MEMOIRES
DU
MUSÉUM NATIONAL
D’HISTOIRE NATURELLE
NOUVELLE SÉRIE
TOME VI
FASCICULE DEUXIÈME
C. ATTEMS. — Die von D r C. Dawydoff in franzosisch Indochina
gesammelten Myriopoden
PARIS
ÉDITIONS DU MUSÉUM
57, rue Cuvier (V“)
Janvier 1938
MÉMOIRES
DU
MUSÉUM NATIONAL D’HISTOIRE NATURELLE
Les Mémoires du Muséum national d'Histoire naturelle
paraissent sans périodicité fixe. Chaque volume est formé d’un
nombre variable de fascicules, publiés isolément et ne contenant
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MÉMOIRES DU MUSÉUM NATIONAL D’HISTOIRE NATURELLE
Nouvelle série. Tome VI; fascicule 2.
Publié le 10 janvier 1938.
DIE VON Dr. C. DAWYDOFF
IN
FRANZÔSISCH INDOCHINA
GESAMMELTEN MYRIOPODEN
Von C. Attems (Wien)
Unsere Kenntnisse von der Myriopodenfauna Indochinas waren bisher
recht gering, wie aus der unten verôfïentlichten Liste der bereits festgestellt
gewesenen Arten hervorgeht und es war ein sehr glücklicher Gedanke
Dr. C. Dawydoffs diese Lücke auszufüllen ; seine Forschungen sind eine
gute Ergânzung meiner soeben erschienenen Arbeit über die Diplopoden
Indiens, (Mém. Ind. Mus. v. XI, 1936). Ich war bei der Durchsicht
des Materials sehr angenehm dureh seine Reichhaltigkeit überrascht, denn
es enthàlt nicht weniger als 103 sichere Arten und 1 fragliche Art und
gibt uns jetzt ein ganz anderes Bild von der Myriopodenfauna als bisher.
Selbstverstândlich glaube ich nicht, dass damit die Gesamtfauna der Myrio-
poden des Landes erfasst ist, das geht überhaupt nicht auf den ersten Anhieb
und wir werden von einer Vollstândigkeit noch lange weit entfernt bleiben,
wie bezüglich der meisten tropischen Gegenden, aber ein guter Anfang ist
gemacht. Schon im Material Dr. Dawydoffs sind eine Anzahl Arten nur
dureh Weibchen oder Junge vertreten, die keiner der hier beschriebenen
Arten angehôren aber nicht nâher bestimmt werden konnten, sondern nur
zeigen, dass da noch manches zu holen ist. Ferner hat Dr. Dawydoff ausser
in Süd-Annam nur an einzelnen ziemlich weit von einander entfernten
Punkten des Landes gesammelt, so dass ihm mit Rücksicht auf das meist
enge Verbreitungsgebiet der Diplopoden vermutlich manches entgehen musste.
Z. B. sind mehrere Stiicke von Chordeumiden vorhanden, leider nur in Weib¬
chen, so dass ich sie nicht nâher unterbringen kann. Es wâre hochinteressant,
in den Gebirgen Indochinas und Yiiiinans die Verbxndung der palaearkti-
schen Chordeumidenfauna mit der bisher an Zahl noch sehr geringen asiati-
schen zu verfolgen. Aus der palaearktischen Région her wissen wir, dass der
mémoires dd muséum, nouvelle série, tome VI. 13
188
G. ATTEMS
Sammelerfolg bei diesen Tieren sehr von der richtigen J ahreszeit abhângt ;
bei uns in Europa kann man durchaus nicht das ganze Jahr Chordeumiden
sammeln und so àhnlich wird es auch in den tropischen Wâldern Indochinas
sein. Wie mir Dr. Dawydoff schrieb, hat er (ganz im Gegensatz zu den
Durchschnittsammlern, die die Myriopoden selbst nicht kennen und glauben,
dass das Intéressante an diesen Tieren eine Function von Grosse und Gewicht
derselben ist, so dass sie mit Vorliebe eine Unmenge riesiger Scolopendra
subspinipes mitbringen) sein Augenmerk hauptsachlich auf die kleinen
Formen gerichtet, mit dem sehr erfreulichen Résultat, dass eine ganze
Reihe so interessanter Arten wie Monographis krapelini dawydoffi, Stegano-
stigmus uniramus, Octochaunus minusculus, Corypholophus minutus , einer
der kleinsten Polydesmiden überhaupt, Termitodesmus calvus, Jugendformen
von Sumatronium, Anopsobius dawydoffi , etc., entdeckt wurden, die von
anderen Sammlern wohl übergangen worden wâren.
Dr. Dawydoff hat 5 Jahre im Lande zugebracht und wâhrend dieser
Zeit wie aus den Fundortetiquetten hervorgeht, hauptsachlich in Süd-
Annam gesammelt, aber auch in allen anderen Teilen des Landes. Ueber die
von ihm besuchten Orte machte Dr. Dawydoff folgende Angaben.
Territorium Kuang Tcheu Wan, ganz im Norden, eine vollkommen kahle
waldlose Gegend. Nur ganz vereinzelte Funde.
In Tonkin wurde an den Orten Phu Ho, Vietri, Hanoi, Hongay, Moncay
gesammelt. Phu Ho ist eine waldige Gegend, mit lichten Wàldem, haupt-
sâchlich Eichen ( Quercus , Pasania), Bambus. Vietri ist eine kahle Gegend.
Hongay (am Meeresufer), bewaldet, auf Kalkfelsen. Ha-giang an der Grenze
Chinas, bewaldete Berggegend. Moncay am Meeresufer, bergig.
In Zentral-Annam liegen : Tourane am Meeresufer, auf jeder Karte zu
fmden. Nôrdlich davon Col des Nuages, 500 m., hoch gelegene bergige Gegend
mit dichtem tropischem Wald bedeckt. Hué, westlick davon der Berg Bana,
1.500 m, mit tropisebem Urwald, von hier stammen viele Funde. Weiter
südlieh Kontum, und Pleiku 700-800 m, Basaltplateau mit roter Basalterde,
Busch und lichter Wald, Savanne und Theeplantagen abwechsekid.
In Süd-Annam, von woher die meisten Fande stammen liegen : Gap Va-
rella und DeoCa, Berggegend mit dichtem tropischem Wald ; Nhatrang am
Meeresufer; in nàchster Nàhe, 4-6 Km, davon die Orte : Caûda, Cua Bé,
Po-Nagar, Chütt. Auch am Ufer, 30 Km nôrdlich von Nhatrang : Ninhoa.
Westlich Dong Trang, Suoi Dau, Berg Hon-Ba 12-20 Km vom Meer entfernt,
bis 1.400 m hohe von Gestrüpp bedeckte Hügel. In der Provinz Darlae N-W
von Nhatrang :Ban Methuot, 500-600 m, Savanne mit Terra rossa. Auf dem
Plateau von Lang Biang liegen die Orte Dalat, Arbre Broyé, 1.500 m mit
Nadelwald, Djiring und Dran, 1.000 m. Der Pic von Lang Biang 2.000-2.400 m
liegt 15-20 Km von Dalat entfernt, mit tropischem Urwald bis 2.200 m.
Südlieh von Nhatrang am Meer, auf 50 Km Entfemung Bangoï, auf 100 Km
Phanrang.
In Cochinchina liegen : Budap (oder Budop) ausgedehnter tropischer Wald.
MYRIOPODEN
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Trang Bom und Tayninch, sehr dichter tropischer Wald, Locninch, lichter
Wald und Gummipflanzungen.
In Cambodja : Réam, nahe dem Meere, herrlicher tropischer Wald. In der
Nâhe die Bergkette « Chaîne des Eléphants », bis 1.000 m hoch, Bokkor auf dem
Gipfel mit tropischem Wald, Coniferen ( Podocarpus , Cupressina , etc.). Angkor
mit berühmten Ruinen in einem riesigen tropischen Waldgebiet. Kampong
Thom und Kampong Cham (Mékong).
In Laos am Ufer des Mékong : Savannakhet, Takhek, Vientiane, Luang
Prabang.
Ueber das Klima teilt Dr. Dawydoff folgendes mit : In ganz Indochina
gibt es eine Trockenzeit und eine Regenzeit, die aber beide in den Küstenge-
genden von Annam einerseits und den Berggegenden von Annam, sowie
Cochinchina-Cambodja andrerseits, nicht übereinstimmen. In Cambodja-
Cochinchina herrscht wâhrend der Zeit des SW Monsums von April bis
Oktober Regenzeit, die Regen sind sehr regelmâssig und ungemein ausgiebig.
Die Küstengegenden Gambodjas sind bis zum Meer mit sehr feuchtem tro¬
pischem Regenwald bedeckt, der dem des Malayischen Archipels gleicht ;
auch die Walder Cochinchinas sind wâhrend dieser Zeit sehr feucht. In den
Berggegenden von Annam, wie Dalat, Djiring, Kontum etc., fallt die Regen¬
zeit mit der von Cochinchina-Cambodja zusammen, die Niederschlâge sind
sehr ergiebig und regelmâssig.
In der Küstengegend von Annam beginnt die Regenzeit im Oktober
und dauert bis zum April. In der Gegend von Tourane sind die Niederschlâge
ausgiebig und ziemlich regelmâssig. Im Gegensatz dazu sind sie in der Gegend
von Nhatrang selten und unregelmàssig, so dass dieser Teil des Landes eher
trocken ist. Die Küstengegenden von Nhatrang sind ziemlich kahl, kein
tropischer Urwald : niedriges, 2-5 m. hohes, sehr dichtes, fast undurchdringliches
Gestrüpp. Es kann also sein, dass wâhrend in der Küstengegend Annams
Trockenzeit herrscht, in den Bergen auf 30 Km. Luftlinie der Regen strômt.
Aus dieser kurzen Charakterisierung der Fundorte und des Klimas sieht
man, dass jedenfalls die Bedingungen für ein reiches Myriopodenleben gegeben
sind, dichte tropische Wâlder, die wohl auch in der Trockenzeit nicht so
ausdôrren wie das in Tropengegenden mit mehr Steppencharakter der Fall
ist, wie z. B. in grossen Teilen Afrikas, aus denen wir, bisher wenigstens,
wenige oder keine der zarten besonders feuchtigkeitliebenden Formen
kennen.
Ueber die Zusammensetzung der Myriopodenfauna ist kurz folgendes zu
sagen. Von Sphaerotheriden hat Indochina wohl 3 endemische Gattungen
mit 3, 1, 1 Arten und eine Art der Gattung Indosphaera , deren andere
Art in China lebt, und Zephronicr, aber es hat keine Vertreter der arten-
reichen Gattungen Arthrosphaera , (über 30 Arten in Indien), Sphaeropoeus
(Sundaarchipel und malayische Halbinsel), Castanotherium (Sundaarchipel
und Philippinen), so dass man wohl sagen kann, dass sich seine Sphaero¬
theriden in ganz aufïallender Weise von denjenigen aller angrenzender
190
C. ATTEMS
Lânder unterscheiden. Von Glomeridae sind 3 endemische Gattungen
mit 2, 1, 1 Arten und 4 Arten der in der indischen Région weiter verbrei-
teten Gattung Iiyleoglomeris bekannt. Bei den P olydesmoidea machen,
wie gewôhnlich in der Indo-australischen Région, die Strongylosomiden
mit 21 Arten weitaus den grôssten Teil der Gesamtzahl von 27 Arten
aus; Intéressant unter ihnen die neuen Gattungen Touranella und Anna-
mania. Die zwei neuen Cryptodesmiden-Gattungen fallen durch ihre
Winzigkeit auf, sie zàhlen zu den kleinsten Polydesmiden überhaupt und
wâren den meisten anderen Sammlern wohl entgangen. Die artenreiche
Gattung Platyrhacus, die geradezu als eine der Charaktergattungen des
Sundaarchipels und der Inselwelt weiter nach Osten bis Neu-Guinea bezeich-
net werden muss, daneben aber auch in Südamerika heimisch ist, strahlt
mit einer einzigen Art, die früher von Sumatra und der Malayischen Hal-
leinsel bekannt war, nach Indochina hinein. Dieses Vorkommen ist das
nôrdlichste im Verbreitungsgebiet der Gattung, im Westen reichen nur
ganz vereinzelte Arten bis nach Indien. Die Malayische Halbinsel hat schon
eine stattliche Zahl von Arten, am reichsten ist die Gattung jedoch auf
den grossen Sundainseln-Java, Sumatra, Celebes, Borneo-entwickelt. Die mit
Thyropygus verwandten Gattungen der Harpagophoridae haben ihr Haupt-
verbreitungsgebiet in der indischen Région von Indien bis Sundaarchipel
und Philippinen ; ich hatte kürzlich Gelegenheit, die alte Gattung Thyropygus
als eine unnatürliche Vereinigung in mehrere neue Gattungen zu zerlegen,
es scheint jedoch nur die Gattung Thyropygus im neuen restringierten Sinn
in Indochina vorzukommen. Die Colobognathen sind durch 8 durchwegs
neue Arten vertreten, von denen 2 neuen Gattungen angehoren. Da die tro-
pischen Colobognathen noch ungenügend studiert sind, ist anzunehmen, dass
bei intensiverer Durchforschung der an Indochina angrenzenden Lânder
auch in diesen viel neues dazu kommt, so dass dann erst die Liste der indochi-
nesischen Arten bewertet werden kann ; eigenartig scheint sie zu sein.
Ganz kurz einiges über die Verbreitung der Chilopoden Indochinas : Bisher
waren folgende Arten bekannt : Mecistocephalus insularis Luc., M. superior
pallidus Silv., Scolopendra subspinipes dehaani Brdt., Otostigmus aculeatus
Haase, Alluropus demangei Silv., also fast nichts. Von diesen Arten sind
Scolopendra subspinipes dehaani und Otostigmus aculeatus auch in der
Sammlung Dr. Dawydoffs vertreten, ausserdem enthâlt sie 39 für Indochina
neue Arten, so dass die Gesamtzahl sich jetzt auf 44 belâuft. 18 davon sind nur
von Indochina bekannt, nâmlich die 17 hier als neu beschriebenen Species
und subspecies und Alluropus demangei Silv.
Folgende Arten sind so weit verbreitet, dass ihr Vorhandensein in Indochina
nicht interessiert : Orphnaeus brevilabiatus , Mecistocephalus insularis, Scolo¬
pendra morsitans, Scolopendra subspinipes , Scolopendra subspinipes dehaani,
Asanada brevicornis , Otostigmus astenus, Rhysida longipes, Rhysida nuda,
Thereuopoda longicornis.
Die Verbreitung der restlichen Arten weist mehr auf eine Verbindung mit
MYRIOPODEN
191
dem Sundaarchipel und Ostasien als mit Indien hin. Nur 3 von diesen Arten
hat Indochina mit Indien gemeinsam : Himantosoma porosum bidivisum,
Mecistocephalus superior pallidus, Lithobius feae percalcaratus. Dagegen mit
J ava folgende : Ballophilus polypus , Tygarrup javanicus, Otostigmus aculeatus,
Lithobius ( Tamulinus) javanicus. Mit dem Sundaarchipel und darüber
hinaus nach Osten : Scolopendra gracillima, Otostigmus multidens, Otostigmus
scaber, Cryptops doriae. Mit Japan und China : Mecistocephalus mikado,
Scolioplanes hirsutipes, Scolopendra subspinipes mutilans, Otocryptops rubi-
ginosus.
Bemerkenswert ist die relativ grosse Zahl der Endemiten unter den
Chilopoden, 18 von 43 also über 40 p. 100.
Von den grossen Scolopendriden dominieren in der Indoaustralischen
Région die Gattungen Scolopendra , Otostigmus, Rhysida, Cormocephalus ,
Ethmostigmus, letztere hat noch in Siam einen Vertreter, scheint aber in
Indochina nicht vorzukommen, ebenso wenig wie Cormocephalus. In der
Sammlung Dr. DAWYnoFFS ist nur eine Cryptops-Art und die nur in
wenigen Exemplaren vorhanden ; da Dr. Dawydoff besonders auf die klei-
nen Formen geachtet bat, ist anzunehmen, dass keine weiteren Arten vor-
kommen.
Die Geophïloidea sind in der ganzen Indo-australischen Région der Zahl
nach scbwach vertreten, nur die Gattung Mecistocephalus stellt eine grôssere
Zahl von Arten. Die Familie Geophilidae hat in der australischen Subregion
eine grôssere Zahl artenarmer Gattungen, wie Nesogeophilus, Mesogeophilus,
Pleurogeophilus (auch in Japan), Geoporophilus, Pachymerellus. Australio-
philus, Tasmanophilus, Sepedonophilus , Philogeonus, Pachymerinus, Geome-
rinus, Maoriella, Ribautia. Sie sind aber aile auf Australien, Tasmanien,
Neuseeland beschrânkt, wenigstens innerhalb der Indo-australischen Région,
aus der indischen Subregion war mir bisher keine Art bekannt und um so
bemerkenswerter ist daher das Vorkommen von Nesogeophilus in Indochina,
welche Gattung allerdings sehr weit, fast circummundan, verbreitet ist.
Ebenso bemerkenswert ist das Vordringen von Scolioplanes bis nach Indo¬
china ; die Gattung ist sonst palaearktisch-nordamerikanisch. Die von
Dr. Dawyuoff in Indochina aufgefundene, Art war aus Japan beschrieben.
Diese Art der Verbreitung gehôrt in das Kapitel der Mischung der palaeark-
tischen und indischen Fauna in Ostsien.
Wie auch weiter unten ausgeführt, ist die Zahl der Lithobioidea der
Indoaustralischen Région gering. Wir kennen einige Polybothrinae, zumeist
der Gattung Bothropolys angehôrend, sowie eine relativ geringe Zahl kleiner
Lithobiiden. Zum Teil ist die bisher kleine Zahl der Arten wohl darauf
zurückzuführen, dass die Lithobier dieser Gegenden bisher noch wenig
erforscht sind und zum Teil auch darauf, dass den von den Sammlern mitge-
brachten Exemplaren sehr oft die leicht abbrechenden hinteren Beine
fehlen, so dass mit ihnen nicht viel anzufangen ist. Speciell aus Indochina
war bisher kein Lithobiide bekannt. Es ist daher kein Wunder, dass die
192
C. ATTEMS
von Dr. Dawydoff mitgebrachten Lithobier mit einer Ausnahme neuen
Arten angehôren.
Was mm das Verhâltnis der Myriopodenfauna Indochinas zu der anderer
Gebiete anbelangt, so will ich meine Betrachtungen auf die Diplopoden als die
zoogeographisch wichtigeren beschrânken. Da muss zunâchst festgestellt
werden, dass gerade die hauptsâchlich in Betracht kommenden benachbarten
Lânder in Bezug auf die Myriopoden nahezu terrae incognitae sind. Die Zahl
der aus China bekannten Arten ist âusserst gering, besonders wenn wir die
Grosse des Gebietes berücksichtigen ; wir kennen von dort ausser einigen
zweifelhaften folgende Arten :
Chinosphaera maculosa Att.
Orthomorpha corticina Att.
— gracilis Koch.
— pekuensis Karsch.
— penicillata Att.
— roseipes Poe.
— hummelii Verh.
Helicorthomorpha holstii Poe.
Sundanina gracilipes Verh.
Kronopolites swinhoei Poe.
Kronopolites svenhedini Verh.
— svenhedini dentiger
Verh.
Yünnanina ceratogaster Att.
Gonobelus sinensis Att.
Platyrhacus bouvieri Brol.
Scleroprotopus confucius Att.
Anaulaciulus paludicola Poe.
Cambalomorpha formosa Poe.
Thyroglutus astutus Att.
Die meisten dieser Arten sind nur aus China bekannt und von den
3 weiter verbreiteten ist nur Helicorthomorpha holstii in Indochina gefunden
worden. Aus den dicht besiedelten und intensiv cultivierten Gegenden Chinas
werden wir wohl nicht sehr viel erwarten dürfen, aber die gebirgigen und
bewaldeten Teile, z. B. die Gebirge Yünnans, bergen sioher eine Mengeunent-
deckter Arten und gerade aus diesem Teile des Landes kennen wir bisher
keine einzige Art, eigentlich merkwürdig, wenn man bedenkt wie viele Na-
turforscher das Land schon durchzogen haben. Da sind die Botaniker viel
besser daran ; wie mir mein Freund und College, der bekannte Botaniker
Dr. Baron Handel-Mazetti, der mehrere Jahre in China geforscht hat,
mitteilt, ist gerade Yünnan der floristisch am besten erforschte Teil Chinas.
Die Botaniker kônnen bereits die Beziehungen der einzelnen Teile Chinas zu
einander erôrtern, wâhrend wir von Diplopoden erst ganz vereinzelte Stich-
proben haben, die faunistisch noch gar nichts sagen. Für den Diplopodologen
wâre die Kenntnis der Fauna Chinas besonders intéressant, weil sich hier die
Mischung der palaearktisehen und indischen Fauna vollzieht. So scharf die
Grenzen beider Faunen im Gebiete der Himalayakette sind, so wenig exi-
stiert eine scharfe Abgrenzung in Ostasien. Wegen der unzulânglichen Kenntnis
der Fauna Chinas sind bisher freilich erst wenige Beispiele dieser Mischung
festzustellen : die ostasiatischen Gattungen Fusiulus und Epanerchodus haben
ihre nàchsten Verwandten in der palaearktisehen Fauna und haben keine in
der indischen. Da ist es nun besonders intéressant, dass sich im Material
MYRIOPODEN
193
Dr. Dawydoffs eine neue Fiisiiüus Art fand, welche Gattung bishor nur aus
Japan vorlag. Noch schlechter als um unsere Kenntnis von der Diplopoden-
fauna Chinas ist es um die Siams bestellt ; mir sind aus der Literatur nur
folgende Arten bekannt : Hyleoglomeris siamensis Silv., Zephronia siamensis
Hirst, Orthomorpha uncinata Att., Thyropygus induratus Att., Litostrophus
segregatus Cliamb., Cyclathyrophorus siamensis Att. Sicher ist das nur ein
sehr kleiner Bruchteil der Gesamtfauna, denn die Bedingungen für ein reiches
Leben sind in den gebirgigen und waldigen Teilen des Landes gegeben. Das
Klima soll noch feuchter sein als in den ôstliehen Teilen Hinterindiens.
Etwas besser bekannt ist die Fauna Birmas, Vorderindiens, Ceylons und
ich verweise bezüglich der Details auf meine 1936 erschianene Arbeit
über die Diplopoden Indiens. Leider ist auch das dort bearbeitete Material
nicht so, dass ich glauben kann, irgendwie etwas vollstàndiges zu bringen.
Bisher ist erst ein einziges Mal in ail diesen asiatischen Landern von einem
Diplopodenkenner gesammelt worden (wenn man von Humberts Tàtigkeit
in Ceylon absieht, die aber weit zurückliegt da sie in die Sechzigerjahre fâllt),
namlich von dem rühmlieh bekannten Schweizer Zoologen Dr. J ohann Carl
in Südindien, so dass dieses Land allein als durchforscht gelten kann. Leider
konnte Dr. Carl bisher nur den ersten Teil seiner Resultate, die Polydesmi-
den betrefïend, verôffentlichen.
Was wir von den Diplopoden der Malayischen Halbinsel wissen, stimmt
mit der in anderen Tiergruppen gewonnenen Erkenntnis überein, dass sie
faunistisch mehr zum Sundaarchipel als zu Indien gehôrt, aber auch dieses
Gebiet harrt noch der genaueren Durchforschung.
Viel besser als die unmittelbar an Indochina angrenzenden Lânder sind
die Sundainseln bekannt, vor allem Java, aber auch Sumatra, Celebes, Bornéo.
Ein zweiter Punkt, der bei der faunistischen Besprechung der Indochine-
sischen Diplopodenfauna berührt werden muss, ist die Frage nach dem Ende-
mismus der Arten. Von den 77 Diplopoden Indochinas sind nur 6 Arten, also
7-8 p. 100, auch in anderen Landern gefunden worden, es sind dies : Zephronia
manca Att.. Helicorthomorpha holstii Poe., Orthomorpha coarctata Sauss., Ortho¬
morpha hydrobiol&gica Att., Platyrhacus marginellus Silv., Hyleoglomeris
electa Silv. Ein àhnlich starker Endemismus ist übrigens auch in den anderen
Landern der indischen Région festzustellen. Die Diplopoden haben im allge-
meinen ein kleines Verbreitungsgebiet, einzelne Ausnahmen natürlich aus-
genommen, wie ich das schon mehrmals ausgeführt habe, jedenfalls ein viel
engeres als die meisten Chilopoden und es bleibt abzuwarten, ob und wie dieses
Bild sich bei genauerer Durchforschung andernwird. Dadie allermeisten Arten
endemisch zu sein scheinen, kônnen wir uns bei einem Vergleich der indochi-
nesischen Fauna mit der anderer Lânder nicht an die Verbreitung der Arten
halten, sonden müssen dazu die Généra hernehmen. Dadurch wird freilich
der Vergleich in eine frühere Zeit zurückverlegt und ausserdem wird das
Bild durch die verschiedene Fassung der Gattungen seitens der einzelnen
Autoren noch starker verândert als bezüglich der Arten. Nach dem einen
194
C. ATTEMS
Autor haben zwei Lânder eine gemeinsame Gattung, nach einem anderen,
der die Gattungspalterei liebt, bat jedes Land eine oder gar mehrere ende-
mische Gattungen auf Grund derselben Arten. Für die Zoogeographen ist
es erwünscbt, die Gattungspalterei nicht zu weit zu treiben um das Gemein¬
same in der Fauna besser bervortreten zu lassen. Von den 41 in Indochina
vertretenen Diplopodengattungen sind 15 endemisch : Sphaerobelum, Tonki-
nobelum, Prionobelum ,Dinoglomeris, Hyper glomeris, Annameris , Touranella,
Annamania, Octochaunus, Corypholophus , Eutrichodesmus, Ilyspasticus,
Pericambala, Kleruchus, Teratognathus. Mit Ausnahme von Sphaerobelum
mit 3 und Annameris mit 2 Arten sind es monotype Gattungen. Auffallend
die grosse Zahl der Oniscomorpha.
6 Gattungen sind so weit verbreitet, dass sie hier nicht weiter berücksich-
tigt zu werden brauchen, weil ihr Vorkommen nicbts besagt : Orthomor-
pha, Trigoniulus, Eucarlia, Glyphiulus, Siphonophora, Monographis.
Die restlicben 20 Généra kônnen wir gruppieren : 10 davon sind solche,
die auch in Indien (I), auf dem Sundaarchipel (S), in China (Ch), und der
malayischen Halbinsel (M) vorkommen : Hyleoglomeris (I, S), Rhopalomeris
(I, S, M), Anoplodesmus (I, S), Sundanina (I, S, Ch), Nedyopus (S, Japan),
Pratinus (I, S), Kronopolites (I, Ch), Platyrhacus (I, S, M), Cambalopsis
(I, S, M), Thyropygus (I, S, M).
Ausser in Indochina finden sich nur in Indien : Termitodesmus , Steganostig-
mus, Aulacobolus.
Nur auf den Sundainseln : Centrodesmus , Rhynchoproctus, Sumatronium.
Nur mit China gemeinsam : Helicorthomorpha, Chinosphaera.
Nur mit Japan gemeinsam : Fusiulus, Niponia.
Mit diesen rein statistiscben Angaben will ich aber bei Leibe nicht irgend
eine Meinung über Herkunft, Verbreitungscentrum etc der Gattungen zum
Ausdruck bringen. Bei dem gegenwârtigen Zustand unserer faunistischen
Kenntnisse ware das ganz unangebracht.
Indochina steht jetzt in Bezug auf die Erforscbung der Myriopodenfauna
entschieden an der Spitze aller Gebiete Ostasiens und dies nur Dank der
intensiven Tâtigkeit Dr. Dawydoffs. Eswâre sehrzu wünschen, dass sich
bald andere Forscher fânden, die das von ihm so gut begonnene Werk fort-
setzten, besonders in dem zoogeographisch wichtigen China. Aber bei den
heutigen chaotischen Zustanden ist wenig Aussicht, dass europaeische Forscher
dort so bald arbeiten kônnen.
MYRIOPODEN
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Verzeichnis der Myriopoden Indochinas.
(Die von früher her aus Indochina bekannten Arten sind mit einem *
bezeichnet : ihre engere Verbreitung in Indochina ist angegeben durch T =
Tonkin, A = Annam, G = Cochinchina).
1. Termitodesmus calvus, n. sp.
2. Chinosphaera levis , n. sp.
3. Sphaerobelum bicorne, n. sp.
4. * Sphaerobelum clavigerum
Verh. (T)
5. * Sphaerobelum hirsutumYerh.
(T)
6. * Tonkinobelum maculatum
Verh. (T)
7. * Prionobelumdurum Verh. (T)
8. * Zephronia manca Att. (A)
9. Hyleoglomeris maior, n. sp.
10. Hyleoglomeris robusta, n. sp.
11. Hyleoglomeris triangulifera, n.
sp.
12. Hyleoglomeris electa Silv.
13. * Rhopalomeris tonkinensis
Silv. (T)
14. * Rhopalomeris demangei Silv.
(T)
15. * Dinoglomeris dirrupta Silv.
(T)
16. * Hyperglomeris lamellosa Silv.
(T)
17. * Annameris robusta Verh. (T)
18. * Annameris curvimanus Verh.
(T)
19. Orthomorpha setosa, n. sp.
20. Orthomorpha banana, n. sp.
21. Orthomorpha harpaga , n. sp.
22. Orthomorpha spadix, n. sp.
23. Orthomorpha coarctata Sauss.
24. Orthomorpha hydrobiologica
Att.
25. * Helicorthomorphaholstii Poe.
(T)
26. Anoplodesmus hilaris, n. sp.
27. Pratinus arboricola, n. sp.
28. Pratinus levigatus, n. sp.
29. Pratinus rotundicollis, n. sp.
30. Pratinus tuberculatus, n. sp.
31. Pratinus glandulosus, n. sp.
32. Kronopolites acuminatus, n.
sp.
33. Sundanina falcata, n. sp.
34. * Nedyopus pictus Brôl. (T)
35. Touranella (n. gen.) gracilis,
n. sp.
36. Annamania (n. gen.) xantho-
ptera, n. sp.
37. Centrodesmus spectabilis , n.
sp.
38. Centrodesmus pilosus, n. sp.
39. Centrodesmus asper , n. sp.
40. Platyrhacus marginellus Silv.
41. Niponielle kometis, n. sp.
42. Steganostigmus uniramus, n.
sp.
43. Octochaunus (n. gen.) minus-
culus, n. sp.
44. Corypholophus (n. gen.) minu¬
tas, n. sp.
45. * Eutrichodesmus demangei
Silv. (T)
46. Fusiulus crassus, n. sp.
47. Trigoniulus brachysternus, n.
sp.
48. Eucarlia maculata, n. sp.
49. Eucarlia charactopyga, n. sp.
50. Eucarlia exusta, n. sp.
51. Aulacobolus rubropunctatus, n.
sp.
196
C. ATTEMS
52. Glyphiulus capucinus , n. sp.
53. Glyphiulus mediator , n. sp.
54. Glyphiulus dubius, n. sp.
55. * Glyphiulus superbus Silv.
(A)
56. Cambalopsis singularis, n. sp.
57. Ilyspasticus (n. gen.) gracilis ,
n. sp.
58. * Pericambala oriental.is Silv.
(T)
59. * Thyropygus cuisinieri Cari
(C)
60. Thyropygus cuisinieri carli ,
n. subsp.
61. Thyropygus punctatus , n. sp.
62. Thyropygus resimus, n. sp.
63. Thyropygus quietus, n. sp.
64. Thyropygus confus us, n. sp.
65. Thyropygus uniserialis , n. sp.
66. * Thyropygus alienus Att. (A)
67. Rhynchoproctas falcatus, n. sp.
68. Kleruchus (n. gen.) olivaceus ,
n. sp.
69. Teratognathus (n. gen.) robus-
ta, n. sp.
70. Sumatronium camptotrichum,
n. sp.
71. Sumatronium variegatum, n.
sp.
72. Siphonophora dawydoffi, n. sp.
73. Siphonophora coatichira, n. sp.
74. Siphonophora nematoides, n.
sp.
75. Siphonophora villosa, n. sp.
76. * Siphonophora cingulata Att.
(A)
77. Monograpkis kràpelini dawy-
doÿi, n. subsp.
78. Hanseniella orientalis Hans.
79. Symphylella simplex Hans.
80. ? Stylopauropus pedunculatus
Lubb.
81. * Pausopus dawydoffi Remy
(A)
Chilopoda
82. Himantosoma porosum bidivi-
sum Silv.
83. Ballophilus polypus Att.
84. Ballophilus flavescens , n. sp.
85. Ballophilus granulosus , n. sp.
86. Ballophilus granulosus hoilo-
trichus , n. subsp.
87. Ballophilus pallidus, n. sp.
Orp88. hnaeus brevilabiatus Newp.
89. Mecistocephalus mikado Att.
90. Mecistocephalus mikado flavus,
n. subsp.
91. Mecistocephalus conspicuus, n.
sp.
92. * Mecistocephalus insularis
L.uc. (C)
93. * Mecistocephalus superior pal¬
lidus Silv. (C)
94. Tygarrup favanicus Att.
95. Nesogeophilus annamiticus , n.
sp.
96. Scolioplanes hirsutipes Att.
97. Scolopendra morsitans L.
98. Scolopendra subspinipes sub-
spinipes Leach.
99. * Scolopendra subspinipes de-
haani Brdt.
100. Scolopendra subspinipes muti-
lans Koch.
101. Scolopendra subspinipes cin-
gulatoides, n. subsp.
102. Scolopendra gracillima Att.
103. Asanada breaicornis Mein.
104. Otostigmus multidens Haase
105. Otostigmus multidens carens,
n. subsp.
106. Otostigmus astenus Koblr.
107. * Otostigmus aculeatus Haase.
108. Otostigmus scaber Por.
109. Rhysida longipes Newp.
110. Rhysida nuda Por.
MYRJOPODEN
197
111. * Alluropus demangei Silv. (T)
112. Scolopocryptops br'ôlemanni
esulcata, n. subsp.
113. Otocryptops rubiginosa Koch
114. Cryptops doriae Silv.
115. Lithobius (Alokobius ) egre-
gius , n. sp.
116. Lithobius (Alok.) modicus, n.
sp.
117. Lithobius (Monotars.) pachy-
merus, n. sp.
118. Lithobius (Monotars.) hones-
tus , n. sp.
119. Lithobius (Pokabius) erratus
dawydofji, n. sp.
120. Lithobius (Austral.) feae per-
calcaratus Silv.
121. Lithobius (Tamulinus) java¬
nie us Poe.
122. Bothropolys tricholophus, n.
sp.
123. Anopsobius (Anopsobiella, n.
subgen.) dawydofji, n. sp.
124. Thereuonema feae Poe.
125. Thereuopoda longicornis Fahr.
LIMACOMORPHA
Termitodesmus calvus, n. sp.
(Fig. 1-6)
Farbe brâunlich. Lange 4.3 mm. Breite 2 mm.
Kopfkapsel (Fig. 1) rund, latéral von den Antennen tief grubig, mit der
sebr grossen ovalen Oefînung des Tomôsvaryschen Organs, Labrum mit
Fig. 1-6. Termitodesmus calvus, n. sp. — 1. Kopfkapsel. — 2. Vorderende, Dorsalseite. —
3. Hinterende, Dorsalseite. — 4. Hinterende, Ventralseite. — 5. Sternit des 22. Segmentes.
6. Letztes Beinpaar.
einem grossen stumpfen Medialzahn, der Rand des Labrum beborstet.
Tasterlappen des Gnathochilarium lang und schlank. Augen sind keine
vorhanden. Antennen 8-gbedrig, bis zum 6. Glied gleich dick bleibend,
7. Glied kegelig verjüngt. 8. sehr kurz mit 4 schlanken Sinneskegeln, die
Glieder quirlig beborstet.
198
C. ATTEMS
Von der Dorsalseite sind 21 Tergite sichtbar, das erste (Fig. 2), hat eine
àhnliche Form wie bei vielen Cryptodesmiden und bedeckt vôllig den
Kopf, diesen weit überragend. Die Seitenlappen der folgenden Tergite sind
vorn und hinten breit gerundet, auf den weiteren Tergiten verschmelzen
Vorder- und Seitenrand zu einem immer flacheren Bogen und das Hintereck
bildet einen kurzen, stumpfen, breiten, den Hinterrand nur sehr wenig überra-
genden Lappen. Der Seitenrand trâgt 3 stiftartige Borsten, deren letzte noch
weit vom Hintereck entfernt ist. Das 20. Tergit hat jederseitsnur eine Borste.
Das 21. Tergit ist in der Mitte hinten dicht mit feinen kurzen Harchen besetzt
und hat keine Stiftborsten.
Der ganze Rücken ist dicht sehr fein und gleichmassig granuliert, Haare
oder Schuppen fehlen aber vôllig, wodurch sich diese Art von allen anderen
der Gattung unterscheidet.
Das 20. Tergit (T 20, Fig. 4) steht in Verbindung mit dem letzen grossen
Pleuritpaar (P) Unter dem 21. Tergit (T 21, Fig. 4), von diesem weit über-
ragt, liegt noch ein kleines queres Sklerit (Fig. 3), wohl das Tergit des 22.
Segmentes (Fig. 5).
Das letzte Beinpaar ist âhnlich wie es Silvestri beschrieben hat, nur sah
ich hier nicht ein grosses Syncoxit, sondern 2 quere runde Platten neben
einander und ausserdem 4 freie Glieder, jedes folgende dünner als das voran-
gehende, am Ende eine Borste, keine Kralle (Fig. 6).
Fundort. Hon Ba (Süd-Annam, Nhatrang), 1.000 m., 30 VI. 30.
ONISCOMORPHA
Chinosphaera levis, n. sp.
(Fig. 7-13)
Hell kastanienbraun, die Tergite mit Ausnahme des Pygidium hinten sehr
schmal dunkel gesâumt; Kopf, Halsschild und der grôssere Teil des Brust-
schildes dunkel überlaufen, Antennen schwârzlich, Ventralseite und Beine
dunkel überlaufen. Lange 21 mm, Breite 8.7 mm.
Der ganze Kopf reichlich behaart, die Haare lang und dünn, in kleinen
Grübchen sitzend, zwischen den Augen keine Leiste. Labralbucht wie
gewôhnlich schmal, halbrund mit einem Zahn. 6. Antennenglied seitlich stark
verbreitert, die Endscheibe mit den zahlreichen Sinneskegeln schmal oval.
Halsschild fein und ziemlich zerstreut punktiert, in den Grübchen lange
dünne Haare. Die Punktierung ist weder vorn noch hinten dichter. Nahe
dem Vorderrand eine feine Kante, die sich in der Mitte etwas von dem nach
vorn vorbiegenden Rand entfernt.
Die breite Krempenfurche des Brustschildes lâuft über den Rücken durch
und ist zerstreut lang beborstet. Der Randsaum ist schmal, auch gegenüber
den Augen nicht verdickt. Der Steilabfall mit einer Anzahl schrager Rippen.
Auf dem erhôhten Teil hinter dem Vorderrand eine feine Furche, die von der
MYRIOPODEN
199
Mitte eines Seitenlappens zum anderen durchlâuft. Der erliôhte Teil unge-
mein dicht und fein punktiert durch Hautdrüsen, unbehaart und ohne
grôssere Grübchen. Vordere Kante der Tergite mit einer Reihe sehr kleiner
Kôrnchen. Tergite glatt, ohne Mediankiel, durch Hautdrüsen mikrosko-
pisch fein punktiert, nur die vorderen tiefer liegenden Teile der Seitenflügel
sind beborstet. Pygidium des $ gleichmassig gewôlbt und hinten gleichmassig
gerundet ohne Randsaum, mit mikroskopisch feiner àusserst dichter Punk-
Fig. 7-13. Chinosphaera levis, n. sp. — 7. Hüfte des 10. Beinpaares des çf. — 8 - Tarsus
des 10, Beinpaares. — 9. Hüften des 2. Beinpaares des 9 m 't Vulven. — 10. Vordere
Telopoden von hinten. — 11. Ende des vorderen Telopoden von hinten, stârker
vergrôssert. — 12. Hintere Telopoden von vorn. — 13. Ende des hinteren Telopoden
von hinten, stârker vergrôssert.
tierung, unbeborstet ; auf der Unterseite ein langer schmaler dunkel gefarbter
Kiel, der keine Teilung zeigt, auch keine Seitenkerbe vorhanden.
Hüfte der Beine (Fig. 7) des der ganzen Lange nach kielartig zusammen-
gedrückt und auf der Kante mit kleinen Spitzkegelchen besetzt ; ein gros-
serer Seitenzacken ist nicht vorhanden. Ende des Tarsus (Fig. 8) rasch ver-
jüngt, ober der Kralle in einiger Entfernung von ihr ein Dorn, unten 6-8 relativ
schwache Dornen. Hüften des 2. Beinpaares (Fig. 9) des Ç getrennt, latéral
ganz ohne Vorragung, ober der Endkralle kein Dorn, Vulve aus 2 Stücken
bestehend, die beide unbeborstet sind. Operculum dreieckig. (Von C. maculosa
konnte ich nur ein <$ untersuchen).
Vordere Telopoden (Fig. 10) : Coxite verwachsen mit noch erhaltener
Mediannaht, Praefemur ohne Besonderheiten, Fémur nur sparlich beborstet,
am Ende der Medialseite hinten ein stumpfer Lappen, neben dem noch ein
200
C. ATTEMS
zweiter durchsichtiger weisser Lappen herausragt, Tibia mit 7 in einer
Querreihe stehenden Raspelknôpfen. Der Tarsus ist ein sehr kleines rundes
Glied, das auf der Medialseite der Tibia eingesenkt ist und 3 kleine Dornspitzen
trâgt (Fig. 11). Hintere Telopoden (Fig. 12) : die Syncoxithôrner sind stark
nach binten herüber gebogen und am Ende kurz behaart, die dreieckigen
Syncoxitlappen sind dicht beborstet. Fémur unbeborstet, mit sehr dickem
Fortsatz, der bis an das Ende der Tibia vorragt und auf der der Tibia zugekehr-
ten Seite eine ovale Hôhlung hat. Auf der Medialseite ist das Fémur dicht
kurz und fein behaart, sonst nur spârlich. Auf der Hinterseite hat der Femo-
ralfortsatz eine lange geriefelte Kante. Tibia und Tarsus deutlich getrennt,
Tibia mit einer Lângsreihe von 15 schwarz gefârbten Knôpfen, mehr vorn
eine flache Erhebung mit einer starken Borste. Tarsus auf der dem Femoral-
fortsatz zugekehrten Seite mit 2 Borsten und einer schwarz gefârbten rauhen
Kante (Fig. 13) .
Fundorte : Cauda, (Nhatrang, Süd-Annam), 22 I. 33 ; Ninhoa (Nhatrang) ;
Gia, Prov. Khan Hoa (S. Annam), XII. 34.
C. levis unterscheidet sich von C. maculosa in folgender Weise :
C. levis
6. Antennenglied seitlich stark
verbreitert.
Kopf und Halsschild lang be¬
haart.
Brustschild und die übrigen Ter-
gite sehr glatt.
Femoralfortsatz der hinteren Te¬
lopoden ohne grossen weissen Zip-
fel.
Tibia des vorderen Telopoden
mit einer Querreihe von Raspel¬
knôpfen.
Rücken hell kastanienbraun ohne
schwarze Flecken und Sprenkeln.
C. maculosa
6. Antennenglied seitlich nur
wenig verbreitert, die Endscheibe
fast quer.
Kopf und Halsschild nicht be¬
haart.
Brustschild und die übrigen Ter-
gite fein runzelig rauh.
Femoralfortsatz mit grossem
weissem Zipfel.
Tibia des vorderen Telopoden
ohne Raspelknôpfe.
Rücken mit schwarzen Sprenkeln
und Flecken.
Sphaerobelum bicorne, n. sp.
(Fig. 14-19)
Schwarz, auf jeder Seite der Tergite vom 2. an bis incl. Pygidium ein
grosser kastanienbrauner Querfleek, der hinten und seitlich breit, vom
mehr oder weniger breit oder gar nicht von der dunklen Farbe umsâumt
ist ; auf dem Pygidium sind die Flecken grosser als auf den anderen Tergiten
und ungefâhr dreieckig. Antennen und Beine rotbraun. Ende der Tarsen
schwarz überlaufen.
Lange 35 mm. Breite 20 mm.
MYRIOPODEN
201
Antennen fast cylindrisch, 6. Glied nur wenig dicker als die anderen Glieder.
Endscheibe quergestellt mit zahlreichen SinneskegeLn. Vorderer Teil des
Clypeus dicht punktiert, die seitlichen dieser Grübchen tragen winzige
Borsten, die mittleren keine ; der übrige Kopf zerstreut punktiert unbe-
borstet, nur unterhalb und hinter den Augen ist er beborstet. Kopf glatt
ohne Kiel od. dgl. Labralbucbt scbmal und tief mit einem krâftigen Zahn.
Halsschild ebenso zerstreut punktiert wie der Kopf, die verschmàlerten
Seiten zerstreut beborstet ; nabe dem Vorderrand und parallel mit ihm eine
feine erhabene Kante . Erbôbter Teil des Brustschildes gleichmâssig dicht
punktiert, der Steilabfall glatt, mit sehr schwachen unscharfen Schrag-
furcben, der Krempenrand zerstreuter unf feiner punktiert als der erhôhte
Teil, in der Mitte breit unterbrochen. Rand des Brustschildes schmal gesâumt,
auch gegenüber den Augen ist der Randsaum nicht verdickt.
Tergite : Furche hinter dem Vorderrand dicht sehr kurz beborstet, die
Beborstung reicht ein wenig über die Furche nach hinten. Dann folgt eine
fein mattierte Zone mit zerstreuten winzigen Hôckerchen, dann eine lange
ungefâhr 1 /3 der ganzen Metazonitlânge einnehmende dicht punktierte
Zone, in jedem Grübchen eine winzige Borste, die hinterste Zone ist zer¬
streuter punktiert, ohne Borsten. Vorderer Randsaum mit einer Reihe sehr
kleiner etwas undeutlicher Hôckerchen, vorderer Abfall beborstet. Die
vertieften vorderen Teile der Seitenlappen sind wie gewôhnlich dicht bebor¬
stet. Pygidium ganz gleichmâssig gewôlbt und gerundet, auch beim 3, der
Hinterrand gar nicht gesâumt. Mit Ausnahme der etwas schütterer punk-
tierten hinteren Zone ist das Pygidium sehr dicht und fein punktiert und auf
der vordersten Zone ausserdem kurz beborstet. Leiste auf der Unterseite
lang, ganz ungeteilt.
10. Beinpaar des $ (Fig. 14) : Hüfte seitlich breit rundlappig. Fémur
unterseits kantig oder schneidig zugeschârft, mit seichten runden Kerben.
Tarsus am Ende allmâhlich verjüngt, auf der Unterseite 8 Dornen, der obéré
Dorn der Kralle genâhert, die Kralle sanft gebogen.
Hüften des 2. Beinpaares des Ç getrennt, seitlich mit quer abstehender
Lamelle, ober der Endkralle kein Dorn. Basale der Vulve bis zum Grande
herab in zwei geteilt, distaler Teil zweihôrnig, beide Hôrner stumpf, das
médiane langer (Fig. 15). Vordere Telopoden : (Fig. 16) Syncoxit mit deut-
licher Mediannaht. Praefemur ringsum, besonders auf der Medialseite
reichlich beborstet. Fémur mit schlankem, leicht nach vorn gekrümmtem
Fortsatz, der hinter dem Tibiotarsus liegt ; er ist spârlich beborstet ; am
Ende hinten eine Gruppe winziger schwarzer Kegelchen und am Ende die
schwaehe Andeutung einer Riefelung. Tibiotarsus ganz einheitlieh, zerstreut
abstehend beborstet, hinten in einer Reihe 3 kleine schwarze niedrige Hocker,
neben dem ersten noch ein winziger vierter (Fig. 17). Hintere Telopoden
(Fig. 18) : die Teile des Syncoxits, die bei den meisten anderen Arten dreieckige
flache Platten sind, sind hier dicke rande stark beborstete Kissen, die Syn-
coxithôrner sind auch sehr kurz und dick und nach hinten herüber gekrümmt.
202
C. ATTEMS
Praefemur médial und latéral reichlich beborstet. Fémur mit grossem bis zur
Mitte des Tarsus vorragendem Fortsatz, dessen Ende stumpf beilartig
verbreitert ist ; er ist ganz kahl und hat auch keinerlei Stridulationsorgane.
Tibia und Tarsus vôllig getrennt, Tibia hinten mit einem kurzen strumpfke-
geligen, am Ende schwarz gefarbten Zacken (auf der Abbildung von vorn
natürlich nicht sichtbar). Tarsus am Ende hakig nach hinten gebogen und
Fig. 14-19. Sphaerobelum bicorne, n. sp.— 14. Hüfte und Praefemur des 10. Beinpaares, çj.
15. Hüfte des 2. Beinpaares des $ mit Vulven. — 16. Vordere Telopoden von vorn. —
17. Ende des vorderen Telopoden von hinten. — 18. Hintere Telopoden von vorn. —
19. Ende des vorigen von hinten.
schwarz gefârbt aber ohne Stridulationshôcker, unbeborstet wie die Tibia
(Fig. 19).
Fundort : Bana (Tourane, Annam), 1.400 m., 29 IX. 31 ; 1.500 m., 30 IX. 31.
Von den 2 von Verhoeff beschriebenen Artenhat clavigerum unbeborstete
Tergite, hirsutum beborstete. Die Beschreibung dieser letzteren Art ist sehr
kurz und genügt nicht zu einem eingehenden Vergleich. Von den hinteren
Telopoden des hirsutum sagt Verhoeff : das Ende der Tibia tritt innen weit
über die Basis des Tarsus hinaus, bei bicorne tritt es gar nicht heraus. Ferner
sagt Verhoeff : aile Tergite deutlich und ziemlich dicht punktiert, in den
Punkten stehen Borsten, so dass der Rücken im Profd eine kurze aber ziem¬
lich dichte Behaarung zeigt ; es scheint also, dass das ganze Tergit behaart
MYRIOPODEN
203
ist ; hier ist das anders. Leider hat Verhoeff von keiner seiner beiden Arten
die systematisch wichtigen Vulven beschrieben, so dass es fraglich bleibt,
ob und wie sich die Vulven des bicorne von denen der anderen Arten unter-
scheiden.
Fam. Glomeridae
Von den indischen Glomeridengattungen ist Hyleoglomeris die einzige
artenreiche und die einzige im hier behandelten Material vertretene. Die
meisten bisher bekannten Arten stammen von Silvestri, der es leider unter-
lassen hat, eine Uebersicht zu geben, was um so bedauerlicher ist, als die
Unterscheidung der Arten recht sohwierig ist und wie es scheint, so wie bei
den palaearktischen Glomeris hauptsâchlich nach der Farbung erfolgt. Von
sonstigen Unterschieden waren zu erwâhnen : geringe Verschiedenheiten in
der Gestalt der Beinpaare 17 und 19 des Die Hüfte des 17. Beinpaares hat
einen runden Seitenlappen, der, z. B. bei H. venustula , scharf abgesetzt ist, so
dass sein Medialrand mit dem übrigen Endrand der Hüfte einen rechten
Winkel bildet ; bei modesta ist der ganze Endrand incl. Seitenlappen nur seicht,
eingebuchtet ; andere Arten halten die Mitte. Der Tarsus des 19. Beinpaares
ist bald stârker, bald schwâcher gekrümtnt, aber bedeutend ist der Unterschied
auch zwischen den extremen Fâllen nicht. Die genannten Merkmale sind
gleitender Natur und helfen bei der Unterscheidung nahestender Arten meist
nicht viel. Silvestri gibt bei mehreren Arten zwar an, dass sie von bestimmten
anderen durch die Gestalt des 17. und 19. Beinpaares, « wohl unterschieden »
seien, aus seinen Zeichnungen geht das aber nicht hervor und beschrieben
sind die Telopoden nicht. Nach der Farbung kann man 3 Gruppen von
Arten unterscheiden :
1. Solche, bei denen sehr wenig dunkles Pigment vorhanden ist, die
also überwiegend weisslich oder gelblich oder ganz pigmentlos sing, liier-
her : vittata , minuta , modiglianii , multilineata, crebristriata , zonijera , atri,
cornis.
2. Solche, bei denen viel dunkles Pigment vorhanden ist, das aber auf
dem Rücken Reihen von Flecken oder Streifen frei lâsst : venustula , electa,
modesta , jormosa , alticola, eremita, sarasinorum , siarnensis und die neuen
Arten robusta und triangulifera.
3. Sehr dunkel schwarz oder fast schwarz gefârbte Arten, nur der
Hinterrand der Tergite heller : beccarii , albicornis, jacobsoni, infuscata ,
kirrhopeza und die neue Art maior. Doch ist die Scheidung zwischen der
zweiten und dritten Grappe nicht scharf, denn wie ich schon in einer
früheren Publication nachgewiesen habe, sind z. B. bei jacobsoni die Tergite
im allgemeinen einfarbig dunkel mit hellerem Saume hinten aber bei man-
chen Individuen kônnen auf gewissen vorderen Segmenten helle Flecken
auftreten.
mémoires do muséum , nouvelle série, tome Vf.
14
204
G. A TT GM S
Die Arten der 2. Gruppe kann man in, folgender Weise ordnen :
1 . Tergite vom 4. an mit zahlreichen eng neben einander verJaufenden,
sehr feinen Furchen hinter den 2-3 gewohnlichen Furchen.
. triangulifera.
— Tergite vom 4. an mit 1 oder 2 Furchen. 2.
2. Pygidium nur mit hellem Hinterrand, im übrigen dunkel. eremita.
— Pygidium ganz hell oder mit grossem hellem Fieck. 3.
3. Pygidium ganz gelblichweiss. Brustschild bis auf einen schmalen
Hinterrandstreifen gelblichweiss, seitlich mit 16 Furchen. alticola.
— Pygidium nur mit grossem hellem Fieck, sonst pigmentiert. 4.
4. Brustschild ganz gelblich. îormosa.
— Brustschild zum Teil mit schwarzem Pigment. 3.
5. Lânge 16 mm. Breite 8.2 mm. In der Mitte des Brustschildes 9
Furchen. robusta.
— Lânge nicht über 10 mm, Breite hôchstens 5 mm, meist 3-4 mm. I il
der Mitte des Brustschildes 3-5 Furchen.
. venustula, electa. modesta, sarasinorum. siamensis.
Die Arten der dritten Gruppe unterscheiden sich etwa in folgender Weiso :
1. Antennen und vorderer Teil des Kopfes weiss. albicornis, beccarii.
— Antennen dunkel gefârbt. 2.
2. Pygidium des $ in der Mitte des Hinterrandes eingebuchtet mit
einer Vertiefung gerade vor der Einbuchtung. inîuseata.
— Pygidium des $ gleichmassig gerundet und ohne Einbuchtung. 3.
3. Breite 3 mm. Tarsus des 19. Beinpaares des $ kürzer und schwach
gebogen. jacobsoni.
— Breite 7-9 mm. Tarsus des 19. Beinpaares des $ langer und stârker
gekrümmt. Vom hellen Hinterrand der Tergite geht in der Médiane
ein kleines helles Dreieck ab. maior.
Hyleoglomeris trianguliïera, n. sp.
Rücken sehwarz mit 3 Reihen gelblichweisser Flecken vom 4. bis 11. Seg¬
ment. Der Médian fieck ist ein grosses gleichseitiges Dreieck mit der Spitze
nach hinten und reicht vom Vorder- bis zum Hinterrand. Die Seitenflecken
sind queroval ,vor ihnen noch ein grosses marmoriertes Feld. Der ganze Rand
dieser Tergite ist weisslich gesaumt, sowohl der Hinterrand als die Seiten-
flügel ringsum. Brustschild überwiegend braunlichgelb mit 2 schwarzbraunen
zerrissenen, unregelmassig begrenzten Lângsbinden, die ein breites Feld der
gelblichen Grundfarbe zwischen sich fassen und sich am Hinterrand vereini-
gen. 2 weitere wolkige undeutliehe Flecken, je einer zwischen den erwâhnten
Streifen und dem Seitenrand. Noch etwas latéral am Hinterrand ein
kleiner schwarzer Fieck, die Unterseite des Brutschildes einfarbig hile
MYRIOPODEN
205
gelbliehbraun. Pygidium weisslichgelb mit 2 grossen schwàrzlichen Fleoken
die vom Vorderrand bis etwa 2/3 der Lange reichen, so dass also der breite
Hinterrand des Pygidium hell bleibt. Halsschild vorn dunkelbraun und gelb-
lich marmoriert, hinten gelbliehbraun. Ivopf hellbraun und gelblich marin o-
riert, Antennen dunkel, Beine gelbbraun.
Lange 12 mm., Breite 6.5 mm.
Kopf bis zu den Antennen hinauf kurz zerstreut beborstet, um die Antennen
herum grubig eingesenkt, nur auf der Medialseite der Antenne reicht die
Emporwôlbung des Scheitels bis an die Antenne. Auf der Medialseite der
Antenne beginnt ein schmaler erbabener Wulst, der sich dann latéral bis an
die Mitte der Ocellenreihe hinter dem Tômôsvaryschen Organ hinzieht. Das
Tômosvarysche Organ ist ungefâhr so breit wie lang, der Mittelzapfen in
seiner ganzen Lange gleich breit. 8 + 1 Ocellen. 6. Antennenglied weitaus das
grôsste, das Ende ein wenig abgescbrâgt.
Halsschild mit den gewôhnlichen 2 Furchen. Brustschild mit 14 Furchen in
der Mitte und seitlich, die Furchen sind nicht aile ganz regelmàssig.
Vom 4. Tergit an eine grôssere Zahl Furchen als sonst : vorn eine kurze
dann eine durcblaufende, dann eine ganz kurze, dann 2 durchlaufende, dahin-
ter noch 4-5 ganz feine eng neben einander verlaufende Furchen, die je weiter
nach hinten um so kürzer werden. Auf den folgenden Tergiten bis zum 12. ist
es ebenso. unbehannt).
Fundort : Cauda (S. Annam), Nhatrang, X. 30.
Hyleoglomeris robusta, n. sp.
Grundfarbe sehr dunkel braun, Halsschild mit grossem hellmarmoriertem
Feld. Tergite vom Brustschild an mit kleinem, vom Hinterrand ausgehendem
gelbem Medianfleck. Pygidium mit grossem querrechteckigem und 2 grossen
hell marmorierten Feldern, eines jederseits, an jedes dieser Felder schliesst
sich hinten ein querer heller Fleck an. Pygidium mit grossem querrechtecki¬
gem braungelbem Medianfleck, der vom Hinterrand bis 2 /3 der Lange nach
vorn reicht, der Hinterrand des Pygidium ist durchscheinend hell gesaumt,
im übrigen ist es schwarzbraun. Die Tergite sind hinten durchscheinend hell
gesaumt, die Seitenflügel sehr breit gesaumt. Kopfmitte gelb, die Seiten mehr
dunkel. Antennen und Beine rotbraum.
Lange 16 mm., Breite 8.2 mm.
Kopf wie bei H. maior. Halsschild mit den gewôhnlichen 2 durchlaufenden
Furchen ausser der den Vorderrandsaum begrenzenden Furche. Brustschild
in der Mitte mit 9, in den Seiten mit 11 Furchen. Tergit 4 mit 2 durchlaufenden
und davor einer kürzeren Furche, die sich seitlich gabelt. Tergit 5 mit 2
durchlaufenden Furchen, Tergit 6 und folgende mit einer durchlaufenden
Furche, Pygidium des Ç gleichmassig gewôlbt und gerundet. ^ unbekannt.
Fundort : Pic de Lang Biang (S. Annam), 2.300-2.400 m., 29 III. 31.
206
C. ATTEMS
Hyleoglomeris electa, Silv.
Grundfarbe sehr dunkel braun, fast schwarz, vom Brustscbild an bis zum
vorletzten Tergit 3 Reihen gelbbrauner Flecken, der médiane Fleck ist schmal
dreieckig, auf dem Brustschild sind es 2 mit der Spitze verbundene Dreiecke,
auf den anderen Tergiten reicht das Dreieck mit seiner Spitze bis zum Vor-
derrand oder hôrt schon früher auf. Jederseits ein etwas unregelmâssiger,
oft komma-artiger Fleck, an den sich bei manchen aber nicht allen Individuen
ein hell marmoriertes Feld, àhnlich wie bei den europaeischen Glomeris
anschliesst. Pygidium mit grossem gelbbraunem Mittelfleck, ohne Seiten-
flecke. Ein schmaler Saum am Hinterrand der Tergite ist weisslicb durch-
,1
21 . 22
Fig. 20-22. Hyleoglomeris electa Silv. — 20. 17. Beinpaar des c?• — 21. Syncoxithôrner.
22. 19. Beinpaar.
scbeinend. Kopf, Antennen und Halsschild dunkel, Beine zum grôssten Teil
hell gelbbraun, nur die Endglieder dunkel überlaufen.
6 + 1 oder 7 + 1 Ocellen, Kopf im übrigen wie bei H. maior.
Halsschild mit 2 feinen Kanten. Brustschild mit 12 Furchen von denen
3-5 durchlaufen. Tergite vom 4. an mit einer Furche.
Der Seitenlappen der Hüfte des 17. Beinpaares (Fig. 20) des S i st g e g en den
übrigen Endrand in stumpfem Winkel abgesetzt. Die Syncoxithôrner des 19.
Beinpaares (Fig. 21) sind nur auf der Medialseite spârlich beborstet, das Ende
in einen kürzen spitzen Dorn und ein dünnes Plàttchen geteilt. Der Tarsus
des 19. Beinpaares ist krâftig gebogen, die Fortsâtze und Borsten wie bei den
anderen Arten (Fig. 22).
Fundort : Pic de LangBiang (S. Annam, Dalat), 2.300-2.400 m., 29 III. 31.
Hyleoglomeris maior, n. sp.
(Fig. 23-24)
Schwarz, die Tergite vom Halsschild bis incl. Pygidium hinten schmal
gelblichweiss gesâumt ; von diesem Saum tritt vom 5. Segment an ein
schmales Dreieck bis etwa zur Mitte des Pygidium vor. Die Seitenflügel sind
ringsum gelblichweiss eingefasst. Antennon und Kopf schwarz, Beine licht-
brâunlich, die Endglieder dunkler überlaufen.
MYRIOPODEN
207
Lange 15 mm., Ç 17 mm., Breite ^ 7 mm., $ 9 mm.
Kopf dicht ungemein feinkôrnig, eine Reihe Labralborsten, der Glypeus
gleichmassig schütter beborstet, es sind nicht mehr als etwa 50 Borsten vor-
handen. Zwischen den Antennen beginnt eine Erhôhung, die fast bis zum
Hinterrand reicht und hier breit abgerundet endet. Die Antennen liegen nicht
in Gruben, das 6. Glied ist das lângste, es ist nicht wesentlicji dicker als die
übrigen, schwach zusammengedrückt. Das Ende ein wenig schrâg, das 7.
Glied tritt hervor, mit 4 Sinneskegeln. 7 + 1 Ocellen, Mittelzapfen des Tômos-
varyschen Organs am Grunde etwas verbreitert.
Halsschild fast halbkreisfôrmig, der Vorderrand fein erhaben gesâumt,
parallel mit ihm 2 feine durchlaufende erhabene Kanten. Brustschild mit
Fig. 23 und 24. Hyleoglomeris maior, n. sp. — 23. 17. Beinpaar cf.
24. 19. Beinpaar.
6 feinen durchlaufenden Furchen, zwischen die sich seitlich noch 2 kürzere
schieben. Seitenflügel des 4. Tergit mit 2 feinen Furchen, die hoch hinauf
laufen und einer dritten kürzeren. Pygidium gleichmassig gewolbt und gerun-
det. Die ganze Oberflàche sehr glatt und glànzend.
Der Seitenlappen des Hüfte des 17. Beinpaares (Fig. 23) bildet mit dem
medialen Teil des Endrandes beinahe einen rechten Winkel. Syncoxithôrner
des 19. Beinpaares aussen und innen spârlich beborstet, mit einfacher Spitze.
Tarsus des 19. Beinpaares kraftig gekrümmt (Fig. 24).
Fundorte : Phanrang (S. Annam), 1 VII. 30 ; Hon Ba (S. Annam), forêt,
30 VI. 30.
Orthomorpha setosa, n. sp.
(Fig. 25-27)
Kastanienbraun (+ oder heller braun (Ç).
Breite $ 2.3 mm., Prozoniten 1.8 mm., $ 2.5 mm.
Kopf vorn bis über die Antennen hinaus reichlich beborstet, zu den
Seiten der tiefen Scheitelfurche jederseits eine Borste. Backen nur sehr spàr-
208
C. ATTEMS
lich behaart. Antennen schlank, im 6. Glied leicht kolbig verdickt, dicbt
behaart.
Halsschild mit 2 Reihen langer Borsten, eineetwas hinter dem Vorderrand,
die zweite in der Mitte, die Seiten breit gerundet, aber nicht symmetrisch,
sondern der gerade Hinterrand in stumpfem Winkel mit dem runden Seiten-
rand zusammen.treffend.
Seitenfliigel gut entwickelt wenn auch nicht breit, oben der Mitte ange-
setzt, der Rücken zwischen ihnen gut gewôlbt, die des 2. Segmentes deutlich
tiefer als die folgenden, die porenlosen sind dorsoventral flach, die porentra-
genden wulstig. Die verdickte Furche, die ihn begrenzt, reicht vorn nicht
Fig. 25-27. Orthomorpha setosa, n. sp. —25. cf 7. Segment. — 26. Gonopode, Medialseite.
27. Ende des Gonopoden, Lateralseite.
weiter medialwârts. Vordereck abgerundet, Seitenrand mit 2 seichten Absâz-
zen, im vorderen derselben eine Borste. Poren schrâg lateral-dorsal gerichtet,
in einer langgestreckten Grube, die vom ersten Absatz bis zur Spitze reicht.
Metazoniten dorsal grob rindenartig langsgerunzelt, dabei sehr glânzend, mit
3 Reihen langer auf kleinen Tuberkeln stehenden Borsten (Fig. 25). 5-18.
Segmente mit Querfurche, vor ihr eine, hinter ihr die anderen 2 Borstenreihen.
Vom 4. oder 5. Segment an stehen auf jeder Seite der dritten Reihe 2 grôssere
spitze Kegel ohne Borsten. Flanken dicht fein granuliert. Quernaht sehr lang,
dorsal mit Lânsrippen, die seitlioh in eine unregelmâssige Granulierung
übergehen. Pleuralkiele nur auf den Segmenten 2-4 vorhanden, auf dem 3.
Segment bildet er hinten einen kürzen Zahn, auf dem 4. ist er nur eine sehr
unscheinbare niedrige Leiste.
Sternite mit Querfurche ohne Langsfurche. Sternit 5 des $ mit 2 dicht neben
einander stehenden, dunkel gefarbten und vorn beborsteten geraden Kegeln.
M.YIUOPODEN
“Otf
Beine des nur wenig verdickt, ringsum reichlich beborstet, der Tarsus bis
zum 8. oder 9. Segment unten mit dichter Bürste. Aile Beine, auch das 1. und
2. Paar, ohne Fortsâtze oder Drüsen.
Gonopoden (Fig. 2G) : Fémur und Tibiotarsus sehr lang und schlank, Fémur
ein wenig gebogen und am Ende etwas verbreitert. Ein Postfemur nicht
erkennbar. Der Tibiotarsus bildet die Scheide für den Rinnenast, er ist am
Ende sichelfôrmig gebogen und in einen langen geraden spitzen Stachel(z) und
eine breite dünne Lamelle geteilt, zwischen denen das Ende des Rinnenastes
herausragt (Fig. 27).
Fundort : Dalat (S. Annam), 1.500 m., Februar 1933.
O. steosa gehort mit weberi, jrancisca und karschi zu derGurppe von Art on
mit 2 Fortsâtzen auf dem Sternit 5 des spitzzahnigen Seitenflügeln und
Rücken ohne helle Lângsbinden. Sie unterscheidet sich von ihnen durch die
starke Beborstung, die anderen Arten sind dorsal entweder unbeborstct oder
sie haben nur eine Reihe schwacher Borston.
Orthomorpha banana. n. sp.
(Fig. 28-31)
Rücken in der Mitte breit blassgelblicb, ebenso die Seitenbeulen, dazwi-
schen kastanienbraun, Flanken kastanienbraun, Prozoniten zum grôssten
Toil blassgelblich, Antennen braun, Beine gelblich.
Breite 2 mm., $ etwas grosser.
Kopf vorn eher etwas schütter beborstet, Scheitel glatt mit tiefer Furche
und einem Borstenpaar.
Halsschildseiten breit elliptisch gerundet, fein gesâumt, hinter dem Vor-
dorrand 6 lange abstehende Borsten.
Seitenflügel des 2. Segmentes horizontal, deutlich tiefer als die anderen,
vorn und hinten zackig (Fig. 28).
Seitenflügel in der Mitte angesetzt (Fig. 29), schmal, auf den porentragen-
den Segmenten bestehen sie eigentlich fast nur aus dem dicken Randwulst,
der oben durch eine Furche scharf abgesetzt ist, welche Furche vorn nur
ganz kurz dorsalwarts umbiegt. Auf den porenlosen zieht eine dünne Leiste
über den schwachen Wulst. Der Seitenrand hat 3 Zâhnchen, das erste hinter
dem gerundeten Vordereck, das mittlere steht auf den porentragenden Seg¬
menten am Beginn der Porengrube, das dritte bildet das Hintereck ; dièses
ist also vom 2. Segment an zackig, der Zahn bleibt aber auf den hinteren Seg¬
menten kurz, das 19. Segment hat nur sehr schwache Beulen mit spitzem
Zâhnchen. Poren latéral in einem dreieckigen Grübchen, das mittlere Zahn-
chen steht am Beginn der das Grübchen unten begrenzenden Leiste. Segmente
in der Quernaht plôtzlich eingeschnürt, nicht taillenartig wie so oft sonst, die
Quernaht mit sehr feinen und kürzen Langsrippen. Metazoniten glatt und
glânzend, hie und da schwache Runzeln, 4-18. mit tiefer Querfurche, die fein
C. ATt EM S
210
punktiert ist. In der vorderen Hâlfte der Metazoniten, resp. Tergite 1-18,
stehen 6 feine Borstein, auf dem 19. Segment stehen sie nahe dem Hinterrand.
Am Hinterrand der Metazoniten 8 spitzkegelige Knôtchen, die keine Borsten
tragen. Flanken dicht fein grieselig, keine Pleuralkiele.
Sternit 5 des q mit einer grossen, vorn une hinten beborsteten, am Ende
durch eine Kerbe kurz zweihôckrigen Lamelle, die anderen Sternite ohne
Fortsâtze, glati und glanzend.
Schwânzchen ziemlich breit, die Terminalhôcker sind lange, spitze, nach
hinten und ganz schwach abwârts gerichtete Kegel. Dir Borstenreihen wie
gewôhnlich, die Borsten lang.
Gonopodenhüfte (Fig. 30) kurz und gedrungen. Fémur fast gleich breit
bleibend, ganz schwach gebogen, die Samenrinne nahe der Vorderkante auf
Fig. 28-31. Orthomorpha banana, n. sp. — 18. Rechte Seile des 1.-4. Segmentes.
29. o. Segment von vorn. — 30. Gonopode. — 31. Tibiolarsus des Gonopoden.
der Medialseite, Rinnenast dünn, sein letztes Stück vom Tibiotarsus umschei-
det ; letzterer schlank, S-fôrmig gebogen, am Ende ein spitzes Zàhnchen
(Fig. 31).
Fundort : Bana (Annam), 29 IX. 31.
Diese Art iset am nachsten mit O. uncinata Att. verwandt, von der sie sich
jedoch leicht unterscheidet : uncinata ist viel grôsser, 5 mm breit, hat grosse
hoch angesetzte Seitenflügel, unbeborstete Metazoniten, hakig nach unten
gerichtete Terminalhôcker, leistenfôrmige Pleuralkiele bis zum 16. Segment
und dichte Sohlenbürste auf dem Tarsus der vorderen Beine des Ausser-
dem sind die Gonopoden anders gestaltet.
Von Lang Biang liegt ein einziges 2 vor, das mit O. banana viel Aehnlichkeit
hat, aber doch nicht dieselbe Art sein kann, die Seitenflügel haben nur im
Hintereck ein Zàhnchen, die Terminalhôcker sind ganz nach unten gerichtet ;
es handelt sich jedenfalls um eine neue Art.
MYRIOPODEN
211
Orthomorpha harpaga, n. sp.
(Fig. 32-33)
Kastanienbraun mit einer breiten gelbbraunen medianen Lângsbinde, die
vom 2. Segment bis zum Ende des Schwânzchens reicht. Seitenflügel ebenso
gelbbraun. Clypeus gelblich braun, der übrige Ivopf dunkel braun, Antennen
am Ende verdunkelt. Halsschild fast ganz dunkel kastanienbraun, die Seiten
nur ganz schmal aufgehellt und ein schmales Fleckchen in der Mitte.
Breite 2.5 mm., Prozonite 1.8 mm.
Kopf vorn reichlich beborstet, ober den Antennen noch ein Paar langer
Borsten, Scheitel kahl, Scheitelfurche seicht. Antennen ganz leicht keulig.
Fig. 32 und 33. Orthomorpha arpaga. n. sp. — 32. Gonopodc.
33. Ende des Gonopoden, Lateralseite. (Dr Femoraldrüse.)
Halsschild mit 2 Reihen von Borsten, langs des Vorder-Seitenrandes eine
Reihe von 10 Borsten in der hinteren Hàlfte die zweite Reihe.
Seitenflügel ziemlich hoch angesetzt, horizontal, der Rücken zwischen
ihnen daher nur massig gewôlbt, Vordereck abgerundet, Hintereck vom 2.
Segment an ein grosser spitzer den Hinterrand überragender Zahn, der auf
dem 18. Segment schwach medialwârts gekrümmt ist. Seitenflügel des 19.
Segmentes noch gross. Seiten der porenlosen Seitenflügel nicht viel weniger
wulstig verdickt als die porentragenden. Poren ganz latéral in einem kreis-
runden Grübchen, das nur auf dem 19. Segment hinten verlàngert ist.
Metazonite dorsal langsfaltig runzelig, besonders hinter der Querfurehe und
seitlich, mit einer Reihe von 4-8 Borsten in der Mitte der vorderen Hâlfte ;
Ç. ATTEMS
21-
auf dem 19. Segment kommt noch eine zwoite Reihe am Hinterrande dazu.
4.-18. Segment mit Querfurche, die gerade solche kurze Rippen hat wie die
Quernaht. Flanken dicht fein-kôrnig. Pleuralkiele auch den auf vorderen
Segmenten sehr schwaeh, aber mit einem winzigen Zahnchen endigend, das
allein noch auf den mittleren Segmenten sichtbar ist.
Schwànzchen sehr breit, parallelrandig, dorsoventral flachgedrückt, hinten
gerade abgestützt, mit einem um rechten Winkel nacb unten gerichteten
Terminalhôcker in jeder Ecke. Die normalen 2 Borstenreihen und 2 seitli-
chen Borsten vorhanden. Analschuppe trapezisch, mit 2 kleinen Borsten-
warzen.
Sternite mit seichtem Quereindruck, zerstreut beborstet. Sternit 5 des
(J mit einer parallelrandigen, queren, am Endrand eingekerbten, schrâg nach
vorn gerichteten Lamelle.
Beine nur mâssig verdickt, Tibia une 1 arsus der vorderen und mittleren
Beine des $ mit dichter Bürste.
Gonopodenôffnung queroval, in der Mitte kaum ein wenig eingeengt.
Die Gonopoden (Fig. 32) gleichen sehr denen von O. uncinata. Der libio-
tarsus ist auch hier in 2 relativ lange Aeste geteilt, von denen der cine die
Schoide für den Rinnenast bildot ; an seincm Ende ein kurzes Hakchen. Der
zweite Ast ist langer und dünner als boi uncinata. Auch bei dieser Art ist die
Femoraldrüse (Dr. Fig. 33) gut zu schon ; nachtràglich habe ich sic auch bei
uncinata constatiert.
Fundort : Suoi Dau (S. Annam, Nhatrang). Juni 1933.
Vom O. uncinata unterscheidet sich diese Art durch die geringere Grosse,
die Beborstung der Metazoniten, die eckigen Halsschildseiten, die bei uncinata
elliptisch gerundet sind und die Langsrippen in der Querfurche. Wir kennen
jetzt somit 3 Arten aus dem Verwandtenkreis der Orthomorpha uncinata. die
sich folgendermassen unterscheiden :
1. Breite 5 mm. Metazoniten unbeborstet. Quernaht glatt. uncinata.
— Breite 2-2.5 mm. Metazoniten mit einer Reihe von Borsten. Quernaht
mit Langsrippen. - •
2. Halsschild mit 2 Reihen von Borsten. Seitenflügel hoch angesetzt.
Pleuralkiele zwar schwach entwickelt aber mit einem kleinen
spitzen Zahnchen endigend. Terminalhôcker im rechten Winkel
abwarts gerichtet. Tibiotarsus des Gonopoden tief in 2 Aeste gega-
belt. harpaga.
— Halsschild mit 1 Reihe von Borsten. Seitenflügel in der Mitte der
Seiten angesetzt. Reine Pleuralkiele. Terminalhôcker fast gerade
nach hinten gerichtet. Tibiotarsus des Gonopoden einheitlich. d. h.
nicht in 2 Aeste gegabelt. banana.
MYRIOPODEN
215
Orthomorpha spadix, n. sp.
(Fig. 34-37)
Dunkel kastanienbraun, Antennen, Beine und Seitenbeulen blassgelblich.
Breite.
Clypeus ziemlich zerstreut beborstet, oberhalb der Antennen noch ein Bor-
stenpaar, auf dem Scheitel zu jeder Seite dertiefen Furche eine Borste. Proxi-
Fig. 34-37. Orthomorpha spadix, n. sp. — 34. Rechte Seite des 40-12. Segmentes.
35. rj 7 . Segment von hinten. — 36. Gonopode. —37. Ende desselben stàrker vergrôssert.
maler Teil der Backen unbeborstet, distaler Teil mit einigen Borsten. Anten¬
nen im 6. Glied deutlich, wenn auch nicht stark keulig.
Halsschildseiten breit elliptisch gerundet und fein gesâumt. In einiger
Entfernung vom Vorderrand eine Borstenreihe.
Seitenflügel des 2. Segmentes deutlich tiefer ventral liegend als die anderen,
vorn und hinten kurz stumpfzackig. H inter dem Vordereck eine kleine Kerbe.
Seitenrand der folgenden porenlosen Seitenflügel mit einem mehr oder weni-
ger deutlichen winzigen Zahnchen hinter dem Vordereck und einem ebensol-
chen in der Mitte. In der ersten Iverbe steht eine Borste (Fig. 34). Die poren¬
losen Seitenflügel sind dorsoventral dünn. Der Seitenrand der porentragenden
214
C. ATTEMS
ist durch die Porenbeule breitgequetscht. Poren latéral gerichtet in einer
Lângsgrube, die ungefâhr in der Mitte des Seitenrandes beginnt. Die Seiten-
flügel sind in der Mitte der Seiten angesetzt (Fig. 35) nach vorn allmâh-
lich verflacht ; das Hintereck ist auf dem 3. Segment rechtwinklig, vom 4. an
beginnt es zackig zu werden, dieser Zahn wird aber auch auf den hinteren
Segmenten nicht besonders lang.
Metazoniten dorsal krâftig rindenartig lângsgerunzelt, glânzend, in der
vorderen Hâlfte eine Reihe von Borsten, nahe dem Hinterrand eine Reihe
von 8 borstenlosen Hôckerchen, von denen manchmal in der Mitte welche
fehlen. Auf dem 19. Segment ausserdem eine Reihe von Borsten am Hinter-
rande. 5.-17. Segment mit punktierter Querfurche. Quernabt mit krâftigen
Lângsrippen zwischen den Grübchen. Flanken dicht fein grieselig-kôrnig.
Pleuralkiele auf den vorderen Segmenten sehr niedrig und gerundet, binten
ohne Zâhnchen.
Sternite breiter als lang, glatt und glânzend, ohne Kreuzfurche, sehr spâr-
lich beborstet. Sternit 5 des $ mit einer queren, am Endrande dunkel gefârbten
Lamelle zwischen den vorderen Beinen, die hinteren ohne Fortsâtze. Tarsus
der vorderen Beine des çj unten bürstig, die hinteren Beine nicht verlângert.
Die Terminalhôcker sind lange, schlanke, fast gerade nach hinten gerich-
tete Kegel. Analsegment mit 2 Borstenreihen wie gewôhnlich, nur die lateralen
Borsten der hinteren Reihe sitzen auf grôsseren Warzen, die anderen Warzen
sind winzig. Gonopodenôffnung queroval, in der Mitte nicht eingeschnürt,
die Umrandung seitlich und vorn erhoben, der vordere Teil nach hinten
geneigt.
Gonopodenhüfte relativ kurz und gedrungen, Fémur gegen die Mitte zu
leicht verbreitert, der Rinnenast schlank, in eine dünne gebogene Spitze
auslaufend. Ein Postfemur ist nicht abgegrenzt, dagegen Grenze zwischen
Fémur und Tibiotarsus deutlich. Der Tibiotarsus hat 3 Spitzen, deren Gestalt
und Lage aus der Abbildung hervorgehen. Der Tibiotarsus umscheidet nur
wenig das Ende des Rinnenastes (Fig. 36, 37).
Fundort : Lang Biang (S. Annam, Dalat), 1.200-1.400 m., 29 I. 34.
O. spadix gehôrt mit anastasia, vinosa und zehntneri in eine Grappe. Sie
unterscheidet sich von anastasia durch die elliptisch gerundeten Hinterecken
des Halsschildes (bei anastasia spitzwinklig), die in der Mitte angesetzlen
Seitenflügel, die bei anastasia hoch angesetzt sind, die Bürste auf dem Tarsus
der vorderen Beine und die Metazoniten, die bei anastasia fein lederig gerun-
zelt sind. Bei vinosa sind die Metazoniten glatt und haben 2 Reihen von
Borsten, bei zehntneri sind die Metazoniten ebenso, ausserdem sind die Pleu¬
ralkiele hinten stark zackig.
Orthomorpha coarctata Sauss.
Fundort : Tourane.
Bekanntlich eine sehr weit verbreitete Art.
MYR10P0DEN
215
Orthomorpha hydrobiologica Att.
(Fig. 38)
Bei der Untersuchung der Gonopoden dieser Art aus Annam habe ich eine
eigentümliche Drüse entdeckt, die mir bei der ersten Beschreibung entgangen
war. Jetztwo ichaufdiese Drüse aufmerksam geworden bin, habe ich sie niclit
nur bei den zuerst beschriebenen Exemplaren von Java sondern auch bei
anderen Arten gefunden. Das Innere des Fémur ist dicht von einer Drüsen-
masse erfüllt. Vom Ende des Fémur geht ein zartercylindrischer Schlauch, der
Ausführungsgang der Drüse ab, in dem man noch Drüsenprodukte sieht
(Fig. 38). Die Zartheit des Schlauches und der Umstand, dass er nicht in allen
Fig. 38. Orthomorpha hydrobiologica Att. — Drüse im Fémur des Gonopoden.
Prâparaten gleich deutlich sichtbar ist, erklâren es, dass die Drüse in den so oft
untersuchten Gonopoden der Strongylosomiden bisher übersehen wurde.
Fundorte : Hongay (Tonkin), X. 31 ; Nhatrang, I. 34 ; Cauda, IV. 30 ; Cua
Be; Phanrang, IX. 30 ; Bangoi, X. 33 ; Locninch (Cochinchina), 10 XII. 31;
Darlac, an der Grenze gegen Cambodja, VII. 30; Beam (Cambodja), 27 XI.
31 ; Bokkor (Cambodja), 26. II ; Poulo Dama, XI. 31.
War bisher nur von Java bekannt.
Helicorthomorpha holstii Poe.
Fundorte : Kouang Tcheu Wan, III. 33 ; Ha-Giang (Ht. Tonkin), IX. 33 ;
Cauda, Nhatrang, XI. 33; Phanrang (S. Annam), VI. 30; Bangoi (S. Annam),
X. 29 ; Nin Hoa (S. Annam); Gia, S. Annam ; Dong Trang (S. Annam, Nha¬
trang).
Zuerst von China beschrieben, spâter auch von Tonkin nachgewiesen.
Anoplodesmus hilaris, n. sp.
(Fig. 39-41)
Hinterste Zone des Prozoniten und der Rücken des Metazoniten vor der
Querfurche schwarzbraun, der übrige Rücken dunkel rotbraun, Seitenrand
216
G. ATTEMS
der Seitenflügel gelblichbraun, Beine und Antennen ebenso, letztere amEnde
verdunkelt.
Breite 5 mm., Prozoniten 3.4 mm.
Clypeus zerstreut beborstet, zu den Seiten der Scheitelfurche je eine Borste.
Scheitelfurche mit feinen seitlichen Fiederstrichen.
Halsschildseiten breit gerundet, fein gesâumt und etwas aufgebogen.
Seitenflügel des 2. Segmentes hinten in der Hohe des 3., nach vorn etwas
abfallend, Vordereck gerundet, Hintereck stumpfzackig.
Folgende Seitenflügel gut entwickelt, ungefâhr in der Mitte der Seiten ange-
setzt, so dass der Rücken stark gewolbt erscheint, Vordereck abgerundet,
Fig. 39-41. Anoplodesmus hilaris, n. sp. — 39. c? 8. Bein. — 40. Gonopode. —
41. Ende des Gonopoden, stârker vergrôssert.
Hintereck erst kurz dreieckig, dann immer langer und spitzer, seitlich wulstig
gesâumt. Die Poren liegen in einem lânglichen Grübchen schon unter der Sei-
tenkante. Vor der Mitte des Seitenrandes ein kleiner Absatz. Die Seitenflügel
des 19. Segmentes sind ziemlich grosse spitze Zâhne.
Segmente in der Quernaht nicht gerade sebr tief eingeschnürt. Quernaht
mit Lângsgrübchen und Rippchen. 4.-18. Segment mit tiefer Querfurche, die
fein lângsgestrichelt ist. Metazoniten dorsal ziemlich glatt, hie und da unregel-
mâssig seicht runzelig. In der vorderen Hâlfte des Metazoniten eine Reihe von
4 kleinen Borsten, auf dem 18. Segment eine Reihe Borsten nahe dem Hinter-
rand, auf dem 19. Segment eine Reihe in der Mitte und eine Reihe ganz am
Hinterrande. Flankendicht fein sandig-kôrnig. Pleuralkiele auf den Segmenten
2-4 gut ausgebildet, weiterhin ist die vordere Hâlfte des Kieles immer mehr
abgerundet und verflacht und schliesslich bleibt nur mehr das spitze Zâhn-
chen des Hinterecks übrig, das noch auf dem 16. Segment vorhanden ist.
Sternite reichlich behaart, mit seichtem Kreuzeindruck, Sternit 5 des $ mit
M Y K10 PO l)F. N
217
2 kleinen runden etwas beborsteten Hôckern zwischen den vorderen Beinen.
Analsegment mit den gewôhnlichen Borstenreihen. Schwânzchen ziemlich
breit, die Terminalhôcker dick, aber nieht nach unten gerichtet. Schuppe
bogig gerundet, die Borstenwarzen sehr klein.
Praefemur der vorderen Beine oben stark rundbauchig vortretend (Fig. 39),
diese Vorwôlbung nimmt hinter dom Copulationsring ab, bleibt aber noch auf
den letzten Beinpaaren etwas sichtbar. Unterseite der Beinglieder beborstet
und mit Spitzkegeln besetzt. Auf Hüfte und Tarsus stehen die Kegel
weniger dicht als auf den anderen GJiedern. Einer der Kegel auf Postfemur
und Tibia ist rnerklich grôsser als die anderen. Die meisten Borster sind end-
warts gebogen.
Gonopodenôffnung queroval, der Hinterrand in der Mitte nur ganz schwach
vorgebaucht. Gonopodenhüfte (Fig. 40), spindelig, in der Mitte arn dicksten,
vorn in der Endhâlfte eine grôssere Zahl von Borsten. Grenze zwisehen Prae¬
femur und Fémur sehr schrâg. Fémur endwârts allmâhlich etwas verbreitert,
ein Postfemur nicht erkennbar. DerTibiotarsus zeigt seine Zusammensetzung
aus 2 Gliedern. Der Tibialteil hat einem grossen, endwârts gerichteten, Haken
(h) und einen quer zur Lângsachse nach vorn gerichteten Lappen (z) mit
einem grossen und 2 kleinen spitzen Zâhnen, ausserdem eine abgerundete
kragenartige Lamelle. Der Tarsus umscheidet einen Teil des Rinnenastes
(Fig. 41).
Fundort : Bana, Annam, 1.500 m., 28 IX. 1931.
Diese Art ist wohl mit A. luctuosus Pet. von Ceylon am nâchsten verwandt.
A. luctuosus ist bedeutend grôsser (7 mm. breit), hat spitze Hinterecken des
Halsschildes, Sternit 5 des $ hat einen grossen Fortsatz und die Gonopoden
sind anders gestaltet.
Pratinus 1 rotundieollis, n. sp.
(Fig. 42-43)
Farbe : hintere liâlfte jedes Prozoniten oder nur ein kurzer Ring an
der Quernaht und der Rücken des Metazoniten vor der Querfurche dunkel
kastanienbraun, der Rest des Rumpfes blass brâunlich, die Seitenflügel mehr
in das Gelbliche spielend, Kopf und Halssohild ganz dunkel kastanienbraun,
Antennen und Beine blass brâunlich.
Breite Metazonit 4 mm., Prozonit 2.5 mm.
Glypeus reichlich beborstet, bis oberhalb der Antennen zerstreute Borsten.
Scheitelfurche ziemlich tief, mit feinen seitlichen Fiederstrichen. Halsschild
ganz glatt, die Seiten breit elliptisch gerundet, schrnal wulstig gesâumt.
Seitenflügel gut entwickelt, horizontal, in der Mitte der Seiten angesetzt,
der Rücken zwischen ihnen daher stark gowôlbt. Die Seitenflügel des 2.
Segmentes liegen hinten in der Hôhe derjenigen des 3. Segmentes, nach vorn
1. Nom. iiov. fi'ir Prionopeltis Poe., nec 1847 Hawle and rli Corda.
218
C. ATTKM8
fallen sie etwas ab, so dass ihre Stellung bis zu einem gewissen Grad ein Mit-
telding ist zwischen Pratinus und Orthomorpha. Das Vordereck aller Sei-
tenflügel ist abgerundet, aber niclit so stark, dass Vorder-und Seitenrand
vôllig zusammenfliessen wtirden. Hintereek vom 2. Segment an spitz zackig,
auf den hinteren Segmenten wird dieser Zahn sehr lang und spitz und ganz
leicht einwarts gebogen. Der Seitenrand ist wulstif gesâumt, auf den poren-
losen Segmenten ist der Wulst dünner, auf den porentragenden dicker, der
Porus liegt latéral in einem kreisrunden Grtibchen, das nur auf den Segmenten
16-19 hinten etwas verlàngert ist. Der Seitenrand hat einen schwachen Absatz,
Rest einer Zahnkerbe. Quernaht mit kleinen runden, durch sehr kurze Ripp-
chen getrennten Grübchen. Segment 2-4 dorsal fast ganz glatt, auf dem 4.
Segment beginnt eine feine Querfurche, die vom 5. oder 6. Segment an tief ist
mit feinen Grübchen und bis zum 18. Segment reicht. Die folgenden Metazo-
Fig. 42 und 43. Pratinus rolundicollis, n. sp. — 42. Fin vordorrs Brin.
43. Gonopodenendc, Medialscite.
niten sind dorsal seicht und zerstreut lederig gerunzelt, dabei sehr glanzend.
Hinter der Querfurche eine Reihe von 6 winzigen Hockerchen, die nicht immer
ganz deutlich sing. Jetzt sind die Metazoniten unbeborstet, aber die Erhaltung
der Tiere ist nicht besonders gut und es ist die Frage, ob nicht vielleicht Bor-
stenverloren gegangen sind. Flanken fzin grieselig-kôrnig. Pleuralkiele auf den
Segmenten 2-7 gut entwickelt, die vordere Halfte des Kieles ist auf den Seg¬
menten 5-7 blasig aufgetrieben, hinten endigen die Kiele mit einen kleinen
spitzen Zahnchen ; vom 8. Segment en bleibt nur mehr die vordere gedungene
Stelle übrig, die dann bald auch verschwindet. Parallel mit dem Hinterrande
der Flanken eine sehr seichte Furche, die einen gekôrnelten Hinterrand
abtrennt.
Sternit 5 des mit 2 runden beborsteten Hôckern zwischen den vorderen
Beinen. Hintere Sternite mit schwachem Kreuzeindruck, schwach beborstet.
Schwanzchen breit, fast parallelrandig, die Terminalhôcker gerade nach
hinten gerichtet. Auf den Seiten des Ringes jederseits 2 Borsten, hinten
2 Reihen von je 4 Borsten, die auf Warzen stehen, die seitlichen Warzen
lassen den Rand des Schwanzchens etwas gestuft erscheinen. Analschuppe
MYRIOPODEN
219
breit bogig, die Borsten auf Warzen. Klappen nur màssig gewôlbt, die 2 Bor-
sten stehen auf sehr grossen aberganz niedrigen Warzen. Band schmal wulstig
gesâumt. Die Borsten der Schuppe und der Klappen sind einfach, Beine ziem-
lich dick, nur das Fémur ist am Grande dünn und endwarts allmàhlich ver-
dickt. Glieder 1-4 unten dicht und lang beborstet, Tibia und Tarsus dicht und
kurz beborstet, der Tarsus unten bürstig. Oberseite der Glieder nur sehr spâr-
lich und kurz beborstet (Fig. 42).
Gonopoden ; die Grenze zwischen Praefemur und Fémur ist ziemlich quer
zur Lângsachse. Das Fémur ist seiner ganzen Lange nach gleich breit, schlank,
nach vorn gebogen. Die Grenze zwischen Fémur und Postfemur ist auf der
Lateralseite deutlicher als auf der Medialseite. Am Ende des Tibiotarsus ein
breiter Lappen und zwei ungefàhr wie die Halften eines Schnabels gegen
einander gebogene Spitzen (Fig. 43).
Fundorte : Lang Biang, Arbre-Broyé, 1.500 m., 1 IL 1931 ; Dalat,
1.500 m., IL 1933.
Pratinus tuberculatus, n. sp.
Farbe dunkel kastanienbraun, die Seitenflügel heller aber nicht scharf
gegen den Rücken abstechend, Antennen heller oder dunkler braun, Unter-
seite und Beine licht rôtlichbraun.
Breite Metazoniten 4 mm., Prozoniten 3 mm.
Glypeus nur massig beborstet, auf dem Scheitel keine Borsten, Antennen
am Ende nur sehr wenig verdickt.
Halsschildseiten nicht ganz symmetrisch gerundet, sondera mit stumpf-
winkligem Hintereck, die Flache glatt, am Hinterrand kaum merkbare
Hôckerchen.
Seitenflügel ober der Mitte angesetzt, der Rücken zwischen ihnen noch
gut gewôlbt, Vordereck stark abgerundet, erst auf den letzten Segmenten
sind Vorder- und Seitenrand zu einem Bogen verschmolzen. Die Dicke jedes
Randwulstes nimmt von vorn nach hinten allmàhlich zu, in der Mitte ein sehr
kleines stumpfes Zahneckchen. Dorsal ist der Wulst sehr scharf abgesetzt.
Das Hintereck ist vom 2. Segment an zackig, auf dem 2. Segment überragt
der Zacken den Hinterrand noch kaum, caudalwârts wird er immer langer und
spitzer. Poren ganz latéral, auf den vorderen Segmenten in einem kreisrunden
Grübchen, das auf den Segmenten vom 15. an lang nach hinten ausgezogen
ist.
Prozoniten sehr fein mattiert. Quernaht mit runden Grübchen, die durch
sehr kurze Rippchen getrennt sind. Metazoniten dorsal sehr glânzend, 4.-18.
mit fein geperlter Querfurche, die auf dem 4. Segment noch sehr seicht ist.
Vor der Querfurche weniger, hinter ihr stârker Iederig gerunzelt, Yor der
Querfurche 2 weit auseinander stehende kleine Tuberkeln, von denen die
paramedianen bis zum 6. Segment eine Borste tragen, die lateralen haben
auch ein Grübchen, so dass die Borste vielleicht nur verloren gegangen ist.
mémoires dd müséüm, nouvelle série, tome VI. 4 5
220
G. ATTEMS
Manchmal fehlt die eine oder andere dieser Tuberkeln. Hinter der Querfurche
eine scharfe médiane Lângsfurche und zu jeder Seite derselben 3-4 grobe flache
glatte Tuberkeln, die keine Borsten tragen, auch auf den hinteren Segmenten
sind sie borstenlos. Flanken dicht fein grieselig-kôrnig. Pleuralkiele auf den
vorderen Segmenten gut ausgebildet, mit zahnartigem Hintereck, vom 5.
Segment an wird die vordere Hâlfte des Kieles blasenartig. Der hintere Zahn
reicht bis zum 7. oder 8. Segment, die blasige Erhôhung wird caudalwârts
allmâhlich schwactier, ist aber noch auf dem 17. Segment merkbar.
Sternite fein behaart mit Querfurche ohne ausgesprochene Lângsfurche.
Sternit 5 des mit 2 ziemlich schlanken Kegeln neben einander. Schwânz-
chen breit, die lateralen Borsten der 2 Reihen sitzen auf grossen Warzen, so
dass der Seitenrand treppig gestuft erscheint. Die Terminalhôcker sind
schlanke ventralwârts gerichtete Kegel. Auf den Seiten des Ringes wie
gewôhnlich jederseits 2 Borsten. Analschuppe breit bogig, die Borstenwarzen
niedrig, Klappenrânder schmal wulstig gesâumt, die Borsten der Klappen
stehen nicht auf Warzen.
Praefemur der Beine oben nicht stark vortretend. Beinglieder ziemlich
reichlich fein behaart, Tarsus unten ohne geschlossene Bürste. Die Gonopoden
gleichen so vôllig denen von P. rotundicollis, dass eine Beschreibung und Abbil-
dung überflüssig ist.
Fundort. Lang Biang, Arbre-Broyé, 1.500 m., 1 IL 1931 (S. Annam).
Pratinus glandulosus, n. sp.
(Fig. 44-47)
Dunkel kastanienbraun, Seitenflügel und Schwânzchen gelb, Beine hell
rôtlichbraun, Antennen ebenso mit schwârzlich verdunkelter Spitze. Breite
der Metazoniten 5 mm., Prozonite 3 mm.
Glypeus zerstreut beborstet, Stirn und Scheitel kahl, Scheitelfurche ziem-
lich seicht, vorn in einem Grübchen endigend, Antennen lang und schlank.
Halsschild glatt und glânzend, seine Seitenflügel horizontal abstehend
mit stark grundeten Vorderecken, wulstig gesâumtem Vorder- und Seiten¬
rand und spitzem Hintereck, das den Hinterrand nur sehr wenig überragt.
Seitenflügel (Fig. 44) gross, hoch angesetzt, etwas in die Hôhe gerichtet, so
dass ihr Seitenrand mit der schwach gewôlbten Rückenmitte in einer Hôhe
liegt. Vorder-und Seitenrand sind zu einem Bogen verschmolzen, der Seiten¬
rand auf den porentragenden Segmenten dickwulstig, auf den porenlosen
weniger dick, mit einem sehr undeutlichen Absatz in der Mitte. Poren ganz
latéral, ungefâhr in einer Linie mit dem Hinterrand des Metazoniten, also
weit von der Spitze des Seitenflügels entfernt, in einem runden Grübchen, das
hinten nur kurz winklig ausgezogen ist. Seitenflügel des 2. Segmentes in
derselben Hôhe wie die folgenden. Hintereck vom 2. an ein langer spitzer, den
Hinterrand weit überragender Zahn. Seitenflügel des 19. Segmentes etwas
MYRIOPODEN
221
kleiner als die vorangehenden, aber immer noch recht gross. Segmente in der
Quernaht nicht sehr stark eingeschnürt, Prozoniten sehr fein mattiert, Quer-
naht mit dicht gedrangten kleinen runden Grübchen. 4.-18. Segment mit einer
nicht scbarfen Querfurche. Metazoniten dorsal unregelmassig lederig gerun-
zelt, dabei glânzend, vorn 2+2 kleine Tuberkeln, die auf den Segmenten
2-4 eine kleine Borste tragen, hinten vom 2. Segment an 3 + 3 Tuberkeln,
von denen eine oder die andere fehlen kann, und mit einer medianen Langs-
furche hinter der Querfurche. Flanken fein grieselig-granuliert. Pleuralkiele
Fig. 44-47. Pralinus tjencvlcn?, n. ep. - 44. çf 9. Segment. — 45. Gonoporte
(F. Fémur, Pstf. Postfemur, RA. Rinnenast TT. Tibiotarsus). — 46. Gonopodenende
stârker vergrôssert. — 47. Femoraldrüse des Gonopoden.
vor dem Copulationsring sehr schwach ausgebildet, rundlich und mit einem
spitzen Zahnchen endigend ; mittlere und hintere Segmente ohne Pleural,
kiele und Zahnchen.
Sternite reichlich fein behaart mit flachem Kreuzeindruck ; Sternit 5 des
c? mit einem grossen kegeligen, kurz behaarten Fortsatz zwischen den vorde-
ren Beinen.
Schwanzchen breit parallelrandig, die Terminalhôcker sind schrâg nach
hinten-unten gerichtete spitze Kegel. Die gewôhnlichen Borstenreihen vor-
handen. Scbuppe rundbogig, mit 2 kurzen Borstenwarzen, die jede 2 Borsten
tragen ; auch die 2 Borsten der Analklappen sind verdoppelt.
Beine lang und schlank, Fémur das lângste Glied, Beborstung etwas zer-
C. ATTEMS
2 22
streut, nur auf dem Tarsus dicht aber ohne geschlossene Bürste, 1.-6. Beinpaar
oh ne Fortsatze, 7. Beinpaar des einzigen <J abgebrochen.
Gonopodenôffnung schwach biscuitfôrmig, in der Mitte nur sehr schwach
eingeschnürt.
Die Gonopoden (Fig. 45) gleichen in hohem Masse denen gewisser Ortho-
morpha- Arten, z. B. O. coarctata. Hüfte schlank walzig, mit einer Borsten-
gruppe am Ende. Telopodit lang und schlank, etwas gebogen, Grenzen des
Postfemur deutlich sichtbar. Der Tibiotarsus ist eine breite Sichel, die am
Ende 2 spitze Zahne und einen sehr fein gefransten Lappen hat (Fig. 46).
Auch hier sieht man sehr deutlich die Femoraldrüse : in der Achsel zwische n
Rinnenast und Tibiotarsus ragt ein zarter etwas gewundener Schlauch vor,
der aus einer dicken Drüsenmasse in Postfemur und Fémur hervorgeht
(Fig. 47).
Fundorte : Darlac, frontière du Cambodge; Suoi Dau (Nhatrang), S. Annam,
Juni 1933 ; Hon Ba, Nhatrang, 500 m., Juni 1930.
Pratinus arboricola, n. sp.
(Fig. 48, 49)
Rücken hell rotbraun bis dunkelbraun, die Seitenflügel nicht beller, die
grossen Tuberkeln der Metazoniten, besonders die vor der Querfurche hell
gelblich.
Lange bis 38 mm., Breite der Metazoniten 3-6— 4-6 m., der Prozomten
2.6-3.3 mm.
Kopf vorn reichlich beborstet, zu den Seiten der seichten Scheitelfurche
keine Borsten oder ein Paar Borsten. Neben der Scheitelfurche keine schrâgen
Fiederstriche. Antennen am Ende nur sehr wenig verdickt.
Halsschild mit horizontalen, hinten eckigen Seitenflügeln, eine breite
Zone hinten lederartig gerunzelt, mit einer Reihe von 3 + 3 oder 2 + 3 oder
1 + 3 grobenTuberkeln. Dazukônnenam Vorderrande 4, und in der Mitte der
Flache 2 sehr flache Tuberkeln kommen. 2 Reihen von wenigen Borsten.
Segmente in der Quernaht taillenartig eingeschnürt, die Quernaht mit
kurzen Langsrippen. Prozoniten ungemein fein mattiert, Metazoniten dorsal
lederig grunzelt, vor der Querfurche 2 + 2 sehr grosse aber flache gelbe Tuber¬
keln, die auf den Segmenten 2-4 eine Borste tragen, im übrigen ist der Rücken
unbeborstet ; hinter der Querfurche 3 + 3 lângsovale gelbe Tuberkeln. Die
Querfurche biegt in der Mitte ein wenig nach vorn, die Medianfurche ist hinter
der Querfurche sehr seicht, vor ihr gerade nur angedeutet oder fehlend.
Seitenflügel hoch angesetzt, der Rücken zwischen ihnen nur wenig gewôlbt.
Das Hintereck ist vom 2. Segment an ein starker Zahn, der je weiter caudal-
wârts um so langer und spitzer wird ; auf dem 19. Segment ist er noch recht
ansehnlich. Seitenrand dickwulstig. Poren latéral in einem kreisrunden Grüb-
hen, das nur auf den hintersten Segmenten nach hinten verlangert ist. D ie
MYRIOPODEN
223
Seitenflügel sind ganz leicht in die Hôhe gerichtet, so dass ihr Seitenrand
ungefahr in einer Hôhe mit der Rückenmitte liegt. Flanken dicht fein griese-
lig-kôrnig. Pleuralkiele auf den vorderen Segmenten gut ausgebildet, mit
ebensolchen feinen Kôrnchen besetzt wie die Flanken ; das Hintereck ist ein
kleiner Zabn, der bis zum 13. Segment vorhanden ist.
Sternite zerstreut fein bebaart, mit unscharfem seichtem Quereindruck,
ohne Lângsfurche, das 5. mit einem grossen, kegeligen, am Ende abgestumpf-
ten, schràg nach vorn gekrümmten, vorn sehr kurz behaarten, hinten kahlen
Fortsatz.
Analsegment lederig gerunzelt, mit den gewôhnlichen Borstenreihen i
Schwânzchen breit, die Terminalhôcker sind sehr wenig nac-h unten gerichtete
Fig. 48 und 49. — Pratinus arboricola, n. sp. — 48. Gonopode.
49. Ende desselben stârker vergrôssert.
Kegel. Schuppe breit spitzbogig, die Borsten auf Warzen, hin und wieder
doppelt.
Unterseite der Beine reichlich behaart, Tarsus des mehr oder weniger
bürstig. Aile vorderen Beine des auch das 7., ohne Fortsatz.
Gonopodenôlïnung wie bei P. glandulosus. Die Grenze zwischen Praefemur
und Fémur des Gonopoden (Fig. 48) ist ziemlich quer zur Làngsachse. Fémur
seblank, gebogen, nahe dem Grande am dünnsten. Auf der Lateralseite sieht
man sehr deutlich die Grenze zwischen Fémur (F) und Postfemur (Pstf), auf
der Medialseite ist sie mehr verwischt. Die Femoraldrüse sehr deutlich
sichtbar. Grenze zwischen Postfemur und Tibiotarsus médial auch sehr
deutlich ; letzterer ist eine ziemlich breite Sichel, deren Ende sich in 2 kurze
gerundete Lamellen teilt, zwischen denen der Rinnenast austritt (Fig. 49).
Fundorte : Lang Biang, Arbre-Broyé, (S. Annam), Januar 1931 ; Dalat,
S. Annam), 1.500 m., 31 I. 35,
224
C. ATTEMS
Pratinus levigatus, n. sp.
(Fig. 50-52)
Sehr dunkel braun, fast schwarzbraun, Seitenflügel von der Mitte an gelb-
lich, ebenso ein verwaschen begrenzter Streif am Hinterrande der Metazoni-
ten, der am Seitenflügel breiter ist und medianwârts schmaler wird, Beine
hellbraun, Antennen dunkelbraun.
Breite 4 mm., Prozoniten 2.7 mm.
Clypeus reichlich beborstet, zu den Seiten der Scheitelfurche einige Borsten.
Hinterrand des Halsschildes gerade, die Seiten gerundet, den Hinterrand
nicht überragend.
Seitenflügel in der Mitte der Seiten angesetzt, die des 2. Segmentes in der-
selben Hôhe wie die folgenden. Auf den Segmenten 2 und 3 sind die Seiten-
rânder parallel, vom 4. oder 5. an verschmelzen Vorder- und Seitenrand zu
einem flachen Bogen ; sie bilden starke dreieckige spitze Zacken, die den
Hinterrand vom 2. Segment an überragen und bestehen zum grôssten Teil aus
dem dorsal scharf begrenzten Randwulst (Fig. 50). Poren ganz seitlich, in
einer Linie mit dem Hinterrand des Metazoniten, am Vorderende einer kurzen^
hinten spitz zulaufenden Grube. Segmente in der Quernaht massig einge-
schnürt, Quernaht ohne Sculptur. Metazoniten dorsal ganz glatt, ohne Quer-
furche, ohne Tuberkeln, Runzeln od. dgl., auch vôllig unbeborstet. Flanken
ganz glatt, Pleuralkiele vom 2. Segment an, auf den vorderen Segmenten sehr
krâftig, flügelleistenfôrmig, mit einem spitzen, den Hinterrand überragenden,
etwas aufgebogenen Zacken endigend ; caudalwârts werden sienachund nach
immer kleiner, in Spuren sind sie noch auf dem 17. Segment sichtbar. Sternite
ohne tiefe Eindrücke, die vorderen reichlich fein und kurz behaart, auf den
Segmenten vom 14. an wird die Behaarung rasch unscheinbar. Neben jeder
Hüfte ein stumpfer kegeliger Hôcker. Sternit 5 des mit 2 von vorn nach
hinten zusammengedrückten dicken Querlamellen, resp. der Fortsatz ist bis
fast zum Grande herab gespalten ; hinten sind sie reichlich kurz beborstet,
vorn nur sparlich.
Sternit 4 des Qf mit 2 wulstigen beborsteten Hôckern. Schwanzchen schlank,
kaum merklich dorsoventral abgeplattet und abwarts gebogen, die 4 Ter-
minalborsten zwischen sehr kurzen Hôckern. Schuppe bogig gerundet
ohne Mittelspitze, die Borsten auf winzigen Tuberkeln.
Beinpaare 6 und 7 abgebrochen, die anderen ohne Besonderheiten.
Hüfte der Gonopoden vorn mit einem grôsseren Borstenfeld. Praefemur
über den Ansatz an die Hüfte hinaus verlangert und dicht lang beborstet.
Fémur gleich breit bleibend, gebogen, der relativ krâftige Rinnenast legt sich
in die Falten des Tibiotarsus hinein ; letzterer am Grand hinten dreieckig
verbreitert, dann allmahlich sich verschmâlernd und in eine Spitze auslau-
fend (Fig. 51-52).
Fundort : Phanrang (S. Annam), 1.000 m., 28 X. 30.
MYRIOPODEN
225
P. levigatus ist durch die ganz glatten Metazoniten ohne Querfurche, ohne
Tuberkeln, Runzeln, Borsten, etc., und die glatte, sculpturlose Quernaht nicht
nur von den hier beschriebenen neuen Arten, sondera von allen Arten der
Gattung verschieden. Auch seine Gonopoden sind charakteristisch. Für die
übrigen 4 neuen Arten kommen als nâchste Verwandte unter den bereits
bekannten nur tenuipes und flaviventer in Betracht. Von tenuipes unterschei-
den sich aile 4 durch die Gestalt des Schwânzchens, das bei tenuipes cylin-
drisch mit winzigen Borstenwarzen und Terminalhôckern ist. Die Unter-
scheidung von flaviventer ist schon etwas schwieriger ; nach der Sculptur des
Rückens würde rotundicollis noch am ehesten mit flaviventer übereinstimmen,
Fig. 50-52. Pratinus levigatus, n. sp. — 50. 10. Segment. — 51. Gonopode, Medialseite.
52. Gonopode, Lateralseite.
aber rotundicollis hat gerundete Seiten des Halsschildes und am Ende des
Gonopoden sind 2 dicke, gegen einander gebogene, Lappen vorhanden, wàhrend
bei flaviventer der Halsschild halbkreisfôrmig ist und die Gonopoden am Ende
an Stelle der 2 Lappen nur einen haben. Die anderen 3 Arten haben eine andere
Rückensculptur.
Die Arten von Annam unterscheiden sich folgendermassen :
1. Metazoniten ganz glatt, ohne Querfurche und ohne Tuberkeln,
unbeborstet. Quernaht glatt, ohne Sculptur. Flanken glatt. Schwânz-
chen schlank. Sternit 5 des çf mit 2 Fortsâtzen. levigatus.
— Metazoniten mit Querfurche, mit Bunzeln oder Tuberkeln oder
beidem. Quernaht mit Grübchensculptur. Flanken fein sandig-kôrnig.
Schwânzchen breit. 2.
2. Sternit 5 des çf mit 2 getrennten kegeligen Fortsâtzen. 3.
— Sternit 5 des ç? mit einem einzigen dicken Kegel. Tergite vom 2. an
mit Tuberkeln. Halsschild mit scharfen Hinterecken. 4.
3. Metazoniten dorsal nur schwach lederig gerunzelt, 2-4. fast ganz
226
C. ATTEMS
glatt. Halsschildseiten breit elliptisch gerundet. Die Tuberkeln der
Metazoniten sind auf winzige Kôrnchen hinter der Querfurche auf den
Segmenten der hinteren Kôrperhâlfte reduziert. Terminalhôcker des
Analsegmentes gerade nacb hinten gerichtet. P. rotundicollis.
— Hinter der Querfurche der Metazoniten zu jeder Seit'e der scharfen
Medianfurche 3-4 grobe Tuberkeln. Halsschild mit stumpfwinkligen
Hinterecken. Terminalhôcker des Analsegmentes nach unten gerich¬
tet . P. tuberculatus.
4. Seitenflügel gelb, von der kastanienbraunen Rückenfarbe scharf abste-
chend. Metazonitentuberkeln vor der Querfurche nicht gelb gefârbt.
Metazoniten dorsal schwach lederiggerunzelt. Tibiotarsus des Gono-
poden mit 2 Zahnchen. P. glandulosus.
— Seitenflügel nicht besonders heller als der Rücken. Die Tuberkeln
vor der Querfurche gross und gelb. Metazoniten viel grôber gerunzelt.
Tibiotarsus des Gonopoden nur mit einem Zahn neben dem breiten
Lappen. p. arboricola.
Im Arkiv f. Zoologi, (V) 26, 1933, p. 4, hat Verhoeff für die Gattungen, bei
denen die Seitenflügel des 2. Segmentes in derselben Hôhe mit den folgenden
liegen, eine Subfamilie Prionopeltinae aufgestellt und spâter für andere Gat¬
tungen in derselben Schrift die Subfamilien Orthomorphinae und Strongyloso-
minae. Er zahlt zwar nicht die Gattungen auf, die er zu diesen Subfamilien
rechnet, aber aus dem Text erfahrt man, dass er zu den Prionopeltinae auch
Brochopeltis zahlt. Diese Subfamilien sind vôllig unhaltbar, besonders die Prio-
nopeltmae sind ein Schulbeispiel für die Anwendung eines künstlichen Systems.
Es werden in dieser Subfamilie einerseits so heterogene Gattungen wie Priono-
peltis (jetzt Pratinus) und Brochopeltis vereinigt, andrerseits werden so nahe
verwandte Gattungen wie Prionopeltis und Orthomorpha in verschiedene Subfa¬
milien gestellt.
Bekanntlich liegen bei den Poiydesmoidea im allgemeinen die Seitenflügel
des 2. Segmentes in derselben Hôhe wie die folgenden, nur bei den meisten
Strongylosomiden liegen sie tiefer ventral. Ob die hohe Lage der 2. Seiten¬
flügel bei einigen Strongylosomiden-Gattungen ursprünglich ist oderob
nicht etwa bei diesen Gattungen erst secundâr die Seitenflügel 2 wieder
in die Hôhe gerückt sind, làsst sich heute nicht entscbeiden. Mir sckeint aber
letzteres das wabrscheinlichere zu sein, weil diese Lage sicb auch bei Brocho¬
peltis findet, einer Gattung, die gar keine nâhere Verwandtschaft mit Pra¬
tinus, etc., hat. Sie gehôrt zu der Gruppe von Gattungen, die auf dem Fémur
des 1. Beinpaares einen Drüsenfortsatz haben und in der indoaustralischen
Région zu Hause sind. Ich glaube also, dass die Gruppe von Gattungen mit
hoch gelegenen Seitenflügeln 2 polyphyletiscb ist. Man kann übrigens bei
manchen Arten im Zweifel sein, ob sie hierher gehoren, bei den Arten, bei
denen das hintere Ende des Seitenflügels wohl in derselben Hôhe wie die fol¬
genden liegt, der Seitenflügel sich aber deutlicb nach vorn abwârts neigt. Auf
MYRIOPODEN
227
keinen Fall ist dieses so unwesentliche und von einer Art zur anderen leicht
sich andernde Merkmal geeignet, uns einen phylogenetischen Wink zu gèben
und geeignet Gattungen nur daraufhin als gemeinsamen Ursprungs erscheinen
zu lassen. Andrerseits ist die Uebereinstimmung der Gonopoden von Pra-
tinus und manchen Orthomorpha so gross, dass man die Arten nur nach diesem
Merkmal unbedingt in dieselbe Gattung stellen müsste und dass es ganz
unangebracht ist, die Pratinus in eine, und die Orthomorpha in eine andere
Subfamilie zu stellen. Die Umgrenzung der Subfamilie Prionopeltinae ist
verfehlt, weil phylogenetisch unhaltbar. Bei der Zerteilung der Familie Stron-
gylosomidae , in der wir schon weit über 60 Gattungen kennen, muss man
schon etwas vorsichtiger sein und vor allem nicht nur einige dieser zahlreichen
Gattungen in Betracht ziehen.
Kronopolites acuminatus, n. sp.
(Fig. 53)
Farbe : der grosste Teil des Prozonit, mit Ausnahme der vordersten Zone,
und die vordere dorsale Hàlfte des Metazonit bis zur Mitte zwischen
Quernaht und Querfurche schwarzbraun, der Rest gelblich ; doch ist das
Exemplar sehr schlecht erhalten und die ursprüngliche Farbe vielleicht
etwas anders. Breite 6.5 mm., Prozonit 4.5 mm.
$. Kopfseiten vor der Antennengrube rundbucklig aufgeblasen, Vorder-
teil des Kopfes nur massig beborstet, ober den Antennen noch einige Borsten,
Scheitel kahl, Backen nur mit vereinzelten Bôrstchen. Antennen schlank,
endwarts kaum etwas dicker. Halsschild seitlich breit gerundet, der fein
gesaumte Rand etwas gehoben. Seitenflügel des 2. Segmentes deutlich
tiefer stehend, sein Vordereck gerundet, das Hintereck kurz stumpfzackig.
cJ. Seitenflügel ziemlich hoch angesetzt aber der Rücken zwischen ihnen
jioch gut gewolbt, Hintereck erst ein kurzer breiter Zacken, der bis zur
Kôrpermitte den Hinterrand nur wenig überragt, auf den hinteren Segmen-
ten wird er langer und spitzer. Auf den porenlosen Segmenten ist der Sei-
tenrand nur dünn wulstig gesaumt, auf den porentragenden ist er dick. Die
den Wulst begrenzende Furche biegt nicht über den Bereich des Seiten-
flügels auf den Rücken. Poren latéral in einem kreisrunden Grübchen.
Metazoniten dorsal unbeborstet und ohne besondere Sculptur, die Quer¬
furche sehr seicht, auf dem 17. Segment schon undeutlich. Quernaht sehr
fein lângsgefurcht. Flanken dicht grieselig-kôrnig. Pleuralkiele auf den vor-
deren Segmenten wohl entwickelt, wenn auch nicht sehr gross, das Hintereck
stumpfzackig, auf den mittleren und hinteren Segmenten ist der Kiel sehr
niedrig ohne Zahn hinten, auf dem 16. Segment noch deutlich, auf dem 17.
nur in Spuren.
Sternite beborstet, mit Querfurche ohne Langsfurche, mit 4 niedrigen
Kegeln. Sternit 5 des $ mit einer queren, am Endrand dunkel gefârbten
Lamelle zwischen den vorderen Beinen.
228
G. ATTEMS
Schwanzchen schlank, die Borsten kurz und fein, nicht auf grôsseren
Warzen stehend, der Seitenrand des Analsegmentes daher nicht gestuft.
Schuppe bogig, die Borsten auf niedrigen dicken Warzen.
Beine des relativ schlank, von mittlerer Lange, ringsum gleichmâssig
beborstet, der Tarsus am reichlichsten aber ohne geschlossene Bürste.
Gonopodenôffnung in der Mitte stark eingeschnürt durch eine dreieckige
Yorragung des Hinterrandes, die am Ende in einen langen spitzen nach
unten gerichteten Kegel ausgezogen ist.
Gonopoden (Fig. 53) : Die Hüfte hat ein
gutes Stück vor dem Ende auf einer nie¬
drigen Vorragung ein Borstenfeld. Grenze
zwiscben Praefemurund Fémur sehr schrâg.
Fémur ungefahr gleich breit bleibend, ohne
sehr scharfe Grenze gegen den Tibiotarsus. An
der Abgangstelle des Rinnenastes ein kl einer
dunkel gefarbter, krummer Dorn. Tibiotar¬
sus dreiastig, 2 Aeste (a und b) nacb hinten
gerichtet, der dritte (c) bildet eine Scheide
für einen Teil des Rinnenastes. Dieser
ist cylindrisch, hat vor dem Ende eine
stumpflappige Verbreiterung ; die Samen-
rinne endet auf einem schlanken Endzip-
fel.
Fundort : Hagiang (Ht. Tonkin), Juli 1933, 1 $ dem die ersten 3 Segmente
fehlen und 1 $.
Unterscbeidet sich von K. swinhoei Poe. durch den eigentümlichen Kegel
am Rande der Gonopodenôffnung, die geringe Grosse der 4 Kegel auf den
Sterniten, die stârker entwickelten Seitenflügel, deren Hintereck auf den
hinteren Segmenten ziemlich lang und spitz ist, die kleineren Pleuralkiele
und die Gestalt der Gonopoden.
Fig. 53. — Kronopolites acuminatus ,
n. sp, Gonopode.
Sundanina îalcata, n. sp.
(Fig. 54-57)
Hell kastanienbraun, die Rückenmitte auf den Prozoniten schmàler, auf
den Metazoniten breiter blass weisslichgelb. Seitenbeulen und Schwanzchen
ebenfalls weisslichgelb. Halsschild zum grôssten Teil aufgehellt. Sehr aufïal-
lend sind die Beine gefarbt, die ersten 5 Glieder weisslichgelb, Tibia und
Tarsus braun.
Breite in den Seitenbeulen 1.65 mm, in der Quernaht 1.32 mm. Kopf vorn
nur zerstreut beborstet, Antennen schlank, am Ende nur wenig verdickt.
Halsschild seitlich elliptiscb gerundet, langs des Vorderrandes einige Borsten.
Segmente in der Quernaht nur wenig eingeschnürt. Seitenflügel (Fig. 54)
MYRIOPODEN
229
in der Mitte angesetzt, vorn und hinten sich verflachend, auch auf den letz-
ten Segmenten hinten nicht zackig ; sie bestehen eigentlich nur aus den
dicken Randwülsten, die dorsal scharf durch eine Furche begrenzt werden,
welche Furche vorn nur ganz wenig dorsal umbiegt. 4.-18. Segment mit
sehr seichter Querfurche. Poren ganz latéral am Vorderende eines Grübchensi
das sich hinter dem Porus kurz winklig auszieht. Metazoniten sehr glânzend’
dorsal glatt, in der hinteren Kôrperhàlfte seitlich am Hinterrande sehr
schwache undeutliche Runzeln. Segmente 2, 3, 17, 18, 19 mit einer Reihe
sehr kleiner dünner Borsten in der vorderen Hâlfte. Prozoniten sehr fein
Fig. 54-57. — Sundanina falcata , n. sp. — 54. çf 6. Segment. — 55. Gonopode.
56. Seitenast des Godopodenfemur. —57. Tibiotarsus des Gonopoden, Lateralseite.
mattiert. Quernaht mit relativ grossen Rippen zwischen den ebenfalls grossen
Gruben. Flanken mit schwachen Runzeln. Pleuralkiele auf den vorderen
Segmenten gut entwickelt, hinten ganz abgerundet ; auf dem 8. Segment
noch eine niedrige Leiste, dann verschwinden sie allmahlich ganz.
Seitenflügel 2 hinten fast in einer Hôhe mit dem 3., nach vorn schràg
abfallend.
Sternit- 5 des mit einer langen schrag nach vorn gerichteten Lamelle
zwischen den vorderen Beinen.
Schwanzchen ziemlich breit, dachig, die Terminalhôcker kurz, gerade nach
hinten gerichtet, die gewôhnlichen Borstenreihen vorhanden.
Beine des $ mâssig dick, die hinteren nicht verlangert, Unterseite des
Praefemur dicht beborstet, die des Tarsus mehr oder weniger bürstig. Aile
Beine ohne Fortsâtze.
230
C. ATTEMS
Gonopodenôfïnung queroval, am Rande jederseits vorn ein stumpfer nach
unten gerichteter Zapfen, eine sehr aufïallende Bildung, die schon am Tiere
in toto von der Seite sichtbar ist.
Gonopodenhüfte etwas spindelig mit einem grossen Borstenfeld am Ende
der Vorderseite (Fig. 55). Grenze zwischen Praefemur und Fémur médial
sehr schrag, latéral quer zur Langsachse. Fémur lang und schlank, gerade,
in der Nàhe des Endes ein grosser sichelfôrmiger Seitenast, der auf seiner
convexen Kante zahlreiche kleine Ivegelspitzen (Fig. 56) hat. Die Samenrinne
verlâuft auf der Medialseite in gerader Richtung bis zum Rinnenast. Die
Grenze zwischen Fémur und Tibiotarsus ist latéral sehr deutlich. Tibiotarsus
sehr schlank, im rechten Winkel gebogen, umscheidet den dünnen Rinnenast
(Fig. 57).
Fundort : Dalat (S. Annam), Februar 1934.
Stimmt in den âusseren Merkmalen noch am meisten mit S. gastrotricha
Att. von Sumatra überein, ist jedoch viel kleiner, gastrotricha ist 3 mm
breit, und hat Pleuralkiele, die bei gastrotricha fehlen. Die Gonopoden sind
ganz anders. Bei gastrotricha sind Fémur und Tibiotarsus ganz ohne Grenze
verschmolzen, sitzt der Seitenast des Fémur nahe der Basis des Rinnenastes
und ist glattrandig und ist der Tibiotarsus breiter und mehr gerade.
Gen. ANNAMINA, nov.
20 Segmente. Poren auf den Segmenten 5, 7, 9, 10, 12, 13, 15-19.
Gonopoden : Praefemur lânglich, Grenze zwischen ihm und dem Fémur
quer zur Langsachse. Fémur gross und breit, die Samenrinne verlâuft im
ganzen gerade, von der Medialseite her verdeckt durch eine Lamelle, Rinnen¬
ast dünn, spitz auslaufend, nicht vom Tibiotarsus umscheidet. Sternit 5
des $ mit einem Fortsatz zwischen den Beinen des vorderen Paares. Seiten-
flügel gut entwickelt, die des 2. Segmentes tiefer ventral als die folgenden.
Rumpf mit Ausnahme des 2. und 19. Segmentes unbeborstet. 5.-18. Segment
mit Querfurche. Pleuralkiele schwach. Analsegment ohne Besonderheiten.
Aile Beine des ohne Drüsen oder Fortsâtze. Gonopodenôfïnung von eigen-
tümlicher Form, vorn schmâler, hinten plôtzlich breiter.
Typus A. xanthoptera , n. sp.
Von den zahlreichen Gattungen, die charakterisiert sind durch 20 Segmente,
normale Porenverteilung, tiefer liegende Seitenflügel des 2. Segmentes,
Fehlen von Drüsen oder Fortsâtzen auf den Beinpaaren 1 und 2 des mit
verâstelten, d. h. nicht eine einfache Sichel darstellenden Gonopoden, dünnen
peitschenfôrmigen Rinnenast, unterscheidet sich Annamina dadurch, dass
dieser Rinnenast ganz frei ist, nicht vom Tibiotarsus umscheidet. Es gibt
eine andere Gruppe von Gattungen, bei der der Rinnenast auch frei aufragt,
aber hier ist er bedeutend stàrker, nicht dünn peitschenfôrmig.
MYRIOPODEN
231
Ânnamina xanthoptera, n. sp.
(Fig. 58-62)
Farbe dunkel kastanienbraun, Halsschild und die Metazoniten der fol-
genden etwa 6 Segmente sowie die Seitenflügel der übrigen gelblich oder es
ist der ganze Rücken der Metazoniten und ein anschliessendes Stück der
Prozoniten gelblich, der Rest kastanienbraun.
Breite : Metazoniten 2.5 mm, Prozoniten 1.8 mm.
Clypeus und Stirn zerstreut beborstet, Scheitel leicht eingedrückt mit
2 Borstenpaaren. Antennen lang und schlank, am Ende nicht verdickt.
Seiten des Halsschildes breit gerundet und horizontal aufgekrempt.
Seitenflügel gut entwickelt, hoch angesetzt, horizontal ; der Rücken
zwischen ibnen wenig gewôlbt, fast flach. Vordereck abgerundet, Hintereck
erst rechtwinklig, denn immer mehr stumpfzackig, vom ca. 6. Segment an
den Hinterrand überragend, caudalwarts immer schârfer werdend. Seiten-
rand fein wulstig gesaumt, hinter dem Vordereck ein kleiner Absatz. Die
Poren liegen ganz nach der Seite gerichtet im hintersten Teil des Seitenrandes ;
der feine Saum teilt sich und umfasst den Porus. Seitenflügel des 2. Segmentes
tiefer liegend als die übrigen, vorn und hinten zackig. Seitenflügel des 19.
Segmentes sehr klein. Segmente in der Quernaht taillenartig eingeschnürt,
die Quernaht selbst mit kràftigen Rippen zwischen den Grübchen (Fig. 58).
Rücken der Metazoniten glatt und glanzend, Halsschild mit einer Reihe
von Borsten am Vorderrande, 2. Segment mit einigen Borsten in der vorderen
Hâlfte, die folgenden bis zum 18. unbeborstet, das 19. mit einigen Borsten
am Hinterrande. Segmente 5-18 mit schârfer Querfurche. Flanken fein grie-
selig kornig, Prozoniten sehr fein mattiert.
Sternite glatt, zerstreut kurz beborstet, mit seichtem Kreuzeindruck,
Sternit 18 noch ebenso breit wie die vorangehenden. Zwischen den vorderen
Beinen des 5. Segmentes ein ziemlich langer, im Querschnitt runder endwàrts
etwas sich verjüngender und am Ende mit einigen Borsten besetzter Fortsatz,
der ein kleines nach hinten gerichtetes Zipfelchen trâgt (Fig. 59). 2.-6. Seg¬
ment mit sehr schwachem Pleuralkiel, weiterhin keine Spuren mehr von sol-
chen. Latéral von den Stigmenôffnungen eine schlankes Zapfchen.
Analsegment mit 2 Querreiben von 8 und 6 Borsten, Schwânzchen gerade,
nicht breit, endwàrts ein wenig verschmalert, unten etwas ausgehôhlt, die
Terminalhocker sind kurze, dicke, gerade nach hinten gerichtete Kegel.
Schuppe stumpf dreieckig.
Beine vom 3. an sehr lang und schlank, die hinteren nicht langer als die
anderen. Die Verlângerung kommt hauptsâchlich auf die Rechnung des
Fémur. Unterseite reichlich beborstet, Tarsus dicht beborstet aber obne
geschlossene Bürste.
Vordere Halfte der Gonopodenoffnung viel scbmâler als die hintere, der
232
G. ATTEMS
Uebergang ein plôtzlicher, hinter der Oeffnung nur eine schmale Spange,
das 8. Beinpaar ist latéral von der Oeffnung inseriert (Fig. 60).
Die Gonopoden (Fig. 61,62) sind recht eigenartig. Die Hüfte hat ein langes
Borstenfeld, die distalen Borsten sind langer und zusammengeneigt. Prae-
femur rundlich, die Grenze gegen das Fémur quer zur Langsachse. Fémur
gross, breit, gerade, die Basis etwas verdünnt, am Ende nach vorn zu médial
eine runde mit kleinen Kegeln besetzte Lamelle, nach hinten und latéral
Fig. 58-62. Annamina xantkoptera, n. sp. — 58. G 9. Segment. — 59. q' Sternitfortsatz
des 5. Segments. — 60. Gonopodenôffnung. — 61. Gonopode. Lateralseite. — 62. Teil
des Gonopoden, Medialseite nach Behandlung mit Kalilauge.
eine kleinere glatte Lamelle. Die Samenrinne verlauft etwas geschlângelt
aber im ganzen gerade ; von der Medialseite gesehen ist sie unter der oben
erwàhnten mit Kegeln besetzten Lamelle verborgen. Der dünne, in eine feine
Spitze endigende Binnenast ragt frei neben dem Tibiotarsus auf. Tibia und
Tarsus sind getrennt, was man allerdings erst nach Behandlung mit KOH
sieht. Die Tibia (Ti) ist ein paralellrandiger Ast, dessen einer Rand und
Ende mit Spitzkegeln besetzt ist. Der Tarsus (Ta) ist ein langer schlanker
gerader endwarts zugespitzter Ast mit einem Nebenzacken in der Grund-
halfte. Es ist eine Lageverschiebung zwischen Tibia und Tarsus eingetreten,
so dass die Basen beider neben einander liegen und der Tarsus nicht durch
die Tibia vom Fémur getrennt ist.
Fundort : Tourane, Lien Chiêu (C. Annam), IX. 31.
MYRIOPODEN
233
Gen. TOURANELLA, nov.
20 Segmente.
Femurabschnitt des Gonopoden so verkürzt, dass der Tibiotarsus fast
vom Praefemur zu entspringen scheint, ohne Nebenast. Rinnenast einfach,
schlank, spitz auslaufend. Tibiotarsus gross, den Rinnenast umscheidend,
im grossen und ganzen gerade, in der Lângsrichtung des Telopodits.
Grenze zwischen Fémur und Praefemur quer zur Lângsachse.
Sternit 5 des mit einem Fortsatz zwischen den vorderen Beinen, die
übrigen Sternite ohne Fortsatz.
Prozoniten spiegelglatt und glanzend. Metazoniten dorsal dicht beborstet-
Die Seitenflügel sind rundliche Beulen mit einem kleinen spitzen Zâhnchen
hinten. Die des 2. Segmentes sind bedeutend tiefer ventral als die anderen
liegende Leisten. Poren auf den Segmenten 5, 7, 9, 10, 12, 13, 15-19.
Analsegment ohne Besonderheiten.
Keine deutlichen Pleuralkiele.
Aile Beine des g ohne Drüsen oder Fortsatze.
Typus : Touranella gracilis, n. sp.
Diese Gattung gehôrt nach der Gestalt ihrer Gonopoden in die nâchste
Nahe von Par australiosoma , Australiosoma und Dicladosoma, von welchen
sie sich jedoch durch das Fehlen einer Drüse und eines Fortsatzes auf dem
Fémur des ersten Beinpaares unterscheidet. Das Fémur des Gonopoden hat
bei der neuen Gattung keinen Nebenast, wie bei Dicladosoma , wahrend bei
Australiosoma und Par australiosoma hier 1 oder 2 Nebenâste vorhanden sind.
Der Rinnenast ist schlank und einfach wie bei Par australiosoma.
Touranella gracilis, n. sp.
(Fig. 63-64)
Farbe fast schwarz, Beine und Antennen blass weisslichgelb.
Breite über die Seitenbeulen gemessen 1.2 mm, in derQuernaht, 0,86 mm
Der gamze Kopf reichlich wenn auch nicht sehr dicht, lang beborstet, aucli
auf dem Scheitel. Backen sparlich behaart. Antennen ziemlich lang ihr Ende
deutlich keulig.
Seiten des Halsschildes breit elliptisch gerundet, schmal gesaumt, dem
Kopfe anliegend, die ganze Flâche lang behaart. Der Halsschild ist schmâler
als der Kopf.
Segmente in der Quernaht taillenartig eingeschnürt. Prozoniten spiegel¬
glatt und sehr glanzend (sonst sind sie meist fein mattiert oder chagriniert.).
Quernaht mit für die Grosse des Tieres ungemein groben Langkielen. Rücken
der Metazoniten sehr glanzend, dicht und lang beborstet, jede Borste steht
in einem kleinen Grübchen. Flanken glatt und glanzend. Keine deutlichen
Pleuralkiele vorhanden. 2. Segment mit Seitenleisten, die bedeutend tiefer
234
G. ATTEMS
ventral liegen als die folgenden Beulen. Die Seitenflügel sind rundliche
Beulen, der Randsaum ist auf den porenlosen Segmenten eine schmale Leistel
auf den porentragenden Segmenten teilt si ch die Leiste, so dass sie den latera,
gerichtcten Porus umgibt.
Analsegment ebenso lang beborstet wie die Metazoniten, Schwânzchen
im Querschnitt rund, gerade nach hinten gerichtet.
Sternit 5 des $ mit einem dicken, rundlichen, nach vorn gerichteten, am
Ende kurz zweihockrigen Vorsprung zwischen den vorderen Beinen, aile
übrigen Sternite ohne Fortsatz, die hinteren ungefâhr quadratisch.
Fig. 63 und 64. Touranella gracilis, n. sp. — 63. Gonopode, Medialseite.
64. Teil des rechten Gonopoden, Lateralseite.
Beine des £ nur ganz leicht verdickt, besonders das Praefemur etwas
spindelig, die hinteren nicht besonders verlângert, aile Glieder ringsum
ziemlich gleichmassig beborstet, der Tarsus unten ohne geschlossene Bürste.
1. und 2. Beinpaar ohne Fortsâtze.
Gonopoden (Fig. 63, 64) : Hüfte von der gewôhnlichen Form, vor dem
Ende etwas eingeschnürt, mit einer grôsseren Borstengruppe vorn in der
Endhalfte. Praefemur rundlicheiformig, die Grenze gegen das Fémur quer
zur Làngachse. Fémur ausserst kurz, ohne Nebenast, der Rinnenast krâftigi
gerade, das Ende hakig gebogen und in eine feine Spitze auslaufend, im
Tibiotarsus verborgen, dieser sehr gross, mit einem kleinen Nebenast (n)
nahe dem Grande, das Ende hakig gebogen.
Fundort : Tourane, Lien-Chiêu, (C. Annam). September 1931, 1
MYRIOPODL.N
235
Gen. CENTRODESMUS Poe.
Von der Gattung Centrodesmus war bisher nur eine Art, C. typicus Poe.
bekannt. Da Pocock die Art nur nach einem Weibchen beschrieben hatte,
war die systematische Stellung der Gattung unklar, trotzdem zveifle ich
nicht, dass 3 hier neu beschriebene Arten zur selben Gattung gehôren wie
typicus , weil der Habitus aller 4 Arten so eigenartig ist, dass ihre generelle
Zusammengehôrigkeit wahrscheinlich ist. Von den neuen Arten sind 2 durch
ein Mânnchen vertreten, die dritte nur durch ein Weibchen. Bei Diplopoden
halte ich die Aufstellung einer Art nur nach Weibchen im allgemeinen nicht
für angezeigt, aber hier glaubte ich doch eine Ausnahme machen zu dürfen,
weil die 3 Arten abgesehen von den durch die Gonopoden gegebenen Merk-
malen sehr leicht zu unterscheiden sind.
SCHLÜSSEL DER ARTEN
1. Seitenflügel nur wenig über die Horizontale erhoben. Die 4 Borsten-
warzen der vorderen Reihe und die 2 paramedianen der hinteren Reihe
des Analsegmentes stehen facherformig neben einander und ver-
decken von oben her das Schwanzchen und die 2 lateralen Borsten-
warzen der hinteren Reihe. Hinter dem Grande jedes Seitenflü-
gels 2 runde Lâppchen. C. spectabilis.
Seitenflügel steil bis fast senkrecht in die Hohe gerichtet. Borsten-
warzen des Analsegmentes anders angeordnet, aile 8 von der Dorsal-
seite sichtbar. 2
2. Metazoniten sehr fein chagriniert und mit winzigen Haarspitzen
bedeckt. Die 2 paramedianen Borstenwarzen der hinteren Reihe
des Analsegmentes überragen das Schwanzchen. Seitenflügel sehr
schlank, ausgesprochen hirschgeweihâhnlich. C. pilosus.
— Metazoniten feingranuliert ohne Haarspitzen. 3
3. Die Borstenwarzen am Hinterrande der Metazoniten sind zu langen
spitzen Kegeln vergrôssert. Die Seitenflügel sind bedeutend gedrun-
gener als bei pilosus , mit 2-3 Zahnen am vorderen Rande ohne Kro-
nenbildung am Ende. Die 2 paramedianen Borstenwarzen der hinte¬
ren Reihe des Analsegmentes sind klein und werden vom Schwanzchen
weit überragt. (J. asper
Am Hinterrande der Metazoniten keine grossen spitzkegeligen
Borstenwarzen. C typicus.
Centrodesmus spectabilis, n. sp.
(Fig. 65-70)
Kopf und Rumpf dunkel kastanienbraun, Antennenglieder 1-5 und 7 am
Ende gelblich aufgehellt, die grossen Zàhne der Seitenflügel und die runden
mémoires du muséum, nouvelle série, tome VI.
16
236
G. ATTEMS
Lappen hinter den Seitenflügeln blass gelblich, die ersten 2 Beinglieder gelb 7
die anderen gelb und brâunlich geringelt.
Lange 35 mm. Breite der Metazoniten 6.5 mm, der Prozoniten 4.5 mm.
Kopf dicht fein gfanuliert, Clypeus ziemlich zerstreut beborstet, zu den
Seiten der massig tiefen Scheitelfurche 2 Borstenpaare, Antennen am Ende
kaum verdickt.
Halsschild : die Seitenflügel gleichen sehr denen der anderen Segmente,
es sind grosse, schwach sichelfôrmige, seit — und aufwârts gebogene Horner,
deren Vorderrand einen kleinen Absatz hat ; hinter jedem Seitenflügel eine
kleine Querleiste. Am Vorderrande 4 dicke borstentragende Warzen, auf der
Flache 2 Querreihen von je 4 kleinen Tuberkeln, die keine Borsten tragen-
da die Erhaltung des Tieres eine gute ist und die mehr ausgesetzten Tu
berkeln des Vorderrandes Borsten tragen, ist anzunehmen, dass die Borsten-
osigkeit der anderen Tuberkeln das Ursprüngliche ist.
Die Seitenflügel der folgenden Segmente sind hoch angesetzt, nur wenig
iiber die Horizontale erhoben, die des 2. Segmentes in derselben Hôhe wie
die anderen. Es sind breite nach hinten gekrümmte Sicheln (Fig. 65), deren
Vorderrand auf den Segmenten 2-7, 11 und 14 je 3, auf den anderen Seg-
menten bis zum 17. je 4 Zahnabsâtze hat, die auf den Segmenten 2 und 3
aile klein sind, vom 4. beginnt der erste grosser und stumpfer zu werden, auf
dem 18. sind die Zâhne sehr klein, auf dem 19. fehlen sie fast ganz. Hinterrand
der Seitenflügel seicht und unregelmâsig stumpf gekerbt. Hinter jedem
Seitenflügel stehen 2 runde Lappen ; sie sitzen zwar auf dem gedungenen
Grund des Seitenflügels, aber es scheint mir doch wahrscheinlich, dass sie
aus Tuberkeln des Hinterrandes entstanden sind, die nur etwas latéral
verlagert sind, denn bei den anderen Arten haben wir am Hinterrand eine
Reihe grosser spitzer Kegel, die offenbar nichts anderes sind als Borstenwarzen,
wie solche sich so oft am Hinterrand der Metazoniten finden ; die lateralen
derselben sind meist grosser als die anderen. Bei C. spectabilis sind die latera¬
len Kegel zu breiten runden Lappen geworden ; ausserdem sind vor dem
Hinterrand in einiger Entfernung von demselben 2 kleine borstenlose Tuber¬
keln vorhanden und vor der Querfurche 2 solche Tuberkeln.
Auch die Zahne der Seitenflügel sind borstenlos. Die Querfurche ist sehr
schwach ausgepragt. Metazoniten sowohl dorsal als in den Flanken und auf
der Unterseite der Seitenflügel dicht fein sandig granuliert. Prozoniten sehr
fein seidig mattiert. Quernaht massig tief eingeschnürt, mit winzigen runden
Grübchen.
Die Poren sind winzig klein und nicht immer deutlich sichtbar.
Sternite ebenso fein granuliert wie die Metazoniten, zerstreut beborstet,
oh ne scharfe Furchen. Sternit 5 des $ mit 2 kleinen beborsteten Hockern
zwischen den vorderen Beinen, aile übrigen Sternite ohne Fortsatze. Keine
Pleuralkiele. Segmente 2 und 3 unten vom mit niedrigen Hockern.
Analsegment (Fig. 66, 67) recht eigenartig, mit 6 grossen gleich gestalteten
schlank-kegeligen Borstenwarzen, die fâcherartig das kleine Schwânzchen
MYR10P0DEN
237
von oben lier verdecken ; diese 6 Borstenwarzen sind die 2 paramedianen der
hinteren Reihe und die 4 der vorderen Reihe (a). Von der Unterseite sieht man
2 weitere ebenso gestaltete Borstenwarzen, die lateralen der hinteren
Fig. 65-70. — Centrodesmus spectabilis, n. sp. — 65. 8 und 9. Segment. — 66. Hinterende,
Dorsalseite. — 67. Hinterende, Ventralseite. — 68 c? 7. Bein. — 69. Gonopode. —70. Ende
des Gonopoden, Lateralseite.
Reihe (p), zu den Seiten des kleinen Schwanzchens. Von den 2 Borstenwarzen
auf den Seiten des Ringes ist die vordere sehr klein, die hintere etwas grôsser.
Das ganze Analsegment ist ebenso fein granuliert wie die Metazoniten.
Schuppe trapezfôrmig mit 2 mâssig grossen Borstenwarzen, die 2 Borsten
der Klappen auf niedrigen Warzen.
Beine massig verdickt, Fémur des 7. Beinpaares in der Mitte stark ange-
schwollen, im Innern sieht man eine opake Drüsenmasse (Fig. 68).
Gonopodenôffnung queroval, vor der Oefînung jederseits eine dicke, runde
knollige Vorragung.
Die Hüften der Gonopoden sind durch Muskeln am Grande mit einander
verbunden ; sie sind kurz walzig, mit einer kleinen Borstengruppe vor dem
Ende, ohne lange Borsten auf der Medialflâche. Praefemur langlich, am
Grande mit eiformigem Vorsprung, der die Hüfte im Profd überragt. Die
Grenze gegen das Fémur nur sehr wenig schrâg zur Langsachse. Fémur bald
nach dem Grand am schmâlsten, am Ende leicht verbreitert, die Abgrenzung
238
G. ATTEMS
zwischen Fémur und Postfemur besonders auf der Lateralseite bis zur Mitte
des Telopodits deutlich sichtbar. Der Rinnenast ist eine schlanke zum Teil
im Tibiotarsus verborgene Sichel, deren Ende frei vorragt. Tibiotarsus
einheitlich, mit einem krâftigen quer abstehenden Zapfen am Grunde, hohl
zusammengebogen, so dass eine Art Scheide für den Rinnenast entsteht
(Fig. 69, 70).
Fundort : Bana, (C. Annam), 1.500 m., 19 IX. 1931.
Centrodesmus pilosus, n. sp.
(Fig. 71-74)
Farbe dunkel kastanienbraun.
Breite von einer Seitenflügelspitze zur anderen 4.3 mm., in der Quernaht
1.65 mm.
Kopf dicht and fein granuliert, Clypeus zerstreut beborstet, auf dem
Scheitel zu den Seiten der scharfen Furche einige Borstenpaare. Antennen
lang und schlank, 1. Glied sehr kurz, die Lange der Glieder 2-6 verhâlt sich
wie 100 : 88 : 88 : 78 : 60.
Die Segmente sind in der Quernaht taillenartig eingeschnürt, die Quer¬
naht selbst ist sehr schwach ausgeprâgt und obne jede Soulptur und haupt-
sâchlich durch den Unterschied zwischen den kahlen Prozoniten und den
dicht kurz behaarten Metazoniten markiert. Die langen dünnen Seitenflügel
gleichen tâuschend Hirschgeweihen, aus breiterer Basis, die nicht einmal die
Hâlfte der Metazonitenlânge einnimmt, erbeben sich lange schlanke, mehr
oder weniger steil bis fast senkrecht aufsteigende Stangen, die ungefâhr in
der Mitte vorn ein Ende und an der Spitze 3, eine Art Krone bildende Enden
haben (Fg. 71) ; auf den vorderen Segmenten sind im ganzen nur 3 Enden
vorhanden und die dreispitzigen Seitenflügel des 19. Segmentes sind nach
hinten gerichtet. Halsschild mit ebensolchen Seitenflügeln (Fig. 72) wie die
anderen Segmente ; am Vorderrande stehen 6 lange schlanke Kegel, deren
Grosse von der Mitte nach der Seite allmâhlich zunimmt ; an dem untersuch-
ten einzigen $ hatten sie keine Borsten. In der hinteren Hâlfte 2 Querreihen
von je 4 schlanken, spitzen borstentragenden Kegeln. Prozoniten fein
chagriniert und kahl, Metazoniten dorsal und in den Flanken dicht mit
winzigen kurzen Borstchen bedeckt, auf den Seitenflügeln sind sie mehr
spitzchenartig. Am Hinterrand der Metazoniten stehen lange sehr schlanke
spitze Kegel, die eine kleine Borste tragen. Auf den vorderen Segmenten
sind 6 solche Kegel vorhanden, auf den hinteren 8. Die Grosse der Kegel
nimmt von der Médiane nach den Seiten allmâhlich zu ; die lateralen sind
viel stârker als die paramedianen und stehen gerade hinter den Seiten¬
flügeln. Auf den Segmenten 18 und 19 sind aile 8 Spitzen gleich gross, dünn
und mehr borstenartig. An Stelle der Querfurche haben die Metazoniten bis
zum 17. eine breite seichte Quermulde. Vor ihr aber noch weit von der
MYRIOPODEN
239
Quernaht entfernt eine Reihe von 4 borstentragenden schlanken Warzen.
Die Poren sind sehr klein und schwer sichtbar ; sie liegen auf der Aussen-
seite der Stangen gegenüber der Basis der untersten Sprosse. Auf den isolierten
Segmenten 5-12 sind 5 Segmente mit Poren, was auf eine normale Verteilung
Fig. 71-74. Centrodesmus pilosus, n. sp. — 71. Ein minières Segment. — 72. Vorderende-
73. Ilinterende. — 74. Gonopode.
schliessen lasst, das 13. Segment hat Poren, vom 14. Segment an sah ich
keine mehr.
Die Sternite haben ebensolche winzige Haarspitzchen wie die Metazoniten
und zerstreute langere Borsten, keinen scharfen Kreuzeindruck, Auf einem
der isolierten Segmente, also wahrscheinlich dem 5., hat das Sternit zwischen
den vorderen Beinen 2 getrennte kurze Cylinder. Die anderen Sternite
haben keine Fortsâtze. Keine Pleuralkiele. Auf der Ventralseite des 2. Seg¬
mentes jederseits eine quere Lamelle, an die sich bei gekrümmtem Bumpfe
die Backen anlegen.
Das Schwanzchen des Analsegmentes (Fig. 73) ist ein kleiner, kurzer, gerade
nach hinten gerichteter Cylinder, der von den 4 grossen zitzenfôrmigen
240
C. ATTEMS
Borstenwarzen der liinteren Reihe überragt wird. Die 4 Borstenwarzen der
vorderen Reihe sind ebenso gross. Auf den Seiten des Analringes die gewôhn-
lichen 2 Borstenwarzen jederseits. Die Terminalhôcker sind winzig klein.
Schuppe trapezfôrmig, mit 2 grossen Borstenwarzen.
Beine sebr lang, die hinteren nicht viel langer als die vorderen, aile ein
wenig verdickt.
Gonopodenoffnung queroval, die Rander ringsum ziemlich gleichmâssig
erhoben, vorn nicht über die Quernaht und hinten nicht in den Bereicb des
folgenden Beinpaares liineinragend.
Gonopodenhüften kurz, dick, walzig, beide durch Muskeln mit einander
verbunden. Ausser der gewôhnlichen Borstengruppe vorn am Ende stehen
auf der Medialseite einige lange Borsten. Praefemur lânglich, die Grenze
gegen das Fémur auf der Medialseite schrag. Fémur in der Nàhe der Basis
etwas verengt, am Ende verbreitert, der Rinnenast entspringt im Profil
gesehen vor dem Tibiotarsus und ist von ziemlich breiter Basis allmahlich
zugespitzt und am Ende hakig gebogen ; er ragt frei auf ohne vom Tibiotarsus
umscheidet zu sein. Von einem Postfemur keine Spur. Tibiotarsus am Grande
sehr deutlich gegen das Fémur abgegrenzt, einheitlich, jmit 3 Zacken, von
denen 2 nach hinten, 1 nach vom gerichtet ist (Fig. 74).
Fundorte : Col des Nuages (C. Annam), IX. 1931. Phanrang (S. Annam),
VII. 1930.
Centrodesmus asper, n. sp.
(Fig. 75-78)
Dunkel kastanienbraun, die Sprossenenden der Seitenflügel und die grossen
Tuberkelkegel am Hinterrande der Metazoniten blassgelblich.
Die letzten 3 Beinglieder kastanienbraun, die anderen hellgelblich mit
dunkleren Ringen in der Mitte. Antennen dunkel kastanienbraun.
Breite von Spitze zu Spitze der Seitenflügel 3 mm., in der Quernaht
1.65 mm.
Kopf fein chagriniert, übrigens so wie bei C. pilosus. Halsschild mit einer
gebogenen Querreihe von 8 langen schlanken spitzen Kegeln nahe hinter dem
Vorderrande, am Hinterrand 4 etwas stârkere Kegel, in der Mitte eine Reihe
von 4 Kegeln, von denen die mittleren klein, die lateralen grôsser sind-
Pro-und Metazoniten sind fein chagriniert, letztere ohne Bôrstchen zum
Unterschiede von C. pilosus. Die Seitenflügel (Fig. 75) sind auch geweihâhn-
licb, unterscheiden sich aber von denen des C. pilosus darin, dass auf den
meisten Segmenten nur 3 grôssere Enden im ganzen vorhanden sind und dass
es zu keiner Kronenbildung am Ende kommt ; zwischen der grossen End.
spitze und dem Spross in der Mitte liegt ein kleiner Ast, in dessen Achsel das
Saftloch. Porenverteilung normal, auf den Segmenten 5, 7, 9, 10,12, 13,15-19.
Auf den Metazoniten nahe der Quernaht eine Reihe von 6 oder 7 kleinen
MYRIOPODEN
241
borstentragenden Kegeln, am Hinterrande grosse schlanke spitze Kegel, deren
Zahl auch nicht auf allen Segmenten ganz die gleiche ist, 6 oder 7. Die 2 aus-
sersten jeder Seite sind bedeutend grôsser als die mittleren und die letzten
der Reihe seitlich sind etwas nach vorn gerückt.
Die Borstenwarzen des Analsegmentes (Fig. 76) sind viel kleiner als bei
C. pilosus , besonders die der vorderen Reihe. Das stumpfkegelige Schwanz-
chen überragt weit die Borstenwarzen der hinteren Reihe. Die Seitenflügel
Fig 75-78. Centrodesmus asper, n. sp. — 75. $ 10. Segment. — 76. Hinterende.
77 und 78. Gonopode.
des 19. Segmentes sind lange schlanke Kegel mit einem sehr kleinen Seitenzahn
am Grande vorn.
Die Gonopoden ahneln zwar sehr denen von C. pilosus , unterscheiden sich
aber von ihnen dadurch, dass der Tibiotarsus (Tt), nicht wie dort, im ganzen
gerade vorgestreckt sondera mehrfach zusammengebogen ist (Fig. 77-78).
Fundorte : Bana, (C. Annam), 1.400 m., 18 IX. 1931, 1 Ç; Col des Nuages
(C. Annam), Sept. 1931, 1 juv.
Platyrhacus marginellus Silv.
(Fig. 79)
Silvestri 1895 Ann. Mus. civ. Genova, XXXIV, p. 735. — Sinclair
1901, Proc. Zool. Soc., London, II, p. 501, Taf. XXX, Fig. 14, 17, 18, 20, 22.
Dunkelbraun mit einem Stich ins Rotbraune, Antennen, Seitenflügel
242
C. ATTEMS
Beine und die grossen Tuberkeln in den Seiten des Halsschildes hell rôtlich-
braun.
Breite der Metazoniten in der Kôrpermitte 9.8 mm., Prozoniten 5 mm.,
Kopf dicht granuliert, auf dem Scheitel jederseits eine grosse glatte Tuberkel.
Stirn zwischen den Antennen seicht oder tiefer muldig eingedrückt.
Halsschild fast querelliptisch, in der Mitte am breitesten, die ganze Flâche
dicht fein granuliert, langs des Vorderrandes eine Reihe von 10 grôsseren
Tuberkeln und in den Seitenecken ein dichtgedrangter Haufen von 6-8 grôs¬
seren hellgefarbten Tuberkeln ; auch langs des Hinterrandes eine Reihe grôs-
serer Tuberkeln.
Seitenflügel des 2. Segmentes bedeutend breiter als
die folgenden, in sanftem Bogen ventralwarts ge-
krümmt, der Seitenrand nach hinten-medialwàrts ab-
geschragt, die Ecken gerundet. Folgende Seitenflügel
ziemlich hoch angesetzt, horizontal, der Rücken über
sie emporgewôlbt, Seitenrander des 3. und 4. ahnlich
abgeschràgt wie der 2., dann parallel. Vorderecken
rechtwinklig, die Ecken selbst abgestumpft, Hinterecken
bis zum 13. Segment auch rechtwinklig, dann allmâh-
lich etwas spitzer werdend ; auf dem 19. Segment ein
kurzer runder Lappen, Seitenrand durch sehr niedrige
Tuberkeln leicht wellig, fast gerade, Vorder- und Hin-
terrand glatt. Der Vorderrand bildet eine schwache
Schulter. Poren klein, um mehr als den eigenen
Dnrchmesser vom Rande entfernt. Prozoniten sehr fein
und dicht chagriniert, Metazoniten fein granuliert und
mit 3 Reihen grôsserer Tuberkeln, deren Grosse von
der ersten zur dritten Reihe nur wenig zunimmt. Unterseite der Seitenflügel
und die Flanken zerstreut fein granuliert.
Sternite fein granuliert, unbeborstet und ohne Fortsâtze.
Analsegment ebenso fein granuliert wie die Metazoniten, Schwânzchen
schaufelfôrmig, die Seiten fast parallel, der Hinterrand gerade, die Ecken
breit gerundet, Schuppe trapezfôrmig mit 2 dicken aber niedrigen Borsten-
warzen.
Gonopoden : Fémur kurz, gerade, ohne deutliche Grenze weder gegen Prae-
femur noch gegen Tibiotarsus. Rinnenast und Tibiotarsus bogig gegen einan-
der gekrümmt, der Rinnenast ist der kürzere, der Tibiotarsus mehr im rechten
Winkel gebogen. In der Gabelung steht bei demselben Individuum auf dem
linken Gonopoden ein kleines spitzes Zahnchen, auf dem rechten Gonopoden
keines (Fig. 79).
Fundorte : Lang Biang, Arbre-Broyé, 1.400 m. ; Dalat, 1.500 m., Januar
1931 ; Deo Ca (Varella), 500 m., Marz 1931 (S. Annam).
Silvestri beschrieb die Art von Sumatra, Siboga, Sinclair gab sie für
Gunong Inas, Perak State an.
Fig. 79. — Platyrhacus
marginellus Silv. Go-
nopode.
MYRIOPODEN
243
Steganostigmus (Dyskolonius, n. subgen.) uniramus, n. sp.
(Fig. 80-86)
Dunkel erdbraun, Lange 5.3 mm., Breite 0.72 mm., 20 Segmente.
Kopf ganz vom Halsschilde bedeckt, dicht mit kleinen Tuberkeln bedeokt,
auch die Backen. Antennen keulig, das 5. Glied das dickste, auch langer als
das 6. Beborstung im allgemeinen nicht sehr reichlich, 4. -7. Glied mit einer
sehr langen Borste ausser den kurzen. 5. und 6. Glied mit frei stehenden Sin-
nesstiften, die des 6. Gliedes sehr dick. 8. Glied deutlich, die 4 Sinneskegel
relativ lang.
Halsschildmitte stark gewôlbt und mit grossen und kleinen Tuberkeln
bedeckt, der Rand krempenartig flach und in 10 gleich grosse runde Lappen
eingekerbt. Rücken stark gewôlbt (Fig. 80), die Seitenflügel tief angesetzt,
ihre Oberseite ebenso abschüssig wie der Rücken, ihre Unterseite nur wenig
abwarts geneigt. Der Yorderrand springt an der Basis schulterartig vor, der
Seitenrand ist in 3-4 grosse runde Lappen eingekerbt, ein Ç hat auf den Seg-
menten 2, 7, 8, 9, 12, 15, 17, 18, 19 je 4 Lappen auf den übrigenSegmenten
3 Lappen, ein $ hat auf den Segmenten 2, 9,15, 17, 18,19 je 4 Lappen auf den
übrigen 3 Lappen, das scheint also ohne rechte Regelmâssigkeit zu wechseln
(Fig. 81). Der hinterste Lappen ist ein wenig auf die Hinterseite gerückt und
etwas starker als die übrigen abgetrennt. Die meisten Seitenflügel sind quer
gerichtet, nur die des 18. und 19. Segmentes nach hinten. Im Profil gesehen ist
die Seitenkante der Seitenflügel breit gerundet, nicht V-fôrmig wie bei canoni-
cus. Der Rücken der Metazoniten ist bedeckt von groben runden Tuberkeln ;
in 4 Langsreihen von meist je 3 Tuberkeln sind diese etwas grôsser ; die grôsse-
ren Langsreihen sind in der Médiane durch 2 Langsreihen von 2-4 kleineren
Tuberkeln getrennt. Diese grôsseren Tuberkeln bilden aber keine aufïallenden
Râmme. Médial vom Lappen im Hintereck der Seitenflügel meist eine etwas
langere Tuberkel.
Die Oberflache der Metazoniten ist dicht bedeckt mit kleinen, oft am Ende
kolbigen Stiftchen ; diese winzigen Gebilde sind aber nicht chitinôs, sondern
Secretbildungen der zahlreichen Hautdrüsen. Nach Behandlung in KOH
verschwinden sie. Wir kennen sie schon von sehr vielen Cryptodesmidengat-
tungen. Am Hinterrande der Metazoniten eine Reihe kleiner runder Plàttchen
mit fein gefranstem Rand und 2 Borsten am Grunde ; 3-4 solcher Plàttchen
kommen auf eine der grossen, den Hinterrand überragenden, Tuberkeln
(Fig. 82). Analsegment (Fig. 83) mit 6 im Halbkreis gestellten grossen Tuber¬
keln, die von oben gesehen das Hinterende des Kôrpers zu bilden scheinen.
Das Schwanzchen mit den Terminalborsten ist auf die Unterseite gerückt und
von den 6 Tuberkeln ganz verdeckt.
Die Poren sind winzig und sehr schwer zu sehen ; bei einem sah ich sie in
der Kerbe zwischen 1. und 2. Seitenrandlappen der Segmente 5, 7, 9, 10., bei
einem $ sah ich Poren auf der Flâche der Segmente 17, 18, 19. Ich will damit
244
C. ATTEMS
nicht behaupten, dass sie nicht auch noch auf anderen Segmenten vorkommen.
Sternite mit niedrigen glashellen Wârzchen und mit sparlichen kurzen
Stiftborsten. Beinglieder bis inclusive Tibia ziemlich dick, Tarsus schlank,
Beborstung spàrlich, die Borsten abstehend (Fig. 84).
An den Gonopoden (Fig. 85,86) fallen schon in toto die kolossalen Hüften
auf, mit zum Teil warziger Oberflâche und sparlichen kurzen Borsten aussen.
Das quergestellte Praefemur mit starker Beborstung geht in einen breiten
Fig. 80-86. Steganostigiyius uniramus, n. sp. — 80. Q 8. Segment von vorn. — 8t. Ç 9. und
10. Segment. — 82. Plâttchen am Hinterrand des Metazonit. — 83. Hinterende des Ç
— 84. c? 8. Bein. — 85 und 86. Gonopoden.
plattigen Teil über und dieser unter Drehung in den schlanken Endteil mit der
Samenrinne.
Fundorte : Bana (C. Annam), 1.400 m. ; Col des Nuages (C. Annam), 800 m.,
IX. 1931.
S. uniramus unterscheidet sich von den von Carl beschriebenen typischen
Arten darin, dass das Gonopodentelopodit ganz unverâstelt ist, in allen ande¬
ren wesentlichen Merkmalen gleicht sie ihnen. Sie ist der Typus der neuen
Untergattung Dyskolonius.
Niponielle kometis, n. sp.
(Fig. 87-95)
Dunkel erdbraun, 20 Segmente. Lange 10 mm.
Kopf ganz vom Halsscbilde bedeckt, dicht granuliert und dicht beborstet,
die Borsten viel kürzer als die Rückenborsten. Seiten des Kopfes vor der
Antennengrube bucklig lateralwarts vorgewôlbt. Antennen mâssig keulig,
MYRIOPODEN
245
das 6. Glied das dickste und langste, 5. und 6. Glied mit Gruben, aus denen
die Sinnesstifte herausragen. Keine Seitenlappen od. dgl.
Halsschild dicht granuliert, die Tuberkeln nicht in Reihen geordnet, jede
trâgt so wie die Tuberkeln der anderen Segmente eine lange und mehrere
kurze Borsten ; der Hinterrand der Seitenflügel ist in âhnlicher Weise gelappt
wie auf den anderen Segmenten.
Die breiten Seitenflügel sind ungefâhr in der Mitte angesetzt, fallen etwas
Fig. 87-95. Niponielle komelis, n. sp. — 87 cf 9- Segment. —88. cf Seitenflügel des 8. Seg¬
ments. — 89. Gestieltes Plâttchen von den Lappen am Hinterrande der Seitenflügel. —
90. Rückentuberkel mit Borste. — 91. Sinnestuberkel hinter dem Vorderrand der Seitcn-
fliigel. — 92. cf Hinterende, Ventralseite, — 93. Sternitfortsàtze zwischen den Beinen des
5. Beinpaares. 94. Gonopode von hinten. — 95. Ende desselben von vorn
ab (Fig. 87), der mittleren Rückenwôlbung folgend, Vorder- und Hinterrand
convergieren lateralwarts ein wenig, Vorderrand zum grôssten Teil gerade
und im rechten Winkel zur Lângsachse, durch winzige Kegelchen wie gesâgt
und mit kleinen Hârchen besetzt, der gebogene Seitenrand in 4-6 runde Lap¬
pen eingeschnitten, der Hinterrand hat inclusive Hintereck 8-10 durch runde
Kerben getrennte runde Lappen (Fig. 88). Der Hinterrand der Lappen trâgt
niedrige runde Hôcker, die Flâche und besonders der Hinterrand kleine gerade
246
G. ATTEMS
Borsten. In der Mitte jedes Lappens ein sehr eigenartiges durchsichtiges
Blâschen oder Plâttchen auf einem dünnen Stiel ; der Stiel ist etwas undeutlich
zweigliedrig, das basale Glied viel kürzer als das distale und doppelt contou-
riert (Fig. 89). Prozoniten dicht mit mikroskopisch kleinen Kegelchen besetzt,
rauh, in ihrer Oberflachenstruktur sehr verschieden von den Metazoniten.
Bücken der Metazoniten mit runden Tuberkeln bedeckt, die in 5-6 undeutli-
chen unregelmâssigen Beihen stehen ; zum Teil greifen sie auf die Seitenflügel
über. Jede Tuberkel tragt eine sehr lange dünne, am Ende meist gebogene
Borste und eine Anzahl viel kleinerer gerader Borsten. Im Inneren sieht man
unter jeder Tuberkel eine Ansammlung grosser Drüsenzellen (Fig. 90). Unter-
seite der Seitenflügel und die Flanken mit eigenartigen kleinen Papillen ; sie
sind rund, eine âussere durchsichtige Hülle scheint einen in sie hineinragenden
dunkel gefârbten Kegel zu bedecken, das Ganze sieht manchmal wie ein Hut-
pilz aus. Auch auf der Oberseite der Seitenflügel hinter dem Vorderrande steht
eine weitschichtige Reihe solcher kleiner Papillen (Fig. 91). Mit Drüsen haben
diese Papillen nichts zu tun, man sieht auch keinerlei Drüsenzellen unter
ihnen, sondern es sind wohl Nervenendigungen. Unterhalb des Vorderrandes
der Seitenflügel eine Zone kleiner runder strukturloser Papillen, viel kleiner
als die eben erwâhnten. Poren sind nirgends zu sehen.
Seitenflügel des 19. Segmentes nach hinten gerichtet, dreieckig, der Late-
ralrand mit 7, der Medialrand mit 4 Zahnen, das Hintereck nicht mitgerech-
net. Die Spitzen der Seitenflügel reichen nur etwa bis zur Mitte des Analseg-
mentes (Fig. 92).
Auf den Sterniten des 3.-7. Beinpaares ein kleines, mit Warzchen besetztes
und beborstetes Hôckerchen neben jeder Hüfte (Fig. 93).
Analsegment kegelig, frei, nach hinten gerichtet ; das 19. Segment hat
keine vergrôsserten Tuberkeln, die das Analsegment verdecken konnten. Die
Terminalborsten stehen knapp am Hinterrand auf der Unterseite. Das Anal¬
segment tragt eine grôssere Zahl solcher Tuberkeln wie die Metazoniten mit
einer langen und einer Zahl kleiner Borsten.
Beine ziemlich lang und schlank, sie überragen seitlich die Spitzen der
breiten Seitenflügel. Aile Glieder unten reichlich und kurz behaart, Tibia und
Tarsus auch oben.
Gonopoden (Fig. 94,95) : die Hüfte ist zwar gross und breit, aher nicht innen
muldenartig ausgehohlt und das Telopodit sitzt am Ende der Hüfte und nicht
in einer Vertiefung desselben innen. Zwischen dem beborsteten opaken Prae-
femur und dem Fémur eine leichte Einschnürung aber keine sonstige scharfe
Grenze. Vom Fémur an ist das Telopodit ein einheitliches, endwârts etwas
verbreitertes, zusammengeklapptes, latéral offenes Blatt, in dessen Grande die
Samenrinne durchschimmert. Der Rand der vorderen Lamelle ist spitz
gezahnt und endet mit einem langen spitzen Zahn, die hintere Lamelle ist
breiter gerundet, ihr Endrand stumpf gezâhnelt, wo beide Lamellen zusam-
mentrefîen, ein gezahnelter und ein kleiner beborsteter Hôcker.
Fundorte : Dalat (S. Annam), 1.500 m., 25 I. 31 ; Dalat, Camli, 1.500 m.
MYRIOPODEN
247
Februar 35 ; Pic de Lang Biang, 2.400 m., 26 I. 30 ; Bana (G. Annam),
4.400 m., 29 IX. 31; Hon Ba (Nhatrang), 30 IX. 31; Djiring, 1.000 m. (S.
Annam), Januar32.
Bei N. nodulosa Verh., der einzigen bisher bekannten Art der Gattung,
wird das Analsegment von den Seitenflügeln des 19. Segmentes tiberragt. Der
Vorderrand der Seitenflügel ist dort glatt, die Lappen am Hinterrande der
Seitenflügel tragen je eine lange Borste, ebenso wird angegeben, dass die
Rückentuberkeln nur eine relativ kurze Borste tragen. Von den eigentümli-
chen gestielten Plattchen auf den Hinterrandlappen erwâhnt Verhoeff
nichts, sie scheinen also bei nodulosa zu fehlen. Die Gonopoden beider Arten
sind ganz verschieden.
Gen. OCTOCHAUNUS, nov.
20 Segmente. Poren auf den Segmenten 7,9,12,15 auf einem dicken Lappen
im Hintereck der Seitenflügel. Kopf ganz vom Halsschild bedeckt, der Vor¬
derrand rund gekerbt. Seitenflügel sehr tief angesetzt, fast im Bauchniveau
ihre Unterseite horizontal, der Seitenrand seicht gekerbt. Rücken sehr stark
gewôlbt, mit groben Tuberkeln. Secretstâbchen sind vorhanden aber sehr
spârlich. Analsegment mit grossen Tuberkeln, die das auf die Unterseite
gerückte kleine Schwânzchen verdecken. Das Analsegment selbst nicht
verdeckt.
Gonopodenhüfte gross, médial eine tiefe Mulde bildend, in der das zusam-
mengeklappte Telopodit inseriert ist. Der Tibiotarsus ist eine einheitliche
unveràstelte Lamelle.
Typus : O. minusculus, n. sp.
Octochaunus gehort zu einer Gruppe von Cryptodesmiden-Gattungen, die
folgende gemeinsame Merkmale haben : 20 Segmente, Schwânzchen mit den
Terminalborsten auf die Unterseite gerückt und von der Dorsalseite nicht
sichtbar. Poren auf eigenen Lâppchen des Randes, die Porenformel nicht
normal. Als normal wird die Formel 5, 7, 9, 10, 12, 13, 15-19 bezeichnet.
Die anderen Gattungen dieser Gruppe haben folgende Porenformel : Proso-
podesmus 5, 9-19, Propyrgodesmus 5, 9, 12, 15-19, Isotropidesmus 5, 7, 9, 10,
12, 13, 15, 17-19, Lobiferodesmus und Catapyrgodesmus 5, 7, 9, 12, 15, 17-19.
Octochaunus minusculus, n. sp.
(Fig. 96-101)
Erdfarben, Lange 4.3 mm., Breite 0.86 mm.
Kopf ganz vom Halsschilde bedeckt, Antennen bedeutend schlanker als die
von Steganostigmus, am Ende nur wenig keulig, das 5. Glied ist das lângste
und dickste, die Sinnesstiften des 5. und 6. Gliedes stehen frei, d. h. nicht in
Gruben versenkt.
248
C. ATTEMS
Vorderrand des Halsschildes (Fig. 96) sehr seicht in 10 runde Lappen ein-
gekerbt.
Die Seitenflügel sind sehr tief, fast im Niveau des Bauches angesetzt
(Fig. 97), ihre Unterseite ist horizontal, die Oberseite folgt der starken Wôl-
bung des Rückens, der Seitenrand ist weniger tief gelappt als bei Stergano-
stigmus, er hat auf den Segmenten 2, 17 und 18 je 3, auf den anderen Segmen-
ten bis zum 16. 2 Lappen (Fig. 98), der Seitenflügel des 19. Segmentes ist ein
einfacher runder Lappen. Dazu kommt noch auf den Segmenten 7-15 ein
durch eine Kerbe abgetrennter Lappen am Hinterrande, der auf den Seg¬
menten vor dem 7. sich ganz allmahlich aus einer grosseren Tuberkel entwik-
98
Fig. 96-101. Octochaunus minusculus, n. sp. — 96. Vorderende.— 97. C? 7. Segment von vorn.
98. cf 7-10. Segment. — 99. Hinterende. — 100 und 101. Gonopode.
kelt. Die vordersten Seitenflügel sind ein wenig nach vorn, die hintersten
nach hinten gerichtet.
Rücken der Metazoniten sehr stark gewôlbt und mit groben Tuberkeln
bedeckt, von denen 4 Lângsreihen von je 3 Tuberkeln, getrennt, durch klei-
nere Tuberkeln ein wenig grôsser sind. Dieser Grôssenunterschied fallt bei der
Aufsicht weniger auf als bei der Betrachtung von vorn oder hinten, dann
sieht man deutlich die 4 durch die grosseren Tuberkeln gebildeten Kanten.
Nur auf den Segmenten 16-19 sind 2 paramediane Reihen von je 3 Tuberkeln
merklich grôsser. Secretstâbchen von Hautdrüsen sind vorhanden aber sehr
spârlich und wenn man sie nicht von anderen Arten kennen würde, kônnte
man sie hier leicht übersehen.
Analsegment (Fig. 99) ganz âhnlich wie bei Steganostigmus mit 6 grossen
im Halbkreis gestellten plattigen Tuberkeln oder Lappen, die das auf die
Unterseite gerückte Analsegment mit den Terminalborsten von oben her
MYRIOPODEN
249
ganz verdecken. Gonopodenhüfte gross, auf der Lateralseite stellenweise mit
den bekannten winzigen Stâbchen bedeckt ; médial sind sie tief ausgehôhlt
zur Aufnahme des Telopodits. Dieses ist stark zusammengeknickt. Das Acro-
podit ist sehr einfach gestaltet, eine hyaline Lamelle, die in 2 Spitzen aus-
lâuft, auf einer derselben mündet die gerade Samenrinne (Fig. 100, 101).
Fundort : Chutt (Nhatrang, S. Annam), ein einziges <J, X. 1933.
Die winzige Grosse der Art und der Umstand, das nur ein einziges Exemplar
vorlag, machten die Untersuchung recht schwierig und môgen entschuldi-
gen, wenn vielleicht nicht ailes mit der wünschenswerten Ausführlichkeit
ergründet wurde.
Fam. Vanhoeffeniidae
Gen. CORYPHOLOPHUS, nov.
$ mit 19 Segmenten, Ç unbekannt.
Poren auf den Segmenten 5, 7, 9, 10, 12, 13, 15-18, nahe dem Hintereck der
Seitenflügel. Halsschild bedeutend schmaler als die breiten Backen. Rücken
mit 3 Querreihen stumpfer Stiften auf den Metazoniten. Seitenllügei zwar
klein aber gut entwickelt. Analsegment kegelig. Antennen keulig, auf den
Gliedern 5 und 6 tiefe seitliche Gruben mit Sinnestiften.
Hüften der Gonopoden auf langer Strecke miteinander verkittet. Telopodit
àhnlich wie bei Opisotretus quer zur Langsachse des Kôrpers latéral herausra-
gend, mit 2 Kanâlen : der Samenrinne, die auf einem hakigen Seitenast mün¬
det und einem nahe dem Ende mündenden Femoralkanal.
Typus : C. minutus , n. sp.
Die Gattung vereinigt in eigentümlicher Weise die Charaktere mehrerer
anderer Gattungen. Habituell kônnte man sie am ehesten zu Peronorchus
stellen, mit der sie wenigstens im mânnlichen Gesehlecht die Segmentzahl
gemeinsam hat, aber die Gonopoden sind so verschieden von denen des
Peronorchus parvicollis, dass beide Arten nicht in einer Gattung stehen kôn-
nen. Die Gonopoden âhneln sehr denen von Eutrichodesmus demangei Silv.,
auch dort ist der eigentümliche sichelfôrmige Seitenast des Telopodit vorhan-
den, jedoch zeichnet Silvestri bei E. demangei keinen Kanal in diesem Ast.
Auch hat Eutrichodesmus 20 Segmente so wie Pseudosphaeroparia, mit der
unsere Gattung auch grosse Aehnlichkeit zu haben scheint.
Corypholophus minutus, n. sp.
(Fig. 102-109)
Farbe grauweisslich. Lange 3.6 mm., Breite 0.36 mm. Gehort somit zu den
kleinsten Polydesmiden.
Glypeus, Stirn und Scheitel dicht kurz beborstet. Backen stark aufgetrieben.
Auf dem Scheitel oberhalb der Antennen ein Hacher Hügel, der dicht mit
250
G. ATTEMS
Borsten besetzt ist ; die Borsten stehen wie bei einem Kohlenmeiler gegen
einander geneigt und sind etwas verworren (Fig. 102), eine eigentümliche
Bildung, die mir von keinem anderen Polydesmiden bekannt ist. 3 normale
kràftige Labralzahne. Antennen keulig (Fig. 106), 4. und 5. Glied mit einer
tiefen, Sinnesstâbchen tragenden Grube.
Halsschild viel schmâler als Kopf samt Backen und etwas schmâler als die
Fig. 102-109. — Corypholophus minutus, n. sp. — 102. Kopi. — 103. Vorderende. —
104. Rückenscuiptur. — 105. 10. Segment von hinten. — 106. Antenne. — 107. Hinter-
ende, Ventralseite. — 108 und 109. Gonopode.
folgenden Segmente (Fig. 103), mit 3 Querreihen stumpfer Stiften. Die ande¬
ren Tergite haben ebenfalls 3 Querreihen solcher Stiften, die der 1. und 2.
Beihe sind schrâg nach vorn, die der 3. Reihe nach hinten gerichtet, die 2.
und 3. Reihe sind einander sehr genahert. Oberflache der Metazoniten mit
ausgesprochener polygonaler Felderung ; die die Felder bildenden Linien
sind in Punkte aufgelôst (Fig. 104) ; seitlich geht die Felderung in Spitzkegel
über. Die Seitenflügel sind wenn auch nicht gross, so doch gut ausgebildet, die
Ecken grundet, nur auf den Segmenten 15-17 ist das Hintereck ein sehr
kurzer und ganz stumpfer Zacken. Nahe dem Seitenrand stehen 3 Borsten,
die lateralen der 3 Reihen. Die Poren münden nahe dem Seitenrand und dem
MYRIOPODKN
251
Hintereck. Die Seitenflügel sind etwas ober der Mitte angesetzt, die ganze
Oberseite, Rückenmitte und Seitenflügel, ist gleichmassig gewôlbt (Fig. 105).
Sternite mâssig breit, zerstreut beborstet. Analsegment (Fig. 107) kegelig ;
von den 4 Terminalborsten sind die 2 oberen viel grôsser als die 2 unteren. Die
z inn Unterschied von den Rumpfborsten spitzen Borsten des Analsegmentes
sitzen auf nur sehr kleinen Warzen. Schuppe breitbogig gerundet ganz ohne
Mittelspitze, mit 2 grossen Borsten auf kleinen Warzen. Der Hinterrand der
Metazoniten tràgt eine schüttere Reihe winziger Spitzchen.
Die beiden Hüften der Gonopoden sind in langer Strecke mit einander ver-
kittet (Fig. 108). Das Telopodit ist im rechten Winkel latéral gerichtet, gera-
de so wie bei Opisotretus. Praefemur nur spârlich beborstet. Die Samenrinne
endet auf einem sichelfôrmigen Seitenast. Bei Eutrichodesmus demangei ist
nach Sxlvestri’s Zeichnung ein ganz âhnlicher Seitenast vorhanden, doch
scheint er keinen Kanal zu führen, sondern die Samenrinne mündet dort am
Ende des Telopodits. Eigentümlioherweise ist im Telopodit noch ein zweiter
Kanal vorhanden, der am Grunde des Fémur beginnt und am Ende des Telopo¬
dit endet (Fig. 109), wahrscheinlich handelt es sich bei diesem Kanal um einen
Drüsenausführungsgang. Da die beiden Kanâle sieh zum Teil decken und
wegen der so geringen Grosse des Objectes, das ganze Telopodit misst nur
0.2 mm. in der Lange, und wegen des geringen Materials, kann ich leider den
Yerlauf dieser Kanâle nicht mit vôlliger Sicherheit angeben. Praefemur und
Rest des Telopodits scbarf gegen einander abgesetzt, letzterer dagegen nicht
weiter gegliedert. Im Innern des Telopodits sieht man eine kornige Drüsen-
masse.
Fundort : Caûda, Nhatrang (S. Annam), XII. 30.
Fam. Julidae
Fusiulus crassus, n. sp.
(Fig. 110-114)
Dunkel braun mit 3 schwarzen Lângsbinden, eine in der Médiane und je
eine in der Porenlinie ; über den hellbraunen Kopf lâuft eine breite schwarze
Querbinde.
g 55 Segmente. Lange 34 mm., Breite 2.7 mm., Gestalt ziemlich plump.
Kopf glatt, auf dehi Scheitel ein Borstenpaar, Ocellen convex, Backen ohne
Yorragung. Lângs des ganzen Hinterrandes des Halsschildes kurze Lângsfur.
chen, die Seiten breit elliptisch gerundet. Hinterrand aller Segmente vom
Halsschild an mit einer schütteren Reihe langer abstehender Borsten ; auf
den letzten 4 Segmenten vor dem Analsegment stehen die Borsten dichter ;
Analring mit einer Reihe solcher Borsten, Schwânzchen und Analklappen
dicht beborstet.
Prozoniten spiegelglatt, Metazoniten dicht und krâftig gefurcht, die Fur-
chen erinnern an die mancher unserer einheimischen Chromatoiulus- Arten.
mémoires du muséum, nouvelle série, tome VI.
17
252
G. ATTEMS
Die Poren beginnen auf dem 6. Segment und liegen hier knapp an der noch
geraden Quernaht, vom etwa 10. Segment an beginnt die Quernaht eine kleine
Biegung nach hinten zu machen, die Poren bleiben knapp an ihr, erst auf den
hinteren Segmenten, auf denen die Quernaht auch noch nach hinten ausge-
bogen ist, rücken die Poren ein wenig von der Quernaht nach hinten ab.
Schwanzchen lang, gerade, nur die durchsichtige weissliche Spitze hakig
aufwârts gebogen.
Erstes Beinpaar des $ (Fig. 110) mit grossem Coxosternit ; das Sternit ist
Fig. 110-114. Fusiulus crassus, n. s. — 110. cf 1. Beinpaar. — 111. ïelopodit des 1. Bein-
paares stârker vergrôssert. — 112. Vordere Gonopoden. —114. Gonopoden, von der
Medialseite. — 113. Flagellum.
einheitlich, die Hüften sind untereinander nicht verbunden, dagegen voll-
kommen mit dem Sternit verschmolzen, die Grenze zwischen beiden nur
schwach durch den Wechsel zwischen parenchymatôsen und chitinisierten
Teilen angegeben. Zwischen Sternit und Endhaken sind 3 Glieder vorhanden.
Verhoeff hat nachgewiesen, dass dieser Endhaken nicht das ursprüngliche
Endglied des ersten Beinpaares ist, sondern dass er manchmal noch die Reste
eines Tarsus tragen kann, somit selbst als Tibia anzusprechen ist, Wir sehen
auch hier bei crassus, dass das parenchymatôse, nicht chitinisiertelnnere der
Tibia an einer etwas vorspringenden Ecke ganz nahe an die Oberflache tritt
MYRIOPODEN
253
(Fig. 111); diese Ecke entspricht der Stelle an der Verhoeff den Tarsalrest sah
und an der bei einer anderen Fusiulus-Art ein kleines Kegelchen steht.
Verhoeff deutet den Endhaken als Postfemur-tibia, weil bei den von ihm
untersuchten Juliden weniger Glieder zwischen Hüfte und Endhaken vorban-
den waren. D le Zahl dieser Glieder zwischen Hüfte und Endhaken variirt
bei den verschiedenen Arten sogar innerhalb derselben Gattung : Bei der
Beschreibung von Fusiulus pinetorum hatte ich angegeben, dass nur ein sol-
ches Zwischenglied vorhanden ist ; bei einer nochmaligen Untersuchung sehe
ich, dass dieses Zwischenglied unvollkommen geteilt ist, d. h. die Teilung
geht médian mcht ganz durch. Bei crassus sind, wie schon erwâhnt 3 Zwi-
schengheder vorhanden, die wir als Praefemur, Fémur und Postfemur deuten
mussen. Da der charakteristische Endhaken, der bei crassus unzweifelhaft
einer Tibia entspricht, bei den verschiedenen Juliden wohl als homolog ange
nommen werden kann, gleichgültig wie viele Zwischenglieder zwischen Tibia
und Hüfte vorhanden smd, werden wir sagen, dass die Glieder Praefemur
Fémur und Postfemur je nach den Arten in verschiedener Weise mit einander
verschmelzen oder ganz ausfallen und werden der Sache keine zu grosse
systematische Bedeutung beimessen.
Hüfte des 2. Beinpaares ohne Besonderheiten, Postfemur und Tibia mit
grossem weisslichem Sohlenpolster, das der Tibia ragt fast bis zur Mitte des
Tarsus vor ; auch auf den übrigen vorderen Beinen hat die Tibia ein am Ende
vorragendes Polster, das des Postfemur ist melir unscheinbar. Die vorderen
Gonopoden (Fig. 112) smd im Vergleich mit den anderen Arten sehr schmale
Lamellen. Das Flagellum ist mit zurückgerichteten Hârchen ringsum besetzt
nur die Spitze bleibt frei (Fig. 113). Nach Kenntnis der deutlichen Hârchen
von crassus habe ich auch bei pinetorum schwache Spuren gefunden doch
smd sie kaum sichtbar, bei hirosaminus fand ich gar keine. Der hintere
Gonopode ist eine endwârts verbreiterte Platte, von der jsich hinten ein am
Ende dicht behaarter kolbiger Teil halb loslôst, der im Innern auch die
Fuhrungsrmne für das Flagellum enthâlt. Neben dem Kolben ist die Platte
icht behaart, sonst kahl. Am Hinterrand ein Lappen mit 2 dünnen
Spitzchen (Fig. 114).
Fundort : Bana (Annam), 1.500 m., X. 31 ; ein einziges <?.
Von Fusiulus smd bisher 2 Arten aus Japan bekannt, die ich nach dem von
der Vega mitgebrachten Materiale beschrieben habe ; sie unterscheiden sich von
crassus durch die viel geringere Grosse, indem sie nur 1-1,4 mm. breit und
mcht uber 17 mm. lang sind, ferner sind die Metazoniten am Hinterrand
unbehaart, die vorderen Gonopoden kurz und sehr breit; die hinteren
Gonopoden smd bei allen 3 Arten vôllig verschieden.
Von Poulo Dama liegen emige einer vermutlich neuen Art der Gattung
Fusiulus vor, die wegen Fehlens reifer Mânnchen nicht nâher identificiert
werden kônnen.
254
G. ATTEMS
SPIROBOLOIDEA
Trigoniulus brachysternus, n. sp.
(Fig. 115-119)
Sehr dunkel rotbraun, vorderer Teil des Kopfes, der wulstige Saum am
Vorderrande des Halsschildes und die Antennen etwas heller braun, dieBeine
noch heller braun.
g $ 55 oder 56 Segmente, Breite $ 4.6 mm., Ç 6 mm. Lange 60 mm.
Kopf glatt, vorn eine scharfe Medianfurche, 2 + 2 Borstengruben in der
gewôhnlichen Stellung, die Borsten darin winzig, Scheitelfurche sehr seicht
und fein mit feinen Fiederstrichen, Ocellen zahlreich, sehr flach.
Halsschild seitlich verschmâlert und ziemlich breit gerundet, der Rand von
den Augen bis zum Hinterrande wulstig gesâumt, am Hinterrande daneben
noch ein paar kurze Lângsfurchen, die Flâche fein und zerstreut punktiert.
Eine scharfe Quernaht fehlt auch unterhalb der Poren, ihre Stelle ist durch
die Richtungsânderung der feinen Lângsfurchen und ein ganz leichtes An-
schwellen der Metazoniten angegeben. Poren auf den Prozoniten vom 6. Seg¬
ment an. Vordere Hâlfte des Prozonit ohne merkliche Sculptur, hintere Hàlfte
dorsal mit dichtgedrângten kleinen und grôsseren hufeisenfôrmigen Grüb-
chen, von den Poren abwârts noch einige solche Grübchen, im übrigen fein
gefurcht, welche Furchen zum Teil die Fortsetzung der Furchen der Metazo-
niten sind, die schrâg dorsalwârts umbiegen. Metazoniten krâftig punktiert
und lângsrunzelig, unterhalb der Poren weitschichtig fein lângsgefurcht und
in der vorderen Hâlfte ausserdem punktiert.
Analring mit kurzem, dickem, stumpfem, frei vorstehendem Schwânzchen
(Fig. 115), dessen Ende in einer Senkrechten mit der Mitte der Analklappen
liegt. Klappen schwach gewôlbt ohne scharf abgesetzten Randwulst, der
Rand selbst etwas eingesenkt, beim $ ist der Rand etwas mehr abgesetzt als
beim <+ Ring und Klappen ziemlich zerstreut punktiert, Schuppe flachbogig.
Beine sehr spârlich beborstet, vom Fémur bis zum Tarsus eine lange Borste
auf jedem Gliede. Hüften der vorderen Beine des $ von vorn nach hinten
zusammengedrückt und nur niedrig rundbucklig vorgewôlbt ohne eigentliche
Fortsâtze. Die Tarsalpolster fehlen auf den letzten 18 Beinpaaren.
Gonopoden : das Sternit (S, Fig. 116) ist eine niedrige Querspange mit
eingebuchtetem Endrande, also nicht V-formig wie sonst meist. Das basale
Glied des vorderen Gonopoden (C) ist breit gerundet, das distale Glied bildet
einen dicken nach aussen gerichteten Haken (Fig. 117). Der Ausführungsgang
der Coxaldrüse im hinteren Gonopoden sehr deutlich (Fig. 118 Dr), ebenso
die zwei Blasen, der fingerformige Fortsatz kurz, dick, wenig aufïâllig. Der
Drüsenkanal (c) verlâuft bis zur Achsel zwischen Ende und Innenarm und
verliert sich dann im Innenarm. Dieser ist dick, cylindrisch, opak, mit Drüsen-
masse (D) angefüllt, seine Oberflâehe zum grossen Teil mit winzigen Spitzchen
MYRIOPODEN
255
besetzt ; er hat einen breiten, gegen das Ende zu gerichteten Seitenast (s) mit
fein gefransten Rândern. Distal vom Innenarm eine grosse in mehrâstige
Fransen zerschlitzte Lamelle, am Ende mehrere breitere Lappen (Fig. 119).
Fig. 115-119. Trigoniulus brachysternus, n. sp. — 115. Analsegment. — 116 und 117. Vor-
derer Gonopode. (S. Sternit, C. Goxit.) — 118. Hinterer Gonopode. — 119. Telopoditdes
hinteren Gonopoden stârker vergrôssert.
Fundorte : Lang Biang, Arbre-Broyé (S. Annam), 1.400 m. ; Pic de Lang
Biang, 2.400 m. ; Dalat (1.500 m.).
Von den anderen Arten der Gattung, liber die ich in « Res. scient, voyage
Indes Neerland. »(III, fasc. 12, p. 26-19), eine Uebersicht gegeben babe,
unterscheidet sich brachysternus durch die Form des Sternits der vorderen
Gonopoden, hier eine kurze Querspange mit eingebuchtetem Endrande, bel
256
G. ATTEMS
den anderen Arten mehr oder weniger V-fôrmig und viel weiter vorragend.
Mit caudatus Att. stimmt brachysternus im Besitz eines kurzen Schwânz-
chens überein, das den anderen Arten fehlt.
Eucarlia (Apeuthes) maculata, n. sp.
(Fig. 120-122)
Sehr dunkel braun mit einem Stich in rotbraun, auf den Prozoniten, vom
7.-9. an beginnend, 2 hellgelbliche Fleeken, die trapezfôrmig oder unregel-
mâssig queroval sind. Antennen und Beine hell rotbraun.
mit 53 Segmenten. Breite 3.5 mm.
Kopf glatt, Labralbucht sehr stumpfwinklig, 2 + 2 Labralgrübchen, die
vordere Medianfurche seicht, Antennen mâssig dick, endwarts kaum ver-
dickt. Backen unten rechtwinklig vorspringend, der Rand fein gesâumt.
Halsschild wie gewôhnlich seitlich verschmàlert und abgerundet, der Vor-
derrand von dem Augen bis zum Hinterrand fein wulstig gesâumt.
Der Durchmesser jedes Segmentes nimmt nach hinten ein wenig zu, so dass
die Rückenlinie im Profd keine gerade ist. Die Quernaht ist eine unscharfe
schwache Einschnürung, auf dem Rücken kann man sie ganz verwischt
nennen. Hintere Hâlfte des Prozoniten quergefurcht, die Furchen unregel-
màssig, teils gerade teils wellig, ziemlich dicht, keine hufeisenfôrmigen Grüb-
chen. Metazoniten dorsal fein punktiert, hie und da feine kurze Lângsrisschen,
ventral regelmàssig fein làngsgefurcht, manche dieser weitschichtigen Fur¬
chen setzen sich ein Stückchen auf den Prozonit fort ; die obersten Furchen
sind weit von den Poren entfernt. Poren vom 6. Segment an, fast um den
eigenen Durchmesser von der unscharfen Quernaht entfernt. Sternite regel-
mâssig krâftig quergefurcht.
Analring zerstreut punktiert und gerunzelt, dorsal stumpfwinklig und
gerundet, nur bis an den Grund der Klappenrànder reichend, ganz ohne
Schwânzchen. Klappen gut gewôlbt, krâftig punktiert, mit niedrigem aber
dickem Randwulst, der ziemlich scharf gegen die Flâche abgesetzt ist ; beide
Wülste unmittelbar aneinander stossend. Schuppe stumpfwinklig gerundet
Beine sehr spârlich beborstet, mit einer grôsseren Borste auf jedem Gliede.
Tarsus des $ mit Sohlenpolster, das auf den letzten 9 Beinpaaren fehlt. Hüfte
des 3.Beinpaares mit einem grossen, kegeligen nach hinten gerichteten Fortsatz;
die anderen Hüften der vorderen Beine von vorn nach hinten zusammenge-
drückt ohne Fortsatz.
Sternit der vorderen Gonopoden V-formig (Fig. 120). Basalglied einfach
gerundet, Distalglied mit einem latéral gerichteten dicken Haken (Fig. 121).
Hinteres Paar (Fig. 122) : der dicke Ausführungsgang der Coxaldrüse, der
selbst mit Drüsenmasse besetzt zu sein scheint, die 2 Blasen und der finger-
fôrmige Zapfen deutlich. Der Innenarm ist am Ende teilweise fein gefranst,
die Wand mit kleinen Schüppchen besetzt. Er hat einen langen, S-fôrmig
MYRIOPODEN
257
gebogenen, dünn auslaufenden Seitenast, auf dem der Kanal bis zum Ende
verlâuft. Proximal vom Innenarm kein Zacken oder Lappen. Das Ende
distal vom Innenarm ist kahnfôrmig ausgehôhlt. Es sind mehrere grosse
Lamellen vorhanden, von denen die erste 3 kleine Zâhnchen hat, die zweite
2 kegelfôrmige Zâhnchen. Am Ende mehrere schlanke spitze Zapfen. Im
Fig. 120-122. Ëucarlia maculata, n. sp. — 120. Sternit der vorderen Gonopoden.
121. Vorderer Gonopode. — 122. Hihterer Gonopode.
Innern der Hôhlung 2 mit kleinen Hôckern besetzte Leisten. Im Innern und
neben seinem Grand schimmert eine Drüsenmasse durch.
Fundort : Dong Trang (Nhatrang, S. Annam), 20 VIII, 30.
Ëucarlia (Apeuthes) charactopyga, n. sp.
(Fig. 123-126)
Dunkelbraun, hintere Halfte der Metazoniten rôtlichbraun durchschei-
nend, Antennen und Beine rôtlichbraun.
mit 51 Segmenten. Breite 4. 3 mm.
Kopf glatt, vordere Medianfurche scharf aber nicht tief, 2 + 2 grosse Supra-
258
C. ATTEMS
labralgrübchen, Scheitelfurche âusserst seicht, in einem kleinen Grübchen
beginnend, Ocellen ziemlich flach, Antennen eher schlank, endwàrts nicht
merklich verdickt, Backen unten rechtwinklig vorspringend und schmal-
wulstig gesaumt.
Halsschildseiten verschmâlert und gerundet, der Rand von den Augen an
ziemlich dick wulstig gesaumt. Yorderes Drittel des Prozonit ungefurcht, der
Rest dorsal quergefurcht, die Furchen unregelmâssig und hie und da anasto-
mosierend ; unterhalb der Poren sind die Prozoniten sehr dicht und fein
schrag gefurcht ; diese Furchen sind zum Teil die Fortsetzung der Langsfur-
Fig. 123-126. Eucarlia charactopyga, n, sp. —123. Vorderer Gonopode und Sternit von vorn.
124. Vorderer Gonopode von hinten. — 125 und 126. Hinterer Gonopode.
chen der Metazoniten, dazwischen aber auch andere, die an der Quernaht
beginnen und dann dorsalwarts umbiegen. Metazoniten dorsal fein punktiert
und mit kurzen Kritzeln versehen, unterhalb der Poren weitschichtig fein
lângsgefurcht, die obersten Furchen abgekürzt und nicht ganz in die Poren-
hôhe reichend. Die Quernaht ist eine schwache Einschnürung, keine scharfe
Furcbe, unterhalb der Poren noch deutlicher als oberhalb, wo sie kaum
wahrnehmbar ist. Poren klein, ein wenig vor dieser Einschnürung gelegen,
vom 6. Segment an.
Sternite kraftig und regelmassig quergefurcht.
Analsegment kraftig punktiert und gerunzelt, der Ring oben stumpfwink-
lig gerundet. Klappen mâssig gewôlbt, der dicke und nicht sehr hohe Rand-
wulst vom Innenrand durch eine Rille getrennt (Charactopygus-büdxmg),
latéral gegen die übrige Flache scharf abgesetzt. Schuppe flachbogig gerundet.
Hüften der vorderen Beine des <$ rundbucklig vorgewôlbt aber ohne eigent-
MYRIOPODEN
259
liche Fortsâtze. Tarsalpolster ziemlich klein, fehlen auf den letzten 36 Paaren
ganz.
Sternit der vorderen Gonopoden breit V-fôrmig, nicht viel über die
Mitte der Gonopoden vorragend (Fig. 123), Basalglied breit gerundet, Distal-
glied mit einem latéral gerichteten stumpfen Hakenlappen auf der Hinter-
seite (Fig. 124). Die hinteren Gonopoden (Fig. 125) sind im Prinzipe sehr denen
von maculata gleichend aber in Details doch verschieden. Die 2 Blasen und
der fingerfôrmige Fortsatz wie dort. Das Telopodit ist im ganzen eine breite
Sichel. Innenarm gross, fast flaschenfôrmig gestaltet, zum Teil mit Spitz-
kegelcben besetzt, endet mit fein gefransten Lappen; er hat einen langen
gegabelten Seitenast, auf dessen Aesten der gleichfalls gegabelte Kanal
mündet. Das Ende des Telopodits ist kahnfôrmig ausgehôhlt, auf einer Kante
ein spitzer dreieckiger Lappen, im Innern der Hôhlung eine Lamelle, deren
Band eine grôssere Zahl von Hôckern und Zâhnen tragt (Fig. 126).
Fundort : Tourane, (C. Annam), 20 IX, 31.
Eucarlia (Apeuthes) exusta, n. sp.
(Fig. 127-129)
^ mit 57 Segmenten, Breite 4.7 mm.
Diese Art gleicht im Rumpfe vôlligder E. charactopyga, so dasseine Wieder-
holung der Beschreibung überflüssig ist, dieselbe Sculptur der Segmente,
Farbe, Kopfbildung, Analsegment, etc. Die Sohlenpolster schwinden auf den
hinteren Segmenten allmahlich und fehlen auf den letzten 25 Segmenten ganz.
Nach dem Zustand der Gonopoden zu scbliessen, war das einzige vorliegende
S einmal eingetrocknet und es ist daher nicht môglich aile Details der hinteren
Gonopoden mit aller Genauigkeit zu ergründen.
Das Sternit der vorderen Gonopoden ist V-fôrmig wie bei charactopyga. Das
Basalglied (b) ist nicht wie bei charactopyga am Ende gleichmassig gerundet
sondern hat médial eine Ecke (Fig. 128), ferner ist der lateralwârts geschla-
gene Lappen am Ende des Distalgliedes (d) hier gerundet, bei charactopyga
dagegen schlank (Fig. 127).
Hinterer Gonopode (Fig. 129) mit einem grossen Innenarm, proximal von
demselben kein Zacken oder Lappen. Der Innenarm endet mit einer durch-
sicbtigen, stellenweise fein gefransten Lamelle und hat einen langen, einfa-
chen, im Knie gebogenen Seitenast, der vor dem Knie dick, distal vom Knie
dünn cylindrisch ist. Der Seitenast wird von einer breiten Lamelle mit einem
Nebenlappen umfasst, die gleich distal vom Innenarm steht. Der Endteil
des Telopodits ist auch hier kahnfôrmig holil und enthâlt mehrere gezackte
und gezahnte Lamellen.
Fundort : Kuang Tcheu Wan, XII. 1933.
Die 3 soeben beschriebenen Arten haben an den hinteren Gonopoden eine
Eigentümlichkeit, die den anderen Arten der Gattung Eucarlia fehlt : der Teil
des Gonopoden distal vom Innenarm ist langer als bei den anderen Arten
260
C. ATTEMS
und hat in der kahnfôrmigen Aushôhlung eine Anzahl gezâhnter, gezackter
oder mit Hôckern besetzter Lamellen. Es ist kiar, dass diese auch geographisch
zusammengehôrenden Arten untereinander viel nâher verwandt sind aïs mit
den anderen Arten der Gattung und ich fasse sie unter dem Namen Apeuthes
als neues Subgenus zusammen.
Von den 3 Arten ist maculata sehr leicht von charactopyga und exusta schon
ausserlich zu unterscheiden : Bei maculata baben die Prozoniten 2 helle Flek-
ken, die Hüfte des 3. Beinpaares des $ einen kegeligen nach hinten gerichteten
Fortsatz, schliessen die Wüste der Analklappen unmittelbar an einander.
fehlen die 1 arsalposter auf den 9 letzten Beinpaaren und betragt die Kôrper-
dicke 3.5 mm. Bei charactopyga und exusta haben die Prozoniten keine hellen
Flecken, die Hüften des 3. Beinpaares des $ keinen Fortsatz, sind die Wülste
der Analklappen durch eine Rille vom Innenrande getrennt, fehlen dieTarsal-
polster auf den 25-36 letzten Beinpaaren und betragt die Kôrperdicke 4.3-
4.7 mm. Charactopyga und exusta sind nur nach den Gonopoden zu unter¬
scheiden, wie schon oben angegeben.
Vom Subgenus Eucarlia kennen wir gegenwartig folgende Arten : uncinata
Att. mit 3 geographischen Rassen von Amboina, Celebes und Neu Guinea,
harpaga Att. von Neu Guinea, velox Cari von Aru und Kei, haemorrhantha
Poe. von Inseln der Banda See und Kei, venatoria Silv. von Neu Guinea,
karykmos Att. von Halmaheira, urophora Att. von den Seychellen.
MYRIOPODEN
261
Aulacobolus rubropunctatus, n. sp.
(Fig. 130-133)
Auf der Fundortetiquette ist vermerkt : « gris perle avec des points rouges »;
jetzt ist die Farbe verwaschen braun, am Hinterrande der Metazoniten gelb-
lichbraun, es zeigt dies, wie sehr sich oft die Farbe im Alkohol verandert.
Am Hinterrande der Metazoniten in der Mitte eine Reihe roter Punkte, Anten-
nen und Beine dunkel braunrot, in der Umgebung der Poren ein schwarzer
Fleck. 52 Segmente, Lange 80 mm., Breite 5.7 mm.
Kopf glatt, sehr fein punktiert, Labralbucht stumpfwinklig, die 4 labralen
Borstengruben relativ klein, vordere Medianfurche scharf aber nicht tiet,
Scheitelfurche âusserst schwach, Antennen kurz und sehr dick. Backen unten
rechtwinklig, fein gesâumt.
Halsschild seitlich verschmâlert und elliptisch gerundet, der Vorderrand
mit massig dickem Bandwulst. Das wie immer ventral hohle 2. Segment
setzt sich nach vorn kielartig unter dem Halsschilde fort.
Metazoniten dorsal dicbt fein punktiert und kurz langs geritzt, unterhalb
der Poren fein lângsgefurcht, diese Furchen setzen sich zum Teil auf die
Prozoniten fort, dabei schràg dorsalwarts biegend. Prozoniten dorsal dicht
punktiert, die Grübchen verschieden gross, die grôsseren werden zum Teil
zu winzigen Ilufeisen ; in den Seiten sind die Prozoniten dïcht scbrâg gefurcht.
Die Quernaht ist keine scharfe Furche sondern eine sehr seichte Einschnürung,
dorsal fast ganz verwischt. Poren vom 6. Segment an, der erste merklich
tiefer als die anderen, der Ring gross, auf dem ersten ein Stückchen vor der
Quernaht, weiterhin an der Naht.
Sternite kraftig regelmâssig quergefurcht.
Analring dicbt sehr fein punktiert, mit einem kurzen, dicken, im Querschnitt
runden, stumpfen, geraden, die Klappen ein wenig überragenden Schwânz-
chen. Klappen massig gewôlbt, der Randwulst hoch, plôtzlich sich erhebend,
beide Wülste unmittelbar aneinander schliessend. Schuppe hoch, bogig
gerundet. Hüfte der Beine 3-7 des rundbucklig vorgewôlbt, aber ohne
eigentliche Fortsàtze, aile Glieder unten mit einer starken Borste, Glieder 5
und 4 gleich lang, Tarsalpolster gross (Fig. 130), fehlen auf den letzten 7
Beinpaaren.
Sternit (S) der vorderen Gonopoden gross (Fig. 131), zungenfôrmig, am Ende
abgestutzt, fast so weit vorragend wie das basale Glied (b) der Gonopoden.
Dieses am Ende einfach gerundet. Das distale Glied ( d ) bildet einen kurzen
beilfôrmigen latéral gerichteten Haken (Fig. 132).
Sternit der hinteren Gonopoden klein V-fôrmig. Der hintere Gonopode
bildet ein einheitliches Ganzes ohne Trennung in Glieder. Tracheentaschen
gelenkig angesetzt. In die Basis des Gonopoden mündet der dicke Ausfüh-
rungsgang der Goxaldrüse, und zwar in eine Blase, aus der der Kanal ent-
springt, der auf einem kleinen dreieckigen Zipfel am Ende des Innenarmes
262
C. ATTKMS
endet. Innenarm kurz und dick. Ende des Gonopoden kahnfôrmig ausgehôhlt,
mit einer durchsichtigen Lamelle ganz am Ende (Fig. 133).
Fundort : Réam (Cambodja), 18 II, 30.
Die Familie Pachybolidae wurde von Brolemann aufgestellt und ist vol]
berechtigt ; wir zâblen derzeit ausser einigen unbrauchbar beschriebenen
folgende Gattungen dazu : Pachybolus , Epitrigoniulus, Trachelomegalus,
Hadrobolus , Aulacobolus, Eucentrobolus , wobei ich aber nieht behaupten wilL
dass die genanten Gattungen vollkommen bekannt wâren. Nach der Gestalt
der hinteren Gonopoden kônnen wir folgende Gruppen unterscheiden ;
1) ein Innenarm feblt ganz und der Kanal mündet am Ende des Telopodits :
Trachelomegalus , Epitrigoniulus , mehrere P a ch y ôoZws-Arten. 2) ein Innenarm
Fig. 130-133. Aulacobolus rubropunctatus, n. sp. — 130. Bein aus der Kôrpermiüe.
131 and 132. Vordere Gonopoden. — 133. Hinterer Gonopode.
ist vorhanden aber der Kanal mündet nicht auf ihm sondern am Ende des
Telopodits : Pachybolus laminatus , Hadrobolus. 3) ein Innenarm vorhanden,
auf dem der Kanal mündet : Aulacobolus, Eucentrobolus.
Von Aulacobolus kennen wir 6 Arten : die 2 von Pocock aus Indien be¬
schriebenen Arten uroceros und ihurstoni und 4 von Silvestri beschriebene,
davon 2 aus Indien und 2 aus Cochinchina. Die Arten uroceros und excellens
haben ein langes spitzes Schwânzchen, die anderen haben ein kurzes ganz
gerades stumpfes Schwânzchen. Uroceros hat ausserdem grôssere und kleinere
Tuberkeln auf dem Rücken der Metazoniten, die den anderen 5 Arten zu
fehlen scheinen. Bei variolosus Silv. und newtoni Silv. ist der Rücken der
Metazoniten tief gefurcht. Bei gravelyi Silv. und thurstoni Poe. haben die
Metazoniten keine solche Sculptur ; zu dieser Gruppe gehôrt auch rubropunc¬
tatus. Bei gravelyi und thurstoni ist nichts von den so auffallenden roten
Flecken auf dem Rücken erwâhnt, sie scheinen also zu fehlen. Ferner ist das
Sternit der vorderen Gonopoden dieser beiden Arten dreieckig, mit einer
Spitze, wâhrend es bei rubropunctatus abgestutzt ist. Bei gravelyi fehlen am
Ende des hinteren Gonopoden die durchsichtigen Lâppchen ; wie es diesbezüg-
MYRIOPODEN
263
lich bei thurstoni steht, weiss man nicht, da keine Abbildung der hinteren,
Gonopoden publiziert wurde. Diese Art soll eine wohl ausgebildete Quernaht
(well marked) haben.
Gen. GLYPHIULUS Gerv.
Die Gattung Glyphiulus war bisher bei den Cambalidae untergebracht,
welche Familie u. a. hauptsâchlich dadurch charakterisiert ist, dass Mentum
und Promentum getrennt sind, wâhrend die Cambalopsidae, eine andere
Familie der Cambaloidea, ein Duplomentum haben. Glyphiulus hat getrenntes
Mentum und Promentum. Verhoeff (1936, Zool. Anz., 113, p. 49) hat nun
die Ansicht ausgesprochen, dass es riohtiger sei, Glyphiulus mit den Camba¬
lopsidae zu vereinigen und das Hauptgewicht bei der Charakterisierung der
Familien weniger auf das Gnathocbilarium als auf die Configuration der
Metazoniten anlegen, die bei Glyphiulus und den Cambalopsidae starke
Rippen oder Hôcker haben, wâhrend der Rest der Cambalidae glatte Metazo¬
niten hat. Diese Ansicht hat viel für sich und ich stimme ihr bei hauptsâch¬
lich wegen der Entdeckung des Glyphiulus mediator , dessen Mentum und
Promentum nur durch eine seichte Furche geschieden sind, so dass diese Spe-
cies eine Art Mittelstellung zwischen den Cambalidae und Cambalopsidae ein-
nimmt und man sieht, dass die Art der Ausbildung des Gnathochilarium
weniger tiefgreifend und systematisch wïchtig ist als man bisher annahm. Wir
haben also jetzt die Familie Cambalidae mit glatten Metazoniten, getrenntem
Mentum und Promentum und die Familie Cambalopsidae mit starken
Rippen oder Hôckern auf den Metazoniten, und entweder mit Duplomentum
oder mit getrenntem Mentum und Promentum. Das zweite Merkmal, das
Verhoeff zurBegründungseiner Ansicht anführt, die Grosse des Halsschildes,
ist nicht durchgreifend. Es ist nicht richtig, dass bei allen Cambalopsidae
der Halsschild so stark vergrôssert ist, dass er eine den Kopf von oben her
bedeckende Kapuze bildet. Das kommt wohl vor, in extremem Masse, z. b. bei
dem hier beschriebenen G. capucinus , aber es gibt auch Cambalopsidae , die
sich in der Grosse des Halsschildes nicht von den Cambalidae unter-
scheiden.
Verhoeff tauft die Cambalopsidae in Glyphiulidae um, da « Glyphiulus die
âlteste hier in Betracht kommende Gattung ist », aber ich sehe nicht die
Notwendigkeit ein, den lângst eingebürgerten Namen zu ândern. Ebenso bin
ich gerade mit Rücksicht auf den schon genannten G. mediator in Zweifel,
ob die Familie sich ganz natürlich in die 2 Subfamilien Glyphiulinae und
Cambalopsinae trennen lâsst.
Ich habe seinerzeit die Gattung Glyphiulus in zwei Subgenera geteilt :
1. Subgen. Keratoglyphiulus ; das 1. Beinpaar des <? besteht nur aus dem
Coxosternum, ein Telopodit fehlt vôllig.
2. Subgen. Podoglyphiulus : das 1. Beinpaar des $ bat ein Coxosternum
264
G. ATTEMS
mit unpaarem medianem Fortsatz und 5 freien Gliedern, es âhnelt sehr einem
gewôhnlichen Laufbeinpaar.
Die Namensgebung war falsch und es hàtte statt Keratoglyphiulus heissen
müssen Glyphiulus , da dieses Subgenus die typische Art enthâlt.
Carl (1911, Rev. Suisse ZooL, 16, p. 417) hat eine neue Art, G. javanicus
bescbrieben, die nach seiner Meinung eine Mittelstellung zwischen den beiden
Untergattungen einnimmt, so dass er die Berechtigung derselben bezwei-
felt. 1923 hat Silvestri 3 neue Glyphiulus beschrieben, die er zu den Sub-
genera Podoglyphiulus, Cambalomorpha und Plusioglyphiulus zâhlt. Verhoeff
in seiner genannten Publication 1936, gibt eine Uebersicht der Familie
Glyphiulidae und sagt 1.) das 1. Beinpaar des $ ist verschwunden und an
seiner Stelle zeigt sich nur eine Querspange mit 2 Hôrnern : Gen. Glyphiulus
2.) das 1. Beinpaar des $ bildet ein nur wenig verândertes Gliedmassenpaar
doch besitzt es ein Syncoxit mit medianem Fortsatz Gen. P odo glyphiulus.
Also im Gegensatz zu Carl, der die beiden Gruppen selbst als Subgenera
ablehnt, betrachtet er sie als selbstândige Généra.
Es ist natürlich unrichtig von Glyphiulus zu sagen, dass das 1. Beinpaar
verschwunden ist, da sogar bei G. granulatus, bei dem es am meisten redu-
ziert ist, ein Coxosternum vorhanden ist und bei den seit 1909 beschriebenen
Arten ein 1-3 gliedriges Telopodit vorhanden ist. Ich halte die Trennung in
die beiden Gruppen Glyphiulus und P odo glyphiulus aufrecht, nur muss die
Diagnose der ersten etwas geandert werden und es muss heissen : 1. Beinpaar
des (J mit Coxosternum, ohne Telopodit oder mit winzigem 1-3 gliedrigem
Telopoditstummel. Im Jahre 1911 konnte Carl angesichts der geringen Zahl
der Arten noch im Zweifel über die Berechtigung der Untergattungen sein,
heute kennen wir jedoch eine grôssere Zahl von Arten und erkennen deut-
lich die zwei Entwicklungsrichtungen, bei der einen ist das Telopodit des 1.
Beinpaares ganz verschwunden oder zu einem winzigen 1-3 gliedrigen
Stummel reduziert, bei der anderen gleicht es ganz dem eines normalen
Laufbeines. Es ist zweifelhaft ob letzteres, die Unverandertheit des Telopodit
des 1. Beinpaares, eine ursprüngliche Eigenschaft ist. Es konnte auch sein,
dass auch die P odo glyphiulus von Formen abstammen, bei denen das erste
Beinpaar reduziert war und dass in Folge einer Entwicklungshemmung die
Umbildung dieses Beinpaares, die erst beim erwacbsenen $ eintritt, unter-
blieben ist. Neben Glyphiulus und P odo glyphiulus fiihrt Verhoeff (1936)
noch ein neues Genus Formosoglyphiulus an, von dem nur das Ç bekannt
ist und das lediglich durch die Zahl der Lângsrippen der Metazoniten des
Halsschildes und der Labralzâhne charakterisiert wird. Das sind doch nur
Artmerkmale, die allein nicht einmal zur Unterscheidung von anderen Arten
genügen, daher kann die Gattung nicht aufrecht erhalten werden.
Auch Verhoeffs Angabe, « es scheint, als wenn wir es bei den Camhalop-
sidae mit einer endemischen Familie südostasiatischer Urwâlder zu tun
hatten, wahrend den Cambalidae eine bedeutend weitere Verbreitung zukommt
(australisch, indomalaiisch, athiopisch) » ist unrichtig, denn Glyphiulus
MYRIOPODEN
265
granulatus ist bekannt von den Seychellen, Comoren, Mauritius, Réunion,
Neucaledonien und Tahiti.
Die Gattung Cambalomorpha wurde von Pocock für 2-3 von ihm beschrie-
bene Arten aufgestellt, die aber nur im weiblichen Geschlecht und auch sonst
sehr unvollkommen bekannt sind, so weiss man nichts vom Gnathochila-
rium. Als einzigen Unterschied gegenüber Glyphiulus gibt Pocok an, dass
unterhalb der porentragenden Kiele bei Glyphiulus jederseits 3, bei Camba¬
lomorpha nur 2 Kiele vorhanden sind. Silvestri meint, dass man Cambalo¬
morpha hôchstens aïs Subgenus von Glyphiulus gelten lassen kônne ; er
stellt eine seiner neuen Arten in ein Subgen. Cambalomorpha obne es jedoch
anders zu charakterisieren. Ich glaube man wird besser tun, diese Gattung,
bis dass nicht mehr über sie bekannt ist, bei Seite zu lassen.
Das Subgenus Plusioglyphiulus hat vielleicht mehr Berechtigung. Es wird
charakterisiert durch die grôssere Zahl der Kiele auf dem Metazoniten und
durch Eigentümlichkeiten der Beinpaare 1 und 2. Das 1. Beinpaar hat einen
medianen unpaaren Fortsatz, der keine Teilung aus ursprünglich 2 Fort-
sâtzen anzeigt und eingliedrige Telopodite. Am 2. Beinpaar konnte ich nichts
besonderes sehen. So lange wir nur eine Art kennen, die von den anderen
etwas aberrant ist, brauchen wir für sie nicht gleich ein neues Subgenus
aufzustellen ; etwas anderes wâre es. wenn sich 2 oder mehr Arten fânden
mit den für Plusio glyphiulus geschilderten Merkmalen. Wir sind noch weit
davon entfernt, die Verwandtschaft der Glyphiulus- Arten untereinander
feststellen zu kônnen, da sich die Merkmale in verschiedener Weise mit
einander vereinigen. Z. B. nach der Configuration des 1. Beinpaares des
gehôren zusammen auf der einen Seite : javanicus , mediator und etwas
aberrant cavernicolus , auf der anderen Seite : granulatus, capucinus, superbus.
Nach der Gestalt der vorderen Gonopoden dagegen gehôren zusammen :
mit einem Coxalfortsatz granulatus, mediator, capucinus, cavernicolus. mit
2 Coxalfortsâtzen javanicus und superbus ; zu letzteren gehôren auch die
Podoglyphiulus ceylanicus , elegans , jonesii.
ScHLÜSSEL DER Glyphiulus-ART VT*
1. Die Coxalfortsâtze des 1. Beinpaares des liegen in der Médiane eng
neben einander oder sind ganz zu einem Horn vereinigt. Ein kleines
Telopodit vorhanden. 2.
— Die Coxalfortsâtze des 1. Beinpaares des $ sind durch einen grôsseren
Zwischenraum von einander getrennt. 4.
2. Zwischen den porentragenden Tuberkeln sind dorsal 7 Kiele vorhan¬
den, im ganzen 15 Kiele. Beide Coxalfortsâtze des 1. Beinpaares des <$
zu einem ungeteilten Hôrnchen vereinigt. Telopodit des 1. Beinpaares
1-gliedrig. cavernicolus Silv.
— Die Coxalfortsâtze des 1. Beinpaares liegen zwar eng neben einander,
lassen aber die Zusammensetzung aus 2 Fortsâtzen noch erkennen.
266
C. ATTEMS
Telopodit 2-oder 3-gliedrig. 3.
3. Hüften des 1. Beinpaares zu einem Syncoxit, resp. Coxosternum
ohne médiane Naht verschmolzen. Telopodit 2-gliedrig. Coxit der
vorderen Gonopoden mit 2 Fortsàtzen. Keine Ocellen. Halsschild
mit 10 Kielen, von denen die 4 mittleren in 2 /3 der Lange abbrechen
und mit kurzen hinteren alternieren. javanicus Cari.
— Die Mediannaht der Hüften des 1. Beinpaares deutlich. Telopodit
3-gliedrig. Ocellen vorhanden. Halsschild mit 9 Kielen, die ganz
durchlaufen. Coxit der vorderen Gonopoden mit 1 Fortsatz.
. mediator, n. sp.
4. Das Telopodit des 1. Beinpaares des $ fehlt vôllig. Distales Glied des
hinteren Gonopoden fein gefranst. granulatus Gerv.
— Ein winziges 2 gliedriges Telopodit des 1. Beinpaares vorhanden.
Distales Glied des hinteren Gonopoden nicht gefranst. 5.
5. Halsschild enorm. stark kapuzenartig gewôlbt, der vordere Teil
eines seitlichen Kieles ist ein abstehender Knopf. Ca. 8 Ocellen.
. capucinus, n. sp.
— Halsschild des $ nicht besonders vergrôssert und von normaler Form,
mit starken Kielen, keiner knopffôrmig abstehend. 50 Ocellen...
. superbus Silv.
Glyphiulus capucinus, n. sp.
(Fig. 134-143)
Dunkel erdbraun ; in den Kielen der Metazoniten reichlich schwarzes
Pigment. Kopf mit Antennen und Halsschild heller, mehr gelbraun.
$ mit 56 Segmenten. Breite des Halsschildes und der Kôrpermitte 1.15 mm.
des 5. Segmentes 1.05 mm.
Sehr eigenartig ist das Vorderende gestaltet ; der grosse Kopf (Fig. 134)
ist im rechten Winkel abwarts gerichtet, von oben ganz von dem riesigen
Halsschild verdeckt, seine Unterseite ruht auf einem Kragen (Fig. 136),
der von den ventralwârts vorspringenden Segmenten 2 und 3 gebildet wird.
Kopf glatt, Labralbucht seicht, mit 6 sehr kleinen Zahnen, eine Beihe La-
bralborsten und eine Reihe etwas langerer Supralabralborsten. Stirn zwischen
den Antennen seicht eingedrückt, keine Scheitelfurche, 8 Ocellen in unre-
gelmâssigen Reihen, Antennen keulig, 5. Glied das dickste und langste.
Halsschild enorm (Fig. 135), stark gewolbt, kapuzenartig das ganze Vorder¬
ende bedeckend, mit hohen schmalen Làngskielen u. zw. in der Médiane
2 schwachere Kiele, die im vordersten Drittel unterbrochen sind, hinten
werden sie durch einen niedrigen kurzen Mediankiel getrennt. Latéral folgt
ein abgekürzter Kiel, dann 2 sehr grosse vom Vorder-zum Hinterrand durch-
laufende Kiele, dann wieder ein niedrigerer auch durclilaufender Kiel,
dann ein niedriger Kiel hinten, an den sich nach einer Unterbrechung in
MYRIOPODEN
267
der Mitte ein abstehender Knopf anschliesst, das Vorderende dieses Kieles,
dann noch ein kurzer Seitenkiel. Die Kiele sind glatt, die Vertiefungen
zwischen ihnen fein granuliert.
Die ganze Oberflàche der Rumpfsegmente, Prozoniten und Metazoniten
Fig. 134-143. Glyphiulus capucinus, n. sp. —134. Kopfund Collum, von vorn. —135. Collum
schràg von oben. — 136. Segmente 1-3 von der Seite. — 137. (f 7. Segment. — 138. cf
1. Beinpaar. — 130. cT 2. Beinpaar. — 140. cf 3. Bein. — 141. Vordere Gonopoden. —
142 und 143. Hintere Gonopoden.
incl. Kiele, dicht fein scharf granuliert. Metazoniten mit 11 Kielen (Fig. 137),
zwischen den porentragenden 3 und unterhalb der porentragenden jederseits
auch 3 Kiele ; letztere sind untereinander gleich gross, nehmen also nicht
wie bei Cambalopsis ventralwârts allmâhlich an Grosse ab. Aile Kiele sind
durch eine seichte Kerbe geteilt aber es ist keine durchlaufende scharfe
mémoires du muséum, nouvelle série, tome VI. 18
268
G. ATTEMS
Querfurche vorhanden. Poren vom 3. bis drittletzten Segment, also 1 Seg¬
ment vor dem Analsegment ohne Poren. Die Poren liegen in der stark
verdickten Vorderhalfte eines Kieles.
Analring hinten schaufelfôrmig gerundet, ein gutes Stück liber die Klappen
vorstehend, vorn mit 3 kurzen Langskielen. Neben dem schmalen Rand-
saum der Klappen eine tiefe Furche. Schuppe hinten in der Mitte seicht
eingebuchtet wie bei Glyphiulus ceylanicus , etc.
Das Sternit des 1. Beinpaares (Fig. 138) des $ steht in Verbindung mit den
Tracheentaschen oder Stützen. Hüften vôllig zu einem Syncoxit verwachsen,
obne Mediannaht, die Seiten sind in lange schlanke Flügel ausgezogen, am
Vorderrande 2 dicke, weit von einander getrennte hakige Coxalfortsàtze mit
teilweise fein schuppiger Struktur. Yor dem Coxalfortsatz ein niedriges
Polster, das mehrere starke Borsten tragt. Das Telopodit sitzt knapp latéral
vom Coxalfortsatz und ist ein kleiner zweigliedriger Stummel, das erste
Glied tragt ein Paar Borsten, das zweite Glied 2 winzige Kegelspitzen.
2. Beinpaar normal 6-gliedrig, Hüfte am Grunde seitlich ein wenig ver-
breitert, die Glieder unten mit spârlichen aber starken Borsten, nur der
Tarsus reichlicher beborstet, Endkralle mit kleiner Nebenkralle. Das kurze
Sternit dringt mit seiner dreieckigen Medianspitze nur wenig zwischen die
Basen der Hüften ein. Die kegeligen Penes sind nur ganz am Grunde mit
einander verbunden (Fig. 139) ; das 3. Beinpaar (Fig. 140) ist so gestaltet
wie bei den von Silvestri beschriebenen Arten, die Hüfte sehr lang, schlank,
gerade, cylindrisch, mit nur einer Borste am Ende, die anderen Glieder kurz
und unten stark beborstet. Die weiteren Beine sind unterseits reichlich
beborstet, die Borsten lang und zart, Endkralle mit dünner Nebenkralle.
Gnathochilarium wie bei den Verwandten, Lamellae linguales mit 3 grossen
Borsten nahe dem Vorderrande, Promentum mit einem Dutzend Borsten,
Mentum vorn mit einigen Borsten, Stipes mit einer grossen Borsten latéral
vom Aussentaster, Stipites und Mentum mit schuppiger Oberflâchenstrucktur,
Aussentaster mit 4, Mitteltaster mit ca. 12, Innentaster mit 3 Sinneszap-
fen.
Vordere Gonopoden (Fig. 141) mit grossem Sternit ; das Grundglied, Coxit ;
ist gross, im Umriss ungefâhr dreieckig, der Lateralrand teilweise stumpf
gekerbt-gezâhnt, auf der Hinterseite eine vorspringende Leiste, neben der
eine Reihe von Borsten steht; das 2. Glied ist klein, gelenkig abgesetzt, schwach
gekrümmt mit etwas verdickter Basis, die Medialseite am Ende mit kleinen
Hôckerchen besetzt, am Grunde ein mit einigen kurzen Borsten besetzter
Hôcker. Die hinteren Gonopoden (Fig. 142, 143) sind am Grunde mit einander
verwachsen. Die Gliederung der basalen Teile, insbesonders das Sternit,
konnte ich nicht erkennen, da nur ein einziges Exemplar vorlag, dessen
Gonopoden nicht in KOH maceriert werden durften, weil das die zarten Teile
zu leicht vôllig verandert. Bei einem Unicum ist es wichtiger die Gonopoden
als Ganzes intact zu erhalten. Yom Grundstücke gehen 2 breite Fortsâtze
aus, ein kürzerer lateraler, der eine Anzahl kurzer Spitzkegelchen tragt und
MYRIOPODEN
269
ein breiter medialer Lappen, der am Ende mit zahlreichen am Ende leicht
knopfig verdickten Stiften besetzt ist und von dem sich eine schmale Lamelle
loslôst. Am Medialrande stehen 3 starke Borsten ; das 2. Glied ist flagellum-
artig, gelenkig angesetzt, dünn, scbwach gebogen.
Fundort : Bana, (C. Annam), 1.400 m., 17 IX. 31, ein einziges <J.
Glyphiulus mediator, n. sp.
(Fig. 144-150)
Kopf, die ersten 3 Antennenglieder und die unteren Tuberkeln der Metazo-
niten von den porentragenden an blassgelblich, der Rest des Rumpfes und
die restlichen Antennenglieder dunkelbraun.
cJ 53 Segmente, Breite 2.6 mm.
Kopf glatt, ohne Scheitelfurche, 5 kleine Labralzâhne, Labralborsten un d
Supralabralborsten vorhanden, 21 schwarze Ocellen in 3 Querreihen zu je 7-
Fig. 144-146. Glyphiulus mediator, n. sp. — 144. Vorderende. — 145. cf I. Beinpaar.
146. cf 2. Beinpaar
Die Trennung zwischen Mentum und Promentum ist nur durch eine schwache
Furche angedeutet, so dass diese Art in dieser Beziehung ein Mittelding
ist zwischen den Cambalopsinae und Glyphiulinae. Antennen dick keulig,
das 5. Glied das dickste.
Halsschild so gross wie bei vielen anderen Cambalidae (Fig. 144), also viel
kleiner als bei G. capucinus, mit 9 vom Vorder-zum Hinterrande durchlau-
fenden scharfen glatten Langskielen, die Vertiefungen dazwischen fein
wabig.
Die Ventralenden der Rückenspange des 2. Segmentes lassen einen breiten
Zwischenraum frei, die Rückenspangen der Segmente 3 und 4 dagegen schlies-
MYRIOPODEN
271
die also eine Lageverânderung erfahren haben, da ja das 3. Beinpaar zum 4.
Segment gehôrt. Das 5. und 6. Segment haben normale Sternite, die die
Ventralenden der Rückenspangen trennen.
1. Beinpaar des <J mit grossem Sternit, die Hüften mit deutlich erhaltener
Mediannaht zusammenschliessend. Die Coxalfortsâtze steben eng neben
einander, ihre Enden sind breithakig etwas herabgebogen, latéral vom
Coxalfortsatz eine grôssere Grappe von Borsten, ausserdem mebrere Borsten
nahe dem Endrande. Das Telopodit ist dreigliedrig, das 1. Glied kurz schei-
benfôrmig, das 3. Glied klein kugelig, aile Glieder beborstet.
Sternit des 2. Beinpaares scbwacb querspangenfôrmig, die Beine 6-glie-
drig, das Fémur das lângste Glied, Tarsus ringsum beborstet, Endkralle mit
kleiner Nebenkralle (Fig. 146).
3. Beinpaar wie bei den Verwandten, die Hüfte weitaus das lângste Glied,
cylindrisch, beide Hüften eng neben einander liegend, die anderen Gbeder
einen médian ofïenen Halbkreis bildend, unten reichlicb beborstet, Endkralle
mit krâftiger kurzer Nebenkralle.
Aile Tergite vom 2. bis zum vorletzten mit 9 Paaren von Tuberkeln
(Fig 147). Nur die des medianen Paares steben genau hinter einander, von den
anderen Paaren stehen die vorderen etwas weiter latéral als die hinteren.
Die hinteren Tuberkeln sind, mit Ausnahme des medianen Paares, zackig,
und zwar ventralwârts in zunehmendem Masse. Die vordere Tuberkel des
untersten Paares ist ein dicker krummer spitzer Dorn. Die Tuberkeln selbst
sind glatt, dazwischen sind die Metazoniten wabig eingedrückt. Prozoniten
vorn dicht fein chagriniert, hinten mit tiefen breiten Lângsgruben zwischen
feinen Rippchen. Die porentragenden Tuberkeln sind grôsser als die anderen,
runde Knôpfe. Die Poren beginnen auf dem 5. Segment, 3 Segmente vor dem
Analsegment ohne Poren.
Analring vorn mit einem kleinen Medianhôcker, der Hinterrand breit
gerundet und dacbig über die Klappen vortretend. Klappen gut gewôlbt,
neben dem sehr feinen Randsaum nur ein sehr seichter Eindruck, Schuppe
hinten eingebuchtet.
Gonopoden : das Coxit der vorderen hat nur einen einzigen Fortsatz, mit
einem Feld winziger Kegelspitzen. Das kleine Telopodit wird vom Coxal¬
fortsatz überragt, ist am Grunde am breitesten, mit einem Felde von spitzen
Kegelchen, am Ende mebrere Borsten (Fig. 148).
Sternit der hinteren Gonopoden von der gewôhnlichen Form, steht in Ver-
bindung mit den Stützen, die einen Innenarm haben. Hintere Gonopoden mit
einem von einem Ringwall umgebenen ovalen Feld mit kleinen spitzen
Kegelchen. Auf der Medialseite und am Ende viele zumeist hakige Borsten,
latéral am Ende und auf der Hinterseite winzige Kegelchen. Das Endglied
ist ein schlanker in eine Anzahl dünner Spitzen zersoblitzter Ast (149-150).
Fundort : Bana, (C. Annam), 800 m., IX. 31.
272
C. ATTEMS
Glyphiulus dubius, n. sp.
Farbe sehr dunkel braun mit schwarzem Pigment in den Hôckern der
Metazoniten $ 60 Segmente. Breite 1.5 mm., ziemlioh schlank.
Kopf sehr glatt, Labralbucht seicht, 1 Reihe Labralborsten und 1 Reihe
Supralabralborsten, keine Scheitelfurche. Ein Dutzend Ocellen in 3 unregel-
mâssigen Querreihen. Antennen keulig, das 5. Glied das grôsste.
Halsschild mit 17 scharfen Langskielen, die aber nicht aile vom Vorder-
zum Hinterrande durchlaufen, sondern zwischen die vollstândigen schieben
sich hinten einige kürzere ein, die Verteilung ist nicht ganz regelmassig, d. h.
links und rechts nicht ganz gleich. In einiger Entfernung vom Hinterrande
sind aile Kiele durch eine Kerbe geteilt. Der ganze Halsschild sehr fein gra-
nuliert.
Yordere Hâlfte des Prozonit fein chagriniert, hintere Hâlfte erst mit runden
dann mit lànglichen Grübchen.
Die folgenden Segmente haben 15, die letzten 27 Segmente 17 Langsreihen
von Tuberkeln. Zwischen den porentragenden Hôckern überall 7 Langs¬
reihen von Tuberkeln, unterhalb der porentragenden jederseits 3 Reihen
von Tuberkeln, auf den letzten 27 Segmenten 4 Reihen, so dass also die Seg¬
mente 2-31 im ganzen 15, die Segmente 32-59 dagegen 17 Reihen von Tu¬
berkeln haben. Auf den Segmenten 2-5 stehen in jeder Lângsreihe 2 Tuberkel
hinter einander. Auf den Segmenten 6-45 haben die dorsalen Langsreihen
zwischen den porentragenden je 3 Hôcker, auf den hinteren vom 46. an
haben sie nur 2 Hôcker Die porentragenden Reihen und die Reihen unter¬
halb dieser haben auf allen Segmenten nur 2 Hôcker. Die Hôcker einer
Reihe stehen genau hinter einander. Die ganzen Metazoniten incl. Hôcker
sind sehr fein granuliert. Die porentragenden Hôcker, die vorderen ihrer
Reihe, sind stark vergrôssert. Die Poren beginnen auf dem 5. Segment,
3 Segmente vor dem Analsegment haben keine Poren.
Analring schaufelfôrmig gerundet, oben vorn 4 Hôcker. Klappen mit
schmalem Randwulst, Schuppe hinten eingebuchtet.
Kralle der Beine mit deutlicher Nebenkralle.
(J unbekannt.
Fundort : Angkor (Cambodge) I. 1935., 1 $.
Gehôrt wohl in die Nâhe von G. cavernicolus Silv. von dem er sich durch
die Zahl der Metazonitentuberkeln unterscheidet, bei cavernicolus stehen
zwischen den porentragenden nur 5 Hôcker, die dorsalem Rippen sind bei
cavernicolus ungeteilt, hier sind 2 Hôcker hintereinander vorhanden, die
Endkralle hat bei cavernicolus keine Nebenkralle.
MYR10P0DEN
273
Cambalopsis singularis, n. sp.
(Fig. 151-159)
Farbe des Rückens im allgemeinen sehr dunkel braun, die Kiele schwarz-
Hch, vordere Halfte der Prozoniten schwarzbraun, Vertiefungen zwisehen
den Kielen und die hintere Halfte der Prozoniten blasser braun.
Segmentzahl $ 53-74, also in ungewôhnlich hohem Masse variabel. Breite
des Halsschildes 1.12 mm, der Kôrpermitte 0,8 mm.
Fig. 151-153. Cambalopsis singularis. n. sp. — 151. Kopf.
152. Segment aus der Kôrpermitte. — 153. c? 1. Beinpaar.
Labralbucht seioht, mit 4 kurzen, stumpfen Zahnen, am Rande des Labrum
eine Reihe Labralborsten, dahinter eine Reihe Supralabralborsten, der
Kopf im übrigen unbeborstet, glatt (Fig. 151).
Halsschild sehr gross, breit und stark gewôlbt, die Seiten gerade abgestützt,
neben dem schmalen seitlichen Randsaum eine durchlaufende Furche und
médial von dieser eine kürzere, vom Hinterrande nur bis zurMitte reichende
Furche. Antennen keulig, das 5. Glied das lângste und dickste. 5 schwarze
Ocellen in einer Querreihe, ihre Grosse nimmt nach der Mitte zu ab.
Die vorderen 2 Drittel des Prozonit dicht chagriniert, das hintere Drittel
mit feinen Làngsfurchen, von denen 2 oder 3 auf eine Rippe der Metazo
274
G. ATTEMS
niten entfallen ; zwischen den Furchen sehr glânzend und glatt erscheinend,
bei stârkerer Vergrôsserung sieht man, dass diese glatte Flâch fein poly¬
gonal gefeldert ist, sowie die ganzen Metazoniten, Kiele und Vertiefungen
dazwischen. Auf dem Rücken der Metazoniten zwischen den porentragenden
Kielen 5 Kiele, unter den porentragenden sind 7 oder mehr Kiele vorhanden,
sie verlieren sich ventral ganz allmahlich (Fig. 152). Die Metazoniten sind
durch eine schwache Furche zwar halbiert, aber die Kiele sind durcb sie nicht
gerade tief eingekerbt. Von der Furche nach hinten sind die Kiele allmahlich
verschmâlert, sie reichen auf den meisten Segmenten nur bis zum Hinterrand
ohne diesen zahnartig zu überragen, nur auf den letzten 5 Segmenten über-
ragen sie den Rand ein wenig. Poren vom 5. Segment an, 2 Segmente vor
dem Analsegment haben keine Poren. Die den Porus tragende vordere
Hâlfte des Kieles ist stark aufgeblaht und scharf gegen die hintere Hâlfte
abgesetzt.
Auf dem 2. Segment feblen die Hôcker ganz oder sind nur durch flache
Felder vor dem Hinterrand angedeutet. 3. Segment mit kleinen Hôckerchen
hinten, vorn fein lângsgefurcht. Auf dem 4. Segment sind schon zweiteilige
Hocker vorhanden, der vordere Teil des Tergites ist fein lângsgefurcht wie
die Prozoniten der Doppelsegmente.
Das ganze Analsegment glatt, der Ring abgerundet dachig über die Klap-
pen vorragend, Klappen ohne Randwulst, die Rander unmittelbar an einander
stossend, mit einer Reihe kurzer feiner Borsten. Schuppe hinten geradlinig.
1. Beinpaar (Fig. 153) des mit Coxosternum, die Coxalfortsatze legen sich
an einander und sind am leicht hakigen Ende etwas verbreitert. Sie ragen
so weit vor wie das Telopodit. Latéral von den Coxalfortsâtzen und rechts
und links vom Telopodit Gruppen starker Borsten. Telopodit rund kugelig
mit einigen Borsten.
Das Sternit des 2. Beinpaares (Fig. 154,155) ist schwach, teilweise chitini-
siert, teilweise dünnhâutig, es steht in fester Verbindung sowohl mit den
Stützen (T) als mit den Hüften (C), die Telopoditglieder sind die eines gewôhn-
lichen Laufbeines. Endkralle mit einer Nebenkralle.
Das Sternit des 3. Beinpaares (Fig. 156) ist klein, es steht in fester Ver¬
bindung mit den Stützen (T), die Hüften sind deutlich vom Sternit getrennt,
zwar lang aber nicht so auffallend verlangert wie bei Glyphiulus. Eigentüm-
licher Weise ist am Grande ein kurzes Stück unvollkommen abgegliedert, die
weiteren Glieder ohne Besonderheiten, Kralle mit Nebenkralle (Fig. 157).
Die Verbindung der 3 vorderen Beinpaare mit dem Rumpfe ist die gleiche
wie ich sie für Glyphiulus ceylanicus geschildert babe. Die ventralen Enden
der Rückenspange des 2. Segmentes lassen einen weiten Zwischenraum zwi¬
schen sich, die Rückenspange des 3. Segmentes schliesst hinten mit einer
schmalen Querspange zusammen, an der man noch die Mediannaht sieht.
In der dadurch gebildeten vorn offenen Bucht liegen die 3 vorderen Beinpaare
mit ihren freien Sterniten. Die Rückenspange des 4. Segmentes schliesst ven¬
tral breit zusammen, mit erhaltener Mediannaht. Das 4. Segment ist durch
MYRIOPODEN
275
die Verlagerung seines, des 3. Beinpaares, vor die Spange des 3. Segmentes
fusslos.
Von einer ventralen Kragenbildung durch Herabbiegen der ventrale Span-
gen der Segmente 2 und 3 ist hier keine Rede. Bei Glyphiulus capucinus und
mediator ist diese eingentümliche Bildung an den vorderen Segmenten sehr
Fig. 154-159. — Cambalopsis singularis, n. sp. — 154. cf 2. Beinpaar. — 155. Basis
desselben von vorn. — 156. cf 3. Beinpaar. — 157. Tarsus eines mittleren Beines. —
158. Vordere Gonopoden. — 159. Hinterer Gonopode.
ausgeprâgt. Vom 5. Segment an verwachsen die Sternite fest mit den
Rückenspangen und haben die Segmente 2 Beinpaare.
Die vordersten Beine haben nur gewôhnliche Borsten, auf den anderen
Beinen sind die Borsten der Unterseite vom Fémur an indem meist etwas gebo-
genen Endteile stumpf und sehr seicht gekerbt ; es ist dies die Andeutung der viel
stârkeren Zâhnelung der Borsten von C. fissispina Att. Die meisten Borsten
der Oberseite haben ungefahr in der Mitte ein winziges Seitenzâhnchen.
Dies haben auch die Borsten auf der Unterseite des Praefemur. Endkralle
mit kraftiger Nebenkralle.
276
C. ATTEMS
Die vorderen Gonopoden (Fig. 158) unterscheiden sich von denen der
Arten vivicolü. fissispitvz und heteropus sehr dadurch, dass das Coxit nur
einen Fortsatz hat ; bei den genannten Arten bat er deren 2. Der Fortsatz
ist mit einigen Borsten besetzt. Das Telopodit ist einl'ach, schlank, schwach
S-fôrmig gebogen und tragt am Ende einige Borsten.
Das Telopodit des hinteren Gonopoden (Fig. 159) ist von der Basis gegen
das Ende allmâhlich verschmâlert ; ungefàhr in der Mitte sieht man eine
undeutliche und nicht durch die ganze Breite durchgehende Teilung in
2 Glieder. Im basalen Teil eine grosse ovale, von einem Chitinwall umgebene
ilache Grube mit zahlreichen kleinen Kegelchen. Im distalen Teil eine Art
Fovea wie bei gewissen Pachyiulus, in der ein schwaches kôrniges Gerinnsel
zu sehen ist. Am Ende eine unregelmâssig gezâhnte schwache Lamelle und
ein zweiter Ast, der den Zugang zur Fovea zu enthalten scheint. Gegenüber
der Fovea am Rande eine Reihe kleiner Borsten.
Fundort: Poulo-Condore (Cochinchina), IV. 31.
Gen. ILYSPASTICUS, nov.
Coxit der vorderen Gonopoden ohne Flagellum, Telopodit klein, einglie-
drig, ohne Pseudoflagellum etc. Hintere Gonopoden gut entwickelt, deutlich
von den vorderen Gonopoden getrennt, 2-oder 3-gIiedrig.
Poren vom 5. Segment an vorhanderi.
Metazoniten dorsal ganz glatt, unterhalb der Poren fein langsgefurcht.
Mentum und Promentum vôllig getrennt, die Lamellae linguales werden
vom Promentum getrennt.
1. Beinpaar des mit Coxosternum und 5 freien Gliedern. Hüfte des 3.
Beinpaares lang.
Analring hinten gerundet, die Ivlappen nicht überragend.
Diese Gattungkommt in meiner Tabelle der Cambalidae (Kükental, Hand-
buch der Zoologie p. 206) zu Epinannolene, von der sie sich durch die wohl
entwickelten hinteren Gonopoden unterscheidet.
Die Tiere sind sehr klein und schlank und âhneln bei flüchtiger Betrach-
tung unseren einheimischen Blaniuliden.
Ilyspasticus gracilis, n. sp.
(Fig. 160-164.)
Farbe des Rumpfes im allgemeinen braun, die Prozoniten dunkler, die
Metazoniten heller durchscheinend, der Rumpf daher schwach quergeringelt.
Kopf bis zwischen die Antennen und diese brâunlichgelb, Scheitel und Beine
braun.
S mit 47 Segmenten. Breite 0,53 mm, sehr schlank.
Auf dem Clypeus wenige zerstreute Borsten, auf dem Scheitel ein Borsten-
MYRIOPODEN
277
paar. Labralbucht seicht mit 3 Zahnen. Mandibel mit 5 Kammblâttern.
Antennen leicht keulig. Backen ohne Vorragung unten. AlleTeile des Gnatho-
chilarium mit winzigen Haarspitzen. Mentum mit grosser Schuppenstruktur,
auch ein Teil der Stipites hat sie. Das vom Mentum vôllig getrennte Promen-
tum mit einer Borste, Lamellae linguales mit 3 starken Borsten, Stipites
mit 2 starken Borsten latéral vom Aussentaster. Innentaster mit 2 oder 3,
Mitteltaster mit 7, Aussentaster mit 5 Sinneszapfen (Fig. 160).
Nahe dem Vorderrande des Halsschildes und aller Segmente eine Reihe
278
G. ATTEMS
winziger Borsten. Die Quernaht leicht eingeschnürt und unmerklich lângs-
gestreift. Rücken sehr glatt und glânzend, unterhalb der Poren sind die
Metazoniten fein Iangsgefurcht, zwischen der obersten Furche und dem
Porus nocb ein Zwiscbenraum.
Analring binten stumpfwinklig gerundet, die Klappen nicht überragend, also
ganz ohne Schwânzchen, reichlicb beborstet, ebenso der Rand der Klappen.
Halsschildseiten elliptiscb gerundet mit 2 feinen Furchen.
Das 1. Beinpaar des g (Fig. 161) ist bedeutend schwâcher als das 2., sein
Coxosternum trâgt in der Mitte 2 etwas divergierende, stumpfe, zapfen-
fôrmige Coxalfortsâtze, die bis zum Ende des Praefemur vorragen, die
5 Telopoditglieder mit wenigen Borsten, Endkralle ohne Nebenkralle.
Hüften des 6-gliedrigen zweiten Beinpaares gross, eng neben einander
liegend aber nicht mit einander verwachsen, Endkralle mit kleiner Neben¬
kralle, Beborstung sparlich.
Die Hüfte des 3. Beinpaares ist weitaus das lângste Glied, die anderen
Glieder sind jedoch normal, so dass dieses Beinpaar nicht so stark verân-
dert ist wie bei Glyphiulus (Fig. 162).
Das grosse Sternit scbiebt sich ein wenig zwischen die Basen der vorderen
Gonopoden hinein ; diese bestehen aus einem grossen Coxit und einem
kleinen, fingerfôrmigen, an der Aussenseite des Coxits gelenkig inserierten
Telopodit (T) ; der ganze Teil des Coxits von der Insertionsstelle des Telo-
podits an ist als Coxalfortsatz aufzufassen. Das Telopodit wird von starken
Muskeln bewegt und trâgt am Ende 3 Borsten (Fig. 163) .
Hintere Gonopoden mit grossem breit V-fôrmigem Sternit (S). Die Gono¬
poden selbst sind 3-gliedrig, das 2. Glied mit einem runden Kissen, das mit
Hakenborsten besetzt ist und einem fingerfôrmigen Endfortsatz. Daneben
ist das dünne, fast flagellumartige Endglied inseriert (d). (Fig. 164).
Fundort : Itu Aba, (Tizard Bank). 10 IV. 33.
Gen. THYROPYGUS Poe.
Die Arten dieser Gattung sind âusserlich von grosser Einfôrmigkeit
und die Zabi der zur Unterscheidung der Arten verwendbaren Merkmale
ausser den Gonopoden ist gering. Von den unten zu beschreibenden Arten
gebôren cuisinieri mit seinen beiden Rassen, punctatus , resimus , quietus
und confusus zu einer für Indochina charakteristischen und auf dieses Gebiet
beschrânkten Grappe, die durch den grossen, zurück, d. h. gegen das Knie
des Telopodits zu gekrümmten Tibialdorn ausgezeichnet ist. T. confusus
unterscheidet sich von den anderen Arten der kleinen Grappe dadurch, dass
die Analschuppe vollkommen mit dem Ring verschmolzen ist. Dies ist bel
einigen anderen Arten wie immanis , coalüus, alienus auch der Fall, doch
gehôren letztere nachihren Gonopoden nicht zur Verwandtschaft der cuisinieri-
Gruppe und es scheint, dass die Verschmelzung der Analschuppe mit dem
MYRIOPODEN
279
Ring innerhalb der Gattung Thyropygus mehrere mal, wenigstens zweimal
selbstandig entstanden ist, so dass wir danach keine natürlich verwandte
systematische Gruppe bilden kônnten. Nicht in die cuisinieri -Gruppe gehôrt
von den hier behandelten indochinesischen Arten nur T. uniserialis, ohne
Femoraldorn und nur mit einer Reihe durchsichtiger Punkte auf den Metazo.
niten, mit einem geraden, distal gerichteten Tibialdorn.
Ich habe schon mehreremals versucht, eine Uebersicht über die Arten der
Gattung Thyropygus zu gewinnen, so weit das bei dem gegenwârtigen Stand
unserer Kenntnisse eben môglich ist ; die Bescbreibungen und Abbildungen
der Gonopoden sind nicht immer so, dass man einen Vergleich der Arten
machen kônnte. Zuletzt habe ich eine Uebersicht in den « Indian Diplopoda »,
der Bearbeitung der Diploden des Calcutta-Muséums, verôfîentlicht. Zum
Bestimmen der uns hier interessierenden Formen dient folgender •
Schlüssel der Thyropygus-AwvEN von Indochina
1. Analschuppe vôllig mit dem Ringe verschmolzen. 2.
— Analschuppe nicht mit dem Ringe verschmolzen. 3.
2. Gonopodentelopodit mit einem Dorn im Knie. Eine breite Zone
durchsichtiger Punkte vorhanden. Stigmengruben bis zum Ende des
Praefemur reichend. Postfemur der Beine des mit Sohlenpolster..
. conîusus, n. sp.
— Gonopodentelopodit mit 2 Dornen im Knie. Keine durchsichtigen
Punkte. Stigmengruben kurz, die Hüfte nur wenig überragend.
Postfemur der Beine des $ ohne Sohlenpolster. alienus Att.
3. Metazoniten mit einer Reihe durchsichtiger Punkte. Im Knie des
Gonopodentelopodits kein Dorn. Stigmengruben nur bis zur Mitte des
Praefemur reichend. Backen wie aufgeblasen mit einem gleichfalls
aufgeblasenen Fortsatz. Tibialdorn gerade und gegen das Ende des
Telopodits zu gerichtet. uniserialis, n. sp.
— Eine breite Zone ungeordneter durchsichtiger Punkte vorhanden.
Im Knie des Gonopoden ein Dorn. Stigmengruben bis zum Ende des
Praefemur reichend. Backen nicht aufgeblasen und unten nur
dickwulstig berandet. Tibialdorn sehr gross, gekrümmt und gegen
das Knie des Telopodits zu gerichtet. 4.
4. Am Ende des Gonopodencoxits 2 spitze Zahne, die durch eine runde
Bucht getrennt den ganzen Endrand einnehmen. Zwischen Tibial¬
dorn und Ende des Telopodits keine spiralige dünne Lamelle. 5.
— Am Ende des Gonopodencoxits nur ganz médial Lappen oder Zacken.
Zwischen Tibialdorn und Ende eine spiralige Lamelle. 6.
5. Der latérale der beiden Endzâhne des Gonopodencoxits ist median-
warts gekrümmt. cuisinieri Cari.
— Beide Endzâhne des Gonopodencoxits sind gerade.
. cuisinieri carli, n. subsp.
280
C. ATTEMS
6. Freier Teil des Prozonit und vorderste Zone des Metazonit relativ
krâftig punktiert. Breite 11 mm. punctatus, n. sp.
— Punktierung viel schwacher, eventuell kaum siehtbar. Breite g 6. 5-
9. 2 mm. 7.
7. Schwànzchen relativ lang, schrag in die Hôhe gerichtet, die Klappen-
rander überragend. resimus, n. sp.
— Schwànzchen kurz, gerade, mit dem Hinterrande der Klappen in einer
Senkrechten. quietus, n. sp.
Thyropygus cuisinieri Cari
(Fig. 165-166)
1917, Cari, Rev. Suisse Zool., 25, p. 392, fig. 12-15.
Der guten und ausführlichen Beschreibung Carls habe ich nur sehr wenig
hinzu zu fügen. Es ist eine breite Zone ungeordneter gelber Punkte vorhanden.
Fig. 165 und 166. Thyropygus cuisinieri Cari. Gonopoden.
Dieses Merkmal wurde von den Autoren bisher leider nicht benutzt. Carl
gibt an : Zahl de Segmente 63-67, Breite 9 mm., 6 Supralabralgrübchen.
Ein von mir untersuchtes $ von Kontum hat 64 Segmente, ist 8.5 mm
breit und hat 6 Supralabralgrübchen, dagegen hat ein von Nhatrang,
Annam, nur 58 Segmente, 1 + 2 Supralabralgrübchen und 7.5 mm. Breite,
das Schwànzchen des letzteren ist kurz und gerade und seine Spitze liegt in
einer Senkrechten mit dem Hinterrande der Klappen, beim $ von Kontum ist
das Schwànzchen etwas langer und überragt die Klappen. Im übrigen stimmen
beide ganz mit der Beschreibung Carls überein, insbesonders auch in den
MYRIOPODEN
281
Gonopoden (Fig 165, 166). Im Innern des Gonopodenfemur sieht man
auch hier die wurstfôrmige Drüsenmasse. Der Femoraldorn ist auf der
Hâlfte seines Umfanges spiralig gerieft.
Fundorte : Nhatrang (S. Annam) ; Kontum (C. Annam), 700 m.
Thyropygus cuisinieri carli, n. subsp.
(Fig. 167-169)
Gleicht im Habitus vôllig der Stammform, so dass ich keinen Unterschied
von derselben angeben kann, ausser in den Gonopoden : wahrend bei cuisi¬
nieri der latérale der beiden grossen Zahne am Ende des Gonopodencoxits
Fig. 167-169. Thyropygus cuisinieri carli, n. subsp. — 167. Analsegment.
168 und 169. Gonopode.
hakig medialwàrts gekrümmt ist, bleibt er bei carli ganz gerade. Auch die
beiden Aeste (a, b) am Ende des Telopodits zeigen einige ganz kleine Form-
verschiedenheiten, besonders a.
Fundorte : Poulo-Condore (Cochinchina), XII. 33,^ mit 55-62 Segmenten,
Breite 6-9 mm., $ bis 10 mm.; Nhatrang (S. Annam), mit 57-61 Seg¬
menten, 8-8. 2 mm breit, und Ç mit 57 oder 58 Segmenten, 9. 2-10 mm. breit.
Thyropygus punctatus, n. sp.
(Fig. 170-172)
Prozoniten kastanienbraun, Metazoniten sehr dunkel pechbraun, Antennen
schwarzbraun, Beine heller braun.
c? 57 Segmente, Breite 11 mm.
Kopf sehr dicht und fein punktiert und weitschichtig etwas grôber punk-
282
C. ATTEMS
tiert, vorderer Teil des Clypeus mit unregelmâssigen zum Teil ein Netzwerk
bildenden seichten Furchen, Labralbucht ziemlich schmal, tief, halbrund,
6 Supralabralgrübchen, Scheitelfurche seicht, der Abstand zwischen den
Augen grôsser als der Durchmesser eines Auges, Ocellen gut convex. Backen
fein kôrnig und runzelig, unten mit einem sehr dicken, scharf abgesetzten
Randwulst. Antennen bis hinter das 3. Segment reichend, eher schlank,
2. Glied das lângste, 3-4-5. ungefâhr gleich lang, 6. bedeutendkürzer, 5. und 6.
Glied mit den bekannten Sinnesstiftgruben, die Endglieder etwas zusammen
gedrückt.
Halsschildseiten vorn stumpfwinklig, die Ecke selbst abgerundet, hinten
Fig. 170-172, Thyropygus puncta lus. n. sp. —170. Gonopodencoxit. —
171 nnd 172. Telopodit des Gonopoden.
rechtwinklig, der Randwulst im Vordereck am dioksten, hinten seitlich
4 kurze starke Furchen.
Vorderer Teil des Prozonit mit den bekannten punktierten, bis zum Sternit
fast gerade durchlaufenden Ringfurchen, in der hinteren Hàlfte wird die
Furchung unregelmassiger, auch sind die Prozoniten hier sehr dicht punk-
tiert und mit kurzen seichten Lângsfurchen versehen. Solche Furchen finden
sich auch auf der vordersten Zone der Metazoniten ; die Punktierung nimmt
auf dem Metazonit von der Quernaht gegen den Hinterrand allmâhlich ab,
sowohl was die Dichte als die Grosse der Grübchen betrifft, sie ist jedoch
im vordersten Teile sehr merklich stârker als bei den verwandten Arten.
Unterhalb der Poren sind die Metazoniten wie gewôhnlich lângsgefurcht,
der Abstand zwischen der obersten Furche und dem Porus ist vorn nicht
gross, auf den hinteren Segmenten nimmt er etwas zu, aber auch hier reichen
ein Paar abgekürzte Furchen fast bis zum Porus. Quernaht ringsum scharf,
vor den Poren nur sehr schwach vorgebaucht. Poren klein, auf den vorderen
Segmenten um einen, auf den hinteren um zwei Ringdurchmesser hinter der
Quernaht. Eine sehr breite Zone heller Punkte, von fast gleicher Grosse, nur
MYRIOPODEN
283
am Hinterrand der Zone einige kleinere. Analring mit krâftigem, in die Hôhe
gerichtetem Schwànzchen, das die Klappen deutlich überragt. Ring und
Klappen dicht und fein punktiert, Klappen allmahlich zum Randwulst sich
erhebend, Schuppe nicht mit dem Ringe verschmolzen.
Sternite glatt, die grossen Stigmengruben bis zum Ende des Praefemur
reichend. Auf dem drittletzten Beinpaare noch 2 grosse Sohlenpolster, die
2 letzten Beinpaare des einzigen $ fehlen.
Tarsus der ersten 20 Beinpaare unten mit 7-8 starken stiftartigen Borsten,
ober der Kralle 3 solcher Borsten, auf den hinteren Beinen unten 2, oben 1
solche Borste, manchmal dazu 2 kleinere, die Borsten der anderen Glieder
viel dünner.
Gonopoden (Fig. 170-172) : ein sehr grosser dicker breit gerundeter Late-
ralhôcker (L) (Fig. 170), Gonocoel, wie immer, auf der Hinterseite. Am
Ende des Coxits médial eine lôffelfôrmige schwach medianwârts geneigte
Lamelle neben einer zweiten kürzeren Vorragung, latéral ein dicker runder
Hôcker. Im Telopoditknie ein kurzer, quer medianwârts gerichteter Dorn
(Fd), der Teil distal vom Knie kurz und breit, Tibialdorn (Td Fig. 171)
sehr lang, im Halbkreis gebogen. Zwischen Tibialdorn und Ende eine dünnwan-
dige spiralig gebogene Lamelle (n). Die Rânder des breiten Telopoditendes sind
eingeschlagen, man unterscheidet eine quere etwa ein Dutzend kraftige
Hakenborsten tragende Lamelle und eine zweite glatte, dem langen dornar-
tigen Ast anderer Arten entsprechende Lamelle. Der Kanal endet neben den
Hakenborsten (Fig. 172).
Fundort : Poulo-Condore (Cochinchina), XII. 33,1 <$.
Thyropygus resimus, n. sp.
(Fig. 173-175)
Kopf, Halsschild und Prozoniten hell kastanienbraun, Halsschild hinten
schmal dunkel gesaumt, Metazoniten schwarzbraun, Antennen und Beine
dunkelbraun.
S 60 Segmente, Breite 9. 2 mm., $ 58 Segmente, Breite 10.5 mm.
Labralbucht halbkreisfôrmig, vorderster Teil des Clypeus ganz schwach
langsgerunzelt, Kopf im übrigen glatt, 4 Supralabralgrübchen, Scheitel-
furche sehr scharf, innerer Augenwinkel so weit hereinreichend wie die Anten-
nengrube, Augenabstand grosser als der Durchmesser eines Auges. Antennen
am Ende plattgedrückt, 5. und 6. Glied mit den querovalen Sinnesstiftgruben.
Halsschildseiten verschmalert mit breit gerundeten Vorderecken und abge-
stumpften Hinterecken, der Rand sehr dickwulstig, durch eine Furche scharf
abgesetzt, vom Hinterrande her mehrere in der Zahl und im Verlauf etwas
unregelmâssige kraftige kurze Furchen, Der Randwulst ist im Vordereck am
dicksten. Die vorderen 3 /4 oder 4 /5 des Prozonit mit fein punktierten Ring-
furchen, die bis zum Sternit gerade durchlaufen, in dem freien Teil wird der
mémoires dü muséum, nouvelle série, tome VF. 19
c. ATTKMS-
m
Erlauf (1er Furchen etwas unregelmâssiger und anastomosieren sie teilweise ;
die hinterste Zone des Prozonit ist fein punktiert. Ganz schwach punktiert
ist auch eine schrnale vorderste Zone des Metazonit, im übrigen sind die Meta-
zoniten dorsal spiegelglatt, ein gutes Stück unterhalb der Poren beginnend
sind sie fein lânsgsgefurcbt ; die Furchen des 4. und 5. Segmentes reichen so
hoch hinauf wie die Poren des 6. Segmentes. Quernaht ringsum scharf, Poren
klein, um das Mehrfache des eigenen Durchmessers hinter der Quernaht
gelegen, die Quernaht überall vor den Poren ganz schwach vorgebaucht, auf
den vorderen Segmenten etwas mehr ajs auf den hinteren. Eine breite Zone
173 ^ 174
Fig. 173-175. Thyropygus resimus, n. sp. — 173, Analsegment.
174 und 175. Gonopode
von ungeordneten gelben Punkten, deren Grosse in der Zone von vorn nach
hinten allmahlich abnimmt.
Sternite glatt, die grossen Stigmengruben reichen fast bis zum Ende des
Praefemur.
Analsegment dicht sehr fein punktiert, Hautdrüsen, dicliter als auf den
Metazoniten. Ring mit relativ langem hakig aufwârts gebogenem Schwànz-
chen (Fig. 173), das die Analklappen weit überragt, Randwulst der Klappen
dick aber nicht hoch und nicht scharf abgesetzt. Schuppe stumpfwinklig,
nicht mit dem Ringe verschmolzen.
Beine sparlich beborstet, mit wenigen starken Borsten unten, die ersten 7
Beinpaare des $ reichlicher beborstet, am Ende des Tarsus der vorderen
Beine oben eine starke und 3-4 kleinere Borsten, auf den hinteren Beinen eine
grôssere und eine kleine Borste. £ mit 2 Sohlenpolstern, die auf den hinteren
Paaren nach und nach kleiner werden, auf den letzten Paaren hat nur mehr
die Tibia schwache Spuren von Polstern.
Gonopodencoxit (c) (Fig. 174) sehr einfach gestaltet, mit niedrigem Late-
ralhôcker (L), am Ende ein schwach medianwârts gebogenes stumpfes Horn.
Im Knie des Telopodit ein quer medianwârts gerichteter, sanft gebogener
MYRIOPODEN
285
Dorai (Fd), daneben eine knollige Verdickung. Telopodit distal vom Knie
kurz, der Tibialdorn (Td) sehr gross, im Halbkreis gebogen, zwischen Tibial-
dorn imd Ende einebreit gerundate Lamelle (n), das breite Ende muldenartig
ausgehôhlt, mit einer Reihe grosser sanftgebogener und kleiner Borsten. Im
Innern des Fémur ist auch hier die Drüsenmasse sichtbar (Dr Fig. 175).
Fundort : Savannakhet (Laos), X. XI. 33.
Thyropygus quietus, n. sp.
(Fig. 176-177)
Kopf, Antennen und Metazoniten dunkel pechbraun bis schwarzbraun,
Prozoniten kastanienbraun, Beine fast so dunkel wie die Metazoniten.
c? mit 57-62 Segmenten. Breite 6.5 mm.
Kopf zerstreut fein punktiert, 6 Supralabralgrübcben, innerer Augenwinkel
nicht weiter hereinreichend als die Antennengrube, Augenabstand etwas
Fig. 176-179. Thyropygus quietus , n. sp. — 176. Analsegraent. — 177-178. Gonopode.
grô&ser als ein Durchmesser. Backen granuliert und runzelig, unten mit sehr
dickem scharf abgesetztem Randwulst. Antennen eher kurz und dick, sonst
wie gewôhnlich. Halssekildseiten wie bei den nâclist Verwandten, der Rand¬
wulst im Vordereck dick, binten seitlicb 5 sehr krâftige Furchen.
Die vorderen Ringfurchen des Prozonit sind regelmàssiger und laufen bis
zum Sternit gerade durch, die hinteren sind etwas unregelmâssiger und biegen
ventral schrâg nach hinten, in der vorderen Zone eine médiane Langsfurehe
kaum angedeutet. Hinterstes Drittel des Prozonit und ein kurzer vorderer
Streif des Metazonit mit sehr kurzen seichten Lângsfurchen, die Metazoniten
âusserst fein und nicht sehr dicht punktiert, bei schwacherer Vergrôsserung
ganz glatt erscheinend. Die obersten Lângsfurchen der Metazoniten unter-
halb der Poren sind sehr abgekürzt, auf den letzten Segmenten sind die Fur¬
chen ventral nicht aufïallend dicht. Quernaht ringsum scharf, vor den Poren
286
C. ATTEMS
nur ganz wenig vorgebaucht, die Poren liegen auf den vorderen Segmenten
um einen, auf den hinteren Segmenten um zwei Ringdurchmesser hinter der
Quernaht. Eine breite Zone von ungeordneten gelben Punkten, hinten die
kleinsten. Sternite glatt, Stigmengrüben gross, bis zum Ende des Praefemur
reichend.
Analring und Klappen sehr dicht fein punktiert, das Schwanzchen kaum
merklich in die Hôhe gerichtet und die Klappen nur sehr wenig überragend
(Fig. 176). Randwulst der Klappen dick, nicht sehr hoch und nicht gerade
scharf abgesetzt, Schuppe nicht mit dem Ringe verschmolzen.
Tarsus mit stachelartig starken Borsten, auf den vorderen Beinen unten
etwa 5, oben 3-4, auf den hinteren Beinen unten 3, oben nur eine Borste.
£ mit 2 Sohlenpolstern, auf der Tibia ist es bis zum letzten Paar vorhanden
aber klein, auf dem Postfemur fehlt es auf den letzten 5 Paaren.
Die Gonopoden (Fig. 177, 178) gleichen sehr denen von T. punctatus, am
Ende des Goxits médial eine gerade vorragende Lamelle (a) und ein spitzer
Zacken (b) daneben, Lateralhôcker gross und dick, im Knie des Telopodits ein
kurzer, gebogener quer medianwârts gerichteter Dorn. Tibialdorn (Td) gross,
im Halbkreis gebogen, zwischen ihm und dem Ende eine mehr oder weniger
spiralige Lamelle (1). Das Ende des Telopodits geteilt in den queren Wulst
mit den Borsten, über ein Dutzend, und dem Ende des Kanals einerseits und
einer kurzen breiten Lamelle andrerseits, bei punctatus ist eine âhnliche
Lamelle vorhanden (Fig. 179).
Fundort : Nhatrang (S. Annam).
Thyropygus conîusus, n. sp.
(Fig. 180-183)
Pechbraun, die Prozoniten ein wenig heller als die Metazoniten, Beine
rotbraun.
<3 mit 66 Segmenten. Lange 175 mm., Breite 11.3 mm., $ bis 12 mm. breit.
Kopf glatt, Labralbucht halbkreisfôrmig (Fig. 180), 6 Supralabralgrüchen,
Augenabstand etwas grôsser als der Durchmesser eines Auges. Ocellen gut
convex, Scheitelfurche scharf. Antennen wie bei T. resimus.
Halsschildseiten ungefahr rechtwinklig, das Vordereck abgerundet, der
Randwulst hier aulîallend dick, neben ihm 4-5 kràftige kurze Furchen. Hin-
terrand der Seiten etwas eingebuchtet.
Der grdsste Teil des Prozonit mit Ringfurchen, die im vordersten ver-
deckten Abschnitt regelmâssig und punktiert, im freien Teil mehr unregel-
màssig, wellig, nicht punktiert sind und teilweise anastomosieren. Im freien
Teile kurze Langsrisschen, sowohl zwischen den Furchen als im hintersten
Teile. Quernaht ringsum scharf, vor den Poren ein wenig ausbiegend, Poren
klein, vorn um den eigenen Ringdurchmesser, hinten etwas weiter von der
Naht entfernt. Metazoniten dorsal sehr glatt, die Lângsfurchen reichen auf
den vorderen Segmenten bis zu den Poren hinauf, auf den hinteren bleiben
MYRIOPODEN
287
sie weiter von ihnen entfernt. Auf den Segmenten 4. un,d 5 liegen die obersten
Furchen sogar etwas hôher als die Poren des 6. Segmentes. Eine breite Zone
von ungeordneten gelben Punkten, die hintersten nur sehr wenig kleiner-
Sternite glatt. Stigmengruben gross, bis zum Ende des Praefemur reichend.
Analring mit einem sehr kurzen Schwânzchen das hinten weit von den Klap-
Fig. 180-183. Thyropygus confusus, n. sp. — 180. Labralbucht. — 181. çf Bein aus der
Kôrpermitte. — 181 und 183. Gonopode.
pen überragt wird, Klappen mit mâssig hohem dickem nicbt gerade scbarf
abgesetztem Randwulst. Analscbuppe ganz mit dem Ringe verschmolzen.
Beine spârlich beborstet, die Borsten des Tarsus sehr kràftig, die der ande-
ren Glieder dünner. Am Ende des Tarsus auf den vorderen Beinen 1 grosse
und 1-2 kleinere Borsten, auf den hinteren Beinen entweder nur eine sehr
starke Borste oder ausserdem 1-2 kleinere. mit 2 Sohlenpolstern bis zum
letzten Beinpaar (Fig 181).
Das Gonopodencoxit hat einen stumpfkegeligen Lateralhôcker (Fig. 182) ;
es endet mit einer langen gebogenen Kralle, neben der der Dorn des Telo-
2*8 G. ATTEMS
podits (Fd) aufragt, der gerade im Knie entepringt. Distal vom Knie ist das
Telopodit bis zum Abgang des grossen Tibialdomes plattig verbreitert. Der
Tibialdorn (Td), ist sâbelfôrmig gebogen urid gegen das Knie zu gerichtet.
Das En de des Telopodits distal vom Tibialdorn ist sehr verkürzt, durch eine
tiefe runde Bucht wird ein Lappen (g) von der Platte mit den Borsten urid
dem Ende des Kanals abgetrennt (b) (Fig. 183).
Fundort : Hagiang (Ht. Tonkin).
Wir kennen mehrere Arten, bei denen die Analschuppe vôllig mit dem
Ringe verschmolzen ist : immanis Att. (Java), coalitus Att. (Java), boyoricus
Att. (Boyor), aterrimus Poe. (Mergui), alienus Att. (Cochinchina) ; bei ail
diesen sind jedoch 2 (-3 ?) Dornen im Knie des Gonopodentelopodit vorhanden
und die Gonopoden auch sonst ganz verschieden. Bei aterrimus konnte ich
mir kein ga~z klares Bild machen, ob die 3 Dornen in der Nahe des Knies
aile wirklich Femoraldornen sind. Von T. alienus Att., aus der Lang Biang
Provinz, unterscheidet sich confusus ausser durch die Gonopoden auch
datureb, dass das Postfemur der Beine bei alienus keine Sohlenpolster hat
und dass bei alienus keine gelben Punkte vorhanden sind.
Unter « Analschuppe vôllig mit dem Ringe verschmolzen » verstehe ich nur
den Fall, in welchem beide, Schuppe und Ring, in ganz glatter Flàche ohne
jede sichtbare Grenze verschmolzen sind ; es gibt namlich auch Arten, bei
denen die Schuppe wohl in starrer Verbindung mit dem Ring ist, jedoch noch
eine Stufe zwischen Ring und Schuppe übrig bleibt.
Thyropygus uniserialis, n. sp.
(Fig. 184-188)
Sehr dunkel braun, fast schwarzbraun, der verdeckte Teil des Prozonit
etwas heller braun, Hinterrand der Metazoniten schmal goldgelb durchschei-
nend, Antennen schwarzbraun, Beine dunkelbraun.
mit 71 Segmenten. Lange 165 mm., Breite 10 mm.
Labralbucht sehr seicht, viel seichter als bei den Verwandten, mit den
normalen 3 dicken Labralzâhnen, die Reihe der Labralgrübchen macht in der
Médiane, hinter den Labralzaknen, einen Bogen nach hinten und aile media-
nen Grübchen sind sehr deutlich ausgeprâgt ; sonst verlieren sich die mittleren
Grübchen mehr oder weniger zwischen den Wurzeln der Labralzahne in der
viel tieferen Bucht. An Supralabralgrübchen sind 2 winzige in grôsserer
Entfemung von den Labralgrübchen vorhanden, vor dem rechten noch ein
weiteres. Kopf glatt, Scheitelfurche sehr seicht und fein, innerer Augenwinkel
wenig weiter als die Antennengrube hereinreichend, Augenabstand etwas
grôsser als ein Durchmesser. Backen wie aufgeblasen, glatt, durch eine Ein-
senkung getrennt ein ebenfalls aufgeblasener rundlicher Anhang.
Halsschildseiten fast rechteckig, die den Randwulst abgrenzende Furche
entfernt sich im Vordereck s© weit vom Rand, dass der Wulst sehr breit wird-
Hinterrand des Seitenlappens seicht eingebuchtet.
MÏRIOPODEN
289
Die vorderen 2/3 des Prozonit haben ziemlich regehnassige, punktierte
Ringfurchen, die bis zum Sternit durchlaufen und ventral nach hinten ausèin-
anderbiegen, aber nicht ganz umbiegen. In diesem Teile des Prozonit einê sehr
deutliche médiane dorsale Lângsfurche. Hinteres Drittel des Prozonit dicht
fein punktiert und in den letzten 2 Zwischenraumen mit kurzen Langsrissen.
Metazoniten dorsal sehr dicht und âusserst fein punktiert, bei schwâcherer
Vergrôsserung spiegelglatt erscheinend, im vordersten Viertel an der Quer-
Pig. 18W88. Thyropygus uniseriaUs, n. s£, -*• 184- LrabfàîbùCht. «— 185. £? 7. Belii.
186-188. Gonopode.
naht sehr seichte Langseindrücke, keine scharfen Furchen, die nur bei gewis-
ser Beleuchtung sichtbar sind. Ünterhalb der Poren sind die Metazoniten
langsgefurcht, die ersten Furchen nahe dèn Poren sind abgekürzt, die oberen
Furchen sind fein, die unteren sehr defb, kielartig, auf den letzten 10 Segmen-
ten sind die Furchen sehr eng gestellt. Quemaht ringsum scharf, auf den
vorderen Segmenten sehr wenig, auf den hinteren kaum vor den Poren aus-
gebogen. Poren relativ gross, auch auf den hinteren Segmenten kaum um den
eigenen Ringdurchmesser hinter der Quernaht gelegen. Eine Reihe ziemlich
grosser gelber Punkte ; dadurch unterscheidet sich diese Art von allen anderen
hier beschriebenen, die aile eine breite Zone ungeordneter Punkte haben.
Sternite glatt, Stigmengruben nur bis zur Mitte des Praefemur reichend
290
C ATTEMà
Schwanzchen aufwarts gebogen, die Analklappen überragend, Iilappen
allmâhlich zum mâssig hohen und dicken Randwulst sich erhebend, Schuppe
nicht mit dem Ringe verschmolzen.
Tibia der Beine lang, mit einem grossen Sohlenpolster, das auf den vorderen
Paaren bis zum Ende, auf den hinteren Beinen bis zur Mitte des Tarsus vor-
ragt. Die 4 letzten Beinpaare sind abgebrochen, das fünftletzte Paar hat noch
ein grosses, die ganze Sohle einnehmendes Polster. Postfemur aller Beine ohne
Polster. Tarsus der Beine unten mit 1-3 starken dornartigen Borsten, die
nicht in der Médiane steben, sondern wenn mehrere vorhanden sind, teils
vorn, teils hinten; ober der Kralle 1 solche dornartige Borste (Fig. 185).
Gonopoden (Fig. 186) : der Lateralhôcker ragt als dickerstumpfer Kegel bis
zur Mitte des Coxits vor. Gegenüber auf der Medialseite ein stumpfer Haken,
der in der Sagittalebene liegt und gleichfalls endwârts gerichtet ist (bei der
Ansicht von vorn erscheint er daher nicht als Haken). Das Ende des Coxits
bildet eine tiefe Mulde, deren Rand auf der Medialseite einen latéral gerichte-
ten, schlanken gebogenen Lappen tragt. Distal von der Mulde ist das Coxit
zusammengezogen und tragt 2 mit einander verbundene divergierende stumpfe
Zacken oder Lappen. Im Knie des Telopodits kein Dorn. Der Tibialdorn ist
schlank, gerade endwârts gerichtet, von hier an ist das bandfôrmige Telopodit
im Kreise zusammengebogen, am Ende etwas verbreitert und eingebogen
(Fig. 187), fein lângsgestreift, auf der Kante über ein Dutzend lange hakige
Borsten. (Fig. 188). Der Kanal endet neben den Borsten. Im Innern des
Fémur sah ich keine Drüsenmasse
Fundort : Hagiang, (Ht. Tonkin), 1
Von Thyropy gus-Arten ohne Femoraldorn sind mir folgende bekannt :
nigrolabiatus Poe., brôlemanni Att., melinopus Att., serpentinus Att.
Bei serpentinus ist das Ende des Gonopodencoxits einfach gerundet ohne
Haken o. dgl. und ragt hoch über das Knie des Telopodits auf. Das Telopodit
ist am Ende geteilt. Bei nigrolabiatus ist der Clypeus vorn schwarz, der übrige
Kopf braun, kein Tibialdorn vorhanden, das Gonopodentelopodit am Ende
geteilt. Das Gonopodencoxit bildet am Ende einen kurzen medianwàrts
gerichteten Haken.
Bei melinopus , brôlemanni und uniserialis ist der Kopf gleichmâssig gefârbt,
das Gonopodencoxit am Ende nicht einfach gerundet und ein Tibialdorn
vorhanden. Bei melinopus und brôlemanni , beide von Bornéo, ist das Ende des
Gonopodencoxits einfach hakig medianwarts gekrümmt ; bei brôlemanni stehen
die durchsichtigen Punkte der Metazoniten in einer mehrreihigen ungeordne-
ten Zone, melinopus ist diesbezüglich leider nicht bekannt.
Rhynchoproctus falcatus, n. sp.
(Fig. 189-193)
Grundfarbe schwarzbraun bis schwarz, die Prozoniten ein wenig heller,
kastanienbraun. Antennen und Beine sehr dunkel rotbraun.
MYRIOPODEN
3‘H
cî mit 83 Segmenten. Breite 14 mm.
Kopf glatt, Labralbucht schmal aber tief, mit einem dicken Zahn in der
Mitte, die zwei weiteren Zâhne sind nur durch seichte Iverben der Buchtrânder
angedeutet. Nur links ist ein sehr kleines Supralabralgrübchen vorhanden.
Scheitellinie sehr schwach, keine vertiefte Furche. Innerer Augenwinkel
spitz, nur unmerklich weiter herein reichend als die Antennenwurzel, die
Ocellen gut convex. Antennen nicht lang und nicht besonders verdickt.
Das Vordereck des Halsschildes ragt als stumpfer Lappen ein wenig vor ;
die den Randsaum begrenzende Furche entfernt sich hier vom Rand, so dass
der glatte Randsaum im Vordereck sehr breit ist, nach vorn und hinten ver-
lâuft er allmahlich. Die Flache des Seitenlappens ist bedeckt mit zahlreichen
feinen Falten, die aile mehr oder weniger concentrisch auf die Mitte des Hin-
terrandes des Seitenlappens zu verlaufen. Einige von ihnen biegen im rechten
Winkel dorsalwârts um.
Prozoniten mit den gewôhnlichen punktierten Ringfurchen, der Zwischen-
raum zwischen den einzelnen Furchen wird nach hinten allmahlich grôsser, der
letzte ist so gross wie 2 oder 3 vorangehende zusammen. Die Furchen weichen
ventral auseinander, so dass sie hier die ganze Lange des Prozonit einnehmen.
Abgesehen von diesen feinen Furchen sind die Prozoniten spiegelglatt und
sehr glanzend so wie die Metazoniten. Quernaht ringsum scharf. Der Durch-
messer der Metazoniten ist in der Mitte am grôssten. Die Lângsfurchung der
Metazoniten reicht bis nahe an die Poren heran. Die Furchen sind in der vor-
deren Kôrperhâlfte massig dicht, in der hinteren âusserst dicht, die oberen
fein, ventral werden sie derber, mehr rippenartig. Oberhalb der Poren sind
einige viel schwâchere Furchen gerade nur angedeutet. Poren vom 6. Seg¬
ment an, sehr klein, schon der erste Porus um das Mehrfache des eigenen
Ringdurchmessers von der Quernaht entfernt. Die auf den vorderen Segmen¬
ten deutliche Vorbiegung der Quernaht vor den Poren wird bald sehr schwach.
Sternite fein und etwas unregelmâssig quergefurcht. Stigmengruben dreiek-
kig, den Seitenrand des Sternits nur sehr wenig überragend.
Analring mit langem, schlankem, geradem oder wenn man will unmerklich
abwarts gebogenem Schwânzchen, das den Hinterrand der Klappen weit
überragt. Klappen mit massig hohem dickem, allmahlich sich erhebendem
Randwulst. Schuppe flachbogig, mit dem Ringe verwachsen,
Tibia der Beine vom 3. bis letzten Paar mit grossem gelblichem, fast die
ganze Sohle einnehmendem und am Ende zackig vorragendem Polster.
Unten ist es ausgehohlt. Die Beborstung der Beine ist sehr spârlich, auch der
Tarsus hat unten nur 3 oder 4 Borsten. Kralle dick kegelig ohne Nebenkralle,
ober ihr eine Borste.
Die Ventralenden des Pleurotergits des 7. Segmentes scliliessen zu einer
Spange zusammen, vor dieser Spange bildet dieTasche, in der die Gonopoden
sitzen, eine runde halb weichhautige, halb fester chitinisierte Vorragung-
Die beiden in der erwâhnten Tasche befestigten Gonopoden stehen mit einan-
der nicht in fester Verbindung sondern sie lassen sich leicht gegen einander
292
C. ATTEMS
bewegen ; von einem Sternit konnte ich an dem einzigen Praeparat nichts
sehen. Die Enden der Coxite sind in grossem Bogen medianwârts gebogen
(Fig. 189, 190), anfangs breit plattig, dann dünn cylindrisch. Das Gonocoel
(Gc Fig. 189) ist auf der Vorderseite sichtbar. Auf der Hinterseite ragt neben
der Austrittstelle des Telopodits ein dieker Zapfen auf. Etwas vor dem Knie
ein gerader Femoraldorn, dessen Grand ein wenig eingeschnürt ist, sodasser
leicht beweglich ist. Bald nach dem Knie teilt sich das Telopodit in 2 Aeste,
die beide wieder gegabelt sind, der eine in zwei krftftigo Haken, der anderein
einem ebensolchen schlanken Haken und den Ast mit den Borsten. Der Kanal
Fig. 189-192. Rhynchoproctus falcalus, n. sp. — 189 und 190. Gonopodencoxit.
191 und 192. Telopodit des Gonopoden.
endet auf dem Borstenast. Die Endplatte des Borstenastes ist fein gerillt
(Fig. 191, 192).
Fundort : Savannakhet (Laos), 1 <J.
Wir kannten bisher 5 Rhynchoproctus- Arten : R. proboscideus Poe., R. ater
Tôm., R. rufomarginatus Tom., R. doriae Silv., R. beccarii Silv., die zum Teil
mangelhaft beschrieben sind, so dass ein Vergleich der neuen Art mit ihnen
recht schwierig ist. Die Unterscbiede zwischen den einzelnen Arten scheinen
abgesehen von den Gonopoden recht gering zu sein, betreffen hauptsâchlich
Grosse, Verschmelzen oder Getrenntbleiben von Analring und Schuppe, Form
des Halsschildes, etc., und nicht einmal diese paar Merkmale sind von allen
Arten bekannt.
Bei proboscideus , der noch am besten bekannten Art, haben die Analklappen
gar keinen Bandwulst und ist die Schuppe nicht mit dem Ringe verschmolzen.
Die Kôrpergrôsse ist viel geringer als bei falcatus.
In den Gonopoden scheint R. falcatus nur mit R. doriae einige Aehnlichkeit
zu haben, bei dem auch das Coxit am Ende einwàrts gebogen zu sein scheint,
aber die von Silvestri gegebene Abbildung des Coxits ist viel zu dürftig um
einen Vergleich zu ermôglichen und das Telopodit ist gar nicht abgebildet.
Bei proboscideus ist das Ende des Coxits kurz und breit medianwârts gebogen
MYRIOPODEN
293
und breit abgestützt ; âhnlich scheint es bei beccarii Silv. zu sein. Bei R. aier
endet das Coxit mit 4 gekrümmten Zâhnen, wenigstens stellt f. 4 die « lamina
exterior » so dar, womit wobl das Coxit gemeint ist. Doch sind die Figuren 3
und 5 damit schwer zu vereinigen. Jedenfalls hat das Coxit eine ganz andere
Gestalt als bei falcatus. Im Versebmelzen von Scbuppe und Analring stimmen
beide Arten überein.
Bei R. rufomarginatus Tôm. endet das Coxit mit einer endwârts verbreiter-
ten geraden Lamelle. Die Diagnose ist so kurz, 8 Zeilen, dass man mit ibr
nichts maehen kann.
COLOBOGNATHA
Fam. Platydesmidae
Die Colobognathen bieten eine solche Fülle morphologischer Eigentüm-
liehkeiten wie vielleicht keine andere Grappe der Diplopoden, so dass wir
weit entfernt sind von einer Emtonigkeit des Habitus wie z. B. bei den mei-
sten Spirostreptiden oder auch vielen Juliden, aber bei der Beschreibnng
vieler aussereuropaischer Arten haben die Autoren wenig von der Môglichkeit
Gebrauch gemacbt, charakteristische Merkmale hervorzuheben, so dass viele
Beschreibungen wegen ihrer Kürze und Ungenauigkeit so gut wie unbrauch-
bar sind. Ueber die Segmentierung des Colobognathenrumpfes ist folgendes
zu sagen : es ist bekanntlich eine Eigentümlichkeit der Colobognathen, dass sie
vor den mannlicben Gonopoden 8 Laufbeinpaare haben, wahrend die anderen
Proterandria deren hôchstens 7 besitzen. Dies wurde von Cook damit erklart,
dass die Gonopoden nicht die zwei Beinpaare des 7. Segmentes sind, sondera
dass sie das zweite Beinpaar des 7. und das erste Beinpaar des 8. Segmentes
sind und dass das erste Beinpaar des 7. Segmentes ein normales Laufbeinpaar
ist. Ich babe mich früher dieser Ansicht angesehlossen. Die Frage ist nicht
leicht zu lôsen, da die Stemite mit Ausnahme der Siphoniulidae nur in loser
hautiger Verbindung mit den Pleuriten stehen und sich, wenn eine Verschie-
bung der Beine eintritt, mit einem anderen Segment verbinden, als dem, zu
dem sie ursprünglich gehôren. Die Siphoniulidae sind leider sehr seltene,
morphologisch noch ganz oberflâchlich bekannte Tiere, die denen, die sich für
diese Fragen interessieren, nicht zur Verfügung standen. Silvestri, in seiner
Anatomie p. 109, scheint mir das Bichtige getrofïen zu haben, indem er sagt,
dass bei den Colobognathen der Thorax, den er pretronco nennt, im Gegensatz
zu den anderen Diplopoden aus nur 3 Segmenten besteht. (Silvestri sagt
allerdings aus 2 Segmenten, weil er das erste Thoraxsegment, das Collumseg-
ment, nicht zum pretronco zahlt), und dass schon das 4. Segment bei den
Colobognathen 2 Beinpaare hat. Silvestri begründet seine Auffassung zwar
nicht weiter, aber sie scheint mir doch die richtige Erklârung für die auffal-
lende Tatsache, dass die Colobognathen vor den mânnlichen Gonopoden ein
Beinpaar mehr haben als die anderen Diplopoden. In Bronms Klassen und
C. ATTEMS
29*
Ordnungen ist die ganze Frage nicht berührt, wenigstens konnte ich nirgends
einen Hinweis auf sie fmden. Bei den Platydesmidae kann man leicht feststel-
len, dass eine Verschiebung der vorderen Beinpaare stattgefunden hat. Das
Sternit des ersten Beinpaares steht in Verbindung mit dem Collum und lâsst
sich bei der Pràparation mit diesem zusammenhângend leicht vom übrigen
Rumpfe trennen. Bei der Beschreibung von Teratognathas robusta ist angege-
ben, wie das Verhâltnis der vorderen Beinpaare zu den Tergiten ist. Mit der
Erklârung Silvestris stimmt sehr gut überein, dass das 3. Beinpaar schon
zum Teil dem 4. Segment angehôrt. Eine Verschiebung der vorderen Beine
kennen wir übrigens auch von anderen Diplopoden, so den Spiroboliden.
Ebenso schwierig wie am Vorderende ist auch am Hinterende die Zugehô-
rigkeit der Beinpaare festzustellen. Das vorletzte Segment, das Segment vor
dem Analsegment, erscheint nicht nur fusslos, was ja das Gewôhnliche bei den
Diplopoden ist, sondern es hat auch kein Sternit und es wàre verlockend
anzunehmen, dass auch hier eine Verschiebung stattgefunden hat und dass
das letzte Beinpaar mit seinem Sternit, das im Bereich des drittletzten Seg¬
mentes liegt, eigentlich zum vorletzten Segment gehôrt, aber wenn wir anneh-
men, dass beide Gonopodenpaare zum 7. Segment gehôren, ergibt eine Zah-
lung der Beine, dass das vorletzte Segment kein Sternit und keine Beine haben
kann.
Die Familie Platydesmidae wurde von Verhoeff, in Bronns Klass. und
Ordn., in 2 Subfamilien geteilt auf Grund der relativen Lange der Seitenflügel
des vorletzten Segmentes, der relativen Lange und Breite des Rumpfes, der
Rückenwôlbung, ailes Unterschiede, die mir für die Charakterisierung von
Unterfamilien wenig geeignet zu sein scheinen, weil es nur graduelle Ver-
schiedenheiten derselben Eigenschaften sind, die bei der Vielgestaltigkeit des
Diplopodenkôrpers auch bei nahe verwandten Formen sehr verschieden sein
kônnen. Spàter hat Verhoeff ( Zool. Anz., 1935, v. 112, p. 62) noch eine
dritte Subfamilie Bazillozoniinae eingefiihrt, die er so kennzeichnet » Tergite
mit zahllosen Drüsenstâbchen, hinterste Seitenflügel das Analsegment weit
überragend, vorletzte Seitenflügel ungefâhr bis in die Querrichtung des
Hinterrandes des Analsegmentes reichend, Pseudopenes fehlen, die Vasa
Deferentia münden in dreieckige Fortsâtze der Hüfte des 2. Beinpaaresi
Seiten des Hinterkopfes lappig nach aussen erweitert. « Dazu ist folgendes zu
bemerken : die Subfamilie enthalt nur eine Gattung mit einer Art. Verschie-
denheiten in der Oberflachenbedeckung des Rumpfes kommen bei den Diplo¬
poden oft auch bei nahen Verwandten vor ; so lange wir nur eine Gattung
kennen, die solche Drüsenstâbchen hat, ist dies kein Grund, die Gattung als
Subfamilie abzutrennen, etwas anderes wâre es natürlich, wenn sich das bei
mehreren Gattungen wiederholen würde, dann kônnten wir eher annehmen,
dass das eine besondere Entwicklungsrichtung ist, die auf gemeinsamen
Ursprung schliessen lâsst. Bezüglich der relativen Lange der letzten Seiten¬
flügel gilt, was ich oben über solche rein graduelle Unterschiede gesagt habe.
Pseudopenes fehlen auch bei Gattungen, die bestimmt nicht mit Bazillozo-
MYR10P0DEN
29o
nium naher vereinigt werden kônnen, z. B. Kleruchus und Teratognathus. Die
lappige Verbreiterung des Hinterkopfes ist kein durchgreifender Unterschied,
da das nach Verhoeffs eigenen Angaben auch bei den Platydesminae
vorkommt.
Ich glaube, dass man die Platydesmidae besser auf eine andere Art teilt, je
nachdem ob die Pleurite frei sind oder ob sie mit den Tergiten vôllig ver-
schmolzen sind, also :
1. Subfam. Platydesminae. — Pleurite frei. Hierher, die Gattungen
Platydesmus, Kleruchus , Teratognathus.
2. Subfam. Sumatroniinae. — Pleurite vôllig mit den Tergiten ver-
schmolzen. Hierher die Gattungen : Sumatronium, Corcyrozonium, Trichozo-
nium , Fioria , Phaeacobius, Dolistenus, Bericostenus , Bazillozonium.
Ob die 3 Subfamilien Verhoeffs als Tribus dieser Unterfamilie beizube-
halten sind, weiss ich nicht, ich kenne mehrere der Gattungen nicht.
Gen. KLERUCHUS, nov.
Der Kopf ist ein schlanker, mâssig langer Kegel. Gnathochilarium mit
langem, schmalem Mentum und langen schmalen Stipites (Lamellae lin¬
guales ?). Keine Taster. Antennen lang und schlank, 5. und 6. Glied mit
Sinnesgruben, 7. Glied weit aus dem 6. herausragend. Keine Augen.
Pleurite frei. Keine Analschuppe vorhanden. Das Analsegment frei von
oben sichtbar, der Ring ventral dreieckig nach vorn vorspringend, die Klap-
pen gut gewôlbt. Metazoniten dorsal gleichmâssig gewôlbt, seitlich dick, ohne
flache Seitenflügel, ihr Durchmesser viel grôsser als der der Prozoniten.
Metazoniten, Pleurite und zum Teil der Analring mit halbkugeligen Warzen
bedeckt, Metazoniten und das ganze Analsegment dicht behaart. Halsschild
ebenso wenig mit Seitenflügeln wie die anderen Segmente, den Kopf daher
seitlich nicht umfassend. Ebenso wird auch das Analsegment nicht umfasst,
weil auch die hinteren Segmente keine Seitenflügel haben.
Sternite, auch die des Gonopodensegments, mit 2 latéral gerichteten kurzen
Hôrnern. Erstes Beinpaar mit grossem einheitlichem Sternit und von ihm
getrennten 6-gliedrigen Beinen, die Hüfte mit breiten lateralen Flügeln, die
sich vor den Seitenteilen des Sternits befmden, mit diesem nur lose hautig
verbunden. 1. Beinpaar des stark verdickt (Fig. 193). Hüftsacke vom 3.
Beinpaar an vorhanden, fehlen auf einer grôsseren Zahl von hinteren Bein-
paaren.
Beide Gonopodenpaare ohne Trochanter, vordere 6-gliedrig, im grossen
Tarsus keine Grenze zwischen Tarsus und Unguium sichtbar. Hintere Gono-
poden 7- gliedrig, indem Tarsus und Unguium deutlich getrennt sind. Keine
Pseudopenes vorhanden.
Typus : Kleruchus olivaceus , n. sp.
296
G. ATTEMS
Kleruchus olivaceus, n. sp.
(Fig. 193-203)
IÂopf mit den Antennen und die ersten 3-4 Segmente einfarbig gelblich, der
übrige Rümpf dunkel olivgrünlich, die Seiten heller, mebr gelblicholiv.
111 Segmente, Ç 133 Segmente. Lange $ 34 mm., Ç 44 mm. Breite
$ 1.7 mm., $ 2 mm.
Der Kopf ist ganz allmahlich in einen schlanken aber nioht spitzen Kegel
ausgezogen (Fig. 194), der bis zum Ende des 3. Antennengliedes reicht und bis
zur Spitze kurz abstehend behaart ist. Gnathochilarium mit langem schmalem
am Grunde verbreitertem Mentum und langen schmalen Stipites, die gegen
Fig: l’93-19o. Kleruchus olivaceus, n. sp. — 193. c? 1. Bein (I 1. Tergit. II 2. Tergit).
194. Vorderende, von der Seite. — 193. Bechte Mandibei.
das Ende zu einige starke Borsten tragen (Fig. 196). Ob lamellae linguales
vorhanden sind, konnte ich an dem einzigen mir zur Verfügung stehenden
KOH-Praeparat nicht sicher feststellen, wenn solche vorhanden sind, so sind
sie sehr klein und undeutlich abgegrenzt. Die Mandibeln (Fig. 195) konnte ich
nuraneinem KOH-Praeparat untersuchen, an solchen verschwinden bekannt-
lich manche Einzelbeiten, wenn das Obj ect so klein und zart ist wie hier. Ich sah
einen grossen starken Hauptzabn, dessen 2 Spitzen sich bei der Ansicht von
unten fast decken, medianwârts davon 4 zarte gebogene Lamellen und wei-
terhin ein dünnwandiges rundes Kissen. 2. Antennenglied 11/2 mal so lang
wie das 3. und 4., 5. und 6. Glied mit Sinnesstabchen in Gruben, das 7. Glied
ragt weit aus dem 6. heraus, vom 8. sieht man erst nach Behandlung mit
KOH etwas, sonst nur die 4 Sinneskegel. Die Endglieder sind sehr dicht und
fein behaart, die anderen Glieder schütterer.
Die Metazoniten haben einen bedeutend grôsseren Durchmesser als die
Prozoniten, sie sind dorsal gleichmàssig gewôlbt, seitlich dick rundlich ohne
flache Seitenflügel zu bilden. Die in der dichten Behaarung sehr unscheinba-
MYRIOPODEN
297
ren Poren liegen an der Grenze des stârkeren seitlichen Abfalles der Tergite,
dem Ilinterrande naher als dem Vorderrande. Metazoniten, Pleurite und der
Analring, letzterer mit Ausnahme der Ventralseite, dicht mit halbkugeligen
Warzen bedeckt. Ausserdem sind die Metazoniten und das ganze Analseg-
ment incl. Klappen dicht kurz abstehend behaart. Vordere Zone der Prozo-
niten mit dichter Fischschuppenstruktur, hintere Zone mit grossen, von
einander getrennten Warzen und einer Reihe von Borsten nahe der vorderen
Grenze dieser Zone, die in der 5 Médiane nicht merklich gebuchtet ist, Hals-
Fig. 196-198. Kleruchus olivaceus, n. sp. — 196. Vorderenrle des cf nach Behandlung
mit Kalilange (Tl 1. Tergit, T2 2. Tergit. Ta 3. Tergit-PIeurit des 2. Segmentes). —
197. Pleurit des S. Segmentes. — 198. Hinterende, (Pt. letzles Pleurit, AR Analring.)
schild ebenso gewôlbt und behaart wie die übrigen Tergite, seitlich gerundet,
ohne Seitenflügel, den Kopf daher nicht umfassend.
Pleurite (Fig. 197) frei, quer rechteckig, viel breiter als lang, auch die vor
dem Copulationsring, nur die vordersten, der vorderen Verschmâlerung des
Rumpfes entspreohend, sind schmâler. Der Medialrand ist tief eingebuchtet,
die Flâche zum grossen Teile mit runden Warzen bedeckt, dieimhinterenTeile
grôsser als im vorderen sind, die hintere Hàlfte latéral dicht behaart.
Sternite mit schuppiger Gberflâchenstruktur, massig hohem Mediankiel, die
Vorderecken auf den vorderen und mittleren Segmenten hornartig nach aussen
gerichtet, auf den hinteren Segmenten werden die Hôrner breit gerundet.
Die Hüften sitzen in einer biscuitfôrmigen Qeffnung der Sternite. Die Ster¬
nite beider Gonopoden sind ebenso geformt.
Der Analring (Fig. 198 AR) springt ventral in der Médiane dreieckig nach
vornvor. Die dicht behaarten Klappen stossen unmittelbar anden Ring, eine
Analschuppe fehlt also vôllig, worin sich diese Gattung sehr von den nâchst
verwandten unterscheidet. Die Pleurite des vorletzten Segmentes (PI) sind
médian keilig verschmalert und wie gewôhnlich zum grossen Teil von den
vorangehenden Pleuriten bedeckt.
Die Hüften der Beine haben zum Teil eine schuppige Oberflachenstruktur
aber keine grôsseren Spitzkegel. Die Hüftsâcke sind sehr klein und fehlen auf
20 oder mehr der letzten Beinpaare vôllig. Unterseite der Beinglieder reichlich
beborstet, die Borsten lang und kraftig, Endkralle mit krâftiger Nebenkralle
Fig. (199). Das 1. Beinpaar des $ ist stark verdickt (Fig. 193). Es ist ein
Fig. 199-203. Kleruchus olivaceus, n, sp. — 199. cf 0- Beinpaar mit dem Sternit. — 200.
Vordere Gonopoden. — 201. Endglieder des vorigen, (Pstf. Postfemur, Ti, Tibia. Tu,
Tarsungulum.) — 202. Hintere Gonopoden. — 203. Unguium des hinteren Gonopoden.
grosses ungeteiltes Sternit (St) vorhanden und 2 von ihm getrennte, nur lose
hautig mit ihm verbundene 6-gliedrige Beine. Die Hüfte (c) hat latéral einen
breiten Fliigel, der vor dem Seitenflügel des Sternit liegt. Beide sind hautig
mit dem Halsschild verbunden.
Die vasa deferentia bilden in den Hüften des 2. Beinpaares keine Pseudo-
penes.
Die nach vorn gebogenen Gonopoden reichen über die Hüften des 8. und 7.
Beinpaares hinweg. Das Sternit der vorderen Gonopoden (Fig. 200) hat ganz
wie die iibrigen Sternite schuppige Oberflachenstruktur, einen niedrigen
Mediankiel und ein dickes auswârts gerichtetes Horn im Vordereck. Der
Gonopode selbst ist 6-gliedrig, ein deutlicher Trochanter ist nicht vorhanden.
Das Endglied ist ein grosses Tarsungulum (Tu, Fig. 201), das in eine gewun-
dene dünnwandige zugespitzte Lamelle auslauft, eine Grenze zwischen
diesem Unguium und dem Tarsus ist nicht sichtbar. Sternit der hinteren
Gonopoden so wie das der vorderen. Der Gonopode ist 7-gliedrig (Fig. 202),
MYRIOPODEN
299
indem das lange dünne Unguium deutlich vom Tarsus getrennt ist. Dafür
ist kein Trochanter vorhanden. Das Unguium hat vor dem Ende 2 gebogene
Seitenzâhne (Fig. 203). Die ersten 3 Glieder sind kurze Scheiben. Der ganze
Gonopode ist im Knie nach vorn gebogen.
Fundort : Bana (C. Annam), 1.500 m., 22 IX., 31
Gen. TERATOGNATHUS, nov.
Kopf ein mâssig langer Kegel, zum grôsseren Teil dicht behaart, seitlich
von den nach vorn gerichteten Seitenflügeln der vorderen Segmente umfasst.
Gnathochilarium mit langem schlankem Mentum (Fig. 204, 205), grossen
Stipites, sehr kleinen Lamellae linguales und 3 Paar Tasterlappen. Antennen
lang und schlank, 5. und 6. Glied mit Sinnesgruben, 7. Glied frei vorragend.
Keine Augen. Metazoniten ohne Hôcker oder Warzen, dicht behaart, ebenso
die Pleurite und das Analsegment. Rücken zwischen den Seitenflügeln gewôlbt.
Seitenflügel gut entwickelt, die vorderen scbrâg nach vorn, die hinteren nach
hinten gerichtet, die des vorletzten Segmentes das Analsegment nur bis zur
Mitte umfassend. Pleurite frei. Poren vom 5. bis vorletzten Segment, in
der Mitte der Seitenflügel oder auf den hinteren Segmenten mehr dem Hin-
terrande genâhert.
Analring von oben frei sichtbar, Klappen und Schuppe von der gewôhnli-
chen Form.
Erstes Beinpaar des nur wenig verdickt, mit Coxosternum, d. h. die
Hüften vôllig mit dem Sternit verwachsen, ausserdem 5 freie Beinglieder.
Hüftsacke vom 3. Beinpaar an vorhanden, fehlen auf einigen der letzten
Paare. Keine Pseudopenes vorhanden.
Vordere Gonopoden 6-gliedrig, Fémur und Postfemur mit stumpfer Vor-
ragung auf der Innenseite, Tibia mit lamellôser Vorragung, Tarsus mit einem
langen stumpfen Stab in der Grundhalfte, eine deutliche Scheidung in Tarsus
und Unguium nicht sichtbar. Hintere Gonopoden 7-gliedrig, ohne Trochanter
aber Tarsus und Unguium deutlich getrennt, letzterer lang und dünn.
Typus : T. robusta, n. sp.
Teratognathus robusta, n. sp.
(Fig. 204-218)
Dunkel rotbraun mit schwarzem Aalstrich auf der Rückenmitte oder der
Rücken verwaschen dunkelbraun mit 2 schwach ausgeprâgten helleren Làngs-
binden, Vorderende, Kopf mit den Antennen, 1. und teilweise 2. Segment blass
gelblich, Unterseite blass gelbbraun, Juvenes licht gelblichbraun mit einem
dunkleren Streif in der Rückenmitte.
Segmentzahl $ 63, $ 80-86. Lange $ 23 mm. Breite 3. 7 mm. Ç Lange 43 mm.
Breite 4 mm.
mémoires do muséum, nouvelle série, tome Vi.
20
300
C. ATTEMS
Kopf (Fig. 206) kegelfôrmig, allmàhlich zugespitzt, das 4. Antennenglied
nicht überragemd, mit Ausnahme der aussersten Spitze dicht behaart. Anten-
nen lang und schlank, 1. Glied kurz, 2. Glied 11/2 mal so lang wie das 3.
und 4. Glied und kürzer als das 6., 3.-5. Glied kurz, gleich lang, 6. Glied das
lângste, nur mâssig verdickt, 7. Glied frei vorragend, 5. und 6. Glied mit den
bekannten Gruben mit Sinnesstiften, die kleinen Hockerchen der Oberflâche
sind nur schwach ausgepragt. Halsschild langer als die folgenden Segmente
Fig. 204-210. Teratognathus robusla, n. sp. — 204. Gnathochilarium. — 205. Ein Teil des
vorigen, (M Mentum, L Lamella Iingualis, S Slipes.) — 206. Vorderende. — 207. Ç 10.
Segment von vom. — 208., Ç Fleurit des 12 Segmentes.—209. $ Hfifte und Praefemur
eines mittleren Beines. — 210. $ Enkralle eines hinteren Beines.
aber nicht doppelt so lang, vorn seicht eingebuchtet, die Seiten nur schwach
nach vorn gezogen, die Ecken gerundet.
Seitenflügel gut entwickelt (Fig. 207), tief, fast in der Bauchhôhe ange-
setzt, horizontal, dick, gerundet, die vorderen sind schrâg nach vorn, die hin¬
teren etwa 25 nach hinten gerichtet, die des vorletzten Segmentes nur bis zur
Mitte des Analsegmentes reichend, der Rücken zwischen den Seitenflügeln
nur massig gewôlbt. Poren ziemlich gross, vom 5. bis vorletzten Segment
vorhanden, ungefahr in der Mitte der Seitenflügel, vom Yorder-, Hinter-
und Seitenrand ungefahr gleich weit entfernt, nur auf den hinteren Segmen-
ten dem Hintereck mehr genahert. Der ganze Kopf mit Ausnahme der aus-
sersten Spitze, die Metazoniten, Pleurite und das Analsegment mit Ausnahme
des Randwulstes der Klappen dicht behaart. Hockerchen sind auf den Meta¬
zoniten keine vorhanden.
MYRIOPODEN
301
Analsegment von der gewôhnlichen Form, Ring hinten breit gerundet,
Schuppe gut entwickelt, Klappen stark gewôlbt.
Pleurite (Fig. 208) médial ein wenig kürzer als latéral, Vorder-und
Medialrand nur sehr wenig eingebuchtet, Seiten- und Hinterrand gerade,
die Ecken breit gerundet, die vorderen sind fast quadratisch, die hinteren
quer rechteckig, bedeutend breiter als lang. Quer liber den vorderen Teil
ungefàhr an der Grenze, wo das vorangehende Pleurit überdeckt, eine dicht
crenelierte Kante, hinter der Kante ist die Flâche mit runden Hôckerehen
bedeckt und zwischen den Hôckerehen dicht behaart.
Die Sternite schliessen vor und hinter den Hüften zusammen, so dass die
Hüften in einer Oefïnung und nicht in einer Bucht des Sternits liegen. Sie
haben wohl eine mittlere kielartige Erhebung, die aber nicht liber den Vor-
derrand vorragt. Die Flache mit schwach ausgeprâgten Spitzkegeln. Hiifte
und Praefemur der Beine mit Hôckerehen (Fig. 209) die auf der Oberseite zu
kleinen Spitzkegeln werden. Aile Beinglieder auf der Unterseite dicht und
kurz behaart, am Ende von Praefemur, Fémur und Tibia einzelne lângere
Borsten, die die anderen aber nur wenig überragen. Oberseite der Glieder bis
incl. Tibia mit winzigen sehr kurzen Borsten, Tarsus auch auf der Oberseite
so behaart wie unten. Endkralle kraftig mit winziger Nebenkralle hinter der
Kralle, die auf den mittleren und hinteren Beinen gleich gross ist (Fig. 210).
Bei juvenes ist die Nebenkralle so weit dorsal gerückt, dass sie fast ober der
Hauptkralle liegt (Fig. 211). Gnathochilarium : das Mentum ist lang, schmal,
an der Basis so ausgebreitet, dass es die Stipites halb umgreift, seine Basis
stôsst an das stark gebogene Hypostoma (Gula Verhoeff) ; es tragt zahl-
reiche regellos angeordnete Borsten. Die grossen Stipites sind schwach gegen
die kleinen Lamellae linguales abgegrenzt. Jeder Stipes tragt 2 deutliche
Taster, der mittlere ist grôsser als der âussere und hat 4, der Aussentaster
3 Sinneszapfen. Nahe dem Ende des Stipes 3 sehr lange latéral gerichtete
Borsten, ausserdem eine Anzahl mittelgrosser und zahlreiche kleine Borsten.
Lamella lingualis mit einem sehr schmalen Taster und 2 mittelgrossen Bor¬
sten. Die Stipites legen sich distal vom Mentum nur eng an einander ohne zu
verwaehsen.
Die Mandibeln sind sehr zart, lang und schmal, ganz unâhnlich denen von
Phaeacobius mediterraneus. Da ich sie nur nach Behandlung mit KOH unter-
suchen konnte, die bekanntlich viele Feinheiten zerstôrt, kann ich nicht
allzuviel darüber angeben. Am Ende sind ein Polster (p), 3-4 Lamellen (1) und
ein Zahn (z), eine Reibeplatte konnte ich nicht sehen (Fig. 212).
Das 1. Beinpaar (Fig. 213, 214) des ist nur wenig dicker als die folgenden,
es bat ein grosses Coxosternum, die Hüften sind seitlich vôllig ohne deutliche
Grenze mit dem Sternit verschmolzen, médian sind sie verkittet, doch ist die
Naht noch sichtbar, an der Basis sieht man noch undeutlich die Grenze zwi¬
schen Hüften und Sternit durchschimmern aber keine Naht. Von der Innen-
seite des Kôrpers hersieht man die Stützen, die sich zu einem Querbalken
vereinigen, der sowohl mit den Basen der Hüften als mit dem St ernit verlôte
302
G. ATTEMS
ist. Der Sternitteil des Coxosternum ist dicht mit flachen Hôckerchen bedeckt
und seitlich spârlich behaart, die Hüfte hat am Ende innen eine Gruppe von
Haaren, die anderen 5 freien Glieder sind reichlich fein behaart, die Kralle
hat eine kleine Nebenkralle.
Das Coxosternum des eigentlich zum 2. Segment gehôrenden 1. Beinpaares
steht in Folge einer Yerschiebung jetzt in Verbindung mit dem Collum. Die
seitlichen Verbreiterungen des Coxosternum kônnen nicht mit dem Sternit
verschmolzene Pleurite sein, wie ich das bei Beschreibung des Phaeacobius
Fig. 211-218. Teratognathus robusta, n. sp. — 211. Endkralle eines juv. — 212. Ç Man-
dibel. — 213 und 214. Ç 1. Beinpaar. — 215. Q Vorderende (Coll. Collum ; II-V 2.-5.
Tergit; C, Hüfte des 1. Beinpaares; PI II, Pleurit des 2. Segmentes;StII, Sternit des2.
Beinpaares). — 216. Vordere Gonopoden von hinten. — 217. Ende des vorderen Gono-
poden stârker vergrôssert. — 218. Hintere Gonopoden von vorn.
mediterraneus annahm, weil dahinter wohlentwickelte typische mit dem
Tergit 2 in Verbindung stehende Pleurite des 2. Segmentes vorhanden sind.
Meine irrtümliche Auffassung von Sternit-Pleurit des 1. Beinpaares wurde
von Verhoeff geteilt. Das Sternit des zum 3. Segment gehôrenden 2. Bein¬
paares ist ein wenig nach vorn gerückt, so dass es halb im Bereich des 2. und
halb im Bereich des 3. Segmentes liegt, ihm ist das normal entwickelte 6-glie-
drige Beinpaar eingefügt. Das 3. Beinpaar, resp. sein Sternit, liegt zwischen
Pleurit 3 und 4. Das Sternit 4 liegt schon ganz im Bereiche des Segment 4, das
bekanntlich das erste Doppelsegment mit 2 Beinpaaren ist (Fig. 215).
Sternit der vorderen Gonopoden (Fig. 216) querrechteckig mit gerundeter
beborsteter medianer Yorragung am Ende. Die vorderen Gonopoden sind
deutlich 6-gliedrig, die ersten 3 Glieder sind kurze Scheiben, am Innenrande
MYRJOPODEN
303
des 3. und 4. Gliedes ein stumpfer Zapfen mit einigen Borsten, das 5. Glied
mit einem dünnhautigen Lappen, der Tarsus ist ein dicht beborsteter Kegel,
nahe seinem Grande entspringt eine lange parallelrandige am Ende abge-
stutzte Lamelle, die man wegen ihrer Stellung nioht kurzweg als Unguium
deuten kann (Fig. 217). Auf der Vorderseite sind die Glieder 3, 4 und 5 mit
einem Borstenkranze besetzt. Die Grenzen zwischen den Gliedern sind médial
etwas verwischt, ein Trochanter ist weder vorn noch hinten sichtbar.
Hintere Gonopoden (Fig. 218) 7-gliedrig, es ist zwar kein Trochanter
vorhanden, aber Tarsus und Unguium sind deutlich getrennt. Die ersten
3 Glieder sind kurze Scheiben, die anderen Glieder verjüngen sich allmâhlich.
Das Unguium hat am Grande eine kurze kegelfôrmige Nebenkralle. Die Seiten
des Sternit treten rundhôckrig etwas vor und haben so wie der kurze Median-
vorsprung eine schwach warzige Struktur.
Fundorte : Djiring (S. Annam), 1.000 m., II. 1933; Dalat, 1.500 m., II.
1933 ; Pic de LangBiang, 2.400 m., I. 1931 ; Tayninch (Cochinchina), I. 1935.
T. robusta scheint in Gestalt und Farbe grosse Aehnlichkeit mit Platy-
desmus perpictus Poe. von Guatemala zu haben, doch ist natürlich die Iden-
titat mit dieser Art ganz ausgeschlossen, da Pocock ausdrücklich angibt,
dass seine Art Augen hat. Schon Verhoeff hat darauf hingewiesen, dass aile
besser bekannten Platydesmidae augenlos sind und es wâre dringend notwen-
dig die Charaktere der Gattung Platydesmus fest zu stellen; die amerikani-
schen Arten dieser Gattung sind aile ganz ungenügend beschrieben.
Sumatronium camptotrichum, n. sp.
(Fig. 219-235)
Farbe heller oder dunkler erdbraun, die grôsseren Exemplare sind
dunkler. Lange 14 mm., Breite 2 mm., $ mit 37-42 Segmenten, Ç mit
35-49 Segmenten. Kopf (Fig. 219) fast linsenfôrmig, vorn fast gleich-
mâssig gerundet, ohne Labralzàhne oder starke Borsten, auch ohne Rüssel
oder Schnabel, dicht behaart, die Haare gerade. Die Seiten treten hinter
den Antennen flach scheibenfôrmig rund vor. Antennen nur schwach keulig, 2.
Glied ein wenig langer als das 3.-5., das 5. etwas dicker als das 4., das 6.
ungefahr ebenso dick aber langer, 5. und 6. Glied am Ende aussen mit einer
Grappe von Sinnesstiften, die aber nicht in Gruben versenkt sind, 7. Glied
relativ lang und aus dem 6. hervorragend, 4 normale Sinneskegel. Das Hypo-
stoma bildet als gebogene Spange den unteren Verschluss des Kopfes. Das
Gnathochilarium (Fig. 220) besteht aus einem grossen Mentum, das hinten
plôtzlich verbreitert ist, 2 kleinen vor dem Mentum gelegenen Lamellae
linguales und grossen Stipites. Jede Lamella lingualis trâgt eine Làngsreihe
von Borsten und endet mit einem gerundeten Lappchen. Das Ende des Stipes
ist zahnartig ausgezogen und tragt einige starke Borsten, im übrigen sind die
Stipites reichlich beborstet.
Halsschild (Fig. 221) relativ kurz, die Seitenflügel gerundet und schràg
304
C. ATTEMS
nach vorn gerichtet, die Seitenflügel der vorderen Segmente, die auch nach
vorn gerichtet sind, umfassen aber nicht den Halsschild, der Vorderrand des
Seitenflügels des 4. Segmentes liegt noch hinter dem Hinterrande des Hals-
schildes. Dieser hat 2 Querreihen von 3 + 3 groben Tuberkeln. Ventral hat
der Halsschild runde medianwârts vorragende Lappen, die aber nicht langer
sind als bei den Gattungen, bei denen das 2. Segment freie Pleurite bat ; sie
kônnen natürlich in keiner Weise als Pleurite des 2. Segmentes gedeutet
Fig. 219-227. Sumatronium camptolrichum, n. sp. — 219. Kopf. — 220. Gnathocliilarium.
— 221. Vorderende. — 222. Q Segment aus der Mitte, von vorn. — 223. Tergitsculptur.
— 224. Q Sternit von der Ventralseite. — 225. Sternit von vorn. — 226. Oberfl&chen-
sculptur des Sternits. — 227. Hinterende, Ventralseite.
werden, obwohl sie durch eine Lageverschiebung des 1. Beinpaares in
Verbindung mit diesen Extremitâten des 2. Segmentes stehen.
Rücken gut gewôlbt (Fig. 222), mit tief angesetzten borizontalen Seiten-
flügeln, die der Segmente 2-6 sind breite runde Lappen, vom 7. Segment an
wird das Vordereck allmahlich stàrker gerundet und der Winkel des Hinter-
eckes spitzer, so dass der Seitenrand schrâg nach hinten-aussen wird, je
weiter caudal um so ausgeprâgter wird das. Die Seitenflügel der hintersten
Segmente sind stark nach hinten gerichtet, die des vorletzten Segmentes ganz
nach hinten und ihr Ende liegt in einer Linie mit dem Hinterrande des Anal-
segmentes oder überragt dieses ein wenig. Der Rand der Seitenflügel ist mit
MYRIOPODEN
305
kleinen Kegeln besetzt, besonders deutlich in der Biegung des Vordereckesund
auf den hinteren Segmenten.
Aile Segmente vom 1. an haben eine über die ganze Lange laufende Median-
naht. Die Prozoniten sind kahl, ihr hinterstes Viertel hat mehrere Reihen
kleiner runder Warzen, davor sind 4 feine Querlinien, deren vorderste an der
Grenze von 1. und 2. Drittel liegt ; von diesen Querlinien gehen kurze Langs-
linien ab, Beginn einer Schuppenstruktur. Das 1. Viertel ist strukturlos.
Die Metazoniten haben einen grôsseren Durchmesser als die Prozoniten, ihr
Rücken ist dicht mit kleinen runden Warzen bedeckt und zwischen diesen
Warzen dicht behaart, die Haare krumm. Ausserdem haben sie 2 Querreihen
grober Tuberkeln, auf dem 2. Segment 5 + 5 oder 5 + 4, auf den folgenden
Segmenten 6 + 6 bis 9 + 9 Tuberkeln in jeder Reihe (Fig. 223). Die parame-
dianen Tuberkeln sind die grôssten und stehen etwas weiter von einander
ab als die anderen untereinander und sind nicht rund sondern etwas in die
Lange gestreckt. Die Grosse der Tuberkeln nimmt lateralwârts allmâhlich
ab. Die Tuberkeln sind von einem hellen kahlen Hof umgeben und tragen eine
grossere Zahl kleiner Sinnesstâbchen, die dichter stehen als die krummen
Haare und zum Unterschied von diesen gerade sind. Die Seitenflügel sind
auch unterseits von einem dichten Filze krummer Borsten bedeckt. Die Poren
sind vom 5. bis zum Segment vor dem Analsegment vorhanden und liegen
am Seitenrand nahe dem gerundeten Hintereck.
Die Sternite sind frei, sie tragen in einer nach hinten offenen Bucht die
Hüften des zugehôrigen Beinpaares. In die Bucht ragt médian ein breiter
runder kurzer Vorsprung des Sternits herein (Fig. 224-225). Nach vorn zu hat
das Sternit in der Médiane einen etwas schmâleren ovalen Knopf, der eine
Anzahl glatter runder Warzen tragt, âhnliche aber schwachere finden sich
auch auf der übrigen Flâche des Sternits. Zwischen den Warzen haben die
Sternite eine hôchst eigentümliche Oberflâchenstruktur : zahlreiche runde ein
wenig erhabene Felderchen, die durch glatte Zwischenrâume getrennt sind.
Sie sind in der Médiane rund, seitlich schmaler und in die Quere gestreckt
und tragen winzige Stâbchen (Fig. 226). Das vorletzte Segment ist fusslos,
die ventralen Enden sind abgerundet und legen sich ein wenig übereinander
(Fig. 227).
Die langen Borsten des Analringes sitzen auf zitzenfôrmigen Warzen ganz
âhnlich wie bei vielen Polydesmiden. Analschuppe gut ausgebildet.
Die Beine sind zerstreut beborstet, keine der Borsten besonders lang. Vom
Postfemur an auch auf der Oberseite der Glieder einige Borsten. Tarsus wie
gewôhnlich ringsum reichlich beborstet, nur sein Endstück hat nur wenige
Borsten. Kralle mit winziger borstenfôrmiger Nebenkralle (Fig. 228). Hüft-
sâcke vom 3. Beinpaar an, fehlen auf den 4-12 letzten Paaren. Die Hüften
des 1. Beinpaares des $ sind am Grande flügelformig verbreitert und legen
sich eng an einander ohne zu verwachsen, ausserdem sind 5 freie Glieder
vorhanden. Die Mandibeln sind auch im Verhâltnis zur geringen Grosse des
Kopfes winzige ausserst zarte Gebilde, die eng neben einander liegen. Wir
306
C. ATTEMS
kônnen einen schlanken Einzelzahn, mehrere sehr schwache Lamellen und
eine kleine Reibeplatte erkennen.
Gonopoden : das Sternit des vorderen Paares (S Fig. 229-230) ist eine
Querspange mit einem grossen dicken Medianknopf, der sich zwischen die
Basen der Gonopoden hinein legt, der Ivnopf und die Seitenteile des Sternit
tragen flache runde Warzen. Die vorderen Gonopoden sind 7-gliedrig, der
Trochanter ist von der Hinterseite sichtbar. Aile Glieder reichlich beborstet?
die Borsten zumeist kurz und kraftig. Die Tibia bildet unter dem runden
Fig. 228-233. Sumalronium c amp to trie hum, n. sp. — 228. cf Tarsus eines vorderen
Beines. — 229. Vordere Gonopoden von vorn_ 230. Vordere Gonopoden vonhinten. —
231. Hintere Gonopoden. — 232. Tarsus des hinteren Gonopoden. — 233. Vorderende-
— 234. Jugendform mit 3 Beinpaaren. — 233. Antenne des vorigen.
kissenartigen Tarsus einen kurzen Vorsprung, der 2 starke Borsten trâgt.
Sternit der hinteren Gonopoden mit Mittelknopf (Fig. 231), teilweise mit
flachen Warzen bedeckt. Die Gonopoden sind 7-gliedrig, der Trochanter nur
von der Hinterseite sichtbar. Zwischen Praefemur und Fémur ein medial-
warts gebogenes Knie, von Fémur an ist der Gonopode lateralwârts gebogen.
Der Tarsus tragt 3 grosse breite, plattenfôrmige Borsten und eine Anzahl
gewôhnlicher diinner Borsten (Fig. 232).
Im Material sind auch einige Entwicklungsstadien vorhanden, über die bei
den Colobognathen bisher sehr wenig bekannt ist. Es sind Junge mit 6 Seg-
menten und 5 Beinpaaren sowie solche mit 12 und 13 Segmenten, beide mit
MYR10P0DEN
307
17 Beinpaaren vorhanden. Bei den jüngsten Exemplaren mit 5 Beinpaaren
(Fig. 234) liegen die ersten 2 Beinpaare knapp hinter einander unter dem 2.
Tergit, der Zwischenraum zwischen dem 2. Beinpaar und dem folgenden
sowie allen weiteren ist viel grôsser als zwischen den ersten beiden Paaren.
Das 3. Beinpaar liegt unter dem 3. Tergit, das 4. unter dem 4. und das 5,
unter dem 5. Tergit. Das 6. Segment ist fusslos, dann folgt die Sprossungszone
mit ca. 7 Beinpaaren, resp. den Knospen solcher, dann das Analsegment. Die
ersten 6. Segmente haben Seitenflügel, die eine lange Borsten tragen, diese
Borste steht auf den Segmenten 1-5 quer ab, auf dem 6. Segment schràg nach
hinten im gerundeten Hintereck. Die Seitenflügel des 6. Segmentes sind gross,
langer als die anderen mit breitem stumpfem nach hinten gerichtetem Lap-
pen. Das 1. Beinpaar ist 6-gliedrig, mit normalen, d. h. am Grunde nicht flügel-
fôrmig verbreiterten Hüften ; ein Sternit konnte ich nicht sehen. Vom 3.
Beinpaar an sind Trochanter vorhanden. Coxalsâcke sind noch keine vorhan¬
den. Die Pleurite sind wie beim Erwachsenen mit dem Tergit verschmolzen.
Die Antennen haben noch nicht die voile Gliederzahl (Fig. 235), sie bestehen
aus einem sehr kleinen ersten Glied, 3 ungefàhr gleich grossen weiteren Glie-
dern, einem etwas langeren 5. Glied und dem kleinen Endglied mit 4 spitzen
Sinneskegeln. Sinnesgruben sind noch keine vorhandem.
Das Analsegment hat 8 lange Borsten die in fast gleichen Abstanden auf
kleinen Warzen stehen.
Aus dem oben gesagten ersieht man, dass schon bei den Jugendstadien
eine Verscbiebung der vorderen Beinpaare nach vorn stattgefunden hat :
das 3. Beinpaar, das eigentlich zum 4. Segment gehôrt, ist mit dem 3. Seg¬
ment verbunden, das 5. Segment hat erst ein Beinpaar, zwischen diesem
Segment und der Sprossungszone liegt ein fussloses 6. Segment.
Die Larve mit 12 Segmenten hat 17 Beinpaare, die Verteilung der vorderen
Beinpaare ist die gleiche wie bei der Larve mit 5 Beinpaaren, zwischen dem
2. und 3., dem 3. und 4. sowie dem 4. und 5. Paar ist ein grosserer Zwischen¬
raum als zwischen den anderen Paaren. Der Seitenflügel des 5. Segmentes hat
einen Porus. Das Analsegment hat die gleichen Borsten wie die Larve mit 5
Beinpaaren. Die Borsten auf den Seitenflügeln sind nicht mehr vorhanden.
Eine Larve mit 13 Segmenten hat auch 17 Beinpaare.
Von einer anderen Sumatronium- Art, die nicht naher bestimmbar ist,
jedoch weder mit camptotrichum noch mit variegatum zusammenfallen dürfte,
liegen mehrere Larven vor : solche mit 7 Segmenten und 6 Beinpaaren ;
die Seitenflügel haben keina Borsten, der Analring hat hinten 4 grosse
Borsten auf grossen zitzenfôrmigen Warzen und weit davon entfernt
eine Borste auf einer kleinen Warze jederseits. 2 Larven mit 13 und 14
Segmenten haben je 18 Beinpaare, eine Larve mit 23 Segmenten hat
35 Beinpaare.
Fundorte : Ba Ngoï (S. Annam), 2 V. 33; Hon Ba (Nhatrang), 20 VI. 30 ;
Varella (S. Annam), 12 XI. 23 ; Bana (C. Annam), 1.400 m. ; Po Nagar (Nha¬
trang), 2 VIL 30 ; Caûda (Nhatrang), S. Annam), XI. 33 ; Pic de Lang Biang.
308
G. ATTEMS
2.400 m., I. 31 ; Col des Nuages, 700 m., IX. 31 ; Budap (Cochinchine), I. 35,
Poulo Condore (Cochinchine), 26 I. 30.
Sumatronium variegatum, n. sp.
(Fig. 236-243)
Farbe sehr auffallend : bei den Juvenes ist die Rückenmitte von
2-3 aufeinander folgenden Segmenten schwarz, diese Flecken sind jedoch
nicht scharf abgegrenzt und auch die übrige Flâche hat mehr oder weniger
dunkle wolkige Stellen. Auf solche Segmente mit schwarzer Rückenmitte
folgen 2 oder mehr Segmente ohne schwarze Flecken, so dass im ganzen etwa
8 grosse schwarze Flecken auf dem Rücken vorhanden sind. Bei den àlteren
Exemplaren ist die schwarze und gelbbraune Farbe ziemlich unregelmassig
verteilt. Die Seitenflügel sind teils gelbbraun teils schwarz und zwar sind
immer 2-3 auf einander folgende Seitenflügel jeder Seite gleich gefârbt ; es
kann jedoch vorkommen, dass von den 2 Seitenflügeln eines Segmentes der
eine schwarz, der andere gelbbraun ist. Bei ganz jungen Individuen hat der
Rücken eine sehr unregelmassige Langsbinde von schwarzen Flecken, die bald
mehr rechts bald mehr links von der Médiane liegen. Kopf, Antennen und
Unterseite braunlich gelb.
g mit 53-56 Segmenten, Lange 32 mm., Breite 5.8 mm., Gestalt also sehr
breit.
Kopf (Fig. 236) sehr klein, stumpfkegelig (vgl. unten) dicht mit sehr kurzen
abstehenden Hârchen bedeckt, am Vorderrand in einiger Entfernung von der
Mitte jederseits 3 làngere Borsten. Kopf im übrigen glatt, die Oberseite hinter
den Antennen seitlich rund scheibig vortretend. Antennen relativ lang und
schlank, das erste Glied das kürzeste, 2. Glied langer als das 3. und 4., 3.-5.
Glied ungefahr gleich lang, 6. Glied cylindrisch, nur mâssig verdickt, 7. weit
vorragend, vom Endglied sieht man nur die 4 Sinneskegel, 5. und 6. Glied mit
den bekannten Gruben mit Sinnesstiften.
Halsschild kaum etwas breiter als der Kopf, seitlich von den nach vorn
gerichteten Seitenflügeln des 2. Segmentes umfasst, mit durchlaufender
Medianfurche so wie aile anderen Segmente bis zum vorletzten. Die Seiten¬
flügel des Halsschildes sind âusserst kurze, ganz nach vorn gerichtete breit
gerundete Lappen. Auf der Flache 2 Querreihen von 5 + 5 gelben 1 uberkeln
(Fig. 237).
Die Seitenflügel sind ungefahr in der Mitte der Seiten angesetzt, breit,
horizontal, die der vordersten Segmente sind schrag nach vorn gerichtete
breit gerundete Lappen, die der mittleren Segmente sind quer gerichtet mit
stark gerundetem Vordereck und spitzerem Hintereck, die der hinteren
Segmente sind nach hinten gerichtet, die des vorletzten Segmentes umfassen
das Analsegment seitlich und ragen so weit nach hinten wie dieses. Metazoniten
mit 2 Querreihen grober glatter glanzender Tuberkeln, in der vorderen Reihe,
MYRIOPODEN
309
die sich auf die Seitenflügel fortsetzt, jederseits von der Médiane 8-15 Tuber-
keln, deren Zahl in selir unregelmàssiger Weise auch auf unmittelbar auf
einander folgenden Segmenten varieren kann, in der hinteren Reihe jeder¬
seits 5-7 Tuberkeln, diese Reihe setzt sich nicht auf die Seitenflügel fort.
Die paramedianen Tuberkeln sind die grôssten und der Zwischenraum zwi-
Fig. 236-243. Sumatronium variegatum, n. sp. — 236. Kopf. — 237. Vorderende. — 238.
Hinterende. — 239. 4. Beinpaar des cT. — 240. Gnathochilarium. — 241. Vordere Gono-
poden. — 242. Hintere Gonopoden. — 243. Ende des hinteren Gonopoden.
schen ihnen ist grôsser als die anderen Zwischenrâume. Auf den hinteren
Segmenten vermindert sich mit der geringeren Breite der Segmente auch
die Zahl der Tuberkeln. Metazoniten dorsal auch auf den Tuberkeln und
auf der Unterseite der Seitenflügel dicht mit winzigen Hârchen bedeckt.
Poren vom 5. bis vorletzten Segment vorhanden, am Ende der Seitenflügel
gelegen.
310
C. ATTEMS
Pieurite vôllig mit dem Tergit verschmolzen, die ventralen Enden diese
Pleurotergites sind ganz seicht eingebuchtet. Auf jedem Pleuritbezirk 5,
durch feine Rippchen getrennte Querfurchen, zu hinterst eine tiefere Quer-
furche, hinter den Furchen dicht und fein behaart.
Vorletztes Segment fusslos, die ventralen Enden des Pleurotergites legen
sich ganz wenig übereinander. Sternite mit einer medianen Vorragung.
Analsegment seitlich von den Seitenflügeln des vorletzten Segmentes um-
fasst, glatt ohne Tuberkeln, mit winzigen Harchen, am Hinterrand eine Reihe
von 5 + 5 grôsseren auf kleinen Warzen sitzenden Borsten (Fig. 238). Anal-
schuppe deutlich. Klappen stark gewôlbt.
Beine lang und scblank, Hüftsacke vom 3. Paar an vorhanden, fehlen auf
den 5-9 letzten Paaren. Hüften ohne Spitzkegel, reichlich beborstet, Neben-
kralle winzig, fein borstenartig. Hüften des 1. Beinpaares seitlich stark plattig
verbreitert, abgerundet, nicht zipfelig vorgezogen, beide Hüften an der Basis
zusammenstossend aber nicht verwachsen, ausserdem 5 freie Glieder (Fig. 229).
Das 1. Beinpaar ist gerade so wie bei den anderen hier beschriebenen Arten
mit dem Halsschilde verbunden.
Das Gnathochilarium (Fig. 240) besteht wie gewohnlich aus dem an der
Basis breiten, dann rasch zu einer langen schmalen Zunge werdendenMentum,
den grossen Stipites und 2 sehr kleinen Lamellae linguales vor dem Mentum,
Taster sind keine vorhanden. Bei der Ansicht des Kopfes von unten sieht
man nichts von Kopfpleuriten, wenn solche vorhanden sind, liegen sie unter
den Seiten der Stipites verborgen ; diese stossen latéral scheinbar direct an die
ventralwàrts umgeschlagenen Seiten der Ivopfkapsel an. Letztere ist kein
einheitlicher Kegel, sonder der dorsale Teil ist wie eine Halblinse von der
übrigen Kopfkapsel abgesetzt und tritt latéral hinter den Antennen als flache
Scheibe vor.
Sternit der vorderen Gonopoden (Fig. 241) mit grossem Mediankiel, der
die Hüften trennt und mit schwachen Hockerchen bedeckt ist. Von der Vor-
derseite ist ein Trochanter sichtbar, von der Hinterseite nicht, Fémur, Post-
femur und Tibia treten auf der Innenseite mehr oder weniger zapfenartig vor
mit mehreren starken Borsten, der Tarsus ist ein rundes Kissen mit zahlrei-
chen Borsten, von einem Unguium ist nichts zu sehen. Aile Glieder sind reich¬
lich beborstet. Sternit der hinteren Gonopoden mit einem kleinen Mediankiel
wie das vordere. Die Gonopoden (Fig. 242) bestehen aus Hüfte, Praefemur,
Fémur, Post-fémur, Tibia und Tarsungulum, von einem Trochanter ist nichts
zu sehen. Hüfte und Praefemur sind latéral gerichtet, dann folgt ein starkes
Knie, so dass die weiteren Glieder medianwârts gerichtet sind ; das Tarsungu¬
lum besteht aus einem beborsteten Tarsus und einem langen dünnen mit
mehreren Seit-enzâhnen versehenen Unguium (Fig. 243).
Fundorte : Lang Biang, Arbre-Broyé, 1.500 m., XI. 31 ; Pic de LangBiang,
2.200-2.400 m., 29 I. 314 (S. Annamj.
MYRIOPODEN
3H
Fam. Siphonophoridae
Siphonophora dawydoffi. n. sp.
(Fig. 244-255)
Licht erdbraun. mit 56-61, $ mit 65-88 Segmenten. Breite 1.2 mm., sehr
schlank.
Kopf (Fig. 244) nach vorn kegelig verschmâlert mit einem aufgesetzten
dünnen stachelartigen Schnabel, der bis zur Mitte des 6. Antennengliedes
Fig. 244-248. Siphonophora dawydoffi, n. sp. — 244. Vorderende von oben. — 245. Vor-
derende Profil. — 246. Antennenspitze. — 247. Tergitsculptur. — 248. Pleurit des 7. Seg¬
mentes des 9 -
vorragt. Der Schnabel ist kahl, der übrige Kopf dicht kurz pelzig behaart
und mit kleinen Hôckerchen bedeckt wie die Metazoniten. Das Profil des
Kopfes (Fig. 245) mit dem stark vorgewôlbten Stirnteil ist somit ein ganz
anderes als das der anderen hier beschriebenen Siphonophora aus Indochina.
Antennen ausgesprochen keulig, 1. Glied sehr kurz scheibenfôrmig, 2.-4. Glied
ungefâhr gleich gross, 5. etwas grôsser, 6. Glied bedeutend grôsser als die
anderen, eifôrmig. Die Borsten der ersten Glieder sind spârlich, nicht in Quir-
len geordnet, auf den letzten Gliedern sind die Borsten sehr dicht, aile kurz.
5. und 6. Glied mit den bekannten Gruppen von Sinnesstâbchen, die auf
dem 6. Glied in einer seichten Grube, auf dem 5. frei stehen (Fig. 246). Das
Gnathochilarium besteht aus einer ungeteilten Platte, die in der Mitte einige
starkere Borsten, im iibrigen nur spârliche winzige Hârchen hat. Hinter ihr
312
C. ATTEMS
eine querovale Platte, das Hypostoma, und zu deren Seiten die kleinen ovalen
Cardines.
Halsschild vorn tief eingebuchtet, auch in der Médiane bedeutend langer
als die folgenden Tergite. Die Prozoniten haben einen viel geringeren Durch-
messer als die Metazoniten und bilden tiefe Einschnitte zwischen letzteren.
Vorderes Drittel des Prozonit mit Schuppenstruktur und spârlichen unregel-
mâssig verteilten winzigen, nur bei gewisser Beleuchtung sichtbaren Haar-
spitzen (Fig. 247). Der Rest mit runden von einander entfernten Hôckerchen,
am Vorderrande dieser Zone eine unregelmassige Reihe von Borsten wie auf
Fig. 249-253. Syphonophora dawydoffi, n. sp. — 249. Vorderende nach Behandlung mit
Kalilauge (Hy Hypostoma; Coll Collum; Sc Syncoxit des 1 Beinpaares ; TII und Tiii
Tergite; PI Pleurite). — 250. Hinterende, Ventralseite. — 251. Vorderes Bein eines cf.
252. Ç 1. Beinpaar Innenseite. — 253. Vordere Gonopoden.
den Metazoniten. Die Grenze zwischen den beiden Zonen macht in der
Médiane eine Vorbauchung nach hinten. Metazoniten dorsal gleichmàssig
gewôlbt, mit einem dichten Pelz kurzer Haare; zwischen ihnen stehen Hôk-
kerchen, die kleiner als die der Prozoniten und wegen des Haarpelzes un-
scheinbar sind. Die Seiten der Metazoniten sind abgerundet, also ohne scharfe
Flügel, die Poren stehen auf unmerklichen kleinen Erhôhungen. Die Pleurite
(Fig. 248) überdecken sich teilweise dachziegelartig, die Ecken abgerundet,
Vorder- und Medialrand seicht eingebuchtet, Seitenrand gerade, Hinterrand
gerundet, die Flache mit unregelmâssigen ovalen oder runden kleinen Hôcker¬
chen bedeckt, dazwischen kurz beborstet, die Rânder etwas reiehlicher
beborstet. Sternite querrechteckig, mit ebensolchen runden Hôckerchen
wie die Metazoniten, nahe dem Hinterrand eine Reihe winziger Borsten,
sonst unbeborstet.
Analring hinten elliptisch gerundet, Klappen halbkugelig gewôlbt, Schuppe
MYRIOPODEN
313
deutlich. Die Pleurite des vorletzten Segmentes schliessen in einer langen
Mediannaht zusammen, sie sind breiter als die vorangehenden, da sie auch
den sonst vom Sternit eingenommenen Raum bedecken. Das vorangehende
Segment hat ein Sternit mit einem Beinpaar (Fig. 250).
Hüfte der vorderen und hinteren Beine mit Spitzkegeln, besonders latéral.
Borsten im allgemeinen spârlich, nur der Tarsus reichlicher beborstet, die
Borsten der Unterseite der Glieder 2-5 sehr lang. Kralle mit einer kleinen
Nebenkralle auf der Unterseite (Fig. 251).
Gonopoden : Sternit des vorderen Paares (Fig. 253) querrechteckig, mit
Kig. 234-235. Siphonophora davoycloffi, n. sp. — 254. Endglied des vorderen Gonopoden
von hinten sliirker vergrôssert. — 255. Hintere Gonopoden von hinten.
abgerundeten Ecken. In der Mitte ein kurzer, einige Kegelchen tragender
Vorsprung, der sich zwischen die Basen der Gonopoden schiebt. Die Gonopo¬
den bestehen aus 3 unregelmassig scheibenfôrmigen Gliedern und einem
langen Endglied ; am Ende des Grundgliedes ist in sehrundeutlicher Weise ein
kurzer Trochanter abgegliedert. Das Endglied, das dem 4. und 5. Glied vieler
anderer Arten entspricht, ist ausgehôhlt, der latérale Rand dieser Hôhlung
trâgt eine Anzahl kràftiger Borsten und endet mit einem médian gerichteten
kleinen Zahnchen (Fig. 254).
Sternit der hinteren Gonopoden latéral mit Spitzkegeln. Die Gonopoden
6-gliedrig, ein Knie bildend, die ersten 4 Glieder sind unregelmassig scheiben-
314
C. ATTEMS
fôrmig, das 5. Glied etwas langer und schlanker, das Endglied lang und dünn,
tragt médian vor der Mitte einen kleinen Seitendorn und zwischen diesem und
dem zweispitzigen Ende einen zweiten medialen Seitenzahn, der anderen
Arten fehlt (Fig. 255).
Fundorte : Phu Ho (Tonkin), 10 V. 31 ; Varella (S. Annam), 19 XI. 33;
Caûda (Nhatrang, S. Annam), 5 X. 29 ; Djiring (S. Annam), 1.000 m. ;
Nhatrang (S. Annam), I. 34 ; Banmethuot, 500 m., Trang Bom (Cochinchina),
1. 35 ; Tayninch (Cochinchina), 1. 35 ; Bokkor (Cambodja) 1.000 m.
Siphonophora coatichira, n. sp.
(Fig. 256-260)
Segmentzahl 74-76, $ 90. Lange £ 18 mm., Ç 29 mm., Breite $ 1.2 mm.,
Ç 1.5 mm. Kopf in einen langen spitzen schlanken Regel ausgezogen
(Fig. 256), mit im Profil gesehen gerader obérer Linie (zum Unterschied
von S. dawydoffi, bei der der Scheitel kugelig vorgewôlbt ist), die Spitze des
Regels reicht bis zur Mitte des 6. Antennengliedes. Der Ropf ist dicht behaart
mit Ausnahme der kahlen Spitze, die Haare sind dünn und gerade abste-
hend. Auf dem Gnathochilarium in der Mitte einige starkere Borsten. 5. und 6.
Antennenglied mit den bekannten Gruben mit Sinnesstiften, 6. Glied am
Ende gerade abgeschnitten, 7. und 8. Glied ganz hinein versenkt, so dass nur
die spitzen Sinneskegel hervorragen.
Halsschildseiten nur schwach rund vorgewôlbt, ohne eigentliche Seitenflü-
gel. Die Prozomiten sind in 2 durch ihre Oberflâchenskulptur scharf geschie-
dene Zonen geteilt, die vordere Zone hat regelmàssige Querreihen eng neben
einander liegender polygonaler Felder und ist kahl, die hintere Zone hat grôs-
sere und kleinere runde von einander getrennte Warzen und vorn 1 oder
2 Reihen unregelmassig gestellter Borsten. Die Grenze zwischen den beiden
Zonen ist in der Médiane nach hinten vorgebuchtet, was auf den vorderen
Segmenten starker ausgeprâgt ist als auf den hinteren (Fig. 257).
Die Metazoniten haben einen grôsseren Umfang als die Prozoniten, sind
dorsal gleichmàssig gewôlbt und dicht abstehend kurz behaart, auf einer
kurzen vorderen Zone und in den Seiten ausserdem schwache runde Warzen.
Die Segmente haben keine Mediannaht. Poren bis zum Segment vor dem
Analsegment vorhanden, auf einer unmerklichen Erhebung in grosserer
Entfernung vom Seitenrande gelegen.
Pleurite ungefâhr quadratisch mit abgerundeten Ecken, Medialrand auf
den vorderen Segmenten nicht eingebuchtet, vom 8. an seicht eingebuchtet,
die Flâche dicht mit flachen runden Warzen bedeckt und dazwischen
behaart, besonders seitlich. Seiten-, Hinter- und Medianrand aucli beborstet.
Sternite in der Mitte mit einem kegeligen Riel, der einige Borsten tragt, die
Flâche teilweise mit flachen Warzen bedeckt. Sie schliessen hinter den Hüften
zusammen, d. h. diese sind einer ovalen Oefînung der Sternite eingefügt. Das
MYRIOPODEN
315
letzte Sternit liegt an der Grenze von vorletztem und drittletztem Segment.
Bei einem Exemplar war nur die rechte Hâlfte mit dem rechten Bein und
Stigma entwickelt, die linke Hâlfte fehlte vôllig.
Analring wie bei den verwandten Arten, Schuppe gut entwickelt. Die Ven-
tralenden des fusslosen vorletzten Segmentes legen sich kaum etwas über
einander. Beine ziemlich reichlich beborstet, das Endstück des Tarsus(Fig. 258)
trâgt keine Borsten, die letzte obéré Borste ragt bis zum Ende des Tarsus vor.
die letzte untere bis zur Mitte der Kralle. Hüften ganz ohne Spitzkegel.
Das 1. Beinpaar des <$ gleicht dem von S. dawydoffi, ein Coxosternum, die
Hüften am Grand ganz mit dem Sternit verwachsen, médian beide getrennt
auf der Innenseite die zu einem Querbogen verbundenen Stützen.
Die Hüftsâcke fehlen auf einer grôsseren Zahl der binteren Segmente.
Vordere Gonopoden (Fig. 259) : auf der Lateralseite ist ein Trochanter
abgegrenzt, Praefemur sehr kurz, mit einer Reibe langer Borsten, die
folgenden3 Glieder latéral mit mehreren, médial mit 1 Borste. Tarsungulum
mit einer Anzahl langer Borsten und langem, geradem, dolchartigem Unguium.
Das Sternit der hinteren Gonopoden hat keinen Mediankiel, Stigmen gross
mémoires du museum, nouvelle série, tome VI. 21
316
C. ATTEMS
An den hinteren Gonopoden erkennen wir aile Glieder eines normalen Beines.
Der Trochanter ist nur latéral von der Hüfte abgegrenzt. Tarsungulum mit
einer kleinen Borste an der Grenze von Tarsus und Unguium, letzteres sehr
lang und dünn. Praefemur und Tibia mit einer Borste, sonst sind die Glieder
unbeborstet (Fig. 260).
Fundorte : Bana (C. Annam), 500-700 m., IX. 1931 ; Phu Ho (Tonkin),
Forêt claire, 10 X. 31.
Siphonopbora nematoides, n. sp.
(Fig. 261-268)
Farbe gelbbraun bis dunkel erdbraun.
Segmentzahl $ kl-bti Ç 40-53. Sehr klein und schlank, Breite 0.73 mm.
Kopf mit langem, bis über die Mitte des 6. Antennengliedes reichendem,
schlankem und kahlem Rüssel (Fig. 261), der plôtzlich abgesetzt ist, der
übrige Kopf dicht granuliert und dazwischen dicht behaart. Antennen nur
wenig keulig, 1. Glied kurz, 2.-4. gleich lang, 5. etwas langer, 6. noch langer.
Keine Hôckerchen. Glieder 1-5 mit einigen, die anderen Borsten nur sehr
wenig überragenden, verlangerten Borsten, 5. und 6. Glied mit den bekannten
Sinnesstâbchen. Gnathochilarium mit einigen starken Borsten an der Stelle,
wo dorsal die Behaarung aufhôrt.
Halsschild vorn nur wenig eingebuchtet, in der Médiane zweimal so lang
wie die folgenden Tergite, ebenso dicht behaart und granuliert wie der übrige
Rücken.
Vordere Zone der Prozoniten mit flacher Schuppenstruktur, die Felder an
einander schliessend, hintere Zone mit etwas von einander entfernten flachen
Warzen, die Grenze zwischen beiden Zonen macht in der Médiane eine
Vorbuchtung nach hinten ; an der vorderen Grenze der hinteren Zone eine
Reihe von Borsten. Die Metazoniten haben wie immer bei Siphonophora einen
grôsseren Durchmesser als die Prozoniten. Seitenflügel sind keine vorhanden
(Fig. 262). Die Seiten bleiben auch auf den hinteren Segmenten transversal,
ohne nach hinten zu ragen. Die Metazoniten sind dorsal gleichmâssig gewôlbt,
auch die Poren liegen nicht auf Erhôhungen. Sie sind dicht mit runden Warzen
bedeckt und dazwischen dicht pelzig behaart, auch in der Médiane. Pleurite
dicht mit grossen Warzen bedeckt und dazwischen behaart, latéral dichter als
médial. Der Medialrand ist auf den vorderen Pleuriten (Fig. 264) tief einge¬
buchtet, auf den hinteren gerade. Analring dicht mit grossen glatten Warzen
bedeckt und dazwischen dicht behaart, hinten abgerundet. Die grossen
Pleurite des vorletzten Segmentes stossen in der Médiane zusammen
ohne zu verwachsen und ohne Spalt, sie sind daher viel breiter als die
vorangehenden Pleurite, die fast quadratisch sind mit abgerundeten Ecken
(Fig. 263).
Beine sehr zerstreut beborstet, die Borsten massig gross, auf Praefemur
MYRIOPODEN
317
und Tibia eine langere Borste, Hüfte oben fast glatt nur mit wenigen und
flachen Hôckerchen, Nebenkralle kraftig (Fig. 265). Einigen der hinteren
Beine fehlen die Hüftsâcke.
Die Sternite der Gonopoden gleichen denen der Laufbeine (Fig. 266), die
des vorderen Paares haben Warzen im Hintereek, die des hinteren Paares
sind hinten etwas stârker ausgezogen, die Stigmen sind in beiden gross und
Fig. 261-268. Siphonophora nematoides, n. sp. — 261. Vorderende. — 262. çf 7. Segment.
— 263. Hinterende, Ventralseite. — 26*. Sternite und Pleurit eines mittleren Segmentes.
— 26b. Tarsus eines Beines des 8. Segmentes des çf. — 266. Sternit der vorderen
Gonopoden. — 267. Vorderer Gonopode — 268. Hinterer Gonopode.
üegen latéral von den Hüften. Nahe dem Hinterrand eine schüttere Reihe von
Borsten auf beiden Sterniten. Die vorderen Gonopoden (Fig. 267) sind 6-glie-
drig, die ersten 3 Glieder sind cylinder, das Endglied ist kegelig und tragt
ausser einigen gewôhnlichen Borsten ein klingenfôrmiges Gebilde, wohl ein
Praetarsus. Die Zahl der Borsten ist gering. Die hinteren Gonopoden (Fig. 268)
sind 7-gliedrig, sehr spârlich beborstet. Im Endglied, Tarsungulum, bezeichnet
eine kleine Seitenborste die Grenze zwischen Tarsus und Unguium.
Fundorte : Bana (C. Annam), 1.400 m. 29 IX. 31 ; Dalat (S. Annam)
1.500 m.
318
G. ATTEMS
Siphonophora villosa, n. sp.
(Fig. 269-274)
Sehr licht brâunlichgelb, Prozoniten ein wenig dunkler, Vorderende
brâunlich. 83-85 Segmente. Breite 1.3 mm.
Kopf ganz allmâhlich in den langen scblanken spitzen kahlen Schnabel ver-
jüngt, der bis etwa zur Mitte des 6. Antennengliedes reicht. Im Profil gesehen
hat die Oberseite von Kopf und Schnabel keinen Absatz. Kopf mitAusnahme
des Schnabels dicht und kurz behaart, Gnathochilarium an der Stelle, wo
dorsal die Behaarung aufhôrt, mit 2 langen Borsten. Antennen keulig, das 6.
Glied weitaus das grôsste, 7. und 8. Glied in das 6. versenkt, von oben nicht
sichtbar. 5. Glied mit tiefer becherfôrmiger Sinnesgrube, aus der die Sinnes-
stâbchen nicht herausragen, die Grube ist durch ihre schwarzbraune Farbe
sehr auffallend. 6. Glied ohne Sinnesgrube. Halsschild gross, vorn tief einge-
bucbtet, in der Médiane noch fast so lang wie die 2 folgenden Tergite zu-
ammen.
Tergite von derselben Gestalt wie bei den Verwandten, Metazomten dorsal
ganz gleichmâssig gewôlbt ohne Erhôhung für die Poren, bis zu denPleuriten
dicht beborstet, die Borsten bedeutend langer als bei allen anderen mir
bekannten Arten, so dass diese Art schon daran leicht zu erkennen ist
(Fig. 269). Nur auf den vorderen Segmentenbis etwa zum 15. sind die Borsten
noch kurz wie auf dem Kopfe. Der Uebergangist ein allmâhlicher. Die Meta-
zonitenhaben keine Tuberkeln, auch seitlich nicht. Vordere Zone der Prozo¬
niten ohne Felderung und ohne fischschuppenartige Structur, die grossere
etwas mehr als die Halfte einnehmende hintere Zone, die gegen die vordere
durch eine crenelierte Linie begrenzt wird, mit unregelmàssig verteilten
runden Tuberkeln und einer Reihe von Borsten gleich hinter der creneherten
Linie (Fig. 270). Poren vom 6. Segment an ganz latéral, auf den Segmenten 6
und 7 ungefahr in der Mitte, spater etwas mehr hinter ihr.
Vordere Pleurite (Fig. 271) médian deutlich wenn auch nicht tief einge-
buchtet, die Ecken gerundet, die Flache dicht mit flachen Tuberkeln bedeckt,
dazwischen beborstet, Zahl der Borsten geringer als die der Tuberkeln, vorn
werden die Tuberkeln kleiner und unscheinbarer ; es ist keine quere Kante in
der vorderen Halfte vorhanden.
Sternite parallelrandig, mit kraftigem Mediankiel, die Flache mit Tuber¬
keln bedeckt, nur in der Mitte vorn beborstet.
Analsegment ohne Besonderheiten, wie bei den Verwandten gestaltet.
Hüfte der Beine ohne Spitzkegel, Endkralle kraftig mit kurzer Nebenkralle
unten (Fig. 272). . ,
Sternite der Gonopoden gleich, rechteckig, die vorderen Gonopoden sind
denen von S. coatichira sehr ahnlich, stark beborstet, das Endglied mit einem
starken Dolch, der von Borsten umgeben ist (Fig. 273).
MYRIOPODEN
319
Hintere Gonopoden ohne Besonderheiten, das Endglied sehr schlank, ohne
Endverbreiterung, in der Grundhâlfte eine Spitze (Fig. 274).
Fundort : Bana (C. Annam), 1.400 m.
Aus der Indoaustralischen Région kennen wir bisher folgende kenntlich
beschriebene Siphonophora- Arten : S. zehntneri Cari von Java und Lombok,
S. verrucosa Att. und S. ibis Att. von Bali, S. pellita Att. von Flores, S. minuta
Cari von Malakka, S. socialis Cari von Neucaledonien, S. mjôbergi Verh.,
Fig. 269-274. Siphonophora villosa, n. sp. — 269. 3 Tergite von der Seibe, mit der langen
Behaarung. — 270. c? 8. Segment, Rückensculptur. — 271. c? 8. Segment Pleurit.
— 272. Tarsus eines Beines des 10. Segmentes des cf. — 273. Endglied des vorderen
Gonopoden. — 274. Hinterer Gonopode.
S. nodulosa Verh. und S. nasuta Verh. von Australien. S. cingulata Att. nur $
von Annam und Darjeeling S. pellita weicht durcb den kurzen kegeligen
fast bis zur Spitze beborsteten und das 4. Antennenglied nicht überragenden
Kopf und die Gestalt der Gonopoden so von den anderen Arten ab, dass sie
wohl kaum in derselben Gattung gelassen werden kann. S. minuta ist durch
eine eigentümliche sichelfôrmig gekrümmte, am Ende zweispitzige Borste
am Ende des vorderen Gonopoden charakterisiert. Die übrigen Arten kônnen
wir nach der Gestalt der vorderen Gonopoden in 3 Gruppen teilen :
1. Die vorderen Gonopoden sind 6-gliedrig, sparlich beborstet, das End¬
glied ist ein dicker stumpfer Haken : S. zehntneri , S. ibis , S. socialis.
320
C. ATTEMS
2. Vordere Gonopoden 6-gliedrig, sehr stark beborstet, das Endglied ein
mehr oder weniger gerader spitzer Dolch : S. coatichira, S. villosa und S. nema-
toîdes mit etwas schwâcber beborsten Gonopoden.
3. Vordere Gonopoden 4-gliedrig, das Endglied lang sichelfôrmig mit eini-
gen starken Borsten :
S. dawydoffi, S. verrucosa.
Die 3 australischen Arten scheinen zur 2. Grappe zu gehôren, doch wage ich
wegen der Undeutlichkeit der winzigen Abbildungen nicht etwas bes-
timmtes zu sagen.
Die 4 Arten Annams unterscheiden sich folgendermassen :
1. Hüften derBeine mit gut ausgebildeten Spitzkegeln.Tarsungulum der
hinteren Gonopoden mit einer starken Borste zwischen der stets
vorkommenden Borste und dem Ende. Kopf rundlich, der Schnabel
sieht wie ein einer Kugel aufgesetzter Stachel aus. (Durch die
genannten Merkmale unterscheidet sich dawydoffi von verrucosa ,
dessen vordere Gonopoden sehr abnlich sind). Tuberkeln in der
Médiane des Rückens sehr undeutlich. Vordere Gonopoden 4-gliedrig
7. Antennenglied freisichtbar. dawydoffi.
— Hüften ohne oder mit sehrschwach ausgebildeten Spitzkegeln. Tars-
ungulum der hinteren Gonopoden nur mit der einen gewôhnlichen
Spitze nahe der Basis. Kopf allmâhlich in den Schnabel ausgezogen.
Vordere Gonopoden 6-gliedrig. 2.
2. Borsten vom ca. 15. Segment an viel langer als bei allen übrigen
Arten der Gattung. Vordere Zone des Prozonit ohne Schuppenstruk-
tur. Vordere Gonopoden stark beborstet. mit dolchartigem Endglied,
âhnlich denen von coatichira . villosa.
— Borsten der Metazoniten kurz. Vordere Zone des Pronozit mit poly-
gonaler Felderung oder Fischschuppenstruktur. 3.
3. Tuberkeln in der Médiane des Rückens gut ausgebildet. Kôrper sehr
klein, unter einem mm breit, 47-52 Segmente. Beborstung der vor-
deren Gonopoden etwas schwâcher. nematoides.
— Tuberkeln in der Médiane so gut wie feblend. Grôsser. Breite 1.2-
1.5 mm. Vordere Gonopoden sehr stark beborstet, der Enddolcb
ganz von Borsten umgeben. 69-90 Segmente. coatichira.
S. cingulata Att. habe ich nur nach $ $ beschrieben und ich konnte diese
Art daher nicht in obige Tabelle, die in erster Linie auf die Gonopoden aufge-
baut ist, aufnehmen. Sie ist übrigens nach ihrem Habitus sehr von den hier
beschriebenen Arten verschieden, Rücken mit 3 dunklen Streifen, Kopf kurz
kegelig, fast bis zum Ende beborstet, und ich zweifle jetzt einigermassen
daran, dass es sich wirklich um eine Siphonophora handelt.
MYRIOPODEN
321
PSELAPHOGNATHA
Monographis kràpelini dawydoffi, n. subsp.
(Fig. 275-278)
Die Exemplare von Indochina gleichen den javanischen, mit denen ich sie
vergleichen konnte, bis auf die noch zu erwâhnenden Unterschiede vôllig,
so sind insbesonders die Borsten ganz die gleicben, sowohl in der Anord-
nung als Gestalt. Die Antennen (Fig. 275) sind jedoch anders : sie sind
im Endteil schlanker und das 8. Glied (Fig. 276) ist bedeutend langer als bei
kràpelini , es ist langer als das 7., das bei kràpelini kaum halb so lang ist wie
Fig. 273-278. Monographis kràpelini dawydoffi, n. subsp. — 276. Endglied der Antenne,
stârker vergrôssert. — 277. und 278. Trichobothrien.
das 7. Grôssere Borsten fehlen auf den Antennen vôllig. Das Endglied bat am
Ende winzige, auch bei stârkster Vergrôsserung kaum sichtbare Hârcben.
Die 4 Sinneskegel stehen nicht in einer Ebene, sondern 2 am Ende und
2 etwas kleinere davor. Die Abgliederung am Grande der Glieder 5 und 6
ist die gleiche wie bei kràpelini. Von den becherfôrmigen Organen neben den
Augen hat das vorderste nicht eine lange sehr dünne Borste, sondern diese
Borste ist mehr oder weniger verdickt u. zw. bei dem einen Exemplar ist sie
mâssig lang, und schwach verdickt und hat am Ende noch eine haarfeine
Spitze (Fig. 277), bei einem anderen ist sie ein viel kürzerer Kolben (Fig. 278).
Das Labrum hat einen tiefen engen medianen Einschnitt, zu dessen Seiten
der Band rund gewôlbt und ganz glatt ist wie bei kràpelini. Die feinen Trichome
im Schwanzpinsel sind wie bei kràpelini, wie dort ist die letzte distal gerichtete
Spitze vor den Widerhaken nicht grôsser als die anderen. Verhoeff sagt von
M. mjôbergi : « die Endbiischel-Trichome sind zu zart, um sie systematisch
verwerten zu kônnen », ich finde das nicht, im Gegenteil sie geben einen
recbt brauchbaren Unterschied zwischen kràpelini und schultzei.
Fundorte : Nhatrang, Gua Be (S. Annam) ; Poulo-Condore (Cochinchina).
322
C. ATTliMS
SYMPHYLA
Hanseniella orientalis Hans.
Fundorte : Tourane, Lien Chiêu ; Bana. 800-1.500 m. ; Col des Nuages,
22 IX. 31, 600-700m. ; XII. 31 ; Nhatrang, Caûda, X. 30 ; Varella (S. Annam)
8 XII. 29 ; Bangoï (S. Annam) V. 29; Hon Ba (Nhatrang) IX. 30 ; Plateau de
Lang Biang 1.500 m., 1 IL 31 ; Dalat VI, 30; Trang Bom (Cochinchine),
1. 33 ; Medrac, Prov. Darlac (S. Annam), 800 m.
Symphylella simplex Hans.
Fundorte : Dalat, ein Stück mit 16 + 17 Antennengliedern ; die siste-
matisch wichtige Beborstung des 12. Beinpaares stimmt mit den Angaben
Hansens überein. Caûda, Nhatrang (S. Annam).
PAUROPODA
Stylopauropus pedunculatus Lubb.
Von Caûda lag ein einziges Exemplar vor, das ich mit einiger Reserve in
diese Art einreihe. Die Antennen sind die für Stylopauropus typischen, der
Rumpf ist die grossen Borsten abgesehen kahl, die Borsten sind zum grossen
Teil abgefallen oder abgebrochen. Lange des Tieres 0.7 mm. Ich kann keinen
Unterschied gegenüber S. pedunculatus finden und wenn das Tier von Europa
stammen würde, hatte ich kein Bedenken es für pedunculatus zu erklaren, aber
mit Rücksicht auf die Verbreitung môchte ich die Frâge, ob es sich wirklich
um diese Art handelt, bis zur Erlangung reichlicheren Materials, das eine
genauere Untersuchung ermôglicbt offen lassen. P. Remy hat inzwischen
Pauropus dawydofjî von Annam beschrieben, Leider existiert das von mir
untersuchte Tier nicht mehr, so dass ein nachtrâglicher Vergleich mit der
Bescbreibung Remys unmôglich ist.
Von Pauropoden war sonst nur ein ganz junges Exemplar einer nicht naher
bestimmbaren Pauropus Art vorhanden.
GEOPHILOMORPHA
Himantosoma porosum bidivisum Silv.
Fundorte : Caûda (S. Annam), XI. 33, Ç mit 69 und 71 Beinpaaren, Lange
34-40 mm. ; Varella ; Suoi Dau (Nhatrang) IX. 33 ; DeoCa(S. Annam), $ mit
57 Beinpaaren.
Gen. BALLOPHILUS.
Die nicht gerade grosse Zahl der Ballophilus -Arten erfahrt hier durch
3 neue Arten eine betràchtliche Vermehrung. Bei allen 4 hier behandelten
MYRIAPODEN
323
Arten fehlen, so wie bei B. rouxi Rib. von Neu Calédonien und B. alluaudi
Rib. von Ostafrika, die Ventralporen auf 3 Segmenten vor dem Endbeinseg-
ment. Von den neuen Arten ist B. granulosus durch die Granulierung der 1 er-
gite leicht von den übrigen zu unterscheiden. B. krâpelini und B. polypus
haben 1 -|— 1 Endbeinhüftporen, die anderen Arten haben deren 2 —f- 2. Die
Unterscheidung dieser beiden Arten habe icb im « Tierreich » gegeben. Bei
B. pallidus und B. flavescens sind Terminalporen vorhanden, so wie bei
B. clavicornis Cook von Liberia, wahrend die anderen Arten mit 2+2 Hüft-
poren keine Terminalporen haben. B. clavicornis soll braunviolett bis schwarz
sein, im übrigen ist die Beschreibung, die Cook gibt wohl etwas zu kurz, um
Vergleiche mit pallidus und flavescens anstellen zu kônnen. B. pallidus ist
eine sehr kleine Art, nicht über 11 mm. lang mit 37-41 Beinpaaren und einem
relativ grôsseren Basalschild, B. flavescens ist 21 mm. lang mit 63-69 Bein¬
paaren und einem kleineren Basalschild. Was nun die Zahl der Hüftporen
betrifft, so nehme ich an, dass diese Zahl für die Arten constant ist, doch ist
das bisher untersuchte Material aller Arten gering und weitere Untersuchun-
gen müssen zeigen, ob diese Annahme richtig ist.
Ballophilus pallidus, n. sp.
(Fig. 279-281)
Farbe blassgelblichweiss, Lange 11 mm., Breite in der Mitte 0.36 mm.,
des 3. Segmentes 0.18 mm. mit 37-39 Beinpaaren, $ mit 41 Beinpaaren.
Fig. 279-281. Ballophilus pallidus, n. sp. — 279. Vorderende. — 280. Antenne. —
281. Hinterende Ventralseite.
lvopf rundlich (Fig. 279), ungefâhr so breit wie lang. Basalschild breit, bis an
die Seiten des Rumpfes reichend. Kein Praebasalschild. Die Endglieder der
Antenne vom 8. Glied an bilden eine nicht sehr dicke Keule und sind dicht
324
C. ATTEMS
und kurz behaart, das Endglied abgestumpft, die anderen Gliedersind schüt-
terer und etwas langer behaart (Fig. 280). Die Kieferfüsse erreichen geschlossen
den Stirnrand bei weitem nicht ; aile Glieder ganz ungezâhnt, Unguium sehr
scblank.
Tergite mit 2, Praetergite mit 1 Reihe von Borsten. Sternite mit mehreren
etwas unregelmàssigen Querreihen relativ starker Borsten. Ventralporen
vom 2. Segment an, 3 Segmente vor dem Endbeinsegment ohne Porenfeld.
Die Ventraldrüsen sind dunkelviolett und stechen scharf gegen die übrige
blasse Farbe ab. Die Zahl der Drüsen in jedem Segment ist nicht gross.
Endbeinsternit beborstet, Hüfte mit 2 grossen Poren, aile Glieder reich-
lich aber nicht dicht behaart, die Haare fein und kurz. 2. Tarsus kegelig, ohne
Praetarsus. 2 kleine Terminalporen vorhanden (Fig. 281).
Fundorte : Tayninch (Cochinchina) ; Varella (S. Annam).
Ballophilus îlavescens, n. sp.
(Fig. 282)
Syn. : 1930 B. Halloplailus (Druckfehler) polypus Attems, Mitt. Mus.
Berlin, v. 16, p. 181 (Non B. polypus Attems 1907).
Farbe blass gelblich. Lange 21 mm. mit 63-69 Beinpaaren.
Grôsste Breite 0. 7 mm., im 2. Segment 0.3 mm.
Kopf ein wenig breiter als lang, 10 : 9 (Fig. 282). Die 6 Endglieder der
Antenne bilden eine schlanke walzige Keule und sind bedeutend dichter
beborstet als die anderen Glieder,
die nur schüttere Quirle von Borsten
haben. Die Kieferfüsse erreichen
den Stirnrand bei weitem nicht,
Vorderrand der Hüfte seicht einge-
buchtet, aile Glieder ohen Zâhne,
die Endkralle schlank. Basalschild
kurz, etwas kürzer als das folgende
Tergit.
Die ganze Oberflàche sowohl dor¬
sal als ventral ausgesprochen po¬
lygonal gefeldert, Beborstung des
Rumpfes reichlich, wie bei den
anderen Arten. Die Borsten des Rük-
kens sitzen auf kleinen unscheinba-
ren Hôckerchen und sind mehr oder
weniger deutlich in 4 Querreihen zu je 4 Borsten angeordnet. Auf den Ster-
niten 4 oder 5 Reihen von je 4 Borsten, dazwischen noch einzelne Borsten.
Praesternite und Praetergite mit einer Reihe von Borsten, die in den Seiten
in einander übergehen ; die Grenzen der Sclerite sind wegen der geringen
Kôrpergrôsse und ihrer Zartheit recht undeutlich, so dass die Borsten der
Fi*r. 282. Ballophilus flavescens, n. sp.
Vorderende.
MYRLOPODEN
325
Praesclerite einen Ring zwischen den Hauptscleriten zu bilden scheinen.
Ventralporenfeld nierenfôrmig, in der hinteren Hâlfte des Sternit gelegen, mit
vielen Poren, fehlen auf 3 Segmenten vor dem Endbeinsegment. Die Poren-
felder treten als violette Flecken scharf aus der blassen übrigen Farbe hervor.
Sternit des Endbeinsegments trapezfôrmig, etwas langer als breit, End-
beine des $ dick, Hüfte mit 2 grossen langsovalen unter dem Sternit verbor-
genen Poren, aile Glieder stark beborstet, zweiterTarsus kegelig ohne Prae-
tarsus. 2 Terminalporen vorhanden.
Fundorte : Trangbom (Cocbinchina) ; Varella (S. Annam).
1930 habe ich ein Exemplar von B. flavescens fàlschlich mit B. polypus
Att. 1907 identifiziert, indem ich annahm, dass das 1907 beschriebene Tier
noch jung sei und deswegen nur 1 + 1 Endbeinhüftporen hat, wahrend das
1930 beschriebene Tier deren 2 + 2 hat. Nun liegt aber in der hier bearbeiteten
Sammlung ein Tier vor, das ohne Zweifel erwachsen ist und doch nur 1 + 1
Hüftporen hat (siehe unten B. polypus ), so dass ich jetzt glaube, dass die
Zahl der Hüftporen für die Art constant ist. Bei so geringem Material braucht
es immer langere Zeit, bis man sich über die Abgrenzung der Arten klar wird.
Um zu recapitulieren : ich halte die hier besprochenen Tiere fur identisch mit
B. polypus 1930 und nicht gleich B. polypus Att. 1907.
Ballophilus polypus Att.
(Fig. 283, 284)
Syn. : 1907 B. polypus Attems, Mitt. Mus. Hamburg, 24, p. 93. —- 1929.
B. polypus Attems, Tierreich, Geophilomorpha, p. 102.
$ mit 83 Beinpaaren. Grôsste Breite nahe dem Hinterende 0.45 mm.
^ \
Fig. 283, 284. Ballophilus polypus, Att. — 283. Vorderende.
284. Hinterende. Ventralseite.
Kopf breiter als lang, 19 : 15 (Fig. 283). Die 6 Endglieder der Antenne
bilden eine schlanke walzige Keule, und sind viel dichter beborstet als die
anderen Glieder, Endglied abgerundet. Die Kieferfüsse erreichen den Stirn-
326
G. ATTEMS
rand bei weitem nicht. Vorderrand seicht eingebuchtet. Unguium lang und
schlank. Basalschild ein wenig kürzer als das folgende Tergit.
Der ganze Rumpf stark beborstet. Ventralporenfeld queroval bis nieren-
formig, in der hinteren Hâlfte gelegen, fehlt auf 3 Segmenten vor dem End-
beinsegment.
Endbeine des verdickt, Hüfte mit einem grossen nierenfôrmigen Porus,
zweiter Tarsus kegelig, obne Praetarsus (Fig. 284).
Fundort : Caûda (Nhatrang, S. Annam).
Ballophilus granulosus, n. sp.
(Fig. 285, 286)
Farbe blassgraulichweiss. $ mit 77-83 Beinpaaren. Lange 45 mm. Breite
im 2. Segment 0.45 mm., nahe dem Hinterende 1.26 mm., der Rumpf wie
gewohnlich vorn stark verdünnt.
Kopf breiter als lang, 30 : 25, vorn gerundet, zerstreut beborstet. Antennen
Fig. 285, 286. Ballophilus gramilosus, n. sp. — 285. Antenne.
286. Hinterende, Ventralseite.
schlank, die aus den 6 letzten Gliedern gebildete Keule nicht viel dicker als
die anderen Glieder, aber viel dichter beborstet als sie (Fig. 285), das Endglied
endwarts deutlich verjüngt. Kierferfüsse wie bei den verwandten Arten,
erreichen geschlossen den Stirnrand bei weitem nicht, Vorderrand der Hüften
mit breiter seichter Bucht, Unguium lang und schlank, Basalschild ein wenig
kürzer als das folgende Tergit.
MYRIOPODEN
327
Die ersten 16 Tergite sind glatt, dann werden sie granuliert, die Granula
sind mehr oder weniger deutlich in 4 oder 5 Querreihen angeordnet, auf den
Praetergiten 2 Reihen von Granula. Die vorderen Tergite sind zudem beborstet,
dann werden sie nach und nach kahl, die letzten etwa 8 Tergite sind wieder
beborstet. Das Tergit des Endbeinsegments ist ebenfalls granuliert und
beborstet. Sternite rechteckig, langer als breit, reichlich beborstet, die Borsten
mehr oder weniger deutlich in Reihen geordnet, auf den vorderen Segmenten
sind es ca. 4 Reihen von je 4 Borsten, auf den hinteren Segmenten sind
die 1. und 4. Reihe verdoppelt und die Reihen enthalten auch mehr Borsten.
Praesternite mit einer Reihe von 10-12 Borsten auf jeder Hàlfte. Die Pleuren
sind ebenfalls beborstet. Die Porenfelder beginnen auf dem 2. Segment und
fehlen auf 3 Segmenten vor dem Endbeinsegment, sie sind grosse dunkelvio-
lette Flecken, auf den vorderen und mittleren Segmenten biscuitfôrmig
in die Breite gezogen, auf den hinteren Segmenten einfach queroval. Jedes
Feld hat viele kleine Poren. Hinter dem Porenfeld noch 1 oder 2 Borsten-
reihen.
Sternit des Endbeinsegments dicht beborstet, nach hinten stark verschmà-
lert, bedeckt die Hüftporen. Endbeine des dick, die Glieder von Hüfte bis
1. Tarsus dicht mit Drüsen gefüllt, jede Hüfte mit 2 Poren, Endglied kegelig,
ohne Kralle. Terminalporen konnte ich keine sehen (Fig. 286).
Fundorte : Bana (C. Annam), 400 m. ; Bangoï (S. Annam).
Ballophilus granulosus holotrichus, n. subsp.
Unterscheidet sich von B. g. granulosus dadurch, dass aile Tergite reichlich
beborstet sind, die Granulierung der Tergite wie dort. Zahl der Beinpaare
65-85.
Orphnaeus brevilabiatus Newp.
Fundorte dieser in den Tropen so weit verbreiteten Art anzuführen hat
eigentlich wenig Interesse : Hagiang (Tonkin) ; Col des Nuages (C. Annam) ;
Ninhoa ; Dran, Lang Biang (S. Annam), 1.000 m.
Mecistocephalus conspicuus, n. sp.
(Fig. 287-292)
Kopf dunkel chocoladebraun, scharf gegen den Rumpf abstechend und
durch seine Farbe sehr verschieden von dem im Lande viel haufîgeren M. mi¬
kado. Rumpf gelblich mit grünlichschwarzem Pigment, das entweder in 2
breiten, zerrissenen wolkigen Bândern auf dem Rücken angeordnet oder in
kleinen Sprenkeln verteilt ist, die auf den Sterniten besonders langs des Vor-
derrandes stehen. 49 Beinpaare. Lange 20 mm.
Kopf 11/2 mal so lang wie breit, die Seiten parallel, der Vorderrand rund
eingekerbt. Die seitlichen Kegel sind sehr wenig schrâg medianwarts genchtet,
328
C. ATTEMS
in sich aber gerade. Clypeus lang, in seiner ganzen Ausdehnung grob polygonal
gepllastert oder gefeldert ohne glatte Inseln, vorn 2 + 2, hinten 1 + 1 Bor-
sten. Kopfoberseite zerstreut beborstet, die Pleurite nicht beborstet, Mittel-
teil des Labrum breit, parallelrandig, am Ende breit gerundet, die Seitenteile
am Medianeck nur sehr schwach zackig einwârts gezogen, ihr Rand glatt
(Fig. 287). Mandibeln mit 4 Zahnblàttern (Fig. 288), die Zahne des ersten
Blattes etwas dicker und stumpfer als die anderen, der Band unterhalb des
Fig. 287-292. Mecistocephalus conspicuus, n. sp. — 287. Labrum. — 288. Mandibel. —
289. Maxillen. — 290. Endglied der 2. Maxille. — 291. Kieferfuss. — 292. Hinterende,
Ventralseite.
ersten Blattes spitzzâhnig vortretend. Die Zahne jedes Blattes sind unterein-
ander gleich, sie werden also nicht gegen den Grund kleiner. Die Telopodite
der zweiten Maxille (Fig. 289, 290) unterscheiden sich von den allermeisten
der mir bekannten Mecistocephalus Arten dadurch, dass sie fast gerade end-
warts gerichtet, schlank und spàrlich beborstet sind, wâhrend sie sonst stark
medianwârts gebogen sind, so dass sich ihre Enden etwas kreuzen, auch sind
sie sonst sehr reichlich beborstet. Im übrigen gleichen 1. und 2. Maxille ganz
denen der anderen Arten. Kieferfüsse (Fig. 291) gleichmassig zerstreut punk-
tiert und beborstet, der Vorderrand der Hüften seicht eingekerbt mit einem
kurzen dreieckigen Zahn zu jeder Seite der Kerbe, am Ende von Praefemur
und 2. Zwischenglied ein runder Zahnhôcker.
MYRIOPODEN
329
Sternitleisten ungegabelt. Endbeinsternit nach hinten verschmàlert, die
hintere Hâlfte dicht beborstet, in der vorderen Hâlfte 2 Reihen von wenigen
Borsten, Auch ein breiter Streif am Medialrande der Hlifte ist ebenso dicht
beborstet, im übrigen stehen nur zerstreute Borsten auf der Hiifte (Fig. 292),
Wenige Poren, von unten sieht man nur 5 Poren. Telopodite mit spârlichen
langen Borsten.
Fundort : Poulo Dama (Golf v. Siam), 24 XI. 31.
Gehôrt in die Gruppe von modestus , monticolens , apator (vgl. meine Tabelle
in « Das Tierreich »). Am meisten hat er wohl mit modestus Aehnlichkeit,
doch ist bei diesem das Endglied der 2. Maxille sehr stark beborstet, das
Mittelstück des Labrum schlank keilformig, das Praefemur der Kieferfüsse
bat am Medialrand ausser dem Zahnhôcker am Ende einen Hôcker in der
Mitte, die Mandibeln haben 5-6 Zahnblâtter, die Zahl der Endbeinhüftporen
ist grôsser, 15, so dass ich glaube, dass wir es mit einer von modestus verschie-
denen Art zu tun haben. Unter den Mecistocephalus Indochinas fâllt er sofort,
durch die dunkle Farbe des Kopfes auf.
Mecistocephalus mikado Att.
(Fig. 293)
An dem reicheren Material der DAWYDOFF’schen Sammlungkann ich meine
erste Beschreibung vervollstandigen. Ich habe dort angegeben : « Sternitleiste
Fig. 293. Mecistocephalus mikado , var. flavus , nov.
vorn gegabelt », das ist jedoch cum grano salis zu nehmen, da diese Gabelung
nur auf einer verschieden grossen Zahl der vorderen Segmente vorhanden ist.
Die Gabelâste werden immer schwâcher und kiirzer und hôren bei den typisch
gefarbten Exemplaren zwischen 20. und 31. Segment auf. Die Endbeinhüften
sind bei $ und Ç etwas verschieden : beim $ bleibt ein ziemlich breiter schwach
wulstig verdickter Streif am Medialrande frei von Poren, ist aber sehr dicht
330
C. ATTEMS
kurz beborstet ; beim Ç reichen die Poren fast bis an den Medialrand und die
Beborstung ist hier weniger aufîallend dicht. Die Zahl und Anordnung der
glatten, borstentragenden Inseln im vorderen Teile des Clypeus variirt eini-
germassen. Bei den stark pigmentierten Exemplaren ist sie meist so, wie ich
sie seinerzeit beschrieben habe, manchmal jedoch sind auch bei den pigmen¬
tierten Individuen zahlreichere solche Inseln vorhanden bis an die Seiten
des Clypeus. Der Labrumrand nabe dem Mittelzahn kann schwach gezàhnt oder
ganz ungezâhnt sein wie auf Fig. 293. Die Punktierung des Kopfes variiert
stark. Es liegen Exemplare vor, die gerade so stark und dicht punktiert sind
wie in der ersten Bechreibung angegeben, daneben solche, bei denen die Punk¬
tierung wesentlich schwacher ist und von Bana ein $ der var. flavus , bei dem
der Kopf fast ganz unpunktiert ist.
Nach der Fârbung kônnen wir unterscheiden : Individuen mit sehr reichli-
chem grünschwarzem Pigment, die var. mikado , und solche bei denen das
dunkle Pigment ganz fehlt, diese nenne ich var. flavus. Aile untersuchten
Individuen dieser letzteren Varietat haben zahlreiche bis an die Seiten ver-
teilte glatte Inseln im vorderen Teile des Clypeus ; das kommt jedoch manch¬
mal auch bei der var. mikado vor. Ferner hôrt die Gabelung der Sternitleiste
bei der var. flavus meist schon früher auf als bei der var. mikado. Bemerkens-
wert ist, dass beide Farbungen an den Fundorten Bana und Dalat, Lang
Biang, Nhatrang vorkommen.
Fundorte :
Var. mikado. —Dalat (Camli), 1.500 m., II. 33; Dalat, Pic de Lang-Biang,
2.300 m. ; Bana ; Kontum. IV. 33 ; Caûda (Nhatrang), 26 I. 33 ; Col des
Nuages, IX. 31 ; Lang Biang, Deo Ca(S. Annam), III. 31 ; Dran (Lang Biang),
1. 34 ; Réam (Cambodja) 20 IL 30 ; Bokkor, 1.000 m. (Cambodja), 25 IL
30 ; Djiring.
Var. flavus : Col des Nuages, Dalat, 1.500 m., IL 33. (Lang Biang.) ; Pic de
Lang Biang ; Bana ; Bangoï ; Nhatrang ; Ban Methuot (Darlac), Suoi Dau,
XII. 30; Poulo-Condore (Cochinchina) ; Tayninch (Cochinchina) ; Kampong
Thom (Cambodja) ; Angkor (Cambodja) ; Poulo Dama (Golf v. Siam),
24X11. 31.
Tygarrup javanicus Att.
(Fig. 294-298)
1907, Mecistocephalus spissus Attems, Mitt. Mus. Hamburg, 24, p. 95 f. 8, 9.
— 1926, Tygarrup javanicus Attems, Tierreich, p. 152.
Der Clypeus ist wie schon beschrieben, seine Abbildung folgt in Fig. 294.
Der Tarsus der Kieferfüsse (Fig. 295) hat bei den jetzt untersuchten Exem¬
plaren keinen nennenswerten Hôcker. Das erste Kammblatt der Mandibel
(Fig. 296) hat hier nur 4 Zâhne, die anderen Blàtter haben 8, 9, 9, 6, 3 Zahne.
Das Sternit der Endbeine ist sehr dicht kurz beborstet, ebenso der angren-
MYRJOPODEN
331
zende Bezirk der Endbeinhüfte. Diese hat 2 sehr grosse, teilweise unter
dem Sternit liegende und latéral mehrere sehr kleine Poren (Fig. 298).
Fig. 294-298. Tygarrup javanicus, Att. — 294. Kopf, Ventralseite. — 29o. Kieferfiisse.
296. Mandibel. — 297. Labrum. — 298. Hinterende.
Fundorte : Dalat, 1.500 m. (Lang Biang.) ; Pic de Lang Biang 2.200-
2.400 m. ; Bana (C. Annam), 1.500 m.
Scolioplanes hirsutipes Att.
(Fig. 299, 300)
Tarsungulum der Kieferfiisse mit grossem spitzem Zahn. Tergite ganz
glatt, ohne Furchen, unbeborstet. Sternite langer als breit, mit 3 Querreihen
von je 4 kleinen Borsten, die Poren in 2 querovalen nicht scharf begrenzten
Feldern vor dem Hinterrand. Auf dem drittletzten Segment vereinigen sie
sich, auf dem vorletzten Segment sind sie wieder getrennt. Die Sternite sind
im übrigen glatt und glanzend und haben einen tiefen medianen Lângsein-
méiioires du muséum, nouvelle série, tome VI.
22
332
C. ATTEMS
druck (der auf der Zeichnung nicht zum Ausdruck kommt). Endbeine des
(J stark verdickt. Hüfte mit zahlreichen, ganz frei liegenden Poren, die vom
Rande des Sternit bis etwa zur Mitte und vorn bis an den Grund der Hüfte
reichen. Die Poren sind entweder untereinander gleich gross (Ç) oder ver-
schieden gross (<J). Das Sternit der Endbeine ist nach hinten stark verscbmâ-
lert und abgerundet, Die Endkralle ist ein kleiner Stift. Terminalporen vor-
handen (Fig. 300). mit 45, Ç mit 47 oder 49 Beinpaaren.
Fundorte : Lang Biang, I. 31 : Bana, Dalat, Djiring.
Nesogeopbilus annamiticus, n. sp.
(Fig. 301-305)|
Farbe blass gelblich, auch der Kopf nicht dunkler. Lange 17 mm. 45 Bein.
paare. Kopf vorn gerade abgestützt, ohne Stirnfurche, an den Seitenrandern
zerstreut beborstet, Kopfpleurite nur ganz vorn mit einigen Borsten. Clypeus
gleichmâssig fein gefeldert, mit zerstreuten langen Borsten, die zum Teil
in Querreihen angeordnet sind. Mittelteil des Labrum (Fig. 301) mit 5 kurzen
krâftigen stumpfen Zâhnen, jeder Seitenteil in der Mitte mit einem schmal
dreieckigen Spitzen, medianwârts gerichteten zarten Zipfel, aber nicht gefranst,
das Medialende spitzzabnig medianwârts ragend. 1. Maxille ohne Aussentaste r
(Fig. 302), am Grande des Coxalfortsatzes eine grosse Borste, sonst keine
Borsten, bei Geophilus hat das Endglied meist 1 oder mehrere starke Borsten.
Das Telopodit ist nur unvollkommen zweigliedrig, d. h. die Grenze zwischen
erstem und zweitem Glied ist nur latéral vorhanden. Hüften der 2. Maxille
vollkommen verschmolzen, die Beborstung ist auf einige, etwa 4, starke
Borsten am Ende des Endgliedes beschrânkt, sonst nur ganz winzige Spitz-
chen. Endkralle einfach, schlankkegelig, die kurze Endspitze gekrümmt.
Chitinlinien der Kieferfüsse (Fig. 303) schwach und abgekürzt, Vorderrand
der Hüften seicht eingebuchtet, ganz ohne Zahn, Tarsus mit einem kleinen
MYRIOPODEN
333
kegeligen Zahn, die anderen Glieder ohne Zahn oder Hôeker, Kralle innen
glatt. Basalschild breit, bis an die Seiten des Rumpfes reichend, nacb binten
verschmalert. Borsten der Tergite sehr klein, in Reihen zu 1 + 1, 3 + 3,
3 + 3, Praetergite mit einer Reihe ebenso kleiner Borsten. Sternite (Fig. 304)
8-12 mit einer vorderen Grube, die nicht dunkel gefârbt und daher nicht
aufïàllig ist ; sie nimmt etwa die Halfte der Breite ein. Ventralporen yom 2.
bis vorletzten Segment vorhanden, die Drüsen bilden eine rundliche Masse in
der hinteren Halfte, die Poren münden in einem Querband ; da das einzige
Exemplar nicht gut in KO H ausgekocht werden konnte, kann ich die genaue
Fig. 301-305. Nesogeophilus annamiticus, n. sp, — 301. Labrum. — 302. Maxillen. —
303. Kieferfuss. — 30*. Stemit des 11. Segmentes. — 305. Endkralle des drittletzten
Beines.
Verteilung nicht angeben, Beborstung der Sternite spârlicb, die Borsten
klein.
Sternit des Endbeinsegmentes vorn sehr breit, bis an die Seiten reichend,
nach hinten stark verschmalert und hinten breit gerundet. Hüftporen roset-
tenartig angeordnet und in einer grossen, schon unter dem Sternit liegenden
Grube mündend ; es ist kein hinterer Einzelporus vorhanden. Hüfte nur mit
wenigen Borsten. Endbeine 7-gliedrig, am Grunde ein wenig verdickt, das
Endglied schlank, mit Kralle, aile Glieder mit Drüsenzellen im Innern.
Endkralle aller Beine lang, schlank, fast gerade, mit einer sehr langen bor.
stenfôrmigen Nebenkralle am Grunde unten und einer zweiten kleinen Neben-
kralle (Fig. 305). Keine Terminalporen.
Fundort : Caûda (Nhatrang), 1 +
334
C. ATTEMS
N. annamiticus steht ohne Zweifel dem N. bàckstrômi Verh. von den Juan
Fernandez Inseln sehr nahe. Die Unterschiede sind :
N. annamiticus
Seitenteile des Labrum mit einem
einzigen schmalen dreieckigen Zip-
fel.
Chitinlinien schwach und abge-
kürzt.
45 Beinpaare.
Sternitgruben auf den Segmen-
ten 8-12.
N. backstromi
Seitenteile des Labrum gefranst.
Chitinlinien krâftig und voll-
standig.
53-57 Beinpaare.
Sternitgruben auf den Segmen-
ten 9-18.
SCOLOPENDROMORPHA
In den aussereuropàischen Aufsammlungen liefern die Scolopendromorpha
meist den geringsten Perzentsatz an neuen Formen, weswegen es angemerkt zu
werden verdient, dass hier 3 neue Subspecies bereits bekannter Arten vorlie-
gen.
Scolopendra morsitans L.
Fundorte : Vinh (N. Annam), XII. 33 ; Col des Nuages (Nhatrang) X. 30 ;
Caûda, 2 V. 30 ; DongTrang (Nhatrang), IX. 30; Ban Methuot (Darlac) 500 m.
VI. 30 ; Ninhoa, VI. 30 ; Bangoï, III. 30 ; Hagiang (Ht. Tonkin) ; Luang
Prabang (Laos) ; Savannakhet (Laos), X. 30.
306
Fig. 306. Scolo¬
pendra subvpi-
pines dehaani,
Brdt. Endbein-
praefemur.
Scolopendra subspinipes subspinipes Leach.
Diese sonst in Aufsammlungen aus Asien so hâufige Art
ist nur durch 2 Exemplare von Bana und Beam vertreten.
Scolopendra subspinipes dehaani Brdt.
(Fig. 306)
Fundorte : Kouang Tcheu Wan ; Hongay, Baie d’Along
(Tonkin) ; Ban Methuot, Darlac, 500 m. VI. 30 ; Kontum,
V. 33; V inh (N. Annam); Laos : Thakek; Vientiane ; Savan¬
nakhet ; Réam (Cambodja) ; Poulo Condore (Cochinchina).
Scolopendra subspinipes mutilans Koch
Bana, 1.500 m., 1 X. 31.
Scolopendra subspinipes cingulatoides, n. subsp
(Fig. 307)
Praefemur der Endbeine (Fig. 307) weniger als doppelt so lang wie dick,
namlich Lange : Breite = 5.5 : 3.2. Bei dehaani vom gleichen Fundort ist
MYRIOPODEN
335
Lange : Breite = 8 : 2.5. Unten 2, innen und oben-innen 4 Dornen, Eckdorn
nicht gross, 3-selten 4-spitzig, der eigentliche Enddorn ist meist grôsser als
die anderen Spitzen. Coxopleurenfortsatz 3-spitzig. Die
Sternite haben keine Furchen, so wie manche Exemplare
von dehaani. Die Tergite sind mehr oder weniger deut-
lich gefurcht.
Fundorte : Hagiang (Haut Tonkin) ; Thakek (Laos).
Diese Form vereinigt gewissermassen die Charaktere
von subspinipes und cingulata. Die relative Lange und
Dicke des Praefemur der Endbeine ist dieselbe wie bei
cingulata. Doch unterscheidet sie sich von cingulata durch
das Fehlen der Sternitfurchen, die bei cingulata sehr
deutlich sind. Ferner sind die Dornen des Endbeinprae-
femur viel starker als bei cingulata , wo sie winzig klein
sind. Der Coxopleurenfortsatz ist langer als bei cingu¬
lata. In ail diesen Punkten stimmt sie mit subspinipes
überein, zu der sie auch aus geographischen Gründen
gehôrt. Subspinipes ist in Asien eine der gemeinsten Arten,
cingulata ist bisher nur aus der Mediterranregion und den an sie angrenzen-
den Landern bekannt.
Fig. 307. Scolopen-
dra subspinipes
cingulatoides, n.
subsp. Endbein-
praefemur.
Scolopendra gracillima Att.
(Fig. 308-309)
Von dieser Art war bisher ein einziges Exemplar aus Java bekannt,
das vermutlich auch Krapelin bei seiner Beschreibung vor Augen hatte,
Fig. 308, 309. Scolopendra gracillima Att.
— 308. Zahnplatten der Kierferfiisse. — 309. Endbein, Teil.
deswegen benutze ich die Gelegenheit, einige Ergânzungen zu geben.
S. gracillima ist durch die Gestalt der Kieferfusshüftplatten ausgezeichnet :
jede Platte hat 6 sehr kurze Zàhne, die Krapelin richtig « wie abgekaut »
bezeichnet. In der Mitte der Platte eine starke Borste (Fig. 308). Die Grund-
linien bilden eine gerade Linie. Der Innenzahn des Praefemur kann glatt
336
C. ATTEMS
oder stumpf gekerbt sein. Die ersten 4 Antennenglieder sind dünn flaumig
was sonst bei Scolopendra wohl nicht vorkommt. Krapelin sagt. « die 5 Grund-
glieder glatt und glânzend ». Die feinen Lângsfurchen der Tergite 3-5 sind
hinten mehr oder weniger abgekürzt. Das Tergit 20 ist seitlich deutlich geran-
det, wâhrend bei dem zuerst beschriebenen Stücke von Java nur eine schwache
Andeutung seitlicher Randung vorhanden ist. 21. Tergit ohne Medianfurche,
hinten bogig vortretend, seitlich wulstig gerandet. Punktierung der Ter¬
gite sehr fein. Sternit 7-17 mit 2 feinen kurzen Lângsfurchen, die kaum 1/4
der Sternitlânge erreichen. Coxopleurenfortsatz 5-spitzig, oben und latéral
kein Dorn. Praefemur der Endbeine ventral-aussen mit 2 Reihen von 2-4
Dornen, z. R. 2,3 3,2 oder 3,3 oder 4,3. Ventral-innen und innen 7 Dornen.
Eckdorn 2-3 spitzig. 1.-20. Reinpaar mit einem Tarsalsporn. Sternit des
Endbeinsegments hinten verschmâlert, gerundet, kaum eingebuchtet.
Seitenteile des Labrum mit Ausnahme des medianen Drittels dicht bebor-
stet.
Bei dieser Gelegenheit môchte ich einen Irrtum corrigieren. Das Labrum
von Scolopendra ist nicht unbeborstet, jedenfalls nicht immer, bei S. mor-
sitans und subspinipes dehaani ist es gerade so beborstet wie hier.
Fundort : Dalat. — Bisher nur von Java bekannt.
Asanada brevicomis Mein.
Fundort : Caûda (Nhatrang).
Otostigmus multidens Haase.
Tergit 21 in der hinteren Hâlfte mit einer undeutlichen seichten oder einer
tiefen Medianfurche. Die seitliche Berandung der Tergite beginnt manchmal
erst auf dem Tergit 16. Sternit 5-16 oder 6-18 mit 2 sehr feinen vorderen
Furchen, die die Mitte nicht erreichen. Sternit der Endbeine seicht rund
oder tief rechtwinklig eingebuchtet, vielleicht sexueller Unterschied. 7 +
7 oder 6 + 7 Kieferfusszâhne ; die basalen Grundlinien bilden einen sehr
stumpfen Winkel. Die ersten 13-19 Beinpaare mit 2 Tarsalsporn en. Praefemur
der Endbeine ventral-aussen mit 3 oder 4, ventral-innen und innen ohne
scharfe Grenze mit 7 Dornen, oben-innen 2 Dornen.
Fundorte : Dalat ; Bana.
Otostigmus multidens carens, n. subsp.
Unterscheidet sich von m. multidens durch die geringere Zahl der Dornen
auf dem Endbeinpraefemur, nâmlich unten-aussen 2, unten-innen 1, innen
1 Dorn, und dadurch, dass nur die ersten 7 Beinpaare 2 Tarsalspornen haben.
Im übrigen mit der Stammform übereinstimmend. 6 + 5 Kierferfusszâhne,
die Zahnplatte nicht vertieft. 22 Antennenglieder, die ersten 2 1/3 Glieder
MYRIOPODEN
337
kahl. Tergite vom 6. an gefurcht, die seitliche Berandung beginnt auf dem
14. Tergit, ist aber anfangs noch sehr undeutlich. Sternit 9-16 mit 2 feinen,
von vorn bis etwa zur Mitte reichenden Lângsfurchen. Endbeinsternit hin-
ten verschmâlert und deutlich eingebuchtet.
Fundort : Poulo Dama (Golf von Siam).
Otostigmus astenus Kohlr.
Fundort :Ream (Cambodja).
Otostigmus scaber Porat.
Fundorte : Bana ; Dalatj; Pic de Lang Biang.
Otostigmus aculeatus Haase.
Kieferfüsse mit 4 + 4 Zâlinen (sonst gewôhnlich 3 + 3) die 4 jeder Seite
in 2 durch eine Lücke getrennten Paaren. Die Basallinien bilden fast eine
gerade Linie. Die seitliche Randung der Tergite ist mit Ausnahme des 21.
Tergits sebr schwach. 21. Tergit mit seichtem Mittelgrübchen in der Endhâlfte.
Sternite vom 3. oder 4. an bis zum 19. mit 2 feinen durchlaufenden Furchen.
Die ersten 3 oder 4 oder 5 Beinpaare mit 2 Tarsalspornen (sonst die
ersten 2).
Fundorte : Kontum (C. Annam), IV. 33. Hongay, Baie d’Along (Tonkin).
Thakek (Laos) ; Vientiane (Laos) ; Savannakhet (Laos).
Rhysida longipes Newp.
Fundorte : Kuang Tcheu Wan, XI. 31 ; Poulo Condore (Cochinchina),
Col des Nuages, XII. 29.
Rhysida nuda Newp.
R. nuda nuda und R. nuda immarginata werden dadurch unterschieden,
dass bei nuda der Coxopleurenfortsatz 2-spitzig ist und das 20. Beinpaar
einen Tarsalsporn hat, wahrend bei immarginata der Coxopleurenfortsatz
3-spitzig ist und das 20. Beinpaar meist keinen Tarsalsporn hat. Das zweite
Merkmal ist wenig zur Scheidung zweier Formen geeignet, da es recht varia-
bel ist und es sogar vorkommen kann, dass das rechte und linke Bein sich
in dieser Beziehung verschieden verhalten, z. B. bei 2 Individuen von Vinh,
die beide auf dem linken Bein einen, auf dem rechten Bein keinen Sporn
haben. Was nun die Zabi der Coxopleurenspitzen anbelangt, ist zu beden-
ken, dass sowohl in der Indoaustralischen Région wie in Südamerika zwei-
und dreispitzige Fortsatze vorkommen. Es mag ja sein, dass bei einzelnen
Populationen die eine oder andere Zahl stabilisiert ist, so haben die wenigen
338
G. ATTEMS
mir aus Tonkin vorliegenden Exemplare aile einen dreispitzigen Fortsatz,
aber deswegen die Exemplare mit zweispitzigem Fortsatz als Subspecies
nuda und die dreispitzigen als Subspecies immarginata zusammen zu fassen,
scheint mir die Yerwandtschaft nicht richtig wieder zu geben und ich glaube,
es ist richtiger, beide Subspecies zu vereinigen.
Fundorte : Vinh (N. Annam) ; Baie d’Along (Tonkin) ; Kampong, Chang
(Cambodja).
Rhysida calcarata Poe.
Die Furchen der Tergite beginnen auf dem 3. Segment (sonst auf dem 4.),
die seitliche Berandung auf dem 9. Segment (sonst angegeben vom 11. oder
12. an). 8.-20. Sternit mit 2 feinen Langsfurchen. 1.-14. Beinpaar mit 2 Tar-
salspornen, 20. Paar obne solche.
Fundort : Luang Prabang (Laos).
Scolopocryptops brolemanni esulcata, n. subsp.
Farbe rotbraun, Vorder- und Hinterende lebhaft, die Mitte mehr schmuz-
zig rotbraun. Lange ohne Endbeine 24 mm.
Kopf seitlich berandet. 1. Tergit mit gut ausgeprâgter Ringfurche, in
die sich der Hinterrand des Kopfes hineinlegt ; man sieht die Furche erst,
wenn man den Kopf etwas lüftet.
Letztes Tergit ohne Medianfurche aber mit einem runden Grübchen im 2.
Drittel, von dem eine seichte unscharfe Dépréssion nach hinten zieht. Seiten
dieses Tergits kantig erhaben und hinten mit einem Zâhnchen endigend.
1.-20. Beinpaar mit 2 Tibialdornen, 21. Paar mit 1 Dorn, 22. Paar ohne
Tibialdorn. 1.-21. Beinpaar mit einem Tarsaldorn. Im übrigen mit der
ausführlichen Beschreibung des S. brolemanni von Brolemann überein-
stimmend.
Fundort : Lang Biang, 1.500 m.
S. miersii und brolemanni unterscheiden sich bekanntlich dadurch, dass
bei brolemanni der Kopf seitlich berandet ist und das letzte Tergit Seiten-
randwülste hat, wâhrend bei miersii Kopf und letztes Tergit seitlich nicht
berandet sind. Früher wurde als weiterer Unterschied angegeben, dass das
letzte Tergit bei brolemanni eine Medianfurche hat, was aber für die neue
Subspecies nicht gilt.
Cryptops doriae Poe.
Kopf reichlich behaart, die Haare stehen nicht in Grübchen. Das erste
Tergit ist ungefurcht und auch noch reichlich beborstet, die Dichte der
Beborstung nimmt dann rasch ab und die weiteren Tergite kônnen nur als
zerstreut beborstet bezeichnet werden und als nicht punktiert, da die Bor-
sten nicht in Grübchen stehen. Labrum wie bei hortensis, mit einem Mittel-
MYRIOPODEN
339
zahn und nicht eingekerbten behaarten Seitenteilen. Die Putzborsten der
2. Maxille sind bedeutend kürzer als die Kralle, sie sind kurze breite am
Ende gekrümmte Borsten. Die geraden Paramedianfurchen und die gebo-
genen Lateralfurchen beginnen auf dem 4. Tergit. 21. Tergit ziemlioh tief mul-
dig eingedrückt aber ohne Medianfurche, hinten bogig vortretend.
Fundorte : Dalat, Lang Biang ; Dran, Lang Biang ; Djiring ; Bana Itu,
Aba (Tizard Bank) ; Hon Ba. (Nhatrang) ; Moncaj (Tonkin).
LITHOBIOIDEA
Zunâchst einige Worte über die Gliederung des Kôrpers der Chilopoden.
Meine diesbezügliche Ansicht habe ich schon mehrfach dargelegt, soin Kue-
kenthals Handbuch der Zoologie, 1926 und im Band Geophilomorpha
des Tierreich, 1929. Der Korper der Chilopoden gliedert sich in Kopf und
Rumpf, das erste Rumfsegment ist das Kieferfusssegment, dessen An-
hange in die für die Chilopoden charakteristischen eigenartigen Kieferfüsse
umgewandelt sind. Der Kopf ist ein einheitliches Gebilde, von der ungeteil-
ten Kopfkapsel bedeckt. Das Kieferfusssegment ist mit dem Kopf nur hâutig
verbunden, hat aile Teile eines Rumpfsegments, insbesonders, wenigstens
bei den Geophiliden und Lithobiiden, ein deutliches selbstândiges Tergit
und ich sehe wirklich keinen Grund, dieses Segment nicht als erstes Rumpf-
segment anzusehen. Was nun die uns hier beschâftigenden Lithobiiden
betrifft, so ist der Grund für die irrtümliche Stellungnahme mancher Autoren
vielleicht darin zu suchen, dass das erste Rumpftergit, also das Tergit des
Kieferfusssegments, bei der zumeist untersuchten Gattung Lithobius oft
ohne Praeparation ganz unsichtbar unter dem Hinterrande des Kopfes ver-
steckt liegt ; es giebt aber auch genug Formen, bei denen es ganz frei liegt,
darüber unten bei der Beschreibung der Arten es dokumentiert seinen
Charakter als Dorsalsclerit und nicht etwa als Intersegmentalhaut durch
den Besitz von Borstenreihen, die auf Intersegmentalhâuten niemals vor-
kommen. Wenn das Kieferfusssegment als erstes Rumpfsegment aufgefasst
wird, muss 'natürlich die bisher übliche Zâhlung der Lithobius -Tergite
corrigiert werden : bei den Lithobius- Arten mit Hintereckzâhnen sind es
nicht die Tergite 9,11,13, die Zâhne haben, sondern die Tergite 10, 12, 14, etc.
Verhoeff in Bronn Chilopoden (p. 21) sagt vom Kieferfussegment : « es
lasst sich sowohl zum Kopf als zum Rumpf rechnen, da es eben einen Ueber-
gang von dem einen zum anderen bildet, aber zweckmâssiger wird es doch
zum Kopf gerechnet, schon weil seine Anhânge unter dem Kopf getragen
werden und am Kaugeschaft beteiligt sind. Die Rückenplatte ist stets scharf
und vollstândig von der Kopfplatte getrennt, etc. ». Die angeführten Grande
scheinen mir nicht sehr zwingend, nach diesem Rezept müsste man auch
die Scheeren der Decapoden und die Fangbeine der Mantiden zum Kopf
rechnen.
340
C. ATTEMS
In Ark. f. Zoologi, 1933, 26, A, p. 29, sagt Verhoeff von Pterygotergum
« 3. 5., 8., 10., 12. und 14. Segment mit Stigmen, also wie bei den Lithobiidae »
und in einer Fussnote « diese Anordnung der Stigmen war bereits von Latzel
in seinen ôsterreichisch-ungarischen Chilopoden richtig angegeben, um so
unverstândlicher ist daher die falsche Angabe von Attems in Kukentals
Handbuch der Zoologie, 4, p. 381, wonach die Stigmen der Lithobiiden am
2. 4. 6. 11. 13. 15. (!) vorkommen sollen. » Warum Verhoeff meine Angabe
unverstandlich nennt, verstehe ich wieder nicht, sie ist doch nur die notwen-
dige Folge meiner Auffassung, dass das Kieferfuss-
segment das erste Rumpfsegment ist. Diese Auffas-
sung war Verhoeff bekannt und wenn er schon
opponieren wollte, hatte er es dagegen tun müs-
sen, aber es geht docli nicht an, die Sache so
darzustellen, als hatte ich falsche Angaben
gemacht, welche Segmente Stigmen haben.
Beziiglich der Deutung des Kieferfusssegmentes,
ob Teil des Kopfes oder Rumpfsegment, steht
Ansicht gegen Ansicht und es bleibt jedem über-
lassen. sich der einen oder anderen anzuschliessen.
Brolemann z. B. in seinen « Chilopodes de
France » spricht (p. 223) von einem « segment
forcipulaire » ohne sich darüber auszulassen, ob
er es zum Kopf oder Rumpf rechnet, p. 224 sagt
er : « à la suite du segment forcipulaire se pla¬
ce cent 15 segments comportant chacun un tergite
« et un sternite réunis par une des mena¬
ce branes pleurales souples et une paire de
« membres. »
Anders liegt aber die Sache bezüglich der Zâh-
lung der Tergite am Hinterende des Korpers. Hier sind keine verschiedenen
Ansichten môglich sondera es ist nur notwendig, die Tiere etwas genauer
zu untersuchen, als bisher geschehen um zu demselben Résultat zu’kommen
wie ich. Im « Handbuch der Zoologie » habe ich darauf hingewiesen, dass
das grosse Tergit, das bei den meisten Arten unmittelbar auf das Tergit
des 14. Beinpaarsegments zu folgen scheint, nicht etwa das Tergit des End-
beinsegments ist, sondera das Tergit der Genitalregion, die aus den Seg-
menten 17 und 18 des Rumpfes besteht. Ich bezeichne dieses Tergit als
Genitaltergit. Das wirkliche Tergit 16, des Endbeinsegments, liegt meist
versteckt unter dem vorangehenden Tergit, es kann aber auch ganz frei
sichtbar sein wie z. B. bei manchen Individuen (nicht allen !) des oft und
oft untersuchten Lithobius forficatus wie Fig. 310 zeigt.
Dass eine solche Verwechslung môglich war, ist einBeweis wie oberflâchlich
die Untersuchungen waren. Das Genitaltergit ist sowohl mit dem Tergit
16 als mit den Hüften der Endbeine starr verbunden, viel fester als die ande-
Fig. 310. Lithobius forficatus,
L. XII1-XVI. Tergite des 13.-
16. Segmentes; GT. Genital¬
tergit AT. Analtergit: St.
letztes Stigma ; C. Hüfte ;
Pf. Praefemur der End¬
beine.
MYRlOPODliN
341
ren Tergite mit ihren Pleuren. Zwischen Genitaltergit und Hüften der End-
l)eine fehlen eben Pleuren.
Brolemann hat in den Chilopodes de France meine Darstellung bestatigt.
Um so erstaunlicher ist es, dass in neueren Artbeschreibungen immer noch
das Genitaltergit als Tergit 15, Tergit des Endbeinsegments bezeichnet wird
so von Verhoeff in seinen neuesten Publicationen z. B. in Zool. Jahrb.,
1934, 66.
Die Systematik der Lithobiini liegt noch sebr im Argen, da bisher nicht
einmal über die Fassung der Gattungen Einigkeit herrschtund die Meinun-
gen zwischen Extremen schwanken, dem einen, nach dem fast aile Arten in
der alten Gattung Lithobius gelassen werden und dem anderen, besonders
von Chamberlin vertretenen, der unzâhlige schlecht fundierte Gattungen
schuf.
Wenn wir die Merkmale, die zur Charakterisierung der Gattungen ver-
wendet werden, betrachten, sehen wir, dass wir sie in zwei Gruppen teilen
kônnen : solche, die im System nur einmal vorkommen, man kônnte sagen
Merkmale sui generis, und solche, die an verschiedenen Stellen des Systems
auftreten und deren verschiedenartige Combination eben die vielen Artgrup-
pen ergibt. Diese letzteren Merkmale treten nicht nur bei den Lithobiini
sondern auch in anderen Gruppen der Lithobioidea auf, namlich bei den
Polybothrini und den Henicopidae. Wir kônnen nun auf Grand der oben
erwâhnten nur einmal im System auftretenden Merkmale eine Anzahl guter
Gattungen abtrennen, die aile artenarm sind und zusammen nur einen klei-
nen Bruchteil der Gesamtartzahl aller Lithobiini ausmachen. Der grosse
Best bleibt in der alten Gattung Lithobius , die wir aber aus mehreren Grün-
den in eine ganze Anzahl Untergattungen teilen. Die Merkmale, die wir
zur Abgrenzung dieser Untergattungen verwenden, sind folgende :
1. Zahl der Antennenglieder, namlich ob auf 20 resp. 19-23 fixiert oder
ob zahlreicher, 25 und mehr und bei den einzelnen Arten mehr oder weniger
ariabel.
2. Auftreten von sogenannten Zàhnen in den Hinterecken gewisser Ter¬
gite.
3. Zahl der Kieferfusshüftzâhne, 2 -f- 2 oder jederseits 3 oder mehr Zâhne.
4. Auftreten von secundâren Geschlechtsmerkmalen auf den hinteren
Beinen des <$.
5. Die Tarsen 1-13 kônnen ungegliedert oder zweigliedrig sein.
Da wie gesagt diese Merkmale nicht nur bei den Lithobiini sondern auch
hei den Polybothrini und Henicopidae auftreten, ist klar, dass schon die
gemeinsamen Vorfahren aller dieser Gruppen die entsprechenden Erbfac-
toren hatten und dass eine auf Grand eines dieser Merkmale zusammenge-
fasste Grappe von Arten phyletisch nicht einheitlich sein muss. Die àlteste
systematische Einteilung der Lithobius- Arten, die von Stuxberg, der seine
Untergattungen hauptsâchlich nach dem Vorhandensein von Zâhnen auf
den Tergiten aufstellte, ist lângst als künstlich und unbrauchbar erkannt
342
C. ATTEMS
und aufgegeben worden. Aber eine andere Einteilung muss gefunden werden,
da jeder, der diese Tiere studiert, sieht, dass die zablreicben Arten ent-
schieden in sehr ungleichem Grade mit einander verwandt sind und dass
sich irgend eine Gruppierung finden lassen muss. Es fragt sich nur, wie wir
die phyletisch unzuverlâssigen Merkmale so combinieren, dass uns die natür-
liche Verwandtscbaft der so entstehenden Gruppen wahrscheinlich wird.
Dabei ist auf das geographische Moment mehr Bedacht zu nehmen als bisher
geschehen. Gerade von solehen Eigenschaften, die im System bald hier
bald dort auftreten, konnen wir voraussetzen, dass sie bei râumlich weit
getrennten Individuengruppen sich zeigen, obne dass ein nâherer geneti-
scher zusammenhang dieser Individuen vorhanden wâre. Aehnlich wie bei
der Bildung der Subgenera ist es auch bei der Bildung der Subspecies. Z. B.
bei L. crassipes ist die Endkralle der Endbeine einfach, bei L. crassipes holstii
in Ostasien hat die Kralle eine Nebenkralle. Nun habe icb in Stirovaca in
Croatien, also im Verbreitungsgebiete des echten crassipes , eine Anzahl Indi¬
viduen gefunden, die eine Nebenkralle der Endbeine haben. Natürlich ist
nicht anzunehmen, dass ein phyletischer Zusammenhang zwischen den
croatischen und ostasiatischen Individuen mit Nebenkralle bestebt, sondern
das Auftreten der Nebenkralle ist in beiden Gebieten unabhângig erfolgt.
Wir müssten also, wenn wir die ostasiatischen Tiere mit Nebenkralle als
Subspecies holstii abtrennen, die Tiere von Stirovaca unter anderem Namen
abtrennen, obwohl beide gleichgestaltet sind, wenn anders uns das System
ein Bild des phylogenetischen Zusammenhanges geben soll.
Bei der Aufstellung von Untergattungen innerhalb der artenreicben Gattung
Lithobius ist übrigens noch eines zu bedenken : diese Gruppierung verfolgt
wohl hauptsachlich den Zweck, die natürliche Verwandtschaft, wie wir sie ver-
muten, zum Ausdruck zu bringen, nebenbei aber auch den rein praktischen
Zweck, eine Uebersicht über das sonst ehaotische Heer der Arten zu gewinnen.
Dieser letztere Zweck mag es erklàren, wenn manchmal Gruppen gebildet
werden, von denen wir nicht ganz überzeugt sind, dass sie phylogenetisch
richtig sind. Wenn wir z. B. die Subgenera Lithobius und Archilithobius nach
der Zahl der Kieferfusshüftzâhne trennen, kann es sehr gut môglich sein,
dass uns einmal die bessere Einsicht zeigt, dass ein Lithobius mit einem
Archilithobius nàher verwandt ist als letztere unter einander, etc.
Im Abânderung des von mir im « Handbuch der Zoologie » publizierten
Systems gebe ich hier eine neue :
Uebersicht über die Gattungen der Lithobiini.
1. Die 5 letzten Beinpaare mit Coxaldrüsen. Pseudolithobius.
— Die 4 letzten Beinpaare mit Coxaldrüsen. 2.
2. Die letzten 2-3 Beinpaare ganz unbedornt, die Bedornung der übrigen
Beinpaare sehr reduziert : 1 Dorn auf der Unterseite der Tibia
oder 1 Stachelfortsatz auf der Vorderseite der Tibia. Watobius.
MYRIOPODEN
343
3.
4.
6 .
Bedornung reichlicher, Endbeine stets bedornt, ebenso wenigstens
1 Dorn auf der Ober und Unterseite gewisser Beinglieder. 3.
Gewisse Tergite stark vergrôssert. 4.
Kein Tergit besonders vergrôssert. 6.
Nur das 15 Tergit stark vergrôssert. 5.
11., 13., 15. Tergit vergrôssert, besonders das 13, welches das 14.
ganz verdeckt. Trochanteropraefemur der Kieferfüsse verlangert,
eingekerbt. Pterygotergum.
Seitenrand gewisser Tergite mit Hôckerzâhnen. 20 Antennenglieder,
3 + 3 Kieferfusshüftzâhne. Disphaerobius.
Seitenrand der Tergite ohne Hôokerzâhne. Zahlreiche Antennenglieder.
2 + 2 Kieferfusshüftzâhne. Atethobius.
Tibia und 1. Tarsus des 1. Beinpaares des J stark verdickt, Fémur
und 2. Tarsus sehr kurz, aile Beine mit gedrângten Drüsenhaufen.
Kieferfusshüftzâhne fehlen vôllig. Harpolithobius.
1. Beinpaar ohne Besonderheiten. Nur das 13.-15. Beinpaar mit
gedrângten Drüsenhaufen. Kieferfusshüftzâhne meist vorhanden- 7.
Genitaltergit des $ jederseits mit einem starken naoh hinten vorra-
genden Fortsatz. 13. Beinpaar bis incl. Tibia stark verdickt...
. Pleurolithobius.
Genitaltergit obne solche Fortsatze. 13. Beinpaar normal. 8.
Hinterrand gewisser Tergite tief winklig eingeschnitten, aile Tergite
ohne Hintereckzàhne. Sternite hinten mit einem tief nach innen einge-
senkten Lappen. Schizotergitius.
Kein Tergit hinten tief winklig eingeschnitten. Sternite ohne solche
Lappen. 9-
1. Tarsus des 15. oder 14. Beinpaares des $ mit Sexualcharakte-
ren. 19.
— Tarsen der hinteren Beine des $ obne Auszeichnungen, wenn
solche vorhanden sind, hefmden sie sich auf Tibia oder Fémur.. 11.
10. 1. Tarsus des 15. Beinpaares des $ mit hohem Lappen und
innen mit Borstenbüschel. Lobochaetotarsus.
= 1. Tarsus des 14. Beinpaares des $ oben tief langsgefurcht und mit
einem Lappen. Mexicotarsus.
Vorderrand der Kieferfusshüften ganz gerade und in einer Linie
mit der Basis der Telopodite. Oranobius.
Kiefesfusshüften mit Vorragungen, die über die Basen der Telo¬
podite vorspringen. Lithobius.
7.
8 .
9.
11
Subgenera von Lithobius
1. 20 oder annâhernd 20,19-23 Antennenglieder. 2.
— 25 oder mehr Antennenglieder. 11
2. Endbeintibia ventral mit einem behaarten Lappen. Nothembius.
-— Endbeintibia ohne solchen Lappen. 3.
344
C. ATTEMS
3. Aile Glieder der Endbeine bei $ und $ vom Fémur an innen tief
gefurcht. Kiberbius.
— Endbeine wenn überhaupt nur beim çj gefurcht. 4.
4. Endbeine, manchmal auch das 14. Beinpaar des mit secundàren
Geschlecbtsmerkmalen. Pokabius.
— 14. und 15. Beinpaar des $ ohne stark ausgesproehene secundare
Geschlechtsmerkmale. 5 .
5. Vorderrand der Kieferfusshüfte stark gebogen, die 2-3 Zâhne jeder
Seite klein bis sehr klein und einen grôsseren lateralen Teil des Vor-
derrandes der Hüfte frei lassend. Porobius.
— Kieferfusshüftzâhne gut entwickelt, der Rand der Zahnplatte neben
dem âussersten Zahn bald steil abfallend. 6.
6. 2 + 2 Kieferfusshüftzâhne. Tarsus I-XIII ein-oder zweigliedrig..
. Monotarsobius.
— Jederseits 3-6 Kieferfusshüftzâhne. 7.
7. Tarsen 1-13 ungeteilt. Aile Tergite ohne Hintereckzâhne. Tamulinus.
— Aile Tarsen zweigliedrig. Tergite mit oder ohne Hintereckzâhne.
. Australobius.
8. Tarsen 1-13 ungeteilt. Lithonannus.
— Aile Tarsen zweigliedrig. 9.
9. Gewisse Glieder des 15. oder 15. und 14 Beinpaares der g und $
gefurcht. Paitobius.
— 14. und 15. Beinpaar, wenn überhaupt, nur beim mit secundàren
Geschlechtsmerkmalen. 10.
10. 15. oder 14. oder beide Beinpaare des mit secundàren Geschlechts¬
merkmalen, Furchen, Hôckern etc.,. Alokobius.
— 14. und 15. Beinpaar des $ ohne solche Merkmale. Lithobius.
Von den CHAMBERLiN’schen sogenannten Gattungen sind eine ganze
Anzahl meiner Meinung nach nichts weiter als Synonyma der in obiger Tabelle
aufgeführten Subgenera.
Monotarsobius. — Syn. : Arebius Chamb. ; Oabius Chamb. ; Paobius Chamb.
Helembius Chamb. Nyctobius Chamb., Sonibius Chamb.
Pokabius. —- Syn. : Chinobius Verh. ; Garibius Chamb. ; Nadabius Chamb. ;
Nampabius Chamb.; Simobius Chamb.; Tigobius Chamb.; Arenobius
Chamb.
Alokobius. — Syn. : Enarthrobius Chamb. ; Kesubius Chamb. ; Sozibius
Chamb. Pampibius Chamb. ; Walesobius Chamb. ; Gosibius Chamb ; Guam-
bius Chamb. ; Delobius Chamb. ; Labrobius Chamb.
Australobius. — Syn. : Gonibius Chamb. ; Zinapolys Chamb.
Lithobius. — Syn. : Sigibius Chamb. ; Taiyubius Chamb.
Paitobius. — Syn. : Tidabius Chamb.
Die Zahl der indischen Lithobius ist gering, verschwindend, wenn man sie
MYRIOPODEN
345
mit der riesigen Anzahl der palaearktischen oder amerikanischen Arten ver-
gleicht. Dem Subgenus Monotarsobius gehôren an : erraticulus Silv., tactus
Silv., rhysus Att. decessus Att., kempi Silv.
Anderen Subgenera :
Tamulinus (ceylanicus Att., javanicus Att., sculpturatus Poe.). — Austra-
lobius (birmanicus Poe., feae Poe., fissuratus Att., rectifrons Att., semperi
Haase, shimensis Poe., sumatranus Silv., viduus Att., weberi Poe.).
Es ist daher um so bemerkenswerter, dass sich in der DAWYDOFF’schen
Sammlung mehrere neue Arten fanden.
Lithobius (Monotarsobius) honestus, n. sp.
Dunkelbraun, Kopf und 2. Tergit gelblich. Lange 10 mm.
Kopf rund, zerstreut beborstet, von den Augen an hinten herum sehr fein
gesâumt ; am Vorderrande 2 kleine napfïôrmige Einsenkungen, je eine neben
jeder Antenne; am Rande der Grube ist das Cbitin etwas dunkler gefârbt,
wodurch sie überhaupt erst auffallen. 20 Antennenglieder. 4 Ocellen in 2 Rei-
hen. 2 + 2 Kieferfusshüftzahne.
1. Tergit ganz frei sichtbar. 2., 4., 6. Tergit hinten gerandet, die anderen
nur seitlich. 12. und 14. Tergit mit schwach ausgesprochenen, stumpfen
Hintereckzàhnen, 10. hinten rechtwinklig, 13. und 15. hinten ganz seicht
eingebuchtet, Genitaltergit hinten gerundet. Tergite glatt, an den Randern
kurz und fein beborstet.
5, 5, 4, 3 runde Hüftporen.
14. und 15. Beinpaar des nicht verdickt und ohne Furchen, Hôcker od.
dgl. Bedornung des 15. Beinpaares Nebenkralle, die Glieder
vom Praefemur an mit vielen Drüsen im Innern, ebenso das 14. Beinpaar.
Bedornung des 14. Paares ^ Q -. Tarsen I-XIII ungeteilt. Hüften
aller Paare ohne Seitendorn.
Fundort : Dalat, Lang Biang. 1.500 m., IL 31.
Von den palaearktischen Monotarsobius- Arten unterscheidet sich honestus
durcli den Besitz der Vorsprünge auf den Tergiten 12 und 14, wodurch die
Art den amerikanischen von Chamberlin als Sonibius , Arebius und Paobius
beschriebenen Arten gleicht, von denen sie sich aber durch die ungeteilten
Tarsen I-XIII und das Fehlen eines Dorns auf derOberseite der Tibia unter¬
scheidet.
4. Die Bedornung ist nach der bekannten Ribaut schen Formel angegeben, nur dass
ich bei den Gliedern mit 3 Dornen diese Zahl angebe, da es klar ist, dass die 3 Dornen
amp sind. Ebenso ist beim Trochanter, dessen Dorn immer m ist, nur die Zahl ange¬
geben.
346
C. ATTEMS
Lithobius (Monotarsobius) pachymerus, n. sp.
(Fig. 311, 312)
Strohgelb, Lange 7 mm., Breite 0.92 mm.
Kopf rundlich, der schmale Randsaum des Ilinterrandes hôrt schon vor
der Mitte des Seitenrandes auf, parallel mit dem Hinterrand und in einiger
Entfernung von ihm eine Furche. Kopf sehr zerstreut beborstet. 3 Ocellen
Fig. 311, 312, Lithobius pachymerus, n. sp. — 311. Vorderende (KF, Kieferfuss;
1. Tergit des ersten Rumpfsegmentes, der Kieferfüsse), II- V. Tergite 2-5. — 312. Endbeine.
in einer Reihe, der mittlere der grôsste, 20 Antennenglieder. 2 + 2 Kiefer-
fusshüftzàhne.
Tergite sehr zerstreut, fein und kurz beborstet, aile Hinterecken abge-
rundet, Hinterrand des 9. und 11. und noch schwâcher des 13. und 15. Tergit
und des Genitaltergit seicht eingebuchtet. Das erste Tergit, des Kieferfussseg-
mentes, ist, individuell verschieden, frei sichtbar (Fig. 311) oder mehr oder
weniger unter dem Kopf verborgen. Das Tergit 16. des Endbeinsegmentes, ist
nicht sichtbar, sondern auf das Tergit 15, des 14. Beinpaares, folgt das Geni¬
taltergit.
3, 3, 3, 3 runde Hüftporen.
Praefemur des Endbeine des sehr kurz, Fémur stark verdickt, walzlich
(Fig. 312). Bedornung der Endbeine 0 °f Kralle einfach > keine
Hüftseitendornen. Tarsen der Beine 1-13 ungeteilt.
MYRIOPODEN
347
Das einzige vorhandene $ ist noch nicht reif, kleiner als das hat 1 +
Genitalsporen und einfache Genitalklaue.
Fundorte : Caûda, I. 33. ; Dalat.
Aehnelt in Farbe, Grosse und Ocellenzahl dem euro-
pâischen aeruginosus, von dem er sioh aber durch die
Bedornung der Endbeine und die Form derselben unter-
■ , 1 , 0 , 2 1 . ,0
scheidet. Bei aeruginosus ist die Bedornung ^ — ——q-,
also die Hüfte hat dorsal einen Dorn, hier bei pachy-
merus keinen. Ferner sind bei aeruginosus die ganzen
Endbeine ziemlich gleichmâssig verdickt und das
Praefemur relativ langer. Zum Vergleich gebe ieh in
Fig. 313 die Abbildung der Endbeine eines von aeru¬
ginosus aus Ungarn. Ob die Genitalklaue auch beim
erwachsenen Ç von pachymerus einfach bleibt, ist noch
fraglich.
1
Lithobius (Tamulinus) javanicus Poe.
Fundorte : Lang Biang ; Nhatrang.
Fig. 313. — Lithobius
aeruginosus Koch,
Cf von Simontornya>
Ungarn.
Lithobius (Australobius) îeae percalcaratus Silv.
4 + 4 — 7 + 7 kleine Kieferfusshüftzâhne. 20 Antennenglieder. 2 Reihen
von je 3 Ocellen, dahinter ein grosses Einzelauge. 10., 12., 14. Tergit mit klei-
nen dreieckigen Zâhnchen, 15. gerade abgeschnitten, 16. nicht sichtbar,
Genitaltergit ganz seicht eingebuchtet. Aile Tarsen zweigliedrig. Bedornung
des 15. Beinpaares ^ 3 ; der mittlere Dorn des Fémur krumm. Ein
Hüftseitendorn vorhanden. Bedornung des 14. Beinpaares q’ i ' 3 ' ’4’" ~ (P ^ mit
3 + 3 Genitalsporen, die innersten winzig klein, viel kleiner als die anderen.
Genitalklaue dreispitzig.
Fundorte : Dalat, 1.500 m., 26 I. 31 ; Dran (Lang Biang), 1.000 m. ; Pic de
Lang Biang, 2.200-2.400 m.. VI. 31. ; Bana, 1.500 m., Djiring, I. 31 ; Hongay
(Tonkin).
Lithobius (Alokobius) modicus, n. sp.
Dunkel kastanienbraun, Kieferfüsse rotbraun, Beine blassbraun.
Lange ohne Endbeine 16 mm.
11 Ocellen in 4 Reihen zu 3, 3, 4, 1, hinten noch ein grosses Einzelauge,
Antennen abgebrochen, eine noch mit 27 Gliedern. 3 + 3 Kierferfusshüft-
zahne. Tergite etwas hôckerig uneben, dabei glânzend, nur an den Rândern
mémoires un muséum, nouvelle série, tome VI. 23
3*8
C. ATTEMS
spârlich und kurz beborstet. Seitenrand aller Tergite schmal gesâumt und
etwas aufgebogen, Tergit 2, 4, 6 auch hinten gesâumt, auf den Tergiten 8 und
9 ist der Saum hinten in der Mitte verbreitert. Tergit 10, 12, 14 mit dreieckigen
Hintereckzâhnen, Tergit 15 hinten gerade abgeschnitten, Tergit 16 nicht sicht-
bar, Genitaltergit hinten versehmâlert, die Ecken stark gerundet, der Hinter-
rand gerade, nicht aufgebogen. Sternite glatt glànzend, spârlich zerstreut
kurz beborstet.
6 , 7, 6, 5 ovale Hüftporen.
Bedornung des 14. Beinpaares —, Tibia oben mit seichter mul-
denartiger Furche. Bedornung des 15. Beinpaares Hüfte ohne
Uj ij o, ciin, u
Seitendorn, Kralle mit Nebenkralle. Ç unbekannt.
Fundort : Dalat, 1.500 m. 26 I. 31.
Lithobius (Alokobius) egregius, n. sp.
Dunkel kastanienbraun, Lange 19 mm.
8 Ocellen in 3 Reihen zu (oben) 4, 3, 1 (unten), die 2 hinteren der obersten
Reihe viel grôsser als die anderen. 46 Antennenglieder. 5 + 8 Kieferfusszâhne,
etwas unregelmâssig gestellt ; die Hüftplatte mit tiefer Medianfurche, glatt,
sehr glànzend, zerstreut beborstet.
Tergite glatt, zerstreut fein und kurz beborstet, die Rânder etwas stârker
und langer beborstet. Aile Tergite seitlich schmal gesâumt, Tergit 2, 4, 6 hin¬
ten durchlaufend schmal gesâumt, Tergit 10, 12,14 mit krâftigen Hintereck¬
zâhnen, Tergit 15 hinten seicht eingebuchtet, Genitaltergit hinten aufgebogen,
der Rand mit kurzen starren Borsten besetzt, Tergit 9, 11, 13 hinten sehr
seicht eingebuchtet.
7, 7, 6, 5 ovale Hüftporen.
Endbeine nicht verdickt, Bedornung kein Hüftseitendorn,
° U. 1, 3, am, 0, ’
Nebenkralle vorhanden, reichlich abstehend kurz beborstet, ohne Furchen
1 0 3 î) ü
od. dgl. Bedornung des 14. Beinpaares ’ ’ , , kein Hüftseitendorn, mit
U, 1 j o, dïïl , 1
Nebenkralle. Die Mitteldornen des 14. und 15. Beinpaares sind sehr lang und
dolchartig. Sehr charakteristish gestaltet ist das 14. Beinpaar. Fémur end-
wârts keulig verdickt. Tibia auch verdickt, tief muldenartig eingedrückt,
diese Mulde ist am Grande auf der Dorsalseite und dreht sich dann auf die
Medialseite, ausserdem ist die Tibia sehr stark beborstet, dichter als die
anderen Glieder. Der Rand der Mulde springt am Grande auf der Medialseite
und in der Mitte auf der Lateralseite gerundet wulstig vor. Tarsus ganz dünn.
1. Beinpaar unten 0, 0, 0, 0,1 bedornt, vom. 2. Beinpaar an unten 0, 0, 0, 1,1.
Fundort : Bana, 500-800 m., 21. X. 31, 1 ($ unbekannt).
L. modicus und egregius gehôren zu einer Grappe von Arten mit Ocellen,
mit Hintereckzâhnen auf gewissen Tergiten, ohne Schwiele auf dem Fémur
MYRIOPODEN
349
der Endbeine, hierher die palaearktischen Arten : caucasicus Ssel., pygmaeus
Latz., dentatus Koch, aulacopus Latz., elbanus Verh., nigrifrons Haase, nicae-
ensis Brôl., nodulipes Latz., tylopus Latz., die aile 2 + 2 Kieferfusszâhne
haben, wâhrend, modicus und egregius 3-8 Zâhne jederseits haben. Unter-
einander sind die beiden Arten in folgendem verschieden : Tibia des 14. Bein-
paares bei egregius sehr eigentümlich gestaltet, bei modicus normal. Egregius
hat 5 + 8, modicus 3 -{-3 Kieferfusszâhne. Der Hinterrand des Genitaltergit ist
bei egregius im rechten Winkel aufgebogen und mit kurzen steifen Borsten
besetzt, bei modicus ist dieses Tergit flach wie gewôhnlich.
Pokabius erratus (nom. nov.) dawydofïi, n. subsp.
Rumpf und Antennen dunkelbraun, die Beine mit Ausnahme der verdickten
hinteren Paare blassgelblich. Lange 10.5 mm.
19 _|_ 20 Antennenglieder, 2 + 2 Kierferfusszâhne. 5 Ocellen. Hinterecken
aller Tergite grundet. Tergite glatt, die Borsten spârlich und winzig. Tergit 16
nicht sichtbar, Genitaltergit gerade abgeschnitten. Tergit 2, 4, 6 hinten
schmal gesâumt, vom 7. Tergit an bricht der Randsaum médial vom gerun-
deten Hintereck ab.
1. Beinpaar y-+TTT' 14 ' und 15 ’ Bein P aar verdick t, besonders Fémur
und Tibia. 14. Beinpaar *' °.’ in der ersten Hâlfte des Fémur und in
1, 0, 3, 0-p, 0
der zweiten Hâlfte der Tibia ein Grübchen. 15. Beinpaar 0 ^ 3j 0 Hutte
ohne Seitendorn. Nebenkralle vorhanden. Tibia oben mit einer undeutlichen
seichten Lângsfurche.
Die Tarsen aller Beine sind wohl zweigliedrig, aber mit Ausnahme der Paare
13-15 scheinen die 2 Glieder starr verbunden zu sein und der Unterschied
zwischen ungegliederten und solchen zweigliedrigen Tarsen ist wohl sehr
gering.
Fundort : Moncay (Tonkin), 1
L. erratus ist ein neuer Name für L. sulcipes Att., nicht identisch mit L. sul-
cipes Stuxberg. Bei erratus haben Fémur des 14. und Fémur und Tibia des 15.
Beinpaares scharfe Lângsfurchen.
Bothropolys tricholophus, n. sp.
(Fig. 314, 315)
Einfarbig kastanienbraun. Lânge 17 mm.
Kopf rund, zerstreut fein und sehr kurz behaart, nicht tief punktiert,
von den Augen an gerandet, der Randsaum in der Mitte des Hinterrandes
verbreitert, bogig nach vorn vorspringend. 11-15 Ocellen in 3-4 Reihen. 20 oder
19 Antennenglieder. 5 + 5 oder 6 + 6 Kieferfusszâhne, der Zahnrand gerade
mit kleiner Mittelkerbe.
330
C. ATTKMS
Tergite sehr glânzend, wie lackiert, dabei mit kleinen zerstreuten Hôcker-
chen. Die Borsten spârlich und so winzig, dass sie nur im Profil siohtbar sind,
nur am Rande sind sie etwas grôsser. Randsaum auch auf Tergit 2 und 4 hin-
ten in der Mitte etwas verflacht, auf den anderen Segmenten hôrt er bald nach
dem Eck auf und ist in der Mitte des Hinterrandes breit unterbrochen. Ter¬
git 10, 12, 14 mit langen spitzen Zâhnen, Hinterrand der Tergite 2, 4, 6, 9,
13, 15 und des Genitaltergites sehr seicht eingebuchtet. Sternite glatt, mit
3 schwachen Langsfurchen in der hinteren Halfte, zerstreut sehr kurz behaart,
1. Sternit flach grubig eingedrückt, Hinterrand des Sternit 14 dicht kurz
Fig. 314-315. Bothropolys tricholophus, n. sp. — 314. Hinterende.
315. Hüfte des 13, Beinpaares.
beborstet. Bedornung des 15. Beinpaares ■ „ V 1 - Hüfte
8 ” 0,1, 3, 1-3 (m, am, amp ) 0-1 (a)
ohne Seitendorn. Kralle einfach. 14. Beinpaar °,’ 2 ~ 3 '., P ' P , Hüfte in auffallender
Weise rund knollig aufgetrieben und dicht kurz behaart (Fig. 314). Praefemur,
Fémur und Tibia der Beinpaare 14 und 15 médial dicht von Drüsenôffnungen
durchbohrt. Fémur aller Beine am Ende oben latéral und médial mit einem
Dorn. Hüftporen ungeordnet, klein, rund, wenig zahlreich, zu, 6, 7-9, 5-7, 3-4
(Fig. 315). $ mit 2 -)- 2 Genitalsporen und dreispitziger Genitalklaue.
Fundorte : Djiring, 1.000 m., I. 33 ; Dalat, 1.500 m., 26 I. 31 ; Pic de Lang
Biang, 2.300 m. ; Dran, 1.000 m.
Gen. ANOPSOBIUS Silvestri
Anopsobiella, nov. subgen.
Unterscheidet sich von Anopsobius durch die Zahl der Kieferfusszâhne
2+2, wahrend die bisher bekannten Anopsobius -Arten jederseits 5-6
Zâhne haben und durch die eigentümlich modifizierten Beinpaare 14 und
15. Anopsobius ist von Südamerika und Neuseeland bekannt.
M YR10P0DEN
351
A. (Anopsobiella) dawydoffi, n. sp.
Farbe schmutzig gelblichweiss. Lange ohne Endbeine 4 mm., der End-
Fig. 316-320. Anopsobius dawydoffi, n. sp. — 316. Vorderende. — 317. Antenne.
318. cf 13. Bein. — 319. Hinterende mit dem 14. Beinpaar. — 320. Endbein.
beine 2 mm. Kopf rund, vorn in der Mitte eingekerbt, mit sehr zerstreuten
langen Borsten, keine Augen. 18 Antennenglieder, die einzelnen Glieder
35&
C. ATTËMS
(Fig. 317) ausgesprochen spindelig, die Borsten lang und nicht sehr zahlreich,
das letzte Glied so lang wie die 2 vorangehenden zusammen. 2+2 Kiefer-
fusszâhne.
Das erste Tergit (Ti), also dasTergit des Kieferfusssegmentes, relativ gross,
ganz frei liegend (Fig. 316), zeigt deutlich, dass das Kieferfusssegment nicht
anders denn als erstes Rumpfsegment gewertet werden kann. 1., 3., 5., 7.,
10., 12., 14. Tergit kürzer als die anderen. Hinterecken aller Tergite gerundet,
Seitenrand der Tergite 1-3 mit 2, der anderen mit 3 grosseren Borsten. Geni-
taltergit hinten seicht eingebuchtet. Stigmen konnte ich mit Sicherheit auf
den Segmenten 4, 6, 9, 11, 13 feststellen, ob noch weitere vorhanden sind,
kann ich bei der Spârlichkeit des Materials nicht sagen. Sternit des Endbein-
segmentes mit mehreren Beihen von 4 Borsten, am Hinterrand eine Beihe
von 9 oder 10 Borsten. Hüfte des 12-15. Beinpaares mit einem kleinen Porus,
umgeben von einem grosseren Kreis, in dem die Endkanâle der Drüsen liegen.
Tibia der Beine bis zum 14. am Ende mit der bekannten spitzen zahnartigen
Vorragung, die am Grunde gar nicht von der Tibia abgesetzt ist. Tarsen der
Beine 1-12 ungeteilt, der Beine 13-15 zweigliedrig. Auf den Beinpaaren 9-13
haben Praefemur, Fémur und Tibia am Ende der Unterseite einen farblosen
spitzen Stachel, der gerade so mit Parenchym erfüllt ist wie das übrige Glied
und sich sehr von den Borsten unterscheidet (Fig. 318). Das 14. Beinpaar ist
etwas verdic.kt, nur das zweite Tarsalglied ist viel schlanker als die anderen
Glieder ; das noch dicke erste Tarsalglied ragt mit einem dicken Kegel über
den Ansatz des zweiten Tarsus vor (Fig. 319). Die Glieder der Endbeine
(Fig. 320) sind bis zur Tibia allmâhlich etwas verdickt, die 2 Tarsalglieder
sind plôtzlich viel schlanker, die Tibia ragt mit einem spitzen Kegel über den
Grand des Tarsus vor, ahnlich wie der erste Tarsus des 14. Paares über den
zweiten Tarsus. Die mânnlichen Genitalanhànge sind scblanke Kegel, deren
Gliederung wegen der Zartheit der Wandung und weil sie ganz von Drüsenzel-
len erfüllt sind, sehr undeutlich ist ; das Endglied ist ein relativ kurzer Kegel,
nicht lang borstenfôrmig wie sonst meist bei den Henicopidae.
Juvenes mit 15 Antennengliedern, bei denen die Genitalanhànge noch nicht
sichtbar sind, haben ungeteilten Tarsus des 13.Beinpaares, aber die Beinpaare
14 und 15 haben schon die geschilderten Eigentümlichkeiten. Ein noch jün-
geres Stadium, bei dem erst 12 Beinpaare voll entwickelt und die anderen
erst als kurze Stummel angelegt sind, hat auf den Hüften des 12. Paares einen
Porus.
Fundorte : Varella ; Caûda (Nhatrang).
SCUTIGEROMORPHA
Thereuonema îeae Poe.
Fundorte : Hongay (Tonkin) ; Bana (C. Annam), 1.400 m., 29 IX. 30; Caûda
MYRIOPODEN
353
Nhatrang) ; Gua Be (Nhatrang) ; Poulo-Condore. I, 31 ; Cambodja : Bokkor,
Ream.
Thereuopoda longicomis Fabr.
Fundorte : Gaûda, Nhatrang, IX. 30 ; Ban Methuot (Darlac) (S. Annam),
VII. 31 , Djiring (S. Annam), 1.000 m. ; Hagiang (Ht. Tonkin).
ÉDITIONS DU MUSÉUM NATIONAL D’HISTOIRE NATURELLE
Archives du Muséum national d’Histoire naturelle (commen¬
cées en 1802 comme Annales du Muséum national d’Histoire
naturelle). (Un vol. par an, 200 fr.)
Bulletin du Muséum national d'Histoire naturelle (com¬
mencé en 1895). (Un vol. par an, 5 o fr.)
Mémoires du Muséum national d'Histoire naturelle, nouvelle
série. (Sans périodicité fixe; abonnement pour un volume :
i 5 o fr.)
Index Seminum in Hortis Musaei parisiensis collectorum.
(Laboratoire de culture; paraît depuis 1822; échange.)
Notulae Systematicae. (Directeur M. H. Humbert, laboratoire
de Phanérogamie ; paraît depuis 1909 ; abonnement au volume
4o fr.)
Revue française d'Entomologie. (Directeur M. le D r R. Jeannel,
laboratoire d’Entomologie ; paraît depuis 1 934 ; abonnement
annuel France, 60 fr.. Etranger, 90 fr.)
Revue de Botanique appliquée et d'Agriculture coloniale.
(Directeur : M. A. Chevalier, laboratoire d’Agronomie coloniale;
paraît depuis 1921 ; abonnement pour la France, 100 fr.)
Revue Algologique. (Directeurs MM. P. Allorge et R. Lami,
laboratoire de Cryptogamie ; paraît depuis 1924; abonnement
France, 5 ofr., Étranger, 100 fr.)
Revue Bryologique et Lichénologique. (DirecteurM. P. Allorge,
laboratoire de Cryptogamie; paraît depuis 1874; abonnement
France, 5 o fr., Etranger, 100 fr.)
Revue de Mycologie (anciennement Annales de Cryptogamie
exotique). (Directeurs MM. R. Heim, J. Duché et G. Malen-
çon, laboratoire de Cryptogamie; paraît depuis 1928 ; abonne¬
ment France, 80 fr., Etranger, 100 fr.)
Mammalia (Directeur M. E. Rourdelle, laboratoire de Zoologie,
Mammifères et Oiseaux; paraît depuis 1936; abonnement
France 40 fr., Etranger 45 fr.)
Bulletin du Laboratoire maritime du Muséum national
d’Histoire naturelle à Dinar d. (DirecteurM. A. Gruvel, labo¬
ratoire maritime de Dinard ; suite du même Bulletin à Saint-
Servan ; paraît depuis 1928 ; prix variable par fascicule.)
Bulletin du Musée d’Ethnographie du Trocadéro. (Directeur
M. P. Rivet, Musée du Trocadéro; paraît depuis iq3i : prix
du numéro : 5 fr.)
Recueil des travaux du Laboratoire de Physique végétale.
(Laboratoire de Physique végétale; paraît depuis 1927; échange.)
Travaux du Laboratoire d’Entomologie. (Laboratoire d’Entomo¬
logie; paraît depuis 1934 ; échange.)
La Terre et la Vie , publiée en collaboration par la Société des
Amis du Muséum et la Société nationale d’Acclimatation.
(Rédacteur en chef : M. G. Petit, 5y, rue Cuvier, Paris 5 ”;
abonnement : 3 o fr.)
PRIX : 80 franc*