressenänderungen bittet man rechtzeitig dem Schriftführer Ad.
Winkler, Dresden 27, Kaitzerstr. 137 I. mitteilen zu wollen.
Mitglieder-V erzeichnis.
Baum, Alexandre,
rue Zvezdine, maison 7, Nijni Novgorod (Russland).
Bernhardt, Kgl. Förster.
Eberholzen, bei Gronau, Provinz Hannover
Bessenyei, Elemer. Heilpädag. Lehrer.
Borosjenö (Arad m.) Ungarn
Bethune-Baker, George T.
19 Clarendon Road, Edgbaston, Birmingham (England)
Biedermann, Robert.
Turmhaldenstrasse 20, Winterthur, (Schweiz)
Biel, Emilio, Kaufmann.
Porto, (Portugal)
Blachier, Ch,, Professor.
‚Tranchees de Rive 11, Genf (Schweiz)
Bornemann, Gustav, Kaufmann.
Neue Ulrichstrasse 1, Magdeburg
Bornemann, Rudolf, Dr. med.
Hohenmölsen
Brasavola de Masso, Guiseppe.
Avio, Trentino (Tirol)
Bretschneider, Richard,
Wilsdruff
Brilling, Fr., Stabsveterinär.
Bergplatz 7 a, Königsberg in Pr.
Calberla, Heinrich, Privatus.
An der Bürgerwiese 8, Dresden
Candeze, L.
75 Mont St. Martin, Liege (Belgien)
Caradja, Aristides von, Gutsbesitzer.
Tirgu Neamtu (Rumänien)
Chapman, Th,, A.
Betula. Reigate Surrey (England)
Cheux, A,
47 rue du Delaage. Angers, Dep. Maine et Loire (Frankreich)
Conrads, H. Aloys, Pater, Gesellschaft der weissen Väter.
Neuwied-Ukerewe, Post Muansa, (Deutsch.Ostafrika)
Courvoisier, Dr. med., Professor
Holbeinstrasse 23, Basel (Schweiz)
CGromerugghe de Piequendaele, Baron.
35 rue du Chätelain, Ixelles les Bruxelles (Belgien)
Dames, Felix, L., Buchhändler.
Lortzingstr. 10, Lichterfelde-Berlin.
Dampf, Alfons, Dr phil.
f Nicolaistrasse 36, II, Königsberg i. Pr,
Dattin, E,,
ll rue de Strasbourg, Nantes (Loire inferieure) (Frankreich)
Daub, M., Architekt.
Beiertheimer Allee 7, Karlsruhe
Deckert, Henri.
Au val chezine, rue du Bocage, Nantes (Frankreich)
1910
1913
1913
1892
1907
1893
1906
1885
1908
1910
1912
1902
1886
1903
1890
1910
1898
1909
1892
1896
1900
1906
1910
1890
1898
Mitglieder-Verzeichnis.
Delaye, Jean, Fr. Naturaliste
172 rue du temple, Paris (Frankreich)
Demaison, L.
Rue Nicolas-Perseval 21, Reims (Frankreich)
Denso, Paul, Dr. phil.
Auf dem Sand, Hellerau b. Dresden
Dietz, M., Frau Dr.
Grosshafenstrasse 35, Saargemünd
Disque, Heinrich, Kaufmann.
Speyer
Dohrn, Heinrich, Dr. phil.
Stettin
Draudt, M., Dr. med.
Darmstadt
Druce, Herbert, Fabrikant.
43 Circus Road, St. Johns Wood, The Beeches, London NW. (Engl.)
Eigner, H.
Geser, Malukkas (Niederl. Ost-Indien)
Esselbach, Paul, J., Kaufmann.
Dornblüthstr. 5, Dresden
Falcke, Emil, Ingenieur.
Wollinerstr. 23I., Berlin N,
Feodoroff, S. Lehrer.
Alexandria, Gouvern. Cherson (Russland)
Fiedler, Dr.
Suhl i. Thür,
Fischer, F, M,, Rittergut Freienhagen b. Niederzwehren
(Bez. Cassel)
Fletscher, T., Bainbrigge, Agricultural College u. Researche Institute.
Coimbatore (South India)
Förster, Pastor prim.
Landeshut, (Schlesien)
Fruhstorfer, H,, Naturalist.
Rhöne 3820, &enf (Schweiz)
Galvagni, Egon, *Dr. Praktikant der Wiener Universitäts -Bi-
bliothek
Trauttmannsdorfgasse 54, Wien-Hietzing (Oesterreich)
Gauckler, Hermann, Maschinen-Ingenieur.
Kriegsstrasse 188, Karlsruhe i. Baden
Gschwandner, Robert.
Hernalser Hauptstrasse 39, Wien XVII 1
&odman, Frederie Ducane, Dr.
45 Pont Street, London SW, (England)
&oebel, Emil.
Wilhelmstrasse 9, Siegen
Graeser, Louis, Entomolog.
Baumeisterstrasse 23 III, St. Georg, Hamburg
Graf, Fr, 0., Bahnhofs-Vorsteher.
Neusalza-Spremberg
6rellmann, Max, Sekretär.
Elsasserstrasse 1, Dresden
Gruhle, €, F, H., Kaiserl. Rechnungsrat.
Bernhardstrasse 84, Dresden Pl,
1918
1891
1910
1897
1897
1893
1898
1890
1911
1909
1910
1913
1900
1902
1910
1911
1894
1905
1895
1912
1887
1910
1593
1910
1907
1905
Mitglieder-Verzeichnis.
Hall, Arthur J. |
Park Lane Mansions. East Croydon (England)
Harte, Geh. Regierungsrat.
Dreiengelstrasse 24/25, Magdeburg
Heinitz, Woldemar.
Neefestr. 24 II, Chemnitz
Heissler, Ludwig, Dr. med., Kgl. Bezirksarzt I. Kl.
Bayreuth
Heller, Carl M,, Dr. phil. Professor, Kustos am Kgl. Zoolog. Museum.
Franklinstrasse 22, Dresden
Hemmerling, H. J. Dr. med.
Bahnhofstr. 28, Aachen
Herfert, Anton,
Waldgasse 13, Linz a, d. Donau
Herzig, Joh., Ingenieur.
Hesse, Otto.
Seestr. 68, Stuttgart
Lugowaja 45/13, Irkutsk, Sibirien (Russland)
Heyden, Lucas von, Professor, Dr. phil. h, e. königl. preuss.
Major z. D. Bockenheim b. Frankfurt a. M.
Heusinger, Georg, Dr. Rechtsanwalt.
Grosse Meissnerstrasse 2, Dresden
Heylaerts, F. J. M,, Dr. med.
Haagdyk, B. 277 Breda (Holland)
Heyne, Alexander.
Landhausstrasse 26a, Berlin-Wilmersdorf
Homberg, R,
1 Square Moncey, Paris (Frankreich)
Honnegger, Hermann, Spediteur.
Pilgerstrasse 13, Basel (Schweiz)
Honig, Detlev, Rittmeister a. D.
Friedrichstrasse 58/59, Hasserode a, H,
Hormuzaki, Constantin, Freiherr von
Josefgasse 8, Czernowitz (Bukowina)
Husadel, Paul, Dr. med.
Gewandhausstrasse 3, Dresden
Huwe, Adolf, Rechnungsrat.
Passtrasse 16, Zehlendorf b. Berlin
Ihle, Richard, Tischlermeister.
Marecusstrasse 8, Dresden
Janet, A., Marine-Ingenieur, Professor.
252 rue St. Jaques, Paris (Frankreich)
Jacobs, H.
Luxemburgplatz 3, Wiesbaden
Johnas, Wilhelm, Dr. phil., Oberlehrer.
Peterstr. 21, Libau (Russland)
John, Oskar.
Ligowskaja 59, St, Petersburg (Russland)
Johnson, Fred. Farmer.
Farm abus, Post Otavi, Deutsch-Südwest-Afrika.
Jordon, R,, Privatus.
Zschieren b, Kl-Zschachwitz i. S.
Mitglieder-Verzeichnis.
Junk, W., Buchhändler.
Berlin W 15, Sächsische Strasse 68
Kementzy, Franz.
Budapest (Ungarn)
Kheil, Napoleon, Professor und Handelsschuldirektor.
Ferdinandstrasse 38, Prag (Böhmen)
Korb, Max, Entomolog.
Akademiestrasse 23, München
Konäs, Rudolf, k. k, Hauptmann.
Caslau (Böhmen)
Xramlinger, Franz, Sekretär.
Mondscheirgasse 8, Wien VII/2 (Oesterreich)
Kraushaar, Ernst, Lehrer.
Krassostr., Nadräg (Ungarn)
Kretzschmar, Gustav, Kaufmann.
Bismarckplatz 6, Dresden
Krüper, Theobald, Professor, Dr. phil, Konservator am Museum
zu Athen:
Botasistrasse 8, Athen (Griechenland)
Kuntze, Albert, Kaufmann.
Hohenzollernstr. 14, Niederlössnitz b. Dresden
Längenfelder, Chr,, Oberingenieur.
Meuschelstr. 38, Nürnberg
Larsen, C. S., in Firma J. J. Larsen.
Faaborg, Fünen (Dänemark)
Leonhard, Otto, Privatus.
Villa Diana, Blasewitz b. Dresden
Liebmann, M., Fabrikbesitzer.
Arnstadt
Macker, Emil, Dr. med., Spitalarzt.
Pfeffelstrasse 11, Colmar i. Elsass
Marchi, @., Professor.
Trient (Süd-Tirol)
Marschner, H., Oberpostassistent.
Hirschberg i. Schl,
Martin, L., Dr. med., Hofrat.
Diessen am Ammersee
Martini, W.
Sömmerda (Thüringen)
Matthes, R. A,, praktischer Zahnarzt.
Bautzner Strasse 41, Dresden
Mees, A., Privatus.
Eisenlohrstrasse, Karlsruhe i. B.
Meinhard, A. von, Ingenieur.
Tomsk (Sibirien, Russland)
Meixner, A,, Dr., Zoologisches Institut der Universität.
Graz (Steiermark)
Meyer, Robert Paul, Kaufmann.
Germaniastrasse 10, Chemnitz
Mitterberger, Karl, Lehrer.
Steyr (Öber-Oesterreich)
1912
1910
1890
1894
1911
1908
1911
1390
1890
1910
1901
1900
1591
1901
1892
1910
1908
1594
1905
1900
1596
1904
1907
1890
Mitglieder-Verzeichnis.
Möbius, Ernst, städt. Amtstierarzt.
Schlachthofring 3II, Dresden
Möbius, Richard, Baurat.
Andrestrasse 23, Chemnitz
Mocsäry, Alexander, Dr. phil., Professor.
National-Museum, Budapest (Ungarn)
Monteiro, Antonio Augusto de Carvalho.
Rua do Alegrim 72, Lissabon (Portugal)
Mulıl, &eorg, Pfarrer.
Sachsenhausen, Post Gilsenberg, Bez. Cassel
Müller, Richard.
Hubertusstr. 43, Dresden-N.
Nassauer, Max, Dr.
Rheinstr. 25, Frankfurt a, M.
Ney jun., Felix, Fabrikant.
Stephanstrasse, Aachen
Niepelt, W., Naturalienhäudler und Fabrikant entomol. Requisiten.
Zirlau b, Freiburg (Schlesien)
Noth, Joseph, Privatus.
Gera (Reuss)
Overbeck, Ernst, Amtsrichter.
Hohenhausen-Lippe
Paravieini, L., Kaufmann.
Sommergasse 44, Basel (Schweiz)
Petersen, Wilhelm, Mag., Direktor der Realschule.
Reval (Esthland, Russland)
Petroff, Alexander, Kaiserl. russisch. Konsul.
Alexandrien (Egypten)
Petzold, W., Kaufmann.
Walderseeplatz 1, Dresden-Striesen
Petry, A., Dr.
Blödaustrasse 19, Nordhausen
Pfitzner, Pastor.
Sprottau (Schlesien)
Philipps, Franz,
Klingelpütz 49, Köln a. Rh,
Piepers, M. C., Dr.
Noordeinde 10a, Haag (Holland)
Pohl, R,, Oberpostsekretär.
Weinkellerstrasse 35, Hohenstein-Ernsttal
Poll, J, R. H. Neervort van de, Entomolog.
Rijssenburg, Provinz Utrecht (Holland)
Portner, Albrecht, Baron von, k. k. Fregatten-Kapitän.
Judendorf b. Graz, Villa Waldheim (Oesterreich)
Preissecker, Fritz, Ministerialbeamter.
Zeltgasse 1, Wien VIII
Prout, B,, Louis,
62 Graham-Road, Dalston N. E.,, London (England)
Püngeler, Rudolf, Gerichtsrat.
Burgstrasse 15, Aachen
Mitglieder-Verzeichnis.
Ragusa Enrico,
Exelsior Palace Hotel, Palermo (Italien)
Rebel, Hans, Dr. phil. Professor, Kustos-Adjunkt am k. k. Hof-
museum.
Burgring 7, Wien I
Reichelt, Hugo, priv. Kaufmann.
Leipziger-Strasse 99 II, Dresden-N.
Reuter, Enzio, Magister der Philosophie.
Frederiksgatan 45, (im Sommer: Henriksgatan Il, Abo
Helsingfors (Finnland)
Richter, Franz, Lehrer.
Bahnhofstr. 2, Deuben b. Dresden
Richter, Viktor,
Komotau (Böhmen) Bahnhof
Richelmann, königl. preuss. Oberstleutnant z. D.
Rothenburgstr. 36, Steglitz-Berlin
Riedel, Eduard, Kaufmann.
Hohe Strasse 40 III, Dresden
Rolle, Hermann, Entomologisches Institut.
Speierstrasse 8, Berlin W. 30
Roscher, Rich,, Dr. med.
Gr.-Schweidnitz
Rothke, M.
1957 Myrtle Street, Seranton (Penns. U. S. A.)
Sasse, Theodor, Dr. jur.
Domplatz 8, Magdeburg
Schaus, W,, Lepidopterolog
97 Elm-Park, Gardens S. W. London (England)
Schawerda, Carl, Dr. med.
Gumpendorferstrasse 22, Wien VI (Oesterreich)
Scheljuzhko, Leo,
Lwowskaja 45, Kiew (Russland)
Schmidt, C. W., Dr. phil., kaiserl. Landeshauptmann z. D.
\Kurfürstendamm 5, Berlin W.
Schopfer, Eduard, Kaufmann.
Maxstr. 11 pt., Dresden
Schreiber, Hauptmann
Rainville-Terrasse 9. I. Altona a. Elbe
Schrottky, C., Prof. particular.
Posadas, (Republ. Argentinia)
Schultze, Arnold, Dr., Ober-Leutnant a. D.
Deckenstr. 1, Bonn
Schulz, @ustav Leo, Kaufmann.
Kurfürstendamm 59, Berlin W.
Schütz, @., Dr.
Paralellelstrasse 1, Beuthen 0.-8.
Schütz, Wilhelm, Lehrer.
Filippsdorf i. Böhmen
Schütze, K. T. Lehrer.
1893
1883
1539
1910
1890
1392
1904
1902
1900
1396
1904
ut
1895
1594
1907
1897
1892
1899
1894
1910
Rachlau, Bez. Bautzen: 1910
Seiler, Robert, Kaufmann.
Striesenerstrasse 11, Blasewitz
Seitz, A., Prof. Dr.
Bismarckstrasse 59, Darmstadt
1884
1895
Mitglieder- Verzeichnis.
Solhn-Rethel, Otto, Maler.
Villa Strohl-Fern, Rom (Italien)
Spemann. Wilhelm, Maler.
Johannesbad, Wachwitz
Spröngerts, J. R., Bankvorsteher.
Artern (Prov. Sachsen)
Stange, &,, Gymnasial-Professor.
Friedland (Mecklkg.)
Staudinger, Paul.
Nollendorferstrasse 33, Berlin W. 30
Stephan, Julius, Lehrer.
Friedrichsberg bei Reinerz (Schlesien)
Stertz, Otto.
Hohenzollernstr. 75, Breslau
Sulger, H., Kustos am Museum.
Basel (Schweiz)
Görlitz
Sydow, Hermann, Fabrikbesitzer.
Tanere, Rudolf, Fabrikant.
Anklam (Pommern)
Tischendorf, P, von, Dr., kaiserl. deutscher Generalkonsul.
Obertorstrasse 12, Bückeburg
Trechmann, Ch, 0., Dr. phil.
Hudworth Tower, Castle, Eden, Co. Durham (England)
Uffeln, Karl, Oberlandesgerichtsrat.
Hamm (Westf.)
Wagner, Fritz,
Dittesgasse 11, Wien XVIIE
Wagner, Heinrich, Verlagsbuchhändler.
Stephanstrasse 16, Leipzig
Wahr, I, E. A, Civil-Ingenieur,
Post Offize Kowloon Hongkong (China)
Walther, Hans, Dr. med.
Böhmertstrasse 4, Dresden 8
Waterhouse, &. A. —
Bull’s Chambers Moore Street, Sydney. N. S. Wales (Australia)
Weymer, Gustav, Rechnungsrat.
Sadowastrasse 21 a, Elberfeld
Winckler, Ad., Bau-Sekretär bei den kgl. Staatseisenbahnen.
Kaitzer Strasse 137, Plauen-Dresden
Winkler, Curt. Fabrikbesitzer.
Schönau b. Chemnitz
Witzenmann jun., Heinrich.
Sternwaldstrasse 6, Freiburg i, Breisgau
Wunderlich, Philipp, Königl. Kammervirtuos.
Wintergartenstrasse 57, Dresden
Zanko, Julius, stud. jur.
Zseliz, Basmegye (Oberungarn)
Zeumer, Richard
Schlossstrasse 22, Dresden
Zöllner, Heinrich, Ingenieur.
Schretzheim, Post Dillingen (Bayern)
Mitglieder-Verzeichnis.
Ausserordentliche Mitglieder.
Bang-Haas Otto,
Residenzstrasse 34, Blasewitz-Dresden
Fuchs, Robert Dr., Professor, Regierungsrat
Clarastrasse 14, Dresden
Harich, Marie Natalie Helene, Frau Professor.
Wielandstrasse 3, I, Dresden
Hänel, Karl, Lehrer.
Hertelstr. 10, Dresden
Heusinger, J, Frau.
Grosse Meissnerstrasse 2, Dresden-N,
Ihle, Walther,
Marcusstrasse 8, Dresden-N,
Marquardt, Carl.
Residenzstrasse 34, Blasewitz b. Dresden
Noesske, Kurt, Dr. med., Oberarzt.
Struvestr. 7TII, Dresden-A.
Schneider, M., Fräulein.
Südstrasse 5, Blasewitz
Viehmeyer, H,, Lehrer
Müller-Bersetstrasse, Dresden
Wunderlich, Elsa, Frau.
Wintergartenstrasse 57, Dresden
Korporative Mitglieder.
Berliner Entomologische Gesellschaft, Berlin.
Schriftführer: M, @aede, Restaurant „Einsiedler“
Neue Promenade 8a, Berlin-N,
Dominion Museum,
Direktor A, Hamild, Wellington, New Zealand
Entomologischer Verein „Hebe“, Darmstadt. Paul Karstedt,
1898
tar
Eckardtstr. 19, Darmstadt,
Entomologischer Verein „Apollo“, Frankfurt a. M,
Vorsitzender: A, Voigt.
Zentgrafenstrasse 23, Frankfurt a, M,
Entomologische Gesellschaft, Frankfart a. M,
Max Hüther, Schriftführer, Blumenstr. 18
Lepidopterologischer Ferein Frankfurt a. M. Eduard Müller,
Wolfgangstr. 154, Frankfurt a. M.
Entomologischer Verein, Freiberg i. 8,
Ernst Lange, Vorsitzender, Schönlebestrasse 5.
Internationaler Entomologen-Bund, Vorsitz.: Paul Hofmann,
Guben
Entomologischer Verein Chemnitz. Vors.: Arthur Haferkorn,
Pestalozzistrasse 1a, Chemnitz
Entomologischer Verein für Karlsbad und Umgebung,
Schriftführer: August Hüttner.
I. Volkssehule, Karlsbad (Böhmen)
1900
1910
1856
1371
1889
1910
1597
Mitglieder-Verzeichnis.
Entomologischer Verein „Fauna“ Leipzig.
Karl Dorn, Bibliothekar.
Könneritzstrasse 5, Leipzig-Schleussig 1904
Entomologischer Verein „Iris“ Leipzig.
Grimmaischer Steinweg, Cafe Hartmann, Leipzig 1902
Entomologischer Verein Meissen, Emil Engler,
Zscheilaer Strasse 75, Meissen 1907
Entomologischer Verein Mühlhausen i. Th.
@&. Fahlbusch, Vorsitzender, Wagenstädterstrasse 1910
Münchener Entomologische Gesellschaft.
Schriftführer: @. Wenger, Columbusstr. 2JIIC, München 1907
Entomologischer Verein Nürnberg. Joh. Menzel.
Untere Feldgasse 4, Nürnberg 1901
Entomologische Vereinigung Plauen i. V.
Karl Schweitzer, Bärenstrasse 7. 1910
Naturwissenschaftlicher Verein Regensburg.
Professor Ponkratz, Jakobstrasse 2, Regensburg 1891
Verein für Käfer- und Schmetterlingskunde für das nördliche
Böhmen, Karl Freyer jun. Schriftführer, Rumburg (Böhmen) 1910
Internationaler Entomologischer Verein.
Dr. Max Nassauer, Reinstrasse 25, Frankfurt a. M. 1908
Entomologischer Verein Stuttgart. Bibliothekar: Carl Gerstner.
. Königl. Naturalien-Kabinett Stuttgart 1900
Königliche Bibliothek.
Behrensstrasse 40, Berlin, 1904
Königl. Naturalien-Kabinett Stuttgart.
Öberstudienrat Dr. K, Lampert,
Stuttgart 1907
Königliches Zoologisches Museum.
Invalidenstrasse 43, Berlin W. 1900
Wiener Entomologischer Verein. Heinrich Koller,
Herbststrasse 25, Wien XVI 2 (Oesterreich) 1889
Eidgenössiches Polytechnikum Zürich (Schweiz) 1888
Die Vereine, mit denen der Entomologische Verein „Iris“
Schriften austauscht sind:
Amerikan. Museum of Natural History.
77 St. and Central Park West, New York City (U.S. A.)
Berliner Entomologischer Verein. L. Quedenfeld
Ringstrasse 54, Berlin-Grosslichterfelde
Deutsche Entomologische Zeitschrift, P. Kahnt,
Handjergstr. 14, Berlin-Friedenau
Deutsches Entomologisches National-Museum.
Gosslerstrasse 20, Berlin-Dahlem
Entomulgical Section of the Academy of Natural Sciences of
Philadelphia. „Entomologieial-News“.
Logan Square, Philadelphia, Pen. (U. S. A.)
Mitglieder-Verzeichnis.
Entomological Society of London, The transactions.
11 Chandos-Street London W. (England)
Entomological Society. Proceeding.
Washington (U. S,. A.)
Entomologiska Föreningen. „Entomologisk Tidskrift“.
Drottninggatan 94, Stockholm (Schweden)
Entomologiske Meddelelser. A. Klöcker, Redakteur.
Frederiksberg Allee 55, Kopenhagen (Dänemark)
Entomologischer Verein Polyxena. Mitteilungen. F. Harmuth,
Kirchengasse 33, Wien VII/2 (Oesterreich)
Museum of Natural History.
Washington (U. S. A.)
Nassauischer Verein für Naturkunde. Dr. A, Pagenstecher.
Wiesbaden
Nederlandsche Entomologische Vereinigung. Tijdschrift vor Ento-
mologie. D. van der Hoop.
Mathenesserlaan 252, Rotterdam (Holland)
Rivista Colleotterologiea Italiana. Prof. Antonio Porta, Direttore.
R. Universita Parma (Italia)
R, Stagione di Entomologica Agraria, „Redia“ Giornale di Entomologica.
19 via Romana, Firenze (Italia)
Schweizerische Entomologische Gesellschaft. Mitteilungen
Kustos Dr. Steck,
Naturhistorisches Museum, Bern
SocietäA Entomologica Italiaua. „Bulletino della S. E. IL.“ (Dr. A.
Senna, Secretaire de la Soc. Ent. Italienne.) R. Museo.
Via Romana 19, Firenze (Italia)
Societas Entomologica. M, Rühl,
Zürich-Hottingen (Schweiz)
Soeiete Entomologique de Russie. Horae Societatis Entomologicae
Rossicae.
St. Petersburg (Russland)
Societe Entomologique de Belgique, Annales et Bulletins.
89 rue de Namur, Bruxelles (Belgien)
Societe Entomologique de France, Annales et Bulletins, Secretaire
de la S. E. de F.
28 rue Serpente, Paris 6 (Frankreich)
Soeiete lepidopterologique de Keneve. Schriftführer: Marcel Rehfous,
Chemin Rieu 23, &enf (Schweiz)
Verein für schlesische Insektenkunde zu Breslau. „Zeitschrift für
Entomologie“. Professor Dietrich,
Paulstrasse 34, II, Breslau
Verein für Naturkunde in Cassel,
Cassel
K. K. Zoologisch botanische Gesellschaft,
Mechelgasse 2, Wien III/3
Entomologischer Verein „Aurora“ in Breslau,
Schriftführer Winterstein, Gottschallstr. 22
Entomologischer Verein „Pacta“* in Stettin,
Schriftführer W. Sehwarz, Preussischestr, 14
Boletin, de la Real Sociedad Espanola de Historia Natural
Madrid (Museo de Cieneias Naturales) Hipodromo, Spanien
Mitglieder-Verzeichnis.
Broteria, Revista De Sceienseias naturaes Luso-Brazileira, Redaktion:
Calle de Serranos 2, Salamanca (Spanien)
Cambridge Entomological Club, Bussey Institution, Forest Hills,
Boston Mass. (U.S. A.)
Coleopterologische Rundschau
Redaktion und Verlag, Wien XIV, Nobilegasse 20
Dr. 0. Krancher (Entom. Jahrbuch)
Leipzig, Lindenstr. 21I.
The Entomologist’s Monthly Magazine R. W. Lloyd.
London, I5. Albany Piccadilly (England)
The Entomologist, (Monthly Journal.)
Richard South, Upper Tooting S.W. 96 Drakefield Road (England).
Die Gross-Schmetterlinge der Erde.
Bearbeitet von hervorragenden Kennern und Autoritäten wie: Aurivillius
(Stockholm), Bartel (Nürnberg), Eifinger (Frankfurt), Fruhstorfer (Genf),
Grünberg (Berlin), Haensch (Berlin), Janet (Paris), Jordan (Tring), Ma-
kille (Paris), Pfitzner (Sprottau), Prout (London), Röber (Dresden),
v. Rothschild (Tring), Standfuss (Zürich), South (London), Strand (Berlin),
Warren (Tring), Weymer (Elberfeld) und anderen.
Herausgegeben von Professor Dr. Adalbert Seitz.
Vollständig in ca. 485 Lieferungen oder in 16 Bänden, in 2 Havptteilen.
1. Hauptteil Palaearktische Fauna. 2. Hauptteil Exotische Fauna,
Vollständig in etwa 118 Lieferungen | Vollständig in etwa 370 Lieferungen
a Mk. 1.—. a Mk. 1.50.
Band I Tagfalter gebd. Mk. 60.—. | Band V-VIII Amerikanische Fauna
II Spinner u.Schwärmer gebd a
® Sr ; „ IX-XII Indo - austral. Fauna
i AR 1 ca. 155 Lieferungen.
„ III Noktuen in ca. 30 Lieferun- „ XIII-XVI Afrikanische Fauna
gen od. gebd. ca. Mk. 45.—. [ ca. 85 Lieferungen.
„ IV Geometriden in ca. 15 Liefe- | Die Einteilung der einzelnen Bände
rungen od. gbd. ca. Mk.30.—. entsprechend dem 1. Hauptteil.
In beiden Hauptteilen zusammen werden auf ungefähr 1000 Tafeln rund
40000 Falter in vorzüglich kolorierten Abbildungen dargestellt, wonach
jeder Falter sofort auf einen Blick bestimmbar ist.
& Kein Museum, keine Sammlung mehr mit
Der 2. Hauptteil ersetzt unbestimmten "Faltern. Nur durch eine sehr
eine vollständigeExoten-Sammlung. hohe Auflage konnte der beispiellose billige
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Hiezu erscheint noch als Band XVII ein Supplement- Band mit Allgemeinem Teil,
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Folgende Bände sind bereits vollständig und gebunden erhältlich: Bad. I, I.
Je nach vollständigem Erscheinen eines Bandes wird der Subskriptionspreis für die betr.
Lieferungen aufgehoben und tritt eine Preiserhöhung von mindestens 100% sofort in Kraft.
Das Gesamtwerk hat Ende 1906 begonnen und wird bis etwa Sommer 1914 vollständig
abgeschlossen vorliegen.
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Iris, Dresden, Band XXVII. Heft 3.
# Deutsche
A 4
Et
Ä f - Entomologische Zeitschrift
® u)
„Iris.
herausgegeben
vom
Entomologischen Verein Iris zu Dresden.
Jahrgang 1913. Drittes Heft.
- Mit einer farbigen Tafel und einer Bildnisbeilage.,
30. September 1913.
Redakteur: Dr. Denso. /
\\ Preis für Nichtmitglieder des Vereins: 6 Mark.
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Berlin.
R. Friedländer & Sohn.
Carl Strasse 11.
Druck von Oskar Honsol, Gottosborg.
Inhalts-Uebersicht.
Seite
L. Sheljuzhko. Gegen unnütze und bewusste Aufstellung von
SYDONYMEn. 0. ne ee re ie ee
Dr. Denso. Palaearktische Schwärmerhybriden II . . . . 115—121
Dr. L. Martin. Neue Rhopaloceren aus Celebes. . . . . 121-129
H. Fruhstorfer. Ein neuer Serieinus aus China. . . . . 129-130
H, Fruhstorfer. Neue Indo-Australische Br . ... 180—139
A. Pagenstecher + UNE NE ER CE
Wilhelm ‘Martini 7... 0. ey ee
JH. Bloner TS a en ee Ne
Bücherbesprechüngen un. anne hie ala ee VILZ&
Für die Form und den Inhalt der in dieser Zeitschrift veröffent-
lichten Aufsätze sind die Herren Autoren allein verantwortlich.
In allen redaktionellen Angelegenheiten, die auf das Jahr 1913
Bezug haben, bitten wir, sich nur an den Redakteur, Herrn Dr. Denso,
Hellerau b. Dresden, Auf dem Sand, zu wenden.
Sheljuzhko. Gegen Aufstellung von Synonymen. 111
Gegen unnütze und bewusste Aufstellung von
Synonymen.
Von L. Sheljuzhko, Kiew.
„S’il est vrai qu’on ne peut &crire
correctement une langue, dont on
ignore la grammaire, il est aussi
evident qu’on ne peut s’exprimer
avec la preeision desirable au sujet
d’une science, dont on ne connait
le langage technique. La No-
menclature est la grammaire des
Sciences naturelles“ ... ..
(Aus dem Vorwort zu den Inter-
nationalen Regeln der zoologischen
Nomenclatur, Paris 1905).
Es ist verhältnismässig noch gar nicht solange her, dass
bei den Lepidopterologen das Bestreben auftauchte, verschiedene
Abweichungen von den Nomenklatur-typischen Exemplaren mit
besonderen Namen zu belegen, sei es, dass es sich um individuelle
Abweichungen (Aberrationen), oder um lokale (Rassen und
Unterrassen*) handelte. Dieses Bestreben ist meiner Ansicht
nach unbedingt nützlich, weil es unsere Kenntnisse über die
Variabilität der Art erweitert und vertieft. Leider kann man
nun aber nicht bestreiten, dass manche Autoren mit dem
Benennen oft argen Missbrauch treiben und neue Namen
aufstellen, ohne dass sie sich Rechenschaft geben, ob
diese Namen wirklich berechtigt sind, oder ob sie vielleicht nur
dazu dienen, einerseits die durch die Synonymie hervorgebrachte
Verwirrung noch mehr zu vergrössern, und anderseits das Ge-
dächtnis anderer Forscher, welches auch ohne dem mit vielen
Tausenden von Namen genügend beladen ist, noch weiter zu
belästigen. Wenn man nun gegen die Benennung wenig auf-
fallender individueller oder lokaler Abweichungen protestiert, so
gibt es hier immer einen, gewissermassen berechtigten Einwand,
weil ja bei der Beurteilung der Bedeutung dieser oder jener Form
als wichtiges Element die subjektive Ansicht mitspricht, die
natürlich nicht bei allen dieselbe sein kann. Wenn man eine
*) Varietas und Subvarietas bei Staudinger und anderen Autoren,
Subspecies und Natio bei Semenov Thian-Shansky.
, „Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden, Jahrgang 1913,
112 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
schon benannte Form zum zweitenmal benennt, ohne zu wissen,
dass dies schon früher geschehen war, und so unbeabsichtigt ein
Synonym schafft, so ist dies verzeihlich, da es oft sehr schwer
und für die meisten Lepidopterologen auch manchmal ganz un-
möglich ist die ganze Literatur zu sammeln oder genau zu kennen;
aber wenn man ganz bewusst schon benannte Formen zum zweiten
Male benennt oder wenn man eine neue Benennung einer Ge-
meinschaft von früher benannten Formen gibt, anstatt aus den
vorhandenen Benennungen die älteste zu wählen, wie dieses
nach den Nomenklaturregeln geschehen soll, so ist dies schon
eine unverzeihliche und unnütze Belästigung der Nomenklatur.
Ich denke, dass je schneller solche Benennungen richtig bewertet
werden und je schneller solche Namen auf den ihnen zukommenden
Platz als Synonyme gestellt werden, desto besser, da sie dann
desto weniger Verwirrung bringen werden. Aus diesem Grunde
hielt ich es für richtig auf einige solche unzweckmässige Be-
nennungen hinzuweisen.
Alles eben gesagte ist besonders für einige der in letzter
Zeit zu Formen von Parnassius apollo L. aufgestellte
Namen anzuwenden, wie: fennoscandicus Bryk, borealis
Bryk, linnei Bryk, caucasicus Pagenstecher, armenicus
Pagenstecher, nylandicus Bryk, und für eine Form von
Parnassius mnemosyne L., ugrofennica Bıryk.
Wollen wir mit P. mnemosyne ugrofennica und
P.apollo linnei beginnen. Diese Benennungen haben
den gleichen Zweck, oder richtiger, sind gleich zwecklos. Sie
sind nämlich als Benennung der typischen Rasse (im Nomen-
klatorischen Sinne natürlich), aufgestellt, diese Benennung muss
aber unbedingt mit der Benennung der Art zusammenfallen.
Sehen wir uns beide Fälle näher an.
Bei der Aufstellung der Bezeichnung ugrofennica fragt
J. Bryk (Soc. Ent. XXVII. 25): „Genügte es nicht, wenn man
im Gegensatze zu den abgeleiteten Formen die Hauptform ein-
fach Parnassius mnemosyne L. tituliert?“ Darauf
kann nur eine Antwort sein: Nein, das genügt nicht, da die
Art. 2 deı Internationalen Regeln der Zoologischen Nomenklatur
(Congres Intern. de Zoologie, Paris 1905) lautet: „Die wissen-
schaftliche Benennung der Tiere ist für die Untergattung und
alle übergeordneten Gruppen uninominal, für die Art binominal,
für die Unterart trinominal.“ Wenn wir also P. mnemosyne
L. sagen, so muss man darunter die Art im Ganzen, mit allen
Rassen und Formen verstehen; sagen wir aber P. mnemosyne
mnemosyne L., so ist es ein Hinweis, dass wir von einer be-
Sheljuzhko. Gegen Aufstellung von Synonymen. 113
stimmten Subspecies sprechen und zwar von der, welche Linne
vorlag. Es ist ganz klar, dass Bryk unter seiner ugrofennica
nicht die ganze At mnemosyne mit allen Rassen und
Formen meinte, sondern nur die Rasse, welche Linne vor sich
hatte. Zweifellos ist es darum, dass ugrofennica als Synonym
nicht zur Art P. mnemosyne L., wie es Bryk angibt (ibid.,
Seite 49), sondern zur Subspecies mnemosyne, die laut
Art. 2 trinominal ist, also zu P.mnemosyne mnemosyne
L. gehört”). Ich kann durchaus nicht verstehen warum das Herrn
Bryk nicht gefällt und warum er einen solchen von Stichel
richtig gebildeten Namen „stumpfsinnige Reduplication“ nennt.
Es bleibt mir nur noch übrig Herrn Bryk an den Art. 33 der-
selben Nomenklaturreseln zu erinnern, der lautet: „Ein Name
darf wegen Tautonomie, d. h. wegen buchstäblicher Ueberein-
stimmung des Artnamens oder des Art- und Unternamens mit
dem Namen der Gattung nicht verworfen werden. Beispiele:
Trutta trutta, Apus apus apus.“
Auf einer solchen Uebertretung der Nomenklaturregeln be-
ruht auch die zweite Bennung, nämlich P. apollo linnei
Bryk (Soe. Ent. XXVIII, 34). Wenn die Typen von apollo
L. von der Insel Gotland stammen, so wird gewiss die Rasse
von Gotland immer als typisch (im nomenklatorischen Sinne)
gelten und den Namen P.apollo apollo L. tragen; linnei,
der diesen Namen ersetzen sollte ist nur ein unnützes Synonym.
Wenn Bryk sagt, dass Linne seinem apollo keine genügende
Charakteristik gibt um diese Rasse von anderen zu unterscheiden,
so haben wir doch schon im Hinweise auf die Herkunft der
Original-Stücke ein Merkmal, das uns erlaubt die Form, welche
Linne vorlag, von anderen zu trennen.
Würden wir die Namen ugrofennica und linnei
annehmen, so würde das ganze Prioritäts-Gesetz zu nichts werden
da wir in diesem Falle ohne jeden Grund ältere Benennungen
durch neuere ersetzen würden.
Etwas andere Bedeutung haben die Namen fennos-
candicus und borealis. Diese sollen Bezeichnungen
*) Ich möchte noch nebenbei erwähnen, dass in den Nomenklaturre-
geln keine niedere Kategorie als Unterart (Subspecies) existiert. Die
Praxis hat aber solche Kategorien geschaffen und zwar: „subvarietas“
(laut Staudinger u. a.) oder „natio* (laut Semenov Thian-Shansky.) Ist
einmal die Subspecies dreinamig, so muss die Natio viernamig sein. Also
haben wir z. B. bei P. apollo folgende Bezeichnungen:
Species — Parnassius apollo L.
Subspecies — Parnassius apollo apollo L.
Natio — Parnassius apollo apollo apollo L.
114 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
für Vereinigung einiger Rassen seien und widersprechen des-
wegen dem Art. 28 der Nomenklaturregeln, welcher lautet:
„Eine Gattung, die durch Vereinigung von zwei oder mehr
Gattungen oder Untergattungen gebildet wird, erhält den ältesten
gültigen Namen der Gattung oder Untergattungen die sie zu-
sammensetzen. Wenn die Namen gleichzeitig aufgestellt worden
sind, so ist derjenige Name beizubehalten, der von dem ersten
revidierenden Schriftsteller gewählt wurde. Dieselbe Regel ist
anzuwenden, wenn zwei oder mehr Arten oder Unterarten zu
einer einzigen vereinigt werden.“ Also wenn mehrere Formen
vereinigt werden, so muss für solche Vereinigung einfach der
älteste Name der vereinigten Formen angewendet werden und
man darf keinesfalls neue aufstellen.
Der Name fennoscandicus Bryk umfasst die Rassen von
Scandinavien und Finnland, also scandinavicus Harc., nor-
vegicus Menthe, finmarchicus Rothsch. und carelius
Bryk. Der älteste von diesen Namen ist scandinavicus,
also bei der Vereinigung dieser Rassen (deren Zweckmässigkeit
ich hier garnicht berühre) muss der Name scandinavicus
angenommen werden. Wenn Bryk (Soc. Ent. XXVII, 32)
bei der Entscheidung der Frage wie die Vereinigung der oben
erwähnten Rassen heissen soll, untersucht, ob der Name scan-
dinavicus ein Kollektiv-Name ist und ob Harcout Exem-
plare aus Finnland bekannt waren, so zeigt es nur, dass Herr
Bryk den erwähnten Art. 28 der Nomenklaturregeln ausser Acht
gelassen hat, obwohl er sagt, dass die Entscheidung der Frage
„natürlich unter strikter Anwendung des Prioritätsgesetzes“ (!)
erfolgen soll. Scandinavicus braucht kein Kollektiv-Name
zu sein, ebenso konnte Harcout die finnischen apollo, die
Herr Bryk so gut kennt, nicht kennen, das spielt ja überhaupt
auch keine Rolle — jedenfalls eine Zusammenfassung von Rassen,
deren ältestescandinavicus Harc. ist, mussscandina-
vicus Harc. heissen.
Eine vollkommene Analogie bildet der Name borealis,
den Bryk für „alle Asiaten, Uraltiere, Russen, Finnen, Norweger
und Schweden“ vorschlug (Soc. Ent. XXVIIl, 27). In diesem
Falle wäre die älteste Bezeichnung, also sibirica Nordm.
anzuwenden.
Viel’'Gemeinsames mit fennoscandicus und borealis
haben in ihrem Wesen caucasicus Pagenst. und armenicus
Pagenst. (Mitteil. der Münch. Ent. Ges. III, 84, 1912.) Die
erste Beizchnung ist für alle apollo aus dem Kaukasus und nördl.
Transkakasien, die zweite für apollo aus dem südl. Trans-
Sheljuzhko. Gegen Aufstellung von Synonymen. 115
kaukasien vorgeschlagen. Wir haben aber aus dem Kaukasus
schon eine Form, nämlich suaneticus Arnold und wenn wir
also alle kaukasischen apollo mit einem Namen bezeich-
nen wollen, so kann dieser Name nur suaneticus Arnold sein.
Aus dem südlichen Transkaukasien sind zwei Formen be-
nannt: kashtshenkoi Shelj. und dubius Bryk, wenn
man aber die apollo des südlichen Transkaukasiens unter
einem Namen auffasst, müssen sie kasshenkoi Shelj. heissen.
Jetzt bleibt nur noch nylandicus Bryk zu besprechen.
Dieser Name soll ein Ersatz für finmarchicus Rothsch. sein
und zwar darum, weil die Benennung finmarchicus deshalb
unglücklich gewählt ist, weil die Typen der Form aus Nyland
(nicht aus Finmark) stammen. Art. 32 der Nomenklaturregeln
lautet aber: „Ein veröffentlichter Gattungs- oder Artname kann,
weil er seinem Wortsinn nach nicht zutreffend ist, selbst vom
Autor nicht verworfen werden. Beisp.: Namen wie Polyodon,
Apus, albus, usw, können, wenn sie veröffentlicht worden
sind, nicht deshalb verworfen werden, weil sie Eigenschaften
bezeichnen, welche die benannten Tiere nicht besitzen“. Herr
Bryk sagt aber selbst: „Ich kümmere mich aber nicht um die
Nomenklaturregeln und werde künftishin den südfinnischen
apollo var.nylandicus Rothsch. -finmarchicus Rothsch.
nennen.“ Intern. Ent. Zeitschr. V. 155). Ich glaube, dass in
diesem Satze das ganze Geheimnis der erwähnten zwecklosen
Benennungen liegt. Es ist noch zu erwähnen, dass Herr Bryk
als Autor seines nylandicus nicht Bryk, sondern Rothschild
nennt, was natürlich falsch ist. Rothschild könnte nur dann
als Autor gelten, wenn in seiner Benennung nur ein Schreib-
oder Druckfehler korrigiert wäre. Wenn Bryk in diesem Falle
eine Liebenswürdigkeit dem Autor von finmarchicus er-
weisen wollte, so ist diese hier wenig passend, da man auch
bei Autornamen gewissen Regeln folgen muss. (vergl. Art. 21).
Palaearktische Schwärmerhybriden I1.*)
Von Dr. Denso, Dresden-Hellerau.
(Hierzu Tafel III.)
Celerio hybr. frömkei hybr. nov. (Celerio gallii gallii
Rott. © x Celerio hippophaös hippophaös
Esp. 2) (Type Taf. III. Fig. 1.),
*) Siehe Iris 1912. p. 125.
116 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
Dem unermüdlichen Züchter Herrn Wagner in Waidbruck
gelang es die Copula gallii x hippopha&s® zu erhalten.
Er übersandte einen Teil der abgelegten Eier Herrn Frömke in
Burg bei Magdeburg und beiden Herren glückte es, einige Falter
dieser interessanten Kreuzung zu erziehen. Da gerade die Kreu-
zungen, in denen hippophaös als Elterntier auftritt, viel des
Interessanten bieten, wandte ich mich um nähere Auskunft über
die Zucht an Herrn Frömke, der mir in der liebenswürdigsten
Weise folgende Angaben zur Verfügung stellte:
„Ich erhielt von Herrn Wagner 142 Eier von denen ca. 120
die Raupe ergaben. Da die Mutter eine hippophaös ist, ver-
suchte ich die Raupen zuerst mit Sanddorn zu füttern, sie nah-
men aber diese Nahrung nicht an. Ich wiederholte diese Ver-
suche, jedoch vergebens; nun gab ich gelbblühendes Labkraut
und konnte bald beobachten, dass sie dies annahmen. Die Zucht
verlief nun ähnlich, wie bei allen Hybridenzuchten. Das
junge Räupchen sieht zuerst dem von hippophaäs ähn-
lich, später jedoch, schon vor der ersten Häutung, bekommt die
Raupe Aehnlichkeit mit der von gallii, was noch später, nach
der letzten Häutung, immer mehr hervortritt, sie ist nur feiner
weiss punktiert und ebenso gekörnelt. Bei gutem Wetter
verlief die Zucht ziemlich schnell, ich glaube sie dauerte 23 bis
25 Tage. Nach der letzten Häutung entwickelten die Raupen
einen wahren Heisshunger. Sie frassen Tag und Nacht ohne
Unterbrechung. Mit besonderer Vorliebe verzehrten sie die Blüten
der Nahrungspflanze. Die Verpuppung erfolgte ohne Schwierig-
keiten, alle Puppen waren gut gebildet, jedoch schlüpften mehrere
krüppelhafte Falter.“
Soweit die Mitteilungen von Herrn Frömke, die manches
sehr interessante enthalten. Zunächst ist das die Mitteilung, dass
die Raupen Hippopha& rhamnoides als Nahrung verweigerten und
eine Futterpflanze des Vatertieres, Galium verum annahmen.
Es liegen hier also dieselben Verhältnisse vor, die ich zuerst bei
der Zucht von Pergesa hybr. irene Dso. (elpenor d x
hippophaös ?) und später bei Celerio hybr. euphaäs
Dso. (euphorbiae cd’ <hippophaös $) feststellen konnte,
dass nämlich keine bislang beobachtete Hybridenraupe, deren
Mutter hippophaös ist, sich von Hippophaö nährt. Ebenso-
wenig nehmen die Raupen von Celerio hybr. hippophorbiae
Dso. (hippopha&so’ x euphorbiae 2) Hippophas-Blätter
als Nahrung an, sondern fressen wie der reciproke Hybrid nur Euphor-
bia. Aber auch von hippophorbiae undeuphaös abgeleitete
sekundäre Hybriden und Hybriden zweiter Generation zeigen diesel-
Denso. Palaearktische Schwärmerhybriden II. Fr
be Erscheinung: ich erhielt im verflossenen Jahre von Herrn Wagner
Eier von hippophorbiae d ><euphorbiae 9, hippo-
phorbiae d' x hippophorbiae 2 undeuphaäs d!’ x
euphaäs %, alle die daraus hervorgehenden Raupen, deren
Aufzucht leider nicht glückte, konnten nur mit Euphorbia er-
nährt werden. Sie verweigerten nicht nur in den ersten Stadien,
sondern auch später Hippopha@ und gingen eher am Hungertode
zu Grunde, als dass sie diese Nahrung annahmen. Sie versuch-
ten zwar, vom Hunger getrieben, an den Hippophaö-Blättern zu
nagen, gaben aber diese Versuche bald auf.
Nun steckt aber in der Standfuss’schen Sammlung ein Falter
von CGelerio hybr. pauli Mory, ein Unikum, dessen Raupe
bei Sion auf Hippopha& rhamnoides gefunden wurde. Mory
nahm nach dem damaligen Stande unserer Kenntnisse über
Schmetterlingshybriden mit Recht die Abstammung des Falters
als euphorbiae X” = hippophaös % an. An anderer
Stelle wies ich schon darauf hin, dass diese Annahme heute,
nachdem schon in Anzahl der Hybrid euphorbiae J x
hippophaäs 9 einwandfrei in der Gefangenschaft gezüchtet
wurde und Falter ergab, die von hybr. pauli stark differieren,
nicht mehr gemacht werden kann. Die Beobachtung Frömkes
bezüglich der Nahrungspflanze der Raupen von hybr. frömkei
macht esnun ebenfalls noch wahrscheinlicher, dass primäre Hybriden
von hippophaäs überhaupt nicht im Stande sind, Hippopha®
zu fressen. Ich möchte dabei bemerken, dass meine Versuche,
von hippophaäs stammende Hybridenraupen mit Hippo-
pha& zu füttern, bis zum Hungertode der Versuchstiere durch-
geführt wurden und dass diese Versuchstiere mit Ausnahme der
Raupen von hybr. irene aus verschiedenen Gelegen stammten.
Die andern erwähnenswerten Mitteilungen Frömkes be-
treffen das Aeussere der Raupen. Nach dem Schlüpfen sahen
sie denen von hippophaäs ähnlich. Die eben geschlüpfte
Raupe von gallii ist hellgrün, die von hippophaös grau-
grün und ausserdem zeichnet sie sich durch eine ausserordentliche
Länge des feinen Hornes aus. Es ist schade, dass keine Messungen
der Hornlänge bei der frömkei-Raupe vorliegen. Vermutlich
hätte sich wie bei euphaäs und hippophorbiae eine
mittlere Länge ergeben. Nach der letzten Häutung sieht dann
die Raupe der von gallii sehr ähnlich, nur ist sie „feiner
weiss punktiert und ebenso gekörnelt“. Das ist nun eine sehr
typische Eigenschaft der hippophaäs-Raupe und es ist
ausserordentlich interessant, dass die frömkei-Raupe diese
Eigenschaft zeigt, da ich sie nämlich weder bei der hippo-
118 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
phorbiae noch bei der eupha&s-Raupe feststellen konnte.
Diese beiden letzteren liessen aber deutlich eine andere Eigen-
schaft der hippophaäs-Raupe erkennen, nämlich die auf-
fallend stark ausgeprägte Stigmatallinie. Wie diese bei frömkei
beschaffen war, darüber fehlen leider Angaben, es scheint aber,
dass sie nicht sehr deutlich war, denn, da sie bei gallii sehr
schwach ist, müsste sie wohl Herrn Frömke bei den Hybriden-
raupen, wenn sie besonders kräftig gewesen wäre, aufgefallen
sein.
Ueber die Puppe habe ich leider keine näheren Angaben
erhalten können.
Die gute Abbildung des Falters (Taf. III Fig. 1) macht
eine sehr eingehende Beschreibung überflüssig. Von hybr.
euphaös unterscheidet er sich kurz gesagt, fast genau durch
dieselben Charaktere wie gallii von euphorbiae, d.h. er
zeigt eine sehr breit angeleste Costalrandzone, eine stärker nach
der Basis zuführende Querbinde, die distal viel weniger gezackt
ist und eine breite, nicht gezackte und nicht proximal ein-
gerückte Aussenrandlinie der Hinterflügel. Ferner sind die Fühler
oberseits in etwa ?2/; ihrer Länge schwach olivengrün gefärbt.
Was die Unterseite betrifft, die bei euphaäs zeichnungs-arm
und zeichnungs-schwach ist, so lässt frömkei deutlich die
prägnante gallii-Zeichnung erkennen, die aber nicht so kon-
trastreich wie bei der letzteren ist.
Mit seinen Eltern verglichen fallen uns folgende Eigen-
schaften besonders ins Auge: Die Vorderrandzone ist nicht so
breit angelegt wie bei gallii und ist in ihren Begrenzungen
verwaschener. Die Mittelfeldzone ist wesentlich breiter wie bei
gallii und lässt deutlich nahe der Costalzeichnung graue, von
hippophaäs herrührende Farbenteile erkennen. Auch distal
dringt sie weiter vor, da die Schrägbinde nicht so weit basal
am Innenrande vordringt wie bei gallii. Von dieser Art hat
sie den Verlauf ihrer leicht geschwungenen proximalen Be-
grenzung erhalten, die bei hippophaäs fast gradlinig ist.
In ihrem Apikalteile zeigt sie einen ähnlichen, aber schwächeren
Knick, wie ihn hippophaäs, aber nicht gallii besitzt.
Ihre Distalbegrenzung ist weniger stark gezackt als bei gallii,
sie bildet ein Mittelwert zwischen dem Verlauf bei dieser und
bei hippophaös.
Die Hinterflügel, mit saftig rotem Mittelfeld, das am Vorder-
rande keine Spur von Aufhellung zeigt, (wie sie z. B. hybr. gali-
phorbiae Dso. (gallii 9 x euphorbiae £) deutlich
erkennen lässt) besitzen ein breites sattschwarzes Basalfeld und
Denso. Palaearktische Schwärmerhybriden II. 119
eine kräftige Aussenrandbinde, die einen viel schwächeren Basal-
saum freilässt als bei hippophaäs.
Von Kopf und Thorax ist nichts weiter hinzuzufügen. Das
Abdomen, das schlanker als bei gallii gebildet ist, zeigt keine
Spur von einer Dorsale und nur eine sehr schwache. weissliche
laterale Behaarung der analen Segmenteinschnitte.
Die Unterseite lässt wie schon gesagt deutlich, doch weni-
ger kontrastreich ausgeprägt die Zeichnungsanlage von gallii
erkennen, in der ja die von hippophaös enthalten ist, sie
weicht im wesentlichen nur dadurch ab, dass die blaugrauen
Aussenrandbinden der Vorder- und Hinterflügel nicht deutlich
und markant wie bei gallii sondern mehr unbestimmt wie bei
hippophaöäs begrenzt sind. Ausserdem ist die Grundfarbe röt-
lich bis gelbrot, während sie bei hippophaäs schwachrötlich,
bei gallii ledergelb ist.
Das schwach rötliche Abdomen lässt deutliche weisse Seg-
menteinschnitte und eine schwache Ventrale (beides von gallii
herrührend) erkennen.
Hochinteressant ist ein Vergleich von frömkei und hybr.
galiphorbiae Dso (gallii 9" x euphorbiae 2). Diese beiden
Hybriden sind sich sehr ähnlich, ähnlicher als man vermuten
sollte, da doch bei dem ersten hippophaäs, beim zweiten,
euphorbiae das Muttertier ist. Es würde uns jedoch zu weit
führen hier näher darauf einzugehen und es sei ein solcher Ver-
gleich für eine andere Gelegenheit aufgehoben.
Celerio hybr. vespelpenor Dso. (Celerio vespertilio
Esp. >= Pergesa elpenor elpenor L. 2) (Type
Tafel III Fig. 2.)
Diesen interessanten Hybriden habe ich bereits vor einiger
Zeit beschrieben (Ent. Zeitsch. Frankfurt. XXV. Nr. 33. 1911)
ich freue mich heute auch die farbige Abbildung bringen zu
können.
Celerio hybr. pulcherrima hybr. nov. (Celerio euphor-
biae mauretanica Staud. d > Pergesa elpenor
elpenor L £) (Type Taf. III Fig.4) und Pergesa hybr.
elpotanica Dso. (Pergesa elpenor elpenor L. d
>< Celerioreuphorbiae mauretanica, Staud. 2)
(Type Taf. III Fig. 3).
Den letzteren der beiden Hybriden besprach ich schon vor
Jahresfrist (Ent. Zeitsch. Frankfurt. XXV. Nr. 30. 1911). Er
wurde seinerzeit zuerst von Herrn Kurt John gezogen. Dem-
selben Herrn gelang nun auch die reziproke Paarung, von der
er mir einige junge Räupchen zusandte. Auf ihre ontogene-
120 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
tische Entwickelung kann ich hier nicht näher eingehen, sondern
möchte nur ganz kurz bemerken, dass bei der erwachsenen
Raupe die deutliche Tendenz zu einer grauschwarzen und einer
grünen Form zu beobachten ist. Was den Falter anbelangt,
so würde es sehr schwierig sein absolute Merkmale anzugeben,
die ihn vom reziproken Hybriden zu unterscheiden gestatten.
Beim Vergleich einer grösseren Anzahl von Exemplaren fälıt
einem zunächst die schwächere Ausbildung, des weissen Anal-
flecks von pulcherrima gegenüber elpotanica auf und dann
vor allem der Umstand, dass im allgemeinen, wie es die beiden
Abbildungen auch deutlich zeigen, die roten und olivgrünen
Farben von pulcherrima leuchtender und von einander
schärfer geschieden sind als bei elpotanica und dadurch einen
schärferen Farbenkontrast hervorbringen. Die Mutter der hier
abgebildeten pulcherrima war nach John’s Angaben eine
rötlich gefärbte mauretanica, so dass man mutmassen könnte,
dass durch sie das saftigere Rot hervorgebracht worden wäre, jedoch
würde dadurch noch nicht die leuchtende Farbkraft der olivgrünen
Töne erklärt und andererseits zeigten elpotanica-Falter, deren
Vater eine rötliche mauretanica war, noch nicht dieselbe leuch-
tende Rotfärbung, wie die der mir vorliegenden pulcherrima.
Was die Zeichnungsanlage betrifft, so habe ich als allerdings
nur schwachen, aber bei den verglichenen Exemplaren konstanten
Unterschied den feststellen können, dass auf den Vorderflügeln
die rote Partie, die sich proximal von der zur Schrägbinde pa-
rallel laufenden olivgrünen Mittelfeldlinie befindet und am Basal-
teil des Innenrandes ihren Anfang nimmt, bei pulcherrima aus-
gedehnter ist und deutlich bis zum schwarzen Queraderfleck sich
hinzieht. Aussdem ist der rotgefärbte Zwischenraum zwischen
Schrägbinde und Parallellinie meist breiter.
Wenn auch die Abbildung ausgezeichnet geraten ist, so
kann sie natürlich nicht die leuchtende Farbenpracht des Falters
wiedergeben für den mir der Name pulcherrima als der pas-
sendste erschien.
Celerio hybr. gschwandneri Kordesch (Celerio gallii
gallıı Rott. 0" >< Pergesa elpenor elpenorsR. 2)
Gran IT Kie.5).
Oberthür bildet in seinen Etudes de Lepidopterologie com-
paree Fasc. III. Taf. XIV, Fig. 30 diesen Hybriden ab. Er
ist vor allem wegen der Färbung der Hinterflügelmittelbinde
interessant, da es scheint, als ob das intensive Rot von elpe-
nor vollkommen verloren gegangen sei und von gallii fast
auch nur die gelblichen Töne vererbt würden. Ich bringe ein
Tafel Ill.
Diese Tafel gehört zur Arbeit von Denso:
„Paläarktische Schwärmerhybriden II“ . p. 115—121
Fig. 1. Celerio hybr. frömkei Dso. (Type) pP: 13
Fig 2. Celerio hybr. vespelpenor Dso. (Type) p- 119
Fig. 3. Pergesa hybr. elpotanica Dso. (Type) p. 119
Fig. 4. Üelerio hybr. pulcherrima Dso. (Type) pe
Fig. 5. Celerio hybr. gschwandneri Kordesch. PB. 120
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Denso. Palaearktische Schwärmerhybriden II, 131
grösseres, kräftigeres, aus einer späteren Zucht stammendes Exem-
plar zur Abbildung, an dem die eigenartige Färbung deutlich
zu Tage tritt.
Neue Rhopaloceren aus Celebes.
Von Dr. L. Martin, Diessen.
Die genauere Durchsicht meines in Palu an der Nordwest-
küste von Üelebes gesammelten Faltermaterials gestattet mir
heute den schon früher in dieser Zeitschrift veröffentlichten
Neubeschreibungen eine Fortsetzung folgen zu lassen. Drei von
den sechs neuen Formen beziehen sich auf die celebischen Sub-
species von Arten, welche wir längst von anderen Gebieten ken-
nen und deren endliche Auffindung auf Celebes für jeden Ken-
ner der malaiischen Fauna höchst überraschend sein wird. Eine
‚Heleyra, Argynnis und eine Delias finden im folgenden ihre
erste Erwähnung von der vielarmigen, an endemischen Formen so
reichen Insel, deren Rhopalocerenfauna hierdurch in ein sehr
verändertes Licht gestellt wird. Erstens bricht sich der Gedanke
Bahn, dass Celebes in seiner Fauna doch den anderen Sunda-
inseln näher steht und bei noch gründlicherer Durchforschung
auch nicht so viel artenärmer sein wird als diese, wie einst
Wallace annahm. Da aber die drei neuen Subspecies sämtlich
zu festländischen Arten gehören und zwei davon das malaiische
Gebiet im engeren Sinne (Sumatra, Borneo und die malaische
Halbinsel) überspringen, können wir zweitens aus diesen Ent-
deckungen mit ziemlicher Sicherheit folgern, dass Celebes ebenso
wie Java mit dem Kontinente verbunden war, ehe noch das
malaiische Gebiet sich aus dem Meere erhoben hatte, sich aber
lange vor Java vom Kontinent isoliert haben muss. Die Mög-
lichkeit solche Folgerungen aus einer einfachen, lokalen Schmet-
terlingssammlung zu ziehen, stellt den eigentlichen wissenschaft-
lichen Wert des Sammelns dar, welches ohne sie nur Sport
oder Liebhaberei wäre. Zur Wahrung der Priorität meiner Ent-
deckungen habe ich schon im vorausgegangenen Hefte dieser
Zeitschrift eine kurze, vorläufige Beschreibung der neuen Tiere
erscheinen lassen, nun folgen die ausführlichen Diagnosen.
1. Ypthima gavalisi, nov. spec. eine gute und sehr leicht
zu unterscheidende Art, was man ja leider von den vielen be-
schriebenen Ypthima-species nicht immer sagen kann. Die rein-
weisse Unterseite der Htflgl. und die eigentümliche Anordnung
122 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
der Ozellen auf der gleichen Seite des gleichen Flügels machen
die Bestimmung auf den ersten Blick möglich. Es gibt nur
noch eine andere Ypthima, welche soviel Weiss zeigt, das ist
die viel kleinere, in eine andere Gruppe gehörige Ypthima
ceylonica und bei dieser ist die Weissfärbung mehr auf die
Oberseite der Htflgl. beschränkt.
d' Oberseite dunkelhaarbraun, auf den Vdfleln. ein rund-
ovaler, grosser, schwarzer Apikalozellus mit zwei blassblauen Ker-
nen und hellbrauner Iris; das Gebiet um diesen Ozellus leicht
aufgehellt, von der Costa zum Innenrande an Breite abnehmend,
längs dem Aussenrande eine strichförmige, dunkle Randbinde
als Aussengrenze des aufgehellten Gebietes. Auf den Htiflgln.
schlagen die drei Analozellen der Unterseite durch, sie sind
schwarz, besitzen eine mehr gelbliche Iris und einen blassblauen
Kern, der am weitesten analwärts stehende ist sehr klein
und entspricht in keiner Weise dem Ausmasse auf der
Unterseite; auch hier eine dunklere, submarginale Rand-
binde und zwei marginale, dunkelbraune Linien. Unter-
seite der Vdflgl. etwas heller braun und mit der bei Ypthima
stets vorkommenden, feinen Strichelung gezeichnet, die Iris des
Apikalocellus deutlicher gelb. Htflgl. vom Analrande bis zu dem
grossen, auf der Oberseite nicht durchschlagenden Apikalozellus
rein kreideweiss; dieses weisse, dreieckige Gebiet wird basal-
wärts, an der Costa und nach aussen von der Özellenreihe von
braunem, gestrichelten Grunde begrenzt. Längs dem Analrande
steht noch etwas Strichelzeichnung im weissen Felde, fehlt aber
völlig einwärts von den Analozellen. Ein grosser, von der Sub-
costale durchschnittener, oberseits nicht durchschlagender, runder
Apikalozellus mit gelber Iris, weissem Kerne und leichter ver-
längernder Ausziehung nach abwärts gegen das weisse Gebiet.
Drei nahezu gleichgrosse, hellgelb geringte tiefschwarze Anal-
ozellen mit weisslich blauem Kerne, die beiden oberen, völlig
gleichgross und rund, berühren sich mit ihren Ringen, der
am meisten analwärts stehende unterste ist etwas länglich,
durch eine kleine Strecke braunen Gebietes von den beiden
oberen geschieden und zeigt meistens zwei Kerne. Eine hellere
submarginale und eine fast schwarze Marginallinie. Kopf,
Thorax und Abdomen dunkelbraun, Fühler sehr schwach ge-
keult und hellgelb geringt. Das 2 besitzt eine ausgebreitetere und
deutlichere Aufhellung um die Ozellen der Oberseite beider Flügel,
in welcher die Strichelzeichnung auch oberseits erkennbar wird.
Diese Ypthima, welche in einer Höhe von 1200-1500 m fliegt,
ist der einzige Schmetterling, welcher die steilen, grasbewachsenen
Martin. Neue Rhopaloceren aus Celebes. 123
Berge des Palutals bewohnt, auf denen sie das ganze Jahr hin-
durch angetroffen wird. Da weder aus den Bergen des süd-
lichen Celebes noch aus Menado bisher eine ähnliche Form be-
kannt geworden ist, liest die Annahme nahe, dass diese Art
ausschlieslich dem regenarmen Gebiete der Palubai angehört, wo
sie südlich bis in die Landschaft Kolawi vordringt. Die celebische
Form der Ypthima pandocus (loryma) geht nicht so hoch
und unterscheidet sich auch in ihren hellsten Stücken von ga-
valisi sofort durch die völlig verschiedene Anordnung der Ozellen
auf der Htflglunterseite. Nach einer Serie aus allen Monaten
meines Palujahres und benannt nach der höchsten Erhebung der
genau westlich von Palu streichenden Bergkette, dem Berge
Gavalisi.
2. Danais (Tirumala) choaspes kalawara, nov. subspec.
Als ich im Jahrgange 1910 dieser Zeitschrift die Tirumala-
arten von ÜCelebes einer Besprechung unterwarf, glaubte ich
abschliessend zu arbeiten und ahnte nicht, dass ich den mir
damals bekannten vier Formen sobald noch eine fünfte würde
zufügen können. Aber Celebes ist eine formenreiche Insel und
das Jahr, dass ich an den Ufern der Palubai zubrachte, hat
mich sowohl die Nordgrenze des Vorkommens von choaspes er-
kennen, als auch eine gute Subspecies dieser ausgezeichneten
Art, wohl eine exquisite Trockenzeitform, entdecken lassen. Da
ich in keiner der vielen aus Menado und Umgebung stammen-
den Sammlungen je choaspes gefunden habe und da auch
Fruhstorfer in Tolitoli nur unweit nördlich meines Aufenthalts-
platzes an der Palubai das Tier nicht vorfand, so dürfte die
Breite von Donggala — Towaeli — Parigi ungefähr die Nord-
grenze für choaspes darstellen. Es fliegt aber hier nicht mehr
der dunkle, typische choaspes des südlichen Celebes, sondern
eine stark aufgehellte, dem Speciesrange nahe kommende Form,
welche genau die Mitte zwischen dem südlichen choaspes und
der östlichen Subspecies choaspina Stdgr. von der Sulainsel
Mangoli einhält. Ich nenne die neue Subspecies kalawara nach
ihrem Hauptfundorte, dem acht Stunden südlich von Palu ge-
legenen Javanendorfe Kalawara, eine Kolonie der Gesellschaft
vom weissen Kreuze.
Grundfarbe beider Flügel deutlich blauschwarz, gegen das
Grünschwarz von choaspes sehr abstechend, alle hyalinen Felder
stark vergrössert und bläulichweiss schimmernd (bei choaspes
grünlichweiss), die submarginale Fleckenreihe beider Flügel dop-
pelt so reich und gross als bei choaspes. Der basale Zellstrich
des Vdilgls., welcher bei choaspes allseitig von schwarzer Grund-
124 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
farbe umgeben ist, verbindet sich längs der schwarzen Costa
mit dem grossen, hyalinen Fleck der Zelle, sodass an Stelle
des schwarzen, die Zelle kreuzenden Bandes von choaspes ein
runder, keulenförmiger Fleck entsteht mit einer runden Portion
oberhalb der Medianader und einer spitzigen unterhalb dieser
Ader. Wie bei choaspes kein Gabelstrich in der Htflelzelle,
aber auch kein schwarzer Basalstrich zwischen Mediana und
Submediana des Htflels., den man bei choaspes fast immer fin-
det. Auf der Unterseite sind alle bei choaspes braunroten Ge-
biete violettbraun. Dufttasche des 0° völlig schwarz, Abdomen
etwas dunkler als bei choaspes mit breiterem, schwarzen Dor-
salstrich. Choaspina Stdgr. ist wieder bedeutend heller mit noch
grösserer Ausbreitung der hyalinen (Grebiete, so dass das zwi-
schen den medianen ünd submarginalen Flecken der Vdllgl.
liegende Band der schwarzen Grundfarbe bei kalawara breit
und nach innen und aussen ziemlich geradlinig begrenzt, eine
schmale, unregelmässige Gestalt annimmt.
Kalawara dürfte auf das Zentralgebiet von Celebes, viel-
leicht sogar auf das Hinterland der Palubai in ihrem Vorkom-
men beschränkt sein, in Mamudju, weiter südlich an der Küste,
konnte ich die Form nicht mehr finden und in Parepare fliegt
schon typischer choaspes. Daan der Palubai grosse Trocken-
heit herrscht (Palu hat nur circa 600 mm jährliche Regen-
menge, Donggala auch nur 1400 mm gegen 3300 in Makassar),
drängt sich die Vermutung auf, in kalawara ein Produkt des
trockenen Klimas zu erkennen. Ich war von dieser neuen
Form, die ich schon in den ersten Tagen meines Paluaufent-
haltes zu Gesicht bekam, sehr angenehm überrascht und konnte,
ohne ein Stück von choaspes zum Vergleiche zu besitzen, so-
fort aus dem Erinnerungsbilde, das mir von dieser Art haftete,
eine Neuentdeckung feststellen. Das Tier fliegt das ganze Jahr
hindurch, ohne weitere Saisonunterschiede erkennen zu lassen,
und ist entschieden weniger fluggewandt als die anderen Tiru-
mala. Nach einer grossen Serie beider Geschlechter.
3. Helcyra hemina celebensis, nov. subspec. Von diesem
monotypischen Genus sind uns Vertreter aus Indien, China,
Java und Amboina bekannt geworden; dass die Gattung
bis heute auf Sumatra nicht aufgefunden wurde, ist über-
raschend, aber es handelt sich vielleicht um eine jener Arten,
welche sowohl den Kontinent als auch Java bewohnen, im
malaiischen Gebiete im engeren Sinne aber fehlen. Durch
einen glücklichen Zufall bin ich in der Lage, das Tier nicht
nur in Süd-, sondern auch in Nordcelebes nachweisen zu können.
Martin. Neue Rhopaloceren aus Celebes. 125
Als ich im Februar 1912 wieder Makassar erreichte, fand ich
bei einem befreundeten Landsmanne noch eine durch meine
früheren Jäger in Maros zusammengebrachte Sammlung von
Schmetterlingen vor, welche fast völlig zerfressen, verblichen
und verfault war; dennoch waren einige wenige Exemplare noch
brauch- und erkennbar und gerade unter diesen als kostbarer
Fund eine nicht zu verkennende Helcyra. Im Laufe des Jahres,
das ich in Palu zubrachte, konnte ich aber ein zweites Exemplar
bei dem oben erwähnten Kalawara erbeuten. Alle Heleyra sind
überall sehr selten und ich besitze kein Vergleichsmaterial in
meiner Sammlung; von den mir vorliegenden Abbildungen der
Vertreter aus Indien, China und Java unterscheidet sich die
Celebesform so weit, dass man ihr mit gutem Gewissen Species-
rang zuerkennen dürfte, aber mir ist die Abbildung der Heleyra
chionippe Feld. aus Amboina nicht zugänglich. Das Original
befindet sich wohl in der entomologischen Schatzkammer von
Tring und ist, glaube ich, ein Unikum geblieben, denn ich habe
nicht wieder von einer Helcyra aus Amboina gehört oder ge-
sehen, obwohl reiche Sammlungen aus Amboina durch meine
Hände gegangen sind. Amboina und Celebes besitzen nun
niemals gleiche Formen und celebensis dürfte sicher von chio-
nippe gut verschieden sein, aber bei meiner Unkenntnis der
letzteren und bei der grossen Armut an Zeichnung des ganzen
Genus muss ich bei einer Subspecies‘ bleiben.
Die perlmutterglänzende Grundfarbe heller als bei der java-
nischen massinia, näher derindischen hemina; die schwarze
Umrandung beider Flügel viel breiter, besonders am Aussen-
rande der Htflgl., wo sich die Schwarzfärbung in Gestalt von
Dreiecken den Adern entlang flügeleinwärts zieht. Auf dem
Väflgl. geht der schwarze, submarginale Fleck zwischen Me-
diana und Submediana distal völlig im schwarzen Randgebiete
auf. Der bei hemina und massinia runde, schwarze Fleck
zwischen Subkostale uud Radiale ein feiner Halbmond; alle
Flecken der submarginalen Serie der Htflgl. mehr in einer
Reihe, nicht so unregelmässig gebrochen wie bei den Formen
aus Indien und Java; auf der Unterseite der Vdflel. eine un-
regelmässig verlaufende, feine, schwarze Linie, welche ungefähr
der Grenze des schwarzen Randgebietes der Oberseite entspricht;
auf der Unterseite der Hinterflügel tragen alle Flecken der sub-
marginalen Reihe einen basal gelegenen Orangekern, der Flügelkon-
tur folgend eine feine marginale und submarginale, schwarze Linie
vom Apex zum Analwinkel. Abdomen reinweiss. Nach 1 0’ aus
Maros XIl 1911 und 1 0’ aus Kalawara an der Palubai vom 10. 2.13.
126 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
Die Auffindung dieser Art auf Celebes ist zoogeographisch
sicher eine höchst interessante Tatsache. An der Gattung sind
die stark gekeulten, flach elliptischen Fühler sehr auffallend,
trennen sie weit von Charaxes und stellen sie nahe zu
Argynnis.
4. Argynnis hyperbius centralis, nov. subspec., die
Type besser und weiter als niphe bekannt. Dass dieser
wanderlustige Schmetterling nun auch auf Celebes auftaucht,
kann nicht so sehr überraschen, wenn man weiss, dass das
Tier auf Java und auch auf den Philippinen fliegt. Sein Vor-
kommen ist der sichere Beweis, dass auch eine Violaart auf
Celebes wachsen muss. Nach einem einzigen $, welches mir
eine militärische Patrouille weit aus dem Inneren der Insel aus be-
trächtlicher Höhe (900 m — 1200 m) vom Dorfe Watutu Napu in
der Landschaft Bada im Dezember 1912 mitbrachte. Der Fänger,
ein Sanitätssoldat, erzählte, die Tiere in Anzahl gesehen zu
haben, konnte sie aber ohne Störung der Marschordnung nicht
fangen. Es erschien mir anfänglich schwer, diese Unterart ab-
zugrenzen, aber der genaue Vergleich mit den Serien, welche
mir aus Java und Sumatra zur Verfügung stehen, ergab doch
gute Unterschiede.
Die Grundfarbe der Oberseite des Celebesweibchens ist be-
deutend heller als bei der feurig rotbraunen javanica, gleicht
eher der blassen sumatrana, ohne jedoch so völlig mattgelb zu
sein. Die Unterseite der Htflgl. ist viel gelber und es fehlt
der grüne Schimmer der beiden genannten Lokalrassen, auch
lässt sich eine starke Abnahme der perlmutterglänzenden Flecken
bemerken. Quer durch die Zelle der Htflel. geht ein qua-
dratisches, gelbgrünes, nach innen und aussen schwarz be-
grenztes Band, welches bei Sumatra- und Javastücken in seiner
Mitte immer ein weisses Auge trägt; dieses fehlt der Celebesform
gänzlich. Sikkim- und Chinatiere unterscheiden sich durch be-
deutendere Grösse, die Philippinenform kenne ich leider nicht.
5. Delias belladonna surprisa, nov. subspec. Den beiden
in dieser Zeitschrift schon aus Üelebes neubeschriebenen De-
lias-arten kann ich nun eine dritte, höchst überraschende bei-
fügen. Im Dezember 1912 sandte ich zwei Kailier (Tokaili
heisst der Toradjastamm an der Palubai) nach der an Schmetter-
lingen reichen Berglandschaft Pekawa. Trotz des hohen Vor-
schusses, den sie erhalten hatten, gingen sie nicht in die Pe-
kawa, sondern blieben auf halber Höhe im Dorfe Busu liegen,
wo sie ihr Geld verspielten und faullenzten. Nach einigen Tagen
kehrten sie mit einer Gesamtausbeute von nur 14 Schmetterlingen
Martin. Neue Rhopaloceren aus Celebes. 127
nach Palu zurück, während ich auf einige Hundert Exemplare
gerechnet hatte. Aber unter diesen wenigen Faltern befand
sich ein Paar einer für Celebes neuen Delias ,‚ des Vertreters der
festländischen, allbekannten belladonna, von der bis heute nur
von Sumatra eine Inselform (chrysorrhoea) bekannt geworden
ist. Doch soll die weit über China bis ins palaearktische Ge-
biet verbreitete Art auch noch auf Formosa vorkommen. In
Folge dieses hervorragenden Fanges liess ich Milde walten,
welche den Kailiern allerdings zuerst unverständlich war, bis
sie sich ihres gänzlich unverschuldeten Glückes bewusst wurden.
Die Celebes-belladonna ist viel grösser als die sumatranische
Subspecies und zeigt überhaupt so grosse Verschiedenheit, dass
ihr wohl die meisten Autoren Speziesrang zuerkennen würden,
wenn nicht doch das Gesamtbild sofort deutlich für belladonna
spräche; vor allem der ovale, hochgelbe Fleck an der Kosta der
Htflgl. lässt keine Täuschung zu. £ ? von belladonna sind
überall sehr selten, dass gerade ein 2 mitgefangen wurde, muss
als besonderer Glücksfall gelten.
JS 60 mm Flügelspannung (chrysorrhoea 50, belladonna
durchschnittlich 80 mm.), Grundfarbe grüngrau mit starker
grünlicher Bestäubung beider Flügel; von der belladonna-
zeichnung sind auf der Oberseite des Vdflgls. nur undeutliche
Reste in der Zelle entlang der Kosta und einige unsichere, heller
bestäubte Flecken (3—4) ausserhalb der Zelle in der Gabelung
der Subkostale geblieben. Die submarginale Fleckenreihe ent-
lang dem Aussenrande besteht aus 7 undeutlichen, gegen den
Rand hin ausgezogenen, weisslichen Flecken. Die Oberseite der
Htilgl. oberhalb der Subkostale weniger stark grün bestäubt,
mehr schwarz, der typische, ovale, liegende, hochgelbe Kostal-
fleck; die grüne Bestäubung, am stärksten in der Zelle, nimmt
von der Basis gegen den Aussenrand an Dichtigkeit ab, am
Aussenrande steht zwischen je zwei Adern ein undeutlicher, nach
aussen offener, dünner, graugrüner Randmond, keine Spuren der
weissen Flecken von belladonna und chrysorrhoea, auch
am Analrande kein gelbes Gebiet. Die Unterseite des Vdilgls. zeigt
die für belladonna charakteristische gelbweisse Fleckung, nur
fehlen die beiden unteren Flecken der medianen Reihe. Auch
auf der Unterseite der Htflel. sind alle Zeichnungselemente vor-
handen, die Flecken sind aber grösser als bei chrysorrhoea und
kleiner als bei typischer belladonna, der Kostalfleck ist quadra-
tisch geformt, nicht länglich ausgezogen wie bei belladonna.
. „Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden. Jahrgang 1913.
128 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
Der Analrand zeigt nur ganz geringe gelbe Bestäubung und
‘ lässt das breite, leuchtend gelbe Gebiet der anderen Rassen
gänzlich vermissen. Fühler, Palpen, Kopf, Thorax, Füsse und
Oberseite des Abdomens schwarz, Unterseite des Hinterleibes
gelblich. Flügelschnitt kurz, gedrungen, näher an chry-
sorrhoea als an belladonna.
2 70 mm Flügelspannung (ein 2 aus China, Siao Lou,
90 mm). Die Flügel breiter und abgerundeter als beim d’.
Auf der Oberseite ist die grünliche Bestäubung stärker und
heller als beim %, auch haben sich deutlichere Reste der
belladonna- Zeichnung erhalten. Die Htflgl. zeigen aber keine
Spur des auffallenden, gelben Gebietes am Analrande, nur ist hier
und in der Zelle die graugrüne Bestäubung am diehtesten.
Die Unterseite der Flügel in der Grundfarbe, wie auch beim 7,
dunkler, mehr schwarzgrün (grauschwarz bei belladonna
und braunschwarz bei chrysorrhoea). Alle Elemente der
Zeichnung sind vorhanden, aber die gelben und weissen Flecken
sind unter einander mehr gleich gross, so dass der Htflgl. ein
gleichmässig geflecktes Ansehen hat. Auch hier keine Spur des
gelben Analgebietes.
Nach einem 2? in meiner Sammlung, am 6. XII. 12
beim Dorfe Busu südwestlich von Palu in einer Höhe von un-
gefähr 600 m gefangen. Der Fänger, welcher diese neue Art
brachte, hatte den wohlklingenden Namen „Laronko“. Surprisa
ist somit die siebente von Celebes bekannte Delias; bei einer
genaueren Durchforschung des riesigen Berggebietes im Inneren
der Insel dürfte sich nach meiner Meinung diese Zahl noch be-
deutend erhöhen lassen.
6. Pareronia tritaea flava, form. nov. 2. Tritaea
ist auf Celebes ein ziemlich häufiger Weissling, der in seinem
auffallenden Kleide und bei seiner beträchtlichen Grösse zu ge-
wissen Zeiten ein Faktor des Landschaftsbildes werden kann;
zweimal im Jahre, im Februar und wieder im Juni, kommt es
zur Anhäufung von Individuen; einzelne Exemplare zeigen sich
zu allen Zeiten. An der Palubai fliegt noch die von Fruh-
storfer bargylia genannte Südform und es kommen auch kleine
Trockenzeitstücke vor, aber es gibt dort auch eine zweite
?® Form, bei welcher alle sonst weissgrünen Felder hell stroh-
gelb gefärbt sind. Auch auf der Unterseite ist in der Mitte
der Vdflgl. die gelbe Verfärbung deutlich wahrnehmbar. Ob
dieser ?-Dimorphismus eine Folge der in Palu herrschenden
Trockenheit ist oder ob die im Gebiete der dimorphen, gelben 2 2
nicht zu seltenen, gelben Danaiden (luciplena und mena-
Martin. Neue Rhopaloceren aus Celebes. 129
donensis) daran die Schuld tragen, kann ich nicht entscheiden.
Aehnliche gelbe 2 £ besitzt neben weissgrünen auch die aut
der Insel Buton fliegende Tritaearasse. Ich habe sie bei einem
Besuche der Insel im Jahre 1906 beobachtet und gefangen,
liess sie damals aber unbeschrieben. Heute möchte ich dieser
Butonrasse den Rang einer Subspezies zuerkennen. Sie steht in der
Mitte zwischen der südcelebischen bargylia und bilinearis
Fruhst. von der Insel Saleyer in Bezug auf Ausbreitung der
blaugrünen Flecken des S', welche bedeutend kleiner sind als bei
bargylia, aber doch nicht so sehr geschwunden wie bei der
auch kleineren bilinearis. Besonders die unter der Zelle des
Vdilgls. gelegenen flammen- oder zungenförmigen Medianflecken
zeigen diese Verkleinerung deutlich. Ich nenne diese neue
Subspezies
7. Pareronia tritaea sarasinorum, nov. subspec. Von
tritaea 2 flava besitze ich eine stattliche Serie, . von
tritaea sarasinorum 3 d’ d‘, 2 grüne und 2 gelbe 2%,
alle im April 1906 auf Buton nahe dem Seestrande gefangen.
Ein neuer Sericinus aus China.
Von H. Fruhstorfer. Genf.
Sericinus telamon magnus subspec. nova. JS am ähn-
lichsten der Abbildung von montela Gray wie sie Stichel
in Genera Insectorum 59 t. 2 f. 10. bietet, aber im allge-
meinen noch ausgedehnter schwarz bedeckt, sämtliche Flecken
mwarkanter. Die schwarze Subapikalbinde mit dem tiefschwarzen
(nicht braunen) Apikalsaum zusammenfliessend. Der Zellfleck
der Vfgl. doppelt so breit als bei montela wie sie Seitz „Gross-
Schmetterlinge“ 1 t. 9 a darstellt und selbst noch erheblich
mehr Raum gewinnend als bei montela Stichel.
Auf den Hfgl. erscheint der mediane Teil der Binde mar-
kanter als bei montela Stich., ja selbst bei montela Verity
(Rhop. Pal. t. 6 £. 5) und mehr als noch einmal so breit als bei
montela Seitz, welche der Frühjahrsform gilt, während Stichel
und Verity die Sommergenerationen vorführen. Der rote Subanal-
fleck der Hfgl. kürzer als bei montela Auctores, dessen
schwarze Peripherie aber noch ausgedehnter.
Die schwarze Fleckung der Unterseite gesättigter als bei
montela, die gesamte Oberfläche der Hfgl. zudem rötlichgelb
130 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
überhaucht. Das schwarze Randgebiet der Vdfgl. ober- wie
unterseits ausgedehnter.
2 überbietet in der Progression der schwarzen Bänderung
alle chinesischen Vikarianten und gleicht vielmehr dem 2 von
coreana Fix. wie es im Seitz abgebildet ist. Die rote Mittel-
binde der Oberseite der Hfgl. schmäler als bei den von mir ver-
glichenen montela ?2 aus Shanghai.
Patria: Süd China „Provinz Kiangsi“ gesammelt im Jahre
1863 von Pere Armand David. Type der Sommerform ange-
hörend, in meiner Sammlung.
S.telmona magnus präsentiert sich als die weitaus grösste
und am reichsten schwarz dekorierte Rasse der Kollektivspezies.
Auch mit den Serien der Leech Collection des British Museum
verglichen ergibt sich, dass namentlich Exemplare von telmona
von Kiu Kiang im Yangtsetale (auch jene der Sommerform aus
den Monaten Juni und Juli) bedeutend hinter magnus zurück-
bleiben. Durch die Entdeckung einer Sericinus-Rasse, welche
Gebiete südlich des Yangtse bewohnt, erfährt die Verbreitungszone
der interessanten Gattung eine weitere Ausdehnung als wir sie
durch die lichtvolle Darstellung von Prof. Seitz in seinem
herrlichen Werk 1. p. 16 kannten,
Neue Indo-Australiche Rhopaloceren.
Von H. Fruhstorfer. Genf.
Ornithoptera priamus eudamidas subsp. nova. c mit 20
o’c' von Friedrich Wilhelmshafen verglichen ausgezeichnet durch
etwas breiteren grünen Anteterminalsaum der Vfgl. In der
Regel auch grösser als d’0' von der Astrolabebai. Unterseite
der Vfgl. mit breiterem grünem Feld in der Zelle, sowie mar-
kanterer schwarzer Submarginalbinde. Hfel. mit kräftigeren
Schwarzflecken.
2 Die weissen Flecken der Oberseite nicht so dicht schwärz-
lich grau überstäubt wie bei den 29 22 von Friedrich Wilhelms-
hafen meiner Sammlung. Hfgl. trotz der ansehnlichen Grösse
der Exemplare mit kleineren schwarzen Makeln im gelblich-
weissen Submarginalfeld. Unterseite charakterisiert durch das
häufige Ausfallen der gelben Randflecken.
Patria: Finschhafen 5 d'o‘ 9 22 in Coll. Fruhstorfer.
Fruhstorfer. Neue Indo-Australische Rhopaloceren. 131
Ornithoptera priamus eurysaces subsp. nova. 0’ ober-
seits heller grün und goldiger schimmernd als euda-
midas, das grüne Anteterminalband der Vfgl. ausgedehnter.
Unterseite mit noch mehr verbreiteter schwarzer Submarginal-
binde der Vdfgl. und prominenteren schwarzen Makeln der Hfgl.
2 Nach zwei Richtungen vom poseidon ? und eudamidas®
differierend:
a in der melanotischen Richtung (3 von 4 Exemplaren)
sich vielmehr dem 0. euphorion Gray (2 wie es Dr. Jordan im
Seitz It. 1b darstellen liess) nähernd durch Ausfallen der weissen
Kostal- und Medianflecken der Vfgl., so dass die f. brunneus
Rotsch. sehr häufig auftritt, während zu ihr keines meiner 36 22
von Deutsch Neu Guinea gehört.
3 in der albinotischen Entwickelungstendenz oberseits noch
reiner weisse überhaupt nicht schwarz oder grau beschuppte Fel-
der aufweisend. Durch das fahle Gelb der Unterseite der Hfgl.
schliesst sich eurysaces mehr der Finschhafenrasse als der Form
aus der Astrolabebai an.
Patria: Milnebai, Britisch Neu Guinea 4 dd’ 5 $% in Coll.
Fruhstorfer.
Ornithoptera priamus demophanes subsp. nova. d’ Ober-
seite dunkler grün als bei eurysaces, die grüne Me-
diangabel der Vfgl. und die Schwarzfleckung der Hfgl. im Zu-
rückweichen. Unterseite kenntlich durch die Verkümmerung des
grünen Feldes der Vfgl.-Zelle, welche vielfach zu einem rund-
lichen Fleck vor dem Zellapex zusammen geschrumpft ist. Die
submarginale Fleckenserie der Vfgl. kürzer aber noch markanter
als bei eurysaces.
Hfgl. ohne goldigen Schimmer, satter grün, der gelbe Anal-
fleck prominenter und schärfer abgegrenzt als bei eurysaces
und eudamidas.
2 Die apikale Partie der Vfgl. hellbraun, die hellen Felder
sehr gross, trüb grau überschattet. Unterseite auffallend licht-
braun mit sehr grossen Makeln im verwaschen gelblich begrenz-
tem, cremefarbenem Randgebiet.
Patria: Fergusson Insel. (Coll. Fruhstorfer) Trobriand, Engeneer
Inseln (Jordan)
Ornithoptera priamus f. divina forma nova. cd’ Alle bei
der normalen O. priamus L. grünen Partien der Oberseite
blau schillernd.
Unterseite: Der sehr grosse Fleck vor dem Zellapex der
Vdflgl., die Transzellularmakeln und namentlich auch das grosse
Intranervalfeld vor der Submediana blau bestäubt.
132 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
Die Htflg]. zeigen unterseits auch bei typischen priamus
bereits einen leichten hell blaugrünen Anflug in der Zelle und
im Analfeld. Beiforma divina sind diese Partien ebenso in-
tensiv blauviolett auf der Oberseite von Ö. priamus mioken-
sis Ribbe
Patria: Amboina, August. Baron von Plessen leg. Type
in der Sammlung Fruhstorfer. divina ist eine interessante Ent-
deckung, weil sie uns zeigt, wie die so überraschende Blau-
färbung von OÖ. aesacus Ney von Obi inihren Antängen bereits
bei der dunkelgrünsten aller Ornithoptera’s sporadisch auftritt.
Ornithoptera priamus ? f.addenda forma nova. % Kleiner
als die landläufigen priamus 2. Htilgl. namentlich in An-
betracht der Kleinheit des Exemplars mit besonders grossen
und licht weissgrauen Submarginalmakeln. Zelle dadurch aus-
gezeichnet dass wie bei O. poseidon forma archideus
Gray auch hier ein weisser Fleck vor dem Apex sich einbettet.
Patria: Amboina. (Type in meiner Sammlung.)
Ornithoptera priamus archideus Gray f. aurago forma nova.
Von der herrlichen Rasse der Insel Waigiu, welche Herr Dr.
Jordan nicht als Subspezies anerkennt, deren geographisches
Formenrecht ich aber unbedingt aufrecht erhalten sehen möchte,
sind in meiner Sammlung 4 2 Formen vertreten:
a die Hauptform mit eremefarbenen Feldern der Oberseite.
3 nivalis forma nova mit weissen statt eremefarbenen Fel-
dern und Flecken der Ober- und Unterseite.
x lavata forma nova. Unterseite der Hfgl. ohne die sonst
gerade bei dieser Rasse so schön entwickelten subterminalen gelben
Intranervalflecken.
° aurago forma nova; nahe kirschi Obthr. Unterseite mit
prächtigem gelbem Anflug des weissen Fleckes der Vfglzelle.
Das gesamte sonst weisse oder ceremefarbene Gebiet der Hfel.
bis nahe an die Zelle intensiv ockergelb.
13 von 23 22 haben ausserdem den weissen Zellfleck der
Hfgl., der Gray in der Hauptsache veranlasst hat, die Form zu
beschreiben. Diese weisse Zellspitze ist zwar nicht ausschliess-
liches Charakteristikum der Waigiuform, er tritt aber bei den
ca. 50 2% aus allen Teilen Neu Guineas meiner Sammlung nur
bei einem 2 von Friedrich Wilhelmshafen in Erscheinung.
Verglichen mit archideus variiert überhaupt die Rasse der
Astrolabebai sehr wenig. Ein 2 mit dem eben erwähnten Zell-
fleck und ein $ mit verwaschenem gelben Anflug der Hfel.-
Unterseite (lavata) sind die einzigen Formen, welche der Er-
wähnung wert sind.
Fruhstorfer. Neue Indo-Australische Rhopaloceren. 133
Die geringe Variabilität bildet den sehr veränderlichen Areal-
rassen von Waigiu, Holl. Neu Guinea und Britisch Neu Guinea
gegenüber ein Subspeziesmerkmal. In grossen Zügen möchte
ich deshalb die heut erwähnten priamus Abzweigungen wie
folgt gruppieren:
priamus archideus Gray. Waigiu.
priamus poseidon Dbl. (pegasus Feld) Holl. Neu Guinea.
priamus eudamidas Fruhst. Deutsch Neu Guinea.
priamus eurysaces Fruhst. Milnebai, südl. Britisch
Neu Guinea.
priamus demophanes Fruhst. Fergusson, Trobriand,
Engineer Inseln (Jordan).
Ornithoptera amphrysus euthydemus snbsp. nova. Im Seitz
„Gross-Schmetterlinge“ IX p. 28 sagt Dr. Jordan, dass suma-
tranische O. amphrysus ruficollis Butl. nicht von solchen
von der Malayischen Halbinsel zu trennen seien. Es scheint
dies auch für Exemplare aus dem Nord-Osten von Sumatra
zuzutreffen. Die mir aus dem Sultanat Deli vorliegenden 22
schliessen sich tatsächlich solchen von Perak so eng an, dass
eine Trennung für manche Stücke wenn auch nicht unmöglich,
so doch überflüssig wäre. Dagegen lassen sich 0'0' aus West-
sumatra ohne weiteres absondern durch die nur noch am Zella-
pex der Vfel. Unterseite und auf kurze Distanz darüber hinaus
gelb gefärbten Aderstrahlen, welche distal fast rein weiss er-
scheinen, während sie bei ruficollis von Perak bis ganz nahe
an den Distalsaum gelb bleiben.
Das 2 ist nicht nur stets grösser, (mir liegen wahre Riesen
von 170 mm Spannweite vor) sondern weist auch stets längere,
dicht aneinandergepresste schwarze Submarginalpfeile der Hfgl. auf.
Patria: West-Sumatra, 6 d’d" 7 2%, Nord-Ost-Sumatra 5
22 in Coll. Fruhstorfer.
Ornithoptera haliphron antilochus subsp. nova. d’ am
nächsten O0. haliphron sumbavana Doh. Die trans-
cellularen Aderstreifen breiter, aber nicht so hell wie bei sum-
bavana Doh. Der schwarze Distalsaum der Htfgl. schmäler als
bei nais Doh. von Sumba und sumbavana Doh. von Sumbawa,
die spitz ovalen Intranervalmakeln im Goldfeld der Htfgl. voll-
kommen isoliert, vom schwarzen Randgebiet abgesondert und
kürzer als bei den genannten Insel Vikarianten.
Patria: Insel Alor. 2? Coll. Fruhstorfer.
Ornithoptera haliphron heptanonius subsp. nova. cd” nahe
O0. haliphron ikarus Fruhst. von Selaru aber mit noch
etwas mehr verkürzten Goldflecken der Higl.
134 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
2 Einen Uebergang bildend von dem auffallend hell gestreiften
ikarus 2 von Larat und Selaru zu dem ungemein verdunkelten
2 von staudingeri Röb. (Cotype von Luang in meiner
Sammlung.) Die Adnervalstreifung der Vfgl. erscheint aber
weder so ausgedehnt weiss wie bei ikarus $, noch so grau-
braun überdeckt wie bei staudingeri 2.
Patria: Dammer, 4 dd 3 2%, in Coll. Fruhstorfer.
d' 2 von Babber meiner Sammlung nähern sich O. hali-
phron ikarus Fruhst. durch das nur etwas hellere 2 während
die $? noch weniger Gold der Htfgl. führen als selbst hepta-
nonius.
Ornithoptera helena euthycrates subsp. nova. J’ in der
Regel grösser als cerberus Feld. aus Assam und Tenasserim, di
blaugraue Aderstreifung der Unterseite auf der Oberseite kaum
sichtbar.
2 mit ausgedehnterer, lichter und kräftiger aufgetragener
Adnervalstreifung als irgend ein $£ aus Assam, (die ihrerseits
ausnahmslos grösser sind als 2% aus Sikkim.) Das 2 von
euthycrates aber auch noch dadurch von allen kontinentalen
22 differierend, dass die Htfgl. viel längere Pfeilflecken führen
als cerberus 2 2.
Patria: Tonkin, 'Than-Moi. Juni, Juli (Regenzeit) (H.
Fruhstorfer leg.)
Ornithoptera helena mosychlus subsp. nova. 9 von
helena hinter typhaon R. & J. von Nord-Ost-Sumatra in
der Grösse zurückbleibend; unterseits mit verwaschenen grau-
weissen Aderstreifen der Vdfgl. Der kostale Goldfleck der
Htfgl. in der Regel grösser. 2 Von allen 2% der Vikarianten
abweichend durch eine eigentümlich braungelbe Verfärbung der
ungewöhnlich ausgedehnten, aufgehellten Partie der Zelle der
Vdfgl. und der von dieser ausstrahlenden Adern. Htfgl. bei
einem. % aus Borneo und einem 2 aus Perak mit einem
supplementären Goldfleck im schwarzen Basal resp. Kostalfeld.
Patria: Nord Bornee. 3 d 3 22 vom Flachland des
Sultanats Brunei.
Der Borneorasse viel näherstehend als typhaon R. & J.
sind Exemplare von der Malayischen Halbinsel, doch tritt bei
ihnen die für mosychlus characteristische gelbliche Anflug
nicht in Erscheinung.
Ornithoptera aeacus Feld praecox forma nova. cd’ mit
50 mm Vorderflügellänge hinter der Regenzeitform zurückbleibend,
welche 80 mm und darüber aufweist. Die Aderstreifung bis zum
Apex der Vfgl. hyalin bleibend.
Fruhstorfer. Neue Indo-Australische Rhopaloceren. 135
? erheblich kleiner als 22 der Monsunperiode. Vdfgl. mit
lichten, grauweissen Adnervalstreifen, Htfgl. mit rundlichen und
viel kürzeren Submarginalflecken als bei aeacus $ von Assam,
Tenasserim, Tonkin meiner Sammlung. Das 2 der forma
praecox bildet somit einen Uebergang zu O0. aeacus
thomsoni Bates von der Malayischen Halbinsel,
Patria: Siam, Bangkok, Januar, 9, Muok Lek, Februar 0”
Angkor cd" Dezember.
2 Muok Lek (Februar) sämtlich der Trockenzeit angehörend.
d 2 von Ayuthia in meiner Sammlung aus der Regenperiode
stammend, gleichen durchaus den normalen aeacus aeacus ??
aus Assam und Tonkin, welche gleichfalls zur Regenzeitform
gehören und unter sich kaum differieren, wenn auch das 2 vom
Mansongebirge, Nord Tonkin (April, Mai) etwas dunkler ist als
2 aus Tenasserim und Siam.
Papilio chaon rileyi subspec. nova. c’2 Sehr nahe durius
Fruhst. von Formosa aber mit noch vorgeschrittener Rückbildung
der weissen Diskalflecken der Htflgl., welche namentlich auf der
Unterseite weiter vom Aussenrand abgerückt erscheinen. Ausser
den weissen Flecken verkleinern sich auch die gelben Ante-
marginalmonde, ebenso verschwinden die weissen Makeln an der
Submediana der Vdflgl.
Patria: Chungking, Szetchuan, Westchina. Neuer Eingang
am British Museum. Ausserdem 1 0’ vom ÖOmishan in der
Leech Collection desselben Museums, 1 0° aus Nanchuan, Süd-
szetchuan (Uebergang von chaon zu rileyi) in Coll. Fruhstorfer.
Benennung zu Ehren des Herrn D. Riley, dem Verwalter der
Rhopaloceren Abteilung des Britisch Museums.
Appias lalage aornus subsp. nova. g’ Von lagela Moore
aus Tenasserim differierend durch: Breiteres schwarzes Band am
Apex der Vorderflügelzelle sowie erheblich erweiterten schwarzen
Terminalsaum der Htfgl.
Unterseite: Apex der Vdfgl. der Trockenzeitform nicht grau
sondern gelblich mit geringer grauer Bestäubung. Hfgl. der
Regenzeitform, entweder er&mefarben mit dichten grauen Wolken
oder orange statt citronengelb, mit braunvioletten unterbrochenen
Querstreifen.
Patria: Malayische Halbinsel. Gap, einer Höhenstation,
4 dc’ in Coll. Fruhstorfer. Eine Serie in Coll. Baron Gustav
von Plessen, München.
Appias pandione moiro subsp. nova. Steht nahe ozolia
Fruhst. (Seitz, ix p. 153 t. 59 c.), welche dem westlichen Sumatra
entstammt und vermittelt den Uebergang zur Javarasse A. pan-
136 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
dione Hb. durch etwas schmäleren schwarzen Distalsaum
namentlich der Htfgl., der aber immerhin noch ausgedehnter
erscheint als bei der Javaform.
Patria: Nord-Ost-Sumatra, Battak Hochebene 4 Jo Coll.
Fruhstorfer.
Appias leptis myndus subsp. nova. Differiert von A. plana
Butl. von Perak (Taiping), welche mir erst neuerdings durch die
Freundlichkeit des Herrn von Plessen zuging, durch kleinere
Gestalt, aber grössere weisse Subapikalpunkte der Vdfgl.
Patria: Nord-Ost-Sumatra.
Appias leptis eurytus subsp. nova. c” In Habitus A. lep-
tis plana Butl. von Perak gleichkommend, Oberseite der Vdfgl.
mit ausgedehntem schwarz belegtem Apikalteil der Vdfgl. Der
schwarze Distalsaur der Htfgl. markanter.
Patria: West-Sumatra 20 0'd° aus der Umgebung von
Padang Pandjang in Coll. Fruhstorfer.
Delias candida teuthrania subsp. nova. Oberseits nicht von
D. candida Voll. zu separieren. Unterseite in folgenden Punkten
abweichend:
Die schwarze Submarginalbinde beider Flügel noch mehr
verschmälert als bei D. candida antissa Fruhst. von Halmaheira.
teuthrania bildet aber insofern einen Uebergang zu antissa,
dass bei ihr der orangegelbe Anflug der Htfgl. zwar erheblich ver-
ringert ist, aber doch nicht wie bei antissa völlig verschwindet.
Patria: Obi. 0 Coll. Fruhstorfer.
Neomyrina nivea periculosa subsp. nova.
(N. hiemalis Dist. Rhop. Mal. p. 249 t. 22 f. 13 2 1885).
(N. nivea Stgr. Exot. Schmett. t. 95. N. hiemalis p. 276.
1888).
(N. hiemalis Swinh. Lep. Ind. ix. p. 204, 1912. partim.
Fruhstorfer B. E. Z. 1911 p. 146 part.)
d' nach der Figur Staudingers beurteilt sehr nahe der Na-
menstype nivea G. und S. (welche einen 0’ abbildeten und be-
schrieben, denselben aber für ein $ hielten und als solches
diagnostizierten) doch ist der blaue Apikalsaum nach innen ge-
zähnt, also unregelmässiger. Die Hauptdifferenz befindet sich
unterseits in den markanteren Doppelstreifcehen. 2 namentlich
unterseits viel dunkler als das ? von nivea hiemalis G.&S.
von Tenasserim wie ich es in meiner Sammlung habe und wie
es Niceville (Butt. India 111 t 28 f 224) wundervoll abbildet.
Patria: Perak, Malayische Halbinsel.
N. nivea hiemalis scheint ein Unglücksvogel zu sein, denn
neuerdings liess sich auch Swinhoe, Lep. Indica verführen den
Fruhstorfer. Neue Indo-Australische Rhopaloceren. 137
Spuren Godman’s zu folgen und einen o” der Regenzeitform als
Q abzubilden. Staudinger hat dem Falter zwei verschiedene
Namen gegeben und endlich habe ich B. E, Z. hiemalis als
nomenklatorischen Typus geführt statt nivea welche einige Zeilen
vor hiemalis 1878 aufgeführt wurde.
Wir kennen nun folgende Formen:
nivea hiemalis G & S. Tenasserim, Mergui Archipel,
Renong und Kanburi, Siam. Von mir in einer unterseits
fast zeichnungslosen Form der regenarmen Periode bei den
Ruinen von Angkor, Siam im Dezember gesammelt. Die
Falter fliegen sehr hoch und setzen sich auf vorspringende
Zweige des Unterholzes im lichten Walde, wo sie mit ihrem
rein weissen Kleide und dem in der Sonne prächtig schillern-
dem Apikalfleck einen wundervollen Anblick gewähren, um
so mehr als sie leise und gespenstergleich auf nur kurze
Distanzen dahinhuschen, um sich dann mit geschlossenen
Flügeln auszuruhen.
nivea periculosa Fruhst. Malayische Halbinsel.
nivea niveaG. &S. Billiton.
nivea subsp. Sumatra (Dr. L. Martin leg.)
Loxura cassiopeia batunensis subsp. nova. Nahe L. cas-
siopeia fuscicaudata Fruhst. (B. E.Z. 1911 p. 223) doch
oberseits mit noch breiterem schwarzem Disatalsaum und
dichterer schwärzlicher Bestäubung der Basalzone auf der Ober-
seite beider Flügel. Unterseite gesättigter rotgelb.
Patria: Pulo Tello, Batu-Inseln 2 fo Coll. Fruhstorfer.
Harsiösis hygea yolanthe subspec. nova. cd’ ausgezeichnet
durch eine breite weisse transcellulare Schrägbinde der Vaflgl.,
welche am Kostalrand beginnt und sich bis zum Analwinkel hin-
zieht. Die Binde ist beim 2 noch etwas mehr verbreitert und
tritt auch dort auf der Unterseite noch deutlicher als beim 0"
in Erscheinung.
Patria: Süd- Ost Holl. Neu-Guinea, Eilanden River Dez. 1910
(A. S. Meek leg.) 4 dd 1 2 Coll. Fruhstorfer.
Lethe (Kerrata) ocellata bojonia subsp. nova. 0’ Von
der westchinesischen ocellata Pouj. abweichend durch kleinere
Gestalt, dunklere Grundfarbe der Unterseite, undeutlichere weisse
Subapikalfleckchen der Vdflgl. und viel schmälere braune Längs-
binde der Medianpartie der Htilgl.
Patria: Formosa, Jujimichi. September 1906 auf 2000 m
Höhe von Mr. Wileman gesammelt. Von mir bei Janson in
London erworben.
138 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
Mandarinia regalis duchessa subsp. nova. co’ In der
Grösse hinter regalis Leech, einer Gebirgsform zurück-
bleibend. Die blaue Längsbinde der Vdflgl. aber ausser-
ordentlich verbreitert, fast den Distalsaum erreichend und von
diesem nur noch durch einen ganz schmalen schwarzen Rand
getrennt. duchessa hält in der Gestalt die Mitte zwischen
baronesa Fruhst. von Tonkin und regalis Leech von West-
china, überbietet jedoch beide in der Ausdehnung des blauen
Feldes der Valilgl.
Patria: Süd China, Provinz Kanton, vermutlich von Herrn
Mell gesammelt. Mit Mandarinia duchessa zusammen fliegt
auch Symbrenthia hypselis sinica Moore bisher nur
aus West China bekannt und Lethe syrcis Hew. in einer
der L. syreis diunaga Fruhst. von Tonkin genäherter,
dunkler Form.
Cethosia cydippe salwattensis subsp. nova. Eine kleinere
Form als die festländischen Vikarianten der Kollektivspezies als
deren Namen im Seitz IX p. 508 chrysippe gesetzt wurde,
statt der ältesten Bezeichnung „ceydippe“.
Die weisse Schrägbinde der Vfgl. etwa wie bei claudilla
Fruhst. und lucina Fruhst. von Jobi schmäler als bei d’c” von
Mysole. Htfgl. mit einer Reihe von markanten gelben Submarginal-
flecken, welche unterseits als vergrösserte weisse Peripherie der
schwarzen Monde erscheinen. Schwarzes Randgebiet der Hfgl.
durchweg reduzierter als bei Mysol Sc.
Patria: Salwatti. Type am Britischen Museum.
Cethosia cydippe mysolensis subsp. nova. Habituell kleiner
als salwattensis Fruhst. Weissfleckung der Vfgl. einge-
schränkter als bei Exemplaren von Holl. Neu Guinea, das blaue
Randgebiet ausgedehnter, intensiver blau übergossen.
Patria: Mysole. Type am British Museum.
Cethosia cydippe antianeira subsp. nova. Anscheinend
eine Gebirgsform der cydippe praestabilis Fruhst. wie
sie mir aus Deutsch- und Britisch- Neu Guinea (Milnebai)
vorliegt. In der Grösse hinter praestabilis zurück-
bleibend, führen die Vdfgl. eine auffallend schmale, weisse
Fleckenreihe. Die blaue Umrahmung der Htfgl. dagegen er-
heblich erweitert, intensiver schillernd als bei den Schwester-
rassen des übrigen britischen und deutschen Teiles der Haupt-
insel von Neu Guinea.
Patria: Britisch Neu Guinea, Ekeikei, auf ca. 1000 m im
August gesammelt. Type am British Museum.
Fruhstorfer. Neue Indo-Australische Rhopaloceren. 139
Cethosia cydippe doxata subsp. nova, d’ am nächsten
alkmene Fruhst. von der benachbarten Fergusson Insel. Die
Weissbinde der Vdfgl. indessen etwas schmäler, ohne jedoch so
zusammengeschmolzen zu sein, wie bei cleanthis Fruhst. von
Kiriwina. 2 erscheint oberseits fast ganz schwarz nur die Flügel-
basis grünlich überpudert. Die Weissbinde der Vdfgl. die Mitte
haltend zwischen alkmene und cleanthis.
Patria: Goodenough Insel. (Dauila) der d’Entrecasteaux
Gruppe nördlich von Britisch Neu Guinea. d’? Type in Coll.
Fruhstorfer.
Eriboea aristophanes spec. nova. dd Oberseits ähnlich
E. gamma Lathy aber mit deutlicherem gelbem Fleck in der
Zelle der Vallgl.
Unterseite von gamma differierend durch das Ausfallen
einer schwärzlichen Postdiskalbinde an deren Stelle zum Teil
verloschene rotbraune Halbmonde treten.
2 Oberseits ähnlich E. epigenes Godm. & Salv. 2 aber
mit markanteren gelben Submarginalmakeln beider Flgl.
Der gelbe Zellfleck und die beiden transzellularen Makeln
der Väflgl. ansehnlicher als bei epigenes $.
Die Medianbinde der Htflgl. nur in ihrem vorderen Teil
bis zur hinteren Radiale gelb, dann sich etwas verjüngend mit
einem eigentümlich rötlichen Anflug.
Unterseite ohne den gelblichen Zellfleck von E. epigenes
an dessen Stelle ein rotbrauner Streifen tritt.
Htflgl. mit einer nur bis zur hinteren Radiale kenntlichen
gelben Binde auf grauem Grunde.
Patria: Vermutlich die Salomoneninseln, 2 ZI 1% Coll.
Fruhst. Die drei Exemplare in Paris gekauft unter einer Serie
Amboina-Schmetterlinge, welche mit Arten von den Shortlands-
inseln untermischt waren.
Aristophanes entpuppt sich vielleicht als Lokalrasse
von E.gamma von welcher ebenfalls das Vaterland nicht genau
festgestellt ist. Jedenfalls handelt es sich um eine interessante
Form, welche specifisch sicher von E. epigenes verschieden ist.
d' gleich dem epigenes od’, 2 erheblich kleiner als das
von Rothsch. & Jordan abgebildete epigenes 2.
140 A. Pagenstecher }.
A. Pagenstecher Y.
Innerhalb eines Zeitraumes von knapp 2!/; Jahren hat
unser Verein den Verlust eines zweiten Ehrenmitgliedes zu be-
klagen; am 11. Juni d. Js. verstarb in Wiesbaden im Alter
von 76 Jahren der Geh. Sanitätsrat Dr. med. Arnold Pagen-
stecher, das zweitälteste auswärtige Mitglied, seit 6. Novbr.
1901 Ehrenmitglied unseres Vereines. Es wird kaum eines
unserer Mitglieder, die sich wissenschaftlich mit aussereuro-
päischen Schmetterlingen befassen, geben, die nicht gelegentlich
mit dem liebenswürdigen und vielseitigen Fachmann in Be-
rührung zu kommen Gelegenheit hatten. Namentlich die Le-
pidopterenfauna des malayischen Archipels, Neuguineas und
Afrikas waren Gegenstand von Pagenstechers systematischen
Studien.
In vierzehn, zum Teil recht umfangreichen Beiträgen, die
1854—1901 in den Jahrbüchern des Nassauischen Vereins für
Naturkunde, deren Herausgeber Pagenstecher war, er-
schienen sind, hat er wertvolle Dokumente zur Vertiefung der
Systematik und Faunistik hinterlegt. Wir finden darin u. a.
dort auch die erste, in der Ausführung unübertreffliche Ab-
bildung der Ornithoptera schönbergi, jenes, seinerzeit Aufsehen
erregenden, geschwänzten Riesenfalters, mit dessen Beschreibung
ihm unter dem Artnamen paradisea (Ent. Nachr. 1893 p. 178)
bekanntlich Dr. Staudinger zuvorgekommen war. Auch
in unserer Zeitschrift hat der Verstorbene 1890 und 1892
wertvolle Beiträge zur Kenntnis der Heteroceren von Palawan
und zur Pyralidengattung Tetraphana, sowie der Familie der
Siculiden veröffentlicht.
Im Jahre 1900 kam das von Pagenstecher in Lie-
ferungen herausgegebene Werk, die Lepidopteren des Bismarck-
Archipels, zum Abschluss, ein für die faunistische Kenntnis
dieses Gebietes grundlegendes Werk, in prächtiger Ausstattung.
Die hervorragende Kenntnis, die Pagenstecher nicht
nur in aussereuropäischen Rhopaloceren, sondern auch in den
Heteroceren, sowie in den Kleinschmetterlingen besass, be-
fähigten ihn vor allem ganz besonders zu der mühevollen Be-
arbeitung ganzer Sammelausbeuten. So hat er die Ausbeute
von Stuhlmann aus Ostafrika, von Semon aus Australien und
dem malayischen Archipel, von Kükenthal aus den Molukken
und Borneo, von Erlanger aus den Schoa-, Galla- und Somali-
ländern, von Voeltzkow aus Madagaskar, Ostafrika und von den
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913. 141
Comoren in den Jahren 1893, 1895, 1897, 1902—03 und 1907
bestimmt und beschrieben.
Von anderen, grösseren, zusammenfassenden Werken von
ihm sind die Zibytheidae zu erwähnen, die er 1901 für das
Tierreich und 1902 für die Genera Insectorum bearbeitet hat,
ferner die (allidulidae, im Tierreich 1902 und im Catalogus
Lepidopterorum 1911 und endlich „Die geographische Verbreitung
der Schmetterlinge“, Jena 1909, ein Werk, das jeder, der sich
mit tiergeographischen Fragen beschäftigt, wird zu Rate ziehen
müssen.
Viele kleinere Beiträge zur Schmetterlingskunde finden sich
noch in verschiedenen Zeitschriften zerstreut vor, die vollständig
aufzuzählen hier nicht der Platz ist, erwähnt seien nur noch
weil sie Faunengebiete betreffen, die dem Autor ferner lagen,
die Lepidopteren-Fauna der Antillen (Ver.-Verein f. Naturkunde
Wiesbaden 1907) und die arktische Lepidopteren-Fauna (in
Fauna antarctica, Jena 1891). In den letzten Lebensjahren be-
schäftigte Pagenstecher die Gattung Parnassius, über die er
auch eine Reihe von Abhandlungen (z. B. über P. phoebus) in
den Jahrb. des Ver. f. Naturk. Wiesbaden, 1912) veröffentlichte.
Uebersehen wir so, wenn auch nur flüchtig, das wissen-
schaftliche Lebenswerk Pagenstechers auf lepidopterologischem
Gebiete, so scheint die Fülle der geleisteten Arbeit, neben dem
aufreibenden Berufe der ärztlichen Tätigkeit, nur bei einer
seltenen Liebe und Begeisterung für die Sachs und bei hervor-
ragender Befähigung möglich. Wie wir einem vom Mus.-Kustos
E. Lampe verfasste Nachruf (Ent. Zeitschrift, Frankfurt a. M.
XXVI.N. 15.) entnehmen, hat der als Sohn des Hofgerichtsrats
Ernst Pagenstecher 1837 in Dillenburg geborene Arnold P. auch
schon in seiner Jugend Schmetterlinge nicht nur gesammelt,
(welcher Knabe tut das nicht?) sondern auch gewissenhaft selbst
bestimmt und systematisch geordnet. Bereits mit 21 Jahren
machte der junge Mediziner, der in Würzburg und in Berlin
studierte hatte, sein Doktorexamen, war bis 1836 Assistenzarzt
an der Augenheilanstalt in Wiesbaden, liess sich im selben Jahre
daselbst als Spezialarzt für Ohrenkrankheiten nieder und ver-
heiratete sich mit Frl. E. von Rössler, aus welcher glücklichen
Ehe, vier Kinder entsprossen.
Seiner grossen Verdienste im öffentlichen Leben, als Arzt,
als Förderer der Wissenschaft und der wissenschaftlichen Ver-
eıne, kann hier nur in aller Kürze gedacht werden. Seit 1868
war Pagenstecher Mitglied des Gemeinderates, seit 1892 des Stadt-
verordneten-Kollegiums seit 1902 dessen Vorsteher in Wiesbaden,
142 A. Pagenstecher }.
1896 erhielt er den Titel Geh. Sanitätsrat, auch wurde er dann
Direktor des Vereins für Naturkunde und anlässlich seines 70.
Geburtstages zum Ehrenbürger der Stadt Wiesbaden und zum
Ehrenmitglied des Vereins für Naturkunde in Wiesbaden ernannt,
nachdem ihm die gleiche Ehrung von Seiten des ärztlichen Ver-
eines in Wiesbaden und der Iris schon früher zuteil wurde. Ausser
dem war Pagenstecher auch korrespondierendes Mitglied der Sencken-
bergischen Naturforschenden Gesellschaft und des Vereins für
Naturkunde in Offenbach a. M.
Seine umfangreichen Sammlungen sind teilweise (Zybythae-
idae, Callidulidae ete.) noch bei Lebzeiten dem Naturhistorischen
Museum in Wiesbaden zugefallen, der grössere Teil davon soll
aber, so wie seine Bibliothek, noch veräussert werden.
Wenn demnach auch leider nicht alles, was mit Pagen-
stechers Lebenswerk eng verknüpft ist, an einer Stelle dauernd
vereinigt bleibt, so wird doch sein Name unzertrennlich mit
der Schmetterlingskunde verknüpft bleiben und die Bausteine,
die er zu dem grossen systematischen Gebäude herbeischaffte,
werden einen unverlierbaren Wert behalten. Unseren Verein
wird es stets mit dankbarer Genugtuung erfüllen, dass auch er
einer der unserigen war; ein unvergängliches, ehrendes An-
denken wird ihm dauernd bewahrt bleiben ! 1a
Wilhelm Martini .
Am 25. August verschied plötzlich und unerwartet zu Bad
Ems an den Folgen einer Lungenentzündung Herr Wilhelm
Martini aus Sömmerda in Thüringen im vollendeten 67. Lebensjahre.
In ihm verliert die Entomologie einen treuen Anhänger
und eifrigen Förderer, der ihr einen grossen Teil der freien Zeit
widmete, die ihm sein kaufmännischer Beruf liess. Er war Mit-
glied unseres Vereins Iris, der seinen Tod schmerzlich beklagt.
Wilhelm Martini wurde am 14. August 1846 im Pfarr-
hause zu Sömmerda geboren, in welchem sein Grossvater Johann
Martini als Pfarrer wohnte, während sein Vater Hermann Martini
als Oekonom die ausgedehnten Pfarrländereien bewirtschaftete.
Er besuchte zunächst die Schule seiner Vaterstadt und absolvierte
sodann die Realschule der Franckeschen Stiftung zu Halle a. S.
Hierauf trat er in das Geschäft seines Grossvaters Chr. Michael
Dreysse als Kaufmann ein. Es ist dieselbe Familie, aus welcher
der berühmte Erfinder des Zündnadelgewehrs, ein naher Ver-
wandter von ihm, entstammt. Dies Geschäft hat er länger als
40 Jahre treu versehen und geleitet,
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913. 143
Schon frühzeitig trat bei dem Knaben eine starke Neigung zu
Tage, sich in der freien Natur zu beschäftigen. Seine früheste
Jugend verlebte er mit Vorliebe in dem wohl 20Morgen grossen Pfarr-
garten, der später zum grossen Teil zum Stadtpark umgewandelt
wurde. Als ihm sein Grossvater ein kleines Schmetterlingsbuch
schenkte, begann er mit Interesse Schmetterlinge zu sammeln.
Ein Wendepunkt in seinem Leben trat ein, als sein Onkel,
Oberförster Karl Martini, 1868 zum Bürgermeister von Sömmerda
gewählt wurde und seinen Wohnsitz dorthin verlegte. Dieser
grosse Naturfreund, der ein eifriger Botaniker und Coleopterolog
war — wir verdanken ihm die Entdeckung mehrerer zoogeo-
graphisch höchst interessanter Käfer in Thüringen — hat wohl
den grössten Einfluss auf den Entwickelungsgang Wilhelm Mar-
tinis gehabt. Unter seiner Anleitung widmete dieser nun alle
seine Mussestunden mit grösstem Eifer der Entomologie, ins-
besondere den Lepidopteren und schliesslich speziell den Mikro-
lepidapteren, deren Studium den wissenschaftlichen Hauptinhalt
seines Lebens bildete. Mehrere Jahrzehnte hindurch stand er
mit den besten Kennern der Mikrolepidopteren Deutschlands in
anregendem brieflichen Verkehr, so namentlich mit H. Disque in
Speyer, Oberamtsrichter F. Eppelsteim in Grünstadt, ©. T. Glitz
in Hannover, Major E. Hering in Stettin, Medizinalrat 0. Hof-
mann in Regensburg, Dr. M. Wocke in Breslau u. a.
Wilhelm Martini war ein sorgfältiger und gewissenhafter
Beobachter, der mit grossem Eifer die Umgebung seiner Heimats-
stadt durchforschte, so namentlich die Keuperhügel der Weissen-
burg bei Sömmerda, den Steiger bei Erfurt und die Sachsen-
burg in der östlichen Hainleite. Am meisten beschäftigten ihn
die Miniermotten und unter diesen wieder besonders die Elachista-
Arten. Er hat manches in der Lebensweise derselben aufge-
klärt, auch einige neue noch unbekannte Arten entdeckt.
Er hat folgende Artikel in entomologischen Zeitschriften
veröffentlicht:
1. Lepidopterologische Beobachtungen. Katters Entomol. Nachr.
IX 1883 S. 14.
2. Lepidopterologisches. Ebenda IX 1883. S. 53.
3. Coleophora ochrea var. thuringiara. Zeitschr. f. Entom. h.
v. V. f. Schles. Insektenkunde. 1887. S. 61.
4. Antispila petryi, nov. spec. Stettin. Ent. Zeit. 1898. S. 398.
5. Elachista variabilis, nov. spec, Zeitschr. f. Entom. h. v.
V. f. Schles. Insektenkunde. Heft 27. 1902. S. 26.
Deutsche Entomologische Zeitsehrift „Iris“, herausgegeben vom Entom ologischen Verein
Iris zu Dresden, Jahrgang 1913,
144 -Wilhelm Martini 7.
——
6. Nepticula pulverosella Stt. Ebenda S. 31.
7. Beiträge zur Kenntnis der Elachista-Raupen. (1. E. chry-
sodesmella Z. 2. E. serricornis Stt.) Iris Bd. 26. 1912.
S. 92. — Entom. Zeitschr. Frankfurt 26. Jahrg. 1912/13.
Sure
8. Grapholitha oxytropidis, eine neue Wickler-Art aus Thü-
ringen. Iris 1912 S. 95. — Ent. Zeitschr. Frankf. 1912/13.
S. 179 und 183.
9. Ueber die Heinemann’sche Elachista-Gruppe D. Iris 1912.
S. 185. — Ent. Z. Frankfurt 1912/13 S. 159 und 163.
10. Beiträge zur Kenntnis der Arten der Gattung Elachista.
(1. E. collitella Dup. 2. E. elegans Frey. 3. E. subo-
cellea Stph.). Iris 1912. S. 208. (Vgl. auch Ent. Zeitschr.
Frankfurt 1912/13 S. 163).
11. Zur Biologie von Prays ab. rusticus Hw. Iris 27. Bd.
191338. 12.
12. Die Gattung Elachista Tr. Entom. Zeitschr. Frankfurt. 26.
Jahrg. 1912/13 S. 83.
13. Kleinschmetterlinge an langen Nadeln oder Trägern. Ent.
Zeitschr. Frankfurt. Jahrg. 27. 1913 S. 22.
Einzelne Beobachtungen Martinis wurden ferner von Dr.
Wocke, E. Hering (Vgl. Stettin. Ent. Z 1893 S. 117) und O.
Hofmann publiziert. Endlich hat er Aufzeichnungen über Thü-
ringer Mikrolepidopteren hinterlassen, die bei Bearbeitung der
Lepidopteren-Fauna Thüringens von grosser Wichtigkeit sein
werden.
Er hat folgende neue Arten und Formen von Mikrolepidop-
teren aufgefunden: Tinea columbariella Wck., Coleophora ochrea
ab. thuringiaca Mart., Lita salicorniae Herg., Elachista martinii
Hfm., Antispila petryi Mart., Elachista variabilis Mart., Grapho-
litha oxytropidis Mart. Zwei Arten wurden nach ihm benannt:
Elachista martinii Hfm. und Apodia martinii Ptr.
Wilhelm Martini war ein stiller, einfacher und bescheide-
ner Mann, frei von jeglicher Prätension. Mit Wehmut gedenkt
Verf. der schönen Stunden, die er seit ca. 25 Jahren auf zahl-
reichen Exkursionen mit ihm gemeinsam in den Wäldern der
Sachsenburg auf der Jagd nach Mikrolepidopteren und deren
Minen verlebte. Er war von grosser Herzensgüte und stets be-
reit Freunde der Entomologie mit Rat und Tat zu unterstützen.
Alle, die ihn näher gekannt haben, werden sein Audenken in
hohen Ehren halten.
Prof. Dr. A. Petry.
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913. 145
H. Elgner .
Aus Sydney ging uns die betrübende Nachricht zu, dass
am 5. April d. J. unser Mitglied, Herr H. Elgner nach schwerem
Leiden in Amboina verstarb. Elgner sammelte mehrere Jahre
lang in North-Queensland, hauptsächlich in Cape York Lepidop-
teren. Die entomologische Wissenschaft verdankt seinem Sam-
melfleisse eine Reihe neuer und seltener Arten. Nachdem er
Australien verlassen hatte sammelte der Verstorbene auf den
Aru-Inseln, Ceram und Deutsch-Neu-Guinea. Unserem Vereine
sehörte Elgner erst seit wenigen Jahren an. Wir beklagen den
frühen Tod dieses erfolgreichen Sammlers, dem wir ein ehrendes
Gedenken bewahren werden.
W.
vmiI Bücherbesprechungen.
Bücherbesprechungen.
Mimikry und verwandte Erscheinungen. Von A. Jacobi, Direktor
des Kgl. zoologischen Museums in Dresden. „Die Wissenschaft“.
Bd. 47. Verlag von Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig
1913.
Jacobi hat mit diesem Buche von ausserordentlich reichem Inhalt
allen Naturbeobachtern, seien es Gelehrte oder Laien, die mit der Liebe
zur Natur den sehnsüchtigen Wunsch nach tieferem Eindringen in ihre
Erscheinungen verbinden, einen grossen Dienst erwiesen. Denn, wie der
Verfasser im Vorwort sehr richtig hervorhebt, hat weder die deutsche
noch die ausländische Literatur eine zusammenfassende und kritische
Behandlung der Mimikry und verwandter Erscheinungen nach dem
heutigen Stande unserer Kenntnisse aufzuweisen. Und gerade die Mimikry
gehört zu den wohl am meisten heutzutage popularisierten naturwissen-
schaftlichen Theorien, von denen nicht nur in Fachzeitschriften, sondern
auch wegen ihres allgemeinen Interesses in Tageszeitungen häufig die Rede
ist. Leider lassen solche Veröffentlichungen sehr oft die nötige Kritik vermis-
sen und ihre Verfasser schwelgen in Phantastereien und Willkürlichkeiten,
denen ein wissenschaftliches Mäntelchen umgehängt wird. Die grosse
Anzahl der naturwissenschaftlich nicht oder wenig vorgebildeten Leser
lässt sich täuschen und nimmt nun das als wissenschaftliche Wahrheit
hin, was in Wirklichkeit die rein persönliche Anschauung oder gar nur
Spekulation des betreffenden Verfassers ist. Hierbei lässt sich nun die
sehr interessante Tatsache feststellen, dass im allgemeinen das grosse
Publikum als Anhänger der Mimikrytheorie auftritt. Das mag zum Teil
wohl mit daran liegen, dass derartige popularisierende Artikel wohl fast
immer Partei für die Mimikrytheorie nehmen und der Lescr, dem alles
sehr einfach und mundgerecht vorgesetzt wird, füblt gewissermassen eine
innere Genugtuung, dass er im Stande ist, selbst die Natur bei ihrer
Arbeit zu beobachten und ihre Absichten zu erkennen. Dieses Gefühl
der inneren Befriedigung, verbunden mit dem des Stolzes, dass er als
Laie eine wissenschaftliche Theorie verstehen kann und zu beurteilen
vermag, machen ihn zum Anhänger dieser Theorie, und da er Gelegen-
heit hat, sehr oft in Museen sogenannte Schutzfärbungs- und Mimikry-
beispiele fein säuberlich aufgestellt zu sehen, die zwar ganz allerliebst
aussehen, leider aber oft ganz naturunwahr sind, so wird er in seinen Auf-
fassungen noch weiter bestärkt. Ich glaube aber doch, dass noch ein
tieferer Grund dafür vorhanden ist, dass die Mimikrytheorie so viele
auch kritikfähige Anhänger in ihren Bann zieht. Und das ist meiner
Ansicht nach ihr Gehalt an Mystik, der sich in allen Zweckmässigkeits-
theorieen wiederfindet. Und dieser Gehalt am Unbeweisbaren, an dem,
von dem sich unsere Schulweisheit nichts träumen lässt, gewährt freien
Spielraum für persönliche metaphysische Phantastereien, die der Allge-
meinheit von jeher mehr zusagten, als exakte, unvoreingenommene wissen-
schaftliche Arbeit. Dieser Gehalt an Unbeweisbarem und Zweckmässigem
macht ferner die Mimikrytheorie zu einer sehr bequemen, ausserordentlich
anpassungsfähigen Theorie, die als Rüstzeug fast jeder Weltanschauung
dienen kann. Der Theist sieht in ihr einen Beweis für die Weisheit des
Schöpfers, der Teleolog bewundert die so grosse Zweckmässigkeit, der
ee an nie
Bücherbesprechungen. VIII
Vitalist erkennt das Walten seiner Lebenskraft, der Darwinist, dem sie
einst als Hauptstütze in die Hand gegeben wurde, sieht in ihr den un-
trüglichen Beweis für die durch den Kampf ums Dasein stattfindende
Auswahl des Passendsten u. s. w. Anderseits glaube ich nun aber
auch, dass es eben gerade ihr mystischer Gehalt ist, der so viele
moderne Angriffe gegen die Mimikrylehre hervorgebracht hat.
Gegen eine Häufung hypothethischer Annahmen die notwendiger-
weise unbeweisbar sind, sträubt sich der Naturforscher. Und er sucht
durch intensive Arbeit und Beobachtung Wege zu weisen die weniger
mit Hypothesen gepflastert sind. Wir stehen aber erst am Anfang der
Entwickelung einer Naturbetrachtung, die, sich möglichst von anthropo-
zentrischen tee und Spekulationen befreiend, sich vor allem an
das Experiment wendet und versucht die Natur auf möglichst einfach ge-
stellte Fragen selbst antworten zu lassen. Aber auch hier, bei de
Deutung dieser Antworten wird nur der unvoreingenommene Forscher er-
spriessliche Arbeit zu leisten im Stande sein. Mögen wir Freunde oder
Feinde der Mimikrylehre sein, das müssen wir alle anerkennen, dass sie
als heuristiches Prinzip ungemein wertvoll gewesen ist, denn ebenso
eifrig wie ihre Freunde nach weiterem Stützen für sie suchten, arbeiteten
ihre Gegner daran erdrückendes Beweismaterial gegen sie anzuhäufen.
Der Leser möge verzeihen, wenn ich von meinem Thema der Be-
sprechung des Jacobi’schen Buches so weit abgekommen bin und einige
Gedanken über das Allgemeine der Mimikry und ihre verwandten Er-
scheinungen aussprach, aber gerade durch die kurze Aussprache wird
der Leser selbst erkennen, welchen grossen Dienst uns Jacobi dadurch er-
wiesen hat, dass er uns in die Möglichkeit versetzt an der Hand seines
Buches unsere Kenntnisse über Mimikry zu erweitern und zu vertiefen,
und dadurch zu einem eigenen Standpunkt all diesen Lehren gegenüber
zu gelangen. Vor allem bringt er durch genaue Definitionen einmal Klar-
heit über die verschiedenen Begriffe wie: Schutzfärbung, Schützende
Aehnlichkeit, Warnfärbung, Schreckfärbung und Mimikry
oder schützende Nachäffunng. Schutzfärbung (p. 4.) ist die Ueber-
einstimmung irgend eines Tieres inbezug auf die Hauptfärbung seiner im
Ruhezustand sichtbaren Teile mit der Färbung seiner Umgebung. Schüt-
zende Aehnlichkeit (p. 66) täuscht die Erscheinung eines Gegenstandes
ohne Eigenbewegung vor, der die Aufmerksamkeit eines Feindes nicht auf sich
lenkt — das Schutzmittel ist Verborgenheit. Schützende Nachäffung
oder Mimikry (p. 66) lässt das Tier einem beweglichen Gegenstand
ähneln, der seinen Feinden bekannt ist und von ihnen gemieden wird —
das Schutzmittel ist Sichtbarkeit. Um zu vermeiden, dass Begriffsver-
wirrungen eintreten, wird fesgestellt, dass Mimikry (p. 64) nur die
schützende Nachäffung gemiedener Tiere durch andere des-
selben Wohngebietes bedeutet. Wobei besonders betont wird, dass
durch das Wort „Nachäffung“ oder ähnliche derartige Ausdrücke nicht etwa
eine Absicht des betreffenden Tieres ausgedrückt werden soll. Während
nun Mimikry nur bei schutzbedürftigen Tieren auftritt, kann Schutzfärbung
und schützende Aehnlichkeit bei hilfsbedürftigen Tieren (protektiv) oder
auch bei deren Gegnern (aggresiv) auftreten, sodass diese unbemerkt ihre
Beute beschleichen können. Warnfärbung (p. 43) tritt dagegen bei
Tieren auf, die irgend eine für ihre Feinde unangenehme Eigenschaft
besitzen, die also durch auffallende Färbung ihre Feinde an diese Eigen-
schaft erinnern sollen, um dadurch Angriffen zu entgehen. Unter Schreck-
färbung (p. 55) wird dann die Eigenschaft verstanden, dass gewisse
wehrlose Tiere plötzlich sonst verdeckt liegende grelle Farben und Zeich-
IX Bücherbesprechungen.
nungen zeigen, um ihre Feinde vom Angriff abzuschrecken. So ist nun
endlich einmal Klarheit geschafft und Jacobi bespricht nun jede dieser
Erscheinung in ausführlicher Weise derart, dass er am Ende eines jeden
solchen Kapitels das Für und Wider abwägt. Den weitaus grössten Teil
des Werkes nimmt die überans eingehende Abhandlung über Mimikry
ein (p. 60 bis p. 194) Nach der genauen Erklärung des Begriffes Mimikry,
der nur im Sinne von Bates angenommen wird, mit der nachträglichen
(Müllerschen) Erweiterung, das auch zwischen zwei oder mehreren ge-
miedenen Arten Mimikry auftreten kann, wobei dann die häufigste Art
das Modell ist (p. 68) geht der Verfasser zu erschöpfender Besprechung von
Mimikryfällen bei den verschiedensten Tierklassen über. (p. 69 bis p.
167.) Daran schliesst sich ein Kapitel über allgemeine Eigensch.ften der
mimetiscnen Sch.Letterlinge: Solche, die gemieden machen, solche gemie-
dener Falter, Eigenschaften der Nachahmer und endlich eine kurze Be-
sprechung der biologischen Bedeutung der Müllerschen Mimikry (p. 169
bis p. 180) Zum Schr endlich (p. 182 bis p. 200) werden eingehend
Beweise für und Einwände gegen die Schmetterlingsmimikry kritisch
behandelt. Es würde hier viel zu weit führen, auf dieses interessante Ka-
pitel näher einzugehen, in dem der Verfasser mit grosser Uxparteilichkeit
die verschiedenen Anschauungen und Behauptungen behandelt.
Der Standpunkt des Verfassers ist im allgemeinen der, „dass die
Theorie der schützenden Anpassungen durch Farbe und uestalt
die Wahrscheinlichkeit für sich hat.“ Vom Gegner verlangt er den Nach-
weis, dass die Täuschung durch schützende Aehnlichkeit öfter ausbleibt,
als eintritt. (p. 42) Ich sollte meinen, dass es doch eher die Aufgabe
der Anhänger der T'heorie ist, den entgegengesetzten Nachweis zu liefern,
denn sie sind es doch die zuerst die Behauptung aufstellten, also ist es
auch an ihnen ihre Beweise beizubringen. Noch eine Bemerkung möchte
ich mir erlauben zu dem Fall der Kallima (Blattschmetterlings-) Arten.
Jacobi zitiert Hartert und Piepers (p. 39) die von Kallima Fälle
angeben, wonach solche Falter „auch mal zwischen grünen Blättern an-
getroffen werden oder sich ganz frei hinsetzen.“ Er legt diesen verein-
zelten abweichenden Beobachtungen keinen Wert bei, aber dieselbe
Beobachtung ist auch von Hagen (Iris IX. p. 180) gemacht worden,
nämlich, dass viele von ihm verfolgten Kallima buxtoni Moore auf
Sumatra sich frei, mit geöffneten Flügeln auf grünbelaubten Zweigen
niederliessen. Diese häufigen Beobachtungen darüber, dass Schmetter-
linge mit protektiver Schutzfärbung sich dieser so wenig bewusst sind, dass
sie sie im geeigneten Moment nicht zu benutzen wissen, sollten doch zu denken
geben! Seinen Standpunkt der Warnfärbung gegenüber legt der Ver-
fasser (p. 50) dadurch fest, dass nach seinem Dafürhalten die Anschauungen
über die Warnfärbung einen viel höheren Grad von Wahrscheinlichkeit
für sich haben als ihn die Schutzfärbungstheorie beanspruchen kann.
Von der Schreckfärbung nimmt der Yertasker an, dass sie wohl nur
ein vereinzelt angewendetes Schutzmittel der Tiere ist (p. 58). Seine
Stellungnahme der Mimikrytheorie gegenüber lässt sich, wenn
wir kurz sein wollen, etwa dahin präzisieren, dass er die Ueber-
treibungen vieler Mimikryanhänger ablehnt, die Gegner aber auffordert
sich noch vorurteilsfrei abwartend zu verhalten, bis durch Versuche erst
noch reichlicheres Material herbeigeschafft worden sein wird (p. 200).
Interessant ist auch seine Aeusserung (p. 168) die am Schlusse
einer Liste steht, die die als mimetische Anpassungen innerhalb der
Ordnung der Schmetterlinge angenommenen Fälle enthält: „Diese Ueber-
sicht kann in bedeutendem Umfange erweitert oder eingeschränkt werden,
Bücherbesprechungen. x
je nach dem Geschmacke des einzelnen, welche Aehnlichkeit er für mi-
metische ansieht oder nicht.“ Und in diesen Worten liegt etwas sehr
wahres, das nicht nur bei der Mimikry und ihren Schwestertheorien,
sondern auch bei manchen anderen Theorien Giltigkeit hat, dass nämlich
der persönliche Geschmack, d. h. ein ausserhalb der wissenschaftlichen
Ueberzeugung stehendes Moment leider oft für die Auffassung rein wissen-
schaftlicher Dinge den entscheidenden Ausschlag gibt.
Ich wünsche dem Jacobischen Buch die weiteste Verbreitung, damit
es dazu beitragen kann, die Kenntnisse über die darin behandelten Fragen
zu verallgemeinern und zu vertiefen. Und hoffentlich wird es auch dazu
beitragen, dass aus populären naturwissenschaftlichen Büchern die oft sehr
schönen bunten aber unwahren Mimikrytafeln (z. B. Brehm’s Tierleben,
3. Aufl., Bd. IX Taf. Mimikry p. 14) und aus den Museen die oft irre-
führenden Beispiele der „Museumsmimikry“ verschwinden. =
so.
Taschenbuch der Raupen mitteleurop. Grosssehmetterlinge von Hans
Wagner, Assistent am deutschen Entomol. Museum, Dahlem
Berlin. Verlag von J. F. Schreiber, Esslingen und München.
Mark 2.50.
Taschenbuch der Schmetterlinge von demselben Verfasser und dem-
selben Verlag. Mark 2.50.
Zwei Bücher, die der Entomologie neue Freunde erwerben sollen
und werden; sie bringen einen guten Ueberblick über da. grosse Gebiet
der Lepidopterologie (ohne die sogen. Kleinschmetterlinge), regen an zum
Beobachten, Sammeln und richtigem Verarbeiten les Gesammelten.
Im 1. Band werden die Raupen besprochen: Sammeln und Zucht
derselben, ihr Bau, ihre Konservierung, dann folgt ein Sammelkalender,
ein systematisches Verzeichnis der meisten mitteleuropäischen Raupen
und ein Verzeichnis der wichtigeren Nährpflanzen.
Der 2. Band handelt von den Faltern selbst: Sammelgeräte, Prä-
paration, Anl:gen der Sammlung, Sammel-Methoden und -Plätze, ana-
tomische und biologische Bemerkungen, kurzer Sammelkalender und
systematisches Verzeichnis einer grossen Anzahl Familien und Arten.
Beide Bände haben Nachschlageverzeichnis und sind reich illustriert
mit meist sehr gut gelungenen Tafeln. Besonders sei die ausgezeichnete
Wiedergabe der Sesienraupen erwähnt. Die Bücher können zur Ein-
führung. in die Lepidopterologie bestens empfohlen werden, bringen aber
auch dem Fortgeschritteneren wertvolle Anregungen und Genuss.
DesWw.
ıı
Pr u: Lu
Hl
on Ar. NOERLER 2 N Ti
BER, I
Vorstand
des Entomologischen Vereins ‚„Iris” zu Dresden.
Vorsitzender. Prof. Dr. K. M. Heller, Dresden, Franklinstr. 22.
Stellvertr.: Dr. H. Walther, Dresden-N., Böhmertstrasse 4.
Schriftführer: Ad. Winckler, Dresden-Pl., Kaitzerstr. 137.
Stellvertr.: Dr.@. Heusin ger, Dresden N., Grosse Meissnerstr. 2.
Rechnungsführ.: @. Kretzschmar, Dresden, Bismarckplatz 6.
Biblioth.: Amtstierarzt Möbius, Dresden, Schlachthofring 3.
Redakteur: Dr. P. Denso, Hellerau b. Dresd., Auf d. Sande.
‘Stellvertreter: Dr. P. Husadel, Dresden, Gewandhausstr. 3.
Sitzungen: Mittwochs von 8—11 Uhr im Zoolog. Garten.
Mitglieder erhalten auf Wunsch die früheren Hefte
und Separata unserer Zeitschrift zu halben Preisen mit Aus-
nahme von Band I Heft 1—3 und Band VII und VIII, welche
vergriffen sind. Anfragen bittet man an den Bücherwart
(E. Möbius, Dresden-F., Schlachthofring 3ID) zu richten.
=” Der jährliche Mitgliedsbeitrag von 10 Mark ist
‚in den ersten drei Monaten eines jeden Vereinsjahres zu
zahlen (an den Rechnungsführer G. Kretzschmar).
Den Herren Mitgliedern, welche ihren Beitrag zu zahlen vergessen
haben, wird das zweite (Anfang Juli erscheinende) Heft gegen Nachnahme
des Beitrages zugesandt (soweit nach den betreffenden Ländern Nach-
nahme zulässig ist).
Laut Vereinsbeschluss erscheint die Zeitschrift vom Jahre
1912 ab wieder in vier Vierteljahrsheften.
Reklamationen wegen nicht empfangener Hefte
können nur innerhalb der Frist eines Jahres, vom Erschei-
nen der betreffenden Hefte an gerechnet, berücksichtigt werden.
Die Gross-Schmetterlinge der Erde.
Bearbeitet von hervorragenden Kennern und Autoritäten wie: Aurivillius
(Stockholm), Bartel (Nürnberg), Eiffiinger (Frankfurt), Fruhstorfer (Genf),
Grünberg (Berlin), Haensch (Berlin), Janet (Paris), Jordan (Tring), 'Ma-
kille (Paris), Pfitzner (Sprottau), Prout (London), Röber (Dresden),
v. Rothschild (Tring), Standfuss (Zürich), South (London), Strand (Berlin),
‘ Warren (Tring), Weymer (Elberfeld) und anderen.
Herausgegeben von Professor Dr. Adalbert Seitz.
h Vollständig in ca. 485 Lieferungen oder in 16 Bänden, in 2 Hauptteilen.
l. Hauptteil Palaearktische Fauna. 2. Hauptteil Exotische Fauna.
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ER x ca. 155 Lieferungen.
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gen od. gebd. ca. Mk. 45.—. . ea. 85 Lieferungen.
„ IV Geometriden in ca. 15 Liefe- | Die Einteilung der einzelnen Bände
rungen.od. gbd.ca. Mk.30.—. entsprechend dem 1. Hauptteil.
In beiden Hauptteilen zusammen werden auf ungefähr 1000 Tafeln rund
40000 Falter in vorzüglich kolorierten. Abbildungen dargestellt, wonach
jeder Falter sofort auf einen Blick bestimmbar ist. |
: x Kein Mıseum, keine Sammlung mehr mit
Der 2. Hauptteil ersetzt unbestimmten Faltern.. Nur durch eine sehr
eine vollständigeExoten-Sammlung. hohe Auflage könnte der beispiellose billige
Preis von ca. 1 Pfg. pro Abb. erzielt werden,
Einteilung und Preis des Werkes. -
liegenden Bände sind die Preise nur at-
nähernd und unverbindlich festgesetzt.)
Fauna palaearetica. Fauna indo-australica.
IT gebunden... ». . % 0... M..60.— ee ca. F SEneSSTUpeRN a seb, ca.M. A Kipp
II gebunden . . M. 45.— X- > M. 70,
III inca. 30 Lieferungen od. ‚seh. ca.M. 45.— SEI eG Er BTL Se 3 ME 2
V--21 - M. 30 — | XIL-.- 10 L - = M. 3.—
Fauna americana. Fauna africana.. =
V inea. x RE ELUNS end, geb.ca. M.130.— XIII in ca. 35 Lieferungen au sche ea.M. 75.—
Ve )- - = M. 60.— XIV. - .-,.20 M: a0.
VIL-- = - - =... M. 60. AV -7='20 E NE AR, 50,—
VII - - 10 - =, 1=0 =, "M 35-— RAT .-H19 4007 Far ie M. BE
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Entomolngischen Verein Iris zu Dresden.
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Redakteur: Dr. Denso.
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EB |
Inhalts-Uebersicht.
Nekrolog. H. Elgner. . . N N as EN N 5)
Dr. Denso,. Üelerio zy ll: NN ee ee Bein aller
BR. Konias. . Oolias -erocea, Rourekwab. u. Near ne, un ib
F. Bryk. Apologie der bewusst von mir aufgestellten Synonymen. p. 147—153
Dr. Martin. Zwei neue Danaidenformen aus Celebes u. Saleyer. p. 155—155
H. Fruhstorfer. Neue Arhopala-Rassen . . . . ...... p. 155—166
L. Sheljuzhko. Vermutliche zweite Generation von Euch-
log talloun) AA. in mr on. Von. Lena BO en Don Mena
Dr. Rebel. Zur Totenekheidine und Synonymie einiger
Arten‘ der Gattung 'Graclamia. nn. Ve, 2 a nl le
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Die Grossschmetterlinge des Vogtlandes .
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L. Sheljuzhko. Gegen unnütze und bewusste Aufstellung von
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Dr. L. Martin. Neue Rhopaloceren aus Celebes .
H, Fruhstorfer. Ein neuer Seriecinus aus China .
H, Fruhstorfer. Neue Indo-Australische Rhopaloceren
Nekrologe. A. Pagenstecher mit Porträt, Wilhelm Martini,
H. Elgner En
Dr. Denso, Celerio zygophylli I.
R. Konias. Colias erocea Foure. ab.
F. Bryk. Apologie der bewusst von mir aufgestellten Synonymen
Dr. Martin. Zwei neue Danaidenformen aus Celebes und
Saleyer
H. Fruhstorfer. Neue Arhopala-Rassen .
Seite
1-8
8—1]
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22—45
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L. Sheljuzhko. Vermutliche zweite Generation von Euchloe
Tal ou FAUL ee NE
Dr. Rebel. Zur Unterscheidung und Synonymie einiger Arten
der Gattung Gracilaria . - : >
H. Fruhstorfer, Neue Lycaeniden
Bücherbesprechungen
Vereinsnachrichten
Seite
166—168
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I—XIl
XV-XIX
Verzeichnis neubesprochener Arten, Varietäten und AberrationenXXI-XXIIL
Heft 1 ist am 9. April 1913 erschienen.
2200,20 Augustelgl3 u,
273 9.» 14 Oktober.19137 ;,
ae ale Januar 914 E
Tafel VW.
Diese Tafel gehört zur Arbeit von Dr. Denso:
„Lelezio »zygophyläi. 0.2 .,. . . „2. p. 145—146
Fig. 1. Celerio zygophylli. (ab.) Caesarea. (coll. Dso.) p. 146
2: 5 r (ab.) Astrachan. (coll. Stgr.)
N a . Marghelan (coll. Stgr.)
es = 5 Kaukasus (coll. Dso.)
EREHT Ed Balgakum am Syr - Darja
(coll. Dso.)
0; 5 = Naryn (Astrachan) (coll.
Dso.)
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2
IRIS, DRESDEN, BD. XXVIl. TAR Ve:
Natürliche Grösse.
H. Elgner }. 145
kINEloner 7:
Aus Sydney ging uns die betrübende Nachricht zu, dass
amd. April 1913 unser Mitglied, Herr H. Elgner nach schwerem
Leiden in Amboina verstarb. Elgner sammelte mehrere Jahre
lang in North-Queensland, hauptsächlich in Cape York Lepidop-
teren Die entomologische Wissenschaft verdankt seinem Sam-
melfleisse eine Reihe neuer und seltener Arten. Nachdem er
Australien verlassen hatte, sammelte der Verstorbene, auf den
Aru-Inseln, Ceram und Deutsch-Neu-Guinea. Unserem Vereine
gehörte Elgner erst seit wenigen Jahren an. Wir beklagen den
frühen Tod dieses erfolgreichen Sammlers, dem wir ein ehrendes
Gedenken bewahren werden. W.
Celerio zygophylli O. 1.
Von Dr. Denso. Hellerau.
(Hierzu Taf. V.)
Celerio zygophylli O. zählt zu den wenig bekannten Arten
des Genus Celerio. Trotzdem diese Art in gewissen Gegenden
ihres Vorkommens in manchen Jahren besonders im Raupen-
zustande ganz ungemein häufig auftritt, etwa wie bei uns Üe-
lerio euphorbiae euphorbiae L., ist sie doch im allgemeinen
in den meisten Sammlungen nur sehr spärlich und fast nur in
sehr kümmerlichen Exemplaren vertreten. Lange Zeit hindurch
war der Falter im Handel überhaupt kaum erhältlich und erst
seitdem die Firma Dr. ©. Staudinger & A. Bang-Haas die
Durchsammelung der west- und zentral-asiatischen Gebiete
energisch in die Hand genommen hat, ist eine grössere Anzahl
dieses hochinteressanten Falters nach Europa gekommen, so dass
wir endlich in der Lage sind, uns in grossen Zügen ein vVor-
läufiges Bild von ihm zu machen. Ein vorläufiges Bild aller-
dings nur, denn das Verbreitungsgebiet von zygophylli ist ein
sehr grosses, da es sich vom südlichen Russland über die
Kaukasusländer bis nach Syrien hinein und nach Osten über
Persien, Turkestan bis zum Lob-Noor und vielleicht noch
darüber hinaus erstreckt. Und bis jetzt liegen erst von wenigen
Fundplätzen Falter vor. Mit Ausnahme des syrischen Fund-
platzes bei Cäsarea, von wo ein höchst eigenartiger Falter her-
stammt (Taf. V Fig. 1) liegen alle übrigen Fundplätze in
Steppen-Gebieten von rein kontinentalem Klima mit sehr grossen
jährlichen Temperaturschwankungen.
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden, Jahrgang 1913,
146 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
Unsere heutige Kenntnis von zygophylli beschränkt sich
auch leider nur auf den Falter selbst, da über seine früheren
Entwickelungszustände nur sehr wenig und Lückenhaftes bisher
veröffentlicht worden ist. Wir müssen uns denn auch in der
vorliegenden Arbeit fast ausschliesslich auf die Besprechung des
Falters selbst beschränken.
Sehr interessant ist es, dass das Tier meist gemeinsam
mit den asiatischen Rassen von Celerio hippophaös auf-
tıitt, so z. B. bei Astrachan, im Kaukasus, in Nord-Persien, am
Syr-Darja, in Ferghana und im eigentlichen Pamir. Es ist des-
halb ausserordentlich reizvoll, Parallelen zwischen diesen beiden
Arten zu ziehen und nachzusehen, ob vielleicht an den ver-
schiedenen Verbreitungszentren analoge Rassenbildungen statt-
gefunden haben.
Zygophylli scheint ein ausgeprägtes Steppentieı zu sein
und kommt durchaus nicht überall da vor, wo die Futterpflanze
seiner Raupe, Zygophyllum fabago, angetroffen wird. Diese ist
ja z.B. durch ganz Syrien und Palästina bis nach Aegypten
hinein allgemein verbreitet, aber mit Ausnahme des bereits
oben zitierten Fundes bei Cäsarea ist zygophylli aus diesen
Gegenden nicht bekannt. Sicherlich hätte er sich dort der Ent-
deckung kaum entziehen können, da doch gerade in Syrien sehr
viel und plangemäss gesammelt wird. Dieses von Cäsarea
stammende Exemplar weicht von anderen zygophylli-Faltern
denn auch sehr stark ab durch ausgeprägte atavistische Zeichnungs-
charaktere. Ob es sich hierbei aber um eine syrische Lokal-
rasse oder ein einzelnes atavistisch-aberratives Stück handelt,
lässt sich natürlich vorläufig noch nicht entscheiden. Wir werden
später noch eingehend auf dieses Stück zu sprechen kommen.
(Fortsetzung folgt.)
Colias crocea Fourc. ab.
Von Hauptmann R. Konias. Eger.
Ich habe in meiner Sammlung ein Colias crocea d’
(gefangen am 6. 10. 1908 bei Caslau in Ostböhmen), das durch
einen starken violetten Schiller auf den Hinterflügeln
auffällt. Farbe und Zeichnung sind sonst vollkommen normal.
Da ich bisher in keinem Werke eine Erwähnung über diese
auffallende Erscheinung bei C. crocea vorfand, glaube ich, dass
sie äusserst selten vorkommt und bis jetzt überhaupt noch nie
beobachtet wurde (Spuler erwähnt sie in seinem Werke bei
C. myrmidone var. balcanica; I. Band Nachträge p. 340).
Bryk. Eine Entgegnung. 147
Apologie der bewusst von mir aufgestellten
Synonyma.
Eine Entgegnung.
Von Felix Bryk. Finnland.
„Sie sagen: Das muthet mich nicht an!
Und meynen, sie hätten’s abgetan.“
Goethe.
Es deutet jedenfalls auf Anteil an meinen entomologischen
Plaudereien, wenn es Herr Sheljuzhko für richtig findet,
mit einer öffentlichen Rüge meine bewusst aufgestellten Syno-
nyma zu belohnen und wenn eine ernste Zeitschrift wie die
„Iris“* ihre Spalten dazu freigibt. Meine Entgegnung richtet
sich aber nicht gegen Herrn Sheljuzhko, den ich als vor-
trefflichenKennerderParnassier aus unserem regen
Briefwechsel kennen gelernt zu haben das grosse Vergnügen
habe, sondern gegen die Paragraphen der Nomenklaturregeln,
deren eifriger Anbeter, Anwalt und... Opfer Herr Sheljuzhko ist.
Ob meine „Synonyma“ unnütz sind, das wird die Zu-
kunft zeigen; dass aber gewisse Artikel der Nomenklaturregeln
einen Verstoss gegen den gesunden Verstand bedeuten, will ich
nun mit konkreten Beispielen erklären:
Unter Parnassius Mnemosyne L. (mit grossem M!)
verstehen wir eine ganz gewisse Parnassiusart, die uns Udnan
zuerst genau beschrieben hat. Es ist schon an und für sich
eine Umgehung unseres Rechtsgefühls, wenn wir Linne als
Autor dieser Art — die Prototype stammt aus Tavast-
land! — gelten lassen. Linne gibt zum Glücke in der von
den internationalen Regeln sanktionierten „X. Editio“ als
Patria Finnland an. Wie sieht aber die Nominat-
form nach den erstenrevidierenden Schriftstellern
aus? Mnemosyne mnemosyne können sie leicht schreiben ; von
Anmerkung der Redaktion. Wir bringen hier die tem
peramentvolle Entgegnung Bryks auf die im vorigen Heft erschienene
Arbeit Sheljuzhkos nach dem Grundsatz: Audiatur et altera pars. —
Es ist wohl überflüssig zu bemerken, dass unsere Ansichten von denen
des Verfassers total verschieden sind, wir lassen ihn aber ausführlich und
ohne die geringste redaktionelle Aenderung hier zu Worte kommen, da-
mit seine Stellungnahme den Internationalen Nomenklaturregeln gegen-
über möglichst bekannt werde.
*) Sheljuzhko: Gegen unnütze und bewusste Aufstellung von Syno-
nymen. (Deutsche Entom Zeitschr. „Iris“, Vol. XX VII Heft3, 30. Sept. 1913.)
148 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
Mitteleuropa bis Schweden lassen sie den Typus herum fliegen,
dass es aber ein Finnland gibt, wo der „Finnländer“, (so
hiess ja der Schwarzweissapoll eine Zeitlang), fliegt, darüber
wissen sie nichts mitzuteilen.
Nun komme ich plötzlich nur mit drei bisher ver-
schiedenen Rassen, die alle in Finnland segeln: die eine
stammt aus Aland, die andere aus Karelien und die
dritte, nocht nicht edierte, eine Mischrasse, von der Insel Nagu
(50% c.m.). Diese drei neuen Rassen sind von niemandem
beschrieben worden; ich habe das Recht, sie zu taufen und bin
natürlich nicht so stumpfsinnig die Phantasielosigkeit zu krönen,
indem ich eine meiner Rassen, deren Autor ich bin und
nicht Linne, mnemosyme mnemosyne benenne. Wollte ich zu
einer Ausrede Zuflucht nehmen, so könnte ich sagen: „Liebe
Herren, suchet Euch Euere Mnemosyne mmemosyne in Süd-
finnland, Tavastland oder Savolax!“ Aber ich bin kein Aus-
reisser.
Unter der Udman-Linne’schen Mnemosyne verstehen
wir die „Art als Ding an sich“.*) Jeder Falter, der die von
Udman angegebenen Artmerkmale zeigt, ist ein Parnassius
(Doritis Mcore nec Fabr.!) Mnemosyne (Udman) L.
So ist Par. Mnemosyne v. Hartmanni Standf. eine Mne-
mosyneL.ausBerchtesgaden, v. Adolphi Bryk eine (?)**)
MnemosyneL.aus Sultanabad, etc. etc. Der Name hinter
jeder Mnemosyne-form besagt, dass eine „neue“, unbekannte
Rasse von dem betreffenden Autor beschrieben und benannt
wurde. Wer istnun der Autor von Par. Mnemosyne L. mnemo-
syne? Linne? So zeigt mir doch dieses Tier, das er be-
schrieben hat, damit ich es mit meiner var. karjala Bryk, oder
v. ugrofennica Bryk, oder noch nicht bekannten Mnemosyne von
der Insel Nagu vergleiche und falls sie sich als Synonym er-
weisen sollten, schleunigst einziehe. Ist vielleicht Herr Stichel
der Autor? Seine Mnemosyne mnemosyne hat ein sehr
weites Verbreitungsgebiet und wurde schon teilweise in heterogene
Rassen aufgelöst; sie enthält aber keine Rasse meines finnischen
Dreigestirns! Noch eine andere Frage rollt sich uns dabei von
selbst auf: Jeder Autor einer der vielen Mnemosyne-rassen von
Christoph bis Verity sollte doch seine „neue“ Rasse mit
einer „alten“ (die nach den Nomenklaturregeln nur mnemo-
*) „Soc. ent.“ Vol. XXVII p. 49.
##) Dieses Fragezeichen habe ich jenen Herren Artabtrennern kon-
sequenterweise entgegenkommend reserviert, die mir Felderi und Eversmanni
für zwei verschiedene Arten erklärt haben,
Bryk. Eine Entgegnung. 149
syne mmnemosyne sein dürfte) verglichen haben. Wovon haben
sie denn sonst ihre Novitäten abgetrennt ??
Für den Rassenforscher gibt es keine Form, die nicht einer
bestimmten Rasse angehören würde. Habe ich nun ein Riesen-
material von verschiedenen Mnemosynen zur Untersuchung vor
mir, so schaue ich zunächst an die bereits benannten Formen
meine Falter anzureihen; weichen manche von allen benannten
Formen derart ab, dass ich sie für namenberechtigt halte, so
benenne ich sie. Stellen wir uns nun vor, die Mnemosyne aus
Finnland wäre von mir noch nicht beschrieben, also unbekannt
und in keiner Sammlung vertreten, wie es mit der Nominatform
von Parn. Apollo bis vor kurzem war. Die Schlussfolgerung aus
den Artikeln der Nomenklaturregeln wäre: ich könnte diese Art
keiner kritischen Revision unterziehen, bezw. in Rassen auf-
lösen, solange mir nicht das von den p. T. Herren mit Perücke und
Zopf vorgeschriebene, aber nicht beschriebene, mysteriöse Vergleichs-
stück vorliegen würde. Jede dreinamige Benennung wäre somit
unkorrekt, da es doch immer möglich wäre, dass eine der
„neuen“ Formen eben die Nominatform wäre. Anders ist es,
wenn ich mir sage: es gibt keine Nominatrasse mit
sakrosankten Vorzugsrechten, alle Rassen sind einander
gleichwertig.‘ In diesem Falle kann ich ohne Mühe die Rassenmerk-
male meines Materials untersuchen und brauche nicht erst die
Zeit zu vertrödeln, wer denn Ihre Hoheit die Mnemosyne mit
der hypertrophischen Namenverdoppelung sei. Im ersten Falle ist
die Möglichkeit vorhanden, ein Synonym zu schaffen, im zweiten
ist jedes Synonym beseitigt, denn wäre auch eine der dreinamig
benannten Formen die zweinamige Nominatform, so wäre damit
noch immer kein Synonym („sensu nostro“) geschaffen. Nur
wenn ein Autor die wirkliche Nominatform mit
dem doppelten Zunamen schon einmal eingeführt
hätte, nur dann wäre eine nachträgliche Be-
nennung der Nominatform zu verwerfen. Aber das
ist weder mit Mmemosyne, noch Apollo, noch charltonius
etc. etc. der Fall. Schon aus diesem Grunde ist meine bewusst
benannte Nominatform im Sinne eines logisch denkenden Menschen
kein Synonym. Wenn es aber Regeln an Logik gebricht, so
sollte man nicht um das goldene Kalb herumtanzen, und den,
der sie ihnen beizubringen versucht, an den Pranger stellen,
sondern sie ins Pfefferland, wohin sie gehören, verwünschen und
mit besserem ersetzen.
Aehnlich verhält es sich mit Parnassius Apollo v. Linnaei
(grosses L!) Bryk; mit dem Unterschiede, dass hier glück-
150 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
licherweise Linne (lateinisch Linnaeus) den Fundort an-
gegeben hat. Für Herrn Sheljuzhko (l. c. p. 113)
wäre gerade dieser Hinweis „auf die Herkunft der Original-
stücke ein Merkmal, das uns erlaubt, die Form, welche Linne
vorlag, von anderen zu trennen.“ Nun, so versuche mir einer
das Stück, ausschliesslich nach diesem Merkmale, dem Hinweise
des Flugortes, zu beschreiben und ich werde ihn für den grössten
Diagnostiker der Gegenwart erklären! Uebrigens ist es über-
haupt noch fraglich, ob sogar bei wörtlicher Befolgung der
Nomenklaturregeln durchaus der Torsburger als Nominatform
gelten müsste, da in der editio X nur Schweden als Patria
angegeben wird.
Nun komme ich auf die fennoscandicus, borealis, cau-
casicus und armenicus zu sprechen! Die Nomenklaturregeln
kennen keine höhere oder anderwertige Kategorie
als Unterart, daher glaubt Herr Sheljuzhko diese Namen für
Formenkomplexe, die einige Unterarten vereinen wollen,
mit dem Namen einer (n. b. der erstbenannten) Rasse identi-
fizieren zu müssen. Es ist überhaupt nur ein Zeichen von
äusserst kollegialer Loyalität, wenn Verity oder Bryk den
Namen v.scandinavicus Harc., den Stichel refusiert hat,
akzeptiert haben. Denn sogar nach den Nomenklatur-
regeln -- der betreffende $ ist mir nicht geläufig, da mich
nur Naturgesetze, nicht aber Gesetze oder Regeln, die
das genus humanum aufstellt, beschäftigen —, könnte man
so eine verschwommene, oberflächliche Diagnose, wie sie
Harcourt-Bath für die v. scandinavicus Harc. oder
v. pyrenaicus Hare. angibt, die fast auf die meisten Rassen von
Parn. Apollo passt, leicht verwerfen! Aber gesetzt den Fall,
die var. scandinavica Harc. wäre abgebildet, genau be-
schrieben und mit Fundort ediert, was erst nachträglich die
beiden genannten Revisionisten getan haben, so würde sie doch
immer noch nicht den Begriff „fennoscandicus“ ersetzen.
Nur dann wäre der Namenkomplex „fennoscandicus“ ein
Synonym von var. scandinavicus (Harc.) Verity, wenn all
die einzelnen Rassen, die der Name fennoscandicus um-
fasst, Synonyma von var. scandinavica Harc. wären .....
und darüber hat sich leider Herr Sheljuzhko nicht geäussert,
so interessant es gewesen wäre, eines Kenners Urteil zu hören.
Nehmen wir nun weiter meinen „borealis“ aufs Korn!
— Die Frage ob dieser Formenkomplex mit Recht homogene
Formen umfasst oder nicht, interessiert uns auch hier nicht. —
Würde nach den Nomenklaturregeln „borealis“ ein Synonym
Bryk. Eine Entgegnung. 151
von „sibirica“ sein, so würde der Unsinn triumphieren. Denn
Nordmann hat seine sibirica Nordm. (nee auctorum!)
aus Irkutsk, die er mit keinem Worte beschrieben, dafür aber
abgebildet hat, höchstwahrscheinlich von der finnischen
Rasse (die nach Sheljuzhko zu fennoscandicus Bryk ergo
scandinavicus (Harc.) Shel. gehört), abgetrennt; und da
dieser fennoscandieus Bryk (= scandinavicus Shel. [nec
Harc.]) nur eine der vielen Formen des polymorphen borealis
Bryk darstellt und borealis wieder nur ein Synonym von
sibirica Shel. (nec Nordm.) wäre, so wäre natürlich die fin-
nische Rasse (fennoscandicus Bryk) auch nur ein Synonym
von sibirica Shel., also ein Synonym von jener Rasse, die
gerade Nordmann als Modell diente, um den Sibirier von
den Fennoskandiern abzutrennen! Zucus a non lucendo!
Ich glaube diese beiden Beispiele zeigen genügend, zu welcher
unsinnigen Namen-Verwirrung der Forscher käme, wollte er wie
Sheljuzhko artig den Nomenklaturregeln gehorchen. „Ich
kümmere mich aber nicht um die Nomenklaturregeln“ („Int. Ent.
Zeitstehr.“ Vol. V. 155)... . die köstliche Geschichte vom
bösen und artigen Buben von Mark Twain kommt mir dabei
in den Sinn.
Noch über „caucasicus“ Pagenst. und „armenicus“ Pagenst.
Dass der erste Name überhaupt en Homonym ist (vide
v. caucasica Vrty.), lasse ich hier, wie es auch Herr Shel-
juzhko getan hat, unbeachtet, da es unser Thema nicht be-
rührt. v. caueasicus Pagenst. wäre nach Sheljuzhko
ein Synonym von suaneticus Arnold. Obwohl nun der
kaukasische Apollo bisher nur einen Namen getragen hat und
daher v. caucasicus Pagenst. anscheinlich eine höhere Kate-
gorie nur von einer Rasse wäre, so hat die Bryk-Pagen-
stechersche Revision gezeigt, dass im Kaukasus mehrere
Formen fliegen, die man mit demselben Rechte oder Unrechte
wie die unzähligen Uebergangsformen in anderen Verbreitungs-
zentren benennen könnte. Wenn nun Bryk und Pagen-
stecher den kaukasischen Apollo nicht mit Namen belegt
haben, so will das noch immer nicht besagen, dass der
suaneticus Arnold mit den suameticus (Arnold) Bryk
oder sogar suaneticus (Arnold und Bryk) Pagenstecher über-
einstimme. Freilich sollte bei der Aufstellung einer Kollektiv-
rasse (= höhere oder anderwertige Kategorie von subspecies!)
dem Autor ein Riesenmaterial zur Verfügung gestanden haben,
aber dieser Einwand berührt nur die Berechtigung der Auf-
stellung jener Kollektivrasse, die ausser suaneticus auch dubius
152 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913,
und Kashtshenkoi umfassen könnte, nicht aber die nomenklatorische
Auffassung des Namens caucasicus.
Armenicus Pagenst. ist aber wirklich nur ein Synonym
von dubius Bryk: Dr. Pagenstecher lagen nämlich nur
Stücke aus Kagysman und Kasikoporan vor, dıe er als
v. Kashtshenkoi Shelj. determinierte, da er meinen Namen
v. dubius für ein Synonym von v. Kashtshenkoi Shelj. hielt,
nur aus dem Grunde, weil ihm die Typen der var. Kushtshenkoi
vom Ararat unbekannt waren. Dr. Pagenstecher hat also
faktisch die von mir genau beschriebenen und abgebildeten*)
Stücke nur noch einmal benannt, nicht aber einen anderwertigen
Rassenkomplex geschaffen. Wenn ich den Kollektivnamen
geminus Stich. verworfen habe, so geschah das nur aus dem
Grunde, dass wir einen viel älteren, prioritätsberechtigten, genau
so „präzisen“ Namen wie Stichels geminus haben: ich
meine „alpicola“.
Dass „nylandicus“ wirklich nur ein „unnützes“ Synonym
ist, gestehe ich gerne ein. Bei der Aufstellung war ich mir
dessen bewusst, was jeder Leser in der Originalbeschreibung
nachprüfen kann. Auch Prof. Sparre-Schneider schreibt
mir freundlichst „finnmarchicus ist ein Unsinn!“ und gegen
diesen Unsinn, den die Nomenklaturregeln verteidigen, habe ich
protestiert; im übrigen führe ich im „Catalogus Lepi-
dopterum“ nylandicus als Synonym von finnmarchicus
Rothsch. an. Dass ich dabei Baron v. Rothschild als Autor
des nylandicus gelten liess, ist keine „erwiesene Liebens-
würdigkeit (l. c. p. 115) meinerseits, sondern recht und billig.
Mein Rechtsgefühl sagt mir eben, dass ein Autor einer
Form nicht der Benenner, sondern der Schriftsteller ist, der
sie zuerst erkennbar beschreibt oder abbildet,
gleichviel, ob er dabei die Neuigkeit unter einem richtigen oder
falschen Namen angeführt hätte; der Revisionist dagegen,
der dann dieselbe Form unter seiner Lupe hat. ist nur Kritiker,
nicht aber Entdecker dieser Form. Nur eine Zeit, wo
das Rechtsgefühl, wie der Apoll in gewissen Verbreitungzentren,
auf dem Aussterbeetat ist, konnte ein so taktloses, gegen das
geistige Urheberrecht gerichtete Vergehen, das jeden Menschen,
der nur einen Funken des Freiheitsbegriffes in sich hat, beleidigt,
zu einer Regel proklamieren, wonach es sogar genügte, nach
* Vgl. Bryk: Ueber das Abändern von Parnassius apollo L. unter
Mitwirkung von Dr. Pagenstecher und Dr. Fischer. Strands
Archiv für Naturwissenschaft. Vol. 79. Heft 18. 9. 10. 11. 1913. Taf. VII
Fig. 56 und 57.
Bryk. Eine Entgegnung. 153
Abbildungen oder Beschreibungen anderer Autoren ein Tier, das
man selbst nie gesehen hat, zu benennen, und sich noch
dazu als Usurpator nomenclatoricus mihi nova! nicht zu
schämen, seinen Namen dahinter zu setzen. Parnassius
v. htoreus, v. gallatinus, v. apenninus, v. grajus Seien
als Beispiele angeführt. Dass mir wirklich nichts an der
Benennung gelegen ist, beweist, dass ich alte Namen für neue
Formen akzeptiert habe, die sonst Jeder ganz sicher mit einem
neuen Namen belegt hätte; (vide Parnassius Nomion, ab.
Novarae).
Wenn ich nun trotzdem in der Benennung von Parnassius-
formen unermüdlich bin, so tue ich es in den meisten Fällen aus
dem Grunde, um solchen P. T. Herren, denen mit der voll-
brachten Benennung eines Tieres das Interesse daran aufhört, zu
protestieren und um die Nomenklaturregeln ad absurdum
zu führen, nicht aber aus dummer Autoreneitelkeit!
Viel Lärm um Nichts! Man alarmiert in allen Zeitschriften
gegen die unnütze Benennung von Formen, warnt vor Synony-
men, bekritelt die Mihisucht, ... . .. das hilft wenig. Ich sage
es frei: Namen ohne genaue Beschreibungen oder Abbildungen
sind Schein !*
Streicht alle meine unzähligen Namen! und es wird immer
noch etwas am Boden bleiben!
Eine Aufstellung von tausend Synonymen
für eine Artist noch lange nicht so was Schlim-
mes, wie eine oberflächliche Diagnose ohne Ab-
bildungen.
Myliykyllä, den 9. November 1913.
Zwei neue Danaidenformen aus Celebes und Saleyer.
Von Dr. L. Martin. Diessen.
1. Bei Besprechung der verschiedenen Subspecies der schwar-
zen Danais lotis Cr. findet sich im grossen Seitz bezüglich
der Celebesform, celebensis Stdgr., die Behauptung, diese
Form sei noch nicht südlicher als Toli-Toli beobachtet worden.
Eine militärische Patrouille, welche von Palu über drei Gebirgszüge
zur Westküste nach dem kleinen Hafenorte Pasangkayu mar-
* Vgl. Charles Oberthürs geniale Philippika in Et. lep. Comp.
Fasc. VI (1911) Fasc. VII (1912).
154 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
schieren musste, hat sie mir aus Surumana, ebenfalls an der
Westküste, aber viel südlicher als Toli-Toli, südlicher selbst als
das Südende der Palubai, mitgebracht, jedoch in verändertem
Kleide. Diese neue, hoch melanotische Form ist auf dem ersten
Blick von allen anderen Subspecies aus Borneo, den Philippinen,
Palawan, Celebes und den Natuna-Inseln leicht und sicher ab-
zugrenzen, stellt das dunkelste Extrem der Lotis-reihe dar und
besitzt wohl auch die südlichste Heimat, weshalb ich sie meri-
dionigra, Danais (Salatura) lotis meridionigra nenne.
Alle weissen Felder beider Flügel sind stark verkleinert und
schwärzlich bestäubt, die drei runden submarginalen weissen
Flecken der Vorderflügeloberseite, welche bei einer grossen Serie
von celebensis aus der Landschaft Amurang, südlich von
Menado, immer vorhanden sind, fehlen gänzlich. Auch auf der
Unterseite beider Flügel zeigt sich die gleiche Erscheinung, alle
Adern sind breit schwarz angelegt, auf dem Vorderflügel besteht
ein Vorherrschen der rotbraunen Farbe wie bei keiner andern
Subspezies und die weissen Felder der Hinterflügelunterseite,
rein weiss bei allen andern Formen, sind schwärzlich über-
stäubt, was besonders deutlich im apikalen und kostalen Aussen-
teile des Flügels zu erkennen ist. Das Feld zwischen Costalis
und Subeostalis, bei allen andern Formen von mattgelbem Perl-
mutterglanz, ist nahezu ganz schwarz. Grösse wie celebensis,
Abdomen aber dunkler braun mit einer sehr deutlichen, schwar-
zen Dorsallinie über das ganze Abdomen, während bei cele-
bensis nur die obere Hälfte des Hinterleibes diese Linie zeigt.
Nach einer Serie von 4 dd’ und 3 2% im Februar 1913 bei
Surumana an der Westküste von Zentral-Celebes gefangen.
Celebensis fehlt jedoch im Gebiete der Palubai, wurde auf
jeden Fall im Laufe eines Jahres trotz intensiver Sammeltätigkeit von
mir dort nicht aufgefunden. Das geographische Gebiet der schwar-
zen lotis ist ein scharf umgrenztes und kompaktes, ebenso
wie das von plexippus mit weissen Hinterflügeln (Malaiische
Halbinsel und Sumatra), das von intensa mit gelben Hinter-
flügeln (Java, Borneo, Mikromalayana) und schliesslich das von
conspicua mit weisser Zelle der Hinterflügel (Celebes und
Adjacenten). In allen diesen Gebieten fliegt aber noch eine
zweite Art aus der melanippus-Gruppe und auf Üelebes
kommt sogar noch ein Vertreter der östlichen affinis- Gruppe
dazu, so dass Celebes vier wohl verschiedene Salatura-Arten
besitzt, ein Reichtum, der sich nirgends wieder findet.
2. Die mit voller Berechtigung von Butler gloriosa ge-
nannte schöne Celebes-Euploea hat wie alle ihre Gattungsge-
Martin. Zwei neue Danaidenformen aus Celebes und Saleyer. 155
nossen auf der Insel Saleyer sich so weit verändert, dass von
einer neuer Subspezies gesprochen werden kann, welche ich nach
dem Fangplatze (Kampong Glarang) Euploea (Stictoploea)
gloriosa glarang nenne. Grundfarbe heller, fast bräunlich
und ohne den bezaubernden blauen Schiller der gloriosa, die
submarginale Fleckenreihe der Vorderflügeloberseite viel kleiner,
die einzelnen Flecken rundlich und ohne die Lilaumrandung von
gloriosa; die beiden obersten Flecken dieser Reihe sind, nur
durch den Aderast getrennt, zu einem Gebilde vereint, während
sie bei gloriosa pompilia (Süd-Celebes) stets durch einen
Strich der Grundfarbe getrennt sind; bei typischer gloriosa
aus dem Norden der Insel aber fehlt der oberste Fleck meist
ganz. Der doppelte Sexualstreifen auf der Vorderflügeloberseite
ist länger und schmäler als bei den beiden andern Subspezies.
Ferner schlagen auf der Oberseite des Vorderflügels die zunächst
dem Kostalrande gelegenen (3—4) Flecken der medianen Reihe
der Unterseite, welche niemals bei gloriosa oben sichtbar
sind, deutlich durch. Das graugelbe Kostalgebiet der Hinterflügel-
oberseite ist vom obersten Flecken der submarginalen Reihe
deutlich getrennt und dieser liegt in der Grundfarbe; beigloriosa
(Nord und Süd) steht dieser Fleck in einem Vorstosse des hier
mehr violett gefärbten Kostalgebietes. Auch alle Flecken der
Unterseite beider Flügel sind kleiner und rundlicher. Nach
leider nur 1 O7, das ich im Mai 1906 beim Dorfe Glarang auf
der Insel Saleyer erbeutete.
Alle bisher von Saleyer bekannt gewordenen Danaiden-
Subspezies sind kleiner und ärmlicher gefärbt als die entsprechen-
den Formen der Hauptinsel Celebes, so satellitica von Ishma,
laodikeia von Diana und leochares von Viola. Eine ganze
Reihe von weiteren, interessanten Subspezies dürfte auf dieser
abgelegenen Insel noch zu entdecken sein.
Diessen am Ammersee, 8. November 19153.
Neue Arhopala Rassen.
Von O2. Fruhstorfor. Genf.
Arhopala hercules stymphelus subsp. nova. oc’ Habituell
etwas kleiner als A. hercules Hew. von Nord-Celebes. Unter-
seite dunkler grünlich grau, mit kräftigeren rotbraunen Binden.
Die metallisch glänzenden blauen Subanalmakeln der Htfgl. un-
bedeutender,
156 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913,
© Oberseits mit verminderter basaler Blaufleckung beider
Flügel, und deshalb ausgedehnterem schwarzem Distalgebiet.
Unterseits mit reduzierten, grünlichen Analflecken der Htfgl.
Patria: Batjan d' ?, Halmaheira 4 J'd..
Arhopala hercules phalaereus subsp. nova. J’ differiert
von einer Serie von 10 A. hercules herculina Stgr. von
Waigiu und Misole meiner Sammlung auf der Unterseite durch
den gesättigteren grünlichen Basalanflug der Htfgl. und die
wesentlich verbreiterte rotbraune Medianbinde, besonders jener
der Htfgl.
Patria: Insel Jobi, von W. Doherty gefunden.
Arhopala tyrannus sophilus subsp. nova. co erheblich
kleiner als A. tyrannus Feld. von Halmaheira. Unterseite
lichter graubraun mit schmäleren, deutlicher weisslich um-
grenzten Medianstreifen und mit verminderten und mehr grün-
lichen Subanalflecken der Htfel. 92 oberseits dankelbraun,
manchmal mit Spuren blauer Diskalfleckung.
Patria: Obi, 8 d’J 4 22 in Coll. Fruhstorfer.
Arhopala tyrannus afranius subsp. nova. J’. Flügelumriss
deutlicher abgerundet als bei 6 A. tyrannus Feld. von Hal-
maheira in meiner Sammlung, Schwänze der Hfgl. breiter, kürzer.
Unterseite: Die Flecken in der Vdfglzelle braun statt schwarz,
alle Binden und Makeln breiter, so namentlich der braune Fleck
am Zellapex der Hfel.
Patria: Britisch Neu-Guinea, Aroafluss.
Arhopala thamyras potidaea subsp. nova. 0’ Oberseits
kaum von thamyras L. (helius Cr.) von Amboina und
thamyras anthore Hew. von Batjan verschieden, doch
sind die Exemplare kleiner, namentlich auch im Vergleich mit
der noch unbenannten Rasse von Halmaheira.
2 ohne weiteres zu differenzieren durch die mehr an
thamyras helianthe Sm. von der Milnebai gemahnende
Oberseite, mit zurückgebildetem schwarzem Distalsaum, welcher
auf dem Vdfgl. drei rundliche transzellulare Punkte frei lässt
und auf dem Htflgl. nur als kurze graue Kostalmakel vorhanden
ist. Die Htflgl. tragen von allen mir vorliegenden Inselrassen
das ausgedehnteste und hellste Blau, welches nur von den nach
aussen dick schwarz belegten Adern unterbrochen wird. Sonst
ist, wie bei helianthe, nur ein schmaler schwarzer Antetermi-
nalstreif vorhanden. Die Unterseite beider Geschlechter im All-
gemeinen heller als bei den Batjan- und Halmaheira-Exemplaren,
die subanalen Blauflecken blasser.
Patria: Obi, 10 do’ 2 22 Coll. Fruhstorfer.
Fruhstorfer. Neue Arhopala Rassen. 157
Arhopala thamyras teuthrone subsp. nova. co’ Ueberbietet
in der Grösse thamyras latimarginata Strand von Deutsch-
Neu-Guinea und helianthe Sm. von der Milnebai, ist aber
etwas dunkler und ausgedehnter schwarz umrandet, als die ge-
nannten Nachbarrassen. ® am nächsten latimarginata,
doch erscheint namentlich in Anbetracht der bedeutenden Grösse
das schwarze Saumgebiet besonders im Analwinkel beider Flügel
mehr eingeengt. Submarginalpartie der Unterseite beider Flügel-
paare heller grau -weiss als bei den genannten Vikarianten der
Hauptinsel von Neu-Guinea.
Patria: Holl. Neu-Guinea, Eilandenfluss, Dezember 1910
3 0 3 2 in Coll. Fruhstorfer.
Arhopala thamyras zelea subsp. nova. Schliesst sich im
Färbungscharakter der Unterseite an latimarginata Strand
viel mehr an, alsan helianthe Sm. Die grau umringelten Dis-
kalmakeln mehr verwaschen, das subanale Blau der Htfgl. aber
prominenter als bei helianthe.
Patria: Fergusson und Kiriwina der d’ Entrecasteauxgruppe.
3 0'0' Coll. Fruhstorfer. Auf Woodlark findet sich eine ver-
wandte Form.
Arhopala thamyras calaureia subsp. nova. co’ Sehr nahe
anthelius Stgr. von Aru, phryxus Bsd. von Waigiu, welch
letztere Form neuerdings als internoplagiata Strand be-
schrieben wurde.
Unterseite von der Waigiurasse differierend durch die aus-
gedehntere und mehr verwaschene Submarginalzone, namentlich
der Vfgl. Auch alle übrigen Makeln undeutlicher.
Patria: Misole, 2 dd‘ Flugzeit Januar.
Arhopala fulla prasiä subsp. nova. 0’ Oberseits satter
blauviolett als A. fulla Hew. von Buru. Unterseits leicht zu
unterscheiden durch das rauchbraune, statt weisslichgraue Kolorit.
Die breite Postdiskalbinde der Htfgl. gelblich, statt weisslich be-
grenzt.
Patria: Amboina, d'2 Coll. Fruhstorfer.
Arhopala canulia sosias subsp. nova. Oberseits nur gering-
fügig von A. canulia Hew. von Batjan, wie sie Bethune Baker
darstellt, verschieden. Unterseite leicht zu separieren durch das
weisslichgraue, statt braungraue Kolorit, die ausgedehnt weiss
umgebenen Querbinden der Htfgl., welche zudem grössere weisse
Anteterminalpunkte als canulia aufweisen.
Patria: Obi, 3 dd’ in Coll. Fruhbstorfer.
Arhopala centaurus centenitus subsp. nova. c? erheblich
grösser und oberseits dunkler als A. centaurusF.(nakula
158 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1915.
Feld.) von der Malayischen Halbinsel und Sumatra. Unterseite
reicher grau meliert mit fast doppelt so breitem grünem Subanal-
fleck.
Patria: Pulo Tello der Batu-Inseln.
Arhopala centaurus cervidius subsp. nova. 0’? oberseits
der vorigen sehr ähnlich und somit wiederum gesättigter blau
als nakula Feld. von Perak und Singapore — der schwarze
Distalsaum der 22 erheblich verbreitert. Unterseits mit kräftigeren
und intensiver gelblich oder grauweiss gesäumten Längsbinden.
Patria: Süd-Ostborne. 3 dd 1% Coll. Fruhstorfer.
Arhopala centaurus pseudocentaurus Dbl. (Bethune Bakers 40).
Eine gute geographische Form, denn keine der übrigen Insel-
rassen hat ein so ausgedehntes weissgraues und manchmal sogar
weisses Kostal- und Submarginalgebiet der Htfgl. aufzuweisen
als die Javaform. Aehnliche Stücke fand ich auf Lombok. Häufig
in Ostjava, seltener und in grösseren Exemplaren in Westjava.
Arhopala centaurus pirithous Moore. Eine der häufigsten
Erscheinungen in Tonkin, Annam und Siam. 31 2 in meiner
Sammlung.
Arhopala amytis leptines subsp. nova. (A. amytis
Nicev. J. A. S. B. 1898 p. 270.) cd Öberseits noch sehr ähn-
lich A. centaurus von Java, 2 dagegen ebenso hellblau wie
bei A. amytis Hew. und A. amantes Hew. Die Unterseite
dokumentiert mehr die Zugehörigkeit zu centaurus, wenn-
gleich die Silberflecken der Vdfglzelle und die grauen Partien
aller Flügel zu verschwinden beginnen und namentlich bei den
2? in der verwaschenen aber sehr dunkel schokoladebraunen
Gesamtfärbung aufgehen.
Patria: Key-Inseln.
Arhopala amytis androtion subsp. nova. 0’ oberseits
kaum von A. leptines verschieden — $ nicht so hell morpho-
blau wie leptines %, sondern dunkler, mit violettem Schiller.
Unterseite von leptines abweichend durch das Auftreten
violetter Partien im Apikalteil der Vdfgl. und im Diskus der Htfgl.
Patria: Yule Island. 0% Coll. Fruhstorfer.
Arhopala amytis selymbria subsp. nova. c° Sehr nahe
amytis ribbei Röb. von Aru, mit ebenso schmalem schwarzem
Distalsaum der Vdfgl., dadurch ohne weiteres von A. amytis
Hew. aus Queensland differierend. Unterseite mit dominieren-
dem weisslich purpurnem Anflug. Die rotbraune Binde der
Vfgl. im Erlöschen. Beim 2 ist die Vermehrung der weissen
Fruhstorfer. Neue Arhopala Rassen. 159
—_
Partien noch ausgesprochener. Vom 2 existieren 2 Formen:
eine mit hell- andere mit dunkler morphoblauen Feldern der
Oberseite beider Flügel.
Patria: Waigiu 2 dd" 2 22 Coll. Fruhstorfer.
Arhopala alkisthenes spec. nova. d’ von breiterer
und mehr gerundeter Flügelform als die östlichen centaurus-
Rassen. Grundfarbe wesentlich dunkler blauviolett 2 oberseits
ausgedehnter blauviolett als die 2?? von Key und Yule, der
schwarze Distalsaum deshalb erheblich schmäler — wodurch ein
Anklang an centaurus @ von Java geboten wird. Unterseite
sehr charakteristisch — hell graubraun ohne jedoch ebenso licht-
graue Partien wie centaurus Q aufzuweisen. Die Bänder mehr
verschwommen und dadurch im Einklang mit leptines. Der
schwarze Analfleck der Htfgl. grösser als bei centaurus jenem
von leptines und androtion gleich, die blaugrünen Rand-
flecken schmäler als bei centaurus von Java, heller als bei
der Yule- und Key-Vikariante.
Patria: Deutsch-Neu-Guinea, Friedrich Wilhelmshafen 1 J
4 22 in Coll. Fruhstorfer.
Arhopala meander gazella subsp. nova. co oberseits leb-
hafter blau als SS aus Waigiu, welche der Namenstype von
meander Bsd. am nächsten stehen dürften. Unterseite leicht
kenntlich an der gesättigten rotbraunen Grundfarbe, mit leichtem
violettem oder purpurnem Schimmer und den sehr breiten,
prächtig smaragdgrünen, intensiv glänzenden Subanalmakeln.
Patria: Neu-Pommern.
Arhopala meander anicius subsp. nova. Unterseits am
nächsten appianus Sm. von Britisch- und Deutsch Neu-Guinea,
aber dennoch ohne weiteres abzusondern durch das Dominieren eines
hell grauvioletten Anfluges der Unterseite beider Flügel, aus
dem sich relativ schmale, aber prächtig rotbraune Längsbinden
abheben.
Patria: Salomonen, ohne nähere Angaben in Coll, Fruhstorfer.
Arhopala meander madytus subsp. nova. 0’ oberseits
lichter blauviolett als die insularen Vikarianten. Unterseits so-
gleich kenntlich an sehr breiten braunen Längsstreifen, die sich
aus grauweisser Umgebung abheben.
Patria: Australien, Queensland.
Arhopala cidona spec. nova. 2 Überseite in der hell
morphoblauen Färbung amytis Hew. am nächsten. Der
schwarze Distalsaum beider Flügel aber erheblich breiter als bei
160 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
amytis von Australien, den Aru-Inseln und Waigiu meiner
Sammlung.
Unterseite am nächsten einer Art, welche ich als philander
Feld von Halamheira besitze, die Längsbinden aber schmäler.
Die Grundfarbe, ein fahles Braun, erinnert etwas an A. alkist-
henes Fruhst. von Kaiser Wilhelmsland. cidonia dürfte die-
jenige Lokalrasse sein, welche Bethune Baker ]. c. als „unusually
large amytis“ von Fergusson erwähnt.
Patria: Kiriwina der d’Entrecasteaux-Gruppe. 22% in Coll.
Fruhstorfer.
Arhopala aexone herana subsp. nova. Habituell grösser
als A. aexone Hew. von Waigiu. Unterseite der Vdfgl. mit er-
weiterter grauvioletter Region — das helle Gebiet der Htfgl. da-
gegen eingeschränkt.
Patria: Deutsch Neu-Guinea, Finschhafen und Astrolabebai,
3 0'0’ 1% Coll. Fruhstorfer.
Arhopala aexone natanda subsp. nova. J habituell grösser.
Distalsaum beider Flügel fast doppelt so breit wie bei der
Namenstype. Unterseite gesättigter rotbraun — die lichtere
Submarginalbinde im hinteren Teile rötlich überdeckt. 2 mit
vermehrter schwarzer Streifung der Adern der Oberseite der
Htfgl. Das weissliche Gebiet der Unterseite weniger ausgedehnt.
Patria: Fergusson und Kiriwina. 2 oO 2 22 in meiner
Sammlung.
Arhopala aexone chrysoana subsp. nova. do’ Ueberbietet
A. aexone Hew. von Waigiu in der Grösse. Unterseite aus-
gedehnter schwarzbraun. Die viel breitere dunkler braune Läng-
binde der Vfgl. steht in hellerem grauem Felde. Der metallisch
smaragdgrüne Schmuck in der Zelle der Vfgl. und im Anal-
winkel der Hfgl. prominenter. Die graugelbe Zone der Hfgl.
schmäler, schärfer umgrenzt als bei Waigiu Jg‘.
Patria: Halmaheira.
Arhopala amantes aphobus subsp. nova. 9 Erheblich
kleiner als A. amantes © von Ceylon oder amantes
apelles Swinh. von Süd- und Nordindien. Oberseits lichter
morphoblau mit namentlich auf den Htfgl. reduziertem schwarzen
Distalsaum. Unterseits viel heller als bei irgend einer Vikariante
— grauweiss mit schmalen grauschwarzen Längsbinden, welche
prominenter weiss umgrenzt erscheinen als bei kontinentalen
oder den übrigen insularen Rassen.
Patria: Ostjava, nur 2 22 von mir am Fusse des Tengger-
gebirges auf ca. 500 m Höhe gesammelt. 2 d’cd" von West-
sumatra in Coll. Fruhstorfer.
Fruhstorfer. Neue Arhopala Rassen. 161
Arhopala amantes onetor subsp. nova. SP Ansehnlicher
an Gestalt als aphobus J?. Öberseits gesättigter und glän-
zender blau als die Javarasse. @ mit verstärkter schwarzer
Umrahmung der Htfgl. Unterseite dunkler braun als bei Ja-
vanen — die rotbraunen Längsbinden weniger markant weiss-
lich umzogen.
Patria: Savu, August 1596 von A. Everett gesammelt,
2 dc" 3 22. Sumbawa Z, Sumba 2 Coll. Fruhstorfer.
Arhopala amantes verelius subsp. nova. $ vom ® aus
Savu abweichend durch lichteres schöneres und intensiver glän-
zendes Blau der Oberseite. Das schwarze Randgebiet beider
Flügel noch mehr ausgedehnt. Unterseite der Javaform ge-
nähert — hell graubraun, die braunen Mittelbinden lebhafter
mit der Gesamtfarbe als bei Savu 2% konstrastierend.
Patria: Kalao, Dezember 1895.
Arhopala amantes grandiosa subsp. nova. d' Das wunder-
volle Blau der Oberseite an jenes von A. amytis Hew. von
Australien und sogar an A. aexone Hew. von Waigiu er-
innernd. Der Distalsaum etwas ausgedehnter als bei onetor.
2 mit bis an die Zelle der Vdfgl. eindringendem schwarzem
Apikalfeld, auch die Htfgl. mit verbreitertem schwarzem Kostal-
saum. Adern gleichfalls kräftiger schwarz belegt als bei der
Savu- und Kalaorasse. Unterseite auffallend hell, an Exemplare
aus Sikkim gemahnend. Entsprechend der riesigen Grösse der
Falter alle Binden und Flecken verbreitert, scharf und nahezu
rein weiss umgrenzt.
Schwänze länger als bei den übrigen makro- und mikro-
malayischen Formen.
Patria: Ost-Celebes, Bonthain. d® in Coll. Fruhstorfer.
Arhopala amantes grandiosa ersetzt im östlichen
Celebes die herrliche A. amantes araxes Feld., welche mir
in 7 So’ 10 ?? von Maros in Südwest-Celebes und einem un-
gemein verdunkeltem, kleinem 2 der Regenzeit aus Toli Toli,
Nord-Celebes vorliegt. Namentlich das 2 von grandiosa ist
araxes gegenüber charakterisiert durch erheblich verschmälertes
schwarzes Saumgebiet der Hfgl.
Arhopala camdeo varro subsp. nova. 2 über ein Drittel
kleiner als das kleinste A. camdeo Moore $ aus Sikkim —
Oberseite verblasster, doch die weissen diskalen Partien der
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden. Jahrgang 1913,
162 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
Vdfgl. minder ausgedehnt. Der transzellullare schwarze Doppel-
fleck fehlt, ebenso sind nur noch unbedeutende Spuren der
schwarzen submarginalen Binde der Htfgl. vorhanden. Unter-
seite fast ganz weiss, stellenweise rauchgrau angeflogen. Die
bei camdeo braunschwarzen Makeln gelblich grau, und aus-
nahmslos verschwommen.
Patria: Tenasserim, am Fusse des Tandonghills in den
Karenbergen von mir im Mai 1901 gesammelt. varro gehört
einer extremen Trockenzeitform an.
Arhopala camdeo sphendale subsp. nova. JS Vdfgllänge
22 mm gegen 32 mm von A. camdeo Moore aus Tonkin,
oberseits ohne die für camdeo so charakteristische weisse dis-
kale Aufhellung der Vdfl. Farbe mehr an Arh. padus Feld.
von Halmaheira als an camdeo erinnernd. Unterseite dunkler
mit ausgedehnterem grauschwarzem Gesamtkolorit. Die Diskal-
flecken schwarz statt braun, schärfer und reiner weiss umgrenzt
als bei Assam und Tonkin dc‘. Die Submarginalbinde nicht
obsolet wie bei camdeo, sondern äusserst prägnant.
Patria: Süd-Annam, Umgebung von Nha Trang, Februar
von mir gesammelt.
Kollektivspezies wie folgt aufzustellen ist:
A.camdeo camdeo Moore Sikkim, Assam, Tonkin.
A. camdeo varro Fruhst. -Birma.
A. camdeo sphendale Fruhst. Annam.
Arhopala fruhstorferi Röb. Von dieser Form, welche
ich auf Java entdeckte, ist die spezifische Zugehörigkeit bisher
nicht klar gestellt. Bethune Baker schob fruhstorferi
zwischen A. auxesia Hew. und auzea Nicev. ein. Tatsäch-
lich gehört aber die betreffende Rasse in die Verwandtschaft von
A. camdeo. Der Name fruhstorferi kann nicht erhalten
bleiben, weil fruhstorferi mit grösster Wahrscheinlichkeit als
2 von A. aedias Hew. zu betrachten ist, einer Art, von der
seit einem halben Jahrhundert nur ein Exemplar nach Europa
gekommen ist.
Sehr wahrscheinlich ist A. azata Nicev. eine erheblich
modificierte geographische Rasse von aedias Hew.
A. anthelus Doubl. hält Bethune Baker für eine von anunda
separierte Spezies. Tatsächlich ist es nur der älteste Name
für die kontinentale Abzweigung der Spezies, welche die ge-
samte orientalische Region bewohnt, aber überall selten ist.
Wir haben also:
Fruhstorfer. Neue Arhopala Rassen. 163
A. anthelus anthelus Doubl. Type von Moulmain,
Birma, Malayische Halbinsel.
A. anthelus subsp. nova. Nord-Ost Sumatra. Nach An-
gaben Niceville’s dunkler als Exemplare von Birma, während
Java-Individuen mehr der Birma-Unterart nahekommen.
A. anunda anunda Hew. Südost- und Nordborneo.
Mal. Halbinsel.
A. anthelus saturatior Stgr. Palawen F2 (Coll. Fruh-
storfer).
Arhopala anthelus jabadia subsp. nova. cd oberseits ebenso
hell morphoblau wie A. sotades Fruhst. der Philippinen, da-
durch ohne weiteres von A. anthelus anunda Hew. von
Borneo und saturatior Stgr. von Palawan, welche dunkel-
blauviolett erglänzen, zu separieren. Vfgl. mit am Apex etwas
erweitertem schwarzem Distalsaum, dadurch sotades genähert
und von anunda, saturatior und majestatis getrennt. Die
Unterseite schliesst sich anunda von Borneo an, doch sind die
drei transzellularen Flecken der Vdfel. nicht dunkelbraun,
sondern verwaschen grau ausgefüllt, wodurch jabadia auch in
Gegensatz zu majestatis tritt, welcher zudem noch die hell-
graugelben Partien der Unterseite beider Flügel fehlen, die alle
mir bekannten anthelus-Rassen auszeichnen.
Name der hochspezialisierten neuen Rasse nach dem alten
Namen „Jabadiu“, wie er sich auf der Weltkarte von Pto-
lemäus (150 n. Chr.) und Agathodamon (ca. 500 n. Chr.)
findet.
Patria: Westjava, 5 dd in der Umgebung von Sukabumi
auf ca. 600 m. (H. Fruhstorfer leg.)
Arhopala anthelus majestatis subsp. nova. Insel Nias. Ober-
seite tiefblau mit wundervollem gleissendem Schiller. 2 oberseits
etwa wie das 2 von A. anunda saturatior Stgr. von Pala-
wan aber kleiner und dunkler blauviolett. Unterseite dunkel
rauchbraun ohne weissliches Gebiet im Submedianzwischenraum
der Vdfgl. Die zu Binden vereinigten Submarginalflecken der
Vdfgl. Unterseite viel heller als bei anunda, die kostalen rund-
lichen Makeln der Htfel. nicht wie bei anunda von den dis-
kalen verschieden, sondern ebenso mattbraun wie jene gefüllt.
Der Subanalfleck ausgedehnter, dunkler smaragdgrün.
Patria: Nias, d’$ Coll. Fruhstorfer.
Arhopala anthelus sotades subsp. nova. 0” Difieriert von
A. anunda Hew. der Namenstype von Borneo und von
saturatior Ster. von Palawan durch bedeutende Grösse und
164 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
das hell morphoblaue Kolorit der Oberseite. Die 2? sind nach
Semper oberseits manchmal einfarbig braun oder auch mit grün-
lichblauem Basalfeld beider Flügel. Unterseite wie schon Semper
angibt satter und gleichmässiger rauchbraun als bei der Palawan-
rasse, die Umrandung der braunen Makeln mehr gelblich statt
weiss, das weissliche Feld im Kostalgebiet der Hfgl. nahezu
erloschen. 5
Patria: Mindanao, Koll. Fruhstarfer.
Arhopala anarte Hew. Von dieser grössten und oberseits
so unvergleichlich hell opalisierenden, etwas an Morpho didius
und godarti gemahnenden Spezies des makromalayischen Ge-
bietes hatte ich die Freude, eine Lokalform als neu für Tonkin
nachzuweisen.
Wir kennen jetzt mit Sicherheit folgende Abzweigungen:
A. anarte anarte Hew. Myitta, Birma. Chiem Hoa (August,
September) Tonkin. Malayische Halbinsel Coll. Fruhstorfer.
Das Vorkommen von anarte in Borneo ist wahrscheinlich, aber
mit Gewissheit noch nicht nachgewiesen. Auch die Angabe
Makassar (Druce) ist ohne weiteres zurückzuweisen.
A. anarte auzea Nicev. Diese Rasse wurde nach Exem-
plaren aus Westjava von ihrem Autor als eigene Art be-
schrieben. Tatsächlich ist sie nur die bekannt gewordene ma-
kromalayische anarte-Zweigform.
Patria: Westjava, Umgebung von Sukabumi aus 5—600 m
(Coll. Fruhstorfer).
A. anarte amesia Hew. Nord-Ost- oder West-Sumatra.
Sehr selten, nur ein 2 bekannt.
Arhopala nobilis Feld. Diese prächtige Art ersetzt zweifel-
los auf den Molukken und in der melanesischen Region die
A. anthelus-Gruppe.
Arhopala nobilis nobilis Feld. Amboina, Ceram. Coll.
Fruhstorfer.
Arhopala nobilis ajusa subsp. nova. d°' Oberseite gesättigter
und matter blau als bei nobilis Feld. von Ceram. Der schwarze
Distalsaum etwas ausgedehnter. Unterseite ausgezeichnet durch
die breiter angelegten, dunkler kaffeebraunen Fleckenserien, wel-
che von einer heller braunen Gesamtfärbung abstechen. Das
subanale graue Feld der Hfgl. etwas mehr eingeschränkt, die
metallisch glänzenden Makeln aber intensiver, wenu auch dunk-
ler smaragdgrün.
Patria: Halmaheira, 1 0%, G. von Plessen leg. Coll. Fruh-
storfer.
Fruhstorfer. Neue Arhopala Rassen. 165
Arhopala nobilis nobilior subsp. nova. Oberseits nahe der
Form aus Halmaheira, jedoch etwas lichter blau und mit noch
schmälerem schwarzen Distalrand. Unterseite heller braun mit
undeutlicheren Diskalflecken. Analwinkel mit reduzierten grau-
grünen metallischglänzenden Fleckchen.
Patria: Obi. Selten.
A. nobilis alce Hew. Aru.
A. nobilis alcestis Sm. Milnebai.
A. nobilis athara Sm. Astrolabebai.
A. nobilis antharita Sm. Heimat unbekannt. Ver-
mutlich Inseln der Geelvinkbai? oder aus der Humboldtbai. 2
oberseits einfarbig braun.
Arhopala agnis soter subsp. nova. cd’ grösser und oben
matter und fahler blau als agnis Feld. von der Malayischen
Halbinsel. Unterseite dunkler, die Umrandung der Fleckenbinden
trüber, die metallisch glänzenden Subanalmakeln satter grün,
ansehnlicher. & mit viel breiterem schwarzem Saum.
Patria: Nord-Ost-Sumatra.
Arhopala agnis hagius subsp. nova. cd” das Kolorit der Ober-
seite mit A. agnis Feld. übereinstimmend. Unterseite leb-
hafter braun die Fleckenreihen prägnanter gelblichgrau umringelt.
Flecken im allgemeinen ansehnlicher. Die braune Submarginal-
binde markanter.
Patria: Ostjava, sehr selten. Im Westen der Insel von mir
nicht beobachtet.
Arhopala agnis sphetys subsp. nova. Oberseite kaum von
agnis aus Perak und Java differenziert. Unterseite jener von
hagius gleichkommend, die Fleckenserie aber viel schmäler.
Die submarginale braune Binde noch prägnanter als bei hagius,
deutlicher gelb verbrämt. Die smaragdgrünen Subanalmakeln grös-
ser als bei den Vikarianten. $ vom agnis Feld. 2 leicht zu
separieren durch den fast doppelt so breiten schwarzen Distalsaum
der Vdfgl. Auch auf den Htfgln. tritt der blaue Basalfleck er-
heblich zurück.
Patria: Insel Nias. 4d'd' 3 2 2 Coll. Fruhstorfer.
Arhopala hellada spec. nova. Eine eigentümliche Art,
welche die Charaktere von A. agnis mit denen von A. anarte
Hew. vereinigt. In der eigentümlichen hell blauvioletten
Färbung der Oberseite steht sie ganz isoliert. Flügelform ausser-
ordentlich schmal, aber sehr lang. Schwänzchen dagegen kurz,
Unterseit» am nächsten jener von anarte Hew., die Braun-
fleckung aber minder prominent, nicht hervortretend, sondern mit
der Grundfarbe harmonierend. Alle Makeln ausserdem länglicher,
166 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
regelmässiger oval. Die für anarte so charakteristische sub-
anale Tabakpfeifenzeichnung ist bei hellada auch vorhanden.
2 oberseits nahe dem A. agnis 2 aber lichter. Das blaue Feld
der beiden Flügel ausgedehnter, die schwarze Umrahmung schmäler.
Patria: Nias, 4 dd‘ 1 2 Coll. Frubstorfer.
Durch die Vdfgllänge von 30—32 mm. zählt hellada zu
den grössten bekannten Arhopala und steht nur um geringes
hinter A. anarte Hew. zurück, differiertt aber sowohl von
A. agnis Feld. und A. anarte Hew. durch die auffallend
kurzen Schwänze.
Arhopala hellada ozanasubsp. nova. 0’ Oberseits etwas dunkler
morphoblau als A. hellada von Nias mit etwas markanterem
schwarzem Distalsaum der Vdfgl. Unterseite ohne weiteres ver-
schieden durch die kaum von der matt graubraunen Grundfarbe
abstechenden, trüb gelblich umgrenzten Fleckenserien, welche
bei hellada so lebhaft weiss umzogen sind, dass die Binden
scheinbar mit der Gesamtfärbung kontrastieren. Die metallisch-
glänzenden Subanalflecken reduziert.
? Oberseits gesättigter blau mit erheblich schmälerem schwarz
braunem Randgebiet. Am Zellapex ein schwarzer Fleck, welcher
kaum halb so gross als bei hellada angelegt erscheint.
Patria: Nord-Ost Sumatra, 7 d’S’ Montes Battak, Juli August
Nama Ukur 2 dd’ Malayische Halbinsel, Perak 12 Coll. Fruhst.
Vermutliche zweite Generation von Euchlo&
falloui Allard.
Von Leo Sheljuzhko. Kiew.
(Mit einer Abbildung.)
Euchlo& falloui Allard (morpha aestiva?) lucida (nov.)
Ueber Saison-Formen dieser Art scheint noch nichts bekannt
zu sein. Vor kurzem erhielt ich aber ein Exemplar, das aller
Wahrscheinlichkeit nach ein Vertreter der zweiten Generation ist.
Das Exemplar (ein ©) bekam ich von der Firma Dr. O.
Staudinger & A. Bang-Haas; es wurde in Biskra (Algier) am
16. Mai 1910 gefangen. Weiteres Material konnte ich nicht
erhalten, da dieses d‘, wie Herr Bang-Haas angab, das ein-
zige erhaltene sein soll. Da falloui in Biskra schon im Februar
erscheint und da im Mai die nahen Verwandten mauretanischer
Euchlo&ö-Arten, wie belemia Esp. und crameri Butl.
(—belia Cr. et auct., non Linne) schon in ihrer zweiten Genera-
tion auftreten, so wäre es der Fangzeit nach sehr. möglich
auch von falloui eine zweite Generation zu erwarten. Und
Sheljuzhko. Vermutl. zweite Generat. von Euchloö falloui Allard. 167
wirklich bilden die Unterschiede, die das in Frage stehende
Stück gegenüber den Februar-Exemplaren aufweist, eine volle
Analogie zu den Unterschieden, die bei den ersten und zweiten
Generationen der oben erwähnten Euchloö-Arten beobachtet
werden. Der Hauptunterschied besteht in der Zeichnung der
Unterseite der Hinterflügel. Bei falloui (Fig. ia) ist diese
Zeichnung aus scharf begrenzten dunkelgrünen und dazwischen
liegenden silberweissen Binden zusammengesetzt, Eine
ähnliche Zeichnung be-
findet sich auch am Apex
der Unterseite der Vorder-
flügel. Freilich ist diese be-
schriebene Zeichnung nicht
immer konstant, sie kann
auch reinindividuell variieren.
In meiner Sammlung be-
findet sich eine Serie (10
dc") von falloui, die von
einem Sammler, auf dem-
selben Platze (Biskra) und
zu ungefähr gleicher Zeit
(Februar 1911) gesammelt
wurde. In dieser Serie be-
finden sich Stücke, die sehr
gut mit dem oben beschrie-
benen Exemplare (Fig. 1a)
stimmen, aber auch solche,
die davon ziemlich verschie-
den sind. Der Unterschied
besteht darin, dass die Bin-
den der Hinterflügel-Unter-
seite gelblich - grün (anstatt
dunkel-grün) und nicht so
scharf begrenzt sind. Das
extremste Stück bilde ich
ab (Fig. 1 b.), einige an-
dere bilden Uebergänge dazu.
Erklärung zur Abbildung,
Fig. 1. a. Euchlo& falloui All. 5 (Bou-Saada. Algier),
b. E. falloui All. g' (Biskra II. 1911.)
c. E. falloui lucida Shelj. 9“ (Typus). (Biskra 16. V. 1910.)
168 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
An diese Stücke schliesst sich auch das in Frage stehende
Exemplar an (Fig. 1c.) Die Farbe der Binden der Hinterflügel-
Unterseite ist auch gelblich grün, die Binden sind aber ziemlich
verschwommen, so dass die weisse Farbe, die dazwischen liegt,
weniger regelmässige und nicht scharf begrenzte Binden bildet.
Diese Binden haben wohl einen leichten silbrigen Glanz, doch
kommt hier das „Silber“ viel weniger zum Vorschein.“ In der
Apex-Zeichnung der Vorderflügel-Unterseite ist das Silberweiss
durch zwei hellgelbe Flecke ersetzt. Es wäre noch hinzuzufügen,
dass dieses Stück etwas schmälere Flügel hat, als falloui ge-
wöhnlich aufweist. Flügelspannung 35 mm.**
In der Hoffnung, dass meine Vermutung sich bestätigt, dass
es sich bei diesem Exemplar um einen Falter der zweiten Ge-
neration handelt, benenne ich diese Form der hellen Unterseite
entsprechend, Iucida (forma nova).
Zur Unterscheidung und Synonymie einiger Arten
der Gattung Gracilaria.
Von Prof. H. Rebel. Wien.
(Mit einer Abbildung.)
Herr Franz Hauder (Linz) machte mich unter Material-
einsendung auf die Unsicherheit der Bestimmungen aufmerksam,
welche bei den Gracilaria-Arten der onustella-Gruppe
vielfach vorherrscht.
Die zuerst aufgestellte Art aus dieser Gruppe ist onustella
Hb. 314, eine kleinere Art mit viereckigem, gelbem, schwarz
eingefasstem Kostalfleck der rotbraunen Vfl. Die Art ist selten.
Mir liegt ein Stück aus dem Prater bei Wien (coll. Mann, MC)
und weitere Stücke von Linz (2. Juli 10 Knitschke, coll. Hauder)
und Tüffer (8. Aug. 13. abgefl. Prinz) vor. Herrich-Schäffer
bildet die Art gut ab, auch Heinemann (lI.p. 618) beschreibt
sie zutrefiend.
* Nebenbei sei erwähnt, dass die Sommerformen von belemia Esp.
und erameri Butl., also glauce Hb. und ausonia Hb. gewöhnlich als
Formen ohne „Perlmutter“ oder „Silber“ auf der Unterseite beschrieben
werden. Wenn man sie aber genau betrachtet, so findet man unter ihnen
nicht selten Stücke, bei denen dieses „Silber“ doch vorhanden ist (es ver-
liert nur immer bedeutend an Intensität).
®* Verity (Rhopal. pal., p. 172) gibt für falloui 30—833 mm. an,
was wohl nicht exakt ist, schon Rühl (R.-Heyne, Pal. Grosschm., p. 133)
gibt 35-37 mm. an. Exemplare meiner Sammlung messen 35-40 mm.,
einige der bei Verity (op. c., PI XXXVI) abgebildeten Stücke messen
über 33 mm: (z.B. 1.1.)
Rebel. Zur Unterscheid. u. Synonymie einig. Art. der Gatt. Graeilaria. 169
Zeller kannte in seiner monographischen Bearbeitung der
Gattung Gracilaria (L. E. II, 1847) aus dieser Artgruppe nur
die von ihm daselbst nach Glogauer Stücken aufgestellte one-
ratella. Er erwähnt bei deren Beschreibung nichts von einer
schwarzen Einfassung des gelben Kostalfleckes, und sonach dürfte
seine oneratella auch die von Heinemann (II. p. 618) unter
demselben Namen eindeutig beschriebene Art sein.
Ein Zweifel könnte nur darin gefunden werden, dass Stain-
ton, welcher ein Stück von Zeller hatte, unter oneratella ein
Stück abbildet (Tr. Ent. S. [2,] 1850 p. 119 Pl. 14 f. 12), welches
besser zu onustella Hb, als zu oneratella Z.-Hein. passt.
Sehr gut mit oneratella stimmt auch HS. 728 (hemi-
dactylella var.). Ich zog dieses Bild bei Aufstellung der
Gracilaria hauderi (Zool. bot. Verh. 1906 p 9) zu letzterer Art,
es spricht aber doch mehr Wahrscheinlichkeit für dessen Zugehörig-
keit zu oneratella. Da Herrich Schäffer über die Palpenlänge
seines „nemidactylella-Stückes“ aus Preussen nichts sagt,
lässt sich die Frage ohne Vergleich des wahrscheinlich nicht
mehr vorhandenen Originals nicht mit Sicherheit entscheiden.
Ein sicheres oneratella-Stück liegt mir nur aus der Samm-
lung des Herrn Hauder mit der Bezeichnung „Gaumberg (Ob.
Oesterr.) 2. Juli 08. Knitschke“ vor.
Die von mir aufgestellte hauderi ist kleiner als onera-
tella und hat viel längere Palpen. Der gelbe Kostalfleck
ist bei oneratella gegen den Innenrand mehr gerundet, bei
hauderi jedoch gestutzt. Die Bauchseite des Hinterleibes ist
bei beiden Arten hellgelb.
Eine zweifellos andere Art beschreibt Herrich - Schäffer
(V. p. 286, Fig. 821) unter dem Namen oneratella. Er bemerkt
selbst den beträchtlichen Unterschied gegen Zellers Art und sagt:
„Zellers Exemplar (der echten oneratella) hält genau die Mitte
zwischen dem hier von mir beschriebenen und meiner hemi-
dactylella“ (gemeint ist hemidactylella 728 = one-
ratella Z.). Herrich-Schäffers oneratella zeigt eine ganz
zerrissene Zeichnung der vorwiegend gelben Vfl. Das Hofmuseum
besitzt zwei fast sicher dazu gehörige Stücke vom Grazer Schloss-
berg, von denen das erste (9) (von M. Schieferer) im Oktober
1891 und das zweite (4) am 26. Mai 1907 erbeutet wurde.
Ich nenne die Art honoratella und gebe im Nachstehenden
eine kurze Beschreibung derselben nach den steierischen Stücken:
Die hellgrauen Fühler überragen etwas die Vorderflügelspitze.
Kopf und Palpen sind ockergelb. Letztere sind mehr als doppelt
so lang als die Kopfbreite und zeigen ein gebräuntes Endglied,
170 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1918,
dessen Basis und äusserste Spitze gelb bleiben. Der Thorax ist
gelb, Brust und Beine gelbgrau, letztere zeigen gebräunte Vor-
der- und Mittelschienen und undeutlich dunkelgefleckte Tarsen.
Der Hinterleib grau, beim co” mit gelber Analspitze, beim Q auf
der Bauchseite lichter (gelblich).
Gracilaria honoratella Rbl.Q 2:1 nat. Gr.
Die fast gleichbreit verlaufenden Vorderflügel zeigen eine
hellgelbe, etwas glänzende Grundfarbe. Bei !/; liegt eine basal-
wärts undeutlich begrenzte violettbraune Schrägbinde, welche
nur bis zur Falte reicht und an ihrem äusseren Rand etwas
eingedrückt ist. Bei ?/s findet sich eine schmälere solche
Querbinde, welche ebenfalls nur bis zur Falte reicht und nach
innen konkav begrenzt erscheint. Zwischen beiden Querbinden
liegt am Innenrand unterhalb der Falte ein bräunliches Fleck-
chen. Der von den beiden @Querbinden begrenzte, rein gelb
bleibende Teil (der auch als grosser Vorderrandfleck aufgefasst
werden kann) zeigt am Vorderrand selbst einige schwarzbraune
Pünktchen, und beim J' auch im Innern eine Längsreihe solcher
Pünktchen. In der Vorderflügelspitze liegen einige violettbraune
Fleckchen, welche beim © zusammengeflossen erscheinen. Die
Fransen um die Vorderflügelspitze gelb mit brauner Teilungs-
linie am Ende, gegen den Innenrand grau. Hinterflügel samt
Fransen grau. Vorderflügellänge 6, Exp. 12 mm.
HS. Bild 821 zeigt die erste Querbinde bis zum Innenrand
ausgedehnt und die äussere Querbinde mit den Apikalflecken
verbunden. Trotzdem dürfte das Bild zu der eben beschriebenen
Art gehören, weche sich von der zunächst stehenden hemi-
dactylella Hb. durch kürzere Palpen und viel breiteren hellen
Vorderrandfleck unterscheidet.
Sehr mit Unrecht hat Hering (Stett. Ent. Zeitsch. 1891 p. 90),
folgend einem Irrtum Freys (Lep. d. Schweiz p. 383), onustella
Hb. als erste Generation von fidella Reutti aufgefasst, welcher
Rebel. Zur Unterscheid. u. Synonymie einig. Art. der Gatt. Graeilaria. 171
Auffassung leider auch ich in der Katalogs-Auflage (N. 4045)
gefolgt bin. Gewiss haben weder Frey noch Hering die echte,
seltene onustella Hb. gekannt. Und nur so konnte es geschehen,
dass sie die erste Generation von fidella, die allerdings auch
einen gelben, aber durchaus nicht viereckigen, und nicht schwarz
eingefassten Vorderrandfleck besitzt, für die Hübner’sche Art
hielten.
Da Reutti nur die dunklere Form (2. Gen.) mit weissgrauem
Vorderrandfleck „fidella“ nannte, mag die erste Generation, mit
gleichgestaltetem, aber gelbem Vorderrandfleck den Namen per-
fidella führen. Mir liegen von perfidella eine Anzahl Stücke
von Linz (Hauder) von Ende Juni und Anfangs Juli vor.
Was schlieslich Grac. rhodinella HS. betrifft, so steht
diese Art der alchimiella Sc. näher, als der onustella-
Gruppe Für die Wahrscheinlichkeit, dass braccatella
Stgr. nur rhodinella HS. ist, spricht eine von Mann ge-
schriebene Etikette im Hofmuseum, auf welcher steht „rho-
dinella HS. = braccatella Mn. il.“ Mann teilte seiner-
zeit zweifellos Stücke unter diesem Namen Zeller mit, von
welch letzterem Staudinger den Namen braccatella über-
nommen hat.
Die hier erwähnten Arten lassen sich in nachstehender Weise
unterscheiden:
1. Vfl. vorherrschend gelb . . RER 02,
„ rotbraun mit gelbem Kostalfleck . ae
2. Vfl. an der Wurzel und längs des Innenrandes
purpurrot . . .. rhodinella
„ mit ganz zerrissener dunkler Zeichn. honoratella
3. Palpen von mehr als dreifacher Länge
der Kopfbreite. . . . . . hauderi
„ nur etwa doppelt so lang als die Kopfbreite 4
4. Der gelbe Vorderrandfleck setzt sich gegen die Vil-
spitze in eine schmäler werdende Strime fort
fidella Gen. I perfidella
der gelbe Vorderfleck setzt sich nicht in eine
Strieme DO ENT a ee
5. Kleiner, der gelbe Verdernndiech oracle, beider-
seits schwarz eingefast . . . . . onustella
Grösser, der gelbeV orderrandfleck dreieckig, amV order-
rand viel breiter, nicht dunkel eingefasst oneratella
Eine Uebersicht der erwähnten Arten und ihrer mit Sicher-
heit bekannt gewordenen Verbreitung wäre:
.172 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1918.
1. rhodinella HS.; Kat. N. 4042; Meess-Spul. II p. 406;
braccatella Stgr.: Kat. N. 4048 Eine zweifelhafte Art.
Bayern (HS); Fiume (Mn. M. C.); Südtirol (Hed.)
2. honoratella Rbl.; oneratella HS. 821, V p. 286.
Steiermark (M. C.).; Böhmen (HS.).
3. onustella Hb. 314; HS. 729, V p. 286; Hein. Weck.
p. 618; Meess-Spul. Il p. 406 (pr. p.); ? oneratella
Sta Ir E82 2) 1850 p2 19 FE nr:
Ober- und Nieder-Oesterreich; Steiermark (Tüffer,
Prinz); ? Brabant (Mai auf Pappeln, Crombruggh Cat.
IP):
4. oneratella Z. L. E. II p. 317; Hein. Weck. 618; hemi-
dactylella HS. 728, V p. 286.
Schlesien (HS.); Ober-Oesterreich. Die Raupe an-
geblich auf Erlen.
5. hauderi Rbl. Zool. bot. Verh. 1906 p. 9.
Ober-Oesterreich (Hauder); Herkulesbad (Hilf-Rbl.).
6. fidella Reutti Fn. p. 203; Hein. Weck. 620; Hering Stett.
Ent. Zeitsch. 1891 p. 90.
Gen. I. perfidella Rbl.; onustella Hering |. c.
Süddeutschland; Schweiz; Ob.- u. Nieder-Oesterreich.
Die Raupe auf Hopfen.
Neue Lycaeniden.
Von H. Fruhstorfer. Genf.
Rapala cyrhestica nova species. $ nahe R. testa Swinh.
von Assam, oberseits mit dunkelbraunem bis an die Zelle aus-
gedehntem Apikalsaum. Htflgl. mit schwärzlichem, etwa einen mm
breitem Distalrand, die übrige Oberseite etwa wie bei R. varuna
Horsf. Unterseite lehmgelb. Vflgl. mit einer kurzen Binde am
Zellapex, einem kräftigen, schräggestellten Transversalband, wel-
ches zuerst unmerklich schwarz, dann etwas deutlicher weiss
begrenzt ist.
Vor dem Aussensaum eine breite, verwaschene, ockerfarbene
Binde, dann eine Serie von sechs weisslichen Intranervalstreif-
chen und endlich noch eine dünne obsolete Submarginalbinde.
Htflgl. mit einem markanten braungelben Medianband, wel-
ches gegen den Analwinkel zu stark geschlängelt ist.
Die Distal- und Submarginalbinde prägnanter wie auf den
Vflgln. Hinter der mittleren Mediana ein längliches, rötliches Feld,
Fruhstorfer. Neue Lycaeniden. 173
das einen markanten und blau überpuderten Intranervalfleck
umschliesst.
Anallappen wie bei varuna.
Patria: Canton, Flugzeit Juni. 1 ? in Collection Fruhstorfer.
Rapala varuna gebenia subspec. nova. co’ Oberseits ebenso
bleich grauviolett wie das 2 von R. varuna formosana
Fruhst. und dadurch als weitaus die hellste Form von allen
Schwesterrassen sofort zu unterscheiden. Unterseite ähnlich je-
ner von varuna formosana doch mit vorwiegend bräunlich
violettem, statt gesättigt grauem Ton. Längsbinden markant,
mehr braun, statt grauschwarz wie bei der Formosa Vikariante.
Patria: Assam. Type in Coll. Fruhstorfer.
Lehera eryx agis subsp. nova. $ Differiert von L. eryx
anna Druce durch das auf drei relativ kurze dreieckige Flecken
reduzierte weisse Feld der Oberseite der Htfflgl., welche dafür eine ver-
mehrte schwarzesubanale Fleckung aufweisen, so dass ein kompleter,
vorn brauner, analwärts schwarzer Distalsaum vorhanden ist,
während dieser bei anna bereits an der vorderen Mediana vom
weissen Felde verdrängt wird. Unterseite der Vdflgl. ohne das
weisse Gebiet an der Submediana; das weisse Feld der Hilgl.
viel schmäler als bei anna, die grünen submarginalen Makeln
prominenter.
Patria: Süd-Ost Borneo. Ein ? aus der von Schönberg’
schen Sammlung in Coll. Fruhstorfer.
Charana mandarinus splendida Moult. J Grösser als Ch.
mandarinus Hew. von Assam, die blauen Felder der Oberseite
dunkler, jenes der Vdflgl. distal mehr verengt und deshalb mit
deutlicher vorspringender Spitze, dadurch an Ch. cepheis Nicev.
von Assam gemahnend. Htflgl. mit nur einem kleinen schwar-
zen Punktfleck zwischen der mittleren und hinteren Mediana,
dadurch wiederum an Ch. cepheis erinnernd. Unterseite: Ba-
salpartie der Vdflgl. orangefarben statt gelb, der rotbraune Distal-
saum als Ausfluss des Inselmelanismus dunkler chocoladefarben.
Die v oder w-förmigen Strichzeichnungen im Analwinkel der
Htflgl. kräftiger. 2 unterseits fast gar nicht vom d’ abweichend,
vom Assam ® zu trennen durch rundlichere Flügelform und
breiter angelegte, weisse Intramedianmakeln der Htflgl -Oberseite.
Patria: West-Borneo, Sintang am Kapuasfluss. 3 J’d‘ 27
in Coll. Fruhstorfer. Flugzeit Februar bis April.
Von dieser schönen Form, welche Moulton als Art beschrie-
ben hat, waren bisher nur wenige Exemplare bekannt, so ein
2? vom Kina Balu, das nach den Angaben von Druce etwas von
lrfe! Deutsche Entom, Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
meinen 2% aus West-Borneo differiert und ein 0’ von Sarawak,
die Type von splendida. Die Entdeckung der schönen Serie,
welche meine Sammlung nun ziert, ist Herrn Dr. L. Martin zu
danken.
Ch. mandarinus ist am Kontinent südlicher als Birma
noch nicht gefunden worden, wir dürfen die Spezies somit noch
von der Malayischen Halbinsel und von Sumatra erwarten.
Tajuria jalindra mingawa subsp. nova. d° sehr leicht von T.
jalindra Horsf. von Java zu unterscheiden durch den kaum
halb so breiten schwarzen Distalsaum namentlich der Hitifligl.
Die Unterseite erheblich dunkler, das Basalfeld beider Flügel nicht
so rein kreideweiss wie bei jalindra, sondern grau überpudert.
Die Postdiskalbinde nicht braun, sondern schwarzgrau, dessen
distale weissliche Begrenzung eingeschränkt. Htflgl. mit redu-
ziertem weissem Analsaum. Von burbona Hew. von Sumatra
differiertt mingava darch schmälere und dunkler graue Längs-
binden beider Flügel.
Patria: Westborneo, Sintang. Flugzeit Januar.
Dacalana vidura baganda subsp. nova. d’? kleinerals D. vi-
dura Horsf. aus West-Java. {2 oberseits blasser, mit vermin-
dertem schwarzem Kostalsaum der Vflgl. Unterseite fahler grau,
mit schmäleren weissen Längsstreifen.
Patria: Ost-Java aus etwa 600 m Höhe.
Dacalana vidura azyada subsp. nova. o° Oberseits dunkler
blau u. mit ausgedehnterem Kostalsaum als Java-Exemplare. %
kleiner, Flügelform rundlicher. Der schwarze Distalsaum derVdilgl.
fast doppelt so breit angelegt als bei vidura $ aus West-
java. Grundfarbe wie beim d' gesättigter, auch die Adern schwarz
bezogen, wodurch ein Anklang an D. vidura penicilligera
Nicev. von Assam geschaffen wird. Die schwarzen Submarginal-
strichelchen der Unterseite beider Flügel prominenter als bei Java-
Individuen. Die weisse Mittelbinde, unabhängig von der Jahres-
zeit, entweder schmaı oder erheblich verbreitert.
Patria: West-Borneo, 2° ein? mit schmaler Längsstreifung
der Unterseite, 45° mit prägnanter Weissbänderung. Flug-
zeit Februar bis April. Südost-Borneo 10°, Nord-Borneo 1
Coll. Fruhstorfer.
Dacalana vidura sinhara subsp. nova. d’ habituell kleiner
als D. vidura Horsf. do’ von West-Java und oberseits kaum
von der Namenstype verschieden. Unten leicht kenntlich durch
die dunkler graue Grundfarbe, den schmäleren weissen Median-
streifen beider Flügel und den ansehnlicheren orangefarbenen,
Fruhstorfer. Neue Lycaeniden. 12
aber kleineren blauen Subanalfleck. 2 oberseits mit ausge-
dehnterem schwarzen Kostalsaum der Htflgl. Unterseite ebenso
wie der d vom ® aus Java separiert. sinhara leitet von
vidura zu aziyada Fruhst. von Borneo über, ohne jedoch
das melanotische Kolorit der letzteren zu erreichen.
Patria: Nord-Ost Sumatra, 10 dd‘ 3 22 in Coll. Fruhstorfer.
Cheritra aurea cuprea subsp. nova. c’ $ erheblich kleiner
als die übrigen makromalayischen Verwandten. J mit reduzierten
weissen Makeln der Oberseite der Htflgl., dadurch von Ch. aurea
volumnia Fruhst. der Malayischen Halbinsel differenziert.
Unterseite von volumnia und aurea ohne weiteres zu unter-
scheiden durch schwarzgraues, statt bräunlich übergossenes Grund-
kolorit. Damit geht Hand in Hand eine Verschmäle-
rung der weissen postdiskalen Querbinde der Htflgl. 9 vom
aurea ® zu trennen durch prägnante, rein weisse Subanal-
flecken der Oberseite der Htflel.
Patria: Nordost-Sumatra, 5 Jo’ 1 2 in Coll. Fruhstorfer.
Cheritraaurea panowasubsp.nova.2 Oberseitsvom Ch. aurea
Druce 2 von Nord-Borneo abweichend durch die Verdunkelung
der weissen Subanalbinde der Oberseite der Htflgl. welche aus
viel schmäleren und vollkommen grau überdeckten Komponenten
besteht, Unterseite erheblich dunkler, schwarzgrau ohne bräun-
liche Beimischung. Die transzellulare postdiskale weisse Binde
sowie das übrige weisse Analfeld weniger ausgedehnt. Die schwar-
zen Makeln geringer blau überstäubt.
Patria: West-Borneo, Sintang, Flugzeit Februar. Type in
Coll. Fruhstorfer.
Virgaurina scopula sankilia subsp. nova. Habituell grösser als
V.scopula Druce vom Kina Balu, die weissen Flecken im hell-
blauen Felde der Oberseite der Htflgl. kleiner, oder besser gesagt
weniger transparent als bei scopula. Unterseite schwärzlich
grau, statt rotbraun, das weisse Analfeld weniger ausgedehnt.
Patria: Südost-Borneo. 1 2 aus der Coll. von Schönberg
in meiner Sammlung.
Marmessus ravindra balina subsp. nova. Nahe M. ravindra
medullia Fruhst. von Ost-Java und oberseits nur unwesent-
lich von dieser verschieden. Unterseite charakterisiert durch
markantere schwarze Streifen und Bänder, ausgedehnteres sub-
anales Blau der Htflgl. und schwarzgraue, statt apikalwärts braun
angeflogene Vdfig. der 22
Patria: Insel Bali, 2 Ad 22%, Klugzeit September, Coll.
Fruhstorfer.
176 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1913.
Manto hypoleuca yojana subsp. nova. d’ eine Transition
bildend von M. martina Hew., wie sie mir von Nord-Ost-
Sumatra vorliegt zu inopinata Butl. von Nias. Im Anal-
winkel der Hfgl. etwas mehr schwarze Fleckung aufweisend als
Nias 5’, aber erheblich weniger als Sumatra - Individuen.
2 Oberseits mit schmälerem schwarzem Subanalband der Hfgl.
als das Nias $, aber mit grösseren und infolgedessen auch zu-
sammenhängenden Makeln als beim martina 2 aus Sumatra.
Patria: Bulo, Rello, © Batu > Inseln. 125,272 001
Fruhstorfer.
Chliaria tora phatäa subsp. nova. J Dunkler blau und
auf den Vfgl. etwas ausgedehnter schwarz umrandet als Chl.
tora Kheil von Nias.
Unterseite ohne Schwierigkeit zu erkennen an der unbe-
deutenderen gelben Kappe über den schwarzen Subanalpunkt-
flecken. Der Apikalteil der Vfgl. in der Regel ausgedehnter
gelblichbraun angeflogen.
Patria: Nord-Ost-Sumatra, 14 J’d' Coll. Fruhstorfer.
Aus der tora Reihe kennen wir jetzt:
Chliaria tora minima Druce. Nord-Borneo.
Chliaria tora phatäa Fruhst. Nord-Öst-Sumatra.
Chliaria tora tora Kheil. Nias. 2 oben weiss-
lich blau. Auf den Hfgl. ausgedehnter schwarz umrahmt als
die S’d' und unterseits mit vermehrtem gelbem Anflug.
Chliaria merguia Doh. Die Zweigrassen dieser Spezies ver-
teilen sich wie folgt:
Chliaria merguia merguia Doh. Mergui Archipel.
Sehr selten. Type 1 od’.
Chliaria merguia histiäa subsp. nova. Nord-Ost-Sumatra
2 0'd’ Montes Battak in Coll. Fruhstorfer, Flugzeit Februar.
cd‘ Oberseits wesentlich dunkler und nahezu schwarz, mit seit-
lichem indigoblauem Schiller. Unterseite ausgedehnter rotbraun
angeflogen. Die anale Partie der Hfgl rein weiss und erheb-
lich breiter als bei merguia 0” angelegt.
Chliaria merguia palpatoris subsp. nova. Westjava d’
Habituell grösser als die vorgenannten Rassen. Oberseite wieder
in Uebereinstimmung mit der Tenasserimform, d. h. viel heller
als histiäa. Die Unterseite durchweg lichter grau als bei
histiäa, der Apikalanflug der Vfgl. intensiver gelbbraun. Die
weisse Analzone minder ausgedehnt, aber mit grösserem schwarzen
Intramedianfleck als histiäa,
Fruhstorfer. Neue Lycaeniden. ET
Chliaria merguia skapane Druce. Nord-Borneo.
Chliaria mergula sobanas subsp. nova. Westborneo. Sintang
6 dd 12. Differiert von skapane Druce oberseits durch
den lebhafter blauen Schimmer der 9'7', und das schmälere weisse
Feld der Htflgl. der 2?. Unterseits: durch den namentlich auch
auf den Hfgln. vermehrten rotgelben Anflug, die greller rotgelbe
Längsbinde, sowie den grösseren schwarzen Subanalfleck.
Rapala jarbas dekaiarchus fa. yabala nova. d’ klei-
als R. jarbas mit vermehrtem schwarzem Apikalanflug der Vdfgl.
Gesamtfärbung der Oberseite dunkel lederbraun, statt scharlachrot.
Unterseite mit verschmälerten Längsbinden. Vermutlich eine
ganz extreme Form der Regenzeit.
Patria: Ostjava, Nordost-Sumatra je ein d‘.
B. E.Z. 1911 p. 263 vereinigte ich R. melamapus und
R. jarbas als Angehörige einer Art. Nun hat aber Swinhoe
Lep. Indica deren Unterschiede hervorgehoben, so dass an der
Speziesberechtigung der beiden Formen nicht mehr gezweifelt
werden kann.
R. melampus Cr. ist sehr selten, liegt mir nur aus Ma-
suri vor.
R. jarbas F. aus Siam beschrieben, bewohnt fast alle Ge-
biete Indiens.
R. jarbas dekaiarchus Fruhst. findet sich in Makro-
malayana, doch sind Sumatra-Exemplare etwas verschie-
den von solchen aus Java.
R. jarbas menaichus Fruhst. Nias.
Rapala xenophon F. B. E. Z. 1911 p. 260 fasste ich
xenophon im Sinne Horsfield’s und Staudingers auf. Inzwi-
schen hat nun Swinhoe sich zur Ansicht Distants bekehrt und
auch die übriggn englischen Entomologen stellen sich auf Seiten
Distants, so dass ich es jetzt richtiger finde, mich der Majorität
anzuschliessen. Deshalb erfährt meine Aufstellung I. c. folgende
Aenderungen:
R. suffusa suffusa Moore. Nord-Indien, Birma.
R. suffusa catulus Fruhst. Nias.
R. suffusa subsp. Sumatra, Borneo.
R. suffusa praxeas subsp. nova. 0’ Etwas heller rot-
braun als catulus. Unterseite von allen Verwandten
differenziert durch rötliches, statt ockerfarbenes oder
lehmgelbes Kolorit. 2 unterseits fahler rotgelb aber vom
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgezeben vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden, Jahrgang 1913,
178 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1912.
suffusa ? dennoch durch den purpurnen Hauch ohne
weiteres zu separieren.
Patria: 7 0" Ost- und Westjava. 5 22 Ostjava.
Rapala dieneces Hew. von mir B.E.Z.p 261 als Art behan-
delt, istnach Swinhoe synonym mit R.xenophon. Es sind somit
alle von mir als R. dieneces behandelten Rassen unter der
Kollektivart R. xenophon F. stehend zu betrachten.
Rapala pengata Fruhst. (B. E. Z. p. 256) ist doch wohl
gute Art, auf keinen Fall synonym mit R. testa Swinh., wie
ich einige Zeit annahm.
Rapala rhoda sarata subsp. nova. 2 Heller als R.rhoda
Nicev. aus Nordost-Sumatra. Unterseite gleichfalls lichter grau,
mit rein weiss umgrenzten Längsbinden.
Patria: Ost- und Westjava. Diese Art ist neu für die Insel.
Rapala sagata Fruhst. (B. E. Z. p. 258) Von mir als ge-
ographische Rasse von R. varuna Horsf. aufgefasst, sehe ich
jetzt durch Material welches mir Herr Dr. Piepers aus Java
einsandte, dass es sich um eine Form handelt, welche auf Java
neben der viel kleineren R. varuna vorkommt. Vermutlich
stehen ihr also Artrechte zu.
Patria: Westjava (Dr. Piepers) Bawean (Coll. Fruhstorfer).
Rapala nissa tacola subsp. nova. (R. nissa rectivitta
Fruhst. B. E. Z. 1911 p. 257) In England wurde mir eine R.
nissa Rasse als R. rectivitta Moore bestimmt. Nun sehe
ich aus Swinhoe, Lep. Ind. dass rectivitta derältere Name
für R. buxaria Nicev. ist, welche mir aus Sikkim vorliegt.
Somit wird für die erheblich von R. nissa Roll. aus Masuri
abweichende Assamrasse ein Name frei als welchen ich tacola
vorschlage. 0° namentlich unterseits dunkler, mit schärfer ab-
gesetzten Längsbinden, als bei der Rasse aus dem westlichen
Himalaya. Die Exemplare auch durchwegs grösser.
Patria: Assam.
Rapala kessuma throana subsp. nova. 2 Erheblich kleiner
als R. kesuma Horsf. 22 aus Java, Oberseite dunkel, statt hell-
blau, die schwarze Umrahmung ausgedehnter. Unterseite gesät-
tigter schwarzgrau mit reduziertem rotgelbem Analfleck.
Patria: Südborneo, Sintang.
Bücherbesprechungen. VI
Bücherbesprechungen.
Mimikry und verwandte Erscheinungen. Von A. Jacobi, Direktor
des Kgl. Zoologischen Museums in Dresden. „Die Wissenschaft“.
Bd. 47. Verlag von Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig 1913.
Jacobi hat mit diesem Buche von ausserordentlich reichem Inhalt
allen Naturbeobachtern, seien es Gelehrte oder Laien, die mit der Liebe
zur Natur den sehnsücht'gen Wunsch nach tieferem Eindringen in ihre
Erscheinungen verbinden, einen grossen Dienst erwiesen. Denn, wie der
Verfasser im Vorwort sehr richtig hervorhebt, hat weder die deutsche
noch die ausländische Literatur eine zusammenfassende und kritische
Behandlung der Mimikry und verwandter Erscheinungen nach dem heu-
tigen Stande unserer Kenntnisse aufzuweisen. Und gerade die Mimikry
gehört zu den wohl am meisten heutzutage popularisierten naturwissen-
schaftlichen Theorien, von denen nicht nur in Fachzeitschriften, sondern
auch wegen ihres allgemeinen Interesses in Tageszeitungen häufig die Rede
ist. Leider lassen solche Veröffentlichungen sehr oft die nötige Kritik vermis-
sen und ihre Verfasser schwelgen in Phantastereien und Willkürlichkeiten,
denen ein wissenschaftliches Mäntelchen umgehängt wird. Die grosse
Anzahl der naturwissenschaftlich nicht oder wenig vorgebildeten Leser
lässt sich täuschen und nimmt nun das als wissenschaftliche Wahrheit
hin, was in Wirklichkeit die rein persönliche Anschauung oder gar nur
Spekulation des betreffenden Verfassers ist. Hierbei lässt sich nun die
sehr interessante Tatsache fest 'tellen, dass im allgemeinen das grosse
Publikum als Anhänger der Mimikrytheorie auftritt. Das mag zum Teil
wohl mit daran liegen, dass derartige popularisierende Artikel wohl fast
immer Partei für die Mimikrytheorie nehmen und der Leser, dem alles
sehr einfach und mundgerecht vorgesetzt wird, fühlt gewissermassen eine
innere Genugtuung, dass er im Stande ist, selbst die Natur bei ihrer
Arbeit zu beobachten und ihre Absichten zu erkennen. Dieses Gefühl
der inneren Befriedigung, verbunden mit dem des Stolzes, dass er als
Laie eine wissenschaftliche Theorie verstehen kann und zu beurteilen
vermag, machen ihn zum Anhänger dieser Theorie, und da er Gelegen-
heit hat, sehr oft in Museen sogenannte Schutzfärbungs- und Mimikry-
beispiele fein säuberlich aufgestellt zu sehen, die zwar ganz allerliebst
aussehen, leider aber oft ganz naturunwahr sind, so wird er in seinen Auf-
fassungen noch weiter bestärkt. Ich glaube aber doch, dass noch ein
tieferer Grund dafür vorhanden ist, dass die Mimikrytheorie so viele
auch kritikfühige Anhänger in ihren Bann zieht. Und das ist meiner
Ansicht nach ihr @ehalt an Mystik, der sich in allen Zweckmässigkeits-
theorien wiederfindet. Und dieser Gehalt am unbeweisbaren, an dem,
von dem sich unsere Schulweisheit nichts träumen lässt, gewährt freien
Spielraum für persönliche metaphysische Phantastereien, die der Allge-
meinheit von jeher mehr zusagten, als exakte, unvoreingenommene wissen-
schaftliche Arbeit. Dieser Gehalt an Unbeweisbarem und Zweckmässigem
macht ferner die Mimikrytheorie zu einer sehr bequemen, ausserordentlich
anpassungsfähigen Theorie, die als Rüstzeug fast jeder Weltanschauung
dienen kann. Der Theist sieht in ihr einen Beweis für die Weisheit des
Schöpfers, der Teleolog bewundert die so grosse Zweckmässigkeit, der
Vitalist erkennt das Walten seiner Lebenskraft, der Darwinist, dem sie
einst als Hauptstütze in die Hand gegeben wurde, sieht in ihr den un-
VII Bücherbesprechungen.
trüglichen Beweis für die durch den Kampf ums Dasein stattfindende
Auswahl des Passendsten u. s. w. Anderseits glaube ich nun aber
auch, dass es eben gerade ihr mystischer Gehalt ist, der so viele
moderne Angriffe gegen die Mimikrylehre hervorgebracht hat.
Gegen eine Häufung hypothetischer Annahmen die notwendiger-
weise unbeweisbar sind, sträubt sich der Naturforscher. Und er sucht
durch intensive Arbeit und Beobachtung Wege zu weisen, die weniger
mit Hypothesen gepflastert smd. Wir stehen aber erst am Anfang der
Entwickelung einer ‚Naturbetrachtung, die, sich möglichst von anthropo-
zentrischen Auffassungen und Spekulationen befreiend, sich vor allem an
das Experiment wendet und versucht die Natur auf möglichst einfach ge-
stellte Fragen selbst antworten zu lassen. Aber auch hier, bei der
Deutung dieser Antworten wird nur der unvoreingenommene Forscher er-
spriessliche Arbeit zu leisten imstande sein. Mögen wir Freunde oder
Feinde der Mimikrylehre sein, das müssen wir alle anerkennen, dass sie
als heuristisches Prinzip ungemein wertvoll gewesen ist, denn ebenso
eifrig wie ihre Freunde nach weiteren Stützen für sie suchten, arbeiteten
ihre Gegner daran erdrückendes Beweismaterial gegen sie anzuhäufen.
Der Leser möge verzeihen, wenn ich von meinem Thema der Be-
sprechung des Jacobi’schen Buches so weit abgekommen bin und einige
Gedanken über das Allgemeime der Mimikry und ihre verwandten Er-
scheinungen aussprach, aber gerade durch die kurze Aussprache wird
der Leser selbst erkennen, welchen grossen Dienst uns Jacobi dadurch er-
wiesen hat, dass er uns in die Möglichkeit versetzt an der Hand seines
Buches unsere Kenntnisse über Mimikry zu erweitern und zu vertiefen,
und dadurch zu einem eigenen Standpunkte all diesen Lehren gegenüber
zu gelangen. Vor allem bringt er durch genaue Definitionen einmal Klar-
heit über die verschiedenen Begriffe wie: Schutzfärbung, Schützende
Aehnlichkeit, Warnfärbung, Schreckfärbung, und Mimikry
oder schützende Nachäffung. Schutzfärbung (p. 4.) ist die Ueber-
einstimmung irgend eines Tieres inbezug auf die Hauptfärbung seiner im
Ruhezustand sichtbaren Teile mit der Färbung seiner Umgebung. Schüt-
zende Aehnlichkeit (p. 66) täuscht die Erscheinung eines Gegenstandes
ohne Eigenbewegung vor, der die Aufmerksamkeit eines Feindes nicht auf sich
lenkt — das Schutzmittel ist Verborgenheit. Schützende Nachäffung
oder Mimikry (p. 66) lässt das Tier einem beweglichen Gegenstand
ähneln, der seinen Feinden bekannt ist und von ihnen gemieden wird —
das Schutzmittel ist Sichtbarkeit. Um zu vermeiden, dass Begriffsver-
wirrungen eintreten, wird festgestellt, dass Mimikry (p. 64) nur die
schützende Nachäffung gemiedener Tiere durch andere des-
selben Wohngebietes bedeutet. Wobei besonders betont wird, dass
durch das Wort „Nachäffung“ oder ähnliche derartige Ausdrücke nicht etwa
eine Absicht des betreffenden Tieres ausgedrückt werden soll. Während
nun Mimikry nur bei schutzbedürftigen Tieren auftritt, kann Schutzfärbung
und schützende Aehnlichkeit bei hilfsbedürftigen Tieren (protektiv) oder
auch bei deren Gegnern (aggresiv) auftreten, sodass diese unbemerkt ihre
Beute beschleichen können. Warnfärbung (p. 45) tritt dagegen bei
Tieren auf, die irgend eine für ihre Feinde unangenehme Eigenschaft
besitzen, die also durch auffallende Färbung ihre Feinde an diese Eigen-
schaft erinnern sollen, um dadurch Angriffen zu entgehen. Unter Schreck-
färbung (p. 55) wird dann die Eigenschaft verstanden, dass gewisse
wehrlose Tiere plötzlich sonst verdeckt liegende grelle Farben und Zeich-
nungen zeigen, um ihre Feinde vom Angriff abzuschrecken. So ist nun
endlich einmal Klarheit geschafft und Jacobi bespricht nun jede dieser
Bücherbesprechungen. IX
Erscheinungen in ausführlicher Weise derart, dass er am Ende eines jeden
solchen Kapiteis das Für und Wider abwägt. Den weitaus grössten Teil
des Werkes nimmt die überaus eingehende Abhandlung über Mimikry
ein (p. 60 bis p. 194) Nach der genauen Erklärung des Begriffes Mimikry,
der nur im Sinne von Bates angenommen wird, mit der nachträglichen
(Müllerschen) Erweiterung, dass auch zwischen zwei oder mehreren ge-
miedenen Arten Mimikry auftreten kann, wobei dann die häufigste Art
das Modell ist (p. 68) geht der Verfasser zu erschöpfender Besprechung von
Mimikryfällen bei den verschiedensten Tierklassen über. (p. 69 bis p
167.) Daran schliesst sich ein Kapitel über allgemeine Eigenschaften der
mimetischen Schmetterlinge: Solche, die gemieden machen, solche gemie-
dener Falter, Eigenschaften der Nachahmer und endlich eine kurze Be-
sprechung der biologischen Bedeutung der Müllerschen Mimikry (p. 169
bis p. 180) Zum Schlusse endlich (p. 182 bis p. 200) werden eingehend
Beweise für und Einwände gegen die Schmetterlingsmimikry kritisch
behandelt. Es würde hier viel zu weit führen, auf dieses interessante
Kapitel näher einzugehen, in dem der Verfasser mit grosser Unparteilich-
keit die verschiedenen Anschauungen und Behauptungen behandelt.
Der Standpunkt des Verfassers ist im allgemeinen der „dass die
Theorie der schützenden Anpassungen durch Farbe und Gestalt
die Wahrscheimlichkeit für sich hat.“ Vom Gegner verlangt er den Nach-
weis, dass die Täuschung durch schützende Aehnlichkeit öfter ausbleibt,
als eintritt. (p. 42) Ich sollte meinen, dass es doch eher die Aufgabe
der Anhänger der Theorie ist, den entgegengesetzten Nachweis zu liefern,
denn sie sind es doch die zuerst die Behauptung aufstellten, also ist es
auch an ihnen ihre Beweise beizubringen. Noch eine Bemerkung möchte
ich mir erlauben zu dem Fall der Kallima (Blattschmetterlings-) Arten.
Jacobi zitiert Hartert und Piepers (p. 39) die von Kallima Fälle
angeben, wonach solche Falter „auch mal zwischen grünen Blättern an-
getroffen werden oder sich ganz frei hinsetzen“. Er legt diesen verein-
zelten abweichenden Beobachtungen keinen Wert bei, aber dieselbe
Beobachtung ist auch von Hagen (Iris IX. p. 150) gemacht worden,
rämlich, dass viele von ihm verfolgten Kallima buxtonia Moore auf
Sumatra sich frei, mit geöffneten Flügeln auf grünbelaubten Zweigen
niederliessen. Diese häufigen Beobachtungen darüber, dass Schmetter-
linge mit protektiver Schutzfärbung sich dieser sowenig bewusst sind, dass
sie sie im geeigneten Moment nicht zn benutzen wissen, sollten doch zu denken
geben! Seinen Standtpunkt der Warnfärbung gegenüber legt der Veı-
fasser (p. 50) dadurch fest. dass nach seinem Dafürhalten die Anschauungen
über die Warnfärbung einen viel höheren Grad von Wahrscheinlichkeit
für sich haben als ihn die Schutzfärbungstheorie beanspruchen kann.
Von der Schreckfärbung nimmt der Verfasser an, dass sie wohl nur
ein vereinzelt angewendetes Schutzmittel der Tiere ist (p. 58). Seine
Stellungnahme der Mimikrytheorie gegenüber lässt sich, wenn wir
kurz sein wollen, etwa dahin präzisieren, dass er die Uebertreibungen
vieler Mimikryanhänger ablehnt, die Gegner aber auffordert sich noch
vorurteilsfrei abwartend zu verhalten, bis durch Versuche erst noch
reichlicheres Material herbeigeschafft worden sein wird (p. 200).
Interessant ist auch seine Aeusserung (p. 169) die am Schlusse
einer Liste steht, die die als mimetische Anpassungen innerhalb der
Ordnung der Schmetterlinge angenommenen Fälle enthält: „Diese Ueber-
sicht kann in bedeutendem Umfange erweitert oder eingeschränkt werden,
je nach dem Geschmacke des einzelnen, welche Aehnlichkeit er für mi-
metische ansieht oder nicht.“ Und in diesen Worten liegt etwas sehr
X Bücherbesprechungen.
wahres was nicht nur bei der Mimikry und ihren Schwesterthe orien,
sondern auch bei manchen anderen Theorien Giltigkeit hat, dass nämlich
der persönliche Geschmack, d. h. ein ausserhalb der wissenschaftlichen
Ueberzeugung stehendes Moment leider oft für die Auffassung rein wissen-
schaftlicher Dinge den entscheidenden Ausschlag gibt.
Ich wünsche dem Jacobischen Buch die weiteste Verbreitung, damit
es dazu beitragen kann, die Kenntnisse über die darin behandelten Fragen
zu verallgemeinern und zu vertiefen. Und hoffentlich wird es auch dazu
beitragen, dass aus populären naturwissenschaftlichen Büchern die oft sehr
schönen bunten aber unwahren Mimikrytafeln (z. B. Brehm’s Tierleben,
3. Aufl., Bd. IX Taf. Mimikry p. 14) und aus den Museen die oft irre-
führenden Beispiele der „Museumsmimikry“ verschwinden.
Dso.
Taschenbuch der Raupen mitteleurop. Grossschmetterlinge von Hans
Wagner, Assistent am deutschen Entomol. Museum, Dahlem
Berlin. Verlag von J. F. Schreiber, Esslingen und München.
Mark 2.50.
Taschenbuch der Schmetterlinge von demselben Verfasser und dem-
selben Verlag. Mark 2,50.
Zwei Bücher, die der Entomologie neue Frdunde erwerben sollen
und werden; sie bringen einen guten Ueberblick über das grosse Gebiet
der Lepidopterologie (ohne die sogen. Kleirschmetterlinge,) regen an zum
Beobachten, Sammeln und richtigem Verarbeiten des Gesanimelten.
Im 1. Band werden die Raupen besprochen: Sammeln und Zucht
derselben, ihr Bau, ihre Konservierung, dann folgt ein Sammelkalender
ein systematisches Verzeichnis der wichtigeren Nährpflanzen.
Der 2. Band handelt von den Faltern selbst: Sammelgeräte, Prä-
paration, Anlegen der Sammlung, Sammel-Methoden und -Plätze, ana-
tomische und biologische Bemerkungen, kurzer Sammelkalender und
systematisches Verzeichnis einer grossen Anzahl Familien und Arten.
Beide Bände haben Nachschlageverzeichnis und sind reich illustriert
mit meist sehr gut gelungenen Tafeln. Besonders sei die ausgezeichnete
Wiedergabe d+r Sesienraupen erwähnt. Die Bücher können zur Ein-
führung in die Lepidopterologie bestens empfohlen werden, bringen aber
auch dem Fortgeschritteneren wertvolle Anregung und Genuss.
Drsswe
The Rhopalocera of Java, Danaidae, Satyridae by M. C. Piepers,
im Haag bei Martinus Nyhoff, 1913.
Von dieser eine fühlbare Lücke der Literatur ausfüllenden, gross-
artig und vornehm angelegten Arbeit ist soeben der dritte Teil erschienen,
welcher die Danaiden und Satyriden mit Einschluss der Genera Ragadia
und Elymnias der glücklichen, ewig grünen Insel umfasst. Bisher be-
saßen wir nur eine heute veraltete Liste der Javaschmetterlinge von
Fruhstorfer in einem weit zurückliegendem Jahrgange der Berliner ento-
mologischen Zeitschrift. In zwei früheren Lieferungen, denen sich diese
dritte in jeder Beziehung würdig zur Seite stellt, hat Verfasser bereits
die Pieriden und Hesperiden Javas bearbeitet und es mag der heisse
Wunsch aller Interessenten an der unvergleichlich schönen Fauna von
Niederländisch-Indien sein, dass ein gütiges Geschick dem greisen Autor
Bücherbesprechungen. xI
noch multos annos zur völligen Vollendung seines Werkes schenken möge.
Piepers, welcher auf eine glänzende, zu den höchsten Stufen führende Lauf-
bahn als richterlicher Beamter in Indien zurücksieht, hat trotz seiner an-
strengenden Berufspflichten die Zeit gefunden umfassende biologische Studien
zu betreiben, deren Früchte uns nun in zahlreichen wohlgelungenen Abbil-
dungen von Raupen und Puppen vorliegen, welche wir anderwärts vergebens
suchen würden und von denen viele völlig neu sind. Diese Abbildungen
auf den acht kostbaren Tafeln stehen auf einer selten erreichten, vor-
nehmen Höhe und es wäre ein frommer Wunsch von allen gıösseren In-
seln des Archipels ähnliche, erschöpfende Bilder der Tagschmetterlinge
zu besitzen. Verfasser benutzt die lange Einleitung zur Bekämpfung der
Mimikrytheorie und zur Befestigung seiner eigensten Anschauungen über
Farbenevolution, welche er vielfach an Stelle der Mimikry zu setzen
wünscht. Wenn man ihm hier auch nicht überall folgen kann, so muss
doch gesagt werden, dass er für Aufrechterhaltung und Erklärung seiner
Ansichten nicht nur mit viel Geist, sondern auch oft mit juristischer
Schärfe vorgeht und dürfte die eingehende Lektüre dieser Einleitung,
z. B. besonders der geistvollen Erklärung der bei den Satyriden häufig
vorkommenden Augenflecken, jedem Leser Anregung und neue Anschauungen
bringen die sich wesentlich von unseren bisherigen allzu anthropozentrischen
Ideen unterscheiden. Ob es angeht auch in der doch deutlich ausge-
sprochenen Schutzfärbung der Tagfalterpuppen nur eine Offenbarung der
Farbenevolution zu sehen, möchte Referent bezweifeln, denn er hat auf
Sumatra, Borneo und Celebes von Papilio memnon und ascalaphus auf
Blättern nur grüne, an Zweigen nur rindenfarbige Puppen gesehen und
hat es incredibile dietu erlebt, dass eine zufällig entkommene Memnon-
raupe Sumatras, welche sich an einer blauroten, weisbedruckten Biseuit-
büchse verpuppte, eine Puppe von weisslicher Grundfarbe mit blauem und
rötlichem Anfluge entwickelte. Dass Verfasser mit dem in der Literatur
sich breitmachenden Wust von zwecklosen Namen gründlich aufräumt,
wird ihm Freunde erwerben, doch geht er dabei öfters zu weit. Melanitis
zithenius z. B. ist und bleibt eine gute, allgemein anerkannte Species,
von der 5 und ® in Anzahl aus Westjava in meiner Sammlung sich
befinden. Die zweite Eritesart Javas, welche Verfasser mit einem Stau-
dinger'schen (ex errore Semper’schen) Namen belegt, von der ihm aber
nur ein Exemplar vorlag, ist deutlich beschrieben und ich habe sie in
Anzahl aus der Umgebung von Sukabumi erhalten, ebenso wie die java-
nische Ragadia makuta, für welche hiermit ein neuer Fundort gegeben ist.
Köstlich dagegen lesen sich die Mitteilungen Piepers über die enorme Lebens-
zähigkeit der Euploeen. Auf jeden Fall wird jeder, der Gelegenheit hat
das Werk zu studieren, es mit der Ueberzeugung aus der Hand legen,
dass hier einer der wenigen geborenen Entomologen am Worte war.
Dr. L. Martin.
Etudes de Lepidopterologie comparde von Charles Oberthür,
Faseicule VII.
Im 7. Bande, der aus einem Textband und einem Tafelbande be-
steht und ausserordentlich reichhaltig ist, bringt der verdiente Forscher
zunächst
sub I eine Abhandlung über die Nomenklatur auf dem Intern.
Kongress zu Oxford 1912, auf dem O. seinen Satz „pas de bonne figure
a l’appui ‚d’une description, pas de nom valable“, von neuem vertrat.
Der Kongress setzte ein internationales Komitee zum weiteren Studium
X Bücherbesprechungen.
der entomologischen Nomenklaturfrage ein, dem OÖ. seine Forderung noch-
mals eingehend erläutert; zum mindesten soll eine gute Photographie
verlangt werden.
sub II folgen Beobachtungen über Liphyra brassolis Westwood,
die O. im Gegensatz zu Kirby nicht mit Sterosis robusta Boisd. als eine
Art betrachtet. Nach Dodd leben die Larven von Liph. brass. in
Ameisennestern von den Larven der Ameisen, die Falter sind dann beim
Schlüpfen durch weisse Schuppen gegen die Ameisen geschützt. Beim
ersten Flug verlieren sie diese Schuppen.
sub III Schwärmerhybriden bringt O. in deutscher und französicher
Sprache eine Abhandlung von G. Grosse, Pilsen über 2 neue sekundäre
Schwärmerbastarde Celerio hybr. sec. helenae Grosse und Üelerio hybr.
kindergalii Grosse. Dann schliesst sich an
sub IV eine Arbeit von Rowland- Brown über „Das Vorkommen
und die Variation von Coenonympha tiphon in Grossbritannien.“ Nach
Klärung des Chaos, das in der Nomenklatur dieses Falters herrscht,
werden die einzelnen Formen besprochen: die nördliche Form, v. laidion
Bkh., die mittlere Form: tiphon Rott. und die südliche Form: v. philoxe-
nus Esp. und die Verbreitung der Formen festgestellt.
sub V ist eine Arbeit Rowland-Brown’s über Coenonympha tiphon
v. isis Thnb. in der besonders die genaue Beschreibung von Ei, Raupe,
Puppe und Lebensweise von C. typhon interessiert.
sub VI stehen Beobachtungen über die Syrichthus der Alveus-Gruppe,
vergleichende Betrachtungen eines Sammelergebnisses aus der Provence.
sub VII schliesst sich an eine Arbeit von S. Alpheraky über die
Rassen von Zegris eupheme Esp. in Russland, in der die Fluggebiete
der Art und ihrer Variationen besprochen werden, die Variationen auf-
gezählt und ihre differentialdiagnostischen Momente durchgegangen
werden.
sub VIII setzt O. die Revision der Phaleniten fort, die Guenee in
seinem Species General beschrieben hat. Die Familien der Ocnochromidae,
Amphidasydae, Boarmidae etc. bis inkl. Psodos werden durchgenommen,
die Fortsetzung der Revision im nächsten Band stellt O. in Aussicht,
nisi defieiat vita. Wünschen wir dem verdienten Forscher noch viele Jahre!
sub IX folgt eine grosse Arbeit des bekannten englischen Ento-
mologen Harrison in englischer und französischer Sprache über das Genus
Ithysia Hb. das jetzt die 5 Arten zonaria, alpina und graecaria umfasst,
während Harrison als 4. Art noch italica sp. n. hinzufügt. Die Unklar-
heiten in der Unterscheidung dieser Arten werden durch genaue Be-
schreibungen und Nachweis der Verschiedenheiten der Genitalien be-
seitigt. Anschliessend bespricht dann Harrison seine ausgedehnten
Hybridationsversuche der Bistonarten, nachdem er vorher die Systematik
und Biologie dieser Arten genau durchgenommen hat. Von jedem der
Hybriden werden Ei, Larve in den einzelnen Stadien, Puppe, Schlüpfen,
Falter, seine Variation, Genitalien etc. eingehend geschildert, zum Schluss
eine Epikrise der Beobachtungen und eine Tafel gegeben, auf der H.
anschaulich die verschiedenen Kopulationen und ihre Resultate einge-
tragen hat.
Damit hat der reiche Text ein Ende und ein dicker Band von
Tafeln bringt abwechselnd Photographien von Flugplätzen einzelner Tiere,
mikroskopische Genitalaufnamen, Eier, Raupen und nicht zuletzt von
Culot’s Künstlerhand wunderbare Bilder der besprochenen Falter.
Mit freudiger Erwartung sieht man dem nächsten Bande entgegen.
Dr. W.
Bücherbesprechungen. XII
Vorbrodt K. u. Müller-Rutz J., Die Schmetterlinge der Schweiz.
Zweiter Band, 2. u. 3. Lieferung, Bern 1913, Druck u. Verlag von
K. J. Wyss.
In diesen beiden Lieferungen werden die Falter von Larentia rube-
rata Frr. bis Zygaena transalpina Esp. besprochen, wiederum in so sorg-
fältiger Bearbeitung und mit so neuen Gesichtspunkten, sei es in syste-
matischer Hinsicht oder seien es Erfahrungen über das Auffinden der Fal-
ter und Raupen oder über ihre Zucht, dass das Studium auch dieser Lie-
ferungen in jedweder Hinsicht recht lohnend und lehrreich ist. Es sei
im folgenden aur einiges davon angeführt, im übrigen muss auf den
Text selbst verwiesen werden.
Eup. rectangulata L.: Die Raupe wird sonst ausschliesslich an den
Blüten des Birnbaumes gefunden, bei Landquart merkwürdigerweise nur
in Blattdüten dieses Baumes.
Eup. dissertata Püng.: Eine neue von Püngeler bisher in wenigen
Stücken bei Zermatt gefundene Art. Eup. orphnata ist eigene Art, nicht
zu scabiosata Bkh. gehörig. In Gnophos obfuscaria Hb fig. 142 sieht
der Verfasser Gnophos ambiguata Dup., deshalb belegt er die unter ambigu-
ata bekannte Art mit dem Namen obfuscaria Hb. Bei Gn. myrtillata Sch.
zieht er deshalb obfuscaria ein, und bezeichnet die dunklere bez. hellere al-
pine Form mit canaria Hb. und limosaria Hb. Hoffentlich ist nicht bald
ein Anderer wiederum entgegengesetzter Ansicht. Ob eine Fauna der
richtige Ort zu derartigen systematischen Umänderungen ist, wie man sie
noch mehrfach vorfindet, möchte ich bezweifeln, es fördert nur die endlose
Synonym-Konfusion. Die Nominatform Gn. sordaria Sebaldt ist wohl rein
nordisch und alle alpinen Stücke dürften zu ab. mendicaria H. S. zu rech-
nen sein. Von Psodos frigidata, 1900 von de Rougemont im Wallis ent-
deckt und seitdem mehrorts gefunden in Höhen von 2300—3000 m, findet
man genaue Beschreibung, ebenso von Psodos bentelii R. Erwähnt sei
noch das Vorkommen 2. Generationen vieler Spannerarten in der südlichen
Schweiz, die es bei uns in Deutschland nur zu einer Generation bringen.
In der 3. Lieferung ist folgendes bemerkenswert: Von Philea irro-
rella Cl. bringt der Verfasser eine z. T. neue Einteilung, die nach Ansicht
des Referenten die vielen Formen aber recht gut systematisiert, das
gleiche gilt von Endrosa aurita Esp. mit ihren Formen.
Lithosia pallifrons Zell ist eigne Art und nicht Form von lutarella L.,
ebenso Procis micans Frr. (manni Ld.) mit der grösseren und dunkleren
heydenreichi Ld. Hervorzuheben seien auch wieder die mit ausserordent-
lichem Fleiss zusammengestellten Erfahrungen über Zuchten, bes. der so
beliebten Bären, wie A. quenselii, cervini, flavia etc., für Züchter sehr
wertvolle Fingerzeige enthaltend. Zum Schluss bringt der Verfasser eine
selbst aufgestellte farbige Tafel mit den vielen Farbenaberrationen der
Zygaenen, welche er in ein System, ähnlich dem Courvoisier'schen Lycae-
nıdensystem, gebracht hat. Entsprechend ist anch die Formenbenennung
bei den einzelnen Arten ausgebaut, systematisch ganz interessant, weniger
erbaulich für den Sammler. Jedenfalls enthalten diese beiden Lieferungen,
wie die früheren, eine so grosse Fülle des Wissenswerten, dass allen, die
sich mit der Schmetterlingskunde befassen, ihr Studium nicht dringend
zenug empfohlen werden kann. E. Möbius.
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BANN 2
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Vereinsnachrichten, RUE
Vereins-Nachrichten.
Im Jahre 1913 traten 10 neue Mitglieder dem Vereine bei,
der Abgang betrug ebenfalls 10, es hat sich die Mitgliederzahl
also auf gleicher Höhe wie im Vorjahre erhalten. Es wurden
folgende Herren aufgenommen: Bernhardt in Eberholzen, E.
Bessemyei in Borosjenö, J. Delaye in Paris, S. Feodoroff in
Alexandria (Russland), K. Hänel in Dresden, Dr. Hemmerling in
Aachen, G. Mühl in Sachsenhausen, R. Müller in Dresden, V.
Richter in Komotau und K. Rüger in Dresden. Einen schmerz-
lichen Verlust erlitt der Verein durch den Tod seines langjähri-
sen Ehrenmitgliedes und verdienstvollen Mitarbeiters Herrn Kgl.
Geheimen Sanitätsrat Dr. med. A. Pagenstecher in Wiesbaden
(siehe Nekrolog) ferner starben die Herren: E. Brabant in Moren-
chies par Cambrai, H. Elgner in Geser (Ost-Ind.), Dr. Ficke in
Freiburg und W. Martini in Sömmerda. Den Austritt erklärten
die Herren: ©. Ehrhardt in Stuttgart, A. Maier in Rheinfelden,
Dr. Riel in Lyon und Frau E. Wunderlich in Dresden. Herr
Dr. Martin in Gössnitz musste gestrichen werden.
Herrn Prof. Dr. H. Rebel in Wien wurde die Ehrenmitglied-
schaft verliehen. Gegenwärtig gehören dem Vereine 10 Ehren-,
179 ordentliche, 11 ausserordentliche und 28 korporative, zu-
sammen 228 Mitglieder an.
Mit den Herausgebern der englischen Zeitschriften: The
Entomologist’s Monthly Magazine und The Entomologist (Monthly-
Journal) wurde Schriftentausch vereinbart; damit erhöhte sich
die Zahl der Tauschverbindungen auf 39.
Die Vorstandsämter wurden im abgelaufenen Jahre von fol-
genden Herren verwaltet:
Prof. Dr. K. M. Heller, erster aa
Dr. med. H. Walther, "zweiter
Amtstierarzt E. Möbius, Bibliothekar,
Kaufmann G. Kretzschmar, Rechnungsführer,
Bausekretär A. Winckler, erster Schriftführer,
Rechtsanwalt Dr. G. Heusinger, zweiter Schriftführer,
Dr. P. Denso, erster Redakteur,
Dr. med. P. Husadel, zweiter „
Die Jahreshauptversammlung am 5. November wählte
Herrn Dr. Denso zum zweiten Vorsitzenden, Herrn Dr.
H. Walther zum 1. Redakteur, für die übrigen Aemter wurden
die bisherigen Inhaber sämtlich wiedergewählt. — Infolge des
umfangreichen Schriftentausches, besonders aber auch durch recht
xVI Vereinsnachrichten.
zahlreiche Zuwendungen von Büchern und Sonderdrucken seitens
unserer Gönner und Freunde wurde der Bibliothek auch in die-
sem Jahre wieder ein recht ansehnlicher Zuwachs zuteil. Alle
diese Schenkungen hier einzeln aufzuführen ist wegen Raum-
mangels leider nicht möglich, es sollen nur nachstehende Pracht-
werke hervorgehoben werden, die uns von den Herrn Verfassern
in liebenswürdigster Weise überreicht wurden.
Dietze. „Biologie der Eupithecien“ 11. Teil; Oberthür,
„Etudes de Lepidopterologie comparee, Band III, VII und IX.
Herr Dr. Walther stiftete Spamer’s Grossen Handatlas.
Zu der Veröffentlichung „Die Grossschmetterlings-Fauna des
gesamten Vogtlandes“ trug die Entomologische Vereinigung in
Plauen i. V. die Herstellungskosten der dazu gehörigen farbigen
Tafel. Im Namen der „Iris“ spricht der unterzeichnete Schrift-
führer an dieser Stelle allen den Herren, die den Verein durch
Schenkungen und Zuweisungen ehrten und erfreuten, nochmals
den wärmsten Dank aus und erlaubt sich gleichzeitig der Bitte
Ausdruck zu geben, ihr schätzbares Wohlwollen und Interesse
dem Vereine auch noch fernerhin betätigen und bewahren zu
wollen. — Angekauft wurden: Hellweger, „Die Grossschmet-
terlinge Nordtirols“, Il. Teil, und Culot, „Noctuelles et Geo-
metres de l’Europe“ Heft 1—17.
In den wöchentlichen Vereinsversammlungen wurden eine
Reihe interessanter und anregender Vorträge gehalten und die
Ergebnisse von Zuchten, Exkursionen und Sammelreisen etc.
vorgeführt. Es sprachen folgende Herren über nachstehende
Themen:
13. Nov. 1912 Dr.H. Walther: Lichtfangergebnisse i.. J. 1912
(s. diese Zeitschr. XXVI p. 211 - 215)
27. Nov: O.Bang-Haas: Parnassius apollo L., seine Ras-
sen und deren geographische Verbreitung. (mit
Vorlage einer Verbreitungskarte.)
15 Jan. 1913 Dr. P. Denso: Erlebnisse eines Schmetterlings-
sammlers (mit Lichtbildern).
28. Jan. K. Marquardt: Vorlage von Heuschrecken und
Wanzen.
12. Februar R. Seiler: Bemerkenswerte lepidopterologische
Zucht- und Fangergebnisse.
14. RR E. Möbius: Septemberfang in Bozen (siehe
vorliegenden Band p. 104—107).
26. 5 Reg.-Rat Prof. Fuchs: Plauderei über Schmet-
terlingsnamen.
Vereinsnachrichten. XVII
12, März
20
9. April
15. Oktober
21. Oktob.
Redner führte die Gruppen vor, nach denen
Spannert die Schmetterlingsnamen einteilt,
wies die Unzweckmässigkeit deutscher Benen-
nungen und die Irreführung durch sie nach
und erläuterte dann durch zahlreiche Beispiele
die Nomenklatur nach folgenden Abschnitten:
1. Unerklärte oder unerklärliche Namen. 2.
Namen nach der Raupe, Puppe. 3. nach der
Futterpflanze.. 4. Namen abgeleitet von Per-
sonen. 5. Von Ortsbezeichnungen. 6. Von
der Stelle im System. 7. Von Eigenschaften
des Tieres (Farbe, Zeichnung, Aehnlichkeit mit
anderen Tieren, Schönheit oder Hässlichkeit,
Glanz, Grösse, besonderen Merkmalen).
R. Seiler: Bericht aus dem reichen Schatz
seiner lepidopterologischen Erfahrungen.
Reg.-Rat Prof. Fuchs: Reise nach Spanien
(mit Lichtbildern).
C. Ribbe: Sammler in Celebes (mit Licht-
bildern).
Rechtsanwalt K. Ayrer berichtet über R. A.
Ellis Buch „Aus dem Spinnenland“, (Schriften
des Lehrervereins).
E. Möbius zeigt Erebia prono& vom Brenner vor.
Rechtsanwalt K. Ayrer spricht über seinen
Lichtfang in der Lössnitz im Sommer 1913
unter Vorlage der reichen Ausbeute. Prof.
Heller legt ein Nest einer Fallthür- oder
Mienierspinne aus Nordamerika und das einer
Vogelspinne, in einem gerollten Baumblatt, aus
Surinam, Dr. Walther lebende Raupen und
Puppen von Arctia cervinivor. K.Rüger
spricht über die Lebensweise von Paraseotia fuli-
sinarlal. die in, auf altem Lagerholz wachsenden
Flechten lebt. R. Seiler bestätigt dies in-
dem er anführt, die Art auf seinem Boden auf
Dachschindeln gefunden zu haben, desgl. E.
Möbius, dem bekannt war, dass Köhler
(Bautzen) regelmässig die Art an dem Holz-
deckei einer Aschengrube fand. R. Seiler
erwähnt, dass Epione paralellaria nie von ihm
durch Klopfen erbeutet wurde, da sie stets auf
dem Baumstamm sitzend gefunden wurde.
XVII
29. Oktob.
Nov.
25. November
Vereinsnachrichten.
Reg.-Rat Prof. R. Fuchs: Reise durch Spa-
nien (mit Lichtbildern) Fortsetzung.
Der Vortragende zeigte im Anschluss an den
im Frühjahr gehaltenen Lichtbildervortrag, Wan-
derung durch Madrid, Bilderreihen über ein
Stiergefecht in Madrid, die königliche Familie,
den Eisenbahnerstreik, die Sierra de Guadarra-
ma, namentlich die Umgebung von Üercedilla
mit der Estacion Alpina des Museo de Ciencias
Naturales zu Madrid und von Escorial und Se-
govia, endlich Toledo mit seinen Kunstschätzen.
Es waren Schilderungen über die Lebensweise
der Bewohner und die geugraphische Lage, Me-
teorologie, Fauna und Flora usw. der bereisten
Gebiete an geeigneter Stelle eingefügt.
Cand. rer. nat. W. Döhler (Leipzig) spricht
unter Hinweis auf seine Arbeit die Bitte aus
ihn über das Vorkommen von Trichopteren an
Schmetterlings-Köder Nachricht zu geben. Dr.
Nösske erwähnt bei dieser Gelegenheit das mas-
senhafte und oft störende Vorkommen von Tri-
chopteren am Käferköder in bosnischen Höhlen.
K. Rüger spricht (auf Grund seiner Veröffent-
lichung in den Mitteilungen der Münchner Entom.
Gesellsch.) über die Lebensweise von Hadena gem-
mea und im Anschluss daran über die von Hy-
droecia micacea, die Carex silvestris als Fut-
terpflanze bevorzugt. Da E. Möbius die Art
an Erdbeeren, R. Seiler auf Hopfen gefunden
hat, folgt eine längere Debatte. R. Seiler be-
richtet über das massenhafte Vorkommen von
Prodenia littoralis an importierten Bananen, K.
Rüger über das Vorkommen von Castnia papilio-
naris an westindischen Bananen.
E. Lange (Freiberg) hält einen Vortrag über
palaearktische Lycaeniden-Aberrationen und gibt
eine ausführliche Erklär ung des Courvoisier’schen
Systems ihrer Klassifikation, wobei Zeichnungen
das Verständnis unterstützen. Ein Sammlungs-
material von seltener Reichhaltigkeit an aber-
ranten Formen wird vorgelegt, das nicht nur
von jahrelangem Sammlerfleiss, sondern auch
erfolgreichen Spezialstudien beredtes Zeugnis
Vereinsnachrichten. XIX
gibt. — K. Rüger beschreibt und skizziert
einen, von ihm auf einfache Weise hergestellten
Kühlapparat zur Zucht von Kälteaberrationen.
Von den sonstigen Vereinsveranstaltungen ist kurz noch
folgendes zu berichten:
Am 18. Januar 1913 wurde das 5ljährige Stiftungsfest unter zahl-
reicher Beteiligung, auch von den Damen durch
ein Abendessen mit unterhaltenden Darbietun-
gen gefeiert.
Am 18. Mai führte bei schönem sommerlichen Wetter ein Aus-
flug die Dresdner Mitglieder mit ihren Damen
über Possendorf in die Dippoldiswalder Heide
und ins Tal der roten Weisseritz.
Am siebenten sächsischen Entomologentage, der am 18.
Septernber in Leipzig stattfand, nahm der Verein mit 17
Mitgliedern teil.
Der Besuch an den Vereinsabenden war als ein reger zu
bezeichnen. Es sei hier noch besonders erwähnt, dass Gäste
zu unseren Versammlungen, die jeden Mittwoch, abends !/, 9
Uhr im Hauptrestaurant des zoologischen Gartens stattfinden,
wie auch zu allen andern Veranstaltungen, immer willkommen
geheissen werden. Zum Schlusse gestattet sich der Unterzeich-
nete den geehrten Mitgliedern die Bitte zu unterbreiten die
Vereinsleitung durch Ueberlassung zur Veröffentlichung in un-
serer Zeitschrift geeigneter Original-Beiträge zu unterstützen,
sowie auch durch Werbung neuer Mitglieder das Ansehen des
Vereins heben und fördern helfen zu wollen. Endlich sei wieder
einmal auf das Vereinsalbum hingewiesen und die Herren Mit-
glieder um gefällige Einsendung ihrer Photographie gebeten. —
Der Rechnungsabschluss für das Geschäftsjahr 1913 kann erst
dem, Anfang April 1914 zur Ausgabe gelangenden Heft 1, Band
XXVIII dieser Zeitschrift, beigegeben werden.
Dresden im Dezember 1913.
Ad. Winckler, z. Z. I. Schriftführer.
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Alphabetische Liste. XXI
Alphabetische Liste
der in diesem Bande
neuaufgestellten und hauptsächlich besprochenen
Arten, Varietäten und Aberrationen.*)
(Neue Arten sind gesperrt, neue Var. und Ab. kursiv gedruckt.)
: Seite Seite
Appias anthelus auzata Nicev. . . 162
lalage sbsp. aornus Fruhst. . 135 »„ Jabadia Fruhst. . . 163
leptis „ eurytus „ .136 & saturatior Stgr. . . 163
myndus 136 » sotades Fruhst. . . 165
akoner zes :amdeo fruhstorferi Röb 162
yandione morio . 135 un ee
k K „ sphendale Fruh. . . 162
Argynnis „, varro ” 20 161
hyperbius sbsp. centralis Mart Grau naıas 2 a
a 109, 196 centaurus,B. . . .272..2..198
ve 1; bar r centenitus Fruhst. . 157
ATnopala »„ eervidius Fruhst. . 158
aedias Hew. . . . 162 « pirithous Moore . 158
aexone chrysoana Fruhst. . 160 „ pseudocentaurus Dbl. 158
herana 160 crdomarEnuhst. 7% 1.22.1599
nn matandanı, 2160 fulla prasiä Fruhst.. . . 157
agnis hagius r 2 0. 0 Ich) kerlliard’a Bruhsta 27 577221165
„ soter age (639) n ozana Fruhst. . . 166
„ sphetys R 3165 hercules szymphelus Fruhst. . 155
alkisthenes Fruhst. . . 159 " phalaereus 5, . . 156
amantes aphobus „ . . . 160 meander anicius ea)
s araxes Feld. . . . 161 gazella re
$ grandosa, = =. 161 x madytus B a 5
2 ONE eo nobilis Feld . ... . . . 164
Vereins 216 7 valcestrismer 2 url
amytis Nicey.. 2.2 % 158 „ FayusalEruhst. . u. 164
„ androtion Fruhst. . . 158 „ alca’Hew. .,.. :....169
„ leptines © . 1.198 „ antharita Sm. . . . 165
selymbria „ 1.108 „ athara 165
anarte Hew. . . here 164 " nobilior Fruhst. . . 165
„ amesia Hew. . . . 164 thamyras calaureia Fruhst. . 157
ve ann u A 5 4 Der a, e
anthelus Dou 02 euthrone LE,
N majestatis, . . . 168 2 zelea x DR
h anında Hew. . . 163 tyrannus sophilus RN 1)
5 auxesia Hew. . . 162 Ran, ke 196
*) Die Namen der Fauna des Vogtlandes sind nicht aufgeführt.
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen
Verein Iris zu Dresden. Jahrgang 1913.
xXH Alphabetische Liste.
Celerio
hippophaes Esp. . DZ
m h bienerti Stgr. a)
n sbsp. caucasica Dso. 35
H „ chamylan 3,81
ab. Hava 25
hybr. "römkei : ‚115
gschwanderi Kord. . . 120
pulcherrina Dso.. . . 119
„ veselpenor eh an IS)
ZyiSOpHyla O0. De Tl
Cethosia
cydippe sbsp. antianeira Fruh. 138
n „ doxata 20189
8 „ mysolenss „ 188
Re „ salwattensis „ 158
Charana
mandarinus splendida Moult 173
Charmion
ficulnea Hew NIE Et
milaisıeran Mab. Eu re
ovalısı 2, NR REN)
quedanBlötze 2 San
SIenatanDrucemi ne ed
tola!\Hiew.l 0.0 0 en 2
ZAVESBJORZR N en ed
Cheritra
aurea cuprea Fruhst. le
mondwase, eo
Chliaria
merguia Doh.. ro
n nistiäa Fruhst. . . 176
. palpatoris 2 22006
n Bobanası ne le
skabane Druce . . 177
tora, Kheienn unse 2 Seslzo
„ minimalDruce.... ......106
„ phataa Eruhst, 237 231,76
Colias
crocea aberr. . ln
erate benesignala 'Shelj. 20)
Dacalana
vidura azyada Fruhst.. . . 174
»„ baganda „ RS RE!
„ sinhara „5 ae
Danais
choaspes sbsp. kalawara Mart.
109, 123
lotis meridionigra Mart. . . 154
Delias
belladonna sbsp. surprisa Mart.
109, 126
candida sbsp.teuthraniaFruhst. 136
Eriboea
aristophanes Frubst. . 139
Euchlo&
falloui Zueida She. . . . 166
Euploea
gloriosa glarany Mart. . . 155
Gracilaria
alehimiellauser 22 1. 0 12. rlgül
braceatellanster. 7.27.2225
tidella, Reutte. el
hauderis Role se. Leere
hemidactylella HS.. . . . 169
hononatellaRbl. 222.7224169
oneratellarZell. 7. 2 a6)
onustella, Hbr., .... 27 20.2168
perjidella Rbl. 2 a:
rhodinella HS, a 2 a re
Harsiesis
hygea sbsp. yolanthe Fruhst. 157
Helcyra
hemina sbsp. celebensis Mart.
109, 124
Lehera
eryxkagas, Rruhst., mr.
Lethe
ocellata sbsp. bojonia Fruhst. 137
Loxura
cassiopeiasbsp. batunensisFruhs.137
Luehdorfia
puziloi sbsp. inexpecta Shelj. 20
Lycaena
aegon Schiff. 1
arguspı® 1
argyrognomon Brest, 1
Alphabetisehe Liste. XXHI
Mandarinia
regalis sbsp. duchessa Fruhst. 138
Manto
hypoleuca yojana Fruhst. . 176
Marmessus
ravindra dalina Fruhst. . . 175
Neomyrina
nivea hiemalis G. u. 8. . 137
sbsp. periceulosa Fruhst. 136
Oerane
diryamıor Mabrr.a „0 202 010
mierothyrus Mab. .... 1
BEBera ANIcev en.
Ornithoptera
aeacus f. praecox Fruhst. 134
amphrysus sbsp. euthydemus „ 15»
haliphron ,„ antilochus „ 133
„ „ heptanonius „ 133
helena „ euthycrates „ 134
„ mosychlus „ 134
priamus archideus f. aurago „ 1832
f. lavata „ 132
f. nivalis „ 132
3 n f,addenda, 132
sbsp. demophanes „ 131
n ”
” n
n f. divina ae
n sbsp. eudamidas „ 130
: »„ euryacs „ 131
Papilio
aleinous m. v. veris Shel. . 13
chaon sbsp. rileyi Fruhst. 135
chinensis m.v. neochinensis Shelj. 15
demetrius „ „ okabei
machaon ab. intacta „16
4 ussuriensis 9)
macilentus m. v. minima „ 15
xuthus ab. igneus ..*18
Pareronia
tritaea f. Hava Mart. 109, 128
tritaea sbsp. sarasinorum Mart.
109, 129
Parnassius
apollo emarginata Vty. . . 16
mnemosyne ab. /unulata Shelj. 18
Pieris
napi neobryoniae Shel. . . 20
Rapala
eyrhestica Fruhst.. . . 72
dienecesyHews a es
jarbas F. . nd
n dekaiarchus Fruhst. . 177
etasssjabalars 2 Ela
»„ menaichus akt
kessuma throana te)
melampusı Gr. 00.0 200 2607
nissa tacola Fruhst.. . . . 178
pengata a a itke)
rhodansaratanı ar 22018
sagata ne a us
sulktusas Moorer er
catulus Fruhst. . . 177
»„ praxeas a LU
beStaES vn 7
varuna Horst. . A ie)
„ gebenia Fıuhst. . . 173
xenophon F. . . a
Sericinus
telamon sbsp. magnus Fruhst. 129
Tajuria
jalindra mingawa Fruhst. . . 174
Vigaurina
scopula sankilia Fruhst. . . 175
Ypthima
gavalisi Mart.. . 109, 120
Zeuzera
nubila sbsp. babadzhanidii Shelj. 21
Zygaena
plaelau BE. ..2.227.2..108
Biologische Notizen.
Prays ab. rusticus Hw.
. 12, 107
\ A A Da an Du ir I Br
1 OA A pi Aue
TE Be
Re u B U s Io 6: ei E KaRFLNE:
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ORT RO e Be une
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RE?
Tafel VI.
Diese Tafel gehört zu den Arbeiten von Dr. Martin:
„Ein neuer Papilio aus Celebes“ 1912. . p. 163 —165
„Zwei neue Euploeen aus (elebes“ 1912. p. 196—200
„Neue Rhopaloceren aus Celebes“ 1913. p. 109, 121—129
Fig. 1. Ypthima gavalisi (spec. nov.) Unterseite 1913 p. 109, 121
„=2. Papılio, palu (spee. noy.) 1912 .- . . PB. 163
3. Euploea magou (spec. nov.) 1912 . . .p. IT
»
| IV IsisT
|) :titısM 1 aov notiodıa ob mx Hıödey IsisT sesid
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69I— E91 9... .SIEI Pasdslol). zur olligseT Tausır ni,
00°— 981 .g .erei "29dals) zırs tssolquF ara iowN,.
eSI— IST ‚OL 4 .GIOI ®2sdels)) aus 91990lsgodil ons,
ISI.@0L .q EIEL otiozıodal] (‚von.oage) ieilsvag sariltgY I ‚gi
Sal rear 9994) ulsq oiligsT ‚€ k
Be I: »)/ .WSIeL von osge) vogse ssolgud .& 5
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IRIS, DRESDEN. BD.. XXVll. TAF. VI.
Natürliche Grösse.
Tafel VI.
Diese Tafel gehört zu den Arbeiten von Dr. Martin:
„Zwei neue Delias aus Celebes“ 1912 p. 224— 228
„Neue Rhopaloceren aus Celebes“ 1913 p. 109, 121—129
Fig. 1. Delias prinsi 9 (spec. nov.) 1912 . . p. 227
„ 2. Delias prinsio" (spec.nov.) Unterseite 1912 p. 227
»„ 3. Delias belladonna surprisa d' (subspee.
nov.) 1913 p. 109, 126
„ 4. Delias belladonna surprisa $ (subspec.
nov.) 1913 p. 109, 126
TITLE
BLC— HESS .g Sie ”asdele) zus sis. > u, z ee
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IRIS, DRESDEN. BD. XXVll.
Natürliche Grösse.
TAF.
VI,
Tafel VIN.
Diese Tafel gehört zu den Arbeiten von Dr. Martin:
„Zwei neue Delias aus Celebes“ 1912 p.
„Neue Rhopaloceren aus Celebes“ 1913 p.
„Zwei neue Euploeen aus Üelebes“ 1912 p.
Fig. 1. Delias benasu 0° (spec. nov.) 1912 .
„ 2. Heleyra hemina celebensis d" (subspec.
nov.) 1913
» 5. Danais :choaspes kalawara d° (spec.
nov.) 1913
„ 4. Euploea cordelia (spec. nov.) 1912
224— 228
109, 121— 129
196 — 200
p- 225
p. 109, 124
p. 109, 123
p- 199
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