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Deutsche
Entomologische Zeitschrift
„Iris“
herausgegeben
vom
Entomologischen Verein Iris zu Dresden.
Band XXXIX. Jahrgang 1925.
{Mit 2 Tafeln und 11 Figuren.)
Schriftleiter: Dr. K. M. Heller.
Dresden 1925.
Verlag des Entomologischen Vereins „Iris“.
rund
Druck von Kupky & Dietze (Inh.: C, und KR. Müller), Radebeul, a
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Inhalts-Uebersicht ag
des XXXIX. Bandes 1925. R
Andreas Bang-Haas + mit Bildnis-Tafel (von K.M.H) ....... 1
Caradja, A.v., 1. Zwei neue palaearktische Crambus-Arten und 2. einige
Worte über wenig bekannte und neue Cledeobia-Formen . . . „142
Dublitzky, N. B., Zwei neue Aberrationen, von Vanessa urticae L. und
Micrarctia glaphyra Evan Nenn Be ur
Draeseke, J., Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute . re |
Draeseke, J., und Reuß, ud Die Schmetterlinge der Stötznerschen
Ausbeute. (4. Fortsetzung) . et
Dr. Ludwig Martin + (von Dr.K. v.Rosen) .. . Nr SE
Hering, Dr. M., Beiträge zur Kenntnis der Zysbenllen op‘ im Er 162
Hering, M., und Hopp., W., Eine Sammelausbeute des Herrn Werner
Hopp aus dem Chocö Kolumbiens en i wet...181
Krüger, Dr. E., Einige neue Falterformen aus Kolumbien und Surinam 146
Lange, E., Eine neue Form von Larentia subhastata Nolck. und einige
interessante Aberrationen dieser At .... . 59
Petry, Dr. A., Ueber zwei Microlepidopteren aus Thtflogen: 1. Tinea
praetoriella Chr., 2. Scythris bifissella Hfim: .. . 2
Püngeler, R., Neue palaearktische Makrolepidopteren . . . ....231
Schawerda, Dr. K., Eine neue Saturniide aus Columbien (mit Tafel II) 57
Soffner, J., Crambuk truncatellus Zett. im Böhmerwalde . . . . . . 209
Stephan, J., Die eulenartigen Nachtschmetterlinge der Grafschaft Glatz 11
Stephan, J., Die spannerartigen Nachtschmetterlinge und die Klein-
schmetterlinge der Grafschaft Glatz. . . . 65
Wehrli, Dr. Eug., Ueber die von mir im Juni- En 1924 in Corsica
erbeuteten Mikrolepidopteren mit Beschreibung zweier neuer Arten 133
Bücherbesprechungen . . - 2 222.0 0m un nn 2 SEE
Kleine Mitteilungen . . . ..... Done u nm a EEE
Zugänge zur Bücherei . . . . . en
Vereinsnachrichten . . . . 2
Verzeichnis der neuen attunechl Arten, Umneranen un Aberrationen 246
Doppelheft 1/2 erschien 1. April 1925.
Heft 3 erschien 1. August 1925.
“ Heft 4 erschien 1. Dezember 1925.
Iris, Dresden - Band XXXIX
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K.M.H. ‚Andreas Bang-Haas +. 1
Andreas Bang -Haas r
' (Mit Bildnis.)
Wer von den Dresdener Entomologen kennt nicht das
schmucke Villengrundstück, an der Residenzstraße in Blase-
witz, aus dessen Spiegelscheibenfenster seit Jahrzehnten
zwischen dem Grün der Ziergewächse Morpho cypris
hervorleuchtend, davon Kunde gab, daß dessen Besitzer
Sinn für die Schönheit der Natur, besonders für die Falter-
pracht hatte? Am7. Februar d. ]. schlossen sich nach kurzer,
schwerer Erkrankung für immer dessen Augen, unter denen
so viele Tausende von Faltern mit sachkundigem Blick
durchmustert, bestimmt, bewertet und der Wissenschaft zu-
geführt wurden, denn als der Mitgründer der Firma Dr.
Staudinger und Bang- Haas fand letzterer, als Ueberlebender,
ein So reiches Feld zu einer seiner Neigung entsprechenden
Betätigung, wie er es in seiner Jugend kaum erhofft hatte.
Geboren am 6. Dezember 1846 in Horsens, auf Jütland
(Dänemark), als Sohn des 1815 in Tondern geborenen
Glasermeisters Haas und dessen Frau geb. Marie Bang, ge-
noß er nach dem Besuch einer Kinderschule Unterricht in
einer Vorbereitungsschule für: eine höhere Lateinschule.
Nach seiner Konfirmation trat er als Lehrling in das Holz-
exportgeschäft von Konsul Hagemann in Kopenhagen ein,
wo er trotz der langen Dienstzeit, die ihn täglich bis 8 Uhr
abends, oft auch bis 10 Uhr, festhielt und trotz der Ztrenge
seines Geschäftsherrn, in dessen Haus er mitwohnte, noch
Zeit fand, einem von Kindheit an gehegten Drange weiter
zu folgen und Schmetterlinge zu sammeln und zu züchten.
Die Erinnerung an seine damals unternommenen. nächt-
lichen Eisenbahnfahrten, um in der Umgebung Kopenhagens
in den Wäldern Nachtfang: zu treiben, wobei u.a. die erst
gegen Mitternacht zum Vorschein kommende, auf Vaccinium
uliginosum lebende Raupe vonMamestra tinctaerbeutet
wurde, hat er bis in seine alten Tage bewahrt. In der
Folge erhielt er größere Freiheit, so daß er sich ein eigenes
Zimmer mieten und auf Grund der Bürgschaft Hagemanns
die Werke von Hübner, Fischer v. Röslerstamm, Esper u.a.
in der Universitäts- Bibliothek studieren konnte. Auf diese
Weise kam er in Berührung mit einer Reihe von Entomologen,
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein I
Ari s zu Dresden. Jahrgang 1925
62845
2 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
die damals die „Entomologisk Forening“ (die Meddelelser wur-
den erst von 1887 an herausgegeben) gründeten, von denen
er besonders W, Schlide und Prof. Schiodte näher trat. Letz-
terer, zugleich Direktor der entomologischen Abteilung des
Zoologischen Museums in Stockholm, regte ihn eindring-
lich zur Veröffentlichung einer Lepidopterenfauna Daene-
marks an (sie erschien auch 1875, siehe w.u.). Nächst
der Entomologie galt sein meistes Interesse der Musik, so
zwar daß er, mit guter Baritonstimme begabt und durch
Unterricht gefördert, eine Zeit daran dachte, sich ganz zum
Sänger auszubilden ;seinespäter an Wallenstein gemahnende,
hünenhafte Gestalt, wäre zweifellos eine glänzende Bühnen-
erscheinung gewesen. Ein Jahr (1874), das er in dem Ge-
schäft des mıt Hagemann vergesellschafteten Holzhändlers
Daniel Eschenburg in Lübeck, in Gesellschaft vieler junger,
dänischer, Kaufleute zubrachte, schien ihm der Entomologie
ganz entfremden zu wollen. Doch warf er sich bei seiner
Rückkehr nach Kopenhagen mit erneutem Eifer auf die
Vollendung seiner dänischen Schmetterlingsfauna. „Das
war wohl die größte Freude meiner Jugendzeit, wenn ich
eine neue Art für die Fauna feststellen konnte“, schreibt
er selbst. Schon seit Jahren stand er bereits damals mit
Dr. ©. Staudinger in Tauschverbindung und so drängte es
ihn, diesen auch persönlich kennen zu lernen, was 1876
auf einer Reise nach Deutschland, bei welcher Gelegenheit
er Professor Hering und Lehrer Büttner in Stettin, sowie
auch Dr. Wocke, in Breslau, aufsuchte, geschah und ihm
mannigfache Belehrung und Anregung bot. 1879 erfolgte
der fisanzielle Zusammenbruch und die Auflösung des
Hagemannschen Geschäftes, ein Ereignis, das von entschei-
dender Bedeutung für Bang-Haas’s weiteren Lebensgang
wurde, der zunächst einen Teil seiner, in 17 Jahren seiner
Anstellung gemachten, Ersparnisse zu einer größeren Aus-
landsreise verwendete. Wieder führt ihn zunächst sein
Weg über Stettin und Berlin nach Dresden, von da weiter
nach Venedig, Rom, Neapel, Genua, Turin, Mailand, Zürich,
Genf und Lyon. Eine Malaria-Erkrankung, die er sich in
Rom zugezogen hatte, zwang ihn, vorzeitig und rasch
wieder nach Kopenhagen zurückzukehren. In dieser Zeit
war H. Ribbe aus dem Staudinger’schen Geschäft ausge-
schieden und eine kaufmännisch ausgebildete Hilfskraft
dort gesucht. Eine Anfrage Dr. Staudingers bei Bang-Haas,
ob er Lust hätte, ihm eine solche sein zu wollen, führte
K.M.H. Andreas Bang-Haas +. 3
zu seiner Anstellung, die ihm lehrte, daß Liebhaberei für
und Handel mit Insekten zweierlei, sehr verschiedene
Dinge seien und angestrengte Arbeit nötig war, letzteren
auf der Höhe zu erhalten. Jahr für Jahr mußte von ihm
die umfangreiche Preisliste geschrieben und redigiert, zahl-
reiche Bestimmungssendungen, die ihm, als besonderen
Liebhaber und Kenner der Kleinschmetterlinge, zugesandt
wurden, erledigt und Geschäftsreisen unternommen wer-
den. Solche führten ihn wiederholt nach den größeren
- Städten Deutschlands und Oesterreichs und machten einer-
seits nicht nur das Geschäft in weiteren Kreisen vorteil-
haft bekannt, sondern gaben anderseits Gelegenheit zu
persönlicher Bekanntschaft mit den meisten namhaften
Entomologen jener Zeit, von denen nur einige wenige, wie
Dr. Nickerl, Napoleon Kheil (Prag), Prinz Ferdinand v. Co-
burg, Rogenhofer, Rebel, Kaufmann, Türk, Mann (Wien),
Daub, Hoffmann (Stuttgart). Disqu& (Speyer), Albers
(Hannover), Püngeler (Aachen), Pagenstecher, v. Bodemeyer
(Wiesbaden), unter vielen anderen, genannt seien. 1880
gründete er durch Verheiratung mit einer Tochter Dr.
Staudingers seinen eigenen Hausstand; das folgende Jahr
sehen wir ihn auf einer Sammelreise in Dovre Fjeld
(Norwegen). Die Ausbeute von dort wurde von J. Sparre
Schneider in den Tromsö Mus. Aarshefter 39, 1913 unter
dem Titel: Til Doores Lepidopterfauna bearbeitet, eine
neue entdeckte Plutella haasi (Miroo) von Staudinger
schon früher, 1883 in der Ent. Zeit. Stettin, veröffentlicht.
Im Jahre 1884 führt ihn, in den Monaten April, Mai, Juni
eine Reise in Gesellschaft seines Schwiegervaters und
Schwagers Paul, über Paris, Bordeaux und Bayonne nach
San Ildefonso (la Granja),am Nordwestabhange der Sierra de
Quadarrama, von wo trotz ungünstiger Witterungsverhält-
nisse eine reiche Ausbeute mitgebracht wurde (u. a. auch
Aporophila haasi Stgr. „Iris“, 1891, p. 180). In all
seinen Unternehmungen erwies sich Bang-Haas durch sei-
nen Fleiß, seine peinliche Ordnungsliebe, seinen weit-
blickenden, großzügigen Geschäftssinn als so unentbehr-
liche Arbeitskraft, daß er 1884 als Teilhaber in die neu
gegründete Firma „Dr. Staudinger und Bang-Haas“ eintrat.
Ihm ist es wohl größtenteils zu danken, daß er dem, 19
Jahre von ihm mitgeleiteten, Geschäfte einen Weltruf ver-
schaffte, den sein Sohn Otto, seit 1913 als alleiniger In-
haber, mit Erfolg noch zu vermehren bestrebt ist. Schon
4 Deutsche Entom., Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
1909 waren die Räume der Villa Sphinx, in der das Ge-
schäft seit 1884 geführt wurde, zu klein und dessen Ver-
legung nach der Residenzstraße 34 nötig geworden. Vier
Jahre stand der Verstorbene noch dort dem Geschäfte vor,
von dem er sich im Alter von 67 Jahren zurückzog, ohne
jedoch dieses aus dem Auge zu verlieren, indem er sich
noch rege betätigte und neu eintreffende Ausbeuten durch-
sah und ordnete. Obwohl die schweren Kriegsjahre mit
ihren großen Vermögensverlusten ihm den Trübsinn nahe-
gebracht hatten, hatte er sich in den letzten Jahren doclh
so erholt, daß ihm noch eine lange Lebensdauer be-
schieden schien. Noch einen Tag vor seiner, wegen einer
Operation nötigen Ueberbringung in das Carolahaus, hatte
er Micros aus China für eine Sendung ausgesucht, deren
Versand er aber nicht mehr erlebte, da sich das Leiden
zu weit vorgeschritten erwies, um durch operativen Ein-
griff beseitigt werden zu können. Aus der Besinnungs-
losıgkeit, ın die er am 5. Februar verfiel, sollte er nicht
mehr erwachen, in der Nacht, am 7. d. M., verschied er
in 79. Lebensjahre. Wie seine weiter unten angeführten
Veröffentlichungen dartun, wird sein Name auf immer
mit der Schmetterlingskunde verknüpft bleiben und die
„Iris“ ihrem langjährigen Mitarbeiter ein dankbares An-
denken bewahren. |
1875 Fortegnelse over de i Danmark levende Lepidoptera (2 Teile)
1881 dasselbe, Nachträge Naturhistorik Tidsskrift (3 R)X u. XIII
p. 167— 228.
1882 Ueber einige neue Parnassius etc. (mit Dr. Staudinger) Berl.
Ent. Zeitschrift 1882 p. 161—177.
1896 Lepidoptera Grönlandica Vetensk, Meddel fra naturh. Foren,
Kopenhagen.
1906 Neue oder wenig bekannte palaearktische Lepidopteren
„Iris“ p. 127—-144 mit Tafel 5.
1907 desgl. p. 69—88 mit Tafel 3.
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K. von Rosen. Dr. Ludwig Martin +. 5
Dr. Ludwig Martin T.
Am 10. Dezember 1924 verschied zu Puchheim bei
München der königl. bayerische Hofrat Dr. med. Ludwig
Martin, 30 Jahre lang Mitglied der „Iris“, ihren Lesern
hauptsächlich durch zahlreiche Artikel über die indo-
malayische Schmetterlingsfauna bekannt. Mit Martin scheidet
der letzte Vertreter jenes Kreises von begeisterten Forschern,
dıe, wie der Engländer de Niceille, der Holländer Piepers,
der Deutsche Fruhstorfer um die Wende des Jahrhunderts
viele lange Jahre im indo-malayischen Gebiet sammelnd,
unsere Kenntnis von der dortigen reichen Schmetterlings-
fauna durch zahllose Entdeckungen bereicherten. Jeder
dieser vier Forscher in seinem Wesen und der Art seiner
wissenschaftlichen Tätigkeit so grundverschieden vom an-
deren, und doch alle zu den Großen gehörend und mit-
einander eng befreundet. Anfänglich sein Hauptinteresse
den biologischen Fragen und der erstaunlichen Mannig-
faltigkeit und Variabilität der tropischen Fauna zuwendend,
beschäftigte sich Martin in späteren Jahren immer mehr
mit. zoogeographischen Problemen. Er, der zuerst den
Fruhstorferschen Ansichten über die geographischen Rassen
äußerst ablehnend gegenüberstand, erkannte mit der Zeit
das Gesunde dieser Ansichten immer mehr an, wenn er
auch die vielfachen Auswüchse — die nur in geringem
Maße Frubstorfer, in viel größerem Maße seinen Nach-
ahmern zur Last gelegt werden müssen — mit Recht stets
bekämpfte. Besonders fesselte Martin die merkwürdige
Fauna von Celebes, mit ihren rätselhaften Anklängen an
die afrikanische, ihr hat er auch sein Hauptwerk gewidmet,
wozu die Ausbeuten von zwei längeren Aufenthalten in
Süd- und Zentral-Celebes die Grundlage bildeten. Selbst
ein Meister der Feder, legte er großes Gewicht auf flüssigen
Stil und lebendige Schilderung auch in den streng wissen-
schaftlichen Arbeiten und konnte in dieser Hinsicht und
überhaupt ein äußerst scharfer Kritiker sein. Mit großer
Zähigkeit hielt er an dem einmal für richtig Erkannten
fest und war dann nur äußerst schwer zu einer gegenteiligen
Ansicht zu bewegen. Geboren wurde Martin am 17. Fe-
bruar 1858 als Sohn des Mediziners, Universitätsprofessors
6 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
Dr. Martin; er besuchte das Gymnasium, das er 1876 ab-
solvierte, studierte zuerst in München Medizin, dann an
den Kliniken in Wien, Berlin und Köln. Schon als Gyn-
nasiast sammelte und züchtete er eifrig Schmetterlinge. —
Welch ein Ereignis, wenn von der Firma Staudinger, deren
ältester Kunden Martin einer war, eine neue Sendung ein-
traf und ein Charaxes pasius oder Deiopeia pul-
chella das Auge entzückte und die ganze Familie erfreute.
— Außerdem erhielt er reiches Material von seinen beiden
Brüdern, von denen der jüngere ihm auch in späteren
Jahren von seinem Aufenthalt als Pflanzer in Sumatra und
Brasilien und seinen Reisen, u. a. auch in das, damals fast
noch ganz unerforschte, Kongogebiet lieferte. Man kann
sich denken, mit welcher Sehnsucht Martin an die Tropen
dachte. Als er dann 1882 das Ziel seiner Wünsche er-
reichte und als Arzt in den Dienst der Tabak-Maatschappy
Arendsburg, später der Deli-Maatschappy in Nordost-
Sumatra trat, da waren die Eindrücke der Tropenlandschaft
auf ihn so gewaltige, daß er gar nicht zum Sammeln kam.
Zudem nahm es Martin mit seinen Pflichten als Arzt sehr
genau, er war einer der wenigen, der auch die eingeborenen
Arbeiter als vollwertige Menschen behandelte. Dafür er--
freute er sich auch bei diesen einer einzigartigen Ver-
ehrung, durch die er in den Stand gesetzt wurde, Land
und Leute ganz anders kennen zu lernen, als die meisten
Weißen ın Holländisch-Indien. Ja auch einen praktischen
Nutzen hatte diese Popularität bei der eingeborenen Be-
völkerung;; niemals hätte er ohne sie den großen Erfolg
bei der Verwendung eingeborener Sammler erzielt. Um
die alte Liebe zur Entomologie zu erwecken, dazu bedurfte
es eines merkwürdigen Zufalls. Bei einem Ritt sah er
an einem Chinesenhaus einen wunderschönen Charaxes
sitzen. Auf seine Aufforderung, den Falter zu fangen,
nahm der Bewohner des Hauses einen Stein und traf das
Tier so unglücklich, oder glücklich, daß er es völlig un-
verletzt Martin übergeben konnte. Dieser merkwürdige
Zufall und die fabelhafte Schönheit des Falters begeisterten
Martin so, daß er den Entschluß faßte, wieder zu sammeln.
Von nun an ließ ihn dieser Sport nicht mehr los, und wo
er auch immer in späteren Jahren hinkam, sei es im
tropischen Urwalde, im Märchenlande Japan, oder den
menschenleeren Wüsten der Mandschurei, ja auch in den
von der Natur weniger üppig ausgestatteten Gegenden
K. von Rosen. Dr. Ludwig Martin +. | 7
unserer Heimat — überall griff er zum Netze. Nicht um-
sonst hatte er schon als Schüler gesammelt und gezüchtet,
bald war er einer der besten Kenner der sumatranischen
Schmetterlingsfauna, konnte bereits zu Beginn der 90er
Jahre die ersten Publikationen darüber bringen, und 1895
sehen wir ihn, zusammen mit seinem Freunde de Niceville,
das große Verzeichnis über die Rhopalocerenfauna Sumatras
veröffentlichen, das 756 Arten aufzählt, von denen aller-
dings eine Anzahl später wieder eingezogen wurde. Viele
Forscher besuchten ıhn in seinem bescheidenen, aber gast-
lichen Heim im tropischen Walde, unter ihnen de Nicewville,
den er seinerseits zweimal in Kalkutta aufsuchte und Dr.
Hartert, durch den die später so regen Beziehungen zum
Tring-Museum begründet wurden. 15 lange Jahre war
Martin auf Sumatra tätıg, als er dann heimkehrte, litt es
ibn nicht lange im idyllischen Diessen am Ammersee, wo
er sich ein Heim gegründet. Bis zum Weltkriege führte
er ein ständiges Wanderleben. 1895 heimwärtskehrend,
verbrachte er mehrere Monate im Himalaya bei Darjeeling,
in der herrlichen Natur mit ihrem fabelhaften Reichtum
an Faltern schwelgend. Als stellvertretender holländisch-
indischer Militärarzt betätigte er sich 1906 ın Makassar in
Südcelebes, 1909 in Sintang, Westborneo, 1912 wieder
auf Celebes, diesmal im zentralen Teil bei Palu. Es wird
wohl wenig Sammler tropischer Schmetterlinge geben,
denen diese Ortsnamen nicht durch Martin wohl bekannt
sind. Für seine eigene Sammlung behielt er von allen
Reisen große Serien, fügte ihr auch schönes Material hinzu
von seinen Aufenthalten in Japan, Korea, der Mandschurei,
Smyrna, Rhodos u.s.f., welche Gebiete er gelegentlich
seiner Heimreisen, oder auf dem umgekehrten Wege be-
suchte. Der Ausbruch des Weltkrieges ereilte Martin als
Arzt auf einem holländischen Frachtdampfer, an der Küste
von China. Unter enormen Schwierigkeiten erreichte er
Ende Oktober 1914 die Heimat und stellte sich sofort dem
‘ Vaterlande zur Verfügung. Er erhielt die verantwortungs-
volle Stelle eines Oberarztes im Gefangenenlager zu Puch-
heim bei München. Mochte er ein noch so guter Deutscher
sein, in den Kranken seines Lagers sah er nicht den Feind,
sondern nur die Schutzbefohlenen, und genau dieselbe
furchtlose Aufopferung zeichnete ihn auch hier aus wie
in den Tropen. „Le pere Martin“ nannten ihn dıe Fran-
zosen und gar mancher arme Teufel, der 1918 der furcht-
8 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
a
baren Grippeepidemie erlag, fern von der Heimat und den
Seinen, fand in Martin seinen letzten Berater und Tröster.
Seine ganze freie Zeit — Martin verblieb auch nach dem
Kriege in Puchheim — wandte er der Bearbeitung seines
neuerworbenen Grundstückes und dem Schmetterlings-
studium zu. Neben der Fortsetzung seiner Studien über
die indo-malayische Fauna, interessierten ihn auch die
paläarktischen Falter, und große Freude gewann er an
einer Ausbeute südjapanischer Rhopaloceren, die ihm sein
Sohn aus der Gefangenschaft mitbrachte und über die er
in dieser Zeitschrift einen Artikel veröffentlichte. Die
eigenartige Moorfauna von Puchheim bot auch viel des
Interessanten. Die letzten Jahre war er jedoch ganz mit
der Bearbeitung der Celebesfauna beschäftigt. Ruhig und
gefaßt sah er, durch schwere Krankheit geschwächt, dem:
Tode entgegen, statt der meist vorhandenen Furcht, emp-
fand er diesem Sieger über Fürsten und Bettler gegenüber
ein gewisses ehrfurchtsvolles Interesse. Stets frug er bei
Empfang von Nachrichtvn über den Ilod seiner bedeutenden
Freunde nach den letzten Aussprüchen der Verschiedenen.
Seinen Wunsch, mitten aus der Arbeit und bei vollem
Bewußtsein abberufen zu werden, hat ihm ein gütiges
Schicksal erfüllt. Ich möchte diese Ausführungen mit
seinen eigenen Worten schließen, die er dem toten Freunde
de Nieeville und Dr. Staudinger in dieser Zeitschrift widmete,
ıhn „beseelte zweifellos außer der feurigsten Liebe zur
Natur und ihren schuppenbeschwingten Geschöpfen das
gleiche hohe Endziel, die Tagschmetterlingsfauna der Erde
in ıhren örtlichen und zeitlichen Formen so erschöpfend '
festzulegen, daß die große Naturwissenschaft mit Gewinn
für unser gesamtes menschliches Wissen zur Verwertung
der zusammengetragenen Bausteine fortschreiten konnte
und daß einer zukünftigen Generation von Samnilern alle
Wege geebnet waren.“ |
Mü | 1925. br
ünchen, Februar 1925 Dr: Küurtmonn
Verzeichnis |
der lepidopterologischen Schriften Dr. Martins.
1. Lepidopterologisches aus Sumatra. Berliner Ent. Zeitschr. 35
(1890) p. 1-10. |
2. Aus meinem Tagebuche I ibid. 37 (1892) p. 291—298. _
K. von Rosen. . Dr. Ludwig Martin +. 9
m 100000000
3.
23.
24.
25.
26.
27.
28.
Eine neue Örnithoptera aus Sumatra ib. 37 (1892) p- 492.
Neue Lepidopteren aus Sumatra. Natuurk. Tijdschr. v. Neder-
landsch-Indi@ 53 (1893) p. 332— 340.
. Einige neue Tagschmetterlinge von Nordost-Sumatra. Münche
1895 p. 1—7 u. p. 1—4. |
. (Gemeinsam mit L. de Niceville) A List of the Butterflies of
Sumatra. Journ. Asiatic Soc. of Bengal 64 II (1895) p.357—555.
. Verzeichnis der in Nordost-Sumatra gefangenen Rhopaloceren.
Iris 8 (1895) p. 229 — 264.
. Verzeichnis der auf Sumatra vorkommenden Lemoniiden ib. 9
(1896) p. 351-3862.
. Nekrolog für Lionel de Niceville ib. 14 (1901) p. 381—386.
. Das Genus Cyrestis. ib. 16 (1903) p. 71—169.
. Eingesandt (die Fauna Sumatras betreffend). Ent. Zeitschrift
Stuttgart 22 (1908) p. 134.
. Eine paläarktische Pieride mit exotischer Lebensweise. ib. 22
(1908) p. 163.
. Eine neue Terinos aus Java, ib. 23 (1909) p. 114-115.
. Eine paläarktische Pieride unter dem Aequator. ib. 23 (1909)
P+T01.
. Kritische Besprechung der Fruhstorfer'schen Monographie der
Elymniinae, Iris 22 (1909) p. 36— 73.
. Das indo-malayische Satyridengenus Erites Westwood. ib. 22
(1909) p. 142 —154.
. Eine neue Ideopsis. ib. 22 (1909) p. 155 —165.
. Die Tirumalaarten der Insel Celebes. ib. 24 (1910) p. 15— 25.
. Noch einmal die Südsumatra-Falter. Ent. Zeitschr. Stuttgart 24.
(1910) p. 33— 34.
. Eine Berichtigung (betrifft „eine paläarktische Pieride unter
dem Aequator“). ib. 24 (1910) p. 101.
. Die ersten Stände von zwei Thaumantisarten. Mitt. Münchner
Ent. Ges. 1 (1910) p. 70—76.
. Die ersten Stände von Elymnias panthera F. Deutsche Ent.
Nationalbibliothek 1 (1910) p 95-—96.
Lepidopterologische Erinnerungen von einer Rundfahrt um den
asiatischen Kontinent. ib. (1911) p.p. 7—8, 13— 16, 21—23,
31, 38—40, 45—47, 54—56, 61-63, 68— 69.
Ueber neue Danaisformen aus Südsumatra, Borneo und Sumbawa.
Mitt. Münchner Ent. Ges. 2 (1911) p. 6—8.
Ueber Charaxesraupen. Iris 25 (1911) p. 1—5.
"Ein neuer Papilio aus Celebes. ib. 26 (1912) p 163—165.
Ein seltener Ixias. ib. 26 (1912) p. 191—196.
Zwei neue Euploeen aus Celebes. ib. 26 (1912) p. 196—200.
41.
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris, Dresden 1925.
. Zwei neue Delias aus Celebes. ib. 26 (1912) p. 224—228.
. Spätflug von Rhopaloceren. Mitt. Münchner Ent. Ges. 3 (1912)
p. 13 — 14.
. Schmetterlinge auf hoher See. ib. 3 (1912) p. 39—40.
. Neue Rhopaloceren aus Celebes. Iris 27 (1913) p. 109 u.
121—129. |Die Tafeln für 26., 28., 29. u. 32. ib 27 (1914)
als Tafel 6—8.]
. Besprechung von „The Rhopalocera of Java. Danaidae, Satyridae
by M. C. Piepers“. ib. 27 (1913) p. X—XI
. Zwei neue Danaidenformen aus Celebes und Saleyer ib. 27
(1914) p. 153—155.
. Nekrolog für Dr. Heinrich Dohrn. ib. 28 (1914) p. 1—3.
. Biolog. Mitt. über einige Tagfalter der I. Celebes. Mitt. Münch-
ner Ent. Ges. 5 (1914) p. 78—84.
. Nekrolog für M.C. Piepers. Iris 33 (1919) p. 134—135.
. Die Tagfalterfauna des Gefangenenlagers Matsuyama auf der
japanischen Südinsel Shikoku. ib. 35 (1921) p. 6—21.
. Nekrolog für Hans Fruhstorfer. ib. 36 (1922) p. 96—103.
40.
Catopsilia pyranthe. Eine Pieridenstudie als Baustein für eine
spätere Ausgabe des Seitz'schen Werkes. Mitt. Münchner Ent.
Ges. 14 (1924) p. 119—129.
Die Tagfalter der Insel Celebes. Teil 1: Danaiden IL. Iris 28
(1914) p.59—107. Teil 2: Danaiden II. ib.29 (1915) p.4— 19.
Teil 3: Papilioniden. ib. 29 (1915) p. 50—90. Teil 4: Pie-
riden I. ib. 33 (1919) p. 48—98. Teil 5: Pieriden H. ib. 34
(1920) p. 181—210. Teil 6: Nymphaliden I. Tijdschrift v.
Ent. 63 (1920) p. 111—159. Teil 7: Nymphaliden IH. ib. 67
(1924) p. 32? — 116. Teil 8: Satyriden (erscheinen demnächst
in den Mitt. Münchner Ent. Ges.). :
]. Stephan. Die eulenartigen Nachtschmetterlinge der Grafschaft Glatz. 11
Die eulenartigen Nachtschmetterlinge
der Grafschaft Glatz.
Von Julius Stephan, Friedrichsberg a. d. Heuscheuer.
Vorbemerkungen.
Die Liste der Glatzer Noctuiden weist sicherlich noch
Lücken auf, die indes — insoweit dies überhaupt möglich
ist — bei rationeller betriebenem Köder- und Lichtfang
und intensiverer Zuchttätigkeit in absehbarer Zeit ausgefüllt
werden dürften. Immerhin konnten von den etwa 370 Eulen-
arten des die ganze Provinz Schlesien (in ihrem früheren
Umfange) in Betracht ziehenden Verzeichnisses von Dr.
Wocke rund 70°/, aufgeführt werden. Das ist für das
verhältnismäßig kleine Gebiet der Grafschaft Glatz eine
recht ansehnliche Zahl. Hierbei ist allerdings eine Reihe
von Spezies mitgezählt, deren Vorkommen nicht ganz ein-
wandfrei festgestellt ist, oder die in den letzten Jahrzehnten
nicht mehr beobachtet worden sind; ich führe diese nur
nachrichtlich auf und gebe den diesbezüglichen Text in
Kleindruck.
Vertreten sind alle Gruppen bzw. Subfamilien, da-
runter de Acronyctinae recht gut mit 14 von 19
schlesischen Arten, die Hypeninae hingegen spärlich,
nämlich nur mit 8 von 20 schlesischen Arten;- es ist m-
des gewiß, daß diese Zahl bei regerem Interesse für die
genannte unscheinbare und darum von vielen Sammlern
leider wenig beachtete Gruppe wesentlich erhöht werden
könnte. Vertreten sind ferner außer vielen der zahlreichen
monotypischen und artenarmen Gattungen alle umfang-
reicheren Genera mit anscheinend alleiniger Ausnahme der
Nonagria, die als Sumpfbewohner naturgemaß mehr
auf das Flachland beschränkt sind. Von Agrotis sind
31 (bzw. 35) nachgewiesen, von Mamestra 18, von
Hadena 11 (bzw. 14), von Cucullia 10, von Plusia
13, d. h. 60—75°/, der jeweiligen für Gesamtschlesien gel-
tenden Zahlen. Die sogenannten Montanformen sind
natürlich reichlich vorhanden: Trichosea ludifica
12 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
L., Agrotis speciosa Hb., conflua Tr.,, multan-
gula Hb, cuprea Hb, simulans Hfn, (birivia
Hb), collina B, latens Hb,, reeuzesszerr
Mamestra glauca Hb., Dianthoecia proxima
Hb,BombyciaviminalisF.,Hadenaochroleuca
Esp., Dasypolia templi Thnbg., Hyppa rectilinea
Esp., Mythimna imbecillaF.Petilampa arcuosa
Hw., Cucullra-lucifuga Hb. Plusia’bractea?;
gutta Gn, jota L., pulchrina Hw.,interrogatio-
nıs L.,ain Hch. usw. Sehr interessant ist das neuerlich
festgestellte Vorkommen von Agr. recussa Hb. (E.
Drescher) und collina B. (H. Raebel) auf dem Glatzer
Schneeberg; letztere gehörte bisher zu den Arten, die den
sog. Ostsudeten fehlen. Ueber diese und ähnliche inter-
essante Erscheinungen (alpiner und nordischer „Einschlag“)
möchte ich indes erst im Schlußteil meiner Arbeit sprechen,
in dem ich auch zusammenfassende Daten und dergl. zu
geben gedenke. Kurz erwähnt sei für diesmal nur noch
das Auftreten von Hadena gemmea Tr. im westlichen
Teile der Grafschaft, von Dianthoecia filigrama
xanthocyanea Hb. bei Giersdorf, von Plusia pul-
chrina Hw. bei Glatz und von Bryophila ravulaHb.
auf dem Gipfel des Glatzer Schneebergs. —
Bezüglich der Nomenklatur sei bemerkt, daß ich aus
rein praktischen Erwägungen die gebräuchliche Einteilung
und Namensgebung nach Staudinger-Rebel zur Anwendung
gebracht habe. Es ist dies, wie ıch eingestehen muß, eine
gewisse Inkonsequenz gegenüber der bei den bisher be-
handelten Gruppen befolgten Methode, wonach ich mich,
wenn auch mit geringfügigen Aenderungen, nach Seitz
richtete, wobei allerdings zu berücksichtigen ist, daß die
nomenklatorische Umwälzung bei den Tagfaltern und den
beiden ersten Gruppen der Nachtfalter bei weitem nicht
so „radikal“ ist wıe bei den Noctuiden und Geometriden.
Vor der Ausarbeitung des vorliegenden Teils habe ich
mehrere namhafte Lepidopterologen Schlesiens um ihre
Meinung in dieser Frage gebeten: mit einer einzigen Aus-
nahme wurde meiner Auffassung beigestimmt. Das Seitzsche
Werk ist leider noch in zu wenig Händen, und die aller-
meisten Sammler, für die meine faunistische Abhandlung
schließlich in erster Linie bestimmt ist, arbeiten noch nach
dem herkömmlichen Modus. (Es kann nicht meine Absicht
sein, die unleugbaren Vor- und Nachteile der beiden
J. Stephan. Die eulenartigen Nachtschmetterlinge der Graischaft Glatz. 13
Richtungen hier zu erörtern.) *) Um aber die erwähnte Un-
stimmigkeit wenigstens in etwas auszugleichen, füge ich
die von Warren ım III. Bande des Seitzschen Werkes ge-
brauchten Genus- und Speziesbezeichnungen, soweit dies
erforderlich ist, in eckigen [] Klammern bei. In runde ()
Klammern setze ich wichtige sonstige Synonyma. —
— Außer den bereits im I. Teil der Arbeit genannten
Herren haben mich mit Mitteilungen und Notizen E. Drescher
(Ellguth bei Ottmachau), Buchs (Frankenstein), Bartsch und
Wiedemann (Kunzendorf bei Neurode) unterstützt: auch
diesen Herren sei hiermit Dank ‚gesagt.
Noctuidae
A. Acronyctinae.
Panthea coenobita Esp. In den Fichtenwäldern der
' Berge, bis 1000 m Höhe; verbreitet, aber nicht’ häufig;
Ende V bis Anfang VII. Ein der ab. latefascia Rbl.
nahestehendes, sehr kleines Stück fand ich (VII 1917) in
Carlsberg a.d.Heuscheuer. R auf Fichte, im IX erwachsen:
kann geklopft werden. P in festem Gespinst am Erdboden,
überwintert.
Trichosea [Moma] Iludifica L. Ein zerstreut und
einzeln auftretendes Bergtier, bei Reinerz, Friedrichsberg,
Kaiserswalde (lilgner), V, VI; geht-an Köder (Carlsberg,
Stephan). R auf Eberesche, im Herbst erwachsen. P in
dichtem, hellen Kokon an der Erde.
Diphtera alpium Osb. (=Moma orion Esp) In
niederen Lagen stellenweise nicht selten, im Gebirge
spärlich, kommt aber noch auf den Seefeldern bei Rein-
-erz vor. V, VI. R auf-Buche, Birke, Eiche; im VII, IX
erwachsen. P in festem Gespinst an der Bodendecke.
Demas [Colocasia] coryli L. Verbreitet und ziemlich
häufig; V—VIll; sitzt an Baumstämmen, kommt ans Licht.
Ran Hasel, Buchen u. a. Laubhölzern; ganz spinnerartig.
P in leichtem, grauen Gespinst; überwintert.
Acronycta leporina L. Zerstreut und ziemlich selten,
aber noch in größeren Höhen; Ende V bis Mitte VII; in
*) Nachträglich werde ich darauf aufmerksam gemacht, daß
die bekannte große Liste der Firma Staudinger & Bang-Haas,
jedenfalls auch aus praktischen Gründen, bei den Tagfaltern,
Spinnern und Schwärmern dem Seitzschen Werke, bei den Eulen
und Spannern dem Staudingerschen Kataloge folgt.
14 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1995.
Birkengehölzen. R an Birke, Weide, Erle; im Herbst
erwachsen. P in festem Gehäuse an Baumstämmen, in
Höhlungen, morschem Holz.
A. aceris L. Wohl überall, meist gewöhnlich, ausge-
nommen hohe Lagen; V bis VII; sitzt häufig an Stämmen
und Zäunen. R an Ahorn, Roßkastanie, Eiche, Hasel;
rollt sich bei Berührung ein. P in hartem geleimten Ge-
spinst, das mit Holzpartikelchen vermischt ist. — Hier und da
(Königshain, Dr. Dannenberg) die ab.candelisequaEsp.
A. megacephala F. Verbreitet, aber nicht gerade
häufig; VI, VII; zuweilen am Licht. R an Weide und
Pappel, versteckt sich tagsüber in Rindenrissen; im Herbst
erwachsen. P in festem Gehäuse.
A. alni L. Wird von Dr. Schirm als Grafschafter Art auf-
geführt; ich bezweifle ihr Vorkommen in unserem Gebiet.
A. strigosa F. Selten (Reinerz); VI, VII; kommt ans
Licht. R an Schlehe, Pilaume, Weißdorn. P in ziemlich
losem Geespinst.
A. tridens Schiff. Vielerorts gewöhnlich, auf den Höhen
spärlich (Hüttenguth, Guder); bei uns nur 1 Gener., VI, VII.
R an Rose, Weißdorn, Pflaume, Schlehe. — Aberration:
juncta Tutt.
A. psi L. Nirgends selten, auch in mittleren Höhen-
lagen; VI, VII; sitzt an Zäunen, Mauern, Stämmen; abends
am Licht. R polyphag, an Laubhölzern; im Herbst er-
wachsen, dann oft an der Erde. P in festem, schwer
kenntlichem Rindengehäuse. — Aberrationen: suffusa
Tutt, virga Tutt.
A. [Chamaepora] auricoma F. Ziemlich häufig,
auch noch in Höhen von 800 m (Friedrichsberg, Carlsberg) ;
VI VI. R an Laubholz, in höheren Lagen meist an
Heidelbeere und Heidekraut (Calluna).
A. [Chamaepora] euphorbiae F. Nicht häufig, aber
noch in größeren Höhen (Mühlbach-Hedwig; Voigtsdorf-
Guder); VI, VII; bei uns sicher nur 1 Gener. R an niederen
Pflanzen (Achillea, Calluna, Euphorbia u. a.). P in leichtem
Gespinst. — Abweichungen: montivaga Gn., Uebergänge
zu euphrasiae Brh.
A. [Chamaepora] rumicis L. Ueberall häufig; in
tieferen Lagen 2 Gener., sonst VI, VII; besucht oft Licht
und Köder; variiert stark (ab. salicis Curt., alnoides
Geest.). R polyphag, an niederen Pflanzen. P überwintert
in papierartigem Gehäuse.
J. Stephan. Die eulenartigen Nachtschmetterlinge der Grafschaft Glatz. 15
Craniophora [Acronycta] ligustri F. Nicht überall
(Reinerz; Glatz-Dr. Dannenberg); ziemlich selten; VI, VII;
Ködergast. R an Liguster, Esche. P in grauem Splitter-
espinst.
zen B. Trifinae.
Agrotis strigula Thnbg. [Rhyacia porphyrea Schiff.)
In höheren Lagen (Reinerz); ziemlich selten; Ende VI bis
Mitte VII. Ran Calluna, überwintert, im IV, V erwachsen,
häutet sich „vor der Verpuppung zweimal ziemlich kurz
nacheinander, ohne inzwischen irgendwelche Nahrung zu
sich zu nehmen“ (Standfuß). P ohne Gespinst in der Erde.
A. [Opigena] polygona F. Sehr selten und vereinzelt
(Kreis Neurode); VII, VII. R an Rumex und anderen
niederen Pflanzen; überwintert.
A. signum F. [Rhyacia sigma Schiff.]. Nur hie
und da in niederen Lagen getroffen; VI, VI. R polyphag,
an niederen Pflanzen.
A. janthina Esp. u. linogrisea Schiff. werden von Dr. Schirm
in seinem „Verzeichnis der im Sommer 1885 in der Grafschaft
Glatz gesammelten ..... Schmetterlinge“ !) aufgeführt. Es liegt hier
sicherlich ein Irrtum vor?); von anderen Sammlern sind diese Eulen
meines Wissens hier nie gefunden worden.
A. [Triphaena] fimbria L. Nicht überall; Aßmann
gibt die Art auch von Reinerz an. VII, VII. R an Klee,
Primel u.a. niederen Pflanzen. P in einer leichten Erdhöhle.
A. [Rhyacia] augur F. Ziemlich verbreitet und nicht
selten, auch in mittleren Lagen (Reinerz-Aßmann; Seiten-
berg-Hedwig); VII, VIII; Licht- und Köderbesucher. R an
Weide, Schlehe, Brombeere und vielen niederen Pflanzen:
bei Tage versteckt an der Erde, in hohlen Stämmen.
A. [Rhyacia] pronuba L. Allenthalben gewöhnlich,
auch in höheren Lagen; VI-bis VIII, auch noch IX, X;
besucht Licht und Köder, fliegt oft aufgescheucht bei Tage,
schwärmt zuweilen bei brennendem Sonnenschein an Klee,
ruht am Erdboden, in niederer Vegetation, an Zäunen,
Mauern, wird bei plötzlicher Berührung manchmal kata-
plektisch (cfr. Dr. Corti in Soc. ent. 39. Jhrg., Nr. 2), ist sonst
1) Naturwissenschaftliches aus der Grafschaft Glatz und dem
Riesengebirge, im „Jahresbericht des Nassauischen Vereins für Natur-
kunde‘, 1887. ;
?) Vermutlich stammte ein Teil der Falter, die Schirm vom
Seminarlehrer Rauhut erhielt, gar nicht aus der Grafschaft Glatz.
16 | Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925..
sehr scheu und flüchtig. Die Eier werden‘ in Häufchen
abgelegt, wahllos an Blätter, Zweige, Stengel, dürres Gras,
Fichtennadeln, Gartengeräte usw., werden häufig von Ohr-
würmern verzehrt. Eizustand 7—14 Tage. R polyphag an
niederen Pflanzen (Primeln, Veilchen usw.), überwintert in
verschiedenen Größenstadien, unter Laub, Komposthaufen
und dergl., liegt in ihrer zerbrechlichen Erdhöhle lange
unverpuppt. P ruht 2—4 Wochen. — (Ueber die Frage der
„Uebersommerung‘“ des F vergl. Gillmer in Frankf. Ent.
Zeitschr., 36. Jhrg., Nr. 2/3.) — F variiert sehr; am häufig-
sten istab.innuba [Tr.; seltener wurden hier ab. connuba
Hbn. und. brunnea lutt. beobachtet.
A.|Rhyacia] collina B. Wurde neuerdings (Sommer
1924) von H. Raebel auf dem Glatzer Schneeberg gefunden;
die Art war bisher nuraus den Westsudeten (Riesengebirge)
bekannt. Ende VI, VIEL R an niederen Pflanzen, über-
wintert nach der 4. Häutung; P in lockerem Gespinst ober-
tlächlich in der Erde. (Ueber Biologie vergl. Frankf. Ent.
Zeitschr., 27. Jhrg., Nr. 20.)
A. |Rhyacia] triangulum Hfn. Verbreitet und nicht
selten; Ende V bis Anfang VII. R an vielen niederen
Pflanzen.
A. [Rh.] baja F. Auch in höheren Lagen stellenweise
häufig; Ende VI bis VIII. R polyphag, oft an Heidelbeere.
A. [Aplectoıides] speciosa Hb. „Leitform des
Fichtenbergwaldes“ (Pax); vereinzelt und recht selten; VII
Anfang VIII; Glatzer Schneeberg, bei Reinerz, Seefelder.
R zunächst an Gräsern, später an Vaccinium; überwintert
zweimal, versteckt sich unter Moos.
A. |Rhyacia] c-nigrum L. Nicht immer gleich häufig;
V,VI und VII, VII; in höheren Lagen (Seitenberg-Hedwig,
Hanımer-Guder, Heuscheuer-Stephan) nur 1 Gener. ; kommt
oft an den Köder. R an niederen Pflanzen (Epilobium,
Verbascum u. a.). P in leichtem Gespinst.
A. |Rh.) ditrapezium Bkh. Ziemlich selten, in nie-
deren Lagen. VI, VI. R polyphag (Leontodon, Primula,
Bellis usw.) |
A. (Rh.] xanthographa Schiff. Guder meldet die Art
von Voigtsdorf bei Habelschwerdt; von mir hier noch
nicht gefunden. | | E
A. [Rh.] rubi View. Ziemlich selten; in höheren Lagen
(Voigtsdorf-Guder) nur 1 Gener. VII. Die ab. florida
Schmidt habe ich noch nicht beobachtet. R an Gräsern,
ü
j. Stephan. Die eulenartigen Nachtschmetterlinge der Grafschaft Glatz. 17
Plantago, Caltha u. a. niederen Pflanzen. P in einem Erd-
gehäuse.
A. [Rh.] brunnea F. Stellenweise ziemlich häufig,
auch in höheren Lagen (Reinerz); VI bis Anfang VIII;
geht an Köder. R an Vaccinium, Primula und dergl.;
_ überwintert; im V erwachsen.
A. primulae Esp. f. conflua Ir. [|Rhyacia festiva
Schiff.]| Auf den Kämmen des Glatzer Schneegebirges
und den höchsten Lagen des Bielengebirges; geht an-
scheinend nicht über das Neißetal nach Westen hinaus.
Ende VI bis Anfang VIII. R an niederen Pflanzen (Pri-
‚ mula u.a.) ist wohl zweijährig. — Hedwig fand die Art
auf dem Plateau des Großen Schneeberges zahlreich an
Polygonum bistorta.
A. [Rh.] multangula Hb. Selten, auch ın höheren
Lagen; VII; von E. Drescher 1923 auf dem Glatzer Schnee-
berg gefunden. R soll an Galium leben.
A. [Rh.] cuprea Hb. Echtes Bergtier; ziemlich häufig
(Seitenberg — Hedwig und Stephan; Glatzer Schneeberg
— Hedwig; Lewin-Dr. Dannenberg ; Heuscheuer — Stephan);
VII, VII; sitzt oft tagsüber auf Distelblüten, Guder (Voigts-
dorf) fing sie auch am elektr. Licht. Am Ratschenberg
sammelte ich Mitte VIII 1922 eine Anzahl cuprea von ganz
hellbrauner (statt kupferbrauner) Grundfarbe und fast ver-
loschenen Makeln; diese Form mag ab. pallescens Jul.
Steph. heißen. R an niederen Pflanzen, meist an Leon-
todon; sehr versteckt.
A. [Rh.] plecta L. Verbreitet und nicht selten, VI,
VI}; in günstigen Lagen 2 Gener.; Lichtbesucher. (Ueber
das Duftorgan des g' vergl. Mitt. d. Münch. Ent. Ver. 1923,
p. 21.) R polyphag an niederen Pflanzen. P soll zuweilen
überwintern.
A. [Rh.] simulans Hfn. Bis in die höchsten Lagen
hinaufgehend, aber überall ziemlich selten; VI, VII; eifriger
Lichtbesucher, versteckt sich am Tage gern in Gebäuden.
In Friedrichsberg fing ich am 1. VII. 24 ein Stück mit
schwarzgrauen Vfl: ab. suffusa Tutt. — R an niederen
Pflanzen, nach Spuler an Gräsern.
A. [Rh.] Iucipeta F. Recht spärlich (Reinerz, Rückers-
lllgner); zuweilen noch in den höheren Bergen; VI, VII;
geht gern an Licht und Köder, auch an Blüten (Galium).
Ein großes, von mir in Friedrichsberg a. d. Heuscheuer
5. VII. 24 gefangenes © zeigt die lehmgelbe Zeichnung und
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Eutomologischen Verein I
4Jris zu Dresden. Jahrgang 1925
18 Deutsche Entom, Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
den dunklen Querschatten der Vfl sehr stark hervor-
tretend, dagegen die nahe an den Saum gerückte gezackte
Wellenlinie bis auf winzige Spuren erloschen. Sollte diese
schöne Form nicht benannt sein, so taufe ich sie ab. bella
Jul. Steph. R an Petasites, Tussilago, Daucus; versteckt
sich tagsüber in der Erde.
A. birivia Hb. [Rhyacia helvetina Bsd.)] Eine alpine
Art, die für die schlesische Seite des Eulengebirges (Peterswaldau)
nachgewiesen ist; da sie auch bei Spindelmühl in Böhmen und bei
Ziegenhals gefunden worden ist, so ist mit Recht anzunehmen, daß
sie über den ganzen Sudetenzug, also auch die Glatzer Gebirge,
verbreitet ist.
A. [Euxoa] grisescens Tr. Laut brieflicher Mitteilung hat
Guder die Art bei Voigtsdorf am Licht gefangen. Wahrscheinlich
liegt hier ein Irrtum vor; das angegebene Datum (23. V.) stimmt
jedenfalls schlecht mit den Angaben in Berge-Rebel (Ende VI bis
IX), Spuler (VII, VII), Eckstein (VIII, IX) u.a. '
A. [Rhyacia] latens Hb. In mittleren und hohen Lagen;
am Glatzer Schneeberg (Illgner fing die Art jedoch auch bei
Glatz); selten; Ende VI, VII, bei Tage schwärmend. R an
Gräsern.
A. [Rh.] putris L. Nicht’ selten, bei uns nur 1 Gener.;
VI, VII; kommt gern ans Licht. R an Rumex, Plantago,
Galium und dergl.; im Herbst erwachsen. P in einer
leichten Erdhöhle.
A. [Euxoaj]cinerea Hb. Verbreitet, aber meist ziemlich
spärlich; Ende V bis Anfang VII; besucht gern Blüten,
kommt ans Licht. R im Herbst an Wurzeln von Gras und
niederen Kräutern, im Frühjahr meist an Rumex, sieht
einer großen Schnakenlarve ähnlich.
A. [Euxoa] exclamationis L. Ueberall gewöhnlich, auch
in mittleren Höhenlagen; von EndeV bis Ende VII; in Gärten
und Wäldern im Grase oder unter Kräutern, abends zahl-
reich auf Wiesen schwärmend, kommt an Licht und Köder.
Aberrationen: picea Hw. (Glatz-Dr. Dannenberg), palli-
da Tutt, costata Tutt, obsoleta Tutt. Ran Wurzeln
von Gräsern, Getreide, Küchen- und Feldgewächsen;
am Tage sehr versteckt; spinnt sich oft schon im Herbst
ein festes. Erdgehäuse, verpuppt sich aber erst in
Frühjahr. |
A. |Euxoa] recussa Hb. Rarität der hohen Gebirgs-
lagen; von E. Drescher 1923 am Glatzer Schneeberg ge-
funden; VII, VII. R an Graswurzeln. Kar.
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I:
J. Stephan. Die eulenartigen Nachtschmetterlinge der Grafschaft Glatz, 19
A. [Euxoal] tritici L. Verbreitet, aber nicht so häufig
_ wie im Flachlande; VIII—-X; besucht Blumen und Köder.
, F variiert sehr stark. Hier beobachtete Aberrationen: palli-
az
_naw
_ da Tutt,aquilina Hb. (Glatz-Dr. Dannenberg),erutaHb.,
siliginisGuen., fusca Tutt. R an Getreide, Gras, Rüben
und verschiedenen niederen Pflanzen; am Tage sehr ver-
steckt, verpuppt sich manchmal schon im Herbst in einer
Erdhülle.
A. [Rhyacia] ypsilon Rott. (= suffusa Hb.) Ver-
breitet, aber nicht gerade häufig; VII bis IX und über-
wintert im IV, V; am Tage an Wänden, Zäunen, Garten-
- lauben oder im Grase, abends gern an Laterne und Köder
kommend. R an Graswurzeln. P in einer Erdhöhle.
Ba ana 2 SE
A. [Euxoa] segetum Schiff. Ueberall gewöhnlich, geht
hoch hinauf; ın niederen und mittleren Lagen 2 Gener.:
V, VI und Ende VII bis IX; am Tage häufig am Boden
oder im Grase sitzend und kriechend; besucht Blumen
und Köder. R an fast sämtlichen niederen Garten- und
' Feldgewächsen; bei uns kaum nennenswert schädlich;
. überwintert. Aberrationen: pallida Stgr., caliginosa
. Esp., nigricornis Vill. (Dr. Dannenberg)
A. [Rhyacıa] saucia Hb. Wird von Dr. Schirm als
Grafschafter Art aufgeführt; von mir noch nicht gefunden.
Möglicherweise ist die Eule bisher übersehen worden; im
benachbarten Böhmen soll sie, wenn auch selten, vorkommen.
A. [Eurois] prasina F. Hier und da in niederen
Lagen; von Aßmann noch bei Reinerz gefunden; Ende VI
bis VIII; zuweilen im Waldgras sitzend; geht an Köder.
R an Calluna, Vaccinium, Primula und dergl., überwintert
unter Laub und Moos.
A. [Rhyacia] occulta L. Nicht häufig, aber noch in
höheren Lagen (Klessengrund-Hedwig; Reinerz-Aßmann ;
Friedrichsberg-Stephan). Ende VI bis Anfang VIII; sitzt
; zuweilen an Wänden und Mauern; besucht den Köder.
in
Ein sehr düsteres Exemplar (Transition zu implicata
Lef.) fand ich in Carlsberg a. d. Heuscheuer, ein zweites
aberrantes Stück (5. VII. 24) in Friedrichsberg. Die Vil
des letzteren sind heller als bei normalen occulta, die Ring-
makel ist sehr groß, der innere (basale) Querstreif undeut-
lich, der äußere (hintere) Querstreif (der sonst in der Nähe
des Vorderrandes nur schwach gebogen ist) scharf — fast
unter 90% — gewinkelt; die beiden schwarzen, nach innen
gerichteten Pfeilflecke der Wellenlinie (Submarginallinie)
20 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris, Dresden 1925.
treffen gerade in den Winkelpunkt. Das Tier erhält hier-
durch ein recht charakteristisches Aussehen, das die Be-
nennung ab. rectangularis nov. rechtfertigen mag. — Ran
Vaccinium, Leontodon, Epilobium u. a. niederen Pflanzen;
überwintert, im V erwachsen.
Pachnobia |Cerastis] (Sora) rubricosa F. Stellen-
weise nicht so selten wie in den einschlägigen Werken
angegeben, Guder nennt sie für Voigtsdorf geradezu häufig.
IV, V, versteckt sich unter Steinen, abends an Weiden-
kätzchen, kommt auch an Köder und Licht. F variiert
beträchtlich: ab. rufa Hw., mucida Esp. und Uebergänge
hierzu. R an niederen Pflanzen (Labkraut, Ampfer,
Wegerich, Glockenblume u. a.), von V bis VI. P in der
Erde, überwintert, schlüpft an warmen Stellen der Ebene
zuweilen schon ım I.
P.|Cerastis] leucographa Hb. Vereinzelt und selten,
Ende III bis V, von Weiden zu klopfen, abends an den
Kätzchen, geht auch ans Licht (Guder, Voigtsdorf). R an
Vaccinium, Plantago u.a. P überwintert.
Charaeas |Cerapteryx] graminis L. Ueberall, aber
nicht gerade zahlreich; VU, VI, fliegt auch am Tage. R
an Graswurzeln, sehr versteckt, überwintert. P in der
Erde, in leichtem Gewebe oder frei.
Epineuronia [IT holera] popularis F. Nicht selten,
auch in hohen Lagen; Ende VII bis IX, am Tage an
Pfählen und Geländern sitzend, abends an Blumen fliegend;
kommt sehr gern ans Licht. Eier überwintern. R von
IV bis VI an Quecken u. a. Gräsern, nagt die Halme dicht
über der Wurzel ab, frißt nachts, läuft am Tage manchmal
über Rasenwege. P in der Erde.
E. {IT holera] cespitis F. Ziemlich häufig, aber nicht
überall; VII, IX, abends auf Wiesen schwärmend; geht
an Köder und Licht. R an Gräsern, wird mit Heu zu-
weilen in die Scheuern verschleppt.
Mamestra leucophaea View. [Pachetra fulmineaF.]
Verbreitet, aber nicht gerade häufig; Ende V bis VII, kommt
gern ans Licht. Guder meldet die ab. vestigialis Esp.
von Voigtsdorf bei Habelschwerdt. — R an Gräsern und
niederen Pflanzen (z. B.: Achillea), überwintert unter Laub,
im Moos. P in leichtem Gespinst.
M. [Aplecta] advena F. Nicht selten, VI, VII, sitzt
oft an Stämmen, fliegt abends gern um Lindenblüten, geht
auch an Köder und Licht. Ran allerlei niederen Pflanzen
‘ ]. Stephan. Die eulenartigen Nachtschmetterlinge der Grafschaft Glatz. 21
‘ (hier öfters an Vaccinium gefunden); im IV, V er-
. wachsen.
M. [Aplecta] tincta Brhm. Nicht sehr selten, auch
in höheren Lagen: Reinerz, Neurode (Dr. Dannenberg),
Mühlbach, Bielendorf (Hedwig); VI, VII; abends an Blüten,
soll sich auch an blutenden Eichen einstellen. R nach
Spuler (s. Nachtrag p.355) im Herbst an Birken und Weiden,
im Frühjahr an niederen Pflanzen (Heidelbeere).
M. [Aplecta] nebulosa Hufn. Verbreitet, in höheren
Lagen recht spärlich; VI, VI, sitzt häufig an Stämmen.
Uebergänge zu ab. pallıda Tutt. wurden mehrfach ge-
; fangen (Carlsberg- Stephan). R polyphag (besonders an
Rubus idaeus, Leontodon, Plantago), frißt gern die jungen
‚ Triebe, bei Tage unter Hecken versteckt, überwintert oft
' unter Rinde.
| M. [Barathra] brassicae L. Ueberall gemein, be-
sonders in Gärtnereibetrieben; in tieferen Lagen 2 Gener.:
V,VI und Ende VII bis IX; sitzt häufig an Gebäuden,
' Zäunen, Pfählen; schwirrt abends an Blumen und um die
, Lampe. R zuweilen schädlich an Salat, Kohl, Rüben und
. dergl., meist im Innern des Herztriebs. P in der Erde.
M. [Polia] persicariae L. Meist häufig, Ende V bis
VIH, ın Gärten, an Waldrändern. Nicht selten auch die ab.
unicolorStgr. (Glatz-Dr. Dannenberg; Reinerz-Stephan).
R an Polygonum, Urtica, Rubus, Fragaria, auch Tabak
und dergl. P überwintert.
M. [Polia] oleracea L. Häufig, in höheren Lagen ver-
einzelt und nur in 1 Gener.: VI, VII; bei Tage an Wänden
und Planken ruhend, abends in Gärten um Blumen schwär-
mend, geht an den Köder. R an allerlei Gartengewächsen,
in Herbst erwachsen.
M. [Polia] aliena Hb. Wird von Dr. Schirm in seinem
Verzeichnis aufgeführt; ich habe sie in der Grafschaft nicht
gefunden, auch von anderer Seite liegen keine Mittei-
lungen vor.
M. [Polia] genistae Bkh. Hier und da nicht selten,
in Wäldern und Gärten; V, VI. R an Vaccinium, Genista
‚ u.a., auch auf jungen Birken und Küchenkräutern.
M. [Polia] dissimilis Knch. Nicht häufig, Ende V
' bis VO, in Gärten; geht an Köder. Ran Atriplex, Rumex,
Küchenkräutern.
M. [Polia] thalassina Rott. Vielerorts häufig, auch
in Wäldern; Ende V bis VII, in niederen Lagen noch eine
”
22 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
2. Gener.: Ende VII bis X; kommt ans Licht. R an nie-
deren Sträuchern (Brombeere, Birke). P überwintert.
M. |Polia] contigua Vill. Verbreitet, doch nicht ge-
wöhnlich, Ende V bis VII; kommt an die Lampe und den
Köder. R an niederen Kräutern und Sträuchern (Vaceiniun,
Rubus, Senecio, Genista). P überwintert.
M. [Polia] pisi L. Nicht überall häufig, Ende V bis
VII; ruht an Bäumen, versteckt sich unter loser Rinde.
Aberrationen: rufa Tutt, splendens Steph. — R po-
Iyphag an niederen Kräutern (Erbsen, Wicken, Bohnen,
Klee), zuweilen auch an Birken, Weiden, Apfelbäumen;
rollt sich bei Berührung zusammen, schlägt umher und
läßt sich fallen. P in leichtem Erdgespinst.
M. [Scotogramma|] trifolii Rott. Verbreitet, aber
stellenweise gar nicht häufig; in niederen Lagen 2 Gener.,
Vbis IX. R an Melde, Salat, Gemüse, Wegebreit und
dergl., läuft im Herbst öfters über die Wege. P in einem
Erdkokon. |
M. [Polıa] glauca FHb. Eine montane Art, die bis
über die Baumgrenze hinaufgeht; stellenweise (Heuscheuer,
Habelschwerdter Kanım, Seefelder, Schneegebirge) ziemlich
häufig; VI, VII, geht an Köder und Licht. Variiert als ab.
aperta Hg. — R an Moos und Heidelbeere, läßt sich
auch mit Esche ziehen; Mordraupe. P schiebt sich vor
dem Schlüpfen aus ihrem festen Gespinst hervor.
M. dentina Esp. |[Polıa nana Hfn.] Wohl überall
gemein, in tieferen Lagen 2 Gener. (von V bis IX), im
hohen Gebirge nur einmal (VII, VID; schwärmt gern, zu-
weilen schon am Tage um Blumen (Disteln, Natternkopf),
besucht auch den Köder. Nicht seltene Aberrationen:
latenaı Pier. (Schneeberg - Dr. Dannenberg), hilaris
Zett. und ochrea Tutt. und Transitionen zu diesen. R
frißt gern die Wurzeln von Leontodon. P in festem Erd-
gespinst.
M. |Hadenal reticulata Vill.. Nicht überall (Reinerz,
Friedrichsberg, Voigtsdorf) und nicht häufig; VI, VII, saugt
mit Vorliebean Natternkopfblüten. R an Saponaria, Dianthus,
Silene, frißt den Samen, versteckt sich tagsüber. P in einer
Erdhöhle.
M. [Polıa] serena F. Nicht gewöhnlich, noch in
höheren Lagen (Reinerz, Friedrichsberg), VI, VII, stellen-
weise wohl 2 Gener.; fliegt abends’an Garten- und Feld-
blumen, besucht Köder und Licht. In Voigtsdorf wurde
_ ] Stephan. Die eulenartigen Nachtschmetterlinge der Grafschaft Glatz. 23
die ab.obscura Stgr. an der Lampe gefangen; in Friedrichs-
berg a. d. Heuscheuer fand .ich : Uebergänge zu leuco-
melaena Spul. — R besonders an Blüten von Hieracium.
- Dianthoecia |Polia] proxima Flb. Selten und lokal,
in höheren Lagen (Erlitztal-Illgner; -Bielengebirge); VI, V1.
R an niederen Pflanzen (Leontodon, ÄArtemisia u. a.), über-
wintert wahrscheinlich Jung.
D. [Harm.] filigrama Esp. Kommt bei uns in der
Form xanthocyanea Hb. vor, freilich nur vereinzelt,
bei Glatz, Giersdorf (Illgner), V, VI; sitzt an Mauern und
Felsen, schwer erkennbar. Rin und an den Kapseln von
Silene. — Ueber Verbreitung und Artrechte vgl. Int. Ent.
Zeitschr. Guben, 18, Jahrg. (1924), Nr. 7, 18, 22.
D.[Harmodialnana Rott. Verbreitet (Reinerz-Steph.,
Voigtsdorf-Guder, Königshain-lllgner), aber nirgends gemein;
V bis Anfang VI, ruht an Stämmen, fliegt abends an
Blumen, kommt gern ans Licht. Hie und da die Aber-
ration suffusa Tutt. — Die Eier werden in Nelkenblüten
(Silene, Lychnis) gelegt, dort und in den Samenkapseln
lebt auch die R. P in einem Erdgespinst, überwintert.
D. [Harm.| compta F. Nicht überall (Reinerz, Habel-
schwerdt) und mehr vereinzelt; V, VI, zuweilen abends in
Hausgärten fliegend. R an Dianthus und Silene.
D. capsincola Hb. [Harmodia bicruris Hifn.] Ver-
breitet und nicht selten; V und VII, VIII, ın den höheren
Bergen nur 1 Gener. R an den Samenkapseln von Silene,
Lychnis, Saponaria.
C. cucubali Fssl. [Harmodia rivularıs F.] Verbreitet,
mancherorts (Seitenberg, Reinerz) nicht selten, je nach
Höhenlage in 1 oder 2 Gener.; sitzt tags an Spalieren und
Wänden, fliegt abends um Blumen; geht an Köder. R an
Blüten und Früchten von Lychnis, Sılene, Cucubalus ; ver-
steckt sich, wenn ausgewachsen, an den unteren Blättern
der Pflanzen. P in der Erde, in einem mit Erdteilchen
vermischten Gewebe; überwintert.
D. carpophaga Bkh. [Harmodia lepida Esp.] Stellen-
weise (Glatz, Hallatsch-Ilgner) nicht selten; VI, VIL R ın
und an Kapseln von Silene inflata und nutans (Spuler),
auch Cucubalus und Agrostemma (Rebel). — P ruht zu-
weilen mehrere Jahre. IE,
Bombycia viminalis F. (= saliceti Bkh.) Stellen-
weise (Reinerz; Hallatsch-Dr. Dannenberg) keine Selten-
heit; in Waldungen; von Raebel noch auf dem .Glatzer
24 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
Schneeberg gefunden; VII, VIII; besucht den Köder. Ei
überwintert. R an Salix, an den Zweigspitzen zwischen
zusammengesponnenen Blättern.
Miana |Parastichtis] ophiogramma Esp. Sowohl
Wocke als auch Aßmann gibt die Art als in der Grafschaft
vorkommend an; ich habe sie bisher nicht gefunden. Auf
nassen Wiesen; VII, selten. R in den Trieben von Sumpf-
gräsern, Schilf, Schwertlilie (Iris), dicht an der Wurzel-
krone. P in einer Erdhöhle.
M.|Olig ia] strigilis Cl. Verbreitet, mancherorts (Glatz)
ziemlich häufig; VI, VII; tags in Wohnungen, Lauben und
dergl. an Fensterläden sitzend, abends an die Lampe
kommend. R in Grashalmen, diese bis zur Wurzel aus-
fressend; überwintert. P in Stengeln oder unter Moos.
M. [Oligia] latruncula Hb. VII; mit der Vorigen.
Dieab.aethiops Hw. fing ich mehrmals in Friedrichsberg.
M. [Oligia] bicoloria Vill. ist m. W. hier noch nicht nach-
gewiesen; vielleicht nur übersehen, desgleichen die (in andern Ge-
birgen fliegende, bis über die Baumgrenze gehende) captiuncula Tr.
Bryophila |[Metachrostis| ravula Hb. Kommt nur
in der Form ereptricula Tr., und zwar als Seltenheit,
vor, geht aber überraschend hoch ins Gebirge: E. Drescher
fand sıe 1923 noch auf dem Gipfel des Glatzer Schnee-
berges. VII, VII, sitzt an Stämmen, moosigen Steinen,
Wänden; fliegt nachts. R an Parmelia (Lappenflechte),
bei feuchtem Wetter unschwer zu finden, versteckt sich
an trockenen Tagen in einem blasigen Gespinst. P in
einem festen, geleimten, mit Erde vermischten Gehäuse,
das manchmal wie ein Kotspritzer an moosüberwachsenen
Steinen klebt.
B. [Met.] algae F. Sehr selten; von mir noch nicht
gefunden. VII, VII; an alten moosigen Planken, Obst-
bäumen. R an Baumflechten.
B. [Met.]) perla F. Hier und da in Niederungen; wird
auch von Dr. Schirm erwähnt. VI bis IX; an Mauern
und Zäunen ruhend. R in einem Gespinst an Mauerflechten,
auf alten Dächern, muß früh morgens oder bei Regen ge-
sucht werden. P in eiförmigem Gehäuse. — Dr. Dannen-
berg fand Anfang X 1924 in der Nähe des Hauptbahnhofs
in Glatz eine Bryophila, die er als fraglich zu muralis Frst.
stellte. Leider nahm er das Stück nicht mit; es war ver-
mutlich eine aberrative perla, im andern Falle wäre die
schlesische Fauna um eine neue Species bereichert.
b
el >
J. Stephan. Die eulenartigen Nachtschmetterlinge der Grafschaft Glatz. 25
| Apamea |Luperina] testacea Hb. Vereinzelt, in
_ niederen Lagen (Glatz-Dr. Dannenberg); VI bis IX, sitzt
manchmal an Mauern, Spalieren; besucht den Köder. R
regenwurmähnlich, an (zrasarten, tagsüber unter Steinen
und Wurzeln versteckt, nachts die untersten Grasstiele
benagend (Spuler), nach Berge Rebel in einer Erdhöhle,
in die sie Grashalme hineinzieht; überwinternd. P frei in
der Erde. — Die Art variiert beträchtlich; Dr. Dannenberg
besitzt sehr dunkle Stücke, die wohl zu ab. nigrescens
Tutt. zu stellen sind.
Hadena porphyrea Esp. |Crino satura Schiff.|
Stellenweise nicht selten; VII, VIII, mehr in Waldungen.
R an Rubus, Lonicera, Galium und niederen Pflanzen;
überwintert. P in der Erde.
H. [Crino] adusta Esp. Nicht überall (Reinerz, Glatz-
Dr. Dannenberg), geht hoch hinauf, von Raebel auf dem
Schneeberg gefangen; VI, VII. (Die Art wird auch von
Dr. Schirm aufgeführt) R an Galium, Solidago, Plantago
(nach Wocke in hohen Lagen Blüten und Samen von
Gentiana fressend) ; im Herbst erwachsen, verfertigt sich
einen Kokon, verpuppt sich aber erst im Frühjahr.
H. [Eremobia] ochroleuca Esp. Im ganzen Gebiet,
besonders in mittleren Höhenlagen, z. B. Reinerz, Neundorf
(Scholz); mancherorts gar nicht spärlich; VI, VII; am
Tage an Flockenblumen, Disteln, Natternkopf saugend.
R-an Gräsern (Quecke), auch an Roggenähren, überwintert.
Psinvder‘ Erde.
H. [Parastichtis]| sordida Bkh. Von mir noch nicht auf-
gefunden; soll verschiedentlich bei Glatz und Wartha beobachtet
worden sein. Ende V, VI. Ran Gräsern.
H.|Crypsedra|lgemmea Tr. Fliegt im Riesengebirge
undim Waldenburger Bergland; ich halte, obwohl Meldungen
nicht vorliegen, ihr (wenn auch sehr vereinzeltes) Vor-
kommen im nördlichen Teile der Grafschaft für sehr wahr-
scheinlich. Dr. Dannenberg schreibt mir, daß er diese Art
in Hallatsch bei Kudowa (21. VIII. 1918) fand.
MH. [Crymodes] rubrirena Tr., ein echtes Sudetentier, das
sowohl aus dem Riesen- als dem Altvatergebirge bekannt ist, ist
meines Erachtens im Glatzer Gebiet bisher übersehen worden.
H. [Parastichtis] monoglypha Hfn. (=polyodon 1.)
Wohl allenthalben häufig, auch noch in höheren Lagen;
VI bis IX; am Tage an Stämmen, Zäunen, Pfosten ruhend;
nicht selten am Licht und Köder. Die melanotische ab.
26 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
infuscata Wh. wurde bei Seitenberg (Hedwig), Keilen-
dorf und-Friedrichsberg a. d. Heuscheuer (Stephan), bei
Glatz (Dr. Dannenberg) gefunden. R an .Gräsern, tags
unter der Erde. Kine
H. [Parastichtis] lateritia Hfn. Im ganzen Gebiet
nicht selten, stellen- und zeitweise häufig, im Sommer 1924
bei Friedrichsberg und Carlsberg gemein. :Ende VI bis VII;
tags an Wänden, Zäunen, in Aborten, häufig in Spinnen-
netzen; besucht Licht und Köder. Stücke ohne jedes Weiß
(an Ring- und Nierenmakel) fand ich öfters; ich'nenne sie
ab. obsoleta Jul. Steph. — R an Graswurzeln, findet sich
am Rande von Steinen in aus Moos und Gras verfertigter
(sespinströhre; überwintert. |
H. |Par.| lithoxylea F. Wird von Dr. Schirm genannt;
mir kam sie noch nicht vor; sie ist jedenfalls bei uns nicht
häufig. VI, VII. R an Gräsern, in Erdhöhlen. P zwischen
Wurzeln. |
H. [Par.| rurea F. Hier und da, auch in mittleren
Lagen (Reinerz, Aßmann); VI, VII, läßt sich von Bäumen
klopfen und aus Büschen und Gras aufscheuchen. Ran
(sräsern. |
H. hepatica Hb., scolopacina Esp. und gemina Hb,, auch
sonst ziemlich selten auftretende Arten, sind nach den mir vor-
liegenden Verzeichnissen im Gebiet noch nicht gefangen worden,
dürften aber wohl noch gefunden werden. |
H. |Par.| unanimis Tr. Vereinzelt, in niederen Lagen,
bei Glatz (Dr. Dannenberg), Ende V bis VII. R an Sumpf-
gräsern. Pın glänzendem Kokon, zuweilen in Rohrstoppeln.
H. |Par.| basilinea F. Nur stellenweise (Reinerz,
Aßmann) und nicht gerade gewöhnlich: Ende V, VI. Ran
Gräsern und Getreide, jung an. Aehren, wird zuweilen in
Scheuern gefunden; überwintert fast erwachsen.
H. |Par.| secalis L. (—=didy ma Esp.) Verbreitet und
nicht selten, auch in mittleren Lagen, wie bei Reinerz,
Seitenberg (Hedwig); Ende VI bis Anfang VIII, auf Gras-
plätzen, besucht Blüten und Köder, zuweilen an Honigtau.
Die ab. nictitans Esp. ziemlich häufig. R an Gräsern
und Getreide, bei uns kaum schädlich. Irler
Polia |Antitype] polymita L. Im Wockeschen Ver-
zeichnis findet sich die Bemerkung: „Soll nach den Tausch-
berichten bei Reinerz gefunden worden sein.“ Von mir
nicht beobachtet, womit natürlich die Möglichkeit des gegen-
wärtigen Vorkommens der Art nicht bestritten werden soll.
]. Stephan. Die eulenartigen Nachtschmetterlinge der Grafschaft Glatz. 27
— m — -
P. [Ant.| xanthomista Hb. Kommt in der Form
nigrocincta Ir. an verschiedenen Orten vor, so an
der Heuscheuer (lllgner), bei Hallatsch (Dr. Dannenberg).
IX. X; liebt Kalkboden, sitzt gern am Felsen. R an Rumex,
Verbascum, Sılene.
P. |Ant.] chi L. Verbreitet; mancherorts (Reinerz,
Hallatsch, Seitenberg) nicht selten; Ende VII bis IX, tags
an Stämmen, Geländern, Zäunen, Felsen ruhend, abends
Blumen und Köder besuchend. Ei überwintert. R an
Rumex, Lactuca, Aquilegia und anderen niederen Pflanzen.
P ın leichtem, weißlichem Gespinst an der Erde.
Dasypolia templi Thnbg. Sehr selten; IV, V, angeblich
schon ım Herbst und dann überwinternd. Guder fing am
14. IV. 1923 zwei frische Stücke am Licht in Voigtsdorf bei
Habelschwerdt. (cfr. Zeitschrift für wiss. Insektenbiologie,
Bd. XIX, p. 78.)*) R versteckt sich anfangs in den Blüten,
bohrt sich später in den Stengel und dringt bis zum
Wurzelstock vor, an Umbelliferen, besonders Heracleum
spondylium (Spuler).
Brachionycha nubeculosa Esp. Recht spärlich; je
nach Höhenlage von Ende III bis Anfang V, sitzt am Süd-
fuß von Baumstämmen. R an Birke, Hainbuche, Ulme,
Prunus, fertigt sich eine Erdhöhle, in der sie lange un-
verwandelt liegt. P überwintert zuweilen mehrmals.
B. sphinx Hin. Verbreitet, aber nicht eben häufig
(Reinerz, Glatz, Habelschwerdt), von Ende IX bis XI, an
Stänmen ruhend, kommt an die Lampe. Ei überwintert.
R „sphinxartig“, an Obstbäumen, Pappeln, Eichen, Ulmen.
P in einer Erdhöhle, soll zuweilen auch überwintern.
Miselia |[Meganephria] bimaculosa L. Sehr ver-
einzelt, bei Glatz (Wocke), Reinerz (Aßmann); VIII IX.
R an Prunus spinosa, Ulmus.
M. [Meg.| oxyacanthae L. Verbreitet, stellenweise
nicht sehr selten; IX, X; kommt an die Lampe. Eı über-
wintert. R an Pflaume, Schlehe, Weißdorn; am Tage
oft zu mehreren an Stämmen ruhend und ihrer Rinden-
färbung wegen schwer kenntlich. P in dichtem Gespinst.
Chariptera [Lamprosticta| viridana Walch. An-
scheinend sehr vereinzelt und selten; wird von Wocke
und Aßmann genannt. VI, VII; läßt sich ködern. R findet
”) Siehe auch die eingehende Arbeit von Warnecke in Frankf.
Ent. Zeitschr., 38, Jahrg. (1925), S. 31—33.
28 Deutsche Entom., Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
sich an Obstbäumen, Schlehen, Weißdorn, Eschen; frißt
Baummoos, tagsüber unter Flechten versteckt. P in Erd-
gespinst. |
Dichonia |Agriopis| aprilina L. Mehr in niederen
Lagen (Habelschwerdt- Nonnast), in den Bergen habe ich
sie noch nicht gefunden. VII bis X, soll zuweilen unter
dürrem Laub überwintern (?), sitzt mit dachförmig gehaltenen
Flügeln an Stämmen, besonders Eichen, geht gern an
Köder. Ran Eichen, Obstbäumen, Eschen, in Rindenrissen
verborgen, schwer herauszubekommen. P in leichtem Ge-
spinst an der Erde.
D. |Agr| convergens F. Nach Wocke „im Vorgebirge
verbreitet“, Neuere Fundmeldungen liegen mir nicht vor.
Dryobota |Dryobotodes] protea Bkh. Nur selten,
in tieferen Lagen; VII, IX. Ei überwintert R auf Quercus.
P in der Erde.
Dipterygia scabriuscula L. Bei uns recht spärlich;
VI, Vll, an Stämmen und Planken ruhend, schwer kenntlich.
R an Polygonum, Rumex u. a. niederen Pflanzen, angeblich
auch an Pteris. P in lokerem Gespinst im Moos, über-
wintert.
Hyppa |Lithomoia] rectilinea Esp. In mittleren und
höheren Lagen, bis zur Baumgrenze; mancherorts (Seefelder
bei Reinerz) gar nicht rar; VI, VII. Ran Vaccinium, Rubus,
soll auch Farnkraut fressen; überwintert fast erwachsen.
P ın der Erde.
Chloantha [Actinotia| polyodon Cl. Stellenweise
(Reinerz) nicht häufig; VI, VII; besucht Blüten (Berberis),
tlıegt aber auch nachts, geht an Köder. R auf lichten
Waldplätzen an den Samenkapseln des Johanniskrauts
(Hypericum), tagsüber an der Erde verborgen. P in oder
an der Erde; überwintert.
Trachea atriplicis L. Verbreitet, stellenweise auch in
mittleren Lagen, wie bei Reinerz, Seitenberg (Hedwig),
Ludwigsdorf bei Neurode (Wiedemann) nicht selten. VII,
VII; in Gärten, an Stämmen und Zäunen sitzend ; besucht
Köder und Licht. R an Polygonum, Rumex, Atriplex u. a.,
am Tage versteckt. P frei in der Erde.
Euplexia lucipara L. Vielerorts (Reinerz, Friedrichsberg,
Seitenberg, Habelschwerdt u. a.) nicht gar selten; VI, VII,
in geschützten niederen Lagen vielleicht 2 Gener. Ran
Rubus, Chelidonium, Anchusa, Solanum, Pteris u. a. niederen
Pflanzen. P in geleimtem Kokon.
eier Eee TE re er u N 7
J. Stephan. Die eulenartigen Nachtschmetterlinge der Grafschaft Glatz. 29
Phlogophora [Habryntis] scita Hb. Hie und da
(Cudowa, Reinerz, Neurode), aber nur einzeln; auch noch
in höheren Lagen. (Ich fand sie noch in Carlsberg.) VII,
VIN, in Bergwäldern, felsigen Schluchten; sitzt mit dicht
an den Leib gelegten Flügeln, geht an Köder; Ran Wurm-
und Adlerfarn (nach Gläser auch an Veilchen und Erd-
beeren), sitzt auf oder unter den Wedeln und verrät sich
durch Fraßspuren; überwintert unter dürrem Laub. P in
zusammengerollten Buchenblättern.
Brotolomia |Trigonophora] meticulosa L. Verbreitet
und ziemlich häufig (Reinerz, Friedrichsberg, Seitenberg,
Habelschwerdt, Neurode usw.); V, VI und wieder VIII bis
XI; auch in höheren Lagen 2 Gener. (An der Heuscheuer
fand ich frisch geschlüpfte Stücke Ende X, Anfang XI, in
Landeck noch Ende XI.) Sitzt, einem dürren Blatt täuschend
ähnlich, mit fest an den Leib gefalteten Flügeln, läßt sich
in Garten und Wald von Büschen und Bäumen klopfen,
fällt wie tot zur Erde; kommt an den Köder, recht häufig
auch an die Lampe (Guder); soll zuweilen überwintern.
R polyphag an niederen Pflanzen (Urtica, Lamium, Atriplex,
Primula). P in leichtem Gespinst an der Erde, meist am
Fuß von Stämmen. — Die ab. pallida Tutt. fand ich.
einmal bei Friedrichsberg.
Mania maura L. Nicht häufig, ziemlich zerstreut:
Reinerz; Lauterbach, Neundorf (E. Scholz), Habelschwerdt
(Habermann, Nonnast), Neurode (Bartsch). VII, VII, in der
Nähe von Wasser (Bachrändern, Mühlen, Badeanstalten,
unter Brückengewölben, an Brückenpfeilern), auch in Kellern,
Aborten. hinter Fensterläden, an feuchten Waldstellen
unter Wurzeln versteckt; sehr scheu und rasch fortfliegend;
geht gern an Köder. R an allerlei niederen Pflanzen, z.B.
Leontodon, Rumex, Lamium, angeblich auch an Erle und
Berberitze; überwintert, im V erwachsen. P blau bereift,
in festem, geleimten Kokon an der Erde.
Naenia typica L. Verbreitet, vielerorts (Reinerz, Glatz,
Seitenberg, Ludwigsdorf bei Neurode) nicht selten; Ende
VI bis Anfang VII, an dunklen feuchten Orten, unter
Brücken und Steigen, in Lauben, Schuppen, sitzt an Mauern,
Geländern und dergl., kommt sehr gern an den Köder.
R an Lamium, Ustica, Epilobium u. a. niederen Pflanzen,
tagsüber unter Blättern versteckt; überwintert erwachsen.
P in einem Erdgespinst.
30 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
Jaspidea [Calotaenia] celsia L. Nach brieflicher Mit-
teilung des Herrn Wiedemann (in Ludwigsdorf bei Neurode) besitzt
H. Bartsch dortselbst ein Exemplar, das Gerichtsrat Schluzius (früher
in Neurode) an der Walditzer Lehne gefangen haben soll. Ich
kann diese Meldung nicht nachprüfen, bezweifle aber stark das
Vorkommen der Art im Glatzer Gebiet.
Hydroecia [Apasneal nictitans Bkh. Vielerorts nicht
selten, auch in höheren Lagen; Guder nennt sie für Voigts-
dorf häufig; VII, VII, läßt sich von Bäumen klopfen und
aus Gebüsch aufscheuchen; abends, zuweilen schon am
Tage an Blumen, besucht Licht und Köder. F varliert
stark: ab.erythrostigma Hw. (Seitenberg-Hedwig), ab.
obscura Tutt., ab. pallida Tutt., ab. Juccens Frr. (Voigts-
dorf-Guder). R an Graswurzeln (Aira). Ei überwintert.
H. micacea Esp. Bei uns vereinzelt (Reinerz-Aßmann,
Grlatz-Dr. Dannenberg) und jedenfalls selten. Ende VII bis
IX, zuweilen auf Blumen sitzend (Sonnenrosen, Möhren);
Lichtbesucher. R im Wurzelstock von Sumpfpflanzen
(Carex, Equisetuni u. a.), frißt das Mark aus (Spuler). Mord-
raupe! P in einer geleimten Erdhöhle.
Gortyna ochracea Hb. [Xanthoecia flavago Schiff.)
Wird von Dr. Schirm aufgeführt; ich habe sie hier noch
‘nicht beobachtet. Die Art kommt aber anderwärts be-
stimmt auch im Gebirge vor. — VIII, IX; Ei überwintert. R
in Stengeln von Disteln, Klette, Beifuß, Königskerze und
dergl., auch in Hollunderzweigen. P im Stengelmark. (Ueber
Biologie vgl.,Spuler und Entom. Jahrb. 1908 p. 114.)
Die Gattungen Nonagria, Tapinostola und Calamia sind
anscheinend in der Grafschaft Glatz gar nicht vertreten. Mel-
dungen liegen wenigstens von keiner Seite vor. Immerhin wäre
es möglich, daß die eine oder andere Art (z.B. Tap. hell-
manni Ev, die auch in Böhmen flieg, Non. cannae OÖ)
hier vorkommt, da die Lebensbedingungen wenigstens an einigen
Punkten gegeben sind. |
Luceria |[Calamia] virens L. Verbreitet, aber nicht
gewöhnlich, Altheide (Stephan), Seitenberg (Hedwig), Neu-
rode (Wiedemann) u. a.; VII, VII; auf trockenen, gras-
bewachsenen Anhöhen, mit dachförmig gehaltenen Fl an
Blättern und Halmen sitzend, zuweilen auch schon bei Tag.
an Skabiosen und Königskerzen saugend; von Allee-
bäumchen oder Gebüsch zu klopfen; abends am Köder.
Ei überwintert, R an niederen Pflanzen, wie Plantago,
Brachypodium und dergl., nach Uffeln an Bromus (Trespe).
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' J. Stephan. Die eulenartigen Nachtschmetterlinge der Grafschaft Glatz. al
| 0
" (Vgl. Int. Ent. Zeitschr., 15. Jahrg., Nr. 19). P gern unter
. Steinen.
. Leucania |Sideridis] impura Hb. Vereinzelt; von
"Dr. Dannenberg bei Hallatsch gefunden; VI, VI. R an
‘ Carex. P in der Erde.
Leucania [Sideridis] pallens L. Nicht selten; VI,
VII, in niederen Lagen in 2: Gener. bis IX; auf Wiesen,
am lage auf Skabiosen, Flockenblumen, Disteln; geht
auch an Köder. Zuweilen die ab. ectypa Hbn. R an
Gras, Löwenzahn, Ampfer u. a. nied. Pflanzen; liegt tags-
‚über zusammengerollt unter den Blättern der Futterpflanze;
‚überwintert. P in leichtem Gespinst in der Erde.
L. [Sid.] obsoleta Hb. Wird im alten Aßmannschen
_ Verzeichnis aufgeführt, von mir noch nicht gefunden.
L.[Sid.] comma L. Nicht selten, Ende V bisVIII, bei
| uns meist wohl nur 1 Gener. auf grasigen Feldwegen und
‚ Wiesen, bei Tag auf Distelköpfen, Natternkopf und dergl.,
‚geht auch an die Lampe, R an Gräsern, liebt Feuchtig-
‚keit. P in leichtem Gespinst.
—L. [Hyphilare] l-album L. Bei uns sehr vereinzelt
‘und selten; VI, VII, bei Tag auf blühenden Disteln. Ran
| Quecke u. a. Gräsern.
' L. [Sideridis] conigera F. Ziemlich häufig (Rein-
erz, Habelschwerdt, Glatz); VIbisVIII; bei Tageundam Abend
an Blumen; Lichtbesucher. R an Gras, sehr versteckt, über-
wintert. P in losem Erdgespinst.
L. [Hyphilare] albipuncta F. Bei Seitenberg VII
1899 von Hedwig gefunden. Die Art kommt hier jeden-
falls nur ganz vereinzelt vor.
L. [Hyph.] lithargyrea Esp. Wenig verbreitet, zeit-
und stellenweise ziemlich häufig; VI bis VIII; auf Wiesen, in
Grasgärten; bei Tag auf Blumen, abends an Steinen sitzend.
‚Ran Gräsern und niederen Pflanzen (?).
L. [Hyperiodes] turca L. Wird von Dr. Schirm ge-
nannt, von anderer Seite anscheinend nicht gefunden.
Jedenfalls eine seltene Erscheinung in unserem Gebiet.
- Mythimna [Eriopygodes] imbecilla F. Hier und da
in höheren Lagen, bei Reinerz, im Habelschwerdter Ge-
birge (Hüttenguth-Guder), geht auch über die Baumgrenze
hinaus (Glatzer Schneeberg — Illgner); VI, VII. Das g'
fliegt bei Tag an Blüten, das (seltenere) @ abends. R an
niederen Pflanzen. P in der Erde. | I
32 Deutsche Entom. Zeitschriit Iris. Dresden 1925.
Grammesia [|Meristis] trigrammica Hin. Verbreitet,
doch nicht gewöhnlich; Ende V bis VII; von Bäumen und
Gebüschen zu schütteln, abends an Blumen (Salvia), be-
sucht auch Köder und Licht. R an niederen Pflanzen
(Plantago), bei Tage in der Erde versteckt, überwintert
nach Glaser in gemeinsamem Gespinst (?) P in losem
Gespinst an der Erde. |
Caradrina quadripunctata F. [Athetis clavipalpis
Scop.]| Fast durchweg gemein, selbst in höheren Lagen
(Heuscheuer, Schneegebirge); Ende IV bis IX in 2 Gener.;
häufig in Gebäuden, Schuppen, Speichern, Aborten, oft
in Spinngeweben, sitzt mit flach übereinander geschobenen
Fl, rutscht bei Störungen eine kurze Strecke vorwärts;
besucht den Köder, noch häufiger die Lampe. R an allerlei
niederen Pflanzen (Lamium, Stellaria und dergl.), auch an
trockenen Pflanzenresten, an Weizen- und Roggenmehl
(Werneburg); überwintert (d. h. die Raupe der 2. Gener.).
P in oder an der Erde.
C. [Athetis] vespera Hb. Ganz vereinzelt, VI, VI.
R an Rumex, Plantago, Digitalis und anderen niederen
Pflanzen. P im Gespinst an der Erde.
C. [Ath.] morpheus Hfn. Ziemlich selten, nur stellen-
weise; VI, VI. R an Taub- und Brennessel, Winde, Bei-
fuß, öfters an Bachufern; im Herbst erwachsen, fertigt sich
einen Erdkokon, in dem sie unverwandelt bis zum Früh-
Jahr liegen bleibt.
C. [Ath.] alsines Brh. Verbreitet und ziemlich häufig;
Ende VI bis VIII; aus Laub und dürren Büschen zu klopfen,
auch an Wänden ruhend; Köderbesucher. R an Primula,
Stellaria, Plantago, Rumex, Lamium, Urtica und dergl.;
tagsüber unter dürrem Laub versteckt, ist abends mit der
Laterne zu suchen.
C. taraxaci Hb. [Athetis blanda Schiff.] Nicht
überall gefunden (Reinerz, Heuscheuer, Voigtsdorf, Habel-
schwerdt); Ende V bis VII; Lichtbesucher. R an niederen
Kräutern.
Hydrilla [Petilampa] palustris Hb. Nur an wenigen
Stellen, auch in höheren Lagen, nach Wocke bei Reinerz,
auf nassen Wiesen; Ende VI, VII; das © wird sehr selten
gefunden. R an Gräsern und verschiedenen Wiesenpflanzen,
tags versteckt; fertigt im Herbst eine Erdhöhle, verpuppt
sich erst im Frühjahr.
a “
]. Stephan. Die eulenartigen Nachtschmetterlinge der Grafschaft Glatz. 38
Petilampa arcuosa Hw. [minima Hw.| Verbreitet,
aber selten, noch im höheren Gebirge (Reinerz, Seetelder
bei Grunwald); Ende VI bis VIII, auf Wiesen; besucht
Köder und Licht. R an Aira cespitosa, frißt sich auch ın
die Stengel ein; überwintert. P in leichtem Gespinst
“ zwischen Halmen; dicht über dem Wurzelhals.
Rusina [Stygiostola] umbratica Gz. (=tenebrosa
Hbn.) Die Art muß im Gebiet recht selten sein, nach den
mir vorliegenden Mitteilungen wurde nur eine erwachsene
R bei Glatz gefunden. F im VII, VII, gern am Köder.
R an Fragaria, Rubus. P in einer Erdhöhle.
Amphipyra tragopoginis L. Im ganzen Gebiet ziemlich
häufig, auch in höheren Lagen (Reinerz, Heuscheuer,
Seitenberg); VII bis IX; soll zuweilen überwintern, ım
Waldgras, an Zäunen und Bretterwänden sich versteckend,
läuft bei Störungen schnell davon, fliegt auch kurze Strecken,
eifriger Köderbesucher. — Die ab.nigrescens Spul. und
Uebergänge zu dieser nicht selten. — Ei überwintert. R
_ an Epilobium, Artemisia, Tragopogon u. a, hierorts auch
an Spinat, frißt auch Blüten. P in leichtem Gespinst
zwischen Blättern.
A. livida F. Von dem verstorbenen Sammler Nonnast
in Habelschwerdt gefunden, auch von Illgner aus der Raupe
gezogen (Fundortangabe fehlt leider!), von anderer Seite
hier noch nicht beobachtet. (In Peiskretscham, Oberschles.,
habe ich diese Seltenheit Anfang der 90er Jahre mehrfach
‚gefangen.)
A. pyramidea L. Verbreitet, aber bei uns nicht häufig
(Habelschwerdt, Seitenberg) ; VII—IX; soll überwintern; sitzt
an Laubenwänden, hinter Fensterläden, in Schuppen, wird
zuweilen aus Gebüsch und Gras aufgescheucht, saugt
gierig am Köder, stößt dabei andere Falter fort. R an
vielen Laubhölzern. P in lockerem Gewebe.
Perigrapha cincta F. [l-cinctum Schiff.| Auf dem Wege
vom Glatzer Schneeberg nach Wöltelsgrund von Dr. Schirm () ge-
fangen. (Ob als Raupe?) Von anderer Seite ist diese (mehr in
Mähren und Oesterreich vorkommende) Art nicht gemeldet worden.
Taeniocampa |Monima] gothica L. Häufig, auch ın
den höheren Bergen; Ende Ill bis V (je nach Höhenlage),
am Tage an Spalieren, Stämmen oder verborgen unter
Laub an der Erde sitzend, abends an Weidenkätzchen,
Licht- und Köderbesucher. Hier beobachtete Aberrationen:
brunnea Tutt, pallida Tutt. R an Schlehe, Weide,
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomolsgischen Verein II
Iris zu Dresden. Jahrgang 1925.
34 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
Linde, Eiche, zuweilen auch an Galium. P in leichtem
Gewebe in der Erde, überwintert.
T. pulverulenta Esp. In niederen Lagen, Neißetal
zwischen Glatz und Wartha, nicht häufig; Ende Il bis V.
R an Eiche, Ahorn, Hasel, zwischen zusammengezogenen
Blättern; Mordraupe. P in lockerem (zespinst an der Erde.
T. stabilis Vw. Nicht überall (Reinerz, Habelschwerdt,
Voigtsdorf); IV, V; sitzt an Stämmen, im Grase; Köder-
besucher. R an Buche, Eiche und an Laubhölzern. P in
einer Erdhöhle.
T. incerta Hin. (=instabilis Esp.) Fast überall
häufig; Ende Ill bis V; abends an Weidenkätzchen. R an
Obstbäumen, Birken, Pappeln; Mordraupe. P in einem
Erdgespinst. — Aberrationen: subsetaceus Hw., coe-
rulescens Tutt.
T. gracilis F. Nur stellenweise (Glatz, Habelschwerdt);
IV, V; an Weidenkätzchen, kommt an die Lampe. Ran
vielerlei niederen Pflanzen (Sanguisorba, Artemisia, Achil-
lea), auch an Rubus und Prunus spinosa, "zwischen Blättern
eingesponnen. P in der Erde.
T. munda Esp. Ziemlich spärlich (Voigtsdorf); NV
besucht Licht und Köder, zuweilen an Salweidenkätzchen.
R an Obstbäumen, Pappeln, Ulmen, Schlehen; Mordraupe.
Panolis griseovariegata Gz. (=flammea Schiff.
—piniperda Pnz.) Nicht überall, in höheren Lagen
selten oder ganz fehlend; IV, V; fliegt auch tagsüber, be-
sucht abends Köder und Lampe (Voigtsdorf, Guder). R
an Kiefer und seltener Fichte, gesellschaftlich, bei uns
nicht schädigend. P in Moos in lockerem Gespinst. Ueber
die „Rückengrübchen“ der Puppe vgl. Int. Ent. Zeitschr.
Guben, 1924, Nr. 2, 17 und 20, über Biologie: Ent. Zeitschr.
Frankf. 1924, Nr. 22/23.
Mesogona (Mythimna) oxalina Hb. (und acetosellae
F.) bisher nicht beobachtet bzw. nicht gemeldet; dürfte vielleicht, wenn
auch sehr vereinzelt, noch gefunden werden. Dasselbe gilt von
Dicycla 00 L., die von Hedwig bei Camenz, also unweit
(nur 10 km) von der Grafschafter Grenze, gefunden wurde.
Calymnia pyralina Vw. Nur an wenigen Stellen
niederer und mittlerer Lagen; nach Aßmann bei Rein-
erz; VI, VI; R an Rüster, Eiche, Obstbäumen, Linde. P'
in leichtem Gespinst am Erdboden.
C. diffiniss Hw. Wird von Dr. Schirm erwähnt; ist
von mir nicht beobachtet worden. |
‚ J.Stephan. Die eulenartigen Nachtschmatterlinge der Grafschaft Glatz. 35
| C. trapezina L. Verbreitet und stellenweise nicht
. selten (Seitenberg, Reinerz); VII, VII; in Wäldern, Feld-
_ gehölzen, Gärten; sitzt an Stämmen, geht an Köder. R
an allerlei Laubholz (Obstbäumen!), zwischen zusammen-
gezogenen Blättern; Mordraupe. P an der Erde zwischen
Moos, auch zuweilen zwischen Blättern.
Cosmia [Enargia] paleacea Esp. Nur hier und da
(Landeck, Habelschwerdt, Voigtsdorf) ziemlich selten; VII,
VII; geht an Köder, kommt ans Licht. Ran Birke, Espe,
Erle, zwischen Blättern.
Dyschorista [Sidemia] fissipuneta Hw. Nicht über-
all, doch in einzelnen Gegenden (niederen Lagen) nicht
spärlich. Ende VI bis VIII; geht an Köder. (F wird häu-
_ fig für eine Hadena gehalten!) R an Birke, Weide, Pappeln,
an jungen Trieben, anfangs zwischen zusammengesponnenen
' Blättern, später frei; versteckt sich in Rindenrissen. P an
' der Erde oder in Stammritzen, in lockerem Gewebe.
| Plastenis [[pimorpha] retusa L. Stellenweise
(Reinerz, Altheide), nicht häufig; VII, Anfang VIII; besucht
den Köder. Ei überwintert. R an Weiden, jungen Trieb-
. spitzen, zwischen zusammengezogenen Blättern. P an der
. Erde in leichtem Gewebe.
Orthosia [Amathes] lota Cl. An einigen Stellen
(Niederungen) gefunden, aber nur vereinzelt; IX, X; an
Waldrändern. R an Weide; Mordraupe.
O. [Am.] eircellaris Hfn. Fast überall ziemlich häufig;
Ende VIH bis X; überwintert zuweilen; geht gern an Köder.
R jung an Salweidenkätzchen, später an niederen Pflanzen,
versteckt sich an der Erde und in Stammritzen. P in
lockerem Gewebe in der Erde.
O. [Am.] helvola L. Bei uns selten; ich habe bisher
nur wenige Stücke gefunden, Ende VII, IX; geht an
Köder. R zunächst an Weidenkätzchen, woran die Eier
abgelegt werden, später an Schlehenbüschen und niederen
Pflanzen, tagsüber an Zweigen oder an der Blattunterseite
versteckt. P in leichtem Gespinst.
O0. [Am.] pistacina F. Nur stellenweise, in geschützten
Tälern; Ende VIII bis XI; überwintert in einigen Stücken,
kann aus Hecken geklopft oder aus Laub und Gras auf-
gescheucht werden; kommt an den Köder. Zuweilen die
ab.IychnidesF. R jung an Obstbäumen und Schlehen,
später an niederen Pflanzen (Plantago, Centaurea, Achillea
u.a.), frißt gern die Blüten. P in der Erde.
4
36 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
O. nitida F. [Amathes lucida Hfn.] Recht selten
(wenigstens nach den mir mitgeteilten Beobachtungen);
VI, IX. Ran allerlei niederen Pflanzen; in der Jugend
gern an Primula, deren Blätter sıe skelettiert. ch \
Rebel, p. 246.)
O. [Am.] litura L. Stellenweise nicht selten; VIII, IX; |
auf Bergwiesen, zuweilen an Disteln saugend; kommt an |
den Köder. R polyphag an niederen Pflanzen:
raupe. P in der Erde.
Xanthia [Cosmia] citrago L. Nicht häufig; VII, IX;
läßt sich von Bäumchen klopfen, geht an Köder. R an
Linde, jung unter den Blättern der Wurzelschößlinge ver-
borgen (Spuler), später in Stammfurchen versteckt; fertigt
sich ein leichtes Gespinst, in dem sie lange onversandeit
hept. "P iinder'erde;
X. aurago F. Soll im Eulengebirge und in den Ausläufern
des Waldenburger Gebirges (im nördlichsten Teil der Grafschaft)
vorkommen; Fundnotizen habe ich nicht erhalten. VII, IX. R
an Buche, zuerst an Blüten, dann in zusammengesponnenen Blät-
tern, zuletzt am Boden. (Seitz).
X. lutea Strm. (=flavago F.) Ziemlich verbreitet,
wenn auch nicht häufig; VIII bis X; kommt gern an Köder.
Ei überwintert. R frißt zuerst die Kätzchen, dann die
Blattknospen der Salweide; später an niederen Pflanzen
(Verbascum, Klette, Distel, Beifuß), nach Glaser im Stengel-
mark. P in leichtem Gewebe an oder in der Erde.
X. fulvago L. Mancherorts nicht selten; VII, IX, auch
noch Anfang X; läßt sich aus Gebüsch klopfen oder von
Chausseebäumchen schütteln; besucht Köder und Lampe.
Die ab. flavescens Esp. mehrfach beobachtet. R zuerst
an Weidenkätzchen, später an niederen Pflanzen (Plantago,
Rumex, Leontodon). P in leichtem Erdgespinst.
A. gilvago ksp. Eine Seltenheit der niedersten Lagen;
VII bıs X; von Stämmen zu klopfen, kommt an die Lampe.
F variiert stark. R an Pappelkätzchen, später am Boden;
hält sich versteckt.
Hoporina [Xantholeuca) croceago F. Vereinzelt,
in niederen Lagen; IX, X; überwintert (nur das OP) II,
IV an Weidenkätzchen, geht an Köder. R an Eichen-
büschen, V bis VII; erwachsen am Boden unter modern-
dem Laube. P in der Erde.
Orrhodia [Conistra] vau-punctatum Esp. An-
scheinend nur im Neissetal zwischen Glatz und Camenz;
—
|
E: Stephan. Die eulenartigen Nachtschmetterlinge der Grafschaft Glatz. 97
ziemlich selten; 1X, X; überwintert im II, IV. F fliegt
nicht gern, bei vielen Stücken sind die Fl verkümmert
. (Spuler). R zuerst an Schlehe, später an niederen Pflan-
zen, unter Hecken am Boden versteckt.
O. [Con.] vaccinii L. An den meisten Stellen nicht
selten; IX, X; überwintert im IV, V; besucht Köder und
_ Weidenkätzchen; läßt sich aus Gras und Gebüsch auf-
stöbern, versteckt sich in dürrem Laub; hält die Fl in der
Ruhe flach, mit ineinander geschobenen Innenrändern. F
ist sehr variabel: ab. spadicea Hb., ab. mixta Stgr.,
ab. canescens Esp. R zuerst auf Bäumen (Pappel,
Espe, Eiche), später an niederen Pflanzen (Vaccinium,
_ Rubus. Thymus u. a.). P in der Erde.
O. [Con] rubiginea F. Hier und da als Seltenheit,
in höheren Lagen fehlend; IX, X; überwintert IV, V; an
Weıdenkätzchen; in lichten Waldschlägen von Bäumen zu
schütteln; geht an Köder. R jung an Weiden u. a. Laub-
_ hölzern, später an niederen Pflanzen; myrmekophil; auch die
Puppe wird in Ameisenhaufen (Lasius fuliginosus) gefunden.
Scopelosoma [Eupsilia] satellitia L. Vielerorts
. (Reinerz, Habelschwerdt, Seitenberg) nicht selten; IX bis IV;
überwinternd; läßt sich aus Gebüsch klopfen, geht an
Weidenkätzchen, Köder und Licht. Die ab. brunnea
Lp. meist häufiger als die sog. Stammform; ab. rufes-
cens Tutt. selten. — R an Obstbäumen, Schlehe, Eiche,
Rüster u. a. Laubhölzern, auch an Himbeere, zwischen
Blättern versteckt; Mordraupe. P in lockerem Gewebe
iniderikrde. |
Xylina [Lithophane] socia Rott. Verbreitet, doch
meist nicht häufig (Glatz— Dr. Dannenberg, Reinerz —
Stephan u. a.); Ende VII, IX und (überwintert) IV, V; bei
Tag mit schwach dachförmiger Flhaltung an Stämmen,
Zäunen, Pfosten ruhend, abends an Weidenkätzchen, geht
auch an Köder. Kopulation findet nach Glaser u. a. erst
im Frühjahr statt, nach Lederer, Warren (im Seitz) u.a.
überwintern nur die @9. R an Obstbäumen, Linden,
Eichen, Pappeln. P in einer Erdhöhle.
X. [Lith.] furcifera Hfn. Nicht seiten, bei Seitenberg
(Hedwig), Reinerz (Aßmann) u. a. Orten gefunden. Ende
VIII bis IV (überwintert); an Wänden und Stämmen sitzend,
geht an Köder. R im VI, VII an Birke und Erle, tags-
über in Rindenspalten verborgen. P in einem Gespinst
von Moos oder Blättern.
33 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
X. [Lith.] ornithopus Rott. Verbreitet und ziemlich
häufig (Seitenberg, Landeck, Reinerz usw.); Ende VII, IX
und nach der Ueberwinterung im IV, V an Stämmen und
Baumstümpfen en abends an Weidenkätzchen; Licht-
und Köderbesucher. an Schlehe, Pflaume, Weide: be-
kannte Mordraupe. pP“ in der Erde.
Calocampa [X ylina] vetusta Hb. Ueberall ziemlich
selten; VIII bis VI, überwinternd, sehr langlebig. (Guder
fand das Tier noch am 8. XI. 24 an einem Stamm ruhend.)
R an Polygonum, Iris, Sumpfgräsern, sehr versteckt, liebt
Feuchtigkeit. P in der Erde.
C. [Xyl.] exoleta L. Verbreitet, stellenweise nicht
selten, von VlIll an bis VI; einer der langlebigsten Schmetter-
linge. Rubt mit fest an den Leib geschmiegten und ge-
falteten Fl, gleicht dabei einem Stück vermoderten Holzes;
stellt sich, angefaßt, tot; besucht Weidenkätzchen, läßt sich
ködern. Eier werden in Klümpchen abgelegt, entwickeln
sich in einer Woche. R an den verschiedensten Pflanzen
(z.B. Klee, Erbsen, Salat, Kartoffeln, Spargel, Distel, Wolfs-
milch, Pestwurz, Fetthenne, auch Schlehe, Rose, Weide);
frißt Blätter und Blüten; im VII erwachsen; liegt nach dem
Einspinnen lange unverwandelt. P tief in der Erde, ın
einer Höhle; ruht nur kurze, Zeit. Der ausschlüpfende
F wächst nur langsam aus.
C. (Chloantha] solidaginis Hb. Nur sehr vereinzelt,
in mittleren Lagen; VII, IX. R an Heidel- und Preißel-
beere. P in einer Erdhöhle.
Lithocampa |[Callierges| ramosa Esp. Soll mehr-
fach ım Bielengebirge gefunden worden sein (Kretschmer);
nach Wocke fliegt die Art in den Tälern des Altvater-
gebirges. V,VI. R an Lonicera. P in dichtem Gespinst
an Zweigen; überwintert.
Calophasia lunula Hfn. In der ehemaligen Illgnerschen
Sammlung fanden sich, wenn ich mich recht erinnere, einige Stücke
dieser Art, leider ohne Fundortangabe. Möglicherweise kommt
das (sonst\weitverbreitete) Tier in der Grafschaft Glatz vor.
Cucullia verbasci L. Verbreitet, aber ziemlich selten
(Neurode—Bartsch; Reinerz—Aßmann); V, AnfangVI; R
an Verbascun, an trockenen Orten; anfangs gesellig. RR
in der Erde. ö
C. scrophulariae Cp. Hier und da; stellenweise nich
sehr selten (Neurode— Wiedemann, Umgebung von Rein-
erz u. a... V, Anfang VI, in geschützten Tälern. Ran
|
a
]. Stephan. Die eulenartigen Nachtschmetterlinge der Grafschaft Glatz. 39
' Verbascum, Scrophularia, frißt Samen, Blüten und Blätter.
P überwintert zuweilen zweimal.
C. blattariae Esp. In der Sammlung des verstorbenen
Sammlers Nonnast in Habelschwerdt ist diese Spezies vertreten
und angeblich in der Grafschaft Glatz gefangen worden. Meines
Erachtens liegt hier ein Irrtum oder ein Bestimmungsfehler vor;
blattariae kommt mehr südlich vor.
C. asteris Schiff. Wenig beobachtet (Seitenberg an
der Biele); Ende VI, VII. R im Herbst an der Goldrute
und Asternblüten, Hedwig fand sie an Aster chinensis im
- Garten. P in dichtem Erdgespinst.
C. umbratica L. Ueberall gewöhnlich, auch in mitt-
' leren Höhenlagen; VI bis VII, bei uns nur 1 Gener.,; am
Tage mit steil dachförmig gehaltenen Fl an Bretterwänden,
Stämmen, alten Pfählen, Geländern sitzend, abends an
Blumen schwärmend (Disteln, Natternkopf, Klee usw.);
kommt, wenn auch selten, an die Lampe, nicht aber an
den gewöhnlichen „Anstrich“, nur an Weidenkätzchen-
köder (dasselbe gilt auch von den anderen Cucullien). —
Die ab. albida Spul. (9) hie und da. R im Herbst an
Sonchus, Leontodon, Cichorie (Wünschelburg); ziemlich
versteckt; schnellt sich bei Berührung in „fischähnlichem
Sprunge“ fort. P in eiförmigem Gespinst in der Erde,
überliegt manchmal.
C. lucifuga Hb. In mittleren und höheren Berglagen,
bis etwa zur Baumgrenze; zumeist nicht häufig; Ende V
bis Anfang VII; abends an Blumen (ich fing die Ari wieder-
holt Anfang VI an blühendem Flieder). R an Leontodon,
'Sonchus, Daucus. Dr. Dannenberg fand sie 1923 in größerer
Zahl bei Reinerz; versteckt sich unter Blättern an der Erde.
P in dichtem Gespinst, überwintert gewöhnlich, ergibt
zuweilen noch im Herbst den F.
C. lactucae Esp. Ueber das ganze Gebiet verbreitet,
besonders in den Bergen, aber meist ziemlich selten; beı
Reinerz (Aßmann, Stephan), Seitenberg (Hedwig), Kam-
nitz (Raebel), Habelschwerdt, Voigtsdorf (Guder nennt sie
dort ziemlich häufig); Ende V bis VI. R an Lactuca (auch
Gartensalat), Sonchus, Hieracium, Prenanthes; an steinigen
Orten, im Herbst erwachsen. P ergibt den F bei Zimmer-
zucht manchmal noch im IX, X.
C. tanaceti Schiff. Wird von Dr. Schirm genannt; die
Art muß hier sehr selten sein, ich habe sie nicht gefunden.
VI, VI. R an Achillea, Artemisia, Tanacetum, frißt Blüten.
40 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
C. chamomillae Schiff. Diese mehr der Ebene an-
gehörige Art ist erst einige Mal ım Neissetal (bei Glatz)
gefunden worden; jedenfalls bei uns sehr selten; V, VI.
R an Anthemis, Chrysanthemum. (Die echte Kamille fehlt
den meisten Orten.)
C. artemisiae Hfn. Bei Friedrichsberg a. d. Heu-
scheuer, in ca. 800 m Höhe, fing ich 24. Vl. 24 zwei Stück
\
dieser (sonst der Ebene angehörigen) Art, die zu der ver-
dunkelten ab. Ilindei Heyne zu stellen sind. Ander-
weitige Mitteilungen über das Vorkommen von artemisiae
in unserm Gebiet sind mir nicht zugegangen.
Anarta!) myrtilli L. Nur stellenweise, nicht häufig;
V bis VII (in den Bergen nur 1 Gener.); auf lichten Wald-
plätzen und Heiden; helmphil, an Blumen (Erica, Senecio,
Thymus, auch Spiraea). R an Calluna, Vaccinium, gleich-
falls heliophil, auf den Blättern sitzend. P in leichtem
Gewebe, überwintert.
A. cordigera Ihnbg. Meines Wissens nur auf den See-
feldern bei Grunwald; VI, Anfang VII; heliophil, an Blüten.
R an Vaccinium uliginosum, zuweilen auch an der gewöhn-
lichen Blaubeere. P unter und zwischen Moos. — Die
ab. aethiops Hifn. mehrfach beobachtet.
Panemeria |Helıaca] tenebrata Sc. Verbreitet und
ın höheren Lagen nicht selten; Ende IV bis VI; tagsüber
im Gras von Wiesen und Waldplätzen fliegend, schwirrt
hurtig umher. Zuweilen werden Uebergänge zu ab.
obscura Spl. gefangen. R an Cerastium, frißt Blüten
und Samen. P in einem Tönnchen in der Erde; über-
wintert.
Heliothis [Chloridea] dipsacea L. Nur stellenweise,
in Niederungen (Wünschelburg u. a. Orten) nicht häufig;
V bis VII in 2 Gener.; schwärmt bei Tag um blühende
Disteln und Thymuspolster. R an Centaurea, Cichorium,
Delphinium, frißt gern Blüten und Samen. P in leichtem
Gespinst an der Erde zwischen Pflanzenstengeln.
H. [Chl.] scutosa Schiff. Vereinzelt, nur in manchen
Jahren, in Niederungen,; mittleren und höheren Lagen
meist ganz fehlend. (Die Art wird noch von Reinerz
') In der Schirmschen Liste findet sich unter Anarta die
Artbezeichnung melaleuca; welche Spezies Dr. Schirm damit meint,
ist nicht festzustellen. Ob melanopa Thnbg? Letztere ist aber
alpin und arktisch, kann hier also nicht in Frage kommen.
‚Stephan. Die eulenartigen Nachtschmetterlinge der Grafschaft Glatz. 41
angegeben; Aßmann). V bis VIII (2 Gener. ?) Ran Blüten
' und Samen von Artemisia, Chenopodium.
Pyrrhia umbra Hin. Verbreitet, aber ziemlich selten,
wenig beobachtet; Ende V bis VII; schwärmt tagsüber und
abends an Salbei, Natternkopf, Disteln; geht auch an
Köder. R an Geranium, Euphrasia, Ononis, frißt Blüten
und Samen; Mordraupe? P in der Erde.
Acontia [Iarache] luctuosa Esp. Zerstreut und
recht selten (Glatz—Dr. Dannenberg, Habelsch werdt—
Stephan), in warmen Niederungen; V bis VIII ın 2 Gener.;
auf Grasplätzen, Böschungen, grasigen, steinigen Dämmen;
heliophil, an niederen Blumen. R an Convolvulus, in
Blüten versteckt. P in geleimter Erdhöhle.
Erastria [Eustrotia] argentula Hb. Nur sehr ver-
einzelt, im nördlichen Teile der Grafschaft (Ausläufer des
| Waldenburger Gebirges); VI, VII; auf nassen Wiesen. R
‚ an Sumpfgräsern. P an der Erde zwischen Halmen, in
leichtem Gespinst. |
E. [Eustrotia] uncula Cl. Nur an einigen Stellen
der Niederungen, auf Sumpfwiesen; V bis VIII (2 Gener.?);
fliegt an Teichufern, um Quellen. R an Riedgras.
E. [Psilomonodes] venustula Hb. Wird von Dr. Schirm
erwähnt. Fundmeldungen liegen mir nicht vor, was auch von den
anderen in Schlesien vorkoınmenden Erastria-Arten (deceptoria
Sc, fascianal.) gilt. Das Genus ist in seiner Verbreitung mehr
auf die Ebene beschränkt, die hier und da auftretenden Stücke
mögen nur gelegentliche Ueberläufer sein.
Rivula sericealis Sc. Nur in niedersten Lagen, Neisse-
tal, bei Glatz (auch bei Camenz von Hedwig gefunden);
VIE, VII; auf feuchten Wiesen, an Gräben und Sümpfen.
R an Gräsern, überwintert. P an Grashalmen, ähnlich
wie Pieridenpuppen mittelst Fäden befestigt.
Prothymia viridaria Hb. Verbreitet, aber nicht ge-
wöhnlich ; VI bis VHI, meist wohl nur 1 Gener.; auf lichten,
grasigen Waldstellen, trockenen Wiesen und Abhängen,
fliegt im Sonnenschein. R an Polygala; ruht tagsüber an
den Stengeln. P in grauem Kokon an der Pflanze; über-
wintert. |
Emmelia [Erastria] trabealis Sc. Nur in niedersten
und geschütztesten Lagen (Steine- und Neissetal bei Habel-
schwerdt), dort stellenweise häufig; V bis VIII in 2 Gener.;
auf grasigen Dänımen, Böschungen, Feldrainen, an sonnigen
trockenen Waldrändern; fliegt schnell und stoßweise ım
42 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
Sonnenschein und ist nicht leicht im Auge zu behalten;
sitzt zuweilen mit dachförmig gehaltenen Fl an Blumen.
R an Convolvolus, ziemlich versteckt, läßt sich bei Be-
rührung fallen, wird manchmal mit Getreide in Scheuern
gebracht. P in lockerem Gewebe an der Erde zwischen
Halmen und Abfall.
C. Gonopterinae.
Scoliopteryx libatrix L. Ziemlich überall, in höheren
Lagen selten; Ende VII bis IX und überwintert bis V; sitzt
sehr träg an Mauern in Gebäuden, Kellern, Höhleneingängen,
hohlen Bäumen; geht gern an Köder, besucht im Früh-
jahr Weidenkätzchen. Die ab. suffusa Tutt. sah ich in
_
einer Glatzer Sammlung. R an Weiden und Pappeln, be-
sonders an niederen Ausschlägen, an Wegen, Gräben,
Waldrändern. P in Seidengespinst zwischen Blättern, zu-
weılen an den Zweigspitzen.
D. Quadrifinae.
Telesilla amethystina Hb. In seinem Verzeichnis der
„Grafschafter“ Falter führt Dr. Schirm auch diese Art auf; ich
habe sie (in fast zwei Jahrzehnten) nie hier gefunden, auch von
anderen Sammlern liegen keinerlei diesbezügliche Nachrichten vor. °
Abrostola triplasia L. Verbreitet, stellenweise nicht
selten; Ende V bis VIll; abends (zuweilen schon am Tage)
um Blumen schwärmend. R an Urtica (an Mauern und
ns
Zäunen), manchmal in Anzahl. P in weißem Gespinst, °
überwintert.
A. tripartita Hin. Verbreitet und ziemlich häufig,
auch in mittleren Lagen; Ende V bis VII, bei uns wohl
nur 1 Gener.; kommt gern an die Lampe. R an Urtica,
manchmal mit triplasia zusammen. P in losem Gewebe,
überwintert. '
Plusia |Chrysoptera|] moneta F. Im ganzen Ge.-
biet; mancherorts ziemlich häufig (Habelschwerdt, Neu-
rode, Reinerz, Friedrichsberg); VI, VII, eine zweite Gener.
wohl nur ın tieferen Lagen; schwärmt in der Dämmerung
um Blumen (ich fing sie meist an Nachtviole), besucht
auch den Köder; sitzt manchmal auf Blättern, streckt in
der Ruhe die Vorderbeine aus. R an Aconitum, Delphi-
nium, hier meist an Trollius; jung zwischen zusammen-
gesponnenen Endblättchen, später frei, frißt auch Blüten.
P in dichtem ovalen Gespinst an der Blattunterseite.
]. Stephan. Die eulenartigen Nachtschmetterlinge der Grafschait Glatz. 43
P. [Phytometra] variabilis Pl. (=illustris F)
Findet sich im Schirmschen Verzeichnis; meines Erachtens liegt
hier ein Irrtum vor; diese Art ist hier nirgends beobachtet worden.
P. [Phytometra] chrysitis L. Verbreitet, in niederen
und mittleren Lagen, Habelschwerdt, Voigtsdorf (Guder),
Reinerz, Seitenberg (Hedwig), Ludwigsdorf bei Neurode
(Bartsch); in höheren Lagen sehr selten; VI bis VII, bei
uns meist nur 1 Gener.; fliegt abends, zuweilen auch tags-
über, um Blumen (Disteln), die @QO öfters um Nesselhorste
an Mauern und in Gärten; kommt auch gern an die Lampe.
R an Urtica, Lamium, Echium, Salvia; überwintert. P in
weichem Gespinst.
P. [Phyt.] bractea F. Rarität der mittleren Berg-
lagen, vereinzelt bei Reinerz, Friedrichsberg, Wölfels-
grund, Seitenberg (Hedwig), Kunzendorf bei Neurode
(Bartsch), Wustung bei Habelschwerdt (Schumann), Silber-
berg (Buchs) gefangen; VII, VII; sitzt tagsüber im Grase,
schwärmt abends um Blumen, besucht den sogen. „Weiden-
kätzchenköder“, läßt sich auch von der Lampe anlocken.
R an Hieracium, Lamium, Leontodon, Plantago, Tussilago.
Ueber Biologie von bractea vgl. Int. Ent. Zeitschr. (Guben),
Er are2629237, Nr. 1, über Zucht: Soc. ent. 1923, Nr. 10,
über Vorkommen: Ent. Zeitschr. Frankf., 1921, Nr. 17; 1923,
Nr. 2/3; Gub. Ent. Zeitschr. 1922, Nr. 26.
P. [Phyt.] festucae L. Nicht überall, in niederen
(und mittleren) Lagen, selten; Ende V, VI und VII, IX in
2 Gener., auf feuchten Wiesen, in Gräben, an Teichrändern.
R an Gräsern (Festuca), Segge, Schilf u.a. P in dünnen,
grauweißen Gespinsten, die wie kleine Spinnennester an
Halmen und Rispen befestigt sind.
P gutta Gn. [Phytometraconfusa Steph.] (=cir-
cumtlexa Esp.). Sehr vereinzelt und spärlich, bei Rein-
erz (Aßmann), Mittelwalde (Wocke); V bis VIII ın 2 Gener.
R an Achillea, Urtica.
P. [Phyt.] pulchrina Hw. (= v-aureum Gn.) fliegt
inn Waldenburger Bergland; von Dr. Dannenberg (am
14. XI. 21) auch bei Glatz gefangen.
P. [Phyt] jota L. Hier und da, aber meist selten,
bei Habelschwerdt (Nonnast), Reinerz (Aßmann), Friedrichs-
berg und Carlsberg a. d. Heuscheuer (Stephan), Kunzen-
dorf bei Neurode (Bartsch); Ende VI bis VII; fliegt bei Tag
und abends an Blumen, kommt an Köder. Ein Stück der
ab. percontationis Tr. fing ich 1. VII. 18 in meinem Garten.
44 Deutsche Entonı, Zeitschrift Iris, Dresden 1925.
R an Urtica, Lamium, Senecio, Primula, Mentha; lebt
einzeln und sehr versteckt. P in dünnem Gespinst.
P. [Phyt.] gamma L. Ueberall gewöhnlich, bis über
die Baumgrenze; einer unserer häufigsten Schmetterlinge;
im Sommer 1923 überaus zahlreich (auf Kleeschlägen war
hier fast jede Blüte besetzt); Ende IV bis X in 2-3 Gener.;
schwärmt am Tage und abends um Blumen (Disteln, Nattern-
kopf, Klee, Nachtviole, Flieder, Jasmin), fliegt schnell und
gewandt; besucht Köder und Lampe. F variiert beträchtlich:
ab. pallida Tutt., ab.rufescens Tutt. R polyphag, an
den verschiedensten niederen Pflanzen, besonders häufig
an Klee, Bohnen und Erbsen, den ganzen Sommer über
zu finden. P in dünnem, weißlichen Gespinst. Die Art
soll in allen Entwicklungsstadien (als Ei, junge und halb-
erwachsene R, als P und stellenweise sogar als F) über-
wintern.
P. |Syngrapha] interrogationis L. Zerstreut und
einzeln (RReinerz, Seefelder); mancherorts noch gar nicht
gefunden; VI bis VII; am Tage zuweilen an Stämmen
ruhend, kommt an die Lampe. R an Vaccinium (uliginosum,
myrtllus); überwintert. P in weißlichem Gespinst.
P. |[Syngrapha] ain Hchw. Aeußerst selten; bei
Reinerz, Mittelwalde, im Bielengebirge ; VII, VII, Licht- und
Köderbesucher. R an Lärche, anfangs an den Knospen,
sieht wie ein frische Lärchennadel aus; überwintert. Pin
bräunlichem Gespinst.
Euclidia [Gonospileia] mi Cl. Ueberall häufig,
geht bis ca. 1000 m hoch; V bis VII, in tieferen Lagen
2 Gener., fliegt flatternd und wenig ausdauernd im Sonnen-
schein, sitzt mit schwach dachförmig gehaltenen Flügeln;
auf Wiesen, blumigen Rasenplätzen, grasigen Waldrändern.
Die ab. ochrea Tutt. ist häufig, dıe ab. litterata Cyr.
seltener, die ab. ılluminata Wrr. sehr spärlich. R an
Trifolium, Melilotus, Rumex; hält in der Ruhe den Vorder-
körper in die Höhe gerichtet. P in kl. ovalem Gespinst,
an der Erde zwischen Pflanzenabfall.
E. |Gon.| giyphica L. Ueberall verbreitet und. häufig,
auch ın höheren Lagen; Ende V bis VII, nur in Niederungen
2 Bruten; fliegt in Gesellschaft von mi (gewöhnlich noch
zahlreicher wie diese) im Sonnenschein im Gras von Wiesen
und Waldlichtungen. R an Kleearten, hält wie mi den
Körper in der Ruhe „abgeknickt“. P in zähem ovalen Kokon
am Erdboden zwischen Moos und Genist — Hier und da
'J. Stephan. Die eulenartigen Nachtschmetterlinge der Grafschaft Glatz. 45
die ab.suffusa Spl.,, ab. marginata Spl., ab. obso-
leta Strd. |
Pseudophia lunaris Schiff. Soll im Neissetal zwischen Glatz
" und Camenz in Eichenbüschen vorkommen.
Aedia funesta Esp. (= leucomelas Hbn.) Sehr selten,
bisher nur an wenigen Stellen des Gebietes (Mittelwalde,
_ Reinerz) gefunden; Ende V bis VII; schwärmt abends an
_ Blumen, ıst scheu und flüchtig. R an Convolvolus, bei
Tage an der Erde (unter Hecken) versteckt, überwintert
in einem Erdkokon.
Catephia alchymista Schiff. Nur in niederen und
‘ mittleren Lagen, soweit die Eiche reicht; selten; V und VI.
(Hedwig fand sie bei Seitenberg a. d. Biele noch im VII.)
Fliegt- nachts, ruht tagsüber mit dachförmig gehaltenen
Flügeln an Eichenstämmen, auch an einzeln stehenden
Chausseebäumchen, Pfählen und dergl. Ran Eichenbüschen ;
überwintert. P in leichtem Gespinst zwischen Blättern.
Catocala fraxini L. Verbreitet, stellenweise (Voigtsdorf-
Guder) nicht selten, sonst ziemlich vereinzelt; VII bis X.
‚ Ruht (wie auch die anderen Catocalen) tagsüber mit flach
‚, dachförmigen Vorder- und untergeschobenen Hinterflügeln,
EEE ED _
gut maskiert, an Stämmen, Wänden, Friedhofsmauern;
fliegt, aufgescheucht, sehr wild und unberechenbar, schwärmt
, )
‚ spät abends (bei Regenwetter manchmal schon in der
Dämmerung) stürmischen Fluges umher, läßt dabei mitunter
einen merkwürdig knackenden Ton hören; besucht aus-
_ fließende Bäume, geht gern an Köder. Unter der „Stamm-
form“ finden sich, wenn auch selten, die ab. moerens
Fchs. und die ab.gaudens Stgr. — Eier überwintern.
R an Eschen und Pappeln, frißt meist nachts, hält sich am
Tage in Baumritzen versteckt, schlägt bei Berührungen
‚wütend um sich und schnellt sich wie ein Fisch hüpfend
enıpor. P in losem Gespinst zwischen Blättern, unter
Moos oder loser Rinde; ist sehr unruhig, ergibt nach 3
bis 4 Wochen den F. °
C. elocata Esp. Diese mehr der Ebene angehörige
Form muß in unserm Gebiet sehr selten sein, ich habe
ie
sie hier noch nicht gefunden; sie wird indes von Dr. Schirm
erwähnt. VII bis IX. R an Pappelin und Weiden.
C. nupta L. Nicht gerade sehr häufig, in höheren
Lagen recht selten; VII bis IX; sitzt an Mauern, Bäumen,
_Planken, unter Brücken, läßt sich leicht aufstöbern und
fliegt dann schwankend aber rasch davon, wird dabei
46 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
(trotz der Warnfärbung der KHinterflügel) öfters von
Staren verfolgt; stellt sich abends am Apfelschnittenköder
und Anstrich ein. Die ab. dilutior Schultz und ab.
concubina Brkh. sind einige Male beobachtet worden. —
Ei überwintert. Ran Weide und Pappel, V, VI, in Spalten
ruhend. P unter loser Rinde, in Moos, Holzmulm.
C. [Mormonia] sponsa L. Nur in tieferen Lagen,
wo Eichen wachsen; ziemlich spärlich, VI bis IX; sehr
scheu, schwer zu fangen. R an Quercus, angeblich auch
an Kastanie.
C. |[Ephesia] fulminea Sc. (= paranympha L.)
Verbreitet in Niederungen, aber auch nur einzeln, manche
Jahre ganz fehlend oder äußerst selten; VII, VII, in Gärten,
an Gehölzen; ruht (oft mit dem Kopf nach abwärts) an
Stämmen und Mauern; auch schon in Wohnungen ange-
troffen; geht an Köder. R an Schlehen, Obstbäumen,
Weißdorn (?), besonders in alten flechtenüberwachsenen
Büschen. P in losem Gespinst, sehr lebhaft, ruht 2—3
Wochen.
Toxocampa pastinuım Ir. Von Nonnast ın Habel-
schwerdt (?) gefunden. Die Art kommt, falls überhaupt
hier vertreten, jedenfalls recht selten vor.
T. viciae Hb. Gleichfalls nur ganz vereinzelt; Raebel
fand sie bei Wilhelmsthal; VI, VII. R an Vicia, Viola. P ın
leichtem Gewebe an der Erde.
T. craccae F. Verbreitet, aber selten (Ludwigsdorf bei
Neurode- Wiedemann; Reinerz, Friedrichsberg- Stephan);
VI, VII, bei uns nur 1 Gener.; im Gras lichter Waldplätze,
ruht mit etwas übereinandergeschobenen Vorderflügeln;
fliegt, aufgescheucht, nur kurze Strecken; stellt sich abends
am Köder ein. Ei überwintert. R an Vicia, Coronilla,
hält sich bei Tag versteckt am Fuße der Futterpflanzen.
P in losem, mit Erdkrümchen durchsetzten Gewebe.
E. Hypeninae.
Laspeyria (Aventia) flexula Schiff. Nicht überall,
bei Kudowa (Goetschmann), Reinerz (Aßmann), Ullers-
dorf; Ende VI bis VII; in Fichtenwäldern, ruht mit flach
dachförmigen Flügeln, soll auch an den Köder gehen;
das g' sucht in stürmischem Fluge nach dem @. Ran
Nadelholzflechten; spannerartig; überwintert halb er-
wachsen. P in weichem, meist zwischen Nadeln angelegten
Gespinst. |
' J. Stephan. Die eulenartigen Nachtschmetterlinge der Grafschaft Glatz. 47
Epizeuxis calvaria F. Sehr vereinzelt, in Niederungen
\ (Glatz-Ilgner); VI, VII; ruht mit flachgehaltenen Flügeln
: kopfabwärts. R an niederen Pflanzen, frißt dürre und
: welke Blätter, lebt sehr versteckt; überwintert klein. P in
‚ einem aus Sandkörnchen verfertigten Gewebe.
Zanclognatha grisealis Hb. [nemoralisF.) Nuran
wenigen Stellen der niedersten Lagen; VI bis VII, in
Buchen- und Eichenwald, tagsüber in dürren Laubbüschen
versteckt (Wocke); soll nach Rühl an den Köder gehen.
R an Rubus, an Windbruch von Carpinus betula (Spuler),
‘ an dürren Eichenblättern (Rebel); überwintert. Pin leichtem
. Gespinst zwischen Moos oder unter Steinen.
Z. tarsicrinalis Knch. Ganz vereinzelt in Niederungen;
VI, VI. Ran trockenen Blättern von Rubus, Leontodon:
‚am Boden; überwintert.
|
berg, Dörnikau); Ende VI bis Anfang VII. R an niederen
Herminia tentacularia L. Verbreitet, stellenweise
nicht selten, noch in höheren Lagen (Reinerz, Friedrichs-
Pflanzen; überwintert. P in lockerem Gespinst an der
Erde. — Die Form modestalis Heyd. von Dr. Dannen-
‚berg bei Landeck (VII. 1919) gefunden.
Bomolocha fontis Thnbg. Mancherorts (Seitenberg,
, Reinerz, Wünschelburg) ziemlich häufig; VI, VII; in Wäldern.
R an Heidelbeeren. P in leichtem Gespinst an der Erde:
überwintert.
Hypena proboscidalis L.. An vielen Stellen niederer
und mittlerer Lagen nicht selten; VI bis IX. (Ob bei uns
in 2 Gener.?); an schattigen Stellen in Gebüschen. R an
Urtica, anfangs minierend, später in einem zusammen-
gesponnenen Blatte; schnellt sich wie eine Pyralidenraupe
in die Höhe; überwintert. P in losem Gewebe.
H. rostralis L. Fast überall ziemlich häufig; VII bis
X und überwintert im IV, V; sitzt oft an Wänden, in
Lauben, Schuppen, Kellern; kommt ans Licht. R an Nessel
und Hopfen, frißt runde Löcher in die Blätter. P in dünnem
Gespinst. — Die ab. unicolor Tutt. wurde mehrfach
beobachtet.
48 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute.
(3. Fortsetzung.) *) {
Von Johannes Draeseke, Dresden. j
II. Danaidae.
Die Aufzählung der hier folgenden Arten richtet sich’ |
nach dem von Herrn Professor Dr. A. Seitz im Band 1 seines‘
Werkes aufgestellten System. I
Danais melaneus Cr. 1 9' Kwan.
D. tytia Gray. 4 g'g' 19 Wa.
IV. Satyridae. |
Die beiden Sammelgebiete, Peking und die Provinz’ '
Szetschwan, weisen faunistisch so große Verschiedenheit |
auf, daß ich es vorziehe, diese zu trennen.
Aus Peking:
Mycalesis gotama Moore. 7 J'9' 4 99
Ypthima baldus F. 10!
Y. zodia Butl. 18 g’g!’ 19
Y. motschulskyi Brem. Grey 53 g'g' 13 @Q |
Y. motschulskyi ab. perfecta Leech 16 J’g' 4 29
Y. chinensis Leech 16 J'g' 4 @Q |
Erebia-Callerebia saxicola Oberth. In größerer Anzahl.
Dem Autor der Erebien des palaearktischen Teiles
von Dr. Seitzschen Werke hat, meines Erachtens, kein
typisches Stück dieser Art vorgelegen, da sowohl seine Be
schreibung, als auch die Abbildung nicht mit der Oberthür's'
übereinstimmt. |
lappen.
Useite der Vfl karminbraun, mit braunem Vorder-, Außen-
und Innenrand, im Apex mit weißlicher Strichelung. De
Augenfleck, wie oseits, nur durch den helleren Grund schärfeı
*) Siehe diese Zeitschrift XXX VII, 1923 p. 53—860 und XXXVI
1924 p. 1—8.
]. Draeseke. Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute. 49
hervortretend. : Hfl braun, mit feiner weißer Strichelung,
und feinem, bei den verschiedenen Exemplaren mehr oder
weniger deutlichen, schwarzen Punkt, zwischen M 1 und
= M2, hinter dem eine bandförmige Aufhellung, dem Außen-
_ rand parallel, zur Analgegend zieht. Die Fühler sind fein
schwarz-weiß geringelt, keineswegs einfarbig dunkel, wie
die Beschreibung im Seitz lehrt. |
Satyrus dryas v. sibirica Stgr. In großen Massen.
Pararge deidamia Ev. 82 J'0' 26 9%
Coenonympha oedippus v. amurensis Rühbl 159 J'J'
23
C. amaryllis Stgr. 200 J'g' 25 29. Bei allen mir vor-
liegenden Stücken schlagen dıe Augen der Useite nur in
einigen Ausnahmefällen etwas stärker auf der Oseite durch,
als bei dem im Seitzschen Werk Bd. I Taf. 48 g abgebil-
deten Tier.
Aus der Provinz Szetschwan:
Mycalesis mineus L. 1 9' Tschung-King 15. VII. 15.
M. sangaica Butl. 1 9' Tat. Vfl Oseite fast gleichmäßig
dunkelbraun, mit schwach aufgehelltem Außenteil. Zwischen
M1 und M2 ein dunkler, weiß gekernter, gelblich braun
umzogener Augenfleck. Hfl wie die Vfl, nur das Auge
zwischen M1 undM 2 sehr klein. An der Basis der Sub-
medianader, ein Drittel ihrer Länge einnehmend, liegt ein
dicker, dunkelbrauner Haarbüschel; zwei ebenso gefärbte,
aber kleinere (von denen der eine von der Mitte der Zelle
ausgeht und etwas nach oben bis zur O.R. reicht, der
andere, etwas längere, der Basis mehr genäherte, beginnt
über der Mittelfalte der Zelle und reicht bis zur Subkostalader)
endigen auf einem von der Basis bis zu '/), des Vrandes
und zur Zellmitte sich erstreckenden Spiegelfleck.
Useite gleichmäßig gelblich graubraun, dunkel gespren-
kelt, der Innenteil kaum dunkler als die Außenhälfte, von
dieser durch eine nach innen scharf begrenzte, nach außen
in die Grundfarbe allmählich übergehende, gelbliche, auf
denHflgInetwaslilagetöntePostdiskalliniegetrennt. Zwischen
U.R. und O.R. ein kleiner. weißgekernter dunkler Punkt.
Zwischen M 1 undM2 das nach der Öseite durchscheinende
Auge, aber ohne hellere Umsäumung. Die SM durchzieht
von der Basis bis zur Hälfte ihrer Länge einen, mit einem
‚kleinen, dunklen Mittelfleck versehenen Spiegel. Die Ozellen-
reihe der Hfl ist vollständig, das Auge zwischen M3und UR
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein IV
Iris zu Dresden. Jahrgang 1925.
50 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
ist nur durch einen kleinen, kaum sichtbaran weißen Punkt
angedeutet.
Die Fühler sind bis zum Beginn der Keule oben und
unten schwarz, an den Seiten gelb beschuppt, so daß sie
ihrer ganzen Länge nach gestreift sind. Der Kolben ist
oben, bis auf die drei gelben Endglieder, schwarz; an der
Innenseite mit großem, dunkelbraunen Fleck, der sich über
die 6 letzten Glieder erstreckt. Im Uebrigen wiegt bei dem
Kolben die hellgelbe, fast weißliche Färbung vor.
M. perdicas Hew. 1 g' Sump. 19 Wa.4 g'g' Omi. O-
seite der g'g' gleichmäßig dunkelbraun, mit großem, hell
gelbbraun umrandeten Mittelauge und ebensolchem, aber
viel kleineren, nahe dem Apex. Vor der Mitte der Sub-
medianader liegt ein Büschel dunkler, langer Haare, die
einen kaum helleren Spiegelfleck teilweise verdecken. Auf
den HiflgIn liegt nahe der Basis, zwischen Kostal- und
Subkostalader ein Büschel Haare, die an ihrem Grunde un-
gefähr bis zur Hälfte dunkelbraun, dann weißlich sind und
über einem hellen Spiegel endigen. Useite viel lebhafter.
Durch die Mitte der Zelle der Vfl zieht eine helle, beider-
seits dunkel begrenzte Binde. Der lichtere Saumteil, in.
dem die Ozellen liegen, ist nicht ganz so breit als bei
sangaica Bth., hebt sich aber viel stärker gegen den dunklen.
Innenteil ab. Nahe der Basis der V{l durchschneidet die
Submedianader einen hellen Spiegelfleck, der an der Ur-
sprungsstelle des Haarbüschels der Oseite einen dunklen.
Fleck hat. Die Hfl mit vollständiger, aber z. T. nur an-
gedeuteter Ozellenreihe. Nahe der Basis eine dunklere
Zackenbinde. Die helle Linie, die den Außenrand von der
dunklen Innenseite trennt, ist auf allen FlgIn mehr oder
weniger lıla, nach innen scharf begrenzt, nach außen all-
mähliıch in die graugelbe Saumfarbe übergehend.
Die ©9 sind den g'g! gleich, nur etwas heller und ohne
Haarbüschel und Spiegel.
Mycalesis perdicas v. sanatana Moore. 1 g'’ 2 QQ Wa.
1 9' lat. 2 g'g' Omi. Genau wie die vorhergehende Art,
nur mit ausgeprägteren und vollständigen Augenreihen der
Hfl-Useite.
Mycalesis gotama Moore. 70 g'g'41 90 Wa. 203 J’g!
50 29 Omi. 1 g' Sump. 4 J'g' 3 QQ Tat. 17 g'g'8 9QQ Kwan.
Oseite etwas heller braun als bei M. perdicas mit großem
Auge zwischen M1 und M2 der Vfl, dessen helle Um-
randung noch über die genannten Adern hinausreicht. Im.
{
f
-
|
ri
E
J. Draeseke. Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute. 51
‚Apex, in der Außenrandsnähe eın kleineres, selten dop-
‚ pelt weißgekerntes, gelblich umzogenes Auge. Nahe der
"Basis stehen auf der Submedianader lange braune Haare,
. die sich nicht zu einem Büschel wie bei M. perdicas ver-
“dichten. Hfl wie die Vfl gefärbt, am Vrande mit einem
_ Spiegelfleck, über dessen Mitte ein schmaler Haarbüschel
liegt, der im oberen Teil der Zelle, nahe der Basis, entspringt.
Useite heller als die Oseite, in den Grundzügen mit der
von M. perdicas übereinstimmend. Die Trennungslinie ist
hier aber beingelb und nahe dem Außenrand, hinter den
Augenflecken liegt hier zuweilen auf allen FlgIn einschwacher
Ila Schimmer. Vfl nahe der Basis mit Spiegel dieser mit
. matterem Mittelfeld auf der Submedıana, der Ursprungssteile
. der längeren Haare auf der Oseite entsprechend.
Lethe schrenki Men. 1 9' Wa.
L. epimenides Men. 1 9 Kwan.
- L. satyrina Butl. 2 g'g' Wa.
L. lanaris Butl. 1 9’ 1 @ Sump. Der Jg! ist im Seitzschen
Werk bereits eingehend beschrieben, das © stark dimorph.
' Die Oseite etwas heller, mit einem breiten, gelblich weißen
. Diskalband, das ihm fast das Aussehen einesgroßenL. rohria
‚ © verleiht, doch fehlt der bei dieser so charakteristische weiße
|
Apikalfleck. Der Außenrand ist wenig heller, mit feiner,
‘ dunkler Saumlinie, die Fransen kaum heller als die Grund-
farbe. Hfl in der Farbe der Vfl mit 5 dunklen runden,
heller zentrierten Flecken, von denen nur der 4. und 5.
deutlich weiß gekernt und letzterer, der größte, schwach
gelbbraun umzogen ist. Eine hellere Randbinde, die der
Länge nach von einer dunklen Linie durchzogen und am
Rand fein dunkel begrenzt ist, umgibt wie bei rohrıa die
Hflgl, nur daß die Fransen etwas heller und nicht wie bei
rohria weiß sind.
Die Useite der Vflgl heller als die Oseite. Dem Außen-
rand paralell stehen in gerader Linie fünf schwarze, weiß
gekernte Augenflecke, die zunächst gelb, dann graubraun
und zuletzt hellgrau umzogen sind. Durch die Mitte der
' Zelle läuft eine feine dunkle Linie. Im Uebrigen ist die
|
Zeichnung wie oben, nur daß die Farbe zur Basis und dem
Innenrand heller wird.
Die Hflgl etwas dunkler, mit zwei gelbbraunen, deut-
lichen Diskalbinden, deren eine am unteren Ende der Zelle
beim Abzweigen von M1 zur Basis geknickt, die äußere
auf M 3 zum Außenrande geknickt ist. Die sechs Ozellen
52 Deutsche Entom., Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
sind groß, namentlich die 1. und 5., die 2.,3. und 4. ganz
gleichgroß, alle wie bei den VflgIn dreifach geringt. Die
6. doppelt gekernt.
Lethe christophi Leech. 7 g'g'1@ Wa.
L. serbonis v. davidi Oberth. 1 g' Wa.
L. baucis Leech. 2 g'g' Wa.
L. rohria F.4 g'g' 299 Sump. 2@9Q Minho. 32 g'g' Omi.
L. verma Koll. 9 Jg! 3 99 Omi.
L.chandica v. coelestis Leech. 35 @@ Wa.2 g’g'1Q Tat.
32 J'g' Om.
L.syrcisHew.2 "9'399 Sump. 7 g'g' Tat.1g'Yahoutal.
L. titania Leech. 38 Jg! 19 Wa.
L. ocellata Pouj. 3 g'g' Wa.
Zopho&ssa sura v. moupinensis Pouj. 5 g'g' Wa. Bei
den mir vorliegenden Stücken ist die lila Querbinde in
der Zelle der Vfl-Useite kaum wahrnehmbar, die dunkle '
Umrandung dagegen breit und auffällig.
Zophoössa albolineata Pouj. 1 Q Sump.
Z. argentata Leech. 2 g'g'1Q Tat.
Z. gracilis Oberth. 15 g’g' Wa. 1 g'Sump.d3 g'g' 3Q Tat.
31 gg’ 19 Omi.
Z. armandina Oberth. 1 g'! Wa.
Z. procne Leech. 2 g’g' 1Q Sump. 200 g'g9' 3 99 Tat.
1 J' Kwan.
Rhaphicera dumicola Oberth. 7 Z'g' Wa. 5 g'g' Sump.
Melanitis leda v. ismene Cr. 1 @ Omi.
M. aswa v. tristis Fldr. 19 Tat.
Neope yama v. serica Leech. 5 J'g' Sump.
N. muirheadi v. segonacia Oberth. 10 g’g' 2 99 Sump.
13 Jg’ 2 99 Kwan. 53 gig! 3 99 Omi.
N. pulaha v. ramosa Leech. 1 g' Wa.
N.goschkevitschi Men. 1g' Wa.11g'g'Sump.4 g'’g' Tat.
N. oberthüri Leech 1 g' Wa. 3 g'g! Tat.
N. christi Obth. 3 g'g' 2 99 Tat. |
N. simulans Leech. 3 g'9' Wa.2 g'g' Sump. 3 gJ'g! Tat.
1 g' 19 Minhotal. Die Tiere von Sump. sind auffällig klein,
hingegen die aus Tat. besonders groß.
N. agrestis Oberth. 220 J'g! Tat. 36 g'g! Wa.
N. agrestis v. albicans Oberth. 6 J’g! Tat.
Ypthima zodia Butl. 108 J’g' 3 Q%@ Omi. 23 g'g! 19 |
Wa. 50 g'g'! Kwan. 14 g'g' Sump.
Y. motschulskyi Brem. Grey 1 g' Wa. 1 g' Sump. 9
gg" Tat.
]. Draeseke. Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute. 53
Y. motschulskyi v. perfecta Leech. 2 g'9' Sump. 3 J'g!
10 Tat
i
Y. megalomma Butl. 10 J'g' 229 Kwan.
Y. beautei Oberth. 2 9'9' Sump. 1Q Tat.
Y. insolita Leech. 3 J'g! Tat.
Y.iris Leech. 12 g’g! Wa. 4 g’g' 19 Sump.
Y.iris v. dromonides Oberth. 15 g’g' Wa.2 g'g' Sump.
ggg1_ Tat.
Y. ciris Leech. 9 J'g' Wa. 7 g'g! Sump. 3 g'g! 19 Tat.
Y.sakra Moore 1 g' Sump.
Y. methorina v. medusa Leech. 3 J’g! 4 @Q Sump.
Y. conjuncta Leech. 5 g'g' Sump. 32 J'g' 6% Tat.
Callerebia. Das hauptsächlichsteMerkmal dieser Gattung
“sind die fein quergestreiften Duftflecken der g'g', die durch
- die reihenförmige Anordnung der Schuppen entstehen, (ähn-
- lich wie bei Satyrus semeleL.) die hier weiter auseinander
' gerückt sind, so daß die breiten Enden der Schuppen der
einen Reihe nicht vollständig den schmalen Wurzelteil der
nächsten bedecken. Diese Zone, mit den feinen, hellen
‘und dunklen Querbinden soll in ihrer Ausdehnung beı
den verschiedenen Arten hier als Unterscheidungsmerkmal
‚ dienen, da eine Untersuchung der Armaturen keine siche-
ren Anhaltspunkte liefert.
Sonstige Gattungsmerkmale sind noch die breiten Fl,
' der meist vorhandene Anallappen der Hfl, die wenig ge-
knickte MDC und die breiten Mittelzellen der Fl, sowie
die dünnen, sich allmählich gegen das Ende hin verdicken-
den Fühler.
Calferebia annada v. polyphemus Oberth. 34 g’g' Wa.
2 g'g' Tat. Bei dieser Art zieht der Duftfleck vom Innen-
rande fast senkrecht bis zum Ursprung der M 3 deutlich
wahrnehmbar, biszur UR verschwommeneFortsätzesendend,
tritt auch in die Zelle ein, in dieser schräg bis zur Ab-
zweigung von der M 1 nach unten verlaufend, dann senk-
‚ recht zum Innenrand abfallend.
C. annada v. carola Oberth. 15'Sump. Ob hier wirklich
. eine var.von annada Moore vorliegt, ist fraglich. Der Duift-
_ fleck beginnt erst unter Mi, etwa !/, des Abstandes von
m a .
Mi und der SM, zieht nicht ganz bis zu M3 und tritt
nicht in die Zelle ein. Die Färbung stimmt Oseits genau
mit der Ch. Oberthürschen in Etudes d’Entomologie Liv. 17
Pl. 6 fig. 79 u 79a, überein, nur ist auf der Useite die
Mittelbinde nicht gelblich, sondern grau.
54 Deutsche Entom, Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
C. phyllis Leech. 7 9'g9'! Sump. 1g'! Kwan. 19 Hsiau
Kinhotal. Der Vfl-Duftfleck der g'g' erreicht bei dieser
|
Art die größte Ausdehnung. Vom Innenrand, fast !/, seiner
ganzen Länge einnehmend, erstreckt er sich in gerader
Richtung bis zur Sc und vom Apikalaugenfleck bis zur
Zellmitte. Die Ozelle klein, doppelt pupilliert und mit
schmaler, matt braungelber Begrenzung, die zum Innenrand
hin in Rötlichbraun übergeht und bis zur Mitte zwischen
M1 und M2 ein schmales Submarginalband bildet. Hfl
einfarbig dunkelbraun, nur bei einem g' mit angedeutetem
Augenfleck zwischen Mi und M2.
Useits sind die Vfl braunrot, mit braunem Vorder- und
Innenrand, Apex und Außenrand sind weiß gesprenkelt.
Ozelle wie oben, jedoch mit gelbbraunem Ring. Hfl braun,
mit feiner, weißlicher Strichelung, die sich zur Analgegend
hin verstärkt und fünf kleinen, weißen, wenig auffallenden
Submarginalpunkten. Bei einigen Stücken steht auch eim |
kleiner weißer Punkt am Zellrande, am Ursprung von
der UR.
Q Vfl braun, mit bis zur Zellmitte reichendem rotbraunen
Apikalfleck, in dem das große, schräge, doppelt gekernte,
schwarze, hellgelb umzogene Auge steht. Vorder-, Außen-
und Innenrand braun, Fransen etwas heller. Hfl braun,
mit kleinem weißen Punkt zwischen Mi und M2.
Useite der Vfl gelbbraun, mit graugelbem Vorder-,
Außen- und Innenrand, der Apex mehr weißlich. Das
Apikalauge wie oben, aber breiter und heller gelb um-
randet. Zwischen M2 und M3 ist die Umrandung etwas
ausgedehnter und steht hier in dieser noch ein kleiner
schwarzer, weißpupillierter Punkt.
Hfl grau, mit kaum dunklerer, breiter Mittelbinde und
schmalen ebensolchem Außenrand, xwischen diesem und
der Mittelbinde eine hellere Zone, in der 4 weiße Punkte
stehen. Am Ursprung der UR steht ebenfalls ein kleiner
weißer Punkt.
C. silvicola Oberth. 1 9',1@ Wa. Der Duftfleck der |
Jg" beginnt am Innenrand und endet kurz vor der OR
und dehnt sich in der Zelle vom Ursprung der UR bis zu
dem von MI aus.
C. silvicola ab. stötzneriana 2 5'1Q Tat. Das Duftfeld
der 9'g' von gleicher Ausdehnung wie bei typischen
C.sılvıcola Oberth.
J. Draeseke. Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute. 55
Oseits das Apikalauge des Q etwas kleiner, Useits sind
_ bei beiden Geschlechtern die Ozellen der Hil nur durch
kleine, weiße Pünktchen markiert und nur das Auge
“zwischen M1 und M2 ist beim © ausgebildet, aber nur
ı/, so groß als das der typischen Form.
€. silvicola v. bocki Oberth. 7 g'g', I 92 Sump. 2
og" 2 @Q9 Tat. Scheint nach der Ausdehnung des l)uft-
fleckes eigene Art zu sein. Vom Innenrand bis zum UR,
die er allerdings nur mit seiner äußersten Spitze er-
reicht, tritt er wie bei silvicola auch von Mi bıs
M3 in die Zelle ein. Auch unterscheidet sich die v.
_bocki noch von alien anderen mir vorliegenden Cal-
- Jerebien durch die stärker ausgebuchteten Hfl beider Ge-
schlechter, welches Merkmal beim © noch besonders durch
_ die fast weißen Fransen, die an den AÄAderenden von
_ dunkelbraunen unterbrochen werden, hervorgehoben wird,
da alle mir vorliegenden Vertreter dieser Gattung stets
_ ganz gleichmäßig gefärbte dunkle Fransen tragen.
| C. silvicola v. megalops Alpher. 2 @9 Batang 25. VII
1915. Diese var. nähert sich wieder mehr dem Typus
der Art, nur ist die enorm breite und mehr graue Um-
_ randung des Apikalauges der Vfl O- und Useite, sowie
auch die breite gelbbraune Mittelbinde der Hil-Useite für
diese var. bezeichnend.
C. pratorum Oberth. 127 g'9' Tat. 39 J'g', 2 22Omı.
Der Duftfleck der g'g' reicht von der SM bis zur UR
von hier in der Zelle bis zum Ursprung von Mi, aber
die hellere Linierung undeutlich, weil die lange braune
Behaarung den Duftfleck überdeckt.
Bei der schon unter den Pekingtieren erwähnten C.
soxicola Oberth. zeigt sich der Fleck verschwommen, von
Mı bis etwas über M3 reichend, in derZelle noch höher
hinaufgehend und am unteren Teil bis zum Ursprung von
M1 reichend.
Erebia sedakovi Ev. 21 g'’g' Tat. 24 g'g' 30. VI. 15.
E.sedakovi v. alemene Gr.- Grsh. 274 9'g' 12 g'9'Sump.
E. herse Gr.-Grsh. 2 g’g' 399 Sump. 6 g'd! Tat.
Melanargia halimede Men. 30u g'g' Sump. 303 J'T"
25 O9 Tat.
M. halimede v. meridionalis Fldr.5 Jg’ Wa.1g'19Q Tat.
—__M. halimede v. anophthalma Oseite aller Fl gelblich.
Useits Hfl ohne jede Spur von Augenflecken nur zwischen
Mi und M2 ist ein kleiner dunkler Schatten.
56 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
'Melanargia leda Leech. 2 g'g'! Romboha?
Oeneis buddha Gr.-Grsh. 2 g'’g! 3 99 Sump.
. Deneis mongolica Obth. 1 g'19 Tat.
Satyrus palaearcticus v. iole Leech. 6 gJ’g! Wa. 1 9°
1 © Kwan.
Satyrus sybillina Oberth. 8 g'g' Wa. 1 g' Sump. 3 g'’J"
Min. 28 g'g' 99 Kwan. 1 g'5 29 Omi.
S. sybillina v. bianor Gr.-Grsh. 3 g'g! 2 2 Sump. 3
g'g' Min.
Satyrus padma Koll. 6 g’g' 4 9 Tat. 11 g'g! 10
OO Omi.
S. magica Oberth. 2 J’g' 499 19. VII. 15.
S. magica ab. lativitta Leech. 3 @Q9 Sump. 2 gJ’g*
Kinho. 2 g'g! Wa.
S. autono& extrema Alph. 2 g’g' Wa. Da eine Abbil-
dung dieser Art nicht gegeben wurde und die Beschreibung
keine großen Anhaltspunkte gibt, vermute ich nur, daß
ich diese var. vor mir habe. Etwas größer als autonoe&.
Alle Fl graubraun mit dunklerem Außenrand. Der Duft-
fleck der Vfl. deutlich hervortretend. Im Apex der Vfl
ein schwarzer ungekernter Augenfleck, der oben, zu bei-
den Seiten und unten von beingelben Flecken umgeben
ist, unter dem unteren noch einige hellere Wische.
Useits die Vfl gelbgrau, der Apex weißlich. Das Apikal-
auge-schwarz, mit weißem Kern. Die beingelben Flecken
aus dem hellen Grund kaum hervortretend. Hfl bräunlich,
die Adern und die Diskalbinde, die fast gerade verläuft
und nur aufM3 einen stumpfen Winkel bildet, rein weiß.
Außenrand, sowie fünf nach innen weißbegrenzte Submar-
ginalflecke, dunkelbraun. Die Diskalbinde nach innen
dunkelbraun. Ueber den ganzen Fl sind dunkelbraune
Strich- und Fleckenzeichnungen mehr oder weniger dicht ver-
streut. Fransen aller Fl rein weiß, an den Aderenden braun.
S. autono@ v. celaeno Leech I] g' Wa.
S. actaea v. ganssuensis Gr.-Grsh. 1 Q Sump. 1 Q@ Kwan.
S. dryas v. paupera Alph. 77 g'g' 4 @C Sump. 18 J'g"
3 90 15. VII. 1915.
S. dryas v. astraea Leech. 20 g'g' Sump. 4 g'g! 15. VII.
1915. 19 Omi 60 J’g! 299 Tat.
Callarge sagitta v. occidentalis Leech. 5 Jg! Wa.
Pararge thibetana Oberth. 90 J'’g' Wa. 151 g’g! 7QQ
Sump. 132 J'g'2 QQ Tat. 14 J’g' 6 929 Omi. Die Tiere
von Sump. sind viel kleiner als die der übrigen Lokalitäten.
"sg d u ds epıamey9S L19UPUeMyJs3 eigajydAyeg
AIDS XIXXX Purg - uspsaug ‘se
]. Draeseke. Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute. 57
P.episcopalis Oberth.250 g’3'6%CQ Tat.89'0' 422 Omi.
P. praeusta Leech. 1 g' Wa.
P. majuscula Leech. 3 QQ Tat.
P. dumetorum Oberth. 105 J’g! 6 @Q Tat.
P. dumetorum ab. fulvescens Alph. 9 Jg’! 2 2Q Sump.
Aphantopus arvensis f. campana Leech. 1 © Sump.
A. hyperantus L. 133 g'g' 15 EQ Sump. 16 Jg" 1 Oo
Tat. 19' Minh. 15 J’g! 3 92 Omi.
Epinephele Iycaon v. catalampra Stgr. 10° ohne ge-
naueren Fundort.
Coenonympha oedippus v. amurensis Rühl. 18 J''
Tat. 3 9'9' Omi.
C. accrescens Stgr. 40 J’g! BEQ Kwan.
C. sinica Alph. 144 J’g' 17 QQ Sump.
C. semenovi Alph. 136 J’g' 15 22 Sump.
V.Morpbhidae.
Stichophthalma howqua Westw. 19 Omi.
Faunis aerope Leech 25 Jg! 7 @Q Tat.
Enispe lunatus f. enervata Stich. 2 9'012 %% Omi.
Eine neue Saturniide aus Columbien.
Von Dr. Karl Schawerda, Wien.
(Mit Tafel II.)
Bathyphlebia gschwandneri sp.n. g' Kopf und Hals-
kragen gelb. Fühler hellbraun, doppelkammzähnig bis zur
Spitze, Beine hell karminrot. Thorax und Abdomen braun,
dieses mit gelbem ersten Segment, weiter gegen das Ende
zu oben rötlich, unten braun. Vfl kastanienbraun, an der
Wurzel, in der Mitte mit kleinem (3 mm breiten) gelben
Fleck, im Diskus mit kleinem rein weißen Punktfleck am
Zellschluß. Innerhalb des Apex zieht, 1,5 mm von ıhm
entfernt, vom Vorderrand bis zum Beginn des äußeren
'Viertels des Innenrandes ein schmaler, kaum sichtbarer
dunkler Querstreif, der die kastanienfarbige Flfläche scharf
von einem schneeweißen Band trennt, dessen helle Be-
stäubung nach außen zu abnimmt. Ihr Saum zeigt die er-
wähnte Grundfärbung, ebenso die Hfl, die vom Mittelfleck
bis zum Vrand in gelb übergehen; ersterer ist rein weiß,
größer als bei Bathyphlebia aglia Feld. und wie beı
58 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
dieser breit und tief schwarz umrandet. Der außerhalb
des Mittelfleckes verlaufende, außen breit weiß begrenzte,
oben nach dem Vorderrand zu in die Grundfarbe über-
gehende, dunkle Querstreif ist in der oberen Hälfte schwach
nach innen gebogen und zieht dann gerade gegen den
Innenrad; ist demnach nicht wie bei B.aglia Feld. gegen
den Innenwinkel zu scharf eingebogen. Fransen in der
vorderen Hälfte der Hfl gelb, nach dem Hinterrande zu
braun. Useite der Vfl von der Basıs bis zum Querstreifen
und von C, bis zum Vorderrande gelb, braun übergossen
und schwarzbraun gesprenkelt, so daß nur die Adern und
das Feld zwischen Mittelfleck und Innenrand, proximal vom
Querstreifen, rein gelb erscheinen, letzterer schwarzbraun,
außen weißlich bestäubt. Außenrand 3 nım breit kastanien-
braun, scharf gegen dıe weißliche Bestäubung des Außen-
feldes abgegrenzt. Mittelfleck weißlich größer als auf der
Öseite und verschwommen schwarz umrandet. Grundfarbe
der Hfl bis zum Querstreifen gelb, aber dunkler rotbraun
überzogen als auf den Vfl und bis zum Außenrande schwarz
gesprenkelt, so daß die rein gelbe Farbe nur am Innen-
rand und auf den Adern erhalten bleibt. Querstreif ge-
rade, schwarzbraun, außen weiß bestäubt, bis zum 2 mm
breiten braunen Außenrand reichend. Die weißlichen Mittel-
flecke größer als die der Oseite und kaum sichtbar dunkel
umrandet. Das Braun der Useite hat einen rötlichen Ton
und der Raum zwischen der Querbinde und dem braunen
Marginalband erscheint so durch die weiße Bestäubung
fast veilfarbig. —
Die neue Art ist von B.aglıa Feld. (Reise d. Novara,
Lep. IV, Taf. 87, Fig. 1) leicht durch die einfarbig braunen
Vfl, den geraden .Querstreifen, das vollständige Fehlen
eines basalen schwarzen Querstreifens und der schwarzen
und gelben Umrandung des weißen Diskalfleckes sowie
durch das Fehlen des gelben Apikalspiegels u.a.m. zu unter- |
scheiden. Spannweite 137, beı 71 mm Vfllänge. — Kolum-
bien, Vulkan de Tolima, 3200 m, ges. von A.H. Fassl.
Iype (1 9’) in der großen Saturnidensammlung unseres
besten österreichischen Saturnidenkenners, Herrn Robert
Gschwandner in Wien.
E. Lange. Eine neue Form von Larentia subhastata Nolck. 59
Eine neue Form von Larentia subhastata Nolck. und
einige interessante Aberrationen dieser Art.
Von E. Lange, Sprachlehrer, Freiberg.
(Mit 2 Figuren im Texte.)
| Larentia subhastata Nolck. fliegt im Juni gewöhn-
‚lich nicht selten im oberen Erzgebirge und zwar bei lag
im Sonnenschein und gern an Waldrändern, wo Heidel-
beeren wachsen, woran die Raupe lebt. Der Flug ist meist
langsam und flatternd, wird aber un-
gemein wild bei dergeringsten Störung.
Beim Fang muß man sich sehr vor-
sichtig und ruhig dem dicht über dem
Heidelbeerkraut dahinflatternden oder
auch darauf sitzenden Falter nähern
und dabei jedes Geräusch vermeiden,
auch darf der Schatten den Schmetter-
ling nicht treffen. Die Variabilität des
Falters ist ziemlich bedeutend. Bei
normal gezeichneten Tieren trägt die
weiße Binde, welche durch die V- und
Hfl geht, in der Mitte eine Reihe 1so-
lierter schwarzer Punkte, die auf den
Rippen stehen.
Eine Eizucht, die ich mit außer-
ordentlich gutem Erfolg im Sommer
1922 durchführte und wovon die Falter
gegen Mitte Mai des folgenden Jahres
schlüpften, ergab mehrere starke aber-
rante Stücke, von denen sechs einen
besonderen Namen verdienen, weil sie in ganz gleicher
Richtung und dabei ganz auffallend vom Typus abweichen.
Das Wesentliche dabei ist, daß entweder die schwarzen
Punkte in der weißen Binde mit dem schwarzen Außen-
rande verbunden sind, oder daß die Punkte überhaupt ver-
schwinden, dafür aber die durch die Binde gehenden, sonst
nicht hervortretenden Adern, schwarz bestäubt sind, so-
daß in beiden Fällen radienförmige Zeichnungen entstehen.
Diese Radien gehen bei 2 Exemplaren nur durch die halbe
weiße Binde, bei den anderen 4 Exemplaren aber ganz
hindurch. Ich benenne diese Form ab. radiata n. (Fig. 1):
[N
60 Deutsche Entom, Zeitschrift Iris, Dresden 1925.
minor, alıs anticis fascia alba, subapicali, in loco punctorum
nigrorum seriae, lineolis nigris transeuntibus, margine api-
cali conjunctis: — 6 Exemplare: 5 J'g', 1 Q@ in meiner
Sammlung.
Einige dieser ab. radiata zeigen noch folgende Zeich-
nungsänderungen, die aber für den erteilten Namen ohne
Belang sind: Bei 5 Exemplaren ist die zentrale schwarze
Mittelbinde auf den Vfl fast verschwunden, oder in einige
schwärzliche Flecken aufgelöst; ein Stück hat nur noch
‘stark verschwommene, undeutliche Wische.
Die andern 80 Falter derselben Eizucht sind unter sich
individuell ebenfalls recht verschieden, wie es ja bei der
ganzen Hastata-Gruppe der Fall ist, ohne daß aber ein be-
sonderer Name nötig ist. Es sei mir gestattet, noch einige
weitere Abänderungen hier anzuführen:
Bei einigen Faltern fehlt die schwarze Punktreihe in der
weißen Binde der Hfl vollständig; bei anderen ist sie un-
vollständig. Bei einem Exemplar sind die meisten Punkte
in dieser Binde miteinander durch eine schwarze Linie
verbunden. — Während der weiße Lanzenfleck, in der Mitte
des Außenrandes der Vfl, überall deutlich ist, fehlt derselbe
bei mehreren Stücken in dem schwarzen Außenrande der
Hfl; bei einigen anderen ist der Fleck dort zwar vor-
handen, es fehlt aber der weiße Verbindungssteg zur
weißen Binde; der Lanzenfleck ist also vollkommen isoliert.
Beim I ypus ist das Basalfeld der Hfl bis zur weißen Mittel-
binde schwarz, jedoch geteilt durch ein schmales, weißesBand.
Bei einem Indıviduum fehlt aber dieses schwarze Basalfeld
fast vollständig, und nur dicht an der Flügelwurzel ist ein
kleines schwärzliches Dreieck. Nicht selten ist ferner das,
bis zur weißen Mittelbinde reichende, schwarze Wurzelfeld
der Hfl durch 2 oder 3 weiße Linien zerteilt, so daß es
streifenförmig aussieht. — Ein einzelnes Stück aus der
Zucht ist besonders apart gezeichnet. Die schwarze Mittel-
binde auf den Vfl ist sehr schmal und fast durchgehend
durch eine weiße Linie geteilt; die schwarze Außenrand-
binde ist stark reduziert, wodurch das weiße Band auf-
fallend breit wird; das Basalfeld ist weißlich, mit einigen
dunklen Wischen. Auf den Hfl ist das ebenfalls etwas
reduzierte, schwarze Basalfeld durch 2 weiße Linien
geteilt. Die dadurch gebildeten 2 schwarzen Linien bilden
dıe Fortsetzung der 2 schwarzen Linien in der Mitte
der Vfl.
E. Lange. Eine neue Form von Larentia subhastata Nolck. 61
L. subhastata hat gewöhnlich 3 weiße Bänder auf den
Vfl: ein Basal-, ein Antemedian- und ein Postmedianband,
von denen das letzte am breitesten ist und die schwarze
Punktreihe trägt.
Am 31. Mai fing ich einen Falter (Fig. 2), der 4 resp.
5 weiße Bänder auf den Vfl hat, von denen das 5. allerdings
von einigen schwarzen Querstreifen einigemale unter-
brochen wird. Es entstehen dadurch 6 schwarze Binden
einschließlich Basal- und Marginalfeld. Auf der OÖseite der
- Hfl sind 3 weiße Bänder vorhanden und ebenfalls 3
schwarze. Auf der Useite ist die Streifung noch viel auf-
fallender als auf der Oseite. Die Vfl tragen 4 und die Hfl
3 breite weiße Bänder. Die Basalfelder sind ebenfalls weiß.
Der Falter hat ein höchst seltsames, streifenförmiges Aus-
sehen. Die Lanzenflecke sind auf allen Flügeln ın der
schwarzen Marginalbinde oberseits isoliert; unterseits aber
münden sie durch einen weißen Steg in die weiße Post-
medianbinde ein. —
Erwähnen will ich noch, daß die Q9, welche ıch 1922
zur Eiablage verwandte, ganz normal gezeichnet waren.
Die Zucht führte ich mit Heidelbeere durch, ohne jeden
Verlust. Die Falter, die natürlich gefüttert werden mußten,
setzten ihre Eier nur am Tage bei Sonnenschein an die
Blätter der Futterpflanze ab. Bei trübem Wetter und ın
der Nacht saßen sie ruhig an dem Gazebeutel, der über
das in Wasser eingestellte Futter gezogen war.
Kleine Mitteilungen.
Argiva celebensis Hopff. wird vom Autor (Stett. Ent. Zeit. XXXV.pg. 46,
1874) insofern ausreichend charakterisiert als von der beim 5 gelben, beim
Q weißen Binde der Vil gesagt wird, daß sie nicht wie bei hieroglyphica
eine kurze, durch die obere Discoidalis in 2 Flecke geteilte ist, sondern
breit am Vrande beginnt und sich ununterbrochen und in gleicher Breite
bis zur unteren Discoidalis forisetzt, auf der sie, sich gleichmäßig ver-
schmälernd und endlich sich zuspitzend, bis dicht vor dem Außenrand
ausläuft. Ein auffallendes, anderes Merkmal, das der mir aus der Samm-
lung des Zoologischen Museums, Dresden, vorliegende Typus zeigt, das
Fehlen der „Spiralaugen‘, wird von ihm (versehentlich?) nicht erwähnt,
wohl aber von Snellen von einem von Piepers auf Celebes, (4! Bonthain 9
Bantimoerang) gesammelten Paar; so daß anzunehmen ist, daß es sich bei
celebensis um eine gut ausgeprägte Lokalrasse (subspecies) mit fehlendem
Augenfleck und gebogener Subapikalbinde handelt. Demgegenüber zieht
Sir George Hampson diese ohne weiteres zur Nyctipao hieroglyphica
ab. Iunaris Walkr. Aus der Walkerschen Beschreibung ist nicht
ersichtlich, ob seine lunaris den Diskalfleck hat, aber schon der Umstand,
62 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
daß Hopffers Typus keinen Diskalfleck hat, und auch Hampson das
Fehlen dieses Fleckes nicht erwähnt, läßt zweifeln, ob ab. lunaris Wikr.
wirklich mit celebensis Hopffer übereinstimmt und gibt eher Veranlassung,
celebensis Hopffer als Unterart anzusehen. J. Draeseke.
Cymatophora or ab. permarginata Hasebroek. In der Intern.
Ent. Zeitschr. Guben, 8. Jahrg., Nr. 10 vom 6. Juni 1914, p. 53, beschreibt
Herr Prof. Dr. Hasebroek, Hamburg, eine neue Form von albingensis
Warn., die in einem einzigen Exemplar einem Herrn Lilienthal in
Hamburg im Jahre 1913 geschlüpft ist und benennt sie ab. permar-
ginata. Seine Diagnose lautet: „nigra, maculis albis, supra anteri-
oribus, subtus omnibus alis distincte albido-flavomarginatis.“ Die zwei bei-
gegebenen Bilder, Ober- und Unterseite betr., geben deutlich die Diagnose
wieder, obgleich die Grundfarbe zu schwarz getroffen ist. Der Falter ist
eine albingensis-Form, zeigt aber auf der Oberseite der Vorder-
flügel und auf der Unterseite aller 4 Flügel ein sehr auffallendes, deutliches
Außenrandband von gelblich-weißer Farbe. Ob seit dem ersten Auftreten
dieser hochinteressanten Form noch weitere Exemplare derselben bei
Hamburg gefunden worden sind, weiß ich nicht. Herr Landgerichtsrat
Warnecke schrieb mir im vergangenen Jahre, daß er von keinem weiteren
Stück gehört habe.
Ich will nun meine Erfahrungen bekannt geben: Im Juni 1919 fand
ich in einem aus Eichen- und Zitterpappelgebüsch bestehenden Feldgehölz,
in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Klein-Waltersdorf bei Freiberg, ein
tadelloses, scheinbar ganz frisches 5 von permarginata, dasan einem
Zitterpappelästchen saß. Es ist von außergewöhnlicher Größe, denn es
mißt 44 mm. Der obigen Diagnose entspricht es vollkommen. Die
schwarzen Querbinden und die Adern treten trotz der schwärzlichen Grund-
farbe der Flügel noch etwas hervor. Ring- und Nierenmakel groß und
bläulich-weiß. Das helle Außenrandband ist ca. 3 mm breit; die Fransen
sind von gleicher Farbe wie das Band und zwar sowohl auf den Vorder-,
als auch auf den Hinterflügeln; die der Vorderflügel sind gescheckt. Kopf,
Thorax und Abdomen schwarz. Die durch einen schwarzen Strich ab-
getrennte Vorderflügelspitze noch etwas heller als die Binde, etwas ins
Veilgraue ziehend. Das Band ist am breitesten an der Costa beider Flügeı
und wird nach hinten schmäler; im Analwinkel der Hinterflügel läuft es
spitz zu und hört dort auf. — Seit diesem interessanten Funde im Jahre
1919 verfolgte ich die Sache einige Jahre nicht weiter, Erst im August
und September 1923 sammelte ich an der betr. Fundstelle eine größere
Anzahl Raupen, von denen allerdings ziemlich viele von Parasiten besetzt
waren. Im Ganzen schlüpften mir Ende Juni 1924 gegen 50 Falter. Es
blieben jedoch viele Puppen zurück — ca. 80 — die die Falter nicht lieferten.
Als ich vor kurzem nach diesen sah, fand ich, daß sie noch lebten. Es
scheint Cym. or demnach auch teilweise zweimal zu überwintern. In der
Literatur finde ich aber nichts darüber. Ueber das Endresultat der Zucht
kann ich deshalb noch nicht berichten.
Das erste Teilresultat ist aber höchst interessant. Die Falter wechseln
ganz bedeutend in bezug auf Intensität der Zeichnung. Mehrere sind ganz
rötlichblau übergossen, zwei sehen fast einfarbig aschgrau aus und bei einem
davon ist von den Makeln nur eine winzige Spur übrig; bei andern treten
melırere schwarze Querbänder auf. Einigen fehlt die Ringmakel. Bei einem
Exemplar ist die noch allein vorhandene zahnförmige Nierenmakel bräunlich-
gelb, fast messingfarbig. Das ist wohl die ab. flavistigmata Tutt,
wie sie aus Schottland bekannt ist, Herr Warnecke erwähnt auch eine h
Bücherbesprechungen. - 63
FH
albingensis mit gelblichen Makeln, die Hasebroek albingo-flavi-
‚ macula nennt. Unter den 50 geschlüpften Faltern befanden sich aber
"auch 6 permarginata von genau derselben Färbung wie das 1919 im
- Freien gefundene Exemplar, jedoch nicht so groß wie jenes, Einem Falter
fehlen die Ringmakel. Andere albingensis-Formen traten nicht auf. Das
Resultat ist also höchst merkwürdig. Es fehlen auch alle Uebergänge zu
dieser Form. Immerhin möchte ich mit einem abschließenden Urteil jetzt
noch nicht hervortreten. Ich muß erst noch das Schlüpfen der zum zweiten
Male überwinternden Puppen abwarten und will dann weiter berichten.
Ich verwandte 3 permarginata zur Weiterzucht und ließ 1 permar-
ginata 5 mit einem permarginata{ copulieren, wie auch 1 permarginata
5 mit einem typischen or ? und erhielt von beiden Paarungen eine große
Menge Eier; doch wollten viele Räupchen das Futter nicht annehmen. Ein
größerer Teil derselben starb ohne jede Futterannahme. Mehrere hundert
Räupchen aber fingen an zu fressen; oft steckten bis 10 und mehr zwischen
‘ zwei Blättern. Jedenfalls aber hielt ich zu viel Räupchen zusammen, und
da die Pappelblätter bald in Zersetzung übergehen, mißlang die Zucht zu
‚ meinem großen Bedauern. Die sehr plattgedrückten Räupchen zwängen
sich durch die kleinsten Oeffnungen, das Zuchtglas muß also ganz fest und
Iuftdicht zugebunden sein, wodurch natürlich das ins Wasser eingestellte
Futter bald verdirbt. — Im vorigen Jahre waren die or-Raupen ungemein
selten, weshalb ich keine eingetragen habe. Zum Schluß möchte ich noch
anführen, daß Herr Oberpostsekretär H. Marschner gleichfalls eine Cym.
‚orab. permarginata gefangen hat und zwar im Frühjahr 1924 in der
Nähe seines Wohnorts Hirschberg in Schlesien.
E. Lange, Sprachlehrer, Freiberg.
Bücherbesprechungen.
Mense, Prof. Dr. Carl, Handbuch der Tropenkrankheiten, Kassel, 1924,
3. Auflage 2. Band, Verlag von Joh. Ambrosius Barth, Leipzig, (mit 306
Abbildungen, 4 schwarzen und 14 farbigen Tafeln, 1019 Seiten), M 66,—.
Das vor mir liegende umfangreiche Werk bringt eine überwältigende
Fülle des Wissenswerten, richt allein für den Mediziner, sondern auch für
angrenzende wissenschaftliche Gebiete. — Da wird in geradezu er-
schöpfender Weise die Lepra behandelt, dann kommt das Malta-Fieber,
die Cholera asiatica, die Psittacosis, die Pest, die Tsutsugamushi-Krankheit,
die Spru- und Beriberi mit allen Krankheits-Erregern und Erscheinungen zur
Besprechung. Die bewundernswert schönen Abbildungen der tropischen
' Hautkrankheiten geben dem Fachmann einen unzweideutigen Begriff dieser
oft erschreckenden Erscheinungen. Aber auch dem Botaniker und Ento-
mologen bringt das Werk eine Fülle des Wissenswerten. Es ist ein Ge-
nuß, die beiden Kapitel über pflanzliche und tierische Gifte zu studieren.
Da werden die Wirkungen des Bienen- und Ameisengiftes eingehend ge-
. schildert, ferner die giftig wirkenden Stoffe der Raupen und Käfer, der
'
Gradflügler, Fliegen und schließlich der Würmer. Eine überaus ausführ-
liche Literatur krönt das Ganze. Dr. P. Husadel.
Anzeiger für Schäclingskunde, zugleich Nacnrichtsblatt der D. Ges. füı
angewandte Entomologie, herausgegeben von Prof. Dr. Escherich und
Prof. Dr. Stellwag. Verlag Paul Parney, Berlin, 1925. Vierteljahr (3 Hefte)
ML. 1,75.
Heit 1 enthält: Dr. Escherich: Die Uebertragung der Drahtwürmer durch
Melthau, J. Schlösser: Meine Erfahrungen mit Arsenbrühen zur Bekämpfung
64 Deutsche Entomol. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
von Obstbaumschädlingen, Dr. Eidmann: Der Harzzünsler und seine forst-
liche Bedeutung, Dr. v. Vietinghoff-Riesch: Kieferneule und Vogelwelt und
kleine Mitteilungen. Diese mit guten Bildern im Texte ausgestattete Zeit-
schrift sei Interessenten aufs angelegentlichste empfohlen. E. Möbius.
Wolff, Prof. Dr. M. und Krauße, Dr. A., Die Krankheiten der Forl-
eule und ihre prognostische Bedeutung für die Praxis. Heger-
Verlag Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1925. 8° 102 S., davon entfallen 32
auf Figuren-Tafeln. Preis M 2.—.
Das vorliegende Buch ist ein wahres Muster von Fleiß, Gründlichkeit
und Sachkenntnis. Seit dem Jahre 1912 hatten die beiden, an der forst-
lichen Hochschule zu Eberswalde tätigen Verfasser Gelegenheit gehabt, die
durch Massenvermehrungen der Forleule, Panolis flammea Schiff., ge-
schaffenen Verhältnisse eingehend zu studieren. In der vorliegenden Schrift
haben sie das Resultat ihrer Beobachtungen niedergelegt, nachdem sie so
die Unterlagen für eine praktisch brauchbare Beurteilung des mutmaßlichen
weiteren Verlaufs einer Kalamität gewonnen, sowie die bisherigen Be-
kämpfungsmaßnahmen einer erneuten Prüfung unterzogen hatten.
In 3 Teilen werden: 1. Die Krankheiten der Forleule, 2. Die Bedeu-
tung der Boden- und Witterungsverhältnisse, 3. Die Regeneration der,Kiefer
mit Forleulenfraß behandelt.
Die Krankheiten werden in 4 besonderen Kapiteln, entsprechend den
verschiedenen Ursachen, eingehend erörtert: 1. Die durch paratisierende
Insekten (Hymenopteren und Tachinen) hervorgerufenen, 2. Protozoen-
Krankheiten, 3. durch Pilze verursachte Krankheiten, 4. im Anschluß daran
die Bedeutung der räuberisch lebenden Feinde (Insekten, Vögel), die aut
das richtige Maß zurückgeführt wird. Im zweiten Teile wird der Nachweis
geführt, warum und inwiefern unter den Faktoren einer Massenvermehrung
bestimmte Bodenverhältnisse und Witterungslagen, besonders im Frühjahr,
eine sehr große, vielleicht ausschlaggebende Rolle spielen. Im dritten Ab-
schnitt wird auf die bedeutende Regenerationskraft der Kiefer in gut be-
wirtschafteten Revieren hingewiesen und vor einem verfrühten Abtrieb ent-
schieden gewarnt.
Als Anhang folgt: 1. Chronologische Uebersicht der aus der Literatur
bekannten Massenvermehrungen der Forleule seit dem Jahre 1725. 2. Syste-
matische Uebersicht über die Tachiniden (Raupenfliegen). 3. Systematische
Uebersicht über die iu tierischen Wirten schmarotzenden Hymenopteren.
4. Die biologischen Fortpflanzungstypen der Tachiniden. 5. Die biolo-
gischen Fortpflanzungstypen der parasitisch lebenden Hymenopteren, beson-
ders der Schlupfwespen. 6. Fragebogen über das Auftreten der Forleule.
7. Formulare für Probesammeln von Puppen und Feinden derselben.
8. Erklärung einiger Fachausdrücke. 9. Zusammensteliung der von der
beiden Verfassern, teils allein, teils gemeinsam bereits publizierten Abhand-
lungen über die Forleule (29). Ec
Die zahlreichen Figuren-Tafeln sind sämtlich nach Originalaufnahmen
der Verfasser hergestellt und stellen die verschiedensten biologischen Ver-
hältnisse der Forleule dar, so u.a, uicht nur die Entwicklungszustände vom
Ei bis zum Falter, sondern auch Schmarotzer und deren Kokons, zur Ver-
gleichung auch Blattwespenkokons. Polyeder aus wipfelkranken Raupen,
Kristalle aus den Malpighischen Gefäßen, Hefepilze aus dem Darm, Sporen
und Mycel des Entomophtora-Pilzes, den die Puppen zerstörenden Pilz
Isonä farinosa, von Entomophthora befallene Forleulen-Raupen, Fraßbilder
der verschiedensten Art usw, — Auch der nicht forstmännisch interessierte
Entomologe kann außerordentlich viel aus dem Buche lernen. Dr. A.Petry.
.
KR u
J- Stephan. D. spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl, d. Grafsch. Glatz. 65
Die spannerartigen Nachtschinetterlinge
und die Kleinschmetterlinge der Grafschaft. Glatz.
Von Julius Stephan, Friedrichsberg a. d. Heuscheuer
Spanner.
Vorbemerkungen.
Die alte Klage über die Vernachlässigung der Spanner
ist leider nur allzu berechtigt. Es sind immer nur wenige,
die dem meist „kleinen unansehnlichen Zeug“ Geschmack
abgewinnen oder ihm gar ihre besondere Liebe weihen.
- Ein Blick in die Kästen der Sammlungsschränke zeigt dies
_ zur Genüge. Die Unterstützung, die ich bei der Abfassung
des fünften Teils meines „Versuchs einer Schmetterlings-
fauna der Grafschaft Glatz“ fand, war denn auch — von
' einigen rühmlichen Ausnahmen abgesehen — nur gering.
Der Leser wird es darum erklärlich finden, wenn ich be-
_ tone, daß der Hinweis auf die Lückenhaftigkeit, den ich
schon in der Einleitung zum Noctuiden-Teil aussprechen
mußte, hier ebenso am Platze ist.
Das Wockesche Verzeichnis (— das hoffentlich nunmehr
endlich eine Neuauflage erlebt —) führt für die Provinz
Schlesien in ihren früheren Grenzen etwa 300 Geometriden
auf, eine Zahl, die durch Nachträge allmählich auf etwa 315
erhöht werden konnte. Davon sind in Folgendem 230
Spezies registriert, daß sind 73 °/, oder fast drei Viertel der
Gesamtzahl; wenn die für unser Gebiet zweifelhaften Arten
(= im Text durch Kleindruck kenntlich gemacht —) hinzu-
gerechnet werden, sind es sogar mehr als 80%,. Also
immerhin eine recht stattliche Reihe, besonders, wenn man
eıwägt, daß die alte Aßmannsche Liste nur 86 Arten nennt.
Relativ sehr gut sind vertreten die umfangreichen
Gruppen der Larentien und Eupithecien, ebenso die Bo-
armien, nicht ganz so reich die Acidalien. Doch ist zu
hoffen, daß bei genauerer Durchforschung des Gebietes
und intensiverer Sammeltätigkeit, zu der ich vornehmlich
‚ die jüngeren Entomophilen anspornen möchte, noch manche
Art hinzukommen wird. Auch noch andere Aufgaben sind
zu lösen. Es bestehen noch mancherlei Unklarheiten in
Deutsche Entomologische Zeitschrift ‚Iris‘, herausgegeben vom Entomologischen Verein I
Iris zu Dresden. Jahrgang 1925
66 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1924.
systematischer und zoogeographischer Hinsicht; ich erinnere
nur an die Formenkreise von Larentia dilutata Bkh.
— autumnata Bkh., Tephroclystia succenturiata
Schiff. — subfulvata Hw., Boarmia crepuscularia
Hb. — bistortata Gz. Auch biologisch ist noch manches
zu erforschen. Noch heute sind z. B. die ersten Stände
von Psodos alpinata Scp. (vom Glatzer Schneeberg)
so gut wie unbekannt.
Bezüglich der Nomenclatur und der Reihenfolge gilt das
kürzlich in der Einleitung zu den „Eulen“ Gesagte. Die
Brephinae sind, wie dies Prout im Seitz tut, als Sub-
familie der Geometridae behandelt worden. —
Mit der vorliegenden Arbeit sind die „Großschmetter-
linge“ abgeschlossen. Eine ganz kurz gefaßte Liste der
aus der Grafschaft Glatz bekannten „Kleinfalter“ folgt ım
Anschluß. Schließlich hoffe ich in Kürze ein Nachwort mit
zusammenfassenden Bemerkungen geben zu können.
Abkürzungen.
5. Selten | h. = häufig
S.s. = sehr selten s. h. = sehr häufig
z.s. = ziemlich selten z. h. = ziemlich häufig
n. Ss. = nicht selten n. h. = nicht häufig
Geometridae.
A. Brephinae.
Brephos parthenias L. Im ganzen Gebiet, auca in
höheren Lagen (Heuscheuer, Seefelder), stellenweise zahl-
reich. Ende Ill, IV, einer unserer zeitigsten Falter, im
Frühling 1922 recht häufig; in Wäldern und Gebüschen,
besonders Birkengehölzen. Heliophil, fliegt besonders
vormittags lebhaft und geschickt, setzt sich oft mit flach
ausgebreiteten Fl an die Erde (feuchte Wagengeleise, Maul-
wurfshaufen), um zu saugen, besucht auch Weidenkätzchen
und Köder, hält sich viel in Baumkronen auf und ruht dort
mit fest um den Leib geschlagenen Fl, anscheinend einen
Zweigknorren vortäuschend. 9° duftet ziemlich stark (Ent.
Zeitschr. Frankf. 1917, Nr. 16); © läßt sich leicht von Bäumen
schütteln. Hier beobachtete Aberrationen: ab. nigro-
basalis Spul., ab.muliercula Jul. Steph. (Gub. Ent.
]. Stephan. D. spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl. d. Grafsch. Glatz. - 67
Zeitschr. 1923, Nr. 11). — Eier in Häufchen. R an Betula,
an Buche habe ich sie noch nicht gefunden; VI erwachsen.
P in geleimtem Gespinst zwischen Moos an der Erde,
auch zwischen Blättern, in Rindenspalten, morschem oder
weichem Holz; überwintert, zuweilen zweimal.
B. nothum Hb. S. und nur an ganz wenigen Stellen
(Eulengebirgstäler); III, IV, 9' fliegt rasch, © sitzt meist im
Gebüsch. R an Weide, Espe, Pappel.
B. Geometrinae.
Pseudoterpna pruinata Hfn. An einigen Stellen der
Niederungen, sonst fehlend, VI, VII, auf trocknen Wald-
grasplätzen; fliegt am Tage und nachts, kommt ans Licht
und an den Köder, läßt sich leicht aufscheuchen. Fl ın
der Ruhe mit den Innenrändern aneinandergelegt (Spuler).
Geflogene Tiere sind meist unansehnlich. R an Genista,
Cytisus und an Papilionaceen. P in leichtem Gespinst.
Geometra [Hipparchus] papilionaria L. Verbreitet
in niederen und mittleren Lagen, mancherorts z. h.; Ende
VI bis Anfang VIII, fliegt abends und nachts, umkreist wie
toll die brennende Lampe, besucht auch den Köder. (In
einer Waldwirtschaft beobachtete ich, wie der F an Bier-
resten saugte) Am Tage sitzt er mit ausgebreiteten Fl
träg auf Blättern und wird dann meist übersehen. R an
Birke, Hasel, Erle, angeblich auch Buche; überwintert klein
am Zweig, dem sie in der braunen Färbung gut angepaßt
ist, im Frühling wird sie grünlich und gleicht dann völlıg
einem Birkenkätzchen; verrät sich nur durch die Fraßb-
spuren (kahl gefressene junge Triebe). Pin durchsichtigem
weißlichen Gespinst zwischen Blättern, in die die R eine
Anzahl kleiner Löcher frißt. (Auerbach.)
Nemoria [Chlorissa] viridata L. Soll bei Glatz und (nach
Bartsch) bei Neurode gefangen worden sein; möglicherweise liegt
ein Irrtum vor; innerhalb der Grafschafter Grenzen habe ich die
Art noch nicht beobachtet.
Thalera fimbrialis Sc. S., mehr in niederen Lagen;
Ende VI bis Anfang VIII auf Waldlichtungen. R an Ihymus,
Achillea und anderen niederen Pflanzen, gleicht einem
dünnen Zweigstückchen.
Jodis putata L. Wohl nirgends s., besonders ın ge-
schützten Lagen; Ende V bis Anfang VII in Wald und
Gebüsch. R an Heidelbeere. P überwintert.
68 . Deutsche Entom, Zeitschrift Iris. Dresden 1924.
J. lactearia L. Verbreitet, stellenweise (auch in höheren
Lagen) z. h., in lichten grasigen Bergwäldern; Ende V
bis VII, bei uns wohl meist nur 1 Generation, fliegt schon
in der frühen Dämmerung, sich durch die helle Farbe
kenntlich machend; geht an Köder; läßt sich tagsüber, be-
sonders nachmittags, sehr leicht aufscheuchen und fliegt
dann schwach und taumelnd, um bald wieder einzufallen.
R an Laubhölzern (Birke, Weide, Espe usw.), auch an Heidel-
beeren. Pin ganz leichtem Gespinst zwischen dürren Blättern,
überwintert. — F variiert beträchtlich in der Größe; ich fing
auf den Seefeldern zwerghaft kleine Stücke. Nur frisch
geschlüpfte Exemplare zeigen den schönen hellgrünlichen
Farbton, geflogene Tiere sind fast sämtlich weiß.
Hemithea strigata Mll. [aestivaria Hbn.] Hier und
da in Niederungen, bei Glatz (Wartha, Camenz), n. h., VII,
VII, auf lichten Waldstellen und in Hecken; F im Laub
sitzend, aus dem er sich leicht aufscheuchen läßt, fliegt
abends ziemlich rasch im Grase und um Blumen, zeigt
sich auch.am Köder. R polyphag an Laubholz (Weide,
Eiche, Schlehe, Weißdorn u. a.), überwintert klein; soll sich
in der Jugend mit Fäden überziehen, an denen Staub-
partikel hängen. (Prout.) Pin dünnem netzartigen Gewebe
zwischen Blättern.
C. Acidalinae.
Acidalia similata Ilınbg. [Ptychopoda serpentata
Hfn.] = perochraria F.R.). Verbreitet und meist h.,
VII, VIll auf Wiesen, grasigen Plätzen und Hängen; heliophil,
fliegt langsam, verkriecht sich ins Gras. R an Gräsern
und niederen Pflanzen, überwintert. P an der Erde in
leichtem Gespinst.
A. [Pt.] muricata Hfn. Dieser reizende Falter findet
sich bei uns nur vereinzelt und s., VII, auf grasigen,
etwas feuchten Waldstellen, in Niederungen: fliegt am Tage
und abends, kommt auch an die Laterne. R an.niederen
Pflanzen, benagt mit Vorliebe ganz trockne Himbeer- und
Wegerichblätter. P in lockerem Gewebe zwischen Pflanzen-
resten, liegt etwa 14 lage. (Gauckler.)
A. [Pt] dimidiata Hfn. Angeblich von Kretschmer im
unteren Bieletal gefangen; andere Meldungen liegen mir
nicht vor. VII, auf feuchten Wiesen und im Ufergebüsch
(Wocke), versteckt sich im Blattgewirr, läßt sich Bein fallen;
fliegt langsam und nur kurze Strecken.
J. Stephan. D. spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl.d. Grafsch. Glatz. 69
A. contiguaria Hb. [Pt. eburnata Wck.]. Diese Art, die im
Riesen- und Waldenburger Gebirge gefunden wird, dürfte in der
Grafschaft wohl nur übersehen worden sein.
A. virgularia Hb. [Pt. seriata Schrk.]. Stellen-
weise n. s., in höheren Lagen sehr spärlich; VI—IX (wohl
2 Bruten); in Wäldern und Gärten, oft in der Nähe von
Häusern, sitzt mit halb ausgebreiteten Fl auf Blättern, an
Wänden und Stämmen, schwärmt abends lebhaft umher,
zuweilen um Reisighaufen, kommt auch an den Köder.
F variiert in Größe und Färbung beträchtlich (ab. bischof-
farıaLh.,ab.obscuraMill.). Ran.allerlei vegetabilischen
Abfällen und welken Pflanzen, öfters in Häusern, Holz-
ställen, Reisigstapeln; am Boden versteckt.
A. [Pt.] pallidata Bkh. Fast überall spärlich; V, VI,
an Waldrändern, in lichten Gehölzen, sitzt an Gras und
auf Blättern, läßt sich leicht aufscheuchen und fliegt müde
und schwerfällig. R am Boden an tro:knen Pilanzenresten.
A. straminata Tr. [Pt. sylvestraria Hb.]. S.s., in
niederen Lagen, VI—VIII, auf sandigen Heideplätzen (Agnes-
feld, Neuheide), sitzt auf Calluna, fliegt wenig. Ran Ihymus
und an niederen Pflanzen, sehr träg.
A. [Pt.] herbariata F. Zerstreut; mehr in niederen
Lagen; VI-VII, in Häusern, Scheunen, Heuschobern, sitzt
an Mauern und Zäunen. R an dürren Pflanzenteilen, ın
Heu, Herbarien, Kräuterlagern, Drogenhandlungen, ist schon
mit getrockneten Schmetterlingen großgezogen worden.
(Severin). Pin lockerem Gewebe. — Dr. Dannenberg fing
bei Glatz auffallend große Stücke mit dunkler Mittel- und
Saumbinde.
A; [Pt.] bisetata Hfn. Verbreitet und mancherorts z. h,,
auch noch in mittleren Lagen (Reinerz) VII, VIII, in lichten
Gehölzen, an Gebüschrändern, läßt sich leicht aufstören;
fliegt ziemlich rasch, schon am späten Nachmittag, besucht
Licht und Köder. R an niederen Pflanzen, sehr träge,
wächst langsanı. |
A. [Pt.) humiliata Hfn. Hier und da in niederen Lagen
(in den Bergen selten) an trockenen, sterilen Stellen, sonnigen
Hängen, VI, VII, R an niederen Pflanzen, liebt Trockenheit.
A. [Pt.] deversaria H. S. Sehr vereinzelt, in Niederun-
“gen; VI, VIl, in Gebüsch und lichtem Laubholz; sitzt mit
ausgebreiteten Flügeln an Bäumen, auf Blättern, in der
Bodenvegetation.
70 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1924.
A. [Pt.] aversata L. Verbreitet und meist gewöhnlich,
besonders in der Form spoliata Stgr., die noch in Höhen
von 8—900m vorkommt; VI—VII, in niederen Lagen eine
partielle 2. Generation. Hier und da die ab.aurata Fchs.
R an niederen Pflanzen, welken Blättern; überwintert, kann
lange ohne Nahrung leben.
A. [Pt.] emarginata L. Nicht gerade häufig, höheren
Lagen fehlend; VII, VII, in Gehölzen, an lichten, grasigen
Waldstraßen, an Bachrändern; ruht träge auf und zwischen
Blättern, fliegt ziemlich spät; Lichtbesucher. R polyphag
an niederen Pflanzen, frißt auch frische Blätter.
A. immorata L. Verbreitet und meist z. h., nur stellen-
weise rar; VI, VII, auf sonnigen Wiesen, trockenen Gras-
plätzen, läßt sich am Tage leicht aufscheuchen und wird
dann oft für Ematurga -atomaria L. gehalten; das kleinere
Q weniger lebhaft; Köderbesucher. R an niederen Pflanzen
(Calluna, Thymus und dgl.), überwintert.
A.rubiginata Hin. Bei uns meist s., VI—-VII, auftrockenen
Wiesen, Rasenwegen, Triften, auf Schuttplätzen unter Pflan-
zen versteckt; fliegt schon in den späteren Nachmittags-
stunden, besucht die Laterne. R polyphag (an Convolvolus,
Thymus, Vicia, Polygonum usw.). P in lockerem Gewebe
am Erdboden.
A. marginepunctata Gz. S., in niederen Lagen, liebt
Kalkboden, V—VIII, in 2 Generationen, sitzt tagsüber an
Mauern, Zäunen, Felsen; fliegt in der Dämmerung, Blumen-
und Köderbesucher. R an niederen Pflanzen, hier noch
nicht an Sedum gefunden. P im Moos, zwischen Pflanzen-
abfällen.
A. incanata L. Zerstreut und n.h., noch in mittleren
Lagen (Reinerz), VI, VII (hier nur1 Generation), an trockenen
Rändern, sonnigen Hängen, ruht an Felsen, Mauern, Stämmen.
R an Lychnis, Dianthus, Thymus und dgl. P in leichtem
Gespinst in das Erdkrümel verwebt sind.
A. fumata Stph. |ternataSchrek.] In mittleren (stellen-
weise auch in höheren) Lagen n. s., in den Tälern (Altheide-
Dr. Dannenberg) vereinzelt; VI, VII, auch noch VIU (je nach
der Höhe), fliegt schon am späten Nachmittag, läßt sich
schnell aufscheuchen. R an Vaccinium, Calluna, frei sitzend
an sonnigen Waldrändern; oft angestochen; überwintert fast
erwachsen.
A. |Ptych.]| remutaria Hb. In mittleren Lagen oft zahl-
reich, Ende V bis Anfang VII, auf Waldschlägen, grasigen
]. Stephan. D, spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl. d. Grafsch. Glatz. 1
Lichtungen. R an niederen Pflanzen (z. B. Galium), über-
_ wintert halberwachsen. P inlockerem Gewebe an der Erde.
— A.immutataL. In niederen Lagen, stellenweise h., VI,VII,
“auf saftigen Wiesen, an Bachufern, feuchten Waldstellen;
ruht im Grase und läßt sich leicht aufstören, fliegt ziemlich
rasch. R an niederen Pflanzen (Plantago, Valeriana, Plantago,
auch Spiraea), frißt frische Blätter. P in ganz lockerem
Gewebe zwischen Stengeln und Blättern.
A.strigilariaHb.[nigropunctata Hfn.] Spärlich, mehr
in Niederungen, VI, VII, in Gebüsch, auf Waldwiesen, fliegt
abends, besucht den Köder. R polyphag (an Viola, Vicia,
‘ Veronica usw.). P in losem Gewebe.
A. ornata Scop. Im ganzen Gebiet (mit Ausnahme der
' hohen Lagen) meist gewöhnlich, steigt bis 900m; V—VII,
in den Niederungen 2 Generationen, in Hecken auf grasigen
_ Waldstellen, trocknen Hängen, sitzt oft am Erdboden, wird
oft aufgescheucht, fliegt aber nur kurze Strecken. Zwerg-
stücke sind häufig; bei Friedrichsberg fing ich öfters fast
weiße, ungezeichnete Exemplare: ab. paucisignata
_ Krausse. R an Thymus, Achillea, Mentha u. a. P am Erd-
boden zwischen zusammengezogenen Blättern.
Codonia [Cosymbia] pendularia Cl. Verbreitet ın
niederen und mittleren Lagen (bis etwa 600 m), stellen- und
jahrweise h., V—IX, in 2 Generationen, in Gebüschen, an
Waldrändern, sitzt an Stämmen und im Laube, läßt sich
klopfen; besucht nachts Köder und Licht. Aberrationen:
griseolata Stgr., depulsa Bstbg. R an Betula, angeblich
auch an Alnus, Quercus. P „hängt frei nach Art der Pieriden
an einem Blatt kopfabwärts mittelst eines Fadens um den
Leib und an der Afterspitze befestigt“ (Rebel), überwintert
in der 2. Generation.
C. [Cos.] annulata Schlz. Soll einmal bei Glatz gefangen worden
sein, eine Meldung, die sich leider nicht nachprüfen läßt; ich habe
den Spanner in der Grafschaft nicht beobachtet.
C. [C os.]punctaria L. In Niederungen, bei Glatz, Wartha
(Camenz, Hedwig). V—VIII, in 2 Generationen, sitzt an Bäu-
men und im Laub, besucht nachts Blumen, stellt sich auch
am Köder ein. R an Quercus, s. an Betula.
C.[Cos.] linearia Hbn. Verbreitet, aber n.h., „Charakter-
_ tier des Buchenwaldes“. Ende IV—VI, je nach Höhenlage,
in den Niederungen noch eine 2. Brut. (Die Sommerform
strabonaria Z. habe ich noch nicht gefunden. R an
Buche, soll auch Eiche, Faulbaum und Heidelbeere fressen.
12 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
Rhodostrophia vibicaria Cl. Nicht überall, Abhänge
des Schneegebirges, Maria Schnee (Guder), bei Reinerz,
Cudowa, aber z. s., VI, VII, auf Lichtungen, grasigen Wald-
plätzen, sitzt tagsüber in der Bodenvegetation, fliegt leicht
auf; besucht abends den Köder. Die ab. strigata Stgr.
ist mehrmals gefangen worden. R an niederen Pflanzen
(hier meist an Vaccinium), rollt sich korkzieherartig zu-
sammen. P in losem Gespinst. Die Art soll als Ei, Raupe
und Puppe überwintern (Prout).
Timandra amata L. Wohl überall, auch noch in mitt-
leren Berglagen, VI, VII, in den Niederungen eine partielle
2. Generation; auf grasigen Waldplätzen, buschigen Triften,
an Waldrändern, hält sich in Zweigen versteckt, wird aber
leicht aufgestört, läßt sich oft zur Erde fallen, fliegt abends
ziemlich niedrig und nicht schnell, stellt sich am Köder
ein. R an Atriplex, Rumex, Polygonum; überwintert meist
halberwachsen. P in losem Gespinst, soll stellenweise über-
wintern. (cfr. Gub. Ent. Zeit., 17. Jahrg., Nr. 20.) — Die Art
variiert beträchtlich (ab. roseata Hrsch., ab. deleta Rbl.
und Transitionen hierzu).
D. Larentinae.
Lythria purpuraria L. Verbreitet, aber vielerorts, be-
sonders in den Bergen, n. h., V—VIII, in den Niederungen
sicher 2 Generationen (von denen die kleine Frühlingsform
z. Ss. Ist); auf Feldrainen, Brachäckern, Wiesen und Hängen;
fliegt gewöhnlich am Tage, zuweilen auch abends; ich fand
das lier mehrmals in Spinnengeweben. (Pax erwähnt,
daß Ceratocaulus subterraneus in der Bartschniederung
die Fl des Spanners zu seinem Larvengespinst benützt.)
Der Falter ändert stark ab. (rubrovittata Hn, tan-
gens Hn,trilineata Hn,ruberrima Hn., mevesi
Lp. und Uebergänge zu diesen). — Ei wird einzeln abgelegt
R an Rumex.
L. purpurata L. Zu dieser bisher vielfach verkannten
Art ist ein im VII 1924 in Friedrichsberg gefangenes Stück
zu stellen. — Ueber den Formenkreis von purpuraria
L. undpurpuratal. (= cruentaria Guen.) vgl. Prout
in Seitz IV. Bd., p. 155/56, und Cloß-Hannemann,- Syst.
Verz. d. Großschm. d. Berliner Gebietes. |
Ortholitha plumbaria F. [mucronata Scp.). Stellen-
weise recht h., V—VII, in den Tälern 2 Gener., in lichten
Gehölzen, an Waldrändern, sitzt im Grase und zwischen
‚]. Stephan. D. spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl. d. Grafsch. Glatz, 73
Blättern, fliegt nachts, läßt sich aber am Tage leicht .auf-
'scheuchen. R polyphag an niederen Pflanzen. P in losem
‚Gespinst.
Ö. cervinata Schiff. [Larentia clavarıa Haw.] Nur
an wenigen Orten s.; wird u. a. von Dr. Schirm als in der
Grafschaft vorkommend angeführt; VII—X, fliegt abends,
kommt gern an die Lampe. — Ei überwintert. R an Malve,
an der Blattunterseite versteckt, läßt sich bei Störungen
fallen und sieht zusammengerollt einem Malvensamen ähn-
lich. P in Gespinst an der Erde.
O.limitata Scp. |(henopodiataL.] Allenthalben in
“den Bergen, noch in höheren Lagen, h., mancherorts sehr
gemein, VII, VIII, auf Waldschlägen, Grasplätzen, in Chaussee-
'gräben, sitzt im Grase, auf Blättern, wird oft aufgescheucht,
fliegt ziemlich rasch und ausdauernd, kommt nachts an die
‘Lampe. Dunkle Stücke (ab. fumata Nitsch.?) n.s. R an
‚niederen Pflanzen (Papilionaceen), lebt versteckt, über-
wintert.
O. moeniata Sc. Viel seltener als limitata, vielen Stellen
‚ fehlend, bei Neurode, Kunzendorf (Bartsch), Habelschwerdt,;
‚VII, VIII, auf Waldplätzen. R angeblich an Brombeere.
O. bipunctaria Schiff. Verbreitet bis in höhere Lagen,
‚aber n. h., in manchen Jahren sehr spärlich; VII, VII, an
sonnigen Waldrändern und Hängen, liebt Kalkboden; fliegt,
aufgescheucht, ziemlich lebhaft am Tage, besucht nachts
Blumen und Köder. Sehr helle Stücke (29) mit undeutlicher
Zeichnung (ab. obliterata Prout?) fand ich mehrmals
bei Friedrichsberg und Seitenberg. R an verschiedenen nie-
deren Pflanzen (Papilionaceen). P in losem Gespinst an
der Erde.
Minoa murinata Sc. Nur an wenigen Stellen niederer
und mittlerer Lagen, wo Euphorbia cyparissias (die Futter-
pflanze der R) wächst; Ende V—VI (wohl nur ın 1 Gene-
ration), auf Waldlichtungen, Gebüschrändern, heliophil,
fliegt ziemlich hoch und lebhaft. P in leichtem Kokon an
der Erde, überwintert, überliegt manchmal. — Die ab.
cineraria Stgr. erwähnt Dr. Dannenberg von Wartha
(28.'V. 22.)
Odezia atrata L. In mittleren und höheren Lagen ver-
breitet, stellen- und jahrweise s. h. (im Sommer 1922 war
der Spanner bei Friedrichsberg überaus zahlreich, die über
einer Stelle am Wege nach Kudowa schwebenden Falter
glichen tanzenden Rußflocken). VII, mancherorts schon Mitte
74 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1924.
VI, auf Waldlichtungen, Wiesen, an Chausseegräben; fliegt
ziemlich langsam im Sonnenschein bis zur Abenddämme-
rung. Ei überwintert. Ran Chaerophyllum und anderen nie-
deren Pflanzen. P in lockerem Gespinst.
Lithostege farinata Hfn. Ein, in einer kleinen, laienhaft an-
gelegten Sammlung, steckendes Stück soll aus der Gegend von
Wartha stammen. Nachprüfung nicht möglich. Wocke gibt als den
der Grafschaft zunächst liegenden Fundort Neiße an.
Anaitis praeformata Hb. Besonders in den Bergen
verbreitet, geht bis zur Baumgrenze hinauf, z. h.; VI, VII,
in lichten Wäldern, an Gebüschrändern, in Gärten, sitzt
tagsüber ziemlich frei, gewöhnlich kopfunten, an Felsen,
Stämmen, Zäunen; sehr scheu, fliegt bei der geringsten
Störung ungestüm auf. Hie und da ist:die ab. conflua
F. Hffm. gefunden worden. — R an Hypericum, überwintert,
im Herbst in den Samenkapseln versteckt. P. in leichtem
Gespinst an der Erde.
A. plagiata*) L. Verbreitet, aber mehr in niederen Lagen,
manchmal gewöhnlich, V—IX in 2 Generationen. Variiert
stark in Größe, Färbung und Zeichnung; die ab. tangens
Frtsch. wurde mehrfach gefangen. — R an Hypericum.
Chesias spartiata Hrbst. |legatella Schiff.]. Soll bei
Wartha, also an der Grafschafter Grenze, fliegen; möglicher-
weise kommt die Art auch im Gebiet selbst vor, da die
Futterpflanze der Raupe an mehreren Stellen wächst.
Lobophora |Nothopteryx] polycommata Schiff. S.
s., im Eulengebirge und in den Ausläufern des Walden-
burger Berglandes; IV, im Gebüsch. R an Lonicera, Fraxinus,
Ligustrum. P in lockerem Gespinst an der Erde.
L. [Acasis] sertata Hbn. Ziemlich verbreitet, aber n.
h., im Eulen- und Heuscheuergebirge, bei Reinerz (schon
von Standfuß sen. nachgewiesen), am Hummel, bei Cudowa
(Illgner); IX, X in Bergwäldern, sitzt an Stämmen und in
Ahorngesträuch. Ei überwintert. R an Acer, zuerst in den
Knospen.
L. [Acasis] carpinata Bkh. Nur an wenigen Stellen
gefunden, bei Cudowa, Friedersdorf, Hummelwitz; s., IV VE |
R an Pappel und Weide. Pin einem mit Erdkrumen ver-
mischten Kokon; überwintert.
®) Die Form efformata Guen. (vergl. Warnecke, Gub. Ent.
Zeitsch. 18. Jahrg. Nr. 44) ist m. W. hier nicht beobachtet worden.
. ]. Stephan. D. spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl. d. Grafsch. Glatz. 75
— L. halterata Hfn. Verbreitet, aber nur stellenweise h.;
1IV,V am Tage an Stämmen und im Gebüsch von Espen
ruhend. R an Populus tremula, auch Salıx. P ın ziemlich
festem Kokon an der Erde. |
L. [Mysticoptera] sexalata Rtz. Vereinzelt und s.,
bei Reinerz, Landeck, Glatz; VI, im Weidengesträuch an
Waldrändern und Bachufern; besucht nachts dıe Lampe.
R an Salix-Arten. P überwintert.
L. [Acasis] appensata Ev. Anscheinend sehr verein-
zelt; bei Reinerz bereits von Pastor Standfuß festgestellt;
IV,V. Ran Actaea spicata, zwischen zusammengezogenen
“Blättern, in der Jugend in den unreifen Früchten.
Cheimatobia boreata Hb. [Operophtera fagata
' Schrfbg.]. In niederen und mittleren Lagen stellenweise z.
-h.; höher hinauf fehlt die Art gewöhnlich; X, XI, in Buchen-
' wäldern und Birkengehölzen, fliegt nachts. R an Fagus,
Betula. Ei überwintert. P iin der Erde. Ueber Biologie vgl.
"Soc. ent. 1919, Nr. 13 und Zeitschr. f. wiss. Insektenbiol.
913, S. 24.
Ch. [Operophtera] brumata L. Im ganzen Gebiet,
‚selbst in hohen Lagen (bis 1300 m), vertreten, vielerorts
' gemein,in Gärten und Laubholzschlägen; X — XII, im höheren
Gebirge oft schon im IX, hingegen fand ich 1 9' in Fried-
richsberg a. d. Heuscheuer (ca 800 m) noch am 4. 1. 25,
einem allerdings frühlingsmäßigen Tage. J* fliegt in der
Dämmerung und abends, besucht das Licht, zuweilen (in
Niederungen) in ganzen Schwärmen, trägt das @ in der Ko-
pula oft umher; © versteckt sich am Tage in Rindenrissen,
dürrem Laub und dergleichen, läuft erst abends spinnenartig
an den Stämmen in die Höhe, bei Nebelwetter und Regen
auch schon am Tage. Ei wird an die Knospen und Zweige
abgelegt. R an Obstbäumen (vornehmlich Zwetschgen und
Pflaumen) und fast allen Laubhölzern, in höheren Lagen an
‚ Vogelkirsche, auch an Heidelbeere (Soffner); spinnt anfangs
Blüten- und Blattknospen zusammen; tritt im Gebirge selten
_ernstlich schädigend auf, zumal die R eine Lieblingsnahrung
vieler Vögel bildet. Nach Siegel (Gub. Ent. Zeitschr., 11. Jhrg.,
‚ Nr. 24) ist ein großer Teil des brumata-Schadens auf das
Konto von Chloroclystis rectangulata L. zu stellen. P in
‚der Erde in leichtem, aber ziemlich festen Gespinst.
Triphosa dubitata L. Verbreitet bis in höhere Lagen
(Reinerz, Seitenberg) aber n. h.; VIII—X und überwintert
im IV (also in 1 Generation); Kopula im Frübjahr. F licht-
76 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
scheu, zuweilen in Häusern, Kellern, hohlen Bäumen ver-
steckt. R an Schlehe und Rhamnus, in der Jugend zwischen
zusammengesponnenen Blättern, verpuppt sich an der Erde.
Eucosmia certata Hb. [Calocalpe cervinalis
Scp.] Nicht überall, doch noch in höheren Lagen vorkom-
mend (Reinerz, Friedrichsberg); IV, V, seltener schon im
VII, IX; besucht den Köder. Dr. Dannenberg fing die ab.
griseata Bstbg. in Glatz (26. Ill. 21). R an Berberis
zwischen zusammengezogenen Blättern. P in der Erde,
überwintert gewöhnlich.
E. [Calocalpe] undulata L. Stellenweise n. s., mehr
in niederen Lagen, in Laubwäldern und Gebüschen, Ende
V bis Anfang VII, sitzt öfters auf Blättern, läßt sich leicht
aufscheuchen. F variiert besonders in der Zahl und Stel-
lung der Wellenbinden (cfr. Bryk in Gub. Ent. Zeitschr.,
15. Jahrg., Nr. 14 und 25). R an Vaccinium, Salix, Populus
tremula; im X erwachsen. P im Gespinst im Moos, über-
wintert. |
Scotosia [Philereme] vetulata Schiff. S., mehr in
Niederungen, VI, VII in Gärten und Anlagen, sitzt an Zäu-
nen. R an Rhamnus (nach Köhler an wilden Birnbäumen)
zieht Blätter tütenförmig zusammen. P in leichtem Gewebe
an der Erde oder auch zwischen Blättern.
S. rhamnata Schiff. [Philereme transversata
Hfn.] Sehr vereinzelt und s., in Gärten, VI, VII, liebt dunkle
Orte, sitzt in Lauben, unter Wölbungen, Brücken, in Kellern
usw. R an Rhamnus, auch Schlehe.
Lygris [Eustroma] reticulata Schiff. Zerstreut und z. s.,
bei Lewin, Tanz, im Dörnikauer Tal (Müller, Goetschmann)
bei Wünschelburg, Ende VI bis Anfang VIII; sitzt gern an
Stämmen, schwer zu entdecken; ist bei warmem Wetter
sehr flüchtig und dann schwer zu fangen. R an Impatiens
nolı me tangere. P an der Erde.
L. prunata L. Verbreitet bis in höhere Lagen (Reinerz,
Friedrichsberg, Seitenberg, Wilhelmsthal) aber n. h., VII,
VII, in Gärten, Gebüschen, Hecken. R an Ribes, Prunus,
nach Glaser auch an anderen Obstbäumen, Ende V erwach-
sen, verpuppt sich zwischen Blättern, die durch einige
Fäden zusammengesponnen sind. |
L. testata L. An verschiedenen Stellen (Reinerz, Heu-
scheuer, Altheide), aber meist spärlich, Ende VII bis-IX;
in Gebüschen, an Waldrändern, sitzt im Grase, an Blättern,
fliegt pendelnd und nicht ausdauernd. R an Salix-Arten,
‚ J. Stephan. D. spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl. d. Grafsch. Glatz. 17
| EEE EEE EN EEE
nach Lange an Heidekraut, frißt gewöhnlich nachts, macht
pendelnde Bewegungen.
L: populata L. Im ganzen Gebiet, besonders in mitt-
leren‘ und höheren Lagen, h., stellenweise gemein; Ende
VI—VII, in Wäldern, sitzt versteckt an der Unterseite von
Blättern, an Stämmen und Grashalmen, fliegt nachts gern
an dieLampe. F variiert beträchtlich ab. circumscripta
Strd., ab. dotata L. (selten, mehr in den Tälern) und ab.
musauaria Frr., letztere von Hedwig bei Seitenberg und
auf dem Glatzer Schneeberg gefunden. — Ei soll über-
wintern (Gillmer). R an Heidelbeere, auch an Heidekraut,
Weide ünd Espe. P meist zwischen Blättern, ruht nur
‚ kurze Zeit.
Larentia dotata L. [Lygris pyraliata Schiff.|.Ver-
breitet und vielerorts n.s.,bei Neurode, Kunzendorf (Bartsch),
_ Klessengrund,Schreckendorf(Hedwig),Seitenberg (Stephan),
Habelschwerdt; VII, Anfang VIII. R an Galium. Ei über-
wWintert. :
“ L. [Cidaria] fulvata Frst. Stellenweise, n.h., bei Neu-
Mohrau (Hedwig), Friedersdorf (Stephan); Mitte VI, VII, in
‘ Gärten, an Lehnen und Wiesenrändern. R an Rosen, freıi-
‚lebend. Ei überwintert. P zwischen Blättern.
L. ocellata L. Fast durchgehends h., auch in höheren
‘ Lagen, VI, VII, bei uns meist wohl nur 1 Generation, ın
Wäldern und Gebüschen, an Straßenrändern, fliegt an den
Köder. R an Galium, überwintert angeblich in einer Erd-
_ höhle, verpuppt sich erst im Frühjahr, liebt Feuchtigkeit. —
Hier und da die ab. coarctata Prout.
L. bicolorata Hfn. Zerstreut undn.h., bei Habelschwerdt,
Seitenberg (Hedwig), Reinerz, Friedrichsberg, VII, VII;
fliegt kurze Strecken, nascht gern an Blattlaussaft; ist ziem-
lich scheu. Ei überwinter. R an Alnus, Salix, Rosa,
Prunus; liebt Feuchtigkeit. P zwischen zusammengezogenen
BR (Biol. vgl. Gub. Ent. Zeitschr., 18. Jhrg. (1924),
r. 22).
L.-variata Schiff. Im ganzen Gebiet (mit Ausnahme
' der höchsten Lagen) gewöhnlich, stellen- und jahrweise
gemein; V—VI, (mancherorts 2 Generationen) in Nadelwäl-
dern, sitzt an Fichten. R an Fichte, Tanne, s. an Kiefer;
überwintert. P an der Erde, auch zwischen Nadeln. F
. variiert beträchtlich; beobachtet wurden ab. nigrofas-
ciata Gmbg., ab.stragulata Hb. (selten), ab. alboni-
grata Hf. und die jetzt als „gute“ Art geltende
78 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
L. obeliscata Hbn., die besonders in Kieferwäldern
(auch in kleinen Anpflanzungen), also mehr in tieferen
Lagen, auftritt. Dr. Dannenberg fand bei Landeck im VIII
1919 dunkle, zu ab. scotica Stgr. (= obliterata Wh.) hin-
neigende Stücke. — Ueber den Formenkreis von variata
und obeliscata herrscht noch keine völlige Klarheit.
L. juniperata L. Stellenweise, besonders in mittleren
Lagen, n. s., bei Seitenberg, Mühlbach (Stephan), Altheide,
Nesselgrund (Hedwig), VI, VII in 1 Generation, Herbst-
stücke (die in der Ebene weitaus häufiger sind) meines
Wissens hier selten gefunden. Ran Juniperus, wird häu-
figer beobachtet als der F. Pin losem Gewebe zwischen
Nadeln.
L. siterata Hfn. Zerstreut, mancherorts s. s.; bei Glatz,
Habelschwerdt, Friedrichsberg, Carlsberg, Dörnikau (an den
drei letztgenannten Orten 1917 von mir öfters gefunden);
in Gärten, Gebüschen, an Waldrändern; nach Angabe aller
einschl. Werke von Ende VIII, IX überwinternd bis V; ich
fand die Art bei Friedrichsberg a. d. Heuscheuer bisher
nur im VI. (Sollte siterata hier nicht als F überwintern?)
R polyphag an allerlei Laubhölzern (Obstbäumen, Ahorn,
Linde, Schlehe, Rose u. dergl.), auch an Heidelbeere. P
in lockerem Gespinst an der Erde oder in Rindenspalten.
— Bei einem meiner Stücke (Carlsberg, VI 1924) ist das
Grün der Vfl fast völlig durch Braun ersetzt.
L. miata L. Anscheinend s.s.; von Illgner bei Glatz
gefangen (kommt sonst im Iser-, Riesen- und Altvaterge-
birge vor). IX, überwintert IV, V. Ran Laubhölzern, nach
Wocke an Vaccinium. P in Gespinst an der Erde, im Moos.
L. truncata Hfn. Verbreitet und an den meisten Stellen
(auch in höheren Lagen) h., in Wäldern, VI—VII, in den
Tälern wohl 2 Generationen; F kommt gern ans Licht.
Aberrationen: rufescens Strm. (Heuscheuer VI 1918,
Stephan), centumnotata Schlz. (Friedrichsberg 21.VII. 24,
Stephan. R an Salıx, Rosa, Betula, Lonicera, Rubus,
Crataegus, Fragaria, Vaccinium (besonders auf den Höhen),
Geranium und dergl., überwintert. P in losem Gewebe
‚zwischen Blättern.
L. immanata Hw. [Cıdaria citrata L.] Verbreitet
(Reinerz, Neurode), besonders in mittleren und höheren
Lagen; Ende VI bis Anfg. VIII; sitzt in Kopfhöhe an Fichten,
ist sehr scheu, fliegt stürmisch und ziemlich hoch; wird
häufig mit der vorigen Art zusammengeworfen. (Ueber den
‚J. Stephan. D. spanneraitig. Nacht- u. Kleinschmetterl.d. Grafsch, Glatz. 19
Formenkreis von truncata und immanata vgl. Iris 1921,
.S.147; Frankf. Ent. Zeit. 1922, Nr. 21; Zeitschr. f. wiss.
Insektenbiol. 1918, S. 159.) — Ei überwintert. R an Vac-
cinium, Fragaria und and. niederen Pflanzen. P in Gespinst
‘zwischen dürrem Laub, im Moos.
L. firmata Hbn. Nach Kretschmer einmal bei Landeck gefun-
den; möglicherweise liegt eine Verwechslung mit obeliscata Hb vor.
L. olivata Bkh. Einzeln und s.; wird auch von Dr.
Schirm aufgeführt; Ende VI bis Anfang VII; sitzt an Steinen,
Mauern, unter hohlliegenden Baumwurzeln. Ran Galium,
nach Wocke an Vaccinium, ist sehr träge, frißt nachts;
überwintert klein, versteckt sich zwischen Steingeröll. P
in Gespinst an der Erde.
A. viridaria F. [Cidaria pectinataria Knch.] Ziem-
lich verbreitet und jahrweise gar n.s., bei Reinerz (Aßmann),
Kunzendorf bei Neurode (Wiedemann), Glatz (Camenz;
Hedwig); VI, VI, in Gärten, Gebüsch, an Waldrändern, sitzt
‚am unteren Teile von Stämmen, fliegt leicht ab. R an Ru-
mex, Lamium und anderen niederen Pflanzen, am Tage unter
Blättern versteckt, fällt gern zu Boden, rollt sich zusammen,
‚liebt Feuchtigkeit. P in Moosgespinst.
L. salicata Hb. S.s. und zerstreut, im nördlichsten Zipfel
des Kreises Neurode, Waldenburger Bergland, im Reichen-
steiner Gebirge (Johannesberg; Wocke); VI, VII. R an
Galium. P in einem Erdkokon, überwintert.
L. fluctuata L. Fast überall, aber nicht gerade gewöhn-
lich, V—-IX in 2 Gener., sitzt an Mauern und Stämmen,
besucht Köder und Laterne. F variiert stark: ab. costo-
vata Hw., ab. fasciata Tutt., ab. ochreata Prout, Iran-
sition zuneapolisata Mill. (cfr. Wehrli in Gub. Ent. Zeit.,
1918, Nr. 26). R polyphag an niederen Pflanzen, vornehn'-
lich Cruciferen; wächst sehr schnell. P in leichtem Erd-
gespinst, überwintert; zuweilen soll sich die R erst ım
Frühjahr verwandeln.
L. didymata L. Verbreitet und meist h. (Seitenberg,
Reinerz), in mittleren und höheren Lagen anscheinend noch
zahlreicher als in den Tälern; VII, VII, sitzt unten an Stäm-
men, leicht zu fangen. Zuweilen sind die g'g' sehr dunkel
(ab. nigrofasciata Rbl.). Ei überwintert. R an nie-
deren Pflanzen, hier meist an Vaccinium, Mulgedium (Alpen-
lattich), auch Primula; frißt gern Blüten, rollt sich zusammen.
P in leichtem Erdgespinst zwischen Moos und Blättern.
80 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
L. [Venusia] cambrica Crt. Ein echter Bergschmet-
terling, der bis zur Baumgrenze geht, meist z.s., bei Reinerz,
an der Heuscheuer, am Schneeberg, im Bielengebirge (Alt-
vater); VII, sitzt an Stämmen. R an Sorbus aucuparla,
sitzt an der Unterseite der Blättchen, läßt sich bei Störung
an einem Faden herab. P überwintert. (Biolog. siehe Lange
in Iris, 1920, S. 211 und 1921, S. 152). — Melanistische
Stücke (ab. bradyi Prt.) nicht selten.
L. vespertaria Bkh. [Cidaria parellelolineata
Rtz.] In mittleren und höheren Lagen (Reinerz, Seitenberg,
Schneeberggebiet) n. s., in den Tälern vereinzelt (Birgwitz,
Glatz; Dr. Dannenberg); VII, IX, sitzt an Stämmen nahe
der Erde, an Felsen, am Boden, unschwer zu fangen, fliegt
abends „pendelnd dicht über dem Boden hin“ (Lange), saugt
gern an Blüten, besucht auch den Köder (Hedwig). Ei
überwintert. R an verschied. niederen Pflanzen (Galium,
Rumex, Leontodon und dergl.), auch Schlehe. P-in einem
Erdtönnchen.
L. incursata Hbn. Echt montane Art, meist wenig zahl-
reich, in Schneegebirge, auf dem Habelschwerdter Kamm,
bei Reinerz, auf den Seefeldern; VI auf Waldschneisen,
F sitzt an Stämmen, fliegt ziemlich langsam über das Heidel-
beerkraut, verfolgt geht er in raschem, zickzackförmigem
Fluge hoch. Ran Vaccinium myrtillus, auf den Seefeldern
an uliginosum, lebt versteckt, überwintert gewöhnlich er-
wachsen, verpuppt sich z. T. noch im Herbst.
L. montanata Schiff. Im ganzen Gebiet h., auch in
hohen Lagen. Schneeberg (Hedwig), Heuscheuer (Stephan);
VI, VII; sitzt: schräg oder auch mit dem Kopf nach unten
an Stämmen, unter Blättern, fliegt bei Störung sofort auf,
läßt sich aber bald nieder. Aberrative Stücke werden n. $.
gefangen: ab. degenerata Prout (= constricta Strd.),
ab.costimaculataRbl., ab.continuataKrl. (spärlich).
R an niederen Pflanzen (Primula, Galium, Vaccinium, Ru-
mex u.a.), auch Sambucus racemosus, überwintert; am Tage
amı Boden versteckt. P an der Erde. |
L. suffumata Schiff. Nicht überall, mehr in mittleren
Lagen; bei Habelschwerdt, Voigtsdorf (Guder), Altheide;
Ende IV bis Anfang VI (eine unserer frühesten Larentien);
sitzt an Stämmen, fliegt leicht ab. R an Galium, wächst
rasch. P überwintert; der F soll — wie Taeniocampa —
ne im VIll entwickelt sein. (Vgl. dagegen Soc. ent., 1918,
rs:
'
J. Stephan. D. spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl. d. Grafsch. Glatz. 81
L. quadrifasciaria Cl. Zerstreut und meist n.h., bei
Reinerz, Wilhelmstal, Wölfelsgrund; VI, VII (1 Gener.), in
Wäldern. R an Lamium, Primula und dergl., überwintert.
L. ferrugata Cl. N. s., in den Niederungen 2 Genera-
‚tionen (V und VIII); in Wäldern, Gebüschen, Gärten, Hecken,
auf Feldrainen. F variiert stark; hier und da tritt die bisher
als eigene Art geltende ab. unidentaria Hw. auf. (cir.
Prout in Seitz IV, S. 227; ferner Lange in Iris, 1921, S. 157,
dagegen Gillmer in Soc. ent., 1913, 5.4). Ran Galıum und
anderen niederen Pflanzen; überwintert.
L. spadicearia Schiff. Hier und da mit ferrugata zu-
sammen, als deren „Aberration“ sie früher galt. Dr. Schirm
führt das Tier in seinem Verzeichnis auf; VII—VIll (ob in
2 Generationen?), auf Waldlichtungen, fliegt hurtig und
hüpfend im Sonnenschein, ist schwer zu fangen; liebt trock-
kene Plätze. R an niederen Pflanzen.
L. pomoeriaria Ev. [Cidariabiriviata Bkh.] Zer-
'steut und s., bei Reinerz (von Dr. Dannenberg gefunden)
Lewin; VI, hier sicher nur 1 Generation, (in den Niede-
rungen möglicherweise eine Frühjahrsgeneration. R an
"Impatiens. P überwintert, in einem leichten Erdgespinst.
L. designata Rott. [Hfn.] In der Grafschaft gleichfalls
spärlich, bei Reinerz, Rückers; VI, VII, sitzt bei lage an
Stämmen, liebt feuchte Gehölze und Gründe. R an Cru-
ciferen (Brassica u. dergl.). P in einem Gespinst, über-
wintert.
L. vittata Bkh. [Cid. lignata Hbn.] Soll auf feuchten
Neisse-Wiesen bei Wartha vorkommen; innerhalb der Grafschafter
Grenzen ist das Tier meines Wissens nicht beobachtet worden.
L. [Oporinia] dilutata Bkh. Verbreitet und mancher-
orts h.; bei Glatz (Dr. Dannenberg), Cudowa (lligner),
Reinerz, Seitenberg (Stephan), Landeck, Schönau, Mühl-
bach (Hedwig) u.a.; IX, X, in der Ebene bis XI, sitzt gern
an Stämmen und „trotzt den Herbststürmen und oft genug
dem Schneegestöber, ihre raube-Behaarung schützt sie vor
dem Erfrieren“ (Lange). Aberrationen: obscurata Stgr.
(nicht selten), tectata Fchs. (7. X. 19 bei Cudowa von
Dr. Dannenberg gefunden). Ran verschiedenen Laubhölzern
(Hasel, Schlehe, Weide, Birke) auch Lärche, wird nach Rang-
now vom Kuckuck sehr gern gefressen. Ei überwintert.
.P in einem Erdkokon.
L. [Oporinia] autumnata Bkh. Mit dilutata, mit
der sie meist verwechselt wird (— Unterschiede siehe Prout
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein II
‚ Iris zu Dresden. Jahrgang 1925
82 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
in Seitz IV, Lange in Iris 1921 p. 159 usw. —), aber bei
weitem seltener gefunden, bei Voigtsdorf, Habelschwerdt
(Guder), IX, sitzt an Straßenbäumen (Eschen). R an ver-
schiedenen Laubbäumen. P in der Erde. — Die in unserm
Gebiet vorkommenden Formen von dilutata — autumnata
(zu denen vermutlich auch christyi Prout treten wird)
sind leider noch recht wenig erforscht, eine Aufgabe, auf
die besonders Jüngere Entomologen hingewiesen seien.
L. [Cidarıa] caesiata Schiff. Eine rein montane Art,
die in mittleren und höheren Lagen bis zur Baumgrenze,
stellenweise (Seitenberg, Puhu, Reinerz) s. h. auftritt; VI
bis Mitte VII, an Waldsäumen mit hohem Fichtenbestande,
sitzt zahlreich an Stämmen, ist bei warmem Wetter sehr
scheu und flüchtig; saugt an Ononis. R ist sehr schön, lebt
an Vaccinium besonders an Wegrändern, überwintert, er-
wacht sehr zeitig. P in lockerem Gewebe. — Ueber die enorme
Variabilität des F vgl. die ausgezeichnete Studie von E. Lange
in Iris, 1921, p. 160—166. Für unser Gebiet sind zu er-
wähnen: ab. nigricans Prout in verschiedenen Modifi-
kationen, Iransitionen zu annosata Zett., ab. divisa ie
L. flavicinctata Hb. Mir liegen keine Meldungen über diese
Art vor, ich habe sie auch selbst hier noch nicht gefangen, glaube
aber bestimmt, daß sie in der Grafschaft vorkommt und noch ge-
funden werden wird. (Fast alle Werke geben an: „In den schle-
sischen Gebirgen“.)
L. infidaria Lah. Zerstreut und s., Wölfelsgrund am
Schneeberg (Wocke), Dörnikauer Tal (Goetschmann), Wal-
denburger Bergland; VII, sitzt an Stämmen und Felsen.
R an niederen Pflanzen (Saxifraga, Oxalis, Geranium, Vac-
cinium), überwintert. P in losem Gespinst zwischen Blättern.
L. verberata Scp. Montane Art. In höheren Lagen
bis auf die Kämme und Gipfel, „von der Tafelfichte bis
zum Altvater“ (Wocke), von Hedwig auf dem Glatzer Schnee-
berg gefunden, VII, jahrweise und lokal ziemlich zahlreich.
Ei überwintert. R an niederen Pflanzen (Spuler u. Berge-
Rebel geben „Fichte“ an). P in leichtem Gespinst an der Erde.
L. cuculata Hfn. Verbieitet, doch s. (Dr. Schirm führt
die Art auch auf); VI, VII. R an Galium, wächst schnell.
P in leichtem Gespinst, überwintert.
L. galiata Fb. [Schiff] Nur an wenigen Stellen ge-
funden, u. a. von Hedwig bei Seitenberg— Schreckendorf;
soll in 2 Generationen (V, VI; VII) vorkommen. R an
Galium. P in lockerem Gewebe an der Erde.
‚ J. Stephan. D.spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl. d. Grafsch. Glatz. 83
LE mm
L. rivata Hb. Zerstreut und s., mehr in Niederungen,
wird aber auch von Reinerz angegeben; in kleinen Ge-
_ hölzen, Birken- und Erlengebüschen; VI, VI. Ran Galium.
. verpuppt sich in leichtem Gespinst. Die Art wird oft ver-
wechselt mit
L. sociata Bkh. [Cidaria alternata Müll], die
_ weitverbreitet und stellenweise h. ist, aber auch Niederungen
und mittlere Lagen zu bevorzugen scheint. VI, VII, in tiefen
Tälern eine partielle 2. Generation. Ran Galium, von der
rivata-R kaum zu unterscheiden. P in leichtem Gewebe an
der Erde zwischen Halmen und Stengeln.
L. unangulata Haw. Nur von wenigen Orten bekannt,
- Seitenberg (Hedwig, Stephan), Reinerz (Wocke), Heuscheu-
er; VI, VII, s., jahrweise ganz fehlend. Ran Miere. Pin
einem Erdgespinst.
L. picata Hbn. S.s., bei Glatz, Landeck, VI, VII, in
schattigen Tälern, Gebüschen. R polyphag an niederen
Pflanzen (Vogelmiere und dergl). P überwintert.
L. albicillata L. Im ganzen Gebiet verbreitet, bis in
höhere Lagen, manchmal h., VI,VII, in Wäldern, wo Him-
und Brombeeren wachsen, sitzt an Stämmen und fällt schon
von weitem ins Auge, fliegt leicht ab; Köderbesucher. R
an Rubus, sitzt ausgestreckt frei auf Blättern, rollt sich
beim Anfassen korkzieherartig zusammen; wird oft von
Parasiten bewohnt. P in der Erde.
L. lugubrata Stgr. [|uctuata Schiff.] = transversata
Thnbg.. Rein montane Art, die in manchen höheren Lagen
(Wilhelmsthal, Reinerz, Grunwald, Heuscheuer) recht h.
und bis auf die höchsten Teile des Gebirges verbreitet ist,
Dr. Dannenberg fing sie (7. VI. 21) z. B. am Gipfel des
Schneeberges. Stellenweise eine partielle 2. Generation Im
VII, sonst VI, VII. Sitzt tagsüber hoch an Baumstämmen,
' zuweilen auch in der Bodenvegetation, aus der sie sich
leicht aufstören läßt und schnell in wirbelndem Fluge in
die Höhe geht; abends kommt sie schwebenden Fluges
herab und läßt sich oft an Epilobium-Blüten zum Saugen
‘ nieder, ist aber sehr scheu. Ran Epilobium angustifolium,
oft sehr zahlreich, überwintert teilweise. P an, oder in der
‚ Erde, überwintert gewöhnlich. — Transitionen zu atro lata
Schaw. und denigrata Gillm. sind beobachtet worden.
L. hastata L. Verbreitet in niederen und mittleren
Lagen bis etwa 800 m, kommt n. S. bei Reinerz und noch
bei Friedrichsberg, Carlsberg (750—800 m) vor, höher hin-
84 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
auf, bis zur Baumgrenze, auf der Hohen Mense, im Schnee-
gebirge, auf dem Habelschwerdter Kamm, sowie auf den
Seefeldern fliegt die Forın subhastata Nlck., und zwar
im VII, während erstere schon Ende V und im Vl erscheint.
F liebt sonnige Waldränder, sitzt bei Regenwetter ziem-
lich hoch an Stämmen, ıst sehr scheu und flüchtig; fliegt
am Tage rasch und unberechenbar, bei Fehlschlägen wie
rasend ; schwierig zu fangen. R von hastata gewöhnlich an
Betula, von subhastata meist an Vaccinium (auf den See-
feldern an Sumpfheidelbeere); heftet dıe Blätter bauchig
zusammen und benagt die innere Fläche, bleibt aber nur
kurze Zeit im alten Gehäuse, sondern fertigt bald ein neues
an. P an der Erde, die von hastata überwintert. — Von
Aberrationen seien hier genannt: ab. moestata Nlck.,
und Transition zu semifusca Wen., erstere unter sub-
hastata.
L. tristata L. Verbreitet bis in hohe Lagen, n. h., VI,
VII, ın Wäldern und Gebüschen, liebt Feuchtigkeit, sitzt
an Stämmen und Blättern, fliegt auch am Tage gern, aber
nur kürzere Strecken, saugt an Galium-Blüten und bewegt
dabei die ausgebreiteten Fl auf und ab. Ran Galium.
P in leichtem Gespinst am Erdboden. — F kann leicht mit
subhastata verwechselt werden; Unterschiede siehe
Lange in Iris, 1921, S. 169.
L. Iuctuata Hbn. [Cıidarıa hastulata Hbn.] Einzeln
und s., in den Ausläufern der Waldenburger Berge im
nördlichen Teile des Kreises Neurode; VI, VII, wird leicht
mittristata verwechselt. (Unterschiede s. Prout in Seitz).
R an Galium. P überwintert.
L. molluginata Hbn. Einzeln und s., in Gehölzen und
an Waldrändern, VI; sitzt an Blättern, fliegt leicht auf,
saugt gern an Lonicera-Blüten. Ran Galium: P überwintert.
L. affinitata Stph. Wohl s. s., ich fand sie bisher eben-
sowenig wie dieab.turbaria Stph., obwohl Wocke schreibt:
„Im ganzen höheren Vorgebirge bis gegen 4000 Fuß“. F
im VI, VI. R in den Samenkapseln von Lychnis. Pin
leichtem Gespinst.
L. alchemillata L. Verbreitet und mancherorts z. h.
(Seitenberg, Reinerz), VI, VII, an Waldrändern, Lichtungen,
Gräben; sitzt selten an Stämmen, verbirgt sich unter Blät-
tern, fliegt abends langsam und niedrig. R an Galeopsis,
Lamium; frißt Blätter, Blüten und Samen. Pin einem
feinen Gewebe an der Pflanze oder am Boden; überwintert.
| ]. Stephan. D. spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl. d. Grafsch.Glatz. 85
L. hydrata Tr. Wird von Dr. Schirm in seinem Verzeichnis
- der in der Grafschaft Glatz gefangenen F erwähnt. Es ist möglich,
. daß hier ein Bestimmungsfehler vorliegt. Keiner der hiesigen Samm-
ler hat die Aıt bisher gemeldet.
L. minorata Ir. Zerstreut und n. h., bei Neurode
(Wiedemann), Seitenberg (Stephan), Neu-Mohrau ı. Schnee-
gebirge (Hedwig); VI, VI. R an den Samen von Euphrasia.
P an der Erde, überwintert, überliegt manchmal.
L. adaequata Bkh. [Cidaria blandiata Schiff.]
Verbreitet und n. s., auch in mittleren und höheren Lagen,
bei Landeck (Dr. Dannenberg), Glatz, Reinerz, auch noch
in der Nähe der Seefelder; sitzt im Gebüsch, auf Fichten-
‚ ästen, flattert abends langsam über die an Wald stoßenden
- feuchten Wiesen; Mitte Vlbis Anfang VIII. Ran Euphrasia,
steckt zuweilen halb in den Blüten oder Kelchen, sitzt
manchmal ausgestreckt an Grashalmen. P überwintert, über-
liegt gern.
L. albulata Schiff. Verbreitet und mancherorts recht
häufig, auch in mittleren und höheren Lagen (Rückers,
Reinerz, Friedrichsberg), VI, VII; auf Wiesen, die an Wald
stoßen; sitzt gern an Stämmen und zwischen der Boden-
vegetation, läßt sich leicht aufscheuchen. R an Alectoro-
-Jophus (Rhinanthus), frißt Blüten und Kapseln. P an der
Erde oder im Gespinst an der Futterpflanze; überwintert.
L. [Hydrelia] testaceata Don. S. s. bei Glatz (Wartha,
Camenz); VI. Ran Alnus. P im Gespinst zwischen Blät-
tern, überwintert.
L. obliterata Hfn. [Euchoeca nebulata Sc.| Ver-
breitet in niederen Lagen; von Hedwig noch beı Seiten-
berg gefunden; VI—VIII (ob in 2 Generationen?), in Erlen-
gebüschen, sitzt gern auf Blättern und hält die Fl nach
Art der Rhopaloc. nach oben zusammengeschlagen. R oft
‘zahlreich an Alnus, an der Blattunterseite, stets einzeln
sitzend, läßt sich leicht klopfen. P in leichtem Gespinst
zwischen Moos und Blättern an der Erde.
L. Iuteata Schiff. Hydrelia flammeolaria Hfn.]
' Nur in Niederungen, einzeln und s.; VI, VII, in Erlen-
büschen. Ran Alnus, frißt Blätter, nicht Kätzchen. (vergl.
Lange in Iris 1920). P am Erdboden.
L. [Cid.] bilineata L. Ueberall h., fehlt nur den hohen
Lagen; manchmal einer der gewöhnlichsten Spanner ‚VI-VII,
inWäldern, Gebüschen, auf Feldrainen, Wiesen. R polyphag,
an niederen Pflanzen und Gräsern, tagsüber versteckt unter
86 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
Wurzeln,. Steinen, Erde; überwintert. Pin der Erde. F ist
außerordentlich variabel; hier wurden beobachtet: ab in-
fuscata Gmpbg. (h., besonders beim ©), ab insignata
Ktz., Uebergänge zubrunneata Ktz.und coffeata Ktz.
L. sorditata F. [Cid. furcata Thnbg.]. Verbreitet bis
auf die Gebirgskämme, mancherorts (Reinerz, Seitenberg,
Mühlbach) gemein (wenigstens als R); VII, VII, versteckt
sich am Tage. Ei überwintert. R an Salix-Arten, auf den
Höhen an Vaccinium; verbirgt sich tagsüber zwischen
zusammengerollten und vertrockneten Blättern, im Flaum
von Weidenkätzchen; wird viel von Schmarotzern befallen;
verwandelt sich an der Erde. — F variiert stark in Größe
und Färbung; fast kein Stück gleicht dem andern, h. sind
ab. infuscata Stgr. und fusco-undata Don. Nach
der Größe unterscheidet man die „Weidenform“ und die
kleinere „Heidelbeerform“ der Berge. (vgl. Lange in Iris 1921,
S.175 und Gillmer in Frankf. Ent. Zeitschr. 35. Jhrg., Nr. 21.)
L. autumnalis Strm. [coerulata F.J|=impluviata
Schiff. =trifasciata Bkh. Nur hier und da, mehr in
Niederungen, höheren Lagen ganz fehlend; meist in der
melanistischen Form obsoletaria Schille (= nigrescens
Huene); V—VII (in 2 Generationen ?), in Erlenbüschen.
R an Alnus in gerollten Blättern; im Herbst. P in Ge-
spinst zwischen Blättern, fällt mit letzteren zu Boden, über-
wiıntert.
L. capitataH.S. Zerstreut und s. s., (angeblich beiLewin
und Wünschelburg), in Niederungen, schattigen Tälern und
Schluchten; V und VI. R an Impatiens, an der Blatt-
unterseite. P in leichtem Gespinst an der Erde.
L. silaceata Hb. [Schiff.|. Verbreitet und stellenweise
n.s., bei Reinerz, Neurode, in den Tälern des Eulengebirges;
V— VII, in 2 Generationen, an feuchten Waldstellen, schat-
tigen Gründen. Ran Epilobium, Impatiens. Pin lockerem
Gewebe zwischen Moos.
L. corylata Ihnbg. Nur in niedersten Lagen, im Neiße-
Tal, bei Glatz (Camenz, Hedwig); VI, VII, in Laubwäldern
und Gehölzen, sitzt an Stämmen. R an Birke, Schlehe,
Hasel, Eberesche und dergl., an der Blattunterseite, rollt
sich bei Störung spiralförmig zusammen. P zwischen zu-
sammengezogenen Blättern; überwintert. — Hier und da
die ab. ruptata Hbn.
L. badiata Hb. [Schiff.]. Zerstreut und s., wohl nur in
niederen Lagen; Ende III bis Anfang V, an Feldrainen, in
. J. Stephan. D. spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl.d. Grafsch. Glatz. 87
' Gärten, an Waldsäumen, sitzt in Rosensträuchern, besucht
"abends Weidenkätzchen. R an Feld- und Gartenrose; rollt
‚sich ber Berührung ein. P in Gespinst am Erdboden.
L. berberata Schiff. Sehr vereinzelt, nach Bartsch und
' Wiedemann bei Kunzendorf Kreis Neurode;' V und VII in
i
3 Generationen. R an Berberis, sitzt in der Ruhe aufrecht,
die vorderen Ringe auf den Bauch herabgebogen (Spuler).
P an der Erde zwischen zusammengesponnenen Blättern.
L. nigrofasciaria Gz. [derivata Schiff.]. Zerstreut
und meist s., bei Reinerz (Dr. Dannenberg), Habelschwerdt,
_Mittelwalde (Dr. Wocke); IV, V, in Hecken, Gärten und
- Gebüschen, fliegt abends. R an Rosa. P in Gespinst an
‘der Erde zwischen Moos und Pflanzenresten, auch in
' modernden Holze, überwintert.
L. rubidata F. S.s.; wenigstens wurde die Art hier
erst einige Male beobachtet; V—VII. R an Galium. Pin
' der Erde.
L.[Pelurga] comitata L. Mehr in Niederungen, ın
mittleren und höheren Lagen sehr spärlich; VII, VII, ın
Gärten, auf Schutthalden, Brachäckern, an Bahndämmen.
Ran Atriplex, Chenopodium, auf Schutt- und Kompost-
"haufen, an Mauern; versteckt sich unter abgefallenen
Blättern. P in einem Erd- oder Sandgehäuse.
Asthena candidata Schiff. [aAlbulata Hfn.]. Wenig
beobachtet, in höheren Lagen jedenfalls s. oder fehlend;
VI, VII, in schattigen Tälern, Gehölzen. R auf Buchen
und Birken. P überwintert.
A,.anseraria H.S. Von der Art steckten einige Stücke in der
Kretschmerschen Sammlung, bezettelt „candidata“ (— beide Spezies
werden häufig miteinander verwechselt —), leider ohne Fundorts-
angabe. Ich bezweifle das Vorkommen in der Grafschaft,
Tephroclystia oblongata I hnbg. [Eupithecıa cen-
taureata Schiff.] An vielen Stellen häufig, in höheren
Lagen vereinzelt, V—VII (2 Generationen?), auf trocknen
Wiesen, sonnigen Feldwegen, Wegrändern, Böschungen,
saugt abends an Doldenblüten, stellt sich zahlreich an der
Lampe ein. R an Umbelliferen- und Kompositenblüten. P
‚, überwintert gewöhnlich.
T. [Eup.] linariata F. Ziemlich verbreitet bis in mittlere
Berglagen, als F aber stets selten zu finden, VI, VII, auf
stillen, sonnigen Hängen, Feldrainen, Wiesen. R in Blüten
ı und Kapseln von Linaria; ziemlich zahlreich.
88 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
T. laquaearia H.S. Vereinzelt, bei Landeck schon von
Standfuß sen. nachgewiesen; VI, VII, auf feuchten Wiesen,
Feldrainen. R an Blüten und Samen von Euphrasia.
T. pusillata Hb. = subumbrata Hb. Eupith.
tantıllarıa Bsd.]. Verbreitet und h., auch in höheren
Lagen (Reinerz, Grunwald), V—VII, je nach Höhenlage, in
Fichtenwäldern, fliegt bei heißem Wetter oft zahlreich von
den Stämmen ab, ist sehr scheu und flüchtig, sitzt bei
Regen aber ziemlich fest. Die Form tantıllaria B.
fand Dr. Dannenberg bei Wartha schon am 26.IV. — R
an Fichte und Lärche, läßt sich von niederen Aesten
klopfen.
T. indigata Hb. Verbreitet bis etwa 700 m Höhe, aber
nur mancherorts häufiger (nach Bartsch bei Kunzendorf,
Neurode), V, VI, meist in Kiefernwaldungen, sitzt an
Stämmen, schlägt und vibriert (beim Näherkommen des
Fängers) lebhaft mit den Fl, fliegt leicht ab und verkriecht
sıch auf dem Waldboden, besucht Weidenkätzchen. R an
Kiefer, selten an Lärche, nach den Feststellungen von E.
Lange (Iris 1924, S. 164) auch an Fichten; frißt Blüten und
Nadeln.
T. abietaria Gz. (= strobilata Hb.). [Eupith.
bilunulata Zett.]. Verbreitet und stellenweise (Reinerz)
n.s.,in Fichtenwäldern, VI, VII; sitzt durch ihre Rindenfarbe
geschützt, an Stämmen und zwar stets an der dem Wind
abgekehrten Seite (wie die meisten anderen Eupithecien);
ist ziemlich flüchtig. R in Gallen der Fichtenlaus (Chermes),
nährt sich von der Gallsubstanz, nicht von Läusen selbst
und verrät sich durch den heraustretenden Mulm; kommt
öfters auf jungen Fichten und an niedrigen Aesten vor.
T.togataHb.(= abietaria Gz.) [Eupith. piniRtz.).
Anscheinend s. s., VI, VII, in Fichtenwaldungen der Berge,
sitzt meist ganz hoch an Stämmen. R in den Zapfen von
Fichte und Tanne; kriecht (wie auch abietaria) nicht
spannend.
T. venosata F. Kommt als Rarität in den benachbarten Teilen
der Tschecho-Slovakei vor; für die Grafschaft selbst, glaube ich,
noch nicht nachgewiesen, vermutlich übersehen.
T. pimpinellata Hbn. Hier und da als Seltenheit, in
niederen und mittleren Lagen; von mir nicht beobachtet.
Ende VI, VI. R an Blüten von Umbelliferen (Achillea,
Senecio, Pimpinella). — Die Stücke, die in der Illgnerschen
Sammlung mitpimpinellata etikettiert waren, sind, wie
| J. Stephan. D. spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl. d. Graisch. Glatz. 89
' mir Dr. Dannenberg brieflich mitteilt, unrichtig bestimmt;
"es soll sich in Wirklichkeit um
-T. euphrasiata H. S. handeln, eine Art, die neu für
‚Schlesien ist und bisher nur aus Westdeutschland,
; „Oesterreich-Ungarn“ usw. (s. Spuler, Berge u. a.) bekannt
war. Die fraglichen Tiere sind am 7. VII. 1900 ım „Elysium“
bei Glatz von Illgner gefangen worden.
T. assimilata Gn. Anscheinend auch sehr spärlich; ein
. bei Altheide gefundenes, beschädigtes Stück wurde mir als
—
u
—
zu dieser Art gehörig bestimmt; ich hielt es ursprünglich für
T. expallidata Gn., die möglicherweise auch in unserm Ge-
. biet vorkommt. Die genannten beiden Spezies können übrigens
' leicht verwechselt werden mit
T. absynthiata Cl. Verbreitet, besonders in Niede-
rungen, VII, VIII, stellenweise n.s., wenigstens als R; F
_ wird nur ausnahmsweise gefunden, da er sich meist ver-
birgt. R an Blüten und Früchten von Kompositen (Senecio,
‚ Solidago, Achillea u. a.), schmiegt sich fest an die Blüten-
' stiele und ist schwer zu entdecken; bildet beim Sitzen
einen Haken, indem sie die vorderen Segmente zur Seite
biegt (Lange). Das Tier liebt geschützte Stellen, Wald-
‘ ränder, Buschwerk.
T. denotata Hb. (= campanulata H.S.) Mancher-
orts n.s, VI, VII; der F zeigt sich kaum irgendwo, um so
häufiger aber trifft man die R in den Fruchtkapseln von
Campanula-Arten. P im Boden.
T, actaeata Wldff. Verbreitet, aber anscheinend s. und
wenig beobachtet; VI, VII. Wocke fand die Art in Wölfels-
grund, am Fuße des Glatzer Schneeberges. R an Blättern
von Actaea spicata, sitzt bei Tage an deren Mittelrippe.
T. albipunctata Hw. [Eupith. tripunctaria H.S.]
S.s., V, VI, in schattigen Gründen und Schluchten, liebt
' Feuchtigkeit. R an Blüten und Samen von Heracleum,
Peucedanum, sehr versteckt; soll nach Dietze gelegentlich
Blattläuse aussaugen. (Ueber Biol. vgl. Gub. Ent. Zeitschr.,
17. Jhrg., Nr. 20; 15. Jhrg., Nr. 25.)
T. vulgata Hw. Fast im ganzen Gebiet; hohen Lagen
fehlend; V, VI, h. in Gärten, Wirtschaftshöfen, sitzt an
Mauern, Zimmerwänden. R zeigt dieselbe Lebensweise
wie Acidalia virgularia Hb., versteckt unter Holz-
und Reisig haufen, polyphag an abgestorbenen Blättern.
T. lariciata Frr. Verbreitet und stellenweise (als R).n.s.,
' bei Glatz (Illgner), Seitenberg (Hedwig, Stephan), Reinerz,
90 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris, Dresden 1925.
Friedersdorf; V, VI, in Lärchenanpflanzungen. Ran Larix,
lebhaft, kann geklopft werden. P in der Erde, überliegt oft,
T. castigata Hbn. Verbreitet und an manchen Stellen
(Niederungen) z. h., V, VI. R polyphag, an niederen Kräu-
tern, an Büschen und Sträuchern, frißt Blätter, Blüten und
Samen.
T. veratraria H. S. Montane Art, die an verschiedenen
Stellen der Grafschaft gefunden wurde, auf dem Glatzer
Schneeberg, bei Landeck (Dr. Dannenberg). VI, VII, fliegt
in der Nähe von Veratrum, der FutterpflanzederR. Rin
versponnenen Samenkapseln. P in ziemlich festem Ge-
webe, liegt oft mehrere Jahre. — Die Art soll nach Pax
das Neiße-Tal nach W. nicht überschreiten; Wocke meldet
sie indes von Charlottenbrunn im Waldenburger Gebirge,
E. Drescher neuerdings von Ellguth bei Ottmachau, also
auffällig weit in der schlesischen Ebene.
T. helveticaria B. fliegt im Riesengebirge, wird vermutlich
auch hier gefunden werden. Dasselbe gilt von
T. cauchyata Dup, die kürzlich von Drescher auch bei Ott-
machau konstatiert worden ist.
T. satyrata Hb. Wohl nirgends ungewöhnlich, auch in
mittleren Lagen (Reinerz), V, VI, in Schonungen (nicht im
Hochwald), an Gehölzrändern. R häufig an allerlei Kom-
positen, die zwischen jungen Fichten wachsen, frißt Blüten.
— F variiert zuweilen (ab. transversa Dtz.).
T. silenata Stdfs. Montane Art, die im Riesengebirge, Alt-
vatergebirge und im Gesenke fliegt, soviel mir bekannt, aber im
Glatzer Schneegebirge wie in der Grafschaft überhaupt fehlt bzw.
noch nicht entdeckt worden ist.
T. succenturiata L. und subfulvata Hw. [icterata
de Vill.]. Ueber die Zusammengehörigkeit der beiden „Arten“
(bzw. deren Formenkreise) ist man sich noch heute nicht
klar (vgl. Lange in Iris 1924, S. 173—-175); erstere scheint
in Schlesien mehr an die Ebene gebunden zu ‘sein; subful-
vata ist auch mehrfach in der Grafschaft gefunden worden,
u. a. bei Reinerz, Glatz. VI, VII, an geschützten Feldrainen,
Waldsäumen. Ran Achillea, Tanacetum, Artemisia, sitzt tags-
über dicht an der Erde an den schon vertrockneten Blättern,
läßt sich leicht herabfallen und rollt sich ein; verrät sich
durch die Fraßspuren (bis auf die Stiele abgefressene Fie-
derblätter!); verzehrt auch zuweilen Blüten und Samen.
T. scabiosata Bkh. [Eup. subumbrata Schiff.]. Soll
bei Wartha vorkommen, was leicht möglich ist und gelegent-
]. Stephan. D. spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl. d. Grafsch.Glatz. 91
f
i
i
‚lich nachgeprüft werden kann. V, VI, R nach Lange in jungen
'Fichtenschonungen an verschiedenen Kompositen u.a. nie-
‘deren Pflanzen (Campanula); frißt abends, täuscht in der
"Ruhe durch ihre eigentümliche Haltung Blütenstiele vor.
- — T. plumbeolata Hw. Verbreitet und stellenweise h., in
niederen und mittleren Lagen, VI, VII, an hellen Laubwald-
stellen, auf Lichtungen, wo Melampyrum (Futterpflanze der
R) wächst; 9! fliegt rasch auf, © erst abends.
‘ T.immundata Z. Im ganzen Berglande, aber s. und
meist wenig beachtet; bei Reinerz schon von Pastor Stand-
‚fuß festgestellt; VI. R in den Beeren von Actaea spicata.
i
T. valerianata Hb. Bisher nur an wenigen Stellen ge-
‚funden; das Aßmannsche Verzeichnis gibt Reinerz an. V,
"VI, in der Nähe von Wasser, in Gebüsch, R an Blüten und
Früchten von Valeriana. P überwintert zuweilen mehrmals.
T. tenuiata Hb. Verbreitet, aber meist n. h., in niederen
Lagen; VI, VII. F zuweilen an Weidenstämmen und -ästen
sitzend, wird seiner Kleinheit wegen meist übersehen, schlägt
bei Störungen mit den Fl und fliegt rasch ab; schwirrt
"abends um die Spitzen der Weidenbüsche. R an Kätzchen
‘der Salweide, an geschützten Stellen. Ei überwintert. P
am Boden.
T. nanata Hb. S., in niederen und mittleren Lagen, bei
Altheide, Habelschwerdt, Droschkau, VI, VII, auf Heide-
blößen, sitzt im Heidekraut, läßt sich leicht aufscheuchen,
fällt aber schnell wieder ein. R an Calluna.
T. innotata Hfn. Nur in Niederungen; soll zwischen
Glatz und Wartha vorkommen, liebt Sandgegenden; V— VII
(ob in zwei Generationen ?), sehr versteckt in derVegetation,
besucht abends Blüten. — Ob die fraxinata-Form ın der
Grafschaft auftritt, entzieht sich meiner Kenntnis. (Obige
Angaben beruhen auf Notizen, die mir vor Jahren gegeben
wurden.)
T. exiguata Hb. Zerstreut und einzeln, noch in höheren
Lagen; V, VI, an feuchten Waldstellen, sitzt an Bäumen
' und Pfählen; besucht abends die Laternen. R an Sorbus,
Me.
Lonicera, Rubus und dergl., in den Tälern an Rhamnus.
T.lanceata Hb. Verbreitet und stellenweise n. s., bei
Altheide (Dr. Dannenberg), Rückers, Seitenberg (Hedwig),
IV, V, im Fichtenhochwald, sitzt (gut kenntlich) meist wage-
‚ recht an Stämmen. R am Maiwuchs von Fichte und Tanne. —
' Sie ist nach Dietze die erdgeschichtlich jüngste Art.
92 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
T. sobrinata Hb. Stellenweise (bei Kessel, Nesselgrund,
Pohlsdorf) nicht ungewöhnlich, im angrenzenden Braunauer
Ländchen mehrfach gesehen; VIII, IX. Ei überwintert, d. h.
das Räupchen bildet sich schon im Herbst in der Eihülle,
schlüpft aber erst im Frühjahr. R an Juniperus.
Chloroclystis rectangulata L. Verbreitet bis in mittlere
Lagen, manchmal s. s.; Ende V—VII, in Obstgärten, sitzt
an Mauern, Zäunen, Stämmen (trefflich geschützt); schlägt
und zittert, wenn man sich dem F nähert, mit den Fl,
fliegt leicht ab. R in Blüten von Apfel- und Birnbäumen,
zuweilen in schädigender Menge. Eier überwintern. —
Uebergänge zu ab.nigrosericeata Hw.und ab.cydo-
nıata Bkh. sind beobachtet worden. 1
C. debiliata Hb. Verbreitet, aber wenig beobachtet, VI,
VIl, ın Wäldern mit Heidelbeergesträuch, mehr an schat-
tigen Stellen. R an Vaccinium, an den zusammengespon-
nenen Zweigspitzen. Ei’ überwintert.
Collix sparsata Ir. Soll von Kretschmer nahe bei
Wartha gelangen worden sein; in der Grafschaft von mir
noch nicht gesehen. F im VI, VII in Gebüschen, an Bach-
ufern. R an Lysimachia.
Phibalapteryx |Cıdaria] polygrammata Bkh. An-
scheinend sehr vereinzelt; ein Stück in Hassitz bei Glatz
(30. IV. 23); weitere Meldungen liegen nicht vor. F VII-IX
und überwintert IV. R an Galium.
P.|Horisme] corticata Tr. Kommt in der angrenzenden
Tschecho-Slowakei vor, Ueberläufer dürften vielleicht auch bei uns
auftreten. (Clematis vitalba, die Futterpflanze der R. wächst freilich
m. E. hier nicht.) .
E. Orthostixinae.
Epirranthis pulverata Thnbg. |[diversata Schiff.].
Zerstreut und einzeln, bei Kudowa (Iligner), Reinerz, Lewin;
Ende Ill, IV in lichten Gehölzen, an Laubwaldsäumen;
I fliegt am Tage um Baumkronen, zuweilen in Gemeinschaft
wit Brephos parthenias L, @ mehr in Zweigen
sitzend. R an Populus tremula, an niederen Büschen, recht
scheu. Pzwischen zusammengezogenen Blättern, überwintert.
F. Boarmiinae.
Arichanna melanaria L. Nach diesem Moorfalter habe ich
vergeblich auf den Seefeldern und an anderen Orten, wo Vacci
nium uliginosum, die Futterpflanze der R wächst („Weichen“ bei
J Stephan. D. spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl. d. Grafsch. Glatz. 93
‚Friedrichsberg, Großer See bei Carlsberg, Spiegelberg u. a.), ge-
‚sucht. Nach Wocke fliegt das Tier auf den Mooren bei Görlitz
“und Niesky, bei Lomnitz (bei Hirschberg), an verschiedenen Stellen
‘Oberschlesiens. Auch in der Sächs. Schweiz (Möbius) und anderen
Orten Sachsens (Riedel), in Böhmen und Mähren kommt es vor.
Abraxas grossulariata L. Fehlt jetzt fast allen Orten
der mittleren und höheren Lagen; ıch habe hier ın zwei
Jahrzehnten kein Stück zu Gesicht bekommen. Alle Mel-
dungen von Raupenfunden, die mir von Nichtsammlern
zugingen, erwiesen sich als falsch, es handelte sich stets
‘un Blattwespenlarven. Die Art scheint nur an einigen
‚Punkten der tiefsten Lagen vorzukommen; Dr. Schirm führt
‘sie in seinem Verzeichnis (für Habelschwerdt?) auf, und
‘Dr. Dannenberg berichtet, daß sie 1919 und 1920 als R
reichlich in Glatzer Gärten an Stachelbeerbüschen aufge-
‚treten sei. (Er erzog auch mehrere aberrative Exemplare,
'u.a.ab. © dohrni Kg.). — F im VII, VII in Gärten und
lichten Gehölzen, sitzt an Stämmen, auf Blättern, stellt
sich bei Berührung tot. R an Ribes, Prunus padus (ich
fand sie im Treptower Park bei Berlin zahlreich an letz-
terer Pflanze, einige auch an Salix), überwintert. P frei
‚oder in ganz leichten Gewebe zwischen Blättern.
A. sylvata Sc. Aeußerst s., ist (nach einer Mitteilung von
Latzel) einmal bei Wünschelburg beobachtet worden. Viel-
leicht Ueberläufer aus Böhmen?
A. [Lomaspilis] marginata L. Verbreitet und n. s.,
auch in mittleren und höheren Lagen (Voigtsdort, Reinerz,
Friedrichsberg, Carlsberg, Passendorf, u. a. O.); VI, VII
(2 Generationen nur in Niederungen), in Gehölzen, Hecken,
Parkanlagen, an Waldrändern; sitzt an Blättern, fliegt aufge-
scheucht auch am Tage. F variiert stark: ab. pollutaria Hb.
(Kunzendorf bei Neurode, Bartsch, Friedrichsberg, Stephan),
ab.nigrofasciata Schy. u.a. Die Stücke aus den Bergen
sind augenscheinlich größer und von gelblichweißer Grund-
farbe. — R an Salix, Populus tremula, Corylus.
' A. [Ligdia] adustata Schiff. Hier noch nicht beobachtet,
dürfte aber sicher, wenn auch als Seltenheit, vorkommen, da sie im
angrenzenden Böhmen fliegt und weit verbreitet ist. Dasselbe gilt von
Ä Bapta bimaculata F., die im benachbarten Braunauer Länd-
‚ chen mehrfach gefangen wurde,
Bapta temerata Hb. Zerstreut u. s.. bei Glatz, (Grafen-
ort; V, VI, in Laubwäldern, Anlagen. R an Salix, Betula,
"Quercus, Rosa, Prunus. P. überwintert.
a
94 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
Deilinia |Cabera| pusaria L. Im ganzen Gebiet, auch
in hohen Lagen (Grunwald, Heuscheuer, Puhu), vielerorts
s. h., VI, VII, in Niederungen V und wieder VII, VIII; flattert
langsam, besucht abends Köder und Laternen, sitzt tagsüber
an Blättern, Zäunen, Mauern, öfters in Gebäuden, wird zu-
weilen Beute der Spinnen. Aberrationen: ablataria Fchs.
(Carlsberg) und Transitionen zu rotundaria Haw.— Ran
Betula, in den Tälern auch an Alnus. P überwintert.
D. |Cabera] exanthemata Sc. Weit verbreitet und
stellenweise (Friedrichsberg, Carlsberg, Reinerz) fast ebenso
h. wiepusaria; Ende V—VII, sitzt oft auf Blättern; Köder-
besucher. Exemplare mit fast verloschenen Querstreifen n.s.
Ein Stück mit scharf hervortretender äußerer Binde auf Vfl
und Hfl fing ich in Friedrichsberg (30. V. 1924). |
Numeria [Anagoga] pulveraria L. Zerstreut, wenig
beobachtet; geht bis hoch ın die Berge, VI, VII, in den
Niederungen vielleicht zwei Generationen, in Gehölzen, Ge-
büschen. R an Salıx, Betula, Lonicera, gleicht einem Zweig-
stückchen. P überwintert.
N. [Püngeleria] capreolaria F. „Leitform des Fichten-
bergwaldes“. Verbreitet (bis 1000 m), aber meist spärlich,
bei Seitenberg, Neu-Mohrau (Hedwig), Reinerz, im Höllental
zwischen Altheide und Rückers; in Nadelwäldern, EndeVII,
VII, besucht den Köder. R an Tanne und Fichte, sitzt an
Nadeln und Zweigen, überwintert. P in Erdgespinst.
Ellopia prosapiaria L. [= fasciaria L.] Meines
Wissens fast überall in der Grafschaft nur in der Form
prasınarıa Schiff., bei Seitenberg, Landeck (Hedwig,
Steph.), Reinerz, Friedıichsberg (Steph.), Kudowa (Goetsch-
mann), Kunzendorf (Wiedemann); bei Neurode soll nach
Bartsch auch die „Nennform“ vorkommen. Bei Friedrichs-
berg fand ich 1 Exemplar der ab. grisearia Fchs.
VI—VII (wohl nur in 1 Generation), n.s., auf Stämmen,
oder in Kronen sitzend, leicht abzuklopfen. R der grünen
(Berg-) Form auf Fichte und Tanne, die der rotbraunen Form
auf Kiefer; in der Färbung den Nadelscheiden angepaßt;
überwintert. P in leichtem Gewebe am Boden, auch schon
zwischen Nadeln gefunden.
Metrocampa [Campaea] margaritata L. Verbreitet,
doch n.h., auch noch in höheren Lagen. (An der Heu-
scheuer in schönen großen, sehr blassen Stücken beobach-
tet); VI, VII, sitzt an Stämmen, im Blattwerk, kommt abends
an die Laterne. R an Buche, Birke und anderen Laub-
]J.Stephan. D. spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl. d. Grafisch. Glatz. 95
hölzern, sitzt gut maskiert an Zweigen, überwintert. P im
Gespinst.
Ennomos (Eugonia) autumnaria Wrnbg. (= alniaria
- Schiff.) Verbreitet, stellen- und zeitweise n. s., Ende VIII bis
- X, sitzt zwischen dürren Blättern, auch an Baumstämmen,
fliegt abends, besucht dasLicht. Transitionen zuab. schultzi
Sieb. mehrmals beobachtet; Guder zeigte mir Exemplare
mit sehr dunkler Rückseite (gefgn. Voigtsdorf 30. IX. 24).
R an Betula, Saliıx und anderen Laubbäumen. P in lockeren
Gewebe. Eier reihenweise; überwintern.
- E. quercinaria Hfn. Nicht überall, meist n. h., im Herbst
1922 auch hier zahlreicher; VII, IX, in höheren Lagen oft
schon Ende VII; in Buchenwäldern, sitzt an Stämmen und
“ im Laube; eifriger Licht- und Köderbesucher. Die ab.
' infuscata Stgr. hier und da (Habelschwerdt),. R an
Buche, Birke, Linde und anderen.
E. alniaria L. (=tiliarıa Bkh.) Zerstreut, nicht ein-
zeln, nur an wenigen Orten (Voigtsdorf, Habelschwerdt)
öfter gefangen; Ende VIII—X., Köderbesucher. Die ab.
infuscata Hn. von Guder gezüchtet. R an Birke, Weide
u. a. Laubhölzern. P in ziemlich festem Kokon zwischen
" Moos und Pflanzenteilen.
E. erosaria Hb. Verbreitet, n. h., VIII, IX, ın Laub-
wäldern und Gebüschen, fliegt gern ans Licht, besucht
den Köder. R an verschiedenen Laubhölzern, hier nicht
an Eiche. P in Gespinst zwischen Laub. — Bei Friedrichs-
berg Er ich 1 Stück der ab. tıliaria Hb.
Selenia bilunaria Esp. N. h., besonders selten in höheren
Lagen; V— VII, in Niederungen wohl 2 (zenerationen, die
g. aest. juliaria Hw. [illunaria Esp.] ist mir hier noch
nicht begegnet. Ran Sträuchern (Rubus) und Laubbäumen.
P in dichtem Kokon in oder an der Erde, überwintert.
S. Iunaria Schiff. Verbreitet, aber z. s., kommt noch
in mittleren und höheren Lagen vor, bei Reinerz, Caris-
berg, Voigtsdorf, Hüttenguth; von Ende V—VII (meist nur
in 1 Generation); sitzt mit aufgerichteten Fl an Aesten
und Zweigen (der Blattähnlichkeit wegen schwer erkenn-
bar), besucht eifrig den Köder. R an Sträuchern (Rosa,
Prunus) und Laubhölzern. P in festem Gespinst zwischen
Dürrlaub. — Die g. aest. delunaria Hb. nicht beobachtet.
S. tetralunaria Hfn. Mehr in niederen Lagen, n. h., bei
Grafenort, Glatz (Wartha, Camenz-Hedwig); V—VII, in
2 Generationen. (Die g. aest. aestiva Stgr. bei Camenz
96 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
gefunden.) F sitzt in Laub, an Stämmen; richtet die Fl in
der Ruhe auf, geht an Köder. R an allerlei Laubhölzern
und Sträuchern.
Hygrochroa [Phalaena] syringaria L. Die Art, die
von Dr. Schirm in seinem Verzeichnis der Grafschafter
Falter genannt wird, muß bei uns äußerst selten sein; ich.
habe noch kein Stück gefunden. F im VII, geht an Köder
(Rühl). R an Syringa, Ligustrum; trefflich maskiert. P mit
einigen Fäden an einem Zweige aufgehängt.
Gonodontis bidentata Cl. Ziemlich verbreitet, aber
nirgends zahlreich; V—VI, sitzt an Baumstämmen, in
Wäldern und Gärten, fliegt nachts. Ein Stück (gefangen
20. VI. 1917) bei Carlsberg a. d. Heuscheuer, ist sehr dunkel,
fast ab. nigra Prout. — R an Laubholz (Pappel, Weide,
Erle u.a.) und an Fichten, sieht einem Zweigstück ähnlich,
ändert bei Futterwechsel die Farbe. P in Erdgespinst am
Fuße von Stämmen; überwintert.
Himera [Colotois] pennaria L. Verbreitet und
mancherorts n. s., mehr in niederen und mittleren Lagen;
X, XI, in Gehölzen, Laubwäldern; sitzt, einem Herbstblatt
ähnlich, mit flach aneinandergelegten Fl an Stämmen, Jg
fliegt wie toll ums Licht, © träge. Eier überwintern. R
an Obstbäumen und anderen Laubhölzern, sieht einem
Zweigstück ähnlich. P in der Erde.
Crocallis elinguariaL. Wohl im ganzen Gebiet, auch
in den Bergen; bei Glatz (Illgner, Dr. Dannenberg), Neu-
rode, Kunzendorf (Wiedemann), Reinerz, Friedersdort,
Friedrichsberg (Stephan); VII, VII, in Gärten- und Park-
anlagen, Gehölzen, an Waldrändern, sitzt an Stämmen und
Pfählen, fliegt nachts, besucht die Laterne. R polyphag an
allerlei Bäumen und Sträuchern (Obstbäumen, Schlehen,
Rosen, Hasel, Weide), hier oben meist an Vaccinium; Mord-
raupe; gleicht einem kleinen Aststückchen. P in Gespinst,
sehr beweglich. Eier werden reihenweise abgelegt; über-
wintern. — In Friedersdorf, Friedrichsberg, Carlsberg fand
ich meist die helle Form trapezaria Bsd. mit weit von
einander abstehenden Linien, ohne Saumpunkte, aber mit
großem schwarzen Mittelpunkt. Zwei extreme Stücke (Jo-
hannesthal, 1. VIII. 24) sind noch matter gezeichnet (fast
wie aequaria Fuchs); auf den Hfl fehlt der Mittelpunkt
völlig, auf den Vfl ist er kaum angedeutet. Die Form kann
ab. depuncta n. heißen.
J. Stephan. D. spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl. d. Grafsch. Glatz. 97
Angerona prunaria L. Verbreitet, aber n. h., geht bis
in mittlere Berglagen, Seitenberg, Reinerz (Stephan), VI, VII;
“im Unterholz lichter Waldungen, sitzt im Blattwerk, am
Boden; fliegt aufgescheucht auch am Tage, aber nur kurze
. Strecken, versteckt sich bald wieder in der Vegetation.
R an verschiedenen Sträuchern (Rubus, Corylus, Cratae-
gus, Prunus), zweigartig, überwintert. P zwischen zu-
sammengezogenen Blättern. — Die ab. sordidata Fssl.
[corylaria Thnbg.] selten.
Ourapteryx sambucaria L. Verbreitet doch n. h., vieler-
orts, besonders in höheren Lagen, s. oder fehlend; bei Neu-
rode, Kunzendorf (Wiedemann), Landeck, im Park von
Seitenberg (Hedwig), bei Habelschwerdt, Voigtsdorf (Guder)
BO. E:Ende VI
sitzt im Blattwerk versteckt, fliegt abends und nachts un-
VIII, in Gärten, Anlagen, Gehölzen,
gestiüm, umkreist heftig die brennende Lampe. Eier ın
Häufchen a. d. Blattunterseite. R an Sambucus, Syringa,
Lonicera, Salix, Crataegus, zuweilen auch Efeu (soll 1914
im Kreise Steinau alte Efeu-Anlagen fast völlig entblättert
haben); zweigförmig, wächst langsam, überwintert. P ın
freihängendem Gespinstbeutel, sehr beweglich.
Eurymene [Plagodis] dolabraria [. In niederen
‘ Lagen n.s., bei Glatz (Illgner), Giersdorf, Habelschwerdt,
‚ Voigtsdorf (Guder), Reinerz, geht nach meinen Beobach-
tungen bis 800 m hoch (Friedrichsberg, Carlsberg, Passen-
dorf); Ende V bis Anfang VII, sitzt mit hocherhobenen Ab-
domen an Stämmen, fliegt abends. R an den Höhen, wo
Quercus nicht mehr vorkommt, an Betula, Salix. P über-
wintert.
Opisthograptis luteolata L.(—Rumia crataegatal.).
Weit verbreitet und meist h., noch in mittleren und höheren
Lagen (Grunwald, Friedrichsberg, Heudorf). Ende V—VII,
in Hecken, an Waldsäumen, bepflanzten Bahndämmen, auch
in Gärten; sitzt auf Blättern, an Zweigen; fliegt abends
flatternd, aber ziemlich rasch, besucht gern Köder. R zweig-
artig, entwickelt sich unregelmäßig, überwintert zum Teil;
an Crataegus, Prunus, Obstbäumen, Sorbus u. a. P in
dichtem Gespinst, überwintert auch teilweise und ergibt
dann den F schon im V. |
Epione apiciaria Schiff. [repandaria Hfn.]. Stellen-
weise, besonders in Niederungen, h., kommt aber noch ın
höheren Lagen vor (Seitenberg, Reinerz, Friedrichsberg),
VI—IX (in einer Generation), in Gebüschen, an Wald-
. Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein IN
Iris zu Dresden. Jahrgang 1925.
98 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
rändern, sitzt in der Vegetation, fliegt abends, besucht den
Köder. Ei überwintert. R an Salıx, Populus, frißt nachts,
entwickelt sich unregelmäßig.
E. parallelaria Schiff. [vespertaria F.]. Nicht überall,
aber noch bei Reinerz, z. s., VI—VII, besonders in Laub-
wald; Köderbesucher. Ran Espe, Weide, Birke. Eier wer-
den in Reihen an Zweige gelegt, überwintern.
E. [Cepphis] advenaria Hb. Verbreitet, besonders i
den Tälern, stellenweise h., wird aber vielfach übersehen;
Ende V-VIL, in Wäldern, fliegt. gern zum Köder. R an
Vaccinium; auch Rose und Salweide wird als Futterpflanze
angegeben. P überwintert.
Venilia [Pseudopanthera] macularia L. N. s., in
höheren Lagen (Grunwald, Friedrichsberg, Carlsberg) stel-
lenweise sehr gewöhnlich, Ende V—VI, auf Waldwiesen,
Lichtungen; heliophil, fliegt recht rasch, aber nicht sehr
andauernd; 'setzt sich ins Gesträuch. F ist außerordentlich
variabel in "Färbung und Zeichnung: ab.transversari
Krl., ab. albicans Obth. und allerleı Transitionen hierzu;
asymetrische und sehr kleine Stücke nicht selten. R an
niederen Pflanzen (Lamium, Teucrium u. dergl). P über-
wintert.
Semiothisa [Macaria] notata L. Verbreitet und bei
sonders ın tiefen Lagen h.; V—VII in 2-Generationen,
ın Wäldern; Köderbesucher. R an Laubholz, (Salix, Be
tula, Alnus.)
S. [Mac.]| alternaria Hb. Scheint vielerorts zu fehlen;
bei Glatz (Wartha) beobachtet; jedenfalls s.; V und VIL
R auf Laubbäumen. |
S. [Mac.] signaria Hb. Stellenweise n.s., bei Reineräll
Habelschwerdt, Mittelwalde, in Fichtenwäldern, VLRVIR
an Fichten.
S. [Mac.] liturata Cl. Wohl überall in niederen La
h., höher hinauf s.; Ende V—VII, in Nadelwaldungen; flieg
aufgescheucht auch am Tage; besucht abends den Köder
R auf Kiefern und Fichten. P in Moos. — Hie und em
Uebergänge zu deceptans Stgr. E |
Hybernia |Theria] rupicapraria Schiff. Anscheisiill
Ss. s., nur in tiefsten Lagen; Ende II—IV, an Hecken. Ra | |
Schlehe, Weißdorn.
H. [Erannis] leucophaearia Schiff. Nur stellenweise i
tieferen Lagen, bei. Habelschwerdt, Voigtsdorf (Guder) u. |
Ende II—IV, in Laubwäldern und Gebüschen; sitzt mi
Be
| J. Stephan. D.spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl. d. Grafsch. Glatz. 99
dachförmig gehaltenen Fl an Bäumen, © ganz unten am
"Stamm, g' kommt ans Licht. R an Eiche, angeblich auch
‘an Espe. P in der Erde, überwintert.
_—H. [Erannis] aurantiaria Hbn. Ist bei Wartha-Fran-
. kenberg gefunden worden, kommt wohl auch (als Seltenheit)
‘in der Neiße-Niederung bei Glatz vor. F X, Xlo:R:an.Aeer.
H. [Er.| marginaria F. In Niederungen, bei Glatz, auch
bei Seitenberg — Schreckendorf (Hedwig), einzeln und s.;
UI, IV, erscheint an der Lampe. R an Laubbäumen.
H. [Er.] defoliaria Cl. Bei uns tritt dieser Schädling
nur in sehr geschützten Lagen ganz vereinzelt auf; in Gärten
und Gehöizen, X, XI, zuweilen noch XII oder (je nach
' Witterung) I, II; fliegt in der Dämmerung; Lichtbesucher,
' © läuft spinnenähnlich an Stämmen empor. R polyphag, an
‚allerlei Laubbäumen (besonders Obstb.), Eichen, Linden;
schlüpfen im Frühjahr (— Eier überwintern —), fressen
' Blütenknospen, später Blätter. P in der Erde.
Anisopteryx |Alsophila]| aescularia Schiff. S. und
‚einzeln in geschützten Niederungen; Ende II—-IV in Laub-
gehölzen; fliegt abends, kommt gern ans Licht, J' sitzt mit
| eigenartig übereinander geschobenen Fl an Bäumen, im
trockenen Laub, an Pfählen. R an Laubbolz (Eiche, Ulme,
‘ Schlehe, Weißdorn). P in einem Kokon in der Erde. Eier
ringförmig um Zweige.
| Phigalia pedaria F. Nur einzeln, in tiefen Lagen, bei
Glatz, Wartha; I—III, auch schon im XI, XII gefunden, je
nach Witterung; fliegt abends, ist eifriger Lichtbesucher,
tagsüber an Stämmen, Q meist an Zweigenden. R an Laub-
hölzern. Pin der Erde. — Die Montanform extinctaria
Stdfs. ist von mir noch nicht gefunden worden.
Biston [Lycia] hirtaria Cl., einige Male (Glatz, Wartha)
' gefunden, wird aber wohl über das ganze Gebiet ver-
breitet sein. F III, IV, sitzt an Stämmen. R an Laubholz.
B. strataria Hfn. Verbreitet, aber einzeln und n. h.,
bei Mittelwalde, Habelschwerdt, Voigtsdorf (Guder); Ende
‚IM, IV, sitzt mit dachförmig gehaltenen Fl an Stämmen,
fliegt abends, kommt ans Licht. R.an Linde, Birke, Pappel,
Eiche und dergl., zweigähnlich. P überwintert.
| B. lapponaria Bsd. Kommt in der Form isabellae
(= silesiaca?) vor und ist von Hedwig am 14. IV. 1914
bei Seitenberg festgestellt worden. Die Art ist auch aus
dem Riesengebirge bekannt. R soll an Lärche, nach Prout
auch an Calluna und Birken leben.
100 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
Amphidasis [Biston] betularia L. Im ganzen Gebiet
(mit Ausnahme der hohen Lagen meist h., Ende V—VII, sitzt
bei Tage an Stämmen, hält die Fl in der Ruhe flach dach-
förmig, geht abends dem Lichte nach. R an allerlei Laub-
hölzern, zuweilen sogar an niederen Pflanzen, zweigähn-
lich, wechselt die Färbung nach ihrer Umgebung. P in
einer Erdhöhle, überwintert. — Die ab. doubledayaria
Mll. [carbonaria Jrd.| mehrfach beobachtet.
Synopsia sociaria Hbn. In der Kretschmerschen Sammlung
in Landeck steckte ein Exemplar, leider ohne Fundortsangabe. Ich
bezweifle das Vorkommen der Art in der Grafschaft.
Boarmia cinctaria Schiff. Verbreitet und n. s., Ende
IV, V, sitzt an Stämmen, kommt an Köder. Die ab. consi-
milarıa Esp. ist mehrfach beobachtet worden. R an Prunus,
Salix, Betula, Calluna u. a. P überwintert.
B. gemmaria Brhm. [rhomboidaria Schiff.]. Hier und
da in mittleren Lagen, noch in Carlsberg an der Heu-
scheuer; n. h., VI, VII, ruht an Bäumen; Köderbesucher.
R polyphag, zweigähnlich, überwintert.
B. secundaria Esp. Verbreitet, stellenweise n. s., bei
Reinerz, Friedrichsberg (Stephan), Cudowa (Goetschmann),
Seitenberg (Hedwig), Neurode (Bartsch) u. a. ©., VII, VII,
in Nadelwaldungen. R an Fichten, überwintert. P in der
Erde. ;
B. ribeata Cl. (= abietaria Hb.). Einzeln, z. s., bei
Reinerz, Rückers; Ende VI—VII, in Nadelwäldern, an
Bäumen sitzend; Köderbesucher. R auf Fichte, Tanne, an-
geblich auch auf Laubholz.
B. repandata L. Wohl im ganzen Gebiet h.bis in höhere
Lagen, bei Reinerz, Landeck, Seitenberg, Neurode usw.,
VI, VII, besonders in Mischwald, sitzt an Stämmen, oft quer,
besucht den Köder. Aberrationen nicht selten: conver-
sarıa Hb. (in Kunzendorf bei Neurode von Bartsch u.a.
gefg.), trans ad nigricata Fchs. (bei Reinerz von Dr. Dan-
nenberg und Stephan gefg.); die f. monticola Wrn. glaube
ich mit Bestimmtheit am Rande der Seefelder bei Grune-
wald gesehen zu haben. —R zweigähnlich, polyphag (Salix, »
Rubus u. a.); überwintert. P in sehr leichtem Gespinst in
der Erde.
B. consortaria F. [punctinalis Scp.]. Anscheinend
nur in niederen Lagen, bei Glatz, Heinzendorf (Hedwig),
Nauseney; einzeln, VI—-VII (ob in zwei Generationen ?),
in Laubwäldern, Köderbesucher. R an Quercus, Betula,
J. Stephan. D. spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl.d. Grafsch. Glatz. 101
_Salix, Prunus u.a. (Fraß 1891 bei Kohlfurt auch Fichten,
Kiefern und Heidelbeersträucher kahl. Pax.).
B. angularia Thnbg. [arenaria Hfn.|. Soll bei Landeck
“fliegen, ich habe den F dort und anderswo vergeblich gesucht.
"Sein Vorkommen ist aber leicht möglich, da er sowohl im Iser-
und Riesengebirge, als auch im Altvatergebirge gefunden wird. F
in Buchenwäldern der mittleren Lagen. R nach Soffner an Buche,
nicht an Flechten.
B. jubata Thnbg. (= glabraria Hb.). Wird von
Aßmann als Grafschafter Art genannt, soll beı Reinerz,
Goldbach fliegen, von mir noch nicht gefunden. F VII, VII,
in Nadelwäldern, besonders Kieferschlägen. R an Flechten,
' überwintert.
B. crepuscularia Schiff. Verbreitet und vielerorts h., bei
Glatz, Seitenberg (Hedwig), Reinerz, Landeck, Habel-
schwerdt u. a. ©.; von V—VII in einer Generation, in Wäl-
dern und Gehölzen, auch in Obstgärten; sitzt an Bäumen,
_Zäunen, Mauern. Die ab. nigra Th. M. wurde am 15.V. 19
‘von Dr. Dannenberg bei Glatz gefangen. R auf allerleı
Laubbäumen und Sträuchern.
B. bistortata Gz. Wird gewöhnlich mit crepuscularıa
zusammengeworfen*). Von Illgner bei Glatz gefunden.
B. consonaria Hbn. Zerstreut und s.; wird im Schirm-
schen Verzeichnis aufgeführt; V, VI, in Buchenwäldern;
Köderbesucher. R auf Buche, Birke, Eiche, Linde. P über-
wintert.
B. punctularia Hb. [punctulata Schiff.]. Verbreitet
und meist h., aber hohen Lagen fehlend; bei Landeck,
Seitenberg (Hedwig), Leuthen, Neurode, Kunzendorf (Wiede-
mann); in lichten Gehölzen, an buschigen Waldsäumen,
IV—VI. R auf Betula, auch Alnus. P überwintert.
Pachycnemia hippocastanaria Hb. Soll bei Agnesfeld
gefunden worden sein; eine Nachprüfung war bisher nicht möglich.
Das Vorkommen kann nicht ohne weiteres bestritten werden, zumal
die dortige Gegend stellenweise „Heidecharakter“ (mit Calluna) trägt.
Gnophos obscuraria Hb. [obscurata Schiff... Ver-
breitet in mittleren und höheren Regionen, aber n. h., VII,
VII, in Bergwäldern, sitzt mit ausgebreiteten Flügeln an
Felsen, Stämmen. Die ab. atra Linst. [obscuriorata Prt.|
fand ich zweimal bei Carlsberg. R polyphag an niederen
Pflanzen, überwintert, lebt sehr verborgen.
*) cfr. Prout in Seitz IV, sowie Gub. Ent. Zeit, 1918, Nr. 9.
102 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
G. ambiguata Dp. fliegt in der Form vepretaria Spr.
[pullularıa H. S.| im Waldenburger Bergland; bewohnt
m. E. auch den nördlichen Teil der Grafschaft. (Sammler
im Kreise Neurode möchte ich darauf aufmerksam machen.)
G. pullata Tr. Nach Wocke bestimmt bei Reinerz, von
mir noch nicht beobachtet. F im VII. R an niederen Pflanzen.
G. glaucinaria Hb. Seltenheit des Reichensteiner Ge-
birges; die ab. plumbearia Stgr. nach Wocke bei Jo-
hannisberg (Jauernigk) gefangen. F im VI, VII. |
G. sordaria Thnbg. f. mendicaria H. S. Eiszeitrelikt;
in höheren und höchsten Lagen, stellenweise auch in Nie-
derungen vorgedrungen; in Wäldern, mit ausgebreiteten
Fl an Felsen und Stämmen ruhend; fliegt bei Annäherung
oft wild ab; VI, VII. Vielfach h. Auf dem Glatzer Schnee-
berg am 8. VI. 21 und 15. VII. 23 von Dr. Dannenberg ge-
funden. (Letzterer fand auch 1 Stück ım V 20 bei Wartha).
R an niederen Pflanzen, überwintert.
G. dilucidaria Hb. In mittleren und hohen Lagen, bei
Reinerz, Grunwald, an der hohen Mense (Stephan), an der
Heuscheuer (St.), auf der Hohen Eule, im Schneeberggebiet
bis auf den Gipfel des großen und kleinen Schneebergs,
stellenweise h. VII, VII. R polyphag an niederen Pflanzen.
— Aberrative Stücke nicht selten; ein sehr scharf gezeich-
netes Stück fing ich in Johannesthal bei Reinerz (VII. 17),
ein sehr helles Exemplar mit verloschener Zeichnung bei
Altheide (VII. 1922).
Psodos alpinata Scp. Nur auf den höchsten Teilen des
Schneegebirges, auf dem Gipfel des Gr. Schneebergs jahr-
weise n.s., Ende VI, VII (Dr. Dannenberg fing die Art am
15. VII); fliegt im Sonnenschein, hüpfend und ziemlich hoch,
an feuchten Stellen. — R anscheinend nicht bekannt.
Ematurga atomaria L. Im ganzen Gebiet bis ins hö-
here Gebirge gemein, Ende IV—VII je nach Höhenlage
und Entwicklung, in den Niederungen 2 Generationen,
auf Waldwiesen, Lichtungen, liebt trockene Stellen, kommt
aber noch auf den Seefeldern vor; heliophil, zeigt sich je-
doch auch am Köder; fliegt ziemlich langsam und nicht
andauernd; das © recht träge, sitzt gern im Grase und an
der Erde. F variiert ganz außerordentlich. Für "unser
Gebiet sind zu nennen: ab. ustarıa Fuchs, Transitionen
zu ab. unicoloraria Stgr.u. ochreariaRbl. Stücke
von hohen Lagen sind meist kleiner und dunkler (ab. ob-
soletaria Ztt.?); doch fing ich auf den Seefeldern auch
J. Stephan. D. spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetter!, d. Grafsch. Glatz. 103
. Stücke mit ganz hellen, wenig gezeichneten Vfl, sowie
ein sehr kleines @ mit scharf hervortretenden Bändern. R
an niederen Pflanzen (Calluna, Centaurea u. a.).
Bupalus piniarius L. Verbreitet, in niederen und mitt-
leren Lagen, bis etwa 600 mı Höhe, bei Seitenberg, Lan-
deck (Stephan), Habelschwerdt, Wustung (Nonnast), Altheide
«Dr. Dannenberg), Neurode (Bartsch), Kunzendorf (Wiede-
mann); in Friedrichsberg habe ich die Art noch nicht ge-
troffen, obwohl noch hier und da einige Kiefern stehen.
F von Ende V—VII, besonders am Rande von Kiefern-
forsten, heliophil, fliegt wıld und andauernd, spielt um die
Baumkronen, © nicht so lebhaft; sitzt mit aufgerichteten
Fl (tagfalterartig). — Sehr helle Exemplare fand ich am
Hofeberg bei Seitenberg. — R auf Kiefer, bei uns nicht
in schädigender Menge*), ist im Herbst erwachsen. P in
der Erde, überwintert.
| Thamnonoma [ltame]| wauaria L. Verbreitet bis in
"höhere Lagen (bei Reinerz, Hüttenguth), VI, VII in Gärten;
besucht den Köder. R an Ribes. Ei überwintert. P in
leichtem Gewebe an oder in der Erde.
T. brunneata Thnbg. [[tame fulvarıa Vill.] Im
ganzen Gebiet bis in höhere Lagen (noch auf den See-
feldern); Ende V—-VII, in Wäldern, wo Vaccinium wächst;
fliegt auch am Tage; Köderbesucher. R soll auch an
Betula fressen (?). P in der Erde. Hie und da die ab.
unicinctata Strd. und Transitionen zu ab. flava Hn.
Phasiane [Chiasma] clathrata L. In Niederungen
vielerorts gewöhnlich, geht bis in mittlere und höhere Lagen
(Reinerz, Friedrichsberg, Carlsberg und viele andere Oıte),
V—VII in 2 Generationen, auf Wiesen, Berglehnen, Wald-
blößen, fliegt im Sonnenschein. R auf Kleearten. — Aber-
rationen: canceilaria Hb., retata Haw.
Scoria [Siona]lineata Scp. Im ganzen Gebiet, stellen-
weise h., auch in mittleren und höheren Lagen, bei Reinerz,
Grunwald, Friedrichsberg, Seitenberg, Heudorf und anderen
Orten, VI, VII auf Bergwiesen, Hängen, Waldlichtungen;
fliegt auch tagsüber, läßt sich aber meist ins Gras nieder,
erscheint nur für dem Laien pieridenartig. R an niederen
Pflanzen (Hypericum u. a.), überwintert. Eier werden reihen-
*) Der Zunahme von piniarius geht oft eine Massenvermehrung
von Emat. atomaria L., Eucosmia undulata L., Ellopia prosapiaria L.,
Boarmia crepuscularia Hb. voraus. (cfr. Pax, Tierwelt Schles., S. 141).
104 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris, Dresden 1925.
weise abgelegt. P in gelblichem, zigarrenartigen (aber
nicht geleimten) frei angehefteten Gespinst. — Die Art
variiert in der Größe beträchtlich. Stücke mit ganz oder
völlig verloschener Zeichnung (Mittelfleck und Bogenstreifen)
der Rückseite bezeichne ich als ab. obseleta n.
Perconia strigillaria Hbn. In der Sammlung Kretschmer-
Landeck steckte 1 Stück; es ist indes fraglich, ob es aus der Grafschaft
stammt. — Die Art ist sonst gar nicht hier beobachtet worden, kommt
aber in Böhmen vor.
Kleinschmetterlinge.
Vorbemerkungen.
Die nachfolgende Liste der aus der Grafschaft Glatz
bekannten Microlepidopteren bitte ich lediglich als Provi-
sorıum aufzufassen. Eine eingehendere Bearbeitung dieser
umfangreichen Gruppe — auch nur in der Weise, wie ich
sie bisher für die Macrolepidoptera gegeben habe — muß
ıch berufeneren Federn überlassen. Es kam mir hier darauf
an, ein ganz kurzes Verzeichnis zu liefern, das meinethalben
als „Anhang“ zu meiner in Kürze abgeschlossenen Arbeit
über die Schmetterlingsfauna des Glatzer Gebietes an-
gesehen werden mag. Zweifellos enthält .diese Zusammen-
stellung noch viele Lücken und bedarf wohl auch sonst
noch mancher Berichtigungen.
Zugrunde gelegt ist das noch für unsere Zeit muster-
gültig zu nennende Werk von Dr. Wocke: Verzeichnis
der Falter Schlesiens, II. Teil, Microlepidoptera (Breslau
1874), sowie die zumeist in der Zeitschrift des Vereins für
schlesische Insektenkunde erschienenen Nachträge, die wohl
alle Funde und Neuentdeckungen registrieren, die wir den
hervorragendsten schlesischen Lepidopterologen verdanken.
Nächst Wocke seien genannt Zeller, Standfuß sen. u. jun.,
in neuerer Zeit Goetschmann und Nagel.
Wocke nennt für die Provinz Schlesien (in ihren frü-
heren Grenzen) 1343 Arten, die Nachträge 85; das sind
zusammen 1428 Arten. Davon führe ich rund .950 auf,
wobei allerdings eine Reihe solcher Spezies mitgezählt sind,
die in den angrenzenden Distrikten vorkommen.
Was die Nomenclatur und die Reihenfolge betrifft, so
habe ich mich an den Staudinger-Rebel-Katalog, sowie
teilweise an das bekannte Spulersche Werk gehalten. Der
' ]. Stephan. D. spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl.d. Grafsch. Glatz. 105
Telegrammstil der nachfolgenden Arbeit ist ohne weiteres
. verständlich, seine Berechtigung einleuchtend. — Weiteres
. siehe in meinem demnächst erscheinenden „Nachwort“.
Abkürzungen:
W.—= Wocke Gtschm. = Goetschmann
Stdfs. = Standfuß Ngl. — Nagel
Pyralidae.
Gallerinae.
Achroia grisella F. Zerstreut und n. h. Glatz, Lewin;
VL, VIIL |
Aphomia sociellal. In niederen Lagen. VI—VII.
‚Galleria mellonella L. Verbreitet; hier selten schäd-
lich. IV—IX, 2 Generationen.
Crambinae.
_Crambus coulonellus Dup. Bielengebirge (Altvater-
gebirge W.) VII; inquinatellus Hb. Verbreitet, h. VII,
VOI; Iythargyrellus Hb. Niedere und mittlere La-
gen, s. VII, VIII. Reinerz (Steph.); tristellus Schiff. Auf
Wiesen, h. VII-IX; selasellus Hb. Niederungen, feuchte
Wiesen. VII, VII; lJuteellus Schiff. Trockene Wiesen.
VI; perlellus Sc. Verbreitet, feuchte Wiesen, VII, VIII;
margaritellus Hb. Nadelwald und Niederungen, VII,
VOI; pinellus _L. Tiefe Lagen, Kiefernwald. VII, VIII;
myellus Hb. Niedere und mittlere Lagen, s., Fichten-
wald. VI, VII; craterellus Se. S., Wölfelsgrund (W.).
VLVI; hortuellus Hb. Verbreitet, n.s.VlI; dume-
tellus Hb. Einzeln s. VI, VII; pratellusL. Auf Wie-
sen, h. V—VII. Wünschelburg,; silvellus Hb. Feuchte
Wiesen, s. VII, VIII. Seefelder (Steph.); ericellus Hb.
Trockene Plätze der Niederung. VI, VII. Altheide; pas-
cuellus L. Wiesen, h. VI, VII. Seefelder (Steph.); uli-
ginosellus Z. Moorige- Wiesen, s. VI, VII. Reinerz;
hamellus Thnb. Sandige Stellen, Kiefernwald. VIILIX,
s. Landeck (W.), Ullersdorf.
Platytes cerusellus Schiff. Verbreitet, zl. h. VI, VI
Chilo phragmitellus Hb.? Einz., s. VI,VII. Zettritz (?)
106 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
Schoenobiinae.
Schoenobius forficellus Thnbg. An Teichen, Süm-
pfen. VI—VII. Glatz (lligner).
Acentropus niveus Ol. AnTeichen, s.Glatz? (Illgner),
Anerastiinae.
Anerastia lotella Hb. Niedere, sandige Stellen, s.
VII. Glatz? (Illgner).
Phycitinae.
Homoeosoma nıimbellum Z. Niederungen, trockene
Wiesen. V—VIJI. Altheide; binaevellum Hb. Ver-
breitet. VI—VIII. Reinerz (W.), Grunwald.
Plodia interpunctella Hb. In Häusern, s, VI-IX.
Glatz, Wartha. |
Ephestia kuehniella Z. In Häusern, Mühlen, Bäcke-
reien. V—-VIl; figulilella Grs. In Häusern, einge-
schleppt. V—VIII., s.; elutella Hb. Ueberall, in Häusern.
V—VII.
Pempeliadilutella Hb. Verbreitet, aber s. Niederungen.
VI VI; ornatella Schiff. Verbreitet, h., VI-VIll.
Hyphantidium terebrellum. Zk. Fichtenbergwäl-
der, VII, zl.h.
Zophodia convolutella Hb. Einzeln, in Gärten mit
Ribes. V. Habelschwerdt.
Hypochalcıa ahenella Zk. Niedere und mittlere
Lagen, trockene Grasplätze. VI, VII.
Catastia marginea Schiff. Mittlere und höhere Lagen,
VI,n.h. Reinerz. (W.)
Selagia argyrella Schiff. Niedere Lagen, sandige
Stellen, s. VII.
Salebria betulae Gz. Niedere und mittlere Lagen,
Birkengehölze. VI, VII. Neuheide, Nesselgrund; palum-
bella Schiff. Trockne, sterile Plätze. VI, VII. Goldbach;
obductella F.R. Waldenburger Bergland (W.), Kreis
Neurode, VII, VIII; fusca Hw. Verbreitet, auch in höheren
Lagen. VI, VII. Reinerz, Grunwald; semirubella Sc.
Verbreitet, zl.h. VII, VIII. Jakobowitz (Gtschm.).
Nephopteryx hostilis Stph. Einzeln, s. V, VI. Glatz.
Dioryctria abietella Z. Verbreitet bis in hoheLagen,
Fichtenwald. VII. Grunwald, Hüttenguth. {
Phycita spissicella F. Niederungen, Eichengehölze.
VI, VII. Grafenort. |
]. Stephan. D. spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl.d. Grafsch. Glatz. 107
"Acrobasis zelleri Rag. Niederungen, Eichengebüsch,
s.V. Altheide. consociella Hb. Tiefe Lagen, Eichen-
gehölze, n. s. VII. Glatz.
Rhodophaea advenella Zk. Verbreitet, auch in mitt-
leren Lagen. VI; suavella Zk. Niedere und mittlere
Lagen, s. VI.
Myelois cribrella Hb. Zerstreut, zl.s. VII. Rengers-
dorf.
Endotrichinae.
'Endotricha flammealis Schiff. Zerstreut, n.h. VI,
VI. (W.)
Pyralinae.
"Aglossa pinguinalis L. Ueberall verbreitet. VI-VIl.
I
(Schirm, Illgn., Steph. u. a.)
Hypsopygıa costalis F. Zerstreut, zl.s. VI-VII.
'Pyralis farinalis L. Ueberall, in Häusern, Bäckereien
usw. VII, VIH.
Herculia glaucinalis L. Hier und da h. VII, VII;
rubidalis Schiff. Selten, Wälder. (W.) VI, VII.
Cledeobia angustalis Schiff. Niedere und mittlere
Lagen, Grasplätze. VII, VII.
Hydrocampinae.
Nymphula nymphaeata L. Stehende Gewässer, Nie-
derungen, n.s. VI—VII.
Cataclysta lemnata L. Teiche, n. s. (Stolzenau). VI
bis VII.
Psammotis hyalinalis Hb. Verbreitet, Waldränder,
n.s. VII. Reinerz, Friedrichsberg (Steph.).
Eurrhypara urticataLl. N.s.VI, VII. Reinerz (Steph.).
Scopariinae.
' Scoparia centuriella Schiff. Hie und da ın höheren
Lagen, s., VII. Reinerz, Grunwald, Mense, Schneeberg,
Bielengebirge, Altvater (W.); zelleri Wck. Mittlere
Lagen, VII, VII. Neurode; ambigualis Ir. Niedere
und mittlere Lagen. VI, VII; dubitalis Hb. Niedere
Lagen, Gehölze, trockene Wiesen. VI; petrophila
Stdf. Glatzer Schneeberg. VII. (W., Stdis);, murana
Crt. Mittlere und höhere Lagen, Fichtenwald. Vil. Spiegel-
berg, Straußeney (Gtschm.), Friedrichsberg; truncico-
lella Stt. Niederungen, Kieferngehölze, s. VII, VII. Alt-
108 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris, Dresden 1925.
heide; craetaegellaHb. Niedere und mittlere Lagen.
VH, VII; frequentella.Stt. Niedere Lagen, s. VII.
(Schirm). |
Pyraustinae.
Agrotera nemoralis Sc. Niederungen, Eichengehölz.
V, vl.
Sylepta ruralis Sc. Niedere und mittlere Lagen, n.s.
VI, VN.
Evergestis sophialis F. Höhere Lagen, Felsen, s,
VI, VI; extimalis Sc. Verbreitet, Gärten, n.s. V—VIl.
Nomophila noctuella Schiff. Bis ins höhere Gebirge
verbreitet, Brachäcker. VI—X.
Phlyctaenodes verticalis L, Hie und da, s. VI, VII.
Glatz; sticticalis L. Bei uns meist s. VI-IX. Habel-
schwerdt.
Diasemia litterata Sc. Verbreitet, Wiesen. VI—VII.
Mecyna polygonalis Hb. Täler des Eulen- und Wal-
denburger Gebirges, s. VI. (W.)
Cynaeda dentalis Schiff. Zerstreut, s. VII, VIII.
Tıtanıo pollinalis Schiff. Verbreitet, doch n. h. V bis
VII, 2 Generationen.
Pionea pandalis Hb. Verbreitet, Laubgehölze der Nie-
derung. VI, VII. Habelschwerdt (Schirm); fulvalis Hb.
elutalıis Schiff. Selten, VII. Reinerz(W); prunalis
Schiff. N. s. VII, VII. (Schirm); stachydalis Zk. Feuchte
Waldstellen, s. VII. Rengersdorf; forficalis L.N.s.
V--VII, 2 Generationen; nebulalis Hb. Mittlere und
höhere Lagen. VII. Stellenweise zl.h.; decrepitalis
H.S. Hohe Lagen, VII. Schneeberg (W.), Bielengebirge,
Eule; olivalis Schiff. Niedere Berge. VI, VII.
Pyrausta terrealis Tr. Zerstreut,s. V,VI; fuscalis
Schiff. Verbreitet, n.s. V—VII. Landeck; sambucalis
Schiff. In Gärten, Hecken, h. V—VIII, 2 Generationen;
flavalıs Schiff. Stellenweise n. s., Niederungen. VI, VII;
nubilalis Hb. Nur in Niederungen (Wartha), s. VI, VII;
aerealis Hb. Zerstreut u. s. VII. Habelschwerdt (Schirm);
alpinalis Schiff. S. s. Bielengebirge (Riesengebirge,
Gesenke. W.); cespitalis Schiff. Ziemlich verbreitet
und h. V—VII, 2 Generationen. Reinerz, Friedrichsberg;
porphyralis Schiff. Mittlere Lagen, n. h. V-VIl;
purpuralis L. An vielen Stellen h. V—VIII, 2 Gener.;
aurata Sc. Verbreitet bis in mittlere Lagen. V—Vill.
y Stephan. D.spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl. d. Grafsch. Glatz. 109
(Schirm); nigrata Sc. Niedere und mittlere Lagen,
Grasplätze. V— VIII, 2 Generationen; cingulata L.
:- Niedere u. mittlere Lagen, s. V—VII, 2 Generationen (W.);
nychthemeralis Hb. Bergwälder, zl. s. VI, VI. (W.).
Heliothela atralis Hb. Vereinzelt und s.s. V—VM.
Westliche Grafschaft.
Pterophoridae.
Agdistis adactyla Hb. ? Angeblich bei Wartha.
Platyptilia gonodactyla Schiff. Verbreitet, VI-VII.
. Reinerz, Grunwald, Wölfelsgrund (W.), Friedrichsberg,
Carlsberg, Dörnikau (St.); zetterstedti Z. Einzeln,
- VII, VIII. Schnee- und Bielengebirge. (Riesengebirge, Ge-
senke. W.); nemoralis Z. Bergwälder, Glatzer Schnee-
ı berg (W.). VII, VII; tesseradactyla L. Einzeln in
- Tälern und im höheren Gebirge. VI—VII.
Amblyptilia acanthodactyla Hb. Verbreitet bis
in mittlere Lagen. VII—IX und überwintert bisV; cos-
modactyla Hb. Im ganzen Gebirge, nur den höchsten
Lagen fehlend; Reinerz, Grunwald, Täler am Glatzer
Schneeberg (W.), Seitenberg, Wölfelsgrund, Kessel.
Stenoptilia bipunctidactyla. Feuchte Wiesen, stel-
lenweise n.s. VI—IX; pterodactyla _L. Laubwälder,
VI—VII. Glatz.
Oxyptilus pilosellae Z. Verbreitet, h. VIVII; hie-
racii Z. Zerstreut, n. h., feuchte Stellen. VI, VII. Ullers-
dorf; parvidactylus Hw. Verbreitet, n. s. VI, VI.
Pterophorus monodactylusL. Vielerorts h.VII—IX
und überwintert IV—V; scarodactylus Hb. Laub-
wald der Niederung, n. h. VI, VII; distinctus H.S.
Zerstreut und einzeln, VII, VII. Grunwald-Tal bei Rein-
erz (W.), Dörnikauer Tal (Gtschm.); microdactylus
Hb. Verbreitet, aber einzeln. V—VIII, 2 Generationen ;
carphodactylus Hb. Einzeln, V—VII, 2 Generati-
onen. Neurode.
‚Pselnophorus brachydactylus Tr. N.s., Nadel-
wälder, VI, VII. Gebirgstäler der Grafschaft (W.), Dörni-
kauer Tal (Gtschm.)
Alucita (Aciptilia) tetradactyla L. Verbreitet, h.
_ VI,VII; pentadactyla L. Mancherorts n. s., VI-VII.
.- Landeck, Seitenberg. >
110 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
Orneodidae.
Orneodes dodecadactyla Hb. Einzeln in Nieder-
ungen. VII, VII; hexadactyla L. Hie und da in tiefen
Tälern. VII—IX und überwintert IV, V. Glatz.
Tortricida
Tortricinae.
Acalla emargana F. (mit f. caudana F. und effrac-
tana Frl.). Verbreitet, VIII, IX, Niederungen; hastiana
L. (in mehreren Formen). H. in niederen und mittleren
Lagen. IX, X und überwintert IV, V. Friedrichsberg (Steph.);
abıetana Hb. Fichtenwald, noch in höheren Lagen.
IX, X, überwintert IV. Reinerz; umbrana Hb. Mehr
in nıederen Lagen, Gehölze. VII—X und überwintert
IV.,zl.s., maccana Ir. Nadelwälder, geht hoch hinauf.
IX—IV. Reinerz, Grunwald, Seefelder, Spiegelberg; lite-
rana L. In niederen Lagen verbreitet, Eichengehölze,
einzeln. VII—IV; roscidana Hb. Vereinzelt und s.
IX—IV; varıegana Schiff. Verbreitet bis in mittlere
Lagen, zl. h. VI—IV; niveana F. Meist h. Birken-
gehölze. VIII—IV. Nesselgrund; sponsana F. Buchen-
wälder, n.h. VH—IV; lipsiana Schiff. Laubgehölze
der läler, s. VI—IV; schalleriana L. Bergwälder,
feuchte Stellen, n. s. IX—IV. Seitenberg (f. comparana
Hb.); aspersana Hb. Feuchte Wiesen, zl. h. VII—IV.
Reinerz; ferrugana Tr. Niedere und mittlere Lagen,
mancherorts h. IX—IV; lithargyrana H.S. Meist s.,
Laubgehölze. VII—IV; holmiana L. Gärten u. Hecken,
ofth. VI, VII; contaminana Hb. Gärten und Hek-
ken, stellenweise n. s. VIII, IX. Landeck.
Amphisa gerningana Schiff. Feuchte Stellen mit
Vaccinium, n.h. VII, VII. Altheide.
Dichelia grotiana F. Laubwald mittlerer Lagen, VII;
gnomana Cl. Wälder, n.s., VI-VIIN; rubicundana
H.S. Glatzer Schneeberg (W.). VII, VII. |
Capua reticulana Hb. Verbreitet, mehr in Tälern. VIL;
nn En llaceana Hb. Verbreitet, Laubwald. V,VI. Raiers-
orf.
Cacoecia podana Sc. In Wäldern meist h. VI, VIEL,
piceana_L. Kiefernwald, meist s. VII; xylosteana
L. Hier und da in Tälern. VI, VI; rosana L. Gärten,
Gehölze, VII, meist gewöhhlich; sorbiana Hb. Laub-
| J. Stephan. D.spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl. d. Grafsch. Glatz: 111
gehölze, n.s. VI, VI, histrionana Frl. Fichtenwald,
V—VI, n. s. Cudowa (Gtschm.); musculana Hb.
Laubwald, n.s. V—VII; strigana Hb. Niederungen,
n.h. VII, VII. Wünschelburg; semialbana Gn. Im
Gebiet weit verbreitet (W.), mehr in tieferen Lagen. VI
bis VII; aeriferana H.S. Seltenheit der Berglagen.
VI, VH. Cudowa (Gtschm.), Volpersdorf (W.); lecheana
L. Laubwald, n. h. VI, VII.
Pandemis corylana F. Laubgehölze, n. s. VI—IX.
Ludwigsdorf; ribeana Hb. Gehölze, Gärten, meist
- gewöhnlich, V—VII, 2 Generationen. Landeck (cera-
sana Hb.); cinnamomeana Tr. Laubgehölz mittlere
Lagen, s., VII. Kudowa (Gtschm.); heparana L. Laub-
wald, n.s., VII, VII.
‚Tortrix (Eulia) politana Hw. Meist s.s. VII; cinc-
eetana Schiif. Mehr in Tälern. VI, VII, n. s.; ministrana
— L. Bis zur Baumgrenze verbreitet, stellenweise n. s. VI,
VI; forskaleana L. Verbreitet, besonders in Tälern
und mittleren Lagen. VI, VII Seitenberg; berg-
manniana L. Gärten, Hänge, h., VI, VII; loeflin-
glana_L. Eichengebüsch der tieferen Lagen, n. h. VII;
= vıridana _L. Eichengehölze der Täler. V—-VII; for-
_sterana F. Mittlere Berglagen, auf den Höhen s. VI,
VHI, Neu-Mohrau; viburniana F. Montane Art, n.h,
_ VI. Seefelder, Glatzer Schneeberg (W.); paleanaHb.
Hochwiesen, Moore, VI—-VIH, n. h., Schneeberg, See-
felder (W.); die f. icterana Frl. auch in tieferen Lagen
(Waldwiesen); steineriana Hb. Subalpin, VII. Gipfel
des Glatzer Schneebergs. (W.) [rogana Gn.]; rusti-
cana Ir. Waldwiesen mittlerer Lagen. VI, stellenweise
n.s.;, diversana Hb., Gehölze, Gärten, n. h., mehr in
Niederungen, VI, VI; (Cnephasia) osseana Sc. Bis
in hohe Lagen gehend, stellenweise h., VI, VII. Klessen-
grund; argentana Cl. Hochwiesen, bis 1300 m, VI, VII;
wahlbomiana L. Weit verbreitet, V—VII, f. vir-
gaureana Ir. mehr in mittleren Lagen; f. alticolana
_ _H.S. in hohen Regionen, Glatzer Schneeberg (W.), Eule;
penziana Hb. Bergregion, VI, VII, einzeln; pasivana
= Hb. Mittlere Lagen, Laubwald. VI, VII, s.; nubilana
‚Hb. Einzeln, s., VI, VII. Gärten, Hecken.
Cheimatophila tortricella Hb. Laubwald niederer
und mittlerer Lagen, II—IV, stellenweise h.
22 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
Exapatecongelatella Cl. Niedere und mittlere Lagen,
Gärten, Hecken, IX—XI, n. h.
Anisotaenia ulmana Gn. Mehr in den Vorbergen.
VI VI. |
Conchylinae.
Conchylis (Phalonia) aleella Schlz. N.s. Bergwiesen,
VII. Glatzer und Waldenburger Gebiet (W.); rutilana
Hb. Stellenweise, VI, VII. Falkenhain; badiana Hb.
Zerstreut, Waldwiesen. V—VIM,2 Generationen ‚smeath-
manniana F. Weit verbreitet, n. ss V—VIII. Niede-
rungen; implicitana H.S. Trockene Wiesen, s. V bis
VII; ciliella Hb. Feuchte Bergwiesen, nicht s. s.
V—VIN; epilinana Z. Hie und da, meist ss. V— VII.
Eisersdorf; gilvicomana Z. Mittlere Berglagen, n.h.,
VI, VII. Reinerz, Täler am Glatzer Schneeberg (Altvater,
W.), Dörnikauer Tal (Gtschm.); sanguisorbana H.S.
Mittlere Lagen, feuchte Wiesen, VII. Friedersdorf;
dubitana Hb. Niederungen, Wiesen. VI, VII; poste-
rana Z. Verbreitet, mehr in Tälern, V-VIlI; musseh-
liana Tr. Wiesen des Niederlandes, stellenweise n. S.
V—IX; hartmanniana Ci. Wiesen, meist gewöhn-
lich. V—VIl.
Euxanthis hamana L. Wiesen, Kleefelder, n. s. V bis
VI; zoeganal. Zerstreut, s. VII. Wiesen; fulvana
F.R. Selten und einzeln. VII. Reinerz (W.); angustana
Tr. Niedere und mittlere Lagen, trockene Plätze. VII, VI;
Phtheochroa schreibersiana Frl. Angeblich bei
Glatz.
Olethreutinae (Grapholitinae, Epibleminae).
Evetria (Retinia) duplana Hb. Niedere Lagen, Kie-
ferngehölze, n. h. IV, V; posticana Z. Selten, V, vl.
Seefelder (W.); pinivorana Z. Kiefernwald, S., VI;
turionana Hb. Kiefernwald, n. s. VI, VI. Goldbach:
buoliana Schiff. Kieferngehölze, h. VI, vl. Reinerz;
resinella L. Kieferngehölze, meist n. s., V, VI. Rein-
erz, Landeck.
Olethreutes (Penthina, Agyroploce) salicellaL.
Fast überall, an Weiden. VI, VO; inundana Schiff.
Zerstreut und einzeln, VI, VI, Täler des Eulengebir
und Waldenburger Berglandes: semifasciana De
s., Weiden. VII, VII; scriptana Hb. Stellenweise h.,
VI,VII. Rückers; sororculana Z. Birkengehölze n.h.
‚J. Stephan. D. spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl. d. Grafsch. Glatz. #3
- V-VI; sauciana Hb. Bergwälder mit Vaccinium, VI, VII;
varıegana Hb. Gärten, Hecken, n. s. VI, VII. Glatz;
pruniana Hb. Gärten, Hecken, h. V-VI; ochro-
leucana Hb. Gärten, Feldraine, n. s. VI-VIII (Wartha);
-dimidiana Sds. Gehölze n. s. V—VIII, 2 Generationen ;
-oblonganaHw. Zerstreut unds.V—VII; gentiana
Hb. Einzeln und s. VI, VIII. Reichensteiner Gebirge (Ngl.)
penthinana Gn. In schattigen Tälern und Gründen,
-s. V, VI. Dörnikau, Lewin;, fuligana Hb. Feuchte
Laubwälder, zl: s., VI-VII(W.); textana H.G.s.,
. einzeln, VII. Reinerz, Langenau (W.), Glatz; siderana
Tr. N.h., VII. Glatz, Reinerz (W.),Lewin; schulziana
. F. Bergwälder, stellenweise n. s. VII. Seefelder (W.);
micana’ Hb. Moorige Wiesen, n. s. Habelschwerdter
. Kamm, Bielengebirge;, palustrana Z. Verbreitet bis
in hohe Lagen, Bergwälder. VII, VII; lucivagana Z.
Mittlere Lagen und Niederungen, n.h. V—-VIU; bipunc-
tana F. Ueberall wo Vaccinium wächst. VI-VIN; her-
eyniana Tr. Verbreitet bis in höhere Berglagen. VI,
VII. Kudowa (Gtschm.); urticana Hb. Laubgehölze
niederer und mittlerer Lagen. VI, VI; umbrosana
Fır. Gehölze, feuchte Stellen. VI, VI. Grafenort; lacu-
nana Dp. Laubgehölze, Wiesen, h. V—VIII, 2 Genera-
tionen; rivulana Sc. Ueberall auf Wiesen, V—VII.
Glatz; capreolana H.S. Selten in der Grafschaft (W.);
cespitana Hb. Trockne Grasplätze, n.s. V—VII. Rein-
erz; ericetana Ww. Wiesen, Kleefelder, n. s. VI, VII:
branderianaL. Gehölze, s. VI VO; antıquana
Hb. Verbreitet, n. h., VI—-IX. Altheide; striana Schiff.
Vielerorts h. Wiesen, Feldwege. V—VIll; mygindana
- Schiff. Nur stellenweise, an Vaccinium-Plätzen, s. V—-VII;
rufana Sc. Wiesen, Kleefelder, s. VI—VII. Reinerz
(W.); arbutellaL. Waldungen der Niederung, V—VI.
Täler des Eulengebirges; arcuella Cl. Laubwald, be-
sonders in Tälern, h. V-VII; boisduvaliana Dp.
S.s. VI, VII. Reinerz (Stdfs. sen); metallicana Hb.
Zerstreut und s. VI, VII. Mittelwalde (W.). Die Hoch-
gebirgsform sudetana Stdfs. im Riesengebirge (W.);
‚achatana F. Gärten, Hecken, VII, VII, n.s.
Polychrosis (Eudemis) euphorbiana Frr. Angeb-
lich bei Wartha (?).
Lobesiapermixtana.Hb. Niedere und mittlere Lagen,
BeNl,ın. h.
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein IV
Iris zu Dresden. Jahrgang 1925.
114 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris, Dresden 1925.
Cymolomia hartigiana Rtzb. Nadelwald, s. VI, VII.
Kudowa (Gtschm.)
Exartema latifasciana Hw. Feuchte Gehölze, s. VI
- bis VII. Verschiedentlich in der Grafschaft (W.)
Steganoptycha (Epinotia) profundanaF. Laub-
wald, h. VII, VIII. Glatz, Habelschwerdt; rufimitrana
H.S. In Wäldern, s. VI, VIN. Reinerz (W.); corticana
Hb. Niederung, Eichengehölze, h. VI, VIH,; ratzebur-
giana Rtzb. Fichtenwald, zl. s. VI, VII. Kudowa
(Gtschm.); quadrana Hb. Geht hoch hinauf, Gras-
plätze, zl.s. V-VIl; nanana Tr. Weit verbreitet, h.
Fichtenweld. V-VI; granitana H.S. Fichtenwald,
n. h. V, VI. Landeck; diniana Gn. Einzeln und s.
Fichtenwald. VII, VIIL. Waldenburger Gebirge; oppres-
sana Ir. Niederungen, n.h. VII, VII; vacciniana Z.
An Vaccinium-Plätzen, zl.s. V,VI; crucianaLl. Feuchte
Stellen, an Weiden, n.h. VI—-IX (je nach Höhenlage);
nigromaculana Hw. Mittlere Lagen, Hänge, n.s.
VI, VI. Dörnikauer Tal (Gtschm); ramella L. Laub-
gehölz, n. s. VI, VIN. Dörnikau; ustomaculana Cıt.
Mittlere und niedere Bergregion, Vaccinium. V, VI;
nitidulana Z. Vereinzelt und s. VII. Reinerz (W.);
ericetana H.S. Laubwald, n.h. VI, VIL. Lewin; sub-
sequana Hw. Vereinzelt, Nadelwald, VII. Reinerz,Wal-
denburger Gebirge (W.); fractifasciana Hw. Zer-
streut, n. h. V—VII Jakobowitz (Gtschm.); trimacu-
lana Don. Nur stellenweise, Täler, V, VI; minutana
Hb. Pappelgehölze, oft n.s. VI,VII. Wilmsdorf; obtu-
sana Hw. Laubgehölze der Täler und niederen Berge.
V,VI. Glatz.
Gypsonomaincarnana Hw. Verbreitet, meist h., VI
bis VIII. Habelschwerdt.
Asthenia pygmaeana Hb. Nadelwald, oft h, IV.
B Rn t nn anceolana Hb. Nasse Wiesen, Sümpfe, n. s.,
Semasia aspidiscana Hb. Wenig beobachtet, Wald-
wiesen, V—VII; hypericana Hb,, h., Waldränder,
V— VII. Friedrichsberg.
Notocelia uddmanniana L. Im Unterholz (Rubus),
n.s. VI, VII; suffusana Z. Hecken, Waldsäume, zl.
h., VI, VI. Glatz; rosaecolana Dbld. Hecken, h., VI,
VII. Rengersdorf; incarnatana Hb. Rosengebüche s.,
VI, VIL Waldenburger Gebirge; roborana Tr. Niede-
iR Stephan. D.spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl. d. Grafsch. Glatz. 115
rungen, um Hecken, n. s. VII; tetragonana Stph.
Mittlere und höhere Lagen, zl. s. VI, VII. Reinerz, Schnee-
berg (W.), Bielengebirge, Täler des Eulengebirges.
Epiblema scopoliana Hw. (hochenwarthiana Gn.)
Verbreitet, n.s. VI-VII. Täler; fulvana Stph. (jace-
ana H.S.). Mittlere Berglagen, zl. s. Dörnikau (Gtschm.) ;
expallidana Hw. Niedere und mittlere Lagen, zl. s.
V-VII. Reinerz (W.); caecimaculana Hb. Zer-
streut und s., Wiesen. VI, VII; pflugiana Hw.
Vereinzelt, Waldwiesen ; V, VI. Glatz, Waldenburger Ge-
birge (W.); brunnichiana Frl. Verbreitet, n. h. VI,
VI. Dörnikauer Tal (Gtschm.); foenella L. Niederungen,
zl.s. VI, VI; similana Hb. Birkengehölze, s. VI—IX;
nigricana H.S. Bergnadelwälder. V—VI. Kudowa
(Gtschm.); hepaticana Tr. Niedere und mittlere Berg-
' regionen, n. s. VI, VII. Dörnikau (Gtschm.); graphana
Tr. Selten, einzeln in Niederungen. V—VIl. Glatz; tri-
punctana F. Gärten, Hecken, n. s. VI.VI; sub-
ocellana Don. Verbreitet, um Weiden. V—VII. Stellen-
weise n.s.; demarniana F.R. Laubwald, s. VI, VI;
immundana F.R. Niederungen, Erlengehölze, n. s.
VI, VI; tetraquetrana Hw. Gehölze, meist recht h.
V—VI. Glatz; nisella Cl: Um Pop. tremula, oft s. h.
VI—IX. Habelschwerdt; penkleriana F.R. Erlen-
gehölze, h. VI—-VII. Seitenberg; pusillana Peyer.
Selten, in tiefen Lagen. VII. Glatz, Wartha (?); tedella
Cl. Nadelholzwaldungen, s. h. VI-VII. Altheide; proxi-
mana H. S. Bergwälder, Fichten. VI, VII. Landeck,
Seitenberg; ophthalmicana Hb. Espengehölze, n. h.
VIH, IX; solandrianaL. (mit sinuana Hb.), Laub-
gehölze, n. h. VI-VIN. Friedersdorf (St.); sordidana
Hb. Erlengehölze, n. h. VI—X.
Grapholitha, woeberiana Schiff. Gärten, Täler. V bıs
VII, ofth.; albersana Hb. Mittlere und höhere Lagen
der Grafschaft (W.), VI. s.; funebrana Tr. Obst-
gärten, n.s, V und VII. Wilmsdorf; nebritana Ir.
(= nigricana Stph.?) Erbsenfelder, oft h,, V-Vll;rose-
ticolana Z. Verschiedentlich in der Grafschalt (W.),
n.s. VI; gemmiferana Tr. Sehr vereinzelt. VI.
Volpersdorf (W.); zebeana Rtzb. S.s. VI. Volpersdorf
bei Neurode (W.); pactolana Z. Nadelwald, meist h.
VI; strobilella L. Nadelwald, Bergregion, oft h. V;
compositella F. Talwiesen, meist h. V, VI; tetra-
116 .” Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
u an nn
' grammana Stgr. Bei Mittelwalde?; corollana Hb.
* Waldenburg, Bergwiesen (Ausläufer im Kreise Neurode);
cosmophorana Tr. Nadelwald, auch in höheren
Lagen. V—VII. Neurode;scoparianaH.S. Verbreitet,
- aber einzeln. IV, V; duplicana Z. Nadelwald, s. VI,
VII; diseretana Wck. Feuchte Laubgehölze, s. V, VI;
- perlepidana Hw. Laubgehölze, n. s. IV, V. Lewin;
orobana Tr. Zerstreut, meist: ss. V—VII. Jakobowitz
(Gtschm.); dorsana F. Erbsenfelder, s. V,VI; janthi-
nana Dp. Niedere Bergregion, Hecken, s. VI, VII. Ver-
schiedentlich in der Grafschaft Glatz, Waldenburger
Gebirge (W.); aurana F. Sehr zerstreut und s. VII,
VII. Eulen- und Waldenburger Bergland.
Pamene (Phthoroblastis) argyrana Hb. Eichenge-
T
hölze der Niederung, n.h.:V,VI; populana F. Selten,
VI, VII. Nördlicher Teil des Kreises Neurode; auran-
tiana Stgr. Bei Glatz (?); regiana Z. Niedere Berg-
region, an Acer, VI, VII. In der Grafschaft mehrmals
gefunden (W,); germarana Hb. Laubgehölze, Gäiten.
VI, n.s; flexana Z. Laubwald, n.s. V, VI. Mittel-
steine;, ochsenheimeriana Z. Zerstreut und s. VI.
Waldenburger Gebirge (W.); rhediella Cl. Gärten,
Hecken, n. s. IV—VI. Altheide.
metocera ocellana F. Gärten, Hecken, :Gehölze,
oft h. VI-VM. f. Jarıciana F. bei Seitenberg.
Carpocapsa pomonella L. Obstgärten, h. V—VIE;
A
R
grossana Hw. Buchenwald, n.s. V—VIl. Reinerz (W.),
Bielengebirge.
ncylis (Phoxopteryx) derasana Hb. Hecken, Feld-
raine. V-VII, n.s.; lundana F. Laubwald, n.h. VI,
VI; myrtillana Tr. Um Vaccinium, auch in höheren
Lagen. VI, VII, zl.h.; siculana Hb. Täler, h. VI—-IX,
2 Generationen. Glatz; mitterbacheriana Schiff.
Eichen- und Buchenschläge, Niederungen. IV—VJ, n. h.;
lactana F. Espengehölze, zl.h. V, VI; tineana Hb.
Birkenschläge der niederen und mittleren Lagen. V—VJ,
stellenweise n.s.; unguicella L. Heideplätze, oft ge-
wöhnlich. V—VII. Altheide; uncana Hb. Heideplätze,
stellenweise n.s. IV—VI; biarcuana Stph. Mittlere
und höhere Bergregion, zl. h. VI, VII. Walddorf; dimi-
nutana Hw. Mehr in Tälern, an Weiden, n.s. V—-VII.
DEE ta naevana Hb. An Vaccinium-Stellen, s.
" Dichrorampha (Hemimene) petiverella L. Wie-
' ].Stephan. D. spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl. d. Graisch. Glatz. 117
ne rm rasen = mn
sen, Feldwege, h. V—-VII; alpinana Tr. Wiesen, h.
V—VII; distinctana Hn. Grunwald? (Riesengebirge
W.); plumbagana Tr. Wiesen, Feldraine, n. s. V, VI;
simpliciana Hw. Niederungen, s. VII, VII; caca-
leana H.S. Höhere Berglagen, VI, zl.s. Reinerz, Glatzer
Schneeberg (W.).
Lipoptycha plumbanaSc. Feuchte Büsche, h.V-VII,
2 Generationen. |
Glyphipterygidae.
Choreutinae.
wehoreutis bjerkandrella Thnbg.Mittlere Berglagen,
zl.s. VII, VIIL Reinerz. (W.); myllerana F. Feuchte
Gehölze, n. h. V—IX, 2 Generationen. |
Simaethis pariana Cl. Gärten, Hecken, zl. h. VI, IX
und überwintert IV; dıana Hb. Selten, auf Hoch-
mooren, VI, VII. Seefelder; oxyacanthella L. (fa-
briciana L., dentana Hb.) Verbreitet, geht hoch ın die
Berge. V und VIII, überwintert IV.
Glyphipteryginae.
Glyphipteryx bergstraesserellaF. Niedere Berg-
region, lichte Gehölze, Waldwiesen, VI. Die Hochgebirgs-
form pietruskii Now. VII. Saalwiesen (Altvater, Riesen-
gebirge W.); thrasonella Sc. Sumpfige Wiesen, n.s.
VI,VIl;haworthana Stph. Moore, höhere Bergregion.
VI, VIL, n.h. Seefelder, Glatzer Schneeberg (W.), Voigts-
dorf (Nagel); equitella Sc. Trockne Stellen, Sedum-
Plätze, s. VI, VI; forsterella F. Feuchte Gehölze der
tiefsten Lagen. V, s.
’
Douglasiinae.
Tinagma perdicellum Z. Niedere Bergregion, son-
nige Lehnen. V, VI. Eulengebirgstäler.
Douglasia transversella Z. Niedere Lagen, Sand-
gegend. VI, VII.h.; ocnerostomella Stt. Angeblich
bei Glatz.
Yponomeutidae.
Yponomeutinae.
Scythropia crataegella_L. Zerstreut und meist s.,
Hecken. VI, VI.
118 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
Yponomeuta stanellus Ihnbg. Sehr vereinzelt. VI,
VII. Waldenburger Gebirge (W.); vigintipunctatus
Retz. An Sedum-Plätzen, n. s. IV—VII. 2 Generationen;
plumbellus Schiff. Laubholz, n. s. VII, VII; pa-
dellus L. Hecken, oft gewöhnlich. VI, VII; mali-
nellus Z. Obstgärten, stellenweise s. h. VII. Lewin,
Gellenau; evonymellus L. Stellenweise h. VI.
Nauseney.
Swammerdamia lutarea Hw. Hecken, n.h. V bis
VII. Reinerz (W.); compunctella H.S. Verbreitet,
an Sorbus. VII. „Gebirge der Grafschaft“ (W.); pyrella
Ville. Obstbäume, h. V und VIII. Gabersdorf, Ebersdorf.
Prays curtisellus Don. Bei Wartha (?).
Atemelia torquatella Z. S.s. VI-VI.
Argyresthinae.
Argyresthia conjugella Z. Niedere und mittlere
Lagen, oft h. V-VIIl; mendica Hw. Verbreitet, n. s.
V—VI; glaucinella Z. Sehr vereinzelt. VII. Glatz;
spiniella Z. N.h. Hecken, Gärten. VII, VII. Reinerz
(W.); albistria Hw. Hecken, zl.s. VI, VI; ephip-
pella F. Hecken, h. VI, VII. Schwedeldorf; nitidella
F. An Hecken, verbreitet, n.s. VII, VII; semitesta-
cella Crt. Buchenwald, auch höhere Lagen. VII-IX;
abdomiınalis Z. Nur an wenigen Stellen. VI, VII.
Nesselgrund; aurulentella Z. S. und einzeln. VII,
VII; retinella Z. Verbreitet. Weiden. VLVI; fun-
della F.R. Nadelwald, auch in mittleren Lagen. VI, VII.
Kudowa (Gtschm.); cornella F. Obstgärten, n.s. VI,
VI; sorbiella Tr. Mittlere und niedere Berglagen,
Sorbus, VI, VII; submontana Frey. Bis in höhere Lagen
aufsteigend und h. VI, VII. Spiegelberg (Gtschm.), Heu-
scheuer, Friedrichsberg; pygmaeella Hb. Verbreitet,
Weiden. VI, VII; goedartella L. Stellenweise recht
h. Birkengehölze. VI, VII; brockeella Hb. N.h.,
Birkenschläge. VI, VI; andereggiella Dup. Laub-
gehölz, s. VII, VII. Wartha, Neurode; certella Z.
Fichten, s. VI, VII. Kudowa (Gtschm.); illuminatella Z.
Niedere Bergregion, Fichten, zl.s. VI, VI; glabra-
tella Z. Fichtenwald, niedere Berge, VI, VII; amian-
tella Z. Fichten, vereinzelt, VI, VII. Waldenburger Ge-
birge (W.); laevigatella H.S. S. und einzeln. VII.
.J. Stephan. D. spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl. d. Grafsch.Glatz. 119
oO
IE
L
n°
'Cedestis gysselinella Dup.- Nadelwald, Vorberge
und h. VI, VI Kudowa (Gtschm.); farinatella Z.
Zerstreut, s., Kiefern. V, VI. Seitenberg
cnerostoma piniarella Z. Niedere Lagen, Kiefern
n. h. V— VIII, 2 Generationen.
Plutellidae.
Eidophasia messingiella F. R. „Schluchten und
Abhänge in den Gebirgen der Grafschaft“ (W.), Dörni-
kauer Tal (Gtschm.), Lewin, nicht s. h. VI, VI.
" Plutella porrectellaL. Gärten, n.s. V und VII. Ullers-
dorf; maculipennis Crt. (=cruciferarum Z.) Fast
überall, meist gewöhnlich, IV—IX; annulatella Crt.
f.bicingulata Z. Bergregion, n.h. IX, überwintert IV,
V, Reinerz (W.); senilella Z. (dalella Stt.) Höhere
Bergregion, n. h., IX und IV— VI. Reinerz, Grunwald,
Glatzer Schneeberg (W.) Bielengebirge (Bielendorf).
erostoma vitella L. Selten, niedere und mittlere
Lagen. VI—-VII. Reinerz (W.); sequella Cl. Zerstreut,
Acer-Büsche. VI, VIII. Reinerz (W.), Landeck; radia-
tella Don. Niederungen, Eichenbüsche. VI—IX, über-
wintert IV; coriacella H.S. Selten, bei Landeck.
parenthesella L. Buchenschläge, n.s. VI—IX; syl-
vella L. Niedere Lagen, Eichen, s. VII—IX.Nd. Rengers-
dorf; lucella F. Niedere Lagen, Eichen, s. VII, VII;
alpella Schiff. Täler, Eichengebüsch, s. VII, VII, as-
perellaL. Gärten, n. s. VII—-IX, überwintert IV; hori-
della Tr. Obstbäume, nur stellenweise. VII, VIII. Reichen-
steiner Gebirge (Ngl.); nemorella L. Nicht s. VI.
Bergwälder der Grafschaft (W.); falcellaHb. Selten.
Vu, VII. Täler der Grafschaft Glatz und des Altvater-
gebirges (W.); xylostella L. Niedere und mittlere
Lagen, h. VII, VII.
heristis mucronella Sc. Angeblich bei Wartha. (?)
Gelechiidae
Gelechiinae..
' Metzneria (Parasia) lappella _L. Zerstreut, n. h. VI;
.
BE
carlinella Stt. S.s. und einzeln, bei Wartha. VII, VII.
helaria huebnerella Don. Birkengehölze, n.s. VII
bis X.
: Psoricoptera gibbosella Z. Niederungen, Eichen.
VU, VII. Labitsch.
120 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
Bryotropha terrella Hn. Nirgends fehlend, Wiesen,
grasige Hänge. VI-VIl; senectella Z. Verbreitet,
n. s. VI, VII. Glatz; glabrella Hn. Sehr vereinzelt, bei
Glatz (?); decrepidellaH.S. S.s. VU, VII. Wartha,
Hartha.
Gelechia pinguinella Tr. Niedere und mittlere Lagen
(wo Populus pyram. wächst), h. VI; nigra Hw. Espen-
gebüsch, einzeln (Neurode) VI, VI; muscocella Z
Weiden, s. VI, VI. Waldenburger Gebirge; rhom-
bella Schiff. Obstgärten, s., VI, VI. Glatz, Wartha;
sororculella Hb.Niederungen, Weiden, VI, VII, n.s.;
velocella Dp. Meist gewöhnlich, V—VII, 2 Generationen
(Niedere Lagen); peliella Tr. Einzeln, sandige Stellen,
Niederungen. VI, VI; ericetella Hb. An Heidestellen,
h. V—VII. Neuheide; lentiginosella Z. Zerstreut,
stellenweise n. s. VII, VII; malvella Hb. In Gärt-
nereien, h. VII. Glatz; galbanella Z. Nadelwald,
niedere und mittlere Lagen. VI—-VIIl. Kudowa (Gtschm.);
boreella Dgl. Sehr einzeln und s. VI, VI; conti-
nuella Z. Zerstreut, meist s. VII. Heuscheuer (W.),
Friedrichsberg, Fort Carl, Spiegelberg, Eckstein; dif-
finis Hw. Verbreitet, n.s. V—-VII; electella Z.
Fichten, meist s. VI, VII. Kudowa (Gtschm.); scalella
Sc. Niederungen, Eichengehölze, n. h. V-IX. 2 Genera-
tionen; lugubrella F. Birkengehölze, meist s. VI, VII;
viduella F. Montane Art, s. VII. Gipfel des Glatzer
Schneebergs (W.); cytisella Tr. Selten in Tälern. V.
Glatz, Hausdorf.
Lita artemisiella Tr. Ziemlich verbreitet und h. V
bis VII. (Thymus.); obsoletella F.R. S.s. Wartha;
huebneri Hw. Niedere Lagen, s. VI, VI; knagg-
sıella Stt. Einzeln im Waldenburger Gebirge (W.);
maculea Hw. Wohl nur in Niederungen; VI, VI; tri-
coloreila Hw. Täler und niedere Lagen, s. VI, VII;
junctella Dgl. Verbreitet, n. s. VII—IX, überwintert
IV. Reinerz; cauliginella H.S. Vereinzelt. VII. Neu-
rode, Waldenburger Gebirge; vicinella Dgl. Zerstreut
und meist n.h. VII. Grunwalder Tal bei Reinerz (W.).
Teleia vulgella Hb. Hecken, zl. h. VI; scriptella
Hb. Sehr vereinzelt. Waldenburger und Eulengebirge;
alburnella Z. Birkenwald, zl.s. VII; fugitivella
Z. Niederungen, n. h. Ulmen. VI, VI. Hausdorf; hume-
ralis Z. Niederungen, Eichen, s. VII, IX, überwintert
' J. Stephan. D. spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl.d. Grafsch. Glatz. 121
-IV,V; proximella Hb. Gehölze, Birke, Erle, h. V
bis VI; notalella Hb. Weiden, n.s. V, VI; tripa-
_rella Z. Niedere und mittlere Lagen, Eichen. VII, VII.
Grafenort; luculella Hb. Birken und Eichen, Täler,
Be V, VL
L. (Heringia) dodecella_L. Niedere Lagen, Kiefernge-
hölze, n.h. VI, VII.
Acompsia (Brachycrossata) cinerella Cl. Wälder
niederer und mittlerer Lagen, h. VI.
Tachyptilia populella Cl. Laubgehölze, meist ge-
wöhnlich. VI—-VII. Reinerz; [temerella Z. Riesen-
gebirge (W.)].
Acanthophila alacella Dp. Verbreitet, mehr ın Tälern,
VI, VID.
Xystophora (Doryphora) lucidella Stph.(?) War-
setha, Camenz.
Anacampsis coronillella Tr. Nur in Tälern, n.h.
VLVI; sangiella. Stt. Sehr vereinzelt. VII. Glatz (?);
anthyllidella Hb. Felder und Wiesen der Niederung,
h. V—-VII, 2 Generationen; vorticella Sc. mit f.
ligulella Z. Niedere und mittlere Lagen. V—VII, (2
Generationen) n.s.; taeniolella Z. Felder, Wiesen,
s. VI—-VI. Waltersdorf.
Epithectis (Brachmia) mouffetella Schiff. S. s.
Bielengebirge (Gesenke W.)
Aristotelia (Ergatis) brizella Ir. Verbreitet, mehr
in Tälern, n.s. V-VII; ericinella Dp. Heidestellen,
niedere und mittlere Lagen, n. s. VII, VIII. Walddorf.
Becurvaria leucatella Cl. Gärten, Hecken, h. VI,
VI; nanella Hb. Obstgärten, Hecken, zl.h. VI, VII.
Altendorf.
Ptocheuusa (Reuttia) subocellea Stph. Zerstreut
und einzeln. VI, VII. Jakobowitz (Gtschm.), Waldenburger
Gebirge (W.), Eulengebirge.
Stenolechia (Poeciliaa gemmella L. (nivea Hb.)
Niederungen, Eichen, n. h. V-VII; albiceps Z. Sehr
vereinzelt. VI, VII. Glatz, Wartha, Camenz.
Chrysopora (Nannodia) stipella Hb. Hier und da,
n.h. gefunden. V—VIl; hermannella F. Weit ver-
breitet, meist und vielerorts h. VI und VIII. Mittelwalde.
Apodia bifractella Dgl. Sehr vereinzelt, VII, VII.
Waldenburger Bergland.
122 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
Sitotroga cerealella Ol. In Häusern und Scheuern
(eingeschl.), hier und da. V, VI.
Brachmia (Ceratophora) rufescens Hw. Niedere
und mittlere Lagen, s. VI, VII. Glatz; lutalella H.S.
Vereinzelt, VII. Wartha.
Rhinosia ferrugella Schiff. Einzeln, Niederungen. VI,
VII. Glatz. |
Paltodora (Cleodora) striatella Hb. N.s., mehr in
Tälern. VII, VII.
Ypsolophus ustulellus F. Laubgehölz niederer und
mittlerer Lagen, n.s. V, VI; fasciellus Hb. Hecken
an Hängen, h. V, VI; limosellus Schlg. Vereinzelt
Grasplätze. VII. Reinerz (W.); juniperellus_L. Recht
s. VII. An mehreren Orten der Grafschaft gefunden (W.).
Nothris verbascella Hb. Verbreitet, meist h. VIL
VII; sabinella Z. Sehr vereinzelt. VII. Wartha.
Sophronia semicostella Hb. Trockene Wiesen, h.
VI, VI. Winkeldorf; humerella Schiff. Trockene
Plätze, n.s. VII, VII; sicarıella Z. Niederungen, sehr
spärlich. VI, VII.
Anarsıa lineatella Z. (Zweifelhaft). An Prunus, V
bis VIII, 2 Generationen.
Blastobasinae.
Endrosis lacteella Schiff. In Häusern, h. das ganze
Jahr hindurch. Friedrichsberg.
Blastobasis roscidella Z. Angeblich bei Glatz.
Hypatima binotella Thnb. Nadelwald der niederen
und mittleren Lagen, s. VII. Kudowa (Gtschm.).
Oecophorinae.
Harpella forficella Sc. Laubgehölz, Täler, VI, VII, n.s.
Alabonia bractella L. Zerstreut, s. VI. „Bisher nur
in der Grafschaft Glatz gefunden“ (W.). Reichensteiner
Gebirge (Ngl.).
Oecophora (Dasycera) oliviella F.?
Borkhausenia (Oecophora) tinctella Hb. Ver-
breitet, n. h. V—VII; unitella Hb. Einzeln, s. VI, VI;
panzerella Stph. S.s. VII. Altheide; flavifron-
tella Hb. Waldungen niederer und mittlerer Lagen,
VI VU; luridicomella H.S. Zerstreut, s. VI, VD.
Riesengebirge (W.); nubilosella H.S. Fichtenwald,s.
VII. Reinerz (W.); stipella L. Nadelwald, n.s. VI,
'J.Stephan. D.spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl. d. Grafsch. Glatz. 123
VI; similella Hb. Nadelwald, s. VI VI; cinna-
momea Z. Nadelwald, zl. h. VII, VII. Kudowa, Tscher-
. beney; minutella L. Häuser, Lauben, zl.h. VI. Glatz;
' tripuncta Hw. Einzeln, s. VI. Reinerz (W.); formo-
sella E. Gärten, s. VII, VII; schaefferella_L. Nie-
derungen, zl. h. VI, VI; procerella Schiff. Gärten,
- zerstreut, s. VI, VII. Landeck.
Depressariinae.
‚Semioscopis anella Hb. Birken, n.h. Ende III—IV;
‚=strigulana F. Espen, n. s. Ende III—V; avella-
nella Hb. Laubgehölze, Niederungen, stellenweise s. h.
Ende II, IV, Glatz.
Epigraphia steinkellneriana Schiff. Hecken, II,
is,
:Psecadia pusiella Rm. Mittlere und höhere Lagen,
‚bis 1100 m, VI, VII, zl.s. Hohe Mense, Glatzer Schnee-,
und Waldenburger Gebirge (W.), Bielengebirge; bi-
punctella F. Nur in Niederungen, V und VII, zl. s.;
funerella F. Niedere und mittlere Lagen, n.h. V, VI.
Friedrichsgrund.
\Depressaria costosa Hw. Niedere Lagen, n.s. VII,
VII; flavella Hb. Verbreitet, n.s. VILVII; doroni-
cella Wck. Montane Art, zl. s. VII. Schneeberg, Alt-
vatergebirge (W.); atomella Hb. Vielerorts h. VII-IX,
überwintert IV; petasitis Stdfs. Montane Art, VI, VII,
n.h. Täler und Schluchten des Glatzer Gebirges (W.),
Glatzer Schneeberg; arenella Schiff. Niedere und
mittlere Lagen, stellenweise n. s. VII—IX und überwin-
tert IV; propinquella Tr. Mittlere Bergregion, n. s.
VO—IX, überwintert IV, V; subpropinquella Stt.
Zerstreut, VII—-IX, überwintert IV. Waldenburger Ge-
birge (W.), Eulengebirge; laterella Schiff. Stellenweise
sehr gewöhnlich. VI—IV; ocellana F. Niedere und
mittlere Lagen, Weiden, zl.h. VI—IV; purpurea Hw.
Zweifelhaft; liturella Hb. Niedere Bergregion, zl. h.
VI, VII. Raiersdorf; conterminella Z. Mittlere
Lagen, s. VI, VI. (Weiden); impurella Tr. Zerstreut,
s. Wälder. VII—IV; applana F. Niedere Lagen, zl. s.
VI-IV; capreolella Z. Mittlere Lagen, n.s. VII,
IX; angelicella Hb. Niedere und mittlere Lagen,
n.h.VI, VII; astrantiae Hn. Mittlere Bergregion zl.h.
VI, VII. Waldenburger Bergland (W.), Eulengebirge;
BR; Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
sarracenella Rssl. S., einzeln. VI. Waldenburger
. Gebirge (W.); selini Hn. Laubwälder mittlerer und
niederer Lagen. VII, VII. Waldenburger Gebirge (W.),
Eulengebirge; pimpinellae Z. Niedere Lagen, stellen-
weise zl.h. VII—V; olerella J. Zerstreut, VIN—IV,
Waldenburger Gebirge (W.); pulcherrimella Stt.
Niedere Lagen, zl. s. VII, VII; silesiaca Hn. Verein-
zelt. IX. Hornschloß, Riesengebirge (W.); nervosa Hw.
S.s VII-IV. Glatz (?)
Pleurota bicostella Cl. Verbreitet bis in höhere
Lagen, Calluna-Stellen. VI, VI.
Anchinia daphnella Hb. Verbreitet, VII. Walden-
burger, Glatzer und Altvatergebirge (W.); cristalis Sc,
Zerstreut. VI, VI. Waldenburger und Riesengebirge (W.).
Hypercallia citrinalis Sc. Niedere und mittlere
Bergregion, Wiesen, VI, VII, zl.s. Neurode. |
Chimabacchinae.
Dasystoma salicella Hb. NurintiefenLagen(Glatz?)IV.
Chimabacche phryganella Hb. Nur in tieferen
Lagen, s. X, XI; fagella F. Niedere Lagen, stellen-
weise n. s. Ende III—.V.
Elachistidae.
Scythridinae.
Schreckensteinia festaliella Hb. Verbreitet, nie-
dere und mittlere Lagen, n. s. V—VIII, 2 Generationen.
Epermenia (Chauliodus) illigerella Hb. Noch in
mittleren Berglagen, stellenweise h. VI, VII; chaero-
phyllella Gz. Zerstreut, n.h. VII, IX, überwintertIV,V.
Scythris (Butalis) productella Z. Wenige Stellen des
Waldenburger Gebirges (W.); laminella H.S. Nie-
dere Lagen, Waldwiesen, n. s. VI, VI; cuspidella
Schiff. Trockene Bergwiesen, stellenweise n.s. VI—VIIl.
Reinerz (W.); chenopodiella Hb. Nur stellenweise,
Täler, V-VII; noricella Z. Montane Art. VII, VII.
Reinerz, Glatzer Schneeberg, Altvater (W.); insper-
sella Hb. Mittlere Bergregion. VII. VII. Dörnikauer Tal
(Gtschm.); siccella Z. Niederung, s. V, VI. |
Momphinae.
Cataplectica (Heydenia) fulviguttella Z. Niedere
und mittlere Lagen, zl.s. VII, VII.
j
|
]J. Stephan. D. spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl. d.-Grafsch. Glatz. 125
;
.‚Cosmopteryx eximia Hw. Zerstreut, V, VI. An ver-
.. schiedenen Stellen der Grafschaft (W.).
‚Batrachedra praeangusta Hw.Espengehölz, stellen-
‚- weise n.s. VI,VII; pinicolella Dp. Niederungen, Kiefern,
n.s. VI, VII. Seitenberg. |
Stath ar poda pedella L. Niederungen, Erlengehölze,
eis. Vll. |
Cyphophora idaei Z. Verbreitet bis. in mittlere Berg-
“Jagen, VI; n. s. Reinerz.
‚Blastodacna hellerella Dp. Gärten, n. s. V—VII;
putripennella Z. Gärten, n.h. VI, VII. Glatz (?).
;Mompha (Laverna) conturbatella Hb. Niedere und
- mittlere Bergregionen, n.s. VI, VI; raschkiella Z.
= Niedere und mittlere Lagen, n.h. V,VI; lacteella
'- Stph. Mittlere Bergregionen Vibs. VII. Dörnikauer Tal
(Gtschm); subbistrigella Hw. Niedere und mittlere
* Lagen, n. h. VIII, IX. |
Eimnaecia phragmitella Stt. Sehr vereinzelt, VI],
- VID. Landeck (W.).
Anybia epilobiella Rm. Zerstreut, VII—IV. Walden-
‘+ burger Gebirge (W.). |
‚Psacaphora schranckella Hb. Mittlere Bergregionen,
- s. VII. Dörnikauer Tal (Gtschm.).
Heliodines roesella L. Einzeln, s. VII—IV. Glatz.
Pancalıa? |
| Heliozelinae.
Antispila pfeifferella Hb. Niedere und mittlere
Lagen, zl.s. V; petryi Mart.?
Heliozela sericiella Hw. Niedere Lagen, Eichen-
_ büsche. V; resplendella Stt. S. s., nur in tiefsten
Lagen. V, VI
Coleophorinae.
ehna modestella Dp. Niedere Lagen, n. s. IV, V.
latz.
Coleophora laricella Hb. Stellenweise s. h. VI; an-
tennariella H.S. Laubwald, s. V; limosipen-
nella Z. Niederungen, s. VI, VI; solitariella Z.
- Sehr vereinzelt. VI. Eulengebirge (Hornschloß, Gesenke
- W.); lutipennella Z. Niedere Lagen, n.h. VI, VI;
gryphipennella Bch. Rosen, n. s. VI; siccifolia
Stt. S.s. VI. Landeck; viminitella Z. Niedere und
mittlere Lagen, zl. s. VII; idaeella Hfm. Ganz ver-
126 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
einzelt. VI. Silberberg; vacciniella H.S. Verbreitet.
VI. Glatz; glitzella Hfm. Angeblich bei Neurode;
vitisella Grs. Wälder der niederen und mittleren Berg-
region. V, Vl.zl.s.; fuscedinella Z. Laubgehölze, n.
s. VI, VI; nigricella Stph. Gärten, Gehölze, n. s.
VI, VII; fuscocuprella H.S. Niedere Lagen, n.s.
V,VI; albitarsella Z. Zerstreut, s. VI, VIL. Neurode;
spissicornis Hw. Wiesen, n.s. VI, VII; lıxella
Z. Verbreitet, Grasplätze, Waldränder, n.s. VII, VIII;
niveicostella Z. Stellenweise h., Hänge; V, VI;
discordella Z. Niedere und mittlere Lagen, s. VI,VII;
vibicella Hb. Niedere und mittlere Lagen, n.h. VII;
betulella Hn. Birken, sehr vereinzelt, VI; pallia-
tella Zk. Niederungen, Eichen, n.s. VII; anatipen-
nella Hb. Gehölze, n. s. VI, VI; hemerobiellaSc.
Obstgärten, n. s. VII. Mittelwalde, Schönau; onos-
mella Brh. Waldsäume, Feldraine, n. s. VI, VII; theri-
nella Tgstr. Trockne Wiesen, Täler. VI-VII; troglo-
dytella Dp. Stellenweise h. VI, VII. Landeck; curru-
cipennella Z. Laubgehölze, n. s. VIL Wartha;
murinipennella Dp. Stellenweise s. h. V, VI. Seiten-
berg; caespititiella Z. Feuchte Stellen der Niede-
rung, mancherorts gemein, V—VI; millefolii Z.
Zerstreut, s. VI, VH; gnaphalii Z. Einzeln, VI.
Goldbach (?); argentula Z. Weitverbreitet, n. s. VII,
VII; virgaureae Stt. Vereinzelt, Waldränder. VII, VIIL
Keilendorf; larıipennella Z.Stellenweise n.s. (Gärten,
Zäune), VI.
Elachistinae.
Elachista quadrella Hb. Vereinzelt, s. VI, VII. (Rie-
sengebirge, Gesenke W.); trapeziella Stt. Walden-
burger Gebirge (W.); magnificella Tgstr. Verein-
zelt in Wäldern, VI. Mittlere Bergregion; nobilella
Z. Einzeln in mittleren Lagen. VI. Reinerz (W.); albiı-
frontella Hb. Niedere Lagen, stellenweise h. VI;
luticomella Z. Mittlere Berghöhen. VI, VII. Neurode;
abbreviatella Stt. Montane Art, s. VII. Seefelder,
Glatzer Schneeberg (W.); stagnalis Frey. Moor-
wiesen, s. VI, VI. Seefelder, Glatzer Schneeberg (Riesen-
und Isergebirge W.); perplexella Stt. Stellenweise
n.s. V-VII; exactella H.S. Vereinzelt. V—VIL;
Waldenburger Bergland; nigrella Hw. (aridella Hn.,
. J. Stephan. D. spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl.d. Grafsch. Glatz, 127
ea
incertella Frey., pullella H.S.) Täler der mittleren
Lagen. V-VIlI; humilis Z. Zerstreut und s. V und
VO; bifasciella Tr. Mittlere und höhere Lagen, zum
Teilh. VI, VI; megerlella Stt. (cinctella Z.) Nie-
dere und mittlere Lagen, n. s. VI-VII; cerusella Hb.
Moorwiesen n. h. VI, VII. Seefelder (W.); pollina-
riella Z. Vereinzelt, VI. NiedereLagen; argentella
Cl. Zerstreut, n. h. VI, VII. Glatz, Seitenberg; subal-
bidella Schlg. Mittlere und höhere Lagen, s. VI, VII,
Reinerz, Schneeberg (Altvater W.).
Gracilariidae.
Gracilariinae.
Gracilariaalchimiella Sc. In Niederungen h., Eichen.
IV— VII, 2 Generationen; stigmatella F. Niedere
und mittlere Lagen, stellenweise gewöhnlich. VII—X
und überwintert IV; falconipennella Hb. Niedere
_ und mittlere Lagen, Erlengehölze. IX—IV. Seitenberg;
elongella L. Erlengehölze, stellenweise s. h. VII—IV.
Glatz; rufipennella Hb. Im Gebirge zl. h., Acer.
VII—IV. Wilhelmsthal; tringipennella Z. Wiesen,
‚mittlere Lagen. V—VII; syringella F. Gärten, An-
lagen. Oft gemein. V— VII. Landeck, Zentnerbrunn;
phasianipennella Hb. Stellenweise h. Wiesen,
Gärten. VII—IV; auroguttella Stph. Verbreitet,
Niederungen und mittlere Lagen. V-VII; ononidis Z.
Vereinzelt, VI, VII. Neurode; kollariella Z, Verein-
zelt und s. V— VII. Waldenburger Berge.
Corisciumbrogniardellum F. Niederungen, Eichen-
gebüsche VII—IV; cuculipennellum Hb. Soll
für Wartha festgestellt sein.
Ornix guttea Hw. Gärten. V—VII. oft h. Hassitz;
fagıvora Frey. Buchenwald der mittleren Lagen, VI
bis VII, s.; anglicella Stt. Hecken, n.s. V und VII;
avellanella Stt. Ziemlich verbreitet, Corylus, V und
_ VII. Eulengebirgstäler; scoticella Stt. Bis ins höhere
Gebirge gehend (Hohe Mense). VI, VIL, n.h.; betulae
Stt. Niedere Lagen, zl.s. V und VIII; ‘anguliferella
Z. Sehr vereinzelt, Obstgärten. V und VII. Wartha.
Lithocolletinae.
Bedellia somnulentella Z. Niederungen, s. VII-IV.
Lithocolletis amyotella Dp. Niederungen, Eichen.
188 . Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
"V und VIl; sylvella Hw. Verbreitet, Täler, s. (Acer). |
'V und VII; cramerella F. In Niederungen, teilweise
s. h. (Eichen) VI; tenella Z.. Niedere und mittlere
Lagen, stellenweise n.s. (Buchen). VI; heegeriella
Z. Niederungen, n.s. (Eichen). V und VII}; alniellaZ,.
Täler, stellenweise recht h. (Erlen). V und VIll; lau-
tella Z. Einzeln, bei Wartha; insignitella Z. Wiesen,
s. Vund VII; ulmifoliella Hb. Recht verbreitet, n.
s. (Birke); spinicolella Dp. Bisin höhere Berglagen
verbreitet, n.s. (Weide); calvella Z. Einzeln und s.
(Birken); concomitella Bnks. (pomifoliella Z.) N.s.
(Apfel). Glatz; sorbi Frey. Auch in höheren Lagen
(Sorbus), n.s.; cydoniella F. Stellenweise h. (Birne).
V und VII; spinicolella Z. Verbreitet, mancherorts
gewöhnlich (Pflaume); oxyacanthae Frey. Verein-
zelt, an Crataegus. Wartha; faginella Z. Buchenwald,
stellenweise s.h. V und VII; coryli Nc. Vereinzelt
(Haseln); carpinicolella Stt. N. h. (Buche). Kessel;
junoniella Z. Ziemlich verbreitet (Vaccinium); quer-
cifoliella Z. Niederungen, manchmal gewöhnlich, VI,
VII; betulae Z. Sehr vereinzelt und s. (Birke, Apfel).
V; nicellii Stt. Niedere und mittlere Lagen, (Hasel),
n. h. Altheide. (V und VID); stettinensis Nc. Vor-
berge und Täler (Erle), n.h.; klemannellaF. Nie.
derungen, n.s. (Erle); schreberella F. N.s. (Ulme);
emberizaepennella Bch. Stellenweise gemein. (Lo-
nicera). V und VIII. Reinerz; pastorella Z, Nieder-
ungen, n. h. (Weide). VIundIV; populifoliella Fr.
Mehr in Tälern, n.s. Vund VII; tremulae Z. Stellen-
weise n. s. (Espe). VI und VII; tristrigella Hw.
Vereinzelt, s. Glatz (?).
"ischeria complanella Hb. Niederungen, Eichen,
stellenweise s.h. V,VI; decidua Wck. Vereinzelt, V,
VI.Wartha?; angusticolella Dup. Mehr in niederen
und mittleren Lagen, oft h. V und VI.
Lyonetiidae.
Lyonetia clerkella L. Weit verbreitet, in niederen
Lagen oft s.h. VIl und IX—IV; prunifoliella Hb.
Zerstreut und s. VII und IX—IV. |
Phyllocnistis suffusella Z. Verbreitet, stellenweise
n.s. VI und IX—IV; saligna Z. Vereinzelt. VI und
IX—IV. Glatz.
.J. Stephan. D. spannerartig. Nacht-u. Kleinschmetterl.d. Grafsch. Glatz. 12%
a Ge ne ee Sr N Be Tan aan =
Cemiostoma wailesella Stt. Einzeln, V und VII.
- Waldenburger Gebirge; scitella.Z. Gärten, Hecken,
- oft:recht h. V und VI; lustratella H.S. Erwähnt
WW. vom Waldenburger Gebirge. . |
Bucculatrix thoracella Thnbg. Stellenweise recht
h. (Linde). VI und VII, IX; cidarella Z. Erlgehölze,
s. V und VII; ulmella Z. Ziemlich verbreitet, n. s.
(Eichen, Ulmen). V.und VII; "frangulella Gz. Nie-
dere und mittlere Lagen, s. VI, VI; nigricomella Z.
Zerstreut, n.h. (Chrysanth.). VIund VII; eristatella Z.
Einzeln, bei Wartha.
‚Opostega crepusculella Z. Einzeln, sumpfige Wiesen
und Gräben der Niederung. VI, VI.
Nepticulidae.
Nepticula ruficapitella Hw. Niederungen, (Quer-
eus). Vund VII, zl.h; atricapitella Hw. S., in Nie-
derungen (Quercus). V und VII; samiatella H.S.
Meist s. (Quercus). VundVIll; anomalella Gz. Nie-
_ dere und mittlere Bergregion, oft h. (Rosa). V und VII.
Landeck; aucupariae Frey. Vereinzelt (Sorbus) VII;
-desperatella Frey. Soll bei Glatz beobachtet worden
_sein;.nylandriella Tgstr. Nach W. im Waldenburger
Gebirge; regiella H.S. S. (Crataegus), niedere Lagen.
V und VII; fragariella Hyd. Laubgehölze, nach W.
im Waldenburger Gebirge; splendidissimella H.S.
Mancherorts h. (Rubus), VundVII; gratiosella Stt.
“ An Waldsäumen (Crataegus) stellenweise n. s. V und VII];
prunetorum Stt. Vereinzelt beiWartha; speciosa
- Frey. Mittlere Bergregion (Acer), manchmal n.s. V. (Wal-
“ denburger Gebirge W.); alnetella Stt. Niedere Berg-
- Jagen (Alnus), zum Teilh. VundVII.; microtheriella
“ Stt. Stellenweise h. (Corylus). VundVIll. Kessel; occul-
tella Hn. Vereinzelt in niederen und mittleren Lagen. V
und VIII. Glatz; -plagiocolella Stt. Zerstreut (Prunuüs).
Vund VII; sorbi Stt. Montan, stellenweise n.s. Glatzer
Schneeberg (Altvater, RiesengebirgeW.); turicellaH.S.
_ Niedere und mittlere Lagen, vereinzelt. V’ und VII, VII;
hemargyrella Z. Nach W.imWaldenburger Gebirge,
wohl auch im Eulengebirge; malella Stt. N.h. Wartha,
Glatz; atricollis.Stt. Nach W. im Vorgebirge, sicher
auch in der Grafschaft; arcuatella H.S. Vereinzelt
in Eulengebirgstälern. V und VII; myrtillella Stt.
, Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Eutomologischen Verein V
Iris zu Dresden. Jahrgang 1925. .
130 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
Verbreitet und n. s. (Vaccinium). Vlund VIII. Olbersdorf;
salicis Stt. Riesengebirge (W.), dürfte auch bei uns vor-
kommen; septembrella Stt. Niedere und mittlere
Bergregion, n.s. Wünschelburg; weaveri Stt. Stellen-
weise h., übers ganze Gebirge verbreitet (W.); seri-
copeza Z. Bei Glatz?
Talaeporidae.
Talaeporia tubulosa Rtz. (pseudobombyceila Hb.)
Noch in höheren Lagen, zl. h. V, VI.
Solenobia triquetrella F.R. © (parthenog.) Niedere
Lagen, meist s. V; pineti Z. Niedere Lagen, s. IV, V.
Tineidae.
Atychiinae.
Atychia appendiculata Esp. 1 Stück bei Reinerz.
(Stph.).
x
Ochsenheimeriinae.
OÖchsenheimeria taurella Schiff. Niedere Lagen, s.
s. VI; bisontella Z. Niedere Lagen, vereinzelt. VI,
VII. (Waldenburg, Riesengebirge W.); birdella Crt.
S., auch in höheren Lagen. VI, VII. Reinerz (W.); vac-
culella F. R. Zerstreut, s. Ende VI bis Anfang VII.
Reinerz (W.).
Acrolepiinae.
Acrolepia valeriella Sn.?; cariosella Tr. Laub-
gehölze der Täler, Waldwiesen, n. h. VLVII; unicolor
Wck. Bei Glatz?; betulella Crt. Einzeln, s. VI.
Grunwalder Tal bei Reinerz (W.); perlepidella Stt.
Nach W. ım Waldenburger Gebirge; granitella Tr.
Verbreitet, VII, VII. Nach W. in der Grafschaft, im Ge-
senke, Waldenburger Gebirge.
Roesslerstammia erxlebella F. Niedere Lagen,
Laubgehölz, s. V, VI.
Lypusinae.
Lypusa maurella F. Angeblich bei Wartha festge-
stellt (Kretschmer).
Teichobiinae.
Teichobia verhuellella Stt. Niedere und mittlere
Berglagen, an Felsen, n. h. VI, VI.
J. Stephan. D. spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl. d. Grafsch. Glatz. 131
Tineinae.
Narycia monilifera Gffr. (melanella Hw.). Zerstreut,
BeVvNBrastrella H.S. Fichtenwald, s. s., VI, VIL
Reinerz (W.).
Diplodoma marginepunctella Stph. Zerstreut
und s. VI, VI.
Euplocamus anthracinalis Sc. Niedere Lagen,
Laubwald, V—VII, zl.s. Habelschwerdt (Schirm). Wal-
denburger Gebirge (W.).
Scardia boleti F. N. s., V—VI. Seitenberg; tessu-
latella Z. Verbreitet bis in höhere Lagen, n. s. VI, VII.
_Monopis (Blabophanes) ferruginella Hb. Zer-
streut, n. h. VI-VI; rusticella Hb. Ziemlich ver-
breitet und h. V—IX, zwei Generationen.
Trichophaga tapetzella L. Nirgends spärlich,
V und VII.
Tinea fulvimitrella Sdf. Zerstreut, V, VI. Reinerz,
Glatzer Schneegebiet (W.); arcella F. Selten, in
Niederungen, Laubgehölz, VI-VII; corticella Cl.
Zerstreut u.s.VII; parasitella Hb. Nur stellenweise
in Niederungen. V—-VII; arcuatella Stt. Anscheinend
s.s. Nach W. nur in der Grafschaft gefunden, V, VI;
granella_L. Mancherorts gemein. IV—VII, cloacella
Hw. Verbreitet, n.s. V-VII; ignicomellaH.S. Zer-
streut u. s. VI, VII. Reinerz (W.); misella Z. Stellen-
weise recht h., in Häusern. VI-VII; fuscipunctella
Hw. Verbreitet, n. s. VI-IX; pellionellaL. Ueberall
in Häusern. VI, VI; columbariella Wck. Vereinzelt.
VI-IX; lapella Hb. Zerstreut, s.V und VI; semi-
fulvella Hw. Nach W. im Waldenburger Gebirge,
wohl auch bei uns.
Meesia argentimaculella Stt. Einzeln in der Graf-
schaft, VI, VII. Langenau (W), Riesengebirge (W.).
Oinophila, v-flavum Hw.?
Tineola biselliella Hm]. Ueberall in Häusern. V—IX.
Incurvaria standfussiella Z. Riesengebirge, Wal-
denburger Gebirge (W.); trimaculella Hb. Vereinzelt,
VII. Glatzer Schneeberggebiet. (W.); praelatella
Schiff. Verbreitet, Täler mit Laubbüschen. VI, VII. Dör-
nikau (Gtschm); rubiella Bjk. Zerstreut, Nieder-
ungen, VI, VII; vetulella Zell. Mittlere und hohe
Bergregion, n. s. VII. Schneeberg, Hohe Mense, Seefelder
132 -- 7. Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 195. "7
(W.) (Altvater-, Riesen- und Isergebirge); ru'pella Schiff.
Montan, zl.s. VII. Glatzer Schneeberg, Reinerz (W.).
_ (Waldenburger, Altvater- und Riesengebirge); oehl-
manniella Tr. Zerstreut, n. h, Niederungen. VII;
provectella Heyd. Nach W. im Altvatergebirge, mit
Sicherheit auch im Bielengebirge; muscalella F.
Niedere Lagen, Laubwald. V, VI; pectinea Hw. Hier
und da in Birkengehölzen, n. h. IV, V; koerneriella
Z. Nach W. im \Waldenburger Bergland.
Nemophoraswammerdamella L. Bis in mittlere
Lagen verbreitet, h., EndelV—VI; schwarziella Z.
Laubwald der Niederungen, V; pilulella Hb. Bis
zur Baumgrenze gehend, stellenweise n.s, V—V]J. Mense;
pilella F..Niedere Region, Fichtenwald. V, VI; me-
taxella Hb. S., in niederen Lagen; VI.
Adelinae.
Nemotois-metallicus Pd. N.s. in mittleren und hö-
heren Lagen. VI, VII. Friedrichsberg; cupriacellus
Hb. Einzeln. VII; fasciellus F. Niedere Bergregion,
s.s. VL. VI @); minimellus Z. Niedere Lagen, s. VI.
(Feuchte Wiesen.)
Adela viridella Z. Laubwald, n.s. V; associa-
tella Z. Niedere und mittlere Regionen, Fichtenwald,
n.h. VI. Kudowa (Gtschm.); croesella Sc. Laubwald
der Niederungen, n. h. VI; degeerella L. Feuchte
Gehölze der Täler, mancherorts s.h. V,VI; congruella
F.R. Fichtenwald der niederen und mittleren Lagen,
n.h.VI; ochsenheimerella Hb. Fichtenwald, stellen-
weise n.s. VI; violella Tr. Niederungen, s. VI, VI;
rufimitrella Sc. Niedere Lagen, n.h.V. Glatz; rufi-
frontella Tr. S.s. V ®); fibulella F, Noch a
höheren Lagen, n. h. V bis Anfang VIII (je nach Höhe).
Eriocraniidae.
Eriocrania sparmannella Bsc. Niedere Lagen, Birken-
gehölze, zl.s. IV; subpurpurella Hw. Laubbüsche
der niedersten Lagen, s. IV, V; unimaculella Zett.
Noch in mittleren Berglagen, Birkengehölz, h. Ende III,
IV. Altheide; semipurpurella Stph. Stellenweise
n. s. Birkenwald, Ende II, IV; purpurella Hw. Laub-
wald, niedere Lagen, s. IV. 24
‚Stephan. D. spannerartig. Nacht- u. Kleinschmetterl. d. Grafsch. Glatz. 133
| — Sp en nenne ner er en nme green er FErErorR Po ERBEN e 1 res aa
|
\ TREE Micropterygidae. |
Micropteryxthunbergella F. Wald mit Vaccinium,
PO NEERER u a ie
zl:s. V; aureatella Sc. Nadelwald, niedere und mitt-
lere. Lagen,- stellenweise h. V, VI; ammanella Hb.
Niederungen, vereinzelt V, VI (Nesseln); aruncella
Sc. Im ganzen Gebirge verbreitet (W.), VI; calthella
' L. Wiesen, besonders in den Niederungen, h. V. Glatz.
|
Ueber die von mir im Juni—Juli 1924 in Corsica
' erbeuteten Mikrolepidopteren mit Beschreibung
zweier neuer Arten.
Von Dr. Eugen Wehrli, Basel.
Wie schon in früheren Arbeiten erwähnt, sammle ich von
Mikros nur, was beim Fang von Solenobien ins Netz gerät
oder Formen, die mir besonders auffallen und auch dann,
_ wenn von Geometriden, denen ich speziell nachstelle, nichts
_ aufzuspüren ist und so bringe ich nur eine Sammelliste, ohne
Berücksichtigung früherer Autoren. Eine Anzahl der auf
‚geführten Arten war bisher in Corsica noch nicht nach-
gewiesen, zwei Arten davon waren noch unbeschrieben.
Merkwürdigerweise habe ich auf den höchsten Gipfeln
der corsischen Gebirge, wie des Monte Cinto, 2700 m, und
-des dritthöchsten, des Monte d’Oro, ca. 2400 m, auf die
leider ganz ausgebliebenen Psodos fahndend, ausschließ-
lich Mikros augetroffen und zwar auf den höchsten Kuppen
hauptsächlich nur eine Art, Borkhausenia ragonotella
Const., neben einer zweiten, nur in einem Exemplar gefan-
genen, Spezies, und nur selten verirrte sich eine Ichnusa
auf die felsigen, kahlen Gipfel. Hingegen sonnten sich eine
Unmenge Dipteren und, weniger zahlreich, Hymenopteren
auf den meist mit Flechten bewachsenen Felsblöcken.
Für tadellose Präparation und Bestimmung der Aus-
beute, sowie für die vorzüglichen farbigen Bilder der neuen
Arten, die später erscheinen sollen, bin ich Herrn Müller-
Rutz sehr zu Dank verpflichtet. Ebenso statte ich Herrn
‚ Prof. Dr. Rebel für die liebenswürdige Begutachtung der
neuen und kritischen Spezies meinen wärmsten Dank ab.
Um Wiederholungen und Platzvergeudung zu vermeiden
wurden für die Fundorte folgende Abkürzungen gebraucht:
134 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
A = Ajaccio FEStHEIRTeHe R —= Val Restonica
B = Bastia L= CampodeLoro T= Tattone
Bi = Biguglia O = Monte d’Oro Te==Col Teghiene
Bo —Bocognano P=-GolfedePorto Viv= Vivario
C = Monte Cinto Pa= Col Palmeto Vz= Vizzavona
Galleriinae.
15*) Lamoria anella Schiff. Vz, 25. VI. 19.
Crambınae
34 Crambus fascelinellus Hb. O, 4./5. VII; 43 —
subflavellus Dup. Pa, 29. VI, 1 g'; 92 —corsicellus‘
Dup. Vz am Licht n.s. T, O, Anfang VII; 123 — silvellus
Hb. Vz, O, 6. VI; 111 —hortuellus Hb. A, 24. VI.
143 Platytes pallidellus Dup. Bi, 19. VI, 1 Stück,
nach Ansicht des Herrn Müller-Rutz ein Crambus; 144
— carectellusZ. Te, 21, VI |
Anerastiinae.
219 Ematheudes punctella Tr. L, Vz, Ende VI.
Phycitinae.
253 Plodia interpunctella Hb. O,L, 6.VII. 1 95
283 Ephestia elutella Hb. A, 24.VIl. 9; 232 Ho-
moeosoma sinuella F. Vz, 25. VI; 516 Bradyr-
rhoa cantenerella Dup. A, 23. VI); 729 Acro-
basis porphyrella Dup. Te, 20. VI, 195 683
Salebria semirubella Sc. v. sanguinella Hb»
T, 11.VII; 698 Dioryctria splendidella H.S.
OÖ, Vz, öfter am Licht, Anfang VI.
Endotrichinae.
808 Endotricha flammealis Schiff. F, A, Te, öfter.
Pyralinae.
825 Aglossa pinguinalis _L. Vz, 29. VI; 834 Hyp-
sopygia costalis F. Vz, A, Bo, n.s.; 844 Stem-
matophora combustalis F. R, 9. VI, 19; 93
Cledeobia angustalis Schiff. Vz, O, mehrfach.
Hydrocampinae.
930 Stenia bruguieralis Dup. B, 19. VI; 931 —
punctalis Schiff. Vz, 11. VI.
*) Diese Zahlen korrespondieren mit der Artnumerierung des
Kataloges von Staudinger und Rebel 1901.
. Dr.E. Wehrli. Im Juni- Juli 1924 in Corsica erbeutete Mikrolepidopteren. 135
Scopariinae.
975 Scoparia crataegella Hb. Vz,L; 969 — lieb-
manniı Petry*). O, 5./6. VII, 1Stück; 976 — frequen-
tella Stt. Vz, Anfang Juli, vielfach; 972 resinea Hw.
Vz, 6./7. VII, 1 Stück.
Pyraustinae.
1029 Evergestis politalis Schiff, B, 18. VI, 1 Jg;
1058 Loxostege (Phlyctaenodes) nudalis Hb. A, 23.
VL,2gdg; 415 Pempeliacortella Const. Vz, 6.VIl.
or una Col. Pa; 994 Sylepta ruralis Sc, Vz, Te,
Ende Juni; 1089 Cynaeda dentalis Schiff. T 11.VI;
1126 Metasiacorsicalis Dup. A, 24.VI, Vz, 6./7. VII,
2 909; 1128 — ophialis Tr. A, Ende Juni, Vz,
Anfang bis Mitte Juli. P,n. s. 12. VII, B; — oberthüri
Trti, Col Vz, 28.VI; 1151 Pionea ferrugalis Hb. Vz,
O, Anfang bis Mitte Juli; 1167” —numeralisHb. Ab-
geflogener g', Te, 21.VI; 1253 Pyrausta aurata Sc.
Vz, Te; 1241 — cespitalis Schiff. Vz und Col Vz.
Tortricidae
=1518 Cacoecia semialbana Gn. P, 26. VI, abgelfl.;
1645 Anisotaenia ulmana Hb. Col Vz, 28. VI;
1671 Phalonia nanaHw. O,5/6. VII; 1600 Tortrix
dumetanaTr. Vz, abgefl.;, 1622 — wahlbomiana
L. Vz, O, H. am Licht; 1622c. — v. derivana Lah. O,
Vz, Anf.VII, mehrfach, L.; 1608 — longanaf.icteriana
Hw. Te, abgefl. Stück; 1585 — paleana Hb.? Ein ab-
gefl. Stück; 19495 Argyroploceantiquanahb. Bi,
1 g. — res tinctana Trti. Col Vz, g' abgefl; 2077
Epiblema mancipiana Mn. F, Vz; 1968 Croci-
dosema plebejana Z. O, 6.VII; 1502 Cacoecia
(Capua) angustiorana Haw. Vz, 25.VI, sehr bunt;
1493 (bis) Epagoge montedorea sp. n. O,5./6. VII (Siehe
Beschreibung am Schluß). _
Pterophoridae.
1358 Alucitaicterodactyla Mn. R, 9.VII; 1365 —
tetradactylaL.O, 1.und 12.VII; 1380 Gypsochares
baptodactyla Z. O, 6. VII, cirka 1900 m; 1339
Amblyptilia acanthodactyla Hb. Vz, 1372
Pselnophorus brachydactylus Tr. Vz, 10. Vll.
*) Entomolog. Zeitung Stettin 1907 p. 245—48.
136 rel Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925. Dee 3
Oecophorinae,
3323 Carcina quercana‘F. f-purpurana Mill. B
19. VI; 3233 Depressaria applanaF. Vz, 6. VII:
3196 — aridella Mn. T, 3. VII; 3201.— sco ariella
Hein. f. rubescens Hein.? A; 24.VI; 3379 Bork-
hausenia ragonotella Const. Fast alleinige Gipfel-
bewohnerin des O und C, Anfang bis Mitte Juli. Vari-
“jert in der Ausdehnung der weißen Fleckung' und in
der Größe beträchtlich; 3354 --lavandulae gi O1
6. VO; .— fiscifrontella Const.. O, 12. VL:
Choreutinae,
2318 NN fabriciana L:O, % vir.
Gelechiinae
2611 Gelechia diffinis Hw. O, 6.VIIl; 2600 — apo-
lectella Wsgm. OÖ, Anfang Juli mehrfach ; — Sp.?;
— sp?; 2754 Teleia peritella Const. 0, 5.VII, Pa
4. VII; 2773 Acompsia müller-rutzi.n. sp. o, 5./6. vi
(Siehe Beschreibung am Schluß); 2929 Euteles kol-
larella Costa. O, 2. VII; 2942 Paltodora yts
Curt. ©, 2. VI. | €
Iponomeutinae.
2726 Litaleucomelanella Z. C Tal, ®. VI.
Acrolepiinae.
4480 Acrolepiaassectella Z. O, 12. VI.
Tineinae.
4497 Narycia monilifera Geoffr. Bi. 19, VI.
Scythridinae.
3481 Scythris focella Const. Vz, 25.VI, Pa, 11. VI,
mehrfach; 3521 — mediella Const. O, 1. VII, vielfach
0:68 VII; 2381 Prays oleellusF. Te, 21. VI; 2353
Hyponomeuta egregiellus Dup. Vz, 28. VI: 2365
— cognatellus Hb.Viv,4.V]J; 2359— padellusVz,Viv.
Plutellinae.
2441 Eidophasia insulella Wisgh. O, 1. und 12. VL. Zwei
Stücke.
Beschreibung der neuen Arten.
Epagoge montedorea sp.n. O, 3., 4., 5., 6.VII, 8 Expl,,
ca. 1500—1900 m. | er.
OT — 0
"Dr. E. Wehrli. Im Juni- Juli 1924 imCorsica erbeuteteMikrolepidopteren. 137
ea een DPI Tree en „in Fre en ——n ra a nn em
u
Inı Habitus wohl der diffusana Kenn. (Taf. VI, 27)
am nächsten, der Saum der Vfl jedoch leicht ge-
schwungen; spannt-15—19 mm... oe
“ Verglichen mit der bekannten E.gnomana Cl. hat
‚ die neue Art gestrecktere, schmalere. Vfl, mit sanfter, ge-
bogener Kosta. Die Farbe der Vfl, wie dort, ein blasseres
bis lebhafteres Ockergelb, ziemlich glänzend. Die Be-
schuppung etwas rauher. Dieselbe Zeichnung, die Quer-
binde aber überall deutlich begrenzt, der Fleck vor der
Spitze nicht dunkler, bald so kompakt wie dort, bald in
2—3 Flecke zerrissen. Von dunkler Zeichnung sind weiter
bemerkbar: ein unbestimmt begrenzter Fleck bei !/; des
Innenrandes, kurze dunkle Wellen zwischen ıhm und der
- Binde; Querwellen im Saumfeld, vom Spitzenfleck aus-
gehend, gegen den Innenwinkel und längs des Saumes,
die das Saumfeld fast gegittert erscheinen lassen ; kleine
Punkte längs der etwas gebräunten Kosta. Fransen wie
- Flfläche, mit kaum bemerkbarer Teilungslinie;, am Innen-
winkel bei der Einmündung der Schrägbinde rein schwärz-
lich. Hil licht grau, gegen die Spitze gelblich.: Fransen
gelblich, gegen den Afterwinkel grau. Zweı stark ge-
_ flogene, Expl. haben die Vfl, namentlich saumwärts, pur-
purbraun übergossen ; die Fransen bleiben jedoch gelb.
Useite der Vfl grau, bis graugelb, äußere ?/, der Kosta
und Außenfeld mehr oder weniger intensiv ockerfarbig
gelb. Hfl wie oben, Vrand ebenfalls oft ockerfarbig
übergossen.
Acompsia müller-rutzi sp. n. Monte d’Oro, 5/6. VI 1".
Der A. minorella Rbl. am nächsten, noch etwas
kleiner, schmalflügeliger und dunkler. Vfl tief grau, mit
hellen, bräunlichen Schuppen ziemlich dicht bestreut.
Die Punkte wie bei minorella, doch aus dem dunklen
Grunde weniger hervorstechend. Fransen bräunlichgrau,
ohne Teilungslinie. Hfl etwas heller grau; Fransen gleich-
farbig, mit gelblicher Wurzellinie. Kopf und Ihorax von
der Farbe der Vfl: Fühler grau, das Wurzelglied unten
gelblich. Palpen auffallend kürzer als bei den andern
Arten des Genus, dunkelbraun, das Mittelglied an der
Spitze und oben in einer feinen Linie gelblich. Hinter-
leib oben tief braungrau, unten etwas heller; Afterbusch
bräunlich. Vorderbeine dunkelgrau, mit hellen Tarsen.
Mittel- und Hinterbeine gelbgrau, nur die Hüften dunkler.
138 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
Ueber zwei Microlepidopteren aus Thüringen:
ı. Tinea praetoriella Chr., 2. Scythris bifissella Ffm.
Von Dr. A. Petry, Nordhausen.
1. Tinea praetoriella Chr. Am 21. Mai 1918 fand ich
zwischen Göllingen und dem am Wipperdurchbruch durch
die Hainleite gelegenen Dörfchen Seega, im nördlichen
Thüringen, an einem alten flechtenbewachsenen Kirsch-
baum eine auffällig gezeichnete, mir völlig unbekannte
Tinea-Art. Eine Raubspinne, der ich sie abjagte, hatte das
schöne, frische und sonst völlig unverletzte Stück, ein g',
zwischen Meso- u. Metathorax fast ganz durchschnitten, so daß
ich die beiden Körperteile wieder zusammenleimen mußte.
Vergebens bemühte ich mich in den folgenden Jahren
an dieser Stelle die Art nochmals aufzufinden. Aber auf
einer gemeinschaftlichen Exkursion am 10. Juni 1924 glückte
es Herrn Studienassessor W, Liebeskind-Delitzsch an dem
etwa 5—6 km entfernten, pflanzenberühmten Kosakenstein,
welcher die südlichste Abdachung des Kyffhäuser-Gebirges
bei Frankenhausen bildet, ein zweites, ganz gleiches Stück,
ebenfalls ein g', zu finden. Dieses saß auf der Uhnter-
seite eines hohl liegenden Steines mitten zwischen den
Büschen der „pontischen“ Pflanzengruppe (Astragalus ex-
capusL.,Oxytropi spilosa DC. etc.). Ich deckte sofort ein Fang-
gläschen darüber, und das beunruhigte ier lief nach Tinea-
Art hastig in diesem umher, bis es eine Lücke auf der unebenen
Oberfläche des Steines entdeckte und — man kann sich
meine Empfindungen vorstellen — eilends davonflog. Glück-
licherweise versteckte es sich in einer Rockfalte meines
Begleiters, und so wurde es doch noch unsere Beute.
Die Art kann mit keiner anderen deutschen identifiziert
werden, sie ist vielmehr m. E. identisch mit der, bisher nur
aus der südrussischen Steppe bei Sarepta, an der unteren
Wolga bekannt gewordenen, Tinea praetoriella Chr.
(Zell 1.1). Christoph, ein Angehöriger der dortigen Herrn-
huter Kolonie, beschrieb diese Art in den Horae soc. ent.
rossicae Bd. IX, St. Petersburg 1872, p. 19, T.1, Fig. 15.
Die Diagnose Christophs, die ich hier im Wortlaut
wiedergebe, stimmt, mit Ausnahme der Größenangabe, auf
das genaueste für unsere Art: „Capillis ferrugineis; alis
Dr. A. Petry. Ueber zwei Microlepidopteren aus Thüringen. 139
anterioribus’ fuscis, guttis duabus oblique oppositis ante
mediun), duabus oppositis in medio, trıbus costae, duabus
marginis inferioris guttaque ante apicem flavis. Exp. al. ant.
06, 9:7 mm.“
- Nun beträgt zwar bei meinen beiden Stücken die Expan-
sion der Fl 14—14!/, mm, da aber Christoph weiterhin angibt,
die Art habe die doppelte Größe von T. vinculellaH.S,,
so geht daraus hervor, daß er unter exp. al. nicht, wie wir,
die Entfernung der beiden FlIspitzen des gespannten F von
einander, sondern die Länge des einzelnen FI verstanden
hat, und so klärt sich dieser scheinbare Widerspruch auf.
Auch die ausführliche Beschreibung, die Christoph in
deutscher Sprache an die Diagnose anschließt, paßt, bis
‚auf einen Punkt, auf unsere Stücke. Ich gebe das Wichtig-
‚ste daraus hier wieder: Die Kopfhaare sind rostgelb, die
Palpen hängend, die des g! ockergelb, des © rostgelb,
mit einzelnen sehr abstehenden Schuppenhaaren, das End-
‚glied mit dicht anliegendenSchuppen. Fühler beinahe so lang
wie die Vfl, bräunlich, borstenförmig, schwach gezähnelt.
Beine seidenglänzend, Hinterleib grau, der sehr kleine After-
‚busch ist graugelb, der Thorax dunkelbraun. Die dunkel-
braunen Vfl haben am Vorderrande drei rundliche, nach
innen etwas zugespitzte gelbe Flecken. Am Innenrande
befinden sich zwei größere gelbe Flecke, von denen der
vordere dem ersten Vorderrandsfleck schräg einwärts, der
zweite, etwas hinter der Mitte, dem zweiten des Vorder-
randes gerade gegenübersteht. Ein großer runder Tropfen-
fleck befindet sich vor der Flspitze, welcher. nirgends die
Ränder des Fl erreicht.
Soweit wäre alles in Ordnung. Gerade als ob unsere
beiden Stücke Christoph zur Beschreibung vorgelegen
hätten. Aber nun heißt es weiter: „Hfl mäßig breit, wenig
zugespitzt, lichtgrau mit dunkleren Rippen, lebhaft rosen-
rot opalisierend“. Letzteres trifft für unsere Thüringer
nicht zu, ich habe weder bei den frischen lebenden Stücken,
noch später etwas von Opalglanz bei ihnen bemerkt. Aber
es könnte sich vielleicht um eine besondere Rasse bzw.
geographische Varietät der praetoriella bei uns handeln.
Auch die zugehörige Abbildung, Tab. I, fig. 15, stimmt
nicht zu meinen Stücken. Die Grundfärbung der Vfl ist
in der Abbildung heller als bei diesen, die gelben Flecke
sind viel zu groß und die Stellung derselben ist — im
Widerspruch zu der Beschreibung Christophs — eine
140 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925... "'-
ae
abweichende. So sollen :die beiden ersten 'Flecke sowohl
nach der lateinischen Diagnose wie nach der deutschen
Beschreibung einander schräg gegenüberstehen. -So ist es
in der Tat bei meinen Stücken, nicht aber’ in der Abbil-
dung, wo sie einander gerade gegenüberstehen und so groß
gezeichnet sind, daß sie einander fast .berühren,. während
sie bei den unserigen durch einen weiten Zwischenraum
getrennt sind.. Nicht der mittlere Kostalfleck, wie’in der
Figur, sondern nur der erste ist ein wenig vom. Vorder-
rande abgerückt, Die buschigen gelben Kopfhaare sind in
der Abbildung nicht dargestellt. ° . ... Das
Angesichts dieses Widerspruchs zwischen Beschreibung
und Abbildung wird man wohl annehmen dürfen, daß die
letztere verpfuscht ist.. Mit Sicherheit freilich würde sich‘
dies nur nach Kenntnis von Originalexemplaren Christophs
entscheiden lassen. Ueberhaupt wäre eine Vergleichung
unserer Ihüringer mit solchen sehr wünschenswert. Aber
es wird nicht viele derselben geben. Christoph schreibt:
„Der seltene Schmetterling fliegt bei Sarepta im. Juli“, '
Und wo mögen diese Originale stecken? Da Christoph mit
Zeller in Verbindung stand — Zeller hat selbst den Namen
praetorıella brieflich vorgeschlagen — so werden sich
wohl in Zellers Sammlung ein oder mehrere Stücke be-
funden haben. Dann müßten sie jetzt im Britischen Museum -
vorhanden sein, wohin die Sammlung Zellers gelangt ist.
Aber wie dem auch sein mag, sicher ist es von zoogeo-
graphischem Interesse, daß eine südrussische Art ein halbes
Jahrhundert nach ihrer Entdeckung und Beschreibung: in
so weiter Entfernung im nördlichen Thüringen festgestellt
werden konnte, ohne daß sie sonst irgendwo in Europa
aufgefunden ist.
2. Scythis bifissella Hfm. wurde von dem Butalis-Spe-
zialisten Medizinalrat Dr. OÖ. Hofmann, in Regensburg, in
der Stett. Entom. Zeitung, 1889, S. 107 nach Exemplaren -
beschrieben, welche von Oberamtsrichter Eppelsheim indem
Sandgebiet von Friedrichsfeld zwischen Heidelberg und
Mannheim gesammelt waren. Dieses in entomologischer |
Hinsicht einst so berühmte Sammelgebiet, ist nach späteren
Nachrichten infolge Aufbaues, für den Entomologen verloren
gegangen. Sonst ist diese Art nur noch aus Nieder-Ungarn
bekannt geworden. | Ei
Die Auffindung derselben im Kyffhäuser-Gebirge ver-
danke ich einem Zufall. Ich hatte am Kosakenstein bei
hausen: ein er der Ve otites ausgehoben
‚und in einen Topf gepflanzt, um unter einem darüberge-
'stülpten, oben mit Gaze zugebundenen Glaszylinder Raupen
der dort vorkommenden Col eophora otitae zu züchten.
‘In diesem Behälter schlüpfte eine mir unbekannte Scythris-
‘Art, die ich aber nach der vorzüglichen Beschreibung
Hofmanns und mit-Hilfe eines Originalexemplares aus der
Sammlung Eppelsheims ohne Schwierigkeiten als Sc. bifis-
sella bestimmen konnte. Obwohl ich nun zunächst an-
nahm, daß die unbeachtete R ganz zufällig mit der ausge-
Kay Erde in den Behälter gelangt war, beschloß ich
doch für alle Fälle im nächsten Jahre die Büsche der Silene
Otites genau daraufhin zu untersuchen.
Da stellte sich nun heraus, daß die R wirklich, offenbar
monophag, an dieser Pflanze lebt. Aber die Feststellung
war nicht so ganz leicht und einfach. Man muß sich zu
diesem Zwecke auf die Erde legen und mit größter Sorg-
falt unterhalb der untersten Blätter der Pflanze nachsuchen.
Da bemerkt man denn hin und wieder zwischen diesen
und dem Wurzelhals der Pflanze, sowie den alten abge-
storbenen Blättern und der Erde, ganz vereinzelte, zarte
seidene Fäden, an denen das Räupchen auf- und nieder-
zusteigen vermag. Unter den untersten Blättern der Rosette
‚befindet sich ein nach unten führender Gespinst-Schlauch,
in den sich die R bei Störung zurückzieht.
' Die R ist von heller Färbung und besitzt auf dem Rücken
sehr zarte rötliche Längslinien. Das erste, auf den Kopf
folgende Segment zeigt zwei dunkelrotbraune Punkte, die
bisweilen fleckenartig erweitert sind.
Ich fand die R den Juni hindurch und erzog die F vom
23. VI bis 14. VIII. Aber die offenbar einzige Generation
‚ist sehr ausgedehnt, denn ich fing den F auch schon am
‚11. VI und 12. VI sowie am 29. VI und 30. VI in unmittel-
barer Umgebung der Nahrungspflanze. R sowohl wie
‚Schmetterling sind nur sehr spärlich anzutreffen. Außer
‚am Kosakenstein fand ich sie auch noch an einem zweiten
Punkte im Gipsgebiet des Kyffhäuser-Gebirges, am Fuße
‚der Kippenberge bei Steinthalleben.
= Das Vorkommen dieser Art ist abermals ein schönes
‚Beispiel für den außerordentlichen Reichtum unseres kleinen
Gebirges an südlichen Arten, von denen ich nun schon
eine erhebliche Anzahl hier nachweisen konnte.
142 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
1. Zwei neue palaearktische Crambus-Arten
und 2. einige Worte über wenig bekannte und neue
Cledeobia-Formen.
Von A.v.Caradja, Tirgu Neamtu (Rumänien).
3:
Crambus hilarellus sp. n. Aus der nächsten Verwandt-
schaft von combinellus-coulonellus, mit annähernd
gleicher Zeichnungsanlage. Kopf, Kragen, Fühler weiß;
Palpen oben weiß, unten licht ocker. Schienen, Tarsen licht
ocker, Füße gelblich. Thorax weißlich, Leib licht ocker-
gelb. Vdfl Grundfarbe weiß, mit licht ockergelblicher Ein-
mischung an der Basis, sowie zwischen den Binden und
vor dem Außenrande. Die äußere Querbinde besteht aus
schwarzen Pünktchen, zwei etwas größere Strichelchen
ober- und unterhalb des Astes 2. Die innere Binde ist
nur durch schwarze Atome angedeutet; doch unterhalb der
Zelle, wo Ast 2 aus der Mediamen entspringt, steht ein
größerer schwarzer Längsstrich, es ist der Auffallendste
auf der ganzen Flfläche. Außenrand fein schwarz gesäumt,
davor eine Reihe kleinster Antemarginalpünktchen. Fransen
weiß, an der Spitze leicht gebräunt. Hfl seidenglänzend,
licht gelblichgrau, am Rande leicht gebräunt. Fransen weiß.
Useite der Vfl einfarbig ockergelblich; Hfl weißlich, mit
lichtbräunlicher Antemarginalbinde. Fransen weiß. Jel
5 von Zeitun und Marasch bilden die Typen in meiner
Sammlung.
Crambus sajanellus sp. n. Aus der jucundellus-
mediofasciellus-Gruppe. Fl etwas breiter als bei jener.
Die Art ist sofort kenntlich an der fast gleichförmigen
dunkel silbergrauen Farbe der Fl und aller Körperteile.
Vfl fast zeichnungslos. Eine zackige, wenig sichtbare Außen-
randquerlinie bei $ scheidet das lichtere Außenfeld von
der übrigen etwas dunkleren, mehr ins bräunliche spielenden
Flfläche, auf welcher einzelne dunklere Atome unregelmäßig
aufgestreut sind. Die silbergrauen Fransen achtmal licht
durchbrochen. Hfl silbergrau. Kragen und Augen schwarz:
Fühler, Kopf, Palpen, Thorax, Leib silbergrau; Analbusch
ockergelblich. Useite lichter, silbergrau.
A. v. Caradja. Zwei neue palaearktische Crambus-Arten. 143
3 0' von Aransagungol (Sajan) bilden die Typen in
‚meiner Sammlung und wurden mir von Herrn Bang-Haas
‚zugestellt.
2.
Es ist ein Versehen, wenn im Katalog von Dr. Stau-
‚dinger und Dr. Rebel, Berlin 1901, II. Teil, p. 48 wie auch
schon früher von M. Wocke 1871, in der 2. Auflage des Kata-
loges, castillalis Gn. als var.b. zubombycalis ge-
‚zogen wird; auch Hampson (Tr. Ent. Soc. L. 1896 p. 546)
“macht denselben Fehler. Die Diagnose im Katalog 1901:
»alisbrevioribus [wozu noch rotundis stehen müßte],
‚g' multo obscurior, nigrescens« ist völlig richtig
und würde an sich schon eine spezifische Zusammenge-
‚hörigkeit beider Formen als unwahrscheinlich erscheinen
‚lassen. Guene&e begründet seine castillalis als gute Art.
‚Lederer (Wien. Ent. Monatschr. 1863 p.337) gruppiert diese
'und verwandte Formen ganz richtig, ebenso Wocke im
‚Katalog 1861, 1871. Ragonot (Ann. S. E. France 1891 p. 94)
charakterisiert die Art genügend scharf, begeht aber gleich
‚wieder den Irrtum, netricalis Dup. (nec Hb., nec Tr.
‚vol VII pl. 214 fig. 2) als Synonym zu castillalis Gn. zu
stellen, worin ihm Rebel im Kat. 1901 folgt. Alles dies er-
läutert bereits J. de Joannis (Ann. S.E. France 1919 p. 25-27),
er stellt das Artrecht von castillalis Gn. wieder her,
gibt davon eine genaue Beschreibung und macht auf die
Unterschiede aufmerksam, die zwischen ihr und den nächst-
verwandten und ähnlichen Formen: diffidalis Gn., pro-
vincialis Dup. netricalis Dup. (nec Hb.) bestehen.
Ich verweise auf diese ausführlichen Auseinandersetzungen,
woraus hervorgeht, daß castillalis Gn. ihre nächsten
Verwandten inmoldavica Esp. +diffidalis Gn. hat.
Wenn ich nochmals darauf zurückkomme, so geschieht
es deshalb, weil castillalis Gn. ein sehr wenig bekann-
tes, oder vielmehr verkanntes Tier ist; statt dessen findet sich
‚In den Sammlungen (und jetzt auch im Handel) wohl durch-
gehends eine ganz dunkle Form von bombycalis- var.
'provincialis Dup., nämlich gerade netricalis Dup.
(nec Hb., Tr.), von welcher Dupouchel VIII pl. 214 f.2 ein
‚ganz verfehltes Bild gibt. Diese dunkle Form kann mit
var. provincialis nicht zusammengeworfen, sondern
muß korrekt-als namensberechtigte Varıetät davon getrennt
ım Katalog eingereiht werden. Der Name netricalis
144 ‚Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
Dup. kann aber unmöglich zur Bezeichnung dieser dunklen
Form von provincialis: Verwendung finden, weil er ja
synonym zu moldavica Esp. bereits von Hübner vergeben.
ist. Ich schlage den neuen Namen: sepialis mihi als pas-
send vor. Die von mir Iris 1916 p. 19 als castillalis Gn.
erwähnte Form ist nicht die echte castillalis Gn. sondern
eben meine sepialis. Dagegen erwähnt Hampson 'Ann.
and Mag. of Nat. Hist. 1903 Serie 7 vol. Xl eine > Subspecies«
von moldavica aus Castilien (Sierra de Bejar) »von durch-
aus schwarzbrauner Grundfarbe<; möglicherweise handelt
es sich da um die echte castillalis Gn., was sich leicht
durch Vergleich mit den Typen feststellen ließe, die bei
Herrn Oberthür in Rennes aufbewahrt werden. — e
Cledeobia intermedialis sp. nov. benenne ich eine der
bombycalis Schiff. sehr nahestehende, aber sicher davon
verschiedene Art, die ich von Erivan (g'Q M. Korb ges.)
erhielt. Der g' ist etwas kleiner als bombycalis, hat
schmälere Fl, etwa so wie chellalalis Hmps., mit
welcher sie imHabitus und dem gelbbraunen Kolorit ziem-
lich übereinstimmt. Die äußere lichte Querbinde ist genau
so geschwungen wie.bei bombycalis doch noch weniger
gezackt, ist also ganz anders als bei chellalalis. Die
innere lichte Binde sendet eine viel längere und schärfere
Spitze nach auswärts als bei bombycalis; der dunkle
Fleck in der Zelle ist klein. Hfl eintönig graubraun mit nur
schwach angedeuteter, gleichmäßig geschwungener Quer-
linie. Alle Zeichnungen sind sepiabraun, mit grauer Be-
streuung auf licht gelblichem Grunde. Das Q hat viel
gestrecktere und schmälere Fl und ist bei weitem lichter.
Ci. consecratalis obsoletalis subsp.n. an var. n.?isteine
sehr kleine, düster gefärbte Form, vielleicht als var. zu
consecratalis Ld. oder als subsp. davon zu betrachten.
Der orangenfarbige Grund und die braunroten Mittel- und
Randbinden sind düster grau übergossen, ebenso Thorax
und Leib. Die lichte Binde auf Vfl ist gleichmäßig und
nur schwach geschwungen, ohne jede Zacke. In der „Iris”
1916 p. 19 erwähnte ich schon diese „winzige düstere Form“
nach einem g' vom Wannsee (M. Korb). Kurz nach Ein-
sendung des Manuskriptes erhielt ich durch J. Manissadjıian
ein zweites g' (12? mm Spannweite), aus den Bergen südlich
von Amasia; ohne Zweifel handelt es sich um eine kon-
stante, wohl differenzierte Form. | AM
A. Caradja. Zwei neue palacarktische Crambus-Arten. 145
Im Katalog müssen die Cledeobia-Formen dem-
‘nach wie folgt eingereiht werden:
‚Nr. 891. moldavica Esp.; netricalis Hb., Tr. etc.
a) var.palermitalis Gn. 141 Spec. gen.
Lep. VIII Delt. et Pyral. 1854.
b) var. diffidalis Gn. 142 I. c.
892. castillalis Gn.l.c. 143; Rag. Ann. S. Fr. 1891.
J. de Joannis S. E. Fr. 1919 p. 25—27; ? Hmps.
Ann. and Mag. Nat. Hist. Lond. 1903 als mol-
davica subspecies.
892 (bis) amuralıs Hmps.
893. bombycalis Schiff.
a) var. provincialis Dup. etc.
b) var. sepialis Caradja; netricalis Dup.
| [nec Hb,., Tr.] VIII p. 72, Taf. 214 fig. 2.
893 (bis) intermedialis Caradja.
894. chellalalis Hmps.
BB = concessoralis Ersch.
896. consecratalis Led.
a) subsp. obsoletalis Caradja.
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein VI
Iris zu Dresden. Jahrgang 1925.
R
146 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
Einige neue Falterformen aus Kolumbien und Surina
Von Dr.E. Krüger, Breslau.
Papilionidae.
1. Papilio childrenae Gray“) findet sich in Kolumbie:
nur westlich der Ost-Kordillere und zwar als v. oedi
pus Luc. Die 9'g9' haben im Magdalenatale wie an der
pazifischen Küste dieselbe Zeichnung. Das einzige Q je-
doch, das ich an der pazifischen Küste bei 41/,° n. Br. fing,
f. n. latifasciata zeigt — wahrscheinlich ausnahmsweise —
eine auffallend starke Entwicklung der weißen Vilzeichnung
Vfllänge 44mm. Vfl oben mit einem vollständigen Band
von 9 weißen Flecken vom Vrand bis hinter subm, dicht
distal an der Zelle. Fleck 1-7 liegen der Zelle ganz an, 8 mit
der vorderen Ecke, 9 nicht. Distaler Rand der Binde kon.
kav. Fleck 1 und 2 keilförmig, 3—8 mehr oder weniger
es 9 streifenförmig. Länge der Flecken: 9, 3,4, 3
2,5, 10, 16, 12 mm. Im Zellende befindet sich vorn ein "weißer
ovaler Fleck 1:3 mm, hinten ein wischartiger Streifen 2 zu
11 mm. Auf der Useite fehlt Fleck 5, und 6—9 sind kleiner
Auch das Hflband ist beiderseits größer und vollständiger:
7 Flecke, 2—7 anstoßend, Länge der Flecken: 3,4,5,9, 103%,
10—5, 5—9. Fleck 5 ist 11), mm von der Zelle entfernt
Unten sind die Flecke etwas kürzer. d
2. Papilio phosphorus **) var. colombianus n. nul
ostandin beobachtet und hier selten, sie unterscheidet sich
von v. A beim g' durch kleineres Vflfeld ohne
gelbweiße Flecken, beim > durch gänzliches Fehlen des
graugrünen Vilfeldes. 2 Jg’ Villänge 43 und 44 mm. Vil
schwarz, distal grauschwarz mit schwarzen Adern. Vflfeld
graugrün, abgestumpft dreieckig ohne gelbweiße Flecker
vom m! bis hinter sbm, Zelle nicht berührend (Abstanc
beı m! und m!! 2 mm). Basis 9, proximale Kante 12 mn
lang, bei 1 g' ein kleiner isolierter Fleck vor m!. Hfl mit
*) Gray, Griff. An. Kingdom XV, 1832, p. 673, T. 38, F. 1. und
Seitz, Dr. A.: Die Groß- „Schmetterlinge der Erde, Die amerikanischen
Tagfalter, Stuttgart 1924, p. 15.
#*) Bates, Trans. Ent. Soc. 2. Ser, Vol. V, London 1861, p. 32
und Seitz l.c. p. 16.
Dr. E. Krüger. Einige neue Falterformen aus Kolumbien u. Surinam. 147
\ 5 (bzw. 4) roten Flecken zwischen subc (r!) und m I die
“ersten klein und isoliert, die 2 letzten anstoßend, 6—7 mm
.
lang. Fleck 4 von Zelle 3 mm entfernt.
1 © Vfllänge 41 mm. Vfl grauschwarz, distale Hälfte
heller mit dunklen Adern. Vflfeld=2 undeutliche rundliche,
grauweiße Flecken vor und hinter m!!, Der vordere Fleck
etwas größer, 2 mm Durchmesser, von Zelle 5 mm entfernt.
' Hilband lang, 7 Flecken, ziemlich gleichmäßig, schmal,
—
1. Fleck isoliert, die folgenden mehr oder weniger an-
stoßend. Länge: 4, 5, 5, 41/,, 31/,, 6,6 mm. Fleck 3 ist 2 mm
‘von Zelle entfernt = nächster Abstand.
3. Papilio vertumnus v. bogotanus Fldr. ©. (Seitz, p. 16.)
Q@ nach Seitz noch unbekannt. Sehr groß. Vfllänge 48 bis
54 mm. Vflaußenrand konvex. Vflschwarz bis grauschwarz,
distale Flhälfte heller mit dunklen Adern. Vfl gewöhnlich
ganz ohne weißen Mittelfeld, seltener mit kleinem, längs-
ovalen, scharfen, weißen Fleck, hinter r!!!, 1:1?/, mm groß
' und 3 mm von Zelle entfernt. Hfl mit lebhaft rotem Band
‚ von 6 Flecken, der erste klein und isoliert, die folgenden
anstoßend. Länge: 3, 6, 8!/,, 81, 81/,—5, 5 -81/,, Zelle
nicht berührend, nächster Abstand bei Fleck 3—4 mm.
Unten sind die Flecke kleiner, blasser und alle etwas
isoliert. Fransen schwarz und weiß gescheckt. Bei einem
jedenfalls hierhin gehörenden © ist das Hflband blaßrot und
bedeutend breiter, nach hinten zunehmend. Länge: 4, 8,
10!/,, 11, 12—9, 7 mm. Fleck 2—6 berühren die Zelle.
4. Papilio anchises var. isis n. Der typische P. an-
chises (Seitz p. 17) wurde von mir an der pazifischen
Küste und im Caucatale nicht angetroffen, im Magdalena-
‚tal als v. alyattes, in der Sierra Newada als v. serapis,
ostandin, bei ungefähr 4'/,° n. Br., in einer wahrscheinlich
bei Jg’ wie © (jedenfalls beim Q) eigenen und seltenen
Form, die ich als v.isis bezeichne. 1 g' Vfllänge 40 mm.
‚ Vfl schwarz, distale Hälfte grauschwärz mit schwarzen
Er A343
Adern. Vflfeld graugrün, groß, dreieckig, basale Kante 12,
proximale 16 mm lang, beiderseits mit kleinem weißen
Fleck vor m!!, Zelle nicht berührend, nächster Abstand
bei Fleck 1 vor m!—=1mm. 4 Flecke von vor m! bis
hinter subm Hflband = 5 Flecke zwischen r! und subm,
alle anstoßend und lebhaft rot. Länge: 1!/,, 5, 7, 7'/,, 6 mm,
' der Zelle sehr nahe, Abstand bei Fleck 2—4 = !/, mm,
unten alle kleiner, isoliert und blaßrot.
!
’
’
148 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925. |
1 @ Vfllänge 43 mm. Vfl grauschwarz, distale Hälfte
grau mit schwarzen Adern. Mittelfeld rein weiß, nicht
ganz scharf. Zellfleck groß, quer durch Zelle, vorn ab-
geschrägt, hinten 6 mm lang. Fleck vor r!!l fehlt. Fleck ;
vor m! dreieckig 6 mm lang, bildet mit einem weißen Strich i
hinter m! einen Halbkreis. Hflband sehr lang und breit,
zwischen subce und Hrand, 4 mm weit durch Zelle, in den :
hinteren ?/, (Fllängsrichtung) 14 mm lang, blaßrot, unten
ebenso groß, nur etwas blasser.
5. Papilio torquatus Cr. (Seitz p. 30) wurde von mir
ebenfalls weder an der pazifischen Küste noch im Cauca-
tale beobachtet, im Magdalenatale selten, als v.orchamus
Boisd. (1 g'), ostandin alsv. torquatus (mit Of. patros), in
der Sierra Newada ebenfalls alsv.torquatus Cr. (mit etwas
erößeren Spitzenflecken). Hier fing ich 3 verschiedene 99:
1.f.orchamus mit großem durchgehenden Zellfleck und
2 großen Diskalflecken zwischen r!! und m!. Hflfeld groß,
vollständig, durch halbe Zelle, vorn — sube; 2.f.leptalea
R. und J.? WVflmittelfeld ähnlich orchamus, aber viel
kleiner, Zellfleck dreieckig, vom Zellende entfernt, Fleck
vor rl sehr klein, dreieckig, Fleck hinter r!!! viereckig,
knapp halb so lang wie bei orchamus, Hflfeld schmaler,
vorn abgeschnitten, durch !/, Zelle; 3. eine anscheinend
neue Form: Der Vflzellfleck fehlt ganz. 2 viereckige Diskal-
flecke zwischen m! und subm, der vordere (5:3 mm) be-
rührt mit der vorderen Ecke die Zelle, der hintere (5:6
mm) ist doppelt so breit. Hflfeld nur durch Zellende dem
Rande näher, vorn nur bis r!! bandförmig.
6. Papilio bachus Fldr. ©, nach Seitz (p. 31) noch nicht
bekannt. 1 © an der Östseite der östlichen Kordillere in
4'/,’n. Br. 450 m Höhe, unterscheidet sich vom g' in fol-
genden Punkten: 1. Hleib in der oberen Hälfte hellbraun,
in der unteren ockergelb, unten in der Mitte mit einem ca.
2 mm breiten durchgehenden schwarzen Längsstreifen (beim
g' im oberen Drittel glänzend schwarz, im “übrigen rötlich
ockergelb bis orange mit kürzerem schwarzen Längsstreifen);
2. die Behaarung der Hfl median oben fehlt, die des Hil- |
Sr Vu DD ELLE
EEE ER EUEUN RE EnEECE
re
randes ist spärlich: 3. Das Vflmittelfeld ist oben gleich-
mäßig gelb, schwach ockergelb, nur gegen Außenrand =
etwas heller. Der schwarze Vlfleckenstreif distal. Zellende 1
fehlt ganz. Die Hfldistalflecke sind größer und mehr rötlich ’
ockergelb. 4
Dr. E. Krüger. Einige neue Falteriormen aus Kolumbien u. Surinam. 149
7. Papilio ascolius daguanus B. und J.*) Die typische
| Form hat fast rein gelbe Zeichnung der Oseite. Nur auf
den Hfl hinten findet sich gewöhnlich eine feine, oft kaum
[
sichtbare rötliche Einfassung des schwarzen Hfl-Außen-
“randes. Die Formen mit ausgedehnter roter Hflfärbung
sind die selteneren.
|
Pieridae.
1. Catasticta urocoecheae Fladr. (S., p. 73) findet sich in
der Stammform ın der Ost-Kordillere in der Zentral-Kordil-
‚lere ın einer Varietät mit gelbgrauen Vflflecken—=v. flava.
' Da das rote Hilwurzelfeld hinsichtlich Ausdehnung und
Verdunkelung sehr wechselt, gehört tricolor Btlr., die
}
glänzend zitrongelbe Vflflecke und eine mehr graue Unter-
seite haben soll, auch vielleicht hierher.
2. Catasticta suprema Fassl. (S., p. 1020). Von dieser sel-
‚ tenen Art fing ich am Quindinpaß bei 2600 m 19, dassich von
‚ der Beschreibung im Seitz nur durch eine rote statt rotbraune
‚ Binde der Oseite (Farbe wie bei uricoecheae) unterscheidet.
3. Dismorphia carthesis Hew. (S., p. 100) von Ekuador
findet sich auch in Kolumbien ostandin in einer wenig abwei-
' ehenden Form. Auf der Oseite ist der gelbe Strich am Vfl-
hinterrande schmaler und etwas länger. Die 2 gelben Flecken
am Zellende sind größer und die Spitzenflecken stehen
mehr in gerader Reihe. Auf der Useite ist die gelbe
Zeichnung weniger scharf und mehr weißgelb. Die Hil-
binde ist hinten nicht gekerbt. Hflsbmflecken sind weiß,
die 3 ersten spitz oval.
4. Dismorphia leuconoe Bates (5., p. 104) v. vitrea 1Q
von Surinam hat rein weißlich glasige Vflflecken ohne
rote Färbung und in dem breiten schwarzen Hflaußenrande
einen langen bogenförmigen rotbraunen Sbnistreifen. Sie
fliegt dort zusammen mit Leucothyris aegle F. und
f zarepha Hew., mit einer Epishada-Art, die viel-
leicht als Leuk. astraea f. flora beschrieben worden ist,
mit Stalachtis phaedusa und Ithomiola cascella.
"Alle diese Falter haben dasselbe oder fast dasselbe
Zeichnungsmotiv.
Danaidae.
1. Napeogenes osuna v.n. upina (p. 5) findet sich im
ostandinen Kolumbien und ist eine etwas abweichende
*) Nov. Zoologicae XIII, London 1906 p. 625.
150 Deutsche Entomol. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
Form von der in Bolivien. vorkommenden Stammart. 1 g'
19, 41/,°n. Br. selten, Vfllänge g' 23, Q 24 mm. Vfl grau-
glasig, mit schmal schwarzen (1 mm) Rändern, deutlichem
Schattenquerstreif durch Zellmitte und feinem gelblichen
Längswisch am Vrande distal Zellende. g' mit schmaler
zugespitzter, durchgehender Schrägbinde durch Zellende,
Q nur mit feinem schwarzen Zellschluß. Hfl gelbglasig
mit breit schwarzen Rändern (2—3 mm), die auf der Useite
rotbraun gefüllt sind. Der 9g' hat auch auf der Vfluseite
Spuren von rotbrauner Füllung. Hflaußenrand und Vflspitze
unten mit großen weißen, schwarz gefaßten Submflecken.
Fühlerkolbe lebhaft ockergelb.
2. Napeogenes pacifica n. sp. steht keiner anderen Form
nahe. Pazifische Küste 4!/,’ n. Br., Vfllänge g'Q 25 mm.’
Grundfarbe glasig hellgelb. Vflwurzel oft rötlichgelb. Vil
distal, Zellende breit schwarz (fast — distale Flhälfte) mit
einer Sbmbinde von 4 scharfen großen, fast viereckigen, weiß-
lichen Glasflecken. Erster sehr groß 4:5 mm, die anderen
drei kleiner 2:2 mm. Flränder schwarz: Vflvrand 1 mm,
Vflhinterraum 1!/, mm, Hflaußenrand 2—3 mm breit. Hfl- °
vrand i mm breit, beim g' grau, © schwarz. Alle El’
beiderseits mit scharfen weißen Submpunkten im Rande.
Hfl unten mit braunrotem Kostalstreifen. Fühler schwarz. °
3. Pteronymia pacifica n. sp. gleicht der vorigen Art,
mit der sie zusammen vorkommt. Sie steht der Pt. dispar
Hsch. (S.,p. 153) nahe. Vfllänge g'Q 23 mm. Vflganz, Hfl bis °
auf einen schmalen, grauglasigen Streifen am Außenrande
hellgelbglasig. Distale Vflhälfte grauglasig, mit einer deut-
lichen, glasiggelben Diskalfleckenbinde = 1. Schrägband
3:6 mm distal Zellende,; 2. einen kleinen Fleck hinter rl!!! °
3. einem langen mit einen Sbmtupfen verbundenen Fleck
hinter m!. Außerdem eine Reihe deutlicher runder glasiger
Sbmtupfen. g' mit kurzer zugespitzten schwarzen Zell-
schlußbinde, © mit ziemlich breiter schwarzen Winkelbinde
Vrand- Zellschlußbinde--Hrand. Flränder wie bei Nap.
pac., aber nur unten mit scharfen weißen Randpunkten. ”
Vflwurzel schwach rotbraun. Hiflbasalstreif und Fühler-
kolben rotbraun.
3. Dircenna visina v. n. columbiana, von Ost-Ekuador -
ist eine in Ost-Kolumbien bei 4!/," n. Br. auftretende Form
der vısina, die beim g' völlig klare, schwach grauglasige
Fl hat, mit feinen kurzen Schattenstreifen über Zellmitte
| | Dr. E. Krüger. -Einige neue Falterformen aus Kolumbien u. Surinam, 151
‚und Zellende. Das © hat auf den Vfl einen feinen kurzen
Schattenstreif durch Zellmitte, einen gleichen längeren
Streifen über Zellende im Winkel zum Hrand, einen Sbm-
'schattenstreifen und eine Reihe undeutlicher heller Sbm-
tupfen, auf den Hfl sind die Ränder proximal rotbraun
gefaßt vorn fein, sonst ziemlich breit. Vflmediane nur beim
‚© fein braun.
Nyphalidae.
‘ Heliconius crispus v. n. crespinus, findet sich in der
"Westkordillere, interessanterweise Tithorea bonplandi
"Guer. (nicht descandollesi Stgr. wie crispus) ziemlich
‚genau imitierend. Diese Form unterscheidet sich von crispus
‚dadurch, daß die Vflzeichnung, abgesehen von dem gelben
‚Basalstreifen, rein weiß (statt gelb) ist, und daß alle Flnur 1
‚Reihe scharfer weißer Sbmdoppelflecken (statt 2 Reihen gel-
‚ber) führen (atthis von Ekuador ist kleiner, hat andere Flform
und Zeichnung). Vfllänge g' 39—40, © 40—41 mm. Vfl-
‚basalstreif scharf und lang gelb (ca. 1:13 mm). Die weiße
‚Diskalzeichnung besteht aus einer Fleckenschrägbinde distal
‚Zellende und einem längeren Medianfleck: 1. Ein Doppel-
'fleck am Vrande dicht am Zellende (2:3 mm) und distal
von diesem ein weißer Strich (ca. 1 mm); 2. zwei größere
Flecke zwischen subc. und r!! (11,:4 und 2:6 mm); 3.
zwischen r!! und r!!! ein feiner Strich (2-—-5 mm) und ein
größerer Fleck (2:5—6 mm); 4. Der Medianfleck vor m!!
ist keulenförmig 10 mm lang und 1—3 mm breit. Hilstreif
gelb, scharf grade, 17—20 mm lang und 3—4 mm breit.
Zuweilen ist auf den Hfl die zweite distale Sbmileckenreihe
mehr oder weniger undeutlich grauweiß vorhanden. Die
Useite weicht nicht von der von crispus ab. Auch hier
wechselt die rotbraune Zeichnung (crispus ist wahr-
‚scheinlich mit cydno verwandt) stark. Vfl mit oder ohne
einen rotbraunen Wellenstreifen zwischen Diskal- und
Sbmflecken und einen langen rotbraunen Vrandsbasal-
streifen. Der braune Bogen um den gelbweißen Hilstreit
ist ebenfalls sehr verschieden entwickelt. Q—= g' gezeichnet.
Diese Form = v. crispinus n. flog in der West-
. Kordillere bei ca. 2000 m Höhe und 4° n. Br. in den Kamm-
wäldern zusammen mit Tith. bonplandi und mehreren
ebenfalls sehr ähnlichen QQ von Catonephele chromis
bl. f columbana.
152 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
Beiträge zur Kenntnis der Zygaeniden (Lep.) III ®).
Von Dr. Martin Hering, Berlin 4, Zoolog. Museum.
1. Synopsis der amerikanischen Zygaeniden
mit Beschreibung neuer Arten.
Die so spärlich in den Sammlungen vertretenen ameri-
kanischen Angehörigen der Zygaeniden - Familie sehen ”
sich oft in den verschiedensten Gattungen außerordentlich -
ähnlich, so daß eine Bestimmung derselben nicht immer
ganz leicht ist. Wir hatten uns deshalb für Bestimmungs-
zwecke Tabellen angelegt, die uns eine schnelle Auffindung
einer in Frage kommenden Art vermitteln sollten. Da viel-
leicht auch anderen Entomologen gleiche Schwierigkeiten
erwachsen, mögen diese Bestimmungs-Tabellen nachfolgend
veröffentlicht werden. Es ist aber zu berücksichtigen, daß
erst ein Bruchteil aller Arten wohl bekannt sein mag; wenn
man bei der Bestimmung auf eine gewisse Art gekommen °
ist, vergewissere man sich erst durch Nachlesen der Ur-
beschreibung oder der Jordanschen Behandlung der Spezies
im Seitz, Großschmetterlinge vol. 6, ob tatsächlich diese
Art und nicht etwa eine neue vorliegt. Andrerseits kommen
bei Zygaeniden auch sehr häufig Geäder-Anomalien vor,
so daß man, wenn man ein solches Exemplar nur in einem
Stück vor sich hat, leicht an eine falsche Stelle gelangen
kann. Wir hoffen aber doch, mit den Tabellen demjenigen,
der sich noch nicht eingehender mit den Vertretern dieser
Faltergruppe befaßt hat, ein kleines Hilfsmittel zum Be-
stimmen zu geben, das ihm unter Zuhilfenahme ausführlicher
Diagnosen, wie sie im Seitz sich finden, die Bestimmung
erleichtern wird.
Ze
Schlüssel zur Bestimmung der Gattungen:
A. Hfl mit 8 Adern
Ay VEIE Ada RE RR Euclimacia Jord
b)Im Vfl die normalen 12 Adern oder weniger |
1. Im Vfl 12 Adern; [sınd ausnahmsweise nur
11 vorhanden, dann sind die Vfl gelb, ‘der
Apex schwarz, mit weißlichen Aderstrichen]
*) II, Beitrag in: Deutsch. Entom. Zeitschr. 1924. III p. 265 — 277.
_Dr.M. Hering. Beiträge zur Kenntnis der Zygaeniden (Lep.) I. 153
a) Fühler doppelt gekämmt oder gezähnt;
[wenn etwa einfach, dann r, ganz proximal
im Vfl entspringend, r, etwa auf gleicher
Höhe mit cu;]
* Im Hfl die Vorderecke der Zelie weiter
distal liegend als die Hinterecke
r Im Hfl sc. und rr durch ein langes
Aderstück verbunden . . Gonioprocris Jord.
r Im Hfl sc. und rr fast aus einem
Punkt entspringend . . . Harrisinula nov. g.
** Im Hfl die Hinterecke der Zelle vor-
gezogen oder beide auf gleicher Höhe
+ ImVfl cu, mitr,aufgleicher Höhe Malthaca Clem.
rr Im Vfl cu, mit r, auf gleicher Höhe,
r, sehr weit proximal . . Chilioprocris Jord.
ß) Fühler einfach, r, im Vfl etwa auf gleicher
Höhe mit cu, ....... ..Pseudoprocris Dre.
2.ImVflnur 11Adern . . . . . . . Tetraclonia Jord.
| B. Hfl mit weniger als 8 Adern, m; fehlt
a) Hfl mit 7 Adern
1.Im Vflr, und r, gestielt oder verschmolzen
(wenn r; fehlt, ıst r, und r, gestielt)
a) Im Hfl das Verbindungsstück zwischen sc.
ne, . 2. nr 27, Harrisinopsis Jord.
B) sc.und rr nur wenig voneinander getrennt,
zuweilen beide gestielt
* Abdomen mit kurzen Haarbüscheln am
Ende und an der Seite . . . . Harrisina Pack.
** Abdomen am Ende mit zwei langen
Schwanz-Anhängen . . . . . . Stylura Burm.
2.r, und r, im Vfl nicht gestielt
a) Vfl mit 11 Adern
*r, und r, im Vfl lang gestielt . . . SetiodesH.S.
** r, und r, nicht gestielt
Y Stirn mit kegelförmigem Fortsatz, im
Hfl Adernstück sc—rr kurz Triprocris Grote
Yr Stirn nicht vorgezogen, sc—rr lang
* Im Hfl sc großenteils mit dem Zell-
vorderrand verschmolzen Acoloithus Clem.
»« sc im Hfl frei, mit der Zelle durch
Querader verbunden . . . Gaedea M. Her.
154 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
3) Vfl mit 12 Adern
* Alle Adern ım Vfl frei
+ Im Hfl die vordere Zellecke vor-
gezogen . . . Pycnoctena Flar.
- Vordere Zellecke nicht vor-
eo ar .. ... Seryda Wkr.
Er Tal Terz und m, gestielt . Neoprocris Jord.
b)Hflnur mit6 Adern . . . ....... Urodopsis Jord.
1. Gattung: Malthaca Chem.
(ind. Pyromorpha H.S. Gingla Wkr, Coementa
Drc., Felderıa Kirb,)
Tabelle der Arten:
1. Vfl teilweise rot oder gelb; u SFr
— Vfl einfarbig dunkel. . . 23
2. Useite beider Fl gelb, nur die Fransen
schwarz, Oseite ausgedehnt schwarz
(Mexiko) Fi .. .. . astoraDyar.
Useite mit ausgedehnter: en schwarzen
Zeichnungen oder auch die Oseite größten-
teilsgella@n,
3. Helle Zeichnung der FI gelb bis orange,
höchstens teilweise etwas rosa
— Helle Zeichnungen rot. ee
4. Hfl einfarbig schwarz (Mexiko) . . . ae
— Hfl wenigstens mit rotem Kostalstreif
. Irand der Vfl manchmal nur sehr
fein . |
— Irand rot. .
6. Der schwarze Arand der Vfl etwa gleich
breit (Mexiko) . . . . . . correbioides Fldr.
— Der schwarze Saum vorn stark ver-
schmälert (Mexiko) . . . . .eromenaM. Her.
. Der ganze Vrand der Vfl schmal schwarz
(Mexiko)- .-. . . . .„ erythromelas Jord.
— Vrand wenigstens basal rot . 8
8. Irand der Vfl bis etwa zur Zelle schwarz
(Mexiko) .... . . analoga M. Her.
— Am Irand überschreitet das Schwarz
nicht die an. (Mexiko). . . . „beovava Dyar.
9. Der dunkle Arand der Vfl schmal, höch-
stens 1 mm breit, ebenso im Hfl . . „ 17
— Dunkle Saumzeichnungen viel breiter . 10
ualıs Dre.
en
oo Po 0%)
oO-I
-]
0.
"EI:
12.
En,
‚44.
2.
| 16.
FE.
18.
Zu.
20.
21.
22.
— Dr.M.Hering. Beiträge zur Kenntnis der Zygaeniden (Lep.) Il. 155
Vfl schwarz, mit gelbem Vrand- und Irand-
Strich; letzterer enthält einen schwarzen
Basalstrich (Guatemala)... . .. .. . josialis Dre.
— Vfl anders gezeichnet . . . Dre
Der schwarze Arand der Vfl mit weiß-
lichen oder gelblichen Aderstrichen . . 12
— Arand ohne helle Aderstriche . . . 15
Abdomen oben ganz gelb (Chiriqui) . synecha M.Her.
Abdomen wenigstens mit schwarzer Dor-
2 EEE er 13
Vfl mit schwarzer Irand-Strieme (Guate-
mala) . . ie ürüc et jord:
— Vfl ohne solche Striemen . .. . .14
Hfl mit schwarzem Apex und 1 kleinem
schwarzen. Fleck zwischen cu, und an.
(Guatemala) . . . WRICrYpLan. Her.
— Hfl mit unregelmäßigem schwarzen
Arand (Mexiko). . . . . radıalis Wkr.
Vrand bis zur Wurzel schwarz (im V fl). .116
— Vrand teilweise gelb . . 18
Hfl größtenteils gelb, Arand breit schwarz
(Arizona) . . ... rata Edw.
— Hil schwarz, nur am Vrand gelb
(Arızona) '. . . xanthogramma M.Her.
Vfl hellbraun, am "Vrand bis 2, gelblich
(Mexiko) . . Bert 05#Schaus.
— Vfl gleichmäßig orangegelb (Mex. pr marginata Edw.
Nur ein orangegelber Punkt an der Vfl
Wurzel (Mexiko). . . POREReeürsulg Mi Hier,
— Vfl ausgedehnter gelb . Lg
Hfl ausgedehnt gelb, nur der Arand breit
schwarz (Mexico) . ie NZ SEHHIEUlVarDTC:
— Hfl großenteils schwarz . 22.2..20
Fl schwarz, kaum durchscheinend . . . 21
— Fl grau, stark durchscheinend, V fl mit
gelbem Wurzelfeld (Mexiko, Vereinigte
Staaten). ar inaihen Ein.
Vflvon der Wurzel bis hinter die Mitte gelb 37
— Vfl höchstens bis zur Mitte gelb . . . 22
Palpen und Kragen gelb, Basalgelb der
- Vfl reduziert (Arizona, Mexiko) . . . centralis Wkr.
— Palpen und Kragen schwarz, unten die
Basalhälfte des Fl gelb (Mexiko) . . jordani M. Her.
=
156 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1995.
23. Tlll-zum Teil.zdtuss .E ee L,
— Hil einfarbig dunkel . .. . 25
24. Hfl rot, mit schmalem schwarzen Arand,
im Vfl alle Adern von der Zelle (Costa
Rica . . 200 on al sn
— Hfl mit breitem schwarzen Vrand
und Arand, r, und r, im Vfl gestielt
[Bars .. . tetraclonioides Her,
25. Thorax oben ge elblich braun, mindestens
vorn: 2£ 5
— Thorax oben schwärzlich . 2... 29
26. Die gelblichen Partien des Thorax mit
schwarzer Teilungsline in der Mitte
(Mexiko) . . . „.purpusi M. H&
we ohne schwarze: Medianlinie ar
27. a braungelb, nur unten schwarz
(Arızona, Mexil x0) re ‚cs krluseta Eds
Hleib mindestens mit dorsaler
schwarzer Linie . . Are
28 Im Vfl alle Adern von der Zelle. . . . 34
— 1, und r, im Vfl gestielt (Guatemala) ,„ thyesta Dre,
29. Hleib am Ende (2 Segmente) orange
(Ecuador) . . . . ’xanthura Jord,
— Hleibaufden Endsegmenten nichtheller 30 |
30. Fl durchscheinend, Adern dunkler (Ari-
zona, Mexiko) . . . . . martenii French.
— Flkaum durchscheinend, Adern nicht |
dunkler . . . re
31. Hfl tief dunkelviolettblau ee
— Hfl höchstens mit etwas grünblauem
Schimmer . . . 98
32. Abdomen mit rotem Seitenstr eifen (Guate-
mala, Costa Rica). . . . „ morio Dre.
— HIil einfarbig schwarz, "purpurblau |
schimmernd (Bolivien) . . . . . monochroma Her.
33. Abdomen rosa, ausgenommen das
1. und die beiden letzten Segmente
(Mexikok disae Tre Po Bi Dyar.
— Abdomen schwarz 2 Ar
34. Spannweite ca. 20 mm (Mexiko) . . ravonica Dyar.
— Spannweite ca. 26 mm (Mexiko) ..... mas Dyar.
35. Im Vfl r, und r, gestielt (Mexiko) . . . myrla Dyar.
— Im Vfl alle Adern von der Zelle . . 86
Dr. M. Hering. Beiträge zur Kenntnis der Zygaeniden Men li - 197
36. Länge der Vfl ca. 10 mm, Vfl purpur-
Behwarz (Mexiko) . . .... „u... monotona M. Her.
— Länge ca. 14 mm, Vfl schwarzgrün
(Mexiko) Ignorata nov. sp,
37. Vil am Irand hinter der Zelle mit rosa
Schein, Spannweite 23mm (Mexiko). . . aurora Dyar.
— Vfl gleichmäßig orange, Spannweite
Bee nm (Mexiko):........ 4... -mexicana Dre.
Malth.beovava Dyar. In der Sammlung Draudt-
Darnıstadt sah ich ein @ von Mexiko, das als beovava-Q
‚bezettelt war. Die Vfl sind einfarbig rot, nur der Arand
"und der Irand tragen eine feine schwarze Saumlinie. Hfl
‚schwarz, nur an der Kosta mit rotem Streif. Die Männchen
‚der echten beovava sind viel kleiner (das Q hatte 13 mm
Vfl-Länge) und haben einen breiten schwarzen Arand der
Vil. Es erscheint mir sehr zweifelhaft, ob hier tatsächlich
‚ein solcher Sexual-Dichromismus vorliegt, da bei den am
nächsten verwandten Arten g' und © in Größe und Färbung
fast ganz übereinstimmen. Vermutlich stellt dieses beo-
vava-O eine eigene Art dar.
__ Malthaca ignorata, nov. spec. Vfl lang gestreckt, am
Apex relativ wenig gerundet, mit 12 Adern, alle frei, nicht
gestielt; r, und cu, liegen gegenüber, cu, näher m; als cu,.
Hfl mit 8 Adern, Verbindungsstück zwischen sc und rr halb
so lang, wie die Zelle breit ist, rr und m, weit getrennt,
Querader zweimal gewinkelt, einmal hinter m, nach innen
und dann am Ursprung von m, nach außen: cu, gleich-
weit von m, und cu, entfernt. Fl dünn beschuppt, aber
nicht durchsichtig, die vorderen schwarzgrün, die hinteren
dunkler schwarz mit blauem Schimmer. Unten beide Fl
schwärzlich, blauschimmernd. Körper schwarz, grün glän-
zend, Thorax oben bronzebraun. Vorderschienen mit Sporn.
Kopf wie der Körper gefärbt. Fühler (0) doppelt gekämmt,
die Kammzähne etwas länger wie der Schaft — Durchmesser.
Zunge und Palpen schwärzlich. Länge des Vfl 14 mm,
Spannweite 28 mm. Mexiko. Q-Typus von Tehuacan, ge-
sammelt von Purpus, im Berliner Museum.
2. Gattung: Euclimacia Jord.
Nur eine Art, Eucl. tortricalis Dre, Fl orangerot,
im Vfl Vrand und Arand schwarz mit weißlichgelben
‚Zwischenaderstrichen, im Hfl ein Wurzelstreif und eine
eihe von Längsstreifen am Arand schwarz (Costa Rica).
au
158 Deutsche Entom, Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
3. Gattung: Gonioprocris Jord.
1. Flgrün, halb durchsichtig, Körper schwarz, |
grün glänzend (Guatemala)... . . . . megalops Dre.
— Vfl bis zur Zellspitze gelbgrau, Adern
und ein Zellfleck schwärzlich, ebenso der
Außenteil, zwischen den Adern mit je zwei
gelblichgrauen Streifen; Kopf, Thorax und
Hleib unten blaßgelb (Guatemala). . . . xena Jord.
4. Gattung: Harrisinula nov. gen.
Im Vfl 12 Adern; r, und r, lang gestielt, r, mit ihrem‘
Stiel gestielt. Im Hfl 8 Adern, sc mitrr aus einem Punkte
oder gestielt entspringend, die Vrandsecke der Zelle weiter
distal als die hintere. Genotypus:
Harrisinula infernalis nov. sp.
Im Habitus ganz einer Harrisina ähnlich, so be
sonders im Flschnitt und in den seitlichen und kaudalen
Haarbüscheln, wie sie für jene Gattung eigentümlich sind.
Körper einfarbig schwarz, mit purpurnem Schimmer, so
auch die Fl, deren Adern bei ihrer dünnen Beschuppung
dunkler erscheinen. Fühler doppelt gekämmt, Kammzähne
in der Mitte, etwa dreimal so lang wie der Schaftdurch-
messer (J'). Im Vfl r, etwa in der Mitte des Stieles r; und
r, entspringend, r, etwas distal von cu,, cu, etwas näher
m, als cu,. Im Hfl entspringen sc und rr fast aus einem
Punkte, die Querader geht fast ganz grade von sc nach
m, und ist hinter m, nur ganz wenig ausgebogen oder
gewinkelt. cu, und cu, entspringen ganz dicht beieinander,
divergieren dann aber außerordentlich stark, so daß ihre
Entfernung am Saum viel größer als die fünffache am
Ursprung ist. — Der ganze Habitus der Art weist darauf-
hin, daß sie in die Nähe von Harrisina gehört; mit
letzterer gemeinsam besitzt sie die Abdominalschöpfe. Da
bei Harrisina im Hfl stets die erste Media mit dem
Radialramus verschmolzen ist, können wir Harrisinula
als die urtümlichste Harrisina ansehen; sie vermittelt
somit den Uebergang von den ersten Genera (mit 8 Adern
im Hfl) zur zweiten Gattungsgruppe (mit 7 Adern im-Hil).
— Vfllänge ca. 9 mm. Spannweite ca. 21 mm. — g' Typus
von Teff& (Amazonien), gesammelt von Hahnel, im Berliner
- „AR ' « = 7
Museum (coll. Staudinger). | (Pa:
Dr. M. Hering. Beiträge zur Kenntnis der Zygaeniden (Lep.) II. 159
ı SZ
5. Gattung: Pseudoprocris Dre.
Fühler einfach, nach dem Ende zu verdickt.
. Vil undurchsichtig trüb blaugrün, Vrand
der Hil unten blaugrün glänzend
22.1140) gracilis Dre. (= morelia Dyar.)
— Vfl halb durchsichtig, schwärzlich mit
dunkleren Rändern (Guatemala) . . . . dolosa Dre.
Adscıta morelia Dyar. 1913, die ich in 2 5' von Herrn
Draudt erhielt, unterscheidet sich in keiner Weise von
‚unseren @ der Ps. gracilis Dre.; da auch aus der Be-
'schreibung sich keine Differenzen ergeben, so hat Adscita
‚morelia Dyar. als Synonym von Pseudopr. gracılis
Dre. zu gelten.
6. Gattung: Tetraclonia Jord.
Im Vfl nur 11 Adern. Die Gattung.steht Malthaca
‚sehr nahe und muß vielleicht mit ihr vereinigt werden.
. Vfl halb durchsichtig, ohne grüne oder
Tabelle der Arten:
1. vfl einfarbig dunkel, ohne hellere Zeich-
ee ih tar:
— Vfl mit gelben oder roten Zeichnungen 6
ID
. Hilgroßenteils rot, Arand schwarz (Bolivien) ripena Dre.
— Hfl schwärzlich
o
NT ee N ER I WER
— Vfl kaum durchscheinend, mit grünem
Bader blauem Schimmer ........5
Kragen gelbrot (Mexiko)... 2... dyraspes Dre.
— Kragen schwarz (Mexiko)... . . . forreri Dre.
- Beide Fl stark blauglänzend (Peru). . . saucia Jord.
- — Vfl matt purpurn bis grün, kaum glän-
end (Peru)... . metallica Schauc.
. Hfl gelb mit schwärzlichem Saumband . cınnlana Dre.
Hfl höchstens am Vrand gelb oder rot 7
“ Vfl rot, mit schmalem schwarzen Saum,
der am Vrand und Irand als kurzer dünner
Strich basal vorgezogen ist (Arizona) . . dyari Jord.
— Vflrot oder gelb, mit breitem schwarzem
Saum und schwarzen Irand .
EN
- Grundfarbe der Vfl rot (Arizona)... latercula Edw.
Bor Grundfarbe gelb . latercula f. flavescens M.Her.
160 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
7. Gattung: Chilioprocris Jord.
Von Malthaca verschieden, indem r, im Vfl sehr stark
proximal entspringt, so daß cu, auf gleicher Höhe mit r;
entspringt. Nur eine chilenische Art, Ch. melas Guer.
Vflschwarz, trüb purpurn, ohne Glanz, Zunge orangefarbig.
8. Gattung: Triprocris Grote.
Stirn ganz charakteristisch oben nach vorn kegelförmig
Be Tabelle der Arten:
1. Körper teilweise rot oder orange. ... . 2
-— Körper schwarz, blaugrün glänzend
(Ver. Staaten). . . . . smithsonianus Clem.
2. Kragen oben und Hleib, ausgenommen
Spitze und V entralstreifen, rot (Arizona) yampaı Barn.
— Kopf und ?/, des Thorax orange, Körper
sonst ae (Mexiko) . » ... .. „rosetta Dyas
9. Gattung: Acoloithus Clem.
Tabelle der Arten:
1. Kragen gelb oder orangeröt ......2
_ Kragen einfarbig dunkel . . . ed
B: Kragen. orangerot, oben in der Mitte unter-
brochen (Ver. Staaten, Mexiko) . . . falsarius Clem.
— Kragen ganz gelb, nicht unterbrochen
(Texas) ... ..... . novarius Barn.& Me. Dum
3. Hfl einfarbig .
— Basalfeld des Hfl heller, als der übrige Fi 4
4. Das helle Feld des Hfl breit glänzendblau
begrenzt (Costa Rica) . . „..„ Hora Schaug
— Helles Feld ohne blaue Begrenzung |
(Mexiko) . . . ...,„basalis Ed
5. Abdomen zum großen Teil rot
(Mexiko) . . ... erythrozona Dyar.
— Abdomen schwärzlich. re |
6. Im Vfl m, und cu, kurz gestielt |
(Chiriqui) . ee:
— m, und cu, frei 02 |
7. V£l unter: 10 mm lang vw ’.7 4 re
— Vfl weit über 10 mm lang . 9
8. Querader des Hfl schräg, nicht gewinkelt |
(Arizona). . . . „ rectarius Dyar.
— Querader gleichschenklig gewinkelt
(Columbien) 2... 2-2... POEODRCRE TE
Dr. M. Hering. Beiträge zur Kenntnis der Zygaeniden (Lep.) Iı. 161
9. Verbindungsstück zwischen sc und rr im
| Hfl etwa halb so lang wie die Zelle breit
ist, Vfl und Hfl trüb purpurgrün (Casa
Branca) a; . viridis Dre.
— Verbindungsstück länger, Vfl intensiv
grün, Hfl schwärzlich, mit etwas grün-
lichem Schimmer (Bolivien) . BR giganteus M. Her.
10. Gattung: Gaedea M. Her.
Von allen anderen amerikanischen Zygaeniden getrennt,
indem im Hfl die sc frei verläuft und nur durch eine Quer-
ader mit dem Vrand der Zelle verbunden ist. Eine Art,
G. separata M. Her. mit halbdurchsichtigen, dunkel ge-
aderten Fl, die vorderen mit grünlichem Schein (Bolivien).
11. Gattung: Pycnoctena Fldr.
| Nur eine Art, P. angustula Fldr. Abdomen rot, Vfl
schmal, schmutzig gelb, purpurn schimmernd, ein undeut-
licher Fleck am Zellende und die Ränder schwarz. Hil
‘an der Basis rotgelb, Außenhälfte glasig, der Saum gelb-
grau (Amazonien).
12. Gattung: Seryda Wekr.
Steht nahe Malthaca, aber ım Hfl nur 7 Adern.
Tabelle der Arten:
1. Körper wenigstens teilweise rot oder gelb . 5
— Körper einfarbig schwarz, es bis
blau glänzend. .
2. Vil und Hfl mit gelbem Streif am Vrand
sol... . ‚aisbasıreizl)ie.
— Flschwärzlich bis blauglänzend, z ziem-
lich durchsichtig ’
3. Fl halb durchsichtig schwärzlich ....4
— Vlbläulichgrün, Hflblau (Columbien) . actinota Jord.
4. Zunge blaßgelb (Guatemala) .. . . . . thyana Dre.
— Zunge schwärzlich (Guatemala) . BlduooNs Hmps.
Berechwarz ıbis purpurn. . «02 4 l.5..6
— Fl teilweise gelb oder rot . . 7
6. Abdominal- Begmenie 1—4 Ban? rot (Ama-
zonas) . ' engine Wk
— Hleib nur an Naben Seiten von Segment
aelEkuador) ... .... 02.0.0400 „.1sa.Jord.
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein V]I
Iris zu Dresden. Jahrgang 1925
162 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
7. Hfl gelb bisrot, höchstens am Apex schwarz
(Costa Rica, Chiriqui) Bir . . anacreon Dre.
— Hfl schwarz, nur am Vrand gelb oder
Tolsci
8. Helle Grundfarbe orangerot (Arizona, Neu-
Mexiko) . . ... constans Edw.
— Grundfarbe gelb . constans f.sancta Neum &Dyar.
13. Gattung: Harrisinopsis Jor &
Nur eine schwarze, purpurgrünliche Art, H. robusta
Jord., mit orangeroter Zunge (Amazonien).
14. Gattung: Neoprocris Jord.
Von allen amerikanischen Zygaeniden getrennt, da im
Vflr,, r, und m, gestielt sind. Eine einfarbig schwärz-
liche, auf dem Vfl trüb grüne Art, unten stark blaugrün
glänzend, N. saltuaria Jord. (Bolivien, Süd-Brasilien,
w ahrscheinlich weiter verbreitet).
15. Gattung: Harrisina Pack.
Tabelle der Arten:
1. Im Vil r, frei, r, und r, lang gestielt . 2
— Tr, mit der folgenden Ader gestielt
(wenn frei, dann r, ind r, verschmolzen) 4
2. Fl halb durchsichüg ee
— Fl kaum durchscheinend.. . 3
3. Vfl metallisch grün, Hfl metallisch blau,
Vfl 15 mm lang (Peru) . Ar splendens Jord.
— Beide Fl matt purpurn.
(Bahia) m .. . Innocens M.Her., nov. sp.
4. Keen gelb oder rot 2
— Kragen dunkel .. . I
5. Nur der Kragen gelb oder rot... 9
— Auch der Thorax i ausgedehnt gelb
oder rot.
6. cu, bei ®/, zw ischen CU, und m, Radial-
stiel sehr kurz oder r, frei im Vf) . . 7
— Radialstiel im Vfl lang, cu, mehr distal
(Florida, Missouri) . . . . ‚australis Stretcii
7. Nur die vordere Hälfte des Thorax gelb
bis braun .
— der ganze Thorax und das Schildchen
hellgelblich (Mexiko) . . . . . flavithorax nov. sp.
Y
Dr. M. Hering. Beiträge zur Kenntnis der Zygaeniden (Lep.) II. 163
! a
8. Vfl schwärzlich, kaum purpurn
(Mexiko) . . Ra mehelii!Dre.
— Vfl schwarz, grün glänzend
(Mexiko) . . . . auchenochrysa Dyar.
9. Kragen kontinuierlich ‚gelb DORT LO
— Kragen jederseits mit rotem oder gel-
Pensrleckir:.ur » LE
10. Vordertibie mit Mittelsporn ra Re HArEld
— Vordertibie ohne Sporn . . . a
ei, Vfl am SR stark ser undet, Arand kon-
) Bexujtı 12
— Vfl am Apex wenig gerundet, Arand
| fast grade, Vfl 14 mm lang (Mexiko). elongata Dre.
‚12, Vfl schwach en Kragen kar-
i minrot (Mexiko) . . BECK MAL Dre:
| — Vfl kaum purpurn, Kragen gelb bis
orange . . 15
u, Vil mit 5 Radialästen (Atlantische Staaten
bis lexas) . . ©. americana Gu£r.
— Vfl mit 4 Radialästen, amerlicana f.texana Stretch.
‚ 14. Im Hfl cu, stark an cu, genähert Fl matt
are rn... . 38
— CU; etwa aus der Mitte von cu,—m,,
‘ Fl metallisch blau (Arizona) . metallica Stretsch.
15. Abdomen mit rotem Seitenstreifen, hinten
unten mit solchem Fleck (Monte-
video) . . . „. erythrogramma M. Her.
— Hleib ohne diese Zeichnungen (Nova
Friburgo) . . . dantasi Schaus.
16. Fl teilweise mit gelben Zeichnungen MT
— Fl ohne gelbe REICHTEN ERT IHR. 19
17. Basis beider Fl gelb (Brasilien) . . eminens Schaus.
— Basis dunkel . . 18
18. Pronotum seitlich mit gelben Flecken
(Süd-Brasilien) . . wlstulwinotalBtk
— Thorax ohne gelbe Flecken (Süd-
Brasilien) . . Mai kbRayistmgatd M. Eier:
19. Abdomen mit roten Zeichnungen
— Hleib ohne rote Färbung . ... .22
20. Vordertibie mit Sporn (Brasilien) | peritta M. Her.
— Vordertibie ohne Sporn . . . . 21
21. Hleib an der Wurzel mit schmalem roten
Seitenstreif (Petropolis, Bras.) . . . virescens Hmps.
164 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
— 2. und 3. Hleib-Segment rot
(Petropolis) . . . janeira Schs.
22. Breitflüglig, groß, Länge der Vfl etwa
14 mm (Colorado, Mexiko) . . . . . Justrans Beut.
— Schmalflüglig, kleiner: . .S @EREEREREn
23. Stark met: allisch blau oder. grüne Fl. . 24
— Fl mehr matt, purpurschimmernd . 25
24. Vfl mit 11-Adern (Arizona) . cyanea Barn.&Mec. Dun.
— Vfl mit 12 Adern (Arizona, Neu-
Mexiko). . . .... . . » brillians Bara &Mc. Duos
25. Vorder tibien mit Sporn . 22 a RE
— Vordertibien ohne Sporn 1,” REGezsaE
26. Vfl über 10 mm lang, Hfl schmal schwarz
gesäumt (St. Catharina) . . . .. . venata Jord.
— Vfl höchstens 10 mm, Hil ohne schwar-
zen Saum (Bolivien) . . .. . . boliviensis M.Her.
27. Im Hfl'sce und rrı gestielt "7. Key Fe
— sc und rr'nicht gestielt' 7.) Sri
28. Vfl mit 12 Adern . 2
-- Mindestens eine Ader fehlt (Mexiko) chalcına Jord.
29. Fl durchsichtig, mit schwarzen Rändern
(Mexiko) . .. 2, tere
— Ränder der Fl nicht dunkler |
(Columbien) 5 . „Is WER RRkEE EE
30. Vfl mit 11 Adern . er TE A
— Vfl mit 12 Adern. . . . 32
31. Im Vfl der Stiel r,_, sehr kurz (Guate-
mala). .% . . guatemalena Dre.
— Stielr sin sehr lang (V enezuela) long nu noV. SpS
32. Vfl bis 10 mm lang Fe E - ‚38
— Vfl über 10 mm lang . ... 33 )
33. Im Hfl der 1. Cubitus etwa in der Mitte i
zwischen cu, und m, oder cu, genähert 34
— cu, im Hfl an m, genähert (Texas) coracina Clem.
34. Fl halb durchsichtig, Adern dunkler
(Columbien) . . ..... tergina Jord.
— Fl opak (Mexiko) 2.2.2... mexicana Schauss
35. Fl opak (Amazonas) . . . .... Invaria Wer.
—- Fl halb durchsichtig, höchstens mit | r
Streifen dunklerer Beschuppung . . . . 36 g
36. Im Hfl cu, und cu, aus einem Punkte
(Columbien) . . . .. approximata M. Hen ü
— cu, und cu; gut getrennt (Bahia). aniısa M. ra
ee &
B
- 37. Vtl mit purpurgrünlichem Glanz (Colum-
Dr. M. Hering, Beiträge zur Kenntnis der Zygaeniden (Lep.) Iı. 165
ee 22 2 bus. 89.0 anpravan. sp.
— Vfl nicht grünlich (Honduras, ? Ama-
Banlenyuir.. : mystica Wkr.
38. sc. im Hfl mit rr aus einem Punkte oder
Beet Mexiko). 2: 2... =. draudtinovisp.
— sc. von rr getrennt (Mexiko). . tessacans Dyar.
Ueber H. chalestra und aversus vergleiche unten!
Harrisina innocens nov. sp. Körper und Fl oben und
. unten schwarz, ganz matt purpurn schimmernd, Fl opak,
kaum durchscheinend. Vordertibien ohne Sporn, Antennen
‚ doppelt gekämmt, Kammzähne in der Mitte etwas länger
als der Schaft — Durchmesser (©). Im Vfl 12 Adern, r, von
‚ der Zelle, r, und r, lang gestielt, cu, sehr an m, genähert
eu, etwas proximal von r,. Im Hfl 7 Adern, alle von der
' Zelle, vordere Zellecke stark vorspringend, cu, aus der
Mitte zwischen cu, und m;. Querader zwischen m, und
m, gewinkelt, hinterer Schenkel des Winkels viel kürzer,
Länge des Vfl 12, Spannweite 25 mm. Q-Typus von Bahia
(leg. Sello) im Berliner Museum.
H. flavithorax nov. sp. Steht nahe ruemelii Dre.,
aber die Vfl an der Spitze weniger gerundet und der
ganze Ihorax und das Schildchen oben hell bräunlichgelb.
Körper schwarz, grünglänzend, oben der ganze Thorax,
der hintere Teil des Kopfes und zuweilen die Stirn vorn
hell braungelb. Zunge braun. Fl in Durchsichtigkeit und
Farbton ähnlich ruemelii, etwas grün schimmernd.
Kammzähne der Antennen in der Mitte beim g' etwas
länger, beim © kürzer als die Schaftdicke. Vfl bei g' und
© mit 11 Adern, r, und r, verschmolzen, r, mit ihnen
kurz gestielt, cu, in der Mitte zwischen cu, und m;. Im
Hfl 7 Adern, Vorderecke der Zelle vorgezogen, sc. und rr
durch kurzes Aderstück getrennt, Querader gewinkelt, der
hintere Schenkel kürzer, cu, an cu, genähert. Vorder-
Schiene ohne Sporn. Vfl-Länge 11, Spannweite 23 mm
(SQ). Mexiko. g'-Typus von Tehuacan, Q-Iypus von
Esperanza im Berliner Museum, erbeutet von Purpus.
H. longicaulis nov. sp. Körper schwarz, grünlich glän-
zend. Antennen-Kammzähne (g') in der Mitte von etwa
dreifachem Schaft - Durchmesser. Zunge schwarzbraun.
Flform ähnlich wie bei approximata, im Vflr, und r,
verschmolzen, r, mit ihnen sehr lang gestielt, cu, an m,
genähert. Im Hfl Vorderecke der Zelle vorgezogen, sc und
166 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
rr fast aus einem Punkte, Querader nicht gewinkelt, kaum
etwas eingebogen, cu, und cu, stark dıvergent, erstere an
m, genähert. Fl opak, etwas grünschimmernd, Adern kaum
dunkler. Länge der Vfl 9,5 mm, Spannweite 20 mm. g'-Iypus
von Valencia, Venezuela, im Berliner Museum, erbeutet ven
F. Kummerow.
H. prava nov. spec. Das von mir in der Deutsch. ent.
Zeitschr. 1924, p. 275 beschriebene, angebliche @ von
H.approximata m. erwies sich als ein g', das einer
neuen Art angehören muß. Im Habitus ist die Art H.anisa
m. ähnlich, doch entspringt r, im Vfl zwar aus einem Punkt
mit r,, r,, bei anisa aber gestielt. Körper schwarz, grün
glänzend, Vorderschienen obne Sporn, Fühlerkammzähne
(J) noch nicht zweimal so lang wie der Schaft-Durch-
messer; Fl ziemlich durchsichtig, Vfl mit Streifen dunkler
Beschuppung, auf beiden Fl die Fransen dunkler schwärz-
lich. Vfl mit 12 Adern, r, und r, von der Mitte an ge-
gabelt, cu, wenig distal von der Mitte zwischen cu, und
m,, bei anisa stark an m, genähert. Im Hfl 7 Adern (der
linke ist verkrüppelt, und dort ist er nach dem Ursprung
noch gegabelt, sodaß 8 Adern vorhanden sind!); sc und
rr durch ein kurzes Aderstück getrennt, Querader schräg,
nicht gewinkelt, cu, an m, genähert, vordere Zellecke
vorgezogen. Länge der Vfl 10,5, Spannweite 23 mm, Co-
lumbien. g'-Typus im Berliner Museum, aus coll.Möschler.
H. draudti nov. sp. Körper schwarz, grün schimmernd,
Zunge schwarz, Kragen gelb. Kammzähne der Antennen
in der Mitte gut dreimal so lang wie der Schaftdurch-
messer. Vordertibien mit Mittelsporn. Fl opak, schwarz,
purpurn schimmernd, in der Form wie beı coracina.
Im Vfl 12 Adern, r, und r, sehr lang gestielt, r, aus der
Mitte dieses Stieles, cu, an m, genähert. Im Hfl 7 Adern,
sc und rr aus einem Punkt oder kurz gestielt, Vorderecke
der Zelle vorgezogen, Querader schräg, erst ganz kurz
vor m, wenig gewinkelt, cu, und cu, genähert, beide
stark divergierend. Mexiko. g'-Typus von Colima (Okto-
ber 1923) in coll. Draudt. —
Nicht berücksichtigt wurden in der Harrisina-Tabelle
folgende Arten, für die die Literatur-Angaben zur Ein-
ordnung nicht ausreichen:
H. (?) chalestra Drc. Nach Jordan im Seitz vol. 6:
„Kopf, Fühler, Thorax, Hleib und Beine bläulichschwarz.
EEE” "EHEEDn ET SERSGAEHRHEEREE Urin >
Dr. M. Hering. Beiträge zur Kenntnis der Zygaeniden (Lep.) II. 167
va halb durchsichtig, schwarz, an der Wurzel am dunkel-
‚sten. Hfl durchsichtig, am Apex und Arand breit schwarz.
paunung 25 mm. — Costa Rica.“
H.(?) aversus Hy. Edw. Nach Jordan: „Vfl, Useite
beider Fl und Oseite des Hleibes stark glänzend grünlich-
‚schwarz, Hfl oben und der Rest des Körpers trübschwarz.
Die FI sind länger und schmäler als bei einer der ver-
‘wandten Arten. Am nächsten T. atrata French von
‚Arizona. 1 g'. Flspannung 28 mm. Körperlänge 9 mm.
Mexiko: Vera Cruz. — „T.atrata“ ist ein nom. in litt.“
16. Gattung: Stylura Burm.
“Ganz ähnlich Harrisina,aber mit 2 langen kaudalen
Anhängen. Nur eine Art, St. forficula H. S. Von Mexiko
‚bis Süd-Brasilien verbreitet.
17, Gattung: Setiodes H. S.
Nur eine Art, die in zwei Rassen vorkomnit, sehr klein,
‚mit weißen Diskalfleck der Vfl.
HH mit weißem Fleck (Cuba) . . ... .nanaH.S.
— Hfl ohne weißen Fleck
Babımae)E >. 0. .......nana bahamensis Dyar.
18. Gattung: Urodopsis Jord.
Auch die Radialis im Hfl fehlt, so daß die Zelle nach
vorn offen ist. Drei Arten:
Br.
Vfl 7—8 mm lang, Hleib am Ende ohne
Haäarbüschel”. . . . . 2
— Vfl 10 mm, Hleib mit Haarbüscheln
(Columbien) . Bee Huhcderulea Den.
. Entfernung von eu,—cu, am Saum mehr
als zweimal so groß wie am Ursprung
(Menezuela) .. ... epustllanWk:
— cuU,—cu, am Saum weniger "als zwei-
mal so weit wie am Ursprung entfernt
(Venezuela, Südost-Brasilien) . . . . . dryas Jord.
Nicht berücksichtigt wurden in dieser Bearbeitung fol-
gende Arten:
Pseudotalara pseudophile Dyar (Proc. U. St.
Mus. 42 p 100). Fl dunkelgrau, Hfl etwas weniger metal-
lisch als die Vfl, ein Orangeband auf dem Kragen, Spann-
weite 17 mm. Mexiko.
Ps. lateralis Dyar. Fl orangegelb, Vrand des Vfl und
Arand schwarz, Hfl mit schwarzem Arand, am br eitesten
168 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
am Apex. Thorax oben orange, Hleib schwarz, an den
Seiten orange. Spannweite 26 mm. Mexiko.
Beide Arten scheinen mir nicht zu den Zygaeniden
zu gehören.
2. Synopsis der Phaudinae und neue Arten derselben.
Diese vorwiegend orientalische, in einzelnen Vertretern
bis ins palaearktische Gebiet eindringende Unterfamilie der
Zygaenidae zeichnet sich durch verkümmerte Zunge und
vorhandene Haftborste aus.
Tabelle der Gattungen:
1. Im Vfl an und ax durch Querader
verbunden . . . . . .„ Pryeria Moore
— Keine Querader "zwischen an
und ax . 2
2. Vfl nur mit 3 Radialästen, der erste
mit der sc verschmolzen, die andern
beiden gestielt . . u A Moore
— Vfl mit 4—5 Radialästen .
3. Im Vflm, und m, ganz verschmolzen Phaudopsi Hmnps.
— m, und m, höchstens gestielt
4. Im Vfl r, mit r,_, gestielt . . . . Peeiilioney eh ERDE
— r, entspringt von der Zelle. . 5
5. Beim g'! die Kammzähne jedes Seg-
mentes unten winklig verwachsen,
beim © Flrand gekämmt .. . Phauda Wkr.
— Beim g' die Kammzähne nicht
verwachsen, beim © Flrand gezähnt,
am Ende einfach . . . . .. .. Alophogaster Hmps.
1. Gattung: Pryeria Moore.
Nur eine Art, Pr. sinica Moore, mit durchsichtigen
dunkel geaderten, an der Basis gelblichen Fl, Abdomen
gelb, Thorax und Abdominalschöpfe schwarz (Japan, Nord-
china).
2. Gattung: Pseudopsyche Obth.
3 Arten, von denen die eine vielleicht nicht in diese
Gattung gehört. Fl ähnlich wie bei der vorigen Gattung.
1::Kopf gelb ei HR. ae PP
— Kopf schwarz . . 2
2. Hleib unten seitlich und. am Ende oben
gelb (Askold) .... . 2... , dembowskiVObtkg
Dr. M.Hering. Beiträge zur Kenntnis der Zygaeniden (Lep.) II. 169
'nD
3
|
|
— Hleib an diesen Stellen rot (Südliches
Amurgebiet) . . . . dembowskii oberthueri Stgr.
Körper lebhaft und lang gelb behaart (? ob
in diese Gattung gehörig) . . . . endoxantha Püng.
— Hleib nur am Ende gelb (Ta-tsien-lu). yarka Obth.
3. Gattung: Phaudopsis Hmps.
Nur eine Art, Ph. igneola Hmps. Vfl beim g' pur-
purbraun, ein Vrandstreif und 3 Längslinien rot, beim ©
'rot, der Saum und ein Längsfleck in der Mitte desselben
‚schmal schwarz (Assam).
4. Gattung: Akesina Moore
Fl halbdurchsichtig, schwärzlich, an der Wurzel bräun-
ich; einzige Art Ak. basalis Moore (Kangra).
L,
2
5. Gattung: Alophogaster Hmps.
Tabelle der Arten:
Er. g:2
Vfl gelbrot, mit schwarzem Querband tensipennis Wkr.
— Vfl gelbrot, mit schwarzem Rand-
Be ..£ .. . rubribasis Hmps.
. Hschenkel schwarz, Fransen der Vil gleich-
farbig mit dem Fl, Vfl unten höchstens etwas
hyalın, nicht gelbbraun beschuppt . rubribasis Hmps.
— Hschenkel rotgelb, Fransen der Vfl,
mindestens unten, ın schräger Beleuchtung
bronzebraun, Vfl unten großenteils in der
Bitte mit gelben Schuppen. . . . ... mellinov..sp.
Al. melli nov. sp. og! Körper gelbrot, Stirn schwarz,
Abdomen oben auf jedem Segment mit einem schwarzen
‚Querband, Hleib-Schöpfe oben schwarz, unten braun. Beine
schwarz, Vhüften und Hschenkel rot. Vfl etwas breiter als
bei rubribasis, sonst die Fl oben nicht von denen dieser
Art unterschieden, aber die Fransen bei schräger Ansicht
‚bronzebraun. Auf der Useite ist diese Tönung noch stärker
ausgesprochen, auch ist die ganze Mitte des Vfl in Länge
‚der Zelle durch gelbbraune Schuppen aufgehellt. Im Vfl
alle Adern vorhanden, m, und m, fast aus einem Punkt
(bei rubribasis gut getrennt), im Hfl sind beide gestielt.
Vfl-Länge 14, Spannweite 29 mm; die Art ist also größer
als rubribasis.
170 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
Die Art erinnert auffallendan Phauda lanceolata
Jord. Da Jordans Stück nicht mehr im Besitz der Fühler
war, kann es vielleicht auch zu Alophogaster gehören.
Auch dann ist aber von dieser Art noch Al. melli m.
verschieden, indem anscheinend bei lanceolata die Bein:
gelb sind |, Körper rotgelb, Stirn, Vhüfte, ein Streif auf
dem Hleib und jedenfalls auch die Fühler schwarz“ apud
Jordan] und schwarze Vhüften haben, während bei melli
in. die Beine schwarz und nur Vhüften und Hschenkel
rotgelb sind.
J-Typus von Tsha-jiu-san, erbeutet von Mell im Mai
1911, im Berliner Zoologischen Museum. Die Art ist be-
nannt zu Ehren des erfolgreichen Erforschers der südchi-
nesischen Fauna, Herrn Dr.h. c. R. Mell, dem das Museun:
die schöne Art verdankt.
3. Gattung: Phauda Wkr.
Tabelle der Arten:
1. Vfl schwarz, höchstens an der Wurzel
gelbrotuiwnunen +82
— Vfl mit rotem V van. Stralf He ag
dehnter rot . . 2
2. Hleib ganz goldgelb, V EN. bräuh
grau nach außen, Spitze blaß; Hfl schwarz,
basal durchsichtig (Yangtsekiang) . %,. Pratti, Lee
— Hleib oben wenigstens an oder vor
der Spitze. schwärzlich. „> „2
3. Vfl rot, mit schmalen, zum Apex ver-
dickten schwarzen Streifen am Vrand und
Irand und schmaler schwarzer Saumlinie
(Formosa) . . . |
— Vfl len a 0. ee
4. Vil mit 5 :Radialästen‘. . .2 MemzzereE
— Vfl mit 4 Radıalästen . . . >0g
5. Fl rot, nur Fransen der Vfl Swee (FoR
a ee . . . „ rubra Jore
— Vfl mit eh ee arzen Ban 15
6. Vfl oben rot, nur die Fransen schwarz
(Belgaum) . . . . ... . trıadum erythra Jord.
rt u aller schwarz . ‚ Fire |
Dr. M.Heıing. Beiträge zur Kenntnis der Zygaeniden (Lep.) ım. 171
1. Vfl schwarz, nur ein Vrand-Streif rot
keeljava, Bali) . . . .. . mahisa Moore
— Wenigstens das Basaldrittel rot oder
erote ...;.,.. ee en 9
"8. Die schwarze ne a vi höchstens
\ bis zur Zelle reichend . . 10
, — Das schwarze Feld die Querader w eit
| überschreitend, oder NEEstey> am Apex
9
nicht eingezogen .
. Beine schwarz ekmanan). "ar N: Jord.
— Beine orangegelb ( (Celebes) . . „. dimidiata Snell.
F Der schwarze Saumfleck proximal und
kostal fast gerade begrenzt, Fleck ziem-
lich halbkreisförmig . . . 11
' — Der Randfleck mit konvexer Begren-
\ zung, fast kreisförmig, cu, nie überschrei-
IMetend (China, Tonkin).. ..: ... . .triadumWk.
u Vflhöchstens 13mm lang, Hleib ausgedehn-
' ter rot (Sumatra, Java) triadum sumatrensis Wk.
IE Vil länger, Hleib oben schw arz, unten
| Beazan den Seiten rot ........ mie
2. Fl ganz schwarz (Assam) . . . . . Mas rekend
— Vfl an der Basis rotgelb (Yangtse-
klang). . . u (lanceolata Jord.)
|
13. Der unatze Fleck der vi ee
' mal ausgehnt, so daß der Ursprung
' von cu, Schwarz ist, ebenso die
| - Hinterecke der Zelle (Manila, Bor-
‚neo, Süd-Indien) .. . . . trıadum limbata Willgr.
| — Ursprung von cu, rot, Hinterecke der
‚ Zelle kaunı schwarz gefüllt BP EHI
14 Hfl nicht hyalin, der schwarze Saum die
| Zelle nicht erreichend (SileL)® SI TENTERBATNOV, SD.
' —Hilteilweise hyalin, derschwarze Saum
erreicht die Zelle (Canton) . . .„ kantonensis Mell.
15. Der schwarze Fleck der Vfl fast kreis-
welörmig, selten über cu,, nie über cu,
hinausreichend (China, Formosa). . . . 16
— Der Randfleck halbkreisförmig, über
cu, hinausgehend (Nord. Indien) . . flammans Wkr.
16. Hfl am Apex schwarz (Tonkin) . . . eos de Joann.
172 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris, Dresden 1925.
— Hfl am Apex nicht schwarz . . . .„ 17
17. Abdomen oben größtenteils rot |
(Formosa) . . . . .similis nov.s)
— Abdomen oben schwarz (China) . fortunei H.S
Phauda enigma nov. spec. Körper rotgelb, Stirn un
Useite des Hleibes grauweiß, der hintere Teil des Abdome
oben, in der Mitte und die Schwanzbüschel schwar
Beine schwarz, unten grauweiß. Im Vfl nur vier Radial
äste, alle von der Zelle. Fl kürzer und breiter als b&
flammans und kantonensis, das Rot mit mehr gel
lichem Tone. Der schwarze Randfleck nicht im Ape
liegend und kreisförmig, wie bei triadum triadum
sondern von der Form wie bei flammans, also hally
kreisförmig, nach vorn nur bis r, reichend, nach hinter
über cu, und an hinausgehend bis zum Irand. Der Ursprun
von cu, bleibt rot. Hfl rotgelb, nirgends durchsichtig, mi
schwarzem, nach dem Toruus verschmälerten Arand, dei
aber proximal die Zelle nicht erreicht. Vfl-Länge 13, Spann
weite 29 mm. g'!-Typus von Silhet im Berliner Museun
(coll. Maassen).
Ph. kantonensis Mell. Diese Art wurde von Mell ds
Subspezies von Ph. flammans Wk. beschrieben. Letzt
Art besitzt aber fünf Radialäste, sodaß die von Mell be-
schriebenen Stücke nicht zu dieser Spezies gehören kann.
Die in China vorkommende Phauda mit vier Radialästen
Ph. triadum Wkr., hat einen ganz anders gestalteten Rankl
fleck der Vfl, sodaß kantonensis auch nicht hierher gt=
hören kann. Es erscheint demnach wohl gegeben, Ki
läufig Ph. kantonensis Mell als eigene Art aufzufassen.
Ph. similis nov. sp. Körper rot, Abdomen oben mt
zwei schwarzen, nach hinten erweiterten Seitenstreifen und
schwarzen, am Ende weißlichen Endbüscheln. Useite di
Hleibes rot, am Ende grauweißlich. Beine größtenteils rot,
Füße z. T. schwärzlich. V{l mit fünf Radialästen, alle von
der Zelle. Vfl rot, der schwarze Randfleck wie beitriadun
trıadum, nicht wie bei flammans, also ziemlich int
förmig, vorn bis r, und darüber hinaus reichend, hin
cu, nirgends überschreitend, äußerster Apex braungelbli
Hfl am Vrd rot, in und hinter der Zelle hyalin, der ganze
Außenteil schwarz (bis zur Zelle proximal), aber dünn be:
schuppt, Fransen dunkler schwarz, purpurn schimmernll,
Irand rötlich. Länge des Vfl 14 (9'), Spannweite 30 nımi.
«
B
'
,
)
Pi
1 Dr. M. Hering. Beiträge zur Kenntnis der Zygaeniden (Lep.) II. 173
ie Art kommt vermutlich in Formosa vor. g'-Typus ım
erliner Museum von Taihorin, Formosa, gesammelt von
@uter ım Mai 1910.
3. Neue orientalische Chalcosiinae.
Callizygaena flaviplaga nov. sp.
Körper schwarz, mit mattem, grünen Glanz, Kopf unten
\inten mit etwas ockergelber Behaarung, die auch unten
ım Prothorax sichtbar ıst. Fühler doppelt gekämmt, die
kammzähne in der Mitte etwas länger als der Schaft-
urchmesser. Abdomen oben schwarzgrün, das erste Seg-
ent mit rundem, hellgelben Fleck, unten purpurn, mit
inf hellgelben Seitenflecken auf jeder Seite. Vfi purpur-
ıchwarz, eine blaugrüne Querbinde an der Basis, eine
\weite grade bei etwa !/, der Fl, in der Mitte zwei blau-
‚rüne Flecke vor und hinter der an (hinter deren Mitte),
on denen der letztere größer ist. Drei schmale blaugrüne
treifchen liegen gleich distal von der Zelle zwischen r,
nd r,, drei größere, gleiche Flecke stoßen an die Quer-
‘der, die zwischen m, und cu, liegen, ein Glasfleck am
‚ellende. Hfl schwarz-purpurn, ein basaler Fleck hinter
er Zelle hyalin, drei blaugrüne Flecke distal von der
Juerader zwischen m, und cu,. Unten fehlen im Vfl die
‚eiden Querbinden der Wurzelhälfte, dafür ist der Fleck
‘or der an basal verlängert; im Hfl vor und hinter dem
lasfleck ein blaugrüner Fleck, ein weiterer vor dem
wischen m, und cu, liegenden, vorn bis zur sc. reichend.
änge des Vfl 16 mm. Luzon, Bayombong. Q-Iypus ım
3erliner Museum, von Staudinger & Bang-Haas erhalten.
Die Art steht am nächsten Call. glaucon Semp., mit
er sie auch in der Färbung der Vfl etwa übereinstimmt.
. glaucon hat aber gelbe Stirn und unten gelbes fünftes
Deib-Segment, unsere Art besitzt nur einen gelben Fleck
uf dem ersten Segment (dieses bei glaucon oben ganz
elb) und Abdominalsegmente mit gelben Seitentlecken;
lie Stirn ist schwarz. C. venusta Jord. hat beim g' emen
‘old-, beim © einen blauglänzenden Fleck an jeder Seite
ler Basis des Abdomens, besitzt übrigens im Hfl keinen
ıyalinen Fleck.
Histia rhodope angustimargo subsp. nov.
‘ Diese neue Sumatra-Rasse steht am nächsten H. rho-
!ope libelluloides H. S. von Java, ist aber deutlich
174 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
von ihr getrennt. Flform dieselbe wie bei der genannten
Art, doch ist der Saum des Hfl bei cu, etwas eingezogen,
was bei der javanischen Rasse nie der Fall ıst. Der
schwarze Arand der Hil ıst bei angustimargo viel
schmäler, beim Typus fast linienförmig. Der schwarze
Wurzelteil des Hfl ıst, nicht nur auf den Adern, blaugrün
bestäubt, die weiße Binde viel breiter. Sonst in allem wie
libelluloides. Sumatra, Battak. @-Typus im Berliner
Museum, gesammelt von Fruhstorfer.
Pompelon marginata baweana subsp. nov.
Eine mir vorliegende Serie von Stücken aus Bawean
weist einige Verschiedenheiten von javanischen margi-
nata acrocyanea H.S. auf, so daß ich annehme, hier
liegt eine besondere Rasse vor. Unsere neue baweana hat
im allgemeinen tiefer schwarzbraune FI, die Blaufärbungen
sind rein blau, wie z.B. bei ampliatum Btl., nicht mit
rötlichem Tone wie bei acrocyanea. Der gelbe Fleck der
Useite der Vfl ist immer ziemlich weit von der vorderen
Zellecke getrennt, beiacrocyanea genähert. g'’Q-Typus
von Bawean, im Juli-September von Fruhstorfer gesammelt,
im Berliner Museum.
4. Neue orientalische Zygaeninae.
Clelea melli nov. sp.
Aehnelt sehr der formosanischen Cl. nigroviridis
formosana Strand, von ihr aber in einigen wichtigen
Punkten verschieden. Im Hfl ist m, vorhanden, die den
sonst ähnlichen Cl. chala Moore und nigroviridis
Elw. fehlt, Hschienen nur mit einem Paar Sporen. Zeich-
nungen der Vfl eher ähnlich sapphirina Wkr., der Ring
distal von der Querader aber meist geschlossen, nicht
elliptisch, sondern kreisförmig, ‚Wurzelstriche am Vrand
und auf der an, die Querbinde nach außen konkav, mit
distal gerichtetem Vorsprung auf der basalen Media, ihr
hinteres Ende mit dem distal davon hinter cu, stehenden
Querstreifen fast einen zweiten Kreis bildend, der aber
vorn und hinten offen ist. Saumlinie wie bei sapphi-
rina deutlich. Hfl schwärzlichbraun, mit blauem Längs-
streif im Abdominalfeld, unten mit mehreren solcher Längs-
streifen. Länge des Vfl9 mm. Patria: China, Canton. ©-
Typus im Berliner Museum, gesammelt von und gewidmet
Dr. M. Hering. Beiträge zur Kenntnis der Zygaeniden (Lep.) I. 175
‚dem erfolgreichen China-Forscher Dr. h. c. R. Mell. Von
.den ähnlichen nigroviridis und chala unterscheidet
‚sich die neue Art durch den Besitz von m, im Hfl; bei
'sapphirina liegt der hintere Wurzelstrich der Vfl auf
dem Irand, hier auf der an. Bei sapphirina und dis-
eriminis Swinh. ist der praeapikale Ring nie so kreis-
‚förmig und geschlossen.
Clelea explorata nov. sp.
._ Steht zwischen Cl. stipata Wkr. und variata Swinh.,
‚Fl relativ breit, aber schmaler als bei stipata. Körper
‚purpurschwarz, hinter den Augen je ein Fleck und die
. Segmentränder der Us. des Abdomen weiß. Vfl schwarz-
‚braun, mit je zwei Paaren von weißen Flecken, bei dem
‘proximalen Paar der hinterste gut doppelt so groß wie der
‚vordere, die distalen etwa gleich groß. Hfl schwarz, mit
' keilförmigem, weißlichhyalinen Fleck, der die letzten ?/, der
‚Zelle einnimmt und distal etwas über die Querader hin-
‚ausgeht und daran anschließendem solchen Wurzelfleck zwi-
‚schen cu und ax, etwa bis ®/, der Zelle reichend. Länge des
ı Vfl 15, seine größte Breite 5 mm.
' Q@-Iypus von Deutsch-Neuguinea, bei Malu [Kaiserin-
Augustafluß-Expedition] gesammelt von Dr. Bürgers; im
Berliner Museum.
Artona neglecta nov. sp.
Nahestehend Art. walkeri Moore. Im Hfl m, und
cu, nicht gestielt. Fühler schwarz, Spitze, 1—2 kleinere
und ein größerer Fleck davor weiß, Körper schwarz, Thorax
oben mit gelbem Seitenstreif; Palpen und Beine, ausge-
nommen die Außenseite der Tarsen, gelb. Abdomen oben
schwarz, mit einer dorsalen und je einer lateralen Reihe
ı von 4 gelben Flecken, unten schwarz, mit gelben, auf dem
2. Segment unterbrochenen, Mittelstreifen. Fl in Färbung
‚und Zeichnung etwa wie bei walkeri hainana Bil,
‚der Arand der Hfl breit schwarz, die Zeichnungen der Vfl
etwas kleiner. Länge der Vfl 8-9 mm. Q-Typus von
‚ Nord-Indien im Berliner Museum (coll. Maassen).
| Arachotia hyalina nov. sp.
; Körper schwarz, blaugrün glänzend, Taster von oben
‚gesehen nicht hervorragend. Antennen beim © einfach,
' vor der Spitze verdickt, hinter der Verdickung weiß, äußerste
v
176 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1924.
Spitze schwarz. Flschnitt ähnlich wie bei flaviplaga,
aber die Fl kürzer und breiter. Im Vfl Zelle distal stark
erweitert, alle Adern von der Zelle, im Hfl m, fehlend,
m, und cu, weit getrennt. Vfl schwarz, purpurblau schim-
mernd, die Flecke hyalin: Ein Doppelfleck zwischen Basıs
und Flmitte, hinter der Zelle, von cu, bis ax, reichend,
durch die an geteilt, eine Gruppe von 3 Flecken am Zell-
ende, von denen einer in der Zelle, die andern am Ursprung
zwischen m,, cu, und cu, liegen. Hfl wie die Vfl ge-
färbt, im Diskus mit 3 Glasflecken, einer in der Zelle, fast
bis zur Basis reichend, die beiden andern hinter der Zelle,
durch cu, voneinander getrennt. Länge des Vfl 13, seine
erößte Breite 5'mm. Q-Typus von Vival, Luzon, am 10.
März 1916 erbeutet, im Berliner Museum.
Phacusa subtilis nov. Sp.
Nahestehend Phac. crawfurdi Moore. Körper kupfer-
rot glänzend, Fühler bis ans Ende lang doppelt gekänmt,
Palpen kurz, Stirn kaum vorragend, Zunge lehmgelb, Hschie-
nen mit 1 Paar Sporen. Im Vfl Vrand und Hrand der
Zelle bis vor die Mitte sehr stark genähert, r, frei, r, und
r, verschmolzen, m, nach vorn stark konvex und so m,
genähert. Im Hfl rr weit von sc getrennt, m, fehlend, m,
und m, deutlich gestielt, von cu, weit getrennt, cu, und
cu, getrennt. Basis der Vfl schwarz, mit kupferrotem
Wurzelfleck, Arand und die 2. Hälfte des Vrand schwarz,
letzterer mit dem breiten schwarzen Queraderfleck ver-
bunden. Adern schwarz, besonders dick cu, und cu,, der
Rest des Fl glasig. Hfl glasig, Vrand, Arand, Querader
schwarz, Adern fein schwarz, Hrand der Zelle und Cubital-
äste dick schwarz, zwischen letzteren der schwarze Arand
verbreitert. Unten auch die Wurzel der Vfl unbeschuppt.
Länge des Vfl 10 mm. Q-Typus von Java im Berliner
Museum. |
Wegen des abweichenden Geäders wird vielleicht für
diese Art ein neues Genus aufgestellt werden müssen.
Hysteroscene nov. gen.
Im Vfl zwölf Adern, r, frei, r, und r, lang gestielt, vor“
der Zellecke entspringend, r, bis cu, von der Zelle, in
annähernd gleichen Abständen, cu, nach hinten konvex.
Die hintere Hälfte der Zelle sehr stark zurückgezogen, Ihı“
Hinterrand mit der an verschmolzen, cu, nur zur Hälfte
Dr. M. Hering. Beiträge zur Kenntnis der Zygaeniden (Lep.) II. 177
_chitinisiert, distal nur als Falte vorhanden (Fig. 1). Quer-
ader zwischen r, und cu, kaum gewinkelt. Im Hil sieben
| Adern, sc mit dem
Fig. 1 ! Vrand der Zelle
nur in einem
Punkte anastomo-
sierend, rr weit
davon getrennt,
m, .fehlend, m;
und nı, genähert,
cu, und cu, weit
getrennt.(Ineinem
Geäder im Vfl von Hysteroscenen.g. Flisteu, noch ein-
malgegabelt!) An-
tennen bis zur Spitze beim g' gekämmt, Vschienen mit
langem Sporn, Hschienen mit Mittelspornen, Ozellen und
Chaetosema vorhanden. Palpen nach vorn wenig die Stirn
überragend. Genotype:
Hysteroscene extravagans nov. Sp.
Körper schwarz, blau glänzend; vordere Patagia mit
je einem seitlichen hell lehmgelben Fleck, Hleib mit oben
und unten lehmgelben Segmenträndern, das erste am
breitesten. Fl ganz wie bei PiarosomahyalinaLeech
gezeichnet. Vfl schwarz, ein Glasfleck fast an der Wurzel,
durch den Zellvrand breit, durch sc und cu schmal schwarz
geteilt, so in vier Flecke zerfallend, von denen die beiden
kostalen die kleinsten sind, der hinterste am weitesten
saumwärts reicht. Hinter der Zelle ein großer Fensterfleck,
der durch die Adern fein schwarz geteilt ist und auf m,
einen schwarzen vom Saum her einspringenden Keilfleck
besitzt. Hfl glasig, Vrand und Arand schwarz, letzterer
zwischen cu, und cu, bis zur Zelle, dann wieder schwächer
zwischen ax, und ax, vorspringend. Der Fensterfleck hinter
der Zelle der Vfl ist breiter als seine Entfernung vom
proximalen Fenster. Länge des Vfl 17, Spannweite 37 mm.
g-Typus’”von Polisha, Formosa, gesammelt von H. Sauter,
außerdem von Hoozan, Formosa, im Berliner Museum.
Auffallend ist bei dieser Art die große habituelle Aehn-
lichkeit mit Piarosoma hyalina Leech. Zu letztge-
nanntem Genus kann aber unsere Art nicht gehören;
Hampson, der das Genus beschrieb, gab eine Zeichnung
' des Fl-Geäders, das sonach von unserem gänzlich ver-
178 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
schieden ist. Es erscheint mir undenkbar, daß von den |
Bearbeitern dieser Gattung, besonders von Jordan im Seitz,
diese Geäder-Verschiedenheit nicht beachtet wurde; denn
sonst hätte schon P. hyalina Leech von P.albicinctum
Hmps. getrennt werden müssen. Es ist deshalb anzunehmen,
daß Hysteroscene und Piarosoma verschiedene
Gattungen sind, in manchen Arten sich aber habituell sehr
ähneln. I
Strand hat (Arch. f. Naturg. 80 A.H. 10 p. 122) einige |
Formen von Piarosoma hyalina Leech beschrieben,
die ebenfalls von Formosa herstammten. Diese stimmen in
der Flzeichnung mit unsrer extravagans überein, aber
die gelben Binden des Hleibes umfassen bei seiner f.annu-
latıssima nur auf zweitem und drittem Segment auch |
die Bauchseite, bei unserer Art aber auf allen Segmenten, °
während auf dem Rücken des Hleibes bei f. univittata
Strd. nur die basale Querbinde vorhanden ist. Wohin ge-
hören nun diese Formen? Hat Strand die eigentümliche
Bildung der Vfl-Zelle nicht beachtet? Wenn das der Fall‘
ist, hätte seine annulatissima als Art die Priorität, und
univittata und extravagans wären als Formen dazu
zu stellen. Letzteres läßt sich vielleicht vermuten. In jedem
Falle verdient dieses Genus, daß die Aufmerksamkeit a]
die merkwürdige Zellbildung der Vfl gelenkt wird.
Bücherbesprechungen. 179
Bücherbesprechungen.
Sorauer, Handbuch der Pflanzenkrankheiten Bd. IV: Tierische
Schädlinge an Nutzpflanzen. 1. Teil, 4. Aufl. von Prof. Dr. L. Reh,
Berlin 1925, Verlag von Paul Parey. — 483 S. mit 218 Abb. im Texte.
Ganzlein. geb. RM. 28.—.
Während von den, einzeln käuflichen Bänden des großzügig angelegten
Werkes Bd. 1-3 „Die nichtparasitären Krankheiten“ und „Die pflanzlichen
Parasiten“ bereits in 5. und 4. Auflage behandeln, sind Bd. 4 und 5 den
. Tierischen Schädlingen gewidmet, von denen beide in 4. Auflage noch in
: diesem Jahre erscheinen sollen und von denen ersterer bereits vorliegt.
Ungefähr ein Drittel seines Umfanges ist den Urtieren, Würmern, Schnecken,
- Krustentieren, Tausendfüßern und Spinnentieren (Milben), zwei Drittel den
Insekten gewidmet, von denen wieder die Schmetterlinge den breitesten
‚Raum einnehmen, Das Hauptgewicht des, die Schädlinge der Kulturpflanzen
aller Erdteile berücksichtigenden, Werkes liegt in der knappen, präzisen Form
der zoologischen Angaben, den mit Sorgfalt ausgewählten Darstellungen
von Schädlingen und deren Fraßbilder, so wie der ausführlichen Literatur-
angaben, so daß es nicht nur für den praktischen Entomologen, sondern
auch für den Systematiker ein wertvolles Nachschlagewerk zu werden be-
rufen scheint. K.M.H.
Jahrbuch des Martjanov’schen Staatsmuseum in Minussinsk (Gouv.
Yenissey) 1924, II. Band, 3. Lieferung enthält u. a. von Filipjev:
Microheterocera des Minussinsk-Bezirkes.
Einer Aufzählung der Arten in russischer Sprache sind die Beschrei-
bungen folgender neuer Arten, erireulicherweise in deutscher Sprache, an-
‚gefügt: Talis plenostria, Insalebria (g. n.) koshantshikovi, Cybalomia bi-
media, C. opistoleuca, Samasia elongata, Laspeyresia coeruleosparsa, Pleurota
monotonia, Scythris pirrhopyga, Coleophora sibirica, Eosolenobia (g. n.)
grisea, Euzophera aethaloneuria, Phalonia roseotincta, Ph. lanceolata, Euxan-
this rectifascia, E. disjuncta, Polychrosis subherculeana, Semasia gracilis.
Ferner von Martinov: Notice sur les Trichopteres de la district de Minus-
Sinsk. Den Neubeschreibungen in russischer Sprache folgt ihre englische
Uebersetzung. E. Möbius.
"Die kranke Pflanze, Monatsblatt, herausgegeben von der sächs. Pflanzen-
schutzgesellschait Dresden-A. 16., Postscheckkonto Dresden Nr. 9830,
Mitgliedsbeitrag jährl. 5 RM.
Wenn wir ausnahmsweise an dieser Stelle auf diese nur zum Teil lepi-
dopterologischen Inhalt bringende Zeitschrift aufmerksam machen, .so ist
dies damit begründet, daß diese Zeitschrift in Dresden erscheint, in der
- Vereinsbibliothek vorhanden ist und für manche Lepidopterologen, die ja
nicht nur Schmetterlings-Züchter, sondern recht oft auch praktische Pflanzen-
'züchter sind, von erheblichem Wert sein dürfte. Der Preis der teilweise
mit farbigen Tafeln (von Schmetterlingen und Käfern) und zahlreichen Abbil-
‚dungen im Texte ausgestatteten Zeitschrift erscheint überraschend billig.
4 K.M.H.
vr.
i
Eine Sammelausbeute des Herrn Werner Hopp
|
;
f
-
F
i
. Hering-Hopp. Sammelausbeute d.H.Werner Hopp a.d. Chocö Kolumbiens. 181
aus dem Chocö: Kolumbiens.
(Mit 9 Abbildungen im Texte.)
Von Martin Hering und Walter Hopp.
Der Chocö ist der tiefgelegene schmale Küstenstrich
von etwa 3° bis 7° nördl. Breite der Republik Kolumbien,
der im Westen begrenzt ist vom Stillen Ozean, im Osten
von der hohen Westkordillere, von dichtesten Urwäldern be-
‚deckt, von reißenden Flüssen durchzogen, spärlich längs den
- Flußläufen mit Negern und Indianern besiedelt, und durch
: Feuchtigkeit und Hitze.
ein abnormes Klima charakterisiert, nämlich übermäßige
Es regnet hier das ganze Jahr
‚über fast täglich; nur zerstreut gibt es einzelne niederschlags-
freie Tage. Periodische Trockenzeiten, die tief in die Lebens-
'gewohnheiten der tropischen Tier- und Pflanzenwelt ein-
zugreifen pflegen, fehlen. Da das Klima für die weiße Rasse
-verderblich, die Verkehrsmittel primitiv und selten sind, so ist
der Chocö bis heute nur ganz ungenügend erforscht worden.
Auch die vorliegende Sammelausbeute an Lepidopteren
‘vermag nur einen kleinen Beitrag zur Kenntnis dieses
interessanten Gebiets zu geben, weil sie sich auf wenige
regenfreie Tage in der Zeit vom 23. Mai bis 18. Juni 1924
beschränkte, und eine intensive Durchforschung ohne Zweifel
ein sehr viel anderes Bild abgeben würde, sodann, weil
Insekten, insbesondere Lepidopteren, für solche ausgespro-
chenen Regenwälder überhaupt nicht die charakteristische
Fauna bilden dürften. Der Sammler deutet diese Verhält-
nisse an, indem er in seinem Tagebuch auf die reiche lier-
und Pflanzenwelt und ihre Anpassung an die extreme
Feuchtigkeit, zugleich aber auf die verhältnismäßig wenigen
Schmetterlinge und auf den gänzlichen Mangel von Fliegen
und Stechmücken aufmerksam macht. Gleichwohl bırgt
der Chocö eine Anzahl auffälliger Lepidopteren, die als
endemisch angenommen werden können. Im übrigen
schließen sich die Arten Zentralkolumbien an; einige mittel-
amerikanische Arten sind bis hierher gedrungen, die den
bekannteren Gegenden Kolumbiens fehlen.
Der Sammler hatte bereits im Juni 1921 einen der
südlichsten Regenwälder des Chocö durchquert, am Rio
Jacula, einem Nebenfluß des nördlich Tumaco mündenden
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein
Iris zn Dresden. Jahrgang 1925.
I
182 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
Rio Patia. Die damals von ihm und im Juli von Seinem
indianischen Begleiter Santiago Arevalo erbeuteten neuen
Arten an Lepidopteren und Orchideen sind größtenteils a.
a. OÖ. bereits beschrieben. Gegen Ende Mai 1924 hatte er
Gelegenheit, abermals im Chocö zu sammeln, und zwar
am Rio Joly, dem linken Zufluß des Rıo Micay,
zwischen Tumaco und Buenaventura. Nahe dem Rio Joly
besaß am Bach „El Correo“ der Haciendero Jose Maria
Perez eine Gold- und Platinwäscherei, die Unterkunft bot.
Man gelangt zum Rio Micay in dreitägiger Ozeanfahrt mit
kleinen Segelbooten von Buenaventura aus. Auf den Flüssen
wird die Fahrt erst in großen, dann in mittleren, zum
Schluß in kleinen Ruderbooten fortgesetzt. Leider endete
die Exkursion jäh mit dem Tode eines jungen Deutschen,
Kurt Reuter, der sich angeschlossen hatte, ferner des Don
Perez und seiner ganzen Familie, an einer pestähnlichen
Seuche. „El Correo“ hat etwa 500 m Meereshöhe.
Entomologisches Tagebuch vom Rio Joly.
Von Werner Hopp.
Am 23. Mai war der erste von Sonnenschein durch-
flutete Tag, an dem ich sammeln konnte. An Bananen-
köder kam als erster Schmetterling ein Morpho ama-
thonte, der völlig zerfetzt war. Ich fing ihn mit der Hand
und legte die Fl als Farbenköder aus. Zu bemerken ist,
daß Morpho amathonte in dieser Gegend etwa um
9 Uhr vormittags zu fliegen beginnt und bald nach 11 Uhr
verschwindet. Um 11 Uhr 30 Minuten kam zu meinem
größten Erstaunen ein großes Exemplar des Morpho
cypris angellogen, setzte sich an die faule Banane und
wurde von mir leicht mit der Hand weggenommen. Einen
Unterschied vom Muzo-cypris konnte ich hier nicht
feststellen, darüber kann nur vergleichendes Material Auf-
schluß geben. Das Stück hat eine anormale Größe, aber
das könnte auch Zufall sein. Kurz vorher fing ich noch
einen frischgeschlüpften amathonte. — Am selben Tage
fing ich um 3 Uhr nachmittags nahe beim Wohnhaus im
Wald das Weib einer Gazera-Castnia von der Größe
der gephyra, die schwerfällig durch den Wald taumelte,
im Fluge einem Heliconius gleich. Vielleicht ist dies’
eine neue Art’), Am Farbenköder machte ich noch die
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!) Gazera gephyra leucozona n. subsp.
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. Hering-Hopp. Sammelausbeute d.H.Werner Hopp a.d. Chocö Kolumbiens, 183
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fr
"Beobachtung, daß kleine blaue Eryciniden auf den ama-
‚thonte-Flügel stießen. Der Wald ist hier gänzlich von
“dem von Muzo verschieden, hat einen anderen Charakter.
Die Feuchtigkeit ist enorm, der-Palmenreichtum bedeutend.
Epiphyten wuchern trotz der geringen Meereshöhe dicht
auf den Bäumen, besonders Bromeliaceen und Araceen.
Ich hoffe viele Castnia zu finden.
26. Mai. Nach zwei Regentagen heute ein prachtvoller
Sonnentag, jedoch wenig, fast gar keine Schmetterlinge
‘zu sehen. Während am 23. amathonte, ceypris und
"Castnia flogen, erbeutete ich heute sehr wenig, nur ein
"paar Eryciniden und eine schöne Dirphia?).
= 81. Mai. Nach vier Regentagen heute bedeckter Himmel,
‚aber kein Regen. Fing einen amathonte, der sich am
Palmsaft ergötzte. Auch fand ich eine heruntergefallene
-Morpho-Raupe; ich suchte nach dem Gelege, fand es
aber nicht wegen der ungeheuren Dichte der Bäume.
Sonst wenig Falter trotz guter Aussichten. Am Nach-
‚mittag wieder strömender Regen. Gestern besichtigte ich
die Gold- und Platinwäscherei; vor meinen Augen wurde
Platin und Gold aus dem Flußsand gewaschen; ein grober
Reichtum steckt in dieser Gegend. Das Klima ist hier
eigentümlich, sehr heiß und feucht, aber ohne Mücken und
Fliegen, was wohl der ungeheuren Feuchtigkeit zuzu-
schreiben ist. Ganz kolossal ist der Schlangenreichtum,
viel Giftschlangen und überhaupt sehr viel Getier zum
Beobachten. Tagelang treibe ich mich ohne Weg oder Pfad
im tiefen Urwald herum, begleitet von einem wilden In-
dianer, der nackt, mit einem Haumesser bewaffnet, stumm
mir voranschreitet. Meine Gesundheit ist vorzüglich und
Statt daß meine Füße unter der Hitze und Feuchtigkeit
leiden, bessern sie sich zusehends. Das Essen ist zwar
"einförmig, aber reichlich und gesund; hauptsächlich Fisch
und Bananen, aber auch Waldratten, Tapire und Faultiere
zieren den Tisch. P
1. Juni. Soeben kehre ich von einem achtstündigen
Spaziergang durch den Wald zurück. Es war herrliches
Wetter und es wurde mir eine der schönsten Stunden zuteil,
die ich je verlebt habe. An einem ca. 80 m hohen Wasser-
‘fall frühstückte ich, tief unter mir der undurchdringliche,
2) Ormiscodes menander reducta n. subsp.
184 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
blühende Urwald. Wie blaue Blitze zuckten die Morpho
cypris beim Sonnenschein durch Blätter und Palmen-
wedel, mir unerreichbar. Tiefe, unendliche Stille, unter-
brochen nur vom Rauschen des Wassers. Özonreiche,
herrliche Waldluft. Ich erbeutete einen frischen ama-
thonte und, als Hauptstück, eine Castnia°), die weder
ich in meiner Sammlung habe, noch in der Staudinger-
Sammlung, noch im „Seitz“ zu finden ist, wahrscheinlich
eine neue Art und dazu noch ein tadellos reines Stück.
Ferner eine prachtvolle Erycinide4), die nicht im „Seitz“
‚zu finden ist, ein eigenartiges Tier. |
2. Juni. Regentag, aber auf 5 Minuten Sonnenschein
zur Mittagszeit, wo ich beim Wohnhaus zwei prächtige
blaue Thecla fing.
3. Juni. Bei bedecktem Himmel machte ich einen langen
Spaziergang durch den Wald und fing die seltene Satyride
Antirrhaea pterocopha, die Santiago damals am
Rio Jacula erbeutete. Dieses Stück ist frisch, aber ebenso
lädiert wie das damalige. Vorher war ich durch einen
Wildbach bis an die Brust im Wasser gegangen, und das
Netz war naß, als ich die Satyride fing. Ich erbeutete
ferner zwei zerfetzte Stücke von Castnia licus und
wenig anderes. Aber höchst interessant war es im Wald,
Ein Zusammentreffen mit einer Schlange fiel für diese
schlecht aus, weil ich ihr mit meinem Haumesser den Kopf
abschlug. |
5. Juni. Gestern strömender Regen, heute einigermaßen
gutes Wetter. Ich fing eine sehr große wunderbare Ihecla?)
prima Qualität, Useite grün, ÖOseite azurblau, mit langen
Schwänzen, ca.5 cm Spannweite, ferner wahrscheinlich den
Mann der neulich erbeuteten Erycinidenart; ‘er ist rhetenor-
blau und la. — Hier muß ich eine betrübliche Mitteilung
einschieben, die mich bewegt. Kurt Reuter ist seit sieben
Tagen krank, wahrscheinlich Typhus, und da er in meinem
Zimmer wohnt und ich der einzige Mensch hier bin, der
eine Idee von Hygiene hat, wurde er separiert. Er brach
{
in den letzten Tagen ununterbrochen eine gelbe stinkende
Flüssigkeit aus, hat hohes Fieber und große Kopfschmerzen.
Ich ordnete strengste Diät an, besorgte ihm ferner eine
3) Castnia vicinoides nov. sp. B |
*) Thecla sapho Stgr. $
°) Thecla candida Dr.
> zu.
R
|
i
|
\
Hering-Hopp. Sammelausbeute d.H.Werner Hopp a.d.Chocö Kolumbiens. 185
"Wärterin, die ihm täglich ein Klistier verabfolgen muß.
‚Ich hoffe ihn durchzubringen.
6. Juni. Kurt Reuter sehr viel verschlimmert, es ist
zweifelhaft, ob er durchkommt. Sandte Eilboten nach
"San Miguel, um Hafermehl zu kaufen, damit er ganz dıät
leben kann. — Heute hatte ich das Vergnügen, im tiefen
"Urwald mir selbst zu begegnen, nämlich einer Castnia
hoppi, etwas abgeflogen, aber noch ganz gut erhalten
und bedeutend größer als die Type. Ich habe nunmehr
schon zwei neue Arten, die am Rio Jacula gefangen wurden,
wiedergefunden. Hoppi fliegt schwerfällig, ist leicht zu
fangen; wieder 1 Jg".
8. Juni. Heute fing ich im dichten Moderwald eine
soeben geschlüpfte Anthirraea pterocopha, ein
großes, dunkles Exemplar, ganz rein. Gegen Nachmittag
sah ich das Weib dieser Satyride durch den Wald fliegen;
aber so scheu und schnell war der Flug, daß es mir un-
_ möglich war, sie zu erhaschen. Das Weib ist größer, mit
‚viel gelb auf dem Hfl und wenig blau, was ich genau be-
‚ obachten konnte. Heute sah ich, wie auf einem hohen
Baum ein kleines gelbes Vögelchen einen Morpho cy-
pris ergriff und verzehrte; vier Flstücke, wieder un-
gewöhnlich groß, flatterten zu Boden und blitzten ın der
Sonne wie blaue Diamanten. — Was Strand im „Seitz“
über den Flug der Castnien sagt, stimmt genau zu atym-
nius, wohl der häufigsten Castnia, aber nicht zu ge-
phyra oder hoppi oder der neuen, die ich hier fing.
Alle drei flogen schwerfällig und waren durchaus nicht
scheu. Atymnius habe ich auch mit der Hand ge-
fangen, obwohl diese Castnia sehr scheu ist.
9. Juni. Strömender Regen. Kurt Reuter lebt noch,
doch zeigt er schon Symptome der Verwirrung, es ist
schrecklich. |
10. Juni. Regenwetter. Vom 8. Juni vergaß ich einige
interessante Beobachtungen einzutragen. Am Blatt einer
|
Musacee, überhängend an einem Bach, sab auf der Useite
ein Laubkleber, ein ca. 3 cm großer Frosch, der soeben
Eier abgelegt hatte, genau so, wie es Schmetterlinge tun.
f
Unterhalb fand ich Eier im vorgerückten Stadium, 3 mm
Durchmesser, die Kaulquappen -Embryonen im Gallerteı
deutlich erkennbar, sie machten rhythmische Atembewe-
gungen. — Pleurothallis-Orchideen pflegen ihre Blüten-
stände aus dem Blattstiel auf der Öseite der Blätter zu
186 Deutsche Entom, Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
entwickeln. Bei der gesättigten Luftfeuchtigkeit wäre so
eine Blüte aber nicht zu befruchten. Ich fand nun im Moder-
wald typische Pleurothallis-Blätter an einem Baum-
stumpf, leider ohne Blüten, wie ich denke. Gedankenlos
reiße ich ein Blatt ab und sehe erstaunt, daß die Blüten
sich auf der Useite der Blätter entwickelt haben; ein
wunderbares Beispiel der Anpassung. — Das kristallklare
Wasser, von dem ich täglich stundenlang durchnäßt werde,
hat meine Füße völlig kuriert, sodaß ich nicht mehr unter
dem lästigen Hitze-Ausschlag zu leiden habe. Im Wald
trage ich Pyjama, Halbschuhe und einen Panamahut.
11. Juni. Heute ein weiteres Exemplar der wunder-
baren blauen Erycinide gefangen und einen großen,
tadellos erhaltenen Calıgo*®) (atreus ähnlich), sonst
nichts Neues.
13. Juni. Regentag. Kurt Reuter hatte Tobsuchtsanfälle.,
Die Krankheit zeigt eine weitere Verschlimmerung. Dicke,
schwarze Blutbeulen am ganzen Körper, schwarze Finger-
spitzen, Lippen und Zähne. Endlich ist er heute mittag
1 Uhr gestorben nach 1Ttägiger Krankheit. Das Haus,
darin er geschlafen, ließ ich mit kochendem Wasser be-
gießen und Schwefel brennen. Ueber die Krankheit bin
ich mir nicht im klaren, wahrscheinlich eine Form von
Pest. Um 6 Uhr wurde er begraben am Zusammenfluß
des Baches „las animas“ mit dem Joly-Fluß, unter einem
Urwaldriesen. Seelisch habe ich unter diesem ganzen un-
glückseligen Ende genug gelitten und will meine Gedanken
nicht weiter ausspinnen und alles mit der Beerdigung be-
graben sein lassen. Am Nachmittag war ich im Urwald,
Sonne, Palmen und eine herrliche, vanilledurchschwängerte
Luft. Ich fing das Weib der großen, vorher erwähnten
Thecla und mehrere bessere Sachen.
14. Juni. Regenwetter. Ich schrieb der Gesandtschaft
in Bogotä, damit der ministro der Mutter des Herrn Reuter
den Tod des Sohnes mitteilt.
17. Juni. Regenwetter, seit mehreren Tagen. Herr und
Frau Perez sowie Kinder haben hohes Fieber und Kopf-
schmerzen, das kommt mir sehr verdächtig vor. Ich selbst
fühle mich auch nicht recht wohl und prüfe jede Stunde
meinen Puls. Ich sehe schon voraus, daß ich vor dieser
ey b f
°) Caligo oberthüri Deyr.
Hering-Hopp. Sammelausbeute d.H.WernerHopp a.d.Chocö Kolumbiens. 187
Pest fliehen muß, aber wohin? Ich muß den Kahn be-
steigen und mich zum Stillen Ozean treiben lassen, wenn
die Pest hier wütet. Es regnet aber zuviel.
22. Juni. Geschrieben auf dem Stillen Ozean, als ich
mit kleinem Kahn und Segel nach stürmischer 36stündiger
Fahrt die rettende Bucht von Buenaventura erreichte.
Allerlei ist passiert, fünf Tage nicht den Bleistift zur Hand
genommen, die Ereignisse waren zu furchtbar. Da ich aber
hier vor Anker liege, auf die Flut wartend, die mich ın
den Hafen treiben soll, kann ich etwas berichten. Perez,
Frau und Kinder haben dieselbe entsetzliche Krankheit
"bekommen, an der Reuter starb. Am 18. Juni war ich das
letzte Mal noch im Wald und fing zum Abschied eine
tadellose, sehr große Castnia hoppi. Um drei Uhr
kehrte ich aus dem Wald heim. Perez stierte mich mit
verglasten Augen fieberglühend an, im Zimmer nebenan
_wimmerten Frau und Kinder. — In einer Tonne wußte ich
aufbewahrtes Salzfleisch, nahm mir einige Kilo, zündete
im Freien ein Feuer an und röstete mir Fleisch und Ba-
nanen, um meinen gewaltigen Hunger zu stillen. Dann
schnitt ich mir einen Bund Bananenblätter ab, um mein
Gepäck und die gesammelten Schmetterlinge und Herbar-
Orchideen wasserdicht zu verpacken, verstaute das Gepäck,
bestieg den Kahn und fuhr den Jolyfluß abwärts, die
Wasserfälle hinunter, bei strömendem Regen. Bald wurde
es Nacht, und ich war gezwungen, diese lange Nacht am
Ufer zu verbringen, nur mit Pyjama bekleidet, alle Augen-
blicke Wasser aus dem Kahne schöpfend, geplagt von
Hunger, Einsamkeit, Kältegefühl und der Angst, von einer
entsetzlichen Krankheit infiziert zu sein. Endlich tagte es,
ich kam gegen Mittag nach San Miguel, schilderte dem
„Bürgermeister“ den Fall und erreichte, daß ich mit dem
Regierungsboot weiter nach Buenaventura befördert wurde.
25. Juni. Buenaventura. Meine durch Wasser und
Schmutz fast unleserlich gewordenen Aufzeichnungen habe
ich kopiert und gedenke mich noch einige lage hier auf-
zuhalten.
Die Typen der nachfolgend beschriebenen Castniiden
befinden sich in der Sammlung Werner Hopp, die aller
anderen Falter wurden dem Zoologischen Museum der
Universität Berlin überwiesen, wofür letzteres auch an dieser
_ Stelle Herrn Werner Hopp seinen verbindlichsten Dank
188 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
ausspricht. Soweit bei den einzelnen Arten keine anderen
Fundort-Angaben gemacht sind, stammen sie von El Correo,
am Zusammenfluß des Rio Micay und Rio Joly und wurden
in der oben angegebenen Zeit erbeutet.
i
Verzeichnis der gefundenen Arten
und Neubeschreibungen.
I. Papilionidae.
1. Papılio erithalion Bsd. g'! bei Buenaventura i
März, 2 am Rio Micay im Juni-August gefunden. 191,19,
2.P. sesostris tarquinius Bsd. 1 g' im März bei
Buenaventura. j
3.P.marchandi panamensis Obth. El Correo, 1 gl.
ll. Pieridae.
4. Terıas lirina Bates. Die Art ist im Seitz nicht
mit aufgeführt; in der Sammlung des Berliner Museums
befindet sich eine Serie der Art von Brasilien, Bolivien’
und Peru. Für Kolumbien ist die Art neu. 1Q@ vo
El Correo.
.Dismorphia psamathe F. 19© von El Correo. °
6.D. avonia columbiana Her., subsp. nov. Diese Art war
bisher nur von Ecuador bekannt, kommt aber im Chocö
in einer abweichenden Rasse vor. Das g' derselben
besitzt im Vfl einen kleineren Fleck distal von der
Longitudinalstrieme aus der Wurzel, der schmaler und
mehr longitudinal gerichtet ist als bei avonia avo-
nıa. Zwischen Ader 6 und 7 liegt ein kleiner helle
Submarginalfleck, der der Nominatrasse immer fehlt.
Dafür fehlt der neuen Subspezies der immer bei avo
nia avonia vorhandene kleine Fleck hinter dem
Vrandsfleck. Useite wie bei der Nominatform, die
weißen Subapikalflecke etwas kräftiger. 2
Typus: 1 g' von Buenaventura, im März erbeutet
Ill. Danaididae.
(. Mechanitis polymnia werneri Her., subsp.nov. Die neue
Rasse ist ähnlich cauca&änsis Haensch, die gelbe
Zeichnung im Vfl ähnlich wie bei dieser Rasse, das
gleiche gilt für die rotbraunen Zeichnungen. Es bleibt
aber der Irand selbst rotbraun in der Breite des davor
DL
i
;
h
f
\
Jdering-Hopp. Sammelausbeute d.H.WernerHopp a.d.Chocö Kolumbiens. 189
».
10.
11.
12.
{
liegenden schwarzen Längsstreifens, welch letzterer hier
auch schmaler als bei der genannten Rasse ist. Die
Hfl sind im Gegensatz zu caucaäönsis ausgedehnt
rotbraun; schwarz bleibt nur ein schmaler Außenrand
mit einigen weißen Punkten und der Anfang einer
schmalen Binde zwischen m, und m, im Diskus. Der
Vrand ist oben und unten fein schmal schwarz. Die
Useite ist der Oseite entsprechend.
Typus: 19 vom Rio Micay.
. Napeogenes hoppi Her., sp. nov. (Fig. 1.) Diese schöne
neue Art steht nahe N.peridia
Hew., von ihr sofort dadurch
unterscheidbar, daß die Basis der
Vfl, ausgenommen am Vrand
und Irand, rotbraun bis etwa
1/, des Fl ist. Die beiden dis-
kalen Fleckreihen sind z. T. ver-
schmolzen. Hfl wie bei N. pe-
ridia, der schwarze Apikal-
teil schmaler, die gelben Flecke
kleiner; distal von der Zelle |
nur zwei gelbe Flecke. Zu Fig. 1.
Ehren des Sammlers, Herrn Napeogenes hoppi n. sp.
Werner Hopp, benannt.
QO-Typus vom Rio Micay.
Scada zibia Hew. 19 vom Rio Micay.
Ithomia diasia leucophaena Her., nov. subsp. Diese
neue Rasse unterscheidet sich von den typischen (Muzo-)
Stücken dadurch, daß beim © der Fleck auf der Quer-
ader der Vfl kürzer, nicht längs cu, und m, ausgedehnt
ist und gleich hinter der Zelle endet. Das Feld distal
vom Queraderfleck ist stark weißlich überstäubt, so daß
m, und m, bis über die Hälfte in dem hyalinen Feld
weiß sind. Im Hfl ist außer dem Vrand auch der Irand
und bei einem Stück der ganze Außenrand useits rot-
braun gefüllt. >
Typus: 299 vom Rio Micay.
Hyposcadia aeson G.&S. 3QQ vom Rio Micay.
Die Art war bisher nur aus Panama bekannt und ist
neu für Kolumbien.
Hyposcada consobrina columbiana Her., subsp. nov.
Von den namenstypischen Ecuadorstücken verschieden,
190
13.
14.
-
1:
Jr
Di
16.
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
indem die apikale Fleckreihe der Vfl (wie überhaupt alle
Flecken) größer ist; die drei vorderen sind zu einem
einzigen großen verschmolzen, hinter dem noch ein
kleiner liegt.
Typus: © vom Rio Micay.
Calloleria singularis transversa subsp. nov. Die Rasse
unterscheidet sich von der in Ecuador fliegenden No-
minatform dadurch, daß vor dem Apex der Vfl eine
glasige Subapikalbinde verläuft, die beim g' breiter als
der Zwischenraum zwischen ihr und der gelben Diskal-
binde ist; beim © ist sie etwa ebenso breit. g' und ©
im Hfl mit schwarzer Diskalbinde, die von ax bis m,
reicht und beim © mit dem schwarzen Vrand-Streifen
bogig verbunden ıst.
Typus: 91, @ vom Rio Micay.
Leucothyris zelica Hew. 1© vom Rio Micay. Die
Art war bisher noch nicht in Kolumbien gefunden
worden; das Stück weicht aber in keiner Weise von
Exemplaren aus Ecuador ab.
Aeria eurimedia latistriga Her., nov. subsp. Auf der O-
seite der Vfl ist der gelbe lange Basalfleck sehr breit,
ähnlich wie bei negricola Fldr. Der Subapikalstreif
reicht bis zum Vrand, ist außen fast grade und vorn nicht
verschmälert. Der gelbe Streifen der Hfl ist breit, so
breit wie bei palmara. (Die kolumbische Form agna
G.& S. besitzt im Vfl nur einen ganz schmalen gelben
Basalstreif.)
Typus: 19 vom Rio Micay.
Hypoleria mirza riffarthi Hnsch. Ein © dieser
seltenen Art, die bisher in Kolumbien noch nicht an-
getroffen wurde, weicht von den typischen Ecuador-
stücken in keiner Weise ab. Rio Micay. — Ein weiteres
© von Buenaventura weicht dadurch ab, daß im Hil
die schwarze Saumbinde zwischen cu, und cu, stark
rotbraun gefüllt ist; die postdiskale Binde der Vfl steht
in der Mitte zwischen denen von mirza mirza und
mirza riffarthi.
.Dismenitis gonussa Hew. 1 © vom Rio Micay
weicht dadurch ab, daß es nur spärlichere weiße Punkte
um den Apex der Vfl und auf der Oseite nirgends rot-
braune Färbung besitzt.
(®
_ Hering-Hopp. Sammelausbeute d.H.WernerHopp a.d.Chocö Kolumbiens. 191
u.
IV. Satyridae.
28. Callitaera menander Dru. 4 g'g' 19 vom Rio
= Micay. Beil 9’ und 19 ist im Hfl hinter dem Ozellus
(zwischen Ader 4 und 5) ein weißer Punkt vorhanden,
der den übrigen fehlt.
19.Callitaera polita Hew. 19 vom Rio Micay.
‚20.Haetera macleannania Bates. Die Art ist nach
„Seitz“ erst aus Panama und Costa Rica bekannt, also
‚ neu für Kolumbien. Im Berliner Museum befinden sich
auch Stücke von Ost-Peru. — 5 g'g' vom Rio Micay.
wei fiaetaera piera L. 3 g'g' vom Rio Micay.
'22.Pierella luna lesbia Stgr. 4 J’g' vom Rio Micay,
‘* die in keiner Weise von Staudingers I'ypen im Berliner
: Museum abweichen.
23.P.incanescens hymettia Stgr. 1 @ von Bue-
-— naventura, im März erbeutet, mit typischen Stücken
Staudingers völlig übereinstimmend.
24. P. incanescens werneri Her. & Hopp, nov. subsp. Diese
neue Rasse steht zwischen ocreata Salv.und hymettia
Stgr. Vfl wie bei letzterer Rasse, Hfl wie bei ocre-
ata, aber zwischen cu,, cu, und m, je ein roter Punkt,
der hintere zuweilen fehlend. Die Binde der Hfl ist im
vorderen Teile bis m, weiß (bei hymettia bis m,,
bei ocreata bis m,), der rote Fleck zwischen m, und
m, ist größer weiß gekernt als bei hymettia Stgr.
2 QO, Typus und Paratypus, vom Rio Micay. — Das
Vorkommen dieser Rasse beı gleichzeitigem Vorkommen
von P.hymettia Stgr. weist auf die großen Ver-
schiedenheiten der einzelnen Gebiete des Chocö hın.
‚Antirrhaea pterocopha G. & S. Von dieser
schönen und seltenen Art wurden 2 J'’g' vom Rio
Micay und 1 9g' am Rio Jacula erbeutet.
.Ant.miltiades F. 1g' 19 vom Rio Micay.
. Antirrhaea undulata Her. & Hopp, nov. spec. Eine der
schönsten Entdeckungen, die wir dem erfolgreichen Samm-
ler verdanken. Die neue Art steht am nächsten Ant. pha-
siane Bitlr., von ihr sofort dadurch unterschieden, daß
der Vfl an dem breiter gestutzten Apex gewellt ıst.
(Fig. 2); solche Einbuchtungen finden sich, wenngleich
schwächer, auch am Außenrand. Die Zacke desselben
tritt schärfer hervor als bei Ant. phasiane Btl. Die
Hfl sind länger geschwänzt; auch hier ist der Außenrand
+
192
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
28.
29.
stärker eingebuchtet. Der Duftfleck am Vrand der Hfl
ist nicht gerundet, sondern zackig ausgezogen wie bei
pterocopha. Ein Duftfleck zwischen cu, und ax der
Vfl fehlt anscheinend. Vfl wie bei phasiane gefärbt,
die Augenflecke aber schmaler, blau gefüllt mit kleinem
weißen Zentralkern,
auch der obere Ozel-
lus nur mit einem
Kern. Das helle Feld,
in dem sich die Ozel-
len befinden, ist nicht
rotbraun, sondern ok-
kergelb. Im Hfl zwi-
schen m, und ax drei
blaue, weiß gekernte
Augenflecke, ein un-
deutlicherer zwischen
m, und m,. Proximal
von diesen Ozellen
eine Reihe von hell
ockergelben Flecken,
von denen der hin-
terste etwa halbmond-
förmig, die übrigen
annähernd viereckig
sind. Die Useite ist
nur entfernt der von
phasıane ähnlıch,
viel dunkler und tief
Fig. 2. Antirrhaea undulata n. sp. rotbraun, alle hell-
graulichen Zeichnun-
gen von phasiane ockergelb, braun gerieselt; die Be-
grenzungslinie der Diskalbinde ist distal nicht so stark,
aber mehrfach nach dem Saum vorspringend. Das Saum-
feld ist ebenfalls dunkler, der vorderste der hellen Flecke
darin fehlt. Im Hfl useits ebenfalls die dunkle Grundfarbe
rotbraun, die Diskalbinde breiter, distal besonders auf
den Adern stark nach außen vorspringend. Wurzelfeld
heller, gelblich, braun überrieselt.
h
Typus: 1 g' vom Rio Guavo — Rio Jacula, im Juli
1921 erbeutet.
Euptychia labe confusa Stgr. 19 vom Rio Micay.
R
Eupt.hesione Sulz 1@ vom Rio Micay.
’
Dig
u nn
Hering-Hopp. Sammelausbeute d. H.Werner Hopp a.d.Chocö Kolumbiens, 193
830.Eupt.cephusF. 3 g’g' 3 99 vom Rio Micay.
.81.Pedaliodes phaedra nipho&ssa Thiem. 1 9
vom Rio Micay.
V. Brassolidae.
832.Caligo oberthüri Deyr. 1 9' dieser prachtvollen
Art wurde am Rio Micay ım Februar in 1000 m Höhe
gefangen. Im Berliner Museum befindet sich nur ein
kolumbisches Stück dieser Art von Antioquia.
83.Narope sarastro Stgr. 1 g' vom Rio Micay. Der
Vergleich mit den Iypen im Berliner Museum zeigt,
daß beim vorliegenden Stück der Apex der Vfl etwas
spitzer ausgezogen ist als normal.
VI. Morphidae.
'834.Morpho amathonte Deyr. 1 g' vom Rio Micay.
=85.M.cypris Westw. 1 g' am 24. V. vormittags 11 Uhr
am Bananenköder mit der Hand gefangen, am Rio Micay.
VI. Nymphalidae.
| 36. Heliconius cyrbia venus Stgr.3 g'g' vom RioMicay.
‚87.Hel.eleusinus ceres Stich. 1Q@ vom Rio Micay.
88. Hel. eleusinus eleusinus Stgr. 1Q vom Rio Micay.
we9.Hel.cydno zelinde Btl. 2 gig’ 2 SQ und 19,
das nur ?/, der normalen Spannweite besıtzt, sämtlich
vom Rio Micay.
40.Heliconius sara sara F. 1Q@ vom Rio Micay.
41.Hel.vulcanus Btl. Das eine vorliegende g' vom
Micay besitzt auf den Vfl vorn am Irand .der roten
Binde oben und unten einen weißen Punkt, der den
normalen vulcanus fehlt.
42.Eueides lybia olympia F. 19' vom Rio Micay.
'43.Phyciodes leucodesma F. 1 9' vom Rio Micay.
44. Phyciodes levina werneri Her., subsp. nov. Die neue
Rasse stimmt oseitig mit levina levina überein, useitig
ist aber die Wurzel der Vfl bis !/, des Fl rot, was sonst
weder bei der Nominatrasse noch bei levina deco-
rata Röb. vorkommt.
Typus: © vom Rio Micay,.
45.Megalura merops Bsd. 1 g' vom Rio Micay.
46. Meg. peleus Sulz. 1 g' vom Rio Micay.
47.Callizona alcesta L. 19 vom Rio Micay, weicht
von anderen kolumbischen Stücken durch braune, nicht
gelbe Binde der Vfl ab.
48.Pyrrhogyra nasica Stgr. 19 vom Rio Micay.
ee
194 Deutsche Entom, Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
49. Catagramma mionina paupera Hopp. 2 g'g'1Q
vom Rıo Micay. Das bisher unbekannte © dieser Rasse
besitzt eine breitere und heller gelbe Binde der Vfl
als das g'. |
50.Perisamia bonplandii Guer. 1 g' vom Rio Micay.
51.Callicore marchalii Guer. 1 g' vom Rio Micay.
52.Dynamine mylitta Cr. 2 g'g' vom Rio Micay.
53.D.ines Godt. 1 g' vom Micay. |
54.D.chryseis Bates. 1 g' von Buenaventura Die Art’
war bisher nur vom oberen Amazones und Nicaragua
bekannt, ist also neu für Kolumbien.
55.Adelpha cocala fufina Fruhst. 1 Q vom Rio Micay,
56.Ad.cythera daguana Fruhst. 1 g' vom Rio Micay.
57.Ad.leucophthalma mephistophelesBilr. 19°’
vom Rio Micay, im Februar 1925 in 500 m Höhe gefangen.
58. Prepona werneri Her. & Hopp, nov. sp. Von allen be-
kannten Prepona-
Arten beträchtlich ab-
weichend in der Üseite
aller Fl. Diese ist ganz
dunkel violett-schoko-
ladebraun, mit folgen-
den schwarzen Flek-
ken (Vergl. Fig. 3): Im
Vfl zwei etwa in der
Mitte der Zelle, ın
dieser weiter eine
Ouerlinie bei ®/, und
eine am Zellschluß.
Letztere setzt sich
hinter der Zelle, etwas
nach außen gebrochen,
bis zu an. fort. Die
von der Zelle befindet
sich eine weitere
Ouerlinie, die die sub
marginalen Ringe er
reicht (hinter cus)
Fig. 3. Prepona werneri Her. &Hopp (Us) und im gleichen Ab
Bea Welstand eine dritte Quer-
linie, die die Ringe hinter m, erreicht. Vor dem Saun
befindet sich eine Reihe von sieben bis acht schwarzen
Ringen, der oberste (am Apex) gefüllt, der vierte nach
K3;
I =
‚ Hering-Hopp. Sammelausbeute d.H.Werner Hopp a.d.Chocö Kolumbiens. 195
”
innen offen und mit der letzten Querlinie verbunden.
Hfl mit zwei weiß gekernten, ockergelb umrandeten
schwarzen Augen, die durch eine schwärzliche Ouer-
linie verbunden sind. Proximal davon ein dunkel-
braunes, distal weißlich bestäubtes Feld. Bezüglich der
schwarzen Zeichnungen im Wurzelfeld vergleiche man
Fig. 3.— Oseite der Fl schwarz, bei den Vfl auf dem
Irand vor dem Tornus ein dunkler tiefblauer Fleck, der
‚von 3/, des Irandes bis ?/, von cu, reicht und im Maxi-
— — mum 6 mm breit ist. Im Hfl ein ebenso tiefblauer
; Fleck etwa !/, von cu, (immer an der Mitte des Fleckes
gemessen) bis über m, (in !/,) nach vorn reichend. Die
Ozellen der Useite scheinen mit rötlicher Umrandung
‚= etwas durch. Die maximale Breite des blauen Hfl-Bandes
| beträgt 12 mm. Die Duftbüschel sind rotbraun. Die
‚blauen Binden der Öseite sind außergewöhnlich tief
= dunkelblau, die Useite ist durch ihre ganz kontrastlose
= und tief schokoladenbraune Färbung genügend gekenn-
"= zeichnet, so daß diese schöne neue Art, die zu Ehren
‘= des Sammlers Herrn Werner Hopp benannt ist, mit
\ keiner anderen Art verwechselt werden kann.
Typus: 1 9' vom Rio Micay, im Februar 1925 in
‘1000 m Höhe gefangen.
99.Agrias amydon athenais Fruhst. 1 g', das mit
den ım Berliner Museum befindlichen Typen vollkommen
übereinstimmt, am 15. II. 1925 auf dem Wege von
La Gallera nach dem Rio Micay in 1000 m Höhe ge-
ie fangen.
60.Anaea rosae Fassl. 8 g' vom Rio Micay.
61.An. pasibula pasibula Dbld.& Hew. 1 g' vom
'= Rio Micay.
VII. Riodinidae.
62. Die Bearbeitung des Materials aus dieser Familie hatte
== Herr H. Stichel, der beste Kenner dieser Gruppe,
übernommen, und seine Resultate werden a.a. O. ver-
- öffentlicht werden. Nachträglich fand sich noch’ eine
Ir Euselasia eugeon Hew. von Buenaventura, er-
beutet am 10. V. 1924.
IX. Lycaenidae.
168. Thecla candida Drc. 2 g'g' vom Rio Micay, El
Correo, 1@ im Februar in 1000 m Höhe.
'64.Th.cerata Hew. 1 g’ vom Buenaventura.
196 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
65. Th. lisus Stoll. =hisbon G.& S.)1Q vom Rio Micay
66. Th. cupentus Cr.1 9’ vom Rio Micay. 4
67. Th.sapho Stgr. 19 2 J'g' vom Rio Micay. Das
dieser Art ist bisher noch nıcht gefunden worden. Di
Flform ist dieselbe wie beim ©, die Oseite aller Fl ist
glänzend dunkelblau, nur der Apex und der Außen
rand, letzterer zum Tornus stark verschmälert, sın
schwarz, dieser schwarze Teil nur halb so breit w
\
A
beim ©. Hfl blau wie beim ©, aber ohne schwarzen
Außenrand; die blaue Färbung reicht bis rr und n,.
Vfl useitig wie oben, etwas heller blau, vor dem schwarze
Apikalrandein fastebenso breitersilbergrünlicher Streifer
Hfl ähnlich wie beim ©, die blauen Flecke mehr grür
lich, der ganze Fl von der Wurzel bis zur drittletzter
Punktreihe mehr oder weniger blau gestäubt.
68. Th. werneri Her., spec. nov. Eine schöne neue Art, wol
in die Nähe von Th.mavors Hbn. gehörig. Hil nu
mit einem Schwänzchen, die OÖseite in der Form etwa
wielaudonia, Außenrad der Vfl mehr grade, Färbung
blau etwa wie bei laudonia, Duftfleck braun. Useite
der Vfl schwarz, etwas blauschimmernd, Wurzeldritt
bis zum Zellhrand grün bestäubt. Hfl useitig tiefe
schwarzbraun, Wurzel grün bestäubt, am Irand ausge
dehnter, drei bis vier grüne Querlinien vor dem Saut
Schwänzchen an der Spitze weiß.
Typus: 1 9' vom Rio Micay, ein gleiches von Chi
qui im Berliner Museum.
69. Thecla togarna Hew. 2 g'g' 19 vom Rio Mica
70. Theclopsis caeus G.&S. 3 g'd' vom Rio Micay
X. Hesperiidae. |
71.Cecropterus? lunulus Pltz. 2 5'9' vom Rio M
cay konnten artlich nicht mit Sicherheit indentifizie
werden; sie stehen aber der Plötz’schen Art, die n
aus Brasilien bekannt ist, nahe.
72. Bungalotis phraxanor Hew.1Q vom Rio Mica
73. Ancistrocampta amyrus Mb. Die Form weich
vom ÖOriginalstück Mabilles dadurch ab, daß nur drei
winzige Subapikalflecken anstatt der breiteren Subapik&
binde im Vfl vorhanden sind. 1Q@ vom Rio Micay.
74.Lignyostola lacidus Dre. 1 9' vom Rio Mica
75.Ate amaryllis Stgr. 1Q@ vom Rio Micay. |
‚76.
78.
20.
"80.
wı.
| 'Hering-Hopp. Sammelausbeute d.H.WernerHopp a.d. Chocö Kolumbiens. 197
Potamanax melicertes G.&S. 1 g' vom Rio
Micay. Die Art war bisher nur von Panama und Costa
Rica bekannt und ist neu für Kolumbien.
BT.
Entheus latifascius Her., spec. nov. (Fig. 4) Die neue
Art steht am nächsten E. matho G. & S., aber das
weiße Feld im Hfl ist viel breiter. — © Vfl schwarz-
braun, mit rotbraunem Wurzelstrich, der wenig über
den Ursprung von cu, hinausreicht
und kürzer ist als bei E. matho G.
&S. Bei der Diskalbinde stehen die
beiden Flecke unter der Zelle be-
trächtlich weiter distal als der Zell-
fleck, ebenso stehen die untersten
beiden Subapikalflecke weiter distal
als die übrigen. Die Fleckstellung ent-
spricht demnach mehr der von E. dius
Mab., nur fehlt hier der bei dieser
Art stets vorhandene Fleck vor dem Fig. 4.
Ende der ax. Hfl denen der beiden Entheus latifascius Her.
genannten Arten unähnlich, da die
weiße Zentralfärbung viel ausgedehnter ist und am Irand
fast den Tornus erreicht. Die schwarze Saumbinde ist
also annähernd überall gleich breit, bei E.matho und
dius am Tornus breiter. Der weiße Fransenfleck, der
bei E. dius zwischen cu, und ax. liegt, fehlt E.latı-
fascius (und matho). Useits wie oben, Vfl ohne
rotbraunen Wurzelstrich.
Typus: 1Q@ vom Rio Micay.
Grynopsis coelestis Dbld. & H. 1 91 von Bue-
naventura.
XI. Syntomididae.
Isanthrene melas Cr. 1Q9 vom Rio Micay.
Mydromeras notochloris Bsd. 1 9' vom Rio Micay.
Macrocneme thyra Möschl. 1.9' vom Rio Micay.
Hoppiana Her., gen. nov.
Gehört in die Nähe der Genera Horama und
Empyreuma. Im Vflsind 12 Adern vorhanden. Im
Vfl r, von der Zelle, kurz vor dem Vorderwinkel,
T;_, gestielt, r, vor r,, diese vor r, und r, ent-
springend. m, von dem Stiel r, — „ getrennt, m, aus
dem Hinterwinkel der Zelle, Entfernung m,— cu,
etwa gleich der cu,— cu,. Im Hfl rr und m, aus einem
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein 1
|. Iris zu Dresden. Jahrgang 1925
198
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
82.
83.
86.
Punkte, dem Vorderwinkel der Zelle, entspringend,
m, vorhanden, etwa aus der Mitte des Zellschlusses
kommend, cu, und cu, sind sehr lang gestielt, ihr Stiel
entspringt mit m, aus einem Punkte (9) oder kurz ge-
stielt (g') aus der Hinterecke der Zelle.
Grenotypus:
Hoppiana aspasta Her., nov. sp. Körper schwarz, mit
blauem Schiller, beim g' der herausstehende Kopulations-
apparat hell braungelb, beim © der Kopf und der vordere
Teil des Ihorax karminrot, der übrige Thorax mit roten
Haaren untermischt, Tegulae rot gerandet, Schildchen
ebenfalls größtenteils rot behaart; Fühler beim Jg! lang,
beim Weibchen © kurz doppelt kammzähnig. Fl ganz
einfarbig schwarz, mit mattem blauem Schiller. Geäder
wie in der Genusbeschreibung. Vfllänge beim J' 11,
beim © 12 mm. g'Q-Typus vom Rio Micay. Die Art
ist nach Untersuchung des Geäders mit keiner anderen
Syntomidide zu verwechseln. 9' und @ wurden in
Kopula gefunden.
XI Arctiidae.
Pericopis tricolor jansonis Btlr.2Q vom Rio
Micay, das eine mit Andeutung eines zweiten gelben
Fleckes im Hfl, so auf die Ecuador-Rasse dieser Art
hinweisend.
.Hyalurga soroides Hering. 19 vom Rio Micay.
XII. Lymantriidae.
.Elorıa spec. Ein nicht artlich bestimmtes g' dieser -
Gattung, dünn milchweiß mit hellbraunem Adern, grauem
Kopf und Fühlern und 25 mm Spannweite vom Rio Micay.
XIV. Saturniidae.
Ormiscodes menander reducta Her., subsp. nov. Die
Rasse Orm. menander menander Druce ist von
Panama, Chiriqui, beschrieben worden; der Q-Typus
befindet sich im Berliner Museum. Die von Werner
Hopp entdeckte neue Rasse unterscheidet sich beim
und von den Stücken, die aus Panama stammen, durch
die weiße Transversallinie derVfl. Dieseist bei menander
menander Dr. etwas winkelig, indem sie zwischen
cu, und cu, gegen die Wurzel vorspringt. Bei g’ und @
' Hering-Hopp. Sammelausbeute d.H.WernerHopp a.d. ChocöKolumbiens. 199
von menander reductam. verläuft sie ganz grade.
Infolgedessen mündet sie bei der Nominatrasse ziemlich
genau auf der Mitte des Hrandes, bei reducta m.
distal von der Mitte desselben. Die Grundfarbe bei
reducta m. ist mehr dunkelrot, etwa karminrot,
während sie bei menander Druce einen bräunlichen
Fig. 5. Fig. 6.
5-Genital-Armatur von 5-Genital-Armatur von
OÖ. menander menander Drc. O. menander menander Drc.
lateral ventral
ie Fig. 7. Fig. 8.
5-Genital-Armatur von 5-Genital-Armatur von
O. menander reducta Her, O,menander reducta Her,
lateral ventral
Ton hat. Zu dem von Werner Hopp entdeckten © fand
sich in der Sammlung des Berliner Museums ein Jg!
mit der Bezeichnung „Columbien, Klbr.“ (Sammler) aus
der coll. Staudinger. Es wurden darauf die männlichen
Kopulationsapparate untersucht, die einige Diiferenzen
ergeben. (Fig. 5—8). Auf diese Verschiedenheiten ist
auf den Zeichnungen mit einem Pfeil hingewiesen. Der
Aedeagus besitzt bei menander Dr. einen sehr großen,
in der Mitte verdickten, stark chitinisierten Zahn, der
Per
ee U 1
£
za re
200 Deutsche Entom, Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
bei reducta m.bis auf ein kleines Zähnchen reduziert
ist. Zum andern ist das Vinculum bei menanderDr.
sehr stark caudalwärts vorgezogen, besonders deutlich
ist dies in Lateralansicht sichtbar. Das bewirkt, daß
auch in Ventralansicht der Hrand der Harpen bei me-
nander Dre. tief eingebuchtet erscheint, was bei re-
ducta m. nicht der Fallıst. Vfllänge beim g' 32, beim '
© 46 mm. g'-Typus aus coll. Staudinger im Zoologischen -
Museum Berlin, Q-Typus von W. Hopp dem Berliner '
Museum überwiesen.
f
XV. Noctuidae. |
87. Seirocastnia magnifica Her., nov. sp. Kopf, Thorax und '
Palpen schwarz, Abdomen gelb mit sehr schmaler
schwarzer Dorsallinie. Vfl schwarz,
mit dreieckigem gelben Basalfleck
an der Wurzel, der den Vrand der
Zelle und die Axillaris nicht erreicht. °
Hinter der Zelle ein außerordentlich
großer gelber Postdiskalfleck von
r, bis hinter cu,, die Analis nicht
erreichend, im Maximum 7 mm breit,
sein proximaler Rand ist fast grade, |
der distale stark konvex. Hfl gelb, |
kaum dunkler als die Vfl, mit brei- '
Fig. 9. tenı schwarzen Saum, der sich am
Seirocastnia magnifica Her. Apex verschmälert und als schmale
schwarze Linie auf der Kosta bis
zur Wurzel geht. Irand gelb, mit schwarzen Fransen.
Vfllänge 28 mm. Q-Typus dem Berliner Museum über-
wiesen. (Fig. 9.)
Von S.amalthea Dalm., der gewöhnlichsten ko-
lumbinischen Art, durch die schwarze Kosta der Hfl,
von S.volupia Dre. durch den nicht schwarz gefärbten
Irand der Hfl unterschieden. Es besteht die Möglichkeit,
daß S. magnifica m. das bisher unbekannte © von’
S. extensa Jord. ist. Zur Erleichterung der Bestimmung
sei folgende Tabelle der Seirocastnia-Arten ge
geben: ’
1. Hleib und Hfl schwarz . . . . columbina Westw.
— Hleib und Hil teilweise gelb. . . 2 Bi
2. Kosta der Hfl unten bis zur Mitte ganz |
gelb FRE SE
A
Ba
u eu
1 Sr
Zr
De. EWR RE ER
hair
=)
Ne)
10.
Hering-Hopp. Sammelausbeute d.H.WernerHopp a.d. Chocö Kolumbiens. 201
— Kosta fast ganz schwarz . .. 7
. Hfl useits mit kleinem schwarzen Bee
an der Wurzel der Mittelzelle . latimargo n.sp.
— Zelle der Hfl ganz gelb (amalthea) 4
.Der proximale Fleck der Vfl bildet
ein Dreieck . . 3
— Der proximale. Fleck bildet eine
Querbinde oder einen Punktfleck. . 6
. Der proximale Fleck bildet ein gleich-
seitiges Dreieck . . amalthea f.amalthea Dolm
Die der Axillaris aufsitzende Seite des
Dreiecks länger als die andern
amalthea f. lindigii Feld.
. Proximal im Vfl eine Querbinde
amalthea f. bifasciata nov.
— Proximal ein Punktfleck
amalthea f. separata WIk.
.Irand der Hfl gelb, höchstens schwarz
me rm end werten BD
Irand schwarz. . y
. Vfl ohne proximalen Fleck auf der O-
seite, Saumband der Hfl höchstens
mer breit .'. . Eertensa.10rd,
— YVfl’ mit basalem Dreiecksfleck,
Saumband der Hfl mindestens 5 mm
Bee . magnifica n.sp.
. Der a urze Kostälrand "der Hfl be-
rührt den Zellvorderrand in allen
ernsten. . ‚,. „meridiana Schaus.
— Der schwarze Kostalrand berührt
den Zellvorderrand nicht überall . . 10
Vfl mit heller Längsstrieme, die bıs zur
erreicht. „usa = tribunas Ele
— Keine Längsstrieme, die die Wurzel
Tan EA
. Gelbes Zentralfeld m un SER ein-
geschränkt, in der größten Längen-
ausdehnung höchstens 10mm. . . nervalis Strd.
— Zentralfeld größer, über 10 mm
lang, oder, wenn nicht, wenigstens
die schwarze Saumbinde am Tornus
Reli: sekunden Sc. late
202 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
12. Die schwarze Saumbinde der Hfl von
m, nach dem Tornus verbreitert, Kosta
derselben breit schwarz . ..... 15
— Die Saumbinde nach dem Tornus
zu kaum breiter, am Tornus gewinkelt 14
13. Postdiskalbinde der Vfl trüb ver-
loschen . praefecta praefecta Dre.
— Postdiskalbinde deutlich, scharf
begrenzt y. +2. on. praefecta elaphebolia Dre.
14. Hfl unten mit schwarzem Wurzelfleck
in der Zelle, g' mit Proximalfleck. . inca nov. sp,
— Hfl unten mit der Zelle ganz gelb, J'
im Vfloben ohne Proximalfleck panamensis Hmps.
15. Palpen an der Basis gelblich, Quer-
binde der Vfl breit, weißlich . . . . volupiaDre,
— Palpen schwarz, Querbinde der Vfl
schmaler oder verloschen gelblich. . 13
Bemerkungen zu den Ärten:
S.amalthea Dalm. f. bifasciata Her., nov. Der gelbe
Proximalfleck der Vfl ist oben in seinem basalen Teile
reduziert, so daß eine Binde entsteht, die ebenso breit ist
wie die Postdiskalbinde, etwas kürzer als diese und nach
hinten mit ihr schwach konvergierend. Useits ist sie nach
der Wurzel in einen schmalen Strahl ausgezogen. g'-Typus
von Shanusi (mit der Stammform zusammen gefangen) im
Berliner Museum.
S.panamensis Hmps. Im Berliner Museum befindet
sich ein © dieser Art mit ganz verloschenem Proximalfleck,
das die Bezettelung „?Peru“ trägt.
S. latimargo sp. nov. Von amalthea Dalm. in fol-
genden Punkten unterschieden: Die Postdiskalbinde der
Vfl höchstens 2 mm breit, an beiden Enden stark zugespitzt,
öfters verkürzt, Proximalfleck meist punktförmig verloschen,
selten deutlich, Hfiügel mit breiterer schwarzer Binde (auf
rr schon 5 mm breit), die gleichmäßiger verläuft als bei
den amalthea-Formen, unten mit schwarzem Fleck in der
Zelle. Der Halskragen ist vorn viel schmaler gelb als bei
amalthea. Es besteht die Möglichkeit, daß diese Form,
die wohl bestimmt als gute Art zu betrachten ist, mit
separata Wlk. zusammenfällt, was ohne Ansicht von -
Walkers Typus nicht zu entscheiden ist. g-Typus von
m
{
Hering-Hopp. Sammelausbeute d.H.WernerHopp a.d.Chocö Kolumbiens. 203
‚Loja, Ecuador; g'-Paratypen von Ecuador, Kolumbien,
‚Brasilien, im Berliner Museum.
SS. inca nov. spec. Palpen schwarz, Halskragen vorn
gelb, Vflin der Zeichnung wie nervalis Strd. (die sicher
eigene Art ist!), mit ca. 2 mm breiter Postdiskalbinde zwIı-
schen r und cu,, ein Proximalfleck von 2 bis 3 mm Durch-
messer, etwas dreieckig, Hfl mit schwärzlicher Wurzel-
bestäubung und schwarzem Außenrand, der gleichmäßig
‚breit bis zum Tornus geht, dort deutlich gewinkelt ıst und
‚am Irand nur ganz schmal ist. Unten die gelben Zeichnungen
‚im Vfl ausgedehnter, im Hfl der Irand kaum schwarz, die
'Saumbinde verschmälert sich nach der Kosta mehr und
mehr und erreicht die Wurzel nicht, der schwarze Kostal-
'streif also ähnlich wie bei panamensis Hmps. Vfl
'22 mm lang. g'!-Typus von Öst-Peru im Berliner Zoo-
‚logischen Museum.
S.separata Wik. und extensa Jord. blieben mir
in natura unbekannt.
XVI. Dioptidae.
88. Tithraustes moerens’condensata Warr. 1 Jg
1© vom Rio Micay.
XVI. Castniidae.
89.Castnia (Castniomera Houlb.) humboldti
*Boisd. Bei der Determination dieser Art sind wir bis zu
einem gewissen Vorbehalt der „Revision des Castniinae“
von Houlbert (Et. Lep. Comp. Oberthür fasc. XV, 1918)
gefolgt. Houlbert weist darauf hin, daß humboldti
‘ von den Autoren, z. B. von Strand im „Seitz‘‘ meist
mit drucei Schaus verwechselt worden ist; hum-
boldti habe im Vfl eine Transversalbinde, die den
\ Irand erreicht (Gegensatz drucei Schaus), die Zeich-
nung der Vfl sei deutlich (Gegensatz ecuadorensis
Houlb.), die Färbung im allgemeinen auf den Fl mehr
rotbraun als gelbbraun (Gegensatz newmanni.Gue-
nee), die weiße Hflbinde schimmere auswärts nicht
violett (Gegensatz salasia Boisd) Ob sich diese
Namen überhaupt als gute Arten erhalten lassen, ıst
eine Frage, die hier zu untersuchen zu weit führen
würde. In der Abgrenzung einer weiteren kolumbischen
Art, affinis Houlb. von humboldti Boisd. können
wir dem Autor nicht folgen. In der Bestimmungstabelle
204
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925. 4 |
0.
O2.
wird humboldti außer von salasıa auch von
affinis getrennt durch den fehlenden violetten Reflex "
auf der Hflbinde; sie sei bei affinis aber nur sehr "
schwach, ins rosa spielend. Einen weiteren Unterschied
findet Houlbert darin, daß bei humboldti die Hfl
stets etwas heller gefärbt sind als die Vfl, bei affinis
aber den Vfl gleichgefärbt. Diese Unterschiede sind in ’
vorzüglichen bunten Abbildungen gut zu erkennen. ”
Wenn man aber reichliches Sammlungsmaterial mit ”
diesen Angaben vergleicht, so findet man nicht nur ”
vollständige Uebergänge zwischen humboldti und
affinis, sondern auch Exemplare mit helleren V
und dunkleren Hfl, ferner humboldti-Stücke mit
vorhandenem rosa Reflex, endlich aber auch Ueber
gänge beider zu newmanni, die ebenfalls aus Ko- "
lumbien stammen soll. Wir glauben daher, daß new-
mannı und affinis nicht Arten, sondern hellere'”
bzw. dunklere Verfärbungen von humboldti darstellen
von nur individuellem Charakter.
Rio Jacula bei Barbacoas, Juli 1922, 19. |
Castnia (Castnia Houlb.) licoides f. chocoensis Hopp,
nov. Die vorliegenden einzigen Stücke unterscheiden sich
von der typischen Art und ihren geographischen Rassen
durch eine schmalere weiße Binde der Hfl und durch
die geringe Zahl der marginalen orangeroten Flecken
der Hfl; wie bei albomaculata Houlb. sind rur
zwei größere und zwei kleine derartige Flecke ent-
wickelt, die übrigen fehlen. Die subapikalen weißen
Flecken der Vfl sind wesentlich kleiner als bei albo-
maculata, aber scharf markiert und nicht zusammen-
hängend wie bei der licoides- Type. Die Form stellt
eine Zwischenstufe von licoides und alboma-
culata dar.
Buenaventura, März 1925, 2 Jg".
Castnia (Xanthocastnia Houlbert) vicinoides
Hopp, nov. spec. Steht viryi Boisd. aus Mexiko und
vicina Houlb. aus Ecuador nahe, besonders der letzteren
Art, mit der vicinoides die schmale gelbliche Apikal-
binde auf der Useite der Vfl gemeinsam hat, von der sie
sich aber unterscheidet durch die fast ganz erloschene
Submedianbinde der Hfl; die Spuren dieser Binde sind
mehr durch rote, als durch gelbe Schuppen angedeutet,
nur der Kostalfleck ist stärker markiert und rein gelb
/ Hering-Hopp. Sammelausbeute d. H.Werner Hopp a.d.Chocö Kolumbiens. 205
u | Tr TEE
Useits ist dieselbe Binde, mit Ausnahme des größeren
Kostalflecks, ebenfalls nur angedeutet, durch gelbe
Schuppen zwischen den Rippen, begrenzt nach innen
durch eine zusammenhängende schwärzliche Bewölkung,
die sich diskalwärts verliert.
Spannung 60 mm; Länge eines Vfl 38 mm. Typel Jg".
Am Bache EI Correo, Oberlauf des Rio Micay,
1. Juni 1924.
.Castnia (Cyanostola Houlb.) hoppi Hering. Von
dieser in der „Iris“ XXXVI (1923) p. 7 beschriebenen
Art, die der Sammler in einem Stücke am Rio Jacula
bei Barbarcoas Mitte Juli 1921 erbeutete, liegen jetzt
weitere sechs Exemplare vor, alles Männchen, vom Rio
Micay. Die Art, die durch den von der Kosta bis zum
Winkel reichenden orangeroten, konstant breiten Saum
der Hfl leicht von den übrigen Arten dieser Gruppe zu
unterscheiden ist, scheint auf den Chocö Kolumbiens
beschränkt zu sein, während diva Butl. aus Nicaragua,
Honduras und Guatemala, tricolor Felder aus Zentral-
kolumbien, chiriquiensis Strand aus Panama und
maculifera Strand, vermutlich eine Varietät letzterer,
ebenfalls aus Panama beschrieben sind. Die Größe
schwankt, wie bei diesen Arten, auch bei hoppi er-
heblich; ist aber nicht durch die Saison beeinflußt;
Spannung 70—80 mm, Länge eines Vfl 45 — 50 mm.
El Correo am Jolyfluß (Zufluß des Rio Micay) Juni
1924, 2 g'g', Rio Micay, Januar 1925, 4 910".
. Castnia (Gazera Houlb.) daguana Preiss. Das bis-
her unbekannte 9g' dieser Art unterscheidet sich in der
Größe nicht von der weiblichen Type, die gleichfalls
aus dem Chocö (Rio Dagua) stammt. Sämtliche Flecken
des Vfl, die bei dem © bräunlich gelb sind, haben bei
dem g' eine schwärzliche Bestäubung. Im Hil sind dıe
kleinen gelben Submarginalfleckenurschwach angedeutet.
Puerto Sergio am Rio Micay, Januar 1925, 1.0
‚Castnia (Gazera Houlb.) gephyra Mart. Hering.
Bei Beschreibung dieser Art in der „Iris“ XXX VII (1925)
p. 6 waren als nächststehende Arten zagraeaQ Felder
von Chiriqui (Panama) und daguana © Preiss vom
- Rio Dagua (Chocö) herangezogen worden unter Hinweis
darauf, daß das Houlbert-Oberthür’sche Werk nicht be-
rücksichtigt werden konnte. Da es jetzt vorliegt, kann
206 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
die Art mit einer weiteren, gleich großen kolumbiani-
schen Grazera, za agraeoides © Houlb. verglichen wer-
den; für diese gab der Autor als Fundort Santa Fe de
Bogotä an, der aber nicht akzeptabel ist; denn auf der
Hochebene von Bogotä gibt es keine Castnien. Zagrae
oides unterscheidet sich wesentlich von der vorliegen-
den Art. Im Vfl. sind dıe Marginalflecke größer und
länger als bei gephyra; der Wurzelstreifen greift‘
teilweise auf die Diskoidalzelle über, ist also breiter
als bei gephyra und gegen den Innenrand von
einem rundlichen schwarzen Flecken durchbrochen, der
gephyra fehlt; der folgende Fleck am Zellende ist
gelb statt braun und nicht isoliert, sondern mit dem
Wurzelstreifen zusammenhängend, die isolierte Binde
vor der Spitze ist so schmal, wie bei gephyra nur
ander Kosta; die quer auf der Mitte der Kosta stehende
kurze Binde entsendet bei zagraeoides einen Strahl
zur Wurzel, der bei gephyra fehlt. Endlich hat za-
graeoides einen pfeilförmigen gelben Streifen am
Irand, der gephyra mangelt. Alle Zeichnungen sind
bei gephyra geschlossen, scharf abgegrenzt durch
schwarze Kanäle, bei zagraeoides unregelmäßiger
und miteinander verbunden, Im Hfl stehen bei za-
sraeoides die gelben großen, verlängerten Sub-
marginalflecke isoliert in dem wesentlich verbreiterten
schwarzen Saum, mit welchem die submarginale schwarze
Fleckenbinde verschmolzen ist, nur nach innen durch
Zähnelung markiert; dagegen ist auf der Useite auch
bei zagraeoıdes diese Fleckenbinde isoliert vor-
handen.
Der Sammler hat uns nachträglich den Fundort
der Type, der nur „Buena Vista, 700 m“ bezeichnet,
war, als am Rio Jacula bei Barbacoas gelegen ange-
geben: 22. Juli 1922. Das Stück stammt somit aus dem
südlichsten Teil des Choco.
.Castnia (Gazera Houlb.) gephyra leucozona Hopp,
sp.nov. Vom Rio Micay liegt ein weiteres@ dergephyra
vor, das sich auffällig durch die subapikale Vfl-Binde
unterscheidet, die bei der Type gelb, hier aber weiß
gefärbt ist, sowohl o- wie useits. Kleinere Unterschiede,
die aber vielleicht nur individuell sind, bestehen auf dem
Vfl in dem Flecken unterhalb des Zellendes, der bei
leucozona ausgedehnter ist und daher fast den
95
Di
Dublitzky. Aberrationen von Vanessa urticae L. u. Micrarctia glaphyra Ev. 207
Wurzelstreifen berührt, ferner auf der Useite in den
apikalen Marginalflecken, die mehr verlängert sind als
bei der Type. Im Hfl geht die schwarze Submarginal-
binde nicht bis zum Außenrand, sondern ist vorher in
einen isolierten, kleinen Fleck aufgelöst. Größe der
Type gleich; 19.
Ende Mai 1924, am Bache EI Correo, Oberlauf des
Rio Micay.
Zwei neue Aberrationen; von Vanessa urticae L.
und Micrarctia glaphyra Ev.
Von Boris N. Dublitzky, Alma-Ata.
Seit dem Jahre 1909 mit der Erforschung der Lepi-
‚dopterenfauna der Umgebung der Stadt Alma-Ata (früher
"Wjernyi; Rußland. Kirgh. S.S.R.) beschäftigt, ist mir die
‘Aehnlichkeit der Fauna der Kulturpflanzenzone mit der
mediterranen und die ihrer Alpenwiesen mit der der palae-
‚arktischen, teilweise auch arktischen Region aufgefallen.
Die Verbreitung fast aller semiretschenskischen Lepi-
dopteren hält sich innerhalb bestimmter Vertikalzonen und
"nur in seltenen Fällen erstreckt sich der Flug einer Art
von der untersten bis in die höchste Region. Eine solche
‘Ausnahme macht unsere Vanessa urticae, die ich
sowohl in der Barchan Sandsteppe, als auch in einer
Höhe von 3560 m, wo keine anderen Insekten mehr vor-
kommen, angetroffen habe. Gelegentlich eines mehrtägigen
Ausfluges und der Führung des Vereins zur Erforschung
von Semiretschje durch unser hochalpines Gebiet, wollte
ich von unserer 2700 m hoch, zwischen den im Osten
und Westen parallelen Bergrücken des Khum Bel und
Ters Bhütak (= 3060 m) gelegenen Station, die Versuche
von Prof. Standfuß über den Einfluß der Temperatur-
veränderungen bei Schmetterlingen nachprüfen, indem ich
‚hoffte, in dieser bedeutenden Höhe natürliche Frostformen,
‘die sich in dieser Umgebung von Gletschern und Alpen-
‘wiesen und nicht unter Laboratoriumsbedingungen ent-
‘ wickelt haben, zu finden.
‘Auf einer Exkursion in nächster Nähe unserer Station
‘sah ich denn auch gegen 3 Uhr nachmittags im warmen
208 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
grellen Sonnenschein auf einem Felsen eine merkwürdige
Vanessa mit ausgebreiteten Flügeln sitzen. Als ich sie
mir genauer ansehen wollte, flog sie plötzlich ab, kam aber
während ich noch ärgerlich, mir selbst Vorwürfe machte,
nach Vanessa-Art wieder an denselben Platz zurück,
wo es mir gelang, sie zu erbeuten. Ich beschreibe di
Abänderung wie folgt: |
Vanessa urticae ab. Iydiae n.
Vorderflügeloberseite. Von SC, bis Cu, mit einem
trüben weißen Streifen, der bei Cu, endet; MZ ım erste
Drittel rötlich braun, im übrigen Teil schwarz. Die Zelle
zwischen M, und Cu ist im ersten Drittel rötlich braun,
im übrigen, bis nahe zum Außenrande, weißlich grau an-
geflogen. Zwischen Cu, und A, liegt näher dem Außen-
rande ein grauschwarzer Fleck ähnlich dem der Mz., der
die Hälfte der Zelle einnimmt. Hfl graubraun mit weiß»
lichen Außenrandsmakeln.
Useite. Vfl grauschwarz, mit drei deutlichen schwarzen
Flecken in der Mz und an der Wurzel von R, und R,
Zwischen M, und Cu, sowie auch zwischen Cu, und Cu;
mit leicht bräunlichen Anflug. — Hfl wie auf der Oseite,
2 Jg‘, Spannweite 42 mm, aus dem Transilischen Alatau
von dem 3010 m hohen Khum-Bel, 30. VII. 1924. Die
Aberration steht zwischen ischnusoides Selys und
gruettii Corcelaa Von der ab. ichnusoides
Selys durch noch mehr Verdunklung aller Flügel ver
schieden und nach Frl. Lydia Sawljuk, einer begeisterter
Entomologin des „Vereins zur Erforschung des Semi
retschje“ benannt. (Type in der Sammlung des Verfassers.)
Phragmatobia glaphyra manni ab. victori n
Öseite, Vfl in beiden Geschlechtern ähnlich hellbraun
angeflogen, mit zwei scharf markierten, schwarzen, unregel
mäßigen Flecken auf D, und einen eben solchen drer
eckigen auf Cu,. Hfl scharlachrot, ohne den bei der Haupt-
varietät vorhandenen, schwarzen Flecken auf A, und A,
Statt dem dritten mondförmigen Fleck findet sich nur ein
sehr kleine Makel bei M,, der mondförmige Fleck in de
Mz ıst ganz verschwunden.
Useite. Vfl normal. Hfl ohne die vier charakteristischet
schwarzen Flecke auf A,, A, und Mz. Spannweite
bis 32 mm. 3 g'g' aus dem Transilischen Alatau vom
Khum-Bel in 3010 m Höhe, 28. bis 30. VII. 24. Type u
der Sammlung des Verfassers. Die Aberration, die zwischer
1 Sofiner, Crambus truncatellus Zett. im Böhmerwalde. 209
‚ab. gratiosa Stgr. und glauca Stgr.”) steht, ist nach
Herrn Victor Sawtschenko, einem ausgezeichneten Kenner
‚des Landes und Mitglied der Vereinigung zur Erforschung
der Semiretschje benannt.
Der südliche Abhang des oben erwähnten Khum-Bel-
"Rückens ist mit chaotischen Konglomeratgestein und ın
‚seinem unteren Teil, zwischen den bunt blühenden Alpen-
"wiesen mit dichten Polstern von Alpenwacholder (Juni-
‚perus nana Wied.) bedeckt. An dieser Stelle kommt zur
gleichen Zeit mit Ph. glaphyra manni die hier be-
“schriebene ab. victori und die äußerst seltene Hyphorıa
‘'kolpakowskyi Alph. vor. Der Flug beginnt in der
‘zweiten Hälfte Juli und endet in der zweiten Hälfte August.
"Selbst in der heißesten Zeit, zwischen 12 und 3 Uhr, weht
(auf diesen Höhen fast immer ein leichter Wind und nur
"in windstillen Pausen verlassen die g'g' ihr Versteck
‘zwischen den Felsbruchstücken und Felsspalten, um dann
schnell mit der Windrichtung längs des Hanges hintiliegend
"eine geschützte Stelle zu erreichen, bei Zunahme des
"Windes und bedeckter Sonne hört der Flug wie bei allen
|hochalpinen Faltern ganz auf; sehr selten sieht man die
"wenig beweglichen QO fliegen, die meist in Spalten und
"an Felsbruchstücken sitzen. Ich sammelte dort auf diese
Weise im ganzen 50 J'g' und 2 QQ (30. VII. 14 1),
"I. VII. 12 9'9',2.VIl. 14 '5' und 2Q9 und 12. VIIL.10 Sf)
von Ph. glaphyra manni, darunter 3 von der ab. vic-
“ori m.
|
Crambus truncatellus Zett. im Böhmerwalde.
Von J. Soffner, Bezirksschulinspektor, Schüttenhofen.
' Zu jenen Gebieten Mitteleuropas, die entomologisch am
mangelhaftesten durchforscht sind, gehört auch der Böhmer-
wald. Trotzdem ich erst zwei Jahre hier sammle — und
dies geschieht infolge beruflicher Ueberlastung wenig
intensiv — so habe ich doch eine Reihe interessanter
Funde machen können. Dazu. gehört vor allem die Auf-
'findung von Crambus truncatellus Zett.(=lieni-
'giellus Z., Herrich-Schäffer IV p. 61 Taf. 20 Fig. 141),
*) Vergl. Lepidopterorum Catalogus Pars 22, 1919 (v. E. Strand)
‚pP. 156.
4
210 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
der in Mitteleuropa bisher noch nie beobachtet wurde. Died
ausgesprochen nordische Art fliegt nach Herrich-Schäff@
in Livland, nach Wahlgrens Angaben (Entomologisk Tid-
skrift 1915) in Lappland, bis Helsingland, und im nördlichen
Wermland. Demnach kommt also die Art südlich noch’
im gebirgigen Mittelschweden vor. Petersen teilt uns in
seiner „Fauna von Estland“ (2. Aufl. 1924, Seite 388) |
daß er diese nordische Seltenheit am 4. und 5. Juli in’
Lechts, bei Wesenberg und auf einem kleinen Moor bei
Ass festgestellt habe. In seiner „Uebersicht über die Ver-
breitung estländischer Arten in den Nachbargebieten“ führt
er als Standorte noch an: Ostbaltikum, Petersburg, Finn-
land, Skandinavien; während sie nach ihm in Dänemark
fehlt. Auch in den neuen Verzeichnissen von Hamburg
und von Bremen (1924) fehlt sie. j
Sintenis fing truncatellus bei Dorpat auf dem
Techelferschen Moor Mitte Juni (8 Stück). Die Art zu
züchten mißglückte ıhm. 3
Oberlehrer Zeller erbeutete g'g' dieser Art bei Koken-
husen (in Kurland, an der Düna) auf Morästen im Juni und
Juli. (Stett. Ent. Ztg. 1843, 5. 142.) 3
Auch in Nordamerika ist das Tier heimisch. Hampson
führt sie aus Kanada, John B. Smith es in „Check list ©
the Lepidoptera of Boreal Amerika“ unter Nr. 4971 an.
Nähere Angaben fehlen hier. Die Arbeit von Fernald „Ih
Crambidae of North-Amerika“ Boston 1896, stand mir
leider nicht zur Verfügung. Sicher fliegt a
auch hier nur in den nördlichsten Teilen des Gebietes,
denn im Werke Dr. Forbes’ über die Schmetterlinge von
New-York und den Nachbarstaaten ist er nicht enthalten.
Hier im Böhmerwalde fliegt Cr.truncatellus Ende
Juni Anfang Juli auf den Hochmooren der Umgebung v
Mader, z. B. auf dem Weitfäller Filz und auf dem Haid
Filz bei Innergefild. |
Er ist recht selten und vielleicht schon im Aussterbei
begriffen; jedenfalls ist die Art hier als ganz aus
sprochenes Diluvialrelikt zu betrachten.
i
J. Draeseke. Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute, 211
- Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute.
|
(4. Fortsetzung.)
Von Johannes Draeseke, Dresden,
mit einem Beitrag von Th. Reuß, Berlin.
VI. Nymphalidae.
Aus Peking:
Apatura ilia v. here Fldr. 58 Jg! 23 90.
Benycteis Men. 16 g’g! 3 99.
Diagora assimilis L. 12 g’g' 999. Wurde von Herrn
- SC,, die nicht wie bei Hestina unmittelbar neben
H. Stichel fälschlich in der 1. Abteilung des Seitzschen
Werkes Seite 193 zur Gattung Hestina gezogen, ihre
mehr gerundeten F], die Ursprungsstellen von SC, und
resp. hintereinander vor dem Zellschluß liegen, lassen-
jedoch die Zugehörigkeit zu Diagora erkennen. Die
SC, zweigt in einiger Entfernung vor, SC, aber hinter
dem Zellschluß ab. Auch die Aderung der Hfl weist Ver-
schiedenheiten auf. Bei Hestina entspringen SC, OR
und UR fast an der gleichen Stelle, während bei Dia-
gora OR und UR gestielt sind. Die Zeichnungsanlage
ist derder Diagora- Arten auch viel ähnlicher, auch be-
findet sich unter den © ein Stück, dessen linker Hfl die
schwarze Randzeichnung und starke Rotfleckung von
assımilıs hat, während auf dem rechten Hfl beide Merk-
male derart reduziert sind, daß er dem von Diagora
virıdis ab. nigrivena Leech gleichkommt. Fast
kein Tier gleicht völlig dem anderen; durch die mehr
oder minder große Ausdehnung der schwarzen Zeichnung
erscheinen sie gefleckt, gestreift und gegittert.
P.C.T. Snellen weist in der „Tijdschrift voor Ento-
mologie, Haag 1894, p. 67,“ auf die Verschiedenheit der
Aderung der Gattungen Diagora und Hestina.hin.
- Er schreibt: „Daß von den anderen wenigstens persi-
milis Westwood (nicht Moore) keine Hestina im Sinn
von Herrich-Schäffer sein kann, ist klar. Nicht allein
sind bei persimilis die Adern 7-9, sondern 7—10
der Vfl gestielt, doch auch in der Aderung der Hfl kann
man Verschiedenheiten finden, unter anderem fehlt bei
persimilis der Ursprung der Adern 6 und 7 aus
212 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
einem Punkt, wie das bei nama vorkommt.“ Nach”
genauerer Prüfung der Palpen, Beine und der Genital-
organe usw. zeigt sich deutlich, daß assimilis mitallen
Diagora-Arten viel mehr Aehnlichkeit hat, als mi
Hestinanama.
Eriboea narcaea thibetana Oberth. 19.
Neptis coenobita ab.magnata Heyne. 3 g'g‘.
N. coenobita ab. synetarius Fruhst. 8 g'g".
N. alwina Brem & Gray. 11g'gJ' 19.
N.hylas sangaica Moore. 19.
N. hylas acerides Frubst. 80 J'g! 699. 38
N. yerburyi Butl. 19. ui
Stibochonia nicea Gray. 4 J’I! 6 &2.
Pyrameis indica Herbst. In großer Anzahl.
P’cardui japonica Stichl. In Massen.
Polygonia c-aureum L. In Massen.
P.c-aureum ab. pryeri Jans. 1919. |
Melitea phoebe v.scotosia Butl. 130 dd 21 9
M.didyma pekinensis Stichl. 70 g'g' 8 OD.
Timelea maculata Brem & Gray. 180 g'g' 62 Q9
T. maculata ab. stötzneri nov. g'. Ein stark beschädigte
Stück, bei dem sämtliche Flecke der Vfl zu dicker
schwarzen Streifen zusammengeflossen sind und nu
an der Basis, zwischen M, und M, und nahe am Außei
rande zwischen den Adern die gelbe Grundfarbe fr
lassen. Die beiden Basalflecke und der schmale schwarz
Strich über der Submedianader liegen in der helleret
Zone und sind nicht verbreitert. Auf den Hfl ist das Ve
hältnis umgekehrt. Hier ist der basale Teil vollkomme
verdunkelt, während von der OR, nahe am Saum, ein
selbe Zone beginnt, die sich analwärts verbreitert une
von M, bis zum Irande und der Wurzel reicht, in ıhı
liegen auch die nicht vergrößerten Marginal- und Sut
marginalflecke. Die Useite gibt die Zeichnungen de
Öseite wieder, namentlich auf den Hfil den normalen
Tieren entsprechend, aber die dunklen Flecke nic
scharf begrenzt und auch die hellen Zonen berußt.
Subfam.Dryadinae T. Reuß (Dryas = Argynnis F.autorum
Herrn Th. Reuß, Berlin, der sich eingehend mit d
Unterfamilie der Dryadinae befaßte und viel inte
essante verwandtschaftliche Beziehungen durch die Unt«
suchung der Androconien und Armaturen fand, (vergl.:
]. Draeseke. Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute. 213
Archiv für Naturgeschichte, Berlin, 87. Jahrg. 1921), verdanke
"ich die nach den neusten Ergebnissen seiner subtilen Be-
"arbeitung folgende Aufzählung.
| Die Typen der neuen Tiere befinden sich, wo nicht
anders bemerkt, im Dresdner Museum.
Dryas zenobia v.penelope Stgr. 4 J'J' 19.
-D.(Mimargyra) hyperbius Joh. (nipheL)5g'g'12.
‘ D. (Eudaphne) laodıce v.samana Frubst. 3 gJ'J' 1%.
D. (E.) laodice f. geogr. melloides n. T. Rss. 9 J'9' 6 2%
Eine große Form der laodice von sehr fteuriger
Oseitenfärbung und sehr dunkler Färbung des Hfl-
saumes der Useite, intermediär zwischen typischen
laodice und der größten geographischen Form mellı
T. Rss. aus Kanton. Morphologisch sind die Tiere fast
_ gleich, während das Aussehen sehr verschieden ist.
"Fabriciana subornatissima f. xanthodippoides
= T.Rss. 3 g'g' mit etwas Silber auf der Unterseite der Hil.
- F. subornatissima f. xanthodippoides subf.intermedian T.
- Rss. (niobe-Gruppe) 1 g'. Dieses ist die silberlose Form
der subornatissima T.Rss. (niobe- Gruppe).
'F.nerippe nerippina Fruhst. 24 J'g' 12 9% (pal-
' lescens-Gruppe, der niobe-Gruppe nahestehend.
" F.vorax Butl. (cydippe-Gruppe) 78 Jg’! 8 O2.
F.voraxf.xanthodippe Fixsen. Nur 4 g'g'. Die silber-
| lose Form der vorax, die ich zuerst in den Samm-
lungen von Professor Seitz, Darmstadt, und Staudinger,
| Blasewitz, auffand, und zwar nur in einzelnen Exem-
. plaren. Zwei Tiere konnte ich für das Berliner Museum
erwerben. Bei Seitz ist xanthodippe Fixsen falsch
abgebildet, das betreffende Tier dürfte 1 Q von pales-
cens gewesen sein. Auch die Beschreibung ist falsch
und wirft das Tier mit Formen der niobe-Gruppe
(corodippe) durcheinander. Die meisten „xantho-
dippe“, die man in den Sammlungen findet, sind ın
Wirklichkeitsubornatissimaf.xanthodippoides
(den Namen erteile ich wegen der Aehnlichkeit; die
Typen befinden sich im Berliner Museum in dem nach
dort gelangten Teile der Staudingerschen Sammlung).
Aus der Provinz Szetschwan:
Apaturairis v. bieti Oberth. 6 g'g'Wa. 32 g’g' Tat.
9 dg'g'! Kwan.
, A. iris v. recidiva Stichl. 5 g'g' Wa.
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“ herausgegeben vom Entomolsgischen Verein IN
Iris zu Dresden. Jahrgang 1925.
214 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
A. ilia v. serarum ÖOberth. 2 J'g' Wa. 2 g'g' Sump:
1 g' Omi.
A. nycteis Men. 1Q Wa. 19 Omi. |
Sephisa dichroa v. princeps Fixsen. 2g'g' Wa.
Sasakiafunebris Leech. 19 Omi. Genau mit der Abbil-
dung im Dr. Seitzschen Werke Bd. 1, Taf. 52d überein-
stimmend, etwa !/, größer. Der rote Wurzelfleck der
Vfl ist länger, sein Vrand läuft mit seiner halben Länge
entlang der Sc und biegt dann gerade nach unten, so daß
der übrige Teil des Fleckes, der wenig hinter der Zell-
mitte endet, schmäler ist, genau wie Seitz die Useite
darstellt. Auch der rote Basalfleck der Hfl-Useite schlägt
bei der Abzweigung der C schwach auf die Oseite durch.
Diagora subviridis ab.intermediaLeech. 11g'!g!
1Q Wa. 1 g' Tat.
D. viridis Leech. 1 g' 1Q9 Wa. 4 g'g! 1 g! Omi.
D. viridis v. nigrivena Leech. 6 g’g' Wa. 3 99 Omi.
D. assimilis L. 16 Jg! 15 99 Wa. 191 1Q9 Kwan.
1 g' Tschöng. 1 g' Omi.
Dichorragia nesimachus v. nessus, Gr. Smith.
2 Jg! 1Q Omi.
Helcyra superba Leech. 1Q Wa.
Eriboea rothschildi Leech. 1 g' Wa. 1 © Omi.
E. dolon Westw. 1 g' Wa.
E. narcaea v. thibetana Oberth. 52 J’g' 9 99 Wa
6 g'g9' Sump. 3 g'g'! Kwan. 6 J’g! 19 Omi.
Charaxes polyxenaCr.2g'g'1QKwan. 1g' 19 Omi.
Cyrestisthyodamas v. chinensis Martin. 2 g’g'
Omi. 2g'0' Wa. Letztere kommen durch gelbliche Grund-
farbe und reduziertere Zeichnung der v. afghana Martin
näher.
Pseudergolis wedah Koll. 31 Jg! 3 929 Wa. 5 J’g"
2 9Q Tat. 2 gg! 1Q Kwan. |
Neptis coenobita v. magnata Heyne. 1 g' Kinho.
Diese mehr dem Norden (Trans-Baikalien) gehörende
Form findet sich nur vereinzelt unter der folgenden in
Peking und den höheren Lagen im Nord-Osten der Pro-
vinz Szetschwan. | |
N. coenobita v. synetarius Fruhst. 5 g’g' Wa. In
Anzahl Sump. 1 g' Omi. 9 g'g' Kinho.
N. pryeri Butl. 6 g'g' Wa. J
N. alwina v. dejeani Oberth. 1 g'! Tat. 1 g' Omi.
1 g' Wa.
- ”
REEL wu
‘
D
J. Draeseke. Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute, 215
N. hylasL. 74 gg! 5 99 Omi. 10 Jg! 1Q@ Wa. 1g
699 Sump. 3 0 Kinho.
| N. hylas f. sangaica Moore. 107 Jg’ 599 Wa. 1 g
7200 Sump. 19 J’g! 6 QQ Tat. 20 Jg! 8 99 Omi. 6
ie g'o' Kinho.
IN. hylasf. acerides Fruhst. 5 g’g'’ 19 Omi. 3? gg!
| 300 Kinho.
IN. yerburyi v. extensa Leech. 3 g’g' Wa. 17 gJ'g
19 Tat. — 2 g’g' Wa. und 2 g’g' Tat. sind der Stamm-
form yerburyi Butl. vollkommen gleich.
N. ananta v. chinensis Leech. 2 aaa. Lo or
IR antılope Leech. 1 g' Wa. 1 g' Tat.
Br themis v. thetis Leech. 1 g' 1Q Tat.
| Limenitis homeyeri Tancre. 1 g' Wa.
IL. homeyeri v. venata Leech. 33 J’g' Wa. 3 J'g'
7 Sump. 1 g' Tat. 9 g’g' 3 99 Omi. 8 gJ’g' 1 Q@ Kinho.
L. cottini Oberth. 80 gJ'g' Wa. 3 g'g' Sump. 116 J'’g'
Tat. 1 © Kinho.
L. sinensium Oberth. 100 g’g' Tat. 33 Jg! 1Q Wa.
. 4 g'g' Omi.
L. populi ab. eumenius? Fruhst. 30 gJ’g' Omi. 8 g'g!
‚19 Wa. von europäischen tremulae Esp. nicht zu
| unterscheiden.
| Pantoporia jinoides Moore. 3 g’g' Wa. 1 Q Tat.
| P. opalina ab. constricta Alph. 1g' 299 Wa. 19
| Sump. 6 g’g' 890 Omi.
|P. ningpoana Leech. 22 g'J' 1100 Wa. 7 J'g' 50QOmi.
P. recurva Leech. 1 g' Wa.
| Stibochiona nicea Gray. 1g' 1Q Wa. 1 Tschöngtufu.
\Auzakia danava leechii Moore. 7 g'g' Wa.
Euthaliakhama Alph. 1 g' Wa.
E. kardama Moore. 2 99 Wa. 1 g' 2 99 Omi.
WE. confucius Westw. 1Q Wa.
erthibetana Puj. 1 g! Wa.
*Calinaga davidis Oberth. 5 gJ’g' Wa. 2 g’g' Tat.
€. davidis ab. saka Moore. 3 g'g' Wa. 8 g’g! Tat.
\ 1 g' Wolungkwan.
| Kallima hügeli chinensis Swinh. 4 J’g' Wa. 1 g'
Y 5909 Omi.
‘Junonia iphita Cr. 4 gg 1Q@ Wa. 5 g’g' Tat.
| J.iphita ab. siccata Fruhst. 4 J’g' 19 Wa.
J. almana L 2 g’g' Wa. 3 J’g' 229Q9Sump. 1 g' Kwan.
E10 Omi. |
‚KW:
||
216 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
J. almana f. asterie L. 1g' Wa. 13 g’g' 16 99 Kwan.
1 g' Kian ngan shien.
J. hierta F. 3g'g' 19 Wa. 3 gig! 1 Q Tat. |
J.orithya L. 11 gg! 3 29 Sump. 6 gig! 10 20 Tat.
5 gg! 2 99 Kwan. 3 g'g' Wolungkwan.
J.orithya v. isocratia Hbn. 10 J'g! 7 QQ Sump.
14 J’g' 7 Q9Tat. 2 g'g' 2 QQ Kwan. 2 Jg! 2 99.
22.VIll.1915. Bei beiden Jahreszeitformen und Geschlech-
tern finden sich Stücke mit grauer und rötlicher Useite.
Lokalformen lassen sich innerhalb der Gebiete, aus denen
Stücke vorliegen, zufolge Untersuchung durch Herrn
Pfarrer Dr. Kleinschmidt, nicht feststellen.
Pyrameis indica Herbst. 1QWa. 4 g’g! 6 99 Sump.
3 g'd' 3 9Q Tat.
P. carduiLl.1Q Wa. 4 g’g' 699 Sump. 3 g'g' 3 99 Tat.
Vanessa ioL. 1 g' Sump.
V. urticae chinensis Leech. 3 J'g' 3 29 Sump.
I g' 2 99 Kwan. 1 g' 1Q Omi. 3 g'g' 6 29 Kinho.
3 g'g' Tat. Charakteristisch sind u. a. für diese Form
die großen blauen Saumflecken. Ob einzelne Stücke,
bei denen sie reduziert oder infolge abgeflogenen Zu-
standes verblaßt sind, aus größeren Höhen stammen, ist
nicht feststellbar. Außer den Variationen die sich bei
allen urticae-Formen finden, tritt häufig eine Andeutung
eines dritten Diskalfleckes auf.
V. urticae ab. ladakensis Moore. 1 g' Omi. 1 Q Sump.
1 g' 299 Wa. Mit breiter doppelt gewinkelter Mittel-
binde und ohne blaue Randflecke der Vfl, z.T. an ab.
connexa erinnernd. |
V. antiopa L. 2g'g'Sump. 11 gg! 9 QQ Tat. 1 g'Kinho,
V.canaceL. 19 Wa. 2 gJ'g' 19 Sump. 2 J'g' Mm
3 gig’ 19 Omi. |
Polygonia c-aureum L. 8 gg’ 7 QQ Wa. 2 g'g' Tat
4 gg 5 99 Itschang.
P. c-aureum ab. pryeri Jans. 2 g'g' Tat.
P. c-album v. hamigera Butl. 3 J'g' 3 99 Tat. 19°
Kinho.
Araschnia burejana Brem. 1g' 2Q9 Tat. 1Q Minho.
2 Jg! 19 Kwan. 3
A.prorsoıdes Blanch. 13 g’g' 5 QQ2 Tat. 2 QQ Minho.
1 g' Kwan. |
EN
J. Draeseke. Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute. 217
.prorsoides ab. levanoıdes Blanch. 3 g'g' Tat.
2 gg! 19 Minho. 3 Jg! Kwan.
‘A. prorsoides ab. flavida Oberth. 19Q Tat. Ganz
aa
A
der Abbildung des g' ın Ch. Oberthür: Etudes d’Ento-
mologie Liv. 19 Pl. 7 fig. 64 entsprechend, nur durch die
stärker gerundeten Fl und die reduziertere schwarze
Fleckung mehr Melitaeen-Charakter annehmend.
Fdoris Leech. 3 g’g' Tat. 1 g' Kwan.
. davidis ab. oreas Leech. 1Q Sump. 4 g'g' Kinho.
=S5ymbrenthia lucina Cr. 1 g'Wa. 13 J’g'2 99 Omi.
35.
hypselis f. sinica Moore. 1 g' Wa.
=Melitaea didyma ©. 12 g'g' Tat. von v. pekinen-
sıs Seitz nicht zu unterscheiden.
.agar ÖOberth. In großer Anzahl von Wa. und Tat.
Variiert stark, durchschnittlich haben die Vfl der g’g! eine
schmale, schwarze Saumbinde, hinter dieser zwei Reihen
kleiner schwarzer Flecke und eine gebogene Diskalbinde
von der C bis zu M,, zwischen M, und M, ein einzelner
Fleck. Der Zellschluß wird von zwei schwarzen Linien
begrenzt, die oben und unten zusammenlaufen, unter
diesen, zwischen M, und M,, ein großer schwarzer Fleck,
_ und darunter zwei schwarze Striche, deren äußerer halb-
mondförmig gebogen ist. Nahe der schwarzen Wurzel
liegen noch zwei Querlinien, die an der M stark zur
Wurzel gewinkelt sind.
Hfl breit schwarz umsäumt, die beiden postdiskalen
Fleckenreihen zusammengeflossen. Mir liegen auch Exem-
plare vor, bei denen das nicht der Fall ist und nur eine
' = ganz schwache Punktreihe an Stelle der beiden auftritt.
Bei solchen Tieren fehlt auch das Diskalband der Vfl
und die Useite zeigt verhältnismäßig wenig Zeichnung,
doch finden sich alle Uebergänge. Auch die Unterbrechung
der braunen Hflbinde der @Q schwankt sehr stark. Tiere,
wie sie Dr. A. Seitz, Bd. I, S. 220 beschreibt, bei denen
sie unterhalb der M von der blaßgelben Grundfarbe
durchbrochen wird, sind meistens die ab. obtecta Seitz.
Bei helleren @9, selten auch bei dunkleren, ist sie voll-
ständig ohne Unterbrechung.
M. sindura v. jezabel Oberth. 28 gJ'g'Wa. 3J'J'1Q
Tat. 3 J’g' 3 QQ Omi.
@izyuenty Oberth. 17 gg’ 1Q Tat. 16 Jg! 1 O Kwan.
218 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1995.
Subf. Dryadinae (= Dryas F. autorum)
Die hier folgenden Tiere hat Herr Th. Reuß, Berlin.
bearbeitet, dem für seine selbstlose Mühe auch an dieser
Stelle ganz besonders gedankt sei.
Dryas paphia f. geogr. megalegorıa Fruhst. 2
gg Wa.
D. childreni Gray. 1Q Tat. 4 Jg!’ 19 Omi.
D. zenobia f. geogr. penelope Stgr. 1g' 19 Omı.
D. (Mimargyra) hyperbius Joh. (niphe L.) 65 J’g!
19 Wa. 19 gg! 3 99 Sump. 11 gig 1 Oo Tar 5 Zu
19 Omı. 19 Tschöng. 7 J'g' 5 29 Kwan.
D.(Eudaphne) laodice f. geogr. samana Fruhst. 58
gg! 19 Tat. 18 gig! 2 99 Wa. 1 g' Kwan. 1 g! Yahotal:
9 J'g' Sump.
D. (Eud.) laodice f. geogr. melloides T.Rss. 7 g'g!
Sump. 2 J'd' Omi. 1Q9 Wa. 64 Jg! 3 99 Tat.
Brenthis Hbn. — Vertreter, hecate, ino, daphne, fehlen. |
Rathora isaeae f. geogr. isaeoides n. 1 g' Wa. 1 Q Tat.
Die Tiere gleichen riesigen Exemplaren der lathonia
und nicht der isaeae, sind aber mit letzterer morpho-
logisch vollkommen identisch. Eine Abbildung der schon
von Doherty gesehenen, aber nicht beschriebenen Hleibs-
armaturen, die von lathonia ganz verschieden, jedoch
den Armaturen der K. gemmata sehr ähnlich sind,
brachte ich in den „Entomologischen Mitteilungen“ Dahlem, °
Bd.10, 1.9.1921, p.189, Taf.1, Fig.2, zusammen mit den °
Abbildungen der Armaturen von lathonıa gemmata
u.a. Die beiden Iypen dieser Form sind die einzigen
in Europa vorhanden.
Kükenthaliella eugenia f. geogr. rheaoides n. 21 g'g"!
r
Sump. 5 g'g' Tat. 8 gJ’g' 19 Tschöng. Die Tiere stimmen
äußerlich nicht zu eugenia rhea Gr. Grrh. von an-
deren Fundorten. Morphologisch nicht verschieden oder
wenigstens nicht wesentlich verschieden. Ich trenne die
Tiere als f. geogr. ab und hoffe genauere Einzelheiten
noch beibringen zu können.
Boloria pales f. geogr. palinoides n. 5 g'g' 19 Tat. In An-
zahl Sump. Viel feuriger gefärbt als palina Fruhst.
Useite bei den g'g' nicht so verschwommen rot, sondern
kräftig gezeichnet und bei der Useite der ©Q ist ein
helles Schwefelgelb der Grundfarbe ein sehr auffälliges
Merkmal. Zwar ist auch bei palina das © ziemlich
ee
Ä
j
j
&
i
i
}
t
|
J. Draeseke. Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute. 219
kontrastreich gezeichnet, doch ist palinoides, wenn
man die Tiere vergleicht, eine gut unterschiedene Form.
Morphologisch ist ebenso wie bei allen geographischen
Formen der pales kein Unterschied wesentlicher Art
feststellbar.
Clossiana gong Oberth. 2 g’9' Sump. 159 Jg’! 2 99 Tat.
wacıidalia clara manis Frubst. 9 g’g! 2 99 Wa. Ich
sah die Tiere nicht; sie gehörten sicher ın den
Formenkreis der clara, doch erinnere ich hier daran,
daß clara selbst morphologisch nur eine Subkostalader
aus der Vflzelle entsendet, während ihre Unterarten
‚deren zwei entsenden. Dieser Unterschied genügte Felder
zur Aufstellung von Gattungen — bei diesen Tieren
wurde der gleiche Unterschied bisher nicht einmal als
artlich trennend hingestellt — vielleicht auch nur von
mir bisher bemerkt. Das Detail muß bei den Stötzner-
schen Tieren noch einmal nachgeprüft werden. Es ist
die Frage, ob die Tiere, falls zwei Subkostalen aus der
Zelle entspringen, wirklich im übrigen der manis
Fruhst. entsprechen. In meiner Arbeit über die Drya-
dinae im „Archiv für Naturgeschichte“ 87. Jahrg. 1921,
Abteilung A Heft II, ausgegeben März 1922, unterließ ich
es leider, diese interessanten liere, welche eine der
phylogenetischen Typen der Dryadiınae darstellen,
in eine besondere Gattung zu stellen. Morphologisch
hängen sie eng mit den Vertretern der Gattung Aci-
dalia insofern zusammen, als ihre Armaturen denen
der aglaja ebenso wie denen der neuweltlichen Type
der Gattung Acidalia Hbn. der cybele, ähneln.
Man kann sich bei Vergleich der Armaturen dieser Tiere
leicht vorstellen, wie sich die Gesamtheit der unterein-
ander morphologisch fast gleichen Acidalıa-Arten
Amerikas aus einer Grundform, die jener der clara
ähnlich war, entwickelte. Das Verbreitungsgebiet der
clara, Zentralasien, ist bekanntlich phylogenetisch
von großer Bedeutung, es ist das Paradies der „missing
links “!
eidalia aglaja f. geogr. bessa Frubst. 118 J'g! 7
OO Wa. 135 J'g' 5 QO Sump. 4 99 Tat.
Fabriciana ”) subornatissimoides sp. n. (niobe- Gruppe)
*) Vergl. meine Arbeiten in der D. Ent. Zeitschrift 1922 p. 194
und p. 365 und Int. Ent. Zeitschr. Guben 1922.
220 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
12 Jg 5 99 Tat. 4 gig! 12 QQ vom 4.8.15. Diese
neue Form ist ein Zwischenglied der niobe des west-
lichen Europas und ihrer ostasiatischen Verwandten.
Morphologisch zeigen die Armaturen die Einzelheiten
der niobe, doch variieren diese bis hin zu jenen der
ostasiatischen, sehr großen subornatissima T.Rss.
Die Androconien sind jene der hochentwickeltsten asıa-
tischen Form, sub. ornatissima Leech, und da die
neue Form nur die Größe unserer mitteleuropäischen
niobe hat, ist dies einer der wenigen Fälle, ın
welchen ein asiatisches Tier so geringer Größe die
betreffenden hochspezialisierten Androconien in einem
hohen Wulst auf Ader cu, trägt. Auch die Farben
stimmen ganz mit jenen der ostasiatischen suborna-
tissima T. Rss. (mit einem Duftstreifen) überein,
die Useite ist auf grünem Grunde reich silbern ge-
zeichnet, die Oseite feurig orange, ohne melaine
Trübung. Auch die @Q neigen nicht zu Trübungen wie
die unserer niobe und ähneln dadurch mehr als diese
denen der cydippe, einer bekannten „Verwechslungs-
art“ aus der verwandten cydippe-Gruppe.
F. subornatissimoides f. anargyra n. 1 g' Wa. 2 J'g!
Omi. Wie subornatissimoides, doch ohne Silber,
unterseits das Grün getrübt und als Tütenfalter nur
von der Useite gesehen, würden die Tiere leicht für
kleine niobe tukuna Stdgr. gehalten werden. Die
Öseite trennt die Tiere jedoch auch äußerlich auf den
ersten Blick.
F. taliana stötzneri Tk. R. 1 g' Int. Ent. Zeitschr.
Guben 1922 Nr. 13 Jahrg. 16. Der Typus befindet sich '
im Zoologischen Museum in Berlin, alle übrigen hier er-
wähnten ın Dresden.
VII. Erycinidae.
Lybithea celtis ab. lepita Moore. 1Q@ Sump.
Hyporion lama Leech. 1 g' Sump. 28 g'g' 11 99 Tat.
19 Kwan. |
H.princeps Oberth. 1g' 2 Q9Q Wa. 4 g'g!' 1Q Sump:
1g' 399 Minho. 13 gig! 19 Tat. F
Zemeros flegyas Cr. 6 Jg! 299 Wa. 109 Sumpz
1Q Tat. 2 gg! Omi.
Abisara fylla Dbl. 2 g'g' Wa. 2 g'g' Sump. 1 g' Kwan-
J. Draeseke. Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute, 221
Dodona durga Koll. 4 Jg! 499 Wa.5 g'g!' 299 Tat.
219g 299 Kwan. 2 g’g! Omi.
WDreugenes ab. maculosa Leech 12 g’g! Wa. 13 g'g!
wel O Tat. |
Stiboges nymphidia Butl. 1Q Wa.
VII. Lycaenidae.
Aus Peking.
'Rapala micans Brem.-Grey. 19.
eemıcans ab. betuloides Leech. 3 gIg! 299.
" Hysudra selira Moore. 2 gJ'g' 19.
Nyphanda fusca Brem.-Grey. 19! 6{@%.
Thecla spini latior Fixs 6 J’g' 29%.
ı T.w-album fentoni Butl. 3 g'g' 19.
ia exıma Fixs. 8 g’g' 2200.
eprunıL.1g'19.
mtengstroemi Ersch. 19 Pek.
ı Arhopala rama Koll. 9 J’g' 899.
‚Chrysophaness dispar auratusLeech.3g'J' 1%
iC.phlaeas chinensis Fldr. 20 J’g' 16 99.
Zizera maha marginata Pouj. 19.
Everes argiades amurensis Rühl-Heyne 42 J'J'
| 1600.
| E.argiades hellotia Men. 490.
" Lycaenaargyrognomon aeginaGr. Grsh. 17 J'J'
900.
mepheretes Hbn. 6 J’g".
| L.pheretes ab.maloyensis kühl. 1 J'.
Ise-chinensis Murr. 3 J’J! 19.
‚Cyaniris argiolus ab. thersamon Bgstr. 35 J'0!
12 99. |
| Aus der Provinz Szetschwan.
| Rapala nissa Koll. 1 9’ 2 QQ Wa. 9 Jg! 5 22 Omi.
| R.nissa ab. rectivitta Moore 1 Q@ Wa. mit kleinen
orangeroten Flecken hinter der Zelle. i
LER. nissa ab. maculata Seitz. 6 Jg! 7 QQ Wa. 1 dd
Omi, bei denen die Flecke ausgedehnter sind.
R. micans Brem.-Grey. 1 g' 2 99 Kwan. 3 J'd! 4 99
' Omi. Diese Art ist an den breiteren Fl und vor allem
an der Zeichnungsanlage der Useite, die stark an Ze-
phyrus icana Moore erinnert, leicht zu erkennen.
YR.micans ab. betuloides Blanch. 19 J’g' 11 QQ9 Wa.
11 g’g' 10 99 Kwan. 7 g'g' 11 QQ Omi. Unterscheidet
222 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
sich von der Stammform durch einen großen, orange:
farbigen Diskalfleck und ebensolche Halbbinde im Anal-
feld der Hfl. Auffallend ist, daß die mir vorliegenden
micans alle auf der Useite rötlich gelb sind, während.
die ab. betuloides graue Useite hat. Ob hier Saison-
dimorphismus oder ein Merkmal für zwei getrennte Arten
vorliegt, wage ich nicht zu entscheiden. Bei betuloides
variiert die Größe der Diskalflecke der Vfl, aber die
Analhalbbinde der Hfl ist bei allen Stücken glei
stark entwickelt.
Camena ctesia Hew. 1 9' Kwan. 19 Omi.
C.icetas Hew. 1 9’ 1 Q Wa. 1 gi! 19 Kwan. e2
6 QQO Omi.
TajurialonginusF.1Q9W Er
Niphanda fusca Brem.- re Bdd 15 O9 Wa. 16
Tschöngtufu, 23 J'g9' 27 99 Omi. #1
Satsuma circe Leech. 2 90 Sump.
S.chalybea Leech. 2 g’g' 4 90 Tat.
Thecla spini v.latior Fixs. a gg 1799 Omi.
T.exima ab. fixseni Leech. 1Q Wa.
T.pericomis Leech. 8 gig Tatı 1 9m
T.v-album Oberth. 5 g’g' 1Q Wa. 1 g' Sump. 3 gg |
Omi. 74 g'g' 18 99 Tat.
I.rubicundula Leech 1 g' 299 Sump. |
T.oenone Leech. 4 g'g' Sump. 1 g' Wa. 36 Jg5Q |
Tat. 2 g’g' 2 9@ Wolungkwan. |
T.prunil.3 g’g' Wa.6 g’g' 699 Kwan. RT 1
I.tengstroemi Ersch. 18 J’g' 299 Omi. I
Zephyrus hecaleLeech. 790 Tat. 220 Kwan. 3 Q Omi.
T tsangkie Oberth. 24 gJ'g' 19 99 Tat. 2 g’g! Kwan”
16 J’g' 12 99 Omi. i
Z.ıicana Moore. 47 J'g' ee Tat. 26 J'g' 10 99 Omi
Z. caelestis Leech. 1Q@ Kwan. |
Z. bieti Oberth. 16 g'g' Tat. 3 J'g' 2 29 Minho. 61 II
20 E29 Omi. 3 J'9' 19 Wolungkwan. |
Z.enthea Jans. 1g' 19 Tat. 2 gJ'g' 5 99 Omi.
Z. attilia Brem. 3 99 Omi.
Z.lutea Hew. 4 g'g' 19 Wa. 990 Omi.
= saepestriata Hew. 490 Omi.
2
A
TEE ERENN
seraphim Öberth. 1 g' zz 4 did! 5 9
Tat. 2 g'g' Kwan. 6 g’g' 5 99 O
betulae crassa Leech. ıo wa. 2dg Sump.
rhopala rama Koll. 2 g'g' 19 Omi.
J. Draeseke. Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute, 223
Warsanesaloomisi Pryer. 1 g' 399 Omi.
A. quercetorum Moore? 2 QQ Wa. 8 g’g' 10 90 Tat.
10 g'g' 12 ©Q Kwan. In der umfangreichen Lycaeniden-
- sammlung des Dresdner Museums befinden sich 3 Tiere
- aus Brit.-Indien unter dem Namen quercetorum Moore,
die mit den mir vorliegenden Stücken eine gewisse
‘ Aehnlichkeit haben. Sie entsprechen mehr dem von
‚ Horsfield and Moore. Cat. Lep. East Ind. Comp. Mus. pl.
Ia fig. 7 pg. 42 abgebildeten Tier. Ihre Fl sind breiter
und haben fast ganz geraden Außenrand. Die g'g' mit
matterem, purpurvioletten Schiller, der auf allen Fl im
Gegensatz zu den OO ausgedehnter ist. Die Hfl ohne
jeden blauen Glanz. Die Anallappen in beiden Ge:
schlechtern etwas vorgezogen, die Schwänzchen kürzer.
| Useite bei 9' und © gleich.- Vfl weißlich grau, mit
‚einer Submarginalreihe dunkler, nach innen weiß be-
. grenzter, dreieckiger Schattenflecke, in geringem Abstand
‚ basalwärts, anstatt der Wellenlinie bei quercinaria,
. eine Reihe weißer Striche, die zur Wurzel hin undeutlich
dunkel begrenzt ist. Der dunkle Fleck zwischen S.M. und
| M, ist etwas eingerückt. Hfl von derselben Grund-
farbe der Vfl. Etwa !/);, vom Außenrand entfernt eine
Reihe schmaler weißer Bogenstriche. Zwischen M, und
M, ein schwarzer zur Basis schwach orange begrenzter
Analfleck. Eine unregelmäßige, stark gezackte dunkle,
nach außen schmal weiß begrenzte Diskallinie reicht von
der Kostal- zur Innenrandader. Ein ebensolcher Subbasal-
strich zieht sich von der Kosta quer durch die Zelle zur
Medianader. Der Anallappen useits schwach orange.
Amblypodia avidiena Hew. 2 g’ Wa. 1Q Omi.
Dlerda mooreiHew.3 gig’ 7 99 Wa.6 g’g' 1Q Minh.
wemoorei maricä Leech. 2g'g' 19 Sump. 1 Q Omi.
tamu viridipunctata. Nicev. 24 Jg’! 7 QQ Wa.
‚ Die g’g' meistens im Diskus der Fl nur einige grüne
Schuppen.
Ebrahma Moore 47 g’g' 19 99 Omi.
Bepicles Godt. 97 Jg! 2909 Omi.
1. stötzneri sp.n.19' Omi. Der epicles sehr nahe stehend,
kleiner, die Fl schmäler und spitzer. Vfl wie bei epicles
_ Godt, Hfl mit ganz geringen Metallschimmer zwischen
M, und M, und dem unteren Rande der Zelle. Der
rote Analfleck größer, zwischen den Adern vom Außen-
rand nur durch eine feine, weiße, beiderseits schwarz
224 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
Pr =
'
gesäumte Bogenlinie getrennt. Useits Vfl nur mit
schmalem, roten Saum, im Analwinkel ein breiterer,
schwarzer, beiderseits weißlich begrenzter Fleck, Innen-
rand weißlich, sonst ohne jede Zeichnung, auch die
schwarzen Submarginalflecke, wie sie bei epicles zu
finden sind, fehlen völlig. Hfl nur mit dem charakte-
ristischen Saum und einem schwarzen Zellfleck. |
Aphnaeus lohita ab. zoilus Moore. 5 g'g' u |
6. V. 15.
Chrysophanus dispar auratus Leech. 28 exe;
17 90 Tat.
C.standfussi Gr. Grsh. 17 g'g' 8 92 Sump. 1 g' Tat,
C.pang Oberth. 9 g'g' Tat. 14 g'g' Wa. 20 g'g! 20 22
Sump.
6: 2 Öberth. 16 J'g9' 14 @Q Wa. 4 g'g' 5 99 Sump. ü
g'5Q90Q Tat. 3 J'g' Minho. 12 En 200 Wolungkwa
een baeticusL.4 gg’ 299 Wa. 7 gg
2 QQ Sump. 4 J'g' 2 99 Tat. 35 g'g' 12:99 Omi. 1
Wolungkwan.
Catochrysops cnejus F. 1 g' Wa.
Zizera minima magna Rühl. 42 gJ’g' 2 99 Sump.
Ju Eat: |
Z. maha opalina Pouj. 5 gJ'd' 3 99 Wa. 13 Jg
Sump. 2 J'g' 2 99 Tat. 1 g' Minho. 39 g'g! 8 98%
Kwan. 2 g’g' 399 Omi.
Z. maha marginata Pouj. 10 g'’g' 2 99 Wa. 9 gg
9 ws Sump. 2 gg Tat. 1 g' Minho. 21 g'g' 13 99 Kwan
4 gg! 299 Omi. 4
een argiades ab. amurensis Rühl-Heyne 1@
Wolungkwan, 26 J'g' 20 @9 Kwan. 10 J’g! 5 99 Omi”
2009 Tat.
E.argiades ab.hellotia Men.4 g'’g' Wa.6 g'g' Sump
3 @Q Kwan. 1 g' 399 Omi. 19 Kinho. |
E. argiades ab. depuncta Hirschke. 2 g'g' 399 Omi
1g' 19 Wa.
E. filicaudis ae g' Wa. 18 g’g! 2 99 Sump. TB
Tat.:10.9151-.1 © Kan 2 g' Omi.
E.ion Leech. 1 g' 1 @ Wolungkwan. 8 J’g' 4 QQ We
1:91:42 Tata a Yahotal. 1 9' Kinho. 1 © 1 |
E. zuthus Leech. 5 g'g' 4 QQ9 Wa. 1 gJ' Tat. 5 gi’ 42
Sump. 2 J'g' 19 Tat. 1 9' Wolungkwan. |
LycaenaargusL.1i g' Tat. Durch seine enorme Gröf M:
an die Form insularis Leech erinnernd.
un
]J. Draeseke. Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute. 225
'L argyrognomon planorum Alph. 9 gJ’g' 2 99
Omi. 1 9' Kwan. 4 J'9' 499 Sump. 1 Jg 19 Tat.
lL. argyrognomon aegina Gr. Grsh. 3 QQ Sump.
re lat. 10 Minho. 3 9' 29 Omi. 11 g'g! Romnlitia.
15. |
\L.orion Pall. 2 g'g' 19 Kwan
Elanty Oberth. 4 gJ’g' 19 Wa. 3 g'g' Kinho. 4 g'g' Tat.
Weg 19 Kwan. |
Isemoorei Leech. 26 g’g' 5 29 Sump. 8 dJ'g! 2 99
" Kwan.
IE. pheretes Hbn. 40 g'g' 5 99 Tat. 61 J’g' 2 99 Sump.
| 1 9' Kwan. 28 Jg’! 2 99 Omi. 4 J'9' Wolungkwan.
‚L.pheretes ab. maloyensis Rühl. 2 9'g' Sump. 2 J'd'
Tat. 1 9! Omi.
„Li felicis Oberth. 3 9'9' Wolungkwan. 37 J'’g' 4QQ Sump.
N BeeWa. 11 g'g' Tat. 1 g' Kwan. 2 g'g! 19 Omi.
|L. a htone Oberth. 3 J'9' Wa. Vfl schwarzbraun,
Kostalrand, Fransen und der Zellschlußfleck weiß. Hfl
braun, mit weißen Fransen und weißlicher Basalbehaar ung.
Useits Vfl hellbraun, mit weißlichgrauer Basıs, weißem
' Zellschlußfleck, einer gebogenen Binde weißer hellbraun
zentrierter Ringflecke und weißem Außenrandstreif, der
am Apex am breitesten ist und gegen den Innenrand
abnimmt. Hfl mit sehr breitem, weißen Außenrand
" und zwei braunen, unregelmäßigen Binden, deren innere
| am oberen Teil der Zelle unterbrochen ist und den
| braunen Basalfleck als Fortsetzung hat. Zwischen SM
‘und M, wie auch M, und M, liegen nahe dem Außen-
rande, zwei kleine braune Punkte. Nach einem Tier
dieser Art aus dem Nachlaß Ch. Oberthürs, das mir
Herr Bang-Haas gütigst zum Vergleich zur Verfügung
ı = stellte.
IE. chinensis Murr. 10 gg’ 19 Tat. 1g' 19 Omi.
E.eumedon ab. privata Stgr. 5l g’g' 19 QQ Sump.
EB eros amor Steger. 16 Jg! 2 99 Tat. 12 Jg 179
= Kinho. 2 g'g' 19 Sump. 1 9° Minho. 1 9! Kwan. 19
= Wa. 109 Yaho. 7 99 Omi.
|E.venus 6 g’g'’ 2 @9 Minho. 29 g'g! 8 99 Kwan. 26
gg" 7TC©Q Kinho.
lsecarus Rott. 12 900 Wa.2 gg’ 19 Tat.1 2
= ©0 Sump. 2 g'g' Kinho. 1 g' Omi.
‚L.cyllarus Rott.35 g’g' 599 Sump. DIEB N
| # arıon ab. unicolor Hormuz. 3 g'g9' Sump.
226 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris, Dresden 1925.
L.arıion ab. jasilkowskii Hormuz. 2 g' Sump.
L.arion cyanecula Stgr.'1l g’ gt POS:
L. atroguttata OÖberth. 7 g’g!' 2 99 Wa. 66 a 10 09
hät: lg Omi.
L. atroguttata ab. albida Leech. I g' Wa.
Cyaniris argiolus ab. thersamon Bgstr. 56 g’g!
799 Wa. 7 g'g' Minho. 8 g’g' 299 Omi. 1 g' Kwan:
1395949 Tat.6g'1 Se dd 200 Wolungkwan.
C.hersilia Leech 1 g' Tat. 1 g' Sump. 1 g'Wa.2 gg
399 Omı.
C.nebulosa Leech 2 g’'g' Wolungkwan.
C. oreas Leech. 1 g' Wa. 1 g' 19 Sump.
Taraca hamada Druce 2 J’g' Wa.2 g'g' 399 Kwan:
18 J'g' 39 Omi.
Hesperidae.
Aus Peking:
Lobocla bifasciata Brem. In großer Anzahl.
Satarupa sinica ab. mooreı Mab. 2 g’g' 599.
Hesperia albistriga Mab. 5 g’g' 999.
H. maculata Brem.-Grey. d J’g' 59.
Thanaos tages popoviana Nordm. 1g' 290.
T.montanus Brem. 1%.
Aeromachus chinensis Elw. gg 1 O.
Augiades sylvanus venata Brem.-Grey. In Anzahl.
A.sylvanus amurensis? Mab. 1 g' 19. Vfl des gi
gelbbraun, hinter der Zelle zum Außenrande hin dunkler
werdend. Die Apikalflecke verschwommen und kaum
heller als der Grund. Außer den beiden Flecken nahe
am Rande, zwischen M, und UR, UR und OR und den
im Winkel M, und M,, ohne Fleckenzeichnung. Stigma
gerade, dick und schwarz. Hil wie die Vfl, der Kostal-
und.Außenrand dunkler. Alle Fl fein schwarz umzogen.
Fransen graugelb. Useite der Vfl rötlich gelb, mit mehr
rötlich durchscheinendem Stigma mit angedeutetem Api-
kal- und Winkelfleck zwischen M, und M,, zum Irande
hin heller werdend; an der Basıs "unterhalb der Kostal-
ader ein kleiner schwarzer Fleck. Fransen am Apex
schwärzlich grau, nach dem Irande zu heller. Vfl or ange,
mit ganz schwach angedeuteten helleren Flecken. Fransen
graugelb. Alle Fl fein schwarz umzogen. Merk würdig ist,
daß die Duftschuppen des g' dieser Art sehr kurz sind,
J. Draeseke. Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute, 227
also stark an die von Erynnis commaL. erinnern,
während sylvanus Esp. längere hat. |
Das © gleicht dem von sylvanus ab. venata,
‚ hat nur ausgedehntere Fleckung der Vfl und von dieser
dringt die gelbe Bestäubung bis zur Basis. Hfl breit
dunkel umrandet, mit gelbem Diskalfleck, der sich durch
die Zelle bis zur Basis fortsetzt. Fransen wie beim
g', nur etwas dunkler.
Useite wie bei sylvanus ab. venata, nur mit
ı größeren Flecken und kräftigerer Zeichnung der Vfl.
. Hil gelbgrün, wie der Apex der Vfl, ohne jede Zeichnung.
"A.subhyalina Brem.-Grey. 10 g'’d'.
Parnara guttatus Brem. 9 g’g' 3 ©0.
Aus der Provinz Szetschwan:
'Lobocla bifasciata contractus Leech, Butterflies
from China, Japan and Corea, Bd. p. 560 PI. 38 fig. 9,
10 g'g' Wa. 4 g'g' Tat. Mehr grauer in der Farbe, die
Flecke der Mittelbinde schmäler und anders geformt,
die Apikalflecke oftmals verkleinert. Häufig stehen unter-
' halb der drei Apikalflecke noch zwei mehr dem Außen-
' rande genäherte, wie es bei nepos Oberth. der Fall ist.
_ (In Seitz nicht angeführt!)
Esimplex Leech. 3 gg! Wa. 7 g’g' 1 Q Tat. 10 Omi.
1 g' Wolungkwan.
m proxima Leech. 3 gJ’g! Wa. 1 g' Tat.
Enepos Oberth. 3 gg! Wa. 2 g’g' 19 Tat.
E.germanus Oberth. 5 g’g' Tat. 7 g’g' 299 Wa.
Celaenorrhinus maculosa Fldr. 1 9' Sump. Sehr
klein.
C.tibetana Mab. 2 g’g' Sump. 2 J’g' 10 Tat. 12 Jg!
2 O0 Wa.
Satarupa nymphalis Spr. 1 g' Wa.
sesinica Fldr. 3 g' Tat. |
S.sinica ab.moorei Mab. 1g'2 QQ9 Minho. 2 g'g' Tat.
20 gg! 6 QO Wa. 10 g'g' Kwan. 19 g'g! Wolungkwan.
Coladenia dan ab. dea Leech. 2 g'g' Sump. 1 g''Wa.
Tagiades menaka Moore 2 g'’g 19 Omi.
Hesperia alveus sifanicus Gr.-Grsh. 13 gg
1 © Sump.
A. bieti Oberth. 1Q Sump. 1Q Wa.
H.oberthüri Leech. 1 J' Tat.
A.zona Mab. 1 g' Tat.
s af
—
228 Deutsche Entum. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
Thanaos tages popoviana Nordm.5 J’g'3 99 Wa.
T. montanus Brem. 599 Wa. |
T.leechi Elw. 2 gJ'g' 129 Omi. 1 9' Kwan. 14 g'g! Tat.
T.pelias Leech. 3 g’g' 1@ Kwan. 1 Wolungkwan.
2 Jg! Wa. 1! Tat. i
Hasora anura Nicev. 6 J'’g' Kwan. j
H.chromus Cr. 3 g'g' Kwan 1 g' Omi. Die Tiere aus’
Kwan sind stark lädıert. Oseite schwarzbraun. Zwei’
Stücke mit drei kleinen, gelblichen Apikalfleckchen, eines -
mit nur einem, das von Omi ohne solchen. Useits treten
die Fleckchen deutlicher hervor. Vflan der Basis dunkler.
Hfl matt purpurlila. Das hellere Band nur bei dem
Exemplar aus Omi ausgebildet, matt grün, zum Außen-
rande hin verschwimmend, bei den übrigen ‚nur ein.
schmaler, weißlicher Querfleck zwischen SM und M...
Ein Falter aus Kwan hat ebenso wie der aus Omi einen
runden weißen Zellfleck der Hil. ü
Rhopalocampta benjamini Guer. 1919 Kwan,
Ismene lara Leech. 1 g' Wa.
Aeromachus chinensis Elw. 2 gg’ Wa. — 1g'
stimmt mit Leechs Abbildung von inachus l.c. pl. 41 H
fig. 19 Text Bd. I p. 619 genau überein, während bei den
anderen Stücken die gelbgrüne Bestäubung derart über-
wiegt, daß die dunklen Flecke sich nur an der hellen’
diskalen Fleckenbinde, die auch breiter als bei Leechs
Abbildung ist, kaum merklich abheben.
A.inachus Men. 1 g' Wa. Sehr klein, aber mit deut
lichem Stigma. f
A.nanus Leech. 1 g' Sump. 5 g'g! Omı. |
Pamphilia houang-ty Oberth. 15 J'g' 19 Wa. 6
g'd' Sump. 3 Jg! Wolungkwan. 6 J'g' 19 Tat.
P.pulchra Leech. 1 9' Tat.
P.abax Oberth. 16 g'g' Omi. 2 g'g! Tat. 28 J'9' Sump.
P.argyrostigma kv. 2QQ Wa. |
P.flavomaculatus Oberth. 26 g'g' Wa. 4 g'g! Tat’
3 g'g' Omi. 6 J'g' Wolungkwan. |
P. niveomaculatus Oberth. 6 g’g' Wa. 6 g'd' Tat
2 J'g' Omi. 1 g' Wolungkwan. Bi
P.dieckmanni Graes. Ib J’g' Wa.7 g'g' Tat. 7? g'g' Om.
Ampittia trimacula ab. reducta nov. 1 Wa.
Vfl oseits nur mit zwei gelben Flecken, ohne den für
trimaculata charakteristischen Zellfleck, sonst wie
trimaculata Leech. :
ag
\ J. Draeseke. Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute, 229
WBaractrocera flavoides Leech.: 1 g' W. 2 g'g'
‘ Wolungkwan.
Adopaea lineola OÖ. In Anzahl Sump.
‘Augiades sylvanus venata Brem.-Grey. 16 J'g'
6 ©9 Wa. 1 g' Omi.
A.subhyalina thibethana Oberth. 3 J’g’ 1 Q Wa.
A.sylvanoides Leech. 54 Jg'1Q Wa. 1 9' Tat. 10"
' Omi. 1 g' Wolungkwan. In Anzahl Sump.
A. buddha ab. flavomaculata nov. 2 Jg! Wa. 1 g
‘ Sump. Die Flecke der Vfl alle von derselben gelben
; Farbe wie die der Hfl.
A.crateis Leech. 2 g'g' Wa.
‚Parana leechi Elw. 2 g’g' Wa. 4 g'g' Kwan.
"P.sinensis Mab. 8 J’g' 399 Wa. 3 gJ’g' Kwan. 1 g'
| Sunp. 1 g' Wolungkwan.
'P.mathias F. 1 9' Sump.
"P.caerulescens Mab. 2 g’g' Tat. 1 g' Tschöng. 2 J'd!
19 Omi. 2 J'9' Sump.
"P.bromus Leech. 1 g' Sump.
"P. guttatus Brem. 7 g'g' Omi. 1 g'1Q Kwan. Die Größe
' der Flecken auf V- und Hfl differiert außerordentlich,
namentlich bei den Tieren aus Westchina. Mir liegen
außerdem noch 6 g'g'! Omi., 1 g' Kwan. und 2 gg! Wa.
vor, die durch das Fehlen der Zellflecke im Vfl auffallen.
Auch der erste der Hflreihenflecke ist mitunter sehr
klein.
P.pellucida Murr. 1 g' Wa.
P.cahira Moore. 3 g’g' Wa.3 gJ'g! 19 Kwan.1 g' Sump.
1 g' Nan Ngan hsien. Zum Unterschied von der fol-
genden Art, austeni Moore, sei die mehr gelblich-
graue Useite noch angegeben.
P. austeni Moore. 1 g' Wa. 2 J'g! 3 29 Omi.
P.colaca Moore. P. Z. S. 1877 p. 594 t. 58 fig. 7. J. Elwes
Tra.Entns . Soc. 1888 p. 446 fig. 1. Elwes and J. Edwards,
a Revision of the orientale Hesperidae, Trans. Zool. Soc.
. Loudon 897 p. 283 Pl. 26 fıg. 18. Leech I. c. p. 609 Pl. 48
\ fig. 5. Die im Seitz Bd. I nicht erwähnte Art beschreibt
Moore: g' und © dunkel olivbraun. Augenränder asch-
grau, Vfl mit einer zurückgebogenen Reihe sieben kleiner
gelber Punkte, der zweite vom hinteren Rande der größte.
Auch ein kleiner Fleck am Ende der Zelle. Useite braun,
Apex und Hfl mit olivgrünen Schuppen gesprenkelt;
eine median-distale Reihe kleiner Flecke auf den Hill.
| Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein IV
Arie zu Dresden. Jahrgang 1928.
230 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1924. EA
Nahe bei H. cinnara. Leech schreibt: Meine chine-
sischen Exemplare stimmen alle durch das Fehlen der
diskalen und inneren marginalen Flecken der Vfl über-
ein, und in dem Vorhandensein der zentralen Flecken-
reihe der Hfl. Soweit Leech: Die mir vorliegenden Tiere
1 Q@ Wa. 2 g’g' 1 @. Omi. stimmten mit Leechs und
Elwes’s Abbildung überein, nur sind die diskalen Punkte
der Hfluseite einander mehr genähert, so daß sie etwas
an P. guttatus Brem. erinnern, dessen vorher be-
schriebene südliche Form aus Wa. und Omi, einen Ueber-
gang zu dieser bilden könnte. Die Hfl der QQ sind
oseits einfarbig dunkelbraun mit kaum einer Andeutung
der hellen Fleckenbinde.
P.thyone Leech |. c. p. 610 PI. 48 fig. 4 1 g' Wa. 200
Omi. Öseite dunkelbraun, mit olivgrünen oder braunen
Haaren an der Basis aller Fl. Vfl mit einem hellen Fleck
am oberen Rande der Zelle (nur bei dem Stück aus
Wa. deutlich ausgeprägt, bei den beiden anderen aus
Omi. ist er kaum sichtbar), Subapikalflecke und zwei
zentrale Flecke, bei zweı Stücken, einem von Omi. und
einem von Wa. befindet sich noch ein kleiner Fleck
zwischen M, und OR. Bei einem Stück von Omi. ist
nur ein kleiner Subapikalfleck vorhanden. Hfl ohne jede
Zeichnung. Useite graubraun oder graugrün, die Flecke
der Öseite durchschlagend. Die Hfl mit einer Reihe
von vier kleinen, in gebogener Linie stehenden Punkten, '
deren Anzahl aber, wie Leech schon erwähnt, variabel
ist. Bei einem Tier aus Omi. fehlen sie völlig. 1
Halpe Moore. Die drei mir vorliegenden Arten ‚sind
auch leicht durch das breite, flockige Stigma der g'g!
von anderen Arten zu trennen. ft
H.bivitta Oberth. 11 g'g' Wa. in Anzahl Sump. 2 Jg!
Tat. 2 gJ'g' Omi. ;
H.lueasi Mab. I g' Wa. Die Hfluseite hat nur zwei
schwarze Punkte zwischen SC, OR und OR, UR. ’
H. blanchardi Mab. 3 g'g' Wa. I
H. gupta Nicev. 1Q@ Wa. Oseits alle Fl dunkelbraun, zur
Basis gelblich behaart, namentlich die Kostalgegend.
Flecke der Vfl größer als beim g'. Ein Fleck in der’
Zelle, drei Apikalflecke und zwei größere zwischen den
Medianadern und unter M, ein kleiner heller Fleck, über
‘der SM ein größerer, fast mit dem vorerwähnten zu
sammenfließend. Useits Kostal- und Apikalhälfte der Vil
’ Ri
\
2
<
Va;
| R. Püngeler. Neue ‚palaearktische Makrolepidopteren. 231
"und die ganzen Hfl hell graugrün, mit kaum wahrnehm-
barer Fleckenzeichnung. Bei den Vil schlagen die Flecke
der Oseite nach unten durch. Der Analteil der Vfl wie
oben dunkelbraun. Die Fransen, die oseits stark gegen
- die Fifarbe kontrastieren, heben sich useits von dem
= Apikalteil der Vfl und den Hfl kaum ab.
"Padraona flava Moore. 1 g' Wa.
Pithauria stramineipennis W.-Mas. u. Nicev. 1 g'
19 Wa. © dunkler braun als das g', Wurzelfeld der Vfl
mit wenigen Diskalfeld der Vfl ohne hellgraue Schuppen ;
- sonstin der Zeichnungsanlage wie das g', nur zwei Flecken
in der Zelle der Vfl, die beim g! fehlen. Useits sind die
= Hfl und der Kostal und Apikalteil der Vfl weißlich grau-
grün. Der Diskus und Innenrandteil dunkel braun. Die
Flecken der Oseite treten deutlicher hervor als beim J',
der useits fast ganz gelbgrau ist.
'Notocrypta rectifascia Leech. 1 g' Omi.
Necurvifascia Fldr. 2 g’g' Omi. 1 g' Wa.
N.restricta Moore. 8 g’g' 19 Omi, 1 g' Kwan. 1 g' Wa.
Neue palaearktische Makrolepidopteren.
Von Rudolf Püngeler, Aachen.
1. Euxoa tischendorfi n. sp. Iris 1915 (XXIX, T. II,
21g' 220). g' Spannweite 33 mm, Vfllänge 14 mm. Vfl
kurz und breit, ziegelrötlich mit eingestreuten dunklen
Schüppchen und schwärzlichen Zeichnungen, innere Mittel-
linie ziemlich grade, etwas: gewellt, Zapfenmakel durch
eine Verdickung dieser Linie angedeutet, Zellmakeln von
der Grundfarbe ausgefüllt, oben und unten offen, die Ring-
makel ziemlich groß, kreisrund, die Nierenmakel breit, ihr
Kern etwas dunkler umzogen, äußere Mittellinie über der
Nierenmakel entspringend, erst saumwärts, dann kurz und
gleichmäßig gezackt, fast grade zum Innenrand, statt der
Wellenlinie, dicht vor der in schwärzliche Striche auf-
gelösten Saumlinie, eine verloschene Schattenbinde, Fransen
breit. Hfl weißlich mit spärlichen, dunklen Schuppen,
‚ dickem Mittelpunkt, schwacher nach dem Innenrand hin
‚ verloschener Bogenlinie, gewellter, in dunkle Fleckchen auf-
gelöster Saumlinie und etwas rötlichen Fransen. Useits
alle Fl mit kräftigen Mittelflecken und deutlicher Bogen-
‚ Iinie, Vfl blaßbräunlich, Hfl mehr weißlich. Mittelglied der
232 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
Palpen lang und dunkel behaart, Endglied kurz, Fühler
bis zur Spitze stark gekämmt, Thorax breit und kräftig,
dicht ziegelrötlich behaart, Hinterleib schmächtig, weißlich.
Das wohl sicher zugehörige © ist schmalflügeliger, noch
ausgesprochener ziegelrot, Fühler mit einzelnen, kurzen
Wimpern, Thorax weniger stark behaart, Hfl und Useite
ohne Bogenlinie.
Beschrieben nach einem Paar aus der Sammlung des
inzwischen verstorbenen Generalkonsuls v. Tischendorf,
von ihm bei Aleppo, Syrien, gefangen.
2. Euxoa flagrans n. sp. ].c. T. III, 239. Spannweite
32 mm. Vfllänge 14 mm. Der vorigen Art nahe, noch ge-
sättigter ziegelrot mit ähnlicher mehr verloschener Zeich-
nung, Hfl bräunlichgrau überflogen, ohne Mittelpunkte,
Useite licht rötlichgrau, alle Fl mit breiter, verwaschener
Bogenlinie, ohne Mittelflecke.
Ein zweites © hat 37 mm Spannweite, stimmt sonst
überein, nur sind Hfl und Useite mehr weißlich.
Wie die vorige Art bei Aleppo gefangen.
Nach Hampsons brieflicher Mitteilung wären beide Arten
Euxoa baetica B. einzureihen, die ich nicht kenne, falls
nicht etwa noctambulatrix Chret. Ann. (S. Fr. 1910
p. 505) mit ıhr zusammenfällt.
3. Monima pfennigschmidti n.sp.1.c. T.1II, 24 ©. Spann-
weite 35 mm, Vfllänge 16 mm Vfl licht bräunlichweiß, W urzel-
strahl tiefschwarz, dick und lang, Beginn der Mittellinien
durch schwarze Fleckchen am Vorderrand bezeichnet, die
innere durch einige dunkle Schuppen angedeutet, die äußere
aus einer hinter der Mittelzelle rechtwinklig gebrochenen
Reihe dunkler Punkte bestehend, Zapfen- und Ringmakel
fehlend, an Stelle der Nierenmakel eine starke, tiefschwarze
Winkelzeichnung, am Vorderrand nahe der Spitze und
über der Mitte des Saumfeldes je ein bräunliches Fleckchen,
Wellenlinie feh'end, auf der Saumlinie zwischen den
Rippenenden dunkle Pünktchen, Fransen zeichnungslos.
Hil schwarzgrau mit schwach gezacktem Saum und etwas
helleren Fransen. Useits die Vfl bis nahe dem Saum
schwärzlich, die Winkelzeichnung kleiner und schwächer
als oseits, dahinter eine dicke, schwärzliche, leicht gebogene
Linie, Saumpunkte stärker als oseits, Hfl weißlich mit
grober, dunkler Bestäubung, dickem Mittelpunkt und deut-
licher, dunkler Punktreihe hinter der Mitte. Palpen mit
breitem Mittel- und Endglied, seitlich tiefschwarz, Augen
R. Püngeler. Neue palaearktische Makrolepidopteren. 233
- deutlich behaart, Fühler mit einzelnen kurzen Wimpern.
Japan Jocohama, 23. 3. 1911 am Licht (H. Hoene), Herrn
Pfennigschmidt in Hannover zu Ehren benannt.
Das Manuskript mit den Beschreibungen der drei vor-
_ stehenden Arten war beim Umräumen meines Hauses
_ wegen fremder Besatzung verlegt worden und fand sich
‚ erst kürzlich wieder, daher die Verspätung der Ver-
‚öffentlichung. Inzwischen hat der Entdecker, Herr Hoene,
die Monima im Entom. Magaz. Vol. III Pt. I (June 1917)
p. 47, T.1 Fig. 2 nochmals als nigromaculata be-
schrieben. Die ebendort aufgestellte Perigrapha
pfennigschmidti ist offenbar gleich Claripalpula
; aurariae Obth.
4. Conistra (Orchodia) eriophora var. perspicua nov.
_ Die Stammform habe ich Iris 1901 S. 186 beschrieben, die
‚ sonst gute Abbildung T. III, 16 ist zu dunkel ausgefallen.
‚ Ein später erhaltener, ebenfalls in der Umgebung von Aksu
gefangener Jg, ist wie die ©Q, licht rötlichgrau, noch
‚ Schwächer gezeichnet, die Fühler sind lang gewimpert.
Von Chamil-Hami, Ostturkestan, Rückbeil 1908, erhielt
ich 3 ©Q, die einer wesentlich dunkler grauen, weniger
rötlichen, schärfer gezeichneten Lokalform angehören, sie
‚gleichen stark dem Bilde der breiter gebauten veronicae
im Seitz II T.35h, die Zeichnungen treten noch etwas
_ deutlicher hervor.
5. Kuldscha bioerraria n. sp. DerstaudingeriAlph.
“nahe, in den körperlichen Merkmalen übereinstimmend, die
Kammzähne der männlichen Fühler nicht abstehend, son-
dern vielleicht zufällig eng dem Schaft anliegend. Grund-
farbe heller, weißlichgrau, lange nicht so bräunlich, Wurzel-
feld der Vfl unregelmäßiger begrenzt, die dunkle Mittelbinde
‚ wurzelwärts mit etwas stärkeren aber mehr gerundeten
' Vorsprüngen, saumwärts dagegen kürzer und gleichmäßiger
gezähnt, Hfl licht weißgrau, die Bogenlinie regelmäßiger
und mehr saumwärts gerückt. Useite licht weißgrau, das
Saumfeld aller Fl hinter der feinen, aber deutlichen Außen-
linie, deutlich heller. Beschrieben nach einem reinen Paar
von Atschan, Altyn-Tagh, Rückbeil 1903.
Die Typen und Cotypen der vorbeschriebenen Formen
‘ mit Ausnahme der beiden Euxoa sind in meiner Sammlung.
234 Bücherbesprechungen.
Bücherbesprechungen. E.
Osthelder, Ludwig. Die Schmetterlinge Südbayerns und der angren-
zenden nördlichen Kalkalpen. I. Teil. 1. Heft. Tagfalter. Mitteil. der
Münchener entomolog. Gesellschaft. 15. jahrg. Beilage. München 1925.
Verlag von J. Pfeiffer, Herzogspitalstr. 5 und 6.
Von dieser, schon vor längerer Zeit angekündigten Schmetterlingsfauna
ist nunmehr der erste Teil, ein stattliches Heft von 166 Seiten mit sieben
in vorzüglicher Weise die neuen Forinen darstellenden Lichtdrucktafeln er-
schienen. Aus praktischen Gründen ist das System von Staudinger und
Rebel (Katalog 1901) beibehalten, die erblichen Rassen sind mit Varietät, die
individuellen Abweichungen mit dem unschönen Worte: Modifikationen
(„mod*.) bezeichnet worden. Es muß anerkannt werden, daß die in vielen
entomologischen Zeitschriften zerstreuten Beschreibungen dieser Modifıka-
tionen geradezu mit Bienenileiß und wohl lückenlos zusammengetragen sind.
Eine ebenso ausführliche wie vorzügliche Schilderung des in jeder Hinsicht
so interessanten Gebietes folgt der Einleitung, ferner die der klimatischen
Verhältnisse, den Schluß bildet ein Verzeichnis der benutzten Literatur. Um
von dem Inhalt nur einiges anzuführen sei erwähnt, daß der Verfasser,
ähnlich wie es bei den Lycaeniden und Zygaenen von anderer Seite schon
geschehen ist, die bei den einzelnen Arten meist in gleicher Richtung wieder-
kehrenden Modifikationen der Erebien in drei Gruppen sondert: a) Färbungs-
modifikationen, b) Modifikationen in der Ausdehnung der rotbraunen Binden
und Flecken und c) in die der Punktzeichnung und Binden. Die Zu-
rechnung aller Melitaea aurelia Nick. der bayerischen Alpentäler zu M.
britomartis Assm., auf Grund der Raupenfärbung, halte ich für sehr
gewagt, die abgebildeten Falter dürften mit der britomartis Assm. aus
Schlesien schwerlich übereinstimmen; es ist dies eben in Folge der
mangelhaften Beschreibung eine sehr problematische Form. Bemerkens-
wert ist auch, was der Verfasser über Coenonympha satyrion var.
bavarica n.v., Lycaena argus var. uliginosa Dannehl und L. orbi-
tulus var. alboocellata Gillmer sagt. Wer jemals die bayrischen
Alpen besuchte und dort Schmetterlinge sammelte, wird mit Entzücken diese
musterhafte Bearbeitung der einzelnen Arten mit ihren so interessanten
alpinen Formen studieren; welche Fülle von neuen Beobachtungen findet
man fast bei jeder Art. Herrn Ministerialrat Osthelder gebührt der wärmste‘
Dank aller Schmetterlingssammler. Hoffentlich erscheinen bald die weiteren
Lieferungen. E. Möbius.
Dingler, Dr. Max. „Die Hausinsekten und ihre Bekämpfung“, Berlin 1925.
Verlag von Paul Parey. Preis einzeln Mark: 2.—, 25 Stück je 1.80,
50 Stück je 1.60, 100 Stück je 1.40. u
Ein Büchlein von 96 Seiten, für den „Hausgebrauch“, das die modernen
Mittel zur Bekämpfung der in unseren Wohnungen anzutreffenden Insekten-
schädlinge behandelt und unter Beigabe von 64 Abbildungen, deren Erkennen
(mit Ausnahme das des all zu borstigen Niptus, der auch sonst knapp
weg kommt) erleichtert. Einzeln wird deren Aussehen, ihre Lebensweise,
ihr Schaden und ihre Bekämpfung berücksichtigt. Leider ist bei letzterer
vielfach die nicht allerwärts ausführbare Begasung mit Blausäure die
„ultima ratio“. In Anbetracht des Gebotenen ist der Preis sehr mäßig und
erleichtert die wünschenswerte Verbreitung dieser Schrift. K.M.H.
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Zugänge zur Bücherei. 235
Zugänge zur Bücherei vom 1. XI. 1924 bis 1. X1. 1925.
1. Eingänge durch Geschenke.
“ Ferreira d’Almeida, Les Papilionides de Rio de Janeiro. Description de
deux Chenilles. (Ann. Soc. Ent. France Vol. XCIIl, 1924), (v. Verf.)
Heller, K. M., Rüsselkäfer von Sumatra, gesammelt von H. J. B. Corporaal.
(Mus. van Naturlyke Historie, Leiden 1925), (v. Verf.)
Heinrich, Beitrag zur Macrolepidopterenfauna von Digne. (Deutsche Ent. Z.
1923), (v. Verf.)
- Heyd« mann, Ueber die Variabilität von E. atomaria L, und O. mucronata
Scop. (Int. Ent. Z. Guben, 18. ]., 1925.)
Martin, Die Tagfalter der Insei Celebes (Tijdschriit v. Entomologie, s’Graven-
hage LXIIl, 1920.), (v. Verf.)
Menze, Handbuch der Tropenkrankheiten, II. Band, (v. Verlag).
-Osthelder, Die Schmetterlinge Südbayerns, 1. 1eil, Tagfalter, (v. Verlag).
Report of the British National Committee -an Entomological Nomenclature
(Proceedings Entom. Soc. London, 1925).
| ‚Ribbe, K., Unter dem südlichen Kreuz, Dresden 1924, (v. Verf.)
Schenkel-Haas, Die Spinnenfauna des Zehlaubruches (Schriften Physik.-
ökon. Ges. Königsberg i. Pr., Bd. LXIV, 1925, von Dr. Dampf).
- Schultze, A., Cercopis flavomaculata (Revista de Industrias Vol. II Nr. 14,
Bogota), (v. Verf)
Sorauer, Handbuch der Pflanzenkrankheiten, Bd. IV. Tierische Schädlinge
4. Aufl., Berlin 1925 (v. Verlag).
Turati, Emilio, Nuove Forme die Lepidotteri IV. (Naturalista Siciliano 1919).
-Turati, Emilio, Sidemia standfussi Wsk. = Luperina pozzii Curo =
Hydroecia nicaeensis Culot (Zeitsch. wiss. Insektenbiologie Bd.X1, 1915).
Tura i, Emilio, Nouvelle race d’Euchlo& ausonia Hb. (belia Cr.) libyca n.
var. (Bull. Soc. Ent. France 1917).
Turati, Emilio, Un genere nuovo alla fauna palearctica: Emmatocera pa-
| laearctella (Bol. Soc. Ent. Italiana XLVIII, 1916).
Turati, Emilio, Revisione delle Syntomis paleatiche a Duppio Cingulo
Giallo el Saggio di una Classificacione delle Varie Specie e Forme
(Soc. Ital. Scienze Naturali Vol. LVI, 1917).
Turati, Emilio, Ancora sulle variazioni del Parnassius Apollo pumilus
3 Stich. (l. c. Vol. LVII, 1918). 1
Turati, Emilio, A. 1000 metri sull’Appenino Modenese (I. c. Vol. LVIII, 1919).
r
Turati, Emilio, Lepidotteri di Cirenaica (l. c. Vol. LX\.
Turati, Emilio, Il Crambus graphellus Const. in Italia (Soc. Entom. Italiana
Vol. I, 1922).
Turati, Emilio, Materiali per una faunula Lepidotterologica de Cirenaica
(Soc. Ital. Scienze Naturali (Vol. LXI, 1922). N
Turati, Emilio, Description d’un nouveau genre et d’une nouvelle espece
de Pyralide (Bul. Soc. Ent. France 1922).
Turati, Emilio, Cinque anni di ricerche nell’ Appenino modenese (Soc.
Ital. Scienze Natur, Vol. LXII, 1923).
Turati, Emilio, Spizzichi di Lepidotterologica (Boll. Soc. Entom. Ital.
LV, 1923).
Turati, Emilio, Spedizione lepidotterologica in Cirenaica 1921 und 1922
(Soc. Ital. Scienze Naturali Vol. LXVII, 1924).
Turati, Emilio, In Memoria di Renato Perlini e di Enrico Ragusa (l. c. 1925).
236 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris, Dresden 1925.
Turati, Emilio, Variabilita del Parnassius Apollo pumilus Stich, (I. c. LVIL,
1918), ( (alle 16 Sonderdrucke v. Vert.).
Warnecke, Verzeichnis der im Juli 1924 auf der Nordseeinsel Borkum
beobachteten Groß-Schmetterlinge (Int. Ent. Z. Guben, 18 J.).
Warnecke, Einige Bemeiıkungen über den Formenkreis der Nychiodes
obscuraria (lividaria Hb.) und Beschreibung einer neuen Form der
Nychiodes Dalmatina Wagner, n. subsp. Andreasaria Warn. (Int. Ent.
Z. Guben, 19. ].).
Warnecke, Ueber die Variabilität und Verbreitung von Dasypolia Templi
Thnbg. (Ent. Z. Frankfurt J. XXXVII, Nr. 31), (v. Verf.).
Wolf, M. und Krause, A., Die Krankheiten der Forleule, Breslau 1925
(v. Herrn Stephan).
Dingler, M., Die Hausinsekten und ihre Bekämpfung, Berlin 1925 (v. Verlag).
\
2. Eingänge durch Kauf und Tausch.
Blüthgen, P., Contribucion al Conocimiento de las Especies Espanolas de
Halictus. (Hymenopt. Apidae) (Memorias Real Soc. Espan. Hist. Nat,
T. XI, 1924).
Lutz, F., Insects Soünds (Americ. Mus. Nat. Hist. Vol. L, 1924).
Rehn, J-, The Dermaptera of the Americ. Mus. Congo Exped. with a Cata-
logue of the Belgian Congo Species (Americ. Mus. Nat. Hist. Vol. XLIX),
Seitz, Exotica, Lief. 358—381.
3. Zeitschriften.
Intern. Entomo!. Zeitschr. Guben. J. 18 Nr. 283—46 u. J. 19 Nr. 1—28. ;
Entomol. Zeitschr. Frankfurt a. M. j. 38 Nr. 21--41 u. J. 39 Nr. 1—27 u.
Buchbeilage für das Vereinsjahr 1924/25.
Zeitschr. f. wiss. Insektenbiologie, Berlin. Bd. 19 Nr. 8-10 u. Bd. 20 Nr. 1—8.
Societas entomologica, Stuttgart. J. 39 Nr. 11—12 u. J. 40 Nr. 1—10.
Insektenbörse, Stuttgart. J. 41 Nr. 33—36 u. J. 42 Nr. 1—20.
Deutsche Entomol. Zeitschr., Berlin. J. 1924 Heft 4—6 u. J. 1925 Heft 1-3.
Schweizer Entomol. Anzeiger, Zürich. J. III Nr. 11 u. 12 u. J. IV Nr. 1—10.
Boletin R. Soc. Espanola Hist. Nat., Madrid. T.24 Nr. 7—10 u.T. 25 Nr. 1— 7.
Miıteil, Schweizer Entomol. Gesellsch. Vol. Xıill Heft 7 u. 8. j
Entomol. Anzeiger, Wien, J. IV Nr. 16—18 u. J. V Nr. 1—20.
Entomol. Mitteil. Berlin-Dahlem. Bd. XIII Nr. 6 u. Bd. XIV Nr. 1—6.
Entomo!. Rundschau, Stuttgart. J. 41 Nr. 11 u. 12 u. J. 42 Nr. 1— 10.
Entomological News, Philadelphia. Vol. 35 Nr. 9 u. 10 u. Vol. 36 Nr. 1—8.
Zeitschr. Oesterr. Entomologen-Vereins, Wien. J. 9 Nr. 11 u. 12 u. J. 10
Nr. 1—9.
The Entomologists Record and Journal of Variation, London. Vol. 36 Nr. 11
u. 12 u. Vol. 37 Nr. 1—10.
Mitteil. d. Münchner Entomol. Gesellsch. J. 14 Nr. 6—12 u. J. 15 Nr. 1-5.
Revue Russe d’Entomologie. T. XIV—XVIl u. XVII Nr. 1 u. 2.
Horae Societatis Entomol. Rossicae, T, XLI Nr. 1—7, T. XLII Nr. 1 u. 2,
Tijdschrift voor Entomologie, s’Gravenhage. 67. Deel und Supplement 1925
Stettiner Entomol. Zeitung. J. 84 Heft II u. ]J. 85 u. J. 86 Heft I.
American Museum Novitates Nr. 125, 126, 151, 158, 174 u. 176.
Jahrbuch des Martjanowschen Staatsmuseum in Minussinsk. Bd. II Lief. 3
u. Bd. 1II Lief. 1.
Entomologische Berichten, Amsterdam. Nr. 138 - 143.
Transactions Entom. Society London 1917—1923, 1924 Heft 1 u. 2.
Psyche, Cambridge Mass. Vol. XXXI Nr, 6 u. Vol. XXXII Nr. 1—5.
|
| Vereinsnachrichten. 237
'Entomologisk Tidskrift, Upsala. Bd. 45 Heft 1-4.
Bulletin of tne Hill Museum. Vol. I Nr. 4.
‘30. Jahresbericht des Wiener Entomol. Vereins.
Entomologiske Meddelelser, Kjobenhavn. Bd. XIV Heft 7—10 u. Bd. XV Heft 4.
Trapajos del Museo de Ciencias Naturales de Barcelona. Vol. IV Nr. 6-12.
Jahresbericht des Vereins für schlesische Insektenkunde, Breslau. XIV.Heft 1924.
‚Koleopterol. Rundschau, Wien. Bd. XI Nr. 3 u. 4.
Mitteil. Badischen Entomol. Vereinig. Freiburg i. Br., Bd. I Heft 1-6 und
Badische Blätter für Schädlingsbekämpfung, Bd. I Heft 5 u. Sonder-
heft 1925.
Die kranke Ptlanze, Dresden, J. I Nr. 1—10 u. J. I Nr. 1-10.
Repertorium Entomologicum, Berlin. J.2 Nr. 1—6.
Vereinsnachrichten.
Am Tage der Jahreshauptversammlung, dem 4. No-
vember 1925, gehörten dem Vereine an: 5 Ehrenmitglieder
(1924: 5), 200 ordentliche (199), 4 außerordentliche (5),
32 korporative Mitglieder (32) und bestanden 19 Tausch-
verbindungen (21).
. Aufgenommen wurden im vergangenen Vereinsjahre die
Herren: Cuno (Magdeburg), Gschwandtner (Wien), Gelpke
(Northeim), Guth (Pforzheim), Harrassowitz (Leipzig),
Heinrich (Berlin), Jäckel (Bremen), Lisieki (Posen), Prell
(Tharandı), Tempel (Dresden), Trapp (Mühlhausen, Thre..),
Reißer (Wien), Vollmar (Berlin).
_ Ausgeschieden sind: A. Bang-Haas (Dresden) +, Blohm
Muggesfelde) 7, Cuno (Magdeburg), Hämmerlein (Mainz),
Kotzbauer (München), Leonhard (Dresden), Martin (Mün-
:hen) 7, Paulke (Berlin), Rost (Köln), Schröder (Berlin),
Schütze (Eystrup), Stegmüller (Habelschwerdt), Weyer
Altona).
Der im vergangenen Jahre tätig gewesene Vorstand
wurde einstimmig wiedergewählt. Seine Zusammensetzung
‚st auf Seite 2 des Umschlages ersichtlich.
Wie alljährlich wurde auch im verflossenen Jahre die
Vereinsbücherei mit zahlreichen Spenden bedacht (s. Zu-
sänge zur Bücherei). Besonderer Dank sei an dieser Stelle
derrn Conte Turati (Mailand) ausgesprochen, der eine große
Anzahl wertvoller und umfangreicher Sonderdrucke seiner
Arbeiten stiftete.
Von den Vereinsabenden ist folgendes zu berichten:
1. Januar 1925. Herr Draeseke zeigt Callerebien der
»tötznerschen Ausbeute mit einzelnen neuen Arten und
Aberrationen. Die Artenzahl, die auf verhältnismäßig
238 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
eng begrenztem Gebiete erbeutet wurde, ist ziemlich auf
fallend. Als Gattungsmerkmale, die die Callerebien von
den Erebien trennen, sind besonders hervorzuheben: Zar-
tere Fühler, kleinerer Kopf, das Vorhandensein von Anal
lappen. Als neues Gattungsmerkmal weist Herr Draeseke
auf feine weiße Streifen in den Duftflecken der g'g' hin,
die bei den einzelnen Arten in z. T. verschiedener Größe
ungefähr parallel zum Vorderflügelaußenrande verlaufen
und bei allen vorgelegten Stücken bei guter Beleuchtung
schon mit bloßem Auge sichtbar sind. Sie entstehen durch
gleichmäßig reihenförmige Lagerung der Duftschuppen, die
bei den Callerebien in vorwiegend drei verschiedenen
Formen auftreten (s. S. 53 dieses Bandes!). — Herr Mar-
quardt bringt einige Stabheuschrecken von Neu-Guinea,
die durch Größe und bizarre Form auffallen, sowie Heu-
schrecken, Zikaden und Fangheuschrecken aus Südamerika,
die ebenfalls durch ihre absonderliche Gestalt und Fär-
bung abenteuerlich wirken und z. T. gute Beispiele für
Mimetik abgeben. I
4. Februar 1925. Der Vorsitzende führt in einem „Rück-
und Zukunftsblick auf die Fortschritte in der Schmetterlings:
kunde“ aus, daß nicht nur hervorragende Persönlichkeiten,
sondern auch technische Erfindungen als epochemachen(l
dabei in Frage kommen. Obwohl nach in Vergessenheit
geratenen wissenschaftlichen Errungenschaften des Alter;
tums (Aristoteles, $ 322 v. Chr., kannte bereits die Meta:
morphose der Schmetterlinge) auch mancherlei im Mittelalte:
beobachtet worden sein mag, so ist uns davon doch kaußi
Nennenswertes überliefert worden. Erst durch die Erfindu
der Buchdruckerkunst (das erste Buch wurde um 1450
geiruckt) und des Kupferstiches wurde die Aufmerksamke
weiterer Kreise auf die Insektenwelt gelenkt. Wolton
(Paris 1552), Rondelet (Lyon 1554), Aldrovandi (7 Bologna,
1605), Moufet (7 London 1604), der nach fast 100 Jahre
Konrad Gesners (+ 1558) Aufzeichnungen über die Kerfe
veröffentlichte, Jac. Hoefnagel (1630—46), Malpighi (1664),
Francesco Redi (+ Pisa 1697) seien hier als Vorläufer det
Werke der Maria Sibylla Merian (} Amsterdam 171?)
Goedarts (+ Middelburg 1668) und Swammerdams (fr Amsteı
dam 1637) genannt. Die Werke des letzteren wurden teil
weise auch erst 100 Jahre nach seinem Geburtstage vei:
öffentlicht. Seine berühmte Bibel der Natur sowie Goedat
Metamorphosis Insectorum legt der Redner vor. De
BR
Vereinsnachrichten. 239
|
interessanten Lebenslauf Swammerdams und des ihm be-
freundeten Antony van Leeuwenhocks (rF 1725), der sich
außer durch seine wissenschaftlichen Untersuchungen durch
die Vervollkommnung der optischen Hilfsmittel große Ver-
dienste erworben hat, schildert derVortragende ausführlicher.
‚War in bezug auf Anatomie und Entwicklungsgeschichte der
Schmetterlinge teilweise Erstaunliches geleistet worden, so
lag die Kenntnis der Arten so im Argen, daß wir heute
noch vielfach im Zweifel über die Artzugehörigkeit der
drüher untersuchten Schmetterlinge sind. Erst Linne hat
in seinem System der Natur (10. Aufl. von 1758, das in-
ternationale Verständigungsmittel, das. uns zugleich zur
Erkenntnis einer ungeahnten Artfülle führte, gefunden und
damit eine neue Epoche der Schmetterlingskunde einge-
leitet. Mit dem Fortschritt der Verkehrsverhältnisse, der
Erschließung bisher unerforschter Gebiete fremder Erdteile
und durch die mit schwerem Geld bezahlte Liebhaberei
für die farbenprächtigen Tropenformen, die man nun auch
zu konservieren gelernt hatte, steigerte sich das Bekannt-
werden neuer Formen so reißend schnell, daß, obwohl den
schon in anatomischer und biologischer Hinsicht glänzenden
‚Werken eines Reaumur (1734), Rösel von Rosenhof (1746),
de Geer (1752) rein systematische Schmetterlingswerke
wie die von Esper (1777), Cramer (1779), Hübner (1785)
u.a. folgten, diese Veröffentlichungen nicht mehr mit der
Menge des neu eingeführten Materials und mit der Nach-
frage der Liebhaber Schritt halten konnten und man dazu
gedrängt wurde, in besonderen Sammelwerken und Vereins-
schriften die neuen Entdeckungen bekannt zu machen.
Diesem Bedürfnis suchten Füsslys Magazin für Liebhaber
der Entomologie (1778—79) und eine Reihe anderer ähn-
licher „Magazine“ und ‚Archive‘, vor allem aber die großen
'Entomologen-Vereine zu entsprechen, von denen die An-
nales d. Soc. Ent. France 1832, die Trans. Ent. Soc. London
1834, die Ent. Zeitung Stettin 1840, die Berliner Ent. Zeit-
schrift 1857, die Wiener Ent. Monatsschrift 1857 zum ersten
‚Male erschienen, denen bis heute unzählige andere gefolgt
sind. Der von ihnen veröffentlichte Strom neuer Formen
ist bis heute kaum eingedämmt, wohl aber durch Darwins
1869) und Wallace’s Schriften (1865 und 1876) teilweise
in neue Bahnen gedrängt worden, da ja auch die Uhnter-
suchung der Schmetterlinge hinsichtlich der Evolutions-
theorie und Zoographie neue Perspektiven eröffnete (vergl.
240 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
Eimer 1889—95, Weismann 1875—76, Standfuß 1895 —1910
und die zahlreichen Schriften verschiedener Autoren über
Mimikry und Mendelismus!). Einen weiteren Fortschritt
verdankt die Schmetterlingskunde auch den — in Ame-
rika bereits seit 50 Jahren — praktisch die Schädlingsbe-
kämpfung studierenden Entomologen, denn auch nur wich-
tigste Schriften hier aufzuzählen nicht der Platz ist. Ihrer
harren auch noch in der Zukunft viele Fragen. Vor allem
scheint aber die Schmetterlingskunde künftig noch berufen
zu sein, in tiergeographischer Hinsicht wichtige Aufschlüsse
zu geben, und die Auswertung des ansehnlichen faunistischen
Materials, das in der Literatur angehäuft ist, dürfte die
Hauptaufgabe späterer Generationen sein; denn es handelt,
sich nicht um die Feststellung des augenblicklichen Art-
bestandes eines Gebietes, sondern um dessen Wechsel
(Aussterben und Zuwanderung) und um die Feststellung
der Geschwindigkeit, mit der manche Arten sich ausbreiten,
und die Einflüsse, durch die die Ausbreitung bedingt ist.
Daß die sozusagen experimentelle Entomologie neben ihren
überraschenden Transplantationsversuchen auch in physio-
logischer Hinsicht neue Ergebnisse erwarten läßt, glaubt
der Redner durch die von J T. Audemans in jüngster Zeit
ausgeführten Fütterungsversuche von Raupen mit Toluylen-
rot, die mehr oder weniger rötliche Falter ergaben, für er-
wiesen halten zu können.
18. Februar 1925. Herr Möbius spricht über seine Reise:
ins Gadmental in der Schweiz, vom Reiseweg und dei:
landschaftlichen Schönheit der Natur mit ihren alten Ahorn-
bäumen, von dem üppigen Pflanzenwuchs im Tale und au!
den Matten, von der imposanten Gadmenfluh am Süd-
fuße des Titlis und dem großartigen Steingletscher anı
Sustenpaß. Von den gelangenen Faltern sind folgend:
Arten besonders erwähnenswert: Parn. mnemosyne
halteres Musch., Col. palaeno Qherrichi St, E.
melampus augurinus Frhst, E.oeme Hb. mit ab.
lugens St, Pl. aemula Hb,, Pl. bractea F. und Pl.
interrogationis kume punctata Sc. (Meiringen),
Ps. bentelii Rtzr. Von Raupen wurde gefunden: Tephr
pyreneata Mab. Tephr. distinctaria H.S,, Tephr,
satyrata Hb. und scriptaria H.S. I
1. April 1925. Vorsitzender hält einen vom Verein Natur-
schutzpark mit Lichtbildern zur Verfügung gestellten Vortrag‘
über den Salzburger Naturschutzpark (in den Velber Tauern)
I
| Vereinsnachrichten, 241
—————— __
und regt dazu an, die Erhaltung dieses fast noch unberührten
Hochalpengebietes durch Beitritt zum Verein Naturschutz-
park, Stuttgart, fördern zu helfen (Mindestjahresbeitrag 2 M).
22. April 1925. Herr Tempel spricht als Mitglied der
Sächsischen Pflanzenschutzgesellschaft (siehe Rücherbe-
sprechung : Die kranke Pflanze, S. 179 dieses Bandes!) über
die Schädlinge der Kulturpflanzen insbesondere des Ge-
treides, soweit sie der Insektenwelt angehören. In den
Dresdner Nachrichten erschien darüber folgender Aufsatz:
‚Die parasitären und Pflanzenschädlings-Störungen der land-
wirtschaftlichen Produktionssteigerung sind so enorm, daß
nit allen Mitteln dagegen vorgegangen werden muß. Ein
zeschichtlicher Rückblick auf die Kenntnis der alten Völker
über Pflanzenschädlinge gestaltet sich sehr interessant, wenn
man z. B. die mystischen Ratschläge des Plinius und Virgil
'zegen die Pflanzenparasiten mit der wissenschaftlichen
Sekämpfung der Schädlinge in unserer Zeit vergleicht.
as nun speziell die Bodenschädlinge angeht, so
‚st zunächst zu nennen die Maulwurfsgrille (auch wohl
‚„Ackerweibel“ genannt). Kleine Erdwälle, unterirdische
zänge, verwelkende Pflanzen, absterbendes Getreide zeigen
‚hr Vorkommen an. Ihre Vermehrung und der Schaden,
len sie anrichtet, ist sehr groß. Daher sind ihre Feinde
Maulwurf, Spitzmaus, Star, Laufkäfer) zu schützen. Man
yekämpfe die Grille durch Aufsuchen der Nester, Ver-
üchten der Mutter mit der Brut, durch Fangen in Töpfen
nit glatten Wänden, durch Entwässerung der Gegend des
Vorkommens. Sehr schädlich sind die Larven gewisser
3latthornkäfer (Getreide- und Gartenlaufkäfer, Maikäfer,
3rachkäfer). Am gefährlichsten sind die Engerlinge. Wäh-
‘end vier Sommern sind sie die fürchterlichsten Feinde
les Freßbaren in der Pflanzenwelt. Die Maikäfer selbst
‚ressen in der Flugzeit massenhaft Blätter und Knospen.
‚nnördlichen Gegenden gibt es gewöhnlich aller vier Jahre,
‚n südlichen aller drei Jahre ein Maikäferflugjahr. Vertilgt
werden sie durch Sammeln, durch Schützen ihrer Feinde
Krähen, Dohlen, Stare, Falken, Sperlinge), durch Vernichtung
‚ei der Bodenbearbeitung (Hühnereintrieb in die Felder)
der durch Einstreuen von Giften (Vorsicht!) Der Ver-
Mchtung wert sind weiterhin alle Schnell- oder Springkäfer,
Tkennbar durch schmalen Leib, sehr kurze Beine und
iesige Sprungfähigkeit, die bewirkt wird durch den Sprung-
‚Pparat an der Brust. Ihre Larven, die Drahtwürmer, leben
242 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
ausschließlich von Pflanzenwurzeln. Maulwurf und Igel
fressen sie gern. Man bekämpft sie durch Auslegen von
Klee, der in Schweinfurter Grün geschwenkt wurde, durch
Auftrieb von Hühnern, Unterwassersetzen der Felder, durch
Streuen von Kainit. — Von den Schmetterlingen führt!
Vortragender als Schädlinge besonders an: Agr.excela-
mationis L., tritici L., segetum Schiff., Charaeas
graminis_L.und Had. monoglypha Hufn. Auch die’
seltene Agr. crassa Hb. soll als Schädling aufgetreten sein,
was aber stark arigezweifelt wird, wenn auch zugegeben
werden muß, daß auch seltene Arten infolge besonders
günstiger Verhältnisse einmal in größeren Mengen eeche
nen. So ist z.B. nach der Mitteilung einiger Anwesende
die ja an sich schon häufiger Leuc. pallensL. in Sachsen
lokal als Schädling aufgetreten. — Herr Walther zeigt so-
dann eine ex o.-Zucht von Paras. plantaginis_L. au
dem Oetztale. Es treten auf: Die Stammform, ab. sub
alpina Schaw, g’ab.hospita Schiff, Q' ab. matro-
nalis Frr. Die Nachzucht — die’Tiere gingen im Gegen-
satz zu einer gleichzeitig laufenden plantaginis — &
o.-Zucht des Unterzeichneten vom Königseegebiet mit El
folg in Copula — lieferte in einer Il. Generation auße
diesen Formen die g' ab. elegans Rätzer und einen Ueber:
gang von dieser zur g’ ab. borussia Schaw. Die Zucht
der II. Generation wurde mühelos im warmen Zimmer
Endiviensalat durchgeführt. I
2. September 1925. Herr Draeseke berichtet über |
Internationalen Entomologenkongreß in Zürich. Rühmens
wert muß schon die Organisation in bezug auf Aufnahme,
Unterbringung, Verpflegung, Unterhaltung usw. hervor
gehoben werden. Zahlreiche und vielseitige Vorträge füllteı
die Verhandlungstage, entgegenkommend war das erhalte
der Behörden. — Herr Möbius berichtet über das
jährige Vorkommen von Zyg. exulans Hochenw. ur
Reiner auf dem Gorner Grat. Die Falter traten ın ur:
glaublichen Mengen auf, sodaß sie das Sammeln geradez
erschwerten. Zwei Belegstücke, ein mit Gespinsten ganz
durchsetztes Rasenstück und ein kleines Steinchen, an dest
die Gespinste klumpenweise sitzen, lassen einen Schlut
auf das massenhafte Auftreten dieser Art zu, deren Ver-
änderlichkeit durch eine Reihe daselbst erbeuteter Stück‘
vor Augen geführt wird. — Herr Walther bringt einig:
Parn. apollo L. vom Oetztale ex o. gezogen. Die Räupchen
ie Vereinsnachrichten. 243
schlüpften im Januar. Einige andere Stücke stammen aus
"Pontresina. — Der Vorsitzende legt die seit fast 100
‚Jahren als „trilobitenähnliche Larven‘ aus Malayasien be-
‘kannten und meist für Lycidenlarven angesprochenen,
merkwürdigen Insektenformen vor, über die es erst in
jüngster Zeit Dr. Erik Mjöberg (vergl. „Psyche‘ Cambridge,
"Mass. 1925, Nr. 3, p. 119—154 mit 2 Taf.) durch andauernde
Eorschertätigkeit gelang, sicheren Aufschluß zu erhalten,
‚der ergab, daß diese angeblichen Larven’ die geschlechts-
reifen QQO von Lyciden sind, die ohne die vollständige
‚Metamorphose durchzumachen auf dem Larvenstadium
stehen bleiben und im Vergleich zu den außerordentlich
‚schwer zu erlangenden g'g! rıesig groß sind. Für die ein-
zige dieser Käferart, von der auch das g' nachgewiesen
‚wurde, hat Mjöberg die Gattung Duliticola (mit der
neuen Art: paradoxa) aus Borneo errichtet. — Herr
'Skell zeigt eine Auslese von einer II. und III Filialgeneration,
letztere als I. Generation gezogen, von Spilos. lubrici-
peda L.ab. zatima StollQ und zatima g'. Neben
zahlreichen reinen zatima-Stücken tritt auch die Zwischen-
form intermedia auf. Auffallend ist, daß, während in der
IE Filialgeneration QQ und g'g' sich die Wage halten, bei
der III. 74 OO nur 37 g'g! gegenüberstehen. Am 24. 9.
schlüpfte noch als II. Jahresgeneration 1 intermedia g'
der IV. Filialgeneration. Die Zucht erfolgte verlustlos mit
'Hollunder. Ä
7. Oktober 1925. Der Vorsitzende legt ein Schreiben
des Herrn Dr. H. Hedickes-Berlin vom 17. September des
Inhaltes vor, daß der dritte Internationale Entomologen-
Kongreß in Zürich beschlossen hat, eine internationale
entomologische Kommission ins Leben zu rufen, die auf
Grund der vom britisch-nationalen Ausschuß für ento-
mologische Namengebung gemachten Vorschläge über-
drüfen und regeln solle und daß die deutsche entomolo-
sische Gesellschaft in Berlin beauftragt wurde, ihrerseits
Sinen Ausschuß deutscher Entomologen zwecks .Mit-
arbeit bei der Klärung der Nomenklaturfragen zu erwählen
ind auch der Entomologische Verein „Iris“ aufgefordert
'wurde, einen Vertreter vorzuschlagen. Nach näherer
'#ühlungnahme wurde vom Verein Herr Dr. Martin Hering,
3erlin, in Vorschlag gebracht, der die Liebenswürdigkeit
aatte, die Vertretung anzunehmen. — An diese Mitteilung
xnüpfte sich ein anregender Meinungsaustausch über ento-
244 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1925.
mologische Namengebung, bei welcher seitens des Vor-
sitzenden auf den bedauerlichen Umstand hingewiesen
werde, wie wenig gerade die Entomologen (nicht zum
wenigsten die Lepidopterologen) auf die seit Jahrzehnten
gemachten Bestrebungen eine einheitliche Namengebung
in der Zoologie durchzusetzten Rücksicht genommen und
so die Verwirrung nur mehr vergrößert haben. Herr E.
Möbius legt das Zuchtergebnis von Orrhodia rubigines
F. aus Bozen vor, darunter auch die ab. graslinı Stgr.
mit zwei fast einfarbig gelben Stücken mit sehr wenig
brauner Zeichnung.
4. November 1925. Herr E. Möbius berichtet über
seine langjährigen Ertahrungen beim Sammeln und Züchten
von Orodemnias quenselii Payk. Die Art wird ge-
funden in Graubünden, den Walliser Alpen, den Transsyl-
vanischen Alpen, in Lappland, Sibirien, Nordamerika. Herr
Krüger hat das Tier dieses Jahr auch im Oetztal ange-
troffen. Der Falter tritt in einer Höhenlage von 2000 bis
2500 m auf, besonders dort, wo in dieser Höhe kleine
Hügel vorhanden sind. Die Falter passen sich dem Moose
sehr gut an und werden meist nur dann sichtbar, wenn sie
umherlaufen oder die g'g' im Mittagssonnenschein fliegen.
Auch die Raupe findet man leicht, doch gehen dieselben
dann bei Zimmerzucht meist ein. Die Verpuppung findet
nicht unter Steinen sondern in dem Moospolster statt,
sodaß ein Einsammeln von Freilandpuppen fast imme!
aussichtslos ist. Vortragender fand dieses Jahr auf dem
Riffelberge der Walliser Alpen die Falter in Anzahl, meist
schon etwas abgeflogen. Eınige QQ lieferten 25 Eier. Im
Wärmeapparat entwickelten sich in 2!/, Monaten bei
ungefähr 30°C 12 Falter. Sie zeigen im Vergleich mit
ebenfalls vorgelegten gefangenen Stücken lebhaftere Fär-
bung, schärfere Zeichnung und sind auch größer. Eine
Nachzucht wurde versucht, die Tiere gingen aber nicht in
Kopula. Vielleicht ist dazu die in jener Höhenlage herr:
schende intensive Sonnenbestrahlung notwendig. — Hert
Walther geht an der Hand von Gonodontis bidentati
ab.nigra Prout-Exemplaren auf die Frage des Melanismus
und seiner Entstehung ein. Nach einer in letzter Zeit ver+
öffentlichten Ansicht sollen beim Entstehen von Ver-
dunkelungen vor allem Fäulnisgase, wie sie oft durch die
Industrie und deren Abwässer entstehen, die Hauptroll®
spielen. Herr Walther vermag auf Grund seiner langjährigen
-
- Berichtigungen. 245
Erfahrungen gerade auf diesem Gebiete (Kreuzungen und
"Zuchten im Dienste des Mendelismus) dieser Ansicht nicht
‘beizutreten. Die vorgelegten Stücke der melanistischen
‘Form von Gonodontis bidentata Cl. stammen z. B. aus
‚ausgedehnten Waldungen bei Bienenmühle im Erzgebirge,
in denen keinerlei Einflüsse obgenannter Art möglich sind.
‚Die Beobachtung, daß oft in besonders feuchter Umgebung,
'bei mangelnder Sonnenbestrahlung und bei der mit beiden
‚Erscheinungen verbundenen stärkeren Abkühlung Schwarz-
färbung entsteht, müßte dann unter Zugrundelegung jener
‚Ansicht dahingehend erklärt werden, daß damit zugleich
eine stärkere Verrottung der obersten Erdschichte bzw.
‚eine gesteigerte Humusbildung mit intensiverer Entwicklung
von käulnisgasen Hand in Hand geht. Da jedoch der
Melanismus in unserer Gegend erst in den letzten: Jahr-
zehnten eine derartig ins Auge fallende ‚Ausdehnung in
"bezug auf Stückenzahl und räumliche Verbreitung gefunden
hat, kann auch diese Annahme keine befriedigende Er-
klärung geben. Die Frage nach der Entstehung der mela-
inistischen Verfärbung muß demnach noch immer als un-
'geklärt bezeichnet werden.
| November 1925. JOBS SESL:
Berichtigungen.
Seite 2,.5.Zeile von oben
lies Kopenhagen statt Stockholm.
Seite 3,12.Zeile von unten
lies Guadarrama statt Quadarramıa.
18. Zeile von unten
lies Micro statt Miroo.
19. Zeile von unten
BAR lies Dovres statt Doores.
- Seite” 5, 8.Zeile von oben
6 lies Nieeville statt Niceille.
Seite. 6, 7. Zeile von oben
° lies jasius statt pasius.
Sue 108, 5.Zeile von oben
lies obsoleta statt obseleta.
246 Verzeichnis der neuen Gattungen, Arten, Unterarten und Aberrationen,.
Verzeichnis der in diesem Bande beschriebenen
neuen Gattungen, Arten, Unterarten u. Aberrationen.
Seite Be
Acompsia müller-rutzi Wehrli . 137 | Hoppiana aspasta Her. ... . .198
Aeria eurimedia latistriga Her. . 190 | Hyposcada consobrina colum-
Alophogaster melli Her. . . . 169 blana Her. Me Fr
Antirrhaea undulata Her. . . . 191 | Hysteroscene g.n. Her... . IM
Arachotia hyalina Het. . . . . 175 ü extravagans Her. . 177
Artona neglecta Her... . . . 175 | Ilerda stötzneri Draeseke .„.. .
Augiades buddha ab. flavo- ‚ Ithomia diasia leucophaea Her. 189
maculata Draeseke . . . . 229 | Kükenthalia eugenia rheaoides
Bathyphlebia gschwandneri | Reuß . . ee
Schawerda . . 57 | Kuldscha bioerriana Püngeler 233
Boloria pales palinoides Draeseke 218 | Larentia subhastata v. radiata
Callerebia silvicola stötzneriana Lange . . en
Draeseke . . ... 54 | Malthaca ignorata Her... . .188
Callizygaena flaviplaga Her... . 173 | Mechanitis polymnia werneriHer. 188
Calloleria singularis transversa . 190 | Melanargia halimede v. anoph-
Castnia gephyra leucozona Hopp. 206 thalma Draeseke ..... »°
licoides chocoensisHopp. 204 | Monima N a
vicinoides Hopp. . . . 204 | Püngeler. ... . De
Cledeobia consecratalis obso- Napeogenes hoppi Her... 20.
letalis Caradja . . . 144 | „ osuna upina Krüger . . 149
Cledeobia intermedialis Caradja 144 | „ pacifica Krüger , . . 150
Conistra (Orrhodia) eriophora ' Ormiscodes menander reducta . 198
perspicua Püngeler . . . . 233 | Papilio anchises isis Krüger. . 147
Crambus hilarellus Caradja . . 142 | Papilio phosphorus colum-
sajanellus Caradja. . 142 | bianus Krüger. . ....14
Dircenna visina columbianaKrüg, 150 | Pierella incanescens werneri.
Dismorphia columbiana Her. . 188 | Her({Hopp.. . 2 u. vv.
Dryas laodice melloides Reuß . 213 | Phauda enigma Her. .. . . . 172
Entheus latifasciatus Her. . . . 197 | „ "'stmiitsHer. 2272,
Epagoge montedorea Wehrli . . 136 | Phacusa subtilis Her. . . . . 176
Euxoa flagrans Püngeler . . . 232 ee
tischendorfi Püngeler . . 231 victori Dublitzky
Fabriciana subornatissimoides Phyciodes levina werneri Her. . . 198
Reuß . . . 219 | Pompelon marginata baveanaHer. 174
Fabriciana subornatissimoides Prepona werneri Her. Hopp. . . 194
anargyra Reuß . . . . . .220 | Pteronymia pacifica Krüger . . 150
Fabriciana subornatissima xan- Rathora isaeae isaeoides Reuß . 218
thotippoides intermedia Reuß 213 | Scoria (Siona) lineata ab. obso-
Harrisina draudti Her. . . . . 166 leta Stephan . . f . 104
flavithorax Her. . . . 165 | Seirocastnia amalthea ab. bifas- (
innocensHer. . . . . 165 viata’Her. .. |... Dose
longicaulis Her. . . . 165 | Seirocastnia inca Her. . . . 208
“ prava’ Her; 5979, PI08 a latimargo Her. . . 202
Harrisinula g.n. Her... . . .153 £ magnifica Her. . . 200
" infernalis Her, . . . 158 | Timelea maculata ab. stötzneri
Heliconius crispus crespinus Draeseke .. ... 2.02 mn
Krüger... 151 | Thecla werneri Her. . . . . . 1%
Histiarhodope angustimargo Her. 173 | Vanessa urt:cae ab. lidyae
Hoppiana g.n.Her. .. . . .197 Dublitzky {
Deutsche
| Entomologische Zeitschrift
„Iris“
herausgegeben
- . a -_ ? “
“
vom
‚ Entomologischen Verein Iris zu Dresden.
Band XL. Jahrgang 1926.
(Mit 1 Tafel und 20 Figuren)
| - Schriftleiter: Dr. K. M. Heller.
|
Dresden 1926.
Verlag des Entomologischen Vereins „Iris“.
Druck von Kupky & Dietze (Inhaber C. und R. Müller), Dresden
Inhalts-Uebersicht
des XL. Bandes 1926.
Caradja, A. v., Ueber einige bei Sutchansk gesammelte Pyraliden und
sonstige Kleinfalter . . . er |
Caradja, A. v., Nachträge zur Kennini PER Pyraliden it, |
Caradja, A. v., Noch einige Worte über ostasiatische Pyraliden und
Microlepidopteren . . u. 00.
Corti, Dr. A., Studien über die Subfamilie Fr Korea (xım) > A)
Draeseke, J., Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute (5. Forts.) 44
Draeseke, J., desgl, (6. Forts.) 98
Draeseke, J., Einige Bemerkungen über malayische Lycaeniden . . 180
Dublitzky, B.N., Eine albinotische Form von Parnassius merzbacheri
Frabst: », :. % en E
Ebert, H., Re Tartalteıtonaen u Po |
Goltz, v. d., Einige Bemerkungen über Erebien, iabehon ee über Er,
euryale und ligea . . . et A Te
Hering, Dr. M., Beiträge zur Kenhinie de Zygaciiäeik vr.
Hering, Dr.M., Neue südamerikanische Heteroceren im Berliner Museum 129
Hering, Dr. M., Zur Kenntnis der südamerikanischen Nymphaliden-
Seite
Gattung Dione Hüb. . . . . . 1%
Hering, Dr.M., Zwei abweichende Pannen deulscher Kleinschmetterlinge
Rebel, Prof. Dr. H., Lepidopteren von den Balearen. . . . . .1% %
Schawerda, Dr.K., Neue Lepidopteren aus den korsiscHen Berge 147
Schawerda, Dr.K., Zwei neue palaearktische Schmetterlingsformen . 204
Schütze, K. T., Lita viscariae sp. n. er en A Bu
Sheliuzhko, Ti Neue palaearktische Heteroceren 2 0 56
Stephan, J., Nachtrag und Nachwort zum „Versuch einer Schmetter--
lingsfauna der Grafschaft Glatz“ . . . 00
Wehrli, Dr. E., Ein Streifzug in die arldahıialme a Gebirge 00
Wnukowskij, W., Beitrag zur Kenntnis der Lepidopterenfauna des
Gouvernements Akmolinsk . -» . „en re
Bücherbesprechungen . . . . . . 2.2 Were 15
Kleine Mitteilungen ... „ 2. 00.0... Vo pp
Zugänge zur Bücherei. . . , a4. 0 000 Me nn a E
Vereinsnachrichten . . ee
Verzeichnis der neuen Gattungen) Krich Unterart ind Aberrationen 220
Heft 1 erschien 15. März 1926.
Doppelheft 2/3 erschien 15. Juli 1926.
Heft 4 erschien 15. Dezember 1926.
#
m 27 ee, En) BE
“ En u —
|
|
}
Vi
J. Stephan. „Versuch einer Schmetterlingsfauua der Grafschaft Glatz.“ 1
Nachtrag und Nachwort zum „Versuch
. einer Schmetterlingsfauna der Grafschaft Glatz.“
Von Julius Stephan, Friedrichsberg a. d. Heuscheuer.
Seit dem Erscheinen der ersten Teile meiner faunistischen
"Arbeit sind nunmehr fast drei Jahre vergangen. Während
“dieser Zeit gingen mir von verschiedenen Seiten wichtige
ergänzendeundberichtigendeMitteilungen zu,dieinfolgendem
‚veröffentlicht werden sollen. Den verehrten Einsendern
‚, (deren Namen bereits bei früheren Gelegenheiten publi-
ziert worden ist), sage ich auch auf diesem Wege herzlichen
, Dank; insbesondere gilt dieser -Herrn Martin Schlott,
Breslau, der mir in allerjüngster Zeit sehr wertvolle
"Notizen übermittelte. Meine eigene entomologische Tätig-
keit in den letzten Jahren war geringfügig: ein hartnäckiges
Leiden hinderte mich (zeitweise fast völlig) an der Aus-
übung des praktischen Sammelns.
Tagschmetterlinge.
(Vgl. Iris, Bd. XXXVIL, 8.20— 50.)
AporiacrataegiL. Wieder VI. 1924 beobachtet bei
Carlsberg (Schlott),Passendorf(Kube),Friedrichsberg(Steph.).
Pieris brassicaeL. I. Gen., die sonst in höheren
Lagen nur spärlich auftritt, 1924 ungemein zahlreich.
Pieris napi L. M. Schlott teilt mit, daß er 1925
am Glatzer Schneeberg (im Walde in tiefen Lagen) 2bry-
oniae O. beobachtet habe. Sollte hier nicht eine Ver-
wechslung mit der dunklen ab. radiata Rb. vorliegen?
Dr. Dannenberg ließ sich, wie er mir sagte, s. Z. täuschen;
auch mir ist es einmal so ergangen.
Colias hyaleL. ab.heliceides Sel, nicht: he-
liccides. (Druckfehler-Berichtigung.) |
Colias eroceus Fourc. (edusa F.). 1923 war ein
richtiges edusa-Jahr; der Falter wurde von Mitte August
bis Ende September im ganzen Gebiet angetroffen, auch
' noch in Höhen von 800 m. (Torka sah 2 Stück noch am
'2.XI. 23 bei Neustadt O./S.) 1924 wurde nur 1 Stück von
Neurode gemeldet. (Wiedemann.)
Erebia melampus v.sudetica Stgr. wurde schon
1896 auf den Saalwiesen von Goetschmann gefunden.
Apatura ilia Schiff. 1 g' 14. VII. 1918 bei Rückers
gefangen. (Schlott.) |
Limenitis populi L. 1923, 24 und 25 sehr rar.
Deutsehe Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein I
; Aris zu Dresden. Jahrgang 1926
2 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris, Dresden 1926.
Pyrameis atalanta L. Prüffer hat — laut frdl.
Mitteilung von Warnecke — 1922, also ein Jahr vor Er-
scheinen meiner Arbeit, in „Bulletin de l’Acadamie Po-
lonaise des Sciences des lettres, Serie B, Sciences na-
turelles, p. 281, eine atalanta nov. ab. albimaculata
beschrieben, die wahrscheinlich mit meiner ab. martha
identisch ist; letztere müßte also evtl. eingezogen werden. —
Die verschiedentlich aufgestellte Behauptung, die 90 seien
stets mit weißem Punkt (in der roten Vflbinde) versehen, ist
nicht stichhaltig; es gibt auch QQ ohne dieses Zeichen.
Pyrameis cardui ab. martha-maria Jul
Steph. Mehrere Exemplare VIII. 1923 bei Friedrichsberg
a.d. Heuscheuer von mir gefangen. (cfr.Soc.ent., 39. Jg., 1924,
Nr. 7). — Betr. Ueberwinterung von cardui und atalanta
vergl. auch den Aufsatz von Schlott in Intern. Ent. Zeitschr.
Guben 14. Jg. Nr. 13. In höheren Berglagen, wie hier,
halte ich ein erfolgreiches Ueberdauern des Winters bei
diesen beiden Arten für nicht erwiesen.
Vanessa urtiae ab. turcica Stgr., nicht: turica
(Druckfehler-Berichtigung!)
Vanessa xanthomelas Esp. Schlott fing die Art
am 2. IX. 1924 bei Pfaffenmühle bei Glatz. Dr. Schirm
führt sie gleichfalls als Grafschafter Art auf.
Polygonia l-album Esp. 1 © 1912 bei Wölfels-
grund gefangen. (M. Schlott.)
Melitaea didyma O. Von Aßmann s. z. vereinzelt
bei Mittelwalde erbeutet.
Argynnis aglaia ab. susanna Jul. Steph. (cfr.
Ent. Anz., 4. Jg., Nr.5) am 22. VII. 1923 auf den „Weichen“.
bei Friedrichsberg, 800 m Seehöhe, Die unter aglaia s.Z
erwähnte melanotische Aberrativform gehört zu:
Argynnis adippeL. und ist als ab. margareta
Jul. Steph. im Ent. Anzeiger, 1924, Nr.5, beschrieben worden.
Argynnis paphiıa L. © ist noch am 15, IX. 23 in
der Nähe von Bad Reinerz (600 m Seehöhe) gesehen worden.
Nemeobius lucina ab. erica Jul. Steph. und
ab.nana Jul. Steph. mehrfach V./VI. 1923 in Johannisthal
bei Reinerz (700—750 m Höhe). Vgl. Zeitschr. f. wissensch.
Insektenbiologie, Bd. XIX, S. 48—50. SE
Thecla pruni_L. ist von Schlott bei Wartha be-
obachtet, 1 g' gefangen worden (10. VI. 22). _ J
Lycaena eumedon Esp. Bei Rückers (Labandowsky).
und Camenz (Hedwig) festgestellt. E :
wa
2]. rear. „Versuch. einer Besten IneatatnG der Grafschaft Glatz.“ 3
Be: meer Esp. Kelch erwähnt die Artschon
1831 von Kudowa, Goetschmann, 1885 von Jakobowitz; E.
Scholz beobachtete sie VII. 1923 bei Lewin, ich selbst zu
gleicher Zeit in Dörnikau.
Lycaena coridon Poda. Fehlt nach Pax im Habel-
schwerdter und Adler-Gebirge, tritt häufiger im Heuscheuer-
‚gebiet auf. Mitte VIII 1923 bei Lewin (Scholz) und Dör-
nikau (Stephan) nicht selten.
Lycaena cyllarus Rott. Von Guder 1925 bei Voigts-
dorf bei Habelschwerdt festgestellt.
Lycaena arcas Rott. Guder fing 1 sehr .kleines
Stück bei Voigtsdorf bei Habelschwerdt.
Hesperia sao Bgstr. Nach Neustedt und Kornatzki
„einzeln in der Grafschaft“. (Früher.)
Pamphila silvius Knch. Scheint, wie auch Schlott
hervorhebt, bisher nur die Ebene zu besiedeln; Schlott
hat den Falter in der Grafschaft (und im Isergebirge) gleich-
falls vergeblich gesucht.
Schwärmer,
(Vgl. Iris, Bd. XXX VIII, S. 13— 22.)
Herse convolvuli L. Im Herbst 1924 bei Glatz
häufig (Dr. Dannenberg).
Sphinx (Hyloicus) pinastri nov. ab. stehri
Jul. Steph. Aus einer bei Pohlsdorf gefundenen Raupe.
(Vgl. Ent. Anz. 1926, Nr. 1).
Spinnerartige Nachtschmetterlinge.
(Vgl. Iris, Bd. XXX VIII, S. 186— 219).
.. Zygaena achilleae Esp. Bei Jakobowitz in der Nähe
von Bad Kudowa gefunden. (Goetschmann, Schlott, Stephan.)
Zyg. meliloti Esp. Weitere Fundorte: Reinerz,
Wölfelsgrund, Wartha (Schlott), Kudowa (Goetschmann).
g. angelicae O. Von Goetschmann 1902, von
Schlott 1923 „bei Jakobsdorf (Kudowa)“ gefunden. (Es ist
wohl der Ort "Jakobowitz gemeint.) Nagel fand das Tier
im Reichensteiner Gebirge, und zwar bei Reichenstein und
Krautenwalde (nicht weit von Bad Landeck). x
.Zyg. carniolica berolinensis Stgr. Goetschmann
fing die Art bei Jakobowitz.
Parasemia plantaginis ab. nictitans Men.
1 Stück auf den Seefeldern 1925 von’ Schlott, dortselbst
auch:.die ab. nigrociliata Schw. .
Arctinia caesarea Gz. Dürfte wohl zu streichen sein.
4 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Diaphora mendica Cl. Bei Bad Langenau und
Bad Reinerz. (Schlott.)
Rhyparia purpurata L. Schlott fing diese schöne
Bärenart bei Bad Kudowa. |
Callimorpha dominula L. Von Nonnast öfters
auf der Wustung bei Habelschwerdt gefunden.
Hipocrita jacobaeaeL. Bartsch gibt die Art von
der Walditzer Lehne bei Neurode an.
Arctornis I-nigrum Mll. Schlott fand ein @ 20.
V1. 22 bei Glätzisch-Falkenberg (Kreis Neurode).
Lymantria monacha_L. 1924 und 1925 spärlich.
Thaumetopoea processioneal. Das Kretsch-
mersche Stück soll aus Falkenberg O /S. stammen. Die Art
ist also, wie ich schon betonte, für das Glatzer Gebiet nicht
nachgewiesen.
Trichiura crataegi L. kommt (u. a.) im Bielengebirge
(nicht: Siebengebirge) vor. (Druckfehler - Berichtigung.)
Eriogaster catax L. Ist für Habelschwerdt und
Umgebung nachgewiesen. (Guder.)
Selenephera lunigera Esp. und lobulina Esp. Inter-
"essante biologische Mitteilungen finden sich im Jahresheft des
Vereins fürsschlesischeInsektenkunde, 14. Heft(1924),S.34-39.
OÖdonestis prunil.undDendrolimus pinil.
wurden von Gericke bei Reinerz gefunden.
Lemonia dumiL. Wiedemann meldet den Spinner
von Königswalde, Kreis Neurode (9. X. 25).
Drepana curvatula Bkh. BeiLandeck und Olbers-
dorf (1909) beobachtet. (Schlott.)
Stauropus fagi L. Bei Reichenstein und Schönau
(Nagel); bei Landeck (Pompe). |
Hoplitis milhauseriF. Bei Glatz wiederholt leere
Kokons gefunden. (Dr. Dannenberg.)
Drymonia trimacula kEsp. Dunkle Stücke (f. do-
donaea Hb.) bei Landeck (12. VI. 16 von Dr. Dannenberg)
und Glätzisch-Falkenberg (24. V. 24 von Schlott) gefangen.
Phalera bucephala_L. Ein aberratives Stück mit
verfließenden Mondflecken bei Habelschwerdt. (Guder.)
Palimpsestis ocularisL. Die Illgnerschen Stücke
gehören nach Dr. Dannenberg zu P.or F.
Palimpsestis fluctuosaHb. Schlott fing 1 Stück
am 18. VI. 25 bei Reinerz (Weistritzta]).
Polyploca flavicornisL. Bei Seitenberg (Hedwig)
und Voigtsdorf bei Habelschwerdt festgestellt. (Guder.)
J. Stephan. „Versuch einer Schmetterlingsfauna der Grafschaft Glatz.“ 5
Acantopsyche atraL,Auch auf denSeefeldern.(Schlott.)
Sterrhopteryx standfussi Wck. Nach Schlott
auch am Schneeberg-Gipfel, ferner am Altvater (Riesen- u.
_ Isergebirge) auf Mooren. |
Apterona crenulella Brd. Die @9 E.f. helix Sb.
nach Illgner im Eulengebirge an Felsen und Prellsteinen.
Beir. Gub. E. Z.IX, p.121.)
Rebelia nudella OÖ. Von Schlott 7. VII. 18 bei
Reinerz gefunden.
Bacotia sepium Spr. Auch von Goetschmann in
_ der Grafschaft festgestellt.
| Synanthedon (Sesia) vespiformis_L. (=ası-
liformis Rott.) Von Gericke bei Reinerz, von Hedwig
bei Seitenberg (Schreckendorfer Berg, VII. 1909) gefunden.
| In der Gerickeschen Sammlung in Glatz sind auch S
‘spheciformis Grg. und culiciformis L. vertreten,
leider ist nicht ersichtlich, ob diese Arten aus der Graf-
schaft stammen. (Mit Vorbehalt ist auch Chamaesphecia
_ leucopsiformis Esp. aufgeführt worden.)
Zeuzera pyrina L. In Kunzendorf bei Neurode ge-
funden. (Bartsch.)
Eulenartige Nachtschmetterlinge.
(Vgl. Iris, Bd. XXXIX, S. 11—47.)
Von Agrotis- Arten sind nachzutragen: comes Hb. und
depunctaL., erstere fing Guder am 7.VIll. 25 beiHammer,
letztere Mitte VIII. 25 bei Voigtsdorf, Kreis Habelschwerdt.
Agrotis cinerea Hb. 1 Stück in Friedrichsberg
a. d. Heuscheuer. VI 24 (Stephan).
Hadena adusta Esp Auch von Wölfelsgrund be-
kannt; Schlott fing die Art auf den Seefeldern (13. VI. 20).
Hadena sordida Bkh. Am 15. VI 23 in Reinerz
gefangen (Schlott).
Hadena rubrirena Tr. Von Schlott im Eulenge-
birge (Zimmermannsbaude), von Titze bei Langenbielau
sefangen; ist auch aus dem Isergebirge bekannt. Geht an
Köder.
Hadena lithoxylea F. Nagel fing das Tier bei
Krautenwalde (bei Bad Landeck) öfters am Köder.
Polia polymita L. Von Schlott an der Hohen Mense
(im Streifsack) gefangen.
- Miselia bimaculosa L. Auch Schlott fand das
Tier (2. IX. 24) bei Reinerz. |
6 - - "Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926. ‘ BEN u |
Nach Chloantha polyodon Cl. ist einzuschalten:
Chloantha hyperici Schiff. Von Schlott am 19. VII.
22 bei Glätzisch-Falkenberg gefangen. 4
Nach Hydroecia micacea Esp. ist die (in meinem
Verzeichnis versehentlich übergangene) Hydroecia pe-
tasitis Dbld. nachzutragen. Aus dem Grunwalder Tal
bekannt (Gärtner, Wolf, Schlott). Schlott fand die Raupe
einmal in der-Nähe der „Schmelze“ bei Reinerz. — Ueber
Biologie vgl. Entomol. Jahrb.1922, S.98, ferner Iris 1923, S. 87.
Mythimna imbecilla -F. An der Hohen Mense
1923 von Schlott gefunden. “2
Caradrina respersa Hb. ist im Verzeichnis irr-
tümlich als ‚vespera‘“ aufgeführt. (Druckfehler-Berichtigung.)
Hydrilla palustris Hb. Von Schlott am 24. VI.
24 auf den Seefeldern gefunden.
Taenıocampa gothicaLl. DasTier war IV.1925 an
Weidenkätzchen ungemein häufig. (Friedrichsberg, Stephan.)
Taeniocampa gracilis F. Bei Friedrichsberg IV.
25 nicht selten an Weidenblüten. (Stephan.)
Taeniocampa munda f. pallida Tutt- bei
Landeck am 2. V. 22 gefunden. (Schlott.)
OÖrthosıa pistacina F. Bei Glatz. (Schlott.)
Hinter Calocampa solidaginis Hb.ist einzuschalten: Xylo-
miges conspicillarisL.Die dunkle Form(melaleucaVw.)
fand Guder am 4. V.25 bei Voigtsdorf Kreis Habelschwerdt.
Lithocampa ramosa kEsp. Am Glatzer Schneeberg
von Schlott gefangen (2. VII. 24). Standfuß sen. fand die
Raupe oft zahlreich bei Reinerz.
Calophasia lunula Hfn. Bei Habelschwerdt am
22. V.25 gefangen (Guder); fliegt am Tage. |
Cucullia lucifuga Hb. 1923 und 24 ziemlich häufig
bei Reinerz (Schlott), 1925 bei Friedrichsberg (Stephan),
Anarta cordigera Thnbg. Schlott fand die Eule
1923 und 25 auf dem „Großen See“ (Oberförsterei Carlsberg).
Plusia bractea F. Auch bei Hammer, Kreis Habel-
schwerdt gefunden (8. VII. 25; Guder). N
Plusia pulchrina Hw. Guder fing die Art am 10: VII. 25
in Voigtsdorf (Kreis Habelschwerdt) am elektrischen Licht.
Spannerartige Nachtschmetterlinge
(Vgl. Iris, Bd. XXXIX, S. 65— 104.) | i
Acidalia contiguaria Hb. In Heuscheuer-Carls-
berg von Schlott aufgefunden (7. VII. 20).
!
i
f
J. Stephan. „Versuch einer Schmetterlingsfauna der Grafschaft Glatz.“ 7
Acidalia virgularia Hb. und herbariata F.
- Interessante biologische Notizen bringt Frankf. Ent. Zeitschr.
39. Jg. (1925/26) Nr. 32,33.
PR
Acidalia fumata Stph. Von Schlott spärlich im
_ Weistritztal gefunden.
Lobophora carpinata Bkh. Schlott fing den
Spanner 1925 bei Rückers. Ä
Larentia bicolorata Hfn. Bei Landeck 1922 von
Schlott gefangen.
Nach Larentia verberata Scp. ist einzuschalten:
“ Larentia frustata Tr. Von Langenau (Rinke) und
- Altheide (Schlott) bekannt.
Larentia affinitata L. Soll auf den Saalwiesen
_ vorkommen. (Mitteilung von M. Schlott.)
Vor Ennomos erosaria Hb. ist einzuschalten:
Ennomos fuscantaria Hw. Bei Reinerz und Kudowa
1919 von Schlott) gefangen.
Semiothisa alternaria Hb. Von Schlott 1923
bei Reinerz gefunden.
Nach Hybernia rupicapraria Schiff. einzufügen:
Hybernia bajaria Schiff. Von Wutzdorf um 1900 bei
Reinerz gefunden.
Biston hirtaria Cl. Am 15. IV. 23 bei Friedrichs-
_ grund gefangen. (Schlott.)
Boarmiaconsortaria F. Neue Fundorte: Bad Langenau
1924 (Schlott), Habelschwerdt 1925 (Guder, Stephan.)
Gnophos pullata Tr. Bei Rückers (21. VIL. 20) von
Schlott gefangen.
In meinen bereits erschienenen Verzeichnissen sind eine
ganze Reihe von Arten unter Vorbehalt genannt; zumeist
ist die Fraglichkeit des Bürgerrechtes dieser Spezies in der
Grafschaft Glatz durch kleineren Druck oder doch durch
entsprechende Zusätze kenntlich gemacht worden. Wenn
es auch — wie Möbius (Iris, Bd. XXXVI, S. 46) betont — oft
nicht möglich ist, zu behaupten, dieses oder jenes lier
komme in einem Gebiet nicht vor, da der „Bestand“ ım
Laufe der Jahre immer fluktuiere, so sollen diese zweifel-
haften Arten doch in der nachfolgenden Zusammen-
stellung unberücksichtigt bleiben. Weitere Beobach-
tungen werden hoffentlich Klärung bringen, deren Resultate
ich in einem späteren Nachtrag zu veröffentlichen gedenke.
8 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Zahl der Arten
Familie: in der Graf- | in Schlesien in A
schaft Glatz (Wocke u. | Deutschland
(Stephan): | Nachträge.): | (Eckstein):
Papilionidae. .„ . | 34)
„ (Pendant 11 12
=: .|Satyrıdae a Sika 25
= 1Nymphalidae .. 29 100 36 11301 } 145
s | Eryonidae sin 1 1
(" | Lycaenidaerz292, 381 37
| Hesperidae . . . 10) 16
Sm Sphingidae Dr 7 | 16 18 21
[Zygaenidae . . . 10) 13] )
ER ee 1 2
Cymbidae ... 3 5
Nolidaa..o. 30 3 6
..„pulthosidasa u». 11 16
® „| Arctüdae:. „ı;. 14 20
s [Lymantriidae ..| 10 15
= | IThaumetopoeidae — 2
= |Lasiocampidae. .| 15 18
# |Lemonidae .. . 2 2
“ | Endromididae . . 17140 1,198 | } 282
5 |Drepanidae ... . 6 7
© | Saturnidae 2 2
= | Notodontidae . . 26 33
.S | Cymatophoridae . 8 9
p' | Limacodidae 1 2
Psyehidae. seunele ell 18
Thyrididaee .. .| — 2a
Sesildae 9 19
Cossidae BON: 1 4
(Hepialidae .. .| 5 5
Euten {Noctuidae.. . . . | 236 370 467
Span- SBrephidae .. . 2 2
ner en en 931 1238 315 1317 361
Sog. Macrolepidoptera:| 724 1033 1226
Sog.Microlepidoptera(ca): | 950 1428
Sa. |1674 12461
J. Stephan. „Versuch einer Schmetlerlingsfauna der Grafschaft Glatz.“ 9
Die Gesamtzahl der für die Grafschaft Glatz festgestellten
_ Arten der sogenannten Großschmetterlinge beträgt sonach
724; das sind etwa 70°), der „schlesischen“ und etwa
60°/, der „deutschen“ Arten. Hierzu kämen nun noch,
wie schon im speziellen Teil vermerkt wurde, rund 950
sog. Kleinschmetterlinge.
* *
b
Die Grafschaft Glatz ist, wie bereits in der Einleitung
zu den Tagschmetterlingen (Iris, Bd. XXXVII, S. 20) näher
_ ausgeführt worden ist, ein Teil des schlesischen Berglandes
oder der Sudeten-Landschaft.
Von den vier bekannten Höhenzonen:
der Region der Ebene (bis 200 m),
der submontanen Region (bis ca. 500 m),
der montanen Region (bis etwa 1250 m),
der subalpinen Region (über 1250 m, bei uns bis 1425,
im Altvater bis 1490, im Riesengebirge bis 1605 m)
- kommt die erste hier nicht in Betracht, da der tiefste
Punkt des Glatzer Landes immer noch eine Meereshöhe
von 270 m besitzt; die letzte hat nur eine geringe Aus-
dehnung; der größte Teil gehört also den beiden mittleren
‚Stufen an.
DieFalterwelt des Gesamtgebietes isteineMischfauna,
d.h. sie setzt sich aus Elementen sehr verschiedener Her-
kunft zusammen. Es mag hier zunächst eine kurze Charak-
teristik der einzelnen Faunenelemente folgen, wie sie
Professor Dr. Pax für die Tierwelt Gesamtschlesiens gibt.
1. Das boreale Element. Seine Glieder sind ım
erößten Teile der palaearktischen Region verbreitet und
haben auch Nordamerika besiedelt. Beispiel: Papilio
machaon L.
2. Das europäisch-sibirische Element. Es
umfaßt zahlreiche Arten, die in Europa und dem gemäßigten
Asien verbreitet sind. Beispiel: Gonepteryx rhamni L.
3. Das sibirische Element. Es umfaßt nach
Pax diejenigen Formen, deren Hauptentwicklungsgebiet
im westlichen Sibirien liegt und die in Schlesien die
Westgrenze ihrer Verbreitung erreichen. Als Beispiele
führt der genannte Autor auf: Hadena amica Tr., Cucullia
fraudatrix Ev., Plusia cheiranthi Tsch. (In der Grafschaft
Glatz kommt keine dieser Arten mehr vor.)
10 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
4. Das mitteleuropäische Element. Seine
Angehörigen haben ihr Entwicklungszentrum in Mittel-
europa, haben ihr Areal z. T. allerdings bis an die Grenzen
des Kontinents vorgeschoben. Sie bilden zusammen mit
den Vertretern des borealen und europäisch-sibirischen
Elements einen Hauptteil der schlesischen Tierwelt.
(Eine Mittelstellung zwischen dem sibirischen und mittel-
europäischen nimmt das sarmatische Faunen-
element: ein, das sind Arten, deren Areal im öst-
lichen Mitteleuropa liegt. Ihr Verbreitungsgebiet ist
wesentlich kleiner als das der übrigen mitteleuropäischen
Spezies; wie die sibirischen Arten erreichen sie in
Ost- und Mitteldeutschland die Westgrenze ihrer Ver-
breitung.)
5. Das atlantische Element. Es spielt im
Schlesien eine ganz untergeordnete Rolle. Ursprünglich
gehörte hierzu z. B. Acronycta menyanthidis Vw., die
später ihr Areal dadurch vergrößern konnte, daß sich
die Raupe sekundär auch an andere Nährpflanzen als
die ursprünglichen (Myrica gale, Erica tetralix) anpaßte.
6. Das submediterrane Element. Seine Arten
haben ıhre eigentliche Heimat in Südeuropa und sind
in Schlesien sehr schwach entwickelt. Hierzu rechnen '
noch jene Gäste aus dem Süden, die in heißen Sommern
bis zu uns vordringen. (Gewisse Sphingiden!) d
7. Das pontische Element. Es hat seine Heimat
in der aralokaspischen Senke; bei uns gleichfalls wenig
vertreten. 2;
8. Das nordisch-alpine Element. Es um
faßt die Gesamtheit der Tierformen, die sowohl im Norden
als auch in den höheren Gebirgen der gemäßigten Zone
vorkommen, in den dazwischen liegenden Gebieten aber
vollständig fehlen oder doch nur an wenigen geeigneten
Standorten auftreten. Beispiele: Erebia euryale Esp,
Agrotis speciosa Hb.; von Microlepidopteren Scoparia
centuriella Schiff., Pionea decrepitalis H.S., Plutella seni-
lella Zett., Incurvaria vetulella Zell. — Als nordisch-alpın
sind auch solche Gebirgsbewohner zu bezeichnen, die
im arktischen Gebiet durch ganz nahe Verwandte ver
treten werden, dem Einflusse geographischer Isolierung
ist diese Differenzierung in vikariierende Formen zuzt
schreiben. Beispiel: Die nordische Gnophos sord
j. Stephan. „Versuch einer Schmetterlingsfauna der Grafschaft Glatz.“ 11
Thnbg. kommt in den Alpen, Karpathen und Sudeten
j als größere und dunklere mendicaria H. S. vor.
| 9. Das arktische Element. Solche Arten Schle-
- siens, die wohl im Norden, nicht aber auf den Alpen
beheimatet sind. Beispiel: Dichelia rubicundana H. S
==10. Das alpine Element. Hat seine Hauptver-
breitung in den Alpen, kommt aber auch in einigen
. Mittelgebirgen Zentraleuropas vor. Beispiele: Erebia
_ melampus Fssl.; Depressaria petasitis Stdfs., Scoparia
petrophila Stdfs.
11. Das sudeto-karpathische Element. Seine
Glieder sind in ihrer Verbreitung hauptsächlich auf die
Sudeten und Karpathen beschränkt, nur an wenigen
Stellen werden die Grenzen dieser Bergländer von ihnen
wesentlich überschritten. Manche Autoren haiten dieses
Faunenelement für den ältesten Bestandteil der
einheimischen Tierwelt.
Die borealen, europäisch-sibirischen und mitteleuro-
päischen Elemente bilden, wie schon erwähnt worden ist,
die Hauptmasse der schlesischen Tierwelt und treten in
annähernd gleicher Häufigkeit in fast allen Teilen der
Provinz auf. Die anderen Elemente zeigen eine beschränkte
"Verbreitung; so bevorzugen die atlantischen Tiere mehr
den Westen, die „sibirischen“ den äußersten Osten Schlesiens.
Die pontischen und sarmatischen sind im allgemeinen
an die Ebene gebunden, die submediterranen an die Muschel-
kalkplatte Oberschlesiens und an einzelne Kalkberge des
Sudetenvorlandes. Durch ihren Reichtum an nor-
disch-alpinen,alpinen,arktischenundsudeto-
karpathischen Typen hebt sich. die schlesische
Bergregion, darunter also auch die Grafschaft
Glatz, scharf aus den anderen Faunenbezirken
Schlesiens heraus. Es ist daher erforderlich, auf diese
montane Tierwelt bezw. Falterfauna näher einzugehen.
- Man kann die montanen (und viele submontanen)
Schmetterlingsarten unserer Gegenden wohl zum größten
Teil als Ueberbleibsel aus der Eiszeit ansprechen, als
sogenannte Glazialrelikte. Darunter sind nun nicht
etwa, wie man vielfach angibt, nur nordisch-alpine Spezies
zu verstehen, sondern nach Zschokke „die Ueberreste der
einst auf dem vergletscherten Gebiet zusammengedrängten
Organismenwelt, unbekümmert darum, ob diese Lebewesen
1% Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
ursprünglich im Norden, im Hochgebirge oder in der Ebene
Zentraleuropas zu Hause waren, und ob sie heute ıhr Leben
nur in tief temperierten arktischen Medien weiter fristen,
oder sich sekundär an höhere Wärmegrade angepaßt
haben.“ Treffend bemerkt hierzu Pax, daß alle nordisch-
alpinen Arten unserer Gebirge Reste der Eiszeit sind, daß.
aber umgekehrt nicht jedes Glazialrelikt dem nordisch-
alpinen Element angehört. |
Wenn wir nun die Formen der Grafschaft Glatz genauer
betrachten, so ergibt sich etwa folgende Liste*); in der
zunächst nur die sog. Großschmetterlinge Berücksichtigung
finden mögen:
ColiaspalaenoeuropomeEsp. Mythimna imbecilla Hb.
Erebia euryale Esp. Dasypolia templiı Thnbg.
„I Jle@sakn Anarta cordigera Thnbg.
„ melampus Fssl. Plusia bractea F.
I ycaena optilete Knch. „ Interrogationis L,
Trichiura crataegi ariae Hb. „ an Hchw.
Sterrhopteryx standfussi „ pulchrina Hw.
Weck. Larentia verberata Sc.
Trichosea ludifica L. „. cambrica Crt.
Agrotis collina B. „.... cdesiatasle
„.. „Jatens Fib. „ Incursata Hb.
„ speciosa Hb. „ subhastata Nck.
( „. birivia Hb.) „ Infidaria Lh.
„ .»<oniua Ir. Tephroclystia veratraria HS.
„ cuprea Hb, Biston lapponariusisabellaH.
„ recussa Hb. Gnophos sordaria mendi-
Mamestra glauca Hb. carıa H.S.
Dianthoecia proxima Hb. Gnophos dilucidaria Hb.
(Hadena rubrirena Tr.) Psodos alpinata Sc.
P gemmea Tr.
Einige dieser Arten kommen fast in allen Teilen der
Grafschaft Glatz, überhaupt im ganzen schlesischen Berg-
lande vor, sie haben sich also den veränderten Verhältnissen
gut anzupassen verstanden; andere sind — wie gleich noch
ausgeführt werden soll — auf bestimmte Distrikte, manche
sogar auf eine einzige eng umgrenzte Lokalität beschränkt.
*) Ich folge hier teilweise der vortrefflichen Arbeit von G. Warnecke
in Intern. Ent. Zeitschrift Guben, 13. Jg., Nr. 22 (Ueber die Makro-
lepidopterenfauna des höheren Riesen- und Isergebirges.)
7]. Stephan. „Versuch einer Schmetterlingsfauna der Grafschaft Glatz.“ 13
" Einzelne sind häufig oder doch nicht selten, andere zählen
(wenigstens gegenwärtig noch) zu den begehrtesten Rari-
‚ täten, z. B. Dasypolia templi Thnbg., die — in Schlesien —
früher nur aus dem Riesengebirge bekannt war, neuer-
dings aber auch im Glatzer Lande in einigen Stücken ge-
fangen worden ist. Eine Reihe von Arten verbreitet sich
mehr oder minder gleichmäßig über den ganzen Sudetenzug
vom Lausitzer Gebirge bis zum Mährischen Gresenke,
z.B. Erebia ligea F., Trichosea ludifica L., Psodos alpinata Sc.
ferner die als Seltenheiten bekannten Agrotis birivia Hb.
und Hadena rubrirena Tr.
Schwer erklärlich sind die „Fälle sehr diskontinuierlicher
Verbreitung“ mehrerer Arten; die Annahme, daß letztere
in postglazialer Zeit in einzelnen Gebieten ausgestorben
' seien, befriedigt wenig. Warum fliegt beispielsweise Erebia
melampus Fssl. (in der Form sudetica Stgr.) nur am Alt-
vater und in dem daranstoßenden Bielengebirge (Saal-
wiesen!)? Erebia epiphron Knch. ist sogar bis jetzt einzig
und allein im Altvatergebirge getroffen worden, Erebia
‚ euryale Esp. dagegen auf allen Kämmen des Gebirgszuges.
Anarta cordigera Thnbg. findet sich sowohl auf den See-
feldern bei Reinerz, als auch auf dem Isergebirge, Colias
palaeno L. aber hat man hier bisher*) vergeblich gesucht,
obwohl die Futterpflanze der Raupe dort wie hier wächst.
Das Hochmoor der Seefelder ist also der einzige Fundort
dieses prächtigen Gelblings im ganzen langen Sudeten-
zuge. Umgekehrt fehlt hier Argynnis’pales arsilache Esp.
völlig, die im Gebirge lediglich auf die Iserwiesen be-
schränkt ist.
Diesubalpine Region zeigtin der Grafschaft Glatz keine
so bedeutende Entwicklung wie im Riesen- und Altvater-
gebirge, gehören ihr doch nur die Kämme und höchsten
"Spitzen des Schneegebirges an. Ein Charakterschmetterling
dieser hohen Lagen ist die schon genannte Erebia euryale
Esp., die jenen drei Bergzügen gemeinsam ist und stellen-
weise und zeitweise recht häufig erscheint. Bei uns. fliegt
' sie etwa von 1000 m Höhe hinauf bis zum Gipfel (1425 m);
| *) Nach Soffner (Ueber die Schmetterlingsfauna des Isergebirges
und seines Vorgeländes) ist C.palaeno vor etwa 20 Jahren im Iser-
gebirge in einigen wenigen Stücken erbeutet worden, seit dieser
Zeit gilt der Falter dort als verschwunden.
14 Deutsche Entom. Zeitschriit Iris. Dresden 1926.
in den niedrigeren Lagen vertritt sie ligea F., die nie höher
als ungefähr 1100 m geht. In der Zone von 1000 bis 1100 m.
trifft man zuweilen beide Arten an. Subalpin sind ferner
Agrotis latens Hb., Agrotis conflua Tr., Psodos alpinata Sc.,
erstere ist nach Wocke nur auf dem Glatzer Schneeberg,
die zweitgenannte auch auf den Kämmen des Altvaters
(nach Standfuß aber nicht im Riesengebirge), die letztere
außerdem noch auf dem Riesengebirgskamm (also im ganzen
Sudetenzuge, soweit er eben subalpin ist), heimisch. Eine
Verwandte von Psodos alpinata Sc., die begehrte Ps.
quadrifaria Slz., wird hingegen nur im Riesengebirge ge-
funden.
Während diese Falter sich ausschließlich auf den höchsten
Kämmen, zum Teil noch jenseits der Baumgrenze, tummeln,
dringen andere Relıktarten in mittlere Lagen und in die
tiefer gelegenen Täler vor, wo sie schon am Fuß der Berge
an Fichtenstämmen ruhen. Gnophos dilucidaria Hb. und
sordaria mendicaria H.S. trifft man schon in Höhen von
500 bis 600 m, Larentia caesiata Lg. und verberata Sc. be-
reits bei 400 bis 500 m. Agrotis cuprea Hb., auf dem.
Gipfel des Schneebergs keine seltene Erscheinung, be-
obachte ich an vielen 500 bis 1000 m hohen Punkten der
Grafschaft, ziemlich zahlreich, z. B. bei Friedrichsberg an.
der Heuscheuer, auf den Höhen von Lewin u. a. und zwar
sowohl in dunklen als auch in auffallend hellen Stücken.
Auch Mamestra glauca Hb., Agrotis speciosa Hb. u.a. gehen.
recht tief hinab. —
Schon Wocke machte vor einem halben Jahrhundert
darauf aufmerksam, daß die südöstlicher gelegenen Berge
der Grafschaft Glatz und der Altvater reicher an Falter-
arten sind als. das Riesen- und Isergebirge; es scheine,
meinte er, als ob die von Osten her stattgefundene Ein-
wanderung an den niederen Bergen zwischen der Graf-
schaft und dem Riesengebirge ein Hindernis gefunden habe,
denn die wenig nördlichereLage des letzteren reiche nicht.
aus, auf ihm die Abwesenheit vieler sonst in noch nörd-
licheren Lagen vorkommender Arten zu erklären. „Daß im:
Gegensatze hierzu auf dem Riesengebirge einzelne Arten
auftreten, die im Gesenke und Schneegebirge noch nicht
gefunden wurden, mag doch, abgesehen von einer noch,
nicht genügenden Durchforschung, in der etwas bedeuten-
deren Höhe und dem rauheren Klima seinen Grund haben,
'[. Stephan. „Versuch einer Schmetterlingsfauna der Grafschaft Glatz.“ 15
‚welche einzelnen alpinen oder nordischen Arten mehr zu-
sagen.“
Die meisten schlesischen Faunisten teilen denn auch den
Sudetenzug in zwei Teile: einen östlichen und einen west-
lichen Flügel; die Scheidelinie bildet das Talder Glatzer
Neiße. Nach Pax und älteren Autoren erklärt sich die
srößere Mannigfaltigkeit der Tierwelt in den Ostsudeten
zum Teil dadurch, daß die Eiszeit in der präglazialen Fauna
des Altvatergebirges und des Mährischen Gesenkes nicht
so einschneidende Verwüstungen angerichtet habe wie in
derjenigen des Riesengebirges. Dazu komme ferner die
‚Gunst der geographischen Lage; die Nähe der Karpathen
hat das Faunenbild der Östsudeten entscheidend beeinflußt.
Unter den Spezies, die der Altvater vor dem Riesengebirge
voraus hat, überwiegen solche karpathischer und alpiner
‚Herkunft; sie sind allmählich bis zum Glatzer Schnee-
zebirge vorgedrungen, waren aber nicht imstande, das
Neißetal zu überschreiten. „Mehr als 100 Tierarten finden
ım Tal der Glatzer Neiße die Westgrenze ihrer Verbreitung.‘
Von Schmetterlingen wurden als solche genannt: Pieris
aapi bryoniae O., Erebia epiphron Knch., Erebia melam-
pus Fssl., Satyrus circe F., Agrotis conflua Ir., Tephro-
elystia veratraria H.S.; Crambus coulonellus Dup,,
Dichelia rubicundana H. S. Incurvaria provectella
Heyd., Conchylis roseana Hw.
Die erstgenannte Form ist meines Wissens in der Graf-
schaft noch nicht einwandfrei nachgewiesen; die mehrfach
veröffentlichten Fundnotizen (Glatzer Schneeberg, See-
telder) haben genauer Prüfung meist nicht standhalten
können; die vermeintlichen bryoniae entpuppten sich immer
als sehr dunkle ©Q der napi ab. radiata Röb. Ob die echte
dryoniae übrigens auf dem Altvater fliegt, läßt sich mit
Bestimmtheit auch nicht sagen; ich möchte es bezweifeln. —
Von den anderen „ostsudetischen‘ Arten kommen für unser
Gebiet nur die gesperrt gedruckten Namen in Betracht.
Die schon a. O. erwähnte Erebia melampus v. sude-
lica Stgr. ist kürzlich auf den Saalwiesen im Bielengebirge
'aufs neue aufgefunden worden.
‘Während in der Fauna der Ostsudeten der karpathisch-
alpine Einschlag überwiegt, trägt die Tierwelt der. West-
sudeten im allgemeinen ein nordisches Gepräge. Das
Riesengebirge hat eine Anzahl Arten, die, wie wir bereits
F
16 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
gehört haben, den Ostsudeten fehlen. Nach dem Werke
von Pax*) sind dies: Agrotis hyperborea Zett., Agrotis col-
lina B., Hadena gemmea Tr., Gnophos operaria Hb., Psodos
quadrifaria Sulz.; Scoparia sudetica Z., Crambus maculalıs
Z. „Zum Teil handelt es sich um Arten, die in den Ost-
sudeten deshalb fehlen, weil dort anstehende Felsen und
Schutthalden nur in bescheidener Entwicklung auftreten.
Einige Spezies stellen aber offenbar nordische Einwanderer
dar, welche die Ostsudeten nicht erreicht haben. Der
westliche Teil der Grafschaft Glatz und das Waldenburger
Bergland haben also sowohl für die von Süden aus den
Alpen und Karpathen kommenden Wanderer wie für die
dem Norden entstammenden Invasionen bis zum heutigen
Tage ein unüberwindliches Hindernis gebildet.‘
Da die Grenzscheide der beiden Sudetenflügel, das
Neißetal, die Grafschaft Glatz in zwei Teile schneidet, so
enthält unser Gebiet also sowohl Elemente der Ostsudeten
(nämlich im Schnee-, Bielen- und Reichensteiner Gebirge),
als auch Elemente der Westsudeten (nämlich im Mense-,
Habelschwerdter, Heuscheuer- und Eulengebirge und in
den Ausläufern des Waldenburger Berglandes). Natürlich
kann diese Scheide im allgemeinen nur für die montanen
bzw. subalpinen Formen der Lepidopteren gelten; die
meisten anderen Arten kommen naturgemäß hier wie dort,
wenn auch nicht in gleichmäßiger Häufigkeit, vor. Aber
auch jene mitgeteilten Listen der „rein westsudetischen“
und „rein ostsudetischen“ Spezies werden sicherlich im
Laufe der Jahre mit der fortschreitenden Durchforschung
der einzelnen Gebirgsteile eine Aenderung erfahren. Einige
Berichtigungen konnte ich bereits im speziellen Teil meiner
Arbeit geben. Agrotis collina B., bisher nur aus dem
Riesengebirge bekannt, wurde neuerdings von Raebel auf
dem Glatzer Schneeberg aufgefunden; sie ist also gewisser-
maßen über die Grenze gegangen, d.h. sie kam auf diesem
Gipfel wohl schon vor, war nur noch nicht entdeckt worden.
Dieselbe Bewandtnis hat es mit Dasypolia templi Thnbg,,
die früher gleichfalls nur im Riesengebirge beobachtet,
kürzlich aber auch bei Habelschwerdt in einigen Stücken |
gefangen wurde. Mit anderen Arten wird es vielleicht
ähnlich gehen. Hadena gemmea Tr. beispielsweise, die
auch nur von den Westsudeten bekannt war, nämlich vom
*) Prof. Dr. Pax: Die Tierwelt Schlesiens (Jena bei Fischer).
|
} ]J. Stephan. „Versuch einer Schmetterlingsfauna der Grafschaft Glatz.“ 17
Fi
y'
' Riesengebirge und aus dem Waldenburger Bergland, ist
“vor kurzem von Dr. Dannenberg bei Hallatsch festgestellt
Pr
a.
. worden *); die Neißelinie hat sie damit also beinahe erreicht,
warum sollte sie diese nicht überschreiten können? Auch
ein „umgekehrtes‘ Beispiel könnte gegeben werden: die
ostsudetische Tephroclystia veratraria H. S. kommt nach
Wocke auch bei Charlottenbrunn vor, also im Gebiet der
Westsudeten ; übrigens ist diese Art, wie mir Herr E.Drescher
schreibt, auch in Ellguth bei Ottmachau, also ziemlich weit
in der Ebene (und auf dem linken Neißeufer) konstatiert
‘worden. —
Mit den im Vorstehenden besprochenen Reliktformen
finden sich nun in höheren und sogar in höchsten Lagen
_ der Grafschaft Glatz eine Anzahl Spezies, die auch in der
Ebene und in den isolierten Vorbergen hier und da, teilweise
fast überall vorkommen, die aber doch im Gebirge (oder
"in Moordistrikten des Tieflandes) regelmäßig und am
häufigsten auftreten, sich hier demnach gewissermaßen am
wohlsten fühlen müssen. Wenn man auch die meisten
“von ihnen nicht als arktisch oder nordisch-alpin bezeichnen
‘kann, so ist doch außer Frage, daß diese Tiere in näheren
Beziehungen zu jenen Arten der Eiszeit stehen, eben weil
ihnen die genannten Lokalitäten besonders zusagen. Zu
dieser Gruppe von Faltern sind zu zählen:
Pararge maeral. Ptilophora plumigera
Zizera minima Fssl. Esp.
Lycaenaarionl. Hepialus fusconebu-
HaemorrhagiatityusL. losus d. ©.
„ fuciformisL. (Hepialus humulıL)
Proserpinus proser- Panthea coenobita Esp.
pina Pall. Agrotis multangulaHb.
Parasemia plantaginis L. 4 simulans Hfn.
Lasiocampa quercusl. . BCCOLILELL.
(callunae Palm.) @haraeasıprramıiniıs L.
Lemonia taraxaciEsp. Epineuronia popularisL.
a dumiLl. | R cespitisF.
Eudia (Saturnia) pa- Mamestra dentinaEsp.
vonial. Bombycia viminalis F.
#*) Wie weit montane Arten zuweilen ins Flachland gehen, be-
weist der Fund von gemmea bei Liegnitz, inmitten der nieder-
schlesischen Ackerebene, wo auch Moorgebiete fehlen. (cfr. Entom.
Zeitschr. Frankfurt a. M., 37. Jg. (1924), Nr. 23/24.
Deutsohe Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologisellen Verein I
‘ Iris su Dresden. Jahrgang 1926.
18 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Hadena ochroleuca Esp. Panemeria tenebrata Sc.
Hadena adusta Esp. Plusia jotal.
Hyppa rectilinea Esp. Acidalıa fumata Stph.
Petilampa arcuosa Hw. Odeziaatratal.
(Brotolomia meticu- Ortholitha bipunc-
1osa2 2 tarıa Schiff.
Calocampa solida- Anaitis praeformata Hb.
ginis Hb. Lygris populatal.
Ben
Cucullia lucifuga Hb. Larentia albulata Schiff,
lactucae Esp. Venilia macularial.
„
Sehr interessant ist die Verbreitung von Eudia pavoniaL.
In Mittel- und Süddeutschland fliegt diese Art fast nur im
Gebirge, in der Grafschaft Glatz, wie überhaupt in der
schlesischen Bergregion geht sie bis über die Baumgrenze
hinauf (ihre Raupe lebt dort meistens von Vaccinium, Calluna
und, nach Warnecke, auch von Polygonum bistortä); ebenso
häufig ist sie in vielen Teilen Schlesiens im niedrigen Hügel-
lande und in den Vorbergen; in Polen endlich (Gegend von
Warschau) bewohnt sie die Ebene. Auch andere Insekten-
arten (z. B. Psophus stridulus), die im Westen Bergbewohner
sind, steigen im Osten und Norden ins Flachland herab.
So erweist sich — wie Pax betont — Schlesien auch in bezug
auf die Höhengrenzen der Tierwelt als Uebergangsgebiet
vom ozeanischen Westen zum kontinentalen Osten.
Lasiocampa quercus L. kommt in den höheren Gebirgs-
lagen der Grafschaft Glatz und auf den Seeteldern (ferner
im Riesengebirge, im Harz usw.) in einer Form vor, die
fast mit der schottischen callunae Palm. identisch ist, aber
auch der Alpenrasse alpina Frey nahe steht. Der Spinner ist
in der Höhe regelmäßig .zweijährig; im ersten Jahre über-
wintert die junge Raupe, im zweiten die Puppe*). Es ist
mir in vielfachen Versuchen mit Seefelderstücken noch
nicht gelungen, die letztere noch im selben Sommer zum
*) Im Bober-Katzbachgebirge kommt nach Standfuß die Bergrasse
mit zweijähriger Entwicklungsdauer neben der einjährigen Tief-
landsform vor. Dasselbe glaube ich für die Gegend von Reinerz
behaupten zu können; hier habe ich schon mehrmals Falter im
Juni und frische Stücke noch im August beobachtet; möglicherweise
stammen erstere indes aus Puppen, die überlagen. Genaue Fest-
stellungen hierüber wären sehr wertvoll, worauf auch Sauber und
Warnecke hinweisen.
if Stephan. „Versuch einer Schmetterlingsfauna der Grafschaft Glatz.“ 19
'Schlüpfen zu bringen, woraus zu schließen ist, daß die
einmal festgelegten Vererbungsgesetze sich gewaltsam
nicht durchbrechen lassen. In der Höhe fliegt der Falter
‚bekanntlich schon im Juni, in der Ebene erst im Juli und
August*). Ein Gegenstück hierzu haben wir in Trichiura
crataegi L., die als montane ariae Hb. auch früher erscheint
als die sog. Stammform.
Im übrigen kennen wir noch mehrere andere Spezies,
die in unseren Bergen Montanrassen entwickelt haben;
letztere unterscheiden sich von den Tieflandsformen teils
durch Größe, teils durch die Färbung. Epichnopteryx
silesiaca Stdfs. (= pontbrillantella Brd.) von den Seefeldern
(und Iserwiesen) ist nach Standfuß die doppelt so große
„Ausgabe“ der einjährigen pulla Esp. der Ebene. Die
gleichfalls auf den Seefeldern beheimatete, zur völligen
Entwicklung drei Jahre brauchende Sterrhopteryx stand-
fussi Wck. steht sicherlich in Beziehungen zu der kleineren
hirsutella Hbn. der tieferen Lagen. Ein bekanntes Färbungs-
beispiel stellt die rötliche Ellopia prosapiaria L. vor,
die in den Kiefernwaldungen der Ebene gemein ist, in den
‚Fichtenwäldern der Berge als grüne prasinaria Hb. er-
scheint. Ob die verschiedene Nahrung die Farbenänderung
bedingt oder ob hier Feuchtigkeits- und Beleuchtungsver-
hältnisse mitsprechen, bedarf noch der Klärung. Dasselbe
gilt für Selenephera lunigera Esp, (deren Raupe auf Kiefer
lebt) und für deren dunkle Bergform lobulina Esp. die man
als Raupe nur auf Fichte findet.
Melanismus, durch klimatische Faktoren (Feuchtigkeit,
Höhenlage!) hervorgerufen, ist in unserem Gebiet, wie
durchweg in Berggegenden, bei sehr vielen Arten festzu-
stellen. Beispielsweise fliegt Lygris populata L. in höheren
Lagen zum Teil in der dunkleren ab. musauaria Fr.;
‚der Prozentsatz der ab. nigra Fr., ab.eremita O.undatra Lst.
von Lymantria monacha L. ist im Gebirge zweifellos wesent-
licher höher als im Flachlande usw.
— Daß manche bei uns heimischen Arten in den Sudeten-
'vorbergen (Zobten, Striegauer, Nimptscher und Strehlener
‚Berge) vorkommen, ist bereits erwähnt; ich erinnere hier
anAgrotis multangula Hb., Pseudopanthera(Ve-
nılia) macularia L. (Striegauer Berge), Pericallia
matronula L.; diese in der Grafschaft sehr spärlich,
‚kam früher am Nordfuß der Strehlener Berge gar nicht so
h
20 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
selten vor, ist jetzt aber infolge der unsinnigen Nach-
stellungen gewissenloser Sammler beinahe ausgerottet.
Bei weitem interessanter ist das Faktum, daß auch die
Fauna des niedrigen oberschlesischen Hügellandes mannig-
fache Beziehungen zur Tierwelt der Grafschaft Glatz bzw.
der Ostsudeten zeigt. Montane und submontane Arten,
wie Agrotis specıosa Hb., Anaitis praeformata Hb,,
Larentia miata L., Parasemia plantaginis L., He-
pialus fusconebulosus d. G., u. a. sind hier wie dort
zu Hause. Auch das beiderseitige Vorkommen von Ly-
caena amanda Schn., Lycaena meleager Esp. und schließlich
von Colias palaeno L. ist geeignet, Licht auf diese eigen-
artigen Zusammenhänge zu werfen. (An anderer Stelle
hoffe ich näher hierauf eingehen zu können.) —
Nach dieser Abschweifung müssen nun noch jene all
gemein verbreiteten Arten kurz erwähnt werden, die aus
der Ebene, und zwar gewiß erst nach der Eiszeit, einge
wandert sind und sich zum Teil selbst die höchsten Er-
hebungen erobert haben. Dazu gehören die bekannten
Ubiquisten, manche Vanessen (z. B. cardui, urticae) und
Pieriden (napi), Lycaeniden (Chrysophanus hıppo-
tho& L.), Ino statices L., Zygaena und zahlreiche He
terocera. Manche Falter mögen allerdings nur durch Luft
strömungen oder auf andere passive Weise in solche Höhen
gelangen. Der Fund von Bryophila ereptricula Hb. auf
dem Gipfel des Glatzer Schneeberges ist m. E. immerhin
erstaunlich. — Diese Tiere erscheinen naturgemäß in dep
höheren Lagen später als in der Ebene, haben gewöhnlich
auch, durch die Witterungsverhältnisse bedingt, eine kürzere
Flugzeit. (So fand ich Anthocharis cardamines L. noch
Anfang Juli, frisch geschlüpfte QQ von Chrysoph. hippo-
tho&L.noch Anfang August, Lymantria monachaL. noch
Ende September in Höhen von 700—900 m.) Bekannt ist
ferner, daß die Höhentiere solcher Arten, die in den Nie-
derungen und in der Ebene zwei (und mehr) Bruten zeitigen,
nur eine Generation haben; manche von ihnen können
ihre Entwicklung selbst während eines Jahres nicht ab-
schließen. Im speziellen Teil der Arbeit ist auch daraul
hingewiesen worden, daß die berüchtigten Kulturschädlinge
der niederen Lagen schon in mittleren Höhen kaum irgendwo
eınsthaft schädigend auftreten, in höheren Lagen mit we-
Den Ausnahmen meist sogar selten auftreten oder ganz
ehlen. —
Ir
I -
J Stephan. „Versuch einer Schmetterlingsfauna der Grafschaft Glatz.“ 21
Der Vollständigkeit halber mag schließlich daran er-
innert werden, daß die Grafschaft Glatz in früheren (gar
nicht weit zurückliegenden) Jahren auch von den beiden
Parnassier apollo L. und mnemosyne L. bewohnt wurde,
zwei Arten, die hier leider ausgestorben sind. Ausführlicheres
hierüber findet der Leser in meinem Buche „Fliegende
Blumen“, S.91—113. (Verlag A. Walzel, Mittelwalde i.Schles.)
Es erübrigt nun noch, für die einzelnen Gebirgszüge
‚und Distrikte des Glatzer Landes eine Zusammenstellung
der hervorstechendsten Falterarten (der sogenannten Spe-
‚zialitäten zu geben.)
Für die subalpine Region des Glatzer Schneegebirges
‘sind besonders charakteristisch: ;
'Erebia euryale Esp.
'Agrotis latens Hb.
| x recussa Hb.
5 collina B.
4 conflua Tr.
'Mythimna imbecilla F.
'Psodos alpinata Sc.
'Larentiainfidaria Lh.
Scoparia centuriella
Schiff.
‚Scoparia petrophila
Stdfs.
CnephasiaalticolanaH.S
Dichelia rubicundana
H’S
Hemimene cacaleana
Platyptilia nemoralis Z.
Incurvaria vetulella ZI.
4 rupella Schiff.
Drepressaria petasitis
Stdfs.
Gelechia viduella FE.
Plutella,dalella: Stt.
Pionea decrepitalisH.S. Butalis noricellaZ.
‚ Tortrix paleana Hb. Elachista stagnalis Fr.
| steineriana Hb. „ abbreviatella Stt.
i » E
/ a viburniana F. Nepticula sorbi Stt.
Es würde natürlich zu weit führen, hier noch alle anderen
Arten aufzuzählen, die schon auf dem Gipfel des Schnee-
bergs angetroffen wurden, zumal sich entsprechende Ver-
merke im speziellen Teile finden. Interessante Spezies
finden sich auch in mittleren Lagen des Schneeberg-
gebietes, z.B. im Tale von Wölfelsgrund (Plusia bracteaF.,
Platyptilia gonadactyla Schiff.,, Polygonia l-album Esp.
‚ [Wocke]), bei Lauterbach und Neundorf (Pros. proser-
pina Pall., Celerio gallii Rott.), bei Mittelwalde (Rhyp.
Purpurata L., Plusia gutta Gn. und ain Hch.), bei Wil-
helmsthal (Cucullia lactucae Hb, Toxocampa viciae
_Hb.), Seitenberg (Pericallia matronula L. [Gläser], Catephia
22 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
alchymista Schiff. Synanthedon vespiformis L.
[Hedwig], Biston lapponarıius isabellae Hırr.
[Hedwig] u. a.) |
Das Bielengebirge besitzt in den über 1000 m hoch
liegenden Saalwiesen (mit dem herrlichen „Paradies“) den
in der Grafschaft bis heute einzigen Flugplatz von Erebia
melampus sudetica Stgr. Bemerkenswert sınd ferner Trichi-
ura crataegi ariae Hb., Dianthoecia proxima Hb,,
die (freilich auch an anderen Punkten der Östsudeten
fliegende) Tephroclystia veratraria H.S.
Aus dem Reichensteiner Gebirge werden genannt:
Stauropus fagi L.; Penthina gentiana Hb., Ala-
bonia bracteella L., Cerostoma falcella Hb,
nemorella L. und horridella Tr. — Reich an besseren
Arten von Macro- und Microlepidopteren ist u.a. die Gegend
von Bad Landeck, wo schon Standfuß sen. sammelte.
Im Warthagebirge, dessen nördlicher Flügel (vom Paß
von Wartha bis zum Paß von Silberberg) von vielen
Autoren schon zum Eulengebirge gerechnet wird, kommt
an einigen Stellen Limenitis camilla L.=(sibillaL)
vor. Sehr interessant ist auch der Fund von Dianthoecia
fılıgramma xanthocyanea Hb. bei Giersdorf (Illgner),
von Plusia pulchrina Hw.; Rivula sericealis Sc., Apamea
testacea Hb, Zygaena ephialtes peucedani Esp.
und athamanthaeEsp. bei Glatz, Syntomis phegeal.
ın der Gegend von Wartha.
Im nördlichen Zipfel der Grafschaft, in den Tälern des
Eulengebirges und ın den Ausläufern des Waldenburger
Gebirges werden u.a. gefunden: Hypocrita jacobaeae L.,
Zygaena carniolica berolinensis Stgr., Polyploca fla-
vicornis L., Plusia jota L., bractea F., Cucullia scro-
phulariae Cp., Luceria virens L., Mania maura L., Toxo-
campa craccae F. (Auf der schlesischen Seite des Eulen-
gebirges, bei Peterswaldau, ist die seltene Agrotis birivia
Ab. gefangen worden.) Auch geschätzte Microlepidopteren
fliegen im Kreise Neurode, z. B. Tortrix aeriferana H. S.
I Grapholitha zebeana Rtz. (bei Volpersdorf) und viele
andere. ‘
Das Gebiet des Heuscheuergebirges ist viel arten-
reicher als man nach seiner Formation (Sandstein!) ver-
muten sollte. Viele der in meiner Arbeit aufgeführten
=
L. ab. umbratilis Jul.
Steph.
Anthocharis cardamines
ab. luteola Jul. Steph.
“Anthocharis cardamines
ab. margine maculata
Jul. Steph.
Weolias edusaE.
WApatura iris L.
Limenitis populil.
Vanessa urticae ab.
elisa Jul. Steph.
Argynnis dial.
% ıino Rott.
P aglaıa ab.
susanna Jul. Steph.
Nemeobius lucina IL.
mit ab. erica Jul. Steph.
u. ,„ nana Jul. Steph.
Thecla w-album Knch.
Zizera minima Fssl. mit
minutissima Jul. Steph.
Lycaena optilete Knch.
B amanda Schn.
n hylas Esp.
e bellarguskeott.
. coridon Pd.
- euphemus Hb.
| J. Stephan. „Versuch einer Schmetterlingsfauna der Grafschaft Glatz.“ 29
Spezies, darunter begehrte Seltenheiten und Aberrationen
. habeich beiFriedrichsberg;, Carlsberg, Passendorf, Wünschel-
burg und den anderen Ortschaften an der Heuscheuer
gefangen und beobachtet: Ich nenne hier nur:
Papilio podalirius F.
"Anthocharis cardamines
Lycaenaarcas Rtt.
z ARTOn.L,
Pamphila palaemon Pall.
Haemorrhagia tityus L.
z fuciformisLl.
Phragmatobia fuligi-
nosa L
Lemonia taraxaci Esp.
mit ab. depuncta Jul.
Steph.
Ptilophora plumigera
Esp.
Demas corylil.
Panthea coenobita Esp.
Diphthera ludifical.
Agrotis cuprea Hb. mit
ab. pallida Jul. Steph.
Agrotis lucipeta F. mit
bella Jul. Steph.
Hadena ochroleuca Esp.
Habryntis scita Hb.
Cucullia artemisiae Hfn.
PliwsTaljotark
e bractea’F.
Panemeria tenebrata Sc.
Toxocampa craccae F.
Selenia lunaria Schiff.
Gnophosmendicariah.S.
Anaitis praeformata Hb.
Lygris testata L.
USW.
An den Felsen der Heuscheuer, des Vogel- und Spiegel-
berges sind zu finden: Gelechia continuella Z., Scoparia
murana Crt.;an Ebereschen: Argyresthia submontana Frey.
Im Dörnikauer Tal beobachtete ıch u.a. Lycaena meleager
' Esp., Lygris reticulata F. und eine lange Reihe „guter
Sachen“. Goetschmann nennt von dieser Lokalität: Larentia
infidaria Lh.; Conchylis gilvicomana Z., Pterophorus
24 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
distinctus H. S., osteodactylusE. und brachy-
dactylus Tr, Mompha lacteella Stph., Epiblema
fulvana Stph., hepaticana Tr., und brunnichiana
Frl. Psacaphora schranckella Hb., Steganoptycha
nigromaculana Hw., Incurvaria praelatella Schiff. —
In der näheren Umgebung von Kudowa fand derselbe
Entomologe: Laspeyria flexula Schiff, Boarmıa
secundaria Esp., Ellopia v. prasinaria Hb., Adela
associatella Z.und andere Kleinfalter. Aus der weiteren
Umgebung von Kudowa brachte Goetschmann u. a.: Zy-
saenaachilleae Esp, angelicae O.und carniolica
berolinensis Stgr., Dipsosphecia ichneumoniformis
Esp. — Reiche und interessante Beute kann der Sammler
auch bei Lewin und in den umliegenden Tälern machen:
Lycaena meleager Esp., coridon Pd. hylas Esp,,
cyllarus Rott, Epicnaptera tremulifolia Hb.,
Aegeria apiformis Cl, Agrotis cuprea Hb,. Polia
xanthomista Hb., Hadena gemmea Tr, Bombycia
viminalis F., Leucania impura Hb. (Hallatsch— Dr.
Dannenberg). Bei Exkursionen in die Gegend von Rückers
und Altheide kommt man gleichfalls auf seine Kosten:
Agrotis Jucipeta F., Luceria virensL., Palimpsestis
duplaris L., Fumea betulina Z, Lycaena eumedon
Esp. u.a. begegnen uns dot.
Aus der Falterwelt des Habelschwerdter Gebirges hebe
ich hervor: Papilio podalirius L., Argynnis dia L,
Zygaena meliloti Esp. (Habelschwerdt), Callimorpha
dominula L. (Wustung), Eriogaster catax_L., Lemonia
dumi L., Dicranura erminea Esp., Phalacropteryx
eraslinella Bsd., Trichosea ludificaL., (Kaiserswalde),
Agrotis rubi Vw., Sora rubricosa F. und leuco-
grapha Hb. (Voigtsdorf, Mamestra glauca Hb,
(Hüttenguth), Dianthoecia proxima Hb. (Erlitztal),
Dasypolia templi Thnbg., Mythimna imbecilla F,,
Grammesia trigrammica Hfn., Agrophila trabealis
Sc, Plusia bractea F., Catocala frazınıaz
Ein seit langem berühmtes Dorado für Lepidopteren ist
bekanntlich die Gegend von Reinerz, das Grunwalder Tal
und der Abhang der Hohen Mense. Hier sammelten schon
Zeller, Standfuß sen. und jun., Aßmann, Naacke, Wocke,
Wiskott, Zacharias, Uechtritz, Illgner, Goetschmann und
andere Entomologen. Eine Aufzählung der „guten‘ Arten
j
‚ speziellen Teil verweisen.
un
| ]. Stephan. „Versuch einer Schmetterlingsfauna der Grafschaft Glatz.“
Colias palaeno euro-
pome Esp.
Coenonymphatıphon
Rott.
Argynnis ino Rott.
= adinper. mitab.
margareta Jul. Steph.
(In unmittelbarer Nähe der Seefelder)
Lycaena optilete Knch.
Diacrisia sanniol.
'Lasiocampa quercusl.
(callunae Plm.)
Selenephera lunigera
lobulina Esp.
' (ganz in der Nähe des Hochmoors)
Odontosia carmelita
Esp.
Sterrhopteryx stand-
fussi Weck.
Epichnopteryx pulla
silesiaca Stdfb.
Agrotis speciosa Hb.
Mamestra glauca Hb.
*+
25
_ würde eine lange Liste ergeben; ich muß hier auf den
| Dagegen will ich zum Schluß
"noch die hauptsächlichsten und charakteristischsten Falter-
' spezies der früher*) als Sammelgebiet
Seefelder aufführen:
ebenso gefeierten
Diphthera alpium Osb.
Hyppa rectilinea Esp.
Petilampa arcuosa Hw.
Anartacordigera
Thnbg.
Brephos partheniasL.
Larentia incursata Hb.
„ subhastata Nlck.
Forksrıizwabaurnianak.
2 paleana Hb.
Penthina schulzianaF.
Simaethis diana Hb.
Incurvaria vetulella Z.
* rupella Schift.
Glyphipteryx hawor-
thiana Stph.
Elachistavabbrevna-
tella Stt.
Elachista stagnalis Fr.
„ Irhynchosporella
Stt. (Wcke).
Evetria posticana Z.
*
Schließlich mögen noch einige Angaben über lempe-
ratur und Feuchtigkeitsverhältnisse für einige Orte der
Grafschaft Glatz nachgetragen werden. Die erste Tabelle
entnehme ich einer Veröffentlichung im „Ostdeutschen
Naturwart‘“ (1. Jg., Heft 3, S. 151), die andere verdanke
ich den meteorologischen Stationen Reinerz und Grun-
wald.
*) Das Hochmoor ist vor einigen Jahren zum staatlichen
Naturschutzgebiet erklärt worden.
_——— “ —— \ | — ! 2 = 3 = H ._ F == Ar | 5
Ort EESESEURERIE GE In En gu i
Jahr sera ı ine ia elal | SUsSraurme Einen
m e BBEITSEEIH FE FE Y
1881 Glatz 2861| —2,9|—1,2| 2,11 6,8/12,2 115,2 | 16,8 115,8 | 12,4 8,01 2,6 —1,1] 7,2
; zumVergleich: Bresliau| 147|—1,6, —0,2| 3,1) 7,9/13,7 117,0 | 18,7 17,7|14,2|9,1| 35|/ 0,0[8,6
bis | |GlatzerSchneeberg| 1215 |—5,6 —5,8|—3,4|—0,8| 6,3) 9,3 11,3 10,6, 7,8. 3,31—1,8|—4,7| 2,3
1910 (Schweizerei)
z.Vergl. : Schneekoppe]| 1605 |—7,3 | —7,6|—5,7/—1,9| 3,4 | 6,5| 83) 7,8! 5,2/1,01—3,3| — 6,31 0,0
1923 Reinerz ca560I—1,5'—2,81 1,81 4,2111,7| 9,9| 16,2 13,8/11,5'9,2! 1,3! —4,1| 7,3
1924 Reinerz 3.5601 —5,5 —6,3|—1,1| 3,8 12,1 113,6 | 14,6 113,0 | 12,8 | 7,4|—0,9|—1,6| 5,1 |
1923 Grunwald ca890| —4,11—5,01—0,5, 2,4| 9,8| 7,2,14,2 123,4| 9,9|6,1/)—0,1! —5,814,0| 4 | 28,1 |16589| — 23,8
| (15. VII.) (26.X11.)
1924 Grunwald ca.890| —6,8 —8,2|—2,9 1,8/10,7 111,9 | 13,0 111,6 11,1/6,11—1,0/—0,8|4,4| 1 | 25,1 116185) —17,7
(22. VII.) (24.1)
1925 Grunwald ca.890| —1,5 | —,02 | —3,5 | —4,0 110,7 | 9,4 | 13,7 113,2| 7,9/4,9|—1,3/ —4,6|4,4| 1 | 26,9 132 81|—15,9
| | | auvım)) | jaz.xır)
Monats- und Jahresmenge der Niederschläge (mm).
| | | | 5 u 5 7 1
: = S N = a n | E) 3 5 | 2 Er 2%
Jahr Ort Höhe| 5 | 2 lEicFeeeg rd Fu: CH =
34.8.8 0 LS ATS FE ET2,3 1829755
m u ERREISETEI SIEGER
1923 Reinerz 560 |66,2| 45,4121,3| 58,1 135,9 62,7 |101,4| 52,41154,7/95,5|94,2| 980,2] 81,6
1924 Reinerz 560 |55,7/101,5,63,2|73, ‚81126,2|100,: 3| 78,9 | 67,61206,2 54,9157,3127,2 1012,8| 84,4
1924 Grunwald 890 |74,21194,5 85,6,85,81147,2124,5 85,5 | 75,51228,1| 77, 781,4.33,1 1288,1/107,3
1925 Grunwald 890 [95,9) 78,8.95,2.139,91106,8) 72, 2.911791 204,4| 94,0| 90,5/51,3190,7) 1365,5/113,8
5 ee Be Eee ale en
ze er ea Bee Bell elsiela|5
in ) | ) = ı a | Z
1923 Grunwald 890 | 34 | 175 | 200 | 90 |-4 | 3 |158*)| 167 | 20 | 6 | 7 |S.W.| ®) bis 22. IV. „zeitweise
1924 Grunwald 890.1 49 | 186. |.198 67 | 4 | 7 |166| 141 | 27 | 2 | TERSWelis) bis AnErENEEn
1925 Grunwald 890.) 27 Lisı Haie} 98 |10-| 5 | 187 | el 21-2 6 |S.W.
H. Ebert. Interessante Tagfalter-Formen. 27
Interessante Tagfalter-Formen.
Eoneblermz.kbert,.leipzig.
Hybriden in der Melitaea athalia-dictynna-Gruppe.
Die Gattung Melitaea ist wohl eine der interessantesten
unter allen Nymphaliden, und mir persönlich hat es die
athalia-dictynna-Gruppe am meisten angetan. Unter den
“zahlreichen Fragen, deren Klärung gerade bei dieser
; Gruppe ebenso wichtig als schwierig ist, sei hier nur eine
angeschnitten: Bilden die Arten dieser Gruppe sichere
‚ Hybriden? Bei den meisten Heteroceren — soweit über
Jugendstände etwas bekannt ist — fällt es nicht schwer,
| das Vorhandensein von Hybriden zu beweisen: Die Zucht
entscheidet. Da bei den Tagfaltern eine Paarung in der
"Gefangenschaft fast nie gelingt, auch die Zucht aus dem
Eimeist noch schwierig genug ist, sind wir beiihnen durchaus
auf die Betrachtung der Falter angewiesen, und damit auf
ein gewisses feines Gefühl für die Differenzierung nahe
verwandter Formen, das sich keinen bestimmten Gesetzen
unterwerfen läßt, so daß sich für bestimmte Behauptungen
kein scharfer Hinweis führen läßt. Wenn es daher ım
"Folgenden vielleicht so klingen könnte, als ob es sich um
- durchaus feststehende Tatsachen handelte, so muß ıch be-
tonen, daß das nicht der Fall zu sein braucht, daß es sich
aber um meine, auf reiflicher Ueberlegung beruhenden,
feste Ueberzeugung handelt, die ich natürlich niemanden
aufzwingen will, der auf Grund besserer Kenntnisse anderer
Meinung ist. Für die Untersuchung aller Fragen in der
athalia-dictynna-Gruppe wäre äußerst wertvoll eine
genauere Untersuchung der Genitalorgane, die meines
ı Wissens bisher noch nicht vorgenommen worden ist. Sollte
sich nicht einmal ein Entomologe finden, der, statt sich
nur für den Ausbau seiner Sammlung zu interessieren, durch
"Ausführung solcher Forschungen wirklich wertvolle Arbeit
leisten würde? Mir persönlich verbietet leider der Mangel
aller dazu nötigen Hilfsmittel die Durchführung einer solchen
Arbeit, so gern ich sie sonst übernehmen würde.
Gibt esalso Hybriden in der athalia-dietynna-Gruppe?
‘An und für sich ist das durchaus wahrscheinlich, da die
Arten sich äußerst nahe stehen und meist mehrere gleich-
zeitig an derselben Stelle fliegen. Gerade aber wegen
28 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
dieser nahen Verwandtschaft werden sich wirkliche Hybriden
oft nicht als solche zu erkennen geben; wer würde sich z.B.
getrauen, einen athalia X aurelia-Hybriden sicher als
solchen zu erkennen? So kommen als wahrscheinlich leicht
kenntlich nur Hybriden mit der etwas abseits stehenden
dietynna in Frage.
In der Tat wurde schon vor über 50 Jahren eine
Melitaea melicerta Pfützner, beschrieben als wahr-
scheinlicher Hybrid zwischen athalia und dicetynna, und
zwar im 17. Jahrgang (1873, 159) der Berliner Entemologischen
Zeitschrift. Die Beschreibung lautet wie folgt (überflüssigen
Wortschwall habe ich weggelassen):
„Schwarzbraun mit rotgelben Fleckenreihen; Hfluseite
zimtbraun, im Wurzelfelde fünf glänzend weiße, schwarz
eingefaßte Flecke, die Mbinde durch eine weiße, schwarz
umzogene Fleckenreihe gebildet, welche durch eine schwarze
Linie geteilt ist; im Saumfelde sechs zimtbraune, durch
breite schwarze Bogen eingefaßte Halbmonde, an welche
sich saumwärts sechs bis sieben glänzend weiße Randmonde
anschließen; die Saumlinie doppelt, dunkelgelb ausgefüllt.
Die Palpen außen strohgelb, schwarz behaart, nach der
Spitze zu zimtbraun gefärbt. Größe 20—22 mm.“
„Im Ganzen betrachtet steht dieser interessannte Falter
genau in der Mitte zwischen athalıa und diıctynna.
Während einzelne Exemplare sich durch hellere Färbung der
ÖOseite wie durch eintöniges Kolorit der Useite ganz an
athalia anschließen, nähern sich andere durch dunklere Be-
stäubung der Oseite sowie der Hfluseite, namentlich durch
das rein glänzende Weiß der Fleckenreihen daselbst und die
zimtbraune Ausfüllung der doppelten Saumlinie ganz der
dietynna. Bei einem mir vorliegenden Stück sind sogar
die schwarzen Punkte inmitten der braunen Halbmonde
sowie der rostbraune Keilfleck in Zelle 1b angedeutet.“
„Ich fing diese Varietät bereits vor mehreren Jahren ım
Brieselanger Forst auf einer Stelle, wo athalia und dic-
tynna häufig nebeneinander fliegen, und habe sie seitdem
alljährlich in einigen Exemplaren und zwar Anfang bis Mitte
Juni daseibst wieder erbeutet.“
„Dr. Speyer, dem die beiden zuerst gefangenen Stücke
vorlagen, weist außer auf die schon angegebenen Merkmale’
auch auf die weniger scharf schwarz und weiß geringelten
Fühler hin. Er hält die Tiere für Bastarde zwischen athalıa
und dictynna.“
ra
H. Ebert. Interessante Tagfaiter-Formen. 29
Diese Beschreibung ist reichlich unklar; daß sie für
uns nicht mehr zu verwenden ist, kann man auch daraus
ersehen, daß sie uns keinen konstanten Unterschied gegen
britomartis Assm. angibt, so daß melicerta einfach als
Synonym zu britomartis zu zählen wäre, wenn es nicht fest
stünde, daß diese keinesfalls einen Hybriden darstellt. Der
Grund ist wohl darin zu suchen, daß Pfützners Material
anscheinend recht umfangreich war und ganz heterogene
Formen umfaßte: dictynna g'’XathaliaQ, athaliıa Jg’ X
dictynnaQ und Rückkreuzungen dieser Hybriden mit den
2 Elternformen. Es ist bei dem heutigen Stand unserer
entomologischen Wissenschaft ganz unmöglich, so deutlich
verschiedene Formen unter einen Namen zu vereinen; dieser
ist vielmehr auf eine gut charakterisierte Form zu be-
schränken, die Beschreibung so abzufassen, daß eine Ver-
wechselung mit verwandten Formen kaum noch möglich
‚ist; eine mathematisch eindeutige Beschreibung scheitert
“natürlich an der Unvollkommenheit unserer Sprache und
daran, daß die Natur völlig scharfe Grenzen üherhaupt
nicht kennt. Demnach würde nach Streichung aller un-
wesentlichen und schärferen Präzisierung der wesentlichen
Merkmale die Beschreibnng von:
M. (dietynna Xathalıa?)
hybr.melicerta Pfützner lauten:
Öseite durch Verbreiterung der schwarzbraunen
Zeichnung dunkler als bei athalia; Hfluseite kontrast-
reicher, Wurzelflecken, Mbinde und Randmonde glänzend-
weiß (bei athalia blaßgelb), Basalfeld und Außenbinde
dunkler braun; der Raum zwischen den Saumlinien
dunkelgelb.
Mit größter Wahrscheinlichkeit stellt diese Form den
Hybriden athalia g’ X dietynnaQ dar, der relativ nicht
so selten ist wie die Gegenkreuzung und nach der Pfütz-
nerschen Beschreibung zu urteilen sicher die Mehrzahl der
ihm vorliegenden Stücke bildete. Mir selbst lag ein sicheres
Berliner Stück, sowie ein selbstgefangenes vor (Höllwiesen
bei Oberstdorf im Allgäu, 1000 m, 13. 7. 1923, 9'), die
beide genau der angegebenen Beschreibung
entsprechen. Da die melicerta-g'g' sich wieder mit
athalia-QQ (Hybriden-QQ sind ja im allgemeinen unfrucht-
bar) paaren werden, steht zu erwarten, daß Zwischenformen
zwischen athalia und melicerta nicht übermäßig selten
sein werden; in der Tat findet man gelegentlich Stücke von
30 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
athalia, die durch die deutlich dunkle Ausfüllung der Saum-
linien auf der Hfluseite auffallen, wie solche ja auch Pfützner
vorgelegen haben. Obwohl also eine gewisse Wahrscheinlich-
keit besteht dafür, daß solche Tiere — zumal wenn die
Öseite verdunkelt ist — Bastarde melicerta g' X athalia ©
(eventl.noch höherer Ordnung), oder zwischen athalia und
britomartis, oder eventl. zwischen athalia und aurelia dar-
stellen, ist jeder Beweis dafür unmöglich, auch werden sich
die Kreuzungen so verschiedener Elterntiere als Falter nicht
unterscheiden lassen; man faßt also am besten solche Tiere
unter einem Namen als Varietät von athalia zusammen.
M. athalia var. pseudaurelia n.
Der Raum zwischen den Saumlinien der Hfluseite
deutlich dunkler als die Randmonde davor; Hfluseite
sonst wie bei athalia (helle Zeichnung also blaßgelb);
Oseite dunkler (etwa wie bei britomartis).
Als Type gelte ein g' von Platten i. Erzgebirge (Weg nach
Johanngeorgenstadt), gef. 24.6. 1922; ein oseits etwas ab-
weichender g' gleichzeitig gefangen.
Nachdem wir die athalioiden Formen besprochen
haben, gehen wir zu den der dietynna näherstehenden
über. Diese scheinen noch viel seltener zu sein als die ersteren;
es ist Ja auch eine Paarung zwischen athalia g’ und dic-
tynna Q wegen der größeren Aehnlichkeit der Falter an und
für sich schon wahrscheinlicher als zwischen den sehr ver-
schiedenen dietynna g' und athalia ©. Ich habe bisher in
der Tat in allen mir zugänglichen Sammlungen kein Stück ge-
sehen, das sich mit dem unten beschriebenen von mir gefan-
genen vergleichen ließe; auch aus der Literatur kenne ich nur
eine diesbezügliche Angabe — außer der bei Pfützner, dem
vielleicht einige solche Falter vorlagen —, und zwar im
Rühl-Heyne (Seite 401), wo zwei Tiere beschrieben werden,
auf die unten noch zurückzukommen sein wird.
Ich selbst erbeutete im Sommer 1923 in der Umgebung
von Oberstdorf im Allgäu eine Anzahl Mel. dietynna, die
sich hauptsächlich durch weitgehende Reduktion . der
schwarzen Punkte in der Außenbinde der Hfluseite aus-
zeichnen. Das extremste Stück von diesen ist der eigentliche
Anstoß zu dieser Studie über die athaliaXdictynna-
Hybriden gewesen, da es in die Reihe der bisher bekannten
Formen ohne starken Zwang nicht einzugliedern ist; mit
großer Wahrscheinlichkeit stellt es den Bastard dictynna g®
| | H. Ebert. Interessante Tagfalter-Formen, al
mn nn nn nn
‚xathaliaQ@ dar (welcher Ansicht auch Herr Prof. Rebel
‚ist, dem Beschreibung und Abbildung vorlagen);
- M.dictynna hybr. learchus n.
(Learchus: Bruder des Melicerta)
Sehr ähnlich dictynna; Vflspitze und Innenwinkel
der Hil schärfer geeckt. Oseite wie bei dictynna, desgl.
Palpen und Fühler. Hfluseite im Gesamteindruck etwas
heller; in der braunen Außenbinde ist von den schwarzen
Zellpunkten wie den gelben Flecken davor selbst mit
scharfer Lupe kaum noch eine Andeutung zu erkennen;
die Saumlinien dunkel ausgefüllt wie bei dietynna:
auch der braune Keilfleck in Zelle 1b vorhanden.
Iype: Ein 9' von der Straße Oberstdorf-Birgsau bei
Faistenoy 14.7. 1923,
Wichtiger noch als nur das Fehlen der schwarzen Zell.
| punkte ist das der gelben Fleckchen, die sonst bei dictynna
"vor diesen zu stehen pflegen. Falter bei denen zwar die
schwarzen Punkte fehlen, aber die gelben Fleckchen vor-
handen sind, scheinen nämlich nicht ganz so selten auf-
‚zutreten, jedenfalls berichtet Rühl (Rühl-Heyne, p. 401),
‚daß ihm einige solche Tiere vorgelegen hätten (2 PERL ICH
‚selbst fing zwei solche Stücke im Allgäu; möglicherweise
‚stellen sie eine Rückkreuzung learchus g' X dictynna Q
dar — was sich natürlich nicht beweisen läßt. Also
dictynna Esp., v. semilearchus n.
Hiluseite etwas heller als bei dietynna; die braune
Außenbinde mit kleinen gelben Kernen, die einige — mit
der Lupe erkennbare — schwarze Schuppen enthalten.
' Type: Ein g' von Gerstruben (Allgäu, 1100 m,gef. 14.8.1922),
/ der oseits einen Uebergang zu var. fasciata Lamb. bildet.
Ein anderer g' von der vorderen Seealpe, 1400 m,
20.7.23 weicht durch auffallend dunkle Bestäubung der
Useite ab.
Uebergänge zu semilearchus, bei denen Andeutungen
‚ der schwarzen Punkte schon mit bloßem Auge erkennbar
sind, habe ich aus dem Allgäu (Hölltobel bei Oberstdorf,
150 m, 10.7.1923 91) und von der Dübener Heide (Torfhaus
bei Eilenburg, 14.7.1923, g', leg. Trömel, Leipzig, oseits var.
seminigra Muschr.).
Ich darf wohl alle Herren, die Formen wie melicerta
oder learchus besitzen, bitten, deren Funddaten sowie
etwaige Abweichungen von den angegebenen Beschreibungen
|
32 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
mir mitzuteilen zwecks Vervollständigung dieser Studien über
die athalia >< dietynna-Hybriden. (Meine Anschrift ist in der
Geschäftsstelle der „Iris“ und anderer entomologischen
Gesellschaften zu erfragen.)
Brenthis euphrosyneL. aberr.
Durch die große Freundlichkeit von Herrn Heuser,
Kaiserslautern, der mir das Tier zur Verfügung stellte, bin
ich in der Lage, eine ganz außerordentlich interessante
Aberration von Br.euphrosyne hier zu beschreiben.
Herr Heuser fing das Tier am 3. VI. 1923 unweit des
sog. Althütterhofes b. Otterberg (Rheinpfalz). Es stellt die
„\uffallendste Aberration dar, die ich bisher bei Brenthis-
Argynnis sah, das Ungewöhnliche an ihm ist die Varia-
tionsrichtung,.
Man kann bei Brenthis-Argynnis vier Variations-
richtungen unterscheiden: 1 die schwarzen Flecken
fließen radial zusammen; 2. die ganze Flfläche ist dicht
schwarz bestäubt, so daß die schwarzen Flecken sich
nicht mehr abheben; 3. die braune Grundfarbe verblaßt;
4. die schwarzen Zeichnungen werden von der braunen
Grundfarbe überdeckt.
Das vorliegende Tier zeigt eine neue Variationsrichtung:
5. Die schwarzen Flecken fließen zu schmalen schwarzen
Querbinden zusammen.
Die Zeichnung ist im einzelnen folgende: Vfloseite:
In der Mzelle (von der Basis nach außen) ein kurzer
Grundstrich, ein Pünktchen, ein größerer Querstrich,
die Zelle schwarz abgeschlossen; unter der Mzelle der
bei euphrosyne nie fehlende basalwärts geöffnete Winkel.
Die Fimitte durchzieht eine feine Zickzacklinie; dıe am
Innenrand verstärkt ist. Ozellen und Saumdreiecke
bilden je eine schmale schwarze Querbinde; die Ader-
endpunkte fehlen. Saum fein schwarz, Fransen un-
gescheckt. Die Hfloseite ganz anolog gezeichnet. Beider-
seits sind die Adern — soweit überhaupt vorhanden
(s.u) — fein schwarz. Vfluseite entsprechend der Öseite.
Die Hfluseite zeigt in der Verteilung der orange
farbenen Zeichnung deutlich den euphrosyne-Charakter.
Die Umrisse der Mbinde normal, die beiden Silberflecke
an der Wurzel und in der Mitte vorhanden. Der fehlende
schwarze Mpunkt durch ein kleines gelbes Fleckchen
H. Ebert. Interessante Tagfalter-Formen. 33
vertreten. Die Silberflecke am Saum, sowie die dunkel-
braunen Punkte in der Außenbinde zu je einer schmalen
Ouerbinde verflossen.
Der ganze Habitus zeigt, daß es sich um eine tera-
tologische Form handelt. Alle Fl sind verkleinert, vor allen
Dingen stark verschmälert, dabei aber völlig symmetrisch.
Die Adern sind stark reduziert; bis zum Saum hindurch
gehen nur: auf den Vfl R,, C, und A, auf den Hfl. Sc
R, C,, A, und A,; der Cubital-Hauptast ist auf allen F]
bis zum Zellende vorhanden. Alle diese Adern sind stellen-
weise unterbrochen; weitere sind nicht vorhanden. Infolge-
dessen erscheinen die Fl am Saum etwas zerknittert.
Sehr interessant wäre es, zu wissen, aus welchen Ur-
sachen eine derart absonderliche Form entstehen kann.
Ich habe mir zwar von Herrn Heuser alle Angaben, welche
irgendwie von Bedeutung sein könnten (Boden- und Vege-
tationsverhältnisse, Witterung und dergleichen mehr), machen
lassen ; doch gaben mir diese keinen Anhaltspunkt, der mir
‚erlaubte, mehr als vage Vermutungen auszusprechen. Da ıch
"weiß, daß auch von anderen Argynnis-Arten (z.B. ino)
Falter gefangen worden sind, die dem vorliegenden gleichen,
bitte ich Herren, die solche Tiere besitzen, mir zur Klärung
dieser Frage neben einer Abbildung (möglichst Photo-
graphie) Mitteilung über den Fang und irgendwelche ihnen
dabei aufgefallenen Umstände zukommen zu lassen.
Brenthis euphrosyne alpina subsp. n. Schon
vor Jahren scheint bekannt gewesen zu sein, daß in den
Alpen eine einbrütige Form von euphrosyne fliegt,
die sich von der des Tieflandes und der Mittelgebirge
konstant unterscheidet (vgl. Freyer, Hellweger, Osthelder).
Auch für die schweizer Alpen ist bereits vor 75 Jahren
nachgewiesen worden, daß euphrosyne dort in zwei
' getrennten Rassen auftritt. Um so weniger verstehe ich,
warum diese auffallende Form noch nicht den eigenen
' Namen erhalten hat, den sie verdient — mehr als viele
‘ der zahllosen „Rassen“, mit denen die Entomologie von
manchen Autoren beglückt worden ist. Ich selbst beobachtete
diese Form 1922 und 1923 im Allgäu (um Oberstdorf), wo
sie Anfang bis Mitte Juli in 1000 bis 1600 m Höhe fast
überall in großer Zahl flog (einzelne Nachzügler noch bis
' Anfang August), während typische euphrosyne nicht
Pe
zu finden waren.
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein II
Iris zu Dresden. Jahrgang 1926.
34 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Die Merkmale dieser Form sind: Grundfarbe dunkler,
braun (statt braunrot). Schwarze Zeichnungen bedeutend
verstärkt, besonders auffallend die dicken Ozellen, die
auch beim g' größer sind als bei normalen QQ von
euphrosyne; Aderendpunkte und Saumdreiecke (fast
stets) verbunden. Die Oseite erinnert im Gesamtein-
druck stark an fingal Hbst.; doch ist bei fingal der
Saum noch dunkler. Hfluseite viel dunkler, rostfarben
(bei einzelnen Stücken ähnlich selene L.) mit großen (oft
hellblau gekernten) Ozellen. Einbrütig, Flugzeit Anfang
bis Mitte Juli in 1000 bis 1600 m Höhe.
Ein © zeichnet sich dadurch aus, daß die Fleckenreihe
zwischen den verbundenen Saumdreiecken und Aderend-
punkten hellgelb ist (etwa wie Colias hyale Jg!) statt
braun, ähnliche Formen findet man bei allen verwandten
Arten, am häufigsten bei latoniıa.
Satyrus alcyone var. heuseri n.
Von Herrn Heuser, Kaiserslautern, erhielt ich außer der
schon beschriebenen Aberration von Br. euphrosyne
noch eine interessante Form von Sat. alcyone, die zu Ehren
ihres Entdeckers — dem auch an dieser Stelle nochmals
für seine zuvorkommende Liebenswürdigkeit gedankt sei —
var. heuseri heißen möge.
Merkmale:
Bedeutend kleiner (Vfllänge 24 mm). Grundfarbe zu
einem lichten Graubraun aufgehellt (etwa wie die Hflu-
seite von Lyc. icarus ©). Zeichnung völlig normal.
Irgendwelche Verkrüppelung ist nicht zu bemerken, auclı
ist das Tier völlig symmetrisch in Form und Zeichnung.
Auffallend ist, daß Herr Heuser zwei völlig gleichartige Stücke
(beides g'g') dieser Form zur selben Zeit (9.7. 1924 vor-
mittags) am selben Ort (Dammberg bei Kaiserslautern) fing.
Da es sich — wie die Fransen zeigen — um nur sehr wenig
geflogene Stücke handelt, ist es ausgeschlossen, daß dieses
Verblassen etwa durch langes Fliegen entstanden ist;
vielmehr muß die Ursache, die eine solche Abänderung
hervorrief, bereits auf die Puppen eingewirkt haben, und
zwar auf beide in gleicher Weise, da es bekannt ist, daß
Farbstoffe im organischen Gewebe zu ihrer Ausbildung
oft der Einwirkung des Lichtes bedürfen, hat Herr Heuser’
vielleicht nicht unrecht, wenn er — wie er mir schrieb —
der Ansicht ist, daß die blasse Farbe dadurch hervor-
H. Ebert. Interessante Tagfalter-Formen, 35
\ gerufen sei, daß die Puppen im Dunklen gelegen hätten
‘(durch daraufgewehtes Laub, schattendes Unterholz oder
_ dergl.). Da—sovielmir bekanntist—bisheraberalle Versuche,
‘ die Färbung von Faltern durch Aenderung der Lichtwirkung
auf die Puppen zu verändern, ergebnislos geblieben sind,
neige ich persönlich zu der Ansicht, daß die Verblassung
durch Störung der Oxydationsvorgänge im Puppenorga-
nismus erzeugt worden ist. Solche Störungen könnten z.B.
durch Feuchtigkeit (bei schwerem Gewitterregen, die in
. Vertiefungen noch tagelang Pfützen hinterlassen) oder durch
. Veränderung der Zusammensetzung der Luft hervorgerufen
_ werden, wie solche in nächster Nähe von sich zersetzenden
organischen Substanzen (faulendem Laub, tierischem Kot,
verwesenden Tierleichen) entstehen. Vielleicht kann diese
, Frage durch Zuchtversuche entschieden werden, zu denen
ich hiermit alle Entomologen auffordere, die mit der Zucht
von Sat. alcyone vertraut sind.
Chrysophanus hippotho& v. stieberioides n.
Merkmale: ©, Vfloseite rötlich gelb bis zur Wurzel.
Von 5 Sommer 1923 bei Oberstdorf (Allgäu) gefangenen
hippotho&-OO waren bei zweien die Vfl. normal, bei
einem etwas aufgehellt, bei den beiden anderen hell bis zur
Wurzel. Solche helle QQ scheinen in den Nordalpen nicht
selten zu sein (vgl. Osthelder: Die Schmetterlinge Süd-
bayerns, München, 1925, p. 138). Sie ähneln der kleineren
stieberi Gerh, die aber eine nordische subsp. darstellt; es
sei für sie daher der Name stieberioides eingeführt.
Lycaena rustica ab. alboocellata Gilm. Von
dieseı Rasse habe ich zwei abweichende Formen vor-
zulegen:
1. Ein g' aus den Lechtaler Alpen (Madloch- Joch und
Flexenpaß, 2400 m, 20.7.1924), der ganz an nordische
Stücke erinnert, und daher als Type der var. pseudo-
Fi
borealis n. gelten möge:
g'; Die schwarze Saumzeichnung auf eine feine
Linie reduziert; auf den Hfl. stehen die Saumpunkte
frei in der Grundfarbe.
2. Die andere Form stellt das gerade Gegenteil der
eben besprochenen dar; var. latimargo n. Als Iype
gelte ein g’ vom Laufbachereck (Allgäuer Alpen, 2170 m,
13.7.1924); ein gleiches Stück (etwas beschädigt) zusammen
36 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
mit der erwähnten var. pseudoborealis gef., ein Ueber-
gangsstück ebenfalls vom Laufbachereck.
Merkmale: g'; oseits stark verdunkelt. Auf den
Vfl. ist der Vrand breit schwarz, desgl. der Außenteil
bis an den Mittelpunkt heran, sodaß nur an der Wurzel
etwas blaue Bestäubung verbleibt. Auch auf den Hil.
ist der Saum 2,5 mm breit schwarz.
Lycaena bellargus? coridon var. albomar-
ginata n. Merkmale: Q, Vfloseite mit 2 mm breiter,
reinweißer Saumbinde, die von den Adern dunkel durch-
schnitten wird. Auf der Hfloseite zwischen den dunklen
und roten Saumpunkten weiße Flecken.
Diese Form stellt vielleicht eine Extremform der nicht
allzu seltenen var. punctata Tutt dar. Das bereits etwas
geflogene @ wurde in den sog. „Toten Tälern“, nordwestlich
von Naumburg a. Saale, am 8.8.1921 gefangen; Lyc. coridon
ist dort von Mitte Juli ab außerordentlich häufig; ich habe
zahllose Tiere dieser Art dort gefangen und wieder frei-
gelassen, und nur die auffallendsten Stücke. behalten, zu
denen außer einem leider total abgeflogenen g' der ab. cinnus
das vorliegende @ gehörte. Möglicherweise gehört das Tier
zu der am selben Fundort vereinzelnt auftretenden Art
bellargus.
Ueber einige bei Sutschansk
gesammelte Pyraliden und sonstige Kleinfalter.
Von Aristide Caradja.
Veranlassung zu dieser Zusammenstellung gab mir eine
kleine Originalausbeute aus der unmittelbaren Umgebung
der Kohlengruben von Sutschansk. Im Ussurigebiet waren
schon viel und ausgiebig Schmetterlinge gesammelt worden;
aber erst Christoph, Hedemann und Korb verlegten sich
mit Eifer und Sachkenntnis auf das Einbringen von Klein-
faltern. Christoph beschrieb selbst (Bull. Mosc. 1881) die
von ihm dort aufgefundenen Formen; Snellen übernahm
die Bearbeitung der von Hedemann bei Wladiwostock und
auf Askold entdeckten Mikrolepidopteren, und die reiche
Ausbeute, welche M. Korb bei Kasakewitsch und Chaba-
rowka für mich eintrug, fand in meinem „Beitrag über die
geographische Verbreitung der Pyraliden usw.“ (lris
1910, 1916, 1920) volle Berücksichtigung. Wie jedoch aus
meinem Sammlungsmaterial hervorgeht, mögen auch schon
| A.Caradja. Bei Sutschansk gesammelte Pyraliden u. sonstige Kleinfalter. 3%
" Jankowsky, Dörries, Dieckmann, Rückbeil, Mau u. a. einzelne
“Kleinfalter, die ihnen gelegentlich ins Netz und an die
"Lampe flogen, an ihre Korrespondenten nach Europa ver-
sandt haben, durch deren Vermittelung sie dann auch, aber
gewiß nur zum kleinsten Teil, in meinen Besitz gelangten.
Dieses Material wurde auch in Ragonots und Kennels
Monographien verarbeitet und von Staudinger, Oberthür,
besonders aber von Hampson (Trans. E. S. L. 1900) und
Walsingham (Ann. & Mag. 1900) zur Begründung einzelner
"Arten benutzt. Eine zusammenfassende Arbeit über die
"Pyraliden, Tortriciden, Pterophoriden und Tineiden |. s.
des Ussurigebietes, die uns einen klaren und bequemen
Einblick in die Zusammensetzung der Landesfauna hätte
gewähren können, steht indessen noch aus. Diese Lücke
‚in der Literatur erscheint mir um so bedauerlicher, als
gerade die faunistischen Beziehungen der} Ussuri-Provinz
zu Japan und zu China-Indien, soweit sie sich schon jetzt
beurteilen lassen, in hohem Maße interessante sind und
bei genauerer entomologischer Durchforschung des ganzen
Gebietes, insbesondere auch von Korea und Sachalın,
vielleicht zu überraschenden tiergeographischen Ergebnissen
führen würden. In meiner Arbeit: „Ueber Chinas Pyra-
liden, Tortriciden, Tineiden nebst allgemeinen Betrach-
tungen usw.“ (In den Memoiren der Acad. Rom. 1925, Dec.)
spreche ich mich nach dieser Richtung hin nach Maßgabe
unserer derzeitigen Kenntnisse aus, und es erübrigt sich
darauf zurückzukommen. Die mir vorliegende kleine Aus-
beute aus Sutschansk eröffnet, so interessant sie auch ist,
keine neuen Gesichtspunkte. Ich begnüge mich daher
ohne weiteren Kommentar noch Berücksichtigung der Li-
teratur, die Liste der jetzt erhaltenen Tiere zu geben und
füge ihr einige Namen von Arten hinzu, die ich schon von
früher her von Sutschansk und Suifun in der Sammlung
' habe. Herrn O. Bang-Haas, der mir in gewohnter Liebens-
würdigkeit die Ausbeute überließ, sage ich hiermit meinen
verbindlichsten Dank.
Grumazesti bei Tirgu Neamtu,
Weihnachten 1925.
| Paralipsa spoliatrix Chr. 1 g', nur 23mm Exp. und
|
- lichter als meine 2 © von Suifun und Askold.
Melissoblaptes bipunctanus Z. 1g'2Q so dunkel
wie meine Stücke von Kasakewitsch.
38 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Crambus atrisquamalis Hmps. mehrere g'Q, dar-
unter 1 kleines, recht dunkles Jg’; Japan, Korea —
aeneociliellus Ev. 1 kleines g’ — perlellus Sc.
viele kleine, sonst normale Stücke, darunter perlellus‘
fa warringtonellus Stt.1 9'— aureliellusF.R.
1 sehr kleines, völlig weißes @ — pinellusLl. I nor-
males g' — furciferalis Hmps. Suifun 1Q — lu-
cellus HS. mehrere sehr große Expl., wie ich sie genau
so auch von Kasakewitsch und Radde habe = fa magna
B.-H. i.1.— hortuellus Hb.1g' — textellus Chr.
(argentistrigellus Leech) g'Q, auch von Wladiwostock
und Kasakewitsch in meiner Sammlung; Korea. — Ist
nicht mit diplogrammus Z. identisch — pratellus
L. 1 typisches ©. Bei einem anderen © bildet die dunkle
Postmediallinie auf 4 keinen stumpfen Winkel, sondern
verläuft dem Arand parallel bis 3 und ist dahinter bogen-
förmig eingezogen wie bei keiner mir bekannten Art. —
silvellus Hb. I g' — pascuellus Hb. mehrere kleine,
lichte Expl. derselben Form, wie sie bei Kasakewitsch fliegt.
— yokohamae Bil. g’Q; Japan — fulvifusalis Hmps.
1 © — porcellanellus Motsch. 6 Expl.; Korea, Japan.
Diptychophora strigatalis Hmps. Suifun.
Acropentias aureus Btl. 1 g'; Japan, Korea, China.
Epidauria strigosa Stgr. 3 schöne Stücke.
Homoeosoma binaevella Hb. 1 g', sehr groß und
licht. — triangulella Rag. 1 sehr großes @ (Rag.
Mon. XXXII 10.); Japan.
Selagia nigerrimella Car. (Iris 1916 p. 11) 2 Expl.
Ergänzend zur Urbeschreibung sei erwähnt, daß die
Maxillarpalpen trüb ockergelb sind. — argyrellaF.1 gt.
Salebria corticinella Rag. 1 kleines@.— formosa
Hw. g'Q normal.
Laodamia griseosparsella Rag. 1 g' 2 9, letztere
sind. kleiner und lichter als der g!.
Cremnophila sedacovella Ev. vera, 1 g! (Iris 1910
p. 142—143). Ich nahm diese Art sowie Hom. triangulella
Rag. vielleicht mit Unrecht in meine Fauna Chinas auf, weil
Ragonot den Fundort Sutschou angibt, welcher in der Pro-
vinz Kiansu liegt, glaube aber jetzt, daß er Sutschan meinte.
Rhodophaea injunctella Chr. 2 kleine g'; Japan.
Macalla inimica Btl. 1 normales g'; Japan — species?
Ein (2) Mittelding zwischen margarita Bitl., deroga-
tella Wlk. und cuproviridalis Moore, aber letzterer am
A. Caradja. Bei Sutschansk gesammelte Pyraliden u. sonstige Kleinfalter. 39
nächsten. Fast so groß wie diese, jedoch ohne Kupfer-
glanz. Die mittlere weiße Area mit etlichen dunklen
Atomen bestreut; die basale Hälfte der Hfl nicht rein
weiß, sondern lichtgrau. Abdomen oben weiß wie bei
cuproviridalis. Jedenfalls eine distinkte Rasse, wenn nicht
eigene Art. Ich sehe vorläufig von einer. Benennung ab.
Herculia placens Bil. 7 g'Q, im Farbton von rötlich-
braun zu licht ockergelb variierend; Japan, China.
Actenia serratalis Hmps.19, auch von Suifun; Japan.
Parthenodes sutschana Hmps. (= sultschana Rag.).
1labgeriebenes Expl.; Korea, China.
Bradina atopalis WIlk. 5 g'9; Japan, China.
_ Camptomastyx hisbonalis WIk. Suifun; China.
#Perinephela doerrisi Stgr. 1 J'.
_Psammotis pulveralis Hb. 3 Paare derselben kleinen .
Rasse, die auch bei Kasakewitsch fliegt.
Eurrhypara urticata L. mehrere.
Mabracharonialis WIk.4Stücke; Japan, Korea, China.
Scoparia crataegella Hb. normale Stücke.
'Pyenarmon lactiferalis WIk. g'Q, bei denen die
gewöhnlich mehr oder weniger lebhaft gelben Querbänder
und Marginalbinde fast ganz fehlen; Japan, China. —
tylostegalis Hmps. 1 9! Suifun.
Agrotera nemoralis Scop. 5 Expl.
Dichocrocis sibirialis Mill. (=Nacoleia maculalıs
Leech). Suifun 2 Expl.; China.
Lamprosema tristrialis Brem. 1 cg".
Sylepta tricoloralis Btl. Ein ausnehmend großes ©
mit reduzierten lichten Flecken; Japan, China. — rur-
Bis ySc,.einige:
Glyphodes(Margaronia)nigropunctalisBrem. J'%.
Pilocrocis contortalis Hmps. von Sutschan be-
schrieben; ich habe diese Art auch von Canton!
Evergestis orientalis Ev. Ein kleines lichtes J'.
— extimalis Sc. 5 Expl.
Nomophila noctuella Schiff. mehrere.
Phlyctaenodes palealis Schiff. 2 9‘, normal; -ver-
ticalis L.in Anzahl — turbidalis Tr. g'Q, eine sehr
große Form, 31— 32 mm; Korea. — aeruginalis Hb.
2 recht dunkle Stücke; neu für Ostasien.
Diasemia litterata Scop.
Calamochrous acutellus Ev. Ein äußerst blasses,
fahlgelbes ©; Japan, Korea, China.
40 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Prochoristis simplicialis Brem. 1 g'29@. Die ganz
indifferente, lapidare Urbeschreibung erheischt eine Er-
gänzung. Palpen unten, Pectus, Abdomen unten, Stirn
lateral weiß. g' Vfl. violettgraubraun auf etwas durch-
scheinendem ockergelben Grund. Arand orange. Die
dunkle Antemediale schräg nach außen und gerade bis 2,
dann senkrecht zum Dorsum. Postmediale parallel zum
Arand und gerade. Fransen orange. Ein Mondfleck
am Zellschluß. Hfl. dunkelbraun mit orangener Rand-
linie vor den gelbgrauen Fransen. Exp. 21 mm. Das ©
mehr ockergelb, ohne den grauen Anflug auf den Vfl.
Die Postmediale um den Zellschluß herum ein wenig
geschwungen. 19 mm.
Pionea pandalis Hb. in Anzahl — verbascalis
Schiff. 2 g'. — rubiginalis Hb. 3 Expl. — forfi-
calis L. einige. —
Pyrausta cilialis Hb. 1 normales g.—fulvicoloralis
Hmps. ein defektes, daher unsicheres Stück. — flavalis
Schiff. 1 Expl. — odontogrammalis Car.1 g' (Mem.
Acad. Rom 1925, Dec.) — China. — gracilis Bil. (expli-
catalis Chr.) 5 Stücke g'Q; Japan, Korea, China. —
expictalis Chr. Suifun. — nubilalis Hb. in der
großen lichten Form zealis Cuen.— fuscobrunnealis
South 2g' 19; China. — tithonialis Stgr.5Expl. g'9;
Korea, China. — aurata Scop. einige typische Stücke.
Neu für Ostasien. —
PlatyptiliarhododactylaF.g'Q; — moerens Snell.
1 kleines g".
Pselnophorus vilis Btl. Suifun; Japan.
Pterophorus scarodactylus Hb. sehr kleines
lichtes Stück, das weder mit meiner var. sibiricus noch
mit Korbi (Iris 1920) übereinstimmt. Wäre neu für das
Gebiet. — monodactylus L. Eine Reihe sehr kleiner
Stücke.
Acalla paradiseana W]lsm. Suifun; Japan. — exsu-
cana Kenn. Ein sicheres gJ', das bis auf die viel hellere,
strohgelbe Grundfarbe genau zur Urbeschreibung und
Bild paßt.
Capua reticulanaHb. 1 typisches ©. Außerdem liegen
mir aus der Ausbeute g'Q einer kleineren, mehr grauen
Form vor mit verworrener, wenn auch im allgemeinen
gleicher Zeichnungsanlage, welche der Abbildung
Taf. VI. Fig. 34 in Kennel Mon. entspricht. Meinem
RESET En 2 EREEET” Sm znmie mm Ten
A.Caradja. Bei Sutschansk gesammelte Pyraliden u. sonstige Kleinfalter, 41
Gefühle nach handelt es sich um eine zwar sehr nahe
stehenden aber doch distinkten Art, die ich sutschana
n.sp. benenne.
Cacoecia circumclusana Chr. 3 g' etwas kleiner
und dunkler als meine Raddefka- Stücke; Japan. —
semialbana Gn. mehrere Stücke — disparana
Kenn. 2 g'. — luticostana Chr. (= gigantana Kenn.)
1 kleines g'.
Pandemis corylana F.— heparana Schiff.
'Eulia rigana Sodof. 3 d'.
_Tortrix stibiana Snell.1Q9.
Pharmacis jaculana Snell. auch von Suifun,; Japan.
monchylis ciliella Hb. 1 g*, neu für Ostasien —
roseana Hw. 1 g', neu für Ostasien.
‚ Hysterosia inopiana Hw.in Anzahl, darunter extrem
helle 9' und ganz dunkle ©.
Argyroploce capreana Hb. 1 9, neu für Ussuri
Geb. — cespitana Hb. 2g' — ericetana Wstw,,
neu für Ostasien.
‚Steganoptycha sp.? bei rufimitrana HS. doch dunkler
und die Marginalzeichnung anders. 1 g'.
Bactralanceana Hb. einige.
Semasia aspidiscana Hb. @ — abacana Ersch.
- Suifun.
Notocelia circumfluxana Chr. 1 tadellos frisches
g', Expl. 18!/, mm, mit rein mausgrauer Grundfarbe aller
Fl. Das Bild in Kenn. Mon XX. 52 ist viel zu rot. Neu
für das Gebiet. — incarnatana Hb. J'%.
Epiblema ustulana Hb.6 g'Q ganz typisch, war aus
Asien überhaupt noch nicht gemeldet. — penkleriana
Schiff, 2 kleine Expl. — foenellaL. variabel.
Glyphipteryx Iuteocapitella n. sp. Größe und Habitus
wie majorella Hein., mit etwas breiteren Fl. Kopf und
Analbusch lehmgelb. Ein kurzer aber um so breiterer
weißer Dorsalfleck. Nur 4 (statt 5) feine Kostallinien
vor dem Apex. Keine silbernen Punkte noch Striche
am Saum. Scheint albimaculella H.-W. nahe zu stehen,
wenn auch sicher davon verschieden. 1 frisches J'.
‘ Hyponomeuta evonymellal. Eine Serie kleiner
Stücke (19—21 mm) mit winzigen, in der mittleren Area
z. T. abwesenden schwarzen Pünktchen, könnte einer
distinkten noch unbeschriebenen Art angehören, denn
in derselben Ausbeute befindet sich ein sehr großes Q'
42 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
(30 mm) mit ungewöhnlich krassen Punkten. Letzteres
Stück ist aber sicher evonymellus und nicht die mir aus
China wohlbekannte polystigmella Feld.
Cerostoma vittella L. g', auch von Suifun. 1
Metzneria inflammatella Chr. 8 Stücke g'Q9. Neu
für das Gebiet.
Gelechia pinguinella Ir. 1g.
Hypsolophus limitellus n. sp. (W sn. i. ]. sowie Car. Iris
1920 p. 39). 3 9' 2 Q von Sutschansk, zu denen die von
mir 1. c. erwähnten Stücke von Kasakewitsch, Chaba-
rowka (Korb) und Tjutjuj€ (Mau) kommen. Ich zitierte
damals die Art unter der Autorschaft Walsinghams,
weil er (und H. Durrant) sie mir als solche bestimmt
hatte, aber wohl nicht mehr dazu kam, sie zu be-
schreiben. Ich gebe daher heute die Diagnose und be-
anspruche für mich die Autorschaft. Exp. durchschnittlich
22 mm. Palpen, zweites Glied mit lang vorstehendem,
flachem, rauchbraunem Haarbusch, drittes Glied sehr
lang, ganz hell gelblich. Fühler gelb, fein schwarz ge-
ringelt. Kopf, Kragen, Schulterdecken ockergelb, Thorax
bräunlich. Abdomen gelblich graubraun, Schienen gelblich,
Tarsen braun geringelt. Vfl breiter als bei fasciellus Hb,
und unter dem spitzen Apex etwas mehr eingezogen.
Rein ocker, doch nicht so hell wie bei limosellus Schl.
Kostalrand mit zahlreichen tiefschwarzen, schräg distal-
wärts gerichteten Häkchen und bei t/, ein kurzer Schatten.
Eine den ganzen Raum bis zur scharfen hellgelben Rand-
linie ausfüllende dunkelbraune Marginalbinde beginnt
am Apex, verläuft schräg bis /, Dorsum und sendet bei
4, 3,2 je einen kurzen Zahn basalwärts. Ein Schatten
im Diskus, aus welchem ein kurzer Längsfleck sich scharf
abhebt; unmittelbar unter ihm auf 2 ein zweiter Längs-
fleck. Ein Strich auf der Transversalen und ein Punkt
auf 2 bei !/,; letzterer fehlt bei 3 meiner Stücke. Die
langen Fransen sind an ihrer Wurzel schwarz, in der
breiteren Mitte ocker, an der Spitze wieder dunkler. Hfl
und Fransen graubräunlich mit heller Randlinie. Useite
einförmig rauchbraun. — sparsellus Chr. 1 g' ohne
Leib. — sutschanellus n. sp. 1 frisches g', Palpen und
Fühler (z. T. abgebrochen) ockergelb; desgleichen Ab-
domen und Beine. Kopf, Thorax dunkelbraun mit ein-
zelnen gelben Schuppen durchsetzt. Vfl genau so ge-
formt wie bei limosellus Schl. und von gleicher hell
|
TA.
I
Ü
‚D
Caradja. Bei Sutschansk gesammelte Pyraliden u. sonstige Kleinfalter. 43
ockergelber Nuance. Kostal- und Innenrand von Basis
bis ?/; dunkelbraun; eine breite unregelmäßig begrenzte
dunkelbraune Querbinde mitten durch die Zelle verbindet
Kosta mit Dorsum. Mittelast und Ader 2 dunkel; ein
dunkler Fleck oberhalb 2 bei !/,. Das scharfe dunkle
Saumband, vom Innenwinkel ausgehend, verlängert sich
über den spitzen Apex herum basalwärts bis ?/, und
zieht von dort an der Zelle vorbei bis zu 2; eine andere
dunkle Antemarginal- (oder Postmedial-) Linie parallel
zum Arand etwa bei °/, von Kosta zum Dorsum. Fransen
dunkelbraun, nur unterhalb des Apex ocker. Hfl und
Fransen licht graubraun; eine feine gelbe Randlinie.
Exp. 19 mm. Zwischen limitellus und limosellus ein-
Zureihen.'- »,»
epressaria mongolicella Chr.var.griseella Car.
2 9‘ (Iris 1920 p. 54) — scopariella Hein. ın der
“— Form rubescens Hein. 1 g'. — sutschanella n. sp.
(? fa.) Bei propinquella Tr. aber kleiner. Grundfarbe
der Vfl dunkel graubraun, die Ozelle weniger auffallend.
Hfl grau. Multiplicella Ersch. ist eine andere Art. —late-
rella Schiff. 1 g'. — abjectella Chr. 9. — lac-
teella Car. (Iris 1920 p. 56) 1 @ ohne Leib paßt genau
zu meiner Type. Dazu kommen jetzt noch 2 g', welche
= für sich eine Ergänzung der Urbeschreibung erforderlich
|
machen. Etwas kleiner als das ©. Vfl mit noch spitzerem
Apex; ein kleiner schwarzer Kostalfleck an der Basis
und mehrere schwarze Atome längs des Vorderrandes.
Zwei kleine Diskozellularpunkte, von denen der äußere
dicht an der Transversalen liegt. Ein sehr großer schwarzer
Fleck außerhalb der Zelle an der Transversalen ; von dort
ziehen zwischen 7, 6,5 braune Striemen zum Arand. Alle
Adern bräunlich. Ein brauner Schatten vom Apex zu
3/, Irand. Vier tiefschwarze Saumflecke zwischen 7 und 2.
Das © ist also viel heller als das g'. Die Art steht des
spitzen Apex wegen etwas isoliert da. — ocellanaF.
8. — colossella Car. (Iris 1920 .p.59) 2 Paare.
' Borkhausenia pseudospretella Stt. Zwei sehr
große Stücke.
Monopis monachella Hb. mehrere.
Adelaaskoldella Mill. (= griseella WlIsm.), auch von
Suifun.
44 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute.
Phalaenae, Nachtfalter.
Von Joh. Draeseke, Dresden.
(Mit zwei Abbildungen im Texte.)
l. Zygaenidae.
Aus Peking.
Unterfamilie: Chalcosıinae.,
Procris pekinensis n. sp. 1 g' der P. elegans Pouj.
sehr nahestehend, von ihr durch gelbe Haarstreifen zu
beiden Seiten des Hlbs, die weder in der Original-
beschreibung, noch von Herrn Dr. Jordan im Seitz er-
wähnt sind, leicht zu trennen.
Aus der Provinz Szetschwan.
Unterfamilie: Phaudinae.
Pryeria sinica Moore 1Q Tat.
Unterfamilie: Chalcosiinae.
Alloprocris draesekei Hering. Entomolog. Zeitung
(noch im Druck!) 4 Jg! 19 Sump.
A.adusta n. sp. 5 g'g' Tat. 1 g' Omi. Gleicht der vorher-
gehenden Art in Form und Aderung vollkommen, doch
fehlt ihr der rote große Diskalfleck der Hfl, die ganz
schwarz sind, nur useits ist am Vrand der Vfl und
bei einem Stück die Außenseite der Hfl-Zelle zwischen
an und r, schwach rot.
Eterusia leptalina f.sexpunctata Walk. 19 Kwan.
E.aedeaL. 4 g'g' 1Q Tat. 1Q Kwan.
Herpa venosa f.sinica Öberth. 1 g' Tat.
H.luteola Leech 3 gJ'g! Tat.
H. basiflava Oberth. 24 J’g' 2 99 Tat. 4 g'’g! Wa:
2 '0' Sump.
Milleria lignami Mell., Deutsche Ent. Zeitschr. Berlin
1922, pg. 128. 2 Jg’! Tat.
Chalcosia remota Walk. 31 d'dg' 14 9009 Tat.
C.thibetana Oberth. 2 g’g' 19 Tat.
J. Draeseke. Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute. 45
Campylotes desgodinsi Oberth. 3 J’g' Wa.2 Jg!
Kwan.
C.minima ÖOberth. 1 g' Tat.
‘Histia rhodope Cr. 1 g' Kiang Ngan-hsien.
Aglaope davidi Oberth. 3QQ Tat. 1Q Wa.
Artona funeralis Butlr. 1 9' Kwan.
A.sieversi Alph. 57 g’Q' 59 Sump. 19 Omi.
A.sinica Alph. 3 g’'g' 19 Tat.
Illiberis sinensis Walk. 1 Q@ Kwan.
"Lrotundata Jord. 1 9' Kwan.
I. heringi spec. nov. 1 g' 1 Q Tat. Fl bei beiden Ge-
schlechtern schwarzbraun, halb durchscheinend, Fransen
von gleicher Farbe, im Analteil der Hfl des g' doppelt
so lang als beim ©. Kopf, Thorax und Hib schwarz, ohne
Metallglanz. Fühler beim g' gekämmt, beim © nur ge-
zähnt. Nach Herrn Dr. Hering, von dem auch die beı-
- folgende Zeichnung der männlichen Kopulationsorgane
in Lateral- und Ventralsicht stammt, sind diese charak-
teristisch und stimmen mit keiner der im Seitz genannten
Arten überein. Zu Ehren des Herrn Dr.M.Hering, Berlin,
genannt, der mir in liebenswürdigster Weise beı der
Bearbeitung dieser Tiere mit Rat und Tat zur Seite
stand und dem an dieser Stelle für seine selbstlosen Be-
- mühungen ganz besonders gedankt sei.
Phacusa translucida Pouj. 1 g' Tat.
'Clelea melaleuca Jord. 299 Kwan.
ll. Epicopeidae.
Epicopiopsis mencia Moore 7 g'g' 20 99 Peking.
E.hainesi sinicaria Leech. 1 g' Kwan.
|
|
in
u
46 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Ill. Syntomidae.,
Aus Peking.
Syntomis bicincta Kol. 2 gJ'J' 19.
S.formosae Butlr. 5 J'd".
Aus der Provinz Szetschwan.
Syntomis formosae Butlr. 2 g'g' Wa.
S.muirheadi Fldr. 3 g’g' 2 99 Kwan. 19 Omi.
S.germana Fldr. 2 g'g' Kwan.
S.rubrozonata Pouj. 1 g' 299 Kwan. 2 OO Sump.
Eressa multigutta Wlikr. 4 J’g' 5 Q9 Kwan. 1 Jg!
19 Tat.
IV. Arctiidae.
Unterfamilie Arctiinae.
Soweit der Lepidopterorum-Catalogus erschienen ist,
(Teil 5, 24 und 26 von E. Strand, Teil 7 von Zerny) wähle ich
die Reihenfolge der Gattungen nach diesem, dıe der Arten
aber nach Seitz.
Aus Peking.
Diacrisia lutea Hufn.-lubricipeda L. var. ß.1g'19
.obliqua v.bisecta Leech. 1 dg!.
subcarnea Wlkr.1 g' 69%.
.robusta Leech. 3 ©9.
.lubricipeda L. v.sangaica Wkr. 2 g'g' 3 90
.nivea Men. 24 g’gJ! 799.
alba Brem. 3 J’g! 299.
caesarea Goeze lg.
. amurensis Brem. 30 RS 800.
Amsactalactinea Cr. 1dg..
VOUDOUOU
Aus der Provinz Szetschwan.
Nikaea Mr. (=Nicaea Hamps.) longipennis Wlikr.
19 Om.
Preparctia unifascia Oberth. 1 g' Sump. 1Q@ Kwan.
Phragmatobia Steph. a Seitz) trigona
Leech. 14 g'’g' Tat. 48 Jg! W
P.trigonaab. nigra Leech. 2 dd! Tai aiel wa.
P. y-albula Oberth. 1 9' Sump. 2 g'’g! Tat.
P. y-albula ab. rubida Leech. 1g' Tat. 1g' Sun
1 9' Kwan. 1 g' Om.
P. postflavida Hmps. 1 g' Omi.
J. Draeseke. Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute. 47
‚Diacrisia Hbn. (= Spilarctia Butl.) Jutea Hfn. —
- Jubricipeda var. 8 3 g'g' Kwan.
D.obliqua Wikr. 1 g' Tat. 1 9! Kwan.
"D. obliqua v. bisecta Leech. 13 g’g'-2 99 Kwan.
Bez Om. B5 gig! 19 Wa.
"D. casigneta Koll. 4 g’'g'! Om. 399 Tat. 11 g'g' 19 Sump.
D. seriatopunctata ab. rosacea Butl. 1 9' Om. 1 g' Tat.
D. rhodophila Wikr. 1g'! 19 Wa. 1 g' Kwan. 4 g'g!
200 Omi.
"D. jankowskii f. soror Leech. 19' Wa. 79Q Tat.
. 2 g'9' 19 Om.
D. subcarnea Wikr. 1g' 499 Tat. 2 g'g! 19 Wa.
1g' 19 Om.
"D. lewisi Butl. 2 gg! Wa. 3 g'g' 19 Tat.2 g'g' Om.
D. lubricipeda L. (Spilosoma Steph. menthastri Esp.)
2 g'g' Om.
D.lubricipeda v. sangaica Wlkr. 6 J’g! 5 99 Om.
7 gg 4090 Tat. 4 gg Wa.
. punctaria Stoll. 1g9' 299 Tat.
. pura Leech. 1 g' Tat. 1 9' Kwan.
alba Brem. 19 Kwan. 19 Wa. 1g' 19 Tat.
anopunctata Oberth. 1 Q@ Wa.
(Arctinia Eichw.) caesarea Goeze 19 Kwan.
caesarea ab. moerens Butl. 1@ Kwan.
(Rhyparia Hbn.) leopardina Men. 1 g' Kwan.
.(Rhyparioides Butl) amurensis Brem. 3 J'g' Wa.
1Q Sump.
D. subvaria Wik. 2 g’g' Wa.
D. sannio f. pallida Stgr. 4g'g9' 19 Sump. 1 g' Tat.
Amsacta Wik. (Aloa WIk.) lactinea Cr. 1 g' Tat.
Creatonotos Hbn. (Phissama Moore) transıens
ab. vacillans WIk. 1g' 4909 Om. 2 OQ Wa.1Q9 Tat.
Parasemia plantaginis f. floccosa Graes. 1 9' Sump.
1 g' Kwan.
Utetheisa pulchella L. 1Q Om. 1Q Sump.
SSHUHHUS
Unterfamilie Callimorphinae.
Callimorpha histrio Wlkr. 299 Kwan.
€. equitalis Koll. 11 g’g! 24 99 Wa. 2 J'’g! 3 29
Kwan.
Neochelonia gen. nov. Hierher gehörende Tiere stehen
der Aderung nach am nächsten den Gattungen Calpenia
Moore und CallimorphaLatr., indem die Adern11und12
48 Deutsche Entom, Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
der Vfl nicht anastomosieren und auch keine Areola vor-
handen ist. Im Vfl sind Ader 6, 7, 8, 9, 10 zum mindesten
aber 7,8, 9, 10 gestielt, im Hfl Ader 3, 4, und 6, 7 wenigstens
aber 6, 7 gestielt. Hintertibien mit 2 Paar Sporen.
Neochelonia bieti Oberth. 1 9' Om. 19 Tat. Oberth.
Etudes d’Ent. 9 pg. 20 Pl. II fig. 11. Oberth. Etudes
comparee VI. Pl. 120 fig. 1052 —1056. Im Seitz Bd. 10
Seite 263 wird sie zu Oroncus Sz. gezogen, bei dieser
Gattung verläuft Ader 10 stets frei und ist nie gestielt.
Beim g' ist die Zelle des Vfl stark verkürzt, fast dreieckig,
kaum von !/, der Fllänge, Ader 6, 7, 8, 9, 10 gestielt, 11 frei,
beim © die Zelle normal, mit etwas ausgezogener unterer
Ecke. Hier auch Ader 6, 7,8, 9,10 gestielt. Ader 4,5
des Vfls entspringt bei beiden Geschlechtern aus einem
Punkt, Ader 3,4 und 6, 7 des Hfls gestielt.
Oberthür beschreibt sie: „Flschnitt von dominula,
scheint den Uebergang zwischen den Arten der Gruppe
von dominula und denen. der Gruppe von villica
darzustellen. Vfl oseits schwarz, grünlich schillernd, mit
einem gelben, unregelmäßigen Subapikalfleck, der je
nach dem Individuum variiert, und einem Bande von
dieser Farbe, bald unterbrochen, bald zusammenhängend,
am Kostalrand bis zur Mitte der Länge des Außenrandes,
dann seine Richtung wechselnd, um gegen den Endsaum
zu endigen, ein wenig über dem Innenwinkel. Hfl orange,
hellgelb und selbst weiß, mit schwarzem mehr oder
weniger dicken Zellfleck und einem schwarzen, meist
in zwei Teile getrennten Band, das manchmal auch un-
unterbrochen längs dem Außenrande hinzieht. Bei
einigen Exemplaren umschließt dieses schwarze Band
einen Fleck der Grundfarbe des Fl im Apikalwinkel.
Die Adern sind auch mehr oder weniger so dick schwarz,
daß man glaubt, gewisse Stücke hätten ganz schwarze
Hfl.- Useits ist Chelonia bieti gelb oder weißlich,
je nach der Färbung der Öseite. Gewöhnlich ist der
Vflrand mehr oder weniger breit schwarz, und ein Teil
des schwarzen Terminalbandes der Hfloseite zeigt sich
useits wieder. Thorax schwarz, Kragen karminrot, Ab-
domen schwarz, grün schillernd, oseits mit gelben Seiten
und karminroten Analsegmenten.
Useits ist der Hleib gelb, mit 3 Bändern (einem me-
dianen und 2 lateralen) aus schwarzen, manchmal inein-
anderfließenden Punkten. Die Umgebung des Kopfes
1
J Draeseke. Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute. 49
ist rot. Bei beiden Geschlechtern sind die Fühler faden-
förmig. |
Bei Tatsienlu von Mgr. Biet entdeckt, nach dem ich
es nannte. Ich habe als Typus das am stärksten gelbe
Stück, das ich erhielt, abgebildet; übrigens zuerst im
Bulletin de laSociete entomologique de France beschrieben.
Ich bezeichne die Varietäten mit weißlichen oder
hellgelben Hfl als albescens und sulphurea.“
Neschelonia poultoni Oberth. Etudes comparee VI
pl. 140 fig. 1834 2 g'g' 19 Kwan. Beim g' Ader 6,7,
8, 9,10 im Vfl gestielt im Hfl nur 6,7. Ader 3,4 aus
einem Punkt. Beim © Vfl Ader 7, 8, 9, 10 gestielt ım
Hfl nur Ader 6,7 gestielt. Ader 3 entspringt vor, Ader 4
am und Ader 5 über dem Zellende. Die Anlage der
Zeichnung der vorhergehenden Art ähnlich, größer,
Vfl schwarz mit schwachem, grünen Schimmer, na-
mentlich auf den Adern, diese und die Falte zwischen
- Ader 1 und 2 heller als die Grundfarbe. Hfl mit un-
regelmäßigen schwarzen Flecken, an A. caja erinnernd.
Fühler bei beiden Geschlechtern fadentörmig.
Unterfamilie Hypsinae.
Die den Tropen angehörenden Vertreter dieser Unter-
familie kommen in der Provinz Szetschwan nur in einer
Art vor.
Asota paliura Swinh. 7 g'g' 299 Omi. 1g' 19 Tat.
6dgd' 399 Kwan.
Unterfamilie Nolinae.
| Aus Peking. |
Celama confusalis H. Schaeff. 10 Jg!’ 298.
C. centonalis Hbn. 26 J’g! 8{9.
Roselia albula ab. fascialis Spul. 19.
Aus der Provinz Szetschwan.
Nola phaea Hamps. 2Q@ Om. Die Abbildung im Seitz
Bd. II Taf. 10c weicht stark von der Hampsons, Lep.
phal. Brit. Mus. Bd. II. 1900 pg. 35 Pl. 19 Fig. 2 ab. Dieser
schreibt: Nola phaea. Graubraun mit schwarz ge-
‚sprenkelt. Vfl mit schwärzlichem Basalfleck an der Kosta;
mit Spuren einer gebogenen Antemediallinie; ein un-
deutlich begrenzter, dreieckähnlicher Fleck auf der Mitte
‘der Kosta, eine unbestimmte, schräge, zwischen Ader 5
und 2 gezähnte Postmediallinie und Andeutungen einer
| Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein IV
Iris zu Dresden. Jahrgang 1926.
50 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
welligen Subterminallinie.e Bewohnt China, Itschang
(Hobson.) 3@ Type. Spannweite 20—24 mm.
Roselia spec.? 1Q@ Tat. Der N. phaea außerordentlich
ähnlich, leider stark beschädigt, aber dem Flgeäder nach
zu Roselia Hbn. gehörig.
Unterfamilie Lithosiinae.
Aus Peking.
Eilema Hbn. (LithosiaLatr.) complanal.2g'g' 299
Chionaema prattiElw.1g' 399.
Asura Wlkr. = (Lyclene Moore) megala Hamps.
10gdJ 19.
Miltochrista miniata Forst 2 g'd".
M. pallida Brem. 4 g'’d".
M. gratiosa ab. strıata Brem.-Grey 1 d!.
Stigmatophora micans Brem.-Grey 2 g'g' 59.
S. flava Brem.-Grey 3 J’d' 799.
Aus der Provinz Szetschwan.
Eilema Hbn. (Lithosia Latr.) griseola Hbn. 6 J'd'
30900 Kwan. 1 g' Tat. 3gJ'g! 299 Wa. 7 gg 192 Om.
E. coreana Leech. 2 g’g' 19 Sump. 19 Wa.
E.complanaLl. 12 g’g' 499 Kwan.
E. affineola v. aprica Butl. 5 g'g' Om.
E. costipuncta Leech. 2 g'g' Wa.
E. distorta Moore ab. 1 Hamps. Cat. Lep. phal. Brit. Mus,
Vol. II. pg. 138 1 g' Wa.
Parabitecta Hering gen.nov. Der Gattung Bitecta ähnlich.
Beifolgende Gattungsdiagnose stammt von Herrn Dr.
Hering, Berlin. Im Vfl Ader 5 schwächer chitinisiert,
praktisch fehlend, im Hfl 5 ganz fehlend. Vfl Ader 2
von der Mitte der Zelle, 3, 4 gestielt (5 an den Stiel
genähert) 7, 8, 10 gestielt, 9 fehlend, 10 vor 7 und 8
entspringend, 6 aus einem Punkt mit Stiel 7—10, 11 stark
gebogen, an 12 genähert, aber nicht anastomosierend,
2 an der Basis stark gebogen. Areola fehlend, Zelle
schmal, in der Mitte beim g' mit Falte. Hfl Ader 2
von der Zellmitte, 3, 4, und 6,7 gestielt, 8 von der Mitte
der Zelle entspringend. g' Fühler mit Cilien. Palpen kurz,
vorgestreckt, Vorderschienen ohne auffällige Anhänge.
P. flava sp. nov. 1 g' Tat. Bei dem mir vorliegenden
Stück sind Kopf, Hals, Tegula und Vfl ockergelb. Zwei
schwarze Punkte auf dem Vfl zwischen Ader 3 und 4
J. Draeseke. Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute. 51
und dem Innenrand und Ader 1. Hfl heller gelb. Die
Fransen der Vfl ockergelb die der Hfl im Apex ebenso,
analwärts heller werdend. Useite der Vfl mit dunklem,
rings von der hellen Grundfarbe umgebenen Mittelfeld.
Die Marginalader fast schwarz und erhöht, es entspricht
die dunkle Stelle genau der der Öseite, die mit langen
Haarschuppen dicht besetzt ist. Hfluseite genau wie oseits.
Agylla vittata Leech. 2 g'g! Tat.
A. stötzneri sp. nov. 3 g'g! Omi. 1 g' Tat. 1 g' Kwan.
A. ramelana Moore nahestehend, leicht kenntlich an
den graugelben Vfl die nur am Vrande nicht weit hinter
dem Ursprung von Ader 11 einen schwarzbraunen Fleck
und einen gleichen zwischen Ader 1 und 2 haben. Hfl
weißlich mit trübem Apex und Außenrand. Kopf, Thorax
und Hlb, der Vrand der Vfl von der Wurzel, bis zum
schwarzen Fleck, mehr oder weniger grau bis weißlich.
Fransen der Vfl graugelb, der Hfl weiß. Useits die Vfl
mit großem braunen Fleck, der fast die ganze Fläche ein-
nimmt und nur !/, der Fllänge am Außenrande die Grund-
farbe frei läßt, sonst ohne Zeichnung. Hfl weiß. Auf den
ersten Blick erinnert das Tier sehr an Lithosia qua-
dra © oder ein sehr helles Stück von Apistosia
subnigra.
A. subinfuscata sp. nov. 9 Jg! 7 QQ Om. 1 g' Tat.
Der A. holochrea Hamps. Ann. and. Mag. Nat. Hist.
S. VII. Vol. VII pg 182 nahestehend, unterscheidet sich
durch gelbliche Fühler, braungelbe Vfl mit verschwom-
mener Trübung. Einige Stücke haben 2 dunkle, undeut-
liche Punkte, einen in der Zelle, vor deren Ende den
anderen etwas der Wurzel genähert, zwischen Ader
1 und 2. Hfl rahmgelb. Fransen bei beiden Fi mit
der Grundfarbe übereinstimmend. Useite der Vfl mit
dunklem Mittelfeld, dessen Ausdehnung stark varliert.
Hfl rahmgelb.
Apistosia subnigra Leech. 1 g' Kwan.
Agrisius fuliginosus Moore 3 g’g' 699 Kwan.
Scaptesyle szetschwana sp. nov.1 g' Om. der tricolor
Wlkr. nahestehend, aber nicht nur der Hflapex, sondern
auch der ganze Saum breit schwarz, nur die Patagıa,
aber nicht die Tegula-Basis, gelb.
Chionaema hamata Wikr. 14 g’'g' 2399 Om. 2 J'0'
300 Wa. 1g' 599 Kwan.
52 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
ie
C. sanguinea Motsch. 26 J'g' 4 QQ Kwan. 299 Tat.
2 Jg Om. 191 399 Wa. 11 g'g' Sump.
sanguinea ab. cruenta Leech. 1 91 Kwan.
sikkimensis Elw. 4 gJ'g' 399 Tat. 2 g'g' 19 Om.
‚ dohertyi Elw. 1 9'299 Kwan. 3 J'g! 499 Wa.
pratti Elw. 3 J'g9' Kwan. 19 Wa.
ariadne Elw. 4 J’g' Kwan. 1 g! Sump.
adite Moore. 2 g'g' Kwan.
fasciola-Elw. 19 Wa. |
interrogationis Pouj. 7 g’g' 2 99 Wa. 2 J’d!
19 Om. 2 g'd' 19 Sump. 3 J'd' 19 Kwan.
C. phaedra Leech. 56 g’g' 25 Q9 Tat.
Asura Wlkr. (Lyclene Moore) unipuncta Leech.
19 JJ 12 99 Wa. I g' Om. 17 g'd! 14 9Q Kwan.
Nur zwei der mir vorliegenden Stücke gleichen der Ab-
bildung im Seitz. Bd. 2 Taf. 11g, alle übrigen haben
eine mehr oder weniger ausgeprägte Reihe von 8 sub-
marginalen Flecken zwischen den Adern, von denen
mindestens der am Irand stets vorhanden ist. Zuweilen
zieht eine undeutliche dunklere geschwungene Linie vor
dem Diskalpunkt vom V- zum Irand. Meistens sind auch
noch ein oder zwei Wurzelflecke vorhanden. Die Hfl
sind zeichnungslos. Ader 11 und 12 der Vfl beim o!
stets, beim @ zuweilen .anastomosierend.
A. megala Hamps. 3 J'g' 2QQ Kwan. 9 J'g' 12 99 Tat.
A. rubricosa ab. ochracea Hamps. 3 g'g' Kwan.
A.discisigna Moore 2 QQ Kwan. 2 QQ Om. Die Zu-
gehörigkeit der Om.-Tiere zu discisigna stellte Herr
Dr. Hering einwandfrei fest, während er die fast gleichen
Stücke aus Kwan. für zweifelhaft hielt. Bei allen Exem-
plaren Vfl bleichgelb, mit einem Diskalpunkt und nur bei
denen aus Kwan. mit schattenhafter breiter Binde hinter
dem Diskalpunkt uud ebensolcher Submarginalbinde.
Hfl ganz weißgelb ohne Zeichnung.
A. diluta sp. nov. 2 J'g' Tat. 1 9' Kwan. Zwischen
metamelas Hamps. und dasara Moore einzureihen.
Kopf, Halskragen und Thorax gelb, Tegulae mitschwarzem
Basalfleck, Thorax mit zwei schwarzen Flecken. Palpen
schiefergrau, mit gelben Haarschuppen. Hlb schwärzlich,
mit gelblichen Haaren. Vfl mit schwarzem Basalpunkt
auf der SC und ebensolchen am Vrand, der in einen
dunklen Wisch, etwa !/, der Länge des Vrandes ausläuft.
Das ganze Mittelfeld ist schwach’ schiefergrau. Vom
annannanann
J. Draeseke. Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute. 53
Vrand nur die Basis, ein kleiner Fleck am letzten Drittel
der Zelle vom Vrand bis zur SC und der Ursprung der
Ader 10 gelb, begrenzt von einem schmalen dunklen
Fleck zum Vrand. Basis, Innen- und Außenrand und
Apex sowie die Fransen gelb. Hfl gelblichgrau, am
stärksten im Apikalteil verdunkelt, im Analwinkel zur
Basis gelb. Fransen gelb. Useite der oberen entsprechend,
nur das Mittelfeld der Vfl tiefer grau und in seiner Aus-
dehnung variierend, der Apex und Vrand der Hfl bei
einem Stück gelb, bei den anderen mehr oder weniger grau.
Miltochrista aberrans Bitlr. 1 g' Om.
M. miniata Forst. 4 J’g' Kwan.
M. pallida Brem. 2 @Q Kwan.
_M. gratiosaab. striata Brem.-Grey 1 Q' Sump. 2 g'0'
Kwan. 1 Jg Wa, 3 gJ’g! 299 Om.
M. gratiosa v. pulcherrima Stgr. 5 J'd' Kwan. 1!
Wa. 4 g'g' Om.
Stigmatophora micans Brem.-Grey 1 9' 1Q Kwan.
1 cg' Om.
-S. flava Brem.-Grey 3 g’g' 2 99 Kwan.
-S. rhodophila Wikr. 19 Om.
Unterfamilie Nyctemerinae.
Nyctemera plagifera Wikr. 19' 2Q9 Tat. 299 Om.
Lymantriidae.
1. Gruppe: Areolatae.
Aus Peking.
Dasychira tenebrosa Wlkr.1d.
Orgyia gonostigma v.approximans Butl. 3 I'd".
Stilpnotia salicis v. candida Stgr. 4 J'J' 3 98.
2. Gruppe: Inareolatae.
Lymantria dispar v. japonica Motsch. 3 J'C".
Ocneria terebinthi v. stötzneri nov. 1 J' 9 O9.
Der terebinthi außerordentlich ähnlich, jetwas kleiner.
Fl dunkler grau, spärlicher beschuppt und schwach trans-
parent, die Anordnung der Linien wie bei terebinthi
aber schwächer, beim g' ganz verschwommen. Unter
Ader 2, nahe der Zelle ein dunkler Wisch, hinter diesem
ein feiner dunkler Schatten, ein ebensolcher zwischen
Ader 5 und 6, beim g' deutlicher als beim ©. Useite
54 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris, Dresden 1926.
ohne Zeichnung, der Rand aller Fl kaum merklich dunkler.
Die Palpen und Umgebung des Kopfes ohne alles Rot.
Porthesia similis Fuessl. 5 QQ. |
Euproctis piperita Oberth. 19. Wurde von Herrn
Dr. Mell als pıperita bestimmt. Die Verdunkelung der
Vfl mehr der conspersa Butl. ähnlich, auch fehlen die
dunklen Submarginalflecken und der Wurzelteil der Hfl
ist beim © stärker als beim g' verdunkelt.
Aus der Provinz Szetschwan.
1. Gruppe: Areolatae.
Dasychira grotei Moore 1 g' Kamp. Waldfrieden.
D. chinensis? Swinh. 1 g' Wa. 14 g'g' Tat. Alle Binden
der Vfl, namentlich am Vrand an der Iseite, die discale
beiderseitig grauweiß bestäubt. Sonst mit der Be-
schreibung von Dr. E. Strand, Seitz Bd. II S. 116 über-
einstimmend.
Orgyia flavolimbata Stgr. 1 g' Sump.
OÖ. gonostigma v.approximans Butl. 1 9' Tat.
OÖ. ericae v. leechi Kirb. 17 g'g' Om. 2 g'’g! Sump.
2 J'g' Tat. 1g' Kwan. Einige Stücke, vor allem die
aus Om. haben außer den beiden Querlinien im Vfl noch
eine mehr oder weniger deutliche Submarginallinie. Der
weiße Fleck nahe dem Iwinkel ist nur bei einem Stück
ganz schwach angedeutet und fehlt bei allen übrigen.
Aroa substrigosa WlIkr. 14 g'g' Sump. 7 g'g! Tat.
5 g'g' Wa.
Cifuna locuples Wlkr. 1 g' Kwan.
C. locuples v.confusa Brem. 13 g'g' Tat. 1g' Om.
4 g'g' 19 Kwan.
Actornis alba, ab. depuncta? Strand 1 Q@ Kwan.
Vfl ohne schwarzen Discocellularstrich. Thorax, Hlb
und Stirne reinweiß, Palpen und Beine ockergelb. Fühler-
schaft weißlich, braun gekämmt. Vfllänge 21 mm.
Stilpnotia salicis v. candida Stgr. 4 QQ Kwan.
1 g' Om. 1:g!. Tat, |
S. moorei Leech. 2 J’g' 699 Kwan. 2 g'g' 6 99 Om.
Ivela auripes Butlr. 14 g'g' Tat. 22 g'g' Wa.
Caragola sericea? Moore 1 g' Tat. Stimmt mit der
Beschreibung im Seitz Bd. IIS. 124 genau überein, aber
die Hintertibien tragen 2 Paar Spornen. Vfllänge 211/, mm.
Pantana sinica Moore 15 g'g' Wa. 16 J’g! 2 99 Kwan.
P. simplex Leech. 1 g' Kwan.
J. Draeseke. Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute. 55
2. Gruppe: Inareolatae.
-Lymantria dispar v. wladiwostockensis? Strand
2 J'g' Sump. 4 g'g' Kwan. Nicht größer als europäische
L. dispar g'g' -Grundfarbe heller, ähnlich denen aus
dem Amurgebiet und Syrien. |
L. dispar v.japonica Motsch. 1 g' Wa. 5 g'g' Tat.
L. moesta Swinh. 1 g' Sump. 5’g'g' Kwan. 1Q Om.
Porthesia similis Fuessl. 2 J'g' 499 Kwan. 2 Jg’!
ESump. 3 g'gi 10 092 Om.
"Eupröctis flava Brem. 1g' Wa.290 Kwan. 1Q Om.
= flava ab. bipunctigera Strand 19! 19 Kwan.
= 109 Sunmp.
E. piperita? Oberth. 1 9' 399 Kwan. 1Q Sump.
-E. conspersa Butlr. 1 9’ Om. von Herrn Dr. Mell be-
stimmt. Gelb, die Mitte der Vfl mit schwarzen Atomen
bestäubt, useits gelb, Vfl außer Außen- und Irand dunkel-
braun.
E. montis Leech. 1Q Wa.
-E. plana Wikr. 14 g’g' 4 QQ Kwan. 4QQ9 Om. 299 Wa.
-E. bimaculata Wikr. 1g' 29Q Kwan. 409 Om.
-E. divisa Wlkr. 1Q Kwan. Seitz Bd. X pg 342 Taf. 451.
56 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Neue palaearktische Heteroceren.
Von Leo Sheljuzhko (Kijev).
Mit 4 Abbildungen.
1. Pericallia matronula amurensis subsp. nov..
“ g'Q. Bedeutend kleiner als europäische Stücke (Vfllänge
des J' 33, des @ 37 mm). Die Vfl sind viel heller braun
(fast gelblichbraun), die hellen gelblichen Flecke der Vfl
sind größer, ein ziemlich großer Fleck steht auch vor dem
Hrande.
Das Orangegelb der Hfl ist blasser, die schwarzen Flecke
sind kleiner (beim g' sind diese Flecke im inneren Flteile
zu winzigen Punkten reduziert).
Die Useite ist blasser. Beim 9! fehlt hier jede Spur
des rötlichen Anfluges, beim © ist dieser nur schwach
entwickelt.
Nikolajevsk (an der Amurmündung). gJ'Q ım Jahre 1914
von meinem Sammler erhalten. Mit ziemlicher Sicherheit
ist es anzunehmen, daß es sich um eine eigene Lokalform
handelt. |
Erwähnenswert ist es vielleicht, daß sämtliche mir vor-
liegende Stücke von P. matronula aus dem südlichen
Ussurigebiete (Sutshan, Okeanskaja, Wladiwostok, Rußkij
Östrow, Sidemi) und des damit grenzendem Teile der öst-
lichen Mandschurei (Pogranitshnaja) von den beschriebenen
Stücken scharf abweichen und keine nennenswerte Unter-
schiede den europäischen Stücken gegenüber aufweisen.
2. Pericallia matronula ab. obliterata nova.
(Fig. 1—2.)
Von meinem verehrtem Freunde, Herrn J. Zhicharer
(Kijev) erhielt ich zwei sehr auffallende P.matronula g'g),
die in gleicher Richtung verändert sind, ohne jedoch ganz
identisch zu sein. Diese 2 J'g' wurden zusammen mit
einer Anzahl normaler Stücke von Herrn Zhicharer aus
Raupen gezogen, die ihm aus Kineshma (Gouvernement
Kostroma, Zentralrußland) zugesandt wurden. Die Raupen
und Puppen wurden in normaler Weise (ohne künstlichen
L. Sheljuzhko. Neue palaearktische Heteroceren.
Einflüssen) behandelt. Beide aberrativen Stücke schlüpften
am 18. Mai 1904.
| Bei diesen Stücken ist der Grundton der Vfl gelb, von
der dunklen braunen Beschuppung bleiben nur unregel-
mäßige, ziemlich verschwommene und zum Teil asymme-
trische Reste, die bei beiden Stücken etwas verschieden
Fig. 1
Fig. 2
Pericallia matronula ab. obliterata n.
gelegen sind. Bei dem ersten Exemplare, das ıch als
_ Öriginal der neuen Form ansehe, blieb die dunkle Be-
schuppung längs dem Hrande ziemlich breit (etwa bis zur
Fimitte) erhalten und bildet noch einen dunklen Fleck am
Ende der Mzelle. Dabei ist dieser Fleck mit der dunklen
Beschuppung des Hrandes durch ebensolche dunkle Be-
' schuppung längs der unteren Zellader verbunden. Beim
58 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
zweiten Stücke ist die dunkle Beschuppung am Hrande
viel schmäler (am linken Vfl noch stärker reduziert), dafür
aber bildet diese Beschuppung eine Art Marginalsaum am
Außenrande. Die hellen weißlichen Flecke am Vrande
sind nur als leichte Aufhellungen zu erkennen.
Beim ersten Stücke sind die Hfl rein gelb, ohne Spuren
der schwarzen Flecke; der Oseite des Abdomens fehlen die
schwarzen Flecke auch völlig. Beim zweiten Stücke sind
nur ganz verschwommene Reste der äußeren Fleckenreihe
erhalten, während die Flecke der inneren Flteile ganz ver-
schwinden; die Flecke der Oseite des Abdomens sind aber
völlig entwickelt.
3. Axiopoena maura franscaucasia subsp. nov.
Axiopoena Karelini Men., Enum. corp. animal.,
pars III, 1863, p. 160 (part.), t. XVII f.5 (? Tiflis).
Axiopoena maura Rom., Mem. s.1]. Lep., vol.1. 1884,
p.86 (part.), t. V,f.5 (Ardanutsh).
Transkaukasische Stücke vonAxiopoena mauraEichw.
unterscheiden sjch sehr beträchtlich von transkaspischen.
Da die OriginalbeschreibungvonBombyx maura Eichwald
(Zoologia specialis, vol. II, 1830, p. 196) sich auf Stücke aus
Krasnovodsk bezieht, so hat also die transkaspische Rasse
als Nominatform zu gelten.
Die erste Abbildung der Art gibt Menetries (l. c.) unter
der Bezeichnung A.karelini. Die Herkunft des abgebildeten
Stückes scheint nicht ganz sicher zu sein, da Menetries
nur angibt, daß er das Stück aus Tiflis erhielt. Es bleibt
also noch fraglich, ob das Stück auch bei Tiflis erbeutet
wurde. Der Abbildung nach handelt es sich aber sicher
um ein transkaukasisches Exemplar.
Romanoff (l. c.) gibt ein sehr exaktes Bild eines Q aus
Ardanutsh (südlich von Batum) und erwähnt, daß dieses
Stück durch seine Größe und lebhafte rote Färbung von
Stücken aus Krasnovodsk abweicht.
Aus der Sammlung des Herrn P. Trussevitsh (Kijev)
gingen in meinen Besitz 2 QQ dieser Art aus Suchum
(Westküste Süd-Transkaukasiens) über, die sehr gut mit
der Abbildung bei Romanoff stimmen und von allen Stücken
aus Krasnovodsk, die ich besitze oder die ich die Gelegenheit
L. Sheljuzhko. Neue palaearktische Heteroceren. 59
. zu sehen hatte“), stark abweichen, wodurch meine Annahme,
. daß Transkaukasien eine konstante Lokalform bewohnt noch
bestätigt wird.
Dadieerste Abbildungeinestranskaukasischen Exemplares
wie oben erwähnt, unter der Bezeichnung A. karelini
von Menetries veröffentlicht wurde, so entsteht die Frage,
ob dieser Name vielleicht für die transkaukasische Rasse
anzuwenden wäre. Der Name karelini Men. ıst aber ein
bloßer Ersatzname für maura Kichw. und wird dieser Ersatz
“von Menetries- selbst in folgender Weise begründet: „Pour
eviter toute confusion, le nom de maura ayant d&ja ete
_ employ&(wohlManıa mauraLl.gemeint), j ai prefere donner
a cette espece le nom d’un voyageur ä qui nous sommes
redevables de nombreuses decouvertes en Zoologie“. Aus
_ dem weiteren Texte ersehen wir, daß Menetries keinen
Unterschied zwischen transkaukasischen und transkas-
pischen Stücken macht und beide unter dem Namen A.
karelini anführt. Aus diesen Gründen glaube ich nicht
vondem Namen KareliniMen. Gebrauch machen zu können
“und schlage die oben erwähnte Bezeichnung für die trans-
kaukasische Subspezies vor.
Im allgemeinen ist die Färbung von transcaucasica in-
_ tensiver: das Schwarz der V- und Hfl reiner (ohne brauner
-Beimischung), auf den Vfl sogar etwa blauschwarz, das
Rot der Hfl — lebhafter. Die Zeichnung der Hl ist ziemlich
verändert. Erstens fehlt gänzlich der rote rundliche Fleck,
‘der bei der Nominatform etwas vor der Flmitte ın der
dunklen Außenbinde stets vorhanden ist. Zweitens finden
wir beiihr ein intensiv rotes Bändchen dicht am Außenrande,
unterhalb seiner Mitte. und endlich einen nicht gerade
deutlichen dunklen Schatten, der am Vrand in der Mitte
des roten Basalteiles beginnt und bei einem @ sehr kurz
ist, während er beim zweiten bis unterhalb der Flmitte
reicht.
Die Useite der Hfl weicht noch auffallender ab. Bei
‚der Nominatform ist hier das Rot im Vergleiche zur Öseite
sehr reduziert und dieGrenzenzwischenRotund Schwarzsehr
undeutlich, da sie mit unregelmäßiger dunkler Beschuppung
*) Abbildungen der typischen A.maura sind veröffentlicht: Seitz,
Gr.-Schmett. d. Erde, vol. I, t. 17 g. (1910) und Cholodkovsky in
Lampert, Gr.-Schmett. und Raupen Mittel-Europas (russische Ausgabe),
t. 89, f.7 (1913). |
60 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
bedeckt sind, bei transcaucasica aber entspricht
das Rot der Basalhälfte der Useite genau der Oseite und
ist auch useits sehr scharf von der schwarzen Außenbinde
abgegrenzt. Der oben erwähnte dunkle Mschatten am
Vrande ist hier intensiver und mehr ausgedehnt als oseits.
Der dunkle Mfleck ist klein und scharf (bei maura
maura ist er viel größer und verschwommen), Das rote
Außenbändchen entspricht genau der Öseite.
4. Arctiaintercalaris ab. flava nova.
Unter einer größeren Anzahl von A. intercalaris Ev.,
die im Naryn-Gebiete (Provinz Semiretshje) von meinem
Sammler in den Jahren 1914/15 gesammelt wurden, befand
sich ein g' (gefangen am 18. Juli 1914), bei dem das Rot
der Hfl durch ein intensives Gelb ersetzt ist.
Da diese Form meines Wissens noch keine Erwähnung
in der Literatur fand, trotzdem die Art in großen Mengen
nach Europa gelangte, glaube ich annehmen zu müssen,
daß sie eine ziemlich seltene Erscheinung darstellt.
5. Notodonta kotshubeji spec. nov. (Fig. 3.)
In einer großen Lepidopteren-Ausbeute, die Herr Kot-
shubej im Jahre 1909 im südlichen Ussuri-Gebiete zu-
sammenbrachte, befanden sich mehrere Stücke einer Noto-
donta-Art, die sich nicht identifizieren ließ und in der ich
eine neue Art vermutete. Um meine Vermutung zu unter-
stützen, sandte ich ein Stück dieser Art an Herrn N. Filipjev
(Zoologisches Museum der Akademie der Wissenschaft in
St. Petersburg), worauf Herr Filipjev in seinem Schreiben
vom 27.1.1925 mich freundlichst benachrichtigte, daß auch
seiner Meinung nach die Art neu ist, vorausgesetzt, aber,
daß sie in den letzten Bänden der Oberthürschen „Etudes
de lepidopt. comparee“, die Herrn Filipjev nicht zur Ver-
fügung stehen, nicht beschrieben wurde. Da auch mir
die betreffenden Publikationen fehlen, habe ich nicht die
Möglichkeit einen Vergleich mit diesen zu machen. Mache
aber doch den, aus den erwähnten Gründen vielleicht etwas
gewagten Versuch die Art als neu zu beschreiben und be-
nenne sie nach dem eifrigen Sammler und Forscher und zu-
gleich meinem verehrten Freunde, Herrn G. Kotshube].
Vfllänge der g'g' 27-28 mm.
Fühler des g' kurz gezähnt. Vfl im Basalteile am Hrande
stark eingeschnitten. Hrand mit sehr großem Schuppenzahn.
L. Sheljuzhko. Nene palaearktische Heteroceren, 61
Vfl grau, stellenweise mit weißlichen, nicht sehr scharfen
Aufhellungen. Die dunkle, gezackte, äußere Querlinie ver-
hältnismäßig schwach angedeutet. Der Diskalfleck weiß-
grau. Eine undeutliche weißgraue Wellenlinie vor dem
Außensaume. Die ganze Basalpartie, mit Ausnahme des
Vrandes, ist durch einen dunklen, braunen, etwas violett
getönten Fleck eingenommen, dessen Mitte mehr oder
weniger aufgehellt sein kann. Die äußere Begrenzung des
Fleckes ist abgerundet. Etwas auswärts von dieser, ihr
parallel, verläuft noch eine gleichfarbige schmale Binde,
die den Vorder- und Hrand berührt. Der Raum zwischen
dieser Binde und dem Basalflecke ist violettgrau.
Die Hfl sind weiß, am Vrande mehr oder weniger grau
angelegt. Eine gezackte (nicht immer deutliche) Querlinie
zieht sich durch die Flmitte vom Vrande zum Hrande,
ohne jedoch diesen zu erreichen.
Kopf und Abdomen grau, Thorax etwa von der dunklen
braunen Farbe des Basalfleckes.
Useite fast einfarbig weißgrau, die Vfl werden etwa
in der Mitte durch eine gerade Querlinie durchzogen.
5 Q'g' in meiner Sammlung, weitere Stücke in der
Sammlung des Herrn G. Kotshube].
6. Palimpsestis duplaris kamschadalis subsp. nov.
In einer kleinen Lepidopteren-Ausbeute, dıe der Kapitän
S. Javorovsky während seinem kurzen Aufenthalte auf der
Halbinsel Kamtshatka im Jahre 1913 die große Güte für
mich zusammen zu bringen hatte, befanden sich 3 g'’g!
von P. duplaris, die stark von europäischen Stücken ab-
weichen und wohl eine eigene Rasse darstellen, die ich
mit der Bezeichnung kamtschadalis (subsp. nov.) belege.
Diese 3 J'g! wurden bei Petropavlovsk am 24. Juni 1913
gefangen.
Die Stücke stimmen in der Größe mit den kleinsten
europäischen Stücken überein. Vfllänge 13—15 mm.. Die
beiden schwarzen Punkte der Vflmitte sind miteinander
durch einen dunklen Strich deutlich verbunden. Die helle
Mbinde ist deutlich und ziemlich breit. Die Hfl sind rein
weiß; es geht nur eine feine dunkle Randlinie und basalwärts
von dieser eine sehr schmale und ziemlich verschwommene
dunkle Marginalbinde. Der Mpunkt ist sehr undeutlich.
62 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Useits sind die Vfl viel heller als bei europäischen Stücken
und, abgesehen von dem sehr feinen Einzelflecke ganz
zeichnungslos.
7. Rhyacia filipjevi spec. nov. (Fig. 4.)
Erinnert im allgemeinen etwas anRhyaciıa sigma
Schiff. (= signum il bei der die neue Art wohl einzu-
reihen ist.
Fig. 3
Fig. 4
Fig. 3 Notodonta kotshubei sp. n. — Fig. 4 Rhyacia filipjevi sp. n.
Spannweite des g' 41 mm., Vfllänge 21 mm.
Die ganze Gestalt ist etwas schmächtiger als bei sigma,
die Vfl aber viel breiter. Die männlichen Fühler, wie bei
sıgma, kurz bewimpert.
Vfl viel dunkler und eintöniger (als bei sigma) schwarz-
braun, die rötliche Aufhellung längs des Vrandes fehlt völlig.
Der äußere Querstreifen ist sehr stark gezähnt, wobei an
den spitzen Zahnenden weißliche kleine Punkte stehen.
L. Sheljuzhko. Neue palaearktische Heteroceren. 63
"Der innere Querstreifen, der weiter als beisigma von der
- Flbasis absteht, besteht aus nur zwei stumpfen Zähnen,
. die nur bis zur Mzelle reichen. Die beiden. Makeln sind
ziemlich weit voneinander entfernt und bestehen aus
schwarzer Umrandung und .hellerer Ausfüllung. Die
Makeln sind viel kleiner als bei sigma, die Nierenmakel
hat eine starke Einbuchtung. Der Keilfleck fehlt völlig.
Vier winzig kleine, lichte, etwas gelbliche Striche in der
Apikalhälfte des Vrandes. Eben solche, aber mehr rundliche
Fleckchen längs dem Außenrande.
Hfl heller als bei sigma, besonders im basalen Teile
Vor den Fransen eine schwarze Randlinie, die Fransen
etwa wie die Fl gefärbt, nicht weißlich wie bei sigma.
Ein großer nicht scharfer rundlicher Fleck in der Flmitte.
Die Useite der Vfl zeichnungslos und fast einfarbig
dunkelbraun, nur die Adern etwas heller. Die Hifluseite
etwa weißgrau, mit großen ziemlich, scharfen Mfleck, einer
deutlichen Mittelbinde und verdunkeltem Außensaum.
Kopf und Abdomen hellgrau. Thorax dunkelbraun, der
Halskragen von ebensolcher Färbung, nicht rötlich wie
bei sigma.
Das einzige Stück (ein g') dieser neuen Art ging mir
von Herrn V. Kozhantshikov zu und wurde von ihm und
seinen Söhnen im Juli 1915 an den Quellen des Flusses
Dzhelinda in der Bergeskette Dzhugdzhur (Ost-Sibirien)
gefangen. Auch diese Art sandte ich s. Z.an Herrn N. Filipjev
(Russische Akademie der Wissenschaft) zur Begutachtung
und wurde sie von diesem als eine neue, der Rh.sıgma
am nächsten stehende Art anerkannt.
Als Zeichen meiner besonderen Hochachtung erlaube ich
mir die neue Art Herrn N. Filipjev — einem der besten
Kenner palaearktischer Heteroceren zu widmen.
8. Eariasturana f. roseana nova.
In einer kleinen Lepidopteren-Ausbeute, die Herr A.N.
Lukjanor in Dargan-ata (am Amu-darja) im Jahre 1909 die
Freundlichkeit für mich zu sammeln hatte, befand. sich
ein einziges Earias-Stück, das durch seine ganz eigenartige
Vflfärbung von allen bekannten (wenigstens palaearktischen)
" Earias-Arten und Formen sehr merkwürdig abweicht. Ur-
‘sprünglich glaubte ich in diesem Stücke eine neue Art
' vor mir zu haben, jedoch versicherte mich, gelegentlich
eines Besuches, mein verehrter Freund und ausgezeichneter
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Lepidopterologe Herr M. Rjahov, daß er während seiner
Sammlertätigkeit bei Bajram-Ali (in Transkaspien) auch
Uebergangsstücke zwischen grünen Exemplaren und
solchen wie das meinige fand, was mich auch veranlaßt,
im vorliegenden Stücke nur eine aberrative Form zu er-
blicken. Da dieses Stück die Merkmale aufweist, die nach
Grumm-Grzhimajlo (Annuaire du Mus. Zool. de St. Peters-
burg, IV, 1899, p. 461)seine E.turana charakterisieren und
diese von chlorophyllana Stgr., unterscheiden sollen (wie
z.B. die rötlichen Fühler, Palpen, Beine, wie auch der Mpunkt
der Vfl), so ziehe ich das vorliegende Exemplar zuturana
Gr. Gr., bis uns die Identität von dieser und chlorophyllana
Stgr., die Staudinger vermutet (Catal., 1901, p. 362) und
auch Warren (in Seitz, Gr.-Schmett. d. Erde, Ill. p. 296)
annimmt, wirklich bewiesen ist. Um eine genaue Deter-
mination der Form (bei einem exakten Studium der chloro-
phyllana — turana-Frage) in der Zukunft zu sichern, er-.
laube ich mir eine mehr detaillierte Beschreibung dieser
zu geben, als es vielleicht eine bloße Färbungs-Abweichung
verdienen sollte.
Vfllänge (von der Basis bis zum Apex) 9 mm. Vflform
kurz und breit,etwa wie beichlorana Hb., nichtlang und
schmal wie bei insulana B. Kopf weiß, Oseite des Thorax
von der Farbe der Vfloseite, Abdomen weiß, nur useits
vor dem Ende leicht rötlich angeflogen. Palpen weiß, an
der Außenseite leicht rötlich; Fühler rötlich angehaucht.
Die Tarsen und Tibien der Vbeine rötlich, deren Schenkel
nur auf der Innenseite gerötet; an der Basis der Mschienen
ein rötlicher Fleck. Die übrigen Beine weiß.
Es ist nicht leicht die Färbung der Vfl genau zu diag-
nostizieren. Ich möchte sie etwa als terrakottarot mit einem
Stiche ins Rosa bezeichnen. Der basale Teil des Vrandes
ist etwas heller. Die Vflkante ist weiß. Der Außenrand-
saum ist gelbbraun, worauf eine Reihe von schwärzlichen
Punkten folgt, die dicht vor den Fransen liegt. Die Fransen
sind einfarbig, etwa von der Farbe der Vfloberfläche.
Der dunkle Diskoidalpunkt ist sehr undeutlich. Von den
dunklen transversalen Linien sind nur zwei, die mittlere
und die äußere vorhanden (die subterminale fehlt gänzlich).
Der Verlauf von diesen Linien entspricht etwa dem Verlaufe
von solchen bei E.insulana B., nur sind diese hier mehr,
einander genähert und nur im unteren Teile (am Hrande)
deutlich, während der restliche Teil kaum zu erkennen ist.
Kleine Mitteilungen. 65
Die Hfl sind rein weiß, nur die oberen ?/;, des Außen-
saumes sind fein orange-gelb. Die Fransen sınd weiß.
Die viel hellere Useite der Vfl ist rosa angeflogen und
hat einen schwärzlichen Außensaum. Die Hfluseite ist rein
weiß und kommt auch hier der orange-gelbe Saum der
oberen Hälfte des Außenrandes zum Vorschein.
Erwähnenswert wäre es vielleicht noch, daß die bei
roseana vorhandenen Querbinden in der Beschreibung von
turana Gr. Gr. nicht erwähnt werden und daß das Fehlen
von diesen bei chlorophyllana von Staudinger (D. E. Z.
„Iris“, IV, 1891, p. 249) besonders betont wird.
Kleine Mitteilungen.
- — Plusia hochenwarthi Hochenw. Von dieser Art beobachtete Ende VI 25
mein Reisegefährte (Herr Bretschneider, Wilsdruff) einen interessanten Massen-
flug. Auf einer ungefähr 1 qm großen Fläche, am Ufer des das Rossegg - Tal
(Engadin) herabströmenden Gletscherbaches; stand ziemlich dicht rotblühendes
Läusekraut, während in der Umgebung die Pflanze fehlte, Im Sonnenschein
gegen 12 Uhr vormittags kam ein großer Schwarm von erwähnter Art und
ließ sich auf, bezüglich an dem Läusekraut nieder. Deckte man von oben
mit einem großen Netz, dessen Spitze man hoch hielt, so hatte man zahl-
reiche Falter, die darin nach oben gingen. Immer neue Schwärme kehrten
nach diesem Verscheuchen wieder. Das Spiel wiederholte sich in den
nächsten Wochen stets, wenn mittags Sonnenschein vorhanden war, doch
nahm die Zahl der Tiere allmählich ab. — Die Weibchen legten, in Mull-
beutel auf dem Läusekraut eingebunden, jedoch auch in kleinen Gläschen, leicht
ab. Ein großer Teil der Eier war unbefruchtet. Die Räupchen schlüpften
nach etwa 14 Tagen, ließen sich mit Plantago und Taraxacum leicht auf-
ziehen. Während die meisten ungefähr ®/,cm groß sich zum Ueberwintern
anschickten, gelang es einen kleinen Prozentsatz zu treiben und noch im
September—Oktober die Falter zu erhalten. Die Puppenruhe dauerte genau
14 Tage.
Plusia variabilis Pill. Raupe und Puppe dieser Art waren Ende VI
und Anfang VII 25 im Rossegg-Tal bei Pontresina überall, wo der gelbe
Eisenhut (Aconitum Iycoctonum) wuchs, äußerst zahlreich. Von den ge-
fundenen Raupen und Gespinsten waren aber mindestens 96°/, mit Para-
siten besetzt. Am 10. VII. erschienen bereits die ersten frischen Falter,
sodaß Raupe, Puppe und Falter nebeneinander zu finden waren.
Arctia flavia Fuessi. Als wir, mein Freund Br. und ich, am 21. VI. 25 in
Ponteresina ankamen, hatte dort über vier Wochen eine für diese Höhe
ungewöhnliche Hitze und Trockenheit geherrscht, so daß Wiesen und Hänge
zum Teil völlig verbrannt waren. Leider war von da an das Wetter un-
beständig und kühl. Schon Ende Juni fanden wir die ersten Falter des
erwähnten Spinners und bereits gegen Mitte Juli ging die Flugzeit zu Ende.
Offenbar hatte die außergewöhnliche heiße Witterung diese Verschiebung
der Flugzeit verursacht. Wir suchten an Südhängen die Mauern, mit denen
u Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein V
‘ Iris zu Dresden. Jahrgang 1926.
.
66 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
die Mähwiesen zum Schutz gegen das Weidevieh umgeben sind, ab und
fanden an zahlreichen günstig gelegenen Stellen Puppen in Anzahl. Die
Raupe geht gern in die Lücken zwischen die Steine, oft sehr tief, hinein
und verfertigt hier ihr Gespinst, welches sie der Oberfläche der Umgebung
vielfach täuschend anpaßt, indem sie es z. B. mit Kalk oder Flechten bedeckt,
Viele Gespinste enthielten, statt der erhofften Puppe, die vertrocknete Raupe,
die offenbar sehr von Krankheiten und Parasiten geplagt ist. Nach Beginn
der Schlüpfzeit finden sich Copulae früh morgens meist dicht an dem
Gespinst, welches die Weibchen verlassen haben. Die Eiablage erfolgt
gern in den Mauerlöchern. Stets war der Platz der Eiablage und Gespinste
gegen direkte Niederschläge geschützt. |
Dr. H. Walther,
Bücherbesprechungen.
Hering, Martin, Dr. „Biologie der Schmetterlinge“ 480 Seiten, mit 82 Text-
abbildungen und 13 Tafeln, Berlin 1926. Verlag von Julius Springer. —
Preis 18 M.
Eine für den lepidopterologischen Interessenkreis so bedeutsame liter-
arische Erscheinung, wie wir sie seit langem nicht verzeichnen konnten. Dieser
Band aus der Reihe der biologischen Studienbücher, herausgegeben von
Walther Schönichen, bietet mehr als der Titel erwarten läßt und umfaßt in
großen Zügen so ziemlich alles, was wir über Schmetterlinge, mit Ausnahme
systematischer Fragen, wissen sollten. Druck und Ausstattung zeigen keinerlei
unwillkommene Aeußerlichkeiten der Nachkriegszeit,und mit seltenem Geschick
hat es der Verfasser verstanden, sein umfassendes Wissen und die Ergebnisse
seiner literarischen Studien in eine allgemein verständliche und zugleich so
anziehende Form zu kleiden, daß jeder, der in seiner Schmetterlingssammlung
mehr als nur seiner Sammelleidenschaft zum Opfer gefallene, mehr oder
weniger seltene, leblose Naturobjekte zu erblicken vermag, bei der Durchsicht
des Buches dieses so leicht nicht wieder aus der Hand legen wird. Fast
jede Seite wird ihm eine Erweiterung seines Gesichtskreises, oder Anregung
zu eigenen Beobachtungen bieten, die ihm vielleicht früher unbedeutend
erschienen sein würden, aber in Beziehung zu denen anderer gebracht,
von wissenschaftlichem Wert sein können. — Wir müssen uns leider hier
darauf beschränken nur eine kurze Uebersicht über die Anordnung des
behandelten Stoffes zu geben. Als Einleitung werden Grundzüge des Baues,
der Stammesgeschichte und Verwandtschaft, im I. Teil eine Beschreibung
des Eies, der Eiablage, Raupe, Puppe, des Ausschlüpfens der Imago, im
2. Teil die Schilderung der Ernährungsweise, des Liebesspiels, der Begattung,
des Sinneslebens und Fluges, im 3. Teil der geographischen Verbreitung,
des Generationswechsels, der Phaenologie, des Melanismus und Albinismus, der
Feinde und Schutzvorrichtungen der Schmetterlinge gegen diese, gegeben,
ferner werden die Lebensgewohnheiten im Wasser und bei Termiten und
Ameisen lebender, Minen und Gallen erzeugender Schmetterlinge und
Symbiose und verwandte Erscheinungen, Vergesellschaftung, Experimental-
biologie, Ausbildung besonderer Instinkte, Schaden und Nutzen der Schmetter-
linge behandelt. Den Schluß bilden außer Betrachtungen über biologische
Beobachtungen, ein Verzeichnis der Literatur,der Gattungen und des Sach-
inhaltes. — Im Interesse unserer Wissenschaft ist diesem Buch, das wie
f
d
Bücherbesprechungen. 67
ee N a 0.
kein anderes berufen erscheint, zu ihrer Vertiefung auch in Sammlerkreisen
beizutragen, die weiteste Verbreitung zu wünschen; möge diese so viel An-
regung geben, daß eine Neuauflage des Buches durch viele neue Beobachtung
bereichert erscheinen kann. K.M. Heller.
W. Meyer, P. Noak, O. Richter, C. H. Uhle und Dr. E. Urbahn „Die
Großschmetterlinge des pommerschen Odertals“. Sonderdruck aus der
Entomolog. Zeitung, herausgegeb. vom Entomolog. Verein Stettin 1925.
Infolge intensiven Sammelns, unter Anwendung aller Sammelmethoden,
besonders mit Licht und Köder, ist in den letzten Jahren die Stettiner Um-
gebung des Odertales so gründlich durchforscht worden, daß nicht nur die
meisten von Hering in seinem Verzeichnis 1881 erwähnten Arten wieder
gefunden, sondern diese um eine Reihe für dieses Gebiet neuer vermehrt
wurden. Das Gebiet ist durch seine ausgedehnten Moor- und Teichland-
schaften reich an solchen Arten, die an Sumpfpflanzen und Gräsern leben,
ebenso an spezifischen Arten der Meeresküste (Agrotis subrosea Steph.,
Mamestra leineri v. pommerana Schulz, Celaena haworthi Curt.,
Nonagria neurica Hb., dissoluta v. arundineta Schmidt, Coeno-
bia rufa Hew., Tapinostola elymi Tr, hellmanni Ev, Herminia
cribrumalis Hb., Aspilates formosaria Ev.u.a.). Eine sehr einge-
hende Schilderung des Sammelgebietes, auch der Inseln Usedom und Wollin,
findet sich am Schluß. In erster Linie für Sammler der Stettiner Gegend
bestimmt, enthält diese faunistische Zusammenstellung aber auch für andere
Entomologen, namentlich für solche, die sich für die geographische Ver-
breitung der Arten interessieren, so manche wertvolle Beobachtung.
E. Möbius,
Kitschelt, Rudolf, Zusammenstellung der bisher in dem ehemaligen Gebiete
von Südtirol beobachteten Großschmetterlinge, Wien 1925. Im Eigen-
verlage des Verfassers (Adresse: Wien Ill/2, Esteplatz 6).
„Südtirol“! Welches Deutschen Herz schlägt nicht höher bei diesem
Wort und erfaßt nicht tiefe Sehnsucht nach seinen von der Sonne durch-
glühten Bergen und Tälern und ist er noch dazu Entomologe, so hat es
ihm dies köstliche Stück Erde ganz besonders angetan mit seinem Reichtum
an Faltern und Käfern und was sonst noch fliegt und kriecht. Der Ver-
fasser, der seit 4 Jahrzehnten dies Gebiet durchforschte, nicht nur auf den
ausgetretenen Sammelwegen, sondern um seine eigenen Worte zu gebrauchen:
Ungezählte Nächte zum Zwecke des Nachtfanges nicht nur in den warmen
Niederungen, sondern auch abseits der Heerstraße im stillen Hochkar ‚über
meiner Mütze nur die Sterne“ ist wohl der gründlichste Kenner dieses
Gebietes. In der Einleitung wird das Land in 29 Bezirke eingeteilt und die
zahlreichen Fundorte auch bei den einzelnen Arten nach diesem Gesichts-
punkte gruppiert, was die schnelle Orientierung wesentlich fördert. Die
umfangreiche Literaturübersicht zeugt von dem großen Interesse, welches
diesem Gebiet von jeher entgegengebracht worden ist. Ueber Rassen und
Abarten schweigt sich der Verfasser fast ganz aus, obwohl bei dem Formen-
reichtum der einzelnen Arten in Südtirol die Versuchung zur Aufstellung
neuer Formen recht groß war. Mancher wird dies als einen Mangel des
Verzeichnisses empfinden, andere werden dem Verfasser dafür dankbar sein.
Der Hauptwert ist auf eine genaue Fundortangabe gelegt und dies ist durch
eine gewissenhafte kritische Zusammenfassung unter Benutzung aller Quellen
und der eigenen reichen Erfahrung vollendet erreicht. Es wird dieses 421
Seiten umfassende Fundortverzeichnis mit einen Faunenbestand von 1288
Arten, das Hellwegers Schmetterlingsfauna Nordtirols vorzüglich ergänzt,
68 Bücherbesprechungen.
nenn sninsnnnuSn AGs SBBESBSSRNSESBSEEEE EEE ne EEE
jeden Sammler ein nützlicher Führer sein und sei deshalb allen Fahrern
ins gelobte Land besonders empfohlen. Noch einige sachliche Bemerkungen
seien angefügt: M. dejone fliegt im Eisacktal nicht in der Form: berisali
Rühl, sondern phaisana Fruhst. (Verh. z. b. Ges. Wien LXX S. (45). Agrotis
nictymera ist kein Hochgebirgstier und bei den beiden Funden am Stilfser
Joch handelt es sich zweifellos um 09 von A. lacernea, die man früher
für nictymera hielt (Vergl. Wagner in Mitteil. Münchner Ent. Ges. 12. J.S. 35).
Möbius.
Aristide Caradja. Ueber Chinas Pyraliden, Tortriciden, Tineiden nebst
kurzen Betrachtungen, zu denen das Studium dieser Fauna Veranlassung
gibt. Akademia Romana. Memoriile Sectiunii Stiintifice Ser. 2. Tom Ill
Bukarest 1925, 129 Seiten mit 2 Tafeln.
In dieser für die Systematik bedeutsamen Abhandlung ist die Ausbeute
des Sammlers Hoene, welcher in den jahren 1917—1923 in China tätig
war, bearbeitet. In ihr werden 726 Formen, davon 325 für China neue,
206 endemische und 91 neue Arten angeführt, von letzteren wurden 80,
teilweise unter Beihilfe des Herrn W.H. T. Tams (British Museum), der
zweifelhafte Arten verglich und 11 von Herrn Eduard Meyrick (Marlborough)
beschrieben. Die Einleitung mit eingehenden biographischen Besprechungen
und Hypothesen (Pyraliden-Palaeogeographie nennt sie der Verfasser) auf
Grund des festgestellten Faunenbestandes müssen im Original nachgelesen
werden und dürften für Tiergeographen und Palaeontologen von Interesse
sein. Die beiden beigegebenen, höchst mangelhaften Tafeln, auf denen
vielfach nur die Flügelumrisse erkenntlich sind, dürften ihren Zweck aller-
dings vielfach verfehlen. E. Möbius.
Berichtigungen.
Im XXXIX. Jahrgang, 1925 dieser Zeitschrift bittet
man folgendes richtig stellen zu wollen:
Seite 197, 4. Zeile von oben latifasciatus statt latifascius
Seite 233, 5. Zeile von oben biserraria statt bioerraria
Seite 246, 12. Zeile von oben biserrarıa statt bioerriana
N
l
\
|
A
Goltz. Einige Bemerkungen über Erebien, insb. Er. euryale u. ligea. 69
Einige Bemerkungen über Erebien, insbesondere
| über Er. euryale und ligea.
Von D. Frhr. v. d.:Goltz, Coblenz.
Als ich mich vor reichlich 15 Jahren entschloß, eine
- Spezialsammlung der Gattung Erebia Dal. (Maniola Schrk.)
anzulegen, wirkte hierbei wesentlich meine Begeisterung
für die wilde, großartige Alpennatur über der Baumgrenze
mit, die nur durch die Lieblichkeit und den besonderen
_ Reiz der ihren Boden dort, wo er Raum für Pflanzenleben
bietet, bedeckenden Flora gemildert wird. Dort ist ein
Hauptflugplatz der Erebien. Weiter spielten mit die in-
teressanten phylogenetischen Verhältnisse dieser Gattung.
E.lappona Esp. fliegt nur auf den Alpen, dem Balkan,
den Pyrenäen und den skandinavischen Gebirgen, epiphron
Kn. fehlt in letzteren, findet sich dagegen außer auf den
3 erstgenannten Gebirgen noch in Schottland, auf dem Harz,
‘den Vogesen, den Sudeten, aber nur in Höhen über 1000 m,
dem Schwarzwald und dem Jura fehlt der Falter! E.stygne O.
hat außerhalb der Alpen und Pyrenäen ein ganz isoliertes
und eng begrenztes Fluggebiet im Thüringer Wald, kommt
freilich auch in Schwarzwald und Vogesen vor. E.Christi
Rä. und flavofasciata Hey. finden sich in der ganzen
Welt nur an einigen Stellen von sehr geringer räumlicher
Ausdehnung in den Schweizer Alpen! E. melas Hbst.
ist einerseits in den Östalpen, andererseits auf den Pyrenäen
heimisch, discoidalis Kr. fliegt in Sibirien und Nord-
amerika' Noch eine weitere größere Reihe von Arten,
insbesondere auch von asiatischen, hat weit auseinander-
liegende, engbegrenzte einzelne Flugstellen, wo dann meist
die Falter häufig sind. Wie oben erwähnt, fliegen die
- Erebien mit Vorliebe auf den hohen Gebirgen. Ein eigent-
liches Tier der Ebene ist nur medusa F. geworden,
"obwohl einzelne Formen von ihr (hippomedusa M.)
auch in größere Höhen hinaufsteigten. E. ligea L. und
aethiops Esp. sind bis in die Mittelgebirge und das
Hügelland herabgestiegen. Jedenfalls kenne ich keine Falter-
gruppe, bei welcher die Einwirkung der Veränderungen
der geologischen Verhältnisse auf der Erdoberfläche, Ins-
besondere der Eiszeiten so deutlich in die Erscheinung
tritt wie bei den Erebien.
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein I
Iris zu Dresden. Jahrgang 1926.
70 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Geologische und klimatische Verhältnisse spielen auch
eine erhebliche Rolle in der Ausbildung der Formen der
einzelnen Erebienarten. Diese bieten für den, welcher sich
eingehend mit ihnen befaßt, ein sich immer steigerndes.
Interesse. Zwar sind Hybriden unter ihnen m. W. über-
haupt noch nicht beobachtet. Die Erebien sind ein altes,
vornehmes Geschlecht, das sich mit Mesallianzen nicht
abgibt. Zwitter sind sehr selten. Ich habe nur je einen
von prono& Esp. und aethıops Esp. in der berühmten
Sammlung des Herrn Philipps in Köln zu Gesicht bekommen.
Ein Zwitter von ligeaLl. ist in der Deutschen Ent. Zeit. 1916
p. 202 abgebildet. Vereinzelt werden auch sonst in der
Literatur Zwitter erwähnt. Wenig häufig sind auch stark
in die Augen fallende Abänderungen des ganzen Falter-
kleıdes nach Art des schwarzen Schwalbenschwanzes und
von Arg. niobe pelopia Bkh. Hier wären höchstens
zu erwähnen die bei mehreren Arten bekannt gewordenen
Formen mit kaffeebrauner bis honiggelber, statt braun-
schwarzer Grundfärbung. Merkwürdig ist, daß die QQ bei
einigen Arten statt dieser eine graubraune zeigen, so ihre
Verwandschaft mit den übrigen Satyriden beweisend
(z.B. goante, nerine, prono&, aethiops). Es gibt
goante ©Q, die auf der Oseite einer Pararge maeral.
sehr ähnlich sehen. Meist beschränken sich die Abände-
rungen auf die Ausdehnung, hier und da auch auf die
Färbung der fast alle Arten zierenden rostroten!) Flügel-
binde und die in ihr stehenden Augen und Pupillen (Kerne).
Hier zeigt sich allerdings eine außerordentliche Abände-
rungsbreite. Normalerweise mit einer stattlichen rostroten
Binde gezierte Arten lösen diese in Flecken auf oder lassen
sie schmäler werden. Ich nenne z.B.v.cassiope von
epiphron Kn., v.aristis Gr. von auranica Ersch.,
v.obscura Rä. von ceto Hb.,v.reichlini H.S. von °
nerine Frr., v. pitho Hb. von prono& Esp. u.a.nı.
Hier und da schwindet die Binde sogar ganz (z.B.epiphron-
nelamus Boisd.,, manto-caecilia Hb,oemelugens
') Ich halte es für falsch, von brauner oder gelber Binde zu
sprechen. Von Ausnahmen abgesehen (z. B. epistygne Hb., turanica
Ersch., jordana Stgr) ist die Binde rost- oder ziegelrot, bei ein-
zelnen Arten und Formen ins braunrot oder gelbrot hinüberziehend. °
Reines Gelb kenne ich nur bei einer Art: die Hfluseite von
manto Esp. ist beim © schwefelgelb gefleckt.
| Goltz. Einige Bemerkungen über Erebien, insb. Er. euryale u. ligea. 71
St., glacialis-pluto Esp.) oder es bleiben nur ganz
- spärliche Reste übrig (z. B. pharte-phartina St.,
“medusa-polarisSt,euryale-ocellaris St.,meta-
“melanops Chr.) Umgekehrt kommt auch eine auffallende
Vergrößerung der Prachtbinde vor. Ichnennemelampus-
sudetica St,pharte-eupompa Fr.,stygne-posi-
=donia Fr., oeme-spordia-St,tyndarus-goyaFr.
Veränderlich sind außer der Binde selbst vor allem sowohl
bezüglich der Zahl wie der Größe die in ihr stehenden
Augen und die diese zierenden weißen Kerne. Letztere
- zeigen sowohl eine Verstärkung, wie bei stygne-pyre-
naica Rühl, stygne-freyeriFr.u. melas-lefebvrei
Dup., wie kommen sie zum Verschwinden, wie bei euryale
isarıca Rühl, ligea monticola Vorbr. pronoi-alman-
goviae Stgr. Besonders schöne Formen ergeben sich
durch eine gleichzeitige Vermehrung von Augen und Kernen
wie bei gorge-triopes Spr. Verhältnismäßig häufig ist
“das Verschwinden oder die Verringerung der Zahl der in
ersterer stehenden Augen (eriphyle-impunctata Höfn.,
Sgorge-erynis Esp., ayndarus-caeca Strnd, ligea
"euryaloides Tengstr.) Dagegen ist die umgekehrte
"Verschiebung: Augen, wo diese in der Regel fehlen, weniger
häufig (muesha-ocellata, glacialis-alecto Hb).
Interessanter noch wie die Feststellung der Variations-
breite ist die nach der Art ihres Vorkommens und nach
"ihren Gründen. Was die erstere angeht, so ist ein doppeltes
Vorkommen zu unterscheiden: einmal das Fliegen der ver-
schiedenen Formen an demselben Flugplatz. So fliegt
nelamus Bd. zusammen mit epiphron vogeriaca
Goltz und mit cassiope F., phartina St. mit-pharte
Ber ymis KEsp. mit gorge Esp.,lugens St. mit
oeme Hb. Dann das Auseinanderfallen der Flugplätze
der verschiedenen Formen derselben Art. Damit sind wir
‘bei den merkwürdigen, neuerdings den Gegenstand beson-
derer Forschungen bildenden Lokalrassen.
Gibt es für deren Vorkommen Gesetze? Sicher, aber
in ihrem Erkennen sind wir noch nicht sehr weit. Man: kann
behaupten, daß in der Regel mit größerer Höhe und rauhe-
‘rem Klima der Schmuck der Falter, die Binden, Augen und
Pupillen zu Gunsten der braunschwarzen Grundfarbe zurück-
tritt. Das gilt z.B. für cassiope F. gegenüber epi-
phronKn.,melampus Fueßl. gegenüber sudeticaSt.,
oeme Hb. gegenüber spodia St.,, stygne valesıaca
72 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Elw. gegenüber posidonia Fr., prono@ Esp. gegenüber
pitho Hb., ligea L. gegenüber monticola Vorbr. u.
dovrenis Strnd. Das Gesetz greift aber nicht überall
Platz: die dunkle reichlini HS habe ich mehrfach in ge-
ringerer Höhe (1000—1200 m) gefangen, wie die reicher
bebindeten nerine Formen: stelviana Curou.orobica
Tür. (13—1500 m), pharte eupompa Frust., die in
Größe und Breite der Binden die Höchstentwicklung von
pharte darstellt, fliegt nur auf den höchsten Flugplätzen
der Art. Für andere Erscheinungen fehlt mir noch jede
Erklärung. Warum erreichen nicht weniger wie 3 Arten
ihre reichste Form in Südbayern (die eben erwähnte
eupompa,ligea L., von welcher Art ich 1904 in Oberst-
dorf bei weitem die prächtigsten Stücke fing, die ich je
gesehen habe, prono& Esp.), also in einen verhältnis-
mäßig nördlich gelegenen Fluggebiet? Warum finden sich
die reichen Formen von stygne(chareaFr,praeru-
tilia Fr, posidonia Fr. guttata Goltz, pyrenaica
Rühl) im Westen, die vonmanto (unbeschriebene Formen
von Salzburg, Niederösterreich, Bosnien), von medusa
(psodea Hb.), oeme (spodia St.) vorzugsweise im
Osten? Warum fliegen auf den spanischen Bergen ın an-
nähernd gleicher Höhe einerseits die reichen tyndarus
Formen goya Fr. u. hispania Bt. und andererseits die
ärmliche dromulus St.? Warum findet sich die ver-
armteste Jappona Form stennyo Grasl. im heißen
Spanien? Ob sorgfältige Beobachtungen der Biologie, der
Gesteinsarten, der Flora, des Klimas, der Flugplätze, eın
tieferes Eindringen in die phylogenetischen Verhältnisse
uns diese Rätsel einst lösen werden? Jedenfalls liegen
hier lohnende Aufgaben für den, welchem nicht das Er-
raffen und die schöne Erscheinung der Schmetterlingsform
die Hauptsache bei der Sammelei sind. |
Noch nicht einwandfrei beantwortet ist auch die Frage
nach der zweijährigen Entwicklungsdauer der Erebien,
Eigene verwertbare Beobachtung fehlt mir, da ich nicht‘
in genügendem Umfang 2 Jahre hintereinander dieselben
Flugplätze besucht habe. Feststellen kann ich nur, daß‘
man ebenso in geraden wie in ungeraden Jahren reiche’
Beute an Erebien machen kann, wenn man nur die rich-
tigen Oertlichheiten besammelt und gutes Wetter hat.
Die große Zahl der nach obigen Ausführungen mög:
lichen Formen der verschiedenen Erebienarten hat natürlich
Goltz. Einige Bemerkungen über Erebien, insb. Er. euryale u. ligea. 73
“ die Schmetterlingstaufgenies angelockt und eine Fülle
“von Benennungen hervorgerufen, deren Berechtigung oft
- zweifelhaft ist. Dies gilt vor allem für die Fruhstorferschen
_ Versuche jede Erebienart in zahlreiche Ortsrassen aufzu-
spalten. Ich bin der letzte, die geniale Begabung und die
großen Verdienste des genannten Herrn um die entomo-
logische Wissenschaft zu verkennen, aber seine Behandlung
‘der Erebienrassen tat nur hier und da einen guten Griff
(z. B. die Aufstellung der Formen stygne posidonia
Fr, pharte eupompa Fr.), oft kann sie nur bestimmt
abgelehnt werden. Wer es fertig bringt nach den meist
unklaren, hier und da noch dazu unzutreffenden Diagnosen
vonE. medusaundaethiops in der Iris 1917 H. 43—56
seine Stücke dieser Arten zu ordnen, kann mehr wie ich.
"Das Urteil, welches Prof. Courvoisier über eine gleiche
Behandlung der Chrysophanes Formen ausgesprochen hat,
‘ist hart, aber zutreffend. Ich will meine Leser nicht durch
den Einzelnachweis, daß dasselbe auch von den Erebien
gilt, langweilen.
Auf einem ganz anderen Brett steht der Versuch von
Ministerialrat L. Osthelder-München, der weiteren Namen-
geberei der Erebienformen ein für alle Mal dadurch
_ ein Ende zu machen sucht, daß er wie es Prof. Courvoisier
für die Lycaeniden und Prof. Burgeff für die Zygaeniden
getan hat, für die Abänderungsmöglichkeiten aller Arten
ein festes Schema von an die Erscheinung der Falter sich
anschließenden Benennungen aufgestellt hat, in welches sich
jede vorkommende Form einordnen läßt. Wie jeder En-
tomologe, der in Südbayern sammelt, sich freuen muß, daß
nunmehr auch für dieses Gebiet ein treffliches, abschließen-
des Werk (vgl. das Urteil von E. Moebius in Iris 1925
S. 234) vorhanden ist, so muß jeder Spezialist für Erebien
besonders dankbar sein, daß das Werk in seine Gruppe die
“ erwünschte Ordnung zu bringen sucht. Ihre volle Wirkung
könnte diese freilich nur dann ausüben, wenn die Nomen-
klaturregeln es gestatteten, all die schönen Namen, wie
sapaudia,etobyma,venaissina, letincia,vetu-
lonia, tigranes, cercida usw. in die verdiente Ver-
senkung verschwinden zu lassen und durch die Benennungen
des Schemas zu ersetzen. Ich stehe auch nicht an, den
Osthelder’schen Versuch im ganzen als einen durchaus
wohlgelungenen anzuerkennen und zu hoffen, daß er sich
in der Praxis überall durchsetzt. Neu ist, daß nicht mehr
74 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
varietas (var.), aberratio (ab.) oder forma (f.) unterschieden
werden, sondern var. und mod. (Modifikation). Wie H. Ost-
helder brieflich mir mitzuteilen die Freundlichkeit hatte, be-
ruht diese Neuerung auf den Forschungen von Prof. Lenz
in München. Mit var. werden die erblichen, mit mod. die
nichterblichen Abweichungen von derNennform bezeichnet.
Gewiß einfach und einleuchtend, nur ist es mit der Erb-
lichkeit gerade bei Erebien so eine Sache, wie die Zucht-
ergebnisse von Selzer-Hamburg mit Er. adyte Hb.
(=ligea dovrensis Strand.), euryale Esp. und styg-
ne posidoniaFr. (vgl. Gub. Int. Ent. Jahr 1912/3 S. 282,
1914/5 S. 167/8, 175/6, 1916/7, S. 134, 1920/1 S.132) be-
weisen. Alle drei sind namenberechtigte, gleich gut abge-
grenzte Lokalrassen. Während euryaleundposidonia
sich unverändert forterben, schlägt dovrensis bei der
Zucht in ligea L. der Harzform um! Aber diese Tat-
sache hebt die Berechtigung zwischen erblichen und nicht
erblichen Formen zu unterscheiden nicht auf, die Praxis
kommt aber mit var. u. mod. doch nicht ganz aus. Wenn
man sich nicht entschließt, alle Abänderungen mit forma
zu bezeichnen, ist das „ab.“ nicht immer zu entbehren.
Das möge folgendes Beispiel zeigen. Hier bei Coblenz
fliegt E.aurinia Rott. zahlreich und in den verschiedenen
Formen. Jedes Jahr kann der Sammler an der gleichen Stelle
mehr oder weniger häufig Stücke erbeuten, die sich von
var.merope Prun. nicht unterscheiden lassen und solche
die Jutt mit obscura,pallida,impunctata,late-"
[asciata usw. bezeichnen würde. Daneben erscheinen
aber stets selten und unregelmäßig stark von der Nenn-
form abweichende Tiere, bei denen die schwarzen Zeich-
nungen zu Binden, Pfeilen, Wolken und dergl. zusammen-"
geflossen sind, etwa nach Art der niobe pelopiaBkh.
Dabei sieht kein Stück dem andern gleich. Für diese un-
regelmäßig und einzeln auftretenden, aber mehrfach doch‘
benannten?) Erscheinungsformen würde ich vorschlagen, das)
„ab.“ bestehen zu lassen. Hier wäre auch ein Platz für‘
Dedikationsnamen, während diese bei den Ortsrassen und
den regelmäßigen Modifikationen ausgeschlossen sein sollten.
Erstere sollten womöglich in Beziehung zu dem Fluggebiet,
letztere zu der Art der Abweichung von der Nennform
gebracht werden. Lieber hätte ich es auch gesehen, wenn,
>
f
le
®) Z.B. Mel. aurinia epimolpadia Rev.
- Goltz. Einige Bemerkungen über Erebien, insb. Er. euryale u. ligea. 75
wie es Courvoisier für bestimmte Abänderungen der Lycae-
niden getan hat, die Abänderungen der Binden, Augen
und Pupillen auf den Generalnenner forma eluxuriantes
"und privatae (reductae) gebracht worden wären. Jeden-
falls komme ich mit mod. luxurians für die verschiedenen
Abänderungen der „Punktzeichnung“ nicht aus, wie folgendes
Beispiel erläutern möge. E.mnestra Hb. hat in der Regel
augen- und pupillenlose Binden. Nicht selten finden sich
aber Stücke mit 2 kleinen Punkten in der Vflbinde, die
‚sich hier und da zu Augen von normaler Größe auswachsen.
Ganz vereinzelt (ich besitze nur ein. J’Q) treten in die
Augen deutliche weiße Pupillen. Es wäre nicht logisch die
erstere Form luxurions, die zweite pupillata zu be-
nennen, ich bedarf vielmehr der Namen ocellata°) und
pupillata. Nicht ganz genügend ist mir.auch das Schema
der Abänderung der Binden. Es muß die Bindenbildung oder
-verbreiterung der Ober- und der Unterseite unterschieden
werden. Auch hier wieder ein Beispiel: de manto For-
men der östlichen Alpen (nach Osthelder von Berchtes-
‚gaden: ab, aber auch schon bei Schliersee und bei Tegern-
see) zeichnen sich regelmäßig durch reiche Fleckenbildung
‘der Oberseite aus, die sich häufig zu einer einzigen
"Binde zusammenschließt, so daß hier wahrscheinlich
eine Lokalrasse orientalis vorliegt. Bleibt es aber vor-
läufig mal bei mod., so finden hier für die vermehrte
Oberseitenzeichnung die Osthelderschen Bezeichnungen
fasciata und latefasciata mit Recht Anwendung.
Aber auch die orangeroten (beim g') und schwefelgelben
(beim ©) Flecken der Hflunterseite haben im Osten die
Neigung, sich zu einer Binde zusammenzuschließen, die
hier und da breit und scharf abgegrenzt sich vom Innenrand
"bis zum Analwinkel hin zieht und verbunden mit starker
gelber Wurzelfleckung die Unterseite auf das prächtigste
ziert. Es geht nicht an, diese Formen nun auch fascıata
und latefasciata zu taufen. Ich schlage vielmehr vor,
alle Modifikationen in der Bindenausdehnung der Unter-
seiten der Erebienarten grundsätzlich mit ligata (von ligo,
ich binde) statt mit fasciata zu bezeichnen, also hier
mit manto-ligata und -lateligata. Beiläufig sei be-
merkt, daß auch die Färbungsmodifikationen sich noch um
_ eine allerdings selten vorkommende vermehren ließen.
3) Vielleicht darf ich diesen Namen hier beiläufig einführen,
76 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Es gibt Stücke, wie, es scheint, ausschließlich @Q, die wohl
infolge Schuppendefektes aussehen, als wären sie in
Petroleum getunkt. Sie sind fast durchsichtig und glänzen
in allen Farben der Irıs. Bei anderen Schmetterlingsarten
(z. B. Sat. pavonia) zeigen sich ähnliche Erscheinungen.
Ich besitze von dieser Form je ein @ vontyndarus
und pitho gardeina Schar. und habe hier und da auch
in anderen Sammlungen so ein Stück gesehen. Die Modi-
fikation mag’ irisescens benannt werden.
Oben sprach ich von ungelösten Rätseln in der Biologie
und Phylogenesis der Erebien. Um die Lösung eines Rätsels
habe ich mich seit anderthalb Jahrzehnten bemüht und,
wie ich hoffe, mit einigem Erfolg. Es betrifft die Unter-
scheidung der Erebienarten lıgea L. und euryale Esp,
und ihrer Formen. Ich habe zu dem Zwecke den Erebien-
bestand der öffentlichen Sammlungen der Stadt Straßburg,
der Stadt Danzig (Samml. Grentzenberg), des Zoologischen
Museums in Berlin, des bayerischen Staates in München,
der privaten Sammlungen des Herrn Püngeler-Aachen,
Philipps-Köln, Frings-Bonn, Stierlin-Stein, Vorbrodt-Lyss
durchgesehen. Meine eigene Sammlung umfaßt 466 euryale
und 236 ligea. Das Ergebnis meiner Studien ist kurz zu-
sammengefaßt das folgende: |
1.E.euryale und ligea sind gute Arten, die sich in
ihren sämtlichen Erscheinungsformen voneinander trennen
lassen und keine Mischformen bilden.
2. Beide Arten bilden unterscheidbare örtliche Rassen,
die aber nicht immer so weit befestigt sind, daß sie nicht
— vor allem in den Grenzgebieten — Mischformen aufweisen.
3. E.ligea hat ein sehr weites, euryale ein verhält
nısmäßig begrenztes Fluggebiet. FI
4. E.adyte Hb. ist ein nomen dubiosum und daher
auszumerzen.
I. Er. euryale Esp. nnd ihre Formen.
L
Die Stammform. Es ist allgemein anerkannt, daß Esper |
beı seiner Urbeschreibung die Form der schlesisch-
böhmischen Berge vor sich gehabt hat. Diese ist demnach '
die Nennform. Sie ist als unterscheidbare Ortsrasse anzu
erkennen. Das 9' ist von mittlerer Größe (Vfllänge im
Durchschnitt 20 mm, kleinstes Stück 18 mm, größtes 21,5 mm),
Grundfarbe der Öseite schwärzlich-braun (etwas heller wie
ısarıca Rühl, gleichgefärbt mit helvetica Vorbr.), die Binde
Goltz. Einige Bemerkungen über Erebien, insb. Er. euryale u. ligea. 77
auf den Vfl breit, auf den Hfl wesentlich schmäler, auf-
fallend scharf nach innen wie nach außen auf beiden Flügeln
abgegrenzt, gelbrot (wieder heller wie isarica, gleichgefärbt
mit helvetica), in der Binde stehen auf den Vfl 3—4, sehr
selten 5, auf den Hfl 3—4 Augen meist, aber nicht immer
ohne kleine weiße Kerne. Wo diese Kerne vorhanden
sind, beschränken sie sich auf 2—5 der Augen. Auf der
Useite dagegen sind die Augen, die dort in verminderter
"Zahl auftreten, ganz überwiegend gekernt. Die Hfluseite
weist das deutlichste Unterscheidungsmerkmal der Rasse
auf: eine bald zusammenhängende, bald ın Flecken auf-
gelöste, immer aber in breiten Ringen um die Augen
vorhandene ziegelrote, klar abgegrenzte, schmale Rand-
"binde. Von der bei ligea an diese Binde sich nach
innen anlegenden weißen Binde sind nur noch Spuren in
_gelblicher Tönung vorhanden, meist nur aus einem kleinen
"in den Wurzelraum vorspringenden Zahn auf Ader M 3
bestehend. Das © ist etwas größer, die Grundfärbung ist
graubraun, die Augen sind fast immer deutlich gekernt.
Wesentlich ist, wie dies Selzer schon hervorhebt, die leder-
gelbe Färbung der breiten Randbinde der Hfluseite. Ich
besitze allerdings ein durch starke Verschmälerung der
Binde der Oseite auch sonst abweichendes ©, das eine
weißliche Binde der Hfluseite hat. Wenn ich in meiner
"Sammlung auch nur 33 Stück der Stammform habe, glaube
ich doch behaupten zu können, daß Stücke, die sich nicht
in den Rahmen der obigen Beschreibung einspannen lassen,
sehr selten vorkommen, die Rasse also, wohl infolge des
isolierten Fluggebietes, ziemlich befestigt ist.
Neben der Stammform sind mir aus eigener Anschauung
‘oder der Literatur die folgenden Varietäten und Modi-
fikationen bekannt geworden: antevorta Fr., phoreta
Fr, brutiorum Tut, etobymaFr., helvetica Vorbr.,
"philomela Esp., ochracea Wh. segregata kRev,,
excedentia Vorbr., rusca Fr., isarica Rhl., clanıs
Fr, tramelanaRev., tatrica Strand, ocellaris Stgr.,
extrema Schar., intermedia Schar., syrmiä Fr,
Weamensis Krul, euryaloides. Tengstr., ArcetieH
Popp., jenisseiensis Trb., adyte Hb., altaica Stgr.‘)
#) Ich muß davon absehen, auf die von E. Strand im Arch.f. Na-
turgesch. 1915 A Heft 1 S. 90 aufgestellten Benennungen der bei ein-
' zelnen Stücken auftretenden mod. von var. tatriea näher einzugehen.
7 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Es wird meine Aufgabe sein, mich weiter unten mit
diesen 25 Formen auseinanderzusetzen. Zunächst sei aber
einmal ein Wort über die Verbreitung von euryale ein-
geschaltet. Der Katalog von Staudinger-Rebel (S. 48) be-
zeichnet als Fluggebiet die Pyrenäen, die französischen
und zentralitalienischen Berge, die Alpen, Ungarn, Bulgarien,
Schlesien, Finnland und Sibirien. Ich stimme dieser An-
gabe zu bis auf Finnland und Sibirien. Diese Anschauung
werde ich näher bei der Behandlung der Formen eury-
aloides, jenisseiensis und altaica, welche, ıch
glaube, zu ligea und nicht zu euryale ziehen zu sollen,
zu erläutern haben. Den Nachweis, daß die russische
kamensis Krul. eine Form von ligea und nicht von
eurvale ist, hat Jachontor („Revue Russe d’Entomologie
XV 1925 No. 3) erbracht). Ich wage bis zum Beweis des
Gegenteils zu behaupten (Warnecke-Altona und Nordström-
Stockholm haben brieflich dieser Ansicht zugestimmt), daß
euryale weder östlich des Balkans, noch nördlich von
Schlesien und den Karpathen vorkommt.
Wären die oben erwähnten 25 Formen von euryale
noch nicht aufgestellt, so würde ich vorschlagen, euryale
in 4, höchstens 5 Lokalrassen aufzuteilen, innerhalb welcher
dann noch einige Modifikationen als namensberechtigt an-
zuerkennen wären. Außer der Stammform der schlesisch-
böhmischen Berge kämen in Betracht: einmal die im’
Schweizer Jura, am Nordabhang der Schweizer, in den
bayerischen, tiroler und österreichischen Alpen,
der Hohen Tatra und der Karpathen fliegende Form, die
in iısarıica Rühl ihre typischste Ausbildung erfährt und
durch Größe, dunkle Grund- und Bindenfärbung, große,
aber meist ungekernte Augen, insbesondere aber durch
dıe immer vorhandene, sich hier und da zu einer losen
Fleckenbinde erweiternde rostrote Umrandung der Augen
auf der Hfluseite charakterisiert wird. Südlich und süd-
westlich von dieser Form in den französischen, italienischen,
südschweizerischen und den Alpen von Südwesttirol- fliegt
eine andere Form, deren Typus die helvetica Vorb. der
Südschweiz ist. Sie ist kleiner, in Grund- und Binden-
färbung etwas heller, die unscheinbareren Augen sind über- '
°) Diese Angabe, wie so manche andere diesen Aufsatz wesentlich
fördernde verdanke ich der großen Liebenswürdigkeit von Herrn
Landgerichtsrat Warnecke in Altona.
| Goltz. Einige Bemerkungen über Erebien, insb. Er. euryale u. ligea. 79
“wiegend deutlich weiß gekernt, die Hfluseite weist keinerlei
‚rote Fleckung auf, ist überhaupt -eintöniger gezeichnet.
Hierzu tritt als vierte Form in Südtirol, Steiermark und
"Kärnten die bekannte ocellaris Stgr., die durch eine bis
zum völligen Verschwinden (extrema Schaw.) der Binde auf
"Vfl und Hfl gehende Auflösung derselben, ein Erlöschen der
auch bei den OO nicht mehr vorhandenen Pupillen in den
Augen gekennzeichnet ist‘). Ob die westlich der Karpathen
liegenden Gebirgszüge des Balkans noch eventuell zu einer
fünften Gruppe zusammenzufassende euryale Formen, wozu
'syrmia Fr., sowie eine in 7 Stücken in meiner Sammlung
‚steckende euryale aus dem bulgarischen Rhodopegebirge
‚gehören würden, beherbergen, kann ich mangels aus-
reichenden Materials nicht endgültig entscheiden.
- Sehr interessant sind die Verbindungsglieder, die von
einer Form zur anderen hinüberführen. Der schlesischen
Form steht die isarıca-Form von Niederösterreich am
“nächsten. Die Form der Oetztaler und Stubaier Alpen
‚verbindet durch eine bei einzelnen Stücken starke Ver-
‚schmälerung oder Auflösung der rostroten Binde, die bei
“einem Stück meiner Sammlung sich sogar auf einen roten
‚Fleck um die Apicalaugen beschränkt, zu ocellaris über,
"während diese letztere wieder Stücke aufweist, welche von
der weiter unten zu behandelnden philomela Esp.
= segregata kev.) sich kaum unterscheiden lassen.
Zwischen isarica und helvetica besteht insofern eine
Brücke, indem im nördlichsten Fluggebiet der letzteren, als
welches ich die Berner Alpen ansehe, sich bei einigen
Stücken die für isarica so besonders charakteristische
'rostrote Umringung der Augen der Hfluseite einstellt.
Betont sei auch ausdrücklich, daß nicht nur ın den Grenz-
' gebieten der Flugplätze, sondern auch zentraler sich immer
wieder Stücke finden, die aus dem Typus der Ortsrasse
etwas heraus fallen und sich dem einer anderen nähern,
ein Zeichen dafür, daß diese Rassenbildung jüngeren
| Datums ist.
| Da nun leider keine Hoffnung besteht, daß obige Vor-
schläge sich in absehbarer Zeit durchsetzen, bleibt mir
6) Zu meiner Ueberraschung fand ich in einer mir nach Fertig-
‚stellung dieses Aufsatzes zugehenden Sendung der Firma Staudinger-
‚Bang-Haas ein Zg'Q euryale aus den französischen Pyrenäen, das
der Südtiroler ocellaris sehr ähnlich sieht.
80 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
nichts anderes übrig, wie mich mit den einzelnen der er-
wähnten 25 Formen auseinanderzusetzen, wobei ich mich
natürlich aller Kürze befleißigen werde. Ich werde dabei
von Westen und Süden nach Osten und Norden fort-
schreiten. |
Bezüglich antevorta Fr. vermag ich nichts zu sagen,
da ich weder die Beschreibung noch ein Stück der Form
einsehen konnte. Von E. phoreta Fr. konnte ich mir’
1 g' mit dem Fundortzettel „Mont Dore, Gall.“ verschaffen.
Es stimmt mit der Beschreibung (Soc. entom. 1918 S. 42
bis 43) nicht ganz überein, hat weder außerordentlich kleine '
noch schwach gekernte Ozellen, sondern solche von mitt-
lerer Größe ohne alle Pupillen, fällt dadurch besonders
auf, daß die Flecken der Binde auf Vfl und Hfl tropfen '
förmig gegen die Wurzel verlängert sind. Die Form steht '
in der ganzen Erscheinung helvetica Vorbr. nahe, hat
aber auf der Hfluseite rotumringte Ozellen. Von brutiorum
Tur. sah ich ein g' vom Gran Sasso in der Sammiunä
Püngeler. Es stimmt genau zur Beschreibung des Grafen -
Turati (in Annuario del Museo Zoologico della Univers. di
Napoli 1911, S.16) und ist gekennzeichnet durch Kleinheit
(wie kleinste helvetica, 18 mm Vfllänge), verschmälerte
Binde, sehr kleine Augen, besonders aber durch die ein-
förmig gelbbraune, nicht dunkelbraune Färbung der Hil-
useite („unito e fulvescente, non bruno oscuro“). In den’
südfranzösischen und westitalienischen Alpen soll eto=”
byma Fr. fliegen. Nach der Urbeschreibung (Gub. Ent.
Ztschr. 1909/10 S.135) und den beiden Stücken vom Col
di Tenda, die ich von Staudinger-Bang-Haas bezogen habe,
kann eine Namensberechtigung nicht anerkannt werden,
Die Form fällt vielmehr mit helvetica Vorb. zusammen, ”
in deren ganzem Fluggebiet gar nicht selten gleiche Stücke,
sowohl was Binden- und Augenentwicklung, wie ‚was
Gestalt der Binde auf den Hfl angeht, vorkommen. Ich
besitze sie selbst aus dem Wallis, dem Tessin und vom”
Stilfser Joch. |
E. helvetica Vorb. fliegt außer in der Südschweiz
(Kantone Wallis, Tessin, Graubünden und wohl auch Waadt)
in den angrenzenden französischen und italienischen Alpen,
weiter in Südwesttirol und zwar, wie ich vermuten möchte,
bis zu den Dolomiten. Ich besitze allerdings nur Stücke
aus dem Suldental, vom Stilfserjoch und Finstermünzpab
und zwei einzelne Weibchen, die hierher gehören, von dei
R
=
u,
f
4
237 cz u 2
Goltz. Einige Bemerkungen über Erebien, insb. Er. euryale u. ligea. 81
‘Mendel. Oberst Vorbrodt hat mir gegenüber brieflich die
Frage angeschnitten, den Namen helvetica fallen zu
lassen, da in der Schweiz mehrere euryale-Formen
fliegen, die sich nicht unter helv. einbeziehen lassen, wobei
.
zwischen uns die Möglichkeit erörtert worden ist, ıhn durch
adyte Hb. zu ersetzen (vgl. auch hierzu die sehr zutreffende
"Aeußerung Vorbrodts betreffend euryale-helvetica-
adyte im 1. Nachtrag seiner Schmetterlinge der Schweiz
S.457f.). Vorerst besteht aber der Name zu Recht. In der
‚ obigen Beschreibung ist noch hinzuzufügen, daß hel-
vetica fast genau so groß wie euryale ist (mittel 20,5,
"kleinstes Stück 18, größtes 22 mm Vfllänge.) Die als be-
sonders charakteristisch hervorgehobene Hfluseite ändert
insofern stark ab, als die Randbinde sich hier und da als
er ze
ein vom Innenrand bis zum Analwinkel reichendes weiß-
grau bestäubtes Band abhebt, viel häufiger aber in einem
hellen Schatten besteht, der in wechselnder Länge gegen
‘ das Wurzelfeld zu durch einen weißgrauen (zum Unter-
' schied von ligea nie rein weißen) Haken abgegrenzt ist,
"der sich aber nicht selten zu einem kleinen weißlichen
" Zacken auf Ader M3 verflüchtigt, um bei einzelnen Stücken
restlos zu verschwinden. In der Binde stehen in der Regel
2 schwarze, weißgekernte Augen, die sich aber ebensowohl
auf 4 vermehren, die ganz unsichtbar werden können.
Wesentlich anders sieht die Hfluseite bei den etwas
größeren, mehr graubraunen @Q aus. Hier ist die ganze
Binde deutlich und zwar nach innen am stärksten in der
Regel grauweiß, oft aber ledergelb (mod.ochracea Wh.)
bestäubt. In der Binde stehen 1—4 schwarze, weißgekernte
kleine Augen, die aber auch ganz fehlen können’). Das
Wurzelfeld weistin der Regel ebenfalls eine Bestäubung auf.
Ueber die an das westliche Fluggebiet von helvetica
‚ sich anschließende Form philomela Esp. et Hb. (beide
' Autoren haben annähernd gleichzeitig das Tier beschrieben)
‚ herrscht insofern Meinungsverschiedenheit, als Prof. Rever-
din in dem Bulletin de la Societe ledidopterologique de
"Geneve 1918 S. 29 ff. nachzuweisen sucht, daß weder die
?) Ich bitte für diese wie einige der folgenden Formen die
‘ für Lichtbilder auffallend guten Abbildungen von helvetica Vor.
(Taf. V, Fig. 11, 12, 13), euryale Esp. (Taf. VI, Fig. 1); isarica Ruhl
(Taf. V, Fig. 8,9, 10, Taf. VI, Fig. 2) bei Osthelder, die Schmetterl. Süd-
‚ bayerns zu vergleichen. Das Stück helvetica S ist allerdings sehr groß.
82 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Beschreibung Espers noch die Hübners auf die jetzt meist
unter dessen Namen gehende Form, die vor allem am
Gurnigel im Kanton Bern fliegt (eine vortreifliche Abbil-
dung ist beigefügt), paßt und ihr deshalb den Namen
segregata gibt, während Oberst Vorbrodt (Schmetterl.
der Schweiz I S. 83) den Namen philomela festhält und,
wie er mir brieflich mitteilte, auch nicht aufzugeben be-
absichtigt. Ich muß gestehen, daß mich die Ausführungen
von Reverdin überzeugt haben und ich daher den Namen
segregata vorziehe®). Charakterisiert wird die Form durch
die Verschmälerung der Binde auf Vfl und Hfl und ihre
Auflösung in getrennte, die ungekernten Augen umgebende
rostrote Flecken. Da es mir nicht gelungen ist, ein Stück
der Form in natura zu besichtigen, muß ich die Frage
offen lassen, ob sie unter den Generalnenner helvetica
oder isarica zu bringen ist. Die Lage der beiden von
Reverdin angeführten Fluggebiete (Gurnigel, Mol&eson) läßt
beides möglich erscheinen. Auch bezüglich der Frage, ob
segregata-philomela als var. oder mod. anzusehen
ist, vermag ich das letzte Wort noch nicht zu sprechen.
Ich vermute alles beides. Vorbrodt hatte die Güte mir
mitzuteilen, daß am Gurnigel die Form entweder aus-
schließlich oder doch wenigstens als ganz überwiegende
fliege, was ich mangels einer gegenteiligen Bemerkung‘
Reverdins auch für den Moleson annehme. Andererseits‘
habe ich selbst im Säntisgebiet und im Tiroler Oetztal als
Ausläufer einer Ortsrasse einzelne Stücke gefangen, die
sich von den Reverdinschen Abbildungen nicht unter-
scheiden lassen.
Ohne weiteres als eine allerdings auffallend seltene
mod. ist excedentia Vorbr. anzuerkennen. Ich besitze
nur ein assymetrisches Stück unbekannter Herkunft.
Abzulehnen ist rusca Fr. Meine Serien aus Piora
und Fusio unterscheiden sich in der Mehrzahl der Stücke‘
überhaupt nicht, allerdings finden sich unter den Stücken
des letzteren Flugortes einzelne verdunkelte und kleinere.
Meine Tessiner Stücke unterscheiden sich in nichts von ’
Wallisern und Südwesttirolern. 4 L
Von den weiter unten zu behandelnden adyte Hb. und
ocellaris Stdgr. abgesehen ist damit der Formenkreis,
°) Auch im Seitz I S. 107 sind euryale Esp. und philo-
mela Esp,. als synonym behandelt,
!
\ Goltz. Einige Bemerkungen über Erebien, insb. Er. euryale u. ligea. 83
I
‚ der sicher oder möglicherweise zu helvetica Vorbr.
gehört, erschöpft und es können nunmehr die isarica-
“ Formen (außer isarica RühltramelanaRev., clanis
"Fr., tatrica Strnd.) behandelt werden. In der Literatur
‘ wird in der Regel angenommen, daß clanis Fr. und
ıisarica Rühl !sich decken. Auch ich halte die An-
‚schauung bedingt für zutreffend, wenn man nämlich, wie
‚auch Osthelder es zu tun scheint (vgl. Schmetterl. Süd-
bayerns I S. 119), die Angabe Rühls, die Binden seien
„gelbbraun“ bei isarica, als einen Mangel an Farbensinn
‚auffaßt und für gelbbraun bräunlich rot setzt. An und
‚für sich hat Fruhstorfer recht, wenn er die gelbbraune
Form als eine mod. bezeichnet und für die Rasse rötliche
"Binden in Anspruch nimmt (vgl. Stuttgarter Entomol. Ztschft.
.1910/1 5.38) und diese mit clanis benennt. Aber isa-
'rica hat sich (vgl. auch Osthelder a. a. ©.) als Name durch-
gesetzt und möchte ich mich und zwar nicht nur für die
‚bayerischen und österreichischen Alpen, sondern auch
darüber hinaus, wie oben bereits skizziert für den Namen
‚Isarica Rühl aussprechen, soweit nicht andere Benen-
(nungen bereits vorhanden sind. Allerdings wäre es sehr
‘erwünscht, wenn isarica durch eine zutreffendere Be-
"nennung, etwa septentrionalis (dazu dann als Gegen-
‚satz meridionalis — helvetica) ersetzt werden könnte.
E.isarica ist durch Osthelder a.a.O. so erschöpfend und
klar beschrieben, daß ich hier auf diese Beschreibung ver-
weisen kann, soweit das oben Gesagte noch einer Er-
‚gänzung bedürfen sollte. Hinzugefügt sei noch, daß die
Villänge des g' im Durchschnitt 23 mm beträgt, kleinste
‚Stücke messen 20, größte 24 mm, die 29 gehen bis 25 mm.
Auch letztere tragen immer in der Regel rostrote, hier
und da bis zu rötlichgelb abblassende Ringe um die meist
deutlichen und weißgekernten, manchmal aber auch
‚verschwindenden Augen auf der Hfluseite. Die Binde ist
‚bei den OO noch häufiger wie bei helvetica braungelblich
Statt weißgrau bestäubt (mod.ochracea Wh.).
Einen besonderen Namen hat eigentümlicherweise die
Rasse des westlichsten. und: östlichsten Gebirgszuges be-
‚kommen, auf welchem euryale vorkommt. Reverdin be-
nennt die Form des Berner Jura (Tramelan) als trame-
lana und fügt ausgezeichnete Abbildungen von zwei
Nebenformen bei (Bull. lepidopt. de Geneve 1918 S. 33 und
Tafel I, Fig. 3 und 4). Er behält sich vor, den Namen in
84 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
jurassica umzuändern, wenn die Form noch aus anderen
Teilen des Schweizer Jura nachgewiesen wird. Ich ver-
danke nun der Güte von Prof. Courvoisier 1 g' und 3 QQ
mit dem Fundortzettel „Neufchäteler Jura“, die sich voll-
ständig mit der Beschreibung und der Abbildung von Prof.
Reverdin decken. Erstere legt klar und überzeugend die
Unterschiede von tramelana und helvetica fest. E.
tramelana unterscheidet sich aber weder nach ihr noch
nach der Abbildung von den isarica-Stücken meiner Samm-
lung aus dem Säntisgebiet, den bayerischen und öster-
reichischen Alpen. Ich vermag daher die Notwendigkeit
eines besonderen Namens für die Juraform nicht an-
zuerkennen.
Ebensowenig ist das bezüglich der tatrica Strd. der
Fall. So treffend in der durch genügende Abbildungen
unterstützten Beschreibung (vgl. Archiv für Naturgesch,
1915 A Heft 1 S. 90) die Unterschiede gegenüber der
schlesischen euryale aufgewiesen sind, so wenig läßt
sich nach diesen irgend eine wesentliche Abweichung der
Tatra-Form von den Formen der österreichischen und
bayerischen Alpen feststellen. Für die a. a. OÖ. erwähnte
Karpathenform scheint das gleiche zu gelten.
Von der helvetica-Form im Westen und der isa-
rica-Form im Norden umschlossen sind die begrenzten
Fluggebiete von ocellaris Stdgr. in Südtirol, Kärnten
und Steiermark, eine örtliche Rasse, die, wie oben schon
erwähnt, durch Uebergangsstücke mit isarica in Nord
tirol verbunden ist. Sie hebt sich von allen übrigen Formen’
ab durch die dunkle schwarzbraune Grundfarbe der J'd
(bei den QQ erdbraune) und eine starke Verringerung der”
Binden auf Ober- und Unterseite, die von der Auflösung
dieser in rostrote Ringe um ‚die Augen — diese Form
schließt an segregata an — bis zum völligen Ver’
schwinden jeglicher roter Zeichnung (= extrema Schaw.)
geht.: Das Tier bekommt hierdurch ein sehr düsteres Aus
sehen. Ob ocellaris, wie in dem Staudinger-Rebelschen
Katalog auf S. 48 steht, auch in Sibirien vorkommt, wage
ich zu bezweifeln. Auch habe ich nie ein in den übrigen
Alpen, insbesondere in der Schweiz gefangenes Stück ge-
sehen. Die gegenteilige Angabe von Vorbrodt (I, S. 85)
beruht wohl darauf, daß er in Abweichung von der Ur-
beschreibung (Staudinger-Rebel a. a. OÖ.) und den Angaben
im Seitz (I, S. 107) und Spuler (I, S. 39) unter ocellaris
‚Goltz. Einige Bemerkungen über Erebien, insb. Er. euryale u. ligea. 85
eine’) Form mit Binde in helvetica, aber mit unge-
_ kernten Ozellen versteht.
Möglicherweise kommt zu den 4 Gruppen von euryale:
Btammform, helvetica, isarica, ocellaris für die
Fluggebiete weiter östlich noch eine fünfte Sammelgruppe.
Denn die Fruhstorfersche Form syrmia aus Bosnien
(Gub. Entom. Zschr. 1909/10 S. 135) und meine Stücke aus
“dem bulgarischen Rhodopegebirge sind einerseits so ver-
schieden von den anderen Rassen, andrerseits unter sich
so ähnlich, daß vielleicht eine besondere namensberechtigte
Form des Balkans festgestellt werden muß. Sie ist ziemlich
klein (Vfllänge beim g' 20,5 mm), die Augen der Öseite
auf Vfl und Hfl zu Punkten reduziert bis zu fast völligem
Verschwinden, auf der Useite die Augen nie weiß gekernt,
sondern schwarz in roten Ringen. Ich besitze nur 4 g'g!
und 3009. Es kann sein, daß der Name syrmia auf alle
Balkanformen auszudehnen ist; ergeben sich kleine, aber
greifbare Verschiedenheiten der Formen aus den ver-
schiedenen Teilen des Balkan, so käme als Sammelname
der östlichsten Rasse balcanica in Frage.
Ehe ich nun an die Behandlung der Formen herangehe,
von denen es zweifelhaft ist, ob sie zu euryale oder
zu ligea gehören (euryaloides Tengst., arctica P.,
adyte Hb., jenisseiensis Trybom) muß erst die um-
strittene Frage entschieden werden, ob diese beiden Arten
"sich überhaupt in allen Fällen sicher scheiden lassen. Die
Literatur ist bekanntlich verschiedener Meinung. Spuler
(a. a. O.), Dr. Speyer, Schilde (Stett. Ent. Zeit. 1873 S. 179)
und andere erklären, daß eine scharfe Scheidung der Arten
nicht immer möglich sei, diese vielmehr in einander über-
gehen. Andere Autoren sind nur bezüglich der Zu-
weisung einzelner Formen (euryaloides, jenisseiensis, adyte)
zu einer oder der anderen Art zweifelhaft. Auch mich
haben diese Zweifel lange beschäftigt. Ich bin aber jetzt
in der Lage, mich durchaus der herrschenden Meinung
(Seitz I, S. 107/8, Vorbrodt I, S. 82—84 und 1. Nachtrag
| -S.457f., Hellweger, Schmetterl. Nordtirols S. 49, Dr..Scha-
“werda, Dadd, Elwes, Chapmann, Petersen, Aurivillius) an-
zuschließen, wonach ligea und euryale guteinall ihren
Formen unterscheidbare Arten sind. Diese Ueberzeugung
9%) Die in der Anmerkung auf S. 79 erwähnte Pyrenäenform hat
auffallend spitze Vfl.
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein I
Iris zu Dresden. Jahrgang 1926.
s6 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
hat ihren festesten Grund in der Untersuchung der Geni-
talien und Androkonien (Duftschuppen), welche auf meine
Bitte Herr Professor Reverdin in Genf mit allen irgendwie
zweifelhaften Stücken meiner Sammlung, wenn ich von,
neuesten Erwerbungen absehe, vorgenommen hat. Ich
kann ihm für die große Liebenswürdigkeit, mit der er
eine Reihe der wundervollsten Präparate hergestellt und
mir übersandt hat, nie genug danken. Leider hat die
Ungunst der Zeit es bisher verhindert, diese Präparate zu
photographieren und zu veröffentlichen. In seinem die
Sendung begleitenden Schreiben vom 23. August 1921
schreibt er in Bezug auf die Genitaluntersuchungen: „En
particulier tandıs que chez ligea on ne trouve sur le
bord de la valve qu’une seule rangee de dents, chez eury-
ale au contraire il y en a encore en dedans de ce bord;
iln’y a aucune exception ä cette regle dans vos pre&pa-
rations....“ Und bezüglich der Duftschuppen: „certainement
leur forme generale peut varier, mais toujours chez vos
16 mäles d’euryale, comme chez ceux que jai examines
autrefois, les &cailles androconiales sont bien plus conetes
que chez les 4 ligea... chez vos 4 ligea mäles elles
sont au contraire plus longues... Comme re&sultat il y a
concordance complete, en ce qui regarde les mäles entre
l’examen des genitalia et celui des androconies.“ Eine Ab-
bildung der verschiedenen Formen der Duftschuppen findet
sich in der schon angeführten Abhandlung von Professor
Reverdin in Bull. Lepidopter. de Geneve 1918 S.26. Eine’
erwünschte Bestätigung der Duftschuppenuntersuchung
Reverdins erhielt ich durch eine Postkarte des Kunstmalers
Theodor Reuß in Bernau, der die große Freundlichkeit
hatte, mir die von ihm präparierten Duftschuppen von’
ligea und euryale abzuzeichnen. Sie stimmen zu der
Reverdinschen Abbildung. Eine weitere erhebliche Klärung”
hat die Frage auch durch die Zuchtversuche von Selzer-
Hamburg erhalten, der die zwischen ligea und euryale’
strittige Form Lapplands (= ligea dovrensis Strd.,
vorher als adyte Hb. im Handel) als zweifellos zu ligea
gehörig nachgewiesen hat. Allerdings manche Leute, wozu ’
auch Vorbrodt und ich gehören, können mit bloßem Auge
bei euryale keine Duftschuppen finden. Wenn Dr. Zerny
(Verh. der zool. bot. Ges. Wien 1918 S. 147) nicht be’
hauptete, auch nach Behandlung mit Xylol bei keinem
euryale-g' Androkonienflecke finden zu können, SO
Goltz. Einige Bemerkungen über Erebien, insb. Er. euryale u. ligea. 87
“würde ich die Schuld in mangelhaft entwickelter Seh-
MER. s
‚ fähigkeit bei uns suchen. So bin ich nur in der Lage zu
- sagen, wenn bewährte Männer der Wissenschaft, wozu
u.a. auch Aurivillius gehört, etwas sehen, muß ich ihnen
glauben, auch wenn ich es nicht sehe. Ich kann das in
"in diesem Fall um so eher, als meine eigenen auf lang-
jähriger Besichtigung unzähliger ligea und euryale
Stücke beruhenden Beobachtungen sich vollständig mit
=
obigen Ergebnissen der anatomischen Untersuchung decken.
Bis vor kurzem glaubte ich eine solche Sicherheit in
der Unterscheidung von ligea und euryale gewonnen
2 u
zu haben, daß mir auch ohne anatomische Untersuchungen
eine sichere Zuweisung jedes Stückes zu einer der beiden
‘ Arten nicht allzu schwer zu sein schien. Neuerdings sind
. mir nur einerseits einige Stücke, welche die Firma Stau-
“dinger-Bang-Haas als euryale altaica i.l.und eury-
"ale minima ı.l. bezeichnet hat, zugegangen, bei denen
"ich eine zweifelsfreie Unterscheidung ohne Untersuchung
von Genitalien und Androkonien nicht wage. Anderer-
“seits herrscht bezüglich einiger nordrussischer und sibi-
“rischer Form noch eine solche Unklarheit, daß ich meine
obige Ihese, daß es nördlich von Schlesien und östlich
der Karpathen und des Balkan keine euryale Formen gibt,
‘nur als Behauptung aufstellen kann, den Beweis muß ich
noch schuldig bleiben. Es ist mir aber keinen ÄAugen-
blick zweifelhaft, das unter Zuhilfenahme der anatomischen
Untersuchungen, die allerdings nach gleichmäßigen Grund-
sätzen von derselben Stelle ausgeführt werden müssen,
jedes Stück mit Bestimmtheit als zu euryale oder ligea
' gehörig erkannt werden kann. Nach Petersen müssen zu
dem Zweck aber nicht nur die Genitalien der g'g', sondern
auch der QQ untersucht werden. Als äußerliche Merkmale
für die Trennung von ligea und euryale seien hier
angeführt, wobei ich allerdings betonen muß, daß diese
nur in der Regel und nicht immer alle vorhanden sind:
E. ligea ist meist größer, die Grundfarbe dunkler, die
Scheckung der Flügelränder schärfer, die Binde leuchtender,
die Augen größer, deutlich weiß gekernt, die ganze Useiten-
‚ zeichnung klarer und reicher. Als wichtigstes, freilich.
auch nicht bei allen Formen deutlich vorhandenes Merk-
mal sehe ich in Uebereinstimmung mit anderen Autoren
die Begrenzung der Binde der Hiluseite nach einen
durch einen rein weißen, mehr oder minder breiten
S8 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
und langen Saum (Haken) an. Wesentlich ist auch die
Tatsache, daß ligea und euryale an den gleichen
Flugplätzen vorkommen, ohne Zwischenformen zu bilden.
Auf dem Wege von Partenkirchen nach dem Eibsee kam
ich im Juli 1921 an ein völlig abgetrennt liegendes, ganz
von Wald umschlossenes Wieschen von der Größe etwa
eines Morgens, auf welcher zu meinem Erstaunen als ein-
zige Schmetterlinge zahlreiche Erebien flogen. Es war
ligea und euryale isarica. Ich beschloß, die einzig-
artige Gelegenheit, etwaige Zwischenformen festzustellen,
auszunutzen und den Platz leer zu fangen. In einer halben
Stunde hatte ich 14 isarica (11 g'g' 3 QQ) und 10 lıgea
(8 Jg 2 QQ), darunter keine einzige Andeutung irgend
eines Überganges. Auch auf dem Weg von Puschlav
nach dem Berninapaß und bei St. Ulrich im Grödenertal
fing ich ligea mit helvetica und ocellaris ohne
Zwischenform zusammenfliegend. Warneke machte die
gleiche Beobachtung bezüglich der schlesischen euryale
und lıgea. {
II. Er. ligea L. und ihre Formen.
Nach einer Mitteilung, die ich Herrn Nordström -
Stockholm verdanke, hat Verity festgestellt, daß die in
der Linneschen Sammlung steckenden Stücke der skan-
dinavischen Form von ligea angehören, es ist also
wahrscheinlich, daß diese als die Nennform anzusehen ist.
Es sei mir aber gestattet, bei der hier anzustellenden’ |
Untersuchung von der Form auszugehen, in welcher‘
die Art ihre höchste Entwicklung und ihre größte
Häufigkeit erreicht. Es ist dies die Form ihres sehr aus-'
gedehnten südlichen Vorkommens. Sie ist ein prachtvolles
Tier. Wesentlich größer wie euryale, die Grundfarbe‘
samtig braunschwarz, die Binden breit und leuchtend’
rostrot, bei den QQ mehr ins Gelbrot spielend, die Augen‘
eroß und fast immer weißgekernt, die Scheckung der’
Flügelränder sehr deutlich weiß-schwarz, die Useite sehr '
kontrastreich gezeichnet mit großen Augen. Die weißen!
Spiraeen in den Anlagen bei Obertsdorf im Allgäu boten,
wenn sie mit mehreren dieser Falter besetzt waren, einen
entzückenden Anblick dar. Ich fing nie wieder so schöne
Stücke, wie dort im Juli 1904; die am gleichen Ort 1916
gefangenen Tiere waren nicht ganz so ansehnlich. Das
größte J' hatte eine Vfllänge von 25,5 mm, das größte Q
—
TE
Goltz. Einige Bemerkungen über Erebien, insb. Er. euryale u. ligea. 89
\ eine solche von 28 mm. Ohne wesentlich abzuändern
_ fliegt diese Form in weiter Verbreitung im ganzen Alpen-
gebiet von Südfrankreich bis Wien, von Norditalien bis
in die Münchener Gegend, auf den süddeutschen Mittel-
gebirgen, Schlesien eingeschlossen, auf dem Apennin und
wahrscheinlich auch im ganzen Karpathenzug und Balkan.
Zwei bulgarische Stücke, die ich besitze, zeigen in Bezug
auf Breite der Binde ein Optimum der Entwicklung. Die
mittlere Größe beträgt für den g' 25 mm, für das Q 26
mm. Mein kleinstes Stück (aus Kandersteg) mißt 22 mm.
Für die Gesamtheit aller Formen von ligea kommt
nach Staudinger-Rebel S. 48 zu den Fluggebieten der eben
erwähnten südlichen Form, die, wie es scheint, noch un-
benannt ist und meridionalis heißen möge !°), noch hinzu
Skandinavien, Rußland, einige zentralasiatische Bergzüge
und Sibirien. Sie fehlt in den Pyrenäen (nach Oberthür-
- Fruhstorfer), wird aber weiter noch im Kaukasus (Frhr. v.
Hormuzaki in Iris 1901 S. 371) und Japan gefunden.
An benannten Formen habe ich die folgenden fest-
stellen können: nikostrate Fr, siscia Fr, permagna
Fr.. carthusianorum Fr. helvetica Strd., sub-
euryale Strd.,, monticola Vorbr., borsana Strd.,
subcaeca Schultz, ocellata Strd., caeca Kol. bryki
Strd., livonica Teich, dovrensis Strd.,, uralensis
Shelj., ajanensis Men., takanonis Mats. und zweifel-
haft, ob zu ligea oder euryale gehörig, adyte Hb,,
euryaloides Tengstr., arctica Pop., jeniseiensis
Trybom, kamensis Krul, also 23 Formen gegen 25
von euryale.
Wenn ich nun, ähnlich wie bei euryale, meiner
Meinung über eine nicht auf örtliche Einzelbeobachtung,
‘sondern auf dem Ueberblick über das ganze Fluggebiet
- begründete Einteilung der Art ligea Ausdruck geben soll,
so ergibt sich, daß für das große Gebiet von Frankreich
bis Rußland und von Italien bis Skandinavien mit 3 Lokal-
rassen auszukommen ist. Das ist erstens die soeben
charakterisierte meridionalis m. Bezüglich ihres Flug-
gebietes ist ergänzend zu bemerken, daß dieses in Deutsch-
10) Der weiter unten zu behandelnde Namen carthusianorum
Fr. kommt nicht in Frage, weil er sich nur auf eine mod. an den
verschiedensten Fluggebieten auftretende Form bezieht.
90 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
land mit der Mainlinie seine Nordgrenze erreicht. Zweitens
findet sich in den höheren Lagen der Schweizer Alpen,
etwa von 1500 m ab, in Norddeutschland (u.a. Taunus,
Hunsrück, Harz) und in Skandinavien mit Ausnahme von
Lappland eine Form, die sich durch geringere Größe, in
der Regel wenigstens beim g' ungekernte Augen und we-
niger reich gezeichnete Hfluseite von der Südform abhebt,
Vorbrodt gibt der Form der höheren Flugplätze in den
Alpen den Namen monticola (Nachtr. IV, S.178). Ein-
zelne Stücke der norddeutschen Mittelgebirge sind von
dieser montıcola, deren ]Iypen ich eingesehen und die
ich selbst 1925 ım wallıser Lötschentale, in 16—1800 m
Höhe gefangen habe, nicht zu unterscheiden, andere weisen
kleine Abweichungen auf (die Stücke des Hunsrück z.B.
haben eine sehr scharf gezeichnete Useite). Ob sich hier
Lokalrassen mit Namensberechtigung gebildet haben, kann
ich nach meinem ungenügenden Material nicht entscheiden.
Ebensowenig ob monticola Vorbr. sich neben der Nenn-
form ligea L. aus Skandinavien halten läßt. Ich habe
von dieser 20 g'g' und 4 ©Q aus verschiedenen Teilen
des südlichen Schwedens und Norwegens in meiner Samm-
lung. Ihr Gesamteindruck ist ein etwas anderer, wie der
von monticola und der Harzform. Grundfärbung und
Binden sind etwas heller, die Form etwas gedrungener.
Sie weisen aber unter sich (z. B. in Bezug auf die Augen
und die Kernung, die Breite der Binde) allerlei Ver-°
schiedenheiten auf. Durchgreifende Unterschiede unter”
den Formen der hier in Rede stehenden Fluggebiete ver-
mag ich nicht festzustellen.
Eine dritte Form scheint in Südtirol, in gewisser Analogie
zu euryale ocellaris, in Lagen über 1300 m zu fliegen.
Sie ist ausgezeichnet durch erhebliche Verschmälerung der
matt braunrot gefärbten Binden; sie ist größer wie die
Nennform und monticola (Durchschnitt 25 mm gegen
23 mm Vfllänge bei monticola). Ich fing sie nicht allzu
häufig im Grödnertal, auf dem Penegal bei Bozen und
(allerdings nicht so typisch) auf der Stilfserjochstraße.
Falls sich ihr Vorkommen als Südtiroler Lokalrasse”
bestätigt, möchte ich sie alticola nennen. Sehr auf-
fallend ist, daß Livländer Stücke meiner Sammlung, auf
w-
die ich noch zu sprechen komme, ihr auf der Oseite ganz
gleichen. Ihre Useite ist allerdings viel einförmiger ge--
zeichnet. |
- EN ER WEL en 5 ri
. Goltz. Einige Bemerkungen über Erebien, insb. Er. euryale u. ligea. 91
In dem weiteren Fluggebiet von ligea: dem nörd-
lichsten Skandinavien, Lappland, den ÖOstseerandstaaten,
"Rußland, dem Kaukasus und Nordasien fliegen eine Reihe
interessanter ligea (oder euryale) Formen, die ich, so-
weit ich sie kenne, nıcht auf einen Geeneralnenner zu
bringen vermag. Es muß daher auf die einzelnen Formen
später besonders eingegangen werden.
Zunächst gilt es noch einige dem mitteleuropäischen
Fluggebiet angehörige Formen zu erledigen. Zu siskia
"Fr. aus dem Apennin kann ich mich nicht äußern, da ich
“sie nicht kenne. Von permagna Fruhst. und carthu-
'sianorum Fruhst. kann ich nur sagen, das solche Formen
als Modifikation auch an den anderen Fluggebieten der
Stammform vorkommen, wie das auch schon Vorbrodt (I 84)
Mur letztere feststellt. E. helvetica Strd. ist nach einem
einzelnen Stück vom Genfer See aufgestellt. Ich besitze
ein sehr ähnliches aus dem Engadin, vermag aber an eine
„Lokalvarietät“ nicht zu glauben, halte die allerdings durch
‚ dunkle, verschmälerte Binde auffallende Form für eine zu-
fällige Modifikation. E. nikostrate Fruhst. (Soc. Ent. 1909
-S. 124) aus dem Südtiroler Ampezzotal kenne ich nicht.
Ein Stück aus Klausen, angeblich von Fruhstorfer selbst
bestimmt, das ich von Staudinger-Bang-Haas erhielt, ist eine
durch auffallend große weiße Pupillen in den Ozellen der
Oseite und starke weiße Zeichnung der Hfluseite aus-
' gezeichnete zweifellose euryale. E.subeuryale Stgr.
von der Hohen Tatra (Archiv f. Naturgeschichte 1915, Heft 1
S. 94) und bosana Stgr.) von den Karpathen dürften
sich mit monticola Vorbr. decken. Sie sind nach 1
bezw. 2 Exemplaren aufgestellt. Ich habe ernste grund-
sätzliche Bedenken gegen die Benennung so vereinzelt
auftretender mod., ebenso wie gegen die Schaffung von
Lokalrassen auf Grund weniger an einem einzigen Flug-
! R gefangener Stücke. Wir kommen sonst mit der
omenklatur ins Uferlose. E. caeca Kolar ist die Form
mit ungekernten Ozellen, die bei meridionalis nicht
allzu selten beim g', weniger häufiger beim Q vorkommt,
bei ligea L. und monticola Vorbr. und den nord-
deutschen Stücken aber die Regel ist. E. subcaeca
Schultz (die Hflbinde ohne Ozellen) ist eine sehr vereinzelt
auf allen Fluggebieten auftretende mod., die ich annähernd
(nur 2 kleine schwarze Punkte in der Hflbinde) mehrfach
\ besitze.
092 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Zu diesen 3 Formen mit ıhren mod. kommen nun noch
die weiteren nordischen, russischen und asiatischen Formen,
die erhebliches Interesse, aber auch außergewöhnliche
Schwierigkeiten bieten. Ich maße mir nicht an, bezüglich
ihrer Abteilung in einzelne Rassen ein endgültiges Urteil
abgeben zu können. In der eignen Sammlung besitze ich
3 Jg! einer anscheinend noch unbenannten Form aus Liv-
land, 6 J’gQ' und 2 QQ9 von dovrensis Strd., 3 g'd!
uralensis Shelj, 1 9' kamensis Krul. (angeblich)
2 Jg! jeniseiensis Iryb, 5 GOTT 2 OGsErEer eg
Men., 1 g' takanonis Mats., 2 mir als euryalealta-
ica ı. l. von Herrn Bang-Haas übermittelte g’g' und 2 g’g!
mit der Bezeichnung euryale minima ı.|. beide Formen
mit Fundortzetteln Altai centr. mont. Im Museum in Danzig
sah ich 4 g’g' von euryaloides Tengstr. und die
Sammlung Püngeler 1 g’Q jeniseiensis [Tryb. In der
Literatur finden sich dazu noch livonica Teich, bryki
Strd., euryale v. adyte Petersen, ocellata Strds
arctıica Poppius. Ich erledige sie von Südwesten nach
Norden und Osten fortschreitend.
Meine 3 schon erwähnten Livländer Stücke unbekannter
Herkunft entsprechen, wie schon angeführt, oben der alti-
cola m., unten der Beschreibung, die Teich (Stettiner Ent.
Zeit. 1866 S.133) für seine livonica gibt, mit deren Ober-
seite (Binde gleich breit wie ligea, Farbe intensiver) sie
in keiner Weise übereinstimmt. Ich bin natürlich nicht in
der Lage, sie nach den 3 Stücken zu benennen, ebenso-
wenig kann ich sagen, welche Form mit der von Teich
nach 2 Stücken aufgestellten livonica gemeint ist. Nicht
zu Rande komme ich auch mit der von Petersen (Lepi-
dopterenfauna von Estland, 2. Aufl., 1924) als euryale
v. adyte beschriebenen estländischen Form. Hier wird
wieder behauptet, euryale entbehre der Androkonien,
obwohl Reverdin und Reuß sie als vorhanden, nur als
verschieden von ligea nachgewiesen haben. Andererseits
wird auf anatomische Untersuchungen der Genitalien ver-
wiesen, deren Ergebnisse ich stehen lassen muß. Ich kann
mir kein klares Bild von der estländischen Form machen.
Wegen des Namens v.adyte verweise ich auf das weiter
unten Gesagte. Die finnländische Form bryki Strd. weicht
nach den Abbildungen im Archiv für Naturgeschichte 1915
und der Beschreibung von Strand von livonica erheblich
ab und steht der Harzform, mit der sie der Autor auch
Goltz. Einige Bemerkungen über Erebien, insb. Er. euryale u. ligea. 93
vergleicht (und wohl auch der estländischen und der skan-
dinavischen Form), recht nahe, von der sie nach meiner
- Auffassung mehr die Einschnürung der Binde beim J' auf
der Vfloseite wie die Useite trennt. Ein interessantes Tier
ist dovrensis Strd., sehr abweichend von skandinavica, livo-
nica, bryki, auf den ersten Blick viel mehr einer euryale,
auch wie einer ligea gleichend, und deshalb oft als Form
von euryale angesehen, im Handel früher vielfach als
v. adyte gehend. Sie ist nicht größer wie euryale hel-
vetica, (Vfllänge des g' durchschnittlich 20,5 mm), ins-
besondere die ©O sind auffallend klein, die Binden sind
trüb ziegelrot, die Ozellen in Zahl und Größe unregel-
mäßig, die weißen Pupillen klein oder fehlend. Auch die
Hfluseite zeigt bei den g'g'! sowohl die ziegelrote Binde
wie die für ligea charakteristische reinweiße Abgrenzung
derselben nach innen in sehr verschiedener Entwicklung.
Die ©O dagegen weisen bei meinen Stücken ausnahmslos
deutlich die Zeichnung von ligea auf. Nun haben die
= Zuchtversuche von Selzer-Hamburg schlagend nachge-
wiesen, daß dovrensis zu ligea gehört. Zu dem
gleichen Ergebnis kam Professor Reverdin bei der Unter-
suchung von Genitalien und Androkonien des g', den ich
ihm übersandte. Auch Dr. Zerny hatte gleichen Befund.
Die ostrussische Form kamensis mit den Neben-
formen subocellaris und subeuryaloides ist von
- Krulikowsky als var. von euryale (Frankf. Ent. Ztschr.
1910/11 S. 97) beschrieben. Lachontow hat aber nach-
gewiesen, daß kamensis zu ligea gehört. Sie scheint
nach Größe, Binde, weißer Kernung der Ozellen mehr zur
Stammform, wie zu den nordwestrussischen Formen zu
‚gehören, allerdings mit abweichender Hfluseite. Ein Stück
meiner Sammlung mit dem Fundortzettel Ufa und der
Bezeichnung „kamensis uralensis i.1.“, hat mit der
'Krulikowskyschen Form nichts zu tun, dürfte vielmehr zu
uralensis Shel. gehören, von der ich aber auch wenig
abschließendes sagen kann, zumal die 3 Stücke von Ula,
“die ich habe (sehr verschmälerte, düstere Binde mit
spärlichen und kleinen ungekernten Ozellen) von dem
Stück von Jekaterinburg (normale Binde, normal große,
weißgekernte Ozellen), sich erheblich unterscheiden. Letz-
teres paßt gut zur Beschreibung von kamensis Krul.
‘ Jekaterinburg liegt auch nicht allzu weit vom Oberlauf der
Kama.
04 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Von den hochnordischen Formen kenne ich ocellata
Strd. aus dem arktischen Skandinavien nicht. Sie soll im
Gegensatz zu den südskandinavischen Tieren auffallend
große Ozellen haben.
Mit euryaloides Tengstr. machte ich Bekanntschaft
1920 im Danziger Museum. Dort stecken in der Samm-
lung Grentzenberg 4 g'g', von denen 3 die Bezeichnung
Russisch-Karelien, eins die Bezeichnung Olonetz trägt und
zwar ist diese Bezettelung eigenhändig von v. Tengström
geschrieben. Es sind also wohl sicher Cotypen (wenn
nicht die Typen?) Die Stücke sind sehr auffallend *).
Ziemlich groß (größer wie dovrensis), Flügelform ge-
streckt, Binden leuchtend gelbrot, ohne alle Augen, Useite
mit ligea-Zeichnung. Ich zweifelte keinen Augenblick, daß
sie zu ligea und nicht zu euryale gehörten. Darin be-
stärkte mich auch die Einsicht der (lateinischen) Urbe-
schreibung, die auf eine var. von ligea geht, es allerdings
als zweifelhaft bezeichnet, ob die Form nicht zu euryale
zu stellen sei. Stutzig machen muß allerdings die Be-
merkung v. Tengströms, daß die Form mit der am gleichen
Orte fliegenden ligea niemals in Copula gehe. Dazu
kommt nun noch die Angabe in den Verhandlungen der
z00l. bot. Ges. Wien 1913 S. 38 ff., wonach nach den Unter-
suchungen von Dr. Zerny ligea (ebenso ajanensis),
nicht dagegen euryale, euryaloides und jenisei-
ensıs Adrokonienflecken haben. Bei adyte Hb. zeigten
die Tiere aus dem Norden solche, die aus den Alpen da-
gegen nicht. Die späteren Untersuchungen von Reverdin,
Reuß u. a. ergeben, daß auch euryale und ihre Formen
Androkonien haben, sie sind nur anders und kleiner
wie die von ligea. Nicht klar ist hierbei allerdings, ob
anatomische Untersuchungen stattgefunden haben. Bei
dieser Sachlage muß ich zugeben, daß meine Behauptung,
daß euryaloides zu ligea gehört, erst Hand und Fuß
bekommt, wenn genaue Untersuchungen der Genitalien
und Androkonien dies bestätigt haben. — Was für
euryaloides gilt, trifft auch für die im äußersten
Norden Rußlands auf der Halbinsel Kanin fliegende
arctica Poppius zu, die nach der Beschreibung (Acta
Soc. pro fauna et flora Fennica 28, No. 3) eine Zweig-
form von euryaloides ist.
11) Ich beschreibe aus der Erinnerung.
| Goltz. Einige Bemerkungen über Erebien, insb. Er. euryale u. ligea. 95
Was in den Sammlungen von den verschiedensten
"Flugorten gewöhnlich unter dem Namen euryaloides
steckt, hat mit dieser nichts zu tun. Es sind mod. von
eury ale, bei denen die Augen in den Binden ganz
fehlen oder zu kleinen Punkten zusammengeschrumpft sind.
"Sie müßten nach dem Osthelderschen Schema mod. caeca
"OÖsth. heißen. Dieser Name ist aber durch caeca Kol.,
die nach dem Schema depupillata Osth. heißen müßte,
präokkupiert. Ich benenne sie daher inocellata (nom. nov.).
Von den Asiaten erledigt sich ziemlich einfach aja-
“nensis Men. Sie unterscheidet sich durch die besonders
klare und deutliche, meist vom Innenrand bis zum Anal-
_ winkel reichende weiße Besäumung der Binde der Hfluseite
‚nach innen auch beim g' von allen übrigen ligea-Formen.
Im übrigen ist sie von mittlerer Größe, die Breite der
'
stumpf rostroten Binde, die Zahl und Größe der immer
“nur schwach gekernten Augen scheint zu wechseln. Die
japanische takanonis Mats. (nicht takonensis wie
' die Preisliste Staudinger schreibt) unterscheidet sich nach
“der Beschreibung (Stuttg. Entom. Ztschr. 1909/10 S. 91)
“und dem in meinem Besitz befindlichen g' von aja-
nensis durch die breite leuchtend gelbrote Binde und
die großen Augen der Öseite und die schärfere Zeichnung
der Useite.
Von jeniseiensis Trybom weichen die beiden ın
meinem Besitz befindlichen g'g' mit dem Fundortzettel
„Iunkinsk Weißgbg. südwestl. Irkutsk“ und das erwähnte
Püngeler’sche g' mit dem Fundortzettel „Vilui“ so von
einander ab, daß sie unmöglich unter einem Namen be-
griffen werden können.!?) Erstere haben die Binde in rost-
rote Ringe um die Ozellen aufgelöst, auf der Oseite eu-
ryale segregata Rev.gleichend, letzteres hat eine auffallend
breite gelbrote Binde. Die Urbeschreibung (Vet. Ak. Förh.
Stockh. 1877, S. 46) scheint sich auf erstere Form zu be-
ziehen. Sie ist dort als var. von ligea aufgeführt. Erst der
Staudinger Katalog (S. 48) hat den Zweifel gebracht, indem
er sie zu euryale setzte, allerdings mit dem Zusatz an
ligea var? Mir erscheint die Gesamterscheinung des ]ieres
“überwiegend ligeaartig: dunkle sammetartige Grundfärbung,
scharfe Saumscheckung, klar gezeichnete Hifluseite mit
12) Wie mir Püngeler soeben schreibt, gehört das Stück seiner
Sammlung nicht zu jenisseiensis, sondern zu ajanensis.
96 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
deutlicher weißer Abgrenzung der Binde nach innen.
Allerdings sind die Ozellen ungekernt und die Größe der
der größeren euryale Formen gleich (Vfllänge 21 mm).
Auch sollen Androkonien fehlen (ob auch bei anatomischer
Untersuchung?). Ich lasse mich vorerst an der Diagnose
„ligea“ nicht irre machen — bis zum Beweis des Gegenteils.
Nicht ganz so zuversichtlich bezüglich der Möglichkeit,
meine These, daß euryale nicht nordöstlich der Linie
Schlesien-Balkan vorkommt, aufrechtzuerhalten, bin ich
bezüglich zweier Formen, die ich neuestens in je einem
Pärchen von der Firma Staudinger-Bang-Haas aus dem
Zentral-Altai bekam. Herr ©. Bang-Haas bezeichnet sie ı. 1.
als euryale altaica und euryale minima. E.altaica ist
genau so groß wie jeniseiensis, gleicht im übrigen in
der Zeichnung sehr takanonis (breite Binde, große etwas
elliptische Augen), die Grundfärbung ist aber viel mehr
braun, die Farbe der Binde stumpf rostrot, noch stumpfer
wie ajanensis. Die Zeichnung der Hfluseite, vor allem
der ©, weist durch Klarheit und das reine Weiß der Binde
mehr nach ligea wie nach euryale. Die Entscheidung,
wo sie hinzustellen ist, kann aber nur die Prüfung einer
größeren Serie und die anatomische Untersuchung bringen.
Das minima Pärchen, das vom gleichen Fundort zu stammen
scheint, ist zwergenhaft (9' 18, @ 19 mm Vfllänge), hat
schmale stumpf rostrote Binden, kleine ungekernte Ozellen,
die Grundfarbe ist noch etwas bräunlicher, die Useite
wesentlich schwächer und mehr nach Art von euryale
isarica gezeichnet. Allerdings treten die schwarzen Ozellen
schärfer hervor und ist deren rote Umringung klarer wie
bei dem Durchschnitt der isarica Stücke. Die Gesamt-
erscheinung ist aber die einer euryale Form. Meine schöne
Theorie hätte bis auf weiters also ihr Loch. —
Der aufmerksame Leser dieses Aufsatzes wird sich ge-
wundert haben, daß ich in ihm die umstrittenste Form
adyte Hb. zwar mehrfach gestreift, aber es bisher ver-
mieden habe, zu ihr bestimmte Stellung zu nehmen. Die
Form hat mich schon deshalb früh beschäftigen müssen,
weil die Literatur sich darüber nicht einig werden konnte,
ob adyte zuligea oder zu euryale gehört. Ich ließ mir
von zwei verschiedenen Handlungen „adyte Hb.“ kommen,
die eine schickte ligea dovrensis Strd. aus Lappland,
die andere euryale helvetica Vorb. aus dem Engadin!
Da hieß es die Urabbildung bei Hübner einsehen (Fig. 759,
| Goltz. Einige Bemerkungen über Erebien, insb. Er. euryale u. ligea. 97
Z. 60 ohne Text). Ich tat es zweimal: einmal im Zoolo-
gischen Museum in Berlin, das zweite Mal bei Herrn
Püngeler in Aachen. Beide Male schien mir kein Zweifel
möglich, daß Hübner helvetica Vorb. abgebildet habe.
Dieser Meinung ist auch Herr Püngeler. Bei der Besprechung
dieses Eindruckes mit anderen urteilsfähigen Sammlern
wurde mir aber entgegnet, man könne ebensogut be-
haupten, die Hübnerschen Figuren stellten dovrensis Strd.
dar. Petersen nimmt sie für die oben erwähnte estländische
Form in Anspruch und zwar als euryale adyte. Zu be-
rücksichtigen sei, daß das Hübnersche Werk handkoloriert
sei und zwei Exemplare oft wesentliche Abweichungen
zeigten. Bei dieser Sachlage erübrigt nur sich das klassische
Urteil von Vorbrodt zu eigen zu machen (I S. 457), daß
jeder in den Hübner’schen Abbildungen sehen kann, was
ihm beliebt. Trifft das aber zu, so wird adyte Hb. ein
_nomen dubiosum, stellt keine Erebienform zweifellos dar,
und ist daher m. E. aus der Nomenklatur auszumerzen.
Will Herr Oberst Vorbrodt den Namen wıederaufnehmen
und ihn an Stelle seiner helvetica setzen, wofür sich
- Gründe anführen lassen, so muß es heißen adyte Vorbr.
(Hb.), nicht adyte Hb.
Ich bin am Schlusse meiner Ausführungen. Diese sind
bezüglich des behandelten Gegenstandes weder abschließend
noch vollkommen. Dazu bedarf es tieferen Eindringens in
die angesponnenen Fragen, besserer Kenntnis der Literatur
und größeren Materials. Immerhin wird man mir zugeben,
daß allerlei Stoff zusammengetragen, einiges geklärt, an-
deres zur Erörterung gebracht ist. Ich erhoffe aus der
Weiterbehandlung der aufgeworfenen Probleme eine För-
derung der entomologischen Wissenschaft. Auch das Ge-
leistete ist nur möglich gewesen durch die außerordentlich
' liebenswürdige Förderung, die ich zahlreichen Fachgenossen
verdanke, in erster Linie den Herren Prof. Reverdin-Gent,
|
Landgerichtsrat Warnecke-Altona und Amtsgerichtsrat
Püngeler-Aachen, aber auch die Herren Oberst Vorbrodt-
Lyss, Kunstmaler Reuß-Bernau, Ministerialrat Osthelder-
München und Zahnarzt Nordström-Stockholm haben An-
spruch auf besonderen Dank.
O8 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute.
6. Fortsetzung“).
Von Joh. Draeseke, Dresden.
VII. Lasiocampidae.
Aus Peking.
Gastropacha quercifolia v. cerridifolia Fldr. 19
G. tsingtauica Grünb. 1 J'
Aus der Provinz Szetschwan.
Malacosoma neustriaL. 10 g’g' Sump. 2 g'g' Om.
20 gJ'g' Tat. Alle sehr kräftig gezeichnet, mit stets
dunklerer Mittelbinde. x
Lasiocampa vitellius Öberth. Et. Lep. comparee V
pg. 337 Pl. 133 fig. 783 1 g' Kwan. Im Seitz Bd.II Taf.56k
aber im Text nicht erwähnt und dem mir vorliegenden”
außerordentlich ähnlich, nur ist bei diesem das dunkle
Saumfeld der Vfl breiter und auch das Wurzelfeld in ge-
ringer Ausdehnung verdunkelt. Im Hfl ist das Saumfeld
auch breiter, sonst mit der Seitz’schen Abbildung genau
übereinstimmend. Das Geäder gleicht im allgemeinen
dem von Lasiocampa nur entspringen Ader 4,5 und
.6,7 ım Vfl aus einem Punkt, im Hfl ebenso Ader 4,5.
Ader 7,8 anastomisieren auf eine sehr kurze Strecke.
Cosmotriche divisa v. sulfurea Auriv. 10 Tat
Flspannung nur 42 mm, mit laeta ähnlichem Flschnitt.
Kopf, Palpen und Hals trüb braungelb, ebenso die Fühler,
Tegulae und Hlb heller. Vfl, die ganze Fläche, bis zur
Schrägbinde, gelb. Die subbasale, dunkle Binde nur
zwischen Ader-2 und dem Irand angedeutet. Saum breit,
bräunlich gelb, nach innen schwach lila und dunkler
werdend. Submarginallinie wenig gebuchtet und deutlich.
Der Fleck am Zellschluß schmal und lang, silberweiß,
ein kleiner Fleck darüber steht isoliert. Hfl lilabraun, mit
hellerem Randteil. Useite der Vfl zum Vrande heller und
kräftiger gelb, sonst einfarbig, hell lila bräunlich gelb,
*) Siehe diese Zeitschr. Bd. XXXVII 1923 Seite 53, Bd. XXXVIII
1924 Seite 1, Bd. XXXIX 1925 Seite 48 und 211, Bd. XL 1926
Seite 44.
; J. Draeseke. Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute. 99
De ET er Ed
, mit schwach von der Öseite durchscheinenden Zeich-
' nungen und kaum merklichem Zellschlußfleck. Hfl ein-
farbig lila gelbbraun. Wurzelteil der Fransen der Vfl
‘hell, äußere Hälfte lilabraun, die der Hfl ganz hell.
'O. hampsoni Leech. 1 g' Tat. Mit der Beschreibung in
den Trans. Ent. Soc. London 1899, p 115 übereinstimmend,
aber statt 40 mm nur 35 spannend.
Trabala vishnou Lef. 19 Om.
Dendrolimus pini ab. unicolor-brunnea Rbl.
1 g' Chang-Hang.
WD.segregatus Butl. 3g'g' 1Q Tat. 19 Kwan.1 g' Wa.
1 g' mit großen schwarzen Keilflecken der Submarginal-
binde, die bei den übrigen nur aus schwarzen Flecken
besteht. Diese g'g9' sind dunkler und die Mittelbinde
ist außerordentlich schmal. Die @9 ähneln der f. ci-
= nerea Grünb.
"D.punctata Wikr. 1g' 10 Tat.
SD. remota Wlkr. 19 Om. 1QKia Ting. 19 Tschung-
Kiang.
F
| VIrEupterotidae.
"Palirisa sinensis Rothsch. 2 J’g' 4 QQ Tat. 1 Q Kwan.
| IX. Bombycidae.
| Aus Peking.
Theophila mandarina Moore 1 g'.
Aus der Provinz Szetschwan.
®Bombyx moriL. 1 g' Om.
Theophila mandarina Moore. 1 g' Tat.
‚Dalailama bifurca Stgr. 1 9' Om.
Se Drepanıdae.
Aus Peking.
'Cilix glaucata ab. depalpata Strand. 19.
Aus der Provinz Szetschwan.
Euchera capitata Wikr. 6 g’g' 299 Kwan. 2 gig!
= 0m 5 G5cg' Was.
Buzata chinensis Leech. 1 g' 229 Om. 1 g! Tat.
A. minuta? Leech. 1 g' 19 Om. Ob ich hier minuta
oder einen Vertreter einer anderen Gattung vor mir habe,
kann ich nicht feststellen, da mir minuta nur aus der
nicht sehr ausführlichen Beschreibung von Leech, Irans.
100 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Ent. Soc. Lond. 1898, p. 362 bekannt ist. Auf den ersten
Blick erinnern die mir vorliegenden Tiere stark an
Auzata, aber die Aderung der Vfl ist der von Dre-
pana ähnlicher. Ader 10, 11 vor dem Zellende ent-
springend und gestielt, Areola aus 8, 9, 10. 7 entspringt
an der Spitze der Areola, 6 am oberen ‚Ende der Zelle,
5, 4 voneinander getrennt. Im Hfl Ader 7, 8 gestielt,
6 vom oberen Zellende, 4, 5 getrennt. Beide mir vor-
liegenden Auzata-Arten haben den Stiel von 7, 8 vor
der Mitte der Zelle mit dieser durch eine kurze Äder
verbunden.
Oseite der Vfl gelblich weiß, am Zellschluß zwei gelbe
Flecken. Der untere stößt an einen großen, graubraunen
Fleck, der von Ader 1—5 reicht und zwischen 3, 4 seine
größte Ausdehnung zum Außenrande hat. Er ist von
den weißen Adern durchschnitten, die innerhalb des
Fleckes in schwärzlichen Punkten endigen. Zwischen
Irand und Ader 1 zwei breite, dunkle Flecke unterhalb
des großen Flecks. Von der Kosta, etwa !/, vom Apex,
zieht eine dunkle schräge Doppellinie, die bei Ader 6
fast den Außenrand trifft und von hier bis zum Irand
als breites, dunkles Submarginalband hinläuft. Der
Außenrand selbst ist weiß, schwach gelblich und zwischen
den hellen Adern dunkel gefleckt. Auffallend sind zwei -
durchsichtige Punkte zwischen Ader 6 und 8, nahe dem
Apex und Ader 5, 6, am oberen Rande des großen Post-
diskalfleckens der Vfl. Hfl mit schwacher grauer Sub-
basalbinde, deutlicher, doppelter Diskal- und breiter
Submarginalbinde. Außenrand weiß, zwischen den Adern
dunkel gefleckt. Fransen dunkelgrau, weiß unterbrochen,
Vfl useits schwarzgrau, nur die Kosta, der Apex und
die hyalinen Flecken, sowie unter diesen ein großer
Fleck von Ader 4 bis zum Irand und dieser bis zur
Wurzel weiß. Zwischen den Adern 4--8 kleine weiße
Randmonde. Hfl mit rauchiger Basalhälfte, dunklem
Diskal- und Submarginalband und breitem weißen Post-
diskalband. In diesem ein großer hyaliner Fleck zwischen
Ader 2-5. Im dunklen Saum zwischen Ader 2—7
weiße Randmöndchen. Kopf und Stirne dunkel, Thorax
und Hleib weiß. Hintertibien mit zwei Paar Spornen.
Leucodrepana nivea? Hamps. 1 9' Om. Fl schwach
glänzend weiß, gering beschuppt, etwas irisierend durch:
scheinend, mit kaum sichtbaren dunklen Linien, einer
J. Draeseke. Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute. 101
Subbasalen und einer Diskalen, beide fast gerade, eine
gewellte Submarginale und Marginale. Der Saum dunkel,
Fransen weiß. Hflfärbung und Zeichnungsanlage genau
wie die der Vfl. Fühler gelblich, Kopf und Thorax weiß,
Hleib abgerieben, die Färbung nicht festzustellen. Hinter-
_ tibien mit zwei Paar Spornen. |
L.lineata Leech. 2 g'g'1Q Tat. Bei den mir vorliegenden
Tieren beider Arten ist Ader la im Hfl nicht vorhanden,
wohl aber eine Falte, die bei schlecht gestrafften Fl leicht
für eine Ader gehalten werden kann.
Drepana pallida Moore. 1 g'! Sump. 1Q Om. Der Jg!
etwas kleiner, das © aber nur halb so groß als die Ab-
bildung im Seitz Bd. X Taf. 481.
D. acuminata Leech. 1 g' Kwan.
D.vira Moore. 1 g! Wa.
D.parvula Leech. 1 g' 2 99 Kwan. 5 Q2 Om. 2 J'd!
Sump.
= D.fenestra Leech. 1 J' Kwan. 1 J! Tat.
D.argenteola ab. patrana Moore. 1 g' 2QQ Kwan.
Cilix glaucata ab. depalpata Strand. 1 9' Om.
229° bh O9 Tat.
ZIr Callıdulidae.
Pterodecta felderi Brem. 1 @ Minho. 12 J'd! Kinho.
2 gg Om. 10 Sump. 1 9! Tat. 1 g! Wa.
XIV. Saturnidae.
Aus Peking.
Samia cynthia walkeri Fldr. 2 J'd!.
Aus der Provinz Szetschwan.
Actias selene-Hbn. 2 g’g' Wa.
A. selene ningpoana Fldr. 5 g’g! 2 29 Wa. 1%
Om. 2 99 Kwan. |
Rhodinia fugax Butl. 1 g' 1Q Nang-ngan-tre.
R.fugax ab. diana Oberth. 1 Q@ Tschöng.
Loepa’damartis Jord. 19‘ Tat. 1 9’ Om.
Dictyoploca simla Westw. 1 Q Kiang-ngang.
eRrahmalerdae.
Brahmaea certhia F. 2 g'g' Pek.
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein II
Iris zu Dresden. Jahrgang 1926.
102 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Sphingidae.
Aus Peking.
1. Unterfamilie: Acherontiinae.
a) Tribus Acherontiini.
Herse convolvuliab.pseudoconvolvuli Schauf.
26 Jg 26 99.
Acherontia lachesisF.1 dt.
A.styxv.cerathis R&J. 7 Jg! 599.
b) Tribus Sphingini.
Prilogramma nemephron v.increta Wlkr.1g'1Q.
Sphinx ligustri v.constricta Butlr. 4 g'd".
c) Tribus Sphingulini.
Dolbina tancrei Stgr. 19.
Sphingulus mus Stgr.2 Jg! 19.
2. Unterfamilie: Ambulicinae
Oxyambulyx schauffelbergeri Brem & Grey.1Q9.
Clanis bilineata Wlkr. 2 gJ’g' 490.
C.undulosa Moore 1g! 19.
Marumba gaschkewitschi Brem & Grey. 16 J’g'899.
M.sperchius Men. 1 g. 1 g' 1. VI. 1916.
Parum colligata Wkr. 2 g'gl.
Callambulyx tatarinovi Brem & Grey. 15 J’'g' 19.
Smerinthus planus Wlkr.3g'g' 19.
Phyllosphingia dissimilis Brem. 4 9©09.
3. Unterfamilie: Sesiinae.
Haemorrhagia radians Wlkr. 2 gig".
H.fuciformis v.affinis Brem. 2 gg’ To:
H.beresowskii Alpher. ”g'g' 19.
CephonodeshylasL.1dg.
4. Unterfamilie: Philampelinae.
Ampelophaga rubiginosa Brem & Grey. 5 gig!
2 90. 1 g' 20. VI. 1916.
Macroglossum stellatarum_ L. 14 g’g! 69%.
M.bombylans Bsd. 1g'19.
5. Unterfamilie: Chaerocampinae.
Celerio gallig-Kott 1 9%
C.11vornica Bay 1 SU
i
|:
J. Draeseke. Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute. 103
Pergesa elpenor v. lewisi Butlr. 290.
Bheretra clotho Drury. 19.
ejaponica Orza. 1g.19.
Aus der Provinz Szetschwan.
1. Unterfamilie: Acherontiinae.
b) Tribus Sphingini.
Psilogramma nemephron v.increta WlIkr. 1 9' Om.
2. Unterfamilie: Ambulicinae.
Clanis bilineata Wlkr. 209 Wa.
Marumba gaschkewitschi Brem & Grey. 1 9' Om.
19 Wa.
M.gaschkewitschi v.complacens Wlkr. 1 © Kian-
Ngan-Hsien. 21. VI. 15.
M.sperchius Men. 1 g' Om.
=Callambulyx tatarinovi Brem & Grey. 1 Q Om.
19 Wa.
Smerinthus planus Wlkr. 19 Wa. 19 Om. Beide
kleine Stücke, nicht einmal von der Größe der S.ocel-
lata L. haben aber die charakteristische weiße Zeichnung
“ von planus auf der Useite der Hfl, namentlich der
Wurzelstrich an der Kosta, der bei ocellata mehr
rötlich oder hellbraun ist, ist hier reinweiß.
3. Unterfamilie: Sesiinae.
Haemorrhagia fuciformis v.affinis Brem. 1 J'
3 QQ Sump.
H.beresowskii Alpher. 6 gJ’g'Q Tat. 1 g' Wa.
4. Unterfamilie: Philampelinae.
= Sphecodina caudata Brem & Grey. 2 Jg’! Sump.
MacroglossumstellatarumL. 1Q Sump. 1Q Om.
M.bombylans Bsd. 3 J’g! 6 29 Wa. 3 gJ'd! 3 29
Sump. 1 1 Tat.
M.troglodytus Bsd. 19 Wa
Rhopalopsychenycteris Koll.209 Om. 200 Sump.
5. Unterfamilie: Chaerocampinae.
Celerio gallii Rott. 1Q Sump.
Pergesa elpenor v.lewisiBilr. 3 g’g' Wa.1 g' Tat.
Theretra japonica Orza. 1Q@ Om. 1 © Tschöngtufu.
Cechenena lineosa Wlkr. 1 g' Wa.
104 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
XVl. Uranidae.
Aus Peking.
Acropteris iphiata Gn. 12 g'g' 59
Aus der Provinz Szetschwan.
Pseudomicronia archilis Oberth.3 Jg’ 599 Kwan
2 OO Tat. 1 Q@ IV 14, Kinhotal. Im Seitz Bd. II Tafel 48f
sind die Namen von Micronia aculeata und P.ar-
chilis verwechselt, während die Gattungsdiagnose und
Beschreibung der Art richtig ist.
Oberthüria davidi Oberth. 5 g'g'! Wa.
Psychostrophia nymphidiaria Oberth. 24 J'g'Wa.
2.50 La
Epiplema himala Btlr. 1Q Sump. 4 Jg’! 790 Tat.
E. exornata Ev, 1 g' Sump. 1 g' Om. Die dunklen
Zeichnungen bedecken das ganze Außendrittel der Vil
bis zur Kosta, im Hfl nur bis Ader 6. Der Zellschluß
der Hfl ist bei den mir vorliegenden Tieren beider Arten
zu erkennen. Ader 5 fehlt im Hfl, doch befindet sich an
dieser Stelle eine Falte, die Hampson wahrscheinlich als
Ader ansprach.
XVII. Notodontidae.
Aus Peking.
Dudusa spingiformis Moore 20 J’g' 299
Dicranura himalayana Moore 1
Fentonia ocypete Brem.5 J'g' 19
Nerice davidi Oberth. 4 g'g! |
Drymoniatrimacula dodonides Stgr. 6 g'd!
D. chaonia grisea Trt. 2 g'9' 299 können, wegen
der schwachen Aufhellung der Vfl als Uebergang zur ab.
lunula Grünberg angesehen werden.
Microphalera atrovittata Brem. 19
Spatalia macrodonta Bilr. 2 J'd!
Ochrostigma ussuriensis Püng. 19!
O0? 1 © das der Fladerung nach, hier einzureihen wäre,
aber in Gestaltder Odontosia carmelita Esp. näher
kommt. Ader 6,7,8,9,10 gestielt, aus der oberen Zellecke,
ohne Areola. Vfl tief grau, mit deutlicher heller, auf der
Falte zwischen Ader 1 und 2 weit vorspringender Sub-
basalbinde, die die Kosta nicht erreicht. Diskalfeld kaum
heller, durch eine weißliche, zur Basis schwarz gesäumte,
auf der Falte zwischen Ader 1 und 2 und auf Ader 6
| J. Draeseke. Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute. 105
schwach gewinkelten Linie, die nur zur Kosta und dem
Irand schärfer hervortritt, nach außen undeutlich begrenzt.
Im Diskal- und Außenfeld dunkel bewölkt. Hfl einfarbig
grau, zur Basis heller. Schuppenzahn am Irand der Vfl
groß, gerundet und dunkler grau als die Grundfarbe.
Useite beider Fl. einfarbig grau, Fransen grau, dıe der
Fiflcheller.
Lophopteryx camelinaL.19.
Pterostoma palpina pontica Stgr. 7 g'’d".
P.sınica Moore. 4 J’g' 599.
@P.sinica gigantina Stgr. 3 I'd".
Rabtala gen. nov. cristata Btlr. 19! 19. Die Gattung
Natada Wlkr. ist auf den Typus rufescens Wlkr.
vom Jahre 1855 begründet, der eine Lymacodide ist
und auch dort als Gattung beibehalten wurde. Kirby führt
im Catalogue of Lep. Het., cristata Butlr. unter Irabala
(Wlkr. Cat. Lep. Het. Br. Mus. VII pg. 1785) auf. Als Genus-
Type wäre humeralis Wlkr.l.c. Part VI pg. 1413
anzusehen, die aber bereits in eine andere Gattung gestellt
ist. AuchAmydonia(-Trabala) varia Wikr.l.c.p.
1414 aus Silhet erwähnt, von Hampson aber (Faun. Brit.
Ind. Pt. I pg. 430) ihr Vorkommen aus W. Afrika behauptet
und unter die Gattung Lechiolepis Butir. gestellt,
käme noch in Frage. Als Typus wurde zuletzt Irabala
vischnou angenommen, diese ist eine Lasiocampide
und kann unmöglich mit cristata, einer Notodon-
tide in der gleichen Gattung bleiben, weshalb ıch den
Gattungsnamen Rabtala aufstelle.
' Phalera flavescens Brem & Grey. 2 90.
Pygaera anachoreta pallida WIkr. 19.
Aus der Provinz Szetschwan.
Cerura liturata Wlkr. 19 Kwan.
Dicranura himalayana Moore. 1 g' Wa.
Stauropus basalis Moore. 4 g'g' Kwan.
Fentonia ocypete Brem. 3 J'g' Kwan.
SF.concentrica Oberth. 1 © Wa.
Rachia stötzneri Mell. 1 g' Wa.
'Uropyia meticulodina Öberth. 19 Om.
' Drymonia trimacula dodonides Stgr. 1 9' Kwan.
Microphalera atrovittata Brem. 1 9' Kwan.
Spatalia macrodonta Butlr. 1 g' Kwan.
106 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Pterostoma sinica Moore 2 g'g' Tat. 4 g'g' Kwan.
200: Om.
P.sinica gigantina Stgr. 1Q Tat.
Gangarides puerariae Mell. Deutsche Ent. Ztschr. |
Berlin 1922 pg. 123. 3 g'g' Tat. 1 g' Wa. 1 g' Om.
Phalera assimilis Brem & Grey.1g9'3 99 Tat.1 g' Om.
P. sigmata Butlr. 1Q Wa.
Pygaera timonides Brem. 1 g' Kwan.
P.denticulata. 19 Om.
P.anastomosis_L. 1 g' Kwan. 1 g' Tat. 7 g'g' Om.
P.troglodyta Graes. 1 g' Om.
P.pigra obscurior Stgr. 1 g' Kwan. |
Pydna frugalis Leech. 19'399 Tat. 1 g! Wa.
Gazalina apsara? Moore. 1Q@ Kwan. Rein weiß ohne
schwarze Adern. |
G.chrysolopha Koll. 4 g’g' Kwan. 2 g'g'! Wa.
XVII. Cymatophoridae.
In den „Etudes comp.“ Bd. XVII, Teil 2, ist von Ch.
Oberihür auf Seite 15—19 Kerala houlberti beschrieben
und zu den Cymatophoriden anstatt den Arcti-
iden gestellt.
Kerala houlberti Oberth. Il. c, (Pl. 488 fig. 4016 g'
4015 ©) 1 9 Tat.
K.macroptera Oberth. 1Q@ Tat. 19 Om. Wurde mir
von Herrn O. Bang-Haas bestimmt. k
Der im Juli 1921 erschienene Bd. XVII Teil 2 der Et.
Lep. comp. Oberth. enthält die hervorragende Arbeit
„Revision Monographiqu&e de la Famille des Cymato-
phoridae“ von C. Houlbert, die mir als Grundlage der hier
aufgezählten Arten dient.
Aus Peking.
Trispila trıimaculata Brem. 2 Jg! 299.
Aus der Provinz Szetschwan.
Gonophora thibetana Houlbert. 3 g'g' Tat. 1 g' Wa.
Psidopala opalescens Alph. 8 g'g' Tat. 1 g' Wa.
P.ornata Leech. 4 g’g' Tat. 6 J’g' Om. 1 g! Kwan.
Thyatira batis_L. 1 g' Wa. 19 Om.
Melanocraspes fasciata Houlbert. 3 g'g' Tat. 1g' Om.
M.simplificata Houlbert. 1 g' 299 Tat.
Gaurena sinuata Warr. 1 g' Kwan. 1 g' Om.
G.florescens Walk. 2 gJ'g' 1Q9 Wa.
J. Draeseke. Die Schmetterlinge der Stötznerschen Ausbeute. 107
| G.gemella Leech. 1 g' Wa.
Saronaga albicostata Brem. 19 Om.
SC öchlidionidae.
Der von R. van Eecke bearbeitete Pars 32 des Lepi-
‚dopterorum Catalogus dient als Grundlage der folgenden
- Aufzählung.
Aus Peking.
Thosea sinensis Walk. 11 g’'g' 12.
Monema flavescens Walk. 8 Jg! 499.
Microleon longipalpis But. 19'198.
Scopelodes contracta Walk. 1Q.
Parasa consocia Walk. 1g! 490.
ehilarata Ster. 3 Jg’.
Miresa inornata Walk.1 g' 19. Die mir vorliegenden
Stücke weisen keinerlei Verschiedenheit von der, im
Seitz Bd. II pg. 344 gegebenen, kurzen Beschreibung
auf, auch hat das © gewisse Aehnlichkeit mit, dem von
E. Strand in Supp. Ent. 1915 pg. 7 erwähnten, @ von
Kosempo, aber die postmediane, bleigraue Schrägbinde
der Vfl verengert sich nur wenig gegen den Jand.
Natata conjuncta Walk. 3 J’d..
Heterogenea dentata Oberth. 19'129.
Inuncula Steger. 1 d".
Aus der Provinz Szetschwan.
Thosea sinensis Walk. 1 g' Kwan.
Monema flavescens Walk. 2 g’g' 19 Kwan.
Parasa hilarata Stgr. 19 Kwan. 1 9° lat.
P.prasina Alph. 3 g'g'! Tat. Diese Art wurde von
S. Alpheraky ım Jahre 1895 in der „Iris“ Bd. VIII p. 186
beschrieben, ist aber im Seitz Bd. II nicht erwähnt. Das
ganze Tier grün; die Vfl dunkler als die Hfl. Erstere
mit kleinem, rotbraunen Wurzelfleck, der die Kosta nicht
erreicht. Fransen der Vfl grün, rotbraun unterbrochen,
mit rotbraunem Rand, die der Hfl heller, zum Analwinkel
hin rotbraun. Kopf und Thorax dunkler. Hleib heller
grün, dieser mit rotbraunen Haaren auf der Oseite der
“ ersten Segmente. Useite, Fl, Thorax und Hlb ganz grün.
Stirne, Palpen und Beine rötlich lilabraun, Fühler gelblich.
Heterogenea uncula Stgr. 1 J' 490 Kwan.
SEH.unculaab. fulgens Leech. 1 g' Kwan.
108 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
| XXI. Psychidae.
Canephora asiatica Stgr. 1 g' Wa. 1 g' Kwan.
XXIV. Thyrididae.
Thyris fenestrella Scap. 2 gJ’g' 1 Q Tat. 19 Om.
1 g' Kwan. 1 g' Wa. Die Tiere unterscheiden sich in
Bezug auf die Glasflecken und Färbung nicht im ge-
ringsten von europäischen Stücken.
XXV.Cossidae.
Aus Peking.
Holcocerus vicarius tsingtauicusBang-H.5 g’g!
399.
Phragmataecia castaneae Hbn. 1 gt.
Aus der Provinz Szetschwan.
Holcocerus arenicola insularis Stgr. 19 Tat.
Catopta albonubilus Graes. 19 Tat.
XXVl. Hepialidae.
Hepialus variabilis Brem. 1 g' Om. Ein stark ab-
geriebenes Stück, das nicht sicher identifiziert werden
konnte.
H.carna Esp. 2 g’g' 19 Tat. 1 g' 1 9 Kwan.
Palpifer sexnotatus ronin Pfitzner. 1 g' Tat. Stimmt
mit der Abbildung, Seitz Bd. II fig. 53h, genau überein.
Die weißen Flecke im Vfl stark reduziert, nur der Zell-
fleck groß und deutlich. Diese Form scheint nicht aus-
schließlich auf Japan beschränkt zu sein.
Phassus.regius Stgr. 2g'g' 19 Tat.
M. Hering. Beiträge zur Kenntnis der Zygaeniden. 109
| Beiträge zur Kenntnis der Zygaeniden V.V
Von Dr. Martin Hering, Berlin 4, Zoolog. Museum.
(Mit 3 Figuren im Text.)
I. Neue amerikanische Zygaeniden.
Nachdem im Band 39 dieser Zeitschrift?) eine Synopsis
des amerikanischen Zygaenen gegeben worden war, ge-
langte das Berliner Zoologische Museum in den Besitz
einer größeren Ausbeute des Herrn Georg BRUCKNER
(Kassel) aus Guatemala, die deswegen von besonderem
"Interesse war, weil in ihr hauptsächlich Heteroceren, und
zwar nicht nur auffällige, sondern auch viele kleine und
unscheinbare Arten vertreten waren. Solche selten ge-
sammelten Formen sind für eine wissenschaftliche Samm-
lung immer von höchstem Interesse. Es sei deswegen
Herrn BRUCKNER auch an dieser Stelle noch einmal der
verbindlichste Dank des Museums ausgesprochen.
1. Tetraclonia brueckneri sp. nov. (Fig. 1) Vfl. mit 11
“Adern,. davon 9 von der Zelle, r, und r, gänzlich ver-
'schmolzen. Im Hfl 8 Adern, davon 7 frei von der Zelle,
bei letzterer beide Ecken etwa in gleicher Höhe. In der
Bestimmungstabelle der Arten?) gelangt man nach Punkt 8,
so daß die Art mit T. latercula Edw. zu vergleichen
wäre. Von dieser letzteren unterscheidet sich die neue Art
dadurch, daß bei ihr der Kragen und die Basis der Tegulae
rot sind (bei latercula ist der ganze Körper einfarbig
schwarz); bei latercula ist der ganze Vfl breit rot, der
Ird ist in der Breite von !/, des Fl’s schwarz, der Außen-
rand ist breit schwarz. Bei T. brueckneri ist der Vil
praktisch schwarz, nur am Vrd befindet sich eine rote
‚Strieme, die etwa !/, der Breite des Fl erreicht und am
Ende zugespitzt erscheint. Die Hfl sind einfarbig schwarz,
nur der äußere Vrd ist rot. Auf der Useite ist im Vfl das
' Rot ausgedehnter; es nimmt etwa denselben Raum ein,
wie in Fig. 3 auf der Oseite. . Auch die Vrd-Strieme im
‚ Hfl ist auf der Useite breiter als auf der Oseite. Die Spann-
weite beträgt 21 mm, der Vrd des Vfl mißt 11 mm. g'-Iypus
von Guatemala im Berliner Museum.
it) Beitrag IV in Stett. Ent. Zeit 86 p. 81—85. 1926.
- 2) Beitrag III in »Iris« 39 p. 152—178. 1925.
110 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Es ist bekannt, daß bei den amerikanischen Zygaeniden
nicht selten Geäder-Anomalien auftreten. Es könnte des-
halb die Möglichkeit bestehen, daß hier eine Malthaca
vorliegt, der eine Ader im Vfl fehlt. Indessen gibt es keine
Art dieser Gattung: vom Ha.
bitus unserer neuen Art. Man
käme dann in der Gattungs-
tabelle?) aufM.analogaHer,,
die sich aber durch einen brei-
ten roten Vrd der Hil und
schwarzen Kragen unterschei-
det. — Die Art ist dem
erfolgreichen Sammler Herrn
G. Brückner gewidmet. Er
schreibt über diese und die
Fig. 1 folgende Art: „Die beiden
Tetraclonia brueckneri spec. nov. Tiere habe ich trotz meiner
intensiven Sammelei im Tec-
pamer Bezirk nur an einer einzigen Stelle angetroffen und
zwar in Molino Helvetia bei Tecpam, 7200 Fuß hoch, an
Blüten der Apfelbäume im Frühjahre. An diesem Orte
sind beide Tiere m. E. nicht gar zu selten; man wird sie
bei einiger Mühe immer wieder finden“.
2. Tetraclonia tristrigata sp. nov. (Fig. 2) Geäder wie
bei der vorigen Art. Vfl dunkelbraun, mit breiter gelber
Wurzelstrieme unter dem braun bleibenden Vrd, etwa bis
zur Mitte reichend, gelber Längsstrieme durch die Zell-
mitte, distal von der Querader undeutlich gegabelt, basal
nur schwach entwickelt, und gelbe Strieme auf der Anal-
ader. Hfl gelb, mit breitem schwarzen Vrd. und stark ver-
schmälertem, etwa an der Analis endenden Saumfeld am
Außenrand. Useite beider Fl gelb, Vrd mit Ausnahme de
äußersten Wurzel und Außenrand schwarz gesäumt. Körper
purpurschwarz, Kragen und Basis der Tegulae gelb.
In der Bestimmungstabelle?) gelangt man nach Punkt 6,
wo also die Art mit Tetr. cinniana Dre. zu vergleichen
wäre. Letztere Art besitzt im Vfl aber nur einen gelben
Kostalstreifen; auch ist das Saumfeld der Hfl bei ihr sehr
viel breiter. Setzt man voraus, daß man eine Malthaca
mit anormalem Geäder vor sich hat, so kommt man in
der Tabelle dieser Gattung auf M. rata Edw., die mit
der neuen Art aber keine Aehnlichkeit bat, da der Vil
D
‚gelb mit schwarzem Vrd, der
-Hfl mit viel breiterem schwar-
zen Saumband versehen ist.
Die artliche Sonderstellung
meser Tetraclonia ist da-
mit auf jeden Fall gewähr-
leistet. Spannweite 21 mm,
Vfl-Länge 11 mm. g'!-Typus
von Guatemala ım Berliner Mu-
seum, von Herrn G. Brückner
‚überreicht. Bezüglich des Vor-
.kommens vergleiche man, was
‘hinten bis zur Analis und
"entsendet dort einen un-
färbt und gezeichnet.
"basireı Drc., deren Cos-
' talrand aber gelb und nur
bei der vorigen Art gesagt
wurde.
Ja
M. Hering. Beiträge zur Kenntnis der Zygaeniden.
Fig. 2
Tetraclonia tristrigata sp. nov.
3. Seryda mimica sp. nov. (Fig. 3). Sehr ähnlich der
Bfetraclonia brueckneri m.
Im Hfl nur 7 Adern,
m, fehlt, keine Ader mit der andern gestielt. Vfl mit
-12 Adern, davon 10 frei von der Zelle. Körper einfarbig
purpurschwarz, Kragen nicht heller. Vfl purpurschwarz,
"mit breiter roter Strieme
-Diese Strieme reicht nach
deutlich begrenzten Zahn.
Hfl purpurschwarz,
"schmalem roten Vrd. Useite
der Oseite fast gleich ge-
In
der Tabelle der Gattung’)
kommt man auf Seryda
ganz schmal ist. Eine große
Aehnlichkeit besteht zwi-
mil
am Vrd, Costa ebenfalls rot.
Fig. 3
Seryda mimica n. Sp.
schen der neuen Artund Tetracloniabruecknerihr,,
Halskragen.
' außer dem verschiedenen Geäder besitzt die letztere im
'Vfl aber einen viel schmaleren roten Vrd und einen roten
Bei Annahme einer anormalen Malthaca
wäre S. mimica mit M.beovava Dyar zu vergleichen.
Bei letzterer ist aber der rote Vrd des Hfl sehr viel breiter,
beim gespannten Tiere von oben sichtbar, was bei der
neuen Seryda nicht der Fall ist; auch ist der schwarze
'Ird beibeovava sehr viel schmäler und erreicht meistens
112 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
die Analis nicht. Spannweite 22 mm, Länge des Vfls 11 mm.
g'-Typus von Guatemala im Berliner Museum, Geschenk
des Herrn G. Brückner. b
Bemerkenswert ist die Ähnlichkeit dieser Art mit
der aus derselben Lokalität stammenden Tetraclonia
brueckneri. Wäre nicht der Halskragen abweichend
gefärbt, könnte man fast annehmen, daß es sich hier um
Geäder-Anomalien einer gleichen Art handele.
4. Acoloithus trismegistos sp. nov. Vfl mit 11 Adern,
9 davon von der Zelle, alle ungestielt. Im Hfl 7 Adern,
m, fehlend. Verbindungsstück zwischen sc und rr lang.
Körper und Vfl einfarbig purpurschwarz. Hfl schwarz,
etwas dünn beschuppt, ein schmaler fast glasheller Längs-
streif geht von der Wurzel bis fast zum Saum, überschreitet
aber nach vorn nicht die Zelle. Useite etwas grünglänzend.
Unsere Tabelle führt bei Bestimmung der Art zu Ac.
basalis Edw. Bei letzterer Art reicht aber das hyaline
Feld des Hfl bis in die Zellmitte und ist distal schärfer
begrenzt; die Vfl sind auch auf der Useite mehr grün, viel
breiter und am Apex stärker gerundet, der Hfl ist unter
dem Apex viel stärker konvex. als bei unserer neuen Art.
Spannweite 25 mm, Vfl-Länge 12 mm. g'-Typus vom Rio
Grande do Sul im Berliner Museum. — Das Museum er-
hielt diese Art zum Geschenk von Herrn W. Niepelt-Zirlau,
dem auch an dieser Stelle noch der verbindlichste ‚Dank
ausgesprochen werden soll.
II. Synonym. |
Agalope olga Her. (1922) ist, wie Dr. K. Jordan-
Tring mir liebenswürdigst mitteilte, auf Grund größeren
Materials von ihm als das 9' von Ag. javanica Aur.
(1894) festgestellt worden, so daß ersterer Name als Sy-
nonym zu dem letzteren betrachtet werden muß. Schon
Snellen (1902) beschrieb dieses g' als g' von A. bifas-
ciata Hope. | |
E. Wehrli. Ein Streifzug in die andalusischen Gebirge. 113
Ein Streifzug in die andalusischen Gebirge.
Beitrag zur Geometriden-Fauna Andalusiens.
Von Dr. Eugen Wehrli, Basel.
Nach zweitägiger prachtvoller Meeresfahrt betrat ich
‚am 7.6. erstmals in Algeciras andalusischen Boden. Ge-
"sammelt wurde dort nur auf einem kurzen Spaziergang
“am andern Vormittag, mit mäßigem Erfolg, da die Jahres-
° zeit für die Küste schon zu weit vorgerückt war. Der Abend
des folgenden Tages sah mich bereits auf klassischer Erde,
‘in Granada, wo mir die elektrischen Lampen und die
' weißen Wände der Gänge im Hötel, unweit der Alhambra
einige gute Spanner zur leichten Beute werden lieben,
_ darunter zwei tadellose Glossotrophia dentatolineata
Rbr, eine gebänderte graue Form der Ptychopoda
eugeniata Mill. und var. depressaria Stgr. etc. Im
‚allgemeinen darf der Juni für die Höhen um Granada zur
, günstigen Sammelzeit gerechnet werden, da dort, besonders
in Schluchten, Tälern und an Bächen, auch in den
“Gärten, die Vegetation noch frisch und grün ist, und viele
"Pflanzen in schönster Blüte stehen. Hingegen war das
Wetter recht unbeständig und fast jeder Tag brachte ein
bis mehrere, allerdings nur kurz dauernde Gewitter, die
oft von einer ganz beträchtlichen Abkühlung gefolgt waren,
‘welche dem eifrig geübten Lichtfang verderblich wurde.
"Aber auch an schönen Tagen war es abends derart kühl,
' daß der Anflug ein überraschend geringer blieb; einige
. wenige, ausnehmend günstige, warme, schwüle Nächte
entschädigten dann allerdings überreichlich für die vor-
ausgegangenen Enttäuschungen. Die regelmäßig schönen
Vormittage erlaubten stets ergiebige Ausflüge in die nähere
verliefen.
Die besten Flugorte der Gegend um die alte Maurenstadt
und die vorteilhaftesten Exkursionen zu den günstigsten
Fangplätzen in den umliegenden Gebirgen, besonders ein-
gehend diejenigen in die interessantesten Partien der Sierra
ı Nevada und de S. Alfacar, sind in erschöpfender Weise von
und weitere reiche Umgebung Granadas, die nie ergebnislos
|
114 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Carl RIBBE in seiner ausgezeichneten Lepidopteren-Fauna
von Andalusien so vortrefflich in dieser Zeitschrift, Bd.
XXI. 1909—1912 geschildert worden, daß ich auf diesen vor-
züglichen Führer verweisen kann. Meine eigene Tätigkeit‘
erstreckte sich zunächst auf die nähere Umgebung Granadas,
dann folgte am 17./18. 6. eine zweitägige lour, mit Freund
Predota zusammen, in die Sierra de Alfacar, hierauf ein-
tägige Fahrten in die 5. Nevada, eine zweitägige sehr er-
folgreiche in die Kalkberge bei Güejar-Sierra, ferner eine
dreitägige nach dem Picacho de Veleta, 3470 m, 20.—22. 6.,
dessen Gipfel zweimal bestiegen wurde, zum Schluß,
29. 6.—1. 7., eine Exkursion auf den Cumbre de Muley
Hacen, der mit 3554 m der höchste Berg Spaniens ist,
mit Führer, Arriero, 2 Maultieren und Zelt, alle Ausflüge
vom Wetter sehr begünstigt, nur daß beim Letzten die
Nächte für den Lichtfang etwas zu kühl waren.
Leider fehlte mir die Zeit, mich mit Raupenzucht ab-
zugeben, weshalb auf das Sammeln derselben verzichtet
wurde, mit einziger Ausnahme derjenigen der Eupithecia
pulchellata f. grenadensis Bub. Natürlich fehlen
deshalb meinem Verzeichnis, das selbstverständlich keinen
Anspruch auf nur annähernde Vollständigkeit machen kann,
viele Arten, die durch Eintragen von Raupen sehr leicht
zu erhalten gewesen wären. Ä
Alle nachstehend angeführten Arten sind, durch Tag-
und Lichtfang erbeutet, in meiner Sammlung; darunter
befinden sich neue Arten und Formen; für manche andere
gelang der Nachweis neuer Flugorte; einige sind neu für
Andalusien; zwei von Rambur abgebildete Spezies, die
bisher wegen Mangel an genügendem Material nicht mit
Sicherheit anzusprechen waren, konnten an Hand an Ort
und Stelle gefangener Serien verifizirt werden.
Oenochrominae.
Egea cacuminararia Rbr. Mehrfach, morgens im Son-
nenschein fliegend, in der Sade Alfacar, 18. 6.
Odezia atrata L. In höheren Lagen der Sa. de Alfacar |
und Sa. Nevada n. s. in einer durchschnittlich kleineren °
Form, die dadurch ausgezeichnet ist, daß das Weiß des
Apex und der Spitzenfransen zwischen Ader R/4 und 5°
scharf aufhört, während es bei den mitteleuropäischen
E. Wehrli. Ein Streifzug in die andalusischen Gebirge. 115
Formen ziemlich weiter hinab in den Außenrandsaum
reicht.
'Aplasta ononaria Fuessl. 1 © Granada.
Hemitheinae.
=seudoterpna coronillaria Hb. Algeciras. 8. 6. in
der typischen Form.
'Comibaena pseudoneriaria Wfrli. Ent. Zeitschr.
4 Frankfurt XXXIX, Nr. 40, p 163, 1926. Unterscheidet
sich von pustulata Hufn. durch viel ausgeprägtere
weiße Querstrichelung, die undeutlichen, weiter ausein-
" anderstehenden Querstreifen — der äußere weiter saum-
‘ wärts, der innere weiter basalwärts verlaufend—, die
ganz bedeutend, ähnlich wie beineriaria H.S., redu-
' zierte Weißfleckung des Außenrandes der Vfl und Hil.
— Von neriaria abweichend durch den ganz anders ver-
laufenden hintern Ouerstreif, der nicht derart abgeknickt
ist; ferner durch dunkelgrüngraue, nicht rote Mpunkte.
Eichgebüsch im obern Geniltal, ca. 1600 m. 21.6. Nach
näherer Untersuchung halte ich das Tier für spezifisch
! verschieden von pustulata undneriairia. Es wäre
zwischen die genannten Arten einzureihen.
"Chlorissa faustinata Mill. Sa. de Alacanr17:10.,
Guejar 25. 6. am Licht.
‚Euchloris plusiaria B. Guejar, 25. 6. 1 geflogenes J'
(| Thalera fimbrialis Scop. Sa Nevada 1.7.
Acıdaliıinae.
Rhodostrophia calabra Pet. f. tabidarıa Z.
in verschiedenen Formen.
Rhodostrophia sicanaria f. quadricalcarata
Prt. 3 frische, unter sich recht verschiedene, ganz frische
‚Exemplare, 2 von der Sierra Alfacar, 1 von Granada,
11./]12.6. Während das eine von der S. Alfacar auf den
Vfln überhaupt keine rosenrote Zeichnung erkennen
läßt, weist das andere eine sehr kräftige Rotfärbung des
ganzen Saumfeldes bis zur Postmedianen, sowie des
Basalfeldes auf und die Hfl sind im Gegensatz zum
ersteren lebhaft gelb tingirt. Das Letztere stimmt be-
züglich Hfl sehr gut mit einem @ der sicanarıa von
Palermo überein. Das 3. Stück entspricht besser der
116 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Beschreibung, besitzt aber durchaus keine heller gelben
Hfl. Alle drei sind g’g' und tragen 4 Sporen an den
Htibien. |
Acidalia turbidaria f. turbulentaria Stgr. 1 9!
16. 19. 6., Granada.
Acidalia marginepunctata Goeze. Um Granada
n.s.in helleren und dunkleren Formen; Letztere häufiger
in der Sa Nevada bis etwa 1500 m.
Acidalia submutata var. pseudhonestata var. n.
Aehnelt oberflächlich betrachtet mehr einer A. honestata
Mab., als einer typischen submutata Tr. Grundfarbe
mitschwarzen Atomen bestreut, hell, grauweißbis gelblich,
bei der II. Generation anscheinend stärker gelb. Die
Zeichnung sehr scharf; Costalflecken tiefschwarz; der
erste Querstreif durch schwarze Aderpunkte verstärkt;
die Postmediane scharf, schwarzbraun, mit hervortre-
tenden schwarzen Zähnen versehen; schwächere solche
weist auch die Mlinie auf. Das bläuliche Band des
Außenfeldes breit, scharf und deutlich, basal durch einen
schmalen Streifen der hellen Grundfarbe, außen durch
die weißliche, gezackte Wellenlinie begrenzt; hinter dieser
ein schmäleres bräunliches Band, an das saumwärts ein
nicht immer kontinuierlicher, schmaler, heller Streif stößt.
Im Gegensatz zur Nominatform sind die Fransen dunkel,
bräunlich, wie der Submarginalstreif; nicht hell wie die
Flügfarbe beim Typus. 1 9' vom 2.8. kleiner, gelber, sonst
ähnlich gezeichnet, von Predota bei Granada gefangen. —
Unterscheidet sich von honestata sofort durch die
um den Apex in die Costa verlaufende Saumlinie. 1 9\,
2 OO von Granada; 1 g' von Amasia, ganz mit den
spanischen übereinstimmend.
Acidalia imitaria Hb. In helleren und mehr ockrigen
Formen von Algeciras, Granada und aus der Sa Nevada
bis etwa 1600 m.
Glossotrophia rufomixtata Rbr. Diese viel ver-
kannte und oft verwechselte Art fliegt um Granada
oberhalb der Alhambra und in der Sa Nevada nicht
gerade selten; in der Sa Alfacar habe ich sie nicht an-
getroffen, wohl aber in den Kalkgebirgen, südlich von
Güejar. (1 geflogenes, aber sicheres Stück besitze ich
auch von Algezares, Murcia). Man findet sie einzeln an
Felsen, nachts am Licht und morgens an den Wänden
m en 2 A
E. Wehrli. Ein Streifzug in die andalusischen Gebirge. 117
und Decken in den Gängen des Hötels. Wie die ım Laufe
des Aufenthaltes (Juni) zusammengebrachte Serie von
39 Stück, zu der noch 10 von Predota im August ge-
fangene meist sehr kleine Tiere II. Gen. kommen, beweist,
ist die Variabilität sowohl hinsichtlich Größe, als auch
in bezug auf Färbung und Zeichnung eine ganz bedeutende,
viel beträchtlicher als bei der nachfolgenden G. denta-
tolineataRbr.,und erklärt uns die häufigen Bestimmungs-
fehler. Eine Anzahl der Falter entsprechen der typischen
Fig. 6 Ramburs durchaus, mit grauer, ockrig getönter
Grundfarbe und dunkelbraun-ockrigen Querstreifen, meist
aber mit deutlichem Mpunkt, der bei einzelnen, im Mstreif
liegend verschwinden kann. Die Fig. 6 ist nıcht schlecht
und stellt die charakteristischen Merkmale der Art un-
verkennbar dar, neben der Zeichnung besonders die
schwärzliche Verdunklung der Basalhälfte der Hfl, die
total, oder nur teilweise, bandförmig sein kann, aber
keinem einzigen Stück der Serie fehlt, ferner die rot-
ockrigen Fransen, die an allen frischen Tieren vorhanden
sind. Um Granada und in den erwähnten Kalkgebirgen der
Sa Nevada kommen nicht selten unter typischen Stücken
rein graue Exemplare mit dunkelgrauer, bald scharfer,
bald ganz erloschener Zeichnung vor; nur die Fransen
haben den rotockrigen Ton bewahrt. Diese graue Form
sieht den confinaria H.S. und falsaria (lurıdata)
H. 5.-Formen sehr ähnlich und scheinen Verwechslungen
vorgekommen zu sein. Die der rufomixtata Rbr.
und einigen ihrer Verwandten eigentümliche, geradlinig
reihenförmige Anordnung der Schuppen, auf den der
Wellenlinie anliegenden dunklen Flecken des Außenfeldes,
auf die Püngler zuerst aufmerksam gemacht hat, lassen
die beiden Arten sofort sicher auseinanderhalten. — An
Felswänden mit rötlichem Urgestein im oberen Geniltal,
etwa 13—1400 m hoch, habe ich in Anzahl (Mitte Juni) eine
extrem rote Form gefangen, bei der auch das Außen-
feld vollständig rot übergossen und nur die Basalhälfte
der Hfl dunkelgrau geblieben war; bei einzelnen- fanden
sich alle Fl mit Ausnahme der helleren, gelbroten Rand-
flecken, schwarzgrau überfärbt, bei zweien sind auch
die Vfl schmäler und die Querstreifen ganz undeutlich.
Ich bezeichne diese extremroten bis schwarzroten Formen
die der G. rufotincta Prt. nahe kommen dürften, als
perrufa f.n. Von den rein grauen zu den ganz roten
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Eutomolögischen Verein IV
Iris zu Dresden. Jahrgang 1926.
118 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Formen kommen alle Zwischenstufen vor. Die Größe
der rufomixtata varlirt in ganz bedeutendem Maße.
Während die Tiere aus der S. Nevada durchweg groß
sind und hierin meist der Fig. 6 Ramcurs 'entsprechen,
treffen wir um Granada, besonders unter denjenigen
der 2. Gen. im August, sehr kleine, zwerghafte, eben-
falls stark abändernde Exemplare von halber Größe,
12,5:25 mm Spannung an. Im kleinsten, völlig rötlich
übergossenem g' glaubte ich anfänglich die isabellaria
Mill. vor mir zu haben, da es der Fig. 3, pl. 97 Mill. s.
sehr ähnlich ist; aber die graue basalhälfte der Hfl die
Bestreuung mit schwarzen Schuppen und die auf der
Useite vorhandenen äußeren Querstreifen veranlaßten
mich, es zur f.eperrufa der rufomixtata zu ziehen,
obwohl die Anordnung der Schuppen in Reihen etwas
ausgedehnter ist, als bei der typischen Form der rufo-
mixtata, bei der sie indessen auch innerhalb enger
Grenzen schwankt. Diese, nur in einem Stück vorliegende,
sehr kleine, rötliche Form, die möglicherweise auch
ein Hybrid rufomixtata-dentatolineata sein
könnte, bedarf an Hand größeren Materials noch der
Aufklärung. Jedenfalls handelt es sich nicht um isa-
bellarıia von der ich zwei Stücke von Barcelona
habe, die weder eine graue Hflbasis, noch Bestreuung
mit schwarzen Schuppen, noch eine Zeichnung unten
aufweisen.
RIBBE hat seine rufomixtata im August und Sep-
tember in der Umgebung von Granada gefangen, Mender
erwähnt für Portugal wohl die Art, aber nicht die Flugzeit.
Rebel gibt für Gran Canaria den 3. Mai, für St. Cruz,
leneriffa den 20. 12. an. Da Lederer, wie ich, die Mehrzahl
im Juni, einzelne 1. 7. frisch erbeutete, dürfte die Art
wohl eine Reihe von Generationen im Jahr haben.
Gl. dentatolineata Rbr. Zu gleicher Zeit und an
denselben Lokalitäten bis etwa 1900 m Höhe wie vorige
Spezies, aber seltener, fing ich in 20 Exemplaren eine
recht ähnliche, aber sicher verschiedene, durchschnittlich
etwas kleinere zum Formenkreis der G. romanaria
Mill. gehörige Art, die in Größe, Grundfarbe, Zeichnung
und Fransen recht gut mit Ramburs Fig. 7 Pl. XVI, Ca-
talogue de l’Andalousie, übereinstimmt. Die Unterschiede
beider Arten sind in folgender Tabelle dargestellt:
Be
E. Wehrli. Ein Streifzug in die andalusischen Gebirge.
1
dentatolineata Rbr.
Taf. XVL Fig. 7
rufomixtata Rbr.
Taf. XVI Fig. 6
Größe 20—22 mm 17—27 mm, variabel.
Grundfarbe| Gleichmäßig hell gelbbraun | hellgrau mit mehr oder we-
der Ober-| . bisgraugelb,nie rotockrig.| niger ockriger, rötlicher
seite Uebertärbung.
Quer- dunkelgelbbraun, nicht meist ockrig bis dunkelgrau.
streifen ockrig.
Atome dunkelgelbbraun, fein, schwarz, grob.
Fransen gleich der Grundfarbe, zu- |stets mehr weniger rot-
weilen ein schmaler röt- ockrig auf der basalen
licher Streif vor der Hälfte, hinter dem hellen
Mitte. Undeutlich braun | Streif. Deutlicher schwarz
gescheckt. gescheckt oder mit
schwarzen Atomen.
Reihenför- | Flecken des Saumfeldes bis | Weniger ausgedehnt, nur
mige An-| undmitderPostmedianen | die Flecken des Saum-
ordnung zuweilen auch der Mittel- | feldes.
der und der erste Streif.,
Schuppen| Hfl: zweite u. dritteLinie| Hfl fehlend.
Färbung |Wie die Grundfarbe der Fl. | Stets hellgrau; stärker und
der basa- Nicht stärker braun be- dichter, fleckweise, band-
lenHälfte| stäubt.Uebereinstimmend | förmig oder ganz grob
der Hfl. mit der Fig.7 Rbr. schwarz besät, entspre-
chend der Fig. 6 Rbr.
Saum aller | Auf den Adern deutlich Zusammenhängend.
Flober-u.| hell unterbrochen.
unterseits
Unterseite ı Ganz ohne Querstreifen Hinterer Querstreif stets
(selten eine schwache
Andeutungwiebei roma-
naria und isabellaria),
vorhanden unter der
Costa scharf gewinkelt.
Im Gegensatz zu rufomixtata ist die Variabilität der
dentatolineata an meinen Fangstellen nur eine geringe.
Die Grundfarbe variiert von hell gelbgrau sandgelb zu dunkel-
grau; ein dunkles @ aus der Sierra Nevada könnte leicht
mit einer dunklen falsarıa H. S. verwechselt werden, wenn
die Schuppenanordnung übersehen würde. Im allgemeinen
120 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1920.
sind die Exemplare aus dem Gebirge dunkler als die aus
der Umgebung von Granada. Die Schärfe der Zeichnung
wechselt ebenfalls; einzelne besitzen deutlich gezähnte
Querstreifen, die denjenigen der offenbar schematisierten
Rambur’schen Fig. 7 nahekommen. Die ziemlich großen
Mittelpunkte treten bei den meisten deutlich hervor, bei
anderen sind sie schwach, bei einzelnen liegen sie wie auf
der cit. Fig. im Mittelstreif und können einen Zacken
desselben vortäuschen. Die erste Linie kann wie auch
bei rufomixtata durch eine Brücke mit dem Mittelstreif
verbunden sein. Die Färbung der Mehrzahl meiner den-
tatolineata kommt einer Glossotrophia sehr nahe,
die ich in Anzahl als romanaria Mill. von Krüger, dem
Sammler Turatis, aus Sardinien erhielt, und die ich etwas
dunkler, selbst in Corsica an Felsen ebenfalls in Anzahl,
erbeutet habe. Diese insulären Tiere, mit 17—20 mm
Spannung, sind ziemlich kleiner als romanaria und denta-
tolineata, erstere mit 21—25, letztere mit 20—22 mm, sie be-
sitzen Saumstriche, während romanaria Punkte hat, sie sind
uniformer gefärbt als dentatolineata, namentlich im Saum-
feld, dessen helle Flecken nicht hervortreten; auch fehlt
ihnen, gegenüber romanaria, die rötliche Ueberfärbung.
Es scheint sich um eine wohlcharakterisierte Rasse der
Inseln zu handeln, die als var. insularis abgetrennt werden
muß. Meine corsischen Stücke sind etwas dunkler und
schärfer gezeichnet: als die sardinischen, die der typischen
romanaria näher stehen.
Nach dem mir vorliegenden Material steht die Identität
der von mir als dentatolineata Rbr. betrachteten
Glossotrophia-Serie mit der Rambur’schen Fig. 7 ganz
außer Frage. Die schöne Reihe variabler andalusischer
rufomixtata Rbr. beweisen mit Sicherheit, daß diese
Fig.7 wegen ihrer braunen Grundfarbe, ihren gleichfarbigen
Fransen und besonders wegen Fehlens der so charakte-
ristischen, grauen schwarzbestäubten Färbung der basalen
Hflhälfte weder als Synonym, noch als Form zu rufo-
mixtata (Fig. 6 Rbr.) gehören kann. Meiner Ueberzeugung
nach kommt für diese Fig. 7 überhaupt keine andere bisher
in Andalusien gefundene Acidaline in Betracht, als eben
diese, von Ribbe und anderen als fragliche romanarıa
Mill. aufgeführte, in ein oder zwei Stücken bei Granada
im September — als vielleicht verschiedene Il. Gen. — ge-
fangene, von mir in 20 Exemplaren im Juni erbeutete, als
E. Wehrli. Ein Streifzug in die andalusischen Gebirge. 121
dentatolineata erkannte Geometride. Zweifellos wären
auch Staudinger, Prout und andere Autoren zum gleichen
Schlusse gelangt, wenn ihnen das gleiche, reichliche Ma-
terial der beiden Arten zur Verfügung gestanden hätte.
Damit glaube ich die Frage der Fig. 6 Rbr's. rufo-
mixtata und der Fig. 7, dentatolineata, endgültig
aufgeklärt zu haben. Ich muß aber noch bemerken, daß
von der letztgenannten Art kein einziges sicheres Stück
der II. Gen. vorliegt, weder von Predota, noch von mir,
obwohl eine solche sehr wahrscheinlich vorkommen wird.
Von der aus der Umgebung Barcelona’s beschriebenen
isabellaria Mill. steckt nur ein Paar, als rufomixtata
Rbr. gekauft, ebenfalls aus Barcelona, in meiner Sammlung.
Der g' ist rötlicher, schwächer gezeichnet, als dentato-
lineata, ebenfalls mit längern Saumstrichen versehen.
Das © unterscheidet sich in keiner Weise von einzelnen
Stücken der letztern Art, so daß ich isabellaria als
Form der dentatolineata, welcher Name die Priorität
hat, auffasse.
DieGl.romanaria Mill. aus Rom, die vielleicht eben-
falls nur eine Form der dentatolineata darstellt, weicht
von dieser ab besonders durch die schwarzen Saumpunkte,
(nicht lange Striche wie jene), rötlichere Färbung, weniger
scharfe und kontrastreiche Zeichnung, Merkmale, die doch
möglicherweise keine spezifischen Unterschiede ausmachen.
Die Prüfung der ersten Stände und die mikroskopische
Untersuchung werden die Entscheidung bringen. Schon
Milliere, Icon. III. p. 54/55 erörtert die Unterschiede seiner
romanaria gegenüber der Fig. 7 Rbr. der dentato-
lineata, allerdings unter irrigen Voraussetzungen, da er
die andalusiche Art in natura nicht kannte.
Wie noch erwähnt werden soll, beschreibt Milliere die
Raupen der romanaria und derisabellariaalsartlich
verschieden; aber von letzterer hatte er nur 2 gefundene
Raupen, von welchen die eine als Raupe, die andere als
Puppe einging. Die Zucht ist demnach nicht beweiskräftig,
' da kein Imago erzielt wurde. Milliere schreibt denn auch mit
Recht, daß er Bild und Beschreibung der Raupe mit aller
Reserve bekanntgebe.
Die erwähnten Formen bedürfen einwandfreier Parallel-
Zuchten ex ovo zur Klärung ihrer Artrechte gegenüber
der dentatolineata Rbr., welchem Namen die Priorität
zukommt. — Von weiteren Repräsentanten dieser Gruppe,
122 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
fucata Pglr., philipparia Prt. und semitata Prt
stehen mir keine sicheren Exemplare zur Verfügung. |
Anthometra plumularıa Bsd. Lokal nicht selten auf
dem Grate Los Lamos bei Granada, im Sonnenschein
um niedere Cistusbüsche fliegend.
Cleta ramosariıa Vill. In frischen Stücken bei Alge-
ciras 8. VI. 25 in Anzahl. Von der f. transiens Prt.
stecken, mit meinen tunesischen übereinstimmend 2 Stück
von Chiclana in meiner Sammlung. Die f. transiens
Prt. scheint demnach nicht nur in Algier und Palästina,
sondern auch in Andalusien vorzukommen. Ich vermute
mit Prout, daß sie von der Nennform artlich verschieden
ist; alle meine ramosaria sind auch kleiner.
Ptychopoda ochrata Scop. Um Algeciras häufig,
meist abgeflogen. Die ganz frischen, reinen Stücke sind
ebenso dunkel wie meine normalen aus den Alpes Ma-
ritimes und aus Corsica, während andere, allerdings
keine reinen, heller sind und vielleicht zur f. albida
Ribbe gehören.
Ptychopoda macilentaria H.S. Ein tadelloses ©
aus der Sa de Alfacar.
Ptychopoda litigiosaria B. Auf den Höhen ober-
halb der Alhambra, Granada, an den von Ribbe ange-
gebenen Orten, nicht gerade selten. Ebenso in der Sierra
Nevada bis etwa 1600 m, wo die Art etwas größer und
wenig dunkler gefärbt ist.
Ptychopoda lambessata Obthr. Ein untadeliges J'
und © von Gü&jar, am Licht, in ca 1300 m.
Ptychopoda subsaturata Gn. Granada 13. VI. ein
geflogenes Stück.
Ptychopoda attenuaria Rbr. Algeciras mehrfach
von Predota gefangen, 10. V. 25.
Ptychopoda manicaria H.S. Ein ziemlich frisches
Exemplar von Granada, 25. Vl. 25. Nach Ribbe von Le-
derer bei Ronda gefangen. Scheinbar seither nicht mehr
in Andalusien nachgewiesen. |
Ptychopoda exilaria Gn. Nicht selten auf dem Grate
Los Llanos ob der Alhambra, mit plumulariaB.am
Tage im Sonnenschein fliegend.
Ptychopoda cervantaria f. depressaria Stgr.
Im Juni und anfangs Juli weitaus der häufigste Spanner
am Licht, an Felsen und in den Gängen des Hötels
auf den Höhen der Alhambra; geht in der Sierra Nevada
E. Wehrli. Ein Streifzug in die andalusischen Gebirge. 123
bis etwa 1600 m. Er variiert in der Größe bedeutend,
von 15 mm bis 22mm Spannung. Die größten, meist
dunkler grauen Exemplare stammen aus der Sierra
Nevada, wo er der Pt. asellaria H.S. und dunklen
Formen der Pt. eburnata Wocke (contiguariaHb.)
täuschend ähnlich werden kann.
Nach einer sehr schönen Reihe von ca. 100 Stück zu
schließen, ist die Variabilität in der Farbe und in der
Schärfe der Zeichnung eine sehr beträchtliche. Die Mehr-
zahl hat eine hell grauweiße oder hellgraue Grundfarbe,
andre sind dunkler grau, bald lebhaft und kontrastreich;
bald ganz undeutlich gezeichnet; meist aus der Sierra
Nevada, nur wenige nähern sich durch gelbliche oder
grauockrige Tönung der Nennform und nur ein oder
zwei g' aus Algeciras, 25. IV. 22 von Predota gefangen,
können zu dieser gerechnet werden, sind aber dunkler
als die Fig. 4, pl. 121 Milliere’s und schärfer gezeichnet.
Aber auch bei Algeciras kommen heller und dunkler
graue Exemplare vor, eines in der Schärfe der Zeichnung
an cossurata erinnernd. Eine scharfe lokale Scheidung
der gelben und der grauen Form der cervantaria
besteht also sicher nicht.
Ueber die Unterschiede gegenüber eburnata geben
Prout in Seitz p. 109 Aufschluß; zu erwähnen wäre noch
die verschiedene Lage der Mittelpunkte, die bei cer-
vantaria direkt senkrecht unter dem mittleren Costal-
fleck gelegen sind, während sie bei eburnata mehr nach
außen stehen, ferner die Verschiedenheit der Fühler-
bewimperung, welche die Art außer durch die differenten
Hinterbeine, auch von asellaria und alyssumata,
dann auch von consolidata trennt.
Die Fühler der cervantaria sind, ähnlich der ro-
manaria und isabellaria, mitlangenWimperbüscheln
versehen, derart, daß sie von Milliere als schwach oder
fein gekämmt beschrieben wurden. Die Abbildung des
Fühlers, Pl. 103, Fig. 3, Icon., läßt darüber keine’ Zweifel
aufkommen; sie ist insofern nicht ganz der Wirklichkeit
entsprechend, als die Wimpern bei starker Vergrößerung
keine secundären Zweige erkennen lassen; die Glieder-
enden stehen etwas vor, bilden aber keine Kammzähne.
Ptychopoda incisaria Stgr. 2 sichere hellgraue O9,
10 und 17. VI., eines ganz frisch, von Granada. Neu für
124 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Andalusien. Prout in Seitz gibt nur Süd-Portugal und
Algerien an.
Ptychopoda seriata Schrk. (virgularia Hb.) f. can-
teneraria B. Bei Algeciras eine kleine, schwachge-
zeichnete, gelbliche Form in Anzahl, z. Teil frisch.
Ptychopoda subsericeata Haw. 3 Stück, 1 von
Granada, 2 aus der S. Nevada.
Ptychopoda.laevigata Scop. Mehrfach in Granada
am Licht.
Ptychopoda eugeniata Mill. Mehrfach bei der
Alhambra und in der Sa Nevada am Licht, in einer röt-
lichen und in einer grauen Form, die beide dunkelgrau
gebändert vorkommen, erstere als f. jacobsi Prt., von
Gibraltar beschrieben, aus der Sa Nevada, letztere als
f. pseudode generaria Wrli. (I. E. Z. Guben, Bd. XX,
Nr. 2, 1926, p. 10) von Granada 10. 11. VI.
Ptychopoda ostrinariaHb. Je I Expl. aus Granada,
von Güejar und aus der Sa Nevada, etwa 1500 m.
Ptychopoda herbariata F. Mehrfach am Licht.
Ptychopoda elongaria Rbr. 1 verflogenes g' von
Algeciras.
PtychopodahispanariaPglr. 2 gute Stücke aus dem
Kalkgebirge bei Güejar, etwa 1300 m. Scheint neu für
Andalusien.
Ptychopoda nevadata Wrli. (Int. Ent. Ztschr. Guben
Bd. XIX, Nr. 41, 1926, p. 320, neue Geometridenformen
und -Arten aus Spanien. 1l. Eine neue Ptychopoda aus
dem Hochgebirge Andalusiens), 1 sehr frisches und
reines g' vom obern Barranco de Val de Inferno, am
Fuße des Muleybacen in etwa 2400 m Höhe, 29. VI.
1925; am Tage gefangen. Die interessante Art steht der
figurarıa Bang-Haas, aus Süd-Oran, am nächsten.
Ptychopoda lutulentaria Stgr. vielfach von den
Abhängen des Darro und aus der Sa Nevada, frisch.
Ptychopoda humiliata Hufn. In auffallend großen
Exemplaren aus der Sa de Alfacar; ebensolche hat Predota
von Algeciras.
PtychopodadegenerariahHb. Mehrfachvon Granada
und aus der Sa Nevada bis etwa 1500 m.
Cosymbia pupillaria Hb. 1 geflogenes Expl. am
Licht aus der Sa de Alfacar.
E. Wehrli. Ein Streifzug in die andalusischen Gebirge. 125
Larentiinae.
Bhodometra sacrarıa L, 1 frisches'g' S. Nevada,
= 1. VIE etwa 1500; 1 © Granada, 15. VI |
Lythria sanguinaria Dup. Ende Juni im obern Ge-
niltal bis etwa 1600 lokal n. s. In der sehr variablen
Reihe 1 sehr kleines dg'.
Brtchölsthachenopodiata L..1 g' frisch.in..der
Sa Nevada 1.7.
”Amysgdaloptera testaria F. Vier gute Exemplare
am 30. 6. unter L. sanguinaria Dup. in der Sierra Nevada
im Sonnenschein fliegend gefangen, in etwa 1500 m
Höhe. Die Art wird weder von Staudinger— Rebel
Cat. 1901, noch von Ribbe, noch von Prout für Spanien
angegeben; erstere verzeichnen als ihre Heimat Mau-
retanien, letztere Algerien. In meiner Sammlung stecken
noch 5 Stück Escorial, Castilien, bezettelt.
Anaitis plagiata L. Frisch aus der S. Nevada, und
der Sa de Alfacar, bis etwa 1700 m.
Anattisseitormata Gn. Vier. Jg, Granada, Ende
Juni, 2 frisch, 2 abgeflogen.
Chesias rufata f. plumbata Stgr. Sierra Nevada 1.7.
1 Stück, geflogen.
Calocalpe montivagata f. andalusica Ribbe.
1 Exemplar ganz frisch an Felsen im oberen Geniltal,
1500 m. Meine Sammlung enthält 2 weitere, weniger
scharf gezeichnete, allerdings etwas geflogene, als Lar.
alfacariıa Stgr. gekaufte Stücke.
Cıdarıa montanata. f. iberica, Stgr. Ein frisches
g' von der Loma di S. Francisco, in 1700 m Höhe, 21.6.
ganz frisch. |
Cidaria obstipata F. Granada mehrfach; Sa Nevada,
zuu m. 1 og‘, 2126. I
Cidaria achromaria Lah. Ein gut erhaltenes Q aus
der Sa. Nevada, 1500 m hoch, gleicht einer hellgrauen
achromaria, hat aber die Postmediane weiter saumwärts,
in der Mitte; die Linie der Hfl stärker spitzwinklig ge-
brochen, und der Winkel etwas vorgezogen; die basale
Hälfte der Hfl dunkler und die Säume aller Fl nur sehr
undeutlich bezeichnet. Es dürfte sich um dasselbe an-
dalusische Tier handeln, das von Staudinger als fraglich
zu achromaria Lah. gezogen wurde (Cat. 1901 p. 300);
er führt hispalata Rbr., Pl. XXII, Fig. 7, als synonym
126 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
(sec.typ. syn.) zuachromariaLah. auf; die Abbildung 7
Ramburs ist aber von meinem Falter ganz verschieden,
in Zeichnung und Färbung, — die Querlinien verlaufen
ganz anders etc. — derart, daß ich an eine Identität nicht
glauben kann, es müßten denn für Fig. 7 oder für mein
Stück eine stark aberrative Zeichnung angenommen
werden; nur größeres Material vermag diese Frage zu
entscheiden. Vorläufig steckt mein @ unter dem Namen
f. incerta in meiner Sammlung. Die Form scheint nicht
häufig zu sein, da sie auch von den Gebr. Ribbe nicht
gefangen worden ist, obwohl sie in gleicher Höhe zur
Flugzeit sammelten und auch Lichtfang betrieben.
Cidaria alfacariata Rbr. Mehrfach aus der Sa de
Alfacar und der Sa. Nevada (Güejar, 1200) auch am Licht.
Cidaria lasithiotica Rbl. Vier Exemplare ungefähr
in 1800 m der Sa Nevada aus Berberitzengebüsch ge-
scheucht; 1 vıel kleineres © aus der Sa de Alfacar.
Cidaria galiata Schif. Granada, Güejar.
Cidaria bilineata L.H. in allen möglichen Formen
von der testaceolata Stgr. bis zu ganz typischen
Stücken aus der S. Nevada, die sich von schweizerischen
oder elsäßischen Stücken in nichts unterscheiden.
Eupithecia pulchellata f.grenadensis Bubacek.
Die Raupe nicht selten in Digitalis-Blüten an den Ab-
hängen des Darro und in den Tälern der Sa Nevada.
Die Zucht ist sehr leicht; es sind mir im folgenden März
über 20 Falter geschlüpft. Vereinzelte erschienen 3 Monate
später, im Juni.
Eupithecia pantellaria Mill. f.n.an sp.n.? anda-
lusica Wrli. (Int. Ent. Ztschr. Guben, Bd. XX). Nr. 2,
1926, p. 11. Ungefähr 1500 m hoch, an Felsen der Loma
di S. Francisco der Sa. Nevada, sehr lokal und verborgen.
In Färbung und Zeichnung der E.illuminata Joann.
sehr ähnlich, aber größer, mit stumpferem Braun und
der liguriata Mill. nahekommender Unterseite.
Eupithecia venosata F. Sa Nevada, 1500, zum Teil
frisch, 4 Exemplare. |
Eupithecia centaureata Schiff. Granada, frisch.
Sa Nevada geflogen. |
Eupithecia breviculata Donz. Sa Nevada, 1500,
1. VII, 1 Stück frisch. |
Eupithecia vulgataHaw. mehrere Exemplare aus der
Sa Nevada, eines von Granada, in einer dunkleren, noch
E. Wehrli. Ein Streifzug in die andalusischen Gebirge. 127
deutlich bräunlichen, der f. montium sich nähernden
Form.
Eupithecia unitaria H.S.1 frisches @ an Felsen im
obern Geniltal, Sa. Nevada, ungefähr 1600 m hoch, 29. VI.
Bisher aus Andalusien nur von Ronda bekannt; sonst
noch bei Algezares, April und Mai.
Bupnıthecia distinctarıa H..S. 2 Exemplare, heller
. als meine alpinen, der f. sextiata Mill. sich nähernd, aus
der Sa Nevada, 29. VI. und aus der Sa. de Alfacar, 17. VI.
Gymnoscelis pumilata Hb. Häufig am Licht, auch
in den Formen parvularia H.S. und tempestivataZ.
Geometrinaea.
Abraxas pantaria 1 St. von Güejar, geflogen.
KPomosrapha trimaculata f. bermeja Ribbe.
2 St. Granada, am Licht.
- Opistograptis luteolata L. Sa Nevada, 1500, mehr-
fach am Licht.
Eilierinia cauteriata Stgr. 1 g' aus Algeciras, von
Predota gefangen.
ua japygiaria Costa. Granada, öfter am
icht. |
Synopsia sociaria Hb. 6 g’g' am Licht in der Sa Ne-
vada 1500 m hoch, in einer Form mit weißgrauer Grund-
farbe, mäßig dunkelgrau bestäubt, mit scharfer Zeich-
nung und gut ausgeprägten Bändern. Sämtliche 6 Exem-
plare weichen im Verlauf der Postmediane auffällig vom
Typus und seinen Formen ab, indem der Vorsprung am
1. Medianast stärker vorgezogen, schmaler und spitzer
ist; über und manchmal auch unter der Mitte ist sie
deutlich gewinkelt, nicht nur gebogen, und meist mit
schwarzen Keilflecken innen versehen; auch die Aus-
buchtung über dem Innenrand ıst schärfer abgesetzt.
Es scheint dieser Verlauf eine Rasseneigentümlichkeit
dieser Gebirgsform zu sein, die meinen vielen deutschen,
französischen und italienischen Stücken abgeht. Die
Form, die ich als f.n. acuta bezeichne, stimmt mit der
f.staudingeraria Martorell aus Barcelona nicht über-
ein, da sie weder größer, noch dunkler als der Typ ist.
Boarmia solieraria Rbr. 1 tadelloses g’ am Licht in
Granada 10. VI. Neu f. Andalusien.
Rhoptria asperaria Hb. 1 frisches 9’ Granada am
Picht°2D: 'Vl.
128 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Gnophos perspersata Tr. Ob Güejar, circa 1200,
häufig am Licht, in typischen, sowie in hellgrau über-
stäubten Exemplaren, 25. VI. |
Gnophos onustaria H. S. 1 frisches g' aus der
S. Nevada 1500 m, 1. VII. 1 abgeflogenes g' aus der
S. Alfacar 17. VI., wo Predota ebenfalls 1 Stück fing.
Keines der 3 Tiere besitzt rötlich angelegte Querstreifen,
wie die catenulata Rbr., Pl. XIX, fig. 5 Cat. syst. Lep.
Andalous. Ueberhaupt sah ich noch nie unter meinen
schönen Serien dieser Art verschiedenster Provenienz
ein Stück, das auch nur eine rötliche Schuppe gehabt
hätte, so daß mir berechtigte Zweifel an der bisher all--
gemein angenommen Identität der catenulata mıt der
onustaria aufgestiegen sind. Hingegen habe ich graue
mucidaria Hb.-Formen gefangen, die durch den
Besitz rötlich angelegter Querstreifen der Ramburschen
fie. 5 außerordentlich nahe kommen; auch unter meinen
variegata Dup., die bisher in Andalusien noch nicht
gefunden wurden, finden sich ganz ähnliche Formen. Es
drängt sich mir deshalb die Ueberzeugung auf, daß ca-
tenulata gar nicht in den Formenkreis der onu-
staria, sondern in den der mucidaria Hb. und der
variegata gehört.
Gnophos mucidariaHb. Vielfach in den verschiedenen
bekannten Formen von Granada, und aus der Sa Nevada,
auch von Güejar, oft mit Gl. rufomixtataundden-
tatolineata an den gleichen Felsen sitzend. Die f£.
catenulata Rbr. bei Granada und Sa Nevada. Mitte
bis Ende Juni.
Bichroma famula Esp. 2901 g' 11/12. VL Ob der
Alhambra. Das © sehr kontrastreich gefärbt, mit weißer
M. Binde und weißlichen Flecken im Saumfeld.
Fidonia plumistaria f. acronevadaria Wrl.
Entom. Zeitschr. Frankfurt a. M. 1926, Bd. XXXIX. Nr. 40,
p. 162. Eine einbrütige zwerghafte Hochgebirgsrasse aus
der Sa Nevada.
Eine ähnliche Hochgebirgsform ist, wie mir Herr War-
necke freundlichst mitteilte, vom Grafen von Hoffmannsegg
in Anzahl auf der Sa de Guadarrama (Grenze von Neu-
und Altcastilien) nahe der Schneegrenze (Höchste Er-
hebung der Sierra 2385 m) gefangen und von Möschler,
(Berl. Ent. Zeitschr. 1866, p. 137) ohne Benennung beschrieben
worden, als sehr klein, 30—34 mm Spannung gegen 36—43
M. Hering. Neue südamerikan. Heteroceren im Berliner Museum. 129
der typischen Form, mit blaßgelber, statt Orangefärbung des
Längswisches und der Saumfeldflecken der Vfl und des Hils.
Itame vincularia Hb. Sa de Alfacar, 17. 6. abgeflogen.
Itame gesticularia Sa de Alfacar am Licht 17. 6.
Güejar 26. 6. |
Chiasma clathrata L. Eine gelbweiße helle Form
stark reduzierter Schwarzzeichnung Sa. de Alfacar, 17. 6.
Dyscia penulataria Hb. Algeciras, 3./7.5. von Predota
gefangen.
Aspilates ochrearia Rossi. 1 g' ob der Alhambra.
Neue südamerikanische Heteroceren
im Berliner Museum.
Von Dr. Martin Hering, Berlin 4, Zoolog. Museum.
Droptidae:
Xenomigia disciplaga sp. nov. Im Vfl r, vor r, ent-
springend, Zelle normal, damit als zu der genannten Gat-
tung zugehörig bezeichnet. cu, ist im Vfl ganz frei, im Hil
mit m, ganz kurz gestielt. Vfl dunkelbraun, die Adern,
besonders in der Distalhälfte, fein gelbbraun bezeichnet.
Unter dem Ursprung von cu, liegt ein nach außen schiefer
- gelbweißer Fleck, der nach hinten zu nur wenig über die
Analfalte hinausreicht und nach vorn zu die Zelle nicht
ganz erreicht, sonst ganz ohne Zeichnungen. Hfl braun-
schwarz, mit milchweißem, etwas hyalinem, schief ovalen
Fleck, der die Wurzel nicht erreicht, einen großen Teil
der Zelle aber ausfüllt und nach hinten etwa bis zur Anal-
falte reicht. In ihm liegt die basale Hälfte von cu,, dagegen
nicht cu,. Useite ähnlich der Öseite; im Vfl fehlen die
gelben Adern, der Fleck ist ausgedehnter und milchweiß;
auch im Hfl ist der weiße Fleck ausgedehnter und erreicht
hinten den Ird. Körper dunkelbraun, zum mindesten die
Tegulae ockergelb, der Hlb unten weißlich. Spannweite
24 mm, Vfl-Länge 12 mm.
| O-Typus von Columbien im Berliner Museum (Starke).
Die Art erinnert im Habitus an Scotura- oder Poly-
poetes-Arten, ist aber durch die Lage von Tr; im Vfl
genügend gekennzeichnet. Auch kommt der schiefe Fleck
des Vfl sonst nicht in dieser Weise lokalisiert vor.
130 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Syntomididae.
Antichloris miraculosa sp. nov. Vfl mit 12 Adern,
r, von der Zelle, die folgenden in der Reihenfolge r,, r,, 1,
und r; gestielt. m, von diesem Stiele getrennt, m, und m,
von der Hinterecke der Zelle, cu, vor derselben, cu, bei
etwa */, des Zellhinterrandes. Hfl mit stark vorgebogener
Costa, cu, weit vor dem Zellwinkel, cu, und m, etwa von
demselben, m,.ganz rudimentär, aber der Lage nach noch
erkennbar, vor der Hinterecke aus der Querader. [Hamp-
son’s Interpretation bezüglich der fehlenden Ader bei dieser
Gattung scheint demnach unrichtig. Nicht Ader 4 ıst es,
die fehlt, sondern Ader 5]. Ader m, und rr etwas getrennt
entspringend. Die Zelle des Hfl ist sehr vielkürzer
als z. B. bei Ant. eriphia Fldr., die Falpenrzzıze
aufwärtsgebogen und erreichen dieHöhedes
Scheitels, beides Merkmale, die vielleicht eine generische
Abtrennung dieser Art erfordern. |
Körper schwarz, grün glänzend, Kragen oben und an
den Seiten rot. Vfl schwarz, Adern breit grün glänzend,
Fransen am Apex weiß, ebenso am Ard zwischen der
Mündung der Axillaris und des 1. Cubitus. Hfl schwarz,
mit länglichem Glasfenster von der Wurzel bis kurz vor den
Ard, vorn noch etwas in die Zelle hineinreichend, hinten
basal bis zur Analfalte ausgedehnt. Vfl unten in der distalen
Hälfte bis etwa cu, entlang grünblau glänzend, ebenso am
Vrd nahe der Wurzel. Hfl unten vor dem Glasfenster
ebenso, hinter diesem schwach glänzend. Adern im Fenster
schwarz. Spannweite 36 mm, Vfl-Länge 17 mm. |
JTypus von Guatemala, von Herrn G. Brückner dem
Museum als Geschenk überwiesen.
Agyrtiola Gaede (1926). Fühler zweireihig gekämmt, °
Schaft normal. Palpen mäßig lang, vorgestreckt. Hinter-
schienen und 1. Tarsalglied auffallend lang behaart. Vfl mit 12°
Adern, Zelle unten !/, des Fl lang, alle Radialäste gestielt in
der Reihenfolge r,, r,, T;, T,, r,. m, von diesem Stiel getrennt, °
m, etwa von der Hinterecke der Zelle. Hfl relativ sehr” ’
verkürzt, Zelle etwa !/, des Fls, Querader schief, der hintere”
Zellteil kürzer als der vordere. rr und m, getrennt, m, nur
noch als Falte vom Queraderwinkel angedeutet, m, mit
cu, kurz, cu, mit cu, sehr lang gestieltl. In Hampsons”
Tabelle gelangt man zur Gattung Theia, die aber lange,
aufgebogene Palpen hat, keine behaarten Hinterschienen
«3
3
M. Hering. Neue südamerikan. Heteroceren im Berliner Museum. 131
besitzt, und bei der r, aus der Zelle kommt. Im Hfl fehlt
bei ihr außer m; noch cu,. Genotype: Agyrtiola nie-
=pelti nov. sp.
Ag.niepelti Gaede 1926. Dieses Stück steckte bisher
in der Museumssammlung als das g'vonAgyrtidiaurano-
phila Wlkr. Durch die Generosität des Herrn W. Niepelt-
- Zirlau gelangte nun das Museum in den Besitz eines echten
g' von uranophila, das sich von dem © nicht wesent-
lich unterschied, wodurch sich die Notwendigkeit ergab,
das vorliegende Stück von der Art zu trennen. Die Ähnlich-
“keit mit uranophila ist so groß, daß es genügt, die
_ Unterschiede zwischen beiden anzugeben. Bei niepelti
ist der Vfl etwas länglicher, der Tornus etwas mehr ge-
“rundet, die beiden hyalinen Streifen im Vfl sind etwas
breiter. Der Hfl ist ganz kurz und breit, viel kürzer als
bei uranophila. Der Hlb ist eben wie bei uranophila
gefärbt, unten aber mit großem weißlichgrauen Duftfeld,
das auch die Seiten einnimmt; die letzten 3—4 Segmente
aber, nach vorn hin schmäler werdend, sind schwarz ge-
‚ färbt. Spannweite 44 mm, Länge des Vfls 23 mm, des Hils
(von der Wurzel bis zur Mündung von m,) nur 11 mm.
-Typus von S. Paulo de Olivenca, oberer Amazonas,
1891 von Michael gefangen.
Ferieopinae,
Thyrgis basipunctata sp. nov. Steht am nächsten
Th. angustifascia Her. (Seitz VI p. 428). Vfl an der
Basis an Vrd mit auffallendem roten Fleck, die Querbinde
liegt weiter distal als bei angustifascia, berührt die
Zelle nicht und erreicht den Vrd nicht, ist oberseits fleisch-
farben, auf der Useite rot. Der Basalfleck unten zu einem
‚Strich ausgezogen. Hil schwarz, blau übergossen, mit maxi-
“mal 2 mm breitem roten Saumfeld, das durch die Adern
schwarz durchschnitten wird und überall bis an den Saum
reicht, keine schwarzen Partien an ihm freiläßt, wıe bei
angustifascia. Fransen schwarz. Körper schwarz, blau-
glänzend, Vorderhüften rot. Spannweite 55 mm, Vfl-Länge
27 mm. Q-Typus von Yurimaguas im Berliner Museum.
Pericopis ultima sp. nov. Nahestehend P. Iycaste
tibesis Dre. (Seitz VI t 63 d., e.), Körper wie bei dieser,
nur der äußere Tegulafleck viel größer. Vfl wie bei tibesis.
Hfl nicht rötlich hyalin wie bei tibesis, sondern opak
ziegelrot; das schwarze Saumfeld breiter, die Querlinie
132 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
_
vor ihm schneidet cu, weit vor !/, ihrer Länge, bei tibesis
an oder hinter !/, derselben. Die schwarzen Teile der Vfl
auf der Useite nicht ockergelb bestäubt. |
2 g' von Lino, Panama, von Fassl gefangen. Z'-Typus
im Berliner Museum.
P. viduopsis sp. nov. Eine auffällige Art, Vfl wie bei
tibesis, aber alle Basalzeichnungen fehlend, nur die ge-
gabelte Binde über die Zelle vorhanden, außerdem eine
undeutliche marginale Punktreihe. Hfl tiefgelb, nur mit
schmalem schwarzen, weiß gepunkteten Ard und schwarzem
Haarbüschel im Axillarraum. Auf der Useite alle Adern
und Queradern schwarz, eine undeutliche Querlinie vor
dem Saum. Hlb dunkelgelb mit schwarzer Dorsallinie,
unten schwefelgelb, die Segmentränder in der Mitte schwarz.
Patagia schwarz, Tegulae mit den zwei hellen Flecken wie
bei voriger, mit der die Art auch in der Größe überein-
stimmt. Spannweite 65 mm, Vfl-Länge 34 mm. g'-Iypus
und 2 g' Paratypen von Lino, Panama (coll. Fassl) ım
Berliner Museum.
Man könnte annehmen, daß diese Art das g' von
P. vidua Schs. sei, mit der sie im Tone des Gelb über-
einstimmt, wenn bei letzterer nicht der Hlb oben schwarze
Segmentränder besäße.
P. dissimulata Wlkr. Bei dieser Art scheint eine ge-
wisse Tendenz zur Verdunkelung vorzuliegen. Bei nigro-
discalis f.nov. ist der ganze hyaline Teil des Hfls proxi-
mal der Querader schwarz, unten teilweise noch weißlich
bestäubt (Q-Typus von Mocoa, Columbien, gesammelt von
Werner Hopp); bei nigerrima f. nov. ist der ganze Hil'
schwärzlich bestäubt, dıe weißen Submarginalflecke fehlen,
die rotbraune Linie davor fast völlig verschwunden. (Q-Typus
von Balzapamba, Ecuador).
P. postflava sp. nov. Sehr ähnlich P. joiceyi Dogn.
(Seitz VI p. 442), im Hfl die Grundfarbe schwefel-. statt
ockergelb, die Querader breit schwarz, das Saumfeld breiter,
an cu, fast die Zelle berührend, mit breitem ockergelben
Streifen vor den weißen Marginalpunkten. In allen andern
Punkten mit joiceyi übereinstimmend, aber die Hil
schmaler. g'-Typus von Villavicencio, Ost-Columbien, 400 m,
gesammelt von Fassl. |
P. parviplaga sp. nov. Der postflava ähnlich, aber
das schwarze Saumband vor m, nicht schmaler werdend °
wie bei dieser, sondern überall gleichbreit, der gelbe Fleck ”
M. Hering, Neue südamerikan. Heteroceren im Berliner Museum. 133
hinter der Querader deshalb kleiner, die Adern darin nicht
dunkel. Die Füllung des schwarzen Saumfeldes oben und
_ unten rot statt ockergelb, unten ein Punkt an der Basis
besonders leuchtendrot. Spannweite 58 mm. g'-Typus von
Ecuador im Berliner Museum.
P. paracelsus sp. nov. ÄAußerlich einer marginalis-
Rasse ähnlich, aber Hlb oben schwarz, mit zwei gelblich-
grauen Subdorsalstreifen, Analbusch rot; Useite gelb. Thorax
schwarz, mit zwei gelben inneren und zwei weißen äußeren
Flecken. l’egulabasis mit gelbem Fleck, ein gleicher an
der Flügelwurzel. Vfl wie beim g' von marginalis
magdala Bsd. (Seitz VI t. 63 f.), aber mehr länglich, Vrd
und basale Hälfte der Zelle ebenso hell wie die gegabelte
Querbinde. Hfl glasig, alle Adern, Vrd bis zur Zelle.und
Ard feuerrot, am Saum sehr kleine schwarze, weıßblau
gekernte Flecke. Querader schwarz, aber nur auf der
ÖOseite. Unterseits beide Fl vorwiegend feuerrot gerandet.
Spannweite 64 mm, Vfl-Länge 33 mm. g'!-Typus vom
Vulkan Irazu (1200 m) Paratypus von Orosi, Costa Rica,
coll. Fassl.
Stenognatha pyrophora sp. nov. Körper rot, nicht
gelb, wie bei gentilis, Hüften, Tegulaeenden bläulich-
rosa; Hlb rot mit schwarzer dorsaler und lateralen Punkt-
reihen (bei gentilis zwei weißliche Subdorsalreihen, auf
den letzten Szgmenten ein schwarzer Lateralstreifen). Fär-
bung der Fl wie beim g' von gentilis, aber alle gelb-
braunen Zeichnungen hier rosenrot.
J'-Typus von Herrn W. Niepelt-Zirlau erhalten, unbe-
kannter Herkunft. Da auf dem Etikett „Arctia chilena“
steht, stammt das Tier vielleicht aus Chile.
Pericopis jaonis Strd. Diese Art lag mir bei
Bearbeitung der Unterfamilie in Seitz noch nicht vor; sie
wurde auf Grund der Fl-Zeichnung zu Daritis gestellt,
eine Annahme, die sich als irrig erwies, nachdem ich ein
Exemplar der Art von Herrn Niepelt-Zirlau erhielt. Auf
Grund der fehlenden Mittelsporne der Hintertibien steht
ieäkttsichtie bei Pericopis.
Micrarctiinae.
Crocomela theophrastus sp. nov. ©: Körper und Fl
einförmig schwarz, blaupurpurn mattschimmernd, nur die
Vfl mit sehr großem fast quadratischen gelben Fleck, der
Deutsche Entom»logische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein V
Iris zu Dresden. Jahrgang 1926.
134 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
nur an der Hinterseite konkav eingebuchtet ist. Seine
Begrenzung geht von !/, der Costa fast grade nach etwas
hinter der Mitte der Analıs, von dort gebogen vor der
Mitte von cu, vorbei nach der Mitte der Zelle 2, von dort
dem proximalen Rand fast parallel, aber unregelmäßig, nach
etwa ?/; des Vrds. Auf der Useite die gelbe Zeichnung
distal etwas ausgedehnter. Spannweite 38, Vfl-Länge 19 mm.
Q-Typus vom Amazonas. |
Der über den ganzen Fl, also auch am Apex vor-
handene Purpurschimmer läßt die Art leicht von allen
Crocomela-Arten mit dunklen Hfln unterscheiden.
Crocomela thirmida nov. sp. Diese Art ist, besonders
im ©, ganz verblüffend der Dioptide Thirmida grandis
Dre. ähnlich. Körper schwarz, blaupurpurn schimmernd.
Vfl schwarz, violettpurpurn an der äußersten Basis, im
distalen ?/;, des Fls, den Adern und Vrd und Ird,. Das
subbasale Drittel wird eingenommen durch eine rotgelbe,
purpurschwarz geaderte Querbinde, die die Ränder nicht
erreicht, beim © etwas breiter als beim g'ist. Hfl in der
proximalen Hälfte bis zur Querader rotgelb, Hrd der Zelle
(beim Q nur bis cu,), cu, und cu, beim g', Analis, Axillaris
und ein dicker Basalstrich zwischen ihnen purpurschwarz,
Distalhälfte schwarzpurpurn. Useite wie die Öseite, nur
die Adern im rotgelben Feld nicht so dunkel betont. Spann-
weite: Q' 35—40, © 43 mm. g', Q-Typus von Blumenau
im Berliner Museum, ein weiteres g' von Merida.
Beim g' sind, wie bei vielen Crocomela-Arten, die Fl
verlängert, doch scheint ein Duftfeld zu fehlen. Das ©
unterscheidet sich von Thirmida grandis Drc. dadurch,
daß bei letzterer im Hfl das gelbe Basalfeld weder die
Querader noch den Ird erreicht.
H. Rebel. Lepidopteren von den Balearen. 135
Lepidopteren von den Balearen.
Von Prof. Dr. H. Rebel, Wien.
Ueber die Lepidopterenfauna der Balearen liegen erst
aus jüngerer Zeit einige Publikationen vor, deren Ver-
zeichnis im Nachstehenden gegeben wird. Die ausführ-
lichsten derselben rühren von Herrn C. F. Frings her,
welcher sich auch über die allgemeinen geographischen
Verhältnisse von Mallorca in seiner ersten Publikation ge-
äußert hat.
Durch die sehr dankenswerte Freundlichkeit des Herrn
Otto Bang-Haas erhielt das Naturhistorische Museum
in Wien eine umfangreiche Lepidopteren-Ausbeute von
Mallorca, welche von Herrn Juan Jorda, Escolasticado
de P. P. Teatinos don Espangolet, in der Umgebung Pal-
mas gemacht worden war. Leider ist den Stücken kein
näherer Fundort, noch eine Datierung des Fanges beige-
geben. Immerhin ergab eine Durcharbeitung des aus 94
Arten bestehenden Materials wohl keinen Artenzuwachs
bei den Rhopaloceren, aber einen umso beträchtlicheren bei
den Heteroceren, daß es angezeigt erschien, eine Zusammen-
fassung der bisher bekannt gewordenen faunistischen Re-
sultate von den Balearen und damit auch eine Basıs für
. weitere Forschungen daselbst zu geben. Der Vollständig-
keit halber wurden auch die ganz wenigen Arten, welche
durch mich von den Pityusen bekannt gemacht worden
waren, hier einbezogen.
Was die allgemeinen geographischen Verhältnisse der
aus zwei Hauptinseln Mallorca und Minorca bestehenden
Balearen betrifft, so haben die Inseln eine Gesammtober-
fläche von 5014 qkm. Zum Vergleiche sei die Bodenfläche
einiger anderer mittelländischen Inseln gegeben: Kreta 8620,
Korsika 8722, Sardinien 23800, Sizilien 25700 qkm. Die
Einwohnerzahl des balearischen Archipels beträgt 311000,
jene der Hauptinsel Mallorca, mit 3390 qkm Oberfläche,
244000. Die zweitgrößte Baleareninsel, Minorca, hat 760 qkm
Bodenfläche und nur 38000 Einwohner. Die Pityusen haben
nur rund 700 qkm Bodenfläche mit 24000 Einwohner. Was
die Entfernung Mallorcas von den zunächst liegenden Fest-
land-Küsten anbelangt, so beträgt sie von der spanischen
136 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Küste 190, von der afrikanischen 270 km, Sardinien liegt
420 km entfernt. Ibiza, die Hauptinsel der Pityusen, liegt
nur 90 km von der spanischen Küste und beiläufig eben-
soweit von Mallorca entfernt.
Mallorca hat eine günstige Gliederung seiner vorwie-
gend sandigen Küste und ist genügend bewässert, aber
auch stark kultiviert (Südfrüchte, Wein, Seide, Schweine-
zucht). Längs seiner Nordküste zieht sich ein fast vege-
tationsloses Hochgebirge hin, welches in der Silla de To-
rella mit 1571 m die höchste Erhebung erreicht. Es ist in
den Wintermonaten mit Schnee bedeckt. Ein viel niedrig-
erer Gebirgszug erstreckt sich längs der Südküste. Da-
zwischen liegt die fruchtbare Ebene. Das Klima ist ein
sehr günstiges und mildes. Palma (die westlich gelegene
Hauptstadt, daneben noch nördlich Soller und Alcudia als
Hauptorte) hat eine mittlere Jahrestemperatur von 18°C,
eine mittlere Sommertemperatur von 25°C und eine mitt-
lere Wintertemperatur von 11° C. Temperaturen unter 0%
sind in den Niederungen sehr selten. Die Nächte sind auch
im Sommer frisch. Die jährliche Regenmenge beträgt bei
Palma durchschnittlich 464 mm. Im allgemeinen ist das
Klima als ein sehr trockenes zu bezeichnen. Daher ist auch
die Vegetation und Fauna trotz der günstigen Temperatur-
verhältnisse eine ärmliche. Noch mehr trifft das für Minorca
zu. Die Pityusen sind vorwiegend felsige, klippenreiche
Eilande. |
Es wäre verfrüht, über die Lepidopterenfauna der Ba-
learen eine abschließende Beurteilung auszusprechen. Denn
wenn auch die Anzahl der Rhopaloceren sich nur mehr
um wenige Arten in Zukunft bereichern lassen dürfte, ist
doch von den Heteroceren, inclusive Microlepidopteren,
kaum ein Dritteil der auf den Balearen mit Sicherheit zu
erwartenden Arten bisher nachgewiesen worden. Nur so-
viel läßt sich bereits heute sagen, daß die als „insulare
Verarmung“ bekannte Erscheinung auf den Balearen sehr
prägnant auftritt, und daß viele Arten unter sehr ungünstiger
Lebensbedingung ihr Dasein zu fristen scheinen, wofür das
so häufige Auftreten von Zwergformen spricht, das seiner-
seits wieder in der großen Troekenheit des Klimas seine
Erklärung finden dürfte. Der sich bisher ergebende Mangel
endemischer Arten läßt auf einen geologisch nicht zuweit
zurückreichenden, kontinentalen Zusammenhang der Inseln
schließen. |
H. Rebel. Lepidopteren von den Balearen. 137
Faunistische Literatur über Balearen und Pityusen.
BUBACEK, O., Ausbeute von Soller (Verh. zool. bot. Ges.
1914 p. 61.) Gonepteryx cleopatra balearica (1b.1920 p. 85).
FRINGS, C. F.: I. Beitrag zur Lepidopterenfauna der Insel
Mallorca. (Ent. Rundsch. 39., 1922 p. 21, 27, 30).
FRINGS, C. F.: II. Weiterer Beitrag zur Lepidopterenfauna
der Insel Mallorca. (Ebenda 43 1926, p. 1—4).
HOLFORD, H. O©., Notes on Butterflies in Majorca ın Ja-
nuary, February and March 1914 (Entomol. 48, 1915,
p. 55—57).
JONES, A.H., Notes on the Lepidoptera of the Balearic
Islands (Monthl. Mag. [2] XVII, 1906, p. 170—1).
MUSCHAMP P. A.H., Majorca — Eight days entomology.
Two new butterflies aberrations (Ent. Rec. XVI., 1904,
p. 221—223).
PAGENSTECHER, A., Geogr.Verbr. d.Schm. (1909) p. 174.
PROUT, L. P., Lepidoptera Heterocera from Majorca, col-
lected by A.H. Jones (Monthl. Mag. [2] XVII. 1906 p. 172).
REBEL, Dr. H., Heteroceren von Ibiza (Pityusen) (Verh.zool.
bot. Ges. 1912 p. 117).
Liste der bisher von den Balearen und Pityusen
nachgewiesenen Lepidopteren.
Papilionidae.
1.Papilio machaon L. — Musch. p. 221. — Frings I
p. 21, I p.1. Vier Stücke (g') aus der Umgebung Pal-
mas(Jorda) bestätigen die ausführlichen Angaben Frings.
Ich halte die Stücke nur in den Formenkreis von
sphyrus Hb. gehörig. Musch. erwähnt auch ab. rufo-
punctata Wheel. — Auch von Minorca (Jones)').
Brentdae.
2.Pieris brassicae L.— Musch. I. c. chariclea
Stph. sec. Frings I p. 27. 1 9' von Palma (Jorda) gehört
nach der tiefgraugrünen Useite der Hfl zu chariclea.
1) Pap. podalirius L. — Jones l.c. p. 171. — Beobachtet
von Lupton, dürfte auf einer Verkennung von P.machaon beruhen.
Parnassius apollo L. — Frings I p. 27, nach einer Be-
obachtung von Dr. v. Jordan bei Arta am 4. April in 200 m See-
höhe, Bedarf sehr der Bestätigung. Eher ließe sich an Thais
rumina denken.
138 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Die Art scheint nicht häufig zu sein, wird aber auch
von Minorca (Jones) angegeben. |
.Pieris rapae L. — Musch. I. ec: — Frings I p. 27,
IIp.1. Sehr gemein und sehr abändernd. Manche ©
sind zwerghaft, und gelblich gefärbt (Jorda). — Musch
erwähnt schon ab. inmaculata Cock. — Auch von
Minorca (Jones). | |
4.Pieris daplidice L.— Musch. |. e. — Frings II p.1.
Eine Serie von mehr als 30 Stücken enthält wieder
eine Anzahl zwerghafter Stücke. Nur wenige Exem-
plare erreichen Mittelgröße.— Auch von Minorca (Jones).
5.Leptidia sinapis L. — Musch p. 221. — Frings I
p.27. Nicht in der Ausbeute Jordas vertreten. — Musch
und Frings lag die Form lathyri Hb. aus der Um-
gebung Alcudias vor. |
6. Colias croceus Foure. (edusa F.) — Musch. |. c.
— Frings I p. 27. Eine Serie sehr variabler Stücke
beiderlei Geschlechts, auch 2 © der ab. helice Hb,,
jo)
die bereits Frings erwähnt. — Die meisten Stücke
sind von normaler Größe. — Auch von Minorcea (Jones)
bekannt.
7.Gonepteryx eleopatra balearica Bub. Zool.
bot. Verh. [1914 p. (61)] 1920 p. (85). Musch. I. c. —
Frings I p. 27. Nur wenige Stücke J', © (Jorda). —
Als G. cleopatra von Minorca (Jones) ?).
Nymphalidae
8.Pyrameis atalanta L. — Frings I p. 28. Auch
bei dieser Art sind die Stücke zum Teil unter Mittel-
größe und die rote Querbinde der Vfl breit. ab. fracta
Tutt. ist öfters erkennbar. Auch von Minorca ange-
geben (Jones).
9. Pyrameis carduiL.— Jonesl.c.p.171. — Frings1
p: 80, II p. 2. Nur ein gut gefärbtes © (Jorda). —
Auch von Minorca (Jones).
10. Vanessa antiopa L. — Musch. l. c. p. 221. Nur
Muschamp gibt ein geflogenes Stück der ab. hygiaea
Heyd. an. Die Art ist eine seltene Erscheinung auf den
Balearen.
2) Gon. rhamni Jones 1. c.p. 171; Holford I. c.p. 56 dürfte auf
einer Verwechslung mit Gon.cleopatrabalearica beruhen.
11.
12
13.
14.
15.
1
©)
17.
18.
H. Rebel. Lepidopteren von den Balearen. 139
Argynnis pandora Schiff. — Frings Ip. 31. 3 9‘,
1 © aus der Umgebung Palmas (Jorda) zeigen die Unter-
seite der Hfl normal weiß gezeichnet. Das Vorkommen
vonArgynnis lathonial. auf den Balearen steht
noch zu erwarten.
Satyridae.,
.Satyrus fidia L. — Frings I p. 31. Zwei kleine,
unten stark weiß gezeichnete g' von Palma (Jorda).
Pararge aegeriaL.— Jones|.c.p. 171. — Frings
p. 31. Eine kleine Anzahl Stücke beiderlei Geschlechtes
von sehr geringem Ausmaß (Jorda). Auch von Miı-
norca angegeben (Jones).
Pararge megaera intermedia Musch. |]. c.
p. 222. — Frings I p. 31. Eine Anzahl Stücke beiderleı
Geschlechts (Jorda). Die Form steht doch der Stamm-
form noch näher als dem sardo-korsischen tigelius.
Epinephele jurtina hispulla Hb. — Jones I. c.
p. 171. — Frings I p. 31, IIp. 2. Eine Serie teilweise
recht kleiner Stücke. Die © auf den Vfl zum Teil
überwiegend rotgelb (Jorda). — Auch von Minorca
(Jones). —
‚Epinephele ida Esp. — Jones p. 171 — Frings I
p. 31, II p.2. Eine Serie von 10 Paaren zeigt oberseits
die Saumbinden dunkler und etwas breiter als die
Stammform. Die Durchschnittsgröße ist geringer. Die
Unterseite der Hfl nicht dunkler. Auch von Minorca
angegeben (Jones).
Coenonympha pamphilusL.—ab.balearica
Musch. . c. p. 222. — Jones |. c. p. 171. — Frings Ip. 31.
Eine Anzahl Stücke beiderlei Geschlechts, zweifellos
‘der Sommerform, gehören der Form Iyllus Esp.
an (Jorda). — Muschamp hat nach Stücken der Früh-
jahrsgeneration, die er mit ab.marginata Rühl bei
Palma erbeutete, mit einem Subapikalauge auf der
Useite der Vfl und wechselnder Useite der Hfl, die
ab.balearica aufgestellt.
Ly:caenidae
Callophrys rubi L. — Musch. |. c. p. 222. — Hol-
ford 1. ec. p. 56—7 — Frings I p. 31. Nur durch zwei
ganz verflogene Stücke in der Ausbeute Jordas ver-
treten. — Die Art fliegt schon von Februar ab auf
140
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
19.
20.
21.
22.
23.
24.
25.
Mallorca, zumeist als ab. caecus Geoffr immacu-
lata Fuchs).
Chrysophanus phlaeas L.— Jones ].c.p. 171.
— Frings I p. 31. — Eine Anzahl Stücke der zweiten
Generation eleus F. (Jorda). Auch von Minorca an-
gegeben (Jones).
Lampides boeticus L. — Holford I. c.p. 56. In
Anzahl in beiden Geschlechtern (Jorda).
Lampides telicanus Lang — Holford I. c. p. 56.
— Frings II p. 2. Ebenfalls in Anzahl aus der Um-
gebung Palmas (Jorda). — Auch von Minorca ange-
geben (Jones).
Lycaena astrarche Brgstr. — Jones |. c. p. 171.
Nur zwei kleine Stücke der ab. calida Bell. ın der
Ausbeute Jordas. Auch von Minorca (Jones).
Lycaena icarus balearica n. subsp. (g', ©) Musch.
l. ce. p. 221. (sehr klein und hell gefärbt). — Frings I
p- 31,1I p. 2. Ueber 30 Paare liegen aus der Ausbeute
Jordas vor und lassen die Annahme einer Lokalform
berechtigt erscheinen. Durchschnittlich beträchtlich
kleiner als kontinentale Stücke. Das g' von typischer
Färbung, jedoch die Fl mehr glänzend, einzelne Stücke
mit angedeuteten Punkten vor dem Saum der Hfl (ab.
celina Aust.). Bei den © reicht die rotgelbe Flecken-
binde vor dem Saum der Vfl ausnahmslos bis an den
Vorderrand. Beim © tritt auch ab. caerulescens
Wheel. und ab. caerulea Fuchs auf. — Die Useite
variiert wahrscheinlich nach der Generation. In der
vorliegenden (leider nicht datierten) Ausbeute sind
Stücke mit grauer bis brauner Useite vorhanden. Alle
Stücke haben gut entwickelte Punktaugen auf der
Useite der Vfl. — Die Art ist auch von Minorca an-
gegeben.
? Lycaena bellargus Rott. — Musch. 1. c. p. 221
ab.@Q ceronus)— FringsI p.32. Nach der bestimmten
Angabe Muschamps und der Vermutung Frings (Insel
Cabrera südlich von Mallorca, Mitte Mai 13 beob. Dr.
v. Jordans) führe ich die Art an, obwohl ihr Vor-
kommen auf den Balearen nicht zu erwarten stünde.
Cyaniris argiolus parvipuncta Fuchs. —
Jones 1. c. p. 171. — Holford p. 56. — Frings I p. 32.
Nur wenige Stücke in der Ausbeute Jordas (g', 9).
Auch von der Insel Minorca angegeben (Jones).
26,
27.
28.
29.
30.
31.
32.
H. Rebel. Lepidopteren von den Balearen. 141
Hesperiidae.
Carcharodus alceae australis Z— Musch.l.c.
p. 221. Nur Muschamp erwähnt zwei kleine Stücke
von Mallorca.
Sphingidae.
@elerio euphorbiae L.. Ein einzelnes: Q von
Mallorca ist sehr groß (Vfllänge 38, Expansion 77 mm)
und sehr dunkel, die Schulterdecken sind auch auf
ihrer Innenseite rein weiß gesäumt. Das rötlich graue
Mittelfeld der Vfl ist durch schwärzliche Bestäubung
stark verdüstert und zeigt nur gegen den Innenrand
die Grundfarbe reiner. Auf den Hfl wird die schwarze
Antemarginalbinde gegen die Flspitze breiter (3 mm),
der weiße Fleck am Analwinkel ist sehr eingeschränkt.
Die Unterseite der Fl ist rötlichgrau gewässert, der
schwärzliche Mittelfleck der Vfl sehr groß und hervor-
tretend. Die Segmentränder auf der Useite des Hinter-
leibes sind breit weiß gesäumt. Sollte eine eigene
durch bedeutende Größe, düstere Färbung der Vil,
auch innenseits weißgesäumte Schulterdecken und
breitere schwarze Antemarginalbinde der Hfl cha-
rakterisierbare Insularform vorliegen, mag sie den
Namen euphorbiae balearica (subsp. n.) führen.
Das etwas geflogene Stück befindet sich in der Samm-
lung ©. Bang-Haas. |
Celerio lineata livornica Esp. — Jones l.:c.
p.171. Ein Exemplar von Soller erwähnt Jones.
Chaerocampa celerio L.— Frings II p. 2. Ein
scharf gezeichnetes, defektes g' in der Ausbeute Jorda.
Macroglossum stellatarum L. — Jones I. c.
Berl > Frings] p. 51, Ip. 2. Häufig, auch’ in .der
Ausbeute Jorda, und von Minorca.
Lymantriidae.
Eymantria dispar L. — Jones (l..c. p. 171) er-
wähnt von Minorca Eigelege und leere Puppenhüllen
auf Weiden.
Ocneria rubea F. Ein sehr kleines g' (Vfllänge
11 mm), fast zeichnungslos, mit längeren Palpen (Jorda),
stellt vielleicht eine insulare Kümmererform dar.
142
33.
34.
35.
36.
37.
38.
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40.
41.
42.
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44.
45.
46.
47,
48,
49.
0.
51.
52.
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Lasiocampidae.
Dendrolimus pini L. — Frings I p. 32. 1 g' von
Alcudia erwähnt Frings.
Noctuidae.
Agrotis pronuba_L. In Anzahl (Jorda) aus der
Umgebung Palmas, darunter auch die ab. innuba Tr.
Agrotis comes Hb. Zwei Stücke (9) mit auf-
fallend hellgrauer Grundfarbe der Vfl aus der Um-
gebung Palmas (Jorda).
Agrotis spinifera Hb. — Frings II p.2. 19 aus
der Umgebung Palmas (Jorda).
Agrotis puta Hb. — Frings IIp.2. 1 g' der hellen
Form renitens Hb. von Palma (Jorda). Frings er-
wähnt auch ab. obscura Tutt.
Agrotis trux Hb. In Anzahl aus der Umgebung
Palmas (Jorda). Die @ zumeist mit rotbraungewässerten
Vfl, einzelne Stücke werden auf den Vfl schwarzbraun.
Agrotis saucia Hb. — Jones. c.p.171. Mehrfach,
auch in der Form margaritosa Ei (Jorda).
Mamestra trifolii Rott. Zwei normale Stücke
(Jorda).
Mamestra sodaeRbr. — Frings II p.2. — 1 Jg! er-
wähnt Frings.
Dianthoecia nana Rott. Ein defektes Jg! (Jorda).
Bryophila algae mendacula Hb. — Frings Il
p.2. 19 (Jorda). Frings führt die Stammform an.
Hadena solieri B. 1 g' (Jorda).
Polia flavicincta F. 1 g'! (Jorda).
Brotolomia meticulosal. Ein rötlich gefärbtes 9!
(Jorda).
Tapinostola musculosaHb.Ein abgeflogenes 9
(Jorda).
Leucania albipuncta F. Ein gelbbraunes Jg!
(Jorda).
Stilbiaanomala Hw. — Fringsil p- 32. Anfangs.
Maı bei Alcudia.
Caradrinaambigua F.— Frings II p.2. Ein auf
den Vfl stark grau gefärbtes g' (Jorda).
\
Amphipyra effusa B. Mehrere defekte Stücke
(Jorda).
Calocampa exoletaL. Zwei frische Stücke (Jorda).
53.
54.
55.
70.
H. Rebel. Lepidopteren von den Balearen. 143
Heliothis peltigera S. V. — Pagenst. p. 174. —
Frings I p. 32. Schon in Pagenstecher von Mallorca
erwähnt.
Acontia lucida Hufn. — Frings I p. 32. Zwei
Stücke (Jorda).
Acontia luctuosa Esp. — Jones |. c. p. 171. —
Frings II p.2. Zwei kleine g'g' (Vfllänge 11 mm) ın
der Ausbeute Jordas. Die Vfl bräunlich gemischt, also
mit den Angaben Frings übereinstimmend. — Auch
von Minorca (Jones).
‚Eublemma ostrina Hb. Zwei Stücke der Form
aestivalis Gn. (Jorda).
7.Eublemma parvaHb. Nur ein lichtes g' ebendaher.
.Eublemma scitula Rbr. — Rebel l.c. p. (117).
Ibiza, 29. August.
‚Plusia chalcytes Esp. — Frings II p. 2. Ein
kleines © erwähnt Frings.
‚Plusia gamma L. — Frings I p. 32, II p. 2. Zahl-
reich (Jorda).
‚Plusia ni Hb. 1 9° (Jorda).
‚Leucanitis stolida F. — Frings II p. 2. Vier
Stücke in der Ausbeute Jordas sind durchschnittlich
kleiner, die erste weiße Querbinde der Vfl aber nicht
breiter.
.Apopestes dilucida Hb. Nur 1 9! (Jorda).
. Toxocampa craccae F. — Frings I p. 32 (var.)
Frings beschreibt ein stark abweichendes großes Q
aus Valldemora.
.Herminia crinalis Tr. In Anzahl (Jorda), die
Stücke ebenfalls durchschnittlich sehr klein.
.Hypena obsitalis Hb. Mehrfach in der Aus-
beute Jordas.
‚Hypena lividalis Hb. — Frings II p. 2. Frings
erwähnt nur ein sehr kleines g'.
Geometridae.
‚Euerostes indigenata Vill. — Frings II p.2. Ein
kleines © von Frings angeführt.
‚Eucrostes herbaria Hb. Ein geflogenes J'(Jorda).
Nemoria pulmentaria Gn. 19 (Jorda).
‚Acidalia ochrata Sc. — Jones |. c. p.171. Jones
führt 3 g'g'! von Miramar an.
144
72.
73.
74.
75.
76.
1.
78.
12.
80.
81.
82,
83.
84.
85.
86.
87.
88.
89.
N.
91.
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Acidalia cervantaria depressaria Stgr. —
Rebel ]. c. (117). Von Ibiza (Rbl.).
Acidalia ochroleucata HS. 19 (Jorda).
Acidalia incarnaria HS. 19 (Jorda).
Acıdalia elongarıaRbr. — Rbl.1.c. (117). Mehr-
fach (Jorda). Auch von Ibiza (Rbl.)
Acıdalia degeneraria Hb. — Jones Il. c. p. 171.
v. florıdaria Püng. — Prout-Seitz p. 135. 1 © dieser
weinroten Form (Jorda).
Acıdalia marginepunctata Goeze — Jones
p. 171. — Mehrfach (Jorda).
Acıdalia rufomixtata Rbr. Zwei geflogene QO
(Jorda).
Acıdalia imitaria Hb. Mehrfach (Jorda).
Acıdalia ornata Sc. Mehrfach (Jorda).
Pseudosterrha sacraria L. — Jones p. 171. —
Frings II p.2. Eine Serie von Stücken in der Aus-
beute Jordas, darunter auch ab. sanguinaria Esp.
und ein Stück (2) mit einem roten Längsstrich in der
Mittelzelle des Vfl. — Die Art ist auch von Minorca
bekannt. |
Larentia bilineata balearica Schaw. Zeitschr.
d. Oesterr. Ent. Ver. VII (1922) p. 19, VIII p. 65. Vfl tief-
gelb, Hfl lebhaft rotgelb, mit weißen Querlinien. Ein
defektes © in der Ausbeute Jordas.
Tephroclystia gemellata HS. 1 g' (Jorda).
Tephroclystia pumilata Hb. 10 (Jorda).
Chemerina caliginearia Rbr. 19' (Jorda). |
Hemerophila abruptaria Thbgr. 2 g' (Jorda).
Gnophos mucidaria Hb. — Rbl. 1. c. p. (117).
Mehrere Stücke (Jorda). — Auch von Ibiza (Rbl.).
Gnophos asperaria pityata Rbr. Ein ge-
flogenes © (Jorda).
Eurranthis plumistraria Vill. — Musch. I. c.
p. 222. Muschamp berichtet über den Fang von 8 g!
in Anlockung durch 1 ©. — Die Art wurde von
niemanden sonst auf den Balearen beobachtet.
Ematurga atomaria L. — Musch. Il. c. p. 222.
Musch. erwähnt lebhaft gefärbte Stücke.
Phasiane scutularia Dup. Nur ein geflogenes
g' (Jorda).
92.
98,
94.
95
96.
97.
98.
99.
100.
101.
102.
103.
104,
105.
106.
107.
108.
109.
110.
117;
112:
113,
MH. Rebel. Lepidopteren von den Balearen. 145
Aspilates ochrearia Rossi — Musch. I. c. (ab
unicolorata Seeb). Eine Serie normal gezeichnete.
Stücke (Jorda).
Nolidae.
Nola subchlamydula Stgr. Helles Stück (Jorda).
Arctiidae.
Deiopeia pulchella L. — Frings II p. 2. Eine
Anzahl Stücke (Jorda).
Psychidae:
.Amicta febretta Boyer. Sehr kleines g' (Jorda).
Cossıdae.
Zeuzera pyrinaLl. Bei Soller nach einer Angabe
Bubaceks.
Pyralidae.
Galleria mellonella L. 2 ©9 (Jorda).
Crambus malacellus Dup. 1 9‘ (Jorda).
Ematheudes punctella Tr. Mehrfach (Jorda).
reilazınckenella:lr. 1:9 (jorda).
Epischniaillotella Z. 1 g' (Jorda).
Alophia combustella H>S.1 g' (Jorda).
Salebria semirubella sanguinella Hb.
Mehrfach (Jorda).
Pyralis farinalis L.1 g* (Jorda).
Bean sta lemnata. L. Jones 1..c. p.:171.. Von
Minorca (Jones).
Stenia punctalis SV. — Jones |. c. Von Mallorca
angegeben (Jones). |
Stenia bruguieralis Dup. 2 g'g' (Jorda).
Besshodes unıonalis Hb.—. Jones l.c.1 g
in der Ausbeute Jordas. — Von Minorca (Jones).
Bemenhıla noctuella” SV. — Jones ‚l.,c. —
Rebel 1. c. Mehrfach (Jorda). — Auch von Minorca
(Jones) und Ibiza (Rb]). |
Antigastra catalaunalis Dup. Mehrfach (Jorda).
Phlyctaenodes nudalis Hb. Zwei Stück (Jorda).
Pionea ferrugalis Hb. Mehrfach (Jorda).
Berausta cespitalis intermedialıs Dup. —
Musch. 1. c. p. 222. 1 g' (Jorda).
‚3;
146 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
114.Pyrausta sanguinalis haematalis Hb.1 gg‘
(Jorda).
115. Noctuelia floralis Hb.1 O (Jorda).
Pterophoridae.
116. Trichoptilus siceliota Z. Ein defektes Stück
(Jorda).
117. Stenoptilia bipunctidactyla Hw. Mehrfach
(Jorda). |
118. Agdistis paralia Z. Einzeln (Jorda).
Tortricidae.
119.Evetria sylvestrana Curt. Ein defektes, aber
sicher erkennbares © in der Ausbeute Jordas.
Lineidae (8.23
120.Plutella maculipennis Curt. Mehrfach (Jorda).
121.Oegoconia quadripuncta Hw. —Rbl.l.c. Ibiza
(Rb]).
122.Endrosis lacteella SV. Mehrfach (Jorda).
123. Depressaria veneficella Z. Ein frisches
(Jorda).
124. Psacophora terminella Westw. — Musch. 1. c.
222 — Mallorca (Musch.).
125.Monopis imella Hb. Mehrfach (Jorda).
126. Tineola biselliella Hum. Mehrfach (Jorda).
re ui
j
K. Schawerda. Neue Lepidopterenformen aus den kors. Bergen. 147
Neue Lepidopterenformen
aus den korsischen Bergen.
Von Dr. Karl Schawerda, Wien.
Im Juli 1925 habe ich auf der Insel Korsika, von Bastia
kommend, mein touristisches und entomologisches Interesse
hauptsächlich dem Gebirge zugewendet. Während zwei
meiner Reisegefährten, die Herren O. Bubacek und Dr.Kitt,
bis zum Col de vergio (1464 m), der Wasserscheide zwischen
dem Golo- und dem Portofluß, sehr oft sammelten, habe
ich mit dem dritten, Herrn Hans Reisser, den Lac de nino
(1800 m) besucht und den Monte cinto (2710 m) bestiegen.
Mit Pferd, Maulesel und unserem braven korsischen Berg-
- führer Valere Cecaldi ritten wir durch die herrlichen Wälder,
den foret d’Aitone, von Evisa über den Col de vergio hinauf
zu dem schönen Bergsee. Dort übernachteten wir in der
Bergerie, einem aus den Steinen der Umgebung locker
aufgebauten Bau, der ganz nieder, mit Brettern zugedeckt
und mit einer schmalen Tür versehen ist. Man sieht
diese Bergerien von weitem sehr schwer. Sie heben sich
von der steinigen Umgebung nicht ab. Im See fing ich
noch lebend die erste Cidaria cyrneata, die Dr. Wehrli
vor kurzem in der Iris beschrieben hat. Der Nachtfang bei
der Hütte hatte ein sehr gutes Resultat. Es kamen in-
teressante Eulen, Spanner und Mikrolepidopteren an die be-
leuchtete Leinwand. Das Schlafen von zwei Uhr nachts an
auf der nackten Erde war nicht so bezaubernd. Wir froren
erbärmlich. Aber immer wird mir die Romantik in Er-
innerung sein, die der anbrechende Morgen brachte. Auf
dem Boden liegend beobachteten wir dieses Schauspiel
durch die kleine Eingangsöffnung. Im Vordergrund der
Führer und die zwei jungen Hirten am Feuer, das sie auf
dem Boden mit Klaubholz gemacht hatten, ihre Pfeifen
anzündend.
Weniger kalt war die Nacht in der Bergerie d’ascia
am Monte cinto. Da hatten wir schon Decken von Cala-
cuccia aus mitgenommen. Hier leuchteten wir ebenfalls
mit gutem Erfolg. Unter anderem kamen mir zwei Ab-
arten vor Cidaria timozzarıa und eine Anzahl von
der seltenen Cidaria casearia dortan's Licht. Als wir
148 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
frühmorgens zum höchsten Gipfel Korsikas aufstiegen, fing
ich gleich hinter der Hütte die neue Epagoge scha-
werdae*), eine Tortricide, die Prof. Rebel nach mir be-
nannte (Zeitschrift des oesterr. Entomologen Vereins, 1926,
Nr. 3). Ich sah das Tierchen in Anzahl fliegen. Da ich keine
Ahnung hatte, daß es sich um eine neue Art handelte,
nahm ıch nur zwei Exemplare mit. Ich war nicht aus-
geschlafen. Am Rückweg sah ich kein Stück mehr. Der
Weg zum Gipfel ist ohne Führer kaum zu finden. Es
geht lange über Gerölle, Felsblöcke, dann über niederes
Iuniperusgestrüpp und Alnusstrünke, zum Schluß über
einige Schneefelder und Felsen endlos zur Spitze. Es ist sehr
anstrengend. Französische Soldaten, die oben Messungen
machten, hatten uns wegen des Leuchtens in der Bergerie
für verdächtig gefunden und ließen uns nicht auf den
höchsten Punkt. Der Blick auf die herrliche Umgebung,
die porphyrroten Berge, die hie und da mit Schneefeldern
bestreut sind (im Gebiete des Monte d’oro, Monte renoso
und Monte rotondo), die immergrünen Pinus laricio Wälder,
gegen Osten karstartige Grebiete und das blaue Meer
entschädigte uns für alle Mühe. Acht Stunden braucht man
vom Tal, um den Gipfel des Monte cinto zu erreichen.
Das korsische Hochgebirge ist arm an Faltern, Coeno-
nympha corinna, Satyrus neomiris und Vanessa
ichnusa gehen bis zu den Gipfeln. Später führte mich mein
Weg durch die berühmten Calanches von Piana, vom
herrlichen blauen Golf von Porto nach Ajaccio, hinauf
nach Vizzavona, über 1000 m hoch, eine Art Semmering
für Familien aus den heißen Küstenstädten, auf den Monte
d’oro und in's Innere Korsikas nach dem historischen,
malerischen Städtchen Corte. Die letzte Nacht im Park-
hotel in Corte wird mir ewig in Erinnerung sein. Die
Eukalyptusbäume und Magnolien, deren große, weiße Blüten
schwer nach Zitronen dufteten, reichten bis zu meinen
Fenstern im zweiten Stock. Uber dem ganzen Park lag
ein feenhaftes Mondlicht und in der Ferne in der Stadt
erklang Musik und Gesang. Am nächsten Tage brachte” ’
mich der „General Bonaparte“ nach Nizza. Diese letzte
Woche hatte nicht der Entomologie gehört. Sie war aber
*) Nachträglich sehe ich, daß Dr. Wehrli in vorliegender Zeit-
schrift 1925, p. 135, diese Art schon als Epagoge montedorea be-
schrieben: hat.
K. Schawerda. Neue Lepidopterenformen aus den kors. Bergen. 149
doch die schönste. Herr Hans Reisser (Wien) wird unsere
gesamte Ausbeute, auch die der Herren O. Bubacek und
Dr. Kitt in den Verhandlungen der zool. bot. Gesellschaft
mitteilen. In den Mitteilungen der Münchener entomol. Ge-
sellschaft, 1925, p. 113, habe ich einige Formen von Agrotis
haverkampfi beschrieben. Hier mögen weitere neue
korsische Formen folgen. In der Zeitschrift des Wiener ento-
mologischen Vereins erschienen (1926) mehrere Neubeschrei-
bungen von Arten und Formen durch die Herren Bubacek,
Kitt und Reisser, sowie durch Rebel, Kautz und Zerny,
Mikrolepidopteren aus unserer Ausbeute.
Dendrolimus piniL. Am 15. Juli 1925 fing ich am Col
de vergio 1 g', bei dem mir die Größe auffiel. Meine Reise-
begleiter erbeuteten daselbst und in Evisa weitere 6 J'9'
am Licht. Diese sehen genau so aus wie mein Exemplar
und ganz anders als die pini, die ich bisher vor mir hatte.
Sie sind alle größer als die Exemplare aus Mitteleuropa,
Dalmatien und Spanien, die ich sah. Der Flügelspitzen-
abstand beträgt 6,5 bis 7,7 cm. Die meisten sind auch breit-
flügeliger. Die ganze Rasse sieht dadurch mächtiger aus.
Die Grundfarbe der Vfl ist ein helles, bläuliches Weißgrau,
ein lichtes Taubengrau. Nur das Feld zwischen der
mittleren und äußeren Querbinde ist licht braungrau. Die
mittlere Querbinde ist stärker und schärfer gezähnt.
Auffallend ist der nach außen vorspringende Lappen, unter
der Mitte der äußeren Querbinde, der nicht, wie Berge-
Rebel sagt, breit und stumpf ist, sondern mit einer Spitze
nach außen stark vorspringt. Die äußere Binde ist in der
Einbuchtung, ober diesem Zahn, und in ihrem Anteil unter-
halb desselben tief schwarz, auch an der Spitze des
Zahnes und zwischen den Rippen gegen den Vorderrand zu
fleckenförmig schwarz und nicht wie bei der Nennform ge-
schlossen. Die Unterseite ist stark silbergrau, besonders am
Vorderrand der Hfl. Da alle sieben Exemplare so mit der
Nennform kontrastieren und das Vorkommen in den großen
Waldbeständen einer anderen Pinus, der korsischen. Pinus
laricio, den Gedanken an eine gute Rasse nahe legt, nenne
ich diese var. corsarian. Die Type ist in meiner Sammlung,
die Cotypen in coll. Bubacek, Kitt und Reisser.
Agrotis comes Hb. (sec. Rebel, sec. Tutt und Warren
orbona Hfn.). Am col de vergio erbeutete ich am 15. Juli
1925 zwei J'g' dieser variablen Art, die tiefschwarze Vfl
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein VI
Iris zn Dresden. Jahrgang 1926.
150 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
haben, so daß ich sie, als ich dıe Tiere von der Leinwand
nahm, nicht gleich erkannte. Nur 1 g', das Dr. Kitt am
selben Ort fing, gleicht meinen beiden Exemplaren. Die
andern, die er ebendaselbst erbeutete, sind alle viel lichter.
Die Vfl dieser 3 Exemplare sind tief schwarz mit einem
Stich in’s Veilfarbene, seiden glänzend, gleichförmig. Nur
die feine lichtere Umrandung der Makeln ist bei einem zu
ahnen, eine etwas lichtere Querbinde zwischen der Nieren-
makel und dem Außenrande leise angedeutet. Das Wurzel-
feld und das äußerste Saumfeld ist auch nur um eine Nuance
lichter schwarz, die schwarze Binde der sonst gleichmäßig
gelben Hfl, die bei allen 3 Exemplaren absolut nicht
schwärzer wie bei der Nennform gerippt sind, ist tiefer
schwarz als bei dieser.
Die Abart nigra Tutt hat auch schwarze Hfl; die
Abart nıgrescens Tutt, nur aus Schottland bekannt,
ist nach Warren (Seitz) eine Form der curtisi. Übrigens
sagt Tutt von seiner nigrescens:,Ihehind wings are also
frequently much suffused with dark scales. I only know
the variety from Skotch specimens.“ Auch das Bild, das
Tutt schön koloriert gibt, zeigt uns in nigrescens eine
curtisi mit stark schwarz bestäubten Adern. Aus diesen
Gründen sehe ich mich veranlaßt diese Abart, die vielleicht
eine Gebirgsabart ist (bei unseren Exemplaren in Österreich
sah ich sie unter hunderten von Stücken nie, auch nicht
ın ähnlichem Colorit) abzutrennen und als ab. corsatra n.
ın die Nomenklatur einzuführen, auch auf die Möglichkeit
hın, sie außerhalb Korsikas zu finden. Turati bildet in
Tafel III seiner „Spedicione lepidotterologica in cirenaica“
1924, ein schwarzes Exemplar unter dem Namen nigra
Tutt ab, das zur dortigen Rasse robustior Turati ge-
hört. Da nıgra Tutt auf Vfl und Hfl schwarz ist, ist der
Name nigra Tutt hier nicht ganz richtig. Ich kann auch
ın dem sonst schönen Bild nicht beurteilen, ob das Schwarz
einen Stich in's Veilfarbene hat. Cotype in coll. Kitt, zwei
Iypen in meiner Sammlung.
Cidaria timozzaria Const. Diese Art erbeutete
ich am Col de vergio, Lac de nino und in der Bergerie
dascia des Monte cinto in Anzahl am Licht. Die frischen
Exemplare haben alle mehr oder weniger Braun in den
weıßen Feldern, außen und innen vom blaugrauen Mittel-
feld der Vfl. So ist die Type Constants beschrieben und
abgebildet. Ein Stück vom Monte cinto ist auffallend weiß
K. Schawerda. Neue Lepidopterenformen aus den kors. Bergen. 151
auf den Vfl und Hfl. Die Mittelbinde ist breiter als normal,
vom Vorderrand bis zum Innenrand rein weiß ausgefüllt.
Nur ihre Begrenzung innen und außen ist schmal blaugrau.
Im weißen Feld, das an die blauschwarze Basis anschließt,
ist die braune Querlinie nur noch eben zu sehen. Sonst ist
kein Braun da. Die Hfl stärker weiß als sonst. Dieses
außergewöhnlich stark weiße Exemplar ist auch nach
Prof. Rebels und Dr. Zernys Ansicht namensberechtigt.
Es ist ein sehr hübsches Stück und möge ab. gabriella n.
heißen. An:der Zugehörigkeit zu timozzaria ist kein
Zweifel. Type meiner. Sammlung. Einen Uebergang dazu,
ein ebenfalls weißeres gJ', erbeutete ich ober dem col von
Vizzavona gegen den Monte d’oro zu an einem Felsen.
Eine zweite auffallende Abart kam mir am Monte cinto
ans Licht. Leider ist sie (1 ©) nicht so gut erhalten und
stark geflogen. In der Mitte, genau über dem Mittelpunkt,
dort wo sonst die Mittelbinde aufgehellt ist, tritt eine sehr
schmale aber dunkle Querbinde auf. Sonst ıst nur das
Wurzelfeld und die prämarginale Region verdunkelt. Alles
andere ist weiß. Hier wird also das Stück auch stärker
weiß als bei der Nennform, aber aus einem ganz anderen
Grund als bei der früheren neuen Abart. Das Weiß ent-
steht hier auf Kosten der Mittelbinde. Bei ab.gabriella
aber durch die verbreiterte Mittelbinde selbst. Ich nenne
diese zweite Abart ab. stenotaenia n. | ype in meiner Samm-
lung. Die Zugehörigkeit zu timozzaria wird durch eine
braune Linie im Weiß zwischen Mittelbinde und Wurzel-
feld bewiesen. Ferner erbeutete ich am Monte cinto 2 J',
die das Mittelfeld innen nicht aufgehellt haben, also vor-
wiegend blaugrau und braun sind. Das Weiß außen und
innen vom Mittelfeld tritt fast ganz zurück. Das Braun
überwiegt neben dem unaufgehellten dunkel blaugrauen
Mittelfeld. C.timozzaria und casearia unterscheiden
sich nicht gar so leicht von einander. Doch ist letztere
dadurch sofort von der anderen Art zu unterscheiden, dab
bei ihr die dunklere Begrenzung des in der Mitte viel
lichteren Mittelfeldes (als bei timozzaria) nicht gleich-
mäßig ist. Dieselbe ist besonders am Vorderrand des Vfl bei
beiden Grenzlinien der Mittelbinde dunkel, bei dem inneren
auch in der Mitte und am Innenrand, so daß die innere
Grenzbinde des Mittelfeldes drei dunklere Flecken erhält,
vorn, in der Mitte und hinten (am Innenrand). Auch fehlt
bei casearia jedes Braun im Vfl. Die Raupe von beiden
152 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Arten dürfte auf der gestrüppartig, im korsischen Hoch-
gebirge vorkommenden Erle (Alnus suaveolens) leben. Die
von casearia ist darauf lebend gefunden worden. Beide
Arten sind bisher nur aus Korsika bekannt. Vielleicht
kommen sie auch im Hochgebirge Sardiniens vor.
Crambus pascuellus L. Auf dem Col de vergio
erbeutete ich 1 g' dieser Art, der dunkler ist als die gewöhn-
lichere pascuellus, die durch eine breite, weiße Längs-
binde und gegen den Innenrand weiße Hfl ausgezeichnet
sind. Bei diesem korsischen Exemplar ist die Längsstrieme
wohl weiß, aber. viel schmäler, die Grundfarbe weniger
braun, sondern mehr dunkel schmutziggrau, die Hfl ganz
dunkel. Dasselbe ist bei 5 anderen g'g' vom Lac de nino
und von Evisa der Fall. Die Palpen sind dunkelgrau. Von
seiner var. fumipalpella sagt Mann: „Vfl nebst der
Zeichnung rußig angeflogen. Palpen rauchbraun. Gems-
grube!“ (Pasterzegletscher, Großglockner). Er beschreibt
fumipalpellaals eigene Art. Von den Hfl sagt er nichts.
Doch sah ich in der Sammlung des Wiener Hofmuseums
diese Form vom Originalfundort. Sie haben lange nicht
so dunkle Hfl wie die korsische Rasse und den Grundton
des Vfl ausgesprochen braun. Ich kann mich nicht ent-
schließen, die korsischen pascuellus zur Hochalpenform
fumipalpella zu ziehen und trenne sie schon wegen den
weißen, aber sehr schmalen Längsstriemen und vor allem
wegen der dunklen Hfl als var. ceyrnellus n. Type in
meiner Sammlung, Cotypen in der von Khauz.
Metasıa ophialis Ir. Von dieser ockergelben Art,
die von Süd-Mähren bis nach Süd-Frankreich und in die
Balkanländer reichen soll, habe ich die geschwärzte Abart
thanatella in den Vh.d. z. b. Ges. (1913, S. 170) aus der
Herzegowina aufgestellt. Eine Anzahl (12) Falter dieser
Art aus Evisa in Korsika haben eine andere Grundfarbe
als die typischen ophialis und sind viel größer. Sie sind
nicht ockergelb, sondern ganz leicht bräunlich, mit einem
rötlichen Stich. Der Flspitzenabstand beträgt 1,6 bis 2 cm
gegen 1,2 bis 1,6 cm bei ophialis. Die bei ophialis
geschlossene dunkle Saumlinie ist bei allen in Strichelchen
aufgelöst. Sehr auffallend ist ein von mir am Monte cinto
in einer Höhe von 1800 m erbeutetes Exemplar (g'), das
sehr groß und gleichmäßig schwarz ist (ohne lichte Makeln).
Die Zeichnung ist noch dunkler schwarz, sehr gut ausge-
prägt. Meine herzegowinischen thanatella haben kleine
K. Schawerda. Neue Lepidopterenformen aus den kors. Bergen. 153
ockergelbe Flecken im dunklen Kleid. Ragonot beschreibt
eine spanische Rasse und nennt sie cuencalis. Er sagt
sie sei „gris brunätre, saupoudree d’ecailles noires“. Er er-
wähnt, daß die Tiere dadurch ganz schwarz erscheinen. Tat-
sächlich hat Dr. Zerny heuer eine große Anzahl durchweg
soschwarzer ophialis aus Albaracin gebracht. Aber in der
Sammlung des Wiener Museums stecken einige ophialis,
von Korb in der Sierra de Espufa gesammelt, dıe kleiner
und licht silbergrau sind. Sicher ist dies das Originalkleid
der spanischen ophialis und cuencalis die schwarze,
vielleicht häufigere Form davon. Die größere, hellrötlich-
braune, korsische Rasse nenne ich var. cyrnealis n. Die ge-
schwärzte Abart davon, die durch ihre Größe und gleich-
mäßige Schwärzung von thanatella Schaw. verschieden
ist, aber der cuencalis sehr ähnlich ist, möge ab. cyrno-
melaina n. heißen. Im Museum steckt ein großes, nicht
ganz so dunkles Exemplar aus Vizzavona (Dr. Wehrli legit).
Die Typen dieser beiden Formen sind in meiner Samm-
ne die Cotypen von ab. cyrnealis in der von Ingen.
autz.
154 Berichtigungen.
Berichtigung
Von Leo Sheljuzhko (Kijev).
In meinem Aufsatze: „Neue palaearktische Heteroceren“
(Irıs, XL. 1926, NI) brachte ich unter anderem die Beschrei-
bung (Seite 60) und Abbildung einer Notodonta-Art,
die ich als neu ansprach und als N. kotshubeji (spec.
nov.) bezeichnete. Bald nach Erscheinen dieser Arbeit hatte
Herr Otto Bang-Haas die Freundlichkeit (in einer Karte
vom 21. III.) mich zu benachrichtigen, daß diese Noto-
donta mit N.moltrechti Obth. (Etudes lep. comp., V.
1911. f. 627) identisch ist. Ferner hatte auch Herr N. Kus-
nezov (Zoologisches Museum der Russischen Akademie
der Wissenschaften in St. Petersburg) die Güte mir (in
einem Schreiben vom 10. IV.) die Richtigkeit der Angabe
zu bestätigen. Es muß also N. Kotshubeji Schel. (1926)
als Synonym bei N. moltrechti Obth. (1911) eingereiht
werden. |
Noch wäre es zu bemerken, daß die Abbildung von
N. moltrechti Obth. im Seitz’schen Werke (II. t. 49, b. 6)
nichts mit dieser Art zu tun hat und also nur ganz irre-
leitend wirkt.
Auch bittet man von folgenden Berichtigungen und Er-
gänzungen Kenntnis nehmen zu wollen:
Seite 56, 8. Zeile von unten lies: Zhicharev statt Zhicharer
Seite 64, 1. Zeile von oben lies: Rjabov statt Rjahov
Seite 56, 2. Zeile von unten, vor „2. Pericallia matro-
nula“ als Anmerkung zur subsp. amurensis ist
einzufügen:
Aus Nikolajevsk, an der Amurmündung, beschreibt
Graeser (Berl. Ent. Zeitschr. XXXII, 1888, p. 116) eine in-
teressante matronula-Form, die später von O. Schultz
ab. graeseri benannt wurde (Ent. Zeitschr., XVII, 1905,
p- 126) und die Spuler (Schmetterl. Europas II, 1906, p. 140)
unter den irrtümlichen Namen agassizi O. Schultz auf-
führt. Diese Form ist augenscheinlich eine individuelle
Abweichung der von mir aufgestellten subsp. amurensis.
A.v. Caradja. Noch einige Worte üb. ostas. Pyralid.u. Microlepidopt. 155
Noch einige Worte
über ostasiatische Pyraliden und Microlepidopteren.
Von Aristide v.Caradja, Tirgu Neamtu (Rumänien).
l.. Von China.
Aus der Ausbeute des Sammlers Hoene floß mir nach-
' träglich noch Material von der Ebene um Schanghai und
. den Höhenzügen von Mokanschan zu!) Wie die folgenden
Listen zeigen, erfahren beide Lokalfaunen wesentliche Be-
reicherung; auch erhalten viele Formen für China Bürger-
recht. Mehrere für die Wissenschaft neue Tortriciden
und Tineiden werden von Herrn E. Meyrick in „Exotic
Microl.“ beschrieben, aber die Typen befinden sich in
meiner Sammlung. Mokanschan lieferte wieder rein tro-
pische und subtropische, d.i.indisch-orientalische, Schanghai
vorzugsweise paläarktische Arten. Nur allein erdge-
schichtliches Geschehen (l.c. p. 14 ff.) vermochte an dieser
faunistischen Grenze derart anormale Verhältnisse hervor-
zubringen; in Yünnan und Szetschwan ist die Gebirgsfauna
paläarktisch (mit zentralasiatischen Elementen durchsetzt),
die Talfauna subtropisch -orientalisch (B. P. Uvarov, Journ.
Asiat. S. of Bengal XX Art 32). n
Mit besonderer Genugtuung kann ich melden, daß meine
Schlußfolgerungen über das relativ junge Alter des Gebirgs-
walles Tibet-Siam (l.c. p. 19—26) jetzt schon von geolo-
gischer Seite Anerkennung und Bestätigung finden; auch
meine „Andamanische Brücke“ scheint nicht nur keine
Ablehnung zu erfahren, sondern allgemeines Interesse zu
erwecken. Dagegen ist der Satz (l.c. p.18): „Uebrigens
hat es den Anschein, als ob in Mittel- und Südchina die
paläarktischen Elemente die oberste, jüngere Schicht der
Fauna, also die jetzt aktiv vordringenden Bestandteile aus-
machten, während die älteren subtropischen nur noch mit
Mühe an der nördlichen Faunengrenze sich zu halten ver-
mögen“ in Frankreich mißverstanden, in England aber
richtig gedeutet worden. Ich präzisiere daher hier meinen
R} Vergl. meine biogeographische Skizze „Ueber Chinas Pyra-
liden etc.“ in den Memoiren der Acad. Rom., Bukarest 1925 (auch
bei Junk). |
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein I
Iris zu Dresden. Jahrgang 1926.
156 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Gedanken dahin, daß ich die jetzige zentral- und ostasi-
atische Fauna und Flora als mutmaßlich unmittelbar und
direkt von derjenigen des von den Geologen angenommenen
Angara-Kontinentes abstammend betrachte, welcher von
südlicheren Länderkomplexen damals noch getrennt, wohl
aber mit Nordamerika in Verbindung stand. Ich wollte
auch durchaus nicht behaupten, daß die subtropische und
tropische Fauna die absolut ältere sei; sie ist in Südchina
aber jedenfalls die ursprünglich ansässige,
Die gewaltigen Bodenbewegungen in der Sagami-Bai,
südlich von Yokohama, wo unmittelbar nach der Erdbeben-
katastrophe im September 1923 in einem Gebiete von
700 qkm der Meeresboden sich stellenweise um 720 m
senkte, während er dicht daneben sich um 318 m hob
(Lond. Geograph. Journ. 1926) lehren uns, daß die Erd-
kruste nicht immer und nicht überall so sanft und all-
mählich sich ändert, wie die Geologen bisher annahmen
(Penck noch 1921). Solche unter unseren Augen erfolgten,
ruckweise Niveauveränderungen können uns Biographen
nicht überraschen; sie stützen vielmehr unsere auf fau-
nistischer Grundlage gewonnenen Anschauungen und Ueber-
zeugungen. So sprechen manche faunistische Anzeichen
nachdrücklich dafür, daß z. B. Cochinchina, über die
Natuna-Inseln hin, mit Borneo seit dem Pliocän wenigstens.
zeitweise zusammenhing.
A. Von Schanghai liegen vor:
Lamorıa Jordanis Rag. ein riesiges ©, 46 mm Exp. VII.
Neu für China. Bisher nur aus Palästina und Tonkin.
(teste Joannis).
Crambus purellus Leech 1 g' VII. — nigro-
cilıellus Z. Alle diese Stücke gehören zur Form
inclaralis Walk., die auch im Ussurigebiet fliegt. Die
schwarzen Marginalstriche und Atome an der Fransen-
wurzel der Vfl fehlen ganz, oder sind stark reduziert.
Platytesinterruptellus Walk. 6 Ex. IX. |
Chilo simplex Butl. 7 Ex. VII — luteellus Motsch
2 Ex. VII.
Homoeosoma griseipennella Hmps. ein etwas
abweichendes Stück (Tams det.), wahrscheinlich sub-
species. — Bisher nur vom Murree westlich Himalaja
bekannt. |
A.v.Caradja. Noch einige Worte üb. ostas. Pyralid. u. Microlepidopt. 157
Anartula melanophia Stgr.. gJ' ganz frisch. IX.
Macalla hupehensis Hmps. VI.
Stericta atribasalis Hmps. VII.
Endotricha theonalis Walk. 1 Ex. VII. — flavo-
fascialis Brem. IX.
Trichophysetis cretacea Butl. ein blaßgezeichnetes
- mittelgroßes ©. IX.
Cotachenahistricalis Walk. VI.
Pyralis farinalis L. VIII, IX.
Paracme racilialis Walk. 1g' VI.
Herculia pelasgalis Walk. 19 VM.
Nymphula crisonalis Walk. var. viel lichter weiß,
ohne gelbliche Wolken 1 Q@ IX. — vittalis Brem.,3Ex.,
die genau mit den Typen von regularis Pryer über-
einstimmen.
Parthenodes prodigialis Leech.
Cataclysta blandialis Walk. 1 Ex. IX.
Oligostigma insectale Pryer. 19', lichter orange
als Urbeschreibung.
Mabra charonialis Walk. 2 Ex. VII.
Lamprosema tampiusalis Walk. 19 VII. — ın-
dicata Fabr. IX.
Sylepta derogata F. VII.
Glyphodes annulata F. — nigropunctalis
Brem. VIII. Neu für China; bisher vom Ussuri, Japan,
Indien, Ceylon. — pyloalis Walk. VII.
Omphisa albalis Car. (cfr. Ac. Rom. l. c. p. 99)
19 VI.
Psara marginalis Warr. VII.
Phlyctaenodes palealis Schiff. VII.
Calamochrous acutellus Ev. J'%.
Pyrausta palustralis Hb. var. eversmanni fa-
amurensis. Car. (Iris 1916). Da bei Schanghai neben
dieser Form auch fa. infascialis Car. (Ac. Rom..c.
p. 114) fliegt, dürfte letztere gute Art sein. — limbata
Butl. (Lep. Het. III p. 73 PI.58 fig. 13). Die Urbeschrei-
bung ist ganz ungenügend, das Bild verfehlt. Stirn,
Palpen rötlich ocker. Vfl am Apex spitz, tiefschwarz
mit weißen Fransen bis vor dem Iwinkel, wo sie schwarz
sind. Ein lichter Strich am Zellschluß (wie das Bild
zeigt) ist nicht vorhanden. J'Q IX.
158 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Simaethis hyligenes Butl. 1 g' IX neu für China;
— bisher nur von Yokohama. — ophiosema Low.
1 Ex. VII. |
Phalonia|melanotictaMeyr.n.sp.i.l.] g' Type IX.
Cacoecia piceana_L. g' IX. Alle meine chinesischen
Exemplare haben die Marginalzeichnung in feine Linien
aufgelöst. — podana Sc. VI.
Cnephasia wahlbomianal.
Tortrix [rbodochropaMeyr.n.sp.i.l.] 1Q Type IX.
Eucosma signatana Dougl. 2 IX.
Laspeyresia quadristriana Walsm. 1QIX.
Ancylis arcitenens Meyr. 1 g' IX.
Ethmia hockingella Hamps. ein kleines g' IX.
Compsolechia [anisogramma Meyr.n.sp.i.1]1Q
Type IX. |
Platyedra gossypiella Saund.
Periacmaiodesma Meyr.1g’X. |
Oecophora enopisema Butl. JO IX. neu für China.
Von Yokohama beschrieben.
Atrypsiastissymmetra Meyr. 1Q VM.
Odites ricinella Staint. 1 g' IX. neu für China?
Hapsifera rugosella Staint. © VII. wohl neu für
China.
Von Thyrididen sind vertreten: Hypolamprus
subrosealis Leech Rhodoneura atripunctalis
Walk. — exusta Butl.
B. Von Mokanshan, im Juni gesammelt, erhielt ich:
Crambus latellus Sn. g'Q@. — nigrociliellus Z.
in Uebergängen zu claralis Walk.
Eschata argentata Moore g'Q.
Ancylolomia chrysographella Koll. 7 g'Q.
Scirpophaga excerptalis Walk. gi.
Rhinaphe (Camorta Rag. — Anerastia Hmps)
nıgricostalis Walk. neu für China. — Bisher : von
Afr. oc., Kalkutta, Ceylon, Burma, Andamanen, Borneo,
Brit. Suva, Viti Lewu.
Schoenobius costalis Moore, neu für China, —
Ceylon. — immeritalis Walk. neu für China; —
Dharmsala, Kalkutta, Ceylon, Siam.
Macalla inimica Butl. 1 g' neu für China. Bisher
nur von Japan und Sutschansk. — hupehensis
Hamps. 11 9'19Q9 — margarita Butl. 1
_ A.v.Caradja. Noch einige Worte üb. ostas. Pyralid.u. Microlepidopt. 159
Stericta haraldusalis Walk.
Orthaga disparoidalis Car.(l.c.p.59) — olivacea
Warr.1d.
endötricha flavofascıalis’Brem. 11 Ex.
Aglossa dimidiata Haw. |
- Orybina flaviplaga Walk. in derselben grünlichen
Rasse kiangsualis Car. (cfr. 1. c. p. 71) wie vom
Berge Pao-hwa bei Nanking, aber noch kleiner.
Stemmatophora rivulata Moore 3 Stücke g'Q.
Herculia tenuis Butl. ein völlig zeichnungsloses
aberr. ©.
Tamraca torrıdalis Led. (incerta Walk.) mehrere
typische Stücke.
Aulacodes peribocalis Walk. ein kleines g!.
Bradina atopalis Walk.
Piletocera stellaris Butl. ein frisches g', neu für
China. In Lep. Het. Pl. 58 fig. 15 sind die Vfl zu breit,
die weißen Punkte zu klein und es fehlt ein weißer Fleck
am Iwinkel. — Von Jokohama beschrieben.
Eurrhyparodes tricoloralis Z. normal.
Agrotera lienpingialis Car. (l. c. p. 82) etwas
kleiner als die Iypen.
Lamprosema marionalis Walk. 1 dg!.
Sylepta inferior Hamps. ©.
Hemiscopis suffusalis Walk. lichtgraues ©.
Cosmarca patrona Meyr. (l.c. p. 125).
Odites [collega Meyr.n.sp.i.1.| g' Type.
Von Thyrididen liegen vor: Rhodoneura pal-
lida Butl. — exacta Butl. (erecta Leech).
C. Von anderen chinesischen Lokalıtäten
erwähne ıch noch:
Ceroprepes patriciella Z., Canton.
Heliothela nigralbata Leech, Tsingtau.
Simaethis ophiosema Low., Amoy.
Cacoecia dispilana Walk., Canton.
Argyroploce aprobata Meyr., Lienping.
Helcystogramma hibisci Staint., Amoy.
Dichomeris ianthes Meyr., Canton.
II. Eine neue Patissa von Tonkın.
Patissa tonkinialis n. sp. Ein ganz reines g' vom
Mt. Mauson 810 m ex. coll. Hedemann. Exp. 18 mm. Ganz
160 Deutsche Entom. Zeitschriit Iris. Dresden 1926.
weiß. Vfl weder mit schwarzen Punkt am Zellschluß,
noch mit irgend welcher Spur eines gelben Querstreifens.
Doch steht vor dem Apex an der Kosta ein gelblicher
Wisch.
Mehrere Anzeichen lassen mich jetzt schon vermuten,
daß die Fauna der östlichen Hälfte Hinterindiens bis
Tonkin hinauf nähere verwandschaftliche Beziehungen zu
Borneo aufweist als zu China — Indien — Burma.
IL. Von Sutschansk im Ussurigebiet.
(Vgl. Iris 1926 1. Heft S. 36 ff.)
Das für Naturerscheinungen stets offene Auge der Natur-
völker hat bei den Golds!) folgende poetisch-naive Sage
entstehen lassen: „Als Gott die Welt geschaffen hatte,
stattete er sie mit entsprechenden Pflanzen, Tieren und
Mineralschätzen aus. Eine einzige Gegend blieb wüst und
leblos; es war das Ussuriland. Da erhob der Geist des
Stromes seine Stimme in banger Klage zum Schöpfer:
OÖ Herr! Du hast die ganze Erde mit reichen Gaben
überschüttet und nur allein mein Land hast Du nicht be-
achtet! Sei großmütig und gewähre auch ihm Deine
Wohltaten gemäß Deiner unendlichen Weisheit und Barm-
herzigkeit. Da griff der Herr von überall her das Schönste
und Beste heraus an Pflanzen, Tieren, Metallen und Edel-
steinen und verteilte es in Ueberfluß über das ganze Ussuri-
land. Die herrlichsten Blümen schmückten das Gefilde,
dıe seltensten Tiere schienen sich ein Stelldichein gegeben
zu haben und auch die Menschensippen eilten von überall
heran; denn Glück und Reichtunı winkten ihnen entgegen
und lockten sie in dieses gesegnete Land: die Perle des
Orients.“ Und wahrlich auch vom Standpunkte des Natur-
forschers ist nichts gegen dieses Lob einzuwenden. Bei außer-
ordentlicher Fruchtbarkeit des Bodens sind Gold, Silber, Blei,
Kupfer, Zink, Kohle, Edelsteine reichlich vorhanden und Orga-
nismen nordischer und südlicher, östlicher und westlicher
Herkunft mischen sich dort in merkwürdigem Zusammen-
leben. Kiefer, Tanne, Lärche, nordische Birke wachsen
zwischen Nußbaum, Korkeiche, Weinrebe und Palme
(Dimorphantus palmoideus); Renntier, Bär, Wolf und Zobel
leben ın denselben Wäldern und Auen zusammen mit
2) Einseborene mongolischer Rasse,
g g
.
A.v.Caradja. Noch einige Worte üb. ostas. Pyralid.u. Microlepidopt. 161
Tiger, Panther und Riesenschlange. In den Sümpfen von
Hanka, des Suifun und der Sungascha nisten Gans, weißer
Schwan, nordische Ente neben australischen schwarzen
Schwan, indischen Flamingo, Mandarinenente, japanischen
Ibis und chinesischen Reiher®). Bei den Schmetterlingen
sind arktische, subtropische, japanische, eurasische Formen
an den nämlichen Flugplätzen in buntem Durcheinander
anzutreffen wie kaum an einer anderen Stelle des
Planeten.
Diese auffallenden, faunistischen und floristischen Ver-
hältnisse näher zu studieren und deren Zustandekommen
zu erklären würde die Hauptaufgabe einer noch ausstehenden
monographischen Bearbeitung der Ussuri-Provinz sein
müssen. Es blinken meinem Geiste jetzt schon höchst an-
ziehende zoogeographische Probleme entgegen. Bezüglich
gewisser paläarktischer Elemente dürfte u. a. sehr wohl
auch die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, dab
solche nordische Arten und Gattungen (Abkömmlinge der
Angora-Fauna seit dem Pliocän) von Ostsibirien aus den
Gebirgskämmen Zentral-Chinas und Szetschwans (resp.
Yünnans) folgend, zum Himalaja und bis nach Tonkin ge-
langen konnten. Andererseits wolle man über den wahr-
scheinlichen Wanderungsweg, welchen subtropische Formen
bei ihrer Wanderung nach Norden eingeschlagen haben,
um bis nach Ussuri und Japan und indirekt bis nach
Schanghai zu gelangen, meine diesbezüglichen Erläuterungen
nachlesen in der biogeographischen Skizze: „Ueber Chinas
Pyraliden usw.“ in den Memoiren der Acad. Rom. 1925,
Bukarest. Es eröffnet sich da m. E. ein weites, fruchtbares
Feld für fernere Forschung. Die gegenseitige Beeinflussung
und die Beziehungen zwischen den Faunen China — Korea
— Ussuri und Tibet — Mongolei — Gobi werden vielleicht
schon bald klar erfaßt werden können, wenn die zwei
Kubikmeter (!) mit Insekten aller Ordnungen gefüllte Düten
verarbeitet sein werden, welche die Herren R.P. Licent und
Teilhard du Chardin aus Petschili, Chansi, Ordos, Kansu,
Tibet, östliche Mongolei mitgebracht und im Museum Hoang
Ho Pai Ho in Tientsin niedergelegt haben. Im zoologischen
Museum in Petersburg liegt ein enormes z. Z. leider unzu-
gängliches Material aus Zentral- und Ostasien aufgestapelt.
Die amerikanische Gobi-Expedition von Roy Chapman
3) Maack, Busse, Przewalski, Ossendowski u. a.
162 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Andrews hat sicherlich auch in entomologischer Richtung
Bedeutendes geleistet.
Vorläufig bescheiden wir uns damit, einen ganz kleinen
faunistischen Beitrag zu liefern. Alle genannte Arten
wurden in der zweiten Hälfte August 1925, in der Nähe
der Kohlengruben von Sutschansk gesammelt.
Crambus pinellus L.— pratellus L. fa. sibirica
Alph. — perlellus Sc. — aureliellusn.2 3
nıgrociliellus Z. in der Form inclaralis Wik.
— porcellanellus Motsch. — mandschuricus Chr.
Homoeosoma binaevella Hb.
Selagia uralensis Rbl. 2 Ex. wie von Kasakewitsch.
Laodamia semirubella var. sanguinella Hb.
sehr groß, intensiv schwarz. am Kostalrand, wie meine
Stücke von Pompejewka.
Nyetegretis trıangulella Rag. mehrere. Ich glaube
jetzt, daß meine f. griseella (Iris 1910) als Synonym
dazu gestellt werden muß.
Macallaamurensis Hamps. — amica Btl. — bis-
her nur von Japan bekannt. |
Orthaga onerata Btl.— olivacea Warr; — Japan,
China.
Irichophysetis cretacea Btl. Sehr veränderlich.
Neben großen dunkelbewölkten Stücken mit tiefschwarzen
Zeichnungen erhielt ich auch mittelgroße Exemplare mit
licht ockergelber Bewölkung. Ein kleines g' hat den
ganzen Marginalraum rötlichgelb, auch fehlt ihm der weiße
Anteapicalhaken. Die Hfl sind bis zur Basis bewölkt.
Doch wohl nur eine individuell aberrierende Form ?
Aglossa dimidiata Hw.
Hypsopygia costalis f. aurotaenialis Chr.,
licht rosa. Neben der typisch gefärbten liegt in mehreren
Exemplaren eine stark geschwärzte Form vor, die der
v.lugens Rbl. entpricht und als intunecalis n. var.
bezeichnet werden kann.
Pyralis regalis Schiff. mehrere normale Stücke —
subregalis n. sp. (? var.). Etwas kleiner als regalis;
der weiße Kostalfleck bis !/; schmäler und kürzer, der
Apikalfleck dagegen breiter, länger, spitzer und schräg
distalwärts verlaufend. Die feine lichte Verlängerungs-
linie stark nach außen geschwungen und kurz vor dem
Innenwinkel ausmündend. Basis und Marginalbinde weit
A.v.Caradja. Noch einige Worte üb. ostas. Pyralid.u. Microlepidopt. 163
lichter ockergelb; dagegen fehlt die gelbe Partie in der
Kostalhälfte der Mittelbinde NHfl lichter; die feinen
weißen Querlinien sind scharf markiert; die äußerst stark
gebogene Postmediale nähert sich bei 3-——4 dem Arand
beinahe bis zum Berühren. Auf beiden Fl fehlt der
starke, dunkelviolette Schimmer. Fransen gelblichrosa.
Die drei letzten Abdominalsegmente gelblich. Ein ganz
frisches ©. Das Tier kann wegen der bedeutenden
Zeichnungsunterschiede unmöglich ein aberratives Stück
von regalis seın.
Herculia placens Btl. — glaucinalisL.
Sacada fasciata Btl.
Bradina atopalis WIk.
Eurrhypara urticataL.
Mabra charonialis WIk.
Scoparia crataegella Hb.
Pyenarmon lactiferalis f. latepunctalis n. Seite 39
dieses Bandes wies ich schon auf zwei vom Normal-
typus abweichende Exemplare von Sutschansk hin;
sie waren stark entschuppt. Jetzt liegt mir eine Serie
von sieben ganz frischen Stücken einer Form (Herbst-
generation) vor, welche jedenfalls namensberechtigt
ist. Exp. 20—22 mm. Die Querbinden sind braun
(statt gelb), hier und da mit schwarzen Atomen be-
streut, besonders stark auf den Hfl. Alle schwarzen
Punkte sind ganz bedeutend größer als selbst bei pauci-
punctalis Snell.e Außerdem ist je ein großer über-
zähliger Punkt vorhanden bei ?/, Irand auf Vtl und bei ?/,
Vrand Hfl, welche beide auf dunkelbrauner Querbinde
stehen. Der große Punkt am Irand der Hfl scheint näher
zum Iwinkel gerückt zu sein als beim normalen Typus.
Useite entsprechend. — tylostegalis Hmps. ein
kleines düster gefärbtes @ mit verschwommenen Zeich-
nungen.
Lamprosema tristrialis Brem.
Sylepta quadrimaculalis Koll. — zelleriBrem.
Glyphodes nigripunctalisBrem. — quadrima-
culalis Brem.
Evergestis extimalis Sc.
Phlyctaenodes palealis Schiff.
Prochoristis simplicialis Brem. ©.
Pionea rubiginalis Hb. recht dunkel und klein. —
forficalıs L.— pandalis Hb.
164 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Paratalanta labutonalis var. amurensis Rom.
Pyrausta gracilis Btl. — luctualis Hb. — fune-
bris Ström, klein — solemnalis Chr. —pulla-
talis Chr.
Oxygrapha christana.F. var. Der langen Palpen
und des geschwungenen Arandes der Vfl wegen, sicher
eine Form von christana, aber so klein wie meine
delicatana Chr. von Kasakewitsch. Vfl rein bläulich-
grau mit feiner schwarzer Gitterung. Basis längs Ader 2
tiefschwarz, am Kostalrand dunkle Fleckchen. Die ganze
Dorsalfläche dunkel ockergelb, wie bei f. fulvo-
vittana Stph.; ein tadelloses g'.
Capua favillaceana Hb.
Cacoecia piceana Hb. — decretana Tr. Jg —
dısparana Kenn. ein Pärchen, der g'! ausnehmend
dunkel — unifasciana Dup. 9’ — circumelu-
sana Chr. — C. luticostana Chr. ein sehr kleines
Jg von nur 24 mm Exp.
Tortrix inumbratana Chr. ein völlig FASHBUHE®-
loses dunkles 9’. — dumetana Tr.
Chlidonia jaculana Snell. 19 — aBeeh:
tana Chr.
Phteochroa ussuriana n. sp. Bei sodaliana, Vfl
breiter Exp. 19 mm. Kein Kostalfleck nahe der Basis,
aber der ganze Kostalrand von Basis bis ®/, licht grau-
braun. Bei !/, eine breite braune Wolke, welche die
Zelle fast ganz ausfüllt. Der große Dorsalfleck wie bei
sodalıana. Die dunkle Marginalbinde Bam
sehr breit. Hfl ganz dunkelbraun. 19.
Argyroploce lapideana atrata f. n. Durchaus
bläulich schwarz, die lichteren Partien kaum ange-
deutet. Meine v. bartelana (Iris 1916 p. 16) kommt
der atrata nahe. — cespitanaHb.
Bactra furfurana Hw. sehr dunkelgraue g'dg".
Eucosma pflugiana Hw.— Iyrana Sn.
Semasia aspidiscanaHb. (?) Aus den tiefschwarzen
Vfl blinken nur der Spiegel und die Kostalhäkchen Uchtet
hervor.
Epiblema foenellal.
Ancylopera derasana Hb,
Hyponomeuta nigrifimbriatus Chr; Lug;
Av. Caradja. Noch einige Worte üb. ostas. Pyralid. u.Microlepidopt. 165
Cerostoma contractella Car. (Iris 1920 p. 20), Es
ist das dritte Stück, das ich aus der Ussuri-Provinz
erhalte. |
Ypsolophus limitellus Car. (Iris 1926 p. 42) noch 2 Ex.
Depressaria rubrovittella n.sp. Wie arenella Schiff.
_ doch kleiner. Grundfarbe aller Fl lichtgelb, wie bei
petasitis. Basalfeld der Vil wie bei arenella durch
eine rötlichbraune Linie begrenzt. Die schwarzen Punkte
sind wie bei jener Art verteilt, aber es fehlt der größere
dunkle Fleck in der Zelle sowie die Kostalfleckchen.
Dagegen zieht ein scharfer rotbrauner Streifen von !/,
Dorsum schräg bis zum Zellschluß, wo er sich zu einem
größeren Fleck verdichtet, und von dort schräg bis zum
Iwinkel läuft. Hfl ganz licht.
Borkhausenia pseudospretella Motsch.
Hapsifera cinereella n.sp. g' 21 @ 25 mm Exp. Aus
der Verwandtschaft der eburnea Bitl., mit der sie mor-
phologisch übereinstimmt; unterscheidet sich aber sofort
von ihr durch die völlig aschgraue Farbe aller Körperteile.
Palpen, Kopf, Thorax, Abdomen oben und Oseite der
Schienen grau. Abdomen unten, Rückseite der Schienen
und Füße ockergelblich. Vfl aschgrau. Die kostalen und
marginalen Schuppenhäufchen, sowie die sonstigen
Zeichnungen annähernd gestaltet und gestellt wie bei
eburnea oder luridella Z., aber viel dunkler grau
als die lichtgraue Grundfläche. In der Flmitte eine breite,
lichtere aschgraue Querbinde, an deren basalen Rand
am Dorsum, sowie am distalen Rand am hinteren Zell-
schluß je ein weißlicher Mondfleck steht. Fransen grau
mit dunkler Spitze. Hfl dunkel graubraun.
Eine neue Eule von Sutschansk.
Radinogoes subargentea. Lepigone Moeschler.
sehr nahe und auch ähnlich, aber größer, Exp. 30 mm.
Stirn, Kopf, Kragen licht mausgrau. Die dunkelbraunen Vil
mit ziemlich deutlichen gezackten Ante- und Postmedial-,
sowie subterminalen QOuerlinien, welche bei lepigone kaum
sichtbar sind. Nur bei 2 meiner 18 Ex. (g'Q) ist ein etwas
lichterer (gelblichbrauner) Punkt an der Innenkante der Zelle
sichtbar, während er bei lepigone stets deutlich und
weiß ist. Das © hat bedeutend dunklere Vfl. Den Hauptunter-
schied weist die Useite auf, welche bei subargentea voll-
ständig licht silbergrau ist. Diese Form kann weder mit
166 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
funesta Stgr. noch mit tristis f. lugens Stgr. ver-
wechselt werden.
IV. Eine kleine Ausbeute von Japan
enthält u. a. folgende nennenswerte Arten:
Crambus pascuellusL.klein und licht wie im Ussuri-
gebiet, von Kobe.
Diptychophora exsectella Chr. VII. Yokohama;
neu für Japan.
Patıssa fulvosparsa But|. VI. Yokohama zwei rie-
sige ©, 23—30 mm, fast ganz weiß, aber mit deutlichen
schwarzen Punkten am Zellschluß.
Cirrhochrista figuratalis Walk. Kobe VII. (cfr.
Acad. Rom. l. c. p. 45).
Macalla amıca Butl. VII. Makone am Fuji. — mar-
garıta Butl. Kobe.
OÖrthaga achatina Butl. und olivacea Warr.
VIII. Kobe.
Locastra muscosalis Walk. VII. Kobe ein etwas
anormal breitflügeliges ©.
Endotricha portialis Walk. — icelusalis Walk.
Kobe; neu für Japan.
Hendecasis duplifascialis Hamps. V. Yokohama;
neu für Japan.
Parthenodes sutschana Hamps. VII, IX Kobe;
neu für Japan.
Bocchoris onychinalis Gn. VII. Kobe; neu für Japan.
Bothyodes principalis Leech IX.—XI. intensiv
gefärbte, scharf gezeichnete Exemplare.
Sylepta balteata Hamps. Yokohama, in einer Form,
die völlig mit aurea Butl. Ill. Het. Pl. LIX. fig. 12
übereinstimmt.
Polythlipta liquidalis Leech VII. Kobe, Nikko;
neu für Japan — Korea, China, usw.
Pionea fentoni Butl. VII. Akamayama.
Pselnophorus vilis Butl. V. Yokohama.
Archipsingentana Chr. VII. Akamayama.
V. Aus Zentralasien sind zu melden:
EpichoristaaccuratanaKenn. Aksu. Mein g' ist nicht
so gelb wie das Bild in Kennel Mon. Tortr. Taf. IX fig. 35.
A.v.Caradja. Noch einige Worte üb. ostas. Pyralid.u. Microlepidopt. 167
Symmoca [pylospora Meyr. n. sp. i.1.] Kuldscha,
steht zeitunella Rbl. nahe. Type in meiner Samm-
lung. Beschreibung in Exot. Microl.
VI Aus Syrien, von Beyruth.
Amphithrix sublineatella Stgr. ein kleines, aus-
nehmend scharf gezeichnetes dg!.
Acrobasis glaucella var. anatolica Car. (Iris 1910).
Myelois ossicolor Rag. — tetricella F.—cera-
tonıiae ab. zelleri Sorgh = (decolor Z. ı. 1.) blaß-
gelb und durchscheinend, wie Stücke von Gafsa und
Biskra.
Macalla lophotalis Hmps.
Bostra tristis Butl.
Metasia berytalis n. sp., wie corsicalis Dup., aber
viel dunkler sepiabraun, ohne gelbliche, rötliche noch
graue Beimischung. Eine weitschweifigere Beschreibung
würde an dieser kurzen Charakterisierung nichts beı-
tragen, da die Zeichnungselemente bei allen diesen
Metasia-Arten ähnlich sind.
Lozopera francillana F. ein sicheres Stück unter
vielen mediterranea Rbl.
Holcopogon bubulcella Stgr.
Depressaria corticinella Z. mit meinen Exemplaren
von Brussa (Originale) völlig übereinstimmend. D. uhri-
kella Fuchs, von denen ich auch Originale habe,
vermag ich nicht davon zu trennen.
Stagmatophora fulguritella Rag. |
Penestoglossa dardoinella Mill. mehrere J'9.
Cataloba (Tineola) biskra&älla Rbl. ein sicheres
kleines g'!. Diese weitverbreitete Art dürfte auch in Pa-
lästina, Mesopotamien, Arabien und Persien vorkommen.
Telphusa [tribolobis Meyr.n.sp. i. 1.] (Exot. Micr.)
Type. NE
Stomopteryx basalis Stgr. (Meyrick det.); bisher
nur aus Sizilien.
168 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Nachträge zur Kenntnis ostasiatischer Pyraliden*).
Von Aristide v. Caradja, Tirgu Neamtu, Rumänien.
Crambus sinicolellusn.sp. Exp.19 mm. Aus der nächsten
Verwandtschaft von argyrophorus Butl. Vfl verhältnis-
mäßig viel kürzer und breiter als bei irgend einer anderen
Art der pratellus-pascuellus-Gruppe. Palpen sehr
lang, oben schneeweiß, unten bräunlich. Kopf mit braunem
Haarschopf. Fühler dunkel rotbraun. Thorax braun. Kragen
und Metathorax weiß. Abdomen oben bräunlich, unten |
weißlich. Beine gelblich. Die ganze Kostalhälfte der Vfl von
Basis bis Arand rein weiß, ohne Verdunklung des Kostal-
randes. Unmittelbar vor dem Apex, an der Kosta ein kleiner
bräunlicher Fleck. Unterhalb der Medianader zieht durch
die ganze Flmitte ein dunkelbrauner Längsstreifen. Dorsal-
fläche licht gelblich, mit bräunlichen Schuppen bestreut. Die
Querbinden sehr scharf dunkelbraun. Postmediale setzt
bei ?/, Kosta ein, umzieht in spitzem Winkel die Zelle bis
zur Medianader, bildet dort einen kurzen Zahn wie bei
argyrophorus und mündet bei ’, Dorsum aus. Die
Submarginale verläuft wiebeihamellus Thnbg. Zwischen
ihr und der braunen Saumlinie steht auf jeder Ader je ein
schwarzer, kurzer Längsstrich, besonders scharf auf 2 bis 6.
Fransen unterhalb des Apex weiß, dahinter bräunlich, mit
Messingglanz am Flsaum. Hfl nebst Fransen licht gelblich.
Useite der Vfl bleigrau, mit bräunlicher Umrandung am V-,
A- und Irand. — 1 tadellos frisches g' von Shanghai VII.
Argyria stramineella n.sp. Bei diatraeella Hmps. aber
viel lichter und auch kleiner; Exp. 33 mm. Alle Körper-
teile ganz licht strohgelb, beinahe weiß. Thorax und
Schulterdecken hell rötlichbraun meliert. Vfl ganz licht, aber
alle Adern sind hell rötlichbraun und in der Mitte aller
Zwischenfelder zieht je eine feine, hell rötlichbraune Längs-
strieme; dieser rötliche Anflug ist so schwach, daß er den
Vfl nur wenig verdunkelt. Ein kleiner schwarzer Diskoidal-
punkt am unteren Winkel der Zelle. Ganz kleine bräun-
liche Saumpunkte. Hfl und deren Fransen weiß.
1 gut erhaltenes @ von T1singtau.
®) Vergl. Iris 1926 p. 36 und Mem. Acad. Rom. 1925, Seria II,
Tom HI Mem 7.
—
"EV N
u u re TE WEN En A 6
Aristide v. Caradja. Nachträge z. Kenntn. ostasiatischer Pyraliden. 169
Hypsotropa approximans n. sp. Exp. 17 mm. Bei
infumatella Rag. und dieser Art auch ähnlich. Palpen,
Fühler, Kopf ockergelb. Kragen, Thorax hell bräunlich.
Vfl.: Ein breites, licht ockergelbliches (nicht weißes) Kostal-
band von Basis bis °/,, wo es in braun übergeht. Dahinter
eine dunkelbraune Binde von Basis bis Apex. Die innere
Fliläche ist hell bräunlich bis trüb ocker. Fransen licht
ocker. Hfl trüb gelblich. Schienen bräunlich; Füße und
Abdomen hell ockergelb.
Homoeosoma griseipennella Hmps. Mokans-
han 1 g' (Tams det.). Bisher nur von N. W. Himalaja.
Heterographis exiguella n. sp. Exp. 12 mm. Kopf,
Palpen, Fühler, Thorax graubraun; Abdomen wenig heller
mit gelblichem Analbusch. Vfl graubraun, basal- und dorsal-
wärts dunkler. Zwischen beiden Querlinien ein weißes,
aber mit dunklen Atomen bestreutes Kostalband. Ante-
mediale an der Kosta innen dunkel begrenzt, sehr undeut-
lich, erst schräg bis zum Medianast, dann senkrecht zum
Dorsum. Postmediale deutlicher, dem Arand parallel. Am
Zellschluß 2 zu einem Strich verschmolzene Diskoidalpunkte.
Winzige schwarze Saumpunkte. Fransen grau. Hil licht-
grau, mit feiner schwarzer Randlinie. Fransen lichtgrau.
Bei micralis Hmps. — resticula Hmps. einzureihen;
doch kann ich nicht untersuchen ob Ader 10 fehlt.
Ortholepis nigrisparsella n. sp. Exp. 19 mm. Frontal-
busch stark entwickelt wie bei jugosella Rag., sonst
flavitinctella Rag. ähnlich, welch letztere Ragonot
irrtümlich als Laodamia beschrieb. Kopf, Stirn, T'horax
licht schwefelgelb. Palpen weißlich. Fühler bräunlich.
Vfl 4,5 fast parallel. Durchaus licht schwefelgelb, ohne
sichtbare Querlinien. Kostalrand von !/),; an bis Apex und
hinab bis Ader 6. mit schwarzen Schuppen ziemlich dicht
bestreut. Die für Ortholepis charakteristischen Borsten-
schuppen bei ?/, Dorsum sind wenig auffallend, weil von
gleicher gelber Farbe wie die übrige Flfläche. Ein feiner
schwarzer Strich an der Transversalen. Fransen bis 6 grau,
dahinter gelb. Hfl graugelb mit purpurnem Schein. Fransen
grau. Abdomen grau mit schmalem, gelben Kranz an jedem
Segmentende. — 1 © von Sutschansk VII.
. Das Vorkommen einer echten Ortholepis im Ussuri-
lande scheint mir in biogeographischer Hinsicht von großem
Interesse zu sein, da es so recht deutlich den Verbreitungs-
weg anzeigt, den in früheren geologischen Zeiten manche,
170 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
jetzt disloziert vorkommende Formen von Östindien, über
den Angara-Kontinent hin bis nach Nord Amerika (und
umgekehrt) gefolgt sein dürften. |
Laodamia sinicolella n. sp. Exp. 17 mm. Bei mund-
ellalis WlIk. aber viel kleiner und dunkler. Fühlerschaft
dunkelbraun; Wurzelglied sehr stark entwickelt, gelblich-
weiß; die Borsten des Schuppenwulstes sind an ihren
Spitzen tiefschwarz. Stirn gelblich, mit je einem schwarzen
Punkt vor der Fühlerwurzel. Palpen gelblichgrau. Kragen
oben weißlich, seitwärts braun, Ihorax braun. Abdomen
aschgrau, unten lichter. Beine lichtgrau. Antemediale bis
zum Medianast schräg und abgerundet, distalwärts dunkel
begrenzt; vom Medianast zum Dorsum senkrecht und bei
?/, ausmündend, basalwärts dunkel begrenzt, wo.auch die
dunkelste Flstelle ist: Postmediale nur wenig lichter als
der Flgrund. Ein ziemlich großer Diskoidalfleck am oberen
Ende der Transversalen. Fransen einfarbig. Hfl graubraun,
gegen Apex und Arand zu dunkler.
1 frisches g' von Shanghai IX.
Macalla amica var. atrox n. Unter einer Serie
typischer Stücke von Kobe (Japan) befinden sich 2 Ex. J'Q,
bei welchen die mittlere Flfläche so vollständig mit schwarzen
Schuppen verdunkelt ist, daß keine Spur einer lichteren
Querbinde mehr vorhanden ist. Auch Abdomen und Hil
sind dunkler als bei der typischen Form.
Stericta basalis R. South 2 g' von Yokohama.
Der Autor beschrieb diese Art als Orthaga.
Orthaga achatina Butl. Sutschansk VII.
Endotricha theonalis WlIk. Von Shanghai ein
rauchbraun verdüstertes Jg".
Lamprosemapaeonalis WIk (?) var. Sutschansk
Ill. in einer sehr kleinen, zart gebauten, ganz schwarzen
Form, ohne braungelbem Kostalrand. Herr Tams, der das
Tier sah, schreibt mir, daß ganz gleiche Stücke „als
paeonalis“ in Br. Mus. stecken.
L.dairalis WIk. Kobe.
Wissenschaftliche Ehrlichkeit nötigt mich, zwei Irrtümer,
die ich beging, hier richtigzustellen. Ich bitte:
Nephopteryx biareatella mihi (Ueber Chinas Pyr.
etc.1.c.p. 48, Taf. I f. 7) aus der Liste der nova, sowie......
Piletocera stellaris Butl. aus derjenigen chine-
sicher Arten zu streichen. Das Tier stammt von Makone
(Japan).
K. T. Schütze. Lita viscariae n. sp. 178
Lita viscariae n. sp.
Von K.T. Schütze, Soritz. b. Kubschütz (Amtsh. Bautzen).
Im Katalog von Dr. Staudinger und Dr. Rebel vom Jahre
1901 ist die Gattung Lita mit 104 Arten vertreten; diese
Zahl wird in den letzten Jahren gewiß viel höher gestiegen
sein. Wenn ich nun wieder mit einer neuen Art komme,
wird das kaum ein Sammler mit Freuden begrüßen, da ihm
die bereits vorhandenen schon Schmerzen genug verur-
sachen. Aber mein Neuling hat gute Ausweise, man muß
ihn also passieren lassen.
Die Art ist mir schon seit vielen Jahren bekannt, ich
habe sie auch mehrfach als n. sp. tauschweise abgegeben,
wohl auch als Lita leucomelanella Z; denn dafür
hielt sie seinerzeit Möschler. Dr. Wocke, dem ich sie später
vorlegte, erklärte sie für neu. Ich habe ihr nun den Namen:
Lita viscariae gegeben, weil ich die Raupe ausschließlich
an Viscaria vulgaris Roehl.=Lychnis viscarıa
L. finde. Mit L. viscariella Stt., deren Raupe an derselben
Pflanze lebt und bisher nur in England gefunden wurde,
hat sie nichts zu tun, wohl aber ist sie mit L.leucomelan-
ella Z. nahe verwandt. Die Falter, von denen mir 67 vor-
liegen, ändern in der Deutlichkeit der Zeichnung stark ab, ıch
nehme die als Grundform an, die am deutlichsten gezeichnet
sind und gebe dann durch genaue Zahlen die Art und
Weise der beobachteten Abänderungen an.
Größe 10—11 mm von einer Flspitze zur anderen, Grund-
farbe schwarzbraun, bei schief auffallendem Lichte mit
schwach rötlichem oder blaurötlichem Glanz, überall mit
helleren ‚braunspitzigen Schuppen, die sich bei !/, und ?/,
zu kleinem grauen Gewölk verdichten, und auch am Vrand
und besonders am Irand streifartig angeordnet, im Spitzen-
drittel aber weniger zahlreich sind. Bei °/, stehen zwei
reinweiße Gegenflecke, die am Grunde breiter und mit der
Spitze nach auswärts gebogen sind. Je ein schwarzer dicker
Punkt steht in der Nähe der Wurzel, bei '/, und vor den
Gegenflecken; oft ist der mittlere weiß aufgeblickt, teils vorn,
- teils unten oder hinten, manchmal nur durch wenige weiße
Schuppen. Die Flspitze ist reiner schwarzbraun, am Rande
rings mit helleren Schuppen. Die Fransen sind dunkelgrau,
am Grunde gelblich, am Ende heller; meist eine dunkle
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Entomologischen Verein I
Iris zu Dresden. Jahrgang 1926.
178 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Teilungslinie, die besonders um die Spitze deutlich ist. Die
Useite ist grau, die weißen Gegenflecke der OÖseite sind
durch einen gelblichen Wisch oder wenigstens einige hellere
Schuppen am Vrand und Irand angedeutet. Die Hfl sind
hellgrau mit deutlich gelblichem Glanze, der sich auch auf
die Fransen ausdehnt. Kopf und Thorax sind schwarzbraun
ohne hellere Schuppen. Die Fühler sind mehr oder weniger
deutlich blaßgelb geringt. Das Gesicht ist glänzend licht-
. braun, wie geräucherter Schinken. Dre Palpen sind schwarz,
das Mittelglied dunkelgrau bestäubt, innen weißlich, das
Endglied schwarz, seine äußerste Spitze stets gelb.
Diese Beschreibung paßt nun freilich nicht auf jedes
Exemplar; aus den folgenden Bemerkungen mag ersehen
werden, wieviel die einzelnen Falter in dieser oder jener
Weise abändern und dadurch die Bestimmung gefangener
Stücke erschweren. Bei den mir vorliegenden 67 gezogenen
Faltern ist nur ein einziges Merkmal ohne Ausnahme zu
finden, das ist die gelbe Färbung der äußersten Spitze des
letzten Palpengliedes, sie ıst bei einzelnen sehr geringfügig,
immer aber zu erkennen. Sie bildet bei Exemplaren, die
der leucomelanella zum Verwechseln nahe kommen,
ein sicheres Unterscheidungsmerkmal. Die Gegenflecke
sind normal, das heißt mit deutlichem Zwischenraum bei 42,
stoßen zusammen bei 2, sind sehr klein bei 15, der obere
kleiner bei 5, fehlen ganz bei 3. Die schwarzen Punkte
sind deutlich bei 46, undeutlich bei 21. Der mittlere Punkt
ist weiß aufgeblickt bei 25, nicht aufgeblickt bei 21. Die
Teilungslinie der Fransen ist deutlich bei 56, undeutlich bei
11. Die weißen Gegenflecke sind. auf der Useite angedeutet
bei 49, nicht angedeutet bei 15. Die Fühler sind beiderseits.
schmal blaßgelb geringt bei 22, nur unten breit blaß geringt
bei 45. Das Gesicht ist lichtbraun bei 48, bis dunkelbraun
bei 12, schwach gelblich bei 7; diese Färbung reicht bis zur
Fühlerwurzel, darüber hinaus bei 4, |
Bei der Bestimmung nichtgezogener Falter empfiehlt es.
sich, L.leucomelanella zum Vergleich heranzuziehen;
das setzt natürlich voraus, daß man von dieser zweifellose
Exemplare zur Hand hat. Nach der Abbildung in Staintons
Natural history of the Tineina möge sich niemand richten;
denn die ist total mißraten. Heinemann nennt sie schonend
„zu blaß“, hätte sich aber schärferer Worte bedienen sollen,
um die Irreführung ein- für allemal abzutun. Merkwürdiger-
weise weist Stainton mit keinem einzigen Worte auf das
K. T. Schütze. Lita viscariae n. Sp. r3
Mißlingen des Bildes hin. Besonders störend wirkt der
weiße Fleck in der Flmitte, wie ihn tischeriella Z. hat.
Stainton hat ihn auch bei seinen Exemplaren nicht ge-
funden; denn in der Beschreibung sagt er: „In der Mitte
des Flraumes liegt ein schlecht begrenztes weißliches Ge-
wölk;“ und das ist der richtige Ausdruck. Dann versteht
man aber seine Schlußbemerkung nicht: „Da es mir nicht
hat gelingen wollen, zwischen leucomelanella und tischeri-
ella unveränderliche Unterscheidungsmerkmale aufzufinden,
so habe ich absichtlich jeden Vergleich unterlassen.“ Die
Berechtigung dieser Bemerkung mögen Sammler nach-
prüfen, denen beide Arten in zahlreichen Stücken zu Gebote
stehen. Ich habe tischeriella hier noch nicht auffinden
können und besitze nur vier Tauschexemplare, die aber zu
Verwechselungen mit leucomelanella nicht herausfordern.
Wie Heinemann sagt, ist beitischeriella das Mittelglied
der Palpen am Ende weiß, von gleicher Farbe auch die
ersten Fühlerglieder und der Kopf, der hinten mehr oder
weniger schwarzbraun ist. Drei von meinen Stücken zeigen
diese Merkmale ganz deutlich, das vierte nicht; dieses halte
ich für leucomelanella. Ich weiß nicht, ob und inwie-
weit tischeriella abändert, bin aber durch Staintons
obige Bemerkung auf den Gedanken gekommen, daß auch
in seiner Sammlung unter leucomelanella gemischter
Bestand ist. Meine Ansicht ist keine Ketzerei; denn das
kommt gar nicht so selten vor. Als ich über Argyr.
illuminatella Z. schrieb, konnte ich berichten, daß
sogar in den Sammlungen der bedeutendsten Kenner drei
verschiedene Arten unter dıesem Namen stecken.
L. viscariae unterscheidet sich von der gleichgroßen
oder wenig größeren leucomelanella durch folgendes:
1. Die Grundfarbe ist schwarzbraun und bräunt sich bei
älteren Tieren immer mehr, bei l. ist sie schwarz, besonders
zu beiden Seiten des weißen Querstreifs in der Nähe der
Wurzel und vor den weißen Gegenflecken. Dadurch treten
die weißen bez. grauen Stellen starker hervor, und die
Zeichnung wird lebhafter. 2. Sie hat nicht den weißen
Querstreifen in der Nähe der Wurzel, er ist aber nicht selten
durch lichtere, manchmal sogar weiße Schuppen schwach
angedeutet, bei schärferem Hinsehen erweisen sich aber
letztere als Einfassung des schwarzen Punktes in der Flmitte.
3. Sie hat nicht den hellgrauen Irand in der Mitte, welcher
bei l. immer mehr oder minder deutlich ist. 4. Die äußerste
174 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Spitze des letzten Palpengliedes ist gelb, bei l. immer schwarz.
5. Hfl haben einen gelblichen Glanz, bei 1. ist er mehr
rau.
i Das sind Unterschiede, die auf dem Papiere deutlicher °
sind als auf den Faltern. Volle Klarheit ist nur durch die
Zucht zu erlangen, man wird dann sehen, daß auch leu-
comelanella mehr oder minder abändert. Wer letztere nach
Heinemanns labellen bestimmt, sei auf folgenden Wider-
spruch hingewiesen: Unter 44 sagt er: die Vfl am Irand
nicht heller — während in der Beschreibung steht: die Vfl
am Irand heller.
Leichter als das mühselige Bestimmen nach teilweise
wenig auffallenden und oft schwankenden Merkmalen und
ganz sicher führt die Kenntnis der Biologie zum Ziele, und
die ıst bei beiden Arten sehr einfach. Die Raupen sind zu
Ende der Kirschblüte zu suchen. L. viscariae finde ich
nur an der Pechnelke, Viscaria vulgaris; sie lebt in
den jungen Irieben. Bewohnte Seitenschößlinge sind leicht
daran zu erkennen, daß die Spitzenblätter zu einer Röhre
geformt, nicht versponnen, an den Rändern meist etwas
gewellt oder gekräuselt und an der Spitze fast immer mit
schwärzlichem Kot besudelt sind. In dieser Röhre verbringt
die Raupe ihre erste Lebenszeit, dringt dann in den Stengel
ein, frißt ihn bis auf das vorjährige Holz aus und greift
darauf einen anderen an. In Stengel mit Blütenansatz arbeitet
sie sich von oben zwischen den zusammengedrängten
Knospen ein, ohne diese wesentlich zu beschädigen, geht
dann in enger Röhre bis auf den Grund, um hierauf um-
kehrend wieder aufwärts zu fressen. Solche Triebe bleiben
in der Entwickelung zurück, krümmen sich oft und schwellen
an. Der anfangs grüne, bald schwarzbraun werdende Kot
bleibt in der Wohnung. Zur Verwandlung spinnt die Raupe
ein Sandkokon an der Erde. Sie liebt sonnige Lagen; ich
suche sie nur an den grasigen Böschungen der Straßen-
gräben. Oft ist sie jahrelang häufig, aber ihre Parasiten
vermehren sich nach und nach so stark, daß schließlich
mehr als 90%, gestochen sind. Im nächsten Jahre sind die
Raupen denn nur sehr vereinzelt zu finden, vermehren sich
aber rasch in erfreulicher Weise.
Die erwachsene Raupe ist 7 mm lang, vorn und hinten
wenig verdünnt, weiß mit grauem, zuletzt gelblichen Ton,
in der Jugend oft schwach rötlich, Kopf und das lichtge-
teilte Nackenschild hellbraun, Afterschild nicht ausgezeichnet,
K. T. Schütze. Lita viscariae n. sp. 175
Wärzchen mit sehr feinen Härchen nur durch die Lupe
zu sehen; alle Beine von Farbe des Körpers. Sie spinnt
sich beim Fallen nicht ab, auch die Puppenwiege ist mehr
zusammengeleimt als gesponnen. Der Falter erscheint von
Ende Mai an. |
Die zu gleicher Zeit lebende Raupe von L. leucomela-
nella ist 7 mm lang, vorn und hinten wenig verdünnt, grün,
Kopf schwarz, zweites Segment dunkelrot mit schwarzem
lichtgeteiltem Rückenschilde. Afterschild blaßgelb, Wärzchen
kaum wahrnehmbare dunkle Punkte, Härchen kurz, einzelne
länger, besonders auf dem letzten Ringe. Brustfüße vorn
schwarz, hinten grünlich, Bauchfüße von Körperfarbe.
Die Raupe lebt nach Stange E.5 an Dianthus
carthusianorum zwischen versponnenen Endtrieben,
nach Rössler, der sich auf Stainton beruft, E.5 zwischen zu-
sammengesponnenen Endtrieben der Silene maritima, nach
Sorhagen 5 in versponnenen Trieben von Silene nutans
und maritima, nach Schmid in feinen weitläufigen Ge-
spinsten zwischen den Stengeltrieben von ÄAlsine setacea.
Stainton erwähnt aber Il. c. nichts von „versponnenen“
Trieben, sagt vielmehr und der Wirklichkeit entsprechend,
daß sie diese auszehrt uud dadurch ihr Hinwelken verur-
sacht. — Von den genannten Pflanzen kommt in der Lausitz
nur Sılene nutans vor, und ausschließlich an dieser finde
ich die Raupean etwas beschatteten Stellen. Sie miniert jeden-
falls zuerst und frißt sich dann von oben in die Seitentriebe
hinein, d. h. in solche, die keinen Blütenstengel treiben;
dadurch welken die obersten Blättchen und dienen beim
Suchen als Leitmerkmal. Sie verzehrt zuerst nur den heurigen
Wuchs, sobald sie auf vorjahriges Holz stößt, geht sie
heraus und frißt sich gewöhnlich unten in den Stengel
hinein den sie aber nicht zentral ausweidet, sondern nur
seitlich zwischen Rinde ‘und Holz aushöhlt. Der Kot hängt
in verhältnismäßig großen Klumpen am Bohrloche und ist
grün, wenn sie die innere Rindenschicht frißt, hellgrün,
sobald sie den Bast verspeist und fast gelb, wenn sie das
Holz ergreift. Gewöhnlich schützt sie sich, ehe sie eindringt,
durch etwas Gespinst. Erwachsen fertigt sie am Grunde
alter Aestchen ein mit Pflanzenresten überdecktes Gespinst,
eht aber auch an die Erde. Die ersten Falter erscheinen
in den letzten Maitagen.
176 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
—
Zwei bemerkenswerte abweichende Formen
deutscher Kleinschmetterlinge
(Mit 4 Text- Figuren)
Von Dr. Martin Hering (Zoolog. Museum Berlin)
1. Teleia alburnella Dup. diese, bei uns häufig an
Birken vorkommende Gelechiiden-Art, deren Raupe an den
Blättern dieses Baumes lebt, findet man allgemein in einer
Form mit vorherrschend weißen Fl, wie sie in Fig. 1 dar-
gestellt ıst. Am Ird der Vfl befindet sich vor der Mitte
ein Busch aufgerichteter weißer Schup-
pen, an dessen Wurzelseite ein größe-
rer, schwarzer Dreiecksfleck liegt,
Etwas hinter der Flmitte befindet
4 sich eine zweite Stelle aufgerichteter
Teleia alburnellaDp, Weißer Schuppen; vor ihr liegt am
Normale Form Vrd ein schwarzer Fleck. Zwischen
diesem und dem Fleck am Ird befinden
sich einige schwarze Punkte.
Unter dieser typischen Form findet
chende Form, die sich durch Vergröße-
rung der schwarzen Zeichnungen im
Abweichende Form Vfl auszeichnet (Fig. 2). Der Vrd- und
Ird-Fleck sind nämlıch sehr stark ver-
breitert, besonders der erstere, und der Raum zwischen ihnen
ist in die schwarzen Zeichnungen mit einbezogen, wahr-
scheinlich durch Verbreiterung der schwarzen Punkte in
dieser Zone, so daß eine auffallende Figur etwa vom Habitus
eines liegenden N. entsteht. Im übrigen ist die weiße Fl
Fläche aber nicht verdunkelt; das Weiß derselben ist zu-
weilen noch weniger mit schwärzlichen Atomen bestreut
als es beim normalen Falter der Fall ist. Diese abweichende
Form konnte schon in mehreren Sammlungen festgestellt
werden; das abgebildete Exemplar stammt aus der Hinne-
berg-Sammlung im Berliner Museum. Da die Form immer
mit der normalen zusammen gefangen wird, kann sie nur
als Individual-Aberration mit partieller Schwärzung ange-
sehen werden. Nach P. Schulze's Terminologie der
Schwärzungserscheinungen hätte man diese Erscheinung
dessen Spitze vorn gegabelt erscheint.
sich nun zuweilen eine stark abwei-
a
ng
’
|
M. Hering. Zwei bemerkensw. abw. Form. deutsch. Kleinschmetterl. 177
als primären Nigrismus im engeren Sinne zu bezeichnen;
dieser kann nicht selten durch Kälte-Experimente hervor-
gerufen werden. Es wäre zu untersuchen, wieweit man
bei Teleia alburnella Dup. ähnliche Erfahrungen
machen könnte, Diese Art ist im übrigen recht leicht zu
züchten. |
2. Euergestis limbata L. ist nicht allzuhäufig:
ihre Raupen findet man im Sisymbrium-Arten, wahrschein-
lich auch an anderen Cruciferen. Fig. 3 zeigt ein typisches
Stück dieser Art; die hellen Partien sind auf den Vfl
hell ockergelb, auf den Hfl hell
strohgelb, die dunklen Zeich-
nungen sind braun, etwas mit
Gelb gemischt. In der Hinne-
berg-Sammlung im Berliner
Museum befindet sich nunl J',
das mit normalen Stücken von
Euergestis limbata mit 2 je
Alliaria gezogen wurde, Fig.3. Euergestis limbata L.
aber ganz abweichend er- er
scheint: Fig. 4. Die beim nor-
malen Stück vorhandene Linie
imVfl, vor der Mitte, ist nämlich
stark saumwärts verschoben,
die das dunkle Saumfeld be-
srenzende Linie ist wurzel-
wärts verschoben; beide Li-
nien haben sich mit der X-
förmigen Zeichnung an der IERr,
Querader verbunden, so daß Fig. 4. BUEBSSS limbata_L.
dort zwei Ringe entstanden AUS IEREROGEOLN
sind; auch im dorsalen Teil
sind die beiden Querlinien genähert und treffen am Ird
zusammen. Das braune Saumfeld hat sich entsprechend
der wurzelwärts gerichteten Verschiebungen der hinteren
Ouerlinie stark verbreitert; im übrigen ist auch der hell
ockergelbe Teil des Vfl etwas verdunkelt. Im Hil ist
parallel mit diesen Veränderungen das Saumfeld stark
verbreitert und so näher an die Zelle herangerückt. Der
gelbe Längsstreifen zwischen cu, und an, der auch beim
normalen Falter oft vorhanden ist, wird von dieser Ver-
dunklung nicht mitbetroffen. Die Useite des Vfl ist ent-
sprechend der Oseite verändert, dagegen ist der Hfl
178 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
einfarbig strohgelb. Das beim normalen Falter immer vor-
handene Saumband fehlt useits ganz und scheint nur im
durchfallenden Licht von der Öseite her durch. Körper
und Extremitäten zeigen im übrigen keine Spur von Ver-
dunkelung. |
Der ganze Falter ist durch diese Veränderung im Habitus
so von der typischen Form verschieden, daß man beide
als spezifisch verschieden ansehen würde, wenn sie nicht
aus der gleichen Zucht stammten. Diese Form steht ganz
außerhalb der Variationsbreite der Art; denn solche Ver-
schiebungen der Querlinien können bei ihr sonst nie beob-
achtet werden. Man könnte wohl geneigt sein, sie als
eine Mutation anzusprechen; indessen kennt man auch
einige Fälle, wo bei Lepidopteren eine solche Verschiebung
der Querlinie aufeinanderzu beobachtet werden kann; als
bekanntestes Beispiel dafür möge die Form rotundaria
von Dilinia pusaria L. angeführt werden, wenn auch
hier eine Veränderung der Flform auftritt, die mit der
Zeichnungsverschiebung vielleicht zusammenhängt. Es ist
bisher noch kein weiteres Stück dieser interessanten ab-
weichenden Form bekannt geworden. Vielleicht gelingt es
einem Mikrolepidopterologen, noch ein solches Stück, oder
Uebergänge dazu, aufzufinden, weshalb die Aufmerksamkeit
darauf gelenkt werden soll.
Eine albinotische Form von Parnassius apollo
merzbacheri Fruhst.
Von B.N. Dublitzky, Alma-Ata (Turkestan).
Mit zwei Abbildungen im Texte.
Parnassius apollo merzbacheri ab. Iydiae n.
(Fig. 1).
Oberseite. Vfl: Von allen fünf Tupfen sind nur zwei
in der mittleren Zelle vorhanden; der Glassaum ist be-
deutend schmäler als bei dem typischen g' der Art. Der
submarginale Gürtel, der subkostale Punkt und der am
Untersaum, fehlt ganz. Hfl einfärbig weiß, ohne Spur von
schwarzroten Augen, durchsichtigen Saum, submarginalen
Gürtel und ohne zwei Tupfen, am inneren Rande, und mit
weniger schwarz bestäubtem inneren Teil der Flügelwurzel.
Aeußerer Flügelrand mit schwärzlich verbreiterten Ader-
enden.
B.N.Dublitzky. Eine albin. Form v. Parnassius apollo merzb. Fruhst. 179
Unterseite. Vfl ähnlich der Oberseite, die Tupfen auf Mz
aber noch schwächer ausgeprägt. Hfl mit noch schwächerer,
schwarzer Bestäubung an der Wurzel des Innenrandes.
Körper dicht weiß behaart. Fühler wiegewöhnlich. Spann-
weite (g')71 mm. Fundort: Khum-Bel, 3010 mm Trans-
iliensischen Ala-tau
(Semiretschje Tur-
kestan), 20. VII. 1926.
Der Berg Khum-
Bel erhebt sich süd-
lich der Stadt Wer-
nyı als gewaltiges
Massiv,mit einem sat-
telförmigen, 3020 m
hohen Gipfel, der ein
wundervolles Chaos
von Granit- und Sy-
enit- Blöcken und
-Geröll darstellt, das
durch den Einfluß
der Atmosphärilien
immer mehr zer-
bröckelt. Er ist von
einer Hochgebirgs-
flora, mit leuchtend
gefärbten, niedrigen,
oft dicht behaarten
Alpengewächsen be-
deckt, die hier und
da zwischen Fels-
blöcken und Klüften
zerstreutsindundein
Dorado für verschie-
dene Parnassius,
namentlich apollo
merzbacheri
Fruhst.,discobolus
Er., actius v. caesar Stgr., delphius v. interme-
dius Ver. und mnemosyne v. gigantea Stgr.,. deren
Flug in der angegebenen Reihenfolge anfangs Mai beginnt
und Ende August endet, mit Ausnahme von mnemosyne
v.gigantea Stgr., die von Anfang Mai an fliegt. Hunderte
und tausende dieser Parnassius beleben mit ihrem
180 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
eleganten, gleitenden Flug die Alpenwiesen dieses Berges,
dessen Gipfel die obere Grenze der vertikalen Verbreitung
der allergrößten hier vorkommenden Parnassius-Formen,
namentlich von apollo merzbacheri Fruhst. darstellt
und infolge seiner, durch die absolute Höhe bedingten
klimatischen Verhältnisse fördernd auf die Neigung zur
Bildung auffallender Aberrationen zu sein scheint. Eine
andere melanistische Aberration wurde von mir schon
früher (Societas Ent. XL., 1926, Nr. 5, S. 17) als P. apollo
merzbacheri ab. sawljuk beschrieben; sie ist durch
vollständig schwarze Ozellen auf den Hfl ausgezeichnet
und anbeı in Fig. 2 abgebildet.
Einige Bemerkungen über malayische Lycaeniden.
Von Johannes Draeseke, Dresden.
In den Entomologischen Mitteilungen, XV., Berlin 1926,
S.78—91 bringt. der verdiente Forschungsreisende Carl Ribbe
einen dankenswerten Beitrag zur Lycaenidenfauna von
Celebes und der dieser Insel naheliegenden Insel Banggaai
(oder Bangkai) so wie die Beschreibung einer Unterart von
Neu-Guinea. Außer seiner eigenen Sammlung, die in den
Besitz des Dresdener Museums übergegangen ist und neben
von ihm selbst, auch von H. Kühn und Hofrat Martin ge-
sammeltes Material enthält, stand dem Verfasser auch das-
jenige des Münchener Museums zur Verfügung; infolgedessen
wird von ihm erwähnt, daß sich die Typen in den Museen
von Dresden und München befinden, im weiteren Texte
aber nicht angegeben, welche in einem oder anderem
Institut vertreten sind, was nicht nur für diese Museen,
sondern auch für etwaige spätere Bearbeiter zu wissen
nicht unwichtig ist. Es seien daher in Folgendem diejenigen
von Herrn C. Ribbe a. e. ©. beschriebenen neuen Arten
und Formen erwähnt, die im Dresdener Museum vorhanden
und als „Original“ bezeichnet sind und einige Bemerkungen
daran geknüpft.
Ein Teil der Tiere wurde von Herrn Hofrat Dr. med.L.
Martin (r 1924) und Herrn H. Kühn (fr 1906) gesammelt,
was hinter den einzelnen Namen mit (M) und (H.K.) ver-
merkt ist.
Biduanda bangkaiensis Ribbe 1 © Bangkai (H. K.)
Der Analschwanz ist bei dem mir vorliegenden Stück
Joh. Draeseke. Einige Bemerkungen über malayische Licaeniden. 181
nicht weiß, wie in der Originalbeschreibung angegeben,
sondern wie bei B. namusa Hew. dunkelbraun, ein-
seitig lang weiß befranst, was bei der Drehung der dünnen
Schwänzchen leicht übersehen werden kann.
Tajuria japyx liboriRibbe 1 g', 1 Q9 Kalawara 14.1.
und 3.1. (M).
T.japyx lıbori f.metani Ribbe19 26.1. Kalawara (M).
T. japyx bangkaiıanus Ribbe (trägt die Bezeichnung
bangkaius Ribbe) 1 g' Bangkai (H. K.)
T. dua Ribbe 1 g' Bangkai (H. K.) Mai — September. In
der Beschreibung heißt es u. a.: „Der große Duftfleck
amVrandbesondersgroß.“ DasGenus Tajuria wird von
Moore, Lep. Ceylon, 1880 — 81 Bd. I pp. 108 wie folgt be-
gründet: „Differs from Pratapa in the absence of both
the tuft of hair on forewing and the glandular patch on
hindwing of the male.“ Da aber der Typus von lTajurıa
dua lange Haare am Irande der Vfl hat und auf der Oseite
der Hfl einen großen Duftfleck, ist dua keine Tajuria,
sondern am besten bei Camena Hew. einzureihen, und
zwar in die Nähevon cremera Nicev. Im Seitz Bd. I pg. 261
steht unter anderem als Merkmal der Gattung Camena:!
„an der Irandsmitte der Hfluseite haben die @Q eine
Haarlocke, die mit einem Seidenfleck auf der Kostamitte
der Hfloseite korrespondiert.“ Natürlich muß es Vfluseite
und g'g' statt Hfluseite und Q©O heißen.
Eu nieıa minıma Rıbbe 1. g1'2.900 5. .Celebes
(Bantimurang.)
Rapala toliensis Ribbe 1 g’ 1Q N. Celebes, Toli —
Toli (O.Gradnar). 2 Jg! 17. I. und 17. VII. 19 24. XI.
Kalawara 1 © nur Celebes bezettelt. Hat mit affınıs
Röber große Aehnlichkeit, im Vfl reicht die braunrote
Farbe bei allen g'’g' bis zur SM. und endet in einem
rechten Winkel am schwarzbraunen Saum. Beı affınis
Röber steigt der schwarzbraune Saum von der Wurzel
der SM bis zur MI schräg an.
R.bonthainensis Ribbe 1g' S. Celebes, Bonthain.
R.bangkaiensis Ribbe 2 gJ’g' 2 9Q Bangkai. .(H.K.)
[R. pundodiseta Ribbe i. 1. 1 g' 20. VII. 1 Q 30. IX.
Kalawara (M.)] im Museum Dresden, die in den Entomol.
Mitteilungen weder erwähnt, noch beschrieben wird,
dürfte nichts anderes als R.toliensis Ribbe sein.]
Curetis celebensis ab. itamusRibbe 1 9 Kalawara
4. XI. (M).
182 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
—
C. celebensis kalawara Ribbe 1 g' 30. IX. Kalawara (M).
C.celebensis brunnescens Ribbe I g' Kalawara
1. VII. (M). 1 © Bangkai (H.K.) 1 9° S. Celebes, Banti-
murang, 1 © Tongkean Inseln.
Castalius elna (rhode)ab. liboraRibbel g' Libora
9.1.1 g' 30. XI. und 1 g' 27. XIL. Kalawara alle (M).
C. elna (rhode) ab. obscurata Ribbe 1 g' Celebes, 1 g'
Kalawara 10. VIII. (M).
C.caleta kalawaraRibbe 1 g' 2. XIL.1 g' 10. XI. Hima-
lantje (M).
Hypolycaena eurylus gamatius Fruhst. 1 g' 27. XI.
1Q@ 30. IX. Kalawara (M). 1 g' Toli— Toli XI. 1895.
H.sipylus kalawara Ribbe 1 g' 26.1. 1 g' 24. II. Kala-
wara 1 O nur Celebes bezettelt (M).
H.sıpylus minor Ribbe 1 g' Celebes (M).
H.lewara Rıbbe. 1 g' Kalawara 9. XII. (M).
Surendra kalawara Ribbe. 2 g’g'2Q@0Q Celebes (M).
Auch befinden sich in der Sammlung noch 1 g' und
1 @ aus NO.-Celebes: Gorontalo und 1 © aus S. Cel.:
Bonthain von S. celebensis Ribbe i.l., die genau mit
kalawara Ribbe übereinstimmen. Mir scheinen beide
Arten nichts anderes zu sein, als S. vivarna samina
Fruhst. Seitz Bd.IX p. 943.
Arhopala hercules obscurata Ribbe 1 © Neu Guinea
Ansus.
A.acetes kitjila Rıbbe 1 g' Celebes (M).
A.padus lewara Ribbe 1 9g' Celebes (M).
A.paduslewara itami Ribbe 1 Q Kalawara (M).
Cyaniris (lugra?) kolari Ribbe 1 g' Celebes (M).
C.kühni Röber 1 g' Tombugu (H. K.)
C.kühni kalawari Ribbe 19'2.1I. 19'6.XII. 19
19. XII. Alle Kalawara (M).
C.kühni bangkaiensis Ribbe 1 g' 2QQ Bangkai 1 g'
- 19 Tombugu (H. K.) -
Lampidesfestivusbangkaia Ribbe 2 g'g' Bangkai (H.K.)
L.griseus kalawarus Ribbe 1 g' 30.1. 1 g'10. XI.
1@ Kalawara 1 g' Palolo alle (M).
L. kalawarus punctatusRibbel g'6.II. 1 g' 10.IX.
Kalawara (M).
Ä
W.Wnukowskij. Beitr. z. Kenntn. d. Lep.-Faun. d. Gouv. Akmolinsk. 183
Zizera kalawarus Ribbe 1 © Dongala (M).
Luthodes boopis minorRibbel Jg’ 9. X. 1 g'20.X.
Kalawara (M). |
Thysonotis pipersisakitatusRibbe 1g'Tombugu (H.K.)
Allotinus kalawarus Ribbe 1 g' Celebes 1 g' Kalawara
26. I. beide (M). |
Beiträge zur Kenntnis der Lepidopteren-Fauna
des Gouvernements Akmolinsk (östl..Kirgisensteppe).
Von W.Wnukowskij (Rußland, Tomsk).
Das vorliegende Verzeichnis, welches 90 Formen (77 Arten
und 13 Aberrationen) Lepidopteren enthält, ist auf Grund des
folgenden Materiales zusammengestellt:
1. Sammlung des Verfassers, in der nächsten Umgebung
des Kurortes „Borowoje“, Bezirk Koktschetaw (53° 05’ nörd-
liche Br. und 70° 18’ östl. L. von Greenwich) von Anfang
Juni bis zum Ende August 1915 gesammelt (43 Arten und
9 Aberrationen). Dieser Fundort „Borowoje“ ist in Fol-
gendem mit einem B. bezeichnet. Daselbst sind ferner die
Dekaden (Anfang, Mitte und Ende) der Monate mit den
arabischen Ziffern 1, 2 und 3 bezeichnet, die hinter den
römischen Ziffern, die die Monate bezeichnen, stehen.
2. Sammlung der Expedition unter Prof. H. Johannsen
in den Bezirken Atbassar und Koktschetaw vom 27. Juni
bis 19. Juli 1906 (35 Arten und 6 Aberrationen). Diese
ganze Sammlung ist von Dr. S. Tschugunow determiniert
und bin ich Herrn Prof. Johannsen zu großem Dank für
die liebenswürdige Erlaubnis verpflichtet, die Angaben
über seine Sammlung hier einfügen zu dürfen.
In dem unten angeführten Verzeichnis sind die Daten
dieser Sammlung mit folgender Abkürzung bezeichnet:
Bezirk Atbassar:
M. = Dörfchen Multinbaj, K. = Kurgaldschin-See,
27.— 29. V1. 12.— 13. VI.
Tsch. = Tscherschan-See, Kon. = Fluß Kon, 18. VII.
30. VI Kar. — Karassu-See, 19. VII.
Kum. — Kumgul-See, 10.VII. Nura = Fluß Nura. 19. VI.
K.-K. — Grabenhügel Kan- R. — Dorf Roschdjes-
Kej, 11. VII. twenskoje, 21. VII.
D. = Dorf. Dschamantusskoje (Bezirk Koktschetaw), 26.VII.
184 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
3. Sammlung des Herrn W.Bielow in Bezirken Pietro-
pawlowsk und Koktschetaw vom 24. Juni bis 27. Juli 1925
(33 Arten und 3 Aberrationen).
Abkürzungen für die Namen der Dörfer dieser Sammlung:
‚Bezirk Pietropawlowsk: Bezirk Koktschetaw:
N. = Nalobino, 24.—26.V]. Ss. — Ssuchotino, 17. VI.
Bog. = Bogoljubowskoje Stsch. = Stschutschie,
PRNpE 25. VII
Now. = NE 28. VI. Mak. = Makinskoje, 26. VII.
P. = Presnowskoje, Bogod. — Bogoduchowskoje,
2.—3. VI. 27. VI
Pyralidae.
Crambus perlellus perlellus Sc. — B., VI, 3.
bis VIII; gewöhnlich.
Zygaenidae.
Zygaena cynarae centaureaeF.-W.— Nura,
1 Exemplar.
Hesperiidae. |
Heteropterus morpheus Pall. — N., Now. 8Ex.
Augiades sylvanus sylvanus Esp. — N.1Ex.
5 Hesperia (Pyrgus) tessellum tessellum Hb.
— B., VII, 1 Ex.
H.(s.s) malvae malvae L. — B., VI; kommt
ziemlich häufig vor.
Papilionidae.
Papilio (s.s) machaon machaonLl.. gen. aest.
rogeri Schel. — B., VII, 2 und 3, 5 Ex.; gewöhnlich.
Pieridae.
Parnassius (s.s.) apollo sibiricus Nordm. —
BB; VI 3). MAT Ex:
Aporia crataegi sibirica Ver. — N. 1Ex.
10 Pieris rapae rapaeLl. (gen. aest.) — B., VI, 3. —
VII, 3; M., ©; K.-K, .9'; Nura, QUENSZIEREEEE
überall sehr zahlreich.
— ab. immaculata Strand (gen. aest.) — B., VII;
N., Is., Mak.; überall, kommt nicht selten unter den
typischen Formen vor.
P.napi napi gen aest. napeae Esp. — Kum,, ©.
Leucochlo£ daplidice daplidiceL. Can aest.)
— B., VII; Tsch., 9; Nura, J' und 2 99; R., 9;
N. ‚P. Is., 5 Ex.: überall sehr häufig.
W.Wnukowskij. Beitr. z. Kenntn. d. Lep.-Faun. d. Gouv. Akmolinsk. 185
15
20
Euchlo& chlorodice chlorodice Hb. (gen.
vern.) — K,Q.
—sgen.aest. aestuosa Ster..— Kon. g;.R.,2 gig!
und, 3.00% | |
Leptidia sinapis sinapis L. (gen. aest.) — Mak., 2 Ex.
— ab.subgrisea Stgr. (gen. aest.) — Mak., 1 Ex.
Colias hyale hyaleL. (gen.II) — B., VII—-VII];
D., g'.; N., 91; sehr gewöhnlich.
C.chrysotheme chrysotheme Esp. — B., VII, 3,
Q; R., g'1; Mak., 3 Ex.; kommt nicht selten vor.
Gonepteryx rhamni rhamnil.—R, Jg und.
Lycaenidae.
Chrysophanus virgaureaevirgaureael.—
B., VII, 2.— VII; sehr gewöhnlich.
Ch. phlaeas phlaeas gen. aest. eleus F. —
B., VIII, 3, S' (35 mm.); ziemlich selten.
Lycaenaargusargus L. — B. VI, 3. — VI 3;
M., 4 g'g'; N., Bog.., P., Is., 16 Ex.; überall, kommt
sehr häufig vor.
L.argyrognomon argyrognomon Bıgstr. —
B., VIL 2,‘
25* — ab. (dimorpha) @ brunnea Spul. — B., VII, 2, ©.
30
+
L. icarus icarus Rott. — B., VII; N., 1 Ex; gewöhnlich.
— ab.icarinus Scriba. — B., VII; D., 1 Ex.; kommt
häufig unter den typischen Exemplaren vor.
L.amandus amandus Schn. — M., dg'.
L.semiargus semiargus Rott. — N., Now., 8 Ex.
Nymphalidae.
Neptis (Paraneptis) coenobita coenobita
Stoll. — B., VI—-VII, 1; M., 2 Ex.; gewöhnlich.
Pyrameis cardui carduiLl.— B,
VU—VII (gen. II); M., 1 Ex. (gen. ]).
Vanessa (s.s.) io io_L.(gen. I) —B,| „Hr;
VII, 3 VI. sell
V.(Aglais) urticae urticaeL.(gen.Il) — ge-
B., VI—VII; Itsch., 1 Ex. NEERLCHE
V. (Euvanessa) antiopa L. — B,, en
VI, 3—VIIl.
35 Polygonia c-album c-album L.
(zen. I) — B., VU— VII.
186
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
— ab. pallidior Tutt. (Petiver) —) kommen sehr
B., VI— VII. häufig unter
— ab. variegata Tutt. (gen. I) —{ den typischen
B., VI—VU. | Vertretern vor
Melitaea maturna ichnea B. f. intermedia
40
Men. — Tsch., 1 Ex.
M.didyma neeraF.-W.— B.,Vl, 3—VIl, g’ und;
kommt ziemlich häufig vor.
Argynnis (Brenthis) selene selene Schiff. —
N., Bog., 5 Ex.
* A. (B) euphrosyne subsp. ?) nephele H.-S.
50
trans. ad subsp. fingal Hbst.) — B., VII, 2, 1 Ex.
A. (B)) hecate hecate Esp. — M., 7 Ex., Tsch., 5 Ex.
A. (B.) ino ino Rott. — M.,6 Ex.; Tsch., 2 Ex.; N,,
Bog., P., Is., 10 Ex.; häufig.
A.(s.s.)aglaja aglajaL.— B., VI—VII;
M.,1Ex.
A.(s.s.) niobe niobe ab. eris Mg. — | kommen
B., VI— VII. sehr
A.(s.s.)adippe adippe L. — B., VII bis f häufig
VIII; Tsch., 1 Ex.; Bog., P., Is., Mak., 6Ex. vor
_ ab. cleodoxaO. — B. VI-VU as
2. Ex;1P.,1S ZMaR Tr
Nymphalidae (Satyrinae).
Melanargia japygia suwaroviusHbst. —B,.
VI, 3—VI, 2; M., 7 Ex.; Tsch., 10 Ex.; P., Is., Itsch.,
Mak., 6 Ex.; gewöhnlich.
Satyrus briseis magna Stgr.—B., VII, 2—VII 1,
4-Ex.; K.-K,, 1 Ex.; Kon., 1 Ex; Kar za
1 Ex.; D., 1 Ex.; kommt ziemlich häufig vor.
S.autono& autono&Esp. — B., VII, 2—-VII, 1; K.,
2 g'd' und 9; R., g' und 399; D., 95 Is., Itsch.,
Mak., 3 Ex.; gewöhnlich.
S. hippolyte hippolyte Esp. — K., 1 Ex.; Nura,
3 Ex.; ziemlich seltene Art.
S.dryas dryas Sc. — B, VI; 2-Vill, 1; D, 0;
gewöhnlich.
— ab. sibirica Stgr. — B, VII, 2—-VI, 1; D., g'
und 2 99; kommt sehr häufig unter den typischen
Exemplaren vor.
Pararge maera vulgaris Ver. (maera maerä&
auct non L.!) — B., VI, 3, 1 Ex.
—-
u
|
W.Wnukowskij. Beitr. z. Kenntn.d. Lep.-Faun. d. Gouv. Akmolinsk. 187
55 Epinephele Iycaon IlycaonRott.—B.VIL3, J;
D., 2 g'g'; P., Mak., 3 Ex.; häufig.
Coenonympha. hero ab. perseis Led. — B,,
VII; ziemlich gewöhnlich. |
C.iphis iphicles Stgr. — M., g' und 9; N., Bog,,
P., Itsch., Bogod., 8 Ex.; ziemlich häufig.
C.pamphilus pamphilus L. (gen. Iu.II) — B,,
VI, 1 - VIII; gewöhnlich.
C. amaryllis amaryllis Cr. — M., 3.Ex.; Is,,
Mak., 2 Ex.
Geometridae.
60 Hypparchus papilionaria L.—B. V,2—VIL1,
3 Exemplare.
Acidalia(s.s)immorata immorataL.—N.1Ex.
Lythria purpuraria L., (gen. aest.) — B., VI, 3
DBESVILEMulEx.; Is. 1 Ex.; zahlreich.
ur u Bi a (gen. aest.) kommen ziemlich
— ab. lutearia Vill.(gen.aest.) — Oele
B, VL3_VIE: M. Re, typischen Expl. vor
65 Ortholitha choenopodiata choenopodiatal.
— Is., 1 Ex.
Schistostege nubilaria nubilaria Hb. —
M.,1Ex. |
Cabera (DeiliniaA) exanthemata exanthemata
Se. — N.,1Ex.
Ematurga atomaria atomariaL. — N,1Ex.
Aspılates (Conchia) mundataria Cr. —P.2Ex.
Notodontidae.
0 Notodonta dromedariusL. (?) — M.1Ex.
Limandriidae.
OÖrgyia antiqua antiquaL. — B., VI, 1, 1larva
(Q ex larva).
Artctiidae
Gnophria rubricollis rubricollis L. — B,,
VI— VII, 1; kommt ziemlich häufig vor.
Coscinia cribrum sibirica Stgr. — B., VII, 2,
1 g'; ziemlich selten.
Arctia caja caja L. — B, VII, 2, ©.
75 Diacrisia sanıno pallida Stgr. — M., 2 gJ'd!.
Ziemlich gewöhnliche Art.
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“ herausgegeben vom Entomologischen Verein II
Iris zu Dresden. Jahrgang 1926.
188 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
— trans. ad subsp. pallida Stgr. — M,2 did.
Ziemlich gewöhnliche Art.
Syntomidae.
Syntomis phegea phegea L. — B, VI, 3—VII;
ziemlich zahlreich.
Noctuidae (Acronyctinae).
Acronycta leporina leporina L. — P.1Ex.
Noctuidae(Trifinae).
Rhyacia ditrapezium Bkh. — 1 Ex., ohne
Datum (1906).
80 R.trifurcula Ev. (? Tschugunow det.) — Kum., 1Ex.
Euxoa exclamationis exclamationis.L —
N. BR, 81Ex.
Barathra brassicae brassicaeL.,B., VII, 3Ex.;
P.,2 Ex., kommt häufig, fast des ganzen Sommers vor.
Polia dissimilis dissimilis Knoch. — P., 1Ex.
Parastichtis lateritia lateritia Aula.
1sch, 1.Ex.; TIschaH ig;
85 — ab. derufata Warr. — Tsch., 1 Ex.; kommt sehr
häufig vor, wie auch die typische Form.
Athetis menetriesi Kretsch. — P.1 Ex.
Sideridis conigera conigera F.— Tsch.,1 Ex.
Amphipyra tragopoginis tragopoginisl.
— B. Vll.3,1 Ex.
Noctuidae (Quadrifinae),
Phytometra chrysitis ab. juncea lau =
Itsch., 1 Ex.
90 Mormonia neonympha neonympha Esp. —
Bs#V1L-8, 10E&
Frühere Literaturangaben über die Lepidopteren-Fauna
des Gouvernements Akmolinsk (in seinen heutigen Grenzen)
gibt es sehr wenige und umfassen nur 11 in zwei Artikeln
von Herrn L. Krulikowskij und Dr. S. Tschugunow an-
geführten Arten. Deshalb sınd von den oben angeführten
90 Formen nur 4 (mit einem * bezeichneten) Arten, die
schon früher in den Grenzen des jetzigen Gouvernements
Akmolinsk konstatiert waren, alle übrigen sind aber für
dieses Gouvernement neu.
Im Artikel von Herrn L. Krulikowskij „Notes pour
servir ä l’eEtude des Lepidopteres de la Siberie occidentale
W.Wnukowskij. Beitr. z. Kenntn. d. Lep.-Faun. d. Gouv. Akmolinsk. 189
et du Semiretshie“. (Revue Russe d’Entom., III, 1903, No.5,
p. 300—304) (Russisch) sind für das Gouvernement Akmo-
linsk folgende 8 Arten Lepidopteren angeführt, die von
Herrn P. Ignatow 9.—15. Juni und 10. Juli 1902 *) im Bezirk
Kontschetaw an den Ufern der Koturkul und Dschuke;]-
Seen gesammelt waren.
Leptidia sinapis sinapis L. ab. subgrisea Stgr.
— Koeturkul, 14. VI, g'.
Callophrys rubi sıbirica Rühl-Heyne. — Koturkul,
1M.VL g.
Lycaena argyrognomonargyrognomon Brgstr.
— Koturkul, 10. VI, ©. Sicherlich bezieht sich diese
Angabe auf die später beschriebene ab. (dimorpha) ©
brunnea Spul. (1907), welche überall in Sibirien viel
gewöhnlicher ist, als die typische Form.
L. ıcarus ab. icarınus Scriba. — Dschukej, 2. VI, g'.
Melitaea cinxıa cıinxia L.— Dschukej, 9. VI, g!.
M.athalia athalia Rott. — Dschukej, 2. VI, g'.
Argynnis(Brenthis)euphrosyneL.—. Möglıcher-
weise ist dies subsp.nephele H-S. (trans. ad subsp.
fingal Hbst.). — Koturkul, 13 VI.—10. VI, 8 g'’d".
Arctia hebe hebe L. — Dschukej, 2. VI,Q©.
Außerdem sind in dem Artikel von Dr.S. Ischugunow
„Contribution ä la faune des Lepidopteres, des premontes
de l’Alatau de Kuznetzk.“ (Revue Russe d’Entom., XVI,
1916, No. 1—2, p. 103 - 104) (Russisch) als in der Stadt
Pietropawlowsk im Juni/Juli 1913 vorkommend, folgende
drei Arten angegeben:
Trichiura crataegi arıae Hb: — 10. VI.
Drepana falcataria L.— VI—VI.
Ortholitha mucronata Sc. (= plumbaria F.) — VI.
Somit sind bisher aus dem jetzigen Gouvernement
Akmolinsk im ganzen 97 Formen (84 Arten und 13 Aber-
rationen) Lepidoptera konstatiert, von welchen nur
eine Art (Mormonia neonympha neonympha Esp.)
und eine Aberration (Lythria purpuraria ab.
mevesi Lampa.) in der Literatur zum erstenmal für das
ganze mittlere West-Sibirien angeführt sind.
*) Die Daten sind hier neuen Stiles.
190 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Studien über die Subfamilie der Agrotinae (Lep).
Von Dr. A. Corti, Dübendorf.
XM.
Drei neue palaearktische Agrotinae mit Tafel I.
1. Cladocerotis benigna nov.spec. Tafell, Fig. 6.
Vor längerer Zeit sandte mir der hervorragende Kenner
der palaearktischen Noctuen, Herr Amtsgerichtsrat Püngeler
in Aachen, eine Anzahl Agrotinen, unter denen sich zwei
weibliche Exemplare befanden, deren Klassifikation zu-
nächst, namentlich wegen des Fehlens eines Männchens,
einige Schwierigkeit bot. Eine nähere Untersuchung ergab
jedoch, daß es sich um eine neue Art handelt, die zweifel-
los zur Gattung Cladocerotis Hps. gehört. Von dieser
Gattung, die von allen anderen Gattungen der Subfamilie
der Agrotinen durch den kleinen und verkümmerten Sauger,
den abgestutzten Stirnvorsprung und das Vorhandensein
eines langen, krummen Dornes an der Innen- und einem
kürzeren Dorn an der Außenseite der Vordertibien unter-
schieden ist, kennt man bis jetzt nur eine einzige Art,
Cl. optabilis B. vom Mittelmeer, Frankreich, Spanien,
Sizilien und Algerien. Der Habitus der neuen Art hat
gar nichts gemein mit optabilis, dennoch scheint mir
die Aufstellung einer neuen Gattung verfrüht zu sein
und reihe ich daher benigna in die Gattung Clado-
cerotisein. Obwohl kein g' vorliegt, sondern nur 2 O9,
halte ıch mich in Anbetracht der auffallenden Form für
berechtigt, diese neue Art aufzustellen.
Beschreibung. ©. Kopf und Thorax lehmfarbig, grau-
gelb wie die Vfl, Tegulae ohne Querstreifen, mit dichten
Haaren :bedeckt. Palpen im ersten Glied mit langen, teils
schwarzen, teils gelblichen Haarborsten, im zweiten Glied
ebenso mit etwas weniger langen Haarborsten besetzt.
Das Endglied gelbweiß, umragt von gleichen Borsten wie
das zweite Glied, sonst aber fast nackt und kaum be-
schuppt. Abdomen hellgelbgrau, viel heller als der Vil
und Ihorax. Grundfarbe Vfl langgestreckt, mit ziemlich
spitzem Apex, lehmfarbig graugelb. Die basale Quer-
linie durch einen schwarzen Punkt in der Mitte angedeutet.
Die innere Querlinie unterbrochen, verschwommen, durch
dunkelbraune, nach außen gebogene Angeln vertreten.
A. Corti. Studien über die Subfamilie der Agrotinae (Lep). 191
Eine Zapfenmakel fehlt, sie ist höchstens durch einen ver-
schwommenen, dunkelbraunen Fleck angedeutet. Rund-
makel groß, nach oben offen, etwas länglich oval, gegen
die Flbasis und den Flrand hin scharf dunkelbraun um-
randet. Nierenmakel groß, etwas eckig, unscharf braun
umrandet. Bei einem Exemplar das Feld zwischen Nieren-
und Rundmakel bräunlich ausgefüllt. Die unregelmäßig
gezackte äußere Querlinie bräunlich, am Hinterrande in
einen stärkeren braunen Fleck endend. Eine Wellenlinie
nicht sichtbar, im Analfeld ein bräunlicher Wisch am
Vorderrand des Vorderfl. Saumlinie aus kleinen, dunkel-
braunen Halbmöndchen bestehend. Fransen an der Basıs
hell lehmgelb, dann bräunlich marmoriert. Die Vfl mit
braunschwarzen Schuppen übersät, wodurch das Tier an
den Habitus von A. betularia erinnert. Hfl weißgrau,
Adern und Saumlinie graubraun, in der Mitte ein deutlicher
braungrauer Mondileck.
Useite der Vfl glänzend bleigrau, einfarben, entsprechend
der Nierenmakel ein dunkler, großer Fleck, über demselben
am Vorderrande, etwas mehr gegen den Apex hin, ein
weiterer kleinerer, ebenso dunkler Fleck. Saumlinie aus
dunklen Halbmöndchen.
Useite der Hfl heller weißgrau, am Vorderrand mit
braunen Schuppen bestäubt, Saumlinie hellbraun, ein deut-
licher, dunkler Discoidalfleck vorhanden. Fühler gelbgrau,
fadenförmig, fein bewimpert.
Stirne sehr charakteristisch wie bei optabilis B. mit
einem braunen, sehr starken vorstehenden Gebilde versehen,
das oben eine große, löffelartige, fast runde Mulde trägt,
die innen ganz glatt ist.
Die Vordertibien sind sehr stark bedornt, an der Seite
mit langen weißen Haaren besetzt. Die Mittel- und Hinter-
tibien sind schwächer bedornt, mit weißen Schuppen, die
am Ende mit braunen durchsetzt sind, versehen. Die larsen
der Vorderbeine sind abwechselnd braun und weiß be-
schuppt oder beringt, diejenigen der Mittel- und Hintertibien
weißlich.
Sauger nicht vorhanden, oder stark verkümmert.
Patria: Aschabad 12/14. IX. 1898 und ebenso Sonljukli
bei Aschabad 1898.
Type in coll. Püngeler Aachen; Cotype in coll. m. Exp.
33 mm.
192 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
2. Feltia enitens nov. spec. Tafell, Fig. 10.
Aus der Sammlung Tancr& erhielt ich ebenfalls vor
einiger Zeit ein sehr gut erhaltenes g', das offenbar schon
von verschiedenen Seiten begutachtet worden ist, denn es
trägt Etiketten wie „nov. spec. beisegetum“ und „foeda
Led.?“ „nov. spec.?. Das Tier stammt aus Aschabad und
stehe ich nicht an, dieses als neue Art anzusprechen. Ich
habe damit lange gezögert, weil ich hoffte, einmal die
wirkliche foeda Lederer in natura zum Vergleich heran-
ziehen zu können. Das ist mir leider nicht gelungen. Aber
die verschiedenen Abbildungen von foeda, z.B. in Seitz,
Großschm. der Erde, Noct. Tafel 7a, nach Warren identisch
mitsabuletorumB, ferner die Abbildung von Erschoff,
Fedschtenko, pl. 3, fig. 38, sind auf keinen Fall identisch
mit meiner enitens. Fügen wir noch hinzu, daß Hampson,
Cat. Lep. Ph. Vol. IV, 1903, pag. 293 sabuletorum B.
und foedaLed. mit triticiL. identifiziert, so wird, falls
Hampson im Rechte ist, der Unterschied zwischen meiner
enıtensund foedaLed.nurum so größer. Von segetum,
dıe übrigens keine Euxoa ist, wie Hampson sie einreiht,
sondern eine Feltia, unterscheidet sich enitens schon
durch dıe ganz andere Fühlerform; sie ähnelt übrigens auf
den ersten Anblick sehr der oben beschriebenen Clado-
cerotis benigna. Ich war ursprünglich, und mit mir
auch andere Noctuenspezialisten, geneigt, das Tier für das
g' von benigna zu halten. Das Vorhandensein eines
vollkommenen Saugers und der ganz verschiedene Stirn-
vorsprung trennen Jedoch enitens von benigna bei
weıtem.
Beschreibung. g'. Kopf und Thorax von der Farbe der
Vfl, wie bei benigna lehmfarbig graugelb. Tegulae mit
einem dunklen Querstreifen. Thorax mit langen, am Ende
mehrfach geteilten Schuppen bedeckt. Palpen: Erstes
und zweites Glied schwarzbraun und geblich beschuppt,
nach vorn mit langen Haarborsten, schwärzlichen und
gelblichen gemischt, das dritte Glied. vorstehend, fast
nackt, an der Spitze mit weißlichen, vorstehenden Borsten,
sonst bräunlich und weißlich gemischt gefärbt. Abdomen
etwas heller wie der Thorax, ziemlich stark behaart, mit
gelblichem Schopf am Ende.
Grundfarbe der Vfl lehmfarbig graugelb, mit. wenig
vortretender Zeichnung. Die basale Querlinie durch einen
Vorderrandsfleck angedeutet, ein undeutlicher Wurzelstrahl
.
ET ARE Ne E BE ah
A. Corti. Studien über die Subfamilie der Agrotinae (Lep). 193
vorhanden. Die innere Querlinie besteht nur aus einem
dunklen Vorderrandsfleck, einem kurzen Bogen vor der
Rundmakel, aus dem basalen Abschluß der Zapfenmakel
und einem, nach außen gerichteten, dunklen Bogen, der
bis zum Innenrande des Vfl reicht. Die Zapfen- und Rund-
makel licht, groß, dunkelbraun umrandet, letztere basalwärts
und analwärts dunkel eingefaßt, die Nierenmakel groß,
hell gefüllt, gerandet wie die Rundmakel, über der inneren
Umrandung am Vfl wieder ein dunkler Fleck. Aeußere
Querlinie deutlich, unregelmäßig gezackt. Wellenlinie ver-
schwommen, undeutlich, ein heller Analfleck und eın
dunkler Wisch davor. Saum etwas verdüstert, eine Serie
kleiner bräunlicher Randmöndchen, Fransen an der Basis
mit lichter Linie, sonst bräunlich. Ueber den Fl schwärzliche
zerstreute Schuppen.
Hfl fast rein weiß, Adern etwas bräunlich, eine eben-
solche Saumlinie, Fransen silberig glänzend weiß. Ein
Diskoidalfleck angedeutet.
Useite: Vfl einförmig glänzend bleigrau bis gelbgrau,
der Ansatz eines Bogenstreifens vom Vorderrande her
sichtbar, ein kleiner zentraler Bogenpunkt angedeutet. Hil
glänzend schmutzig-weiß, am Vorderrand etwas bräunlich
marmoriert, Adern und Saumlinie schwach bräunlich.
Diskoidalfleck schwach sichtbar. Fühler stark gezähnt und
fein bewimpert bis zum oberen Drittel, dann fein bewimpert.
Stirne mit erheblichem, kraterförmigen Vorsprung. Vorder-
tibien stark bedornt, Tarsen braun und weiß geringelt. lıbie
weißlich geschuppt, mit Braun gemischt. Mittel- und Hinter-
tibien etwas weniger, aber auch stark bedornt, Tarsen mit
weißen Manschetten. Sauger voll entwickelt.
Patria: Aschabad. 9' Type in coll. m. Exp. 3% mm
Da ich vorläufig dieses schöne Unikum nicht anatomisch
zergliedern wollte, in der Hoffnung, gelegentlich mehr
Material zu erhalten, muß ich es noch dahingestellt sein
lassen, ob enitens wirklich eine Feltia ist, wofür ich
sie halte, oder etwa eine echte Euxoa mit zweigabeligem
Clasper im g' Genitalapparat. |
3. Euxoa distinguenda v. uralensis n. Tafel, Fig. 15
und 14. In meiner Arbeit über E. distinguenda v.
astfälleri (Mitt. Münchner E. G. 1925, pag. 86) habe
ich einer neuen Variation oder Lokalrasse von distin-
guenda Erwähnung getan, nämlich v. uralensis m.
194 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Ich will die Beschreibung dieser neuen Variation nunmehr
festlegen und von derselben eine Abbildung bringen. (fig. 9
und 9a der zu diesem Artikel gehörenden Tafel).
J'. Größer und erheblich dunkler als die Stammform,
z.B. aus Ardeche. Grundfarbe der Vfl von distin-
guenda gelbbraun bis lehmgelb, von uralensis grau-
braun bis dunkelbraun. Vfl breiter als bei distinguend a,
die bei dieser gegen den Apex am Vfl immer gelb bis
gelbbraunen Punkte rein weiß. Zapfenmakel kürzer als
bei distinguenda, Hfl nicht so rein weiß, die Randzone
etwas verdüstert, die Saumlinie dunkelbraun, die Adern etwas
bräunlich, Abdomen bei distinguenda in der Regel
lehmgelb, bei uralensis grauweiß. Useite dunkler auf
den Vflein Mittelpunkt, auf den Hflein Diskoidalfleck sichtbar.
Q. Kolorit wie beim g', aber das Lehmgelb ist noch viel
mehr wie beim g' durch Graubraun und Weiß ersetzt,
insbesondere in den Makeln und am Vorderrandsstreifen.
Hfl schmutzig-weiß, mit braunem Saumstreifen. Useite wie
bei distinguenda.
Der Unterschied der v. uralensis von der Stammart
ist schwer in Worten auszudrücken, kann aber, in Serien
neben distinguenda, nicht übersehen werden. Besser
als durch die Beschreibung ist der Unterschied aus der
Abbildung ersichtlich. |
Patria: Sarepta, Ural. Beschrieben nach 4 g'g' und 2 OO,
Typen in coll. m. Exp. 30—32 mm.
Anläßlich vorliegender kleiner Arbeit benütze ich die
Gelegenheit, um einige bereits von mir früher beschriebene
neue Agrotinen auf Tafel I vorzuführen. Es sind dies Fig. 2
und 3 die Typen von strenua m. g’ und © (cf. Soc. Ent.
1926, Nr. 4), fig. 4 Type von obnubila m. © (Soc. Ent.
1924, Nr. 4); fig. 7 9', 8 © Typen von socors m. (cf.
Schweiz.. Ent. Anzeiger 1925, Nr. 11); fig. 9 Type von
glabripennis m. g' (Soc. Ent. 1926, Nr. 4), fig. 11 und.
12 Typen von distinguenda v. astfälleri m. g'
und © (cf. Mitt. Münchner E. G. 1925, pag. 86).
Ferner bilde ich unter Fig. 1 eine Aberration von
Agrotis ravida Schiff. (obscura Brahm) ab, die mir
von Herrn Püngeler Aachen zur Einsicht und Untersuchung
eingesandt ist. Das schöne Stück, ein Q. gehört zweifel-
los zuravida, oder in die Nähe dieser und ist besonders
charakterisiert durch die hervorragende Zeichnung und
IRIS, -DRESDEN, BAND XL TAEBLZI
ix
TAMM &HEILIG, DRESDEN
FIGURENERKLÄRUNG.
1. Agrotis ravida Schiff. ab. 9. 2.Lycophotia strenua Corti, Type I.
3. desgl. ©. 4. Epipsilia obnubila Corti, Type 9. 5. Cladocerotis
benigna Corti, Cotype 9. 6. desgl. Type @. 7. Epipsilia socors Corti,
Type 9. 8. desgl. Type 9. 9. Agrotis glabripennis Corti, Type 4.
10. Feltia enitens Corti, Type Z. 11. Euxoa distinguenda v. astfälleri
Corti, Type $. 12. desgl. Type 9. 13. Euxoa distinguenda v. uralensis
Corti, Type 9. 14. desgl. Type ©.
M. Hering. Z. Kenntn. d. südam. Nymphalid.-Gattg. Dione Hb. 195
Färbung, namentlich in Bezug auf‘ eine Reihe, auch auf der
Abbildung deutlich sichtbarer, gelber Flecken, vor dem
Rande der Vfl. Ich besitze in meiner Sammlung eine
Reihe ravida, die diese gelben Flecken ebenfalls mehr
oder weniger aufweisen. Da ich diese Form für eine
einfache Aberration von ravida halte, und nach meiner
Ueberzeugung Aberrationen zwar beschrieben oder abge-
bildet, nicht aber mit einem Namen belegt werden sollen,
‘ sehe ich von einer Namensgebung für diese schöne Form
ab.
Zur Kenntnis der südamerikanischen Nymphaliden-
Gattung Dione Hb.
Von Martin Hering, Berlin 4, Zoologisches Museum.
(Mit 5 Abbildungen im Texte.) |
Die durch die prachtvollen Perlmutterflecken der Unter-
seite auffallende Gattung Dione (Agraulis) kommt nur
in einigen wenigen Arten vor, deren spezifische Rechte
teilweise noch ungeklärt sind. Die Arten selbst spalten
wieder in Formen auf, von denen man noch nicht weiß;
wie weit sie geographisch bedingt sind. So bleiben in
diesem Genus eine ganze Anzahl von Unklarheiten bestehen,
die wohl erst nach genaueren Untersuchungen an Ort und
Stelle zu beheben sein werden. Veranlassung zur Beschäf-
tigung mit dieser Gattung bot sich dem Verfasser durch
die Entdeckung einer neuen Art durch Herrn Werner Hopp,
der diese Art in Anzahl bei Arequipa (Süd-Peru) auffand
und eine Serie derselben dem Staatsmuseum in Berlin
überwies, wofür Herrn Hopp noch der besondere Dank
des Museums auch an dieser Stelle ausgesprochen werden
soll. Um die verschiedenen oft recht schwer unterscheid-
baren Rassen und Formen dieser Gattung zu kennzeichnen,
möge im folgenden eine Tabelle dieser Formen und Arten
gegeben werden:
1. Im Hfl auf der Oseite im Winkel zwischen
der Gabelung von cu, und m, ein schwar-
zer Halbmond oder ein schwarzer Fleck,
oft ein solcher auch noch in der Mitte der
Zelle zwischen rr und m,. Fehlen beide,
so sind wenigstens im Vflin den schwarzen
Zeichnungen in der Mitte oder am Ende der
Zelle#deutliche Silberschuppen vorhanden.
196 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
ID
I
Apex der Vfl. wenig breit, Außenrand nur
schwach konkav .. . . 5
— Hfl ohne schwarzen Fleck a an der Basis
der Gabelung von cu, und m, und der
Mitte der Zelle zwischen rr und m,. Vfl
in der Mitte und am Ende der Zelle in den
schwarzen Flecken immer ohne Silberflek-
ken (auf beiden Seiten); Apex des Vfl breit,
Außenrand in der Mitte sehr stark einge-
buchtet , . 2
. Axillarıs ım Vfl ob&us ın den Mitte dien
schwarzen Strich . . . miraculosasp.n.
— Asxillarıs (Innenr andsader) i im Vfl überall
gleichmäßig schmal schwarz . |juno| 3
. Die schwarze Querbinde, die über das Zell-
ende ım Vfl geht, bis zum Saum fortgesetzt 4
— Die schwarze Querbinde der Vfl gegen
den Saum hin verloschen . juno huascama Reak.
. Das dunkle Saumband der Hfl ohne helle
Mondflecke der Grundfarbe, solche höch-
stens spurweise . . . Juno Juno Cr.
— Im Saumband des An sehr deutliche
rotgelbe Mondflecke vorhanden juno andicola Bates
. Axıllarıs der Vfl gleichmäßig sehr fein
schwarz. Im Hfl zwischen m, und cu,
meistens nur ein schwarzer Fleck . . . [vanillae] 6
— Axıllarıs (Innenrandsader) der Vfl auf
ihrer Mitte durch schwarze Färbung ver-
dickt erscheinend. Im Hfl zwischen m, und
cu, meist ein schwarzer Halbmond
.Im Hfl enthält die schwarze Saumbinde
keine rotgelben Flecken der Grundfarbe
oder nur Spuren von solchen. Die schwar-
zen Flecke an der Mündung der Adern
m, — cu, Sitzen mit ihrem breitesten Teile
dem Saum auf . . . „... .„ vanillaelucina Fldr.
— Schwarze Saumbinde der Hfl mit
deutlichen Flecken der Grundfarbe. Die
schwarzen Flecke an der Mündung von
Ader m, — cu, im Vil sitzen mit zuge-
spitzter Seite auf dem Saum . . an
. Der vorderste der beiden Flecken, die ın
der Mitte der Vfl-Zelle liegen, ist bis zur
M. Hering. Z. Kenntn. d. südam. Nymphalid.-Gattg. Dione Hb. 197
10.
‚nF
Wurzel der Zelle verlängert und ausge-
een... vwanıllas.catella Stich,
— Der vorderste Fleck in der Mitte der
Mittelzelle rund, nicht wurzelwärts streif-
artig ausgezogen . Ä
. Der schwarze Fleck zwischen m, und cu,
im Vfl liegt dicht an den Zell-Endflecken
und ist meist mit ihnen zu einer Schräg-
binde verschmolzen . . . .„ vanillae vanillaeL.
— Der schwarze Fleck zwischen m, und
cu, ist stark nach dem Saume zu ver-
schoben, isoliert, nicht in der Verlängerung
der Zell-Endflecke liegend vanillae insularis Mayn.
(incl. maculosa Stich.)
‚Im Vfl zwischen cu, und cu, saumwärts
vom Ursprung dieser Adern kein schwarzer
Querfleck, wohl aber oft ein solcher un-
mittelbar am Ursprung dieser Adern. Die
hellen Flecke der Grundfarbe in der
Saumbinde der Hfl immer breiter als ıhre
proximale Begrenzung, Fl in der Grund-
Enereonle.. :... . : .[glycera] 12
— Im Vfl wenigstens die Spuren eines
Querfleckes zwischen cu, und cu, saum-
wärts vom Ursprung dieser Adern. Wenn
dieser Fleck fehlt, sind die rotgelben Flecke
in der Saumbinde der Hfl immer schmaler
als ihre proximale Begrenzung. Distalhältfte
der Vfl und auch die Hfl oft heller als
die Grundfarbe im Wurzelteil der Vfl . [moneta] 10
Die schwarze proximale Begrenzung der
rotgelben Flecke im Saumfeld der Hil ist
schmaler als die Flecke selbst es sind
| moneta poeyii Btlr.
— Proximale Begrenzung der rotgelben
Flecke in der Saumbinde der Hfl so breit |
oder breiter als die Flecke selbst . . . 11
Rotgelbe Grundfarbe im Vfl fast eintönig,
nicht distal mehr gelb; Fleck zwischen cu,
und cu, meist fehlend, Fleck zwichen m,
und cu, immer klein, nach hinten zugespitzt
moneta moneta Gey.
198 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
— Distalfeld des Vfl immer heller, etwas
mehr gelb getönt als das Wurzelfeld, der
Fleck zwischen m, und cu, breit, dick,
etwa viereckig, nicht hinten zugespitzt,
sondern breit auf cu, sitzend moneta butleri Stich.
12. Grundfarbe der Useite der Hfl hell kaffee-
braun, schwarze Zeichnungen im Vfl auf
der Oseite wenig ausgedehnt, diese mehr
gelbbraun, nie ein verbindender Fleck in.
der Mitte zwischen cu, und ax glycera glycera Fldr.
— Grundfarbe der Useite der Hfl schwarz-.
braun, Oseite der Fl dunkler, mehr rot-
braun, Zeichnungen stark vergrößert, oft
ein verbindender Fleck zwischen den
Mitten von ax und cu, . glycera gnophota Stich.
Bemerkungen zu den Arten und Rassen.
Endgültige Feststellungen über die Art- oder Rassen-
berechtigung der beschriebenen Formen in dieser Gattung
werden durch die Tatsache sehr erschwert, daß die Merk-
male der einzelnen Arten in ihrer Ausprägung oft recht
schwankend sind. Selbst auffällige Eigentümlichkeiten, wie
der Flschnitt der Vfl, unterliegen oft recht beträchtlicher
Abwandelungsfähigkeit, die Einschnitte und Einbuchtungen
des Saumes können bei derselben Form flacher oder tiefer
sein, so daß sie nicht in genügendem Außmaße zur Fest-
legung von Arten und Rassen herangezogen werden können.
Parallel damit gehen außerordentlich geringfügige Unter-
schiede in den Sexualanhängen der 91; man vergleiche die
Armaturen zweier so relativ entfernt stehender Formen wie
Juno und glyceraund wird sehen, daß sich die Differenzen
auf ein Minimum beschränken. Wir folgen deshalb nur
vorläufig der Stichel'schen Auffassung (Genera Insectorum
fasc. 63, Dioninae p. 14 ff. 1907) in den Hauptpunkten in
Bezug auf die Arten und Rassen, nehmen aber an, daß
später durch eingehendere Untersuchungen in vielen Punkten
noch wird Klarheit zu schaffen sein.
1.D.juno Cr. Diese Art ist im allgemeinen von den
Verwandten dadurch leicht zu trennen, daß der Apex der
Vfl sehr breit vortritt und der Arand unter ihm sehr tief
eingebuchtet ist; der Flist relativ sehr lang gestreckt. Diese
Merkmale sind indessen nicht ganz konstant, und es gibt
gewisse Uebergangsiormen z. B. bei D. glycera, die einen
Pe
M. Hering. Z. Kenntn. d. südam. Nymphalid.-Gattg. Dione Hb. 199
ganz ähnlichen tiefen Ausschnitt des Saumes aufweisen.
Weitere charakteristische Merkmale sind aber, daß stets
Silberschuppen in den schwarzen Flecken der Zellmitte
und des Zellendes im Vfl fehlen, sowie das Fehlen jeder
schwarzen Zeichnung zwischen den Wurzeln von cu, und
m; im Hfl. Verwechseln könnte man die Art nur mit D.
vanillae lucina Fldr., bei der aber nie unterhalb der
Fl-Spitze der Arand stark eingebuchtet ist; bei dieser ist
der Saum vielmehr immer nur ganz schwach gleichmäßig
konkav. Letztgenannte Art trägt auch auf der Useite der
Vfl Silberzeichnungen in den schwarzen Flecken der Zelle.
Eine Ausprägung von Rassenmerkmalen scheint hier nicht
erfolgt zussein. Die angegebenen Eigentümlichkeiten scheinen
vielmehr auf individueller Aberration zu beruhen. Als
andicola Bates wird eine Form bezeichnet, deren wesent-
liches Merkmal wohl in dem Auftreten rotgelber Flecke
der Grundfarbe im schwarzen Arand der Hfl besteht. Diese
vom Chimborazo beschriebene Form kann auch anderwärts
mit der Nominatform gefunden werden; mir sind solche
Stücke aus Mexiko und Brasilien bekannt geworden. Beı
huascama Reak. ist die schwarze Schrägbinde der Vfl,
die über das Zellende geht, nach dem Saum zu # erloschen.
Diese Form soll für Mexiko und Mittelamerika charakteristisch
sein, doch kommen hier häufig auch Stücke der namens-
typischen Form vor, während andrerseits Exemplare mit
reduzierter Schrägbinde hier und da auch anderwärts vorkom-
men, mir beispielsweise von Bogota bekannt geworden sind.
2. Dione miraculosa sp. nov. Diese neue Art stimmt
mit der vorigen darin überein, daß im Vfl die Silberschuppen
auf der Öseite und Useite der Vfl in den schwarzen Zell-
flecken fehlen, weiterhin darin, daß im Hfl schwarze
Zeichnungen an der Basis der Adern cu, und m, fehlen.
Im Fl-Schnitt schließt sich dagegen die Art mehr an D.
glycera an, doch sind die Vtl gestreckter als bei der
letztgenannten Art. D. miraculosa m. steht so in der
Mitte zwischen D. juno und D.glycera, welcher Befund
auch durch die Untersuchung der Sexual-Armaturen seine
Bestätigung findet. Von allen Formen der D. juno Cr.
unterscheidet sich die neue Art dadurch, daß auf der
Axillarader im Vfl in der Mitte die schwarze Aderzeichnung
stark verdickt ist; die Grundfarbe der Öseite aller Fl ist
gleichmäßig rotbraun, so dunkel rotbraun, wie es bei keiner
anderen Dione-Art vorkommt. Die Schrägbinde über die
200 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Querader ist nie bis zum Saume fortgesetzt, der Apex ist
weniger breit schwarz. Im Hfl sind die rotgelben Flecke
der schwarzen Saumbinde ziemlich deutlich. Der Außen-
rand unter dem Apex ist weniger tief eingebuchtet, die
Fl-Spitze deshalb weniger vortretend. Gegenüber den
Formen von D. vanillae (L.) zeichnet sich die neue Art
durch deutliche Einbuchtung des Saumes unter dem Apex
aus, auch fehlen stets bei ihr silberne Schuppen auf Öseite
und Useite in den schwarzen Flecken in Zellmitte und am
Zellende der Vfl. Bei keiner Form von D. vanillae (L.)
findet sich eine Verdickung der schwarzen Aderzeichnung
auf der Axillaris. Alle Formen schließlich von D. moneta Gey.
Schema der FI-Zeichnung von Schema der FI-Zeichnung von
Dione juno Cr. Dione miraculosa Her.
und glycera Fldr. besitzen im Hfl zwischen dem Ur-
sprung von m, und cu, einen schwarzen Halbmond und
unter der Mitte von sc einen schwarzen Fleck, welche
Zeichnungen der neuen Art ganz fehlen. D. glycera Fldr.
kommt im Fl-Schnitt der neuen Art noch am nächsten,
doch ist bei letzterer der Apex noch stärker vorgezogen,
die Grundfarbe der Fl mehr rot. — Eine Unterscheidung
der Dione-Arten nach den g' Sexualarmaturen begegnet
erheblichen Schwierigkeiten. Anscheinend stehen sich alle
Arten der Gattung außerordentlich nahe, so daß nur ganz
geringfügige Differenzen festgestellt werden können. Fig. 3
zeigt den g' Sexualapparat von D. glycera Fldr. aufge-
klappt, von der Ventralseite. Die rechte Harpe ist von dem
Ip
M. Hering. Z. Kenntn. d. südam. Nymphalid.-Gattg. Dione Hb. 201
nach dieser Seite übergeklappten Uncus und Gnathos teil-
weise zugedeckt. Die einzigen Teile der Armaturen, die
kleine Differenzen zeigen, sind die mit Stacheln besetzten
oberen Fortsätze der Harpen. Diese sind bei D. glycera
Fldr. relativ sehr lang und am Ende gebogen. Bei D. jun o
(Cr.) (Fig. 4) ist dieser Fortsatz erheblich kürzer, nicht so
schlank und weniger gebogen. Bei D.miraculosa Her.
ist der Fortsatz ebenfalls kurz, aber etwas stärker gebogen.
Aus diesen Befunden geht hervor, daß die neue Art nicht
in die unmittelbare Verwandschaft von D. glycera Fldr.
zu stellen ist, wohin man sie auf Grund des FI-Schnittes
vielleicht rechnen könnte, sondern daß sie viel nähere Be-
ziehungen zu D. juno Cr. aufweist, mit der sie in den
fehlenden Zeichnungen der Zelle M, (zwischen m, und cu,)
im Hfl übereinstimmt. Es zeigt sich hier, daß ein Zeich-
nungsmerkmal besser auf die Verwandtschaft hinweist als
5 Sexual-Armatur von Dione Rechte Harpe des $ Rechte Harpe des 3
glycera Fldr., Ventral- Ansicht. von Dione juno Cr. von Dione miracu-
(Chanchamayo). (Pernambuco). losaHer.(Arequipa).
ein solches des F1l-Schnittes. Die Art ist die kleinste Dion e
überhaupt; die Vfl-Länge beträgt durchweg 30 mm; die
kleinste D.juno Cr., die ich sah, maß noch 32 mm. Das
O ist vom g' nicht wesentlich verschieden. Die Art wurde
entdeckt vom Herrn Werner Hopp bei Arequipa, Süd-Peru
und dem Zoologischen Staatsmuseum Berlin in einer Serie
von 7 g' und 2Q© überwiesen.
3. Dione vanillae (L.) Die oft recht voneinander
abweichenden Rassen dieser Art haben zwei Merkmale
gemeinsam; wenn diese vereinigt auftreten, kann es sich
nur um diese Art handeln. Die Axillarader der Vfl erscheint
in der Mitte nicht in der schwarzen Zeichnung verdickt,
und die schwarzen Flecke in der Mitte und am Ende der
Zelle sind stets wenigstens auf der Useite mit einigen
Silberschuppen oder solchem Fleck gefüllt. Nie zeigt der
Ard der Vfl unterhalb des Apex eine so tiefe Einbuchtung
2023 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
wie bei D. juno Cr., oder gar nur wie bei D.glycera
Fldr. Die Rasse D.vanillae lucina Fldr. ist im Habitus
von den andern Rassen dieser Art ganz abweichend und
ähnelt darin mehr D. juno (Cr.). Man unterscheidet sie,
außer den bei der Charakterisierung der Art schon ange-
gebenen Merkmalen dadurch, daß von den in der Mitte
der Zelle der Vfl stehenden schwarzen Zeichnungen der
Fleck gegenüber dem Ursprung von cu, immer isoliert,
nicht mit der Zacke vom schwarzen Streif des Zellendes
verbunden ist, wie es bei D. juno (Cr.) immer der Fall
ist. Die Rasse fliegt am oberen Amazonas, in Ecuador, Peru
und im Putumayo-Gebiet von Kolumbien.
Bei D. vanillae vanillae (L.) sind im schwarzen
Saumfeld der Hfl rotgelbe Flecke gut ausgebildet; ein
schwarzer Fleck unter der Mitte von sc und am Ursprung
von m, ist immer deutlich. Der schwarze Fleck unter
Ader m, ist ganz dicht an die Zellendflecke ım Vfl heran-
gerückt und meist mit ihnen verschmolzen. Der vordere
der beiden schwarzen Flecke in der Zellmitte ist rund,
isoliert, nicht streifartig nach der Wurzel verlängert. Ob
es sich hier um eine wohlabgegrenzte Rasse handelt, ist
noch nicht sicher; nach Stichel (l. c.) fliegt die Rasse in
Guyana, Venezuela, Trinidad, Kolumbien und (?) Panama.
Ich kenne solche Stücke nur aus Santarem und Tapajös.
Dione vanillae insularis Mayn. Hierher wird
wohlauchD. vanillae maculosa Stich. gezogen werden
müssen. Durchgreifende und konstante Uhnterschiede
zwischen den zentral- und südamerikanischen Stücken
lassen sich nicht auffinden, wie auch die Antillen - Exem-
plare nicht abweichen. Gegenüber D. vanillae vanillae
(L.) ist das Hauptkennzeichen dieser Rasse, daß der schwarze
Fleck zwischen m, und cu, im Vfl ganz distal verschoben
ist, also nicht in der Verlängerung der Flecke an der Quer-
ader liegt, sondern von diesem isoliert ist. Die Rasse ist
von den südlichen Vereinigten Staaten bis Paraguay,
Südbrasilien und Argentinien verbreitet. |
4. Dione moneta (Geyer). Allen Rassen dieser Art
gemeinsam ist die Kombination von zwei Merkmalen: Die
Axillaris der Vfl erscheint auf der Oseite durch schwarze
Zeichnung in der Mitte verdickt und im Vfl, ist zwischen
cu, und cu, etwa bei !/,; Länge dieser Adern ein schwarzer
Querfleck. Wenn ausnahmsweise dieser Querfleck fehlt,
so sind die rotgelben Flecke im schwarzen Saumband der
M. Hering. Zwei bemerkensw. abw. Form. deutsch. Kleinschmetterl. 203
Hfl immer schmaler als der proximal davon liegende Teil
des dunklen Saumbandes; letzteres Merkmal trennt gewisse
Rassen von denen der D. glycera Fldr. Die Nominat-
form, D. moneta moneta (Geyer) scheint nicht allzu
häufig zu sein; bei ihr ist die Grundfarbe ziemlich ein-
tönig gelbrot, distal und im Hfl nicht mehr gelblich als an
der Wurzel des Vfl. Der Fleck zwischen m, und cu, im
Vfl ist immer sehr klein und nach hinten zugespitzt, der
Fleck zwischen cu, und cu, fehlt fast stets oder ist nur
undeutlich angedeutet. Die rotgelben Flecke in der schwar-
zen Saumbinde der Hfl sind immer sehr klein, schmaler
als ihre proximale Begrenzung. Die Rasse kommt aus
Bolivien und dem Gebiete des oberen Amazonas. D. mo-
neta poeyii Btlr. ist von den übrigen Rassen leicht
dadurch zu unterscheiden, daß die rotgelben Flecke ın der
schwarzen Saumbinde der Hfl immer breiter als ihre pro-
ximale dunkle Begrenzung sind. Der Fleck zwischen m;
und cu, im Vfl ist groß, etwa viereckig; im Hfl findet
sich außer der schwarzen Bogenlinie zwischen m, und cu,
noch eine solche zwischen cu, und cu,. Distalteil der Vfl
und die Hfl sind immer mehr gelblich als der Wurzelteil
der Vfl. Die Rasse kommt vor von Mexiko bis Panama,
in der Staatssammlung in Berlin finden sich aber auch
Stücke aus Columbien (Cauca) und Bolivien (La Paz). D.
moneta butleri Stich. stimmt mit der vorigen Rasse
im Vfl überein, nur ist die distale gelbliche Aufhellung
schwächer ausgeprägt. Im Hfl sind die rotgelben Flecke
der Außenrandbinde höchstens so breit wie ihre proximale
dunkle Begrenzung. Die Rasse ist verbreitet in Columbien,
Ecuador und Peru, auch in Venezuela vorkommend, von
Stichel (l.c.) als fraglich für Panama und Costarica angegeben.
5. Dione glycera Fldr. Kennzeichen dieser Art
sind die großen rotgelben Flecke in der schwarzen Außen-
randbinde der Hfl, die immer breiter als ihre proximale
dunkle Begrenzung sind; die schwarze Bezeichnung der
Axillaris im Vfl ist in der Mitte verdickt, ein Fleck zwischen
cu, und cu, fehlt stets. Eine Rassenaufspaltung kann ich
nicht feststellen; D. glycera gnophota Stich. ist nach
dem reichhaltigen Material des Staatsmuseums in Berlin
nur eine aberrative Form, die nicht geographisch bedingt
ist. Eine andere abweichende Form erbeutete Herr Werner
Hopp bei Arequipa (Süd-Peru), bei der im Vilreus uud
ax durch einen breiten schwarzen Fleck auf der Mitte
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Eutomologischen Verein IV
Iris zn Dresden. Jahrgang 1926
204 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
TE nn en Te
verbunden sind. Die Art kommt vor in Venezuela, Colum-
bien, Bolivien, Ecuador und Peru.
Wünschenswert wäre es, wenn an Ort und Stelle
Untersuchungen, besonders bionomischer Art, angestellt
werden könnten, um die Arten- und Rassenfrage in dieser
Gattung ihrer Lösung näher zu bringen. Bis dahin müssen
noch die oben geschilderten Unklarheiten bestehen bleiben.
Zwei neue palearktische Schmetterlingsformen.
Von Dr. Carl Schawerda, Wien.
Zizera draesekei sp. n. Diese Art steht der Zizera
gisela Püngl. am nächsten. Sie hat ihre Größe, braune
Useite, mit verloschenen Randstrichelchen, aber ein ganz
anderes stärkeres Blau auf der Öseite. Dieses Blau ist
glänzend und vom Kolorit von Lycaena arionL. Auf-
fallend ist der 2 mm breite — für das kleine Tier, das nur
2,1 bis 2,4 mm Flspitzenabstand mißt — starke schwarze
Saum, der nach innen unbegrenzt in Blau übergeht. Be-
sonders stark ist er am Vorderrand der Hfl. Bei schiefem
Lichteinfall erscheint das ganze äußere Drittel der Vfl
verdunkelt. Die Adern sind im blauen Grund kaum hervor-
tretend. Diskalabschluß ist oben nicht sichtbar. Der Außen-
rand der Vfl ist gerade wie bei gisela. Vor dem Außen-
rand der Hfl sind oseits keine Punkte sichtbar. Fransen
dunkelbraungrau. Useite braun, etwas stärker als das Matt-
braun von gisela, aber doch nicht so kaffeebraun wie bei
Lycaena arcas R. Die Ozellen sind gut ausgeprägt, weiß
umrandet wie z. B. bei Lycaena semiargus, nur etwas
kleiner als bei dieser Art. Der Augenbogen der Vfl ist
gestreckter wie bei semiargus, vorne 5 ausgebildete, hinten
ein angedeutetes Auge. Der Augenbogen des Hfl verläuft
genau so wie bei L. semiargus. Wurzelaugen sind auf den
Vfl nicht, auf den Hfl sind zwei vorhanden. Außer dem
weißgefaßten Zellschlußstrich auf der Useite beider Flügel
und der oben erwähnten Ozellenbögen sind noch auf beiden
Fl gegen den Rand zu zwei Reihen ganz matter Rand-
strichelchen. KeinWurzelblau. Dieselben Unterschiede gelten
auch gegenüber der der gisela sehr verwandten Z. pro-
secusa Ersch.
Ich erhielt diese Art von Herrn Johann Draeseke
(Dresden). Gesammelt wurden im ganzen drei g! dieser
. C. Schawerda. Zwei neue palaearktische Schmetterlingsformen. 205
neuen Art von dem Forschungsreisenden Herrn W. Stötz-
ner. Die Type ın meiner Sammlung trägt den Fundzettel
„Szetschwan. Wassekou“. Zwei Cotypen in der Dresdner
Musealsammlung, tragen die Fundzettel „Szetschwan.
Wassekou“ und „Szetschwan. Kwanhsien“.
In den „Annuaire du musee Zoologique de l’academie
imperiale des scienses de St. Petersbourg“ Tome VII 1902
beschreibt Grumm-Grshimailo eine ebenso große Lycaenide
aus Sze-Ischuan die bei prosecusa steht und nennt sie
Lycaena aricia. Es heißt dort: „Lycaena arician.
sp. In systemate generis Lycaena locum separatum occu-
pans, Lycaenam prosecusam (v. duplex (Alph.)
maxime omnium speciarum admonet. Alae omnes supra
nigro-fuscae, in disco et basin versus violaceo crebre irroratae,
ciliis dilute fuscis; subtus dilute fuscae, maculis submar-
ginalibus dilutissimis, lunulis venarum transversarum punc-
tisque ocellaribus parvis (punctis basalibes nullis) nigrofuscis,
g' 22 mm Sze-Ischuen (6,000 ped.) 3 g'g! in coll, mus“.
Diese aricıa ist also mit draesekei nicht identisch.
Da Herr Johann Draeseke sich um die wissenschaftliche
Verwertung der enorm großen Ausbeute Stötzners so große
Verdienste erwarb, sei ihm die neue Lycaenide gewidmet.
2. Axıa vaulogeri var. napoleona n. Ueber die
Familie der Axiidae, die stammesgeschichtlich den
Cymatophoridae und Geometridae am nächsten
steht, hat Prof. Dr. Rebel in den Verhandlungen der zoolog.
bot. Gesellsch., Wien 1919, S. (111) bis (114) ausführlich
und interessant geschrieben und dort die Familie der
Axiidae aufgestellt.
Von dem schönen Genus Axıa (früher Cimelıa)
sind bisher 3 Arten bekannt:
Die südeuropäische margarita Hb. die transkau-
kasische olga Stdgr., beide abgebildet im Seitz. (Bombyces
J. 56h) und die bis jetzt nur mauretanische vaulogerı
Stdgr. Letztere hat Staudinger in der Iris 1892 (B. V)
S.291 beschrieben. Vauloger de Beaupre fand in Tunis (der
nähere Ort wäre wegen der Höhenlage wichtig) 2 9’ und
2 © der Art, von denen die g' 17, die © 30 und, wenn
sehr groß, — 40 mm gemessen haben.
Er schreibt wörtlich: „Die Grundfarbe des Vfl ist nicht
so schön lebhaft rosarot wie bei margarita, sondern
stumpfer violettrot, binter der Mitte nach außen zu ziem-
lich stark verdunkelt. In der Mitte des Basalteils steht ein
206 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
kleiner unregelmäßig dreieckiger brauner Flecken, der voll-
ständig schmal silbern umrandet ist.
Dadurch allein würde sich A. vaulogeri als Art von
margarita trennen, bei welcher Art der weit lichtere braun-
gelbe Basalflecken nur oben und unten breit silbern begrenzt
ist. Auch fehlt der braungelbe Streiffleck im Basalteil des
Vorderrandes bei A. vaulogeri völlig. Der unregelmäßig
ovale (dreieckige) große (ziemlich abändernde) Silberfleck
am Ende der Mittelzelle mit dem nach hinten darüber
stehenden, kleinen Silberstrich ist bei beiden Arten fast
ganz gleich. Bei vaulogeri steht unter demselben eine
S-förmig gebogene verloschene dunkle Querlinie, die bei
margarıta stets fehlt. Dahingegen fehlt bei vaulogeri der
breite goldglänzende Außenrandteil, vor dem ein schmaler
silberner Streifen bei margarita steht, so gut wie ganz.
Statt dessen ist der silberne Streifen viel größer, nach unten
dick fleckartig verbreitert und nur ganz schmal bronzefarben
begrenzt. Vor den violettroten Fransen steht eine dunkle
Limballinie, die Fransen selbst zeigen an den Spitzen eine
dunkle Linie. Auf der Useite sind die Vfl, wie bei mar-
garita, grauschwarz, am Vorder- und Außenrand lıichter
violettrot gefärbt. Die Hfl des g' sind ganz lichtgrau, die
des © schwärzlichgrau mit rötlichen Fransen, ganz ähnlich
wie in beiden Geschlechtern bei A. margarita. Auf- der
Useite sind sie, wie bei margarita in beiden Geschlechtern
fast gleich licht, aber bei dem vaulogeri 55 steht dicht
hinter der Mitte eine schwach S-förmig gebogene Quer-
linie (Binde). Der Thorax und der Kopf sind dunkelbraun
behaart, die Fühler scheinen genau so stark gekämmt zu
sein wiebeimargarita und zwar in beiden Geschlechtern
fast ganz gleich stark. Die kurzen dünnen Palpen sind
etwas länger als bei margarita, wo sie kaum zu erkennen
sind, die Beine und der Hinterleib erscheinen ganz ähnlich
oder gleich gebildet zu sein.“
P. Chretien sagt im Oberthür (Etudes lepid. comp.
12. p. 62. Tafel 402 Figur 3469. 1916): „Dans le genre
Cimelia on place une espece algerienne plus Jolie encore
peut-ötre que margarita c'est vaulogeri Stdgr. decrite
dans l’Iris, Dresden Band V, 1892, p. 291 et figuree sous le
n°11 de la Pl III dans la meme publication. Malheuresement
la figure n'est pas coloriee, mais la gravure sur pierre et
finement et exactement executee. L’especevaulogeriavait
et& deconverte en Tunisie par feu le capitaine Marcel Vau-
C. Schawerda. Zwei neue palaearktische Schmetterlingsiormen. 207
loger de Beaupre, qui avait envoy&cing exemplaires J’etQau
marchand d’insectes allemand Otto Staudinger. LaCimelıa
vaulogeri a £&t& retrouvee A Sebdou (Prov. d’Oran) par
Harold Powell, en mai 190%.
La collection de M. Charles Oberthür content un J'
parfaitement pur, prie par l’'habile chasseur, qui a silargement
contribue a nous faire connäitre la faune de Macrolepidopteres
d’Algerie. Les trois taches d’argent ressortent avec un
eclat tres riche sur le fond nuanc& de rose, de jaune et
de brun rouge des ailes superieures, en dessus de la
Eimehawaulogeri“
Das ausgezeichnete Bild, von der Meisterhand Culots,
zeigt eine dunkelrosafarbige Grundfarbe, silberne Flecke,
zwischen diesen rotbraune Färbung und außerhalb des
äußeren großen Silberfleckes einen schmalen reingelben
Streifen, der ebenso lang ist wie der Silberfleck hoch ist.
Die Useite des Vfl ist stark verdüstert.
Schon im Vorjahre (1925) haben meine Reisegefährten
Bubacek und Kitt in Korsika in gegen 1500 m Höhe je ein
g' vaulogeri am Licht gefangen. Trotz mehrnächtigem
Leuchten war kein weiteres zu erhaschen. Heuer gelang
es mir in derselben Höhenlage Mitte Juli noch ein drittes
Bezufangen.:
Diese drei Exemplare sind von der afrikanischen Nenn-
form sehr verschieden. Die gelbe Farbe ist überwiegend.
Mein Falter, der dieser Beschreibung zugrunde liegt, ist
ganz hellgelb, nur die Fransen sind schön rosa. Das Tier
ist frisch und fransenrein. Er hat einen Flspitzenabstand
von 30 mm. In der Basis der gelben Vfl steht ein licht-
brauner dreieckiger Fleck ohne silberne Umrandung.
Am Ende der Mittelzelle ist ein eiförmiger Silberfleck
und darüber mehr nach außen ein kleiner Siberstrich vor-
handen. Die bei Staudinger angegebene S förmige dunkle
Ouerlinie und die dunkle Limballinie fehlen.
Der äußere Silberstreifen ist unten fleckartig verbreitert,
wird oben dünner und unterbrochen, so dafß ganz oben
noch ein kleiner Silberpunktfleck steht. Von da.zieht zur
Spitze eine feine dunkle Schattenlinie, die die Vflspitze
in zwei Hälften teilt. Die Hfl und die Useite des Vfl sind
schwach schwärzlich verdüstert. Ueber den Hil zieht unten
eine schwach angedeutete dunklere Querlinie. Nur die
Fransen sind stark rosarot. Kopf, Thorax, Abdomen gelb.
Das Tier ist also ganz gelb mit Lichtbraun im Basalfleck,
208 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Silberflecken und rosaroten Fransen und dadurch ganzanders
als die von Staudinger beschrieben violettrote Nominatform,
auch anders wie das vorwiegend rosarote, braun und etwas
gelbe Tier Chretiens. Das Exemplar Professor Kitts ist eben-
falls vorwiegend gelb, hat aber zwischen Diskus und Innen-
winkel und am Vorderrand des Vfl einen rosigen Hauch.
Sonst genau so wie meines. Ich nenne diese interessante
korsische Rasse, die nach dem dreimaligem Fund in fast
1500 m Höhe ein Bergtier sein dürfte. (Leider fehlen bei
Staudinger und Chretien die Höhenangaben) var. napole-
ona. Das Fehlen aller alpinen Arten (Parnassius,
Melıtaea, Erebia und alpiner Geometriden und Noctu-
ıden) ın Korsika und das Auffinden afrikanischer Arten
sind ein neuer Beweis für den Zusammenhang Korsikas
mit Nordafrika und nicht mit dem Kontinent.
Bücherbesprechungen.
Hering, Dr., Martin: Die Oekologie der blattminierenden Insektenlarven.,
Mit 2 Tafeln und 67 Textfiguren, Berlin 1926, Verlag von Gebrüder
Bornträger, Schönberger Ufer 12a.
Alsbald nach dem Erscheinen der „Biologie der Schmetterlinge“ ist
dieses gut ausgestattete Werk aus dem speziellen Forschungsgebiete des
Verfassers erschienen. Vom Inhalt sei erwähnt: In Minen leben Larven von
Hymenopteren, Coleopteren, Lepidopteren und Dipteren. je nachdem das
oberseitige Palissadenparenchym oder das darunter liegende Schwamm-
parenchym der Blätter verzehrt wird, unterscheidet man ober- und unterseitige
Minen, dienen beide Schichten zur Nahrung, sind die Minen durchscheinend;
wenn nur die Epidermis miniert wird, spricht man von epidermaler Mine
(Saftschlürfer.. Die Mine im allgemeinen heißt Hyponom, die Gangmine:
Ophionom, die Spiralmine: Heliconom, die Sternmine: Asteronom, die
Platzmine: Stigmatom, die Blasenmine: Physonom, die Faltenmine: Ptychonom.
Es wird die morphologische Anpassung der Larven an die Miniertätigkeit
geschildert, ferner die Verwandlung der Minierer zur Imago, die Ernährungs-
physiologie, die Veränderung der Blattsubstanz durch die Mine usw. Be-
merkensweft ist die Uebereinstimmung der durch die auf verwandten Pflanzen
lebenden (oligophagen) Minierer bewiesene Verwandtschaft der betreffenden
Pflanzen mit der durch die Serodiagnostik gewonnenen Resultate (Stammbaum
der Pflanzen nach Mezz). Viele Fragen finden eine hypothetische Lösung;
der Forschung bleibt ein weiter Spielraum. — Möge dieses sehr lesenswerte
Buch der Minierkunde viele Freunde zuführen, Ernst Möbius,
Bang-Haas, Otto. „Novitates Macrolepidopterologicae“. Katalog der im
„Seitz“ nicht enthaltenen und seitdem (bis )920) neu beschriebenen,
palaearktischen Macrolepidopteren. Dresden-Blasewitz, 1926. Verl. von
Dr. Staudinger und Bang-Haas. Preis 15 RM.
Ein für jeden wissenschaftlich arbeitenden Lepidopterologen unentbehr-
liches, außerordentlich verdienstvolles Werk, in dem, in der von „Seitz“
En en nn ey
Bücherbesprechungen. 209
befolgten Reihenfolge, alle im erwähnten Zeitraume beschriebenen Schmetter-
lingsformen, es sind 6566 Arten, Unterarten, Aberrationen, Varietäten usw.
in alphabetischer Reihe, mit Angabe, wo sie beschrieben und wo sie vor-
kommen, aufgeführt werden. Der Stoif ist unverändert, wie er sich in der
Literatur findet, wiedergegeben, da eine kritische, von einem einheitlichen
Gesichtspunkt vorzunehmende Scheidung der systematischen Kategorien
zur Zeit noch unmöglich und späteren Generationen vorbehalten ist. Vor-
liegender Band, der der erste einer Reihe weiterer Bände sein soll, die
in gleicher Weise die Neubeschreibungen späterer Zeitabschnitte behandeln
soll, zeichnet sich durch übersichtlichen, klaren Druck aus und verdient im
Interesse der Wissenschaft und zur Ermutigung des Herausgebers weitere
Teile bald folgen zu lassen, die weiteste Verbreitung in Lepidopterologen-
kreisen. In Anbetracht der Ersparnis an Mühe und Zeit und seiner Zuver-
läßlichkeit, die ihnen dieses literarische Hilfsmittel bietet, ist sein Preis
erstaunlich billig. K.M.H.
Insecta Matsumurana, herausgegeben von Prof. S. Matsumura, a. d. Kais.
Universität in Hokkaido (Sapporo, Japan) Vol. I, Nr. 1 und 2, Preis je
eines Heftes: | Yen 50 = ungefähr 3M.
Obwohl diese Hefte kurz vor Abschluß des vorliegenden Iris-Heftes in
unsere Hände gelangten und daher nur kurz besprochen werden können,
möchten wir doch auf diese besonders aufmerksam machen, weil sie viel
lepidopterologischen Inhaltes bringen und der größte Teil der japanischen
Fauna (außer dem Inselreich gehört Korea und Formosa zu ihr) der palä-
arktischen Region angehört, die bis zu ihren weitesten Grenzen uns besonders
interessieren muß. Der Herausgeber, der in Berlin studiert hat, gehört zu
den verdientesten Erforschern der japanischen Insektenwelt. Es sei nur an
seine „Thousend Insects of Japan“, ‚Applied Entomology of Japan“ und
„Systematic Entomology of Japan“ erinnert. Nr. 1 enthält aus seiner Feder
zwei lepidopterologische Arbeiten. Eine über neue Noctuiden aus Japan
und Formosa und über neue, für Japan, Korea und Formosa noch nicht
nachgewiesene Lycaeniden, erstere macht 24 neue Arten und 3 neue Aber-
rationen, leıztere macht 17 Formen für das genannte Gebiet bekannt, davon
3 neue Arten, 7 neue Subspezies und 4 nene Aberrationen. Zwei Tafeln
sind den Beschreibungen beigegeben. Nr. 2 bringt die Fortsetzung zu den
neuen Noctuiden aus Japan und Korea, mit 13 neuen Arten, 5 neuen Aber-
rationen und 2 neuen Gattungen und eine Arbeit über neue oder für das
Gebiet des Berges Daisetsu (Prov. Ishikari) noch nicht nachgewiesene Lepi-
dopteren; es sind folgende: Parnassius eversmanni daisetzuzana
n. subsp., Argynnis asahidakeanan. sp., Oeneis daisetzuzana
n. sp, Erebia ligea sachaliensis Mats, Lycaena optilete
daisetzuana n. subsp. und Pamphilus silvius issikhii Mats,,
die alle im Texte abgebildet werden. KUH:
210 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
Zugänge zur Bücherei vom 1. XI. 1925 — I. XI. 1926.
l. Eingänge durch Geschenke.
Aurivillius, Ergebnisse der 2. Deutschen Zentral-Afrika-Expedition 1910-11,
IV. Lepidoptera. (v. Verf. als Geschenk)
Bang-Haas, O., Novitates Macrolepidopterologicae, 1. Band. Dresden-
Blasewitz 1926. (v. Veif.)
Caradja, über Chinas Pyraliden, Tortriciden, Tineiden, nebst kurzen Be-
trachtungen, zu denen das Studium dieser Fauna Veranlassung gibt.
Bull. Acad. Romana, Ser, III, Mem. 7, Bukarest, 1925. (v. Verf.)
Corti, Studien über die Gattung Agrotis. (15 Sonderdrucke, v. Verf.)
Dietze, K., Insektenbelustigungen, ein Album mit Handmalereien des
Künstlers aus den Jahren 1865—68. (Siehe S. 212).
Farmers, The common cabbage worm and, its control. Bull. U. S. Depart.
of Agriculture. Nr, 1461.
Farmers, The Patato leaihopper and how to control it l.c. Nr. 1462.
Farmers, Preventing damage by termites or withe ants. I. c. Washington,
1926. Nr, 1472. (v. Mus. f. Tierkunde, Dresden).
Federov, Theresia ampelophaga Bayle, in Crimean vinegards. Bull, Ent.
Research, Vol. XVI., London. (v. Verf.)
Hasebroek, Untersuchung zum Problem des neuzeitlichen Melanismus bei
Schmetterlingen. Fermentforschung, Bd. VIII. Halle, 1926. (vom Verf.)
Heller, Neue altweltliche Bockkäfer. Tijdsch. voor Ent. LXIX, 1926. (v. Veıf.)
Hering, Biologie der Schmetterlinge. Berlin, 1926. (v. Verf.)
Hering, Die Oekologie der blattminierenden Insektenlarven. Berlin, 1926.
(v. Verf.)
Heydemann, Einige ältere und neuere, für die Lepidopterenfauna Schleswig-
Holsteins wichtige Daten und Funde. Int. Ent. Zeit. Guben, 19,7 (v. Verf.)
Heydemann, Beitrag zur Lepidopterenfauna Pommerns. 1. c. (v. Verf.)
Hill, Biological studies of the green clover worm, Platypena scabra F., U. S.
Department of Agrilculture, Bull. 1336, Washington 1926. (v. Mus. f.
Tierkunde, Dresden.)
Kitschelt, Zusammenstellung der bisher in dem ehemaligen Gebiete von
Südtirol beobachteten Großschmetterlinge, Wien 1925. (v. Verf.)
Meyer, Noack, Richter, Ule und Urbahn, Großschmetterlinge des
pommerschen Odertales, Ent. Zeit. Stettin, 85. und 86. Jahrg. 1900—
1925. (v. den Verf.)
Thielemann, Kann in der Lößnitz mit Erfolg Seidenraupenzucht betrieben
werden? Radebeuler Tageblatt, März 1926 (v. C. Ribbe). _
Thurner, Die Zucht von Boarmia maculata v. bastelbergeri Hirschke. Zeit-
schr. Oesterr. Entom. Ver. 1924.
Thurner, Das Ei von Caradrina alsines Brahms. 1. c. 1924.
Thurner, Über die Formen der Erebia arete F.1. c. 1922.
Thurner, Ein weiterer Beitrag zur Fauna des Karstes, Caranthia Il, Mitteil.
Ver. naturh. Landesmuseum f. Kärnten, Klagenfurt. 1925. (v. Verf.)
Thomann, Neue Beiträge z. Kenntn. d. Bündnerischen Falterfauna. Jahresb,
Naturf. Ges. Graubündens, LXIV. 1925/26. (v. Verf,)
Uffeln, Großschmetterlinge Westfalens, Ill. Nachtrag (v. Verf.)
Wade, Bibliography of the European corn borer, Pyrausta nubitalis. U.S.
Department of Agricult. Washington, 1925 (v. Mus. f, Tierk. Dresden),
m 1 EZ
Zugänge zur Bücherei vom 1. XI. 1925—1. XI. 1926. 91T
Warnecke, Zur Verbreitung der beiden Anaitis- Arten plagiata L. und
efformata Gn. i. Mitteleuropa. Int. Ent. Zeit. Guben, 19, 7. (v. Verf.)
Wnukowsky, Materiaux sur la faune lepidopt. de la Siberie occ. et cen-
trale et des provinces limitrophes or. du pays des Kirghis. (russisch. v. Verf.)
II. Eingänge durch Kauf und Tausch.
Matsumura, S., Insekta Matsumurana, Vol. 1, Nr, 1 und 2, Sapporo, Japan,
Juli und Oktober 1926.
Osthelder, Die Schmetterlinge Südbayerns. I. Teil, 2. Heft, Schwärmer und
Spinner.
Seitz, Lepidoptera exotica (Groß-Schmetterlinge der Erde) Lief. 382—403.
3. Zeitschriften.
Intern. Entomolog. Zeitschr. Guben, 19. Jahrg., Nr. 29-48, 20. Jahrg., Nr. 1-28.
Ent. Zeitschr. Frankfurt a./M., 39. Jahrg., Nr. 28--47, 40. Jahrg., Nr. 1—14
und Buchbeilage für 1925/26.
Zeitschr. f. wiss. Insektenbiologie, Berlin, 20. Jahrg., Nr. 9 und 10, 21. Jahrg.,
Nr. 1—3.
Societas Entomologica, Stuttgart, 40. Jahrg, Nr. 11 u. 12, 41. Jahrg., Nr. 1— 11.
Insektenbörse, Stuttgart, 42. Jahrg., Nr. 21—24 und 43. Jahrg., Nr. 1—28.
Deutsche Ent. Zeitschr. Berlin, Janrg. 1925, Heft IV; 1926, Heft 1—3.
Schweizer Ent. Anzeiger, Zürich, IV., Nr. 11 u. 12; V., Nr. 1—10.
Boletin R. Soc. Espanola Hist. Nat, Madrid, XXV., Nr.8— 10, XXVI, Nr. 1—7.
Emtomolog. Anzeiger, Wien, V., Nr. 21—24; VI, Nr. 1—20.
Entomolog. Mitteilungen, Berlin-Dahlem, XV., Nr. 1—6.
Entomolog. Rundschau, Stuttgart. 42. Jahrg. Nr. 11 u. 12; 43. Jahrg. Nr. 1— 9,
Entomological News, Philadelphia, XXXVI., Nr. 9 u. 10; XXXVIL, Nr. 1—8.
Zeitschr. Oesterr. Entomolog.Vereins, Wien, X. Nr. 10—12; XI. Nr. 1—10.
The Entomologists Record and Journal of Variation, London, LVII. Nr.
11—12; LVII, Nr. 1—10.
Mitteil. d. Münchener Ent. Gesellschaft, XV. Nr. 6—12; XVI. Nr. 1—8.
Tijdschrift vor Entomologie, s’Gravenhage, 68. und 69. Deel u. Supplement.
Entomolog. Zeitung, Stettin, LXXXVI., Heft 2; LXXXVIL, Heft 1.
Repertorium Entomologicum, Berlin, 2. Jahrg., Nr. 7—8; 3. Jahrg. Nr. 1—7.
Koleopterologische Rundschau, Wien, XI, Nr. 5 u. 6; XII. ‚Nr. 1—4.
Entomologische Berichten, Amsterdam, Nr. 144—149.
Bulletin de la Soc. Entt. de France, LXXX!II (1914) — XCIII (1924).
Jahrbücher d. Nassauischen Ver. f. Naturkunde, LYXVII.
Psyche, Cambridge. Mass. XXXII. Nr. 6 und XXXIl. Nr. | und 2.
Entomologisk Tidskrift, Upsala, XLVI. Heft 1—4.
Wiener Entomologische Zeitung, XL — XLII.
Entomologiske Meddelelser, Kjöbenhaven; XV., Heft 5; XVI,, Heft 1 und 2.
Bolletino Soc. Ent. Italiana, Genova, LVII., Nr. 1—7.
Die kranke Pfianze, Dresden, Ill., Nr. 3—5 u. 7.
Naturschutzparke, 1926, Heft 1.
Bolletino d. Laboratorio Zool. Generale e Agraria, Portici, XVII.
Vereinsnachrichten.
In der Hauptversammlung am 3. November 1926, die
wegen Erkrankung des ersten, der zweite Vorsitzende,
Herr Dr. Walther leitete, wurden sämtliche Vorstands-
212 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
mitglieder, mit Ausnahme des Schriftführers, der beruflich
zu sehr in Anspruch genommen ist, um das Amt weiter
zu bekleiden, wieder gewählt. Für den ausscheidenden Herrn
Skell, der für seine bisherige Tätigkeit aufrichtig dank-
barer Anerkennung versichert sein kann, erklärte sich Herr
Schopfer, eine altbewährte Stütze des Vereins, einzutreten.
Zufolge des Berichtes des Rechnungsführers, im laufen-
den Jahr, zugleich stellvertretender Schriftführer, beträgt
zur Zeit die Zahl der Mitglieder 267, davon 5 Ehrenmit-
glieder und 262 zahlende, unter diesen 36 korporative
Mitglieder. Im Schriftenaustausch stand der Verein mit 23
Vereinen und Herausgebern von Zeitschriften.
Ausgeschieden sind aus dem Verein: A. Winckler (Dres-
den) — siehe unter Hauptversammlung vom 7. April —
Freih. v. Friesen (Dresden), O. Michalk (Leipzig), J. Prummer
(Berlin) und W. Götz (Kehl a. Rh.).
Aufgenommen wurden: Dr. A. Corti, Dübendorf b. Zürich,
Max Korn, Göglingen o./A. Brackenheim (Württemberg),
Gottlob Mech, Blackwell, Oklah (U.S. A.), Herbert Vögler-
Scherf, Lübeck, Hohno Hieromuchie, Hokkaido, Japan,
Raimond Stein, Berlin, H. Stichel, Berlin, die Staats-Uni-
versität, Hamburg und die Zoological Society, London.
Irotz der erwähnten Mitgliederzahl, wäre es wegen
beträchtlicher Außenstände und wegen der Nachwirkung
der Inflation nicht möglich gewesen, den XL. Band unserer
Zeitschrift in gleicher Ausstattung und diesem Umfange
und das Vereins-Statut in neuer Auflage herauszugeben,
wäre dem Verein nicht eine einmalige Beihilfe vom Mini-
sterıium für Volksbildung zu teil geworden, derer dankbarst
gedacht sei. Auch Herrn Dr. A. Corti, der zu den Kosten
zur lafel seiner Arbeit in unserer Zeitschrift beisteuerte,
sei hier ebenso der aufrichtigste Dank ausgesprochen, wie
allen Spendern von Druckschriften für die Bücherei. (Siehe
die Eingänge für diese, S. 209). Diesen muß ein ebenso
interessantes wie wertvolles Geschenk unseres Ehrenmit-
gliedes, Herrn Dietze, des bekannten Monographen der
Eupithecien zugezählt werden: ein Album, betitelt „Insekten-
belustigungen“, das in dessen Schülerzeit (1865 —68) entstand
und farbige Abbildungen, nach der Natur, vorwiegend von
Schmetterlingen und Raupen enthält, die schon damals den
scharfen Blick des zukünftigen Entomologen und die sichere
Hand eines humorvollen Künstlers erkennen lassen.
I
AM
L
E
4
Vereinsnachrichten. 213
Von den Vereinssitzungen sei folgendes berichtet:
5. November 1925. Herr Prell, Tharandt, hält einen
fesselnden Vortrag über Raupenkrankheiten, dem sich eine
rege Aussprache mit allerleı Anfragen anschloß. Da der
Vortragende über den gleichen Gegenstand im Juli 1925
vor dem 3. Internationalen Entomologen-Kongreß in Zürich
sprach, so sei auf den III. Band der Verhandlungen Seite
145—168 dieses Kongresses hingewiesen.
6. Januar 1926. Herr Möbius legt die durch die Wieder-
aufnahme der Tauschbeziehungen eingegangenen Jahrgänge
der Ann. Soc. Ent. de France vor und berichtet ausführlich
über dıe darin enthaltenen lepidopterologischen Arbeiten.
Der Vorsitzende legt Herings Biologie der Schmetterlinge
vor, deren Studium er den Mitgliedern wärmstens empfiehlt.
3. Februar 1926. Herr Walther spricht über seine
Sammelergebnisse im Engadin. — Herr Möbius berichtet
über das außerordentlich häufige Vorkommen von Zygaena
exulans Hoch. im vergangenen Sommer auf dem Gorner
Grat. Die Falter flogen ın großer Menge und störten den
Fang anderer Arten. Ueberall krochen erwachsene und noch
kleine Raupen herum, an jedem Stein hingen die weißen,
eiförmigen Gespinste. Vorgezeigt wird ein kleiner Stein
mit einem ganzen Klumpen dieser glänzenden Gespinste,
ebenso ein kleiner Büschel Borstengras, gespickt mit solchen
zwischen den Halmen.
7. Februar 1926. Herr Draeseke legt syrische unbe-
stimmte Microlepidopteren vor, die von der Zionistischen
Station in Tel Aviv stammen und hauptsächlich in Petach-
Tikwah, an Licht gefangen, wurden.
20. Februar 1926 fand eine Festversammlung, mit
Abendessen statt, zu der auch eine Einladung an die Damen
ergangen war, die nicht nur zahlreich dieser folgten, sondern
erfreuten in dankenswerter Weise durch musikalische Dar-
bietungen, während die Herrn mehr für launige Ansprachen
und humorvolle Vorträge sorgten. Der Vorsitzende gedachte
des erfreulichen Umstandes, daß die Vereinszeitschrift mit
ihrem 50. Band herausgegeben werden konnte.
3. März 1926. Herr Draeseke legt Cymatophoriden der
Stötzner'schen Ausbeute aus Szetschwan vor, darunter
die seltene Melanocraspes fasciata und simpli-
ficata Houlbert (vergl. £tudes comp. XVII, 2. Teil, von
Ch. Oberthur, Seite 15—19).
214 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
7. April 1926. Der Vorsitzende gibt das am 5. d. M.
erfolgte Hinscheiden eines durch 25 Jahre um den Verein
hochverdienten Mitglieds, des
Oberingenieurs a. D. Adolf Winckler T
bekannt, der im 69. Lebensjahr einem Magenleiden erlag.
Als Sohn des Kantors zu St. Pauli 5. Il. 1858 in Chemnitz
geboren, besuchte er daselbst die Bürgerschule, bis 1873
die Realschule, erlernte darauf das Schlosserhandwerk, um
sich 1875—77 in der kgl. Werkmeisterschule seiner Vater-
stadt ausbilden lassen zu können. Nachdem er sıch ın den
kgl. Eisenbahnwerkstätten betätigt, 1880—82 seiner Militär-
pflicht genügt hatte und bis 1887 in der Maschinenfabrik
von Rich. Hartmannn beschäftigt war, trat er noch ım selben
Jahr bei der Maschinenhauptverwaltung der kgl. sächs.
Staatsbahn in Dienst, wurde 1892 Staatsdiener und rückte
vom techn. Bureau-Assistenten und nach seiner Versetzung
nach Dresden (1909) bis zum Oberingenieur auf, als welcher
er 1923 in den Ruhestand versetzt wurde. Neben einem
peinlichen Pflichtgefühl für seinen Beruf, war Winckler
von einer seltenen Liebe zur Natur, besonders zur Insekten-
welt erfüllt und mehr fast als das Sammeln machte ıhm
das Beobachten im Freien und die daraus gewonnene Be-
lehrung Freude. Auf seinen Alpenfahrten hat er sich nament-
lich mit Sammeln von Lepidopteren, in der Umgebung
Dresdens außerdem noch dem von Dipteren befaßt. Durch
sein schlichtes, heiteres und liebenswürdiges Wesen erfreute
sich der Verstorbene allgemeiner Beliebtheit. Der Iris ist
er nicht nur als langjähriger Schriftführer, sondern in
vielfacher Hinsicht ein hochgeschätztes Mitglied gewesen.
Seine peinliche Sauberkeit und Genauigkeit, sowohl in
seiner Sammlung, als auch in allen schriftlichen Arbeiten,
sein Bestreben, die Verereinssitzungen durch Vorlage von
Sammelergebnissen und durch Vorträge zu beleben, seine
unverdrossene technische Hilfe bei Lichtbildervorträgen,
seine launigen Tafellieder, mit denen er die festlichen Ver-
sammlungen verschönte, werden allen älteren Mitgliedern
in dankbarer Erinnerung bleiben — er war allen ein guter,
treuer Kamerad. In den letzten Lebensjahren war er ein
immer seltenerer Gast bei den Vereinssitzungen geworden;
nachdem die von ihm besonders schwer empfundenen Kriegs-
jahre überwunden waren, widmete er sich in erster Linie
Vereinsnachrichten. 215
dem Wohle seiner Familie, von der außer seiner Gattin eine
erwachsene Tochter und ein erwachsener Sohn den Verlust
eines um sie liebevoll besorgten Familienhauptes betrauern.
— Herr H. Walther berichtet über eine Veröffentlichung
von Dr. Harrison und Dr. Garret über: „Die Induktion
von Melanismus in Lepidopteren und dessen Vererbung“
(aus den Verhandlungen der Royal Society, B., Vol. 9.
1926). Die Verfasser haben durch lange Beobachtungen
festgestellt, daß der Melanismus in England nur in Industrie-
gebieten auftritt, in denen metallische Salze auf die Futter-
pflanzen niederschlagen. Sie sprachen diese Rauchnieder-
schläge als Ursache für die Entstehung des Melanısmus
an. Um die Richtigkeit ihrer Vermutung zu beweisen,
schlugen sie zwei Wege ein: 1. zogen sie nicht melanistische
Abstammungen von Schmetterlingen aus unbefallenen
Gegenden mit den Nährpflanzen befallener Gegenden.
2. tütterten sie solche Arten mit Pflanzen, die künstlich
mit gewissen metallischen Salzen des Fabrikrauches geladen
waren. Hierzu wurden die Pflanzen in Lösungen von
Bleinitrat und Mangansulfat (1:1000) gestellt. Verwendet
wurden Selenia bilunarıa Esp, Tephrosia bis-
tortata Goetze und Boarmia crepuscularia Schiff.
In einwandfreien Versuchen, deren eingehende Schil-
derung für ein Referat zu weit gehen würde, gelang es
ihnen, melanistische Formen zu erzeugen, die einen reces-
siven Charakter hatten, und demgemäß den Mendel'schen
Vererbungsgesetzen entsprachen. Alle die zahlreichen Ver-
suche ergaben das gleiche Resultat und zwar ausnahmslos.
Herr Walther meint, daß diese Arbeit von grundlegender
Bedeutung für die Entstehung des Melanismus bei Schmetter-
lingen ist, daß sie aber trotzdem eine weitere Erklärung
dieser interessanten Erscheinung nicht bringt. Gerade hier
in Sachsen gibt es ein großes Waldgebiet, in dem viele
neue melanistische Formen auftreten und das weit ab von
Industriegebieten liegt. Auffallend ist ferner, daß in der
Natur der Melanismus meist, wenn nicht immer, ein domi-
nantes Charaktermerkmal ist, der hier erzeugte dagegen
ein recessives.
5. Mai 1926. Herr Möbius zitiert verschiedene inter-
essante Stellen aus Hering: „Biologie der Schmetterlinge“
und knüpft daran Bemerkungen, die zu einem Meinungs-
austausch anregten. Herr Zeumer legt verschiedene Sammel-
gerätschaften vor, die begutachtet wurden.
916 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
3. Juni 1926. Herr Möbius erzählt von seiner Falter-
ausbeute aus Zermatt. Bemerkenswert ist der Fang von
Coenonympha pamphilus unicolor Tutt, und
zwar je ein g' und ©, oberhalb des Dorfes Findelen, auf
einer feuchten Wiese, in 2100 m Höhe. Auf dem Gorner
Grat wurden die Puppen von Plusia devergens Hb. in
Anzahl gefunden, die Falter schlüpften erst im August,
während Plusia hochenwarthi Hoch. an gleicher
Stelle Mitte Juli flog. Die Falter von Arctia quenselii
Payk. waren in Anzahl vorhanden; eine schöne Reihe nach-
gezogener Falter wurden vorgezeigt. Voneinem Q Eucosmia
montivagata Dup., das aus einem Mauerloch herausgeholt
wurde, gelang die Nachzucht mit Berberis sehr gut, wie eine
Anzahl vorgelegter Falter dieser geschätzten Art bewies. —
Wenn auch, wie der Jahresbericht zeigt, das Vereins-
leben auf erfreulich harmonische Zusammenarbeit hinweist,
so kann doch nicht oft genug darauf aufmerksam gemacht
werden, daß, je empfindlicher der Mangel an naturwissen-
schaftlich interessiertem Nachwuchs ist, die Mitglieder auch
um so regelmäßiger und vollzählig an den Sıtzungen be-
teiligen und nach Kräften um neue Mitglieder werben
sollten. Auch schon im eigenen Interesse. Denn je aus-
reichender die verfügbaren Mittel sind, um so mehr kann
ihnen in der Zeitschrift geboten werden. Die in Hinblick,
daß sıe ausschließlich lepidopterologischen Inhalt bringt.
nicht nur die älteste und reichhaltigste, sondern auch die
billigste Zeitschrift für Schmetterlingsfreunde ist, deren
Umfang sich je nach den eingehenden Mitgliedsbeiträgen
richtet. Die erheblichen Außenstände, über die wir uns zu
beklagen haben, sind daher ein empfindlicher Hemmschuh für
die Rechnungsführung, und muß der Gepflogenheit mancher,
ohne vorherige Austrittserklärung jahrelang den Mitglieds-
beitrag unberichtigt zu lassen, rücksichtslos entgegengetreten
werden. Schließlich möchten wir erneut auf die in unserer
Zeitschrift eingeführte Rubrik, mit der Aufschrift: „Kleine
Mitteilungen“ hinweisen, die Anregung geben soll, allerlei Be-
obachtungen, die einer besonderen Publikation nicht wert
erscheinen, aber unter Umständen doch wichtig sein können,
bekannt zu geben; sie wird leider viel zu wenig benutzt.
Da ein Neudruck des Verzeichnisses der Vereinsmitglieder
inVorbereitung ist, wird dringend gebeten, umgehend Aende-
‚rungen der Anschrift (Wohnort, Titel usw.) der Geschäftsst.
Dresden-A., Schloßstr. 22, bekannt zu geben. K.M.H.
Berichtigungen und Ergänzungen. >31?
Berichtigungen und Ergänzungen.
Diese Zeitschrift, 1925, XXXIX. Band, Seite 219, 22. Zeile
von oben, ließ: Heft 11 statt Heft II.
Diese Zeitschrift, 1926, XL. Band, Seite 36, 8. Zeile
_ von oben:
Lycaena coridon v. albomarginata © ist leider
als Synonym zu v. fowleri South (Festschr. Ver. f. Natur-
kunde, Cassel 1911, p. 317, Taf. V, Fig.5) zu ziehen. Ich
kannte von dieser Form nur die kurzen Diagnosen in Berge-
Rebel und Seitz: g'Saum „albinotisch“ „weiß statt schwarz“.
Während man aber als Albinose das Fehlen des dunklen
Pigments in den normal verteilten Schuppen bezeichnet,
handelt es sich bei v. fowleri um die anormal dichte
Ausbreitung der fast stets vorhandenen weißen Saumflecken,
also um eine Mutation, keine pathologische Erscheinung.
Den Hinweis auf die zitierte Schrift verdanke ich Herrn
Landesgerichtsrat G. Warnecke, Altona, dem ich hierfür
aufrichtig verpflichtet bin. Heinz Ebert, Leipzig.
Zu ’S. 72 dieser Zeitschrift XL. Band seien noch folgende
ergänzende Bemerkungen und Berichtigungen hinzugefügt:
Herr Osthelder bezeichnet die Behauptung, daß
pharete eupompa Fruhst. auf „den höchsten Flug-
plätzen der Art“ fliege, als nicht zutreffend, im Gegenteil
sei eupompa vorzugsweise an niedrigen. Flugstellen
heimisch. Mein Irrtum war veranlaßt durch die Tatsache,
dab) das einzige selbstgefangene Stück von eupompa in
1900 m Höhe flog und die Fundortzettel der etwa 20
eupompa-Stücke meiner Sammlung auch auf hohe Flug-
plätze lauten. — Herr Vorbrodt teilt mit, daß nach seinen
Feststellungen alle Erebien in der Schweiz eine einjährige
Entwicklung haben, mit einziger Ausnahme von ‚ligea-
monticola Vorbr. Weiter bemerkt er zu Seite 73, daß
das Schema über die Abänderungsmöglichkeiten der
Zygaeniden von ihm und nicht von Prof. Burgeff herrühre,
letzterer habe nur dessen Verwendbarkeit anerkannt.
Zu Seite 75 weist Vorbrodt darauf hin, daß der Typus
von E. mnestra Hb. zwei Augen im Vfl trage, weshalb
918 Deutsche Entom. Zeitschrift Iris. Dresden 1926.
er die viel häufigere augenlose Form impunctata be-
nannt habe. In der Tat beschreibt Hübner seine mnestra
als „die Flügel oben mit... mit zwei gepaarten Augen-
flecken besetzt“. Die Abbildung des g' (Hb 540 /1) zeigt auch
zwei ungekernte Augen, die Abbildung des Q (542/3) zwei
gekernte Augen. Nach Ansicht von Sachkennern (R. Pün-
geler) stellen die Abbildungen 542/3 aber aethiops
minor Esp.=gorgophone Bell. dar Es müßte also
mein Name ocellata fallen, während pupillata m.
und impunctata Vorbr. bestehen blieben. Es ist hierbei
allerdings schwer tragbar, daß die viel seltenere Modifi-
kation mit zwei Augen als die Nennform der Art erscheint.
Zu Seite 95. Die Freundlichkeit von Herrn Otto Bang-
Haas hat mir neuestens 4 J'g'und 1Q von jeniseiensis
Tr. zugänglich gemacht. Während die g'g' mich in meiner
Ansicht, daß jeniseiensis zu ligea gehört, bestärken,
ist bezüglich des @ das Gegenteil der Fall. Vor allem will
die weißgraue Binde gar nicht zu ligea stimmen. Ich
muß erklären, daß die Frage der Einreihung von jenisei-
ensis für mich eine offene ist.
Zu Seite 76 und 96. Wenn ich meine Aufstellung von
dem weiten Fluggebiet von E. ligea (Westalpen bis Japan)
und dem begrenzten von euryale (Spanien bis Bulgarien)
auch aufrecht erhalte, insbesondere das Vorkommen letz-
terer Art im Nordosten Europas, bis zum Beweise des
Gegenteils bestreite, so bin ich doch schwer in der Lage
noch länger zu leugnen, daß euryale in Sibirien fliegt.
Dafür spricht nicht nur die Seite 96 erwähnte minima-
Form, sondern auch die ausdrückliche Bemerkung von
Elwes, daß er im Altai ligea und euryale zusammen-
fliegend erbeutet habe. Endlich macht mich Herr Püngeler
darauf aufmerksam, daß Herz das Vorkommen von euryale
in Sibirien („Iris“ 1808, S. 246) festgestellt habe.
Seite 69-97 ist zu lesen:
S.69, 7.Z. v.u.: hinaufsteigen statt hinaufsteigten
S.70, 5.Z.v.u.: „tristis“ und „turanica” statt
aristis und auranıca
S.70, 1.Z. v.u.: oeme lugens statt oemelugens
S.71, 7.Z. v.o.: spodia statt spordia
14. Z. v. o.: nach Vorb.: prono& statt pronoi
20.Z. v.o.:tyndarus statt aynderus
Dumm
a ee > ST)
nun
NNNN NNNN NNNNNN
ji
nun nun
u u A)
RT
u
Ne)
oo
Berichtigungen und Ergänzungen. 219
: mnestra statt muesha
: vogesiaca statt vogeriaca
: Ist statt sind
Sestatt- fl.
: Mel. statt E.
: formae luxuriantes statt forma eluxu-
riantes
: Juxurians statt luxurions
: Schaw statt Schar
: Schaw statt Schar
: 9) hinter „eine“ zu streichen, ist hinter
„versteht“ in die nächste Zeile zu setzen
: courtes statt conetes
: daß statt das
: Klammer hinter „Stgr“ zu streichen
.: Jachontow statt Lachontow
v.d. Goltz.
BREI OD
ET
eego
220
Verzeichnis der in diesem Bande beschriebenen
Deutsche Entom. Zeitschrift Iris.
Dresden 1926.
neuen Gattungen, Arten, Unterarten u. Aberrationen.
Seite
Axia vaulogerie v. u er
Schaw. . . . 208
Acidalia submutata v. pseudo-
honesta Wehrli . 116
Acoloithus trismegistos Hering . 112
AgrotiscomescorsatraSchawerda 150
Agylla stötzneri Draeseke . . . 5l
„ subinfuscata Draeseke . 5i
Alloprocris adusta Draeseke . 44
Antichloris miraculosa M. Her. . 130
Arctia intercalaris ab. flava
Sheljuzhko; 7:22,42. Ans
Brenthis euphrosine alpina Ebert 33
Celerio euphorbiae balearica
Rebel . . LBL
Chrysophanus hippothoe v. sti-
berioides Ebert . . . 35
Cidaria timozzaria ab. gabriella ‘
Schaw. . . . . 151
Cidaria timozzaria ab, stenotaenia
Schaw. . 151
Crambus puscuellus v. cyrnellus
Schaw. . 152
Crocomela theophrastus M. Her. 133
5 thirmida M. Her... . 134
Dendrolimus pini v. corsaria
Schaw. . . EEE
Depressaria sutschanella Caradja 45
Dione miraculosa M.Her. . 196, 199
Earias turana f. roseana
Sheliuzhko . .. ee 08
Erebia mnestra f. ocellata
v.4-.008 BE ei.
Erebia ligea f. meridionalis
V.OcCOOHz iin, 59
Erebia euryale f. alticola
vod:ßoltel 5: 253 . 90
Euxoa distinguenda uralensis
Corti . 2 . . 193
Feltia enitens Corti . 1%
Glossotrophia f. inocellata
vet BOlIZ ARTE „295
Glossotrophia rufomixtata insu-
laris Wehrli . . er
Glossotrophia f. perrufa Wehrli 137
Glyphipteryx luteocapitella Caradja 41
Hypsolophus limitellus Caradja 42
E sutschanellus Caradja 42
.149
Seite
llliberis heringi Draeseke . . . 45
Lita viscariae Schütze rl
Lycaena rustica v. pseudoborealis
Ebert; 98 35 -
Lycaena rustica v. latimargo Ebert 35
Lycaena coridon v. albomarginata
Ebert ,
Lycaena icarus balaearica Rebel 140
Melitaea athalia v. pseudaurelia
Ebert .... HS 30
Melitaea dictynna hybr. learchus
Ebert ;., . 20er By |
Melitaea dietynna V. semilearchus
Ebert‘, „7% nr 33
Neochelonia g.n. Draeseke Pr yi
Notodonta kotshubeji Sheliuzhko 60
Ocneria terebinthi v. stötzneri
Draeseke . . 53
Palimpsestis duplaris 'kamscha-
dalis Sheliuzhko . . .. . 61
Parabitecta g.n. M. Hering . . 50
N flava Draeseke . . 50
Parnassius merzbacheri ab.lydiae
Dublitzky . 178
Pericallia matronula amurensis
Sheliuzhko . . 56
Pericallia matronula ab. oblite-
rata Sheliuzhkö 7 Fre 56
Pericopis celtima M. Her. 131
a viduopsis M.Her. .
2 dissimulata f. niger-
rima M.Her. . . . „132
> postflava M. Her.
paracelsus M. Her...
Procris pekinensis Draeseke „ . 44
Rabtala gn. Draeseke AR
Rhyacia filipjevi Sheliuzhko „ . 62
Satyrus alcyone v. heuseri Ebert 34
Scaptesyle szetschwana Draeseke 51
Seryda mimica M.Her, .. . . 111
Stenognatha pyrophora M. Her. 133
Synopsia sociaria f. acuta Wehrli 127
Teleia alburnella M.Her. . 176
Tetraclonia brueckneri M.Her. 109
E tristrigata M.Her. . 110
Thyrgis basipunctata M.Her. . 131
Xenomigia disciplaga M.Her. . 129
Zizera draesekei Schaw. . 204
Iris
herausgegeben
vom
riß d
_ Entomologischen Verein Iris zu Dresden, BE
»
UN Eunar)
Jahrgang 1926. Viertes Heft.
(Mit einer Tafel und 11 Textabbildungen)
15. Dezember 1926.
f: V%
r 7 ER RR N
CR EEE AR
A, Kir Ga
N SEN
Caradja, Aristide, Noch einige Worte über ostasiatische Pyraliden
und Microlepidopteren .
Caradja, Aristide, Nachträge zur Kenntnis ostasiatıscher 'Pyraliden SL
Schütze, K. T., Lita viscariae n. sp. |
Hering, Dr. Martin, Zwei bemerkenswerte abweichende Formen
deutscher ..Kleinschmetterlinge .\ı . x 5 u. 2 an 2 hl a BE .176
Dublitzy, B. N., Eine albinotische Form von Parnassius apolo
merzbacheri Fruhst. . . 178 |
Draeseke, Johannes, Einige Bemerkungen über malayische Lycaeniden 180
Wnukowskiji, W., Beiträge zur Kenntnis der Lepidopteren-Fauna des
Inhalts-Ucbersici BE ne
Gouvernements Akmolinsk (östl. Kirgisensteppe) . e 2 ABB
Corti, Dr. A., Studien über die Subfamilie der Agrotinae (Lep.) By
Hering, Martin, Zur Kenntnis der südamerikanischen Nymphaliden- NE
Gattung Dione Hb. . 197,45.
Schawerda, Dr. Carl, Zwei neue palaearktische Schmetterlingstormen MET. '“
Bücherbesprechungen . . a
Zugänge zur Bücherei vom 1.X1, 1925 bis I.X1.1926 Sarg >
Vereinsnachrichten Sn ' Sr N >4
Berichtigungen und Ergänzungen I Ba ar dr
Verzeichnis der in diesem Bande beschriebenen. neuen TER,
Arten, Unterarten und Aberrationen . ... 2... I. 2... 220
In allen Angelegenheiten der Schriftleitung (Manuskripte, Tafeln, Bücher-
besprechungen, Korrekturen usw.) bittet man, sich an den Schriftleiter
Dr. K.M. Heller, Dresden-A., Museen für Tier- und Völkerkunde
Zwinger, zu wenden. Die Verfasser erhalten 25 Sonderdrucke frei, weitere
nur auf ausdrücklichen Wunsch und gegen Erstattung der Selbstkosten.
Für die Form und den Inhalt der in dieser Zeitschrift verQbletEcEEeN Sir
Aufsätze sind die Autoren allein verantwortlich.
Vorstand
des Entomologischen Vereins „Iris“ zu Dresden. >
Vorsitz.: HofratProf.Dr.phil.K.M.Heller, Dresden, Franklinstr.22,
Stellvertreter: Dr. med. H. Walther, Dresden-N.6, Böhmertstr.4&.
Schriftf.: E.Schopfer, Dresden-A. 1, Große Plauensche Gasse 20.
Stellvertreter: Kaufm. Wilh. Petzold, Dresd.-A., Walderseepl.1, 1.
Rechnungsführer: Kaufm. R. Zeumer, Dresd.-A., Schloßstr. 22.
Bücherwart: Obertierarzt E. Möbius, Dresden, Schlachthofring 3.
Schriftleiter: der Vorsitzende.
Stellvertreter: Obertierarzt E. Möbius, Dresd. ‚Schlachthofring 3 = &
Sitzungen: Jeden Mittwoch 8 Uhr abends im
Konzerthaus des Zool: Gartens, Tiergartenstraße.
Neuanmeldungen von Mitgliedern werden an den
Vorsitzenden erbeten. |
Wegen Vorbereitung eines neu zu druckenden Verzeichnisses der Veröine
mitglieder, werden diese gebeten, etwaige Aenderungen ihre Anschrift
möglichst bald der Schriftleitung mitteilen zu wollen, jet R
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Sabung
Entomologischen Vereins „Iris“
zu Dresden.
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Vorbemerkung.
Der im Jahre i862 gegründete Verein bestand bis zum Jahre 1872 nur
aus einer freien Vereinigung einer Anzahl in Dresden wohnender Entomo-
logen; in erwähntem Jahre wurden auf Antrag des 1. Vorsitzenden des
Vereins, v. Berthold, die ersten Statuten ausgearbeitet, die aber im Laufe der
Zeit wieder in Vergessenheit geraten waren. Erst in der Hauptversammlung
vom 25. April 1884 wurde die aufs neue durchgesehene Satzung von den
Mitgliedern angenommen, deren wichtigste Neuerungen die Zulassung auch
auswärtiger Mitglieder (die damals als außerordentliche bezeichnet wurden)
und der Beschluß eine Vereinsschrift herauszugeben waren.
‚Vom 1. Oktober 1884 ab erschienen demzufolge die ersten Veröffent-
lichungen des Vereins unter dem Titel:
Korrespondenzblatt des Entomologischen Vereins ‚Iris‘
zu Dresden,
die in zwanglosen Heften herausgegeben wurden.
Am 25. Februar 1887 feierte der Verein unter dem Vorsitz seines Ehren-
präsidenten Ed. Venus sein 25jähriges Bestehen. Vom Jahre 1889 ab
erscheinen zufolge einer Vereinbarung mit der Deutschen Entomologischen
Gesellschaft in Berlin die Veröffentlichungen des Vereins durch 13 Jahre hin-
durch unter dem Titel:
Deutsche Entomologische Zeitschrift
herausgegeben von der Entomologischen Gesellschaft „Iris“ zu Dresden in
Verbindung mit der Deutschen Entomologischen Gesellschaft zu Berlin.
Lepidopterologische Heite.
Seit-dem Jahre 1902, in welchem die rein äußerliche Verbindung mit der
Deutschen Entomologischen Gesellschait gelöst wurde, führen die Vereins-.
veröffentlichungen den Titel:
Deutsche Entomologische Zeitschrift Iris
herausgegeben vom Entomologischen Verein „Iris“ zu Dresden.
Mit 1. Januar 1897 trat eine erneute Satzung in Krait, die sich bis auf
den heutigen Tag als zweckdienlich und für den Verein jörderlich erwiesen
hat, sie bildet daher auch die Unterlage für die folgende Satzung, deren neue
Form durch die im Laufe der Zeit sich ändernden Verhältnisse, den Auf-
schwung des Vereins sowie endlich durch Erscheinen des neuen Reichs-
gesetzes zur Notwendigkeit wurde.
Saßung.
8 1.
Der Entomologische Verein „Iris“ zu Dresden hat seinen Sitz in Dresden
und hat den Zweck, das Studium der Entomologie zu fördern durch:
1. regelmäßige wöchentliche Zusammenkünfte der Mitglieder;
2. Anlegung und Vervollständigung einer Vereins-Bibliothek;
3. Herausgabe einer entomologischen Zeitschrift, die den Titel führt:
Deutsche Entomologische Zeitschrift „Iris“, herausgegeben vom Ento-
mologischen Verein „Iris“ zu Dresden.
S.2
Der Verein besteht aus:
1. Ehrenmitgliedern;
2. ordentlichen Mitgliedern;
3. außerordentlichen Mitgliedern.
8 3.
Als Mitglied kann jeder aufgenommen werden, der sich für Entomologie
interessiert, unbescholten ist und das 21. Lebensjahr erfüllt hat. Außerdem
können auch eingetragene und nicht eingetragene Vereine und Institute die
Mitgliedschaft erwerben.
Zum Ehrenmitgliede kann derjenige ernannt werden, der sich um die
Entomologie, oder um den Verein ganz besondere Verdienste erworben hat.
Jedem Ehrenmitgliede wird die Vereinszeitschrift kostenfrei zugestellt.
Die Anmeldung zur ordentlichen Mitgliedschaft hat mündlich oder
schriftlich beim Vorsitzenden zu geschehen. Ist der Anzumeldende keinem
Dresdner Mitgliede bekannt, so hat er sich auf andere diesen bekannte Per-
sönlichkeiten zu berufen. Die Aufnahme geschieht in der nächsten Monats-
versammlung durch Abstimmung und ist als erfolgt anzusehen, wenn °?/ı der
SReS Venen Stimmen dafür sind. Der Auigenommene empfängt die Vereins-
atzung.
Jedes ordentliche Mitglied ist zur Zahlung eines Jahresbeitrages von
10 RM oder eines einmaligen Beitrages von 200 RM verpflichtet. Die ordent-
lichen Mitglieder sind stimmberechtigt, sobald sie in der Versammlung
persönlich anwesend sind, sie erhalten die Vereinszeitschrift kostenlos, und
haben das Recht, die Vereinsbücherei nach Maßgabe der Bücherei-Ordnung
zu benutzen.
B 5,
Außerordentliche Mitglieder sind zur Zahlung eines Jahresbeitrages von
3 RM verpflichtet; sie haben das Recht, den Versammlungen beizuwohnen,
in diesen Mitteilungen zu machen und die Vereinsbücherei zu benutzen; doch
steht ihnen weder ein Stimmrecht noch der kostenfreie Bezug der Vereins-
zeitschrift zu.
8 06.
Mitgliedern, die mit ihrem Jahresbeitrag länger als bis zum 1. April
im Rückstande bleiben, kann die Zeitschrift unter Nachnahme gesandt werden.
In diesem Falle sind Porto und Nachnahmegebühr vom Empfänger zu tragen.
‚f
Die Mitgliedschaft erlischt, zußer durch den Tod:
1. durch freiwilligen Austritt, welcher vor Jahresschluß dem Vorsitzenden
schriftlich anzumelden ist;
2. durch Ausschluß seitens einer Monatsversammlung auf Vorschlag des
Vorstandes:
a) wegen Begehung einer entehrenden Handlung;
b) wegen unterlassener Berichtigung der Beiträge.
Mit dem Ausscheiden aus dem Verein, einerlei, ob freiwillig oder
unfreiwillig, erlöschen zugleich alle Ansprüche des Mitgliedes an den Verein,
während sich dieser vorbehält, seine Ansprüche geltend zu machen.
88.
Der Gesamtvorstand des Vereins besteht aus:
einem Vorsitzenden,
. einem stellvertretenden (2.) Vorsitzenden,
einem Schriftführer,
einem stellvertretenden Schriftführer,
einem Schriftleiter (1. Redakteur),
. einem stellvertretenden Schriftleiter (2. Redakteur),
einem Rechnungsführer, .
. einem Bücherwart.
| Der Vorsitzende leitet die Verhandlungen, beruft außerordentliche Haupt-
versammlungen, bringt die Beschlüsse des Vereins zur Ausführung und
repräsentiert den Verein nach außen.
Der stellvertretende Vorsitzende vertritt den ersten in Behinderungsfällen.
Der Schriftführer führt den Sitzungsbericht, der die Anträge der Mit-
glieder, die, wenn von besonderer Wichtigkeit, schriftlich vom Äntragsteller
vorzulegen sind, zu enthalten hat. Ferner ist in den Sitzungsbericht eine
genaue Aufzählung der seit der letzten Hauptversammlung eingegangenen
Zeit- und Zuschriften, sowie der Gegenstand der gehaltenen Vorträge und
Mitteilungen aufzunehmen; er wird am Ende jeder Monatsversammlung ver-
lesen und ist in seiner Form von der Versammlung zu genehmigen.
onsupwn-
Die Sitzungsberichte werden in ein eigens dazu bestimmtes Buch ein-
getragen, das aufzubewahren und endlich der Vereinsbücherei einzuverleiben
ist. Außerdem unterstützt der Schriftführer den Vorsitzenden in der
Korrespondenz und hält die Mitgliederliste auf dem Laufenden.
Der Schriftleiter (Redakteur) hat für das regelmäßige Erscheinen der
Vereinszeitschrift, für deren Druck sowie für die Herstellung der Tafeln nach
Maßgabe der im Haushaltplan vorgesehenen Mittel zu sorgen, die eingehenden
Manuskripte auf ihren Inhalt zu prüfen und wenn ihm bezüglich ihrer Auf-
nahme Zweifel auftauchen, dem Vorstande zur Prüfung zu überweisen, sowie
die Versammlung über den Stand der Veröffentlichung auf dem Laufenden
zu erhalten. Der zweite Schriftleiter unterstützt den ersten in seinen Arbeiten,
besonders auch bei der Durchsicht der Korrekturen und vertritt ihn in
Behinderungsfällen.
Der Rechnungsführer verwaltet das Vermögen des Vereins unter Aufsicht
des Vorsitzenden und erstattet alljährlich in der Monatssitzung des Februar
ausführlichen Bericht über den Stand der Kasse. In derselben Sitzung haben
zwei in der vorausgegangenen November-Hauptversammlung gewählte
Kassen-Prüfer über das Ergebnis ihrer Prüfung zu berichten, worauf nach
Richtigbefund dem Rechnungsführer Entlastung erteilt wird. Außerdem hat
der Rechnungsführer in der Hauptversammlung des November für das
kommende Jahr einen Haushaltplan zu entwerien, der einen Ueberblick über
die voraussichtlich verfügbaren Mittel und deren Anwendung gibt und der
von der Versammlung zu genehmigen ist.
Der Bücherwart sorgt für die Ordnung und Erhaltung der Bücherei und
führt den Nachweis über den Verbleib der Bücher. Er besorgt die Ent-
leihung von Büchern an die Mitglieder auf Grund der in der Bibliotheks-
Ordnung vorgesehenen Bestimmungen.
Zu Anfang eines jeden Jahres ist die Büchersammlung von zwei, eben-
falls von der vorausgegangenen November-Hauptversammlung gewählten
Mitgliedern zu prüfen und von diesen in der nächsten Monatsversammlung
darüber zu berichten. Alle Vereinsämter werden ehrenamtlich ausgeübt.
) wien. & ur.
'" Die Versammlungen, welche den wissenschaftlichen und geselligen Verkehr
der Dresdner Mitglieder fördern sollen, finden jeden Mittwoch Abend 8 Uhr
statt. Allgemeine Angelegenheiten, Aufnahme neuer Mitglieder usw. werden
in den Monatssitzungen, das heißt in der ersten Sitzung eines jeden Monats
erledigt.
Bei Abstimmung jeder Art, soweit sie nicht die Aufnahme von Mit-
gliedern betrifft, (siehe $ 3) entscheidet absolute Mehrheit, bei Stimmen-
gleichheit der Vorsitzende.
8 10.
Gäste durch Mitglieder eingeführt, haben zu den Versammlungen Zutritt
und sind beim Vorsitzenden anzumelden. ’
8.71
Alljährlich findet in der Monatssitzung des November eine
Haupt-Versammlung
statt.
In dieser Versammlung erstattet der Vorsitzende Bericht über das ver-
flossene Vereinsjahr.
Durch Abstimmung geschieht:
1. die Neuwahl des Gesamtvorstandes;
2. die Wahl je zweier Prüfenden für die Kasse und Bücherei.
Alle Mitglieder, welche ein in $ 8 unter 1 bis 8 genanntes Amt bekleidet
haben, sind wieder wählbar, doch sollen in einer Person nicht mehr als zwei
Aemter vereinigt werden. Neugewählte treten mit dem 1. Januar in ihr
Amt ein.
8 12.
Die Auflösung des Vereins muß beraten werden, wenn ein von mindestens
ein Viertel der in Dresden und dessen Vororten wohnenden Mitglieder unter-
stützter diesbezüglicher Antrag beim Vorsitzenden eingebracht worden ist.
Der Vorsitzende beruft zu diesem Zwecke durch besondere Einladung
an alle Mitglieder eine Hauptversammlung ein, in welcher mindestens drei
Viertel der erschienenen Mitglieder für den Antrag sein müssen.
g 13,
Kassenbestand, Bücherei und sonstige Vermögensbestände fallen bei Auf-
lösung des Vereins einem oder mehreren deutschen öffentlichen Instituten zu,
welche sich besonders mit Entomologie beschäftigen.
Hierüber entscheidet eine zu diesem Zwecke einberufene
Haupt-Versammlung,
zu welcher mindestens drei Monate vorher alle innerhalb. Deutschlands
wohnenden Mitglieder durch eingeschriebenen Brief einzuladen sind.
$ 14.
Aenderung dieser Satzung kann nur in der alljährlich Anfang Novembe
stattfindenden
Haupt-Versammlung
vorgenommen werden, wenn mindestens sechs Monate vorher ein dies-
bezüglicher Antrag beim Vorsitzenden eingereicht und in der Vereins-
zeitschrift vorher bekannt gegeben worden ist.
8 15.
Vorstehende Satzung tritt mit dem 1. Januar 1927 in Kraft, an welchem.
Tage die bisherige Satzung erlischt.
(rURKgdsTze
| RADEBEUL )
Bo er
27 Migliedseirag für «1926: 10 a 10/,, Dollar.
| - Der Mitgliedsbeitrag istim laufenden Januar fällig (an den Be hnuagstührerR. Zeumer,
Ehtesien-A,, Schloßstr. 22), Postscheck-Konto Nr. 17653, Postscheckamt Dresden,
Bi. Verein „Iris“, Dresden-A. 24.
Freiwillige Spenden zur Förderung der Herausgabe unserer Vereins-
zeitschrift werden erbeten und nur bestimmungsgemäß verwendet.
nF
a A
Reklamationen wegen nicht empfangener Hefte können nur inner-
"halb der Frist eines Jahres vom Erscheinen dieser Hefte an ge-
rechnet, berücksichtigt werden.
FETTE
2
* [nhere Jahrgänge können von jedem Mitglied einmalig, je fürM 10.—,
. bezogen werden. Anfragen erbeten an den Bücherwart (Er Möbius,
. Dresden - Fr., Schlachthofring 3).
Der Inhalt der Deutschen Entomologischen Zeitschrift Iris besteht, außer
5 aus wissenschaftlichen Mitteilungen, aus Vereinsnachrichten, Bücherbesprechungen
" und Nekrologen, die letzten fünf Jahrgänge bringen von ersteren die folgenden:
Band XXXV, 1921
(mit 1 Tafel und 1 Textabbildung).
} |
e ‚Biener, A. Einiges über Parn. nomion F.d.W. Courvoisier, L. Zur Syn ene
des Genus Lycaena (Fortsetzung und Schluß). Lange, E. Die Lygris- und Larentia-
Arten im Gebiete der oberen Freiberger Mulde. Martin, L. Die Tagfalterfauna des
| Gefangeneniager Matsuyama auf der japanischen Südinsel Shikoku. Schawerda, K.
Beiträge zur Lepidopterenfauna der kroatischen Küste und Neubeschreibungen.
_ Schmidt, W. Neue oder wenig bekannte afrikanische Rhopaloceren. Schultz, M.
Fü nfmalige Kopula bei ein und demselben Agrotis-Pärchen. Stauder, H. Celerio
- lineata livornica Esp. subsp. nova saharae Stdr. — Neues aus Unteritalien — Ueber
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schreibung zweier neuer Arten. r
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