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a s, Dresden, Band XXXIV. Heft 1/2.
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| | Deutsche |
Ik Entomologische Zeitschrift
we: | „iris“
herausgegeben
vom
| 5 Entomologischen Verein Iris zu Dresden.
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= Jahrgang 1920. Erstes und zweites Heft.
(Mit zwei Tafeln und zwei Textabbildungen).
30. Juni 1920.
Schriftleiter: Dr. H. Walther.
2
| Verlag ‚des Entomologischen Vereins „Iris“.
Druck von Kupky & Dietze (Inh. C. und R. Müller), Radebeul.
Inhalts-Uebersicht. SE
Dietze, K. Ein Vorschlag, die Veränderungsmöglichkeiten der
Aberrationen durch Formeln zu versinnlichen, statt ihnen
Namen zu geben; unter versuchsweiser Anwendung auf den =
Kiefernspinner, Dendrolimus piniL. . .. . . 2123
Venzmer, G. Zur Kenntnis der ea, des Bulghar Dash in
Kleinasien . . ; 23—52
Fiedler, C. Precis Scheel N = 5355
Wehrli, E. Ueber den Hybriden Prodas apinata ‚sc. 3 K
quadrifaria Sulz. 2 = müller-rutzim. »:.». Eee }.)
Wehrli, E. Cidaria achromaria Lah.-Formen. ... 2.2... 97-59
Steimmig, G. Ein Zwitter von Parnassius apollo L... . ..99—61
Zöllner, H. Beschreibung des Eies, der Raupe, Puppe a
der verschiedenen Falterformen von as ee
chardinyi-Bsdt. oe, = 6274
Caradja, A. Beitrag zur Kenntnis det Seokraptischen Verbreitung
der Mikrolepidopteren des palaearktischen Faunengebietes
nebst Beschreibung. neuer Formen.) =. 2. 2 2.0... 409-149
Bücherbesprechungs = 2.8: 2 Veen se
In allen Angelegenheiten der Schrittleitung (Manuskripte, Tafeln, Biicher-
besprechungen, Korrekturen usw.) bittet man, sich an den Schriftleiter
Dr.H. Walther, Dresden-N. 8, Böhmertstraße 4, zu wenden. Die Verfasser
erhalten 25 Sonderdrucke kostenfrei, nach Vereinbarung (bei Einsendung
des Manuskriptes) auf Wunsch mehr. Für die Form und den Inhalt der
in dieser Zeitschrift veröffentlichten Aufsätze sind die Autoren - allein
verantwortlich.
Vorstand
des Entomologischen Vereins „Iris“ zu Dresden
Vorsitz.: HofratProf.Dr.phil.K.M.Heller, Dresden, Franklinstr.22,
Stellvertreter: Dr. med. H. Walther, Dresden-N. 8, Böhmertstr. 4.
Schriftführer: Kaufmann R. Zeumer, Dresden-A., Schloßstr. 22.
Rechnungsf.: Kaufm. G. Kretzschmar, Dresden, Bismarckplatz 6.
Bücherwart: Amtstierarzt E. Möbius, Dresden, Schlachthofring 3.
Schriftl.: Dr. med. H. Walther, Dresden-N. 8, Böhmertstraße 4.
Stellvertr.: Amtstierarzt E. Möbius, Dresden, Schlachthofring 3.
Sitzungen: Mittwochs 8". Uhr abends im Hauptrestaurant des: =
Zoologischen Gartens. Gäste stets willkommen.
Neuanmeldungen von Mitgliedern werden an den Vorsitzenden u
erbeten.
Deutsche
Entomologische Zeitschrift
„Iris“
herausgegeben
vom
Entomologischen Verein Iris zu Dresden.
Band XXXIV. Jahrgang 1920.
(Mit zwei Tafeln und drei Textabbildungen.)
Schriftleiter: Dr. H. Walther.
Dresden 1920.
Verlag des Entomologischen Vereins ‚‚lris‘.
Druck von Kupky & Dietze (Inh.: C. und R. Müller), Radebeul.
Inhalts - Uebersicht
des XXXIV. Bandes 1920.
Seite
Caradja, A. Beitrag zur Kenntnis der geographischen Verbreitung
der Mikrolepidopteren des palaearktischen Faunengebietes
nebst Beschreibung neuer Formen (Fortsetzung und Schluß)
19—1
Courvoisier, L. Zur Synonymie des Genus Lycaena (Fortsetzung) 230—26:
Dietze, K. Ein Vorschlag, die Veränderungsmöglichkeiten der
Aberrationen durch Formeln zu versinnlichen, statt ihnen
Namen zu geben; unter versuchsweiser Anwendung auf den
Kiefernspinner, Dendrolimus pin. nase rl 28
Fiedler, C. Precis schmiedeli . . 2... 53—55
Lange, E. Beitrag zur Kenntnis der Lebensgeschichte von ran
cambricau@utti 2 ar AI 216
Lange, E. Richtigstellung der Angaben ner die Tehensweis und
Beschreibung der Raupe von Larentia luteata Schiff. (Hydrelia
flammeolaria Hufn.) bei Spuler und anderen . . ... . .226—229
Martin, L. Die Tagfalter der Insel Celebes (Fortsetzung u. Schluß) 181— 210
Steimmig, G. Beobachtung vonDeiopeia pulchellaL.in Ost-Preußen 216
Steimmig, G. Ein Zwitter von Parnassius apollo L.... ... 59—61
Strand, E. Kritische Bemerkungen und Berichtigungen zum Sup-
plementband I des Hampson’schen „Catalogue ofthe Lepidoptera
Phalaenae“7. >02... 217—226
Venzmer, G. Zur Konami dr Tagtaie es Bulghar u in
Kleinasien . . . : 23—52
Wehrli, E. Ueber an Hybriden Peeues alpinata Sc.
quadrifaria Sulz. 2 = müller-zulzi m. 2. 2.2. 2.2..99—56
Wehrli, E. Cidaria achromaria Lah.-Formen. .. ....... 97-59
Zöllner, H. Beschreibung des Eies, der Raupe, Puppe und
der verschiedenen Falterformen von Rhynchagrotis (Agrotis)
chardimylrBsder nase Ne a an a ee Tl:
Dr2OltokarsNickenl7 ra el LE a 20326R
Bücherbesprechungen 22 Se rende or
Zteansesz1Biplioftek ne 2020
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Alphabetische Liste der neu Pe eHrieBeren Formen RL; I—Il
Doppelheft 1/2 erschien 30. Juni 1920.
Doppelheit 3 4 erschien 15. Dezember 1920.
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“
nur
Erklärung der Abbildungen auf Tafel I.
Fig. 1: Psodos alpinata Sc. Ortler. Fig. 4: Unterseite. Zum Vergleich.
„ 2: Ps. müller-rutzi m. Hybrid. ae =
„ 3% Ps. quadrifaria Sulz. Zermatt. „ 6: " Zum Vergleich.
7 und 8: Larentia achromaria „ 9 und 10: Unterseite. Dem
Lah. Mödling, Gumpoldskirch, Typus entsprechend.
‚ Oesterreich.
11 und 12: L. achromaria Lah. f. „ 13 und 14: Unterseite.
calcearia m. Solothurner Jura.
5unde 16: E. achromaria Lahn. fi „;„ m „ IE a
fasciata m. Solothurner Jura.
192:1nd0220: SE achromana. Eah. „ 217 „22: er
Martigny. Solothurner Jura.
TAFEL I.
IRIS, DRESDEN, BD. XXXIV.
U
Dresden A 10
Werke Markert & Sohn,
Graph.
IRIS, Dresden. Bd. XXXIV. Tafel 11.
Raupe,
frisch geschlüpft nach 1. und 2. Häutung
Größe Mr 1 Bewimperung
ca. 3!/,—4 mm gu => En AN gu des männlichen Fühlers
Fig. 3 Fig. 4-6 Fig. 23
Yet
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Puppe
nat. Größe Flügelgeäder
Fig. 11 Fig. 21
m | —,—
Erwachsene Raupen, Größe 23—26 mm
Fig. 9
P;- ER, G
Z ER E
BR = Fig. 22
95 Ga
—— a u Raupen nach vorletzter Häutung
R el Y Größe 15—16 mm
Fig. 8
Fig. 12 Fig. 15 Fig. 18
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Rhynchagrotis chardinyi Bsd.
Graphische Werke Markert & Sohn, Dresder
K.Dietze. Ein Vorschlag, die Veränderungsmöglichkeiten der Aberrat. etc. 1
Ein Vorschlag, die Veränderungsmöglichkeiten der
Aberrationen durch Formeln zu versinnlichen, statt
ihnen Namen zu geben; unter versuchsweiser An-
wendung auf den Kiefernspinner, Dendrolimus pini L.
Von Karl Dietze in Jugenheim an der Bergstraße.
Märzsonne hatte denSandboden desKiefernwaldes durch-
wärmt. Unter den abgefallenen Nadeln und in den Moos-
polstern regte sich's: Erdhummeln, überwinterte Wespen-
mütter, Marienkäferchen, Laufkäfer und Rüsselkäfer, Spinnen,
auch große Baumwanzen, alle verließen sie ıhr Winterlager
und strebten dem neuen Tageslicht zu. Sogar der Laubfrosch
hob einmal den Deckel seiner Erdgruft und schaute mit ver-
schlafenen Augen hervor, ob es für ihn Zeit sei. Nur ein
paar Schmetterlingspuppen konnten sich am allgemeinen
Aufbruch noch nicht beteiligen. Sie hatten keine Füße.
Aber sie schlugen munter mit dem Hinterleib um sich, legten
sich dann auf die andere Seite, bis auch ihre Zeit käme.
Die Raupen des Kiefernspinners waren tags zuvor in der
Dämmerung schon ausgerückt. Jetzt liefen sie wie Tausend-
füßige am ersten Stamm, dem sie begegneten, empor, in dem
Drang, nach fast halbjähriger Fastenzeit weiter oben ihren
Hunger zu stillen.
An einem solchen Frühlingstage durchstreifte ich die aus-
gedehnten Föhrenbestände der benachbarten Rheinebene.
Da und dort war meterweit um einen Stamm die Moos-
Schicht abgehoben. So halten die Förster alljährlich recht-
zeitig Umschau, ob ein Fraßjahr des Kiefernspinners bevor-
steht. Diesmal hatten sie außerdem auf weiten Abständen
probeweise einzelne Teerringe angebracht. Bloße Neugierde
trieb mich, nachzusehen, was wohl der Erfolg gewesen sei.
Groß war er nicht: Es stand für 1918 kein Fraßjahr bevor.
Aber überraschend genug war der Fang doch. Denn außer
den wenigen, normalerweise etwa 3 cm langen, überwinter-
ten Räupchen, saßen da ebensoviel halbwüchsige und voll-
wüchsige Raupen, die mit schon besudelten Schnurrbärten
die Reise über den Anstrich hinweg nicht nochmals ver-
suchen mochten. Letzteren putzte ich die Pfoten ab und
nahm ihrer etwa 30 mit — mehr waren nicht da. Die Ver-
puppung erfolgte von Mitte April ab. Am 22. Mai, also
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein I
Iris zu Dresden. Jalrgang 1920.
2 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
2 Monate vor der allgemeinen Erscheinungszeit, entwickelte
sich der erste Falter, ein stark verdüsterter g'. Einige der
im Ausschlüpfen folgenden gehörten der typischen, bräun-
lich und schieferbläulich gebänderten, hıer vorherrschenden
Form an. Dann kamen die denkbarsten Verschiedenheiten
der Färbung beider Geschlechter, am 27. Mai nochmals ein
stark geschwärzter 9', der Gebirgsform montana Stgr.
ähnlich, aber ohne deren lebhaftes Zimmtbraun, viel ähn-
licher der Form pseudomontanus Kraml., doch mit
punktierten, nicht gestrichelt angehäuften, weißen Schuppen-
Nestern.
Da befreundete Sammler sıch nicht erinnerten, dem seiner
Häufigkeit wegen bislang so wenig beachteten Kiefernspinner
in so früher Jahreszeit, ın so verschiedenem Aussehen und
in so geschwärzten Exemplaren hierzulande schon begegnet
zu sein, besuchte ich die Fundplätze vor der eigentlichen
Flugzeit, Ende Juni nochmals. Da lagen schon Reste ver-
endeter Falter herum. Es hatte somit auch im Freien ein
vorzeitiges Fliegen einzelner stattgefunden. Mittlerweile
waren zudem die klein überwinterten Raupen spinnreif ge-
worden. Schon stiegen welche zur Verwandlung herab.
Nachdem ihnen abgelauscht, daß die sich nicht oben zwischen
Nadelbüscheln einspinnenden zur Verpuppung am liebsten
die Nord- und Nordostseite der Stämme aufsuchten, dort
etwa 1/,—2 Meter über der Erde in die Rindenspalten gingen,
bot das Aufsuchen der noch so gut versteckten Puppen-
gehäuse keine Schwierigkeit mehr. Sonnen- und Wetter-
seite liebt das Tier beim Abstreifen der Raupenhaut nicht!
Ich glaube vorweg andeuten zu dürfen, daß manche der
ungewöhnlichen Farbenspiele des Falters entstehen können,
wenn die Entwicklung unter dem ungewollten Einfluß von
Belichtung, Erwärmung, Kühlung und Befeuchtung statt-
finden muß. Im Freien, ohne Experiment. Denn bei der
gleichbleibenden Zimmerzucht aus dem Ei, über die zuletzt
noch berichtet wird, gab es von verschieden aussehenden
Eltern fast lauter gleich aussehende Nachkommen.
Im Laufe des Monates Juli steigerte sich die Zahl der
im Freien auskriechenden Kiefernspinner. Man fand sie
einzeln, noch öfter gepaart an den Stämmen ruhend, in
Nähe der verlassenen Gespinnste. Anfangs August hörte
die Flugzeit bei uns gänzlich auf.
Und das Gesamtergebnis? Ganz erstaunlich! Mit Aus-
nahme der einheitlich grauen grisescens-, der satt rot-.
Fi
K.Dietze. Ein Vorschlag, die Veränderungsmöglichkeiten der Aberrat. etc. 3
braunen brunnea- und der längsgesprenkelten, echten
montana-Form, befanden sich unter den etwa 600 an-
getroffenen Faltern fast alle bis jetzt benannten Färbungs-und
Zeichnungsmöglichkeiten, dazu noch manche andere. Da
waren außer braun und schiefergrau gebänderten, fast
braune, violettlich übergossene, mit Weiß durchsetzte, ver-
gilbte und ganz blasse Exemplare, alle mehr oder weniger
ım Farbenspiel der Kiefernrinde; dazwischen, auch im
Hochsommer, immer wieder einzelne der merkwürdig ge-
schwärzten 9'0' und die dazugehörigen, dem Charakter
der Art entsprechend heller gefärbten @9.
Das Gebiet liegt etwa 150 Meter über dem heutigen Meere,
ist überdeckt mit dem mageren, stark salzhaltigen Dünen-
sand des früheren Meeresufers, den Geologen unter dem
Namen „Mainzer Becken“ bekannt. Hier stehen Kiefern
ın trostlos geschlossenen, größeren Verbänden, fast ohne
jeden Unterwuchs. Aber dazwischen wieder, an abgeholzten,
brachliegenden Plätzen und an den durchziehenden Eisen-
bahndämmen, fristen die überlebenden Reste der ehemals
vorherrschenden Strandflora noch ein kümmerliches Dasein.
Mit ihnen gar merkwürdige, auf sie angewiesene Insekten,
insbesondere „Kleinschmetterlinge“. Auch prächtigen Käfern,
der blauen, gelbgefleckten, stets zum Abfliegen bereiten An-
cylocheira octoguttata, merkwürdigen Hymenopteren, so an
den Süden erinnernden Scolien, dahineilenden schwarzweiß-
roten Sandspinnen und vielem Bemerkenswerten begegnet
man da, wo Salsola kali, die Dünenpflanze weiterlebt. Um
Arctia hebe, die sonnenliebende Bärenraupe noch zu
finden, muß man schon die engerwerdenden Fundplätze
kennen. DieWanderheuschrecke, ein langjähriger Gast, zeigt
sich nicht mehr, dagegen lockt die sich immer weiter aus-
dehnende Nachtkerze, Oenothera biennis, den Nachtkerzen-
schwärmer, Pterogon proserpina, herbei.
Nur vierzig Kilometer nördlich, im Gebiet des unteren
Mains, in der Gegend von Isenburg bei Frankfurt kommt
pini zwar überwiegend auch in der typischen Form vor,
sie ist aber merklich kräftiger gefärbt, mit satt rotbraunen
und bisweilen ganz grauen Exemplaren durchsetzt. Die
dortigen Kiefernwaldungen stehen nicht in direktem Zu-
sammenhang mit den vorerwähnten. Zur Erklärung der
anderen Färbung desselben Tieres, scheint es nicht unnötig,
zu sagen, daß die Bäume daselbst auf viel kräftigerem Boden
wachsen, einem mit feinem Kies durchsetzten Flußsand,
4 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. - Dresden 1920.
nicht wie die vorherigen auf salzhaltigem Dünensand. Dem-
entsprechend gedeiht überall Unterwuchs. Bei größerer
Feuchtigkeit sind die Stämme auf der Wetterseite von
Flechten grünlichgrau überzogen, nicht ringsherum von der
Dürre blank rindenfarbig geblieben. Solche Nebenumstände
tragen zum Prägen des Aussehens von Lokalformen ver-
mutlich bei.
Es war mir erinnerlich, dab beispielsweise nach dem .
warmen Sommer von 1865, man winters annähernd er-
wachsene pini-Raupen aus der Moosdecke, zusammengerollt
hervorkratzen konnte. Das stimmte damalsschon mit Bücher-
meldungen nicht überein, die für die Vollwüchsigkeit Ende
Juni angeben. Um der Sache auf den Grund zu kommen,
habe ich daher 1919 in beiden vorgenannten Gebieten
wöchentlich je 2 Exkursionen unternommen. Wieder zeigten
sich da wie dort außer kleineren, auch erwachsen über-
winterte pini-Raupen, selbst solche, die gar keine Nahrung
mehr vor der Verwandlung zu sich nahmen. Leimringe ver-
hinderten sie am Aufbaumen.
Heuer, 1919, stellte der Frühling sich mit 4 Wochen
Verspätung ein. Der Kuckuck, sein Bote, rief erst um Mitte
Mai. Gleichzeitig durchtobte Aglıatau, der Verkünder
des ersten Buchengrüns, den Wald. So kam es, dab ich
nicht vor dem 12. Maı die ersten beiden, sich im Freien
einspinnenden pini-Raupen nachweisen konnte. Von da
ab steigerte sich täglıch die aufbringbare Menge frischer
Gespinnste, sie stieg von 4, 6, 8, 12 bis gegen Mitte Juli
hın auf 30 bei einer Suche. Jedenfalls ist auch für 1919
das Ueberwintern erwachsener pinı-Raupen nach-
gewiesen. Es können wohl nur Häufigkeit und dadurch
bedingter, geringer Tauschwert sein, daß ein so schmucker
Falter, wie der Kiefernspinner es ist, bislang bei Sammlern
so wenig Beachtung fand. Zu seiner Würdigung mußte
erst die von der Entomologischen Vereinigung „Sphinx “
in Wien 1913 herausgegebene Studie von Franz Kramlinger
und seinen Mitarbeitern Paul Köhler und Franz Perneder
erscheinen. Die dieser, zur Nacheiferung sehr zu empfehlen-
den Arbeit erfreulicherweise beigeschlossenen Tafeln mit
ihren 37 Abbildungen, geben den besten Aufschluß über
die große Veränderungsmöglichkeit des Kiefernspinners. Mit
ihnen und unter Zuhilfenahme des darauf schon Bezug
nehmenden Aufsatzes von Arthur Gustav Lahn, den Posener
Formenkreis betreffend (Ent. Zeitschr. Frankfurta. M., Jahr-
K.Dietze. Ein Vorschlag, die Veränderungsmöglichkeiten der Aberrat. etc. )
gang XXXI. Nr. 5), war der Ueberblick über die im Mittel-
rheingebiet beobachteten und nicht beobachteten Formen
sehr erleichtert. Ueber andere Gebiete klärte eine große
Auswahlsendung auf, die Herr Otto Bang-Haas in Dresden
freundlichst zur Verfügung stellte, in welcher insbesondere
auch die nahe verwandten ostasiatischen Arten in hunderten
von Exemplaren zur Besichtigung vorlagen.
Nun zur Sache. Nach dem vorliegenden, mehrere hundert
ausgesuchte Individuen umfassenden Material aus vielen
Gegenden, scheint sich dieVeränderlichkeitunseres Tieresder
Färbung nach -bei gleichen Verschiebungen der Zeichnung —
im wesentlichen in drei großen Hauptgruppen zu
vollziehen. In der Mitte steht die als typisch geltende, erst-
beschriebene Form, Dendrolimus piniL.,die in diesem
Aufsatz: forma intermedia genannt wird. Nur zur Ver-
ständlichung. Pıini sind schlechtweg alle! Aus den Grund-
bestandteilen dieser Mittelform: Braun und Grau, können
die übrigen als nach der einen oder anderen Richtung hin
ausgebaut betrachtet werden. Also, durch alle Übergänge
hindurch wird schließlich eine der beiden Färbungen die
vorherrschende oder alleinige. So scheiden wir die Kerne,
die Endigungen, oder die Anfänge der beiden anderen Haupt-
gruppen aus, nämlich: forma brunnea Rbl., die braune
einerseits, und forma grisescens Rbl., die graue anderer-
seits. Welche davon die erdgeschichtlich ältere ist, wissen
wir noch nicht.
Schwärzung und Weißwerden, Abblassen und Gelb-
werden spielen erst in zweiter Linie mit.
Außer der Färbung können wir die Zeichnung berück-
sichtigen. Ihre Veränderlichkeit geht bei den 3Hauptgruppen
nach gleichem Gesetz ganz ähnlich vor sich. Es handelt
sich da oberseits nur um 3 Querstreifen und den Mittelfleck.
Die diesen von der Natur vorgeschriebenen Bahnen sind
somit gegeben und leicht faßlich‘*.
Bei diesem klaren Sachverhalt scheint es wünschenswert,
daß für das Verständlichmachen so vieler Veränderungs-
möglichkeiten andere Bezeichnungen gesucht werden, als
die herkömmlichen. Insbesondere ist es wünschenswert,
* Eine Bereicherung dieser Zeichnung zeigt sich oftmals bei der
nicht minder veränderlichen ostasiatischen Art segregatus Bilr.,
die wohlvielfach mit pini verwechselt wird, weshalb diegeographischen
Grenzen der Art pini sich noch nicht klar überblicken lassen.
6 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
den aus der Regel heraustretenden Formen keine Namen
von Personen mehr zu geben. Einen Weg dazu hat
Courvoisier schon gezeigt und durchgeführt. Muß es aus
Macht der Gewohnheit durchaus sein, so bietet die Auf-
stellung neuer Arten genügend Raum, Forscher, die sich
um unser Wissen tatsächlich verdient gemacht haben, durch
Festlegung ihres Namens besonders zu ehren. Aber was
soll es heißen, in unserer aufklärenden Zeit zweifelhafte
Gottheiten, Kriegsstifter und dunkle Biedermänner aus der
Geschichte des Altertums aus den Schulbüchern für Gym-
nasien dazu hervorzuholen? Ist nicht dort ihr Name zum
ewigen Angedenken und zur neuen Pein der Schüler fast
auf jeder Seite längst abgedruckt?
Mein Vorschlag geht deshalb dahin, die Veränderungs-
möglichkeiten in irgendeiner Weise durch Formeln zu ver-
sinnlichen; tunlichst so, daß das Schema bei recht vielen
anderen Gruppen anwendbar wird. Die allgemeine Anwend-
barkeit wäre das Wichtigste dabei. Für die Art piniallein
stellen sich keine Schwierigkeiten in den Weg, es sei denn
der Geschlechtsdimorphismus, der für jedes Geschlecht eine
andere Formel erheischt, und dann unsere bisherige Un-
beholfenheit, Mischfarben ihren wahren Bestandteilen nach
durch das Wort festzulegen.
* Durch den kurzen Bau der Mittelzelle bedingt, ist bei
unserer Art der Mittelfleck der Vfl weit wurzelwärts gerückt.
Dementsprechend sind die Zeichnungsfelder im Vergleich
zu anderen Bombyciden scheinbar verschoben. So sehr,
daß das von der Wellenlinie in zwei Hälften geteilte Saum-
feld den halben FI einnimmt! Das hat Veranlassung ge-
geben, dessen Innenhältte, das Submarginalfeld, in Einzel-
beschreibungen als „Mittelbinde“ aufzuführen. Dadurch
können beim Vergleich mit anderen Beschreibungen leicht
Verwechslungen entstehen. Wir werden daher die ge-
läufigeren, alten Bezeichnungen der Felder beibehalten.
Der Vflvon pini läßt 4 Felder erkennen: Wurzelfeld,
Mittelfeld, Innenhälfte des Saumfeldes (Submarginalfeld)
und durch die Wellenlinie abgeschiedene Außenhälite des-
selben. Bezeichnet man sie ihrer Färbung entsprechend
mit Buchstaben und stellt die drei dunklen Ouerstreifen
mit Zahlen dar, ihr Fehlen mit Null, so läßt sich daraus
eine Formel bauen, durch welche sich schon viele Aber-
rationen versinnlichen lassen. Setzt man beispielsweise für
grau (grisescens)—g, für braun (brunneus)=b, so ergibt
K.Dietze. Ein Vorschlag, die Veränderungsmöglichkeiten der Aberrat. etc. t{
das von der Wurzel des rechten Vfl gegen den Saum ge-
zählt für die typische intermedia-Form die einfache
Formel: bgbg,111.
Beurewerlextennor-
fascıata Grbrg. können
wir auf diese Weise jetzt
schnell und klar darstellen,
welcher der drei Haupt-
gruppen sie angehört, ob
der grauen, der satt rot-
braunen oder der misch-
farbenen. Statt grises-
cens-externofasciata
haben wirnurnochgggg,
EOWT.,. statt brunnea- <<
externofasciata bbbb, ie Nm
00T.,stattintermedia- Wi. m
extermoflasciata,bg,: Wi 4
bg,001. So werden sich 2
die verwickeltsten Aber-
rationen, insbesondere solche, welche die Merkmale zweier
oder mehrerer Formen aufweisen, in Kürze vergegenwärtigen
lassen. Ja, man kann noch nıe beobachtete Veränderungs-
möglichkeiten im voraus auf rein mathematischem Wege nach-
weisen, wie der Astronom nie zuvor gesehene Weltkörper
ankündigt — nur viel müheloser.
Bei der zu erhoffenden Einführung der Neuerung wird
und darf es an Verbesserungsvorschlägen nicht fehlen. Es
können die bei pini zwar cinfarbigen, aber beim g! ver-
änderlich gefärbten Hfl und der Leib, sowie sonst noch Be-
zeichnendes in die Formel eingeschaltet werden.
Nicht leicht ist es, die Färbung, die fast immer Misch-
farben betrifft, für die Formel ganz genau anzugeben. Allein
Braun kann man als: schokoladebraun, leberbraun, zimmt-
braun, kastanienbraun, fuchsig usw. bezeichnen. Der Eine
sieht es feuriger, der Andere stumpfer an. Fachleute haben
es aber soweit gebracht, mit Zahlen festzulegen, wie schnell
dieWellenschwingungen der Strahlen gehen, die unser Auge
trifft, wenn es gelb, rot oder blau empfindet. Danach ist
es keine bloße Träumerei, anzunehmen, daß künftig Misch-
farben nicht mehr dem subjektiven Ermessen nach, sondern
nach den wahren Mengen ihrer Einzelbestandteile zahlen-
mäßig sicher in der Formel können angegeben werden.
8 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Vorerst müssen wir uns vielleicht damit behelfen, grau-
braun, violettbraun, sattrotbraun und gelblichbraun, die beı
pini vorherrschenden Abtönungen, durch Zusammenziehen
dafür eingesetzter Buchstaben oderdurch Brüche darzustellen.
Also, wenn v=violaceus, r=rufus, o=ochraceus, so
kann die schon vorerwähnte Grundformel: bgbg eine Be-
reicherung finden, indem wir für die mit Violett übergossenen
o
Exemplare dies durch bv gv bv gv oder durch . 5 : = aus-
drücken. Wir könnten auch das Ganze einklammern und
v, r oder o davor setzen, etwa v(bgbg) schreiben, oder
das Ganze oder Teile davon als Bruch versinnlichen: a
Wird in den Formeln noch weiß als a (albus), schwarz =
n (niger), fahl=p (pallidus), sepiafarben =s aufgenommen,
so reicht das für pini ziemlich aus. Das Bessere muß noch
gefunden werden!
Die nachfolgende Aufstellung gibt Ueberblick über nur
einige Färbungs- und Zeichnungsmöglicheiten, für welche
sehr verbesserungsbedürftige Formeln eingesetzt sind. Da
sind jetzt schon für jede der drei pini- Gruppen über 30 Ver-
änderungsmöglichkeiten erwähnt, welche, auf die 3 Formen-
kreise übertragen, mehr wie 90 Aberrationsnamen bedingen
würden. Bedenkt man, daß diese neunzig untereinander
kombiniert sein können, so erhält man Zahlen, gegen welche
die 100 Namen des Parnassius apollo nur einen
kümmerlichen Anfang bedeuten. Daraus wird man die Not-
wendigkeit, mit der bisherigen Benennungsweise von Aber-
rationen aufhören zu müssen, am besten erkennen. Der
versuchte Weg dazu ist von dem, vom hochzuverehrenden
Professor L. G. Courvoisier bei den Lycaeniden einge-
schlagenen, verschieden. Unserer praktisch denkenden
Gegenwart entsprechend setzt er beim Insektenliebhaber
keinerlei Gymnasial-Vorbildung voraus. Er will mathe-
matisch-positiv sein, geöffnet für Alle. Ist er falsch, so
muß ein besserer gesucht werden; der alte taugt nicht mehr.
Dendrolimus pini L.
Hauptiormen.
ve l ebieibiemn =D bibib
statt“ a statt: Sun Aistatke
grisescens | intermedia| brunnea
K.Dietze. Ein Vorschlag, die Veränderungsmöglichkeiten der Aberrat. etc. 9
Nebenformen:
gagg babg |
aggg auebie.. ı|
ggga bgba
aagg aabg
engg bnbg
nggg ngbg
gggn | bgbn
nngg | nnbg
ggog bgog
guibye —
v(gggg) | v(bgbg)
otwerg) | olbebg)
a(gggg) |a(bgbg)|
n(gggg) | n(bgbg)
p(gggg) | p(bgbg)
s(g'ggg) a
o g b
De a
bbbg
o a
Den vorgenannten drei Formenkreisen
babb
abbb
BiBrbra,
araurb |
bnbb |
nbbb |
bbbn
nnbb
bbob
|v(bbbb)|
o(bbbb) |
a(bbbb) |
n(bbbb)
p/(brb’b’b) |
| s(bbbB) |
bRBD
BB
ale a a
bbbe
18 a
statt forma: albofascıata
„
Zusatzfoermeln:
„
alboradiata
albolimbata
Möglichkeit
nigrofasciata
nigroradiata
nigrolimbata
(fischeri
Kraml.)
Möglichkeit
luteofasciata
brunneofas-
ciata
ıanthina
flavescens
albicans
atra
pallida
obsura
obsoleta
fusca
confluens
anzugliedernde
001 statt forma: externofasciata
00' h „ reducta oder interrupta
021 2 N Dilineata
2.11 } „ duplolineata
LEE) 5 „ bistrigata
el = „ tristrigata
221 IE „ quinquestriata
1.21 i „ econiuncta (pernederi Kraml. und Kö.)
000 ” „ unicolor (bei grisescens und brunnea)
000 * „ bicolor (bei intermedia)
® | i „ Impunctata
Weitere Möglichkeiten: 101,011,002,220,222 usw.
—
10 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Für den, der die mit „Weiß“ durchsetzten Formen nicht
kennt, muß gesagt werden, daß dieser Begriff an Reinheit
oft zu wünschen übrig läßt, ebenso wie das „Schwarze“
nach dem Ableben des Tieres und später mehr noch in der
Sammlung an Sattheit rasch abnimmt.
In der vorstehenden Liste sind einige Formen aufge-
nommen, die meines Wissens in den Arbeiten über pini
noch keine Erwähnung fanden. Da ist: p(bgbg), statt
intermedia-pallida, die beim Verlassen der Puppen-
hülle schon so aussieht, wie die vom Licht völlig abgeblaßten,
aber wohlerhaltenen Freilandtiere, denen man bisweilen
begegnet. Ihr fahles, isabellfarbenes Blondsein erinnert an
Smerinthus quercus. Vielleicht pathologisch-anä-
misches Kakerlakentum. Kann durch Sonnenbelichtung auf
künstlichem Wege annähernd ähnlich aus normalen inter-
media-Exemplaren erzielt werden.
Nicht dasselbe ist: a(bgbg), statt intermedia-
albicans, welche albinotisch, mit Weiß überwuchert ist,
sodaß sie fast grisescens wird. Kam auch einmal bei
einem 9' nur rechtsseitig ausgebildet vor, bei einem ver-
dunkelten © nur auf den Hfl. Letztere beiden Fälle somit
Hemmungs-Erscheinungen, ähnlich denen beiEpinephele
jurtina.
er bi Ze
Oefters erscheint: —g — g,stattintermedia-obso-
o o
oO oO
leta; verschwommen bräunlichgrau, eine Verarmungs- oder
Uebergangs- Form.
Ferner kann das Braune am ganzen Tier mit Ockergelb
durchsetzt sein! o(bgbg), stattintermedia-flaves-
cens.Liegtvor mit Fundzettel: Kineschma, Ross. 28.111.1912.
Oder die Grundfarbe ist ein so eigentümliches Gemisch
aller bei pini möglichen Färbungen, daß ein, an das Winter-
felldesEdelhirscheserinnernderTon entsteht. Einzeichnungs-
armes © aus Prag und ein deutlich gezeichneter g' von hier.
Es liegt auch ein einheitlich kakaobrauner g' aus dem
Riesengebirge vor, bei dem nur im Submarginalfeld letzte
Reste von Helligkeiten noch nicht vom Braunen überwuchert
sind. Undzwar: wurzelwärts eineschwacheWellenzeichnung,
saumwärts schild- bis pfeilförmige Flecken. Durch Formel
noch näher zu bezeichnende forma: brunnea-ochro-
maculata.
'" Ganz Aehnliches vollzieht sich an durchgehends braunen
Exemplaren eines ebenfalls vorliegenden Dendrolimus aus
K.Dietze. Ein Vorschlag, die Veränderungsmöglichkeiten derÄberrat. etc. 11
Japan (Yokohama) und aus China (Kiautschou). Doch glaube
ıch, daß die Untersuchung ihrer Geschlechtsorgane ergeben
würde, daß sie gar nicht die Art pıni sind, sondern zu dem
höchst veränderlichen, unter vielen Artnamen beschriebenen
Dendr. segregatus Bitlr. gehören.
Als nicht zu pini gehörig, sehe ich auch 2 vorliegende
OO an, aus dem Altai-Gebirge in Zentralasien; haupt-
sächlich wegen der Bindenzeichnung der Hilbeiangrises-
cens-pini erinnernde Vfl.e Das größere und frischere
Stück klaftert 8,6 Zentimeter, seineschwarzeWellenzeichnung
ist breiter, als bei irgendeinem vergleichbaren Exemplar.
Auch bei einem g' aus dem kleinasiatischen Taurus (Zeitun),
der zu denı vorgenannten paßt sehr an pseudomon-
tanus Kraml. u. Kö. erinnert, bleibt es schwer zu sagen,
ob es noch pini ist.
Naturgemäß besteht bei pini die Neigung des sich Ver-
schmelzenwollens der dunklen Mittelfeldeinfassungen. Geht
das Zusammenstreben so weit, daß von der Grundfarbe
nur abgesondert eingekettete Restbestände im Mittelfeld
erübrigen, so entsteht eine Form, die von Kraml. u. Kö. als
pernederi benannt wurde. Die, den Vorgang erklärenden
Anfänge dazu, bei welchen Schwärzungen quer über Ader C,
hinweg gegeneinander züngeln und überbrückend sich ver-
binden, trifft man öfters: I11. (statt forma coniuncta).
Ferner erhielt ich durch Zucht ein Exemplar, bei welchem
das Zusammenstreben der Querzeichnungen nicht im Mittel-
feld, sondern im Submarginalfeld sich vollzogen hat. Dort
sind die Adern gitterig überschwärzt. Erwähnungswert mag
auch ein einfarbig ockerbräunliches © aus Steiermark sein,
bei dem die beiden Begrenzungsstreifen des Mittelfeldes als
alleinige Zeichnung auftreten. Das Tier sieht so fremdartig
aus, als gehöre es zu rubi oder quercus: 110, (statt
forma bistrigata.)
Wie bei unicolor-grisescens und unicolor-
brunnea, können bei intermedia alle Zeichnungen
fehlen. Es entsteht dann eine zeichnungslose Form mit ver-
schiedenfarbig beibehaltenen Feldern der Vfl:bgbg,000.
(statt forma: bicolor).
Körperlich zurückgebliebene, arm und ausgehungert aus-
sehende Kümmer-Exemplare, wie sie für den grisescens-
Kreis den Namen: subtilis-squammatus Kraml.u.Kö.
ihrer dürftigen Schuppen wegen bekamen, entwickelten sich
12 Deutsche Entom, Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
hier aus der intermedıa-Gruppe ebenfalls. Sie wurden
nur beim © beobachtet, sind vermutlich nur pathologisch,
— Krankheit-Erscheinungen — können also bei den Formeln
übergangen werden.
Eine Sonderstellung nehmen noch die, zum braunen
Formenkreis gehörende Bergform: montana Stgr. und
die, dem grauen Formenkreis entstammende: pseudo-
montanusKraml.u.Kö. ein. Bei ihnen tritt das Bestreben
auf, weißliche und schwärzliche Schuppen-Nester gestrichelt
und wild zerstreut in der Richtung des Geäders anzuhäufen,
im Gegensatz zu den punktig überstreuten Schuppenan-
sammlungen der übrigen Formen. Besondere Formeln
wären dafür einzusetzen.
Parallel zu jener pseudomontanus geht auch aus
intermedia eine geschwärzte, insbesondere im männ-
lichen Geschlecht auftretende Form hervor, welche erste
Veranlassung zu diesen Mitteilungen gab. Es scheint der-
selbe Vorgang zu sein. Jedoch — als aus der braunge-
bänderten typischen und nicht, wie jene, aus der grises-
cens-Form hervorgehend — behalten die YO der unsrigen,
mehr als ihre J'g', das ursprüngliche braungebänderte Aus-
sehen bei; sowohl im Submarginalteile der Vfl, wie im Kern
des Wurzelfeldes. Beim 91 ist das Braune fast ganz aus-
getilgt, mit Ausnahme des Submarginalfeldes, wo wurzel-
wärts abgeflaute Reste sich zäh erhalten, während saum-
wärts fahle Aufhellungen fleckig neben der Wellenlinie
stehen bleiben. Diese selbst hebt sich auffällig breit und
tief schwarz ab. Hfl einheitlich dunkel sepiafarben bis
schwarz, ebenso der ganze Körper; bisweilen nur der Hinter-
leib. Bei Uebergängen Spuren von Braun. Die Aufstellung
einer Formel ist nicht leicht; vorläufig nur:
A ErL R £ . »
SANLEE,E 5 a2), Gor \ statt:formaintermedia-ınfumata.
oO s(bgbg),111.]
In der vortrefflichen Kramlinger’schen Studie heißt es
Seite5: „Nach Prof. Dr. Rebel besitzt die montane Form keine
weißgraue Beschuppung. (Berge-Rebel, 9. Aufl. pag.129.)“ Es
muß dahingestellt bleiben, ob Rebels kurze Einschaltung
„(ohne Weißgrau)“ so aufzufassen ist. Staudinger selbst
sagt im Katalog II p. 70 nur: „a. v. Montana: alıs ant. magis
variegatis, crassiusque squamatis. Helv.“ Im Urtext ist die
Färbung der Schuppen somit nicht näher bezeichnet. Ich
K.Dietze. Ein Vorschlag, die Veränderungsmöglichkeiten der Aberrat. etc. 13
kann bloß sagen, daß durch die Firma Staudinger-Bang-
Haas bezogene, als echt anzusehende montana aus Bern
in der Schweiz reichlich mit weißgrauen Schuppenan-
häufungen durchsetzt sind. Sie tragen zum wilden Aussehen
wesentlich bei. Geradezu überraschend ist die Betrachtung
eines Oberflügels unter guter Lupenvergrößerung. Man
glaubt das rauhe Fell eines Wildschweines unter sich zu
haben, nicht die zarte Beschuppung eines Schmetterlings'!
Entnahme von Schuppen aus der Flmitte, ließ keine wesent-
lichen Unterschiede zwischen montana aus der Schweiz
und der verdunkelten infumata des Mittelrheingebietes er-
kennen. Bei beiden gab es breit handförmige, etwa sieben-
strahlig gekämmte, kurz gestielte Schuppen und sehr lange,
spanförmige, die geschlossen oder gespalten endigen.
Ich’habe den J' einer Bergform im August in der von
Legföhren und Fichten umgebenen Wirtschaft zur Birgsau
bei Oberstdorf (952 Meter) am Licht gefangen, weniger
bunte Exemplare aus der Umgegend von Partenkirchen in
Bayern gesehen. (Coll. Max Hüther). Mit der Legföhre vom
Ei ab weitergezogen, blieben die Nachkommen der Letzteren
geschwärzt. Dagegen sind Zwitter mir noch nicht begegnet.
Glücklicherweise; sonst wären diese Mitteilungen noch um-
ständlicher geworden. Im Wiener-Neustädter Gebiet sind
deren im Freien unter 90000 Exemplaren 13, unter 12 000
der Zımmerzucht 17 beobachtet worden; das ist unter 6923,
beziehungsweise 706 Exemplaren je ein Zwitter. Der auf-
fällige Unterschied liegt vielleicht darin, daß die Unter-
suchungen bei der Aufzucht gründlicher waren, als beim
Massenbetrieb draußen.
Es drängt sich nun die Frage auf: Wie kommt eine so
ungewöhnliche Veränderlichkeit beim Kiefernspinner zu-
stande? Die Beantwortung ist nicht so einfach. Es greifen
da Ursachen und Wirkungen aufs Verwickeltste ineinander.
Angeborene Neigung zum Aberrieren ist vorauszusetzen.
Aber aus Freilandraupen und -puppen erhalten wir bekannt-
lich einen viel größeren Prozentsatz der Ungleichheiten, als
bei der Zimmerweiterzucht aus dem Ei. Bei Ersteren haben
wir der Abstammung nach mit dem Resultat der Eigen-
schaften vieler Elternpaare zu tun, bei Letzteren zunächst
nur mit dem eines Ehepaares. Vererbung! Das klärt die
Sache schon etwas. Witterungseinflüsse kommen hinzu.
Sie zu beobachten in der freien Natur bietet sich Gelegen-
heit. Deren künstliche Durchführung im Experiment war
14 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
wissenschaftlich von größter Bedeutung. Laien möchte ich
aber davor warnen, diese Grausamkeit zu vollbringen, ledig-
lich um seltene Aberrationen zu erzielen. Ich möchte nicht
dazu beitragen, daß das arme Tier in seinen empfindlichsten
Stadien der Kälte, Wärme, Nässe und anderen Einflüssen
künstlich ausgesetzt werde. Wenn auch Naturkräfte so
tun, bleibt der absichtliche, gleiche Eingriff unsererseits,
wenn er aus Eigennutz geschieht, eine Spielart der Tier-
quälerei. Man stelle sich nur vor, es käme ein stärkeres
Wesen irgendwoher, nähme uns am Schopf, setzte uns
noch ertr äglichen und unerträglichsten Temperatureinflüssen
aus. Und wenn wir vor Schreck und Entbehrung davon
weißes Haar bekommen hätten, sagte es: seht ihr, er reagiert
wundervoll!
Ja, es ist ziemlich sicher, daß außer Erblichkeit und
lokalen Umständen die lemperaturschwankungen es sind,
die ebenfalls Einfluß üben auf das Aussehen unseres Tieres.
Und zwar glaube ich annehmen zu dürfen, daß die mit Weiß
durchsetzten Formen: albofasciata und contiluens
dann entstehen, wenn das Gespinnst so angebracht war,
daß heftige Sonnenstrahlen die frische, noch weiche Puppe
ausgiebig treffen konnten.
Wie erklärt sich aber das Gegenteil davon, das verhältnis-
mäßig oftmalige Vorkommen geschw! ärzter Exemplare des
Kiefernspinners im Mittelrheingebiet? War es immer da?
Oder ist es ein Zug der Zeit, wie das im gleichen Ge-
biet immer häufigere Auftreten der eremita-Form von
Lasiocampa monacha, der inzwischen über die Main-
linie vorgerückten, sch warzen ExemplarederAmphidasis
b etularia, forma:doubleda yarıa, derfrüher daselbst
nicht beobachteten, düsterencrepusc ulariaunddemVor-
kommen anderer, gelegentlich auftretender Schwärzungen,
beispielsweise bei Agrotis fimbria?
Es lag nahe, die Erklärung zunächst in großen Temperatur-
Schwankungen zu suchen. Denn im ersten Beobachtungsjahr
zeigte das Thermometer Anfang Juli, also zur Zeit frischer,
empfindlich reagierender Puppen. tagsüber mehrmals nicht
über. 8°, nachts entsprechend weniger; und gegen Ende des
Monats stieg die Temperatur in den Mittagsstunden einmal
bis auf 300.
Eine vorgenommene Aufzucht aus dem Ei, über welche
nachstehend berichtet wird, läßt jedoch ber echtigte Zweifel
dagegen aufkommen, daß dieinfumata- Form, so könnte
K.Dietze. EinVorschlag, die Veränderungsmöglichkeiten der Aberrat. etc. 15
man sie benennen, durch Abkühlung alleın entsteht. Denn
von 60 PuppenjenerWeiterzucht ergab sowohl die bei etwa 20°
Zimmertemperatur belassene Hälfte, als dıe im winterlich
ungeheizten Raume 4 Wochen lang untergebrachte andere
Hälfte fast ausschließlich geschwärzte Falter, nur wenige
typische und schwach aberrierende Exemplare. Das Ueber-
raschendste aber war, daß eine kleine Anzahl Puppen, die
durch unglücklichen Zufall im Gespinnst mit fortgeworfenem
Futter ins Freie kam, dort mehrmalige Nachtfröste durch-
machte, nicht die geschwärzte Form, sondern wieder
typische Falter brachte. Von allen erschien das mütter-
liche Gepräge, die blasse pallıda-Form nur noch einmal.
Daraus läßt sich vermuten, daß ihr Wesen krankhalft ist, beı
anderer Lebensweise der Nachkommen aufhört.
Diese Zucht aus dem Ei vollzog sich leider unter Um-
ständen, die ihr Ergebnis für die Beurteilung vonVererbungs-,
Temperatur- und Ernährungs-Einflüssen wenig aufklärend
machen. Es saßen nämlich, als am 22. Mai 1919 von Freiland-
raupen der erste, stark verdunkelte 9' auskroch, schon
mehrere typische g'’gQ' und 3 ausgesprochene blonde ©Q der
pallida-Form im Puppenkasten. Ihre schon vorhandenen
Eiablagen mußten genommen werden, wenn nicht noch mehr
Durcheinander entstand. Denn die pini g'9' begnügen sıch
nicht mit einer Copula, wenn sich Gelegenheit zur zweiten
bietet! So entstammten die Nachkommen schon verschieden
aussehenden Eltern. Die Aufzucht geschah zudem absicht-
lich, statt mit Kiefern (Pinus), mitverschiedenen ausländischen
Fichtenarten (Abies), deren Nadeln zudem von unreiner
Stadtluft stark überrußt waren. Somit kommt auch Zufuhr
von Ruß, also von Schwarzem mit der Nahrung in Mit-
betracht beim Suchen nach den Ursachen der Schwärzungen.
Zwanzig lage nach dem Ablegen, am 10. Juni, krochen
die Räupchen aus: Anfangs grau,am Kopfende am breitesten;
die Brusteinschnitte noch nicht stahlblau, sondern gelb,
schwarzfleckig. Sie fraßen als erste Nahrung ihre Eischalen
auf. Das ist für ihr Fortkommen sehr wichtig. Denn die
Gelege ruhen vielfach weit unten am Stamm; es wäre mit
leerem Magen der Weg bis zu den Nadeln hinauf zu weit.
Haben sie diese erreicht, so knuspern sie zunächst die Seiten-
kanten an, verstecken sich nach den Mahlzeiten sehr geschickt
an der Unterseite der Zweige, rücken nach und nach wieder
gegen den Stamm hin, nicht nach außen vor. Gestört zeigten
sie sich sehr zappelig, ließen sich an Fäden herunterbaumeln,
10.7 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
eine Eigenschaft, die sich später ganz verliert. Nach einer
Woche schon, am 18. Juni, war die erste Häutung über-
standen. Die zweite erfolgte am 5. Juli, die dritte am
1. August. Jetzt fingen einige an, die anderen im Wachstum
gewaltig zu überholen, während die Menge bei kühler
Witterung fast stehen blieb. Ja, in der fast, kalten ersten
Hälfte des Oktobers fraßen alle überhaupt nicht mehr, sie
wollten überwintern. Ins Warme gebracht, ging es wieder
langsam vorwärts, so langsam, daß der 14. Dezember kam,
bis die erste, längst erwachsene Raupe sich einspann! Noch
amı 1. Januar gab es welche, die erst 3 cm lang waren, nicht
größer, als die normal überwinternden. Von da ab spannen
“die gestreckt 71/, cm langen, erwachsenen, etwa 2!/, Gramm
schweren, sich einzeln nach und nach ein, dıe letzten Ende
April und Anfang Mai; also bei gleichzeitigem Verlassen. der
Eischale in einem Abstand von 5 Monaten und nach einer
Fraßzeitvon 5— 10 Monaten. Die frühest erwachsenen Raupen
ergaben meist J'g', die spätesten QQ; letztere ın allergrößten
Exemplaren. Lebensdauer beider Geschlechter in der Ge-
fangenschaft etwa 10 Tage, bei den QO bisweilen mehr.
Doch hat die Eiabl age dann die Kraft genommen; die Tiere
sind zuletzt luftdurchsetzt, fast federleicht.
Hemmendim Wachstum wirkte jedenfalls die Auffütterung
mit verrußten Fichtennadeln, deren Annahme erstgern, nach.
her unwillig geschah. Die kurzen Fichtennadeln bergen
nämlich im Innern der harten Hautschale zu wenig verdau-
liches Weiche. Die armen Tiere zeigten bei Vollwüchsigkeit
bis fast millimeterlange, unverdaute Nadelstücke im Kot,
welche vorher geschluckt zu haben und hinauszubefördern
eine wahre Strafe sein mußte. Nach probeweiser Fütterung
mit Pinus strobus (Weymuthkiefer) fielen sie förmlich darüber
her, die Exkremente wurden daraufhin feinkrümelig, eine
reichlichere Absonderung fand statt. Ebenso wurden Pinus
cenıbra, die Arve, und P. mughus Scop. (pumilio Hänk), die
Legföhre, gern genommen und sowohl unserer Picea excelsa,
der Rotfichte, als der amerikanischen P. pungens Engelm.
vorgezogen. Durch den Vorzug, besser gekaut und verdaut
werden zu können, bevorzugt pini vermutlich in der freien
Natur ebenfalls die Kiefer und so findet es seine Erklärung,
daß der Kiefernspinner in Fichtenwaldungen nicht als Schäd-
ling auftritt.
"Es erklärt sich auch weniger Wichtiges aus dieser Auf-
zucht aus dem Ei. Nämlich dasVorhandensein vollwüchsiger,
K.Dietze. Ein Vorschlag, die Veränderungsmöglichkeiten der Aberrat. etc. 1
halbwüchsiger und kleiner Raupen während der Ueber-
winterung. Erstere sind hierzulande ziemlich sicher die den
anderen im Wachstum vorausgeeilten, nicht allein dıe zurück-
gebliebenen, zweimal überwinterten des vorherigen Jahr-
ganges. Sie hätten unter noch günstigeren Bedingungen eine
zweite Generation gebildet, die nach Kurt Lampert im süd-
lichen Europa tatsächlich vorkommen soll, hier noch nicht
beobachtet ist. (Die Großschmetterlinge und -Raupen Mittel-
europas pag. 136.) Für die Posener Gegend findet Arthur
Gustav Lahn eine andere Erklärung: „Unter den vielen
1—2 cm langen Räupchen waren in großer Zahl (ungefähr
20—25°%,) fast und ganz erwachsene Tiere, die Nachzügler
der vorigen Generation, die sich anschickten, die zweite
Ueberwinterung durchzumachen. Somit findet auch das
Erscheinen der erwachsenen Raupen im März seine Er-
klärung.“ (Ent. Zeitschrift, Frankfurt a. M., Jahrgang XXXI,
Nr. 5.) Das stimmt mit den Angaben Kramlingers: „einige
bleiben immer zurück und scheinen solche auch im Freien
zweimal zu überwintern.“
Die pini-Raupen waren nächtlich. Erst mit Eintritt der
Dämmerung wurden sie munter, fingen an zu fressen,
kletterten, nach besserem Futtersuchend auf weitere Strecken
herum. Wenn der Tag kam, saßen sie lang ausgestreckt
— nicht in der Abwehrstellung, in der wir sie meist ab-
gebildet sehen — am alten Ort, den schon leer gefressenen
Zweigen oder zwischen Ritzen. Dort ruhten sie verdauend
biszum Abend. Die etwas hohle Bauchseite mit den warzen-
förmigen Auswüchsen und Borsten befähigen die Raupe,
sich dem Ruheplatz fest anzuschmiegen, sodaß man sie mit
dem Auge nicht leicht auffindet, umsomehr, als auch die
höchst veränderliche Grundfarbe der Haut und das harzig
glänzende Spiel der weißen Schuppengebilde sie leicht über-
sehen macht. Sehr auffallend war noch, daß die jungen
Raupen anfangs nur die vorjährigen Nadeln der Fichten
fraßen, den neuen, letzten Trieb nicht anrührten. Später
war es umgekehrt. Das hätte den praktischen Vorteil, daß
nach vorheriger Beseitigung des Alten, das Neue noch für
den großen, letzten Appetit aufgespart bliebe. Sie erwiesen
sich als durchaus gutartig und friedliebend gegeneinander,
ließen sich von Ihresgleichen überklettern, ohne Abwehr-
bewegungen zu treffen. Bis zu einem gewissen Grade waren
sie sogar gesellig. Diese Neigung kam insbesondere beim
Einspinnen zur Geltung. Wo sich eine verpuppt hatte, legte
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein II
Iris zu Dresden, Jahrgang 1920.
18 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
gern eine andere ihr Gespinnst an, selbstwenn die Vorteiledes
Platzes für unsereinen nicht ersichtlich schienen. So zeigten
auch im Freien Stämme, deren Rissigkeit überall Schlupf-
winkel bot öftersnur an einer Stelle zwei Gespinnstenebenein-
ander. Eines davon war bisweilen ein verlassenes vorjähriges.
Die schlankeren und kleineren männlichen Gehäuse lagen in
der Regel versteckter, sie waren vielfach mit Rindenspänen
unkenntlich gemacht; die behäbigeren weiblichen hafteten
offener. Sehr bemerkenswert schien es zu sein, wie die
Tiere das nicht zwischen Nadeln angebrachte Gespinnst
zu maskieren verstehen. Mehrmals fand ich Gehäuse, die
über und über mit vorjährigen, ausgeschlüpften Kokons
der Microgaster nemorum-Schlupfwespe bekleidet waren,
aussehend, wie die kranken, davon überdeckten Raupen.
Bei Nachprüfung zeigte sich zur Ueberraschung, dab darin
gesunde, frische Puppen lagen! Die Raupen hatten sich
das Material beim Einspinnen aus alten Restbeständen hinter
den Rindenspalten hervorgeholt. In ähnlicher Weise flochten
andere Spinnennester, die entdeckelten Gehäuse der Kiefern-
blattwespe (Lophyrus pini), auch Flügeldecken von Käfern
ein. Raupen die im Begriff waren, sich im Freien ein-
zuspinnen, setzte ich in, mit t doppeltem Gazetüllver schlossene,
hochkant gestellte Zündholzschachteln und in, zum Schutz
der Weintrauben gebräuchliche Straminsäckchen. Was taten
nun Raupen, die normalerweise sich bloß einzuspinnen
brauchen, nicht darauf angewiesen sind, sich einen Ausgang
zu bohren, wie der Cossus? Sie legten in ihren Gefäng-
nissen nicht bloß neue Gehäuse an, nein, sie bissen vor-
her bei der Ausschlüpfstelle der Kokons Oeffnungen in
den Stramin! Nicht um selbst dort das Weite zu suchen,
sondern damit der aus ıhnen werdende Falter sıch hınaus-
schaffen könne. Das Universalwort: Instinkt reicht nicht
aus, diesen bemerkenswerten Vorgang zu erklären“.
* Damit vergleichbare Fürsorge vollbrachte eine Raupe des Ailan-
thus-Spinners (Attacus cynthia). Ich wollte sie davor schützen,
daß eine andere das Blatt des Götterbaumes wegfresse, an dem sie ihr
Gespinnst begonnen hatte. Aus Versehen schnitt ich mit in ihren Blatt-
stiel, sodaß das Tier zur Erde fiel. Nachdem ich es emporgehoben,
den Feind beseitigt, das Fiederblatt mit dem angefangenen Gehäuse
emporgehoben und den Hauptstiel durch Fäden in die alte Lage ge-
bracht, geschah etwas merkwürdiges. Mein Notverband fand nicht die
erhoffte Anerkennung! Die Raupe zog selbst mit ihren Fäden einen
K.Dietze. Ein Vorschlag, die Veränderungsmöglichkeiten der Aberrat. etc. 19
Vier bis fünf Tage lagen die Raupen im fertigen Gespinnst
bis sie zur Puppe wurden. Diese ist anfangs butterweich,
prachtvoll glasgrün, durchscheinend. Die Gliedmaßen stehen,
fast wie bei einer Käferpuppe, noch ungefügt etwas ab.
Sehr deutlich erkennt man ım Brustkorb noch die ehe-
malige Anatomie der Raupe, insbesondere den hintersten
Prachtfleck, dessen Einschnitt schwärzlich zurückgeblieben,
den Abschluß des Thorax anzeigt. Man sieht auch, wie
das grüne Blut im Rückengefäß pulsiert, etwas langsamer,
als im Herzen des Menschen. Im warmen Sommer ent-
wickelten sich die Falter schon nach 14 Tagen, bei etwa
18° Zimmerwärme erst nach 5 Wochen; und im Gespinnst
einen Monat lang in die winterliche Außentemperatur ge-
bracht, braucht es dazu weiterer 3 Wochen Zimmerwärme.
Die Puppenzeit ist dem Tier sehr verhängnisvoll. Zur
Abwehr gegen die vielen Feinde hat das in anderen Stadien
träge Tier die Fähigkeit, sich bei Ruhestörungen äußerst
flink um sich zu drehen. Selbst nach Beruhigung des ersten
wilden Anfalles zuckten die Puppen hinterher noch eine
Zeitlang in sich zusammen. Ja, abgenommene wanderten
auf diese Weise, namentlich nach dem Bespritzen, eineStrecke
weit im Puppenkasten herum, als hätten sie ein Sack-Wett-
laufen veranstaltet. Diese Unruhe fand bald eine teilweise
Erklärung. Manche der im Walde abgelösten Gespinnste
hatten hinten an der Anheftseite — nur dort — in rund-
buchtigen Bahnen ausgenagte, offene Stellen. Bei solchen
Gespinnsten war vielmals die Puppe selbst angefressen und
zwar meist so, daß seitlich am Hinterleib die Eier des werden-
den Falters frei lagen. Ein Teil solcher Puppen war an
den schweren Verletzungen schon gestorben, ein anderer
heilte wieder aus. Die daraus entwickelten Schmetterlinge
bildeten auf den großen Narben keine Schuppen mehr. Der
Urheber der Schandtaten ist vermutlich eine Käferlarve.
Denn allemal schoben sich beim Abheben jener Puppen
speckige, gelbweiße mit fuchsigen Haarpinseln besetzte Käfer-
larven ruckweise hinter die Rinde zurück, ziemlich sicher
einer Dermestes-Art angehörig. Die große Regenerations-
kraft der pini-Puppen ist bemerkenswert. Zwei beim Los-
neuen Verband über die Schnittstellen, dann erst begab sie sich auf
ıhr Blatt zurück und vollendete ihr Gespinnst. Das Belegstück wurde
der Sammlung des Senckenbergischen Museum in Frankfurt a. Main
übergeben.
20 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
stemmen gequetschte Exemplare, denen am Thorax nicht
bloß grünes Blut, auch gelbliche Fettmasse herausquoll,
wurden versuchsweise alsbald in Fließpapier gebettet. Beide
gaben später wohlgebildete Falter“.
Nach wochenlangem Sonnenschein fiel 1919 in jenen
Kiefernwäldern im Juni der erste Regen. Die unter den
Teerringen schmachtenden Raupen sogen das Wasser gierig
ein; es bekam ihnen nicht, schon anderen Tages setzte die
Flacherie-Krankheit ein, die die meisten erlöste. Während
des Regens gelang es kleinen Räupchen, trockenen oder
besser nassen Fußes über die alsdann nicht fängische Teer-
schicht hinweg aufzubaumen.
Aus den Fraßjahren der neunziger Jahre des vorigen
Jahrhunderts erkennt man heute noch die als Mumien in den
verharzten Teergürteln eingebetteten pini-Raupen. Essind
fast ausschließlich gleich große, etwa 3 Zentimeter lange
Tierchen, die geschlängelt, oft zu vielen hundert kopfaui-
wärts nebeneinander an einem Stamme kleben. Auffälliger-
weise sind im gleichen Bezirk auch Bestände, in welchen
pini- Raupen mit durchgehends nur 1!/, Zentimeter ankleben.
Das läßt auf verfrühten Herbst oder verspätete Ei-Ablage
schließen.
Dem Forstpersonal war nicht unbemerkt geblieben, daß
pini einmal wieder häufiger wurde. Zusammenhanglos
war in einzelnen Bezirken jeder Kiefernstamm mit dem Teer-
ring versehen worden. Bis weit in den Sommer hinein
schmachteten darunter große und kleine pıni-Raupen und
alles was beim Aufstieg nicht weiter konnte. Hunger und
Durst, Wanzen und Vögel mordeten sie hinweg. Hier konnte
man deutlich sehen, daß das Abtönen der Puppengespinnste,
welches die pini-Raupe vor dem Abstreifen der Haut an
den an und für sich farblosen Fäden durch Absonderung
einer färbenden Flüssigkeit vornimmt, großen Schutz bringt.
Von den fast vollwüchsig überwinterten Raupen hatten welche
nicht mehr die Kraft, das zur Not unterhalb der Teerringe
angebrachte Gespinnst durch Hergabe von Flüssigkeit zu
verfärben. Jeder dieser weißen Notbauten war am Kopf-
* Zählebigkeit zeigte sich auch einmal an der Puppe von Deile-
phila euphorbiae. Als der Schmetterling schon unter der Puppen-
schale durchschimmerte, bohrte sich zuletzt noch eine große Tachina-
Fliegenmade heraus. Trotzdem entwickelte sich bald darauf der mun-
tere Wolfsmilchschwärmer.
K.Dietze. Ein Vorschlag, die Veränderungsmöglichkeiten der Aberrat. etc. 21
ende zum Rindenspalt hervorgerissen und des Inhaltes be-
raubt. Die verfärbten, von kräftigen Raupen hergestellten,
waren noch nicht geplündert! Bei feuchtem Wetter nehmen
übrigens die unfertigen, weißen Gespinnste später auch trübe
weniger auffällige Färbungan. Legtdie Raupe das Gespinnst
zwischen den Nadeln an, so baut sie es schön spindelförmig
und verdichtet es rings herum, damit Sonne und Regen nicht
einwirken. Vermutlich sind es Vögel, die den Puppen nach-
stellen und den Fund herauszupfen. Kohlmeisen holten sıch
Puppen vom Zimmerfenster weg, Rotschwänzchen nahmen
frisch geschlüpfte Falter fort. Ich bin aber im Walde auch
dabei gewesen, als eine Maus bei hellem Tage sich pini-
Puppen hervorholte, wie eine Wespe solche anbiß; ja eine
große Hornisse (Vespa crabro) kam bis ins Zimmer herein
und zerfleischte einen kaum geschlüpften Falter. Natürlich
die schönste Aberration.
Erwachsene, im Freien überwinterte Raupen, waren fast
gänzlich frei von Parasiten; doch saßen in mehreren der
frühzeitig eingetragenen Puppen schon wohlgenährte, fett-
strotzende Larven des Puppenräubers(Calosomasycophanta),
welche die ganze Schale ausfüllten. Bis auf eine kleine,
nur einmal beobachtete Tachina, fehlten diese gänzlich. Ganz
vereinzelt kam die elegante, große Schlupfwespe vor. Den
in anderen Jahren so häufigen Microgaster, dessen weiße
Tönnchen sonst viele Raupen ganz bedecken, bemerkte
man nicht.
Die Kiefernspinner krochen fast immer mit Eintritt der
Nacht aus. Weibliche Exemplare saßen dann anderen Tages
noch am selben Platz. Auch im Freien ist der g' das be-
weglichere Tier. Doch fliegt er bei Tage ungern ab, läßt
sich gestört lieber zur Erde fallen, flatscht dann hüpfend
umher und stößt den Inhalt des Darmes aus. Zur Flugzeit
traf ich an den Stämmen mehr gepaarte, als einzelne Exem-
plare, die QQ aufwärts, die 9'9' in der Copula abwärts
sitzend. Das Absuchen der Kiefernstämme nach dem bislang
unbegehrten und doch so veränderungsfähigen „Schädling“
bringt übrigens im Juli dem Sammler die ungeahntesten
Funde. Schnell füllt sich bei dieser Gelegenheit die eigens
dazu mitgebrachte Jagdtasche mitbegehrenswertem Anderen,
insbesondere am Saume des Föhrenwaides.
Mutter Natur hatte der allzugroßen Vermehrung des
Kiefernspinners Grenzen gesetzt. Ungezählte Feinde und
böse Krankheiten sorgten dafür. Die größte Gefahr für das
22 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Tier war aber, daß, wenn die glücklich überwinterte Raupe
im Frühling aufbaumte, sie nicht immer an ein Nadelholz,
insbesondere die Föhre kam. An Laubhölzern und Unter-
holz aufsteigend, mußte sie oben angelangt elend verhungern.
Daher das fast völlige Fehlen von piniıim gemischten Walde,
sein zeitweise verheerendes Auftreten im geschlossenen
Kiefernbestand, wo der Mensch dem Tier ein „Tischlein
deck’ dich“ anpflanzt. Wo die Bodenverhältnisse es zulassen,
sollte nach einem Fraßjahr das abgeholzte Land nicht noch-
mals einseitig mit Kiefern bestellt werden, wie es leider
noch geschieht. In der Kolonie Schantung, vernichtete der
ostasiatische Kiefernspinner die frisch aufgeforsteten, aus-
gedehnten Kiefernwaldungen! (Seitz, Paläarct. Seite 171).
Es wäre geboten, den Forst- und den Landwirtschaftsämtern
einen Insektenkundigen als Beirat zuzugesellen. So hätte
es nicht vorkommen können, daß zur Bekämpfung des „Gold-
afters(Euproctischrysorrhoea), eines Schmetter-
lings, der in keinem Entwicklungsgrad freiwillig die Erde
aufsucht, die Eichenstämme eines Waldes bei Frankfurt am
Main völlig zwecklos mit Leimringen versehen wurden. In
einem anderen Teil jener Gegend sieht man noch einen
Bestand des Buchenhochwaldes mit alten Leimringen. Gegen
welchen Schädling? Waren sie gegen Dasychirapudi-
bunda gerichtet, dann verfehlten sie ebenfalls ihren Zweck,
zumal nicht der ganze Wald geringelt war.
Die Natur hat uns also den Weg, den wir gehen können,
um dem Ueberhandnehmen des Kiefernspinners entgegen-
zuwirken, schon gezeigt: Es ist die Anpflanzung gemischten
Waldes. In manchen Gegenden ist zwar der Sandboden
so arm und so trocken, daß er außer der Kiefer, den zu
wenig beachteten Pappeln und Götterbäumen, der Birke
und Robinie nicht viel andere Bäume großbringen würde;
wohl aber Unterholz, an dem die Raupen beim Aufbaumen
nach der Ueberwinterung zugrunde gehen müßten. Da nun
für das Forstwesen lediglich der Reinertrag in Betracht
kommt, wäre es nötig zu wissen, wieviel Schaden die Kiefern-
raupe ziffernmäßig anrichten kann und wieviel Kosten das
zeitweise Anbringen von Teerringen auf gleichgroßem Raum
verursacht. Es ist anzunehmen, daß die im Rechnen sehr
bewanderten Forstämter dies längst getan haben.
Das Wichtigste bleibt, daß die Bekämpfung des Kiefern-
spinne.s nicht streckenweise, sondern wenn es nötig wird,
allgemein geschieht. Sonst springt die Verseuchung so lange
G. Venzmer. Zur Kenntnis der Tagfalter des Bulghar Dagh in Kleinasien. 23
von einem Bestand auf benachbarte hinüber, bis die Natur
selbst das Tier in seine Schranken zurückdrängt.
Nur die Einsetzung insektenkundiger Beiräte an oberster
Stelle kann Abhilfe bringen. Sie wird allgemeine, sach-
gemäße Bekämpfung schädlicher Kerbtiere für Wald, Feld
und Garten, für Staats-, Gemeinde- und Privatbesitz zur
Pflicht machen. Die Ausgaben dafür werden sich durch
bessere Erträge reichlich decken! 5
Zur Kenntnis der Tagfalter des Bulghar Dagh
in Kleinasien.
‚Von Dr. Gerhard Venzm er - Hamburg-Bergedorf.
Ihre Entstehung verdankt die vorliegende Arbeit einem
militärischen Kommando, das mich im Jahre 1916 nach Klein-
asien führte, wo ich mich fast ein Jahr lang‘im cilicischen
Taurus aufhielt. Die Formation, zu der ich gehörte, hatte
die Bestimmung, das fehlende Stück der Bagdadbahn
zwischen Bozanti und Tarsus im Südosten von Kleinasien
zu ersetzen. Hier harrte die Bahn damals noch ihrer Voll-
endung; denn das gewaltige, felsige Hochgebirge des cili-
cischen Taurus, das zum großen Teile von Kalksteinmassiven
gebildet wird, hatte der Bagdadbahn -Bau noch nicht zu
überwinden vermocht. — Es mußte daher alles, was für
Mesopotamien oder Syrien bestimmt war, auf der einzigen
fahrbaren Straße, die von Bozantiı, dem damaligen End-
punkte der Eisenbahn, durch das wilde Taurusgebirge
hindurchführte, zur Weiterbeförderung nach Tarsus trans-
portiert werden,wo durch die Bahn Mersina— Tarsus--Adana
der Anschluß an die Bagdadbahn hergestellt wurde. —
Die uralte Gebirgsstraße, die, von Bozanti nach Tarsus
führend, die „Bulghar Dagh“ genannte Gebirgsgruppe des
cilieischen Taurus mitten durchquert, ist von wildroman-
tischer Schönheit. Im Tale eines schäumenden Gebirgs-
baches entlangführend, zieht sie sich in zahllosen Windungen
und Steigungen immer am Fuße oder den Ausläufern hoher,
zum großen Teil mit Schnee bedeckter Berge dahin. Starke
Steigungen und Gefälle kommen in dichter Folge, Kurve
reiht sich an Kurve mit oft kleinstem Radius. Wasser-
überläufe überqueren die Straße. Oft wird der in der Tiefe
dahinbrausende Bach auf efeuumsponnenen Brücken über-
24 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
quert; häufig überfließen kleinere Gebirgswässer, von steiler
Felswand herabträufelnd, den Weg. Am wildesten ist der
Teil der Straße, der durch das gewaltige, aus der Ge- :
schichte bekannte Felsentor der „Cilicischen Pforten“ hin-
durchführt.
Die Abhänge, die die Straße auf beiden Seiten ein-
säumen, sind teils kahl und zeigen oft senkrecht gen
Himmel ragende, zerklüftete Kalksteinfelsen; teils sind sie
auf weite Strecken hin mit mehr oder weniger hohem
Laubgebüsch und noch häufiger mit lichtem Nadelholz
bestanden. — Hat man, von Bozantı kommend, die etwa
1600 m hohe Paßhöhe überschritten, so wird die Vegetation
üppiger; und je weiter man auf der Straße nach Tarsus
fortschreitet, um so südlıcheren Charakter nimmt sie an.
An den Hängen stehen, oft zwischen Felsblöcken, ganze
Wiesen von saftigen, tulpen- und narzissenartigen Pflanzen;
an den Hanen, den türkischen Unterkunftshäusern, wachsen
schöne Feigenbäume; in Tarsus, in der Ebene, findet man
bereits gewaltige Kakteen, Agaven, Apfelsinenbäume und
hier und da Palmen. Hier grünt und blüht es schon in
den ersten Monaten des Jahres, während im Gebirge selbst,
wie ich es in der Umgebung unseres Lagerplatzes beob-
achten konnte, die Natur im Frühling nur wenig früher
erwacht als bei uns. —
Unser Lagerplatz nun, in dessen näherer oder weiterer
Umgebung die Mehrzahl der unten angeführten Lepidopteren
gesammelt resp. beobachtet wurde, lag mitten ım Bulghar
Dagh, in etwa 1000 m Höhe, beim Kilometer 32. der alten,
75 km langen T’aurusstraße von Bozanti nach Tarsus, berei its
jenseits der Pabhöhe (von Bozantı aus gerechnet). Er
wurde gebildet von einer nach Westen und Südwesten ın
eine Schlucht abfallenden Hochebene und war umgeben
von teils mit Buschwerk, teils mit lichtem Nadelholz und
niederem Mischwald bestandenen Höhenzügen und steil
abfallenden Kalksteinfelsen. Der Boden war überall sehr
lehmhaltig und mit Kies durchsetzt. Höheres Laubholz
war wenig vorhanden und fand sich nur in den zahlreichen,
tief ausgefressenen, felsigen Tälern, die unsern Lagerplatz
umgaben. Hier gab es an den Ufern der Gebirgsbäche,
die freilich bis auf einen einzigen größeren Bach im Hoch-
sommer wenig oder gar kein Wasser führten, große Laub-
bäume und auch üppige Bodenvegetation. Nach auf-
wärts zu nahm das Laubholz jedoch schnell an Größe ab,
G. Venzmer. Zur Kenntnis der Tagfalter des Bulghar Dagh in Kleinasien. 25
um niedrigerem Gebüsch und auf den Höhenzügen selbst
dem hier fast ausschließlich vorhandenen Nadelholz zu
weichen. Im Frühling fand ich auf den Höhenzügen und
an den Hängen manche blumenreiche Bergwiese; später
im Sommer verdörrte die sengende Sonne jedoch alle
Bodenvegetation auf den Höhen.
Während wir in den ersten Monaten des Jahres viel
Regen, zahlreiche kühle Tage und des Nachts bisweilen
Temperaturen unter dem Nullpunkt hatten, setzte Ende
Mai starke Hitze ein, die mit geringen Unterbrechungen
annähernd während der ganzen Zeit meines Aufenthaltes
im Taurus (bis Oktober) andauerte und während der
heißesten Monate auch des Nachts nur minimaler Abkühlung
Platz machte. Tagestemperaturen zwischen 40 und 50° ge-
hörten durchaus zum Alltäglichen. Der letzte Regen fiel
im Mai; der erste, freilich äußerst spärliche Regen dann
wieder am 9. August. Als ich Ende Oktober 1916 den
Taurus wegen heftiger Malarıa- Anfälle verlassen mußte,
herrschten immer noch sehr hohe Tagestemperaturen, doch
machte sich die Abkühlung des Nachts schon mehr fühlbar.
Fast täglich unterwegs, bot sich mir mancherlei Ge-
legenheit zur Beobachtung der Lepidopteren-Fauna des
wilden Taurus-Gebirges. Nichtsdestoweniger ist meine
Zusammenstellung weit davon entfernt, Anspruch auf Voll-
‚ständigkeit zu erheben; denn erstens war es mir als Soldat
nicht zu jeder Zeit möglich, mich lepidopterologischen
Studien hinzugeben, und zweitens ist mir in dem meist
überaus schwierigen und unzugänglichen Gelände manches
Stück entkommen. Ein weiteres großes Pech war es, als
ich eines Tages die Erfahrung machen mußte, daß eine ganze
Reihe von Insektenkästen, die. bereits gefüllt und weggestellt
waren, bei der mangelhaften Unterbringung von Mäusen
angefressen, und der Inhalt vollkommen aufgefressen oder
zerstört war; ein Umstand, der mich veranlaßte, die Falter
hinfortnurnochals Tütenfalterin Blechkästen aufzubewahren.
Trotz alledem ist es mir gelungen, eine recht beträchtliche
Zahl von Tagschmetterlingen aus dem Bulghar Dagh mit-
zubringen und dem Röberschen Verzeichnis der Schmetter-
lingsfauna des Taurus!) Neues hinzuzufügen. Von ganz
besonderem Interesse war es für mich, bei einer groben
Zahl von Arten im Taurus eine derartige Variationsbreite
t) In Entomolog. Nachr. XXIII. 1897. p. 257 ff.
26 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
zu konstatieren, wie sie bei den betreffenden Arten an
anderen Orten nicht beobachtet wird. Dadurch, daß ich
von vielen, besonders den häufigeren Arten, eine große
Stückzahl mitbringen konnte, wurde es mir möglich, in
eingehenderer Weise dieses starke Variieren der Arten im
cılicischen Taurus zu studieren, auf das auch bereits von
anderer Seite hingewiesen wurde. An dieser Stelle sei
erwähnt, daß ich ein ähnlich starkes Variieren bereits bei
der Bearbeitung des im Taurus eingesammelten herpetolo-
gischen Materials zu beobachten Gelegenheit hatte.) Auch
viele Reptilien zeigen im Taurus eine sonst ungekannte
Variationsbreite; und bei nahe verwandten Arten verwischen
sich oft die Artcharaktere in einer Weise, daß es unmöglich
wird, sonst gut differenzierbare Arten hierscharf voneinander
zu trennen. Auf diese Tatsache hat bereits Werner?) hin-
gewiesen und dargelegt, daß als Ursache hierfür die Tatsache
zu gelten hat, daß Kleinasien für viele Arten ein Ver-
breitungszentrum darstellt. — Eine weitere Eigentümlichkeit,
die ich sowohl an Reptilien, als auch an Lepidopteren im
Taurus zu beobachten hatte, ıst die, daß manche
Arten hier häufig eine solche Größe erreichen, wie sie für
die betreffenden Spezies in anderen Gegenden und sogar
im übrigen Kleinasien zum mindesten sehr selten ist. Diese
Tatsache erwähnt Staudinger bereits in seiner Arbeit: „Lepe
dopteren-Fauna Kleinasiens“.') —
Daß ich ein so umfangreiches Material mit nach Deutsch-
land bringen konnte, verdanke ich in erster Linie der Güte
S. H. des Herzogs Adolph - Friedrich zu Mecklenburg-
Schwerin, welcher in entgegenkommendster Weise den
Transport der Sammlungen förderte, wofür ich S. H. dem
Herzog Adolph-Friedrich auch an dieser Stelle meinen
ehrerbietigsten Dank auszusprechen mir erlaube. — Durch
das gütige Entgegenkommen des Herrn Professor Dr. von
Brunn, dem ich 'ebenfalls zu großem Danke verpflichtet
bin, konnte ein Teil der gesammelten Lepidopteren nach
?) Vgl.hierüber meine Arbeit: „Beiträge zur Kenntnis der Reptilien-
und Amphibienfauna des cilicischen Taurus“, in Sitz.-Ber.d. Ges.naturf.
Freunde zu Berlin, Jahrgang 1918, Nr. 7, p. 209 fi.
3) Werner, „Die Reptilien- und Amphibienfauna von Kleinasien“,
in Sitz.-Ber. d. Akad. d. Wiss. Wien. 1902. p. 1058.
*) In Horae Soc. Entomolog. Ross. 14. 1878. p. 186.
G. Venzmer. Zur Kenntnis der Tagfalter des Bulghar Dagh in Kleinasien. 27
der Sammlung des Hamburger Zoologischen Museums, wo
sich jetzt auch ein Teil meiner Sammlung befindet, bestimmt
werden. —
Was nun die Zeiten des Erscheinens der einzelnen
Arten anbetrifft, so fand ıch dieselben, dem verschiedenen
Klima entsprechend, wesentlich anders als bei uns, wie
denn schon Zeller in seinem „Verzeichnis der vom Professor
Dr. Loew in der Türkey und Asien gesammeltenLepidoptera“
(Isis 1847, p. 3) sagt: „Zu den räthselhaften Erscheinungen
gehört die so gar frühe oder späte Flugzeit einiger Arten... ..“
Am meisten prägte sich diese Tatsache am Südabhang des
Taurus-Gebirges aus. Auch flogen hier manche Arten teils
in mehr Generationen, als bei uns; teils war es überhaupt
unmöglich, die einzelnen Generationen scharf voneinander
zu trennen. — Ueberwinterte Stücke sah ıch nur sehr spärlich;
die ersten kamen an warmen Tagen des Februar zum Vor-
schein (Gonepteryx, Vanessa cardui), Die ersten
frischen Tagfalter erschienen im Gebirge Anfang März, und
zwar sah ich am 6. März die ersten frischen Pieris
brassicae. Bald darauf, schon wenige Tage später,
folgtencardaminesundLeptidiasinapis,undschon
in den letzten Tagen des März und den ersten Tagen des
April sah ich frische machaon und Gonepteryx. Nun
gewann die Diurnenfauna mit der täglich wachsenden Hitze
rasch an Reichtum und Mannigfaltigkeit. Auf den von
Bergwald umgebenen Wiesen und an den mit reichem
Pflanzenwuchs bestandenen Ufern der Gebirgsbäche in der
Umgebung unseres Lagerplatzes erschienen Ende April
Vertreter der Gattungen Melitaea, Argynnis, zahl-
reiche Satyrıden,Lycaeniden und Hesperiden;
und alle diese Tagfalter nahmen im Verlauf des Monat Mai,
der sehr heiße Tage brachte, bedeutend an Häufigkeit zu.
Einen Höhepunkt erreichte die Tagfalter-Fauna am Anfang
Juni. Gegen Ende Juni ließ sich eine Abnahme in der
Häufigkeit der Tagfalter beobachten, die in der Hauptsache
durch eine allmähliche Abnahme der gemeinen Satyriden
(s. u.) hervorgerufen wurde. — Im Juli hatte die sengende
Sonnenhitze den größten Teil der niederen Bodenvegetation
verdorrt und die blumigen grünen Bergwiesen in trockene
braune Flächen verwandelt. Nur in den Bachtälern erhielt
sich, soweit sie nicht austrockneten, üppige Vegetation, und
hier war von nun ab stets auf die ergiebigste Ausbeute
zu rechnen. Hier war das Reich der kleinen Tagfalter,
28 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
die vom August ab in erster Linie das Bild beherrschten.
Zahlreiche Lyeaeniden, Chrysophanus, Thecla
und Hesperiden tummelten sich auf den hohen Stauden
an den feuchten Ufern der Gebirgswässer. Inzwischen
hatte die enorme Hitze etwas nachgelassen, und Anfang
August war auch wieder der erste Regen nach langer Zeit
niedergegangen, sodaß es hier und da wieder am Boden
zu grünen begann. Im September flogen noch zahlreiche
Pieriden, EiımenitwsıColias, Vanessa Cazdun,
Argynnis; die Satyriden waren schon recht rar. —
Anfang Oktober mußte ich wegen schwerer Malaria den
Taurus verlassen; doch dürften nach dieser Zeıt kaum
noch neue Arten aufgetreten sein. —
Papilio alexanor ab. maccabaeus Stgr. Sehr selten;
ein großes, schon ziemlich abgeflogenes Exemplar am 9. Juni
bei Tscham Alan in ca. 1000 m Höhe in sehr felsigem
Gelände. — Spannweite 72 mm. Die Allgemeinfärbung ist
sehr blaßgelb, entspricht fast dem von Seitz als „orientalis“
abgebildeten Exemplar; im übrigen ist nach der Binden-
zeichnung das Stück zu maccabaeus Stgr. zu zählen.
Die gelben Felder der Randzellen der Hfl zwischen der
verbreiterten Antemarginalbinde und dem Flsaum sind, dem
Verlaufe der Randadern entsprechend, vollständig vonein-
andergetrenntundbilden daherdenRandzellen entsprechende
gesonderte Marginalflecken, während bei alexanor typ.
sich zwischen der schmäleren Antemarginalbinde der Hfl
und dem Flsaum eine zusammenhängende gelbe Fläche be-
findet. — Seitz’ Angabe der Form maccabaeus von
Griechenland, Syrien und Palästina ist also wohl auch auf
Kleinasien auszudehnen; wenigstens auf den südlichen Teil
der Halbinsel. —
Papilio machaon typ., ab. sphyrus Hb. (= asiatica
Men.) und ab. aurantiaca Speyer. Machaon war in dem
von mir besuchten Teile des Taurus überall häufig. Das
erste Exemplar fing ich am 13. April in der nächsten Um-
gebung des Lagerplatzes in ca. 1000 m Höhe; die letzten
abgeflogenen Stücke Ende September. Einescharfe Trennung
in Generationen ließ sich nıcht durchführen; von April ab
flog machaon überall häufig und zu den verschiedensten
Zeiten fand man neben völlig abgeflogenen Exemplaren
solche, die eben geschlüpft zu sein schienen. Während
die mitten im Gebirge selbst gesammelten Exemplare sich
von einheimischen weniger unterscheiden, zeigen die an
G. Venzmer. Zur Kenntnis der Tagfalter des Bulghar Dagh in Kleinasien. 29
den Südabhängen des Bulghar Dagh, sowie in der Ebene
südlich des Taurus bei Tarsus und Mersina gesammelten
Stücke nicht unerhebliche Abweichungen. Zunächst gehört
die Mehrzahl der an der Straße Taurus-Mersina gefangenen
Exemplare mit tief gelber Grundfarbe zur ab. auran-
tiaca Speyer. Etwa die Hälfte der gesammelten Stücke
zeigt die Merkmale der ab. sphyrus Hb. (asıatiaca
Men.)°), nämlich eine mit dem Zellschlußfleck zusammen-
hängende, verbreiterte Antemarginalbinde der Hfl. Die
Ällgemeinfärbung des Gelb, — ob ganz blaßgelb oder tief
sattgelb, mit einem Stich ins Orangefarbene, —eist hiervon
ganz unabhängig. Meine Taurus-Sammlung enthält sowohl
blaßgelbe als auch tief dunkelgelbe Exemplare mit den
sphyrus-Merkmalen; und alle Uebergänge von typ. zu
sphyrus lassen sich unter den gesammelten Exemplaren
feststellen. — Ein sphyrus von der Straße Tarsus-Mer-
sina. (11.7. 16.) fällt durch die Blässe der Schwarzzeichnung
der Vfl auf; auch sind nur zwei schwarze Vorderrandflecken
vorhanden, während der dritte (äußere) in Zelle? der Vfl
völlig fehlt (ab. immaculatus Schultz). Ein anderes
Exemplar aus dem Gebirge bei etwa 1000 m (25. 5. 16) zeigt
ausgesprochene Neigung zum Melanismus. Das größte der
gesammeltenStücke(Tarsus-Mersina, 11.7.16.)hat80mmSpw.
das kleinste (Bulghar Dagh, 1000 m, 15.4.16.) 58 mm Spw.
— Auf den weiten Feldern, die beiderseits der Straße von
Mersina über Tarsus nach Adana liegen, war machaon in
den heißen Sommermonaten, besonders im Juni und Juli,
einer der häufigsten Schmetterlinge. —
i Archon apollinus Hbst. Sehr selten; ein Exemplar von
54 mm Spw. am 15.4.16. auf der bewachsenen Lichtung
eines Höhenzuges inmitten Kiefernwäldern in etwa 1000 m
Höhe. — Während Röber‘®) aus dem Taurus var. bellar-
gus Stgr. undab rubra Stgr. angibt und Stichel”) Ueber-
gänge von bellargus zur Stammform aus dem cilicischen
d) Seitz gibt ab. asiatica Men (— sphyrus Hb.) als die gewöhn-
liche Form in Syrien und Persien an. In Kleinasien kommen typ.
und asiatica nebeneinander in etwa gleicher Häufigkeit vor; wie
auch von den beiden Stücken, die Röber aus dem Taurus vorlagen,
eines zur typ. Form und das andere zu sphyrus gehörte. (Entomolog.
Nachr. 23. 1897. p. 262.) —
6) Entomol. Nachr. 23. 1897. p. 262.
?) Seitz, Großschm. d. Erde I, 1.p.19.
y
30 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Taurus erwähnt, gehört mein Exemplar zu keiner dieser
Formen, sondern verbindet miteinander die Charaktere von
ab.krystallina Schilde und der typ. Die Vfl des frischen
Exemplares sind außerordentlich transparent und nur sehr
wenig bestäubt; die Hfl dichter bestäubt, weiß mit gelb-
lichem Anflug. Die Flecke am Saum der Hfl bläulich; innen
orangefarben eingefaßt; alle Adern leuchtend orangegelb. —
Aporia crataegi L. Selten; ein g’ und ein Q am 26.5.
inetwa 1000m Höhe. g' weiß mit sehrausgeprägterschwarzer
Querader der Vfl; die Verdunkelung der Adernenden der
Vfl sehr sehwach; Spw. 67mm. — © sehr wenig bestäubt,
am Außenrand der Vordergabelzelle, der Gabelzelle sowie
aller Seitenrandzellen eine zarte, licht bräunliche, rundliche,
dreieckige oder mehr länglich geformte Zeichnung. Zu der
von Röber°) aus dem Taurus beschriebenen neuen subsp.
hyalinagehören meinecrataegiausdem laurusnicht. —
Pieris brassicae var. catoleuca Röb. Nirgend besonders
häufig; jedoch ohne Unterbrechung von den ersten Tagen
des März bis Ende September beobachtet, ohne daß die
einzelnen Generationen scharf voneinander zu trennen waren.
Die Tiere bevorzugten die mit reichem Pflanzenwuchs be-
wachsenen Ufer der in tief eingeschnittenen Tälern dahin-
fließenden Gebirgsbäche. Die gesammelten Stücke gehören
durchweg zur var. catoleuca Röb.; sie unterscheiden
sich von der Abbildung im „Seitz“ dadurch, daß keines
meiner Stücke auf der Useite der Vfl einen Fleck am
Kostalrande hat. Im übrigen stimmen sie mit Röbers
Beschreibung von catoleuca?) gut überein. —
Pieris rapae L. u. leucosoma Schaw. Am häufigsten
im April, Mai und Juni; später seltener (bis September).
Auf bewachsenen Hängen und Höhenzügen, sowie in Bach-
tälern. Mitgebrachte Exemplare von der zweiten Hälfte des
Mai unterscheiden sich von einheimischen durch bedeuten-
dere Größe (© 43 mm Spw.), durch sehr helle, größtenteils
reinweise Hfluseite ohne die geringste dunklere Sprenkelung,
durch einen hellgrünlichgeiben Streif auf der Useite der
Vflım Kostalteil derMittelzelle, sowie durchsichtlichrunderen
Hflrand und fast reinweißen Thorax und Abdomen. Mit
all diesen Merkmalen passen meine rapae aus dem Bulghar
Dagh vorzüglich zu der Beschreibung der Form leuco-
&), sibid.4pR 40:
9) Entomol.-Nachr. 22, 1896, p.'&1.
G. Venzmer. Zur Kenntnis der Tagfaiter des Bulghar Dagh in Kleinasien. 31
soma Schaw!P). Man darf also wohl annehmen, daß diese
Form nicht ausschließlich auf eine etwaige dritte Generation
von rapae beschränkt ist, wie bisher angenommen zu sein
scheint; sondern daß sie mancherorts (wohl besonders in
südlichen Gegenden) auch bereits in früheren Generationen
auftritt. — Was die apikale Schwarzfleckung der Oseite
anbelangt, so ist sie bei der Mehrzahl meiner Stücke etwas
ausgedehnter als bei hiesigen Exemplaren. Ein 9' hat auf
der Useite der Vfl zwei deutliche Diskalflecken; ein weiterer
Fleck steht oberseits am Vorderrand der, Hfl. — Ein @ vom
1.9.16. unterscheidet sich von den Exemplaren aus dem
Mai durch geringere Größe, Spw. 56,5 mm), blassere apicale
Fleckung, die hell bestäubtistundinfolgedessennichtsch warz,
sondern graubraun erscheint, sowie durch kleinere Diskal-
flecken. Wir sehen hier also die merkwürdige Tatsache,
daß eine spätere rapae-Generation kleiner und weniger
intensiv gefärbt ist; wie die frühere, während beieinheimischen
rapae das Umgekehrte der Fall ist. —
Pieris napi v. napaeae Esp. In dem von uns besuchten
Teil des cılıcischen Taurus sehr selten. Ein einziges @ am
28.5. in einem Gebirgsbachtal bei Tscham Alan (1000 m). —
Leucochioe daplidice L; u. raphani Esp. Vom Mai ab
im Bulghar Dagh auf Bergwiesen, an Hängen und auf be-
wachsenen Höhenzügen überall sehr häufig und in Färbung
und Größe sehr stark variierend. Besonders zahlreich fand
ich im Gebirge selbst die Art im Juni und Juli; doch
fanden sich gut erhaltene Stücke bis Ende September. Im
Juli ebenfalls sehr häufig auf den Feldern beiderseits der
Straße von Tarsus nach Mersina und Adana. — Während
bei der einheimischen daplidice die Frühlingsgeneration
(bellidice O.) unterseits bedeutend dunkler gefärbt ist,
und erst die Stücke der Sommergeneration die lichtgrüne
Färbung der Useite zeigen, fehlen bei meinen zahlreichen.
daplidice aus dem cilicischen Taurus Frühjahrsformen
mit dunklerer Useite völlig; und gleich die ersten, im Mai
erschienenen Stücke haben eine ausgesprochen lichtgrüne
Useite. Unter dem sehr reichhaltigen und zu den ver-
schiedensten Zeiten gesammelten daplidice-Material
aus dem Bulghar Dagh befindet sich kein einziges Stück,
das bezügl. der Useite auch nur annäherndan bellidice O.
erinnerte. Dagegen sind Exemplare der Form raphani
207 Seitz,’ Großschm.,'d.- Erde, I, 1. p. 46.
®
32 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Esp. mit gelbgrüner, ja sogar blaßgelber Useite nicht selten;
sogar an albidice Oberth. und an persica Bien. er-
innernde Stücke befinden sich unter meinen Taurus-
Exemplaren. Während raphanı aus anderen Gegenden
wohl ausschließlich der Sommergeneration angehören dürfte,
fand ich im cılicischen Taurus typische raphanı- Stücke
bereits gleich nach dem Erscheinen der daplidice unter
der ersten (Mai-) Generation. Bei raphani ist meistens
auch die Zeichnung der Oseite nicht so tiefschwarz wie
normalerweise, sondern mehr oder weniger zu einem
Schwarzbraun oder Lichtbraun en — Die g'd',
die ich wesentlich seltener fand, als die QQ, zeigen auf
der Oseite der Vfl stets nur den oberen (durch die weiß
bestäubte Querader getrennten) Diskalfleck. Zweimal
(23. 6. und 4. 7.16) fing ich auffallend kleine Exemplare
von nur 29 und 3l mm Spw. Dagegen mißt das größte
Stück 44 mm Spw. —
Anthocharis cardamines L. Von Anfang März bis Ende
April ziemlich häufig; mitVorliebein den tief eingeschnittenen,
bewachsenen Tälern der Gebirgsbäche. Die von Röber?!)
beschriebene ab. crocea aus Kara-Hissar habe ich im
cilieischen Taurus nicht gefunden. —
Gonepteryx farinosa Z. Die Sicherung der Diagnose
war nur durch die mikroskopische Untersuchung der
Vilschuppen des g' möglich, welche sich als 21!/, bis 3 mal
so lang erwiesen, als von korrespondierenden Flügelstellen
entnommene Schuppen von rhamniL. Alle übrigen
Merkmale fand ich mehr oder weniger ungewiß und variabel,
zumal sie bei einigen meiner Exemplare in allen Übergängen
vorkommen. So ist auch der Tatsache, daß bei der Mehrzahl
meiner Stücke die Vfl- und HIil- Spitzen sichtlich mehr aus-
gezogen sınd, als bei meinen rhamni, kein besonderer
Wert beizulegen ; denn nach Staudinger („Lepidopt.-Fauna
Kleinasiens“, Hor. Soc. Ent. Ross. 14. 1878. p. 226) kommt
auch das Umgekehrte vor und ist sogar das Gewöhnlichere. —
(Vgl. auch Zeller, Verz. d. v. Prof. Dr. Loew in d. Türkey
und Asien gesammelten Lepidoptera ; in Isis 1847, p. 3ff.) —
Die @O sehr bleich, fast weiß, mit oft verloschenem Orange-
fleck der Vfl, während derjenige der Hfl bei allen meinen
Stücken gut erkennbar ist.“ Größe zwischen 60 und 65 mm
Spw. In Dewachsenen Bachtälern, auf Bergwiesen und an
a San, Großschm. d. Erde, I, 1. p. 54.
" G. Venzmer. Zur Kenntnis der Tagfalter des Bulghar Dagh in Kleinasien. 33
blumigen Hängen. Die ersten überwinterten Gonepteryx
gewahrte ich bereits am 6. März, kann aber nicht angeben,
ob es farinosa oder rhamni waren, da ich von den
überwinterten Stücken keines mitbrachte. Frische sichere
farınosa fing ich von Ende April ab; besonders häufig
im Juni, später seltener. —
Gonepteryx rhamni var. meridionalis Röb. An gleichen
Fundorten und gleichzeitig mit der vorigen Art, deren
Größe die var. meridionalis im Taurus erreicht??).
Colias hyale emarginata Röb. Im Bulghar Dagh sehr
selten; ein einziges @ am 15.5.16. Spw. 42,5 mm. Die
Grundfärbung ist gelblich weiß, etwas heller als bei ein-
heimischen Stücken; die schwarzen Randflecke der Hfl
fehlen so gut wie völlig, und ebenso erscheint die schwarze
Randfärbung der Vfl reduziert. Das Stück gehört daher
zur Form emarginata Röb.!?). Ähnliche Exemplare
erwähnt bereits Staudinger von Amasia!t). In dem Ver-
zeichnis der Schmetterlinge des Taurus!°) führt Röber
hyale nicht auf, die Art dürfte demnach neu für dieses
Gebiet sein. —
Colias croceus Fourc. (— edusa F.) u. ab. aubuissoni
Caradja; ab. helicina Oberth.; ab. helice Hbn. Von Mai bis
in den Oktober hinein überall häufig; besonders zahlreich
auf den mit spärlichem niederen Pflanzenwuchs bedeckten
Höhenzügen. Im Juli in großer Zahl auch an der Straße
Adana— Tarsus—Mersina; die g'g' viel häufiger als ©O.
Die zahlreichen gesammelten Exemplare differieren nicht
unbeträchtlich in Färbung und Größe. Während wenige
Stücke eine mehr fahlgelbe Färbung zeigen, ist bei der
großen Mehrzahl die Grundfärbung ein leuchtendes Orange-
gelb. Ebenso variiert die Randfärbung von lichtbraun bis
tiefschwarz. Bei allen g'g' sind auf den Vfl die Rippen
im schwarzen Außenrand stark gelb beschuppt. Bei einigen
J'J" reicht die gelbe Rippenbeschuppung bis zum Saume,
und die Außenrandbinde erscheint besonders tief schwarz.
12) Bereits Staudinger erwähnt in seiner „Lepidopteren - Fauna
Kleinasiens“ (Hor. Soc. Ent. Ross. 14. 1878. p. 225), daß die rhamni
im Taurus außerordentlich groß werden. —
13) Seitz, Großschm. d. Erde, I, 1, p. 65.
2D)E Ent. Nachr. 23. 1897. p/257 ft.
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein III
Iris zu Dresden. Jahrgang 1920,
34 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Die Stücke, die auch noch durch besondere Größe auffallen
(z. B. 25. 5.:16: 50,5:mm Spw.), wären zur ab. faillae Stet.
zu zählen, die bisher aus Sizilien erwähnt wird'!®). Beı
mehreren 90 fällt die verhältnismäßig geringe Entwickelung
der gelben Flecken im Außenrand, besonders der Hl, auf.
Ein © (11. 7.16 von der Straße Tarsus—Mersina) zeigt in
ausgeprägtester Weise die typischen Charaktere der ab.
aubuissoni Caradja. Ein © vom gleichen Datum zeigt
bei auffällig blasser Allgemeinfärbung nur einfachen (statt
gedoppelten) Mittelfleck auf der O- und Useite der Hfl.
Die Q-Form mit weißer Grundfärbung ist seltener als die
Stammform; ein Exemplar von reinweißer Grundfarbe und
tiefschwarzem Rand (25. 5. 16) gehört zur ab.helice Hbn.;
ein anderes vom selben Datum mit weißgelber Grundfarbe
und schokoladenbraunem Außenrand zur ab. helicina
Oberth. Bei aubuissoni, helice und helicina sind
die Flecken im Außenrand bedeutend stärker entwickelt
als bei typ. Das kleinste croceus-Exemplar (g') mißt
37 mm, das größte (ebenfalls g') 531 mm. —
Coliasmyrmidone Esp. Obgleich weder Staudinger myr-
midone in Kleinasien gesehen hat!”), noch Röber die Art
in seinem Verzeichnis der Taurus-Schmetterlinge!°) anführt,
und auch im Seitz’schen Werk Kleinasien nicht als Fund-
ort genannt wird, so kann ich mit Sicherheit das Vorkommen
von myrmidone im cilicischen Taurus und in der Ebene
südlich desselben berichten. Ein 9' vom 7.6.16 aus etwa
1000 m Höhe, sowie ein @ vom 11.7.16 von der Straße
Tarsus—Mersina zeigen in so ausgeprägter Weise und so
einwandfrei die typischen Charaktere, daß jeder Zweilel
ausgeschlossen ist. Das g' hat 38mm Spw., schwarzbraunen
Saum mit leicht violettem Schimmer, ohne jede gelbe Be-
schuppung der Adern. Die Vfl sind unverkennbar viel
gedrungener als bei eroceus. "Auf den LI horse
Randbinde bereits mit der Ader VI auf, was bei keinem
meiner croceus-g'dg' der Fall ist. — Das @ mißt 48 mm
16) Seitz, Großschm..d. Erde,l, 1.9.68.
17) Lepid.-F.Kleinasiens, in Hor.Soc. Ent.Ross. 14. 1878. p. 224.
Bezgl. der von Mann für Amasia (Wien. Ent. Monatschr.5.1861.p.157)
angegebenen myrmidone sagt Staudinger: „Ob Herrn Manns Ama-
sinische Myrmidone nicht vielleicht diese Form (edusa ab.) gewesen
sein sollte?“
18) Entomol. Nachr. 23.1897. P.2a7 ff.
G. Venzmer. Zur Kenntnis der Tagfalter des Bulghar Dagh in Kleinasien. 35
Spw.; die citronengelben Außenrandtflecken hängen unter-
einander zusammen und reichen bis an den Vorderrand,
wie ich es bei croceus-QQ aus dem Bulghar Dagh nie
sah, und haben auf den Hil durch ihre Ausdehnung die
dunkle Außenrandbinde fast völlig verdrängt. —
Leptidia sinapis var. lathyri Hbn. Sehr selten, ein
Exemplar am 26.4.16 in ca. 1000 m Höhe. Von den mit-
gebrachten Stücken der Frühjahrsform von duponcheli
Stgr. unterscheidet es sich durch beträchtlichere Größe
(33 mm Spw.), durch die reinweiße Hifloseite, die keinerlei
grünen Anhauch erkennen läßt und durch die mit undeut-
lichen dunklen Querbinden versehene Hiluseite. Der Apikal-
fleck der Vfloseite ist von grauer Farbe; auch die übrigen
Adernenden grau bestäubt. Flwurzeln sowie ein großer
Teil des Kostalrandes der Vfl ausgeprägt schwärzlich; die
Mittelzelle unten dunkel bestäubt. — Röber erwähnt ın
seinem Verzeichnis der Taurus-Schmetterlinge die Art nicht.
Sie dürfte demnach neu für dieses Gebiet sein. —
Leptidia duponcheli Stgr. u. var. aestiva Stgr. Nicht
ganz so selten, wie sinapis; die ersten Stücke Anfang
April; an bewachsenen Hängen, Bergwiesen und Bach-
tälern. Zwei mitgebrachte Exemplare vom 15.4. und 26.4.
haben 31 mm Spw.; Apikalfleck tiefschwarz, Oseite der
Vfl reinweiß ohne schwarze Bestäubung der Rippenenden
und mit nur sehr geringer schwarzer Einstreuung am
Wurzelteil des Vorderrandes. Hfl auf der Oseite bis über
die Mitte hinaus mit ausgesprochenem grünen Hauch;
Zeichnung der Useite scharf differenziert. — var. aestiva
Stgr., selten; ein Exemplar vom 4.7.16 aus Tscham Alan
(1000 m). Spw. 36 mm. Öseite gelblichweiß, ohne das
geringste Schwarz oder Grau; Apex und Wurzelteil der
Hfl zart gelblich angehaucht. Auf der Useite der Vfl der
gelbe Apikalfleck etwas deutlicher abgehoben; auf der
Useite der Hfl die typische duponcheli-Zeichnung in
schwach gelblichen Umrissen undeutlich wahrnehmbar. —
Limenitis rivularis Scop. (= camilla W.V.). Von Ende
Mai bis Anfang September; nicht selten, aber ausschließ-
lich in den mit Laubholz bewachsenen, tief eingeschnittenen
Tälern’ der Gebirgsbäche, wo sie sich mit Vorliebe auf
den großen Ahorn- und Platanenbäumen aufhielten. Eine
scharfe Trennung der Generationen war auch bei dieser
Art nicht möglich; so fing ich am 28.5. abgeflogene Exemplare;
am 4.7. neben eben geschlüpften vollständig verflogene; am
36 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
10.8.und 1.9.wiederganzfrische. Die Taurus-Stückezeichnen
sich durch verhältnismäßig geringe Größe und sehr intensive
Färbung aus. Die Öseite der g'g! ist tief blauschwarz,
mit ausgesprochenem violetten Schiller. —
Pyrameis cardui L. In dürren Gegenden, an wenig
bewachsenen Hängen und Höhenzügen, den ganzen Sommer
hindurch ohne bestimmtes generationenweises Erscheinen
häufig. Das erste Exemplar fing ich am 9. April; besonders
zahlreich fand ich cardui im Mai und Juni, und noch am
25. September fand ich ganz frische Stücke. Die Taurus-
Exemplare unterscheiden sich von einheimischen so gut wie
nicht: höchstens durch etwas blasseres und hier und da etwas
an Ausdehnung reduziertes Schwarz der Vfl und Hfl, wie
Aehnlichesvon südrussischen und Balkanstückenbeschrieben
wird!?). Auch das Rosa der Vfl erscheint bei meinen Stücken
im allgemeinen etwas lichter. Das größte Exemplar hat
61, das kleinste 48mm Spw. —
Melitaea phoebe Knoch. Häufig im Taurus, wo die
Art in Größe und Färbung beträchtlich variiert. Sehr hell-
gelbe Exemplare mit stark reduzierter schwarzer Zeichnung
wechseln ab mit ganz düsteren Stücken, bei denen das
Schwarz erheblich vermehrt erscheint. Während die teils
heller, teils dunkler gelbe, teils blaßgelbrote Grundfärbung
in der Mehrzahl der Fälle einfarbig ist, zeigen manche Stücke
durch abwechselnde hellgelbe und rostrote Fleckenbinden -
(bes. der Hfl) ein ausgesprochen geschecktes Aussehen.
Bei weitem am häufigsten flog phoebe in der zweiten
Hälfte des Mai, auf Bergwiesen mit niederer Bodenvege-
tation; wurde aber auch später noch gefunden. Das größte
Stück (@) spannt 45 mm., —
Melitaea trivia Schiff.; fascelis Esp., nana Stgr. u.
collina Led. Ebenso häufig und noch variabler als phoebe.
Manche Stücke sind von didy ma außerordentlich schwierig
abzugrenzen Die Kappenlinien am Saum sind durchweg
spitz, geschlossen; die schwarzen Mondstriche auf der Useite
der Hfl ebenfalls meist miteinander in Berührung. Grund-
färbung bei den meisten Exemplaren matt rotbraun; bei
einigen @O erscheint die Vflmitte etwas aufgehellt. Ein
Stück (17.5.16.) gehört mit verdüsterter Grundfarbe und
stark vermehrter Schwarzzeichnung zur Form fascelis
se Mehrere Exemplare sind zu collina Led. zu rechnen.
19) 5 Seitz, Großschm. d. Erde, I, 1, p. 200.
G. Venzmer. Zur Kenntnis der Tagfalter des Bulghar Dagh in Kleinasien. 37
Während trivia in Exemplaren von normaler Größe (etwa
40 mm Spw.) Ende Mai am häufigsten war, trat Ende Juni
und Anfang Juli eine außerordentlich kleine Form auf, die
meist nur 26—27 mm spannte und zu nana Stgr. gestellt
werden muß. Bemerkenswerterweise wich diese Form von
der im Mai fliegenden trıvia lediglich durch die Größe
ab; und ich habe z. B. unter den nana-Stücken nie ein
verdüstertes Exemplar mitfascelis-Merkmalen gesehen. —
Melitaea didyma OÖ. Etwa ebenso häufig wie trivia
und ebenso variabel. Ich habe meine didyma- Stücke
aus dem Taurus von den trivia, denen sie z2.T. ganz
außerordentlich ähneln, in erster Linie durch die unzusammen-
hängenden schwarzen Randflecken unterschieden. Freilich
zeigten manche Exemplare in dieser Hinsicht, wie auch hin-
sichtlich der übrigen Unterscheidungsmerkmale von trivia
derartige Uebergänge, daß es bei einigen Stücken so gut
wie unmöglich erscheint, zu sagen, ob sie zu trivia oder
didyma zu stellen sind. Bei der Mehrzahl meiner
didymaausdem Taurusist — abgesehen von denschwarzen
Randflecken — auch die übrige Schwarzzeichnung mehr
oder weniger stark reduziert. Bei einem Q- Exemplar
(28. 6.16.) von ausgesprochen ockergelber Grundfarbe sind
z.B. die Randflecken ganz rudimentär, und die Fl zeigen
im übrigen nur ganz dürftige, unzusammenhängendeschwarze
Fleckung, während der Wurzelteil der Vfl fast vollkommen
[rei von schwarzer Zeichnung ist. Das Exemplar zeigt große
Aehnlichkeit mit der von Seitz abgebildeten deserticola
Oberth. Andere Stücke gleichen mehr oder weniger
occidentalisStgr.undperseakoll. Die Grundfärbung
ist in der Mehrzahl ein lichtes Rotgelb bis Ockergelb; auch
bei den g'g' ist es niemals so brennend rot, wie bei hiesigen
Exemplaren. — Die Art, die wietrivia, sich vorzugsweise
auf Bergwiesen und an Hängen fand, war am häufigsten
im Mai und Juni. Die durchschnittliche Größe betrug
35—40 mm Spw. —
Argynnis lathonia v. saturata Röb. Häufig; am zahl-
reichsten Ende April und im Mai. Abgesehen von der Useite
unterscheiden sich meine lathonia aus dem Taurus noch
dadurch von hiesigen Stücken, daß bei ıhnen die allgemeine
uunBrbe etwas dunkler?®) und mehr ins Rote spielend
20) Bei den von Röber (Ent. Nachr. 1896, p. 82) beschriebenen
lathonia aus d. Taurus war die Grundfärbung oberseits lichter.
"38 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
ist, und der Wurzelteil der Fl meist nicht in dem Maße
und der Ausdehnung dunkler bestäubt ist, wie bei ein-
heimischen. Der Wurzelteil erscheint dadurch nicht ‚so
scharf gegen den übrigen Fl abgehoben. Mein größtes
Taurus-Stück hat 46,5mm Spw. Ein g'-Exemplar verdient
besondershervorgehobenzu werden. Esistklein, (35mm Spw.)
von ausgesprochen matt fuchsroter Färbung. Der Wurzel-
teil zeigt so gut wie keine dunklere Schattierung; die rost-
braunen Verdunkelungen zwischen den Silberflecken der
Useite sind wenig kontrastreich. —
Argynnis pandora Schiff. In prachtvollen großen Stücken
im Taurus auf bebuschten Bergwiesen, an Waldrändern,
in Bachtälern und an der Landstraße ziemlich häufig; am
zahlreichsten im Mai, jedoch bis September gefunden. So
fing ich gut erhaltene Exemplare noch am 1.9.16. Bei
einigen Stücken sind die Silberbinden auf der Hfluseite
reduziert; im übrigen fand ich keine Besonderheiten. Das
größte Q mißt 68mm Spw. — Merkwürdigerweise ist mir
paphia, die Röbervon Gülek erwähnt, während des ganzen
Jahres im Bulghar Dagh kein einziges Mal zu Gesicht ge-
kommen, sondern stets nur pandora. —
Melanargia titea var. wiskotti Röb. Ich fing nur eın
Q-Exemplar in ca. 1000 ın Höhe (29.6.16), das sich in einigen
Punkten von den von Röber?!) geschilderten Stücken der
Funke’schen Sammlung (von Dorak) unterscheidet. Die
Grundfarbe ist rein weiß, der dunkle Außenteil der Fl
schokoladenbraun, (bei den Funke’schen Stücken mehr
schwärzlich?!); der Wurzelteil beider Flpaare etwas heller
bräunlich , wobei die Vflzelle so gut wie völlig frei
bleibt. Das Subapikalauge der Vfl ist nur unterseits deutlich,
rund, (bei den Funke’schen Stücken quadratisch) mit punkt-
förmigem weißen Zentrum. Die weiße Binde der Hfl ist
auffallend breit; die weißen Randflecke der Hifloseite
sind größer als in der Seitz’schen titea-Abbildung, ohne
freilich die Größe derjenigen bei astanda var. taurica
(s. u.) zu erreichen. Die Ozellen auf der Hfluseite besonders
groß. Die Hfluseite ist im inneren Teil sowie am Rande
hellgeblich gefärbt, während der der weißen Binde der Oseite
entsprechende Abschnitt rein weiß bleibt. Spw. 59 mm.
Das Stück stammt aus der Gegend von Tscham Alan, das
etwa 15 km nordwestlich von Dorak im eilicischen Taurus
Er and. Nachr. 22.1896. p-83.
G. Venzmer. Zur Kenntnis der Tagfalter des Bulghar Dagh in Kleinasien. 39
gelegen ist, woher die von Röber beschriebenen Stücke
der Funke’schen Sammlung stammen. Die Angabe Seitz’,
Dorak liege unweit der Schatt-el-Arab-Mündung?2), beruht
wohl auf einem Irrtum. Gemeint ist nicht Dorak (Fellahije)
in Persien, sondern Dorak ım cılicischen Taurus, von dem
Herr Funke selbst sagt (Ent. Nachr. 23. 1897. p. 260), es
liege „am Fuße des Bulghar Dagh“. — Wenn die Mitteilung
Seitz’??2), wiskotti sei eine „persische“ Form, aus diesem
Irrtum entstanden ist, so ist sie entsprechend zu korrigieren. —
Melanargia astanda var. taurica Röb. Häufiger als
die vorige Art. Mehrere mitgebrachte Stücke stammen
aus der zweiten Hälfte des Juni und wurden in ca. 1000 m
Höhe gefangen. Sie stimmen mit den von Seitz als,syriaca“
abgebildeten Exemplaren gut überein. Rand und Innen-
hälfte der Fl sind teils schokoladenbraun, teils tiefschwarz ;
die Vilzelle bleibt stets etwas lichter. Die halbmondförmigen
weißen Flecke am Hflrande fallen durch ihre Größe auf.
Bei einem Stück sind die Hflozellen auch auf der Oseite
als ziemlich große, runde, violette Flecke sichtbar; ein
anderes Stück, das oben tiefschwarz gezeichnet ist, zeigt
zitronenfarbene Useite. Bei dem letzteren entbehren die
nur unterwärts sichtbaren Hflozellen des hellen Zentrums. —
Ich fand die Melanargia-Arten im Bulghar Dagh am häufigsten
im Juni und fast immer an oder sogar in den hohen Laub-
bäumen, die in den tiefeingeschnittenen Tälern der Gebirgs-
bäche stehen.
Satyrus circe F. In prachtvollen großen Exemplaren
im Bulghar Dagh sehr häufig, besonders im Juni. Etwa
die Hälfte der erbeuteten Exemplare gehört zur v. asiatica
Seitz; andere stimmen mehr mit hiesigen überein. Ein ©
von 74 mm Spw. (29. 6. 16) zeigt in dem weiben Binden-
fleck ın Zelle 2 der Vfl einen akzessorischen dunklen Punkt.
Die Grundfarbe der meisten Stücke ist nicht so tiefschwarz,
wie bei den einheimischen, sondern mehr braun, bei zahl-
reichen Exemplaren — auch ganz frischen — geradezu als
schokoladenbraun zu bezeichnen. Das kleinste g'! mißt
64 mm; die 29 sämtlich über 70 mm Spw.; das größte
75 mm. — Die ersten Stücke beobachtete ich bereits im
Mai; dann war circe den ganzen Sommer hindurch im
Bulghar Dagh sehr zahlreich und nahm erst im September
an Häufigkeit ab. Die prachtvollen Falter hielten sich mit
22) "Seitz, Großschm. d. Erde, I, 1,.p. 115.
40 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
ganz besonderer Vorliebe in den felsenreichen Tälern der
Gebirgsbäche auf, wo sie an den überhängenden, von der
Sonne erwärmten Felsblöcken willkommene Ruheplätze
fanden. Aufgescheucht flogen sie gewöhnlich nur eine
kurze Strecke weiter, um sich alsbald wieder auf einem
Felsen oder unter Gebüsch und Sträuchern, wie sie zahl-
reich in und an den Bachtälern wachsen, niederzulassen.
Dagegen war circe in den lichten Nadelwäldern, die überall
die Höhenzüge bedeckten, nur sehr selten zu finden; und
doch konnte ich immer wieder die Beobachtung machen,
daß die Unterseite der Fl, die wohl ursprünglich in ihrer
Färbung der Baumrinde angepaßt ist, auch beim Ruhen
auf dem grauweißen Felsgestein einen vortrefflichen Schutz
gewährt. So vorzüglich war oft die Anpassung, daß man
auf den dicht vor einem auf einem Felsblock o. Ae. sitzenden
Falter erst durch sein Auffliegen aufmerksam wurde. —
Satyrus hermione L. und syriaca Stgr. Wie im Wallis
Zwischenformen von hermione undalcyone auftreten,
so ist dies nach meinen Beobachtungen auch im Taurus der
Fall, wo ja überhaupt zahlreiche Arten in ihren charak-
teristischen Artmerkmalen so wenig scharf begrenzt sind:
Hermione fand ich vom Juni an im Taurus ziemlich
häufig; die ersten Stücke fing ich am 7.6.; die letzten am
1.10.16. Während manche Exemplare die reinen hermione-
Merkmale tragen, erinnern andere durch fast völlig rein-
weiße Binde und ziemlich breiten dunklen Außenrand der
Hfluseite, sowie durch Schwinden des Analauges auf: der
Oseite der Hfl außerordentlich an alceyone. Ein © mit
gelber Vflbinde gehört zur Form syriaca Stgr., die bisher
wohl nur von Syrien bekannt ist. — Ich fand hermione
im Bulghar Dagh auf den Höhenzügen in den lichten Nadel-
wäldern und auf Bergwiesen; häufig aber auch in den
felsigen Bachtälern, wo sie sich ähnlich verhielten, wie
circe (s. o.). Das kleinste g' mißt 54,5 mm; das größte Q
67 mm Spw. Alle Stücke mit prächtigem Schiller. —
Satyrus briseis v. fergana Stgr. Im Taurus in großen
Stücken ziemlich häufig; in der Umgebung unseres Lager-
platzes bei Tscham Alan (1000 m) bemerkenswerterweise
schon im Mai und Anfangs Juni am zahlreichsten. — Die
mitgebrachten Stücke stimmen gut mit der von Seitz be-
schriebenen und abgebildeten Form fergana Stgr. überein.
Das kleinste J' (25.5.16) mißt 61 mm; das größte © (27.5.16)
68,5 mm Spw. — Ich fing fergana auf Bergwiesen und be-
G. Venzmer. Zur Kenntnis der Tagfalter des Bulghar Dagh in Kleinasien. 41
sonders an steinigen Halden; später aber auch mit circe
zusammen in den Bachtälern. —
- Satyrus anthe ©. Im Taurus selten. Ein prachtvolles,
frisches © äus ca. 1000 m Höhe vom 4.7.16. Spw. 58,5 mm.
Die Hflbinden sind am Außenrand stark rostfarben ange-
flogen; doch kann man von einer ab. hanıfa Nordm. nicht
sprechen. In reiner Form habe ich die letztere im Bulghar
Dagh nie gefunden. —
Satyrus semele v. mersina Stgr. Während mir die
Stammform im Taurus nie zu Gesicht gekommen ist, war
v.mersinaStgr. bei ITscham Alan auf Bergwiesen und an
den Kiefernwaldrändern eine ziemlich häufige Erscheinung.
Sämtliche mitgebrachten Exemplare sind bemerkenswerter-
weise schon vom Mai datiert. Später habe ich die Art
nicht mehr gefunden. Meine g'g' sind oben fast einfarbig
dunkelbraun ; nur auf den Hfl finden sich kleine, annähernd
dreieckige, rostrote Flecken, die bei manchen Stücken kaum
noch wahrnehmbar sind. Die Useite ist mehr oder weniger
einfarbig grau; die Zackenlinien der Hfl sind aber bei den
meisten Exemplaren gut wahrnehmbar. Das größte Stück
mißt 49,5 mm Spw. —
Satyrus statilinus Hufn. Ich fing nur ein einziges © bei
Tscham Alan in ca. 1000 m Höhe am 1.10.16, das sich
weder in der Größe (44 mm Spw.), noch sonst irgendwie
von einheimischen Stücken unterscheidet. In Röbers Ver-
zeichnis der Taurus-Schmetterlinge fehlt statilinus, wie
denn auch im Bulghar Dagh die Art sehr selten zu sein
scheint. — Var. allionıa F. habe ich im Taurus nie ge-
sehen. —
Satyrus fatua Frr. u. sichaea Led. Im Taurus wesent-
lich häufiger und bedeutend größer als statilinus.
Ich fing die ersten Exemplare Ende Juni, die letzten ab-
geflogenen Anfang Oktober. Alle Stücke zeigen ausge-
sprochenen Schiller, die g'g' mehr spangrünlich, die QQ mehr
tiefbläulich., Die Mehrzahl der ©Q hat auch auf der Öseite die
Vflozellen deutlich hellgelb gerandet; ein © zeigt auf den
Hfl vor der dunklen Submarginallinie eine Reihe matter
weißer Tupfen. Während manche Stücke eine fast ein-
farbige Useite aufweisen und kaum noch die gezackten
Linien erkennen lassen, die durch die Mitte der Hfl führen,
sind einige große Exemplare mit sehr bunter Hfluseite mit
Sicherheit zur Form sichaea Led. zu stellen, die bisher
42 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
wohl nur von Syrien bekannt ist??). Am häufigsten fand
ich fatua am Südabhang des Bulghar Dagh in den lichten
Nadelwäldern, die die Höhenzüge beiderseits der Straße
Bozanti— l'arsus bedecken. Die erbeuteten Stücke stammen
aus etwa 1000 m Höhe und spannen durchweg 5,5—6 cm,
während ein erbeutetes statilinus @ nur 44 mm Spw. mißt
(s. 0.). Im übrigen sind die Unterschiede der beiden Arten
voneinander im laurus aber doch nur gering. —
Pararge aegeria v. egerides Stgr. Im Bulghar Dagh
zwischen Bozantı und larsus sehr selten. Ich fand nur
ein Stück (ohne Besonderheiten) am 1. 10. 16 bei Tscham
Alan. Die Stammform, die Röber von Dorak erwähnt??),
habe ich im Bulghar Dagh nie gesehen. —
Pararge roxelana Cr. In sehr schönen großen Exem-
plaren im Bulghar Dagh sehr häufig; am zahlreichsten ım
Mai und Juni, aber auch noch viel später vorkommend.
Die gesammelten Stücke spannen durchweg 50—60 mm,
das größte 61 mm. Oft mit circe u.a. zusammen in Bach-
tälern, gern unten an Gebüsch; vielfach auch in lichtem
Nadelwald. —
Pararge megera v. Iyssa Boisd. Am häufigsten im
Mai; die erbeuteten Stücke gehören zur Form lyssa Boisd.;
doch zeigen einige mit leicht braun melierter Hiluseite
ausgesprochenen Uebergang zur Stammform. Bei einigen
Stücken ist das Schwarz der Vfloseite im Vergleich zu
hiesigen Stücken sehr reduziert, wodurch diese Exemplare
lebhaft anmegaerinaH.S. erinnern. Bei diesen Stücken
ist die Hfloseite bis auf die rotgelbe Randbinde, die auf
Zelle 2,3 und 4 beschränkt ist, einfarbig braungrau. Ein viertes
Randauge der Hfl fehlt — ım Gegensatz zu einheimischen
Stücken — meinen sämtlichen Taurus-Exemplaren. —
Pararge maera v. adrasta Hbn. u. orientalis Stgr. Am
häufigsten im Juni und Juli. Mit oberseits bis an die Vfl-
wurzel aufgehellten OO gehören die erbeuteten Stücke zu
adrasta Hbn.; doch ist der Diskus nicht ockergelb, sondern
meist braunrot und im apikalen Teil um das Auge herum
23) Seitz, Großschm. d. Erde, I, 1, p. 130.— Ich hatte schon öfter
Gelegenheit, auf die große Aehnlichkeit der syrischen mit der klein-
asiatischen Fauna hinzuweisen. Vgl. hierüber meine Schrift: „Beiträge
zur Kenntnis der Rept.- u. Amph.-Fauna d. cilic. Taurus“ im Sitz.-Ber-
d. Ges. naturf. Fr. Berlin, 1918, 7, p. 209 ff.
*4) Ent. Nachr. 23. 1897. p.265. —
G. Venzmer. Zur Kenntnis der Tagfalter des Bulghar Dagh in Kleinasien. 43
rötlichgelb (orientalis Stgr.). Die Oseite der Hfl ist
bis auf drei gelbliche Randflecken einfarbig dunkelbräunlich.
Von diesen drei Randflecken sind gewöhnlich nur zwei
groß, das dritte aber verschwindend klein; und meist nur
die beiden großen sind mit Augen versehen. Diese Reduktion
der Randbinde der Hfloseite ist also ganz analog wie bei
manchen megera aus dem Bulghar Dagh (s.d.). Die J'o'
haben auf den Vfl eine meist wenig hervortretende, ver-
loschene, rotbraune Außenbinde und merkwürdigerweise
ein sehr hervortretendes, dickes, grauschwarzes Duftorgan ;
ähnlich, wieSeitzesfürdieForm menava Moorebeschreibt??).
Epinephele jurtina L. und var. (ab.) hispulla Hbn. Auf
Bergwiesen, buschreichen Höhenzügen, an Waldrändern
und auf Lichtungen überall gemein. Ich fand die Art im
Bulghar Dagh außerordentlich variabel und in sehr ver-
schieden großen Stücken. Bei weitem die Mehrzahl der
gesammelten Exemplare gehört zur Form hispulla Hbn.,
wobei Ausdehnung und Intensität der hellen Binden auf
Vfl und Hfl sehr wechselt und von der Größe der Stücke
ganz unabhängig ist. (So zeigen manchmal verhältnismäßig
kleine Stücke in sehr ausgeprägter Weise die hispulla-
Merkmale, während größere andererseits bisweilen wieder
der Stammform näherkommen.) Rein hell ockergelb ge-
bänderte @O, wie die einheimischen, habe ich im Bulghar
Dagh nie gefangen; die Binde ist bei allen Exemplaren
aus dem Bulghar Dagh satter gelb, teils rotgelb, teils
rotfarben, bei einigen Stücken sogar fuchsrot. Bei ver-
schwindend wenig Exemplaren ist sie auf die Randzone
beschränkt, wie bei hiesigen jurtina-Q9Q; die überwiegende
Mehrzahl der jurtina-QQ aus dem Bulghar Dagh hat
fast den ganzen Vfldiskus bis an die Wurzel gelbrot. Bei
mehreren Stücken verläuft längs durch den gelbroten Vfl-
diskus eine schmale, bogenförmig nach außen gekrümmte,
schwarze Binde und teilt so das Gelbrot des Diskus in
einen Rand-Teil und einen Wurzel-Teil. Auch die Hflbinde
ist, wo sie vorhanden, bezgl. Ausdehnung und Intensität
sehr variant; desgl. die Unterseite, die teils schärfer differen-
ziert, teils einfarbiger erscheint. Einige QQ (besonders
die sehr großen Stücke) haben drei Augenpunkte auf der
Hfluseite. Auffällig sind die Größenunterschiede; während
die große Mehrzahl der @Q 42—43 mm spannt, messen
ar Ent. Naehr23., 1897. p: 267.
44 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
2 OO 54, und eines 55mm Spw. Zwei QQ mit in Flecken
aufgelöster Halbbinde der Vfl gleichen der Form kurdi-
sta na Rühl. — Die g'g9' sind von einheimischen wenig ver-
schieden; auf der Hfluseite haben sie alle 3—4 deutliche
Augenflecken. Die Größe beträgt durchweg 40 —42 mm
Spw. ; nur ein g' vom 29.6. 16. hat 53 mm Spw. Die ersten
go fing ich am 23.6., QQ schon früher. Im Juni war die
Art am häufigsten; das letzte (verflogene) Stück fand ich
am.) 1:0. .168
Epinephele telmessia Zeller. Sehr zahlreich mitge-
brachtes Material aus dem Bulghar Dagh ermöglichte mir
ein genaueres Studium dieser interessanten Art. Die g'g'
sind in Größe, Form und Färbung derart verschieden von
den mitgebrachten jurtina-g'g' aus dem Bulghar Dagh,
daß eine Verwechselung vollkommen ausgeschlossen ist:
zumal ich unter den g'g' beider Arten Uebergangsformen
nie gefunden habe. Dagegen sind die QQ ungleich schwie-
riger von den jurtina-,resp hıspulla-QQ auseinander-
zuhalten, wie ja auch schon Röber von den Funke’schen
Stücken aus dem Taurus (Dorak)) sagt’?).27 „Dier zei
messia-Q©0 freilich sehen aus, als seien sie eine Zwerg-
form der jurtina“. — Meine telmessia- d'd" aus dem
Bulghar Dagh messen 35 mm Spw. und weniger. Die Vfl
sind abgerundeter und verhältnismäßig wesentlich kürzer
als bei jurtina°®),; sie sind oberseits bei sämtlichen Stücken
in großer Ausdehnung gelbrot aufgehellt, (viel stärker als
bei Seitz’ Abbildung 48.1.), der Apikalfleck ausgedehnt und
intensiv gelb umzogen. Durch die leuchtend gelbrote Auf-
hellung fast des ganzen Vfldiskus hebt sich der intensiv
dunkle, dicht beschuppte Duftfleck schärfer ab, als bei
jurtina. Im allgemeinen ist er relativ kleiner und nach
dem apikalen Ende zu schärfer zugespitzt als bei jur-
tina. Die Useite der Hfl ist mehr grau als bei jurtina,
auch zeigt sich bei meinen zahlreichen telmessia-g'g'
aus dem” Bulghar Dagh eine ausgesprochene Tendenz zur
Reduktion der Augenflecke auf der Hfluseite. Bei den
telmessia-g'g! Sind mit einer einzigen Ausnahme die
25) Ent. uNachr 23.218074 p: 267.
26) Mich wundert, daß Staudinger (Hor. Soc. Ent. Ross. 14.1878.
p. 288) auf dieses Merkmal so wenig Wert legt. Bei den telmessia
aus dem Bulghar Dagh ist es eines der besten und sichersten Unter-
scheidungsmerkmale.
G. Venzmer. Zur Kenntnis der Tagfalter des Bulghar Dagh in Kleinasien. 4D
Augen auf der Hfluseite auf zwei oder ein winziges Pünktchen
reduziert, oder fehlen ganz, was bei keinem meiner jur-
tina-g'g' aus dem Taurus der Fall ist. — Die 99 sind
von den jurtina-Q@O® lediglich durch die abgerundeteren
Fl zu unterscheiden. Alle anderen Merkmale, so die von
Zeller?) hervorgehobene größere Nähe zwischen dem Augen-
fleck und der bräunlichen Schattenlinie auf der Useite* der
Vfl, sowie die Ausdehnung und Intensität (ob mehr gelb-
lich oder mehr rötlich und fuchsig) des Rotgelb auf Vfl und
Hfl und die Zeichnung der Useite (z. B. Begrenzung der
mehr oder weniger scharf differenzierten dunklen Wurzel-
hälfte der Hiluseite durch hell Ockergelb) fand ich ganz
inkonstant, in allen erdenklichen Uebergängen untereinander
und in ganz ähnlicher Weise bei hispulla vorkommend.
Das kleinste © hat 37mm Spw. Bemerkenswert erscheint
es mir noch, mitzuteilen, daß telmessia bei weitem am
häufigsten im Mai war; jurtina dagegen von Ende Juni
ab. Die ersten telmessia-g'g' fing ich am 14.5. und
dann war die Art den ganzen Mai hindurch sehr häufig,
um von Ende Juni ab mehr und mehr der jurtina Platz.
zu machen, mit der sie zunächst zusammenflog. Ich muß
allerdings bemerken, daß ich jurtina- undtelmessia-g'g!
vomgleichen Datumnichtbesitze; dıeletztentelmessia-g'g'
stammen vom 26.5.16; die ersten jurtina-g'g' vom
23.6.16. — Einen Unterschied in den Flugplätzen der beiden
Arten habe ich nicht festgestellt. —
Epinephele Iycaon Rott. u. intermedia Stgr., v. collina
Röb., v. lJupinus Costa.Lycaon fand ich in nicht unbeträcht-
lich voneinander verschiedenen Exemplaren sehr häufig im
Taurus, am zahlreichsten. im Juni, aber auch später. Die
Jg erinnern mit sehr prägnantem Duftfleck und starkem
Haarwulst darüber, sowie sehr starker Behaarung des Basal-
teiles der Vfl und Hfl sehr an rhamnusia Frr. resp.
lupinus Costa. Bei den ©9 ist das Gelb der Öseite bei
fast allen Stücken auf z. T. minimal schmale Ringe um die
Vflozellen beschränkt, in allen Fällen aber von wesentlich
geringerem Umfang als bei hiesigen Stücken. Die Hfluseite
ist graubraun, bald heller, bald dunkler, sehr fein aber meist
deutlich dunkel gesprenkelt und manchmal mit verloschener
weißlicher Binde; ım allgemeinen aber einfarbiger als bei
hiesigen Stücken. Es entstehen so alle möglichen Ueber-
Isis BAT, p. 4;
46 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
gänge zwischen Iycaon, intermedia, collina und
lupinus; und es ist bei den zahlreichen aus dem Bulghar
Dagh mitgebrachten Stücken nichtmöglich, die verschiedenen
Formen scharf voneinander zu trennen. Erwähnenswert
ist noch, daß alle Stücke scharf gezackte Hfl haben, und
daß bei einem © das untere Auge jederseits fast vollkommen
fehlt. Meine Exemplare haben im Durchschnitt 41/, cm Spw.—
Thecla spini Schiff. Wesentlich seltener als ilicis.
Am 7.6. fing ich in ca. 1000 m Höhe ein Pärchen, das sich
von einheimischen Stücken nur durch längeres Schwänzchen
unterscheidet. —
Thecla ilicis Esp. u. v. caudatula Zell. u. ab. cerri Hbn.
Sehr häufig und nicht unbeträchtlich abändernd. Manche
OO sind stark aufgehellt und zeigen auf den Vl eine breite,
hell rotgelbe Binde an fast der ganzen Außenhälfte, sowie
einen scharf umschriebenen ebenso gefärbten ovalen Anal-
fleck der Hfloseite (ab. cerri Hbn.). Bei diesen Exemplaren
ist der grünlich-goldige Schiller besonders lebhaft. Etwa
die Hälfte aller meiner Stücke aus dem Bulghar Dagh gehört
zur var. caudatula Zell. Ich fandiilieis am haunssten
in Mai und Juni, auf Bergwiesen und in den vegetations-
reichen Tälern der Gebirgsbäche.
Chrysophanus thersamon Esp. Ziemlich selten; im
Juli und August in typ. Stücken.
Chrysophanus phlaeas L. u. v. eleus F. u. ab. caerule-
opunctata Stgr. Phlaeas fand ich im Bulghar Dagh
außerordentlich häufig und sehr variabel. Während Röber
in seiner „Schmetterlingsfauna des Taurus“ mitteilt; daß
die var. eleus unter den ihm aus dem Taurus vorliegenden
Stücken nicht vertreten war, habe ich dort viele eleus
sefangen. Diese sind derart verdüstert, daß auch auf den
Vil keine Spur der rotgoldenen Färbung mehr erhalten
ist, und Vfl und Hfl schwarzbraune Färbung zeigen. Meine
sämtlichen Exemplare — auch die nicht zu eleus ge-
hörenden—sind ausgesprochen doppeltgeschwänzt (C, u.A,).
Bei zwei Stücken, und zwar einmal bei typ., das andere
Mal bei eleus, steht vor der roten Randbinde der Hfl eine
Reihe deutlich entwickelter, länglicher, hellblauer Flecken
(ab. caeruleopunctata Stgr.). ‚Die Useite ist bei den
eleus-Stücken stets lichter, als bei den übrigen; allen
gemeinsam ist eine sehr zarte, teils schärfer abgehobene,
teils mehr verloschene, gezackte, rostrote Randbinde der
G. Venzmer. Zur Kenntnis der Tagfalter des Bulghar Dagh in Kleinasien. 47
-Hfluseite. — Das kleinste Stück hat 20,5 mm, das größte
27,5. mm Spw. Phlaeas war am häufigsten im Mai und
Juni; eleus im August und September; doch traten be-
merkenswerterweise auch Ende September wieder Stücke
mit lebhaft goldroten Vfl auf. — Ich fand die Falter auf
Bergwiesen, än blumigen Hängen und besonders in den
vegetationsreichen Bachtälern. —
Polyommatus baeticus L. Selten und ın kleinen Stücken
auftretend. Ein g' in ca. 1000 m Höhe (4.7.16) von normaler
Färbung; Spw. 21 mm. —
Tarucus telicanus Lang. Häufig Ende Juni und Anfang
Juli in Bachtälern ; ebenfalls in kleinen Formen. —
Tarucus teophrastus v. balcanicus Fır. Im August
im Bulghar Dagh überall sehr häufig; teilweise in sehr
kleinen Stücken. Spw. 16,5—21 mm. —
Chilades trochylus Frr. Sehr selten; ein g' (29. 6. 16)
auf dürrer Bergwiese aus ca. 1100 m Höhe. Die Außen-
randsbinde der Hiloseite ıstauf zweirostrote Flecke reduziert,
deren jeder einen großen schwarzen Tupfen enthält; die
weiße Begrenzung nach innen zu fehlt ihr. —
Lycaena sephyrus Friv. Nicht häufig; ein g’ vom 27.5.16
aus der Umgebung von Tscham Alan erinnert durch sehr
dunkelviolette Allgemeinfärbung und kräftige Verdunkelung
der Adern gegen den Saum hin an den Iycidas-Iypus;
doch ıst der schwarze Hilrand reduziert und sehr schmal
wie beiakbesiana Oberth. Ein anderes g' vom gleichen
Tage und gleichem Fundort zeigt bei hellerer Allgemein-
färbung einen leicht rötlichen Glanz auf der Öseite. — Ein
Stück hat so große Özellen auf der Useite der Vfl und
Hil, daß es zu zephyrinus Christ. gestellt werden
kann. — Eine metallische Ausfüllung der schwarzen Saum-
punkte der Hfluseite fehlt meinen sämtlichen sephyrus
aus dem Bulghar Dagh. Die Größe beträgt 28 mm Spw. —
Lycaena baton Bestr. Selten; ein @ vom 10. 6. 16:
Öseits sind die Fl nur sehr schwach bläulich bestäubt,
zeigen im übrigen aber einen ausgesprochen grünlichen,
metallischen Glanz. Useits auf den Vfl ein, auf den Hfl
drei Wurzelaugen. —
Lycaena astrarche Bgstr., u. ab. aestiva Stgr., calida
Bell., cramera Esch., sarmatis Gr.-Grsh. Astrarche ist
im Bulghar Dagh außerordentlich häufig; ich fand sie am
zahlreichsten im April, Mai, Juni, August und September;
48 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
auf Bergwiesen, Hängen, Feldern und in Bachtälern. —
Die Art variiert im Taurus sehr stark; ich fand alle mög-
lichen Uebergänge zwischen den Formen aestiva Stgr.,
calıdaBell,albicansAur,crameraEsch,sarmatis
Gr.-Grsh., und ornata Stgr. Bemerkenswert ist, daß ich
Stücke mit dunkel kaffeebrauner Useite auch unter der
Frühlingsgeneration vorfand, in welcher freilich solche mit
heller Useite wesentlich häufiger waren. Im übrigen sah
ich alle Uebergänge von fast rein weißer bis zu völlig
dunkelbrauner Grundfarbe der Useite und der Fransen ;
ein Stück z. B. zeigt eine ausgesprochen zitronengelbe
Färbung der Useite und ebensolche Fransen. Natürlich
schwankt in entsprechendem Maße die Deutlichheit des
Wischfleckes an der Hfluseite. Gänzlich unabhängig von
der Färbung der Useite ist die Ausdehnung der roten
Randflecken der Oseite. Stücke mit vollkommener rost-
roter Randbinde, welch letztere nur durch die dunkleren
Adern durchschnitten wird (cramera), fand ich sowohl
mit sılbergrauer als auch mit kaffeebrauner Useite; freilich
ist allen cramera-Stücken eine lichtbraunere Färbung
der Öseite gemeinsam. — Ein Exemplar fällt auf durch
das Fehlen des Augenfleckes in Zelle Ic auf der Vfluseite. —
Lycaena candalus H. S. Nicht häufig; meist ohne deut-
lichen Mittelfleck am Zellende. Mit icarus zusammen-
fliegend, von dem candalus im Bulghar Dagh oft nur
selır schwer zu trennen war. —
Lycaena icarus Rott, u. ab. icarinus Scriba u. iphis
Meig. u. var. persica Bien. Icarus fand ıch im Bulghar
Dagh sehr häufig und beträchtlich abändernd. Icarınus
war etwa ebenso häufig wieicarus und kam überall gleich-
zeitig mit letzterem vor; iphis seltener. Einige g'g' von der
Straße Tarsus-Mersina südlich des Taurus (11. 7.16) mit
ganz heller Useite und sehr kleinen Ozellen gehören zur
Form persica Bien., die also auch bereits ım südlichen
Kleinasien vorkommt. Im Taurus-Gebirge selbst habe ich
diese Form bemerkenswerterweise nie gefunden. Bei den
zahlreichen übrigen mitgebrachten g'9" ist die Oseite teils
lichter blau, teils satt violett gefärbt; der schwarze Saum
erscheint bei einigen Stücken etwas verbreitert. Bei einem
Exemplar (4.7.16) ist der Vflrand ca. 2 mm breit dunkel-
grau beschattet, und die Adern sind vor dem Rande sehr
ausgesprochen schwarz bestäubt. Diesesundnocheinanderes
Stück zeigen oseits vor dem Hflrand zarte verwaschene
G. Venzmer. Zur Kenntnis der Tagfalter des Bulghar Dagh in Kleinasien, 49
schwärzliche Punkte. Die Grundfarbe der Useite schwankt
zwischen fast weiß und hellbräunlich; ein Exemplar (10.6.16)
mit sehr dunkel violetter Oseite und etwas verbreitertem
schwarzen Saum hat fast kaffeebraune Hfluseite, auf der der
Wischfleck ganz besonders deutlich hervortritt. Bei diesem
Stück sind die großen, leuchtend gelbroten Flecke der Hfl-
useite gegen die Wurzel zu auffallend scharf zugespitzt.
Bei der Mehrzahl meiner Taurus-Exemplare ist der Wisch-
fleck undeutlicher oder gar nicht erkennbar; die roten Rand-
flecke rundlicher. Die Ozellen schwanken sehr an Größe,
der helle Ring hebt sich bei manchen Stücken so gut wie
nicht von der Grundfarbe ab. Die spangrüne Bestäubung
an der Useite der Hflwurzel ist bei den Taurus-Stücken
außerordentlich schwach entwickelt; der Mehrzahl fehlt sie
vollständig. — Nicht weniger variabel wie die g’g' sind die
GO. Teils bilden die roten Randflecken der Oseite ein
zusammenhängendes rostrotes Band, das nur von den
dunkleren Adern durchschnitten wird, ähnlich astrarche
ab. cramera; teils ist das Rot der Öseite auf einige ver-
schwindendeFleckcheninder Analgegend derHflbeschränkt.
Bei zwei Exemplaren findet sich auf der Hfloseite unmittel-
bar vor den roten Randflecken eine Reihe zarter hellblauer
Flecken, und dıe schwarzen Saumpunkte sind außen wieder
hellblau eingefaßt. — Ich fand die Art im Bulghar Dagh
ausschließlich in kleinen Exemplaren; die mitgebrachten
Stücke schwanken zwischen 20 und 23 mm Spw. Die ersten
icarus sah ich erst am 10. 6.; später war icarus im
Bulghar Dagh der häufigste Bläuling, den man überall auf
Bergwiesen, an Hängen und besonders in den Bachtälern
traf. —
Lycaena taurica n.sp. An dieser Stelle muß ein winziges
Falterchen erwähnt werden, das ich am 29.6.16 bei Tscham
Alan in ca. 1000 m Höhe fing. Es mißt nicht ganz 15mm Spw.
und sieht auf den ersten Blick aus wie ein winziger icarus,
mit dem es jedoch nicht gut vereinigt werden kann. Die
Öseite ist ein sehr lichtes, transparentes Violettblau mit sehr
schmalen feinem schwarzen Saum. Die Grundfarbe derUseite
ist auf den Vfl licht graugelb, auf den Hfl reiner gelb. Auf
den Vfl, die keine Wurzelpunkte haben, sind die Ozellen
ähnlich angeordnetwie beiicarus; aufdenHfl ist der oberste
der vier, in einer geschwungenen Linie stehenden Wurzel-
punkte gegen die übrigen bedeutend vergrößert; ebenso ist
der oberste Augenpunkt der Bogenreihe in Zelle 7 gegen
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein IV
Iris zu Dresden. Jahrgang 1920.
0 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
dieübrigen, stecknadelspitzen-großenAugenpunkteauffallend
stark vergrößert und soweit wurzelwärts gerückt, daß er
gerade über dem Mittelfleck zu stehen kommt. Ein Wisch-
fleck ist nicht vorhanden; am Rande eine Reihe hellrotgelber
rundlicher Flecken; nach außen davon sehr zarte schwarze
Pünktchen. Fransen wie bei icarus. Ich nenne das Stück
Lycaena taurica.
Lycaena bellargus ab. albofimbriata Gillm. Bellar-
gus fand ich im Bulghar Dagh nur in der ab. albofim-
brıata Gillm. mit rein weißen, ungefleckten Fransen°°).
Im übrigen sind die mitgebrachten Stücke aus ca. 1000 m
Höhe (28. 5. 16; Spw. 32mm) ohne Besonderheiten.
Lycaena semiargus var. bellisFrr. Selten; ein 9'(15.5.16)
bei ITscham Alan. Oseite sehr dunkel violett; ca "/, mm
breiter schwarzer Saum, deutlicher schwarzer Mittelfleck.
Useite braungrau; vier gelbrote Flecken am Hflsaum.
Spw. 27 mm.
Lycaena cyllarus ab. tristis Gerh. Selten; ein g' von
Tscham Alam (26. 4. 16). Öseite dunkelblau, ins Violette
spielend, ziemlich breiter (fast 1 mm) schwarzer Rand, Useite
der Vfl mit vier sehr großen Augenflecken; Useite der Hfl
in großer Ausdehnung glänzend metallisch-grünlichblau
angestäubt. —
Cyaniris argiolus L. Selten; ein g' (29. 6. 16) in der
Umgebung des Lagerplatzes gefangen. Useite rein silber-
weiß; auf den Hfl keine Randpunkte und keinerlei grün-
licher Anflug an der Basıs; auf der Vfluseite am Rande
einige verloschene längliche Flecke, besonders nach dem
Innenrand zu, während sie apikalwärts völlig fehlen. (var.
pazalewca Röbern:
Carcharodus altheae Hbn. Selten; in typischen Stücken
am 26. 4. 16.
Hesperia orbifer Hbn. Ziemlich selten. Die Oseite
ist nicht grau mit leichtem Stich ins Gelbe, wie Mabille ?°)
angibt, sondern bei meinen Stücken aus dem Bulghar Dagh
schokoladenbraun mit dunkelviolettem Schiller. Der weiß-
liche Mittelquerstrich ist bei einem Exemplar (29. 6.16) be-
trächtlich verbreitert; bei anderen wiederum (10. 8.16) außer-
ordentlich zart. Die weißen Saumpunkte auf den Vil stets
25) Sonst von Bozen bekannt. (Rebel, Berges Schmetterlings-
buch, OFAUM. 9105 BD.)
29) "Seitz, ‚Großschm. d. Erde. I, 1..p. 336.
G. Venzmer. Zur Kenntnis der Tagfalter des Bulghar Dagh in Kleinasien. DI
vollständig; auf den Hfl meist nur bis Z. 4 reichend.
Spw. 17—20 mm.
Hesperia staudingeri var. proteus Ster. Diese: Art,
die ich leider nur in einem Stück am 1. 9.16 bei I'scham
Alan erbeutete, dürfte neu für das ganze kleinasiatische
Gebiet sein. Die Grundfarbe der Oseite ist schokoladen-
braun, wird aber zum großen Teil von mehr oder weniger
langen grünlich-gelblichen Haaren verdeckt. Fransen breit,
gelblich, vollkommen gescheckt; der Außenrand der Hfl
gezackt. Die grünlich-gelbliche Fleckenzeichnung der Öseite
entspricht in jeder Weise der im Seitz abgebildeten pro-
teus (Tafel Söd.). — Die Useite der Vfl ist schwarzbraun,
mit scharf differenzierter weißlicher Fleckenzeichnung; im
Apikalteil breit aufgehellt. Die Useite der Hfl ist rötlich
olıven; in dem Winkel zwischen Subkosta und Radius ein
größerer, dreieckiger, reinweißer Fleck. Die weißliche Mittel-
binde, die, durch die rötlichen Adern in längliche Flecke
zerlegt wird, wird nach dem Analteil zu undeutlich. Die
Randflecke sind useits wahrnehmbar aber undeutlich und
verwaschen. Spw. 3l mm. —
Hesperia carthami Hbn. 29. 6.16. Oberseite dunkeigrau-
grünlich. Hfl mit breiter, im analen Abschnitt verlöschender
Mittelbinde. Randflecken oseits undeutlich. Spw. 26 mm.
Hesperia alveus Hbn. 29. 6.16 und 4.7.16. Oseite
graubraun mit grünlichem Anflug; Useite wesentlich blasser.
Die Hifl oseits mit deutlicher, breiter Mittelbinde. Zeichnung
der Useite wenig scharf abgehoben. Sp. 26—27 mm. Ein
Exemplar entspricht durchaus der Form carlinae Rmbr.
Er hat dunkler schwarzbraune Oseite mit scharf hervor-
tretender weiber Fleckenzeichnung. Die Useite der Hfl
ist rötlich olivenbraun mit scharf differenzierter grünlich-
weißlicher Zeichnung, die gegenüber der typ. Form be-
trächtlich reduziert erscheint. Mittelbinde der Hfloseite
nur im vorderen Teil deutlich; vor dem Saume verwaschene
helle Strichelchen. —
Thanaos tages var. unicolor Frr. Diese Art sah ich
im Bulghar Dagh nur in der var. unicolor Frr.; ein
Exemplar vom 4. 7.16 von Tscham Alan ist bis auf einen
undeutlichen weißlichen Fleck am Vorderrand der Vfl und
ebensolche Randpunkte der Hfl vollkommen zeichnungslos
und einfarbig graubräunlich. —
Adopaea lineola ©. Seltener als thaumas; der
schwarze Saum an der Vflspitze an Ausdehnung wechselnd.
52 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Bei einem Stück (28. 5.16) ist er verbreitert, aber blasser;
nicht schwarz, sondern mehr bräunlich; die ganze OÖseite
dunkler3%), Spw. 32,5 mm. Auf Bergwiesen, an Hängen
und in Bachtälern. —
Adopaea thaumas Hufn. Häufiger, in typischen, großen
Stücken; mit lineola zusammenfliegend. 28.5.16. Spw.
32 mm.
Adopaea acteon ab. obsoleta lutt. Im Mai, Juni und
Juli im Bulghar Dagh ziemlich häufig; stets in wesentlich
kleineren Exemplaren als die beiden vorigen Arten. Die
mitgebrachten Stücke gehören zur ab. obsoleta Tutt;
die OO mit ganz verloschenen hellen Flecken, die g'g!
vollkommen zeichnungslos, einfarbig braun. 23—26 mm °
Spw. Mit Vorliebe auf steppenartigen Höhenzügen mit
geringem Bodenpflanzenwuchs. —
Augiades sylvanus v. anatolica Ploetz. Selten; ein ©
(28. 5.16) in einem Bachtal unweit Tscham Alan in ca.
900 m Höhe. Der Saum ist in beträchtlicher Ausdehnung
verdunkelt; mit grünlich-ockergelber Hfluseite gehört das
Stück zur Form anatolica Ploetz. Spw. 34 mm. —
Literatur.
Lederer: „Ueber Alb. Kindermanns letzte lepidoptereologische Ausbeute.“
Wien, Entom. Mon.-Schr. V. 1861. p. 144 ff.
Mann: „ZurLepidopteren-Fauna von Amasia.“Wien, Entom.Mon.-Schr.V.1861.
p. 155 ff.
— „Verz.der im Jahre 1851 bei Brussa in Kleinasien ges. Schmetterlinge.“
Wien, Entom. Mon.-Schr. VI. 1862. p. 356 ff.
Oberthur: „Catalogue raisonne d. Lepidopteres rapp. p. M. Th. Deyrolle de
son explor. scient. en Asie Mineure.“ Revue et Magasin de Zoologie,
2. Serie, 23. 1871— 72. p. 480 ff.
Rebel: „Berges Schmetterlingsbuch“, 9. Aufl. 1910.
Röber: „Neue Schmetterlinge aus dem cil. Taurus.“ Entom. Nachr. 22.
1896. p. 81.1.
— „Die Schmetterlingsfauna d. Taurus.“ Ent. Nachr. 23. 1897. p. 257 if.
Seitz: „Die Großschmetterlinge der Erde.“ I. Die Großschmetterlinge d.
palaearkt. Faunengebietes.1.Die palaearktischenTagfalter. Textu.Tafeln.
Staudinger: „Lepidopteren-Fauna Kleinasiens.“ Hor. Soc. Ent. Ross. 14.
1878. p. 176 ff.
Zeller: „Verzeichnis der vom Profi. Loew in der Türkey und Asien ge-
sammelten Lepidopteren.“ isis 1847. p. 3 ff.
3%, Ein ähnliches dunkles, wenn auch kleineres Exemplar be-
findet sich im Hamburger Museum aus der Sammlung des Herrn
Dr. Carl Fixsen. —
(wi
SS
C. Fiedler. Precis schmiedeli.
Precis schmiedeli.
Eine neue Art aus Kamerun.
Von Sanitätsrat Dr. C. Fiedler, Suhl in Thüringen.
Gehört in die zweite Gruppe der Gattung, die Dr.C. Auri-
villius im Seitz’schen Werk aus den dunklen Arten chori-
meneGuer.,stygiaAuriv,natalicaFldr.undgoudoti
Boisd. bildet. Die beiden letztgenannten Arten scheiden beim
Vergleiche sofort aus. Die neue Art ist dunkler als chori-
mene, aberheller als stygia; von chorimene scheidet
sie ferner der Verlauf der äußeren dunklen Mittellinie der
Vfl. Diese tritt bei chorimene an den Rippen 4 und 5
stark nach außen hervor und ist zwischen den Rippen 4und 2
eingebogen und im ganzen Verlauf außen von gelblichen
Flecken begrenzt. Die neue Art steht der stygia am
nächsten, auch dadurch, daß wie bei ihr dıe äußere dunkle
Mittellinie fast gerade verläuft und außen von der dunklen
Grundfarbe begrenzt wird. Was sie jedoch von allen Arten
der Gruppe auf den ersten Blick unterscheidet, ist der
außerordentlich stark sichelförmig, fast hakenförmig nach
außen vorspringende Außenrand des Vfl an der Rippe 5.
Auch sonst ist der Außenrand derVfl sehr stark geschwungen,
und alle Fl sind stark gewellt; der Zacken der Hfl auf
Rippe 5 tritt deutlicher winklig vor als bei stygiıa.
Die Grundfarbe der Oberseite ist einheitlicher, nicht
leicht verwaschen wie bei stygia, und alle Quer linien
und Augenbinden sind viel zarter und dabei schärfer an-
gelegt; der Zwischenraum der beiden parallelen Mittel-
binden zeigt auf allen Fl die reine Grundfarbe, während
er bei stygia an manchen Stellen verdüstert ist.
Spannweite 50 mm, Grundfarbe der Oberseite ein gleich-
mäßiges, helles K: ffeebraun, das nur am Vfl gegen den Apex
hin leicht verdunkelt ist; alle Zeichnungsanlagen gleichmäßig
schwarz.
Vfl: In derZelle4 geschlängelte Ouerstriche, eine doppelte,
leicht gewundene Mittellinie geht gerade vom Innenrande
gegen die Mediana und biegt hier basalwärts um bis
zur Praekostale. Eine Kette schwarzgekernter in die Quere
gezogener Augenflecke zieht von Feld 1b bis zu 4 und
erlischt hier in dem etwas verdüsterten Apikalgebiet. Innen
54 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
ist diese Augenkette von einer schwarzen Linie begleitet,
die die stärkste Zeichnung des Oberflügels überhaupt dar-
stellt. Dann folgt eine geschwungene, dem Außenrande
parallel laufende, stärkere antemarginale und eine eben-
solche schwächere marginaie Linie, die sich beide gegen
den Apex zu verlieren. Die Fransen sind braun und weiß
gescheckt.
Hfl: In der Zelle zwei gekrümmte Querstriche, dann
nach außen die fast gerade verlaufende vollständige Doppel-
mittellinie, ihr folgt die hier vollständige Augenkette, deren
einzelne Augen in die Quere gezogen sind, während stygia
hier runde oder in die Länge gezogene Augen aufweist.
Das Auge in Feld 2 und das kleinere Doppelauge in 1b
sind bläulich gekernt; die ganze Augenkette ist nach innen
wie nach außen von starken schwarzen Linien eingefaßt.
Die vollständige Antemarginallinie ist vom Vorderrande
bis Ader 5 gewellt, von da an grade verlaufend; erst wo
sie sich gegen den Anallappen wendet, wird sie wieder
fein geschlängelt und ist hier beiderseits von blauen Schuppen
eingefaßt, die neben den erwähnten blauen Augenkernen
das einzige Bunte auf der ganzen Oberseite darstellen. Die
ebenfalls vollständige Marginallinie ist im ganzen Verlauf,
sanft geschlängelt und etwas feiner als die antemarginale.
Die Unterseite ist graubraun, in der Mitte der Vfl und
gegen den Apex derselben etwas schwärzlich, an einigen
Stellen auch etwas violett überhaucht infolge eingesprengter
violetter Schuppen. Durch den Discus aller Fl zieht eine
scharfe, einfache schwarze Linie, die auf den Unterfl ganz
grade vom Vorderrande bis in die Anallappen verläuft und
an der Innenseite gelblich angelegt ist. Auf den Vil ist
diese Linie bis zur Mediana ebenfalls grade, jenseits der
Zelle geht sie im Zickzack fast bis zum Vorderrande. Eine
ca. 15 mm breite dunkle Binde geht basal von ihr vom
Innenrande über den Zellschluß zum Vorderrande. Ein
nach außen gebogener, zarter, schwarzer Strich steht quer
in der Zelle der Hfl und verlängert sich nach hinten über
den Ursprung von Ader 2 quer über das Feld 1b. Von
den Ketten der Augenflecken ist auf der Unterseite nichts
zu bemerken, nur auf den Hfl sind winzige schwarze Kern-
punkte sichtbar, die in Feld 2 und auch in 5 zu kleinen
gelblichen Kreisen erweitert sind. Antemarginal- und Mar-
ginallinien sind auf der Unterseite nur schwach sichtbar,
letztere fast verschwindend. Die ganze Unterseite läßt also
E. Wehrli. Ueber den Hybriden Psodos alpinata etc. 55
annehmen, daß es sich hier wohl um eine Form der Trocken-
zeit handelt.
Das beschriebene Stück, das leider nicht besonders gut
erhalten ist, stammt von der Mittellandbahn am Nyong-
Flusse in Südwest-Kamerun und gelangte in meinen Besitz
durch die Liebenswürdigkeit des Herrn Richard Schmiedel
in Zwickau i.Sa., der sich seit Jahren durch die Herbei-
schaffung und Verbreitung eines reichen und wertvollen
Materiales aus verschiedenen tropischen Gebieten verdient
gemacht hat.
Type: 1 9', in meiner Sammlung in Suhl.
Später erhielt ich aus derselben Ausbeute noch ein gut-
erhaltenes J’ und auch ein weibliches Stück, das unzweifelhaft
zu dieser neuen Art gehört. Das g* ist durch einen gelb-
weißen Fleck auf der Unterseite der Hfl nahe dem Kostal-
rande an der Außenseite der Diskalbinde abweichend.
Das © ist etwas größer, oben gelb-lederbraun, die Unter-
seite auch wesentlich lichter als beim g'. Die Zeichnung
der Oberseite gleicht völlig dem g', auf der Unterseite ist
die Augenfleckenkette an den Hfl in den Feldern 2—5 voll-
ständig, das Auge in Feld 2 blaugekernt; an den Vfl finden
sich Augenflecke in den Feldern 1a—5, in 6—8 kleine weiße
Punkte; die apikale Verdunklung des männlichen Vfl fehlt.
In der Flform tritt beim © eine besondere Eigentümlichkeit
hervor, die sich bei den übrigen afrikanischen Precis-
Arten nicht findet, wenigstens nicht in so deutlicher Weise:
die Spitze der unteren Zacke des Außenrandes des Vfl ent-
spricht der Fortsetzung der Ader 3, während sie sonst der
Äder 2 gegenüber liegt. Sie steht also höher als gewöhnlich,
und dadurch ist der Ausschnitt des äußeren Flrandes auf-
fallend kurz und tief ausgebildet.
Ueber den Hybriden Psodos alpinata Sc. 0' X
quadrifaria Sulz. 2 * müller-rutzi m.
Von Dr. Eugen Wehrli, Basel.
Mit Tafel I, Fig. 1—6.
Ueber dieses außerordentlich interessante Tier existieren
in der Literatur zwei Angaben: die erste inVorbrodt, Schmett.
d.Schweiz, Il.p.185, der es mit kurzer Skizzierung mit Recht
als mutmaßlichen Bastard bezeichnet, und die zweite in
56 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Prout-Seitz, wo es, Geometr.1V.p.395, als Aberration (?) auf-
geführt wird. Abbildungen und ausführliche Beschreibungen
fehlten bisher; die Zwischenform ist aber von so hohem
wissenschaftlichen Interesse, daß eine genaue einläßliche
Schilderung durchaus angezeigt ist. Erweisen sich doch
die Eltern in Zeichnung und Färbung als derart verschieden
und stehen sie im System so weit voneinander — alpinata
am Anfang, quadrifaria am Ende der Gattung Psodos —
eingereiht, daß eine Hybridisation mit lebensfähigen Ab-
kömmlingen kaum möglıch erscheint. Die charakteristischen
Merkmale beider Eltern zeigen sich aber am vorliegenden
Falter so unzweifelhaft und unzweideutig, daß meiner festen
Ueberzeugung nach irgendwelche auch nur einigermaßen
berechtigte, begründete Zweifel gar nicht aufkommen können.
DasVorkommen solcher Hybridisationsprodukte sicherer,
stark verschiedener elterlicher Arten in der freien Natur
beweist aufs schlagendste, daß diese Zwischenformen in
keiner Weise gegen die Artberechtigung des einen oder
andern der beiden Kontrahenten zu verwerten sind; ähnliche
intermediäre Formen sind gewiß auch bei den andern
zusammenfliegenden, näher verwandten Psodosarten, wie
trepidaria Hb., bentelii Rtzr., coracina Esp., dann
alticolaria Mn. mit wehrlii Vorbr., die oft gleichzeitig
an denselben Stellen fliegen, zu erwarten; nur dürften sie
schwierig als solche sicher anzusprechen sein.
Die Beschreibung (siehe Fig. 2 und 5) lautet:
Die Grundfarbe der Fl das glänzende Braun einer mittel-
hellen alpinata (zum Vergleich Fig. 1 und 4); die Mittel-
punkte aller Fl ober- und unterseits sehr deutlich vorhanden,
ebenso die schwach gezackten äußeren und die angedeuteten
inneren Querstreifen. Anschließend an die äußeren Quer-
streifen auf allen Fl, deutlicher auf den Hfl, die durch gelbe
Beschuppung unverkennbaren, braun verdüsterten, in Aus-
dehnung und Lage charakteristischen Binden der quadri-
farıa (zum Vergleich Fig. 3 und 6), die nicht bis zum Saum
reichen. Noch deutlicherals oberseits erscheinen dietypischen
quadrifaria-Binden, allerdings auch braun verdüstert,
auf der Unterseite aller Fl, auch hier einen schmalen Streifen
der Grundfarbe am Saum freilassend.
Der Falter wurde von Herrn Müller-Rutz in St. Gallen,
dem bekannten Mikrolepidopterenforscher, am 12.7.08 auf
dem Margelkopf, Kt. St. Gallen, 2163 m gefangen; er be-
findet sich zurzeit in meiner Sammlung.
[by
|]
E. Wehrli. Cidaria achromaria Lah.- Formen.
Cidaria achromaria Lah.-Formen.
Von Dr. Eugen Wehrli, Basel.
Mit Tafel I, Fig. 7—22.
Vergleicht man die Abbildungen der Cid.achromaria
Lah. in den neueren Tafelwerken, so springen die ganz
bedeutenden Unterschiede in Färbung und Zeichnung so-
fort in die Augen, wie sie in Fig. 28, Taf. 68 Spulers und
in Seitz-Prout, Geometr. IV. Taf.9, ı zur Darstellung gelangen.
Erstere hat gelbgraue Grundfarbe mit dunklern gelbbraunen
Binden und Saumfeld, letztere, viel heller, zeigt heligraue
Grundfarbe und dunkler graue Binden, die nur leicht gelb
getönt sind. Trotz der sehr großen Verschiedenheit der
beiden Abbildungen kommen doch achromaria-Formen
vor, welche ziemlich genau beiden Figuren entsprechen.
Einzelne Exemplare aus dem Jura stimmen mit derjenigen
in Prout-Seitz sehr gut überein, nur daß gewöhnlich ein
ausgesprochener gelber Farbenton fehlt. Mitder Spuler’schen
Figur decken sich annähernd von den 25 Stücken meiner
Sammlung aus dem früheren Oesterreich-Ungarn, darunter
viele e. l. Tiere, eine ganze Anzahl — einzelne sind noch
dunkler — aus der Wiener Gegend, Mödling, Gumpolds-
kirch, Niederösterreich, Arco, Südtirol, Salcano, Görz; die
Mehrzahl ist allerdings nicht so braun; alle aber sind stärker
gelbgrau gefärbt und im Basal- und Saumfeld wesentlich
dunkler als die Seitz’sche Figur, und einzelne von Mödling
und von der hohen Wand, weisen im Gegensatz zu dieser
und zur Originalbeschreibung eine im ganzen Verlaufe
scharfe und deutliche Wellenlinie auf; auch die Fransen
sind,viel dunkler. Fig..7, 8,9, 10,
Die Originalbeschreibung!), die sich auf dunkle vor-
alpine Exemplare von Meiringen, Berner Oberland, gründet,
entspricht ungefähr der Spuler’schen Figur und paßt sehr
gut zu den dunklern österreichischen Stücken. Die in
Zeichnung zur Not kenntliche, aber in der Färbung schlechte
Urabbildung De la Harpe’s stimmt bezüglich Farbenton
mit der Urbeschreibung ganz und gar nicht überein; sie
ist grau in dunkelgrau gehalten, mit dunklem Basal-, Mittel-
!) Dela Harpe, Faune Suisse, IV Phalenides, p. 128. Zürich 1852.
58 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
und Saumfeld und sehr schmaler linienförmiger heller Binde
nach dem Mittelfeld und graugelben Fransen.
Der Urtext sagt aber: „La couleur generale est le fauve
päle; le fond est couvert de beaucoup d’atömes fins,
brunätres, qui lui ‚donnent vun ‚aspeet erisatreysPa
base, la bande mediane et la marge sont d’un gris roux,
separees par deux rubans plus clairs, recouverts eux-m&mes
de lignes grisätres, qui les rendent indistincts.“
Er spricht also ausdrücklich von braunen und grau-
roten Farben; ın der Tat besitzen die dunklen abgebildeten
österreichischen Falter einen bei seitlicher Betrachtung deut-
lichen rötlichen Schimmer, besonders auf den Fransen.
Auch Gumppenberg (Systema Geometr. III. pag. 8 385)
bezeichnet die Färbungals „Bleich gelb, braun gestrichelt,
mit undeutlichen Querlinien; an der Wurzel und am Saume
rotgrau, mit helleren, von grauen Linien durchzogenen
Doppelstreifen“.
Von diesen Beschreibungen und Abbildungen stark ver-
schieden erweisen sich die Formen aus dem Jura von Basel,
Solothurn und Bern, von welchen mir 105 z. T. e. o. gez.
Exemplare zur Verfügung stehen und die De la Harpe
gänzlich unbekannt gewesen sind (siehe Fig.11,12,13,14). Sie
zeichnen sich aus durch die kalkweiße Grundfarbe
aller Fl, die, selten schwach gelblich getönt, nur mit wenig
feinen, rein grauen Atomen bestreut ist. Das Mittelfeld
scharf, dunkler grau, im Innern weißgrau aufgehellt;
Basal- und Saumfeld hell grauweiß, sehr schwach mit nur
angedeuteten Querlinien gezeichnet: die helle Binde nach
dem Mittelfeld geht ober- und unterseits unmerklich in das
meist eben so "helle, gegen den Saum kaum verdunkelte,
Saumfeld über, ın dem die Wellenlinie oft verschwindet.
Die Fransen hell grauweiß. Auch die Unterseite bedeutend
heller. Ich gebe dieser ausgezeichneten Juraform den Namen
calcearia m. Extreme fast weiße Formen, die als einzige
Zeichnung nur das graue Mittelfeld besitzen — f. fasciatam.,
mehrfach aus dem Solothurner Jura (siehe Fig. 15, 16, 17 ‚18).
Meine sechs Walliser Exemplare von Martigny enrechen
der Originalform, sind dunkel und scharf gezeichnet, mehr
grau als bräunlich im Farbenton (Fig. 19, 20, 21, 22). Culot
(Noctuelles und Geometres d’Europe, pag. 180, pl. 26,
Fig. 533 und 534) bildet in gewohnt vorzüglicher Weise die
Walliser achromaria ab, in Helligkeit und Zeichnung
G. Steimmig. Ein Zwilter von Parnassius apollo L. 59
ungefähr entsprechend den von ihm verglichenen Typen
de la Harpes und besonders das ©, Fig. 534, übereinstimmend
mit meinen abgebildeten Exemplaren von Martigny. Er wird
in gleicher Weise auch farbige Abbildungen der f. calce-
arıa bringen. Zwei g'g' von Orsova sind ebenso hell,
aber stärker gelbgrau als calcearia m.
Ein Zwitter von Parnassius apollo L.
Von Dr. G. Steimmig, Ludwigshafen (Rh.).
(Mit einer Textfigur.)
Hermaphroditen sind von Parn. delius Esp. selten,
immerhin weit häufiger beobachtet worden, wie bei Parn.
apolloL. So kann F. Bryk in seinem schönen Werke über
Parn. apollo (Archiv für Naturgesch. 1914) nur zwei oder
drei Fälle erwähnen, die bisher bekannt geworden sind, was
bei diesem Tiere, dem unglücklichen Freunde der Entomo-
logen, viel sagt.
Ich bin nun in der Lage, einen weiteren Fall — und
zwar in der seltenen Subspezies marcianus Pag. — be-
kannt zu geben. Es handelt sich um ein tadellos schönes,
durch geschlechtliche Halbierung eigenartiges Exemplar, das
mir am 28. Juli vorigen Jahres im Urgesteingebiet des mitt-
leren Schwarzwaldes vor die Füße kam. Der Falter saß
nach Art der QQ versteckt im Grase und rettete sich erst
im letzten Augenblick vor dem Getretenwerden durch ge-
ringes Flattern.
Die Rückenlinie teilt das Tier links in eine typisch weib-
liche, rechts in eine kleinere typisch männliche Seite. Be-
sonders eigentümlich für das Auge wirkt der Körper, der
vom Kopf bis zum letzten Bauchring rechts die silbergraue
dichte Behaarung trägt, die die schwarze, schuppenlose und
schlanke männliche Körperhälfte bedeckt; links dagegen ist
Thorax und das weiblich bauchig angeschwollene Abdomen
genau wie bei allen QQ, nur spärlich behaart. Der Thorax
trägt auf der linken Seite nur den kurzen und rotbraunen
Halskragen des ©, und das Abdomen zeigt die für dieses
charakteristische Beschuppung. Die äußeren Geschlechts-
merkmale an der Hinterleibspitze gehören beiden Geschlech-
tern an und liegen nicht neben-, sondern übereinander.
60 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Allerdings scheint mir das weibliche Geschlecht weniger aus-
gebildet zu sein als das männliche, wie aus dem Folgenden
ersichtlich. Die achte Segmentplatte erscheint links auf der
weiblichen Seite als schwarzglänzender, breiter und kahler
Ring, der seitlich in Höhe der Stigmen aufhört, und dessen
Hinterrand die sehr kurzen, breiten, schwarzen Härchen, die
langen, hellgelben Drahthaare in der Nähe der Afterspitze
und schließlich auch kurze weiche, reinweiße Haarbüschel-
chen trägt. Also auf dieser Seite die ganz normale, charakte-
rıstische Umrahmung des weiblichen Kopulationsorganes.
Rechts dagegen reicht der Segmentring ununterbrochen bis
zur offenen Bauchnaht herab und zeigt in seiner Behaarung
ganz normalen männlichen Charakter. Nur ist sein Ende
ventralseits nicht so wuchtig anal ausgeschweift. Das letzte
Viertel des achten Ringes nun, die Stelle von dieser Bauch-
naht bis zum gegenüberliegenden Ende des Ringes auf der
weiblichen Seite ın Höhe der Stigmen, wird von einer Chitin-
platte ausgefüllt, die normal weder dem männlichen, noch
dem weiblichen Körper angehört. Sie schließt zwar eng an
die Enden des achten Ringes an, ist aber von innen heraus
etwas aus der Peripherie heraus gedrückt und erweitert
diesen daher hier bauchig. Sie hat nur geringe Breite und
erinnert durch ihren ausgebuchteten und stellenweise weib-
lich befransten, höckerigen, hin und her gebogenen Rand
immerhin an die „wie die Zehen des Kindes aussehenden“
Chitinleisten ventralseits am Eingang zur Bursa copulatrix
normaler @Q. In diesem so beschriebenen Kreise steht nun,
mit der Spitze nach hinten gerichtet, der Kegel der völlig
normalen und daher hier nicht interessierenden, äußeren
männlichen Geschlechtsteile mit Uncus, Valven usw. Seine
Basis .ist kleiner als der achte Ring, exzentrisch dorsal ver-
schoben und läßt ventral zwischen Valven und Ring Platz
für die zu einem tiefen Loch eingeengte weibliche Hinter-
leıbshöhle, die sich auch etwas an der linken Seite in die
Höhe zieht. Der Blick hier hinein — an den völlig frei-
liegenden löffelartigen Valvenanhängen herab — ist durch
Mangel an Licht behindert. Zu meinem Staunen entdeckte
ich hier im Innern, und ich glaube mich nicht zu täuschen —
den Ovipositor. Aber die Höhlung ist noch viel tiefer. Ich
vermute in ihrem Grunde die Scheidenmündung. Tasche
ist nicht vorhanden.
Die linke weibliche Flseite ist größer und vor allem stärker
verglast als die stark beschuppte männliche Seite. (Siehe
G. Steimmig. Ein Zwitter von Parnassius apollo L. 61
Abbildung in natürlicher Größe.) Auf den Vfl ist links
die Basalschwärzung ausgedehnter; ebenlalls die.Elemente
der Trachtbinde. So haben wir rechts nur kleine Kostal-
flecke, links dagegen ein Subkostalbändchen mit einigen
roten Schuppen unterwärts. Auch ist der Hinterrandsfleck
der linken, weiblichen Seite größer. Die auf der männlichen
Seite kurze Submareinalbinde endet zwischen C, und C,,
ebenso dasGlasband. Links dagegen erreichen Submarginale
phot. Dr. Eberhardt-Ludwigshafen.
und Glasband die Hinterrandsecke. Auf den Hfl hat die
weibliche, linke Seite kräftiger entwickelte Augenflecke,
Analflecke und Submareinalbinde und vor allem ein Glas.
band, von dem rechts nichts vorhanden. Auch sind unter-
wärts teilweise die roten Basalflecke und der mittlere
Analfleck mit weißen Spiegeln versehen im Gegensatz zur
männlichen Seite.
In der Varietät marcianus sind die äußeren Unter-
schiede zwischen männlichen und weiblichen Individuen
nicht ganz so ins Auge fallend wie bei manch anderer Apollo-
rasse. Die Verdunkelung der weiblichen Stücke ist hier z.B.
nur gering. Soweit diese Unterschiede aber bei marcianus
für einen echten Hermaphroditen zu erwarten, sehen wir
sie in diesem Tiere scharf ausgeprägt.
62 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Beschreibung des Eies, der Raupe, Puppe und
der verschiedenen Falterformen von Rbynchagrotis
(Agrotis) chardinyi Bsd.
Von Heinrich Zöllner, Königsberg (Pr.)-Oberachern (Bad.)
(Hierzu Tafel II.)*
Il. Fang der Falter. Zwischen dem 20. und 27. Juli 1919
hatte ich Gelegenheit, auf grasreichen Waldblößen des
südöstlich von Königsberg (Pr.) liegenden „Frisching-
Forstes“ -obengenannte schöne Eule in einer für diese ost-
europäische und seltene Art auffallend größeren Anzahl
zu erbeuten. Die Tierchen saßen bei Schatten und abends
einzeln oder mehrfach an den blauen und gelben Wicken-
blüten, die an dem langen Grase emporwuchsen und ließen
sich bei der geringsten Erschütterung fallen. Von etwa
10 Uhr vormittags bis gegen nachmittags flogen diese Eulen
im Sonnenschein außerordentlich wild im Zickzackfluge
umher, zu einer solchen Zeit war ein Einfangen ganz un-
möglich, es mußten die Abendstunden dazu abgewartet
werden.
Die einzelnen Flugstellen, die meist kaum die Maße
eines größeren Zimmers hatten, zeigten in Bezug auf die
Flora nichts besonderes, so daß ein weitausgebildeter Ge-
selligkeitstrieb dieses Falters wohl die Ursache des eng-
begrenzten Vorkommens sein dürfte. Da die an anderen
Stellen ebensohäufig wachsenden Wicken unbesetzt waren,
* Auf besonderen Wunsch der Schriftleitung wurde diese Arbeit
etwas verkürzt, um die hohen Druckkosten einzusparen.
Es muß der „Iris“ besonders hoch eingeschätzt werden, daß sie
trotz der ganz gewaltigen Steigerung der Kosten durch eine Farb-
tafel, wie eine solche dieser Arbeit beigegeben ist, es mir möglich
gemacht hat, die bisher in allen Werken völlig unbekannten Ei,
Raupe und Puppe, sowie auch die schönen und sehr aberrativen
Falterformen im Bilde vorzuführen und dadurch wieder eine Lücke
in der Kenntnis der europäischen Falterwelt auszufüllen. Ganz be-
sonderen Dank und Anerkennung aber gebührt dem hochherzigen
Stifter, Herrn Prof. Dr. Unterberger in Königsberg, welcher durch
einen Geldbeitrag zu den hohen Herstellungskosten der Tafel deren
Ausgabe ermöglichen half.
H. Zöllner. Beschreibung d. Eies, d. Raupe, Puppe v. Rhynchagrotis etc. 63
vermute ich, daß etwa besondere Pflanzen, die an den
Flugplätzen unter dem meterhohen Grase gedeihen könnten,
die bisher unbekannte Futterpflanze sein könnten. Aber
außer den allgemeinen auf solchen Waldblößen und an
Waldwegen wachsenden Pflanzen konnte ich trotz langen
Suchens nichts finden, dıe Raupen sind demnach, was bei
der Zucht derselben ja auch bestätigt wurde, vollständig
polyphag.
Um die bisher völlig unbekannte Raupe zu ziehen und
wenn möglich zu beschreiben, wurden einige QQ mit-
genommen, welche bei Fütterung mit Honig in einem nur
mit wenigen Grashalmen und Wickenpflanzen versehenen
Glaszylinder etwa zwei bis drei Wochen lebten und willig
die Eier ablegten.
Il. Das Ei. Figur 1 und 2. Die Eier werden in einer
Anzahl von etwa 60 bıs 90 Stück in Häufchen (von 5 bıs 30)
an Blattstengeln, Grashalmen usw. wahilos abgelegt und
nicht sehr fest angeheftet, denn bei nur ganz schwacher
Berührung fallen sie von ihrer Unterlage ab.
. Die Größe der Eier ist etwa 0,75 mm im Durchmesser
ind 0,50:.mm: m ‘der Höhe; die: Form ist fast‘ die ’einer
Halbkugel, deren Pol leicht eingedrückt ist. Die Mikropyle
besteht aus einem meist unregelmäßig geformten Sternchen,
dessen sieben bis elf Strahlen dünnste, an den Enden spitz
zusammenlaufende Leistchen bilden, die zwischen sich
keulenförmige Grübchen frei lassen. Aehnlich vielen Eulen-
eiern ist das ganze Ei von chardinyi mit einer groben
Anzahl feinster Leistchen, die meist nach einer schmalen,
unregelmäßigeren Zone bei den Strahlenspitzen des Mikro-
pylar-Sternchen beginnen, besetzt. In ziemlicher Erhebung
verlaufen diese Leistchen wie Meridiane vom Pol nach
unten, dortselbst langsam niedriger werdend, so daß die
Unterseite, also die Änhaftungsstelle, fast ganz glatt wird.
Zwischen diesen meridionalen Leisten, von denen einige
und unregelmäßig verteilt nicht am Pol, sondern erst ın
etwa Zweidrittelhöhe ihren Anfang nehmen, sind Verbin-
dungsleisten in fast regelmäßigen Abständen voneinander
zu sehen (Figur 1). Diese haben ‚zwischen den Ansatz-
stellen eine geringere Erhebung. Die obere Kante dieser
Leistchen ist also in der Mitte nach innen schwach ein-
gebogen. Von oben gesehen ist das Ei nicht kreisrund,
sondern an verschiedenen Stellen schwach ausgebeult.
Siehe Figur 2;
64 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris, Dresden 1920.
Die Farbe ist milchig-weiß und ohne besondere Zeich-
nung, kurz vor dem Schlüpfen scheint der dunkle Inhalt durch.
IH. Die Raupe. Figuren 3 bis 10. Nach etwa neun-
bis zehntägigem Liegen fressen sich die etwa 3!/, bis 4 mm
langen Räupchen an der Seite des Eies durch, was ihnen
recht schwer fallen muß, denn nach meinen Beobachtungen
dauerte es meist drei Vıiertelstunden. Nach dem Schlüpfen
kriechen die kleinen Räupchen etwas herum und suchen
sich ihre Geschwister, bezw. die Räupchen gleicher Art,
wenn auch von anderem Gelege, um den Tag über eng
aneinander geschmiegt an verdunkelten Stellen regungslos
zu verharren. Ein Auffressen der Eischalen, wie dies bei
manchen Arten zu beobachten ist, findet hier nicht statt,
wie auch erst einige Stunden nach dem Schlüpfen mit der
Nahrungsaufnahme begonnen wird.
Die Färbung und Zeichnung der jungen Raupen ist bei
allen ohne Unterschied im ersten Kleide ein mattes Grau-
grün; auf dem Rücken und an den Seiten ist je ein schmaler,
kaum merklich hellerer Streifen zu erkennen. Der Kopf
ist mattbraun und mit zweimal sechs feinster Punktwarzen,
die je eine feine kurze Borste zeigen, besetzt. Auch sämt-
liche Leibesringe tragen 14 bis 16 solcher Punktwarzen
mit Borsten, von denen die des zweiten und dritten Ringes
in einer Linie, alle anderen aber in zwei Linien (Ringen)
angeordnet sind. Siehe Figuren 3 bis 6.
Die Füße sind alle recht klein und schwach, die vor-
dersten beiden Bauchfußpaare fehlen, so daß der Gang
ein spannerartiger ist. Sobald die Raupe etwas Nahrung
zu sich genommen hat, scheint der grüne Darminhalt durch
und wird die Färbung dadurch etwas satter.
Nach der ersten Häutung ist die Färbung und Zeichnung
schon viel dunkler und deutlicher, von den früher fehlenden
Bauchfüßen erscheint jetzt das vierte Paar, die Punktwarzen
mit den feinen Borsten sind in gleicher Weise erhalten.
Nach der zweiten Häutung erst erhalten meist die kleinen
Räupchen ihre charakteristische Färbung und Zeichnung,
wıe diese in Figuren 4 bis 6 abgebildet sind. Etwa 40%,
sind hellbraungrün, etwa 53°/, dunkelviolettbraun und 7°,
dunkelgrünbraun, nach der Nahrungsaufnahme wieder (wie
auch erwachsen) noch eine Schattierung dunkler; die Punkt-
warzen mit Borsten noch genau so angeordnet wie früher.
Auch das fünfte Beinpaar entwickelt sich nach dieser zweiten
Häutung, so daß der Gang nun „eulenartig“ ist.
H. Zöllner. Beschreibung d. Eies, d. Raupe, Puppe v. Rhynchagrotis etc. 65
Auf dem Rücken zeigen sich jetzt eine ziemlich breite
weißliche Dorsale und zwei beiderseitige, viel schmälere,
gleichhelle Subdorsalen, die auf den beiden letzten Ringen
unterbrochen und näher zusammengerückt erscheinen; auf
der Afterklappe laufen die beiden Subdorsalen fast zu-
sammen. Die Stigmalen fehlen an den Seiten, dagegen ist
je eine breite, weißliche Basalis vorhanden. Die beiden
Ventralen sind bräunlichgrün und kaum hervortretend.
Vor der zweiten Häutung hat das Räupchen eine Länge
von etwa 6 mm, vor der: dritten eine solche von ca. 10 mm,
vierten von 14 bis 16 und ausgewachsen von 23 bis 26 mm;
das Wachstum ist also (wie bei den allermeisten Raupen)
vor der Verpuppung am größten. Ist nun nach der ersten
und zweiten Häutung ein gewisser Unterschied in der
Färbung zu erkennen, so muß nach der dritten Häutung
festgestellt werden, daß jetzt alle Raupen eine fast genau
gleichmäßige Färbung erhalten haben. Recht auffallend ist
es noch, daß die Raupen in der Lage sind, die hellere oder
dunklere Färbung einigermaßen der Unterlage anzupassen;
denn als ich zum Abzeichnen (was wegen der Zeit nur am
Abend vorgenommen werden konnte) ein dunkles Exemplar
auf den Papierstreifen und mit diesem in starke Beleuch-
tung brachte, wurde dieselbe nach ganz kurzer Zeit (ca.
fünf Minuten) so hell, daß man meinen konnte, ein ganz
anderes Tier vor sich zu haben. Das gleiche erfolgte noch
bei mehreren Stücken, so daß ich genötigt war, die letzte
Ausfärbung der Tafel am Tage und unter ständigem Raupen-
wechsel vorzunehmen.
Bei der erwachsenen Raupe sind die Striche (von der
dunklen Grundfärbung) nur noch an den äußeren Kanten
der Subdorsalen und Basalen (zweiter und dritter weißer
Strei©en) erhalten, zwischen diesen aber fein und hell mar-
moriert. Stets aber ist die ganze Unterseite gleichmäßiger
und matter gefärbt und gezeichnet. (Siehe Figuren 7, 8,
9 und 10.)
Die sog. echten und unechten Füße sind selbst bei der
ausgewachsenen Raupe sehr klein und schwach, wodurch
es dieser kaum möglich ist, an glatten Stengeln und auf
Blattseiten sich festzuhalten.
Die Zucht war eigentlich, trotzdem die Futterpflanze
nicht bekannt war, sehr einfach. Um letztere kennen zu
lernen, wurde (wie schon oben gesagt) das ganze Gelände
Deutsehe Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein V
Iris zu Dresden. Jahrgang 1920.
66 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
beim Fangen der Eulen eingehend auf etwaige besondere
Pflanzen, an den chardınyı etwa vorkommen konnte,
abgesucht, doch ohne Erfolg. Wir setzten deshalb den
jungen Raupen alles mögliche Futter vor, auch die Blüten
und Blätter der gelben und blauen Wicke, sowie etwas
Salat. Nach anfänglichem Benagen der verschiedenen Blät-
ter und Gräser wurde dem Salate ausnahnıslos der Vor-
zug. gegeben, welcher denn auch von den kleinen Raupen
siebartig durchlöchert, von den größeren aber sehr schnell
verzehrt wurde. Da aber die Raupenzucht in einem Be-
hälter mit Salat wegen der dabei leicht auftretenden Krank-
heiten immer etwas riskant ist, wurde in einige ausgeräumte
Glasaquarien etwas Erde getan und Erbsen eingesetzt, die
denn auch, da die Gläser auf der Südseite standen, mit
einem Glasdeckel bedeckt waren und viel Sonne hatten,
infolge der Wärme schnell aufgingen. In diese „TI reibhäuser“
wurden die Raupen gesetzt, welche dann auch sofort das
saftige Futter annahmen und gut dabei gediehen. Es war
aber den Raupen nicht möglich, an den dickeren, glatten
Erbsenstengeln in die Höhe zu klettern; ich war gezwungen,
zu diesem Zwecke dünne Holzstäbchen von entsprechender
Länge zwischendurch in die Erde zu stecken, die auch
sofort benutzt und des Morgens dicht mit den Raupen
verschiedenster Größe besetzt waren. An hellen Stellen
oder an den Futterpflanzen waren nur selten einige Raupen
während des Tages zu finden; ein eigentliches Verkriechen
wie bei vielen Agrotis-Raupen (die meist in- die Erde
gehen) fand jedoch nicht statt. Die Nahrungsaufnahme
erfolgte in der Regel abends und nachts, doch wurden die
Raupen am Tage gestört, dann krochen sie soweit, bis sie
Futter fanden und nahmen dieses selbst mitten am Tage
und beı direkter Sonnenbestrahlung bis zur Sättigung ein.
Vor dem des öfteren eingelegten anderem Futter, wie
Schafgarbe, Löwenzahn, Wegerich, Birken- und Brombeer-
blätter, Gräser verschiedener Sorten, gelben und blauen
Wickenblüten und -Blättern, verschiedenem Gemüse (Kohl)
wurde dem Salate und den Erbsenblättern der Vorzug
gegeben.
Ein Teil der Raupen, ca. 60°),, verkroch sich nach
etwa sechs bis acht Wochen zwischen Torfmull und Moos,
um sich, ohne einen Kokon zu machen, zu verpuppen.
Der andere Teil der Raupen, der von Anfang an schon
stark im Wachstum zurückblieb und von denen einige kaum
H. Zöllner. Beschreibung d. Eies, d. Raupe, Puppe v. Rhynchagrotis etc. 67
die dritte Häutung vorhatten, während die ersteren zum
Teil schon den Falter lieferten, stellte trotz Wärme und
genügendem Futter das Fressen ein, um jedenfalls zu über-
wintern. Zurzeit sind diese denn auch im Winterlager,
das (in guter, reiner Erde) mit eingesetztem Wegerich und
Salat bepflanzt ist und kommen bei wärmerem Wetter
einzelne Raupen hervor, um etwas Nahrung aufzunehmen.
Hier kamen auch einige Verluste an toten Raupen vor,
während eine Krankheit bisher während der Zucht nicht
aufgetreten ist. Ein gegenseitiges Anfressen habe ich nicht
beobachtet, wennschon es öfters vorgekommen sein muß
(an einigen toten Puppen wurde es später festgestellt), daß
eine Raupe eine frische, noch weiche Puppe angebissen
hat. Kurz vor und während der Verpuppung ist die Raupe
am empfindlichsten, denn die geringste Störung verursacht,
dab sie die Haut nicht genügend abstreifen kann und nach
wenigen Stunden eingeht. Die vielen so vorgefundenen
Toten bestätigten das leider zur Genüge und kamen hier
auch die größten Verluste vor, trotzdem nicht mehr wie
etwa 50 Raupen in einem Behälter von ca. 10 qdem Grund-
fläche (bei entsprechender Höhe) zusammen waren.
IV. Die Puppe. Figur 11. Die Puppe ist etwa 12—13 mm
lang und 4 mm dick, glänzend rotbraun bis schwarzbraun
und wenig lebhaft. Die Augenhülsen treten verhältnismäßig
stark hervor und sind an dem Saumteil der Flscheiden die.
Adern der Fl durch feine Leisten oder Rippen markiert.
Der Kremaster trägt zwei sehr nahe beieinanderstehende,
etwa 1 mm lange Spitzen (Dorne), deren feine Enden zu einem
Haken umgebogen sind. Etwas abstehend davon sind rechts
und links davon noch je ein feinster Dorn zu sehen, die aber
bei ganz geringer Berührung abbrechen, so daß diese vielen
Puppen fehlen. An den hinteren Kanten der Abdominal-
segmente treten feine fast regelmäßige Punktierungen auf,
die durch kleinste längliche Höckerchen gebildet werden.
Die Entwicklungszeit dauerte etwa vier bis fünf Wochen,
was wohl auch ım Freien der Fall sein wird. Werden die
Puppen (nach meinen Erfahrungen) zu feucht gehalten, dann
gehen sie meist an Fäulnis ein, fast trockener Sand mit einem
alten Leinwandlappen zugedeckt, genügte vollkommen.
Letzteres war schon deshalb nötig, um den auskommenden
Faltern Gelegenheit zu geben, durch Festhalten die Puppen-
hülle abstreifen zu können.
68 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
V. Die Falter. Figuren 12 bis 20. Alle Beschreibungen,
die von dieser schönen Eule in den meisten Werken zu finden
sind, lauten sehr ungenau und sınd anscheinend meist nur
nach wenigen Stücken aufgesetzt. Selbst die Original-
beschreibung ist mangelhaft, wenn man die verschiedenst
gefärbten Stücke in Betracht zieht.
Die Originalbeschreibung in: „Europaeorum Lepidop-
or mindes methode Atore ]J. A.Boisduval 'p: 94( (1829)“
lautet: „Statura Divergentis, alis anticis fuseis, striga postica
albicanti, sinuata; posticis Juteis margine latiore nigro, ab-
dominis segmentis lutescentibus. De mare femina diflert sta-
tura majore et alıs anticis dilutioribus. Hanc speciem omnino
novam, invenit A. Chardiny Orosovae circa Moscow, quis-
centem in florıbus umbelliferum, pluraque cepit specima.“
„Von der Statur der divergens (Plusia) mit dunklen Vfl, die
hinteren Streifen weiß, buchtig, die Hfl gelb mit breitem
schwarzen Rande, Abdominalsegmente gelb. Vom g! ist das
O unterschieden durch größeren Wuchs und verwaschenere
Vfl. Diese durchaus neue Art fand A. Chardiny in Orosova
bei Moskau auf Doldenblüten ruhend. Er griff mehrere
Stücke.“
Auffallend ist bei dieser Beschreibung, daß auch der Ent-
decker A. Chardiny die Tiere auf Blüten (allerdings Umbelli-
feren, die aber, wenn auch in geringer Anzahl an dem ost-
preußischen Flugplatze vorhanden, nicht besetzt waren)
sitzend, jedenfalls am Tage, gefunden hat. Bei den ost-
preußischen Stücken ist der Unterschied in der Größe
zwischen g' und © wie oben erwähnt nicht so augenfällig,
auch die Zeichnungen sind bei der Mehrzahl in beiden Ge-
schlechtern gleich und verschwommen (Siehe Tafel I)
Figuren 12 und 15. (Namenstypen.)
Bei dem reichlichen Freilandmaterial, das mir neben den
e. |. Stücken zur Verfügung stand, war es leicht, die ver-
schiedenst gefärbten Tiere zu sortieren und habe ich mich
bemüht, diese in Figuren 12 bis 20 auf der Tafel abzubilden,
auf peinlichste Naturtreue den größten Wert legend. Man
wird auf dieser Tafel sofort finden, daß die Veränderlichkeit
in der Färbung besonders der Vil eine recht große ist, bei
den g'9' viel weniger allerdings als bei den O0. Von den
meisten der abgebildeten Aberrationen ist in allen mir zu-
gänglich gewesenen Schriften und Beschreibungen nichts
erwähnt, so daß es möglich sein kann, daß solche abgeänderte
H. Zöllner. Beschreibung d. Eies, d. Raupe, Puppe v. Rhynchagrotis etc. 69
chardinyi, vielleicht auch dievar. fuchsii, hier zum ersten-
mal im Bilde vorgeführt werden können. Die Originale,
bzw. die Typen befinden sich serienweise in meiner Samm-
lung. Figur 12: (ca. 70 °/,) zeigt die häufigste und allen Be-
schreibungen und Abbildungen nach die Typen-Form der
gg: Thorax mit Schulterdecken schwarzbraun, Abdomen
ebenfalls, doch am hinteren Ende noch mit gelben Schuppen-
haaren besetzt, Kopf, Fühler und Beine etwas heller. Die
Vfl am Beginn der Kostale schmal milchweiß, sonst bis zum
saumwärtigen Ende des Mittelfeldes zunehmend dunkel
schwarzbraun bis fast ganz schwarz. Hinterer Querstreifen
und Wellenlinie etwas verwaschen gelblichweiß, dies be-
sonders am Vrd. Zwischen diesen und vor dem Saume
dunkel schwarzbraun, am Vrd mit zwei kleinen hellen
Punkten bei allen Formen. Die Fransen sind heller sch warz-
braun und dunkler geteilt. Die sog. Rundmakel ist zu einem
Dreieck verzogen und mit einem breiten gelblichweißen
Rande umzogen. Die Nierenmakel ist schwarz ausgefüllt,
ihr heller Rand nur ganz fein und meist nach innen durch
dunkle Schuppen verdeckt.
Allen chardinyi gemeinsam,ist: 1. Das völlige
Fehlen der sog. Zapfenmakel, 2. die auffallende Verzerrung
der Rundmakel zu einem Dreieck und deren breite, helle
Einfassung, 3. die sehr schmale und feine helle Umrahmung
der Nierenmakel sowie 4. das vollständige Fehlen der
Pfeilstriche in der Wellenlinie; im ganzen also ist die
sog. Eulenzeichnung recht unvollständig. Die Hfl sind
tief orangegelb mit ebensolchen breiten Fransen, sowie
einem fast gleichmäßig breiten, wurzelwärts nur wenig ge-
schweiften tiefschwarzen Rande. An der Basis der Hil
ist eine strahlenförmige, graue Bestäubung. Auf der*Unter-
seite der Vfl sind der Vorder- und Innenrand schwarz, mit
einzelnen gelben Schuppen aufgehellt, das Mittelfeld in der
Größe der Mittelzelle und der Saum ist einfarbig orangegelb.
Desgleichen die ganzen Hfl und die Fransen, die tiefschwarze
Binde wird zwar wiederholt, doch schmäler und nach dem
Apex zu kürzer. Bei einzelnen Stücken ist diese Binde
saum- und wurzelwärts auf den Adern tief gezackt und
zum Teil fast unterbrochen. Die dunkle Wurzelbestrahlung
fehlt. Leib, Beine und Palpen dicht weißlich beschuppt.
Mitteltibien mit ein Paar, Hintertibien mit zwei Paar Sporen;
Fühler fast von dreiviertel Fllänge. Ferner zeigen alle Falter
dieser Art, die g'g' etwas mehr als die @Q einen starken,
70 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
auffallenden Goldglanz (der das Abzeichnen außerordentlich
erschwerte, da dadurch dıe Abtönung der Farben sich bei
jedem Gesichtswinkel abänderte). Figur 13 (ca. 25 %,) zeigt
die etwas seltener vorkommenden g'g',beidenen dasSchwarz
zum Teil stark von einem satten Braun verdrängt ist, am
meisten am Saume zwischen Rund- und Nierenmakel. Bei
Figur 14 (ca.6 °/,) ıst das Dunkle noch mehr zurückgewichen,
die gelblichweiße Bestäubung hat sich breit ausgedehnt, der
braune Fleck zwischen Rund- und Nierenmakel ist ebenfalls
heller geworden. Der helle Wurzelstrahl verläuft fast bis
zur Rundmakel, unter welcher (zum Innenrand) der dunklere
Mittelschatten liegt. Diese helle Form der g'g! ist sehr
selten, besonders in der abgebildeten extremen Färbung.
Figur 15 (ca. 65 %,) stellt die häufigste Form der 909 dar, die
nach den Beschreibungen wohl auch die typischen QQ sein
dürften. Der gelblichweiß 3e Unterton erhält durch die dichte,
braunschwarze Ueberstäubung eine eigentümliche olivgrüne
Färbung bei verschwommener Zeichnung, die Wellenlinie
ist etwas heller als bei den g'g', nur die Fransen sind hell-
und dunkel-geteilt braun. Figur 16 (ca. 4°/,) zeigt ein auf-
fallendes, besonders helles Stück, bei welchem nur der stark
gezackte Mittelschatten etwas dunkler braunschwarz hervor-
tritt. Die Grundfärbung ist fast milch-weiß, die analog der
ganzen Zeichnungsanlage mehr oder weniger durch die grau-
braune Beschuppung verdunkelt wird. Auch hier sind nur
die Fransen geteilt braun, wie auch bei dieser Form der
ganze Leib durch braune Schuppenhaare bedeckt ist. Solche
hellen Stücke sind recht selten. Fig. 17 (ca. 15°/,) stellt wohl
die schönste Form dar, bei welcher der satte rotbraune Fleck
am Saume zwischen Rund- und Niıerenmakel, sowie der nur -
wenig schwärzlicher gefärbte Mittelschatten unter den Makeln
sich sehr kontrastreich abheben. Die innere Begrenzung der
Wellenlinie hat auf den Adern feine braune Bestäubung,
kurz vor dem Saume ebenfalls. Figur 18 (nur ein Stück)
veranschaulicht ein stark verdunkeltes Stück, bei dem der
nach dem Innenrande zu liegende basale Querstreifen, der
Mittelschatten, die innere Umsäumung der Wellenlinie und
die kräftige Saumlinie tief schwarzbraun erscheint. Am
auffallendsten aber ist die gleichmäßige Verdunkelung der
Hfl mit den Fransen (das gleiche auch unterseits), hierdurch
ein eigentümliches Ockergrau erzeugend. Figur 19 (3 %)
zeigt die schöne kupferrote Form, bei welcher jede braune
und schwarze Bestäubung fehlt, so daß selbst der Kopf und
H. Zöllner. Beschreibung d. Eies, d. Raupe, Puppe v. Rhynchagrotis etc. Wi
Thorax kupferrot ist, während der Hinterleib braungelb ge-
färbt bleibt. (Dieses Stück war die erste s. Zt. von meiner
Gattin gefundene chardinyi, und dürfte durch dıe schöne,
eigentümliche rote Färbung das anfängliche Nichterkennen
der Art bei ihrem unvermuteten Auffinden erklärt und ent-
schuldigt werden.) Figur 20 (nur ein so scharf wie abgebildet
gefärbtes Exemplar, dazu einige Uebergänge) dürfte wohl die
von Wendtland (i. d. Jhrb. Nass. Nat. Ver. 54. pag. 85) aufge-
stellte var. fuchsii W. sein, welche nach Speiser (d. Fauna
v. Ostpreußen 1903. pag. 38) bei Tapiau (etwa 15 km von
unserem Fangplatze entfernt) in nur einem Exemplar s. Zt.
gefunden wurde. Die Färbung entspricht fast genau der vor-
abgebildeten roten Form Figur 19, doch ist die Kostale in
fast dreiviertel Flbreite bis zur Rundmakel und der die
Nierenmakel schmal umsäumenden Einfassung scharf hervor-
tretend kreideweiß, nur durch einige wenige graue Schuppen
etwas getrübt. Das abgebildete Stück ist nicht größer und
schmalflügeliger als die anderen, auch nicht wie die asiatischen
Tiere. Es wurden von uns noch andere, hier nicht abge-
bildete, Stücke gefunden, die Uebergänge zwischen den
einzelnen Formen sind, so besonders zwischen den in den
Figuren 15 und 17 abgebildeten. (Davon etwa 12—15°),.)
Auch hier bei dieser schönen Spezies zeigt sich wieder die
auffallende Erscheinung, daß fast alle Raupen (ca. 98 %,)
genau die gleiche Färbung und Zeichnung haben, während
die sich daraus entwickelten Falter derart stark aberrieren,
daß man glauben könnte, ganz verschiedene Arten vor sich
zu haben.
Betrachtet man die oben beschriebenen, zum größten
Teile sehr schönen aberrativen Formen und vergleicht
diese mit den bisher erschienenen Beschreibungen und Ab-
bildungen, so wird man mir zustimmen, daß entweder diese
Formen noch nicht bekannt waren oder doch noch nirgends
beschrieben wurden. Ich konnte mich denn auch nicht ent-
halten (trotzdem ich ein Gegner der vielen — vor allem der
nichtssagenden — Namengeberei bin) nach den vorhandenen
und darnach abgebildeten Tieren Formgruppen aufzustellen,
die wie folgt eingeteilt sind:
forma typicam. Figur 12 g’ und 15 9
forma brunnea m. Figur 13 9’ und 17 ©
forma albida m. Figur 14 9' und 16 ©
forma melanos m. Figur —— — 18%
forma rubram. Figur —- — — 199%
72 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Dazwischen sind nun einige Uebergangsstücke (ca. 10 %/,)
die man aber leicht in einer dieser Gruppen unterbringen
kann. Nach der Originalbeschreibung der var. fuchsiiW.
hat der Autor diese nach einem einzigen Stück aufgestellt
inder Annahme, daß solche gefärbte Tiere öfters vorkommen.
Von den vielen chardinyi, die ich dort in Ostpreußen
gesehen habe, war nur ein einziges Stück, das, wie ab-
gebildet, ganz der Diagnose entspricht, die in mehreren
Exemplaren vorkommenden Ueber gänge haben alle eine nur
hell-gelbe Kostale, niemals so kreideweiß wie var. fuchsii
Wendtland.
Die forma melanos und rubra habe ich im männ-
lichen Geschlechte noch nicht gefunden, wie auch unter den
von mir gezogenen Stücken weder solche, noch ähnlich ge-
färbte Tiere aufgetreten sind; desgleichen auch noch keine
var buichsiı Diere. 1. Stücke haben’fast’ alle dıe Große
der gefangenen Freilandtiere, eine Kopula konnte trotz an-
scheinend günstiger Umstände nicht erzielt werden, mir
scheint, daß das Fehlen der Blüten (Futter in Form von
Honig haben die geschlüpften Tiere angenommen) und die
Gelegenheit des Ausfluges wohl daran die Schuld trugen;
die erhoffte Weiterzucht konnte also leider nicht durch-
geführt werden.
Eine Eigentümlichkeit der gefangenen chardinyi,
sowohl der g'g9' wie auch der 99, mag noch erwähnt
werden, weil ich diese noch bei keinem Falter gesehen habe.
Anscheinend nach beendetem Honigsaugen sitzen die Tier-
chen auf einer möglichst freien Unterlage und streichen
mal rechts, mal links die Fühler an den Unterseiten der
Vorderbeine vorbei, erstere gleichermaßen abwischend. (Et-
was Aehnliches kann man ja täglich bei der Stubenfliege
beobachten.) Dies geschieht mehrere Male hintereinander
und hat das Tierchen anscheinend ein Bedürfnis zu einem
solchen Tun, dessen Sinn und Zweck mir nicht klar ist.
VI. Systematisches. Wie schon in der Reihenfolge ım
„Seitz“, auch in der Ueberschrift dieses Aufsatzes ersichtlich
ist, hat Smith die Art chardinyi von der (im „Seitz“ auf-
geteilten) Gattung Agrotis abgetrennt und zu Rhyncha-
grotis verwiesen. Da der Grund mir nicht bekannt war,
erlaubte ich mir eine diesbezügliche Frage an Herrn Prof.
Dr. Seitz, welcher mir freundlichst folgende Auskunft gab:
„Rhynchagrotis ist benannt nach den verlängerten
H. Zöllner. Beschreibung d. Eies, d. Raupe, Puppe v. Rhynchagrotis etc. 13
Palpen, die schnabelartig vorstehen, außerdem beschreibt
Smith die Gattung: Fühler in beiden Geschlechtern ein-
fach, oder beim g' nur kurz bewimpert. Außenrand der
Vfl gerade oder kaum schräg, der Apex daher, wenn nicht
leicht gerundet, etwa rechtwinkelig. Smith unterscheidet
drei Gruppen, die er wie folgt charakterisiert:
a) Hfl gelb = Gruppe chardinyi (Schnabel stumpf)
b) mit vollkommenen Makeln, Thorax fast ohne Schopf
cupida (Schnabel groß)
c) Ringmakel /\ förmig — Gruppe drei.
Ohne maßgebend sein zu wollen, kann ich mich mit der Smith'-
schen Diagnose nicht befreunden, denn, (um bei Gruppe c) an-
zufangen) ıstauchbeichardinyi die Ring- oder Rundmakel
zu einem <] Dreieck verzogen. Außerdem erschienen mir
die schnabelartig vorstehenden Palpen nur bei den lebenden
Tieren so auffallend, daß man darnach die Art abtrennen
könnte. (Ob Rhynchagrotis überhaupt eine neue Gat-
tung ist, kann ich z. Zt. nicht beurteilen, nach „Seitz“ pag. 64
stammt der Typus „Rhynchagrotis gilvipennis“ von
Nordamerika.)
Viel wichtiger erschienen mir die Adern, deren Anzahl und
Verlauf wohl allgemein denen der Gattung Agrotis (siehe
Figur 57,p. 151 in „Berge-Rebel“ IX. Aufl.) entsprechen dürfte,
aber durch das scheinbare Fehlen“ des Mittelzellenschlusses
auf beiden Fl (Vfl und Hfl) und durch das, wenn auch nur
schwache, Vorhandensein der eingeschalteten Ader Aı
(Analisinach Comstock) vondiesergenügend verschiedenund
getrennt sein dürfte. Figuren 21 und 22. Es ist mir z.Z. nicht be-
kannt, ob dies Smith bei dem Einordnen vonchardinyiin
die Gattung Rhynchagrotis bekannt war, da ich keine
Unterlagen dazu habe, weshalb ich, angeregt durch die ent-
sprechende Notiz betr. der Fühler in der gefl. Auskunft des
Herrn Dr. Seitz, diese unter starker Vergrößerung betrachtet
habe. Daß die Fühler der @Q völlig glatt und ohne Be-
wimperung sind (nur wenige und kleine Schuppen sind auf
der Oberseite vorhanden) habe ich bestätigt gefunden; da-
gegen sind die männlichen Fühler sehr schön und auffallend
bewimpert dadurch, daß auf der Unterseite nach innen ge-
richtet auf jedem Gliede längere Wimperborsten stehen, von
* Nur unter dem Mikroskop ist die außerordentlich feine, stark ge-
bogeneVerbindungsader alsMittelzellenschluß an beiden Flerkenntlich.
74 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
denen die grundständigen ersten gerade, dıe darauffolgenden
fünf aber an den Enden umgebogen und mit einem feinen
Knötchen versehen sind. Auch sind diese fünf erheblich
feiner als die ersten; nach der Außenseite ist auf jedem Fühler-
gliede nur je eine Wimperborste vorhanden, dazwischen und
wahllos zerstreut sind allerfeinste, kurze Borsten vorhanden.
Figur 23. Oberseits sind auch beim g' die Fühler glatt
und ohne die langen Wimperborsten doch mit wenigen
Schuppen versehen. Natürlich nimmt die Länge und Stärke
der Bewimperung nach dem Fühlerende zu ab. Im „Seitz“
ist wohl beı der Gattung Eneretagrotis Smith (pag. 63)
auf diese „büschel- oder knöpfchenförmigen Wimperbündel“
hingewiesen, doch nicht bei der folgenden Rhynchagrotis,
weshalb ich dies durch obige Zeilen und die Figur 23 nach-
holen zu müssen glaube.
Ebenso, wie Vorstehendes, dürften auch die schneidig vor-
stehenden Schulterdecken und der oben scharfkantige Hals-
kragen bei der Abtrennung beachtet worden sein, wie ja auch
das vollständige Fehlen der Zapfenmakel und der W Zeichen
für die Art charakteristisch ist.
Da bei meiner chardinyi-Zucht, wie auch bei einigen
anderen Entomologen, die Eier von mir zwecks Parallel-
zuchten und Kontrolle erhielten, das Wachstum der Raupen,
wie schon vorn erwähnt, sehr unregelmäßig war, ist es gar
nicht ausgeschlossen, daß auch draußen im Freien bei gün-
stiger Witterung im Herbste noch eine unvollständige zweite
Generation auftritt, wie es Ja auch wahrscheinlich ist, daß die
Raupe in allen möglichen Größen, ev. auch sogar die Puppe
überwintert. Vielleicht liegt gerade darin die Ursache des
im Allgemeinen recht seltenen, manchmal aber auch zahl-
reicheren Erscheinens dieser kleinen und schönen Eule.
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 15
Beitrag zur Kenntnis der geographischenV erbreitung
der Mikrolepidopteren des palaearktischen Faunen-
gebietes nebst Beschreibung neuer Formen.
Von Fürst Aristide Caradja, Bukarest.
(Fortsetzung und Schluß.)
II. Teil®).
Einleitung.
Die von mir in der Iris 1916 ausgesprochenen Befürch-
tungen haben sich nicht in vollem Maße erfüllt. Wenn auch
gesundheitlich und in so manch andrer Hinsicht empfindlich
genug mitgenommen, fand ich nach 18monatlicher Trennung
meine Sammlung doch noch in besserem Zustand wieder,
als ich es zu hoffen gewagt hatte. Allerdings wurde ein
kleiner Teil des Materiales von Kasakewitsch, dem Alai-
gebirge und von Gafsa, das in besonderen Kästen der Be-
arbeitung resp. Einreihung abseits harrte, von Staubmilben
befallen ;ärgerlich und merkwürdig war die von vorzüglichem
Geschmack und gründlicher Sachkenntnis zeugende Aus-
lese, welche diese Unholde bei ihrer Zerstörungsarbeit an
den Taag legten! Um nur ein Beispiel herauszugreifen, ließen
sie eine Serie von Tinagma perdicellum Z. von Kasakewitsch
unberührt, vernichteten aber von den dicht daneben stecken-
den Glyphipteryx speculiferella Chr. vom Alai 25 tadellose
Exemplare und zernagten die übrigen 10 so arg, daß sie
nur infolge ganz besonderer Gnade „als Belegstücke“ in
die Sammlung Aufnahme fanden. Mehrere unersetzliche
Unika gingen auf diese Weise verloren. Ein Glück ist
es, daß alle wertvolleren Tiere (unter denen eben gerade
auch diese) von Lord Walsingham, Durrant, Prof. Rebel
untersucht worden waren, deren gleichlautende Bestim-
mungslisten mir vorliegen, und ich selbst vor Jahr und Tag
meine Notizen klar und präzise aufgezeichnet hatte. Die
faunistischen Daten wenigstens können demnach,
selbst für die verloren gegangenen wenigen Stücke, als
gerettet betrachtet werden. Dies vorausgeschickt, konnte
*) I. Teil: Iris 1910 p. 105— 147; II. Teil: Iris 1916 p. 1—88.
76 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
ich meine in der Iris schon 1910 begonnenen Studien fort-
setzen und nunmehr ohne weitere Störung zu Ende führen.
Es wird aber noch geraume Zeit vergehen, bis normale
Verhältnisse und Preise es gestatten, daß die Abbildungen
der von mir neu benannten Formen der Oeffentlichkeit
geboten werden können. Wohl niemand dürfte diese Ver-
zögerung schmerzlicher empfinden als ich selbst, und ich
bitte meine Kollegen, vorerst die Veröffentlichung dieser
Abbildungen abzuwarten, bevor sıe ein vielleichtabwerfendes
Urteil über meine Neugründungen fällen: ich bin mir be-
wußt, nur wirklich namensberechtigte Formen neu aufge-
stellt, ja in dieser Hinsicht sogar zu große Enthaltsamkeit
und Vorsicht geübt zu haben, welche gewiß getadelt werden '
würde, wenn es sıch um Makrolepidopteren gehandelt hätte.
Im vorliegenden Ill. Teil meiner Arbeit mußten wiederum
143 Neubeschreibungen vorgenommen werden.
Die Korrekturbogen meiner letzten Publikation (Iris 1916)
konnten, der damals gesperrten Grenze wegen, nicht mehr
von mir durchgesehen werden; es sind daher viele z. T.
störende Fehler im definitiven Text stehen geblieben, deren
Richtigstellung geboten erscheint, und am besten gleich
hier erfolgen möge.
Besitzung Grumazesti, März 1919.
A. Berichtigungen der Druckfehler und Irrtümer
im II. Teil meiner Arbeit, Iris 1916.
Seite | Zeile | von lies statt
| | | |
sul) 4 oben | Karagai tau Karagaitan
5 16 unten | affınitella offinitella
6 | ' 3 oben | saxicola saxiola
6 h interfusella interfussella -
| 7 | „| alsVarietät zu bacillella
14 |unten| flammella | flamella
a 0) oben | „rubricetella“ ist zu streichen.
DI 6 „ | Arasagun Arasangun
12 | 4 er Symonowsk . Sejmonowsk
20 „ | gedrungenere u. plum-
| pere Gestalt
| 4 |unten) acomptella acomtella
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc.
Seite | Zeile | von |
14
18)
20
21
26
27
30
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42
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49
0
97
98
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64
66
67
13
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D.teneriffella istsyn. zu
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tella Rbl.
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lichter als das ©
Engeddi
Zeichnungen
carnealis
Moschi am Kilima
Ndjaro
und wahrscheinlich al-
barracinensis Fuchs.
um eine Lokalform
oder’ eine»bisher....
intensiv kirschrot über-
gossen
„near sedana“d.i.nahe
bei sedana
bei gratana
albipalpana
plumbiferana Kennel
v.amurensis Car.
S. imprimata Wlsm.
—]
|
| statt
Mero
ichen,
Daß
Endeggi
Zeichen
cannealis
zu
alibpalpana
Wlsm.
Stgr. (Kenn.)
(Car.) ist einzuziehen,
weil synonym zu Notocelia argutana Chr.
Das Genus Sinusia besteht aber meines Er-
achtens zu Recht.
Professor Kennel hat
in seiner inzwischen er-
schienenen Mon. Tortr.Lf.IV davon Abstand
genommen, das Genus Botropteryx zu be-
gründen, weil mit Th
Epiblema
E.
scopoliana
pflugiana
Kasakewitsch
simpliciana
Entdecker
iodia Hb. identisch.
Semasia
S.
scoploiana
pflagiana
Kasıkoparan
simpilciana
Autor
83
44
Nevada.
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Zeile
20
von
oben
unten
oben
lies statt
hier ist einzuschalten: 72 bis E. cartaginella
ı Car.ein Q Type, Gafsa.
41 | 42
ıabiskoana ' lapponana
Notocelia (Sinusia)
| argutana Chr. imprimata WlIsm.;
, ist daher bei Aufzählung der Typen zu streichen.
| argutana imprimata
| begründen wollte begründete
| Merw Mero
' Moschi am Kilima
Ndjaro Moschiam
Tjutjuj@ in Ostsibirien | Schweden
Acalla undulana WlIsm. (1456). Von Marasch
erhielt ich 5 Exemplare; davon ist eines genau
so wiein Kenn. Mon.Tortr., Tafel IV, Figur 48;
zwei andere sind viel dunkler; ein viertes ent-
spricht der ab. coprana WlIsm. und gleicht
meinem Exemplar vom Alai; das fünfte, ein,
hat nicht nur die Schulterdecken und den
basalen Teil der Vfl weiß, sondern auch noch
den ganzen Innenrand breit lehmgelb aufge-
hellt. Es ist von allen die auffallendste Form,
welche ab. lutidorsana Car. heißen möge.
In Figur 49 bildet Kennel eine fünfte Form
ab! Undulana dürfte demnach nicht minder
ı veränderlich sein als cristana oder hastiana.
Bactra robustana Chr. (2018). Von Konia
fast so hell lehmgelb wie egenana Kenn.
B. Fortsetzung.
II. Pterophoridae.
BuckleriasiceliotaZ.(1311). Murcia, Philippewville,
Tenerifa.
Oxyptiılüs kollarit Stt. 4312). Ajaceeo, Sie
Ofdistans Z. (1314) Tambeze, Ak>Chehn
von Granada und Sierra de Alfacar eine Serie großer,
bleicher, mattgefärbter Stücke, die der Form lantoscanus
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 79
Mill. entsprechen dürften. Var. laetus Z. extrem rost-
braune Exemplare von Tenied el Haad, lichter gelb von
Kasıkoparan, Ak Chehir und Marasch; auch von Mo-
gador, Amasia, Malatia usw. O. anatolicus Car. nov. sp.
(1314 bis). Zusammen mit voriger fing M. Korb bei Ak
Chehir im Juli sechs Stücke g'Q, die sich von distans-
laetus durch folgende wichtige Merkmale leicht und
sicher unterscheiden: Von kleinerem Ausmaß und bräun-
lichgrauer Grundfarbe, sind die lichten Zeichnungen und
Flecke auf dem Vorderzipfel der Vfl rein weıß, breiter und
schärfer abgegrenzt; die zwei äußeren weißen Querlinien
sind näher am Apex und auch dichter aneinandergerückt.
Die dritte Feder der Hfl ist weiß mit grauen Fransen.
Beine und Schienen weiß mit spärlicher brauner Ringelung.
Auch Lord WlIsm. hielt die Art für neu. O.pilosellae
Z. (1315). Vernet-les-bains, Murcia, Cuenca,. Marasch,
Kasan, Chabarowka. O.hieracii Z.(1316). Cuenca; von
Ak Chehir eine lichtere braune Form. O. maculatus
Const. (1317). Herr‘ P. Chretien: sandte mir eine Serie
frischer Stücke von La Grave. Diese Art ist richtig bei
hieracii eingereiht; die Abbildung in den Ann. S. F. 1865,
Tafel VII, Figur 9 ist gut, nur ist die dritte Feder der Hfl
im basalen Teil zu dunkel. Mit gewissen großen Exemplaren
von hofmannseggi, wie ich sie von Erivan und Kasi-
koparan erhielt, hat maculatus große Aehnlichkeit,
doch ıst die Zeichnung auf den Vorderzipfeln verschieden.
O.didactylus_L. (1319). Uralsk. O.kuldschaensis
Rbl. (1319 bis). Type in meiner Sammlung; auch vom Alai
ein g', ein ©, letzteres ist etwas heller. Iris 1914 pg. 272.
O. obscurus Z. (1322). Uralsk, Marasch, Amasıa; von
Ak Chehir eine Serie lichtbrauner Exemplare, die WlIsm.
von obscurus trennt, die m. E. aber sicher zu dieser sehr
veränderlichen Art gehören. ÖO.hofmannseggiMoeschl.
(1323). Amasia, Malatia; von Erivan und Kasikoparan eine
größere Form.
Platyptilia rhododactyla F. (1325). Granada;
aus den Bergen südl. von Amasia, von Konia und Ak Chehir
lichtere gelbe, von Radde& und Kasakewitsch große Exemplare
erhalten. P.cinnamomea Stgr. (1326). Uralsk, Indersky-
sche Salzsteppe, Embafluß, Krasnojarsk. P. bertrami
Rößl. (1329). Von Radde typisch. P.emarginata Snell.
(1419). Ein ganz frisches g' von Radde stimmt sehr gut zur
Beschreibung und Abbildung Snellens bis auf den dunklen
80 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Fleck an der Gabel, der bei meinem Stück fehlt. Trotzdem
halte ich es bestimmt für diese Art. Das kleine Tier ist
dem strukturellen Bau nach sicher keine Stenoptilia;
es hat alle generischen Charaktere einer Platyptilia und
ist am natürlichsten hier einzureihen. P. chondrodactyla
Car. nov. sp. (1329 bis). Isodactyla zunächst, hat diese
jedenfalls neue, sehr große (34 mm Expansion) Art, gleich
jener, kurze Palpen und wenig spitz ausg&zogene Vflzipfel.
Die Farbe aller Körperteile oben und unten ist einförmig
lehmgelb ohne jedwelche bemerkbare Zeichnung; man
könnte das Tier für eine helle, eintönig gefärbte bertrami,
aber von kolossalem Ausmaß, halten, wenn nicht der Apex
viel stumpfer wäre; auch sind die Fransen eintöniger lehm-
gelb. 5 untereinander ganz gleiche Exemplare g'Q, die
Korb am Wansee erbeutete, bilden die Typen in meiner
Sammlung. P.metricoterma Wlsm. (1350 bis). M. Korb
sandte von Chabarowka—Kasakewitsch 15 Exemplare J’Q
ein, die mir WIsm. als solche bestätigte; bisher nur aus
Japan bekannt. P.gonodactyla Schiff. (1332). Uralsk;
von Kasakewitsch kleiner, sonst normal. Als var. albidior
nov. trenne ich von der Stammform eine interessante, sehr
lichtgraue und kleine Rasse — fast so klein wie tessera-
dactylaL.—, von der ich 5 Stücke J’Q von Ak Chehir
und 2 J' vom Alaigebirge erhielt. P. inanis Chr. (1332bis).
25 übereinstimmende Stücke von Kasikoparan und dem
Alai wurden von WlIsm. als diese Art erkannt. Die Original-
beschreibung ist mir zur Zeit nicht erreichbar; das Tier
ähnelt der gonodactyla, ist aber schmalflügeliger,
durchaus hellgrau, und an der dritten Feder der Hfl fehlt
am Innenrande die schwarze Beschuppung (wie meist auch
bei metzneril.), sowie der schwarze Dorsalpunkt an
den Vfl., etc. P.zetterstedtii Z.(1335). Kasan; von Abisko
sehr viele normale Stücke, darunter aber ein lichtgraues
Tier mit schmäleren Fl, das gut zur Beschreibung von
taeniodactyla South. paßt. P.nemoralis Z. (1336).
Toulouse. Extrem dunkle, geschwärzte var. saracenica
Weck. von Radde. P.tesseradactylaLl. (1337). Uralsk,
Kasan, Symonowsk. P. metzneriLl. (1338). Von Uralsk
in einer kleinen eintönig graubraunen Rasse. Von Sajan
sandte mir B.-H. einige Stücke der II. Gen. ein, die den
Eindruck einer Kümmerform (Trockenzeitform) machen.
P.acanthodactyla Hb. (1339). Cuenca, Symonowsk,
Radde, Ussuri. var. tetralicella HS. auch von Wien.
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 81
P.cosmodactyla Hb. (1342) und var. stachydalis
Frey, von Uralsk beide Formen.
Alucita ussuriensis Car. (1344 bis) nov. sp. Mit galac-
todactyla Hb. nahe verwandt, doch um !/, größer.
Palpen, Stirn, Thorax, Hfl braun; Leib gelblichbraun; Fühler,
Beine, Schulterdecken und Vfl oben cremeweiß, letztere
im oberen Zipfel bis zum Ausschnitt mit bräunlichen
Schuppen etwas verdunkelt. Die schwarzen Pünktchen,
so wie sie galactodactyla hat, sind auch bei ussu-
riensis sichtbar, aber weniger auffallend; die zwei äußeren
am Innenrande des unteren Zipfels stehen näher beisammen.
Am Vrd, grade oberhalb der Spalte, ein sehr scharf mar-
kierter schwarzer Längswisch. Die Fransen weiß, aber am
Innenrand des oberen Zipfels bis zum ersten Pünktchen,
und gegenüber am Vrd des unteren Zipfels, sind sie tief-
schwarz. Hfl und deren Fransen braun. Useite braun mit
Ausnahme der rahmgelben äußeren Zipfelränder der Vfl.
Von den bei galactodactyla auch oseits vorhandenen
Pünktchen am äußersten Ende der Hflfeder, ist bei ussu-
rıensisnur unterseitseineran der dritten Feder schwach
sichtbar. Ein frisches 9‘, von Korb im Juli 1907 bei Kasa-
kewitsch erbeutet, bildet die Type in meiner Sammlung.
A.spilodactyla Curt. (1345). Murcia, Alfacar, Lambeze,
Philippeville, Kasikoparan. var. obsoleta Z. Ak Chehıir,
Konia, Marasch. A.phlomidis Stgr. (1346). Von Uralsk
etwas düsterer als von Ak Chehir, Konia, Marasch, Amasia.
Auch von Granada. A. subtilis Car. nov. sp. (1347 bis).
Phlomidis zunächst, aber viel zarter gebaut und bedeutend
kleiner, etwa wie tetradactyla. Vfl, Hfl, Fransen,
Palpen, Stirn mehr oder weniger rauchbraun angeflogen,
nur der Leib und die Beine sind cremeweiß. Fühler schwarz
geringelt. 2 Jg’ 1Q@ von Ak Chehir, 1Q@ von Beirut bilden
die Iypen in meiner Sammlung. Die Art entspricht dem
in coll. WlIsm. (brit. Mus.) unter Nr. 61501 von phlomidis
abgetrennten Tiere. A.pentadactylaLl. (1348). Cuenca,
Kasikoparan, Kuldscha, Radde, Kasakewitsch. A. alaica
Car. nov. sp. (1352 bis). 13 frische Exemplare J'@ vom Alai
liegen mir zur Beschreibung vor. Diese neue Art steht
derxanthodactylaTr. respektivesubalternansld.
sehr nahe, ist aber kleiner und schmächtiger als meine
kleinsten var. verodactylaZ. von Cuenca, Marasch etc.;
besonders auffallend sind die auch relativ bedeutend
schmäleren Vfl. Palpen, Stirn, Kopf, Fühler, Schulterdecken
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein VI
Iris zu Dresden, Jahrgang 1920
82 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
grünlich olivenbraun; Beine gelblichgrau, Leib bei einigen
Stücken gelblich, bei anderen weiß, stets mit sehr deutlich
schwarzen Rücken- und Seiten-Linien. Vfl olivengrünlich
braun auf weißem Grund, der nur bei einem meiner 13
Exemplare durchscheint. Von xerodactyla—xantho-
dactyla (resp. subalternans) unterscheidet sich
alaica konstant dadurch, daß die Fransen am Vrd des.
zweiten Zipfels bis zum Grunde der Gabel, und dann längs
des Innenrandes von der Basis bis etwa ?2/,, schneeweiß
sind, ebenso‘ der Apex am Vrd. Auch fehlt bei alaica
der schwarze Fleck am Schluß der Zelle vor der Gabel,
während er bei allen meinen subalternans—xantho-
dactyla—xerodactyla deutlich hervorsticht. Das
von Lederer in Hor. VI. Taf. 5 fig. 15 abgebildete Tier ist,
abgesehen von den angegebenen Unterschieden, in den
Zeichnungselementen oseits bedeutend lichter als alle meine
alaica, unterseits gibt es aber ziemlich genau den
Farbenton der Oseite der alaica wieder. Ich glaube, daß
Ledererss subalternans mit xanthodactyla zu-
sammenfällt, während alaica eine sicher davon verschie-
dene Art ist. Von der gleichfalls im allgemeinen ihr ähn-
lichen adamas Const. unterscheidet sich alaica, auber
durch ihre geringere Größe, dadurch, daß erstere rein
schwarze Flecken und Schattierungen auf weißem Grund
hat, während bei letzterer die olivenbraune Beschuppung
bei weitem vorherrscht. Adamas hat am Innenrand des
Vorderzipfels oberhalb der Spalte und um diese herum
einen tiefschwarzen Längsstrich, der sich auf der Ader des
unteren Zipfels zurück bis zur Spitze (vor den kostalwärts
grauen Fransen) fortsetzt. Beialaica ist nichts von dieser
schwarzen Zeichnung vorhanden; sie hat dagegen die innere
Seite des unteren Zipfels fein schwarz begrenzt und die
Fransen sind grade an den Stellen überall schwarz, wo sie
bei adamas weiß sind, und umgekehrt. Die Hfl sind
beiderseits dunkel olivenbraun mit grauen Fransen. Die
Vfl unterseits dunkelgrau mit stellenweise weißen Fransen
wie oberseits. A.xanthodactyla Tr. (1353). Ein typi-
sches ganz weiß und grau gezeichnetes g' von Amasia,
das mit der oben angeführten Abbildung von Lederers
subalternans gut übereinstimmt. Vielleicht fällt auch
apollina Mill. damit zusammen? Var.xerodactylaZ.
Cuenca, Marasch etc. zum Teil in ganz fleckenlosen bleich-
gelben Exemplaren. Lederers decipiens sieht im Bilde
A.Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 83
solchen fleckenlosen Stücken rechtähnlich! A.probolias
Meyr. (1354). Von Biskra, Gafsa und dann merkwürdiger-
weise auch von Uralsk ein sicheres Stück. A.ictero-
dactylaMn. ab.nov. noctis Car. (1358). Durch P. Chretien
erhielt ich mehrere Stücke von La Grave einer auf Lavendel
gezogenen, stark grau verdüsterten Form von ictero-
dactyla, zu der ein winziges © aus der Sierra de Alfacar
genau paßt. Ich stehe nicht an diese auffallende melanistische
Form von der Stammart zu trennen. 1 g'2% bilden die
Typen in meiner Sammlung. A. punctinervis Const.
(1359). Exemplare von Murcia weichen nicht von meinen
Originalstücken vom Golf Juan ab; dahingegen sind 6 Stücke
von Granada bedeutend blasser. A. raphiodactyla
Rbl. (1360). Sierra de Alfacar in Anzahl. A. calcariaLld.
(1363). Von Symonowsk ein Pärchen, von Uralsk 3 g 1,
aus der Indersky’schen Salzsteppe 1 g'. Der Lederer’schen
Diagnose füge ıch hinzu, daß auf der Unterseite die Hfl
von der Basis bis zur Gabel gebräunt, die Zipfel selbst
weiß und die mittlere Feder der Hfl braun, die erste und
dritte weiß sind. A.tetradactylaLl. (1365). Aus dem
weiten Faunengebiet habe ich in der Sammlung mehrere
Hundert ausgesuchte Exemplare, die je nach Fundort und
Generation variieren. Es kommen alle Übergänge vor
zwischen und bis zur ausgesprochenstenmalacodactyla,
derart, daß an kälteren und feuchteren Flugplätzen tetra-
dactyla meist dunkler und auch größer, in den Ebenen
und im Süden allmählich heller wird, um an den heißesten
und trockensten Stellen (— besonders auch im Südosten
des Gebietes—)alsständigeLokalform malacodactylaZ
aufzutreten. An den Zwischenstationen fliegt letztere als
Aberration untertetradactyla. Letztere habe ich unter
anderenFundstellen auch von Dänemark, Sachsen, Schlesien,
Steiermark, Niederösterreich, Rumänien, Bozen, Mehadia,
Symonowsk, Digne, Vernet-les-bains, Uralsk (fast malacod.);
bei Cuenca, Murcia, Alfacar, Granada fliegt sie untermischt
mit malacodactyla und chordodactyla; Marasch,
Amasia, Brussa; von Radd&e und Kasakewitsch erhielt ich
sie in einer sehr lichten Rasse. A.malacodactylaZ.
(1366). erhielt ich von Cuenca, Murcia, Alfacar, Granada;
von Tenied el Haad nur diese; Corsica, Ragusa, Tultscha;
von Ak Chehir und Kasikoparan in der Form meristo-
dactylaMn.ı.l. Die sehr kleinen, ganz weißen Stücke
von Digne dürften zu chordodactyla zu ziehen sein.
84 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris.- Dresden 1920.
A.chordodactylasStgr. (1368). Granada, Alfacar, Malaga,
Digne, vielleicht eine Kümmerform der vorigen?
PselnophorusbrachydactylusTr. (1372). Uralsk.
var. poggeıMn.Berge südlich von Amasia. Ps. vilisBil.
(1373 bis). Dieses bisher wie ich glaube nur aus Japan
bekannte Tier erhält Bürgerrecht im Faunengebiet, da
Korb mir 1Q@ von Radde und 2 g' von Chabarowka ein-
sandte; ich besitze zum Vergleich ein Originalstück aus der
Pryer'schen Sammlung, das mir Lord Walsingham schenkte;
er sah übrigens meine 3 kontinentalen Stücke, welche vom
japanischen Original nur durch spärlichere Bestäubung ab-
weichen.
Marasmarcha ehrenbergiana Z. (1374). Von
Konia ein typisches ©, von der Inderskyschen Salz-
steppe ein dunkleres, etwas schärfer gezeichnetes @. Var.
decolorum (B.-H. ı. 1.) Car. ist eine bedeutend kleinere,
rötlichbraune und scharf gezeichnete Form der ehren-
bergiana. Vfl am Apex mehr abgerundet; von der
Basıs bis vor der Spalte, dann wieder die Zipfel rötlich-
braun; daher sticht der helle Querfleck an der Gabel grell
hervor. Hfl rötlichbraun. Useite der Hfl basalwärts nur
bis zur Gabel rötlich, distalwärts licht lehmgelb. Fransen
braun. Alle übrigen Körperteile licht wie bei der Stamm-
form. 6 völlig gleiche Stücke, 2 3'9', 4 @@ von Mardin
bilden die Typen in meiner Sammlung. M. agrorum
HS. (1375). \ Eine Serie ‘normaler Stücke von! Cuenes,
Sierra Nevada, Alfacar. Var. oxydactyla Stgr. ist nach
den mir von Bang-Haas zur Ansıcht gesandten Originalen
eine namensberechtigte, blaß beinfarbige, fast zeichnungs-
lose Varietät. M. colossa (B.-H.ı. 1.) Car. nov. sp. (1375 bis).
2 9'9', 1@ von Ost-Turkestan, die Bang-Haas einsandte,
sowie ein g' von Schamil Hami (Tancre) liegen mir zur
Begründung der Art und als Typen ın der Sammlung vor.
In der Palpenbildung, dem Verlauf des Geäders, dem .all-
gemeinen Habitus und in der Flform stimmt colossa mit
rhypodactyla-trıimmatodactylaundpulchra (1399)
überein, und ich stehe nicht an, auch letztgenannte
zum Genus Marasmaäarchatrzu ziehen Colossasıst
die größte Art der Gattung (23—29 mm), hat auffallend
schmale Vfl mit spitzen Zipfeln; die Federn der Hfl laufen
gleichfalls sehr spitz aus. Palpen braun; Beine licht, Schienen
an der Außenseite oberhalb der langen Sporen dunkel;
Fühler weißgelb, dicht schwarz geringelt; Thorax braun.
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 85
Leib weißlichgelb mit tiefschwarzer Rückenlinie, aus deren
Längsachse viele messingglänzende Perlchen blinken, an
den Seiten verlaufen eine Mehrzahl schwarzer Längslinien,
die sich an der Bauchseite ineinander verwirren und diese
fast völlig verdunkeln, nur das letzte Segment lıcht belassend.
Grundfarbe der Vfl cremegelb, aber beinahe ganz mit dunkel-
braunen Schuppen überdeckt; nur bei einem Stück ist der
basale Teil etwas aufgehellt. Vor dem Spalt und auf beiden
Zipfeln sticht um so greller der gewöhnliche helle Streif
in der Form eines distalwärts offenen Winkels von etwa
80° hervor; die Spitze des vorderen Zipfels ist etwas auf-
gehell. Fransen am Vrd der Zipfel lichtbraun, an deren
Innenrand dunkel bis zum lichten Gabelfleck, dann hell bis
zur Basis. Hfl dunkelbraun wie auch die Unterseite. Diese
neue Art steht pulchra am nächsten. M.pulchra Chr.
(1399). Der vorigen Art ähnlich, aber auch mit rhypo-
dactyla nahe verwandt. Die mir vorliegenden 18 Exem-
plare g’Q von Uralsk, Indersky, Embafluß, Krasnowodsk
variieren in der Färbung von braunrot bis graubraun;
einzelne Stücke sind fast zeichnungslos und hell, andere
vollständig braun verdüstert; die häufigere, scharf markierte
Form gibt die Christophsche Abbildung Mem. Rom I., Taf. 8,
Fig. 13 ziemlich getreu wieder. Bang-Haas versandte diese
Art 1913-14 als uralskı ı.l. M. rhypodactyla Stgr.
(1376). Meine 52 Exemplare von Uralsk, Kalmykow, In-
dersky sind ausnahmslos hell und zeichnungslos mit weiß-
gelben Beinen. M.trimmatodactyla Chr. (1377). 24 Exem-
plare von Uralsk, Indersky, Kalmykow. Fliegt zusammen
mitrhypodactyla untermischt und es wären genaue Be-
obachtungen an Ort und Stelle, womöglich die Zucht beider
Ärten sehr erwünscht, um zu ermitteln, in welchem Verhältnis
sie zueinander stehen; mir ist kein andrer Unterschied aus-
findig, als in der allerdings konstanten Nüance des Farben-
tones, welche bei trimmatodactyla etwas dunkler ist.
Gypsochares baptodactyla Z. (1380). Cuenca.
G. hedemanni Rbl. (1382). Die 4 Typen von Orotava
aus Hedemanns Sammlung befinden sich in meinem Besitz;
es ıst nicht daran zu zweifeln, daß diese Art mit olbia-
dactylaMill.synonym ist, wenn auch alle 4 Stücke rötlich-
braune Vfl, während meine olbiadactyla von Villefranche
mehr graubraune, öfter sogar aschgraue Vfl haben. Als
leptodactyla Stgr.erhielt ich dasselbe Tier von Granada
und Chiclana.
86 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Pterophorus (Leioptilus) rogenhoferi Mn. (1384).
Vom Alai sehr große Exemplare. P..monodactylus[.
(1387). Uralsk, Kuldscha, Alai. P.scarodactylus Hb.
(1388). Symonowsk. Var. nov. sibiricus Car. um ein
Drittel kleiner als meine zahlreichen Europäer; von gelblich-
weißer Grundfarbe aller Körperteile; Vfl fast gar nicht
durch bräunliche Schuppen verdunkelt, nur die Punkte vor
der Gabel und am Vrd sınd vorhanden. Fransen am Innen-
rand des oberen Zipfels schwarz; Hfl ganz licht graugelb.
11 völlig übereinstimmende Stücke gJ’Q von Radde bilden
die Typen in meiner Sammlung. P. korbi Car. nov. sp.
(1388 bis). Scarodactylus zunächst, dem diese noch
unbeschriebene Art in Größe und Habitus ähnelt. Palpen
reichlich um ein Drittel länger, oben strohgelb, unten leicht
gebräunt. Stirn, Fühler, Kopf, Beine, Leib und Vfl rein stroh-
gelb; letztere längs der Mittelrippe von der Basis bis zum
Spalt durch sparsam aufgestreute rötlichbraune Schuppen
leicht verdunkelt; ein ebensolcher Kostalschatten in der
Mitte des oberen Zipfels.. Am Ende der Zelle vor dem
Spalt ein tiefschwarzer Punkt. Fransen graubraun, nur am
Innenrand der Spitze schwarz. Hfl und Useite graubraun.
An der Useite des Leibes drei schwarze Längslinien. 2 g',
4 © von Chabarowka Juli 1907 bilden die Typen in meiner
Sammlung. P.lienigianus Z. var. nov. catharodactylus
Car. Eine Serie von 2 g', 3 ©, kleine Exemplare, von
Kasakewitsch in völlig‘weißer Uniform (Palpen, Fühler,
Stirn, Kopf, Beine, Leib) bilden die Typen dieser namens-
berechtigten Lokalform.“ Auch die Vfl sind milchweiß mit
‚ sparsam 'aufgestreuten dunkleren Atomen und Punkten,
welche die Zeichnungselemente der Stammform in redu-
ziertem Maßstab wiedergeben. Hfl hellgrau. Diese Form
verhält sich zu lienigianus wie var. sıbiricus zu
scarodactylus. Wir haben übrigens im Verlauf dieser
Studie schon öfters konstatiert, daß im Amur- und Ussuri-
gebiet sehr viele Kleinfalter die Neigung zeigen, ıhr dunk-
les Kleid mit einem);bedeutend helleren zu vertauschen.
P.'tephradactylus Hb:(1390),7Abiskos.P diene
tus HS..1392). Jassy. P.carphodaetylus Hb-(392):
Cannes. Pi pectodactylus. Hb..(4139%)-. Biene, ıAlar
2 sichere Exemplare. P.osteodactylus Z. (1396). Berg-
lehnen bei Varatec in der oberen Moldau; neu für Rumä-
nien; Alaigebirge bei 3000 m Elevation. P. (var.?) turbi-
dellus Car. nov. Ausmaß wie pectodactylus; unter-
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 87
scheidet sich von beiden vorigen Arten durch trübere
graugelbe Allgemeinfärbung und besonders durch den
Mangel des dunklen Fleckes an der Spaltung. Wahrschein-
lich artlich verschieden. 12 Exemplare g'Q von Uralsk
bilden die Typen in meiner Sammlung. P. microdac-
tylus Hb. (1397). Ajaccio, Radde.
Stenoptilia pelidnodactylaStein.(1400). Cuenca,
Granada, Schamil Hami. St. coprodactyla Z. (1402).
Vom Alai eine große Suite normaler Stücke, aber auch
viele größere lichtgraue Exemplare mit verschwindend
kleinem Punkt vor dem Spalt. St. bipunctidactyla
Hw. (1406). Cuenca, Biskra, Tenied-el-Haad, Radde. Auf
dem Gipfel des Tschachl&u (1810 m) in den Moldauischen
Karpathen traf ich die Art ın einer eintönig staubgrauen
Form an. Die var. arıda Z. von Tenied-el-Haad, Gafsa,
Ak Chehir. Bei Uralsk fliegt sie in einer so extrem lichten
strohgelben Lokalrasse, daß sie ganz den Eindruck einer ver-
schiedenen Art macht. St. graphodactyla.Tr. (1412).
In den Landes nördlich von Dax und bei Cap Breton in
einer kleinen Form. St. pterodactylaL. (1414). Von
Amasia ein sehr großes dunkles Stück ohne schwarzen
Punkt vor dem Rande der Spalte. St.stigmatodactyla
2225: (1417). ‚Aus den „Alpen“ und '„Oesterzeich habe
ich die 6 Exemplare, die von ]J. Mann herrühren und als
var.oreodactylaiı.l.inder Sammlung stecken; auchin der
Wockeschen Sammlung waren solche Exemplare vorhanden.
Sie unterscheiden sich von der Stammform lediglich durch
kleineres Ausmaß und lichtgraue Färbung. Von meinen
zahlreichen Serien aus allen Teilen des Faunengebietes
finde ich nur unter meinen meist typischen Stücken von
Indersky einige ganz gleiche Exemplare. St. manniıi Z.
(1418). Von Marasch, Ak Chehir und Kuldscha mehrere
sehr schöne lichtrote Stücke.
Agdistis frankeniae Z. (1420). Biskra. A. in-
gens Chr. (1423). Schamil Hami 5 normale dunkelgraue J',
ferner 1 ©, das genau dazu paßt, aber durchaus matt
gelblich gefärbt ist; wenn nicht alie normalen © (was ich
nicht glaube) so lichtgelb sind, so verdient diese aberrative
Form flavissima nov. var. benannt zu werden. A. adac-
tyla Hb. (1424). Vernet-les-bains, Uralsk, Kuldscha.
A. canariensis Rbl. (1425). Ich besitze die g'-Type
aus Hedemanns Sammlung. A. satanas Mill. (1426).
Cannes, Cuenca in Mehrzahl. A. paralıa Z. (1427). Biskra,
88 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Attika. A.sphinx Wlsm. (1427 bis). Von Biskra mehrere.
Subsolana Z.i.|., von der mir Bang-Haas ein Original-
stück aus Staudingers Sammlung überließ, fällt mitsphinx
zusammen; ich habe sie von Gafsa ebenso. A.tamaricisZ.
(1428). Biskra, Lambeze etc. Von Uralsk, Kalmykow,
Ak Chehir habe ich eine Serie von 18 auffallend großen
(fast wieparalia) dunkelgrauen Stücken, welche übergroßen
bennetii Curt. nicht unähnlich sind. Die Rasse mag var.
intermedia mihi heißen. A. staticıs Mill. (1430). Gafsa,
I. Orneodidae.
OÖrneodes zonodactyla Z. (1431). "Ein Sreheres
Stück von Beirut. Von meinen zweifellosen 10 ostasiatı-
schen Stücken stimmen 4 von Chabarowka genau mit
meinen Tiroler überein; die andren 6 (3 91, 39) von Radde
sind größer, die Binden dunkler braun, Leib, Thorax, Flbasis
und obere Feder der Hfl gelblich. Dem Verlauf der Binden
und dem kurzen Endglied der Palpen nach, kann diese
auffallende Lokalform spezifisch nicht von zonodactyla
getrennt werden, verdient aber als var. eumorphodactyla
mihi eingereiht zu werden. OÖ. desmodactyla Z. (1432).
Auch von Biskra und Rumänien. Var. maıor Rbl. von
Mehadia. Letztere hat große Aehnlichkeit mit meinen
cymatodactyla Z. von Jerusalem und Kasıkoparan.
Bei diesen (übrigens noch größer) sind die zwei ersten
Kostalflecke stets getrennt und die Striemen der inneren
Binde auf den Federn 5 und 6 der Hfl länger, usw. O.palo-
dactyla Z.(1435). Digne, Jerusalem, Amasia. Var. per-
rıntodaetylastsr. Biskra, Beirut, O.hexadacıhylae
(1473). Uralsk, Lenkoran, Amasıia. Von Granada besitze
ich 4 Exemplare, welche dem Habitus nach, in Größe, all-
gemeiner gelblicher Färbung und im Verlauf der Binden
genau mit hexadactyla übereinstimmen; aber das viel
kürzere dritte Palpenglied trennt sie sicher davon. Noch
weniger können sie mit zonodactyla oder dodeca-
dactyla vereinigt werden. OÖ. hübneri Wllgr. (1438).
Vom Alai mehrere. O.cymatodactyla Z. (1459.
Jerusalem, Kasikoparan.
V. Glyphipterygidae*).
Porpe Hb. (Choreutis) bjercandrella Thbg. (2311).
uw) Rumänien, Kasakewitsch; auch von Ajaccio
er Iris 1916 pg. 44—73: IV. Tortridae.
A. Caradia. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 89
ganz typisch in einzelnen Exemplaren der ersten Gen. Var.
pretiosanaDup. Corsica, Gafsa, Kasikoparan groß und
hell, Marasch, Jerusalem. Die Uebergangsform micalıs
Mn. (klein aber dunkel) von den Ardennen, Ajaccio, Gafsa,
Kasikoparan etc. P. intermediana Rbl. (2312 bis).
Die Typen g'Q@ und viele Paratypen vom Alaigebirge in
meiner Sammlung. 7 Irıs21910 p- 19.) Tafel], "Eie!3r BR.
mylleranaF. (2313). Symonowsk, Kasakewitsch. Meine
Exemplare von Schluderbach, wenn auch ebenso klein, haben
dunkle Fransen, die Passage zur var.stellaris Z. bildend,
die ich in normalen Stücken unter anderen südlicheren Fund-
orten auch von Mehadia und La Grave (franz. Alpen) habe.
Hemerophila (Simaethis)nemoranaHb. (2314).
San Remo, Monte Carlo, Amasia, Marasch, Mardin. H.parı-
ana Cl. (2315). Symonowsk, Alai, Kasakewitsch. H. dıana
Hb. (2316). Kasan. H.oxyacanthella L. (2318). Kasa-
kewitsch.
Millieria dolosana HS. (2319). Cuenca, Tultscha;
von Konia und Jerusalem einige g' mit fast weißen Hfl.
Phycodes mesopotamica Rbl. (4465) erhielt ich
außer von Mardin auch von Engeddi in einem abgeflogenen
aber sicheren Stück.
Glyphipteryx speculiferella Chr. (2322). Alai-
gebirge 35 Exemplare. G. bergstraesserellaF. (2323).
Ich fing die Art auf dem Gipfel des Tschachleu in einer
Uebergangsform zur var. pietruskii Nov. G.thraso-
nella Sc. (2326). Nay in den westl. Pyrenäen. G.gia-
mellıella Rag. (2330). La’Graye.)G.- equitellaSe
(2331). Jerusalem. G.pygmaeellaRbl. (2333). Die Typen
gQ von Orotava in meiner Sammlung (coll. Hedemann).
G. fıscheriella Z. (2336). Cuenca.
Tinagma perdicellum Z. (2337). Kasakewitsch.
DouglasiatransversellaZ.(2339). Sierra Nevada,
in winzigen Stücken. D.balteolella F.R. (2340). Mehadıa.
D. hedemanni Car. nov. sp. (2340 bis). Habitus und Größe
von balteolella; das ganze Tier ist von gleichem dunkel
bleifarbigen Kolorit, aber matt und ohne Metallglanz der
Vfl. Keine Spur einer weißen Querbinde oder eines lichteren
Zahnes am Innenrand;; Fransen durchaus dunkel. Mit der
gleichfalls zeichnungslosen, aber kupfergrün glänzenden
transversellaab.unicolorellaMill.isthedemanni
überhaupt nicht zu verwechseln. Fünf tadellos frische Stücke
90 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
drei g' und zwei © mit dem Fundzettel: „Bozen 5.—29. Mai
1898“ aus der Hedemannschen Sammlung bilden meine ypen.
D.columbella Stgr. (2342). Von Konia mehrere.
VI. Hyponomeutidae.
Galactica (WIsm.) caradjae Wlsm. (2344 bis). Ein
Pärchen von Biskra, Paratypen. Ent. m. mag. 1910 Dez.
G? walsinghami Car. nov. sp. (2344ter). Ein g' von der
Inderskyschen Salzsteppe, ein © von Uralsk und ein vari-
ierendes g' von Kalmykow, alle Ende Juni gefangen, gehören
einer jedenfalls noch unbeschriebenen Art an und stehen
in allen generischen Merkmalen (soweit ich es erkennen
kann) der caradjae am nächsten, deren Größe, Habitus
und Flform sie auch hat. Vfl aber sind nicht perlgrau,
sondern glänzend weiß wie Calantica albella; darauf
stehen je ein größeres tieischwarzes Fleckchen basalwärts
von der Zelle, distalwärts außerhalb derselben und etwa
in der Mitte unterhalb ihr zwischen Median- und Dorsal-Ast.
Außerdem sind kleinere Punkte verteilt: fünf am Vrd, fünf
bis sechs vor dem Außenrand als Saumflecke, und einer
auf der Dorsalen bei !/,. Hfl weiß, nach der Spitze zu leicht
gebräunt; alle Fransen rein weiß. Kopf, Thorax, Schulter-
decken, Leib weiß, Palpen gelblich, Fühler braun, Beine
weißlich. Useite der Fl grau mit weißen Fransen. Bei dem
g' von Kalmykow lösen sich die drei größeren Fleckchen
in einer Konstellation unregelmäßiger kleiner und kleinster
Punkte auf; auch sind acht Kostalpunkte vorhanden und
an der Wurzel der Fransen stehen außerhalb der fünf bis
sechs Saumfleckchen noch sechs weitere Pünktchen. Diese
Form mag ab. pluripunctella mihi (sp. div. ?) heißen.
Procalantica Rbl. (= Phrealcia Chret) exımiella
Rbl. (2346). Ein © von der Mendel aus coll. Hedemann und
ein g' von Digne. Bei diesem g' (Type) sind die braunen
Punkte am Apex zahlreicher und schärfer markiert als beim
bisher allein beschriebenen © und die Hfl an der Spitze
leicht gebräunt. P. ussuriensis Rbl. (2347). Zwei g'
drei © bei Kasakewitsch Ende Mai von Korb erbeutet. Ab-
gesehen davon, daß die Hfl der g'9' etwas mehr braun
bestäubt sind als mein eximiella g' von Digne, sehe ich
keinen Unterschied. Die braune Bestäubung variiert übrigens
auch bei meinen ostasiatischen Stücken, von denen ein ©
noch lichter ist als mein europäisches; ihm fehlt der dunkle
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 91
Punkt in der Falte bei 4. P. brevipalpella Chret.
(2346 bis). Eine g' Type von Barcelonette aus der Samm-
lung Chretien mit dem Datumzettel 9. Juni. Bull. S. Fr. 1900
p. 90 und 270; Le Naturaliste 1905 p. 66.
Distagmos ledereri HS. (2348). Ein tadelloses,
frisches g' von Cuenca, Anfang Mai. Dazu müssen als
Synonym folgende neubegründete Gattung und Art gezogen
werden: Artenacia jaurella Chret. (Naturaliste 1905
p. 65—67). Herr P. Chretien überließ mir Typen aus seiner
Sammlung, sowie gezogene Exemplare von Bize (Herault). .
Von diesen französischen Stücken sind 3 9' mit einem
spanischen g' absolut gleich; ein anderes g' und 2 ©
sind etwas mehr mit‘ dunklen Schuppen besprenkelt;
der bräunliche Anflug an Kosta und Analwinkel ist bei
meinem ledereri 9g' leicht angedeutet. Diese minimalen
Unterschiede treten aber nicht aus den engsten Rahmen
der Varıabilitätsgrenzen heraus und berechtigen m. E. nicht
einmal dazu, jaurella als Lokalform von ledereri zu
trennen. Der scharfe Blick Herrich-Schäffers, der nach
einem einzigen g' diese im Habitus so isoliert stehende Art
sofort richtig einreihte, ıst nicht minder bewunderungs-
würdig als die zahlreichen mustergültigen und feinen bio-
logischen Beobachtungen, die wir Herrn P. Chretien ver-
danken. Ich will gleich hier erwähnen, daß alle meine
Originalstücke dieses Autors von Biskra, Gafsa, Frankreich
usw. sich als Typen selbstredend in dessen herrlich
schöner Sammlung befinden.
Wockiaasperipunctella Brd. (2349). Grumazesti.
Hyponomeuta stannellus Thnbg. (2355). Me-
hadia. H. vigintipunctatus Retz. (2356). Uralsk;
Kasakewitsch in einer kleineren, mehr schiefergrauen
Rasse. H.nigrifimbriatus Chr. (2362). Kasakewitsch.
H. malinellus Z. (2363). Erivan, Kasakewitsch. H. ma-
halebellus Gn. (2364). Mödling, Digne. H. cogna-
tellus Hb. (2365). Amasia, Malatia. H.evonymellus
L. (2366). Kasakewitsch, Pompejewka.
Swammerdamia conspersella Tgstr. (2375). Abisko.
Paraprays punctigera 'Rbl. (2379bis). Viele
Iypen g'g' und Paratypen aus dem Alaigebirge 3000 m.
1.1910, p.. 13, Tlshist &
Pray S curtisellus Don. (2380). Von Kasakewitsch
ein schön varııerendes g', bei dem der Kostalfleck. und
92 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
die Saumbinde licht braun und, bei ganz unbestimmter Um-
randung, in eine Menge einzelner Flecken und Strichel-
chen cirrusartig aufgelöst sind. Thorax braun, Kopf weiß
wie bei typischen Stücken. P. rusticella Hw. (2380 bis).
Einige Exemplare von Bukarest in den Anlagen im Juli;
neu für Rumänien... P.oleellus;E. (2380. 7Gaisa
Paradoxus osyridellus Stt. (2383). Von Lambeze
in einem tadellos frischen Stück. Als Hyponomeuta
plumbagana Mn. ı. l. habe ich einige Exemplare aus
Dalmatien in der Sammlung.
Atemelia torquatella Z. (2384). Uralsk, Marasch.
Hofmannia fasciapennella Stt. (2389). Nay.
Argyresthia conjugella’Z. (2393). Symonowsk,
Kasakewitsch. A. mendica Hw. (239%). Ak Chehır.
A. glaucinella Z. (2398). Grumazesti; neu für Rumä-
nien. A. albıstria Hw. (2403). Grumazesti; neu für
Rumänien. A. chrysidella Peyer (2408). San Remo,
Monte Carlo an Juniperus oxycedrae; bei Rachlau in Sachsen
von Herrn Schütze aus Beeren des Jun. communis erzogen;
daher gewiß auch anderwärts in Mitteleuropa. A. fun-
della F. R. (2415). ab. (var.) nov. albicornis Car. Ein
tadellos frisches g' von Kasakewitsch unterscheidet sıch
von meinen gewöhnlichen Stücken lediglich durch völlig
weiße Fühler, auch sind die Hfl spärlicher mit dunklen
Schuppen überstreut. Ich hielt das Tier für retinellaZ.,
doch bestimmte es mir WlIsm. als zweifellose fundella
var. Die Type in meiner Sammlung. A. sorbiella Tr.
(2417). Symonowsk. A.pygmaeella Hb. (2419). Kasake-
witsch, Radde A. andereggiella Dup. (2423) var.
nov. robustella Car. Die vertikale Mittelbinde etwas, die
äußere Längsbinde bedeutend breiter; letztere läßt nur
einen kleinen, schmalen weißen Kostalfleck vor der Spitze
übrig und überdeckt den ganzen Außenrand bis diesseits
des Innenwinkels. 3 frische Stücke, 2 g',1Q@ von Kasake-
witsch bilden die Typen in meiner Sammlung. A.prae-
cocella Z. (2427). SanRemo. A. glabratella Z. (2432).
Alaigebirge, von WIsm. bestimmt.
Cedestis gysselinella Dup. (2435). Grumazesti;
neu für Rumänien. C. farınatella Dup. (2436). Uralsk.
VI. Plutellidae.
Eidophasia messingiellaF. (2438). Kasakewitsch.
Von Sophienhof im Harz erhielt ich mehrere Exemplare
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 93
o'@, bei denen die Mittelbinde sich auf einen Dorsalfleck
reduziert; schon HS. erwähnt ein solches aberrierendes
Stück und ich erinnere mich, in einer anderen Sammlung
dieselbe Form gesehen zu haben. Ich benenne sie ab.
dorsana.
Plutella hufnagelii Z. (2443). Vizzanuova in Cor-
sica. P. porrectellaL. (2444). Uralsk. P. maculi-
pennis Curt. (2447). Cuenca, Nevada, Lamb£ze, Biskra,
Gafsa, Hadjın, Kasakewitsch, überall; in Größe und Färbung
sehr variabel. P.annulatella Curt. var. bicingulata
Z. (2448). Von Indersky, Kalmykow und Krasnojarsk er-
hielt ich 18 Exemplare eines Tieres, das ich zweifellos für
die mir bisher unbekannt gebliebene, echte bicingu-
lata halte, während die gewöhnlich in den Sammlungen
als solche steckenden und ım Handel kursierenden Tiere
aus Zentraleuropa nur lichtere annulatella sind. Mein
Tier stimmt auch gut ım Kolorit und Habitus mit Herrich-
Schäffers Abbildung V. 349 überein. Im Palpenbau be-
merke ich einen Unterschied mit meinen englischen an-
nulatella; schon das zweite Glied ist kürzer und das
Endglied ist nur halb so lang und auch stumpfer. Die
dorsale Abgrenzung der Längsstrieme und die Zeichnung
gegen die Flspitze zu ist etwas anders als bei der Stamm-
form. Meines Erachtens ist wenigstens die mir vorliegende
südostrussische Form von annulatella ebenso spezifisch
verschieden, wie z. B. Gelechia sieversi Stgr. von
plutelliformis Stgr. Ich erwähne gerade diese Arten,
weil sie untereinander fast in gleichem Sinne abweichen.
P.senilella Z. (2449) wird auf den Shetlandsinseln völlig
schokoladebraun; Herr Bang-Haas versendet solche Stücke
von Cannıingsbg. als var. nigra, Namen, den diese Form
beibehalten möge. Typen g'@ in meiner Sammlung.
Cerostoma vittella_L. (2451): Radde, Kuldschäa.
C. satellitella Str. (2456). Inderskysche Salzsteppe
in Mehrzahl JS’. Auch von Kuldscha ein dunkles g'.
C.trichonella Mn. (2460). var. Von Kuldscha mehrere
Pärchen erhalten, die Prof. Rebel als excisellaLd.
bestimmte (Iris XXVII, pg. 276), sicher aber eine blasse
ledergelbe Lokalform (?) von trichonella ist. Die Art
variiert übrigens sehr stark. C. albidorsella Stgr.
(2462). Kuldscha. C. albıramella Mn. (2463). Kasiko-
paran, Erivan, Amasia. C. leuconotella Snell. (2470).
Von Uralsk und Kasakewitsch. C.persicella F. (2474).
94 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Amasia, Hadjın, Granada. C. falculella Ersch. (2476).
Kasakewitsch 2 Stücke. C. contractella Car. nov. sp.
(2476 bis). Scabrella zunächst, aber sicher davon ver-
schieden. Das zweite Palpenglied mit recht langem, spitzen
Busch, aus dessen Mitte das Endglied hervorragt. Palpen,
Kopf, Beine lichtgrau. Fühler dicker als bei scabrella
und dicht schwarz geringelt, während sie bei letzterer Art
dünn und viel lichter sind. Vfl bei weitem kürzer und
auch breiter, die Spitze weniger ausgezogen. Im allgemeinen
sind sie grau und schwarz wie bei scabrella, aber ge-
rade der ganze Innenrand, der bei dieser tiefschwarz, ist
rötlich braun und viel lichter, als die darüber verlaufende
unregelmäßig begrenzte und verwaschene Längsstrieme, auf
der bei !/, ein weißer Fleck steht. Oberhalb des Innen-
winkels, fast einem Spiegel gleich, eine größere, undeutlich
weiß umrandete Ozelle. Der ganze Vrd bis zur Flmitte
schiefergrau mit einem schwarzen Fleck bei !/,. Der basale
Teil, annähernd so gezeichnet wie bei trichonella, ist
bräunlich laviert bis etwa bei !/,, wo er nach außen dunkler
gewölkt ist. Die Adern sind nicht dunkel wie bei sca-
brella. Hfl und Useite wie bei dieser. 2 g' frische Stücke
von Kasakewitsch bilden die Typen in meiner Kollektion.
C. altissimella Chret. (2477 bis). Gafsa; Kotypen g' in
meiner Sammlung. Bei instabilella Mn. einzureihen,
von der sie vielleicht nur eine Lokalform ist. C. reti-
culatella Chret. (2477ter). Gafsa; g' Kotypen; bei
sequella-leucophaea. Diese und alle folgenden
Neuheiten wurden vom Autor im Bull. S. Fr. 1914 und fi.
beschrieben. C. nemorella L. (2479). Grumazesti; neu
für Rumänien. C.blandella Chr. (2480). Sufun. C.fal-
cella Hb. (2481). Symonowsk. C. affinitella Stgr.
(2483). Suifun.
Theristis mueronella Sc. (2484). Von Kasakewitsch;
4 Exemplare sind bedeutend kleiner und heller als alle
meine Europäer. Vfl cremegelb, fast ohne schwarze Atome.
Hfl ganz licht mit ebensolchen Fransen. Scheint kon-
stante Lokalform zu sein.
Orthotaelia sparganella Thnbg. (2486). Uralsk.
VII. Gelechiidae.
E pi parasıal ineertellau Hs. Ce ones uteige
Rbl.) 2927. Ob das von Prof. Rebel neubegründete Genus
(Iris XXVII, p. 276) zu Recht besteht und gerade hier
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 95
einzureihen ist, bleibt dahingestellt; der Name longi-
vitella ist jedenfalls einzuziehen, weil synonym mit
Rhinosıa ıncertella (2927). Ich erhielt diese Art
außer von Kuldscha in sehr großer Zahl von Sarepta,
Uralsk, Kalmykow, Indersky, Krasnojarsk, wo sie Ende
Juli fliegt; sie dürfte über Transkaspien weit nach
Zentralasien hinein verbreitet sein und ıst geradezu ein
Charaktertier der südrussischen Steppe, gleich wie Con-
chylis pyramıdana, coenosana, Semasiaara-
bescana, Timeola lutosella, Metanarsia.mo-
desta, Marasmarcha rhypodactyla, “Mega-
craspedus argyroneurellus, so manche Coleo-
phoren u.a.m. Incertella ist höchst veränderlich in
Größe und Kolorit; ich habe ganz weißliche, strohgelbe,
graue, rötliche Stücke; die Zeichnung ist bald in einzelnen
Punkten und Strichen aufgelöst, bald gehen die Längs-
striemen durch den ganzen Fl hindurch.
Metzneria paucipünctella Z. (2487). Will man
die etwas lichtere Form, wie sie gewöhnlich z. B. bei Wien
vorkommt, als die typische, aber die stark verdüsterten
Stücke als (ab.) intestinella Mn. ansprechen, so habe
ich erstere auch von Granada, Lambeze, Uralsk, Erivan;
letztere von der Sierra Nevada, Ofen, Kuldscha und eben-
falls von Uralsk. M.tristella Rbl. (2488). Zwei meiner
zahlreichen Stücke von Cuenca haben weißen Kopf und
Palpen. M. hilarella Car. nov. (?ab.). Zusammen mit nor-
malen tristella erhielt ich von Cuenca ein davon sicher
verschiedenes Tier, das noch schmälere gestrecktere Fl und
etwas längere Palpen hat. O- wie useits sind alle Körper-
teile licht silbergrau, fast weiß mit schwachem, gelblichen
Glanz. Einige winzige schwarze Punkte sind wie bei pauci-
punctella auf den Vfl verteilt, doch steht dieses Tier
der. tristella im Körperbau am nächsten. 2 J\, 19
bilden die Typen in meiner Sammlung. M. ouedella
Enzer - ainellar Chret;’ littorella: var.‘ canella
Chret. von Biskra je einige J'Q Kotypen dieser winzigen,
meist grauen Arten. M. castiliella Moeschl. (2489).
3 Exemplare aus den Bergen bei Chienca im Juni. M. torri-
della Mn. (2490). Symonowsk. M. carlinella Stt. (2496).
Ajaccio, Gafsa. M.metzneriella Stt. (2497). Uralsk, Symo-
noswk. Von Kasakewitsch eine Serie höchst varlierender
Stücke, die alle ineinander übergehen. Ein blaß lehmgelbes,
zeichnungsloses © von Konia kann auch nur diese Art sein.
96 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
M. aprilella HS. (2498). Granada, Ak Chehir. M. in-
flammatella Chr. (2499). Radde. M.agraphella Rag.
(2502). 1 g'! von Haifa paßt genau zur Beschreibung
Ragonots; nur sind bei einem Stück die Fransen der Hfl
durchaus dunkel. M.neuropterella Z. (2503). Blasse,
zeichnungslose Stücke von Lambeze, Uralsk normal, Symo-
nowsk; var. gigantella Krul. von Cuenca. M. in-
cognita Wlsm. (2503bis). Ent. m. mag. 1904 pg. 220.
Auch von Biskra, Tunis. Vor Jahren erhielt ıch dıese mit
aspretella Ld. verwandte große, gelbe, nicht zu ver-
kennende Art mit den gelbgefransten, so charakteristisch
dunklen Hfl fälschlich als eatoni zugesandt. Die rich-
tige: M. eatoni Wlsm. (2501) ist aber bedeutend kleiner,
etwa so wie paucipunctella, hat weiß und gelb ge-
mischte, mit schwarzen Atomen stark überstreute Hfl usw.
Chretien, Korb, Wism.'sandten mir viele Exemplare von
Biskra und Gafsa. M.igneella Tgstr. (2504). Eine Serie
feurigrot gezeichneter Exemplare von Krasnowodsk und
Uralsk halte ich dafür.
Psoricoptera gibbosella Z. (2507). Kasicoparan,
Ak Chehir. i
Platyedra vilella Z. (2509). Sevilla, Kasıkoparan,
Kuldscha.
Leobatus fagoniae Wlsm. (2509bis). Mein ein-
zigstes Belegstück von Biskra (Korb) ist vernichtet; Ent. m.
mag. 1904 pg. 220.
Bryotropha terrella Hb. (2510). Ak Chehir, Uralsk.
B. plurilineella Chret. (2510bis). Gafsa g'Q-Iypen.
B. decrepidella HS. (2511). Uralsk, Indersky, vorherr-
schend in der Form lutestens Const.; letztere auch von
Dax. B. senectella Z.var. obscurella Hein. (2520).
Uralsk, Indersky, meist nur in sehr dunklen Stücken; die
hellsten können gerade noch zur Stammiorm gezogen
werden. B. cinerosella Tegstr. (2524). Uralsk, Symo-
nowsk. B. domesticaHw. (2533). Istm.E. eine Gelechia
(Lita) und dürfte am natürlichsten in der Nachbarschaft von
petryi Hofm. (2724) einzureihen sein.
Gelechia muscosella Z. (2541). Var.? griseella
Car. nov. Von Radd& liegen mir fünf frische Exemplare,
2 g' 3 9, vor, die ganz den Eindruck einer von mus-
cosella verschiedenen Art machen; sie entbehren völlig des
olivengrünlichen Farbentones jener; auf licht perlgrauem
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 97
Untergrund sind die Vil mit dunklen, schiefergrauen
Schuppen dicht bestreut und die schwarzen Strichelchen
und Flecken sind krasser als bei muscosella; besonders
bei dem einen © sind sie groß, unregelmäßig geformt und
etwas schräg nach abwärts gerichtet. Am Außenrand eine
Reihe deutlicher Saumpunkte. Hfl und alle Fransen asch-
grau. Im Habitus einer kleinen, recht dunklen, äußerst
scharf gefleckten tragicella nicht unähnlich. Es ist
nicht ausgeschlossen, daß meine var. griseella mit
nigristrigella Wck. zusammenfällt. G. tephridi-
tella Dup. (2551). Von Uralsk drei sichere Exemplare.
G. vepretella Z. (2554). Dep. Gironde, Herault. G. dis-
tinctella Z. (2559). Mees (Landes), Sy monowsk, Uralsk,
Kasıkoparan, Kasakewitsch. G. oppletella HS. (2562).
Var.? (etab.) nigricans Hein. (Car.). Eine recht große,
schwarz übergossene Form aus dem Ussuriland, bei welcher
bei 3/, eine in spitzem Winkel gebrochene weißliche Quer-
binde deutlich aus dem dunklen Vfl absticht, weicht von
meinen dunklen Stücken aus Deutschland (die echte nigri-
cans Hein.) nicht unerheblich ab. Doch habe ich von
Stettin ein fast gleich großes schwarzes g' mit lichter Quer-
binde, so daß ich nicht anstehe, nach dem von Kasakewitsch
mir vorliegenden Material, fünf frische untereinander gleiche
Stücke g’Q, nigricans als sehr charakteristische Lokal-
varietät (et ab.) von der Stammform endgültig zu trennen,
wenn auch allerdings die Heinemannsche nigricans sich
nur auf weit weniger stark abweichende europäische
Exemplare bezog. G.ochripalpella Frey (2565). Ein
frisches, sehr schönes g' der nicht zu verkennenden Art
erhielt ich aus den Bergen südlich von Amasia; es weicht
von meinem einzigen Sammlungsexemplar vom Schneeberg
(coll. Hed.) nur durch den breiteren und längeren Kostal-
fleck ab, der sich von seinem unteren Ende aus als schwach
sichtbare Querbinde sogar bis zum Innenrand verlängert.
G. pascuicola Stgr. (2574). Von der Sierra Nevada in
Anzahl; von Marasch ein sicheres frisches ©. G. aristo-
telis Mill. (2592) und astragali Stgr. (2575). Auf Grund
meines reichen Materials: 60 "ausgesuchte Belegstücke von
Digne, La Coiffe (Ardeche), Granada, Alfacar, Marasch,
Hadjin, Diarbekir gewann ich die Ueberzeugung, daß
astragali spezifisch mit arıstotelis zusammenfällt.
Meine orientalischen Stücke haben vorherrschend rötlich-
braune (zuweilen graue) Vfl mit dunklem Saum und lichter
Deutsche 'Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein VI
Iris zu Dresden. Jahrgang 1920.
98 Deutsche Entom, Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Querbinde davor, meist dunklem, zuweilen lichtgelben
Kopf; ganz im gleichen Sinne variieren meine französischen
Stücke. Dahingegen sind alle meine Andalusier (12 Samm-
lungsstücke und 10 Doubletten) dunkelgrau mit wenig oder
gar nicht sichtbarer lichter Außenbinde. Will man daher
den Namen astragalı Stgr. retten, so kann man ihn nur
auf diese andalusische, wie mir scheint konstante Lokalform
beziehen, von der ja Staudinger bei Begründung seiner
vermeintlichen neuen Art auch ein dunkles © von Malaga
vorliegen hatte. Vgl. auch weiter unten lacertella WIsm.
(2592bis).. G.decolorella Hein. (2576). In Anzahl vom
Alaigebirge bei 3000 m Elevation von Korb erbeutet, dar-
unter ab. nov. colorella Car. Diese neue Form hat alle
Körperteile, Fl und Fransen o- wie useits rauchbraun statt
lehmgelb mit gleichem Kupferglanz wie die Stammform.
Von mehreren guten Exemplaren verbleibt mir leider nur
ein tadelloses g' als Type und Belegstück in coll. G. eri-
cetella Hb. (2580). Eın sehr kleines mausgraues, zeich-
nungsloses © von Uralsk stimmt strukturell mit erice-
tella überein; es ist mir allerdings unerklärlich, wie diese
an Heidekraut gebundene Art in der südosteuropäischen
Steppe ihr Auskommen findet. Vielleicht ist es eine andere
ähnliche, nahe verwandte Art, der Beschreibung nach noch
am ehesten eine sehr kleine fuscantella Hein.? G.in-
fernalis HS. (2581). Abisko. G. tristis Stgr. (Car.) (2590).
Kleiner als diffinis, zu der sie Stgr. (Hor. XV pg: 307)
als var. ziehen möchte und sicher davon spezifisch ver-
schieden. Zweites Palpenglied entschieden dünner (Schup-
pen dichter anliegend) als bei jener, Endglied sehr dünn
und etwas länger, total schwarz; Fühler sehr deutlich weiß
und schwarz geringelt, Beine schwarz, nicht geringt. Vfl
tief schwarz, seidenglänzend, die zwei typischen schwarzen
Punkte matt, daher deutlich erkennbar. Bei ?/; am- V- und
Innenrande die schwache Andeutung einer lichteren Binde,
die so wie bei diffinis zu verlaufen scheint. M.E. mit
keiner anderen Art zu vereinigen. 1 g' von Amasia bildet
die Type in meiner Sammlung. G. lentiginosella Z.
(2583). Uralsk 1 großes dunkles ©. G. plutelliformis
Stgr. (2584). Uralsk. G. sieversi Stgr. (2584 bis). Von
Sarepta, Uralsk; ist eine gute Art, und irrtümlich als
Synonym zu plutelliformis gestellt. G.sinuatella
WlIsm., die ich von Biskra und Gafsa besitze, würde ich
ohne Kenntnis der Raupe nicht von plutelliformis
A.Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 99
trennen, sondern höchstens als eine blassere Wüstenform
davon halten; Ent. m. Mag. 1904 pg. 223. G. eremella
Chret. (2586 bis). g' Type von Gafsa, wohl am besten nach
mulinella zu stellen. G. zonella Chret. Gafsa, Type.
Ob Gelechia ist mir zweifelhaft. G. bivittella Chret.
(2587 bis). Gafsa, Typen. G. cerostomella WlIsm. (2587 ter).
Biskra, Tenied el Haad. G. lacertella Wlsm. (2592 bis).
Ent. m. Mag. 1904 pg. 222. Von Gafsa und Biskra. Wlsm.
vergleicht dieses Tier mit pınguinella Tr.; ich halte es
entschieden für eine blasse Wüstenform von astragali,
von der ich sie nicht trennen kann. (Vergl. Nr. 2575.) Lita
laceratellaZ. ist eine ganz andere Art. G. malvella
Hb. (2593). Uralsk ein kleines dunkles g'; Amasia, Haifa.
G.galbanella Z. (2594). Als var. (etab.) griseella ı.l.
versandte die Firma Stgr. eine kaum namensberechtigte
graue Form aus Livland; ich erhielt sie genau so auch
von Rachlau unter gewöhnlichen mehr gelblichen Stücken.
G. apolectella Wlsm. (2600bis), 1 g' Paratype von
Vizzanuova in Corsica; Ent.m. Mag. 1900 pg. 216. G.taran-
della‘Weck. (2601), Abisko. G. solutella Z. (2603).
Cuenca, durchgehends lichtere, bräunliche Stücke, oft ohne
jeden Punkt auf den Vfl. Uralsk typisch. G.virgella
Thnbg. (2604). Symonowsk, klein und scharf gezeichnet.
G. perspersella Weck. (2605). Abisko J’Q. G. ela-
gell E1S. (2606). Eenestre. “G. dzieduszykii Now.
(2609). Mont Canigou. G.nigrirosea Wlsm. (2611 bis).
Biskra, Gafsa; Ent. m. Mag. 1904 pg. 266. G. terebin-
thinella HS. (2612). Marasch, Aintab, Hadjın. G.selectella
Car.sp.nov. (2613bis). Electella sehr ähnlich, doch sicher
spezifisch davon verschieden. Durchschnittlich kleiner.
Fühler relativ länger, schwarz und gelblich geringt. Das
mittlere Palpenglied durch kurz abstehende, lichtgelbe
Borsten verdickt; Endglied lang, gelblich, mit brauner Basıs
und Ring vor der Spitze. Kopf, Thorax, Schulterdecken
gelblichweiß (bei electella weiß). Vfl etwas schmäler
als bei jener mit abgeschrägtem Außenrand; Grundfarbe
gelblichweiß, darauf eine helle rötlichbraune Bewölkung,
die an denselben Stellen aufgetragen ist wie bei elec-
tella, doch verläuft die Saumbinde regelmäßiger breit -
vom V- zum Innenrand. Von den typischen Punkten steht
einer nahe an der Flwurzel, zwei bei ?/, (weniger schräg
zueinander), einer am Außenrand der Zelle; letzterer steht
durchgehends höher als bei electella, das ist etwas
100 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
näher der Kosta. Hifl licht gelblichgrau, durchscheinend.
Fransen, Beine wie bei electella. 14 g'Q von Uralsk,
von denen leider nur 7—8 frisch sind, bilden die Typen
in meiner Sammlung. Istrella Mn. blieb mir unbekannt
und die Originalbeschreibung (z. b.V.1866) habe ich zurzeit
verlegt. G.junctipunctella (Autor?). Biskra, wohl die
kleinste Art der Gattung. G. scalella Sec. (2615). Nay
in den westlichen Pyrenäen. G. incognitella Car. nov. sp.
(var.?). Scalella zunächst. Palpen gleich geformt, schnee-
weiß, aber das Endglied vor Wurzel und Spitze schwarz
geringelt. Kopf, Schulterdecken weiß. Fühler wie bei
scalella. Beine leicht gebräunt. Vfl schneeweiß; die
schwarze Zeichnung darauf ist ähnlich, doch anders als
bei jener. Wurzelfeld breit schwarz, am Dorsalast spitz
nach außen vorspringend, dann schräg bis zum Innenrand
basalwärts geknickt. Bei !/,, dort, wo bei scalella nur
ein Kostalfleck hängt, zieht eine sehr schräge, durchlaufende
schwarze Binde bis zum Innenwinkel; diese ıst am Innen-
rand viel breiter als an ihrem Ursprung und hat.an der
Außenseite eine Einbuchtung. Bei ®/, ein Kostalfleck mit
einem Punkt darunter; die Flspitze wie bei scalella. Diese
noch unbekannte Form ist vielleicht nur eine auffallende
Var. von scalella. Ein frisches g' von Kasakewitsch
bildet die Type in meiner Sammlung. G. lugubrellaF.
(2617). Abisko, Kasakewitsch. G. viduella F. (2618). Kasa-
kewitsch.
(Lita) psılella HS. (2632). Symonowsk. L. epithy-
mella var. glauca Chret. (2635). g' Type von Biskra.
L.mignatella Chret. (2635 bis). Biskra, Gafsa J’Q Typen
und Paratypen in Mehrzahl. L. suaedicola Mab. und
submissella Stt. (2638). Meinetypischensubmissella
von Beaulieu sind viel lichter gelblichgrau und weniger scharf
gezeichnet als meine braunen suaedicola von den Sand-
dünen von Olannes. L. micradelpha Wlsm. Perpignan,
Biskra, Gafsa. L. artemisiella Tr. (2639). Uralskcn
Anzahl. L.proclivella Fuchs. (2640). Sichere Stücke
von. Vernet-les-bains. "L. atrıplicella E vasınoy
clarella Car. (2642). Von Granada liegen mir 8, von Biskra
4 frische Exemplare g'Q vor, die sich durchgehends von
der Stammform durch weit lichteren, gelbbraunen Farben-
ton scharf unterscheiden. Auf der hell lehmgelben (nicht
grauen) Grundfarbe der Vfl ist die dunklere Beschuppung
nicht schwarz, sondern braun und spärlicher aufgetragen,
A. Caradia. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 101
so daß auch die schwarzen Punkte aus dem gelben Unter-
grund deutlicher hervorstechen. Auch Palpen, Kopf, Füße,
Leib sind gelbbraun; Hfl hellgrau. Von Tenied el Haad
erhielt ich dagegen eine typische atriplicella, ebenso
von Uralsk. L. suaedella Richardson (2650). Von den
Dünen von Olannes. L. nitrariella Chret. 2 g' Typen
von Gafsa. L.fagoniae Chret. undtraganella Chret.,
von denen ich g’Q-Typen und Paratypen von Biskra und
Gafsa habe, stehen desertella Rbl. sehr nahe. L.sua-
vella Chret. und var. von Biskra und Gafsa. g'Q-Typen.
L. disjectella Stgr. (2659) auch von Gafsa; L.tussi-
laginella Hein. (2660). Jassy, Symonowsk, Uralsk; neu
für Rumänien. L. diffluella Hein. (2676). La Grave.
L. murinella HS. (2679). Grumazesti; neu für Rumänien.
L. staehelinella Chret. (? WlIsm.). Eine g' Type von
Herault vermag ich von suasella Const. (2681) nicht zu
trennen. L.behenella Const. (2682). La Grave. L.?acu-
minatella Sirc. (2688). Von Uralsk 2 frische g' unter-
scheiden sich von meinen zahlreichen acuminatella von
anderer Provenienz durch bedeutendere Größe (4 mm),
Mittelglied der Palpen mehr erweitert, Endglied lichter
und in der Mitte schwarz geringelt. L. voltinella.Chret.
(2689). Typen von Ardeche. L. Iyciella Wlsm. (2689 bis)
ist bei Biskra, Gafsa, Lambeze wohl die gemeinste Gelechia;
sie fliegt dort in 2 Formen, einer dunkelbraunen und einer
lichtgelben. Uebergänge sind nicht häufig. Von Perpignan
und St. Lucie habe ıch nur die dunkle Form. L. aethiops
Westw. (2690). Diese seltene Art scheint eine weite Ver-
breitung zu haben, da ich sie auch von Radd& und Pompe-
jewka (sehr groß) besitze. L.hübneri Hw. (2698). Varatec
(obere Moldau); neu für Rumänien. L. gecko Wlsm.
(2699 bis). Außer von Biskra auch von Teenied el Haad,;
Ent. m. Mag. 1910. Dec. L.maculea Hw. (2700). Symo-
nowsk. L. strobilacella Chret. (2703 bis), von der ich
g'Q-Typen und viele Paratypen von Biskra besitze, ist vıiel-
leicht eine helle sandgelbe Wüstenform von salicorniae.
Beoricolorellarfiw: (2705). Grumazesti. L. costella
Westw. (2706). Vannes. L.hyoscyamella Stt. (2707).
Malaga. L. maculiferella Dgl. (2708). Grumazesti;
neu für Rumänien. Marasch. L. semidecandrella
Thretf. (2709). Plouharnel. L. junctella Dgl. (2711).
Amasia. L. cephalella Car. nov. sp. Zwei von M. Bartels
am 4. bis 10. Juni bei Uralsk erbeutete frische Pärchen
102 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
gehören einer jedenfalls neuen, ım palaearktischen Gebiet
ziemlich isoliert stehenden Art an, da allenfalls nur cous-
sonella Chret. von Digne zum Vergleich herangezogen
werden könnte. Merkwürdigerweise hat dieses reizende
kleine Tier seine nächsten Verwandten im neotropischen
und -subtropischen "Gebiet: Capitella FE. ( :obu
stella=rıivulella Möschl.) von St. Thomas ist ihm am
ähnlichsten, auch bosquella Chamb. (=costipunc-
tella Möschl.) von St. Croix kommtihmnahe. Cephalella
mißt kaum 8 mm vom Apex zu Apex in normaler Spannung.
Palpen wie bei capitella geformt, aber zarter, erstes
Glied braun, zweites und drittes völlig weiß, letzteres etwas
kürzer. Fühler fadenförmig, deutlich schwarz-weiß geringt.
Schienen bräunlich, Füße weiß geringt. Stirn, Schopf,
Kragen, Rücken schneeweiß; Schulterdecken schwarzbraun,
Abdomen graubraun. Grundfarbe der Vfl schneeweiß,
unterhalb der Dorsalader gelblich gewaschen. Wurzelfeld
bis zum Innenrand reichend schwarz; zwei schwarze Mittel-
binden, welche von der Kosta beginnen und kurz unterhalb
der Dorsalader abbrechen, also den Innenrand nicht er-
reichen; Flspitze und Außenrand breit schwarz. Diese
vier schwarzen Partien sind durch den weißen Untergrund
scharf voneinander getrennt. Fransen schwarz. Hfl licht-
grau mit grauen Fransen. Die bei oberflächlicher Be-
trachtung sehr ähnliche, in Zeichnungsanlage und Farben-
verteilung fast identische capitella F. ist größer; erstes
Palpenglied außen schwarz, drittes Glied hat Wurzel und
Spitze schwarz; Fühler nur undeutlich geringt. Grund-
farbe am Dorsum licht rötlichgelb überflossen; die schwarzen
Querbinden und die Saumbinde sind nach innen W-förmig
ineinander verschmolzen, dıe Hfl sind dunkler usw. Cepha-
lella hat äußere Aehnlichkeit auch mit Borkhausenia
augustella Hb. Das Tier, dessen genauere strukturelle
Untersuchung von berufenerer Seite erfolgen müßte, mag
mit dem nächstfolgenden zusammen einstweilen hier ein-
gereiht werden. Der zartgeformten Palpen wegen dürfte aber
die Errichtung eines eigenen Genus erforderlich werden. Vom
Alaigebirge erhielt ich ein frisches Pärchen einer anderen
sehr nahestehenden Form, die sicher neu ist; ob eigene
Art oder Var. der vorigen, bleibe dahingestellt. Die Palpen
sind wie bei jener zarter als bei den meisten Litaarten,
das Endglied etwas kürzer, cremeweiß wie Kopf, Thorax
und Grundfarbe der Vfl, Zeichnungsanlage wie bei cepha-
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 103
lella, aber die zwei Mittelbinden stehen etwas weiter
auseinander und verschmelzen schon oberhalb der Flmitte.
Die schmälere ‘Saumbinde sendet aus ihrer Mitte eine
scharfe Spitze basalwärts. Hiermit hat das Tier sehr große
äußerliche Aehnlichkeit mit capıtella. Ich benenne es
conjugella. Von L. capsophilella, dianthella und
coussonella Chret., alle aus Südfrankreich, überließ
mir der Autor g'@ Originalstücke. L. nigricella Chret.
von Biskra g'Q Typen. L. melanotephrella Eirsch.
(2720). Radde drei typische Exemplare, die ganz mit der
Öriginalbeschreibung übereinstimmen, wurden aus einer
großen Serie viel dunklerer Exemplare von gleichem Fund-
ort von WlIsm. herausgegriffen und als diese Art bestimmt.
Bei den übrigen Stücken fehlen die lichteren grauen Flächen
und Streifen, doch glaube ich, daß auch diese schwarz-
beschuppten Exemplare spezifisch dazu gehören. Spätere
Untersuchung wird Sicherheit darüber schaffen, wie auch
über eine größere Anzahl noch unbestimmter Gelechien
aus allen Teilen des Faunengebietes, die in meiner Sammlung
stecken. L. cauligenella Schmid (2721). Ein g' von
Jerusalem paßt am besten dazu; Palpen, Kopf, Thorax,
Zeichnung der Vfl genau wie bei dieser, nur lichter.
L. gypsophilae Stt. (2723). Kasikoparan ganz sichere,
auch vonWlIsm. begutachtete Exemplare. L.ocymoidella
Wism. (2723 bis). Vernet-les-bains, Paratypen. Ent. m.
Mag. 1900 pg. 218. L.repentella Chret.undinflatella
Chret. g'Q Typen von La Grave und Bize vom Autor
erhalten. .L. mucronatella Chret. Eine Serie von
20 Stücken aus der Sierra Nevada (Ribbe 1905) kann ich
zu keiner anderen als nur (mit Zuversicht) zu dieser Art
ziehen, da sie in allen Einzelheiten genau dazu passen.
Allerdings sind nur drei bis vier Exemplare so groß wie meine
mucronatella-Kotype von La Grave, die übrigen aber
bedeutend kleiner. Doch herrschte von 1904 bis in den
Sommer 1905 hinein in Südspanien absolute Regenlosig-
keit, daher große Dürre, was das reduzierte Ausmaß dieser
16 Stücke (wie übrigens so vieler andrer Hungerexemplare
der Ribbe’schen Ausbeute) erklären mag. Bull. S. Fr. 1900
pg. 138.
(Beleia)'vulgella: Hb. (2731).. Nay. T.inscerip-
tella Chr. (2734). 5 g’ 1Q von Radde. Davon stimmen
1 g' 19 genau zur Beschreibung Christoph’s, wenn auch
das © viel dunkler ist, und allein von allen sechs Exemplaren
104 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
rostbraune Schuppen im Diskus hat. Drei g' sind mehr
gelblichgrau und die Längsstrieme in der Falte ist in
zwei Fleckchen aufgelöst; das letzte tadellos frische g' weist
nur Spuren der so charakteristischen schwarzen Zeichnung
auf, da nur winzige Pünktchen an den typischen Stellen
stehen. Alle sechs Exemplare gehören sicher zu dieser an-
scheinend recht veränderlichen Art. T.alburnella ab.
radiellaKrul. (3735). Symonowsk. T.heligmatodes
WIsm. (2740bis): Außer von Biskra auch von Tenied el Haad;
ich halte das Tier für eine Wüstenform von tamari-
ciellaZ. Ent. m. Mag. 1904 pg. 257. T. cisti Stt. (2743),
Lambeze, Teneriffa. T.fugitivellaZ. (2746). Symonowsk.
T.thomeriella Chret. Der Autor überließ mir mehrere
Jg Q-Originalstückevon St.Pons(Herault). T.humeralisZ.
(2749). Sehr variabel; ein rußschwarzes Stück von Bozen.
Andere Exemplare von dort haben licht perlgraue Vfl mit
mehr oder weniger ausgiebiger schwarzer Zeichnung dar-
auf. Subericolella ı.]. (?Stgr.) aus Andalusien, ist nach den
mir vorliegenden drei Originalstücken gewiß nichts anderes.
T.proxımella Hb. (2752). Symonowsk. T. saltuumZ.
Außer vom Albula und Rachlau auch vom Riesengebirge.
T.triparellaZ. (2757). Var. nov. sultanella Car. Viel
lichter lehmgelb als alle meine europäischen Stücke; mehrere
Typen von Ak Chehir in meiner Sammlung. T. myrica-
riella Frey (2758), var.nov. arenicolella Car. unterscheidet
sich von der Stammform durch hellere gelbliche Grund-
farbe der Vfl und daher auch viel schärfer abstechende
dunkle Ouerbinde, Kostalfleck, Doppelpunkt etc. Hfl. lichter
grau mit gelblichen Fransen. Mehrere g’Q-Typen von Biskra
in meiner Sammlung. T. dodecella L. (2762). Var. In
Hedemann’s Sammlung stecken als „Litasp.“ und auch
beidodecella zwei frische völlig gleiche g' mit Fundzettel:
„Wiener Schneeberg 19. VII. 94 und 3. VII. 98“. Beide
Exemplare sind sichere dodecella, unterscheiden sich
von gewöhnlichen Stücken nur dadurch, daß die dunklen
Partien scharf markierte vom Vrd zum Innenrand durch-
laufende Querbinden bilden. Aus Schlesien habe ich übrı-
gens fast ganz gleiche Stücke. T.trıjugella Ersch. (2764).
Ein g', zwei © von Radde. Diese Art scheint sehr veränder-
lich zu sein. Grundfarbe der Vfl und des Kopfes bald grau,
bald strohgelb, die graue Beschuppung bald gleichmäßig
über den ganzen Vfl verteilt, bald ganz fehlend; auch die
schwarzen Pünktchen und Flecken sind in Größe und
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 105
Intensität verschieden. T.maculata Stgr. (2767). Digne,
Amasia, Marasch, Beirut, Jerusalem, Erivan. T. korbi Car.
nov. sp. aut var. Ein frisches g' von Kasakewitsch bildet
die Type in meiner Sammlung. Der maculata zunächst
und sehr ähnlich; unterscheidet sich von ihr durch folgende
wichtige Merkmale: Palpen durchaus licht lehmgelb ; Stirn
lehmgelb ; der Fleck auf der Mitte der Vfl sehr viel größer
und breiter; er sitzt unmittelbar auf dem Innenrande.
T.oxycedrella Mill. (2768). Chiclana.
Phaeocecis cherregella Chret. Zwei g', ein ©
Typen von Biskra in meiner Sammlung, vielleicht besser bei
Nr. 2784 einzureihen. |
Schastophila laurocistella Chret.. (2770), Ar-
deche, Kotypen.
Acompsia cinerella Cl. (2771). Nay, Symonowsk.
Tachyptilia populella Cl. (2776). Kasakewitsch
in großer Zahl; variiert von licht aschgrau durch braun zu
schwarz, genau wie in Europa. T. lugens Car. sp. nov.
Zugleich mit voriger sandte Korb von Kasakewitsch eine
Serie von 34 untereinander gleicher g'Q Stücke ein; sie
können schon deshalb keine Lokalrasse von populella
sein. Strukturell, im Habitus und Größe stimmen sie genau
mit jener überein, haben aber entschieden etwas breitere
Fl. Allgemeine Färbung ist gleichmäßig dunkles Graubraun,
etwas glänzend, bei manchen Stücken mit kupfernem Schein.
Auf den Vfl fünf dunkle Punkte, drei auf dem Medianast, zwei
auf der Dorsalen. Die lichtere Querbinde bei 3/,, die bei
populella stets zackig und meist sehr deutlich auftritt,
ist bei lugens sanft gewellt und nur ganz schwach an-
gedeutet. Fühler schwarz - weiß geringt; Leib gelblich,
glänzend, die letzten drei Segmente dunkel. Mit solem-
nella Chr. hat das Tier nichts gemein. T. mauricau-
della Obth. (2778). Unter 64 Exemplaren von Lambeze
befindet sich ein großes g', bei welchem die goldgelbe
Bestäubung nicht nur die Flbasis und die Median- nebst
Dorsalader überstreut (wie es häufig der Fall ist), sondern
die ganze Breite der Vfl und bis über die Mitte hinaus
dicht bedeckt. T. suberiella Car. nov. sp. (2779 bis). Größer
als scintillella F., etwas lichter schokoladenbraun, die
hellere Querlinie bei 3/;, bis zum Innenrand deutlicher,
Fühler bis zu jener reichend. Raupe im Mai an den zu-
sammengesponnenen Endtrieben von Quercus suber. Falter
106 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
im Juni — Juli. EIf gezogene Exemplare von Saugnacg
(Landes) bilden die Typen in meiner Sammlung. Eine
andere, anscheinend noch unbeschriebene Art, die J. Mann
bei Brussa erbeutete, steckt als panormitella ı.l. ın
meiner Sammlung. Das Tier ist so groß wie suberiella,
hat wie jene eine deutliche lichte Querbinde bei ®/,, aber
gelbliche Palpen und Kopf, sowie mit gelblichen Schuppen
überstreute Vflwurzel. Trifoliella Cst., der sie vielleicht
am nächsten steht, ist es sicherlich nicht, noch weniger
scintillella, hirsutellaodertemerella. Da J. Mann
seine Schätze leider nur allzu sehr verstreute, so sind die
zwei in meine Sammlung gelangten Stücke gewiß nicht die
einzigen bekannten, und der Name panormitella dürfte
wohl Geltung erlangen. T.timidella Wck. (2780 pro parte).
Diese große schon durch ihre gestreckten Fl so charak-
terisierte Art ist m. E. im Katalog irrtümlich als (?) syn.
zu hirsutella Cst. gezogen.
Acanthophila alacella Dup. (2785). Symonowsk.
Xystophora pulveratella HS.(2787). Varatec; neu
für Rumänien. X. morosa Mühlig (2806). Symonowsk.
X.hornigi Stgr. (2812). Bei Dax fand Lafaury die Raupen
an Polygonum und erzog die Falter in Anzahl. X. luci-
della Stph. (2814). Kasakewitsch.h X. impunctella
Chret. (2817 bis). Kotypen von Digne. X. plusia Wlsm.
(2819 bis). Die Typen, zwei g' von Kasakewitsch in meiner
Sammlung; doch weiß ich nicht, ob noch wo die Publikation
erfolgte? Diese herrliche Art funkelt in purpurnenı, oran-
genen, smaragdenen Metallglanz, hat weiße Palpen und
Fühlerspitze usw. Ich bin überzeugt, daß plusia mit
rutilella Snell. zusammenfällt, andrerseits aber auch, daß
die Art viel natürlicher in das Genus Argyritis paßt.
X.atrella Hw. (2820). Radde. X. micella Schiff. (2824).
Radde, Kasakewitsch. X. coeruleopictella Car. nov. sp.
Micella zunächst. Palpen sehr dünn, lang, sichelförmig
aufgebogen, hellgelblich. Fühler derart schwarz-weiß ge-
ringelt, daß die Basıs fast schwarz, die Geißel fast weıß ist.
Vfl gestreckt am Außenrand schräg über den Innenwinkel
hin verlaufend und daher schmäler als bei micella. Hil
unter der scharfen Spitze stark eingezogen. Stirn rötlich-
braun. Kopf, Schulterdecken bläulich glänzend. Leib
schwarzpurpur wie bei micella. Vfl schön rotgolden,
glänzend, an der Spitze und Außenrand dunkler. Darauf
stehen herrlich licht bläulich glänzende, fein schwarz ge-
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 107
säumte Striche, ähnlich, doch anders verteilt und verlaufend
wie bei Pancalia leuwenhoekella oder sicho-
tella,vondenencoeruleopictella strukturell ganz ver-
schieden ist. Ein solcher blauer Strich liegt an der Flbasis,
gewissermaßen als schräge Fortsetzung der blauen Schulter-
decken und erreicht den Innenrand. Ein zweiter beginnt
an der Kosta beı !/,, zielt schräg nach außen, ohne den
Innenrand ganz zu erreichen. Vom Innenrand bei 1/, steigt
ein dritter Strich nach hinten und zielt nach ®), der Kosta,
- die er nicht erreicht. Bei ?/, hängt an der Kosta ein sehr
schräg nach vorn gerichteter kommaförmiger reinweißer
Strich, der nach innen zu blau schillert und mit dem vor-
erwähnten Dorsalstrich beinahe zusammenfließt. Bei !/, an
der Kosta steht noch ein kleiner kurzer Fleck. Längs des
Außenrandes bis zum Innenwinkel ein breiterer, lichtblau
glänzender Strich auf dem dunklen Grunde. Hfl und alle
Fransen dunkelbraun. Useite ganz dunkel, nur der weiße
Kostalfleck vor dem Apex scheint schwach durch. Mit
keiner anderen Art zu verwechseln. Zwei frische g' von
Kasakewitsch bilden die Typen in meiner Sammlung.
Anacampsis (Aproaerema Durr.) patruella Z. (2825).
Viersichere Stücke ın coll. Hed. mit den Fundzetteln: „Schnee-
berg 20.V1.1894 und 14.V1.1901“. A.splendens Stgr.(2826).
AmasıaeinQ. A. maraschella Car.nov.sp. Einschönes g' von
Marasch bildet die Type in meiner Sammlung. Die jedenfalls
noch unbeschriebene Art ist etwas größer als patruella,
Vfl gestreckter und schmäler mit gleichmäßig abgerundetem
Außenrand. Im Habitus und allgemeiner Färbung, der
allerdings bunteren deverrae ähnlicher als irgendwelcher
anderen Art der Gruppe. Fühler lang schwarz, gelblich
geringelt. Palpen braun, das Mittelglied am vorderen Rande
gelb. Stirn grau. Kopf, Thorax, Schulterdecken ockergelb
bis rostfarben. Basalfeld der Vfl ockergelb, längs des Median-
astes eine lange ockergelbe Spitze bis zur Zelle aussendend,
wo in der Falte ein schwarzer Fleck sitzt. Die ganze
übrige Fliläche ist mit schwarzen Schuppen dicht überstreut,
aber so, daß unter der Lupe die ockergelbe Grundfarbe
überall durchscheint und dem F]l eine allgemeine schoko-
ladenbraune Farbe verleiht. Bei ?/;, ein ockergelber Kostal-
fleck, dem am Innenwinkel ein kaum sichtbarer anderer
gegenübersteht. Eine Reihe schwarzer Pünktchen vor den
graubraunen, sehr langen Fransen, durch deren Mitte eine
weitere Linie schwarzer Atome verläuft. Die Wurzelhälfte
108 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
der Fransen, besonders um den Innenwinkel herum mit
mehligem Anschein. Hfl unter der ausgezogenen Spitze
stark eingebuchtet; schokoladenbraun mit dunklem violetten
Schimmer. Abdomen lang, graubraun mit stark ausgebil-
deten lichtem Afterbusch. Beine braun, Füße gelblich
geringelt. Useite gleichmäßig dunkel graubraun glänzend.
Hat große Aehnlichkeit mit X y stophor a bieelonelia
Rbl., unterscheidet sich sofort von dieser durch fast dop-
peltes Ausmaß, längere Fühler, den gelben Kostalfleck usw.
A.deverrae Wlsm. (2826 bis). Von Gafsa mehrere. Ent.m.
Mag. 1905 Pg. 125... A. coronillella Tr. (2829)7 Amasıa;
Hadjın. A. biguttella HS. (2830). Amasia, Marasch, Gol fe
Juan. A. sanegiella St 233) "Drei Stücke von 'Kasa-
kewitsch ziehe ich mit Zuversicht dazu. A.remissella Z.
(2833). Vernet, Granada. Diese Art ist eine Xystophora,
bei 2797 einzureihen. A. anthyllidella Hb. (2835).
Cuenca,SierraNevada,Symonowsk. Bei meinen neun kleinen,
schmalflügeligen Stücken von Biskra sind die Gegenflecke
durch eine äußerst feine, unterseits besser sichtbare weiße
Linie verbunden. In coll. Hed. stecken drei frische Exemplare
als sp. nov., bei denen diese Verbindungslinie sehr deut-
lich ist. Bei zwei Stücken von Kasikoparan sind die Fl
sehr schmal und gestreckt und die weiße Querbinde durch-
laufend und scharf wie bei vorticella; m.E. sicher eine
noch unbeschriebene Art. A. lınella Chret., von der
mir der Autor g'Q@ Typen von Digne überließ, muß als
syn. zu infestella Rbl. gezogen werden, deren Typen
von Orotava in meinem Besitze sind (coll. Hed.). Letztere
soll übrigens mit psoralella Mill. und albipalpella
WlIsm. (nec HS.) zusammenfallen. A.albipalpella HS.
(2837). Cuenca, zweiExemplare von Rebel bestimmt. A. ussu-
riella Car. nov. sp. (2840 bis). Kopf, Palpen weißlich. Fühler
schwarz-weiß geringelt. So groß wie ligulella Z., doch
die Vfl spitzer, tiefschwarz mit bläulichem Schein wie bei
azosterella HS. Die rein weiße Querbinde breiter als
bei jeder anderen mir bekannten Art der Gattung. Useits
kein heller Kostaltileck, aber die breite weiße Binde scheint
deutlich durch, doch lange nicht so scharf wie bei taeni-
olellaZ. Acht o'@ von Kasakewitsch liegen mir als Typen
vor. A. captivella HS. (2847). Marasch, Gülek (B.-H.).
A. polycehremella Rbl: (2847 bis). Iris 1902 p- 109.
Beirut, Ost-Jordanland. Von Marasch liegen mir zwei frische
Stücke J'Q vor, die sich von typischen Exemplaren durch
A. Caradia. Geographische’ Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 109
größeres Ausmaß, breitere Vfl und bedeutend breitere
weiße Querbinde unterscheiden. Wenn nicht eigene Art,
so bilden diese Stücke eine auffallende und namensberech-
tigte Lokalform, die ich var. rebeliella benenne. A.argy-
rolobiella Chret. ist nach den mir vorliegenden g'@ Ori-
ginalstücken von Gafsa und Biskra zu urteilen, synonym
‚zu polychromella, während die sehr nahestehende
A. acanthyllidis WlIsm. sich wohl lediglich durch die
mehr gelbliche Querbinde unterscheidet. Sie variiert stark
in Färbung und Intersität der schwarzen Beschuppung ım
Saumfeld. Ich glaube, daß die drei letztgenannten Formen
spezifisch nicht zu trennen sind. Ent. m. Mag. 1905 pg. 40.
A.thaumalea WlIsm. Ich habe dieses schöne Tierchen
auch von Gafsa. Ent. m. Mag. 1905 pg. 40. A. miran-
della Chret. Von Biskra eine g'’-Iype.-. Ein ganz rei-
zendes Tierchen, das seinen Namen vollauf verdient und,
mit den letztgenannten neuen Formen zusammen, von
Anacampsıs wohl generisch zu trennen ist.
Calyptrotis aphitodes Meyr. (2849). Lambe£ze,
Biskra.
Epithectis adumbratella Snell. (2851). Kasa-
kewitsch.
Aristotelia frankeniae WlIsm. (2864). Außer von
Punta Parana (Corsica) auch von Malaga ein sicheres Exem-
Pareo suberreinella 115. (2868). Cuenea, -Alfacar,
Uralsk, Marasch. A. ericinella Dup. (2870). Die Rasse
von Sylt ist kleiner und meist auch lichter. Bei einzelnen
Stücken sind die dunklen Zeichnungen der Vfl sogar nur
auf zwei schmale schräge Kostalflecke nahe der Basis und
zwei Längsstriche auf dem Medianast reduziert, während die
übrige Flfläche in schönem Silbergrau glänzt. Diese Form
von Sylt, die ich auch in andren Sammlungen sah, mag
ab. silendrella heißen. Zwei frische Pärchen bilden die
Typen in meiner Sammlung. A. boischewickiella Car.
nov. sp. (2869 bis). Palpen hellgelblich; zweites Glied oben
mit einer sehr feinen schwarzen Längslinie; Kopf und
Kragen gelblich. Fühler schwarz, unter starker Lupe er-
scheinen die letzten Glieder fein weiß geringelt. So groß
wie subdecurtella, der sie am nächsten steht. All-
gemeine Farbe grau in lichteren und dunkleren Schattie-
rungen, ohne gelblichrote Beimischung. Innenrand hellgrau,
darüber eine schwarze Längslinie, die von der Basis zum
Innenwinkel zielt und diesen bei einzelnen Exemplaren fast
110 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
erreicht. Erster schräger Querstreif im Wurzelfeld wird
durch die Auflichtung dahinter deutlich sichtbar; die übrige
Flfläche durch dichte rauchgraue Beschuppung stark ver-
dunkelt. Vor und in der Zelle je ein schwarzer Punkt,
letzterer meist licht umringt und sehr deutlich. Bei ?/, die
typische lichtere Querbinde, die aber bei einigen Exem-
plaren nur als Kostalfleck auftritt, meist aber bis vor dem
Innenwinkel durchläuft. Vor dem Apex einige gelbliche
Kostalhäkchen. Die sehr langen gelblichgrauen Fransen
an der Wurzel mehlig beschuppt, mit einer Reihe schwarzer
Punkte; die Fransen halbierend zieht, abgerundete Zick-
zacks (Festons) bildend, eine feine schwarze Linie vom
Apex zum Innenwinkel. Einer riesigen Xystophora
quaestionella HS. nicht unähnlich! Es liegen mir
30 g'Q Exemplare von Uralsk zur Beschreibung vor und
ich wähle den oben zitierten schönen Namen, um die mir
so angenehme Erinnerung an die ausgestandenen Leiden
und Gefahren zu verewigen! A.decurtella Hb. (2871).
Marasch. A. decoratella Stgr. (2872). Uralsk, Malatıia.
Recurvaria nanella Hb. (2874). Marasch.
Ptocheuusa inopella, 27123879, BeaDassspu
Lafaury in mehreren sicheren Exemplaren gezogen. P.mul-
tistrigella Rag. (2883). Biskra.
Stenolechia albiceps Z. (2886). Alaigebirge.
St. gemmella L. (2857) Ak Chehir. Das Belegstück
variiert etwas, die Grundfarbe ist rein weiß statt gelblich
und bei ?/, steht auf dem Medianast ein schwarzer Fleck,
der bei typischen Stücken fehlt. St. sagittella Car. nov. sp.
Palpen weiß, Endglied an der Spitze und in der Mitte
schwarz. Kopf, Thorax, Schulterdecken weiß. Vfl weiß.
je ein schwarzer Kostal Ifleck an der Basis, bei’ Y;, unde
Von da an bis zur Spitze und von der Zelle bis zum Saum
ist die Flfläche durch schwarze Atome unregelmäßig be-
wölkt. In der Flmitte vor der Zelle, etwa ber); ,ssteht
ein größerer schwarzer, pfeilförmiger Fleck mit der Spitze
nach außen gerichtet; am Ende der Zelle ein kleiner Fleck,
darunter ein Längsstrich in der Falte, der basalwärts die
oben erwähnte Pfeilspitze fast erreicht. In den grauen
Fransen einige schwarze Pünktchen. Hfl lichtgrau mit
gleichfarbigen Fransen. Die Zeichnung der Vfl ist eine
ganz andere als bei gemmella, da insbesondere der für
diese Art so charakteristische schräge Querstreifen fehlt.
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 111
Es kann sich auch schwerlich um eine Varietät von nigri-
notella Z. handeln, von der ich eine ganze Serie zum,
Vergleiche besitze. Ein frisches g' von Marasch bildet die
Type in meiner Sammlung. Es wird von mancher Seite
gerügt, wenn eine neue Art nach nur einem Stücke be-
gründet wird; m. E. oft mit Unrecht, wofern nur das Ex-
emplar frisch ist und es charakteristische Merkmale auf-
weist, die es mit keiner bekannten Art der Gattung teilt.
Eine lange Serie gleicher Exemplare würde an der Sicher-
heit der Diagnose in vielen Fällen, wie z. B. im vorliegen-
den, nichts beitragen.
Argyritis ochricapitella Rbl. (2891 bis). Z.b.V.
1903 p. 96. Die g'Q Typen und Paratypen aus coll. Hed.,
darunter die vom Autor erwähnte braune Aberration.
ChrysoporahermannellaF. (2896). Symonowsk,
Ak Chehir, Kasakewitsch. Ch.eppelsheimi Stgr. (2895),
Kasakewitsch ein tadelloses ©, dıe gelben Flecke sind redu-
ziert. Ch. fervidella Mn. (2897). Im Katalog 1901 muß
der Literaturnachweis lauten: Wien Mts. 1864, 187, Taf. V,
Is.24, Stt. SyL:.36.
Apodia helotella Stgr. (2633). Lambeze; Granada
mit violettem Schimmer. Dazu müssen als Synonyme ge-
zogen werden: damonella Mill. (2519) und algeriella
Bkr. (2552). A. psamathias Meyr. (2900). Gafsa.
Sitotrogacerealella Ol.(2902). Auch vonLaPlata,
Argentinien usw.
Proactia (WIsm) halimilignella WlIsm. Ent. m.
Mag. 1904 p.268. Auch von Gafsa. Pr.echiochilonella
Chret. Gafsa © Type.
Stomopteryx detersella Z. (2906). Golfe Juan,
Cuenca, Granada, Athen, Wansee, Amasia, Erivan, Kası-
koparan.
Brachmia rufescens Hw. (2909). Uralsk, Kalmy-
kow. B. triannulella HS. (2911). Saugnacq. B. mo-
dicella Chr. (2915). Ich besitze sichere Stücke von Dar-
jeelingaus coll. Hed. B. impunctella Car.nov.sp.Modicella
zunächst und auch ähnlich. Die Angabe der Unterschiede
genügt zur Charakterisierung dieser. neuen Form: Etwas
größer, Fl gestreckter, am Apex abgerundet. Palpen, Fühler
gelb, letztere nicht geringt. Allgemeine Färbung licht,lehm-
gelb. Die Punkte am Anfang und Ende der Zelle sowie
112 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
in der Falte kaum angedeutet; vor dem Innenwinkel fehlt
.der dunkle Fleck, auch längs des Saumes und oberhalb
der Spitze sind keine Pünktchen sichtbar. Hfl und alle
Fransen licht lehmgelb. Ein frisches @ von Kasakewitsch
bildet die Type in meiner Sammlung. B. hedemanni Car.
nov. sp. Von Darjeeling stecken in coll. Hed. 2 tadellose
g' einer anderen, sicher neuen Art, die, obgleich bisher
nicht von unserem Faunengebiet bekannt, ich doch der
Vollständigkeit halber gleich hier kurz beschreiben möchte.
Vfl und Hfl noch schmäler und am Apex spitzer auslaufend
als bei vorigen zwei Formen. Kopf, Palpen licht erdgelb,
Fühler schwarzgeringelt. Thorax, Leib, Vfl rötlich braungelb.
Ganz dicht unterhalb der zwei gewöhnlichen Punkte, doch
etwas schräg nach auswärts davon, stehen noch je ein kleiner
schwarzer Punkt. Vor dem Innenwinkel ist kein Fleck. Anı
Saum einige schwarze Punkte und vom Apex bis zu !/, noch 5
schwarze Häkchen. Fransen graubraun mit gelber Teilungs-
linie «B-eerromella 772916): Symonowsk, Nay. B.di-
midiella Schiff. (2917). Uralsk. B.rasilella HS. (2918).
Mehrere Stücke von Feteschti und Amara in Rumänien, ein
stark variierendes © von Kasakewitsch, bei dem dıe dunkle
Saumlinie und die 4 dunklen Flecke auf den Flflächen
fehlen. . B! briareatella Ersch. (2919). Meine I7Pxem:-
plare von Kasakewitsch (M. Korb) wurden teilweise durch
Staubmilben lädiert. Die Art gehört sicher nicht in das
GenusBrachmia, sondern viel weiter abwärts im System.
Rhinosia sordidella Hb. (2923). Amasia, Marasch.
R.flavellaDup. (2925). Jerusalem. R.pallidipulchra
Wism. , Lambeze. Ent. m. Mag: 1904 p. 269. R.for-
mosella Hb. (2926). Lambeze, Kasikoparan. R.in-
certella HS. (292%)... ieir. Epiparasıa, necue 02
HS. bei Nr. 2487 bis.
Euteles kollarella Costa (2929). Vernet,. Amasia,
Beirut. E. ternatella Stgr. (2931). Biskra, Tangier.
Ceuthomadarus tenebrionellus Mn. (2934) in
typischen rußschwarzen Stücken (mit purpurnem Glanz)
auch von Marasch. Von Amasia erhielt ich dagegen nur
eine viel hellere, durchaus braungraue Form, bei der die
gewöhnlichen schwarzen Punkte bei !/, und im Diskus,
sowie eine lichtere Saumbinde bei 3/, deutlich sichtbar
sind. Ich benenne diese Form var. (?ab.) cerepusculellus.
1 g' 29 bilden die Typen in meiner Sammlung.
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 113
Paltodora striatella Hb. (2935). Von Cuenca ein
typisches Stück. Eine Serie großer aschgrauer Exemplare
von Lambe£ze, die z. T. ganz licht staubgrau sind, bestimmte
Wlsm. als striatella var. und ın der Tat weicht diese
Form von jener nur in der Größe und Färbung ab. Ganz
das gleiche Tier erhielt ich durch Korb und Ribbe in
sroßer Zahl aus Andalusien (Granada, Nevada, Alfacar)
und hatte sie bis heute fälschlich für meridionella HS.
in meiner Sammlung stecken, weil die Firma Stgr. s. Z.
mehrere identische Stücke, untermischt mit richtigen meri-
dionella, als solche mir geliefert hatte. Letztere, wenig-
stens in typischen Exemplaren (laut der Originalbeschrei-
bung), wie ich sie auch aus Andalusien habe, hat eine
andere Färbung und Zeichnung der Flspitze. Auch anthe-
midella Wck. kann die obenerwähnte lichtgraue Form
nicht sein. Ich trenne sie daher von striatella als var.
substriatella ab. Es lagen mir 44 Exemplare g'Q zum
Vergleich vor. Von Uralsk habe ich ein Stück, das ganz
genau dazu paßt. P.anthemidella Wck.(2936). Amasiıa.
P.constantina Baker (2937). Biskra, Lambeze. P.linea-
tella Z. (2940). Vernet, Cuenca, Alfacar, Granada, Malaga.
P. eytisella Curt. (2942). Radde.
Mesophleps silacellus Hb. (2944). Golfe Juan.
M. pudicellus Mn. (2947). Von der Sierra Nevada,
wahrscheinlich aus niedrigerer Lage, sandte Ribbe 3 ©,
die sicher dazu gehören, aber doch von typischen pudi-
cellus in folgendem abweichen: Von den 4 gewöhnlichen
Punkten ist bei 2 © nur derjenige in der Falte grade noch
unter der Lupe sichtbar, bei einem © nur das Pünktchen
hinter der Zelle. Bei 2 Stücken ist aber ein Supplementär-
fleck vorhanden, der bei pudicellus fehlt; er steht dicht.
an der Kosta nahe vor der Flspitze. Ich schlage für diese
Form den Namen var. apicellus vor. M. trınotellus
HS. (2949). Cuenca mehrere, Amasia.
Ypsolophus ustulellus F. (2951). Kasakewitsch,
Radde. Y. fasciellus Hb.. (2952)... Nay, Uralsk. Von
Radde 1 g' mit bis zur helleren Saumbinde stark ver-
dunkelten Vfl. Y.limitellus W. Kasakewitsch, Tjutjuje.
Y.limosellus Schl. (2953). Symonowsk, Kasakewitsch.
Y.lotellus Const. (2970) Golfe Juan, Murcia. Ein tadel-
los frisches Pärchen von Radde ziehe ich nur mit Vorbehalt
als var. zu lotellus. Beide Stücke sind zwar in Größe,
Flform, Färbung jener Art gleich, doch ist das zweite
Deutsclie Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein Vi
Iris zu Dresden. Jahrgang 1920.
114 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Palpenglied entschieden noch länger und der vorragende
Haarbusch licht lehmgelb. Der basale Teil der Vfl ist bis
unterhalb der Zelle rötlichbraun verdunkelt, derart, daß
der Vrd bis zur Flwurzel licht lehmgelb bleibt. Diese
verdunkelte Stelle wird durch eine lichtgelbe Linie geteilt,
welche vom hellen Kostalteil schräg nach außen zum
Dorsum zieht. Bei ?/, ein langer, ziemlich breiter, rotbrauner
Kostalfleck. Von den 3 schwarzen Punkten die lotellus
hat, ist nur der mittlere vorhanden; unter ihm in der Falte
steht aber noch ein sehr deutlicher Supplementärfleck, der
bei lotellus fehlt. Alles übrige wie bei jener Art. Diese
jedenfalls namensberechtigte Form, die vielleicht eigene Art
ist, mag (? var.) sublotellus heißen. Typen in meiner Samm-
lung. Y. apludellus Ld. (2956). Embafluß. Y. bar-
bellus Hb. (2958). Uralsk in Mehrzahl. Y.limbipunc-
tellus Stgr. (2975). Cannes; millierellus Stt. ist damit
synonym (2955 pro parte). Y.helianthemi Wlsm. Ent.
m. Mag. 1903 p. 265. Von dieser nur nach einem g' be-
gründeten, aber sicher guten Art sandte mir Ribbe ein
tadelloses @ von Granada ein. Von dem sehr ähnlichen
limbipunctellus unterscheidet sich das seltene Tier
besonders durch die drei in einer Linie stehenden Punkte
am Anfang, Mitte und Ende der Zelle. Bei meinem ©
steht unter dem mittleren Punkt noch ein solcher in der
Falte, der bei dem von-WlIsm. beschriebenen g' zu fehlen
scheint; sonst stimmt mein © (Type) vollständig mit der
Originalbeschreibung des g' überein. Nothris limbi-
punctella, welche Milliere Taf. II, fig. 9 in Ann. S. Fr. 1885
abbildet, ist vielleicht dasselbe Tier, doch hat dieses schwarze
Längsstrichelchen statt Punkte auf dem Diskus. Das in Soc.
Cannes 1875 Taf. I, fig. 4—5 abgebildete Tier ist sicher die
richtige limbipunctellus Stgr.(2975). Y.bilbainellus
"Roh EIN). Granada,
Nothris marginella F. (2960). Sierra Nevada ein
Exemplar. N. verbascellaHb. (2961). Uralsk zwei sehr
helle Stücke. N. congressariella Brd. (2963). Nay.
N. declaratella Stgr. (2964). Saugnacq. N.flabelli-
fera Rbl. (2968). Die Type und Paratype von Mogador
aus coll. Hed. in meiner Sammlung. N. chinganella
Chr.(2969). Von Kasakewitsch in Anzahl. Auch anscheinend
ganz frische Stücke entbehren oft der hellen und dunklen
Ouerstrichelung auf den Vfl. Der äußere Punkt am Ende
der Zelle ist fast stets strichförmig längs des Querastes,
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 115
Von Amasia erhielt ich zwei leidlich gute g', die ganz
sichere chinganella sind; sie stimmen genau mit meinen
Ussuriern ohne Strichelung überein. Von allen Nothris-
Arten hat nur chinganella so geformte Vfl mit etwas
spitzem (nicht abgerundetem) Apex und weiter vorgezogenem
Innenwinkel. Mit sulcella Stgr. haben meine Amasianer
absolut nichts zu tun. Das Vorkommen von chinganella
in der faunistisch so reichen Umgebung von Amasia ist
übrigens nicht auffallender als dasjenige so manch andrer
Art mit weiter und dislozierter Verbreitung (z.B. Metasia
subtilialis, Gelechia aethiops u.a.m.). Es handelt
sich in solchen Fällen meist um Formen die ihr „Verbreitungs-
zentrum“ heute in Asien zu haben scheinen, dort also lokal
häufig auftreten, im Westen aber nur Relikte einer früheren
allgemeineren Verbreitung sein dürften. Andrerseits sind
unsere faunistischen Kenntnisse, soweit die orientalische
Ländermasse in Betracht kommt, noch so lückenhaft, daß
wir uns hüten müssen, allgemeine Schlüsse zu ziehen. So
habe ich denn auch 5 Exemplare einer noch unbeschriebenen
Form von Darjeeling aus der Sammlung Hedemann’s vor
Augen, welche strukturell der chinganella gleicht, die-
selbe Palpenbildung, Größe und Flschnitt und keine Quer-
strichelung auf den mehr rotbraunen Vfl hat. Die dunklen
Punkte stehen auch genau wie bei chinganella; doch
ist der äußere am Rand der Zelle nicht strichförmig, sondern
rund (bei meinen Amasianer strichförmig), und bei °/; steht
noch ein dunkler Kostalfleck, der bei allen meinen ost-'
asiatischen chinganella fehlt. Hfl und deren Fransen
sehr dunkel schokoladebraun und glänzend. Trotz dieser
Unterschiede glaube ich, daß es sich nur um eine namens-
berechtigte Lokalform jener Art handelt, die ich var. fus-
canella benenne. N. asınella Z. (2972). Golfe Juan.
Holcopogon helveolellus Stgr. (2978). Uralsk,
Amasia, Wan, Ak Chehir. H.bubulcellus Stgr. (2979).
Beirut mehrere blasse, strohgelbe Stücke. Auch Sierra
Nevada.
Holcophora statices Stgr.(2981). Uralsk, Indersky
in Menge.
Apomoea obtusipalpis WlIsm. Gafsa und Biskra.
Ent m. Mag. 1905. ,p, 125.
Apiletria luella Ld. (3128). Beirut. A.purulen-
tella Stt. (3129). Konia, Marasch, Hadjin, Erivan, Kasi-
116 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
koparan.: Die © von licht lehmgelb bis blaß strohgelb
varıierend. Hfl stets weißlich.
Sophronia semicostella Hb. (2982). Cuenca, Fe-
nestre. S.alaicella Car. nov. sp. (2982 bis). Semicostella
zunächst, durchschnittlich etwas kleiner und zarter gebaut;
Vfl am Innenwinkel schräger, daher auch entschieden
schmäler. Palpen genau wie bei semicostella, zweites
Glied an der Außenseite bräunlich, Innenseite und oben
lichtgrau, ebenso Stirn, Kopf und Schulterdecken. Fühler
schwarz und bräunlich geringelt. Der weißliche, durch
spärlichere und dunklere Atome leicht getrübte Untergrund
zieht von der Basıs, längs des Vrd, um die Zelle herum
und längs des Innenrandes zurück zur Basıs, wobei die
letztere Fläche nie so hell wie der Vrd ist. Dazwischen
von der Basis ausgehend und die ganze Zelle ausfüllend
ein breiter, matt olıvenbrauner Längsstreif, der oberhalb der
Falte einen Ausläufer bis zum Innenwinkel sendet. Nach
oben ist dieser Längsstreif durch eine feine schwarze Linie
regelmäßig wellenförmig begrenzt; ein schwarzer Strich
von der Basis längs der Falte und ein Doppelpunkt auf
dem Querast. Saumfeld pfeilförmig, matt olivenbraun, da-
vor die gewöhnlichen weißen, spitzwinklig gegeneinander
gerichteten Schräglinien, deren untere durch die verdun-
kelten Rippen durchquert wird. Am Apex ein schwarzer
Strich, der sich in einer Punktreihe bis ®/, Kosta fortsetzt.
Darüber ein weißer Kostalfleck. Fransen weıß mit zwei
schwarzen Teilungslinien und Spitzen, am Apex kein
Schwänzchen bildend. Hfl, deren Fransen und Abdomen
grau. Beine licht gelblichgrau. Größe, Flform, lichtgraue und
matte olivenbraune Färbung und, eigentümliche Zeichnung
unterscheidet diese Art sofort von jeder anderen. 5 d!,
2 © vom Alaigebirge bilden die Typen in meiner Kollek-
tion. 5. consanguınella HS. (2984) Kambzeaak
Chehir, Marasch. S. exustellaZ.(2986). Cuenca. S.hume-
rella Schiff. (2988). Lambeze und Tenied el Haad. Die
4 mir vorliegenden Exemplare haben gestrecktere Fl, sonst
kein Unterschied von gewöhnlichen Stücken. Auch von
Amasia ein sicheres Exemplar. S. illustrella Hb. (2991).
Grumazesti; neu für Rumänien.
Metanarsia modesta Stgr. (299). Eine große
Menge licht erdgelber, bräunlicher und stark grau bestäubter
Stücke von Uralsk, Indersky, Krasnojarsk, Embafluß. Mein
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 117
einzigstes © Exemplar von Ak Chehir ist sehr groß, creme-
farben, zeichnungslos.
Anarsia spartiellaSchrk. (2996). Uralsk und Symo-
nowsk in der dunklen Form genistae Stt. A.reta-
imellasChret. lg Ty pe von Gafsa, | leider defekt. A. aca-
cıae WlIsm. (2997). Biskra mehrere.
Megacraspedus dolosellus Z. (3001). Granada.
M. lanceolellus Z. (3005). La Grave. M. cuencellus
Car. nov. sp. Kopf, Palpen lichtgrau, Fühler braungrau,
Fl spitz und gestreckt wie bei lanceolellus. Vfl maus-
grau ohne Punkt darauf. Vrd weißlich von !/, zum Apex.
Hfl und alle Fransen mausgrau. Von lanceolellus
durch viel kleineres Ausmaß (wie separatellus), die
dunkleren Palpen, die graue Farbe der Vfl und die dunk-
len Hfl nebst Fransen genügend differenziert. 1 frisches
8 ‚von! Cuenca bildet die. Iype.: M“binotellus’ FIR
(3006). Cuenca typisch. M. imparellus F. R. (8007).
Uralsk. Zwei g' vom Alaı sind bedeutend größer als meine
europäischen Exemplare; auch stehen die zwei Punkte in
der Zelle weiter auseinander. Trotzdem ich sonst keine
Unterschiede anzugeben vermag, fühle ıch doch aus dem
Habitus des Tieres heraus, daß es spezifisch von impa-
rellus wird getrennt werden müssen, und schlage den
Namen majorella (? var.) vor. M. consortiella Car. sp. nov.
Größe, Flform, zwei Punkte in der Zelle wie bei impa-
rellus. Fühler dunkel, kaum sichtbar geringelt;; Kopt,
Palpen grau; Vfl mauserau, Kosta wie bei lanceolellus
von !/, zum Apex weiß; Fransen licht gelblichgrau mit
einer hellen bräunlichen Teilungslinie ın der Mitte und
bräunlichen Spitzen. Hfl und deren Fransen mausgrau.
Von lanceolellus durch die Form der Fl, die zweı
Punkte in der’Zelle, die Fransen, von imparellus durch
die Farbe der Palpen, Fl, Fransen sofort zu unterscheiden.
1 tadelloses g' vom Alai bildet die Type in meiner Samm-
lung. 'M. attritellus F.R. (3008). Uralsk. M.argy-
roneurellus Stgr. (3011). Im Uralsker Distrikt gemein.
Auch von Kuldscha erhalten.
Nevadia gen. nov. Zweites Palpenglied sehr lang, doch
relativ kürzer als bei Chilopsephalus, mit parallel
nach vorn gerichtetem Busch, im letzten Drittel mit abwärts
gerichteten langen Haaren. Endglied nicht sichtbar. Fühler
fadenförmig. Vfl lanzettförmig mit scharfer, nicht gekrümm-
ter Spitze, breiter als bei fallax Mn., weil der Außenrand
118 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
weniger schräg und an dem Innenwinkel abgerundet ist.
Ader 11 bei ?/,, 10 bei !/,, 9 vor der Zellspitze entsprin-
gend, 8 und 7 gestielt, mit 6 zusammen aus der Zellspitze;
7 genau am Apex ausmündend. Zelle sehr lang und
schmal mit ausgezogener Spitze, genau die Flform wieder-
gebend und daher auch ganz verschieden von der Zellform
von Megacraspedus, Chilopsephalus, Ptero-
lonche usw. Hfl breiter als bei fallax, unter der Spitze
weniger eingezogen, fast genau so wie bei argyroneu-
rellus. Im übrigen mit Chilopsephalus wohl am
nächsten verwandt. Nevadia ribbeella Car. nov. sp.
Type g' Sierra Nevada in meiner Sammlung. Palpenbusch
weißlich, aber mit dunkelbraunen Haaren stark durchmischt
und daher ohne Lupe grau erscheinend. Fühler weißlich,
aber breit schwarz geringelt, so daß auch sie fast schwarz
erscheinen. Kopf, Thorax, Schulterdecken weißlichgrau.
Auf dem Vfl sind alle Adern rein weiß, aber nicht silber-
glänzend; dazwischen ist der ganze Raum mit braunen
Schuppen überstreut, in der Falte und am Innenrand am
wenigsten. Fransen sehr lang, ganz licht bräunlichgrau.
Hfl lichtgrau; Fransen sehr lang, licht bräunlichgrau
mit weißen Spitzen. Exp. 23 mm. Cyrmia barbata
WiIsm. blieb mir unbekannt und die Originalbeschreibung
unerreichbar.
Chilopsephalusfallax Mn. (3012). Uralsk, Kalmy-
kow, Indersky, Kuldscha.
Pterolonche albescens Z. (3013). Vernet, Kir-
gisensteppe in Anzahl. Einzelne Exemplare haben schmä-
lere, spitz ausgezogene Vfl. Pt. inspersa Stgr. (3014).
Granada, Tenied el Haad mit sehr spitzen, etwas zurück-
gebogenem Apex. Pt. pulverulenta Z. (3015). Gafsa.
Oecocecis guyonella @n. (3016). Djebel Touggour,
Biskra.
Amblypalpis olivierella Rag. (8017). Gafsa.
Epidola stigma Stgr. (3019). Gafsa. E.barcino-
nella Mill. (3020). Insel Sainte Lucie.
Epanastasis sophroniella Rbl. (2980). 4 frische
Exemplare aus coll. Hed. von Terror (Gran Canaria) bilden
in meiner Sammlung die Originalstücke der endgültigen
Rebelschen Beschreibung. (cfr. Ann. Hofm. XI p. 128—129;
WiIsm. Micr. of Ten. p. 948).
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 119
Symmocaoenophila Stgr. (3026). Granada, Cuenca.
S.uniformella Rbl. (3027). Alfacar typisch. S. tristella
Car. (B.-H. i. 1.) nov. sp. Bei uniformella, doch kleiner
(16 mm), Fl schmäler, am Apex weniger abgerundet, so
daß der Habitus verschieden ist. Farbe aller Körperteile
dunkelgrau; Palpen fast schwarz, desgleichen die Fühler,
die auch nicht sichtbar geringelt sind, wie es doch bei
uniformella der Fall ıst. Auf den einförmig dunkel-
grauen Vfl nur ein undeutlicher runder Fleck am Querast;
es gehört Einbildungskraft dazu, um einen zweiten in der
Flmitte bei ?/, erkennen zu wollen! Keine Randpunkte.
Hfl und deren Fransen grau, mit gelber Zwischenlinie.
Zwei frische g' von Lanjaron (B.-H.) bilden die Typen.
S. contristella Car. nov. sp. Eine sehr nahestehende, aber
sicher verschiedene Art sandte mir Korb von Ak Chehir
in 2 g' ein. Größe und Habitus der tristella. All-
gemeine Farbe ein lichtes, gelbliches, seidenglänzendes
Grau, entstanden durch weißlichgelben Untergrund der FI,
auf dem graue Schuppen gleichmäßig, aber sparsam auf-
gestreut sind. Am Querast ein kaum erkennbarer, nur
wenig dunklerer Querstrich. Der Hauptunterschied liegt
in den lichten, fast weißlichen Palpen, deren Endglied
kürzer ist als bei den zwei vorigen Arten. $. turana Car.
(B.-H. ı. 1.) nov. sp. Wiederum eine nahe verwandte Art
gleichen Ausmaßes mit sehr gestreckten schmalen Fl.
Vfl gelblichweiß; lichtbräunliche Schuppen verdunkeln ein
wenig die Flfläche an der Basıs längs der Kosta und be-
sonders jenseits der Zelle, wo sie einen deutlichen Schatten
quer über den Fl bilden, ganz ähnlich wie etwa bei Euxan-
this straminea Hw. und Verwandten. Ein sehr deut-
licher größerer brauner Punkt vor der Zelle, schräg dar-
unter ein kleinerer in der Falte; am Querast ein strich-
förmiges Fleckchen. Schopf auf der Stirn, sowie Kopf
und Palpen milchweiß. Letztere wie bei contristella
geformt, d. i. mit relativ kürzerem Endglied als bei unı-
formella-dodecatella. Hfl gelblich, mit feiner dunk-
ler Randlinie und weißen Fransen. Fühler gelblich, kaum
sichtbar bräunlich geringelt. Abdomen bräunlichgelb; After-
busch lichter; Beine gelblich. Zwei frische g' von Margelan
(B.-H.) bilden die Typen in meiner Sammlung. Zeitu-
nella Rbl. hat viel kürzere, rundere Fl, eine intensivere
lehmgelbe Farbe usw. S. zeitunella Rbl. Iris 1902
p- 111. Von Marasch in Anzahl. S. monochromella
120 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Rbl. (3027 bis). Iris 1902 p. 110, T. IV. fig. 5. Die g’ Typen
und Paratypen in meiner Kollektion. S. muricella
Chret. (3028). Eine Anzahl Kotypen und Paratypen von
Vernet-les-bains vom Autor erhalten. S. nıgroma-
culella Rag. (3031). Von Lanjaron mehrere Exemplare
von Bang-Haas bekommen. In der Zeichnungsanlage sehr
ähnliche Stücke (3 g') von Tenied el Haad, die sich aber
durch folgende Merkmale unterscheiden: Allgemeine Farbe
viel dunkler graubraun, auch die Hfl dunkel graubraun,
Schopf auf der Stirn dunkelbraun; Mittelglied der Palpen
außen dunkelbraun, innen weißlich, Endglied weib usw.
Wahrscheinlich eine (namensberechtigte) Lokaliorm, denn
sericeella WlIsm. kann es der Beschreibung nach nicht
sein. S. designatella var. bifasciata Stgr. (3032).
Giaour-Dagh. S. oxybiella Mill. (3035). Sierra Nevada
eine Anzahl sicherer Stücke S. viciosella Z. (3037).
Diese nicht zu verkennende gelbliche Art erhielt ıch in
Mehrzahl von Murcia, untermischt mit sparsella. Auch
B.-H. sandte mir ein Exemplar von dort. $. minimella
Car. nov. sp. Die kleinste mir bekannte Symmoca,
8—9 mm Spannweite Palpen milchweiß, Endglied an
Wurzel und Spitze schwarz. Fühler weiß und schwarz
geringelt. Kopf weiß. Thorax gelblichweiß. Vfl schmutzig
gelblichweiß mit einer ganz lichten bräunlichen Querbinde
bei ?/,, die nach innen gelb bewölkt erscheint. Ein schwarz-
brauner Längsstrich an der Kosta bei !/,, ein schwarzer
Punkt in der Falte bei ?/, (auf der Querbinde), ein winzig
kleiner bei‘ "/, in der- Zelle. Vor dem Saume lichterau
bestäubt; einige schwarze Randpünktchen vor den grauen
Fransen. Hfl und Fransen lichtgrau. 2 .g' von Symo-
nowsk bilden die Typen in meiner Kollektion. Am besten
nach vitiosella einzureihen. S. sparsella Joan.
(3038). Beirut, Athen, Murcia. S. calidella WlIsm. In
Mehrzahl von Biskra, 1 Exemplar von Tenied el Haad.
Ent..m. Mag: 1905 pP. 37: S:-undeceimpunctella2 Nn
(3041). Sierra Nevada, von Bang-Haas eingesandt und in
der Ausbeute Ribbes enthalten. Ein lichtgelbes Stück
von dort paßt gut zur Beschreibung von pallida Stgr.?
S.griseosericeella Rag. (3043). Sierra Nevada, Cuenca
4 Exemplare. S. cedestiella Z.(3042). Uralsk, Indersky,
Symonowsk, Amasia, Marasch sehr veränderlich in Größe,
Färbung (grau, gelblichweiß) und Zeichnungsschärfe. Von
Marasch habe ich nun zwei Tiere, die ganz außerhalb der
|
4
3
ee Be
A. Caradija. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 121
Variabilitätsgrenzen von cedestiella liegen und sicher
noch unbeschriebenen Arten aus der calidella-cedesti-
ella-sparsella-Gruppe angehören: 1. Größe der spar-
sella, Fl viel schmäler, Außenrand abgerundet, am Innen-
winkel schräger. Paipen weiß, Mittelglied außen braun.
Schopf kreideweiß, Fühler licht gelblich. Vfl kreideweih
mit tiefschwarzen, isolierten Atomen sehr sparsam, längs
der Kosta und des Außenrandes etwas dichter überstreut.
Ein schwarzer Punkt auf der Subkostalader beı °/,, ein
anderer darunter auf der Falte, ein dritter auf dem Quer-
ast und ein vierter dicht darunter; mehrere deutliche Rand-
punkte. Fransen weißlich. Hfl gelblichweiß, mit dunklerem
gelblichen Außenrand und Fransen. Abdomen licht lehm-
gelb. — 2. Fl noch schmäler und länger, dunkelaschgrau,
die schwarzen Atome gleichmäßiger und dichter überstreut.
Die zwei Punkte am Querast größer und näher beieinander.
Palpen dunkel, Schopf aschgrau mit gelben Fransen. Es
würde mehr Material bedürfen, um diese unscheinbaren
Arten sicher diagnostizieren zu können. S. virginellaRbl.
his 1902 9.112 7. IV fie. 6... Die Typen 'g'Q “und! Para
typen von Konia, sowie 3 Exemplare von Eibes, die mir
seinerzeit Herr Bang-Haas als bifasciata ı.|. einsandte;
endlich von Hadjın.
Hyposymmoca (Chret.) variabilis Chret. Biskra
in Mehrzahl g'Q; Originale.
Pseudosymmoca angustipennis Chret. J'Q
['ypen von Gafsa.
Apatema mediopallidum WlIsm. (= fasciatum
Stt., — coarctella Rbl. (3380); — quadripuncta Stt.) Auch
von Villefranche, Granada. Die Typen von coarctella
(aus coll. Hed.) von Orotava und St. Catharina in meiner
Sammlung.
OegoconiaquadripunctarHw. (3050). Habe diese
Art unter anderem auch von England, Vernet, Nay, Murcia,
Granada, Gafsa, Rumänien, Uralsk, Konia, Ak Chehir,
Marasch, Kasikoparan, Petrowsk usw.
Endrosis lacteella Schiff. (3051). Eine Serie von
7 Exemplaren, die K. Dietze von Fenestre einsandte, ge-
hören laut Bestimmung WlIsm.-Durrant zur kaum namens-
berechtigten var. kennikottella Clems., die bisher bloß
aus der nordamerikanischen Union bekannt war.
122 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Tecmeriumanthophagum Steger. (3057). = staecha-
della Cst. (3045), außer vom Golfe Juan auch von Monte Carlo.
Blastobasisphycidella Z. (3054). Cuenca, Nevada
(kleine Form mit grade verlaufender Querbinde), Tenied
el Haad, Gafsa, Kasakewitsch in Anzahl. Bl. sp. (? seg-
nella Z.). Vfl cremegelb mit heller bräunlicher Querbinde,
Punkt am Querast und Wolke vor der Spitze zwischen
den lichten Adern. Hfl gelblich mit weißen Fransen. Palpen
cremeweiß, Mittelglied in der Mitte und am Ende bräunlıch,
Endglied mit brauner Spitze. Sollte dieses Tier nicht die
mir bisher unbekannt gebliebene segnellaZ. sein, deren
Originalbeschreibung ich z. Z. leider nicht vergleichen kann,
so ist es sicher eine noch unbeschriebene Art, die ich
inderskella benenne. Zwei frische g' von der Indersky-
schen Salzsteppe sind die Typen in meiner Sammlung.
B.rubiginosella Rbl. (3056). Die © Type von Orotava
aus coll. Hed. in meiner Sammlung. B.fuscomaculella
Rag. (3060). Setubal in Portugal.
Bleurotalplanella"Stsr- 80%) Vernet; Euenca,
St. Idefonso in Anzahl, var. pallida Rbl. unter der
Stammform. Pl.sublustrella Mn. (3080). Mir nur von
Brussa bekannt. Pl.pyropella Schiff. (3081). Den schon
bekannten Fundorten kann ich Ak Chehir, Malatia, Erivan,
Batna und Biskra hinzufügen. Einzelne Exemplare von
Kasikoparan bestimmte WlIsm. als pyropella; allein und
für sich betrachtet gleichen sie allerdings manchen lichten
Stücken, wie ich sie von Amasia und andren Orten habe,
noch mehr aber gewiß (der Palpen wegen) der brevispi-
nellaZ. Doch diese Stücke wurden aus einer langen
Serie herausgegriffen, die Korb bei Kasikoparan erbeutete,
und sämtlich sichere pungitiellaHsS. sind. In Größe,
Färbung und sogar Flschnitt stark variierend, bieten sie
alle Uebergänge zu den fraglichen extremen (kleinen und
schmalflügeligen) vermeintlichen ‚pyropella dar. Um-
gekehrt habe ich von Amasia einzelne pyropella, die
aus der Suite genommen gewiß als pungitiella gelten
würden. Es geht in dieser für unsere „Spezies-Begriffe“
und „klassifikatorischen Absichten“ so schwierigen Gruppe
eben alles ineinander über, und es würden m. E. große
Serien von jeder Form und allen Fundorten bedürfen, um
etwas mehr Klarheit zu schaffen ; meine 5—600 Exemplare
reichen dazu noch nicht aus! Var. salviella HS. Cuenca,
Lambeze,. ‚Tenied el. Haad: Pl.-subpyropella-Ster
a
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 125
(3082). Konia, Amasia, Kasikoparan, Wan. Pl.brevispi-
nellaZ. (3085). Erivan zahlreich, mit meinen Sicilianern
genau übereinstimmend; Uralsk ein sicheres Stück. Pl.metri-
cella Z. (8086). Ak Chehir, Kasikoparan. Pl. aorsella
Chr. (3087). Uralsk, Indersky; das © hat spitzere, schmälere
Fl und lange Legröhre; Typen. Pl.pungitiella HS.
(3091). Konia, Kasikoparan. Eines meiner Stücke von
Amasia ist so groß und glänzend weiß wie nitens, doch
hat es etwas dunklere Hfl und ein kürzeres Endglied der
Palpen ; auch bei Philippeville (teste Chretien). Pl.nitens
Stgr. (3092). Biskra in Anzahl. Pl. contristatella Mn.
(3093). Konia, Erivan, Poros. Var. cumaniella Rbl. Die
g' Typen von Stänca (Moldau) in meiner Sammlung.
Iris 1906 p. 237. Pl. issicella Stgr. (3094). Vom Alai
und Wan 2 g'. Pl. armeniella Car. nov. sp. Contrista-
tella zunächst, aber viel kleiner, 7” mm Expansion. Mittel-
glied der Palpen relativ etwas kürzer, oben und Innenseite
weiß, außen und Unterseite bräunlich, Endglied kurz;
Fühler schwarz-weiß geringelt. Stirn, Kopf, Kragen, Thorax
hell weißlichgrau. Hfl gelblich weiß ohne Glanz, mit braunen
Atomen sparsam und über die ganze Flfläche gleichmäßig
überstreut; kein lichterer Vrd, auch keine dunklere Längs-
strieme darunter. Ein kleiner Punkt am Querast kaum
dunkler angedeutet. Fransen lichtgrau. Hfl ziemlich dunkel
braungrau, mit lichten Fransen. Mit keiner mir bekannten
Art zu vereinigen. Zwei frische g' von Kasikoparan bilden
die Typen in meiner Sammlung. Pl. algeriella Baker
(3097) und var. macrosellaRbl. (3095). Lambeze. Diese
spezifisch nicht zu trennenden Formen fließen allmählich
ineinander über, genau so wie: Pl. staintoniella Baker
(3096) und var. mauretanica Baker (3098), die ich beide
auch von Lambe£ze zahlreich in typischen Stücken und in
Uebergängen habe. Von Cuenca sandte mir Korb eine
Suite von 14 g' Exemplaren ein, die durchgehends nur
die Zwischenform zwischen der größeren und lichteren
staintoniella und der etwas kleineren und dunkleren
mauretanica bilden. Pl. syriaca Stgr. (3100). Von
Marasch besitze ich eine Serie von 6 g' 2Q@ dieser, wie
es scheint, sehr veränderlichen Art. 2 g' sind dunkler als
meine dunkelstenschlaegeriellaZ., haben sehr schmalen
weißen Kostalrand und weiße nicht glänzende Längsstrieme;
bei 2 g' ist die Grundfarbe wie bei arıstella, Kostalrand
und Längsstrieme breiter und gelblich. Ein anderes J' ist
124 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
rötlich braungelb, 1 g' 1 @ semmelgelb mit noch breiterer
lichtgelber Mittelstrieme; das letzte © endlich so licht gelb-
braun“wie generosella Rbl., Kostalrand und Mittel-
strieme kaum heller als die übrige Flfläche. 3 g' von
Kasikoparan bestimmte Wism. als sichere syriaca;, bei
ihnen ist die Grundfarbe goldbraun, Kostalrand und Strieme
glänzend weiß und schon bedeutend breiter als bei arıs-
tella; diese Form bildet die Passage zu: Pl.proteella
Stgr. (3083), bei welcher der ganze Diskus fast bis zum
Innenrand hin glänzend weiß ist. Ich erhielt davon 1 9!
1!) von’ Amasıa und 2.10 von (der Insel’ Poros. 2S1e
ist sicher am natürlichsten nach Nr. 3100 einzureihen.
Pl.arıstellaL. (3102). Bozen 6 sichere Exemplare ın
coll. Hed.; auch von Vernet, Cuenca, Moldau usw. Pl.
contignatella Chr. (3106). Uralsk in Anzahl g'Q. Pl.
galaticella Stgr. (3107). Ak Chehir, Kasikoparan. Ein
merkwürdiges Unikum von Sierra Nevada würde ich ohne
Bedenken dazu ziehen, wenn nicht das zweite Palpenglied
nur halb so lang wäre wie bei gewöhnlichen Stücken;
sonst alles genau wie beigalaticella Pl.sobriella
Stgr. (3110). Cuenca in Anzahl. Pl.honorella Hb. (3111).
Vernet, St. IIdefonso; bei Cuenca und Granada ist sie weit
seltener als var. heidenreichiellaHS. Die ab.nobı1-
lella Rbl. tritt mit beiden Formen untermischt auf. Bei
einer sehr seltenen vierten Aberration verschwinden die
silberweißen Striemen und Flecken vollkommen in der
goldbraunen Grundfarbe. Unter mehreren Hundert hono-
rella fanden sich nur drei solche g' vor, die ich als ab.
nov. obsoletella bezeichne. Die Typen ın meiner Sanımlung.
Pl.hebetella Rag,_(3113). Cuenca in Menge. Pl.hasti-
formis Wlsm. Ent. m. Mag. 1905 p.128. Lambeze. Pi.
bicostella Cl. (3116). Nay, Symonowsk; ab.adscrip-
tellaKrul. die dunkle rauchbraune, Form, von Oppeln,
Lissa, Lößnitz, Kasan; var. castiliella B.-H. ı.l. deckt sich
wohlmitvar. aragonella Rag.i.l. (Seebold, Iris XI.p.316),
wie ich sie auch von Cuenca in Mehrzahl erhielt. Sie ıst
etwas kleiner und einförmiger grau als deutsche Stücke
und hat keine oder nur sehr kleine Punkte in der Falten-
mitte. Eine Form von Lambe£ze ist jener ähnlich, nur größer.
‚Pl.ericella Dup. (3117). Digne, Sierra Nevada, Cuenca.
Drei riesige g' von Tenied el Haad kann ich der schmalen,
spitzen Fl und des ganzen Habitus halber nur zu ericella
ziehen und halte sie für var. gigas Rag. ı.l. (Seebold,
u
A. Caradia. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 125
Iris XI p. 316); diese Exemplare sind fast so groß wie
bipunctella, haben helle Fühler, weiße Palpen und
Kopf und lichte Flfläche, insbesondere ganz weißen Diskus
mit ‚scharfen Punkt am Querast. Da diese Form weder
von Ragonot noch von Seebold beschrieben wurde, sınd
die 3 g’ meiner Sammlung die Typen. Ein nicht unähn-
liches, wenn auch sicher verschiedenes Tier, das ich ın
2 9' 10© von Indersky erhielt, halte. ich zweifellos für
amaniella Mn. weil die Originalbeschreibung und die
Kommentare, die Stgr. in Hor. XV hinzufügt, genau dazu
passen. Etwas kleiner als bipunctella, Flspitzer und
schmäler, Grundfarbe ganz licht weißlichgrau, mit schwarz-
braunen Atomen besonders am Vrd und Spitze mäßig über-
streut, braune Subkostalstrieme und großer brauner
N
Punkt am Querast, 2 dicke Strichelchen bei !/;, und auf
der Falte quer darunter, sowie bei 1 g' eine zusammen-
hängende Randlinie, die sich bei den anderen gJ' in 8
scharfe Punkte auflöst. Fransen weiß. Das © ist blasser,
und von den 2 Strichelchen bei !/, ist nur der obere sicht-
bar: auch die Limbalpunkte sind undeutlich. Ich zweitle
nicht, mit meiner Bestimmung das Richtige getroffen zu
haben.
Holoscolia forficella Hb.(3121). Uralsk. H.bery-
tella Rbl. Außer von Beirut auch von Marasch ein Pärchen.
Zu den vom Autor angegebenen Unterscheidungsmerkmalen
ist noch hinzuzufügen, daß bei berytella die Flspitze
stets weit weniger stark zurückgebogen ist. Das noch
unbeschriebene © hat (so wie das © majorella Rbl.)
etwas schmälere Fl und weit vorstehende Legeröhre. Die
Q Type in, meiner Sammlung. cfr. Iris 1902 p. 115.
H.majorella Rbl. Typen J’Q und viele Paratypen von
Ak Chehir in meiner Sammlung. Iris 1902 p. 115 T. IV f. 7.
Topeutis labiosella Hb. (3127). Chabarowka; das
einzigste Belegstück, das WlIsm. und‘ Durrant sahen, ist
vernichtet.
Dasystoma salicella Hb. (3131). Tjutjuje in Ost-
sibirien.
EthmiaHb. (=Psecadia) sexpunctella Hb. (3140).
Tunis. E.amasına Stgr. (3131). Hadjin, typisch mit schnee-
weiben Vfl. Dagegen haben meine 6 Exemplare von Marasch
nicht bloß den Vrd., sondern die ganze Flfläche mehr oder
weniger grau übergossen, wobei jedoch Zelle und Falte
126 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
stets am lichtesten bleiben. E. pusiella Römer. (3142).
Amasıa, Malatia etc. Uebergänge zu ab. fumidella Wck.
und letztere selbst aus Rumänien (neu), Jerusalem und dem
Östjordanland; alle diese Stücke haben leicht getrübte
(schmutzig weiße) Grundfarbe der Vfl. Bei den Exemplaren
aus Palästina löst sich die schwarze Längsstrieme (be-
sonders in ihrer basalen Hälfte) ın einzelne Punkte und
Strichelehen auf: "E.bipunetella E,(3143)77Uralsk Ik
Chehir, Jerusalem, Philippeville. E. vittalbella Chr. (3145).
Tunis, Biskra, Ordubad, Kuldscha. E. decemguttella
Hb. (3147). Uralsk. E.quadrinotella Mn. (3150). Hadjın,
Marasch, Erivan. Es ist gewiß nicht bloß Zufall, dab
bei meinem einzigen Exemplar von Kasikoparan und allen
meinen 7 Stücken g'Q@ von Athen der erste schwarze Punkt
basalwärts auf der Falte vollständig fehlt. Auf diesen ein-
zigen bemerkbaren Unterschied hin läßt sich wohl kaum
eine var. atticella m. begründen? E. niveella Car. nov. sp.
Habitus der quadrinotella, noch besser der liby-
cella Rag. aber viel größer (24 mm). Palpen, Kopf, Thorax,
Schulterdecken schneeweiß; Fühler,Beine, Abdomen gelblich.
Auf dem Thorax 2 schwarze Punkte nahe am Kragen, einer
dicht dahinter, und ein größerer noch tieier darunter in
der Mitte; da der Thorax meines einzigen g' an den Seiten
und unterhalb der Schulterdecken entschuppt ist, kann ich
nicht feststellen, ob nicht noch andere Punkte vorhanden
sind. Vfl schneeweiß, seidenglänzend; ein schwarzer Punkt
dicht an der Basis auf der Subkostalen, ein längliches
Fleckchen in der Falte bei !/,, je ein kleiner Punkt in (der
Falte nahe bei !/), und am Querast; letztere stehen (auch
relativ) weiter voneinander ab als bei quadrinotella.
Fransen weiß. Hil licht, gelblich stark glänzend; Fransen
weiß, am Innenrand gelblich. Mit keiner anderen Art zu
verwechseln. Ein sehr frisches g' von Jerusalem bildet die
Type in meiner Sammlung. E. libycella Rag. (3152).
Galsa; "var. biskraella. Chret. "2'g F-OovonsBbekee
E./lepidie la Chret? 25 Pypen von Gafsar Prtr ei sene
keella Stgr. (3156). Von Konia in kleiner Zahl erhalten,
Malatia. 1 Exemplar. E. chrysopyga Z. 815%). Ak
Chehir. E.staudingeri Rbl. (3158). Berge südlich von
Amasia2 g'1Q9 (=bisnotella Stgr.ı.1l) E.caradjae
Rbl. Iris 1906 p. 237. Die g' Type von Amasia in meiner
Sammlung. Außerdem erhielt ich 4 g' 39 von Marasch
und erwarb noch 2 Jg’ 19 aus dem „Taurus“ von der
FE EUER
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 127
Firma Stgr. als staudingeri! Das bisher noch unbe-
schriebene © hat etwas kürzere abgerundete Fl. und mißt
nur 22 mm gegen 30—32 mm des g'. E. mongolica
Rbl. (3159). Die einzige © Type von der Mongolei aus
coll. Hed. in meiner Sammlung. E. andalusica Stgr.
(3160. Auch von Cuenca zahlreich. E. flavitibiella
ES.(5162).' La Grave. E: nigripedella’Rbl. (3167).
Kuldscha, Kasakewitsch, Tjutjuje in Anzahl, Troitskossawsk ;
letzteres Exemplar ist auffallend durch zwölf sehr grobe
Marginalpunkte. E.aurifluella Hb. (3171). Sizilien, sehr
groß (27 mm); Attika, Malatia, Ak Chehir; von Konia ein
recht kleines (17 mm) helles grauschwarzes g' ohne blauen
Metallglanz, sowie es bei der mir in natura unbekannt ge-
bliebenen albarracinellaRag.der Fall sein soll. E.pseu-
docythrella Rbl. Außer der © Type von Konia erhielt ich
nachträglich von Wan noch ein © dieser merkwürdigen
Art, deren g' bisher unbekannt bleibt. Iris 1902 p. 116
LIVE 8:
Exaeretia allisella Stt. (3172). Symonowsk.
Depressaria (Agonopteryx) flavella Hb. (3181).
Symonowsk. D.imbutella Chr.(3185). Amasia, Jerusalem
jeremeExemplar. D.eehinopella Chret.' Von: dieser
der straminella Stgr. sehr ähnlichen Art überließ mir
der Autor Originalstücke g'@ von Gafsa; ich habe sie auch
von Tunis. D. lepidella Chr. (3190). Uralsk. D. ussu-
riella Car. sp. nov. Größe, Flform wie culcitella HS.
Auf den licht lehmgelben, matt glänzenden Vfl sind auch
die zwei Punkte im Diskus genau so gestellt wie bei jener
Art und wie bei lepidella. Aber an der Basis, am Ur-
sprung der Falte ist nur ein kleiner schwarzer Punkt, und
bei + in der Falte ein anderer, welcher bei culcitella
stets fehlt; bei den meisten Stücken steht noch ein Strich
vor dem Innenwinkel in der Falte. Von letzterem zieht (nur
bei schärfer gezeichneten Exemplaren) eine Reihe schwarzer
Strichelchen in grader Linie bis zum Apex. Am Saum
einige winzige Pünktchen. Fransen licht lehmgelb. Hfl und
deren Fransen weißlichgelb. Die durchaus lichtgelben Palpen
sind genau so geformt wie bei lepidella, das zweite
Glied ist also viel dünner als bei culcitella; Fühler,
- Thorax, Leib und Beine gleichfalls licht lehmgelb. Bei
meinem einzigen © sind die Vfl, Kopf, Thorax und Fühler
eher staubgelb zu nennen. Vier g', ein © von Kasakewitsch
bilden die Typen in meiner Sammlung. D.halophilella
128 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Chret. Eine g’ Type vonVillefranche. D. divergella Car. nov.
sp. Umbellana-!ennigiella zunächst und äußerst ähnlich,
aber mit viel lichteren strohgelben, seidenglänzenden Fl];
Rippen weit weniger gebräunt. Vfl an der Wurzel und am
Querast je ein sehr kleiner schwarzer Punkt; dazwischen bei
:2/- ein dritter Punkt, der viel höher als bei umbellana,
auf der Subkostalen sitzt. Hfl weißlich, durchscheinend.
Palpen und alle übrigen Körperteile wie bei lennigiella,
nur entsprechend heller gelb. Zwei 9' von Tjutjuje bilden
die Typen. D. venosulella Möschl. (3194). Uralsk ın
Menge, Kuldscha, Amasia, je mehrere Exemplare. Ein ©
von Amasia ist mit dunkelbraunen Schuppen ganz überdeckt,
auch Hflsind sehr dunkel. D.nanatella Stt. (3195). Uralsk
ein Exemplar. D. putridella Schiff. (3197). Symonowsk,
Uralsk. Peucedanella Mill. mit ihrer lehmgelben var.
esterella Mill. sind mindestens namensberechtigte Lokal-
formen. D. mongolicella Chr. (3198). Unter 40 Exem-
plaren von Kasakewitsch habe ich dunkel schwarzbraune,
erdbraune, lehmgelbe, mehr oder weniger scharf gezeichnete
Stücke. Außerdem elf licht aschgraue g'@ Exemplare, die
ein so fremdartiges Aussehen haben, daß ich sie für eine
verschiedene Art halten würde, wenn die charakteristische
Zeichnung auf den Vfl mich nicht eines Besseren belehrte.
Alle elf Stücke sind auch um 3 bis 4 mm kleiner als die
übrigen 40 mongolicella; sie können als ab. nov. grise-
ella scharf davon getrennt werden. Zwei hell ockergelbe
g' ohne jede Zeichnung als nur die Ozelle am Querast und
einen Punkt bei } ziehe ich mit Zuversicht auch zumongo-
licella und benenne diese auffallende Form ab. rubrella.
Die Typen in meiner Sammlung. D.ramosella Stt. (3199).
Alaigebirge. D. atomella Hb. (3200). Cuenca, Amasia.
Von Tjutjuje erhielt ich sieben g' ein @ einer licht rötlich-
gelben Lokalrasse.. D. rutana F. (3202). Amasia. Als
var. syriaca ı.l. sandte B.-H. eine dunklere, schwarz-
braune Form aus „Syrien“ ein, die ich direkt auch von
Beirut erhielt; sechs g'@ Typen bei mir. D. rimulella
Car. sp. nov. Diese sicher noch unbeschriebene Art läßt
sich mit keiner anderen vergleichen. Sie hat die Grundfarbe
annähernd so wie liturella Hb. doch nicht so rot, sondern
dunkler kupferfarben; andrerseits die Flform, Palpenbildung
eher wie rutana, bei der ich sie einstweilen einreihen
möchte. Expansion nur 20 mm. Zweites Palpenglied außen
purpurbraun, oben rötlich, innen weißlichgrau; Endglied
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 129
gelblich mit schwarzer Wurzel. Fühler purpurbraun, gelblich
geringelt. Kopf dunkel rostrot; Thorax, Schulterdecken
dunkel purpurbraun. Bei frischen Stücken sind die Vfl gleich-
mäßig dunkel purpurbraun, etwas kupferglänzend, ohne Spur
einer Ozelle, noch eines Punktes im Diskus; bei geflogenen
Exemplaren sind sie etwas heller bräunlich. Eine feine,
wie mit zitternder Hand gezogene schneeweiße Linie trennt
das dunklere kleine Basalfeld ab. Längs des Außenrandes
eine größere Zahl feinster weißer, gezitterter Querlinien,
von denen mehrere in ganz unregelmäßigem Abstand (auch
jenach denExemplaren verschieden) und meistinStrichelchen
aufgelöst, sich über die Flfläche verlängern, jedoch ohne
jemals die Falte zu überschreiten. Bei ?/, drängen sich an
der Kosta stets mehrere solcher Strichelchen zusammen und
erreichen die Zelle; als Verlängerung derselben zieht jenseits
der Zelle eine nach außen dunkler gesäumte, etwas gebogene
weibliche Linie gegen den Innenwinkel hin, ohne diesen
zu erreichen. Alle diese weißen Querstrichelchen auf kupfer-
braunem Untergrund machen ganz denselben Eindruck wie
feinste Sprünge und Risse auf einem alten Oelgemälde.
Fransen dunkel purpurbraun mit gelblichroter oder gelb-
grauer Mitteliinie. Hfl beim g! hell gelblich grau, beim ©
gegen Spitze und Außenrand leicht gebräunt; Fransen grau
mit gelblicher Teilungslinie. Abdomen oben hell graugelb,
unten an den Flanken dunkelbraun, in der Mitte graugelb
mit dunklem Doppelfleck auf jedem Segment. Beine und
Schienen oben weißlichgelb, unten dunkelbraun. Useite der
Vfl graubraun, basalwärts lichter, am Vrd abwechselnd mit
gelben und schwarzen Häkchen scharf gezeichnet. Hfl licht
mit dunklerer Spitze. 28 gute Exemplare g'@ von Kasa-
kewitsch bilden die Typen in meiner Sammlung. D.are-
nella Schiff. (3204). Nay. D. subpropinquella Tr.
(3206). Philippeville. Als var. sublutella Stgr. gilt jetzt
allgemein eine lichtrotgelbe südliche Form mit spärlich be-
sprenkelten Vfl und Thorax und weißlichen Hfl. Ich habe
sie von St. IIdefonso und Beirut, von letzterem Fundort ohne
jede dunklere Bestäubung. Ab.rhodochrella HS. mit den
dunklen Schulterdecken und dunkler Flbasis bildet ihrerseits
auch eine ockergelbe unbesprenkelte Form —=ab.thoracica
Ld., die ich sehr schön von Beirut und Athen besitze. D.
ferocella Chret. Mehrere g'Q Originalstücke von Digne.
D.laterella Schiff. (3207). Von Kasakewitsch etwas rötlich.
D.abjectella Chr. (3208). Tjutjuje ein 9, Kasakewitsch
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein IX
Iris zu Dresden. Jahrgang 1920.
130 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
ein Paar. Das letztere g' hat im Diskus an Stelle des Doppel-
punktes eine liegende nach oben offene, sichelförmige
schwarze Bogenlinie, ähnlich doch doppelt so lang wie es
beizephyrella manchmal der Fall ist. D.homochro-
ella Ersch. (8213). Kuldscha vier schöne Exemplare. D.
thapsiellaZ. (3216). Aus einer von Varatec eingetragenen
Doldenraupe geschlüpft. Von Kasikoparan und Cuenca je
ein etwas lichteres graues Exemplar. Die weißliche (? ab.)
decembrella Mill. (Cat. rais. p. 322 und II. sup. p. 59),
von Digne und Cuenca. D. lacteella Car. sp. nov. Bei
ocellanaF., doch größer (23 mm), alle Körperteile durch-
aus milchweiß und glänzend, Endglied der Palpen an der
Wurzel braun. Vfl milchweiß, um Außenrand und Spitze
herum leicht bräunlich bewölkt; einige schwarze Atome
liegen vereinzelt und unregelmäßig auf der Fliläche zerstreut.
Bei 4} eine braune Makel wie bei ocellana, aber ohne
den roten Strich darunter und ohne sichtbare Ozelle; bei !/,
zwei sehr schräge übereinanderliegende Pünktchen. Hfl und
alle Fransen milchweiß. Ein tadellos frisches @ von Kasa-
kewitsch bildet die Type in meiner Sammlung. D.ledereri
Z. (3225). Mein g' von Kasıkoparan, das WlIsm. bestimmte,
hat graubraune Vfl mit blauviolettem Schein und undeut-
licher Zeichnung darauf; ein @ von Marasch hat licht ocker-
gelbe Vfl mit scharfer brauner Zeichnung; ein J' von Marasch
bildet die Passage zwischen beiden Extremen. D. nivi-
ferella Chr. (3227). Vier Stücke von Kuldscha sind 20
Stücken von Uralsk gleich. Bei dem, wie es scheint, noch
unbeschriebenen g' sind die Vfl mit scharf gezeichneten
bräunlichen Cirruswölkchen stark marmoriert, die bei ein-
zelnen g' so dicht stehen, daß die helle Grundfarbe nur
etwa zu !/, durchscheint. Das Bild Hor. IX Taf. I Fig. 17
gibt ein mäßig stark gezeichnetes @ wieder. — Während
nun alle meine niviferella bei Uralsk (und Embafluß)
zwischen 28. Mai und 12. Juni erbeutet wurden, fing M. Bartel
acht untereinander gleiche g'Q Exemplare von: D. nebu-
losella Car. sp. nov. zwischen 4. und 9. Mai bei Uralsk. Es
ist eine ähnliche, aber m. E. sicher verschiedene Art. Zu-
nächst ist sie kleiner (17 bis 13 mm) und viel zarter gebaut, die
Vflam Vrd vor der Spitze mehr gerundet, Hfl am Außen-
rand rund, gar nicht eingezogen, wie es beiniviferella
doch stets etwas der Fall ist. Das zweite Palpenglied viel
lichter, gelblich grau. Auf den matt gefärbten licht gelb-
grauen Vfl sind die zwei Punkte im Diskus winzig klein,
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 131
oft nur der äußere am Querast vorhanden und auf der ganzen
Flfläche kann von einer cirruswolkenförmigen Marmorierung
keine Rede sein, sondern nur von einer feinen, gleichmäßigen
lichtgrauen Bestäubung. Nur am Vrd vor der Spitze sind
einige bräunliche Häkchen erkennbar. Längs des Außen-
randes sind keine Punkte da. Hfl und deren Fransen weiß,
durchscheinend ohne dunklere Punkte davor. Diese Unter-
scheidungsmerkmale dürften die Art besser charakterisieren
und kenntlich machen als eine lange Beschreibung, da sie
mit keiner anderen Art als mit niviferella verglichen
resp. verwechselt werden könnte. Sechs g' zwei © bilden
die Typen. D.conterminellaZ. (3230). Ein J' zwei ©
von Kasakewitsch haben schwarze Vfl und Thorax sowie
graue Hfl. Wurzelfeld der Vfl, Kopf, Falten und Beine sind
grau statt gelblich. Ich nenne die Lokalform var. nov. atrella
D.lutosella HS. (8232). Von Jerusalem und Haifa licht
ockergelbe Stücke. D. funebrella Car. sp. nov. Größe und
Habitus von applana; die Fl gestreckter und schmäler, Vfl
am Apex weniger gerundet. Zweites Palpenglied rauch-
schwarz, Endglied gelblich ohne Ring. Fühler, Kopf, Thorax
schwarz; Schulterdecken aschgrau. Vfl an der Basis asch-
grau gegen die übrige total und gleichmäßig rauchschwarze
Fliläche scharf abgegrenzt; unter der Lupe bemerkt man
eine schwache Marmorierung. Eine sehr kleine schneeweiße
Ozelle am Querast und ein winziger, kaum erkennbarer
Doppelpunkt bei 4 und eine feine schwarze Limballinie vor
den dunklen Fransen. Hilweißlichgrau,am Außenrandeleicht
gebräunt. Abdomen und Beine gelblich grau. Von cachritis
Stgr. durch größeres Ausmaß, schlankere Fl, dunklere Farbe
und geringeltes Endglied der Palpen scharf geschieden; noch
weniger mit hepatariella Z. oder uhrikella Fuchs
verwandt, ist diese Art wohl am natürlichsten zwischen
applana F.und rigidella Chret. einzureihen. Drei g'
ein © von Uralsk bilden die Typen in meinerKoll. D.ery-
thrella Snell. (8237). Tjutjuje zwei etwas defekte g'.
D. rigidella Chret. acht Kotypen g'@ von Bize; dazu
ziehe ıch als var. nov. epirigidella Car. ein großes frisches ©
von Beirut, welches sich durch mehr graubraune (nicht röt-
liche) Farbe der Palpen, Kopf, Thorax, Vfl sowie lichtgraue
Hfl mit weißen Fransen gar sehr auszeichnet. Type in meiner
Sammlung. D. archangelicella Car. sp. nov. Von gleichem
Ausmaß und Gestalt wie angelicella Hb. hat dieses
schmucke Tierchen auch annähernd gleiche Zeichnungs-
192 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920. '
anlage auf den Vfl, an deren Basis die gewöhnliche hellere
nach außen dunkel begrenzte Stelle, den Doppelpunkt bei 1,
die dunkle X-förmige breite Bewölkung am Ende der Zelle,
sowie die schwarzen Punkte am Saum und Apex. Doch
blinkt eine sehr deutliche weiße, schwarz umringte Ozelle
am Querast mitten in der dunklen Wolke. Die Grundfarbe
der Vfl ist nicht lebhaft ockergelb, sondern hell mattgraugelb;
darauf sind die obengeschilderten Zeichnungen rauchgelb
aufgetragen. Hfl licht graugelb mit einigen Limbalpunkten
vor den lichten Fransen. Auch Fühler, Kopf, Thorax, Leib
sind matt graugelb, während die Palpen hell matt lehmgelb
sind. Das Endglied unmittelbar vor der Spitze sehr fein
bräunlich geringelt. Ich glaube nicht, daß dieses Tier spezi-
fisch zu angelicella gezogen werden könnte. Sieben
übereinstimmende frische Ex., fünf g' zwei @ von Kasake-
witsch bilden die Typen in meiner Sammlung. D. exquisi-
tella Car. sp. nov. Größe und Habitus von angelicella,
aber zarter. Vfl am Apex gleichmäßiger gerundet. Palpen
etwas anders, da das Endglied entschieden kürzer ist. All-
gemeine Färbung aller Körperteile ein reines, lichtes Stroh-
gelb; Vfl glänzend strohgelb mit kurzen, feinen, rötlich-
braunen Querstrichelchen sparsam überstreut, am dichtesten
noch zwischen Zelle, Außenrand und Vrd, Fransen strohgelb.
Hfl und deren Fransen weißlich glänzend. Da von einer
Ringelung des dritten Palpengliedes nichts zu bemerken ist,
so liegt auch keinGrundvor, in diesem eine lichte, zeichnungs-
lose Form von archangelica zu erblicken. Ein tadelloses
frisches g’ von Kasakewitsch bildet die einzige Type ın
meiner Sammlung. D. hepatariella Z. (8247). Uralsk,
Tjutjuje. D. cnicella Tr. (3248). Kasakewitsch. D. cach-
rıtis Stgr. (3256). Je ein Stück:von Lambeze und Beirut
kann ich trotz der gestreckteren Fl nur dazu ziehen, da sie
im übrigen (strukturell und in der Färbung) gut zu meinen
Originalstücken aus Andalusien passen. Epicachritis
Rag. kann es der Beschreibung nach nicht sein, da diese rot
wie enicella sein soll; dagegen sind sie meiner fune-
brella äußerlich fast gleich, doch trennt sie das doppelt
geringelte Endglied der Palpen und die dunkleren Hil sicher
davon. Ein @ von Darjeeling aus coll. Hed. ist genau so. Viel-
leicht liegt eine noch unbeschriebene Art vor. D. depres-
sella Hb. (3261) var.. amasiella' Steger. Konia’ D’de
spoliatella Ersch. (3262). Korla von B.-H. erhalten. D.
maranella Chret. Der Autor sandte mir g'Q Kotypen von
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 133
Biskra und Gafsa. D.pimpinellae Z. (3264). Auch von
Cuenca und Lambeze. Von Kasıkoparan erhielt ich drei in
Größe und Färbung sehr verschiedene Stücke, die WIsm. als
sicher zu dieser Art gehörig erklärte. Das kleinere ist gewiß
die dunkel aschgraue var. levisticae Krul., das größere
iströtlich und reichlich so groß wielibanotidella Schläg.
D.leucocephala Snell. (3271). Von Kasakewitsch drei g'
zwei ©. Originalbeschreibung stimmt gut, nur sind bei meinen
Exemplaren Palpen, Kopf und Thorax nicht so rein milchweiß
wie auf der Abbildung, sondern eher gelblichgrau zu nennen;
der Farbenkontrast zwischen diesen Körperteilen und den
dunkel graubraunen Schulterdecken und Vfl bleibt trotzdem
grellund auffallend genug. Das J' ist vom®@ nicht verschieden.
D. veneficella Z. (3272). Eine schöne Suite von Gafsa.
D. zelleri Stgr. (3274). Ein frisches g' von Marasch.
D. discipunctellaHsS. (3282). Beirut, Eibes. D. colos-
sella Car. sp.nov. Der olerella zunächst, aber viel größer,
26 bis 29 mm. Palpen wie bei jener geformt, Mittelglied oben
gelblich, nach unten lang und grob rötlichbraun behaart; End-
glied gelblich, an Wurzel und vor der Spitze dunkel geringelt.
Fühler dünn, lichtlehmgelb undeutlich geringelt. Flgestreckt;
Vfl schmal, nach hinten kaum erweitert, am Innenwinkel
weniger eingezogen als bei olerellaund mit abgerundetem
Apex. Grundfarbe licht holzgelb mit schwachem rosenroten
Schein und glänzend. Ziemlich: gleichmäßig über die ganze
‘ Fläche verteilt ziehen zwischen den Rippen sehr dunkle
kürzere oder längere Längsstriche; vor dem Saum stehen
diese in einer nach innen abgerundeten (nicht gebrochenen)
Querlinie. Der schwarze Punkt bei 4 verschwindet in einem
dunklen Längsstrich. Es ist kein weißer Mittelpunkt in der
Zelle vorhanden. Längs des Vrd eine Anzahl dunkler Häk-
chen, um den Apex herum bis zum Innenwinkel Randpunkte
an jeder Ader. Fransen licht rötlichgelb. Hfl sehr glänzend,
fast durchscheinend, basalwärts licht gelblich, analwärts blaß
rötlich irrisierend. Fransen ebenso. Alle übrigen Körper-
teile wie bei olerella, aber entsprechend heller. Drei g!
von Tjutjuje bilden die Typen in meiner Sammlung. D.wei-
rella Stt. (3291). Symonowsk. D. compactella Car. sp. nov.
(3294 bis). 4 g'5Q@ von Kasakewitsch gehören einer ansehn-
lichen, jedenfallsausdem Faunengebietnoch unbeschriebenen
Artan, aus der nächstenVerwandtschaft vondouglasella-
ululana. So groß wie eine mittelgroße heracliana
(25mm), der sie äußerlich nicht unähnlich ist, gleicht sie noch
134 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
mehr inZeichnungsanlage und Färbung der daucivorella
Rag., besonders im © Geschlecht, weicht aber strukturell von
diesen beiden ab. Palpen wie bei douglasella geformt,
Mittelglied sehr dick und grob behaart, Außenseite und unten
rußschwarz, Innenseite grau, beim © am äußersten Ende
weiß; Endglied kurz, gelblich, doppelt schwarz geringelt. Fl
sehr gedrungen, d.i. relativ kurz und breit, beim © besonders
stark am Apex abgerundet, was dem Tiere ein so plumpes,
robustes Aussehen verleiht wie kaum bei einer anderen De-
pressaria. Vfl beim g' einförmig mausgrau mit bräun-
lichem Schein, mattglänzend, am Vrdund Wurzeletwaslichter.
Bei 4 ein Doppelpunkt, der obere strichförmig. Am Querast
eine lichtgraue, nach hinten dunkel umgrenzte Ozelle. Nur
bei einemmeiner vier g' sinddie Adern vorder Spitzedunkler.
Fransen mausgrau. Hfl weißlich, gegen Saum und Spitze
leicht gebräunt mit rötlichem Schein; Fransen desgleichen.
Fühler, Kopf, Thorax, Abdomen mausgrau. Beine und Unter-
seite des Abdomen dunkelbraun. Beim © sind Kopf, Schulter-
decken, Flbasis und Vrd bis zu 2 weiß. Die ganze übrige
Fifläche aschgrau bis bräunlichgrau, vor der weißen Basis am
dunkelsten; die Ozelle groß; die lichter aue Querbinde jen-
seits der Zelle gleichmäßig abgerundet, nach hinten durch
eine Reihe dunkler Längsstriche begrenzt; unmittelbar vor
den Randpunkten nochmals aschgrau aufgehellt. Fransen
grau. Hflundalles übrige wie beim g'. Die Typen in meiner
Sammlung. D. ululana Rössl. (3295). Briancon.D. vende-
tella Chret. Zehn J'Q Originale von Ajaccio. D.campes-
trella Chret. (3301). g’Q Originale von Digne. *D.ultimella
Stt. (3308). Von Uralsk erhielt ich vier graue (nicht braunrote)
Stücke, die als Lokalrasse sicher zu dieser Art gehören. Ich
hätte aus der südrussischen Steppe eher absynthiella
oder artemisiae erwartet.
Anchinia daphnella Hb. (3315).. Eenestre, zwei
grobe, matt-düster gefärbte Stücke.
Caecophyıapermixtella Hs. 8321). Menefxyon
Brussa sind doppelt so groß wie die vom Golfe Juan; auch
von Granada.
Hypercalliacitrinalis Se. (3322). Cuenca, Symo-
nowsk.
* Depressaria mediterramea Fuchs jtn., von der mir
der Autor eine Type zusandte, ist indentisch mit Tineola bis-
kraellaRbl.
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 135
Lecithocera briantella Tur. (3324). Viele schöne,
ganz typische Stücke von Sierra Nevada und Cuenca. Durch
bedeutendereGröße,mehr dreieckige,meistglänzend schwarze
oder tiefbraune Vfl, stets hellere, mehr graue Hil, sehr lange,
lichte Palpen und relativ dünnere Fühler sind diese Stücke
mit Leichtigkeit von typischen mittel- und ost-europäischen
luticornellaZ.zutrennen. Alle haben sie einen dunklen
Kopf. Der Größe und dem Palpenbau nach identische Stücke
mitgrauen Hfl, aber mit gelblichem Schein der Vfl und gelbem
Kopf erhielt ich von Sierra Nevada, Castilien (B.-H.) und
Vannes (Joannis). Nun habe ich als var. pallicornella
Stgr. davon getrennt eine Anzahl mittelgroßer Ex. von Cuenca
und Sierra Nevada mit blassen Fühlern und teils schwarzem,
teils hellgelben Kopf; bei diesen Exemplaren, die sicher einer
einzigen und zwar ganz der gleichen Rasse wie oben ange-
hören, sind die Palpen je nach den Stücken verschieden lang,
2. T. sogar fast so kurz wie bei luticornella; aber die
Flform ist wie beibriantella und die Hfl sind stets dem
entsprechend grau; von Tenied el Haad endlich liegen mir
sehr kleine, zartgebaute, mehr graue Ex. mit kurzen Palpen
vor, die ich trotzdem auch nicht von briantella spezifisch
zutrennen vermag. Meine zwei Typen von canigella Chr.
von Vernet haben lange Palpen, das eine mit schwarzem, das
andere mit lichtem Mittelglied, lichte Fühler, aber schmale
tiefschwarze Vfl, hingegen wieder graue Hfl, also eine aus-
gesprochene Zwischenform. Ganz typische luticornellaZ.
(3326), d. h. kleinere Tiere mit schmalen, am Apex ab-
gerundeten Vfl, dunklen Hfl und kurzen Palpen (besonders
Endglied) habe ich unter anderen Fundorten von Amasia und
Marasch; von ebendort aber auch ein g' mit der Flform der
luticornella, sehr dunklen Hfl, auffallend dicken orange-
gelben Fühlern, kurzen Palpen, aber reichlich von der Größe
der briantella und mit gelbem Kopf. Dagegen von Ak
Chehir wieder ein ebenso großes g' mit dunklen Hfl, kurzen
Palpen, schwarzem Kopf, aber mit dünnen, gelb und dunkel-
braun geringelten Fühlern. Das mir vorliegende: Material
reicht nicht aus, um Klarheit und Ordnung in diesem Chaos
zu schaffen, doch glaube ich folgendes behaupten zu können:
Im südwestlichen Teile des Gebietes scheint nur die Form
briantella mitihrer var. (ab.)pallicornella zufliegen,
von der ich kein einziges Stück zuluticornella zu ziehen
auch nur entfernt geneigt wäre. Dagegen liegt mir aus dem
südöstlichen Länderkomplex kein Stück vor, das ich als
136 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
pallicornella oder briantella ansprechen möchte; es
sind alles Jluticornella und Lokalformen davon. Var.
orsoviella Hein. habe ich von Bozen; diese Form gehört
richtig zu luticornella. L. flavissimella Mn. (3327)
Ak Chehir.
Mystaxttrichoma WlIsm.? (Car.) Von meinem anWlIsm.
zur Durchsicht gesandten Material von Kasakewitsch wurden
zwei Arten aus dem merkwürdigen Genus Mystax (=
Schnurrbart) als neu bezeichnet. Die eine davon wollte WIsm.
trichoma benennen, doch unterblieb, wie ich glaube, die
Publikation. Deshalb gebe ich hier unter Beibehaltung des
vorgeschlagenen Namens eine Beschreibung vorerst des g',
das allein WIsm. sah. Expansion 14 bis 15mm. Vflsehr schmal
und lang, überall gleich breit, Vrd ganz gerade, dem Innen-
rand parallel. Am Apex ist die feine, äußerst lang ausgezogene
Spitze scharf nach hinten umgeknickt und wird durch eine
pinselartige, sehr feine Fortsetzung der Fransen noch be-
deutend (schnurrbartartig) verlängert; diese Spitze liegt nicht
in der Flebene, sondern ragt nach aufwärts. Zwischen diesem
umgeknickten Flfortsatz und dem Außenrande entsteht also
eine tiefe Einbuchtung, in deren vorderem (oberen) Grunde
eine schwarze Pupille liegt. Der Innenwinkel ist abgerundet.
Hfl sehr schmal und mit lang ausgezogener feiner Spitze, die
gleichfalls durch die Fransen noch verlängert wird. Die Palpen
stehen direkt seitwärts gekrümmt, rechtwinklig zur Körper-
achse, so wie die Hauer des Ebers. Zweites und drittes Glied
sind je etwa gleich lang wie der Thorax. Das schneeweiße
Mittelglied entsendet an seinem Ende einen Büschel feinster
gelblicher Haare, die schräg abstehen und so lang sind wie
das Endglied. Letzteres ist kaum dünner als das Mittelglied;
schneeweiß mit einer schwarzen Längslinie unterseits. Kopf
vorn schneeweiß mit einem Schopfnach oben und nach hinten
gerichteter Haare, alles schön perlmutterartig irisierend. Kra-
gen, Augen olivenbraun. Fühler } Fllänge, dünn, an der Basis
vorn schneeweiß, im übrigen weiß und braun geringelt, gegen
Spitze zu dunkler werdend;; unter starke Lupe sind äußerst
feine weiße Börstchen erkennbar, die zweireihig von jedem
Segment abstehen, und an der Flwurzel ziemlich lang, gegen
die Spitze zu allmählich kürzer werden. Thorax, Schulter-
decken schneeweiß, Vfl glänzend schneeweiß mit oliven-
braunen (-grünlichen) Zeichnungen darauf und zwar: Ander
Kosta, von der Basis aus, ein schmaler Längsstreif, der bei 2
etwas breiter, bei 4 viel dünner wird, sich von dort bis 3 von
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 137
der Kosta etwasentferntundeinefeine weißeLinieanderKosta
frei läßt, um nach & in einerSaumbinde auszumünden. Letztere
beginnt bei } jenseits der weißen Kostallinie, umgeht die Zelle
in einem spitzen Winkel und läuft schräg am Innenrand bei
& aus. Jenseits der Querbinde wird die Flspitze selbst durch
einen weiteren olivenbraunen Streifen schräg abgeschnitten,
welcher von der oben erwähnten Saumbindedurch eine weiße
Linie getrennt, am Außenrand schräg und breit ausmündet.
Zwei olivenbraune Häkchen vor dem weißen Apex. Die
nach hinten scharf umgeknickte, äußerste weiße Flspitze ist
fein olivenbraun gesäumt. Am Innenwinkel verbleibt ein
weißer, abgerundeter Fleck, der umsomehr einem Spiegel
gleicht, als vor den Fransen in halber Flbreite einige bläulich
glänzende Schuppen blinken. Am Grunde der tiefen Ein-
buchtung unter dem Apex liegt ein sehr auffallender tiel-
schwarzer Punkt. Auf dem Innenrand stehen zwei breite,
schräg distalwärts gerichtete und zugespitzte Flecke; der
erstere hart an der Flwurzel zielt zur Zelle, der andere bei}
sendet seine sehr lange feine Spitze bis zur schwarzen Pu-
pille unterhalb des Apex hinaus. Fransen grau und lang. Hil
dunkelgrau mit gelber Randlinie und langen hellgrauen
Fransen;; diese verlängern die an sich schon stark ausge-
zogene Flspitze noch beträchtlich durch einige längere, an
ihrer Spitze schwärzliche Börstchen. Abdomen oben dunkel,
mit gelblichem Afterbusch, unten gelblich weiß, wie auch die
Beine. Vfl unten dunkelgrau, olivenbraun glänzend ; nur die
Zeichnung am Apex mit der schwarzen Pupille sind scharf
sichtbar. Zwei tadellos frische 9' von Kasakewitsch bilden
die Typen in meiner Sammlung. — Zugleich mit diesen zwei
g' sandte mir M. Korb drei © eines Tieres ein, das ich zwar
mit Staunen, aber doch mit einiger Zuversicht als die © von
trichoma betrachte. Die Fliorm mit der umgeknickten
Spitze und einigen Einzelheiten in der Zeichnungsanlage sind
genau so. Nur haben die Palpen ein ganz anderes Aussehen,
Mittelglied nach vorn gerichtet und ohne den pinselartigen
Busch, der wohl ein sekundärer Sexualcharakter ist, weißlıch
grau, außen braun. Endglied lang nach vorn bogenförmig
aufgerichtet, weißlichgrau mit dunkler Spitze. Fühler gelblich-
grau, schwarz geringelt. ohne die zweireihige Behaarung;
Basalglied dunkel. Kopi, Schopf, Schulterdecken perlgrau;
Thorax schwarz; Abdomen oben schwarz, seitlich grau,
unten lichter ; Beine gelblichgrau. Vfl perlgrau, je nach den
Stücken mehr oder weniger mit dunkelbraunen (olivengrünen)
138 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Schuppen unregelmäßig überstreut, bald hier, bald dortleicht
verdunkelt. Nahe der Wurzel steht auf dem Innenrand ein
einziger, sehr breiter, bis 4 reichender, und nur bis zur Dorsal-
ader steigender, trapezförmiger, tief dunkelbrauner Fleck ;
von einem zweiten Innenrandsfleck wie beim (vermeintlichen)
og sind nur Spuren auf der Flmitte in Gestalt einiger dunkler
Schuppen sichtbar. Die Flspitze, Fransen, Hfl, Useite sind
genau so, wie bei trichoma g'. Sollte ich mich dennoch
irren und sich später herausstellen, daß diese © dennoch zu
einer verschiedenen Art gehören, so schlage ich vor, dieselbe
trapezoidella zu nennen. Drei frische © von Kasakewitsch
bilden die Typen in meiner Sammlung. Ueber die Nervu-
lation sage ich vorläufig nichts, da anzunehmen ist, daß der
Begründer des Genus Mistax (ob WlIsm.?) dieselbe jeden-
falls genau studiert und fixiert, wenn nicht bereits schon
publiziert hat. Ich möchte nicht unnütz ein Exemplar des
seltenen Tieres opfern. Nötigenfalls steht aber jederzeit ein
Pärchen zu Studienzwecken einem berufeneren Systematiker
als ich es bin zur Verfügung. M. lacrimella Car.sp.nov. Als
zweiteMıstaxsp.nov. bezeichnete WIsm. ein leider fransen-
lädiertes © von Kasakewitsch. Exemplar 15mm. Vfl breiter
und kürzer als bei trichoma, mit bei !/, etwas ge-
schwungenem Vrd, zwar spitzem, aber nicht umgeknickten
Apex, unter der Spitze etwas eingezogenem Außenrand und
abgerundetem Innenwinkel. Hfl viel breiter als bei trı-
choma, etwa so geformt wiebeiLecithocerabrian-
tella! Palpen schräg seitwärts hinauf gekrümmt; Mittel-
glied länger als Thorax, oben licht graugelb, unten braun.
Endglied etwas kürzer, sehr zugespitzt, basale Hälfte braun,
Spitze gelblich. Fühler dünn, fadenförmig graugelb, äußere
Hälfte erkennbar geringelt. Kopf und Schopf wie auch
Schulterdecken und Thorax hell graugelb. Kragen braun.
Vfl weißlich, Basis, Vrd bis 3/, und Innenrand am hellsten,
jenseits der Zelle mit bräunlichen Schuppen (besonders
zwischen den Adern) und einer bräunlichen, abgerundeten
Saumbinde, die an der Kosta dicht vor der Spitze am dun-
kelsten markiert ist. Diese Saumbinde begrenzt distalwärts
eine bei °/, liegende lichte, abgerundete Ouerbinde. Die
Spitze selbst ist hell. Eine feine braune Randlinie vor den
gelblichen Fransen. Zwischen Subkostalen und Falte steht
ein großer, tränenförmiger dunkelbrauner, in seiner Mitte
aufgehellter Fleck, der an der Basis spitz beginnt und in
der Mitte der Zelle bei 4 breit abgerundet abbricht. Ein
A.Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 139
zweiter, kleiner dreieckiger Fleck am Querast. Hfl hell
graugelb. Abdomen, Beine gelblich; Fransen leider größten-
teils abgerieben, den noch bestehenden Spuren nach gelblich
mit weißlicher Wurzel. Auf der gelblichen Useite der Vfl
scheinen der tränenförmige Fleck und die braune Saum-
binde deutlich durch. Ein einziges, leider etwas geflogenes
© bildet die Type dieser auffallenden Art. M. sikkimella
Car. sp. nov. benenne ich (der Vollständigkeit wegen) eine
ähnliche, nahe verwandte Art, die in drei frischen © von
Darjeeling in coll. Hed. namenlos stecken und die Typen
in meiner Sammlung bilden. Ganz von der Gestalt und dem
Habitus der lacrımella, ist sie etwas größer und robuster
(17 mm). Palpen, besonders das Endglied bei weitem länger
und nach vorn hinausgebogen, lebhaft licht lehmgelb; Fühler
dicker und fast bis zum Apex reichend, licht gelb und
glänzend, gleichwie auch Kopf, Schopf, Schulterdecken und
Thorax. Vfl licht lehmgelb, ähnlich gezeichnet wie bei
lacrimella, aber distalwärts weniger gebräunt. Hier ver-
läuft die lichte Querbinde bei */, mehr gerade, bildet in
ihrem oberen Drittel ein Knie und ist basalwärts (um-
gekehrt wiebeilacrimella) bräunlich abgefaßt. Zwischen
Subkostalen und Dorsalen ein dunkelbrauner Fleck, der aber
- nicht abgerundet ist, sondern in der Falte distalwärts vor-
springt. Der Fleck am Ende der Zelle ist größer. Fransen
gelblich mit lichtgelber Wurzellinie und einem kleinen
schwarzen Punkt dicht unter dem Apex. Hfl und Fransen
hell lehmgelb. Useite graugelb; die dunklen Flecke der
Öseite scheinen nicht durch.
Harpella forficella Sc. (8329. Von Rügen ein
varıierendes g' mit schokoladebrauner Grundfarbe der Vfl
und bleichem Längsstreif; von Nay ein sehr großes © (28 mm)
mit feurig kupferroten Vfl, tief orangenem Längsstreif und
ohne Spur eines helleren Wisches vor der Spitze. Nach
brieflicher Mitteilung wurden bei Nay mehrere gleich vari-
ierende Stücke gefangen und gezogen und es könnte daher
diese konstant auftretende, auffallende Form getrost als ab.
aerisella eingereiht werden.
Alabonia staintoniella Z. (3331). Von Jassy
mehrere sehr schöne kleine (12—13mm) Exemplare; Amasia
groß und hell. A. bractella L. (3333). Grumazesti.
Oecophora sulphurella F. (3334). Ajaccio. O'
imitatrix Z. (3336). Ganz typisch habe ich sie nur von
140 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Marasch. Die kleinere Rasse von Beirut (15 Belegstücke)
muß entschieden auch dazu gezogen werden, obschon bei
manchen dieser Stücke der gelbe Basalstreif beinahe so
breit wird wie bei der folgenden. OÖ. intermediella
Stt. (3337). Außer von Amasia auch zahlreich von Ak Chehir
und einzeln von Marasch. Bei einem g' von dort reicht
die gelbe Mittelbinde (aberrierend) fast bis zum Innenrand.
Borkhausenia luteella Hein. (3343). Von Petrowsk
amı Kaspischen Meer ein frisches g', das ich nur mit Vor-
behalt zu dieser Art ziehe. Die licht ockergelbe Farbe ist
genau so und auch die schmalen Hfl, aber die Vfl sind
länger, spitzer, am Außenrand viel schräger über den Innen-
winkel hin geschnitten. Der Habitus ist demnach anders;
tinctella Hb. ıst es keinesfalls, vielleicht aber eine noch
unbeschriebene sehr nahestehende Art. B. panzerella
Stph. (3344). Grumazesti; neu für Rumänien. Die Exem-
plare sind normal groß, wie solche von Mehadia; die Rasse
von Rachlau ist um 4 größer. B. xanthosoma Rbl.
(3349). Cuenca, Granada. B. flavifrontella Hb. (3350).
Digne. B. fuscifrontella Const. Originalstücke von
Vizzanova. B.spec.? Der fuscescens Hw. zunächst,
aber durch den Mangel der beiden Schrägpunkte vor der
Mitte und den durchaus aschgrauen Kopf verschieden. Viel-
leicht nur eine Lokalform jener Art. Ein Pärchen von’
Marasch in meiner Sammlung. B.pseudospretellaStt.
(3358). Kasakewitsch zwei frische Stücke. B. stipella
L. (3364). Abisko in Anzahl. B. irroratella Stgr. (3365).
Lenkoran ın Mehrzahl. B. westermannella Zett. (3366).
Abisko sechs Exemplare. B. similella Hb. (3367). Sy-
monowsk. B.augustella Hb.? var. nov. corsicella Car.
Von Ajaccio habe ich drei 9’ eines Tieres, das augustella
zunächst steht, aber mindestens als Lokalform davon ge-
trennt werden muß. Palpen und Kopf wie bei jener Art;
Grundfarbe der Vfl fast weiß. Die schwarze Mittelbinde,
welche bei augustella den Innenrand fast nie ganz er-
reicht, steht bei var. corsicella in ihrer ganzen Breite .
auf ihm (annähernd so wie bei albilabris Z.); die dritte
QOuerbinde setzt bei augustella schon in der Falte aus
und fließt dort stets mit der breiten Saumbinde zusammen,
während sie bei corsicella stets den Innenrand berührt;
sie verschmilzt auch nicht mit dem schmäleren schwarzen
Außenrand. Die Typen in meiner Sammlung. B. luc-
tuosella Dup. (3374). Vannes. B.amasiella HS. (3376).
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 141
Außer von Amasia auch von Wan große (17 mm) prächtige
Exemplare. B. albomaculella Car. Unter diesem Namen ı.].
steckt in meiner Sammlung“) ein von J. Mann im Mai 1851
bei Brussa erbeutetes Tier in leidlich gut erhaltenem Zu-
stande, leider aber ohne Leib. Auf dem Fundzettel steht
noch die Bemerkung, daß dieses Exemplar von Kayser ab-
gebildet wurde. Ist dies auch geschehen (was ich nicht fest-
stellen kann, da ich das Kaysersche Werk nicht zur Hand
habe), so ist dennoch Bild und Beschreibung in Vergessen-
heit geraten und eine neue Beschreibung notwendig. Diese
Art steht stroemella F. zunächst. Palpen, Kopf, Fühler-
wurzel schneeweiß; auch die Fühlergeisel ist weiß, ganz
fein schwarz geringelt. Vfl dunkelbraun; die weißen Flecke
stehen anders als bei stroemella: der Mittelfleck auf dem
Innenrand ist sehr breit, oben nicht zugespitzt; auch der
Fleck vor dem Innenwinkel ist breiter und höher; der da-
zwischen an der Kosta hängende Fleck ist näher nach hinten
gerückt und größer, und der Fleck vor dem Apex erreicht
diesen beinahe. Hfl heller graubraun. Mit keiner mir be-
kannten Art zu verwechseln. B. ragonotella Const.
(3379). Vizzavona. B.borkhausenii Z. (3384). Abisko.
B.icterinella Mn. (3385). Ak Chehir, große lebhaft ge-
färbte Stücke. B. caradjae WlIsm. Aus meinem Material
von Kasakewitsch sandte ich ein mir damals unbestimm-
bares © an Lord Walsıngham, das er als spec. nov. be-
zeichnete und mir dedizieren wollte. Doch kann ich keinen
Unterschied von conchylidella Snell. (3388) heraus-
finden und halte das fragliche © zusammen mit noch einem
g' von Kasakewitsch entschieden für synonym dazu! Diese
*) Die in meinen Besitz übergegangene Friedrich'sche Samm-
lung war nächst der Wocke’schen eine der reichsten der Epoche
(1846—1889). Sie enthält ein sehr großes Material aus J. Mann’s
Ausbeuten schon aus seiner ersten Sammeltätigkeit und bis zu dessen
Tode, ferner zahlreiche Originale von Haberhauer, Anker, Hornig,
Nickerl, Nolken, Nowicki, Kindermann; auch Lederer, Frey, Christov,
Wocke, Hofmann, um nur einige der älteren Sammler zu nennen.
Wegen der absolut zuverlässigen Bestimmung und gewissenhaften
Etiquettierung jedes einzelnen Tieres bildete diese (auch von Wocke
durchgearbeitete Sammlung den gesunden, breiten Grundpfeiler, auf
dem ich getrost weiter aufbauen konnte. Auch die von mir seiner-
zeit erworbene Sammlung des Stabsarztes von Zimmermann ist reich
an Mikrolep, die J. Mann sammelte.
142 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
vermeintlichen Typen befinden sich in meiner Sammlung.
B.venustella Chr. (3389). Dasselbe Versehen passierte
Lord WlIsm. mit einem anderen ihm zugesandten Tiere, das
er notata sp. nov. benannte und meiner Ueberzeugung
nach venustellaist. Vier Stück dieser notata-Iypen
aus Chabarowka befinden sich in meiner Sammlung, sowie
ein weiteres 9' von Darjeeling aus coll. Hed. B. lunaris
Hw. (3390). Von Casablanca zwei Exemplare aus coll. Hed.
in meiner Sammlung. B. (Epicallima) schaefferellal.
(3394). Marasch, Symonowsk. B. zelleri Chr. (3395).
Kasakewitsch. B. heringi Ld. (3397). Lenkoran in An-
zahl. B.pokornyi Nick. (3402). Amasıa.
IX. Tinaegeriidae.
Eretmocera bifacıella Chret. (3403 bis). Der
Autor überließ mir viele g'@ Typen von Biskra; desgleichen
von: E.mimosella Chret. und deren var. signatella
Chret., letztere auch von Gafsa.
Tortilıa) (Chret.) flavella Chret. Biskra, Galsa
J'Q@ Typen. Ob dieses merkwürdige Genus gerade hier am
besten einzureihen ist, will ich nicht entscheiden.
X. Elachistidae.
Schreckensteinia festalliella Hb. (3405). Sy-
monowsk.
Epermenia illigerella Hb. (3406). Symonowsk.
E.kroneella Rbl. (3406 bis). Zool. bot. V. 1903 p. 98.
von Ofen und „Preußen“ in meiner Sammlung. E. ponti-
ficella Hb. (3408). San Remo, Digne, Cuenca, Granada,
auch von Lemberg ein sicheres Stück. E.insecurella
Stt. (3410.pro parte). Cap. Breton. E.plumbeellarRbl.
(3410 bis pr. p.). Wien, viele Mann’sche Exemplare. Von
Uralsk in. Anzahl: cir. Irıs.1915 p.198.- E. dentosella
HS. (3411). Wien, Schweitz. E. aequidentella Hfm.
(3414). Ein frisches, ausnehmend helles Belegstück von
Kasakewitsch. E.chaerophyllella Goeze (3416). Sy-
monowsk; von Stettin ein schwarzes g'.
Scythrisobscurella Sc. (3419). Symonowsk; auch
von Radde in der Form rossicella Krul. Sc.produc-
tella Z. (3420). Kasakewitsch. Sc.amphonycellah.-G.
(3422). Radde. Zwei 9' aus den Bergen südlich von Amasia
ziehe ich dazu. Möglicherweise gehören aber diese g' einer
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 143
sehr nahen Artan. Seliniella sind esnicht. Sc. seli-
nella (8423). Uralsk, :Kuldseha." Se. tallacella
Schläg. (3426). Sierra Nevada in Anzahl. Als albi-
ventrellai.l.und alboalvella ı. 1. stecken in meiner
Sammlung je mehrere ältere Stücke aus den Alpen, die von
J. Mann herrühren und sichere fallacella sind. Sc. grandi-
pennis Hw. (8428). Von Alfacar liegen mir mehrere
Exemplare eines Tieres vor, das ich nur zu grandi-
pennis ziehen kann, und porrectella var. nov. benenne.
Auch von Cuenca sandte mir Korb, mit cuencellaRbl.
untermischt ganz die gleiche Form. Sie ist größer als
grandipennis (22—23mm) und hat viel schmälere, ge-
streckte Fl. Die Vfl sind am Kostalrand unregelmäßig ge-
wellt. Von cuencella unterscheidetsich porrectella,
außer durch die viel schmäleren Fl auch durch absoluten
Mangel einer lichtgrauen Bestäubung. 14 g' bilden die
Typen. Sc. cuencella Rbl. (3429). Von Cuenca eine
große Zahl g', aber nur zwei © erhalten! Letztere, die
wohl noch unbeschrieben, sind bedeutend kleiner, d. i. die
Fl sind kürzer. Der Leib ist kurz, dick, plump, das letzte
Abdominalglied, aus dem die Legeröhre kurz vorsteht, ist
wie eingestülpt. Sc. eatoni WlIsm. Lambeze. Sc.flavi-
ventrella HS. var. asiatica Stgr. (3437). Aus den
Bergen südlich von Amasia. Sc.paelopyga Stgr. (3436).
Kasıkoparan. Sc.melanopepla WlIsm. Paratype g' von
Kasikoparan, von Korb erbeutet, in meiner Sammlung. Das
seltene Tier hat m.E. so große Aehnlichkeit mit anoma-
loptera Stgr. (die mir allerdings nur der Beschreibung
nach bekannt ist), daß ich es dafür angesprochen hätte,
wenn nicht WIsm., dem ich mein g' zusandte, es als seine
melanopepla bestimmte; vielleicht kennt auch WlIsm.
anomaloptera nicht. Sc.lampyrella Const. (3442).
Vernet und Thues-les-bains. Sc. ridiculella Car.sp.nov. In
naher Verwandtschaft mit der Gruppe flaviventrella-
lampyrella,istridiculella zunächst, außerordentlich
viel kleiner (9 mm). Kopf, Thorax, besonders stark, aber
die Schulterdecken und Vfl sind mit gelben Schuppen über-
deckt, so daß letztere messinggelb und beinahe glanzlos
sind. Hfl dunkelbraun, fast schwarz, an der Wurzel aber
weiblich; von der Basis aus ragen lange lichtgraue Haare
nach hinten, auch die Fransen längs des Innenrandes bis
zum Innenwinkel sind licht, im übrigen aber dunkelbraun.
Abdomen vorn am Thorax samtschwarz, die letzten vier
144 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Segmente lehmgelb; diese sind kegelförmig zugespitzt. Auf
der Useite sind die letzten vier Leibesringe licht lehmgelb,
der ganze übrige Körper, inklusive Thorax, Beine, Wurzel-
glied der Palpen lichtgrau. Mit keiner mir bekannten Art
zu verwechseln. Ein frisches © von Granada bildet die
Type in meiner Sammlung. Sc. leucogaster Mn. (3443).
Ein g' von Stänca, nördl. von Jassy. Sc.senescens Stt.
(3449). Uralsk, Lambeze. Sc.penicillata Chret. Ori-
ginalstücke J'Q aus den franz. Alpen. Sc. pascuella
Z. (8465). Stänca, Marasch. Sc. humillimella Stgr.
(3473). Cuenca, Erivan mehrere sichere Stücke, -die auch
Wism. sah. Sc. laminella HS. (8477). Kasakewitsch.
Sc. focella Const. (3481). Cannes. Sc.inclusellald.
(3497). Auch von Marasch. Sc. unipunctella Rbl. (3498).
Marasch, Wan, Erivan, Kuldscha. Sc. clavella Z.(3501).
Uralsk ın Mehrzahl, darunter vier J'Q Exemplare, bei
welchen die Längsstrieme zwischen Flwurzel und Apikal-
punkt fehlt; solche Stücke sehen der unipunctella sehr
ähnlich; ich benenne diese Form ab. mediella nov. Sc.
zelleri Stgr. (3503). Ak Chehir, Marasch. Sc. taurella
(B-H. 1.1.) Car. sp. nov. (3502 bis). Drei g' von Zeitun bilden
die Typen in meiner Sammlung. Diese sicher von zelleri
verschiedene Art unterscheidet sich von jener nur durch
folgende konstante Merkmale: Palpen völlig schwarz, des-
gleichen Stirn, Kopf, Thorax und Schulterdecken; von
einer weißen Streifenzeichnung, wie sie beizellerian der
Seite des Kopfes bis über die Schulterdecken hin scharf
auftritt, ist bei taurella nur am Kopfe eine schwache
Spur vorhanden. Abdomen oben und unten vollständig
schwarz, also ohne den geiben Analfleck; Beine schwarz.
Auf den Vfl reicht die feinere Längsstrieme nur bis 4, dann
folgt bei 3/, ein heller Punkt und weiter hinten der Apikal-
punkt genau wie bei zelleri; auch die Hfl sınd gleich-
mäßig dunkel. Sc.iconiensis Rbl. (3502 ter). Irıs 1902
p.120 T.IVf.10. Die @ Type von Konia in meiner Samm-
lung. Sc. moldavicella Rbl. (3502 quat.). Zahlreiche
SQ Typen und Paratypen von Stänca (Jassy) in meiner
Sammlung. Das ©, das ich später entdeckte, hat etwas
stumpfere Fl. Iris 1906 p. 241. Sc. canetella Car. sp. nov.
(3504 bis. Schleichiella zunächst, aber fast um die
Hälfte kleiner. Die weiße Längsstrieme verläuft genau so
wie bei jener Art, ist aber an beiden Seiten fein schwarz
gesäumt, besonders stark bei ?/,, wo die Strieme eingeknickt
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 145
ist. Grundfarbe der Vfl matt hellgrau; auch Stirn, Kopf,
Thorax und hintere Leibesringe sind grau, die vorderen
dagegen dunkel. Palpen, Beine, Useite des Abdomen weiß-
lich. Mit keiner anderen Art zu verwechseln. Zwei g' von
Canet (Pyr. or.) bilden die Typen in meiner Sammlung. Sc.
flabella Mn. var.? nov. aurella Car. (3506). Meine sechs
og von Erivan und Konia weichen stark von den hunderten
Exemplaren der Stammform ab, die ich von Amasia, Marasch,
Kasikoparan usw. besitze. Die Grundfarbe der Vfl ist
nämlich ein goldglänzendes Broncegelb und die goldenen
Flecke darauf sind bedeutend größer, besonders der Basal-
fleck. Von einem purpurbraunen und violetten Schiller, der
stets bei flabella so schön schimmert, kann bei dieser
Form keine Rede sein. Auch die Hfl sind heller braun.
Ich wäre geneigt, aurella für eine Lokalrasse von fla-
bella zu halten, dagegen spricht aber die Tatsache, daß
ich eben gerade auch von Amasia, der eigentlichen Heimat
der flabella, eine typische aurella erhielt. Mehr Ma-
terial wird über die Artrechte entscheiden müssen. Sc.
scipionella Stgr. (3508) und salviellaStgr.i.l. Beide
Formen sandte mir Ribbe von der Sierra Nevada; letztere,
von der ich Originalstücke von Staudinger erhielt, hat eine
sehmälere und kürzere Längsstrieme, auch fehlt die weiße
Beschuppung vor dem Außenrand und der Flspitze, wie sie
meist bei typischen scipionella mehr oder weniger stark
auftritt; Zwischenformen sind in Andalusien häufig. Mit-
hin gleicht salviella vollständig der: Sc. gallicella
Joannis, von der ich zahlreiche Originalstücke von Vannes
habe. Diese französische Rasse hat niemals die weiße Be-
puderung vor dem Außenrande, tritt auch in einer ganz
dunklen Form (=ab. unicolorella Joannis) ohne Ueber-
gänge auf, während ich keine salviella aus Andalusien
sah, die der weißen Längsstrieme ganz entbehrten. Den-
noch bezweifele ich, daß gallicella-unicolorella
artlich von scipionella-salviella zu trennen sei. Sc.
tenietella Car. sp. nov. (3515 bis). Scopolella Hb. zu-
nächst und auch sehr ähnlich, eigentlich nur dadurch ver-
schieden, daß der basale Fleck durch eine weiße Strieme
mit der Flwurzel verbunden ist. Möglicherweise ist tenie-
tella mit der im Katalog unter Nr. 3517 aufgeführten
tangerensis Stt. identisch, die mir in natura und Be-
schreibung ganz unbekanntgeblieben ist. Acht 9' von Tenied
el Haad würden die Typen in meiner Sammlung bilden.
Deutsche Entomologische Zeitschrift ‚Iris‘, herausgegeben vom Entomologischen Verein >.<
Iris zu Dresden. Jahrgang 1920.
146 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Sc.chenopodiella Hb.(3516). Uralsk, Erivan, Amasia.
Sc.gurdella Chr. (3518). Von Athen 15 Exemplare, die
etwas düsterer gefärbt sind als meine Castilianer. Sc. or-
bidella Chret. gJ'Q Originalstücke aus Dep. Herault. Sc.
aastidellaurbE Ins 19r2rn 119 FTZIVE ITS Be
von Ak Chehir. Sc. hassanella (?) Chret. Typen von
Gafsa. Sc. noricella Z. (8522). Symonowsk. Sc. dissi-
milella HS. (3523). Cuenca typisch, aber auch ein riesiges
O von 21 mm Expansion. Sc. varıella Stph. (3528). In
einer stark weiß bestreuten Lokalform von Cap Breton.
Sc. hyalinella Car. sp.nov. Subfasciata Stgr. zunächst.
Vfl relativ kurz und breit, graubraun mit schwacher fleck-
artiger Aufhellung am Innenrand bei !/;, und vor dem Saum.
Fransen dunkel graubraun. Hfl lichtgrau, fast durch-
scheinend mit dunklen schwarzbraunen Fransen. Thorax
dunkelgrau, Abdomen schwarz mit gelbem Seitenrande;
Analbusch gelb; Genitalien schwarz; Palpen geiblich; Kopf,
Fühler graubraun. Useite aller Fl ganz licht gelblichgrau
mit schwarzer Fransen-Umrahmung, Vfl auch mit schwarzem
Kostalrand. Abdomen gelblich weiß. Alle Oberschenkel
grau, Unterschenkel und Füße gelblich. Diese ausgezeich-
nete Art läßt sich mit keiner anderen verwechseln. Ein
frisches Pärchen von Kasikoparan bildet die Typen in meiner
Sammlung. Sc. caramani Stgr.? (3534). Ein Jg’ ein ©
von Marasch unterscheidet sich von meinen typischen
Exemplaren von Amasia nur durch bräunlichen Farbenton
der Fl; auch Palpen und Kopf sind braungelb statt grau.
Vielleicht handelt es sich um eine sehr nahe aber ver-
schiedene Art. Sc. anthracodes WlIsm.; thalpella
WlIsm.; eucharis Wlsm. Ent. m. Mag. 1907 p. 8 bis 9,
alle von Biskra. Als var. nov. lacteella bezeichne ich eine
der eucharis ähnliche, gleichgroße Form mit fast voll-
kommen cremegelben Vflundganz lichten, durchscheinenden,
um die Spitze herum lichtorangegelb gewaschenen Hfl. Sie
ist wahrscheinlich eine Varietät der sonst reichlich grau be-
stäubten eucharis. Ein Pärchen von Biskra bildet die
Typen in meiner Sammlung. Von den folgenden, kleinen,
lichten, sehr nahestehenden und meist sehr schwer aus-
einander zu haltenden Arten habe ich Originalstücke: Sc.
coerulella, blandella, maculatella und deren
var. albescens, alle von Chretien begründet, von Gafsa,
letztere auch von Biskra; Sc. eremella und barba-
tella Chret. von Biskra.
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 147
(Bryophaga) acanthella God. (3538). Aus der
Sierra Nevada und von Cuenca habe ich nicht nur die var.
delicatella Rbl., sondern auch typische Stücke der
Stammform und solche, welche die Passage bilden; außer-
dem aber extrem lichte Stücke mit nur drei Punkten auf
den Vfl. Auch von Gafsa erhielt ich eine sehr schwach
gezeichnete delicatella, und von Biskra eine aus-
gesprochene acanthella mit bräunlicher Zeichnung.
Amphisbatis incongruella Stt. (3540). Cuenca.
Cataplecticafarreni Wlsm. (3541). Eine g' Homo-
type von Cambridge. C.devotella Heyd. (3545). La Grave.
Lepidotarphius fulgens Ersch. (3549). Mehrere
tadellos frische Exemplare von Kasakewitsch.
Cosmopteryx? scribaiella Z. (3551). In Zool.
bot. V. 1899 p. 26 beschreibt Rbl. ein von Hedemann am
Hirtenberg bei Bozen erbeutetes, jetzt in meinem Besitz
befindliches Tier und vergleicht es mit scribaiella. Ich
halte es bestimmt für eine von dieser verschiedene Art,
welche gewissermaßen die Passage zu lienigiella Z.
bildet. Es ist im allgemeinen weit blasser alsscribaiella
und die sehr breite Mittelbinde ist mattgelb usw. Scri-
baiella habe ich unter anderem auch vom Golfe Juan.
C. flavofascıiata Woll. (3553). Ich besitze die Hede-
mannschen Exemplare vön Orotava und Sta. Catalına und
halte das Tier durchaus nicht für identisch mit attenua-
tella Wck. (= lespedezae WlIsm.), die ich von Ste. Croix
und St. Thomas ex. coll. Hed. vorliegen habe; es ist min-
destens eine Lokalvarietät (größer, dunkler) davon. Dagegen
ist crassicervicella Chret. (3556), von der ich ein Ori-
ginalstück von Böne und ein Exemplar von Gafsa zum
Vergleich in der Sammlung habe, sicher synonym zu flavo-
fasciata. C.turbidella Rbl. (3555). g'Q Typen und
Paratypen von Orotava und S. Catalina. C.eximia Hw.
(3557). Symonowsk.
Batrachedra ledereriella Z. (3562). Granada,
Ajaccıio.
Pyroderces argyrogrammos Z. (3564). Insel
Ste. Lucie, Ajaccio, Uralsk, Beirut.
Calycobathra acarpa Meyr. (3567). Biskra. C.
pinguescentella Chre. g'Q Typen von Biskra und
einige lichtere Exemplare von Gafsa.
148 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Ochromolopis ictella Hb.(3568). Sierra Nevada.
Cyphophora idaei Z. (3569). Symonowsk.
Blastodacna hellerella Dup. (3573). Grumazesti;
neu für Rumänien.
Mompha conturbatella Hb. (3576). Symonowsk.
M.raschkiella Z. (8577). Uralsk. M.decorella Stph. ’
(3580). Saugnacq (Landes). M. seeboldiella Rag. (3585).
Chiclana.. M. miscella Schiff. (3589). Cuenca, Kasa-
kewitsch.
Anybiaepilobiella Roemer (3594). Kloster Neamtz;
neu für Rumänien.
Chrysorclhstalinneella/Cl.,85), Radde
Spuleria aurifrontella Hb. (3597). Symonowsk,
Berge südlich von Amasia je ein Belegstück.
Stagmatophora dohrnii Z. (38602). Monte Carlo,
Murcia. St.pomposellaZ.(3606). Kasikoparan. St.ros-
marinella WlIsm. (3609). 3'Q Originalstücke von Beaulieu
und Villefranche. St. serratella Tr. (3610). Symonowsk,
Marasch. Auch von Uralsk ein sicheres kleines Stück (mit
weißen Palpen und Kopf) unter vielen sumptuosella und
trırivella; von Kasikoparan zwei etwas größere Exemplare
mit reinweißen Palpen ziehe ich dazu. Von Vernet sandte
mir Chretien zwei große Exemplare mit dunklem Kopf und
grauer Stirn wie albiapicell®, die sie aber sicher nicht
sind. Ich halte das Tier eher für sumptuosella wegen
des schwarzgeringelten Endgliedes der Palpen. St. tri-
rivella Stgr. (3611). Uralsk in Mehrzahl, darunter einige
mit schneeweißer Endhälfte der Fühlergeißel Auch von
Kuldscha in mehreren Stücken. St.sumptuosella ld.
(3613). Jerusalem; sehr groß mit extrem großen Kostal-
flecken. Ganz typisch auch ven Beirut, Ak Chehir, Sierra
Nevada und der Inderskyschen Salzsteppe (ein Exemplar).
Nun habe ich aber von Indersky und Uralsk eine lange
Serie meist großer Stücke, die alle mit sumptuosella
darin übereinstimmen, daß das Endglied der Palpen vor der
Spitze schwarz ist. Meines Erachtens ist gerade dies das
einzige stichhaltige Merkmal, welches sumptuosella von
serratella sicher trennt, weshalb ich die fraglichen Stücke
auch dazu ziehe. Von sumptuosella unterscheiden sich
meine südrussischen Stücke aber durchgehends, außer durch
kleinere Kostalflecke, durch dunklen Kopf und grauer Stirn.
Da ich von Indersky eine typische sumptuosella mit
k
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 149
weißem Kopf und großen Kostalflecken erhielt, so ist nicht
ausgeschlossen, daß die uralsker Rasse eine sehr nahe, aber
doch spezifisch verschiedene Form ist, die, jedenfalls na-
mensberechtigt, als cinereocapitella bezeichnet werden
kann. St.albiapicella HS. (3614). Amasia. Auch diese
Art scheint mit reinweißem Kopf vorzukommen. Staudinger
erwähnt ein solches Stück von Adalıa. St. beata (?ÄAutor).
Biskra, Gafsa. Da die mir von P. Chretien gesandten Stücke
als Originale bezeichnet wurden, dürfte dieser der Autor
sein. St-thaumatella WlIsm. Biskra, Gafsa. Ent. m.
Mag. 1907, p. 150.
Heliodines roesella L. (3615). Malatia.
PancalialeuwenhoekellaL.(3616). Symonowsk.
var. latreillella Curt. besonders dunkel und groß von
Cuenca; dann auch von Marasch, Malatia usw. P.sı-
chotella Chr. (3617). In der Korbschen Ausbeute von
Kasakewitsch befanden sich 14 frische Exemplare dieser
schönen Art.
Antispila pfeifferella Hb. (3619). Symonowsk.
A.rivillei Stt. (3622). Monte Carlo, zwei Generationen
Juni, September.
Coleophorajuncicolella Stt.(3631). Symonowsk.
C.laricella Hb.(3633). Drei Jahre lang an der einzigen
alten Lärche in meinem Garten massenhaft; neu für Rum.
C.badiipennella Dup. (3635). Grumazesti; neu für Rum.;
Ajaccio. C. asthenella Cst.(3638). var. elutella Chret.
Originalstücke von Biskra und Gafsa. Es ist eine weißlich
gelbe Wüstenform mit einem schwarzen Pünktchen ım
Diskus. C. leucophaeella Car. sp. nov. (3645 bis). Oli-
vacella zunächst, doch etwas größer, von staubgrauer, etwas
ins gelbliche spielender allgemeiner Färbung aller Körper-
teile, Kopf noch lichter. Fl schwach glänzend. Der Sack
ist demjenigen der olivacella ähnlich, um !/, länger und
entsprechend dicker. Lafaury sandte mir seinerzeit vier
J'Q Exemplare ein mit dem Fundzettel: „Hossegor 15.
VII 97 e.1.“*. Die Typen in meiner Sammlung. C.gry-
phipennella Bouche (3648). Radde mehrere sichere
Stücke. C.binderella Koll. (3661). Die Säcke öfters in
Grum. gesammelt; neu für Rumänien. C.fuscedinellaZ.
(3663). Symonowsk. C.nigricella Stph. (3664). Uralsk.
C.ahenella Hein. (3667). Grumazesti, die leeren Säcke
150 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
auf Cornus sanguinea gefunden; neu für Rum. C. alcy-
onipennella Koll. (3674). Uralsk, Symonowsk, Kasiko-
paran, Alai, Kuldscha. C. fuscicornis Z. (8675). Ak
Chehir mehrere. Von Lambeze ein stark differenziertes
großes g' mit bis zur Basis tief purpur violetten Vfl, eben-
solchen Kragen, Thorax, Schulterdecken; alles ohne den
starken grünlichen Glanz der typischen Form. Auch er-
scheinen mir die Vfl etwas breiter. Vielleicht sp. nov.
C. frischellaL. (3676). Nay, Uralsk, Kalmykow, Malatia.
C. argentifimbriata Wlsm. Ent. m. Mag. 1907 p. 125.
Biskra. C. deauratella Z. (3679). Kasikoparan, Kasa-
kewitsch, stark purpurrote Stücke; allerdings sind es alles
nurO. C.spissieornis Hw.'(3680). Uralsk."C’orna-
tipennella Hb. (3687). Sierra Nevada; die silbernen
Längsstriemen wenig markiert auf lichtgelbem Grund. Ak
Chehir sehr hell schwefelgelb. Kasıkoparan und Kuldscha
typisch. Uralsk viele kleine Exemplare. C. caucasica
Stt. (3693). Kasikoparan ein von WlIsm. als diese Art be-
stimmtes © halte ich für eine lichte kleine ornatipennella.
C. amasiella Stt. (3694). Ak Chehir sechs schöne g';
Marasch. C. binotapennella Dup. (3696). Grumazesti;
neu. für Rum.’C. elypeiterella Hoim Bod9r U aER
mehrere sichere Exemplare. (C. squalorell 277225699}
Symonowsk. C. stefanii Joan. (3700). Gafsa. C.sub-
castanea WlIsm. Ent. m. Mag. 1907 p. 125. Biskra,
Tunis.‘ 'Chbällotella. F. 8703). Uralsk’ mehrere: #€.
wockeellaZ. (8704). Von Amasia und Marasch je ein g'.
Von Symonowsk sandte mir M. Bartel zwei g', zwei ©
dieser nicht zu verkennenden Art ein; diese vier Exemplare
sind durchaus dunkel rauchgrau mit noch dunkleren Hfl
und schwarzen Fransen. Ich benenne diese sehr auffallende
Lokalform var. fumigatella. C.onopordiellaZ. (3705).
Konia. C.phlomidella Chr. (3706). Ak Chehir in An-
zahl ganz typisch; von Konia ein etwas lichteres J'. C.
inusitatella Car. sp. nov. (an var?). Es liegen mir von
Konia ein g', von Cuenca und Sierra Nevada je zwei g'
vor, die weder mit onopordiella noch mit phlomi-
della identifiziert werden können. Die lichten sehr langen
Fühler sind in ihrer basalen Hälfte weniger dick beschuppt
und die allgemeine Färbung der Vfl und Fransen ist weit
heller gelb, fast wie bei botaurellaHS. Die Hil grau-
braun, doch ein wenig heller als bei phlomidella; bei
einem meiner Andalusier sind aber die Fransen der Hfl
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 151
ganz dunkel. Beide Andalusier g' haben eine feine silberne
Faltenlinie auf den Vfl. Alle fünf Exemplare so groß wie
phlomidella. Die Typen in meiner Sammlung. C.
botaurella HS. (3707). Uralsk, Embla, Kuldscha typisch
beingelb. Meine 14 Exemplare von Indersky spielen alle
etwas ins graue hinüber. C.leucapennella Hb. (3708).
Uralsk. Corsica. C. orotavensis Rbl. (3713). 9’ Type
und © Paratype Orotava ex coll. Hed. in meiner Sammlung.
C. mongetella Chret. (3714). Der Autor überließ mir
einige g'Q Kotypen von La Voulte, Celles und Rompon. C.
eupreta WlIsm. Biskra. C.discordella Z. (3716). Meine
Stücke von Sylt sind bedeutend kleiner als meine zentral-
europäischen Stücke. C. genistae Stt. (3717). Narrosse
(Landes). C. bilineatella Z. (3718). Uralsk ein blasses ©.
C. ussuriella Car. sp. nov. bilineatella Z. und are-
narıella Z. sehr ähnlich, weshalb eine längere Beschrei-
bung erübrigt und die Angabe der maßgebenden Unter-
schiede genügt: Von ersterer verschieden durch etwas
größeres Ausmaß, gleichmäßig breiter, bis zu den Fransen
der Flspitzereichender weißer Kostalstrieme, etwas dunklerer
auf der ganzen Flfläche gleichmäßig brauner Grundfarbe
und braun behaartes Wurzelglied der Fühler. Von letzterer
differenziert durch weit gestrecktere Fl, breiteren Kostal-
streif, dunklere Farbe und größeres Ausmaß. Von beiden
Arten durch lehmgelben Kopf, Thorax und Schulter-
decken sofort zu trennen. Vier g' ein®@ von Kasakewitsch
bilden die Typen in meiner Sammlung. C.tristella
Stgr. (3725). Es liegt mir von Marasch ein frisches 9"
dieser noch wenig beobachteten Art vor, die an den sehr
schmalen, ganz spitz ausgezogenen Fl, der feinen weißen
Vrdstrieme, den weißlichen Fühlern und den etwas längeren
Palpen von serenellaZ. zu unterscheiden ist. Der Name
tristella bezieht sich übrigens nicht etwa auf die düstere
Färbung des Tieres (das mindestens so licht ist wie se-
renella), sondern auf die traurige (?) Gemütsstimmung
des Autors, als er sich veranlaßt sah, diese sicher gute Art
nach einem einzigen abgeriebenen Stück von Amasıa
aufzustellen! C. protecta WlIsm. Ent. m. Mag. 1907 p.
147..Biskra. ‘C.trifariella Z. 8731).. Radd& mehrere
Exemplare. -C. quadrifariella Stgr. (3736). Uralsk,
Inderskysche Salzsteppe in sehr großer Zahl. C. subtractella
Car. sp. nov. (an var.?.. Tractella sehr nahe und von
gleicher Größe; Flnoch schmäler, Grundfarbe etwas dunkler,
152 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
mehr rauchbraun, die weiße Vrdstrieme noch feiner; keine
Mittellinie sichtbar, Faltenlinie schwarz markiert, Kopf und
Kragen nicht weißlich, sondern rauchbraun. Fühler genau
wie bei tractella geformt und schwarz-weiß geringelt.
Zwei g' ein © von Uralsk bilden die Typen in meiner
Sammlung. C. vestalella Stgr. (3749). Ein fragliches
Stück von Cuenca. C. parthenicaMeyr. (3750). Biskra,
Gafsa; var. Juridella Chret. Typen von Biskra. C. co-
Kot ella 2 (3755). Erivan mehrere. - Er eongerıella
Stgr. (3765). Sierra de Alfacar. C.albicosta Hw. (3768).
Lafaury sandte mir von Saugnacq viele gezogene Stücke
mit'den Säcken em.. C.ditella Z. (3772). Bei Stanca
die Säcke an Artemisien eingesammelt; neu für Rumänien.
Auch vonCuenca. C. vibicigerella Z. (3774). Lamb£ze
und Biskra je ein J'; von WlIsm. als solche bestätigt. C.
astragalella Z. (3775). Uralsk in Anzahl. Von Ak
Chehir ein blasses g', das ich sicher dafür anspreche. C.
acanthyllidis WlIsm. Ent. m. Mag. 1907 p. 127. Biskra
und Gaisa €. caelebıpenn:e11a2(8715). Ein’srones
blasses 9" von Cuenca kann ich kaum davon trennen.
similis Stgr. (3779). Von Marasch in Mehrzahl. Auch
von Amasia und Kasikoparan je em 9’. C. dubitella
Backer. Ein g' von Lamb£ze bestimmte WIsm. C.invo-
lucrella Chret. Le Naturaliste 1905 p. 144. Autor über-
ließ mir sechs g'Q Typen von San Ildefonso. C. plusiella
Const. (3783 proparte). La Grave. Die Raupe an Oxytropis;
der Sack kürzer und dünner als der von caelebipennella,
nach hinten spiralig verdickt. Aceris Fuchs ı. |. ist als
Imago ganz ähnlich; die Raupe aber an Linosyris, Sack
ähnlich dem der solenella. D. conspicuella Z.
(3786). Symonowsk, Kuldscha. C. spumosella Stgr.
(3789). Vernet, Rompon (Ardeche). C.palliatella Zk.
(3794). Eine Anzahl sehr verschieden großer Exempiare
von Uralsk; Kasakewitsch. C.hemerobiella Sc. (3802).
Uralsk mehrere. C. unistriella Car. spec. nov. (3803 bis).
Diese sicher neue Art paßt am besten in die Wockesche
Gruppe J. und steht der unipunctella zunächst. Sie
ist um 4 größer, Vrd breit und glänzend weiß, gegen den
Innenrand zu matter. Längs der Mittelader (oberhalb der
Falte) zieht eine dunkelbraune Linie von der Flbasis bis
zum sehr spitz auslaufenden Apex; um diesen herum stehen
am Vrd und Außenrand je drei scharfe Randstriche, die
bei einem g' zu einer Saumlinie verschmelzen. Bei ?/, dicht
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 153
ee Tr ae re a ara
unterhalb der dunklen Mittellinie ein scharf markierter
schwarzer Strichpunkt auf lichtem Grund. Beim © ist die
dunkle Mittellinie nur schwach angedeutet. Hfl breiter als
beiunipunctella und lichtgrau mit sehr langen gelblich-
grauen Fransen. Palpen, Kopf, Thorax weißlich ; Fühler-
geißel weißlich, kaum sichtbar bräunlich geringelt, an der
Basis etwas dicker. Zwei g' zwei @ von Indersky bilden
die Typen in meiner Sammlung. C. auricella F. (3809).
Cuenca, Nay, Symonowsk. C. plurifoliella Chret. (3810).
JS'Q Kotypen von Biskra. C. brevipalpella Weck. (3811).
Ein 9! vom Alai ziehe ich dazu, soweit dies ohne Kenntnis
des Sackes möglich ist. C. serratulella HS. (3814).
Uralsk. C.aegyptiaca Wlsm. (3815 bis). Ent. m. Mag.
1907 p.148. Gafsa. C.hispanicella Möschl. (3821). Sierra
Nevada. C. lineolea Hw. (3822). Bozen, Grumazesti;
neu für Rumänien, Uralsk, Indersky. C. lineatella Tgstr.
(3828). In coll. Hed. steckt ein @ mit dem Fundzettel:
„Bozen .3.1V.99°.> €. troglodytella Dup: (8829) Sy:
monowsk, Radde. C. lineariella Z. (3833). Von Lambeze
ein großes g', das lichtere, graugelbe und schmälere Rippen
hat als alle meine übrigen Stücke. Auch sind die Palpen
etwas länger. Wenn das fragliche Stück nicht so groß wäre,
würde ich es eher für obtectella Z. halten, zu deren
Beschreibung und Abbildung (im HS.) es am besten passen
würde. C.atlanticella Rbl. (3852). Die g’Q Typen von
Orotawa und S. Catalina-ex. coll. Hed. in meiner Sammlung.
C.silenella HS. (3855). Kasakewitsch zwei Exemplare.
C. dianthi HS. (8860). Monte Carlo. C.millefolii Z.
(3861). Uralsk; derlangen Palpen wegen nicht zu verkennen.
C. strigiferella Snell. (3862). Zwölf Jg’ zwei @ von
' Kasakewitsch; die 9' sind mehr oder weniger grau bestäubt,
die © licht lehmgelb. Diese Art ist schon an den Palpen
leicht zu erkennen, da das Mittelglied einen Seitensporn
hat. C. directella Z. (3866). Uralsk, Symonowsk. C.
praecipua WlIsm. (3866 bis). Entm. Mag. 1907 p. 129.
Viel größer als directella, scheint diese Art bei Biskra
in zwei sehr verschiedenen Fo@nen vorzukommen. Ich
besitze Stücke mit licht graugelber Grundfarbe der Vfl und
Thorax und mehr oder weniger reinweißer Kosta und stets
graugelben Fransen und solche mit kreideweißer Grund-
farbe aller Körperteile und ebensolchenFransen. Die Original-
beschreibung WIsm.'s charakterisiert mäßig dunkle Stücke.
Die weiße Form benenne ich ab. leucanthella. C.asper-
154 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
ginella Chr. (3867). Kasikoparan. C. aequalella Chr.
(3869). 17 J'Q Exemplare von Uralsk. C. gymnocar-
pella Wism. (3686 bis). Ent. m. Mag. 1907 p. 148. Von
Biskra und Gafsa in Mehrzahl. Die Stücke variieren stark
in der Intensität der dunklen Bestäubung; einzelne Exemplare
erscheinen grau, andere fast weiß. C. tetragonella
Wism. Biskra. C. nıgrosquamella Chret. und var.
albociliella Chret. g'’Q Typen von Biskra. Sabulella
BH. i. 1. ist dieselbe Art. C.echinopsinolella Chret.
gJQ Typen von Gafsa. C.virgaureaeStt. (3893). Gruma-
zesti, neu für Rumänien; auch vier Exemplare von Uralsk
halte ich dafür. C. poecilella WlIsm. Ent. m. Mag. 1907
p. 129. Gafsa.. C. artemisiae Mühlig. (3895). Einige
Exemplare von Cuenca können nur diese Art sein. C.
salsolella Chret. g'Q Kotypen von Biskra. C.lari-
pennella Zett. (3904). Uralsk, Symonowsk. C. occa-
tella Stgr. (3911). Uralsk einige. C.salinella Stt. (3912);
Cap Breton; von Lafaury in Anzahl erzogen.
Goniodoma auroguttella F. (3914). Berge süd-
lich von Amasia, Ak Chehir, Uralsk.
Berittia bullacella,Chret EBiskcasEnesiiiype
in meiner Sammlung.
Stephensia brunnichiella L. (3920.) Symonowsk.
Elachista quadrellaHb. (3921). ab n.caecella Car.
Diese noch unbeschriebene aberrative Form entbehrt ganz
oder fast ganz der silberweißen .Punktzeichnung auf den
Vfl. Zwei g' Typen von Kastelruth 19. VII. 1902 ex. coll.
Hed. und von Grumazesti in meiner Sammlung. E. sub-
quadrella Rag. (3922). Nach den mir vorliegenden Ko-
typen von Montmorencey muß diese Form als Synonym zu
monticola Wck. (3942) gezogen werden. E.gleiche-
nella F.(3929). Vernet les bains. E. albifrontella Hb.
(3932). Symonowsk. E.pomerana Frey. (3945). Azuga
in Rumänien. E.nigrella Hw. —arıdella Hein. (3950
pro parte). Grumazesti in Mehrzahl; neu für Rumänien. E. hu-
milis Z. (3966). Symonowsk. E.bifasciella Tr. (3974).
Symonowsk. E. taeni@tella Stt. (3981). Grumazesti,;
neu für Rumänien. E. occidentalis Frey. (3988). In einer
Sendung von Digne fanden sich zwei Exemplare dieser Art
vor. E.paludum Frey (3998). Jassy; neu für Rumänien.
E. subocellea Steph. (4002). Bozen zwei Exemplare in
coll. Hed.: unter mehreren disertella HS. E. diser-
tella HS. (4003). Cuenca, etwas grau angeflogen; Alaı-
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 199
gebirge typisch. E.pollinariella Z. (4005). Symonowsk.
E. rufocinerea Hw. (4013). So auffallend auch das
Vorkommen dieser sonst littoralen Art gerade im Uralgebirge
erscheinen mag, so kann ich ein von Symonowsk mir vor-
liegendes g' doch nur dazu ziehen. E.maculosella Chret.
(4014). Der Autor überließ mir eine Anzahl g'Q-Typen aus
der Umgebung von Paris. E. spumella Car. sp. nov. (4019
bis). Diese sicher neue Form steht dispilella Z. und
dispunctella Dup. zunächst; sie hat auch die zwei strich-
förmigen Punkte vor der Spitze und in der Falte genau so
verteilt. Aber die Fl sind schmäler und gestreckter, deren
Grundfarbemilchweißmitausgesprochenemgelblichen Schein
und Glanz und ohne aufgestreute schwarze Atome. Fransen,
besonders diejenigen der Hfl entschieden gelblich, Kopf,
Palpen cremetarben, Exemplare reichlich 10 mm, also so
groß wie argentella Clem., mit der sie aber sonst nichts
gemein hat. Zwei frische J’Q von Uralsk bilden die Iypen
in meiner Sammlung. E.lastrella Chret. (4022). Typen
aus der Umgebung von Paris in meiner Sammlung. Von
Cuenca habe ich zwei Exemplare, die zu dieser Art oder
zu einer neuen sehr nahen Form gehören. E. festuci-
colella Z. (4027). Uralsk in Anzahl. E.immolatella
Z.? var. dorsella Car. forma nov. Kopf, Palpen gelblich;
Thorax, Schulterdecken etwas dunkler, Fühler braun. Fl
gleichmäßig gelblich graubraun, weit dunkler als sie alle
meine immolatella von Ampezzo-Schluderbach haben;
gleich hinter 4 steht auf dem Innenrand ein lichter, fahler
Fleck, der nach innen zu dunkel begrenzt ist, aber nach
außen hin sich in der Grundfarbe allmählich verliert. Hfl
dunkel. Auch die Fransen sind viel dunkler als bei im-
molatella. Je ein g' von Kastelruth (19. VII. 1902) ex.
coll. Hed. und von Ak Chehir (Korb leg.) bilden die Typen
in meiner Sammlung. |
Triboloneura constantinella Rbl. (4024a).
Lambeze mehrere.
Scirtopoda thymetella Stgr. (4039). Cuenca.
XI. Gracilariidae.
Gracilaria alchimiella Sc. (4040). Vernet, Radde,
Kasakewitsch mit sehr hellem Basalteil der Vfl. G. stig-
matella F. (4044). Uralsk, Kasakewitsch. G. onustella
Hb.? (4045). Herr P. Chretien überließ mir einige Kotypen
156 Deutsche Entom., Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
seiner pyrenaeella, die ich als Imago nicht von onu-
stella zu unterscheiden vermag; er fand aber die Raupen
auf Acer campestris bei Nay in den West-Pyr. G.corus-
cans Wlsm. var. robidella Chret. g' Typen von Gafsa
in meiner Sammlung; cfr. Entm. Mag.1907p.152. G. mand-
schurica Chr. (4053). Kasakewitsch ein g', das genau
zur Originalbeschreibung paßt. G. korbiella Car. sp. nov.
Zehn g'Q Exemplare von Kasakewitsch weichen von semi-
fascıia-mandschurica durch noch etwas kleineres Aus-
maß ab; auf den einfarbig graubraunen, kaum sichtbar dunkel-
punktierten Vfl fehlt jede Spur eines gelben Schrägfleckes.
Kopf, Fühler graugelb; Thorax, Schulterdecken bräunlich.
Christoph, der mandschurica sehr häufig antraf und
fing, erwähnt nichts von einer derartig abweichenden Form;
auch kann es sıch nicht um eine Lokalrasse der semi-
fascıa, sondern sicher nur um eine noch unbeschriebene
neue Art handeln, die ich nach ihrem Entdecker benenne.
Typen bei mir. G.populetorum Z. (4054). Von Ka-
sakewitsch ein licht aschgraues, scharf gezeichnetes gJ'.
G.elongellaL. (4056). Von Kasakewitsch typische Exem-
plare. Zugleich mit diesen erhielt ich drei viel kleinere,
bleich beingelbe Stücke, die vielleicht einer neuen Art an-
gehören. G.tringipennella Z. (4059). Von Biskra in
einer weißen Wüstenform; ein beinahe ebenso lichtes Stück
habe ich auch von Schluderbachals ab. G. multipunctella
Chret. Einige leider defekte Kotypen von Gafsa in meiner
Sammlung. G.syringella F. (4063). Grumazesti; neu
für Rumänien. G.phasianipennella Hb. (4069). Von
Kasakewitsch in der Form quadruplella Z.
*)Parectopa (Klem.) latifoliella Mill. (4072).
Monte Carlo. P.ononidis Z.(4975). Uralsk, Grumazesti.
P.kollariella Z.(4079). Symonowsk.
Acrocercops Wlgrn. (= DialecticaWIsm. — Conopo-
morpha Meyr.) brogniardellus F. (4082); Grumazesti
(Genus Coriscium Kat. Rbl. 1901). A. infuscatus (? W1sm.)
Car. Wieder eine jener neuen Formen aus der Korb’schen
Ausbeute von Kasakewitsch, die Lord Walsingham als spez.
nov. bezeichnete, i.1. benannte, deren Beschreibung er aber
meines Wissens nicht lieferte. Brogniardellus zunächst
*) Zum Genus Parectopa gehören außerdem die Nummern
4074, 4078 und 4080; zu Acrocercops die Nummern 4077,
4066 und 4073 des Rebelschen Kataloges 1901.
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 157
und sehr ähnlich. Stirn, Fühler, Palpen, Busch und Beine wie
bei jener Art. Aber die geschwänzten Vfl sind von dunkel
graubrauner Grundfarbe; die sonst weißen Kostalschräg-
striche stark verdüstert, z. T. nur dadurch markiert, daß sie
tiefschwarz gesäumt sind, vom lichten Innenrandfleck ist keine
Spur vorhanden; nur der Apikalfleck ist rein weiß. Hfl
und alle Fransen dunkelbraun. Ich halte diese Form für eine
melanotische Lokalrasse von brogniardellus, 14 frische
g' von Kasakewitsch bilden. die Typen in meiner Samm-
lung. A.scalariellus Z.(4081). Orotava und Sta. Cruz
auf Teneriffa; Murcia,Lambeze. A.hedemanniRbl.(4067).
Type g' von Matanza (Teneriffa) ex. coll. Hed. in meiner
Sammlung. A.malveus Wlsm. (=malvacea r.) J'Q Para-
typen von Tangier; halte ich für eine wenig differenzierte
Lokalform der vorigen. A. simploniellus F. (4065).
Madone de Fenestre.
Coriscium cocciferellum Chret. g' Kotypen von Bize.
C.sulphurellum Hw. (4085). Diese Art kommt außer
in der lichten schwefelgelben sulfurellum und der zimmt-
braunen var. aurantiellum Peyer. auch in einer dritten
wohlcharakterisierten Form vor, bei welcher auf den Vfl
eine rötliche bis dunkelbraune Längsstrieme steht derart,
daß Vorderrand und Innenrand schwefelgelb verbleiben.
Logischerweise muß auch diese konstant wiederkehrende
Form einen Namen erhalten, als welchen ich ab. medio-
striellum wähle. Zehn g'Q Exemplare von Saugnac und
Cap. Breton bilden die Typen in meiner Verwahrung.
Oruız piaftenzelleri Erey.(4088). ':LaGrave.
O.anglicella Stt. (4097). Saugnac. O. finitimellaZ.
und torquillella Z. (4099—4100). Beide in Grumazesti: |
neu für Rumänien. O.scoticellaStt.(4101). Vernet, Kloster
Neamtz; neu für Rumänien. O. betulae Stt.(4103). Gru-
mazesti; neu für Rumänien. O. fulluzella Chret. (4102).
La Grave. Raupe an Dryas octopetala. g'Q Typen vom
Autor erhalten. Außerdem habe ich in der Sammlung ex.
coll. Hed. die Typen von: OÖ. cotoneastri Rbl.i.l.
mit dem Fundzettel: „Mödling e.1. 12.1.94 an Cotoneaster“,
welche der avellanella zum Verwechseln ähnlich ist,
sowie von O.rubiella Hed.i.l. g' mit dem Fundzettel:
„Svendborg e.l. 24.1.98 an Rub. fructicos.“, welchesich von'
torquillella hauptsächlich nur dadurch unterscheidet,
daß das Endglied der Palpen schwarz geringelt ist.
"158 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Bedellia somnulentella Z. (4107). Uralsk, Kasi-
koparan, Biskra.
Lithocolletis (Phyllonorycter Hb.) amyotella
Dup. (4109). Die Minen einzeln in Grumazesti gefunden;
neu für Rumänien, wie alle in der Folge genannte Arten:
L. geniculella Rag. (4112). Hier nicht gar selten auf
jungen freistehenden Acer pseudoplatanus. L. tenella
Z. (4116). In gewissen Jahren hier häufig. L.alniella Z.
(4118). Symonowsk. L. strigulatella Z.(4120). Kloster
Neamtz. L.lautella Z.(4122). In Rodungen in großer Zahl
beobachtet und erzogen. L. fraxinella Z. (4128). Auf
Genista tinctoria einige Minen gefunden, die gewiß diese
Art sind. L.viminetorum Stt. (4133). Von Dax erhalten.
L:salıetella Z: (4135). ‚Bier-häufie,. L-dwbitellaHS:
(4136). Diese Art erschien hier massenhaft in den Jahren
1912—13; seitdem nicht wieder. L.padella Glitz (4139
pro parte). Die Minen in Anzahl. L. danica Car. (i. 1. in
coll. Hed.) Von der sehr ähnlichen padella sofort zu
unterscheiden durch den lebhaft gelben Analbusch sowie
durch die nach außen fein zugespitzte weiße Wurzelstrieme
der Vfl, die bei padella verdickt ist. Auch ist die Grund-
farbe bronzegelb, während sie bei padella goldgelb ist.
Vier frische g' aus coll. Hed. bilden die Typen in meiner
Sammlung und tragen die Fundzettel: „Svendborg e.|.
26. .L., 31. 1, 14. IL, 15.11.1898, Corylus-ayell7T2e,0e2
niella F.(4140). In meinem Obstgarten alljährlich. L.per-
sicella Mill.(?). Unter diesem Namen sandte mir seinerzeit
Lafaury eine Serie gezogener Stücke, deren Minen er auf
Pfirsichblättern bei Saugnac fand. Das Tier kann ich nicht
von cerasıicolella,unterschäden. L.7spinTcoleNs
Z. (4142). Im Obstgarten gemein. L.hedemannii.l. Von
Gisengard liegen mir ex. coll. Hed. zwei am 14. und 16. VII.
gefangene, aber frische g'Q@ Exemplare vor, die sich von
der sehr ähnlichen spinicolella nur durch das erste
mehr gerade sich gegenüberstehende Häkchenpaar unter-
scheiden. Von lantanella hauptsächlich durch die breitere
unberandete Basalstrieme differenziert. Ich habe diese
Stücke unter obigem Namen ı.1l. in der Sammlung belassen.
L.oxyacanthae Frey.(4145). Auf Crataegus hier überall.
L. coryli Nicelli (4150. Von Bozen liegen mir ex. coll.
Hed. drei tadellose Stücke vor, die von meinen übrigen
Bozener Exemplaren und solchen von andrer Provenienz ab-
weichen; vielleicht handelt es sich um eine neue Art? L.
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 159
carpinicolella Stt. (4151). Die Mine einige Male hier be-
obachtet. L. distentella Z.(4154). In der nächsten Um-
gebung von Bukarest traf ich die Minen 1913 häufig. L.
ılıcifoliella Z. (4155). Wie vorige, aber viel seltener be-
obachtet. L.quinqueguttella Stt. (4160). Kasakewitsch;
es ist die einzige Lithocolletis, die mir M. Korb über-
haupt jemals einsandte. L.joviella Const. (4159). Von
Granada erhalten. L. cytisella Rbl. (4180) Die gJ’Q
Typen und Paratypen von Orotava aus coll. Hed. ın meiner
Sammlung. L. corylifoliella Hw. (4182). Auf wilden
Aepfeln mehrmals hier angetroffen. L.nicellii Stt. (4185).
In manchen Jahren hier in Anzahl. L. stettinensis
Nicelli (4189). Nur einmal hier gefunden. L. schreberella
F.(4191). Die Minen in Stänca zahlreich. L.tristrigella
Hw. (4193). Stänca einige. L.trıfasciella Hw. (4196).
Saugnac. L. agilella Z. (4198). In Grumazesti nur einmal
auf einer freistehenden Ulme gefunden. L. populifoliella
Tr. (4200). In Grumazesti selten. Im Mai 1917 trat diese
Art ın Bukarest so massenhaft auf, daß der Falter nach
einem Sturmwind überall, sogar in den Straßen der inneren
Stadt zu Hunderten und Tausenden zu finden war. Im Juli,
August waren dann alle Pappeln (nigra, canadensis, pyra-
midalis) derart befallen, daß alle Blätter bis zu 12 und
18 Minen trugen (wegen Raummangels sogar auf der Blatt-
oberseite) und am Baume vergilbten! In den Anlagen und
Gärten der inneren Stadt allein waren sicherlich Milliarden
Individuen vorhanden; wenn sie auch in der weiteren Um-
gebung von Bukarest oder gar im ganzen Lande ebenso
massenhaft auftraten (was ich der deutschen Okkupation
wegen nicht konstatieren konnte), so stieg deren Zahl ge-
radezu ins Fabelhafte! Es wäre interessant, festzustellen,
ob diese Art auch in den nächsten Jahren so unsinnig zahl-
reich auftreten wird. L.tremulae Z. (4203). Hier häufig.
L. comparella Z. (4204). In meinem Garten und im
Walde auf Silberpappeln einzeln. L.adenocarpi Stgr.
(4205). Diese oder eine nahestehende Art sandte Ribbe
aus der Sierra Nevada ein.
TischeriacomplanellaHb. (4209). Berge südlich
von Amasia; von Granada erhielt ich eine Form, die etwas
weniger braun bestäubt, sonst kaum von hiesigen Stücken
verschieden ist. Die Raupe soll aber auf Korkeichen mi-
nieren; nur das Studium dieser Mine wird Klarheit über
die Zugehörigkeit dieser Form zu complanella ver-
160 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
schaffen. Die Firma Staudinger versendet dasselbe Tier
„aus Andalusien“ als var. andalusiella i. Il. nom. cat.
T.decidua Wck.(4211). Dax. T.longiciliatella Rbl.
(4215). Die g' Type aus coll. Hed. bei mir.
X. Lyonetiidae.
..Lyonetia iclerkella L. (4217). Symonowsk. L.
prunifoliella Hb. (4219). Ich klopfte hier den Falter
Ende August von Schlehen; neu für Rumänien.
Phyllobrostis daphneella Stgr. (4222). Cuenca,
Murcia. P. jedmella Chret. J'Q Typen von Biskra in
meiner Sammlung.
Phyllocnistis suffusellaZ. (4224), sorhageni-
ella Lüders (4225), saligna Z. (4226). Alle drei Arten
hier erbeutet; neu für Rumänien.
LeucopteralaburnellaStt. (4229). Stänca, häufig
im Park. L.scitellaZ. (4236). Die Minen in Grumazesti
und Kloster Neamtz; neu für Rumänien. L.lustratella
HS. (4237). Grumazesti; neu für Rumänien.
Bucculatrix cidarella Z. (4239. Symonowsk.
B. transversella Car. spec. nov. Etwas größer als cidarella,
bei der sie am besten einzureihen ist. Palpen licht gelblich;
Fühler lehmgelb; Stirn, Thorax perlgrau; Kragen schwarz.
Vfl wie bei cidarella schwarz, aber die licht perlgrauen
Gegenflecke fließen bei transversella zu breiten Quer-
binden zusammen; auch die Basis ist perlgrau, so daß drei
schwarze Querstreifen entstehen, eine nahe der Flbasis, die
zweite bei 4, die letzte längs des Außenrandes. Die langen
Fransen grau mit feiner schwarzer Staublinie. Hfl dunkel
graubraun mit ebensolchen Fransen. Vier etwas defekte
Exemplare, drei g’ ein @ von Kasakewitsch bilden die
Typen in meiner Sammlung. B. zizyphella (? Chretien).
Von dieser neuen Art aus der ulmella-Gruppe überließ
mir Herr P. Chretien einige Kotypen von Gafsa; auch bei
Biskra. B. maritima Stt. (4245). Golfe Juan. B.chry-
santhemella Rbl. (4246). J'Q Die Typen von Orotava
ex. coll. Hed. bei mir. B.lavaterella Mill. (4250). Tangier
in Marokko. B.turatii Stndf. (4251). Cannes. B.meha-
diensis Rbl. (4253 bis). 9' Type von ‘Mehadia ex. coll.
Hed. bei mir. V. zool. bot. G. 1903 p. 101; Ann. Hofm.
1911. T. VL. fig. 12. B. frangulella Goeze (4258). Ein
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 161
defektes Stück von Symonowsk halte ich dafür. B. leucan-
themella Const. (4262). Golfe Juan und im Dep. Ardeche.
B. artemisiae HS. var. ratisbonnensis Stt. (4261).
Kasakewitsch. B. cantabricella Chret. (4263). Zwei g'
Kotypen von St.Pons. B.absinthii Gartn. (4264). Uralsk.
B. desertella i.1.H. Bang-Haas sandte mir unter diesem
Namen zwei Exemplare einer winzigen Art aus Biskra,
welche lichtgraue, fein schwarz bestäubte Vfl und lichtgraue
Hfl hat; sie ähnelt sehr der Trifurcula immundella Z.
OpogonapanchalcellaStgr. (4277). Gafsa, Biskra,
Uralsk. Meine Stücke von Kasikoparan sind größer und
lichter messing glänzend.
Opostega salaciellaTr. (4278). Uralsk. O.chal-
copepla WlIsm. (= rosmarinella Stgr.). Monte Carlo. Ent.
m. Mag. 1908 p. 228. O. auritella Hb. (4280). Kasa-
kewitsch. O.crepusculella Z. (4282). Kasakewitsch,
Radde. O. spatulella HS. (4283). Kasikoparan. O.
lutescentella Chret. Der Autor überließ mir eine Kotype
(anscheinend ©) aus dem Dep. Lot.
XI. Nepticulidae.
Trifurcula spec.? In coll. Hed. stecken als immun-
della Z. drei frische Stücke aus Bozen, 6. bis 15. V.1918,
welche meines Erachtens einer noch unbeschriebenen Art an-
gehören, oder eine auffallende Lokalform von atrifron-
tella Stt. bilden. Die Tiere sind um + kleiner als alle
meine immundella; die kürzeren, am Außenrand breit
gerundeten Vfl sind wie bei atrifrontella grob beschuppt
und dunkel. Von letzterer Art besonders nur dadurch ver-
schieden, daß Kopfhaare und Stirn rostgelb sind. Man
könnte diese Form (? var.) rufifrontella bezeichnen.
Immundella Z. habe ich unter andrem auch von Saugnac.
Neu für Rumänien sind folgende Nepticula-Arten, deren
Falter ich erzog oder deren Minen ich mit Sicherheit identi-
fizieren konnte; fast alle in Grumazesti gesammelt: basi-
guttella Hein. (4297); minusculella HS. (4309); re-
giellaHS. (4318); alnetella Stt. (4348); glutinosae
Stt. (4362), argentipedellaZ. (4369); atricollis Stt.
(4380); angulifasciella Stt. (4381); arcuatella HS. (4383);
floslactella Hw. (4390); septembrella Stt. (4395);
intimella Z. (4397); sericopeza Z. (4399); trima-
culella Hw. (4404); subbimaculella Hw. (4408);
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein X]
Iris zu Dresden. Jahrgang 1920.
162 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
argyropeza Z. (4409. Bei Bukarest fand ich im Juli
zahlreiche verlassene Minen in den Blättern von Quercus
cerris, die einer mir unbekannten Form angehören dürften.
In der Sammlung habe ich Paratypen der N. lusatica
Schütze und eurema Tutt. (4415). Daß N. euphorbiella
Stt. (4416) um Monte Carlo sehr häufig ist, konnte ich seiner-
zeit beobachten. Endlich liegt mir aus coll. Hed. eine sicher
noch unbeschriebene Art vor mit dem Fundzettel: „Gumpl.
Wien Mai 1893“, welche am besten nach bollı Frey eın-
gereiht wird. Vfl von der Wurzel bis zur schwarzen Saum-
binde licht erzgrün und stark metallisch glänzend; bei reich-
lich ?/, eine scharfe schmale, leicht gebogene, schwarze Quer-
binde. Fransen grau mit (an der Wurzel) einigen metallisch
glänzenden Atomen. Vfl lichter grau. Kopf, Stirn, Fühler,
Thorax schwarz. Leib dunkel, metallisch glänzend mit gelb-
lichem Afterbusch. Beine licht erzgrün. Diese mit keiner
mir bekannten Art zu vereinigende Form benenne ich viri-
dissimella sp. nov. g' Die Type in meiner Sammlung. Ein
Spezialist, wie z. B. Herr K. T. Schütze, Rachlau, würde hier
‘in Rumänien im Handumdrehen sicher weit mehr Nep-
tıcula auffinden können, als die 38 von mir bisher kon-
statierten Arten.
XIV. Talaeporidae.
Dissoctenaalbidella Rbl. (4420 bis). Iris 1902 p.
121. Sierra de Alfacar zusammen mit granigerellaStgr.;
Murcia.
Bankesiagramatella Chret. (4426 bis). g' Kotypen;
Lot. B. vernella Const. (4428) flog im März bei Agay
an den Felsen am Meeresstrand. B. defoliella Const.
(4432) fliegt im November bei Sonnenaufgang an den Felsen
bei La Turbie oberhalb Monte Carlo (4- bis 500 m Elevation),
wo sie der italienische Jäger des Lord Walsingham fing.
Wir suchten dort vergebens darnach; doch erbeutete ich
ein Stück in einem kleinen Felsenloch bei Roquebrune ın
den Vormittagsstunden am 24. November 1910 bei ca. 200 m
Elevation. Defoliella ist übrigens’ eine echte Sole-
nobia, nach inconspicuella einzureihen.
Solenobia larella Chret. Der Autor überließ mir
g'Q Typen von TenaLara (Sierra Guadarama). S.sepul-
chrella Chret. "g'Q Typen 'von Ajaceio "bei mir. IeEın
jetzt vernichtetes defektes g' von Jerusalem scheint meinen
Notizen nach vielleicht dieserodereinernoch unbeschriebenen
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 163
sehr nahen Art anzugehören. In coll. Hed. stecken zwei J'
einer Solenobia von der Größe der wockii Hein. Sie
sind also etwas größer als inconspicuella und unter-
scheiden sich von beiden Arten besonders dadurch, daß
die Netzzeichnung auf den Vfl in der dunkel aschgrauen
Farbe vollständig verschwimmt; die Tiere tragen den Fund-
zettel: „Hundskgl. Wien 3. IV. 1893“.
XV. Tineidae.
Atychia pumilaO. (4447). Kasikoparan, Kuldscha
A. fulgurita F.d. W. (4448). Uralsk ein 9; ab. exilis
HS. Uralsk in Anzahl. A. appendiculata Esp. (4450).
Eine verbreitete und sehr variable Art. Konia, Malatia,
Kasikoparan, Erivan,; Syrien sehr groß lichtgelb. Meine
zahlreichen Stücke von Lambeze haben dünnere Fühler,
feine (strichförmige) Längsstriemen auf den Vfl und die weiße
Basalbinde der Hfl sehr schmal. Ein g' von Varna hat
fast ganz weiße Hfl und bildet den Uebergang zu dispar
HS., die mir in typischen Stücken noch nicht zukam! Eın
sehr großes, blaß olivengraues g' von Kasıkoparan mit sehr
reduziertem gelblichen Basalfleck auf den Hfl dürfte einer
noch unbeschriebenen Art angehören, wenn es nicht etwa
eine auffallende Lokalform von beryti Stt. ist. A. (dispar?
var.) compar Stgr. (4451a). Von Marasch zahlreich erhalten,
von Amasıa nur ein Pärchen, dessen g' recht dunkel, nur
im distalen Teil der Vfl mit goldigen Atomen dicht bestreut
ist. A.candefactaLld. (4453). Marasch. A.caradjae
Bhlleıs gV. p. 192, F!IV 187 Dieleinzige,. von.Erau
Rosina Korb bei Kulb in Armenien gegriffene g' Type
befindet sich in meiner Sammlung. A. diaconaLl.d. (4454).
Ein g'’ von Diarbekir. A.rhagensis Ld. (4459). 'Üsgent;
Schamil Hami. Das noch unbeschriebene © ist glänzend
schwarz mit weißen Fransenspitzen der Vfl. A. fallax Stgr.
(4460). Kuldscha sehr groß; Aksa klein; Alaigebirge normal.
Das wie ich glaube noch unbekannte © hat tief schwarze Vfl
mit unregelmäßig darauf gestreuten weißen Atomen, einer
feinen weißen Längsstrieme in der Mitte, die bis °”/, reicht
und zwei weiße Gegenpunkte bei ?/; A.rasa Chr. (Stgr.)
(4462). Vom Alaigebirge in Mehrzahl erhalten. Das © ist
einfarbig braunschwarz; var. rasata Stgr.: Dscharkent.
Daß A. funebris Feisth. (4455) synonym mit Brachodes
vernetella Gn., und daß cassandrella Stgr. (4464)
164 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
von Granada eine lichtere und größere Lokalform davon
ist, müßte in der nächsten Auflage des Kataloges aufge-
zeichnet werden. Uebrigens habe ich von Granada auch
fast ebenso kleine und dunkle 9" wie vom Mont Canigou,
und von Thues-les-bains nicht minder große und lichte
Exemplare wie von Andalusien!
Ochsenheimeria taurella Schiff. (?) (4467). Ein
mir von Tenied el Haad vorliegendes g' hat die Fühler
ebenso verdickt wie taurella, unterscheidet sich aber
von allen meinen Exemplaren dieser Art durch dunklen
Palpen- und Kopfbusch, verdunkeltem Basalfeld der Vfl und
fast völlig dunklen Hfl, gerade so wie bisontella Z. sie
hat. Dennoch halte ich das Tier eher für eine abweichende
Form von taurella.
Acrolepia vesperella Z. (4478). Ajaccio. A.
assectella Z. (4480). Symonowsk. A. pygmaeana
Hw. (4484). Vannes. A.granitella Tr. (4486). Cuenca
ein lichtgraues g'.
Roeslerstammia incerta Chr. (4492). Kasakewitsch
in Mehrzahl.
Atabryiabucephala Snell. (4493). Neun Exemplare
von Kasakewitsch, darunter vier ©, die sich nur durch
größeres Ausmaß von den g! unterscheiden.
Setomorpha discipunctella Rbl. (4494). Die
Q' Type von Orotava aus coll. Hed. in meiner Sammlung.
Diese sehr variable Art mit enormer Synonymie ist im
tropischen und subtropischen Gebiet über ganz" Amerika,
Afrika, Asien, Australien bis Hawai verbreitet. (= [rutella Z.,
rupicella Z., operosella Z., ruderella Z., inamoenella Z.,
dryas Btl., corticinella Snell., bogotella Alph. und vielleicht
noch andere Namen beziehen sich alle auf dieselbe Art.
Euplocera multiguttella Rag. (4510). Marasch.
E. maculata WlIsm. Ent. m. Mag. 1907 p. 187. Biskra,
Gafsa.
(Genus?) deliciosella Car.nov.sp. Diese reizende, noch
unbeschriebene Art gehört wegen der eigentümlichen Palpen-
bildung, dem Fehlen der Kopfbehaarung, der Nervulation
und der Form der Vfl, die bei } an der Kosta leicht ein-
gezogen und daher bei 1 eine schwache Ausbuchtung auf-
weisen, sicher einem neuen Genus an, welches meines Er-
achtens am natürlichsten bei Euplocera einzureihen wäre.
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 165
Die nähere Begründung desselben überlasse ich einem be-
rufeneren Systematiker, möchte mir aber die Priorität der
Artbenennung wahren, indem ich das Tier möglichst kenntlich
beschreibe. Palpenbusch nach vorn schräg abwärts gerichtet,
grau. Fühler fadenförmig, sehr fein dunkel und weiß ge-
ringelt. Vfl des g' aschgrau, basale Hälfte dunkler als die
distale, mit verwaschener dunklerer Querbinde bei }, einem
Subkostalfleck bei ?/, und leicht verdunkeltem Apex. Bei
genauer Betrachtung unter der Lupe ist der Untergrund
weıß und die ganze Flfläche mit schwarzen Atomen über-
streut, welche im basalen Teil etwas dichter stehen. Bei 4
eine (mit schwarzen Atomen überstreute) rehbraune, beider-
seits fein weiß begrenzte breite Querbinde; bei ®/, ein großer
runder rehbrauner, weiß umsäumter Subkostalfleck; vor
dem Apex ein rehbraunes Fleckchen. Vor dem Innenwinkel
und teilweise schon auf den sehr langen Fransen sind die
schwarzen Atome gröber aufgetragen und bilden dort eine
etwas dunklere, spiegelartige Stelle. Die sehr langen Fransen
lichtgrau mit tiefschwarzen Spitzen und feiner schwarzer
Staublinie in der Mitte. Vfl dunkelbraun mit langen grauen,
an deren Basis lichteren, bräunlichgelben Fransen. Körper
dunkel mit lichten Segmentringen,; Analbusch gelb. Unter-
seite der Fl und aller Körperteile stahlschwarz, metallisch
glänzend. Beine oben grau, Füße gelblich geringelt. Beim
© verschwimmen alle oben geschilderten Zeichnungen und
Schattierungen in der einförmig dunkleren, grauen Grund-
farbe. Expansion 12 bis 13 mm. Vier g' einQ vom Alai-
gebirge bilden die Typen in meiner Sammlung.
Lypusa maurellaF. (4495). Symonowsk, Kasakewitsch-
Narycia monilifera Geoffr. Fourc. (4497). Uralsk.
Diplodomamarginepunctella Stph.(4499). Radde,
Kasakewitsch. D. ragonoti Rbl. (4501). Gafsa, Biskra.
D. palaestinensis Rbl. (4501 bis). Iris XV p. 123.
Jerusalem, Jordantal.
Melasina punctata HS. (4506). var. kuldjaönsis
nov. Das einzige mir von Kuldscha vorliegende g' hat
kürzere und viel länger bewimperte Fühler und auch etwas
schmälere Fl als alle meine lugubrismelana g'. Längs
des Vrd der Vfl eine doppelte Reihe gelblicher Flecke;
parallel dem Außenrand bei :/, eine Reihe gelblicher Längs-
striche, die bis vor dem Innenwinkel reichen; im Diskus
ein sehr großer gelblicher Fleck und am Innenrand bei !
166 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
ein gelber Längsstreif. Die Grundfarbe ist nicht dunkel
schokoladebraun, sondern dunkel schiefergrau. Die Fransen
bräunlichgelb, nur am Innenrand der Hfl dunkelgrau. Auf
der Unterseite scheinen alle lichten Flecke der Oberseite
scharf und gelblich durch. Das Tier kann mit keiner meiner
zahlreichen melana Friv. verwechselt werden; ich halte
es dagegen schon der ganz verschieden geformten Fühler
wegen für eine extrem stark lichtgefleckte Form von punc-
tata HS., welche sich zu dieser verhält, wie var. melana
zulugubris. Die Type in meiner Sammlung. Die Stamm-
form punctata erhielt Staudinger nach brieflicher Mit-
teilung auch von Amasia. M.korbi Rbl. Iris 1906 p. 242.
20 9' Typen und Paratypen von Radde in meiner Sammlung.
M. paulusella Car. sp. nov. Diese eigentümliche neue Art
liegt mir in einem tadellos frischen g' von Jerusalem vor,
wo sie aus dem mir gleichfalls vorliegenden Sack am
18. Nov. 1910 schlüpfte. Beim ersten Anblick ähnelt das
Tier einem dunklen g' von Penestoglossa dardoi-
nella Mill, deren Größe und erdbraune Farbe es hat;
doch kann wegen der kurzen und stark gezähnten Fühler,
dem Geäder, dem allgemeinen Habitus kein Zweifel an der
Zugehörigkeit zum Genus Melasina bestehen, innerhalb
welchem aber die Art isoliert dasteht. Exemplar 15 mm,
Fl relativ schmal, am Apex und Außenrand abgerundet,
Innenwinkel stark eingezogen; Grundfarbe der Kopf-
behaarung, des Thorax, Leibes und der Vfl eigentümlich
gelblichgrau. Von } bis zum Apex sechs dunkle braune
Kostalbäkchen. Bei 4 ein dunkelbrauer Punkt am Beginn
der Zelle; bei $ ein ebensolcher schräg gestellter zum Quer-
strich verschmolzener Doppelpunkt. Bei ?/ eine gerade
schmale braune Querbinde, die unterhalb der Subkostalen
beginnt und den Innenrand bei ?/, trifft. Längs des Außen-
randes eine Reihe zusammenhängender Saumpunkte vor
den gelblichgrauen Fransen. Hfl nebst Fransen dunkel
braungrau. Auf der Useite sind die dunkleren Zeichnungen
der Öseite nur schwach angedeutet. Der Sack ist relativ
kurz (22 mm) und dick, walzenförmig, nach hinten etwas
verjüngt und mit Sandkörnern dicht belegt. Die g' Type
dieser ausgezeichneten Art, die ich zu Ehren des Herrn
J. Paulus benenne, befindet sich in meinem Besitz.
Hapsifera luridella Z. (4507). Auch von Wan,
Hadjin, Marasch. Zwei Exemplare von Beirut variieren
derart, daß in der Mitte der Vfl vor und hinter der Zelle
A. Caradia. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 167
je ein großer, unregelmäßig geformter rotbrauner Fleck
steht. H. parcella Ld. (4509). Erivan. H.eburneaßil.
Diese bisher nur aus Indien bekannte Art, erhielt ich vom
Jordantal. palaestinensis Rbl. (4508) ist meines Er-
achtens synonym dazu und kommt eburnea demnach
auch in Unterägypten vor.
Rhodobates laevigatellus HS. (4518). Amasia,
Malatia, Marasch. Von Ak Chehir in großen typischen
Stücken. Die licht staubgraue bis bräunlichgraue var. (et ab.)
decolorellus Rbl., von der ich die g' Typen von Konia
besitze, ist nicht konstant. Gerade auch von Konia habe
ich ein fast normal gefärbtes g', dagegen von Ak Chehir,
unter vielen laevigatellus, einige ab. decolorellus
und auch von Amasia ein ganz lichtes g'. Die © sind
allerorts stets tief schwarz.
Scardia ussuriensis Car. spec. nov. Viel kleiner als
boleti (g'! 15 bis 16 mm, © 18 bis 20 mm); Kopfhaare
cremegelb; Grundfarbe der Vfl weißlich (nicht ockergelb)
mit dunkelbraunen (nicht rötlichen) Zeichnungen, die auch
ganz anders sind als bei boleti. An der Wurzel beginnt
von der Kosta ausgehend ein breiter dunkler Längsstreifen,
der schräg nach außen bis zum Dorsalast reicht, von dort
etwas verschwommen aber dennoch überall deutlich, die
ganze Fllänge durchzieht und, nach oben abbiegend, wieder
am Vrd vor der Spitze ausmündet. Bei 4 eine sehr breite,
scharfe, senkrechte, in ihrer Mitte etwas breitere und dort
auch verschwommene Querbinde Die braunen Fransen
wie bei boleti viermal licht durchbrochen. Hfl beim J'
lichtgrau und durchscheinend, beim © etwas dunkler grau-
braun. Das Tier macht einen ganz anderen Eindruck als
boleti und ist sicher spezifisch davon verschieden. Sechs
g', drei @ von Kasakewitsch bilden die Typen. S.bole-
tella F.(4522). Ein g' von nur 35 mm von Kasakewitsch
ist das kleinste Exemplar meiner vielen Sammlungsstücke.
Episcardia lardatella Ld. (4524). Marasch, Je-
rusalem, Jordantal, Gafsa, Biskra, Lamb£ze.
Ateliotumhungaricellum’Z. (4528). Von Uralsk
in Unzahl; fast ein Charaktertier der Steppe.
Monopis imella Hb. (4529). Marasch, Kasakewitsch,
Radde, Kasıkoparan. Von Gafsa erhielt ich sehr große
Exemplare. Unter vielen typischen Stücken von Uralsk
168 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
liegt mir ein frisches g' vor mit breitem lichten Dorsal-
streif; es sieht der ferruginella ähnlich, aber der große
lichte Punkt im Diskus fehlt bei meinem g'. Diese Form
erwähnte schon Zeller als imella var. b (Isis 1847 p. 809)
aus Syrakus. Da sie auch anderwärts konstant unter der
Stammform aufzutreten scheint, benenne ich sie ab. zelleri
nov. M.lombardica Hering (=hyalinella Stgr., = croci-
capitella Clms. 4534 und 4535). Tangier, Amer. s., Hawai...
M.monachellaHb.(4536). Uralsk, Afrika, oc. et s., India,
Ceylon. M.longella Wck. Als solche bestimmte Lord
Walsingham eine Serie von 22 Exemplaren von Kasakewitsch.
Die Richtigkeit der Bestimmung vorausgesetzt, kann ich
keinen genügenden noch stichhaltigen Unterschied ausfindig
machen zwischen diesen Stücken und monachella, von
der sie wohl nur eine unscheinbare, bei Kasakewitsch jeden-
falls nicht konstante Varietät ist. Fünf bis sechs aus der
Serie herausgegriffene Exemplare sind zwar größer als
meine europäischen monachella, und der weißliche Kos-
talfleck länger und schmäler; die übrigen Stücke differieren
aber nicht von der Stammform. Longella war bisher
nur von Ceylon und Natal bekannt; ich sah kein Stück
von dort. M. rusticella Hb. (4537). var. spilotella
Tgstr. Symonowsk, Abisko, Kasakewitsch. Von Abisko
erhieltich auch dieZwischenformsemispilotella Strand.
Trichophaga abruptella Woll. (4538). Murcia.
Von Gafsa und Jerusalem unter typischen Exemplaren auch
solche mit hell kupferrötlichem Basalteil der Vfl. T. tapet-
zella L. (4539). Von Gafsa und Kuldscha je einige außer-
gewöhnlich große und lichte Stücke. Uralsk; Amerika,
Australien, Neu Zeeland etc.!
Elatobia HS. (= Abacobia Dietze; — Dietzia Busck)
fuliginosella Z. (4579). Biskra.
TineaarcellaF.(4543)var?nevadella Car. Größe und
Farbe wie arcella, aber der Kostalstrich an der Flbasis
ist in zwei Flecken aufgelöst, die Querbinde in der Mitte
und oberhalb des Innenrandes breit unterbrochen; jenseits
derselben stehen an der Kosta vier kleine Häkchen und am
Außenrand vier Strichelchen vor den Fransen. Möglicher-
weise von arcella spezifisch verschieden, mindestens aber
namensberechtigte Lokalform. Die g' Type aus der Sierra
Nevada in meiner Sammlung. T. parasitella Hb. (4545).
Von Lenkoran eine Serie dunkler Stücke. T. corticella
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 169
Curt. (4544). In Anzahl hier erzogen; neu für Rumänien.
T.turatiella Mill. (4546). Ein sicheres g' von Cuenca.
T.arcuatella Stt. (4548). Wiederholt im Hochwald hier
beobachtet. T.propulsatella Rbl. (4553). g' Type von
Rabenau ex. coll. Hed. in meiner Sammlung. T.granella
L. (4555). Abisko, Amasia, Marasch. T. uralskella Car.
spec. nov. EIf frische g'Q Exemplare von M. Bartel bei
Uralsk erbeutet, gehören einer noch unbeschriebenen Art
an, die am natürlichsten bei caprımulgella eingereiht
und am besten auch mit ıhr verglichen werden kann. Etwas
größer als diese hat uralskella schmälere Vfl, zumal da
der Außenrand sehr schräg über den Innenwinkel hinaus
verläuft. Maxillarpalpen, Stirnhaare und Kopfhaare licht
rostgelb. Fühler, T'horax, Leib und Vfl dunkelbraun mit
goldigem Schimmer; die gelblich weißen Zeichnungen auf
letzteren sind aber ganz anders als bei caprımulgella:
Flwurzel nicht aufgehellt; bei 4 steht senkrecht auf dem
Innenrand ein schmaler hoher Fleck, der mit seinem schräg
abwärts (nicht basalwärts) hängendem Gegenfleck an der
Kosta meist zu einer Binde verschmilzt; diese verläuft also
in ihrer oberen Hälfte schräg nach auswärts und nicht
wurzelwärts wie bei caprımulgella. Bei ?/, ein zweiter
Dorsalfleck, dessen Gegenfleck an der Kosta bei !/s liegt;
beide nähern sich einander bei einzelnen Stücken fast bis
zum Berühren. Bei ?2/, ein ganz kleiner Kostalfleck. Vor
der Flspitze, in gleichem Abstand von Kosta, Außenrand
und Innenrand befindet sich ein großer meist runder Fleck.
Fransen dunkelbraun, an ihrer Spitze etwas lichter. Hfl.
ganz lichtgrau, glänzend und durchscheinend mit dunkel-
brauner Saumlinie und bräunlichen Fransen. Beine licht
gelblich. Useite wie oben, aber von den hellen Zeichnungen
der Oseite scheint besonders scharf nur der große Apikal-
fleck durch. Mit roesslerella Heyd. hat uralskella
nur wenig Aehnlichkeit. Die Typen in meiner Sammlung.
T.roesslerella Heyd. (4563). Lamb&ze. T.confusella
HS. (4569). Cuenca. Das Stück ist lichter als alle meine
Bozener Exemplare, ähnelt daher sehr gewissen Exemplaren
von hedemanni, von welcher es sich aber sofort durch
den schwarzen Kopf unterscheidet. T.hedemanni Rbl.
(4570). Typen und zahlreiche Paratypen von Bozen ex. coll.
Hed. beimir. T.muricolella Fuchs. (4572). Die winzigen
Säcke sammelte ich in großer Zahl bei Roquebrune (zwischen
Mentone und Monte Carlo) im März an alten Mauern und
170 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
in Felsenlöchern; es waren halb ausgewachsene Raupen,
die mir keinen Falter lieferten. T. atrifasciella Stgr.
(4573). Nur unterhalb der Tete du Lion bei Monte Carlo
an den Felsen einige Säcke gefunden, die dieser Art an-
gehören dürften. T.panormitanellaMn. (4576). Lamb£ze.
T. fuscipunctella Hw. (4583). Kasıkoparan, Malatıa,
Gafsa. Die Art hat eine ganz enorme Verbreitung, von
Amerika über Afrika und Australien bis Hawai. Im Aus-
maß variieren meine Sammlungsexemplare von 8 mm bis
zu 27 mm!! T. pellionella L. (4584). Kasikeparan,
Marasch. Von Gafsa in einer rötlichgelben Varietät. T.
intricatella und punctigera Wlsm. Gafsa. Ent. m.
Mag. 19075p. 191. Ruchryseptewellar EIS 2233)
Cuenca häufig. T.mauritanica Baker (4599). Auch von
Galsa., Alkusieoviolawella Ras, E04) rBenuriir
simplicellaHS. (4605). Cuenca, Granada, Digne, Ajaccio,
Marasch. T. infuscatella Joan. (4607). Originalstücke
vom Autor erhalten. T. vastella Z. Unterägypten; in
der Sammlung habe ich aber eine Serie Exemplare: „aus
der Türkei“ die von J. Mann stammen. Da Büffel ın Bulgarien
und der Türkei viel gehalten werden, so ist diese Angabe
nicht unglaubwürdig; die Art könnte so auch in der Do-
brudscha und in der Wallachei sehr wohl vorkommen.
Gefralignea Btl.Lep. Het. III. 82 Taf. 60 fig. 15. Bisher
nur aus Japan bekannt, erhält diese Art Bürgerrecht im
palaearktischen Faunengebiet str. s., da Herr B.-H. Stücke
aus dem Alexandergebirge einsandte. Ich ziehe jetzt auch
ein abgeriebenes Exemplar von Radde mit Zuversicht dazu.
Meessia n. sp. Eine mir unbekannte Art dieser Gattung
von Kasakewitsch (ein g') hat auf schwarzem Flgrund einen
undeutlichen weißlichen Anteapikalfleck an der Kosta und
einige weißliche Atome bei } ın der Flmitte und vor dem
Innenwinkel. Zur Begründung dieser wahrscheinlich noch
unbeschriebenen Art bedarf es mehr Material.
Phylloporia bistrigella Hw. (4620). In Gruma-
zesti einige Falter an Birken gefunden.
TineolacrassicornellaZ. (4622). Meine Exemplare
von Kasikoparan, Beirut und Tunis sind sehr klein und
gelb, meine Andalusier (Granada, Nevada) dagegen viel
größer und grau. Da ich keine Originalstücke von Syrakus
besitze, weiß ich nicht bestimmt, welche der beiden Formen
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 171
als Stammart und welche als Varietät davon zu gelten hat,
vermeide daher eine sonst begründete Benennung. T.allu-
tella Rbl. Nur das größere lichtere @ Stück ın coll. Hed.
stimmt mit der Rebel'schen Type überein. Das andere
kleinere graue Exemplar (g') halteich für uterella WlIsm.,
deren Paratypen von St. Thomas ich besitze. T.biselliella
Hum. (4624). Beirut. Vom Parnaß erhielt ich einige kleine
Exemplare, die ich nur mit Vorbehalt dazu ziehe; es sind
vielleicht sehr kleine gelbe crassicornella, der sie
habituell ähnlich sind. T. murariella Stgr. (4625). Zwei
Exemplare aus der Provinz Oran sind lichter gelblich als
meine Ändalusier. Ein frisches g' von Uralsk ist dagegen
staubgrau; beide Formen gehören sicher zu murariella.
T. quadruplella Car.spec.nov. So klein wie die allerkleinsten
biseliella, von trüber lichtgelblicher Gesamtfärbung, längs
des ganzen Außenrandes der Vfl grau bewölkt. Auf den
Milnem kleiner ‚dunkler Dorsalileck' bei. !/, ; "bei */, zwei
übereinanderstehende Flecke, von denen der obere relativ
recht groß und breiter als hoch ist; bei ?/, ein größerer
Fleck in gleichem Abstand von Vrd und Innenrand. Kopf-
haare lehmgelb. Mit keiner mir bekannten Art zu ver-
wechseln. Ein g' von Granada bildet die Type in meiner
Sammlung. T.bipunctella Rag. (4626). Meine Spanier
sind lichter gelb als meine Exemplare von Teneriffa. T.
biskra&lla Rbl. (4627). Zahlreich auch von Gafsa und
der Provinz Oran. Es kommt auch eine dunklere, bräun-
liche Form vor, die bisher nicht signalisiert wurde. T.
lividella Chret. Originalstücke von Gafsa bei mir. T.
lutosella Ev. (4628). Uralsk in großer Zahl, Indersky’sche
Salzsteppe, Embafluß, Amasia, Kuldscha» T. vittalella
Chret. g' Type von Gafsa. T. indiella Car. nov. sp. Ob-
gleich nicht zum Faunengebiet gehörig, möchte ich hier eine
auffallende Art kurz beschreiben, die mir ex. coll. Hed. in
zwei frischen g' von Darjeeling vorliegen: Größer als luci-
della WIk. (= glabrella WIk.) sind die Vfl schmäler, am
Außenrand mehr abgerundet, am Innenwinkel schräger ein-
gezogeg Maxillarpalpen kürzer als bei lucidella, jedoch
genau so geformt und gerichtet, Kopfhaare licht und lebhaft
kanariengelb. Die sehr lange Fühlergeißel weißlichgelb.
Allgemeine Färbung aller Fl und Fransen gleichförmig grau-
braun glänzend; Ihorax desgleichen; Abdomen oben matt
ockergelb, unten viel heller gelb. Beine lichtgelb. Die
Typen in meiner Sammlung.
172 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
DeuterotineacasanellaEv. (4632). Der Sammler
Funke brachte seinerzeit ein Stück von Amasia mit; auch
Manissadjian sandte diese Art von dort ein (briefliche Mit-
teilung von Stgr.). D.paradoxella Stgr. (4633). Murcia.
Tineomima kenteella Stgr. (4636). Ein sicheres
Stück von Darjeeling in coll. Hed.
Myrmecozelaochraceella Ingstr. (4637). Kasan,
Jerusalem. M.’affinitella Rbl. (4639). Konia, in typischen
Stücken sowohl als auch vorwiegend in einer Form (gJ")
mit heller staubgrauer Färbung der Fl, Thorax, Palpen und
Beine, die ich ab. extinctella benenne. Rhodobates
laevigatellus bildet bei Konia eine ganz ähnlich gefärbte
Lokalrasse=ab. decolorellus Rbl. M. danubiella
Mn. (4640). Berlad in Rumänien, Erivan, Kasikoparan. Var.
algiricella Rbl. Lambeze.
Promasia ataxella Chret. Naturaliste 1905 p. 257.
Der Autor überließ mir vieleOriginalstücke von Bize (Herault).
Pr. diacona Wlsm. Ent. m. Mag. 1907 p. 159. (Myrme-
cozela). Auch von Gafsa erhalten. Pr. deserticola Wlsm.
Ent. m. Mag. 1907 p. 192. Von Biskra und Gafsa eine Mehr-
zahl gezogener Stücke (Oct.) von Chretien als ataxella
erhalten. Diese Wüstenform ist aber viel bleicher und hat
auf dem Dorsalast stets einen schwarzen Strich; trotz dieser
Unterschiede dürften ataxella und deserticola spezifisch
nicht zu trennen sein, da sie auch in der Flform (geschwun-
genem Vrd) ganz ähnlich sind. Bei Gafsa kommt sehr selten
auch eine trüb kaffeebraune Aberration vor: ab sordi-
della Chret., von welcher mir der Autor drei Original-
stücke überließ.
Eusemiaparietariella HS. (4645). Beirut, Malatıa.
DysmasiainsularisRbl. undvar.instratella Rbl.
(4644). g' Die Typen von Orotava ex. coll. Hed. bei mir.
D. syriaca (B.-H. i.il.) Car. spec. nov. Insularis zunächst,
aber größer; Fühler nur ?/, der Fllänge; Palpen wie bei
jener grau bebuscht; Mittelglied und Endglied schwarz ge-
ringelt; Kopfhaare licht grau. Vfl weißlich, mit braunen
Schuppen unregelmäßig überstreut. Längs der Kösta, be-
sonders deutlich in deren äußeren Hälfte, eine Anzahl
schwarzer Häkchen. Vor und hinter der Zelle je ein .
schwarzer Fleck; von der Flbasis aus, längs der Dorsal-
ader reicht ein schwarzer Strich bis '/,, und bei °/, liegt
ein solcher Fleck. Vor den braungrauen Fransen eine dunkle
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 173
Saumlinie. Hfl und Fransen ganz licht aschgrau. Abdomen
und Beine aschgrau. Je ein frisches g' von Zeitun und
Beirut (B.-H.) liegen mir zur Begründung vor und bilden
die Typen in meiner Sammlung.
Eriocottis cuencella Car.spec.nov. Viel größer als fus-
canella (22 mm); Kopfhaare und Palpen lebhaft rostgelb.
Vfl bräunlich lehmgelb, so wie sie Myr. ochraceella
hat, viel schmäler als bei fuscanella oder anda-
lusiella und vor dem Innenwinkel am Dorsum etwas
eingebuchtet. Macht ganz den Eindruck einer von fus-
canella verschiedenen Art. Drei g'! von Cuenca bilden
die Typen in meiner Sammlung. E.recticostella Car. nov.
(spec.?). Sieben untereinander gleiche g' aus der Sierra
Nevada stimmen nicht mit den Staudinger’schen Originalen
derandalusiella von Chiclana überein. Sie sind durch-
gehends kleiner und haben weit schmälere Fl mit gerader
Kosta der Vfl. Grundfarbe absolut bleigrau (nicht bronze-
farben) mit hellerem Innenrand. Hfl viel dunkler grau-
braun; auch Thorax, Abdomen, Beine sind dunkler als bei
andalusiella. Nur die Kopfhaare sind rötlich wie bei
jener. Ob eigene Art oder Lokalform von fuscanella-
andalusiella lasse ich unentschieden. Typen in meiner
Sammlung.
Incurvaria morosa Z.(4650). Ein aberratives g'
ohne hellem Dorsalfleck von Bozen. I. flavimitrella
Hb. (4651). Cuenca. I.praelatella Schiff. (4655). Sy-
monowsk, Nay. I. vetulella var. circulella Zett.
(4665). Abisko. I.pectinea’ Hw. (4676). Erivan.
Nemophora panzerella Hb. (4680). Von Kasa-
kewitsch durchgehends dunkle braungraue Stücke, die fast
wie pilulella aussehen. N. dorsigutellaErsch. (4684).
Von Kasakewitsch zahlreich. N. submetallica WIsm? (Car.)
spec. nov, Diese kleine Art, von der ich ein einziges
schönes g' von Kasakewitsch erhielt, steht pilella F.
zunächst. Die dunkelgrauen, metallglänzenden Vfl lassen
keine Gitterung erkennen; auch sind die Hfl dunkler und
undurchsichtig. Stirn und Fühler gelblich weiß wie bei
pilella. Ich weiß nicht, ob WlIsm. die Beschreibung ver-
öffentlichte. Die einzig Type g' bei mir. N. metaxella
Hb. (4689). Nay, Symonowsk.
Nemotois latreillellus F. (4693), f. algeriensis
WlIsm. Ent. m. Mag. 1907 p. 153. Meist größer und noch
174 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
lebhafter gefärbt als die Stammiorm, die gelben Gegen-
flecke auf den Vfl größer, Hfl tief purpurn mit gelblichen
Fransen, Abdomen des © lichter gelb. Von zirka 100 Exem-
plaren von Lambeze und Tenied el Haad weisen 75 diese
charakteristische Differenzierung auf; die übrigen Stücke
sind aber von meinen sizilianischen latreillellus nicht
zu trennen, wie sich auch unter letzteren (sowie Ueber-
gangsstücke aus Rumänien und Marasch) mehrere befinden
welche, aus der Serie herausgegriffen, sehr wohl als
radda&llus Hb. gelten könnten. Ich halte daher rad-
daellus für, die nördliche Rasse, Latrieılle lu und
algeriensis für südliche Formen derselben Art. N. pan-
therellus Luc. (4695).. Constantine. N. cupriacellus
Hb. (4696). Symonowsk. N. istrianellus HS. (4597).
Sichere Stücke von Beirut. N.annae Z. (4698). Marasch
in Mehrzahl in Uebergängen zu istrianellus; Malatia
typisch. N.purpureus Stt. (4699). Jerusalem, Jordantal;
von Hadjın prächtig purpurstrahlende Exemplare. N. pro-
digellus Z. (4700) (=auricellus Rag. 4701). Grumazesti.
Meiner Ueberzeugung nach sind beide Arten synonym,
Die Form splendidus Stgr. ist nur etwas größer; sie
fliegt unter der Stammform auch bei Malatia. N.con-
stantinella Baker (4703), die ich in Mehrzahl von
a erhielt, ist sicher dieselbe Art wie demaisoni
Rag. (4702). Uebrigens glaube ich, daß alle vier Arten
4700 bis 4703 spezifisch nicht zu trennen sind. N. vio-
lellus Z. (4706). Symonowsk. N.mollellus Hb. (4707).
Amasia. In der Korbschen Ausbeute von Kasakewitsch be-
findet sich ein Pärchen einer Art, die WIsm. als „Adela
agalmatella spec. nov.“ beschrieb oder beschreiben
wollte. Ich halte das Tier für eine etwas größere Form
von mollellus. Diese g’Q Typen befinden sich in meiner
Sammlung. N. dumeriliellus Dup. (4710). Von Kasa-
kewitsch ein einzelnes g' mit mangelnder Kupferfärbung
am Apikalteil der Vfl. Vernet les bains typisch.
Adela suffusa (Wlsm.?) Car. spec.nov. Cuprella
zunächst, aber größer und bei weitem dunkler kupferfarben,
besonders dadurch differenziert, daß längs des Vrd und
Außenrandes eine breite Partie der Vfl und die Fransen
purpurrot übergossen ist. Hfl tief purpurviolett. Basal-
drittel der Fühlergeißel dunkler als bei cuprella, weil
die schwarzen Ringe breiter sind und daher näher an-
einander gerückt erscheinen. Unterseite ganz schwarzbraun
A.Caradjia. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 175
mit purpurnem Schein. Ein tadellos erhaltenes frisches Jg!
von Kasakewitsch bildet die Type in meiner Sammlung.
A. viridella Sc. (4713). Ak Chehir typisch. Jerusalem
ein kleines @ mit schwachem Kupferglanz am Vrd und
Außenrand bildet fast die Passage zu cuprella. A.as-
koldella Mill. (4714). In Anzahl von Kasakewitsch er-
halten. Obgleich WlIsm. dieselbe Art nochmals als gri-
seella beschrieb, bezeichnete er Stücke meiner Ansichts-
sendung an ihn als sp. nov. und wählte dafür den (dritten)
Namen Elasmia purella. Ob die Beschreibung ver-
öffentlicht wurde, weiß ich nicht. Die Originale sind jeden-
falls in meinem Besitz. A. korbi Car. spec. nov. Asso-
cıatella zunächst, doch um 4 bis 4 größer, die Fl noch
spitzer und heller grau mit weniger goldgelbem Glanz.
Querbinde rein weiß, etwas mehr nach hinten gerückt;
vordere Hälfte der Fühlergeißel dunkler, im übrigen asso-
ciatella schr ähnlich. Da mir vom Alaigebirge (3000 m
Elevation) zehn tadellos frische und untereinander völlig
gleiche g' vorliegen, ist an der Artberechtigung nicht zu
zweifeln. Typen in meinem Besitz. A.tankrei Sauber
(4716). Kulscha in Mehrzahl. A.staudingerella Chr.
(4720). Kasakewitsch in Anzahl. A. degeerellaL. (4721).
var. amurensis Stgr. In Menge von Kasakewitsch. Die
Tiere sind durchgehends sehr groß, die gelbe Querbinde
in Form und Breite höchst veränderlich, bei einzelnen
Exemplaren in der Mitte etwas eingeschnürt wie bei ku-
kunorensis Sauber. Die gelben Strahlen im Apikal-
teil mehr oder weniger lang, aber stets deutlich vorhanden.
Meines Erachtens sind badiumbratella Sauber, ku-
kunorensis Sauber und amurensis Stgr. nur Lokal-
formen ein und derselben Art. In der großen chinesischen
Ländermasse zwischen Amdo-Tibet—Ussuri-Korea und bis
hinüber nach Japan (von wo ich auch eine etwas variierende
amurensis besitze), das ein Dorado für degeerella-
Formen zu sein scheint, gehen alle diese Vari jetäten (Arten ?)
ineinander über. A. walsinghami Car. spec. nov. Zu-
sammen mit amurensis fliegt bei Kasakewitsch eine
zwar ähnliche, aber artlich sicher verschiedene Form, die
in den Sammlungen mit v.amurensis unter mischt und
als solche mir auch von der Firma Staudinger mit richtigen
amurensis übersandt wurde. Ich benenne sie zu Ehren
meines Freundes Lord Walsingham. Ebenso groß wie jene,
hat das Tier mehr abgerundeten Apex und auch etwas
176 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
breitere Vfl.e. Auf dem tief purpurnen Apikalteil sind keine
goldgelben Längsstrahlen, sondern ein gelbes Querband
zieht von der Kosta ausgehend parallel zur Mittelbinde,
ohne jedoch den Innenrand zu erreichen. 30 untereinander
völlig gleiche g'Q Exemplare bilden die Typen in meiner
Sammlung. Daß ich von Kuku Noor neben kukuno-
rensis nur walsinghami, nicht aber amurensis
erhielt, würde ebenfalls die Artberechtigung letzterer be-
weisen, anderenteils aber dafür sprechen, daß kukunoo-
rensis nur eine Lokalform von amurensis sei, die sie
dort ersetzt. A.schrencki Brem. (4724). Von Kasa-
kewitsch zahlreich. A.congruella F. (4725). Von Sy-
monowsk ein einziges ©, das ich nur mit Vorbehalt dazu
ziehe. Die gelben Strahlen sowohl im basalen als auch
im distalen Flteile sind fast ganz verloschen, die Querbinde
sehr schmal und gerade. A. ommatella (Wlsm.?) Car.
spec. nov. Palpen gelb, Fühler des g' sehr lang, basales
Drittel schwarz, Geißel weıß. Kopfhaare düster lehmgelb,
Thorax, Abdomen, Beine dunkel metallglänzend. Fl sehr
schmal. Grundfarbe der Vfl dunkel purpurbraun, mit auf-
gestreuten goldenen Schuppen. Von der Flwurzel zieht
ein weißlichgelber feiner Subkostalstrich bis + nach aus-
wärts; ein andrer viel breiterer lichter Längsstrich darunter
auf der Dorsalader; beide sind tiefschwarz gesäumt. Bei
4 ein schmales, gerades, tief schwarz gesäumtes Querband,
das senkrecht auf dem Innenrand steht; bei 3/, in der FI-
mitte ein sehr großes, auffallendes, kreisrundes, lichtgelbes,
schwarzumrandetes Auge. Fransen dunkel purpurbraun,
Hfl und deren Fransen ebenso. Auf der Useite scheinen
alle lichten Zeichnungen der Oseite deutlich durch. Diese
reizende Art steht ganz isoliert da und ist mit keiner mir
bekannten zu verwechseln. Ich reihe sie nach basira-
diella ein. Ein .ganz frisches g' von Kasakewitsch bildet
die Type in meiner Sammlung. A.barbarella Wlsm.
(4733 bis). 9' Paratype von Lambeze in meiner Sammlung.
Diese eigentümliche Art gehört in die australis-ho-
malella-Gruppe. A. exquisitella Car.spec.nov. (4736 bis).
Ein einzelnes tadellos erhaltenes g' von Kasakewitsch ge-
hört einer noch unbeschriebenen Art an, die am besten
zwischen albicinctella Mn. und paludicolella Z.
eingeschaltet wird. So groß wie albicinctella hat das
Tier viel schmälere Fl. Vfl basalwärts bis kurz vor der
lichten Querbinde erzgrün glänzend; bei */, die schmale
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 177
gelbliche Querlinie, die einwärts etwas konkav verläuft und
dort fein schwarz gesäumt ist. Das ganze Distalfeld nebst
Fransen intensiv kupferrot glänzend; dieses kupferrote Feld
greift ein wenig über die lichte Querbinde nach einwärts
hinüber, besonders an der Kosta. Hfl dunkelbraun mit
purpurnem Schein. Haarschopf auf den Augen trüb rost-
braun. Das lange Basalglied der Fühler schwarz, die
Geißel (dreimal Fllänge) weiß, Palpen lang schwarz behaart.
Schienen der Hinterbeine außen stark kupferrot glänzend,
innen mit sehr langen lichtgelben Haaren dicht besetzt,
Füße goldgelb und lichtbraun geringelt, glänzend. Useite
wie oben, doch dunkler und ohne Glanz. 9' Type in meinem
Besitz. A.mazzolellaHb.var.?’armeniellaRbl. (4739
bis) Iris XV p.126 T.IV. f.14. Außer der g' Type von Erivan
erhielt ich noch ein tadelloses g' von Kasikoparan. Beide
Originalstücke sınd in meiner Sammlung. Auch von Malatia
sah ich ein defektes Stück. A. violella Tr. (4740). Amasia,
Alaigebirge. A. rufimitrella Sc. (4741). Cuenca, Alai.
A. anatolica Rbl. (4741 bis). Die g' Typen von Ak
Chehir in meiner Sammlung. Iris XV. p. 125. T. IV. fig. 13.
A.rufifrontella Tr. (4744). Ak Chehir.
XVIII. Protolepidoptera. Micropterygidae.
Micropteryx jacobella WlIsm. (imperfectella Stgr.
pro parte; HS. neue Schm. fig. 113 p. 19). Tangier. Al-
geriella Rag. (4774), die ich in zwei etwas abgeriebenen
Stücken von Lambe&ze habe, fällt vielleicht damit zusammen.
M. ibericella Stgr. ı. 1. aus Castilien ist rablensis
ähnlich, doch sind die silbernen Querbinden schmäler, ins-
besondere die erste am Innenrand nicht erweitert wie bei
jener Art. Zwei Originalstücke in meiner Sammlung. M.
ısobasella Stgr. (4781). Ajaccio. »
Zum Schluß will ich noch bemerken, daß eine gewiß
seltene Art aus der Gruppe ammanella-aureatella
unbeschrieben geblieben ist; sie liegt mir zwar nicht mehr
in natura vor, deren Beschreibung kann ich aber dennoch
getreu (wenn auch nur summarisch) geben, weil ich seiner-
zeit eine genaue Abbildung des Vfl verfertigte. Das Tier
fliegt bei St. Moritz und Pontresina im Engadin und auch
bei Monte Carlo. Vielleicht gelingt es jetzt einem Kollegen
es da oder dort wiederzufinden? Der Vfl ist am Saum kurz
oberhalb des Innenwinkels stark eingebuchtet und der Innen-
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein XI
Iris zu Dresden. Jahrgang 1920.
178 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
rand bei '/, ausgebuchtet. Der Apex selbst nebst Fransen
dahinter silbern, was bei keiner anderen Art der Fall ist. Der
silberne Antiapikalfleck sehr klein. Ein silbernes Fleckchen
am Außenrand an der Einbuchtung. In der Flmitte ein sehr
feiner silberner Querstrich, der schräg nach außen geneigt,
kurz vor dem Innenrand abhebt. Basis nur am Innenrand
bis !/, silbern. Ich stehe natürlich von einer Benennung ab.
Anhang.
Ich unterlasse es, die in vorliegender Arbeit angeführten
weiteren 286 Typen (cfr. Irıs 1916 p. 73 bis 86) aus dem
palaearktischen Faunengebiete hier mit laufender Nummer
nochmals namhaft zu machen. Dagegen glaube ıch, dab
es von Interesse ist (einem Wunsche Lord Walsingham’s
folgend), die gleichfalls in meinem Besitz befindlichen Original-
stücke aus Hedemanns Sammlung von St. Croix und St.
Thomas zu nennen, damit deren Verbleib bekannt werde;
alle diese Arten wurden von WlIsm. beschrieben.
Pe ype, ty — Baratypea ir Lelemannı N —
Walsingham; G. — Gudmann.
Oxygrapha rotundipennis T.@ mus. H.; T. og! mus.W.
Phalonia ichtyochroa T.Q mus. H.; T.g' mus.W.
Coelostathma parallelana T. g' mus.H.; T.Q mus.W.
Conchylis subolivacea Pt. g' mus. H.; T.Q mus.W, C.
distigmatana Pt. S' mus. H.; T. g' mus.W.
Thiodia autochthones T. g', Pt.Q mus. H.; T. mus.W.
Eucelis lustromarginata Ts. © (sub. Nr. 1929) mus. H. zwei
Exemplare, T.Q? mus. G.
-Cydia? flavicollis T.Q mus.H. -
Anacampsis cornifer T. g' mus. H. A. plumbeolata T. g'
mus. H. A. insularıs T. g' mus. H.
Aristotelia annulicornis Pt. g' mus. H.; T. g' mus.W.
A. eromene Pt. g' mus. H.; T. J' mus. W. A. picticornis T. g'
mus.H.
Eucatoptus penicillata Pt. 9' mus. H.; T. og! mus. W.
Brachmia? fulvidella Pt. g’Q mus. H.; Ts. mus.W.
Lathontogenus adustipennis Pt.Q mus.H.; Ts. g'Q mus.W.
Malacothricha zingarella Pt. g' mus. H.; T. g' mus.W.
Blastobasis triangularis T. g' mus. H.; T.@ mus.G. B.
subolivacea T. g' mus.H.
Oecia maculata Pts. J’Q mus. H.; Ts. g'Q mus.W.
A. Caradja. Geographische Verbreitung der Mikrolepidopteren etc. 179
Auximobasis variolata Pts. J’Q mus. H.; Ts. J’Q mus.W.
A. insularis Pt. 9g' mus. H.; T. g' mus.W. A. constans Pt. g'
mus. H.; T.g' mus. W. A. flaviciliata T. g' mus. H.
Iconisma macrocera T. g' mus.H.
Pigritia? biatomella Pts. (vier g') mus. H.; T g' mus.W.
P. mediocris Pt. g' mus.H.; T. g'. mus.W.
Cosmopteryx similis Pts. g' mus. H.; T. g' mus.W.
Batrachedra stigmatophora Pts.@ mus. H.; T.@ mus.W.
Pammeces? pallida T. g' mus.H.
Anybia tripunctata T.Q mus.H.
Stagmatophora (Lithocolletis?) albimacula T. g' mus.H.
Heliodines aureöflamma T. g! mus.H.
Heliozela ahenea T. g' mus.H. H, cuprea T. g' mus. H.
Gracilaria pulverella T.@ mus. H. G. nesitis Pt. I mus.H.;
T.© mus. G.
Dialectica sanctaecrucis Pt. mus. H.; T. g'! mus. W.
Spanioptila spinosum Pt. g' mus.H.; T. mus.W.
Lithocolletis tenuicaudellaT. g' mus.H. L. argentifrontella
T.g' mus.H.
Compsoschema bimarginellum Pt.g' mus.H.; T. g' nıus.G.
Coptodisca rhizophorae Pt. g' mus. H.; Ts. 9’ mus. W.
Bucculatrix unipuncta T. & Pt.g'! mus. H. .B. flexuosa
Co. 7.6" mus.H.: "T.gCmüs.W,
Opostega abrupta T.g' mus. H. O.adusta T. g' mus.H.
Eurenitis aeolella Pts. SQ mus. H.; Ts.mus.W. E. minus-
culella Pts. g’Q mus. H.; Ts. mus.W. E. maculicornis T. 9
mus. H.
Tinea brevistrigata Pt. g' mus. H.; T. 9’ mus. W. T.
tetraonellaT.g' mus.H. T.pumiliella Pt. g mus. H.; T.mus.W.
T.auromaculata T. g' mus. H. T.divisa T. g' mus. H. (zwei
Exemplare). T.tischeriella T. g' mus. H.
Hypoclopus parvus Pt. g' mus. H.; T. g' mus.W.; T.Q
mus.
Pilanophora hedemanni T.Q & Pts.g' mus.H.; T.g'mus.W.
Anaphora triatomella Ts. g'Q mus. H.
180 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Bücherbesprechungen.
Stäger, Dr.R. Erlebnisse mit Insekten (Aus Natur und Technik),
Verlag von Rascher & Co., Zürich 1919, 98 Seiten. — 2M.
Der Verfaser belauscht mit solcher Hingebung das Insektenleben und
weiß von seinen eigenen Beobachtungen so anregend und anschaulich zu
berichten, daß sie jeder Naturfreund mit gleichem Vergnügen wie die von
J. H. Fabre lesen wird. E.M.
Schultze, Dr. Arnold. Il. Heft der lepidopterologischen Ergebnisse der
zweiten deutschen Zentral- Afrika-Expedition unter Führung Adolf
Friedrichs, Herzog zu Mecklenburg.
Die umfangreiche Arbeit behandelt in meisterhafter Weise auf 191 Seiten
die erbeuteten Nymphaliden (Charaxiden und Apaturiden wurden schon
im I. Heft besprochen, s. Iris Bd. XXXII Seite 134). Die verschiedenen Arten
werden nicht nur, wie es so oft üblich ist, aufgezählt und zahlreiche neue
Arten benannt und beschrieben, sondern der Verfasser dringt in den Stoff
gründlich ein. Einige Gattungen wie Cymothoe, Euryphene und Euphaedra
bilden für Forscher und Sammler ein außerordentlich schwieriges Gebiet,
und Dr. A. Schultze ist mit Eifer und Erfolg bemüht, hier Klarheit zu
schaffen. Nicht nur die große Materialmenge sondern vor allem seine
eigenen scharfen Beobachtungen auf afrikanischem Boden befähigten ihn
zur Lösung einer solchen Aufgabe. Man muß die Behandlung dieses Stoffes
geradezu vorbildlich nennen, und dem ernsten Forscher bringen Dr. A.
Schultze’s Darlegungen über viele Punkte einleuchtende Klarheit.
Anregend und fesselnd wirken die Mitteilungen über Lebensgewohn-
heiten zahlreicher Falter, worüber man in den meisten Arbeiten leider
nichts erfährt. Allerdings kann ja nur derjenige hierüber berichten, der
selbst gesammelt und gleichzeitig gründlich beobachtet hat.
Das Heft enthält 5 Tafeln, darunter 2 kolorierte, die vortrefflich aus-
geführt, völlig naturgetreu sind und in Verbindung mit 45 im Text befindlichen
Figuren den Wert der Arbeit erhöhen. Bei allen Gattungen und Arten
sind außerdem Literaturvermerke gegeben, die ebenfalls für die Gründlichkeit
der Arbeit sprechen, die einen ungemein wertvollen Beitrag zur Schmetterlings-
kunde Afrikas bildet. Das Heft ist erhältlich beim Verlag von Klinkhardt
und Biermann in Leipzig, G. Richelmann.
| Mildliegshettrag: für das ee 1920 ee für Mitglieder in
e 17 Ati ge Ungarn und der Tschecho-Slowakei Mk. 20.—,
SE Der Betrag ist im fällig. (an den Rechnungsführer G, Kretzschmar, Bismarck-
platz 6). Bei Nichtbezahlung wird das 1. Heft gegen Nachnahme des Betrages zu-
Bee Buekusten zugesandt SE nach den ‚betreffenden Ländern Nachnahme
I Reklamationen wegen nicht empfangener Hefte können nur inner-
der Frist eines I vom Erscheinen dieser Hefte an ge-
ee Jahrgänge nen von jedem Mitglied einmal zu ermäßigtem
Preis bezogen werden. Einzelne Hefte werden nicht abgegeben. An-
fragen erbeten an den Bücherwart (E. Möbius, Dresden- Fr., Schlacht-
Inhalt der Deutschen Entomologischen Zeitschrift Iris besteht, außer
aus wissenschaftlichen Mitteilungen, aus Vereinsnachrichten, Bücherbesprechungen
und Nekrologen, die letzten sechs Jahrgänge bringen von ersteren die folgenden:
ER "Band XXVII, 1914
RR (mit 4 Tafeln, 2 Textfiguren und 2 Kartenskizzen).
"Courvoisier, L. G. Zur Synonymie des Genus Lycaena. Fiedler, C. Das
unbekannte Weibchen von Charaxes cognatus Vollh. Fruhstorfer, H. Neue
dae. Neue Arhopala-Rassen. v. d. Goltz. Erebia epiphron vogesiaca.
‚0. Das Weibchen von Epicnaptera alice John. Konias, R. Colias erocea
icans forma nova. ‘Martin, L. Die Tagfalter der Insel Celebes. Petry, A.
für Deutschland .neue Mikrolepidopteren. Püngeler, R. Neue palaearktische
M erolepidopteren. Rebel, H. Zweiter Beitrag zur Lepidopterenfauna Unter-Aegyptens.
Jeber eine Microlepidopterenausbeute aus dem westlichen Thian-Schan-Gebiet.
chopfer, Ed. Beitrag zur Microlepidopterenfauna der Dresdener Gegend. Seitz, A.
zuchlo& falloui form. lucida Shelj. Spröngerts, J. R. St. Martin-Vesubie, Seealpen.
Band XXIX, 1915
(mit 10 Tafeln und 3 Textfiguren).
Bang: Haas, O0. Rhopalocera der Chotan-Ausbeute 1914. Zur Kenntnis von
assius delphius und verwandter Arten. Einiges über Parnassius. Einheitliche
rrationsbenennung der Gattung Parnassius, Einige seltene Pieriden-Aberrationen.
sl, A.H. Neue Pieriden aus Südamerika. Neue Schmetterlinge aus Südamerika,
I ‚Schmetterlingszwitter aus Südamerika. Fiedler, C. Das bisher unbekannte
ännchen von Charaxes pyrrhus editha Ribbe. Fritsch. Zur Phaenologie von Colias
ocea Fourc. Fruhstorfer, H. Eine neue palaearkt. Charaxes-Rasse. Neue Formen
r Gattung Luthrodes und Uebersicht der bekannten Rassen auf Grund morpholog.
Inter chungen, ‚Neue Renee Rassen. Gaede. Neue afrikanische Heteroceren des .
Berliner Zoolog. Museums. Lepidopteren von Herrn PB: Range in are: er D.: .M
Afrika, gesammeit. v. Linstow. Die Entstehung von Anıphydasis betularia ab.
doubledayaria. Martin, Dr. L. Tagfalter der Insel Celebes. Möbius, E. Beschreibung.
der Raupe von Gnophos spröngertsi Püng. Rebel, Dr. H. Revision der pala i
Epermenia-Arten. Stauder, H. Neue mediterrane Lepidopterenformen. Stertz,
Mitt. über palaearkt. Heteroceren. Mitt. über die Zuchtergebnisse des Genus Ch
drostega im allgemeinen. Mitt. über meine algerischen Reisen. Mitt. über eine IB: ZMChE
von Arctia caja.
Band XXX, 1916 Bere
(mit 2 Tafeln) EEE
Caradja, H. Beitrag zur Kenntnis der geogr. Verbreitung der Pyraliden und
Tortriciden des europ. Faunengebietes nebst Beschreibung neuer Formen, Fritsch, W.
Phaenologische Anmerkungen. Eine neue Form. von Dilephila galii Rott. Neu- E
stetter, H. Neue und -wenig bekannte afrikanische Rhopaloceren. Pfitzner, R.
Die Lepidopteren der Sprottauer Gegend. Martini, W. Verzeichnis Thüringer Falter
aus den Familien der Pyralidae-Micropteridae. Fruhstorfer, H. Neues über die alte
Art Satyrus fagi Scop. Nochmals Limenitis rivularis Scop. v.d. Goltz. Noch
einmal Erebia epiphron vogesiaca. Rebel, Dr. H. Ueber eine Microlepidopteren-
ausbeute aus dem östlichen Tannuola- Gebiet. Zöllner, H. Plötzliches und häufiges
Auftreten von Lygris pyropata Hb. in Ostpreußen 1915/16. Gaede, M. Neue Lepidop-
teren des Berliner Zoologischen Museums. ee
Band XXXI, 1917 a
(mit 2 Tafeln und 2 Bildnisbeilagen).
Cretschmar, M. Zur Biologie von Caligula (Saturnia Schrk.) boisduvali Ev.
Fruhstorfer, H. Neue palaearktische Lycaeniden. Altes und Neues über Erebien. =
Monographische Uebersicht alter und neuer Erebiaformen. Lange, E. Agrotis collina
Bdv. und ihr Vorkommen im sächsischen Erzgebirge. Möbius, E. Agrotis lorezi _
Stgr. in Deutschland. Schütze, K. T. Argyrestia illuminatella. Stauder, H. Colias
crocea mediterranea Stdr. Stichel, H. Abermalige Begründung des Namens TIBEgHNg in
rivularis Scop. für Limenitis camilla autorum. &
I
in
.
#
Band XXXII, 1918
(mit 1 Tafel und 5 Textabbildungen).
Courvoisier, Prof. Dr. Ueber Chrysophanus virgaureae L. und seine Neben-
formen. Fritsch, W. Der nördlichste Fundort für die Frühjahrsbrut von Colias
croceus Fourc. Hering, M. Zur Biologie und systematischen Stellung von Sceythris
temperatelia Led. Rebel, Prof. Dr. Zur Kenntnis palaearktischer Talaeporiiden.
Schütze, K.T. Beitrag zur Kenntnis einiger Sesien. Sheljuzhko, L. Einige Er
gänzungen zu meinen Arbeiten.. Stertz, O. Berichtigungen und Ergänzungen zu
meinen Mitteilungen über kanarische und algerische Großschmetterlinge, Iris, Jahr-
gang 1912 und 1915. Stertz, O. Mitteilungen über Hypomecia quadrivirgula Mabille-
und n. var. jordana Stertz. Strand, E. H. Sauters Formosa-Ausbeute: Pyralididae,
Subfam. Pyraustinae. Walther, Dr. Gynandromorpher Falter von ‚Malacosoma
franconica Esp. $ / Br
Band XXXIIl, 1919: ER
(mit 1 Tafel, 3 Karten und 2 Textabbildungen). Ba
Dietze, K. Die Zuneigung zum Weißen bei einigen Weißlingen und Anderes aus
der Lebensgeschichte der Pieriden. Hering, M. Abweichende Lebensweise eines
Raupe von Cydia. minutana. Lange, E. Beitrag zur Biologie von Lycaena coridon
. Poda. Martin, L. Die Tagfalter der Insel Celebes (3. Fortsetzung). Petry, Dr. A
Erebia epiphron Kn. vom Altvater und Brocken. Schopfer, E. Beitrag zur Micro:
lepidopterenfauna der Dresdner Gegend (IV). Wagner, F. Ueber Nychiodes obseuraria
Vill. (= lividaria Hb... Warnecke, G. Einige Skizzen zur Zoogeographie de
Schmetterlinge Deutschlands. Zöllner, H. Lygris pyropata Hb. und forma flavobasata
subsp. nov. Zöllner, H. Kritische Betrachtung der Vfl-Zeichnung von Lygris prunata, »
testata, populata, associata und pyropata. Zöllner, H. Eine auffallende Adernbildung.
bei Arg. selene Schiff. &
Iris, Dresden, Band XXXIV. Heft 3/4.
Br
Deutsche
Entomologische Zeitschrift
39 Iris ea
herausgegeben
vom
Entomologischen Verein Iris zu Dresden.
Jahrgang 1920. Drittes und viertes Heft.
(Mit einer Textabbildung.)
15. Dezember 1920.
Schriftleiter: Dr. H. Walther.
Verlag des Entomologischen Vereins „Iris“.
Druck von Kupky & Dietze (Inh. C. und R, Müller), Radebeul.
_
Inhalts-Uebersicht. ; n
Martin, L. Die Tagfalter der Insel Celebes (Fortsetzung u. Schluß) 181—210
Lange, E. Beitrag zur Kenntnis der Ban von Larentia
eambricarCurk: ass ae DAT 26
Steimmig,G. Beobachtungvon Deiopet pnichellal. in Ost- Preußen 216
Strand, E. Kritische Bemerkungen und Berichtigungen zum Sup-
plementband I des Hampson’schen ae oftheLepidoptera
Phalaenae“ . . . ee RT)
Lange, E. Riehtisstellune der Ankaben ner die Bebenawerse und
Beschreibung der Raupe von Larentia luteata Schiff. (Hydrelia
flammeolaria Hufn.) bei Spuler und anderen . .. .. ....226—229
Courvoisier, L. Zur Synonymie des Genus Lycaena (Fortsetzung) 230—262
Dr. :OtlokaröNickenl 3=.. er are N
Bücherbesprechung . . . . ERRETASTE
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Alphabetische Liste der im XXXIV. Barca neu treschichenen Formen I—Il
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”
L. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 181
Die Tagfalter der Insel Celebes.
Eine kritische Studie mit einigen Neubeschreibungen.
Von Dr. L. Martin, Puchheim.
(4. Fortsetzung und Schluß.)
86. Catopsilia catilla Cramer — perspicua Fruhstorfer
auf den Sundainseln nicht viel seltener als crocale, aber
an anderer Stelle, hauptsächlich im Walde fliegend, also
keine domestizierte Art wie crocale, welche in der Nähe
der Häuser, in Gärten und auf Straßen gefunden wird, ist
auf Celebes schon ziemlich selten. Die besonders die Unter-
seite betreffenden Unterschiede der beiden Spezies sind im
Seitz ausführlich hervorgehoben, der größte aber ist für
Celebes der, daß hier die Weibchen nicht dem auf der Insel
herrschenden Melanismus unterliegen, wohl die schwarzen
marginalen und submarginalen Binden verstärkt und auch
auf den Hfl durchgezogen zeigen, aber immer die gelbe
Grundfarbe bewahren. Diese Tatsache allein erscheint mir
ein neuer, vollgültiger Beweis für die von mir stets fest-
gehaltene Verschiedenheit der beiden Spezies. Hopffer kennt
die Art nicht von Celebes, Piepers nennt sie pomonaF.
und sagt, sie sei häufig bei Makassar und Maros, hat aber
nur vier Weibchen und kein Männchen zur Strecke gebracht;
Holland erhielt beide Geschlechter, ebenso Rothschild, jedoch
abermals nur in einem „small set“. Vollenhoven kennt
catılla nicht von Celebes, Fruhstorfer aber wird ihr im
Seitz gerecht, gibt gute Bilder und führt den Namen per-
spicua ein. Catilla lebt auf Celebes auf der gleichen
Futterpflanze wie crocale, wenigstens sah ich die Weibchen
beider Arten am gleichen Baume mit der Eiablage beschäftigt.
Im Norden und Süden obne Differenzierung das ganze Jahr
hindurch fliegend, aber überall weit seltener, was am besten
durch die Zahlen meines Materials illustriert wird, den
77 cerocale in meiner Sammlung stehen nur 21 catilla
gegenüber. Auch hier wieder ein bedeutend größeres Körper-
maß als auf den anderen Inseln; die größten Männchen
spannen im Süden 70, im Norden 72 mm, die Weibchen 66,
resp. 67 mm. Die Männchen sind ebenfalls viel gelber als
solche von anderen Fundorten, aber nicht so tief gelb wie
crocale; die sekundären Geschlechtsorgane sind bei beiden
„urn makroskopisch die gleichen. Die roten Ringe mit
182 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
den Silberzentren über dem Zellverschluß der Flunterseite
sind bei Celebesstücken übrigens minder deutlich, wie unter
den Celebesweibchen nach meinem Material auch keine
Stücke mit großen, braunroten Flecken der Unterseite
(typische catilla) vorkommen. Bezüglich der roten Ringe
sei übrigens bemerkt, daß sie ein absolut sicheres Unter-
scheidungsmerkmal für catıilla nicht bilden, da es be-
sonders im fernsten Osten, z.B. auf Neu-Pommern Catop-
siliaweibchen gibt, welche eine rudimentäre Andeutung
dieser Zeichnung tragen, aber durch Farbe, Zeichnung und
Form doch unbedingt zu crocale gezogen werden müssen.
Unter den Weibchen des Südens kommen sehr blasse,
rahmgelbe Stücke allerdings in der Minderzahl vor, sie
scheinen im Norden zu fehlen, wo dafür melanische Stücke
mit starken schwarzen Binden, auch auf den Hfl, fliegen,
wie sie im Süden nicht zu finden sind. Die gute Abbildung
im Seitz auf T. 69 b zweite Figur zeigt ein solches, jedoch
nur mäßig schwarzes Weibchen; es gibt noch dunklere mit
rauchschwarzer Flbasis, bei denen der schwarze Fleck auf
der Querader des Vfl mit der schwarzen Kosta durch ein
schwarzes Band verbunden ist. Der Flug von catilla ist
noch rascher und kühner, fast stürmischer als der von
crocale.
87. Catopsilia scylla L. (asaema Stgr.) bewohnt eben-
falls die ganze Insel und ist dort sicher die am meisten ins
Auge fallende Catopsilia, der man bei jedem Ausgange
begegnet, wenngleich sie immer nur in einzelnen Exem-
plaren, niemals in Anhäufung fliegt. Sie ist für-Celebes
charakteristischer als crocale und catilla, im Gegen-
:satze zu Makromalayana, wo sie stets hinter diese beiden
Arten zurücktritt. Entsprechend dem Vorkommen auf der
ganzen Insel von allen Autoren gemeldet. Hopffer erwähnt
den schwarzen Fleck auf der Querader der Vfloberseite,
der den Javanen fehlen soll; er hat offenbar von Java nur
ungenügendes Material besessen, denn 50 %, der dortigen
scylla tragen diesen Fleck, welcher bei der Art von Westen
nach Osten deutlicher auftritt; es gibt aber auch auf Celebes
noch einzelne Männchen ohne diesen Fleck, was Snellen
bei Besprechung der Piepersschen Ausbeute ausdrücklich
feststellt. Außerdem erwähnt er die bedeutende Größe von
Celebesstücken und die schwarze Basalfärbung derWeibchen.
Piepers fand die Art überall gemein, bei Makassar, Maros
und Takalar. Holland undRothschild erhielten beide Matexgl
L. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 183
von Doherty, ersterer nennt scylla mit Recht „a well
marked and constant species“, letzterer kann nur von vier
Exemplaren sprechen. Vollenhoven kennt die Art von ihren
meisten Fundorten und somit auch von Celebes, wo sie
auch Kükenthal in der Minahaßa fing. Staudinger bildet
die Molukkenform in seinen Exot. Schmett. ab und nennt
sie wegen ihrer zeichnungslosen Unterseite asaema, welchen
Namen Fruhstorfer im Seitz mit Unrecht auf Celebesstücke
bezieht, weiche in ihrer überwiegenden Mehrzahl eine sehr
reich gezeichnete Unterseite besitzen. Das dunkle Celebes-
weibchen nennt er minacıa, ein nach meinen Anschau-
ungen unhaltbarer Ballast der Systematik. Weiter verfällt
hiermit auch sein im Seitz neu aufgestellter Name moluc-
carum für die Molukkenstücke, welche Staudinger ja ganz
deutlich als asaema bezeichnet hat. Man kann nur sagen,
Celebesscylla besitzt die größten Maße und die dunkelsten
Weibchen, ein eigener Name ist für diese sehr konstante
Art wirklich überflüssig. Sowohl im Süden (Makassar,
Maros, Samangki, Patunuan) als im Norden (Palu, Birumaru,
Kalawara, Kolawi, Taliße) das ganze Jahr hindurch fliegend,
da ich Exemplare aus allen Monaten besitze. Das Weibchen
zeigt einen breiten, schwarzen Rand und vor diesem auf
beiden Fl eine schwarze Fleckenbinde, auch ist der Fleck
auf der Querader sehr stark entwickelt und bei sehr dunklen
Stücken mit der schwarzen Kosta verbunden. Bei den
dunkelsten Exemplaren sind Marginal- und Submarginal-
binde zu einem breiten schwarzen Randgebiete zusammen-
geflossen. Scylla fliegt sehr gewandt und ist im Fluge
nur schwer zu fangen, leicht aber von Blüten abzustreifen,
die sie gerne besucht.
Bezüglich des oben erwähnten schwarzen Fleckens auf
der Querader des Vfl habe ich das Material meiner Samm-
lung geprüft und finde folgendes: er fehlt völlig bei Exem-
plaren aus Penang, Selangore und Singapore, ebenso aus
Nord-Sumatra, während er bei Stücken aus Süd-Sumatra
angedeutet ist. Auf Java findet er sich bei 50 Prozent der
Individuen, Balistücke lassen ihn aber vermissen und auf
Timor ist er nur selten angedeutet, während auf Sumbawa
das gleiche Verhältnis wie auf Java herrscht. In Süd-Celebes
erscheint er bei 60 Prozent, in Nord-Celebes zweifellos sehr
stark entwickelt wird er bei 80 Prozent gefunden. Amboina-
und Ceramstücke führen ihn nicht. Die stärkste Entwicklung
zeigen aber Exemplare von der kleinen, südlich von Celebes
184 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
gelegenen Insel Buton. In den Butonweibchen erscheint
sogar das in dieser Art mögliche Extrem von Melanismus
erreicht, das Weiß auf beiden F] bildet nur noch ein schmales
Band, so sehr hat sich die schwarze Färbung an der Flbasis
und am Flrande ausgedehnt, ja ich besitze ein Stück mit
völlig geschwärzten Fl. Ein Weibchen aus Singapore und
dieses Butonstück imponieren natürlich als ganz weit
verschiedene Falter und der Verlockung zu einer Benennung
könnte mancher nicht widerstehen, aber Uebergänge sind
vorhanden und das schwarze Tier ist und bleibt nur ein
Scylla weibchen.
Das nun folgende Genus Ixias, Thestias Boisd.
der älteren Autoren, eines der reizvollsten in der Reihe
der Pieridengattungen, steht auf Celebes an seiner öst-
lichsten Grenze, denn weder von den im Osten der Insel
gelegenen Adjazenteilanden und noch weniger aus dem
Papuagebiete ist bis jetzt eine Ixiasart bekannt geworden.
Ich habe mich über Einteilung und Verbreitung dieses Genus
schon in der Iris 1912 ausführlich geäußert und es war
apriori auf Celebes nur eine Art des insulären Typus mit
rotem Schmuckfleck in der Mitte des Vfl über der Zelle
und dem Zellverschluß zu erwarten. In der Literatur finden
sich aber die Beschreibungen von zwei Arten, welche beide
ein sehr beschränktes, lokales Vorkommen zeigen und viel-
leicht bei der Uebereinstimmung der weiblichen Formen nur
eine, aber sehr weit differenzierte Art darstellen mögen. Die
erste, ältere Art ist mir aus Abbildung bekannt, die zweite,
jüngere, habe ich selbst entdeckt und beschrieben. Bei der
großen Verschiedenheit der Männchen ist an zwei Spezies
festzuhalten. Von beiden kennen wir nur je einen, sehr
beschränkten Fundort und besteht die Möglichkeit, daß auf
Celebes mit Rücksicht auf das ebenfalls sehr lokale Vor-
kommen der Futterpflanze (Capparis) und bei der Vorliebe
der Gattung für trockenes, sandıges Terrain nur ganz wenige
Flugplätze der Falter zu finden sind. Will man aber nur
eine Spezies annehmen, dann haben wir es mit einer ganz
ungemein starken Differenzierung der Art im Norden in
melanischer Richtung zu tun und müßte doch die Nordiorm
einen eigenen Namen erhalten. Für das lokale, auf gewisse
eng umschriebene Flugplätze beschränkte "Vorkommen
spricht auch die Tatsache, daß bis heute kein anderer
Sammler, auch nicht Doherty und Fruhstorfer, einen Ixias
auf Celebes erbeutet hat.
L. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 185
88. Ixias piepersii Snellen, nach dem Entdecker M. C.
Piepers genannt, der die Art nur am Fuße der Berge in
der Umgebung von Bonthain fand, wo sie an sonnigen Stellen
zwischen niedrigen Büschen nahe über dem Boden fliegt.
Piepers hat verschiedene, sogar in coitu gefangene Stücke
eingesandt, welche sich wohl noch im Leydener Museum
befinden müssen. Einen weiteren Flugplatz verneint Piepers
ausdrücklich. Die Flspannung wird mit 58—64 mm an-
gegeben. Die Abbildung des Männchens zeigt uns ein
Tier, das der ostjavanischen venilia Godt. nicht allzu
ferne steht, während das gleiche Geschlecht der folgenden
Art mehr mit dem Männchen von reinwardti Voll. über-
einkommt. Ich habe nur einen gesegneten Vormittag in
Bonthain gesammelt und dabei leider das Ixias gebiet nicht
betreten, denn eine solche Art wäre, wenn auch meinem
Netze, so doch sicher nicht meinem Auge entgangen. Da-
gegen erhielt ich ein einziges, 59 mm spannendes Weibchen
aus Djeneponto, welcher Platz etwas westlich, aber an der
gleichen Küste wie Bonthain liegt. Es stimmt mit der
Snellenschen Beschreibung gut überein, wenn auch die
Unterseite beider Fl stärker braun und schwarz gezeichnet
ist als die des von Snellen abgebildeten Weibchens. Jeden-
falls ist es ein Piepersiiweib, unterscheidet sich aber
vom gleichen Geschlechte der folgenden Form nur da-
durch, daß es die Fleckung der Vfl und die basale Hälfte
der Hfl in hochgelber Färbung zeigt, welche Flteile bei der
folgenden paluensis sämtlich rahmweiß sind. Neues,
gutes Material von piepersii wäre wohl eine Reise nach
Bonthain wert.
39. Ixias paluensis Martin, Iris 1914 pag. 68. Gleich
nach der Auffindung dieser Art habe ich noch von Celebes
aus in der Iris 1912 pag. 191 eine Beschreibung beider Ge-
schlechter und die vollständige Biologie veröffentlicht in
der Annahme, es müsse sich um Ixias piepersii han-
deln, dessen Abbildung mir in Palu nicht zugänglich war.
In Europa erkannte ich meinen Irrtum und nannte dann
l. ce. die neue Art paluensis, welcher Name mir gut ge-
wählt erscheint, da der Falter bisher nur im Gebiete der
Palubai an passenden Stellen gefangen worden ist, bis heute
aber niemals in den zahlreichen Sammlungen aus Menado
enthalten war. Meine nördlichsten Stücke stammen aus
Towaeli, die südlichsten aus Kalawara, also ein eng begrenz-
tes Fluggebiet. Hier aber fliegt das Tier das ganze Jahr
186 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
in einer ununterbrochenen Reihe von Generationen ohne
bemerkbare Saisonunterschiede. Die Männchen messen
50—55 und die Weibchen 48—60 mm. Das Paluensismänn-
chen ist ohne Zweifel in der langen Reihe der Ixiasarten
die schönste Erscheinung und soll hier nochmals genauer
beschrieben werden, da ich in der Iris 1912 pag. 194 ın der
Annahme, es handle sich um piepersii, eine nur ober-
flächliche Schilderung gegeben habe. Der Vfl, an der Basis
olivengrün überzogen, hat die vordere Hälfte tiefschwarz
gefärbt, unterbrochen durch den das äußere Zelldrittel ein-
nehmenden, etwas düsteren Orangefleck und durch zwei
Reihen von je 6—7 weißen Flecken, einer medianen auber-
halb der Zelle in der Flmitte gelegenen und einer sub-
marginalen; die Flecken der ersten sind länglich, streifen-
artig, die der zweiten kürzer und rundlicher und durch die
fein schwarz bestäubte Ader federartig geteilt. Der Orange£-
fleck nimmt noch ein kleines Feld oberhalb der Zelle in
der ersten Gabelung der Subkostale ein, basalwärts ist er
ungefähr in der Mitte der Zelle breit schwarz von der
rahmfarbenen hinteren Flhälfte abgegrenzt. Letztere Fär-
bung, welche nur das innere, hintere Drittel des Fl bedeckt,
erreicht den Außenrand nicht, sondern endet am zweiten
Drittel der Submediane, so daß der ganze Außenrand vom
Apex bis zum Innenwinkel breit schwarz bleibt. Nach
vorne bildet der erste Medianast die Grenze zwischen
schwarzem und weißem Gebiet. Der Hfl hat die innere
basale Hälfte rahmweiß, die äußere tiefschwarz, die nicht
glatt abgesetzte Grenze läuft schief nach innen und hinten
vom Apex des Fl zum Analrand, den sie oberhalb des Anal-
winkels erreicht. Fransen am Vfl silbergrau, weiß am Hl.
Die Unterseite beider Fl ist nahezu zeichnungslos zitronen-
gelb, nur auf der unteren Querader‘ steht auf beiden Fl
ein winziger, schwarzer Fleck, eine fein schwarze, auf den
Hfl undeutlich werdende Anteziliärlinie, welche sich über
den Enden der intranervalen Falten zu feinen Terminal-
punkten verdickt und auf dem Vfl ein größerer, schwarzer
Analfleck von quadratischer Form ober- und unterhalb des
Apex, der zwischen erstem Medianast und Submediane
stehenden Flfalte, der den ersten Medianast niemals über-
schreitet. Vergleichen wir diese Charaktere mit der Ab-
bildung von Ixıas piepersii, so finden wir bei beiden Tie-
ren absolut die gleichen Zeichnungselemente, aber piepersii
ist ein gelber Falter mit spärlicher schwarzer Zeichnung,
L. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 187
während paluensis als schwarz mit gelblichen Flecken
zu bezeichnen ist. Auch der rote Schmuckfleck ist bei
& luensis bedeutend reduziert und von dunklerer Farbe.
s gibt sogar Männchen dieser Art, bei denen der Schmuck-
tleck bis auf eine kaum mehr sichtbare Andeutung ganz
verschwindet, ohne Zweifel sehr interessante Geschöpfe für
den holländischen Entomologen Piepers und dessen Theorie
der Farbenevolution. Wenn man weiter noch das Verhalten
der Weibchen beider Formen berücksichtigt, welche sich
nur durch Farbenunterschiede trennen lassen, dann kann
man zur Annahme gelangen, daß piepersii und palu-
ensis nur einer, allerdings sehr weit differenzierten Spezies
angehören, wie ja a priori von Celebes auch nur eine Ixias-
art zu erwarten stand.
Mit Ixias nahe verwandt ist das nun zu besprechende
Genus Hebomoia Hbn., bei den älteren Autoren und
den Engländern oft als Iphias Boisd. bezeichnet, sowohl
durch Larvenform und Futterpflanze als auch durch den
eigentümlichen orangeroten Schmuckfleck im Apikalfelde
des Vfl, welcher den Faltern in Britisch-Indien den Laien-
namen ÖOrangetip eingetragen hat. Auch fehlen den Männ-
chen beider Gattungen sekundäre Geschlechtsmerkmale
gänzlich. Man könnte deshalb die Hebomoiıas ohne
großen Irrtum riesige Ixıas nennen, um so mehr, da bei
den Weibchen von Hebomoi1a ähnlich wie bei Ixias der
rote Schmuckfleck verkleinert oder verdüstert erscheint
und oft ganz fehlt. Fruhstorfer nennt die Hebomoias
die größten asiatischen Pieriden, aber sie sind über-
haupt die größten Weißlinge dieser Erde und speziell die
auf Celebes fliegende Subspezies der allbekannten, schon
von Cramer abgebildeten Hebomoia glaucippe ist
zweifellos der größte Weißling, den ich kenne; die größten
amerikanischen Gonepterix und Catopsilias erreichen
ihr Ausmaß nicht. Nur südjapanische Stücke (Okinawa)
und die auf Amboina fliegende Hebomoia leucippe
nähern sich in Größe der Celebesform, ohne ihr jedoch
gleich zu kommen.
90. Hebomoia glaucippe L. celebensis Wallace, von
ihrem Autor schon im Jahre 1863 als Subspezies beschrieben.
Die Originalbeschreibung ist kurz und erwähnt nur, daß
die Fl spitziger seien als in irgendeiner anderen Subspezies,
der Apikalfleck sei größer und die rote Farbe dringe
in die Zelle ein, die schwarze Färbung gehe bis zum
188 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Außenwinkel des Fl und die innere schwarze Begrenzung des
Schmuckfleckes sei sehr breit und deutlich. Wallace stellte
zuerst de Hebomoia von Celebes einfach zu glaucippe,
später offenbar fasziniert von der Schönheit der Tiere
widmete er dem Genus eine kurze Monographie, in welcher
er celebensis separierte. Hopffer hatvon der Art, welche
er sehr korrekt Iphias glaucippe var. celebensis
Wall. nennt, beide Geschlechter erhalten, sagt aber nichts
über das Weibchen. Piepers scheint überhaupt kein
Weibchen gefangen zu haben, er nennt die Art von Bont-
hain und Amparang und auch sonst im niederen Gebirge
nicht selten und betont die Größe. Holland erhielt nur
das Männchen von Doherty, während Rothschild mit
22 Männchen und zwei Weibchen bedacht wurde. Vollen-
hoven kennt natürlich nur eine glaucippe, sagt aber
ausdrücklich, daß seine größten Stücke aus Celebes stammten
und einen sehr breiten schwarzen Rand um den Orangefleck
trügen, wobei er jedoch übersah, daß dieser Rand bei
Stücken aus Sumatra und Borneo relativ entschieden noch
breiter ist. Staudinger hat in seinen Exot. Schmett. das
Männchen auf Tafel 22 schlecht abgebildet, was er im Texte
auf pag. 41 selbst zugibt. Auch er hebt die Größe des
Tieres und die breite, schwarze Umrandung des Schmuck-
fleckes sowie die hellere, mehr gelbe Unterseite hervor.
Er beschreibt auch genau das Weibchen, das einen gelb-
lichen, breit schwarz umsäumten Schmuckfleck trägt und
am Außenrande des Hfl eine große, schwarze Zackenbinde
zeigt, vor welcher nach innen noch eine Reihe schwarzer
Flecken steht. Kükenthal hat die Art in Anzahl in der
Minahassa gefangen, aber anscheinend kein Weibchen, dem
Pagenstecher sonst sicher einige Worte gewidmet hätte.
Fruhstorfer hat im Seitz dem Weibchen drei schöne Namen
gegeben icteria, principalis und sublustris, welche mir
aber nicht haltbar erscheinen, schon weil zwischen den
einzelnen Färbungsformen alle Uebergänge vorhanden sind.
Komisch wirkt bei dieser Namengebung, daß er bei der
ersten Form icteria, stolz darauf, endlich einen sinn-
vollen Namen gefunden zu haben, naiv in einer erklärenden
Fußnote beisetzt, icterius bedeute Gelbsucht. Nun heißt
aber die Gelbsucht auf lateinisch Icterus und nicht Icterius,
wie das wohl alle gebildeten Laien wissen; unter der Ab-
bildung steht jedoch iceterica, wie die lateinische Ad-
jektivbildung richtig heißen muß. Recht hat er aber damit,
L. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 189
daß celebensis ım Unterschiede zu allen anderen
glaucippe-Rassen polychrome Weibchen besitzt. Weiter
unten sollen die Farbenunterschiede des Schmuckfleckes,
welche eine fortlaufende Evolution von weiß zu rot bilden,
sehr einfach geschildert werden, wodurch jede Namen-
gebung unnötig wird, welche wirklich nur im Interesse der
Händler oder etikettensüchtiger Sammler gelegen sein kann.
Celebensis fliegt auf der ganzen Insel und ist auf
Celebes entschieden häufiger als auf Sumatra und Borneo,
erscheint sogar schon nahe der Küste, so fing ich bei
Makassar mein erstes Männchen am 11. Februar 1906 direkt
am Rande der Stadt, wo es im Abzugsgraben einer Ma-
kassarenhütte Wasser saugend auf der nackten, braunen
Erde saß. Dieser erste Fang und die Freude über das im
Netz gesicherte Stück ist mir noch heute gut erinnerlich.
Da ich sowohl vom Norden als vom Süden Exemplare aus
allen Monaten des Jahres besitze, besteht kein Zweifel, daß
der mächtige Falter in kontinuierlich sich folgenden Gene-
rationen ohne jeden Saisonunterschied auf der Insel lebt.
Eine Anhäufung von Individuen beobachtete ich in Palu
im November 1912. Auch eine deutliche Differenzierung
zwischen Süd und Nord läßt sich nicht feststellen, höch-
stens könnte man die Südmännchen auf der Unterseite
einfarbiger und die des Nordens lebhafter gelb gefärbt
und tiefer braun gestrichelt finden. Bei dem kräftigen, eil-
fertigen Fluge der Tiere, welche die Insel nach allen
Richtungen durchstreifen, wäre eine Differenzierung auch
kaum möglich. Die Fundorte aus dem Süden sind Makassar,
Maros, Patunuan, Liang und Samangki (16 g’9' und 3 ©9),
aus dem Osten Paloppo und Salabanka (1 9, 299) und
aus dem Norden Palu, Kalawara, Sidondo, Pekawa 4000‘,
Menado, Amurang und Tumpaan (23 J'g', 4 @Q). Diese
49 Riesen füllen eng gedrängt einen ganzen Kasten meiner
Sammlung, ich hatte aber ein nach Hunderten zählendes
Material von meinen Celebesaufenthalten mitgebracht, die
Falter waren jedoch so sehr im Tauschhandel beliebt, daß
mir nur noch die gespannten geblieben sind. Die Unter-
seite beider Geschlechter ist sehr variabel und zeigt von
kreideweiß bis hochgelb alle Farbenabstufungen, immer
aber ist der Blattrippenstrich des Hfl, welcher die Zelle
der Länge nach halbiert und zwischen oberer und unterer
Radiale gerade auf der Intranervalfalte zum Flrand ver-
läuft, sehr deutlich und täuscht in der natürlichsten Weise
190 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
eine Ader vor. Der sehr reizvolle Violettschimmer des
Schmuckfleckes ist bei vielen, besonders frischen Stücken
stark erkennbar. Die Männchen messen von 105—110 mm,
während die Weibchen meist + 105 mm spannen. Letztere
sind alle auf der Unterseite bedeutend heller als die Männ-
chen und der Blattrippenstrich tritt schwächer in Erscheinung,
während der Schmuckfleck von völlig weiß, mit einigen
roten Atomen über schwefelgelb ohne rote Atome und
spärliche rote Streifen und ebensolche Marginalflecke bis
zur völligen roten Entwicklung alle Uebergänge zeigt. Auf
Grund dieser fortlaufenden Evolution von weıß über gelb
zu teilweiser und schließlich völliger Rotfärbung erscheinen
mir Namen unnötig und unhaltbar, man müßte sonst jedes
einzelne Weibchen mit einem Namen belegen, da keines
völlig dem anderen gleicht. Das lehrt mich mein selbst-
gefangenes Material von neun Weibchen. Ich habe die
Weibchen öfters bei der Eiablage an höheren Kapern-
büschen beobachtet, aber sie waren so scheu und rasch,
daß ich ihnen nicht folgen konnte, auch durfte der die
seltene Beute sichernde Netzschlag nicht zu lange hinaus-
geschoben werden. Die Tiere fallen durch ihre Färbung
und den wiegenden, machtvollen Flug stark auf, ver-
schwinden aber sofort aus dem Gesichtsfelde, wenn sie
sich mit plötzlicher Unterbrechung des Fluges mit zusammen-
geklappten Fl auf dem graugelben Ufersande eines Wasser-
laufes niederlassen, wo sie dann nur durch eine vom Ge-
hirne kommandierte Extraleistung des menschlichen Auges
noch zu sehen sind.
91. Eronia tritaea Felder, die größte Art dieses formen-
reichen, bikontinentalen Genus ist ein Charakterschmetter-
ling der Insel, auf der er überall sehr häufig fliegt, wäh-
rend die Eronias anderer Gebiete‘eher zu den selten
gesehenen Pieriden gehören und sicher nirgends in der
Individuenzahl erscheinen wie tritaea auf unserem Eiland.
Ich gebe dem Tiere absichtlich den alten Hübnerschen
Genusnamen Eronia, den schon Doubleday und Wallace
für richtig befunden haben, obwohl für die asiatischen Arten
durch Butler das Genus Nepheronia und später durch
Bingham die aus dem Pieridenmanuskript de Nicevilles
übernommene Bezeichnung Pareronia eingeführt worden
ist. Veranlassung zu dieser Einziehung gibt mir folgender
Tatbestand. Wohl sind die afrikanischen Spezies, auf welche
Hübner sein Genus Eronia begründete, ziemlich weit von
L. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 191
der Celebesart verschieden, aber sie stehen den auf dem
indischen Kontinente fliegenden Arten doch recht nahe
und von diesen zu den extremen Formen des Celebes-
und Papuagebietes finden sich gute Uebergänge. Während
östlich von der wichtigen Grenzlinie im südlichen Tenasse- _
rim, welche die malaiische Fauna scharf von der kontinen-
talen trennt, überall nur noch eine Eroniaspezies fliegt,
besitzt Vorderindien zwei gut verschiedene Formen, wie
auch in Afrika mehrere Arten das gleiche Fluggebiet be-
wohnen. Aus diesen Gründen erscheinen mir dıe keinen-
falls allgemein anerkannten Genera Nepheronia und
Pareronia hinfällig und dürfte Eronia genügen, wäh-
rend avatar Moore das Bindeglied zwischen Afrika und
Asien darstellt. Felders Originalbeschreibung für das schöne
und sicher auffallende Tier ist sehr dürftig und erfolgte
auf Grund von zwei Exemplaren, von denen eines aus
Timor stammen sollte, was natürlich ein Irrtum war, da
auf Timor, wenn dort überhaupt eine Eronia vorkommt,
sicher eine valeria-Rasse fliegen wird. Die leider
unkolorierte Abbildung ist jedoch deutlich. Es wird die
nahe Verwandtschaft mit valeria erwähnt und die brei-
tere, unregelmäßige schwarze Umrandung beider Fl und
das Fehlen von Randflecken hervorgehoben; das Weibchen
kannte Felder nicht. Alle meine Gewährsmänner halten
am Genus Eronia fest, Hopffer hat schöne Exemplare
beider Geschlechter erhalten, darunter Weibchen mit weißer
und gelber Grundfarbe der Oberseite; Piepers fand den
Falter in Makassar und Bonthain überall sehr häufig, auch
Holland erhielt beide Geschlechter, sagte aber nichts über
das Weibchen, woraus zu entnehmen ist, daß er kein gelbes
Weib erhielt. Das Gleiche gilt für Rothschild, den Doherty
mit 38 Exemplaren beider Geschlechter bediente. Rothschild
sagt ausdrücklich „the female mimics Radena ishma“
und hat deshalb auch kein gelbes Weib erhalten. Kükenthal
fing den Falter in Donggala und in der Minahassa, Pagen-
stecher sagt aber nichts von Verschiedenheit der Weibchen,
hält ebenfalls an Eronia fest, hat aber Nepheronia
in Klammern beigesetzt. Vollenhoven hat die Art von
Rosenberg aus Nord-Celebes erhalten und kennt weiße
und gelbe Weibchen, von welch letzteren es eine gute Ab-
bildung gibt. Er hebt die Größe der Art (86—94 mm) her-
vor und sagt, sie sei auf den ersten Blick erkennbar durch
den eigentümlichen weißen Apex des Vfl. Es freut mich, daß
192 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
ein Fachgenosse dieses auffallende Merkmal der Art ge-
sehen und unterstrichen hat. Schon in der Einleitung zu
dieser Liste habe ıch auf das Vorkommen dieses weißen
Apikalfleckes bei verschiedenen Rhopaloceren von
Celebes hingewiesen, möchte aber an dieser Stelle noch
beifügen, daß dieser weiße Apex abermals eine merkwür-
dige morphologische Uebereinstimmung mit Afrika bedeutet,
wo wir den gleichen Fleck sehr ausgesprochen bei einer
ganzen Reihe von Nymphalidengattungen wiederfinden.
Harmilla,. Diestosyna, Euryphene, rseudar
craea undalleEuphaedras zeigen diese Eigentümlich-
keit und ich wundere mich, daß ihr Aurivillius in seiner
trefflichen Bearbeitung der Afrikaner für das Seitzsche
Werk nicht mehr Beachtung geschenkt hat. Fruhstorfer
bespricht im Seitz tritaea eingehend, wagt dabei nicht zu
entscheiden, ob tritaea von der philippinischen phocaea
Feld. abstamme oder umgekehrt, eine ganz nutz- und wert-
lose Spekulation, da von irgendeiner Einwanderung keine
Rede sein kann, sondern bei unserem völligen Unvermögen,
das Alter der beiden Inselgruppen relativ abzuschätzen,
nur angenommen werden muß, daß es sich um ein ehe-
mals geschlossenes oder enger verbundenes Gebiet handelt,
welches der gemeinsame Ahne von tritaea und pho-
caea bewohnte und welches auch die Heimat der schwar-
zen Salatura edmondi-celebensis und der eigen-
tümlichen Pammonform ledebouria-alpheios war.
Die Idee, diese in einem ungeheuer weiten Gebiete über-
all in einer bestimmten Lokalform vertretene Weißlingsart
habe ihren Ursprung auf dem philippinischen Mindanao
oder auf Celebes genommen und habe dann eine erfolg-
reiche Invasion in ein anderes Gebiet ausgeführt, erscheint
mir gänzlich unwissenschaftlich. Das ganze indo-malaiische
Inselland, zu.dem Celebes sicherlich noch gehört, vielleicht
früher ein kompakter Kontinent, ist von einer Eronia-
art bewohnt, die sich später nach erfolgter Isolierung auf
Celebes unter den dort herrschenden klimatischen Faktoren
und Auslesebedingungen zur heutigen Spezies tritaea
Feld. entwickelte. Fruhstorfer benennt eine habituell klei-
nere Trockenzeitform aus Zentral-Celebes als caecinia,
läßt als tritaea die Nordform gelten und heißt die etwas
kleinere, rundliche Flkontur besitzende Südform bargylıia.
Nach meinem sehr großen Material kann ich über die
Differenzierung von Norden nach Süden folgende Aussage
L. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 193
machen: Stücke aus dem extremsten Norden sind sehr
groß (90—95 mm) und etwas langflügliger als Exemplare
aus dem Süden der Insel (Makassar), welche nur 380—85 mm
spannen und abgerundetere, kürzere Fl besitzen. In Palu
flogen beide Formen zusammen, aber auf zehn Südformen
nur eine Nordform, Zeichnungs- und Färbungsunterschiede
sind nicht vorhanden. Auf der ganzen Insel erscheinen
ferneg in den trockensten Monaten (März bis August)
kleinere Stücke von 60—70 mm Flspannung, welche aber
außer des geringen Körpermaßes auch keine Unterschiede
zeigen. Das Weibchen ist bimorph und erscheint mit weiben
und gelben Flecken, die gelbe Form fehlt aber in Süd-
Celebes und kommt nach meiner Erfahrung erst in Zentral-
Celebes und im Norden der Insel vor; in Palu waren beide
Färbungen in gleicher Zahl zu finden, während sich unter
Hunderten von Weibchen aus der Umgegend von Makassar
kein einziges gelbes befindet, was auch aus den Angaben
von Piepers, Holland und Rothschild zu entnehmen ist.
Es wird dem geübtesten Auge unmöglich sein, an großen,
nach Fundorten geordneten Serien des Falters für eine
Benennung berechtigende Unterschiede festzustellen, wes-
halb es wohl nur bei tritaea bleiben kann. Der Schmetter-
ling ist bei Makassar und Palu wie auf der ganzen Insel
an passenden Plätzen in allen Monaten des Jahres häufig,
an beiden Orten aber zeigte sich zweimal im Jahre, im
Februar und Juli, eine deutliche Anhäufung von Individuen;
die kleinen Stücke der Trockenzeit erschienen im Süden
von Juni bis August, im Norden schon früher, vom März
ab. Das Männchen hat weiße Fühler, die des Weibchens
sind mehr schwarz gefärbt, ein Unterschied, der schon
Vollenhoven auffiel. Die von mir in den Mitteilungen der
Münchener Ent. Gesellsch. 1914 pag. 80 genau beschriebenen
Larvenformen sind in jeder Beziehung pieridenartig,
während der Flug des Falters in vieler Beziehung beson-
ders beim Weibchen an Danaiden erinnert. Das Männ-
chen fliegt nur in oder am Walde, meidet offenes Terrain
und geht meiner Erfahrung nach nie an Wasserpfützen.
Der Flug des Männchens ist kräftig und klappend und
wird mit großem Geschick durch dichtes Gebüsch gleitend
ausgeführt, das eiablegende Weibchen fliegt langsamer und
flatternd ganz wie eine Danaide. Erwähnen wir noch
die Duftschuppen des Männchens auf der Oberseite des
Hfl, den Spiegel auf der Reibefläche dieses Fl mit dem
Deutsche Entomologische Zeitsehrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein XII
Iris zu Dresden. Jahrgang 1920.
194 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Vfl und die eigentümliche an Glanzpapier mahnende Unter-
seite beider Fl, so dürfte alles mir von der Art Bekannte
gesagt sein, Auf der Insel Saleyer fing ich eine kleine
tritaea-Form, welche sich von Celebesstücken außer
anderen Unterschieden konstant dadurch abtrennen läßt,
daß der oberste weiße Strich des Vfl, wie immer beim
Weibchen, in zwei Teile, einen längeren basalen und
kürzeren peripheren gebrochen ist. Herr Fruhstorfer sah die
Exemplare in meiner Sammlung und beschrieb sie flugs
im Seitzschen Werke unter dem von mir angedeuteten
Namen bilinearis, was wohl im Interesse der Vollständig-
keit des Seitz gelegen haben mag, aber sonst nicht den
gebräuchlichen Sitten entspricht. Die Flspannung von bili-
nearis schwankt zwischen 60 und 68 mm. Die auf Buton
fliegende Rasse habe ich in der Iris 1913 pag. 129 sara-
sinorum benannt, sie spannt 77 mm, steht bezüglich der
Ausdehnung der hellen, blaugrünen Färbung in der Mitte
zwischen tritaea und bilinearis und hat weiße und
gelbe Weibchen. Man kann von der Zelle der Vfloberseite
von tritaea sagen, sie sei blaugrün mit schwarzen Strei-
fen, während sie bei sarasıinorum schwarz mit blau-
grünen Streifen genannt werden muß.
Das endlich zum Schlusse zu besprechende Genus
Terıias Swains. (Eurema Hbn. der älteren Autoren), ist
auf Celebes reichlich vertreten und bietet einige Schwierig-
keiten, da in der vorhandenen Literatur noch keine Klar-
heit weder über die Zahl der auf der Insel vorkommenden
Arten, noch auch über deren richtige Benennung besteht.
Letztere wäre wohl nur durch genauen Vergleich der Felder-
schen Typen zu gewinnen, da der Wiener Entomologe eine
ganze Reihe von Celebesformen leider ohne Abbildung
beschrieben hat, allerdings immer auf ungenügendes Material
und nicht immer im Besitze beider Geschlechter der be-
schriebenen Formen. Auch Fruhstorfer hat in seiner Be-
arbeitung des Genus im Seitz keine volle Klarheit schaffen
können, vielmehr die Verhältnisse noch etwas kompliziert
durch Aufstellung einer neuen Subspezies, von der er aber
selbst so unsicher ist, daß er es unterlassen hat, den Namen
durch dicken Druck hervorzuheben (marosıana); da-
gegen hat er das unbestrittene Verdienst, eine gute, nicht
zu verkennende neue Spezies von Celebes festgestellt zu
haben, von der man sich nur wundern kann, daß sie bis
zur Herausgabe des Seitz’schen Werkes unbekannt ge-
L. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 195
blieben ist, wenn sie sich nicht unter einer der unbrauch-
baren lateinischen Diagnosen Felders verbergen sollte.
Wenn ich in den folgenden Ausführungen bezüglich der
Nomenklatur Fehler machen und vielleicht Felder zu nahe
treten sollte, so ist das mit der Undeutlichkeit der lateinischen
Beschreibungen zu entschuldigen, bei denen aus Liebe zu
lapidarem, Taciteischen Stile an jedem Worte gespart ist
und welche auf so nahestehende, gleichgefärbte und ge-
zeichnete Falter, wie es alle Terias sind, in keiner Weise
anzuwenden wären. Dagegen hoffe ich die auf Celebes
fliegenden Arten vollzählig zu vermelden, da ich gerade
diesem Genus ın dem letzten Jahre meines Aufenthaltes
gesteigertes Interesse zuwandte und ein sehr großes Material
sammelte. Schon in der Einleitung zu den Pieriden
wurde gesagt, daß auf Celebes die Mehrzahl der Terias-
arten den tilaha-Typus zeigt, der darin besteht, daß die
Vfloberseite allseitig schwarz umrandet ist. In Wahrheit
besitzen fünf von den neun guten Spezies der Insel diese
Eigentümlichkeit, ein in der Tat sehr auffallendes Ver-
‘ hältnıs, da westlich der Insel immer nur eine Art mit
dieser Zeichnung vorkommt mit der einzigen, oben schon
erwähnten Ausnahme von Borneo, wo sich zwei Arten mit
diesem Typus finden. Im Osten von Celebes aber ver-
schwindet der Iypus vollständig. Es müssen also auf der
Insel klimatische oder andere Faktoren anwesend sein,
welche die Entwicklung dieses Zeichnungscharakters in
hervorragender Weise begünstigen, mehr läßt sich heute
zur Erklärung der wunderbaren Tatsache nicht sagen.
Holland verzeichnet vier, Hopffer fünf, Rothschild sechs
und Piepers sieben Arten, Vollenhoven kennt in seiner
Monographie nur drei mit dem sicheren Fundort Celebes,
Kükenthal fing dort ebenfalls nur drei Arten und Fruhstorfer
hat im Seitz sieben Arten gebracht, während ın den folgenden
Zeilen neun gute, auf Celebes beheimatete Spezies Be-
sprechung finden.
92. Terias libythea Fabricius, eine alpine Art, welche
ein ebenso weites Gebiet wie hecabe bewohnt (von
Ceylon bis Australien), aber auf Celebes den meisten
Sammlern bis heute entgangen ist wohl wegen des Vor-
kommens in höheren Lagen. Nur Doherty hat sie einmal
erbeutet, denn Holland meldet korrekt Terias dronag!
und © und drona ist der von Harsfield stammende Namen
für die Javaform des zierlichen Falters. Nach 1887 durch
196 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Doherty wurde libythea auf Celebes nicht mehr ge-
fangen und gibt Fruhstorfer das Fluggebiet viel zu be-
schränkt an; er übersieht die Meldung Hollands und Felders
Terias lerna, welche sıch auf die Molukkenform des
Falters bezieht, und erwähnt nichts vom Vorkommen auf
Hainan, von welcher Insel mir ebenfalls Material vorliegt.
Mein Celebesmaterial ist ein sehr kleines, aber sicher
beweisendes, ein Männchen aus Süd-Celebes (Maros VII. 06)
und ein Weibchen aus Nord-Celebes (Talisse bei Palu
VII. 12). Beide nicht zu verkennende Stücke dürften aus
höheren Lagen herabgewehte Versprengte sein, denn da,
wo libythea fliegt, kommt sie immer sehr zahlreich vor.
Außerdem fing ich die Art noch auf der südlich von Celebes
gelegenen Insel Muna auf nur wenig über das Meer sich
erhebenden Hügeln im April 1906. Meine beiden wertvollen
Celebesstücke unterscheiden sich von Java- und Sumatra-
exemplaren nur durch die mehr geschwungene Kosta des
Vfl. Eine Benennung erscheint völlig überflüssig, da die
Art an allen Flugorten sehr konstant ist und sofort durch
den dreifach ausgebuchteten (trisinuate sagt Felder) Innen-
rand der schwarzen Randbinde des Vfl zu erkennen ist.
93. Terias hecabe L. die gemeinste, ein ungeheuer
weites Fluggebiet besitzende Art des Genus zeigt auf
Celebes ein so ungewöhnliches morphologisches Verhalten,
daf) diesem zuerst einige Worte gewidmet werden müssen,
ehe ich die diesem Verhalten völlig entsprechenden Berichte
der einzelnen Autoren mitteile. Im Süden der Insel fliegt
typische hecabe, nicht ganz so häufig‘ wie auf den
großen Sundainseln und die Stücke zeigen eine stark
gebogene Kosta des Vfl; im Norden dagegen fliegt nur
die von Hopffer Jatimargo genannte Form mit schwarzer
Umrandung des Vfl auch am Innenrande (tilaha- Iypus).
Uebergänge von hecabe zu latimargo mit zunehmen-
dem, schwarzen Innenrande finden sich in Zentral- und
Ost-Celebes, wie auch latimargo sehr selten in Gebirgs-
lagen des Südens gefunden wird. In Palu aber flog fast
nurlatimargo, allein zwei Exemplare, welche man noch
als hecabe ansprechen konnte, wurden im Laufe eines
vollen Jahres meine Beute, wie ich ım Hinterlande von
Makassar auch nur ein Männchen von latimargo (Maros,
5. VI. 06) in Jahresfrist erhalten konnte. Die Unterseite von
hecabe und latimargo ist aber völlig identisch und
schon auf Sumatra und Borneo zeigt die schwarze Färbung
L. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 197
Neigung dem Innenrande weiter zu folgen als bei Stücken
vom Kontinente und der malaiischen Halbinsel, auf Borneo
wieder deutlicher als auf Sumatra. Wir dürfen also im
sogenannten tilaha- Typus bei hecabe eine nach Osten
zunehmende melanische Evolution erblicken. Aus den Aus-
führungen Fruhstorfers im Seitz könnte man entnehmen,
daß typische hecabe auf Celebes nur ein Bergtier sei,
für welches Fruhstorfer sofort den wohlklingenden, aber
gänzlich nichtssagenden Namen „sinda“ aufstell. Wenn
wir also mit sinda die hecabe-Form des Südens der
Insel bezeichnen wollen — eigentlich überflüssig, da hecabe
genügt — so muß hier zuerst festgestellt werden, daß dieser
Falter auch überall ın der Ebene direkt in und um Makassar
fliegt, dort aber niemals so zahlreich auftritt, wie man es
an anderen Orten von dieser Art gewohnt ist. Er besitzt,
wie schon gesagt, die den Celebesrhopaloceren eigentümliche
Flform, die starke Beugung der Kosta des Vfl, hat lang-
‚ausgezogene, schmälere Fl und das schwarze Randgebiet
ist breiter als bei .Sumatrastücken, jedoch nicht so breit
wie bei Borneoexemplaren, und zeigt immer eine deutliche
strichförmige Fortsetzung entlang dem Innenrande. Die
Weibchen sind blaßgelb und lassen den grünlichen Ton
der Weibchen des makromalaiischen Gebietes vermissen.
Ich habe diese Form noch in Parepare gefangen, in Palu
aber war sie, wie schon gesagt, eine große Seltenheit, weil
eben dort schon die hecabe des Nordens, latimargo
Hopff. vorherrscht. Wenn wir die oben mitgeteilte geo-
graphische Verbreitung der hecabe-Formen auf Celebes
mit der Tatsache zusammenhalten, daß auf dieser Insel die
meisten Rhopaloceren, ganz besonders aber die Pieriden,
eine tiefgehende Differenzierung von Süden nach Norden
zeigen, welche sich meist in vermehrtem Melanısmus im
Norden ausdrückt, so gelange ich zu der zwingenden Ueber-
zeugung, daß in latimargo Hopff., welche ihr Autor mit
großer Liebe und Ausführlichkeit als gute Spezies be-
schrieben hat, die Nordform von hecabe zu sehen ist.
Mit meinen im Felde mit dem Netze gewonnenen Resul-
taten stimmen aber auch völlig die Angaben der in Betracht
kommenden Autoren überein. Hopffer kennt nur lati-
margo, von dem Piepers in der langen Zeit von fünf
Jahren nur drei Exemplare in höheren Lagen gefangen hat,
während er hecabe als überall sehr häufig vermeldet.
Weder Holland noch Rothschild sprechen von latimargo,
198 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
welcher im Sammelgebiete Dohertys eben nicht vorkam,
‚haben aber beide hecabe in Anzahl (Rothschild sagt „a
very large series“) erhalten. Kükenthal soll teste Pagen--
stecher hecabe in der Minahassa gefangen haben, aber
Pagenstecher hatte offenbar für Terias kein Herz und seine
Bemerkungen lassen erkennen, daß er über die Formen
dieses Genus sich noch keine Klarheit geschaffen hatte.
Vollenhoven besaß zur Zeit der Abfassung seiner Mono-
graphie hecabe von Celebes. Fruhstorfer betont die nahe
Verwandtschaft von latimargo mit hecabe und hält
die Speziesberechtigung der ersteren vorsichtig für noch
nicht feststehend, benützt aber die Subspezies latimargo
zur Prägung von zwei neuen Namen: nesos, die Gebirgs-
form des Südens und sophrona die Form der Ebene
des Südens, denen nach seiner Meinung latimargo als
die dunkle Bergform des Nordens gegenübersteht. Lati-
margo fliegt aber nach meiner Erfahrung in Palu überall
in der Ebene und eine wirkliche Bergform erscheint erst
bei 5—6000°’ Höhe in den Bergen westlich der Palubucht,
über welche ich weiter unten berichten werde. Die im
Seitz aber als nesos abgebildeten. Stücke, ein Männchen
und ein Weibchen, sind überhaupt gar keine latimargo,
sondern nur etwas kurztlüglige Celebeshecabe und mein
latimargog' aus Maros (= sophrona Fruhst.) ist von
solchen aus Palu in keiner Weise zu unterscheiden, womit
der Wert der beiden neuen Namen richtig eingeschätzt
werden kann. Latimargo hat gelbe Fransen, nie mehr
als zwei schwarze Flecken in der Zelle der Vflunterseite und
der Sexualfleck des Männchens trägt völlig den hecabe-
Charakter, Terminalpunkte finden sich unterseits nur auf
den Aderapices, nicht auf denen der Intranervalfalten.
Hopffer hat übrigens in seiner genauen Beschreibung von
latimargo übersehen, daß beide Geschlechter in min-
destens 50 Prozent der Individuen auf der Oberseite des
Vfl einen kleinen, schwarzen Mondfleck über dem Zell-
verschluß tragen, was bei hecabe jeder Herkunft nie zu
sehen ist. Die Weibchen treten in einer helleren und
dunkleren Form auf, sind aber immer dicht schwarz über-
stäubt, bei den ersteren ist das gelbe Gebiet noch deutlich
erkenn- und abgrenzbar, die letzteren sind fast einfarbig
grünschwarz. Wie bei allen Teriasarten kommen sehr be-
trächtliche individuelle Größenunterschiede vor. Interessant
ıst das Faktum, daß ich bei meinem kurzen Besuche der
L. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 199
Inseln Buton und Muna im Süden von Celebes nur kleine,
zwerghafte Stücke von latimargo, aber keine hecabe
gefangen habe, so daß die insuläre Isolierung in ähnlicher
Weise differenzierend zu wirken scheint, wie das Vorkommen
im Norden der Insel. In den 5—6000’ hohen Bergen im
Westen und Süden der tief in das Massiv der Insel ein-
schneidenden Palubucht hat sich aber von latimargo
eine wirkliche hübsche und sehr aparte Gebirgsform ent-
wickelt, von der ich vier Männchen durch meine Expeditionen
in die Gebirgslandschaft Pekawa (siehe Iris 1914 pag. 68)
erhielt. Das Männchen trägt auf der Oberseite des Vfl ın
der Mitte der Zelle einen schwarzen, keulenförmigen Komma-
strich und zeigt den Mondfleck über dem Zellverschluß be-
sonders deutlich, am Innenrande ist der schwarze Saum
noch breiter als bei latimargo aus der Ebene und er-
reicht fast überall die Mediana, was bei latimargo nur
sehr ausnahmsweise vorkommt. Unterseite völlig mit
hecabe und latimargo übereinstimmend. Die Tierchen
sehen so apart aus, daß man an eine neue Art denken
könnte, wenn sich nicht in meiner großen Serie von lati-
margo-Männchen (44 Exemplare) viele mit Mondfleck über
dem Zellverschluß und einige wenige mit rudimentärer An-
deutung eines Kommas in der Zelle befänden. Ich nenne
diese für das Sammlerauge gefällige Bergform accentifera.
Die Nomenklatur von hecabe auf Celebes würde sich
also wie folgt stellen: Terias hecabe L. sinda Fruhst.
Südform und latimargo Hopffer Nordform mit der alpinen
Form accentifera Martin. Die älteste Abbildung einer
hecabe findet sich im Cramer Bd. 2 Tafel 124, wenn dieses
Bild, welches ein Stück aus China darstellen soll, wirklich
naturgetreu ist, dann muß hecabe innerhalb kurzer,
historischer Zeit eine auffallende Evolution durchgemacht
haben, da sich Stücke mit solcher Zeichnung der Hilunter-
seite heute in China nicht mehr finden lassen. Hecabe
begegnet dem Wanderer wie auf allen anderen Inseln des
Archipels so auch auf Celebes das ganze Jahr hindurch
bei jedem Ausgange. Saisonunterschiede habe ich nicht
finden können.
94. Terias tecmessa de Niccville, eine überall seltene,
aber gute, in den hecabe-Kreis gehörige Art, deren von
Fruhstorfer im Seitz in Zweifel gezogene Artrechte durch
das Auffinden auf allen vier großen Inseln des Archipels
bedeutend befestigt werden. Es liegen mir typische Stücke
200 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
von der malaiischen Halbinsel, Sumatra, Java, Borneo und
auch Celebes vor. Von ihrem Autor aus Penang (malai-
ische Halbinsel) und Nordost-Sumatra beschrieben, zeich-
net sich die Art unter allgemeiner Wahrung der hecabe-
Zeichnung durch schwarze Saumlinie und dunkle Zilien aller
Fl, scharf abgesetztes schwarzes Randgebiet, welches auf
dem Hifl über den Adern einwärts gezogen ist, so daß der
innere Rand der schwarzen Saumbinde regelmäßig festo-
niert erscheint, einen großen braunen Apikalfleck auf der
Unterseite des Vfl, der gegen den Außenrand hin eine Auf-
hellung durch die gelbe Grundfarbe zeigt, zwei nahe der
Basis stehende, an griechische Schriftzeichen erinnernde
dunkle Strichzeichnungen auf der Unterseite der Zelle des
Vfl, schwarze, wurstartige Umsäumung der Diskocellularen
beider Fl und schwarze Terminalpunkte am Flrande nur
am Ende der Adern aus. An der Mitte des Kostalrandes
der Hflunterseite steht immer zwischen Kostalis und Sub-
kostalis ein verschieden stark entwickelter Fleck von braun-
roten Schuppen, nach aus- und abwärts von diesem Flecke
Spuren einer undeutlichen, dunklen, zackig gestellten Sub-
marginalbinde. Alle diese Charaktere zeigt auch das Pär-
chen der seltenen Art, welches ich aus dem Gebirgslande
Pekawa, westlich von Paluim September und November 1912
erhielt; bei beiden Stücken geht jedoch der schwarze Saum
am Innenrande des Vfl weiter einwärts als bei allen ande-
ren Exemplaren. Also auch hier Neigung zur Annahme
des tilaha-]ypus.!
95. Terias tominia Vollenhoven (=tondana Felder).
Diese auffallende, schöne und ausgesprochen den tilaha-
Typus tragende Art hatte das gleiche Schicksal wie Delias
rosenbergii, fast gleichzeitig von Vollenhoven und Felder
beschrieben worden zu sein. Der Name des holländischen
Autors hat die Priorität, wofür das gedruckt vorliegende
Zeugnis des Zeitgenossen Wallace spricht, der ausdrück-
lich sagt „Vollenhovens paper was first published and sold“.
Es liegen also in diesem Falle zwei lateinische Original-
diagnosen vor; die von Vollenhoven besteht nur aus neun
Worten, kann ungefähr auf jeden Terias gebraucht wer-
den und ist deshalb’ gänzlich wertlos, die Feldersche da-
gegen ist genau und ausführlich und läßt an der Art keinen
Zweifel. Vollenhoven hat sein Material von Tomini in
Nord-Celebes durch Rosenberg erhalten, der als Entdecker
der Art zu bezeichnen ist. Er bildet aber ein geflogenes
L. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 201
Weibchen aus Süd-Celebes ab und kennt das Männchen
überhaupt nicht, wagt es auch nicht, das Geschlecht seiner
Type zu bestimmen. Seine französische Beschreibung ist
gut, nur kann das nur den Weibchen der tilaha- Gruppe
eigentümliche schwarze Band am Innenrande der Vflunter-
seite nicht lila genannt werden, ein solcher optischer Irr-
tum ist nur unter starker Komplementärfarbenwirkung ver-
ständlich. Felder nennt seine tondana eine ausgezeich-
nete der candida-Gruppe verwandte Art, womit er sich
gründlich verhauen hat, da die candida-Gruppe in cele-
bensis Wall. auf Celebes einen eigenen, allerdings etwas
zweifelhaften Vertreter besitzt und tominia unbedingt in
die tilaha-Gruppe gehört. Sein Material stammt aus
Tondano (Minahassa) und Makassar und wurde ihm von
Wallace geliefert. Seine im Dezember 1865 herausgekom-
menen Abbildungen sind gut, das Männchen stammt zweitel-
los aus Celebes, und zwar aus dem Norden der Insel,
während das von ihm abgebildete Weibchen überhaupt
nicht aus Celebes gekommen sein kann, sondern deutlich
ein Weibchen der Borneoform (von Fruhstorfer im Seitz
horatia genannt) ist. Wallace oder dem möglichen
Zwischenhändler mag wohl ein Irrtum in der Etikettierung
seines Riesenmaterials unterlaufen sein. Hopffer ver-
meldet die Art ohne jedes Begleitwort, Piepers hat von
Bonthain und Saleyer nur zwei Exemplare geliefert, Holland
macht darauf aufmerksam, daß der Sexualfleck des Männ-
chens auch auf der Oberseite durchscheine, womit er eine
Eigentümlichkeit der tilaha-Gruppe erfaßt hat, die darin
besteht, daß der Stamm der Mediana auf der Oberseite
des Vfl innerhalb des schwarzen Randgebietes eine spär-
liche (bei tilaha viel stärkere, auch auf der Interna deut-
liche) gelbe Beschuppung zeigt. Rothschild scheint die Art
als tilaha Horsf. zu bezeichnen und meldet „a large set“.
Fruhstorfer mag recht haben, wenn er in tominia die
„stark modifizierte celebische Lokalform“ von tilaha sieht,
doch muß eine den vollen Speziesrang erreichende Modi-
fizierung angenommen werden aus dem einfachen Grunde,
weil auf Borneo echte tilaha und tominia nebenein-
ander vorkommen. Ich fing in und um Sintang (West-
Borneo) beide Spezies gleich zahlreich. Wir finden aber
ein ähnliches Verhalten auch in der hecabe-Gruppe.
Die tilaha-Gruppe bestände demnach aus zwei Kompo-
nenten, tilaha von der malaiischen Halbinsel, Sumatra,
202 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Java und Borneo und tominia von der celebischen Sub-
region und Borneo, wo beide Komponenten aufeinander
stoßen. Die nicht zu verkennenden Kriterien der Gruppe
sind die gelbe Bestäubung des Medianstammes auf der Vfl-
oberseite der Männchen, das schwarze Band am Innenrande
der Hflunterseite desWeibchens und die komplette schwarze
Umrandung der gelben Grundfarbe auf dem Vfl. Die Art
differenziert auf Celebes von Süden nach Norden deutlich.
Da Vollenhoven als Fundort seines Materials ausdrücklich
Tomini nennt, so bleibt tominia die Bezeichnung für die
in beiden Geschlechtern breiter schwarz gesäumte Nordiorm,
während für die breiter gelbe Südform der Fruhstorfersche
Name battana (allerdıngs auch schon einem Delias
verliehen) gelten muß. Beim Männchen von tominia ist
das schwarze Randgebiet des Vflinnenrandes am breitesten
an der Flbasıs, okkupiert die Basis der Zelle und zeigt
eine schiefe, gegen den Analwinkel sich senkende Grenze,
während bei battana diese Grenze ungefähr gerade und
dem Flrande parallel verläuft. Das gelbe Gebiet auf dem
Vfl der tominia-Weibchen wird nur noch aus vier un-
deutlich zusammenhängenden, schmalen Strichen gebildet,
während bei battana noch ein zusammenhängendes, ge-
schwungenes, gelbes Band besteht. Auf Saleyer fliegt nicht
die helle Südform, sondern die dunkle Nordiorm, abermals
bewirkt die insuläre Isolierung wie bei latımargo, gleich-
artig wie das Vorkommen im Norden eine melanische Evo-
lution. Einen Namen (halesa Frubst.) verdient die durch
nichts unterschiedene, mir in einer Serie vorliegende Form
nicht. Wenn es um die fünf weiteren Namen, die Fruh-
storfer im Seitz bei Besprechung dieser Art geschaffen hat,
nicht besser steht, wird ein zukünftiger Bearbeiter der
orientalischen Pieriden viele Namen einzuziehen haben.
Die Borneoform ist gut verschieden, aber man liest nichts
von diesen Unterschieden im Seitzschen Text. Tominia ist
auf Celebes nichtso häufig wie horatia auf Borneo, bevorzugt
höhere Lagen, scheint aber nach meinem Material das ganze
Jahr zu fliegen. In Palu erhielt ich sie außer von den höheı
gelegenen Orten Sidondo, Sibowi und Kolawı hauptsächlich
aus dem Dorfe Lewara auf halber Höhe des westlich von Palu
gelegenen Gebirgsstockes. Aus der Umgebung von Makassar
habe ich die Fundorte Maros, Bantimurung, Patunuan, Sa-
mangki, Tonas und Montjolo@ notiert. Flug entschieden
kräftiger und gewandter als von hecabe und latimargo.
L. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 205
Die nun folgende Gruppe, nach dem ältesten Felder-
schen Namen die lorquinii-Gruppe zu behennen, be-
wohnt ausschließlich die celebische und philippinische Sub-
region und fehlt im Osten und Westen dieser Gebiete
gänzlich, besitzt keine Verwandtschaft zur tilaha-Gruppe,
obwohl sie deren Anordnung des schwarzen Randgebietes
auf beiden Fl zeigt, und hat auch keine morphologischen
Beziehungen zur hecabe-Gruppe, obwohl sie auf Celebes
ungefähr ebenso gemein und überall gegenwärtig ist, wie
hecabe auf den westlichen Inseln. Sie zeichnet sich
durch die nur ihr eigene längliche, schmale, stumpf ab-
gerundete Form des Vfl aus, hat gelbe Zilien, unterseits
keine schwarze Saumlinie und Terminalpunkte nur auf den
Aderenden. Es fliegen auf Celebes zwei deutlich ver-
schiedene Formen, eine hellere, größere im Süden, im Seitz
von Fruhstorfer unter dem Namen marosiana abgebildet,
und eine dunklere, kleinere im Norden, auf welche eigent-
lich die beiden Felderschen Namen lorquinii und zita
bezogen werden müßten, da beide aus dem Norden der
Insel stammen und durch Lorquin gesammelt wurden. Nach
der lateinischen Diagnose Felders würde zita der Nord-
form gleichkommen, während lorquinii der helleren
Südform entsprechen dürfte. Da Felders Fundortangaben,
oft aus zweiter oder dritter Hand stammend, immer etwas
unsicher sind, besonders aber die auf indische Falter be-
züglichen, so scheint es mir hier am besten, um auch mit
Fruhstorfers Darstellung im Seitz in Einklang zu bleiben,
mit zita die Nordform und mitlorquinii (marosıana
Fruhst.) die Südform zu bezeichnen; beide sind aber, das
sei hier gleich gesagt, eigentlich nur in der Serie gut zu
unterscheiden und schon Wallace sagte in seiner Pieriden-
arbeit, zita sei hardly distinct from lorquinii, während
zama Felder, nur nach einem Weibchen beschrieben, als
solches zu zita gehöre. Wir sehen, daß Wallace, der eben
an Ort und Stelle in Makassar und Menado selbst ge-
sammelt hatte, ganz richtige Einsicht besaß, welche Felder
mit dem kleinen, mühsam aus Händlerbesitz erworbenen
Material mangeln mußte. So sagte auch Wallace an gleicher
Stelle schon, tilaha komme nur auf Java und Borneo
vor, tominia aber in Menado und Makassar, welche
Wahrheit manchen Irrtum und Verwirrung hätte vermeiden
lassen, wenn sie von den späteren Autoren genügend be-
herzigt worden wäre.
204 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
96. Terias lorquinii Felder, die größere, hellere Süd-
form, welche aber wie hecabe und battana nicht auf
die südlichen Satellitinseln übergeht, auf welchen wir wieder-
um deutlich die Nordform antreffen. Felder hat seiner
langatmigen, dennoch unbrauchbaren lateinischen Diag-
nose leider keine Abbildung beigegeben, beschreibt beide
Geschlechter und vergleicht die Art mittilaha Horsf., von
welcher ihm Wallace ein Stück aus Makassar gegeben
habe. Dieser Sammler hat aber, wie wir soeben gehört
haben, ausdrücklich erklärt, daß tilaha nicht auf Celebes
vorkomme. Man kann auch hieraus wieder ersehen, wel-
chen Wert Felders Fundorte in gewissen Fällen besitzen.
Die Wahrheit konnte natürlich nur Wallace kennen, der
persönlich auf Celebes seine Eindrücke gewonnen hatte.
Als Fundort wird Tondano angegeben, dort aber fliegt die
durch die lateinische Diagnose genauer gekennzeichnete
zita. Von Hopffer als alıtha und lorquiniiFeld., von
Snellen aus der Piepersschen Beute ebenfalls als alitha
bestimmt, überall (Makassar, Bonthain und Saleyer) häufig-
gefunden und mit 30--50 mm Spannweite bemessen, von
Holland und Rothschild mit dem unbrauchbaren Namen
rahel F. vermeldet, von welcher Staudinger in seinen
Exot. Schmetterlingen eine schlechte Abbildung gibt. Die
gelbe Fläche auf dem Vfl hat eine entfernte Aehnlichkeit
mit einem Tierkopfe, der auf dem rechten Fl nach rechts,
auf dem linken nach links sich wendet; man könnte je
nach der vorliegenden Art an einen Hunde-, Schlangen-,
besonders aber an einen Entenkopf denken. Lorquinii
nun besitzt die gelbe Fläche dick und plump, so daß wir
an einen Hunde- oder Schlangenkopf erinnert werden,
während bei der folgenden zita der Entenkopf mit leicht-
geöffnetem Schnabel den Vergleich gewinnt. Das gelbe
Gebiet ist größer und das Gelb selbst von hellerer Farbe,
das kaiserliche Gelb der einstigen Mandschudynastie Chinas.
Das den Innenrand begleitende schwarze Randgebiet ist
nach vorn und innen nahezu gradlinig abgeschnitten und
zeigt jedenfalls nur eine geringe Konvexität; auf dem Hfl
ist der schwarze Saum konkav ausgeschnitten und zieht
die innere Grenze etwas schief vom zweiten Kostalaste
gegen das untere Drittel des Analrandes. Bei dem Weib-
chen ist das leicht schwarz überstäubte gelbe Gebiet des
Vfl heller und bedeutend kleiner, zeigt deutliche Enten-
kopfform und dürfte ungefähr die Ausdehnung besitzen
L. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 205
wie beim Männchen der folgenden Art. In Serien ist der
Unterschied von lorquinii und zita sehr deutlich zu
sehen, bei einzelnen Individuen ohneFundortsetikette müssen
die eben erwähnten Unterschiede genau nachgeprüft werden.
Auch bei dieser Art gibt es bedeutende individuelle Größen-
unterschiede wie immer im Genus Terias, das kleinste
Männchen spannt 28, das größte 47 mm aus einer Serie
von 57 Männchen und 23 Weibchen. Lorquinii fliegt das
ganze Jahr in immer frischen Generationen und war überall
in und um Makassar sehr gewöhnlich. Die Fundorte Maros,
Patunuan, Goa, Bangala, Samangki, Montjolo&, Djeneponto,
Bonthain und Parepare (nördlichster Platz) habe ıch notiert.
97. Terias zita Felder, ebenfalls von ihrem Autor ohne
Abbildung beschrieben mit der unbestimmten Vaterlands-
angabe Celebes, aber im Seitz sehr gut und kenntlich ab-
gebildet, so daß ich schon aus diesem Grunde für Bei-
behaltung des Namens bin, obwohl im Text Fruhstorfer
sich über die Heimat der Art eigentlich völlig ausschweigt,
nur von einem abnorm dunklen Weibchen erzählt, das er
auf einer kleinen Insel bei Tolitoli (Nord-Celebes) gefangen
habe, dem schnell ein Namen angehängt wird. Die kleinere
zita ist dunkler gelb, das Gelb hat einen leichten Stich
ins Grüne, das schwarze Randgebiet aller Fl ist tiefer schwarz
und bedeutend breiter, so daß auf dem Vfl das gelbe Gebiet
deutlich nur mehr einen Entenkopf darstellen kann und
keinesfalls ausgedehnter ıst als beim Weibchen von lor-
quinii. Der schwarze Saum am Innenrande des Vfl ist
nach vorn und innen stark konvex, wodurch der Enten-
kopf einen graziös gebogenen Hals erhält. Auf dem Hfl
ist das sehr breite, schwarze Randgebiet vom zweiten Sub-
kostalaste bis zur Mitte des Analrandes nahezu geradlinig
gegen das die vordere Flhälfte einnehmende Gelb abge-
schnitten mit Ausnahme natürlich des oberen, apikalen,
zweifach ausgebuchteten Teiles der Binde. Die Weibchen
sind viel, viel dunkler als die von lorquinii, das gelbe
Gebiet ist dicht schwarz überstäubt, zeigt nur noch die
Kontur einer mageren, gerupften Ente, ja wird oft völlig
strichförmig. Weibchen aus Ost-Celebes sınd am dunkelsten
und zeigen nur noch eine undeutliche schmutziggelbe Auf-
hellung der fast ganz schwarzen Fl. Die Unterseite beider
genannten Formen liefert keine Unterschiede, nur zeigt eine
gewisse Anzahl von Individuen von zita auf der Unter-
seite eine schwarze Saumlinie, die wir bei lorquinii
206 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
niemals finden. Auch zita fliegt das ganze Jahr hindurch
(Stücke aus allen Monaten in meiner Sammlung) und war
überall in und um Palu sehr gemein. Palu, Kalawara,
Sidondo, Sibowi, Lewara und Palolo finde ich in meinen
Aufzeichnungen als Fundorte notiert. Das dunkelste Weib-
chen stammt aus Kendari von der Ostküste der Insel. Wie
bei lorquinii zeigen sich die gleichen individuellen
Größenunterschiede von 31 zu 4 mm in einer gespannten
Serie von 44 Männchen und 23 Weibchen. Die auf Saleyer
fliegende Form ist entschieden dunkler als lorquinii,
muß aber doch wegen der gleichfarbigen Weibchen zu
dieser Art gestellt werden, die Butonform aber besitzt alle
Charaktere von zita und ist von dieser auch in Serie nicht
zu trennen. Die Butonweibchen sind fast alle so dunkel
wie das eben erwähnte Weibchen aus Kendarı.
98. Terias norbana Fruhstorfer. Diese hübsche und
große, sofort auffallende Art hat ihre höchst ungenügende
Originalbeschreibung erst spät im Seitz gefunden, wo sie
auch gut abgebildet ist, allerdings das Weibchen unter
falschem Namen, wofür sich im Texte keine Korrektur
findet. Bei Besprechung der blanda-Formen erwähnt
Fruhstorfer im Seitz, daß von Celebes bis heute noch keine
blanda-Repräsentantin gefunden, aber mit Bestimmtheit
zu erwarten sei. Nun ich glaube, hier liegt sie greifbar
vor uns und hat auf Celebes wie die Schwesterspezies
hecabe die gleiche Evolution zur Annahme der tilaha-
Zeichnung durchgemacht — das passende Gegenstück zur
Hopffer’schen latimargo! Dafür spricht die Größe und
die Eigenart der gelben Grundfarbe, ein ganz besonderes,
blasses Strohgelb und weiter der Umstand, daß norbana
deutlich drei schwarze Querstriche in der Zelle der Vfl-
unterseite führt und auch an den Enden der Zwischenader-
falten schwarze Terminalpunkte zeigt, wie das bei allen
blanda-Formen der Fall ist, während hecabe-Formen
diese Punkte nur auf den Aderenden besitzen. Wenn ich
mich mit meiner Vermutung, norbana müsse dieblanda-
Rasse von Celebes sein, auf dem richtigen Wege befinde,
gewinnt die Tatsache, daß zwei nahe verwandte Terias-
Spezies auf unserer Insel ganz in gleicher Weise sich um-
formen und den dort vorherrschenden tilaha-TIypus an-
nehmen, an Interesse und kann uns ein Wegweiser werden
in der noch völlig dunklen Frage des sowohl nach Osten,
als auch im allgemeinen auf den Inseln und auf Celebes von
L. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 207
Süden nach Norden zunehmenden Melanısmus. Blanda
ist überall seltener als hecabe, so ist auch norbana
im Norden und Süden der Insel seltener als latimargo
und scheint außerdem die ältere Art zu sein, da die Um-
formung von blanda zu norbana völlig vollzogen ist,
während von hecabe im Süden der Insel noch Reste
bestehen. DieOriginalbeschreibung istfür eine so interessante
Art, wie schon gesagt, unzureichend und müssen deshalb
an dieser Stelle dem schon Gesagten noch einige be-
schreibende Worte beigefügt werden. Das Hauptkriterium
der Art, wenn wir vom Standpunkte der Celebesfauna aus
urteilen, oder der Form, wenn wir norbana in den
blanda-Kreis stellen, liegt in der Abgrenzung zwischen
Gelb und Schwarz auf der Oberseite beider Fl. Wenn wir
das gelbe Feld der Vfloberseite abermals mit einem Enten-
kopfe vergleichen wollen, so ist hier Schnabel und Kopf
scharf durch eine schwarze, nach einwärts gegen die Flbasıs
gerichtete, spitze Zacke geschieden, wodurch der Entenkopf
eine schopfartige Krone zu tragen scheint und auch auf
dem Hfl ragt das schwarze Saumgebiet mit unregelmäßigen
von hinten nach vorn an Größe abnehmenden Spitzen
in das gelbe Gebiet hinein. Die Weibchen zeigen eine
leichte, schwarze Bestäubung der gelben Grundfarbe, wie
das fast bei allen terias-Weibchen von Celebes der Fall
ist. Die Art differiert stark von Süden nach Norden.
Unter norbana will Fruhstorfer die kleinere, dunklere
Nordform mit besonders am Innenrande breit schwarz ge-
säumten Vfl aufgefaßt wissen, während er die größere,
hellere Südform odinia genannt hat, bei welcher der
schwarze Saum des Innenrandes im basalen Drittel deutlich
an Breite abnimmt, so daß unterhalb der Zelle noch gelbes
Gebiet besteht. Von beiden Formen liegen mir aber sehr
dunkle Weibchen vor, auf deren Vfl kein Entenkopf mehr
zu sehen ist, sondern nur noch einige gelbe, schwärzlich
bedeckte Striche zu erkennen sind. Nach meinem Material
(ordinia 7 Männchen und 4 Weibchen, norbana 14 Männ-
chen und 2 Weibchen) fliegt die Art das ganze Jahr hindurch,
ist aber ziemlich selten, im Süden von Makassar, Patunuan,
Bangala, Baludji, Tandas und Montjolo@, im Norden von
Donggala, Palu, Lawara, Towaeli, Kalawara und Sibowi. Süd-
stücke erreichen in beiden Geschlechtern die stattliche FI-
spannung von 50 mm. Hiermit wäre der letzte den ti-
laha-Typus zeigende Terias von Celebes, der fünfte
208 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
(latimargo, tominia, lorquinii, zita und norbana)
besprochen. Es muß übrigens noch erwähnt werden, daß
Snellen aus der Beute von Piepers ein Stück von blanda
aufzählt, von dem aber kein Fundort näher angegeben wird;
vielleicht fliegen im Süden der Insel doch noch spärliche
Reste der Art, ähnlich wie dort hecabe neben latimargo
vorkommt. Bei der Seltenheit des Falters ist er anscheinend
Doherty, Fruhstorfer und mir entgangen, während Piepers
in seiner langen, fünfjährigen Sammelzeit erfolgreicher war.
Man könnte die ganze Frage aber auch noch von einem
anderen Standpunkte besehen und annehmen, daß lati-
margo und norbana auf Celebes hecabe und blanda
vertreten, daß aber im Süden der Insel, der einen sehr
lebhaften Dampfer- und Segelschiffverkehr mit Java und
den kleinen Sundainseln besitzt, fortwährend eine Impor-
tation der westlichen Formen stattgefunden hat und noch
stattfindet und daß auf diesen die dort fliegenden westlichen
Formen zu schieben sind.
99. Terias celebensis Wallace, ist die seltenste Art des
Genus auf Celebes und stellt einen gewissen Uebergang
zur candida-Gruppe dar, welcher wir nach Osten vor-
dringend auf den Molukken, Neu-Guinea und in Australien
begegnen. Es geht aber trotz der etwas rundlichen Flform
nicht an, sie in die candida-Gruppe zu stellen, da das
Weibchen noch die Charaktere der übrigen Celebesterias
besitzt, während alle candida-Weibchen durch Färbung
von den Männchen abweichen. Vielmehr muß celebensis
der tilaha-Gruppe angegliedert werden, wegen der völlig
übereinstimmenden Unterseitenzeichnung, wenn auch der
Vfloberseite das Hauptkriterium dieser Gruppe, der schwarze
Innenrand, völlig fehlt. Die Originalbeschreibung ist, wie
leider immer, für meine Wißbegierde zu dürftig, enthält
aber eine genügend deutliche Beschreibung beider Ge-
schlechter, die Größe wird mit 1%/,—2!/, Zoll angegeben,
Makassar, Menado und die Sula-Inseln als Heimat genannt,
das Männchen, eine Südform, ist gut abgebildet und Wallace
sagt wörtlich, daß diese beautiful and very distinct species
ein interessanter Uebergang zu candida sei. Wie es
mit diesem Uebergange steht, ist bereits gesagt, er macht
sich nur dadurch geltend, daß beide Fl bei rundlicher
Kontur einen ziemlich ebenrandigen, schwarzen Saum der
gelben Grundfarbe zeigen, so daß auf dem Vfl nicht mehr
von einem Entenkopfe, sondern höchstens von einem stumpf-
L. Martin. Die Tagfalter der Insel Celebes. 209
nasigen Mopskopfe die Rede sein kann. Piepers hat die
Art bei Bonthain im dichten Walde des niedrigen Gebirges
gefangen, mehr sagt Snellen leider nicht und nur Roth-
schild spricht von einem very large set, das ihm Doherty
geliefert habe, was mich glauben läßt, daß es sich dabeı
um einen Bestimmungsirrtum handeln möge, denn mein
ganzes Material aus zweijähriger, intensiver Sammeltätigkeit
besteht nur aus zwei Männchen und einem Weibchen aus
dem Süden (Juli, Oktober, November, Maros, Patunuan)
und zwei Männchen (Kalawara, Palolo, April, November)
aus dem Norden der Insel. Auch Fruhstorfer spricht von
ziemlicher Seltenheit. Er nennt die hellere Südform toa-
larum und bezieht den Wallaceschen Namen celebensis
auf die bedeutend dunklere Nordform. Er handelt damit
ganz eigenwillig und ohne alle Rücksicht auf die von
Wallace gegebene Abbildung von celebensis, welche,
wie oben gesagt, ein deutliches Südstück darstellt, denn
der schwarze Saum erreicht die Vflzelle bei weitem nicht,
wie ich mich durch genaues Studium der Tafel selbst über-
zeugt habe. Celebensis muß also gewiß als Bezeich-
nung der Südform bestehen bleiben. Die Nordform, bei
welcher der schwarze Saum auf dem Vfl direkt an der
Querader seine Begrenzung findet und besonders der Kostal-
rand breit schwarz angelegt ist, mag dann toalarum
heißen. Meine Fänger haben dem kleinen Falter entweder
zu wenig Interesse geschenkt oder haben sein wahres Flug-
gebiet im Walde nie betreten, aus dem geringen mir vor-
liegenden Material läßt sich kein abschließendes Urteil fällen,
doch bestätigt es die Angaben Fruhstorfers im Seitz.
100.. Terias harina Horsfield — samanga Fruhstorfer.
Für diese an allen Plätzen des Vorkommens sehr konstante
Art hat Moore das Genus Gandaca geschaffen, der Auf-
forderung Snellens folgend, der bei Besprechung des Falters
in der Celebesausbeute von Piepers allerdings in höchst
ironischer Weise amerikanischen Dampffabrikanten von
neuen Genusnamen die vorliegende gute Gelegenheit offen-
barte. Mir erscheint harina als ein echter und rechter
Terias, weshalb Gandaca als unnötiger Ballast über
Bord geworfen werden kann. Die Art fliegt nur im Walde
und ist nirgends sehr häufig, besitzt ein weites Fluggebiet
von Sikkim bis Neu-Guinea, kann aber doch mit hecabe
nicht in Wettstreit treten, da ihre Grenzen westlich, nördlich
und östlich bedeutend enger gezogen sind. Verhältnismäßig
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein XIV
Iris zu Dresden. Jahrgang 1920.
210 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
häufig fand ich das Tier nur in West-Borneo in der Um-
gegend von Sintang am Kapuasflusse, allerdings in einem
reinen Waldlande. Die Celebesform hat Fruhstorfer im
Seitz samanga genannt, dort auch abgebildet und mit
einer Diagnose von wenigen Worten ausgestattet. Der
Name dürfte vom Dorfe Samangki im Hinterlande von
Makassar stammen, von wo auch meine Fänger den Falter
mitbrachten. Samanga ist jedenfalls die größte harına-
Form mit 50 mm Flspannung und trägt die satteste Gelb-
färbung, ein ausgesprochenes Zitronengelb, während die
anderen Formen eher schwefelgelb zu nennen sind. Der
schwarze Rand des Vfl ist ziemlich schmal, nicht so breit
wie bei Javastücken, was auch Hopffer bestätigt, und
zeigt Neigung, über den Adern in das gelbe Gebiet ein-
zudringen, wodurch er nach innen leicht gezähnt erscheint.
Die Unterseite beider Fl ist völlig zeichnungslos. Fruhstorfer
gibt als Heimat nur Süd-Celebes an, nach Norden scheint
das Tier wirklich sehr selten zu werden, denn im ganzen °
in Palu zugebrachten Jahre fing ich nur ein einziges Exem-
plar im Januar 1913 bei Kalawara, doch hat auch Hopfter
die Art aus Nord-Celebes erhalten. Piepers brachte in
seiner langen Sammelzeit nur drei Exemplare (Makassar,
Bantimurung) zur Strecke, Rothschild aber meldet „a large
set“. Holland erhielt den Falter nicht, den auch Kükenthal
nicht erbeuten konnte, wie ihn auch Vollenhoven nicht von
Celebes kannte. Mein einziges Nordstück unterscheidet
sich nicht von der großen Serie aus dem Süden, so daß
hier von einer Differenzierung nicht zu sprechen ist. Im
Süden scheint samanga das ganze Jahr hindurch zu
fliegen und befand sich in einzelnen Stücken in allen Aus-
beuten, welche meine Sammler brachten. Maros, Bantı-
murung, Samangki und Montjolo&@ sind die Fundorte.
Puchheim bei München, im April 1919.
Berichtigung.
Aus einer Publikation des Lord W. Rothschild (Nov.
Zoolog. XXI. 1915 pag.113) ersehe ich, daß Butlers Name
flava sich gerade auf von Wallace 1858 auf Celebes ge-
sammelte crocale-Stücke bezieht. Damit verfällt Fruh-
storfers Benennung der hochgelben Form als celebica
und muß No. 85 dieser Liste mit Catopsilia crocale
Cramer — flava Butler überschrieben werden.
E. Lange. Lebensgeschichte von Larentia cambrica Curt. 211
Beitrag zur Kenntnis der Lebensgeschichte
von Larentia cambrica Curt.
Von Sprachlehrer E.Lange, Freiberg.
a
Im Herbste 1917 klopfte ich in einem Seitentale der
oberen Freiberger Mulde im Erzgebirge neben vielen
anderen Spannerraupen auch eine Anzahl meist erwachsene
Raupen von Larentia cambrica Curt. Dieses Tier
war mir neu. Es war das erste Mal, daß ich in diesem
Talgrunde sammelte. Im Muldentale selbst, sowie in den
zahlreichen anderen Seitentälern von Bienenmühle bis weit
hinauf ins Gebirge hatte ich bis dahin weder einen Falter
noch eine Raupe von cambrica gefunden und erst im
September des verflossenen Jahres entdeckte ich einige
Raupen in einem bei Bienenmühle gelegenen Grunde.
Gerade im letzten Jahre habe ich weit und breit alle
Gebirgstäler des oberen Erzgebirges von Deutsch-Einsiedel
ab bis nach Hermsdorf-Rehefeld oft und gründlich durch-
stöbert, ohne jedoch einen weiteren Fundortvoncambrica
zu entdecken. Das Vorkommen dieser Larentia scheint
demnach nur auf die beiden oBigen Seitentäler beschränkt
zu sein, wenigstens in bezug auf die nähere und weitere
Umgebung von Bienenmühle, doch wird sie in der
„Fauna von Sachsen“, 1905, noch von Reitzenhain, Johann-
georgenstadt und Wildental im Erzgebirge aufgeführt und
zwar als „selten“. Es kann aber wohl mit Sicherheit an-
genommen werden, daß ihre Verbreitung eine größere ist
als man glaubt. Leider wird unser Erzgebirge wenig von
sächsischen Entomologen besucht, sodaß es noch zu wenig
entomologisch erschlossen ist. Vielleicht wird es nun in
Zukunft anders, wo die früher so beliebten Sammelreisen
nach Tirol und in die Alpen infolge der ungeheuren
Verteuerung der Eisenbahnfahrten vielfach unterbleiben
werden. An Schönheiten ist unser Erzgebirge ebenfalls
sehr reich und auch an Schmetterlingen, besonders an
selteneren Eulen und Spannern.
Larentiacambrica istallerdings nur dort zu finden,
wo die Futterpflanze ihrer Raupe, die Eberesche, Sorbus
aucuparia, in Menge wächst; wo diese fehlt, ist das Suchen
zwecklos. Vorbrodt erwähnt auch die Heidelbeere als Futter-
Pflanze, doch habe ich daran noch keine Raupe entdecken
212 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
können. Durch die beiden Seitentäler, wo ich cambrica
fand, führen breite Straßen, Gebirgsbäche rauschen herab,
zu beiden Seiten der Straße ist Hochwald, meist aus
Fichten bestehend, hier und da mit Buchen durchsetzt.
Unterholz ist überail in üppiger Fülle vorhanden und zwar
besteht, es aus Himbeergestrüpp, Ebereschen, Holunder
(Sambucus racemosa), Heidelbeere und vereinzelten Geiß-
blattbüschen. Im allgemeinen sind diese Talgründe, die
vom Muldental ziemlich rasch bis nach dem Gebirgskamme
ansteigen, der hier ca. 800 m hoch liegt, sehr feucht, obgleich
sie im Gegensatz zu dem breiten Muldentale von Nebeln
meist verschont bleiben.
Ich klopfte die Raupen 1917 Ende Septämbän sowohl
von den Aesten hoher Ebereschenbüsche als auch von
ganz niederen, jungen Bäumchen. Bei nur geringer
Erschütterung fielen die Raupen noch nicht herab, da sie
sich an der Unterseite der Blätter anspinnen. Oefter ließen
sie sich an schnell gesponnenen Fäden ein Stück herab.
Die eingetragenen Raupen verpuppten sich bald in
Moos, lieferten aber im Junı des nächsten Jahres nur wenig
Falter von auffallend geringer Größe. Ein Teil der Puppen
war vertrocknet, der größte Teil der Raupen schien gestochen
gewesen zu sein.
Ein außerordentlich reiches Cambrica-Jahr wär 1918.
Anfang Juli saßen die ersten Falter an den Stämmen der
Fichten, selten an den Aesten der Ebereschen. Die meisten
saßen in Brusthöhe, einige jedoch auch weit oben oder
weit unten an den Stämmen. Ich besuchte das erstgenannte
Seitental bis gegen den 20. Juli öfter. Die Zahl der Falter
nahm bis dahin beständig zu und man hätte leicht Tausende
fangen können. Sehr auffallend war der Färbungsunterschied
der Tiere. Helle und dunkle Falter waren fast in gleichem
Prozentsatze vertreten. Während die hellen, typischen Falter
schon von weitem an den dunklen Fichtenstämmen zu
sehen waren, war es sogar für das geübte Auge schwer,
die dunklen Tiere am Stamme sofort zu entdecken. Das
Kleid dieser melanotischen Form wechselte von rauch- bis
schiefergrau ; die doppelte Binde auf den Vfl. und die sonstigen
schwarzen Strichzeichnungen des Typus bleiben jedoch
auch hier meist noch deutlich sichtbar. Nur bei wenigen
meiner Tiere neigen sie zum Verschwinden. Wie ich schon
oben bemerkte, sind die gezogenen Falter auffallend kleiner
E. Lange. Lebensgeschichte von Larentia cambrica Curt. 215
als die im Freien gefangenen und zwar beträgt die durch-
schnittliche Größe der gezogenen Stücke 26 mm, die kleinsten
messen 22, die größten 23 mm, während das Durchschnitts-
maß der gefangenen 32 mm, das Mindestmaß 30 und das
Höchstmaß 36 mm beträgt. Worin dieser auffallende Größen-
unterschied seinen Grund hat, vermag ich nicht zu sagen.
Bei trockenem und sonnigen Wetter flogen die Schmetter-
linge bei Annäherung leicht ab und es war schwierig, sie
ins Netz zu bekommen, da sie gleich hoch gingen und ım
Zickzack schnell dahinflogen. Am zeitigen Vormittag oder
bei trübem und kühlem Wetter saßen sie aber ziemlich fest
und konnten bequem abgenommen werden. Ich sammle die
Spanner jetzt für gewöhnlich in den bekannten runden
Fangschächtelchen mit Glasboden, worin sie fast immer
ruhig sitzen, wenn man die Schachteln mit dem Glasboden
nach unten in dazu passende Kartons einstellt. Im Giftglase
beschädigen sich die zarten Spanner fast immer.
Da cambrica im Juli 1918 so überaus zahlreich auf-
trat, versuchte ich Eierablage zu erzielen, um das Tier
zu ziehen. Ich stellte einen Zweig von Eberesche ins
Wasser und dann in ein sehr großes Hafenglas, das ich
mit Gaze überband. Die eingesetzten @Q blieben noch einige
Tage am Leben, starben aber dann ohne ein Ei abgelegt
zu haben: Bei neu eingesperrten QQ war es ebenso. Darauf
versuchte ich es mit der Fütterung der Falter. Ich spritzte
täglich mehrmals Zuckerwasser auf die Blätter, das die
Schmetterlinge gierig aufsogen. Nun begannen sie auch
mit der Eierablage, die nicht nur in der Nacht, sondern
auch bei Tage stattfand. Die länglichen, glatten, einfarbig
weißgrünlichen Eier wurden mit Vorliebe auf die Oberseite
der Blätter dicht in die Rinne neben der Mittelrippe fest-
geklebt. Schon nach Verlauf von wenig Tagen färbten sie
sich dunkel, wurden zuletzt blauschwarz und ergaben die
grünen Räupchen, die sich sofort an die Unterseite der
Fiederblättchen begaben, sich dort an der Seitenrippe fest-
spannen und zuerst die Epidermis verzehrten. Siewuchsenver-
hältnismäßig rasch heran, in fünfWochen warensieerwachsen.
Ein größerer Teil der Eier war jedoch nicht geschlüpft,
vielleicht waren sie mit Zucker inkrustiert worden oder
aber der sich sehr bald bildende Moder hatte sie getötet.
Im August und September waren die Cambrica-
Raupen so zahlreich an allen Sorbusbüschen, daß die Fraß-
214 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
spuren überall deutlich zu erkennen waren. Sie saßen immer
nur auf der Unterseite der Blätter, niemals oben und zwar
stets an einer Rippe, die kleinen an den kleinen Querrippen,
die großen an der stärkeren Längsrippe. Trotz ihrer saft-
grünen Färbung sind sie leicht zu sehen, wenn man die
Zweige umdreht. Die kleinen Räupchen lassen sich gern
ein Stück an einem Faden herab, die größeren dagegen
sitzen ziemlich fest auf ihrer Seidenunterlage. Es empfiehlt
sich, sie mit dem Blättchen, auf dem sie sitzen, abzupflücken,
da man die zartgebaute Raupe beim gewaltsamen Losreißen
leicht verletzt. Es ist geradezu staunenswert, wie die
Tiere spinnen können. Meine Zuchtkästen waren bald ganz
filzig versponnen, meist am Deckel oder in den Ecken. Nicht
selten waren die Raupen derartig in das Netzwerk verstrickt,
daß ich um ihr Leben fürchtete; alle aber wußten sich
geschickt und scheinbar ganz bequem daraus zu befreien.
Ueber die Färbung der Raupen will ich noch folgendes
angeben: Im allgemeinen ist die Färbung saftgrün, bei
größeren auch gelbgrün, doch sind so gefärbte Raupen
meist angestochen, was ziemlich früh zu geschehen scheint.
Man erkennt die infestierten Raupen leicht an der unnatür-
lichen Verdickung der letzten Körpersegmente; bei vielen
sieht man auch die weißlich grüne Made durchschimmern.
Ein geringer Druck genügt oft schon, um die Made aus
dem Darm zu entfernen, doch sind die Raupen damit nicht
kuriert, sie gehen alle an der Operation ein.
Zu beiden Seiten des Körpers befinden sich zwei breite, _
gelblichgrüne Streifen. Die Seitenkante ist zwischen den
Ringeinschnitten wulstig verdickt. Bei der vorletzten Häutung
erhalten die Raupen meist ein schönes Zeichnungsornanient
von etwa karminbrauner Farbe. Diese Zeichnung zeigt
sich auf der Bauchseite bereits an den ersten 3 Brustringen
und ferner zwischen dem 5., 6. und 7. Ringe. Hier setzt sich
dieses Ornament gewöhnlich nach oben zu fort und ver-
einigt sich auf dem Rücken. Bei meinen aus dem Ei
gezogenen Tieren war diese schöne Zeichnung besonders
scharf und ausgedehnt. Bei keiner einzigen fehlte sie.
Umsomehr war ich erstaunt, bei vielen im Freien gefundenen
Raupen diese Zeichnung zu vermissen. Nur bei wenigen
war sie mehr oder weniger deutlich. Ich bemerkte, dab
Raupen ohne Ornament meist angestochen waren. Es könnte
somit ein Zusammenhang bestehen zwischen der die Säfte
aufsaugenden Made und der Auswirkung der rotbraunen
E.Lange. Lebensgeschichte von Larentia cambrica Curt. 215
Färbung. Nach dem Kopfe zu verjüngt sich die Raupe
etwas. Der Kopf selbst ist klein und herzförmig und der
ganze Körper ist mit vielen schwarzen Härchen besetzt.
Da der Falter eine verhältnismäßig lange Erscheinungs-
zeit hat, sodaß man auch noch im August frisch geschlüpfte
Tiere findet, kann man auch die Raupen in allen möglichen
Größen finden, und noch im Oktober sind kaum halber-
wachsene anzutreffen, dıe dann aber meist den ersten
Herbstfrösten zum Opfer fallen. Besonders werden im
Herbst 1919 viele Raupen durch den zeitig eintretenden
Winter zugrunde gegangen sein.
Die erwachsene Raupe kriecht am Stamme herab und
verpuppt sich an der Erde im Moos. Die ziemlich dicke
und hinten plötzlich verdünnte Puppe ist teils gelblich-, teils
etwas rötlichbraun, die Flscheiden dagegen sınd grün.
Es ist anzunehmen, daß die Puppe besonders im Früh-
jahr viel Feuchtigkeit braucht, woran ich es leider bei der
Zucht habe fehlen lassen. Bei späteren Zuchten werde ich
das nicht vergessen und hoffe dann, bessere Erfolge zu
erzielen.
Im vergangenen Jahre waren die Falter wieder nicht
selten, erschienen aber etwa drei Wochen später als im Jahre
1918, was wohl eine Folge des kalten Sommers war. Zum
Raupensuchen kam ich jedoch zu spät, der Winter kam
mir über den Hals.
In England, wo alle Schmetterlinge gern mit ihren
populären Namen belegt werden, heißt Larentia cam-
brica,„TIhe Welsh Wave“ oder auch „The Cambric Wave“.
Dort wurden die ersten Falter 1839 entdeckt und zwar
in Cardiganshire in Wales. Curtis bildete die Art zuerst
ab und beschrieb sie.
In England kommt auch die dunkelgrau übergossene
Abart nicht selten vor, hauptsächlich in Yorkshire, im
Sheffield- und Rotherhamdistrikt. Heute ist die Art in
Großbritannien weit verbreitet und zwar von Wales
(Merionethshire und Cardiganshire) durch ganz Nordengland
bis Inverness in Schottland; auch in Irland kommt sie vor.
(Nach South: The Moths of the British Isles.) Die Art geht
durch Nord- und Mitteleuropa bis Japan. Auch in Nord-
amerika findet sie sich und zwar von: New-York bis Van-
couver.
216 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Seitz führt fünf Abarten von Lar. cambrica an:
a) ab.pygmaea TIgstr.: eine kleine Form mit ein-
geschnürtem Zentralfeld;
b) ab. latefascıata Strand mit sehr breitem Mittel-
feld und parallelen Linien;
c) ab.webbiProutmitfast verloschenen Zeichnungen;
d)ab.bradyi Prout (-nigricaria Rbl) mit einfarbig
dunkel übergossenen Fl;
e) ab. lofthousi Prout mit gleichfalls dunkel über-
gossenen Fl, aber mit einem noch verbleibenden
weißen Längsstrahl im Distalfeld.
Nach diesen Angaben würden meine erzgebirgischen
melanotischen Stücke zu ab. bradyi Prout gehören.
Beobachtung von Deiopeia pulchella L.
in Ost-Preussen.
Von Dr. G. Steimmig, Ludwigshafen (Rh.)
In meiner Sammlung befindet sich noch ein Exemplar
von Deiopeia pulchella L., welches ich 1893 in Neukrug
bei Landsberg ın Ost-Preußen gefangen habe. Es handelte
sich um ein vereinzeltes Stück, und ich habe auch in
späteren Jahren an dieser Stelle keine weiteren mehr
beobachtet. Dr. P. Speiser machte mich freundlichst auf
das Interessante dieses Fundes aufmerksam, mit der Angabe,
daß der Falter in Nordostdeutschland als einzelne Selten-
heit in je-1 Exemplar bei Rastenburg 1844 und bei Heubude
1841 gefangen wurde. (Siehe auch P. Speiser: Die Schmetter-
lingsfauna der Prov. Ost- und Westpreußen.)
E. Strand. Kr.Bem.u.Ber.z.Supplbd.!d.Hamps. „Catal.ofthe Lep. Phal.“, 217
Kritische Bemerkungen und Berichtigungen
zum Supplementband I des Hampson'’schen
' „Catalogue of the Lepidoptera Phalaenae“.
Von Embrik Strand, Berlın.
Während des Krieges ıst (1914) ein Supplementband I
zu Hampsons Cat. Lep. Phal. Brit. Mus. erschienen, der Er-
gänzungen und Berichtigungen zu den beiden ersten Bänden
genannten Werkes, also zu den Syntomididae (Amatidae),
Nolinae und Lithosiinae bringt. Hampsons Katalog ist in
den Ruf eines der bedeutendsten Werke der ganzen lepi-
dopterologischen Literatur gekommen, was, soweit es die
13 vor dem Kriege erschienenen Bände betrifft, zweifellos
auch berechtigt ist. Um so bedauerlicher ist es, daß der
hier zur Besprechung vorliegende Band derartig schwere
Fehler und Mängel aufweist, daß diese nicht nur durch
Mangel an Sorgfalt, sondern auch an Gewissenhaftigkeit
entstanden sein müssen. Es wiederholt sich offenbar bei
Hampson die schon bei so vielen Autoren gemachte Er-
fahrung, daß sie, anfangs sorgfältig arbeitend, allmählich
mehr nachlässig werden, je mehr sie als „Autoritäten“
zur Geltung gelangen und als solche die Kritik weniger
zu fürchten brauchen. Da Hampsons Unzuverlässigkeit in
dem vorliegenden Band hauptsächlich in seiner Behandlung
bezw. Nichtberücksichtigung der deutschen Literatur sich
äußert, so läge es nahe, dieselbe durch den Krieg zu er-
klären. Dem wird aber wohl nicht so sein, denn der Band
ist am Anfang des Krieges erschienen und wird daher
höchstwahrscheinlich nicht bloß verfaßt, sondern auch zum
großen Teil oder sogar ganz gedruckt gewesen sein, als
der Krieg ausbrach. Daß Hampson‘ nicht einmal den
Versuch gemacht hat, die deutsch beschriebenen und nicht
abgebildeten Arten zu deuten, sondern sie entweder tot-
schweigt oder sie ganz willkürlich irgendwo als Synonyma
anhängt oder, in ebenso bequemer Weise, sie als „unre-
cognised Species“ aufführt, werde ich durch die im folgenden
angegebenen Beispiele näher nachweisen. — Eine auch in
den vorhergehenden Bänden des Kataloges unangenehm
auffallende Eigentümlichkeit der Hampson’schen Nomen-
klatur, nämlich daß er Dedikationsnamen oder geographische
218 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Namen, die Buchstaben enthalten, die im lateinischen Al-
phabet nicht vorkommen, „verbessert“, richtiger gesagt
entstellt, finden wir auch in diesem Bande wieder. So hat
esZ.D. Ceryx cuehni statt kühni, ceiensis statt
keiensis, craushayi statt crawshayi; Amata
williami schreibt er vılliami,owstoni wird in ous-
tonı verwandelt, jankowskvyi läßt er als jancouscyi
figurieren USW. Daß „k“ und „w“ keine lateinische Buch-
staben sind und daher, streng genommen, in unserer
lateinischen Nomenklatur nicht vorkommen sollten, stimmt
schon, ‚dennoch sind aber diese Hampson’schen „Ver-
besserungen“ unsinnig und sie streiten direkt gegen die
geltenden zoologischen Nomenklaturregeln. Wohl nicht
aus Prinzip, sondern aus Mangel an Genauigkeit erklären
sich die Hampson’schen „Verbesserungen“: Frühstorfer
statt Fruhstorfer, Erhmann statt Ehrmann usw. — Daß in
diesem Bande keine Bestimmungstabellen enthalten sind,
ist auch ein Mangel im Vergleich mit den vorhergehenden
Bänden. Daß der Band ein Ergänzungsband ist, hindert nicht,
daß solche hätten gebracht werden können und müssen. —
Wir gehen damit zur Besprechung einiger Einzelfälle Re
Pag. 28 führt Hampson Syntomis alicia var. apı
calıs Strand (in: Entom. Rundschau 26. p. 109 [1909]) “
Synonym auf, ebenso wie alicia var. mogadorensis
Blachier und al. var. damarensis Grünbe. Meine api-
calıs ist aber durchaus nicht Synonym, vorausgesetzt, daß
man sich auf die von Hampson ın seiner Monographie von
1898 gegebene Darstellung in Wort und Bild verlassen
kann, die angeblich nach der Type gemacht ist. Bei
apicalis ist die Grundfärbung mehr blau als grün und
der Glasfleck ım Felde 6 ist länger und schmäler (5 mm
lang, 1 mm breit, die Flecke in den Feldern 3. und4
sind nur etwa 4 mm lang). — Pag. 61 wird Thyretes
misa Strand (in: Ann. Soc. Ent. Belg. 55. p. 146 [1911])
als Synonym von Thyretes negus Obthr. aufgeführt,
was als Beweis dafür dienen kann, daß man zu den syno-
nymischen Angaben Hampsons absolut kein Ver-
trauen haben kann, wenn es sich um Arten handelt,
die in deutscher Sprache beschrieben und nicht abgebildet
sind. Man vergleiche die Abbildung von negus in Ober-
thürs Etudes d’Entom. III, t. 3, f. 3 (Hampson zitiert hier in
seiner Monographie falsch f >) mit meiner Beschreibung,
um sich zu überzeugen, daß Hampson entweder überhaupt
E. Strand. Kr.Bem.u.Ber.z.Supplbd.I d.Hamps. „Catal.oftheLep.Phal.“. 219
nicht Deutsch versteht oder er hat meine Beschreibung gar
nicht gelesen; in beiden Fällen dürfte er sich aber. natürlich
kein Urteil über meine Art anmaßen! Zum Beispiel ist
in meiner Beschreibung kategorisch festgestellt: „In der Zelle
der Vfl kein hyaliner Fleck“, die Abbildung von Oberthür
l.c., ebenso wie die Beschreibung von Hampson (1898)
heben aber eben den großen, dreieckigen, hyalinen Fleck
in der Zelle als ein Charakteristikum für negus hervor!!
Ferner ist der apikale der drei Saumflecke der Hfl bei
misa viel kleiner als die beiden anderen, was beinegus
nicht der Fall ist. Ferner ist meine Art größer, etc. etc.
Schon das verschiedene Vorkommen: negus in Abys-
sinien, misa in Togo, hätte zu Vorsicht beim Synony-
misieren mahnen müssen. Freilich hat Hampson 1898
negus auch aus Sierra Leone und Nyassaland angegeben,
wie vertrauenswürdig die Angaben sind, dürfte aber eine
Frage sein und jedenfalls ist die typische Lokalität Abys-
sinien. Wie von mir schon angegeben, ist misa mit
caffra am nächsten verwandt. — Pag. 383—387 werden
einige von mir im Archiv für Naturgeschichte 78, Abt. A.
Heft 6 (1912) beschriebene afrikanische Syntomi-
diden nur erwähnt, bloß mit Hinweis auf Beschreibung
und Lokalität, ohne daß Hampson auch nur den Versuch
macht, diese Formen zu deuten. Es sind: Apisa sjö-
stedti v. homopunctata Strand (. c. p. 185), A. chryso-
pyga v.ruficilla Strand (l.c. p. 184), A. monotonica
ab. deannulata Strand (l.c.p. 184), Metarctia inväaria
ab. pusillima Strand (l.c.p 187), Balacra preussi
ab.longimaculata Strand (l.c.p.189), Balacra flavi-
macula ab. elegantissima und ab. monotonia
Strand (l.c.p.191). — Ferner stellt er die Gattung Thyret-
arctia Strand (l. c. p.189) als Synonym zu Metarctia,
was wegen Abweichungen im Geäder ganz falsch ist
. (vgl. meine Beschreibung I. c. p. 189). — Pag. 3837 —388 führt
Hampson unter „unrecognised species“ z. T. falsche Loka-
litätsangaben an, indem er die betreffenden, von mir
beschriebenen Arten in allen Fällen aus „Cameroons“
stammen läßt, trotzdem es schon im Titel der betreffenden
Arbeit angegeben war, daß das Material teils aus Kamerun
und teils aus Spanisch Guinea stammte und genaue Lokalitäts-
bezeichnung bei jeder Art angegeben war.
Hampsons Behandlung der von mir (hauptsächlich im
Archiv f. Naturgeschichte 78. Jahrg. Abt. A. Heft 7 [1912])
220 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
beschriebenen Lithosiinen ist womöglich noch unverant-
wortlicher als die der Syntomididen. Daß er p. 633 meine
Chionaema rubriterminalis Strand (l. c.1912. p. 188)
als Synonym von rubritermina Beth.-Bak. aufführt, ist
dabeı wenig zu beanstanden, denn ich hatte schon selbst auf
die Möglichkeit hingewiesen, daß rubriterminalism.®
zu rubritermina B.-B. g' gehören könnte und dement-
sprechend den neuen Namen ausdrücklich nur als Even-
tualitätsnamen bezeichnet. Mit der bloßen Behauptung
seitens Hampson ist aber die Sache nicht erledigt. — Daß
Hampson sich auch nicht die geringste Mühe gegeben hat
um die deutsch beschriebenen Formen beurteilen zu können,
zeigt p. 729 charakteristischerweise. Hier sind zwei von
mir aufgestellte Aberrationen von Thumatha incon-
stans Butl. erwähnt, aber nur in einem Falle ist eine
Diagnose dazu gegeben, die schon in Hampsons Mono-
graphie vom Jahre 1898 enthalten war, im anderen Falle,
wo nur meine deutsche Diagnose existiert, wird nur der
Name der Form angeführt! Daß bei den „unrecognised
species“ nicht wenigstens angegeben wird, wo die Type
sich befindet, ist charakteristisch für die ganze Tendenz,
die darauf hinausgeht, daß nur das zu berücksichtigen ist, was
im British Museum oder wenigstens in englischen Samm-
lungen enthalten ist. — Pag. 792 führt Hampson unter Phi-
lenora unicolor Hopff. an: Ph. malagassa Strand
(in: Archiv f. Naturg. 78 [Hampson gibt unrichtig 88 an!],
Heft-7. p. 193 [1912]) und Ph. nyassa Strand (l. c.) ohne
ausdrücklich anzugeben, ob er diese als Synonyma oder
Nebenformen aufgefaßt wissen will. Daß beide von uni-
color ganz verschieden sind, habe ich I. c. ausführlich be-
gründet; diese Begründung wird aber von Hampson ein-
fach ignoriert. Ph. malagassa Strand dürfte mit Ph.
pluripunctata Mab. (in: Ann. Soc. Ent. France 1899.
p- 725) verwandt sein, aber u. a. durch die entschieden
orangerötliche Färbung leicht zu unterscheiden, der bei
malagassa vorhandene subkostale Diskozellularflek der Vfl
scheint bei pluripunctata zu fehlen, etc. Ich habe l.c.
(p. 195) auch noch eine Philenora asuraeformism.
beschrieben. — Nach wie vor führt Hampson die Gattung
Eılema Hb. als Ilema auf, trotzdem er nicht bestreiten
kann, daß Eilema die ursprüngliche Schreibweise ist.
Als Vorwand wird dann, wie bei den Entstellungen der
Dedikationsnamen (siehe oben!) vorgebracht, daß Ilema
Messe. une u u Fu ee De Me ee ei u
E.Strand. Kr.Bem.u.Ber.z. Supplbd.I d.Hamps. „Catal.oftheLep.Phal.“. 221
lateinisch richtiger ist. Das zugegeben, darf aber dennoch
nicht die ursprüngliche Schreibweise geändert werden,
sonst würde man recht viele „Verbesserungen“ und — will-
kürliche Aenderungen unter den Namen der zoologischen
Genera erleben müssen ! — Daß Hampson meine Eilema-
Arten zitiert, als wenn ich auch die Gattung llema ge-
nannt hätte, ist eine weitere Ungenauigkeit oder Entstellung
seinerseits. Pag. 495 wird E. eningae v.pia Strand nur
erwähnt ohne Diagnose oder Patria-Angabe und ohne über-
haupt zu versuchen, meinen Nachweis, daß Hampson ın
seiner Monographie die Hauptform dieser Art verkannt
hatte, zu entkräften. E.angulistrigata Strand ähnelt
zwar sehr E. fuscicorpus Hampson, ist aber kleiner
(uscicorpus spannt 32|g'] — 38[Q] mm), düsterer gefärbt
ohne entschieden gelbe oder braune Färbung, die Binde
bildet nicht einen so tiefen Winkel, etc. E.androconia
Heyn (Soc. Entom. 19. p. 25 [1904]) ist ein Synonym von
creatoplaga Hamps..1901. Ob E.proleuca Hamps.
1914 von meiner subgriseola (1912) spezifisch verschieden
ist, muß erst weiteres Material entscheiden. Seine Art
spannt 24 mm bei 11 mm Vfllänge, ihre Kostalbinde wird
als „broad“ und „whitish“ beschrieben, was freilich mit
dem Bild nicht recht harmonieren will, denn dies zeigt die
Binde verwischt hellgelblich, mäßig schmal, die Flspitze
nicht erreichend, von derjenigen meiner Art nicht wesentlich
abweichend. Letztere hat nicht so helle Hfl wie Hampsons
Figur zeigt. E.sanguicosta Hamps. var. nyassana
Strand (l. c. p. 180) scheint Hampson als glattes Synonym
zu betrachten; meine Typen weichen aber von seiner Ab-
bildung ab durch ein wenig schmälere Vfl, die Kostalbinde
ist lebhafter rot und schärfer markiert, während die von
Hampson so deutlich abgebildete gelbe Subkostalbinde nur
noch erkennbar ist, die Hfl sind emfarbig ohne dunklere
Färbung im Kostalfelde. Beide Geschlechter meiner Form
liegen vor, unter sich nicht nennenswert abweichend. E.
uälleburgensis Strand (in: Archiv f. Naturgesch. 78. A.
Heft 9. p. 98, aus Spanisch Guinea) hat Hampson ganz über-
sehen. Sie erinnert an E. leia Hampson, ist aber ohne
graue oder braune, dagegen mit gelblicher Färbung, die
Vfl scheinen gestreckter zu sein, etc. E.jacobsi Hamps.
ZO14, ist Synonym zu E. trinitas: Strand 1912. 'E.?
(Phryganopsis?) verulana Strand ähnelt sehr Phry-
ganopsis straminea Hamps., aber die Vfl meiner Art
222 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
sind gestreckter mit weniger schrägem Saume und mehr
abgerundeter Spitze, ferner ist mein g' größer als Hampsons
einziges Weib, das 24 mm spannen soll bei 11 mm langen
Vfl. Letztere sollen bei straminea ‚irrorated with
brown“ sein, was ich an meiner Type, die gut erhalten ist,
nicht erkennen kann. E. schistaceola Strand (aus
Formosa) ist mit E.pulverea Wilem. (in: Entomologist
453.p. 178 [1910]) nahe verwandt, hat aber die Hfl und
Abdomen grau statt braun und die Patagia sind nicht hell
gefärbt, wie sie nach Hampsons Figur zu urteilen bei
pulverea sein sollen. Emakomensis Strand und sub-
grıseola Strand gibt Hampson fälschlich aus Kamerun an;
soll sein: Spanisch Guinea. — Phryganopsisnyassana
Strand ähnelt sehr Ph. flavicosta Hamps. © von Sierra
Leone, aber beide Fl sind einfarbig, die Vfl haben keine be-
sondere Kostalbinde und sind mehr langgestreckt als bei
flavıcosta. Das Bild von letzterer zeigt übrigens einen
dunklen Subapikalpunkt, der in der Beschreibung (wenig-
stens so wie diese im Supplementband wiedergegeben wird)
nicht erwähnt und vielleicht auf der Figur versehentlich an-
gebracht worden ist. Die Flspannung der E. flavicosta
soll 30 mm sein. Ph. unipunctana Strand aus Kamerun
hat mit Ph. unipuncta Hamps. aus Algier nichts zu tun.
Sıe ist düsterer, etwa hell rehfarbig gefärbt, ohne entschieden
gelbliche Färbung so wie unipuncta nach dem Bild
Hampsons haben soll; zwischen Vfl und Hfl ist kein auf-
fallender Unterschied und NB der schwarze Punkt der
Vfl findet sich in oder ein klein wenig innerhalb der Mitte,
während er bei unipuncta, nach Hampsons Figur zu
urteilen, fast doppelt so weit von der Flbasis wie von der
Flspitze entfernt ist. Ph. celida Beth.-Bak. ist durch ihre
lebhafte gelbe Färbung leicht zu unterscheiden. — Ph.
monotonia Strand erinnert an Ph.squamosa Beth.-
Bak., ist aber noch dunkler, die Vflsind breiter mit stumpferer
Spitze und dementsprechend weniger schrägem Saum, die
Stirn, diebeisquamosa „blackish“ sein soll, ist hier höchstens
graulich, et. Ph.squamosa spannt 22 mm, meine Art
18,5 mm. Ph. flavıfrontella Strand und tessman-
niana Strand gibt Hampson fälschlich aus Kamerun
statt aus Spanisch Guinea an. Ebenso Pusiola celi-
danaStrand. Ph.subasperatella Strand (in Archiv
f. Naturg. 78. A. Heft 7. p. 173 [1912]) hat er ganz über-
sehen.
E. Strand. Kr.Bem.u.Ber.z.Supplbd.I d.Hamps. „Catal.oftheLep.Phal.“. 223
Die Gattung Chrysaegliodes Strand nennt Hamp-
son ee Strand, die Gattung Pliniola
Strand (l. c. 7.p. 185) hat er überhaupt nicht.
Asura güntheri Strand heißt bei Hampson gun-
theriı und wird fälschlich aus Kamerun statt aus Spanisch
Guinea angegeben. A. magica Strand ist sehr ähnlich
Asura trıicolor Wilem. (sub Miltochristaın: Ento-
mologist 43. p. 244 [1910]), weicht aber ab u.a. durch die
zweı zahnförmigen Fortsätze der sublimbalen Binde der‘
Vfl, indem diese Binde bei tricolor außen sägezähnig
ist, ‘ohne daß zwei der Zähnchen sich zu größeren Fort-
sätzen entwickelt hätten. — Miltochrista koshunica
Strand ähnelt sehr M. dentata Wilem., aber u. a. dadurch
leicht zu unterscheiden, daß die antemediane Binde schwach
und gleichmäßig gekrümmt ist, während sie bei dentata,
nach Hampsons Bild zu urteilen, einen scharfen Winkel
bildet, ob letzteres aber genau ist, scheint mir etwas fr aglich
zu sein, wie ich auch nicht ganz sicher bin, ob die von Hamp-
son als dentata Wilem. dargestellte Form mit derjenigen
identisch ist, die ich in meiner Arbeit über Sauter’s For-
mosa-Lithosiinen unter diesem Namen behandelt habe.
ES E>
Im Anschluß an diese Bemerkungen schlage ich im
folgenden systematische Namen für einige Nebenformen
von Amatiden (Syntomididen) vor, die Hampson zwar
diagnostiziert, aber nicht benannt hatte. Weitere solche
Benennungen im Anschluß an Hampson habe ich früher
an Nanderen Stellen vorgeschlagen*).
*) Strand, Neue Aberrationen der Noctuiden-Subfamilie Cato-
calinae..In: Archiv f. Naturgesch. 1913. A.8.p. 63— 77. Zur Kenntnis
der Noctuidengattung Maurilia Möschl. 1. c. 1914. A. 11.p.163— 166.
Neue Aberrationen der Noctuiden-Subfamilie Acronyctinae.1.c.1915.
A. 11.p.150—166. Neue Aberrationen der Noctuiden-Subfamilien
Agrotinae und Cuculliünae.1l.c. 1915. A.12.p. 142—149. Neue Aber-
rationen der Noctuiden-Subfamilien Euteliinae, Stictopterinae, Sarro-
thripinae und Acontiinae. l.c. 1916. A. 1.p. 73—93. Neue Aberra-
tionen der Noctuiden-Subfamilien Hadeninae, Erastriinae, Catocalinae,
Mominae und Phytometrinae. 1. c.1916. A. 2.p. 28—50. Neue und
wenig bekannte Nebenformen von Syntomididen. 1. c. p. 79— 86.
Neue Nebenformen indischer Heterocera.l.c. p. 86— 89. Neue Neben-
formen exotischer Heterocera.1.c. 1916. A. 3. p.7”—11. Ueber einige
224 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Gen. Amata F.(Syntomis 0.) A.miozona Hamps.
var. magila Strand n. var.Q. Die Fl mehr purpurschwarz
mit Ausnahme des Kostalfeldes der Vfl; die Fransen nicht
weiß unter (hinter) der Spitze. Magila in Deutsch - Ost -
Afrika. — A.croceizona Hamps. ab. depurpuralis
Strand n. ab. Die Fl sind metallısch grün statt purpur-
farbig überzogen. Rhodesia. — A.janko wskyi Rothsch.
ab. torquatella Strand n. ab. Im Vfl ist ein ‚hyalıner
Fleck oberhalb der Basis der Rippe 2. China.
Gen. Stictonaclia Hamps. St. marıa Obthr.ab.hova
Strand n. ab. @. Einfarbig gelbes Abdomen, das Wurzel-
feld der Fl ganz gelb, die schwarzen Felder gelblich an-
gelaufen. — Madagaskar.
Gen. Apisa WIk. A.albimacula Hamps. ab. mabira
Strand n. ab. Im Vfl ist der subbasale Fleck verwischt,
die anderen Flecke kleiner und oberhalb der Rippe 7
findet sich kein rötlicher Fleck. — Uganda.
Gen. Metarctia WIk.M. lateritia H.-Sch.ab.abyssi-
nibia Strand n. ab. Thorax und Vfl gleichmäßig braun
übergossen. Abyssinien. -— M.flavivena Hamps. var.
zegina Strand n. var. Im Vfl sind die Rippen scharlach-
rot, ım Hfl sind die Internervalräume dunkelbraun aus-
gefüllt. Abyssinien. — M.flavivena Hamps. var. pa-
nyamana Strandn. var. Im Vfl sind die Rippen scharlach-
rot, die Hfl hell karminrot. N. Nigeria. — M.pallida
Hamps. var. kumasina Strand n. var. Kopf, Tegulae und
Abdomen rötlich gelb. Goldküste und Abyssinien.
Gen. Balacra WIk. B.testacea ÄAur. ab.microma-
cula Strand n. ab. Im Vfl sind die Flecke kleiner und
ohne gelbe Mitte. — Goldküste, Nigeria, Gabun, Uganda.
Gen. Phoenicoprocta Hamps. Ph. biformata Gibbs ab.
atripennis Strand n.ab. Vfl ganz schwarz. — Brit. Honduras.
exotische (exclus. asiatische) Syntomididen des Deutschen Entomo-
logischen Museums. In: Deutsche Entom. Zeitschrift 1915.p. 19—29.
H. Sauter's Formosa-Ausbeute: Syntomididae. 1. c. p. 29—35. Borer
saccharellus Gn. und drei neue orientalische Pyralididenformen. In:
Entom. Mitteil. III. p. 273—276 (1914). Agaristinae. In: Wagners
Lepid. Catalogus. Berlin (Junk) 1912. Arctiinae. 1. c. 1919. Bemer-
kungen über einige Anua-Arten. In Archiv f. Nat. 1913. A. 7.p.
170— 172. Zur Kenntnis der neotropischen Noctuidengattung Eugra-
phia Gn.1.c. 1913. A. 8. p. 62—3. Zweineue Formen der Noctuiden-
Gattung Gnamptonyx Hamps. 1. c. 1914. A. 2.p. 56—7,
ee ER
E. Strand. Kr. Bem.u.Ber.z.Supplbd.I d.Hamps.„Catal.ofthe Lep. Phal.“. 225
Gen. Euchromia Hb. E. epa Beth.-Bak. ab. nigrote-
gulalis Strand n. ab. Tegulae schwarz, metallisch blau
überzogen; ab. epana Strand n. ab. Die Binden des Ab-
domen sind an den Seiten und auf der Bauchfläche scharlach-
rot. — Brit. Neu-Guinea.
Gen. Episcepsis Butl. E.frances Dyar ab. albore-
ducta.Strand n. ab. Im Hfl ıst das weiße Feld der Unter-
seite verkleinert. — Mexiko, Venezuela, Guyana.
Gen. Ceramidia Butl. C. butleri Möschl. ab.impor-
tata Strand n. ab. Kopf, Thorax und Endhälfte der Vfl
leicht bläulich überzogen, Abdomen ebenso goldgrünlich. —
Costa Rica (?).
Gen. Napata WIk. N. pseudolelex Rothsch. ab.
cauca Strandn.ab. Die Unterseite beider Fl mit metallisch
blauen Flecken jenseits der oberen und unteren Ecke der
Zelle. — Cauca in Kolumbien.
Gen. Cyanopepla Clem. C. Dognini Rothsch. ab.
deguttata Strand n. ab. Im Vfl fehlt der Fleck unter
der Zelle. — Paraguay.
Gen. Delphyre WIk. D. varıans Hamps. ab. reduc-
tivitta Strand n.ab. Im Vfl ist die Binde reduziert zu
einem kleinen Fleck an der oberen Ecke der Zelle. —
Amazonas.
Gen. Heliura Butl. H.elongata Rothsch. ab. auran-
ticaput Strand n. ab. Der ganze Hinterkopf orangefarbig,
die Tegulae grauer, Abdomen mit orangefarbenen inter-
segmentalen Lateralbinden hinter dem Segment 4, die aber
nur an der einen Seite zu sehen sind. — Venezuela. _-
Gen. Eucereon Hb. E. hyalinum Kaye ab. caura
Strand n. ab. Die scharlachfarbenen Binden der Subter-
minal-Segmente sind oben nicht unterbrochen. Caura Tal
in Venezuela. — E.conspicuum Rothsch. ab. luteipectus
Strand n. ab. Auf Pectus und Abdomen ist die karmosin-
rote Färbung durch gelbe ersetzt. Costa Rica, Ecuador. —
E.griseatum Rothsch. ab. postfusca Strand n. ab. Hfl
gänzlich mit dunkelbraun übergossen. Peru.
Geh. Propyria Hamps. Pr. criton Druce ab. coate-
peciensis Strand n. ab. Die Unterseite der Vfl mit
weißem Wisch an der unteren Ecke der Zelle. Coatepec
in Mexiko. ab.orizabae Strand n.ab. Hfl unten weiß
mit Ausnahme der Randfelder. Orizaba.
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein XV
Iris zu Dresden. Jahrgang 1920.
226 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Gen. Ctenucha Kby. Ct.tucumana Rothsch. ab. ar-
gentinianaStrandn.ab. Schwarzbraun, die Zeichnungen
von Kopf und Thorax gelber; im Vfl sind die Striche in
geringerer Anzahl vorhanden und gelb und fehlen auf der
Subkostalrippe und den Rippen 7 und 8. Ärgentinien. —
Et. reducta Rothsch. ab. reductana, Strand n.ab.
Die Zeichnungen von Kopf, Thorax und Vfl gelb; ab.
reducetella Strand.n. ab. Die Basis’ der Palpentund
Striche auf den Patagia weiß, Pectus vorn an den Seiten
orange-scharlachfarbig, die Beine weiß gestreift, Vfl mit
feinen und weißen Strichen. Peru.
Gen. Epectaptera Hamps. E. discalis Schaus ab.
agualanıi Strand n. ab. Hfl gelb ohne scharlachfarbenen
Anflug. — Peru.
Richtigstellung der Angabenüber dieLebensweise und
Beschreibung der Raupe von Larentia luteata Schiff.
(Hydrelia lammeolaria Hufn.) bei Spuler und anderen.
Von Sprachlehrer E. Lange, Freiberg Sa.
Wenn man nach den Angaben bei Spuler und den vielen
anderen Autoren, die von ihm einfach abgeschrieben haben,
die Raupe von Lar. luteata suchen und bestimmen will,
wird man kaum zum Ziele gelangen; denn sowohl die Be-
schreibung als auch die Angabe der Lebensweise der
Raupe sind grundfalsch und deshalb vollkommen irreführend.
Im Spuler steht: „Die Raupe ist hell gelbbraun, mit
einer abgesetzten grauen Rückenlinie und einer schwarz-
grauen Linie an jeder Seite des Rückens (Nebenrückenlinie?),
seitlich ein schwarzgrauer, abwärts fein weiß gesäumter
Längsstreifen (Stigmenlinie), Kopf gelbgrau. (Nach Wilde.)
Lebt nach Roeßler in den Kätzchen der Erlen.“
Es ist geradezu verwunderlich, daß bisher noch keine
Berichtigung veröffentlicht worden ist, da doch der Falter
überall mehr oder weniger häufig vorkommt. Ich halte es
daher für meine Pflicht, die Dinge richtig zu stellen und
gebe mich der Erwartung hin, daß bei einer Neuauflegung
eines Schmetterlingswerkes oder Raupenkalenders eine
Korrektur vorgenommen wird. Soweit mir die Literatur
zur Verfügung steht, haben allein die Engländer die Sache
richtig angegeben, wenigstens teilweise, so Prout im Seitz
und South in „The Moths of the British Isles“.
en
E.Lange. Richtigst.üb.d. Lebensw.u.Beschr. d. Raupe v.Larent. lut.Schiff. 227
Prout sagt im Seitz ([V p. 269) unter dem Namen Hy-
drelia flammeolaria Hufn. (= luteata Schiff.): „R. fast zylin-
drisch, grün, fast zeichnungslos, die Einschnitte weißlicher.
An Ahorn und in manchen Gegenden an Erle“, und die
Angaben bei South lauten: „The caterpillar, which feeds in
August and September, on maple, and in the northern
counties, on alder, is green, inclining to whitish between
the rings“ (zu deutsch: „Die Raupe, welche im August und
September an Ahorn und in den nördlichen Grafschaften
an Erle lebt, ist grün, zwischen den Ringen zu weißlich
neigend“.)
Obgleich diese beiden, fast gleichen Angaben zum Teil
richtig sind, sind sie doch zu dürftig, als daß man darnach
die R. richtig :bestimmen könnte. Die mir vorliegenden
Raupenkalender von Blaschke und Schreiber stützen sich
ganz auf die Angaben bei Hoffmann resp. Spuler. Schreiber
gibt als Fangmonat für die Raupe wunderbarerweise den
März an. Vielleicht sollte die Erscheinungszeit mit dem
Vorhandensein der männlichen Erlenkätzchen in Einklang
gebracht werden.
Vorbrodt (Die Schm. der Schweiz Il p. 94) registriert
dieselben Angaben in bezug auf die Lebensweise der R.
wie bei Spuler, läßt diese aber dazu noch in den Kätzchen
der Birken leben und Culot (Noctuelles et Geometres
d’Europe vol. III p. 249) schreibt: „Chenille en aoüt-sep-
tembre, dans les chatons des aulnes et des bouleaux“.
Fritz Hoffmann (Die Schm. Steiermarks, IV p. 194), dieser
ausgezeichnete Beobachter, kennt zwar die Raupe nicht,
begegnet aber den Angaben bei Vorbrodt mit Mißtrauen
und fügt seinen Betrachtungen hinzu: „...ob wohl eigene
Erfahrungen vorliegen ?“
Welche Raupe Wilde vorgelegen und welche Raupe
Roeßler in den Erlenkätzchen (männlichen oder weiblichen?)
gefunden hat, ist und bleibt mir vollkommen rätselhaft.
Gezogen haben beide den Falter sicherlich nicht. Durch
ihre falschen Angaben haben sie aber eine große Verwirrung
angerichtet. —
Doch nun zur Sache.
In der Umgebung Freibergs ist Lar. luteata in
lichten Laubgehölzen, wo an etwas feuchten Stellen reich-
lich Erlengebüsch (Alnus glutinosa) vorhanden ist, überall
verbreitet, ohne jedoch häufig zu sein. Hier fliegt der
228 5 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
zierliche Falter mit Lar. obliterata zusammen in einer
einzigen, lang ausgedehnten Generation von Juni bis Anfang
August. Beim Durchstreifen der Gebüsche wird der kleine
und unauffällige Falter leicht aufgescheucht. Sein Flug ist
rasch aber nur kurz andauernd; bald setzt er sich wieder
auf irgendein Blatt, dabei mit den Flügeln auf und ab
schlagend. Abends besucht er gern in Gemeinschaft mit
obliterata, bicolorata und marginaria die mit
Honigtau überzogenen Blätter der Erlen und Zitterpappeln
und ist dann leicht zu fangen. Vor mehreren Jahren schon
trug ich seine Raupe ein und erzog daraus den Falter.
Dieses Jahr ging ich aber ganz besonders darauf aus, eine
Anzahl Lar. luteata und obliterata-Raupen einzu-
tragen. Zu diesem Zwecke besuchte ich mehrfach im Sep-
tember die Feldgehölze in der Nähe des Bahnhofs Klein-
waltersdorf bei Freiberg, die sogenannte Struth,. und fand
auch beide Raupenarten in ziemlicher Menge, wohl 10 Dtzd.
von jeder Art. Meist klopfte ich sie in den Schirm, suchte
sie aber auch von der Unterseite der Blätter ab. Ich fand,
daß die luteata-Raupe immer nur an älteren Erlen-
büschen zu finden ist, niemals an den ein- bis zwei-
jährigen Wurzelschößlingen. An den untersten, fast auf
dem Grase aufliegenden Aesten gab es keine Raupen,
was auch ganz erklärlich ist, da die Reibung der
Blätter auf dem Grase die Raupen beunruhigen würde.
Obwohl manche der Erlenbüsche frische und alte weibliche
Kätzchen trugen, habe ich niemals eine einzige Raupe an
oder gar ın denselben gesehen. Sie sitzen vielmehr lang
ausgestreckt an der Mittelrippe auf der Unterseite des
Blattes, von dessen Stiel aus mehrere Fäden bis zur Blatt-
spitze gesponnen sind. Die Blattspitze ist durch die Fäden
etwas nach unten umgebogen, wodurch die Raupe wie über
einem Fallnetz sitz. Auch als Unterlage spinnt sie sich
eine Anzahl Fäden auf den Rippen. Von der Mittelrippe
begibt sich die Raupe in der Nacht auf die Seitenrippen
und verzehrt die weichen Blatteile zwischen den Rippen,
diese stehen lassend.. Da der Falter eine längere Er-
scheinungszeit hat, findet man auch die Raupen in den
verschiedensten Größen, und noch gegen Ende September
fand ich welche, die kaum !/, erwachsen waren, sodaß die
Raupen sicher von August bis in den Oktober hinein zu
finden sind. Mehrfach beobachtete ich auch vollkommen
erwachsene Raupen, die langsam und träge am Stamm
E.Lange. Richtigst.üb.d.Lebensw.u.Beschr. d. Raupe v.Larent.lut. Schiff. 229
abwärts kletterten, um zur Verpuppung zu schreiten. Hat
man viele Juteata-Raupen in einem Zuchtgefäß, so ist
sehr bald alles mit weißen Fäden versponnen, aus denen
sich die Raupe sehr geschickt zu befreien versteht. —
Und nun die Beschreibung der Raupe selbst.
Sie ist — wie Prout richtig sagt — fast walzenrund,
nur wenig nach dem Kopfe zu verjüngt, oben matt grünlich-
gelb, unten etwas mehr dunkelgrün, die Ringeinschnitte
strohgelb, Rücken- und Seitenlinie sind wenig erkennbar,
erstere ist ganz dünn, letztere etwas breiter, beide dunkel-
grün; die Seitenkante ist etwas wulstig aufgetrieben;
Stigmen winzig klein, von gleicher Farbe wie die Ringe
und deshalb schwer zu erkennen. Auf dem ganzen Rücken
und den Seiten stehen vereinzelte, winzige Warzen mit
grünem Knopf, worauf ein feines, weißliches Härchen steht.
Kopf so groß wie das erste Segment, grünlichgelb; alle
Füße von derselben Farbe. Länge der erw. Raupe ca. 18 mm,
Breite 1,5—2 mm. Vor der Verpuppung verfärbt sie sich
schmutziggelb. Wegen ihrer grünlichgelben Farbe ist die
Raupe an der Blattunterseite leicht zu sehen, beim Klopfen
genügt jedoch ein leichter Schlag noch nicht, um sie zum
Abfallen zu bringen. Sie scheint wenig angestochen zu
sein. Zur Verpuppung begibt sie sich auf die Erde, wo
sie sich aus Erdteilchen und Moos einen kleinen Kokon
macht, worin sie sich in 3—4 Tagen zu einer kleinen,
braunen Puppe verwandelt, mit etwas kolbigem Kopf;
Achseln der Flügelscheiden etwas aufgetrieben und dunkler;
hinten in zwei kleine, umgebogene Spitzen endigend.
Die Puppe muß etwas feucht gehalten werden. Ent-
wicklung von Ende Mai ab bis in den August.
Freiberg, Ende September 1920.
230
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Zur Synonymie des Genus Lycaena.
Von:Prof!Dr’E.-G-Courvoisier (f), Basel
(Fortsetzung aus Band XXVIII.)
2. Genus Cyaniris Dalman (1816).
albocaeruleus Moore Pr. Z.S.1879 p.139 — Nic. 1ASB 1883. IIp. 71 —
Elwes Trs. E.S.1888 p. 378 No.243 — Nic. Ind. p.98. No.678 —
Elwes Pr. Z.S. 1892 p. 622 — Leech China p. 318 — Butl.
Ann. Mag. 1900. V.p.443 No. 8 — Bingham p.321 No0.689 —
Seitz p. 323 — Fruhst. Stett. E. Z. 1910 p. 283 —
Bilder: Nic. 1883 T.1 F.4. 4a 92 — Leech T.31 F.13 3 —
argiolus
Bingham T. 19 F. 125 d — Seitz T.83 h.F.4. 59 U.
Linne Syst. Nat. Ed. X. 1758. p.483 Nor 153 = (Ray
Hist. Ins. 1710 p. 132 No. 16) — (de Geer Abhlg zur Gesch.
d. Ins. 1752. Deutsch v. Götze 1778. II p. 62—5) — Poda p.76
No. 42 — Linne Fauna svec. 1761 p. 284 No. 1076 — Scop.
Carniol. p. 178 — Müller Fridrichsdal. 1764 p. 63 No. 337 —
Linne Syst. Nat. Ed. Xll. 1767 p. 789 No. 234 — Füssl. p.31
No. 598 — Fabr. Syst. Ent. 1775 p.525 No. 347 — Schiff.
p. 184 No.8 („Faulbaumfalter“) — Fabr. Spec.p.123 No. 551 —
Bergstr. II p. 74 — Engr.I p. 170 —1-+-p. 178— 180 — Jung
1782 p.12 — Lang 1789 p.57 N0.490 — Borkh. I p. 173
— 282. II p.234 — Müller-Linne V p.626 No. 234 („Streu-
punkt“) Gmelin-Linne p. 2350 No. 234 — Hbst p.180 —2 —
Syst. Verz. II p. 266 No. 8 — Schrank p. 212 No. 1366 — Ochs.
1.2. p. 17 No.7 — Hübn. Verz. p. 68 No. 657 — Meisn.p.87 —
God. Enc. p. 678 No. 190 —+- Hist. p. 225 — Boisd. Ind, p.13 —
Meig. p. 12 No. 16 — Schott p. 76 No. 93 — Lucas p.39 — Can-
tener p.58 No.38 — Boisd. Gen.p. 13 No.109 — Dup. Cat.
p.31 — Bertol. p. 33 No.4 — Freyer V p.108 — HSch. I
p.113 — Kef.p.306 No.189 — Berge II p.152 No.2 —
MDür p.92 No.56 — Ghd.p.9 No. 10 — Wall. p. 240 —
Gebr. Sp. p. 249 — Hein. p.76 No.112 — Westwd p. 103
No.2 — Std. Cat.I p.6 No.153 — Berce 1867. p.146 —
Brem. Mem. Ac.Petsbg. 1364 p. 27 No. 115 — Stainton p.116 —
Täschler 1870 p.83 No.2 — Newman p.135 No.47 — Std.
Cat. Il p.13 No. 176 — Kirby p. 370 No.240 — Spgbg. p. 48
No. 14 — Berge V p.21 No.10 — Jenner p. 294 — Christoph
Hor. Ent. Ross. 1877 p.200 — Christ 18785 p. 274 No.38 —
Frey p.21 — Kill. p. 21 No.20 — Alph. Kuldia p. 391 No. 50
Berce 1884 p.18 Hofm.I p. 9 No. 34 — Elwes Trs.E.S.1857
p. 394 — Bramson p.41 — Nic. Ind. p. 107 p. 690 — Gräser
Berl. E. Ztschr. 1888 p. 80 — Leech China p.320 — Rühl
p. 292 + 765 — Hofm. II p.10 No.34 — Caflisch p.9 No.17
— Obth. XX p.16 — Tutt 1896 p. 187 — Courv. Soc. ent.
1897 p.26 — Reutti p.24 No.46 — Favre p.22 No.24 —
Butl. Ann. Mag. 1900 p. 448 No.45 — StdR. p. 90 No. 650 —
Rgmt p.23 — Wheeler p.45 — Elwes Trs.E.S.1899 p.327
— Tutt II 1907 p. 387—481 — Bingham p.333 No. 704 —
4
Prof. Dr. L. G. Courvoisier. Synonymie der palaearktischen Lycaeniden. 231
Spuler p.69 No.1 — P.Imh.p.27 — Seitz p. 332 — BRebel
p. 76 No. 192 — Courv.Lyc. Bas. p. 157 No. 19 + Ent. Ztschr.
Fkft 1911 p. 204 etc. — Cat. Lep. Geneve p.33 — Fruhst.
Stett. E. Z. 1910 p. 304 — Vorbrodt p.157 No.168 — Tiur.
Ver. 1911 p. 204 — Perlini 1912 p. 72 — Wehrli p.15 —
Eckstein p. 111 — Galv. Preiss. p. 144 No. 111 — Ver. Inal.
Linn. Soc. Zool. 1913 p. 190.
Synonyma: a) cleobis Sulzer Abg. Gesch.p. 146 — Füssl.
Mag. f. Liebh. d. Ent. I. 1778 p. 209 — Esper | p. 360 — Schnd.
p. 268 No. 167 — Prunn. p. 60 No.117 — Becklin (Thun-
berg) Diss. 1791 p.40 —
b) argyphontes Bgstr. III p. 15.
c) acis Fabr. Mant. p. 73 No. 686-7 + Ent. syst. p. 295
No. 124 — Panzer Enum. zu Schäffers Icon. 1804 p. 163. 181
— Hoffmannsegg Jll. Mag. 1804 p. 186 — Hübn p. 46 No. 11
— Latr. NDict. p.500 — God. Hist. Nat. p. 224 T. 11.
Bildier:>de'iGeer 1. e.T.40F! 14. 15 9 U 2 Sulzenl# c. 7.18 E12:
1453U — Esper T.40F.53 5; T.54F.4 54a? Sen
verwechselt) — Engr.T. 38 F.80 i.U; T.40 F.85 cd @ U;
T.41 F.86 Im ?U — Bstr. T. 45. F.5—8 2? UU; T.58
F3.68 UT 34 E98 OUT T.i6O/F. 4. 55U-_ Hbst T. 310
RA 658 U 9 =/Hübn. = 272 —4 5U? — God.Hist. T. XI
secd F.7 5; T.XI quart F.453 — Meig. T.44 F.2a—d SU
QU — Lucas RP 26 F.59 — Cantener T.12 F.5. 6.5 U —
Labram T.11 5? U — Freyer T. 445 F. 3. 4 52 + T.651
F.1& — Bergell T.32 F.18 5 — GhdT.13 F \
— Westwd T.15 F.4 5U — Berce 1867 Ti Zaire
man p. 135 F.47 5% — Berge V T.14 F.4 ab
1884 T.3 F. 17.18 PU — Hofm. IT.AF.14 ab 32° —
Hofm. II T.6 F.6 ab 52 — Tutt II T. XVII F. 4—10 — Spuler
T.17 F.14 ab 9? — Seitz T. 8g. 5.65 U; hF.1% —
B Rebel T.14 F.16a—c 5 U? — Eckstein T.16 F.3b5
Nebenformen: 1. F.hypoleuca Kollar Dkschr. Ak. Wiss.
Wien I. 1850 p.52 No.4 — Kirby p. 374 No. 271 (Art.) —
Tutt 1896 p. 189 + 1908 p. 400 — Seitz p. 322 T.83 h.F. 2.
3@ U — Fruhst. Stett.E.Z.1910 p. 304.
2. F.ladonides de l’Orza Lep. Japon.1869 p. 20 No.30 —
Kirby p. 371 No. 248 (Art) — Elwes Pr.Z.S. 1851 p.890 —
Leech China II p. 320 — Butl. Ann. Mag. 1900. V p. 443
No.43 — Tutt 1908 p.401 — Seitz p. 322 — Fruhst. Stett.
E.Z.1910 p. 304.
Synonym: ladon Menetr. Enum. p. 124 No. 1377 T. 10
F.55 (nom. praeocc.) — Leech China p. 320.
3. F.levettii Butl. Ann. Mag. 1883. Xlp. 111 (Art!) — Tutt
1908 p. 401 — Butl. Ann. Mag. 1900. V.p. 4483 No. 46.
Synonyma: a) levetti Leech China p. 320 — Rühl p. 765
— StdR. p. 91 No. 650.c — Seitz p. 322 — Fruhst.1.c. p. 304.
b) ?ladonides (de l’Orza) StdR.p.91 No.650.c.
4. F.oreas Leech China p.321 T.31 F.12.15 5% — Rühl
p. 765 — Butl. Ann. Mag. 1900 V p.448 No.44 — Tutt 1908
p. 401 — Seitz p. 323 T.83f. F.4. 5 32.
5.F.kobei Tutt.1908 p.401 — Seitz p.322. (HSch.Ip.113 F.515).
6. F.Q algirica Obth. 1915 p.401 F.
232
coelestina:
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
3. Fe(aberr.) thersanon? Bgstr UI, p-AsTsA97ER52 6 5
— Seitz p.322 — Vorbrodt p.158 No. 168
8. F.(aberr.) argalus Bgstr. III p.1ST.60 F.4.55U—
Tutt II. 1908 p. 399. — Seitz p. 322.
Synonym:argalaus Borkh.I p. 174.d.
9. F.(aberr.) argyphontes Bgstr. p.15 T.58 F. 5.6
SU — Seitz p. 322
Synonym: Ab. parvipuncta Fuchs Stett. E. Z. 1830
p. 116 — Rühl p. 293 + 756 — StdR. p. 90 No. 650.a — Favre
Suppl.p.5 — Tutt 1908 p.398 — Seitz p. 322 — Wheeler
p.45 — Heinrich Berl. E. Ztschr. 1910 p. 109 — B Rebel p.76
Courv. E. Ztschr. Fkit 1911 p. 206 — Vorbrodt p. 158 —
Courv. Iris 1912 p. 59.
10. F. (aberr.) paucipuncta Courv. E. Ztschr. Fkft 1911
p. 206 4 Iris 1912 p.63 — Vorbrodt p. 158.
11. F.(aberr.) caeca Courv. 1.c. 1911 + Iris 1912°p: 63.
Synonym: Ab. hypoleuca (nec Kollar) Std. Cat. II
p- 13 No. 176.a — StdR. p. 30 No. 650.b — B Rebel p.76
-- Perlini 1912 p. 72.
12. F. (aberr.) subtus-radiata Obth XX p. 16 T.3
F. 24 5 — Tutt 1908 p. 397 — Blachier Bull. l&pid. Geneve
1909 T.9 F.22 — Obth. 1910 p. 340 — Courv. 1. c. 1911
p. 206.
Synonym: Ab. elongata Courv. 1903 p. 19 -+- Iris 1912
p. 46 — Vorbrodt p.158 — B Rebel p.76.
(argiolus Fabr. 1793 Hübn. 1805 = semiargus Rott. 1775)
Kollar: Hügel’s Kashmir-Reise IV. 2. 1848 p. 423
(Art) — Moore Pr. Z.S. 1882 p. 244 — Nic. Ind. p. 106 No. 688
Butl. Ann. Mag. 1900. V p. 448 No. 41 — Bingham p. 332
No. 703 — Tutt 1908 p. 402 — Fruhst. Stett. E. Z. 1910 p. 294.
Synonyma: a)Kollari Westwd Gen. Diurn. Lep. II 1852
p. 41 No. 69 — Butl. Ann. Mag. 1888. I p. 158 No.51--16.
1900. V p.448 No.4l.
b) Kasmira Mre Pr. Z.S. 1865 p. 503. T.31 F.15 — Kirby
p. 371 No. 240.a — Butl. Pr. Z. S._ 1886 p. 367 + Ann. Mag.
1888. Ip. 148 No.50 — Gr. Grsh. Mem. Rom. 1890 p. 414 —
Leech China p. 321 — Butl. Ann. Mag 1900. V.p.448 No.41
— Bingham p.332 No. 703 — Fruhst. 1. c. p. 294.
c) argsiolus Var. StäR. p. 91’ N0.690. A — Seitz p. 322
(6.832 E. 1089)
Nebenform: F.cition Fruhst.l.c. p. 294
dilectus:
Moore Pr. Z.S. 1879 p. 139 — Nic. IASB 1883. II p. 68
No. 4 — Elwes Trs. E. 1888 p. 379 — Nic. Ind. p. 107 No. 689
— Elwes Pr. Z.S. 1892 p. 622 — Leech China p.319 — Butl.
Ann. Mag. 1900. V. p. 450 No.52 — Bingham p. 331 No. 701
— Seitz p.322 — Fruhst. 1. c.p. 289.
Bilder: Nic. 1883 T.1 F.5& — Leech T.31 F.105 — Bingham
hersilia:
nebulosa:
F.128 5 — Seitz T.83f. F.2 3.
Leech China p.319. T.31 F.162 — Butl. Ann. Mag. 1900.
V p.450 No. 57 — Seitz p.323 T.83f. F.39 — Fruhst. 1. c.
p. 303.
Leech China Entomol. 1890 p. 43 + China p. 322 T.31 F.185
— Seitz p.323 T.83g F.4J3 —
Bl ©. 1A ZI
Prof. Dr. L. G. Courvoisier. Synonymie der palaearktischen Lycaeniden. 233
pryeri: Murray Ent. Mo. Mag. 1873 No. 126 — Kirby p. 772
No. 403 — Elwes Pr. Z.S. 1881 p. 890 —. Pryer: Rhop. Nihon.
1886 p. 13 T.5 F. 16 $ — Std. Mem. Rom. 1892 p. 66 — Leech
China p. 313 — Rühl p. 309 + 770 — Butl. Trs. E.S. 1900.
V.p.442 No.1 — StdR.p.90 No. 649 — Seitz p. 322 T. 83e
F.2— 4 5QU.
singalensis: Felder Vhdl. zool.b. Wien 1868 p. 282 (als F. v.
argiolus L!) — Kirby p. 371 No. 240. b. — Mre Ann. Mag.
1877. XX_ p. 342 + Lep. Ceylon. 1 p.76 T.35 F.1. la 3U
(Art!) — Nic. Ind. p. 108 No. 691 — Butl. Ann. Mag. 1900. V
p. 449 No.48 —
Synonyma: a)argiolus (L.) Kollar Hügels Kashmir 1848
p. 423 —
b) hügelii Moore Pr. Z.S. 1882 p. 244 — Nic. Ind. p. 107
No. 690 — Butl. Ann. Mag. 1900 V p.449 No.49 — Swinhoe
Lep. Ind. VII. 1906 p. 212 T. 621 F.3a—d 5UQU — Tutt.
1908 p.403 — Seitz p. 322 T.83. h.F.6.7 59.
c) hügeli Fixsen Mem. Rom. 1837 p.285 No.35 — Rühl
p. 293 — Fruhst 1. c.p. 290.
d) argiolus Var.hügelii Seitz p.322 T.83h F.6. 759.
e)argiolus Var. hügellii StdR. p.91 No. 650. e.
f) argiolus Var. huguelli Leech China p. 321.
g) hügelii (Spezies) singalensis (Rasse) Bingham
p.333 N0.704 T.19 F.129 3.
h) kashmira (Moore) Fixsen Mem. Rom. 1887 p. 285 —
Rühl p. 765.
vardhana: Moore Pr.Z.S. 1874 p.572 T.46 F.55 +4ib. 1882 p. 244
— Kirby p. 772 No. 415 — Butl. Pr. Z. S. 1886. p. 367 No.44 +
Ann. Mag. 1888. I p. 147 No. 49 — Nic. Ind. p. 95 No. 675
— Butl. Ann. Mag. 1900. V. p. 442 No. 3 — Bingham p. 318
No. 685 — Seitz p. 323 T.83g F.2. 332 — Fruhst. 1.c.p.283.
3. Genus Cyclyrius Butler (1896)
webbianus: Brulle in: Webb, Barker etBerthelot.Hist.
nat. d. Iles Canaries 1850 p. 93 — Kirby p. 359
No. 154 — Alph. Mem. Rom. 1839 p. 217 — Rühl p. 226 + 746
— Rebel & Rogenhofer Ann. Wien. 1894 p. 30 — Butl. Pr. Z. S.
1896 p. 830 — StdR. p.77 No. 534 — Seitz p. 291 — Rebel
Ann. Wien. 1911 p. 333.
Synonym: fortunata Std. Berl.E. Ztschr. 1370 p.99 — Kirby
p. 766 No. 154.
Border S \Brulle 212 c: T.A F. 1.28. — ‚Alph:.l»cT, MH. F.2a3—c
SR U — Seitz T. 77. K.F. 10. 11 5 U — Rebel 1911 Dia-
gramm F.]1.
4. Genus Chilades Moore (1881)
laius: Cramer Papill.exotiques IV.1782.p.62 (Trocken-
zeitform) -— Westwd Gen. Diurn. Lep. 1852 p. 491 No.63
— Hsfld-Mre Cat. East. Ind. Comp. 1857 p. 21 No.7 — Butl.
Cat. Fabr.p. 171 No.19 — Kirby p.375 No.2838 — Moore
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Pr. Z.S. 1878 p. 702 — Swinhoe ib. 1885 p.133 No. 62 —- ib.
1886 p. 427 No.52 — Doherty IASB 1886. II p. 133 No. 166
— Elwes Trs.E.S. 1888 p. 383 — Nic. Ind. p.89 No. 672 —
Bingham p.365 No. 728 — Seitz p. 297.
Synonyma: a) caius Fabr. Ent. syst. p. 296 No. 126 — Hbst VII.
1796 T.312 — Hübn. Verz. p. 68 Nr.655 — God. Enc.p. 701
No. 242 — Auriv. Ent. Tidskr. 1897 p. 148 No. 57.
b) Kandura Moore Pr. Z.S. 1365 p. 772 — Kirby p. 369
No.235 — Swinhoe Trs.E.S. 1885. p. 341. No. 24 — Nic. Ind.
p.90 No. 672 — Seitz p. 297.
c)brahmina Felder Novar. p. 279 No. 350 — Nic. Ind.
p. 5S9— 90 (No. 672) —
d) Karsandra Mre Var. brahmina Kirby p. 371 No. 244.
Bilder: Cramer T.319 fig. D.E.QU — Hsfld-Mre T.XII F.1.1a
(Larven) — Moore 1865 T. 41 F. 7 5 (Kandura) — Felder
Nov. T. 35. F. 15. 16 2 U — Nic. T. 26 F. 169 $ — Seitz
1%..18.. a4. E. 9% (,„altera“).
Nebenform: F. varunana MrePr. Z.S. 1865 p. 772 (Regen-
trochylus:
zeitform) — Kirby p. 375 No. 283 — Moore Pr. Z S. 1878
p. 702 + Ceylon 1881 p. 77 +-Pr.Z.S. 1832 p. 245 — Swin-
hoe Trs. E. S.1885 p. 133 No. 63 + ib. 1886 p. 426 No. 1
— Wood Mason Nic. IASB 1886 p. 365 No. 111 — Elwes
Trs.E.S. 1888 p. 383 — Nic. Ind.p. 90 No. 672 — Bingham
p. 365 No. 728 — Seitz p. 297.
Bilder: Mre 1865 T. 41 F.6 3--Ceyl. T.35 F.3 8 —
Nic. Ind. T.26 F.1685 — Bingham F. 135 5 — Seitz T. 78a
F.2—4 5QU („laius“).
5. Genus Freyeria (nov.)
(Von Genus Chilades völlig verschieden, z. B. auch durch
Mangel an Androconien)
Freyer NBtr. V. 1844 p.98 No.781 — Rühl p. 230 +751
— Nicholl-Elwes Trs.E.S. 1901 p. 91 — StR. p. 77 No. 539
— Seitz p. 297.
Synonyma: aatrochilus HSch. Ip. 123 — Kef. p. 311 No. 227
— Ghd p.9 No.24 — Berge Il p. 157 — Wall. Rhop. Caifr.
1857 p.41 Nr. 4 — Led. Wien. E. Mon. 1857 p.28 — Std. Cat. |
p. 4 No. 103 — Trimen Rhop. Afr. Austr. 1866 II p. 256 No. 157
— Led. Hor. Ross. 1869 p. 77 — Kirby.p. 357 No. 137 —
Berge V p.23 — Christoph Hor. Ross. 1877 p. 199 — Butl.
Pr. Z.S.1884 p. 484 No. 14 — Swinhoe Trs. E.S. 1885 p. 341
No. 25 — Butl. Pr. Z. S. 1886 p.368 No.50 — Hofm. I p.7
No. 5 — Swinhoe IBomb. N.H. Spz. 1887. II p. 273 No. 26 —
Nic. Ind. p. 91 No. 673 — Butl. Pr. Z. S. 1894 p. 569 No. 62 —
Hofm. II p.8 No.5 — Elwes Trs.E.S. 1888 p. 379 No. 248
— Gr. Grsh. Mem. Rom. 1890 p. 370 No.67 — Auriv. Rhop.
Aethiop. p. 376 No. 78 — Pagenstecher Jahrb. Nass. 1902
p.160 — Bingham p.367 No. 729 — Spuler p.60 No.5.
b) isophthalma HSch. Stett.E.Z. 1869 p. 73 No. 29.
c) parva Murray Trs.E.S. 1874 p. 526 — Kirby p. 772 No. 398.
d) gnoma Snellen Tijdschr. v. Ent. 1876 p. 159 No. 48.
Prof. Dr. L. G. Courvoisier. Synonymie der palaearktischen Lycaeniden. 235
anaha:
Bilder: Freyer T.440. F.13$ — HSch. F. 224—6%
U? — Ghd
T.16 F.3a—c $U® — Berge II T.33 F.20 52 — Murray
T. 10 F. 1 $ — Snellen T. 7 F.15— Hofm.II T.5 F.23 —
Spuler T.16 F.143 — Seitz T.77 K.F.8.9 3% („trochilus“).
Nebenformen:]1.F.putliKollar. Hügels Kashmir-
Reise IV. 2. 1848 p.422 No.8 — Kirby p. 362 No.188 —
Semper J. Mus. Godefr. 1879 p. 160 No. 72 — Moore Ceyl. I
p. 77 T.35 F.4. 4a SQ -H- Pr.Z.$S. 1882 p. 245 — Swinhoe
ib. 1884 p. 507 No.27 + Se 1586 p. 427 No.50 — Butl. ib.
1886 p. 368 No. 51 -+ Ann. Mag. 1886. XVII p. 187 No. 30 —
Doherty IASB 1889. II p.434 No.80 — Bingham p. 367— 8.
2. F. grisea Aigner E.Z. Gub. 1906. p. 209.
3. F. (aberr.) caeca Courv. Iris 1912 p.64.
6. Genus Zizara Moore (1881).
Kollar, Hügels Kashmir-Reise IV. 1848. 2 p. 422
No.9 — Kirby p. 362 No. 187 — Moore Pr. Z.S. 1882 p. 245
— Swinhoe ib. 1386 p. 426 No. 42 — Doherty IASB 1886. II
p. 133 No. 177 — Butl. Ann. Mag. 1888. 1 p. 148 No. 52 —
Elwes Trs. E. S. 1888 p. 380 No. 251 — Nic. Ind. p. 112
No. 694 — Semper Philipp p. 171 No. 228 — Leech China
p. 325 — Elwes Pr. Z. S.1892 p. 623 — Butl. Pr. Z. S. 1900
p. 106 No. 1 — Bingham p. 335 No. 721 — Seitz p.296 —
Chapm. Trs. E.S. 1910 p. 486 —8.
Bilder: Nic. Ind. T. 26 F. 172 5 — Butl. 1900 T.IIF.13 —
Bingham F. 136—7 52 — Seitz T. 79.c F. 10. 11.Q? U —
Chapm. T.51 F.ZU; T.54 F.16 Diagramm.
Nebenformen: von den Autoren in ungemein
wechselnder Weise baldals gute Arten, bald
alssynonym uuntersichodermitder Stamm-
art erklärt.
1. F. argia Menetr. Descriptio 1857 p. 125 No. 1396 —
de l’Orza Lep, Japon. 1867 p. 21 No. 32 — Kirby p. 360
No. 161 — Butl. Pr. Z. S. 1881 p. 851 — Elwes ib. 1881
p. 888 — Pryer Trs. E.S. 1882. p.491 — Semper Philippin.
p. 171 — Fixsen Mem. Rom. 1887 p. 283 No. 30 — Elwes Trs.
E. S.1888. p.380 No.251 — Leech China p.325 + Trs.E. S.
1889 p. 110 — Butl. Pr. Z. S. 1900 p. 108 No. 4 — Seitz
p. 296 — Chapm.|1.c.p. 486.
Bildier >, Menetr. T. 10 F.:7.&— Butl- 1900 T. XI F.7'&
— Seitz T. 279 d.F.1. 25 U.
2. F. chandala Moore Pr. Z. S. 1865 p. 504 No. 104 T.31
F.55& — Kirby p. 375 No. 281 — Moore Pr. Z.S. 1874 p. 272
N0.68 — Swinhoe ib. 1886 p. 426 No.43 — Nic. Ind. p. 114
No. 695 — Bingham p. 355 No. 721 — Seitz p. 296 — Chapm.
l. c. p. 486.
3 F.diluta Feld. Novara p.380 T.35 F.12.135U — Kirby
p. 362 No.175 — Butl. Trs. E. S. 1874 p.41 — Nic. IASB.
II p. 46 No. 63 — Butl. Prz. Z. S. 1886 p. 367 No. 46 —
Wood Mason Nic. IASB. 1886 II p. 365 No. 113 — Butl.
Ann. Mag. 1888. I p.149 No.54 — Semper Philippin. p. 171
—- Elwes Trs. E.S. 1888 p.380 No. 251 — Nic. Ind. p. 114
236
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
indica:
otis:
Syno
No. 696 — Butl. Pr. Z.S. 1900 p. 107 No. 2 T.XI F.3.43&
— Bingham p.355 No. 721 — Seitz p.296 — Chapm.l.c.p.486.
Synonym: F.Q squalida Butl. Trs. E. S. 1879 p. 41
+ Ann. Mag. 1888 p. 148 No. 53 +Pr. Z. S. 1900 p. 107
No. 2 — Seitz p. 296 — Chapm. 1.c. p. 486.
4. F.japonica Murray Ent. Mo. Mag. 1874 p. 167 —
Kirby p. 771 No. 382 — Butl. Ann. Mag. 1883 p. 111 —
Elwes Trs. E. S. 1888 p. 380 No. 251 — Nic. Ind. p. 113
— Leech China p.325 — Butl. Prz. Z. S. 1900 p.108 No. 4
T.XIF.85& — Seitz p. 296. T.79d F.3 $ — Chapm.l.c.p. 486.
8. F. similis Moore Pr. Z.S. 1878 p. 702 — Elwes Trs.
E.S. 1888 p. 380 No. 251 — Leech China II p. 327.
6. F. alope Fenton Pr. Z.S. 1881 p. 351 — Butl. ib. p. 851
— Leech China II p. 326 — Butl. Pr. Z. S. 1900 p. 108 No.4
— Seitz p. 296 — Chapm.l.c. p. 486.
1, ER. ossısıa Swinhoe PrZ2S7 188522132 D29ZE7 11212
3° — Nic. Ind. p. 115 No. 698 — Butl. Pr. Z. S. 1900 p.106.
T.11 F.2& — Bingham p. 356 No. 721 — Settz p. 296 —
Chapna]lc3p488-1 517 E33 21E 93, RS I ET HH
8. opalina Poujade Ann. France 1885 p. CXLIII — Leech
l.c. — Butl. Pr. Z.S. 1900 p. 107 No.3 T.XIF.6& — Seitz
p. 296 — Chapn.|.c. p. 486.
9.-E. marsinaita Poujade Ic. p. CEI — reech 12 ca
Butl@Pr-Z2S. 1900-7. I E55:
10. F. albocaeruleus Röber Iris 1886 p.59 T.4 F.79
— Semper Philippin. p. 171 — Butl. Pr. Z. S. 1900 1.c. —
Seitz I. c. — Chapm.]. c. p. 486.
11. F. (aberr.) radiata Courv. F,nova — (Stichel Ztschr.
wiss. Ins. Biol. 1911 p. 371 F.7).
7. Genus Zizina Chapman (1910)
Murray Trs.E.S. 1874 p. 525 — Kirby p. 771 No. 379 —
Butl. Pr. Z. S. 1880 p. 668 No. 17 — Moore Lep. Ceyl. ti
p. 79 + Pr. Z.S. 1882 p. 245 — Butl. ib. 1883 p. 149 No. 18
— Swinhoe ib. 1885 p. 132 No. 58 — Elwes Sikkim 1888
p. 380 No.250 — Nic. Ind. p. 121. No. 705 — Butl. Pr. Z.S.
1900 p. 111 No.16 — Seitz p. 295 — Chapm. Trs. E. S. 1910.
p. 491—2.
nyma: a) de’creta Butl. Pr. Z.S. 1883 p. 150 — Nic. Ind.
p. 122 No. 706.
b) dicreta Swinhoe Pr. Z. S. 1886 p. 427.
c) otis (Fabr.) Var. Bingham p.360 No. 724 — Seitz p. 295.
Bilder: Murray T. 10 F.2 5 — Moore Ceyl. T.35 F.7.TagU —
SeitzM..792 © E21 U — Chapman R52HE26 U5=N754E
Diagramnı.
Fabr. Mant. 1787 p. 73 No. 689 + Ent. syst. p. 296 No.127
— Butl. Cat. Fabr. p. 169 No. 7 — Kirby p. 361 No. 173 —
Westwd Trs. E. S. 1888 p. 471 No. 15 — Nice. Ind. p. 119
No. 703 — Semper Philippin. p. 171 No. 229 -- Elwes Pr. Z.S.
1892 p. 623 — Nic. & Martin IASB. 1895 p. 454 — Auriv. Ent.
Tidskr. 1897 p. 148 No. 58 — Butl. Pr. Zool. S. 1900 p. 111
No. 15 — Bingham p. 360 No. 724 — Seitz p. 295.
Prof. Dr. L. G. Courvoisier. Synonymie der palaearktischen Lycaeniden. 237
Synonyma: a) sangra Moore Pr. Z.S.1865 p. 772 — Kirby
p. 362 No. 182 — Moore Pr. Z. S. 1877 p. 583 — Butl. Pr.
Linn. Soc. 1877 p. 548 No. 4 + Pr. Z. S. 1830 p. 668 No.6 —
Nic. IASB. 1885. II p. 46 No. 64 — Swinhoe Pr. Z. S. 1886
p. 427 No. 47 — Doherty IASB. 1886. II p. 133 No. 176 —
Wood Mason Nic. ib. p. 365 No. 112 — Moore J. Linn. Soc.
1886 p. 39 — Elwes Trs. E. S. 1888 p. 380 No. 250 — Nic.
Ind. p. 120 No. 704 — Leech China p. 333—4 — Butl.Pr.Z.
S. 1900 p. 111 No. 15 — Bingham p. 360 No. 724.
b) Iysizone Snellen Tijdschr. v. Ent. 1876. I p. 548 No. 2
— Butl. Pr. Linn. Soc. 1877 p. 548 No.2 — Distant Rhop.
Maiay. 1854 p. 212 — Nic. Ind. p. 119 No. 703 — Butl.Pr.Z.
S. 1900 p. 111 No. 15.
c) oriens: Butl. Ann. Mag. 1883. XI p. 417 + Pr.Z.S.1900
p. 111 No. 15.
d) labradus (God.) Var. Chapm. Trs. E. S.1910 p. 488—9.
Bilder: Moore 1865 T.41 F. 83 — Butl. Cat. Fabr. T.Q2 F.8S 11U
— Snellen T.7 F.2. 2a — Distant Rhop. Mal. T.20 F.9 $
— Nic. Ind. T. 26 F.175 5& — Semper I. c.T. 32 F. 19 — 22
SU @ U — Bingham p.360 F.83. b (im Text) — Chapm.
Er 52 ES U:
Nebenform: F.thibetensis Poujade Ann. France 1885 p. CLI
galba:
— Leech China p. 324 — Seitz p. 295.
8. Genus Zizeeria Chapman (1910)
(Kollar) Lederer Vhdl. zool. bot. Wien 1855 p. 150
T. 1 F.4 4 Wien Ent. Mon. 1857 p. 28 — Kirby p. 357
No. 142 — Rühl p. 230 + 750 — Elwes Trs. E. S. 1901 p. 91
— StdR. p. 77 No. 538 — Seitz p. 295 T. 77 K.F.5.6. U.
Synonym: lysimon (Hübn.) Nic. Ind. p. 116 No. 699.
karsandra: Moore Pr. Z. S. 1865 p. 505 No. 106 + Ceyl. p. 78 —
Felder Vhdl. zool.b. Wien 1868 p. 282 — Kirby p. 371 No. 244
— Butl. Trs. Linn. Soc. Zool. 1877 p.548 No.3 — Wood Mason
Nic. IASB 1881. II p. 235 No.42 — Distant Rhop. Malay.
1884 p. 213 No. 2 — Swinhoe Pr. Z. S. 1885 p. 132 No. 59 +
Trs. E. S. 1885 p. 341 No. 23 + Pr. Z. S. 1886 p. 426 No. 44
— Butl. ib. 1886 p. 357 Nr. 47 — Doherty IASB. 1886. II
p- 133 No. 178 — Nic. Ind. p. 117 No. 700 — Butl. Pr. Z. S.
1900 p. 109 No.7 — Chapm. I. c. p. 479—483.
Synonyma:a)lysimon (Hübn.) Var. Auriv.Rhop. Aeth.p. 379
No. 93 — Bingham p. 357 No. 722.
b) Iysimon Ab. Seitz p. 295.
Bilder: Moore 1865 T.31 F.7 2 + Ceyl.’T.35 F. 6. 6a 57
Distant T.22 F.225 — Chapm. T. 51. F.4 U; T. 54 F.14 U.
5
Nebenform:F. (aberr.) mora Swinhoe Pr. Z. 5.1884 p.506
Iysimon:
No. 25 — Nic. Ind. p. 118 — Butl. Pr. Z. S. 1900 p. 109 No.7.
Synonym: Ab. (disco-) elongata Courv. 1903 p. 19.
Hübn. I. 1805 p. 46 No. 10 — Ochs. I. 2. p. 24 No. 10 —
Hübn. Verz. p. 67 No. 653 — God. Enc. p. 701 No. 240 —
Boisd. Ind. p. 13 + Icon. p. 74 — Meig, p. 10 No. 12 —- God.
Dup. Suppl. p. 54 — Boisd. Gen. p. 12 No. 99 — Dup. Cat.
238
gaika:
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
p. 31 — HSch. I p. 118 — Berge IIp. 153 No. 13 — Kef. p. 306
No. 190 — Ghd p.9 No. 19 — Led. Wien. E. Mon. 1857 p. 28
— Std. Cat. p.5 No. 120 — Felder Vhdl. zool. b. Wien 1862
p. 487 — Std. Cat. II p. 11 No. 149 — Kirby p. 361 No, 174
— Std. Hor. Ross. 1878 p. 739 — Elwes Pr. Z. S. 1881 p. 888 —
Kheil Rhopal. Nias 1384 p. 30 No. 93 — Mabille Hist. Mada-
gascar II. 1885 p. 223 — Trimen South Afr. Bttfl. 1887 p. 45
No. 140 — Hofm. I p.8 No. 13 — Nic. Ind. p. 116 No. 699 —
Rühl p. 252 + 756 — Nic. & Martin IASB 1895 p. 454 —
Hofm. II p.9 No. 13 — Auriv. Rhop. Aeth. 1893 p. 379 No. 93
— Butl. Pr. Z.S. 1900 p. 108 No.5 — StdR.p.80 No. 569 —
Waterhouse Pr. Linn. Soc. NSWales 1903 p. 212 — Pagen-
stecher IB Nass. 1902 p. 160 — Bingham p. 357 No. 722 —
Spuler p.62 No. 14 — Seitz p.295 — Chapm.Trs. E. S.1910
p. 485 — Ribbe Iris 1912 p. 187 — Obth. 1915 p. 396-401.
Synonyma: a) galba (Led.) Nic. Ind. p. 116.
b) knysna Trimen Trs. E. S. 1862 p. 282 + Rhop. Afr. Austr.
1566. II p.255 — Kirby p.361 No.174 — Butl. Pr. Z.S. 1884
p. 484 No.15 — Mabilie Madag. p. 222 — Nic. Ind. p. 116
No. 699 — Auriv. Rhop. Aeth. p. 379 No.93 — Butl. Pr. Z. S,
1900 p. 109 No.6 — Chapm.1.c.p.486 — Rebel Ann. Wien
1910—11 p. 333.
Bilder: Hübn. F. 534—5 5 U („schlehenblauer Falter“) — Boisd.
Icon. T.I7 E.17. & U 9 — God. Dup-Suppl-128 E62 78 U
— Berge II T. 32 F.27 5 — HSch. F.23 2 29 U — Ghd T. 15
F. 2b —d 3 U 2 mec. 22 DV) —Mabille 7.29. F2r Ta SU
(lysimon) T. 28 F. 15—17 5% U (knysna) — Hofm. I T. 3
.23 5 — Nic. Ind. T.26.F. 1739 — Hofm.1I T.5 F.102
Butl. 1900 T.11 F.9 5 (lysimon) F. 105 (knysna) — Spuler
16=E ee U — Chapm. T. 51
.1U; T. 54 F. 13 Diagramm.
ae
9. Genus Zizula Chapman (1910)
Trimen Trs.E.S. 1862 p. 403 — Kirby p. 362 No. 179 —
Trimen South. Afric. Bttfl. 1887 p. 50 — Butl. Pr.Z.S. 1884
p. 484 No. 16 — Nic. Ind. p. 115 No. 702 — Nic. & Martin
IASB. 1895. II p. 454 — Auriv. Rhop. Aeth. p. 378 No. 91 —
Bull. Pr. 778: 1896 p. 250 No. 10 + ib. 1900 p. 109 — Water-
house Pr. Linn. Soc. NSWales 1903 p. 215 — Bingham p.359
N0. 723 — Seitz p.295 — Chapman Trs.E.S. 1910 p. 482 etc.
Synonyma:a) Iysimon Wall. Rhop. Cafir. p. 39 — Trimen Rhop.
Afr. 1866 p. 256 —
b) cleodora Walker Entomol. 1870 p. 54.
Bilder: Trimen 1866 T.4F.7 — Nic. T.26 F.1749 — Bingham
p.360 F.83 (im Text) — Seitz T.79. cF.8.9 5 U — Chapman
T. 52 F.S U; T.53 F. 12 (Diagramm)
Nebenform: F. pygmaea Snellen Tijdschr. v. Ent. 1876. XIX
p. 163 No. 50 — Kirby p.772 No. 407 — Moore Ceyl.1p.79
+ Pr. Z.S. 1882 p. 245 — Butl. ib. 1883 p. 149 No. 17 —
Swinhoe ib.1884 p. 507 No. 26 + ib. 1885 p.132 No. 60 + ib.
1886 p. 427 No. 46 — Doherty IASB. 1886. II p.133 No.175
ra a ee A
Prof. Dr.L. G. Courvoisier. Synonymie der palaearktischen Lycaeniden. 239
— Distant Rhop. Malay. 1886 p. 454 No. 3 — Elwes Trs. E. S.
1888 p. 380 No. 249 — Nic. Ind. p. 118 No. 702 — Auriv.
l.c.p. 378 — Butl. Pr. Z. S. 1900 p. 109 No.9 — Bingham
p. 359 No. 723 — Seitz p. 295.
Bilder: Snellen T.7 F.3 — Moore Ceyl. T.35 F.5. 5ad? —
jesous:
Distant p. 454 F. 126 3
10. Genus Azanus Moore (1881)
Guerin: Lefebvre Voy. Abyss.VlI. 1847 p. 383. T. 11
F.3.4 59 — Wall. Rhopal. Caffr.1857 p.39. No. 10 — Trimen
Rhop. Afr. Austr. 1866 p. 250 No. 150 — Kirby p. 351 No.71
+ p. 766 No. 71 — Gerstäcker: Deckens Reisen 1873. II
p. 372 — Trimen Sth Afr. Bttil. 1887. II p. 72 — Rühl p. 749
— Auriv. Rhop. Aethiop. p. 366 No. 32 — Pagenstecher
IB Nass. 1902 p. 158 — StdR. p. 77 No. 533 — Bingham p. 363
No. 727 — Seitz p. 294 T. 77. K.F.2—4 SQU.
Nebenformen: von den Autoren in ungemein wech-
selnder Weise baldals gute Arten, bald als sy-
nonym unter sich oder mit der Stammart erklärt.
1. gamra Led. Vhdl. zool. b. Wien 1855 p.189 T.I F.33
+ Wien. E. Mon. 1857 p. 30 — Std. Cat.I p.4 No. 100 +
Cat. II p.9 No. 127 — Kirby p. 359 No. 158 — Obth. Ann.
Mus. Genov. 1883 p. 23 — Swinhoe Pr. Z. S. 1885 p. 134 —
Doherty IASB 1886. II p. 132 No. 163 — Nic. Ind. p. 125
No. 709 T. 26 F. 176 5 — Rühl p. 227 — Butl. Pr. Z.S. 1896
p.250 No. 10 — Auriv. l.c.p. 366 No. 32 — Nicholl-Elwes
Trs. E. S. 1901 p. 91 — StdR. p. 77 No. 533 — Bingham
p- 363 — Seitz p. 294 T. 78.c.F.5. 69 U.
2. F.moriqua Wall. Rhop. Cafir. 1857 p. 39 No.9 (Art!) —
Trimen Rhop. Afr. Austr. 1866. p.251 No.151 — Kirby p. 351
No. 72 — Trimen Sıh. Afr. Bttfl. 1837 p.75 T.8 F.5.5a 57
— Auriv.1.c. p. 366 No. 30 — Pagenst. IBNass. 1902 p.158.
3. F. agave Walker Entomol. 1870. V.p.53 — Trimen Sth.
Afr. Bttfl. 1887 p. 72.
4. F. sigillatus Butl. Ann. Mag. 1876. XVIII p. 483 + Pr. Z. S.
1884 p. 483 No. 11 -- ib. 1896 p. 119 — Nic. Ind. p. 125
No. 709 — Auriv.1.c. p. 366 No.29 — Trimen Trs. E. S.
1906 p. 79.
5. F. mirza Plötz Stett. E.Z. 1880 p. 203 — Trimen Sth Afr.
Bttfl. 1887 p.76 — Auriv. I. c. No. 31 — Pagenstecher Jahrb.
Nassau 1902 p. 158.
6. F. exameri Moore Lep. Ceyl. 1881 p.80 T.36 F.15 —
Nic. Ind. p. 125 — Bingham p, 363 No. 727 — Seitz p. 294.
7. F. benigna Möschler Vhdl. zool. b. Wien 1584 p. 225
T.16 F.1& — Auriv.l.c. p. 366 No. 30 — Rühl p. 749.
8. F. ubaldus Swinhoe (nec Cramer) Pr. Z. S. 1385 p. 134
No.72 — Nic. Ind. p. 125 — Swinhoe Pr. Z.S.1886 p.423 No.56.
9. F. natalensis Trimen Sth Afr. Bttfl. 1857 p. 77 — Auriv.
l.c.p.. 366 No. 29 — Trimen Trs. E. S. 1906 p. 79 T. VI F. 18.
13a 39.
10. F.thebana Std. Iris 1894 p. 243 T.9 F.35 Rühl
p. 749 — Seitz p. 294.
240 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
ubaldus: Cramer Pap. Exot. IV. 1782 p. 209 T. 390 fig. LMSU
— Hobst. VIN..1796 T. 312 F.3. 43 U — Hübn. Verz. 1816
p. 69 No. 678 — Kirby p. 361 No. 174. b — Butl. Pr. Z. S.
1883 p. 149 No. 16--ib. 1886 p. 365 — Doherty IASB. 1886.
II p. 132 No. 162 — Nic. Ind. p. 123 No. 707 — Auriv. p. 366
Nr. 33 — Bingham p. 362 No. 725. T. 19 F.138&$ — Seitz
p. 294.
Synonyma: a) artemides Stoll (bei Cramer) IV. 1782 p.13 —
Auriv. 1. c. p. 366.
b) zena Moore Pr. Z.S. 1865 p. 505 No.107 T.31 F.9 2
—- ib. 1882 p. 245 — Kirby p. 365 No. 135 — Butl. Pr. Z. S.
1884 p.483 No.11-+-ib. 1885 p. 763 No. 18 ib. 1886 p. 365
No. 39 — Swinhoe ib. 1884 p. 507 No. 28-1 ib. 1885 p. 134
No. 73—+-ib. 1886 p. 428 No. 57 — Nic. Ind. p. 123 — Auriv.
l.c. No. 34 — Bingham p. 362 — Seitz p. 294.
ec) macalenga Trimen Trs.E.S. 1870 p.364 T.6 F.5.63 U
—- Sth Afr. Bttfl. 1887. II p. 74.
d) Iysimon (Hübn.) Var. Kirby p. 361 No. 174 (!)
11. Genus Taraka de Niceville (1890)
hamada: Druce Cist. Ent. I. 1875 p. 361 — Elwes Pr. Z. S. 1881
p. 882 — Nic. IASB. 1883. II p. 76 — Doherty ib. 1884. II
p. 132 — Leech Pr. Z.S. 1837 p. 409 No. 27 — Pryer Rhop.
Nihon. p.10 No.24 — Elwes Trs.E.S. 1888 p. 374 No.237 —
Nic. Ind.p.58 No.644 — Leech China p.298 — E!wes Pr. Z.S.
1892 p. 621 — Bingham p. 312 No. 683 — Seitz p. 323.
Bilder: Nic. IASB 1883 T. 17 E216.5.— Bryer lc 12272202
— Elwes 1888 T.11 F.22 — Nic.Ind. T. 26 F. 1649 —
Bingham Textfig. 76 5 — Seitz T.838.F.6U; g.F.13.
12. Genus Cupido (Schrank) Wheeler (1903)
buddhista Alph. Kuldija 1881 p. 393 T. 14 F. 9. 105 — Rühl p. 766
— Tutt. III. 1908. p.113—4 — Wagner Ent.Mitt. 1913 p. 254.
No. 305 — Courv.E. Ztschr. Fkft 1911 p. 210. -
Synonyma: a) lorquinii StdR. p.89 No.634 — Wheeler p. 24.
b) lorquinii Var. Seitz p. 29.
c) ?sebrus Var..SstaR. L.c. — Coury.irschy
gisela Püngeler.lris 1901. p..180 T2..E.12. 1253712 538
— Seitz p. 296.
minimus (a) Füsslin Verz. 1775 p. 31 No. 599 — Esper I p. 338 —
Engr. I p. 181—2 — Jung 1782 p. 90 — Schnd. p. 270— 1
No. 169 — Becklin (Thunberg) Diss. 1791 p. 39 — Prunn.
p. 62 No.122 — Berge I. 1842 p.85 — Berge II p. 157
No. 35 — Std. Cat. II p. 13 No. 178 — Berge V p. 21 No. 9
— Jjenner p. 294 — Christ 1878 p. 374 No.37 — Eliwes
Pr. Z.S. 1881 p. 890 + Trs. E.S. 1887 p. 394 — Hofm. I p. 9
No. 36 — Bramson p. 46 — Rühl p. 295 4766 — Hofm. II
p. 11 No. 36 — Leech China p. 323 — Caflisch p. 10 No.19 —
Courv. Soc. ent. 1897 p.26 — Reutti p. 24 No. 47 — Favre
p. 23 No.26 — Elwes Trs. E. S.1899 p.:327 — Butl.Pr.
£ 7 Pia Ts
a ne ’
“as,
Prof. Dr. L. G. Courvoisier, Synonymie der palaearktischen Lycaeniden. 241
Z.S. 1900 p. 110 No. 14 — StdR. p. 89 No. 635 — Wheeler
p.24 — Spuler p.67 No.43 — Tutt III. 1908 p. 104—150
— Seitz p.295 — P.Imh. p. 27 — BRebel p. 74 No. 184 —
Obth. 1910 p. 302—4 — Courv. Lyc. Bas. p.164 No. 33 —
Cat. lep. Geneve p. 32 No. 17 — Courv.EE. Ztschr. Fkft 1911
p. 206—8 — Vorbrodt p. 123 No. 139 — Perlini 1912 p. 62
— Wehrli p.14 — Eckstein p.108 — Rehfous Bull. Geneve
1917 p. 217—8.
Synonyma: a)alsus Schiff. 1776 p. 184 No. 9 („lazurblauer
Falter‘) — Fabr. Mant. p. 73 No. 688 -- Ent. syst. p. 295
No. 125 — Lang 1789 p. 55 No. 462 — Jung 1791 p. 25 —
Hbst IX p. 190 —1 — Syst. Verz. H p. 268 No. 9 — Hübn. I
p. 46 No. 9 — Hoffmsegg Ill. Ztschr. Ent. 1904 p. 185 —
Ochs. I. 2 p. 22 No. 9 — Hübn. Verz. p. 67 No.649 — Meisn.
p. 87 — Latr. NDict. p. 501 — God. Enc. p. 704 No. 246 —
Boisd. Ind. p. 13 — Maig.II p.8 No. 9 — Schott p.77 No. 95
— Cantener p.56 — Boisd. Gen. p. 12 No. 102 — Dup. Cat.
p.31 — HSch. I. p. 117 — Kef. p. 306 No. 192 — MDür. p. 91
No. 54 — Berge II p. 153 No.8 — Ghd p. 9 No. 11 — Wall.
p. 237 — Gebr. Sp. p. 248 — Led. Wien. E. Mon. 1857 p.28
— Hein. p. 74 No. 105 — Westwd. p. 102 No. 1 — Std. Cat. I
p. 6 No. 155 — Berce 1867 p. 147° — Butl. Cat. Fabr. p. 169
No.8 — Stainton p. 116 — Täschler 1870 p. 84 — Newman
p. 134 — Kiıby p. 371 No. 250 — Spgbg p. 53 — Frey -p. 21
— Moore Ceyl. 1881. I. p. 78 — Berce 1884 p.18 — Rgmt
p. 23 — Chapm. Trs.E. S. 1910 p. 479.
b) pseudolus Bgstr. III. 1779 p.5 — Borkh.I p.177 No. 11
—+ p. 284; II p. 235 — Kirby p. 372 No. 250.
ec) puer (part) Schrank p. 215 — Tutt. III. 1909 p. 104.
Bilder: Schäffer Icon. T.165 F. 1. 25 U — Esper T.34 F.39 —
Engr. T.42 F.88efQ U — Bgstr. T. 50 F.5. 6.9 U — Hbst
T.311 F.4.5Q9 U — Hübn. F. 278—9 UQ — Meig. T. 46
F.5.a—c SQ U — Cantener T.12 F.1.23U — Berge I
T. 28 F.15 4 Il. T.32 F.24 8 — Ghd T.13 F.2a—c5U9
— Westwd T.16 F.15P2 U — Newman p. 134 F.46 5 U —
Berge V T.14 F.39 — Berce 1884 T.3 F.19.20 32 —
Hofm. I T.4 F.16 ad SU-II T.6 F.35 — Spuler T. 17
F. 18 ab 52 — Tuttlll. 1908 T.IV F.4—9-+-T. 49. F.4—7
Seitz T. 82. d F.3—55Q2 U — BRebel T.14 F.1735 —
Eckstein T. 16 E21. ©.
Nebenformen: 1. F. alsoides (Anderegg) Ghd. p. 9 No. 12
T.13 F.3a—cö5U? — (Boisd. Gen.p. 12 No. 102 — nomen
nudum!) — (Dup. Cat. p. 31 — nom. nud!) — MDür p. 92
No. 54 (zitiert Ghd!) — Kef. p.306 No. 192 — Kirby p. 372
No. 250. a — Courv. Soc. ent. 1897 p.26 — Rühl p.766
StdR. p. 89 No. 635 — Wheeler p. 24 — Tutt III. p. 110 — Seitz
p. 295 — Cat. leEp. Geneve p. 32 — BRebel p. 74 No.184 —
Courv. 1911 p. 208 — Vorbrodt p. 123 No. 139.
Synonym: montana Favre p.23 (nec Frey!) — Wheeler
p. 24 — BRebel p.74 — Vorbrodt p. 123 No. 139 — Courv.
Ent. Ztschr. Fkft 1910 p. 208.
2. F.lorquinii (Art!) HSch. VI. 1851 p. 25 — Kef. p. 306
No. 193 — Ghd p. 9 No. 16 — Walker Trs. E. S. 1890 p. 374
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein XVI
Iris zu Dresden. Jahrgang 1920.
242 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
— Wheeler p. 24 — Tutt III. 1908 p. 113 — Seitz p. 295 —
BRebel p. 73 — Ribbe Iris 1912 p. 203.
Synonyma: a) lorquini Butler Pr. Z.S. 1900 p. 109 —
Spuler p. 67 No. 42 — Obth. 1915 p. 401.
b) minimus Var. Hofm.I p.9 No.36 — Rühl- p. 296 + 766
— Obth. 1910 p. 303—4--1915 p. 401.
c) alsus Var. Ramb. Cat. Lep. Andal. 1858 p. 42 — Std.
Cat. 1 p.6 No. 155 — Led. Wien. E. Mon. 1857 p. 28 — Kirby
p. 372 No. 250. b.
d) sebrus (Hübn.)Var. (Led. bei Ghd p. 9) — Std. Cat. Il
p. 6 No. 155? — StdR. p. 89 No. 634 —
e) buddhista (Alph.) Std.R. p.89 No.634 — Wheeler p. 24.
Bilder: HSch.F.442 —AS UP — Ghd T.14F.3a—c3 U?
—sseitzal 82d El. 220798
3. F. magna Rühl p. 766 — StdR.p.89 No. 635. a — Seitz
p. 295 T.82.d F.7. 332 — Tutt III. 1908 p. 112 — Courv.
1910 p. 208. —
4. F.pallida Tutt 1896 p.161 — Wheeler p.24 — Cat. lep.
Geneve p. 32 — BRebel p. 74.
5. F. viridescens Tutt. III. 1908 p. 105.
6..E: yaiolascens Tutt 1. cm IVDE’AS
TsFRscaer ule,sice ns Tutlc TIV ET. 576:
SZ RS hlawikolwilrsDustälzc. DEI:
9. F. (lorquinii-) moreana Tutt I.c.p. 114.
10. F.(aberr) striata Tutt 1..c: p. 110. T.IV FSU ZT
AI3E 0. D:
Synomym: (disco-) elongata Courv. 1911 p. 210 —
Vorbrodt p. 123.
11.F. (aberr.) obsoleta Tutt 1896 p. 161 — Wheeler p.24 —
(Leonhardt E. Z. Gub. 1904 p. 54) — Tutt III 1908 p.109 —
Grund Int. E. Z. Gub. 1908 p. 837 — BRebel p. 74.
Synonyma: a) Ab.simplex Aigner Rovart Lapok 1900 p. 144.
b) Ab. paucipuncta et caeca Courv. 1903 p.25 + 1911
p. 210 + Iris 1912 p. 63—4 — Vorbrodt p. 123.
c) Ab. (lorquinii-) nodibuja Ribbe Iris 1912 p. 203.
prosecusa Erschoff Turk. 1874 p. 13 T.IF.95 — Kirby p. 77
No. 402 — Alph. Kuldja p. 392 — Rühl p. 294 + 766 — StdR.
p! 90: No. 6437 Seitz p. 296 T. 822 E78 heE za
Nebenformen: 1. F.duplex Alph. Mem. Rom. 1887 p. 405 —
Rühl I.c — StdR. p. 90 No. 643. a — Seitz p.’296.
2. F.korlana StdR. p. 90 No. 643. b — Püngeler Iris 1901
P..180.—— Seitz’ p. 1296 I. 8/7B72 9, h E95:
(? Synonym: gisela Püngeler? — Ss. diese)
sebrus: Hübner Sammig. europ. Schmtt. 1827 T. 172 — (nec Boisd
Icon. p. 72, wo der Autor Hübners Figuren zitiert!) — Kirby
p. 372 No. 250. a — Berce 1876 p. 147 —
Synonyma: a) sebrus Boisd. (false!) Trtsch. X. 1. p. 65—6
— Boisd. Gen. p. 12 No. 101 — Dup. Cat. p. 31 — Freyer V.
1845 p. 117 — HSch. I. p. 116 — Kef. p. 306 No. 191 — Ghd.
p.9 No.15 — MDür p.91 No.53 — Led. Wien. E. Mon.
1857 p. 23 — Hein. p. 73 No. 104 — Std. Cat. p. 6 No. 154 —
Std. Cat. IIp. 13 No. 117 — Berge V p. 21 No.3 — Jenner
p. 294 — Frey p. 21 — Killias p. 21 — Alph. Kuldja p. 393 —
u oe u
Prof. Dr. L. G. Courvoisier. Synonymie der palaearktischen Lycaeniden. 243
Hofm. I p. 9 No. 35 — Bramson p. 46 — Gr. Grsh. 1900 p. 414
Nr. 106 — Rühl p. 293 4 766 — Hofm. II p. 11 No.35 —
Courv. Soc. ent. 1897 p. 26 — Horm. Vhdl. zool. b. Wien 1897
p.18 — Caflisch p. 10 — Favre p. 22 No. 25 — Elwes Trs.
E. S. 1899 p. 327 — StdR. p.88 No. 633 — Wheeler p. 24 —
Spuler p. 67 No. 41 — Seitz p. 319 — SkalaE. Z. Gub. 1909
p. 133 — BRebel p. 73 No. 183 — Obth. 1910 p. 305 — Cat.
lep. Geneve p. 31 — Vorbrodt p. 151 No. 161 —
b) osiris Meig. p.7 No.8 — (Kef. p. 306 No. 191).
c) saportae Dup. Suppl. 1832 p.59 — (nec saportae Hübn. G
— melanops Boisd.) — Boisd. Gen. p. 12 No. 101 — Kef. p.
306 No. 191 — Std. Cat. I p.6 No. 154.
d) nicias (Meig) Kirby p. 372 No. 250. a — false!
Bilder: Hübn. F. 351 + 854 5 U (nec 852. 853 ? U=semiargus!) —
Meig. T.46 F.3ab $ U — Boisd. Icon. T.17 F.1—-3 52 U —
Dup. Suppl. T. IX F.5. 65 U — Freyer T.451 F.1&$ — Ghd
T.14 F.2a—-c5U® — Hofm.IT.4F.155 — Hofm. II
T.6 F.7&. — Seitz!T. 82 ce F. 5-7 89
Nebenformen:1.F.5 plumbea Courv. Ent. Mittl.1913 No. 10 —
(Agassiz p. 239).
2. F.Q9 caerulescens BRebel p. 73 — (MDür p. 91) —
(Dup. Suppl. T.IX F.7 9) — (Wheeler p. 25) — (Cat. lep.
Geneve p.31 — Obth. 1910 p. 305 — Vorbrodt p. 151.
Synonym: F.violetta Ver. Bull. Ital. 1911 p. 276.
Bild=Ghde 12 11428227 c:
3. F. (aberr.) disco-elongata Courv. Ztschr. wiss. Ins.
Biol. 1907 p. 34 —
4. F. (aberr.) paucipuncta et caeca Couıv. |. c. p. 74.
13. Genus Everes Hübner (1816)
alcetas: Hübn. Eur. Schmttl. p. 51 No..27 T.65 (auf d. Tafel
„tiresias“) — Hoffmsegg Ill. Mag. Ill. 1304 p. 205 (nom.
nud.) — Chapm. Trs. E. S. 1908 p. 371—4 — Courv.E.Z.
Fkft 1911 p. 214 4 227—8 — Cat. lep. Geneve p.28 No.4 —
Rebel Ann. Wien. 1911 p. 304 — Vorbrodt p. 122 No. 158.
Synonyma:a)amyntasAb.(et Var.) coretas Ochs. 1.2.p.60 —
Boisd. Gen. p. 10 No. 72 — Dup. Cat. p. 31 — HSch. I p. 129 —
Selys Mem. Liege 1845 p. 33 — Berge II p. 156 No. 34 —
Kef. p.311 No. 228 — Ghd p. 8 No.6 — MDür p. 62/3 No. 35 —
Frey p. 14.
b) tiresias Rott. Var. coretas, Berge V p. 24 No. 31 —
Led. Wien. E. Mon. 1857 p. 28.
c) argiades Pall. Ab. (etVar.) coretas Std. Cat. II p. 9
No. 128. a — Kirby p. 356 No. 127. a — Bramson p. 40 —
Rühl p. 229 + 750°— Horm. Vhdl. zool. b. Wien 1897 p. 14 —
Favre p. 15 + Suppl. p.3 — Stef. 1900 p. 48 — StdR. p. 77
No. 540. a — Wheeler p. 44 — Grund E. Ztschr. Stuttgt. 1907
p. 125 — Spuler p. 60 No.6 — Seitz p.297 — BRebel p. 65
No. 158 — Galv. Preiss. 1911 p. 135.
d) argiades Ab. etVar. alcetas Hübn. Gillm, Soc. ent.
1908 p. 17 — Kirby p. 356 No. 127. —
244 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
e) Species coretas (Ochs.) Meisn. p. 88 — Meig. p. 14
No. 18 — Jachontov Rev. Russe d’Ent. 1904 No. 2.3 p. 96—101
(Uebers. v. Gillm. Soc. ent. 1909 p. 186—-9) — Tutt. Ent. Record
XX p. 231 etc. + Brit. Bttfl. 1908—9 p. 59. 65. 68 etc. — Obth.
1909 p. 408; 1910 p. 160—2.
Bilder: Chapm. Trs. E. S. 1908 T. XIX F. 3.4 (5 Genit.) — Tutt
111. 1903 T. II F. 4 ($ Genit.) T. V F. 8. 9 UU — Obth. 1909
F. 75—6 39.
Nebenformen: 1.F.decolorata Std. Stett. E.Z. 1886 p. 204 —
Rühl p. 230 4 751 — Caradja Iris 1895 p. 37 — Horm. Vhdl.
zool. b. Wien 1897 p. 14 (S. A.) + Soc. ent. 1900 p. 88—4 —
StdR. p. 77 No. 540. b — Grund E. Ztschr. Stuttgt. 1907 p. 49 —
Tutt 1908 p. 68 — Jachontov I. c. p. 186—9 — Seitz p. 297 —
BRebel p. 65 — Courv. E. Ztschr. Fkft 1911 p. 228.
Synonym: F.vernalis. Grund E. Ztschr. Stuttgt. 1907
p. 126 (non differt.)
2. F.rufomaculata Courv. F. nova (al. post. subt. punctis
analib. rufis ornatis) — (Jachontov |. c. p. 98).
3. F. metallica Courv.F.nova (al. post. subt. punctis analib.
metall. ornatis) — (Meisner p. 88) — (Jachontov I. c.p. 99)
4. F.(aberr.) depuncta Hirschke Vhdl. zool. bot. G. 1903
P3210 1 N42RS SEA 300:
arcana: Leech Entomol. 1890 p. 43 4 China p. 329 T.31 F.19 —
Seitz p. 298 T.78 c F. 4 2 (Kopie n. Leech).
argiades: Pallas Reis. dch.d. Russ. Reich 17711 p. 472 — Wnbg
I: 1864 p. 295 — Std. Cat. I p. 9 No. 128 Kirby p. 356
No. 127 — Jenner p. 294 — Christ 1878 p. 372 No.26 —
Hofm. I p.7 No.4 — Elwes Pr. Z.S. 1881 p. 887 + Trs. E.
S. 1887 p. 392 — Bramson p. 40 — Nic. Ind. p. 137 No. 716 —
Leech China p. 323 — Rühl p. 228 4 750 — Hofm. II p.8
No. 4 — Tutt 1896 p. 186 — Courv. Soc. ent. 1897 p. 18 —
Reutti p.22 No.32 — Favre p. 15 No.3 — StdR. p. 77 No. 540 —
Wheeler p. 44 — Bingham p. 378 No. 735 — Spuler p. 60
No.6 — Seitz p. 297—8 — P Imh. p. 25 — Tutt 1908 p. 50—101
— BRebel p. 65 No. 158 — Courv. E. Z. Fkft 1911 p. 227—8
+ Lyc. Bas. p. 157 No. 18 — Cat. lep. Geneve p. 28 — Vorbrodt
p. 121 No. 137 — Perlini 1912 p. 61 — Wehrli p. 13 —
Eckstein p. 102 — Galv. Preiss. p. 135 No. 87. — Rehfous
Bull. Geneve 1917 p. 216—7 —
Synonyma: a) argiolus Poda p. 76 (nom praeocc.)
b) tiresias Rott. Natfscher VI 1775 p. 23 No. 10 — Esper I
p. 837 — Engr. p. 167—8 — Bgstr. II p. 73; II p. 11 — Schnd.
p. 260 No. 160 — Borkh.I p. 166 No. 19 4- p. 280; II p. 232
No. 19 — Jung 1782 No. 144 — Prunn. p. 58 No. 112 — Berge
l. p. 86 No.4 — Led. Wien. E. Mon. 1857 p. 28 — Hein. p. 85
No. 133 — Std. Cat. I p. 5 No. 101 — Berce 1867 p. 133 —
Kirby p. 356 No. 127 — Berge V p. 24 No. 31 — Obth. 1910
P-162- 172:
c) amyntas Schiff. p. 185 No. 18 — Fabr. Spec. p. 133 +
Mant. p. 70 No. 666 — Jung 1782 p. 8 + 1789 p. 31 — Syst.
Verz. II 1801 p. 274 No. 18 — Hoffmsegg. Ill. Mag. III 1804
p: 185 — Hübn. I p. 51 No. 26 — Ochs. 1.2 p. 59 No. 26 —
Hübn. Verz. p. 69 No. 74 — God. Hist. p. 194 + Enc. p. 659
en „ie
Be 2
Prof. Dr. L. G. Courvoisier. Synonymie der palaearktischen Lycaeniden. 245
No. 146 — Meisn. p. 88 — Latr. p. 492 — Boisd. Ind. p. 11 —
Schott p.83 No. 110 — Meig. p. 13 No. 17 — Lucas p. 33 —
Cantener p. 50 — Selys Cat. Lep. Belg. 1837 p. 16 No.20 —
Boisd. Gen. p. 10 No. 72 — HSch. I p. 129 — Dup. Cat.p.31 —
Bertol. p. 36 No. 12 — Evsm.Volg. p. 56 No. 28 — Selys Mem.
Liege 1845 p. 31—3 — (Berge II p.156 No. 34) — Kef. p. 311
No. 228 — MDür p. 62 No. 35 — Ghd. p. 7 No. 5 — Menetr.
Cat. Coll. Ent. Ac. Petsbg 1855 p. 55 No. 922 — Gebr. Sp.
p. 250 — Täschler 1870 p. 85 — Bremer Mem. Petsbg 1864
p. 27 No. 114 — Butl. Cat. Fabr. p. 164 No. 10 — Scudder
Syst. Revis. Amer. Bttfl. 1872 p. 85 — Frey p. 14 — Rgmt p.20 —
Obth. 1909 p. 408 T. 20.
d)?@ glandon Prunn. p. 76 No. 159.
e) puer (part) Schrank p. 215 — Tutt III p. 52.
Bilder: Esper T.34 F.25 19% — Engr. T.37 F.78 cd SU ab
Q U (Geschlechter verwechselt) — Bgstr. T. 45 F.1—4 SU QU;
0 SA: — hst 7.306 ES ‚82 U — Hübn. F.
322—4 392 U — God. Hist. T. 9 secd.F.2 3; T.9 tert. F.5 U —
Meig. T. SA, 4a—c5UP — Lucas T. 24 F.6 9 — Cantener
T.10OF.1.28U-— Berge IT.23F.7böäaYQ — HSch.
F. 645 U — Berge II T.33 F.175 — Ghd T.12 F.1 a—c
SU9Q — BergeV T.1&F.11& —Hoim.IT.3F.3& —
Nic. Ind. T. 26 F. 180 $ — Hofm. II T.5. F. 1 ab 3% — Bing-
ham Textfig. 84; T. 29 F. 141—2 32 — Spuler T. 16 F.2 ab
UF Tut. T..IVÜR2.3 8 U Seitz.T: 78a. F.6—8 SQ U
— Obth. 1909 T. 20 F. 81. 82 52 — BRebel T. 14 F.2 ab 5%.
Nebenformen: 1. F. polysperchon (Art) Bgstr. II p. 72 — Ochs,
l.2 p. 61 No. 27 — Hübn. Verz. p. 62 No. 675 — Meisn.p. 88 —
Meig. p. 15 No. 19 — Ghd p.8 No. 7 — Jenner p. 294.
Synonyma: a) argiades Gener. vernalis Trtschk. X’
p. 7% — MDür p. 68 — Wnbg II p. 66 — Std. Cat. II p. 9
No. 128 — Kirby p. 356 No. 127. a — Berge V p. 24 No.31 —
Christ 1878 p. 372 — Hofm. I p.7 No.4 — Leech China p. 328 —
Rühl p. 229 + 750 — Hofm. II p. 8 No. 4 — Tutt 1896 p. 185 —
Horm. Vhdl. zool. bot. Wien 1897 p. 14 — Reutti p. 22 —
Favre p. 15 — Horm. Soc. ent. 1900 p. 83—4 — StdR. p. 77
No. 540. c — Stef. Nuovo Cat. p.47 — Wheeler p. 47 — Grund
Int.E. Z. Gub. 1907 p. 125 — Gillm. Soc. ent. 1908 p.17 — Spuler
p: 60 No.6 — Seitz p. 297 — P.Imh. p. 25 — Tutt 1903 p
60—63 — BRebel p. 65 No. 158 — (Courv. Lyc. Bas. p. 157
—- 1911 p. 212—3) — Cat. lep. Geneve p. 28 — Vorbrodt
p. 121 No. 137. a — Perlini 1912 p. 61 — Wehrli p. 13 —
Eckstein p. 102 — Galv. Preissecker p. 135 No. 87.
b) tiresias Engr. I p. 167—8 — Hbst IX p. 77—81
Schrank p. 215.
ec) tiresias Var. Esp. 1. p. 334 — Hein. p. 85 No. 133 — Std.
Cat.Ip. 4 No. 101 — Berce 1867 p. 133 — Berge V p.24 No.31
— Obth. 1910 p. 166—9.
d) myrmidon Engr. II p. 308 — Ochs. I. 2 p. 61 No. 27 —
God. Enc. p. 660 No. 146 — Selys Mem. Liege 1344. I p. 31— 33
— Horm. Vhdl. zool. b. Wien 13897 p. 14 — Seitz p. 298 —
Obth. 1910 p. 166 — Courv. E. Z. Fkft: 1911 p. 212.
e) amyntas Borkh. Rhein. Mag. I p. 292 No. 101.
246 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
f) amyntas Var. (et aberr.) Latr. NDict. p. 492 — Boisd.
Ind. p. 11 — Boisd. Gen. p. 10 No. 72 — HSch. I p. 129 4 VI
p. 31 — Dup. Cat. p.31 — Kef. p.311 No. 228 — Menetr.
Cat. Coll. Acad. Petsbg 1855 p. 55 No. 924.
g) minor Selys Cat. Lep. Belg. 1837 p. 16 No. 20.
h) 9 bergstraesseri Tutt 1918 p. 63.
i) praxiteles Feld. Vhdl. zool.bot. Wien 1362 p. 4389 + Novara
p. 281 T. 35 F.5 9.
Bilder: Esp. T. 49 F.29 — Bgstr. T. 44 F. 3—5
Engr. T.37 F.79 ab? U-+T.83 F. 79 a—d bis 3
Hbst T. 306 F. 8—10 52? U — Meig. T.44 F.6ab
Ghd T. 12 F.2 a—c 5U9P — Berge VT. 14,.F A168
T.78.b.1& — Tutt 1908 T.IV F.15 — Obth. 1909
F. 83. 84 39; 1910 T. 41 F. 302 2
2. F.hellotia Menetries Descr. d. nouv. esp. 1857 p. 124
No. 1395. T. 10 F.6Q — de l’Orza Lep. Japon. 1869 p. 21
No. 31 — Kirby p. 766 No. 152 — Elwes Pr. Z. S. 1881 p. 837 —
Butl. Ann. Mag. 1883 p. 112 — Leech Pr. Z. S. 1887 p. 415 —
Fixs. Mem. Rom. 1837 p. 284 No.29 — Nic. Ind. p. 137 No. 716
— Leech China p. 329 — Rühl p. 751 — Herz. Iris 1898 p. 236
No. 20 — Seitz p. 298. T. 78. a F.9. 10 UU — Tutt 1908 p. 68. '
Synonyma: F. amurensis Rühl p. 751 — Tutt 1908 p. 68
—., Seitz p. 298=—= Courmv? E/Z. Ekit/1911p. 213,
3. F. diporides Tutt 1908 p. 69.
4. F. ö purpurascens Tutt l.c.p. 54.
5. F.5 albino Courv. Lyc. Bas. p. 157 No. 18. s — Vorbrodt
p. 122! No. 137. b.
6. F.Q jodina Aigner Ann. Hung. 1906 p. 515.
Synonym: F. caerulescens Tutt 1908 p. 54.
7. F.2 fusca-fulva Tutt l.c.p. 59.
&.H. DO nierescens Dutt2l2cp-99:
9. F.S latimargo Courv. Lyc. Bas. p. 157 No. 18. r.
10. F.(aberr.) caeca Aigner Ann. Hung. 1906 p.515 T.14F.5Y.
11. F. (aberr.) striata Tuttl. c.p.65 — Blachier Bull. lep.
Geneve 1910 p.4 T.1F.59 — Cat. lep. Geneve p. 28.
Synonym: Ab. (disco-)elongata Courv. Iris 1912 p. 46.
davidi: ee Ann. France 1884 p. CXXXV — Leech China p. 332
T:31 F.3&8 — Seitz’p. 298T. 78..b F. 3:5 (Kopie n.Eeech):
Synonyma: a) dayida Tutt 1908 p. 42.
b) fischeri (Evsm.) Leech Trs. E. S. 1889 p. 108.
filicaudis: Pryer Cist. Ent. II 1877 p. 231 — Leech China p. 331 T.51F.
65 — Tutt 1908 p. 42 — Seitz p. 298 T. 78 b. F. 4 5 (Kopie
n. Leech als „filicauda“).
Synonym: fischeri (Evsm.) Leech Trs. E. S. 1889 p. 108.
fischeri: Evsm. Bull. Mosc. 1843. II p. 527 — HSch. I p. 128 — _ Dup.
Cat. p. 31 — Freyer NBitr. V. 1845 p. 99 No. 782 — Ghd. p. 8
No. 8 — Menetries Cat. Coll. Ac. Petsbg 1855 p. 55 No. 925 —
Led. Wien. E. Mon. 1857 p. 23 — Kirby p. 356 No. 136 —
Obth. Etud. V p.20 — Elwes Pr. Z. S. 1881 p. S88 — Fixsen
Mem. Rom. 1887 p. 234 — Gräser Berl. E. Ztschr. 1883 p. 76.
— Leech Trs. E. S. 1889 p. 108 — Alph. Mem. Rom. 1889
p. 104 — Nic. Ind. p. 140 (unt.) — Leech China p. 330 —
O2 Ole
UQU—
Su —
— Seitz
T. 20
ae
Prof. Dr. L. G. Courvoisier. Synonymie der palaearktischen Lycaeniden. 247
Rühl p. 230 — 751 — Elwes Trs. E. S. 1899 p. 323 — StdR.
p.77 No.541 — Bingham p. 379 — Tutt 1903 p. 43 — Seitz p. 298.
Synonym:Kala Nic. Ind. p. 139—140 — Elwes Pr. Z.S.1892 p. 624
— Bingham p. 380 No. 737.
Bilder: HSch. F. A 95U — Freyer T.440 F.253 — GhdT. 12
F.3a-c5 UP — Alph.1.c.T.5F.45 — Nic.l.c.T. 26
F. 181 5 — Tutt 19 08 T. II F.3 (5 Genit.) — Seitz T. 78b.
er) Se I
ion: Leech Entomol. 1391 Suppl. p. 58 + China p. 331 T.31 F.43 —
Tutt 1908 p. 42 — Seitz p. 298 T.78.b F.5 8.
parrhasius: Fabr. Ent.syst. p. 239 No. 108 — Donovan Ins. Ind. 1800
T.45 — God. Enc. p. 657 No. 136 — Horsfield Cat. East Ind.
1829 p. S6 No. 20 — Hsfld-Moore Cat. 1857 p. 22 No.11 —
Butl. Cat. Fabr. p. 165 No. 12 — Kirby p. 353 No.100 —
Moore Ceylon 1881. Ip. 85 — Distant Rhop. Malay. p. 221 —
Nic. Ind. p. 139 — Semper Philippin. p. 173 — Tutt 1908 p. 43
— Seitz p. 298.
Synonyma: a)argiades Var. Elwes Trs.E.S.1888 p. 382 Nr.256
— 'Nic. Ind. p. 139 No. 716 — Nic. & Martin IASB. 1895. II
p. 455 — StdR. p. 77 No. 540. e — Waterhouse Pr. Linn. Soc.
NSWales 1903 p. 219 — Bingham p. 378 No. 735 — Seitz p.298.
b) dipora Moore Pr. Z.S. 1865 p.506 No. 108 — Doherty
IASB. 1886. LV. II p. 132 No. 158 — Butl. Ann. Mag. 1888. I
p. 146 — Nic. Ind. p. 139 (unten) — StdR. p. 77 No. 540.e —
Bingham p. 378 No. 735 — Tutt III. 1908 p. 70 — Seitz p. 298.
Bilder: Donovan I.c. T.45 F.5% — Hsild-Mre T.1.aF.3U —
Moore Ceyl. T. 36 F. 7 5 (parrhasius) — 1865 T. 31 F.85
(dipora) — Distant 1. c. Textfig. 66 — Tutt 1908 T.II F.4
(5 Genital.) + T.V F. 10 53 (Diagramm).
zuthus: Leech China p. 330 T.31 F.7 53 — Tutt 1908 p. 42 — Seitz p. 298
T.78.b F.6 3 (Kopie n. Leech).
14. Genus Tarucus Moore (1881)
theophrastus: Fabr. Ent. sy’st. p. 281 No. 82 — God. Enc. p. 658 No.139
—- Horsfld Cat. East. Ind. 1828 p. 73 No.8 — Horsild-Moore
Eat. 1859 P.25 No. 22° — Moore Pr. Z.S.1865'No. 772 —
Bitl@@at, Rabr. p- 162 No.9 — Sta, Eat. Ep: 9ENo. 1257 —
Kirby p. 355 No. 125 — Moore Ceylon I p. SI — Butl. Pr. Z.
S. 1883 p. 148 No. 13 + ib. 1884 p. 484 No. 13 — Swinhoe
ib. 1886 p. 134 No. 71 + ib. 1856 p. 423 No. 55 — Doherty
IASB 1886 p. 112 No. 159 — Elwes Trs. E. S. 1888 p. 381
No. 252 — Nic. Ind. p. 187—190 No. 752 — Rühl p. 227 4749
— Auriv. Rhop. Aethiop. p. 363 No. 18 — StdR. p. 76 No. 532
— Nicholl-Elwes Trs. E. S. 1901 p. 91 — Warren Novit. zool.
1905 p. 185 — Bingham p. 417 No. 762 — Spuler p. 60 No. 4
Obth. 1910 p. 157—160 + 1915. p. 377.
Synonyma:a) ? pirithous L. Syst. Nat. Ed. XII. 1767 p. 790 —
Auriv. Rhop. Aeth. p. 363 No. 18.
b) theophrastes Blanchard Hist. nat. d. Lepid. 1840 p. 461
— Lucas Exped. Alger. 1849 p. 362 — Ghd p.7 No. 11.
c) teophrastus Seitz p. 293.
248 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
d) nara Kollar: Hügels Kashmir-Reise 1848 IV p. 421 No. 6
— Kirby p. 349 No. 42 — Butl. Pr. zool. S. 1881 p. 606 No. 20
— Moore ib. 1882 p. 245 — Swinhoe ib. 1884 p. 506 No, 22
+ ib. 1885 p. 134 No. 70 + ib. 1886 p. 427 No. 54 — Butl.
ib. 1886 p. 366 No. 2 + Ann. Mag. 1888. I p. 147 No.47 —
Nic. Ind. p. 190 No. 7538 — StdR. p. 76 No. 532 — Bingham
p. 417 No. 762 — Seitz p. 293.
e) psittacus Allard Ann. France 1867 p. 313.
f} callinara Butl. Ann. Mag. 1886. XVII p. 185 No. 24 4
ib. 1888. I p. 147 No. 46 — Nic. Ind. p. 191 No. 754 — Bing-
ham p. 417 — Seitz p. 293.
Bilder: Blanchard 1.c. T.7 F.4 9 — Lucas 1.c. T.1F.6.6a5 U
— Ghd T.I1F.4ab US — Moore Ceyl.T.36F.35 —
Bingham T. 20 F. 151 5 — Spuler T. 17 b.F.25 5 — Seitz
T.77.iF.5.6 $ U — Obth. 1910 F. 412 U 414 2.
Nebenformen: 1. F.alteratus Moore Pr. Z. S. 1882 p. 245
T.12F.4.4.a5 U — Nic. Ind. p. 192 No. 755 (Gen. aestivalis?)
— StdR p. 77 N0.532.b — Bingham p. 417 No.762 — Seitz p. 293.
2. F.venosus Moore Pr.Z.S. 1882 p. 245 (Art!) — Doherty
IASB. 1886. II p. 132 No. 160 — Butl. Ann. Mag. 1888. I. p. 147
No. 48 — Nic. Ind. p. 193 No. 757 — StdR. p. 76 No. 532 (syn.
theophrastus) — Bingham p. 419 No. 763 (Art) — Seitz p. 293.
Bilder: Moore Il. c. T. 12 F.6.6a5 U — Nic. T. 27 F. 189 5.
3. F.rosacea Austaut Naturaliste 1835 p. 141 — StdR. p. 77
No. 532.a — Seitz p. 293.
Synonym: rosea Rühl p. 749.
4. F. extricatus Butl. Pr. Z. S. 1886 p. 366 No. 43 T. 35
F.2 8 Ann. Mag. 1888. I p. 147 No. 45 — Nic. Ind. p. 192
No. 756 — Bingham p. 417 No. 762 — Seitz p. 293.
5. F. (aberr.) frivaldszkyi Aigner Ann. Hung. 1906 p. 514
T.14 F.4 Q — BRebel p. 65.
Synonyma:a)Ab.disco-elongata Courv.lris1912 p.46—7.
b) Ab. radiata Obth. 1910 T.49 F. 410. 413 UU.
6. F. (aberr.) radiata Obth. ib. F. 411 U.
Synonym: Ab.tribasijuncta Courv. Iris 1912 p. 52.
7. F. (aberr.) 2 micaerulescens Obth. 1910 p. 159 T. 49
F. 409 (gynandromorpha?)
balkanica (us) Freyer NBtr. V. 1844 p. 63 — Std. Cat. II p.9 No. 124 —
Kirby p. 355 No. 126 — Hoim.Ip.7 No.3 — StdR. p. 76
No. 531 — BRebel p. 65 No. 157.
Synonyma: a) balcanica Led. Vhdl. zool. bot. Wien 1855 p. 13
—- Wien. E: Mon. 1857 p. 28 — Std. Cat.I p. 4 No. 99° —
Bienert Diss. p. 29 — Berge V p. 24 — Rühl p. 226 —+- 749
— Christoph Hor. Ross. 1877 p. 199 — Caradja Iris 1895 p. 37
— Hoim. II p. 8 No. 3 — Spuler p. 60 No. 3.
b) teophrastus Var. balkanicus Seitz p. 293.
c) theophrastus Var. balkanica Obth. 1910 p. 158—9.
d) psittacus HSch. I p. 129 — Ghd p. 7 No.3 — Kef.
p. 311 No. 231.
Bilder: Freyer T. 421 F. 1.2.89 — HSch. F. 2203 5 U 2 U-—
Gh@d T, 1 F 3a c 98 092 = ron
Spnler T.15 E24, 5 = Seitz 7. Tr ner ze neh
BRebell; 16. RE. 1972.
Prof. Dr. L. G. Courvoisier. Synonymie der palaearktischen Lycaeniden. 249
15. Genus Syntarucus Butler (1900)
plinius: Fabr. Ent. syst. III. 1. p. 284 No. 92 (1893) — Donovan Ins. Ind.
1800 T.45 — God. Enc. p. 658 N. 150 — Hsfld. Cat. East
Ind. 1828 p. 72 No. 17 — Butl. Cat. Fabr. 1857 p. 25 No. 21
— Hopffers Reise n. Mozamb. 1562 p. 406 — Kirby p. 351
No. 75 — Moore Ceylon 1881. Ip. 82 + Pr. Z. S. 1882 p. 246
— Obth. Ann. Mus. Genov. 1883 p. 42 — Swinh. Pr. Z.S.
1854 p. 506 No. 23 —- ib. 1885 p. 153 No. 69 —- ib. 1886 p. 427
No. 53 — Doherty IASB 1886. II p. 132 No. 161 — Elwes
Trs. E.S. 1888 p. 382 No. 254 —- Pr. Z. S. 1892 p. 628 — Nic,
Ind. p. 194 No. 758 — Bingham p. 420 No. 764 — Seitz p. 293.
Synonyma: a) telicanus. Wall. Rhop. Caffr. 1857 p. 36 No.2 —
— Trim. Rhop. Afr. Austr. 1866 p. 238 No. 139 + Sth Afr.
Bttfl. 1887 p. 69 + Pr. Z. S. 1894 p. 60.
b) telicanus Var: Auriv. Rhop. Aeth. p. 355 4364 No. 27.
c) pulchra Murray Trs.E.S. 1874 p. 524 — Kirby p. 772 No. 406
— Mabille Madag. p.206 — Nic. Ind. p. 194 No.758 — Auriv.l.c.
d) pulcher Butl. Pr. Z. S. 1884 p. 485 No. 12.
Bilder: Donovan Ins. Ind. T. 45 E. LU — Murray ].c. T.XF 7.
8 5% — Moore Ceyl. T. 36 F.4 5 — Mabille Madag. T. 26
FH IR ISelZ TTOERS AT U.
telicanus: Lang 1789 p. 47 No.387 — Hbst IX p. 65—6 — Hoffmsegg
Jıl. Mag. 1804 p. 204 — Hübn. I. 1805 p. 56 No. 45 („silber-
äugiger Falter“) — Ochs. I. 2 p. 102 No. 4 — God. Enc. p. 655
No. 123 — Boisd. Ind. p. 10 — Meig. p. 49 No. 6 — Freyer
NBtr. I. p. 110 — Boisd. Faune Ent. Madag. 1833 p. 24 No. 2
—- Gen. p. 10 No. 71 — Blanchard Hist. Nat. d. Lepid. 1840
p. 461 — Dup. Cat. p.31 — Bertol. p. 41 No.2 — HSch:I
p. 129 — Zeller Isis 1847 p. 156—7 No. 35 — Kef. p. 311
No. 233 — MDür p. 62 — Berge II p. 157 No. 38 — Ghd
p. 7 No.2 — Gebr. Sp. p. 251 — Hein, p.86 No. 135 — Std.
Cat. I p. 4 No. 98 — Berce 1867 p. 132 — Milliere Icon. 1869
11087 Stdz@atIE pr 92No: 1227 = Kırby p: 355. No.120
Berge V p. 24 No. 32 — Jenner p. 294 — Christ 1878 p. 372
— Frey p. 14 (unt.) — Killias p. 17 No.1 — Mabille Hist. nat.
Madae. 1885. II p. 206 — Hofm. I p.7 No.2 — Bramson p. 40
— Rühl p. 225 + 749 — Hofm. II p.8 No.2 — Favre p. 14
No. 2 + Suppl. p. 3 — Butl. Pr. Z.S. 1900 p. 929 — Caflisch
p.7 — Stef. Nuovo Cat. 1900 p. 47 — StdR. p. 76 No. 530 —
Pagenst. I.B. Nassau 1902 p. 158 — Wheeler p. 46 — Treudl
Ins. Börse 1905 p. 204 — Tutt. 1906 p. 314 — Spuler p. 59
No. 2 — Seitz p, 293 — BRebel p. 65 No. 156 — Obth. 1910
p. 157 — Courv. Lyc. Bas. p. 156 No. 16 — Cat. lep. Geneve
p. 27 No. 2 — Vorbrodt p. 120 No. 135 — Galv. Preiss. 1911
p. 134 — Perlini 1912 p. 60 — Verity Bull. Ital. 1914 p. 151
— Obth. 1915 p. 376.
Synonyma:a) boeticus Esper Forto. I p. 181.
b)hoffmannseggii Zeller Stett. E. Z. 1850 p. 312 — HSch.
T.133 — Ghd. p. 21 No. 114 — Led. Wien. E. Mon. 1857 p. 30
— Kirby p. 355 No. 125.
Bilder: Esper T.91 F. 2 — Hbst T. 305 F.6—9 5 UYQ U — Hübn.
F. 371—2 5U + F.553—4 2 U Meig. T.52 F.3a—c 5T U
250 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
F.1.2 52 — HSch. F. 644 U — Ghd T. 11
@ + T.39 F.3 ab U? — Milliere Icon. T.
i a T.26 F.8.9 3 U — Berce
m.1T.3 F.22 5 — Hofm. II T.4
4 F.23.5 — Seitz T.77 h.F.3Q2.(necö!)
u 14 E10
Nebenformen: 1. FE. hen Mabille Ann. France 1877
Bull p. al:
2: F. bellieri Ragusa Naturalista Sicil. 1882 p. 37 T.3 F.
2 U — StdR. p. 76 No. 530 — Spuler p. 59 — Seitz p. 293.
Synonym: Ab. simplicior Verity Bull. Ital. 1911 p. 273
T.1 F.14U (teste Turati in lit.).
eleusis: Demaison Bull. Soc. France 1888 p. 66 —- ib. 1890 p. 60
— StdR. p. 77 No. 536 — Seitz p. 294 (zu Azanus).
Synonyma: a) podorina Mabille Ann. France 1890 p. 25 —
StdR 1. c.
b) pharaonis Std. Iris 1894 p. 243 T. 9 F.4 5 — Rühl
p. 750 — StÄR. 1. c.
c) ?egyptiaca Bethune — Baker Trs.E.S.1894p.33 T.1F.13.
16. Genus Polyommatus Latreille (1805).
boeticus (a) Linne Syst. Nat. Ed. XII. 1767 1. 2 p. 789 No. 226 —
Fabr. Syst. p. 522 No. 333 — Esper I p.319 + 11 p. 181 —
Bgstr. II p. 9 — Fabr. Spec. II p.119 No. 529 —+ Mant. p. 69
Nor 65002 Sehnd. op. 223 Nor 182, = TansalnsI3En At
No. 381 — Jung 1782 p. 21 + 1791 p. 82 — Fabr. Ent. syst.
p. 280 No. 77 — Prunn. p. 48 No. 91 — Hbst IX p. 62—64
— Hoffmsegg Jll. Mäg. 1804 p. 188 — Hübn. I p. 56 — Ochs.
l.2 p. 99 No.3 -- Hübn. Verz. p. 70 No. 687 — Meisn. 1819
p. 3 — God. Hist. p. 192 — Boisd. Ind. p. 10 — Horsfield Cat.
East Ind. 1829 p.S0 No. 14 — Schott p. 90 No. 125 — Lucas
p. 24 — Boisd. Gen. p. 10 No. 70 — Berge I p. 90 — Dup.
Cat. p. 30 — Trtschk. X. 1 p. 239 — Zeller Isis 1847 p. 156 —
Ghd p. 7 No. 1 — Led. Vhdl. zool. b. Wien 1852 p. 19 — 1855
p. 13 — Butl. Cat. Fabr. p. 165 No. 11 — Hsild-Mre Cat.
p. 23 No. 16 — Berce 1867 p. 131 — Std. Cat.II p.9 No. 121
— Scudder Hist. Sketch 1875 p. 253 — Elwes Trs. E. S. 1887
p. 391 — Pryer Rhop. Nihon. 1888 p. 17 No. 50 — Bramson
p.40 — Nic. Ind. p. 204 No. 767 — Leech China p. 337 —
Nic. & Martin IASB. 1895. II p. 462 — Rühl p. 224 + 749 —
Tutt 1896 p. 192 — Favre Suppl. p. 3 — StdR. p. 76 No. 529
— Nicholl-Elwes Trs. E. S. 1901 p. 91 — Wheeler p. 45 —
Bingham p.432 No. 772 — Spuler p.59 No.1 — P Imh. p. 25
— Tutt 1908 p. 332—378 — BRebel p. 64 No. 155 — Galv.
Preiss. 1911 p. 134 — Ver. Bull. Ital. 1914. p. 151.
Synonyma: a) boedicus Borkh. I p. 139.
b) baeticus (a) Latr. N. Dict. p. 491 4 Gen. Crust. IV. 1809
p. 207 — Meig. p. 48 No.5 — HSch. I p. 130 — Zeller Isis
1840 p. 129 + ib. 1847 p. 156 No. 35 — Kef. p. 311 No. 232
— MDür p. 61 — Berge II p. 157 No.39 — Ghdp.7No.1
— Gebr. Sp. p. 251 — Rambur Cat Lep. Andal. 1858 p. 43 —
Hein p. 85 No. 134 — Mill. Icon. I 1864 T.4 — Std. Cat. I
Prof. Dr.L.G. Courvoisier. Synonymie der palaearktischen Lycaeniden. 251
p. 4 No. 97 — Trimen Rhop. Afr. Austr. 1866 p. 236 No. 138
— Berce 1867 p. 131 -- Bienert Diss. p. 23 — Kirby p. 354
No. 114 — Berge V p.24 No. 33 — Christ 1878 p. 372 No. 25
— Frey p. 14 — Elwes Trs. E. S. 1881 p. 214 No. 64 — Moore
Ceylon p. 93 — Butl. Trs. E.S. 1882 p.31 No.1 — Obth. Ann.
Mus. Genova 1883 p. 23 — Distant Rhop. Malay. 1884 p. 214 .
— Kheil Rhop. Nias 1884 p. 30 No. 92 — Hofm.Ip.7 No.1
— Trimen Sth. Afr. Bttfl. II p.58 — Butl. Ann. Mag. 1888 I
. 145 No. 39 — Hofm. II p. 8 No.1 — Reutti p. 22 No.31 —
Eee p. 14 No. 1 -+ Suppl. p.3 — Pagenstecher IBNassau 1902
p.159 — Stef. Nuovo Cat. p. 46 — Rgmt p.20 — Seitz p. 290—1
— Röpke E. Z. Stuttgt. 1909 p. 170—1; 175—6 — Obth. 1910
p. 155 —7 — Cat. lep. Geneve p. 27 — Courv. Lyc. Bas. p. 157
No. 17 -— Vorbrodt p. 121 No. 136 — Perlini 1912 p. 61 —
Obth. 1915 p. 375—6.
c) baetticus Latr. Enc. meth. IX p. 13 No. 11.
d) coluteae Füssl. Verz. 1775 p. 31 No. 594 — Rossi Mant.
Ins. II 1794 p. 46.
e) colutheae Schnd. p. 224 No. 132 — Borkh. I p. 269.
f) damoötes Fabr. Syst. Ent. 1775 p. 526 No. 350 —- Spec.
1781.11 p. 124 No. 558 +4 Mant. p. 77 No. 707 —+- Ent. syst.
p. 303 No. 148 — God. Enc. p.680 No. 198 — Hsild Cat. East
Ind. p. 81 No. 16.
g) archias Cramer Pap. Exot. II. 1877 T.181 c.
h) pisorum Fourcroy Ent. Paris II. 1785 p. 242 No. 25.
i) petitporte-queue bleustrie Geoffr. Hist. abreg 1764.
li p. 57 No. 25 — Engr.1p. EL 275.
Bilder: Füssl. T.1.F.2 $U — Cramer T.181.c U — Esper T. 27
F3 ab SU+FT. 91 F.39 — Engr. T. 37 F.76 ab gU für
5 gehalten) T. 71 F.716e 5 — Bestr. a a
(„Blässleinsennafalter“) T.111 F.1 5 — Hbst T. 305 F. 35
@US — Hübn. F.373—5 SUR ( 7 Bissenstrauchtattere) _
Fate Eric 7.50: No.11.S — God. Hit. 7, 9#tert.F-4.U;77210
Ba Meere ce & UP — Berge Il T.28F.6
ab $ U-— Ghd. T.11 F.1 a— 8 U® — Mill. Icon. T. 4
F.45 — Newman F.39 SQ? U — Hofm. I T.3 F.21 5 —
Distant Rhop. Mal. T. 20 F. .; 5 — Pryer Rhop. Nihon. T. 4
F.22 & — Nic. Ind. T.27 F.190 5 — Hofm. II T. 4 F. 22 ab
5? — Tutt 1896 T.IIF.LS + Toos T. XVII F.1—3 SQ U
— Spuler T.15 F.22b $ a9 — Seitz T.77 F.6—8 SS U
BRebel T.16 F.18 3.
Nebenformen: 1.F.armeniensis Ghd Berl.E.Z. 1882 p. 125
— StdR. p. 76 Seitz p. 291.
2. F.9 caerulea Tutt 1908 p. 336 — Seitz p. 291.
3. F.Q clara Tutt I.c. — Seitz p. 291.
F.2 fusca Tutt I.c. — Seitz p. 291.
F.Q fasciata Tutt I.c. — Rebel p. 69.
nonym: F. albovittata Obth. 1910 p. 156.
17. Genus Nacaduba Moore (1881).
nora: Felder Sitzgsber. A. Wiss. Wien 1860 p. 458 —- Novara II
p. 275 — HSch. Stett. E. Z. 1869 p.@2 No.24 — el p. 352
No. 82 — Nic. IASB 1883 II p. 73 No. 11 — Semper Philippin.
4
5.
Sy
[)
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D
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
p. 175 No.235 — Nic. Ind. p. 147 No. 723 — Ribbe Iris 189%
p. 251 — Nic. IASB 1895. II p. 475 — Bingham p. 391 No. 746 —
Synonyma:a) aluta Druce H. Pr.Z.S. 1873 p.349 No.16 —
b) ardates Moore Pr. Z.S. 1874 p.574 —+- Ceylon I p.90 —
Kirby p. 769 No. 342 — Nic. IASB 1885. II p.3 — Butl. Ann.
Mag. 1885 XVI p. 335 No. 71 — Doherty IASB 1886. II p. 133
No. 174 — Elwes Trs. E. S. 1888 p. 386 No. 270 — Semper
Philippin. p. 173 No. 233 — Nic. Ind. p. 153 No. 730 — Elwes
Pr. Z.S.1892 p.625 — Bingham p. 391-—3 No.746 — Seitz p.291.
Bilder: Felder Nov. T. 34 F.34 5 — Druce 1873 T.32 F.8 U—
Moore 1874 T. 67 F. 15 + Ceylon T. 33 F.2.2a 5 U—
Nic. 1883 T.11 F.14 92 + Ind. T.27 F.185 3 —
Nebenformen:1.F.noreia Felder Vhdl. zool.bot.Ges. Wien 1868
p. 12 — Kirby p:'352 No. 83 — Semper 1.c.T.32 F. 2730
SS UQU -— Nic. Ind. p. 148 No. 724 — Bingham p. 392— 3
N0.474 — Seitz p.291—2 T.77 W F.1.2 Us —
2. F. dubiosa Semper Inal Mus. Godeffr. XIV. 1879 p. 159
—- Philippin. p. 173 No. 233 — Druce Pr. Z.S. 1902 p. 119 —
pavana Horsfield Cat. East. Ind. 1828. p. 77 No.12 — Hrild. Mre.
Cat. 1857 p. 24 No. 17 — Wood Mason Nic. IASB 1886. II p. 367
No. 124 — Semper Philippin. p. 176 No. 238 — Nic. Ind. p. 145
No. 700. T.26 F.182 $ — Bingham p. 385 Textfig. 5.a —
Seillzupm292 u 1 8rar BalnU:
Synonym: macrophthalma (nec Felder) Moore ]J. Linn. Soc.
Zool. 1886 p. 40 — Nic. p. 145 No. 720.
18. Genus Jamides Hübner. (1816).
bochus: Cramer Pap.Exot. IV. 1782 p.210 — Hübn. Verz. p. 71 No. 702
— God. Enc. p. 661 No. 150 — Kirby p. 357 No. 144 — Moore
Ceylon Ip.86 — Distant Rhop. Malay. 1884 p. 222 No.1 —
Std. Exot. Schmittl. p. 272 — Elwes Trs. E. S. 1888 p. 383 No. 257
— Nic. Ind. p. 157 No. 733 — Elwes Pr. Z. S.1892 p. 626 —
Leech China p. 334 — Bingham p. 398 No. 751 — Seitz p. 290.
A a) plato Fabr. Ent. syst. p. 238 No. 103 — Donovan
Ins. Ind. 1800 T.45 — God. Enc. p. 655 No. 127 — Hübn. Verz.
p. 70 No.688 — Blanchard Voy. Pöle Sud 1853. 1V p. 398 —
Butl. Cat. Fabr. p. 166 No. 18.
b) pluto Westwd Gen. Diurn. Lep. 1852 p. 490 No. 42 — Hsfld-
Mre Cat. East. Ind. 1857 p. 21 No. 8.
c) nila Horsfld Cat. East. Ind. 1823 p. 78 No. 14.
Bilder: Cramer T. 391 fig. CD 53 U — Donovan T. 45. F. 2
Hbst T. 304 F.9.10 5 U — an T. 3 F.9.10. SU
Butl. Cat. Fabr. T.2 F.3 9 — Moore Ceyl. T. 36 F. 8.8
Distant T.21 F.19 3 16 2 — Std. Exot. T.94 3
TSAUE I ANAUF DER TS DR):
19. Genus Catochrysops Boisduval (1832).
cnejus: Fabr. Ent. Syst. p.430 No.100 — God.Enc. p. 657 No. 1352
Horsfld Cat. East. Ind. 1329 p.83 No. 18 — Horsfield- Mre Cat.
1859 p.22 Ro.13 — Bull. Cat. Fabr. p. 165 No.13 — Kirby
s
Prof. Dr. L. G. Courvoisier. Synonymie der palaearktischen Lycaeniden, 253
p. 3535 No. 99 — Druce Pr. Z.S. 1873 p. 348 No. 7 — Semper
Inal Mus. Godeffr. 1879 p. 158 — Butl. Pr. Z. S. 1881 p. 605
No. 15 — Moore Ceylon I p. 92 + Pr. Z. S. 1882 p. 246 —
Dist. Rhop. Malay. p. 225 No.2 — Butl. Pr. Z. S. 1886 p. 365 —
Doherty IASB 1886. Il p.133 No. 170 — Butl. Ann. Mag. 1888
p. 145 No.40 — Elwes Trs. E. S. 1888 p. 385 No. 263 — Semper
Philippin. p. 186 No. 254 — Nic. Ind. p. 178—180 No. 745 —
Leech China p. 335 — Nic. & Martin IASB 1895 p. 461 —
Auriv. Ent. Tidskr. 1897 p. 147 No. 54 — Bingham p. 415 No.761
— Seitz p. 292.
Synonyma: a) pandia Kollar: Hügels Kashmir-Reise IV. 1848
p. 418 No. 2.
b) patala Kollar I.c.p.419 No. 4 — Butl. Trs. E. S. 1877
p. 547 No.1 —+- Pr. Z.S.1881 p. 148 No.4 — Swinhoe ib. 1885
p. 131 No. 3 —- ib. 1886 p.426 No. 38.
Bilder: HSch. Stett.E.Z.1869 T.4 F.18 9 — Distant I.c. T.21F.
2 ,SEIZ, DR E89, SU:
pandava: Horsfld Cat. East Ind. 1829 p.84 No. 19 — Moore Ceylon
I p.92 T.37 F.1 8 — Dist. Rhop. Malay. p. 225 No.3 T.21
F.17 5 — Nic. IASB. 1885. II p. 47 No. 74 4 Ind. p. 183—5
No. 750 T. 27 F. 187—8 992° — Bingham p. 413 No. 760 —
Seitz p. 292.
Synonym: bengalia Nic. IASB. 1885. II p. 47 No. 75.
Nebenform: nicola Swinh. Pr. Z. S. 1885 p. 132 — Nic. Ind.
p. 185—6 No.751 — Bingham p.413 No. 760.
Theclinen: 20. Genus Laeosopis Rambur (1853).
roboris: Esper Forts. II 1789 p.59 („Eichenblauling“) — Ochs. ].
2 p.95 No.1 — Meig. II p.47 No.3 — HSch. Ip. 136 — Keef.
p. 313 No. 253 — Berge II p.160 No.11 -—— Led. Wien. E.
Mon. 1857 p. 32 — Gebr. Sp. p. 259 No. 2 — Hein. p. 91 No. 146
ZStdr eat I PL 3UNo: 7A Berce-1807.,p. 124 — Std. Eat:
II p. 7 No. 90 — Kirby p. 377 No.1 — Berge V p.25 No. 2
— Hofm. I p.6 No.7 — Bramson p. 33 — Rühl p. 196 +
740 — Elwes Tr. E. S. 1837 p. 390 — Caradja Iris 1893 p. 173
— Hofm. II p.6 No.7 — StdR. p. 68 No. 457 — Wheeler
p. 47 — Spuler p.55 No.1 — Seitz p. 262 — BRebel p. 57
— Obth. 1910 p. 56—7. — Aichele Soc. ent. 1915 p. 17.
Synonym: evippus Hübn. Sammilg. auserles. Vögel etc. 1793 T.
56. 57 —- Europ. Schmttl. I p. 55 No. 42 („blauschillernder
Falter“) — Latr. NDict. p. 486 — Boisd. Ind. p. 10 — Lucas
p. 23 — Boisd. Gen. p. 8 No. 56 — Dup. Cat. p. 29 — Ghd
p.4 No. 17 —
Bilder: Esper T. 103 F.5 @ — Hübn. F. 366—7 5 U — Meig.
T.52 F.2ab SU — Lucas T.23 F.5 & — Ghd T.3 F.4
a—cäUQ — Bergell T.34 F.13 $ — Hofm.TT. 3r.98
— Hofm. II T.4 F.7.$ — Spuler T.15 F.9 $& — Seitz T.
72 d F.3-5 SQ U — BRebel T. 16 F.17 4.
Nebenformen: 1. F. lusitanica Std. Iris 1891 p. 232 — Rühl
p. 196—7 +4- 740 — StdR. p. 68 No. 457. a — Seitz p. 262
DT AdzR: br, TED:
2. F. Q escorialis Obth. 1910 p. 57 (nigra).
254 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
21. Genus Callophrys Billberg (1820).
avis: Chapman Ent. Record XX1.1909 p.130 + Trs. E.S.1910 p.85—106
T. XIV—XLINI —+ ib. 1912 p. 409—411 — Ribbe Iris 1912 p. 178
— Obth. 1910 p.90—95 T. 50 F. 419. 420 32 + 1915 p. 366.
rubi: Linne Syst. Nat. Ed. X. 1758 p. 483 No. 154 —- Fauna svec. Ed. II 1761
p. 2834 No.1077 — Poda p. 77 No. 45 — Scopoli Carniol.
p. 176 — Hufnagel Berl. Mag. Il 1766 p. 82 No. 47 — Fabr.
Syst. p. 523 No. 339 — Füssl. Verz. p. 31 No. 600 — Rott.
Natfscher VI p. 12 — Sulzer I p. 146 — Schiff. p. 186 No.1
(„Brombeerfalter“) — Esper I p. 279 — Bgstr. Il p. 28 4 47
(„Himbeerfalter*) — Fabr. Spec. p. 121 No. 539 — Lang 1782
p. 45 No. 373 — Jung 1782 p. 126 — Schnd. p. 225 No. 134
— Fabr. Mant. p. 71 No. 670 — Borkh. I p. 138 No.6 + p.
267; II p. 218 („Grünling“) — Müller-Linne V. p. 626 No. 257
(„Himbeervogel“) — Römer Gen. Ins. 1789 p. 19 — Fabr. Ent.
syst. p. 287 N0:102° == Prunn. p. 507No, 95722 Hbse Rep:
110—3 — Syst. Verz. II p. 277 No.1l — Schrank p. 218 —
Hoffimsegg. Jll. Mag. 1504 p. 203 — Hübn. I p.55 No.41 —
Ochs. I. 2 p. 91 No. 12 — Hübn. Verz. p. 74 No. 731 — Meisn.
1819 No. 3 — Latr. N. Dict. p. 493 — God. Hist. p. 206 No. 73
— Boisd. Ind. p. 10 — Meig. p. 46 No. 2 — Schott p. 89 No.123
— Lucas p. 29 — Cantener p. 37 No. 19 — Wood. Index ent.
1839 p.6 No. 55 — Boisd. Gen. p. 8 No. 57 — Bertol. p. 39
No.5 — Berge I p. 90 No. 27 („Brombeerschlüpfer“) — Evsm.
Volg. p. 65 No. 42 — Dup. Cat. p.29 — Berge II p. 159 No. 2
—- HSch. I. p. 135 — Kef. p. 313 No. 251 — MDür p. 50 No. 27
— Ghd.p.4 No. 18 — Wall. p. 189 No.4 — Led. Wien.E.
Mon. 1857 p. 32 — Gebr. Sp. p. 259 — Hein. p. 91 No. 145
— Westwd p. 90 No.5 — Std. Cat. I p.3 No. 77 — Berce
1867 p. 125 — Stainton p. 114 — Butl. Cat. Fabr. p. 192 No. 10
— Täschler p. 85 No.1 — Newman p.105 No. 32 — Std.
Cat. I p. 7.No. 94 — Kirby p. 398 No. 304 — Berge V p. 25
No. 1 — de l’Orza Lep. Japon. p. 19 — Christ 1878 p. 371
No. 20 — Frey p.11 — Alph. Kuldja p.376 — Killias p. 15
No. 6 — Berce 1884 p. 12 — Hofm. I. p.6 No. 9 — Bramson
p. 32 — Rühl p. 195 + 740 — Hofm. II p. 6 No. 9 — Caflisch
p.6 No.3 — Courv. Soc. ent. 1897 p. 18 — Reutti p. 20 No. 23
— Favre p. 10 No.8 — Stef. Nuovo Cat. p. 42 — StdR. p. 70
No. 476 — Rgmt p. 18 — Wheeler p. 46 — Tutt II 1908 p.
89—135 — Spuler p.54 No.1 — P. Imh. p. 23 — Seitz p. 265
— Obth. 1910 p. 85—95 — BRebel p. 59 No. 144 — Courv.
Lyc. Bas. p. 155 No.8 — Cat. Lep. Geneve p. 25 No.6 —
Vorbrodt p. 110 No. 127 — Courv. E. Ztschr. Fkft. 1911 p. 3—6
— Slevogt Soc. ent. 1903 p. 591 — Courv. Int. E. Z, Gub. 1913
p. 231 — Perlini 1912 p. 56 — Wehrli p. 13 — Eckstein p. 96
— Verity Inal Linn. Soc. Zool. 1913 p. 137 — Rehfous Bull.
Geneve 1917 p. 213 — Hoffmann-Kols p. 285.
Synonyma: a) Argus caecusL. Fauna svec. 1746 p. 247 No. 806.
b) Argus aveugle Geoffr. Hist. abr. 1762. II p. 62 No. 34.
ec), Argus verd Engr. I p.185 — Latr. Enc. 1830 T. 50.
Bilder: Petiver Pap. Brit. 1715 T.6 F.14 9 + Gazophyl. T.2 F.
1192 — Albin Nat. Hist. Engl. Ins. 1724 T.VF.efQ U —
Prof. Dr. L. G. Courvoisier. Synonymie der palaearktischen Lycaeniden. 255
IChr. Schäffer. Icon. T. 143 F.3.4 5 U — Sulzer T.18 F. 11.
125U — Esper T.21 F.2Q (für 5 gehalten) — Bgstr. T. 22
F.8.'9.2 U; T. 31.E.4 U — Engr. T..43;F.90.ab 2 U —
Römer 1.c. T. SF. 11.12 2 U — Hbst T.308 F.5.62 U —
Hübn. F. 364—5 9 U + 786 3 — God. Hist. T. 10 secd.F.
5 U; T.10F.3 5 — Meig.T.52 F.1 ab $ U — Latr.Enc.
1830 T.50 F.3. 3 bis $ U — Lucas T. 23 F.6 9 — Cantener
T.6 F.2 2 — Labram T.65 32 U — Wood Ind. T.2 F.55
a@ — Berge IT.23F.1eQ — Bersell T.34F.59 -
— Ghd T.3 F.5 a—c $UQP — Westwd T.13 F.43U—
Berce 1867 T.5 F. 3 — Newman p. 105 Textfig. 32 2? U —
Berse V T. 15 E. 3.U.— Beice 1884 1-2 E 16 — Hoim-I
T.3 F.11 2 — Hofm. II T.4 F.J 9 — Kirby Lloyd T.41 F.
9.665 U — Spuler T.15 F.2 9 —. Seitz T.72eF.? (fürd
erklärt!) 6 Q — BRebel T.13 F.6 U — Obth. 1910 T.50 F.
422 — Eckstein T.14 F.3 3.
Nebenformen: 1. F. dumetorum (Nordamerika) Boisd. Ann.
France 1852 p. 291 + Ann. Belg. 1869 p. 15 — Scudder Bull.
Buff. 1876 p. 105 No.201 — Smith List 1891 p. 12 No. 293 —
Wright p.212 — Holland Bitfl. Book 1907 p. 249 — Courv.
E. Ztschr. Fkft. 1911 p.5 — Obth. Lep. comp. IX. 1913 p. 40 —
Courv. Int. E. Z. Gub. 1913 p. 231—2.
Synonym: viridis Edwds Pr. Ac. Nat. Sc. Philad. 1862 p.
223 4 Synops. 1872 p. 31 No.34 — Scudd.l.c.
Bilder: Wright l1.c. T.28 F.335 ab 55 — Holland I. c. T.30
E.1. 2° 5. U — Obthol..e FE. 19269.
2. F. suaveola Std. Stett. E. Z. 1881 p. 279 — Rühl p. 196
— Elwes Trs.E.S. 1901 p. 89 — StR. p. 70 No. 476. a — Tutt
II 1907 p.96 — Seitz p. 263 T.72f. F.1 U (nicht typisch!) —
Obth. 1910 p. 86 T.40 F.417—8 5 U — Courv.E. Ztschr. Fkft
1911 p.5 — Stichel Ztschr. wiss. Ins. Biol. 1911 p. 76 (Art!)
3. F. borealis Krul. (nec Möschler) Bull. Nat. Mosc. 1590.
II p.217 — Rühl p. 196 — Herz Iris 1898 p.236 No. 15 —
StdR.p. 70 No. 476 — Tutt II 1907 p. 95 — Seitz p. 263 —
Courv.E. Ztschr. Fkft 1911 p.5 — Stichel Berl. E. Ztschr. 1911
P-935- 4 — Com Int. E/Z. Gub. 1913 p. 232.
Synonyma: a) polaris. Krul. (nec Ghd) Soc. ent. 1393
p. 164 — Rühl p. 196 — Slevogt Soc. ent. 1903 p.51 — Tutt
l.c. p. 99 — Seitz p.263 — Stichel I. c. — Courv.E. Ztschr.
Fkft 1. c. —+ Int. E. Z. Gub..c.
b) sibirica Rühl p.740 — Herz Iris 1898 p.236 No.15 — StdR.l.c.
— Tutt1.c.p. 96 — Seitz1.c. — Courv. locis cit. — Stichel I. c.
c) nordlandica Strand Nyt Mag. Naturvid. 1901 p. 46 —
Tutt — Seitz — Stichel — Courv. locis cit.
4. F. fervida StdR.p. 70 No. 476. b („gen. aestiv?“) — Tutt
l.c. — Seitz p.263 T.72 f. F2 2 — Courv.locis cit.
5. F. chalybeitincta Sovinsky Rev. Russe d’Ent. 1905. V
PIE G@oNYV Int. BE Zr GU5b=191392 233:
Synonym: F. caerulescens Tutt II 1907 p. 92 — Bang
Haas Iris 1912 p. 106.
6. F.(aberr.) immaculata Fuchs IBNassau 1891 p. 211 —
(Rott. Natischer VI. 1775 p. 12) — (Bgstr. II p.29) — (Borkh.
I p. 139) — Rühl p. 196 + 740 — StdR.p. 70 No.476 —
256 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Wheeler p. 46 — Spuler p. 54 No.7. a — Seitz p. 263 —
Courv. locis cit. — Heinrich Berl. E. Ztschr. 1910 p. 108. No. 60
— Rebel Ann. Wien. 1911 p. 302 — Galv. Preiss. p. 130 —
Vorbrodt p. 111.
Synonyma:a)Ab.caecus (Geoffr.)-false! Tutt 1896 p.
196 + 11. 1907 p. 94—5 — BRebel p. 59 — (vgl. Courv. Int.
E. Z. Gub. 1913 p. 232) — Hoffmann — Klos p. 285.
b) F. affinis Edwds Pr. Ac. Nat. Sc. Phil. 1862 —- Synops.
p. 31 No. 35 — Scudder Bull. Buff. 1876 p. 105 No. 201 —
Kirby p.399 No. 327 — Smith List p. 12 No. 292 — Wright
p. 212 — Holland Bittil. Book p. 249.
Bilder: Albin Nat. Hist. Engl. Ins. 1724 T.VF.f. U — Esper
T.21 F.2 2 — Hbst T.308 F.6 U — Hübn. F. 365 — Berge
1 T.28 F.]e — Wright 1.c.T.28 F.33 b’ 392 — Holland
TRB0-Er 31 Ur = Seitz 2r E77 U:
7. F. (aberr.) cinerascens BRebel p.59 — (Schultz Soc.
ent. 1904 p. 9).
8. F.(supra-) viridis Courv. F. nova — (Caroff Ann. France
1866 p. 436).
9. Partiell-albinotische Formen: Bgstr. T.71 F.72
+T.110 F.39 — Engr.T.72 F.90.c 2 = Ghd p.9 Nach-
trag T.36 F.1 Q — Fuchs IB. Nassau XL p. 211 — Milliere
Ann. France 1887 p. 216 — Moebius Iris 1905 T.1 F.32 —
Tutt (Blachier in lit.) 1. c. p. 100.
10. F. (aberr.) subtus-brunnea Tuttl.c.p. 94 — (MDür
p. 50 No. 27).
Synonym: Ab.olivacea Blachier Buli. Lep. Geneve 1909
TIIEETLOFS:
11. F.connexa Tutt I.c. p. 92 — (Engr. T.43 F. 90 ab ? U)
— (Std. Iris 1892 p. 279).
22. Genus Satsuma Moore (1874).
chalybeia: Leech Entomol1. 1890 p. 43 + China p. 355 T.30 F.7 Q
— Nic. Inal Bomb. N. H. Soc. 1891 p. 374.
Synonym: chalybea Seitz p. 264 T.72g. F. 2%.
Nebenform: pluto Leech China p. 355 T.30 F.8 &$ — Seitz
IFcHH 36:
circe: Leech China p.354 T.30 F.12 3 — Seitz p.264 T.725.F.78; gF.1U.
frivaldszkyi: Led. Vhdl. zool. b. Wien 1855 p. 100 T.IF.15 +
Wien. E, Mon. 1857 p. 32 — Pryer Trs. Asiat. Soc. Japan 1884
p. 223 No.45 — Fixsen Mem. Rom. 1887 p. 270 — Elwes
Pr. Z. S. 1881 p. 887 — Gräser Berl. E. Ztschr.. 1888 p. 74 —
Leech China p. 352 — Rühl p. 194 4 740 — Elwes Tr. E.
S.1899 p. 321 — StdR.p. 68 No.458 — Seitz p. 264 T.72f1.F.4 8.
Synonym: a)Frivaldskyi Hew. Diurn. Lep. 1878 p.212 No. 446
T.85 F. 726—8 UU 2.
b) Trivaldskyi Kirby p. 398 No. 303 —
Nebenform: F.ferrea Butl. Inal Linn. Soc. Zool. 1868 p. 57 —
Murray Ent. Mon. Mag. 1874 p. 168 — Kirby p. 773 No.1 —
Elwes Pr. Z. S. 1881 p. 887 — Leech China p. 353 — Rühl
p. 740 — StdR. p. 68 — Seitz p. 264 T. 72 1.F.3 2.
Prof. Dr.L. G. Courvoisier. Synonymie der palaearktischen Lycaeniden. 257
leechii: Nic. (Inal Bomb. Nat. Hist. S. 1891 p. 375 Taf. F. fig. 17 9) —-ib.
18927Pp. 385.
nicevillei: Leech China p. 355—6 T. 30 F.9 $& — Seitz: p. 264 T. 72
1. F.6 6.
pratti: Leech Entom.ol. 1890 p. 44 4 China p. 354 T.30 F.10 5 —
Nic. Inal Bomb. N. H. S. 1891 p. 374 — Seitz p. 264 T. 72
ES &
23. Genus Niphanda Moore (1874).
fusca: Bremer & Grey Btr. z. Schmttligsfauna NChina’s 1853
p. 9 — Menetr. Enum. p.55 No. 919 — Brem. Bull. Ac. Petsbg.
1861. III p. 469 — Kirby p. 376 No. 297 — Obth. Et. Il. 1876
p. 20 — Pıyer Trs. Asiat. S. Japan 1884 p. 226 No. 27 —
Elwes Pr. Z.S. 1881 p. 883 — Gräser Berl. E. Ztschr. 1888
p. 74 — Fixsen Mem. Rom. 1887 p. 280 No. 23 — Leech
China p. 340 — Rühl p. 192 + 739 — StdR. p. 69 No. 459
— Seitz p. 262.
Synonym: ® dispar Brem. Mem. Petsbg 1864 p. 24
Bilder: Menetr.1.c. T.4 F.5 2 — Brem. Mem. 1864 T.3 F.49
—=Obth2]. c; T4 Fa Q U == Seitz ’T. 72re. F31. 2 82.
Nebenform: 9 lasurea Gräser Berl. E. Ztschr. 1883 p. 74 —
Leech China p. 340 T. 31 F.17 9 — Rühl p. 193 + 739 —
StdR. p. 69 No. 459. a — Seitz p. 262 T.72.e F.3 9.
24. Genus Hysudra Moore (1882).
selira: Moore Pr. Z.S. 1874 p. 272 No. 76 —+- ib. 1882 p. 250 — Kirby
p. 785 No. 32 — Doherty IASB. 1886. II p. 126 No. 127 —
Nic. Ind. p. 454 No.990 T.29 F.240 $ — Seitz p. 259 T. 72.b
EN6, 7,82.
Synonyma: a) Q nissa (part.) Hew. Diurn. Lep. p. 23 No. 19
T.10 F.44 9.
b) Rapala micans Var. (false) Fruhstf. Berl. E. Ztschr.
1911 p. 258.
25. Genus Deudorix Hewitson (1863).
arata: Bremer Bull, Ac. Petsbg 1861 p. 470 + Mem. Ac. Petsbg 1864
p. 25 No. 107 T.3 F.6Q — Kirby p. 403 No.17 — Elwes
Pr. Z.S. 1881 p. 885 — Pryer Trs. Asiat. S. Japan. 1884 p. 227
No. 34 — Fixsen Mem. Rom. 1887 p. 281 No.5 — Leech
China p. 416 — Gräser Beıl. E. Ztschr. 1888 p. 73 — Rühl
p. 189 + 738 — StdR. p. 68 No. 455 — Seitz p. 260 T. 72b
Br ISU
Synonym: ichnographia Butl. Pr. Linn. Soc. Zool. 1866, IX p.57
No. 23 — Seitz |. c.
Nebenformen: 1. F.tyrianthina Butl. Ann. Mag. 1881. VII p. 34
T.4F.5 53 — Leech I. c. p.417 — StdR. p. 68 No. 455. a
— Seitz |]. c.
2. F. luniger Seitz |. c.
Synonym: arata Var. Fixsen l.c. p.2831 T.13 F.3 3.
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein XVIl
Iris zu Dresden. Jahrgang 1920.
258 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
epijarbas: (Boisd. in lit.) Horsfld — Moore Cat. East. Ind. 1857 p.
32 No. 40 — Hew. Diurn. Lep. p.20 No.8 — Kirby p. 416
No. 8 — Moore Pr. Z. S. 1865 p. 774 —- ib. 1774 p. 272 —
Ceylon 1881. I p. 103 — Butl. Pr. Z.S. 1886 p. 370 No. 57 —
— Distant Rhop. Malay. 1886 p.464 No.6 — Elwes Trs.E.
S. 1888 p. 399 No. 319 — Std. Exot. Schmtt. p.278 — Ribbe
Iris 1889 p. 255 — Nic. Ind. p. 449—450 No. 986 — Elwes
Pr. Z. S. 1892 p. 642 — Semper Philippin. 1890 p. 221 — Butl.
Ann. Mag. 1888. I p. 150 No. 62 — Nic. & Martin IASB. 1895
p. 482 — Seitz p.260 — Fruhstf. Berl. E. Ztschr. 1911 p. 263
— Matsumura E. Z. Stuttgt 1910 p. 217.
Synonym: epiarbas Doherty IASB. 1886. II:p. 126 No. 263.
Bilder: Hew.T.7 F.16—18 U 25 — Moore Ceyl. T.39 F.4.4a 5%
— Distant T.41 F.5 $ — Std. Exot.T. 96 5 — Nic. Ind. T.
2IHF. 238.8. Seitz. DEV2AbE. 2.8 SU:
26. Genus Rapala Moore (1831).
melampus: Cramer Pap. Exot. 1781 p. 142 — Fabr. Mant. 1737. II. p. 63
— Hübn. Verz. p. 77 No. 777 — Dbled. List. Brit. Mus. .1847
II p. 25 — Hsfld Mre Cat. East Ind. p. 32 No. 39 — Hew.Lyc.
.p.22 No.14 — Butl. Cat. Fbr.p. 181 No.5 — Kirby p. 417
No. 16 — Mre Pr. Z. S. 1882 p. 149 — Butl. ib. 1833 p. 147
No.10 — Kheil Nias 1884 p. 33 No. 117 — Swinhoe Pr. Z.
S.1885 p. 135 No. 82 —- ib. 1886 p. 429 No. 63 — Dohty IASB
1886. II p. 126 — Std. Exot. p. 279 — Nic. Ind. p. 467 No. 1006
— Nic Martin IASB. 1895. II p. 484 — Seitz p.259 — Fruhst.
Berl. E. Ztschr. 1911 p. 263.
Synonym: Thecla sorya Kollar. Hügel’s Kashmir-Reise 1348.
IV.2 p. 414.
Bilder: Cramer T.362 GH 3 U — Kollar T.5. F.1.2 5 U-—
Seitz T.72b F.4.5 32.
Nebenform: jarbus Fabr. Mant. 1787. II p. 68 No. 648.
Synonym: a) jarbas Fabr. Ent. syst. III. 1793 p. 276 No. 5 —
Donovan Ins. Ind. 1800 T.40 — God. Enc. p. 646 No.108 —
Hsfld. Cat. East. Ind. 1829 p. 93 No. 26 — But!. I. Linn. Soc.
1877 p.549 No.3 — Mre Pr. Z.S. 1882 p. 149 — 1. Linn. Soc.
1886 p. 43 — Dist. Rhop. Mal. 1885 p. 278 No. 1 — Elwes
Trs. E.S.1888 p.643 — Nic. Ind. p. 468 No.1007 — Elwes
Pr. Z. S. 1892 p. 643 — Nic Martin IASB. 1595. II p. 484 —
\ Seitz p. 259 — Fruhst:l. c. p. 263.
b) melampus. Hsild Mre Cat. East Ind. 1857 p. 32 No. 39
— Butl. Cat. Fabr. p. 181 No.5 — Kirby p. 417 No: 16.
Bilder: Donovan Ins. Ind. T.40 F.3 5 — Dist. Malay. T.
249E. 19:38 1.20.7269:
nissa: Kollar Hügels Kashmir-Reise IV. 1848.2p.412 T.4 F.5.
4 5 U — Hsfld-Moore Cat. East. Ind. p. 46 No. 73 — Moore
Pr. Z. S. 1865 p. 774 — Hew. Diurn. Lep. p.23 No. 19 — Kirby
p. 417 No. 21 — Moore Pr. Z.S. 1832 p.250 — Doherty IASB
1886. II p. 126 No. 128 — Butl. Pr. Z. S. 1886 p. 370 No. 56
—- Ann. Mag. 1888. I p. 148 No. 50 — Elwes Trs. E. S. 1835
p. 399 No. 318 — Nic. Ind. p. 463—4 No. 1002 — Elwes Pr.
Prof. Dr. L. G. Courvoisier. Synonymie der palaearktischen Lycaeniden. 259
Z.S.1892 p.643 — Leech China p.413 T.29F.12 5152 —
Seitz p. 258 T.722.aF.1533U42.
Synonym: a) rectivitta Moore Pr, Z. S. 1879 p. 141 — Nic.
Ind. p. 464 No. 1003 — Fruhstf. Berl. Ent. Ztschr. 1911 p. 257.
b) buxaria Nic. IASB. 18X8. II p. 285 No.16 T. 14 F.13 5
—- Ind. p. 459 No. 994 T. 25 F.152 3.
Nebenform: F. maculata Seitz p.259 T.72.a F.2 53 — Mat-
sumura E. Z. Stuttgt 1910 p. 217.
Synonyma: a) nissa (part) Hew. Diurn. Lep. Lyc. p. 23
No. 19 T. 10 F. 42. 43 3 (nec 44).
b)subpurpureaLeech Entomol. 1890 p. 42 + China p. 413.
caerulea: Bremer & Grey Btr.z.Schmtt. Fauna NChina’s 1853
p.8 No.29 — Menetr. Enum. p. 55 No. 917. T.4F.4 53 —
Kirby p. 400 No. 339 — Elwes Pr. Z. S. 1881 p. 885 — Leech
China p. 414—5 — Rühl p. 735 — StdR.p. 68 No. 456 —
Seitz p. 259.
Synonym: micans Brem. Grey I.c.p.9 No.30 — Mentetr. 1. c.
F.3 5 — Elwesl.c. — Leechl.c. — Rühll.c. — StdR.|.c.
Seitz I.c. — Fruhstf. Berl. E. Ztschr. 1911 p. 258.
Nebenform: b etuloides (Blanchard) Butl. Ann. Mar 1881. VI
Pp434# 7.4 R2 © a China p. 415 T. 27 F De
Seitz p. 259 T. 72. ar:
repercussa: Leech Entomol. 12u0 5 0 China p. 414 T.29 F.10 5
13 © _ Seitz p.239 TDars
27. Genus Virachola Moore (1831).
livia: Klug Symbol. phys. 1831. T.40 F.3—6 5 UQ@U — Kirby p. 408
No. 23 — Butl. Pr. Z.S 1884 p. 145. — Nree Pr7Z35.1896
p. 244 — Auriv. Rhop. Aeth. 13898 p. 309 No. 30 — Butl. Pr.
Z.S. 1898 p. 406 — StdR. p. 76 No. 527 — AndresE. Z. Gub.
1909 p. 162 F. 52 — Seitz p. 290 T. 77.8 F.5.6 59.
perse: Hewitson Diurn. Lep.Lyc. 1863 p. 18 No.2 T.8 F. 24--6 U
52 — Kirby p.417 — Moore Ceyl. I p.104 T.40 F.1.1a
SQ + Pr. Z. S. 1882 p. 250 — Elwes Trs. E. S. 1888 p. 399
No. 322 — Nic.Ind. p. 481 No. 1013.
28. Genus Jolaus Hübner (1816).
jordanus: Stdgr Iris 1897 p.153 T.5 F.5 $ — StdR. p. 76 No. 528
— Seitz p. 290 T. 77. 8 F.4 5.
29. Genus Tajuria Moore (1881).
cippus: Fabr. Ent. syst. Suppl. 1798 p. 429 No. 43 — God. Enc. p. 634
No. 62 — Butl. Cat. Fabr. p. 186 No.2 — Hew. Lyc. Sa
p.11 T.IV F.39.40 3 U — Moore Pr. Z.$. 1883 p.530 —
Nic. Ind. III p. 340 No. 893 — Aurivill. Ent. Tidskr. 1897 p. 146
No. 48 — Fruhst. Berl. E. Ztschr. 1911 p. 210—1.
Synonyma: a) longinus Fabr. Ent. syst. Suppl. 1798 p. 430 No. 77
i — God. Enc.p. 634 No. 63 — Hsfld Cat. East Ind. 1829 p. 110
No. 42 — Doubled. List Lep. Brit. Mus. 1847 p. 23 — Hsfld-
Mre Cat. 1857 p.45 No.70 — Moore Pr. Z.S. 1865 p. 776 —
u
260 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris, Dresden 1920.
Butl. ib. 1867 p.35 — Hew. Lyc. p. 45 No. 18 — Kirby p. 410
No. 24 — Butl. Trs. Linn. Soc. Zool. I. 1877 p. 549 No.1 —
Moore Lep. Ceylon 1881 p. 109 — Dist. Rhop. Malay. 1884
p. 244 No. 1 — Elwes Trs. E. S. 1888 p. 391 — Std. Exot. Schmitt.
p. 275 — Nic. Ind. p. 376 No.931 — Nic. Martin IASB. 1895
p. 474 — Auriv. Ent. Tidskr. 1897 p. 146 No. 49 e- Seitz p. 261
— Fruhst. Berl. E. Ztschr. 1911 p.210.
b) pseudolonginus 9: Dbled. List. Brit. Mus. 1847. II p. 23
— Westwd Gen. Diurn. Lep. 1852 p. 478 — Hsild Mre Cat.
1857 p. 45 No.71 — Hew.Lyc. p. 46 — Butl. Pr. Z. S. 1867
p.33 — Kirby p. 411 No. 24. a — Nic. nd Proud Rruhst
Iresps2ll:
Bilder: Hsiid12c. 7 A@E27.U — Hübn: Exot. Zutr. F. 933—4 -—
Butl. 1. c. 1867 p. 36 Textfig. 39 — Hew.Lyc. Suppl. T. IV F.
39.40 $ U — Moore Ceylon T.42 F.2.2.a 5% — Dist. 1. c.
T.23 F.20 2 — Std. Exot.T.J5& — Seitz T. 72. c. F.5 3.
30. Genus Camena Hewitson (1865).
ctesia: Hewitson Diurn. Lep. Lyc. 1865 p. 48 — Kirby p.409 No.1 —
Moore Pr. Z. S. 1883 p. 530 — Elwes Trs. -E. S. 1888 p. 394
No. 299 — Std. Exot. Schmttl. p. 275 — Nic. Ind. p. 340 No. 894
— Leech China p. 3531 — Seitz p. 261 — Matsumura E. Z.
Stuttgt. 1910 p.217 — Fruhst. Berl. E. Ztschr. 1911. p. 207.
Bilden: a — Elwes T.3F.6 9 — Std.
T.95 & — Nic. T.28 F. 215 & — Seitz T. 72. CHEMAS SU}
icetas: Hewitson Diurn. Lep. Lyc. p.44 No. 14 T.18 F.6.7 US —
Kirby p. 410 No. 17 — Moore Pr. Z. S. 1882 p. 251 — Nic. Ind.
p. 342 No. 897 — Leech China p. 350 — Elwes Pr. Z.S. 1892.
P.636 — "Seitz. p. 267 1..722C. E2690U7 — Eritistalecsp205:
Synonyma: a) icitas Nic. Ind. p. 340.
b) contractus Leech Entomol. 1890 p. 39.
31. Genus Chliaria Moore (1884).
othona: Hewitson Diurn. Lep. Lyc. p.50 No.7 T.22 F.-17.18 $ U
— Moore Pr. Z.S. 1865 p. 776 — Kirby p. 407 No. 8 — Moore
IASB. 1884. II p. 23 — Doherty ib. 1886. II p. 129 No. 142 —
Elwes Trs. E. S. 1888 p. 396 No. 308 + Pr. Z. S.1892 p. 639 —
Nic. Ind. p. 395 NO. 947 -— Seitz p. 261 T.72.cF.3.4A53 U—
Fruhstf. Berl. E. Ztschr. 1911 p. 231.
Synonym: 9 eltola Hew.l.c. Suppl. 1869 p.4 T.VF. U
— Moore Pr. Z.5 1877 p. 589 + IASB. 1884. II p.33 — Nic.
Ind. p. 395 No. 947.
7.3
©o
wo‘ “
[0 0)
32. Genus Horaga Moore (188I).
onyx: Moore in Hsfld Mre Cat. East Ind. 1857 p.30 No.35 —
Doubled. List. Brit. Mus. 1847. II p. 22 — Kirby Cat. p. 413
No. 37 — Mre Ceylon 18831. 1. p. 99 + Pr. Z.S. 1882 p. 247 +
ib. 1883 p. 525 — Elwes Trs. E.S. 1888 p. 389 No. 281 — Dohty
IASB 1889. II p. 428 No. 52 — Nic. Ind. p. 416 No. 960 — Elwes
Pr. Z.S. 1892 p. 640 — Fruhst. Berl. E. Ztschr. 1897 p. 114 +
Prof. Dr. L. G. Courvoisier. Synonymie der palaearktischen Lycaeniden. 261
1893 p. 181 + 1911 p. 232 + Iris 1914 p. 35 — Seitz p. 260
— Matsumura E. Ztschr. Stuttgt 1910 p. 217.
Bilder: Mre Ceylon T.39 F.2.2’a$ U — Seitz T.72.c F.1.2 32.
Nebenform: sikkima Mre Pr. Z.S.1883 p. 525 — Elwes Trs.
E.S.1888 p. 390 No. 283 — Nic. Ind. p. 418 No. 964 — Fruhst.
1. c. 1897 p. 114 + 1898 p. 181.
viola: Moore Pr. Z.S.1882 p.248 — Nic. IASB. 1883. II p. 96 — Elwes
Trs.E.S.1888 p. 390 No. 282 — Nic. Ind. p. 419 No. 965 —
Fruhst. 1. c. 1897 p. 114 + 1898 p. 181 — Seitz p. 260.
33. Genus Thecla Fabricius (1807).
acaciae: Fabr. Mant. 1787.11 p.69 No. 655 („subtuscinerea!‘“ —
Gmelin-Linne 1. V.p. 2342 No. 720 — Borkh. II p. 219 No. 10
— Fabr. Ent syst. p. 279 No. 75 — God. Enc. p. 650 No. 115 —
Lucas p.26 — Courv.E.Z. Gub. 1913 p. 250—2.
Synonym: abdominalis Ghd p.4 No.16 T.4F.3abQ U —
MDür p. 50 — Led. Wien. E. Mon. 1857 p. 32 — Std. Cat. II
p.6 No.83. a (acaciae Var.) — Kirby p.398 No.298 — Rühl
p. 186 + 737 — Std. Iris 1894 p. 241—2 — StdR.p.69 No. 465 a
— Seitz p. 267 T.73c. F.1U — Obth. 1910 p.83 — Courv.
E. Ztschr. Fkft 1911 p. 38 + Int. E. Z. Gub. 1913 p. 251.
Nebenformen: 1. F.:nostras Courv. Int. E. Z. Gub. 1913
p. 252—3 („subtus fusca“).
Synonym:acaciae (auctorum-necFabr.!) Hbst IX.p. 107—9
— Ochs. I. 2 p. 108 No. 8 — Hübn. Verz. p. 74 No. 739 —
Boisd. Ind. p. 10 — Meig. p.54 No.13 — Cantener p. 35 —
Boisd. Gen. p.8 No.51 — Dup. Cat. p. 29 — Evsm. Volg. p. 66
No.46 — HSch. I p. 136 — Berge II p.159 No.6 — Kef. p.
314 No.258 — Ghd p.3 No.5 — MDür p. 47 No. 23 — Led.
Wien. E. Mon. 1857 p.32 — Gebr. Sp. p. 261 — Hein. p. 92
No. 149 — Std. Cat. I p. 3 No. 70 — Berce 1867 p. 123 —
Std. Cat. I p.7 No.83 — Kirby p. 397 No.296 — Berge V
p.26 No.5 — Christ 1878 p.371 No.17.a — Frey p.10 —
Hofm.I.p.5 No.5 — Calberla: Iris 1887 p. 124 — Elwes Trs.
E.S. 1887 p.390 — Bramson. p. 32 — Rühl p. 186 + 737 —
Couv. Soc. ent. 1897 p. 18 — Hofm. II p.6 No.5 — Nicholl -
Elwes Tr. E. S. 1901 p..89 — Reutti p. 20 No. 20 — Favre
p.10 No.5 — Stef. Nuovo Cat. p.41 — StdR.p. 69 No. 465 —
Rgmt p. 17 — Wheeler p.50 — Spuler p.53 No. 4 — P. Imh.
p. 22 — Seitz p. 267 — Courv. Lyc. Bas. p: 154 No.3 — BRebel
p.59 No. 142 — Cat. Lep. Geneve p.25 No.4 — Obth. 1910
p. 88—4 —- Vorbrodt p. 108 No. 123 — Galv. Preiss. p. 129
No. 78 — Courv. E. Ztschr. Fkft 1911 p. 33—9 + Int. E. Z. Gub.
1913 p. 2531—2 — Eckstein p. 95 — Hoffmann-Klos. ‚P. 234.
Bilder: Hbst T.108 F.1.2 5 U — Hübn.F.7433,-65 U? U—
Meig. T. 53 E.6 a—c 2 U — Cantener T.6 F. 3.6
Lucas T. 22 F.8 5 — Berge II T.34 F.9 3 — Ghd BR.
2 aı U 9 — Hofm LT Ba a Bemn- II T „4 E.'3
— Spuler T.15.F.5 2 — Seitz T.73b. F.5—7 SQ U.
2. F. myrtale Klug. "Symbol! phys. 1831. T.40 F. 15.16 5 U
— Std.(Cat.I p 3 No.70. a?) + Cat. II p.7 No.80 („propria
species certo mihi videtur“) — Kirby p. 398 No. 396. a (acaciae
262 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Var.) — Nicholl-Elwes Trs. E. S. 1901 p. 89 — StdR. p
No. 472 — Tutt II 1907 p. 143 — Rebel Ann. Wien 1901
165—6 — Seitz p.268 — Courv. Int. E. Z. Gub. 1913 p. 25
3. F. armena Rebel Ann. Wien 1901 p. 165 — (Klug I.
Erklärung zu „myrtale“) — Courv. 1. c.p. 252.
4. F.(aberr.) gerhardiStd Iris 1894 p. 241 — Rühl p. 737
— StdR. p. 69 No. 465 b — Seitz p. 267 (T.73 F.2.3 > U
nicht typisch).
Synonym: Ab. reducta Courv.1l.c.p. 251.
5. (F. aberr.) beccarii (Verity) Seitz p. 263 (nana, ecaudata).
(acaudata StdR. 1901 F. v. lunulata Ersch.)
(affinis Std. 1892 F. v. eximia Fixsen)
(albofasciata Tutt 1908 Ab. v. pruni L.)
(albosparsa Obth. 1910 Ab.v.ilicis Esp. und Iynceus Esp.)
0
P-
2.
&
(albovirgata Tutt 1907 Ab. v. w-album Knoch)
(armena Rebel 1910 F. v. acaciae Fabr.)
(auronitens Seitz 1909 Q@F.v.ilicis Esp.)
(badiofasciata Gillm. 1907 Ab. v. pruni L.)
(beccarii Verity Ab. v. acaciae Fabr.)
(bischoffii Ghd 1853 F. v. ilicis Esp.)
(brevicaudisPüngeler1911 F.v.Iynceus Esp.)
(butlerowi Krul. 1896 Ab. v. w-album Knoch)
(carbonaria Gr.Grsh.1890 F. v. tengstroemi Ersch.)
(caudatula Zeller 1847 F. v. ilicis Esp.)
(cerasi Fabr. 1787 ?= w-album Knoch)
(cerri Hübn. 1805 F. v. ilicis Esp.)
(eilicica Holtz 1396 F. v. ilicis Esp.)
(davidi Obth. 1881 F. v. tengstroemi Ersch.)
(deleta Rebel 1910 F. v. Iynceus Esp.)
(delineata Klem. 1904 Ab. v. ilicis Esp.)
(deria Moore 1865 — sassanides Koll. 1850)
(eretria Hew. 1362 — grandis Feld. 1362)
(esculi I Hübn. 1805 \ ek:
(esculi II Hübn, 18055 F- Y- Mieis Esp.)
eximia: Fixsen Mem. Rom. 1887 p. 217 (als Var. v.w-album Knoch!)
— Alph. ib. 1889 p. 102 (Art!) — Leech Trs. E. S. 1889 p. 110
—+ China p. 359 — Rühl p. 734 — StdR.p.69 No. 462 —
Tutt 11. 1908 p. 151 — Seitz p. 265.
Synonym: affinis Std. Mem. Rom. 1892 p. 148.
Bilder: Fixsen T.13 F.2 3 — Leech China T.29 F.1& — Seitz
TAT72 HER ZIG:
Nebenform: F. fixseni Leech China p. 360 T.29 F.3 5 22%
— Rühl p. 734 — StdR. P. 69 No. 462.a („species diversa?“)
— Seitz T. 72.i1F.28i2.
formosana: Matsumura E. Z. Stuttgt 1910 p. 221.
(fentoni Butl. 1881 F. v.w-album Knoch)
(fountaineae Aigner 1906 Ab. v. ilicis Esp.)
(fulva Gillmer 1907
(fulvior Tutt 1908 el)
(fulvo fenestrata Fixsen 1887 Ab. v. prunoides Std.)
(gerhardi Std. 1894 Ab.v. acaciae Fabr.)
(Fortsetzung folgt.)
Ottokar Nickerl +. 265
Ottokar Nickerl F
u I
2 |
Umgeben von neuzeitlichen Großstadtbauten, steht
heute noch — seine Tage sind gezählt — auf dem
Wenzelsplatz in Prag, ein verträumtes, zweistöckiges,
vier Fenster breites Doppelhäuschen aus der Empire-
zeit, bekannt unterdem Namen „Zum goldenen Weizen“.
Durch mehr als sieben Jahrzehnte ging durch sein
Pförtlein so mancher Entomologe, so manche Insekten-
sendung, so manches entomologische Schreiben ein
und aus; von den vielen, die mit ihm in Verbindung
standen, seien von auswärtigen Lepidopterologen Frey,
Freyer, Fruhstorfer, Herrichschäfer, Hering, v. Heine-
mann, Krüper, OÖ. Leonhard, Pfaffenzeller, Ribbe und
Staudinger genannt, von denen die meisten auch per-
sönlich vorsprachen, denn durch drei Generationen bot
die Familie Nickerl der Entomologie eine Pflegestätte
und den dieser Wissenschaft Beflissenen einen gast-
freien Willkomm. — Das Grundstück war 1825 von
dem aus Theußing (b. Karlsbad) nach Prag übersiedelten
264 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Kaufmann Anton Josef N. erworben worden, dessen #
1803 geborener Sohn Franz mit Erfolg Naturwissen- ®
schaften studierte, 1841 zum Dr.med.promoviert wurde, ®
von 1849 bis 1855 Universitätsprofessor in Graz war |
1 und 1871 als Professor der Naturwissenschaften am
® Polytechnikum in Prag verstarb. Dieser legte 1833
eine vielseitige Naturaliensammlung an*), widmete sich
mit besonderem Eifer der Lepidopterologie (Vergl. Ent.
| Zeitung, Stettin 1842—1846, Wiener Ent. Monatsschrift
1 1864 „Lotos“, Prag 1850—1861) und legte bereits 1837
| der 13. Naturforscherversammlung in Prag das erste B
Verzeichnis der Tagfalter Böhmens vor. In ehernen #
Buchstaben leuchtet von einer Gedenktafel, auf hohem‘
Fels, in Zawist bei Königsaal, nahe der Fundstätte
vieler seiner faunistischen Entdeckungen, sein Name
herab als Zeugnis für die Verehrung, die dem um die
heimische Fauna verdienten Lehrer zuteil ward. —
Daß nach seinem Tode sein am 22. Januar 1838 ge-
borener Sohn Ottokar, unser nachmaliges Ehrenmit-
glied, ebenfalls Dr. med., mit rührender Pietät das vom |
Vater Begonnene fortsetzte, darf nicht Wunder nehmen,
stand er dem lange Kränkelnden doch von früh an
sammelnd und helfend zur Seite. Er wurde darin später
auf das verständnisvollste von seiner Gattin Christine,
geb. Hennevogel v. Ebenburg, unterstützt, die von
gleichem Sammeleifer und Interesse für dıe Natur er-
füllt, noch in ihrem letzten Lebensjahr eine Sammlung
von in Formalin konservierten-Pilzen anlegte. So schien
E es, daß alle Bedingungen zu einem glücklichen Fa-
E milienleben gegeben waren, aber mit rauher Hand griff
auch hier der unerbittliche Tod in die Speichen des
Glücksrades — zwei Töchterchen starben in jungen |
Jahren, zwei Söhne als junge Mediziner, der letzte im
Alter von 31 Jahren als Dr. med. und eifriger Ento-
mologe 1913. N’s Heim war seine Welt, ein herz-
innigeresZusammenleben mit den Seinen nicht denkbar;
Ma dieser letzte Schlag traf daher den bereits 75jährigen, |
*) Die Petrefaktensammlung, mit vielen von dem berühmten
4 Palaeontologen Barrande herrührenden Stücken, erwarb1913 das
= Mineraolg. Museum in Dresden.
Ottokar Nickerl +. 265
, an beginnendem StarLeidenden, vernichtend. Die letzte
| Hoffnung, das väterliche entomologische Erbe Händen
seiner Familie hinterlassen zu können, wurde mit diesem
Sohne, das Letzte, was ihn noch an diese Erde fesselte,
mit seiner 1911 verstorbenen Gattin zu Grabe getragen.
Hatte der musikalisch reich begabte Gatte schon längst
vorher den Taktstock für immer aus der Hand gelegt,
so blieb vom Tod des Sohnes ab der seinerzeit auch
von Dr. C. A. Dohrn oft gespielte und bewunderte
Kaps-Flügel aus Dresden unberührt. Selbst seit Jahr-
zehnten herzleidend und von schwerem Gelenkrheu-
matismus gequält, lebte der nun fast ganz Erblindete
vereinsamt und in den schweren Kriegsjahren schein-
bar von der Welt vergessen, als letzter Sproß seiner
Familie, nur noch den Erinnerungen glücklicherer,
vergangener Zeiten, bis er am 3. September 1920 hoch-
betagt, von seinem Leiden erlöst wurde. -—
N. war von kräftigem Körperbau, kerndeutscher
und vornehmer Gesinnung, gleich seiner Gattin, humor-
vollen Gemütes und großer Herzensgüte, die sich schon
durch die rührende Sorgfalt für seine pflanzlichen und
tierischen Pfleglinge offenbarte; verschiedene Käfer
hielt er viele Jahre lang, eine griechische Landschild-
kröte 35 Jahre als Stubengenossen! Als Obmann der
entomologischen Sektion der Gesellschaft für Physio-
kratie und durch 28 Jahre hindurch als Leiter der
Samenprüfungsstation des Kultur-Rates für das König-
reich Böhmen, wozu er sich als Schüler Prof. Nobbe’s,
Tharandt, die Kenntnisse erworben hatte, war er gleich-
sam für Böhmen eine entomologische Zentrale, be-
sonders für Pflanzenschädlinge. Die über letztere
1878—1890 von ihm veröffentlichten Berichte lassen
eine Fülle von Arbeit und umfangreichen Briefwechsel
ahnen. In Anerkennung dieser seiner Verdienste wurde
ihm bei seinem Rücktritt vom Amte der Titel eines
Regierungsrates zuteil. Die meiste Zeit aber widmete
N. mit unermüdlichem Fleiße Ordnungs- und Bestim-
mungsarbeiten seiner Sammlung und, we enn zu letzteren
die literarischen Hilfsmittel nıcht ausreichten, dem
Schreiben von Briefen, um Fachleute für diese zu ge-
winnen; so haben beispielsweise Teile seiner Käfer-
266 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
sammlung, für die er sich in den letzten Jahrzehnten
hauptsächlich interessierte: Albers, Brenske, Cand£ze,
Chapuis, C. A. Dohrn, Eichhoff, Faust, Haag, Harold,
Horn, Kraatz, Kuwert, Möllenkamp, Putzeys, Reitter,
Saunders, Schoch, Späth, Weyers u.a. durchbestimmt.
Die von ihm letztwillig dem Museum für das König-
reich Böhmen in Prag hinterlassene Insektensammlung
enthält 2317 Macro-, 2326 Micro-Lepidopterenarten,
25000 Arten Käfer und artenreiche Sammlungen aller
Insekten-Ordnungen, besonders auch aus dem böh-
mischen Gebiete. Einen ganz hervorragenden Wert
besitzt sie aber durch ihren Reichtum an Originalaus-
beuten von in fernen Ländern reisenden böhmischen -
und anderen Naturforschern, von ersteren seien Prof.
Mikan (Sizilien), F.W. Sieber (Creta), Dr. Helfer (Si-
zilien, Syrien, Indien, Tenasserim), Prof. Kolenati
(Kaukasus), Dr. Holub (Süd-Afrika), Feistmantl, (Hi-
malaya), Durdik Ne Korensky (Australien, Neu-
Seeland, Japan und Java), von letzteren Schlagintweit
(Ost-Turkestan), Beske (Brasilien), Odewahn und French
(Australien) und Helms (Neu-Seel and) erwähnt.
Von den Veröffentlichungen N.'s, von denen einige
Käfer zum Gegenstand haben, sind für die Leser dieser
Blätter von Wichtigkeit: Beschreibung einiger Zwitter-
bildungen bei Lepidopteren (Verhandl. zool. bot. Ges.
Wien 1872) und vor allem das Verzeichnis böhmischer
Lepidopteren, von denen die Zünsler und Wickler 1906,
Spanner 1907, Motten 1908 und Federmotten 1910, in
den Beiträgen zur Insektenfauna Böhmens, herausge-
geben von der Gesellschaft für Physiokratie, erschienen
sind; es wird die Erforscher unserer heimischen Fauna
immer von neuem anregen, ihre Sammelergebnisse in
gleicher Weise der Wissenschaft dienstbar zu machen
und die Erinnerung an den fleißigen Vorarbeiter nicht
erlöschen lassen. Wem es aber vergönnt war, den
bis in sein hohes Alter für die Entomologie Jugendlich
Begeisterten persönlich näher zu treten und seinen weit
zurückreichenden, oft launigen entomologischen Re-
miniszenzen zu lauschen, der wird dankbar ‚aber auch
mit Wehmut an den an seinem Lebensabend so schwer
Geprüften zurückdenken. Kr MH
FE Da Di IE
Bücherbesprechung. — Zugänge zur Bücherei. 267
Bücherbesprechung.
Entomologisches Jahrbuch, herausgegeben von Professor Dr. Krancher,
29. Jahrgang, Leipzig 1920. Preis 3,60 M.
Der allgemein beliebte Kalender für alle Insektensammler wird bereits
in den Händen aller seiner treuen Abnehmer sein und wenn wir, wegen
verzögerter Zusendung, diesmal so verspätet auf ihn noch hinweisen, so ge-
geschieht es mit dem Wunsche, ihm noch mehr Freunde zuzuführen, denn
das nett ausgestattete Bändchen bietet jedem Entomologen Lesenswertes und
Anregendes: Sammelanweisungen, Faunistisches und Biologisches für den
Coleopterologen, Beobachtungen über Flugzeit, Verzeichnis der in den letzten
30 Jahren neu beschriebenen Arten, Sammelberichte, etwas über schädliche
Kleinschmetterlinge u. a. für den Lepidopterologen und mancherlei für
die übrigen Interessenten wie z.B. über die Fliegengattung Bombylius, über
den Ameisenlöwen, über Heuschreckenschwärme in Tirol vom Jahre 591
bis 1376 usw. Der Umstand, daß ältere Jahrgänge des Jahrbuches teils
ganz vergriffen, teils schwer erhältlich sind, ist der sprechende Beweis für die
vorzügliche Schriftleitung des 29 Jahre bestehenden Unternehmens. K.M.H.
Zugänge zur Bücherei vom 1.XI. 1919 bis 1. XI.1920.
1. Eingänge durch Geschenke.
Armbruster, Bienenzüchtungskunde. -
Rebel, 7. Beitrag zur Lepidopterenfauna der Kanaren (Geschenk d. Verfassers).
Heller, K. M., Neue Käfer von den Philippinen III (Philippine Journal of
Science X, 1915). ne
Heller, K. M., Eine neue Necydalis ähnliche Collichrominen-Gattung (Entom.
Blätter 15, 1919).
Heller, K. M., Beitrag zur Kenntnis der Erotyliden der indo-australischen
Region mit besonderer Berücksichtigung der philippinischen Arten.
(Archiv für Naturgeschichte 84.J. 1918). - (Geschenke des Verfassers.)
Warnecke, Allerlei über die Lepidopterenfauna des Elsaß. (Entom. Zeitschr.
Frankfurt XXXIIl.)
Warnecke, Ueber die Makrolepidopterenfauna des höheren Riesen- und
Isergebirges. (Intern. Entom. Zeitschr. 1920.) (Geschenke des Verfassers.)
Sitzungsberichte u. Vorträge aus dem Jahre 1917 des Vereins Hamburg-Altona.
Zöllner, Die Artberechtigung und -unterscheidung von Larentia truncata
Hufn. und immunata Hw. (Geschenk des Verfassers).
Peter, K., Ueber einen Schmetterling mit Schallapparat, Endrosa (Setina)
aurita var. ramosa (Mitteil. naturwiss. Vereins Neuvorpommerns und
Rügen, 42. J. Nr. 10).
Peter, K., Versuche über das Hörvermögen eines Schmetterlings (Endrosa
v.ramosa (Biol.Zentralbl.XXXII, 1912). (Geschenke des Herrn Dr. Husadel.)
Meixner, Die Lepidopterenfauna Steiermarks von Michael Schieferer (Mitteil.
Naturw. Vereins Steiermark, Bd. 43 u. 49, 1911—12) (Geschenk .d. Verf.)
'Wehrli, E., Einige interessante Neue Lepidopteren-Formen (Mitteil. Ento-
mologenvereins Basel u. Umg. Nr. 12, 1920).
265 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Wehrli, E., Ueber eine neue Psychide, Scioptera vorbrodtella n. sp. und
ein neues Unterscheidungsmerkmal der Scioptera-Arten (Verh.naturforsch.
Gesellsch. Basel XXXI, 1920).
Wehrli, E., Ueber die artliche Verschiedenheit des Haarschuppenkleides
der Flügeloberfläche der Repräsentanten der Gattung Scioptera Rbr. (l. c.)
(Geschenke des Verfassers).
Schultze, Ergebnisse der zweiten Deutschen Zentral- Afrika-Expedition
1910—1911, Lepidoptera II (Geschenk des Verfassers).
Fruhstorfer, Tessiner Wanderbilder, Stuttgart 1920.
Bryk, F., Parnassius Apollo L. und sein Formenkreis, Berlin 1920 (Ge-
schenk des Herrn O. Bang-Haas).
Eckstein, Die Schmetterlinge Deutschlands, Bd. II (Geschenk d. Herrn Zeumer).
2. Eingänge durch Kauf und Tausch.
Seitz, Exotica, Lieferung 278—286.
Reitter, E., 85. Carabidae Subf. Brachyninae.
Reitter, E., 87. Tenebrionidae XV. Teil, Belopinae, Borinae, Tenebrioninae
und Coelometopinae.
Johnson, A., Revied List of the Diptera of Jamaica (Bul. Americ. Mus.
Nat. History Vol. XLI, 1919).
Frison, Th., Report on the alt collected by the Crocker Land
Expedition 1913—1917 (I.
Alexander, Ch., Tipulidae colledttd’by the Americ. Mus. Congo-Expediton
(1. c. 1920).
Banks, N., er Panorpata and Trichoptera collected by the Americ.
Mus. Congo-Expedition with Lists of the Species known from the
Belgian Congo (I. c.).
Needham, J., African Stone flies and‘ May-flies collected by the Americ.
Mus. Congo Expedition (l. c.).
Richmond, A., Studies on the Biology of the Aquatic Hydrophilidae (1. c.).
3 Zeitscchrittene
Entomolog. Zeitschr. Frankfurt a. M. 33. J. Nr. 16—26, 34. J. Nr. 1—15.
Internationale Entomol. Zeitschr. Guben, 13. J. Nr.16—26, 34. J. Nr. 1—15.
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Societas entomologica 34. J. Nr. 11 u.12, 37. J. Nr. 1—10.
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Jahrbücher Nassauischen Verein f. Naturkunde, 72. ].
Zeitschrift für wissenschaftliche Insektenbiologie, Bd. XV, Heft 4—12.
Deutsche Entomol. Zeitschr. 1919, Heft III u. IV, Beiheft1919,1920 Heitlu. II.
Bolletino del Laboratorio di Zoologia Generale e Agraria, Portici: Vol. X
(1915—16), XII (1917—18), XIII (1919).
Aus der Heimat, 32. J. Heft VI, 33. J. Heft 1—8.
Kosmos 1919, Heft 11 u. 12; 1920, Heft 1—10 (Kahn: Die ‚Zelle;
Fischer-Defoy: Lebensgefahr in Haus u. Hof; France: Die Pflanze
als Erfinder; Floericke: (Schnecken ee
Entomol. Mitteil. Berlin-Dahlem Bd. VIII Nr. 10 - Bd. IX Nr. 1—9
Tijdschrift vor Entomologie, 62. Bd. (1919) 3. u. 2 Lief. u. Supplement 1t
63. Bd. (1920) 1. u. 2. Lief.
Stettiner Entomol. Zeitschr., 80. J., Heft 1.
Mitteilung der Schweizer Entomol. Gesellscha’t Vo!. XIII, Heft 1.
IR
Vereinsnachrichten. 269
Mitteil. der Münchener Entomol. Gesellschaft, 9.J. Nr. 9—12, 10 J. Nr. 1—8.
Verhandl.d.zool.bot. Gesellsch.Wien,69.Bd.1.—9.Heft, 70.Bd.1.—2.Heft.
Koleopterologische Rundschau 8. Bd. Nr. 4—6
Entomologiske Meddelelser: 30. Bd. 2.—3. Heft.
Krancher, Entomologisches Jahrbuch 1920.
Bulletino della Societa Entomologica Italiana I, 1920.
Vereinsnachrichten.
Die Vorstandsämter lagen im abgelaufenen Vereins-
jahre ın den Händen nachstehender Herren:
Vorsitzender: Dr. phil. K. M. Heller,
Stellvertreter: Dr. med. H. Walther,
Schriftführer: Gartenarchitekt F. Heydemann,
Stellvertreter: Kaufmann R. Zeumer,
Rechnungsführer: Kaufmann G. Kretzschmar,
Bücherwart: Obertierarzt E. Möbius,
Schriftleiter: Dr. med. H. Walther,
Stellvertreter: Obertierarzt E. Möbius.
Herr Heydemann mußte Anfang Juni wegzugshalber
sein Amt niederlegen, das dann vom unterzeichneten Stell-
vertreter verwaltet wurde.
Mit herzlichem Danke möchte der Verein hier zuerst
aller derer gedenken, die durch freundliche Spenden und
Stiftungen ihre Treue zum Verein zu erkennen gaben und
es ermöglichten, daß auch unter den jetzigen schwierigen
Verhältnissen der Verein wachseh und die Zeitschrift in
altem Umfange und alter Ausstattung erscheinen konnte.
Denn trotz Erhöhung des Mitgliedsbeitrages hätte bei der
ganz enormen Steigerung der Papier-, Druck- und Versand-
kosten die Zeitschrift ohne diese Unterstützung der Mit-
glieder ganz wesentlich eingeschränkt werden müssen. Herr
Caradja trug sämtliche Kosten der Drucklegung seiner
Abhandlung, das Naturhistorische Museum in Basel hat
die Druckkosten der Arbeit des verstorbenen Prof. Cour-
voisier übernommen, Herr Dietze, Steimmig, Unterberger,
Wehrli stifteten namhafte Beiträge. Ihnen allen dankt der
Verein ebenso herzlich wie denen, die durch Geschenke
die Bücherei bedachten, wie aus den Zugängen zur Bücherei
zu ersehen ist. 34 neue Mitglieder wurden aufgenommen
und zwar die Herren:
Barka—Sarpsborg, Beth—Hamburg, Biener—Mährisch-
Schönberg,Blohm- Muggesfelde, Bolte- Magdeburg, Egger
270 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Kötzting, Feuerherd— Altona, v. Froreich—Köln, Fuchs—
Riedering, Fuhse—Hannover, Götz—Kehl, Grahl—Stadt-
hagen, Hemmerling—Köln, Hoene— Shanghai, Jacobsen—
Hundsleben, Jäckel—Gotha, Kardasch—NemSova, Klug—
Kötzschenbroda, Freiberg, Löbering— Plauen,
Metschl-Regensburg, Paulke-Berlin, Pätz-Apolda, Pfeiffer—
München, Pfennigschmidt-Hannover, Popp-Wien, Rischke—
Wien, Rost-Köln, Sälzl jun.- Regensburg, Schütze-Eystrup,
Skell—Dresden, Steimmig—Ludwigshaten, Wellgausen—
Hannover, Zerkoviz—Budapest.
ferner der Entomologische Verein Crefeld und der Ento-
mologische Verein Ohligs.-
Dem steht ein Abgang von 8 Mitgliedern gegenüber.
Durch Tod verlor der Verein sein langjähriges Ehren-
Mitglied Reg.-Rat Dr. med. Ottokar Nickerl in Prag. Ein
Nachruf für ihn findet sich in diesem Hefte.
Einen genauen Ueberblick über den Mitgliederstand
vermag der Verein auch in diesem Jahre noch nicht zu
gewinnen, da aus den ehemalig feindlichen Ländern noch
nicht alle Mitglieder sich wieder zurückgefunden haben.
Ein Neudruck der Mitgliederliste ist für nächstes Jahr in
Aussicht genommen.
An alle Mitglieder ergeht die Bitte, die Zeitschrift
durch geeignete Arbeiten zu unterstützen und im Kreise
befreundeter Lepidopterophilen für den Verein zu wirken.
An einem Teil der Vereinsabende nahm der Dresdner
Käferklub als Gast teil, von einzelnen Vereinssitzungen ist
folgendes er wähnenswert:
3. Dezember 1919: Herr Heydemann spricht über die
Formen der Argynnis pales Schiff., von denen er unter
200 Stück seiner Sammlung sämtliche Zustandsformen außer
der subsp. balcanıca Rebel und barachla Moore vorzeigt,
doch ohne die seltenen Individualaberrationen.
l.pales-Gruppe: 1.) pales Schiff., groß, Hfi. nicht be-
sonders stark geeckt, Useite scharf rotbraun und hell-
gelb gefleckt. — 2.) f. (ab.) isis Hb., Aberration der
vorigen, in den Alpen seltener, im Altai subsp. ge-
worden. Useite in beiden Geschlechtern heller, mehr
gelb und das Braun blasser und verschwommner ge-
zeichnet. Auch oseits oft blasser, bes. manche 99,
die ganz männliche Färbung besitzen. — f. (ab.)
napaeae Schiff., dunkel, grünlich oder violett
Vereinsnachrichten. 271
bestäubte @ Form, die von pales und isis bekannt ist
(nicht, wie Rougemont annimmt, daß napaeae das ©
von isis sei und dies eigene Art). — 4.) f. palustris
Fruhst., die kleine, sehr scharf gezeichnete Sumpfform
der Alpen, von 1200— 2600 m auf Hochmooren,
feuchten Wiesen, an Seeufern vorkommend, wohl als
subsp.zu bezeichnen; Schweiz, Tirol, Allgäu; kleiner,
Hfl. deutlich geeckt, Useite tiefbraun; Anklang an
arsilache, da Vfl. useits meist auch etwas schwarz ge-
zeichnet. — 5.) f. (ab.) deflavata Wenr., die höchst
entwickelste Form der vorigen, beschrieben vom Salz-
kammergut, doch auch in Tirol, Vorarlberg, Allgäu;
klein, tiefrotbraun, Useite ohne Hellgelb, auch die
Spitze. der Vfl. braun, Hfl. schön rotbraun, nur mit
den Silberflecken und oft einer violetten, staubigen
Binde. Die ebenso gezeichneten QQ sind sehr selten,
die meisten gehören noch zu palustris. Napaeae-Bildung
kommt bei den ©© unter 4 und 5 nicht vor. —
6.) f. (subsp.) generator Stgr. vom Altai, Turcestan,
Juldus; Schwarzzeichnung sehr reduziert. — 7.) f.
(subsp.) korla Fruhst. von Korlo, Narynsk; größer,
feurigrot, fast ohne Schwarz; © heller. — 8.) f. (subsp.)
darjana Stgr.; Syrdarja. — 9.) f. (subsp.) palina
Fruhst.; China. — 10.) f. (subsp.) eupales Fruhst.;
Tibet, Himalaya. — Hier fehlt barachla Moore.
ll. arsilache-Gruppe: In Reihenfolge ihrer Entfernung
von pales: 11.) f. (subsp.) brogotaurus Fruhst.;
Riviera, Seealpen, und (subsp.) balcanıca Rebel. —
12.) f. (subsp.) graeca Stgr.; Griechenland, Useite
sehr hell. — 13.) f. (subsp.) caucasica Stgr.; Kaukasus,
Kagysmann-Gebiet. — 14.) f. (subsp.) sifanica Gr.
Gr.; Tibet. — 15.) f. (subsp.) banghaasi Seitz;
Kentei, Sibirien. — 16.) f. (subsp.) nova, der vorigen
nahestehend, von den Sajanbergen; Useite fast ganz
ohne Silber, alle Zeichnung verschwommen, mit einer
auf der gleichförmigen Useite besonders auffallenden
zusammenhängenden, rotbraunen, verwaschen be-
grenzten Binde; Useite der Hfl der @Q heller, markanter,
mit 3 bis 4 silbernen Randpunkten; Oseits dunkler
übergossen. H. will sie isisoides subsp. nov. nennen.
— 17.) f. (subsp.) nikolajewski B.-Haas i. l.; noch
nicht in die Literatur eingeführte, oseits sehr helle,
doch scharf schwarz gezeichnete Form, nicht so dick
DD
1
[SS
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
wie banghaasi; useits ähnlich der vorigen, doch mit
deutlicher Silberzeichnung, ohne die deutliche dunkle
Binde der Hfl. — 18.) f. (subsp.) inducta Spangb.
— 19.) f.(ab.) obscurissima B.-Haas ı.1. — 20.) f.
(subsp.) lapponica Stgr.; Lappland. — 21.) f.
lapponica aus Norwegen; bes. Form? pales? —
22.)f.(ab.?) aquilonaris Stichel; Stellung unsicher.
23.) f. (subsp.) arsilache Hb.; Tieflandsform. —
H. beabsichtigt nach Beendigung des noch nicht ganz
durchgeführten Literaturstudiums eine Monographie
über pales zuschreiben. Neu dürfte die Stellung der
4 alpinen pales-Formen zueinander sein.
4. Februar 1920. Herr Walther zeigt im Anschluß
an die Arbeit von Wagner Bd. XXXII d. Iris pag. 105 £.
die vonWagner neu beschriebenen Formen von Nychiodes
obscuraria Vill.e Herr Möbius legt eine große Reihe
von Erebia epiphronKhn. vor, wozu ihn die Veröffent-
lichung von Dr. Petry im gleichen Heft der Iris p. 122.
angeregt hat.
5. Mai. Herr Möbius demonstriert eine Anzahl ge-
zogener Falter von Eriogaster lanestris_L. deren
Raupen Ende Juli 1919 in Schreiberhau i. Riesengeb. an
Linden gefunden wurden. Es ist eine kräftige, dunkel-
braune Rasse im Gegensatz zu einer mit vorgelegten Reihe
aus dem Grödner Tal ı. Südtirol, welche kleiner und mehr
hellbraun ist. Letztere schlüpften meist erst nach 3 Jahren
Puppenruhe, ein g' erst nach 6 und ein © sogar erst nach
7 Wintern — diese Puppe ruhte vom Juli 1900 bis Februar
1907 und ergab trotzdem einen gut ausgebildeten Falter —,
die Puppen aus dem Riesengebirge dagegen schlüpften zum
größten Teil schon nach einem Winter.
25. August. Herr Möbius legt einen in Anzahl aus
den Früchten von Lathyrus silvestris L. gezogenen Käfer
aus Regensburg zur Bestimmung vor, der sich als Laria
(Bruchus) atomariaL. erwies.
1. September. Herr Möbius zeigt einen gezogenen Falter
von Hypena obesalis Ir. aus Oberstdorf, ferner Abraxas
silvata Sc.aus dem Rabenauer Grund b. Dresden, Eubolia.
murinaria F. vom Kyffhäuser und ein @ von Amorpha
populi L. v. 99 mm Spannweite, Herr M. Grellmann
Catocala electa ab. meridionalis Spul.
a N 0
Vereinsnachrichten. 275
15. September. (Sitzung im Verein mit dem Käfer-Club).
Der Vorsitzende widmete dem am 3. Sept. in Prag ver-
storbenen Ehrenmitglied Reg.-Rat Dr. med. O. Nickerl unter
Vorlage von Familienbildnissen und Ansichten einen warmen
Nachruf (siehe diesen Seite 263—266). Hierauf gibt er einen
Ueber blick über die Lebensweise und Systematik der Fächer-
käfer (Rhipiphoridae), von denen die Gattung Rhipi-
dius zu den größten Seltenheiten der europäischen Fauna
gehört. Zwei neue exotische Arten dieser Gattung und zwei
andere neue Formen dieser Familie werden vorgelegt.
(Vgl. Tijdschr. voor Entomolog. s’Gravenhage 1920.) Herr
Marquardt legte seltene Arten der Gattung Coptolabrus,
Cupes und Othnius vor.
29. September. Herr Heller zeigt Acherontia atropos
ab.obsoleta Tutt aus Meißen (coll. Seiler) und aus dem
Erzgebirge und ab.imperfecta Tutt aus Süd-Tirol und
Stocherau b. Wien (coll. Calberla).
3.November. Jahreshauptversammlung. Nach Erstattung
des Jahresberichtes durch den Vorsitzenden erfolgt die
Neuwahl des Vorstandes. Sämtliche Herren werden wieder-
gewählt, für den verzogenen Schriftführer Herrn Heyde-
mann wird Herr Zeumer und als dessen Stellvertreter
Herr Skell gewählt. — Herr Grellmann legt eine Serie
von Parasemia plantaginis L. vor, sämtlich Nach-
zucht von einem © aus der Dresdner Heide; es sind pracht-
volle, der f. subalpina Schaw. und meridionalis Frr. nahe-
stehende Formen. — Herr Heller legt zwei Exemplare von
Papiliomachaon ab.nigrofasciata Rottke, davon
eines aus Teplitz (coll. Gruner), vor.
Herr Walther zeigt 1.) Falter einer 2. Gen. von Lar.
zarıdarıak. VI, Thal.putataL. IX u X, Dendr
PanıeL.(EX ©) Gon. bidentata Cl. (IX), B.repan-
d&@a mut.nigricataF.(IX)undLygr.prunatal.(IX).
Von viridaria ist eine zweite partielle Gen. bekannt; von putata
fing E. Möbius am 5. X. 00 einen Falter bei Dresden, sonst
ist die zweite Gen. nirgends beschrieben; von pini erwähnt
Lampert eine solche aus Südeuropa, von hier ist sie ebenso
wie die von bidentata, repandata und prunata wohl nicht
bekannt. Der Falter von prunata stammt aus Freiland,
die anderen genannten Falter stammen aus Zuchten und
zwar wurde repandata im Freien auf Schneebeere einge-
bunden gezogen, die übrigen im Zimmer ohne Wärmenach-
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein XVII
Iris zu Dresden. Jahrgang 1920.
274 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
hilfe. — 2.) aus dem Rabenauer Grund vom Juni 1920 Lar.
molluginata Hb. für Dresden eine Seltenheit und ein
aberr. Stück von Lar. blomeri Cart., bei dem die rost-
rote Färbung des Apikalteiles des Vfl. verbreitert ist und
sich ihr über die vordere Hälfte des Mittelfeldes nach dem
basalen Querstreifen zu eine schwärzliche Beschattung an-
schließt. — 3.) ein g' der f.insularia Th. Mieg (15. V1.),
von ihm hier zum ersten Male gefangen, während die Stamm-
form und die f. doubledayarıa Mill. häufig ist; sodann ein
Q@ von Agr. janthina Esp. (14. VIII) neu für Dresden.
Endlich 4.) ein g' von Spilosoma menthastri Esp.
mit einem Eingeweidewurm.
Herr Schopfer legt eine diesjährige Ausbeute von Phry-
ganiden vor, darunter eine für Sachsen neue Art: Rhyacophila
pascoei M’Lachlan aus Wachwitz a. E.
Herr ©. Bang-Haas läßt u.a. zur Ansicht eine Hadena
rubrirena Tr. mit stark verbreiterter weißer Zeichnung
der Binden und Makeln herumreichen aus dem Schwarzwald,
die wohl einen Namen verdiente, zumal alle Schwarzwald-
stücke so aussehen und sich dadurch sowohl von der Stamm-
form als der var. hercyniae Stgr. scharf abheben.
Der Mitgliedsbeitrag wurde für 1921 in gleicher Höhe
wie 1920 festgesetzt (s. S.3 des Umschlags), obwohl eine
weitere beträchtliche Steigerung aller Unkosten zu erwarten
ist. Nur im Vertrauen auf die treue Unterstützung aller
Mitglieder konnte dieser Versuch gewagt werden. Möge er
gelingen!
Dresden, 10. November 1920. R. Zieuimer
z. Zt. Schriftführer.
Alphabetische Liste. I
Alphabetische Liste
der im XXXIV. Band neu beschriebenen Formen.
Seite
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II Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
Depressaria nebulosella Car. . .
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ussuriella Car.. . .
Douglasia hedemanni Car.
Dysmasia syriaca Car. . .
Eidophasia messingiella ab. dorsana Car. .
Elachista immolatella var. dorsella Car.
quadrella ab. caecella Car.. .
spumella Car.
Eriocottis cuencella Car.
& recticostella Car.
Ethmia niveella Car... s
5 quadrinotella var. atticella Car.
Euplocera deliciosella Car.
Galactica walsinghami Car. . :
ab. pluripunctella Car.
Gelechia decolorella ab. colorella Car...
5 incognitella Car.
“ muscosella var. griseella Car. .
r selectella Car.
tristis Stgr. (Car.) .
Gracilaria korbiella Car.
Harpella forficella ab. aerisella Car.
Lita atriplicella var. clarella Car. .
ER ceplialellanGaran. 0 N ee
„u conjusellan Car...
Lithocolletis danica Car, .
Lycaena taurica Venzmer .
Marasmarcha colossa Car.
”
5 ehrenbergiana var. decolorum Car.
Megacraspedus consortiella Car.
5 cuencellus Car.
imparellus (var?) majorella ( Car. .
Melasina paulusella Car... .
sy punctata var. kuldjaönsis Car. .
Mesophleps pudicellus var. apicellus Car.
Metzneria hilarella Car. S
Monopis imella ab. zelleri Car. 5
Myrmecozela affinitella ab. extinctella Car.
Mystax lacrimella Car...
I sikkimella Car. .
5 trapezoidella Car. Anareapr
Nemophora submetallica Wism. ? (Can):
Nevadia (g. n.) ribbeella Car... . .
Nothris chinganella var. fuscanella Car.
Orrieodes zonodactyla var. eumorphodactyla Car.
Oxyptilus anatolicus Car. .
Platyptilia 'cHondrodactyla Car.
Pleurota armeniella Car. :
honorella ab. obsoletella Car...
Plutella senilella var. nigra Car.
Precis schmiedeli Fiedler
Psodos müller-rutzi Wehrli .
er.'e)/ 70% jede
Alphabetische Liste. II
mm ee ee Em Ba Hr Be En an da
Pterophorus korbi Car. . . . a ec)
3 lienigianus var. catharodactylus” Car. DR VRR EEE SI. MERIRNSO
u turbidellus Car. . . a EV N. 5 ein)
Rhynchagrotis chardinyi f. albida Zöllner . a a N a RR
3 5 f. brunnea „ ee
= e f. melanos .. ee a a DEE
& - f. rubra - re A
Scan DaBISSsuniensisu@anm sn... ee EG
Scythris canetella Car.. . ee ee ee ee a A
N clavella ab. mediella Car. u a ee N PA
= eucharis var. lacteella Car. N el
& NaDellawvarsaurellau@arnı ..°. 20...
" srandıpennissvarporectella Car. . . 22 ed
er Byalmelas@anyea un... . 2 ee erden
‚A HdicWellas@arsm sn a a ed
5 taunelaneare ee
tenlete la Cats Hu ee An
Sophronica alaicella Car... - ee ee Nie
Stagmatophora cinereocapitella Car. ee a: ee EG
Stenolechia sagitella Car.. . . BR a ee LO
Symmocaoenophila contristella Car. 111.
s Dimnnmellag Care... 2.2 200 2200. 2 ra
H tustellatCanen a. 2. en ls
NTanaSCaTa ee Ed
Tachyptilia Ugensa@a ee eo
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E SUDENIEAMCal mern Eee
eleiagkorbir Car, . 2 en ee Ks ee, A):
„ myricariella var. arenicolella Car. en OR!
einparellasvarssultäanellarCar: . .°..: 2 2. eo 0 0. iVa
Reriasshecabe var: accentifera Martin . .» » : 2 u 2 2 0 0 2 2 199
Beasazcellasvarı(a) nevadella Car“... 7: 2 20.2 0002,00. m wel
LalSKell au Carzna et u ee Near rel
Tineola indiella Car... . ne ER en lyıl
A quadruplella Car. I er ri]
Trifurcula atrifrontella var. (?) rufifrontella Car. 2 ee es
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Xystophora coeruleopictella Car. . . Kun, ee ne rel a PR)
Ypsolophus lotellus var. sublotellus Car. De ee 6 Kr LE
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Mitgliedsbeitrag für das Jahr 1920 beträgt für Mitglieder in
nd, Oesterreich, Ungarn, Tschecho-Slowakei, Jugoslavien, Polen
and 20 deutsche Reichsmark, für Mitglieder im übrigen
ıd je nach der Währung des betr. Landes: 10 holländische Gulden,
ordische Kronen, 5 Peso, 20 Frank, 20 Lire, 20 Pesetas, 4 Dollar,
ind, 20 finnische Mark.
Der Betrag ist im Januar fällig (an den Rechnungsführer G. Kretzschmar, Bismarck-
latz 6). Bei Nichtbezahlung wird das 1. Heft gegen Nachnahme des Betrages zu-
ich Portokosten zugesandt (soweit nach den betreffenden Ländern Nachnahme
ssig ist).
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Die Zeitschrift erscheint halbjährlich in je einem Doppelheft.
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Base
_ Reklamationen wegen nicht empfangener Hefte können nur inner-
halb der Frist eines Jahres, vom Erscheinen dieser Hefte an ge-
jet, berücksichtigt werden.
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Frühere Jahrgänge können von jedem Mitglied einmal bezogen werden.
Einzelne Hefte werden nicht abgegeben. Anfragen erbeten an den Bücher-
vart (E. Möbius, Dresden-Fr., Schlachthofring 3).
Der Inhalt der Deutschen Entomologischen Zeitschrift Iris besteht, außer
aus wissenschaftlichen Mitteilungen, aus Vereinsnachrichten, Bücherbesprechungen
d Nekrologen, die letzten sechs Jahrgänge bringen von ersteren die folgenden:
SE Band XXVII, 1914
(mit 4 Tafeln, 2 Textfiguren und 2 Kartenskizzen).
ourvoisier, L. G. Zur Synonymie des Genus Lycaena. Fiedler, C. Das
isher unbekannte Weibchen von Charaxes cognatus Vollh. Fruhstorfer, H. Neue
| enidae. Neue Arhopala-Rassen. v. d. Goltz. Erebia epiphron vogesiaca.
©. Das Weibchen von Epicnaptera alice John. Konias, R. Colias crocea
icans forma nova. Martin, L. Die Tagfalter der Insel Celebes. Petry, A.
zei für Deutschland neue Mikrolepidopteren. Püngeler, R. Neue palaearktische
lepidopteren. Rebel, H. Zweiter Beitrag zur Lepidopterenfauna Unter-Aegyptens.
eine Microlepidopterenausbeute aus dem westlichen Thian-Schan- Gebiet.
fer, Ed. Beitrag zur Microlepidopterenfauna der Dresdener Gegend. Seitz, A.
lo& falloui form. lucida Shelj. Spröngerts, J. R. St. Martin-Vesubie, Seealpen.
ıder, H. Microlepidopteren des Triester Gebietes und aus Istrien. Neue Lepidop-
enformen aus dem österreichischen Litorale. Lycaena argus L. 2 flavodentata
nov. Bemerkungen über Euchlo& falloui Allard (9 = seitzi Röber) und Amicta
ni Led. Stertz, O. Eine neue Heterocere aus Algerien. Walther, H. Ueber
cht von Arctia cervini Fall.
Band XXIX, 1915
3% (mit 10 Tafeln und 3 Textfiguren).
ang-Haas, O. Rhopalocera der Chotan-Ausbeute 1914. Zur Kenntnis von
rnassius delphius und verwandter Arten. Einiges über Parnassius. Einheitliche
onsbenennung der Gattung Parnassius. Einige seltene Pieriden-Aberrationen.
.H. Neue Pieriden aus Südamerika. Neue Schmetterlinge aus Südamerika.
hmetterlingszwitter aus Südamerika. Fiedler, C. Das bisher unbekannte
hen von Charaxes pyrrhus editha Ribbe. Fritsch. Zur Phaenologie von Colias
‚Fourc. Fruhstorfer, H. Eine neue palaearkt. Charaxes-Rasse. Neue Formen
Gattung Luthrodes und Uebersicht der bekannten Rassen auf Grund morpholog.
rsuchungen. Neue Terinos-Rassen. Gaede. Neue afrikanische Heteroceren des
Berliner Zoolog. Museums. Lepidopteren von Herrn P. Range in Nama-Lan
Afrika, gesammelt. v. Linstow. Die Entstehung von Amphydasis bet
doubledayaria. Martin, Dr.L. Tagfalter der Insel Celebes. Möbius, E. Beschreibun
der Raupe von Gnophos spröngertsi Püng. Rebel, Dr. H. Revision der pala
Epermenia-Arten. Stauder, H. Neue mediterrane Lepidopterenformen. Stertz,
Mitt. über palaearkt. Heteroceren. Mitt. über die Zuchtergebnisse des Genus Cho
drostega im allgemeinen. Mitt. über meine algerischen Reisen. Mitt. über eine Zucht.
von Arctia caja. x
Band XXX, 1916
(mit 2 Tafeln). a
Caradja, H. Beitrag zur Kenntnis der geogr. Verbreitung der Pyraliden und
Tortriciden des europ. Faunengebietes nebst Beschreibung neuer Formen. Fritsch, W.
Phaenologische Anmerkungen. Eine neue Form von Dilephila galii Rott, Ne
stetter, H. Neue und wenig bekannte afrikanische Rhopaloceren. Pfitzner, R.
Die Lepidopteren der Sprottauer Gegend. Martini, W. Verzeichnis Thüringer Falter
aus den Familien der Pyralidae-Micropteridae. Fruhstorfer, H. Neues über die alte
Art Satyrus fagi Scop. Nochmals Limenitis rivularis Scop.: v. d. Goltz. Noch
einmal Erebia epiphron vogesiaca. Rebel, Dr. H. Ueber eine Microlepidopteren-
ausbeute aus dem. östlichen Tannuola-Gebiet. Zöllner, H. Plötzliches und häufige
Auftreten von Lygris pyropata Hb. in Ostpreußen 1915/16. Gaede,M. Neue Kepler
teren des Berliner Zoologischen Museums.
Band XXXI, 1917
(mit 2 Tafeln und 2 Bildnisbeilagen).
Cretschmar, M. Zur Biologie von Caligula (Saturnia Schrk.) boisduvali Ev.
Fruhstorfer, H. Neue palaearktische Lycaeniden. Altes und Neues über Erebien.
Monographische Uebersicht alter und neuer Erebiaformen. Lange, E. Agrotis collina
Bdv. und ihr Vorkommen im sächsischen Erzgebirge. Möbius, E. Agrotis lorezi
Stgr. in Deutschland. Schütze, K.T. Argyrestia illuminatella. Stauder, H. Colias
crocea mediterranea Stdr. Stichel, H. Abermalige Begründung des Namens Limenit %
rivalaris Scop: für Limenitis camilla autorum.
Band XXXIl, 1918
(mit 1 Tafel und 5 Textabbildungen).
Courvoisier, Prof. Dr. Ueber Chrysophanus virgaureae L. und seine Neben-
formen. Fritsch, W. Der nördlichste Fundort für die Frühjahrsbrut von Colia
eroceus Fourc. Hering, M. Zur Biologie und systematischen Stellung von Seythris
temperatella Led. Rebel, Prof. Dr. Zur Kenntnis palaearktischer Talaeporiiden
Schütze, K.T. Beitrag zur Kenntnis einiger Sesien. Sheljuzhko, L. Einige Er-
gänzungen zu meinen Arbeiten. Stertz, O. Berichtigungen und Ergänzungen
meinen Mitteilungen über kanarische und algerische Großschmeiterlinge, Iris, J
gang 1912 und 1915. Stertz, O. Mitteilungen über Hypomecia quadrivirgula Ma
und n. var. jordana Stertz. Strand, E. H. Sauters Formosa-Ausbeute: Pyralidi
Subfam, Pyraustinae. Walther, Dr. Gynandromorpher Falter von Malacoson
franconica Esp. = ee
Band XXXII, 1919
(mit 1 Tafel, 3 Karten und 2 Textabbildungen).
Dietze, K. Die Zuneigung zum Weißen bei einigen Weißlingen und Ander
der Lebensgeschichte der Pieriden. Hering, M. Abweichende Lebensweise
Raupe von Cydia minutana. Lange, E. Beitrag zur. Biologie von Lycaena corid«
Poda. Martin, L. Die Tagfalter der Insel Celebes (3. Fortsetzung). Petry, Dr.
Erebia epiphron Kn. vom Altvater und Brocken. Schopfer, E. Beitrag zur Mi
lepidopterenfauna der Dresdner Gegend (IV). Wagner, F. Ueber Nychiodes ob
Vill. (= lividaria Hb.). Warnecke, G. Einige Skizzen zur Zoogeograp
Schmetterlinge Deutschlands. Zöllner, H. Lygris pyropata Hb. und forma fl
subsp. nov. Zöllner, H. Kritische Betrachtung der Vfl-Zeichnung von Lygri
testata, populata, associata und pyropata. Zöllner, H. Eine auffallende Ade
bei Arg, selene Schiff.