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“ARCHIV
NATURGESCHICHTE.
GESRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN,
FORTGESETZT VON
W.F. ERICHSON, F. H. TROSCHEL,
E. VON MARTENS, F. HILGENDORF.,
W. WELTNER UND E.STRAND.
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NEUNUNDSIEBZIGSTERE. 3AEELR & AN.d..
1913.
Abteilung A.
7. Heft.
HERAUSGEGEBEN
voN
EMBRIK STRAND
(BERLIN).
De
NICOLAISCHE:
VERLAGS-BUCHHANDLUNG RSTRICKER
Berlin..
Inhaltsverzeiehnis.
Schultze. Einige Mitteilungen über Papilio Boulleti le Cerf.
(Hierzu Taf. I=II) . '
— „ — Zwei neue melanotische Papilioformen (orratiogen)
aus Westafrika N
Taets v. Amerongen. Untersuchungen am Schädel ine
Haushundes . a un I
Kuntzen. Zur Kenntnis der afrikanischen Corynoden (Coleopt.
Chrysomelidae). I. (Mit 2 Textfiguren).
Fowler. H. Sauter’s Formosa-Ausbeute: Languriidae .
Strand. Zoologische Ergebnisse der Expedition des Herrn
G. Tessmann nach Süd-Kamerun und Spanisch - Guinea.
Lepidoptera. VI. (Danaididae und Satyridae)
— „— HH. Sauter’s Formosa- Ausbeute. Crabronidae und
Scoliidae. II.
— „ — Zur Kenntniss der orientalischen Noctuiden-Gattung
Agonista Feld. (Lyeniodes Gn) .
- „» — Eine neue ostasiatische Ameisenspinne .
— „— DBemerkungen über einige Anua - Arten (Lepid.,
Noctuidae)
— „ -— . Bemerkungen über je zwei Euminucia- und Tolna-
Arten (Lepid., Noctuidae) . . 8
— „ — Eine neue Tolna-Art (Lepid., Noctuidae) .
Lameere. H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Prioninae .
Schumacher. Weitere Beiträge zur Kenntnis der Hemipteren-
Fauna der Provinz Sachen
Bischoff. Neue Trigonaloiden. (Mit 1 Textfig.)
Krausse. Sardische Cdleopteren
— „ — Eine merkwürdige Aberration von Sterrha sacraria
L. aus Sardinien. (Mit 1 Textfig.) .
-Strand. Kritische Bemerkungen zu Arnold Schultze’s Mit
teilungen über „Papilio Boulleti le Cerf“.
Ausgegeben im Oktober 1913. x E
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GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN,
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E. VON MARTENS, F. HILGENDORF,
W. WELTNER UND E. STRAND.
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I E Jeder Jahrgang besteht aus 2 Abteilungen zu je 12 Heften. BE
(Abteilung A: Original-Arbeiten, Abteilung B: Jahres-Berichte.)
Anordnung des Archivs.
Das Archiv für Naturgeschichte, ausschließlich zoologischen
Inhaltes, besteht aus 2 Abteilungen,
Abteilung A: Original-Arbeiten
Abteilung B: Jahres-Berichte
_ Jede Abteilung erscheint in je 12 Heften jährlich.
Jedes Heft hat besonderen Titel und Inhaltsverzeichnis, ist
für sich paginiert und einzeln käutlich.
Die Jahresberichte behandeln in je einem Three die im
Laufe des vorhergehenden Kalenderjahres erschienene zoologische
Literatur.
| Die mit * bezeichneten Arbeiten waren dem Referenten nicht
zugänglich.
Die mit 7 bezeichneten Arbeiten behandeln fossile Formen.
Honorar für Jahresberichte . 50,— M. pro Druckbogen,
5 „ Originalarbeiten.. 25,— M. „ ;
oder 40 Separata.
Über die eingesandten Rezensionsschriften erfolgt regelmäßig
Besprechung nebst Lieferung von Belegen. Zusendung erbeten an
den Verlag oder an den Herausgeber.
Der Verlag: Der Herausgeber:
Nieolaische E
Embrik Strand
Verlags-Buchhandlung R. Stricker Be
Berlin W., Potsdamerstr. 90. Berlin N.4, Invalidenstr. 43.
2 Einige
Mitteilungen über Papilio Boulleti le Gerf.
Von
Arnold Schultze:
Hierzu Taf. I—II.
Als Mitglied der II. Innerafrikaexpedition des Herzogs Adolf
Friedrich zu Mecklenburg beobachtete ıch von Ende Oktober 1910
bis Mitte März 1911an den verschiedensten zwischen Molundu und Yuka-
duma gelegenen Plätzen Alt-Südostkameruns eine ziemlich häufige
Papilioart, die mir sofort durch einen außerordentlichen Zeichnungs-
polymorphismus der einzelnen Individuen auffiel. Aus großen Papikio-
Schwärmen sammelte ich zusammen mit meinem eingeborenen Fänger
wahllos eine Anzahl Stücke!) dieser Art heraus, von denen nicht zwei
einander gleichen und aus denen gewisse Autoren sicherlich ebensoviele
Arten gemacht hätten.
Im Berliner Museum traf inzwischen aus eben jenen Gegenden
eine Anzahl besonders stark von einander abweichender Stücke der-
selben Art ein. Embrik Strand, der Bearbeiter dieses Materjals,
der die verbindenden Formen und ihre Beziehungen zu einander
nicht kannte, hat die ihm vorliegenden Stücke im Arch. f. Naturgesch.
1913 A.3 p.17 u.42 als vier neue Arten beschrieben, Papihio sanganus,
P. sanganoides mit der ab. divisimacula, P. Stetteni und foersterius.
Nun hatte bereits F. le Cerf in Bull. de la soc. ent. de France
1912 No. 18 p. 382 einen Papilio Boulleti mit var. iransiens beschrieben,
der offenbar gleichfalls nichts anderes ist als eine Form dieser poly-
morphen Art, welcher nach dem Prioritätsgesetz der ihr von diesem
Autor gegebene Name zukommt.
Wer das mir vorliegende Material der fraglichen Art (27 Stück)
vergleicht und nicht jeden entomologischen Blickes bar ist, wird,
auch ohne das Tier in der Natur beobachtet zu haben, mit mir darın
übereinstimmen, daß man es hier nur mit individuellen Abänderungen
einer einzigen Art zu tun hat.
Wenn ich heute ?P. Boulleti als neue Art zu beschreiben hätte,
so würde ich ihn folgendermaßen charakterisieren:
Papilio Boulleti ist eine zwischen ucalegonides Staud. und Fuller:
>m.?) stehende Form. Mit P. ucalegonides ist er nahe verwandt, wahr-
scheinlich nur eine Lokalform von diesem, von Fulleri durch die unten
noch zu besprechenden Unterschiede artlich sehr gut zu trennen.
Von allen verwandten Formen ist P. Boulleti durch die kaum zu über-
treffende Unbeständigkeit der hellen (grünlichgelben) Zeichnungen
2) In Mus. Hamburg, Mus. Senckenberg, Frankfurt a. M. und Coll. Schultze.
*) Von ucalegonides Staud. liegen mir vier Stücke, darunter die Typen,
von Fulleri Sn. neun Stücke zum Vergleich vor.
Archiv für Naturgeschichte
1918. A. 7. 1 1. Heft
>) Arnold Schultze‘:
"unterschieden. Auch die Asymmetrie der Zeichnung bei verschiedenen
Stücken (z. B. Fehlen von Flecken auf einem Vorderflügel, die auf dem
anderen vorhanden sind) ist ein Beweis mehr dafür, daß die Zeichnung
nur ihrem allgemeinen Charakter nach zur Fixierung der Art benutzt
werden kann.
Charakteristisch ist zunächst die Unregelmäßigkeit des Subapikal-
flecks und vor allem der Mittelbinde der Vorderflügel. In dem Sub-
apikalfleck kann die Makel in F, vorhanden sein oder fehlen, bezw. nur
auf einem Flügel vertreten sein. In der Mittelbinde sind vor allem die
Flecke in Fı., F, und F, sehr verschieden in Größe und Gestalt; der
in F, kann sehr groß sein oder nahezu ganz verschwinden, auch in zwei
Flecke geteilt sein (wie bei ab. diwsimacula Strd.). Der in F, füllt
entweder die Wurzel des Feldes aus, in diesem Falle durch die Zwischen-
aderfalte gekerbt, oder ist nur in seiner hinteren Hälfte vorhanden,
bezw. nur noch angedeutet (wie bei Stetteni Strd.).
Die Zelle der Vorderflügel kann ganz ohne Zeichnung sein
oder es können hier (bei einzelnen Stücken asymmetrisch) folgende
Flecke auftreten: Entweder ein der Größe und Form nach sehr ver-
schiedener am Hinterrande zwischen R, und ,. oder ein einfacher bezw.
doppelter in der Vorderecke, oder schließlich ein Fleck am Hinterrande
neben einem solchen in der Vorderecke.
Ganz unregelmäßig ist die Ausbildung der Submarginalpunkte
der Vorder- und Hinterflügel und der Diskalflecke letzterer. Die Sub-
marginalpunkte können entweder ganz fehlen oder durch dünner
beschuppte (glasige) Stellen nur angedeutet oder durch grünlich gelbe
Schuppen mehr oder weniger deutlich markiert sein. Die Diskal-
flecke können ebenfalls entweder ganz fehlen oder aber als Doppel-
flecke, d. h. eigentlich einfache, durch die Zwischenaderfalten geteilte,
oder schließlich als gerundete bezw. hufeisenförmige nicht geteilte in
den Feldern 2—5 auftreten.
Diese Zeichnungselemente sind, was stärkere oder schwächere
Entwicklung anbetrifft, ganz unabhängig von einander; es können also
z. B. Stücke mit gut entwickelter Mittelbinde vollkommen die Diskal-
und Submarginalzeichnungen der Hinterflügel vermissen lassen und es
kann ebensogut das Umgekehrte der Fall sein. Es ist bei P. Boulleti
eine ganz erstaunliche Zahl der verschiedensten Kombinationen denk-
bar. Einzelne Stücke mit besonders reich entwickelter Zeichnung
kommen dem (ziemlich konstanten) Papilio Fulleri nahe. P. Boulleti
ist aber von Fulleri sicher dadurch zu unterscheiden, daß die Mittel-
binde der Hinterflügel in F, stets verwaschen ist bezw. als solche voll-
kommen verschwindet, während sie bei Fulleri saumwärts immer
scharf gegen die schwarzbraune Grundfarbe begrenzt ist. An dieser
Stelle findet sich bei Boulleti vielfach eine mehr oder weniger me-
tallisch glänzende Tönung (die bei einem der vorliegenden Stücke
— T.III fig.6 — sogar nach F, herüberreicht und hier schön rosen-
rot glänzt).
‚ Hinsichtlich der in F, der Hinterflügel verschwindenden Mittelbinde
gleicht Boulleti vollkommen uealegonides, der sich von ihm nur durch
Archiv für Naturgeschichte. 79, Jahrgang 1913, Abteilung A, Heft 7 Tafel I
A. Spaney phot.
A. Schultze: Papilio Boulleti le Cerf
Einige Mitteilungen über Papilio Boulleti le Cerf. 3
eine etwas fahlere Grundfarbe und die besser entwickelte Mittelbinde
der Vorderflügel (die Fleckenzeichnung der Mittelbinde ist auch in
F, vorhanden) unterscheidet. An der Hand des mir vorliegenden
Materials wage ich nicht zu entscheiden, ob ucalegonides und Boulleti
als Formen zu einer Art gehören, obwohl dies für mich mehr als wahr-
scheinlich ist. Auch zoogeographische Gründe sprechen dafür. Sollte
das tatsächlich der Fall sein, so wäre natürlich wcalegonides als die
Stammform anzusehen.
Mit ucalegon hat übrigens weder Boulletw noch ucalegonides irgend:
etwas zu tun. Bei einem Nebeneinanderhalten der Arten fallen bei
ucalegon sofort die grünlichweiße Zeichnung und die stets vorhandene
helle Bestäubung in der Außenhälfte der Hinterflügelzelle als
sichere Unterscheidungsmerkmale auf; auch ist bei wcalegon die Binde
der Hflgl. in F, wurzel- und saumwärts stets scharf begrenzt. Schließ-
lich muß noch erwähnt werden, daß die Binde der Hinterflügel auf der
Unterseite bei ucalegon weiß oder weißlich ist, während sie hier bei
Boulleti ockerbraun gefärbt ist. Die bei Fulleri anscheinend konstante
kirschrote Färbung der Flügelwurzel auf der Unterseite ist nur bei
einzelnen Stücken von Boulleti vorhanden. |
Ich habe versucht, in Vorstehendem den Beweis zu führen, daß
es sich bei den so mannigfach gezeichneten Stücken nur um individuelle
Abweichungen handelt, die in keiner Weise berechtigt sind, besondere
Namen zu-führen oder als Aberrationen zu gelten. Aberration ist
meiner Ansicht nach nur ein Tier, das bei sicherer Zugehörigkeit zu
einer sonst konstanten Art von derselben Fundstelle als vereinzeltes
Stück auffallende Unterschiede zeigt. Ich stehe des weiteren durchaus
auf dem Standpunkt, den Chr. Aurivillius in ‚Die Großschmetter-
linge der Erde‘ II. Hauptteil, III. Abt., p. 226 vertritt.
‚Im übrigen verweise ich auf die drei Lichtdrucktafeln, auf denen
außer einzelnen charakteristischen Stücken meiner Ausbeute von
Papilio Boulleti auch die Typen der oben erwähnten von Strand
als besondere Arten beschriebenen Formen abgebildet sind. Wer in-
dessen nicht zu bekehren ist, dem kann ich Papslio Boulleti als Objekt
seiner Beschreibungswut empfehlen, er hat hier die Möglichkeit, die
afrıkanische Papilionenfauna um Hekatomben von neuen Arten
zu bereichern.*)
Erklärung zu den Tafeln.
Tafel 1.
1. $ mit fast verschwindendem Diskalfleck in F, der Vflgl. und kaum an-
gederrteten Submarginalflecken.
2. Type von P. sanganoides Strd. im Berliner Museum (8).
3. & mit doppelter, asymmetrischer Fleckzeichnung der Viel. -Zelle und
fehlenden Diskalflecken der Hflgl. und fehlenden Submarginalflecken der Vorder-
und Hinterflügel.
*), Kritik folgt noch in diesem Heft.
Ins Hof
4 Arnold Schultze:
4. Type von P. sanganus Strd. im Berliner Museum (G).
5. 9, das außer Subapikalfleck und Mittelbinde nur halbglasige Sub-
marginalflecke der Vilgl. zeigt.
6. Type von P. sietteni Strd. im Berl. Museum (3) (kommt nach le Cerfs Be-
schreibung von Boulleti diesem sehr nahe).
Tafel I.
1. & mit asymmetrischer Zeichnung der Vflgl.-Zelle und geteilten Diskal-
flecken der Hflgl.
2. Cotype von P. sanganoides Strd. im Berliner Museum (Q).
3. $& mit asymmetrischer Zeichnung der Vorderflügel und vereinzeltem
Diskalfleck der Hilgl.
4. Type von P. foersterius Strd. im Berliner Museum ($).
5. d mit kleinem Doppelfleck in der Vorderflügelzelle und schwach an-
gedeuteten Submarginalpunkten.
6. Type von P. sanganoides Strd. ab. divisimacula Strd. im Berl. Mus. (S).
Tafel IIL
1. &: nach le Cerfs Beschreibung der f. transiens etwa entsprechend.
2. $ mit fehlender Diskalzeichnung der Hflgl. und fehlender Submarginal-
zeichnung der Vdflgl. und Hflgl.
3. Jin der Zeichnung dem P. Fulleri stark genähert.
4. 2 mit Submarginalpunkten der Vorderflügel, aber kaum angedeuteter
Zeichnung in der Saumhälfte der Hflgl.
5. & mit stark reduzierter asymmetrischer Zeichnung.
6. S mit stark reduzierter Mittelbinde der Vflgl., aber gut entwickelter Saum-
zeichnung der Hflgl. und hier rosaroter Tönung in F, und ..
Zwei neue melanotische
Papilioformen (Aberrationen) aus Westafrika.
Von
Arnold Schultze.
Papilio zalmoxis Hew. ab. einereus n. ab.
Diese Aberration unterscheidet sich von der Stammform durch
die aschgraue, glanzlose Grundfarbe der Oberseite. Andere Unter-
schiede sind nicht vorhanden. Nach einem & in coll. Schultze. Ich
fing diese prächtige Aberration in einem frischen Stück bereits 11. V. 06
bei Mundame am Mungofluß (Nordwestkamerun). Schon damals fiel
mir das Tier durch sein fremdartiges Aussehen auf; ich schenkte diesem
Umstand aber wenig Beachtung, da zalmoxis ohnehin etwas in der
Archiv für Naturgeschichte. 79, Jahrgang 1913, Abteilung A, Heft 7 Tafel II
A. Spaney phot.
A. Schultze: Papilio Boulleti le Cerf
Archiv für Naturgeschichte. 97, Jahrgang 1913, Abteilung A, Heft 7 Tafel III
A. Spaney phot.
A. Schultze: Papilio Boulleti le Cerf
Zwei neue’melanotische Papilioformen (Aberrationen). 5
Grundfarbe variiert, bald ins Blaue, bald ins Grüne oder Blaugraue
hin. Jetzt, wo ich Muße finde, mein gesammeites Material zu sichten
und aufzupräparieren, fiel mir der große Unterschied von cinereus
segenüber der Stammform allerdings doppelt auf. Mit Hilfe einer
suten Lupe ist deutlich zu erkennen, daß die abweichende Färbung
z.T. durch weißliche, vorwiegend aber durch schwarze Schuppen
hervorgerufen wird, die die blauen, glänzenden Schuppen fast ganz
verdrängen.
Noch sei bemerkt, daß meine oben gemachte Angabe über die
Variabilität der Färbung bei zalmoxıs nicht mit dem von Aurivillius
über ab. Rxppons Röb. in Seitz Fauna africana p. 12 Gesagten in Wider-
spruch steht. Solche stark verfärbten Exemplare wie Ripponi ent-
stehen, wenn man die getöten Falter in den Düten nicht gehörigtrocknet.
Man kann Ripponi also künstlich erzeugen; in der Natur aber habe ich
wenigstens sie niemals beobachtet.
Papilio ridleyanus White ab. infuscatus n. ab.
Bei dieser Aberration ist das schöne Rot der Oberseite durch
braune und schwarze Schuppen derart verdüstert, daß, vor allem auf
der Mitte der Hinterflügel, ein dunkelsepiabrauner Farbenton ent-
steht. Unterseits findet sich auf den Hinterflügeln, besonders vor den
Submarginalflecken in Fı_4, eine glänzend silbergraue Beschuppung.
Ein einziges $& von Kulembembe (Süd - Kamerun), Maı 1912
Coll. Schultze.
Diese Form scheint öfter vorzukommen. Wenigstens beobachtete
ich bereits im Jahre1911 in der Gegend von Lomie ein in einem schwer
zugänglichen Bachbette fliegendes Stück. Aus jener Gegend der Ur-
waldmoore stammt auch das von meinem intelligenten eingeborenen
Fänger erbeutete Exemplar. Ein weiteres erinnere ich mich in der
Sammlung des Hamburger Museums gesehen zu haben.
Untersuchungen am Schädel des Haushundes.
Von
Walter Frhr. Taets v. Amerongen,
stud. phil.
Die nachfolgende Arbeit wurde mit Genehmigung des Herrn
Professor Dr. Brauer, Direktor des Kgl. Zoologischen Museums zu
Berlin, und auf Vorschlag des Herrn Professor Matschie in diesem
Museum begonnen und zu Ende geführt. Zur Untersuchung standen
mir etwa 200 Haushundschädel aus der Sammlung des Kgl. Zoolog.
Museums und die sehr reichhaltige Sammlung der Kgl. Landwirt-
7. Hett
6 Walter Frhr. Taets v. Amerengen:
schaftlichen Hochschule zur Verfügung, die jeh mit Genehmigung des
Herrn Professor Plate benutzen durfte. An dieser Stelle möchte ich
auch den Herren Professor Dr. Brauer für die mir im Kgl. Museum
gewährte Gastfreundschaft, Professor Dr Plate für die Überlassung
der reichhaltigen Schädelsammlung der Landwirtschaftlichen Hoch-
schule, Professor Matschie, Dr. Knottnerus-Meyer und Dr. Hein-
roth für die Unterstützung meiner Arbeit und mir gegebenen An-
regungen verbindlichst danken.
Die Arbeit wurde auf die heute lebenden Hunderassen beschränkt.
Ihr Zweck war, eine Systematik der Haushunde nach den Merkmalen
des Schädels aufzustellen. Die erste umfassende Systematik der Haus-
hundrassen findet sich bei Fitzinger). Er behandelt die Entstehung
der Hunderassen durch Kreuzung, gibt eine systematische Übersicht
und fügt kurze Beschreibungen der Tiere und ıhrer Schädel bei. Er
teilt die Hunde in sieben Gruppen ein, nämlich die Haushunde (Canes
domestici), die Seidenhunde (Ü. extrarir), die Dachshunde (Ü. vertag:),
die Jagdhunde (C. sagaces), die Bullenbeißer (C. moloss?), die Wind-
hunde (C. Ieporaris) und die Nackthunde (Ü. cararbıcı).
“ Die Gruppe der Haushunde umfaßt nach Fitzinger 48 Rassen.
Dazu zählen die Schäferhunde, die Isländerhunde, die Spitze, die
Pampashunde, die Pariahunde, die nordischen Schlittenhunde, die
chinesischen und die japanischen Haushunde. Im Schäferhund sieht
Fitzinger!) eine reine, unvermischte Rasse und selbständige Art.
Er bezeichnet den Schäferhund als den Haushund. Diese Gruppe
ließ sich nach meinen Untersuchungen nicht aufrecht erhalten.
Mit den Schäferhunden blieben von den Hunden dieser Gruppe nur
die nordischen Schlittenhunde, die sibirischen Hunde und die Isländer
vereinigt. Die nordischen Schlittenhunde bilden zusammen mit den
Schäferhunden und den Pudeln meine Gruppe der Schäferhundartigen.
Sie stehen dem Schädelbau nach den Pudeln näher als den Schäfer-
hunden, und Fitzinger erklärt die sibirischen Hunde auch für eine
Kreuzung von Spitzen und großen Pudeln, betont also ihre Beziehungen
zu den Pudeln. Auch weist er auf die nahe Verwandtschaft des schotti-
schen Schäferhundes mit dem Isländer hin, und meine Unterssuchungen
am Schädel bestätigen diese.
Die Spitze vereinigte ich mit Terriern, Pinschern, Dachshunden
und Wachtelhunden in eine Gruppe. Aus den Dachshunden macht
dagegen Fitzinger eine eigene Gruppe mit 12 Rassen. Doch weist
er auf die Beziehungen zu Pudeln und Pinschern hin, die für die Züchtung
der lang- und rauhhaarigen Dachshunde in Betracht kommen. Diese
Übereinstimmung im Schädel von Dachshunden und Pinscher er-
gaben auch meine Untersuchungen. Die europäischen Spitze sieht
Fitzinger als hochgezüchtete Rasse der östlichen Spitze, die er als
Pommer bezeichnet, an und diese wiederum als klimatische Abänderung
seines Haushundes. Die stärkere Ausbildung des Stirnteiles im Ver-
!) Fitzinger. Die Rassen des zahmen Hundes, Sitzb. d. k. Akad. d.
Wissensch., Juli-Heft, Jahrg. 1867, S. 1—131.
Untersuchungen am Schädel des Haushundes. 7
hältnis zum Schnauzenteil bei unseren hochgezüchteten Spitzrassen
im Vergleich zu dem gestreckten, geraden Profil der asiatischen Spitze
und auch der W olfspitze bestätigt die Richtigkeit seiner Anschauung.
Auch die Pariahunde vereinigte ich in eine besondere Gruppe.
Fitzinger betrachtet den großen indischen Pariahund als eine kli-
matische Abänderung des Haushundes und als eine reine Rasse. Ebenso
fand ich den Schädel der Pariahunde dem der Schäferhunde ähnlich.
Doch setzt sich die Gruppe der Pariahunde aus den verschiedensten
Rassen zusammen.
Die Pampashunde, die Fitzinger!) noch zu seiner C. domestici-
Gruppe stellt, vereinigte ich mit den übrigen amerikanischen Hunden
in eine Gruppe. Fitzinger erklärt den Pampashund für eine Kreuzung
von Pyrenäenhund und Bullenbeißer. An einen, von Hensel mit-
gebrachten Schädel eines großen Camphundes aus Porto Alegre zeigte
sich auch Ähnlichkeit mit dem Doggenschädel.
Fitzingers zweite Gruppe, die der Seidenhunde, umfaßt 30
Rassen. Sie konnte ebenfalls nicht aufrecht erhalten werden, sondern
verteilt sich auf meine Gruppen. Fitzinger betrachtet die Stammform,
den großen südwesteuropäischen Seidenhund, als selbständige Art.
Schädel davon habe ich nicht untersuchen können. Von den übrigen
Hunden der Gruppe mußten die Spaniels, wie schon erwähnt, ebenso
wie die Pinscher mit den Spitzen zusammen in eine Gruppe gestellt.
werden. Die großen Spaniels sind nach Fitzinger durch Aklimatisation
entstandene Rassen des großen Seidenhundes, ebenso die Bolog-
neser und King Charles-Hündchen. Der Bologneser ist nach ihm
eine Kreuzung von Seidenhund und kleinem Pudel, der rauhhaarige
Pinscher eine solche von Bologneser und Spitz. Auch ich fand die
Ähnlichkeit im Schädel bestätigt und vereinigte daher beide in eine
Gruppe der Spitzartigen. Die Pudel betrachtet Fitzinger als Ab-
kömmlinge des großen Seidenhundes. Er glaubt, daß sie aus N.W. Afrika
stammen. Diese wurden dagegen von mir mit den nordischen Schlitten-
hunden und den Schäferhunden in die Gruppe der Schäferhund-
artigen vereinigt. Dazu kommen auch die Schäferpudel. Fitzinger
sieht sie als Mischlinge vom großem Pudel und Calabresenhund
an, der Windhundblut hat. Auf die Ähnlichkeit der russischen
Schäferpudel mit Windhunden weist auch Hilzheimer ?) hin.
Neufundländer und St. Bernhardshund gehören zu den Doggen.
Jene erklärt Fitzinger°) für eine Kreuzung von großen Pudel
und französischen Fleischerhund, diesen für eine solche von großen
Seidenhund und gemeiner Dogse. Doch mögen die für Doggen schlanke
Form des Schädels und die flachen Jochbögen des Neufundländers
!) Fitzinger. Die Rassen des zahmen Hundes. Sitzb. d. k. Akad. d.
Wissensch. Juli-Heft, Jahrg. 1867, S. 1—131.
2) Hilzheimer. Beitrag zur Kenntnis wenig bekannter Hunderassen.
Sep.-Abdr.. Zoologica. V. 37.
®) Fitzinger, ebenda.
7. Heft
8 Walter Frhr. Taets vv. Amerongen:
auf Kreuzung mit dem Pudel zurückzuführen sein. Sie erinnern an
dessen Schädel.
Die Gruppe der Jagdhunde konnte so, wie Fitzinger sie auf-
stellt, beibehalten werden, also ohne Spaniels und Teckel. Sie umfaßt
35 Rassen. Wie Keller!) weist auch Fitzinger auf die Kreuzung
mit Doggen hin, besonders für die Vorstehhunde, deren Schädel ja
auch viele Ähnlichkeit mit Doggenschädeln zeigen. Dasselbe ist beim
englischen Bluthunde (Bloodhound) der Fall. Auch der Schweißhund
ist ein Mischling vom alten Leithund und der dänischen Dogge. Den
Dalmatiner stellt auch Fitzinger als einen Abkömmling des fran-
zösischen Hühnerhundes, wie ich es tue, zu den Jagdhunden und nicht
wie Heck 2) in Beziehungen zu dem Bullterrier. Seinen Vorstehhund,
den Retriever, sieht Fitzinger als Kreuzung von Vorstehhund und
Pudel an. Ähnlichkeit des Schädels vom Retriever und Pudel ist
tatsächlich vorhanden.
Die fünfte Gruppe Fitzingers, die der Bullenbeißer, gehört als
zweite Untergruppe meiner Doggengruppe an und zu ıhr der Bullen-
beißer, den Fitzinger als eine ursprüngliche Rasse aus dem west-
lichen Mitteleuropa ansieht, ferner Bulldoggen und Möpse. Die großen
Doggen, deutsche Dogge, dänische Dogge, Mastiff, Tibetdogge sowie
Bernhardiner und Neufundländer, bilden meine erste Untergruppe,
die der eigentlihcen Doggen. Im Mops sieht Fitzinger nur eine Ab-
änderung des kleinen Bullenbeißers, ebenso in der Tibetdogge. Von
dieser leitet er auch den japanischen Hund ab. Die von Dönitz aus
Japan mitgebrachten und von mir untersuchten Hundeschädel sind
dagegen solche von Pariahunden. Auch der Mastiff ist nach Fitzin ger?)
ein Abkömmling des Bullenbeißers. Sein kurzer, breiter Schädel mit
dem kurzen Schnauzenteil, den ich selbst nicht untersuchen konnte,
scheint das zu bestätigen. In Übereinstimmung mit Keller #) nimmt
auch Fitzinger für die dänische Dogge Mischung mit Windhunden
an. Die im Vergleich zu denen der schweren Doggen leichteren Schädel
der kleinen Dogge, der dänischen Dogge, die Länge der Schnauze und
die Stellung der Zähne erinnern auch an die Windhunde. Zu seiner
Gruppe der Bullenbeißer zählt Fitzinger auch noch den glatten
Pinscher und den Terrier, den er als eine Kreuzung vom kleinen
dänischen Hunde und gradbeinigen Dachshunde ansieht. Dieser kleine
dänische Hund wieder ist nach Fitzinger eine Kreuzung von Mops
und italienischem Windspiele. Die Ähnlichkeit des Terrierschädel
mit dem vom Dachshund und Pinscher veranlaßte mich, die Terrier
zu Spitzen, Dachshunden, Pinschern und Wachtelhunden zu stellen.
!) Keller. Die Stammesgeschichte unserer Haustiere. Aus Natur und
Geisteswelt. Leipzig 1909.
2) Heck. Das Tierreich. Neudamm 1897.
®) Fitzinger. Die Rassen des zahmen Hundes. Sitzb. der k. Akad. d.
Wissensch. Okt.-Heft, Jahrg. 1867, S. 1—72.
*) Keller. Zur Abstammung unserer Hunderassen. Zürich 1903.
Untersuchungen am Schädel des Haushundes, 9
Wie seine Gruppe der Jagdhunde, konnte auch Fitzingers Gruppe
der Windhunde beibehalten werden. Sie ist eine in sich abgeschlossene,
typische Gruppe, und Fitzinger sieht mit Recht im großen Wind-
hunde eine selbständige Art. Auch auf die Beziehungen des russischen
Windhundes zu den Schäferhunden weist er hin. Er sieht ıhn als eine
Mischung des großen Windhundes mit dem orientalischen Hirtenhunde
an. Das von der Orbita bis zur Nasenöffnung gerade Profil und die
Zahnstellung sind ja auch bei Schäferhunden und Windhunden gleich,
die Länge der Schnauze ist dagegen verschieden. Die übrigen Wind-
hundrassen auch die Greyhounds, die Strebel!) mit den Deerhounds
von den Windhunden trennt, betrachtet Fitzinger als Abänderungen
des großen Windhundes. Auch diese Anschauung wurde durch die
auffallende Übereinstimmung der Windhundschädel bestätigt.
Als eine besondere Gruppe mit 6 Rassen sieht Fitzinger ?) end-
lich die Nackthunde an. Er erklärt den Nackthund für eine selbständige
Art. Eine Abänderung dieses Hundes ist nach seiner Ansicht der
ägyptische Hund und eine Kreuzung des ägyptischen Hundes mit dem
italienischen Windhunde ist der nackte Windhund, eine solche mit dem
King Charles-Spaniel der langhaarige ägyptische Hund. Diese Bei-
mischung fremden Blutes läßt aber die Gruppe der Nackthunde keines-
wegs einheitlich erscheinen. Einige kommen den Spitzen, andere den
Pinschern nahe, und wieder andere sind Windhunde. Dahın sind sie
nach dem Bau ihrer Schädel zu stellen, und die Gruppe der Nackt-
hunde läßt sich deshalb nicht aufrecht erhalten. Nackte Hunde sind
ein Erzeugnis der Domestikation und kommen in vielen Hunde-
sruppen vor. Sie gehören ebensowenig zusammen wie Spaniels,
Tschins und Möpse, die alle mopsköpfige Formen verschiedener
Hundegruppen sind.
Haacke?°) teilt die Hunde in 6 Gruppen ein, nämlich Wolfartige,
zu denen er die Schäferhunde zählt, in Windhundartige, Wachtelhund-
artige, Jagdhundartige, Doggenartige und Pinscherartige. Eine be-
sondere Stellung nehmen nach seiner Ansicht die wolfartigen Hunde
des Nordens, die Eskimohunde, ein. Nahe verwandt sind mit diesen
nach Haacke die Spitze. Zu ihnen rechnet er auch den sogenannten
chinesischen Schäferhund. Von diesem bringe ich weiter unten die
Beschreibung eines Schädels und Felles. Danach steht das rotbraun
gefärbte Tier, das nach Haacke einen blauen Gaumen und eine blaue
Zunge besitzen soll, in seinen Schädelmerkmalen dem Pudel am nächsten
Wie Haacke weist auch Bartlett®, auf die Sonderstellung
der Eskimohunde hin. Er bezeichnet sie als domestizierte Wölfe und
betont ihre leichte Vermischung mit den nordischen Wölfen. Die
nordischen Hunde konnte ich dem Schädel nach mit den Schäferhunden
I) Strebel. Die deutschen Hunde. München. 2 Bände.
®) Fitzinger. Die Rassen des zahmen Hundes. Sitzb. d. k. Akad. d.
Wissensch. Okt.-Heft, Jahrg. 1867, S. 1—72.
2) Haacke. Das Tierleben der Erde. Berlin 1900.
#) Bartlett. Observation on Wolves, Jackals, and Foxes. London 1890.
7. Heft
10 -- Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
und Pudeln und dazu auch die Laikas, die nach Kulagın!) dem
Canis inostranzewi Anutschin sehr nahe stehen, und den Isländerhund
vereinigen.
Auch Heck?) stellt die Laikas, Schlittenhunde und Isländer
zusammen, trennt aber davon die Schäferhunde, denen, besonders
dem Collie, der Isländer im Schädelbau sehr nahe steht. Dagegen
vereinigt Heck, wie auch ich das tue, Pudel und Schäferhunde. Eine
besondere Stellung gibt er den Pinschern, ebenso wie den Spitzen.
Diese beiden Hunde sind aber nach dem Schädel mit Terriern, Teckeln
und Spaniels in eine Gruppe zu vereinigen. Die Abstammung der
Pinscher bezeichnet Heck als fraglich, er nennt sie aber eine ein-
geborene deutsche Rasse und reiht ihnen die Bologneser, Seidenspitze
und Zwergpinscher an. Die Zwergspaniels stellt er zu den Wachtel-
hunden.
Gray?) dagegen erklärt es für unmöglich, Terrier und Spaniels
im Schädel und weiterhin beide von den Parias zu unterscheiden.
Diese letztere Ansicht fand ich nicht bestätigt, denn die Pariahunde
zeigen in ihren Rassen sehr verschiedene Schädelformen, erinnern aber
im allgemeinen an Schäfer- und Windhunde. Andererseits stimmen
Terrier und Wachtelhunde im Schädel in vieler Beziehung überein,
sodass sie in eine Gruppe zusammengefaßt werden konnten. Sie unter-
scheiden sich aber doch soweit voneinander, das sie besondere Unter-
gruppen bilden. Wenn Gray weiter betont, daß die Unterschiede
zwischen den Hunderassen anders und unbestimmter sind als die
zwischen Arten und Gattungen freilebender Tiere, so bestätigen das
auch meine Untersuchungen am Schädel des Haushundes. Die großen
Veränderungen der Hunde unter dem Einfluß der Domestikation
machen sich auch am Schädel sehr geltend, sodaß in jeder Gruppe
bei einzelnen Rassen sich Abweichungen vom Typus der Gruppe finden.
So haben die Pudel einen wesentlich mehr abgesetzten Stirnteil als
die Schäferhunde. Selbst eine so ursprüngliche Rasse wie die Tibet-
dogge unterscheidet sich im Schädel sehr vom Wolfe durch ihren ab-
gesetzten Stirnteil.
Unter den Doggen stehen nach Hecks*) Ansicht Saufänger,
der sogenannte Canis molossus, und Tibetdogge dem Mastiff nahe
Einen Schädel dieses Hundes konnte ich selber nicht untersuchen.
Wenn Heck nach Beckmann den Tschin als langhaarigen Mops be-
zeichnet und den Nackthund seinem Körperbau nach ein plumpes
Windspiel nennt, bestätigen meine Untersuchungen am Schädel
dieses ebensowenig, wie die nach Hecks Ansicht vorhandenen
Beziehungen des Dalmatiners zum Bullterrier. Der Dalmatiner
2, Kulla ein Mitteilung über die Hunderasse der Laikas (Eskimohunde)
in Rußland. Zoolog. Jahrb. Abt. Syst. 1892.
®) Heck. Das Tierreich. Neudamm 1897.
») Gray. Notes on the skulls of the Species of Dogs, Wolves and Foxes in
the Colleetion of the Briths Museum 1868.
4) Heck. Ebenda.
Untersuchungen am Sehädel des Haushundes. 11
sehört vielmehr zu den Jagdhunden. Er hat auch wie diese einen
quadratischen letzten Molaren mit nur drei .Höckern, zwei äußeren
und einen inneren. Auf diese Eigentümlichkeit des Jagdhundgebisses
weist auch Hilzheimer!) hin.
Eine Einteilung der paläarktischen Hunde nach ıhrer mutmaßlichen
Abstammung nimmt Duerst ?) vor. Er teilt die Hunde in zwei Stämme
ein, die paläarktischen und die südlichen Hunde. Zu diesen zählt er
die Parias und die Windhunde, jene zerlegt er in fünf verschiedene
Typen, nämlich den Typus des Ü. familkiarıs palustrıs Rüt., den das
C. f. inotranzewv Anutschin, den Typus des €. f. leinerv Studer, des
C. fam. intermedius Woldrich und des C. f. matris optimae Jeitteles.
Die erste Gruppe umfaßt Spitze, Pinscher und Terrier, die zweite
die nordischen Schlittenhunde, den Neufundländer, Bernhardiner
und alle Doggen. In der dritten Gruppe vereinigt er den irischen Wolf-
hund und den Greyhound, Vorstehhunde und Pointers, Schweißhunde,
Setters und Wachtelhunde. Zu diesen zählen nach Duerst die Spaniels,
Malteser und Bologneser. Endlich zählt er noch zu dieser Gruppe
die. Dachshunde. Zum letzten Typus, dem des Ü. f. matris optimae
Jeitteles rechnet er Schäferhunde und Pudel.
Keller?) sieht die Schäferhunde als den Spitzen nahestehend
an, denen sich die Inca- und Pariahunde anschließen. Eine besondere
Gruppe bilden nach ihm die Windhunde, deren Gegenstück die Doggen
sind. Er teilt die Hunde in eine Anzahl von Stämme ein, die er von
prähistorischen Hunden ableitet. So nennt er den Canis matrıs optimae
Stud. als Stammform der Schäferhunde, den Ü. palustris Rütim. als
Stammform der Spitzartigen. Die Doggen leitet er von der Tibet-
dogge und weiter von dem schwarzen tibetanischen Wolf ab. Als wilde
Stammform der, Windhunde sieht er den Ü. simensis an. Diese An-
schauung wird von Nehring *) auf Grund von Merkmalen des Schädels
und besonders des Gebisses verworfen. Die Incahunde (©. ingquae)
haben sich nach Kellers Angabe mehr oder weniger rein bei den
Indianern erhalten, vielleicht stehen diesen Hunden die von Porto
Alegre nahe, von denen ich einen von Hensel mitgebrachten Schädel
‚untersuchen konnte. Er zeigt vollkommen den Typus des Schäfer-
hundes, während der Schädel eines großen Camphundes von Porto
Alesre an den einer Dogge erinnert. Auch zwei Hundeschädel von
Rio Grande do Sul erinnern, wenn auch weniger, an den Schäferhund.
Wie Duerst?°) teilt auch Strebel®) die Haushunde in sechs
Gruppen ein. Die erste bezeichnet er als C. famiharıs palustris Büt.
!), Hilzheimer. Variation des Canidengebisses mit besonderer Berück-
sichtigung des Haushundes. Zeitschr. f. Morphol. u. Anthrop. Bd. 9.
2) Duerst. Die zoologischen Merkmale des Hundes. Leipzig 1905.
®2) Keller. Die Stammesgeschichte unserer Haustiere. Leipzig 1908.
#) Nehring. Zur Abstammung unserer Hunderassen. Zool. Jahrb. Abt.
System. 1888.
5) Duerst. Die zoologischen Merkmale des Hundes. Leipzig 1905.
6) Strebel. Die deutschen Hunde. München. 2 Bände.
7. Hoft
12 Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
Gruppe und zählt zu ihr die Spitze, Pinscher und Terrier. In die zweite
Gruppe, die des ©. f. inostranzewi Anutsch., vereinigt er die Nordlands-
hunde, den Samejedenspitz, die Laikas, den Elch- und den Isländer-
hund. Diese letztgenannten faßt er als Untergruppe der Laikaartigen
zusammen. Als weitere Untergruppe schließt sich diesen die der
Doggenartigen an. Es folgen die Gruppen des ©. f. matris optimae Stud.
zu der die Hirtenhunde, Schäferhunde und Schäferpudel sowie die
Metzgerhunde gezählt werden, und die Gruppe des C. f. intermedius
Woldr., zu der Strebel!) die Pudel, sämtliche Jagdhunde, die Wachtel-
hunde und auch den Tschin zählt. Eine eigene kleine Gruppe, die des
C. f. leineri Stud., bilden der schottische Hirschhund (Deerhound)
und der irische Wolfshund. Die letzte Gruppe endlich sind die Paria-
hunde, und zu ihnen zählt Strebel die eigentlichen Parias und die
Windhunde, zu denen er auch den Nackthund rechnet.
Von dieser Systematik Strebels weicht die von mir aufgestellte
in vielen Punkten ab. Zu den Hunden, die Strebel in seine (©. f. pa-
lustris Rüt.-Gruppe zusammenfaßt, mußten auf Grund der Schädel-
merkmale noch die Wachtelhunde und Teckel hinzugefügt werden.
Der Tschin, den Strebel zu den Wachtelhunden zählt, ist aber als
eine Mopsform des Spitzes anzusehen. Von der zweiten Gruppe mußten
die Schlittenhunde, die Laikaartigen mit den Schäferhunden und
Schäferpudeln, die zu Strebels dritter Gruppe zählen, und dem
Pudel, den Strebel zu den Jagdhunden stellt, in eine Gruppe ver-
einigt werden. Der Isländer-Hund kommt nach meinen Untersuchungen
dem Üollie und dem ungarischen Schäferhunde am nächsten, nicht
den Laikas. Die zweite Untergruppe, die der Doggenartigen, bildet
dagegen in der von mir aufgestellten Systematik eine eigene Gruppe.
Aus der vierten Gruppe Strebels stellte ich den Pudel zu den Schaf-
pudeln und Schäferhunden, die Dachshunde zu meiner ersten Gruppe
mit Spitzen, Terriern, Pinschern und Spaniels zusammen und ver-
einigte die Jagdhunde in eine besondere Gruppe. Den schottischen
Hirschhund (Deerhound) aus Strebels C. f. leineri Stud.-Gruppe
vereinigte ich mit den Windhunden in eine Gruppe. Ich trennte diese
also von den Parias, da sie eine in sich geschlossene Gruppe mit sehr
gleichem Typus in allen Rassen bilden.
Es ergab sich aus meinen Untersuchungen die Einteilung der
Haushunde in sieben Gruppen, die der Spitzartigen, der Schäferhund-
artigen, der Jagdhunde, der Doggen, der Windhunde und der Paria-
hunde, denen sich die amerikanischen Hunde als siebente Gruppe
anschließen. Zu den Spitzartigen kamen als Untergruppen die
eigentlichen Spitze, die Pinscher, Terrier, Dachshunde und Spaniels.
Der japanische Tschin und der Nackthund gehören zu den Spitzen.
Die zweite Gruppe umfaßt die drei Untergruppen der Schlittenhunde,
der Schäferhunde und der Pudel. Die Gruppe der Jagdhunde bildet
keine Untergruppen, die der Doggen die beiden Untergruppen der
Doggen sowie die der Bulldosgen und Möpse. Die Gruppe der Wind-
!) Strebel. Die deutschen Hunde. München. 2 Bände.
Untersuchungen am Schädel des Haushundes. 13
hunde sowie die der Pariahunde bilden ebenfalls keine Untergruppen.
Zu jenen zählen auch der schottische Hirschhund, der Slughi und der
Haussahund vom Tsadsee, zu diesen ein kleiner Battakerhund von
Sumatra, während der große Battakerhund zu den Spitzen zählt.
Diese Einteilung ist auf den Merkmalen des Schädels begründet.
Der Haushundschädel ist ja nach der Zeitdauer der Domestikation
mehr oder minder großen Veränderungen unterworfen, worauf auch
Gray!) hinweist. Von allen Wildhundschädeln unterscheiden sich
die Haushundschädel dadurch, daß bei ihnen der höchste Punkt des
Profils nie der Hinterhauptshöcker ist, sondern daß dieser meist dicht
hinter dem Orbitalring liegt. Hier tritt eine Knickung des Profils ein.
Von diesem Knickungspunkte fallen Stirn- und Schnauzenteil ver-
schieden stark ab. Bei ursprünglicheren Hunderassen, wie es die Wolf-
spitze und besonders die Laikas, Schäferhunde, Windhunde und viele
Parias sind, bleibt das Profil gestreckt; der Nasenrücken von der Orbita
bis zum Foramen nasale ist gerade, nicht eingesenkt. Dieses ist bei
hochgezüchteten Kulturrassen der Fall. So zeigt es sich schon am
Schädel der europäischen Spitze, dann der den Schäferhunden nahe
stehenden Pudel. Am stärksten findet sich diese Einsenkung der
Nasenwurzel und der scharfe Absatz von Stirn- und Schnauzenteil
bei allen Hunden mit verkürztem Kopf, wie den Bernhardinern, be-
sonders aber bei den Bulldoggen und Möpsen, sowie den mopsköpfigen
Nackthunden, Zwergspaniels und Tschins.
Bei kleinen Kulturrassen, wie sie meine erste Gruppe umfaßt,
behält der Schädel jugendliche Form, der Stirnteil überwiegt gegen-
über dem Schnauzenteile, Knochenkämme fehlen ganz oder sind nur
wenig entwickelt, die Orbita steht bei solehen Hunden immer gerade,
bei ursprünglichen Hunderassen steht sie schräg. Die Schädelkapsel
ist hoch. Bei den meisten kleinen Hunderassen bleibt, was sich sonst
nur bei jungen Hunden findet, ein zungenförmiger Fortsatz des Hinter-
hauptes erhalten, der sich mehr oder minder weit, bisweilen nahe an
die Sutura coronalis heran, zwischen die Parietalia einschiebt.
Sehr charakteristische Merkmale für die Unterscheidung der
Haushundschädel sind Form und Verlauf der Stirnleisten, die Aus-
bildung von Scheitelkämmen, bei einigen Rassen, besonders kleinen
Hunden, wie Spitzen, Terriern u. a., das Hinterhaupt, ferner die Länge
der Nasenbeine und in einigen Gruppen das Gebiß. So stehen bei allen
Windhunden die Praemolaren frei, deren Zahl bei den Haushunden
sehr schwankt, worauf auch Hilzheimer ?) hinweist.
Die Anfertigung der Maßtabellen erfolgte im Anschluß an
Nehring®). Zu den Maßtabellen sei zur Erklärung darauf hin-
!) Gray. Notes on the skulls of the Species of Dogs, Wolves and Foxes in
the Colleetion of the British Museum. Proc. Zool. Soe. London 1868.
?) Hilzheimer. Variation des Canidengebisses. Zeitschr. f. Morphol.
u. Anthrop. Bd. 9. |
®) Nehring. Zur Abstammung unserer Hunderassen. Zool. Jahrb. Abt.
Syst. 1888.
1. Heft
14 Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
gewiesen, daß unter der Gesamtlänge des Schädels die Entfernung
von dem höchsten Punkte des Hinterhauptes bis zum Vorderrande
der mittleren Schneidezahnalveole, unter der Länge der Schnauze
(No.7) der Abstand von dem Processus postorbitalis bis ebenfalls
zum Vorderrande der mittleren Schneidezahnalveole zu verstehen ist,
und daß die Höhe des Schädels (No. 16) vom vorderen Choanenrande
bis zum Treffpunkte der Sutura sagittalis und der 8. coronalis gemessen
wurde. Die bei der Beschreibung der Schädel in Klammern hinzu-
sefügten Zahlen bezeichnen die Katalog-Nummer des gemessenen
Schädels, die Buchstaben Z.M. oder L. H. geben an, ob der Schädel
der Sammlung des Zoologischen Museums oder der Landwirtschaft-
lichen Hochschule angehört. Die Beschreibung der einzelnen Gruppen
ist in der oben angeführten Reihenfolge vorgenommen und beginnt
mit der Gruppe der Spitzartigen.
I. Gruppe: Spitzartige.
Die in dieser Gruppe zusammengefaßten Untergruppen und Rassen
sind sehr verschiedenartig. Außerlich fallen die Stehohren der Spitze
und die großen Hängeohren der übrigen Hunde dieser Gruppe auf.
Jene deuten darauf hin, daß es sich bei den Spitzen um eine ur-
sprünglichere Rasse handelt. Die Pinscher und Terrier mit ihren großen
Hängeohren sind dagegen, wie Matschie!) annimmt, vielleicht von
ausgestorbenen löffelhundähnlichen Wildhunden abzuleiten. Sie haben
ihre Hängeohren erst durch längere Domestikation erhalten.
Im Schädelbau kennzeichnet alle Hunde der ersten Gruppe ein
bedeutendes Überwiegen des Stirnteils über den Schnauzenteil und,
nit Ausnahme der sehr ursprünglichen Rasse der Wolfspitze, ein deut-
licher Absatz von Stirn und Schnauze. Die Schnauze ist bei allen spitz.
Alle Hunde der Gruppe sind klein oder höchstens mittelgroß. Die
größten sind der Beduinenspitz und der Spitz von Obdorsk mit emer
Schädellänge von 18,4 cm. Der zu den Spitzen zählende Tschin weist
nur 9,2 cm Schädellänge auf, der King-Charles Spaniel nur 8,4 cm.
. Allen gemeinsam ist die Höhe der Schädelkapsel, die meist mehr
als 1/;, der Gesamtlänge des Schädels ausmacht. Eine Ausnahme bilden
die asiatischen Spitzrassen, die Fitzinger ?) als Pommer bezeichnet
die Wolfspitze und der langhaarige Teckel. Sie bleiben nur wenig
hinter diesem Maße zurück.
Bei allen Hunden dieser Gruppe sind auch die Jochbögen sehr
breit. Ihre größte Breite übertrifft stets die halbe Schädellänge.
Etwas schmaler als bei den andern Hunden sind sie bei den Wolfspitzen.
Die Orbita steht meistens gerade, bei den Spitzrassen mit schlan-
kerem Kopfe, so bei den Wolfspitzen, schräger.
‘) Matschie. Bilder aus dem Tierleben. Stuttgart 1902.
*”) Fitzinger. Die Rassen des zahmen Hundes. Sitzb. der k. Akad. d.
Wissensch. Nov.-Heft, Jahrg. 1867, 8. 1—40. dad
Untersuchungen am Schädel des Haushundes. 15
Die Stirnhöhlen sind gut entwickelt und verschwinden nur bei
den mopsköpfigen Rassen, dem Nackthunde, den Tschin und den
Zwergspaniels. Bei den Wolfspitzen sind sie schwächer.
Knochenkämme finden sich nur in geringerGröße bei den asiatischen
Spitzen. Dagegen sind die Stirnleisten gut entwickelt, nur bei den
Pinschern und Terriern schwächer und in ihrem Verlaufe ein gutes
Kennzeichen für die Hunde der Gruppe. Auch der Verlauf der Kron-
naht ist charakteristisch. Sie ist bei einigen Rassen nicht gerade,
sondern von der Scheitelnaht nach dem Hinterhaupte zu geknickt.
Das Gebiß ist durch geschlossene Stellung der Zähne gekennzeichnet
Diese Stellung ergibt sich aus der Kürze des Schnauzenteils. Nur der
Beduinenspitz und der Obdorok haben frei stehende Praemolaren.
1. Uniergruppe : Spitze.
Die erste Untergruppe, die der Spitze, umfaßt eine ganze Anzahl
Rassen in Europa, Afrika und Asien. Gemeinsame äußere Merkmale
für alle sind gedrungener Körperbau, zugespitzte Schnauze und ge-
ringelte Rute. Die Abstammung von Canis palustris Rüt. wırd als
feststehend von Keller!), Studer ?) und Jeitteles®) angenommen.
Doch ist anzunehmen, daß für die Entstehung der Spitzrassen auch
noch andere wilde Canıden in Betracht kommen. In den Spitzen ist
wahrscheinlich die älteste europäische Hunderasse zu sehen. Der
spitzschnauzige Ü. palustris Rüt. ist, wie Studer sagt, dem großen
Spitz, nicht aber dem Schäferhund ähnlich. Während Keller den
Tungusenspitz als direkten Nachkommen des Torfspitzes ansieht
und annimmt, daß die Pinscher auf früherer Stufe und etwas später
die heutigen europäischen Spitzrassen von dem Hauptstamm sich
abgezweigt haben, ist Studer *) der Ansicht, daß Pinscher, Tungusen-
spitz, Tschau, Battakerhund, Wolfspitz, Canis novaehiberniae und
Spitze sich alle selbständig vom Ü. palustris Rüt. aus entwickelt haben.
Die größten, von mir gemessenen Spitzschädel sind der Beduinen-
spitz und der des Spitzes von Obdorsk (Sibirien). Ihnen schließen sich
der Battakerspitz, die Wolfspitze und der vom Ob stammende kleine
wolfspitzähnliche Hund, die kleineren Spitzrassen, deren Schädel
durch starkes Überwiegen des frontalen Teiles sich auszeichnet, sowie
die Tschin- und die Nackthunde, welche von Strebel°) bisher irrtümlich
zu den Windhunden gestellt wurden, an. Im Bau ihres Körpers und
besonders des Schädels stehen sie durchaus den kleinen Spitzrassen
!) Keller. Die Abstammung der ältesten Haustiere. Zürich. 1902.
?) Studer. Beitrag zur Naturgeschichte unserer Hunderassen. Naturw.
Wochenschr. XII. Ä
undderselbe. Die prähistorischen Hunde in ihren Beziehungen zu den
gegenwärtig lebenden Rassen. Abhandl. d. schweiz. pal. Ges. Bd. 28, 1901.
®2) Jeitteles. Die Stammväter unserer Hunderassen. Wien 1877.
*) Studer. Die prähistorischen Hunde in ihrer Beziehung zu den gegen-
wärtig lebenden Rassen. Abhandl. d. schweiz. paläontol. Ges. Bd. 28, 1901.
5) Strebel. Die deutschen Hunde. München. 2 Bände.
7. Heft
16 Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
nähe. Mit Rücksicht auf ihre besonderen Merkmale in der Behaarung,
die nicht gerollt getragene Rute und die Besonderheiten des Gebisses
nehmen sie jedoch eine gewisse Sonderstellung ein.
Die beiden ersten Spitze, deren Schädel ich untersuchen konnte,
der Beduinenspitz und der Spitz von Obdorsk (Sibirien), gehören
sehr ursprünglichen Spitzrassen an, und weisen am Schädel eine ganze
Anzahl übereinstimmender Merkmale auf.
Der Beduinenspitz (Dr. Spatz Tunıs 5. 10. 94. Z. M.) ist größer
als unser Wolfspitz. Stirn- und Schnauzenteil sind deutlich abgesetzt.
Der Stirnteil trägt eine nach dem Hinterhaupt zu immer stärker
werdende Crista, an der sich das Occiput über die Schädelkapsel erhebt.
Die nicht sehr breite Hirnkapsel weist einen größeren Unterschied
zwischen größter und geringster Breite auf. Bei einem augenscheinlich
männlichen Exemplare aus dem Zoologischen Garten Berlin (K.L.H.
4731) ist das nicht der Fall. Bei diesem sind auch die Jochbögen breiter.
Alles das scheint darauf hinzudeuten, daß es sich bei dem Spatzschen
Exemplar um eine Hündin handeit. Die Orbita steht gerader als beim
Wolfspitz und den Pariahunden. Die Stirnhöhlen sind gut entwickelt
und die Processus postorbitales springen deutlich vor. Die Stirnleisten
treffen sich vor der gleichmäßig ringförmigen Sutura coronalis. Die
Nasalia springen über den gebogenen Vorderrand des Intermaxillare
etwas vor, gehen aber nur wenig weiter in das Frontale hinein als die
Maxillaria. Die Schnauze verjüngt sich plötzlich von den Foramina
infraorbitalia ab stark. Das Hinterhaupt steigt gerade an und hat
dreieckige Form. Eine deutliche Mittelcrista ist vorhanden. Das
Hinterhauptsloch ist klein, die Stellung der Praemolaren eine freie
wie bei den Parias.
Eine andere, ebenfalls ursprüngliche Spitzrasse ist der Hund
von Obdorsk in Sibirien (A. 2164 Z.M.). Trotzdem dieser Hund
von dem Beduinenspitz weit entfernte geographische Breiten bewohnt,
stimmt er mit ihm in manchen Merkmalen des Schädels überein. Auch
er besitzt deutlich abgesetzten Stirn- und Schnauzenteil. Dieser fällt
von dem höchsten Punkte des Schädelprofils mehr ab als der Stirnteil.
Die Stirnhöhlen sind sehr groß und die Proc. postorb. nach unten
gebogen. Die Stirnleisten vereinigen sich bereits vor der Sutura coro-
nalis zu einer nicht sehr hohen, aber starken Crista. Das Hinterhaupt
erhebt sich an dieser kaum über die Schädelkapsel. Die Orbita steht
etwas schräger als beim Beduinenspitz. Die Nasalia gehen nicht weiter
in das Frontale hinein als die Maxillaria, springen aber über den stark
gebogenen Vorderrand des Intermaxillare wie beim Beduinenspitz
wenig vor. Der Zwischenkiefer ist wie beim Wolfspitz kleinen Schlages
lang. Die Schädelkapsel ist ziemlich schlank und stärker als bei den
andern Spitzen hinter den Proc. postorb. eingeschnürt. Das Hinter-
haupt trägt eine schwächere Mittelerista als das des Beduinenspitzes,
gleicht diesem aber sonst. Auch das Gebiß ist dem des Beduinen-
spitzes gleich.
‚ Abweichend von diesen beiden und mehr unsereın großen Wolf-
spitz im Schädel ähnlich, aber wie beide eine ursprüngliche Hunde-
Untersuchungen am Schädel des Haushundes. 17
rasse, ıst der Battakerspitz von Java. Es standen dem Verfasser
davon 4 Schädel, davon 3 aus der Landwirtschaftlichen Hochschule,
die aus Soerabaja stanımen, zur Verfügung. Dieser Battakerspitz
ist wohl zu unterscheiden von einer kleineren, zu den Pariıas zu zählenden
Rasse, die ebenfalls auf den Sundainseln heimisch ist, und von der
weiter unten die Rede sein wird.
Der Schädel des Battakerspitzes (5402 &3 L. H.) hat im Gegen-
satz zu den eben besprochenen geraderes Profil. Die Nasenwurzel ist
nur ganz wenig eingesenkt, während der Stirnteil von den Processus
postorbitales ab nach dem Hinterhaupte zu nur wenig abfällt. Die
Stirnhöhlen sind stark entwickelt und die Proc. postorb. infolgedessen
nach unten gebogen. Die Stellung der Orbita ist schräg. Die Hirn-
kapsel ist nicht sehr breit und die Stirnleisten vereinigen sich ab-
weichend vom Beduinenspitz und Spitz von Obdorsk erst dicht vor
dem Hinterhaupt zu einer sehr schwachen Crista. An dieser trıtt das
Hinterhaupt wenig über die Hirnkapsel vor. Die Sutura coronalıs
ist an der S. sagittalis in eine Spitze ausgezogen. Die Nasalia gehen
etwa !/, cm weiter in das Frontale hinein als die Maxillaria. Das Hinter-
haupt ist sehr schräg gestellt und nicht sehr groß. Die seitlichen Kanten
des Hinterhauptes sind geschweift, die Choanenöffnung breit und
kurz. Die Jochbögen sind breit. Das Gebiß ist wie bei den europäischen
Spitzen geschlossen. Es weicht darin also von dem der Parias ab.
Die Schnauze ist nach vornezu gleichmäßig verjüngt, die Nasen-
öffnung ist nicht sehr weit.
Unter den europäischen Spitzen sind zwei Gruppen auch dem
Schädel nach deutlich zu unterscheiden, die der Wolfspitze und die
der kleineren, meist schwarz oder weiß gefärbten Rassen. Die Woltf-
spitze erinnern in Haarfarbe und Schädelform mehr an die wilden
Caniden, wenn auch anzunehmen ist, daß beide gemeinsamen Ursprungs
sind.
Der Schädel des Wolfspitzes großen Schlages (A. 3440 Z. M.)
kennzeichnet sich durch langen Schnauzenteil, gestrecktes Profil,
das noch gerader ist als das des Beduinenspitzes, aus. Stirn- und
Schnauzenteil fallen beide von der Schädelkniekung hinter den Proc.
postorb. gleich ab. Die Stirnhöhlen sind schwach entwickelt, die Proc.
postorb. daher nur wenig nach unten gebogen. Die Hirnkapsel ist
schmal, hinter den Proc. postorb. noch weniger als beim Battakerhund
eingeschnürt. Wie bei diesem ist auch die Sutura coronalis auf der
S. sagittalis nach dem Hinterhaupte zu in eine Spitze ausgezogen.
Ebenso treffen sich die Stirnleisten erst dicht vor dem Hinterhaupte
und bilden eine ganz kurze niederige Crista, an der sich das Hinterhaupt
wenig über die Schädelkapsel erhebt. Die Nasalia springen wie beim
Battakerspitz nicht über den gebogenen Vorderrand des Intermaxillare
vor, schieben sich dagegen wie bei diesen weit in die Frontalia ein,
während die Breite an den Proc. postorb. geringer ist und die Joch-
bögen flacher sind. Die Schnauze ist spitz, die Choanenöffnung lang
und schmal. Das Hinterhaupt ist wie beim Battakerspitz oben ab-
Archiv für Naturgeschiechte
1913. A. 7. 2 7. Heft
18 Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
gerundet. Das Hinterhauptsloch ist im oberen Rande geknickt.
Die Zähne stehen ohne Zwischenräume nebeneinander.
Der Schädel des Wolfspitzes kleinen Schlages (Z.M.),
der als ‚‚Wolfspitz aus der Mark“ bezeichnet ist, gleicht im wesentlichen
dem vorigen. Die Schnauze ist noch spitzer als bei jenem, das Inter-
maxillare auffallend verlängert. Der Stirnteil fällt erst dicht vor dem
Hinterhaupte nach diesem zu steil ab. Das Hinterhaupt ist nach oben
hin gleichmäßig verjüngt, das Foramen magnum breit und niederig.
Die Sammlung des Kgl. Zoologischen Museums enthält noch den
Schädel eines kleinen Spitzhundes (A. 2762) vom Ob. Dieser ist sehr
stark beschädigt, scheint aber dem des Wolfspitzes kleinen Schlages
ähnlich zu sein. Er unterscheidetsich jedoch von diesem durch eine
gerader gestellte Orbita.
Die kleineren Spitzrassen unterscheiden sich im Schädelbau
wesentlich von den Wolfspitzen. Der Schädel zeigt mehr die Kenn-
zeichen des Haushundes und jugendliche Formen. Stirn- und Schnauzen
teil sind deutlich abgesetzt, dieser tritt gegenüber dem Stirnteil zurück.
Die Orbita steht gerade.
Der in der Regel schwarze oder weiße Spitz (A. 3445 Z.M.)
besitzt mittelstarke Stirnhöhlen. Die Proc. postorb. treten nicht sehr
vor und sind nach unten gerichtet. Die Stirnleisten vereinigen sich
erst dicht vor dem Hinterhaupte zu einem kurzen niedrigen Knochen-
kamm. Die Schädelkapsel ist sehr breit, hinter den Proc. postorb.
wenig verjüngt. Gleichfalls sind die Jochbögen sehr breit, breiter
als die der Wolfspitze. Die Nasalia schließen in gleicher Höhe mit den
Maxillaria ab. Die Schnauze ist sehr spitz, das Hinterhaupt durch
die übergreifende Schädelkapsel klein, von dreieckiger Form. In der
Mitte zeigt es eine kleine blasige Auftreibung. Das Foramen magnum
ist am oberen Rande geknickt, die Choanenöffnung breit und kurz.
Das Gebiß ist infolge der Kürze der Kiefer sehr gedrängt; die Prae-
molaren stehen bisweilen quer. Die Incisiven sind in dem verlängerten
Intermaxillare des Oberkiefers ebenso wie im Unterkiefer auffallend
schräg gestellt. Der Unterkiefer zeigt eine Neigung zum Überbeißen.
Eine Zwergform des Spitzes ist der Seidenspitz, der durch
Kreuzung des Spitzes mit dem Malteser Pudel entstanden ist. Der
Schädel dieser Rasse (435 L. H.) zeigt noch weit stärker abgesetzten
Stirn- und Schnauzenteil als der des gewöhnlichen Spitzes. Die Schädel-
kapsel ist noch breiter als bei jenem, nach vorne kaum verjüngt. Die
Proc. postorb. treten wenig vor. Die Stirnleisten laufen fast bis zum
Hinterhaupte parallel, konvergieren erst dicht vor dem Ende desselben
etwas, erreichen dieses aber getrennt. Die Nasalia erstrecken sich
weiter in das Frontale hinein als die Maxillarıa. Das Hinterhaupt
ist durch die weit übergreifende Schädelkapsel klein, abgerundet und
schiebt sich mit langer spitzer Zunge zwischen die Parietalia ein. Es
ist das ein Merkmal, das sich an den Schädeln vieler kleinen und aller
Zwerghundrassen findet. Diese Zunge trägt eine schwache Mittel-
erista und erstreckt sich bis zur Sutura coronalis. Die Schnauze ist
schmal und spitz, der Vorderrand des Intermaxillare schwächer als
Untersuchungen am Schädel des Haushundes. i9
beim Spitz gebogen. Die Praemolaren stehen freier als bei diesem,
sowohl im Ober- wie im Unterkiefer.
Der Schädel eines Spitzes von Narynsk (A. 4802 Z.M.)
erinnert an den des Seidenspitzes, wenn auch das Profil nicht ganz
so stark abgesetzt und die Schädelkapsel schmaler, mehr der des
Spitzes ähnlich ist. Wie beim Seidenspitz sind die Proc. postorb.
kaum wahrnehmbar. Die Stirnleisten liegen einander näher als beim
Seidenspitz. Ein zungenförmiger Fortsatz des Hinterhauptes in das
Parietale hinein ist ebenfalls vorhanden, erstreckt sich aber nur bis
zur Mitte der Parietalia. Die Nasalıa gehen nur wenig weiter in das
Frontale hinein. als die Maxillaria. Die Sutura coronalis ist nach dem
Hinterhaupte geknickt. Die Schnauze ist etwas kürzer und breiter.
Die Nasenöffnung ist bei diesem Gebrauchshunde weiter als be dem
nur als Luxushund anzusehenden Seidenspitz. Der Unterkiefer dieses
Schädels fehlt, das Gebiß ist beschädigt.
Eine andere asiatische Spitzhundart ist nach Keller!) der Tschin.
Er ist wahrscheinlich vom chinesischen Spitz, dem Tschau, abzuleiten
und eine absichtlich mit Mopskopf gezüchtete Rasse, wie es ebenfalls
die von den Wachtelhunden abzuleitenden Zwergspaniels sind. Doch
dürfte es nicht angängig sein, diese mopsköpfigen Zwergspaniels mit
den Tschinhunden zu vereinigen, wie es Strebel?) tut. Denn unsere
Wachtelhunde sind in Japan nicht einheimisch. Es liegt also
höchstwahrscheinlich nur eine parallele Entwicklung vor.
Der Kopf des Tschins (Z.M.) zeigt die jugendliche Form der
Zwerghundrassen im Extrem. Der Schädel besitzt einen gewaltigen
frontalen Teil, gegenüber dem der stark verkürzte Schnauzenteil
sehr zurücktritt. Beide sind voneinander senkrecht abgesetzt. Die
Nasenbeine sind im oberen Drittel scharf rechtwinklig nach oben
gekniekt und schieben sich über die Maxillaria hinaus in das Frontale
ein. Die Schädelkapsel ist gleich breit, die Proc. postorb. sind kaum
wahrnehmbar. Stirnhöhlen fehlen. Die Orbita steht gerade nach vorn
und die Jochbögen sind sehr breit. Die Nasenöffnung steht vollkommen
horizontal nach oben. Das Hinterhaupt ist sehr klein und schiebt
sich wie bei den meisten Zwerghunden mit einem zungenförmigen
Fortsatz zwischen die Parietalia ein. Die kurze Schnauze ist vor dem
Reißzahn so stark verschmälert, daß der letzte Praemolar vollkommen
schräg steht. Auch die übrigen Zähne haben meist anormale Stellung,
besonders die Eckzähne. Bald sind sie nach auswärts, bald nach rück-
wärts, nach innen zu gerichtet.
Im Anschluß an den Tschin sei ein ebenfalls mopsköpfiger Hund,
der Nackthund genannt. Die Herkunft dieses sonderbaren Hundes
ist zweifelhaft. Wenn auch sein wissenschaftlicher Name Canis ca-
raibicus auf mittelamerikanische Herkunft zu deuten scheint, so ist
wohl mit ebensoviel Recht das tropische Afrika als sein Heimatsland
anzusehen, da hier nackte Eingeborenenhunde vielfach vorkommen.
!) Keller. Die Stammesgeschichte unserer Haustiere. Leipzig 1909.
2)Strebel. Die deutschen Hunde. München. 2 Bände.
2 7. Heft
20 Walter Frhr, Taets v. Amerongen:
Es ist demnach möglich, daß der Beduinenspitz als Stammform oder
eine der Stammformen für den Nackthund in Betracht kommt. Jeden-
falls ist er seinem Charakter und seinem gedrungenen Körperbau nach
ein Spitz und nicht mit den Windhunden zusammen zu stellen, denen
Strebel!) ihn anreiht.
Am Schädel des Nackthundes (L.H.) überwiegt der Stirnteil
über den Schnauzenteil. Beide stehen fast rechtwinklig zu einander.
Die Orbita ist sehr groß und senkrecht gestellt. Die Proc. postorb.
sind nach unten gebogen; von ihnen gehen bis zu ?/, em sich verbreiternd
Knochenleisten aus, die sich deutlich von der Schädeldecke abheben
und sich kurz vor dem höchsten Punkte des Hinterhauptes auf dem
Schädeldache vereinigen. Die Stirnhöhlen sind nicht sehr groß. Die
Nasalia springen mit kurzer, scharfer Spitze über den schwach ge-
bogenen Vorderrand des Intermaxillare vor und gehen etwa !/, em
weiter in das Frontale als die Maxillaria hinein. Die geräumige Schädel-
kapsel greift weit nach hinten herum. Das Hinterhaupt ist infolgedessen
klein, es ist dreieckig. Das Hinterhauptsloch ist groß, nach oben in
eine Spitze ausgezogen. Auf der Mitte des Hinterhauptes befindet
sich der bei allen Spitzen zu beobachtende Knochenwulst. Die Choanen-
öffnung ist kurz und fast gleich breit. Der kurze Schnauzenteil ist
zugespitzt, an den Caninen wenig breiter. Das Gebiß ist auffallend
schwach und rückgebildet. Von Molaren ist nur einer im Oberkiefer
gut entwickelt. Die Praemolaren sind bisweilen im Ober- oder Unter-
kiefer bis auf einen reduziert.
2. Untergruppe : Pinscher.
An die Spitze schließt sich die Untergruppe der Pinscher an. Wie
diese zählen auch sie zu dem Canis palustris-Typus. Im Gegensatz
zu ihnen sind sie aber eine weit jüngere Hunderasse. Ihre Heimat ist
das südliche Deutschland. Sie unterscheiden sich, wie Jeitteles ?)
sagt, von anderen Hunden nicht nur durch die oft stark abweichende
Stellung und weit geringere Zahl der Backenzähne, sondern auch durch
den nahezu völligen Mangel an Knochenkämmen und Leisten am
Schädel. Auch das häufige Fehlen der Orbitalfortsätze und die starke
Wölbung der Hirnkapsel fallen auf. Die Pinscher sind ausnahmslos
kleine, stämmige Hunde mit straffer, kurzer oder zottiger Behaarung.
Von den Pinschern standen dem Verfasser Schädel von sechs ver-
schiedenen Rassen zur Verfügung.
Der Rauhhaarige Pinscher (No. 2038 L. H.) zeigt im Gegen-
satz zum Spitz weniger scharf abgesetzten Stirn- und Schnauzenteil.
Dagegen ist dieser länger als beim Spitz, der Nasenrücken aber weniger
stark eingesenkt. Der Stirnteil fällt nach dem Hinterhaupte zu mehr
ab. Die Hirnkapsel ist breit, hinter den etwas nach unten gebogenen
Proe. postorb. wenig schmaler. Die Stirnhöhlen sind wie beim Spitz
stark entwickelt, die Orbita steht schräger als bei diesem. Die schwachen
!) Strebel. Die deutschen Hunde. München. 2 Bände.
?) Jeitteles. Die Stammväter unserer Hunderassen. Wien 1877.
Untersuchungen am Schädel des Haushundes. 2
Stirnleisten laufen fast parallel und vereinigen sich erst kurz vor dem
Hinterhaupte, ohne eine Crista zu bilden. Die Jochbögen sind breit.
Bewerkenswert ist die Breite des Jugale am Vorderrande der Orbita.
Die Nasalia gehen etwas über die Maxillaria hinaus ins Frontale und
springen über den gebogenen Vorderrand des Intermaxillare vor.
Dieses ist wie beim Wolfspitz kleinen Schlages ziemlich lang. Die
Choanenöffnung ist breit, das Hinterhaupt durch die übergreifende
Schädelkapsel verkleinert und nach unten gedrängt. Es schiebt sich
mit schmalem, zungenförmigen Fortsatze bis in die Mitte der Parietalıa
ein. Der Schädel zeigt also hierin ein für Zwerghunde charakteristisches
Merkmal. Der blasige Knochenwulst auf dem Hinterhaupte ist kleiner
als bei den Spitzen, die Auszackung am Oberrande des Foramen
magnum größer. Die Schnauze ist vom Reißzahn ab verjüngt. Das
Gebiß steht weniger gedrängt als das der Spitze. Bei Schädeln von
Hunden aus den 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts
zeigt sich Neigung zum Überbeißen des Unterkiefers. Auch Strebel!)
weist auf diese Tatsache hin und bemerkt, daß diese, damals als Affen-
pinscher bezeichneten Hunde absichtlich mit diesem Merkmale ge-
züchtet wurden.
Der Glatthaarige Pinscher (No. 1507 Z.M.) unterscheidet
sıch von dem vorigen durch stärkere Einsenkung der Nasenwurzel und
bedeutendes Überwiegen des Stirnteils über den Schnauzenteil. Dieser
ist etwas kürzer als beim rauhhaarigen Pinscher, die Breite an den
Proc. postorb. wesentlich geringer. Die Nasalia erstrecken sich be-
deutend weiter als die Maxillarıa in das Frontale hinein. Der zungen-
formige Fortsatz des Hinterhauptes geht dagegen nicht so weit in
die Parietalia hinein. Die Stirnleisten konvergieren gleichmäßig von
den Proc. postorb. ab und vereinigen sich etwa 1 cm vor dem Hinter-
haupt zu einer kleinen Crista. Die Choanenöffnung ist schmaler, die
Schnauze am Reißzahn plötzlicher verjüngt, das Gebiß infolge der
kürzeren Kiefer gedrängter als beim vorigen.
Die von Jeitteles?) angegebenen Schädelmerkmale zeigt in
extremer Form der Affenpinscher jener kleinen oder mittelgroßen
Rasse, die heute allein noch diese Bezeichnung führt. Am Schädel
dieses Hundes (No. 1281 L. H.) ist der scharfe Absatz von Stirn- und
Schnauzenteil und das starke Überwiegen des ersteren besonders
auffallend. Die Proc. postorb. fehlen, die Stirnhöhlen sind sehr schwach.
Die große Hirnkapsel bleibt fast gleich breit, greift nach hinten stark
herum und macht das Hinterhaupt sehr klein. Dieses ist blasig auf-
getrieben. Ein zungenförmiger Fortsatz geht von ihm bis zur Mitte
der Parietalia und bildet einen schwachen Knochenkamm. Das Hinter-
hauptsloch zeigt am oberen Rande eine große Ausbuchtung. Neben dem
Fortsatze des Hinterhauptes treffen getrennt auf dessen Rand die
Stirnleisten. Die Choanenöffnung ist kurz und breit. Die Schnauze
)Strebel. Die deutschen Hunde. München. 2 Bände.
2\ Jeitteles. Die Stammväter unserer Hunderassen. Wien 1877.
T. Heft
32 Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
ist vom Reißzahn ab gleichmäßig verjüngt, die Eck- und Schneide-
zähne stehen schräg.
Vom deutschen Affenpinscher unterscheidet sich der nackte
brasilianische Affenpinscher (No.929 L.H.) durch noch stärkeren
Unterschied zwischen Stirn- und Schnauzenteil, noch größere Hirnkapsel
und kleineres Hinterhaupt, das mit breiter Zunge zwischen die Parie-
talia sich einschiebt. Der Schnauzenteil ist kürzer, das Intermaxillare
verlängert. Die Orbita steht gerader, und die Nasalia erstrecken sich
weiter in das Frontale hinein. als beim vorigen Die Knochenleisten
verlaufen zunächst parallel, konvergieren erst nahe dem Hinterhaupte
etwas und treffen zu beiden Seiten des zungenförmigen Fortsatzes
auf dieses. Die Choanenöffnung ist schmaler, das Intermaxillare
etwas gebogener, die Schnauze vom Reißzahn ab stärker verjüngt
als beim vorigen. Die Eck- und Schneidezähne stehen gerader. Zwischen
den Proc. postorb. ist der Schädel breiter.
Wenn auch die Haarlosigkeit ein gemeinsames Kennzeichen für
diesen Hund und für den oben beschriebenen Nackthund ist, so unter-
scheiden sich doch beide im Schädel derartig von einander, daß eine
Zusammenstellung nicht angängig ist. Es sind auch beim Nackthunde
verschiedene Rassen zu unterscheiden.
Eine typische Zwergrasse ist der Seidenpinscher (No. 1692
L. H.), von dem mir der Schädel eines blaugrauen Exemplares zur
Verfügung stand. Stirn- und Schnauzenteil sind fast senkrecht ab-
gesetzt. Die Orbita steht noch gerader als beim nackten Pinscher.
Die Schädelkapsel ist sehr groß, die Stirnhöhlen sind schwach ent-
wickelt. Die Proc. postorb. sind dagegen vorhanden. Das Hinterhaupt
schiebt eine schmale Zunge in das Parielate ein. Die Schnauze ist
am Reißzahn stark verschmälert, bleibt dann aber gleich breit. Die
Praemolaren stehen unregelmäßig, die Stellung der Schneidezähne
ist auffallend schräg.
3. Untergruppe: Terrier.
Eine besondere Untergruppe, die aber im Schädel den Pinschern
und auch den Spitzen nahe steht, sind die Terrier. Sie sind englischer
Züchtung und als englische Form der deutschen Pinscher anzusehen.
Von den jetzt gezählten rund sechzehn Rassen standen dem Verfasser
Schädel von drei Rassen zur Verfügung, vom Foxterrier, Bullterrier
und irischem Terrier.
Der Foxterrier (Z. M.) ähnelt im Schädel dem Spitz. Stirn-
und Schnauzenteil sind stark von einander abgesetzt. Der Nasenrücken
ist schwach eingesenkt und der Stirnteil fällt nach dem Hinterhaupte
zu wenig ab. Die Hirnkapsel ist breit, hinter den Proc. postorb. ein-
geschnürt und greift nach hinten herum, sodaß das Hinterhaupt klein
ist. Es hat dreieckige Form und trägt wie das der Spitze und Pinscher
auf der Mitte eine Anschwellung. Ebenso ist das Hinterhauptsloch
an der oberen Kante wie bei diesen Hunden ausgebogen. Die Stirn-
höhlen sind groß, die Stirnleisten flach und breit. Sie vereinigen sich
Untersuchungen am Schädel des Haushundes. 23
auf der Mitte des Parietale zu einer unbedeutenden Crista. Die Stellung.
der Orbita gleicht der des Pinscher und ist gerader als beim Spitz.
Die schmalen Nasalia springen mit kurzer Spitze über das Intermaxillare
vor und erstrecken sich etwas über die Maxillaria hinaus ins Frontale.
Die Choanenöffnung ist wie beim Spitz breit und kurz. Die Joch-
bögen sind breit. Die Schnauze verjüngt sich am Foramen und bleibt
dann gleich breit. Die Zähne stehen ohne Zwischenraum.
Der Schädel des Bullterriers (No. 1796 L.H.) kennzeichnet
sich durch hohen Stirnabsatz und unterscheidet sich von dem vorher-
gehenden durch bedeutend kürzeren und höheren Schnauzenteil. Die
Nasenöffnung ist größer, die Nasalia sind breiter und gehen nicht
über die Maxillaria hinaus. Die große Schädelkapsel ist hinter den
Proc. postorb. kaum verjüngt. Die Orbita ist größer und steht gerader
als beim Foxterrier. Die Sutura coronalis ist nach dem Hinterhaupte
zu ausgebogen. Die Stirnleisten sind schmal und vereinigen sich erst
dicht vor dem Hinterhaupte an einer schmalen Zunge, die dieses,
wie bei den kleineren Spitzen, bis zur Mitte der Parietalia vorschiebt.
Die Choanenöffnung ist kürzer als beim Foxterrier. Die Schnauze
ist vom Foramen ab gleichmäßig verjüngt, die Zähne stehen ohne
Zwischenräume. Der letzte Praemolar des Oberkiefers steht quer.
Der Unterkiefer beißt häufig über.
Am Schädel des irischen Terriers (No. 849 L. H.) sind Stirn-
und Schnauzenteil weniger von einander abgesetzt als beim Fox-
terrier. Der irische Terrier ist wesentlich größer als dieser und besitzt
einen langen Schnauzenteil. Die Schädelkapsel ist schmaler als bei
den beiden vorbeschriebenen Rassen und hinter den Proc. postorb.
wenig eingeschnürt. Die Stirnleisten verlaufen nahe der Sutura sa-
gittalis und treffen sich erst ganz kurz vor dem Hinterhaupte. Das
Foramen magnum und die Nasalia gleichen denen des Foxterriers,
die Choanenöffnung ist schmaler und länger. Die Schnauze ist vom
Reißzahn ab wenig, aber gleichmäßig verjüngt. Der letzte Praemolar
im Oberkiefer steht schräg.
Weitere Hunderassen, die zur Untergruppe des Canıs palustris
zählen, sind Wachtelhunde, Spaniels und Dachshunde. Strebel!)
vereinigt diese Hunde mit den Vorstehhunden, Pointers u.a. in eine
Gruppe der Jagdhunde. Keller?) nimmt für Dachs-, Jagd- und
Windhunde gemeinsame Abstammung vom altägyptischen Windhunde
und weiterhin vom abessynischen C. simensis an.
Dagegen trennt v. Pelzen?) ebenso wie Fitzinger?) Dachs-
und Jagdhunde von einander. Woldrich ®) weist auf die Ähnlichkeit
im Schädel von C. palustris Rüt. und vom Wachtelhunde hin. Auch
1) Strebel. Die deutschen Hunde. München. 2 Bände.
®) Keller. Zur Abstammung unserer Hunderassen. Zürich 1903.
®) Fitzinger inv. Pelzen. Eine Studie über die Abstammung der
Hunderassen. Zool. Jahrb. f. System. 1886, Bd. 1, S. 225 —240.
Dsrselbe. Zool. Jahrb. 1886.
% Woldeich. Beiträge zur Geschichte des fossilen Hundes. Wien 1881.
Te ef
24 Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
Jeitteles!) erklärt, daß außer dem Spitz auch der Dachs- und Wachtel-
hund dem Torfhunde nahe stehen. In dem hochbeinigen Teckel der
Schweiz und Bayerns sieht er unmittelbare Nachkommen des Torf-
hundes. Wie die Spitze haben diese Hunde in ihrem Wesen Ähnlichkeit
mit dem Schakal. Die Rute tragen sie hängend. Ihr Schädel erinnert
nach diesem Forscher an den des Torfhundes und auch an den von
Thos aureus. Die großen Jagdhunde dagegen leitet er vom Bronce-
hund (Canis matris optimae) ab, nimmt also für diese den gleichen
Ursprung wie für die Schäferhunde an. Eine Zusammenstellung aller
zur Jagd verwendeter Hunderassen in eine Gruppe, wie sie Strebel
vornimmt, ergab sich auch nach meinen Untersuchungen als nicht
zulässig.
4. Untergruppe: Dachshunde.
Wie die Schädel der Spitze, Pinscher und Terrier zeigt auch der
des Dachshundes (No. 22143 Z.M.) ein bedeutendes Überwiegen
des Stirnteils über den Schnauzenteil. Beide sind wie ber jenen scharf
von einander abgesetzt. Die Nasenwurzel ist deutlich eingesenkt.
Die Orbita steht dagegen schräger. Der Stirnteil ist stark gewölbt
und fällt nach dem Hinterhaupte zu ab. Die Schädelkapsel ist sehr
breit und unmittelbar hinter den Proc. postorb. scharf eingeschnürt.
Sie greift nach hinten herum, sodaß das Hinterhaupt sehr klein ist.
Es hat fast gerade Kanten und ist oben abgerundet. Auf der Mitte
trägt es wie das von Spitz, Pinscher und Terrier eine blasige Auf-
treibung. Das Hinterhauptloch ist rundlich-eiförmig. Die Stirnhöhlen
sind mittelstark. Die breiten flachen Stirnleisten vereinigen sich erit
dicht vor dem Hinterhaupte zu einer schwachen Crista auf einem
schmalen, zungenförmigen Fortsatz, den das eigentliche Hinterhaupt
bis zur Mitte der Parietale einschiebt. Die Sutura coronalis verläuft
nicht ganz gerade, sondern biegt auf der Scheitelnaht etwas nach dem
Hinterhaupte zu aus. Die Jochbögen sind breit, wie auch der ganze
Schädel gedrungen gebaut ıst. Auch die Choanenöffnung ist breit
und kurz. Die Nasalia springen über den fast geraden Vorderrand
des Intermaxillare nicht vor, verjüngen sich nach dem Frontale zu
kaum, gehen aber etwas weiter als die Maxillarıa in dieses hinein.
Die Nasenöffnung ist nur mittelgroß. Die Schnauze ist vor dem Reiß-
zahn so stark und plötzlich verjüngt, daß der letzte Praemolar im Ober-
kiefer schräg steht. Die Zähne stehen mit Ausnahme des ersten Prae-
molaren geschlossen.
Der Schädel des langhaarigen Teckels von welchem der
Verfasser einen solchen eines jungen Hundes (No. 4149 L. H.) unter-
suchte, unterscheidet sich von dem vorigen durch weniger starken
Absatz von Stirn- und Schnauzenteil, etwas schwächeren Stirnhöhlen
und schräger gestellter Orbita. Der Schädel ist im ganzen schlanker,
die Jochbögen bedeutend flacher. "Die Verjüngung der Schnauze vor
dem Reißzahn tritt allmählich ein, sodaß der letzte Praemolar weniger
!) Jeitteles. Die Stammväter unserer Hunderassen. Wien 1877.
Untersuchungen am Schädel des Haushundes. 35
schräg steht. Im Gebiß stehen die ersten Praemolaren im Ober- wie
im Unterkiefer frei. Die Nasenöffnung ist weiter als bei dem vorigen.
5. Untergruppe: Wachtelhunde.
Beim Wachtelhund (No. 26068 Z.M.) zeigt der Schädel einen
kurzen Schnauzen- und starken Stirnteil, wie es in extremer Form
bei den Zwergspaniels sich findet. Stirn- und Schnauzenteil sind scharf
von einander abgesetzt. Der Stirnteil ist hoch gewölbt und fällt nach
dem Hinterhaupte zu steil ab. Die Schädelkapsel ist breit, sie ver-
jüngt sich nach den Proc. postorb. zu, die kaum wahrzunehmen sind,
nur sehr wenig. Eine Einschnürung fehlt. Die Orbita steht fast gerade.
Die Stirnhöhlen sind wenig stark und die sehr flachen Stirnleisten
verlaufen fast seitlich und parallel auf der Schädelkapsel. Erst dicht
vor dem Hinterhaupte konvergieren sie und treffen wie beim Teckel
auf dem vom Hinterhaupte in die Parietalia hinein vorgeschobenen,
zungenförmigen Fortsatze. Die geräumige Schädelkapsel greift nach
hinten weit herum, sodaß das Hinterhaupt nur sehr klein ıst. Dieses
ist abgerundet und trägt wie das der anderen Hunde der C©. palustris-
Gruppe eine blasige Auftreibung. Das Hinterhauptsloch hat am
oberen Rande stets eine mehr oder minder große Ausbuchtung. Die
ziemlich breiten Nasalia springen über den gebogenen Vorderrand
des Intermaxillare nicht vor. Nach dem Frontale zu verjüngen sie sich
allmählich und gehen über die Maxillaria hinaus. Die Nasenöffnung
ist bei den Wachtelhunden nicht sehr groß. Die Jochbögen sind ent-
sprechend dem kurzen gedrungenen Schädel breit. Die Choanen-
öffnung ist breit und kurz. Die Schnauze verjüngt sich an den Foramina
infraorbitalia stark, sodaß der letzte Praemolar im Oberkiefer schräg
steht, bleibt dann aber gleich breit. Die Zähne stehen in den kurzen
Kiefern ohne Zwischenräume.
Die Zwergspaniels sind als Abkömmlinge der Wachtelhunde
diesen sehr ähnlich, zeigen aber im Schädel noch mehr die jugend-
lichen Charaktere, sowie es die Zwershunde unter anderen der Tschin-
hund tun.
Der Bologneser (No. 2039 L. H.) gleicht im Schädel dem Wachtel-
hunde. Der Stirnteil erhebt sich fast senkrecht von dem Schnauzenteil.
Die Orbita steht gerade und ist sehr groß. Die Nasalia enden mit
rundlicher Spitze in gleicher Höhe wie die Maxillaria im Frontale.
Die sehr große gewölbte Schädelkapsel hat zur Folge, daß das Hinter-
haupt wie beim Wachtelhunde klein ist. Dagegen ist es etwas spitzer
und die Choanenöffnung ist länger und breiter. Die Schädelkapsel
ist ım hinteren Teile etwas schlanker als die des Wachtelhundes, nach
den Proc. postorb. zu aber kaum verjüngt. Die Stirnleisten liegen
etwas höher auf der Schädelkapsel als beim Wachtelhunde. Die Sutura
coronalis biegt auf dem Schädeldache in gleichem Abstande von der
Scheitelnaht nach dem Hinterhaupte zu aus und schneidet dann die
S. sagittalis in gerader Linie. Der Schädel zeigt ferner einen sehr kurzen
nie, gleicht aber in den übrigen Merkiwalen dem des Wachtel-
undes.
7. Heft
26 Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
Eine noch bedeutendere Verkürzung des Schnauzenteiles als der
Bologneser zeigt der King Charles-Spaniel (No. A. 5184 Z.M.).
Die sehr geräumige Schädelkapsel erhebt sich senkrcht über den
Schnauzenteil. Sie ist breiter als die des Bolognesers und nach den
kaum vortretenden Proc. postorb. nur ganz wenig verschmälert. Stirn-
höhlen fehlen. Die Orbita ist sehr groß, steht senkrecht und ist nicht
nach vorne gerichtet. Die Jochbögen sind breit. Die Nasenbeine sind
kurz und enden, mit etwa Y/, ihrer Gesamtlänge über die Maxillaria
hinausgehend, im Frontale. In der Mitte sind sie fast rechtwinklig
I. Gruppe: Iw
t d n ji h .
Schädelmaße der neben- Untergruppe der eigentlichen Spitze
stehenden Caniden _ | Spitz- _ | Wolf- | Wolf- Spitz rR
eenemete Be hun Be En spitz | gnitz ‚Seiden von |Tschin-) Nackt- Ans
In Zentimetern spitz ur spitz kl. p spitz | Na- | hund | hund Fr.
Schlag Schlag rynsk N
1. Gesamtlänge des Schädels | 18,4 | 18,4 |17,6 18,5 | 16,5 | 11,5 1.11,097 1002| 9,2 110% IF
2. Basilarlänge des Schädels |
vom Foramen magnum bis
I HER TE Lu ee 16,2 | 17,151 15,5 [16,0 | 15,4 |10,3 | 9,7 | 82 | 8,1 |11,4 }
3. Von der Christa occipitalis
bis zum Hinterrande der
Nasalıa nr). ne: 2a 6,9., 7,6 | 6,8 | 7,2 |. 6,8 1 2,00] SE naar
4. Vom Foramen magnum
bis. Gaumenrand .... -'.1.,98 1108 | 94.102) 84.| 7,1 O2 1 EBD
5. Vom Gaumenrand bis J. 1,
Da en et, 92 | 9,5 | 8387| 8389| 85 | 60 |- 5,5] 4,0 | 4,35] 5,6
6. Von der Christa oceipitalis
bis zu dem Processus post-
orbitalis 2... ..1-85| 93185189 71 | 0] 50120 | 02] Sr
7. Länge der Schnauze bis
zum Processus postorbi-
be»
Aa, Hoya te 10,1 |ı11 Iı0,1 109 \102 | 63 | 60 |55| 45 scht- |
8. Die Nasalia in der Mittel- =
IE ne 64 | 60|57)59| 56| 2,6| 27] 24| 17 | es
9. Breite der Stirn an den
Processus postorbitales .| 5,5 | 4,71 50| 51| 43| 37 | 39| 32| 4,7 | 11
10. Größte Breite des Schädes
an den Jochbögen . . . [10,3 |10,7 |102 | 9,7 | 88 | 79| 71169| 81 | 64 \
11. Breite der Nasalıa. vorn! 1,6 | 1.71 15, 16) 123 | 11 709703717712, 15638
12. Geringste Breite der Ge-
burnkapsel. 20.22... 35| 21| 3727| 43| 34 | 3,6 | 40 | 32| 4,6 | 3,7
13. Größte Breite der Ge-irn-
Kapsel. 1.1.2 Du nen. 53|56155|58|54| 490 | 54|4,6| 5,7 | ke:
14. Breite des Oberkiefers
am Reißzahn. wu... 5,6 | 6,0 | 5,8 | 5,8 3838| 48 | 74 f
Untersuchungen am Schädel des Haushundes. 97
nach oben geknickt. Die Nasenöffnung liegt annähernd horizontal.
Das Intermaxillare ist sehr klein, der vordere Rand stark ausgebogen.
das sehr kleine Hinterhaupt gleicht dem des Bolognesers, schiebt
aber einen breiteren Fortsatz zwischen die Parietalia, bisweilen bis an
die Sutura coronalıs heran, vor. Die Schnauze ıst an den Foramina
infraorbitalia so stark verjüngt, daß die beiden letzten Prae volaren
sich schräg von einander schieben. Die Zähne stehen dicht gedrängt
und sehr unregelmäßig. Die Schneidezähne im Oberkiefer sind nach
vorne gerichtet, die Caninen auffallend nach auswärts.
Spitzartige.
. Untergruppe der | Untergr. der| Untergruppe der
Untergruppe der Pinscher Terrier Dachshunde Wachtelhunde
Nackter
Rau- | Glatt- 22 Lang- Bolog- £
niger haariger Affen- ee Seiden-| Fox- Bull- |Irischer | Dachs- hauricer tel os a
Pin. Pin- |pinscher| \on- pinscher| terrier | terrier | Terrier | hund | Dachs- Hund ünd- Snanial
'ı scher | scher R hund chen |°P
pinscher
"13,8 | 13,4 |! 10,2 | 19,0 94 [13,9 | 12,1 |15,8 | 144 |13,9 | 11,6 11,0 | 84
12,5 |11,9 | 90 8,8 8,4 112,7 | 10,6 |14,1 | 12,6 | 12,4 | 10,1 9,8 7,1
5,5 5,3 3,7 3,7 3,3 5,7 4,8 6,2 5,7 5,4 | 4,2 4,5 | 32
7,7 7,3 6,1 6,1 6,5 7,9 7:9 9,0 8,1 7,8 7,1 6,38 | 6,2
L 6,855 | 6,5 5,2 5,05 | 5,0 6,9 9,8 7,9 6,8 6,9 5,9 5,2 | 4,0
6,9 6,6 ı 5,4 5,75) 5,6 7,2 6,9 8,1 7,5 6,5 6,2 5,9 | 5,6
7,8 7,1 5,8 | 5,6 | 5,6 7,71 64 8,8 80 | 82 | 6,3 6,0 | 4,1
4,0 4,2 | 2,8 2,6 | 2,1 4:07 2,7 4,8 4,3 4,4 3,0 2,6 1,6
4,4 3,1 3,2 3,7 3,6 4,3 4,0 4,7 4,4 4,0 3,0 36 | 42
8,5 82 | 6,3 6,8 6,9 8,8 6,1 6,65 | 8,5 7,9 7,9 7,0 | 6,6
1,3 1,2 | 0,8 0,8 0,9 1,4 1,2 1,5 1,1 1,2 1,1 1,0 1,0
3,5 2,6 | 3,3 3,8 3,6 34 | 3,7 3,7 3,8 | 33 3,8 37.10.41
5,2 5,0 | 4,9 5,1 4,8 9,83 5,4 5,7 5,4 5,2 5,3 4,9 5,3
4,6 4,5 3,4 3,6 3,6 5,0 5,2 5,4 4,9 4,5 4,0 4,0 3,8
28 Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
Schädelmaße der neben- Untergruppe der eigentlichen Spitze
stehenden Caniden Be- |Spitz. | Batta-| Wolf | Wolf- al 1
: 3 h inen.| hun »- | spitz | spitz | Spi eiden-| von schin- | Nakt-
in Zentimetern ee Ob IE Er pitz | spitz | Na- | hund | hund
dorsk Schlag |Schlag rynsk
15. GrößteBreiteder Schnauze
an den Eckzähnen . . .! 35| 35| 35 | 36| 321251720720] 22 | II
16. Höhe des Schädels vom
vorderen Choanenrande
bis zur Sutura coronalis| 5,1 | 54 | 5,1 | 5,7|152| 46 | 4,4 4.1.| .5,8 1:8,8
17. Länge der oberen Back-
zahnreitie Wr an! 63|1|65 | 581 60|63| 38 | 39 3,4 4,8
18. Länge des oberen Reiß-
A NEE EA a 1,7:\..18 | .1,9. | 1,2. 19. | 1,3919 ROB0 2
19. Länge der beiden oberen
Höckerzähne. .... . 1,9 | 2,0.) 1,20] 12:0) 282 14 19 1,3 | 12 | 48
20. Länge des Unterkiefers
vom Condylus bis zum
Vorderrand der Alveole
von, 3Hl' »takR. LER 13,5 | 14,2 |13,0 |13,5 112,8 | 8,6 | 8,0 | feblt| 7,8 | 8,8
21. Länge der unteren Back- |
zahnreihen..y ul. 68 | 73) 70170190) 45) AL Men) Me)
22. Länge des unteren Reiß- 1
zahner. hi. .2u nun 191 22| 20121121] 151 Leiten: 12) Te
23. Länge der beiden unteren IR
Höckerzähne. . ... . 1,3 | 12| 12| 14 | 14 | sch#-| 0,7 | fehlt | fehit | be-
24. Höhe des Unterkiefers
unter dem Reißzahn . .!| 2,3 | 221! 23,0| 22|18|, 1,1 1,1 fehlt | 0,9 | 1,0
II. Gruppe: Schäferhundartige.
Die zweite Gruppe umfaßt die Schäferhundartigen in den drei
Untergruppen der nordischen Schlittenhunde, der Schäferhunde und
der Pudel.
Sie sind durchweg bedeutend größere Hunde als die der vorigen
Gruppe und alle zu den großen und mittelgroßen Hunden zu zählen.
Der größte Hund ist der sibirische Schlittenhund mit 23 cm, der kleinste
der chinesische Schäferhund mit 16,8 cm Schädellänge. Einige der
hierher gehörenden Hunderassen haben Stehohren, einige, so die ganze
Untergruppe der Pudel, Hängeohren. Die Pudel weichen auch im
Bau des Schädels mehr von den anderen durch deutlich abgesetzten
Stirn- und Schnauzenteil ab. Sie sind die durch Domestikation am
meisten veränderten Hunde dieser Gruppe. Sonst ist für alle Schädel
von Hunden aus dieser Gruppe das gerade, von der Orbita bis zum
Foramen nasale gestreckte Profil, charakteristisch. Die Schädelkapsel
überwiegt nicht so sehr über den Schnauzenteil wie bei den Spitzen.
Sie ist langgestreckt und in der Scheitelregion gewölbt, aber niedrig.
Untersuchungen am Schädel des Haushundes. 99
} : N “ Untergruppe der | Untergr. der| Untergruppe der
Untergruppe der Pinscheı Terrier Dachshunde Wachtelhunde
Ar Nackter RE RE EREENE
Rau- | Glatt- .1. Lang- Bol :
erieer TacEiger Affen- naalie Seiden-| Fox- Bull- |Irischer| Dachs- hankiger je: ner Ener
in- Pin- |pinscher ee pinscher] terrier | terrier | Terrier | hund | Dachs- Ba Hünd- Spaniel
scher scher pinscher hund chen
2,7 2,6 1,9 2,1 1,9 2,9 2,9 3,2 2,8 2,7 2,4 2,2 1,9
4,8 4,5 4,05| 4,2 4,1 4,7 5,0 5,1 4,8 4,4 4,5 ME AA
wachs,
be-
4,9 4,7 3,5 3,3 3,0 5,0 4,4 5,7 4,8 3,3 3,9 4,1 schud
1,4 1,5 1,0 1,05! 1,0 1,45 | ‚14 1,6 1,4 1,4 1,3 1,3 1,1
we 09 | 10 | 10 | 16 | 15 | 19 | 16 | 16 | 14 | 1,2 | fen
9,9 7,3 | 73 | 74 [10,6 | 9,8 | 11,5 [108 |10,0 | 84 82 | 6,5
be- be- be- be- be-
Dr schäd, schud. schud, | 5,6 schäd, 6,2 5,8 6,1 4,4 4,6 e
1,7 1,1 1,1 1,1 1,72 1,6 1,9 1,7 1,6 1,4 1,4 1,1
1,2 ae nohäa. a 1,0 m 1,1 1,2 1,2 0,8 0,8 | fehlt
20101 09,15 1.156,17. | 14, 12 |1L:| 12.08
Ihre Höhe beträgt immer weniger als den dritten Teil der Schädel-
länge. Hinter den Processus postorbitales ist die Schädelkapsel stark
eingeschnürt. Die Orbita steht in der Regel sehr schräg. Die Stirn-
höhlen sind klein, bei den Schlittenhunden und Pudeln etwas größer
und die mediane Einsenkung auf der Stirn ist infolgedessen flach.
Der Schädel zeigt geradezu Wildhundtypus. Der Hinterhauptshöcker
ist wie bei wilden Caniden nach hinten hochgezogen; der höchste Punkt
des Profiles liegt aber dicht hinter der Orbita. Am meisten ist der Wild-
hundtypus bei den Laikas erhalten geblieben. Die Schnauze ist lang,
mehr als halb so lang wie die gesamte Schädellänge, aber nicht so spitz
wie bei den Spitzen.
Die Jochbögen übertreffen in ihrer größten Breite die Hälfte der
Schädellänge, sind aber flach.
Die Stirnleisten sind breit und bisweilen hohe Knochenkämme
vorhanden, an denen das Hinterhaupt über die Schädelkapsel hervortritt
Im Gebiß stehen die oberen Praemolaren alle, von den unteren
die drei ersten frei; es erinnert an das der Pariahunde und Windhunde.
Bei deu Pudeln stehen dagegen die Zähne geschlossen.
7. Heft
30 Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
Gute Unterscheidungsmerkmale dieser Gruppe sind auch die
Länge der Nasalia, und die Form der Ausläufer der Frontalia, die sich
zwischen Nasalia und Maxillaria einschieben.
Die Bullae schwanken dagegen sehr nach Form und Größe. Sie
sind bei den einzelnen Rassen sehr groß, bei anderen klein.
1. Untergruppe: Schlittenhunde.
Jedenfalls sind die Schäferhunde, wie ERllzE sehr ursprüngliche
Hunderassen. Am eingehendsten hat sich Studer !) mit ihrer Stammes-
geschichte beschäftigt. Er kommt dabei zu der Anschauung, daß in
dem Canıs matris optimae die Stammform des Schäferhundes zu sehen
ist. Buffon 2) sieht im Schäferhund die Stammform aller Hunderassen.
Nach Cuvier?) soll der Dingo dem Schäferhunde nahe stehn, was
auch die an am Schädel wahrscheinlich erscheinen
lassen. Jeitteles®) weist auf die Beziehungen der westeuropäischen
Pudel und der Broncehunde hin und auf die Ähnlichkeit des Schädels
vom Broncehund und (. latrans. Keller 5) endlich betont die Ähnlich.
keit im Schädelbau von Zupus simensis mit dem Schäferhunde.
Den europäischen Schäferhunden sehr ähnlich sind die in eine
Untergruppe vereinigten Schlittenhunde und Haushunde der Polar-
länder. Mit ihnen mag begonnen werden und die asiatischen Schäfer-
hunde mögen sich ihnen anschließen. Es folgen dann die europäischen
Schäferhunde, darauf die Schäferpudel und die Pudel. Von den
sibirischen Schlittenhunden stand dem Verfasser eine ganze Reihe
von Schädeln alter und junger Tiere zur Verfügung, die von der Süd-
polar-Expedition mitgebracht worden sind. Die Hunde sind in Wladi-
wostock gekauft worden.
Der Schädel des sibirischen Schlittenhundes (Z.M.) ist
dem des Schäferhundes ähnlich, doch sind Stirn- und Schnauzenteil
deutlich abgesetzt. Der Stirnteil fällt nach dem Hinterhaupte zu
wenig ab und trägt eine starke Crista. Die Hirnkapsel ist schmal und
hinter den Proc. postorb. stark eingeschnürt. Das Hinterhaupt ist groß,
dreieckig und die Kanten sanft gebogen. Das Hinterhauptsloch ıst
eiförmig. Die Stirnhöhlen sind groß, die Stirnleisten breit. Sie ver-
einigen sich schon vor der Sutura coronalis zu einer sehr starken Crista.
Die Augenhöhlen stehen schräger als bei den Spitzen, gleichen sehr
denen der Schäferhunde. Die Nasalia ragen nicht über das Inter-
maxillare vor, gehen aber weiter als die Maxillaria in das Frontale
hinein. Die Choanenöffnung ist breit und lang. Die Jochbögen sind
verhältnismäßig breit und gebogen. Die Schnauze wird am Foramen
!)Studer. Über den deutschen Schäferhund und sinige kynologische
Fragen. Mitt. d. Nat. Ges. in Bern 1903, S. 17—55, 1—9 Taf.
?) Buffonin Fitzinger. Untersuchungen über die Abstammung des
Hundes. Wien, Sitzb. d. k. Akad. d. Wissensch. I. Abhandl., Okt. - Heft,
Jahrg. 1866, S. 1—62.
®)u. %) Jeitteles. Die vorgeschichtlichen Altertümer der Stadt Olmütz
und ihrer Umgebung. Wien 1872.
6%, Keller. Die Abstammung der ältesten Haustiere. Zürich 1902.
Untersuchungen am Schädel des Haushundes. 31
infraorbitale etwas verjüngt, bleibt aber vom zweiten Praemolaren
ab gleich breit. Die Praemolaren stehen ım Oberkiefer alle frei, im
Unterkiefer der letzte am Reißzahn. In der Zahnstellung ergeben sich
also Beziehungen zu den Parias.
Der Eskimohund (No. 2617 L.H.) unterscheiden sich durch
bedeutendere Größe, etwas gerader gestellte Orbita und noch höhere
Crista von dem vorigen. Der Schädel ist hinter den Proc. postorb.
stärker eingeschnürt, die Stirnleisten treten mehr vor und vereinigen
sich im spitzen Winkel unmittelbar hinter der Sutura coronalis. Stirn-
und Schnauzenteil sind schwächer von einander abgesetzt. Die Schnauze
ist von den Foramina ab gleichmäßig verjüngt. Die Nasenöffnung
ist bei den auch vielfach als Jagd- und Spürhunden verwendeten
Eskimohunden auffallend groß. Die Praemolaren stehen dichter als
bei dem vorbesprochenen. Der ganze Schädel erscheint durch die im
Verhältnis zur Gesamtlänge wesentlich schmaleren und flacheren
Jochbögen schlanker.
2. Untergruppe : Schäferhunde.
Diesen nordischen Hunden schließen sich die Laikahunde an.
Doch gleichen sie im Äußeren wie im Schädelbau mehr als jene unseren
Schäferhunden. Die Rasse der Laika, zu denen Matschie!) den
norwegischen Elchhund stellt, zerfällt in einen großen und einen kleinen
Schlag. Von diesen besitzt das Kgl. Zoologische Museum Balg und
Schädel eines vollkommen weißen Exemplares.
Der Laikahund großen Schlages (5005 L. H.) besitzt ein
bedeutend gestreckteres Profil als der Eskimohund. Der Stirnteil
trägt eine ansehnliche Crista, der Schnauzenteil ist im Profil nur ganz
wenig eingesenkt. Beide sind kaum von einander abgesetzt. Der Schädel
erinnert mit seinem geraden Profil, dem wenig abfallenden Stirnteil
und der nach dem Hinterhaupte zu ansteigenden Crista sehr an den
des Wolfes. Die Stirnhöhlen sind bedeutend schwächer als bei den
beiden eben besprochenen Hunden, die Proc. postorb. wie bei diesen
nach unten gebogen. Die Orbita steht schräger als bei jenen beiden.
Die deutlich vorspringenden Stirnleisten treffen sich fast rechtwinklig
vor der Sutura coronalis. Die Nasalia sind lang und schmal, gehen
bedeutend weiter in das Frontale als die Maxillaria und springen mit
deutlicher Spitze über den Vorderrand des Intermaxillare vor. Die
Frontalia schieben sich mit zwei langen, stumpfen Ausläufern zwischen
Maxillarıa und Nasalia. Die Schädelkapsel ist hinter den Proc. postorb.
weniger stark verjüngt als bei den Schlittenhunden. Die Choane ist
breiter und kürzer, das Hinterhaupt breiter. Die Jochbögen sind
etwas stärker gebogen und breiter. Die Schnauze ist wie beim sibirischen
Schlittenhunde nicht zugespitzt. Die Nasenöffnung ist bei dem auch
zur Jagd verwandten Laika ebenso wie beim Eskimohund weit.
Auch der Schädel des Laikas kleineren Schlages (No. A. 5209
2. M.) erinnert an den Schädel wilder Caniden, wenn er auch eine nur
sehr schwache Crista trägt. Sehr charakteristisch ist die Form der
!) Matschie. Bilder aus dem Tierleben. Stuttgart 1902.
7. Heft
32 ' Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
Nasalıa, die in der Mitte verjüngt, nach dem Frontale zu wieder breiter
werden und dann mit kurzer, stumpfer Spitze über die Maxillaria
hinaus im Frontale enden. Auch die Frontalia schieben nur kurze,
stumpfe Ausläufer zwischen Nasalia und Maxillaria ein. Die Sutura
coronalis ist nach dem Hinterhaupte zu geknickt, die Schnauze ab-
weichend von der des großen Laika zugespitzt. Im Gebiß fallen die
sehr großen Fangzähne und der im Verhältnis zur Gesamtgröße des
Tieres größere Reißzahn auf. Auch die Bullae sind ungewöhnlich groß.
An den kleinen Laika erinnert im Schädel der Hund von
Tsingtau (Z. M. 14.8.08). Dieser Hund ist eine augenscheinlich
wenig rein gezüchtete Rasse. Die im Berliner Zoologischen Garten
lebenden Exemplare sind von weißer Grundfarbe mit verschieden
großer, unregelmäßiger schwarzer Fleckung. Abweichend von den
Laikas haben sie Hängeohren, die Rute tragen sie geringelt. Sie er-
reichen ungefähr die Größe eines Dobermannpinschers.
Der Stirnteil des Schädels fällt nach dem Hinterhaupte zu wesent-
lich stärker ab als beim kleinen Laika, sodaß das Schädelprofil dicht
hinter den Proc. postorb. deutlich geknickt ist. Die Orbita steht
etwas gerader als bei jenem. Die Nasalia enden in gleicher Höhe mit
den Maxillaria im Frontale und springen nicht über das Intermaxillare
vor. Die Frontalia schieben wie beim großen Laika spitze, zungen-
föormige Ausläufer zwischen Maxillaria und Nasalia ein. Die Sutura
coronalis ist gerade. Die Stirnleisten sind flach und treffen sich schon
vor der Sutura. Die Choanenöffnung ist breit. Die Schnauze ist am
Reißzahn verjüngt, dann aber nach vorne hin gleich breit. Die Bullae
sind sehr klein. Der Reißzahn im Oberkiefer und die Fangzähne sind
bedeutend kleiner als beim kleinen Laika.
Von den Laikahunden unterscheiden sich die europäischen Schäfer-
hunde durch größere Augenhöhlen. Im Profil erinnert der Schädel
an den des Tsingtauhundes.
Bei dem Siebenbürger Schäferhunde (No.4735 L. H.)
springen die Nasalia wesentlich über die Maxillarıa hinaus und mit
schlanker Spitze in das Frontale, dagegen nur wenig über das Inter-
maxillare vor. Die Jochbögen sind so flach wie beim Laika und Tsingtau-
hund. Die Choanenöffnung ist schmaler. Das Gebiß gleicht dem des
Tsingtauhundes. Das Nasenrohr ist weniger weit. Dieser Sieben-
bürger Schäferhund ist der größte aller europäischen Schäferhunde.
Der kleinere deutsche Schäferhund (Z. M,) unterscheidet sich
im Schädel von dem Siebenbürger nur durch etwas schmalere Schädel-
kapsel und weiteres Nasenrohr, gleicht ihm aber sonst. Die Schädel-
kapsel ist lang gestreckt, die Scheitelkrista nicht sehr stark, der
Oeccipitalhöcker wenig nach hinten ausgezogen. Die Schädelkapsel
ist hinter den stark nach unten gebogenen Proc. postorb. eingeschnürt.
Die Stirnhöhlen sind klein, die Jochbögen flach, die Bullae klein.
Die Schnauze ist am Reißzahn wenig verjüngt und zugespitzt. Der
Nasenrücken ist schmal. Stirn- und Schnauzenteil fallen vom höchsten
Punkte des Profils gleichmäßig wenig ab. |
Untersuchungen am Schädel des Haushundes. 33
Einen abweichenden Typus stellt der Hund von Island (No. 883
L.H.) dar. Der Schädel zeigt im Gegensatz zu dem vorigen deutlich
abgesetzten Stirn- und Schnauzenteil.e Die Nasenwurzel ist stark
eingesenkt. Der Stirnteil fällt nach dem Hinterhaupte zu sehr ab.
Die Hirnkapsel ist breiter als bei den Schäferhunden und greift nach
hinten herum. Sie verkleinert so das Hinterhaupt; hinter den Proc.
postorb. ist sie kaum verschmälert. Die Stirnhöhlen sind groß, die
Stirnleisten treten deutlich vor und vereinigen sich erst kurz vor dem
Hinterhaupte zu einem schwachen Ansatze eines Knochenkammes.
Die Jochbögen sind breiter als bei den Schäferhunden. Die Nasalia
springen nicht über das Intermaxillare vor, gleichen aber sonst denen
des Schäferhundes. Die Schnauze ist vor dem Reißzahn stark ver-
jüngt, bleibt dann aber gleich breit. Die Nasenöffnung ist eng, und
die Orbita steht ziemlich gerade. | |
Der Schottische Schäferhund, der Collie, ıst nach
Strebel!) und nach Fitzinger?) vom Isländerhunde abzuleiten.
Er erinnert auch im Schädel (No. 1080 L. H.) an diesen. Doch fällt
der Stirnteil nach dem Hinterhaupte zu nicht so stark ab. Die Stirn-
höhlen sind kleiner und die Orbita steht wie bei den Schäferhunden
schräger. Die Stirnleisten treffen sich bereits an der Sutura coronalıs.
Ferner springen die Nasalia über das Intermaxillare vor, ist die Choane
breiter, und trägt das Hinterhaupt ganz hinten eine stärkere Crista.
Der große Ungarische Schäferhund (No. 26756 Z.M.) gleicht
im Schädelbau fast völlig dem Collie. Er unterscheidet sich von ihm
durch etwas schlankere Schädelkapsel, die hinter den Proc. postorb.
weniger verschmälert ist, sowie eine vom Treffpunkte der Stirnleisten
aus deutlich vortretenedn Crista. Auch ist das Hinterhaupt höher
und die Choanenöffnung schmaler.
3. Untergruppe : Pudel.
Zu den Schäferhunden zählen auch die Pudel, die aber in ihrer
äußeren Erscheinung, sowie auch im Bau ihres Schädels von den
eigentlichen Schäferhunden abweichen. Sie sind eine höher gezüchtete
Rasse als jene und zeigen dementsprechend .im Schädel typische
Haushundcharaktere, keinerlei Ähnlichkeit mit den Schädeln wilder
Caniden. Dem Verfasser standen Schädel des deutschen Schäfer-
pudels, des russischen Schäferpudels und unseres Hauspudels zur
Verfügung.
Am Schädel des Deutschen Schäferpudels (No. 3701 Z. M.)
fällt der im Verhältnis zum Stirnteil kürzere Schnauzenteil auf. Beide,
Stirn- und Schnauzenteil, sind deutlich von einander abgesetzt, doch
ist das Profil der Schnauze gerade. Der Stirnteil fällt nach dem Hinter-
haupte zu wenig ab. Die Stirnhöhlen sind im Gegensatz zu den Schäfer-
hunden und in Übereinstimmung mit den Schlittenhunden gut ent-
!)Strebel. Die deutschen Hunde. München. 2 Bände.
. 3) Fitzinger. Die Rassen des zahmen Hundes. Sitzb. d..k. Akad. d.
Wissensch. Nov.-Heft, Jahrg. 1867, S. 1-40.
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 7. 3 7. Heft
34 Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
wickelt. Die Orbita steht fast senkrecht. Die schwach vortretenden
Stirnleisten vereinigen sich vor der Sutura coronalis zu einer nach dem
Hinterhaupte zu immer stärker werdenden Crista. Die Schädelkapsel
ist schmal, hinter den Proc. postorb. nur ganz wenig verjüngt und
greift etwas nach hinten herum, sodaß das Hinterhaupt selbst nicht
sehr groß ist. Es tritt an der Crista nicht über die Schädelkapsel vor.
Die äußeren Kanten des Hinterhauptes sind geschweift und dieses
zeigt ähnlich wie das der Spitze und Pinscher auf der Mittelkrista
eine schwache, blasige Auftreibung. Die Choanenöffnung ist breit,
am Anfang etwas schmaler. Die Bullae sind durch zwei scharfe Knicke
gekennzeichnet. Die Jochbögen sind stark gebogen und breit. Die
Nasalia springen über den gebogenen Vorderrand des Intermaxillare
vor, sie sind lang und schmal und scheinen, soweit sich das am Schädel
des alten Tieres erkennen läßt, über die Maxillarıa hinaus ins Frontale
sich einzuschieben. Die Schnauze ist an den Foramina plötzlich stark
verjüngt, sodaß der letzte Praemolar schräg steht, bleibt dann aber
gleich breit. Im Oberkiefer stehen sämtliche Praemolaren, im Unter-
kiefer die beiden ersten frei. Wie unsere Schäferhunde besitzen auch
die Schäferpudel, die wenig mit der Nase arbeiten, ein enges Nasenrohr.
Der Russische Schäferpudel ist nach Hilzheimer!) als
Stammform der Pudel, zottigen Schäferhunde und der Griffons an-
zusehen. Er ist windhundartig schlank gebaut, was bei der langen
Behaarung des Tieres schwer zu erkennen ist. Im Schädel dagegen
zeigt er zu diesem keine Beziehungen. Der Schädel (2912 L. H.) ist
im Profil stärker geknickt als der des deutschen Schäferpudels, der
Nasenrücken zeigt eine schwache Einsenkung. Die Stirnhöhlen sind
noch stärker entwickelt als bei dem eben beschriebenen. Die Proc.
postorb. sind stark nach unten gebogen. Die deutlich hervortretenden,
aber nicht sehr starken Stirnleisten vereinigen sich noch vor der Sutura
coronalis zu einer nach dem Hinterhaupte zu immer mehr hervor-
tretenden Ürista. Diese ebenso wie das Hinterhaupt gleichen dem des
deutschen Schafpudels. Nur ist die blasige Auftreibung auf ihm
etwas schwächer, die Choanenöffnung ist schmaler. Während die Schädel-
kapsel der des eben beschriebenen Hundes gleicht, sind die Jochbögen
wesentlich flacher. Sie biegen ohne scharfe Knickung nach dem Pe-
trosum hin um. Die Nasalia sind lang und schmal, springen über den
gebogenen Vorderrand des Intermaxillare nicht vor, schieben sich
dagegen weit über die Maxillaria hinaus zwischen die Frontalia ein,
die ihrerseits kurze spitze Ausläufer zwischen Maxillaria und Nasalia
vorschieben. Auffallend ist am Schädel dieses Hundes die weite Nasen-
öffnung zum Unterschiede von Schäferhunden und anderen Hunden.
Die Schnauze ist vom Reißzahn ab fortgesetzt verjüngt. Nur die beiden
ersten Praemolaren stehen im Ober- und Unterkiefer frei.
Dem deutschen Schäferpudel gleicht dem Schädel nach im wesent-
lichen unser Pudel, der in verschiedenen Größen gezüchtet ist und
. 4) Hilzheimer. Beitrag zur Kenntnis wenig bekannter Hunderassen.
S.-Abdr. Zoologica I. 37
Untersuchungen am Schädel des Haushundes. '35
nur eine verfeinerte Kulturrasse der Schäferpudel darstellt. Der
Schädel eines weißen Pudels (Z.M.) ist noch gedrungener als der
des Schäferpudels gebaut. Stirn- und Schnauzenteil sind noch stärker
von einander abgesetzt und die Nasenwurzel mehr eingesenkt. Die
Orbita ist größer und steht noch gerader. Die Stirnhöhlen sind ebenso
stark entwickelt, die Proc. postorb. etwas mehr nach abwärts gebogen.
Die Schädelkapsel ist breiter und hinter den Proc. postorb. mehr
eingeschnürt. Die Nasalia gehen nur wenig über die Maxillaria hinaus
ins Frontale, gleichen sonst denen des Schafpudels. Die Choanen-
öffnung ist breit und kurz. Die Schnauze ist vor den Foramina in-
fraorbitalia so stark verjüngt, daß der letzte Praemolar fast senk-
recht zur Zahnrichtung steht. Dann bleibt die hohe, stumpfe
Schnauze gleich breit. Das Gebiß steht in den kurzen Kiefern ge-
drängter als bei den beiden andern Pudeln. Nur im Oberkiefer steht
allem der erste Praemolar frei. URES N A or
Von Herrn Matte bekam das Museum vor einiger Zeit Fell und
Schädel eines chinesischen Schäferhundes. Das Fell des Tieres
ist langhaarig und erinnert in seiner Färbung auffallend an den C’uon
alpinus. Es ist rotbraun gefärbt. Auf dem Nacken zieht sich bis über
den Widerrist hinaus ein dunklerer, schwärzlicher Längsstreifen.
Dieser wird von einem ebensolchen Schulterstreifen gekreuzt. Der
Rücken ist dunkler als die Unterseite. Besonders dunkelrot sind die
Beine und der Schwanz. Dieser trägt auch an ‘der Oberseite einen
dunkleren Längsstreifen. Die Spitze des Schwanzes fehlt.
Der Schädel dieses Hundes (Z.M. 9. XII. 08) gleicht dagegen
am meisten dem des eben beschriebenen weißen Pudels. Das war die
Veranlassung, diesen Hund nicht zu den eigentlichen Schäferhunden zu
stellen. Der Schädel ist ungefähr so groß wie der des weißen Pudels.
Die Jochbögen sind etwas breiter. Der Nasenrücken ist wie beim
Pudel eingesenkt und Stirn- und Schnauzenteil sind deutlich’ abgesetzt.
Der Stirnteil fällt nach dem Hinterhaupte zu nur ganz wenig ab. Die
Stirnhöhlen sind stärker und die mediane Einsenkung ist infolgedessen
tiefer als beim Pudel. Die Stirnleisten sind ziemlich hoch und treffen
sich spitzwinklig an der Sutura coronalis zu einer niedrigen, aber doch
deutlichen Crista, die erst nahe dem Hinterhaupt höher wird. Während
beim Pudel die Maxillaria in gleicher Höhe mit den Nasenbeinen im
Frontale enden, gehen sie bei diesem Hunde etwas weiter in das Fron-
tale hinein. Auch sind die Ausläufer des Frontale zwischen Maxillarıa
und Nasalia lang und spitz, bei dem Pudel kurz und stumpf. Die
Proc. postorb. sind stärker als bei jenem nach unten gebogen, der
Abstand zwischen ihnen ist geringer und die Orbita steht schräger.
Die Nasalia springen wie beim Pudel mit stumpfer Spitze über die
Intermaxillaria vor, nach dem Frontale zu werden sie wie beim Pudel
gleichmäßig schmaler. Die Schädelkapsel ist etwas schmaler als
beim Pudel und hinter den Proc. postorb. stark eingeschnürt.
Die Schnauze, das Hinterhaupt und die’ Zahnstellung gleichen denen
des Pudels. |
3* 1. Hett
36 Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
HI. Gruppe:
Sehliktenkunde Untergruppe der
Schädelmaße nebenstehender a a De
Caniden in Centimetern Sa lachbr Eskimo- [Schlag des/Schlag des| Hund aus
hand hund Laika- Laika- | Tsingtau
hundes hundes
1. Gesamtlänge des Schädels 23,0 22,5 2. 18,7 18,2
2. Basilarlänge des Schädels vom
Foramen magnum bis J.1, J. 1] 18,2 19,7 19,7 19,6 15,7
3. Von der Crista oceipitalis bis
zum Hinterrande der Nasalia| 11,5 12,3 11,0 10,0 10,5
4. Vom Foramen magnum bis
GENIENFANd IN Re 8,1 9,0 8,7 7,4 7,2
5. Vom Gaumenrand bis J.1, J.1| 10,1 10,8 10,9 9,5 8,6
6. Von der Crista oceipitalis bis
zu dem Processus postorbitalis| 9,6 11,1 10,1 8,4 8,7
7. Länge der Schnauze bis zum
Processus postorbitalis . . . .| 11,8 12,7 12,2 11,0 10,7
8. Die Nasalia in der Mittellinie .| 6,1 51 8,3 6,3 6,5
9. Breite der Stirn an den Processus
postorbitales : 5,6 6,2 5,8 4,6 4,6
10. Größte Breite des Schädels“ an
den Jochbögen. . . » .... 11,5 11,7 11,8 10,5 9,5
11. Breite der Nasalia vorn 2,0 2,0 1,9 1,9 2,0
12. GeringsteBreitederGehirnkapsel| 3,7 3,5 3,8 3,4 3,0
13. Größte Breite der Gehirnkapsel| 5,6 6,7 5,8 5,6 6,6
14. Breite des Oberkiefers am Reiß-
Zah ur ur sd. AR) SEEN 6,5 6,6 a 6,3 6,8
15. Größte Breite der. Schnauze an
den’ Eokzähnen '. % . “nsle.» 3,8 4,2 4,2 3,8 3,5
16. Höhe des Schädels vom vorderen
Choanenrande bis Sutura coro-
Hase „Ras rchen Las verwachs. | 6,0 Iverwache.| 5,3 4,8
17. Länge der oberen Backzahn
reihe, „null Slale 6,7 2 1.7 6,9 6,1
18. Länge des oberen Reißzahns 1,9 2,0 2,2 2,0 1,8
19. Länge der beiden oberen Höcker-
ZEhNe..; „ha ER EIER u 1,9 2,1 23 22 1,85
20. Länge des Unterkiefers vom
Condylus bis Vorderrand der
Alyeole ulm. 2 ae 14,2 16,3 16,2 13,7 13,7
21. Längederunteren Backzahnreihe | 6,9 8,0 81 7,5 6,8
22. Länge des unteren Reißzahns| 2,05 2,2 2,3 2,4 2,0
23. Länge der beiden unteren
Höckerzahne. N. ARE 1,2 1,5 1,4 1,2 1,2
24. Höhe des Unterkiefers unter
dem. Beiizahn % 2 can ns 28 2,8 2,6 2,2 2,3
Untersuchungen am Schädel des Haushundes. 37
Schäferhundartige.
eigentlichen Schäferhunde Untergruppe der Pudel
Sieben- Deutscher | Islän- Ungari- = Russischer . Chinesi-
bi h Schäfer- Weiß h
schlier er, ne Collie Schafe aan aa Pudel Schafer-
19,6 | 18,5 17,2 19,2 21,0 17,6 18,4 17,1 16,8
17,3 | 16,2 15,2 16,6 19,1 15,6 16,1 15,4 14,9
10,4 9,9 9,5 10,7 12,0 I{verwachs. | 10,1 9,6 9,4
7,6 Z.1 6,7 7,9 8,4 6,6 6,9 6,9 6,4
9,6 9,05 8,6 9,1 10,8 9,0 9,15 8,5 8,4
9,3 8,7 8,4 9,1 10,5 9,2 9,2 8,7 8,5
11,4 | 10,8 9,8 11,3 13,0 9,9 10,7 9,5 9,1
6,1 6,0 5,4 6,0 6,8 | verwachs, 6,1 5,0 5,1
55 | 48 22 |, 56|.65|.054.| 0% 1.52 4,2
10,8 9,9 9,9 10,6 11,5 9,9 9,8 9,6 10,4
1,9 2,0 1,4 1,9 22 1,5 1,6 1,5 1,8
3,5 3,2 4,0 3,6 4,3 3,8 | beschäd. 3,4 3,1
5,1 5,1 5,0 5,9 6,1 5,2 5,5 5,5 5,2
6,0 5,7 5,5 6,0 6,7 5,2- ‚5 5,5 5,9
3,8 3,4 3,2 3,7 4,1 3,2 3,4 3,3 3,7
5,5 5,1 |verwachs,. 5,5 6,3 5,5 5,5 5,1 5,1
7,0 6,3 6,1 6,4 6,9 6,1 6,6 5,8 5,4
2,1 1,8 1,8 1,9 1,8 1,7 er 1,7 1.7
2,1 1,9 1,8 - 2,0 1,8 1,9 2,0 2,2 1,9
14,1 | 13,5 12,2 13,9 15,8 12,9 13,3 12,5 12,2
7,4 7,0 6,6 7,0 7,8 | beschud. 7,0 6,5 5,9
2,1 1,85 1,7 2,2 2,0 1,9 2,2 1,9 1,8
LOr Ka 2I 1,2 1,3 | fehlen 1,3 1,2 1,2
261 3,2 20.0: 25 2,7 2,0 1,9 2,2 1,9
38 : Walter Frhr. Taets vv: Amerongen:
III. Gruppe: Jagdhunde.
An. die Schäferhunde, insbesondere die Pudel, schließt sich die
Jagdhundgruppe an, die nach der Anschauung Kellers!), sowohl
wie‘ Studers?) ebenfalls wie die Schäferhunde vom Canıs matris
optimae abzuleiten ist. Zur Gruppe der Jagdhunde zählen die Vorsteh-
hunde, Pointers, Schweißhunde, Bracken und Dalmatiner, nicht aber
Doggen, Pudel und Pinscher, die v. Pelzen?) zur Jagdhundgruppe
im weiteren Sinne zählt. Es ist allerdings anzunehmen, daß die heutigen
Jagdhundrassen mit Windhunden und auch mit Doggen gekreuzt
sind, wie Keller angibt. Auch Studer weist auf die Beziehungen
der Jagdhunde zu den Doggen dem Schädelbau nach hin. Als Schädel-
charaktere nennt er: kurze, breite Schnauze, breite Stirn, hohe Schädel-
kapsel, starke Cristen, weit nach hinten gezogene Hinterhauptshöcker.
Die Gruppe der Jagdhunde umfaßt wie die vorhergehende große
und mittelgroße Hunde. Von den von mir gemessenen Schädeln ist
der des Retrievers mit 22,3 cm Schädellänge der größte, der des Dal-
matiners mit 17,7 cm Schädellänge.der kleinste. Ihr Typus ist nicht
so einheitlich wie der der Schäferhunde. Es finden sich im Schädel
Beziehungen zu diesen wie zu den Doggen. Der Retriever erinnert
in seinem Schädel an die Schäferhunde, besonders die Pudel und
weicht durch seinen schlanken Schädel, mit ziemlich geradem Profil,
die flachen Jochbögen, von den übrigen Jagdhunden ab. Dagegen
findet sich bei ihm auch wie bei den übrigen Jagdhunden mit Aus-
nahme des Bluthundes und wie bei Spitzen und Schäferhunden auf
dem Hinterhaupte eine blasige Auftreibung. Auch sind bei ihm wie
bei allen Jagdhunden die Stirnhöhlen gut entwickelt. Der Schädel
der Jagdhunde ist überhaupt plump und schwer gebaut. Die Joch-
bögen sind breiter als die Hälfte der Schädellänge. Stirn- u. Schnauzen-
teil sind deutlich abgesetzt. Die Schnauze ist kürzer und breiter als
bei den Schäferhunden, die Schädelkapsel breit und hinter den Proc.
postorb. meist stark eingeschnürt. Ihre Höhe beträgt mehr als !/, der
Gesamtlänge des Schädels, beim Dalmatiner ist sie am größten. “ie
ist also höher als bei den Schäferhunden, aber niedriger als bei den
Spitzen. Der Hinterhauptshöcker ist wie bei den’ Schäferhunden nach
hinten gezogen, und, abgesehen vom Dalmatiner, sind hohe Knochen-
kämme vorhanden. Durch diese wie die Breite der Jochbögen und
Größe der Schädelkapsel erinnern die Jagdhunde an die Doggen.
Die Stellung der Orbita ist sehr verschieden, beim Retriever und
Schweißhund schräg, beim Bluthund etwas gerader, bei den übrigen
gerade. Auch das Gebiß variiert sehr. Hierin stimmen Retriever
und Bluthund überein. Es stehen bei ihnen im Oberkiefer zwei, im
“2)Keller. Zur Abstammungsgeschichte unserer Hunderassen. Zürich 1903.
2) Studer. Beitrag zur Naturgeschichte unserer Hunderassen. Naturw.
Wochenschr. No. 28.
®) v. Pelzen. Eine Studie über die Abstammung der Hunderassen. Zool.
Jahrb. Bd. 1, 1886,
Untersuchungen am Schädel des Haushundes. 39
Unterkiefer drei Praemolaren frei, ebenso beim Vorstehhund und
Setter, während beim Schweißhund nur ein Praemolar des Ober-
kiefers frei, die übrigen Zähne geschlossen stehen.
Der Betriever (No. 1800 L.H.), der Beziehungen zum Neu-
fundländer haben soll und nach Matschie!) eine Kreuzung von Setter
und Neufundländer ist, gleicht auch im vergrößerten Maßstabe dem
Pudel. Doch sind Stirn- und Schnauzenteil weniger gegeneinander
abgesetzt und der Nasenrücken ist nur wenig eingesenkt. Die Joch-
bögen sind wie bei den Schäferhunden flach. Die Stirnhöhlen sind
wie beim Pudel gut entwickelt, die Orbita steht noch schräger als bei
den Schäferhunden. Die Stirnleisten vereinigen sich schon vor der
Sutura coronalıs zu einem scharfen, hohen Knochenkamm. An diesem
tritt das Hinterhaupt etwas über die Schädelkapsel vor. Es ist wie
bei den Windhunden auffallend schräg gestellt und oben abgerundet.
Die seitlichen Kanten sind nach innen gebogen. In der Mitte trägt
es einen scharfen Knochenkamm und eine kleine blasige Auftreibung
wie das der Schäferhunde. Die Schädelkapsel ist sehr schlank, schmaler
als die der Schäferhunde und hinter den Proc. postorb. nur wenig
eingeschnürt. Die Nasalia sind denen der Schäferhunde ähnlich. Sie
bleiben bis zur Trennungsnaht von Frontale und Maxillare ziemlich
gleich breit und enden in einer nicht sehr scharfen Spitze. Während
sie über den gebogenen Vorderrand des Intermaxillare nicht vor-
springen, gehen sie weiter als die Maxillaria in das Frontale hinein.
Die Nasenöffnung ist bei dem zur Jagd verwandten Hunde auffallend
groß. Die Choanenöffnung ist breit und kurz. Die Schnauze verjüngt
sich den Foramina infraorbitalia ab gleichmäßig; der letzte Praemolar
steht etwas schräg. Im Oberkiefer sind zwischen den beiden, im Unter-
kiefer zwischen den drei ersten Praemolaren Zwischenräume vor-
handen.
Der Schädel des kurzhaarigen deutschen Vorstehhundes
(No. 4673 L. H.) ist plumper gebaut und im Schnauzenteil kürzer.
Stirn- und Schnauzenteil sind deutlicher abgesetzt und die Orbita
steht gerader als beim Retriever. Die Stirnhöhlen sind wie bei diesem
gut entwickelt, und eine deutliche mediane Einsenkung ist vorhanden.
Die Stirnleisten vereinigen sich an der Kronnaht zu einem Knochen-
kamm, der aber nur halb so scharf wie der des Retrievers vortritt.
Die Schädelkapsel ist breiter als bei diesem und hinter den Orbital-
fortsätzen stärker eingeschnürt. Auch die Jochbögen sind wesentlich
breiter. Die Nasalia springen über den Zwischenkiefer etwas vor und
verjüngen sich nach der Stirn hin gleichmäßig. Die Nasenöffnung
ist etwas kleiner als die des Retrievers, die Choanenöffnung etwas
breiter. Die Schnauze wird an den Foramina nicht stark verschmälert
und bleibt im vorderen Teile gleich breit. Im Gebiß und den übrigen
Merkmalen gleicht der Schädel dem des Retrievers.
Der Schädel des Setters (No. 2749 L. H.) ist entsprechend dem
leichteren Körperbau des Hundes weniger plump als der des deutschen
!) Matschie. Bilder aus dem Tierleben. Stuttgart 1902.
7. Heft
40 Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
Vorstehhundes. Doch gleicht er diesem in der Form der Schädelkapsel,
der starken Entwicklung der Stirnhöhlen und der Stellung der Orbita.
Die Jochbögen sind dagegen entsprechend der schlankeren Form des
Schädels flacher. Die Nasenbeine springen über den gebogenen Vorder-
rand des Intermaxillare vor, gleichen auch sonst denen des Retrievers.
Die Nasenöffnung ist etwas kleiner als die des Vorstehhundes. Die
Scheitelerista ist höher als bei diesem und gleicht jener des Retrievers.
Auch das Hinterhaupt erinnert an das dieses Hundes. Die Choanen-
öffnung ist schmal, die Schnauze an den Foramina infraorbitalia stark
verjüngt, sodaß der letzte Praemolar im Oberkiefer sehr schräg steht.
Im Ober- und im Unterkiefer stehen die beiden, beziehungsweise die
drei ersten Praemolaren frei.
Die Schweißhunde sind kleiner und schwerer gebaut als die Vor-
stehhunde. Zu ihnen zählen nachMatschiet)auch die leichter gebauten
Laufhunde, von denen ich keinen untersuchen konnte. Am Schädel
(No. 468 L.H.) sind Stirn- und Schnauzenteil deutlich abgesetzt.
Der Nasenrücken ist wenig eingesenkt. Die Stirnhöhlen sind nicht
sehr stark entwickelt, dagegen ist eine starke Scheitelerista vorhanden.
Die Breite zwischen den Proc. postorb. ist auffallend gering, die Joch-
bögen sind nicht sehr stark, aber gleichmäßig, ohne schärfere Knickung
gebogen. Die Orbita steht sehr schräg. Die Nasalia springen über den
fast geraden Vorderrand des Intermaxillare vor, verjüngen sich nach
dem Frontale zu gleichmäßig und enden in gleicher Höhe mit den
Maxillaria in demselben. Die Nasenöffnung ist bei dem Schweißhunde
natürlich entsprechend seiner jagdlichen Verwendung groß. Die Stirn-
leisten vereinigen sich schon vor der Sutura coronalis zu der nach dem
Hinterhaupte immer stärker werdenden Crista.. Das Hinterhaupt
ist dreieckig und trägt in seiner Mitte wie das der Schäferhunde und
Spitze eine schwache, blasige Auftreibung. Die seitlichen Kanten des
Hinterhauptes sind fast gerade. Die Choanenöffnung ist lang und
schmal. Die Schnauze wird vor dem Reißzahn so stark verjüngt, daß
der letzte Praemolar im Oberkiefer quer steht, und wird nach vorne
wenig, aber gleichmäßig schmaler. Die Zähne stehen in den kurzen
Kiefern geschlossen. Nur der erste Praemolar der Oberkiefers steht frei.
Der Schädel des noch schwereren, plumperen Bluthundes
(No. 2391 L. H.) zeigt schärferen Absatz von Stirn- und Schnauzen-
teil als der vorige, ebenso wie bedeutendere Entwicklung der Stirn-
höhlen. Die Proc. postorb. sind stark nach unten gebogen. Die Orbita
steht etwas gerader als beim Schweißhund, und die Breite zwischen den
Proc. postorb. ist größer, auch die Jochbogen sind stärker. Schädel-
kapsel, Stirnleisten und Crista sowie das Hinterhaupt gleichen fast
denen des Schweißhundes. Doch fehlt auf letzterem die blasige Auf-
treibung, auch greift die Schädelkapsel nach hinten wenig herum. Auch
die Nasalia gleichen denen des Schweißhundes, dagegen ist die Choanen-
öffnung breiter und kürzer. Die Nasenöffnung ist noch weiter. Die
Schnauze ist an den Foramina infraorbitalia nicht so stark verschmälert
wie die des vorher beschriebenen Hundes und bleibt dann fast gleich
1) Matschie. Bilder aus dem Tierleben. Stuttgart 1902.
ei
10.
UL.
Untersuchungen am Schädel des Haushundes. 41
breit. Im Ober- und im Unterkiefer stehen die beiden, beziehungs-
weise die drei ersten Praemolaren frei.
Der Dalmatiner (Z. M.) dessen Heimat trotz seines Namens
unbekannt ist, nimmt unter den Jagdhunden eine Sonderstellung
ein. Dieser Hund wird jetzt kaum mehr als Jagdhund, sondern
nur noch als Luxushund gehalten. Beziehungen zum Terrier, be-
sonders zum Bullterrier, wie Heck!) sagt, zeigt der Dalmatiner im
Schädel nicht. Dieser zeigt scharf abgesetzten Stirn- und Schnauzen-
teile Der Nasenrücken ist deutlich eingesenkt. Der Stirnteil fällt
nach dem Hinterhaupte zu beträchtlich ab. Die Stirnhöhlen sind
mittelstark. Die Orbita steht wie beim Bluthunde ziemlich gerade.
Die sehr flachen Stirnleisten treffen erst hinter der Sutura coronalis
zu einem ebenfalls schwachen Knochenkamme zusammen. Die Schädel-
kapsel ist breit, greift nach hinten herum und ist hinter den Proe.
postorb. wenig, aber deutlich eingeschnürt. Die Jochbögen sind sehr
breit. Das Hinterhaupt gleicht dem des Schweißhundes und trägt wie
dieses nach dem Frontale zu wenig, aber gleichmäßig und schneiden
in gleicher Höhe mit den Maxillaria ab. Sie springen deutlich über
den gebogenen Vorderrand des Intermaxillare vor. Die Nasenöffnung
ıst entsprechend der ausschließlichen Verwendung dieses Hundes als
Luxushund klein. Die Choanenöffnung gleicht der des Schweißhundes,
das Gebiß dem des Bluthundes. Die Schnauze ist vor dem Reißzahn
stark verschmälert, bleibt dann aber gleich breit und ist lang.
IH. Gruppe: Jagdhunde.
Deut-
Schädelmaße nebenstehender Caniden Be- ne getter |Sehweiß- Bint- | Dal-
in Zentimetern triever BaBiien! hund | hund |matiner
hund
. Gesamtlänge des Schädels . . . . . . 22,3| 22,1 | 20,7| 20,1 | 21.2
. Basilarlänge des Schädels vom Foramen
mapmumnbisiJ. 1,30. 1. nt 19,3] 19,2 | 18,5| 18,5 | 18,7) 16,3
. Von der Crista oceipitalis bis zum Hinter-
TandendlertiNasallanın a Wall. 1 nF 10,8 en | -10;0
. Vom Foramen magnum bis Gaumenrand 8,31 81 Wal 88 2911111755
. Vom Gaumenrand bis J.1,J.1 .. . .1 110) 112 | 10,7| 10,2 | 10,71 88
. Von der Crista oceipitalis bis zu dem
Processus postorbitalis . . 2.2... 10,9] 10,9 | 10,2] 9,4 | 10,2) 8,5
. Länge der Schnauze bis zu dem Processus
postorbitalisiw. N. wurolı. sengiwvad, 12,6) 12,7 | 11,9| 11,7 | 12,5| 10,3
. Die Nasalia in der Mittellinie ... . Mol ter- 6,6| 6,4 | ver 5,6
ä wachs, wachs.
. Breite der Stirn an den Processus post-
GRRILAlSBLIEN ad ala ae lisern 5,8 6,2 6,1, 5,1 6,7 5,5
Größte Breite der Schädelkapsel an den
oeBhngenM Lu. ls Ananckulli zradı . 11,2| 12,5 | 11,0| 11,05 | 11,5] 10,4
Breite der Nasalia vorn . ...... a N 2,4 1,9| 2,0 2:41,14 1,6
!) Heck. Das Tierreich. Neudamm 1897.
42 ‘ Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
Deut- |
Narr : scher
Schädelmaße nebenstehender Caniden Re- | kurz- | gettor |Schweiß- Blut- Dal.
: r triever| haariger hund und | matiner
in Zentimetern Vorsteh-
hund
12. Geringste Breite der Gehirnkapsel. . . 3,014. 3:8 08 | 4,3) 4,1
13. Größte Breite der Gehirnkapsel 30) 6.1 5,8| 5,6 5,6 5,8
14. Breite des Oberkiefers am Reißzahn. . 6,71 6,7 6,5/ 6,6 N
15. Größte Breite der Schnauze an den Eck-
zZahneniz. 4.53 18... are 4,4| 44| 4,31 3,9 4,2| 3,2
16. Höhe des Schädels vom vorderen Cho-
anenrande bis zur Sutura coronalis . . wachs.l wachs. | 358| 5,7 Iwachs, 4
17. Länge der oberen Backzahnreihe . . . 10%:...7.2 |. Os 12
18. Länge des oberen Reißzahns . . .. . 1,9] ....20.1: TI 2.0... 38
19. Länge der beiden oberen Höckerzähne | 2,0 2,2| 22 21 2,3 23,0
20. Länge des Unterkiefers vom Condylus
bis Vorderrand der Alveole . .... 16,1| 16,5 | 15,4| 15,2 | 16,0) 13,9
21. Länge der unteren Backzahnreihe . . 71:91 28:2. 5 NZ e 181 ..150
22. Länge des unteren Reißzahns .... -.| 21l 24| 21| 232 2.21, 2,0
23. Länge der beiden unteren Höckerzähne | 15 16| 18| 15 1.71...
24. Höhe des Unterkiefers unter dem Reiß- |
Zahn. 20 lag ee 2,7). 30| 2,7133 | 231, 33
IV. Gruppe: Doggenartige.
Auf die Ähnlichkeit der Schädel von Doggen und Jagdhunden
wurde schon oben hingewiesen. Doch bezieht sich das nur auf die
eigentlichen Doggen. Die Gruppe der Doggen zerfällt in zwei scharf
getrennte Untergruppen, die eben genannte und die der Bulldoggen
und Möpse.
Die Doggen der ersten Untergruppe sind ausnahmslos große
Hunde. Der Schädel der deutschen Dogge ist mit 27,6cm Gesamt-
schädellänge der größte, der der Tibetdogge mit 23,2 cm der kleinste
von mir gemessene Schädel dieser Untergruppe... Die Schädel aller
Doggen beider Untergruppen sind plump und kräftig gebaut und haben
breite Jochbogen. Die Schädelkapsel ist breit, hinter den Proc. postorb.,
bei der deutschen Dogge in der Mitte stark eingeschnürt. Ihre Höhe
beträgt wie bei den Jagdhunden mehr als !/, der gesamten Schädel-
länge, während die Breite der Jochbögen mehr als die Hälfte ausmacht.
Stirn- und Schnauzenteil sind stets von einander abgesetzt, am ineisten
beim Bernhardiner. Die Stirnhöhlen sind groß und die mediane Ein-
senkung der Stirn ist tief. Nur die bayrische Dogge hat weniger gut
entwickelte Stirnhöhlen. Die Orbita steht bei einigen, der Tibet-
dogge und dem Bernhardiner gerade, bei den andern mehr oder weniger
schräg. Die Schnauze ist lang und breit. Die Stellung der Zähne ist
meist wenig gedrängt. Die Praemolaren stehen in der Regel frei wie
auch meistens bei Jagdhunden und der Mehrzahl der Schäferhunde.
Die Form des Hinterhauptes und die Länge der Nasenbeine sind gute
Kennzeichen einzelner Rassen.
Untersuchungen am Schädel des Haushundes. 43
- Die zwe'te Untergruppe, die der Bulldoggen und Möpse, unter-
scheidet sich im Schädel von der ersten Untergruppe durch Verkürzung
des Schnauzenteils und dadurch herbeigeführte sehr unregelmäßige und
enge Zahnstellung, Überwiegen des hohen Stirnteils und das Fehlen
oder Vorhandensein schwacher Knochenkämme. Ferner steht die
Orbita immer gerade. Die Breite der Jochbögen übertrifft 2/, oder
mehr der gesamten Schädellänge, ebenso die Höhe der Schädelkapsel.
Die Nasenöffnung ist bisweilen fast horizontal nach oben gerichtet.
Der Unterkiefer beißt über, ist länger und in ihm stehen daher die
Zähne bisweilen weniger gedrängt.
1. Untergruppe: Doggen.
Die Doggen sind, wie oben ausgeführt, auch in die heutigen Jagd-
hunde eingekreuzt worden. Die Familie der Doggen ist eine sehr alte
Hundefamilie, die nach Keller!) auf die Tibetdogge und weiter auf
den schwarzen Tibetwolf (Zupus niger) zurückzuführen ist und die
sich schon auf assyrischen Baudenkmälern findet, wie Hahn?) und
Keller ?) betonen. Aus der Tibetdogge haben sich noch die altassyrische
Dogge, der Molosser und ferner die heutigen großen Doggenrassen,
Neufundländer, Bernhardiner, die Bulldoggen und die Möpse ent-
wickelt. Neue Rassen sind der Leonberger und der deutsche Boxer,
Kreuzungen mit Windhunden sind nach demselben Schriftsteller
die kurzhaar gen Rassen, wie Ulmerdogge, deutsche Dogge und andere.
Die Doggen zeichnen sich alle durch schweren Körperbau, den Besitz
von Wolfsklauen und, worauf Keller *) hinweist, durch agressives
Temperament aus.
Die Tibetdoggen, die ursprünglichste Hunderasse, zerfallen nach
Hilzheimer?’) in zwei ganz verschiedene Rassen, eine schwere
chinesische und eine leichtere mongolische, von denen ich die Schädel-
maße einer großen Dogge gebe. Die Tibetdoggen haben ziemlich lange
und mäßig breite Schnauzen und wie die Bulldogge und der Bern-
hardinerhund hoch angesetzte Ohren, faltiges Gesicht, hängende
Lefzen und Augenlider.
Der Schädel der Tibetdogge (No.393 L.H.) ist plump und
kräftig und besitzt deutlich von einander abgesetzten Stirn- und
Schnauzenteil mit schwach eingesenkten Nasenrücken. Der Stirnteil
fällt nach dem Hinterhaupte zu stark ab und trägt einen hohen, scharfen
Knochenkamm, an dem das Hinterhaupt über die Schädelkapsel
vortritt. Die Stirnhöhlen sınd stark entwickelt, die mediane Ein-
senkung zwischen ihnen ist tief, und die Proc. postorb. sind nach unten
!) Keller. Zur Abstammung unserer Hunderassen. Zürich 1903.
®?) Hahn. Die Haustiere. Leipzig 1896.
®2) Keller. Die Haustiere als menschlicher Kulturerwerb. Berlin.
*)Keller. Ebenda, und Die Stammesgeschichte unserer Haustiere. Leipzig
1909.
5) Hilzheimer. Beitrag zur Kenntnis wenig bekannter Hunderassen
Zoologica I. 37.
7. Heft
44 Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
gebogen. Die Orbita steht gerade. Die Stirnleisten vereinigen sich
schon weit vor der Sutura coronalis fast rechtwinklig zu der nach dem
Hinterhaupte zu stärker werdenden Crista. Der Abstand zwischen
den Proc. postorb. ist groß und die Jochbögen sind sehr breit. Die
Schädelkapsel ist dagegen nicht sehr breit und nach den Orbitalfort-
sätzen zu wenig, aber deutlich verjüngt. Die Nasenbeine werden nach
dem Frontale zu fortgesetzt schmaler und springen noch vorne über
den fast geraden Rand des Intermaxillare vor. Wie weit sie in das
Frontale hinein gehen, läßt sich an dem Schädel des alten Hundes,
dessen Nähte vielfach schon verwachsen sind, nicht mehr sicher fest-
stellen. Das Hinterhaupt ist schmal und hoch, oben abgerundet.
Die seitlichen Kanten sind gebogen. Die Choanenöffnung ist schmal
und nicht sehr lang, die Nasenöffnung groß. Die Schnauze ist vor dem
Reißzahn wenig verschmälert, bleibt dann aber gleich breit. Sie ist
ziemlich lang, sodaß alle Praemolaren des Oberkiefers, wie auch die
drei ersten des Unterkiefers, frei stehen.
Von diesem Schädel unterscheidet sich der eines fünf Monate
alten Tibethundes aus dem Berliner Zoologischen Garten durch ge-
streckteres Profil und fortgesetzt verjüngte Schnauze. Die Stirnleisten
treffen sich an der Kronnaht.
Im Außeren schließen sich an die Tibetdoggen die Neufund-
länder an, über deren Geschichte wir, wie Keller!) sagt, nur un-
genügend unterrichtet sind. Nach v. Pelzen?) sind sie auf eine
Kreuzung von Eskimohunden und verwandten Rassen zurückzuführen.
Der Schädel (No. 1923 L. H.) aber schließt sich an den der Tibet-
doggen an. Er ist größer, im ganzen schlanker, die Jochbögen sind
flacher. Stirn- und Schnauzenteil sind noch deutlicher abgesetzt,
der Nasenrücken stärker eingesenkt. Der Stirnteil fällt nach hinten
stärker ab als bei der Tibetdogge und trägt eine scharfe hohe Crista.
Das Hinterhaupt tritt an dieser wie bei jenem über die Schädelkapsel
vor. Die Stirnhöhlen sind noch größer, die Proc. postorb. nach unten
gebogen. Abweichend von der Tibetdogge steht die Orbita sehr schräg.
Die höheren Stirnleisten treffen im spitzen Winkel zusammen und
scheinen sich vor der Sutura coronalis zu vereinigen, was aber an dem
Schädel des alten Hundes nicht sicher festzustellen ist. Die Schädel-
kapsel ist schmal, nach den Proc. postorb. zu nicht gerade stark, aber
deutlich verjüngt und schwach gewölbt. Die Nasalia werden nach
dem Frontale zu auffallend schmal und schieben sich über die Maxillarıa
hinaus zwischen die Frontalia ein. Über den fast geraden Vorderrand
des Intermaxillare springen sie mit deutlicher Spitze vor. Die Nasen-
öffnung ist bei diesem Wasserhunde kleiner als bei dem vorher be-
sprochenen. Das Hinterhaupt hat gebogene Kanten, ist breiter als
hoch und oben abgerundet. Die Choanenöffnung ist sehr lang und
schmal, nach vorne etwas breiter. Die Schnauze wird vor dem Reißzahn
!) Keller. Die Stammesgeschichte unserer Haustiere. Leipzig 1909.
?)v. Pelzen. Eine Studie über die Abstammung der Hunderassen. Zool.
Jahrb. 1886.
Untersuchungen am Schädel des Haushundes. 45
schmaler, bleibt dann aber gleich breit. Sie ist schlanker als die der
Tibetdogge, während das Gebiß dieser gleicht.
Der Leonberger (No. 2615 L.H.) der ein leichterer Schlag
des Neufundländers in seiner äußeren Erscheinung ist, besitzt einen
kürzeren und plumperen Schädel als dieser. Die Stirnhöhlen sind
sehr stark entwickelt, sodaß die mediane Einsenkung der Stirn sehr
tief ist. Die Orbita ist größer und steht etwas gerader als beim Neu-
fundländer. Die Stirnleisten vereinigen sich fast rechtwinklig vor dem
Sutura coronalis. Die Crista ist stärker, das Hinterhaupt breiter als
beim Neufundländer. Es hat fast gerade Kanten, ist oben abgerundet
und tritt mehr als bei diesem scharfkantig über das Schädeldach hervor.
Die Schädelkapsel ist breiter, ebenso die Ohoane, die kurz ist. Während
die Nasalia denen des Neufundländers gleichen, ist die Nasenöffnung
bedeutend größer. Auch die Schnauze ist breiter. Das Gebiß und die
Jochbögen gleichen denen des Neufundländers.
Auch die Bernhardiner besitzen einen schweren und plumpen
Schädel. An dem des glatthaarigen Bernhardiners (No. 2689
L. H.) fällt der Stirnteil sehr stark ab. Er trägt eine hohe Crista. Die
Stirnhöhlen sind sehr umfangreich, die Orbita ist etwas kleiner als
beim Leonberger. Wie dieser hat er eine hohe Stirn. Der Nasenrücken
ist deutlich eingesenkt. Die Schädelkapsel ist breit, hinter den Psoc.
postorb. eingeschnürt. Die Jochbögen sind wesentlich breiter als bei
den beiden vorher besprochenen Hunden. Auch der Abstand zwischen
den Postorbitalfortsätzen ist groß. Das Hinterhaupt gleicht dem des
Neufundländers. Der Hinterhauptshöcker ist sehr hoch. Die Choanen-
öffnung ist kurz und breit. Die Schnauze wird vor dem Reißzahn
wenig verschmälert, nach vorne gleichmäßig, aber unbedeutend ver-
jüngt. Das Gebiß gleicht dem des Neufundländers und Leonbergers.
Das Nasenrohr ist enger als bei diesem. Die Schnauze ist kurz, hoch
und breit.
Der rauhhaarige Bernhardiner (No. 2680 L. H.) unterscheidet
sich im Schädel von dem glatthaarigen. Der Schädel ist etwas schlanker,
Stirn- und Schnauzenteil sind nicht so scharf von einander abgesetzt.
Der Nasenrücken ist fast gerade. Der Stirnteil fällt wie beim Leonberger
stark ab. Die geringere Knickung des Profils ebenso wie die schwächeren
Stirnhöhlen sind in dem jugendlichen Alter des untersuchten Tieres
begründet. Die Orbita steht etwas gerader als beim glatthaarigen
Bernhardiner, der Vorderrand des Intermaxillare ist mehr gebogen,
die Nasenöffnung weiter. Eine Crista fehlt an dem Schädel des jungen
Tieres. Das Hinterhaupt ist in dem obern Teile breiter als bei dem
vorigen, die Schnauze schlanker, fortgesetzt verjüngt und ohne Absatz
vor dem Foramina infraorbitalia. Der Abstand zwischen den Orbital-
fortsätzen ist geringer, die Schädelkapsel hinter diesen wenig schmaler
die Jochbögen sind flacher.
Von den Bernhardinern unterscheidet sich die bayrische Dogge
(No. 2308 L. H.) durch schlankeren Schädel mit flacheren Jochbögen
und durch fast gerades Profil. Der Schädel erinnert an den vorher
beschriebenen des j jungen rauhhaarigen Bernhardiners. Wie bei diesem
7 Heft
46 Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
ist die Schädelkapsel hinter den Orbitalfortsätzen schmaler. Die
Stirnhöhlen sind schwach und eine mediane Einsenkung ist kaum
wahrzunehmen. Die Orbita steht etwas gerader als beim Bernhardiner.
Die Stirnleisten vereinigen sich vor der Sutura coronalis und bilden
dann einen nicht sehr hohen Knochenkamm. Das Hinterhaupt tritt
kaum über die Schädelkapsel hervor. Es ist oben spitz und hat gebogene
Kanten. Das Hinterhauptsloch ist eiförmig, die Choanenöffnung
sehr hoch und nach dem Hinterhaupte zu etwas schmaler. Die Nasalıa
springen nicht über den gebogenen Vorderrand des Intermaxillare
vor, gehen aber etwa 1 cm über die Maxillarıa hinaus ins Frontale
hinein. Nach diesem zu werden sie unbedeutend schmaler. Die Nasen-
öffnung ist im Verhältnis sehr groß, größer als bei den Bernhardinern.
Die Schnauze verjüngt sich vor dem Reißzahn so stark, daß der letzte
Praemolar schräg steht, bleibt dann aber gleich breit. Im Ober- und
im Unterkiefer stehen alle Praemolaren frei.
Einen noch gestreckteren Schädel als die bayrische besitzt die
Ulmerdogge (No. 1607 L. H.). Die Jochbögen sind sehr flach, Stirn-
und Schnauzenteil nicht sehr von einander abgesetzt. Der Nasen-
rücken ist wenig eingesenkt, die Stirnhöhlen sind nicht stark entwickelt.
Der Stirnteil trägt eine hohe Crista, zu der sich die Stirnleisten schon
vor der Sutura coronalis im spitzen Winkel treffen. Die Schädelkapsel
ist breiter als die der bayrıschen Dogge und hinter den Proc. postorb.
deutlich eingeschnürt. Diese Einschnürung tritt auf etwa !/, der
Entfernung von den Proc. postorb. bis zum Hinterhaupte ein. Die
Orbita steht sehr schräg. Die Nasalia verjüngen sich fortgesetzt nach
dem Frontale zu und gehen über die Maxillaria hinaus in dieses hinein.
Über den gebogenen Vorderrand des Intermaxillare springen sie wenig
vor. Die Nasenöffnung ist mittelgroß und breiter als hoch. Der Hinter-
hauptshöcker ist weit nach hinten ausgezogen und das Hinterhaupt
tritt an der Crista sehr über die Schädelkapsel vor. Es ist breiter als
hoch, etwas zugespitzt und die seitlichen Kanten sind wenig gebogen.
Die Choanenöffnung ist breit. Die Schnauze ist vor dem Reißzahn
stark verschmälert, sodaß der letzte Praemolar schräg steht. Sie ver-
jüngt sich nach vorne hin ständig, aber wenig. Im Öberkiefer stehen
alle, im Unterkiefer die drei ersten Praemolaren frei.
Einen großen plumpen Schädel mit breiten Jochbögen, deutlich
abgesetztem Stirn- und Schnauzenteil und stark entwickelten Stirn-
höhlen ebenso wie die zuerst beschriebenen langhaarıgen Doggen
besitzt die deutsche Dogge (No. 3922 L. H.). Der Stirnteil trägt
eine hohe Crista, zu der sich die Stirnleisten schon vor der Kronnaht
rechtwinklig vereinigen. Die Nasenwurzel ist stark eingesenkt. Die
Schädelkapsel ist schmal und etwa in der Mitte des Abstandes von den
Proc. postorb. bis zum Hinterhaupte eingeschnürt, nicht, wie es sonst
bei Hunden der Fall ist, dicht hinter den Proe. postorb. Die Orbita
steht ziemlich gerade. Die Nasenbeine gleichen denen der Ulmer
Dogge. Die Nasenöffnung ist weit, weiter als die der Bernhardiner.
Das Hinterhaupt gleicht dem der Ulmerdogge, die Choanenöffnung
Untersuchungen am Schädel des Haushundes. 47
ist schmal. Die Schnauze ist nicht zugespitzt, gleicht aber im übrigen
auch in der Zahnstellung der des vorher beschriebenen Hundes.
Wesentlich kleiner, aber sonst der vorhergehenden im Schädelbau
sehr ähnlich ist die dänische Dogge (No. 1575 L.H.). Die Joch-
bögen sind noch breiter, die Stirnhöhlen dagegen nicht sehr stark.
Der Stirnteil trägt eine nicht sehr hohe, aber doch ansehnliche Crista,
zu der sich die Stirnleisten an der Sutura coronalis spitzwinklig treffen.
Die Nasenwurzel ist wenig eingesenkt, und Stirn- und Schnauzenteil
sind abgesetzt. Die Schädelkapsel ist breit, hinter den Proc. postorb.
wenig schmaler. Die Orbita steht schräg, aber doch gerader als bei
der Ulmer Dogge. Die Nasalia werden nach dem Frontale zu fort-
gesetzt schmaler und gehen über die Maxillaria hinaus, springen aber
nieht über den gebogenen Vorderrand des Intermaxillare vor. Das
Hinterhaupt ist breiter als hoch, oben abgerundet. Seine seitlichen
Kanten sind fast gerade. Die Choanenöffnung ist flach und breit.
Die Schnauze wird von den Foramina infraorbitalia ab wenig, aber
gleichmäßig schmaler, sodaß der letzte Praemolar nur wenig schräg
steht. Das Gebiß stimmt mit denen der vorher beschriebenen Doggen
überein.
2. Untergruppe: Bulldoggen und Möpse.
Die noch übrigen Doggen unterscheiden sich von den bisher be-
sprochenen durch den Bau ihres Schädels, den Mopskopf. Dieser ist
eine krankhafte Erscheinung und findet sich bei vielen Haustieren,
so auch bei den oben beschriebenen Zwergspaniele. DBedeutendes
Überwiegen des Stirnteiles und starke Verkürzung des Schnauzen-
teiles kennzeichnen ihn, wie gesagt. Die Zahnstellung ist eine sehr
unregelmäßige und der Unterkiefer beißt über. Von solchen mops-
köpfigen Doggen konnte ich die Schädel des Saufängers, des Boxers,
der Bulldogge und des Mopses untersuchen.
Der Saufänger (No. 4461 Z.M.) stammt von der Pfaueninsel.
Der Balg des Hundes steht ausgestopft in der wissenschaftlichen
Sammlung des Kgl. Museums. Der Saufänger ist ein kräftig gebauter
Boxer, aber schwerer als die heutige Rasse und, wie es Boxer häufig
sind, auf braunem Grunde gestromt. Der Schädel ist plump und kurz.
Er hat sehr breite Jochbögen. Der Schnauzenteil ist bedeutend ver-
kürzt und vom Stirnteil deutlich abgesetzt. Die Nasenwurzel ist deutlich
seknickt. Die Stirnhöhlen sind stark entwickelt, und der Stirnteil
trägt eine nach dem Hinterhaupte zu stärker werdende Crista, welche
aber nicht sehr hoch ist. Zu derselben vereinigen sich die Stirnleisten
an der Sutura coronalis in spitzem Winkel. Die Augenhöhlen stehen
fast gerade, sind groß und nach vorne gerichtet. Die Proc. postorb.
sind nach unten gebogen. Die Schädelkapsel ist im Verhältnis zu dem
plumpen Schädel schlank. Sie ist hinter den Proc. postorb. wenig,
aber deutlich eingeschnürt. Die Nasalia enden in gleicher Höhe mit
den Maxillaria im Frontalia, springen aber über das Intermaxillare
vor. Die Nasenöffnung ist fast wagerecht nach oben gerichtet und
wesentlich breiter als hoch. Das Hinterhaupt hat dreieckige Form
7. Heft
48 Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
und gebogene Kanten. Die Ohoanenöffnung ist kurz und breit, die
Schnauze ist breit und sehr verkürzt. Vor den Foramina infraorbitalia
ist sie sehr stark und plötzlich verjüngt, bleibt dann aber gleich breit.
Der dritte Praemolar des Oberkiefers steht infolgedessen quer. Die
Zähne des Oberkiefers stehen geschlossen. Der Unterkiefer ist länger
als der Oberkiefer und beißt stark über. Die Zähne stehen in ihm
regelmäßiger und der dritte Praemolar frei.
Der heutige Boxer (No. 2728 Z. M.) ist gegenüber dem Saufänger
kleiner und leichter. Auch der Schädel ist nicht ganz so plump. Er
besitzt aber ebenfalls breite Jochbögen und die Nasenwurzel ist stärker
als die des Saufängers eingesenkt. Die Stirnhöhlen sind groß. Der
Stirnteil trägt eine nicht hohe, nach dem Hinterhaupte zu stärkere
Crista. Die Stirnleisten vereinigen sich in spitzem Winkel hinter
Sutura coronalis. Die Schädelkapsel ist nicht so schlank wie die des
Saufängers und dicht hinter den Proc. postorb. deutlich eingeschnürt.
Diese sind nach unten gebogen. Die ziemlich große Orbita steht nur
wenig schräger als beim Saufänger. Während die Nasalia denen des
Saufängers gleichen, ist die Nasenöffnung rund und nicht wie bei
jenem nach oben gerichtet. Das Hinterhaupt ist breiter als das des
eben besprochenen Hundes. Die Kanten desselben sind nur sehr schwach
gebogen. Die Choanenöffnung ist kurz, aber verhältnismäßig breit.
Die Schnauze und die Zahnstellung im Oberkiefer unterscheiden sich
nicht vom Saufänger. Der Unterkiefer dagegen beißt nicht so stark
über, ist also kürzer, und alle vier Praemolaren stehen geschlossen.
Der Schädel der Bulldogge (No. 14710 Z.M.) ist plumper als
der des Boxers. Die Jochbögen sind breit. Stirn- und Schnauzenteil
sind deutlich von einander abgesetzt, der Nasenrücken stark einge-
senkt. Die Stirnhöhlen sind sehr groß und die mediane Einsenkung
tief. Die Crista ist dagegen sehr schwach. Die Stirnleisten treffen
sich spitzwinklig hinter der Sutura coronalis. Die Hirnkapsel ist im
Verhältnis zum Schädel breit, breiter als beim Boxer, aber hinter den
Proc. postorb. nicht so stark eingeschnürt wie bei diesem. Die Orbita
steht gerade, nach vorne gerichtet, die Proc. postorb. sind nach unten
gebogen. Die Nasalia gehen etwa 1 cm über die Maxillaria hinaus
ins Frontale und springen mit kurzer Spitze über den gebogenen
Vorderrand des Intermaxillare vor. Die Nasenöffnung ist wie beim
Saufänger breiter als hoch und nach oben gerichtet. Das Hinterhaupt
ist spitzer als das des Boxers, seine Kanten sind fast gerade. Das
Hinterhauptsloch zeigt am oberen Rande eine Ausbuchtung. Die
Choanenöffnung ist sehr kurz und breit. Die Schnauze ist vor den
Foramina infraorbitalia sehr stark verjüngt, bleibt dann aber gleich
breit. Der dritte Praemolar im Oberkiefer steht sehr schräg, mit der
inneren Seite nach hinten gerichtet. Alle Zähne stehen geschlossen.
Im Unterkiefer dagegen fehlen die beiden ersten Praemolaren, der
dritte steht frei. Der Unterkiefer beißt wie beim Saufänger, stärker
als beim Boxer über.
Auch der Schädel der kleinsten Dogge, des Mopses (No. A. 3448
2. M.), besitzt sehr breite Jochbögen, die aber nicht sehr stark gebogen
Untersuchungen am Schädel des Haushundes. 49
sind. Die große, runde Schädelkapsel erhebt sich steil über den kurzen
Schnauzenteil. Nach dem Hinterhaupte zu fällt der Stirnteil erst ganz
unbedeutend, dann stärker ab. Die Nasenwurzel ist tief eingesenkt.
Die Stirnhöhlen sind schwach, die Orbita steht gerade und die Proc.
postorb. sind sehr klein und nach unten gebogen. Die Stirnleisten
verlaufen parallel zur Sutura sagittalis und treffen nahe dem Hinter-
haupt auf dessen zungenförmigen Ausläufer. Dieser schiebt sich, wie
auch bei anderen kleinen Hunderassen, zwischen die Parietalıa ein.
Die Schädelkapsel verjüngt sich wenig, aber gleichmäßig nach den
Proc. postorb. zu. Die Frontalia stoßen mit gerader Kante auf die
Nasalia und schieben keine Ausläufer zwischen diese und die Maxillaria
ein. Der Vorderrand des Intermaxillare ist gerade. Die Nasalia springen
über ihn nicht vor, gehen aber etwa einen cm weiter als die Maxillaria
ins Frontale. Die Nasenöffnung ist breiter als hoch, nach oben gerichtet.
Das Hinterhaupt ist oben abgerundet, die Kanten fast gerade. Das
Hinterhauptsloch ist rund und wie bei der Bulldogge am oberen Rande
ausgebuchtet. Die Choanenöffnung ist kurz und niedrig, aber sehr
breit. Die Schnauze gleicht der von Bulldogge und Boxer. Sie ist aber
im Verhältnis zur Größe des Schädels noch mehr verkürzt. Abweichend
von den anderen Doggen mit Mopsköpfen stehen der zweite und der
dritte Praemolar im Oberkiefer quer. Alle Zähne stehen eng zusammen,
die Schneidezähne flach. Der Unterkiefer beißt eben so stark wie
beim Boxer über. Nur der zweite Praemolar steht in ihm schräg.
Tabellarische Zusammenstellung siehe Seite 50 u. 51.
V. Gruppe: Windhundartige.
Die noch übrigen Gruppen der altweltlichen Hunde sind die der
Wind- und der Pariahunde, also Hunde südlicher Herkunft. Beide
zeigen im Schädelbau Beziehungen zu den Schäferhunden. Die Wind-
hunde stimmen im Schädel sehr überein. Er ist durch schmale, lange
Form mit langer Schnauze, schmalen Jochbögen, kleinen Stirnhöhlen,
flacher Stirn und durch das seltene Auftreten von Scheitelkämmen
gekennzeichnet.
Der Größe nach sind die Hunde dieser Gruppe sehr verschieden.
Der Barsoi als größter hat 24,3 cm Schädellänge, das Windspiel 14,0 cm.
Die Jochbögen sind nur ganz wenig breiter oder aber schmaler, als die
halbe Länge des Schädels ausmacht. Die schmale Schädelkapsel ist
hinter den Proc. postorb. stark verschmälert. Am niedrigsten ist die
Schädelkapsel beim Barsoi, am höchsten bei den kleinen Windspielen.
Die Höhe beträgt!/,der Schädellänge oder, bei den kleinen Rassen, etwas
mehr. Das Profil des Schädels zeigt eine schwache Knickung hinter
der Orbita mit geradem, oder nur wenig eingesenktem Nasenrücken
und kaum von einander abgesetzten Stirn- und Schnauzenteil. Der
Schädel erinnert dadurch sowohl an die Schäferhunde wie an manche
Pariahunde. Auch die Orbita steht wie bei jenen schräg. Charakteristisch
für alle Winduhnde ist das Vorspringen der Nasalia über die Inter-
maxıllarıa und das Vorhandensein von Knochenzäpfehen zu beiden
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 7. 4 7.BHeft
50 Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
IV. Gruppe:
Untergruppe der
Schädelmaße nebenstehender Caniden in
- Glatt-
Centimetern Tibet- | Neufund- | Leon- | haariger
dogge länder berger | Bernhar-
diner
1. Gesamtlänge des Schädels . .... . 23,3 25,6 24,9 | 24,9
2. Basilarlänge des Schädels ...... 20,6 22,0 22,0 | 21,0
3. Von der Crista occipitalis bis zum Hinter-
rande 'der Nasalıa. ri 5 220197 verwachs.| 13,9 | verwachs.| 13,0
4. Vom Foramen magnum bis Gaumenrand 8,7 9,8 9,9 9,1
5. Vom Gaumenrand bis J.1, J.1 ... 11,6 12,3 12,2 11,8
6. Von der Crista oceipitalis bis zu dem
Processus postorbitalis . . .. . 0... 11,5 13,0 12,6 13,0
7. Länge der Schnauze bis zum Processus /
poetorvitals 177% Mir HR, Ye 13,2 14,2 14,3 14,2
8. Die Nasalia in der Mittellinie . . . . | verwachs. 8,9 |verwache. | 8,3
9. Breite der Stirn an den Processus post-
1 Fe a EEE 6,9 7,2 7,4 7,9
10. Größte Breite des Schädels an den Joch-
Bopen- 7 138 EUTIN, VORENEENTER N RE 12,3 13,4 13,1 | 13,5
11. Breite der Nasalia vom . . ..... 2,4 2,6 2,6 2,5
12. Geringste Breite der Gehirnkapsel . . 4,2 4,5 4,2 4,2
13. Größte Breite der Gehirnkapsel . . . 6,0 8,7 6,0 6,1
14. Breite des Oberkiefers am Reißzahn . . 7,0 7,8 7,9 7,8
15. Größte Breite der Schnauze am Eckzahn 4,9 5,0 5,4 5,1
16. Höhe des Schädels vom vorderen Cho-
anenrande bis zur Sutura coronalis . . . [verwachs | verwachs. | verwachs. | verwachs.
17. Länge der oberen Backzahnreihe . . . 7,6 7,6 7,8 7,3
18. Länge des oberen Reißzahns . ... . 2,2 | 2.2 22
19. Länge der beiden oberen Höckerzähne 2,2 2,3 2,5 2,25
20. Länge des Unterkiefers vom Condylus 17,0 18,8 18,9 | 17,9
bis Vorderrand der Alveole . .....
21. Länge der unteren Backzahnreihe. . . 8,3 8,9 9,1 8,1
22. Länge des unteren Reißzahns .... 2,4 2,5 2,4 2,4
23. Länge der beiden unteren Höckerzähne 17 1,6 1,6 1,7
24. Höhe des Unterkiefers unter dem Reiß-
ZEN 39, BT EEE, RE BEI EEE, 3,2 32 3,5 3,4
Seiten unterhalb des Oceipitalhöckers. Die verschiedene Länge
der Nasalıa ist auch ein Unterscheidungsmerkmal der Windhund-
Tassen. |
Im Gebiß stehen in den langen Kiefern die Praemolaren alle
oder in der Mehrzahl frei.
Beim englischen Windhund, dem Whippet und dem ne
schiebt sich ein zungenförmiger Fortsatz vom Hinterhaupt zwischen
Untersuchungen am Schädel des Haushundes. 51
Doggenartige.
eigentlichen Doggen Untergruppe : Bulldoggen und Möpse
Rauh- | ! joy
haariger |Bayerische| Ulmer | Deutsche Be Son Sanfünger | Boxer. | Bulldogge Mops
Dogge
diner
Bernhar- | Dogge Dogge
24,2 27,0 27,0 27,5 | 23,5 19,2 17,7 15,5 10,6
21,4 22,9 22,8 23,5 21,4 16,7 19,7 13,1 | 9,4
13,2 15,0 14,7 16,4, 12,2 | verwachs. 10,4 9,1 6,9
92 9,9 10,4 10,4 9,5 7,9 6,9 6,1 4,4
12,2 12,9 12,4 13,0 11,9 8;8 8:144112727:0 4,9
220 1113,71. 13,5: 1: 114,4%|:11,3: 1. 11,0 9,8 9,0 6,3
14,0 15,3 15,1 15,3 13,3 10,6 10,2 8,4 5,5
Ts 8,3 8,9 6,7 7,7 | verwachs. 4,8 4,5 2,3
6,7 ar! 6,8 7,1 6,3 1.3 6,2 6,2 4,3
12,9 14,4 13,6 14,7 12,7 12,6 11,6 11,0 8,1
2,4 2,3 er 2,9 2,5 22 22 1,9 1,1
4,5 5,3 3,8 4,1 4,1 4,3 3,7 4,2 4,2
6,2 6,8 6,0 5,5 5,6 5,5 5,6 5,4 5,6
7,6 8,0 8,0 8,4 7,0 7,4 1:2 6,3 5,0
4,9 5,3 5,2 5,9 4,3 4,8 4,1 37 2,6
6,3 | verwachs,. 7,2 |verwachs.| 6,1 ae 5,9 5,4 4,6
8,0 8,2 7,9 8,0 81 6,1 37 4.2 4,4
2,1 2:2 2,2 2,4 2,1 2,0 1,9 1,7 1,4
2,6 2,5 2,5 2,7 2,4 2,3 1,4 2,0 1,3
17,8 19,8 19,4 19,6 18,0 15,5 14,1 13,1 8,5
90 9,4 8,8 8,8 9,1 77 7,2 | beschäd. | beschäd.
2,5 25 2,5 2,1 2,5 2.2 2,1 1,9 1,5
1,7 17. 1,8 1,9 1,8 1,3 1,4 fehlt fehlt
3,0 3,4 3,3 3,4 2,7 2) 2,3 1,9 1,3
die Parietalia ein, wie er sich bei den meisten spitzartigen und kleinen
Hunderassen findet. |
Die Windhunde sind auffallend hochbeinige Tiere mit stark
entwickelter Brust und schlanken, hochgezogenen Weichen. : Sie
werden als Hetzhunde verwendet und es ist anzunehmen, daß sie aus
wärmeren Klima zu uns gekommen sind. Wahrscheinlich ist m dem
altägyptischen Windhund der altägyptischen Baudenkinäler und weiter-
4% 7. Heft
52 Walter Frhr. Faets v, Amerongen:
hin nach Keller !) im nordafrikanischen Canis simensis ihre Stamımnform
zu suchen. Dafür daß die Windhunde wärmerem Klima entstammen,
spricht auch ihre große Witterungsempfindlichkeit, die allerdings
bei den langhaarigen Zuchtrassen des Nordens, dem Barsoi und dem
schottischen Hirschhund, geringer geworden ist. Entgegen der
Ansicht Kellers?), daß im Ü. simensis die Stammform aller Wind-
hunde zu sehen sei, nennt Jeitteles®) auch den Thos anthus als
Stammform. Studer ?) verwirft ebenfalls die Anschauung Kellers,
ebenso Nehring?) auf Grund der ganz abweichenden Schädelform
und der Form des Gebisses. Er leitet sie von langköpfigen Steppen-
wölfen ab.
Die große Übereinstimmung im Schädelbau bei allen Windhunden
scheint aber für einheitliche Abstammung zu sprechen. Alle Windhund-
schädel sind schmal, langgestreckt und zeigen langgedehnte, zum
Festhalten der Beute geeignete Kiefer.
Nach Keller ist im Beduinenwindhund (No. 5611 Z.M.)
dem 'Slughi, die älteste Windhundrasse zu sehen, und er mag daher
an erster Stelle beschrieben werden. Das Kgl. Museum besitzt ein
aufgestelltes Exemplar und den dazugehörigen Schädel dieser Rasse
von der Oase Kufra in Tripolis. Es ist ein Geschenk des Fürsten Bis-
marck. Der Slughi steht an Größe dem englischen Windhunde nach.
Sein Schädel kennzeichnet sich duch ein langgestrecktes Profil. An
den Proc. postorb. ist eine schwache Knickung des Schädelprofils
vorhanden. Der Stirnteil fällt nach dem Hinterhaupte zu nur wenig
ab, der Gesichtsteil zeigt eine sehr geringe Einsenkung. Die Orbita
steht wie bei den wilden Caniden sehr schräg, nach vorne geneigt.
Die Nasalia springen über das Intermaxillare mit kurzer, scharfer
Spitze vor, während sie in der Mitte zurücktreten und so das an sich
schon große Nasenrohr noch größer erscheinen lassen. Sie sind sehr
schmal und lang, bleiben aber mit ihrer äußersten Spitze im Frontale
hinter den Maxillaria zurück. Die Schädelkapsel ist der Form des
Schädels entsprechend lang und schmal. Die Jochbögen sind sehr flach.
Von den Proc. postorb. gehen zwei Knochenleisten aus, die sich in fast
spitzem Winkel hinter der Trennungsnaht von Frontale und Parietale
zu einer Crista vereinigen. Diese ist beim Männchen stark entwickelt.
Der Schnauzenteil ist nach vorne zu gleichmäßig verjüngt. Das Hinter-
haupt ist wesentlich breiter als hoch. Die äußeren Kanten treffen
sich am höchsten Punkte des Hinterhauptes in stumpfem Winkel.
Unter dem höchsten Punkt springen zwei Knochenzapfen deutlich
vor. Das Foramen magnum ist breiter als hoch, unten halbkreis-
!)Keller. Zur Abstammungsgeschichte unserer Hunderassen. Zürich 1903.
?) Derselbe. Die Stammesgeschichte unserer Haustiere. Leipzig 1909.
®) Jeitteles. Die Stammväter unserer Hunderassen. Wien 1877.
*) Studer. Beitrag zur Naturgeschichte unserer Hunderassen. Naturw.
Wochenschr. XII.
6) Nehring. Zur Abstammung unserer Hunderassen. Zool. Jahrb. Abt.
System. 1888.
Untersuchungen am Schädel des Haushundes. 9.
förmig, oben an der schwachen Mittelkrista stumpfwinklig geknickt.
Die Choanenöffnung erweitert sich nach dem Palatinum zu. Im Gebiß
fallen die langen Caninen, der stark entwickelte Reißzahn und die
Stellung der Praemolaren auf. Diese sind unter sich wie von dem
Reißzahn durch Zwischenräume getrennt, während der Reißzahn
und die beiden Molaren eng zusammen stehen. Der Unterkiefer ist
auffallend gerade und verbreitert sich erst hinter dem letzten Molaren
etwas.
Eine dem Slughi nahe verwandte Rasse ist der vom Tsad-See
stammende Haussahund. Ein Paar dieser Hunde, ein Geschenk
des Hauptmanns v. Restorff von der Kameruner Schutztruppe, lebte
im Berliner Zoologischen Garten. Die Hunde sind fast weiß gefärbt
und echte Windhunde.
Der Schädel (Z.M.) hat im Verhältnis etwas breitere Jochbögen
als der des Slughi. Der Nasenrücken ist mehr eingesenkt und das Profil
an den Proc. postorb. etwas stärker geknickt. Der Stirnteil fällt nach
dem Hinterhaupte zu nicht sehr ab und trägt eine höhere Crista als
der des Slughi. Die Stirnleisten treffen sich fast recht winklig vor der
Sutura coronalis. Die Stirnhöhlen sind etwas größer und die Proc.
postorb. mehr nach unten gebogen. Der Abstand zwischen ihnen ist
größer als bei jenem Hunde. Die Stellung der Orbita ist die gleiche.
Auch die Nasenöffnung und die Nasalia gleichen denen des Slughi.
Doch gehen letztere abweichend von diesem Hunde über die Maxillaria
hinaus ins Frontale. Die Schädelkapsel ist schlank und dicht vor
der Sutura coronalis deutlich eingeschnürt, Das Hinterhaupt tritt
an der Christa etwas über die Schädelkapsel hervor. Das Hinterhaupts-
loch ist abweichend von dem des Slughi rund. Die Choanenöffnung
ist höher. Das Gebiß weicht von dem des Beduinenwindhundes da-
durch ab, daß die Abstände zwischen den Praemolaren kleiner sind
und der vierte Praemolar des Unterkiefers am Reißzahn steht.
Der syrische Windhund (No. 2709 L. H.) steht an Größe dem
Slughi nur wenig nach, weicht aber, obwohl in seiner Verbreitung
dem Beduinenwindhund nahe stehend, im Schädel stark von diesem
ab. Das Profil ist wesentlich mehr geknickt. Der höchste Punkt des-
selben liegt dicht hinter dem Proc. postorb. Der Gesichtsteil ist ım
Profil schwach eingesenkt und fällt vom höchsten Punkte aus mehr
ab als der Stirnteil. Die von den Proc. postorb. ausgehenden Stirnleisten
treffen sich fast 1 cm vor der Sutura coronalis. Die Stirnhöhlen sind
nicht stark entwickelt, die Proc. postorb. nach unten gebogen. Das
Hinterhauptsloch ist eiförmig, die Choanenöffnung lang, nach dem
Palatinum zu wenig verbreitert.
Unter den europäischen Windhunden steht der Größe nach der
Barsoi (No. 7957 Z.M.) an erster Stelle. Das Schädelprofil ist bei
ihm noch gestreckter als beim Slughi, die Einsenkung des Nasen-
rückens noch schwächer. Die von den Proc. postorb. ausgehenden
Stirnleisten vereinigen sich fast rechtwinklig vor der Sutura coronalis.
Der vordere Rand des Intermaxillare ist stark ausgebuchtet. Das
Männchen besitzt eine starke Scheitelkrista und eine Mittelkrista
7. Heft
54 Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
auf dem Hinterhaupte. Im Gegensatz zum Slughi springen die Nasalıa
noch über die Maxillaria hinaus in das Frontale hinein vor.
Der stichelhaarige schottische Hirschhund (No. 2046 L. H.)
(Deerhound) steht im Schädel dem Barsoı sehr nahe, ist aber wesentlich
kleiner als dieser und zeigt eine deutliche Einsenkung des Nasen-
rückens sowie stärker nach unten gebogene Orbitalfortsätze. Die
Choanenöffnung bleibt fast gleich breit. Die Hirnkapsel ist am Hinter-
haupt stärker aufgetrieben als die des Barsois. Der Unterschied
zwischen Stirn- und Schnauzenteil ist geringer als bei anderen
Windhunden.
Der englische Windhund (Greyhound) hat wie der Barsoi einen
im Verhältnis zum Schnauzenteil kurzen Stirnteil. Der höchste Punkt
des Schädelprofils liegt unmittelbar hinter den Proc. postorb. Diese sind
stark nach unten gebogen. Die Knickung des Profils ist nur eine sehr
geringe. Der Nasenrücken ist schwach, aber deutlich eingesenkt.
Nasalıa und Maxillaria enden im Frontale in gleicher Höhe. Die Stirn-
leisten vereinigen sich erst dicht vor dem höchsten Punkte des hohen
Hinterhauptes.. Von diesem aus schiebt sich ein schmaler Fortsatz
bis zur Mitte der Parietalia ein. Das ist umsomehr bemerkenswert,
da es sich sonst nur bei kleineren Hunderassen findet.
Eine kleinere Form des Greyhounds ist der Whippet. Der Hirn-
teil des Schädels erscheint im Verhältnis zum Schnauzenteil und im
Vergleich zu den großen Windhundrassen abgesehen vom Deerhound
verkürzt. Die Orbita steht gerader. Die Nasalia erstrecken isch etwas
weiter in das Frontale hinein als die Maxillaria. Das Hinterhaupt
wird durch die stark nach hinten übergreifende Schädelkapsel ver-
kleinert. Diese ist stärker als bei den großen Windhunden. Abweichend
von den anderen Windhunden steht der letzte Praemolar unmittelbar
am Reißzahn und ist der Unterkiefer sanft gebogen. Auch beim Whippet
findet sich ein zungenförmiger, aber breiterer Fortsatz des Hinter-
hauptes bis zur Mitte der Parietalia.
Die kleinsten Windhunde, die Windspiele kennzeichenn sich
durch eine breite, nach den Proc. postorb. nicht verjüngte Hirnkapsel.
Sie zeigen im Schädel eine jugendliche Form. Die Stirnleisten, die
von den Proc. postorb. ausgehen, vereinigen sich nicht, sondern laufen
bis nach dem Hinterhauptsrande, nur wenig konvergierend, getrennt.
Die Schädelkapsel greift weit nach hinten über und verkleinert so das
Hinterhaupt bedeutend. Die Nasalia gleichen denen des Slughis.
Wie alle kleineren Hunderassen besitzt auch das Windspiel einen Fort-
satz des Hinterhauptes in die Parietalia hinein. Er reicht bis zur Mitte
der Scheitelbeine.
Untersuchungen am Schädel des Haushundes.
V. Gruppe: Windhundartige.
Schädelmaße nebenstehender
pn,
Caniden in Zentimetern
. Gesamtlänge des Schädels
. Basilarlänge des Schädels
vom Foramen magnum bis
Ue as ale Ne
. Von der Crista oceipitalis
bis zum Hinterrande der
Nasalia
a a hehe... ne, oe
. Vom Foramen magnum bis
Gaumenrand . . 2...
. Vom Gaumenrand bis J. 1,
a ee. ange.
. Von der Crista oeccipitalis
-bis zu dem Processus post-
ORBEANS N ala ee
. Länge der Schnauze bis zum
Processus postorbitalis . .
. Die Nasalia in der Mittel-
Riotec.
. Breite der Stirn zwischen
den Processus postorbitalis
. Größte Breite des Schädels
an den Jochbögen . . . .
. Breite der Nasalia vorn . .
. Geringste Breite der Ge-
hinnkapsel! „ni... «0%
. Größte Breite der Gehirn-
BRBSell a s eis, siyare
. Breite des Oberkiefers am
BReibzahn.V. ass. 2%
. Größte Breite der Schnauze
an den Eckzähnen
. Höhe des Schädels vom
vor deren Choanenrande bis
zur Sutura coronalis. . .
. Länge der oberen Back-
ZURmTeIhe, suchen el re
. Länge des oberen Reiß-
ZI use
. Länge der beiden oberen
Höckerzähne . .....
Haussa-
AR en
hund _|Taschad- na
(Slughi)| See
18,25| 20,2 |ı8,1
17,2 | 17,7 |16,0
105, | 11,0 | 9,7
Q0\ was 1,0
9,7 |101 | 90
87| 93 | 83
11,9 | 12,3 |11,0
65 | 70 | 62
49 | 62 | 51
9,55! 10,8 | 9,5
8.9:
35 | 38 | 36
53 | 55 | 5,55
4,1 5,38 | 5,0
82 613.8.131
4,9 5,5 5,2
Zul 7314,18,3
1,5 Lanz
1,8 2,1. |.18
Barsoi
24,3
21,5
12,9
9,5
12,2
11,3
14,6
8,7
6,1
11,0
2,0
3,65
5,8
6,3
be-
schä-
digt
5,6
8,1
1,7
2,1
0)
Schotti-| Eng-
scher |lischer| Wind-
Hirsch-| Wind- | spiel | Wind-
hund | hund |(Whip-| spiel
(Deer- |(Grey-| |pet)
hound) | hound)
21,7 |20,0 |16,1 | 14,0
19,5 | 18,5 |14,7 | 13,0
11,5 1107| 92 | 78
89 | 79|1|67) 52
10,7 1105 | 82 | 7,6
10,3 | 921 80| 67
1l1 |12,1|96| 82
79 | 65/50| 45
61 |52|45| 36
11,0 !10,05| 86 | 7,5
BINGEN
3,95| 3,7 | 35 | 3,2
5,75| 55 | 5,051 4,8
58 | 55|43| 39
3% 1n3,4.1.2,4 | une
digt
56 | 50/45 | 43
7.3, 12212 16.5,011 5,5
1.) 1,3: 144 1 1,4
1920| 15| 15
56 Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
Schotti-| Eng-
Schädelmaße nebenstehender duinen- a Auer 2 en | wind | one |Wind-
. . : win- | vom | Wind- | Barsoi | pund | hund |(Whip-| spiel
Caniden in Zentimetern a Bd Yarl (Der, (Grey. pet) |
20. Länge des Unterkiefers vom
Condylus bis Vorderrand
der Alveole > ..)# .."% 14,6 | 15,0 |13,4 |17,6 | 16,2 |14,9 | 12,0 | 10,2
21. Länge der unteren Back-
zahnreibe.. »1..0 “le... 8,3 al 4,217 88018,0 sa. 0) 6,0
22. Länge des unteren Reiß-
ZAnnB man a Berne 1,9 2,1 2,1. DL
23. Länge der beiden unteren ne
Höckerzalme! .. w. . 4°. 1,2 1,3 1,2/| echu | 1,4 14 | 1,107] 10
24. Höhe des Unterkiefers unter ne
dem Reißzahn ..... 2,0 2,7 2,01) 3512,31 217 :1,0°| 1,6
VI. Gruppe: Pariahunde.
Als letzte Gruppe von Haushunden der alten Welt folgen die
Parıahunde. Der Name Paria ist ein Sammelname für eine große Anzahl
primitiver Hunderassen des europäischen Orients, des südlichen Asiens,
der Südseeinseln, Australiens und Afrikas. Es sind Hunde von schakal-
artigem Aussehen und in ihrer Mehrzahl in der Domestikation wenig
fortgeschritten. Viele wie die Straßenhunde in den Städten des Orients
leben halb wild. Die Abstammung der Pariahunde ist mit Sicherheit
‘nicht nachzuweisen. v. Pelzen!) nimmt einen gemeinsamen Ur-
sprung für Canis dingo und die indischen Pariahunde an. Keller ?)
ist der Ansicht, daß neben dem europäischen noch je ein afrikanischer
und asiatischer Bildungsherd für die Parias in Betracht komme.
Studer°) hält auch den Beduinenwindhund den Pariahunden für
nahestehend. Doch ist jener seinem Schädel nach ein echter Windhund,
während die von Studer ausdrücklich als ihm nahestehend bezeichneten
Straßenhunde von Konstantinopel und Kairo wesentlich andere
Schädelmerkmale zeigen, wie weiter unten darzulegen ist. Als Stamm-
form des ägyptischen Pariahundes gibt Keller dagegen Thos anthus,
Th. variegatus und Canis lupaster an, während er, wie oben erwähnt,
den Slughi vom (©. simensis ableitet. Jedenfalls ist die Ansicht Kellers,
daß der Slughi ein Windhund sei, richtig. Nehring ?) hält ©. dingo
für verwandt mit Zupus pallipes, während Studer auf die Ähnlichkeit
des Dingo mit Ü. pontiatini, einem Hunde aus der paläolitischen Zeit
!)v. Pelzen. Eine Studie über die Abstammung der Hunderassen. Zool.
Jahrb. Abt. System. 1886.
2) Keller. Über den Bildungsherd der südlichen Hunderassen. Globus 1900.
®) Studer. Beitrag zur Naturgeschichte unserer Hunderassen. Naturw.
Wochenschr. XII.
*)Nehring. Wolfund Hund. Naturw. Wochenschr. I.
Untersuchungen am Schädel des Haushundes, 57
Rußlands, hinweist. Außerdem findet er nach den Untersuchungen
der Schädel eine nahe Verwandschaft der Pariahunde mit dem Thos
aureus, andererseits verwandtschaftliche Anklänge an die Windhunde.
Der Hauptunterschied soll nach Studer im Schädel liegen, dessen
Gesichtsteil beim Windhund länger und gestreckter ist. Doch sind auch
die Jochbögen der Parias breiter als die der Windhunde. Sie sind nicht,
wie Keller meint, schwach wie die der Windhunde. Die Nasenwurzel
ist nur wenig eingesenkt, die Stirn tritt nicht stark vor. Im Ein-
zelnen ergeben sich für die zahlreichen Rassen der Parias wesentliche
Unterscheidungsmerkmale am Schädel.
Im Allgemeinen erinnern manche Pariahunde im Schädel mehr
an die Schäferhunde. Besonders auffallend ist das am Schädel eines
Hundes aus Manget zu erkennen. Auch die Pariahunde Ägyptens
und Konstantinopels erinnern in ihrer äußeren Erscheinung an Schäfer-
hunde, wie an die Schakale.
Die Hunde dieser Gruppe sind alle mittelgroß oder klein, von
Schäferhundgröße bis zur der eines Spitzes. Der größte, von mir ge-
messene Schädel eines Pariahundes ist der eines australischen Haus-
hundes mit 19,7 cm Schädellänge, der kleinste der eines Papuahundes
mit 14,2 em Schädellänge. Die Breite der Jochbögen schwankt sehr,
sie beträgt mehr als die Hälfte bis ein Drittel der "Schädellänge. Die
Höhe der Schädelkapsel macht mehr als ein Drittel der Schädellänge
aus, die Schädelkapsel ist bei einigen Rassen flach und Stirn- und
Schnauzenteil sind wenig von einander abgesetzt. Bei einigen andern
ist sie hoch und Stirn und Schnauze sind deutlich abgesetzt. Die
Schnauze ist breiter als die der Windhunde. Die meist breite Schädel-
kapsel ist hinter den Proc. postorb. stark verschmälert. Die Stellung
der Orbita und die Größe der Stirnhöhlen ist sehr verschieden. Es
sind überhaupt für diese wenig gepflegten oder rationell gezüchteten
Hunde nur schwer gemeinsame Merkmale im Schädel zu finden. Selbst
Hundeschädel aus derselben Gegend wie die von Kwa-Mtoro in Ussandaui
weichen in einzelnen Merkmalen von einander ab. Scheitelkämme
‚ fehlen bei den Pariahunden meistens, oder sind auch, wie beim
australischen Haushund, vorhanden. Das Gebiß hat Ähnlichkeit mit
dem der Windhunde. Die Praemolaren stehen in den langen Kiefern
alle oder in der Mehrzahl frei.
Beim Untersuchen der Schädel wurde festgestellt, daß zwei sehr
verschiedene Rassen, eine große und eine kleine, vom Papuahunde
vorhanden sind und daß neben dem Battakspitz auf Java noch eine
kleinere Hunderasse vorkommt, die zu den Parias gehört.
Da der Verfasser Schädel von echten Dingos (Canis dingo) leider
nicht bekommen konnte, sondern nur solche von dingoähnlichen
australischen Haushunden, mag mit diesen begonnen werden, denen
sich dann weiterhin die asiatischen, europäischen und afrikanischen
Parias anschließen.
In einzelnen Merkmalen, im Profil und im Gebiß, erinnert der
dingoähnliche australische Haushund (Schädel aus Adelaide
22.11.98) an die Windhunde. Die Knickung des Profils tritt erst
7. Heft
58 Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
hinter den Proc. postorb. ein. Die Scheitelkrista erhebt sich bei alten
männlichen Exemplaren zu gleicher Höhe wie der Knickungspunkt
des Profils. Der Stirnteil fällt nach dem Hinterhaupte zu weniger
ab, als der Schnauzenteil nach vorne zu. Durch das Übergreifen der
Schädelkapsel erscheint das Hinterhaupt nach unten verschoben
und schräg gestellt. Die Stirnleisten laufen von den Proc. postorb.
in spitzem Winkel zu einer Crista an oder dicht hinter der Sutura
coronalis zusammen. Die Jochbögen sind breiter und die Orbita
weniger schräg gestellt als bei den Windhunden. Die Nasalıa springen
wie bei den Windhunden über den Vorderrand des Intermaxillare
vor. Das Nasenrohr ist wie bei jenen sehr weit. Das Hinterhauptsloch
ist immer breiter als hoch, wechselt in der Form. Die Choanenöffnung
verbreitert sich nach vorne zu. Die Schnauze ist breiter als bei den
Windhunden und von den Foramina infraorbitalia ab nicht verjüngt.
Die Stirnhöhlen sind stark entwickelt und die Orbitalfortsätze daher
nach unten gebogen. Das Gebiß gleicht dem des Whippet.
Am nächsten schließen sich an die australischen Hunde die Parias
der Südseeinseln an, von denen mir eine Reihe von Schädeln des
Papuahundes von Neuguinea zur Verfügung standen. Zwei von den
Schädeln des Kgl. Museums stammen aus Ramu, zwei aus Konstantin-
hafen. Dazu kommen noch einige aus der Landwirtschaftlichen Hoch-
schule, Bei Vergleichung der Schädel stellte es sich heraus, daß diese
zwei verschiedenen Hunderassen angehörten, nämlich einer größeren
und einer kleineren. Diese stammt von Ramu, jene aus Konstantin-
hafen. Die Unterschiede im Schädel sind ganz wesentliche.
Die kleinere, von Ramu stammende Rasse steht an Größe den
australischen Hunden wesentlich nach. Der Schädel ist wildhund-
ähnlich, die Einsenkung des Nasenrückens kaum bemerkbar. Die
Stirnhöhlen sind weniger stark als beim australischen Paria. Der
Stirnteil fällt erst ganz hinten am Hinterhaupte wenig ab. Die Proc.
postorb. sind wenig.oder garnicht nach unten gebogen. Die Schädel-
kapsel ist im Gegensatz zu den Stirnhöhlen breiter als beim dingo-
ähnlichen Haushund, die Orbita nach Art der Windhunde schräger
gestellt. Die Schädelform erinnert an die der Füchse. Der Schnauzen-
teil ist länger als der Stirnteil und nicht nach vorne hin verjüngt.
Der Vorderrand des Intermaxillare ist schwächer ausgebuchtet als
beim australischen Hund. Die Nasalia springen über die Intermaxillarıa
kaum vor. Die Nasenöffnung ist schmal und hoch, im Verhältnis
kleiner als beim australischen Paria. Die schwachen Stirnleisten auf
der Schädelkapsel verlaufen von den Proc. postorb. parallel zur Sutura
sagittalis und vereinigen sich in spitzem Winkel erst kurz vor dem
Hinterhaupt. Dieses erscheint durch die weit nach hinten herumgreifende
Schädelkapsel verkleinert. Die Jochbögen sind flach, aber etwas
breiter als bei den Windhunden. Die Choanenöffnung ist breit, nach
vorne hin erweitert. Das Foramen magnum ist oval. Das Gebiß er-
innert an das der Windhunde. Auch der dritte Praemolar steht frei.
Die Schädel der größeren Rasse von Konstantinhafen (No. 555
2), die von Lauterbach gesammelt sind, unterscheiden sich von denen
Untersuchungen am Schädel des Haushundes. 59
der kleineren Rassen durch stärkere Einsenkung der Nasenwurzel,
sowie ziemlich gleich breit bleibende Choanenöffnung. Ferner ver-
einigen sich die Stirnleisten bereits an der Sutura coronalis zu einem
nicht sehr hohem, am Hinterhaupt stärker vortretenden Knochen-
kamm. Das Foramen magnum ist nicht größer als das der kleinen
Rasse. Im Gebiß unterscheidet sich die größere Rasse von der kleineren
dadurch, das der letzte Praemolar unmittelbar am Reißzahn steht.
Von indischen Pariahunden konnte ich den Schädel eines aus
Matoa (Central-Indien) stammenden Parias sowie den eines von Bethke
aus Siam mitgebrachten und 1899 im Berliner Zoologischen Garten
gestorbenen Hundes (aus Siam) untersuchen. Jener ist Eigentum der
Kgl. Landwirtschaftlichen Hochschule, dieser gehört die Sammlung
des Kgl. Zoologischen Museums an.
.Dem großen Papuahunde steht der Schädel nach der kleine
Battakhund (No. 11150 Z. M.) von Sumatra sehr nahe. Er ist durch-
aus zu unterscheiden von dem oben besprochenen Battakspitz. Der
Schädel ist etwas kürzer als der des großen Papuahundes. Die Joch-
bögen sind breiter, und der Nasenrücken ist etwas mehr eingesenkt.
Der Schädel ist überhaupt etwas schwerer. Auch die Stirnhöhlen
sind etwas größer und die mediane Einsenkung ist infolgedessen tiefer.
Die Stirnleisten treffen sich an der Sutura coronalis in etwas weniger
spitzem Winkel als die des Papuahundes und vereinigen sich zu einer
erst sehr schwachen, dann stärker werdenden Crista. Die Schädel-
kapsel ist etwas breiter, aber hinter den Proc. postorb. etwas weniger
stark eingeschnürt. Sie greift nach hinten mehr herum. Die Orbita
steht wie beim Papuahund schräg, ist aber etwas runder. Die Proc.
postorb. sind lang und spitz und kaum abwärts gebogen. Der Abstand
zwischen den Orbitalfortsätzen ist größer als bei dem vorher be-
sprochenen Hunde. Während die Nasalia und die Nasenöffnung jenem
gleichen, ist das Hinterhaupt breiter und sind seine seitlichen Kanten
fast gerade. Oben ist es abgerundet. Das Hinterhauptsloch ist rund
und am oberen Rande wenig ausgebuchtet. Die Choanenöffnung ist
kurz und breit. Die Schnauze wird vor dem Reißzahn stark ver-
schrrälert, bleibt dann aber fast gleich breit. Im Oberkiefer stehen
alle, im Unterkiefer die drei ersten Praemolaren frei.
Der Hund von Matoa zeigt einen Schädel mit langem Schnauzen
und kurzem Stirnteil. Der Schnauzenteil ist im Profil eingesenkt und
fällt von den Proc. postorb. gleich ab wie der Stirnteil. Die Orbita
steht nicht sehr schräg. Die Stirnhöhlen sind stark entwickelt. Der
Vorderrand des Intermaxillare ist gerade, die Nasenöffnung sehr weit.
Die Stirnleisten vereinigen sich auf der Schädelkapsel erst auf der
Mitte des Parietale zu einem Knochenkamm. Das Profil ist stark
geknickt, die Jochbögen sind flach. Der Schnauzenteil ist an den
Foramina infraorbitalia verjüngt, nach vorne wieder etwas breiter.
Das Foramen magnum ist eiförmig, breiter als hoch. Im Gebiß stehen
alle Zähne dicht nebeneinander.
Der Hund aus Siam ($) ist wesentlich größer als der vorige.
Der Schädel hat ein gestrecktes Profil, der Nasenrücken ist nur schwach
7. Heft
60 Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
eingesenkt. Der höchste Punkt des Schädels liegt dicht hinter den
Proc. postorb.. Der Vorderrand des Intermaxillare ist nur wenig ge-
bogen. Die Proc. postorb. sind infolge der schwächeren Stirnhöhlen
weniger abwärts gebogen als beim Matoahund. Die Stirnleisten ver-
einigen sich schon vor der Sutura coronalis zu einem Knochenkamm.
Zu den Parias zählen auch die japanischen Straßenhunde,
von denen das Kgl. Museum drei von Dönitz mitgebrachte und von
Nehring als Straßenhunde bestimmte Schädel besitzt. Sie weichen
durch ihre Größe von allen übrigen Pariahunden ab und zeigen durch
ihre Schwere Ähnlichkeit mit den an Tibetdoggen. Das Schädel-
profil (No. 25544) ist dicht hinter der Orbita geknickt, die Nasenwurzel
deutlich eingesenkt. Auf der hohen und gewölbten Stirn erhebt sich
eine stark vortretende Crista.. Auch die Stirnhöhlen sind gut ent-
wickelt und die Proc. postorb. infolgedessen nach unten gebogen.
Die Stirnleisten vereinigen sich schon vor der Sutura coronalıs zur
Crista. Die Schädelkapsel ist hinter den Proc. postorb. sehr eingeschnürt.
Die Nasalıa sind im Profil deutlich eingesenkt und springen über den
gebogenen Vorderrand des Intermaxillare mit stumpfer Spitze vor.
Die Orbita ist fast gerade. Das Hinterhaupt steigt nach der Crista
zu in sanft geschwungener Linie auf und tritt über die Schädelkapsel
vor. Die Choanenöffnung ist breit, hinten wenig schmaler. Die Schnauze
ist schwach verjüngt. Die Praemolaren stehen wie bei den Wind-
hunden frei.
Einer der drei Schädel weicht von den anderen durch das Fehlen
der Crista, weniger hervortretendes Hinterhaupt, schrägere Stellung
der Orbita, geringere Entwicklung der Stirnhöhlen sowie dadurch ab,
daß die Stirnleisten erst etwa 1 cm hinter der Sutura coronalis sich
vereinigen. Die Jochbeinbögen sind flacher, das Jochbein selbst ist
stärker als bei den anderen. Das Fehlen der Crista sowie die schwächere
Ausbildung der Jochbögen lassen den Schädel als den einer Hündin
erkennen, und die abweichenden Merkmale kennzeichnen die japanischen
Straßenhunde als eine ebensowenig einheitliche Rasse wie die Hunde
von Ussandauıi.
An die japanischen Hunde schließen sich die Straßenhunde des
nahen Orients an, die mehr noch als die bisher beschriebenen Parias
ein halbwildes Leben führen, da sie von der mohamedanischen Be-
völkerung zwar geduldet, aber als unrein angesehen werden und in-
folgedessen sich selbst überlassen sind. Von diesen Straßenhunden
konnte ich Schädel aus Jaffa, Cilicien, Konstantinopel und Kairo
untersuchen.
Der Schädel des Straßenhundes von Jaffa (No. 1997 2
L. H.) ist durch scharfe Knickung des Profils, die hinter den Proc.
postorb. eintritt, wie der Matoahund gekennzeichnet. Der Nasenrücken
ist gerade. Die Nasalia springen mit kurzer Spitze über das Praemaxillar
vor. Die Stirnleisten vereinigen sich vor der Sutura coronalıs zu einer
nach dem Hinterhaupt stärker werdenden Crista. Die Ränder des
Hinterhauptes treten über die Schädelkapsel vor. Die Choanenöffnung
ist groß, die Jochbögen sind sehr breit. Die Nasenöffnung ist kleiner
Untersuchungen am Schädel des Haushundes. 61
als bei den Windhunden. Die Praemolaren stehen im Öberkiefer
sämtlich frei, im Unterkiefer der letzte Praemolar am Reıßzahn.
Der Schädel des Straßenhundes von Üilicien (No. 4933
L. H.) unterscheidet sich vom vorigen durch ganz schwache Einsenkung
der Nasalıa, etwas höhere Schnauze und kürzeres Intermaxillare.
Die Choanenöffnung ist schmaler, die Scheitelkrista und der Rand
des Hinterhauptes treten weniger über die Schädelkapsel vor. Die
Jochbogen, die leider beschädigt sind, scheinen flacher als die des
Hundes von Jaffa zu sein.
Dieser Hund ist jedenfalls als besondere Rasse von dem Straßen-
hunde von Jaffa zu trennen.
Der Schädel des Konstantinopler Straßenhundes (5.VIIlI. 08
2. G. Berlin) besitzt ein deutlich abgesetztes Profil mit starker Ein-
senkung der Nasenwurzel. Die Stirn bleibt in der Höhe des höchsten
Punktes im Profil und fällt nur wenig nach dem Hinterhaupte ab.
Die Nasalia springen nur wenig über den gebogenen Vorderrand des
Intermaxillare vor. Der Schnauzenteil ist wie bei den anderen Straßen-
hunden, mit Ausnahme von dem aus Cilicien, nicht viel länger als der
Stirnteil. Die Hirnkapsel ist stark gewölbt und greift nach hinten
herum, sodaß das Hinterhaupt eingeschränkt wird. Das Hinterhaupts-
loch ist eiförmig, oben an der Mittelkrista in eine schmale Spitze aus-
gezogen. Die Stirnhöhlen sind klein, die Proc. postorb. wenig gebogen.
Die Stellung der Orbita ist haushundähnlicher, gerader als beim
australischen Hunde und den asiatischen Parias. Die Stirnleisten
vereinigen sich erst nahe dem Hinterhaupte zu einer schwachen Crista.
Die Choanenöffnung ist nicht sehr breit, die Nasenöffnung ist klein.
Die Jochbögen sind dagegen sehr breit. Dieser Umstand, sowie die
gerade Stellung der Orbita und die dichte Stellung der Zahnreihen
geben dem Schädel den Charakter als Haushundschädel.
Der Straßenhund von Kairo (No. 21270 Schweinfurth)
weicht von dem eben beschriebenen Konstantinopler Hunde durch
schwächer geknicktes Profil und geringere Entwicklung der Stirn-
höhlen ab. Er ist kleiner und nähert sich in der Schädelform mehr
den Windhunden. Die stark vortretenden Stirnleisten vereinigen sich
an der Sutura coronalis zu einer nach dem Hinterhaupte zu stärker
werdenden Crista. Die Orbita ist wesentlich schräger gestellt als bei
dem Konstantinopler Hunden, das Nasenrohr wie bei den Windhunden
weiter. Die ersten beiden Praemolaren stehen ebenso wie bei diesen
frei. Die Choanenöffnung ist kürzer und breiter als bei dem vor-
beschriebenen Hunde. Dagegen sind bei dem Hunde von Jaffa ebenso
wie den anderen Straßenhunden die Jochbögen breit.
Größer als der Hund von Kairo und dem Windhundtypus ähnlicher,
ist der Nubische Hund. Ein Schädel dieses Hundes, der von Hagen.
becks Karawane aus dem Zoologischen Garten in Berlin (1878) stammt,
befindet sich im Besitz der Kgl. Landwirtschaftlichen Hochschule
(No. 2775 L.H.). Dieser Hund ist größer als alle vorbeschriebenen
Straßenhunde. Der Stirnteil fällt nach dem Hinterhaupte zu noch
weniger ab. Der Nasenrücken ist schwach eingesenkt, die Stirnhöhlen
T. Heft
62 Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
VI. Gruppe:
Australien Asien
N f Dingo-
Schädelmaße nebenstehender Caniden ne 2 ai he ‚Bt- Hund end |St BR
in Centimetern Haus- | hund, | hund, me Matos pe hund
hund | kleiner | großer von |(Central| Siam aus
hi aner} Schlag | Schlag |. matra Indien) Japan
lien
l. Gesamtlänge des Schädels . . . .| 19,7 | 14,3 | 15,7 | 15,2 | 16,0 | 19,0 | 18,2
2. Basilarlänge des Schädels . . . . | 16,9 | 13,2 | 13,55] 14,4 | 14,1 | 16,5 | 16,1
3. Von der Crista oceipitalis bis zum
Hinterrande der Nasalia.. . .. . 117 8,0 8,7 7,9 84 |10,6 | 10,5
4. Vom Foramen magnum bis Gau-
MERTand ee a ee BR 72 1760 5,8 5,9 6,0 7,1 7,8
5. Vom Gaumenrand bis zu den J.1,| .
ne aa RE NER EHEEEN OHNE RAR EG 96 | 7,2 7,7 7,8 8,0 9,3 9,3
6. Von der Crista oceipitalis bis zu
dem Processus postorbitalis. . . .| 9,9 | 6,8 7,5 7,1 7,4 9,1 9,1
7. Länge der Schnauze bis zum
Processus postorbitalis . .... 11,4 | 8,5 9,1 9,0 9,5 | 11,05 | 10,7
8. Die Nasalia in der Mittellinie 6,1 4,5 5,0 5,0 6,7 5,7 5,45
9. Breite der Stirn an den Processus
postorbitales NA WU, 45 | 3,7 | 3,75| 42 | 3,05 Sr | 4,8
10. Größte Breite des Schädels an den
JochvögenHiBAMENhR yEHENh. 1 36, 104 | 76 | 80 | 8,95| 83 | 9,8 | 10,55°
11. Breite der Nasalia vom... .. 1,8. za ua
12. Geringste Breite der Gehirnkapsel 4,0 | 2,8 2,551 2,8 32 3,5 3,0
13. Größte Breite der Gehirnkapsel 5,5 4,3 4,5 4,9 5,1 5,5 5,6
14. Breite des Oberkiefers am Reißzahn | 5,9 | 4,1 jetter 4,8 4,9 5,4 6,05
15. Größte Breite der Schnauze an
den'Bckzahnen'. 7... Wen „2 3,5 2,5 2,7 2,7 3,3 3,3 3,8
16. Höhe des Schädels vom vorderen
Choanenrande bis zur Sutura coro-
nälie HUN Tn E A n 5a, 40 eo | 54
17. Länge der oberen Backzahnreihe . | 6,4 5,0 5,1 4,9 5,3 6,3 6,4
18. Länge des oberen Reißzahns . . .| 1,8 1251114 1,4 1,6 1,8 1,7
19. Länge der beiden oberen Höcker-
ZADIE MI» ut. DENT IHRER BRARFN, EA, 1,9. 7723351 155 1,2 1,7 1,8 1,9
20. Länge des Unterkiefers vom Con-
dylus bis Vorderrand der Alveole. . | 14,3 | 10,7 | 11,4 | 11,4 |116 |13,8 | 14,3
21. Länge der unteren Backzahnreihe | 7,0 | 5,6 | 5,7 | 62 6,1 107;8 7,1
22. Länge des unteren Reißzahns . . .| 2,0 1,4 1,4 1,4 1,8 2,0 2,1
23. Länge der beiden unteren Höcker-
zahrie‘i'.'2', AR VERBREITEN AEHOEIEN TG, 1,4 1’ 0,95) 0,9 11,0 1,5 1,25| 14
24. Höhe des Unterkiefers unter dem
Rerbzahn. NDR NR 21 1,45| 1,8 1,7 1,84: 7248 2,2
Untersuchungen am Schädel des Haushundes. 63
'Pariahunde.
Europa | Afrika
Haus- | Hund
Be a ntraben (Stra hand | hund | aus
Eu Sn an ne a Mn ER Nubi- And (aus dem| nwa- | Hund | Hund | Haus- Conse
ar Cilieien Konste rn a scher | Ntoppe | Seeen- | Mtoro von aus hund | ), g a
[ au EL 3 Hund eDDO| gebiet | (in | Loango | Manget aus Toga| "U"
‚ Jaffa ‘Kl tinopel Kario Kr. on UEERn-
| Asien) 0.A.) |p.0.4.| daui)
19,5 19,6] 17,3 16,7 | 18,9 16,4 | 15,4 15,0 | 16,5 117,7 115,95 | 15,4
16,8 | 16,8] 15,3 14,3 | 16,6 14,5 13,5 13,1 | 14,7 | veschäd. | 13,3 14,2
ı10 | 107| 99 9,8104 | s0| 86 | 83] s2e|l9ı |s5 | sa
75 | 21] 68 61| 70 | 64| 6058| 57| 63 im) 54 | 64
9838| 94| 86 290 izsihmae Tee er
9,3 8,4 9,9 | 10,6 9,5 8,7
10,3 | 11,5| 10,25 9,6 | 11,0 9,5
| 5,0 50| 55| 64 | 5,0 4,7
2 Wer] 51 Bas 5
s2| 501 585 4a6| 49 | 451 a8 | 49| 5353| 50 | 5051 48
179,2 9,7 8,4 8,1| 9,55 84| 7,451 7,41 84| 87 | 9,85 7,7
‚10,5 beschäd. 9,7 9,1 10,2 10,0
|
|
9,2 9,1 9,3| 9,7 9,1 9,5
1,8 1,6 2,0 1,6 | 1,9 1,4| 15 1,5 1,5 | 15 1,4 1,3
3,7 3,6 3,9 3,7| 3,5 3,21 3,6 3,3 4,1 | 3,0 3,4 2,8
5,6 5,6 5,4 5,3 | 5,6 5,1| 5,12 4,8 5,5 | 5,0 4,9 4,8
5,8 5,3 5,5 4,8| 5,5 5,4 | 5,0 4,8 5,0| 52 5,1 5,0
3,4 3,5 3,3 3,2| 3,4 2,9129 2,7 32| 3,1 3,3 3,0
5,7 5,3 5,5 4,6 | 5,45 4,9| 4,6 4,8 5,4| 5,1 4,5 4,4
6,6 6,5 5,9 5,9 | 6,6 5,7 | 5,1 | beschäd. | besehäd. | 6,1 5,6 5,2
1,9 1,9 1,8 1,5 | 1,8 1,6| 13 1,5 1,6 | 1,05 | 1,6 1,4
1,8 2,1 1,9 1,5 | 2,0 1710 1,5 1,4 | veschäa. | 1,45 | 1,5 1,6
013,6 | 14,2| 12,6 11,9 | 14,0 12,6 | 11,0 11,0) 12,0 |13,2 ]-11,9 11,8
| 7,0 7,4 6,6 beschäd. | 7,9 6,5 | 5,8 | veschäd. | beschäd. | 7,0 6,2 6,0
2,1 2,3 2,0 1,9 | 2,0 1,7% "1,7. \ 10 fehlt 1,8 | 1,8 1,8 1,6
1,2 1,3 1,2 besehäd. | 1,2 1,2| 1,0 | fehlt | fehlt | 1,0 1,2 1,0
2,2 2,4 1,6 2,0) 2,1 Re ],7 Eile aigr) EHt],6 1,5
11, Nett
64 Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
sind dagegen stärker entwickelt, die Proc. postorb. fast garnicht um-
gebogen. Die langen und geraden Nasenbeine springen über den ge-
bogenen Vorderrand des Intermaxillare deutlich vor. Wie bei den
Windhunden ist die Orbita sehr schräg gestellt. Ebenso ist das Nasen-
rohr weit und der Schnauzenteil wesentlich länger als der Stirnteil.
Auch im Gebiß zeigt sich der Nubische Hund durch die freie Stellung
der Praemolaren den Windhunden ähnlich. Durch die stärkere Aus-
bildung der Jochbögen kennzeichnet er sich als Paria, wie wiederum
die Hirnkapsel wie bei den Windhunden schmaler als bei den anderen
Straßenhunden ist. Das Hinterhaupt ebenso wie das Foramen magnum
ist größer und ersteres weniger nach unten gedrängt. Die Stirnleisten
vereinigen sich schon vor der Sutura coronalis in spitzem Winkel.
Abweichend von dem nubischen Hunde zeigt der Hund von
Nttebbe (Brit.Ostafrika), von dem das Kgl. Museum einen von
Prof. Neumann mitgebrachten Schädel besitzt, mehr den Charakter
des Pariahundes. Der bedeutend kleinere Schädel besitzt einen im
Verhältnis kürzeren Schnauzenteil und wesentlich stärkere Einsenkung
an der Nasenwurzel. Die Stirnleisten vereinigen sich dicht hinter
der Sutura coronalis zu einer nach dem Hinterhaupte zu stärker
werdenden Crista. Die Stirnhöhlen sind gut entwickelt und die
Proc. postorb. sehr nach unten gebogen. Unmittelbar hinter ihnen
ist die Schädelkapsel stark eingeschnürt. Das Hinterhaupt ist groß,
die Jochbögen sind auffallend breit, und die Nasalia gehen weiter in
das Frontale hinein als die Maxillarıa. Dagegen springen sie nicht über
den gebogenen Vorderrand des Intermaxillare vor. Die Nasenöffnung
ist klein, und die Orbita steht fast senkrecht.
Der Haushund aus dem deutschostafrikanischen Seen-
gebiete ist kleiner als der von Ntebbe. Ein Hund dieser Rasse
wurde von Langheld dem Berliner Zoologischen Garten geschenkt.
Der Schädel gehört der Sammlung des Kgl. Museums an. Er unter-
scheidet sich in mancherlei Merkmalen von dem des Hundes aus Ntebbe.
Der Stirnteil fällt nach dem Hinterhaupte zu stärker ab. Die Orbita
ist etwas schräger gestellt, die Schädelkapsel dagegen hinter ihr nur
wenig verschmälert. Die Stirnleisten vereinigen sich erst kurz vor dem
Hinterhaupte zu einer sehr kurzen, schwachen Crista. Die Hirnkapsel
greift nach hinten weit herum und verkleinert so das Hinterhaupt.
Das eiförmige Foramen magnum ist am oberen Rande, an der Mittel-
krista in eine Spitze ausgezogen. Die Nasenöffnung ist weiter und die
Schnauze breiter als beim vorigen. Die am Keilbein auffällig schmale
Choanenöffnung wird nach vorne wesentlich breiter.
Eine sehr wenig konstante Rasse scheinen die aus Kwa-Mtoro
in Ussandaui stammenden Eingeborenenhunde zu sein. 28 mehr
oder minder stark beschädigte Schädel dieser Hunde erhielt das Kgl.
Zoologische Museum von Hauptmann Lademann; sie unterscheiden
sich von dem vorbeschriebenen Schädel des Hundes aus dem Seen-
gebiete durch kleinere und gerader gestellter Orbita. Die Stirnleisten
der Schädelkapsel vereinigen sich bei einigen auf der Sutura coronalis
zu einem breiten, aber nicht sehr hohen Knochenkamme. Das Nasen-
Untersuchungen am -Schädel des Haushundes. 65
rohr ist wesentlich enger als bei dem vorbeschriebenen Hunde. Die
Schädelkapsel ist hinter den Proc. postorb. etwas stärker eingeschnürt,
das Hinterhaupt etwas größer. Diese Merkmale zeigt mit 16 anderen
der Schädel No. 335, während 11 andere Schädel in einigen Merk-
malen so abweichen, daß die Annahme berechtigt schien, es handelt
sich um zwei verschiedene Rassen. Bei diesen Schädeln verlaufen
die Stirnleisten parallel zu einander nach dem Hinterhaupte und ver-
einigen sich erst kurz vor ıhm oder garnicht. Da aber die sämtlichen,
von Kwa-Mtoro stammenden Hundeschädel wahrscheinlich infolge
von Alters- und Geschlechtsunterschied in der Breite der Jochbögen
und der Hirnkapsel sowie in der Form des Hinterhauptes und der
Choane sehr variieren, so ist mit Sicherheit anzunehmen, daß es sich
um eine Mischrasse handelt. Die erwähnten elf Schädel gleichen in
ihren abweichenden Merkmalen dem aus dem Seengebiete Deutsch-
ostafrıkas stammenden Schädel.
Von westafrikanischen Haushunden standen dem Verfasser
Schädel aus Loango und Togo zur Verfügung. Der Hund von Lo-
ango (No. 1358) ist größer als der von Ussandaui, besitzt eine längere
Schnauze und eine starke gwölbte, nach dem Hinterhaupte zu ab-
fallende Hirnkapsel, die das Hinterhaupt sehr schräg stellt und ver-
kleinert. Die Stirnhöhlen sind gut entwickelt, die Proc. postorb. nach
unten gebogen. Die Orbita ist wie bei den ostafrikanischen Hunden
nicht sehr schräg gestellt. Die Nasenwurzel ist deutlich abgesetzt
und der Vorderrand des Intermaxillare deutlich gebogen. Die Prae-
molaren stehen frei und die vordere Wurzel des Reißzahnes liegt wie
beim Barsoi blos. Die leider beschädigte Nasenöffnung ist allem An-
schein nach breit. Das kleine Hinterhaupt hat abgerundete Form.
Die Choanenöffnung ist breit und kurz. Auch die Jochbögen sind breit
und geben dem Schädel ein von dem der Windhunde abweichendes
Aussehen, an die sonst die Form des Schädels, das Gebiß, die Länge
der Schnauze erinnern. Die Hirnkapsel ist hinter den Processus nur
ganz. wenig eingeschnürt, die Stirnleisten vereinigen sich erst dicht
vor dem Hinterhaupte.
Aus Togo besitzt das Kgl. Museum sieben Schädel der gleichen
Rasse, die zum Teil von Mischlich aus Kete Kratschi, zum Teil von
Schilling aus Sokode stammen, ferner einen von Thierry gesandten
Schädel. Dieser aus Manget stammende Hund ist angeblich von
Moschi (D.O.A.), wahrscheinlich von Haussahs eingeführt. Der
Schädel des Hundes von Manget zeigt, wie auch das lebende Tier,
Ahnlichkeit mit dem Collie. Der Schnauzenteil ist sehr lang, das Profil
auffällig gerade, die Nasalia nur wenig eingesenkt. Der Stirnteil fällt
nach dem Hinterhaupte zu stark ab und trägt eine recht ansehnliche
Crista, zu der sich die Stirnleisten an der Sutura coronalis vereinigen.
Die Orbita steht weit schräger als beim Loangohund. Die Nasalia
gehen bedeutend weiter in das Frontale hinein als die Maxillaria und
springen über den gebogenen Vorderrand der Intermaxillaria mit
deutlicher Spitze vor. Die Schnauze ist wie bei den Windhunden
verjüngt. Dagegen sind die Jochbögen breit und die Nasenöffnung
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 7. 5 7. Heft
66 Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
nicht so groß wie bei diesen. Die Ohoanenöffnung ist lang und schmal.
Der Unterkiefer zeigt auch durch die gerade Linie seines unteren
Randes Ähnlichkeit mit den Windhunden. Er wird aber von den
Praemolaren an nach den Molaren hin im Gegensatz zu dem der
Windhunde beständig breiter. Der Schädel zeigt also eine spitzere
Schnauze, als sie die Windhunde haben.
Die Schädel der anderen Hunde aus Togo sind kleiner als der
von Manget. Der Schnauzenteil ist wie bei jenem länger als der Stirn-
teil, der Nasenrücken deutlich eingesenkt. Das lange Profil ist stärker
geknickt. Auch die Stirnhöhlen sind größer und die Schädelkapsel
ist hinter den Proc. postorb. weniger eingeschnürt. Die Nasalia gleichen
ebenso wie die Orbita denen des Hundes von Manget. Dagegen sind
infolge der stärkeren Entwicklung der Stirnhöhlen die Proc. postorb.
mehr nach unten gebogen, und außerdem vereinigen sich die Stirn-
leisten erst 1 cm hinter der Sutura coronalis. Die Choanenöffnung
ist breiter und kürzer. Das Gebiß gleicht dem des Hundes von Manget,
die untere Kante des Unterkiefers ist aber nicht gerade, sondern ge-
bogen.
; Aus dem Zoologischen Garten zu Berlin stammen die Schädel
zweier Kongohunde. Die Hunde, die mehrere Jahre dort lebten),
haben etwa die Größe eines kleinen Spitzes, Stehohren und gerade,
aufwärts getragene Schwänze. Die Farbe ist bei einigen rotgelb, andere
haben etwas dunkleres, mattgestromtes Fell. Das breite Gesicht ist
auffallend faltenreich.
Der Schädel (Z.G. 29.X.08 Z.M.) steht dem des Togohundes
etwas an Größe nach. Der Nasenrücken ist nur schwach eingesenkt,
und der Stirnteil fällt nach dem Hinterhaupte zu nicht sehr stark,
weniger als der des Togohundes, ab. Die Stirnhöhlen sind schwacher
als bei jenem und die Proc. postorb. abweichend von ihm nach den
Seiten gerade weg. Der Abstand zwischen den Proc. postorb. ist jedoch
geringer. Die Stirnleisten treffen sich an der Sutura coronalis in spitzem
Winkel und vereinigen sich zu einer Crista, die nach dem Hinterhaupte
zu etwas höher wird als die des Kongohundes. Stirn- und Schnauzen-
teil sind nicht scharf von einander abgesetzt, das Profil ist ein ge-
strecktes und der Schädel erinnert in seinem Typus an den der Schäfer-
hunde. Die mediane Einsenkung ist trotz der flachen Stirnhöhlen
etwas tiefer als beim Togohund. Während die Jochbögen breiter sind
als bei diesem, ist die Schädelkapsel wenig schmaler, aber hinter
den Orbitalfortsätzen stärker eingeschnürt. Die Choanenöffnung
ist lang und schmal. Das Hinterhaupt ist oben abgerundet, die seit-
lichen Kanten mäßig gebogen. Es wird von der nach hinten ausge-
zogenen Crista überragt. Die Nasalia gehen abweichend vom Togo-
hund weniger weit als die Maxillaria in das Frontalia. Über den ge-
bogenen Vorderrand des Intermaxillare springen sie mit kurzer Spitze
vor. Die Nasenöffnung ist klein. Die Schnauze wird vor dem Reiß-
zahn stark verschmälert und ist wenig, aber deutlich zugespitzt. Im
Oberkiefer stehen die beiden, im Unterkiefer die drei ersten Prae-
molaren frei.
Untersuchungen am Schädel des Haushnndes. 67
VII. Gruppe: Südamerikanische Hunde.
Eine Sonderstellung gegenüber den Hunden der Alten Welt
nehmen die der Neuen Welt ein. Sie sind wahrscheinlich von ameri-
kanischen wilden Caniden abzuleiten. Nehring!) und Keller)
weisen auf die Beziehungen des Incahundes (C. enguae) zu den Schäfer-
hunden der Alten Welt hin. Die von mir gemessenen Schädel süd-
amerikanischer Hunde weisen verschiedene Typen auf. Der des Camp-
hundes kleinen Schlages von Porto Alegre und der des Feuerlands-
hundes sowie etwas weniger der des Indianerhundes (Indian Dog)
zeigen Ähnlichkeit mit dem Typus der Schäferhunde, unterscheiden
sich aber von ihnen durch breitere Jochbögen. Der Schädel des großen
Camphundes erinnert mehr an die Doggen, während der des Joagua-
hundes, der von einem jungen Tiere stammt, noch keinen bestimmten
Typus zeigt. Festgestellt wurde, daß von dem brasilianischen Camp-
hunde zwei in Größe und Typus verschiedene Rassen vorhanden sind
und daß daneben als besondere Rassen die Hunde von Rio Grande
do Sul, von Feuerland, die Indianerhunde und vielleicht die von Joagua
bestehen.
In der Größe stimmen die amerikanischen Hunde etwa mit den
Schäferhunden überein. Der größte Schädel, der des großen Camp-
hundes ist 21,6 cm, der des allerdings noch jungen Joaguahundes
nur 13,0 cm lang. Die Jochbögen sind immer mehr als halb so breit,
wie die gesamte Schädellänge. Die Schädelkapsel ist mehr als ein Viertel,
aber weniger als ein Drittel so hoch. Stirn- und Schnauzenteil sind
wie bei allen primitiven Rassen wenig scharf abgesetzt, doch sind die
Stirnhöhlen groß. Die Orbita steht schräg. Bei den Indianerhunden
ist sie auffallend klein. Das Gebiß erinnert an das der Schäferhunde.
Doch hat der kleine Camphund, der sonst an die Schäferhunde erinnert,
eine geschlossenere Zahnstellung als die anderen. Sehr verschieden
ist die Länge der Nasalia, die Form des Hinterhauptes und die der
Ausläufer, die die Frontalia zwischen Maxillaria und Nasalia ein-
schieben.
Das Kgl. Museum besitzt von den Hunden der Neuen Welt sechs
Schädel, zu denen ich von der Landwirtschaftlichen Hochschule noch
den eines Indianerhundes bekam. Die Hunde gehörten nach dem
Schädeln zu sechs verschiedenen Rassen. Vier Schädel sind von Hensel
aus Süd-Brastlien mitgebracht worden, zwei Schädel von Camphunden
aus Porto Alegre und zwei aus Rio Grande do S8ul.
Die beiden Schädel des Camphundes weichen so stark von einander
ab, daß sie mit Sicherheit zwei verschiedenen Rassen zuzusprechen
sind. Esist ein größerer und ein kleinerer Schlag dieser Rasse vorhanden.
Der Schädel des Camphundes großen Schlages (No. 2457
Z.M.) erinnert durch seinen kräftigen Bau, den deutlichen Absatz
von Stirn- und Schnauzenteil an den der Doggen. Der Nasenrücken
!)Nehring. Über Rassebildung bei den Incahunden. Zool. Jahrb. 1885,
Nr. 1, 8. 1—35.
2) Keller. Die Stammesgeschichte unserer Haustiere. Leipzig 1909.
5° 7. Heft
68 Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
ist eingesenkt. Der Stirnteil fällt nach dem Hinterhaupte zu steil
ab und trägt einen nicht sehr hohen Knochenkamm. Die Stirnhöhlen
sind groß, die Orbitalfortsätze nach unten gebogen. Die mediane
Einsenkung ist nicht tief. Die Orbita steht schräg und die Stirnleisten
vereinigen sich in spitzem Winkel unmittelbar hinter der Sutura
coronalis. Der Abstand zwischen den Proc. postorb. ist sehr groß,
auch die Jochbögen sind breit, aber erst gerade und dann scharf um-
geknickt, nicht gebogen. Die Schädelkapsel ist schmal, nach den Proc.
postorb. zu fortgesetzt verjüngt, aber nicht merklich eingeschnürt.
Die Nasalıa werden nach dem Frontale zu schmaler und gehen wesentlich
weiter als die Maxillaria in dieses hinein. Sie springen aber kaum über
den gebogenen Vorderrand des Intermaxillare vor. Zwischen Nasalia
und Maxillaria schieben sich lange, spitze Ausläufer der Frontalia ein.
Das Hinterhaupt ist breiter als hoch, oben abgerundet und wird von
der Crista überragt. Die seitlichen Kanten sind nach innen eckig
geknickt. Das Hinterhauptsloch ist eiförmig und am oberen Rande
ausgebuchtet. Die Choanenöffnung ist sehr breit, aber flach. Die
Schnauze wird vor den Foramina infraorbitalia schwach verschmälert
und bleibt dann gleich breit. Im Oberkiefer stehen die ersten drei, im
Unterkiefer die ersten beiden Praemolaren frei.
Der Camphund kleinen Schlages (No. 24576 Z. M.) zeigt
im Schädel Ähnlichkeit mit den Schäferhunden. Der Nasenrücken
ist gerade und das Schädelprofil schwach geknieckt. Der Stirn-
teil fällt nach dem Hinterhaupte zu nicht so stark ab wie bei dem
vorigen. Die Jochbögen sind wie bei diesem breit, aber mehr gebogen.
Der Abstand zwischen den Orbitalfortsätzen ist viel geringer. Die
Stirnhöhlen sind groß und die mediane Einsenkung der Stirn ist eine
tiefere als bei dem Camphund großen Schlages. Die Stirnleisten treffen
sich spitzwinklig schon vor der Sutura coronalis und vereinigen sich
zu einer deutlichen, - aber niedrigen Crista. Die Schädelkapsel ist
verhältnismäßig breiter als bei dem vorigen und wird nach der Orbita
zu fortgesetzt bedeutend schmaler als bei diesem. Hinter den Orbital-
fortsätzen ist sie deutlich eingeschnürt. Die Nasalia verjüngen sich
nach dem Frontale zu ständig und gehen nur wenig über die Maxillaria
hinaus. Über den stark gebogenen Vorderrand des Intermaxillare
springen sie kaum vor. Zwischen Nasalia und Maxillaria schieben
sich sehr kurze, stumpfe Ausläufer der Frontalia ein. Das Hinterhaupt
weicht von dem des vorher beschriebenen Hundes durch seine ge-
schweiften seitlichen Kanten ab. Das Hinterhauptsloch ist rund und
ohne Ausbuchtung. Die Choanenöffnung ist schmaler und etwas höher
als bei dem vorigen Hunde. Die Schnauze wird an den Foramina
infraorbitalia nicht sehr stark verschmälert und dann weiter, aber
gleichmäßig spitzer. Die Verschmälerung vor dem Reißzahn ist eine
so geringe, daß der letzte Praemolar in fast gerader Richtung im
Kiefer steht. Im Oberkiefer steht nur der erste Praemolar, im Unter-
kiefer stehen die beiden ersten Praemolaren frei. Doch sind dieZwischen-
räume kleiner als bei dem vorigen Hunde.
Untersuchungen am Schädel des Haushundes. 69
Die beiden Schädel der Hunde aus Riogrande do Sul ge-
hören derselben Rasse an. Der Schädel (No. 23010 Z. M.) ist ebenso
groß wie der eben beschriebene. Dagegen sind Stirn- und Schnauzen-
teil deutlicher von einander abgesetzt. Die Nasenwurzel ist mehr ein-
gesenkt. Der Stirnteil fällt aber nach dem Hinterhaupte zu wie bei
dem kleinen Camphunde nur ganz wenig ab. Die Jochbögen sind eben-
falls wie bei diesem breit und gebogen. Die Stirnhöhlen sind etwas
kleiner als bei jenem Hunde und die mediane Einsenkung ist daher
nicht ganz so tief. Auch ist der Abstand zwischen den nach unten
gebogenen Orbitalfortsätzen geringer. Die Orbita gleicht der des
kleinen Camphundes. Die breiten, flachen Stirnleisten treffen sich
in spitzem Winkel an der Sutura coronalis und vereinigen sich zu einer
Crista, die etwas höher als die des vorigen Hundes ist. Die Schädel-
kapsel ist breit. Nach den Proc. postorb. zu wird sie fortgesetzt schmaler,
ohne daß sie aber hinter diesen deutlich eingeschnürt würde. Die nach
dem Frontale zu wenig schmaler werdenden Nasalia gehen etwa 1 cm
über die Maxillaria hinaus, springen aber über die Intermaxillaria nur
ganz wenig vor. Zwischen Nasalıa und Maxillaria schieben sich ganz
kurze, stumpfe Ausläufer der Frontalia ein. Das Hinterhaupt ist
spitzer und schlanker und die seitlichen Kanten sind stärker gebogen
als bei dem vorher besprochenen Hunde. Das Hinterhauptsloch ist
am oberen Rande ausgebuchtet. Die Choanenöffnung wird nach dem
Keilbein zu etwas schmaler. Die Schnauze wird vor dem Reißzahn
nicht sehr stark verschmälert und bleibt dann fast gleich breit. Das
Gebiß gleicht dem des kleinen Camphundes.
Der Schädel des Indianerhundes (Indian Dog) (No. 4414 L. H.),
ist größer als der der beiden vorigen. Er ist schmal und lang. Stirn-
und Schnauzenteil sind deutlich von einander abgesetzt und der
Nasenrücken deutlich eingesenkt. Der Stirnteil fällt nach dem Hinter-
haupte zu nicht sehr stark ab. Die Stirnhöhlen sind groß, die Orbital-
fortsätze nach unten gebogen und die mediane Einsenkung ist tief.
Der Abstand zwischen den Proc. postorb. ist dagegen nicht sehr groß.
Auffallend klein ıst die Orbita, kleiner als bei den bisher beschriebenen
amerikanischen Hunden. Sie steht schräg. Die starken Stirnleisten
treffen sich spitzwinklig schon weit vor der Sutura coronalis und ver-
einigen sich zu einer Crista, die wesentlich höher als die des Camphundes
ist. Die Schädelkapsel ist schmal und verjüngt sich stark, ohne deutlich
eingeschnürt zu sein. Ihre geringste Breite aber liegt nicht dicht hinter
den Proc. postorb., sondern mehr nach dem Hinterhaupte zu, wie
es auch bei der deutschen Dogge der Fall ist. Die Nasalia springen
über den gebogenen Vorderrand des Intermaxillare nicht vor, gehen
aber etwa 1 cm weiter in das Frontale hinein als die Maxillaria. Zwischen
diese und die Nasalıa schieben sich sehr lange Ausläufer der Frontalia
ein. Das Hinterhaupt ist hoch, oben abgerundet und wird von der
Crista. überragt Seine seitlichen Kanten sind gebogen, das Hinter-
hauptsloch ist rund. Die Choanenöffnung ist breit. Die Schnauze
ist schmal, vor dem Reißzahn wenig verjüngt und bleibt dann gleich
7. Heft
70 ‘Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
breit. Im Oberkiefer steht der erste, im Unterkiefer die beiden ersten
Praemolaren frei.
Von weiteren amerikanischen Hunden untersuchte ich noch die
Schädel eines Hundes von Feuerland und eines Joaguahundes. Der
Hund vom Feuerlande (Z.M.) ist etwas kleiner als der Indianer-
hund. Die Einsenkung der Nasenwurzel ist nicht so tief. Das Profil
ist dicht hinter der Orbita fast rechtwinklig geknickt. Der Stirnteil
fällt nach dem Hinterhaupte zu steil ab. Die Stirnhöhlen sind groß
und die mediane Einsenkung ist tief. Die Orbita ist größer als beim
Indianerhund und schräg gestellt. Die etwas schwächeren Stirnleisten
treffen sich spitzwinklig an der Sutura coronalis und vereinigen sich
zu einer sehr niedrigen, nach dem Hinterhaupte zu kaum stärker
werdenden Crista. Die Schädelkapsel ist breiter als beim Indianer-
hund und hinter den Orbitalfortsätzen stark eingeschnürt. Die Joch-
bögen sind etwas flacher. Die Nasalia gehen nach dem Frontale zu
nur ganz wenig über die Maxillarıa hinaus, springen aber mit kurzer
Spitze über den gebogenen Vorderrand der Intermaxillaria vor. Zwischen
Nasalıa und Maxillaria schieben sich kurze, stumpfe Ausläufer der
Frontalia ein. Das Hinterhaupt sowie das Hinterhauptsloch gleichen
denen: des Indianerhundes. Die Schnauze ist noch etwas schmaler
und vor dem Reißzahn stärker verjüngt. Die Zähne stehen geschlossen.
Der Schädel des Joaguahundes (Z.M.) stammt von einem
jungen, noch im Zahnwechsel befindlichen Tiere. Es ist daher wohl
anzunehmen, daß der ausgewachsene Joaguahund größer ist und einen
in mancher Beziehung anders gebauten Schädel hat. Der Schädel
dieses Hundes ıst der kleinste von allen amerikanischen Hunden,
die ich untersuchte. Er ist langgestreckt. Die Nasenwurzel ist deutlich
eingesenkt, Stirn- und Schnauzenteil sind aber nicht sehr scharf von
einander abgesetzt. Die Stirnhöhlen sind ziemlich klein, und die
Orbitalfortsätze treten wenig vor. Die mediane Einsenkung ist sehr
flach. Alles das ist wohl eine Folge des jugendlichen Alters dieses
Tieres. Die Orbita steht schräger als beim Hunde vom Feuerland.
Die kaum vortretenden Stirnleisten verlaufen parallel zur Sutura
sagittalis, konvergieren erst von der 8. coronalis ab etwas und treffen
sich dicht vor dem Hinterhaupte an einer sehr kleinen Crista, die sich
auf einem zungenförmigen Fortsatze des Hinterhauptes erhebt. Dieser
Fortsatz schiebt sich zwischen die Parietalia bis zu ihrer Mitte ein.
Die Schädelkapsel ist, wie es immer bei jungen Hunden der Fall ist,
sehr breit. Sie verjüngt sich nach den Proc. postorb. zu ständig und
ist hinter ihnen deutlich eingeschnürt. Auffallend flach sind für einen
jungen Hund die Jochbögen. Die Nasalia enden mit den Maxillarıa in
gleicher Höhe im Frontale und ‚springen über den gebogenen Vorder-
rand der Intermaxillaria nicht vor. - Die Choane ist breit und flach.
Das Hinterhaupt ist dreieckig, seine seitlichen Kanten sind ganz gerade.
Es zeigt in der Mitte wie das der Spitze, Pinscher und Terrier eine
blasige Auftreibung. Das Hinterhauptsloch ist rund, die Schnauze
schnal und an den Foranıina infraorbitalia nicht sehr stark verschmälert.
Die Zähne stehen geschlossen.
Untersuchungen am Schädel des Haushundes,
VI. Gruppe: Südamerikanische Hunde.
11
Camp- Dank. Hund
hund,gr.|hund,kl.| aus Indian
Schädelmaße nebenstehender Caniden | Schlag, | Schlag, | Rio- Hund | Joagua-
Porto Poıto | grande von hund
in Zentimetern Alegre | Alegre | do Sul | Süd | Feuer |, nnorika
Bra- Bra- Süd-
silien silien | brasilien
1. Gesamtlänge des Schädels . . . .. | 21,6 18,5 18,5 | 19,1 | 17,9 | 13,8
2. Basilarlänge des Schädels . . . . ı 19,3 | 16,8 16,6 | 16,6 ı 16,0 | 12,4
3. Von der Crista oceipitalis bis zum
Hinterrande der Nasalia 10,8 | 10,1 9,9 10,3 9,5 7,8
4. Vom Foramen magnum bis Gau-
TORTEN ai, Kal, 8,4 7,3 7,6 7,6 6,8 5,2
5. Vom Gaumenrand bis zu den J.1,
N re li 10,9 9,5 9,0 9,0 9,2 7,0
6. Von der Crista oceipitalis bis zu
dem Processus postorbitalis . 10,3 9,0 9,1 9,4 8,5 6,5
7. Länge der Schnauze bis zum
Processus postorbitalis. . . . . .« | 13,0 10,8 10,7 | 10,6 | 10,6 8,0
8. Die Nasalia in der Mittellinie . . 8,0 5,8 6,4 6,4 6,0 4,0
9. Breite der Stirn an den Processus
pasborbitales;.i.,. srıeı «1 arena oe 6,75 5,8 5,3 4,7 4,7 3,2
10. Größte Breite der Schädelkapsel
an den Jochbögen . ...... 12,0 | 11,0 10,9 | 10,4 | 10,0 7,4
11. Breite der Nasalia vorn. ..., 22 1,9 1,8 1,6 1,5 1,1
12. Geringste Breite der Gehirnkapsel 4,0 3,4 3,4 3,4 3,2 3,0
13. Größte Breite der Gehirnkapsel . 5,5 5,1 5,2 4,7 5,0 5,0
14. Breite des Oberkiefers am Reiß-
ae Moser El EDEN WESER enge 6,6 5,9 6,2 4,7 5,5 5,0
15. Größte Breite der Schnauze an
den Eckzähnen.. . . x... .. 4,1 3,5 3,7 3,6 3,3 2,8
16. Höhe des Schädels vom vorderen
Choanenrande bis zur Sutura coro-
SE 3 Je u BR ul 812 Dar Bo, 51 45
17. Länge der oberen Backzahnreihe . 7,3 6,4 5,9 6,6 6,4 5,1
18. Länge des oberen Reißzahns 2,0 1,9 1,8 2,0: 21,8 1.2
19. Länge der beiden oberen Höcker-
TEE ea MOD REES 2,4 2,0 1,8 2,0 1,7 1,5
20. Länge des Unterkiefers vom Con-
dylus bis zum Vorderrand der
2 as Erg ee 16,1 14,0 14,0 | 14,0 | 13,1 | 10,2
21. Länge der unteren Backzahnreihe 7,4 |beschäd. | 6,4 7,0 7,0 5,9
22. Länge des unteren Reißzahns . . 2,2 2,2 1,9 2 2,0 1,5
23. Länge der beiden unteren Höcker-
FEN RR Mae a RN. AAN 1,4 1,2 1,2 1,4 1,2 1,2
24. Höhe des Unterkiefers unter dem
Reidzahn! Int...” 2,7 2,4 2,3 2,1 2,2 1,5
4, Heft
12 Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
Gesamtergebnis.
Auf Grund der Merkmale des Schädels ergibt sich für die in
dieser Arbeit besprochenen Haushunde folgendes:
Die Haushunde zerfallen in sieben Gruppen mit einer Anzahl
von Untergruppen. Die erste und älteste ist die der Spitzartigen.
Zu ihr gehören die fünf Untergruppen der Spitze, der Pinscher, der
“Terrier, der Dachshunde und der Spaniels. Zu der Untergruppe der
Spitze sind auch der Tschin- und der Nackthund zu stellen. Beide
wurden von Strebel!) nicht zu den Spitzen gezählt, während Keller?)
den Tschin, der wahrscheinlich vom chinesischen Tschau abzuleiten
ist, zu ihnen rechnet. Abweichend von Keller und Strebel und
in Übereinstimmung mit v. Pelzen®), Fitzinger®), Woldrich’)
und Jeitteles®) mußten auch nach dem Bau ihres Schädels, die
Dachshunde und die Spaniels von den Jagdhunden getrennt werden.
Zu der Untergruppe der Spaniels gehören auch die mopsköpfigen
Zwergspaniels. Sie sind also nicht mit dem Tschin, der zur Spitz-
gruppe zählt, zu vereinigen, sondern -als zwar diesem ähnliche, aber
nicht näher verwandte Hunde anzusehen.
Die zweite Gruppe umfaßt ebenfalls sehr alte Hunderassen. Zu
ıhr zählen die Untergruppen der Schlittenhunde, der Schäferhunde
und der Pudel. Zu den Schäferhunden zählen auch die Laikas und der
Isländerhund, zu den Pudeln die Schäferpudel und ein aus China
eingeführter und als Schäferhund bezeichneter rothaariger Hund.
Die dritte Gruppe der Haushunde ist die der Jagdhunde. Sie
weichen im Schädelbau so stark von den Pudeln und Schäferhunden
ab, daß sie von diesen getrennt und als besondere Gruppe angesehen
werden müssen. Nach dem Schädel stehen sie den Doggen weit näher
als den Schäferhunden. Es zählen zu ihnen die Setters und Schweiß-
hunde, die Bluthunde, die Bracken, die Vorstehhunde, die Pointers
und der Dalmatiner.
Die vierte Gruppe, die Doggen, ist wahrscheinlich auf die Tibet-
dogge zurückzuführen. Die Gruppe zerfällt in zwei Untergruppen,
in die der eigentlichen Doggen und die der Bulldoggen und Möpse.
Wenn auch einige Rassen mit Windhunden gekreuzt sein mögen,
so sind doch die Merkmale im Schädelbau, breite Jochbögen und hohe
Cristen, für alle charakteristisch.
1) Strebel. Die deutschen Hunde. München. 2 Bände.
2)Keller. Zur Abstammungsgeschichte unserer Hunderassen. Zürich 1903.
..3)v. Pelzen. Eine Studie über die Abstammung der Hunderassen. Zool.
Jahrb. Abt. System. 1886.
4) Fitzinger. Untersuchungen über die Abstammung des Hundes.
Sitzb. d. k. Akad. d. Wissensch. Okt.-Heft, Jahrg. 1866, S. 1—62.
Derselbe. Die Rassen des zahmen Hundes. Wien 1867.
5) Woldrich. Beiträge zur Geschichte des fossilen Hundes. Wien 1881.
6) Jeitteles. Die Stammväter unserer Hunderassen. Wien 1877:
Untersuchungen am: Schädel des Haushundes. 13
An die Doggen schließt sich als fünfte Gruppe die der Windhunde
an. Die große Übereinstimmung im Schädelbau aller Windhunde
deutet auf eine gemeinsame Abstammung hin. Der Nackthund, den
Strebel!) zu ihnen stellt, gehört nicht zu den Windhunden sondern
zu den Spitzen. Nackthunde finden sich auch in anderen Rassen,
z. B. bei den Teckeln.
Die umfangreichste Gruppe ist die der Parıas, der Straßenhunde
Australiens, Asiens, Afrikas und Konstantinopel... Wie in ihrem
Äußeren, so haben sie trotz aller Unterschiede in der Größe im Schädel-
bau viel Übereinstimmendes. Sie erinnern darin in mancher Beziehung
an die Windhunde, bisweilen auch an die Schäferhunde. Es ist wohl
anzunehmen, daß mehrere Bildungsherde für diese primitiven Hunde-
rassen vorhanden sind.
' Eine eigene Gruppe der Haushunde bilden endlich die Hunde
Amerikas. In der vorliegenden Arbeit konnten die Maße und die
Beschreibung von sechs, meist südamerikanischen Rassen gegeben
werden. Die Schädel sind unter sich sehr verschieden und gehören
wahrscheinlich sehr abweichenden Rassen an. Nur die Hunde von
Riogrande do Sul und Porto Alegro sind ähnlicher und diese Rassen
stehen sich wohl näher. Einige zeigen Schäferhund-, andere Doggen-
typus.
Systematische Übersicht.:)
I. Gruppe: Spitzartige. 3. Untergruppe: Terrier.
l. Untergruppe: Spitze. | Foxterrier.
Beduinenspitz. Bull-Terrier.
Spitzhund von Obdorsk. Irischer Terrier.
Battakerspitz von Soerabaja. |4. Untergruppe: Dachshunde.
Wolfspitz. | Dachshund.
nn tz, | Langhaariger Dachshund.
Er von Narynsk. 5. Untergruppe: Spaniels.
schin-Hund. Wachtelhund.
Nackthund. Bologneser Hündchen.
2. Untergruppe: Pinscher. King Charles-Spaniel.
Rauhhaariger Pinscher.
Glatthaariger Pinscher. Il. Gruppe: Schäferhundartige.
Affenpinscher. \ l. Untergruppe: Schlittenhunde.
Brasilianischer Affenpinscher. Sıbirischer Schlittenhund.
Seidenpinscher. Eskimohund.
!) Strebel. Die deutschen Hunde. München. 2 Bände.
?) In dieser Übersicht sind nur diejenigen Rassen aufgeführt, deren Schädel
ich untersuchen konnte. D. Verf.
7. Het
74 Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
2. Untergruppe: Schäferhunde.
Laikahund.
Hund aus Tsingtau.
Siebenbürger Schäferhund,
Deutscher Schäferhund.
Isländischer Hund.
Collie.
Ungarischer Schäferhund.
3. Untergruppe: Pudel.
Schäferpudel.
Russischer Pudel.
Pudel.
Chinesischer ‚Schäferhund‘.
III. Gruppe: Jagdhunde.
Untergruppe: Jagdhunde.
Retriever.
Deutscher kurzhaariger
Vorstehhund.
Setter.
Schweißhund.
Bluthund.
Dalmatiner.
IV. Gruppe: Doggen.
1. Untergruppe: Doggen.
Tibetdogge.
Neufundländer.
Leonberger.
Glatthaariger Bernhardiner.
Rauhhaariger Bernhardiner.
Bayrische Dogge.
Ulmer Dogge.
Dänische Dogge.
2. Untergruppe: Bulldoggen und
Möpse. |
Saufänger.
Boxer.
Bulldogge.
Mops.
V. Gruppe: Windhunde.
Untergruppe: Windhunde.
Beduinen-Windhund.
Haussahund.
Syrischer Windhund.
Barsoı.
Schottischer Hirschhund.
Englischer Windhund.
Whippet.
Windspiel.
VI. Gruppe: Pariahunde.
Dingoähnlicher Haushund.
Papuahund, großer und
kleiner Schlag.
Battakerhund.
Hund aus Matoa.
Hund aus Siam.
Straßenhund aus Japan.
Straßenhund aus Jaffa.
Straßenhund aus Cilieien.
Straßenhund aus Konstantı-
nopel.
Straßenhund aus Kairo.
Nubischer Hund.
Haushund aus Ntebbe.
Haushund aus dem Seengebiet
von D.O.A.
Hund aus Kwa Mtoro.
Hund aus Loango.
Hund aus Manget.
Haushund aus Togo.
Kongohund.
VII. Gruppe: Südamerikanische
Hunde.
Camphund.
Hund aus Riogrande do Sul.
Indianer-Dogge.
Hund von Feuerland.
Joaguahund.
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7. Heft
76 Walter Frhr. Taets v. Amerongen:
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Untersuchungen am Schädel des Haushundes, 47
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Dsm. (= Ü. campestris Pr.Wied.) Zool. Jahrb. Abt. Syst. 1885, No. 5,
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— (10). Beitrag zur Naturgeschichte unserer Hunderassen,
Nat. Wochenschr. XI, No. 28, 8. 325—330.
7. Hett
718 Walter Frhr. Taets v. Amerongen. — H. Kuntzen.
Thomas, 0. New South-American Mammals. Ann. Mag. Nat.
Hist. 1900, Bd. 5, 8. 148—150.
— (2). The ZLycaon and Pedetes of British East Afrıka. Ebenda
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Walker, 3. Der irische Wolfshund. Schweizer. Hundestammbuch,
St. Gallen 1896, Bd. VI. |
Woldrich, J. M. Beiträge zur Geschichte des fossilen Hundes,
nebst Untersuchungen über die Lößbildung. Mitt. d. Anthropol.
Ges. in Wien 1881, Bd. 11, No. 1, 8.5—32, 1 Taf.
— (2). Über einen neuen Rassehund aus der Broncezeit. Ebenda
1878, Bd. VII.
Zur Kenntnis der afrikanischen Corynoden
(Coleopt. Chrysomelidae).
T
Von
Dr. H. Kuntzen.
Mit 2 Textfiguren.
Zu den durch. die Pracht ihrer metallischen Farben auffälligsten
Chrysomelidengruppen gehört die Eumolpinengattung Corynodes,
die in zwei getrennten Arealen, dem indomalayischen Gebiet einer-
seite und dem äthiopischen Gebiet andererseits, in beträchtlicher
Artenzahl verbreitet ist. Bei ihrer für Käfer erheblichen Größe (fast
stets über 1 cm), bei der Massenhaftigkeit ihres Vorkommens an Ort
und Stelle, dann vor allen Dingen bei ihrer Färbung sind sie natur-
gemäß von fast einem jeden, der irgendwo in ihrem Verbreitungs-
gebiet gesammelt hat, auch stets mitgebracht worden.
Um so merkwürdiger ist es, daß die Gattung seit 1864, seitdem
überhaupt erst die meisten Formen aus den beiden großen Verbreitungs-
gebieten bekannt geworden sind, keinen zusammenstellenden und
vereinenden Systematiker gefunden hat. 1864 faßte Marshall ın
einer Monographie alle damals bekannten Arten nebst vielen neuen
zusammen und zerlegte die Gattung nach Gesichtspunkten in Teile
(Untergattungen), die einer modernen Kritik kaum noch standhalten.
Von da an bis auf den heutigen Tag läuft dann eine Periode der Einzel-
beschreibungen von neuen Formen (Arten), die durch die Namen
Baly, Chapuis, Clavareau, Jacoby, Lefevre und Weise
Zur Kenntnis der afrikanischen Corynoden (Coleopt. Chrysomelidae). 79
gekennzeichnet ist, die neben Lacordaire als die hauptsächlichsten
Kenner und beschreibenden Entdecker unzähliger Chrysomeliden
aus tropischen Gegenden bezeichnet werden können, nimmt man die
Hispinen und Cassidinen aus.
Ich habe mich in der folgenden Arbeit beschränkt auf die afrıi-
kanischen Formen der Gattung und bin durch das liebenswürdige
Entgegenkommen einer Reihe von berühmten Museen und Chryso-
melidenkennenden Entomologen, ferner von einigen Händlern instand
gesetzt worden, die Studie inhaltlich weit ausgestalten zu können.
Es gebührt mein Dank den Herren Bouvier und Lesne (Musee
d’Histoire Naturelle, Paris), Gestro (Museo Civico Genova), Severin
(Musee Royal, Brüssel), Schouteden (Musee du Congo, Tervueren),
Kraepelin und Gebien (Hamburger Museum), den Herren Cla-
vareau (Brüssel), Reineck (Berlin), Hintz (Berlin), Ertl (München),
den Händlern E. A. Boettcher (Berlin), H. Rolle (Berlin). Sämt-
liche Museen und Privatleute haben mir ihr gesamtes oder fast
gesammtes Material zur Verfügung gestellt. In erster Linie basierte
ich dabei auf dem Material des Königlichen Museums zu Berlin, das
neben seiner Chrysomeliden - Sammlung im Besitz der Sammlung
J. Weise’s ist, die es im vergangenen Jahr erworben hat.
Das Material ermöglichte mir, aus allen Gebieten Afrikas, wo
die Corynoden vorkommen, diese Tiere kennen zu lernen und die
Verbreitung festzulegen. Das Berliner Museum ist reich an Material
und Fundorten aus den deutschen Kolonien, Südostafrika und aus
Spanisch-Guinea, das Pariser Museum besonders aus Franz. Congo
und seinem Hinterland, das Genueser Museum aus Abyssinien und
Somali, die belgischen Museen aus dem Kongostaat, die Sammlung
der Herren Reineck und Clavareau aus den verschiedensten
Gegenden.
Als Abkürzungen habe ich benutzt:
1.20B: = Königliches Zoologisches Museum zu Berlin.
2. Bs = Museum Brüssel.
3... = ÜCongomuseum.
4. Cl = Sammlung Clavareau.
5. C.W. = Sammlung Weise im B.
6. E.A.B. = Boettcher.
7. Ertl = Sammlung Ertl.
8. 6, = Museum Genua.
9. H.R. = Rolle.
10. P. = Museum Paris.
m. RB. — Sammlung Reineck.
128: = Sammler.
Ich trete zunächst in die Besprechung der Spezies und gebe dann
zusammenfassend die allgemeinen Daten, die auf die Kritik der
Formen für Verbreitung und vergleichende Morphologie folgen.
7. Heft
80 | Dr, H..Kuntzen:
Kritik der afrikanischen Arten und Rassen der Gattung Corynodes.
Verzeichnis der zur Systematik benutzten Literatur.
1881. 93.8. Baly. Deseriptions of uncharacterized species of
Eumolpidae ete. — in Trans. Entom. Soc. Lond. p. 505.
1849. 3. Bertoloni. Illustratio rerum naturalium Mozambici
oe III de coleopteris (p. 55) und Nov. Comm. Acad. Bonon.
(8. 433.)
1874. M.F. Chapuis. Genera des Coleopteres Tome X, Famille
des Phytophages.
1912. MH. Clavareau. Descriptions de trois Corynodes africains
nouveaux — in Ann. Soc. Entom. Belg. Tome 56 Hft. 9, 3. X. 1912
p. 343— 345.
1781. 3.C. Fabrieius. Species Insectorum, I, (p. 124).
1792. id. Entomologia Systematica, I, (p. 324 No. 84).
1801. ıd. Systema Eleutheratorum, I, (p. 419).
1885. L. Fairmaire in Bulletin Soc. Ent. France p. LXXXTII.
1891. id. Coleopteres de l’Afrique orientale — in C. R. Entom.
Belg. XXXV p. CCCII.
1892. €. P. Gahan. On the Coleoptera collected Mr. W. Bonny
in the Aruwimi Valley, Central-Africa (Chrysomelidae) — in Proc.
Zool. Soc. Lond. 2. II. 92 (p. 91).
1893. 3.C. Gahan. On a collection of Coleoptera sent by Mr.
H. H. Johnston, C. B., from British Central Africa — in Proc. Zool.
Soc. Lond. 5. XII. 93 (p. 745).
1855. Gerstaecker, H. ‚Arthropoden, die Peters in Mozambique
gesammelt hat.“ Monatsbr. Berlin. Akadem. 1855, 8. 636.
1862. id. — „Arthropoden“ in Peters Reise nach Mozambique
(p. 336—337), |
1886. M. Jacoby. Descriptions of some undescribed species of
Phytophageous Coleoptera from Abyssinia, contained in the Genoa
Civie Museum — in Annal. Museo Genova 2a vol.IV. (XXIV) (p. 123).
1894. id. Deseriptions of New Genera and Species of Phyto-
phageous Coleoptera from Africa and Madagascar — in Nov. Zoologie.
I. 1894 (p. 521).
1900. id. On new Genera and Species of Phytophageous Coleo-
ptera from South and Central Africa — in P. Z. 8. 6, III. 1900
(p. 227 u. 228).
1901. id. XI. A further contribution to the knowledge of African
Phytophageous Coleoptera — in Trans. Entom. Soc. Lond. (p. 209).
1897. H. Kolbe. Käfer Deutsch-Ostafrikas (p. 332).
1877. Ed. Lefevre. Descriptions de Coleopteres nouveaux ou
peu connus de la famille des Eumolpides — in Ann. Soc. Entom.
France V.7. (p. 324).
1885. id. Eumolpidarum Catalogus — in Memoir. Soc. Toy.
Sciences de Liege.
1889—1890. id. Deseriptions of New Species of South African
Eumolpidae — in Trans. South-African Philos. Society VI. (p. #3).
Zur Kenntnis der afrikanischen Corynoden (Coleopt. Chrysomelidae). 81
1900. P.Lesne. Sur une espece nouvelle de Chrysomelide
appartenant au genre Corynodes — in Bull. Mus. Paris VI. (p. 18—19).
1865. T. A. Marshall. Corynodinorum Recensio — in Journ.
Linn. Soc. Lond. (p. 24—50). — (Schon 1864 erschienen!).
1808. A. 6. Olivier. Entomologie, Tome VI.
‚1900. 3. Weise. Beschreibungen afrikanischer Chrysomeliden
nebst synonymischen Bemerkungen — in Deutsch. Entom. Zitt.
(p. 449).
1904, id. Über bekannte und neue Chrysomeliden — in Arch.
f. Naturgesch. LXX. Jg., I. (p. 162).
1907. id. Afrikanische Ohbyromeliden — in Annal. Soc. Entom.
Belg. (51) (p. 133).
1910. id. Oleysoteliden der Kilimandjaro- Meru- Expedition —
Stockholm Coleoptera Bd.I. (8. 153—166).
1912. id. Beitrag zur Kenntnis der Chrysomeliden. Archiv f.
Naturgesch. 1912. A. 2. (8. 83). \
€. limbatus Baly.
| E
C.limbatus Rasse lümbatus Baly.
O. limbatus Baly Transact. Entom. Soc. Lond. 1881 8. 505.
Leider liegt mir die priore Form der Art, die in verschiedene
Färbungsvarietäten au) nicht vor. Baly beschreibt sie folgender-
maßen: |
„Eilongato-ovatus, postice ampliatus, convexus, niger, nitidus,
capite piceo-fulvo, vertice, orbitis antennisque (his basi exceptis)
nigris; thorace quam longo distinete latiore, subconico, piceo-fulvo,
utrinque macula irregulari nigra ornato; elytris mmus nitidis, crebre
punctatis, nigris utrisque limbo (basi. excepto) piceo fulvis. Long
n. 6 Linie.
Hab. Gaboon.
Kopf glänzend, sehr fein punktiert, Fühler etwas über die Hälfte
länger als der Kopf. Die sechs äußeren Glieder zusammengedrückt,
sichtlich erweitert. Thorax nahezu um ein Drittel breiter als lang
an der Basis; Seiten schräg konvergierend von der Basis nach der
Spitze zu, schneller konvergierend nach der letzteren hin, Hinter-
ecken sehr scharf; Scheibe sehr fein punktiert, jederseits mit einer
‚tiefen eingedrückten Grube. Flügeldecken gewölbt, nicht nieder-
gedrückt unter dem Basilarraum, dicht etwas runzlig punktiert,
die drei Basalglieder dunkel pechfarben, schwarz überlaufen.““
Aus den Diagnosen Jacobys (1900) sind für die Spezies noch
folgende Angaben von Wert: „Klypeus dreieckig, tief getrennt von
der Stirn durch eine quere unterbrochene Grube, Fühler nahezu bis
zur Flügeldeckenmitte reichend, die 6 Endglieder allmählich und
ziemlich breit erweitert, Vorderschienen 6 stark gebogen an der Spitze
(am stärksten von allen Arten. D, Verf.).
Archiv für NE uehichte
1913. A. 7. 6 7. Heft
82 Dr. H. Kuntzen:
Aus der Diagnose W eise’s (1907) ist noch bemerkenswert:
„Stirnrinnen sehr breit und tief, die Stirn zwischen ihnen gewölbt,
glatt, oder sparsam punktiert, nach unten verengt, die Quervertiefung,
die Stirn und Epistom trennt, besteht aus zwei mehr oder. weniger
tiefen Gruben. Flügeldecken an der Basis so breit wie der Thorax,
bis zur Schulterbeule schräg erweitert, dann bei 2/3 der Länge all-
mählich schwach verbreitert, dahinter verengt und zuletzt schmal
abgerundet.“
Ich kann noch dazu bemerken, daß die Punktierung von Kopf
und Halsschild zum mindesten sehr fein, oft völlig erloschen ist; die
Flügeldeckenskulptur schwankt in ihrer Rauheit sehr, unabhängig
im großen und ganzen von Z und ? und ist glänzend bis matt.
Die vorliegende Rasse hat nun eine auffällige Variabilität in
ihrer Färbung unter- wie auch vor allem oberseits. Daher ist sie, als
nicht eben seltenes Tier, auf bloße Farbenvarietäten hin noch vier-
mal beschrieben worden. |
Zunächst beschreibt Jacoby (1900, P.Z.S. 8.227) eine Form
als Art,
Ia. var. nigripennis Jac.
Folgende Eigenschaften teilt er ihr zu: ‚Kopf rötlich, das zweite
und dritte Fühlerglied unten gelbrot; Halsschild rötlich, der äußerste
Vorderrand und die Basalränder schwarz; Schildchen gelbrot, schwarz
gerandet; Flügeldecken schwarz, die äußerste Spitze mit einem kleinen
verschwindenden gelbroten Fleck; Unterseite und Beine blauschwarz.
Kamerun (1 Stück). Mir ist ein so gezeichnetes Stück unbekannt
geblieben.
Die zweite Form, ebendort beschrieben, heißt
Ib. var. bemaculicollis Jac.
Sie hat folgende Färbung nach dem Autor: „Kopf gelbrot, ein
schmaler Flecken auf dem Scheitel und die Furche oberhalb der Augen
schwarz; Fühler schwarz, die ersten beiden Glieder gerötet; der
äußerste Vorderrand und die Basalränder des Halsschildes schwarz;
die Scheibe mit zwei breiten, schiefen, gestreekten, schwarzen
Flecken; Schildehen rötlich, schwarz gerandet, Flügeldecken gelbrot.“
Er deutet übrigens die Artzusammengehörigkeit beider Formen
am Ende der Diagnose des vorigen an. Auch er stammt aus Kamerun
und ist mir gerade in seinem Färbungstypus unbekannt.
Die, wie es scheint, bei weitem am häufigsten auftretende Form
der Art ist dann schließlich die
Ic. var. rufocastaneus Ws,
deren Färbung W eis e (1907 Ann. Soc. Entom. Belg. S. 133) folgender-
maßen beschreibt: „Der Körper ist oberseits und unterseits glänzend
kastanienbraun, oft heller rötlich, das dritte und vierte Fühlerglied
ınehr oder weniger angedunkelt, die folgenden nebst den Mandibeln,
dem letzten Gliede der Maxillartaster, den Beinen, dem Prosternum
Zur Kenntnis der afrikanischen Corynoden (Coleopt. Chrysomelidae), 83
und der Mittel- und Hinterbrust schwarz. Bisweilen ist das Pro-
sternum und die Mitte von Mittel- und Hinterbrust rot; bei den
dunkelsten Stücken sind Brust und Bauch schwarz, letzterer rötlich
gerandet.“
Man kann sich vorstellen, daß dieseVarietät mit den vorhergehenden
durch alle Übergänge verbunden ist, wie ich sie auch tatsächlich habe.
Niemals sind aber die Färbungen so scharf abgesetzt an irgend einem
Körperteil, daß man die betreffenden Tiere gerade auf eine der
markanteren oben beschriebenen Varietäten beziehen möchte.
OÖ. hintzi Weise (Arch. f. Natgesch. 1912. A. 2. p. 83) ist auf ein
helles $-Stück des C. limbatus rufocastaneus gegründet. Da die Type
dem B. gehört, so ergibt sich unmittelbar die Identität durch Ver-
leich. Sie ist recht hell, hat ganz schwarze Fühler und Beine mit
ziemlich deutlichem Metallschimmer, wie es sonst bei der Art oft
vorkommt, und ist recht fein, aber nicht auffallend abweichend
punktiert auf Halsschild und Flügeldecken. Es liegt mir das Tier
vor von folgenden Fundorten: |
1. Buea: 13. XI. 10. E. Hintz S. (C. W.) B., 1 Deissel 8. (C. W.)
B., 1 800—1200 m, VI— VII. 02 L. Fea 8. Cl.
2. Johann-Albrechtshöhe: 3 L. Conrads 8. (2 C.W.) B.
3. Barombistation: 1 Zeuner 8. B.
4. Lolodorf: 2 19. II.—7. IV. 95 L. Conradt 8. B.
5. Jaundestation: 6 800 m Zenker 8. B., 9 IV.—V. 97 v. Car-
nap 8. B.
6. Fanggebiet (Südkamerun): 2 (C.W.) B, IR.
— Kamerun: 1 Schroeder 8. (C. W.) B.
7. Nkolentangan (Spanisch Guinea): 12 XI. 07.—V. 08. Tess-
mann 8. B.
8. Alen (Spanisch Guinea): 5 3. X, 1. XIL, 18 XII. 09,
29. XII, 30. XIL, G. Tessmann 8. B.
9. Uelleburg (Spanisch Guinea): 3 IV.—VII.08 Tessmann
Ss. B.
10. Makomo-Campogebiet: 5 1.—15. IV. und 1.—15. V. 09
Tessmann 8. B.
ll. Nieder Ogowe zwischen Lambarene und Küste: 2 E. Haug
S. P
12. Congo et Grand Lahou: 1 H. Pobeguin 8. P.
13. Haute Sangha: 2 P. A. Ferriere 8. P.
14, Haut Ubanghi: 1-Clozel 8. P.
— Franz. Congo: 1 Haug S.P., 4 G. Junod 8. Cl.
Unter diesen Tieren nimmt das Stück von No.12 durch seine
starke Schwärzung der vorderen 2/, der Körperoberseite und der
Körperunterseite eine intermediäre Stellung zwischen (©. kimbatus
Ivmbatus und 0. I. dimidiatus ein. Die Stücke von No.13, 14 sind auf-
fällig fast vermikuliert rauh auf den Flügeldecken, so wie es nur fast
° ebenso höchst selten bei Kameruner Stücken vorkommt.
69 7. Heft
84 Dr. H. Kuntzen:
Als Rasse der Art oder auch als Farbenvarietät — das Material
von 7 Exemplaren reicht vielleicht für erstere Auffassung aus — muß
eine Form bezeichnet werden, die ich
Id. CO. limbatus limbatus Unterrase dimidiatus m.
nenne. »ie hat, abgesehen von der der Seitenteile des Prothorax,
eine ganz schwarze metallisch blauschimmernde Unterseitenfärbung;
Kopf und Halsschild und die hinteren */, der Flügeldecken sind hellrot,
die vorderen 3/, sind schwarz. Die Trennungslinie zwischen Rot und
Schwarz ist quer und recht verschieden gezähnelt. Die Ausdehnung
der schwarzen Flügeldeckenfärbung reicht bei einem Stück über die
Mitte der Flügeldecken hinaus. Da die Oberflächenskulptur keine
Abweichungen von der des Ü. limbatus limbatus rufocastaneus zeigt,
so ist die Form eine immerhin sehr auffallende Farbenrasse der Art.
Ihre Fundorte sind:
1. Mayumbe: 2 VII. 1899 Don. de Contreras $. Bs., 1 Deleval 8. C.
1 desgl. (ex C.) Cl.
2. Lenghi Lukula (Belg. Congo): 1 (durch Seeldrayers) Cl.
— Congo: 1 Don. de Contreras S. Bs., 1 Bas.
11.
C. limbatus Rasse plagiatus Weise.
CO, plagiatus Weise Arch. f. Natgesch. 1904 S. 162.
„Oberseite, Seiten der Vorderbrust, eine längliche Makel jeder-
seits auf der Hinterbrust und die Seitenstücke derselben in der
vorderen Hälfte gelblich rotbraun, die übrigen Teile der Unterseite,
nebst den Beinen schwarz, der Bauch leicht grünlich oder bläulich
metallisch angehaucht, die Unterseite der Schenkel verloschen rot-
braun. Der größere Teil der Flügeldecken ist glänzend und schwarz,
sodaß von der roten Grundfarbe nur ungefähr das letzte Drittel und
ein ziemlich breiter, nahe der Schulter erweiterter Seitensaum bedeckt
bleibt, auch die Naht ist verloschen rötlich gesäumt. Stirn nicht dicht,
das Kopfschild dichter und stärker punktiert, letzterer oben durch
eine Quergrube abgesetzt, Oberlippe und Mandibeln pechschwarz.
Fühler schwarz, metallisch grün angelaufen, das zweite Glied ganz
der Unterseite der Tasten sowie die verdickte Spitze des dritten bis
sechsten Gliedes rotbraun. Halsschild in einem großen flachen Ein-
druck jederseits ein Stück über dem Seitenrande mit größeren
Punkten besetzt. Schildchen rotbraun, Flügeldecken viel breiter als
der Halsschild, kürzer gebaut wie bei den übrigen afrikanischen Arten,
fein punktiert, mit ziemlich starker Schulterbeule. Kanten in der
Mitte kurz und spitz gezähnt. 9,5 mm.“
Er kommt im Gebiet des Nyassasees vor, 1 2 (durch Staudinger)
(C. W.) B.
Zur Kenntnis der afrikanischen Corynoden (Coleopt. Chrysomelidae). 85
schwarz
a )__ rot
schwarz
sro
dimidia -
tus Krz.
plagi -
atus WS.
Allgemeines über die Art.
Ich vermag zwischen den 22 der beiden Rassen, da mir außerdem
von der einen nur 1 2 überhaupt vorliegt, keine prinzipiellen Unter-
schiede zu entdecken und glaube sicher, daß die zweite Rasse nicht
in die Gruppe der roten ostafrikanischen Formen gehört. Fühler-
anfangsglieder — die Klauenglieder fehlen bei C. plagiatus beider-
seits — und Schienen sind kaum voneinander verschieden, auffallend
ist nur die Kürze des (©. plagiatus, doch kann sie zufällig sein. Das
Verbreitungsgebiet der Art ist demnach in zwei, wie es bis jetzt scheint,
isolierte Areale geteilt. Ob der Staudingersche Fundort richtig ist,
ist ja auch fraglich. Die Art scheint dem westafrikanischen Faunen-
gebiet anzugehören.
C. raffrayi Lefevre.
CO. raffrayı Lefevre Ann. Soc. Ent. France 1877 8. 324.
©. bennigseni Weise Deutsche Entom. Zft. 1900 8. 449.
C. schneider: Weise in litt.
Ich gebe zunächst die Diagnose Lefevres wieder, die ich
dann durch Weises Angaben ergänze, die er durch die Beschreibung
seines ©. bennigseni macht: „Elongato ovatus, totus saturate castaneus,
antennis nigro cyaneis, pedibus omnino aeneo-viridibus, unguiculis
bifidis.
Long. 12 mm; lat. hum. 5%/, mm.
Insel Sanzibar (evangelische Missionare, durch Raffray ihm
überlassen). 1 Stück.
Kopf zwischen den Augen abgerissen quer gefurcht, Epistom
grob punktiert, vorn fast gerade abgestutzt, Scheitel sehr gewölbt,
‘ punktiert, mit sehr breiten Furchen beiderseits, die sehr tief und
T. Heft
"86 Dr. H. Kuntzen:
unpunktiert sind; Fühler mit breiter fünfgliedriger Keule. Halsschild
länger als breit, oben gewölbt, fein zerstreut punktiert. Flügeldecken
viel breiter an der Basıs als der Halsschild, innerhalb der Schultern
beiderseits kaum deutlich seitlich eingedrückt, ziemlich dicht unregel-
mäßig punktiert, nach der Spitze zu deutlich „alutacee“, Schultern
latt. Abdomen sehr fein gelbbraun behaart. Beine grün erzfarben,
Schenkel grob punktiert, Schienen an der Spitze und die Tarsen mit
goldbraunen Haaren.“
Weise ergänzt die Angaben Lef&vres noch folgendermaßen:
Der Halsschild des raffrayı ist etwas länger als breit, von oben
betrachtet in den hinteren ?/, allmählich und sehr schwach nach vorn
verengt, im letzten Drittel etwas stärker verschmälert, die Seiten
konvergieren also wenig in einen liechten Bogen. Die Flügeldecken
sind vorn kräftig, tief punktiert, mit sehr fein gewirkten Zwischen-
räumen, mäßig glänzend, auf dem Abfall zur Spitze sparsamer und
feiner punktiert, aber stärker gewirkt, ziemlich matt. Auf der inneren
Hälfte der Scheibe treten oft die Punkte zu vier nicht ganz regel-
mäßigen Reihen zusammen, die 2 Längslinien begrenzen, eine davon
in der Mitte, die andere zwischen dieser und der Naht. Die Farbe der
Oberseite ist gesättigt bräunlich-rot.
Diesem Tier ist (©. bennigseni sehr ähnlich, aber oberseits viel
feiner und verloschener punktiert, nicht gewirkt, dunkler bräunlich
rot gefärbt, stark glänzend, zuweilen mit einem zarten bläulichen
oder violetten Anfluge.e Das Halsschild ist schlanker, an der Basis
etwas schmaler nach vorn viel mehr verengt, konisch zylinderförmig.
Die Punkte der Flügeldecken sind klein und sehr flach, jeder steht
in einem schwärzlich durchschimmernden Kreise, der wenig größer
ist als der Punkt selbst. Ergänzt man sich aus diesen die extremen
Skulpturfälle bezeichnenden Diagnosen Weises alle Zwischenglieder,
so hat man den Variationsbereich der vorliegenden Art, der durchaus
nicht sonderlich groß ist.
Die Art kommt vor bei:
1. Takaungu, Thomas S. (Br.-Ost-Afr.) 1 B.
2. Taru-Mombassa, Thomas 8. 1 B.
3. Madschame, Dschaggaland (Kilimandjaro), T. Paesler 8.1 B.
4. Pareh-Gebirge (1600 m), Chr. Schröder 8. 3 B.
'd. Ugogo-Uniamwesi (1100—1200 m), Dr. Marschall 8. 1 B.
6. Mombo-Amani, 3.—9. XII. 04, C. Uhlig 8. 1 B.
7. Mombo bei Masinde (Panganisteppe), 1.06, Chr. Schröder
Bu loB:
8. Moa, v. Bennigsen, 8., C.W., 2B. (Typen von bennigseni
Weise).
9. Nguelo, Heinsen 8. 1B. -
10. Mrogoro, v. Bennigsen $., C.W.2B. (als raffrayı betrachtet).
— Deutschostafrika, Kärger 8., 2 B., Fischer 8. 1 B.
Eine sehr glatte Form der. Art, die ich aber kaum von der Haupt-
rasse abtrennen möchte, und die meist opalisierenden Schimmer auf
Zur Kenntnis der afrikanischen Corynoden (Coleopt. Chrysomelidae). 87
den fast skulpturlosen Flügeldecken hat, hat Julius Weise C. schneideri
benannt, ohne sie meines Wissens zu beschreiben. Sie ist allerdings
in einem Gebiet heimisch, das überhaupt besondere Formen beherbergt,
im Makondehochland, und liegt mir vor von
1. Mikindani, Dr. Grote 6 im II. u. III, 1 im IV.--V. 1911. B.
2. Ntschitschira-Mahuta-Nevala, Dr. Grote, 15.—16. XII. 1910.
ıB
Dazu kommen 2 Stücke der ©. W. ım B. aus Ikutha, die dieser
Form ungemein ähnlich sehen, so wenig auch der Fundort mit den
Makondeorten etwas zu tun hat. Um so weniger ist eine Trennung
der Form von dem typischen CO. raffrayı vorläufig anzunehmen, wo
außerdem noch die Individuenzahl des vorliegenden Materials gering ist.
- Die Verbreitung der Art umfaßt ein einheitliches Gebiet, wenigstens
scheint es bis jetzt so, das den südöstlichsten Teil Britisch-Ostafrikas
und die Osthälfte Deutsch-Ostafrikas etwa einnehmen dürfte.
C. dejeani Bertoloni.
I.
©. dejeani Rasse dejeani Bert.
CO. dejeani Bertoloni. Illustratio rerum naturalium Mozamebıcı
dissertatio III de coleopteris 1849 8.55. (C. d. Drege i. ]. Cat. Dej.
ed. III p. 437); Gerstaecker Monatsberichte der Akad. Wiss. Berlin
1855 8.636 und Peters Reise nach Mozambique 1862 8. 337.
Ö. compressicornis F. v. A. dejeani Gerst., v. C. und v. D. Marshall
Journ. Linn. Soc. Lond. 1865 p. 31.
O. usambius Kolbe Käf. Deutsch-Ostafrikas 1897 p. 332.
Die priore Rasse der Art ist zum ersten Mal beschrieben worden
von Bertoloni durch eine auch selbst für die damalige Zeit (1849)
etwas zu kurze Diagnose, die aber gestattet, definitive Schlüsse auf
die mir nicht in dem Typeunikum vorliegende Form, das sich in
Bologna befindet, zu machen. Bertolonis Diagnose lautet:
„antennis pedibusque violaceis, capite thoraceque viridi-auratis,
splendentissimis, elytris rubroaeneis, micantibuss.. 1 Individuum
aus Inhambane. Sie kommt auch am Kap vor.“
Aus den Angaben über die Färbung des Kopfes, des Halsschildes
und: der Flügeldecken folgt, daß das Tier ein ausnahmsweise hell
gefärbtes Stück des Corynodes gewesen sein muß, der allgemein als
C. dejeani in den Sammlungen steckt. Solche Stücke kommen ver-
einzelt im Küstenteil (Südmozambique, Natal, Kapland), schon etwas
zahlreicher mehr nach dem Innern des südlichen Afrika zwischen
der purpur- oder blauflügeligen vorherrschenden Färbungsform vor
und erinnern gerade durch diese Färbung lebhaft an rötlich gefärbte
Stücke der Pusio-, Zombae- und Insignis - Rasse der Art. Der
Bertolonischen Form entsprechende Stücke befinden sich unter den
mit * bezeichneten Fundorten.
7. Heft
88 Dr. H. Kuntzen:
Sechs Jahre später "beschreibt ihn Gerstaecker (1855)
hinter einer ausführlichen Gattungsdiagnose, ohne Bertoloni als
ersten Autor zu zitieren, eingehend von neuem, und dieses Mal ist
es die in der Küstenregion häufige wohlbekannte Form mit grünem
oder kupfrig-grünem Kopf und Halsschild und schön violettblauen
Flügeldecken. Abgesehen von der kurzen lateinischen Vordiagnose
und der Längenangabe 41/,-5!/, lin. lautet die Diagnose (von 1862),
zu der mir die Type im B.M. vorliegt, und die fast identisch lautet
mit der von 1855, folgendermaßen:
Eine durch ihre schöne Färbung ebenso ausgezeichnete, als in
der Form und den Verhältnissen der einzelnen Körperteile schwankende
Art. Der Körper ist bald länglich eiförmig, bald ziemlich lang gestreckt,
glänzend, mit Ausnahme des Kopfes und der Oberseite des Hals-
schildes, die eine lebhaft-grüne, zuweilen ins Goldige spielende Farbe
zeigen, schön purpurrot. Der Kopf ist einzeln, aber ziemlich tief
punktiert, die Stirn mit einer mehr oder weniger tiefen, mittleren
Längsrinne; die seitlichen Furchen derselben glatt, spiegelblank. Die
Fühler sind schwarzblau. — Der Thorax ist bald kürzer, bald länger
als die Basis, nach vorn kegelförmig verengt, an den Seiten kaum,
oder wenigstens nur sehr leicht gerundet, mit sparsamen großen und
vielen dazwischen liegenden sehr kleinen Punkten unregelmäßig
besetzt. Die Farbe des Schildchens richtet sich nach der des Thorax,
d.h. sie ist bald reingrün, bald goldglänzend. Die Flügeldecken sind
nach den Individuen ebenfalls beträchtlichen Differenzen in der
Länge unterworfen; die Punktierung ist hier dichter und tiefer als
auf dem Halsschild, die großen Punkte sind verhältnismäßig häufiger
und oft durch Querrunzeln miteinander verbunden; die Purpurfarbe
nimmt zuweilen einen grünlichen selten einen Messingschimmer an.
Die Unterseite und Beine sind tief violettrot, die Tarsen schwarzblau.
— Außer bei Tette findet sich diese Art auch bei Port Natal
und am Kap.
Marshallf#(1865) befindet sich auf falscher Fährte, wenn
er C. dejeani Gerst. — Bertoloni zitiert er auch nicht, wie ja überhaupt
seine Art zu zitieren recht mangelhaft ist — mit Ü. compressicornis
zusammengießt, von dem unser Tier durch die Forceps-Eigenschaften
und durch die Verbreitung neben andern Merkmalen recht streng
gesondert erscheint. Seine Varietät v. A. aus Mozambique ist Ger-
staeckers Form. Seine Varietät v. C. nähert sich in der Färbung
„totus igneo purpureus, thorace et elytris concoloribus“ der Rhode-
sianus-Rasse oder vielleicht auch manchen Stücken der Insignisform,
seine v. D. ‚‚totus supra viridis, plus minusve aureomicans“ der
zombae-, pusio- und den grünen Stücken der insignisform. (. pusio
beschreibt dann Marshall noch einige Seiten später als eigene
Art, wo er hier schon alles zusammenzieht.
Schließlich wird die Form noch 1897 von Kolbe von neuem
als CO. usambius beschrieben, ohne daß ich an der Type im B.M. einen
Unterschied von den von Gerstaecker beschriebenen oder er-
wähnten Stücken bemerken kann.
Zur Kenntnis der afrikanischen Corynoden (Coleopt. Chrysomelidae).,. 89
Die Rasse hat eine sehr beträchtliche Verbreitung, die durch eine
große Zahl von Fundorten belegt wird. Ich zähle zunächst diejenigen
aus den Teilen Ostafrikas, die südlich von Deutschostafrika liegen,
auf und beginne mit den am südlichsten gelegenen.
1. Cap d. g. Hoffnung: 1 coll. L. W. Schaufuß B., *l Drege
S. B., 1 Melly 8. B., *1 Dunbrody 8. Bs., 6 H.R.
Umgebung von Kapstadt: *4 P.
Hebron: *10 (Gr. W.) E. Holub (170. 94.), Kapland,
E. Simon. P.
Riversdale: *1 coll. Duvivier. Bs., 1 Cl.
Kimberley: *5 Durand 8.P.
Bothaville (Oranjefreistaat): #16 H. Brauns 8.7. XII. 1898. H.
Grahamstown (Natal): VI. 1 1.1894. B.
Dumisa: 33 H.R., 1 E.A.B. (Dezember).
Weenen: 19 G.H. Burn 8. E. A. B.
Durban: 7 Pöppig 8. B., 3 coll. L. W. Schaufuß. B., 2 (durch
Gerstaecker) G., 63 P. Reineck 8. R.
Natal: 5 coll. Chapuis. Bs. 1 coll. Ogier de Baulny. Bs., 5 coll.
Duvivier. Bs..
— Caffraria: 3 H., 2 coll. Chapuis Bs.
11. Durban und Pietermaritzburg: 33 XI.—XII. 1886. A. Schenck
SB.
12. Pretoria: 4 Alfred Breit $S. H.
13. Lydenburg: 2 F. Wilms 8. B.
14. Zoutpansberg: *5 800 m hoch (H.R.V.) Cl.
— Transvaal: 2, P. Frey 8. H., *1 coll. Chapuis Bs., 1 (durch
Fruhstorfer) Bs., 1 desgl. H. R., 2 A. Thery Cl, *1 E.A.B,
15. Delagoabai: 1 Monteiro 8. B., 3 P. Reineck 8. R.
16. Sandacca: 1 Cl.
17. Sikumba-Maputa: 1 H.R.
18. Ibo (Nordmozambique): *#3 H.R.
19. Tette: 3 Peters S. (Typ Gerst.’s) B., 2 K. Wiese 8. B.
20. Zumbo: 2 E.A.B., 1 H.R.
— Mozambique: 1 coll. L. W. Schaufuß B., *6 Bertoloni 8. G.,
ISH.R.
— Bechuana: *8 D. Niekert 8. Bs.
— Matabele: *1 D. Nickert 8. Bs.
21. Ngami: 1 coll. Chapuis Bs., 1 coll. Duvivier Bs,
— Rhodesia: 2 E.A.B.
— Oberer Sambesi: 1 E. Foa 88.--94. 8. P.
— Ohne Fundortsbezeichnung: 2 (Dr. A. Breyer) Bs.,
3 (Restit) Bs.
Es nähern sich die 6 von Bertoloni in Mozambique ge-
sammelten Stücke und die von A. Thery aus Transvaal erhaltenen
Stücke sehr der Insignisform, alle anderen schön rosenrot- oder kupfer-
rot flügligen mit * versehenen Formen, haben unzweifelhafte Be-
ziehungen zur Pusiorasse. Sämtliche Sammeldaten fallen in die Monate
SERAIFPIIE DD
ei
|
7. Heft
90 0 Dr. HB. Kuntzen:
XI.—l., soweit sie angegeben sind, vielleicht bildet der C. dejean:
in Südafrika nur eine Generation im Jahre aus. Gahan erwähnt
noch (P.Z.S 1893 p 745) Zomba als Fundort, wo also neben der
Zombaeform noch der typische C. dejeani auftritt. Aus der Litteratur
kommen also noch hinzu:
22. Inhambane (Bertoloni 1849).
23. Zomba (Gahan 1893).
Auch in Deutschostafrika bis weit nach Somali hinauf ist der
typische CO. dejeani dejeani verbreitet. Auffällig ist morphologisch
nur die häufig auftretende starke Glättung und damit verbunden
der intensivere Glanz der nur hier ausnahmsweise nicht blauen oder
kräftig violetten Flügeldecken im Gegensatz zur südlicheren Form.
Aus Deutschostafrika, Britisch-Ostafrika und aus Gebieten weiter
nördlich liegt mir die Rasse von folgenden Fundorten vor:
24. Kigonsera: 5 (durch Ertl) B. |
25. UÜbena-Langenburg: 2 IV. 99. Goetze 8. B.
26. Konde: 4 15.2.1899. Fülleborn 8. B.
— Nyassa: 10 (Heyne V.) B., 1 (durch Kirsch) G.
27. Mahenge: 1 Cl.
28. Uhehe-Iringa: 4 1.—III. 99. Goetze 8. B.
29. Ugogo: 7 v. Beringer u. Jost 8.8. B.
30. Lutindi: 1 (durch Hintz) B.
31. Lindi: 1 (durch Hintz) B., 9 H.R., 4 Cl, 1 0. Werner 8. B.
32. Ndanda: 3 Cl.
33. Daressalaam: I v. Rautenberg 8. H., 5 C1, 7 H.R,., 3 Ertl.
34. Daressalaam, Pangani u. Hinterland: 9 Regner 8. B.
35. Lukuledi: 1 Ertl.
36. Mrogoro: 13 Leroy 1889 P.
37. Kondoa: 6 Bloyet 1885 P.
38. Mhonda: 1 (Hacquard Miss.) Cl.
39. Hinterland Nguru: 4 Rohrbeck 8. B.
40. Tabora: 3 Sacieux S. (162. 96) P.
41. Bagamoyo: 1 Stuhlmann 8. B., 2 Bs.
42. Saadani: 2 R.
43. Mkaramo-Majuje (Nordusegua): 1 Ende V. 95 ©. Neumann 8.
44. Tanga: 3 Reimer 8. B., 5 (durch E. Hintz) B.
45. Tanga-Magila: 5 Anf. V. 9. 0. Neumann 8. B.
46. Magila-Korogwe: 5 Anf. V. 93. O0. Neumann 8. B.
47. Magila: 1 Anf. V.93. O. Neumann ®8.B.
48. Korogwe: 1 (durch E. Hintz) B.
49. Korogwe-Mkaramo: 1 22.V.93. O.Neumann 8. B.
50. Mombo-Amani: 10 3.—9. XII. 94. C. Uhlig ‘8. B.
51. Amani: 4 X.—XII. 03 Vosseler $S. B. und 1 5.—30 XII. 06
Vosseler 8. B.
52. Mombo-Kwai: 8 11.04 Vosseler 8. B. |
53. Bondesi-Pangani: 1. 30. IV.—7.-V.00 Glauning 8. B.
Zur Kenntnis der afrikanischen Corynoden (Coleopt. Chrysomelidae), 9]
Mombo: 5 C.W. B., 1 V. Sjöstedt 8. B.
Mkusı-Missionsstation 200 m: 1 15. XIL. 91. L. Conradt
(C. usambius Kolbe Typus) B.
. Manow: 4 0.W.B.
Tewe: 1 Meinhardt 8. B.
. Nguelo: 1 Hammer 8. B. 2 Cl.
Mlulo (Westusambara): 1 Holst 8. B.
Westumsambara: 1 Buchwaldt 8. B., 1 Ertl.
. Magambaberge bei Masinde: 1 6.1.1905, 1600—2000 m
Chr. Schroeder 8. B.
Parehberge: 3 1600 m Chr. Schroeder 8. B.
Massaisteppe: 1 Chr. Schroeder 8. B.
Kilimandjarogebiet: 1 H.R.
. Litemagebirge: 23 E. A. B.
. Kwiro: 3 Ertl.
Aruscha: 1 Küster 8. B.
Vulkan Ol Dianı: 1 Methner 8. B.
Deutsch-Ost-Afrika: 7 R., 2 H.R., 1 E. Fischer 8. B., 12
C.W.B,2H.
Mombas: 2 Schneider 8. C.W. B., 1 v.d. Decken 8. B.
Taru-Mombassa: 2 E. Thomas 8. B. |
»Tkuta: 3 Ch, 'IYR.
. Kibwezi: 30 Scheffler S. II. 1907. B.
Takaungu: 2 E. Thomas 8. B.
Witu (Tanagebiet): 5 Denhardt 8. B.
„ Nordmassaı: 1 O. Neumann 98. (X1l. 93—1. 94) B.
Zanzıbar: 5 Dr. Fischer B., 2 coll. Schaufuß B., 1 coll. Du-
vivier Bs., 1 Cl. 1 Raffray 8. (? Insel Z.) G., 1 Hilde-
brandt 8. B.
Alto Daua (Boran Galla): 1 V. Bottego 8. (V. 95) G.
Rananui: 1 Citerni 8. (X.—XI. 1911) G.
Dolo (Somalı): 7 Citerni 8. (IIL.—IV. 1911) G.
. Lugh: 2 U. Ferrandi 8. G.
. Gauana: 3 Ruspoli (V.) G.
81.
Akakı (Nordgalla): 11. XI. 00, 2 Baron v. Erlanger 8. B.
— Uganda: 6 (Fruhstorfer Verkäufer) B. (höchst unwahrschein-
liches Fundgebiet!).
Überblickt man das Verbreitungsgebiet der Rasse, so erkennt
man ihre Vorliebe für die Küste, die allerdings auch zumeist besammelt
worden ist. Doch bei der Zahl der Fundorte für die anderen Rassen
kann man wohl ihre Spezialisierung auf die Küste und Niederungen
von zum indischen Ozean gehenden Flüssen für sicher betrachten.
Die sich findenden Fundorte Senegal (C1.), Kamerun (Cl.), Duala
(Bs. und H.R.) sind falsch. Manche Stücke werden durch Alter
und durch längeres Liegen in Aufbewahrungsflüssigkeiten (z. B.
Essigäther) dunkel und machen den Eindruck von Nigrinoformen.
Ganz schwarze Stücke besitzt das B. von Lindi und Tanga (beide
durch E. Hintz).
7. Heft
92 AARON Dr. H. Kuntzen:
5 Stücke von Ufiami (Ertl) sind auffällig durch die eben an-
gedeutete Einziehung des Halsschildes an dem Hinterrande und die
Mattheit des Glanzes des Halsschildes. Sie bilden in beiden Hinsichten
einen Übergang zur arcuaticollis-Rasse der Art. Einige (13) Stück
von Mahenge (R. durch Staudinger) erinnern durch die rosenrote
Färbung der Flügeldecken, ihre Größe und Glättung sehr an die kolber-
Form, stehen aber der Küstenform von Lindi sehr nahe.
©. Dej. Dejeani hat nun teils innerhalb seines Verbreitungsbezirkes
sich mehr oder weniger entfernende Unterrassen und Rassen, die
zumeist durch ihre Färbung ausgezeichnet sind, teils liegt deren
Areal außerhalb desjenigen der prioren Form. Je nach dem Grade
der morphologischen Entferntheit fasse ich diese Formen als Unter-
rassen von ihr oder als ihr koordinierte Rassen auf. Als nördlichste
Unterrasse und zugleich nördlichste Form der Art fasse ich eine
Form auf, die durch die starke Glättung aller Oberseitenteile
des Körpers und durch den dunkel violetten Halsschild, der nur an den
Seitenrändern und an der Basis etwas messing-kupfern schimmert,
ausgezeichnet ist. Die Form der Teile erinnert völlig an C. dejeani
dejeani, dessen Forceps sie auch hat. Sie heiße
Ia. ©. dejeani dejeanv Unterrase septenirionalis m.
Sie liegt mir nur von Gelo (Östsudan) vor, wo sseO. Neumann
in 5 Exemplaren für das B. gesammelt hat (I. 01, II.01, III. 01,
IV.01 und 19. IV.01). Durch die Glätte der Flügeldeckenskulptur
erinnert die Form an die Usambaraform des (©. dejeani typreus, auf-
fällig ist sie noch durch die intensiv kupferroten Mittelteile des Meta-
sternums, die mit der violettschwarzen sonstigen Unterseite kon-
trastieren. Die Größe ist wie sonst.
Ib. ©. dejeani dejeani Unterrase somalicus m.
In bezug auf die Glätte der Skulptur der Oberseite und infolge-
dessen ihren Glanz ist diese Rasse der Kolbeirasse nicht unähnlich.
d und 9, 2 Stücke besitze ich nur im B., sind aber viel kleiner (7 und
8,6 mm), wenn auch fast gleich proportioniert; nur der Halsschild
ist kürzer als durchschnittlich bei dem vorigen. Die Färbung ist
schönkupfern mit nicht so mächtigem Glanz wie bei ihm, auffallender-
weise ist das Schildehen grünblau oder rein blau gefärbt. Erbeutet
sind beide Stücke durch Baron v. Erlanger in Südsomalı am 5. VII.
1901. Der speziellere Fundort ist nicht mit absoluter Sicherheit fest-
zustellen. |
Ice. CO. dejeani dejeanv Unterrase Kolbei m.
Unter allen afrikanischen Corynodesformen verdient diese neue
durch das glutvolle Funkeln ihrer prachtvoll rosig kupferroten Ober-
seite und bei der Einheitlichkeit der Färbung, wenn man sie in größerer
Zahl vor sich hat, unstreitig den Vortritt in ästhetischer Beziehung.
Die Glättung hat bei einer eben noch mit unbewaffnetem Auge merk-
lichen Andeutung der ursprünglichen dejeani-Skulptur auf der Ober-
Zur Kenntnis der afrikanischen Corynoden (Coleopt. Chrysomelidae),. 93
seite ihren Höhepunkt für die afrikanischen Corynoden und im be-
sonderen innerhalb der Art dejeani erreicht. Durch Färbung und
Glättung nähert sie sich noch am meisten der ensignisform. Das im
allgemeinen für die Art große Tier scheint eine sehr charakteristische
Verbreitung zu haben, die vielleicht mit dem geologischen Unter-
grund, dann sekundär auch vielleicht mit der auf ihm umigeänderten
Futterpflanze in Zusammenhang steht. Sie lebt im Makondehoch- '
land, das kürzlich in dem letzten Jahrgang der Sitzungsberichte der
Ges. Naturf. Freunde Berlin von Hennig als geologisch besonders
charakteristisch bezeichnet worden ist und kommt ferner erheblich
weiter südlich gleich oberhalb der Sambesimündung in einem Farben-
Übergangsstück zum Dejeani-Typiceus vor. Der Händlerfundort Ikuta
ist mıt Vorsicht aufzunehmen, wenn auch nicht ausgeschlossen. Ich
habe sie meinem hochverehrten Lehrer Prof. H. Kolbe zu Ehren
benannt. Sie kommt also speziell vor:
1. Tschinde: 1 (durch Fruhstorfer) B.
2. Ntschitschira-Mahuta-Newala im Makondehochland (D.-O.-A.):
5 15.—16. I. 1910 Dr. Grote 8. B. |
3. Mikindani: 1 Reimann 8. B.
4. Namupa: 4 Ertl.
— Deutsch-Ost-Afrika: 2 durch das kaiserliche Gouvernement H.
5. Ikuta: 2 Schneider 8. (C. W.) B.
Id. ©. dejeani dejeani Unterrase kilimanus m.
Nicht weit von Afrikas höchster Gipfelgruppe rings in ihrem
Umkreise begegnet uns noch der typische ©. dejeanı dejeani, oft
allerdings schon so reich skulptiert wie sein südlicher Vertreter, die
Fundorte: Kibwezi, Massaisteppe, Parehberge, Magambaberge bei
Masinde, Aruscha, Nordmassai, Litemagebirge besagen das zur Genüge.
Doch in unmittelbarer Nähe des Gebirges und auf dem Gebirge
scheint die üppige tropische Zweifarbigkeit nachzulassen und macht
weniger ausdrucksvoller eintöniger Färbung Platz, die noch durch
die reiche Skulptur und aus ihr resultierende Mattheit der Oberseite
unterstützt wird. Zugleich sind die sämtlichen Exemplare, die mir
vorliegen, durchschnittlich bedeutend kleiner als ihre wärmebedürfti-
geren Genossen. Das Halsschild läßt nur noch eben das Kupfer
mit seiner matten Messingfarbe ahnen. Die Halsschildpunkte sind flach,
eine Runzlung kaum bemerkbar, die Scheibe ganz matt. Die Flügel-
decken sind matt düster bronzen, grünlich oder bläulich übergossen,
selten ganz blau (1 Stück). Alles Funkelnde ist genommen. Die Unter-
rasse kommt bei Kibonoto vor, wo sie Sjöstedt erbeutet hat
(13 Exemplare gehören dem B.), wo sie z. T. in der Höhe von
1500—1900 m, (3. IIL.), z. T. in der Niederung (3. und 4. I.) gefangen
worden sind. Während diese Stücke alle nur die Größe kleinster JS
der prioren Rasse haben, hat ein von Merker bei Moschi erbeutetes
Stück eine recht auffallende Größe und gehört zu den größten Stücken
der Art, die ich von den Massen von Exemplaren, die mir vorlagen,
gesehen habe; man darf es vielleicht als Übergang auffassen.
7. Haft
94 (9uhi Dr. H. Kuntzen:
: Te. OÖ. deyeani dejeani Unterrase nyassicus m.
In der Färbung und Größe gleicht diese Unterrasse fast der
vorhergehenden Unterrasse, doch ist sie glänzender. Denn die Skulptur
des Halsschildes hat gröbere Punkte und die Neigung zu Runzeln ist
nicht vorhanden, dazu kommt eine größere Glättung der Oberfläche
in ihrer Grundskulptur, indem die polygonalen Maschen verschwinden.
Die Skuptur der Flügeldecken unterscheidet sich nur minimal im Durch-
schnitte durch größeren Glanz, bei einem beträchtlichen Teil der
Stücke überhaupt nicht. Die Flügeldecken sind bronzen (3 Stücke
grün oder blau), das Halsschild ist im Verhältnis zu C. de). dej. dejeani
noch matt, prachtvoll rot kupfrig. Die dem B. gehörigen Stücke
: 15 an Zahl sind von Professor Fülleborn bei Neuhelgoland im Dezember
1899 und bei Langenburg vom 23. XII. 97”—1. II. 98, 1. II. 98 —
15. III. 98, Ende XII. 98—I. 99, IV.99 und ım XI.99 im Nord-
nyassagebiet Deutsch-Ostafrikas gesammelt worden; eines aus Wei’es
Sammlung im B.M. stammt aus v. Bennigsen’s Sammlung. Die
Rasse geht in manchen Stücken über in die C. dej.dej. dejeani-Rasse,
genau so wie die 6 folgenden Unterrassen.
If. C. dejeani dejeani Unterrase tanganyikae m.
Diese sehr auffallende Form der Ü. dej. dej. ist im Tanganyıka-
gebiet, wie es scheint, weit verbreitet und ist durch Rauheit der
Skulptur und hübsche kontrastreiche Färbung von Kopf und Hals-
schild recht ausgezeichnet. Halsschild grob punktiert im Verhältnis
zu den vorhergehenden Rassen, die Zwischenräume zwischen den
zerstreuten groben Punkten spiegelglatt und glänzend; Flügeldecken
sehr reich skulptiert, auffallend grob punktiert, doch die Punktzahl
die der typischen Form, besonders an den Seiten zeigt sich eine starke
Runzelung der Punktzwischenräume in der Quere. Die Flügeldecken
sind verhältnismaßig schlank, oft nicht völlig entwickelt, sodaß sie
wegen ihrer Weichheit dann nach der Naht zu eingebogen und auch
nach der Spitze zu in ihrer Fläche unregelmäßig gewölbt sind.
Vielleicht sind klimatische Einflüsse (Frühkälte, während der Aus-
schlüpf- und Wachstumszeit, die ein zu schnelles Erstarren der ober-
seitigen Schichten der Zellaußenwände fördert) sowohl an diesen
Unregelmäßigkeiten wie auch an der Rauheit und Runzelung der
Skulptur schuld. Die Färbung des Kopf- und Halsschildes ist grün
bis messing, stets mit kräftigem Kupferglanz, die der Flügeldecken schön
seidig grün bis blau und blauschwarz.
1. 2 Tanganyikasee, P. Reichard 8. B. (ganz grün mit
etwas kupfern. Hschd.).
20 Tanganyikasee, Hecq 8. €. (fast alle blauflügelig!).
3 Kisantu, P. Gossens 8. C. (grün!).
3 Katanga, Lemaire (. (grün bis blaugrün!).
1 Kibombo, XI. 1910, Dr. Bequaert C. (grün!).
18 Sampwe, 1.—16. XI. 1911, Dr. Bequaert 0. (blau-
grün bis blau).
-aBo>
Zur Kenntnis der afrikanischen Corynoden (Coleopt. Chrysomelidae), 95
7. 4 Musungwa-Sampwe 1.—16. XII. 1911 Dr. Bequaert M.C.
(blaugrün bis blau).
8. 1 Alter Kassongo, Dr. Pons C. (blau).
9. 2 Tanganyikagegend, Capit. Storms 85. Bs (wie 1) und
1 0.Cl.
10: 2 Mpala, Tanganyika, R. P. Guilleme 8. P. (wie 1).
Ig. C. dejeani dejeani ÜUnterrase rhodesianus m,
Halsschild glänzend, nicht matt wie bei den vorigen, Flügel-
decken glatter, stark glänzend. Die Punktierung des Halsschildes
aber etwas gröber als bei dem folgenden. Färbung auf den Flügel-
decken immer prachtvoll funkelnd rotkupfern, auf dem Halsschild
hell kupfern bis messing Die Form ist nur sehr wenig unterschieden
von der insignis-Unterrasse, in die sie übergeht, wie in den vorher-
gehenden.
1. 4 Umtali, Rhodesia B. und 5 desgl. Cl.
2. 126 Rhodesia, E.A.B. und R.
Ih. ©. dejeani dejeani Unterrasse insignis Lef.
CO. insignis Lefv. Tr. South-Afrie. Philos. Soc. VI. 1889—1890 p. 43.
Die Maßangabe: long. 13mm, lat. 7mm, der hier folgenden
Diagnose läßt auch hier den Verdacht aufsteigen, daß die Anzahl
der typischen Stücke nur 1 (oder 2 vielleicht) gewesen ist. Außerdem
muß man doch hoffen, daß Lefevre den gemeinen Ü. dejeani dejeani
dejeani gekannt hat. Deshalb ist seine Bemerkung am Ende etwas
merkwürdig. Denn ich kann die Kopfunterschiede nicht als von
C. dejeani scheidend empfinden, zumal bei allen Formen der Art
derselbe Kopf vorkommt. Die Diagnose lautet:
„Oblongo-elongatus, convexus, subtus cupreo-violaceus, supra
ınetallico-viridis aurato-reflexo-micans, fulgidus, labro nigro, palpis
nigro-aeneis, antennis saturate cyaneis, articulis 5 ultimis valde
ampliatis; capite grosse suberebre puntato, medio inter oculos foveo-
lato; prothorace subconico, confertim subrugose. punctato (punctis
minoribus et majoribus intermixtis); elytris undique minute nordi-
natim punctulatis; pedibus cyaneo-violaceis, fulgidis, tarsıs caeru-
leoviridibus, unguiculis bifidis. Long 13 mm; Lat. 7 mm.
Zambeze, Northern Transvaal.
Die Struktur des Kopfes und die sehr feine Punktierung der
Flügeldecken unterscheidet die Art von allen andern afrikanischen
Arten des Genus.‘
Die Fundortsangabe leitet einen dahin, daß die Diagnose auf
eine Form abzielt, die in Transvaal, wie überhaupt in der ganzen Ost-
hälfte des südlichen Afrika, untermischt zwischen den normalgefärbten
zweifarbigen typischen glätteren dejeani auftritt, die aber an manchen
Stellen. zu einer echten Farbenunterrasse der dejeani-Rasse werden
, dürfte. Vom feurigen: Messingkupfer des vorigen variiert die ge-
7. Heft
96 Dr. H. Kuntzen;
samte Oberseite bis zum reinsten Grün. 13 Exemplare von Lyden-
burg und Pretoria und sonst aus Südostafrika im B.
li. OÖ. dejeani dejeani Unterrasse goetzei m.
Diese Form gleicht dem C. insignis Lefv. fast ganz und sie bewegt
sich in denselben Farbennüancen. Nur sind die Flügeldecken erheblich
stärker und tiefer punktiert, ähnlich wie bei der nyassicusform, und
das Halsschild ist nicht so rauh wie bei diesem, sondern genau so
glänzend und glatt wie bei C. insignis. Sie liegt mir vor von:
1. 2 Ubena, Goetze S (III. 99) B. |
2. 2 Ubena-Langenburg (nördlich vom Nyassasee, Goetze 8.
(VO)
Ö. dejeani dejeani Unterrasse Zombae Gahan.
C.zombae Gahan P.Z.S. London, 5. X11. 1893 p. 745.
Gahan vergleicht seine Form, die er als neue Art beschreibt,
mit C. compressicornis F., ein Zeichen dafür mit wie geringem Material
er gearbeitet hat. Alle Einzelheiten seiner Beschreibung bieten den
zuverlässigen Beweis, daß wir es mit einer Form des C. dejeani zu tun
haben. Die Deutung der Form ist nicht schwierig, obwohl ich typisches
Material nicht kennen gelernt habe. Abgesehen von der überflüssigen,
nur extrahierenden lateinischen Diagnose, beschreibt Gahan die bei
Zomba (südl. vom Nyassa) gesammelte Form:
„Oberseite kräftig grün, auf den Flügeldecken zuweilen mehr
oder weniger violett oder purpurn. Pronotum mit einigen weniger
dicht verteilten größeren Punkten, die Intervalle dazwischen dicht
und fein punktiert. Flügeldecken dicht punktiert, mit manchen
in der Querrichtung ausgezogenen Punkten, sodaß die Flügeldecken
dort leicht gerunzelt erscheinen, und mit sehr fein punktierten
Zwischenräumen zwischen den Punkten.
Allgemein in der Körpergestalt ähnelt die Art sehr dem C. com-
pressicornis F., aber sie ist verschieden von ihm durch die 5 etwas
stärker erweiterten distalen Glieder der Antennen und durch die
dichter punktierten Flügeldecken. Länge 13 mm.“ |
Interessant ist, was er dann weiter hinzufügt — man kann, wenn
man es gelesen hat, nur fragen, warum er denn die Form überhaupt
beschrieben hat:
„Es ist überhaupt sehr schwer, die Grenzen der Spezies des Genus
festzulegen, denn Farben und Punktierung variieren beträchtlich
bei den einzelnen Arten. Doch meine Spezies scheint gut zu sein,
„denn ich habe keine analogen Stücke irgendwoher sonst gesehen !“
Die Unterrasse ist nicht leicht abgrenzbar gegen die pwuso-Unter-
rasse, deren Durchschnittsförbung sie auch hat, und wenn sie zwei-
farbig ist (dann meist matt rosenrot auf den Flügeldecken uAd grün
auf dem Halsschild) gegen die rauheren südlichen Stücke der dejeani-
Unterrasse Transvaals z.B. Auch die Verbreitung im Sambesigebiet
und bei Zomba besagt, daß sie eine Übergangsrasse sein kann. Die
Zur Kenntnis der afrikanischen Corynoden (Coleopt. Chrysomelidae). 97
Mattheit des Halsschildes zeichnet sie sehr aus und erinnert an die
weisei-Rasse. Die Flügeldeckenskulptur weicht von der mäßig rauher
Stücke der südlicheren Dejeani-Unterrasse in keiner Weise ab. Alle
mir vorliegenden Stücke stammen aus der Zambesiregion.
1. 35 Zambesi (C. W.; Hollub u. ©. Schaufuß). B.
Ik. ©. dejeani dejeani Unterrasse pwsvo Marshall.
C. p. Marshall Journ. Linn. Soc. Lond. 1865 p. 33 = hottentotta
Dohrn i. litt. (Mus. Genov.).
Marshalls Diagnose ist nach einem Individuum der Coll.
Clark angefertigt; doch beschreibt er unverkennbar eine Form der
Gattung Corynodes. die in der Nähe des Ngamisees, in Südostangola
und im Deutschen und Britischen Südwestafrika wegen ihrer schönen
Metallfärbung auffällt und deshalb, auch wohl wegen ihrer Häufigkeit
viel gesammelt worden ist. Die Diagnose Marshalls lautet:
„O. parvulus, elongatus, cupreo-purpureus, thorace supra capite
antice, scutello viridibus, nitidis, antennis nigris, thorace elongato,
antice valde angustato, confertim punctato; elytris punctis majoribus
densissime consitis; capite subexserto, vertice desuper conspicuo.
Long. 33/, lin.; lat. hun. 11/, lin.
Halsschild an der Basıs mehr als zweimal so breit wie vorn; die
Deiten ziemlich parallel von der Basis bis erheblich über die eine Hälfte
der Länge hinaus, dann schräg gerundet; Kopf „subexserted“,
Augen „projeeting“an jeder Seiteneben dem Halsschild; Scheitel
kuglig, von oben sichtbar. Fühler tiefschwarz. ÖOberlippe, Palpen
und Mandibeln pechfarben. Stirn, Scheitel und Halsschildscheibe
metallisch grün, sehr dicht punktiert; überall runzelig; Schildchen
grüngoldig, slänzend, fast unpunktiert. Der Rest des Insekts kupfern,
nit einem pupurnem oder violetten Schimmer, abgesehen von den
schwärzlichen Schienen und Tarsen.
Hab. Ufer des Ngamiseer.
Die kleinste afrikanische Art, durch den vorstehenden Kopf und
das Aussehen des Halsschildes von allen anderen verschieden. Es ist
wahrscheinlich der Typus einer besonderen Gruppe des afrıkanischen
Innern.“
Was sich mit dem einen unglücklichen Tier zugetragen hat, das
der Autor vor sich gehabt hat, kann ich nicht völlig beurteilen. Die
Angabe „Kopf subexserted“ erregt aber den lebhaften Verdacht,
daß es beinahe den Kopf verloren hatte. In Wirklichkeit stimmen
die Gesamtform und die Form der einzelnen Teile so völlig mit
C. dejeani überein, daß man nicht erst den Forceps zu untersuchen
braucht, um die Artangehörigkeit zu ermitteln. Die Skulptur des
Kopfes und des Halsschildes ist au: sgezeichnet durch die zahlreichen
Punkte, die größer und kleiner sind. Oft sind die Zwischenräume
gerunzelt. Der Chagrin dazwischen ist sehr verschieden ausgebildet,
sodaß der Halsschild matter oder glatter erscheint, je nachdern die
polygonale Struktur unter dem Mikroskop deutlicher ist, oder die
Polygone die Berandung verlieren. Bis jetzt ist es für mich nicht er-
Archiv dtir Naturgeschichte
1913. A, 7. 7 7. Hett
98 Dr. H. Kuntzen:
wiesen, ob gerade in dieser Hinsicht Rassen ausgebildet werden. Die
Skulptur der Flügeldecken ist rauh, die Punkte grob und zahlreich,
nicht reihenweise oder nur undeutlich vorn reihenweise gestellt, viel
zahlreicher als bei C. dejeanv Bertol., oft sind die Zwischenräume
seringelt. Die Färbung scheint sich nur innerhalb sehr enger Grenzen
zu bewegen: Kopf und Halsschild sind stets grün, zuweilen mit etwas
messingnem Glanz, selten mit kupfernem, die Flügeldecken gehen
von blaß grünlich-messingfarben über rein grün (der häufigste Fall)
bis zu einem undeutlichen Violettbronzen. Ausnahmsweise ist das
Violett auch einmal hier und da reiner, ohne daß sich ein grüner
Schimmer völlig verlieren könnte. Die Größe ist die des O. dejeani
dejeani und schwankt ebenso erheblich.
Zur genaueren Festlegung der Verbreitung stehen mir folgende
Fundorte zur Verfügung:
— Herero, D.S. W.A., Lübbert S. 53 B., Böhme 8. 1 B,,
Hahn 8. 4 B., Lindt 8. 7 B., 2 Cl., H. A. Dohrn G. 1871,
2.6.
1. Walfischbay (durch Deutsche Kolonial-Gesellschaft), 5 B.
2. Otjosondu-Kub (D. S. W.), Casper 8. 1 B.
3. Omaruru, Rehbock S. 16 B.
4. Outyo, Langheld 8. 7 B.
5. Okahandja, Casper 8. 14 B.
6. Groß-Barmen, 2 C. W. ım B.
7. Windhoek-Waterberg, XI.—IV., Kobitz S., 1 B.
8. Windhoek, v. Trotha S. 2 B., Heller S. 6 B., Techow 8. 30 B.
3 Cl.
9, Windhoek-Rehoboth, XII. 1896, Rehbock 8. 16 B.
10. Rehoboth, 7 Cl., 4 R. (Durch Staudinger.)
ll. Gobabis, 6 C. Ertl, Beetz $. 11 B.
12. Omahehe, IX—X.04. v. Trotha S. 1 B.
13. Gariep (Damara) 1 B.
14. Damara-Ngamie, Fleck S. 2 B.
— Britisch S. W. Afrıka 3 B.
15. Ngamie, coll. Chapuis, 6 Bs. (vielleicht mit der Type ver-
glichen!).
16. Tamalakane am Ngamifluß 31. XII. 06. Seiner 3. 25 B.
17. Botletle, 23.—24. XTI. 06, Nordbetschuanald., Seiner S. 4 B.
18. Serue, Ostbetschuanald., 26. XI. 1906, Seiner 8. 1 B.
19. Gambos, Angola 7 Ertl.
— coll. Fairmaire 3 Cl. En
Im ganzen sind das 257 Individuen der reinen pusio-Rasse, eine
Zahl, die mir ein prächtiges Gesamtbild der hübschen Form ver-
schaffen mußte. Den Fundort Schirati (Viktoriasee), 8 R. (durch
Staudinger) halte ich für falsch, umsomehr als Staudinger pusio-
Stücke aus Rehoboth an R. verkauft hat, die den angeblichen
Schiratistücken aber auch auf das Haar gleichen. Die Unterrasse
Zur Kenntnis der afrikanischen Corynoden (Coleopt. Chrysomeliden). 99
geht nach Südosten in den südafrikanischen ©. dej. dej. dejeam:,
nach dem Zambesı zu in den Ü.dej. dej. zombae und C. dey. dej.
insignis über.
Il. ©. dejean: Rasse teteanus m.
Die Beziehungen dieser Form zu C. dejean? sind durch die Gleich-
heit des Forceps wohl geklärt, andrerseits muß ich aber nur betonen,
daß die Gestrecktheit des Halsschildes, die Parallelheit der Flügel-
decken, ihre plötzliche Umbiegung seitlich in den Apikalteil im Gegen-
satz zu der allmählichen Erweiterung und dann Verengung beim
typischen dejeanv ihr diesem gegenüber ein fremdartiges Aussehen
verleiht. Dazu kommt noch die sehr deutlich gereihte Punktierung
der Flügeldecken, die beim echten Dejean im allgemeinen ziemlich
diffus gereiht ist. Die Oberseite ist prachtvoll bronzen, kupfrig. bis
rein grün mit allen Zwischenfärbungen und stets einfarbig.
1. 14 Tete, K. Wiese S. B. (kupfern bis bronzen).
2. 8 mittlerer Zambesi, W. Tiesler S. (grün bis kupfrig über-
haucht). B.
Ill. ©. dejeani Rasse weise: Ulav.
Aus den Angaben Clavareaus (Ann. Soc. Entom. Beleg.
1912 p. 344) muß als wesentlich hervorgehoben werden:
„Seiten des Halsschildes schräg und schwach gebogen, Ober-
fläche fein gekörnelt, mit sehr feiner zwischen die gröbere gemischter
Punktierung, Flügeldecken wenig tief, ziemlich dicht regellos (ab-
gesehen von Naht und Basis) punktiert; Kopf und Halsschild kupfrig
nit ®grünlichen Reflexen; Flügeldecken lederig schwarz glänzend,
selten besonders hinten und seitlich düster blau. "Unten schwarz bis
violett. 7,5—11:mm: 3=5 mm“.
Der Halsschild ist seitlich stärker gerundet als bei allen bis jetzt
erwähnten Forinen des ©. dejeani, aber hinten nicht so stark verengt
wie bei seiner Unterrasse arcuaticollis, deren Beschreibung folgt, er
ist durchaus matt und meist messingfarbig, nicht kupfrig, wie
Clavareau sagt, allerding ist aber kupfriger Schimmer über die
Mitte, der Scheibe oft hingegossen. Mit dieser Farbe kontrastiert die
düstre der Flügeldecken und verleiht ihm etwas Besonderes gegen-
über allen anderen metallischen afrikanischen Corynoden. Als be-
merkenswert muß die Übereinstimmung des Forceps mit dem des
typischen dejeani gelten, und als Hauptauszeichnung vor diesem
eine bei der Ansicht von der Seite bereits deutlich gewinkelte
Seitenrandlinie des Halsschildes. 2 von Lindi stammende Stücke
beim Händler H.Rolle sind schön blauflüglig wie der Folgende
und haben einen stärker glänzenden glatten Halsschild, der nicht mit der
feinen rissigen Skulptur behafset ist, wie sonst und vermitteln dadurch
zu dem folgenden, der die Halsschildseitenrandlinie mit ihm teilt.
l. Lindi: 7 Cl. (die Typen!), 7 (durch Hintz, III. und V.) B.,
2R, (durch H.R.)
2. Nämupa: 2 Ertl.
T* 7. Heft
100 Dr. H. Kuntzen:
Illa. ©. dejeani weisei Unterrasse arcuwaticollis m.
Das Tier ist oberseits auf den Flügeldecken stets prächtig blau
bis violett, das Halsschild wie der Kopf messing kupfrig bis kupfrig,
meist glänzend, oft durch die hervortretende polygonale Grund-
skulptur matt; die Seitenrandlinie des Halsschildes ist die des vorigen;
die Halsschildbasis ist aber stärker eingezogen, der Seitenrand bei
der Ansicht von oben also stärker gebogen. Die Flügeldeckenskulptur
ist gröber als beim vorigen; die Punkte, die deutlich gereiht sind,
tiefer und weniger zahlreich. Durch seine Färbung ist er dem typischen
C. dejeani der Ostküste so ähnlich, daß man ihn, wenn man nicht auf-
paßt, für diesen hält. Leicht macht ihn die auffallende Form des
Halsschildes kenntlich.- Er scheint auf die Landschaft Ungoni, einige
Landstrecken nördlich von ihr in der Region des Nyassasees und
Gebiete nördlich bis Aruscha (Gebirge Ufiomi) beschränkt zu sein.
1. Ungoni: 4 Stierling 8. B. |
2. Kigonsera: 14 (durch Ertl und z. T. durch Hintz) B., 2 Ertl.
3. Peramiho: 3 (durch Hintz und Ertl) B., 3 Ertl.
4. Usaramo: 1 Stuhlmann 8. B.
5. Kingagebirge (bei Langenburg) 1.1.99. Fülleborn 8. B.
— 1 (C.W.) B. (Fundort zweifelhaft).
6. Ufiomigebirge, Landschft. Iraku, nordwestlich Aruscha,
12 durch Ertl. B, (cf. 8. 92 Zeile 4—7).
Allgemeines über die Art.
Nach meiner Auffassung zerfällt also der Ü. dejeani in 3 Haupt-
rassen, deren zwei in das Gebiet der prioren Rasse hineingestreut
sind. Seine Verbreitung zeigt eine ganze Reihe interessanter Einzel-
heiten. ° Außer zwei auf kleinere Areale beschränkten Arten, den
CO. raffrayi Lefv. und Ü. marginahs Ws., ist er die einzige und
man kann sagen .eigentliche ostafrikanische Art. Vom Östsudan-
Gebiet an, wo die einfarbige septentrionalis- Form auftritt,
bis zum äußersten Süden, Kapstadt, bewohnt er vor allem die Küsten-
formationen, ohne ihm zusagenden Gebiete des Inneren Ostafrikas
meist dann in Gestalt besonderer Lokalformen zu fehlen. Die mörpho-
logischen Merkmale der Rassen besagen für die Herleitung der Forınen
auseinander nichts. Neben den Unterformen des typischen dejeanı
treten die tefeanus-Rasse im mittleren Sambesi wahrscheinlich an
einer spezifischen, von der sonstigen abweichenden Futterfflanze
undvielleicht auch aufspezieller Bodenformation auf;ihre Gestrecktheit,
ihr ungefähr zylindrischer Querschnitt verleiht ihr vielleicht ein
jugendlicheres Alter als es der dejeani-typicus hat, von dem sie sich
wohl ableiten kann. Auf seine Färbung ist, da sie innerhalb der prioren
Rasse ebenso sein kann, nichts zu geben. Die Gestrecktheit seiner
Gestalt nähert ihn in mancher Beziehung den Formen tanganyıkae
und nyassae, vor allem dem ersten, bei dem sie durchschnittlich recht
konstant ist. Fühler, Forceps und Beinmerkmale zeigen nur minimale
Zur Kenntnis der afrikanischen Ooıynoden (Coleopt. Chrysomelidae). 101
durchschnittliche Abweichungen vom dejeani dejeani und seinen
Unterrassen. Bei der geringen Kenntnis seiner Verbreitung, nur der
Fundort Tete liegt vor, läßt sich über seine eventuelle Herkunft,
wenn er nicht überhaupt erst auf seinem jetzigen Wohnsitz ausgebildet
wurde, keine Entscheidung fällen.
Die morphologischen Unterschiede, die die wersei-Rasse aufweist,
sind so erheblich, daß es völlig Geschmacksache sein kann, dieser
Form Spezieswert oder nur Rassenwert zuzuschreiben. Unter den
Merkmalen nehmen die wesentliche Rolle die des Halsschildes ein,
geschwungene Seitenberandung und die Verengung des Halsschildes.
Wie man sich diesen Merkmalen gegenüber verhalten soll, ist nicht
einfach zu sagen. Mir scheint es so, als wenn die Färbung des Weise:-
Weisei erst später erworben ist, da sie unter den afrikanischen Cory-
noden nur ihm zukommt; die Fühler der , ihre Schienen, ihr Forceps
weichen durchschnittlich nicht von (Ü. dejeanı dejeani ab. Die
Seitenrandlinie (Ansicht von der Seite) erscheint kompliziert gegen-
über der einfachen der prioren Form der Art; ob sie aber darum
die erst später erworbene zu sein braucht, muß jedenfalls dahin-
gestellt bleiben. Merkwürdig ist das Vorkommen der Rasse einerseits
Ungoni und Nyassa, wie er scheint nur unter bestimmten Umständen,
in einen spezialisierten Pflanzenverein (cf. Engler, Vegetation der Erde
Bd. 9, Teil 1,1 1910 8. 393) andererseits bei Lindi und Namupa, welch
ersterer Fundort, da er Ausfuhrhafen ist, nur mit Reserve aufgenommen
werden und zum mindesten auch für erhebliche Strecken Hinterland
mitgelten kann. Namupa liegt noch auf dem Boden des ja £loristisch
so spezialisierten Makondehochlandes (cf. Engler 8.398). DieFundorte
dürften das Verbreitungsgebiet nicht begrenzen, vor allem liegt es
nahe anzunehmen, daß ein Gebiet zwischen den Gebieten des weise
und arcuaticollis existiert, daß einem genauer die Abgrenzung der
beiden sich wahrscheinlich nicht in den Kram pfuschenden Rassen
angıbt.
& Bei der prioren Rasse mit ihren vielen Unterrassen haben wir
z. T. klarere Bilder der Herkunft der Formen. Die nahe Verwandt-
schaft ihrer aller untereinander gestattet an der Hand des reichen
Fundortmaterials immerhin mancherlei Wahrscheinlichkeitsschlüsse.
Schon die bloße Tatsache, daß alle Corynodes-Arten Tropen-Tiere
sind, daß sie also ihr klimatisches Optimum sozusagen in den Tropen
haben, legt die Vermutung nahe, daß wir es in den Südformen der
Art mit Einwanderern von Norden her zu tun haben. Dejeani dejeani
dejeani geht von der Somaliküste südlich bis nach Kapstadt, erreicht
die größte Häufigkeit etwa unter dem Äquator an der Küste und
scheint beschränkt zu sein auf niederschlagsreichere Gegenden, wie
es die feuchteren, öfter Steppencharakter leise tragenden Wald-
Gebiete nahe der Küste sind. So erklärt es sich auch, daß er in allen
Flußtälern, besonders aber denen der größeren Flüsse wie z. B. des
Sambesı und Waal hinaufsteigt, deren Niederungn genügend nieder-
schlagsreich sind und wahrscheinlich seine Futterpflanze oder seine
Futterpflanzen ebenso wie die Küstenregion beherbergen. Abgesehen
7. Hett
102 R Dr. H. Kuntzen:
vom Nordnyassagebiet, wo er in der Uferregion auftritt, fehlt er ım
Seengrabengebiet außer dem Tanganyika entweder gänzlich oder aber
er bildet wie um die Südhälfte des Tanganyika herum eine besondere
Rasse aus. Der Fundort Uganda (Fruhstorfer!) ist nach meiner Ansicht
falsch. Sein Vorkommen bei Zomba (im Abflusse des Nyassa nach
dem Sambesi) könnte durch Einwanderung von Süden her aus dem
Sambesital erklärt werden. Anders verhält es sich nun mit Fund-
orten wie Tabora, Mahenge und der relativ breiten Front der Fund-
orte nördlich von Deutschostafrika; hier scheint wieder ein weiterer
empirischer Fall vorzuliegen für die Erklärung der mehrfach, so von
Kolbe, ausgesprochenen Hypothese, daß gerade die Region östlich
vom Seengraben bis zur Ostküste hin über Kilimandjaro und Kenia
außer anderen Gebieten Ostafrikas vor nicht allzuferner geologischer
Vorzeit stärker bewaldet gewesen sein müsse. Denn die Isolation
dieser Fundorte ist zurzeit immerhin beträchtlich und an Ver-
schleppung ist kaum zu denken, da sie ja im allgemeinen bei Käfern
schon selten, dann aber auch nur auf bestimmte Käferfamilien be-
schränkt ist. Ich habe ja auch in meiner Nerissinen-Arbeit diese
Hypothese zur Erklärung der Verbreitung der Gattung Dicolectes
herangeholt. Aus dem Vorkommen der Ufiomiform kann wohl nur.
auf die spezielle Futterpflanze oder spezielle Eigenschaften des Bodens
geschlossen werden. Bemerkenswert sind ihre Beziehungen zur
Weiseitorm und dabei ihr weiter nördliches Vorkommen. Gerade.
diese Form war für mich zunächst maßgebend, als ich weisei nur als
Rasse der dejeani auffaßte.
Spezielle Rassen hat C. dejeanv dejeani nun zunächst im Ost-
sudan, wo der septentrionalis beim Gelofluß auftritt. Er hat die engsten
Beziehungen zum dejeani der äquatorialen Ostküste und nähert sich
mit seinem Verbreitungsgebiet auffallend den Verbreitungsgebieten
der sozusagen westafrikanischen Arten.
Als Kümmerform der Rasse ist somalicus aufzufassen. Ob
sein Gebiet in das eigentliche Verbreitungsgebiet der dejeani dejeani
hineinfällt, läßt sich bei dem Fehlen von Fundorten nicht feststellen;
sehr wohl könnte er — zwei Stücke kenne ich nur — nur eine momentane
Form sein.
Über kolbei habe ich mich schon vorn geäußert. Also das spezifisch
in zoologischer wie in floristischer Beziehung ausgebildete Gebiet
scheint hier die Veranlassung zur Ausbildung der prachtvollen glatten
Rasse aus den zweifarbigen dejeani dejeani, mit dem sie durch Über-
gänge verknüpft ist, herbeigeführt zu haben.
Die kilimanus-Form, die schon oben im Wesentlichen besprochen
wurde, ist durch alle Übergänge mit der Küstenform verbunden und
ist offensichtlich eine reicher skulptierte Gebirgsform. Ob bei der
Ausbildung der Rauheit der Käfer spezielle Futterpflanzen, Ver-
änderung des floristischen Milieus und andre Dinge, deren äußerer
Ausdruck dieses ja nur ist, eine Rolle spielen, oder ob es die Beein-
flussung durch z. B. frühe Morgenkälte ist, die die äußeren Schichten
der Cuticula zum mindesten während des Auswachsens der Tiere
Zur Kenntnis der afrikanischen Corynoden (Coleopt. Chrysomolidae). 103
nach dem Ausschlüpfen chemisch oder anders stark beeinflussen
könnte, das kann nur Beobachtung an Ort und Stelle oder Experiment
entscheiden.
Wie es mit den Formen tanganyıkae und nyassicus steht, kann
man auch nur aus dem gesehenem Milieu entscheiden. Es hat den An-
schein nach den bei Engler über die betreffenden Gegenden gemachten
Angaben, daß auch hier spezielle geologische und floristische Momente
die Ausbildung der Formen herbeigeführt haben, die der dejean:-
Küstenform ja sehr nahe stehen. Tanganyikae scheint aus dejeani dejeani
dejeani-Stücken, die von Nordosten her aus dem zentralen Deutsch-
ostafrika nach den Ufern des Tanganyika gewandert sind, und sich
dann bis Katanga südwärts verbreitet haben, entstanden zu sein,
er kann sich aber ebenso gut von dejeani dejeanı nyassicus ableiten,
der ebensogut vom Sambesi aus eingewandert sein kann wie von
Nordosten her. Bei beiden ist die Entstehung auf ihrem jetzigen Wohn-
gebiet bei ihrer strengen Lokalisierung wohl anzunehmen, da sie für
den dejeani-Typicus vikariieren und die geringen morphologischen
Veränderungen ihm gegenüber eine junge Differenzierung wohl
annehmbar machen.
Die Formen rhodesianus, insignis, goetze, sind im Grunde weiter
nichts als die einfarbigen Formen zu der zweifarbigen Küstenform.
Doch scheinen sie, abgesehen von insignis Lefv. spezielle Fundorte zu
haben, und die Färbung also mit dem Milieu zusammenzuhängen. Für
insignis läßt sich nichts Bestimmtes sagen. Auch hier kann nur die
Bekanntschaft des Bearbeiters mit der Heimat entscheiden.
Ö. dejeani pusio Marsh. hat ein sehr wohl begrenztes und
charakteristisches Gebiet in Besitz, das durch Flora und Geologie
und vor allem ducrh seine Armut an Niederschlägen ausgezeichnet
ist. Überall wo noch ein wenig Grün in einheitlicher Formation
existiert, scheint er in seinem Verbreitungsareal vorzukommen. Seine
morphologischen Beziehungen zu der Sambesiform des dejeani-
Typicus sind so eng, daß man wohl vermuten kann, daß er das Sambesi-
tal aufwärts Deutschsüdwestafrika und Nordbetschuanaland be-
siedelt hat. Da sich im Süden die Karroo vorlegt und die Brücke
zwischen der Natal-Kapform und ihm abbricht und außerdem diese
Formation ein recht beträchtliches geologisches Alter haben dürfte,
so erscheint eine Einwanderung von Süden her nach D.-S.-W.-Afrika
meines Erachtens ausgeschlossen. Man kann allerdings sagen, daß
auch die Vaalform und die des Oranjefreistaats des dejean:-Typicus
enge Beziehungen zum pusio hat. Es scheint aber ein allgemeiner
Charakter der Art zu sein, daß er mit der Verbreitung nach dem
Innern und Westen des Kontinents, ebenso in allen isolierten Enklaven
der speziellen Rassen Einfarbigkeit zeigt. Wie die Stufenfolge der
Farbenzusammenstellungen ist, kann natürlich nur durch Experiment
nachgewiesen werden und auch da nicht einmal ganz, da ja die ab-
gekürzte Phylogenese des Experimentes niemals die langedauernde
und sich auf die verschiedenste Weise vollziehende der natürlichen
Phylogenese nachahmen kann.
7. Neft
.104 Dr. H. Kuntzen:
Betrachtet man in großen Zügen das Verbreitungsgebiet des
©. dejeani noch einmal, so fallen noch zwei Momente ins Gewicht, die
gerade für die zeitliche Beurteilung der Existenz des C. dejeani ım
äthiopischen Afrika recht wertvoll werden können. Erstens kommt
die Art weder auf den Comoren noch auf Westmadagaskar vor, auch
keine einzigen sonstigen Corynodes. Demgegenüber ist bemerkenswert,
daß Arten andrer Chrysomeliden-Gattungen, vor allem z. B. Arten der
Gattungen Sagra und Colasposoma, die mit ostafrikanischen am nächsten
verwandt sind, dort vorkommen. Über die Madagaskar und Ost-
afrıka gemeinsamen Käferarten (leider nicht die zahlreichen Käfer-
gattungen) hat sich Kolbe (1897) ja eingehend nach dem Stande
der damaligen Kenntnis verbreitet. Die Arten sind entweder alt und
werden dann wohl schon in der jüngsten Kreide oder im ältesten
Tertiär in beiden Gebieten verbreitet gewesen sein, oder sie sind aus-
gezeichnete Flieger (z. B. alle Carabiden und Dytisciden, die gemein-
sam sind), oder leicht verschleppbar, in beiden letzten häufigeren
Fällen läßt sich über das Alter nichts entscheiden. Auf Madagascar
könnten die Corynoden natürlich auf dem Landwege in der betreffenden
Vorzeit eingewandert sein, und sie können dann wieder ausgestorben
sein. Auffällig bleibt es immerhin, daß eine Gattung .nicht nach
Madagaskar übergewandert ist, deren Biosynoeciegenossen in den
ostafrıkanischen verwandten Gattungsgenossen so oft Madagaskar
ebenfalls bewohnen. Man kommt so leicht zu der Hypothese, daß
die Corynoden erst zu einer Zeit in Mozambique angelangt sind, wo
die Brücke Madagaskar-Mozambique nicht mehr bestanden hat.
Zweitens ist die Tatsache bemerkenswert, daß die Art das Kongo-
becken gänzlich zu meiden scheint, und nur die entweder vom Sambesi
aufwärts hineingewanderte oder auch über die Landstrecke, zwischen
Tanganyika und Nyassa gekommene tanganyikae-Form hiervon eine
Ausnahme macht. Man ist infolge dieser Vermeidung eines
charakteristischen Florengebietes zum mindesten zu der Annahme
geneigt, daß die Art sich zu einer Zeit erst im Süden von der Kongo-
Sambesischeide verbreitet hat, wo markante Unterschiede zwischen
beiden Becken bereits bestanden haben. Alles in allem läuft das darauf
hinaus, den Zeitpunkt festzulegen, seitdem die vielen ostafrikanischen
Floren- und Faunen-Elemente gerade in dem Verbreitungsgebiet
des C. dejeani ihren Einzug in die Südhälfte Afrikas gehalten haben,
soweit sie nicht seit sehr alter Zeit hier endemisch sind.
Der untere Teil des Sambesibeckens scheint für die Art eine Art
Ausgangszentrum gewesen zu sein. Von ihm aus dürfte Südafrika
und Südwestafrika, wie es scheint, z. T. auch das Nyassaseegebiet
(nyassicus, dejeani) besiedelt worden sein. Die Tatsache, daß eine
Form, die des arcuaticollis, die so weit differenziert ist in einem schon
beträchtlich von der Küste entfernten Gebiet (Ungoni), das durchaus
Binnencharakter trägt, isoliert ist, macht eine weite Verbreitung
des CO. dejeani im tropischen Ostafrika unabhängig von der Küste
als möglich durchaus annehmbar. Seine Beschränkung auf Ostafrika
läßt aber wohl den sicheren Schluß zu, daß er niemals in das west-
Zur Kenntnis der afrikanischen Corynoden (Coleopt. Chrysomelidae). 105
afrikanische Florengebiet eingedrungen ist, vielleicht wie seine
Futterpflanze die man nicht kennt. Gerade deswegen halte
ich auch den Fundort Uganda, wo westafrikanische Elemente
hineingreifen in das ostafrikanische Gebiet, für ausgeschlossen.
Außerdem wird er ganz außer Zusammenhang mit den nächsten
nordöstlichen, östlichen und südlichen Fundorten stehen. Nur
Katanga und die Region von ihm aus nach dem Tanganyıka zu
ist vielfach mit westlichen Florenelementen durchsetzt und ist als
einziges Kongobeckengebiet von einer Rasse des dejeani besiedelt.
Bemerkenswert bleibt für dieses Gebiet noch die Tatsache, daß eine
scharfe Scheidung zwischen Sambesiflora und Südostkongobecken-
flora nieht in dem Maße existiert, wie zwischen westafrikanischer
Kongo Wald£flora und ostafrikanischer Flora im Seengraben nördlich
vom Nyassaseegebiet. Die Verbreitung der Ü. dejeani deckt sich im
großen ganzen mit der des ostafrikanischen Florengebiets.
€. marginalis Weise.
I.
OÖ. marginalis Rasse marginalıs Ws.
O. marginaliıs Weise, Arch. f. Natgesch. 1912 A. 2. 8.83.
Weise’s Diagnose ist etwas kurz geraten und charakterisiert
das Tier nicht gerade sonderlich gut. Sie lautet:
„Oblongus, aeneo vel coeruleo-niger, nitidus, supra crebre punetu-
latus, prothorace metallico cupreo, elytris limbo Jlaterali cupreo-
aureis, epipleuris aeneis, antennarum clava 5-articulata, unguiculis
bası appendieulatis — long 9—9,5 mm.“
Charakteristisch ist die Färbung und Skulptur des Kopfes und
besonders die der Stirn und des Hinterkopfes. Das Halsschild ist
stets, wie es scheint, matt, und kontrastiert mit seiner matt rötlich
messingnen Färbung in einer für das Auge höchst angenehmen Weise
mit der düsteren blauen Färbung des Kopfes und der Flügeldecken.
Aus den Merkmalen die Clavareau für seinen Ü©. mirabilis
gibt, die dieser als Rasse mit Weise’s Art gemeinsam hat, seien
folgende Dinge hervorgehoben:
„Kopf grob und dicht punktiert, auf dem Scheitel gefurcht,
Epistom runzlig punktiert, von der Stirn durch eine ziemlich tiefe
gebogene Furche getrennt, Augenfurchen schmal, tief und
glatt die 6 ersten Fühlerglieder schwarzblau, die anderen mattschwarz,
Halsschild fast so lang wie breit, sehr gewölbt, vorn gebogen, an den
Seiten gerundet und nach hinten verschmälert. Vorder-
und Seitenrand fein, die Basis abgestutzt und breit gerandet, Flügel-
decken sehr konvex, kaum breiter als der Halsschild an der Basis,
auf dem letzten Drittel am breitesten, am Ende abgerundet, Schulter-
beule kaum vorragend, die Punkte in fast geraden Linien gereiht, die in
gleicher Entfernung voneinander verlaufen. Unterseite sehr fein
punktiert; die der Schenkel sehr grob und dicht, Schienenbehaarung
7. Heft
106 | | Dr. H. Kuntzen:
gelbgrau, nach dem Ende zu länger und zahlreicher: Klauen gespalten
(„bifides‘)““.
Ob man die Klauen gespalten oder „appendikulat““ nennen will,
scheint mir gleichgültig zu sein, da die Art die goldene Mittelstraße
genau einhält und eigentlich appendikulate Klauen bei den afrı-
kanischen Corynoden nicht vorkommen.
Die priore Rasse kommt vor in
l. Uhehe: 1 durch Hauser (C. W.) B. (die Type).
2. Kidugala: 1 1.1903, Schröter 8. B.
3. Iringa-Mgololo (Süduhehe): 2 III. 99. W. Goetze 8. B.
4. Nyassa: 1 H.R.
Das Tier scheint sehr selten zu sem, da ich nur 5 Exemplare zu
sehen bekommen habe.
Von ıhr weicht durch einen feiner punktierten noch matteren
Halsschild und durch dichter und gröber punktierte, weniger glänzende
einfarbig blaue, violette oder blauschwarze Flügeldecken eine neue
Rasse ab, die ich Hauptmann Nigmann zu Ehren
I.
C. marginalis Rasse nigmanni m.
nenne und die mir vorliegt von:
1. Iringa-Umgegend: 5 E. Nigmann 8. B.
2. Konde Unyika, Nordnyassasee: 1 1.1900 Fülleborn 8. B.
Westlich vom Seengraben kommt eine Form der Art vor, die
Clavareau kürzlich als neue Art fast zugleich mit Weises ©. marginalıs
beschrieben hat, die durch bedeutendere Größe, gröber punktierte und
durch die rauhere Grundskulptur zwischen den groben Punkten
mattere Flügeldecken und die schöne messing-rot-kupferne Färbung
der Seiten der Flügeldecken vor der vorigen Rasse recht ausgezeichnet
ist. Es ist das der
II.
C. marginalis Rasse mirabilis Clav.
CO. mirabilis Clavareau Ann. Soc. Ent. Belg. 1912. 8. 343.
Von ıhm kenne ich nur drei Exemplare, die von
1. Katanga: 1 Explor. Lemaire 8. Cl. (Type):
. 2. Mpala: 1 J. Duvivier S. Bs. (Type).
3. NSampua: 1 Bequaert 8. C.
stammen.
IV.
CO. marginalis Rasse meihner: m.
Ich freue mich, diese prachtvolle Form, wie auch .die beiden
folgenden, den drei vorhergehenden noch anreihen zu können. Kurz
-vor der Drucklegung der Arbeit hatte ich Gelegenheit, die Käfer,
Zur Kenntnis der afrikanischen Corynodem (Coleopt, Chrosomelidae). 107
die Geheimrat Methner in Deutsch-Ost-Afrika gesammelt hat oder
von ihm bekannten Leuten hat sammeln lassen, durchzusehen. Bei der
Undurchforschtheit der Gegenden am Tanganyıka, der Landschaft
Uha und anderer Gegenden mehr, aus denen er viel Material besitzt,
war es von vornherein anzunehmen, daß er so manches neue mitbringen
würde.
Durch ihre Halsschildskulptur tritt diese neue Form in die engsten
Beziehungen zur prioren Rasse. Der Kopf ist genau ebenso gebaut
und skulptiert, der Halsschild ist mit sehr großen, tiefen Punkten
besetzt, die weite Räume freilassen, so daß die Fläche sehr glänzend
erscheint, besonders jederseits von der Mitte in der Hinterhälfte,
wo sich der glatte Raum jederseits nach der Basis hin etwas ver-
breitert. Die groben Punkte erzeugen den Eindruck, als ob der Hals-
schild mit kleinen Edelsteinen besetzt ist. Entsprechend dem Hals-
schild ist auch die Flügeldeckenskulptur erheblich gröber als bei der
prioren Rasse. Die Färbung ist genau die von Ü. nigmannt.
5 Udjidji am Tanganyika, Zencke leg. III. 1913 im B. und in
Coll. Methner.
V.
C. margımalis Rasse uwhensıs m.
Der Nigmannı-Rasse am nächsten stehend. Kopf ebenso, Halsschild
mit äußerst zerstreuten, größeren Punkten besetzt, dazwischen mit einer
sroßen Zahl minutiöser Punkte, die bei 16 facher Vergrößerung aber schon
sichtbar werden; die Fläche deshalb äußerst glatt und funkelnd. Die
Flügeldecke mit derselben Zahl der Punkte, doch diese viel feiner,
glänzend, da der Chagrin erst bei Mikroskopvergrößerung zu be-
merken ist. Er ist so die glatteste Form der Art und ähnelt im ersten
Augenblick, von oben gesehen, sehr dem (©. dejeani. Seitenrand der
Flügeldecken hellgrün metallisch.
3 Uha, Methner leg. X. 1912 im B. und in Coll. Methner.
VI.
©. marginalis Rasse udjidieus m.
Der Rasse C. nigmannı und der vorhergehenden nahestehend.
Die Anzahl und der Bau der gröberen Halsschildpunkte ebenso wie
bei diesem, die feineren Punkte noch feiner, die Punktintervalle aber
chagriniert, wenn auch äußerst fein, daher die Halsschildoberfläche
absolut matt, matter als bei C. nigmannı, der auf dem Halsschild zahl-
reiche gröbere und grobe Punkte trägt. Die Punkte der Flügeldecken
flacher, ebenso groß und zahlreich, wie bei diesem, doch die Fläche der
Flügeldecken bei 16facher Vergrößerung deutlich stark sternförmig,
von den Punkten aus nadelrissig und dazwischen fein chagriniert,
sodaß die Fläche durchaus matt erscheint.
I Udjıdjı am Tanganyika, Zencke leg. III. 1913, Coll. Methner.
7. Heft
108 Dr. H. Kuntzen:
Allgemeines über die Art.
Bei dem geringen Material läßt sich nicht viel sagen. Die Ver-
breitung ist immerhin ein einheitliches Gebiet. Durch die geringe
Entwicklung der Fühlerkeulenfläche und der Wölbung des Kopfes
und durch die Schmalheit und verhältnismäßige Flachheit der Augen-
furchen nimmt die Art eine primitive Stellung unter ihren Genossen
ein und nur Ü. abyssinicus und Ü.cribratellus, allenfalls noch C.
compressicornis lassen sich ihm darin vergleichen. Der Forceps hat
enge Beziehungen zu dem von (. dejeani. Die Form des Halsschildes
öhnelt der der arcuaticollis-Rasse des Ü. dejeani erheblich; über die
Primitivität oder Erworbenheit dieser Halsschildform im Verhältnis
zu der gewöhnlichen der afrikanischen Oorynoden läßt sich nichts aus-
sagen. Ich halte sie, da der Seitenrand kompliziert geschwungen ist,
eher für sekundär als für ursprünglich. Die Verbreitung schließlich
macht den Eindruck, als ob seine ursprünglichere Heimat in Ostafrika
östlich vom Tanganyıka, nördlich und nordöstlich von Nyassa bis
Uhehe liegt und als ob er von hier südwestwärts gewandert sich zu
einer südwestlichen vom Westtanganyikasee bis Katanga hin ver-
breiteten Rasse ausgebildet hat.
€. azureus Shlbg.
1. C. azureus Sahlbg. Rasse azureus Sahlbg.
C. a. Sahlbg., Thon Entom. Archiv II, 1, 1829 p. 30. (C. a. Schön-
herr ı. ]ıtt.).
— (Eumolpus) cyaneus F., Syst. Eleuth. I. p. 419 No. 4. — Guer.
Icon. R. Anım. vol. III p. 295. — Marshall, Journ. Linn. Soc. 1865.
p. 32.
simillimus Marshall 1. e.
sapphirinus Ill. ı. litt. (im Mus. reg. Berol.).
— laticornis De]. 1. litt. (Catal. ed. III. p. 437).
Mit der Deutung und Benennung dieser Art hatte es seine
Schwierigkeiten. Zunächst hat Fabricius dreimal einen Cory-
nodes cyaneus beschrieben:
1. Spee. inseet. 1. 1781 p. 124.
„Chrysomela cyanea. 50. C. ovata, thorace rotundato, eylindrico,
corTpore cyaneo nitido, pedibus nigris.
Habitat in Americae meridionalis insulis. Dom. Lund.
Manifeste differtt a C.surinamensi thorace omnino eylindrico
minime marginato, uti in C. aurata.“
2. Entom. System. I, 1792 p. 324 No. 84.
„Ohrysomela cyanea. 84. C.ovata thorace rotundato eylindrico
corpore cyaneo nitido, pedibus nigris.
Habitat in America meridionalis. Mus. Lund. distineta thorace
omnino eylindrico nullo modo marginato. Thorax elytraque punctata.“
3. Syst. Eleuth. I, 1801 p. 419 No. 4.
„Eumolpus ceyaneus, nitidus, pedibus nigris. Chrysomela
cyanea. Ent. Syst. I. p. 324. 84, *
IAlbel!
Zur Kenntnis der afrikanischen Corynoden (Coleopt. Chrysomelidae). 109
Habitat in America meridionali. Mus. D. Banks.“
Bei 1. und 2. ist die Vergleichsart (Zumolpus surinamensis) die-
selbe. Bei 3. beschreibt Fabr. ein Tier aus der Banks’schen Sammlung,
während die ersten beiden Diagnosen offensichtlich nach denselben
Tieren der Lund’schen Sammlung hergestellt sind. Die Beschreibungen
l. und 2. beziehen sich nun auf eine indische Art aus Bengalen, und
zwar kann ich dies unmittelbar entnehmen aus folgender handschrift-
lichen Bemerkung in Illigers Handexemplar des Syst. Eleuth.,
das dem Berliner Museum gehört:
„Eumolpus cyaneus = E. bengalensis noster Ind. orient. Lund *
cf. Ent., ubi errore scriptum est, ut seribit Lund Amer. Merid. Mus.
Lund.“
Diese von Lund selbst stammenden Stücke der Illigerschen
Sammlung — der * bedeutet, daß Illiger sie von Lund
erhalten hat, der zahlreiches Material an Illiger gegeben hat — be-
finden sich, da Illigers Sammlung eine der Stammsammlungen
der Königl. Sammlung zu Berlin ist, sogar noch nebst ihrem
Illiger’schen Originaletikett, das gemäß der Tradition erhalten
worden ist, wohlerhalten in der Königlichen Sammlung zu Berlin,
und haben den Wert von Cotypen (Typen) des Fabricius. Es
sind Exemplare, die sich auf den von Herbst (1783) beschriebenen
Corynodes peregrinus beziehen. Der Name peregrinus Hbt. muß dem
C. cyaneus F. 1781 weichen.
Unter 3. beschreibt nun Fabrıicius ein anderes Tier, wofern
Marshall mit seiner Untersuchung der Type Recht hat, was ein
für alle Mal anzunehmen ist. Marshall sagt l.c. p. 32 (übersetzt):
„In Banks Sammlung im British Museum befinden sich 2
sozusagen typische Stücke des Fabricius, eins das erste, links,
ist ein Chrysochus chinensis, das später hinzugestellt worden ist; das
zweite ist bezeichnet mit ‚in Africa aequin.‘“ Der falsch angegebene
Fundort des Fabricius ist eine Oberflächlichkeit des Fabricius,
wo überhaupt kein Corynodes in der neuen Welt vorkommt. Olivier
hat fälschlicherweise das ©. cyaneus F. als eine indische Art aufgefaßt,
wodurch in den Sammlungen falsche Bestimmungen zustande ge-
kommen sind.“
Marshall hat mit diesen Worten die Type des Fabricius
(1801) festgelegt, hat aber mit dem letzten Satze in jeder Beziehung
Unrecht, da nach Illigers Angabe Olivier Recht haben dürfte
mit seiner Deutung der Fabricius’schen Art (1781 und 1792).
Auch Marshalls Worte „wo .. vorkommt“ scheinen etwas unver-
ständlich zu sein. Das ‚hab. in America meridionali“ des Fa-
bricius (1801) ist weiter nichts als ganz oberflächlich und mecha-
nisch abgeschrieben von seinen früheren Arbeiten (1781 und 1792).
Im Anschluß an die Diagnose des Humolpus compressicornis Fa -
brieiusinIlligers Handexemplar des Systema Eleutheratorum
I p.419 No.7 bemerkt dieser handschriftlich: ‚vera species (nämlich
Ü. compr.) missa a Lund docuit nostram aliam esse. Eandem misit
Lund ut novam, E. saphphirinus N.“ Das zu 2 Individuen gehörige
7. Hoft
110 Klo IETOSSHHN. Dr. H. Kuntzen:
nach Illigers Etikett nachgeschriebene Origmaletikett Klugs
lautet: ‚‚Sapphirinus N., Sier. Leo. Guinea, Lund“. Auf diese 2 Stücke
muß sich diese Bemerkung Illigers beziehen. Alle An gehören.
zu OÖ. cyaneus F. (1801), Marshall (1865).
Ich würde Illigers Namen eingeführt haben, wenn sich nicht
nach der Diagnose von Ü. R. Sahlberg (1829) herausstellte, daß dessen
Eumolpus azureus identisch mit ©. cyaneus F. (1801) sein muß. Sahl-
bergs Type habe ıch nicht kennen gelernt, doch ist meiner Ansicht
nach die für die damalige Zeit ausgezeichnete Diagnose, die hier folgt,
völlig ausreichend für die Feststellung der Identität beider Arten.
Sahlbergs Diagnose hat den Wortlaut nach seiner Arbeit:
„Periculi entomologici, Species insectorum nondum descriptas pro-
a fasciculus° cum tabulis IV aeneis. Aboae, Typis
renckelliorum, 1823, in Entomologischen Archiv von Theodor Thon
2. Bd., 1. H£t. Jena 1829 p. 30.
„Eumolpus azureus Schhrr.
E. azureo-coerulescens antennarum medio pedibusque coeruleo-
virescentibus, vertice valde gibboso-elevato, thorace subtilissime
punctulate. |
Habitat in Guinea. D. Colsmann.
E.cyaneo affınis, sed differt magnitudine minori, structura
verticis atque thorace subtilius punctulato. Lin. 5 longus. |
Caput sub thorace retractum, cyaneum, subtiliter punetulatum;
vertex in tuberculum magnum, suleo utrinque profunde ab oculis
distinetum, abrupte elevatus. Oculi ovati, laterales, brunnei. Antennae
longi tudine dimidii fere corporis, versus apicem compresso-dilatatae;
articulus primus crassus, ovatus, et secundus brevis, nigri; 3: us
— — 6: us vireseentes, obconiei; 7: us virescens, 8: us — — 10: us
azurei, omnes versus apicem gradertim magis compresso-dilatatı,
subtilissime punctulatis; ultimus maximus, obtuseacuminatus.
Thorax antice angustior, late emarginatus, angulis parum pro-
duetis, subacutis, posterius sensim dilatatus, bası subtruncatus,
undique anguste marginatus, supra valde convexus, lateribus sub-
compressus, aureo coerulescens, subtilissime punctulatus.
Scutellum rotundato triangulare, azureo - coerulescens,
laevissimum, basi foveola punctiformis excavatum.
Elytra thorace dimidio latiora et fere quadruplo longiora eylindrica
apice rotundata, supra convexa, humeris valde prominulis, tenue
marginata, azureo-coerulea, nitidissima, subtiliter vage punctulata;
stria suturali ad apicem tenue impressa.
Corpus subtus coerulescenti-azureum, nitidum.
Pedes cyaneo-virescentes, femoribus profunde punctatis, tibıis
costato-angulatis.“
Diese Diagnose paßt, ausgenommen die Angaben für das Fühler-
endglied ‚obtuse acuminatus“ und für den Halsschild - ‚aureo-
eoerulescens‘, völlig auf den cyaneus F. (1801). Die erstere Angabe
jst cum grano salis aufzufassen, da alle westafrikanischen Corynoden
ein recht stumpfes Endglied haben, das man allenfalls ja obtuse
Zur Kenntnis der afrikanischen Corynoden (Coleopt. Chrysomelidae). }11
acuminatus nennen könnte, und die zweite Angabe zeugt mir nur
von einer etwas seltsamen Halsschildfärbung, wie ich sie bei der vor-
liegenden Art nur eben angedeutet kenne. Die Vergleichsspezies ist
C. peregrinus Hbt. aus dem Orient.
Marshalls Diagnose des C. cyaneus F. gibt noch folgende wesent-
liche Daten zur Beschreibung:
„Jhorace minutissime remote punctulato; elytris subtiliter irre-
gulariter, humeros versus subbistriatim punctatis; segmentorum
abdominalıum marginibus cum metasterno interdum violaceo tinctis;
tibiis, tarsis breviter fulvo hirsutis‘“ ..... „Long 51/,—6!/, Lin., lat.
hum. 2—2!/, Lin.
Scheitel dichter punktiert als der Thorax, Scheitelmittellinie
beinahe oder auch ganz fehlend. Prothoraxpunkte mit bloßem Auge
nicht erkennbar . . .“
Seinen O. simillimus von der Goldküste unterscheidet Marshall
von seinem (©. cyaneus aus Senegambien folgendermaßen:
Merkmale des
C. eyaneus ©. simillimus
1. elongatoovatus 1. subeleongatoovatus
2. nigrocyaneus 2. violaceoniger Ä
3. elytris subtiliter u un 3. elytris confertim irregulariter
punctatis punctatis
4. subtus minus nitidus.
In der speziellen Diagnose heißt es dann noch für C. simellimus:
„Dem Vorigen nahe verwandt; aber breiter oval; Halsschild kürzer,
breiter an der Basis und mehr oder weniger tief gebuchtet hinter
den Augen, Vorderwinkel stumpfer. Flügeldecken mehr oder weniger
dicht punktiert, mit Spuren von verloschenen Schulterpunktstreifen
. Long. 5 Lin., lat. hum. 24/, Lin.
1 Exempl. in der Coll. Clark.
Es könnte auch eine Varietät der Vorigen sein.“
Alle angeführten Unterschiede besagen gar nichts, und solche
kleinen Individuen kommen überall, wie ich bei meinem sroßen Material
bereits’ sehen kann, zwischen den glätteren vor; häufiger wird die
rauhere Skulptur, je östlicher (Togo, Aschanti z. B.) die Lokalität
liegt. Schließlich gehen große Stücke völlig in den ©. longicollis Jac.
über, die Ausgangsrasse des Ü. azureus Sahlberg, dessen Beschreibung
sich speziell vollständig deckt mit der des C. simillimus Marshall.
Das Verbreitungsgebiet des C. azureus Sahlbg., der zuerst be-
schriebenen Form einer viel weiter verbreiteten Art, ist in sich
recht abgerundet, wie die mir vorliegenden Fundorte hinreichend
klarlegen. Diese sind, von Westen nach Osten aneinandergereiht:
l. Senegal: 2 Bs. (1 Coll. Ogier de Baulny und Coll. Duvivier,
dieses Exemplar durch auffallende rauhe Skulptur anomal).
2. Sierra Leone: 1 B. (Lund G.).
11. Heft
112 Dr. H. Kuntzen:
3. Serabu, Sierra Leone: 3 Ertl.
4. Monrovia, Liberia (Dohrn G.) 2 G. (als C. azureus be-
stimmt).
— Guinea: 1 B. (Lund G.); 3 B. (Imhof G.), 1B. (Deyrolle V.)
(alle 5 alte Stücke mit der Handschrift Klugs und
Erichsons); 2 H. (alte Sammlung, 1 nur mit Afrika be-
zeichnet); 1 Bs. (C. Chapuis), 1 Cl. (ex coll. Fairmaire).
5. Elfenbeinküste, oberer Cavally: Missiones Woelffel, Ch.
van ÜCassel 1900. 2 P.
6. Kap Palmas, Wellcox S. 1 B. (Handschr. von Klug).
7. Aschanti (Reitter V.. 2 C.W. in B.
8. Akem, Aschanti, G. Junod 8. 17 Cl, 3 R.
9. Bismarckburg, Togo, 1.—15. III. 1891 (Übergang zur Regen-
zeit), Professor R. Büttner S. 5B. 21. IlI.—30. IV. 1893
und 1. V.—23. VI. 1895, L. Conradt 8. 3 B.
10. Misahöhe, Togo, 19.IV., 4.V. und 2. VII. 1894, E. Bau-
mann 8. 3 B.
In der Litteratur sind nur Senegambien und Goldküste als Fang-
gebiete angegeben. Ein Stück vom oberen Kemo in P., das ich aber
(s. unten) vorläufig zur longicollis-Rasse ziehe, könnte nach Bekannt-
werden von ähnlichen Stücken aus dem Nordkongobecken wohl eine
Enklavenbildung von azureus-ähnlichen Formen in niederschlagsärmeren
Strecken des longicollis-Gebiets vielleicht auch eine Verbreitung am
Nordrande dieses Gebietes andeuten. Leider habe ich keine Individuen-
reihen aus dem Gebiete zwischen Togo und der Region des tropischen
Regenwaldes der nordwestlichen Küstenregion Kameruns gesehen.
Bei allen Stücken dieser Teile Kameruns verlieren sich die Unter-
schiede zwischen beiden Formen, so daß man von einer Abgrenzung
der Formen C. azureus — Ü. longicollis gegeneinander nicht mehr
reden kann. Dieses, sozusagen Übergangsgebiet wird durch folgende
Fundorte gekennzeichnet, ohne daß diese zu einer Abgrenzung
des Übergangsgebietes ausreichen könnten.
1. Abonando, Kamerun (H. Rolle V.)10.C.;1C,R.
2. Johann-Albrechtshöhe, Nordkamerun, 2. IV. 1896 u. 2 B.M.
3. Etombo (Muntschi), Kamerun, 2. Ill. 1908, Hptm. Adamietz.
1:B.M.
4, Duala, Kamerun. 2 C.R. R
11.
C. azureus Sahlbg. Rasse longicollis Jac.
©. longicollis Jacoby Nov. Zoolog. I. 1894 p. 521.
= (.auripes Jacoby, Trans. Entom. Soc. Lond. 1901 p. 209.
Aus der Diagnose Jacobs gebe ich hier die wesentlichen Daten,
die ihn von der erstbeschriebenen Rasse positiv unterscheiden:
Zur Kenntnis der afrikanischen Corynoden (Coleopt. Chrysomelidae). 113
Blau oder grün, ziemlich matt; Flügeldecken mit eng aneinander-
gerückten unregelmäßigen Reihen von recht kräftigen Punkten, die
Zwischenräume mehr oder weniger nadelrissig.“
Alles andere aus der langgestreckten Diagnose ist überflüssig.
Am Ende der Diagnose sagt Jacoby noch:
„Diese Spezies, obwohl nahe verwandt dem Ü. cyaneus F. scheint
nur davon verschieden zu sein durch die... . Merkmale (dieselben,
die ich eben angegeben habe, der Verf.) und durch den deutlich ge-
streckteren Prothorax.““
Bei mikroskopischer Vergrößerung (60 X) zeigt sich, daß über-
haupt nur folgender, allerdings recht deutlicher Unterschied zwischen
der 1. und 2. Rasse besteht: die feinen, oft etwas gestreckten Sechs-
ecke der polygonalen, den Verlauf des Oberflächenzellnetzes zeigenden
Grundstruktur der Flügeldecken sind scharf und tief umrandet bei
©. longicollis, höchst undeutlich gerandet oder durch Verschwinden
der Berandung (Glättung!) ungerandet bei Ü. azureus.
Von ihm unterscheidet sich C. auripes Jac. absolut nicht. Jacobys
Merkmale stimmen alle mit den von ihm für Ü. longicollis an-
gegebenen überein. Auch die, auf die in der ausgedehnten Diagnose
nur Wert zu legen ist, bezeichnen keine Unterschiede. So sagt er im
besonderen:
„Grünlich blau, Halsschild subzylindrisch, ziemlich lang, Seiten-
ränder gerade; Flügeldecken etwas matt, mit doppelten bis dreifachen
unregelmäßigen Reihen von feinen Punkten, Zwischenräume nadel-
rissig.“
Dai Aussehen des Penis gibt er an, sagt aber nicht, daß er völlig
identisch ist mit dem von Ü.cyaneus F. (1801), C. longicollis Jac.
und Ü. lautissimus Marshall, deren Penisse er gar nicht untersucht
hat, alles eine recht merkwürdige Methode, die Kritik vermissen
läßt.
Unter diesen Umständen ergibt sich für ©, longicollis ein weites
und charakteristisches Verbreitungsgebiet, das durch folgende Fund-
orte festgelegt wird:
1. Johann Albrechtshöhe: 1 C. W. im B. (L. Conradt 8.).
2. Bipindi: 13 O.Zenker S. (X.—XII. 96, TI. 97, IV. 98,
VIII —IX., IX., XL, XII. 1898). B.
3. Lolodorf: 4 L. Conradt 8. (8. II.—27. III. 95) B.
4. Jaundestation: 2 G. Zenker 8. (800 m hoch) B., 1 v. Carnap
S. B.
5. Am Nyongfluß: 1 Alfr. Dannenberg S. H.
6. Bezirk Lomie (Kamerun): 1 Thesing 8. B.
— Kamerun: 1 Strobl S. B., 2 Rensch 8. B., 1 C.W. ım B,,
2 v. Bennigsen ded. R., 2 Cl.
7. Congo Frangais: 1 P.
8. Haute Kemo: 1P. (auffallend glatt, wie ein isolierter Ü. azureus
azureus!).
9. Kuilu: 2 ©. W. (Moequereys 8.) B. (Typen von Jacoby!).
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 7. S 7. Heft
114 Dr. H. Kuntzen:
10. Chiloango: 1. M. Tschoffen Bs. (determ. Jacoby).
11. a) 1 de Vriere 8. Cl. (determ. Jacoby) und Janssens
. Bs.
12. Chimbanze (Belg. Congo): 1 Seeldrayers 8. Cl.
13. Zambi: 2 M. Tschoffen 8. Cl. (det. Jacoby).
14. Leopoldville: 1 Cl. (V.—VI. 99).
15. Manyema: 1 Cl.
16. Kassai (De Meuse 8.: 1 Seeldrayers 8. Cl.
17. Majumbe: 1 Cabra 8. C.
18. Katanga: 1 Lemaire 8. C.
— Congo: 3 Don. de Contreras S. Bs.
19. Insel Kwidjwi im Kiwusee: 1 XI. 07. Grauer 8. B.
20. West-Albert-Edwardsee: 1 1600 m hoch, II. 08. Grauer 8. B.
21. Iturifähre (West-Albertsee): 1 24. VIII. 91 Studelmann 8. B.
22. Route Macrambi-Acrakubiı am Aruwimi (Westlich vom
Albertsee): 1 20.1V.08 Herzog Ad. Fr. v. Mecklenburg
S. (Dr. Schubotz S.) B
23. Entebbe (Uganda): 2 C. Berti 8. @.
24. Bibi am Bar el Ghasal: 3 IX. 94. Comte Colmant 8. Cl.
(typischer Fundort des auripes).
Die Typen Jacobys sind außer von Kuilu auch aus Altkalabar
beschrieben. Im Ganzen liegt mir also von dieser Rasse eine beträcht-
liche Zahl von Individuen vor, die mir ihre Einheitlichkeit recht
demonstriert. DieRasse neigt nun zu mehr oder weniger ausgeprägten
(vielleicht konstanten) Farbenunterrassen von sehr spezieller Lokaliı-
sierung. So sind rein hellgrün mit dunkleren, mehr blaugrünen
Beinen alle Exemplare von No. 2, No. 4 von No. 1, goldenen Schimmer
haben alle No.3 auf ihren grünen Untergrund, ferner No. 6, No. 19
und No.20. Alle anderen sind blau bis blaugrün, dies erheblich
seltener, was für eine Farbendivergenz als Entwicklungstendenz
spricht.
Erwähnenswert ist ein sehr ausgeprägter Nigrino, der von Rensch
irgendwo in Kamerun gesammelt worden ist (1 B.). Das wunder-
liche Stück hat ganz hellbraune, glänzende Augen, eine rostbraune
Fühlerkeule und rostrote Tarsenunterseitenbehaarung,
An den Exemplaren No. 19 und No. 20 fällt eine ziemlich be-
trächtliche Glättung auf, die mir wohl die Berechtigung gibt sie als
geglättete, grüne, kupfern-überflogene Unterrasse zu benennen. Sie
bildet ein Gegenstück zu der emeraldinus-Rasse Clavareaus
für den C. coerulescens Fairm. Sie mag Reineck zu Ehren genannt
sein und
lla. Unterrasse rewnecki
heißen.
Wer sich die Fundortreihe oben genauer ansieht, der wird das
allersüdlichste Kamerun und Spanisch-Guinea dort gänzlich ver-
missen. Hier hat sich nun aus dem (. longicollis Jac. eine andere
Farbenrasse differenziert, die wohl, wenn sie einem in einer so farben-
Zur Kenntnis der afrikanischen Corynoden (Coleopt. Chrysom elidae). 115
reinen Suite vorliegt, wie nur, als die prachtvollste Corynodestorm
des afrikanischen Kontinents gelten kann. In der Skulptur ist kein
Unterschied, doch der Kontrast der Farben auf Halsschild und
Flügeldecken verleihen der Form ein so spezifisches Aussehen, daß
ich mich für um so eher berechtigt halte, dem hübschen Kinde einen
Namen zu geben. Der Halsschild und das Schildchen ist stets
grün, oft mehr bläulich grün, seltener leicht messingfarben oder
kupfrig überhaucht; die Flügeldecken variieren von einem pracht-
vollen, matten, rosigen Rot bis zu einem Schwarzviolett, das am
- äußersten Außenrand der Flügeldecken von jenem Rot eben noch
umsäumt wird. Ich nenne sie zu Ehren Tessmanns, der sie in
größerer Zahl erbeutet hat und dem sie, wie er mir sagt, sehr auf-
gefallen ist, |
Ilb. Unterrasse tessmanni.
Die Lolodorf-Form des longicollis lehnt sich bereits etwas an“
diese neue, isolierte Unterrasse an, die mir von folgenden Fundorten
vorliegt:
l. Spanisch-Guinea, G. Tessmann S. 3 B.
2. Uelleburg, Benitogebiet, G. Tessmann, $., 15.—31. 1. 07.1 B.
3. Uelleburg, Spanisch-Guinea, VI. — VII. 08, G. Tessmann 8.
6. B.
4. Ma Campogebiet, Sp. Guinea, 16.—30. IV. 06. G. Tess-
mann 8. 1
5. Alen, Benitogebiet, Sp. Guinea, 16.—30. IX.06. G. Tess-
mann 8. IB.
6. Nkolentangan, Spanisch-Guinea, XI. 07—V.08, 28. XL, 12.,
13. u. 17. XII. 1907. G. Tessmann 8. 16 B.
7. Cabo 8. Juan, Biafra, VII. 1901, Escalera $S. 1 C.W. im B.
8. Oberer Sangha (Fr. Congo), P. A. Ferriere $. 1 P.
9. Njole (Congo) Vaudon 8. 1 P.
An der Gabunmündung hat sich eine glättere, stärker glänzende
Form zu einer Rasse isoliert, die nach Norden stetig in den (. longt-
collis übergeht und vielleicht erheblich nach Süden an der Küste
herabgeht, noch über den Kongo hinaus. Es ist das der
II.
'O. azwreus Rasse lautissimus Marshall
C. lautissimus Marshall Journ. Linn. Soc. 1865 p. 33.
70. compressicornis Oliv. Entom. Tome VI., 1808 p. 901 No. 9.
pPL.'hie.T:
Die wesentlichen Merkmale, dreMarshall anführt, sind: ‚Hals-
schild und Schildchen blau, Flügeldecken glänzend metallisch grün,
oft goldig überlaufen. Beine slänzend blau. Long. 51/5—6°/, Lin.,
lat. hum. 23 Lin. Gabunfluß, coll. Thomson und im British Museum.
gr 7. Heft
116 Dr. H.Kuntzen:
Alle andern Merkmale kommen kritisch jetzt nicht mehr in
Betracht, da sie nur die Übereinstimmung mit ihren Artangehörigen
zeigen.
Die Diagnose des alten A. G. Olivier besagt wohl, daß
auch sein Eumolpus compressicornis hierhergehört. Jedenfalls ist
der Fundort ‚il se trouve en Guinee & la cöte d’Angole“ für den
C.compressicornis F. (1801) kaum möglich nach der Verbreitung
der Art. Die Diagnose paßt ebenso gut auf den einen wie auf den
andern und die Abbildung desgleichen. Nur der Vergleich der Type
würde Klärung schaffen, die in der Olivierschen Sammlung noch
existieren dürfte.
DieMarschall’sche Diagnose besagt zur Genüge, daß unsere
Form glänzt, also glatt ist, zum mindesten glatter als. longicollis Jac. Die
Zweifarbigkeit — der Halsschild und das Schildchen violett, blau
oder grünblau, die Flügeldecken hellgrün bis grünkupfern — ist für
# die Form nicht so charakteristisch, we Marshall bei seinem kleinen
Material geglaubt haben mag. Je näher das Verbreitungsgebiet dieser
Küstenrasse an die Grenzen des weitverbreiteten C. longicollis heran-
kommt, um so mehr neigt der C©. lautissimus zur Einfarbigkeit, mag
es nach Spanisch-Guinea herauf oder nach dem Kongo herunter oder
auch ins Innere der Gabunregion gehen.
Die typische zweifarbige Form der Rasse liegt mir vor von
1. Gabun: 6 Prof. R. Büttner S. B.; 1 ex museo Lübeck B.;
2 (H. Deyrolle Verkäufer) G. 1 ex coll Mniszech coll.
Bullon ex coll. Puls. Bs., 1 Thollon 8. P. |
Ssibange (Gabun): 13 Soyaux 8. H. (schöne Suite).
Chutes de Samlia: 2 Riv. Ngamie, Mocquereys 8. Bs. und 2 Cl.
Bas Ogou& zwischen Lambar@ne und Küste: 1 E. Haug 8. P.
— Franz. Congo: 2 Teisseres 8. P. und 1 Haug 8. P.
— Liberia und Kamerun, die als Fundorte angegeben sind bei
alten Stücken (der erste im H., der zweite bei Cl.) halte ich
für falsch.
Es sind das im ganzen 39 ganz gleichmäßig gefärbte Stücke.
Die einfarbige, dunkelblaugrüne bis reinblaue Form, die sich nur
durch ihre geographische südliche Isolation von dem typischen
C. azureus Shlbg., morphologisch aber überhaupt nicht von ihm unter-
scheidet, ist vertreten durch folgende Fundstellen:
1. Gabun: 1 Draubert 8. (C. W.) B. (von Weise als azureus Sahl-
berg durchaus mit Recht bestimmt, als conspicuus Lefv.
[in litt.] ursprünglich bezeichnet).
Unter Ogowe zwischen Lambarene und dem Meer: 3 E. Haug
BD
Lomanı Yambema, Mabote: 1 Bs.
Chutes de Samlia. Riv. Ngamie: 1 Mocquereys 8. Ba.
Südogowe: 9 G. Junod 8. Cl.
— .Belgisch-Kongo: 1 01.
Soc
Zur Kenntnis der afrikanisshen Corynoden (Coleopt. Chrysomelidae). 117
Allgemeines über die Art,
Morphologisch sind die sämtlichen Rassen nur durch die Flügel-
deckenskulptur voneinander trennbar. Der Halsschild ist bei dem
typischen cyaneus F., der ganz glatten Form, oft kürzer, als bei allen
anderen.
Die geographische Verbreitung der Art läßt sie als typisch west-
afrikanisch erscheinen. Wahrscheinlich wird auch die Futterpflanze
dem westafrikanischen Waldgebiet angehören. Bemerkenswert ist
die Neigung zur Glättung im Gebiet der Guineaküste von Dahomey
an bis zum Senegal hin, ferner am Gabon und Ogowe (lautissimus),
in Haute Kemo und im Albert-Edwardseegebiet (reinecki) und die
Neigung zur Ausbildung von Zweifarbigkeit (tessmanni, lautissimus),
die nach entgegengesetzten Richtungen in bezug auf Halsschild und
Flügeldecken variiert. Das Areal erstreckt sich von Bibi (Gazelle-
fluß) bis zum Senegal und hinab bis zum Kongo, im östlichen Teil
des Kongobeckens beträchtlich südlich und läuft von hier an der
nördlichen Hälfte des Seengrabens entlang, alle Vorstöße der west-
afrikanischen Waldflora z. B. nach Uganda hin mitmachend.
€. compressicornis F.
I:
C. compressicornmis Rase compressicornis F.
O. compressicornis J.C. Fabricius Systema eleutheratorum TI,
1801 p. 419 No.7.
Die Art ist von Fabricius folgendermaßen beschrieben:
E. cyaneus, nitidissimus, elytris punetatis viridiaeneis, antennis
compressis.
Habitat in Guinea. Mus. D. de Sehestedt. Statura et magni-
tudo praecedentis. Antennae extrorsum parum crassiores, compressae,
cyaneae. Caput et thorax cyanea, nitida, immaculata. Elytra punctata,
viridi-aenea, nitida. Corpus cum pedibus cyaneum.“
Nach dem, was ich auf 8.00 als Bemerkung Illigers über
O. compressicornis angegeben habe, kann ich annehmen, daß die von
Lund an Illiger gegebenen Exemplare des Ü. compressicornis F.,
4 Exemplare des Königl. Museums zu Berlin, die den Belegzettel
Illigers ‚compressicornis, Guinea, Lund‘ noch tragen, so gut
wie typisch sind, da sie aus demselben Material, wie es Fabricius
gehabt hat, stammen dürften. Es ist das der allgemein unter dem
bekannten Namen richtig bestimmte (©. compressicornis. F.
Olivier’s Beschreibung des Humolpus compressicornis, auf die ich
auf S. 116 oben eingegangen bin, und die sich, wie seine Abbildung,
nicht auf den ©. c. zu beziehen braucht, aber wohl beziehen kann, ist
wegen des Fundorts ‚‚cöte d’Angole“, wo C©.c. fehlt, sehr unsicher
und wird wohl besser bei C. azureus lautissimus zitiert.
Marshall hat den typischen ©. compressicornis niemals gesehen,
wie sıch unmittelbar aus seinen Angaben p. 31 seiner Arbeit (unten)
T. Heft
18 este Age. DraH, Kuntzen:. 20. :
entnehmen läßt. Das, was er unter Ü..compressicornis versteht, ist
nicht der wahre Ü. compressicornıs und zu der Art gehört von den
aufgeführten Varietäten nur der C©. senegalensis Ol. Alle Natal- und
Mozambiqueformen gehören der ihm oft ähnlichen Art des östlichen
Afrika an, dem ©. dejeani Bertol. und seinen zahlreichen Varietäten und
Rassen, die aber stets anders gefärbt zu sein scheinen. Es ist deshalb
sein Satz „Individuen aller Zwischenfärbungen gibt es“ nichtssagend.
Ähnlich werden beide Arten nur, wenn sie dunkler und einfarbig sirid
(©. pusio — C. senegalensis [dunkel]). So ähnlich die äußeren Formen
sind, so gründlich verschieden sind die Forcipites beider Arten.
Die Skulptur des Halsschildes ist sehr schwach, die Punktierung
doppelt, beide Punktierungen zerstreut und mit bloßem Auge nicht
zu erkennen; die Punkte der Flügeldecken sind auf der Scheibe
mehr oder weniger reihig angeordnet, sehr grob und weniger zahlreich
als bei ©. coerulesceus Fairm. Die Gestalt ist im ganzen gedrungen,
die Beine dicker als bei (©. coerulescens, die Vorderschienen kaum
merklich stärker gebogen. |
Mir liegt der typische ©. compressicornis F. von folgenden Fund-
orten und Sammlern vor: |
Bissao (Portug. Guinea): 1 Dr. H. Traun 8. H.
Asente Akem (Aschantı): 8 G. Junod 8. Cl.
Aschanti: 2 (Reitter Verkäufer) B.
Akuse am Volta: 1 Alfred Peters S. H.
Amedzowe (Togo): 3 (C. W.) B.
Bismarckburg (Togo): 16 21. III.—30. IV., 26.—29. III,
29. IIL.—4. IV., 30. IIL.—2. IV., 15.—17. IV. und 25, IV.
=3.V.1893 L. Conradt 'S. B. und 1.15. 11.91 (Über-
gang zur Regenzeit) R. Büttner 8. B.
Misahöhe (Togo): 1 Smend 8. B., 23 VI. 93, Ende III. 94,
8. u. 30. IV. 94 E. Baumann 8. B.
Station Sokode (Basarı), Togo: 17. VI.00, Ferd. Schröder 8. B.
Togo: 3 L. Conradt S. (C. W.) B., 1 Dr. Schulz 8. (C. W.) B.
Abome (Dahomey): 1 F. Schneider Cl.
Benin: 1 coll. Duvivier Bs.
Guinea: 4 Lund B. (Etikett mit Illigers Hand, sozusagen
Cotypen des Fabricius), 2 coll. Chapuis Bs., 1 H.
— 1 Restit 8. (1885) Bs., 2 Dr. A. Preyer 8. Bs., 1 (C.W.) B.
?10. Gabun: 2 coll. Duvivier Bs.
Die hübsche priore Form ist also an zusagenden Örtlichkeiten
verbreitet von Portug. Senegambien bis nach Benin und, wie es
scheint, auf die Küstenregion und nach dem Innern zu auf die Fluß-
systeme der Küstenflüsse zumeist beschränkt. In ihr Verbreitungs-
gebiet greift eine Form hinein, die bereits 1808 von A.G.Olivier als
eigene Art beschrieben worden ist und durch ihre düstere Flügeldecken-
färbung (düster kupferbronzen, oft mit violettem Schimmer, bis meist
dunkel messingbronzen) sehr ausgezeichnet ist. Sowohl die Flügel-
deckenskulptur, wie die des Halsschildes, ist zuweilen bei ıhr etwas
sep | DH
|| ®
Zur Kenntnis der afrikanischen Corynoden (Coleopt. Chrysomelidae). 119
rauher. Ob man sie nach ihrem noch lange nicht ausreichend belegten
Verbreitungsgebiet zu urteilen als bloße Farbenvarietät des 0. compr.
compressic. oder als Unterrasse von ihm auffaßt, ist bei dem augen-
blickliehen Stande der Kenntnis gleichgültig. Es ist das
Ta. ©. compressicornis compressicornis Unterrasse senegalensis Ol.
C. senegalensis E. A. Olivier Entom. VI. p. 902 No.12, T.1.
fig. 10.
Des alten Olivier nicht uninteressante Diagnose lautet:
„EB. d’un noir bleuätre luisant; corcelet lisse; elytres pointillees,
d’un noir verdätre bronce.
E. nigro-cyaneum, nitidus, thorace laevi, elytris punctatis aeneis,
Magnitudo E. aurati at paulo oblongior. Antennae nigrocyaneae,
basi tenues articulis quinque ultimis maioribus compressis. Caput
et thorax laevia nigro cyanea, nitida. Elytra punctulata nigro-
aenea, nitida. Corpus subtus nigrocyaneum.
Il est de la grandeur de l’Eum. dore, mais il a une forme plus
allongee. Les antennes sont d’un noir violet; les cing derniers articles
sont un peu plus grande que dans les autres esp&ces, et tres comprimes.
La tete et le correlet sont lisse et d’un noir bleuätre luisant. Les elytres
sont pointillees et d’un noir verdätre bronce. Le dessous du corps
est d’un noir bleuätre. Il se trouve au Senegal.
Du Musee d’Histoire naturelle.“
Die Vergleichsspezies ist Eumolpus auratus Oliv., a bekannte
prachtvolle südamerikanische Art, die oft eine ähnliche Färbung hat.
Der typische (©. senegalensis liegt mir vor von:
1. Senegal, C. Dejean G., 5 B.; coll. Schaufuss 1 B.
Restit. 1885, 2 Bs.; coll. Chapuis 1 Bs.; Dr. A. Breyer 1 Bs.
coll. Duvivier 3 Bs.; 2 Bs. Alte Sammlung 3 H.
Misahöhe, Togo, 8. IV. 1894, E. Baumann 8. 1 B.
Ketu, Dahomey (H. Rolle V.), 2 Cl.
Abome, Dahomey, F. Schneider $., 1 Cl.
Porto novo, Dahomey, (par Pouillon) 2 Cl.
Ouidah, Dahomey, Frere M. Sebastien 5 Cl.
Fuhlort 2. zeigt, daß die Rasse nicht überall spezifisch ausgebildet
ist, sondern auch zwischen dem typischen (©. compr. vereinzelt vor-
kommt. 2 Exemplare von Nummer 6. sind Farbenübergänge zur
typischen Form und kommen dem Bissaostück des typischen Ü. compr.
im Hamburger Museum nah, das schön weinrotkupferne Flügel-
decken hat. Sehr charakteristisch bleibt für den typischen ©. compr.
sowie für (©. c. senegalensis die ausgeprägte Zweifarbigkeit im Gegen-
satz zu einer im ersten Augenblick höchst zweifelhaften Unterrasse, der
a
Ib. ©. compressicornis compressicormis Unterrasse
CO. varıcolor Jac.
Diese Form, die von Jacoby als Art (1901 p. 209 Tr. Entom.
Soc. Lond.) beschrieben worden ist, wird charakterisiert durch folgende
7. Heft
1720 :*% Dr. H. Kuntzen::
Merkmale, wobei ich alles Nebensächliche aus Jacobys Diagnose
weglasse:
Dunkel kupfern, violett oder blau; Halsschild kaum wahrnehmbar
punktiert, kürzer und breiter als bei ©. compr., sehr glänzend; Flügel-
decken ziemlich fein, dicht und regelmäßig in genäherten unregel-
mäßigen Reihen punktiert, die Punkte nach der Spitze zu dichter
und unregelmäßiger. |
Alle anderen Merkmale, die Jacoby angibt, zeigen nur die
engen Beziehungen oder die Identität der Form mit C. compr.. Un-
merklich geht diese äußerst glatte Form bis zu der rauhen Skulptierung
des C. senegalensis über. Das gleiche gilt von der Färbung; während
die glattesten Stücke einfarbig oder angedeutet zweifarbig sind — der
Halsschild ıst dann stets dunkler —, wird mit zunehmender Stärke
der Skulptur die Zweifarbigkeit deutlicher und nähert sich der. des
CO. senegalensis Ol. Mir liegt die Form vor von:
1. PortoNovo (Dahomey): 6 (durch Pouillon) Cl. (Typen Jacobys).
— Dahomey: 4 Boult 8. P.
2. Zagnanado: 8 Cl, 5 R.
— 1(C.W.) B, 1Cl, 1G. 1 (coll. Chapuis) Bs.
3. Bolama (Portug. Guinea): 7 VIL.—XII. 1899 L. Fea 8. G.
4. Senegal: 2 (coll. Ogier de Baulny) Bs.
Ihre Ähnlichkeit mit westafrikanischen Stücken der coerulescens-
Rasse der Art ist oft auffällig. Nur in 8 Stücken liegt mir eine Form
vor, die die Schlankheit der CO. compr. mit der Rauheit der Skulptur
des C©. eribratellus, zum mindesten auf den Flügeldecken vereint. Sie
kommt bei Joko in Südkamerun (Heyne V.) vor und ist im Be-
sıtz von Clavareau, dem zu Ehren sie
Ic. OÖ. compressicornis compressicormnis Unterrasse
CO. clavareawui nov. |
genannt sei. Alle 4 sind düster schwärzlich bronzen, das eine mit
bläulichem Schimmer, ebenso 4 weitere, die sich in Reinecks Samm-
lung befinden.
Schließlich sei noch einer weiteren Unterrasse gedacht, die durch
ihre Färbung, die genau der solcher Stücke des typischen C. compr.
gleicht, die rein grüne Flügeldecken haben, durch die Feinheit der
Skulptur, die allerdings nie das Extrein des ©. varıcolor Jae. erreicht,
und durch ihr merkwürdiges Vorkommen ausgezeichnet ist. Es ist
das die
Id. C. compressicornis compressicormis Unterrasse
exsul nov.
Ich habe das Tier von folgenden Gegenden:
1. Katanga-Süd, J. Neynens S. 1 Bs.
2. Tanganyika, Hecq 8., 5 C. und 2 (ex C.) Cl.
3, Bampwa, Bequaert 8. C.
Zur Kenntnis der afrikanischen Corynoden (Coleopt. Chrysomelidae). 191
Da ich keine vermittelnde Gegend habe, wo mir jegliche Kenntnis
des Vorkoımmens der Art und zwar in dem Habitus der Westform
sonst im ganzen Kongobecken oder im Zentralsudan trotz meines reichen
Materials fehlt, so kann ich wohl eine geographische Isolation an-
nehmen. Eine Differenzierung der Form aus der Ostrasse unabhängig
von der Westrasse ist nicht ausgeschlossen. Die Gonvergenz in Habitus
und Färbung bleibt dann aber höchst merkwürdig. Eher leuchtet
schon die frühe Differenzierung des C. compr. in Nord-Zentralafrika
ein, von wo aus die Form stetig vorwärts nach Westen und Süden
abgewandert ist und im ursprünglichen Verbreitungsgebiet ersetzt
oder aus irgend welchen klimatischen, topologischen, £loristischen
u.a. m. Gründen ausgestorben ist.
Il.
0. compressicornis Rasse coerulescens Fairm.
©. coerulescens Fairmaire Bull. Soc. Eint. France 1885 8. LXXXL.
— (.bonnyi Gahan. P.Z. Soc. Lond. 1892 8.91.
Fairmaires Diagnose der von ihm als Art mit gutem Recht
aufgefaßten Form lautet:
„Oblongus, convexus, totus caeruleus, modice nitidus; capite
convexo, parce punctato, antice medio sulcato, ad oculos utrinque
arcutim profundius foveato, antennis bası nitidulis, articulis
5 ultimis valde dilatatis, prothorace truncato-conico, lateribus fere
rectis, dorso laxe modice punctato, intervallo subtilissime punctulatis;
scutello laevi; elytris sat fortiter sat dense punctatis, punctis sub-
tiliter setigeris, intervallis subtilissime alutaceis; subtus vix sensim
punctulatus, subtiliter pubescens, femoribus sat tenuiter punctatis,
punctis piligeris.
Sehr benachbart dem pus2o, ist er abgesehen von seiner Färbung
durch den gewölbteren weniger punktierten Kopf, durch den
schmäleren Halsschild, der auch noch ein wenig feiner punktiert ist
und glättere Intervalle hat, und die weniger runzlig punktierten
Flügeldecken von diesem verschieden. Länge 10 bis 14 mm.“
Diese Form stammt aus dem Njam-Njam- (weißen Nil-) Gebiet.
Gahans CO. bonnyv ist schauderhaft beschrieben, und ich trage kein
Bedenken, zumal da ich den C. compr. coerulescens ebenfalls aus dem
Aruwimi-Gebiet, woher ihn Bonny gebracht hat, besitze, ihn mit
dem Ü. compr. caerulescens Fm. zu veremen. Gahan vergleicht
seine Form, was für die Geringheit des ihm vorliegenden Corynodes-
materials spricht, mit einem offensichtlich recht merkwürdigen und
vielleicht falsch bestimmten C. cyaneus F.; denn seine Fühler-
vergleichung ist, da diese Art die bei weitem am stärksten erweiterten
Fühler im & und 9 hat, sonderbar. Ich gebe seine Diagnose:
„OQ. cyaneo simillimus, sed differt elytris cerebre punctatis vix
nıtidis, et articulis antennarum 5 ultimis plus dilatatis. Long 10%/, mm.
In Färbung und Gestalt sehr ähnlich den CO. cyaneus F. Die fünf
Endglieder der Fühler sind aber mehr erweitert, das 7. Glied drei-
7. Heft
122 - sanbilaines Dr. H. Kuntzen:
eckig, das 8. bis 11. fast quadratisch, quer, das 9. und 10. so breit wie
lang. Prothorax glänzend, zerstreut und eng sehr deutlich punktiert.
Flügeldecken sehr matt, dicht punktiert. Klauen gespalten, der
innere Teil spitzig, kürzer als der äußere.
Äußerlich unterscheidet sich die neue Form also hauptsächlich
durch die stärkere Erweiterung der Fühlerendglieder und die zerstreute
Halsschildpunktierung von dem (©. cyaneus F.“
Die geographische Verbreitung der Form ist am besten geklärt
von allen afrikanischen Corynoden und läßt sich folgendermaßen
belegen:
1. Bibi (Bahr el Ghazal): 3 IX. 04. Graf Colmant 8. Cl.
2. Semnio (Westnjamnjam): Bohndorff S. 12 B.,, 9 (€. W.)
B., 12 Bs., 1 Cl. (ex coll Fairmaire).
3. Bootsfahrt auf dem Ituri zwischen Awakubi und Bumili:
I. IV. 08. Herzog Ad. Fr. v. Mecklenburg (Dr. Schubotz 8.).
S. B. in
4. Mawambi am Ituri (westlich-vom Albertsee): 11 IV. 08 Herzog
Ad. Fr. v. Mecklenburg. 8. (Dr. Schubotz 8.) B.
5. Route Mawambi Awakubi am Aruwimi (westlich vom
Albertsee): 2 20.IV.08 Herzog Ad. Fr. v. Mecklenburg.
8. (Dr. Schubotz 8.). B.
6. Iturifähre (West-Albertsee): 1 24. VII. 91 Stuhlmann 8. B.
7. Undussuma (Südwest-Albertsee): 1 Stuhlmann 8. B.
8. Butalinga (Südalbertsee): 1 25. VIL.91 Stuhlmann 8. B.
9. Kampala-Kigoma (Brit.-Uganda): 1 Dr. Nägele S. B.
10. Kisubi (Uganda): 1 (C. W.) B.
11. Jinja (Uganda): 1 Cl, IH. R. |
12. Jinja-Busoga: 2 V.09 Dr. Bayon 8. G.
13. Bussu-Busoga: 57 V.09 Dr. Bayon 8. G. (56 hellgrüne,
1 düster blau).
14. Bussu: 1 IV.09 Dr. E. Bayon S. G.
15. Entebbe: 38 C. Berti S. (1907) G.
16. Bugala (Sesseinseln): 2 Dr. E. Bayon 9. G.
17. Sesseinseln: 3 Cl. (Typen von C.emeraldinus Clav.) und
3:10. WB:
18. Bukoba: 1 Gudowius 8. B.
19. Fuß des Niragongo, 1800 m hoch, Nordufer des Kıwusees:
15. X. 07 Herzog Ad. Fr. v. Meckenburg. 8. (Dr. Schubotz
S.). B.
20. Kissenjill (Kiwusee): 1 XI.08 v. Stegmann u. Stein 8. B.
- 21. Stanleyfälle: 14 Malfeyt S. Bs., 1 Cl. /
22. Djabber am Uelle: 9 V.—VI. 1890 Milz 8. (coll. Duvivier) Bs.
23. Bessou Mission, Amont de Fort de Possel (Haute Ubanghi):
1 Decorse 8. P.
24. Fort de Posset: 2 Decorse 8. P.
25. Haute Sangha: 10 P. A. Ferriere 8. P.
Zur Kenntnis der afrikanischen Corynoden (Coleopt, Chrysomelidae). 123
0 — Congo: 34 Thollon 8. P. u. I-Guiral 8. P. (1 als discretus
‚ Lef. Cotype bezeichnet!).
Frauceville: 17 de Brazza 8. P.
Diele: 1 de Brazza 8. P.
26. Zongo Mokoanghai: 16 Lt. Pilkens 8. Bs., 7 Cl.
27. Kabambare: 3 Delhaise 8. C. |
28. Banzyville: 2 Royaux S. C., 1 Frere M. Sebastien 8. Cl,,
10 Hermanns 8. (11. IV. 97). Bs.
29. Kwesi a Kiio: 2 10.—19. IV. 1911 Dr. Bayer 8. C.
30. Ponthierville: 1 X. 1910 Dr. Bequaert C.
31. Dume-Mündung (Kamerun): 1 Oberleutnant Reuter 8. B.
32. Franceville (Fr. Kongo):
33. Uelleburg (Sp. Benito): 10 VI—VIII. 08 und 1 15.—28. II.07
| : G. Tessmann 8. B. (No. 3345—3348).
34. Alen (Sp. Benito): 3 16.—31.X.06 G. Tessmann 8. B.
(No. 2699— 2702).
35. Nkolentangan (Sp. Guinea): 16 XI. 07—V.08, 22. XI. 07,
4. XII. 07, 8. XII.07 G. Tessmann 8. B.
36. Fanggebiet (Südkamerun): 1 (C. W.) B.
37. Lolodorf: 4 L. Conradt 8. B., 1 Cl.
38. Jaundestation: 9 800 mm, Zenker SB., 1 v. Carnap 8. B.
39. Nssanakang: 1 A. Diehl 8. B.
40. Barombistation: 5 Zeuner 8. B. |
41. Johann-Albrechtshöhe (Kamerun): 1 17.11.96 L.Con-
radt S. B.
42. Mukonjefarm (Kamerun): 1 R. Rhode 8. Bs.
43. Calabar: 2 Restit. S. Bs.
— Kamerun: 14 Schroeder 8. (C.W.) B.
— 2 Bascke 8. Bs. |
— Deutsch-Ost-Afrika: 2 (Rolle Verkäufer) Cl. (als ©. bonnyv
Gah. von Clavareau bestimmt).
. Der Fundort ‚„‚Nyassa““ (Restit S. 1885 2 Bs., 2 Cl.) ist als falsch
sehr verdächtig, da eine Fundortreihe bis zum Nyassasee hinab nicht
bekannt ist und wohl auch nicht bekannt werden wird.
Morphologisch ist die Variabilität des Glanzes (bezw. der Mattheit)
der Flügeldecken innerhalb der Rasse zunächst bemerkenswert. Man
kann danach folgende Formen einigermaßen unterscheiden, die
durchschnittlich eine bestimmte Skulptur haben, wenn auch Stücke
matterer Färbung der Flügeldecken stets dazwischen vorkommen:
1. Fundorte 1. u. 2. (echter caerulescens, ganz matt).
2. Fundorte 3.—8. (echter bonnyi, schon etwas weniger matt).
3. Fundorte 21.—44. ($ weniger, 2 deutlicher, oft sehr matt,
Punktierung oft deutlicher).
‚Die Polygonalstruktur der Flügeldeckenoberfläche in ihrer Ver-
schiedenheit gibt die Veranlassung zu den verschiedenen Glanz-
effekten. Je nachdem die Seitenberandung der Grundstrukturpolygone
7. Heft
124 Dr. H. Kuntzen:
deutlich ist oder fehlt kommt Mattigkeit oder Glanz zustande. Bei
120facher Vergrößerung läßt sich das sehr deutlich verfolgen.
In der Färbung ist der C.compr. coerulescens nieht auffallend
variabel. Hälsschild und Flügeldecken sind oft ganz gleichfarbig,
wenn auch jener funkelt, diese mehr oder weniger matt sind. Von
einem düsteren Blau geht die Färbung über nach Olivgrün und
schwärzlich Olivgrün oder auch nach Schwarzblau (im Nordosten),
oft (No. 21, No. 4, No. 5 u. a. m.) sind die Flügeldecken blau, während
der Halsschild schön glänzend olıvgrün oder blaugrün ist, wodurch
eine nicht gerade übermäßig auffallende Zweifarbigkeit erzielt wird.
Eine rein grasgrüne Färbung findet sich bei allen Individuen von
No. 38 und 39, was, da auch Colasposoma kraatzi Jac. und Sagra
violacea Ol., hier stets grün sind, zum mindesten merkwürdig ist
und vielleicht mit dem Milieu in Zusammenhang steht. Über Blau
hinaus kommt häufig ein schön violetter Farbenton bei mehreren,
besonders sehr matten Individuen von Spanisch-Guinea vor; der
Halsschild ist dann stets rein blau. Zuweilen ist auch der ganze
Körper bei Individuen der westlichen Form schwarzviolett. Die Farbe
des Schildchens gleicht stets der des Halsschildes.
Die Länge schwankt zwischen 14mm bei den größten 22 des
Ostens und 8Smm bei den kleinsten SS des Westens. Doch fehlen
weder besonders kleine dem Osten, noch besonders große Individuen
dem Westen des Verbreitungsgebietes der Rasse.
Über die Futterpflanze existiert keine Angabe wie bei allen
anderen Arten. Doch ıst die Tatsache interessant, daß Tessmann,
einer der erfolgreichsten wissenschaftlichen Sammler ım west-
afrikanischen Gebiet, das Tier an einem Weg durch einen Sumpf
bei Alen (Span. Guinea) und Herzog A. Fr.v. Mecklenburg
oder Schubotz ıhn aufeiner Bootsfahrt gefangen hat, was immerhin
dem Tier wohl eine relativ feuchtigkeitsliebende Pflanze als Nahrung
zuweist. Man kann aus diesen beiden Tatsachen wohl auch auf alle
Fundorte der Art schließen und sie vielleicht auf derartig beschaffene
Lokalitäten beschränken.
Nach zwei Richtungen hin nun variiert die Rasse zu Extremen.
1. in der Richtung der Zweifarbigkeit. Sie tut es zwar nicht der prioren
Rasse gleich, sie bewegt sich aber gerade in der entgegengesetzten
Richtung. Während bei Ü. compressicornis compressicornis stets die
helleren Flügeldecken den glänzenderen Teil gegenüber dem dunklen
Halsschild bilden, so kommt bei ©. compr. coerulescens eine, wie es
scheint wohlausgebildete Rasse vor, wo der Halsschild schön messing-
grün und auf der Scheibe oft kupfrig überhaucht ist, während die
Flügeldecken den düstern normalen Ton des blauen oder dunkel oliven-
farbigen C. coerulescens haben. Diese Unterrasse ist gesammelt im
Gebiete des Haute Sangha, P. A. Ferriere $. 11 P. No.26 und in
Kamerun (durch Staudinger C. W.) 2 B. (leider ohne näheren Fund-
ort) und sie sei
Zur Kenntnis der afrikanischen Corynoden (Coleopt. Chrysomelidae). 195
Ela,ic, compressicornis coerulescens Unterrasse
clarscollis m.
genannt.
Nach möglichst großer Glättung und damit starkem Glanz der
Flügeldecken hin variiert eine andere Unterrasse
IIb. ©. compressicornis coerulescens Unterrasse
emeraldinus Llav.
CO. emeraldinus Clavareau Ann. Soc. Entom. Belg. 1912 8. 343.
Er ist von Ü. compr. coerulesc. coerulescens nur durch die schon
angedeutete extreme Auslöschung der Grundstrukturpolygonseiten-
ränder mikroskopisch verschieden. Die Neigung zu Farbenrassen inner-
halb dieser Unterrasse ist charakteristisch. Die lange Diagnose Ola -
vareaus enthält als Unterschiede von Ü. coerulescens naturgemäß
nur die Glättung jedes einzelnen Teiles der Oberseite. Die Unterseite
stimmt völlig überein mit sonstigen Stücken des ©. compr. coerulescens.
Die Tiere von den Fundorten No. 9—20 gehören zuihr. Daß das Vor-
herrschen einer bestimmten Metallfarbe Grün oder Blau rassenmäßig
vorkommt, beweisen die Fundorte No. 13 und No. 15, wo fast sämt-
liche Stücke grün sind. In allen andern Fällen ist eine Beurteilung
nicht möglich, da es zu wenige Stücke sind. Vorsichtig muß man
an sich bei der Beurteilung von Farbenrassen schon sein; denn 1.
können die Farben nach Jahren und Generationen verschieden sein,
wo offensichtlich dann klimatische Einflüsse eine Rolle spielen, 2.
kann der Sammler eine spezielle Vorliebe für eine bestimmte Farbe
gehabt haben, ein Fall, den ich aus der Praxis sehr wohl kenne;
es können schließlich auch noch andere Gründe dabei eine Rolle
spielen.
Allgemeines über die Art.
Die farbenmäßige Verschiedenheit der beiden Rassen und die
gerade entgegengesetzte Neigung bei ihnen Oberseitenzweifarbigkeit
zu erzielen, dann die geographische Getrenntheit der beiden Areale
sprechen für eine ziemlich strenge Trennung. Aber gerade das
Vikariieren ist oft ein Beweis für artenmäßige Zusammengehörigkeit,
für welche auch die fast vollkommene Identität der Forcipites, der $
und @ Fühler und der $ Vorderschienen neben der Ähnlichkeit der
allgemeinen Körperform und der Kopfwölbung und -furchung sprechen.
Die erste Rasse kommt westlich von Kamerun, sicher erst in
Dahomey und dann weiter westlich vor. Möglicherweise werden
Rassenübergänge existieren zwischen Kamerun und Dahomey, woher
ich nicht ein Stück der Art gesehen habe. Genau so wie aber in Floren-
übergangsgebieten Elemente des einen Gebietes streckenweise hinein-
greifen in das des andern, kann das auch für die beiden Rassen gelten,
und schließlich vielleicht eine Mischung zustandekommen, die dann
zu Bastarden führen kann. Schwierigkeiten macht die exsul-
Rasse, die wohl selbständig ausgebildet. ist in einem mit west-
afrikanischer Flora oder ihr angehörigen Florenelementen ausgestatteten
7, Heft
126 EN Dr. H. Kuntzen:
Gegend. Die varscolor-Forn ist dem westlichen coerulescens oft sehr
ähnlich, aber nie matt. Auffallend ist die Übereinstimmung der geo-
graphischen Grenze zwischen der matten Form und der glänzenden
Form bei der vorliegenden Art mit der der Rassen des (©. azureus
(azureus - longicollis; compressicornis- coerulescens). Man kann die
matten Formen bei beiden Arten als Formen des Innern und
die glatten als Formen der Westküste und der äußersten Kanten
des Areals (emeraldinus, reinecki!) ansprechen, ohne natürlich
ohne experimentelle Hilfsmittel oder solche, die aus der Be-
obachtung geschöpft sind neben anatomischer Untersuchung, die
Gründe- für eine solche immerhin recht deutliche Tatsache
präzisieren zu können. Ob die priore Rasse oder die coerulescens-Rasse
die ursprünglichere ist, kann man nicht entscheiden; denn die stark
kontrastierende Zweifarbigkeit kann sich von der Einfarbigkeit eben-
sogut herleiten wie diese letzte von der ersten. Im allgemeinen wird
man Ausgeprägtheit von zwei stark kontrastierenden Farben bei
einer Rasse wohl als das Neuere ansehen dürfen. Dann würde sich
also eine jüngere Verbreitung der 'Westform in ihrer jetzigen
Heimat, oder eine Ausbildung der Rasse erst nach Einwanderung
der einfarbigen Form aus dieser leicht vermuten lassen. Alles
in allem hält sich die Art in der typischen Westflora und
macht, wie es scheint, alle Vorstöße dieser Flora oder ihr
Übrigbleiben in Gegenden, wo sie bereits stark östlich durch-
setzt oder von Ostformen eingeenset wird, mit; wie z. B. ihr
Vorkommen in Uganda und auf den Setteinseln zeigt. Wieder ist
die Analogie zwischen Ü. compressicornis und Ü. azureus sehr auf-
fallend und lassen sich zahlreiche Beispiele für derartiges Verhalten
aus andern nicht nur phytophagen Formen anführen (Arten von
Dicolectes, Sagra, Glenea, Sternotomis, Chariessa, Colasposoma, Epi-
cosmus, Morio, Scarites und ungezählte andere).
€. eribratellus Fairm.
I.
CO. cribratellus Rasse cribratellus Fairm.
C©.c. Fairmaire Bull. Soc. Entom. France 1885 S. LXXXL.
Fairmaires Diagnose lautet: „Long. 10—11l mm. —
Oblongus, convexus, aeneus, modice nitidus, undique dense fortiter
punetatus, punetis breviter piligeris; capite densim punctato, plagulis
politis plus minusve sparsuto, medio plus minusve striato, aut linea
subpolita signato; antennis basi aeneis, artieulis 5 ultimis latis, eyaneis,
punctatis, subopaeis; prothorace truneato conico, lateribus fere rectis,
angulis postieis acutis, dorso fortiter punctato; basi marginato;
scutello obtusissime ogivali, parce punctato; elytris fortius punctatis,
transversim leviter rugosulis, intervallis subtiliter rarıus punetulatis;
subtus griseo-pubescens, sat subtiliter punctatus, femoribus valde
punctatis.
Zur Kenntnis der afrikanischen Corynoden (Coleopt. Chrysomelidae). 1927
Ähnelt sehr den bronzenen Varietäten der (. senegalensis, doch
wohl unterschieden durch den sehr punktierten Kopf und Halsschild,
die in den Punkten Borsten haben; die Flügeldecke etwas stärker
punktiert, quer gestrichelt, die Schenkel mehr punktiert.“
Diese Form kommt im Njam-Njamgebiet (Weißer Nil) vor. Ich
habe sie in einer großen Reihe von Exemplaren gesehen, die alle von
Bohndorff gesammelt worden sind:
19 ım B., 4 G., 12 Bs., 58 bei Rolle.
Auffällig ist das starke Überwiegen der olivbronzenen Färbung,
die oft einen mehr oder weniger deutlichen Einschlag ins Grüne zeigt.
Von 39 Exemplaren sind nur zwei düster grünblau bis blaugrün.
Die apikale Suturalkarinula, auf die Lesne 1900 8. 18 (An-
merkung [4]) hinweist, fehlt bei dieser Art überhaupt. Die Art ist
stets oberseits seitlich mehr oder weniger (abgerieben) behaart.
Die Rasse geht vom Njam-Njamgebiet aus beträchtlich südlich
und es scheint so, als mit der südlichen Verbreitung die Neigung zu
mannigfaltigerer Färbung Hand in Hand geht. 19 Exemplare von
Bussu Busoga in G., durch Bayon gesammelt, sind durchschnittlich
größer und zeigen zum größten Teil eine grüne, 8 eine schön matt-
kupferne Oberseite.
Die Form von Neuwied Ukerewe wird von Weise (A. Soc. Ent.
Belg. 1907 S. 133) durch folgende Angaben gekennzeichnet:
„Corynodes cribellatus Fairm. hat P. Conradsin ÜUkerewe gesammelt,
unbedeutend glänzender, viel lebhafter gefärbt, kupfrig violett,
kupfrig braun, tief blau, oder gesättigt metallisch grün.“
Ihr einen besonderen Namen zu verleihen halte ich vorläufig für
überflüssig; wenn auch die Querrunzelung der Flügeldecken im
Durchschnitt etwas undeutlicher zu sein scheint. Die Form liegt
mir also vor aus:
1. Neuwied- Ukerewe (P. Conrads 8.): 14 B. (e. p. C.W.),
u. 12 Ertl, 1 Cl. (violett 7, violett-bronzen 4, grünkupfrig-
bronzen 3, intensiv grün 2, blaugrün bis grünblau 10,
rein blau 1).
Kwa Kitoto und Kadem bis Kwa Muiya (N.-O.-Viktoriasee),
Anf. III. bis Ende IV. 94 (O. Neumann $8.): 2 B. (bronze-
grün u. rein grün). |
3. Kwa Kissero-Kossowa (N. O.-Viktoriasee), II. bis Anf. III. 94
| (0. Neumann 8.): 4 B. (2 bronzegrün und 2 rein grün).
4. Schirati, Katona, V.1909, 2 R. (blau).
5. Bussu-Busoga (Uganda), V. 09, Dr. E. Bayon 8.: 19 G. (grün 1,
bronzegrün 11, grünbronzen 7).
6. Jinja Busoga, id.: 3 G. (2 bronzegrün, 1 grünbronzen).
Den Fundort „Madagascar“ !, 1 Stück Cl., von Puillon an diesen ge-
geben, halte ich für falsch; desgleichen den Fundort Dan sa (Restit.
1885), 1 Bs. und Südafrika 1884 (coll. Duvivier), 1 Bs., beide letzten
Stücke sehen durchaus wie Njamnjamstücke aus.
IS)
7 Beft
128 Dr. H. Kuntzen:-
Wahrscheinlich gehört in die allernächste Verwandtschaft dieser
Uganda-Viktoriaseeform der Fairmairsche Coryn. bicolor. Seine
Färbung ist der einzige Punkt der Beschreibung, der abweicht. Ich
gebe hier die Diagnose (C. R. Ent. Belg. 1891 p. CCCIL).
„Corynodes bicolor. Long 10 & Ilmm. Oblongus, ceyaneus,
nitidus, elytris purpureis, labribus cum epipleuris paulo aurosis,
segmentis ventralibus violaceis, basi coeruleo anguste marginatis;
capite dense rugoso-punctato, ad oculos leviter impresso; antennis
nigro-fuscis, basi excepta opacis, articulis 5 ultimis latis; prothorace
breviore, lateribus minus rectis, antice paulo arcuatis, sat dense medio-
criter punctato, pubescente; scutello cyaneo, ogivali, vix punctulato;
elytris postice leviter ampliatis, subtiliter pubescentibus, sat grosse,
et sat dense punctatis, transversim subtiliter plicatulis, lateribus
evidentius; subtus sat subtiliter parce punctatus, pectore lateribus
et metapleuris fortius ac densius punctatis. — Ü. dejeanii affınis, sed
latior, magis punctatus, prothorace minus conico, densius punctato,
elytris et prothorace subtiliter pubescentibus et colore sat distinctus.“
(La region exploree par M. v.: Höhnel est intermediaire entre
les pays Somalis et le pays de Massai; la cöte orientale d’Afrique vers
le 1. degre de latitude nord. Mus. Vindob.).
In Abyssinien und im Ostsudan kommt eine auffallend glatte
und meist prächtig glänzende Rasse der Art vor, die sich mit ihren
Bogos- und Erithrea-Stücken dem echten (©. eribratellus sehr nähert.
Bei der geringen Zahl der Stücke von ziemlich vielen Fundgegenden
läßt sich über die Bildung von Farbenrassen innerhalb» der farben-
reichen Form nichts festlegen; ich kann nur die Farben angeben, die
bei den Stücken von ein und derselben Gegend und vom gleichen
Saınmler auftreten. Die Rasse seizu Ehren Schoutedens, dem ich
soviel interessantes Kongomaterial verdanke,
II.
©. cribr. Rasse schoutedeni m.
genannt.
In allen Teilen glatter und höchstens am Ende der Flügeldecken
fein behaart. Der Halsschild nur punktiert, nicht unregelmäßig gewirkt,
meist breiter und seitlich stärker gerundet. Die Flügeldecken seitlich
weniger, oft garnicht quer gerunzelt, sodaß die Ähnlichkeit mit
C. varicolor Jac., der aber als compressicornis-Forın einen viel schmäaleren
und fast unpunktierten Halsschild hat, groß wird. Die Unterseite
zuweilen stärker behaart, oft gänzlich unbehaart.
Im B. aus folgenden Gegenden:
— Abyssinien, Steudner $. 5 (3 düster bronzen, 2 neutraltinten-
farben).
1. Schecko (Ostsudan), OÖ. Neumann $. 2 (violettblau).
2. Gelofluß im Mai (Ostsudan), id. 8. 2 C.W. u. 2 weitere
(1 blaugrün, 2 violettblau, 1 intensiv violett), eod. loc.
im Juli 1 (violettblau).
Zur Kenntnis der afrikanischen Corynodeti (Coleopt. Chsysomelidae). 129
3. Kumbi, 5. VI. 1900, Baron von Erlanger u. O. Neumann
SS. 1 (violett).
4. Ganda Kore, 21. V. 00, id. SS. 1 (grünblau).
5. Tädo (Ostsudan), OÖ. Neumann 8. 3 (2 blau, 1 violettblau).
6. Pokotsch, id. 8. 1 (blauviolett).
7. Adis-Abbeba, v. Erlanger u. Neumann S8.S. 1 (bronzeoliven).
Im G. von:
8. Ambocarra (Schoa), V.85, Ragazzi S. 1 (blaugrün).
9. Gherba (Schoa), VII. 87, id. S. 4 (3 grün, 1 blauschwarz).
0. A Canale e Gudda (Arussı Galla), 3. V.93, II. Bottego 8.
5 (!alle kupfrig rotviolett).
Diese sub 10 genannten Stücke ähneln auffallend dem C. abyssinzicus
Jac. und dieser hat sie !als compressicornis v. senegalensis bestimmt
im Gegensatz zu den folgenden sub 11. genannten Stücken, die er
!als compressicornis bezeichnet hat.
ll. Ansaba (Bogos), O. Beccari 8. 6 (3 grüne, 3 kupfrig bis
messingbronzen).
In R.’s Sammlung:
12. Harrar, Kristensen S. 13 (1 kupfern mit grünkupfernem
Halsschild, 1 kupfrig-violettschwarz, 1 blauviolett, 2 grün-
blau, 8 grün).
13. Gundet 1 (grün).
14. Kesagdua (Erythrea), 2 (grün).
Die sub 11 erwähnten Stücke hat Beccarı an den Blättern von
Kanahia delilei Decais. gefunden, der einzige Fall, daß für einen
afrikanischen Corynodes die Futterpflanze bekannt wird.
Allgemeines über die Art.
Das Verbreitungsgebiet der dem Ü©. abyssinicus sehr nahestehenden
Art, die die Übergangsbrücke darstellt von dem mit primitivem Kopfe
und noch flacher, wenig gewölbter Körperform ausgerüsteten (©. abysst-
nicus zu den hochstirnigen und zylindrischen anderen Arten, scheint
mir gut umgrenzt zu sein. Erithrea und Weißer Nil (Viktoriasee im
Südwesten) bilden die äußersten Vorposten.
Innerhalb der Art scheiden sich eine Ost- und eine Westrasse,
jene glatt und meist auch unterseits fast unbehaart, äußerst variabel
in der Färbung, aber doch nie zweifarbig, nur bei sorgfältiger Unter-
suchung von compressicornis und compr. coerulescens zu unterscheiden,
zuweilen auch dem Ü. abyssinicus Jac. sehr ähnlich, diese rauh, mehr
oder weniger fein zum mindesten auf den Flügeldecken quer gerunzelt
und mehr oder weniger, oft allerdings auch kaum, auf der Unterseite
deutlich behaart. Wenn man die naheliegende Annahme macht,
daß, wo so gut wie alle Corynoden relativ glatt und glänzend sind,
auch die Glättung das Primäre gegenüber der Runzelung ist, was sich
wahrscheinlich später nach der genauen Kenntnis der Biologie und
Arehiv für Naturgeschichte
1913. A. 7. 9 7. Heft
130 Dr. HB. Kuntzen:
Entwickelungsgeschichte dieser Tiere wohl auch anatomisch be-
gründen lassen dürfte, so könnte man die Ostrasse als primär, die
Westrasse als abgeleitet betrachten. Immerhin bliebe dann das Auf-
treten der Behaarung noch höchst erklärungsbedürftig.
In die nächste Verwandtschaft von Ü. eribratellus muß eine Form
gehören, die Lesne (Bull. Mus. Paris VI. 1900 p.18) als ©. micheli
beschreibt. Aus seiner sorgfältigen Beschreibung, die unten folgt,
ist das — von ihm als konstant betonte — Merkmal ‚prothorax
sutura laterali media late oblitterata‘“ nach meiner Ansicht das
einzige, was ihn von den Formen des Ü. cribr. schoutedeni deutlich und
sicher scheiden muß.
„Long 11—14 mm. — Elongato-ovatus, nitidissimus, metallicus,
colore viridi, vel cupreo-igneo, elytris saepe obscurioribus; antennis
bası metallieis, artieulis ultimis nigris, labro nigro, tarsis supra viri-
dibus. Corpus supra glabrum, subtus setulis tenuissimis parce ad-
spersum. Caput sat fortiter punctatum, fronte parum convexa, haud
gibbosa, medio longitudinaliter leviter sulcata. Clypeus medio postice
foveola transversa ab fronte omnino divisus.® Sulci orbitales postice
hand dilatati neque altius impressi. Antenne articulis 6—11 gra-
datim modice dilatatis, omnibus elongatis. Prothorax conoideus,
latitudine basalı brevior, laterıbus rectis, sutura laterali media late
oblitterata ®; supra tenuiter vel sat fortiter plus minusve dense
punctatus. Scutellum rotundatum, bası truncatum, impunctatum.
Elytra latitudine humerali fere duplo longiora, pone medium leviter
ampliata, tenniter sat dense punctata, nullo modo alutacea ®), cari-
nula subsuturali deficiente ® depressione marginali versus epicem
magis conspicue lateraliter impressa. Abdomen nitidissimum, tenuissimme
parum dense punctatum.
ö tibiae anticae longiores, leviter curvatae, intus pilis densis, erectis
sat longis ornatae. Tarsi antiei articulo prImo majore.
Q tibiae anticae rectae, breviores, intus pube brevi, reclinata,
vestitae. Articulus primus tarsorum anticorum minimus (5).
5 Stück, gesammelt von M. Ch. Michel im Lande der Galla; ein
6. durch den toten Maurice Potter. Auf Carduaceenblüten.“
Die Angabe „auf Carduaceenblüten‘ will wegen der Möglichkeit,
daß die Tiere nur Blütenbesucher gewesen sind, für die wirkliche
Futterpflanze wenig besagen. Die abgebildeten Beine passen nach
ıneiner Ansicht gut zu Ü. cribratellus, weniger die Seitenansicht, wo
nur der Halsschildvorderrand und sein Seitenrand abzuweichen oder
vielleicht — so wenig es auch sei, es ist bei den Corynoden die pein-
lichste Genauigkeit notwendig — nicht ganz genau gezeichnet
sein könnten.
C. abyssinicus Jac.
CO. abyssinicus Jac. Ann. Mus. Genov. 2. vol. IV (XXIV) 8. 123.
Die Originaldiagnose lautet deutsch:
Violettblau; Oberlippe, Fühler und Tarsen schwarz; Thorax
Zur Kenntnis der afrikanischen Corynoden (Coleopt. Chrysomelidae). 131
dicht bedeckt mit größeren und kleineren Punkten; Flügeldecken
sehr dicht punktiert, die Zwischenräume fein quer gerunzelt. Klauen
gespalten.
Länge 5—6 Linien.
Kopf stark und mäßig dicht punktiert, der Scheitel mit einer
feinen Mittellinie; das Epistom von der Stirn durch eine tiefe Quer-
grube getrennt und dicht punktiert; Oberlippe und Beine schwarz;
Fühler recht schlank, schwarz, die ersten 6 Glieder glänzend, die
übrigen allmählich aber mäßig erweitert, kaum länger als breit; Hals-
schild subzylindrisch, die Seiten vollständig gerade und geradlinig
verengt nach der Spitze zu; die Vorderecken gezähnt und sichtlich
vorgezogen; Hinterrand sehr wenig in der Mitte erweitert, Ober-
fläche überall bedeckt mit kleineren und größeren Punkten; Schildchen
so breit wie lang, seine Fläche niedergedrückt, die Spitze recht scharf;
Flügeldecken zwar dicht, doch gleichmäßiger punktiert als der Thorax,
die Zwischenräume nach den Seiten zu quer geringelt, mehr undeut-
lich auf der Scheibe; Unterseite und Beine sparsam mit gelbweißer
Behaarung bedeckt; Beine deutlich, Abdomen sehr fein punktiert;
Prosternum erheblich länger als breit, bedeckt mit langen Haaren.
Schoa: Mahal-Uonz, Let-Marefia (©. Antinori).
Der Thorax ist bei dieser Art nicht länges als breit, aber dichter
punktiert als bei CO. compressicornis F., die Fühler sind schlanker und
die Endglieder sind weniger erweitert als bei den meisten Spezies»
des Genus; an den Seiten die fein runzligen Flügeldeckenintervalle
leichtern die Erkennung der Spezies.
Bei der Durchsicht der sämtlichen 71 Stücke des Genueser Museums
ergaben sich noch die Fundorte Kure (VII. 87) und Antoto. Die Art
nimmt durch ihre Flachheit, ihren flachen, undifferenzierten Kopf
und ihre sehr wenig erweiterten Fühler eine extreme Stellung unter
den afrikanischen Corynoden nicht allein ein.
C. parvofossulatus m.
Habituell schwer mit irgend einer Art zu vergleichen. Durch
seine Größe und die starke Gewölbtheit noch dem CO. azureus und
besonders seiner longzcollis-Rasse am leichtesten zu vergleichen, durch
die Kopfbildung aber entschieden mehr an O. compressicornis erinnernd
oder überhaupt an die mehr flachstirnigen Formen.
Kopf etwas schmaler als bei großen 2 des Ü. az. longieollis; die
Stirn weniger gewölbt, mit nach vorn allmählich vertiefter Mittel-
linie, so daß der vordere Teil in zwei Backen geteilt ist, gröber und
sehr zerstreut punktiert mit absolut glatten Intervallen zwischen den
Punkten, vorn fast noch einmal so breit und nicht mit steilem Ab-
sturz auf die Epistomregion überfallend; der Eindruck zwischen
Epistomhinterrand und Stirnvorderrand in der Mitte geteilt, viel
flacher und hinter den Fühlerwurzelhöckern sich bis an den Schläfen-
kanal fortsetzend; dieser viel schmaler und flacher; Epistom leicht
ausgerandet; Oberlippe etwa halb so breit, rauher. Halsschild in der
7. Heft
132 H. Kuntzen — W.W. Fowler:
Form von oben ähnlich, etwas schmaler, nach vorn etwas stärker ver-
engt, Seitenrand nicht geschwungen, sondern geradlinig, in der Mitte
erloschen und nur durch die Punktreihe oberhalb von ihm eben an-
gedeutet; die doppelte Punktierung noch feiner und flacher. Schildchen
kürzer, breit abgerundet, glatt. Flügeldecken nach hinten viel mehr
verbreitert, viel gestreckter, auf */, der Länge am breitesten, an den
kaum hervortretenden Schultern, die den Seitenrand des Halsschildes
beinahe als Verlängerung des Flügeldeckenseitenrandes erscheinen
lassen, wenig breiter als die Halsschildbasis, äußerst glatt und glänzend,
mehr noch als bei ©. azureus azureus, die Punktierung demnach sehr
fein, nach vorn zu sehr undeutlich reihig, seitlich und hinten so gut
wie zerstreut. Unterseite ähnlich, doch die Episternen der Vorder-
brust erheblich gröber gestrichelt, sodaß man den Eindruck von
feinen abwechselnden Rippen und Furchen hat, die Punktierung
der Brust sonst wenig abweichend, die des Abdomens ohne Andeutung
von Tuberkeln und kaum schräg von hinten eingestochen, wie es
z. B. bei C. az. longicollis mehr angedeutet ist; die Intervalle zwischen
den Punkten nicht von feinen Rissen, die sternförmig von den Punkten
ausgehen, durchzogen. Fühler allmählich verdickt, die am meisten
verbreiterten Glieder nicht halb so breit wie die des ©. azureus longi-
collisQ; die Beine etwas feiner punktiert, ähnlich proportioniert; Vorder-
schienen von innen gerade, nicht leicht gebogen wie bei O. longecollis 9,
von vorn dagegen etwas mehr gebogen. Länge: 15 mm, Länge der
- Flügeldecken: 9,5, des Halsschildes 4,6, Breite der Flügeldecken: 7,3,
des Halsschildes: 4,5 mm.
1 2, Binescho, Ostsudan, Prof. O. Neumann 8. B.
Das Tier nimmt eine besondere Stellung unter den afrikanischen
Corynoden ein. Kopfbildung, Fühler, Schultern, Halsschildseitenrand
nähern ihn C. cribratellus und C. abyssinieus, die Wölbung des Körpers
wieder den hochstehenden Formen (C. azureus, ©. dejeani und den roten
Arten.
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute: Languriidae.
By
W. W. Fowler.
Dr. W. Horn has sent me, from the German Entomological
Museum about one hundred examples of Langurüidae collected by
Herr Sauter in Formosa, chiefly in the years 1911—12: of these
twenty-five must be referred to Metabelus (Pachylanguria) collaris
Crotch var.tripunctata Kraatz: they vary largely in size (from 10 to
15 mm) and to a certain extent in the shape and convexity of the
H. Sauter's Formosa-Ausbeute: Languriidae. 133
prothorax: thecolouroftheelytra.also varies from blueto dark violaceous:
the localities given for the species are Hoozan, Taihorin, Kosempo,
Kankau (Koshun) and Kanshirei: there are seven examples of Tetra-
languria elongata Fabr. var. pyramıdata Mc Leay (five from Taihorin,
one from Kankau and one from Kosempo) and eighteen of Anadastus
(Languria) melanosternus Har. (all from Kankau, Koshun): among
the others are several species which appear to be undescribed.
Tetralanguroides Fowler.
(Trans. Ent. Soc. Lond. 1886, 315).
I described this genus for the reception of a species in Crotch’s
collection, labelled as the type of a new genus which I named as T.
fryi: Gorham subsequently proposed to drop the genus or he considered
the insect to be a composite one, an ordinary Tetralanguria with a
different head affıxed: I am not prepared to say definitely that
this is the case, but I have had an opportunity recently of again
examining the insect and it is in such very poor condition (having
evidently, since I saw it last, been soaked and taken to pieces and put
together again), that I prefer to sink it as the type of the genus and
to substitute the species described below, which answers to the
description of the genus, except that the apices of the elytra are in
the type specimens very obtusely pointed and notched internally
and not truncate.
Tetralanguroides sauteri Sp. n.
Tetralanguriae elongatae quoad formam valde affinis: viridiscenti-
aeneus vel aenescens. Capite sat fortiter punctato, antennis robustis,
elava distincte 5-articulata: prothorace plus minusve convexo, latı-
tudine paullo longiori, levissime sed distinete punctato; elytris apices
versus angustioribus vel subparallelis, leviter punctato-striatis, inter-
stitiis plus minusve rugosis, apicibus obtuse angustatis, productis:
pedibus piceis, corpore subtus piceo-brunneo.
Closely allied to Tetralanguria elongata from which it may easily
be distinguished by the 5-jointed club: greenish aeneous or aeneous
above, pitchy or brownish-pitchy beneath:headratherstronglypunctured:
prothorax more or less convex, very finely but plainly punctured,
rather longer than broad, with the base depressed: elytra gradually
narrowed from apex to base, with rows of fine punctures and with the
interstices more or less distinctly rugose: legs dark, pitchy: apices of
elytra separately pointed obtusely and slightly notched, with a
depression followed by a callosity at the extreme end: coxal lines
more or less distinct, resembling those of Tetralanguria.
Length 10—11 mm.
Three examples, one labelled Taihorin 1911, and two Kosempo
1909 and 1911: one of the two latter has the prothorax less convex
and the sides more parallel and answers exactly to the insects below
described as a variety, except in the shape of the apex ofthe elytra:
unfortunately the antennae are both broken.
7. Heft
134 W.W. Fowler:
var. simplex var. nov.
Differs from the type in being rather larger on the average and
in having the prothorax less convex, with the sides more parallel
and in the simple, truncate or almost truncate, apices of the latter.
Length 11—13 mm.
Three examples: Taihorin 1911, Suisharyo 1911, Taihorinsho
1909. If it were not for the intermediate specimen above noticed I should
be inclined to regard this as a separate species, but at present it is
best to leave the question open: the difference does not appear to be
sexual.
One male speeimen of Languriomorpha lewisi Crotch from
Kagoshima, Japan, was mixed with this species, which it rather closely
resembles superficially: this was the only specimen in the collection
which did not come from Formosa: it is very easily known by the
fine but distinct teeth on the anterior femora of the male.
Tetralanguria miles sp. n.
Elongata, subcuneiformis, sat angusta, capite elytrisque nigris
vel nigro-cyaneis, prothorace rufo, macula centrali variabili et interdum
macula utrinque ad latera fuscis, corpore subtus plus minusve brunneo-
piceo: capite diffuse sat fortiter, punctato, antennis robustis, clava
4-articulata: prothorace convexo, longitudine paullo latiori, fere
glabro, disco diffuse leviter punctato, lateribus rotundatis, angulis
postieis sat fortiter productis: elytris longis leviter punctato-striatis,
interstitiis rugosis, apicibus oblique truncatis: pedibus nigris, femoribus
ad basin interdum dilutioriıbus; lineis coxalibus brevibus, vix distinctis.
A long narrow and elegant species with the elytra very long in pro-
portion to the prothorax: head and elytra black or cyaneous black, pro-
thorax bright red with a small centraldark spot andsometimesa dark spot
.on each side in a line with this (these markings are probably very variable
and sometimes absent): head distinetly and diffusely punetured, an-
tennae robust with a four jointed club: prothorax convex, subtrans-
verse with the sides rounded and the posterior angles strongly produced,
disc very finely punctured: elytra narrowed from base to apex with-
out or with very slight metallic reflection, with regular but not
very distinct rows of punctures and with the interstices very finely
rugose, apices obliquely truncate; legs pitchy-black, femora black
or partly lighter: coxal lines short and not distinct.
Length 15 mm.
Two specimens, one from Kosempo 1912 (with broken antennae)
and one from Kankau (Koshun) 1912.
It is possible that this may be the type of a new genus, as the
first joint of the club (the eighth of the antennae) is considerably
narrower than the second (in Teiralanguria elongata they are of equal
breadth) and the seventh joint of the antennae is slightly thickened:
the elytra, moreover, are less parallel and the prothorax less quadrate
and the apex of the former is somewhat different.
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute: Languriidae. 135
Perilanguria Fowler.
Wytsman. Genera Insectorum, Coleoptera, Languriinae (1908) p. 19.
Iproposed this genus with some hesitation, to includecertain African
species wıth no distinct coxal lines and with the eyes moderately
or finely facetted or granulate: it must however, be extended so as
to embrace at all events the Old World species that fall under this
category.
| We may define the four genera Coenolanguria, Perilanguria,
Anadastus and. Stenodastus as follows:
Eyes strongly granulate: coxal lines usually absent or if present, raised,
divaricate and not distinct. Coenolanguria Gorham.
Eyes finely or moderately granulate: coxal lines absent or nearly so.
| | Perilanguria Fowler.
Eyes very finely granulate: coxal lines distinct long, parallel and more
or less approximate. Anadastus Gorham.
Eyes not strongly, but moderately or even rather finely granulate:
coxal lines distinct, short, widely diverging. Stenodastus Gorham.
I prefer to keep the American species by themselves under the
typical name of Languria Latreille, of which genus the common
species Z. mozardi Latr. is the type: strietly speaking they belong to
Perilanguria, as the eyes are finely facetted or granulate and there
are no coxal lines: it is open therefore to anyone to sink the last named
genus, but in the face of the very large number of species that are
perpetually being discovered it is far more convenient to keep the Old
and New World species apart.
Perilanguria sauterana Sp. n.
Subecuneiformis, nitida, capite prothoraceque obscure rufis, elytris
obseure aenescentibus vel nigro-cyaneis: capite trianguları, oculis
prominulis, leviter granulatis, antennis piceis, clava 4-articulata:
prothorace magno convexo, lateribus rotundatis, marginatis, latitudine
paullo longiori, fere‘laevi; elytris cuneatis, a basi usque ad apicem
sensim contractis, leviter punctato-striatis, apieibus conjunctim
rotundatis: pedibus piceis; lineis coxalibus nullis.
A small shining cuneiform species, with the head and prothorax
of a dark rufescent colour and the elytra obscurely aeneous or dark
cyaneous: eyes finely granulate, antennae dark with a four jointed
elub and the seventh joint slightly thickened; prothorax large and
convex, a little longer than broad, almost smooth,with the sides evenly
rounded and rather strongly margined, the front part ofthe margins,
if viewed from above, being hidden by the convexity of the prothorax:
elytra wedge-shaped, contracted from base to apex, distinetly raised
just before base, with fine rows of punetures; legs dark; underside
finely and diffusely punctured; coxal lines absent.
Length 44/,—7!/, mm.
T Heft
136 W.W. Fowler:
Two specimens from Taihorin 1911, two from Suisharyo, Oct. 1911
and two from Kankau, Apriland August 1912; one of the specimens
from Taihorin is about half the size of the others and has the elytra
more strongly punctured, but they appear to belong to the same
species: it is a very distinct little insect, by means of its shape and the
convexity and evenly rounded sides of the prothorax.
In the collection there are two other small insects, apparently
belonging to two species of Perilanguria, from Kankau: I do not
however care to describe them without further material; they closely
resemble one another, but differ in the formation of the antennal
club and other particulars.
Anadastus robustior sp. n.
Sat latus, robustus, parallelus, capite prothoraceque rufescentibus,
elytris obscure viridiscenti aeneis, corpore subtus cum pedibus piceis;
capite levissime punctato, antennis nigris, ad basim rufis, clava 5-arti-
culata; prothorace subquadrato, angulis antieis distinetis, lateribus
leviter rotundatis ad basim contractis, angulis postieis acutis, mar-
ginibus distinetis: elytris usque ad apices vix angustatis, apieibus
rotundatis, fortiter punetato-striatis; pedibus sat robustis tarsis
latis lineis coxalibus distinctis.
A short and comparatively broad species; head and prothorax red,
very finely punctured, eyes finely granulate, antennae black with
base red, club 5-Jointed; prothorax subquadrate, convex, gentlyrounded
at the sides, which are strongly margined, broadese about middle,
contracted before base, posterior angles well marked; elytra of an
obscure greenish aeneous colour, parallelsided, very slightly rounded,
with strong andregularrows ofpunctures, interstices finely rugose, apices
jointly rounded, subtruncate just at suture: scutellum dark; legs
rather stout, pitchy, tarsı somewhat dilated, metatarsus of the hind
pair shorter than the two proceeding joints: coxal lines distinet, sub-
parallel, widening out towards apex.
Length 10—11 mm.
On example from Sokutsu, Banshoryo Distriet 1912: another
smaller from Taihorin 1911.
The smaller specimen has the club rather looser and the punctation
of the front parts rather more distinet, but it appears to belong to the
same species on the one from Sokotsu. This inseet is very distinct;
superficially it somewhat resembles Stenodastus (Languria) scutellatus
Croteh but differs in several important particulars: the red scutellum
in Crotch’s species separates it at once from its allies.
Anadastus formosanus Sp. n.
Subparallelus, sat nitidus, capite prothoraceque rufis, elytris
plus minusve obscure viridi-aeneis, scutellorufescenti; capitetrianguları,
levissime punctato, oculis prominulis, leviter granulatis, antennis
ad basim rufis vel rufo-piceis, clava nigra ö-articulata, prothorace fere
laevi, latitudine haud vel vix longiori, lateribus antice rotundatis
ER Sauter's Formosa- Ausbeute: Länguriidae. 137
postice sensim contractis, fortiter marginatis; elytris apicem Versus
vix angustatis, distincte sed haud fortiter punctato-striatis, apieıbus
conjunctim truncatis: pedibus rufo-piceis vel rufis, genibus et fe-
moribus obseurioribus; corpore subtus piceo ad partem rufescenti;
lineis eoxalibus sat longis, parallelis, ad apices sensim divergentibur.
A subparallel rather shiny and rather robust species with the front
parts and scutellum red and the elytra obscurely greenish or bluish
aeneous; head with the eyes prominent, finely granulated, antennae
reddish at base with a black five-jointed club, the first joint being
small; prothorax broadly subeordiform, about as long as broad, but
somewhat variable with strong margins with the sides rounded in front,
broadest about middle and contracted before base, almost smooth or
very finely punctured, basal impression and striae deep; elytra only
slightly contracted behind, strongly margined, with the humeral
impressions well marked, and with regular but not strong rows of
punctures, apices jointly and simply truncate or almost Tounded;
legspitchy or pitchyred in part. darker; undersidepitchy, partlyrufescent;
coxal lines parallel, rather long, not far apart, divergent at apex.
Length 8—91/, mm. |
About a dozen examples: Suisharyo, Oktober 1911; Taihorin
October 1909; also taken in 1910 and 1911: Kankau (Koshun) May
1912, Chikutoki May 1911.
This. species varies somewhat in size, colour of underside and
legs, shape of prothorax and punctuation but intermediate examples
oceur and I thınk all must be referred to one species.
Anadastus angustior sp. n.
Angustus, parallelus, capite prothoraceque rufis vel piceis, elytris
plus minusve obscure coeruleo—aenescentibus: capite triangulari,
oculis modice granulatis, antennis clava ö-articulata, piceis, vel ad
basim rufescentibus: prothorace subquadrato, latitudine paullo longior,,
lateribus fere parallelis, marginatis; elytris vix postice contractis
sat regulariter punctato—striatis, distinete marginalis, apieibus con-
junetim truncatis; corpore subtus piceo; lineis coxalibus sat longis,
parallelis, approximatis; pedibus piceis.
A small, very narrow, elegant parallel species with the front
parts red, or entirely dark pitchy reddish: elytra variable, sometimes
brightly, sometimes obscurely bluish metallic; head triangular, rather
distinetly punctured, eyes prominent moderately granulate, antennae
rufescent at base or entirely pitehy with a 5-jointed club, the last three
joints being the broadest and the first joint (7 of the antennae) being
only slightly thickened; prothorax subquadrate, a little longer than
broad, with the sides almost straight and parallel, slightly narrowed
before base, distinctly margined, anterior angles well marked, very
finely punctured on disc; elytra long, parallel, scarcely narrowed
towards apex, with more or Jess regular rows of fine punctures and
finely rugose, apices jointly truncate; legs and underside pitchy-
black; coxal lines rather long, parallel and approximate,
7. Heft
138 W.W. Fowler. — Embrik Strand:
Length 5—5!/, mm. /
Two specimen from Kankau (Koshun) May 1912: one from
Taihorin 1911; one from Taihorinsho. x
Anadastus kankaui sp. n.
Angustior, subparallelus, nitidus, capite prothoraceque rufis, elytris
nigris; capite sat ınagno triangulari, levissime punctato, oculis leviter
granulatis, antennis sat longis, piceis ad basim rufis, clava 5-articulata;
prothorace subquadrato vix punctato, lateribus parallelis, sed leviter
rotundatis, marginibus distinctis, parum elevatis; elytris longis, vix
metalliceis apicem versus persensim angustatis, leviter punctato-
striatis; pedibus nigris: lineis coxalibus parallelıs.
A narrow shining subparallel species, with the head and prothorax
clear red and the elytra black scarcely metallic: head rather large,
antennae dark with reddish base with a 5-jointed club; elytra long,
very gradually narrowed from just before middle to apex, with fine
rows of punctures which are less strong just before base which is rather
distinctly raised, shoulders well marked, apices jointly truncate; legs
black, very shining, femora more or less clavate; coxal lines parallel.
Length 5—6 mm.
Kankau (Koshun): five specimens, April, May and June 1912.
This species closely resembles Anadastus vandepolli described
by myself from Queensland, Australia. Small specimens are very
like some examples of A. angustior, but the sides of the thorax are
less parallel and the elytra are broader.
Zoologische Ergebnisse der Expedition des
Herrn G. Tessmann nach Süd-Kamerun und
Spanisch-Guinea. Lepidoptera.
VI.
(Danaididae und Satyridae.)
Von
Embrik Strand.
Fam. Danaididae.
Gen. Danaida Latr.
Danaida chrysippus (L.).
Kamerun: Bipindi, Kribi 4. XT.1905, 1&, an gelben Kompositen-
Blumen.
Zoolog. Ergebnisse der Expedition G. Tessmann etc. Lepidoptere.. 139
Danaida chrysippus (L.) var. aleippus (Cr.).
Kamerun: Campo Kulmaka 13. I. 1906, 1 $. — Bakoko-Bassa-
gebiet 15—27. IX. 1905, 2 2. — Bibundi 1.—23. X. 1904, 1%; 1.—15.
1.1905, 1%. — Mokundange 16.—31. V. 1905, 18, 19; 16.—30. VI.
1905, 19.
Span. Guinea: Alen, Benitogebiet 16.—31. VIII. 1906, 18.
1.—15. IX. 1906, 1%; 16.—30. IX. 1906, 14.
Die Exemplare wurden z.T. ‚an gelben Kompositen-Blumen“,
„im Hochwald“ oder ‚an lichter Stelle fliegend‘“ gefunden.
Danaida (Tirumala) limniace (Cr.) var. petiverana Dbld. Hew.
Kamerun: Jaundestation, Simekoa 1.—7.X.1905, 14. —
Bakoko-Bassagebiet 15.—27. IX. 1905, 33.
Span. Guinea: Makomo, Campogebiet 1.—17. 11. 1906, 1 9;
16. —31.V. 1906, 13. — Campogebiet 1 d; Campo Bebulemambe
Anjong 1&. — Alen Benitogebiet 16.—31. VIII. 1906, 18; 16.—30.
X1.1906, 44.
Danaida (Melinda) Morgeni Honr.
Kamerun: Assoko, Simekoa-Jaundestation 12.—23. X. 1905, 1.
— Bassagebiet 24. IX. 1906, 148.
Gen. Amauris Hb.
Amauris (Cadytis) Vashti Butl.
Kamerun: Jaundestation-Simekoa 1.—7. X. 1905, 2 9. — Nyong-
Jaundestation 28.—29. IX. 1905, 2 9; 26. —831.X. 1905, 2 9.
Span. Guinea: Makomo, Alen-Benitogebiet 1._150R! 1906, 19.
Alen-Nkoeli 1 9.
Amauris niavius (L.).
Kamerun: Jaundestation-Simekoa 1.—7.X.1905, 13. — Mo-
kundangg 16.—31. V. 1905, 19; 16.30. VI. 1905, 19; 1.—15. VI.
1905, 2 @. — Kribi 11.—14, III. 1906, 19. — Bibundi 1.—15. X.
1904, 18.
Span. Guinea: Akom Kulmaka 24.—27. I1I. 1906, 19. —
Campogebiet, Bebulemambe Anjong, 18. — Z. T. „an Blüten von
Kompositen“ oder „am Pflanzungsrande fliegend‘“ gefangen.
Amauris damocles Beauv. psyttalea Plötz.
Kamerun: Bakoko-Bassagebiet 4.—10. IX. 1905, 13. — Biı-
bundi, 18. Ä
Span. Guinea: Makomo, Alen-Benitogebiet 1.—15. X. 1905,
13; 15.—30. VI. 1906, 1 8.
Von der in „Seitz“ als psyttalea abgebildeten Form weichen die
. zwei mir bei der definitiven Bearbeitung vorliegenden Exemplare
(von Makomo und Bibundi) dadurch ab, daß im Dorsalfelde der Vflgl.
der kleine weiße Fleck fehlt; der Sublimbalfleck ebenda ist jedoch
7. Heft
140 HONFZE : Embrik Strand:
vorhanden. Will man für.die in Seitz als psyttalew dargestellte Form
diesen Namen reservieren, so könnte die vorliegende eventuell als ab.
psyttaloides m. bezeichnet werden.
Amauris damocles Beauv. f. damocles a.
Kamerun: Jaundestation-Simekoa 1.—7.X.1905, 29. — Bi-
bundi 1.15. I. 1906, 1.&
Span. Guinea: Alen, Benitogebiet 1.—15. VII. 1906, 1d; —
Makomo 1.—16. X. 1906, 18; 16. —30. XI. 1906, 24. — Uelleburg
VI.— VIII. 08, 1 Ex.
Amauris damocles Beauv. ab. bibundana Strd. n. ab.
Kamerun: Bibundi 16.—31. 1. 1905, 18.
Zeichnet sich dadurch aus, daß im Felde 1b der Vorderflügel,
innerhalb der Mitte, ein kleiner weißer Längsfleck gelegen ist. Der
weiße Diskalfleck desselben Feldes ist groß und dreieckig.
Amauris damoeles Beauv. ab. tartaroides Strd. n. ab.
Unikum von Bibundi 1 —15. II. 1905.
Steht A. tartarea Mab. wegen Reduktion der weißen Flecke der
Vorderflügel nahe; dieselben sind jedoch in derselben Anzahl wie bei
damocles vorhanden. Die beiden Dickalflecke sind unter sich um den
kürzeren Durchmesser des Zellenfleckes entfernt, derjenige im Felde 2
überschreitet kaum die Rippe 2 nach hinten und erreicht vorn nicht
die Rippe 3. Der helle Fleck der Hinterflügel ist schmutzig grau-
weißlich, mit verwischten Rändern, aber ungefähr so ausgedehnt
wie bei damocles.
Amauris damocles Beauv. ab. bassana Strd. n. ab.
Kamerun: Bakoko-Bassagebiet 15.—27. IX. 1905, 1.8. — Bassa-
gebiet, Edea IX. 1905, 14.
Span. Guinea: Makomo, Campogebiet 1.—17. XI. 1903, 18.
— Alen Benitogebiet 16.—31. VII. 1906, 18. — Das Exemplar von
Alen und von Edea liegt mir bei der definitiven Bearbeitung nicht vor.
Dies ist eine recht fragliche Form, die zwischen damocles, tartarea
und Mozarti steht und dafür sprechen dürfte, daß diese drei nicht gute
Arten sind, sondern nur als Formen von damocles aufzufassen sein
dürften. — Von tartarea weicht bassana durch schmutzig weißliches,
die Vorderhälfte der Zelle, Basıs des Feldes 6 und einen Teil des Feldes 7
einnehmendes Feld ım Hinterflügel. Von Mozart abweichend dadurch,
daß der Fleck im Felde 2 nicht die Basis desselben Feldes erreicht
und ebenso bleibt sein in das Feld 1b sich hineinstreckender Teil
von der Zelle bezw. von der Mediana weit entfernt, mit anderen Worten
der im Felde 1b sich befindende weiße Fleck ist bei Mozartı dreimal,
hier nur etwa zweimal so lang wie breit; ferner ist das helle Feld der
Hflg!. größer als bei Mozarti. — Flügelspanmung 85 mm. en von
Bakoko. y.#
Zoolog. Ergebnisse der Expedition G! Tessmann ete. Lepidoptera.. 141
Das eine der mir nicht mehr vorliegenden Exemplare ist in dem
s. Zt. aufgenommenen provisorischen Verzeichnis als von Edea in
Kamerun stammend angegeben. Da nun die Type von A. Mozarti Suff.
die Patria-Angabe Ebea in Kamerun trägt, so ist es nicht unwahr-
scheinlich, daß beide Exemplare in der Tat von derselben Lokalität
stammen, was für die spezifische Zusammengehörigkeit wohl sprechen
dürfte.
Amauris tartarea Mab. cum ab. reata Suff.
Kamerun: Bibundi 1.—16. 1.1905, 1%. — Lolodorf, ‚Nyong-
Jaundestation 28.—31. X. 1905, 14.
Span. Guinea: Alen, Benitogebiet 16.—30. XI. 1906, 24. —
Das einzige mir bei: der definitiven Bearbeitung vorliegende Exemplar
von Alen gehört zur ab. reata Suff.
Amauris hyalites Butl.
Kamerun: Asoko, Simekoa-Jaundestation 12.—23. X. 1905, 1&.
— Bassagebiet, Lom 24. IX. 1905, 14.
Span. Guinea: 13; Makomo, Campogebiet 28.1.1906, 14;
1.—17. 11. 1906, 23; 5. V. 1906, 1&. — Alen, Benitogebiet 15.—30,
VI. 1906, 18; 1.—15. XD. 1906 18.
Amauris inferna Butl.
Kamerun: Victoria 29. VIII. 1904, 19. — Bibundi 1.—16.
X. 1904, 19. — Mokundange: 1.—15. VII. 1£.
Amauris hecate Butl.
‘Kamerun: Bibundi 16.—31. I. 1905, 18.
| Amauris. echeria Stoll.
Kamerun: Mokundange 10.—27. VII. 1905, 14. Bee Io,
—20. X1. 1905, 139. — Bibundi 1.—15. V. 1905, 14.
Fam. Satyridae.
Gen. Elymniopsis Fruhst.
Elymniopsis phegea F. ab. angustata Bartel.
Kamerun: Assoko, .Simekoa-Jaundestation, 13. X. 1915, 19, am
Wege, im lichten Walde fliegend.
Elymniopsis bammakoo Westw.
Span. Guinea: Alen,. Benitogebiet 17. IX, 1906, 1&, am Weg
nach Malen fliegend.
Gen. Melanitis F.
Melanitis leda L..africana Fruhst.
Kamerun: Mokundange 19. VI. 1905, 1 2, „mittags beim Hause
fliegend‘“.
7. Hofi
142 | Embrik Strand:
Gen. Gnophodes Westw.
Gnophodes parmeno Dbld. Hew.
“ Kamerun: Bibundi 18. XII. 1904, 18, „gegen 6 Uhr abends
an einem Baumstamm fliegend, bei Bibundi Dorf“.; 291. 1905, 19,
auf einem Wege fliegend.
Gnophodes chelys F.
Kamerun: Bibundi 22. I. 1905, 1 d. — Mokundange 9. VII.
1905, 14.
Span. Guinea: 1 $; Alen, Benitogebiet 16.—31. VIII. 1906,
18; 1.—15.X. 1906, 19; 16.30. IX. 1906, 1%; 1.15. XI. 1906,
29; 17. XI. 1906, 14, 29, aus Raupe; 1.—14. I. 1907, 1$; 15.31.
I. 1907, 18. — Nkolentangan 30. XI. 1907, 1%.
Bei mehreren Exemplaren findet sich die Angabe, daß sie an oder
auf Wegen fliegend oder sitzend gefangen wurden. ;
Gnophodes ehelys F. var. elueidata Grünb.
1910 Grünberg, Sitzungsber. Ges. naturf. Fr. Berlin, No. 10, p. 469.
Span. Guinea: 3 9; Alen, Benitogebiet 16.-—30. XI. 1906, 19,1 2.
Es liegen mir jetzt 2 2 von ‚Spanisch Guinea” und 13 von Alen
vor, alle als ‚Type‘ bezeichnet.
Gen. Myealesis Hb.
Myealesis (Bieyelus) Hewitsoni Doumet.
Span. Guinea: Alen, Benitogebiet 16. VIII. 1906, 23, fliegend
am Weg im Urwald; 1.—15. X. 1905, 19. — Makomo, Campogebiet
28.1.1906, 13, 19; 1.—17. II. 1906, 13.
Mycalesis (Bieyelus) Hewitsoni Doumet var. bicolor Bartel.
Span. Guinea: Makomo Campogebiet 22. V.1906, 18, im
Urwald. — Alen, Benitogebiet 19. VIII. 1906, 13; 1.—15. IX. 1906, 14.
Mycalesis (Bieyclus) Hewitsoni Doumet var. subocellatus Bartel.
Span. Guinea: Alen, Benitogebiet 18. VIII. 1906, 12.
Mycalesis (Bieyelus) medontias Hew.
Kamerun: Bibundi 16.—31. XII. 1904 $; 1.—15.1. 1905 3;
29.1. 1905, $; 1.—15. V. 1905, $&. — Campo, Kulmaka 21. II. 1906, 9.
Span, Guinea: Alen, Benitogebiet 22. VIII. 1906, 2 $. — Ma-
komo, Campogebiet 16.—31. V. 1906, 19. — Uelleburg, Benitogebiet
14.1. 1907, 12. — Nkolentangan 30. XI. 1907, 12.
Mycalesis (Bieyelus) iceius Hew.
Span. Guinea: Makomo, Canipogebiet 28.1.1906, 19, im
Urwald; 16.—31. V. 1906, ein d&.
Zoolog. Ergebnisse der Expedition G. Tessmann etc, Lepidoptera. 143
Mycalesis (Bicyclus) sebetus Hew. una Ploetz.
Span. Guinea: Alen 3. Septbr. 1906, 19; ebenda 20. V. 1906,
18; 19.X.1906, 19. Alle Exemplare wurden fliegend am Wege
gefangen.
Mycalesis (Bieyelus) italus Hew.
Kamerun: Mokundange 9. VII. 1905, 148.
Span. Guinea: Uelleburg 21. I. 1907, fliegend, am Weg am Uelle.
Mycalesis (Bicyelus) xeneas Hew.
Kamerun: Bibundi, 18, 16.—31. XII. 1904; 24. X. 1904, 13 aus
Raupe; 22.1.1905, 18; 22.1.1905, 19, von Bäumen abfliegend.
— Jaundestation-Simekoa 5. X. 1905, 18, zwischen Gras und an
Blumen fliegend.
Span. Guinea: Makomo, Campogebiet 1. —17.11. 1906, 19;
16.—31. V. 1906, 19. — Makomo, Ntumgebiet 14. V. 1906, 13. —
Alen, Benitogebiet 3. IX. 1906, 16.
Die hier von Span. Guinea angegebenen Exemplare liegen mir
mit Ausnahme des letzteren Exemplares bei der definitiven Bearbeitung
nicht vor und vielleicht gehören sie in der Tat dieser Art nicht.
Mycalesis (Bicyclus) phalanthus Staudinger.
Kamerun: Mokundange 4. VI. 1905, 12.
Mycalesis (Bicyclus) phalanthus Staud.
var. phalanthoides Strd. n. var.
Es liegen mir 2 d& und 2 22 vor, die eine besondere Form von
phalanthus Staud., vielleicht sogar eine gute Art bilden. Die Jg (von
Alen 17. VIII. 1906, fliegend am Wege und ebenda 29. IX. 06) zeichnen
sich durch die scharf markierte, hellere und ein wenig breitere Mittel-
linie der Unterseite der Flügel aus und besonders dadurch, daß diese
auch im Verderflügel gerade ist, während sie ja bei der Hauptform
bekanntermaßen mitten eine saumwärts konvexe Krümmung bildet;
ferner ist diese Linie in beiden Fiügeln ein klein wenig weiter von den
Özellen entfernt als es bei der Hauptform der Fall meistens zu sein
scheint; jedoch ist letztere in dieser Beziehung offenbar etwas variierend.
Der Mittelquerstrich der Zelle der Vorderflügel ist ein wenig schmäler
und noch undeutlicher als er bei der Hauptform gewöhnlich zu sein
scheint. — Das © (2 22: Alen 21. IX. 1906, Makomo 7. V. 1906)
weicht von dem, was ich für die Hauptform halte, durch die gerade,
breite und scharf markierte Mittelbinde der Hilgl.ab, während dieselbe
Binde im Vorderflügel von derjenigen der Hauptform kaum abweicht,
die Ocellen sind durchgehends ein wenig kleiner, was Zufall sein kann,
und die hellen Binden, welche die Ocellen gemeinsam einfassen, liegen
dieselben dichter an. Der Mittelquerstrich der Zelle der Vflgl. ist
ebenso wie beim 3 undeutlicher als bei der Hauptform. — Oben ist
charakteristisch, daß die weiße Binde der Vorderflügel ein wenig mehr
ausgedehnt ist, indem sie, bei einem Exemplar wenigstens, sich
7. Heft
nr Gere . Embrik Strand: .
zwischen der Ocelle im Felde 2 und dem Saume nach hinten bis fast
zum Hinterrande erstreckt. Die Ocellen der Oberseite der Hinter-
flügel scheinen weniger deutlich als bei der Hauptform zu sein.
Mycalesis sciathis Hew.
Kamerun: Bibundi 6.XI. 1904, 1 3; 27.X1.04, 1 9, am Pflanzungs-
rande fliegend.
‚Myealesis procora Karsch var. makomensis n. var.
Span. Guinea: Makomo, Campogebiet 22. V. 1906, fliegend im
‚Urwald, 18.
Von der Type abweichend durch Folgendes: Auf der Unterseite
‚ist die vordere Ocelle des Vorderflügels und alle Ocellen des Hinter-
flügels größer, was insbesondere an der vorletzten Ocelle der Hinter-
flügel auffallend ist, indem diese ebenso groß wie die hintere ÖOcelle
der Vorderflügel ist. Die postmediane Querbinde der Hinterflügel
ist ein wenig stärker gekrümmt sowie unbedeutend breiter und deutlicher
‚als bei der Hauptform, im Vorderflügel ist sie ebenfalls deutlicher
.und breiter, aber nicht stärker gebogen. Die hellen Ringe, welche die
_Ocellen der Hflgl. einschließen, sind ein wenig deutlicher als bei procora
Type. Die Querbinde durch die Mitte der Zelle der Vorderflügel er-
scheint hier kurz hinter dem Vorderrande wurzelwärts gebogen, was
bei der Type der Fall nicht zu sein scheint. Oben finde ich keine
nennenswerten Unterschiede. Ebenso wenig in Größe: Flügelspannung
39 mm.
Mycalesis taenias Hew.
Span. Guinea: Makomo Ntumgebiet 18. IV. 1906, 9, im
Urwald; 27. IV. 1906, 1&, auf Blüten von Kompositen. — Makomo
Campogebiet 16.—31. V. 1906, 13. — Alen Benitogebiet 16.—31. VII.
1906, 14; 16.31. VII. 1906, 14, 19; 11.IX. 1906, 18; 1.15.
X. 1906, 1%; 28. XI. 1906, 25, vom „Weg in den Sumpf bei Alen‘“.
Mycalesis ignobilis Butl.
Kamerun: Bibundi 16. X. 1904, 1%; 25. XI. 1904, 19, im
‚Urwald fliegend. — Mokundange 1.—15. VI. 1905, 18.
Span. Guinea: Makomo Campogebiet 12.—31. V. 1906, 1£.
— Alen Benitogebiet 13. VIII, 1906, 12; 16.—31. VIII. 1906, 18.
Mycalesis nobilis Auriv.
Span. Guinea: Alen Benitogebiet 1. X. 1906, 19, fliegend am
Wege.
Mycalesis dubia Aurıv.
Span. Guinea: Alen Benitogebiet 15. X. 1906, 18.
Mycalesis evadne Cr.
Span. Guinea: Alen 3. VII. 1906, 23, fliegend im Amoneum-
‚gebüsch. | | |
Zoolog. Ergebnisse der Expedition G. Tessmann etc. Lepidoptera. 145
Mycalesis asochis Hew.
Kamerun: Bakoko Bassagebiet 20. IX. 1905, 28, im Walde.
Span. Guinea: Makomo Campogebiet 16. 1 .Y. 1906, 18. —
Alen 10. VIII. 1906, 13, 19, fliegend am Wege; 17. 1X. 1906, 28,
19, fliegend am Wege. — Uelleburg 19.1.1907, 1 2 am Wege am
Uellefluß.
Mycalesis sambulos Hew.
. Span. Guinea: Alen 2. VIII. 1906, 13; 16.—30. IX. 1906, 15;
22. X. 1906, 12.
Mycalesis aurieruda Butl.
Kamerun: Jaundestation — Simekoa 1.—7. X. 1905, 148.
‚Span. Guinea: Alen 20. VI. 1906, 13; 1.—15. VII. 1906, 15;
28. XI. 1906, 1&, „fliegend am Wege in den Sumpf“.
Mycalesis sandace Hew.
Kamerun: Bibundi 27. XI. 1904, 1 9, „auf dem Buschwege
fliegend“ ; 29. 1.05, 1%, auf dem Wege fliegend.
Span. Guinea: Nkolentangan, Elun 8. I. 1906, 18.
Mycalesis technatis Hew.
Kamerun: Mokundange 1.—15. VI. 1905, 13; 16. VII. 1905,
1&. — Simekoa Kombokotto 8. X. 1905, 19, fliegend i im Gras.
Span. Guinea: Alen 5. IX. 1906, 18; 16. —31. X. 1906, 14.
Mycalesis miriam F.
Kamerun: Bakoko-Bassagebiet 15.—27. IX. 1905, 148.
Span. Guinea: Makomo Campogebiet 8. V. 1906, 15, fliegend
an grasreichen Stellen. — Alen 10. VII. 1906, 245, fliezend am Weg.
3.—15. VIII. 1906, 4%, 28, fliegend in lichter Gegend.
Mycalesis dorothea Cr. var. melusina F.
Kamerun: Bibundi 4. IX. 1904, 1, ‚‚ınassenhaft in der Pflanzung
fliegend“; 16.—30. X. 1904, 158, 19: 1.—15. II. 1905, 1&; 16.—30.
IV. 1905, 1 d. — Mokundange 23. VI. 1905, 1 2, aus Raupe. — Bakoko-
Bassagebiet 19. IX. 1905, 138, auf lichten Stellen im Gras fliegend.
Mycalesis sophrosyne Plötz
Kamerun: Bibundi 8.1.1905, 1&, im Elephantengras fliegend
bei Boniana.
Span. Guinea: Alen 30. VIIL. 1906, 2&, ‚„fliegend am Wege
in die große Farm bei Alen“.
Myealesis mollitia Karsch
Span. Guinea: Alen 28. VI. 1906, 18, fliesend im Urwald.
Archiv für Naturgeschichte
1913. A, 7. 10 7. Heft
146 Embrik Strand:
Mycalesis golo Auriv.
Kamerun: Mokundange 1.—15. V1.1905, 19. — Bakoko-
Bassagebiet 15. —27. IX. 1905, 19.
Span. Guinea: 1.—15. v1. 1906, 13, 22; 13. VIII. 1906, 29;
28. VIIL 1906, 33, 12; 24. IX. 1906, 18, 19; 1.—15.X, 1906, IE.
Alles „liegend am Wege“ gefangen.
Mycalesis golo Auriv. ab. [?] goloides Strd. n. ab.
. Ein 2 von Mokundange 18. VI. 1905, auf Kakaoschalen fliegend
in der Pflanzung.
Von oben von golo nicht leicht zu unterscheiden; die Vorder-
flügel haben jedoch Andeutung eines helleren Subapicalquerwisches
und der Saum zeigt zwei schmale schwarze Parallellinien, unten aber
weicht die Aberration durch folgendes ab: Die postmediane Binde ist
ım Hinterflügel zwischen dem Vorderrande und Rippe 4 leicht S-förmig
gebogen und zwar so, daß die wurzelwärts gerichtete Krümmung
vorn ist; im Vorderflügel ist genannte Binde ein wenig deutlicher
saumwärts konvex gebogen; die Grundfläche der Unterseite ist durch-
gehend ein wenig heller als bei der Hauptform; zwischen den Ocellen
in den Feldern 2 und 5 der Vorderflügel finden sich keine kleinen
Ocellen und ebenso wenig eine ebensolche im Felde 6. Die Ocellen
der Hinterflügel weichen insbesondere dadurch ab, daß die Ocelle
im Felde 6 größer als bei der Hauptform ist und zwar recht wenig
kleiner als die Ocelle im Felde 2, welche die größte der Ocellen der
Unterseite der Hinterflügel ist; die Ocelle im Felde 3 ist nur wenig
kleiner als die im Felde 6 und also größer als die im Felde 5, während
sie bei der /. pr. gleich der letzteren ist. Die Grundfarbe des Basal-
feldes der Unterseite beider Flügel ist ein wenig heller als die des
Medianfeldes.
Mycalesis milyas Hew.
Kamerun: Jaundestation-Simekoa 2.%.1905, 35, auf dem
Wege fliegend; ebenda 4. X. 1905, im Grasland zwischen Gras und
Blumen am Wege fliegend.
Myecalesis anisops Karsch cum ab. albopupillata Strd. n. ab;
Kamerun: Buea 15.IX.1905, 29, 22, am Wege fliegend im
Waldland 1000—2800 m. — Das 9 zeichnet sich dadurch aus, daß
die Ocelle des Feldes 2 der Oberseite der Vorderflügel doppelt so groß
wie beim & ist und einen schneeweißen Punkt einschließt.
Span. Guinea: 1 & (?; liegt mir jedenfalls bei der definitiven
Bearbeitung nicht vor).
Mycalesis martius F.
Kamerun: Mokundange 4. VI. 1905, 14.
Mycalesis buea Strand
Span. Guinea: Alen 7. VIII. 1906 fliegend am Wege. — Nkolen-
tangan 13. XI. 1907. — Uelleburg 16. 1. (oder 11.) 1907.
Zoolog. Ergebnisse der Expedition G. Tessmann etc. Lepidoptera. 147
Kamerun: Bibundi 8. I. 1905, im Blephantengras fliegend.
Beschrieben ist die Art im Archiv für Naturgeschichte 1911. I.
4. Supplementheft p. 109 aus Kamerun.
Mycalesis benitonis Strand n. sp.
3 22: von Alen 18. IX. 1906 und 11. VII. 1906, in beiden Fällen
‚tliegend am Wege“. — Uelleburg 17. I. 1907.
Es ist wahrscheinlich das 2 zu irgend einer im männlichen Ge-
schlecht schon bekannten Art, es ist mir jedoch nicht gelungen, die-
selbe mit Sicherheit festzustellen und ich muß daher die Art als neu
beschreiben.
Von M. martius F. weichen diese 99 durch u. a. violetten Schiller
im Saumfelde der Unterseite der Hinterflügel ab. — Die Unterseite
hat mit der von M. golo Auriv. (cf. die Abbildung in Seitz, t. 27, fig. e)
große Ahnlichkeit, aber die Saumbinde erscheint heller, indem der
hellgräuliche, violett angeflogene Hof um die Ocellen ziemlich scharf
markiert hervortritt und im Vorderflügel nimmt diese Färbung die
größere, vordere Hälfte der Saumbinde ein, allerdings beim emen
Exemplar daselbst z. T. schwach bräunlich angeflogen. Der Innen-
rand der Saumbinde verläuft wesentlich anders; im Vorderflügel ist er
zwischen den Rippen 4 und 8 gerade und etwa senkrecht auf den
Vorderrand gerichtet, vor den Rippe 8 schräg wurzelwärts und nach
vorn gerichtet, sodaß er einen spitzen Winkel mit dem Vorderrande
bildet. Im Hinterflügel bildet er ım Costalfelde einen saumwärts
offenen, etwas abgerundeten Winkel, deren Spitze im Felde 6 gelegen
ist; vor der Rippe 7 ist der Rand wiederum plötzlich wurzelwärts
gebogen, sodaß er im Üostalfelde im ganzen eine S-förmige Figur
bildet, während er hinter der Rippe 2 eine saumwärts konvexe
Krünimung bildet. — Von M. martius weicht die Saumbinde der Unter:
seite der Flügel schon durch ihre bedeutendere Breite ab: im Vorder-
flügel und Costalhälfte der Hinterflügel etwa 7,5 mm breit, gegen
den Innenrand der Hinterflügel bis zu 5 mm Breite sich verschmälernd.
Während bei martius der gräuliche Hof um die Ocellen den Innenrand
des Saumfeldes bildet und die Randlinie daher den Ocellen entsprechend
wellig erscheint, erstreckt die Saumbinde sich hier so viel weiter. wurzel-
wärts, daß die Ocellen-Reihe in der Mitte der Saumbinde zu liegen
kommt, sowie schärfer und regelmäßiger erscheint. Die eigentliche
Saumbinde ist im Vorderflügel scharf markiert und zwischen den Rippen
2 und dem Vorderrände ist ihr Innenrand ziekzackförmig, während
dies bei martius (cf. Hewitsons Abbildung seiner Mycalesis sanaos
[= martius] p. 54) nur in der vorderen Hälfte der Fall ist. Ferner
sind die Ocellen durchgehends kleiner. Quer über die Mitte der Zelle
der Vorderflügel verläuft eine schmale helle gerade Binde. Oben
ist ein subapicaler hellgräulicher Wisch vorhanden und in diesem
findet sich im Felde 2 ein kleiner blinder Augenfleck, der aber meistens
ziemlich undeutlich ist. — Flügelspannung 33 mm.
10* 7. Heft
348 Embrik Strand:
Mycalesis bibundensis Strand n. sp.
Ein 2 von Bibundi in Kamerun 6. XI. 1904 auf einem Wege
fliegend.
Ähnelt der eben beschriebenen Art, ist aber größer (Flügel-
spannung 38 mm), die helle Subapicalbinde der Oberseite der Vflgl.
ist viel heller und schärfer markiert, auf der Unterseite ist die Binde
der Hinterflügel kurz hinter dem Vorderrande nicht nach innen
winklig, bildet vielmehr nach innen nur eine ganz schwache, als solche
fast unmerkliche Konvexität, ıhr Innenrand bildet im Felde 4 eine
Ecke, Median- und Basalfeld beider Flügel sind borkbraun statt
schwarz, die Binde der Vorderflügel ist in der vorderen Hälfte auf-
fallend heller als in der hinteren und ihre hintere Ocelle ist größer usw.
Die Form der hellen Binde (Saumfeld) der Unterseite beider Flügel
erinnert an die von M. Baumanni (cf. Seitz t. 27, fig. e [Mycalesis]),
aber im Vorderflügel bildet der Innenrand der Binde keinen scharfen,
sondern vielmehr abgerundeten (abgestumpften) Winkel, die hintere
(große) Ocelle ist vom Saum und Innenrand der Binde gleich weit
entfernt, hat einen Durchmesser von etwa 4 mm und ihr gelber Ring
ist heller und schärfer markiert, die vordere Ocelle ist etwa von der-
selben Größe wie bei Baumanni, aber ım Inneren tiefschwarz mit
schneeweißer Pupille und daher schärfer hervortretend, die Grund-
farbe der Partie der Binde, die vor der großen Ocelle gelegen ist, ist
hellgräulich mit schwachem gelblichem Anfluge (wie die Subapical-
binde der Oberseite) und somit von der hinteren Partie der Binde
deutlich verschieden, endlich zeichnet letztere sich durch zwei schwärz-
liche, zickzackförmige, ziemlich deutliche Sublimballinien aus. Der
Innenrand der Hinterflügelbinde bildet im Felde 4 einen, allerdings
stumpfen Winkel, ist dann bis zur Rippe 2 gerade, hinter diesem
leicht saumwärts konvex gebogen um dann etwa gerade bis zum
Hinterrande fortzusetzen. Die Ocellenreihe der Hflglbinde liegt dem
Saume ein wenig näher als dem Innenrande der Binde (bei Baumanni
eher umgekehrt), die Ocellen sind wie bei genannter Art angeordnet
und auch sonst damit übereinstimmend, jedoch sind die drei vorderen
noch kleiner und alle Pupillen reiner weiß. Die Hflglbinde hat keine
besonders hellere Partie und ist graubräunlich gefärbt mit schwachem
violettlichem Anflug; die hellen Ringe um die Ocellen sind ganz ver-
loschen; die Breite der Binde ist etwa 7,5 mm, ihre Entfernung von
der Basis etwa IO mm. In beiden Flügeln ist die Binde sehr deutlich
begrenzt und hebt sich vom Medianfeld scharf ab.
Vielleicht zu irgend einer schon im männlichen Geschlecht be-
schriebenen Art gehörig.
Mycalesis vulgaris Butl. var. tolosa Plötz
Kamerun: Mokundange 4. VI. 1905, 1$, am ı Pflanzungsrande
fliegend, sich auf Blätter setzend (Victorias).
Span. Guinea: Alen 15.—30. VI. 1906, 1 3: 1.—15. VII. 1906
1&, 19; 3.—14. VIIL 1906, 34, 29; 1.15. IX. 1906, 19.
Zoolog. Ergebnisse der Expedition G. Tessmann etc. Lepidoptera. 149
Mycalesis funebris Guer. var. agraphis Karsch
Kamerun: Bakoko-Bassagebiet 24. IX. 1905, 13, auf lichten
Plätzen am Wege fliegend.
Span. Guinea: Alen 1.—15. VII. 1906, 2%; 1.—15. IX. 1906,
1& (dies sollte wahrscheinlich 1. Dezbr. 1906 sein!). — Uelleburg
21.1.1907, 1&$, am Wege fliegend.
Mycalesis Saussurei Dew.
Kamerun: Jaundestation-Simekoa 8. X. 1905, 13, im Walde
fliegend. —
Mycalesis subignobilis Strand n. sp.
Span. Guinea: Alen 10. VIII. 1906, 12; 4. IX. 1906, 19.
Erinnert sehr an Myc. ignobilis Butl., aber die Unterseite der
Hinterflügel hat im Felde 1b keinen Augenfleck, die Augenflecke
haben statt eines violettgrauen einen blaßgräulichen Ring, die Augen-
flecke sind an Größe unter sich weniger verschieden, trotz des Fehlens
des Augenfleckes der Unterseite der Hflgl. im Felde 1b ist die Zahl
der Augenflecke der letzteren dennoch wie bei ignobilis 7, indem im
Gegensatz zu ignobelis auch im Felde 3 einer vorhanden ist. Ferner
ist die Unterseite der Vorderflügel im Basalfelde einfarbig ohne zwei
helle Streifen, die helle Submedianbinde ist auch mitten ziemlich
breit und deutlich und in der hinteren Hälfte nicht oder wenig heller
als in der vorderen, beide Augenflecke liegen in hellem, nur durch
die zwei Sublimballinien geschnittenem, Hinterrand wie Saum er-
reichendem Feld, während bei ignobilis der hintere Augenfleck nur
vorn hell begrenzt wird; letzterer hat einen Durchmesser von 5 mm,
der vordere von 2,5 mm. Vor und hinter dem vorderen Augenflecke,
in dessen schwarzen Außenring gemeinsam eingefaßt liegt je ein kleiner
Augenpunkt. Auf der Unterseite der Hflgl. ist die helle Submedian-
binde gerade, nur in der Mitte eine ganz leichte, saumwärts konvexe
Knickung bildend, die also weniger deutlich als die von ıgnobilis ist;
die Augenflecke in den Feldern 6 und 5 verhalten sich wie bei ignobilis,
die Flecke in den Feldern 5—1a bilden fast eine gerade, nur in den
Feldern 2 und 3 ganz schwach wurzelwärts konvex gebogene Reihe,
der Augenfleck im Felde 2 hat nur einen Durchmesser von 4 mm und
berührt nicht den dahinter gelegenen Augenfleck, die beiden hellen
Sublimballinien sind heller und breiter als bei zgnobilis und eine ebenso
gefärbte, aber breitere, ununterbrochene Binde verläuft längs der
Außenseite der ganzen Reihe der Augenflecke. — Auf der Oberseite der
Vflgl. ist die helle Subapicalbinde höchst unregelmäßig, stellenweise
durch braune Bestäubung fast unterbrochen, im Grunde grauweißlich
mit gelblichem Anflug, verlängert sich vorn als eine schmale, die
Wurzel nicht erreichende Binde längs des Vorderrandes und nach
hinten als eine den hinteren Augenfleck außen und z. T. hinten ein-
fassende Binde. Beide Flügel zeigen zwei grauweißliche, besonders im
Hflgl. deutliche, in der Apicalhälfte der Vflgl. verdunkelte Sublimbal-
- Iinien. Die zwei großen Augenflecke der Unterseite der Vflel. treten
7. Bett
150 DIL ER, Embrik Strand:
oben etwa wie bei ignobels auf, meistens mit rein weißer Pupille. —
Flügelspannung 41—43 mm.
Gen. Henotesia Butl.
Henotesia peitho Plötz
Kamerun: Bıbundı, 1 9.
Span. Guinea: Alen: 10. VIII. 1906, 1&; 14.1IX.1906, 19,
„liegend am Wege in dem Sumpf bei Alen“.
Gen. Ypthima Westw.
Ypthima itonia Hew. ab. pluriocellata Strd. n. ab.
Kamerun: Assoko, Jaundestation-Simekoa 19. X. 1905, 1 4,
zwischen Gras fliegend, auf Grasland.
Zeichnet sich dadurch aus, daß die Oberseite der Hinterflügel
6 Ocellen hat, von denen diejenigen.in den Feldern 2 und 3 die größten
sind, die beiden am Analwinkel gelegenen sind klein, die hintere sogar
fast punktförmig und berühren sich, während die beiden vorderen
etwa so groß wie die vorletzte Ocelle ist, aber mit weniger deutlicher
Pupille. Unten sind 7 unter sich an Größe wenig verschiedene Ocellen,
die sich alle durch scharf markierte Pupillen auszeichnen.
Ypthima pupillaris Btl. ab. macrocellata Strd. n. ab.
Ein & von: Kamerun, Jaundestation-Sımekoa 2. X. 1905 „auf
dem Wege fliegend“.
Das Exemplar zeichnet sich durch große Ocellen der Unterseite
der Flügel aus; diejenige der Vorderflügel hat einen Durchmesser
von 5 mm, die vordere der Hinterflügel hat im Querdurchmesser
4,5, im Längsdurchmesser 3,5 mm, die mittlere bezw. 3,5 und 3 mm,
diejenige im Analwinkel bezw. 2,6 und 1,3 mm (alles nach der äußeren
Peripherie des gelben Außenringes gemessen). Der Zwischenraum
der mittleren und hinteren Ocelle ist kleiner als der Durchmesser
einer dieser.
Ypthima doleta Kby. ab. strigata Strd. n. ab., defeeta Strd. n.ab.,
septemocellata Strd. und asteropina Strd. n. ab.
Was in Seitz’ Großschmetterlinge als doleta abgebildet, ist eine
Nebenform, die sich dadurch auszeichnet, daß auf der Unterseite der
Hinterflügel die Reihe der Ocellen innen durch eine weißliche, ziemlich
scharf markierte Querbinde begrenzt wird (ab. strigata Strd. n. ab.).
In der Coll. Teßmann liegen mir von der Hauptform je ein Exemplar
von Buea 20. XI. 1905 und Mokundange 2. VII. 1905 „am Grase
fliegend, in der Pflanzung‘ vor. Von „Spanisch Guinea“ ohne nähere
Bezeichnung ist ein Exemplar der ab. septemocellata Strand. — Von
Uelleburg 17. 1. 07 liegt ein der ab. septemocellata Strd. nahe stehendes
Stück vor; es weicht jedoch dadurch ab, daß an der Oberseite der Hinter-
Zoolog. Ergebnisse der Expedition G. Tessmann etc. Lepidoptera. 151
flügel die drei vorderen Oeellen sehrreduziert sind und zwar nur.als je ein
Punkt im Felde 5 und 6 vorhanden, während ım Felde 4 davon garnichts
vorhanden ist und die Ocelle nm 3 klein ist. Die helle Binde, worin die
Hinterflügelocellen oben sich befinden, ist ziemlich scharf markiert;
im Felde 3 der Unterseite dieser ' Flügel ist auch keine Andeutung
einer Ocelle vorhanden. Auch im Vorderflügel ist das helle Ocellen-
feld der Oberseite scharf markiert und viel heller als die Umgebung.
Nenne diese Form ab. defecta m.
Endlich liegt ein Exemplar von Alen 2. 1.1907 vor, die von der
typischen Form stark abweicht: und: sehließlich vielleicht einer be-
sonderen Art angehört. Die Ocelle der Oberseite der Vorderflügel
ist klein (3 mm lang und reichlich so breit), vorn leicht verschmälert,
was besonders an der schwarzen Innenpartie deutlich ist; von den
beiden Ocellen ist nur ein Atom erkennbar. An der Oberseite der Hinter-
flügel sind ebenfalls die Ocellen reduziert und zwar. sind vorhanden
nur: im Felde lc eine punktförmige, oben kaum doppelt erscheinende
Ocelle, in 2 eine Ocelle, die 1,5 x 1,7 mm groß ist, in 3 und 6 ist je
ein dunkler, ganz undeutlicher Punkt vorhanden; unten sind dieselben
Ocellen vorhanden und außerdem je eine punktförmige i in den Feldern 4
und 5, die in 6 ist so groß wie die in 2, die in 3 ist weniger deutlich
saumwärts gerückt als bei meiner Type von ab. septemocellata m.,
wohl aber ist die ganze Ocellenreihe dem Saume ein wenig näher als
bei letzterer Form. Die Ocelle der V£lgl. ist unten in demselben Maße
verkleinert wie oben. Flügelspannung 32 mm. Nenne diese Form
ab. asteropina m.
Yphthima simplicia Btlr.
Unikum von: Kamerun, Jaundestation-Simekoa 3. X. 1905, „auf
dem Wege ım Grasland fliegend‘. — Die Bestimmung ist mir nicht
ganz sicher, diese Form dürfte: jedenfalls mit der von Aurivillius
in Seitz unter dem Namen Yphthima simplicia beschriebenen
identisch sein. |
Yphthima asterope Kl. ab. inocellata Strand
Ein wenig gut erhaltenes Exemplar von ‚„Spanisch-Guinea“
kann ich mit Sicherheit nicht von dieser bisher nur aus Ost-Afrika
‚bekannten Form unterscheiden; allerdings ist an der Unterseite der
Hinterflügel Andeutung eines Augenfleckes erkennbar und dieselbe
Seite zeigt keine deutlich getrennte Felder.
7. Heft
H. Sauter’s Formosa- Ausbeute. Crabronidae
und Scoliidae.
I.
(Die Gattungen Ampulex, Dolichurus, Trirogma, Cerceris und Pison,
nebst Nachtrag zu S$ce/iphron.!)
Von
Embrik Strand.
Gen. Ampulez Jur.
Ampules (Rhinopsis) amoena Stäl 1857 (Novarae Sauss. 1867).
dd von: Taihorin 7. VIII, VI, 7. VII, Taihorinsho 7. IX, zu-
‚sammen 98 Exemplare. Kein einziges 2! Nur 8 Ex. von Taihorinsho,
von Taihorin also 90. |
‚ Ampules diffieihis Strd. n. sp.
Ein 2 von Hoozan IX. 1910, ein d ebenda V. 1910.
Q. Mit der japanischen A. micado Cam. (in: Tijdschr. v. Entom.
48 (1905) p. 61—62) wohl nahe verwandt, aber größer (Körperlänge 28,
mit dem offenbar unnatürlich weit ausgestreckten Endsegment des
Abdomen 31 mm), die hinteren Femora scheinen bei micado rot zu
sein, während sie hier schwarz wie die mittleren sind. usw.
Färbung lebhaft blau mit violettlichem Anflug; Scutellum, Post-
seutellum und zum größten Teil die Seiten grünlich angeflogen ; schwarz
sind: Fühler, Mundteile, Spitze und Kiel des Olypeus, Femora Il und
I1l, Tibien I und alle Tarsen sowie die 2—3 letzten Abdominalsegmente;
die schwarzen Partien haben jedoch z. T. einen ganz schwachen Bronze-
schimmer. — Vorderflügel dunkel rauchbraun mit schwarzbraunem
Geäder; die Hinterflügel ein wenig heller. — Das Tegument erscheint
oben ganz oder fast ganz kahl, Brust und Hüften haben jedoch ein
feines bräunliches Toment und die Geißelglieder der Fühler tragen am
Ende einige feine abstehende Borsten, von denen zwei an der Oberseite
die größten sind.
Die Stirn ist auffallend breit, erheblich breiter als die Augen lang
sind und so breit wie das zweite + dritte + halbe vierte Geißelglied zu-
sammen lang sind; sie ist spärlich mit ziemlich kleinen Punktgruben
besetzt und matt glänzend, während der Scheitel stark glänzend,
mit noch feinerer und spärlicherer Punktierung und mit einer undeut-
lichen niedergedrückten Mittellängslinie versehen ist. Die hinteren
Ocellen sind unter sich um ihren Durchmesser, von den Augen um
etwa 3mal so weit entfernt. Scheitel ohne Kragenleiste. Clypeus
mit kräftigem Mittellängskeil, der zwischen den Fühlern fein anfängt,
nach unten aber stark an Höhe und Breite zunimmt und durch einen
!) R Teil in Arch. f. Naturg. 1913. A.3. p. 76sq.
H. Sauter’s Formosa- Ausbeute. Crabronidae und Scoliidae. 153
dreieckigen Eindruck und Einschnitt am Ende des Clypeus in zwei
nach vorn divergierende Kiele gespalten wird, die auf dem Vorderrande
als je ein kleiner zahnförmiger Fortsatz enden. Beiderseits der Basis
dieses Kieles trägt die Stirn einen kräftigen halbkugeligen Höcker,
von deren Außenseite die unter sich weit entfernten Antennen ent-
springen. Letztere sind kurz und dick; die Geißelglieder sind an der
Basis leicht verjüngt, bezw. treten an der Spitze ein wenig hervor,
das zweite ist kaum um Y/, seiner Länge länger als das dritte, das so
lang wie das vierte oder fünfte ist, das Endglied ist unverkennbar
länger und ein wenig dünner als das vorhergehende. — Collare ist hinten
breiter als lang, oben etwas abgeflacht ohne Höckerbildung, in Drauf-
sicht leicht abgerundet viereckig erscheinend mit senkrecht oder fast
senkrecht erscheinenden Seiten, spärlich mit kräftigen Punktgruben
und ‚mit einer besonders vorn deutlichen eingedrückten Mittellängs-
linie. Mesonotum ist noch stärker glänzend als Collare, in der von
den beiden kräftig eingedrückten, fast parallelen Mittellängslinien
begrenzten Medianpartie fast unpunktiert, in den Seitenpartien ganz
spärlich punktiert; letztere tragen hinten je eine große, tiefe, loch-
formige Grube. Scutellum abgeflacht, glatt, stark glänzend, spärlich
punktiert; Postscutellum dichter punktiert und schwach glänzend.
Das Mediansegment erscheint in Draufsicht etwa viereckig mit nach
hinten nur ganz schwach konvergierenden Seiten und an der Basis
nicht viel breiter als lang; die Medianrippe ist mitten unterbrochen,
das Medianfeld ist dreieckig mit hinten offener und abgestutzter
Spitze, beiderseits von kräftigen Rippen begrenzt und durch Quer-
rippen aufgeteilt, der Zwischenraum der Längsrippen 2 und 3 ist dicht
und regelmäßig mit Querrippen besetzt, diejenige der Längsrippen 3
und 4 mit weniger dichtstehenden Querrippen und dieser Zwischen-
raum wird hinten von unregelmäßig verlaufenden Rippchen aus-
sefüllt. Die Seiten des Mediansegments tragen oben eine kräftige
Längsrippe oder -leiste, die hinten nicht ganz bis zum kräftigen, aber
stumpfen Seitenhöcker reicht. Der Stutz ist senkrecht, flach, gerunzelt.
Abdomen erscheint in Draufsicht spitz kommaförmig, indem es
vom Hinterrande seines vorderen Segmentes an nach hinten gleich-
mäßig verschmälert und an den zwei oder drei letzten Segmenten so
stark seitlich zusammengedrückt ist, daß die Höhe daselbst vielfach
größer als die Breite ist. [Das letzte Ventral- und Dorsalsegment sind
bei diesem Exemplar weit ausgestülpt und der Stachel ragt um 2 mm
heraus]. Auch die Ventralsegmente sind glatt und stark glänzend.
Nur 2 Oubitalzellen. Die 2. Cubitalquerader trifft auf die Radial-
ader in einer Entfernung von der Spitze der Radialzelle, die etwa
— !/, der Entfernung ebenda von der 1. Cubitalquerader ist. Das letzte
'Tarsenglied ist bei der Basis des vorletzten eingefügt. Der Hinter-
kopf bildet unten mit den Schläfen keine höckerartige Auftreibung.
Die Mittelhüften sind durch eine mitten ziemlich dünne Scheidewand
unter sich entfernt.
Das 3 ist kleiner: Körperlänge 16 mm, Flügellänge 12 mm und
weicht sonst in manchen Punkten ab, zeigt aber andererseits so viel
T. Heit
154 bel bar srbiBabtik Shmand:
Übereinstimmung mit dem Weibchen, daß ich die Zusammengehörigkeit
für ziemlich sicher halten möchte. Vor allen Dingen weicht ab, das
Abdomen nur 3 Abdominalsegmente (abgesehen vom Mittelsegment)
zeigt; daß weitere vorhanden und in das letzte sichtbare zurückgezogen
sein sollten, kann ich jedenfalls nicht mit Sicherheit erkennen. Die
Bauchseite zeigt nur 2 Segmente, von denen das hintere gleichzeitig
als Bauchplatte des 2. und des 3. Dorsalsegiments dient und letzteres
sogar noch als eine scharfe Randleiste überragt. — Sonst weicht von
der Beschreibung des 2 Folgendes ab: Alle Femora und Tibien sind
mehr oder weniger blau-violettlich schimmernd, abstehende Borsten
an den Fühlern sind kaum vorhanden, die Stirn ıst nicht breiter als
das zweite + dritte Geißelglied lang, Stirn und Scheitel sind mit sehr
sroßen Punktgruben besetzt und nur ganz wenig glänzend, jedoch
ist die hintere Abdachung des Scheitels ganz spärlich punktiert und
stark glänzend, der Mittellängskiel des Clypeus hat seine größte Höhe
an der Basıs des letzteren, wo er sich auch seitwärts ausdehnt, während
die divergierenden Kiele am Ende des Clypeus wenig vortreten, das
zweite Geißelglied ıst fast unmerklieh länger als das dritte und das
Endglied als das vorhergehende, Mesonotum und Collare glänzen
gleich stark, die Skulptur des Stutzes ist kräftiger, regelmäßiger,
netzförmig, Abdomen erscheimt in Draufsicht am Ende breit ab-
gestumpft gerundet und hinter der Mitte am breitesten, im ganzen
etwas niedergedrückt, das zweite Ventralsegment bildet mit dem
ersten einen etwa rechten Winkel, die zweite Cubitalquerader ist von
der Spitze der Radialzelle nur um !/, oder !/g so weit wie von der
1. Cubitalquerader entfernt. |
Gen. Dolichurus Latr.
Dolichurus abbreviatus Strd. n. sp.
Ein & von Tainan 22. VII. — C£f. P.S.!
Dürfte mit der in Indien weit verbreiteten Art Dolchurus tapro-
banae Sm. nahe verwandt sein, aber die Stirn ist nicht längs-
gestrichelt, die Flügel nicht ganz hyalın und Abdomen zeigt nur
3 Segmente, was allerdings dadurch zu erklären sein dürfte, daß die
weiteren Segmente in das vierte zurückgezogen worden sind (ef. P. 8.!).
Färbung tiefschwarz; leicht gebräunt sind die Tegulae, Tibial-
sporen, Tarsen und Endhälfte der Mandibeln. Flügel angeraucht und
zwar saumwärts am deutlichsten, ziemlich stark irisierend, mit schwarzem
oder braunschwarzem Mal und Geäder. Die feine, abstehende, nirgends
sehr dichte Pubescens ist grauweißlich, im Untergesicht ganz schwach
sılbrig schimmernd, auf dem Thoraxrücken dunkler.
Kopf breiter als Thorax, von vorn gesehen reichlich so breit wie
lang, im Gesicht matt und so dicht mit großen, tiefen, im Grunde
je eine feine abstehende Borste einschließenden Punktgruben besetzt,
daß die Zwischenräume nur als ein feines Netzwerk erscheinen. Scheitel
spärlicher und seichter punktiert und daher glänzend. Ocellen ein
Dreieck bildend, das reichlich so breit wie lang ist; die hinteren Ocellen
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Crabronidae und Scoliidae. 155
sind unter sich nicht ganz so weit wie von den Augen entfernt. Scheitel
hinten gerundet, also ohne Randleiste, der Quere nach stark gewölbt.
Der Plattenfortsatz zwischen den Antennen ist oben seicht der Quere
nach ausgehöhlt, beiderseits der Mittellinie aber mit einer ganz un-
deutlichen Erhöhung, glatt, glänzend, spärlich und seicht punktiert
und mit niedriger Randleiste. Clypeus leicht gewölbt, im Grunde
etwas glänzend, aber so dicht behaart, daß die Struktur nicht leicht
erkennbar ist. Pronotum quergestrichelt, mit Mittellängseinsenkung
und ziemlich scharf abgesetzten Hinterrandseitenhöcker, glatt und
glänzend. Mesonotum und Seutellum stark glänzend, spärlich und
seicht punktiert. Mittelsegment oben matt, mit kräftiger Rippen-
struktur; das subtrianguläre Mittelfeld von kräftigen Seitenleisten
begrenzt und querverlaufende, gebogene, mehr oder weniger unter-
brochene Rippen einschließend, die Seitenfelder des Rückens mit
kräftigen, regelmäßig parallelen Querrippen dicht skulpturiert; eben-
solche, schräg nach unten und vorn gerichtete parallele Rippen an den
Seiten des Mittelsegments. Abdomen kräftig und dicht punktiert,
aber dennoch glatt und glänzend. — An den Fühlern sind Schaft
und Geißelglieder II und III unter sich gleich lang. — Die
erste rekurrente Ader mündet in die Mitte der 2. Cubitalzelle,
die zweite am Ende des vorderen Drittels der 3. Cubitalzelle ein. Die
2. Cubitalzelle ist subpentagonal, länger als hoch, die dritte ist sub-
trapezförmig und zwar die distale Seite die längste. — Körperlänge
7 mm, Flügel 6,5 mm lang.
IP. S. Nachträglich habe ich 3 Exemplare ($) von Taihorin IV, V,
aufgefunden, die ich nieht mit Sicherheit von Dol. abbreviatus unter-
scheiden kann, wenn sie auch bloß 5—6 mm lang sind. Zwei zeigen
drei Abdominalsegmente, das dritte Exemplar läßt auch die End-
segmente deutlich erkennen; daß letztere bei dieser Art eingezogen
werden können, scheint unzweifelhaft zu sein.]
Ein ebenda, V, gefundener weiblicher Dolschurus stimmt mit den
Männchen so gut überein, daß die Zusammengehörigkeit sicher sein
dürfte, trotzdem der Größenunterschied beträchtlich ist: 2 Körper-
länge 1l mm (dabei ist die Spitze des Abdomens (= den 3 letzten
Segmenten) senkrecht nach unten gerichtet, sodaß die wirkliche Länge
sich noch um etwa 2 mm erhöhen würde), Flügellänge etwa 8 mm.
— Ülypeus erscheint fast nackt, jederseits des Mittellängskieles jedoch
mit einer auffallenden, langen und kräftigen Borste, glatt, stark glänzend,
der Quere nach stark gewölbt, mit feinem, undeutlichem Mittellängs-
kiel und mitten gerade oder leicht ausgerandetem Vorderrand. Übrigens
ist die ganze Punktierung feiner und das Tier daher stärker glänzend
und glatter erscheinend als es beim & der Fall ist, was insbesondere auf
dem Abdomen und im Gesicht auffällt. Das stark zugespitzte Ende
des Abdomen ist fast drehrund, also weder kompreß noch depreß.
Das zweite Bauchsegment erscheint im Profil nicht so stark von dem
ersten abgesetzt wie beim $ bezw. im Profil erscheint die Ventral-
seite beider Segmente fast in demselben Niveau, wohl aber ist eine
schmale und tiefe Furche zwischen denselben deutlich sichtbar; das
7. Heft
156 Embrik Strand:
zweite Segment zeigt dabei vorn einen erhöhten und leicht umgeschla-
genen Rand. Pronotum erscheint länger, flacher und feiner skulpturiert
als beim &.
Dolichurus leioceps Strand n.sp.
Ein 2 von Taihorinsho IX.
Ahnelt sehr D. abbreviatus m. 9, ist aber kleiner; Körperlänge
bei gekrümmtem Abdomen 7,5 mm, die senkrecht nach unten gerichtete
Abdominalspitze ist etwa 1 mın lang, der Kopf ist noch stärker glänzend
und fast unpunktiert, was besonders an der Stirn auffallend ist, indem
diese bei D. abbreviatus grob und dicht punktiert, sowie matt oder fast
matt ist, der Stirnfortsatz bezw. seine Aushöhlung von vorn und oben
gesehen erscheint etwa gleich lang und breit, während sie bei abbreviatus
erheblich breiter als lang ist, das Ende dieses Fortsatzes ist hier halb-
kreisförmig gerundet, während es bei abbreviatus mitten quergeschnitten
ist; ein Mittelkiel amı Clypeus ist noch undeutlicher als bei abbreviatus
und Olypeus zeigt eine seichte Quereinsenkung in der apicalen Hälfte;
die Netzaugen sind größer, die Stirnbreite erscheint aber ein wenig
geringer als bei abbreviatus; Pronotum ist stark und gleichmäßig der
Länge nach gewölbt ohne scharf hervortretende Höcker und nur mit
schwacher Andeutung einer Mittellängseinsenkung, hinten ist es stark
glänzend, vorn dicht und fein quergestrichelt (feiner als bei abbreviatus)
und ohne eine kleine Mediangrube daselbst (eine solche ist bei abbreviatus
recht deutlich); Mesonotum und Seutellum sind fast ganz unpunktiert,
die erste rekurrente Ader mündet in die zweite Cubitalzelle zwar kurz,
aber doch unverkennbar vor der Mitte; die Skulptur des Mediansegments
ist feiner und dasselbe ist ziemlich stark glänzend, die schräge Quer-
strichelung an seinen Seiten ist sehr fein; die Fühler scheinen nicht
bloß absolut, sondern auch relativ kürzer zu sein.
Gen. Trirogma Westw.
Trirogma caerulea Westw.
28 34 von: Taihorin 7. VIIL, 7. VI, Taihorinsho 7. IX., 7.X.,
Kankau (Koshun) 7. IV, V. — 6 22: Taihorin 7. XI, 7. VII, IV, 7. VIII,
DS
d. Lebhaft blau gefärbt, metallisch glänzend, stellenweise mit
grünlichem oder violettlichem Schimmer; Mandibeln mitten grau-
weißlich; die Fühlergeißel (abgesehen vom Basalglied), die Palpen
und Tarsen sind matt schwarz, die Metatarsen jedoch außen schwach
metallisch schimmernd. Die Flügel gleichmäßig schwach angeraucht,
braungelblich schimmernd, mit schwarzem Geäder und Vorderrand.
Der ganze Körper lang weiß abstehend behaart und zwar auf dem
Untergesicht am dichtesten und besonders hier silbrig schimmernd;
auch der Fühlerschaft so behaart, die Geißel aber mit äußerst feiner
und kurzer Pubescenz, die erst unter einer starken Lupe deutlich
erkennbar ist. — Drei Cubitalzellen. Die dritte Cubitalquerader
trifft in einer Entfernung von der Spitze der Radialzelle auf die Radial-
H. Santer’s Formosa-Ausbeute. Crabronidae und Seoliidae. 157
ader, die ein wenig kleiner als die Länge der ersten oder zweiten Oubital-.
querader ist. Die dritte Cubitalzelle erscheint auf der Radialader
nur ganz wenig verschmälert. Die dritte Cubitalquerader schräg und
gerade, die zweite schräg und leicht saumwärts konvex gebogen, die
erste in umgekehrter Richtung schräg und noch schwächer und zwar
wurzelwärts konvex gebogen. Die zweite Cubitalzelle ist hinten (auf
der Cubitalader) etwa dreimal so breit wie auf der Radialader. Die
erste rekurrente Ader mündet in die erste Cubitalzelle ein in einer
Entfernung von der zweiten Cubitalzelle, die gleich der halben Breite
der zweiten Cubitalzelle auf der Radialader ist, und sie erscheint nur
nahe der Cubitalader leicht gebogen, sonst aber gerade. Die zweite
rekurrente Ader mündet in die zweite Cubitalzelle ein in einer Ent-
fernung von der zweiten Cubitalquerader, die ein klein wenig kürzer
als die Breite dieser Zelle auf der Radialader ist. Nervulus interstitial.
Übrigens variiert das Geäder etwas, so daß genannte Merkmale nicht
auf allen Exemplaren genau passen. — Collare ist nicht so lang wie
im hinteren Drittel breit, hinten erhöht mit einer breiten und tiefen
Mittellängseinsenkung, so daß zwei ziemlicn deutlich abgesetzte,
breit kegelförmige, leicht divergierende Höcker gebildet werden. Das
Mittelsegment erscheint oben mitten breiter als lang; die Seitenzähne
höckerartig, in je zwei kleinen Warzen endend und daher fast zwei-
spitzig erscheinend; die beiden mittleren Längsrippen sind unter sich
weiter als von den benachbarten entfernt, bisweilen durch eine Quer-
rippe unter sich verbunden und ihr Zwischenraum ist ziemlich glatt
und glänzend. Scuteilum erscheint als eine kräftige kegelförmige
Erhöhung. Dorsulum glatt und glänzend, mit nur wenigen und seichten
Punktgrübcehen. Seiten des Prothorax mit kräftigen, parallelen, etwas
schrägen Längsrippen. Die inneren Augenränder fast parallel, nach
unten nur ganz schwach konvergierend. Clypeusvorderrand mitten
gerade, seitwärts jederseits mit zwei kleinen Ausbuchtungen, von
denen diejenige am Augenrande die größte ist und als ein deutlicher
Höcker erscheint; sonst ist Clypeus nur ganz schwach gewölbt, fast
flach, ohne Andeutung eines Mittellängskieles. Die Fühler entspringen
von einem gemeinsamen kräftigen Stirnhöcker, der an der Spitze
schüsselförmig ausgehöhlt ist, welche Aushöhlung oben sich rinnen-
förmig bis zur Basis des Höckers fortsetzt; oben und außen von dieser
Basis zeigt die Stirn eine glatte, stark glänzende Einsenkung. Sonst
ist die Stirn kräftig und ziemlich dicht punktiert und etwas gerunzelt
und ziemlich matt; das Ocellenfeld hinten tangierend verläuft eine
seichte Querfurche und dahinter ist der Kopf stark gewölbt, glatt,
glänzend und fast unpunktiert. Die Geißelglieder 2, 3 und 4 sind
an Länge kaum verschieden. — Bauch metallglänzend und glatt,
wenn auch nicht unpunktiert. Hinterleib mit nur drei Segmenten-
Das letzte Tarsenglied der Hinterbeine ist am Ende des vorher-
gehenden eingefügt und dieses ist etwa ?/, so lang wie das letzte Glied.
Körperlänge 11, Flügellänge 9 mm.
Die Art variiert beim $ in Größe zwischen 13,5 und 9,5 mn Körper-
länge und die Skulptur ist auch nicht ganz konstant; die beiden mittleren
7. Heft
158 | Embrik Strand:
der Rippen des Mittelsegmentes können mitten durch eine Querrippe
verbunden sein, ihr Zwischenraum ist nicht immer gleich breit und
bisweilen, ebenso wie die benachbarten Zwischenräume, leicht gerunzelt.
Auch die Größe der 22 ist ziemlich varıabel. Ich habe es nicht
für überflüssig gehalten eine neue Beschreibung des $ dieser interessanten
Art zu geben, da mir nun ein so reichhaltiges Material davon vorliegt.
Die Originalbeschreibung der. Art ist nämlich höchst dürftig, die der
Gattung aber ganz gut.
Gen. Cerceris Latr.
Cerceris hexadonta Strd. n. sp.
Ein 2 von Anping VI.
Körperlänge 12 mm, Flügellänge 10,5 mm.
Kopf und Thorax schwarz; hellgelb sind: Olypeus, ein länglich
dreieckiger Medianstirnfleck, eine nach oben das Niveau der oberen
Seite der Fühlerbasis nicht überragende breite Binde am inneren
Augenrande, die Mandibeln (abgesehen von ihrer schwarzen, nach
innen leicht geröteten Spitze), ein runder Fleck jederseits auf dem
Mediansegment, ein kleinerer ebensolcher an jedem Ende des sonst
roten Scutellum. Fühlerschaft gelb, die Geißel rötlichgelb, oben jedoch
größtenteils schwarz. Labrum und Palpen braungelb. Rot oder rötlich
braungelb sind: Prothorax (am Hinterrande oben jederseits mit einem
gelben Querstrich), Tegulae, Scutellum (siehe oben!), Postseutellum
und teilweise die Femora; die Tibien und Trochanteren sind unten
hellgelb, oben geschwärtz, die Tarsen I—II teilweise gelblich. Petiolus
ist schwarz mit rötlichem Hinterrand und zwei ebensolchen Längs-
strichen, unten sowie mit einem kleinen gelblichem Fleck jederseits
nahe der Basis. Die folgenden Rückensegmente sind rot mit schmaler
schwarzer Querbinde an der Basis und schmaler gelber, z. T. unter-
brochener Hinterrandbinde. Die Bauchsegmente smd schwarz mit
sanz schmaler, gelblicher Hinterrandbinde. Flügel schwach angeraucht,
in der Marginalzelle und an der Flügelspitze am dunkelsten, braungelb
schimmernd und im Saumfelde ırisierend; Geäder und Mal braun.
Clypeus ist leicht gewölbt, in der unteren Hälfte mitten mit
einem kleinen braunen, nach unten und vorn gerichteten Zahn oder
Zahnhöcker, zwischen diesem und dem Vorderrande leicht eingedrückt,
letzterer mit 5 kleinen Zähnchen, von denen die lateralen die deut-
lichsten sind. Das dritte Geißelglied ist ein wenig kürzer als das zweite
und etwa doppelt so lang wie das erste, während das 6. oder 7. nicht
viel länger als dick erscheinen. Scheitel dicht und kräftig punktiert
und daher matt erscheinend; auch das Untergesicht ist matt und dicht,
aber wenig kräftig punktiert. Mesonotum ziemlich dicht und kräftig
punktiert, jedoch die Zwischenräume leicht glänzend; Pronotum ganz
undeutlich punktiert, Scutellum fast wie Mesonotum, jedoch glänzender.
Basalfeld des Mediansegments glänzend, mit äußerst undeutlicher und
spärlicher Punktierung, bloß am Seitenrande emige kräftige Punkt-
gruben. Der ganze Hinterleib kräftig und ziemlich dicht punktiert,
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Crabronidae und Scoliidae. 159
insbesondere vorn, aber dennoch schwach glänzend; die Bauchseite
stark glänzend und fast unpunktiert. Abdominalspitze mit 2 kleinen,
parallel nach hinten gerichteten Zähnen. Das Medianfeld des oberen
Analsegments ist fast ellipsenförmig, jedoch vorn am stärksten ver-
schmälert, mit hoher Randleiste, matt, dicht gerunzelt, ungefähr
doppelt so lang wie breit; die untere Afterklappe mit starken seitlichen
Endpinseln.
Cerceris formosana Strd. n. sp.
Ein @ von Sokutsu, Banshoryo Distrikt 7. VII. (Type!), zwei
Q® von Taihorin 7. VI., 7. VI.
Kopf + Thorax 6, Abdomen ebenfalls 6 mm lang. Flügel 10,5 mm
lang. |
elheint mit der chinesischen Cerceris unifasciata Sm. 1856 ver-
wandt, aber nicht identisch zu sein. — Schläfen unbewehrt, leicht ge-
wölbt, in der unteren Hälfte mitten eingedrückt und zwar ist dieser
Eindruck dreieckig mit der Spitze nach oben sowie deutlicher glänzend,
weil spärlicher punktiert als der Rest des Clypeus; der Vorderrand
ist leicht erhöht und zeigt jederseits ein kleines Höckerchen, das jedoch
nicht als ein Zähnchen bezeichnet werden kann. Innere Augenränder
gegen den Clypeus divergierend. Die hinteren Nebenaugen sind unter
sich um weniger als von den Netzaugen entfernt. Scheitel sehr kräftig
punktiert, die Zwischenräume sind aber glatt und glänzend und der
Scheitel daher nicht ganz matt, trotzdem die Zwischenräume zum
sroßen Tei! linienschmal sind. Kopf deutlich breiter als Thorax. Die
Geißelglieder 3 und 4 sind unter sich gleich lang, nur ganz wenig kürzer
als 2 und etwa doppelt so lang wie 1. Die Fühlergeißel nimmt von der
Basis bis zum drittletzten Glied an Dicke allmählich zu. Mesonotum
ist in der Mitte wie der Scheitel skulpturiert, randwärts aber dichter
punktiert und daher ganz matt. Pronotum ist weniger kräftig punktiert
und ganz matt, Scutellum dagegen etwas glänzend. Basalarea des
Mittelsegmentes ist gewölbt, matt, mit Mittellängsfurche, an den Seiten
Schrägfurchen, vorn eine und hinten mehrere Querfurchen. Median-
segment stark gewölbt und mit sehr kräftigen Punktgruben, deren
schmalen, leistenförmigen Zwischenräume ein Netzwerk bilden. Ab-
domen mit sehr tiefen Punktgruben, die jedoch ein wenig kleiner als
die des Mediansegments sind und ganz rund, während letztere zum
großen Teil eckig erscheinen. Petiolus ist breiter als lang, oben ge-
wölbt, vorn mitten mit Andeutung eines glatten Längskieles, hinten
mit scharf erhöhter Randleiste. Mittelfeld der oberen Afterklappe
ist stumpf birnenförmig mit dem schmalen Ende apicalwärts gerichtet,
matt, dicht und grob gekörnelt, ganz schwach gewölbt, mit schwach
bewimperten Rändern.
Schwarz; Clypeus gelb, am Vorderrande seitlich silberweiß be-
haart (pubesziert). Mandibeln an der Basis gelb. Pronotum mit zwei
rötlichgelben Querflecken und von dieser Färbung sind auch: Tegulae,
Postseutellum, das 4. Abdominalsegment (Petiolus als das 2. Segment
- gerechnet) und eine dorsale Hinterrandbinde auf dem sechsten Segment.
7. Bet
150 De Embrik Strand:
Rötlich braungelb sind die Extremitäten, abgesehen von den Coxen
(ganz oder teilweise) und den Femoren, die jedoch in allen Fällen an
der Spitze und bisweilen in der ganzen Endhälfte braungelb sind; die
hinteren Tibien sind in der Endhälfte innen geschwärzt und die hinteren
Tarsen sind schwärzlich. Flügel angeraucht, vor allen Dingen in der
Marginalzelle und an der Spitze, mit gelblichem Schimmer und etwas
irisierend.
Cerceris navıtatis Sm. 1873.
Ein @ von Taihorin 7. VI., ein & ebenda 7. VIII. Die Art ist
charakteristisch u.a. durch das große, glatte und stark glänzende
Basalfeld des Mediansegimentes.
© Körperlänge 10 mm. Flügellänge 8,5 mm. & bezw. 8 und 7 mm.
Q Schläfen ohne Zahn an ihrer Unterseite. Clypeus stark abgeflacht,
ziemlich kräftig und gleichmäßig punktiert, die Zwischenräume jedoch
glatt und glänzend und daher auch der ganze Ulypeus ein wenig glänzend,
der Vorderrand mitten ein wenig vorstehend, daselbst zwei ab-
serundete, plattenförmige Zähne bildend; außen von diesen noch
je ein kleinerer Zahn. — Das 2 stimmt mit der von Hakodadi in Japan
beschriebenen Cerceris navıtatis Sm. mit folgenden Ausnahmen: Letztere
Art ist ein wenig größer (51/, Linien lang), die Tegulae werden als
„yellow“ ohne nähere Angabe beschrieben, während sie bei meiner
Form größtenteils schwarz sind, wohl aber vorn mit einem gelben
Fleck, die Flügel sind in ihrer ganzen Länge und zwar ziemlich kräftig
angeraucht.
Da das & von Smith nicht Bosplikiebrn wurde, möchte ich es
hiermit, wenn auch kurz, tun: — Schwarz; gelb sind: das ganze Unter-
gesicht bis kurz oberhalb der Antennenbasis; die schwarz ist, die
Grenze des Clypeus und des Stirndreiecks wird jedoch durch eine
feine schwarze Linie angegeben, die sonst braunschwarzen Mandibeln
sind gelb an der Basis, ferner sind gelb: zwei kleine Flecke auf dem
Pronotum, die Vorderhälfte der Tegulae, die Spitze der Femora I
—II, die Tibien, Metatarsen und Tarsen I—IIl, Trochanteren. III,
Femora III und Tibien III mit Ausnahme der Spitze, die dorsalen
Abdominalsegmente II—IV (Petiolus als I gezählt) haben gelbe Hinter-
randbinden, die an II—IV mitten schmal unterbrochen oder wenigstens
verschmälert sind. Die Fühlergeißel ist unten gerötet, oben schwarz.
Flügel gleichmäßig angeraucht, mit schwarzem Geäder, gelblich
schimmernd und schwach irisierend. — Die Geißelglieder II, III und
IV sind gleich lang und zwar kürzer als der Schaft. — Der ganze Körper
dicht mit tiefen und ziemlich großen Punktgruben, deren leisten-
förmige Zwischenräume zwar glatt und leicht glänzend sind, der
Gesamteindruck ist aber dennoch, daß das Tegument matt ist. Um
so mehr auffallend ist der starke Glanz des dreieckigen Basalfeldes
des Mediansegments; dies ist scharf abgesetzt, ungefähr ein gleich-
seitiges Dreieck bildend, etwas gewölbt und mit einer feinen Median-
längsfurche versehen, sonst ohne Skulpturmerkmale. Das Medianfeld
der oberen Afterklappe nimmt die ganze Breite derselben ein, ist am
H. Sauter's Formosa-Ausbeute. Crabronidae und Scoliidae. 161
Ende breit quergeschnitten, an der nur wenig verschmälerten Basis
abgerundet, matt und mit groben Punktgruben, sodaß das Feld sich
nur wenig von der Umgebung unterscheidet. Die erste rekurrente
Ader mündet kurz vor der Mitte in die zweite Cubitalzelle ein; der
Stiel dieser ist kaum so lang wie die Entfernung der ersten rekurrenten
Ader von der ersten Oubitalquerader, aber mindestens so lang wie
die zweite rekurrente Ader von der zweiten Cubitalquerader entfernt
ist. ‘Sollte die Art nicht mit ©. navıtatıs Sm. identisch sein, so möge
sie den Namen (, naviyatrix m. bekommen, deren Type vorzugsweise
das & sein möge.
Oerceris Novarae Sauss. var. formosicola Strand n. var.
Es liegen 16 92 vor: Taihorin 7. VI., 7. VIIL., Kankau (Koshun)
22. IV., Sokutsu 7. VL, Anping 7, VIIL, Tainan 22. VII. — Diese
passen besser zu der von Saussure beschriebenen, aber nicht benannten
Varietät als zu der Hauptform; Scutellum ist nämlich schwarz, selten
sind zwei kleime gelbe Flecke vorhanden und nur bei einem der vor-
liegenden Exemplare sind sie zu einer Querbinde vereinigt wie
bei der f. prince. Die gelbe Zeichnung an den Seiten des Median-
segments besteht nur aus einem schmalen Streifen, der mitunter
ganz fehlt; die Mesopleuren tragen nur einen. einzigen, ganz kleinen
selben Fleck (Saussure spricht von ‚‚lineola“) und die Beine sind gelb,
jedoch sind alle Coxen sowie die Femora III in der Endhälfte und die
Tibien III an beiden Enden mehr oder weniger schwarz. Aber die
selbe Querbinde des dritten Abdominalsegmentes ist im Gegensatz
zu der vor. Saussure beschriebenen Varietät von Ceylon nicht ‚sub-
interrupta”, sondern nach seiner Abbildung zu urteilen wie bei der
Hauptform.
Von 3& liegen 27 vor: Kosempo X., Sokutsu 7. VI, Kankau
(Koshun) IV.—VIIL, Kosempo VI., Pilam VIIL, Taihorin 7. VIIL,
7. VI., Anping 22. VII, Tainan 22. VIL, V. — Sie sind ein wenig
kleiner als die P2: Körperlänge 6—8,5 mm, während die ?2 wie von
Saussure angegeben etwa 10 mm lang sind. Färbung und Zeichnung
wie bei den hier beschriebenen 29, jedoch hat auch das 6. Abdominal-
segment eine gelbe Binde, während die Mesopleurae keinen gelben
Fleck tragen. Cameron beschreibt das $ von Üeylon folgendermaßen
(in: Mem,. Proc. Manchester Liter. Philos. Soc. (4) III (1890) p. 20):
„Ihe & is similarly coloured [wie das Q], except that the mesopleurae
want the yellow mark and the scutellum is entirely yellow. Length
7—10 mm.“ Diese Angabe über die Färbung des Sceutellums stimmt
nun also gar nicht mit vorliegender Form, es fragt sich aber, ob das
„yellow” bei Cameron nicht Druckfehler statt „black“ ist. Nach seinen
Angaben wäre vorliegende Form im & auch durch geringere Größe
von der f. princ. abweichend. — Typen von Kankau.
Üerceris sinensis Sm.
5 22: Kankau (Koshun) VII, Tainan 22. VII, Taihorin 7. VI.
5 d&: Kankau (Koshun) VII.
Archiv für Naturgeschichte
1918 A. 7, 11 7. Heft
162 Embrik Strand:
Die Art weicht von der vorhergehenden (C. Novarae v. formosv-
cola m.) u. a. durch die feinere Punktierung des Mesonotum, die großen
gelben Flecke an den Seiten des Mittelsegmentes und die gelbe Färbung
des Scutellums (beim 3 trägt letzteres übrigens unverkennbar zwei
gelbe, allerdings meistens zusammenhängende Flecke, während beim
Q das ganze Scutellum einfarbig gelb ist.) — 2. Durch Schletterers
Bestimmungstabelle der paläarktischen Arten kann man auf C. specu-
laris Costa kommen, aber von dieser weicht unsere Art ab durch gelbe
statt weißer Zeichnungen, die außerdem auch sonst verschieden sind,
der herzförmige Raum ist nicht ‚vollkommen glatt“, sondern mit
einer feinen Mittellängsfurche, überall fein und undeutlich punktiert,
auf den Seiten ziemlich kräftig schräggestreift, als Totaleindruck ist
er aber dennoch, insbesondere in der Mitte stark glänzend; ferner
sind Rücken, Schildchen, fünfter und sechster Hinterleibsring durchaus
‚nicht „sehr stark glänzend‘, sondern vielmehr schwach glänzend usw.
Übrigens trägt der dritte Bauchring am Grunde (das Mittelsegment als
No. 1 gezählt) eine kleine Erhebung, die jedoch nicht gut als ‚‚platten-
förmig‘“ bezeichnet werden kann, indem sie eher als ein leicht procurva
gebogener Querwulst erscheint. Wenn man diese Erhebung als ‚‚platten-
förmig‘“ im Sinne der Schletterer’schen Tabelle bezeichnen würde,
so könnte man durch die Tabelle auf die ägyptische 0. subimpressa
Schlett. kommen, die jedoch abweicht durch die immer vorhandenen
gelben Ringe der Hinterleibssegmente 5 und 6, das Mediansegment
trägt immer zwei auffallend große gelbe Flecke, Sceutellum und Post-
scutellum sowie Pronotum sind immer ganz gelb; der herzförmige
Raum der Cerceris subimpressa wird einfach als „glatt und glänzend“
beschrieben, was auf unserer Art (vide supra?) nicht paßt usw.
Die Art dürfte mit Cerc. sinensis Sm. identisch sein; die Be-
schreibung des 2 [in: Cat. Hym. Ins. Brit. Mus. IV, p. 456 (1856)]
paßt mit folgenden. Ausnahmen: Mandibeln an der Spitze schwarz,
der leicht erhöhte Vorderrand des Clypeus schmal schwarz, hinter
den Augen je ein kleiner gelber Punktfleck, Scutellum ist einfarbig gelb,
Mesopleuren mit 1 oder 2 gelben Flecken, die Femoren I und II sind
‚gelb mit einer schwarzen Längsbinde oben in der Basalhälfte, III sind
schwarz mit einer gelben Längsbinde unten in der Endhälfte, die
Metatarsen und Tarsen Ill sind geschwärzt, die gelbe Binde des IV. Seg-
inente (Med. seg. = I) nimmt fast die ganze Rückenseite ein und ist
mitten kaum verschmälert, auf der Bauchseite ıst diese Binde und
die des vorhergehenden Segmentes ebenfalls fast so breit wie das
Segment selbst, während die folgende Bauchbinde mitten breit unter-
brochen ist. .
| Das & ist ein wenig kleiner (8 mm lang) und weicht ein wenig
in der Zeichnung des Scutellums ab (siehe oben!), die hellen Binden
des Abdomen sind mehr oder weniger rötlich und die Bauchsegmente
sind nur am Vorderrande schwarz, sonst aber rötlich oder gelblich,
die hinteren Femora sind schwarz mit rötlicher Spitze.
Die Zugehörigkeit zur Smith’schen Art ist bei seiner wenig ein-
gehenden Beschreibung nicht ganz sicher.
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Crabronidae und Scoliidae. 163
Oerceris trichobunda Strd. n. sp.
Ein 2 von Suisharyo X. 1911.
2. Charakteristisch u.a. durch den losgetrennten, abstehenden,
ungezähnten, nur an der Basis festgewachsenen Mittelteil des Clypeus.
— Schläfen unten am Ende der Wangen mit einem kräftigen abge-
rundeten Höcker, der jedoch eigentlich nicht als Zahn bezeichnet
werden kann und mit dem, auch weiter oben stehenden Schläfenzahn
von Cerceris Komarowii Rad. nicht vergleichbar ist. Der vorletzte
Bauchring ist auffallend dicht abstehend behaart, aber ohne auf-
gestülpten Hinterrand und ohne grubenförmige Vertiefung. — Kopf
+ Thorax 4,5, Abdomen 5,5, die Flügel 9 mm lang.
Schwarz. Gelb sind: Clypeus (ausgenommen eine Vorderrand-
binde und Seitenrandlinie), die Seitenpartien des Gesichtes bis im
Niveau der Oberseite der Antennenbasis, Pronotum, Schulterbeulen,
Tegulae, Scutellum, Postseutellum, eine Hinterrandbinde auf dem
3. und fast das ganze 4. Segment (Mediansegm. = 1!), eine schmale
Hinterrandbinde auf dem 6. Segment. Braungelb sind: ein kleiner
Stirnfleck, die Unterseite und ganze Spitze des Fühlerschaftes (die
Unterseite und Spitze der Geißel sind bräunlich), der Hinterrand
des Petiolus, die Trochanteren II—III, die Spitze aller Femoren,
die Tibien, Metatarsen und Tarsen I—II, die Basis und Unterseite
der Tibien III. Die ganzen Flügel angeraucht, jedoch in der Radial-
zelle und an der Spitze am deutlichsten, stark braungelblich schimmernd
und im Saumfelde etwas irisierend; Geäder und Mal schwarz. Bauch
schwarz.
So weit an dem nicht ganz reinen Exemplar zu erkennen, ist das
ganze Tegument matt mit für eine Cerceris ziemlich feiner Punktierung;
auch der herzförmige Raum ist kaum glänzend, indem er fein, aber
dicht punktiert, an den Seiten schräggestreift und mit recht deutlicher
Mittellängsfurche versehen ist. Die hinteren ‘Ocellen unter sich um
weniger als von den Netzaugen entfernt. Das zweite Geißelglied ist
nur ganz wenig länger als das dritte. Kopf deutlich breiter als Thorax.
— Die erste rekurrente Ader mündet in die zweite Cubitalzelle ein
klein wenig vor der Mitte. — Die Behaarung scheint für eine Cerceris
ziemlich stark entwickelt zu sein.
Cerceris Fukaii Rohwer 1911.
7 22 von: Taihorin 7. VL, 7. VIIL, Kankau (Koshun) 22. IV.
— 14 38 von: Taihorin 7. VIIL, 7. VI, Tainan 22. VII, Kankau
(Koshun) VII. |
Charakteristisch unter anderem durch einfache, mitten ganz
oder fast ganz unterbrochene gelbe Bauchbinde und schwarzes Pro-
notum, sowie durch den kleinen, matten, auffallend grob skulpturierten
herzförmigen Raum, der drei tiefe Längsstreifen und hinten außer-
dem Querstreifen zeigt.
Q. Der Mittelteil des Clypeus ist nur an der Spitze losgetrennt,
diese steht also etwas vor und ist mitten dreieckig eingeschnitten.
11* 7. Heft
164 Embrik Strand:
Das erste Bauchsegment zeigt an der Basis Andeutung, aber weiter
auch nichts, einer plattenförmigen Erhebung. — Durch Schletterers
Bestimmungstabelle der paläarktischen Cerceris kann man auf etwa
L. quadrifasciata Panz. kommen, die aber doch ziemlich verschieden ist.
Das $ stimmt mit der aus Formosa beschriebenen (©. Fukaii Rohw.
(in: Proc. U. 8. Nat. Mus. 39, No. 1794, p. 482—3), der Vorderrand
des Clypeus ist jedoch nicht ganz gerade, sondern wellenförmig, bezw.
mit kleinen Erhabenheiten versehen. die nicht als Zähne in Anspruch
genommen werden können und das zweite Bauchsegment ist in seiner
ganzen Ausdehnung ziemlich kräftig und dicht punktiert. Übrigens
zeichnen die meisten der vorliegenden Sg sich dadurch aus, daß Clypeus
mitten mit einem gelben Fleck versehen ist (f. superflua ın.), der bisweilen
fast den ganzen U!ypeus bedeckt und bei der Hauptform ganz fehlt.
Ferner variieren die $& dadurch, daß Scutellum mit einer gelben
Querbinde versehen sein kann. In diesem Punkt verhalten die 29
sich wie die SS, während sie den gelben Clypeusfleck anscheinend
immer besitzen. Die 22 sind etwa 10 mm lang. Die gelbe Binde des
4. Abdominalsegments (3. Rohwer) ist bei beiden Geschleehtern in
der Mitte unten immer stark verschmälert, aber kaum je ganz unter-
brochen.
Gen. Pison Spin.
Pison fabricator Sm.
22 29: Tainan 22. VII., Taihorin 7. VL. 7. VIII, Kankau 7.—22.
IV., VIL, Anping 7. VL, 7. VII. — 29 3&: Taihorin 7. VL, 7. VII,
Auping 7. VL. 7. VIL, 7. VIII, Tainan 22. VIL, Kankau (Koshun)
7.—22. IV.
Weicht von Pison atrum Spin. nur sehr wenig ab, jedoch fehlen
die bei atrum vorhandenen feinen Tomentbinden an den Hinterrändern
der Rückensegmente, Abdomen ist feiner punktiert und stärker glänzend,
auch Mesonotum scheint durchgehends feiner punktiert zu sein. Ferner
ist Olypeus ein wenig schmäler und die Basalarea des Methatorax ist
parallel längsgestreift.
Die zweite Cubitalzelle ist typisch vorhanden.
Pison fabricator F. Sm. wurde von Hong-Kong beschrieben und
zwar in: Trans. Ent. Soc. London 1869 p.297. Da die Originalbeschreibung
zu summarisch ist, so mögen einige weitere Ergänzungen gegeben
werden. — Der Vorderrand des Ulypeus hat mitten ein kleines
stumpfes Zähnchen. Der Abstand der Augen am Kopfschilde ist nicht
viel größer als auf dem Scheitel. Unmittelbar hinter den hinteren
Nebenaugen verläuft eine schmale, leicht procurva gebogene Quer-
einsenkung und diese Nebenaugen sind unter sich um fast ihren Durch-
messer, von den Netzaugen um erheblich weniger aber bei weitem nicht
um den halben Abstand entfernt. Die geringste Entfernung der Facetten-
augen am Scheitel entspricht ungefähr der Länge des 2. + 3. Geißel-
En oder fast derjenigen des 1.+ 2.+ 3. Geißelgliedes. — Die
eiden rücklaufenden Adern sind interstitial oder subinterstitial. Der
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Crabronidae und Scoliidae. 165
Stiel der 2.Cubitalzelle ist jedenfalls Jänger als diese hoch (auf die Cubital-
ader senkrecht gemessen!) ist. — Männchen und Weibchen sind kaum
verschieden (abgesehen vom Analsegment!).
Gen. Sceliphron Kl.
Zu den im 1. Teil behandelten Sceliphron- Arten kommt noch eine:
Sceliphron Ritsemae D. T. (curvatum Rits. nec Sm.).
20 94: Pilam VIIL, Kosempo IX., Taihorinsho IX., X., Taihorin
7. VI. — 13 22: Taihorin 7. VL. 7. VIL., 7. VIIL, Fuhosko, Hoozan
IX, Kosempo 7. V., IX., Kankau (Koshun) 7. IV.
. Clypeus stark gewölbt, in der vorderen Hälfte mit feinem
Mittellängskiel, auf dem Vorderrande in der Mitte mit 3 zahnartigen
Läppcehen und außerdem je einem kleineren ebensolchen ein wenig
weiter seitwärts. Der geringste Abstand der Augen am Clypeus ist
gleich der Länge des 2. + ?/, des 3. Geißelgliedes und nur fast unmerklich
srößer als der Abstand an der Linie, die man sich durch die hinteren
Nebenaugen quer über den Scheitel denken kann. Schildchen rand-
wärts gewölbt, mitten aber abgeflacht und mit einer ganz schwachen
Mittellängseinsenkung. Metapleuren fein und undeutlich schräg-
quergestrichelt und überall und zwar ziemlich dicht punktiert. Der
Hinterleibsstiel ist 3 mm lang oder länger als das 2. +3. + 4. Geißel-
glied oder so lang wie Metatarsus III.
In der Originalbeschreibung (in: Notes Leyden Museum II, p. 226
(1880)) heißt es: „The petiole ofthe Abdomen strongly curved upwards“,
was ich so verstehe, daß die Konkavität der Krümmung nach oben
gerichtet ist, in welchem Falle es mit der vorliegenden Art stimmt.
— Die Art ist aus Japan beschrieben. Da die Originalbeschreibung
etwas summarisch ist, mögen obige Ergänzungen dazu angebracht sein.
Zur Kenntnis der orientalischen N vehniden-
Gattung Agonista Feld. (Lygniodes Gn.)
Von
Embrik Strand.
Über die Gattung Agonista ist zwar eine ganz neue Monographie
erschienen (in Hampsons Catalogue of Lepid. Phalaenae, Vol. XI.
(1913) p. 267—272, tab. CCIV. fig. I—7), in dieser ist aber eine früher
beschriebene Art überhaupt nieht erwähnt und da ich nun außer
dieser eine neue Art einführen, das eine Geschlecht einer weiteren
7 Heft
166 Ä Embrik Strand:
Art neubeschreiben und einige Beiträge zur Verbreitung der Gattung
geben kann, so dürften folgende Mitteilungen trotz der eben
erschienenen Monographie nicht wertlos sein. Die einzige mir nicht
vorliegende Art, reducens WIk., habe ich hauptsächlich nach Moores
Abbildungen in Lepid. of Ceylon, III. pl. 165, £. 3, 3a gedeutet.
Bestimmungstabelle der Agonista- Arten.
d-
A. Hinterflügel einfarbig dunkel, auch die Fransen:
hypopyrrha Strd. n. sp.
B. Hinterflügel: wenigstens die Fransen hell gefärbt.
a) Hinterflügel: nur die Fransen, ganz oder teilweise hell (rein weiß)
gefärbt.
0) Die Hinterflügel unten im Grunde weiß hypoleuca Gn.
00) Die Hinterflügel unten im Grunde braun cilata Mr.
b) Die hintere Hälfte der Fransen der Hinterflügel hell gefärbt
(schmutzig weißlich) und diese Färbung geht auch als eine schmale
Binde auf den anstoßenden Saum über reducens WIk.
c) Auch der Innenrand der Hinterflügel hell. |
0) Dieser Rand ist rein weiß endoleuca Guer.
00) Dieser Rand ist gelb.
*) Fast die ganze hintere Hälfte der Hflg. ist gelb
ochrıfera Feld.
**) Die gelbe Färbung tritt nur am Rande auf.
a) Die gelbe Färbung bildet in der hinteren Hälfte des Saum-
feldes eine auch die Fransen bedeckende Saumbinde;
der Hinterleib ist schwarz und ebenso die Fransen der
Vilgr. Plateni Stgr.
8) Die gelbe Färbung tritt ebenda nur auf den Fransen
auf; der Hinterleib ist größtenteils gelb und ebenso die
Fransen der Vorderflügel Schoenbergi Pag.
Q.
A. Innenrand der Hinterflügel dunkel
a) Unterseite braun | cihata Mr.
b) Unterseite z. T. weißlich.
0) Oberseite beider Flügel ohne eine deutliche sublimbale Reihe
schwarzer Punktflecke oder solche sind höchstens so weit
erkennbar, die dunkle Postmedianbinde der Vorderflügel
ist in der vorderen Hälfte winklig gebrochen oder wenigstens
stark gekrümmt, die dunkle Medianbinde der Vorderflügel
steht etwa senkrecht auf dem Hinterrand hypoleuca Gn.
Oberseite beider Flügel mit einer deutlichen sublimbalen
Reihe schwarzer Punktflecke, die dunkle Postmedianbinde
der Vflg. ist in der vorderen Hälfte nur schwach gebogen,
oo
Zur Kenntnis der orient. Noctuiden-Gattung Agonista Feld. 167
die dunkle Medianbinde der Vflg. ist schräg nach vorn und
außen gerichtet reducens Wk.
B. Innenrand der Hinterflügel weiß endoleuca Guer.
C. Innenrand der Hinterflügel gelb.
a) Hinterflügel mit gelbem Postdiskalfeld. Fransen der Vorder-
flügel weiß ochrifera Feld.
.b) Hilg. ohne gelbes Postdiskalfeld. Fransen der Vflg. nicht weiß.
o) Hflg. mit braungelblichem, an beiden Enden rein gelbem
Saumfeld und einer Sublimbalreihe schwarzer Punktflecke.
Abdomen dunkel Plateni Pag.
00) Saumfeld der Hflg. wenigstens nicht mitten heller als die
proximale Partie des Flügels, wohl aber hat das Saumfeld
im Analwinkelpartie eine hellere Saumbinde.. Abdomen
gelb, nur oben in der vorderen Hälfte dunkel Schoenbergi Pag.
Zur Verbreitung der Agonista- Arten, nebst Beschreibung einer neuen Art.
Im. Berliner Museum sind die obige neue und alle bekannte Arten
außer A. reducens WIk. vertreten und zwar von folgenden Lokalitäten:
1. A.ochrifera Feld. Minahassa (Platen). Celebes (Meyer).
2. A. Plateni Pag. Die beiden Typen von Palawan (Platen), zwei
weitere Exemplare ebendaher und eins von: Mindanao, Davao or.
(Platen). Hampson (1913) beschreibt nur das & und erwähnt nicht
einmal, daß das @ schon vom Autor der Art beschrieben wurde.
3. A. Schoenbergi Pag. Ein Exemplar (3), das zwei Etiketten
Be „Labuan, Borneo sept. or. (Waterstradt)” und ‚„Borneo mer.
. (10 südl., 1150 östl.) (Wahnes).“ Ferner je ein Ex. von: Labuan
(W.), Kina Balu 12—1500 m N. O. Borneo (Waterstradt) und Kina
Balu (Waterstr.). Zusammen 2% 29. — Diese Art ist im Hampsons
Monographie (1913) übersehen, was sich wohl dadurch erklären wird,
‚daß sie versteckt beschrieben ist, nämlich als Anhang zu der Be-
schreibung von A. (‚‚Lygniodes‘‘) Plateni Pag. (in: Iris III (1890) p. 18
—19) und auch der neue Name ist nicht auffällig hervorgehoben.
In Zoological Record fehlt sie auch. — Das @ war bis jetzt unbekannt.
4. A. endoleuca Guer. Java oce. mer., Tjisolok (Grelak); Deli
Sumatra (Hagen); Macassar; Sambawa (Grelak); Silhet (Coll.
Maassen); Java (Hoffmannsegg); Sumatra (Faber).
5. A. hypopyrrka Strand n.sp. (maurus Stgr. ı. 1.). Mindanao,
Davao or. (Platen), 399. Das eine Ex. trägt noch eine zweite
Etikette: Mindoro (Platen).
Oben schwarz, etwa wie bei hypoleuca &, jedoch ist das Schwarz
der Vorderflügel noch tiefer und zwar im Saum- und Basalfeld kaum
verschieden, während die Hinterflügel im Apicalfeld heller sind
und daselbst ganz leicht irisieren, um den Analwinkel da-
gegen ein graulich sanımetartiges, in gewisser Richtung z. T. silber-
grau erscheinendes Feld haben. Körperoberseite wie die Vorder-
7. Heft
168 5 Embrik Strand:
flügel. Unterseite der Flügel matt braun, ein wenig graulich und ım
Vorderflügel (abgesehen vom Saumfelde) schwach violettlich an-
geflogen; im Hinterflügel ist jedoch das Dorsalfeld ockergelb und
zwar erstreckt sich diese Färbung im Saumfelde bis zur Rippe 4,
weiter innen aber nicht ganz so mit und auch nicht ganz bis zur Basis;
alle Fransen, auch die dieser gelben Partie, sind dunkel.
Flügelspannung 69, Flügellänge 40 mm.
6. A. hypoleuca Gn. Darjeeling, Sikhim (Möw.); Bhamo, Burma
int. (Haberhr.); Darjeeling (coll. Atkinson); Silhet (coll. Maassen)
S. Formosa, Chikutoge, V. 1909 (H. Sauter).
[7. A. reducens WIk. ıst nicht vorhanden].
8. A.cihata Mr. Darjeeling (coll. Atkinson); Silhet (coll.
Maassen).
Eine neue ostasiatische Ameisenspinne.
Von
Embrik Strand, Berlin.
Myrmarachne Hoffmannı Strd. n.sp.
Mehrere, getrocknet gewesene dd und 1% von Tsingtau (Marine-
stabsarzt Prof. Hoffmann).
d. Ist mit Myrmarachne lugubris Kulez. aus dem Ussurigebiet
verwandt, aber die Mandibeln sind noch ein wenig länger, ihre Außen-
seiten noch deutlicher parallel verlaufend, das Tarsenglied der Palpen
hat an der Spitze einen Stachel, die Mandibeln sind oben an der Basis
hell beschuppt etc. — Die Palpen haben von unten gesehen die größte
Ähnlichkeit mit denjenigen von M.dubius Peckh. von Manila (cf.
Taf. II, Fig. 4b in Peckhams ‚Ant-like Spiders“), welche Art aber
sonst so stark abweicht, daß die Identität beider Formen nicht in
Frage kommt.
Trocken gesehen erscheinen die Tiere matt schwarz, stellenweise,
insbesondere auf der Oberseite der Mandibeln, etwas kupferig
schimmernd; bei einem Exemplar ist die Einschnürung zwischen
Kopf- und Brustteil schmal heller und daselbst finden sich
einige hellere Schuppenhaare, so daß bei ganz frischen Exemplaren
daselbst wahrscheinlich eine zusammenhängende helle Binde vor-
handen ist. Das basale Fünftel der Oberseite der Mandibeln ist mit
mattglänzenden, silbergrauen, etwas grüngelblich angeflogenen
Schuppen bekleidet. Wegen des Eintrocknens ist die Färbung des
Abdomen nicht mehr ganz genau zu erkennen, scheint aber einfarbig
schwarz Zu sein, aber gleichn:äßig, wenn auch spärlich, mıt abstehenden
Eine neue ostasiatische Ameisenspinne. 169
braungelben Haaren bewachsen, die wohl bei frischen Exemplaren
dem Abdomen ein etwas helleres Aussehen verleihen würden. Die
Behaarung des Cephaluthorax und der Mandibeln ist kürzer, dunkler
und mehr anliegend, wohl aber erscheint die des Kopfteiles etwas
heller als die des Brustteiles und der Mandibeln. Die Klauen, die
Falzränder und die Zähne der Mandibeln sind rötlich, während gelb-
lich sind: die Coxen I und II, die Unterseite der Femora Il und teil-
weise die der Femora III, die Trochanteren IV, die Tibien mit Aus-
nahme einer schwarzen Längsbinde vorn und hinten sowie die Meta-
tarsen und Tarsen; die drei letzteren Glieder sind jedoch bisweilen
gänzlich angeschwärzt. — In Alkohol weicht die Färbung nur insofern
nennenswert ab, als Abdomen am Ende des basalen Drittels eine
schmale helle Querbinde erkennen läßt.
Kopf- und Brustteil sind durch eine schmale, ziemlich scharf
markierte Quereimschnürung getrennt; letzterer ist auch vorn, wo
er im Profil gesehen ganz schwach gewölbt erscheint, niedriger als die
Kopfplatte und senkt sich nach hinten allmählich ab; auch seine
größte Breite ist geringer als die des Kopfteiles; sein Hinterrand
schmal leistenförmig erhöht. Quadrangulus ist hinten ein wenig
breiter als vorn und die kleinen Augen ((II. Reihe) liegen um ihren
Durchmesser vor der Mitte. Die 8. A. I sind von ihren M.A., die
intens grün gefärbt sind, um ihren Radius entfernt. — Die Mandibeln
sind kürzer als Cephalothorax (bezw. 2,6 und 3 mm), oben schräg
abgeflacht, jedoch mit einer schwachen medianen Längserhöhung
und feiner dichter Querstrichelung; sowohl der Außen- als Innen-
rand ihrer Dorsalfläche ganz scharf, insbesondere der innere, und
beide verlaufen parallel bis nahe der Basis, wo der Außenrand ein-
gekrümmt ist. Die Länge der Mandibeln ist etwa 3,5 X der Breite
und an der leicht schräg quergeschnittenen Spitze ist die innere Ecke
in einem kurzen, aber kräftigen dreieckigen Zahn ausgezogen, während
ein kleiner rundlicher Höcker sich zwischen diesem Zahn und der
äußeren Ecke der Spitze der Mandibeln befindet. Am äußeren Falz-
rande finden sich 8 oder 9 unter sich an Größe wenig verschiedene
Zähne, deren Zwischenräume von Nr.1 (an der Klaueneinlenkung)
bis Nr. 5 allmählich abnehmen, während die der folgenden etwa gleich
demjenigen zwischen 4 und 5 ist. Am inneren Falzrande sind etwa
6 ähnliche Zähne vorhanden, deren Zwischenräume ebenfalls am distalen
Ende der Reihe am größten sind; der apicale Zahn steht dicht an
der Klauenbasis und ganz nahe dem Eckzahn. Die Mandibelklaue
ist an beiden Enden gekrümmt, zeigt in der Mitte Andeutung einer
kleinen Knickung und ist unten mitten schwach serrat.
Die Tibien I—II bestachelt, TII—IV vielleicht nicht.
(Die Typen, die dem Deutschen Entomologischen Museum
gehören, sind nachträglich alle in Alkohol überführt).
Ein wohl zugehöriges 2 ıst 5 mm lang, zeigt in Alkohol einige
hellere, vielleicht ‚‚künstliche‘“‘ Wische auf dem Kopfteil, noch heller
gelb gefärbte, aber ebenfalls teilweise schwarze Beine und zwei helle
Längswische auf dem Bauch. Epigyne, die vielleicht nicht ganz reif
T. Heft
170 Embrik Strand:
ist, zeigt ein kleines weißliches, länger als breites, nach hinten leicht
verschmälertes, vorn mitten schwach ausgerandetes, etwa viereckiges
Feld, das beiderseits von einem schwarzen Strich (Furche) begrenzt
wird; die weißliche Färbung verbreitert sich längs der Spalte weiter
seitwärts.
Die Ameisenähnlichkeit dieser Spinne, ihr Vorkommen zusammen
mit Ameisen und ähnliches Betragen wie diese hat Herr Prof. Hoff-
mann festgestellt.
Bemerkungen über einige Anua-Arten
(Lepid., Novtuidae).
Von
Embrik Strand.
Anua ambigua (Gerst.) und nocturnia Hamps.
H ypogramma (?) ambigua Gerst. in: v. d. Deckens Reisen in
Ost-Afrika, Arthropoden p. 382—383 (1873).
Die mir vorliegende Type der Hypogramma (?) ambiqua Gerst.
ist schlecht erhalten, so daß die für die Gattungssystematik in Be-
tracht konunenden, von der Beschuppung geholten Merkmale z. T. nicht
mehr erkennbar sind, ich glaube aber dennoch die Art in der Gattung
Anua (Wlk.) Hamps. unterbringen zu müssen.
Gerstäcker hat nur das 2 beschrieben. Von Nguelo in Usambara
liegt mir eine männliche Anua vor, die ich für dieselbe Art halte. Sie
steht der Anua nocturnia Hamps. (in: Cat. Lep. Phal. XII p. 458,
f. 106) jedenfalls sehr nahe und ist besonders, ebenso wie nocturnie,
durch die Beschuppung der Beine charakteristisch; wie das @ sich ın
dem Punkt verhält, läßt sich an der vorliegenden Type nicht erkennen,
weil zu abgerieben. Die Vorderflügel des $ erscheinen braunschwarz,
mit zwei tiefschwarzen, heller angelegten, antemedianen Zickzack-
querlinien und eine ähnliche Linie bildet einen vorn offenen Ring um
den schwarzen, nierenförmigen Discozellularfleck; dieser Ring hat
eine Länge von 4 und eine Breite von 5 mm. und ist hinten abgerundet
zugespitzt. Eine ebensolche schwarze, postmediane Querlinie ist zwischen
dem Vorderrande und der Rippe 3 saumwärts konvex gebogen, ım
Dorsalfelde schwach wurzelwärts konvex gebogen und auf den Rippen
ganz oder fast ganz unterbrochen. Zwischen dieser Linie und dem
Saume, subparallel zum letzteren, verläuft eine helle, zweimal S-förmig
gebogene Querlinie, zwischen dieser und dem Saume ist, insbesondere
nahe dem Analwınkel, das Saumfeld im Grunde etwas heller und zwar
rostgelblich, während die Flügelspitze von einem kleinen schwarzen
Bemerkungen über einige Anua-Arten (Lepid., Noctuidae). 171
Fleck eingenommen wird; innerhalb dieses Flecks, zwischen der sub-
Jimbalen Linie und der Postmedianlinie ist im Costalfelde ein rostgelblich
aufgehellter Wisch. Es sind sechs Saumpunkte vorhanden, die da-
durch charakteristisch sind, daß sie innen tiefschwarz, außen weißlich
sind. Hleib und Hiflg. dunkelgrau mit hellerer Saumlinie. Flügel-
spannung 5l, Filgllänge 25, Körperlänge 23 mm.
Die Etikette der Gerstäckerschen Type trägt die Lokalitäts-
bezeichnung ‚‚Baranu‘“, in seiner Arbeit heißt es: „Mbaramu“. Jeden-
falls in Ost-Afrika.
Die Möglichkeit, daß ambigua Gerst. und nocturnia Hamps. als
Formen einer Art zusammengehören, ist auch deswegen groß, weil
nocturnia auch nach Hampsons Angaben recht variierend sein muß,
indem er zwei Aberrationen bei einer Gesamtstückzahl von nur
sechs unterscheidet. Die eine Aberration wird beschrieben als ocker-
braun bis zur Subterminallinie mit Ausnahme des zwischen den
Medianlinien eingeschlossenen Raumes und des vor der Subterminal-
linie ım Costalfelde sich befindenden Fleckes; diese Form. möge als
ab. ochracescens m. bezeichnet werden. Bei der zweiten Aberration
sind die Linien im Vorderflügel ockerbraun begrenzt und der post-
mediane Costalfleck ockerfarbig: ab. ochrifusca m.
Einige bisher unbenannte Anua-Aberrationen mögen hier auf-
geführt werden.
Anua paremacula Lucas tritt in Westaustralien bisweilen in einer
helleren Form auf, die ab. sherleckiensis m. heißen möge (nach dem
Fundort).
Anua disjungens Wk. Auf Timor kommt eine Q-Form vor, deren Vorder-
‚flügel rötlichbraun besprenkelt sind und deren Postmedianlinie
Reihen kleiner dunkler Flecke aufweist: ab. (var.?) timerensis m.
Anua sublutea Beth.-Bak. Beim 29 fehlen bisweilen die schwarzen
Flecke der subterminalen Linie der Hinterflügel. Klein-Keyinsel.
Ab. keyensis m.
Anua tettensis Hopff. Thorax und Vorderflügel können mehr rötlich
‚gefärbt sein: ab. rubicunda m.
Anua mejanesi Gn. Die Vorderflügel können purpurgrau bis zur Sub-
terminallinie sein: ab. purpurascens m.
Anua triphaenordes Wlk. 1. $& Vorderflügel mit purpurfarbig ange-
flogenem Graubraun überzogen und schwärzlich besprenkelt:
ab. purpuritineta m. 2.3 Kopf, Thorax und Vorderflügel mehr weıß-
lich gefärbt: ab. albescens m.
Anua selenaris Gn. 1. $ Thorax und Vorderflügel rötlicher braun,
Hinterflügel in der Basalhälfte mehr weißlich: ab. selenaria m.
2. & Im Vorderflügel ist die Antemedianlinie in der Submedian-
falte nach außen bis zur Postmedianfalte gewinkelt: ab: anguli-
gera m. 3. d wie das @ gefärbt: ab. feminicolorata m.
Anua conspievienda Wlk. Vorderflügel dunkler und grauer gefärbt:
ab. conspiciens m.
T. Heft
172 Embrik Strand:
Anua reducta Mab. 1.& kann in der Färbung des 2 vorkommen: ab.
feminis m. 2. Das $ kann heller als das © sein, im Vorderflügel
mit undeutlichen Ante- und Postmedianlinien: ab. pallidula m.
Anua david Holl. Die Vorderflügel insbesondere im Postmedianfelde
dunkler, die subterminale Linie mit scharf markierten schwarzen
Flecken auf ihrem inneren Rande an beiden Seiten der Rippe 6
und etwas Grünlich-Graues an ihrem Außenrande nahe der Sub-
medianfalte: ab. viridipieta m.
Bemerkungen über je zwei Euminucia- und
Tolna-Arten (Lepid., Noctuidae).
Von
Embrik Strand.
Euminucia orthogona Hamps. var. camerunica Strd. n. var.
Von Kamerun, Bang, Manengubagebiet (Schäfer leg.) liegt ein &
vor, das mit genannter Art (ef. Cat. Lep. Phal. XII. p. 422—423 t. 213
f. 8) übereinstimmt, allerdings mit folgenden Ausnahmen: Die ganze
Färbung ist weniger rötlich, die Palpen sind vorn graugelblich, die
Ventralseite des Abdomens ist kaum heller als die Dorsalseite, Saum-
und Costalfeld der Vorderflügel sind noch heller als bei der Hauptform,
mit scharf markierter weißlicher Randlinie, das dunkle Sublimbalfeld
ist noch stärker zusammengeschnürt in der Mitte, die Hinterflügel
sind in der Basalhälfte kaum heller und mehr graulich gefärbt. Kopf
und Halskragen von der helleren, Thoraxrücken von der dunkleren
Färbung der Flügel. Hinterrand der Vorderflügel linienschmal heller.
Endlich ist die Größe ein wenig geringer: Flügelspannung 53, bei f. pr.
56 mm.
Jedenfalls weicht diese Kamerun-Form von der Hauptform,
die von der Goldküste stammt, so viel ab, daß eine besondere Varietäts-
bezeichnung berechtigt sein dürfte: var. eamerunica m.
Eumimnueia conflua Hamps. v. hqulifera Strd. n. var.
Von Amani in Deutsch-Ostafrika (Vosseler) liegt ein bei Licht
gefangenes & einer Euminucia vor, welche die allergrößte Ähnlichkeit
mit der in Westafrika vorkommenden Eum. conflua Hamps. hat (cf.
Cat. Lep. Phal. XII. p. 421—422 f. 98), ist aber ein wenig kleiner (Flg.-
spannung 59 mm), die hellere Mittellängslinie des Thoraxrückens
ist jedenfalls nicht so scharf markiert, die helle Costalpartie der Vorder-
flügel ist noch weiter und zwar zungenförmig nach hinten verlängert
Bemerkungen über je zwei Euminucia- und Tolna-Arten. 173
(fast die Dorsalrippe erreichend), die zahnförmige, basalwärts ge-
richtete Verlängerung des Saumfeldes an der Rippe 5 ist mehr dreieckig,
keilförmig; umgekehrt bildet das dunkle Feld ım Felde 3 eine stärkere
saumwärts gerichtete Ausbuchtung, im Saumfelde sind keine anderen
Querlinien vorhanden als die unbedeutend dunklere, daher undeutliche
feine Saumlinie, die in den Zwischenräumen der Rippen durch Punkt-
flecke unterbrochen wird, die innen tiefschwarz, außen aber weiß sind.
An der Unterseite ist rötliche Färbung im Basalfelde nicht vorhanden.
— Jedenfalls nichts anderes als eine Form der westafrikanischen Art;
möge den Namen var. ligulifera m. bekommen.
Tolna limula Möschl. und T. demaculata n.n.
Die mir vorliegende, leider nicht ausgezeichnet erhaltene Type
von Tolna limula Möschl. weicht von dem was Hampson unter diesem
Namen abbildet (in: Cat. Lepid. Phal. XII. t. 216 £. 14) erheblich ab;
sie hat im Vorderflügel einen subapicalen tiefschwarzen Schrägfleck
in den Feldern 5 und 6, weiße Limbalpunkte fehlen und die auf
Hampsons Figur dargestellte sublimbale weiße Punktreihe ist nur
ganz schwach angedeutet, die hellgrauliche Beschuppung des
Vorderflügels ist nur in der Costalhälfte des Antemedian- und
Postmedianfeldes deutlich vorhanden, das die Nierenmakel um-
gebende dunkle Feld läuft nicht saumwärts in ein scharfes Dreieck aus
wie Hampson es abbildet, sondern der äußere Rand desselben verläuft
vielmehr parallel zu der Postmedianquerlinie und ist wie diese zick-
zackförmig, die Nierenmakel ist fast nur durch ihre innere Begrenzungs-
linie angedeutet, auch hinten ist der die Nierenmakel einschließende
Fleck nicht zugespitzt, und seine Länge auf dem Vorderrande ist doppelt
so groß wie diejenige der beiden Teile des Medianfeldes, wodurch er ein-
geschlossen wird. Die Fransen der Hinterflügel sind nicht an der Spitze
weiß, wohl aber ein wenig heller als weiter hinten. Unterseite grau-
braun, beide Flügel mit zwei postmedianen, schmalen, schwarzen
verloschenen Querbinden. — Flügelspannung 23 mm.
Auch wenn in Betracht gezogen wird, daß Urteil nach Unica,
wenn es sich um Artenfragen handelt, mit Vorbehalt abzugeben ist,
so halte ich es dennoch für berechtigt, die Hampsonsche Form als eine
von der echten kmula verschiedene Art neu zu benennen: demaeculata m.
* *
%*
Die Typen im Zoolog. Museum Berlin.
7. Heft
ru
Eine neue Tolna-Art (Lepid., Noctuidae).
Von
Embrik Strand.
Tolna tetrhemicycla Strand n. sp.
Ein 2 von Namiong bei Lolodorf am Lokundjefluß in Kamerun
(E. Conrad leg., Ulbrich vend.).
Mit T. variegata Hamps. und sinsfera Hamps. arm nächsten ver-
wandt (cf. Hampsons Cat. Lep. Phal. XII. p. 479—480, t. 216, f. 11
bezw. f. 12), weicht aber von beiden durch u.a. das Vorhandensein
einer weißen Fleckenquerreihe auf der Mitte der Vorderflügel ab. —
Kopf und Thorax schwarz, Halskragen mit weißlicher Querbinde,
Thoraxrücken scheint graulich gefärbt gewesen, ist aber stark abge-
rieben. Spitze und Vorder- bezw. Unterrand der Palpen weißlich
und ebenso die inneren Augenränder. Die ganze Unterseite des Körpers
sowie der Hinterleib grauschwarz, Abdomen oben hinter der Mitte
ınit einer dunkleren Querbinde, die aber künstlich sein kann. Vorder-
flügel schwarz, rostfarbige Schuppen eingestreut, und mit weißlichen
Querlinien und Punkten ähnlich wie bei 7. variegata (cf. fig. cit.)
und ebenso wie bei dieser sind die Rippen teilweise heller, der Nierenfleck
ist aber noch schwärzer und schärfer markiert und außerhalb dieses
bezw. des Zellendes ist die schon erwähnte weiße Fleckenquerreihe;
diese ist saumwärts konvex gebogen und besteht aus vier Flecken,
von denen der hintere auf der Rippe 2, unweit ihrer Basis, gelegen
und lang, strichförmig ist, während der vorhergehende der größte und
quergestellt ist. Die Zeichnungen des Saumfeldes wie bei genannter
Art, jedoch ist die entfernt viereckige, subapicale Vorderrandsfigur
insbesondere hinten -weniger deutlich, ein weißer Apikalsaumfleck ist
ebenfalls ganz undeutlich und die Saumpunkte erscheinen mehr isoliert.
Unterseite der Flügel ın der Basalhälfte graulich, im H£lg. init dunklerer
Medianquerbinde und ebensolchem antemedianem Diskalfleck, im
Saumfelde dunkler, aber mit hellerer Antelimbal- und Limballinie;
Vflg. unten mit dunkler Submedianbinde und dunklerem Sublimbal-
feld, während eine wellenförmige, schmal schwarze Saumlinie beider-
seits grauweißlich angelegt ist. — Flügelspannung 48 mm, Flügellänge
23,5 mm.
Type ım Zoolog. Museum Berlin.
H. Sauter’s Formosa- Ausbeute. Prioninae.
Par
A. Lameere, Bruxelles.
M. Schenkling, Conservateur du Deutsches Entomologisches
Museum & Berlin m’a soumis les recoltes de Prioninae faites a Formose
par M. H. Sauter. Üe zele& explorateur a decouvert dans cette ile
six especes dont une nouvelle.
1. Parandra Janus H. W. Bates. — Kosempo en juillet; Sokutsu
(Banshoryo-District).
2. Macrotoma Fisheri C.O. Waterh. — Sokutsu (Banshoryo-
District).
3. Eurypoda antennata W. Saund. — Kosempo en juin.
4. Megopis (Aegosoma) sinica sinica White. — Kankau (Koshun)
en avril; Kosempo en mai et Juillet.
5. Megopis (Baralipton) Sauteri nov.sp. — Kosempo en juin.
Un mäle, long de 27 mm.
Voisin du M. mandibularıs Fairm. de Formose egalement, allonge
et etroit, d’un brun ferrugineux & pubescence jJaune peu serree, vague-
ınent condensee en quatre taches sur le pronotum et ne cachant pas
la sculpture des elytres. Differe du M. mandibularıs par ses mandi-
bules normales, depourvues de la grande dent propre & cette espece,
par le lobe inferieur des yeux tres renfle, arrondi, atteignant le niveau
du milieu de la cavite d’insertion de l’antenne, par les antennes de-
passant l’extremite du corps d’au moins le quart de leur longueur,
P’appendice du 11° article constituant un 12° article distinct; le 3° article
est plus court que les trois suivants reunis, le 4° est tres peu plus long
que le 5° ; les trois premiers articles sont densement rugueux, les
rugosites, en forme de lineoles saillantes, allant en diminuant sur les
articles suivants, mais encore manifestes sur le 12° ; le systeme porifere
se montre deja au sommet interne du 3° article sous la forme d’un
espace allonge finement poreux divise en deux par une carene, eb il
envahit toute l’antenne & partir du 5° article; le 3° article est
entierement couvert de cils plus longs et plus serres en dessous; des
cils plus courts couvrent les autres articles.
Le prothorax est assez etroit, bossu& lateralement; il est granuleux
comme la tete et les elytres qui sont tres fortement &pineuses & la suture
et dont les cötes sont faiblement apparentes.
6. Priotyrannus (Chollides) closteroides J. Thoms. — Kankau
(Koshun); Zentai, 31 aoüt et 1° septembre.
De cette enumeration il resulte que M. Sauter n’a pas rencontre
les deux seules especes connues jusqu’ici comme propres & l’ile Formose,
Megopis (Baralipton) mandibularıs Fairm. et Dorysthenes (Priono-
mimus) Piei Linr., la premiere appartenant & un groupe indo-malais,
‘ la seconde etant voisine d’une espece de la Chine.
7. Heft
176 A. Lameere. — F. Schumacher:
Sauf la forme nouvelle Megopis ‚Sauteri, il n’a trouve que des
especes habitant des regions voisines: Parandra Janus est un type de
la Malaisie, se rencontrant notamment & Üelebes et peut-etre aux
Philippines; Macrotoma Fisheri est de la Birmanie et de la Cochin-
chine; Eurypoda antennata et Megopis sinica sinica sont de la Chine;
Priotyrannus closteroides est egalement de la Chine, mais se trouve
aussi au Tonkin.
La faune des Prioninae de l’ile Formose est done composite:
elle emprunte ses el@ments & la Chine, & l’Indo-Chine et a la Malaisie,
etant comme un trait d’union entre ces differentes regions.
Weitere Beiträge zur Kenntnis
der Hemipteren-Fauna der Provinz Sachsen.
(Kollektion Brandt-Schumann.)
Von
F. Schumacher.
Von den Herren W. Brandt und W. Schumann in Halle erhielt
ich eine Sendung von 113 Arten Hemipteren aus der Provinz Sachsen
zur Bestimmung. Das Material, welches vornehmlich von den beiden
genannten Herren, wie auch von andern Mitgliedern der Entomolog.
Gesellschaft Halle zusammengebracht worden ist, entstammt zu-
meist der Umgegend dieser Stadt. Vieles wurde auch in andern Teilen
der Provinz gesammelt, so bei Heldrungen, Zeitz, Bitterfeld, Schmiede-
berg und Koennern. Für die Provinz Sachsen konnten wiederum
6 neue Arten festgestellt werden, sodaß die Zahl der Wanzen auf
359 angewachsen ist. Die neuen Arten sind in der Aufzählung mit
einem * versehen.
Fam. Cydnidae.
Thyreocoris scarabaeoides L. Umgegend von Halle, V. 12.
Brachypelta aterrima Forst. Helfta, V.12; 2.6.12.
Gnathoconus albomarginatus Gze. Mansfelder See.
Sehirus bicolor L. Bitterfeld: Goitzsche, 27.5. 12.
Fam. Pentatomidae.
Eurygaster maura L. Umgegend von Halle, 23.7.12; Heldrungen
13. 7.12; Schmiedeberg.
Sciocoris microphthalmus Flor. Halle: Dölauer Heide, 29. 6. 12.
Weitere Beiträge zur -Kenntnis der Hemipteren-Fauna etc. 477
Aelıa acuminata L. Umgegend von Halle, 28.5. 12, Dölauer Heide
30.5.12, 25. 7.12; Garnbach, 25.5. 12; Heldrungen, 13.7. 12;
f Schmiedeberg. VIII. 12.
Aelia Klugi Hhn. Heldrungen, 13.7. 12.
Neottiglossa pusilla Gmel. Halle: Dölauer Heide, 29, 6. 12; Garnbach,
25.5. 12.
Eusarcoris melanocephalus F. Bitterfeld, Goitzsche, 27.5. 12
Palomena viridıssima Poda. Garnbach, 26.5. 12.
Palomena prasina L. Umgegend von .Halle;. Garnbach, 25. 5, 12,
27.5.12.
*Chlorochroa pinicola Mls. R. Umgegend von Halle, 24. 4. 08, 24. 4. 12.
Carpocoris fuscispinus Boh. Umgegend von Halle.
Oarpocoris purpurevpennis Geer. Garnbach, 25. 26. V.12, 2». 6. 2,
7.7.12; Heldrungen 13.7. 12.
Carpocoris lunulatus Gze. Umgebung von Halle.
Dolycoris baccarum L. Halle, 27.'6. 12; Dölauer Heide, V1. 12; Peters-
berg, ‚16. 5. 12; Garnbach, 27.5. 12, el2
Eurydema oleraceum L. Umgegend von Halle; Garnbach, 15. 20. 6. 12,
7.7.12; Helfta, 5.12; Bitterfeld: Goitzsche, 97.5.12.
Pentatoma rufipes L. Umgegend von Halle.
Elasmostethus interstinetus L. Umgegend von Halle; “Garnbach
25. 26. 5.12.
Elasmucha ferrugata L. Umgegend von Halle: Saalfeld: Kulm, 8.7. 12.
Olinocoris griseus L. Halle: Dölauer Bode, 25. 7. .12:- Petersberg,
86.05.12.
Pieromerus bidens L. Umgegend von Halle.
Troilus luridus F. Garnbach, 26. 5. 12; Bitterfeld: Goitzsche, 27..5..12.
Fam. Coreidae.
Verlusia rhombea L. Könnern, 1.5.13.
Syromastes marginatus L. Garnbach, 25.27.5. 12.
Spathocera Dalmani Schill. Halle: Dölauer Heide, 29. 6. 12.
Stenocephalus medius Mls. R. Helfta, V. 12.
Alydus calcaratus L. Umgebung von Halle. |
Therapha hyoscyami L. Umgegend von Halle; Könnern, 1.5.13;
Garnbach, 26. 5.12, 6.7.12.
Corizus parumpunctatus Schill. Umgegend von Halle; Heldrungen
laen.-12. | we
Stictopleurus crassicornis L. Umgegend von Halle; Garnbach, 26. 5. 12,
Myrmus miriformis Fall. Umgegend von Halle.
Brosoma ne: Schml. Umgegend von Halle.
Fam. Pyrrhocoridae.
Pyrrhocoris apterus L. Umgegend von Halle, 4.7. 12.
Fam. Lygaeidae.
Spilostethus equestris L. Heldrungen, 13.7. 12. |
* Cymus glandicolor Hhn. Umgegend von Halle; Zeitz, VII. 12.
Archiv für Naturgeschichte 9
1913. A. 7. 12 7. Heft
178 F. Schumacher:
Ischnorhynchus resedae Pz. Halle, 4.4: 13; Dölauer Heide, 22.4. 13;
: Petersberg, 16.5. 12; Bitterfeld: Goitzsche, 26.5. 12.
A chiragra F. Halle, 30.3.13; Garnbach, 26.5. 12,
6.7.12.
Peritrechus nubilus Fall. Halle: Dölauer Heide, 29. 6. 12,; Petersberg
22.5.13; Heldrungen, 13.7. 12.
Calyptonotus 'Rolandri L. Halle: Dölauer Heide, 12.5. 12; Garnbach,
10. 4. 12.
Aphanus albomarginatus Gze. Garnbach, 25. 27. 5. 12; Könnern,
1,8. 18
Aphanus pini L. Halle: Röpzig, 21.4. 12.
Emblethis verbascı F. Rollsdorf b. Halle am See, 27. 4.13.
Taphropeltus contractus H. Sch. Umgegend von Halle; Dölauer Heide,
22. 4.13.
Fam. Berytidae.
.. Berytus minor H. Sch. Rollsdorf b. Halle am See, 27. 4. 13; Beesen b. H.
24.4. 12.
Fam. Piesmidae.
Piesma variabilis Fieb. Halle: Rabeninsel, 25. 4. 13.
Fam. Tingitidae.
Tingis cardui L. Umgegend von Halle.
Fam. Aradidae.
Aradus cinnamomeus Pz. Halle: Dölauer Heide, 22. 4. 13.
Fam. Reduviidae.
Rhinocoris annulatus L. Halle: Dölauer Heide, 29. 6. 12.
Coranus subapterus Geer. Umgegend von Halle.
Fam. Nabidae.
Nabis lativentris Boh. Umgegend von Halle, Elsteraue, 20. 6. 12;
Heldrungen, 13. 7. 12; Garnbach, 6.7. 12; Zeitz, VII. 12 (nur
Larven).
Nabis ferus L. Halle, 2.9. 12.
Nabis rugosus L. Umgegend von Halle; Garnbach, 26. 5. 12.
Ham. Anthoecoridae.
Anthocoris nemorum L. Umgegend von Halle; Rabeninsel b. H.,
25. 4.13.
Acompocoris pygmaeus Fall. Halle, 4.8.12.
Fam. Capsidae.
Phytocorıs ulmi L. Garnbach, 6.7.12; Heldrungen, 13.7. 12.
Phytocoris varipes Boh. Halle: Seeben, 2.9.12; Garnbach, 6.7.12.
Weitere Beiträge zur Kenntnis der Hemipteren-Fauna etc. 179
Adelphocoris lineolatus Gze. Halle, Garnbach, Heldrungen, Zeitz.
*Oalocoris Schmidti Fieb. Umgegend von Halle. — Selten beobachtete
Art, die im südlichen Deutschland einigemal gefunden wurde.
Der nächste bekannte Fundort ist Connewitz bei Leipzig. (Reuter
188)... -
Calocoris ochromelas Gmel. Umgegend von Halle: Dölauer Heide,
30. 5. 12; Garnbach, 27. 5. 12; Helfta, 2. 6. 12; Bitterfeld, Goitzsche
20.9, 12. |
Calocoris fulvomaculatus Geer. Halle: Elsteraue, 9. 6. 12.
Calocoris roseomaculatus Geer. Heldrungen, 13.7. 12.
Calocoris norvegicus Gmel. Umgegend von Halle; Zeitz, VIl. 12.
Pycnopterna striata L. Heldrungen, 13.7.12; Helfta, V. 12; Bitter-
feld, Goitzsche, 27.5. 12.
Brachycoleus seriptus F. Heldrungen, 13.7. 12.
Stenotus binotatus F. Heldrungen, 13.7. 12.
Lygus pratensis F. Halle, Garnbach, Heldrungen, Zeitz.
Lygus campestris L. (pastinacae Fall... Könnern, 1.5.13. -
Lygus Kalmi L. Umgegend von Halle.
* Poecıloscytus palustris Reut. Halle: Elsteraue, 9.6.12; 1.9.12. —
War bisher nur aus Posen, Brandenburg und Bayern bekannt.
Liocoris tripustulatus F. Garnbach, 20.6. 12; Könnern, 1.5.13.
Camptobrochis lutescens Schill. Umgegend von Halle.
Deraeocoris trvfasciatus F. Halle: Elsteraue, 9. 6. 12.
Deraeocoris ruber L. Halle, 2.9.12; Garnbach, 6.7.12; Heldrungen,
13.70.12.
Capsus ater F. Halle: Elsteraue, 9. 6. 12.
Lopus gothicus L. Umgegend von Halle.
Acetropis carınata H. Sch. Halle: Dölauer Heide, 29. 6. 12.
Stenodema calcaratum Fall. Hälle, Gärnbach.
Stenodema laevigatum L. Halle, Garnbach, Heldrungen, Schmiedeberg.
Stenodema holsatum F. Umgegend von Halle; Garnbach, 25.5. 12.
Notostira erratica L. Halle, Garnbach, Zeitz..
Megaloceraea linearis Fuessl. Halle: Elisteraue, 20. 6. 12.
Trigonotylus ruficornis Geoffr. Halle, Garnbach.
Mirvs dolobratus L. Halle, Zeitz. _
Miris ferrugatus Fall. Halle, Garnbach, Heldrungen.
Monalocoris filicis L. Bitterfeld: "Goitzsche, tl 3 1
Systellonotus triguttatus L. Halle: Elsteraue, 9. 6. 12.
Üyllocoris histrionicus L. Umgegend von Halle.
C'yllocoris flavoquadrımaculatus Geer. Garnbach, 27.5.12; Bitter-
feld, Goitzsche, 27.5. 12.
Onychumenus decolor Fall. Halle, Garnbach, Heldrungen.
Hoplomachus Thunbergi Fall. Garnbach, 14. 7. 12 ; Heldrungen, 1927: 12.
Megnlocoleus molliculus Fall. Heldrungen, 18.70.12:
Amblutylus nasntus Kb. Umgegend vo Halle.
Harpocera thoracica Fall. Halle, 28.5. 12, Dölauer Heide, 28.5.12;
(Garnbach, 27.5. 12. |
Phylus melanocephalus L. Halle: Elsteraue, 20.6. 12.
12% 7. Heft
180 | F. Schumacher. — H. Bischoff:
Psallus variabilıs F. Halle: Elsteraue, 9. 20. 6. 12.
Plagiognathus chrysanthemı F. Halle, Garnbach.
Plagiognathus arbustorum F. Halle, Garnbach, Heldrungen.
Chlamydatus pulicarius Fall. Halle, Dölauer Heide, 29. 6. 12; Garn-
| bach, 141232, |
Campylomma verbacı F. Garnbach, 14.7. 12.
Fam. Gerridae.
Gerris thoracicus Schumm. Halle, 20.7. 12.
@erris gibbifer Schumm. Bitterfeld, Goitzsche, 27.5. 12.
Gerris lacustris L. Halle, 20. 6. 12; Paßdorf.
Fam. Acanthiidae.
Acanthia saltatoria L. Umgegend von Halle.
Fam. Notoneectidae.
Notonecta glauca L. Halle, 2.9.12.
Fam. Corixidae.
Corixa Geoffroyi Leach. Halle, Nietleben.
*Oorixa distincta Fieb. Halle, Nietleben.
*Üoriza concinna Fieb. Umgebung von Halle.
Coriva hieroglyphica Duf. Halle: Seeben, 2.9. 12.
Corixa striata- L. Halle: Seeben, 2.9. 12.
Cymatia coleoptrata F. Umgegend von Halle.
* Micronecta minutissima L. Umgegend von Halle.
Neue Trigonaloiden.
Von
Dr. H. Bischoff, Berlın.
(Mit 1 Textfig.)
Unter den reichen Hymenopterenschätzen der Bingham’schen
Sammlung im Kgl. Zoologischen Museum zu Berlin fand sich eine neue
afrıkanische Trigonaloide, die, wie die meisten bisher beschriebenen
afrikanischen Arten in die Unterfamilie der Lycogastrinen gehört und
zwar in die Gattung Tapinogonalos Schulz. Jedenfalls stimmen die
meisten Merkmale mit der von Schulz gegebenen Beschreibung.der betr.
Gattung überein, aus der bisher nur ein Weibchen, mashuna Schulz,
bekannt geworden ist. _ Andrerseits hat die neue Form auch manche
Ahnlichkeit mit der Gattung Lycogastroides Strd., zu der sie jedoch
namentlich wegen der viel rundlicheren Gestalt des Kopfes nicht
Neue Trigonaloiden. 181
gezogen werden kann. Die vielfach glatte und glänzende Oberseite
sowie die schlanke Gestalt verleihen dem Tiere ein Aussehen, das
zunächst recht an Vertreter der Trigonaloinen Schulz erinnert.
Namentlich der Glanz der Dorsalpartieen des Abdomens läßt die Art
unter den Lycogastrinen eine ziemlich isolierte Stellung einnehmen.
Gleichwohl ist es meiner Ansicht nach nicht angebracht, auf dieses
Tier eine neue Gattung zu begründen. Will man den bisher betretenen
Weg in der Gattungsaufteilung der Trigonaloiden fortsetzen, so
kann man für jede neue Art, möchte man fast sagen, ein novum
genus schaffen. Und diese Gattungen werden begründet auf geringe
Unterschiede, die in andere Hymenopterenfamilien vielleicht zur
Aufstellung von Untergattungen oder morphologischen Arten Ver-
wendung finden würden. Doch schließlich ist hierbei viel Ansichts-
sache, sodaß es sich erübrigt, weiter darauf einzugehen.
Im Folgenden gebe ich die Beschreibung der neuen Art, für die
ich den Namen semirubra, wegen ihrer charakteristischen Färbung
vorschlage.
Q. Der Kopf ist stark gewölbt, sehr fein und zerstreut punktiert
und stark glänzend. Die
rechte Mandibel trägt
(die Spitze mitgerechnet)
fünf Zähne, von denen
Il, 3 und 5 größer als
die dazwischenliegenden
sind. Die linke Mandi-
bel besitzt entsprechend
4 Zähne. Wangen sind
kaum entwickelt. Der
Clypeus ist an seinem
Vorderrandedeutlichund
ziemlich tief ausgeran-
det. Die Fühler sind weit von einander eingelenkt, sehr schlank
und überall von gleicher Dicke. Die Höcker über den Fühler-
wurzeln verschmelzen zu einem in der Mitte nur schwach ent-
wickelten und dort ausgebuchteten Dach. Die Fühler entspringen
etwa auf der Mitte zwischen der Mittellinie des Kopfes und dem inneren
Orbitalrand. Der Abstand der hinteren Ocellen von den Facettenaugen
beträgt deutlich mehr als das Anderthalbfache ihres eigenen Abstandes.
Der Scheitel ist hinter den Augen noch beträchtlich verlängert und
stark gewölbt. Die größte Breite des Kopfes übertrifft die des Thorax.
Der Thorax ist von schlanker Gestalt, nach hinten stark und gleich-
mäßig verengt. Die Furchen des Mesonotum sind durchgehend und
ziemlich tief. Die Punktierung ist auf dem Mittelfeld und den Seiten-
feldern gleich stark und mäßig grob. Das Scutellum hat eine annähernd
sechseckige Gestalt, ist etwas gewölbt und der Länge nach schwach
vertieft. Auf seiner vorderen Hälfte stehen die Punkte gedrängt,
auf der hinteren sehr weitläufig, so daß es dort glatt und rlänzend
erscheint. Das Postscutellum liegt ziemlich flach und ist in der Mitte
7. Heft
182 ; H. Bischoff; -'
etwas glänzend. Das Mesonotum verjüngt sich von der Basis an gleich-
mäßig zur Spitze. Nach hinten fällt es ohne besondere Wölbung,
fast flach ab. Die Skulptur ist gleichmäßig fein runzlig. Auf der
vorderen Hälfte befindet sich eine, wenn auch schwach eingedrückte
Linie, die auf der hinteren durch einen ebenfalls schwachen Längskiel
ersetzt wird. Auf den Vorderflügeln ist die zweite Oubitalzelle gegen
den Radialnerv hin ein wenig gestielt. Ihre zur Basis gerichtete Spitze
berührt ungestielt den Hinterwinkel der ersten Discoidalzelle. Die
zweite Discoidalquerader erscheint ın ihren oberen zwei Dritteln in-
folge Pigmentmangels fast hyalın. In allen diesen Merkmalen der
Flügeladerung mag jedoch eine nicht unerhebliche Variabilität, wie
sie bereits bei anderen Arten konstatiert ist, Anderungen bewirken
können. Die Flügel selbst sind hyalin und zeigen auf ihrer Außenhälfte
kaum Spuren einer Trübung.
Das Abdomen ist lang und schlank. Seine größte Breite ist gleich
der des Thorax. Das erste Segment geht, von oben gesehen, an den
Seiten gleichmäßig in das zweite über, dessen srößte Breite im hinteren
Drittel liegt. Die letzten Segmente sind stark nach unten und vorn
umgeschlagen. Das letzte Segment selbst ist in eine zugespitzte Rinne,
den einfachen Eilegeapparat, ausgezogen. Eine Bewehrung besitzt
allein das zweite Sternit und zwar besteht diese aus zwei fast parallelen
Dornen, deren Spitzen ein wenig nach oben gekrümmt sind, und die
am vorgezogenen Endrand des betr Segmentes dicht beieinander
stehen. Die Punktierung des Abdomens ist ober- und unterseits fein
und weit genug, um dem Abdomen einen starken Glanz zu lassen.
Die Behaarung des Tieres ist außerordentlich fein, weiß und an-
liegend.
Die Grundfarbe von Kopf und Thorax ist rot, die des Abdomens
schwarz. Daneben findet sich eine elfenbeinweiße Zeichnung von folgen-
der Verteilung: Die Mandibeln mit Ausnahme der Zähne, der Ulypeus,
die Palpen, ein dreieckiger Fleck jederseits an den inneren Augen-
ändern, der sich bis zuden Fühlerwurzeln erstreckt; die Trochanter,
in geringer Ausdehnung die Kniee, ferner die Tibien, besonders an
der Innenseite, und die Tarsen, doch ist hier die Färbung nicht rein
elfenbeinweiß, sondern schmutzig blaß gelbbraun.. Am Abdomen
. tritt wieder die weiße Färbung auf, und zwar findet sich am zweiten
Segment ein leicht geschweifter, längsgestellter Seitenfleck, am Vorder-
rand des dritten Segmentes ein auf der äußeren Hälfte stark nach
hinten erweiterter Fleck, sowie eine Querbinde auf der Basalhälfte
des vierten Tergites, die in der Mitte unterbrochen ıst. Blaß gefleckt
sind auch noch die Dornen des zweiten Sternites. — Schwarz gefärbt
sind am Vorderkörper die Mandibelzähne, die Fühler, ein Fleck unten
an den Schläfen, der Rest der Beine, die Sternalpartieen mit den
Hüften; die Mitte des Metanotums und die Seitenpartieen um die
Stigmen. — Länge: 6 mm. — Fundort: Pretoria.
Die Type findet sich im Kgl. Zoologischen Museum zu Berlin.
Neue Trigonaloiden. 183
Labidogonalos sanctae-catharinae Schulz 3.
Von dieser bisher nur im weiblichen Geschlecht bekannten Trigo-
naloide liegen mir zwei männliche Exemplare vor aus der Sammlung
des Naturhistorischen Museums zu Hamburg. Das eine Individuum
ist ın den Besitz des Kgl. Zoologischen Museums zu Berlin über-
gegangen. Die Tiere tragen die Fundortsbezeichnung: Joinville, St.
Catharina. Ich trage kein Bedenken, diese Männchen zur oben ge-
nannten Art zu ziehen, wenn sich auch einige Unterschiede gegenüber
der Beschreibung des Weibchens finden. Im Folgenden werde ich
mich darauf beschränken, nur die Unterschiede gegenüber der von
W.A. Schulz gegebenen Beschreibung hervorzuheben; jedoch wird
es nötig sein, inbezug auf die Färbung genauere Angaben zu machen,
da die Art hierin einigermaßen variabel zu sein scheint. Jedenfalls
weisen beide Männchen darin einige Differenzen von einander auf.
Als Erweiterung der Gattungsbeschreibung ist bezüglich der
Stirnprotuberanzen nächzutragen: Die - Stirnhöcker können auch
beim Männchen zu einem Querdach verschmelzen. — Im übrigen
läßt die Auffindung der neuen Männchen die Gattungsdiagnose un-
verändert. |
An den Fühlern tragen nur Glied 10—14 an der Außenseite Tyloiden.
Der feine Kiel, der beim Weibchen vom Fühlerdach zum Innenrand
der Augen verlaufen soll, fehlt bei ‘den Männchen. Die eingedrückte
Längslinie auf der Stirn ist nur auf deren unterem Teil deutlich; zur
vorderen Ocelle verläuft auf dem oberen Teil der Stirn dagegen ein
feiner Längskiel. Der Nervulus der Vorderflügel ist deutlich post-
furkal. Das zweite Dorsalsegment ist nach vorn hin gleichmäßiger
verengt, kaum bauchig. Die Sternite sind vollständig unbewehrt.
Das Abdomen besteht nur aus fünf sichtbaren Tergiten.
Von gelber bis gelbbrauner Färbung sind Fühlerglied 7—9 oder
10; auch das sechste kann teilweise aufgehellt sein; die Mandibeln mit
Ausnahme der Zähne, zwei große Seitenflecken auf dem Clypeus,
ein dreieckiger Fleck auf dem Kopfschild, die inneren und äußeren
Orbitalränder zum größeren Teil (Längsflecken auf dem Scheitel
fehlen), Seitenflecken am Collum, Schulterbeulen, Tegulae, unterer
Teil der Mesopleuren, ein kleiner Fleck unter der Wurzel der Hinter-
flügel, die Wülste am Metathorakalstigma, ein schmaler Streifen unten
an den Metapleuren; je ein Seitenfleck am Postscutellum, der sehr
undeutlich werden kann, wohl auch ganz schwindet. An den Beinen
sind heller: Flecken auf den Hüften und Trochantern, Längslinien
auf der Oberseite der: Schenkel, die Schienen und Tarsen. Am Ab-
domen sind gelblich gezeichnet zwei Flecken am Hinterrande des
ersten Dorsalsegmentes, eine schmale Querlinie auf dem zweiten
Segment auf ca. ®/, der Länge desselben, die dem Hinterrand vollkommen
parallel läuft und in der Mitte schmal unterbrochen ist, oder bei dem
andern Individuum eine dem weiblichen Tier analoge Zeichnung,
nur mit dem Unterschied, daß sich die schrägen gelben Linien nicht
auf 2/3 sondern auch auf ®/, der Segmentlänge vereinigen. Auf dem
7. Eeft
IS4 H. Bischoff. = Anton Krausse:
dritten Tergit ‘findet sich bei dem Individuum mit der zuerst be-
schriebenen Zeichnung jederseits ein sehr undeutlicher kleiner Fleck
etwas hinter der Mitte, bei dem anderen Tiere steht an der gleichen
Stelle jederseits ein deutlicher Querfleck, der den Außenrand erreicht
und auch auf dem vierten finden sich zwei kleine seitliche Flecken.
Die Sternite sind an ihrem Hinterrand breit gelbgesäumt.
. Länge. 10—-12 mm.
Sardische Goleopteren.
Von
Dr. Anton Krausse.
eh 1913 hatte ich Gelegenheit bei Sorudan auf Sardinien zu
sammeln,
&eschichte“
Bembidion octomaculatum Goez.
Tachıis micros Fisch.
Acupalpüs Tuteatus Duft.
Parnus luridus Er.
Ozypoda annularts Man.
Sipaha n. sp.?
Tachyporus solutus caucasisus Kol.
Trogophloeus corticimus Grav.
Bythinus bulbiler R.
Catopomorphus Bougeti Saul.
Stilbus .testaceus P.
Melanophthalma fuscipennis M.
Soronia oblonga Bris.
Camptorrhinus simples 8.
Acalles variegatus Boh.
Acalles teter Boh.
Bruchidius perparvulus Boh.
Chaetocnema hortensis G.
Bembidion iricolor B.
Agonum marginatum L.
Acupalpus dorsalıs notatus M.
Corylophus sublaevipennis Duv.
Eubrachium pusilum RB.
Oryptopleurum, atomarium Ol.
sodaß. ıch von dieser Localität dem ‚Archiv für Natur-
eine dritte Liste liefern kann:
Opilo domesticus St.
Phalacrus fimetarius Fab.
Globicornis bifascıata Perr.
Athous brevicornis Desb.
Dorcatoma Dommeri Ros.
Gonodera murina maura Fab.
*
Deleaster dichrous Grav.
Ptinus brunneus. testaceus B.
Drasterius bimaculatus varvegatus
Küst.
Sitodrepa panicea ii
Tenebrio obscurus Fab.
Cordiophorus argiolus Gene.
Agriotes corsicus U.?.
Bruchidius albolineatus Bl.
Trachys pygmaea ab. nov. nigres-
cens Fiori.
Trichius zonatus G.
Barıs subferruginea ab. nov.
Phymatodes variabilıs sımilarıs
Küst.
*
Aleochara moesta Grav. |
Ocalea, badıa puncticollis Bey.
Sardische Coleopteren. Age 185
Stenus ater Mnnh.
intricatus Er.
latus Benick nov. spec.
Kraussei Benick nov. spec.
Atheta longicornis Grav.
Atheta parva Sahlb. a
Atheta scrobicollis Krtz. (det. Bern- x
hauer). Aus Ostindien be-|., ,,
schrieben!
Atheta angusticollis Thoms.
Atheta zosterae 'T'homs.
Leptacinus batychrus Gyll.
Ozypoda opaca Grav.
Falagria sulcata Grav.
Xantholinus glabratus Grav.
Quedius eruentus Oliv.
Quedius scintillans Grav.
Philonthus concinnus Grav.
coarctatus Benick nov. spec.
similis Hbst.
ossium Steph.
ossium var. insularıs Joy.
picrpennis Er.
nanus Var.
crıbratus Kiesw.
laevigatus Rey.
elegans Rost.
subaeneus Er.
Philonthus sordidus Grav.
Philonthus cephalotes Grav.
Myrmecopora fugas Er.
Paederus fuscipes QCurtis.
Paederus meridionalıs Fauvel.
Anthicus instabrlis Schmidt.
Anthieus güwisguilvus Thomson.
Anthicus quadrıquttatus Rossi. Agapanthia irrorata F.
Anthicus bifasciatus Rossi. Agapanthia cardu L.
Be Phytoecia coerulescens Scop.
*
Stenopterus rufus L.
Stenopterus ater 1.
Cerambyz velutinus Brulle.
Leptura cordigera Füssl.
Calamobius gracılis Creutz.
* *
*
Die folgenden Arten staınmen von anderen Localitäten der Insel:
Stenichnus Kunzei var. Baudiv Reitt. Asunı.
Stenichnus Kunzei var. Krausser Reitt. Asuni.
Tychus Asuniensis Reitter n.sp. ı.1. Asuni.
Neuraphes Ottonis Reitter. Asuni. |
Neuraphes Uzacı Reitter = Uzaci Dodero 1.1. = Sardiniensis Reitter
1.1. Aritzo.
Stenichnus Sardous Reitter = Sardous Dodero ı.].
Den Herren Fiori, Bernhauer, Reitter, v. Heyden, Benick und
M. Wegener für die mir immer. gütigst gewährte Unterstützung bei
der Determination auch an dieser Stelle meinen Dank.
Dorgono, Sardinien, August 1913.
7. Heft
186 Anton Krausse. — Embrik Strand:
Eine merkwürdige Aberration von Sterrha
sacraria L. aus Sardinien.
Von
Dr. Anton Krausse.
Mit 1 Textfigur.
Sterrha sacrarıa L. begegnete mir zuerst auf Sardinien bei Ori-
stano, an der Westküste. Dort war der niedliche Spanner recht häufig,
besonders zogen ihn die hellen Lampen des Albergo an. Weit weniger
häufig fand ich ıhn bei Asuni im Innern der Insel, in einer Höhe von
etwa 200 m (Oristano liegt nur wenige Meter über dem Meere).
Nur vereinzelt sah ich ihn bei Sorgono, am Rande des Gennar-
gentumassives, c. 700 m.
Z
Hier fing ich unter der Nominatform auch die aberratio atri-
fasciarıa Stef. Ebenso fand ich hier bei Sorgono, im Juli, eine inter-
essante „Aberration“, die Spuler nicht erwähnt: Die Grundfarbe
der Vorderflügel dieser Form ist schön gelb, der Querstreifen in die
Spitze intensiv rot. Außerdem zeigen die Vorderflügel noch einen
intensiv roten, scharf begrenzten Strich oberhalb des EURE
streifens, wie die Skizze nebenstehend andeutet.
Will man solche Exemplare besonders bezeichnen, so möge man
sie nennen: Sterrha sacrarıa aucta m. nov. ab.
Sorgono, Sardinien, Juli 1913.
Kritische Bemerkungen zu Arnold Schultze’s
Mitteilungen über „Papilio Boulleti le Cerf.
Von
Embrik Strand.
In diesem Heft p. 1 sq. t. I-IH, hat Arnold Schultze einige
Mitteilungen über eine ‚Art‘, die er Papilio Boulleti le Cerf nennt,
veröffentlicht, wozu ich im Folgenden einige kritische Bemerkungen
bezw. Berichtigungen geben möchte. Ich habe die Aufnahme des
betreffenden Artikels im „Archiv f. Naturgeschichte“ nicht ablehnen
wollen, teilsum den Schein zu vermeiden, als ob ıch als Richter in eigener
Kritische Bemerkungen zu Arnold Schultze’s Mitteilungen etc, 187
Sache hätte auftreten wollen (siehe unten!) und teils weil Verfasser
durch die seiner Arbeit beigegebenen guten Abbildungen eine brauch-
bare Unterlage für das Studium des betreffenden Formenkreises ‚ge-
schaffen hat, möge man nun in seiner Deutung dieser Formen einig
sein oder nicht.
Es handelt sich hier um einen Fall von dem alten, immer wieder-
kehrenden Streit zwischen den beiden Parteien von zoologischen
Systematikern, die von den Engländern als „lumper‘“ bezw. „splitter“
bezeichnet werden. Schultze tritt hier als sehr weitgehender ‚‚lumper“
auf, indem er sämtliche auf seinen 3 Tafeln abgebildeten Formen als
eine „Art“ auffassen und auch nicht einmal die Berechtigung von
Benennung von Nebenformen anerkennen will, ich dagegen bin hier
wie immer ein „splitter“ gewesen, der auf dem alten bewährten Grund-
satz der konsequenten, logisch denkenden Systematiker: „unterscheiden
ist besser als zusammenschmeißen“ fußend von den hier in Frage
kommenden Formen 4 unter besonderen Namen und zwar, allerdings
mit Vorbehalt, als Arten beschrieben hatte (in: Archiv . Naturg.
1913, A. 3, p. 17 und 42). Schultze bemüht sich nun um zu beweisen,
daß diese meine Arten als solche nicht berechtigt seien, wobei er
verschweigst, daß ich in meiner Arbeit 1. c. p. 18 ausdrücklich hervor-
gehoben hatte, daß ich selbst über die taxonomische Bewertung dieser
Formen in Zweifel war, und behauptet dann, daß die ‚Art‘ den Namen
Papxlio Boulleti le Cerf zu tragen habe, was dazu führen würde, daß
die von mir gegebenen Namen, wenn man mit Schultze diese auch
nicht für Nebenformen verwenden will, als Synonyma in Wegfall
kommen würden.
Von der hier vorliegenden Artsfrage vorläufig abgesehen, möchte
ich bemerken, daß wohl jedem Entomologen, der die bisher unter
den modernen Papilionenforschern herrschenden taxonomischen
Prinzipien kennt und anerkennt, ein einziger Blick auf Schultze’s
Tafeln genügen wird um sich zu überzeugen, daß so verschiedene
Formen doch unmöglich alle unter einem Namen zusammengeworfen
werden können! Würde man das tun, dann müßten konsequenter-
weise zahlreiche bisher als gute Arten geltende Papilio-Formen ver-
einigt werden, ja, es würde eine Artunterscheidung nach Zeichnungs-
merkmalen überhaupt kaum mehr in Frage kommen! Wenn Schultze
eine derartige Revolution in der Papilionen-Systematik geplant hat,
so wird er damit kaum Gliück haben, teils weil er mit den in der hier
besprochenen Arbeit dargestellten Ansichten ziemlich vereinzelt da-
stehen dürfte und teils weil in seinem Standpunkt und Ansichten
Willkür und Inkonsequenzen so offensichtlich hervortreten, daß
neue Anhänger sich nicht leicht finden dürften. Z.B. gleichzeitig
damit, daß er gegen die von anderen aufgestellten Nebenformen eifert,
stellt er selbst solche auf (cf. z. B. in diesem Heft p. 4—5 und , nls
mologische Rundschau“ 30, p. 73—74 [1913]); während er an .p: 2
seiner Pap. Boulleti- Arbeit behauptet, daß ‚die Zeichnung nur En
allgemeinen Charakter nach zur Fixierung der Art benutzt werden
kann“, erklärt er ebenda Papilio Fulleri für gute Art, trotzdem er
7. Heft
188 -Embrik Strand:
keine weitere Unterscheidungsmerkmale anzugeben weiß als einen
geringen Unterschied in der Zeichnung des F? der Hinterflügel! Wo
ist in diesem Fall der allgemeine Charakter der Zeichnung? Die
Zeichnung eines einzigen Flügelfeldes kann doch nicht den allgemeinen
Charakter der Zeichnung des ganzen Tieres bestimmen! Es ist ganz
richtig, daB Pap. Fulleri gute Art ist, seitens Schultze ist es aber
eine Inkonsequenz das zuzugeben. Er war daher auch während der
Bearbeitung seines einschlägigen Materials im Kgl. Zoolog. Museum
Berlin s.Z. der Ansicht, daß auch Pap. Fulleri unhaltbar seı, hat
sich aber später überzeugen lassen, daß diese Ansicht irrig war; es hat
aber mehrerer Hinweise bedurft, ehe er von dieser, von seinem Stand-
punkte aus konsequenten Ansicht abgekommen ist.
Schultze beruft sich in seiner Argumentation gegen Benennung
von Nebenformen auf Aurivillius und weist auf einige Bemerkungen
von Aur. hin, die mit der vorliegenden Sache nichts direkt zu tun
haben. Wer das Bedürfnis hat, sich immer an „Autoritäten“ anzu-
lehnen, mag ja das tun, darf aber dabei nicht vergessen, daß für die
gegenteilige Ansicht „Autoritäten“, die mindestens ebenso viel Be-
rücksichtigung wie Aurivillius verdienen, genannt werden könnten.
Wer ist wohl weiter gegangen in der Bennenung von Nebenformen
als z.B. Tutt oder Fruhstorfer; daß diese beiden auf ihrem
speziellen Gebiet der Lepidopterologie mindestens ebenso gründlich
bewandert sind wie Aurivillius auf seinem, wırd kaum bestritten
werden können.
Wenn Fruhstorfer von z. B. Hypolimnas bolina L. nıcht weniger
als 63 benannte Nebenformen (in: Seitz, Großschmett. d. Erde) unter-
scheidet, von denen viele nur auf das eine Geschlecht gegründet sind,
so könnte Schultze darin viel besser eine Veranlassung suchen um von
„Beschreibungsmut“, ‚Hekatomben“ usw. (p.3 seiner Boullets-
Arbeit) sprechen zu können als in meinen Beschreibungen von bloß
4 unter sich verwandten Formen. Ich glaube aber, daß recht
viele Entomologen mit mir Fruhstorfers Darstellung der Variabi-
lität genannter Art ganz interessant finden werden und auch
zugeben werden, daß es nötig ist Namen für diese 63 Formen
zu haben als Anhaltspunkte für das Gedächtnis und die Über-
sicht. — Oder wenn Tutt in seinen British Lepidoptera bis gegen
ein halbes Hundert Nebenformen, von denen die Mehrzahl rein indi-
viduell sind, einer Art unterscheidet und benennt, so sollte das von
Schultze’s Standpunkt eine Todessünde sein, wodurch Tutt unter den
wissenschaftlichen Entomologen sich unmöglich gemacht hätte; in
der Tat ist es aber Tutt eher umgekehrt gegangen: seine Variabilitäts-
studien und, wenn man will: Variabilitätsbenennungen haben in erster
Linie seinen Ruf als Entomolog begründet. — Die Bedeutung besonderer
Namen der Nebenformen zeigt sich u.a. auch beim Studium von
mimetischen Formen; hier wie sonst ist Übersicht, Klarheit, System,
ohne Namen unmöglich. — Aber die zahlreichen Nebenformen zu
unterscheiden ist mühsam, erfordert Zeit, Geduld und Genauigkeit;
wer sich es also bequemer machen will, der schmeiße die verschiedensten
Kritische Bemerkungen zu Arnold Schultze’s Mitteilungen ete. 189
Dinger zusammen und schimpfe dabei auf Kollegen, denen dies einfache
Verfahren nicht genügt, so wird er sich gewiß dem entomologischen
„Publikum“ gegenüber mit dem Nimbus eines erhabenen ‚entomo-
logischen Blickes“ (l. c. p. 1) beschmücken können. — Auf die Wichtig-
keit des Studiums der Zeichnungsverhältnisse hat übrigens Aurivillius,
auf dem Schultze sich so gern berufen will, ausdrücklich hingewiesen
u.a. in: Entomologisk Tidskrift 1896 p.74. Daß aber ein solches ein-
sehendes Studium ohne entsprechende ausführliche Namengebung
einfach unmöglich ist, sollte einleuchtend sein.
Nach diesen mehr allgemeinen Bemerkungen werden wir nun
speziell auf einzelne Punkte in der Arbeit über „Papiho Boullet“
eingehen.
Schultze will für seine „Art“ (= u. a. meinen 4 Arten] den
Namen Papilio Boulleti le Oerf verwenden. Wie unberechtigt das
ist, mögen folgende Zeilen, worin die Unterschiede zwischen dem
echten Pap. Boulleti le Oerf und Pap. Steitenv Strand (letzterer
soll nach Schultzes Angaben (p. 4 ([Tafelerklärung]) dem typischen
Pap. Boulleti näher stehen als meine anderen 3 Arten tun) be-
sprochen werden, beweisen.
Papilhio Stetten Strd. soll (Schultze l.c. p.4) P. Boulleti le Cerf
„sehr nahe‘stehen [also doch nicht damit identisch?]. [Wenn Schultze
hervorhebt, daß P. Stetteni dem echten P. Boulleti „sehr nahe“stehe,
so hat er damit indirekt zugegeben, daß die anderen von mir beschrie-
benen Formen dieses Formenkreises dem P. B. nıcht ‚sehr nahe“
stehen und also noch weniger damit identisch sein können!] Von
P. Boulleti gibt es keine Abbildung; wir müssen uns also an die Be-
schreibung allein halten (in: Bull. Soc. entom. France 1912, No. 18,
p- 382—3). Gehen wir diese durch Punkt für Punkt.
„Voisin de P. ucalegon var. ucalegonides Stgr. et plus encore
peut-etre de ?. fuller, Swm., que je ne connais pas en nature et dont
ıl n’existe encore aucune figur“. [Dieses ist nicht zutreffend; ?. fullerv
ist wie ich in „Neue Papxlio-Formen aus Kamerun“ in dieser Zeit-
schrift 1913, A. 3, p. 17, erwähnt habe, abgebildet in: Smith & Kirby,
Rhopalocera Exotica 1, Pap. Taf. Il, fig. 3—4]. ‚Le fond des ailes
est brun bronze, portant des taches disposees comme chez wcalegonides,
mais plus obliques et irregulieres“ [P. Stetten weicht aber von ucale-
gonides: nicht durch schräger gestellte und unregelmässigere Flecke,
sondern durch Reduktion einiger der hellen Flecke der Vorderflügel ab,
gleichzeitig damit, daß andere dieselbe Größe wie bei wucalegonides
behalten; ferner sind die Flecke anders geformt usw.] ‚„‚Aux superieures,
le groupe des trois taches subapicales est plus petit‘ [bei Stetieni be-
steht diese Gruppe außerdem aus 2 oder wenn man will 3 Flecken
weniger als bei ucal. und die zwei vorhandenen sind unter sich deutlich
getrennt]; ‚la bande maculaire mediane commence au bord interne
par une tache ötroite plus rapprochee de la base‘ [bei Steftenz ist in
betreff der Lage dieser Makel kein Unterschied von ucalegonides vor-
handen, wohl aber ist sie kleiner als bei letzterer Art]; ‚la seconde
. tache est moyenne, d’un ovale presque regulier et n’atteint pas la
7. Heft
190 Embrik Strand:
nervure 2; la suivante est mince, allongee et placee obligquement dans
l’espace internervural; la quatri&me tache est la plus grande“ [bei
P. Stettenn kaum größer als die Makel No.2 von hinten], „sa base
s’appuie sur la cellule et les nervures 3 et 4, et son bord externe est
arrondi; elle est suivie par une tache triangulaire, plus large que chez
ucalegonides avec un leger crochet & sa partie superieure“ [daß die
Beschreibung von dieser Makel ganz und gar nicht auf P. Stetteni
paßt, zeigt ein Blick auf Schultze’s Taf. I Fig. 6 sofort]. „In’y a pas
trace de tache dans la cellule. Les ailes inferieures portent, comme
chez wealegonides, une bande jaune träversant la cellule, mais elle
est plus etroite a cause de l’extension du noir a la base et a l’extr&mite
de la cellule” [bei Stetten? ist sie vielmehr breiter als bei ucalegonides];
„deux traits noirs bien marques la divisent longitudinalement“ [bei
Stettenv nicht!]. ‚Au bord interne cette bande s’eclaircıt et s’etend
comme chez ucalegonides, mais a sa partie superieure elle se perd dans
une aire cuivreuse brillante couvrant les trois quarts de l’espace compris
entre 7 la base et la cöte et la moitie de l’intervalle entre 6 et 7“ [von
dieser ‚‚aire euivreuse“ ist bei P. Stetteni auch keine Andeutung vor-
handen!]. Ferner weicht ?. Stetten? von ucalegonides durch das Vor-
handensein von hellen Postmedian- bezw. Sublimbalflecken beträcht-
lich ab, ein Unterschied, auf den le Cerf gleich hätte aufmerksam
machen müssen, wenn seine Type von P. Boulleti = P. Stetteni ge-
wesen wäre. Allerdings wird das Vorhandensein von solchen Flecken
durch Folgendes angegeben: ‚„Comme chez P. fuller, Sm., il existe
des taches discales doubles, jaunätres, plus au moins lin&aires, placees
deux par deux entre les nervures 2—3, 3—4 et 4-5. Elles sont suivies
de taches submarginales tres petites et confuses dont la plus d&velloppee
est celle plac&e entre les nervures 5 et 6“, [eine Beschreibung, die
aber nur auf die Hinterflügel des P. Stetteni einigermaßen paßt; bei
Stettenv sind jedoch -die Discal- und Submarginalflecke der Hilgl.
gleich groß und zwar punktförmig, während bei ?. Fullerı die Diskal-
flecke viel größer als die Submarginalflecke sind, was auch bei ?.
Boulleti der Fall sein dürfte; daß P. Boulleti im Vorderflügel keine
Sublimbalflecke hat, geht aus dem Folgenden hervor.] — ‚‚Le dessous
presente une coloration general mordore claire [,‚mordore“ (d.h. gold-
käferfarbig) kann man die Unterseite von weder Stetteni, noch Fulleri
noch ucalegonides gut nennen] sur laquelle s’ecrivent assez nettement
les taches des ailes superieures et par transparence seulement—comme
dans ucalegonides—celles des ailes inferieures. La base des quatres ailes
est d’un rouge carmine fondu, largement &tendu aux superieures“
[bei Stetteni ist von Rot daselbst keine Spur, wohl aber braungelb-
liche Beschuppung]; ‚‚comme chez P. Fulleri la base des ailes inferieures
ne presente que deux points noirs, celui place entre 7 et 8 chez ucalegon
et les formes voisines faisant totalement defaut.‘“
Ferner ist P. Stetteni kleiner als Boulleti: Flügelspannung und
Flügellänge sind 73 und 45, bezw. 88 und 5l mm.
Dann beschreibt le Cerf als ‚‚varıete‘‘ eine Form, die sich aus-
zeichnen soll, ‚par l’absence de taches discales aux ailes inferieures
Kritische Bemerkungen zu Arnold Schultze’s Mitteilungen ete. 191
et " presence aux superieures de points submarginaux petits et aussi
diffus que ceux des ailes inferieures. Il manque dans la cellule de
celles-ci les deux traits noirs longitudinaux si nettement marques
chez le type; en dessous la base des quatre ailes est Jaunätre. J’appellerai
P. Beulleti var. transiens n. var. cette forme nouvelle, qui rappelle
beaucoup ucalegonides.
Ob diese „variete“ spezifisch identisch mit P. Boulleti ist, kann
sehr fraglich sein. — Jedenfalls wenn man sich an die Beschreibung
der „Hauptform“ von P. Boulleti hält, so sind so manche und große
Unterschiede von P. Stettenı vorhanden, daß jeder Unbefangene
diese beiden Arten für ‚gut‘ halten muß.
Pag. 1 hebt Schultze hervor, daß er ‚‚wahllos“ gefangen hat.
Wie er in dieser Tatsache eine Stütze seiner Ansichten finden kann,
ist mir unverständlich; er hätte vielmehr mit Wahl fangen, planmäßig
und experimentell vorgehen müssen, statt ‚„wahllos“, sich dem Zufall
überlassend. Wenn er dabei behaupten kann, daß die „großen Papilıo-
Schwärmen‘“ (p.1) aus Individuen einer einzigen Art beständen, so
mö.hte man fragen, ob er sich denn überzeugt hat, daß nicht z. B.
Pap. Fulleri, die ja nach seinen eigenen Angaben (p.2) wenig von
„„Pap. Boulleti‘“ abweicht, nicht darunter war? Das untersuchte
Material ist aber dennoch nicht besonders groß gewesen, nämlich nach
p. 1 bloß 27 Stück! Von Pap. Fulleri hat er sogar bloß 9 Stück unter-
sucht: wie kann Sch. mit seinen hohen Gedanken von den Variabilitäts-
möglichkeiten der Papilionen auf Grund eines so geringen Materials
zu behaupten wagen, daß Pap. Fuller gute Art ist, während er die
Namen anderer Formen, die ganz anders auffallende Unterschiede
zeigen, ohne weiteres zu Synonyma degradieren will?
Pag. 1 heißt es, daß die „Art“ Pap. Baoulleti sich eben durch die
Unbeständigkeit ihrer Zeichnungen auszeichnet! — Also eine auf
bloß negative Merkmale gegründete „Art“, die eben deswegen keine
Art sein kann, sondern ein mixtum compositum.
Nach p. 3 will Schultze Pap. ucalegonides von Pap. Boulleti nach
der Mittelbinde der Vorderflügel unterscheiden; dabei behauptet
er p. 2, daß bei Boulleti vor allen Dingen die Mittelbinde der Vorder-
flügel unbeständig und unregelmäßig sei. Wie diese Binde denn gute
Unterscheidungsmerkmale bieten kann, ist mir etwas mystisch. Ist
es aber der Fall, so müßte diese Binde auch zur Begründung meiner
Arten dienen können. Davon will aber Sch. nichts wissen — also
wiederum Inkonsequenz und Willkür!
Durch die starken Übertreibungen z.B. „Hekatomben“ (p. 3)
werden die kühnen Behauptungen nicht glaubwürdiger gemacht,
eher umgekehrt.
In: Entomologische Rundschau |. supra eit. hat Schultze einen
Artikel betitelt: „Einige Mitteilungen über Paprlio agamedes W estw.
und Verwandte sowie Einführung einer neuen Ferm aus dieser Gruppe“,
veröffentlicht, worin er es fertig bringt eine Varietät zu beschreiben
“ ohne anzugeben zu welcher Art sie gehört (, ‚Papilio var. Schubotz@')! Die
7. Heft
192 - Embrik Strand:
Entschuldigung, daß der Artname aus dem Zusammenhang hervorgeht,
ist hier doppelt hinfällig, denn erstens geht er nicht mit Sicherheit aus
dem Zusammenhang hervor und zweitens, auch wenn das der Fall wäre,
so wäre damit die Sache noch lange nicht in Ordnung, schon auch
deswegen, weil man nicht verlangen kann, daß die Verfasser der
Jahresberichte die ganzen Arbeiten durchlesen, um herauszufinden, zu
welcher Art eine in so mißlicher Weise neu aufgestellte Varietät wohl
gehören mag. |
Krolls Buchdruckerei, Berlin S. 14. |
Inhalt der Jahresberichte.
Heft:
1. I. Mammalia.
2. II. Aves.
>. III. Reptilia und Amphibia.
4. IV. Pisces.
Na: Va. Insecta. Allgemeines.
b. Coleoptera.
6. c. - Hymenoptera.
Re d. Lepidoptera.
or e. Diptera und Siphonaptera.
-f. Rhynchota.
ge: &. Orthoptera— Apterygogenea.
10. VI. Myriopoda.
VII. Arachnida.
VII. Prototracheata.
| IX. Crustacea: Malacostraca, Entomostraca, Gigantostraca,
“u. X. Tunicata. eenn
XI. Mollusca. Anhang: Solenogastres, Polyplacophora.
XII. Brachiopoda.
XIII. Bryozoa.
XIV. Vermes.
12. XV. Echinodermata.
XVI. Coelenterata.
XVI. Spongiae.
XVIlI. Protozoa.
Nieolaische Verlags-Beehhandlung R. Strieker,
Berlin W.57, Potsdamer Str. 90.
Bereit
über die wissenschaftlichen Leistungen im Gebiete der
Entomologie
1838-1862 25 Jahrgänge je 10 M. = 250M., einzeln je 15 M.
1863-1879 10 . „20% „pet 200°), IE
1880-1889 10 % 30,0 3004, u
1890-1899 10 a 20.5, A004,
1900-1909 10 N 100 42.1000. 0
1910 5
Die ganze Sammlung 2150 M.
Der Bericht enthält Arbeiten von:
Erichson, Schaum, Gerstaecker, F. Brauer, Bertkau, von Martens, Fowler,
Hilgendorf, Kolbe, Stadelmann, Verhoeff, Wandolleck, R.Lucas, von Seidlitz,
Kuhlgatz, Schouteden, Rühe, Strand, Ramme, La Baume, Hennings, Grünberg,
Stobbe, Stendell, Nägler, Jllig.
Don +
über die wissenschaftl. Leistungen in d. Naturgesehichte der
Niederen Tiere
1857-1883 18 Bände je10 M. — 180 M., einz.je15M.
1834-1905 15. ,, (Neue Fölgel- XV) - „20,300, ann
1906-1910 10 „,(.» „. xvu-xzy „ 40,0-#400 ), 90%,
Jahrgang 1909—1910 | | Mi
Die ganze Sammlung 925 M.
Der Bericht enthält Arbeiten von:
Leuckart, Braun, von Linstow, Studer, von Martens, Kennel, Kraepelin,
Weltner, Haase, Will, Vanhoeffen, Michaelsen, Dewitz, Ortmaun, Collin,
Matzdorf, Meissner, Carlgren, May, Prowazek, Bergmann, Thiele, R. Lucas,
Römer, Krumbach, Winter, Saling, Berliner, Strand, von Ritter-Zahony,
Schepotieff, Wilhelmi, Klausener, Grünberg, Laackmann, Kerb, Augener,
Nägler, Kobelt, Pax, Hennings, Fuhrmann, Hartmeyer, Hentschel,
Krolls Buchdruckerei, Berlin S. 14.
Ausgegeben im Februar 1914.
” ARCHIV
FÜR
rose
_ GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN,
a. FORTGESETZT VON’
W F. ERICHSON, F. H. TROSCHEL,
° E. VON MARTENS, F. HILGENDORF,
_W.WELTNER unD E. STRAND.
RER NENNEN EEE EN
1913.
RER A.
8. Heft.
LINE
BE YRNESCEDEREN
VON
EMBRIK STRAN D
inndechsaniny
.NICOLAISCHE
GS-BUCHHANDLUNG R.STRICKER
| de n Ablaing: kan einzeln len werden.
Da :S n
Anordnung des Archivs.
Das Archiv für Naturgeschichte, ausschließlich zoologischen
Inhalts, besteht aus 2 Abteilungen,
Abteilung A: Original-Arbeiten
Abteilung B: Jahres-Berichte
Jede Abteilung erscheint in je 12 Heften jährlich.
Jedes Heft hat besonderen Titel und Inhaltsverzeichnis, ist
für sich paginiert und einzeln käuflich.
Die Jahresberichte behandeln in je einem ae die im
Laufe des vorhergehenden Kalenderjahres erschienene zoologische
Literatur.
Die mit * bezeichneten Arbeiten waren dem Referenten nicht
zugänglich.
Die mit 7 bezeichneten Arbeiten behandeln fossile Formen.
Honorar für Jahresberichte . . 50,— M. pro Druckbogen.
“ ‚„‚ Originalarbeiten . 25,— M. „, R
Ma 2 oder 40 Separata.
Über die eingesandten Rezensionsschriften erfolgt regelmäßig
Besprechung nebst Lieferung von Belegen. Zusendung erbeten an
‘den Verlag oder an den Herausgeber.
Der Verlag: Der Herausgeber:
Nicolaische Embrik Strand,
Verlags-Buchhandlung R. Stricker Berlin N. 4, Chausseestr. 105.
Berlin W., Potsdamerstr. 90.
®* ARCHIV
N
NATURGESCHICHTE.
GEGRÜNDET VONA.F.A.WIEGMANN,
FORTGESETZT VON
_W.F.ERICHSON, F.H.TROSCHEL,
E. VON MARTENS, F. HILGENDORF,
W. WELTNER un E. STRAND.
CE
NEUNUNDSIEBZIGSTER JAHRGANG. |
1913.
Abteilung A.
8. Heft.
HERAUSGEGEBEN
VON
EMBRIK STRAND
(BERLIN).
DT
=.
PM
NICOLAISCHE
VERLAGS-BUCHHANDLUNG R. STRICKER
Berlin.
Inhaltsverzeichnis.
Schultze. Eine merkwürdige Aberration von Papilio demodocus Esp.
aus Süd-Kamerun. (Hierzu Taf. LI, Fig. 1) ...:.
— Über eine prächtige Aberration von Papilio dardanus Bw ® £.
dionysus Dbl. & Hew. (Hierzu Taf. 1, Fig. 2)... ...
— Eine neue Charaxesform aus Deutsch- Ostafrika. a Tat. 2
Fig. 3) 5
Stein. Versuch, die tunren und Arten unserer Anl iden nur EN
dem weiblichen Geschlecht zu bestimmen, nebst Beschreibung eini-
ger neuen Ärten . E
Enslin. Über einige Price aus Rache a | 4
Strand. Eine neue Sarrothripine von Neu-Guinea (Noctuidae) .
— Zur Kenntnis der neotropischen Noctuidengattung Eugraphia es
— Neue Aberrationen der Noctuiden-Subfamilie Catocalinae . . .
Dodd. Further Additions to the Australian Proctotrypoidea .
Seott. H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Nycteribiidae . . .....
Kerremans. H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Buprestiden. 3. Teil.
Oudemans. Acarologisches aus Maulwurfsnestern. Ks Taf. U-VIund
260 Textfiguren). [Fortsetzung foleb!] . .% Aa
Fon ptal 603 W-UI. ee fafk /O, P. FR
Be
or
Seite
1
2
FR
92
103
108
D >
Ber 0 u En - „Zi
Eine merkwürdige Aberration von Papilio
demodocus Esp. aus Süd-Kamerun.
Von
Arnold Schultze.
Hierzu Tafel I. Fig. 1.
Von dem bekannten Ethnographen Günther Tessmann, der
sich auch durch seine vorzüglichen entomologischen Sammlungen
einen Namen gemacht hat, ist vor kurzem dem Kgl. Berliner
zoologischen Museum eine höchst eigentümliche Aberration von
Pabilio demodocus Esp. zugegangen, die ich, wie folgt, beschreibe.
Oberseits sind die bei demodocus vorhandenen Submarginal-
flecke auf beiden Flügelpaaren vollkommen verschwunden. Da-
gegen zeigt die Mittelbinde der Vorderflügel eine ganz auffallend
starke Entwicklung. Nach der Wurzel zu wird sie durch eine fast
gerade, senkrecht zum Hinterrande verlaufende und den Vorder-
rand erreichende Linie begrenzt, nach dem Saume zu durch eine
gezackte Linie, die etwa der äußeren Begrenzung der bei der
Stammform vorhandenen Binde von Diskalflecken entspricht. Sie
wird nur durch die schwarzen Rippen und einen gelb bestäubten
schmalen Querfleck am Ende der Zelle unterbrochen und ist aller-
dings an den Rippen 4—5 mehr oder weniger breit bis zur Zelle
eingekerbt. Der Beginn von Rippe 2 liegt ganz innerhalb der Binde
und außer der Wurzel des Feldes 2 wird auch die der Felder 3,
6, 7, 8 und 9 von jener einbegriffen. Am auffallendsten erscheint
aber die hellgelbe Färbung der (größeren) Saumhälfte der Zelle.
Sonst findet sich von hellen Zeichnungen noch ein kleiner halb-
mondförmiger Fleck etwa in der Mitte des Feldes 7 und die auch
bei demodocus vorhandene gelbe Rieselzeichnung bezw. Beschup-
pung im Wurzeldrittel, auch in der schwarzen Saumbinde sind
wenige gelbe Schüppchen dicht hinter der Mittelbinde in den
Feldern 1—3 erkennbar. Die Saumflecken sind viel kleiner als bei
der Stammform und strichförmig.
Auf den Hinterflügeln, die in der Gestaltung der Mittelbinde
und in der saumwärts davonsichtbaren gelben Bestäubung mit denen
der Stammform übereinstimmen, fehlt die saumwärts gelegene
helle Einfassung des großen Auges im Felde 7 völlig, auch ist hier
die blaue bezw. orangerote Beschuppung weit weniger deutlich.
Das Analauge ist in seiner hinteren Hälfte vollkommen schwarz
(tiefsammetschwarz) ohne jede Spur einer roten Beschuppung.
Auch auf den Hinterflügeln sind die Saumflecken sehr klein und
strichförmig.
Die Unterseite unterscheidet sich von der Oberseite, was Aus-
bildung der hellgelben Zeichnungen anlangt, nicht wesentlich von
Archiv In Sun (Lichte
1
nr
©
2 A.Schultze: Über eine prächt. Aberrat. v. Papilio dardanus Brown usw.
der Oberseite, nur ist die Vorderflügelzelle ganz gelb, im Wurzel-
drittel grau beschuppt, läßt aber sonst die bei der Stammform
vorhandene Längsstreifung erkennen. Auch die äußerste der drei
gelben Binden im Wurzeldrittel der Hinterflügel ist etwas breiter als
bei der Stammform.
Die sammetschwarz, blau und orange gezeichnete Diskal-
binde in F. 2—6 und die entsprechende Zeichnung am Ende der
Zelle ist vollständig. Das Analauge ist, ganz wie auf der Oberseite,
tiefsammetschwarz und nur im vorderen Teil blau und orange
beschuppt.
Das einzige, leider beschädigte Stück, ein d, ist, wahrschein-
lich gegen Ende der kleinen Regenzeit, bei Akoafim gefangen
worden, einem Platz inmitten der Urwaldhochmoore, von denen
wir noch manche faunistische Überraschung erwarten dürfen.
Ich nenne die prächtige, hier in natürlicher Größe abgebildete
Aberration nach ihrem Entdecker Papilio demodocus Esp. ab.
tessmanni nov. ab. |
Pap.demodocus ab. tessmanni ist eine der merkwürdigsten Ent-
deckungen, die in den letzten Jahren aus der äthiopischen Lepidop-
terenfauna bekannt geworden sind, und macht mit der eigentüm-
lichen Anordnung der hellgelben Zeichnungen und den sammet-
schwarzen Ozellen auf dem mattschwarzen Grunde einen ganz
fremdartigen Eindruck. Trotzdem ist es nicht sehr wahrscheinlich,
daß es sich hier um eine eigene Art handelt, vielmehr dürfen wir
in Pap. demodocus ab. tessmanni wohl eine durch irgendwelche Zu-
fälligkeiten erzeugte extrem abweichende Temperaturform sehen,
wie man sie ja ganz analog z. B. bei Papilio machaon kennt und
hier auch auf experimentellen Wege künstlich erzielt hat.
Ueber eine prächtige Aberration von Papilio
dardanus Brown, ? f. dionysus Dbl. & Hew.
im Kgl. Berliner Zoologischen Museum.
Von
Arnold Schultze.
Hierzw 1.1.7.9,
Im Berliner Museum befindet sich ein aus der ehemaligen
Staudingerschen Sammlung stammendes Exemplar der f. 9
dionysus Dbl. u. Hew. des Pabilio dardanus von Victoria (Kamerun),
das durch die lebhaft orangerote — nicht goldgelbe — Färbung
der Hinterflügel und das hierzu stark kontrastierende große weiße
Feld der Vorderflügel nächst der dardanus 2 Form planemoides
vielleicht zu den schönsten Aberrationen dieser so ungemein
variablen Art gehört. Sehr auffallend ist das hier abgebildete Stück
Zu a
i‘
Archiv für Naturgeschichte, 79. Jahrgang 1913, Abteilung A, Heft 8. Tafel.
mu.
Schultze, Eine merkwürdige Aberration von Papilio etc.
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A.Schultze: Eine neue Charaxesform aus Deutsch-Ostafrika. 5
auch deshalb, weil die Rippen der Hinterflügel z. T. weiß be-
schuppt sind und sich hierdurch scharf von dem roten Grunde
abheben.
Ich möchte bei dieser Gelegenheit bemerken, daß man die
f. 2 hippocoon als das normale 2 des westafrikanischen dardanus
ansehen kann. Die weitaus überwiegende Zahl der 29 erscheint
in diesem Gewande, alle anderen 22 Formen treten gewissermaßen
als Aberrationen auf und gehören zu den größten Seltenheiten.
Eine neue Charaxesform aus
Deutsch - Ostafrika.
Von
Arnold Schuiltze.
Hierzu T. I, Fig. 3.
Kürzlich erhielt ich durch die Firma Dr. ©. Staudinger &
A. Bang-Haas das ? einer Charaxes-Art aus Manow (Nyassa-Land),
das von den sonst ziemlich konstanten 92 des Charaxes cihaeron
Fldr., wozu es gehört, sehr stark abweicht und demzufolge als
besondere Varietät beschrieben werden darf.
Die neue Form unterscheidet sich von normalen cıthaeron 22
dadurch, daß auf der Oberseite die zusammenhängende Ouerbinde
der Vorderflügel von F. 2—4 in einzelne Flecke (in F. 1 abermals
geteilt) aufgelöst und zudemerheblich schmäler ist. Saumwärts hier-
von verläuft eine vollständige S-förmig gebogene Reihe ockergelber
bezw. weißer Punkte. Die trübockergelben Saumflecke sind,
wenn auch nicht durchweg deutlich, so doch vollständig.
Auf den Hinterflügeln ist die gelbe Saumbinde etwas breiter
als bei typischen cithaeron?Q. Auf der Unterseite ist hier die unregel-
mäßig gestufte dunkle Ouerlinie saumwärts in den Feldern 3—7
breit weiß eingefaßt (fast wie bei dem Q@ von Char. vroletta).
Die Schwänze sind erheblich kürzer und breiter als bei cithaeron
und etwa so wie bei xiphares geformt. Dieses Merkmal bringe ich
in dem Namen der neuen Varietät deswegen zum Ausdruck, weil
ich gleichzeitig mit dem beschriebenen Q ein $ von Iringa (Deutsch-
Ostafrika) erhielt, das vielleicht hierher gehört. Bei diesem 3, das
sich sonst nicht vom typischen cithaeron 3& unterscheidet, sind
die Schwänzchen ganz kurz, zahnförmig.
Ich nenne die neue Varietät: Charaxes cithaeron Fldr. var.
brevicaudatus var. noV.
1* 8. Heft
4 Prof. P. Stein: Versuch, d. Gattungen u. Arten unserer Anthomyiden
Versuch, die Gattungen und Arten unserer
Anthomyiden nur nach dem weiblichen
Geschlecht zu bestimmen, nebst
Beschreibung einiger neuen Arten.
Von
Prof. P. Stein in Treptow a. R.
Die wiederholten Klagen meiner dipterologischen Freunde,
daß ihnen die richtige Bestimmung der Anthomyiden so große
Schwierigkeit mache und daß sie in den meisten Fällen mit einem
Weibchen überhaupt nichts anzufangen wüßten, haben mich
veranlaßt, auf Grund meiner reichhaltigen Sammlung Bestim-:
mungstabellen dieser Familie zu entwerfen, deren Merkmale nur
dem weiblichen Geschlecht entnommen sind. Dieselben können
natürlich auf Vollständigkeit keinen Anspruch machen, einmal
weil viele Anthomyiden bisher nur im männlichen Geschlecht
bekannt sind und zum andern, weil sich die Weibchen mehrerer
Arten so gleichen, daß es bis jetzt noch nicht gelungen ist, sie mit
Sicherheit zu unterscheiden. Die deutschen Arten habe ich, soweit
ich sie kenne, vollständig aufgenommen, daneben auch noch viele
außerdeutsche, so daß ich hoffen darf, auch den Entomologen
anderer europäischen Länder mit den folgenden Tabellen einen
Dienst zu erweisen. Außereuropäische Arten, auch solche des
paläarktischen Gebiets, habe ich nicht berücksichtigt. Für den
Gebrauch selbst möchte ich noch einige Bemerkungen machen.
Die Stellung der gewöhnlichsten Thorakalborsten (Dorsozentral-,
Akrostichal- und Sternopleuralborsten) darf ich wohl als bekannt
voraussetzen, werden sie doch auch in der Systematik anderer
Familien verwendet. Nicht so allgemein bekannt, wie ich es
wünschte und wie es zum Verständnis der folgenden Tabellen
nötig ist, ist die Lage und Bedeutung einer Borste, für die ich den
Namen Präalarborste (pra) eingeführt habe. Uber die Berechti-
gung, für diese einzelne Borste einen besonderen Namen anzu-
wenden, habe ich mich ausführlich in der Wien. ent. Zeitg. XXV,
127 (1906) ausgesprochen. Ich wiederhole hier nur, daß die Prä-
alarborste unmittelbar hinter der Thoraxnaht ganz auf der Seite
des Thorax gelegen ist, daß dieselbe bei vielen Gattungen voll-
ständig fehlt, bei anderen wieder vorhanden, aber an Länge
und Stärke so verschieden ist, daß sie ein ausgezeichnetes Mittel
bildet, nahestehende Arten auf sicherste zu unterscheiden. Im
weiblichen Geschlecht ist es oft mit ihrer Hilfe allein möglich, die
richtige Gattung zu ermitteln, so daß im folgenden reichlich von
ihr Gebrauch gemacht wurde. Um sich über dieselbe zu orientieren,
nur nach dem weiblichen Geschlecht zu bestimmen usw. 5
empfehle ich, eine bekannte Phaonia, z. B. incana, serva, basalis,
eine Mydaea, z. B. lucorum, duplicata, uwrbana und irgendeine
Limmophora oder Coenosia vorzunehmen. Man wird dann leicht
finden, daß die Präalarborste im ersten Fall sehr lang, im zweiten
kurz ist und bei den letzten Gattungen ganz fehlt. Bezüglich der
Beborstung der Beine wiederhole ich ebenfalls, daß ich bei sämt-
lichen Schienen die Streckseite als äußere, die Beugeseite als innere
bezeichne; bei den Mittelschienen kommt dann noch, da sie in der
Ruhelage nach der Seite gerichtet sind, eine vordere und hintere
Seite, bei den Hinterschienen, die nach hinten gerichtet sind, eine
der Längsachse des Körpers abgewandte und zugekehrte Richtung
zu. Auf diese Weise sind Ausdrücke wie ‚außen vorn, innen
hinten‘ bei den Mittelschienen oder ‚außen abgewandt, innen
zugekehrt‘‘ bei den Hinterschienen zu verstehen. Ich halte diese
Bezeichnungsweise für praktischer als die wissenschaftliche, nach
der man sich sämtliche Beine seitwärts und senkrecht zur Körper-
achse ausgestreckt denken soll. Um aber meine Bezeichnungsweise
mit dieser in Einklang zu bringen, füge ich hinzu, daß mein ‚außen
vorn“ bei den Mittelschienen dasselbe sein würde wie ‚oberseits
vorn“ nach der andern Ausdrucksweise und mein ‚‚innen zuge-
kehrt‘“ bei den Hinterschienen dasselbe wie ‚unterseits hinten‘.
Nach dieser Erklärung darf ich hoffen, daß die im folgenden ge-
brauchten Ausdrücke verstanden werden. Wenn ich in den Ta-
bellen von Dorsozentralborsten spreche, so sind stets, falls nichts
Besonderes erwähnt ist, die hinter der Naht befindlichen gemeint.
Akrostichalborsten sind die Borsten in der Mittellinie des Thorax,
die innerhalb der Dorsozentralborsten liegen und meist nur kurz
sind. Wenn dieselben paarweise auftreten und eine erhebliche
Länge und Stärke erreichen, hat man sie auch als innere Dorso-
zentralborsten bezeichnet. Die verschiedene Länge der Fühler-
borstenbehaarung als unterscheidendes Merkmal zu benutzen, ließ
sich nicht gut vermeiden. Da aber Ausdrücke wie ‚lang behaart,
mäßig lang behaart, deutlich pubeszent, kurz pubeszent‘ nicht
scharf genug sind, so stellte ich die Länge der Behaarung in Ver-
gleich mit der Breite des 3. Fühlergliedes. Man wird auf diese
Weise wenigstens leicht ermitteln können, ob eine Fliege zu der
ersten der unten folgenden Abteilungen zu ziehen ist. Schwieriger
ist die Unterscheidung zwischen sehr kurz behaart oder deutlich
pubeszent und kaum pubeszent. Man verfolge daher in zweifel-
haften Fällen beide angegebenen Nummern und wird dann ohne
Schwierigkeit zu dem richtigen Resultat kommen. Hat man eine
Art vor sich, von der man sieht, daß es die in den Bestimmungs-
tabellen gefundene nicht sein kann, so ist es entweder das noch
unbekannte Weibchen einer bisher nur im männlichen Geschlecht
beschriebenen Art oder überhaupt eine neue Art. Daß dieser
Fall eintreten kann, ist nach dem oben Gesagten selbstverständlich.
Auf Färbungsunterschiede habe ich, da sie meist völlig unwesent-
$. Heft
6 Prof. P. Stein: Versuch, d. Gattungen u. Arten unserer Anthomyiden
lich sind, nur sehr selten Bezug genommen, sondern fast immer
plastische Merkmale herangezogen. Endlich bemerke ich noch,
daß, um die Tabellen mit Vorteil zu benutzen, eine Lupe mit einer
etwa 30fachen Vergrößerung wünschenswert, ja bei kleinen Arten
durchaus notwendig ist. So übergebe ich denn diese Arbeit, die
mir manchmal rechte Schwierigkeit gemacht hat, aber auch von
Nutzen gewesen ist, der Öffentlichkeit und werde für meine Mühe
hinreichend entschädigt sein, wenn sie dazu dient, auch den
weniger mit den Anthomyiden Vertrauten die Bestimmung dieser
interessanten Familie zu erleichtern.
I. Tabelle zur Bestimmung der Gattungen und
einirer Arten.
1 Vor der Naht 2 Dorsozentralborsten, von denen die vordere
bisweilen kleiner, aber immer deutlich ist!) 2.
— Vor der Naht nur 1 Dorsozentralborste, davor der Thorax
meist ganz nackt 116.
2 Fühlerborste deutlich gefiedert, mindestens so lang, daß die
Behaarung an der Ober- und Unterseite zusammen an der
breitesten Stelle etwa so lang ist, als das 3. Fühlerglied breit 3.
— Fühlerborste merklich kürzer gefiedert, pubeszent oder nackt 35
3 Analader (6. Längsader) nicht bis zum Flügelrand fortgesetzt 4.
Analader bis zum Flügelrand laufend 24.
4 Taster löffelartig erweitert, Hypopleuren unmittelbar über der
obern hintern Sternopleuralborste mit einem Büschel kurzer
Härchen Lispa.
Taster nicht löffelartig erweitert, wenn aber, dann die Hypo-
pleuren nackt
5 Hinterschienen auf der Rückseite (außen) mit einer oder mehre-
ren deutlichen Borsten?) 6.
— Hinterschienen auf der Rückseite ohne Borsten 1079
6 Stirn mit Kreuzborsten 7
— Stirn ohne Kreuzborsten 14.
7 Akrostichalborsten kräftig und zweireihig 8.
Akrostichalborsten kurz und feinhaarig oder ganz fehlend?) 12.
1) Coenosia dorsalis v. Ros. hat 2 präsuturale Dorsozentralborsten.
Man erkennt sie an den gelben Fühlern, Tastern und Beinen, deren Vorder-
tarsen fast doppelt so lang sind als die Schienen, und an der Anordnung
der Sternopleuralborsten zu einem gleichseitigen Dreieck.
®) Finden sich einige Borsten nur in der Basalhälfte, so handelt es sich
um wenige zum Verwandtschaftskreis der duplicata Meig. gehörige Mydaea-
arten. Man verfolge dann Nr. 17.
®) Kommt man hier auf Arten mit teilweise gelben Beinen, so ist es
Phaonia pura Lw. oder variegata Meig., die beide mit und ohne Kreuz-
borsten vorkommen. Man suche dann weiter in der Bestimmungstabelle
der betreffenden Gattung.
EEE. en
|
8
22
23
nur nach dem weiblichen Geschlecht zu bestimmen usw. 7
Befiederung der Fühlerborste knapp so lang oder wenig länger,
als das 3. Fühlerglied breit ist Phaonia querceti Bche.
Befiederung der Borste viel länger
Schwinger schwarz Polietes lardarıa Fbr.
Schwinger gelb 10.
Beine gelb Phaonia bitincta Rond.
Mindestens die Schenkel schwarz 1a
Hinterschienen durchscheinend rotgelb
| Trichopticus Steinii Ringd.
Hinterschienen schwarz a Poltetes albolineata Fall.
Dorsozentralborsten 3, Behaarung der Fühlerborste so lang
wie das 3. Fühlerglied breit ist Trichopticus nigritellus Zett.
Dorsozentralborsten 4, Borste viel länger behaart 13.
- Mittelschienen nur hinten beborstet, Schüppchen rein weiß,
große, hell aschgraue Art Phaonia candıcans Pand.
Mittelschienen auch vorn beborstet, Schüppchen gelblich,
mittelgroße, gelbgraue Art Trichopticus variabilis Fall.
Stirn im Profil völlig konvex, Sternopleuralborsten in einem
flachen Bogen, fast in gerader Linie stehend 15.
Stirn mehr oder weniger vorragend, Sternopleuralborsten
1,2, die beiden hinteren übereinander stehend 16.
Flügel ohne Randdorn Piezura pardalina Rond.
Flügel mit Randdorn Platycoenosia Mikri Strobl
Kleine einfarbig gelbgraue Art, mit kleinen Schüppchen
Syllegopterula Beckeri Pok.
Größere Arten, deren Thorax fast stets gestriemt ist, mit
wohl entwickelten Schüppchen Phaonia.
Sternopleuralborsten 2,2 Mydaea p. p.
Sternopleuralborsten 1,2 oder 1,1 18.
Keine Spur von Präalarborste (pra) 19.
Präalarborste mehr oder weniger lang, mindestens ein kurzes
Börstchen, das sich von der übrigen Behaarung deutlich
abhebt Ä 24.
Hinterleib zum Teil durchscheinend gelb, Beine ganz gelb
Mydaea montana Rnd.
Hinterleib nie gelb, mindestens die Vorderschenkel gebräunt 20.
Hinterleib mit deutlichen Fleckenpaaren ar
Hinterleib ohne Fleckenpaare 22.
Thoraxbinde hinter der Naht vollständig
Limnophora obsignata Rnd.
Thoraxbinde hinter der Naht in Flecke aufgelöst
Limn. notata Fall.
Dorsozentralborsten 4 Hebecnema.
Dorsozentralborsten 3 23:
Mittelschienen innen mit kräftiger Borste, hellgraue Art
Limn. dispar Fall.
8. Heft
8 Prof. P,. Stein: Versuch, d. Gattungen u. Arten unserer Anthomyiden
— Mittelschienen innen ohne Borste, schwarzgraue Art
Limn. denigrata Meig.
24 Stirn ohne Kreuzborsten 25.
— Stirn mit Kreuzborsten 30.
25 Schildchen hellgrau mit schwarzen Seitenflecken
N Eustalomyia.
— Schildchen ohne schwarze Seitenflecke 26.
26 Alle Schenkel schwarz 27,
— Mittel- und Hinterschenkel gelb 28.
27 Beine ganz schwarz Hylemyia grisea Fall.
— Schienen gelb Hyl. Schineri Schnb. =
puella Schin. nec Meig.
28 Vorderschenkel gelb Hyl. praepotens Wied.
— Vorderschenkel schwarz 29.
29 Kleine Art, 6 mm, Mittelschienen vorn, etwas nach innen
gerückt, mit deutlicher Borste Eutrichota inornata Lw.
— Größere Art, 9 mm, Mittelschienen vorn innen ohne Borste
Hyl. praeclara sp. nov.
30 Alle Schenkel gelb, höchstens die vorderen gebräunt 31.
31
Schenkel schwarz 34.
Hinterleib zum Teil durchscheinend gelb, Sternopleural-
borsten 1,1 Mycophaga [ungorum Deg.
— Hinterleib nie durchscheinend, Sternopleuralborsten 1,2 oder
2,2 32.
32 Sternopleuralborsten 1,2, Präalarborste ganz fehlend
Hyl. coarctata Fall.
— Sternopleuralborsten 2,2, Präalarborste lang 38.
33 Schüppchen gleichgroß
Hylemvia strigosa Fbr. oder nigrimana Meig.
— Schüppchen ungleich Hydrophoria linogrisea Meig. |
34 Schüppchen gleichgroß Hylemyia. |
— Schüppchen ungleich Hydrophoria oder Acrobtena. |
35 Behaarung der Fühlerborste kürzer als das 3. Fühlerglied breit
ist, bisweilen sehr kurz, aber bei starker Vergrößerung noch
bis zur Spitze deutlich abstehend pubeszent ?) 36.
— Borste auch bei starker Vergrößerung kaum pubeszent oder
ganz nackt (in zweifelhaften Fällen verfolge man auch die
vorige Nummer) 17.
36 6. Längsader nicht bis zum Flügelrand fortgesetzt BYE
— 6. Längsader bis zum Flügelrand verlängert 69.
37 Sternopleuralborsten in Form eines gleichschenkligen Dreiecks,
*) Verschiedene Fanniaarten haben eine deutlich pubeszente Fühler-
borste. Dieselben sind an der im Profil vollständig konvexen Stirn, am
Mangel der Kreuzborsten und an der Anordnung der Sternopleuralborsten
zu 1,1 leicht zu erkennen. Ich habe sie in der folgenden Abteilung unter-
gebracht. |
nur nach dem weiblichen Geschlecht zu bestimmen usw. 0
dessen nach unten gerichtete Spitze von der mittleren Sterno-
pleuralborste gebildet wird, Präalarborste ganz fehlend 38.
— Sternopleuralborsten in der Stellung 1,1, 1,2 oder 2,2 39.
38 2. Fühlerglied stets gelbrot Lispocephala.
— 2. Fühlerglied schwarz, grau bestäubt°)
Macrorchis meditata Fall.
39 Hinterschienen mit Rückenborste 40.
— - Hinterschienen ohne Rückenborste 59.
40 1. Längsader am Ende mit 4—6 kurzen, kräftigen Börstchen
Acanthiptera inanıs Fall,
— 1. Längsader ganz nackt 41.
41 Stirn mit Kreuzborsten 42,
— Stirn ohne Kreuzborsten 49.
42 Rüssel an der Spitze hakig zurückgeschlagen
| Drymeia hamata Fall.
— Rüssel einfach 49.
43 Beine zum Teil gelb 44.
— Beine ganz schwarz 46
44 Thorax gelb Alloeostylus diaphanus Wied.
— Thorax grau 45
45 2. Fühlerglied und Taster rotgelb
Allooestylus simplex Wied.
'— 2. Fühlerglied und Taster schwarz
Alloeostylus sudeticus Schnb.
46 Untere hintere Sternopleuralborste vollständig fehlend
Hydrotaea p. p.
— Untere hintere Sternopleuralborste mehr oder weniger deutlich
47.
47 Hinterleib gelblich Trichopticus semicinereus Wied.
— Hinterleib schwarz 48.
48 Mittelischienen nur außen vorn und außen hinten mit Borsten
Trichopticus.
/ — Mittelschienen auch noch innen vorn und innen hinten mit
| Borsten | Pogonomyra Meadei Pok.
| 49 Schienen gelb 0.
— Schienen schwarz 51.
50 Gelbgrau bestäubte Art, mit deutlichen Akrostichalborsten
Alloeostylus Sundewalli Zett.
— Grau bestäubte Art, ohne Akrostichalborsten
Phaonia magnicornis Zett.
51 Präalarborste ganz fehlend oder nur ein unscheinbares Börst-
chen 92.
— Präalarborste immer deutlich 34.
5) Hat die Art ganz schwarze Beine, so ist es longicauda Zett., die ich
im Katalog zur Gattung Coenosia gezogen habe, die aber besser bei Macror-
chis unterzubringen ist.
8. Heit
10 Prof. P. Stein: Versuch, d. Gattungen u. Arten unserer Anthomyiden
92
>43)
I,
66
Hinterleib glänzend blauschwarz oder schwarz, fast ohne
Bestäubung, Thorax ungestriemt Dialyta.
Hinterleib graulich bereift, Thorax immer, wenn auch bis-
weilen undeutlich, gestriemt 88.
Die mittleren Thoraxstriemen, von hinten gesehen, zu einer
zusammengeflossen, Hinterschienen innen abgewandt um
die Mitte herum mit 4—6 kurzen Borsten
Phaonia foveolata Strobl nec Zett.
Die mittleren Thoraxstriemen, wenigstens vorn, getrennt,
Hinterschienen innen abgewandt mit 2—3 längeren Borsten
Phaonia halterata Stein
Das untere Schüppchen nur wenig vorragend 90.
Das untere Schüppchen weit vorragend 96.
Schwinger schwarz, größere schwarzgraue Art
Pogonomyra tetra Meig.
Schwinger gelb, kleine gelbgraue Art
Syllegopterula Beckeri Pok.
Akrostichalborsten fehlend Phaonia consobrina Zett.
Akrostichalborsten kräftig 57.
Schwinger schwarz Phaonia chalinata Pand.
Schwinger gelb 58.
Beide Queradern deutlich gesäumt, die mittleren Thorax-
striemen oft zusammengeflossen Phaonia Steinii Czerny
Oueradern nicht gesäumt, Thoraxstriemen getrennt
Phaonia Gobertii Mik
Präalarborste völlig fehlend, höchstens ein kaum merkliches
Börstchen 60.
Präalarborste mindestens als kurzes, kräftiges Börstchen
vorhanden Mydaea p. p.
Kreuzborsten vorhanden, Hinterschienen fast ganz nackt
Azeha.
Kreuzborsten fehlend, Hinterschienen deutlich beborstet 61.
Schienen schwarz Limnophora p. p.
Schienen gelb
Mittelschienen vorn und hinten mit kräftigen Borsten, Rand-
dorn lang Mydaea protuberans Zett.
Mittelschienen nur hinten mit nicht sehr langen Borsten,
Randdorn mäßig Mydaea pollinosa Stein
Präalarborste ganz fehlend | 64.
Präalarborste deutlich, wenn auch oft kurz 67.
Schenkel zum Teil gelb Hylemyia lavata Boh.
Schenkel schwarz | 69.
Thorax mit brauner, auf das Schildchen fortgesetzter Mittel-
strieme Chelisia monilis Meig.
Thorax ohne solche Mittelstrieme 66.
Hinterschienen meist gelblich, Randdorn deutlich
Chortophila flavibasıs Stein
nur nach dem weiblichen Geschlecht zu bestimmen usw. 11
—- Hinterschienen schwarz, Randdorn fehlend
Chort. longicauda Strobl
67 Thorax grau, mit runden, sammetschwarzen Flecken
Anthomyia plwvialıs L.
— Thorax anders gefärbt 68.
68 Schüppchen deutlich ungleich 69.
— Schüppchen gleichgroß 01.
69 Beine ganz schwarz 70.
— Mindestens die Schienen gelb Pegomyia p. p.
70 Orbiten außer den stärkeren Borsten nackt Hrydrophoria.
— Orbiten außer den stärkeren Borsten noch mit kurzen Börst-
chen besetzt Acrobtena.
71 Beine zum Teil gelb 12.
— Beine ganz schwarz 13.
72 Stirn mit Kreuzborsten Hylemyia p. p.
— Stirn ohne Kreuzborsten Pegomyia p. p.
73 Orbiten so breit als die Mittelstrieme, hintere Querader schief
und geschwungen Hammomyia albiseta v. Ros.
— Örbiten schmäler als die Mittelstrieme, wenn aber ebenso
breit, dann die hintere Ouerader steil und grade 14.
74 Mittelschienen nur außen vorn und außen hinten mit Borsten,
Orbiten höchstens !/, so breit als die Mittelstrieme 15.
— Mittelschienen außerdem noch innen vorn oder innen hinten
mit Borsten, Orbiten halb so breit als die Mittelstrieme
Hylemyia bez. Chortobhila.
75 Akrostichalborsten kräftig und fast so lang wie die Dorso-
zentralborsten, Präalarborste lang HAylemyra cinerosa Zett.
— Akrostichalborsten weit kürzer, Präalarborste ebenfalls nur
kurz 76.
76 Hinterleib vom 2. Ring an mit abstehenden Borsten, Mittel-
schienen außen vorn mit nur1 Borste Chirosia parvicornis Zett.
— Hinterleib ohne abstehende Borsten, Mittelschienen außen
vorn meist mit 2 Borsten Chirvosia albitarsis Zett.
17 6. Längsader (Analader) nicht verlängert 78.
— 6. Längsader bis zum Flügelrand verlängert | 94.
78 Hinterschienen mit Rückenborste 79.
— Hinterschienen ohne Rückenborste 89.
79 Stirn ohne Kreuzborsten 80.
— Stirn mit Kreuzborsten 82.
80 Stirn im Profil vollständig konvex, die untere hintere Sterno-
pleuralborste stets fehlend Fannia, Coelomyia, Euryomma
| — Stirn über den Fühlern eine mehr oder weniger deutliche Ecke
| bildend, die untere hintere Sternopleuralborste vorhanden 81.
| 31 Dorsozentralborsten vor der Naht kaum von der Grund-
| beborstung zu unterscheiden, Augen im Profil fast rechteckig,
kleine Querader weit vor dem Ende der 1. Längsader
‚„ Atherigona varıia Meig.
8. Hoft
12 Prof. P. Stein: Versuch, d. Gattungen u. Arten unserer Anthomyiden
— Dorsozentralborsten vor der Naht viel länger als die Grund-
behaarung, Augen mehr halbkuglig, kleine Ouerader gegen-
über dem Ende der 1. Längsader Trichopticus pP. p.°) |
82 Hinterleib vom» Hinterrand des 2. Ringes an bis zum Ende |
abstehend beborstet, Vordertarsen innen kurz und dicht be-
bartet Pogonomyia albicola Rond. |
— Hinterleib meist erst auf Ring 4 abstehend beborstet, Vorder-
tarsen nicht bebartet 83.
83 Mundrand auffallend stark vorgezogen 84. |
— Mundrand nicht auffallend vorgezogen 86.
84 Präalarborste völlig fehlend Trichopticus rostratus Mde.
— Präalarborste deutlich 85
85 Grau bestäubte Art Trichopticus subrostratus Zett.
— Glänzend schwarze Art Rhynchopsilops villosus Hend.
86 Hinterschienen auf der Rückseite fast der ganzen mn nach
mit Borsten besetzt 87. }
— Hinterschienen auf der Rückseite mit nur einer Borste 88.
87 Thorax ziemlich deutlich vierstriemig, Augen pubeszent
Trichopticus decolor Fall.
— Thorax höchstens mit Mittelstrieme, Augen ganz nackt
Eriphia cinerea Meig.
88 Stirnmittelstrieme hinten bis fast zur Fühlerwurzel ausge- .
schnitten Odhyra.
— Stirnmittelstrieme gewöhnlich nur bis zur Mitte ausgeschnitten
Hoydrotaea.
89 Die vordere der vor der Naht befindlichen Dorsozentralborsten
meist bedeutend kleiner als die hintere, Sternopleuralborsten
in Form eines gleichschenkligen, mit der Spitze nach unten
gerichteten Dreiecks
— Beide Dorsozentralborsten vor der Naht gleichgroß, Sterno- !
pleuralborsten 1,2 oder 1,1 91.
90 Fühlerborste ganz nackt, Analader meist nur halb so lang als
die Axillarader Dexiopsis.
— Fühlerborste wenigstens an der Basis deutlich pubeszent,
Analader so lang wie die Axillarader |
Macrorchis meditata Fall.
91 Präalarborste mehr oder weniger deutlich Mydaea p. p.
— Präalarborste vollständig fehlend 92.
92 Stirn mit Kreuzborsten 3.
— Stirn ohne Kreuzborsten Limnophora und Calhiophrys.
93 Hinterleib einfarbig grau, ohne Flecke Hydrotaea armipes F.
— Hinterleib mit paarigen, runden, schwarzen Flecken Azelia.
94 Randader nur bis zur Mündung der 3. Längsader reichend
Acyglossa atramentaria Meig.
4
1
|
|
|
°) Man vergleiche die weiter unten bei der Bestimmungstabelle dieser
Gattung gegebene Anmerkung.
nur nach dem weiblichen Geschlecht zu bestimmen usw. 13
— Randader bis zur Mündung der 4. Längsader laufend 95.
95 Augen schmal getrennt 96.
— Augen breit getrennt 99.
96 2. und 3. Vordertarsenglied verbreitert Prosalpia.
— Vordertarsenglieder nicht verbreitert 97.
97 Pulvillen und Klauen stark verlängert
Hybporites montanus Schin.
— Pulvillen und Klauen kurz 38.
98 Augen dicht und lang behaart
Alliopsis (Lasiops) glacialis Zett.
— Augen nackt Hammomyva.
99 Flügelvorderrand hinter dem Randdorn mit kurzen Börstchen
besetzt, Augen kreisrund Fucelha.
— Flügelvorderrand hinter dem Randdorn nackt, wenn aber
etwas beborstet, dann die Augen länglich 100.
100 Beine zum Teil gelb Pegomyia.
— Beine ganz schwarz’) 101.
101 Orbiten an der Fühlerbasis noch nicht !/, so breit als die
Mittelstrieme Ä 102
— Orbiten an der Fühlerbasis mindestens \/, so breit als die
Mittelstrieme 103.
102 Stirn in deutlicher Ecke vorragend, 3. Fühlerglied mindestens
doppelt so lang als das zweite Chirosia crassiseta Stein.
— Stirn im Profil vollständig konvex, 3. Fühlerglied nicht länger
als das zweite Chiastochaeta Trollii Zett.
103 Mundrand recht auffallend vorgezogen 104.
— Mundrand nicht besonders vorgezogen 1a
104 Dorsozentralborsten 4, Mittelschienen innen ohne Borste
Chortophila muscaria Meig.
— Dorsozentralborsten 3, Mittelschienen innen meist mit
Borste 105.
105 Präalarborste fast so lang und kräftig wie die folgende uprz
alarborste, Stirnmittelstrieme ganz schwarz
Chortophila pratensis Meig.
— Präalarborste viel feiner und kürzer, wenn aber etwas länger,
dann die Stirnmittelstrieme vorn deutlich rotgelb 106.
106 Hintere Querader steil, so daß der obere äußere Winkel der
Diskoidalzelle ein rechter ist
— Hintere Querader schief, so daß der erwähnte Winkel ein
spitzer ist 108.
107 Orbiten mindestens halb so breit als die Mittelstrieme, Schüpp-
chen klein, kleine Art von 3—4 mm Länge
Chortophila parva R. D.
?) Ohortophila albula Fall. hat bisweilen schwach rötlich durchscheinende
Hinterschienen.
8. Heft
14 Prof. P. Stein: Versuch, d. Gattungen u. Arten unserer Anthomyiden
— Orbiten höchstens !/, so breit als die Mittelstrieme, Schüpp-
chen deutlich, größere Art, 5 mm Anthomyia aestiva Meig.
108 Stirnmittelstrieme vorn ausgebreitet rotgelb, das untereSchüpp-
chen deutlich vorragend Anth. radıcum L.
— Mittelstrieme ganz schwarz, oder höchstens ganz vorn rötlich-
braun, das untere Schüppchen nie vorragend 109.
109 Gelbgraue Art Chort. cinerella Fall.
— Blaugraue Art 110.
110 Akrostichalborsten hinter der Naht fast ebenso lang und stark
wie die vor der Naht Chort. grisella Rond.
— Akrostichalborsten vor der Naht länger und kräftiger, hinter
der Naht fein und kaum zu erkennen
Chort. caerulescens Strobl
111 Augen bei starker Vergrößerung pubeszent oder kurzhaarig
Lasiobs.
— Augen ganz nackt 112.
112 Schildchen grau mit schwarzen Seitenrändern, große Art
Eustalomyia histrio Zett.
— Schildchen anders gefärbt, meist kleinere Arten 113.
113 Unteres Schüppchen deutlich etwas vorragend, Hinterleibs-
ring 2 und 3 mit je 3, dem Vorderrand anliegenden, spitz
dreieckigen, schwarzen Flecken 114.
— Schüppchen gleichgroß, Hinterleib ohne solche Flecke 115.
114 Vorderschienen vorn auf der Mitte mit kräftiger, abwärts
gerichteter Borste Anthomyia Pratincola Pnz.
— Vorderschienen vorn auf der Mitte ohne Borste
Anth. albicincta Fall.
115 Fühler von vorn gesehen ziemlich auffallend verdickt, 2. Glied
rotgelb Myopina veflexa R. D.
— Fühler nicht verdickt, ganz schwarz Chortophila.
116 Flügelvorderrand auffallend gebräunt Orchisia costata Meig.
— Flügelfläche gleichmäßig tingiert oder glashell 117.
117 Randader nur bis zur Mündung der 3. Längsader reichend
Allognota agromyzina Fall.
— Randader bis zur Mündung der 4. Längsader laufend 118.
118 Mittelschienen innen mit kräftiger Borste
Schoenomyza litorella Fall.
— Mittelschienen innen nie mit Borste
Coenosia oder Hoplogaster.
Hi. Tabellen zur Bestimmung der übrigen Arten.
1. Phaonia R. D.
1 Beine ganz schwarz 2.
— Beine zum Teil gelb. 16.
2 Dorsozentralborsten 4 3.
— Dorsozentralborsten 3 8
nur nach dem weiblichen Geschlecht zu bestimmen usw. 19
3 Vorderschienen innen der ganzen Länge nach zottig behaart
morio Zett.
— Vorderschienen innen nackt oder ganz kurzhaarig “4.
4 Akrostichalborsten deutlich 3):
—- Akrostichalborsten fehlend 6.
5 Akrostichalborsten sehr genähert, Oueradern deutlich ge-
saumt, Vorderschienen mit Borste, schwarzgraue Art
Steinii Czerny
— Akrostichalborsten voneinander soweit entfernt, als von den
Dorsozentralborsten, Oueradern nicht gesäumt, Vorderschienen
borstenlos, hellgraue Art Gobertii Mik
6 Fühlerborste weit kürzer behaart, als das 3. Fühlerglied breit
ist consobrina Zett.
— Fühlerborste viel länger behaart 7.
7 Hell aschgraue Art, Vorderschienen ohne Borste, Mittelschienen
nur hinten beborstet candicans Pand.
— Dunkle Art, Vorderschienen mit Borste, Mittelschienen auch
vorn beborstet incana Wied.
8 Stirn mit Kreuzborsten querceti Bch£.
— Stirn ohne Kreuzborsten
9 Akrostichalborsten deutlich und kräftig, wenn auch zuweilen
kurz 10.
— Akrostichalborsten fehlend oder sich kaum von der Grund-
behaarung abhebend 14.
10 Präalarborste kaum halb so lang und stark als die erste Dorso-
zentralborste hinter der Naht, Hinterleib glänzend schwarz,
ohne Bereifung nitida Mca.
— Präalarborste mindestens so lang und stark als die erste Dorso-
zentralborste, Hinterleib stets grau bereift Et:
11 Mittelschienen nur hinten beborstet serva Meig.
— Mittelschienen auch vorn beborstet 12.
12 Thorax glänzend schwarz, kaum graulich bereift und ohne
deutliche Striemen chalinata Pand.
— Thorax deutlich vierstriemig | 19.
13 Kleinere Art, 7—8 mm alpıcola Zett.
— Größere Art, 9-10 mm lugubris Meig.
14 Präalarborste lang und kräftig confluens Sp. nov.
— Präalarborste ganz fehlend =: 10.
15 Die mittleren Thoraxstriemen, von hinten gesehen, zu einer
zusammengeflossen, Hinterschienen innen abgewandt mit 4—6
kurzen Borsten foveolata Strobl
— Die mittleren Thoraxstriemen getrennt, Hinterschienen innen
abgewandt mit 2—3 längeren Borsten halterata Stein
16 Dorsozentralborsten 4 17.
— Dorsozentralborsten 3 1.
17 Akrostichalborsten deutlich und fast so kräftig wie die Dorso-
zentralborsten 18.
8. Heft
16 Prof. P. Stein: Versuch, d. Gattungen u. Arten unserer Anthomyiden
— Akrostichalborsten fehlend oder weit schwächer als die Dorso-
zentralborsten 24.
18 Schenkel gelb 19.
— Schenkel schwarz 22.
19 Stirnstrieme rotgelb pallida Fbr.
— Stirnstrieme dunkel 20.
20 Schildchen ganz gelb, Vorderschienen borstenlos, vor der Naht
gewöhnlich nur 1 Paar Akrostichalborsten scutellaris Fall.
— Schildchen an der Basis mehr oder weniger grau, Vorder-
schienen mit kräftiger Borste, vor der Naht 2 Paar Akrostichal-
borsten 21.
21 Fühlerborste kaum so lang behaart, als das 3. Fühlerglied
breit ist, Thoraxstriemen kräftig variegata Meig.
— Fühlerborste lang behaart, Thoraxstriemen sehr fein
bitincta Rond.
22 Thoraxstriemen ziemlich unscheinbar, Queradern nicht ge-
saumt | pura Lw.
— Thoraxstriemen scharf und ziemlich intensiv schwarz, Quer-
adern deutlich gesäumt 23.
23 Schildchen an der Basis jederseits mit sammetschwarzem Fleck,
mittlere Thoraxstriemen an der Naht etwas unterbrochen
trimaculata Bche.
— Schildchen an der Basis jederseits ohne Fleck, mittlere Thorax-
striemen nicht unterbrochen laeta Fall.
24°Schildchen ganz grau 25.
— Schildchen an der Spitze mehr oder weniger rötlich 28.
25 Vorderschienen auf der Mitte ohne Borste erronea Schnbl.
— Vorderschienen auf der Mitte mit Borste 26.
26 Hinterleib vom Hinterrand des 2. Ringes an abstehend be-
borstet, Mittelschienen hinten mit Borsten, die in 2 Reihen
angeordnet sind basalis Zett.
— Hinterleib erst vom Hinterrand des 3. Ringes an abstehend
beborstet, Mittelschienen hinten mit einer Reihe Borsten 27.
27 Präalarborste sehr klein, mittlere Thoraxstriemen breit getrennt,
kleinere Art, 7 mm rufipalpıs Mcq.
— Präalarborste lang und kräftig, mittlere Thoraxstriemen ge-
nähert, bisweilen zusammengeflossen, große Art, 11 mm
vagans Fall.
28 Vorderschienen mit 1—2 Borsten, Oueradern deutlich ge-
bräunt signata Meig.
— Vorderschienen ohne Borste, Queradern nicht oder sehr un-
| deutlich gesäumt 29.
29 Vorder- und Mittelschenkel an der Basis mehr oder weniger
gebräunt berdita Meig.
— Alle Schenkel gelb 30.
nur nach dem weiblichen Geschlecht zu bestimmen usw, 17
30 2. Fühlerglied schwarz, kaum rötlichgrau bestäubt, letzter
Hinterleibsring auf der ganzen Fläche abstehend beborstet
errans Meig.
— 2. Fühlerglied und die Basis des 3. rotgelb, letzter Hinterleibs-
ring in der Endhälfte fast ganz nackt erratica Fall.
31 Alle Schenkel schwarz 32.
— Schenkel zum größten Teile gelb 30.
32 Taster vorn auffallend verbreitert, Borste lang behaart
palpata Stein
— Taster von gewöhnlicher Gestalt, Borste kurz behaart
magnicornis Zett.
33 Präalarborste nur ein kaum merkliches Börstchen
boleticola Rond.
— Präalarborste lang und kräftig 34.
34 Schildchen an der Spitze deutlich rotgelb apicalıs sp. nov.
— Schildchen ganz grau 39.
35 Queradern deutlich gesäumt, Hinterschienen außen abgewandt
mit meist 1, selten 2 Borsten fuscata Fall.
— OQueradern kaum gesäumt, Hinterschienen außen abgewandt
gewöhnlich mit 4 Borsten crinides SP. nov.
2. Triehoptieus Rond.?)
1 Mundrand auffallend vorgezogen 2.
— Mundrand nicht auffallend vorgezogen 4.
2 Präalarborste vollständig fehlend rostratus Mde.
— Präalarborste lang und kräftig 9.
3 Fühlerborste deutlich kurzhaarig aculeipes Zett.
Fühlerborste auch bei starker Vergrößerung fast nackt
subrostratus Zett.
4 Fühlerborste bedeutend länger behaart, als das 3. Fühlerglied
breit ist 9.
— Fühlerborste kürzer behaart bis nackt 6.
5 Akrostichalborsten kräftig, zweireihig Steinii Ringd.
— Akrostichalborsten äußerst kurz und haarförmig variabilis Z.
6 Dorsozentralborsten 3 migritellus Zett.
— Dorsozentralborsten 4 Ur
7 Thorax ziemlich deutlich vierstriemig, Schwinger schwarz
decolor Fall.
— Thorax einfarbig, ohne Striemen, Schwinger gelb 8.
8 Hinterleib gelbrot semicinereus Wied.
8) Die Arten hians Zett., mutatus Zett. und cristatus Zett. habe ich nicht
mit aufgenommen, da die beiden ersten bisher nur im nördlichen Schweden
aufgefunden worden sind, während die letzte zwar in Ungarn und den
Alpen vorkommt, aber wohl sehr selten ist. Sie haben sämtlich eine nackte
Fühlerborste und keine Kreuzborsten. Tr. hians hat gelbe Beine, einen
gelben, oft mit schwarzen Einschnitten versehenen Hinterleib und ein an
der Spitze gelbes Schildchen, mutatus gleiche Bein- und Hinterleibsfärbung
und ein einfarbig graues Schildehen, während cristatus einfarbig dunkelgrau
.ist mit schwarzen. Beinen.
Archiv für Naturgeschichte 5
1913. A, 8. u 8. Heft
18
1
2
ot
Prof. P. Stein: Versuch, d. Gattungen u. Arten unserer Anthomyiden
Hinterleib anders gefärbt 9:
Hinterschienen auf der Rückseite nur mit einer längeren Borste
innocuus Zett.
Hinterschienen auf der Rückseite mit 2—3 längeren Borsten 10.
Akrostichalborsten äußerst kurz, feinhaarig, fast vierreihig, alle
von gleicher Länge, Hinterschienen auf der Rückseite mit
3 Borsten separ Zett.
Akrostichalborsten auch kurz und feinhaarig, die äußeren aber
deutlich länger als die inneren, Hinterschienen auf der Rück-
seite mit 2 Borsten hirsutulus Zett.
. Hebeenema Schnb.
Beine ganz Be
Mindestens Mittel- und Hinterschienen gelb durchscheinend 3.
Thoraxstriemen bei gewisser Betrachtung immer, wenn auch
schwach erkennbar, Hinterleib stumpf, Schwinger immer gelb,
Augen bei starker Vergrößerung pubeszent: wmbratica Meig.
Thorax einfarbig glänzend schwarz, Hinterleib mit deutlichem
Glanz, Augen nackt, Schwinger meist schwarz wespertina Fall.
Beine fast ganz gelb nigricolor Fall.
Nur Mittel- und Hinterschienen durchscheinend gelb
fumosa Meig.
4. Mydaea R. D.
Beine ganz schwarz 2
Beine zum Teil gelb 19.
Dorsozentralborsten 3 3.
Dorsozentralborsten 4 d:
Vordertarsenglieder deutlich verbreitert 4.
Vordertarsen einfach d.
Präalarborste mindestens so lang wie die erste Dorsozentral-
borste hinter der Naht, Vorderschienen meist ohne Borste, Hinter-
schienen innen abgewandt mit 2 Borsten nivalis Zett. Rond.
Präalarborste meist kaum halb so groß wie die erste Dorso-
zentralborste, Vorderschienen meist mit Borste, Hinterschienen
innen abgewandt mit 3 Borsten obscuratoides Schnbl.
Sternopleuralborsten 2,2, Mittelschienen innen hinten mit
Borste obtusipennis Fall. (Enoplopterix).
Sternopleuralborsten 1,2, Mittelschienen innen hinten ohne
Borste 6.
Präalarborste sehr kurz, Mittelschienen nur hinten beborstet
quadrimaculata Fall.”)‘
Präalarborste lang oder mäßig lang, Mittelschienen auch vorn
beborstet 1.
°) Da es zuweilen Stücke dieser Art gibt, bei denen Mittel- und Hinter-
schienen durchscheinend gelb sind, s5 wurde sie auch unter den gelbbeinigen
‚ angeführt
nur nach dem weiblichen Geschlecht zu. bestimmen usw. 19
7 Fühlerborste nur deutlich. pubeszent, Schüppchen intensiv
gelb fulvisguama Zett. oder Iuteisguama Zett.!0).
— Borste deutlich behaart, Schüppchen weiß oder schwach
gelblich . - 8.
8 Präalarborste höchstens halb so lang wie die 1. Don erentra)
.. borste, Thorax schwarzgrau allotalla Meig.
— Präalarborste mindestens so lang wie die 1. Dorsozentralborste,
Thorax mehr hellgrau setitrbia Stein!!)
9.4. Längsader am Ende zur 3. aufbiegend -
meditabunda Fbr. (Myospila).
— 4. Längsader ganz gerade verlaufend 10.
10 Sternopleuralborsten 2,2 11.
— Sternopleuralborsten 1,2 14.
11 Präalarborste kaum halb so lang als die 1. Dorsozentralborste 12.
— Präalarborste mindestens so lang als die 1. Dorsozentralborste13.
12 Hinterschenkel unterseits fast der ganzen Länge nach be-
borstet, Hinterschienen außen abgewandt mit 2 Borsten,
Schüppchen weißlich lucorum Fall.
— Hinterschenkel unterseits nur vor der Spitze mit 2—3 Borsten,
Hinterschienen außen abgewandt mit 3—4 Borsten, Schüpp-
chen ziemlich intensiv gelblich multisetosa Strobl
13 Vorderschienen mit 1 Borste, Hinterschenkel unterseits fast
der ganzen Länge nach, wenn auch weitläufig, beborstet, Schüpp-
chen fast rein weiß obscurata Meig.
— Vorderschienen meist mit 2 Borsten, Hinterschenkel unterseits
nur vor der Spitze mit Borsten, Schüppchen deutlich gelblich
marmoralta Zett.
14 Fühlerborste entschieden länger behaart, als das 3. Fühlerglied
breit ist 15.
— Borste viel kürzer behaart 18.
15 Präalarborste mindestens so lang wiedie1. Dorsozentralborste 16.
— Präalarborste viel kürzer als die 1. Dorsozentralborste B7.
16 Fühlerborste mehrmals so lang gefiedert, als das 3. Fühlerglied
breit ist, Thorax dicht grau bestäubt, mit deutlicher Striemung,
Augen bei starker Vergrößerung kurz behaart: deleta sp. nov.
— Behaarung der Borste nur wenig länger, als das 3. Fühlerglied
breit ist, Thorax ziemlich glänzend schwarz und nur vorn dünn
. bereift, so dab man nur hier die Striemen deutlich sieht, Augen
nackt nebulosa Stein
17 Hinterrücken glänzend schwarz, Vorderschienen borstenlos,
Flügel ohne Randdorn ancılla Meig.
10) Die Arten. wurden früher von mir fälschlich zur Gattung Phaonia
gezogen und sind so auch im Katalog der paläarktischen Dipteren aufgeführt.
- *1) ist die Art, die ich früher als Aricia (Phaonia) setigera beschrieben
habe, die aber eine Mydaea ist. Da nun Pokorny bereits eine Mydaea
(Caricea) seligera veröffentlicht hat, mußte der von mir gewählte Name
geändert werden.
Zn 8. Heit
30 Prof. P. Stein: Versuch, d. Gattungen u. Arten unserer Anthomyiden
— Hinterrücken grau bereift, Vorderschienen mit Borste, Rand-
dorn kräftig migribennis Schnbl. nec WIk.
18 Augen kurz, aber dicht behaart, Queradern nicht gesäumt
orichalcea Zett.
— Augen nackt, mindestens die hintere Querader deutlich etwas
gesäumt fulvisguama od. luteisguama Zett.
19 Dorsozentralborsten 3 .
— Dorsozentralborsten 4 33.
20 Keine Spur von Präalarborste 21.
— Präalarborste mindestens als deutliches Börstchen vorhanden 22.
21 Mittelschienen vorn und hinten mit kräftigen Borsten, Rand-
dorn lang protuberans Zett.
— Mittelschienen nur hinten beborstet, Randdorn mäßig lang
pollinosa Stein
22 Sternopleuralborsten 2,2 23:
— Sternopleuralborsten 1,2 28.
23 Schildchen an der Spitze mehr oder weniger rötlich 24.
— Schildchen an der Spitze nicht rot 35.
24 Thorax unmittelbar hinter der Naht mit 2 schwarzen Flecken,
Queradern immer etwas gebräunt uliginosa Fall.
— Thorax hinter der Naht mit 3 Flecken, Queradern nicht braun
gesäumt clara Meig.
25 Vorderschienen ohne Borste!?) atripes Mde.
— Vorderschienen mit Borste 26.
26 Behaarung der Fühlerborste höchstens so lang als das 3. Fühler-
glied breit ist, Queradern deutlich gebräunt: guadrimaculata F.
— DBorste länger behaart, als das 3. Fühlerglied breit ist, Ouer-
adern kaum gesäumt 27.
27 Flügelvorderrand bis zum Randdorn ziemlich kräftig, beborstet.,
Hinterschienen außen abgewandt mit 2 Borsten: cıliatocosta Zett.
— Flügelvorderrand bis zum Randdorn kaum beborstet, Hinter-
schienen außen abgewandt mit 3 Borsten anceps Zett."?)
28 Mittelschienen vorn und hinten kräftig beborstet sdinicosta Zett.
— Mittelschienen nur hinten beborstet 29.
29 Hinterleib teilweise durchscheinend gelb montana Rond.
— Hinterleib nirgends durchscheinend 30.
30 Fühlerborste bedeutend länger behaart, als das 3. Fühlerglied
breit ist depuncta Fall.
— Borste weit kürzer behaart, oft nur pubeszent 31.
31 Schenkel zum größten Teil gelb
fratercula Zett. oder consimilis Fall.
— Alle Schenkel schwarz 32.
12) Sind die Queradern breit gesäumt, so ist es obscuripes Zett., bei
welcher sich bisweilen unter der vordern Sternopleuralborste noch eine
zweite feinere findet.
13) Da der Thorax von anceps bisweilen auf der einen, Seite 3, auf der
anderen 4 dc zeigt, so habe ich die Art nachher noch einmal aufgenommen.
nur nach dem weiblichen Geschlecht zu bestimmen usw. yAl
32 Queradern breit gesäumt, Vorderschienen borstenlos
| obscuripes Zett.
— OQueradern nicht so auffallend gebräunt, Vorderschienen mit
Borste quadrimaculata Fall.
33 Sternopleuralborsten 1,2 34.
— Sternopleuralborsten 2,2 43.
34 Hinterleib an der Basis mehr oder weniger gelb 39.
— Hinterleib nie gelb 36.
35 Queradern deutlich gebräunt, Hinterleib mit Fleckenpaaren,
Borste kurz behaart, kleinere Art, 6 mm: abdominalıs Zett.
— ÖQueradern nicht gebräunt, Hinterleib ohne Flecken, Borste
lang behaart, große Art, 10 mm laterıtia Rond.
36 Fühlerborste deutlich länger behaart, als das 3. Fühlerglied
breit ist 37.
— Borste kürzer behaart 39.
37 Schildchen ganz grau urbana Meig.
— Schildchen zum größten Teil rotgelb 38.
38 Schulterbeulen grau, Vorderschienen borstenlos, Hinterschenkel
unterseits der ganzen Länge nach beborstet pagana Fbr.
Schulterbeulen gelblich, Vorderschienen mit Borste, Hinter-
schenkel unterseits nur vor der Spitze mit mehreren Borsten
tincta Zett.
39 Taster gelb, Schildchen an der Spitze deutlich gelblich
impuncta Fall.
— Taster schwarz, Schildchen an der Spitze meist nicht gelblich 40.
40 Augen mit starker Lupe deutlich kurzhaarig, Vorderschienen
borstenlos lasiophthalma Mcaq.
— Augen fast nackt, Vorderschienen mit Borste 41.
41 Borste nur kurz pubeszent separata Meig.
— Borste kurz, aber deutlich behaart 42.
49 Körperfärbung gelbgrau, Schildchen an der Spitze nie gelblich,
Vorderschenkel an der Basis geschwärzt concolor Czerny
— Färbung weißlichgrau, Schildchen an der äußersten Spitze
etwas gelblich, Vorderschenkel ganz gelb pubescens Stein
43 Vor der Naht ein Paar kräftiger Akrostichalborsten
quadrinotata Meig.
— Vor der Naht keine deutlichen Akrostichalborsten 44.
44 Vorderschienen borstenlos 45.
— Vorderschienen mit Borste 47.
45 Hinterleib ganz ungefleckt intermedia Villen.
— Hinterleib mit deutlichen Fleckenpaaren 46.
46 Mittelschienen vorn meist mit Borste!#) duplicata Meig.
14) Ich besitze außer vielen in der angegebenen Weise beborsteten
Weibchen von duplicata auch ein in copula gefangenes, bei dem die Mittel-
schienen. vorn borstenlos sind, so daß dies Unterscheidungsmerkmal nicht
durchaus zuverlässig ist. Ob die Mittelschienen bei duplaris auf der Vorder-
seite ständig ohne Borsten sind, läßt sich auch nicht mit Sicherheit sagen,
da ich nur ein einziges kopuliertes Weibchen besitze.
8. Heit
22
47
5
6
T.
Prof. P. Stein: Versuch, d. Gattungen u. Arten unserer Anthomyiden
Mittelschienen vorn ohne Borste duwplaris Zett. Mde.
Fühlerborste nur pubeszent pertusa Meig.
Borste lang behaart 48.
Alle Schenkel fast ganz gelb, höchstens die Vorderschenkel an
der äußersten Basis schwach gebräunt flagripes Rond.
Mindestens die Vorderschenkel zum größten Teil gebräunt 49.
Hinterleib schiefergrau, mit schwachen Schillerflecken, Hinter-
rand des 3. Ringes ohne abstehende Borsten:v. d. Wulpii Schnbl.
Hinterleib mehr oder weniger gelbgrau, ungefleckt oder mit
Fleckenpaaren, aber nie Schillerflecken, Hinterrand des 3. Ringes
mit abstehenden Borsten 0.
Hinterleib mit 2 Paar großer, runder Flecke 51.
Hinterleib ungefleckt oder mit mehr punktförmigen Flecken 52.
Behaarung der Fühlerborste knapp so lang oder nur wenig
länger, als das 3. Fühlerglied breit ist calceata Rond.
Behaarung der Fühlerborste doppelt so lang, als das 3. Fühler-
glied breit ist parcepilosa Stein
Größere Art, ca. 9 mm, Hinterleib meist ganz ungefleckt,
Mittel- und Hinterschenkel zum größten Teil geschwärzt
quadrum Fbr.
Kleinere Art, 6—7 mm, Hinterleibsflecke klein, aber deutlich,
Mittel- und Hinterschenkel fast ganz gelb anceps Zett.
5. Hydrotaea R. D.
Augen dicht und lang behaart, Mittelschienen hinten der ganzen
Länge nach beborstet Bezzii Stein
Augen nackt oder pubeszent, Mittelschienen hinten höchstens
mit 3—4 Borsten 2.
Schwingerknopf schwarz 3.
Schwingerknopf gelb, bisweilen dunkler, aber nie schwarz 16.
Mittelschienen ‘außer den gewöhnlichen Borsten auch noch
innen mit einer Borste 4.
Mittelschienen innen nackt 9.
Mittelschienen außen vorn mit Borste, die Borste auf der Innen-
seite jenseits der Mitte nach der Spitze zu, Hinterschienen innen
abgewandt mit 2 Borsten militaris Meig.
Mittelschienen außen vorn nicht beborstet, die Borste auf der
Innenseite auf oder vor der Mitte gelegen, Hinterschienen
innen abgewandt mit 1 Borste scambus Zett.
Mittelschienen außen vorn mit kräftiger Borste 6.
Mittelschienen außen vorn ohne Borste 10.
Wangen neben der Fühlerbasis ae glänzend schwarz
pilipes Stein
Wangen neben der F ee dicht weißgrau bestäubt dr
Thorax und Hinterleib glänzend blauschwarz, mit geringer
Bestäubung bispinosa Zett.
Thorax anders gefärbt, mehr oder weniger dicht bestäubt 8.
8
9
10
-—
13
14
18
nur nach dem weiblichen Geschlecht zu bestimmen usw. 23
Hinterleib mehr gelbgrau, Flügeladern an der Basis auffallend
gelblich palaestrica Meig.
Hinterleib aschgrau, Flügeladern nicht auffallend gelblich 9.
Stirnmittelstriemenausschnitt meist glänzend schwarz, Schüpp-
chen weißlich, Hinterschienen innen abgewandt gewöhnlich mit
2 Borsten, kleinere Art 7—8 mm dentipes Fbr.
Stirnmittelstriemenausschnitt dicht bestäubt, Schüppchen
gelblich, Hinterschienen innen abgewandt mit 4—5 Borsten,
größere Art, 9—10 mm similis Mde.
Stirnstriemenausschnitt glänzend schwarz, Wangen neben der
Fühlerbasis mit glänzend schwarzem F leck
Stirnstriemenausschnitt, sowie die Wangen neben der F ühler-
basis dicht bestäubt 12.
Thorax glänzend blauschwarz, Akrostichalborsten kurz und
feinhaarig tuberculata Rond.
Thorax grau, stumpf, Akrostichalborsten kräftig, zweireihig
occulta Meig.
Hinterschienen innen abgewandt mit 4—5 Borsten
cyrtoneurina Zett.
Hinterschienen innen abgewandt mit 1, selten 2 Borsten 13.
Borste auf der Rückseite der Hinterschienen fast immer fehlend,
Fühlerborste auch bei starker Vergrößerung nackt
armipes Fall.
Borste auf der Rückseite der Hinterschienen immer deutlich,
Fühlerborste pubeszent 14.
Akrostichalborsten vor der Naht kurz und feinharig und alle
fast vollständig gleichlang Pandellei Stein!®).
Akrostichalborsten vor der Naht kräftig, zweireihig oder, wenn
sie feinhaarig sind, dann wenigstens die äußeren deutlich etwas
länger und kräftiger 19.
Thorax fast glänzend schwarz, kaum bestäubt velutina R. D.
Thorax aschgrau meteorica L.
Ganze Fliege glänzend blauschwarz, Vorderschienen mit Borste
ciliata Fbr.
Anders gefärbte Art, Vorderschienen stets ohne Borste 17.
Hinterleib an der Basis mehr oder weniger gelb, von der feinen
Grundbehaarung vor der Thoraxnaht heben sich keine längeren
Borsten ab curvipes Fall. oder pellucens Portsch.
Hinterleib einfarbig gelbgrau, vor der Thoraxnaht deutlich
1—2 Paar längerer Akrostichalborsten 18.
Die Akrostichalborsten vor der Naht wenig kräftig, namentlich
das vordere Paar oft nur fein und selbst ganz verschwindend
irrıtans Fall.
15) Nachdem ich im Juli 1913 in Schmiedefeld (Thüringen) mehrere
Pärchen dieser schönen Art gefangen habe, hat sich herausgestellt, daß
das in meiner Hydrotaeamonographie als zugehörig beschriebene Weibchen
nicht das richtige ist. Die dort erwähnten. glänzenden Hinterleibsflecke
sind nur durch en entstanden.
8. Heit
94 Prof. P. Stein: Versuch, d. Gattungen u. Arten unserer Anthomyiden
— Stets 2 Paar kräftiger Akrostichalborsten vor der Naht
benicıllata Rond.
6. Ophyra R. D.
1 Schüppchen reinweiß, Dorsozentralborsten sehr fein, Akro-
stichalborsten vor der Naht ganz fehlend anthrax Meig.
— Schüppchen schmutzig gelbweiß, Dorsozentralborsten kräftig,
vor der Naht 1 Paar deutlicher Akrostichalborsten
leucostoma Wied.
7. Fannia R. D., Coelomyia Hal. und Euryomma Stein
Auch bei diesen Gattungen ist die Präalarborste wichtig für die
Unterscheidung einiger nahe stehenden Arten. Sie tritt hier oft
doppelt auf, steht tiefer als bei den übrigen Gattungen und besteht
in diesem Falle aus 2 kurzen, bis zum Ende gleichstarken, hinter-
einander liegenden, senkrecht vom Körper abstehenden Borsten,
von denen die vordere gewöhnlich eine Kleinigkeit länger ist.
Man bemerkt sie am besten, wenn man den Thorax senkrecht von
oben betrachtet und an den Seiten des Thorax vorbeisieht. Sie
fehlen z. B. vollständig bei canicularis, scalarıs, incisurata, fuscula
usw. und sind deutlich bei Dolychaeta, sociella, serena, ornala,
pretiosa u. a.
1 Beine zum Teil gelb und mindestens die Hinterschienen so
gefärbt 2.
— Beine ganz schwarz, höchstens die Knie gelb Pi
9 Schenkel und Schienen ganz gelb 9.
— Wenigstens die Vorderschenkel zum größten Teil gebräunt 6.
3 Vorderschienen mit deutlicher Borste, Mittelschienen außen
vorn zweiborstig ornata Meig.
— Vorderschienen borstenlos, Mittelschienen außen vorn mit nur
1 Borste 4.
4 Schulterbeulen- schwach gelblich, Schildchen an der Spitze in
großer Ausdehnung gelb pretiosa Schin.
— Schulterbeulen nie gelblich, Schildchen höchstens an der
äußersten Spitze etwas gelblich 5)
5 Fühler ganz schwarz, Hinterschienen innen abgewandt mit
zahlreichen Borsten, große Art hamata Meg.
— 2. Fühlerglied rotgelb, Hinterschienen innen abgewandt mit
1 Borste, sehr kleine Art Euryomma peregrinum Meig.
6 Akrostichalborsten dreireihig, Präalarborste fehlend, Hinter-
schienen innen abgewandt mit mehreren Borsten, nur die
Mittel- und Hinterschienen schwach durchscheinend
fuscula Fall.
— Akrostichalborsten zweireihig, _Präalarborste kräftig, Hinter-
schienen innen abgewandt mit 1 Borste, alle Schienen gelb
ballitibia Rond. oder grisea Stein
7 Mittelschienen innen mit deutlicher Borste 8.
— Mittelschienen innen ohne Borste 13.
nur nach dem weiblichen Geschlecht zu bestimmen usw. 25
8 Orbiten glänzend schwarz, ohne jede Bestäubung
| carbonarıa Meig.
— Orbiten anders gefärbt 9.
9 Mittelschienen außen vorn mehrborstig 20,
— Mittelschienen außen vorn einborstig 11.
10 Orbiten deutlich glänzend, Mittelschienen innen nur mit 1
feinen Borste nitida Stein
— ÖOrbiten ohne Glanz, Mittelschienen innen vorn und innen hinten
mit je 1 kräftigen Borste polychaeta Stein
11 Beine ganz schwarz, Hinterschienen außen abgewandt der
ganzen Länge nach mit gleichlangen Börstchen besetzt
mutica Zett.1°).
— Knie sämtlicher Beine deutlich gelb, Hinterschienen außen
abgewandt nur mit 1 Borste 12.
12 Präalarborsten deutlich, Vorderschienen ohne Borste
tuberculata Zett.
— Präalarborsten fehlend, Vorderschienen mit Borste
genualis Stein
13 Schüppchen klein und gleichgroß 14.
— Das untere Schüppchen deutlich vorragend 22.
14 Augen mit starker Lupe kurz, aber deutlich behaart
hirticeps Stein
— Augen nackt 15.
15 Hinterleib an der Basis mehr oder weniger gelblich
Coelomyia subpellucens Zett.
— Hinterleib an der Basis nie gelb | 16.
16 Mundrand merklich vorgezogen, Wangen deutlich
Coelomyia spathulata Zett.
— Mundrand nicht vorgezogen, Wangen nur linienförmig 17.
17 Orbiten bleigrau, mit deutlichem Glanz serena Fall.
— Orbiten stumpf, ohne den geringsten Glanz 18.
18 Alle Knie, namentlich die vorderen, deutlich gelb 19.
— Höchstens die Vorderknie unscheinbar gelb 20.
19 Mittelschienen außen vorn mit 2 Borsten, von denen die obere
zwar viel kleiner, aber immer deutlich ist, Hinterschienen außen
abgewandt mit 2 Borsten Rowarzii Ver.
— Mittelschienen außen vorn und Hinterschienen außen abgewandt
mit je 1 Borste soctella Zett. oder similis Stein
20 Vorderknie ganz schwarz, Schüppchen so groß als die Schwinger
lang sind postica Stein
— Vorderknie gelb, Schüppchen merklich kleiner, als die Schwinger
lang sind 21.
21 Akrostichalbörstchen dreireihig aerea Zett.
186) Ich habe dieses Weibchen in meiner Homalomyiamonographie für
das der coracina Lw. gehalten, was nicht richtig ist, da es eine deutliche
Präalarborste besitzt, die coracina nie hat, während sie sich bei mutica
findet.
8, Heft
96 Prof. P. Stein: Versuch, d. Gattungen u. Arten unserer Anthomyiden
22
Akrostichalbörstchen zweireihig parva Stein
Hinterleib an der Basis jederseits mit rötlichgelbem Fleck,
wenn aber einfarbig, dann der Thorax mit bräunlicher Mittel-
strieme 23.
Hinterleib an der Basis nie gelb, Thorax ohne Mittelstrieme 24.
3 Thorax mehr oder weniger deutlich dreistriemig, Vorderknie
gelb, Präalarborste fehlend canıcularıs 1.
Thorax einfarbig, Vorderknie schwarz, Präalarborste deutlich
difficılis Stein
4 Mittelschienen außen vorn mit 2 Borsten!?) 25.
Mittelschienen außen vorn mit nur 1 Borste DI:
Hinterschienen innen abgewandt meist mit 1 Borste, Rand-
dorn fein, aber deutlich barbata Stein
Hinterschienen innen abgewandt mit mehreren Borsten, Rand-
dorn fehlt 26.
Orbiten ganz stumpf, Taster fast so lang wie der Rüssel
armata Meig.
Orbiten schwach glänzend, Taster viel kürzer als der Rüssel
minutipalpis Stein
Präalarborste deutlich, Hinterschienen innen abgewandt mit
nur 1 Borste glaucescens Zett.
Präalarborste fehlend, Hinterschienen innen abgewandt mit
mehreren Borsten
Ihorax grau mit der deutlichen Spur von 2 Mittelstriemen,
Vorderschienen vorn über der Präapikalborste meist mit einer
deutlichen kleinen Borste 29.
Thorax schwarzgrau, kaum mit der Spur von Striemung,
Vorderschienen außer der Präapikalborste vorn ganz borsten-
los 30.
Mittelschenkel unterseits an der äußersten Basis mit einem
langen Borstenhaar scalarıs Fbr.
Mittelschenkel unterseits an der Basis ohne ein solches
incisurata Zett.
Hinterschienen außen abgewandt außer der längeren Borste
auf der Mitte fast ganz nackt oder höchstens mit einigen
Borsten an der Basis manicata Meig.
Hinterschienen außen abgewandt fast der ganzen Länge nach
beborstet 31.
Vorderschienen fast ın der Basalhälfte durchscheinend rötlich,
Hinterschienen innen abgewandt höchstens mit 4 Borsten
months Hal.
Vorderschienen nur an der äußersten Basis rötlich, Hinter-
schienen innen abgewandt mit wenigstens 7—8 Borsten
ciliata Stein
17) Bei minutipalpis fehlt bisweilen die obere Borste; die Art ist aber
leicht an den deutlich etwas glänzenden Orbiten und den kurzen Tastern
zu erkennen.
DD
-]
nur nach dem weiblichen Geschlecht zu bestimmen usw.
8. Azelia R. D.
Leider sind mir nur die Weibchen von 3 Arten, Zriguetra Wied.,
alerrıma Meig. und cılipes Hal. bekannt geworden, die sämtlich
auf den mittleren Hinterleibsringen paarige, kleine, runde Flecke
tragen und von denen cılıdes durch gelblich durchscheinende
Vorder- und Mittelschienen zu erkennen ist. Die beiden andern
gleichen sich so, daß es mir noch nicht gelungen ist, einen durch-
greifenden Unterschied aufzufinden. Aterrima ist die kleinste der
3 Arten und scheint in der Regel etwas dunkler IE zu sein
als irıquetra.
9. Limnophora R. D. und Calliophrys Kow.
1 Dorsozentralborsten 3 | 2.
—- Dorsozentralborsten 4 14.
2 Mittelschienen innen mit starker Borste dıspar Fall.
—- Mittelschienen innen borstenlos 5%
3% Mittelschienen außen vorn mit Borste 4.
— Mittelschienen außen vorn borstenlos 7.
4 Fühlerborste so lang oder fast so lang behaart, als das 3. Fühler-
glied breit ist D.
— Borste entschieden kürzer behaart 6.
5 Thorax fast schwarz, mit grau bestäubten Schultern, ohne
Striemung, Hinterleib ebenfalls schwarzgrau: denigrata Meig.
— Thorax aschgrau, mit ziemlich deutlicher Striemung, Hinter-
leib bräunlichgrau, mit deutlichen, wenn auch verloschenen
Fleckenpaaren litorea Fall.
Stirn an der Fühlerbasis recht deutlich vorragend, so daß eine
ziemlich scharfe Ecke gebildet wird, Backen mindestens U,
derAugenhöhe, Thorax braungrau,mitschwachem@Glanz und ziem-
lich deutlicher Striemung surda Zett.
— Stirn an der Fühlerbasis kaum vorragend, ziemlich abgerundet,
Backen viel schmäler, Thorax hell aschgrau, stumpf und ohne
Striemung contractifrons Zett.
7 Queradern deutlich gebräunt, Schildchen tiefschwarz, Hinter-
leibsringe mit breiten, schwarzen, in der Mitte nur fein unter-
6
or
brochenen Hinterrandsbinden marginalis Fall.
— ÜOueradern nicht gebräunt, Schildchen grau, Hinterleib nicht
mit auffallender Zeichnung 8.
8 Schildchen grau, die Seitenränder oder wenigstens ein Basal-
fleck an der Seite braun 9.
— Schildchen einfarbig grau 10.
9 Mundrand weiter vorragend als die Stirn, Thorax mit nicht
sehr breiten Striemen, Fühlerborste deutlich kurzhaarig
maculosa Meig.
— Mundrand ebenso weit vorragend wie die Stirn, Thorax mit sehr
breiten, nur durch ganz feine, graue Linien getrennten Strie-
men, Borste fast nackt Calliophrys riparia Fall.
8. Heit
21
Prof. P. Stein: Versuch, d. Gattungen u. Arten unserer Anthomyiden
Hinterschenkel unterseits vor der Spitze ohne jede längere
Borste pacifica Schin. nec Meig.
Hinterschenkel unterseits vor der Spitze mit 2—3 längeren
Borsten | 11.
Thorax mit ziemlich deutlicher brauner Mittelstrieme und ver-
loschenen Seitenstriemen iriangula Fall.
Thorax einfarbig grau oder nur mit der Spur einer feinen
bräunlichen Linie 12.
Akrostichalborsten kurz, aber kräftig und zweireihig, Sterno-
pleuralborsten in Form eines gleichschenkligen, mit der Spitze
nach unten gerichteten Dreiecks!?) albifrons Zett. (Limnospila).
Akrostichalborsten fehlend oder kaum merklich, Sternopleural-
borsten 1,1, unter der hinteren nur ein feines Härchen 19.
Fühlerborste recht deutlich kurzhaarig, Flügel mit ziemlich
langem Randdorn depressula Zett.
Fühlerborste kurz pubeszent, Randdorn wenig merklich
fumipennis Zett.
Hinterer Ausschnitt der Stirnmittelstrieme auffallend glänzend
schwarz 15.
Hinterer Ausschnitt grau bestäubt 16.
5 Hinterleib glänzend schwarz, Flügelqueradern ziemlich auffallend
gebräunt nigriventris Zett.
Hinterleib grau,stumpf, Flügelqueradern nicht gebräunt aereaFall.
Fühlerborste so lang oder fast so lang behaart, als das 3. Fühler-
glied breit ist, Thorax mit schwarzen Flecken oder Querbinde 17.
Fühlerborste weit kürzer behaart, pubeszent oder nackt, Thorax
ungefleckt oder höchstens mit Striemen 18.
Thoraxbinde hinter der Naht vollständig obsignata Rond.
Thoraxbinde in 2 Flecke aufgelöst notata Fall.
Mundrand auffallend vorgezogen, Schwinger und Körper-
färbung schwarz triangulifera Zett.
Mundrand nicht auffallend vorgezogen, Schwinger gelb, Körper-
färbung grau 19.
Hintere Ouerader ziemlich auffallend gebräunt, Thorax recht
deutlich 5striemig quinguelineata Zett.
Hintere Querader nicht gebräunt, Thorax nicht 5striemig 20.
Mittelschienen außen vorn mit 2 kräftigen Borsten, große
Arten 21.
Mittelschienen außen vorn nackt oder nur mit 1 unbedeutenden
Borste, mittelgroße und kleine Arten 22.
Fühlerborste fast ganz nackt, gelbgraue Art, mit ziemlich
deutlichen Hinterleibsflecken combuncta Wied.
18) Die Angabe Schnabls in seiner Arbeit über die Anthomyiden
S. 90 (1911), daß die Sternopleuralborsten. wie bei den echten Limnopho-
rinen zu 1,2 angeordnet sind, ist nicht richtig. Meine sämtlichen Stücke
zeigen die von mir angegebene Anordnung, so daß albifrons einen Übergang
von den Limnophorinen zu den Coenosinen darstellt.
22
nur nach dem weiblichen Geschlecht zu bestimmen usw. 29
Borste deutlich pubeszent, fast kurzhaarig, schwarzgraue Art,
mit ungeflecktem Hinterleib grandıs Sp. nov.
Schildchen grau, an der Basis jederseits mit deutlichem, braunem
Fleck exsurda Pand.
Schildchen einfarbig grau 23.
Fühlerborste deutlich pubeszent, fast kurzhaarig 24.
Borste kaum pubeszent oder nackt 26.
Hinterleibsflecke groß, zu recht scharf sich abhebenden Hinter-
randsbinden erweitert, Stirnmittelstrieme hinten kaum bis zur
Mitte ausgeschnitten solhitaria Zett.
Hinterleibsflecke klein oder, wenn sie größer sind, sich nicht
scharf abhebend, Stirnmittelstrieme, schräg von vorn gesehen,
_ hinten bis zur Fühlerbasis ausgeschnitten 25.
1
2
Thorax ganz schwach glänzend, mit ziemlich breiter, aber nicht
sehr scharfer, bräunlicher Mittelstrieme, Hinterleibsflecke
ziemlich groß und nicht breit getrennt nigribes R. D.
Thorax ganz stumpf, höchstens mit feiner Mittellinie, Hinter-
leibsflecke kleiner und breit getrennt nupta Zett.!?)
Flecke des Hinterleibs scharf begrenzt, zu Hinterrandsbinden
erweitert Calliophrys exuta Kow.
Hinterleib ganz ungefleckt oder mit nur verloschenen Flecken 97.
Wangen und Backen sehr schmal, bräunlichgraue kleine Art.
Fühler verlängert septemnotata Zett,
Wangen und Backen breit, weißlich graue Arten, Fühler meist
ziemlich kurz 1 28.
Vorderschienen mit deutlicher Borste, Mittelschienen außen
vorn mit kurzer Borste aestuwum Villen.
Vorderschienen und Mittelschienen außen vorn ohne Borste 29.
Legeröhre am Ende mit Dornenkranz signata sp. noV.
Legeröhre ohne Dornenkranz 0.
Akrostichalborsten ganz vorn vierreihig, Flügel gelblichgrau,
größere Art maritima v. Röd.
Akrostichalborsten ganz vorn zweireihig, Flügel fast weiß,
kleine Art virgo. Villen.
10. Dialyta Meig.
Hinterleib glänzend erzfarben, Mittelschienen außen vorn mit
kräftigen Borsten erinacea Fall.
Hinterleib glänzend blauschwarz, Mittelschienen außen vorn
ohne Borste atriceps Lw.
11. Lispa Latr. |
Taster schwarz
Taster gelb
Mittelschienen innen mit kräftiger Borste
go Sum
19) ist die Art, die ich im Katalog der paläarktischen Dipteren als
sorocula Zett. bezeichnet habe. Meigen hat dieselbe für das Männchen
von triangula Fall. gehalten, während er das Männchen dieser Art irrtümlich
für ein Weibchen genommen hat.
S. Heft
30 Prof. P. Stein: Versuch, d. Gattungen u. Arten unserer Anthomyiden
— Mittelschienen innen ohne Borste #4.
3 Orbiten neben der Fühlerbasis mit einem dunkelbraunen Fleck,
der bis unmittelbar an den Augenrand reicht, Vorderschienen
meist borstenlos, Hinterschenkel unterseits vor der Spitze mit
meist 5 langen Borsten superciliosa Lw.
_— Orbiten neben der Fühlerbasis ohne dunkeln Fleck, so daß die
Bestäubung der Orbiten ziemlich breit mit der der Wangen
zusammenhängt, Vorderschienen mit kleiner, aber deutlicher
Borste, Hinterschenkel unterseits vor der Spitze mit 2—3
Borsten litorea Fall.
4 Vorderschienen mit langer Borste, Hinterschenkel unterseits
nur auf der Mitte mit einer langen Borste, vor der Spitze mit
etwa 9 ziemlich kurzen, gleichlangen Borsten caesia Meig.
— Vorderschienen ohne Borste, Hinterschenkel unterseits vor der
Spitze mit 5—6 langen Borsten pilosa Lw.
5 4. Längsader an der Spitze deutlich zur 3. aufgebogen
longicollis Meig.
— 4. Längsader ganz gerade verlaufend 6.
6 Beine ganz schwarz, höchstens die Knie gelb L
— Beine zum Teil gelb at u.
7 Mittelschienen nur hinten mit Borste tentaculata Deg.
— Mittelschienen vorn und hinten mit Borste 8.
8 Vorderschienen mit Borste, Hinterschenkel unterseits der ganzen
Länge nach mit Borsten besetzt, Flügel nach dem Hinterrand
zu mehr oder weniger milchweiß hydromyzina Fall.
— Vorderschienen ohne Borste, Hinterschenkel unterseits nur in
der Endhälfte mit 4—5 Borsten, Flügel gelblichgrau
flavicincta Lw.
9 Mittelschienen vorn und hinten mit kräftiger Borste 10.
— Mittelschienen nur hinten mit Borste 11.
10 Thorax grau mit 3 feinen, aber nicht sehr deutlichen Striemen,
Hinterschenkel unterseits mit 2 deutlichen Borsten, große
Art, ca. 8 mm uliginosa Fall.
— Thorax fast schwarz, ein Streifen von den Schulterbeulen bis
zur Flügelwurzel grau bestäubt, Hinterschenkel unterseits
nackt, kleine Art, 5—6 mm melaleuca Lw.
11 Letzter Hinterleibsring einfarbig grau bygmaea Fall.
— Letzter Hinterleibsring jederseits mit fastschneeweißem Fleck 12.
12 Orbiten am Scheitel mit braunem Fleck, kleine Art, 5 mm
nana Meig.
— Orbiten am Scheitel ohne Fleck, größere Art, 6—7 mm
consanguinea Lw.
12. Lispocephala”°) Pok.
1 Flügel mit deutlichem Randdorn, Mittelschienen vorn und
hinten mit Borste verna Meig.
20) Über die Gründe, die mich zur Wiedereinführung dieses Namens
statt des von mir bisher gebrauchten Caricea veranlaßt haben, habe ich
oO
nur nach dem weiblichen Geschlecht zu bestimmen usw. 31
Flügel ohne Randdorn, Mittelschienen nur hinten beborstet 2.
Schildchen grau, an der Basis jederseits mit braunem Fleck,
Queradern gebräunt N alma Meig.
Schildchen einfarbig grau, Oueradern nicht gebräunt 9.
Hinterleib nirgends gelblich gefärbt, Schenkel schwarz
erythrocera R. D.
Hinterleib mehr oder weniger rötlich gefärbt, wenn aber nicht,
dann Mittel- und Hinterschenkel immer gelb 4.
Hinterleib ganz rot, Vorderschenkel schwarz: brachialis Rond.
Hinterleib nach hinten zu mehr oder weniger grau gefärbt, bis-
weilen ganz grau, alle Schenkel gelb Miki Strobl
13. Hydrophoria R. D. u. Acroptena Pok.
Beine zum Teil gelb 2.
Beine ganz schwarz 6.
Alle Schenkel gelb linogrisea Meig.
Schenkel schwarz 9.
Präalarborste länger als die 1. Dorsozentralborste hinter der
Naht conica Wied.
Präalarborste viel kürzer als die 1. Dorsozentralborste 4.
Mittelschienen auch innen vorn mit kräftiger Borste, Orbiten
außer den stärkeren Borsten noch mit kurzen Borstenhaaren
brunneifrons Zett.
Mittelschienen innen vorn ohne Borste, Orbiten außer den
stärkeren Borsten nackt d.
Stirnmittelstrieme vorn meist mit rotem Fleck, Hinterschienen
außen abgewandt der ganzen Länge nach außer den längeren
Borsten mit kurzen, gleich langen Börstchen besetzt, Hinterleib
an der Basis nie durchscheinend gelb divisa Meig.
Stirnstrieme ganz schwarz, Hinterschienen außen abgewandt
mit entfernt stehenden, längern Borsten besetzt, Hinterleib an
der Basis etwas durchscheinend gelb ruralıs Meig.
Fühlerborste mindestens so lang behaart, als das 3. Fühlerglied
breit ist {e
Fühlerborste entschieden kürzer behaart, oft nur pubeszent 11.
Taster löffelförmig erweitert balposa Stein
Taster fadenförmig 8,
Mittelschienen innen vorn mit deutlicher Borste SR
Mittelschienen innen vorn ohne Borste | 10.
Die vordere untere der zu 2,2 angeordneten Sternopleural-
borsten fast so stark wie die obere, Mittelschenkel unterseits
in der Basalhälfte mit 3—4 langen Borsten ambıgua Fall.
Die vordere untere Sternopleuralborste viel feiner als die obere,
meist nur haarförmig, Mittelschenkel unterseits nur an der
äußersten Basis mit 1 Borste Wierzejskir Mik
mich in einer in den Ann. Mus. Nat. Hung. XI. 458ff. (1913) über ostafrikanische
» Anthomyiden erschienenen Arbeit ausgesprochen.
S. left
32
10
[EEG
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ERS
m
ID
Prof. P. Stein: Versuch, d. Gattungen u. Arten unserer Anthomyiden
Stirnmittelstrieme ganz vorn mit rotem Fleck, Orbiten an der
Fühlerbasis so breit wie die Mittelstrieme, weißlich graue Art
albiceps Meig.
Stirnmittelstrieme ganz schwarz, Orbiten an der Fühlerbasis
halb so breit als die Mittelstrieme, gelbgraue Art: annulata Pand.
Vor der Naht ein Paar durch Länge und Stärke ziemlich auf-
fallender Akrostichalborsten nuda Schnb.
Akrostichalborsten vor der Naht sehr kurz und feinhaarig 12.
Orbiten außer den stärkeren Borsten noch mit kurzen Börstchen
besetzt, Mittelschenkel unterseits mit zahlreichen Borsten
Acroptena frontata Zett.
Orbiten außer den stärkeren Borsten nackt, Mittelschenkel
unterseits fast ganz nackt 19.
Präalarborste so lang und kräftig wie die 1. Dorsozentralborste
hinter der Naht, Hinterschenkel unterseits zugekehrt mit
einigen längeren Borsten, Flügelranddorn ziemlich lang
barbiventris Zett.
Präalarborste kaum halb so lang wie die 1. Dorsozentralborste,
Hinterschenkel unterseits zugekehrt nackt, Flügelranddorn
klein caudata Zett. oder ignobilis Zett.
14. Eustalomyia Kow.
Schenkel und Schienen fast ganz gelb vittipes Zett.
Beine schwarz 2.
Fühlerborste pubeszent histrio Zett.
Borste lang behaart 3.
Fühlerborste kaum länger behaart, als das 3. Fühlerglied breit
ist, die untere hintere Sternopleuralbortse lang und kräftig
| festiva Zett.
Fühlerborste deutlich länger behaart, als das 3. Fühlerglied
breit ist, die untere hintere Sternopleuralborste völlig fehlend
hilaris Fall.
15. Prosalpia Pok.
Thorax bräunlichgrau mit dunkeln Seitenstriemen, stumpf,
Sternopleuralborsten 1,3, Flügel an der Basis und Schüppchen
auffallend gelblich, große Art silvestris Fall.
Thorax glänzend schwarzgrau, Sternopleuralborsten 1,2,
Flügel gelblichgrau, Schüppchen weißlich, mittelgroße Art
Billbergi Zett.
16. Hammomyia Rond.
Mittelschienen innen mit kräftiger Borste, Präalarborste
ziemlich lang und kräftig: oblusa Zett. od. untlineata Zett.
Mittelschienen innen ohne Borste, Präalarborste kurz und fein 2.
Stirn an der schmalsten Stelle mindestens so breit als das
3. Fühlerglied lang ist, Schüppchen gleich groß, Legeröhre am
Ende ohne auffallende Borsten albiseta v. Ros.
11
12
13
nur nach dem weiblichen Geschlecht zu bestiinmen usw. 33
Stirn an der schmalsten Stelle viel schmäler als das 3. Fühler-
glied lang ist, das untere Schüppchen deutlich vorragend,
Legeröhre am Ende mit mehreren langen, gebogenen, abwärts
gerichteten Borsten buccata Fall.
17. Pegomyia R. D.
Taster ganz gelb 2
Taster wenigstens an der Spitze gebräunt 17.
Das untere Schüppchen deutlich vorragend o.
Das untere Schüppchen gar nicht oder kaum vorragend 6.
Thorax ganz gelb, bisweilen schmutzig lehmgelb silacea Meig.
Thorax anders gefärbt 4.
Die letzten Tarsenglieder der Mittel- und Hinterbeine auf-
fallend verbreitert Winthemi Meig.
Alle Tarsenglieder einfach 5.
Behaarung an der unteren Hälfte des Hinterkopfes und an den
Brustseiten goldgelb, untere hintere Sternopleuralborste
mindestens halb so lang wie die obere transversa Fall.
Behaarung an den erwähnten Stellen schwarz, untere hintere
Sternopleuralborste klein, haarförmig ulmaria Rond.
Brustseiten ganz grau, wenn auch bisweilen etwas heller als
der Thoraxrücken Ye
Die Brustseiten mindestens zum Teil gelb 18
Stirn mit deutlichen Kreuzborsten 8.
Stirn ohne Kreuzborsten 10.
Schildchen zum größten Teil durchscheinend gelb, Schulter-
beulen schwach gelblich flavoscutellata Zett. ?
Schildchen grau, höchstens an der äußersten Spitzegelb, Schulter-
beulen nie gelblich 9.
Thorax bräunlich flavipalpis Zett.
Thorax blaugrau inigua Stein
Taster an der Spitze deutlich verbreitert, Akrostichalborsten
vor der Naht ziemlich kräftig, 3 Paar ventralis Stein
Taster fadenförmig, Akrostichalborsten vor der Naht nicht
sehr auffallend, 4—5 Paar bicolor Wied.
Stirn mit deutlichen Kreuzborsten silacea Meig.
Stirn ohne Kreuzborsten 12.
Akrostichalborsten vor der Naht voneinander ebenso weit ent-
fernt als von den Dorsozentralborsten, mit kleinen deutlichen
Börstchen zwischen sich 13.
Akrostichalborsten einander mehr genähert als den Dorso-
zentralborsten, mit höchstens ganz vereinzelten Börstchen
zwischen sich 14.
Stirnstrieme vorn rot, hinten schwarz, Hinterrücken meist mit
schwarzer Mittelstrieme univittata v. Ros.
Stirnstrieme ganz rot, Hinterrücken einfarbig gelb oder mit
2 undeutlichen Striemen Teniculata Bche.
Archiv für Naturgeschichte ‘
1913. A. 8. 3 8. Heit
34
14
15
20
21
Prof. P. Stein: Versuch, d. Gattungen u. Arten unserer Anthomyiden
Präalarborste annähernd so lang u. kräftig wie die erste Dorso-
zentralborste hinter der Naht, Behaarung des Hinterkopfes
unten schwarz | 13.
Präalarborste etwa halb so lang und viel feiner als die erste
Dorsozentralborste, Behaarung des Hinterkopfes unten gold-
elb 16.
Snmtelteiime vorn rot, hinten schwarz, Hinterleib gelb
mit schwarzen Einschnitten vittigera Zett.
Stirnmittelstrieme ganz rot, Hinterleib einfarbig gelb
gilva Zett.
Körperfärbung meist blaßgelb, Thorax und Beine gewöhnlich
einfarbig gelb, kleinere Art pallida Stein
Körperfärbung mehr rötlichgelb, Thorax meist mit graulicher
Mittelstrieme, Mittel- und Hinterschenkel an der Spitze mit
bräunlichem Fleck flavipes Fall.
Hinterleib ganz oder zum Teil braun oder grau 18.
Hinterleib ganz rot 39.
Vorderschienen mehr oder weniger verdunkelt??) 19.
Vorderschienen gelb 22.
Thorax zum Teil glänzend schwarz, alle Schienen verdunkelt,
Hinterleib an der Basis gelb Hoimgreni Zett.
Thorax anders gefärbt und stumpf, wenigstens die Hinter-
schienen gelb, Hinterleib an der Basis nicht gelb 20.
Stirn mit Kreuzborsten, untere hintere Sternopleuralborste
bedeutend kürzer als die obere flavisguama Stein
Stirn ohne Kreuzborsten, untere Sternopleuralborste fast so
lang wie die obere 21.
Stirnmittelstrieme schwarz, Schildchen auf der ganzen Fläche
kurz beborstet, Mittelschienen ganz gelb, große Art, 8 mm
bivittata Stein
Stirnmittelstrieme zum Teil rotgelb, Schildchen auf der Mitte
ganz nackt, Mittelschienen verdunkelt, mittelgroße Art, 5—6 mm
seitenstettensis Strobl
Alle Schenkel schwarz 23.
Schenkel zum Teil gelb 24.
Unteres Schüppchen weit vorragend, Präalarborste deutlich
socia Fall.
Schüppchen gleich groß, Präalarborste fehlend varides Pok.
- Stirn mit Kreuzborsten 25.
Kreuzborsten fehlend 21.
Vorderschienen ohne Borste auf der Mitte, alle Borsten fast
haarförmig minima Stein
Vorderschienen mit deutlicher Borste, sämtliche Borsten
kräftig 26.
?1) haemorrhoa hat ausnahmsweise zuweilen verdunkelte Vorderschienen,
ist aber an der rötlichen Färbung der Hinterleibsspitze leicht zu erkennen.
nur nach dem weiblichen Geschlecht zu bestimmen usw. 35
26 Hinterschienen außen abgewandt mit 2 Borsten Zallides Stein
— Hinterschienen außen abgewandt mit 4—5 Borsten
flavisguama Stein
27 Taster gelb, an der Spitze schwarz, Fühler an der Basis gelb 28.
— Taster zum größten Teil schwarz, Fühler an der Basis kaum
28
30
rötlich 30
Präalarborste kürzer und feiner als die 1. Dorsozentralborste
hinter der Naht, untere hintere Sternopleuralborste klein oder
sehr klein, Hinterleib gelblich- oder rötlichgrau, mit undeut-
licher, aber von hinten gesehen, erkennbarer, etwas dunklerer
Rückenlinie hyoscyamı Pnz.
Präalarborste mindestens so lang und stark wie die 1. Dorso-
zentralborste, untere hintere Sternopleuralborste so lang wie
die obere, Hinterleib ohne Rückenlinie 29.
Hinterschienen außen abgewandt und innen abgewandt mit je
3 Borsten, letzter Hinterleibsring oder wenigstens die äußerste
Spitze rötlich haemorrhoa Zett.
Hinterschienen außen abgewandt mit 4—5, innen abgewandt
meist mit 1 Borste, Hinterleib ganz grau genubuncta Stein
Vorderhüften grau, untere hintere Sternopleuralborste so lang
wie die obere, größere Arten st.
Vorderhüften gelb, höchstens an der Basis grau, untere hintere
Sternopleuralborste kleiner als die obere, mittelgroße Arten 32.
Präalarborste sogar länger als die 1. Dorsozentralborste hinter
der Naht, Vorderschenkel mindestens obenauf gebräunt: lon-
gimana Pok.
Präalarborste viel kürzer als die 1. Dorsozentralborste, Vorder-
schenkel gelb setaria Meig.
Stirn über ‘den Fühlern gemessen breiter als ein Auge an der-
selben Stelle, untere hintere Sternopleuralborste sehr un-
scheinbar, Hinterleib dunkelgrau, mit ziemlich deutlicher,
schwärzlicher Rückenstrieme nigrisguama Stein
Stirn schmäler oder höchstens ebenso breit als ein Auge, untere
hintere Sternopleuralborste deutlich und fast halb so lang
wie die obere, Hinterleib heller grau, ohne Rückenlinie
esuriens Meig. od. interruptella Zett.
Akrostichalborsten vor der Naht weiter voneinander entfernt als
von den Dorsozentralborsten, mit kleinen Börstchen zwischen
sich, unteres Schüppchen deutlich etwas vorragend, Stirn nie
mit Kreuzborsten 34.
Die vordersten Akrostichalborsten einander mehr genähert als
den Dorsozentralborsten, unteres Schüppchen nicht vorragend,
Stirn bisweilen mit Kreuzborsten 30.
Stirnmittelstrieme schwarz, nur ganz vorn rot: sguamifera Stein
Stirnmittelstrieme ganz rot rufina Fall.
Außer den Schulterbeulen auch die Brustseiten wenigstens hier
und da gelblich 36.
3* 8. Heft
40
41
42
43
ii
Prof. P. Stein: Versuch, d. Gattungen u. Arten unserer Anthomyiden
Brustseiten ganz grau, höchstens die Schulterbeulen gelblich 37.
Stirnmittelstrieme hinten schwarz, vorn rot, Hinterrücken
ganz grau vufipes Fall.
Stirnmittelstrieme ganz rot, Hinterrücken oft mit breiter,
gelblicher Strieme tenera Zett. od. PDilosa Stein
Hinterschienen auf der Rückseite mit nur 1 Borste auf der
Mitte solitaria Stein
Hinterschienen auf der Rückseite mit mindestens 2 Borsten 38.
Taster recht lang, an der Spitze ziemlich auffallend verbreitert,
Vorder- und Mittelschienen gebräunt palpata Stein
Taster an der Spitze nicht verbreitert, wenn aber, dann sämt-
liche Schienen gelb 39.
Stirn mit Kreuzborsten 40.
Stirn ohne Kreuzborsten 41.
Schulterbeulen und Schildchen an der Spitze ausgedehnt
gelblich, Stirnmittelstrieme vorn rot, hinten schwarz, Flügel-
randdorn sehr unscheinbar fulgens Meig.
Schulterbeulen und Schildchen grau, letzteres höchst selten
an der äußersten Spitze etwas gelblich, Stirnstrieme ganz rot,
Flügelranddorn deutlich caesia Stein
Präalarborste mindestens so lang als die 1. Dorsozentralborste 42.
Präalarborste viel kürzer als die 1. Dorsozentralborste 49.
Taster nur an der äußersten Spitze gebräunt, Vorderschienen
schmutzigrot bis graulich, Vorderschenkel ganz gebräunt,
Flügelbasis und Schüppchen ziemlich intensiv gelblich
haemorrhoa Zett.
Taster an der Spitze ausgebreitet schwarz, Vorderschienen ganz
rot, Vorderschenkel nur obenauf gebräunt, Flügelbasis nur
ganz schwach gelblich, Schüppchen weißlich nigritarsis Zett.
Untere hintere Sternopleuralborste kurz und haarförmig, Taster
gelb, an der Spitze schwarz, Fühler an der Basis deutlich rot
hyoscyami Pnz.
Untere hintere Sternopleuralborste ziemlich kräftig, Taster
ganz schwarz, Fühler an der Basis kaum rot 44.
Letzter Hinterleibsring doppelt so lang als der vorletzte,
Legeröhre vorstehend, glänzend schwarz, von oben nach unten
zusammengedrückt, Randdorn deutlich terminalis Rond.
Letzter Ring so lang wie der vorletzte, Legeröhre nicht vor-
ragend, Randdorn sehr klein albimargo Pand.
18. Hylemyia R. D. und Chortophila Macq.??)
Fühlerborste mindestens so lang behaart, als das 3. Fühler-
glied breit ist (Zylemyia) 2.
22) Da sich diese Gattungen nur durch die Länge der Behaarung der
Fühlerborste unterscheiden, so ist eine scharfe Grenze nicht zu ziehen.
Ich vereinige daher beide in einer Bestimmungstabelle.
nur nach dem weiblichen Geschlecht zu bestimmen usw. 37
— Fühlerborste kürzer behaart, pubeszent oder nackt (Chorto-
Phila) 13.
2 Beine zum Teil gelb 31
— Beine ganz schwarz 8.
3 Schenkel schwarz 4.
— Fast alle Schenkel gelb
4 Stirn mit Kreuzborsten, Präalarborste kürzer und feiner als die
1. Dorsozentralborste, nur Mittel- und Hinterschienen schwach
rötlich, Sternopleuralborsten 2,2 variata Fall.
— Stirn ohne Kreuzborsten, Präalarborste sehr lang, alle Schienen
deutlich gelb, Sternopleuralborsten 1,2
Schineriı Schnb. = puella Schin.
5 Präalarborste ganz fehlend coarctata Fall.
— Präalarborste deutlich 6.
6 Stirn mit Kreuzborsten: strigosa Fbr. oder nigrimana' Meig.
— Stirn ohne Kreuzborsten 7.
7 Vorderschenkel gelb praebotens Wied.
— Vorderschenkel braun praeclara Sp. nov.
8 Fühlerborste knapp so lang behaart, als das 3. Fühlerglied
breit ist brunneilinea Zett.
— Fühlerborste weit länger behaart
9 Präalarborste länger als die 1. Dorsozentralborste, Vorderknie
deutlich gelb virginea Meig.
— Präalarborste kürzer als die 1. Dorsozentralborste oder fehlend,
Vorderknie nicht gelb 10.
10 Kreuzborsten kaum angedeutet, Randdorn fehlend: grisea Fall.
— Kreuzborsten deutlich, Randdorn meist kräftig, jedenfalls
immer deutlich 1
11 Rüssel stark verdickt, Flügel auffallend gelblich, Sternopleural-
borsten 1,2 flavidennis Fall.
— Rüssel ziemlich schlank, Flügel nicht auffallend gelblich,
Sternopleuralborsten 2,2 12.
12 Stirnmittelstrieme vorn deutlich rotgelb gefärbt, Akrostichal-
borsten vor der Naht einander näher als den Dorsozentral-
borsten, Randdorn sehr lang und kräftig varıata Fall.
— Stirnmittelstrieme meist ganz schwarz, selten vorn etwas
rötlich, Akrostichalborsten vor der Naht voneinander ebenso
weit entfernt als von den Dorsozentralborsten, mit kleinen
Börstchen zwischen sich, Randdorn ziemlich klein: lasciva Zett.
13 Fühlerborste kürzer behaart als das 3. Fühlerglied breit ist,
aber bei starker Vergrößerung immer noch bis zum Ende kurz
abstehend pubeszent 14.
— Fühlerborste auch bei starker Vergrößerung kaum pubeszent,
wenigstens in der Endhälfte oder ganz nackt 39
14 Beine zum Teil gelb 15.
— Beine ganz schwarz 17:
15 Präalarborste ganz fehlend lavata Boh.
8. Heit
38 Prof. P. Stein: Versuch. d. Gattungen u. Arten unserer Anthomyiden
— Präalarborste kräftig und lang 16.
16 Schenkel ganz schwarz criniventris Zett.
— Schenkel bis auf einen Spitzenfleck gelb dseudomaculipdes Strobl.
17 Akrostichalborsten ganz fehlend oder kaum sichtbare kurze
Härchen 18.
— Akrostichalborsten deutlich 29.
18 Thorax mit 3 ziemlich deutlichen, dunkeln Striemen
trıstriata Stein
— Thorax einfarbig, ohne Striemung 19.
19 Präalarborste ganz fehlend longicauda Strobl
— Präalarborste lang und deutlich 20.
20 Die untere hintere Sternopleuralborste sehr kurz, haarförmig
brassicae Bche. oder floralis Fall.
— Die untere hintere Sternopleuralborste lang und kräftig 21.
21 3. und 4. Hinterleibsring am Hinterrand mit anliegenden Bor-
sten, Wangen breiter als das 3. Fühlerglied, Backen halb so
breit als die Augenhöhe, große Art varicolor Meig.
— 3. und 4. Hinterleibsring am Hinterrand mit einem Kranz
abstehender Borsten, Wangen schmäler als das 3. Fühlerglied
breit ist, kleinere Art 22.
22 Graue Art, Stirnmittelstrieme ganz schwarz, höchstens mit
einem Stich ins Rötliche, Hinterleib kaum so breit wie der
Thorax lineariventris Zett.
— Gelblichgraue Art, Stirnstrieme fast ganz rot, Hinterleib deut-
lich breiter als der Thorax lamelliseta Stein
23 Beide QOueradern deutlich gebräunt, Sternopleuralborsten 2,2
pullula Zett.
— ÖQueradern nicht gebräunt, Sternopleuralborsten meist 1,2 24.
24 Mittelschienen vorn innen mit deutlicher Borste 25.
— Mittelschienen vorn innen ohne Borste 28.
25 Präalarborste weit kürzer und feiner als die 1. Dorsozentral-
borste, untere hintere Sternopleuralborste nur kurz und haar-
förmig longula Fall.
— Präalarborste lang und kräftig, untere hintere Sternopleural-
borste fast so lang wie die obere 26.
26 Thorax mit 2 verhältnismäßig deutlichen, feinen, bräunlichen
Striemen, unter der vorderen Sternopleuralborste noch eine
zweite latipennis Zett.
— Thorax nicht gestriemt, unter der vorderen Sternopleuralborste
keine Spur einer zweiten 27.
27 Fliege fast schwarz, Akrostichalborsten zweireihig, Mundrand
deutlich vorgezogen pratensis Meig.
— Fliege gelbgrau, ne einreihig, Mundrand nicht
‚vorgezogen uniseriala SP. NOV.
28 Akrostichalborsten vor der Naht sämtlich fast von gleicher
Länge 29.
29
30
31
36
nur nach dem weiblichen Geschlecht zu bestimmen usw. 39
Unter den Akrostichalborsten vor der Naht ein Paar länger
und kräftiger 31.
Fast glänzend schwarze, dünn bestäubte Art cinerosa Zett.
Graue Arten 30.
Letzter Hinterleibsring abstehend beborstet, unter der vorderen
Sternopleuralborste meist noch eine kleine, feinere, Wangen
und Backen grau cinerea Fall.
Letzter Ring anliegend beborstet, unter der vorderen Sterno-
pleuralborste keine Spur einer zweiten, Wangen und Backen
schwach rötlich gnava Meig. oder lineata Stein
Präalarborste mindestens so lang und kräftig wie die 1. Dorso-
zentralborste, die untere hintere Sternopleuralborste so lang
wie die obere cardui Meig. oder brunnescens Zett.
Präalarborste kürzer und feiner als die 1. Dorsozentralborste,
die untere hintere Sternopleuralborste feiner und kürzer als
die obere 32.
Mittelschienen außen hinten mit 1 kräftigen Borste, Hinterleib
ohne Strieme, mehr gelblichgraue Art nuda Strobl
Mittelschienen außen hinten mit 2 Borsten, Hinterleib mit
verloschener, aber ziemlich deutlicher Rückenstrieme, grünlich-
graue Art jugax Meig.
Mittelschienen innen vorn mit deutlicher Borste 34.
Mittelschienen innen vorn ohne Borste 43.
Mundrand auffallend vorgezogen 3.
Mundrand nicht besonders vorgezogen 37.
Gelbgraue Art, unter der vorderen Sternopleuralborste noch
eine feine, aber deutliche zweite cinerella Fall.
Blaugraue Arten, unter der vorderen Sternopleuralborste keine
Spur einer zweiten 36.
Akrostichalborsten hinter der Naht fast ebenso lang und stark
als vor derselben grisella Rond.
Akrostichalborsten vor der Naht länger und kräftiger, hinter:
derselben fein und kaum zu erkennen caerulescens Strobl
Letztes Vordertarsenglied auffallend lang und breit gedrückt
pietiventris Zett.
Letztes Vordertarsenglied nicht verbreitert 38.
Mittelschenkel unterseits vorn und hinten fast bis zur Spitze
lang und fein behaart vetula Zett. od. angustifrons Rond.
Mittelschenkel unterseits nackt oder nur mit stärkeren Borsten 39
Präalarborste weit kürzer und feiner als die 1. Dorsozentral-
borste AD.
Präalarborste lang und kräftig 41
Ziemlich hellgraue Art, Stirnmittelstrieme über den Fühlern
kaum so breit als die Orbiten an derselben Stelle, Legeröhre
mit Dornenkranz candens Zett.
Blaugraue kleine Art, Stirnmittelstrieme über den Fühlern
breiter als dieOrbiten, Legeröhre ohne Dornenkranz: exigua Mde.
8. Heil
40 Prof. P. Stein: Versuch, d. Gattungen u. Arten unserer Anthomyiden
41 Legeröhre nicht auffallend seitlich zusammengedrückt, die obere
Klappe so lang wie die untere varıcolor Rond. nec Meig.
— Legeröhre seitlich auffallend zusammengedrückt, die obere
Klappe die untere weit überragend 42.
42 Kleine Art mit wenig deutlichem Randdorn und kleinen Akro-
stichalborsten curvicauda Zett.
— Größere Art mit kräftigem Randdorn und Akrostichalborsten
sepia Meig.
43 Präalarborste. vollständig fehlend, Vorderknie ausgebreitet
gelblich, hellgraue Art mit fast milchweißen Flügeln: albula Fall.
— Präalarborste mehr oder weniger deutlich, Vorderknie nicht
gelblich, Flügel nicht milchweiß 44.
44 Wangen an der schmalsten Stelle über halb so breit als der
Querdurchmesser des Auges angustifrons Meig.
— Wangen noch nicht halb so breit als der Augenquerdurch-
messer 45.
45 Mundrand auffallend vorgezogen | 46.
— Mundrand nicht oder nur schwach vorgezogen 47.
46 Taster an der Spitze spatelförmig verbreitert, Rüssel viel
dünner als das 3. Fühlerglied lang ist, Dorsozentralborsten 4,
größere Art von 5—6 mm muscaria Meig.
— Taster nur wenig verbreitert, Rüssel mindestens so dick, als das
3. Fühlerglied lang ist, Dorsozentralborsten 3, kleine Art,
3—4 mm parva R. D.
47 Legeröhre weit vorragend und auffallend seitlich zusammen-
gedrückt humerella Zett.
— Legeröhre wenig vorragend und nie zusammengedrückt 48.
48 Mittelsschienen außen vorn mit wenigstens 2 Borsten 49.
Mittelschienen außen vorn mit nur 1 Borste 0.
49 Präalarborste länger als die 1. Dorsozentralborste, untere
hintere Sternopleuralborste so lang und kräftig wie die obere
discreta Meig.
— Präalarborste viel kürzer und feiner als die 1. Dorsozentral-
borste, untere hintere Sternopleuralborste feiner als die obere
und höchstens etwa halb so lang antigua Meig.
50 Präalarborste so lang oder fast so lang wie die 1. Dorsozentral-
borste | 51.
— Präalarborste merklich kürzer und feiner als die 1. Dorso-
zentralborste 92.
51 3. Fühlerglied fast dreimal so lang als das 2., letzter Abschnitt
der 4. Längsader so lang oder nur wenig länger als der vorletzte,
Randdorn deutlich dentiens Pand.
— 3. Fühlerglied höchstens doppelt so lang als das 2., letzter
Abschnitt der 4. Längsader fast doppelt so lang als der vor-
letzte, Randdorn fehlt brevicornis Strobl
52 Stirnmittelstrieme ganz schwarz, Taster an der Spitze oft
etwas verbreitert, Thorax ohne Striemung dissecta Meig.
nur nach dem weiblichen Geschlecht zu bestimmen usw. 41
— Stirnmittelstrieme vorn ausgedehnt rötlichgelb, Taster faden-
förmig, Thorax mit ziemlich deutlicher bräunlicher Mittel-
strieme cilierura Rond. oder trichodactyla Rond.
19. Lasiops Meig.
1 Hinterleibsring 2 und 3 mit je 3, dem Vorderrand anliegenden,
spitz dreieckigen, schwarzen Flecken, Augen ziemlich lang be-
haart trıseriata Stein
— Hinterleib ohne solche Zeichnung 2.
2 Unteres Schüppchen meist etwas vorragend, Augen bei starker
Vergrößerung deutlich kurz behaart ctenocnema Kow.
— Schüppchen gleichgroß, Augen nur sehr kurz pubeszent
Röderi Kow.
20. Dexiopsis Pok.
1 Schenkel, Fühler und Taster schwarz lacteipennis Zett.
— Schenkel und Taster ganz gelb, Fühler wenigstens an der
Basis rötlich 2.
2 Stirnmittelstrieme nur hinten beim Ozellendreieck etwas aus-
geschnitten, der Ausschnitt kaum zu erkennen, Fühler ver-
längert, den untern Augenrand erreichend, Hinterleib ganz
grau?) minutalis Zett.
— Stirnmittelstrieme hinten bis zur Fühlerbasis ausgeschnitten,
Ausschnitt immer deutlich, Fühler etwas verkürzt, den unteren
Augenrand nicht erreichend, Hinterleib an der Basis mehr oder
weniger gelblich d.
3 Vorderschienen mit kräftiger Borste, Hinterschienen außen
abgewandt mit 1 Borste, 3. und 4. Hinterleibsring auf der
Mitte abstehend beborstet hitoralis Zett.
— Vorderschienen borstenlos, Hinterschienen außen abgewandt
mit 2 Borsten, 3. und 4. Hinterleibsring fast ganz nackt
yubricornis Zett.**)
21. Coenosia Meig. und Hoplogaster Rond.
1 Mittel- und Hinterschenkel ganz oder zum großen Teil gelb 2.
— Fast alle Schenkel schwarz 14.
2 Vorderschienen ohne jede Borste, Fühler ganz gelb
dorsalis v. Ros.
23) In der Sammlung des Herrn Collin in Newmarket findet sich noch
eine neue Art, die in der grauen Hinterleibsfärbung mit minutalis über-
einstimmt, sich aber durch andere Kopfform und durch schwarzgraue
Stirnmittelstrieme unterscheidet, während letztere bei minutalis ziegelrot
gefärbt ist.
*4) Ich habe diese Art wegen der völlig nackten Fühlerborste zur
Gattung Dezxiopsis gezogen. Sie ist aber mit großer Wahrscheinlichkeit
eine Lespocephala, wie aus dem Bau des männlichen Hypopygs, der Be-
borstung der Vorder- und Hinterschienen und besonders daraus hervorgeht,
daß die Analader so lang ist wie die Axillarader, während sie bei der Gattung
Dezxiopsis weit kürzer ist.
8. Hett
42
3
3)
10
11
Prof. P. Stein: Versuch, d. Gattungen u. Arten. unserer Anthomyiden
Vorderschienen mit deutlicher Borste, Fühler meist ee
höchstens zum Teil gelblich
Unteres Schüppchen gar nicht oder jedenfalls nicht bis ir
Hälfte seiner Länge vorragend 4.
Unteres Schüppchen deutlich über die Hälfte seiner Länge
vorragend 6.
Spitze der Mittel- und Hinterschenkel scharf begrenzt schwarz
octopunctata Zett.
Mittel- und Hinterschenkel ganz gelb d.
3. Fühlerglied zum Teil, Taster ganz gelb, Vorderschenkel
gelb, Hinterleib ausgebreitet gelb Hoplogaster mollicula Fall.
Fühler und Taster schwarz, Vorderschenkel mehr oder weniger
gebräunt, Hinterleib nie gelb bilineella Zett.
Schüppchen sehr klein, Fühler am Ende mit spitzer Vorder-
ecke, kleine Art, 25 mm ambulans Meig.
Schüppchen wohl entwickelt, 3. Fühlerglied vorn am Ende
mehr oder weniger abgerundet, größere Arten, mindestens
3,9 mm l.
Analader so lang wie die Axillarader, Hinterschienen auf der
Rückseite mit 2 dicht nebeneinander stehenden Präapikal-
borsten intermedia Fall.?°)
Analader weit kürzer als die Axillarader, Hinterschienen mit
nur 1 Präapikalborste 8.
Vorderschienen außen (vorn) über der Präapikalborste noch
mit einer zweiten, dicht hinter der Mitte stehenden Borste
trilineella Zett.
Vorderschienen vorn außer der Präapikalborste borstenlos 9.
Fühler verkürzt, den unteren Augenrand nicht erreichend, Borste
der Vorderschienen über halb so lang als die Schiene
cingulibes Zett. Stein
Fühler fast so lang als das Untergesicht, den unteren Augenrand
nahezu erreichend, Borste der Vorderschienen weit kürzer als
die halbe Schiene 10.
Mittel- und Hinterschenkel an der Spitze mehr oder weniger
deutlich gebräunt 11.
Mittel- und Hinterschenkel ganz gelb 12.
Alle Hüften gelb, Mittel- und Hinterschenkel mit ziemlich ver-
loschenem Fleck, Art von 4-4,5 mm lineatipes Zett.
Hüften grau, Fleck an der Spitze der Mittel- und Hinterschenkel
ziemlich scharf begrenzt, selten fehlend, Art von 3—3,5 mm
dubia Schnb.
25) Schnabl hat in seiner großen Arbeit über die Anthomyiden öntermedia
Fall. und means Meig. aus der Gattung Macrorchis entfernt und zu Coenosia
gezogen. Beide unterscheiden sich aber durch die Länge der Analader und
die beiden Präapikalborsten auf der Rückseite der Hinterschienen so sehr
von allen anderen Arten, daß sie wohl als Vertreter einer eigenen Gattung
angesehen werden könnten.
nur nach dem weiblichen Geschlecht zu bestimmen usw. 453
12. Vorderschenkel ganz gelb, Hinterleib an der Basis meist mehr
oder weniger blaßgelb durchscheinend yufipalpis Meig.
— Vorderschenkel zum Teil gebräunt, Hinterleib nicht durch-
scheinend, sehr selten an der Basis mit kleinem, gelblichem
Fleck 19.
13 Analader wenigstens ®/, so lang wie die Axillarader, Hinterleib
meist ungefleckt, große Art von 5—6 mm Länge sexnotata Meig.
— Analader halb so lang wie die Axillarader, Hinterleib mit paa-
rigen, meist recht deutlichen Flecken, kleinere Art von 4 mm
tricolor Zett.
14 Mindestens die Schienen in größerer Ausdehnung gelb 15.
— Beine ganz schwarz oder höchstens die Knie mehr oder weniger
gelb 20.
15 Mittel- und Hinterschenkel mindestens im Spitzendrittel gelb,
Fühlerborste in der Basalhälfte länger behaart als das 3. Fühler-
glied breit ist, große Art tigrina Fbr.
— Mittel- und Hinterschenkel ganz schwarz, Fühlerborste kurz
behaart oder pubeszent, kleinere Arten 16.
16 Borste der Vorderschienen über halb so lang als die Schiene,
Fühler kürzer als das Untergesicht humtlis Meig.
— Borste der Vorderschienen kürzer als die halbe Schiene, Fühler
nicht verkürzt 17:
17 Queradern ziemlich auffallend genähert, so daß der letzte
Abschnitt der 4. Längsader 3—4 mal so lang ist als der vorletzte,
kleine Art, 2,5 mm pygmaea Zett.
— Queradern nicht auffallend genähert, letzter Abschnitt der
4. Längsader 2—3mal so lang als der vorletzte, größere Arten
von 3—4 mm 18.
18 Flügelvorderrand der ganzen Länge nach deutlich gedörnelt,
3. und 4. Längsader am Ende fast parallel decipiens Meig.
— Flügelvorderrand kaum gedörnelt, 3. und 4 Längsader am
Ende deutlich divergierend 19.
19 Schenkelringe der Vorder- und Mittelbeine und die äußerste
Basis der Mittel- und Hinterschenkel gelb
bumila Fall. oder perpusilla Meig.
— Schenkelringe und Schenkel ganz schwarz: salıinarum Stein
20 Hinterleib glänzend schwarz atra Meig.
— Hinterleib anders gefärbt 21.
21 Analader fast so lang wie die Axillarader, Hinterschienen auf
der Rückseite mit 2 dicht nebeneinander stehenden Präapikal-
borsten means Meig.
— Analader weit kürzer als die Axillarader, Hinterschienen mit
nur 1 Präapikalborste 22.
22 Mundrand auffallend vorgezogen, Schüppchen klein und gleich-
groß, letzter Hinterleibsring am Ende seitlich zusammen-
gedrückt und rings mit nach hinten gerichteten, dicht stehen-
den, parallelen Börstchen besetzt: Hoplogaster obscuricula Rond.
8. Heft
44 Prof. P. Stein: Versuch, d. Gattungen u. Arten unserer Anthomyiden
— Mundrand nicht vorgezogen, Schüppchen ungleich, letzter
Hinterleibsring am Ende nicht bewimpert 23:
233 Kleine, ziemlich hellgraue Art von 2—2,5 mm, deren Stirn,
ganz von vorn gesehen, dicht grau bestäubt ist, so daß man
Orbiten und Mittelstrieme kaum unterscheiden kann
albatella Zett.
— Meist größere Arten, die nicht hellgrau gefärbt sind und deren
Stirnmittelstrieme sich stets scharf von den Orbiten abhebt 24.
24 Höchstens 3 mm lange Art pulicaria Zett.
— Mindestens 3,5 mm lange Arten 25.
25 Stirn von vorn gesehen nach dem Scheitel zu sich deutlich,
wenn auch wenig, verbreiternd, alle Knie gelb geniculata Fall.
— Stirn bis zum Scheitel vollständig gleich breit, höchstens die
Vorderknie deutlich gelb 26.
36 Thorax mit ziemlich deutlicher Mittelstrieme, Vorderknie kaum
gelblich, 3. und 4. Längsader am Ende deutlich divergierend,
Hinterleibsflecke groß octosignata Rond.
-—— Thorax ungestriemt, Vorderknie deutlich gelb, 3. und 4. Längs-
ader parallel, Hinterleibsflecke ziemlich klein sexpustulata Rond.
22. Fucellia R. D.
1 Schienen größtenteils gelb maritima Hal.
— Schienen höchstens an der äußersten Basis gelb 2.
2 Hintere untere Sternopleuralborste ganz fehlend, Flügel milch-
weiß, Queradern bräunlich gesäumt griseola Fall.
— Hintere untere Sternopleuralborste deutlich, wenn auch nur
kurz, Flügel graulich, Oueradern nicht gesäumt 3.
3 Mittelschenkel nur unterseits hinten mit einigen Borstenhaaren.
Schwinger gelb jucorum Fall,
— Mittelschenkel auch unterseits vorn mit einigen ziemlich
kräftigen Borstenhaaren, Schwinger blutrot:
ariciiformis Holmgr.
Il. Beschreibung der inden Tabellen vorkommenden
neuen Arten.
1. Phaonia confluens sp. nov.
Augen ziemlich dicht und lang behaart, durch eine schmale,
schwarze Strieme und linienförmige, silbergrau bestäubte Orbiten
deutlich getrennt, Wangen und Backen gleichfalls silbergrau
bestäubt, Fühler und Taster schwarz, erstere mit lang gefiederter
Borste. Thorax und Schildchen schwarz, grau bestäubt, ersterer
mit4schwarzen Striemen,von denen die mittleren oft fast zusammen-
fließen; dc 3, pra lang, a fehlend, Grundbehaarung fein, ziemlich
dicht und abstehend. Hinterleib länglich eiförmig, dicht aschgrau
bestäubt, mit ziemlich breiter, nach hinten zu sich etwas ver-
schmälernder, schwarzer Mittelstrieme, die bei reinen Stücken aus
nur nach dem weiblichen Geschlecht zu bestimmen usw. 45
schmalen, dreieckigen Flecken zusammengesetzt erscheint, aber
sich nicht sehr scharf abhebt und nur ganz schräg von hinten deut-
licher zu sehen ist. Vom Hinterrand des 2. Ringes an ist der Hinter-
leib mit ziemlich kräftigen, abstehenden Borsten besetzt, im
übrigen kurz abstehend behaart. Beine schwarz, Pulvillen und
Klauen verlängert; Vorderschienen mit 1 Borste, Mittelschienen
außen vorn mit einer mäßig großen, hinten mit 2 recht langen,
hinten außen in der Basalhälfte mit einigen starken Borsten,
Hinterschienen außen mit 1 kräftigen Borste 1, vor der Spitze
und einigen kleineren in der Nähe der Basis, außen abgewandt
mit 3—4, innen abgewandt mit ziemlich zahlreichen, kräftigen
Borsten, innen zugekehrt ebenfalls mit zahlreichen, aber kurzen
und feinen Borstenhaaren, Hinterschenkel unterseits abgewandt im
Spitzendrittel mit etwa 6—7 ziemlich langen und kräftigen Borsten.
Flügel gelblich grau, mit kleinem Randdorn, 3. und 4. Längsader
divergierend, hintere Ouerader ziemlich steil undkaum geschwungen,
beide Queradern kaum merklich getrübt, Schüppchen weißlich,
Schwinger oft braun, selten gelblich. — Stirnmittelstrieme des
Weibchens breit, schwarz, hinten nur wenig ausgeschnitten, die Tho-
raxstriemen noch deutlicher als beim Männchen, die mittleren ge-
wöhnlich nicht zusammengeflossen, aber etwas genähert, Hinterleib
einfarbig aschgrau, mit derSpur vonschwärzlichenSchillerflecken und
sehr undeutlicher Mittelstrieme, Mittelschienen außen vorn mit
kräftiger, langer Borste, Hinterschienen innen abgewandt mit
3—4 kräftigen Borsten, Schwinger meist gelblich. Alles übrige
wie beim Männchen. Länge 7—8 mm.
Ich habe zahlreiche Weibchen dieser Art auf Blättern niederer
Pflanzen bei Wittenberg (Prov. Sachsen) gefangen und besitze
Männchen aus Dornbach bei Wien (Kowarz) undBad Hall(Czerny).
2. Ph. erinipes sp. nov.
Augen nur zerstreut behaart, durch eine schmale schwarze
Strieme und linienförmige, graue Orbiten etwas getrennt, Taster
und Fühler schwarz, letztere mit lang behaarter Borste. Thorax
und Schildchen hell aschgrau bestäubt, ersterer mit 4 dunkler
grauen Längsstriemen, von denen die mittleren etwas genähert
sind; dc 3, pra lang, a fehlend, Grundbehaarung kurz abstehend.
Hinterleib länglich, wie der Thorax bestäubt, aber etwas mehr ins
Gelblichgraue ziehend, ganz von hinten gesehen mit einem Mittel-
fleck auf Ring 1 und einem Längsfleck auf Ring 2, während auf den
beiden letzten Ringen gewöhnlich keine Spur einer Striemung zu
bemerken ist. Hinterrand des 2. Ringes mit 2 abstehenden Borsten,
Ring 3 und 4 auf Mitte und Hinterrand mit zahlreichen Borsten.
Beine gelb, Vorderschenkel bis nahe zur Spitze, Mittelschenkel an
der Basis gebräunt, Tarsen schwarz, Pulvillen und Klauen stark
verlängert und kräftig; Vorderschienen meist mit 1 Borste, Mittel-
‚schienen hinten mit 4—5, hinten etwas nach innen gerückt mit
8. Heft
46 Prof. P. Stein: Versuch, d. Gattungen u. Arten unserer Anthomyiden
1 längeren Borste auf der Mitte, Hinterschienen außen wie bei der
vorigen Art, außen abgewandt mit 4—5 Borsten, innen abge-
wandt und zugekehrt mit je einer Reihe zahlreicher
Borsten, von denen jene kräftiger, diese schwächer sind,
Hinterschenkel unterseits abgewandt vor der Spitze mit 8—9
kräftigen und langen Borsten. Flügel schwach gelblich,
Randdorn mäßig lang, 3. und 4. Längsader divergierend, hintere
Querader etwas schief und schwach geschwungen, mit einer
schwachen Bräunung, Schüppchen weißlich, Schwinger schwach
gelblich. — Das Weibchen gleicht dem Männchen, der Hinterleib
ist gelblich grau und läßt ebenfalls auf Ring 1 und 2 den Anfang
einer schwärzlichen Mittelstrieme erkennen, die Beborstung der
Hinterschienen ist einfacher, indem dieselben innen nicht lang
beborstet sind, sondern innen abgewandt nur 3 Borsten tragen,
während sie innen zugekehrt nackt sind. Die Art scheint an Größe
sehr zu variieren, da ich ein Männchen von noch nicht 5 mm und
ein anderes von 8 mm besitze. |
Ich habe 2 Männchen in der Umgegend Genthins, 17. 6. 06,
gefangen und besitze beide Geschlechter aus dem südlichen
Schweden, wo sie Herr Ringdahl, ein junger eifriger Dipterologe,
am Ring-See im mittleren Schonen fing.
3. Ph. apicalis sp. nov.
Augen nur spärlich und kurz behaart, aufs engste zusammen-
stoßend und fast den ganzen Kopf einnehmend, da die Wangen
linienförmig sind und nur die Backen etwas breiter. Fühler und
Taster schwarz, Borste mit einer Behaarung, die nicht viel länger
ist, als das 3. Fühlerglied breit. Thorax hell aschgrau, mit nur
ganz zerstreuter, abstehender Grundbehaarung und 4 kaum sich
abhebenden, etwas dunklergrauen Längsstriemen; dc 3, pra lang,
a wohl fehlend (bei dem einzigen vorliegenden Männchen findet sich
vor der Naht, wahrscheinlich abnorm, eine Akrostichalborste).
Schildchen ebenfalls hell aschgrau, an der Spitze mehr oder weniger
gelblich durchscheinend. Hinterleib länglich eiförmig, wie der
Thorax gefärbt, mit feiner, nur auf den ersten Ringen deutlicher
Mittelstrieme, die beiden letzten Ringe auf Mitte und Hinterrand
abstehend beborstet, aber nicht besonders kräftig. Beine gelb,
Vorderschenkel an der Basis mehr oder weniger gebräunt, Pulvillen
und Klauen mäßig verlängert; Vorderschienen borstenlos, Mittel-
schienen hinten mit 2, Hinterschienen außen Y, vor der Spitze
mit 1, außen abgewandt mit 2, von denen die längere auf der Mitte,
die kürzere zwischen Mitte und Spitze steht, innen abgewandt
mit 3 nicht sehr langen Borsten, Hinterschenkel unterseits abge-
wandt der ganzen Länge nach mit weitläufig gestellten, anfangs
kürzeren, allmählich länger werdenden Borsten besetzt. Flügel
gelblich, mit kaum deutlichem Randdorn, 3. und 4. Längsader
divergierend, hintere Querader steil und fast gerade, Schüppchen
nur nach dem weiblichen Geschlecht zu bestimmen usw. 47
gelblichweiß, Schwinger gelblich. — Das Weibchen unterscheidet
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sich nur durch die breite Stirn mit schwarzgrauer Mittelstrieme
und den etwas dunklergrauen, schwach glänzenden Hinterleib.
Länge 6—7 mm.
Ich besitze in meiner Sammlung ein Männchen aus der Um-
gegend Berlins, 15. 5. 04, und mehrere Weibchen, die ich im Juli
1903 u. 1904 in Kissingen fing.
4. Mydaea deleta sp. nov.
Augen fast aufs engste zusammenstoßend, deutlich und ziemlich
lang behaart, fast den ganzen Kopf einnehmend, Fühler und Taster
schwarz, Borste lang behaart. Thorax und Schildchen bräunlich-
aschgrau bestäubt. Betrachtet man ersteren von hinten, so bemerkt
man 2 schmale, ziemlich scharf ausgeprägte, innerhalb der Dorso-
zentralborsten liegende Mittelstriemen, die hinten zwischen Naht
und Schildchen verschwinden und jederseits eine breite Seiten-
strieme, die aber nach außen zu nicht durch helle Bestäubung
begrenzt wird, sondern ohne Unterbrechung in die dunkle Färbung
der Brustseiten übergeht; dc 4, pra lang, st 1,2, unter der vorderen
aber noch eine feine zweite, die jedoch wegen der ziemlich dichten
und langen Behaarung der Sternopleuren nur schwer wahrzunehmen
ist, Grundbehaarung des Thorax ziemlich dicht, abstehend. Hinter-
leib ziemlich breit eiförmig. Betrachtet man ihn schräg von hinten,
so zeigt er sich dicht bräunlichgrau bestäubt und man bemerkt
auf Ring 2 ein Paar ziemlich großer, aber sehr verloschener, schwärz-
licher Flecken, von denen gewöhnlich auf Ring 3 nichts zu be-
merken ist. Vom Hinterrand des 2. Ringes an ist der Hinterleib
ziemlich lang abstehend beborstet, im übrigen kurz und ziemlich
dicht abstehend behaart. Beine schwarz, Pulvillen und Klauen
verlängert; Vorderschienen borstenlos, Mittelschienen hinten mit
3—4, Hinterschienen außen abgewandt mit 2 längeren, innen ab-
gewandt mit meist 4 längeren und innen zugekehrt mit ziemlich zahl-
reichen, noch kürzeren und etwas feineren Borsten besetzt, Hinter-
schenkel unterseits abgewandt vor der Spitze mit etwa 6 längeren
Borsten. Flügel gelblich, mit kleinem Randdorn, 3. und 4. Längs-
ader divergierend, hintere Ouerader wenig schief und deutlich
geschwungen, meist schwach gebräunt, Schüppchen und Schwinger
' gelblich. — Das Weibchen hat eine breite Stirn, die Börstchen
auf der dem Körper zugekehrten Seite der Hinterschienen fehlen
und der Hinterleib zeigt keine Flecke. Länge 8 mm.
Ich besitze ein Pärchen aus Italien und ein bei Innsbruck, 10.
| 6. 11, gefangenes Männchen.
9. Limnophora grandis sp. nov.
Eine schon durch ihre Größe auffallende und in dieser Bezie-
hung nur mit compuncta Wied. Zett. zu vergleichende Art. Die
Augen sind mehr oder weniger pubeszent, bei frischen Stücken
vielleicht ziemlich deutlich behaart und sind oben durch eine
8. Heitt
48 Prof. P. Stein: Versuch, d. Gattungen u. Arten unserer Anthomyiden
schmale schwarze Strieme und linienförmige Orbiten etwas getrennt,
Wangen ziemlich schmal, Backen etwas breiter. Die Fühler sind
kürzer als das Untergesicht, das 3. Glied etwa doppelt so lang als
das 2., Borste lang pubeszent, fast kurzhaarig, Taster fadenförmig,
schwarz. Thorax tiefschwarz, stumpf, mit grau bestäubten Schulter-
beulen, eine feine,: noch schwärzere Mittelstrieme kaum zu er-
kennen; dc 4, Grundbehaarung ziemlich dicht, abstehend. Hinter-
leib länglich eiförmig, ganz schwach flach gedrückt, vom Hinterrand
des 2. Ringes an abstehend beborstet, bis dahin kurzborstig. Er
ist dicht grau bestäubt und läßt auf Ring 2 ein Paar großer, trapez-
förmiger Flecke erkennen, die vorn schmäler, hinten breiter sind,
auf Ring 3 zwei ähnliche, aber kleinere Flecke und auf Ring 4
einen schwach ausgebildeten Längsfleck, während der 1. Ring
bis auf eine graue Mittelstrieme ganz schwarz ist. Beine schwarz,
Pulvillen und Klauen mäßig verlängert; Vorderschienen mit 1—2
feinen Borsten, Mittelschienen hinten mit 2 starken, Hinterschienen
außen abgewandt mit 2—3 längeren, innnen abgewandt mit 2—3
kürzeren Borsten. Flügel namentlich an der Basis schwärzlich
tingiert, fast ohne Randdorn, 3. und 4. Längsader divergierend,
hintere QOuerader steil und meist gerade, Schüppchen schwach
gelblich, Schwinger intensiver. — Das Weibchen ist aschgrau
gefärbt, mit einem Stich ins Bläuliche, hat eine breite schwarze,
hinten bis über die Mitte ausgeschnittene Stirnmittelstrieme,
läßt auf dem Thorax zuweilen 3 feine, bräunliche Linien erkennen
und auf dem Hinterleibe sehr verloschene paarige Flecke, die
Augen sind ebenfalls pubeszent, die Flügel blasser, die Mittel-
schienen tragen auch vorn außen 1—2 kräftige Borsten. Durch
die bedeutende Größe ist das Weibchen leicht als zugehörig zu
erkennen. Länge 7—8 mm.
Die Art scheint eine ausgesprochene Gebirgsart zu sein. Ich
besitze sie aus dem nördlichen Italien, aus Frankreich (Col du
Lautaret), und habe im letzten Sommer ein Weibchen in Schmiede-
feld in Thüringen gefangen.
6. L. signata sp. nov.
Die Augen sind nackt und durch eine Strieme getrennt, die bei
den verschiedenen Stücken verschieden ist. In den meisten Fällen
stoßen ziemlich breite, silberweiß bestäubte Orbiten oben fast aufs
engste zusammen, indem sie nur durch eine haarförmige schwarze
Linie kaum merklich getrennt sind, so daß sich das über den
Fühlern sehr kleine schwarze Stirndreieck kaum bis zum Ozellen-
dreieck fortsetzt. Bei 2 meiner Stücke stoßen die Orbiten aber
nicht eng zusammen, sondern sind durch eine schwarze Strieme
getrennt, die sogar noch etwas breiter ist als die Orbiten selbst
und ganz schräg von vorn gesehen ebenfalls dicht weißlich bestäubt
ist. Die etwas vorragenden Wangen und ziemlich breiten Backen
sind auch dicht silbergrau bestäubt, bei gewisser Betrachtung
nur nach dem weiblichen Geschlecht zu bestimmen usw. 49
mit schwärzlichem Schimmer. Fühler etwas unter der Augenmitte
eingelenkt, schwarz, 3. Glied kaum doppelt so lang als das grau
bestäubte 2., Borste nackt, ım Basaldrittel deutlich verdickt,
Taster fadenförmig, schwarz. Thorax weißgrau bestäubt. Betrach-
tet man ihn schräg von vorn, so bemerkt man eine schmale, dunklere
Mittellinie, die sich hinter der Naht so verbreitert, daß der ganze
Raum zwischen den Dorsozentralborsten schwarz erscheint, während
das Schildchen gleichfalls schwarz gefärbt ist, eine Zeichnung, die
für die Art höchst charakteristisch ist; de 4, a zweireihig, gewöhnlich
kurz und auffallend kräftig, bisweilen aber auch weniger stark
und mehr haarförmig, ohne daß die Stücke einer anderen Art
angehören. Hinterleib länglich, ganz schwach flach gedrückt,
mit anliegenden Börstchen besetzt, die nach hinten zu etwas länger
werden und hier mehr abstehend sind. Er ist ebenfalls dicht
weißgrau bestäubt und läßt eine Zeichnung erkennen, die wie die
Thoraxzeichnung für die Art charakteristisch ist. Der 1. Ring ist
ganz schwarz gefärbt und trägt nur eine schmale grauliche Mittel-
linie, der 2. trägt ein Paar großer und sich durch ihre Schwärze
scharf abhebender trapezförmiger bis dreieckiger Flecken, deren
Hinterrand fast die ganze Breite des Hinterleibes einnimmt und
die nur durch eine feine, graue Strieme getrennt sind, der 3. Ring
trägt ein Paar kleinerer dreieckiger Flecke, die, und das ist das
Eigentümliche der Art,, dem Hinterrand anliegen und vom Vorder-
rand meist weit entfernt bleiben, der 4. Ring endlich ist ungefleckt.
Beine schwarz, Pulvilen und Klauen kurz; Vorderschienen
borstenlos, Mittelschienen hinten mit 2 ziemlich kleinen Borsten,
Hinterschienen außen abgewandt mit 2 längeren, innen abgewandt
mit 2 kürzeren Borsten, Hinterschenkel unterseits abgewandt vor
der Spitze mit 3—4 längeren Borsten. Flügel ganz schwach gelblich,
ohne Randdorn, 3. und 4. Längsader fast parallel, bisweilen etwas
divergierend, hintere Querader steil und grade, Schüppchen weiß,
Schwinger gelb. — Die Augen des Weibchens sind breit getrennt,
die Stirnmittelstrieme, die von den Fühlern bis zum Scheitel sich
etwas verbreitert, ist so breit und tief ausgeschnitten, daß zu
beiden Seiten nur schmale graue, nach vorn zu sich etwas ver-
breiternde Striemen übrig bleiben; die Orbiten, die im allgemeinen
ebenso breit sind wie die Mittelstrieme, sind an der Fühlerbasis
etwas breiter, verschmälern sich nach dem Scheitel zu und sind
mit einer Reihe ganz kurzer Börstchen besetzt. Thorax und
Schildchen sind einfarbig weißgrau mit einem Stich ins Gelbliche
und lassen von der Zeichnung des Männchens nichts erkennen,
zuweilen höchstens’ die Spur einer schmalen hellbraunen Mittel-
linie. Die Akrostichalborsten sind wie beim Männchen entweder
kurz und kräftig oder etwas länger und mehr haarförmig. Der
Hinterleib ist entweder ganz ungefleckt und einfarbig weißgrau
oder er trägt auf Ring 2 und 3 paarige, aber nur wenig dunklere
und sich deshalb nur sehr schwach abhebende Flecken, die ähnlich
Archiv für Nalturgeschichte |
1913. A. 8. 4 8. Heft
50 Prof. P. Stein: Versuch, d. Gattungen u. Arten unserer Anthomyiden
angeordnet sind wie beim Männchen. Charakteristisch ist die mit
einem Dornenkranz bewehrte Legeröhre. Länge 4,5—5 mm.
Die Art lebt, wie es scheint, ausschließlich auf dem Sande der
Meeresküste oder der Flüsse. Ich besitze sie von der Insel Borkum
(Schnuse), aus Rügenwalde an der Ostsee (Riedel) und habe sie
selbst an der Elbe bei Wittenberg und im Seebad Deep bei Treptow
a. R. gefangen.
7. Hylemyia praeelara sp. nov.
Die Art steht der HZ. Praepotens Wied. außerordentlich nahe
und ist vielleicht in manchen Sammlungen mit ihr verwechselt.
Die Augen stoßen nicht eng zusammen wie bei dieser, sondern
sind durch eine deutliche schwarze Strieme und schmale graue
Orbiten merklich getrennt. Die Fühler sind ein wenig kürzer
und kräftiger als bei der erwähnten Art, im übrigen aber nebst
den Tastern ebenso gefärbt und zeigen auch am Ende des 2. Gliedes
einen deutlichen roten Fleck. Thorax und Schildchen gelbgrau
bestäubt, Mittellinien kaum merklich, dagegen eine ziemlich breite
Strieme jederseits, die von oberhalb der Schulterecken sich bis zur
Flügelwurzel erstreckt, ziemlich deutlich. Hinterleib länger als
Thorax und Schildchen, fast walzenförmig, ebenfalls gelbgrau,
mit der Spur einer feinen Mittellinie, die Hinterränder sämtlicher
Ringe, auch der des ersten, abstehend beborstet, die beiden Ab-
schnitte des Hypopygs gelbgrau bestäubt und nicht wie bei
praepotens rötlich. Beine gelb, Vorderschenkel zum größten Teil
gebräunt, Mittel- und Hinterschenkel an der Spitze mit einem ganz
undeutlichen Längsfleck, Pulvillen und Klauen lang, Beborstung
genau wie bei Praebotens. Flügel gelblich, mit deutlichem Rand-
dorn, während er bei jener Art nur klein ist, 3. und 4. Längsader
fast parallel, bei®raepotens divergierend, hintere Querader schief und
stark geschwungen, Schüppchen weißlichgelb, Schwinger gelblich. —
Das Weibchen stimmt mit dem der fraepotens in der Färbung voll-
ständig überein, hat auch wie dieses keine Kreuzborsten und die Mit-
telglieder der Vordertarsen etwas verbreitert und ist eigentlich nur
durch die Bräunung der Vorderschenkel, die verdunkelten Hüften,
die etwas kürzeren Fühler und den langen und kräftigen Randdorn
zu unterscheiden, obwohl der letztere auch beim Weibchen der
praepotens eine ansehnlichere Größe erreicht als beim Männchen.
Ich besitze ein Pärchen aus Ungarn und habe in der Sammlung
des Wiener Museums ein Weibchen gesehen, das aus der Schweiz
stammt (Meyer-Dür).
8. Chortophila dentiens Pand.°®)
Augen so weit genähert, daß die-silbergrau bestäubten Orbiten
nur eine kaum sichtbare, schwarze Linie zwischen sich lassen,
Stirn deutlich vorragend, Wangen schmal, etwas zurückweichend,
gekielt, Backen so breit wie der vorragende Teil der Stirn, sämtliche
. 26) Da die Art wenig bekannt ist, gebe ich eine genaue Beschreibung.
nur nach dem weiblichen Geschlecht zu bestimmen usw. s1
Teile wie die Orbiten silberweiß bestäubt mit schwärzlichen Re-
flexen. Fühler in der Augenmitte eingelenkt, den unteren Augen-
rand etwas überragend, 3. Glied 2—3 mal so lang als das grau
bestäubte zweite und ziemlich breit, Borste nackt, im: Basaldrittel
ziemlich ansehnlich verdickt, Taster fadenförmig, schwarz. Thorax
und Schildchen hell bräunlichgrau bestäubt, ersterer, namentlich
wenn man ihn schräg von vorn betrachtet, mit der deutlichen,
aber schwachen Spur von 4 Striemen, von denen die mittleren
schmäler, die seitlichen breiter sind, die aber kaum etwas dunkler
sind als die Grundfärbung und sich deshalb nur sehr schwach
abheben; de 3, pra fast so lang wie die 1. dc, a deutlich zweireihig.
Hinterleib streifenförmig, so breit wie der Thorax, an der Basis
flach gedrückt, an der Spitze kolbig verdickt, etwas heller grau
bestäubt wie der Thorax, mit sehr schmaler, wenig dunklerer
Rückenstrieme, die bisweilen ganz fehlt. Er ist kurz abstehend
behaart, an den Seiten und den Ringeinschnitten lang beborstet.
Sehr kenntlich ist die Art an den Bauchlamellen, die abwärts
gerichtet und an ihrem Ende mit feinen Börstchen dicht bewimpert
sind. Beine schwarz, Pulvillen und Klauen mäßig verlängert,
Beborstung von der der meisten Chortophilaarten nicht ab-
weichend, höchstens ist zu erwähnen, daß die Mittelschienen innen
vorn nicht beborstet sind. Flügel graulichgelb, mit kleinem
Randdorn, 3. und 4. Längsader fast parallel, hintere Ouerader
steil und grade, selten etwas geschwungen, Schüppchen weißlich-
gelb, Schwinger gelblich. — Das Weibchen gleicht bis auf die
breite Stirn und die Form des Hinterleibs dem Männchen und ist
durch die deutlich verdickte Basis der Fühlerborste und das ziemlich
breite 3. Fühlerglied zu erkennen, besonders aber noch dadurch
von den Weibchen vieler anderer Chortophilaarten zu unter-
scheiden, daß ihm die Kreuzborsten vollständig fehlen. Länge
5—6,5 mm.
Die Art ist ziemlich selten, scheint aber weit verbreitet. Ich
selbst habe sie mehrfach in Genthin und Treptow gefangen und
besitze sie noch aus der Umgegend von Dresden, vom Rhein, aus
Österreich, aus dem südlichen Schweden und aus der Umgegend
von Dorpat. In der Sammlung des Wiener Museums befindet sich
ein Stück, das, wie der Zettel besagt, von Handlirsch aus dem
Stengel einer Spiraea gezogen ist. Auch Pandelle erwähnt das
Vorkommen auf Spiraea ulmaria.
9. Chort. uniseriata sp. nov.
Augen durch eine schmale, schwarze Strieme und äußerst
feine, kaum sichtbare Orbiten etwas getrennt, Stirn an der Fühler-
basis ziemlich stark vorragend, Untergesicht zurückweichend, so
daß die gekielten Wangen ziemlich schmal sind, Backen wieder
etwas breiter, Fühler den unteren Augenrand kaum erreichend,
3. Glied nicht ganz doppelt so lang als das 2., Borste an der Basis
verdickt und hier ziemlich deutlich pubeszent, an der Spitze fast
4* 8. Heft
59 Prof. P/ Stein: Versuch, d. Gattungen u. Arten unserer Anthomyiden
nackt, Taster fadenförmig, schwarz. Ihorax aschgrau, ohne
Striemung und ganz stumpf; a kräftig und fast so lang wie die
Dorsozentralborsten, vor der Naht so eng stehend, daß sie meist
eine Reihe bilden, wobei allerdings ab und zu 2 dicht nebeneinander
stehen; jedenfalls ist aber diese Beborstung für die Art charak-
teristisch und hat mir Veranlassung zu dem gewählten Namen
gegeben. Hinterleib streifenförmig und zwar merklich schmäler
als der Thorax, an der Basis flach gedrückt, an der Spitze durch
das ziemlich angeschwollene Hypopyg etwas verdickt. Er ist
ebenfalls bräunlich aschgrau gefärbt und läßt von hinten gesehen
eine sich verhältnismäßig scharf abhebende Strieme erkennen, die
ungefähr halb so breit ist wie der seitwärts von ihr liegende Raum
des Hinterleibs. Oben und unten ist der letztere ziemlich lang
abstehend behaart, an den Einschnitten noch länger abstehend
beborstet. Beine schwarz, Pulvillen und Klauen nicht übermäßig
verlängert, Mittelschienen innen vorn mit Borste, im übrigen die
Beborstung wie bei anderen Chortophrlaarten. Flügel gelblichgrau
mit deutlichem Randdorn und gedörneltem Vorderrand, 3. und
4. Längsader fast parallel, jene an der äußersten Spitze etwas
nach oben, diese nach unten gebogen, hintere Ouerader schief
und fast grade, Schüppchen weißlichgelb, Schwinger gelblich. —
Das Weibchen ist einfarbig gelbgrau, hat eine breite schwarze,
vorn mehr oder weniger rotgelb gefärbte Stirnmittelstrieme, die
mit Kreuzborsten versehen ist, läßt bisweilen auf dem Thorax eine
feine bräunliche Mittellinie erkennen, hat einen ebenfalls ziemlich
schmalen, hinten zugespitzten Hinterleib, kräftigeren Randdorn
und deutlicher gedörnelten Vorderrand und ist besonders durch
die in einer Reihe stehenden Akrostichalborsten zu erkennen.
Länge 5,5 mm.
Ich habe die Art in beiden Geschlechtern ziemlich zahlreich
in verschiedenen Jahren in Genthin gefangen, besonders auf Wolfs-
milch und kenne sie noch aus Stadlau bei Wien (Pokorny). In der
Bonsdorff’schen Sammlung zu Helsingfors ist sie irrtümlich als
unistriata Zett. bezeichnet.
Zum Schluß lasse ich noch die Beschreibung zweier Chorto-
phıla-Arten folgen, die Strobl in seinen Anthomyiden Steiermarks
(Verh. der Zool.-bot. Ges. Wien, S. 259, 1893) als sdreia Meig.
und brevicornis Zett. kurz beschrieben hat. Da spreia Meig. nach
Ausweis der Pariser Type gleich radıcum L. ist, während in der
Winthemschen Sammlung zu Wien unter diesem Namen 33 von
dissecta Meig. und 1 & von aestiva Meig. stecken, so habe ich seit
längerer Zeit schon für die Stroblsche Art, die ich untersucht habe,
den Namen lineata gewählt, und Speiser hatinseinen „Ergänzungen
zu Czwalina’s Verzeichnis der Fliegen Ost- und Westpreußens“
(Zeitschr. f. wiss. Insektenb., 464, 1905) diesen Namen eingeführt.
Die Stroblsche brevicornis ist etwas ganz anders als die Zetterstedt-
sche Art gleichen Namens, die mit muscaria Meig. identisch ist.
ua IE Eu EI ERBE Hz I 3 Vic ı
nur nach dem weiblichen Geschlecht zu bestimmen usw. 53
Da also der Zetterstedtsche Name zugunsten des Meigenschen
fallen muß, lasse ich der Art den Namen brevicornis Strobl.
. 10. Chort. lineata sp. nov.
Die Stirnmittelstrieme ist nach dem Alter des Stückes sehr
verschieden gefärbt. In den meisten Fällen ist sie deutlich rot,
wird bei älteren Stücken zunächst hinten schwärzlich und ist
endlich bei alten, ganz ausgereiften Exemplaren schwarz, allerdings
immer noch mit einem leisen Stich ins Rötliche. Das große Stirn-
dreieck verschmälert sich nach oben zu bis etwa auf die Hälfte
seiner Breite und wird dann beim Ozellendreieck wieder etwas
breiter, die Orbiten sind außerordentlich schmal, so daß: sie fast
verschwinden, und rötlichgelb bestäubt. Stirn und Wangen ragen
deutlich vor, während die Backen noch etwas breitersind, der Mund-
rand ist deutlich vorgezogen und vorn schief abgeschnitten, sämt-
liche Teile seidenartig rötlichweiß bestäubt, was bei alten Stücken
aber wieder ins Graue übergeht. Fühler ungefähr den unteren Augen-
rand erreichend, 3. Glied doppelt so lang als das 2., schwarz, Borste
an der äußersten Basis deutlich verdickt, sehr kurz pubeszent,
unmittelbar vor der Verdickung nach der Spitze zu weißlich ge-
färbt, sonst schwarz, Rüssel ziemlich lang und dünn. Thorax und
Schildchen schräg von vorn gesehen dunkel braungrau, eine breite
Strieme von den Schulterecken bis zur Flügelwurzel hellgrau be-
stäubt. Betrachtet man ihn aber schräg von hinten, so ist er nebst
dem Schildchen mit hellbräunlicher, seidenartiger Bestäubung be-
deckt und läßt in der Mitte eine vorn stark abgekürzte und hinten
nur wenig über die Naht reichende, kurze, braune Strieme erkennen,
welche für die Art ungemein charakteristisch ist; auch dunkle
Seitenstriemen zeigen sich mehr oder weniger deutlich; pra min-
destens so lang wie die 1. de, a deutlich zweireihig. Hinterleib
streifenförmig, etwas länger als Thorax und Schildchen und ebenso
breit oder fast ein wenig schmäler, fast bis zum Ende flach ge-
drückt, da das Hypopyg nur schwach entwickelt ist. Ganz von
hinten gesehen ist er ebenfalls seidenartig gelblichgrau bestäubt
und läßt eine recht deutliche und verhältnismäßig breite, bräun-
liche Rückenstrieme erkennen, die sich aus einzelnen, an den Hinter-
rändern der Ringe ganz wenig unterbrochenen Längsflecken zu-
sammensetzt und deren Seitenränder meist etwas verwischt sind.
Beine schwarz, Pulvillen und Klauen ziemlich kurz, Beborstung
ohne besondere Eigentümlichkeit. Flügel gelblich, ohne Randdorn,
3. und 4. Längsader parallel, hintere Ouerader steil und fast
gerade, Schüppchen weißlich, Schwinger gelblich. — Die Stirn-
mittelstrieme des Weibchens ist meist gelbrot, selten hinten etwas
dunkler, Thorax, Schildchen und Hinterleib sind einfarbig hell
gelblichgrau, eine Striemung auf ersterem und letzterem nicht zu
bemerken, alles übrige wie beim Männchen. Länge 5—6 mm.
Ich habe die Art ziemlich häufig um Genthin und Treptow
gesammelt, meist auf Dolden. Besonders häufig war sie auf Born-
8. Heit
54 Prof. P. Stein: Versuch, d. Gattungen u. Arten unserer Anthomyiden
holm, wo ich sie meist auf Centaurea scabvosa fing. In der Pokorny-
schen Sammlung des Budapester Museums findet sie sich mit der
Bezeichnung lactucae? aus Larven erzogen, ohne daß angegeben
wäre, wo die letzteren gefunden sind. Auch aus Westpreußen
und Innsbruck ist mir die Art bekannt. h
Anm. Das Weibchen hat so außerordentliche Ähnlichkeit mit
dem Weibchen der gnava Meig., daß es mir noch nicht gelungen
ist, durchgreifende Unterschiede herauszufinden. Die untere
hintere Sternopleuralborste ist bei gnava meist halb so lang wie die
obere und ziemlich kräftig, während sie bei /ineata sehr kurz und
haarförmig ist und oft ganz fehlt. Ferner scheinen mir die Borsten
an den Schienen bei /ineata etwas kürzer zu sein als bei gnava.
11. Chort. brevieornis Strobl
Augen durch eine deutliche schwarze Strieme getrennt, die,
über den Fühlern ziemlich breit, nach oben zu sich bald verschmälert
und hier bei den meisten meiner Stücke von fast ebenso breiten,
silberweiß bestäubten Orbiten eingefaßt wird; bei einem Stück
meiner Sammlung ist die Stirnmittelstrieme auch an der schmalsten
Stelle noch bedeutend breiter als die Orbiten. Stirn deutlich vor-
ragend, die gekielten Wangen zurückweichend, Mundrand nicht
vorgezogen, Backen Y,—!, so breit als die Augenhöhe, vorn mit
aufwärts gekrümmten Borstenhaaren besetzt. Die silbergrau
bestäubten Wangen lassen neben der Fühlerbasis meist einen
großen, schwarzen Schillerfleck erkennen. Fühler recht deutlich
kürzer als das Untergesicht, 3. Glied nur wenig über 11,mal so
lang als das 2., Borste ganz nackt, an der Basis recht auffallend
verdickt, Taster fadenförmig, Rüssel ziemlich kurz. Thorax und
Schildchen dunkel aschgrau, auch ganz von hinten gesehen nur
wenig heller bestäubt, so daß man eine feine, schwärzliche Mittel-
strieme nur undeutlich wahrnimmt, während sich bisweilen, aber
noch undeutlicher, auch feine, über die Dorsozentralborsten
laufende Seitenstriemen zeigen; pra etwas kürzer als die 1. dc und
ziemlich fein, a zweireihig, etwas genähert. Hinterleib fast streifen-
förmig, hinten nur wenig verdickt, flach gedrückt, aber im all-
gemeinen ziemlich kräftig, von hinten gesehen heller aschgrau
bestäubt als der Thorax und mit einer feinen, verhältnismäßig
deutlichen, schwärzlichen Mittelstrieme, die auf dem 1. Ring oft
fehlt. Er ist abstehend behaart, an den Einschnitten etwas länger
abstehend beborstet. Beine schwarz, Pulvillen und Klauen ziem-
lich kurz, Beborstung die gewöhnliche, aber verhältnismäßig kurz.
Flügel graulich, schwach gelblich, ohne Randdorn, 3. und 4. Längs-
ader fast parallel, selten etwas divergierend, hintere Querader
steil und gerade, so lang wie ihre Entfernung von der kleinen,
Schüppchen weißlichgelb, Schwinger schmutziggelb. — Die Stirn
des Weibchens ist sehr breit, über den Fühlern mindestens doppelt
so breit wie ein Auge an derselben Stelle, die Mittelstrieme ist hinten
Über einige Tenthrediniden aus Kleinasien und Kaukasien. ‘55
schwarz, vorn rötlich, und hier in eigentümlicher Weise längs-
rissig, die Frontoorbitalborsten, namentlich die beiden mittleren,
sehr kräftig. Thorax, Schildchen und Hinterleib hell lederbräunlich,
ersterer meist mit der Spur einer feinen, bräunlichen Mittellinie,
letzterer gewöhnlich ganz ungefleckt. Borsten der Beine wie beim
Männchen nicht sehr lang, Mittelschienen innen vorn borstenlos.
Flügel mehr angeräuchert wie beim Männchen, mit. kräftigen
Adern; eigentümlich für die Art ist, daß sich durch die kleine
Querader ein kurzer, schmaler, heller Streifen durchzieht, der an
die vena spuria der Syrphiden erinnert und auch, aber meist un-
deutlicher, beim Männchen zu finden ist. Länge 5—6 mm.
Ich habe die Art bisher nur um Genthin gefangen, und zwar
schon Anfang April auf Weidenblüten, und kenne sie noch aus
Ungarn. In der Sammlung des Wiener Museums findet sie sich
von Handlirsch in den Donauauen gesammelt.
Ueber einige Tenthrediniden aus Kleinasien
und Kaukasien.
Von
Dr. E. Enslin, Fürth i. B.
Gen. Tenthredo L.
1. T. reitteri Knw. var. nov. egregia d. Bei den $ von T. veitter:
Knw. (liturata Mocs. nec Gmel.) ist der Körper in der Regel ganz
schwarz und nur das 3.—5. Hinterleibssegment rot. In der Samm-
lung des Zoologischen Museums in München befindet sich eine
sehr schöne Farbenabänderung dieses , bei der in ausgedehntem
Maße eine bleichgelbe Färbung vorhanden ist. Bleichgelb sind
nämlich: die Seitenränder der Oberlippe, der Hinterrand des
Pronotums, der Seitenrand der Tegulae, ein Fleck des Schildchens,
eine breite durchgehende Binde des ersten Tergites des Abdomens
und ein großer Fleck der Episternen der Metapleuren. Die Fühler
fehlen leider dem betreffenden Exemplar; da es aber im übrigen
in der Skulptur und Färbung des Körpers, der Beine und Flügel
völlig mit T. veitteri übereinstimmt, so glaube ich nicht, daß es
sich um eine neue Art handelt; es liegt vielmehr sicher nur eine
Farbenvariation vor, für deren Entstehung uns die Tatsache einen
Hinweis gibt, daß die bei vorliegendem & ausnahmsweise gelb
gefärbten Teile beim ® normalerweise diese Farbe tragen. Fundort:
Achalzik (Transkaukasien).
2. T. eoniensis n. sp. 2. Kopf schwarz; gelb sind daran: die
Mandibeln (ihre Spitze jedoch schwarzbraun), die Oberlippe, der
Clypeus, die zwei ersten Fühlerglieder und die sehr schmale Basis
und Spitze des 3. Gliedes. Kopf hinter den Augen nicht verengt,
8. Heitt
56 Dr. E: Enslin:
weißlich behaart. Schläfen hinten nicht gerandet. Oberkopf
glänzend, nur mit zerstreuten, äußerst feinen Pünktchen besetzt,
bei schwächerer Vergrößerung ganz glatt erscheinend. Scheitel
11,mal so breit als lang. Clypeus tief halbkreisförmig ausge-
schnitten. Antennen kürzer als Kopf und Thorax zusammen,
neungliederig, vom 5. Glied an etwas verdickt. Drittes Glied etwas
länger als die beiden folgenden zusammen. Thorax schwarz; hell-
schwefelgelb sind daran: die breiten Ecken des Pronotums, die
Tegulae, das Parapterum, die Episternen der Mesopleuren fast
ganz, die Episternen der Metapleuren, zwei große, längliche Flecke
an der Spitze des Mittellappens des Mesonotums, das Schildchen,
die Cenchri und die vom Schildchen und Hinterschildchen nach
seitwärts verlaufenden Kiele. Mesonotum äußerst fein punktiert,
stark glänzend. Beine gelb, die Hüften an der äußersten Basis
an der Hinterseite geschwärzt, die Hintertibien an der Spitze ver-
dunkelt, die zwei ersten Tarsenglieder aller Beine mit brauner
Spitze, die folgenden Tarsenglieder ganz oder fast ganz braun.
Flügel gelblich, Geäder gelb bis braun, Costa und Stigma gelblich.
Im Vorderflügel die lanzettförmige Zelle mit Ouernerv. Humeral-
feld im Hinterflügel nicht gestielt. Am Hinterleib das erste Tergit
bleichgelb mit sehr schmaler schwarzer Basis, das zweite bis
siebente Tergit orangegelb, die Basis des zweiten Segments mit
schmaler schwarzer Binde, die jedoch in der Mitte verbreitert ist
und sich bei einer Cotype soweit ausdehnt, daß der größte Teil des
zweiten Tergites schwarz erscheint; die umgeschlagenen Teile der
orangegelben Tergite sind am Hinterrande weißlichgelb gesäumt,
am 6..Tergit ist der größte Teil des umgeschlagenen Teiles weiß-
lichgelb, am 7. Tergit dehnt sich die weißlichgelbe Färbung auf den
ganzen Hinterrand des Tergites aus, das 8. und 9. Tergit sind ganz
weißlichgelb, die Basis des 8. jedoch schwarzbraun; auch an der
Basis des 7. Tergites zeigt sich schon eine braune Färbung. Am
Bauch sind die ersten zwei oder drei Sternite ganz orangegelb,
bei den folgenden tritt am Hinterrande schon die weißlichgelbe
Färbung auf, das 6. und 7. Sternit sind ganz weißlichgelb, ebenso
die Sägescheide L. 10,5 mm. Fundort Konia (Kleinasien).
Die neue Art gehört in die Verwandtschaft von T. flaveola
Gmel., aulica Enslin (striatides Knw.) usw. Durch die Färbung
des Abdomens ist sie sehr leicht von allen anderen Arten zu unter-
scheiden. j
3. T. kiefferi'Knw. $. Das & dieser Art war bisher nicht be-
kannt. Mir liegt es in zwei Stücken aus Kleinasien vor. Es unter-
scheidet sich von Verwandten durch die gelben, an der Spitze
braun-getrübten Flügel, durch die weißliche Behaarung des Kopfes
und durch den glänzenden, nur schwach und fein punktierten
Oberkopf. Gegenüber dem ® fällt vor allem die dunklere Färbung
der Beine auf, die ganz schwarz sind und bei denen nur an den
Hinterbeinen die Außenseite der Tibien schwach gelb erscheint.
Uber einige T'enthrediniden aus Kleinasien und Kaukasien. 57
Am Abdomen ist bei dem einen Exemplar das 3. und 4. Tergit
seitlich mit einem gelben Flecken versehen, der sich am 3. Tergit in
eine verloschene Binde fortsetzt, die sich über das ganze Tergit hin-
zieht; es erinnert also dieses Exemplar an die var. cilix Enslin.
Das andere mir vorliegende Stück hat ganz schwarzen Hinterleib.
Es kommen übrigens auch beim 2 von T. kiefferi Stücke mit ganz
schwarzem Hinterleib vor; ich benenne diese Abänderung mit dem
Namen T. kiefferi var. nov. lugubrata. Zwischen dieser Varietät
und der Normalform gibt es Übergänge, bei denen nur ein oder
zwei Tergite seitlich gelbe Flecken tragen.
Gen. Tenthredella Rohwer
T. temula var. sceutellata Mocs. und var. nov. pauperior.
Mocsäry hat (Ann. Mus. Hungar. VII, 1909, S. 22) von Raddefka
im östlichen Sibirien eine Abänderung der T. temula beschrieben,
bei der das Schildchen gelb ist. Ob die von Mocsäry beschrie-
benen Tiere wirklich zu T. temula gehören, erscheint mir noch nicht
ganz sicher, da er angibt, die Mesopleuren hätten keinen Höcker,
wie die Stammform. Ich besitze von verschiedenen Orten Trans-
kaukasiens ebenfalls T. temula mit gelben Schildchen, diese Stücke
aber stimmen in den plastischen Merkmalen völlig mit den Tieren
der typischen Färbung überein. Es kommt in Transkaukasien
übrigens auch die typische T. iemula vor. Bei den Stücken mit
gelbem Schildchen ist häufig auch noch das Hinterschildchen und
der Schildchenanhang gelb gefärbt, im übrigen haben die 2 Tiere
die gleiche Färbung wie die Stammform. Mocsäry kannte nur
@ mit gelbem Schildchen. Es kommt diese Farbenvarietät aber auch
im & Geschlechte vor. Alle & von T. temula aber, die ich aus Kau-
kasien kenne, mögen sie nun schwarzes oder gelbes Schildchen
haben, zeichnen sich noch durch eine besondere Eigentümlichkeit
in der Färbung des Abdomens aus. Während das normal gefärbte
g von T. temula das 3. Tergit ganz gelb und das 4. in der Mitte
breit schwarz und nur an den Seiten gelb ist, erscheint bei den &
aus Kaukasien der Hinterleib von oben gesehen ganz schwarz und
das 3. und 4. Tergit sind an den Seiten nur schmal gelb, seltener
breiten sich diese seitlichen gelben Flecken etwas weiter aus,
wobei dann die Flecken des 3. Tergites weiter nach der Mitte zu
greifen, als die des 4. Tergites, so daß man von einer sehr breit
unterbrochenen Binde des 3. Tergites sprechen kann. Die $ mit
gelbem Schildchen können bei der var. scuiellata Mocs. gelassen
werden, da auch die von Mocsäry beschriebenen 2 eine Redu-
zierung der gelben Färbung des Abdomens aufweisen, die & da-
gegen, welche die eben beschriebene Färbung des Hinterleibs-
rückens aufweisen und zugleich schwarzes Schildchen haben,
nenne ich hiermit var. nov. pauperior.
Gen. Allantus Panz.
A. ruficeps Knw. &. Konow hat (Ent. Nachr., vol. 25, 1899,
5. 78) einen Allantus (Emphytus) ruficeps aus dem Kaukasus im
8. Heft
58 Dr. E. Enslin:
Q Geschlechte beschrieben. Die Art kommt außer im Kaukasus
auch in Kleinasien vor. Konow vermutete, daß das: ihm un-
bekannte 3 schwarzen Kopf haben würde. Diese Vermutung hat
sich als richtig herausgestellt, denn das $ des A. ruficeps liegt mir
jetzt vor; der Kopf ist jedoch nicht ganz schwarz, sondern zeigt
stellenweise noch die rötliche Färbung des 9. Das $ unterscheidet
sich durch ein sehr auffallendes Merkmal von allen anderen Allantus
d; in der Mitte des Hinterleibsrückens sind nämlich häutige Flecken
vorhanden, wie sie etwa bei den $ von Loderus palmatus Kl. zu
sehen sind. Ich gebe im folgenden die Beschreibung des $: Kopf
schwarz, die Antennen vom 5. Glied an, an der Unterseite braun,
gelbrot sind der Clypeus, die Oberlippe, die Schläfen hinter den
Augen und die schmalen inneren Orbiten und mit diesen in Zu-
sammenhang stehend ein dreieckiger Fleck an der oberen inneren
Augenecke. Schläfen hinten gerandet. Scheitel wenig breiter als
lang, nur vorn mit kurzer Mittelfurche. Antennen etwas länger
als Kopf und Thorax zusammen, das 3. Glied etwas länger als
das 4. Thorax schwarz, die Ecken des Pronotums und die Tegulae
gelbrot. Beine schwarz, an den vorderen Beinen die Vorderseite
der Knie, Tibien und Tarsen schmutzig gelb, an den Hinterbeinen
die Vorderseite der Tibien wenig heller und die Tarsenglieder an
der Basis sehr schmal bleich. Flügel wie beim 2 leicht gelblich mit
leicht grau getrübter Spitze, das Geäder etwa bis zur Höhe des
Stigmas gelb, von da bis zur Spitze dunkelbraun. Stigma braun-
schwarz; Radialquernerv mit dem letzten Cubitalnerven fast
interstitial, Arealnerv mündet etwas vor der Mitte der Diskoidal-
zelle. Hinterleib schwarz; rotgelb sind daran: ein großer häutiger
Fleck in der Mitte des dritten und vierten Tergits, ein sehr kleiner
Fleck am Hinterrande des fünften Tergits, sehr kleine dreieckige
Flecken an der Seite des 7. und 8. Tergits, ferner ein dreieckiger
Ausschnitt in der Mitte des 8. Tergits, die Spitzenhälfte der Genital-
platte und die Genitalanhänge. L. 7 mm.
Gen. Amasis Leach
A. frontina Knw. 9. Konow hat (Zeitschr. Hym. Dipt. V,
1905, S. 243) eine Amasis frontina aus Kleinasien beschrieben, die
er nur im & Geschlechte kannte. Ich besitze das 9 aus Trans-
kaukasien. Es gleicht dem $ vollständig in der Färbung und
Skulptur, so daß eine eingehende Beschreibung nicht nötig ist.
Nur ist die Oberlippe schwarz, während sie beim & gelb ist. Der
gelbe Fleck der Stirne unter den Antennen ist von dem gelben
Clypeus durch einen schmalen schwarzen Zwischenraum geschieden.
Gen. Pachycephus Stein
P. konowi Kohl. 2. Zu den beiden schon länger bekannten
Pachycephus-Arten, P. smyrnensis Stein und P. cruentatus Evers.
hat Kohl (Annal. K. k. Naturhist. Hofmuseum XX, 1905) zwei
neue Arten aus Kleinasien beschrieben, den P. aeneo-varıus und
Über einige Tenthrediniden aus Kleinasien und Kaukasien. 59
den P. konowi, davon den ersteren nur im 9, den letzteren nur im
& Geschlechte. Während ich den P. aeneovarius aus eigener An-
schauung nicht kenne, besitze ich den P. konowi in beiden Ge-
schlechtern. Das $ stimmt ganz mit der Beschreibung Kohls
überein, nur ist bei meinem Stück das 9. Tergit ganz gelbrot, nicht
nur in der Mitte, wie Kohl angibt. Das 2 ist dem P. cruentatus
außerordentlich ähnlich, indem das Pronotum ganz rot ist, nur
der Vorderrand und ein Längsstreif in der Mitte des Pronotums
sind schwarz, während bei cruentatus 2 das Pronotum ganz rot
ist. Auch sonst bestehen noch einige Unterschiede in der Färbung
der Beine und Flügel, die in der nachfolgenden Tabelle hervor-
gehoben sind. Das letzte Hinterleibstergit ist natürlich auch hier
gelbrot. In der Skulptur stimmt das 9 ganz mit dem & überein.
Die Antennen sind bei dem mir gehörigen Pärchen 21gliederig.
L.. 13mm,
Bestimmungstabelle der Pachycephus-Arten.
1. Pronotum schwarz, höchstens gelb getleckt.
— Pronotum ganz oder größtenteils rot.
2. Grundfarbe des Körpers schwarz ohne Metallschimmer.
1. P. smyrnensis Stein
— Grundfarbe des Körpers schwarz mit deutlichem Metallglanz.
Im übrigen der vorigen in Färbung und Skulptur sehr ähnlich.
2. P. aeneovarıus Kohl
Pronotum ganz rot; Beine schwarz, nur die äußersten Knie rot;
Flügel leicht schwärzlich getrübt, Stigma hellbraun; Antennen
mit etwa 18 Gliedern. 3. P. cruentatus Evers
— Pronotum rot, der Vorderrand und ein Längsstreif in der Mitte
schwarz; Beine schwarz, an.den Vorderbeinen die Spitzenhälfte
der Schenkel und die ganzen Tibien gelbrot, an den Mittelbeinen
ebenso, die Tibien aber an der Spitze gebräunt, an den Hinter-
beinen die Schenkel ganz gelbrot, nur an der äußersten Basis
etwas geschwärzt, die Tibien an der Basis breit rotgelb; Flügel
stark schwärzlich getrübt, Stigma schwarzbraun, der Vorder-
rand gelblich. Antennen 21gliederig. 4. P. konowi Kohl
OD
}
ww
.
Dur
Da
1. Pronotum größtenteils rot, nur der Vorderrand und ein Längs-
streif in der Mitte schwarz. 3. P. cruentatus Evers.
— Pronotum schwarz. 2.
2. Oberkopf, Mesonotum und Hinterleibsrücken dicht und fein
punktiert. Beine ganz schwarz; Stigma schwarz; Antennen
mit 16—17 Gliedern. 1. P. smyrnensis Stein
— Oberkopf, Mesonotum und Hinterleibsrücken glatt oder kaum
punktiert, glänzend. Die breite Spitze der Schenkel, die hinter-
sten fast ganz, und größtenteils die Tibien gelbrot; Stigma
schwarzbraun, der Vorderrand gelblich; Antennen mit 20 bis
21 Gliedern. 4. P. konowi Kohl
8. Heft
60 Ä { Embrik Strand:
Eine | neue Sarrothripine von Neu-Guinea
(Lepid., Noctuidae).
Von
Embrik Strand.
Gen. Etanna WIk.
Etanna Moszkowskii Strd. n. sp.
17 3& von Holländisch Neu-Guinea, Baro 5. X. 1910 (Dr.
Max Moszkowski) — 9 siehe unten!
In Hampsons Monographie der Sarrothripinen (in: Cat. Lep.
Phal. Brit. Mus., Vol. XI, p. 220 sq (1912)) wird von dieser u. a.
durch einen tiefen Ausschnitt im Hinterflügel charakteristischen
Gattung, ein Merkmal, das übrigens wohl nur den Männchen zu-
kommen dürfte, nur eine im männlichen Geschlecht bekannte Art,
nämlich E. Mackwoodi Hamps. von Ceylon, behandelt; außerdem
zwei nur im weiblichen Geschlecht bekannte Arten, von denen die
eine auf Ceylon, die andere in Burma und auf Borneo vorkommt.
In allen Fällen hat Hampson nur Unica vor sich gehabt, was dafür
spricht, daß es sich um seltene Tiere handelt. Um so interessanter
ist das mir vorliegende reichhaltige Material, wodurch nicht bloß
eine wesentliche Ergänzung unserer Kenntnisse der Verbreitung
dieser Gattung erfolgt, sondern auch eine ganz neue Art eingeführt
werden muß. Diese, die ich nach dem Entdecker, dem verdienst-
vollen Zoologen und Forschungsreisenden benenne, steht jedenfalls
Etanna Mackwoodi Hamps. nahe, kann aber, nach der Beschreibung
und Abbildung letzterer (l. c., p. 225) nicht damit identisch sein.
Sie ist größer: Flügelspannung 18—20, Flügellänge 8,5—10 mm,
der Körper ist graulich mit nur ganz schwachem ockerfarbigem
Anflug sowie auf Kopf und Thorax ein wenig dunkler als am
Abdomen; das Kostalfeld der Vorderflügel hat eine subbasale
schwarze Querlinie, die Antemedianquerlinie ist weniger deutlich
gebogen, die dunkle Partie zwischen dieser Linie und der Flügel-
spitze erstreckt sich basalwärts fast bis zur antemedianen Quer-
linıe, weshalb das zwischen den beiden Querlinien gelegene Median-
feld in der Mitte am dunkelsten zu sein scheint, am Hinterrande
dagegen einen größeren, am Vorderrande einen kleineren hellen
Fleck trägt, die Umgebung des Analwinkels ist in allen Fällen hell,
die Flügelspitze fast in allen Fällen dunkel; die Fransen sind ab-
wechselnd hell und dunkler gefleckt und matt, im Hinterflügel
dagegen weiß mit silbrigem Schimmer, an der Flügelspitze jedoch
in der proximalen Hälfte schwach rötlich angeflogen. — Auf der
Unterseite der Vorderflügel findet sich längs der Rippe 12 eine Binde
dichter, langer, anliegender Schuppenbehaarung, die nicht mit der
Behaarung um die Androconien zusammenhängt und bei E. Mack-
woodi zu fehlen scheint. Ohne dies Merkmal wäre ich geneigt ge-
Eine neue Sarrothripine von Neu-Guinea. 61
wesen, die vorliegende Form als eine Varietät von E. Mackwoodi
aufzufassen. — Die Femoren I tragen innen eine dichte Bürste
dunkler Haare: | -
Zusammen mit diesem & wurden 3 weibliche Exemplare ge-
sammelt, die von den SG in erster Linie durch die ganzrandeten
Hinterflügel abweichen. ‚Sonst stimmen sie mit den dd so gut, daß
an die Zugehörigkeit zur Gattung nicht gezweifelt werden kann.
Im .Vorderflügel ist die hellere Färbung des Kostalfeldes auffallend
verglichen mit dem der d&, was bei dem Exemplare, das ich als
die-Type betrachte, besonders scharf hervortritt, indem hier: eine
rein weiße, schmale, nach hinten schwach konvex gebogene Längs-
binde von der Flügelspitze bis zum Vorderrande unweit der
Basis sich erstreckt. In der Basalhälfte des Flügels folgt hinter
dieser Binde und derselben anliegend eine etwas breitere, ocker-
gelbliche Binde und in der Mitte des Medianfeldes wird die weiße
Binde hinten durch einen schwarzen Längsfleck begrenzt. Bei
dem zweiten vorliegenden Exemplare scheint dieser Fleck, der hier
größer und scharf markiert tiefschwarz ist, sich durch einen viel-
fach unterbrochenen und schmalen schwärzlichen Streifen gegen
die Flügelwurzel zu verlängern, allerdings ohne diese zu erreichen.
An den Zeichnungen ist sonst abweichend, daß die innere Quer-
linie der Vorderflügel erheblich stärker S-förmig gebogen ist als
beim &, insbesondere in ihrer vorderen Hälfte. Flügelspannung
18—19 mm.
Das dritte der vorliegenden Weibchen stimmt so gut mit der
Abbildung von Eianna atrifasciata Hamps. (l. c., t. CLXXX,
p. 7), das ich es zu dieser ceylonischen Art vorläufig stelle;. ab-
weichend ist, daß die schwarze Binde in ihrer hinteren Hälite
vorn einem weißlichen Längsfleck anliegt und daß die postmediane
Querlinie fleckenförmig ist. Das Exemplar ist jedoch nicht aus-
gezeichnet erhalten; im Saumfelde dürften bei frischen Stücken
Zeichnungen erkennbar sein.
Ich halte es nicht für unmöglich, daß alle diese Exemplare von
Neu-Guinea in der Tat einer Art angehören und daß diese mit
E. Mackwoodi Hamps. 1902 und E. atrifasciata Hamps. 1896
konspezifisch ist. In dem Falle würde die Art also E. atrıfasciata
heißen müssen, mit Mackwoodi wahrscheinlich als Synonym und
Moszkowskii als Lokalvarietät. Letzterer Name ist also jedenfalls
berechtigt.
Anm. Die Gattung Scopariodsis Strand (in: Entomolog.
Rundschau 26, Nr. 23—24 (1909)) ist eine mit den Gattungen
Hesperothriba Hamps. und Garella Wlk. nahe verwandte Sarro-
thripine.
8. Heft
62 Embrik Strand:
Zur Kenntnis der neotropischen
Noctuidengattung Eugraphia Gn.
Von
Embrik Strand.
Es liegen mir von den anscheinend ‚seltenen‘ Eugraphien
ein Material von 10 Exemplaren aus dem Kgl. Zoologischen Museum
Berlin vor. Monographisch bearbeitet ist die Gattung in Hampsons
Catalogue, Vol. X, p. 792—795 (1910), wo im Ganzen 5 Arten
beschrieben und z. T. (Taf. CLXXIV) abgebildet werden. Mir
liegen vor:
Eugraphra splendens Druce.
Zwei 9 aus Ecuador, von Stübel imKüstenland, bei Guayaquil
oder Rio Daule gesammelt und in seinem Reisewerk (Weymer
und Maassen, Lepidopteren gesammelt auf einer Reise durch
Colombia, Ecuador, Peru, Brasilien, Argentinien und Bolivien in
den Jahren 1868—1877 von Alphons Stübel. Berlin 1890), p. 67,
leider unter dem unrichtigen Namen Eugraphia irretita Hb., auf-
geführt. Sie zeigen keine nennenswerten Abweichungen von
Hampsons Figur (tab. cit.).
Eugraphia irretita Hb.
Ein $& von Portorico, ein @ aus Brasilien.
Eugraphra effusa Druce.
Die Typen + 2 andere Exemplare von Chiriqui aus Staudingers
Sammlung.
Eugraphia extensa Strd. n. sp. cum ab. seriata Strd. n. ab.
Je ein @ von Brasilien (Virmond) und von Huayabamba, Peru
or. (Garlepp). Ersteres Stück ist von Hopffer irrtümlich als Eug.
ivvetita Hb. bestimmt.
Flügelspannung 30, Flügellänge 15, Körperlänge 14 mm.
Hat mit Eugr. splendens Druce so viel Ähnlichkeit, daß es genügt,
die Unterschiede hervorzuheben. Die Grundfarbe der Vorderflügel
ist ein wenig tiefer gelb, die dunkle Sublimbalbinde divergiert
nach hinten nicht so stark bezw. sie ist hinten von der dunklen
Limbalbinde weniger entfernt. Die Hinterflügel haben nicht
bloß einen schwarzen Fleck an der Spitze, sondern von dieser
erstreckt sich eine ebenso gefärbte Sublimbalbinde, die an der
Flügelspitze eine Breite von 4 mm erreicht, nach beiden Enden
aber allmählich schmäler wird, den Vorder-, aber nicht ganz den
Hinterrand erreicht und nach hinten vom Saume divergiert. Die
Unterseite der Hinterflügel zeigt bei der Type (von Peru) eine
schmale und zwar gleichbreite, fast gerade verlaufende schwarze
Binde von der Flügelspitze gegen den Analwinkel, kurz innerhalb
dieser Binde ist ein schwarzer Kostalquerfleck und weiter innen
ist ein kleiner runder schwarzer Subkostalfleck. Bei dem Exemplar
. Zur Kenntnis der neotropischen Noctuidengattung Eugraphia Gn. 65
von Brasilien ist auf .der Unterseite der Hinterflügel die Sub-
kostalbinde in Wegfall gekommen, nur ein kleiner Apikalpunktfleck
ist erhalten, dagegen verlängert der Kostalquerfleck sich als eine
ganz schmale Fleckenbinde gegen den Analwinkel ohne diesen zu
erreichen, während die Oberseite der Hinterflügel dadurch ab-
weicht, daß die Binde hinten verkürzt und auf der Rippe 2 unter-
brochen ist. Auf der Unterseite der Vorderflügel ist bei beiden Exem-
plaren eine schwarze Zeichnung, die etwa wie die dunkle Zeichnung
der Oberseite geformt, aber mehr zusammengeflossen und ganz
einfarbig ist. Übrigens sind die schwarzen Partien beider Seiten
nicht rein schwarz, sondern haben einen bräunlichen Schimmer.
Die Unterseite des Exemplares von Brasilien ist so stark ab-
weichend, daß diese Form eine besondere Bezeichnung verdient:
ab. seriata m.
Nach Hampson (l. c. p. 793) kommt in Paraguay eine Form
von Eugraphia splendens vor, die sich dadurch auszeichnet, daß die
Hinterflügel des Männchens weißer sind (mit Ausnahme des Ter-
minalfeldes) und ohne schwarze Flecke, die des Weibchens mit
schrägem schwarzem Strich von der Spitze oder einem großen
Fleck im Apikalfelde, der sich am hinteren Ende sporenförmig
verlängert. Ich halte es für recht wahrscheinlich, daß diese Form
mit der hier beschriebenen neuen Art identisch ist. Auf alle Fälle
ist jedenfalls eine besondere Benennung berechtigt.
Neue A berrationen der Noctuiden-Sub-
familie Catocalinae.
Von
Embrik Strand.
Im Anschluß an Hampsons Cat. of Lepid. Phalaenae, Bd. XII
(1913) führe ich hiermit eine Anzahl neuer Nebenformen von
Catocalinae ein und gebe dazu einige kritische Bemerkungen zu
genanntem Katalog.
Gen. Catabapta Hulst
Catabapta insolabilis Gn. ab. insolabilella Stra. n. ab.
Q@. Kleiner, bloß 66 mm Flügelspannung (die Hauptiorm
74—82 mm); Kopf, Thorax und Vorderflügel viel brauner.
— Unter der Hauptform vorkommend. Nord-Amerika.
CGatabapta innubens Gn. ab. innubenta Strd. n. ab.
Vorderflügel ohne schwärzliche Beschattung von der Basis
des Vorderrandes bis zum Saume hinter der Spitze. — Nord-
Amerika.
Catabapta subnata Grote ab. subnatana Strd. n. ab.
Vorderflügel ohne schwarze Striche unter (hinter) der Zelle.
— Vereinigte Staaten.
8. Heft
64 h | "Embrik Strand:
Catabapta neogama Sm. & Abb. ab. arizonae Strd. n. ab.
Die Terminalbinde der Hinterflügel unterbrochen. — Arizona.
Gen. Mormonia Hb.
Mormonia dula Brem. ab. dulana Strd. n. ab.
Vorderflügel ohne weißliche Färbung im Mittelfelde, die
Hintertibien nur gegen die Basis bedornt. — Ost-Asien.
Mormonia bella Butl. ab. bellordes Strd. n. ab.
Vorderflügel weniger grau gefärbt. — Ost-Asien.
Gen. Catocala Schrk.
Catocala electilis WIk. ab. electilella Strd. n. ab.
Vorderflügel ohne schwarzen Medianschatten. — Vereinigte
Staaten.
Catocala briseis W. H. Edw. ab. briseana Strd. n. ab.
Im Vorderflügel ist ein Wisch innerhalb des Winkels der Post-
medianlinie und das Postmedianfeld mit Ausnahme am
Vorderrande und Hinterrande fast rein weiß. — Kanada.
Catocala deducta Ev. ab. uralensis Strd. n. ab.
Kopf, Thorax und Vorderflügel weiß ohne ockerbraune und
kaum mit irgendwelcher dunkelbrauner Beimischung. — Ural.
Catocala afghana Swh. ab. kaschmirensis Strd. n. ab.
Kopf, Thorax und Vorderflügel dunkelgrau mit kaum einer
Spur -von braun und viel stärker schwarz besprenkelt. —
Kaschmir.
Catocala junetura WIk.
ab. arızonensis Strd. n. ab. Vorderflügel mehr weiß gezeichnet,
insbesondere in der Costalhälfte des inneren Feldes und in
dem postmedianen und dem terminalen Felde mit Ausnahme
gegen den Hinterrand. — Arizona.
ab. juncturana Strd. n. ab. Vorderflügel im basalen und inneren
Felde bis. zur Subterminallinie schwarzbräunlich angeflogen.
— Arizona.
ab. juncturella Strd. n. ab. Vorderflügel bis zur subterminalen
Linie überall schwärzlich angeflogen. — Arizona.
ab. juncturelloides Strd.n. ab. Vorderflügel ohne braune Beschat-
tung, Hinterflügel mit ein wenig schmälerer Binde. — Mexiko.
Catocala ilia Cr. ab. ıliana Strd. n. ab.
Im Vorderflügel ist der reniforme Fleck weiß ausgefüllt. —
Nord-Amerika.
Catocala graeilis W. H. Edw. ab. iela Strd. n. ab.
Im Vorderflügel ist das Dorsalfeld schwarzbraun angelaufen,
ausgenommen an der Basis. — Kanada.
Gen. Ephesia Hb.
Ephesia nivea Butl.
tritt in Punjab in einer Form auf, die auf den Hinterflügeln
und der ganzen Unterseite weißer gefärbt ist: ab. albissima
Strd. n. ab.
Neue Aberrationen der Noctuiden-Subfamilie Catocalinae. 65
Ephesia Largetaui Obthr. ab. fuscida Strd. n. ab.
Die ganzen Vorderflügel rötlichbraun angeflogen. — China.
Ephesia nubila Butl.
ab. fuscipicta Strd. n. ab.: Vorderflügel im Medianfelde röt-
lichbraun angeflogen, ausgenommen nahe der Costa und auf
dem hellen Fleck in und unter der Zelle.
ab. nıgripicta Strd. n. ab.: Vorderflügel ebenda angeschwärzt,
ausgenommen nahe der Mitte der Costa und jenseits der Zelle.
— Japan.
Ephesia duplieata Butl. ab. yezonis Strd. n. ab.
Im Vorderflügel erstreckt sich ein gekrümmter schwarz-
brauner Schatten von der Mitte der Costa bis zur unteren
Ecke der Zelle und von da bis zum Saume unter der Spitze.
— Yezo in Japan.
Ephesia fulminea Scop. ab. combinala Strd. n. ab.
Die Saumbinde der Hinterflügel ist an der Submedianfalte
nicht unterbrochen. — Europa usw.
Gen. Audea WIk.
Audea bipunctata WIk. ab. abbreviata Strd. n. ab.
Im Hinterflügel erstreckt die schwarzbraune Terminalbinde
sich nicht hinter die Rippe 2. — Natal.
Audea melaleuca WIk. ab. nigrior Strd. n. ab.
Die ganze Färbung schwärzer. Abdomen an der Basis nicht
ockerfarbig. Unterseite der Vorderflügel mit schwarzgefärbten
Seidenschuppen, vor der Postmedianlinie nicht weiß. Hinter-
flügel mit einem dunklen Fleck an der Mitte der Costa. —
Transvaal.
Gen. Ulothriehopus Waller.
Ulothriehopus primulina Hamps.
ab. primulinodes Strd. n. ab.: Vorderflügel grauer, im Dorsal-
felde tief schwarz.
ab. primulinella Strd. n. ab.: Dorsal- und Terminalfeld der
Vorderflügel bleigrau mit grünlichem Anflug. — Süd- und
Ost-Afrika.
Gen. Crypsotidia N. C. Roths.
Crypsotidia mesosema Hamps. ab. dostfusca Strd. n. ab.
Hinterflügel rötlichbraun angefärbt. — Ost-Afrika.
Gen. Acanthodiea Schaus
Acanthodica xylinoides Schaus
ab. albovariegata Strd. n. ab. Vorderflügel weißlich gezeichnet,
die Stigmata weiß begrenzt und der Fleck unter der Zelle weiß.
ab. ochraceobrunnea Strd. n. ab. Vorderflügel hell ockerbraun
mit Ausnahme des Dorsalfeldes und dunkler Flecke im Costal-
felde.
ab. similia Strd. n. ab. Ähnlich voriger, aber die Vorderflügel
im Grunde rahmweiß. — Süd-Amerika.
Archiv für Naturgeschichte =
1913. A. 8. 3) 8. Heft
BB aberlBrarne
Gen. Nyetipao Hb.
Nyetipao strigipennis Mr. ab. ierminalıs Strd. n. ab.
& In beiden Flügeln ist das Terminalfeld viel stärker grau-
gefärbt. Im Vorderflügel erstreckt sich eine grauliche Linie
von der schrägen postmedianen Binde, welche Linie in der
Discalfalte nach innen und unter den Rippen 4 und 2 nach
außen gewinkelt ist. Hinterflügel mit verloschener post-
medianer und terminaler schwarzbrauner Binde. — Indien.
Nyctipao eaprimulgus F. ab. cinereosuffusa Strd. n. ab.
0. In beiden Flügeln ist das Feld außerhalb der Postmedian-
linie stark graulich gefärbt und mit auffallenden dunklen
Strichen, im Hinterflügel ist die weiße Linie außen verschwom-
men und zu einer breiten Binde erweitert, die dunkler ge-
strichelt ist. — Indien.
Nyetipao orion Hamps. ab. dilutebrunnea Stıd. n. ab.
Q. Vorderflügel in der Endhälfte hellbraun, aber mit dunklen
Flecken vor der Postmedianlinie und zwar von Costa bis zur
Rippe 4 und von Rippe 2 bis zum Hinterrande, ferner ein
dunkler subapicaler Costalfleck. Hinterflügel jenseits der
Postmedianlinie hellbraun. — Borneo. Ceram.
Nyetipao sumatrensis Hamps. ab. albidosuffusa Strd. n. ab.
Im Vorderflügel ist ein weißlicher Wisch zwischen den
Subterminal- und Postmedianlinien von Costa bis zur Rippe 6,
dann bis zum Hinterrand grau gesprenkelt. Im Hinterflügel
ist das Postmedianfeld weißlich angeflogen. — Sumatra.
Nyetipao albieineta Koll. ab. destrigata Strd. n. ab.
Das Saumfeld der Hinterflügel ohne weiße Striche auf den
Rippen. — Formosa.
Nyetipao dentifasecia WIk. ab. Zerminitincta Strd. n. ab.
d. Die Vorderflügel sind im Postmedianfelde reicher weiß
gezeichnet, im Hinterflügel ist die Costalhälfte weiß bis
jenseits der Mitte. — Unterseite weiß mit der Basalhälfte der
Vorderflügel und Basis der Hinterflügel, ebenso wie das Ter-
minalfeld beider Flügel angebräunt. — Queensland.
Nyetipao variegata Butl. ab. obliguemaculata Strd. n. ab.
Q. In beiden Flügeln ist der subterminale Fleck zwischen den
Rippen 4 und 3 schräg. — Salomonen.
Nyetipao leucotaenia Gn. ab. deochrata Strd. n. ab.
d. Flügel dunkler, kaum Spuren von Ockerfärbung vorhanden.
— Batchian. Neu-Guinea.
Nyetipao gemmans Gn. ab. gemmoides Strd. n. ab.
In beiden Flügeln ist die Binde jenseits der Postmedian-
linie zu einer rahmweißlichen Linie reduziert und die hellen
Zeichen vor der Subterminallinie fehlen. — Assam.
Neue Aberrationen der Noctuiden-Subfamilie Catocalinae. 67
Gen. Cyligramma Boisd.
Cyligramma fluctuosa Drury ab. obscurior Strd. n. ab.
Beide Geschlechter dunkler und zwar insbesondere das (&,
das einen purpurfarbigen Schimmer hat; Unterseite des &
purpurbräunlich, des @ etwas heller, Hinterflügel mit gelber
postmedianer Linie, die in die Zwischenräume schwache
Striche entsendet, die subterminalen Flecke tridentat. —
Komoren.
Cyligramma limaeina Guer. ab. limacinodes Strd. n. ab.
Das Postmedianfeld der Hinterflügel stark graugefärbt. —
Afrika.
Cyligramma amblyops Mab. ab. rhodesiana Strd. n. ab.
In Rhodesia kommt eine Form mit viel stärker grau gefärbten
Flügeln vor.
Cyligramma joa Boisd. ab. postreducta Strd. n. ab.
2. In beiden Flügeln ist die postmediane gelbe Binde reduziert
und bräunlich angeflogen. — Madagaskar.
Gen. Entomogramma Gn.
Entomogramma pardus Gn. ab. dseudopardalis Strd. n. ab.
Wie ab. dardalıs Saalm., aber die Vorderflügel mit großem
schwarzem Discoidalmondfleck. — Afrika.
Entomogramma fautrix Gn. ab. Zallescentia Strd. n. ab.
Thorax, Abdomen und Flügel blasser graubraun gefärbt. —
Indische Region.
Gen. Enmonodia Gn.
Enmonodia pulverulenta Hamps. ab. enmonodiana Strd. n. ab.
Im Vorderflügel ist ein ziemlich großer schwarzer Fleck, der
bisweilen bidentat ist, an der unteren Ecke der Zelle gelegen.
— Afrika.
Enmonodia endoxantha Hamps.
ab. dalliochracea Strd. n. ab. Die Flügel blaß ockerfarbig und
kaum braun besprenkelt.
ab. coerulescentiviridis Strd. n. ab. Beide Flügel blaß blaugrün
angefärbt. — Afrika.
Enmonodia vespertilio F. ab. mixtipicta Strd. n. ab.
d9. Thorax und Flügel weißlich und bräunlich-ockerfarben
und gelb angefärbt. Der Discoidalfleck der Vorderflügel ist
beim & stark reduziert. — Indische Region.
Enmonodia pudens WIk.
ab. Dudentia Strd. n. ab. Vorderflügel mit kleinem keilför-
migem dunklem Fleck an der unteren Ecke der Zelle.
ab. subpudens Strd. n. ab. Im Vorderflügel ist der Fleck unter
der unteren Ecke der Zelle größer und unregelmäßig gerundet.
ab. dunctimacula Strd. n. ab. Genannter Fleck ist stark
reduziert, fast punktförmig.
ab. absentimacula Strd. n. ab. Genannter Fleck fehlt ganz.
— Japan, Indische Region.
d*
8. Heft
68 Embrik Strand:
Enmonodia laetipex Hamps. ab. ellidtica Strd. n. ab.
Vorderflügel mitgroßem, elliptischem, schokoladebraunemFleck
unter der unteren Ecke der Zelle. — Borneo.
Enmonodia feniseca Gn.
ab. fenisecoides Strd. n. ab. Im Vorderflügel ist die subter-
minale Linie grau und undeutlich.
ab. bimaculifera Strd. n. ab. Die Vorderflügel tragen zwei
schwarze Flecke unter der unteren Ecke der Zelle.
ab. fenisecella Strd. n. ab. Die Flügel grauer und rotbraun
übergossen. — Indische Region.
Enmonodia ossigera Gn.
d ab. ossigerordes Strd. n. ab. Im Vorderflügel ist der Dis-
coidalmondfleck von dem Fleck unter der Ecke der Zelle
getrennt.
JIQ ab. bimaculata Strd. n. ab. Im Vorderflügel ist der Dis-
coidalmondfleck zu zwei kleinen Flecken reduziert, während
der Fleck unter der unteren Ecke der Zelle ganz fehlt.
Q ab. demaculata Strd. n. ab. Vorderflügel ohne Discoidalfleck
und ohne Fleck unter der unteren Ecke der Zelle. — Indische
Region.
Enmonodia unistrigata Gn.
ab. Guener Strd. n. ab. Im Vorderflügel ist der Discoidalfleck
zu zwei oder drei kleinen Flecken reduziert. — Indien.
ab. Hampsoni Strd. n. ab. Vorderflügel mit großem Fleck
an der unteren Ecke der Zelle und kleinem Fleck oberhalb
derselben. — Indien.
ab. sikhimensis Strd. n. ab. Die Flügel sind viel gelber, ins-
besondere in der Terminalarea der Vorderflügel und Hinter-
flügel und weniger braun gesprenkelt. — Sikhim.
Enmonodia meridionalis Hamps. ab. madrasensis Strd. n. ab.
Im Vorderflügel ist das Grünliche im postmedianen Costal-
felde und jenseits der postmedianen Linie durch Graulich
ersetzt. — Cuddapah in Madras.
Gen. Speiredonia Hb.
Speiredonia suffumosa Gn. ab. crameriana Strd. n. ab.
Q. Thorax und Flügel mehr ocker- und weniger braunfarbig.
— Indische Region.
Speiredonia indenta Hamps. ab. viridecinerea Strd. n. ab.
Die Vorderflügel des & sind im Basalfelde grünlich-grau. —
Indien.
Speiredonia martha Butl.
g. ab. macromacula Strd.n. ab. Im Vorderflügel ist ein großer
dunkler Fleck jenseits der unteren Ecke der Zelle.
gd. ab. bilobata Strd. n. ab. Im Vorderflügel ist der Fleck
jenseits der unteren Ecke der Zelle verbunden mit dem Fleck
oberhalb derselben zu einer bilobaten Figur, der obere Fleck
ist getrennt.
Neue Aberrationen der Noctuiden-Subfamilie Catocalinae. 69
Q. ab. ochrithorax Strd. n. ab. Thorax und Vorderflügel sind
mehr ockerfarbig und weniger olivenbraun angefärbt. —
China, Japan, Hongkong.
Gen. Donuea WIk.
Donuca spectabilis WIk.
Hampson beschreibt und bildet ab diese Art in seinem Cat.
Lep. Phal. XII (1913), p. 366—367, p. 72 ohne anzugeben,
daß sie im Novara-Werk unter dem Namen Serrodes (?)
xanthorrhoea Feld. & Rogenh. (t. CXII, p. 21, $) abgebildet
worden ist. Da letzterer Name nach der Angabe auf der Tafel
1873 publiziert worden ist, Walkers Name aber von 1865
stammt, so muß allerdings der von Hampson verwendete
Speziesname bleiben, wohl aber könnte vielleicht xanthorrhoea
als Aberrationsbezeichnung bleiben, indem diese Form
sich durch die auffallende, bläulichweiße antemediane Ouer-
binde der Vorderflügel auszeichnet, ferner durch scharf
markierte und doppelte helle Submedianbinde derselben Flügel.
Durch beide Merkmale weicht xanthorrhoea von den 5 mir
vorliegenden Exemplaren der Art hinreichend ab, um sie als
namensberechtigte Aberration auffassen zu können.
Von Kap York (Daemel leg.) liegt mir (im Kgl. Zoolog. Mus.
Berlin) ein & vor, das sich durch weißliche Bestäubung von
Thorax, Vorderflügelbasis und Postmedianfeld derselben
Flügel auszeichnet, während das Subbasalfeld und Saumfeld
auffallend dunkel sind. Diese Form, die mit der von Hampson
als ‚Ab. 1° bezeichneten Aberration wenigstens sehr nahe
verwandt ist, nenne ich ab. yorkensis m.
Nach Hampson kommt eine $-Form in Queensland vor, deren
weiße Mittelbinde auf der Unterseite der Hinterflügel nach
oben kaum die Rippe 7 überschreitet und die ab. gueenslandica
m. heißen möge.
Somit kennen wir jetzt 3 Nebenformen dieser Art.
Gen. Ctenusa Hamps.
Ctenusa eurvilinea Hamps. ab. obsoletilinea Strd. n. ab.
2. Im Vorderflügel sind die Ante- und Postmedianbinden
stark verwischt, der schwarze Medianfleck auf dem Vorder-
rande ist klein und der Medianschatten verloschen. Im Hinter-
flügel ist die postmediane Linie obsolet. — Abyssinien.
Cienusa pallida Hamps. ab. rufescentior Strd. n. ab.
&. Vorderflügel stärker rotgefärbt. — Südafrika.
Gen. Aecanthonyx Hamps.
Acanthonyx marginalis WIk.
ab. gilva Strd.n. ab. Thorax und Vorderflügel hellgelb, letztere
im Endfelde weißer. Hinterflügel nicht braungefärbt, im
Endfelde jedoch mit braun besprenkelt. Abdomen nicht
gebräunt, wohl aber mit schwachen rötlichen Segmentlinien.
8. Heft
70 Embrik Strand:
ab. angulata Strd. n. ab. Ähnelt ab. gilva, aber im Vorder-
flügel ist der Discozellularfleck auf der Medianrippe bis reichlich
vor die Mitte nach innen gewinkelt und am unteren Ende
ausgezogen.
ab. antealaris Strd. n. ab. Ähnlich, aber im Vorderflügel ist
der Discoidalfleck fast ganz verwischt. — Südafrika.
Acanthonyx pretoriae Dist. ab. zulu Strd. n. ab.
Thorax ockerweiß, die Tegulae an der Spitze rotbraun. Ab-
domen weiß mit ockerfarbenen Segmentlinien. Vorderflügel
ockerfarbig ohne rötlichen Anflug. Hinterflügel weiß mit
einem terminalen braunen Fleck auf der Rippe 4. — Zululand.
Gen. Miniodes Gn.
Miniodes phaeosoma Hamps.
ab. phaeosomoides Strd. n. ab. Vorderflügel mit einem schrägen
schwärzlichen Strich von der Mitte der Costa bis zum Saume
an der Rippe 2, während die weißen Figuren am Ende der
Zelle zu Flecken reduziert sind.
ab. phaeosomellä Strd. n. ab. Ähnlich, aber die Vorderflügel
gelb und rot, an der postmedianen Binde braun gestrichelt.
— Afrika.
I Gen. Dermaleipa Saalm.
Dermaleipa mierorhoea F. ab. ellitimacula Strd. n. ab.
Im Hinterflügel ist der schwarze Fleck ellipsenförmig und er-
streckt sich bis zur Rippe 7, die Terminalbinde ist viel breiter.
— Australien.
Dermaleipa parallelipipeda Gn.
ab. venimacula Strd. n. ab. Der Nierenfleck der Vorderflügel
ist schwarz ausgefüllt.
ab. /uteimacula Strd. n. ab. Im unteren Teil des Nierenflecks
der Vorderflügel ist ein gelber Fleck, während der Saum der
Hinterflügel scharlachrot gefärbt ist.
Q ab. brunneipicta Strd. n. ab. Im Hinterflügel ist das Basal-
feld braun gefärbt, in der Submedianfalte einen nach außen
gerichteten Winkel bildend; Submedianbinde verloschen.
ab. ochribrunnea Strd. n. ab. Kopf, Thorax und Vorderflügel
ockerfarbig und rotbraun angeflogen. Nordost-Rhodesia, die
anderen Formen werden vielleicht hauptsächlich westafrika-
nisch sein.
Dermaleipa metaphaea Hamps. ab. metaphaeana Strd. n. ab.
Der Nierenfleck der Vorderflügel ist schwarz ausgefüllt. —
Afrika.
Gen. Lagoptera Gn.
Lagoptera honesta Hb. ab. subhonesta Strd. n. ab.
Im Hinterflügel ist der schwarze Fleck größer, mehr ellipsen-
förmig und als eine Binde bis zur Rippe 1, wo er verwischt
ist, und bis zum Saume fortgesetzt. — Indische Region.
Neue Aberrationen der Noctuiden-Subfamilie Catocalinae. 71
Lagoptera regia Luc. ab. vegina Strd. n. ab.
Der Nierenfleck der Vorderflügel ist schwarz gefleckt. —
Australische Region.
Lagoptera inversa WIk. ab. ochrobrunnea Strd. n. ab.
Vorderflügel hell ockerbraun bis zur Postmedianlinie. —
Indisch-australische Region.
Gen. Minueia Mr.
Minueia Wiskotti Püng.
ab. fuscoirrorata Strd. n. ab. Vorderflügel grauer und dichter
rötlichbraun besprenkelt, das Postmedianfeld weißlich.
ab. diffusa Strd. n. ab. Vorderflügel mit verloschenen schwärz-
lichen Ante- und Postmedianbinden. — Palästina.
Gen. Heliophisma Hamps.
Heliophisma Klugi Boisd. ab. macnlilinea Strd. n. ab.
Im Vorderflügel sind die Linien gefleckt und schwärzlich, der
Nierenfleck mit schwarz ausgefüllt, ein schräger, gefleckter
schwarzer Strich erstreckt sich von der Flügelspitze bis zur
subterminalen Linie. — Afrika.
Heliophisma xanthoptera Hamps. ab. demaculata Strd. n. ab.
Im Vorderflügel sind die dunklen Zeichen im Basalfelde und
der Fleck unter der Rippe 7 in Wegfall gekommen. — Afrika.
Gen. Erceheia WIk.
Ercheia diversipennis WIk. ab. 9. Forsayethi Strd. n. ab.
@. Im Vorderflügel ist das Basalfeld rötlichbraun und schwarz
bis zur Submedianfalte angeflogen, ein ähnlicher Fleck im
Costalfelde zwischen den postmedianen und subterminalen
Linien und ein kleiner Wisch im Saumfelde zwischen der Rippe
3 und der Submedianfalte, die Striche im Innenfelde fehlen,
ein kleiner, elliptischer, brauner, mit schwarz gerandeter Fleck
unter der Mitte der Submedianfalte mit einem kleinen runden
Fleck oberhalb der Falte. — Indien.
Ereheia pulehrivena WIk. ab. dulchrivenula Strd. n. ab.
Im Vorderflügel ist der weiße Fleck jenseits der Zelle vor der
Postmedianlinie durch einen Schrägstrich mit dem Vorder-
rande verbunden. — Indische Region.
Ercheia eyllaria Cr.
ab. diffusistriiga Strd. n. ab. Im Vorderflügel ist ein diffuser
schwarzer Strich in der Submedianfalte von der Basis bis
zum Saume.
ab. diffusistrigatula Strd. n. ab. Ähnelt ab. cyllota Gn., hat
aber einen Strich wie ab. diffusistriga und der Nierenfleck
ist schwarz ausgefüllt.
ab. cyllarioides Strd. n. ab. Wie vorige Aberration, aber im
Vorderflügel ist das ganze Dorsalfeld und der Saum bis Rippe 5
gebräunt und der Nierenfleck ist nicht schwarz er
Indisch-australische Region.
8. Hett
12 | Embrik Strand:
Ereheia dubia Butl. Ä
ab. subdubia Strd. n. ab. Im Vorderflügel ist ein schwarzer
Fleck unter dem Ende der Zelle.
ab. clarıor Strd. n. ab. Im Vorderflügel ist das Basalfeld
nicht schwarzbraun.
ab. hitura Strd. n. ab. Wie vorige, aber das Dorsalfeld mit
verloschenem weißem Fleck im Dorsalfelde zwischen den
Ante- und Postmedianlinien.
ab. dubiosa Strd. n. ab. Vorderflügel schwarzbraun ange-
flogen, das Dorsal- und Terminalfeld rötlich braun. — Indisch-
australische Region.
Ercheia umbrosa Butl.
ab. umbrosana Strd. n. ab. Im Vorderflügel ist das Dorsal-
und Terminalfeld nicht rotbraun, die Terminalhälfte mit
schwachen hellen Strichen in den Zwischenräumen.
ab. subumbrosa Strd. n. ab. Ähnlich, aber die Vorderflügel
sind grauer braun mit einer diffusen schwarzen Binde in dem
submedianen Zwischenraum und kurzem weißen Strich in der
Submedianfalte vor der Postmedianlınie.
ab. Prominens Strd. n. ab. Vorderflügel mit scharf hervor-
tretenden ockerweißen und rötlichbraunen Strichen in den
Zwischenräumen, der Dorsalrand vor der Mitte ist weißlich
angeflogen und ebensolche Färbung findet sich jederseits der
Postmedianlinie und vor der Subterminallinie. — Süd- und
Ost-Asien.
Ercheia subsignata WIk.
ab. fuscobrunnea Strd. n. ab. Vorderflügel mehr einförmig
rötlichbraun gefärbt.
ab. nigroguttata Strd. n. ab. Vorderflügel mit schwarzen
Flecken im submedianen Zwischenraum vor den ante-
medianen und medianen Linien und jenseits der postmedianen
Linie.
ab. cinereotincta Strd. n. ab. Im Vorderflügel ist das Median-
feld grau bis zum Ring unter dem Ende der Zelle und der
Submedianfalte, das basale und dorsale Feld dunkler.
ab. albovariegata Strd. n. ab. Im Vorderflügel ist das Median-
feld weiß gezeichnet.
ab. flumbea Strd. n. ab. Vorderflügel bleigrau angeflogen in
und unter dem Ende der Zelle und jenseits der unteren Ecke
der Zelle. — West-Afrika.
Gen. Achaea Hob.
Achaea praestans Gn.
ab. praestantis Strd. n. ab. Im Vorderflügel ist Basal- und
Endfeld brauner, das weiße Medianfeld ist lebhaft saftgrün
mit weißlichem Anflug vor dem dunkel schokoladenbraunen
Apicalfleck.
Neue Aberrätionen der Noctuiden-Subfamilie Catocalinae. 19
‚ab. brunnescens Strd. n. ab. Vorderflügel brauner, das Feld
zwischen den äußeren der zwei Linien jenseits der Ante-
medianlinie und der Medianlinie hellgrün, gegen den Vorder-
rand weißlich werdend, der Fleck am Ende des Vorderrandes
lebhaft rot mit dunklerer Spitze.
ab. rufobrunnea Strd. n. ab. Vorderflügel ziemlich einförmig
rotbraun mit verloschenen Zeichnungen, das Feld zwischen
der äußeren der zwei Linien jenseits der Antemedianlinie und
der Medianlinie ist fast rein weiß.
ab. Zunulata Strd. n. ab. Vorderflügel rotbraun mit lunulaten
weißen Flecken jenseits der Medianlinie ober- und unterhalb
der Rippe 3.
ab. cinereovirescens Strd. n. ab. Ähnlich, aber die Grundfarbe
der Vorderflügel ist grünlichgrau. — Südost-Afrika. Mada-
gaskar.
Achaea radama Feld.
ab. vadamana Strd. n. ab. Im Vorderflügel ist der äußere
Teil des Medianfeldes bläulichgrün gefärbt und ohne weiße
Flecke jederseits der Rippe 3, das Schwarzbraun jenseits der
Mitte der Postmedianlinie ist zu Flecken beiderseits der Rippe
3 reduziert.
ab. radamella Strd. n. ab. Ähnlich, aber im Vorderflügel ist
der äußere Teil des Medianfeldes rotbraun ohne violette oder
grüne Beimischung. — Madagaskar.
Achaea mezentina Stoll
ab. mezentinodes Strd. n. ab. Im Vorderflügel ist das Median-
feld bräunlich ockerfarbig und die Postmedianlinie durch
ebensolche Färbung begrenzt.
ab. medioalba Strd. n. ab. Im Vorderflügel ist das Medianfeld
weiß, während im Dorsalfeld das Weiß zu einem Fleck auf
der Rippe 1 reduziert ist. — Indien.
Achaea serva F.
' Ach
| Ach
ab. Purpurascens Strd.n.ab. Vorderflügelpurpurfarbigrotbraun.
ab. fuscosuffusa Strd. n. ab. Vorderflügel rötlichbraun an-
geflogen mit einem graulichen Apicalfleck im Costalfelde.
ab. undulata Strd. n. ab. Vorderflügel mit wellenförmigen
schwarzen Zeichen an der Antemedianlinie, im äußeren Teil
des Medianfeldes und in der Mitte des Postmedianfeldes. —
Indisch-australische Region. Madagaskar.
aea mercatoria F.
ab. obscurior Strd. n. ab. Vorderflügel im Grunde dunkler.
ab. obligua Strd. n. ab. Vorderflügel mit ziemlich verloschener,
schräger, schwarzer Medianbinde gleich außerhalb der Zelle.
— Afrika. Indische Region.
aea trapezoides Gn.
ab. caeruleoalba Strd. n. ab. Vorderflügel im Costalfelde
jenseits der Postmedianlinie bläulichweiß angeflogen.
8. Heit
74 Embrik Strand:
ab. renimacula Strd. n. ab. Im Vorderflügel ist der Nieren-
fleck schwarz ausgefüllt. — Madagaskar. Maskarenen. Natal.
Achaea faber Holl. ab. faberis Strd. n. ab.
Im Vorderflügel ist der Nierenfleck schwärzlich ausgefüllt.
— West-Afrika.
Achaea boris Geyer ab. venata Strd. n. ab.
Der Nierenfleck der Vorderflügel ist schwarz ausgefüllt. —
Afrika.
Achaea albifimbria Wlk. ab. subvariegata Strd. n. ab.
Die Vorderflügel sind weniger gelb gezeichnet. — Afrika.
Achaea Lienardi Boisd.
ab. olivaceotincta Strd. n. ab. Kopf, Thorax und Vorderflügel
graubraun mit olivenfarbigem Anflug.
ab. partitana Strd. n. ab. Ahnelt ab. Partita Wlk., aber die
Vorderflügel mit dunklem subapicalem Costalfleck und einem
kleinen Fleck im Analwinkel.
ab. antemedvalıs Strd. n. ab. Im Vorderflügel ist die Ante-
medianlinie schwarz und an der Innenseite verschwommen.
ab. bienardina Strd. n. ab. Wie die f. fr., aber im Vorder-
flügel ist das Medianfeld und der subapicale Costalfleck tiefer
schwarz und mit einer schwarzen Binde vor der Antemedian-
linie. — Afrika.
Aehaea catella Gn.
ab. rufotincta Strd. n. ab. Vorderflügel mit rötlich angefloge-
nem Ante- und Postmedianfeld.
ab. nigrosuffusa Strd. n. ab. Die Vorderflügel sind vor der
Ante- und Postmedianlinie schwärzlich beschattet.
ab. medioalbida Strd. n. ab. Im Vorderflügel ist die innere
Hälfte des Medianfeldes weißlich. — Afrika.
Achaea melicerta Drury
ab. melicertordes Strd. n. ab. Vorderflügel mit schwarzen
Linien, Median- und Terminalfeld lilagrau angeflogen, der
Costalfleck jenseits der Postmedianlinie ist lilagrau und
schwarz begrenzt.
ab. melicertella Strd. n. ab. Die Vorderflügel sind ziemlich
einförmig dunkel rötlichbraun angefärbt. — Indisch-austra-
lische Region. |
Achaea obvia Hamps. v. umbrata Strd. n. var.
Ein $ von: N.-Kamerun, Bangme 1000 m, Mitte VI—VII,
1899 (G. Conrau) (Zool. Mus. Berlin).
Mit Achaea obvia Hamps. (cf. Cat. Lep. Phal. XII, p. 512,
t. 217, f. 14) nahe verwandt, weicht aber durch folgendes ab:
Das Medianfeld der Vorderflügel ist dunkel ausgefüllt, so daß
es fast nur noch durch die hell bräunlichgelben doppelten
Randbinden von den beiden angrenzenden Feldern abweicht,
die äußere dieser Grenzbinden verläuft nicht so gerade wie
fig. cit. andeutet, sondern ist zwischen der Rippe 3 und dem
7
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u
Neue Aberrationen der Noctuiden-Subfamilie Catocalinae. 75
Vorderrande gleichmäßig schwach basalwärts konvex ge-
krümmt, während die innere Grenzbinde ın der vorderen
Hälfte eine basalwärts, in der hinteren eine saumwärts kon-
vexe Krümmung erkennen läßt und außerdem leicht: wellig
gekrümmt ist wie bei der Hauptform. Am Ende der Zelle
ist ein undeutlich hellerer Ouerfleck, dem vorn und hinten
je ein kleiner schwarzer runder Fleck anliegen. Die Mitte des
dunklen Sublimbalfeldes läuft nicht in einen spitzen Zahn
aus. Ihorax und Abdomen sind schwärzlich-braun. Tibien
und Tarsen dunkel mit schmalen helleren Ringen. Der weiße
Apicalfleck der Hinterflügel erstreckt sich nicht weiter nach
hinten als bis Rippe 5. Flügelspannung 48 mm.
Achaea leucopera Druce ab. deviridata Strd. n. ab.
Ein & von: Kamerun, Nomiong b. Lolodorf a. Lokundjefluß,
10. III. 12. (Conrad) (Zool. Mus. Berlin).
Von Hampsons Abbildung dieser Art (l. c., t. 217, f. 15) ab-
weichend durch folgendes: Die submediane grünliche Binde
der Vorderflügel ist ebenso wie das folgende Feld graulich-
violettlich bepudert und daher nicht so scharf markiert und
rein grün, außerdem innen mehr gerade begrenzt. Der Apical-
fleck ist mitten angebräunt, so daß bloß noch 3—4 weiße Punkte
übrig bleiben; im Hinterflügel ist der weiße Apicalfleck hinten
schmäler, zugespitzt.
Achaea leucopera Druce ab. banjonis Strd. n. ab.
Ein 2 von: N.-W.-Kamerun, Banjo-Bamenda (Guillemain)
(Im K. Zoolog. Museum Berlin).
Ist eine noch stärkere Abweichung von leucopera als die von
mir beschriebene ab. deviridata m.; wenn letztere mir nicht
als Übergangsform vorläge, so würde ich die Form von Banjo-
Bamenda für eine andere Art halten müssen. Sie hat von
grünlicher Färbung im Vorderflügel keine Spur mehr, von der
violettlichen ist auch fast nichts, sondern die Flügelfläche
zeigt vielmehr eine hell graubräunliche Färbung, worin die
wellenförmigen Ouerlinien sich nur undeutlich erkennen
lassen. Die äußere Begrenzungslinie des Basalfeldes ist hier
ganz gerade und steht fast senkrecht auf den Hinterrand.
Der Apicalfleck beider Flügel wie bei der ab. deviridata. —
Ob der Unterschied sexuell ist ?
Gen. Ophisma Gn.
Ophisma pallescens WIk. ab. renalis Strd. n. ab.
Im Vorderflügel ist der Nierenfleck schwarz ausgefüllt. —
Indisch-australische Region.
Ophisma variata Schaus
ab. violaceosuffusa Strd. n. ab. Die Vorderflügel jenseits der
Medianlinie violettweißlich angeflogen.
ab. insignita Strd. n. ab. Vorderflügel mit lebhaft orange-
8. Heft
76 Embrik Strand:
farbenem Costalfleck vor und hinter der Postmedianlinie und
Flecken auf der Postmedianlinie unter dem Ende der Zelle
und oberhalb des Innenrandes. — Süd-Amerika.
Gen. Parallelia Hpb.
Parallelia anetica Feld. ab. aneticordes Strd. n. ab.
Vorderflügel mit fast ganz verschwommenen Stigmata. —
Fiji-Inseln.
Parallelia prisca Wk. ab. vavauensıs Strd. n. ab.
Im Vorderflügel ist das Postmedianfeld rötlichgelb ange-
flogen, die Subterminallinie rötlichgelb und ziemlich ver-
loschen; Saumfeld beider Flügel bisweilen gelb mit Ausnahme
des Analwinkels der Vorderflügel und Spitze und Analwinkels
der Hinterflügel. — Vavau (Freundschafts-Inseln).
Parallelia proxima Hamps. ab. Purpureogrisea Strd. n. ab.
Kopf, Thorax und Vorderflügel purpurgrau und mit dunkel-
braun beschattet. — Afrika. |
Paralielia pudiea Möschl. ab. derubida Strd. n. ab.
Graubraun ohne rötlichen Anflug. — West-Afrika.
Parallelia subacuta Beth.-Bak. ab. violaceomedia Strd. n. ab.
Im Vorderflügel ist das Medianfeld beiderseits der Median-
linie violett-weißlich angeflogen. — Brit. Neu-Guinea.
Parallelia joviana Stoll ab. jovia Strd. n. ab.
Im Vorderflügel ist das äußere Medianfeld nicht dunkler als
die Grundfärbung und die Postmedianlinie ist innen dunkel-
braun angelegt. — Indisch-australische Region.
Parallelia analis Gn. ab. Rangraönsis Strd. n. ab.
Blasser. Im Vorderflügel ist die Medianbinde breiter gegen
den Dorsalrand. — Kangra (Indien).
Parallelia senex Wlk. ab. medioobscura Strd. n. ab.
Im Vorderflügel ist der äußere Teil des Medianfeldes dunkler.
— Australische Region.
Parallelia latifaseia Warr. ab. armata Strd. n. ab.
Zwischen den medianen und terminalen Sporen der Hinter-
tibien finden sich ein oder zwei Stacheln. — Indien.
Parallelia ereetata Hamps. ab. erectatella Strd. n. ab.
Im Vorderflügel ist die äußere Hälfte des Medianfeldes heller
und die schwarzen Subapicalflecke des Costalfeldes reduziert.
— Afrika.
* ”
*
In Band XII (1913) von Hampsons Cat. of Lep. Phalaenae
kommen gar manche Fehler vor, die hätten vermieden Ban
können, z. B.:
Unter Nr. 7624 (Achaea ıllustrata W]lk.) und 7625 DR
dasybasis Hamps.) muß eine Verwechslung der Figuren statt-
gefunden haben, denn im Text wird hervorgehoben, daß die Basis
Further Additions to the Australian Proctotrypoidea. rt
der Hinterflügel von A. dasybasis nicht ‚‚tufts of rough hair‘ haben
soll, während die Figur solche Haare in starker Entwicklung dar-
stellt, während unter ıllustrata das Umgekehrte der Fall ist.
Dies bezieht sich aber nur auf die linke Hälfte der betr. Habitus-
figuren, während die rechte Hälfte (nur die Flügel) die Behaarung
richtig darstellt.
Die Tafel CCVIII enthält 10 Figuren, die angeblich zugehörige
Erklärung nur 9, während bei Taf. CCIX das Umgekehrte der Fall
ist. Wenn man nun z. B. p. 332 angegeben findet, daß Enmo-
nodia lactipex n. sp. auf Tafel CCIX, Fig. 10 abgebildet sein soll,
und man diese Tafel nachschlägt, so macht man die Entdeckung,
daß auf dieser Tafel eine 10. Figur überhaupt nicht existiert!
Unter dem schönen Namen bismarcıa (absichtliche Entstellung
von bismarckia!) beschreibt Hampson p. 297 eine neue Nyctidao,
die schon 1900 von Pagenstecher (in: Zoologica 29, p. 96) unter
dem Namen intermedia beschrieben wurde; letzterer Name fehlt
bei Hampson gänzlich.
„Spirama confusa, Butl. Ill. Het. B. M. VII, p. 78, pl. 132,
ff. 6—8 (1889) wird von Hampson als Synonym unter zwei ver-
schiedenen Arten aufgeführt! cf. p. 351 unter Nr. 7463 (Speire-
donia rvetorta) und p. 360 unter Nr. 7472 (Speiredonia trıloba).
„Agrotis‘“ daunus Druce 1889 fehlt ganz, trotzdem es in der
Tat eine Acanthodıca-Art ist und zwar ist sie gleich A. hages Druce
1900. A. hages Druce ist als Synonym zu daunus hinzustellen.
lamps., 1. c.,;p. 252.)
Further Additions
to the Australian Proctotrypoidea.
By
Alan P. Dodd, Nelson, via Cairns, Queensland.
The following additions to the Australian Proctotrypoidea have
recently been made by Mr. A. A. Girault and myself.
The types are in the collection of the South Australian Mu-
seum, Adelaide, S. A.
The magnification used was 2/, inch objective, 1 inch optic,
Bausch and Lomb.
Family Scelionidae.
Subfamily Seelioninae.
Genus Scelio Latreielle.
1. Scelio punctaticeps sp. nov.
Q Length, 4 mm.
Shining black; legs (including the coxae) and antennal scape
and pedicel golden yellow.
8. Heft
7s Alan P. Dodd:
Differs from ovi Girault in the ligther color of the legs, and
the antennal scape and pedicel; the head and thorax in ovı are
coarsely, reticulately rugulose, in Zunctaticeds the head has large,
circular, close punctures, these punctures on the thorax forming
rugoso-punctuation ; also the head in ovz has distinct pubescence,
in Dunctaticeps the head is without pubescence; otherwise the same
in all respects. Venation indistinct, the stigmal spot obsolete.
Habitat: North Queensland (Nelson, near Cairns). Des-
cribet from one Q caught by sweeping in forest, 20th March, '13
(A. P. Dodd).
Type: South Australian Museum, a @ on a tag, plus a slide
bearing antennae and forewings.
2. Scelio nıgricoxa Sp. nov.
d Length, 4 mm.
As in Punctaticeps Dodd but differs in that the coxae are
black, and the antennae are black (the scape is slightly suffused
with red); also the stigmal vein in dunctaticeps is slightly con-
vexly curved, the convexity distad, as in ov» Girault, while in
nigricoxa the stigmal vein is quite straight, as in australis Froggatt.
Antennae probably as in australis Froggatt, the third funicle
joint being dilated (the head was lost before the antennae could
be properly examined).
Habitat: North Queensland (Nelson, near Cairns). Des-
eribed from one d caught by sweeping in forest, 3rd May, '13
(A. A. Girault).
Type: South Australian Museum, a & ona tag, plus a slide
bearing wings.
Genus Macroteleia Westwood.
Macroteleia polita sp. nov.
2 Length, 2.25 mm.
Like unıcolor Dodd but the head and mesonotum are almost
smooth, bearing only a very few setigerous pinpunctures, whereas
unicolor has scattered but distinct punctures; also the 1st funicle
joint is distinctly longer than the pedicel, and the 2.nd is distinctly
shorter than the 1st. Like inornata Dodd but that species has the
eoxae and first five antennal joints golden yellow, the centre of
the abdomen brown, not black, the pedicel is as long as the 1 st
funicle joint and the 2nd is scarcely shorter than the 1st.
Habitat: North Queensland (Nelson, near Cairns). Des-
eribed from one 9 caught by sweeping in forest, And August,
13 (A. P. Dodd).
Type: South Australian Museum, a @ on a tag, plus a slide
bearing antennae and forewings.
Genus Oßisthacantha Ashmeaa.
Opisthacantha giraulti sp. nov.
Q Length, 1.60 mm.
Further Additions to the Australian Proctotrypoidea. 79
Color and structure as in flauvpes Dodd but the 1st and 2nd
club joints of the antennae are not small and transverse but are
as long as the other joints; the forewings are considerably broader,
the marginal vein is only one-third as long as the moderately
short stigmal vein and the basal vein is distinct.
Habitat: North Queensland (Merriwa, near Cairns). Des-
cribed from one Q caught by sweeping in jungle, 26th July, ’13
(A. A. Girault).
Type: South Australian Museum, a @ on a tag, plus a slide
bearing head, antennae, and forewings.
Genus Leötoteleia Kiefter.
Leptoteleia aurea sp. nov.
Q Length, 1.30 mm (excluding the ovipositor).
Golden yellow, the scutellum darker; abdomen (except 1st
segment) suffused with dusky; eyes, ocelli, and antennae (except
the scape) black.
Head a little wider than the thorax. Thorax one-half longer
than wide; parapsidal furrows present, very wide apart; head
and thorax finely polygonally sculptured. Abdomen petiolate,
a little longer than the head and thorax united; wider than the
thorax; 1st and 2nd segments striate; 3rd segment the longest,
smooth; 1st segment as wide as long, without a horn; ovipositor
exserted for a length almost equal to that of the body. Antennae
12-jointed; scape long and slender; pedicel one-half longer than
wide; 1st funicle joint a little longer than the pedicel, twice as
long as wide; 2nd a little shorter than the1st; 3rdas wide as long;
4th wider than long; club 6-jointed, 1st joint small; 3rd slightly
the widest; 1—5 much wider than long. Forewings reaching apex
of abdomen; rather narrow; very slightly infuscated; marginal
cilia rather long; discal cilia fine, very dense; submarginal vein
attaining the costa a little before the middle of the wing; marginal
vein a little longer than the stigmal, which is moderately short,
|
oblique, slightly convexly curved, the convexity distad; post-
_ marginal vein a little longer than the marginal; basal vein scarcely
indicated.
Habitat: North Queensland (Nelson, near Cairns). Des-
‚ eribed from many ®s caught by sweeping in forest, August, '13.
Type: South Australian Museum, a 9 tagmounted, plus a
‚ slide bearing antennae and forewings.
Genus Baeoneurella Dodd.
Baeoneurella nigra Dodd.
1 2 labelled ‚‚On window, Finch Hatton, near Mackay, N.
OTdd., 17th October ’11 (A. A. Girault)“.
Genus Platyteleia Dodd.
The genus Platyteleia was founded on a single $ specimen,
| which was subsequently lost, the wings and antennae being retained.
8. Heft
Ben
80 Alan P. Dodd:
In describing the genus I mentioned that it differed from Aadro-
notus Foerster in having a naked transverse line on the
forewings, and in having the basal and median veins present.
I have recently captured a Q specimen which is undoubtedly the
other sex of the type species, latipennıs Dodd. The naked line on
the forewing in this specimen is not discernible, therefore no
doubt this line in the type specimen was caused through the discal
cilia being rubbed off. At present I will leave the genus as distinct
though it is certainly close to Hadronotus from which it differs in
general habitus, the thorax is distinctly wider than long, the
abdomen is as wide as long, the forewings extend beyond the apex
of the abdomen by one-half their own length, the basal and median
veins are present, and the marginal vein is nearly as long as the
stigmal. I have lately found a second species of the genus, which
will be described elsewhere. In general appearance the genus is
rather like certain Encyrtid genera.
Platyteleia latipennis Dodd.
2 Length 1.60 mm.
Shining black; legs (including the coxae) and antennal scape
ferruginous. Head and thorax coarsely reticulately rugulose.
Abdomen with the 1st segment striate, the remaining segments
longitudinally rugulose; 2nd segment slightly the longest. An-
tennae 12-jointed; scape very long and slender, equal to next six
joints combined; pedicel twice as long as wide; 1st funicle joint
as long as the pedicel; 2nd shorter, as wide as long; 3rd and 4th
wider than long; club 6-jointed, 2nd joint slightly the longest
and widest.
Habitat: North Queensland (Nelson near Cairns). Des-
eribed from one 9 caught by sweeping foliage in jungle, 28th
July, 137732 Pr Dpda).
Type: South Australian Museum, a @ on a tag, plus a slide
bearing head, antennae, and forewings.
Genus Plastogryon Kieffter.
Plastogryon nigricornis Sp. nov.
2 Length, 1.50 mm.
Black; legs (including the coxae), reddish yellow.
Head and thorax with fine polygonal sculpture; 1st abdominal
segment striate, remaining segments very finely reticulately ru
gulose. Antennae 12-jointed; pedicel slender, 21), times as long
as wide; 2nd shorter, a little longer than wide; 3rd as wide as long;
4th wider than long; club 6-jointed, 2nd joint slightly the longest.
Forewings reaching apex of abdomen; rather broad; hyaline;
marginal cilia short; discal cilia rather fine and dense; submarginal |
vein attaining the costa a little before the middle of the wing;
marginal vein as long as the stigmal, which is moderately long, |
Further Additions to the Australian Proctotrypoidea. 81
rather oblique; postmarginal vein 21% times as long as the marginal;
venation yellow.
Habitat: North Queensland (Nelson, near Cairns). Des-
cribed from one @ caught by sweeping in forest, And August, ’13
(A. P. Dodd).
Type: South Australian Museum, a $ on a tag, plus a slide
bearing head, antennae, and forewings.
Genus Hadronotus Foerster.
1. Hadronolus amplus sp. nov.
® Length, 1.30 mm.
Shining black; legs (except the coxae) and antennal scape
reddish yellow; funicle joints a little suffused with yellow.
Head a little wider than the thorax. Thorax as wide as long.
Head and thorax very finely reticulately rugulose. Abdomen no
longer or wider than the thorax; 1st segment, short, striate; nd
segment occupying one-half the abdominal length, finely longitu-
dinally rugulose. Antennae 12-jointed; pedicel almost twice as
long as wide; 1st funicle joint one-half longer than wide; 2—4
wider than long; club 6-jointed; joints 1—5 much wider than
long; 1st and 2nd short, very transverse; 3rd the longest and
widest. Forewings barely reaching apex of abdomen; moderately
broad, the apex rather rounded; a little infuscated ; longest marginal
cilia equal to one-sixth the greatest wing width; discal cilia fine
and dense; submarginal vein curving slightly downwards before
joining the costa about the middle of the wing; marginal vein very
short; stigmal vein rather short and oblique; postmarginal vein
21, times as long as the stigmal; venation dusky yellow.
Habitat: North Queensland (Nelson, near Cairns). Des-
cribed from one © caught by sweeping. in forest, 31st August,
13 (A. Ar Girault).: |
Type: South Australian Museum, a @ on a slide.
2. Hadronotus nigriceps sp. nov.
& Length, 1.25 mm.
Golden yellow; head, apical half of abdomen, and antennal
funicle black.
Head and thorax with fine polygonal sculpture; 1st and
2nd abdominal segments striate. Antennae 12-jointed (13-jointed
since one distinct ring-joint is present); pedicel one-half longer
than wide; 1st funicle joint slightly longer than the pedicel; 2nd
slightly shorter than the 1st; 3rd as long as the 1st; 4th a little
shorter than the 3rd; 4—9 subequal; last joint slender, three times
as long as wide. Forewings reaching a little beyond apex of ab-
domen; broad, the apex not very square; slightly infuscated;
marginal cilia short; discal cilia fine and dense; submarginal vein
curving downwards before joining the costa a little before the middle
of the wing; marginal vein short; stigmal vein moderately long
Archiv für Naturgeschichte 3
1918. A. 8. 6 8. Hett
32. Alan P. Dodd:
and oblique; postmarginal vein 21, times as long as the stigmal;
venation yellow.
Habitat: North Queensland (Nelson, near Cairns). Des-
cribed from one 3 caught by sweeping on edge of jungle, 30th
July, 13 (A. 0BDoda)r
Type: South Australian Museum, a & on a tag, plus a slide
bearing head, antennae, and forewings.
Genus Baryconus Foerster.
1. Baryconus (Ceratoteleia) superbus Dodd.
Q© Length, 2.60 mm.
Antennae 12-jointed; first six joints golden yellow; club suffu-
sed with yellow; pedicel fully twice as long as wide; 1st funicle
joint as long as the pedicel; 2nd shorter, scarcely longer than
wide; 3rd and 4th wider than long; club 6-jointed, joints 1—5
much wider than long, 1—3 of almost equal width. Basal abdominal
segment with a distinct horn; ovipositor not exserted. Head
darker than in the &. This species differs from splendidus Dodd
in having the ovipositor not exserted, and the postmarginal vein
a little longer than the stigmal.
Habitat: North Queensland (Nelson, near Cairns). Des-
cribed from one Q caught by sweeping in jungle, 30th July, ’13
(A. P. Dodd).
Type: South Australian Museum, a Q@ on a tag, plus a slide
bearing head, antennae and forewings.
2. Baryconus gloriosus Dodd.
& Antennae 12-jointed; scape yellow, remaining joints black;
pedicel one-half longer than wide; 1st funicle joint longer than
the pedicel, 24, times as long as wide; 2nd a little shorter than
the 1st; 3rd slightly shorter than the 2nd; 3-9 subequal.
Habitat: North Queensland (Nelson, near Cairns). Des-
crıbed from one & caught by sweeping in jungle, 1st August, ’13
(A. A. Girault).
Type: South Australian Museum, a & on a tag, plus a slide
bearing an antenna.
3. Baryconus dulcıs sp. nov.
Q Length, 2.20 mm.
Head black; thorax bright golden yellow; tubercle on basal
abdominal segment black; rest of 1st segment and basal third
of 2nd segment golden yellow; rest of abdomen black; legs and
first four antennal joints golden yellow; rest of antennae black.
Head scarcely wider than the thorax. Thorax a little longer
than wide. Abdomen distinctly longer than the head and thorax
united; a little wider than the thorax; 1st segment distinctly longer
than wide, with a raised tubercle; nd and 3rd segments about
subequal; ovipositor not exserted. Head and thorax with fine,
rather dense, punctures. Abdomen with 1st and basal third of
Further Additions to the Australian Proctotrypoidea. SZ
nd segment striate; rest of abdomen smooth. Parapsidal furrows
present. Postscutellum and metanotum unarmed. Antennae
12-jointed; scape long and slender; pedicel scarcely twice as long
as wide; 1st funicle joint a little longer than the pedicel; 2nd
shorter than the 1st, one-half longer than wide; 3rd slightly
longer than wide; 4th as wide as long; club 6-jointed, joints1—5
much wider than long; 3rd slightly the longest and widest. Fore-
wings almost reaching apex of abdomen; moderately broad; a
little infuscated; marginal cilia rather short; discal cilia fine,
very dense; submarginal vein attaining the costa a little beyond
the middle of the wing; marginal vein two-thirds as long as the
stigmal which is moderately long, very oblique, its apex curved
disto-caudad; postmarginal vein twice as long as the stigmal;
basal vein indistinct, very oblique; venation light brown. A species
resembling bellus Dodd and venustus Dodd.
Habitat: North Queensland (Nelson, near Cairns). Des-
cribed from one @ caught by sweeping in forest, 24th August,
13 (A. A. Girault).
Type: South Australian Museum, a @ on a tag, plus a slide
bearing antennae and forewings.
Subfamily Telenominae.
Genus Telenomus Haliday.
1. Telenomus oechalia sp. nov.
Q Length, 1.30 mm.
Shining black; legs (including the coxae) and first six antennal
joints lemon yellow.
Head slightly wider than the thorax. Thorax finely poly-
gonally sculptured. Abdomen as wide and a little longer than
the thorax; 1st segment short, striate; Qnd segment occupying
almost all the abdominal length. Antennae 11-jointed; scape equal
to next five joints combined; pedicel one-half longer than wide;
1st funicle joint as long and as wide as the pedicel; 2—4 as wide
as long; club 5-jointed, the joints distinctly wider than long,
loosely jointed; 1st joint the longest and widest. Forewings
extending well beyond apex of abdomen; broad; hyaline; marginal
cilia moderately short; discal cilia moderately coarse and dense;
submarginal vein attaining the costa about the middle of the
wing; marginal vein short; stigmal vein moderately long and
oblique; postmarginal vein scarcely twice as long as the stigmal;
venation pale yellow; indistinct. A species resembling olympus
Dodd and ocnus Dodd but easily distinguished by the large 1st
club joint, as well as by several other characters.
Habitat: North Queensland (Nelson, near Cairns). Des-
cribed from one @ caught by sweeping in jungle, $th May, 13
(A. P. Dodd).
Tvpe: South Australian Museum, a @ on a slide.
6= 8: Holt
84: Alan P. Dodd:
2. Telenomus opıs sp. nov.
Q Length, 1.10 mm.
Shining black; tarsi yellow; tibiae somewhat suffused with
rellow.
i Head slightly wider than the thorax which is one-half longer
than wide; finely polygonally sculptured. Abdomen as long as
the head and thorax united, no wider than the thorax; 1st segment
short, striate; 2nd equal to one-half the abdominal length, smooth.
Very similar to ossa Dodd but the 1st funicle joint is one-half
longer than wide, 2nd no wider than long; forewings scarcely as
broad; marginal vein fully one-half as long as the stigmal, only
one-fourth as long in ossa; stigmal vein rather shorter, quite
straight.
Habitat: North Queensland (Nelson, near Cairns). Des-
cribed from one ® caught by sweeping in forest and jungle, 30th
August, ’13 (A. P. Dodd).
Type: South Australian Museum, a @ on a slide.
3. Telenomus ophiusa sp. nov.
© Length, 1.25 mm.
Shining black, 1st abdominal segment golden yellow; legs
(including the coxae) and first seven antennal joints lemon yellow;
last four joints brown.
Head a little wider than the thorax. Thorax a little longer
than wide; finely polygonally sculptured. Abdomen no wider
than the thorax, as long as the head and thorax united,
distinetly longer than wide; 1st segment short; 2nd as
long as wide, equal to three-fourths the abdominal length; 1st
and 2nd segments striate.. Antennae 11-jointed; scape equal
to next six joints combined; pedicel twice as long as wide; 1st
funicle joint distinctly narrower than the pedicel and almost as
long, almost three times as long as wide; 2nd scarcely longer than
wide, 3rd as wide as long; 4th wider than long; club 5-jointed;
joints 1—4 much wider than long; 3rd the longest and widest.
Forewings extending a little beyond apex of abdomen; moderately
broad; hyaline; marginal cilia moderately long; discal cilia mode-
rately fine, dense; submarginal vein attaining the costa a little
before the middle of the wing; marginal vein as long as the stigmal,
which is rather short, scarcely oblique; postmarginal vein twice
as long as the marginal; venation very pale yellow.
Habitat: North Queensland (Nelson, near Cairns). Des-
cribed from one $ caught by sweeping in jungle, 5th June, '13
(ASP Dede):
Type: South Australian Museum, a @ on a slide.
4. Telenomus gloriosus sp. nov.
Q Length 0.85 mm.
Further Additions to the Australian Proctotrypoidea. 85
' Head and thorax shining black; abdomen golden yellow, the
apex dusky; legs (including the coxae) and antennal scape pale
honey yellow; rest of antennae brown.
Head scarcely wider than the thorax which is one-half longer
than wide, finely polygonally sculptured. Abdomen no wider than
the thorax, as long as the head and thorax united; 1st segment
short, striate; 2nd segment occupying two-thirds the abdominal
length, smooth. Antennae 11-jointed; scape equal to next four
joints combined; pedicel twice as long as wide; funicle joints
1—3 subequal, all a little longer than wide; 4th as wide as long;
club 5-jointed; joints 1—4 distinctly wider than long; 3rd the
longest and widest. Forewings extending well beyond apex of
abdomen; moderately narrow; hyaline; marginal cilia moderately
long; discal cilia fine and dense; submarginal vein attaining the
costa about the middle of the wing; marginal vein one-half as long
as the stigmal which is moderately long and oblique; postmarginal
vein fully twice as long as the stigmal; venation pale yellow, in-
distinct.
Habitat: North Queensland (Kuranda, near Cairns). Des-
cribed from one @ caught by sweeping on edge of jungle, 5th
January, '13 (A. P. Dodd).
Iype: South Australian Museum, a Q on a slide.
Genus Neotelenomus Dodd.
1. Neotelenomus beaius Sp. nov.
2 Length, 0.80 mm.
Shining black; abdomen, legs (including the coxae) and an-
tennal scape golden yellow.
Head distinctly wider than the thorax; head and thorax
finely polygonally sculptured. Abdomen a little longer but no
wider than the thorax; 1st and base of Qnd segment striate; Qnd
segment equal to two-thirds the abdominal length. Antennae
10-jointed; scape equal to next four joints combined; pedicel
twice as long as wide; 1st funicle joint as long and as wide as the
pedicel; 2nd a little longer than wide; 3rd as wide as long; club
5-jointed; And joint the longest and widest; joints 1—4 wider than
long. Forewings reaching a little beyond apex of abdomen; mo-
derately narrow; hyaline; marginal cilia moderately long; discal
cilia fine and dense; submarginal vein attaining the costa about
the middle of the wing; marginal vein one-half as long as the stigmal,
which is moder ately long and oblique ; postmarginal vein three times
as long as the stigmal; venation light brown, indistinct.
Habitat: North Queensland (Nelson, near Cairns). Des-
cribed from one @ caught by sweeping in jungle, 28th July, '13
(A. P. Dodd).
Type: South Australian Museum, a @ on a slide.
8. Heft
Sn
86 Alan P. Dodd:
2. Neotelenomus australis sp. nov.
Q@ Length, 1 mm.
Shining black; tarsi yellow; tibiae a little mc with yellow.
Structure as in beatus Dodd but the 2nd abdominal segment is
wholly smooth. Antennae 10-jointed; scape equal to next four
joints combined; pedicel slender, 21, times as long as wide; 2nd
as wide as long; 3rd wider than long; club 5-jointed; 1st joint
rather small; 2nd the longest and widest; joints 1—4 much wider
than long. Forewings reaching distinctly beyond apex of abdomen;
moderately broad, the apex rather rounded; hyaline; marginal
cilia moderately long; discal cilia fine and dense; submarginal
vein attaining the costa distinctly before the middle of the wing;
marginal vein one-third as long as the stigmal, which is modera-
tely long and oblique; postmarginal vein twice as long asthe stigmal;
venation yellow, distinct.
Habitat: North Queensland (Pentland, 200 miles west of
Townsville). Described from one $ caught by sweeping in forest,
26th "December, 7 125,4, 27 Giraule).
Type: South Australian Museum, a @ on a slide.
3. Neotelenomus pallidicornis sp. nov.
© Length, 1.25 mm.
Shining black; legs (including the coxae), and first six antennal
joints golden yellow. Structure as in beatus Dodd but the 2nd
abdominal segment covers three-fourths the surface. Antennae
10-jointed; pedicel 21, times as long as wide; 1st funicle joint a
little shorter than the pedicel, twice as long as wide; 2nd as wide
as long; 3rd wider than long; club 5-jointed; joints 1—4 much
wider than long; 1st a little the longest and widest. Forewings
extending a little beyond apex of abdomen; broad; hyaline; mar-
ginal cilia rather short; discal cilia moderately fine and dense;
submarginal vein attaining the costa about the middle of the wing;
marginal vein one-third as long as the stigmal, which is long,
rather oblique; postmarginal vein a little longer than the stigmal;
venation yellow, rather indistinct.
Habitat: North Queensland (Nelson near Cairns). Described
from one ? caught by sweeping grass a long streamlet in forest,
14th August, ’13 (A. P. Dodd).
Type: South Australian Museum, a @ on a tag, plus a slide
bearing head, antennae, and forewings.
4. Neotelenomus pallidiventris sp. nov.
Q Length 0.80 mm.
Black; abdomen light brown; legs (including the coxae), and
antennal scape pale honey yellow: rest of antennae brown.
Head distinctly wider than the thorax; thorax no longer than
wide; finely polygonally sculptured. Abdomen no longer or wider
than the thorax; 1st segment short, striate; 2nd segment occu-
Further Additions to the Australian Proctotrypoidea. 87
pying most of the surface, smooth. Antennae 10-jointed; scape
scarcely as long as next three joints combined; pedicel scarcely
twice as long as wide; ist funicle joint as wide and a little longer
than the pedicel, three times as long as wide; 2nd a little shorter;
3rd scarcely longer than wide; club 5-jointed, joints 1—4 distinctly
wider than long, 2nd the longest and widest. Forewings extending
a little beyond apex of abdomen; moderately broad; hyaline;
marginal cilia moderately long; discal cilia fine and dense; sub-
marginal vein attaining the costa slightly before the middle of the
wing; marginal vein one-half as long as the stigmal, which is
moderately long and oblique; postmarginal vein fully twice as
long as the stigmal; venation pale yellow, indistinct.
Habitat: North Queensland (Nelson, near Cairns). Des-
cribed from one 2 caught by sweeping jungle along a forest streamlet,
1st August, ’13 (A. A. Girault).
Type: South Australian Museum, a @ on a slide.
5. Neotelenomus psenudoclavatus Sp. nov.
Q Length, 1.05 mm.
Shining black; abdomen suffused with brown, yellow at its
base; legs (including the coxae), and antennal scape lemon yellow.
Head slightly wider than the thorax, which is a little longer
than wide, finely polygonally sculptured. Abdomen scarcely as
wide and slightly longer than the thorax; much narrowed at the
base; 1st segment short, striate; 2nd segment occupying most of
the surface, striate at its base, smooth for the rest. Antennae
10-jointed; scape scarcely as long as nect three joints combined;
pedicel twice as long as wide; 1st funicle joint a little longer than
the pedicel, three times as long as wide; And shorter, twice as long
as wide; 3rd shorter than the 2nd but longer than wide; club
5-jointed; scarcely wider than the funicle; the joints all longer
than wide, 2nd slightly the widest. Forewings extending well
beyond apex of abdomen; moderately broad; hyaline; marginal
cilia moderately long; discal cilia fine and dense; submarginal
vein attaining the costa about the middle of the wing; marginal
vein one-half as long as the stigmal, which is rather long and
oblique; postmarginal vein fully twice as long as the stigmal;
venation lemon yellow, rather indistinct. The twelfth Australian
species of the genus. Ä
Habitat: North Queensland (Kuranda, 1100 feet, near
Cairns). Described from one 2 caught by sweeping foliage on
edge of jungle, 17th May, ’13 (A. P. Dodd).
Type: South Australian Museum, a @ on a slide.
Subfamily Baeinae.
Genus Daeus Haliday.
Baeus leai Dodd.
8. Heft
88 Alan P. Dodd:
A 2 of this species was caught by sweeping jungle along a
forest streamlet, Nelson, near Cairns, 16th June, ’13 (A. P. Dodd).
The type specimen came from Sydney, New South Wales.
Genus Aphanomerus Perkins.
1. Aphanomerus bicolor Perkins.
A 2 of this species was caught by sweeping in forest, Nelson
near Cairns, Qnd August, 13 (A. P. Dodd). The species resembles
rufescens Perkins but is much more robust (length, 1.45 mm) and
the forewings are much broader.
2. Aphanomerus aureus SP. Nov.
Q Length, 1.30 mm.
Bright reddish brown; head black; legs golden yellow; apical
antennal joints dusky yellow.
Differs from #usıllus Perkins only in its larger and more
robust form; its rather darker color; also in Pustllus the abdomen
is fully one-half longer than wide, in aureus ıt is as wide as long.
Habitat: North Queensland (Nelson, near Cairns). Des-
cribed from one ® caught by sweeping in forest, 12th August,
"13 (A. P. Dodd).
Type: South Australian Museum, a @ on a slide.
(Genus Ceratobaeus Ashmead.
1. Ceratobaeus grandis Sp. nov.
Q Length, 2.10 mm.
Like flavicorpus Dodd but differs in its much larger size;
the horn on the basal abdominal segment reaches to the centre
of the scutellum; the marginal vein is one-half as long as the
very long stigmal vein; and the antennae are quite different.
Antennae 7-jointed; scape no longer than the next two joints
combined; pedicel slender, three times as long as wide; 1st funicle
joint as long as the pedicel and narrower, fully four times as long
as wide; 2nd one-half longer than wide; 3rd as wide as long;
4th a little wider than long; club large, 21, times as long as wide;
nearly as long as the scape.
Habitat: North Queensland (Nelson, near Cairns). Des-
cribed from one $ caught by sweeping in forest, 2nd August, 13
(Ar Dodd),.
Type: South Australian Museum, a @ on a tag, plus a slide
bearing head, antennae, and forewings.
2. Ceratobaeus aureus Sp. nov.
9 Length, 1 mm.
Golden yellow; eyes and ocelli black; apex of abdomen and
antennal club dark brown.
Abdomen no wider than the thorax; as long as the head and
thorax united; horn on basal segment short, blunt. Forewings
moderately narrow; a little infuscated; submarginal vein attaining
Further Additions to the Australian. Proctotrypoidea. .89
the costa about the middle of the wing; marginal vein one-half
as long as the stigmal which is rather short, a little oblique, slightly
convexly curved, the convexity proximad. Antennae 7-jointed;
scape equal to next five joints combined; pedicel one-half longer
than wide; funicle joints all small, much narrower than the pedicel;
1st as long as wide; 2—4 transverse; club large, fully twice as long
as wide, as long as the scape.
Habitat: North Queensland (Nelson, near Cairns). Des-
cribed from one $ caught on a window, January, ’13 (A. P. Dodd)
Type: South Australian Museum, a @ on a slide.
3. Ceratobaeus elongatus Sp. nov.
Q Length, 1.75 mm.
Head and thorax black; abdomen bright yellowish brown;
horn on abdomen black, but brown at its base; legs and antennae
golden yellow.
Abdomen narrow; not as wide as the thorax; twice as long
as the head and thorax united; the apex gradually coming to a
point; horn on basal segment fitting close against the thorax and
almost reaching to the head. Antennae 7-jointed; pedicel twice as
long as wide; funicle joints only a little narrower than the pedicel;
ist a little longer than wide; 2—4 wider than long; club as long
as the scape. Forewings reaching to only one-half the abdominal
length; moderately broad; almost hyaline; submarginal vein
terminating about the middle of the wing; marginal vein short;
stigmal vein moderately long, a little oblique, slightly convexly
curved, the convexity proximad; basal vein rather distinct, per-
pendicular. |
Habitat: North Queensland (Nelson, near Cairns). Des-
ceribed from one @ caught by sweeping in forest, 11th August,
188 (AP. Dodd).
| Type: South Australian Museum, a Q on a tag, plus a slide
' bearing antennae and forewings.
| 4. Ceratobaeus giraulti Dodd.
| A 2 of this species was caught by sweeping grass ın forest,
‚ Nelson, 7th August, ’13 (A. P. Dodd).
| 5. Ceratobaeus maculatus sp. nov.
Q Length, 1.40 mm.
Golden yellow, eyes, ocelli, apex of horn on basal segment,
a large spot on each side of the abdomen in the centre, and apex
‚of abdomen black. Structure as in fasciativentris Dodd but the
‚ horn on the abdomen reaches to the apex of the scutellum. The
thirteenth Australian species of the genus.
| Habitat: North Queensland (Nelson near Cairns). Des-
‚ erıbed from one ® caught by sweeping grass along streamlet in
forest, 7th August, ’13 (A. P. Dodd).
Iype: South Australian Museum, a @ on a slide.
8. Heft
90 Alan P. Dodd:
Genus Acolus Foerster.
1. Acolus flavides sp. nov.
@ Length, 1.10 mm.
Shining black; 1st abdominal segment, legs and antennae
honey yellow. Head and thorax with very fine polygonal sculpture;
abdomen longitudinally striate.. Thorax scarcely longer than
wide; abdomen as long as the head and thorax united; as wide
as the thorax; sessile; 1st segment very short; 3rd the longest
segment. Antennae 7-jointed; scape equal to pedicel and funicle
joints combined; pedicel stout, a little longer than wide; funicle
joints small; 1st as wide as long; 2—4 very transverse; club large,
one-half longer than wide, as long as the scape. Forewings reaching
the apex of the abdomen; rather broad; hyaline; submarginal vein
attaining the costa about the middle of the wing; marginal vein
short; stigmal vein rather long, a little oblique.
Habitat: North Queensland (Nelson, near Cairns). Des-
cribed from one @ caught on a window, May, ’13 (A. P. Dodd).
Type: South Australian Museum, a @ on a slide.
2. Acolus sılvensis Sp. noV.
Q Length, 1.30 mm.
Shining black; 1st abdominal segment golden yellow; legs
and antennae pale honey yellow.
Head wider than the thorax. Thorax a little longer than wide.
Abdomen subsessile, narrowed at the base; as long as the head
and thorax united, no wider than the thorax; 1st and2nd segments
short; 3rd equal to one-half the abdominal length. Head, thorax
and abdomen (except 1st and 2nd segments which are striate),
finely polygonally sculptured. Antennae 7-jointed; scape equal
to pedicel and funicle joints united; pedicel twice as long as wide;
funicle joints narrower than the pedicel; 1st one-half longer than
wide; 2—4 short, transverse; club large, twice as long as wide,
nearly aslong asthescape. Forewings reaching to apex ofabdomen;
broad; a little infuscated; marginal cilia short; discal cilia very
fine and dense; submarginal vein attaining the costa about the °
middle of the wing; marginal vein short; stigmal vein very long,
rather oblique; basal vein present; venation yellow. |
Habitat: North Queensland (Nelson, near Cairns). Des-
cribed from one @ caught by sweeping in and on edge of jungle, |
26th May, '13 (A. P. Dodd.)
Type: South Australian Museum, a @ on a slide.
3. Acolus amplus sp. nov.
Q Length, 1.30 mm.
Bright reddish brown; apex of abdomen, femora and tibiae,
and antennal scape and club dusky brown; rest of legs and antennae
golden yellow; eyes and ocelli black.
Further Additions to the Australian Proctotrypoidea. 91
Of robust form. Thorax scarcely longer than wide. Abdomen
a little narrower and scarcely longer than the thorax, only a little
longer than wide; 3rd segment equal to one-third the abdominal
length. Forewings reaching a little beyond apex of abdomen;
moderately narrow; hyaline; discal cilia rather coarse, dense;
submarginal vein attaining the costa before the middle of the
wing; marginal vein short; stigmal vein long, scarcely oblique;
venation pale yellow. Antennae 7-jointed; scape almost as long
as the pedicel and funicle joints united; pedicel slender, three
times as long as wide; funicle joints narrower than the pedicel;
1st twice as long as wide, 2—4 very short, transverse; club large,
21, times as long as wide, as long as the scape. The eleventh
Australian species of the genus.
Habitat: North Queensland (Nelson, near Cairns). Des-
cribed fromone ?caughtby sweeping jungle along a forest streamlet,
1st January, '13 (A. P. Dodd).
Type: South Australian Museum, a @ on a tag, plus a slide
bearing head, antennae and forewings.
Family Platygasteridae.
Genus Miramblyaspis Dodd.
Miramblyaspis mirabilis Dodd.
© Antennae 10-jointed; scape golden yellow, pedicel and
funicle joints dusky yellow, club -joints fuscous; antennae long
and slender; scape equal to next four joints combined; pedicel
twice as long as wide; 1st funicle joint distinctly longer and
narrower than the pedicel, six times as long as wide; 2nd subequal
to the 1st; 3rd slightly shorter, five times as long as wide; club
slender, 5-jointed, 1st joint slightly wider and a little shorter
than the last funicle joint, about 21, times as long as its greatest
width, cupuliform; 2nd, 21, times length of 1st, as long as the
pedicel and 1st funicle joint combined, fully four times as long
as ist gratest width, cupuliform; 3rd a little wider than the 2nd,
and only one-half as long, scarcely twice as long as wide, cylindrical;
4th slightly shorter than the 3rd; 5th as long as the 3rd.
Habitat: North Queensland (Kuranda near Cairns). Des-
cribed from one ? caught by sweeping grass and foliage on edge
of jungle, 19th .May, ’13 (A. P. Dodd).
Type: South Australian Museum, Q antennae on a slide with
g type appendages.
Note: The proofs have been read by me. Strand.
8, Heit
92 Hugh Scott:
H. Sauter’s Formosa- Ausbeute.
Nycteribiidae.
By
Hush Scott, M. A; E.L. S;, FE S,
(Curator in Entomology in the University of Cambridge, England).
In the Transactions of the Entomological Society of London
for 1908 (pp. 359—368 and Plate 18) I reported on a small series
of Nycteribiidae from the island of Formosa, which had been
received from the collector Herr Hans Sauter. I did not then know
that this material was only a small sample of Herr Sauter’s collec-
tion of these insects. But such was the case, and in 1912 at the
request of Dr. Walther Horn I undertook to examine the whole
of Sauter’s Formosan Nycteribiid material in the possession of
the Deutsches Entomologisches Museum. The collection consisted
of over 100 glass tubes, most of which contained several, and some
a large number, of specimens preserved in alcohol, together with
over 90 dried specimens.
The small series reported on in 1908 contained three species:
Penicillidia jenynsi, the $ of which was described long ago by
\Westwood, while the 2 was then described and figured by me for
the first time: and two other species, described as new under the
names Nycteribia (Listrododia) insolita and N ycteribia (Listropodia)
sauteri. The large collection which has now been examined con-
tains great numbers of these three species, together with smaller
numbers of two others (Penicillidia dufourı (Westwood) and
Nycteribia (Listropodia) Pedicularia Latreille), making 5 species
in all.
The two species described as new in 1908 have now proved
to be identical with two described in 1901 by Speiser from Sumatra.
Thus N. insolita Scott becomes a synonym of N. allotopa Speiser,
and N. sauteri Scott of N. parvula Speiser. It is unfortunate that
synonymy is thus increased, but Speiser’s descriptions were in-
complete and consequently I did not recognise the material
before me as identical with his species. Both his species were
described only from dried specimens; in the case of N. allotopa
only the ventral surface was described, and in that of Parvula
only one sex (92) was described, and in neither case were
figures given. I was further misled by the fact that when I sub-
mitted specimens to Dr. Speiser he himself considered both species
to be new, which may perhaps have been due to the Formosan
material in alcohol appearing very different to the dried original
examples. Ihrough the kindness of Dr. R. Gestro of the Museo
Civico at Genoa I have now seen the actual types of both species,
and the identity of insolita with allotoba and of sauteri with farvula
|
|
|
|
|
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Nycteribiidae. 93°
is established beyond doubt: but the more complete descriptions,
and the figures, are under the synonyms. |
It may be remarked that Nycieribridae are quite unfitted for
being preserved dry, the shrinkage that occurs, especially in the 9,
being often so great that essential features become unrecognisable.
Only when a large series of a species is obtained may some speci-
mens be mounted dry; in all other cases they should be preserved
in alcohol. It would also be well for entomologists to refrain from
describing new species from one aspect only — i. e., dorsal or
ventral surface alone — and also to refrain as far as possible from
describing them from only one sex.
Geographical Distribution. The five species include
no novelties, but from a geographical point of view they are very
interesting. The following is a summary of their areas of distri-
bution to far as at present known: {
Penicillidia dufouri: Europe, North Africa, Formosa.
Penicillidia jenynsi: Ceylon, Sumatra, China, Formosa.
Nycteribia (Listropodia) allotopa: Ceylon, Sumatra, China,
Formosa.
Nycteribia (Listropodia) parvula: Ceylon, Sumatra, Formosa.
Nyecteribia (Listropodia) bedicularıa: Europe, North Africa,
South Africa, Formosa.
Thus it appears that, so far as is known, three of the species
are Oriental: Penicillidia dufouri is principally Palaearctic: and
Nycteribia pedicularia seems to be very wide-spread, being widely
distributed in the Palaearctic Region and also recorded from South
Africa. There is perhaps an overlapping of Palaearctic and Oriental
forms in Formosa. The island itself lies in the Oriental Region: it
is crossed by the Tropic of Cancer, and its lofty mountains give
it a variety of tropical and temperate climates. The species of
Nycteribiidae herein discussed were not, however, found in separate
localities, but specimens of all were found together in the same
locality, and almost all the material is from the neighbourhood of
two towns — Anping and Tainan — in the one case on, and in the
other quite near, the Western Coast. The host-bat of all the For-
mosan specimens of these species is Miniopterus schreibersi Natterer,
a species which, sensu lato, is very widely-distributed, being known
from all the warmer regions of the Old World, and from Australia.
The present writer inclines to the belief that many species of
Nycteribiidae will prove to be very wide-ranging, which would not
be surprising in view of the distributional powers of their hosts.
In the introductory remarks of my earlier paper (op. cit.,
PP. 359, 360) I noted that Nycteribiidae of different genera and
species were found not only on the same bat-species but on the
same bat-individual. The examination of Sauter’s whole collection
shows that this is a perfectly common occurrence, in the case of
Miniopterus schreibersi at least. This state of things is quite
8. Heit
94 Hugh Seott:
comprehensible in the light of the following note made by Sauter,
which indicates that the bulk of the material was found in an old
temple where bats congregate in large numbers. I give the note
verbatim, as received through Dr. Horn: ‚Die Tiere dürften wohl
alle Miniobterus schreibersi als Wirt haben, obwohl ich bei der
großen Aufsammlung (in einem alten Tempel) auch von Myoltis
taiwanensis und Pipistrellus abramus Nycteribiiden abgelesen habe;
die beiden letzteren Arten hingen vereinzelt unter den Minvopterus,
sodaß die Parasiten bequem von einem Wirt auf den anderen über-
gehen respektive sich verirren konnten. Myotis und Pipistrellus
‘sind, wenn einzeln gefangen, meist völlig frei.‘
In the collection far the most abundant species is N yctieribia
allotopa, represented by a great number of specimens: next in
abundance is Penicillidia jenynsi, and third comes Nycteribia
parvula, both represented, by very long series: very much less
numerous are Nycteribia dedicularia, represented by 44 specimens,
and Penicıllidia dufouri, represented by only 16 specimens.
Variation. Examination of the long series of Formosan
material shows that there is some variation in the quantity of
bristles on the surfaces of certain of the abdominal plates. In
four out of the five species (i. e. in all except Penicillidia dufour:i)
it was found that the 2nd tergite of the 2 has its surface quite bare
in some specimens, but bearing a greater or less number of short
bristles in others. Similarly in the $ of Nycteribia allotopa the 4th
tergite has its surface quite bare in some specimens, bearing short
bristles in others. Likewise the isolated very long bristles, and
short thorn-like bristles, on the hind margins of certain segments
may vary in number and position. Thus in N. parvula 2 the very
long bristles on the hind margin of the chitinous tergite before
the anal segment may be 4 or 6 in number; and in N. Pedicularıa
the short thorn-bristles on the hind margin of the 4th sternite vary
considerably in number. Therefore, in determinations made from
few individuals, too much reliance must not be placed on whether
certain tergites are bare or bristly on the surface, or on the exact
numbers of thorn-bristles, &c.
In my earlier paper (op. cit., p. 362) I gave some description
ofalarva of Penicillidia jenynsi. In the larger material a number
of 22 of more than one species were found carrying larvae in
various degrees of extrusion from the abdomen, but time has
prevented a detailed examination of these being made. Some
specimens of Penicıllidia jenynsi bear fungi of the order Laboul-
beniaceae, and a note on the occurrence of these organisms on
Nycteribiidae is given under that species.
Note on the numbering of the abdominal tergites.
In my descriptions of the $ of N. insolita and N. sauteri (op. cit.,
pp. 365, 367), the first and second tergites were reckoned together
as tergite 1, and the true third tergite was called ‚‚tergite 2°“, and
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Nycteribiidae. 95
so on. This procedure was adopted because the true basal tergite
is more or less fused with the second, and in many species isin fact
scarcely discernible, so that the second tergite often appears to
be the first. But in the present paper this method is abandoned,
and the true basal tergite is reckoned as tergite1 (even if not very
distinctly separated from the second), the true second as tergite 2,
and so on. |
Penieillidia, Kolenatıi.
1. Penicillidia dufourı (Westwood).
Nycteribia dufouriı Westwood, Trans. Zool. Soc. London, I. 1835,
p. 290, pl. 36, figs. 49, 50.
Penicillidia dufourı Kolenati, Horae Soc. ent. Ross., II. 1863,
p. 72, tab. XI—XIIJ, fig. 24a—e.
Penicillidia leachi Kolenati, op. cit., p. 75, tab. XII—XIII, fig.
25 a—e.
Penicillidia dufourı Speiser, Arch. Naturg., 67. 1. 1901, p. 22.
This species is represented by a series of 9 & and 72. I can
see no distinguishing marks between them and some specimens
before me from Eastern Algeria. The principal interest of the
series lies in the fact that it demonstrates how wide the range of
this species is (as is also the case with the series of N ycteribia Pe-
dicularia discussed below). It was previously known from many
parts of Europe and from North Africa, and now that itis known
from Formosa, it will not be surprising if its range is found to
include many other localities.
List of the Material from Formosa.
In Spirit: Anping, 26. IX. 1906, 3 & 32. Tainan, 3. X. 1906,
Bon Tainan;7.1X»1906, 2:9.
Dried specimen: Tainan, dated X. 1907—9, 12.
2. Penicillidia jenynsi (Westwood).
N ycteribia jenynsi Westwood, 3, Trans. Zool. Soc. London, I. 1835,
p- 291, pl. 36. Figs. 29—34; Kolenati, Horae Soc. Ent. Ross.,
Il. 1863, p. 88.
Penicillidia jenynsi Speiser, &, Arch. Naturg., 67. 1. 1901, p. 28.
, Penicillidia jenynsi Scott, &®%, Trans. Ent. Soc. London, 1908,
p- 360, pl. 18, figs. 1—8.
The & of this species was first described by Westwood, and his
‚ description was merely quoted by Kolenati, who had not himself
‚seen the species. The & was redescribed by Speiser. In 1908
, I studied a few specimens of both sexes collected by Sauter in For-
mosa. I described and figured the 2 for the first time, and also gave
new figures of the $ abdomen and some notes on thissex. Now that
the whole of Sauter’s material has been submitted to me, there
is.found tobe among it a very large series of both sexes of this species.
8. Hett
96 Hier Huch Beott:
‚There is however but little to add to my former description
and figures. The 2nd abdominal tergite of the ? was described and
figured as quite bare on its surface, and this was correct as far as
concerned the material then before me. In many of the 22 contained
in the larger material it is also quite bare, but in some it bears
extremely short fine bristles on the middle part of the disc near
thehind margin; they cover a roughly triangular area with its apex
pointing forwards. The 2 oval chitinous plates representing one
of the sternites of the 2 (fig. 4b of my 1908 paper) sometimes have
the short stiff erect bristles on their surfaces more numerous and
covering almost the whole surface, instead of being found only
on its posterior part as in the figure referred to: also the transverse
chitinous plate (op. cit., fig. 4c) sometimes has short stiff erect
bristles scattered over itssurface, and not only near its hind margin.
It is just these variations from the form described as the type,
which are found strongly developed in two 22 from Ceylon collected
by Mr. Fryer. |
Among the dried material, 2 $ and 1 2 have a fungus of the
order Laboulbeniaceae growing on their abdomens. It appears te-
to grow chiefly on the pleural region. One & has two fairly large
groups in the pleural region of the 2nd and 3rd segments, and
other smaller groups on the posterior pafts of the abdomen: the
other & has a group on the anal segment near the base of one of
the claspers, and smaller pieces on the pleural regions of the 3rd
and 4th segments. The 2 has a large group more dorsolaterally
placed, just behind the posterior margin of the 2nd tergite, and
another dorsolateral group near the base of the anal segment.
A 2 of this same species collected in Ceylon by Mr. Fryer, and
preserved in alcohol, also bears two groups of this fungus, one on
either side of the abdomen: they are ventrolaterally placed, just
posterior to the two oval chitinous plates representing the (?)
4th sternite. Possibly the fungus is more pleural in position in
the $, owing to the soft connexival membrane being there exposed
between the harder tergites and sternites: while in the 2 abdomen,
where expanses of connexivum are exposed both dorsally and
ventrally, its position may be less restricted. Be this as it may,
in these specimens at any rate the fungus does not seem to be
attached to the harder chitinised portions.
The specimens bearing Laboulbeniaceae were submitted to
a mycologist, Mr. F. T. Brooks (Demonstrator in Botany in the
University of Cambridge). He considers the fungi to be almost
certainly identical with the form described by Peyritsch!) as
Laboulbenia nycteribiae (= Helminthophana nycteribie Thaxter?).
1) Sitzb. Ak. Wien, Math.-Naturw., Bd. 64, Abth. 1, 1871,
p. 441, Pl. 1.
?) Mon. Laboulbeniaceae, Mem. Amer. Ac. Arts and Sci., Vol. xü‘
No. 3, 1896, pp. 297—8, Pl. 8, Fig. 10.
n DIL ne ET -—
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Nvycteribiidae. 97
This species was recorded as found on European examples of
Penicillidia conspicua Speiser (= westwoodi Kolenati), N ycteribia
(Acrocholidia) vexata Westwood (= montaguei Kolenati), and
Penicillidia dufouri Westwood). Speiser also records?) the finding
of Labculbeniaceae on Cyclopodia macrura Speiser (New Pome-
rania), on specimens of Eucampsipodia hyrili Kolenati from Egypt
and from Burmah, and on German examples of Nycteribia blasıt
Kolenati. I am not aware that they have ever previously been
recorded from Penicıllidia jenynsi.
Eoc, China, Sumatra, ’Ceylon, N
"P. jenynsi was described from China, and is known from
Sumatra. Speiser (op. cit., p. 49) queries an old record 'from
Ceylon, but as stated above I have before me specimens from
that island. Its abundance in Formosa — in certain localities
at any rate — is proved by the subjoined list of material:
In spirit: Tainan, 3. X. 1906, 33 d, 46 2. Tainan, 6. X. 1906,
49 8: 54 9, Tainan, 7. X. 1906,20 4,29 2.
Dried specimens: Tainan, dated X. 1906 and X. 1907—9,
12 &, 13 2 (including 1 pair in Coitu, and 2 ZJ and 1 2 bearing
fungus).
Nycteribia, Latreille. Subgenus Listropodia (Kolenati).
3. Nycteribia (Listropodia) allotoba Speiser.
Nycteribia (Listropodia) allotopa Speiser, Arch. Naturg.,
#0.1.31901, 'P..37.
Nycteribia (Listropodia) insolita Scott, Trans. Ent. Soc.
London, 1908, p. 364, Pl. 18, figs. 9—13.
This species was described by Speiser from 1 $ and 1 2 from
Sumatra, preserved dry in the Museo Civico of Genoa; only the
ventral surface was described. Through the kindness of Dr. R.
Gestro, it has been possible for me to examine the actual types
of allotopa, and after close comparison I find that allotopa and
insolita are identical.
The original description under the name allolopa was very Incom-
plete, but after examination of the very long series now before me,
there isnot much to add to the description given under the synonym
insolita. I described and figured the 4th tergite ofthe gas quite bare
on itssurface: it wasso in the specimen then before me, and itis so
in many others, and it is so also in Speiser’s $ type of allotopa:
but in many of the Formosan dd it bears scattered short bristles
on its surface, ä very little longer but less dense than those on
tergites 2 and 3. Even the $ 5th tergite occasionally has one or
two short bristles on its surface. The 2nd tergite of the 2 varies
in a similar way. In the type of allotopa and in other specimens
its surface is quite bare, while in some of the Formosan specimens
it is fairly closely covered with short dark bristles from its front
2) Arch. Naturg,, 67. 1. 1901,.p: .20
Archiv für Naturgeschichte 3 i
1913. A, 8. f 8. Hett
98 | Hugh Scott:
to its hind margin, but apparently not near the lateral margins.
— The length and narrowness of the $ anal segment are charac-
teristic, and when this segment is viewed from the side it is often
seen to be curved ventrally. The curvature of the claspers (Speiser,
l. e., fig. b; Scott, op. cit., fig. 10) and the dark pigmentation of their
apices are also characteristic and constant. In the ? the constancy
of one characteristic feature throughout the series is noticeable:
on the dorsal chitinous plate before the analsegment (Scott, op. cit.,
fig. 11c), the 4 (or 6) long bristles do not alternate with the short
thorn-like bristles on the hind-margin, but stand in a curved
row on the surface of the segment some way in front of the hind-
margin. This is an unusual arrangement, for in a number of species
when short thorn-like bristles and long bristles are present, the two
kinds alternate along the hind-margin, several short ones standing
between each two long ones (cf. darvula 9, op. cit., fig. 17; &c.).
The appearance of the two portions of the @ anal segment on
either side of the anus varies greatly according to the degree of
distension of the abdomen: in gravid 99 they are divergent in
position, not parallel as in my fig. 11 (op. cit.).
There are before me a number of specimens of this species
from Ceylon, which are decidedly smaller than the Sumatran and
Formosan specimens, but which otherwise agree with them closely.
Loc. Sumatra, Ceylon, China, Formosa.
Sumatra: Caves of Lian si Paghe, 1 & 1 2 (Museo Civico,
Genoa); host unrecorded.
Ceylon: Peradeniya, X. 1911 and I. 1912, from Minvoßterus
schreibersi (J. C. F. Fryer).
China: Amoy, 1 & 1 2 from Miniopterus schreibersi var.
blebotis, preserved .dry in British Museum.
Formosa: The great abundance of specimens found on Mı-
niopterus schreibersi in this island is attested by the following
list of material:
In spirit: Tainan, 3. X. 1906, 80 3, 79 2. Tainan, 6. X. 1906,
34: 4,52 2. Tainan,:7..'X. 1906, 4168; 32 2! Taıherm A 7913
from an undetermined bat, 3 d, 4 9.
Dried specimens: Tainan, dated X. 1906 and X. 1907—9,
25 d 25 9.
4. Nycteribia (Listropodia) parvula Speiser.
Nycteribia (Listropodia) parvula Speiser, 9, Arch. Naturg.,
67.9. 38:
Nycteribia (Listropodia) sauteri Scott, SQ, Trans. Ent. Soc.
London, 1908, p. 366, Pl. 18, figs. 14—18.
This species was described by Speiser from 2 2 from Sumatra,
preserved dry in the Museo Civico of Genoa. As only the one sex
was described, without figures, and from dried examples, I un-
fortunately did not recognise the specimens received from Formosa
in 1908 as this species, but described and figured both sexes as
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Nycteribiidae. 99
a new species under the name sauteri. But after close comparison
with the actual type of darvula, kindly lent by Dr. R. Gestro,
I find that darvula and sauteri are identical.
In this species the femora and tibiae are not nearly so much
broadened as in some species of the subgenus Listropodia (see Scott,
op. cit., fig. 14 — and cf. fig. 13). The 5th tergite of the , which
I figured as quite bare (op. cit., fig. 15), may sometimes have one
or two short bristles on its surface. The shortness of the $ anal
segment, and the shortness and straightness of the claspers, together
with their pale colour and lack of dark pigmentation at the apex,
are constant and characteristic features.
Abdomen of the. In the 2 the second tergite was figured
by me (op. cit., fig. 17) as quite bare on its surface, and in some spe-
cimens it is so: but in Speiser’s type of darvula from Sumatra,
and in many of the Formosan specimens (perhaps the majority)
its surface is covered with very short scattered bristles. The long
bristles on the hind margin of the chitinous dorsal plate before the
anal segment (b. in Fig. 17, op. cit.) were figured as 4, but are
perhaps more usually 6, in number.
My figure of the under surface of the 2 abdomen (op. cit.,
fig. 18) was somewaht misleading, as the abdomen of the specimen
was much shrunken. Ina ® with distended abdomen it can be seen
that sternite 2 has three or four irregular rows of short bristles
on its surface and long bristles on its hind margin: sternite 3
has two irregular rows of short bristles on the posterior part ot
its surface and long bristles on its hind margin: sternite 4 is
bare on the membranons portion of its surface, but has two darker
and more firmly chitinised areas, separated in the middle line,
and each bearing alternating long and very short bristles on its
hind margin: [my former description and figure were erroneous,
stating that sternites 3 and 4 were both represented by two
chitinous areas, whereas in reality only sternite 4 bears such
areasl. Sternite 5 is without bristles on its surface, but in a
specimen with very distended abdomen the alternating longer and
shorter bristles on its hind margin are seen to form a bisinuate
line, at either end of which is a small area darker and more firmly
chitinised than the surrounding membrane. Sternite 6 is short,
bare, and membranous, with longer and shorter bristles on its
hind-margin forming two groups, separated by a very small space
in the middle line. Just behind this median space are about 6
bristles standing in front of the genital opening. Theanal segment
ventrally bears a pair of blunt protuberances, one on either. sıde
of the anus, bearing short bristles and at their apices long bristles:
[here again my former description is erroneous, stating that the
anal segment bears two pairs of blunt protuberances, whereas the
anterior pair really consisted of the lateral ends of the hind margin
‚of the 6th sternite protruding from the shrunken abdomen).
7* 8. Hetit
100 ‚er | Hugh Scott:
Loc. Sumatra, Formosa, Ceylon.
This species appears to have occurred on more than one
occasion in company with N. allotopa. The types of both species were
found in the cave of Lian si Paghe in Sumatra, though I have
seen no record of the host or times of capture. Among the For-
mosan material farvula and allotopa constantly occur from the
same individuals of Miniopterus schreibersi. And in Ceylon both
species were obtained by Mr. Fryer at Peradeniya on 30. I. 1912
from Miniodterus schreibersi, though whether or not from the same
individual is not stated.
Material. /n spırit: Tainan, 3. X. 1906, 45 &, 3929. Tainan,
6. X. 1906, 303, 20 2. Tainan, 7. X. 1906, 14 3 189. Taihorin,
VI. 1911, from an undetermined bat, 2 &.
Dried specimens: Tainan, all dated X. 1906 (except 1 G,
x1907—9), 98,62.
5. Nycteribia (Listropodia) pedicularıa Latreille.
Nycteribia pedicularia Latreille, Hist. nat. Crust. et Ins.,
XIV. 1805, p. 403, tab. 112, fig. 14.
Pthiridium latreillei Leach, Zool. Misc., III. 1817, p. 56. -
Listropodia latreillei Kolenati, Horae Soc. ent. Ross., II.
1863, p. 55, tab. VI—VII, fig. 18a—e.
24 4% and 20.99 are referred tor this speeies.7 Eor.@
long time I was in doubt whether to refer them to N.
(Listropodia) blasii Kolenati (op. eit, p. 49, tab. V, fig.
16a—e) or to N. (L.) Pedicularia Latreille (= Jlatreillei: Leach).
Finally I have come to the conclusion that these two are only
distinct forms of the same species, and that the Formosan series,
though in some respects intermediate, tends more to the pedi-
cularia-form. A somewhat lengthy explanation is necessary.
First the differences given by Kolenati between the two must
be considered, and the chief ones are tabulated below:
Listropodia blasii. Listropodia pedicularia.
Length 2 mm. Length 2.9 mm.
Thorax beneath only a little Thorax beneath much broader
broader than long, with front | than long, curve of the front
margin much rounded. margin much flattened.
d. 2nd tergite with short d. 2nd, 3rd, and Athrtergites
bristles on either side of its | with scattered short bristles on
surface, bare in the middle; 3rd | the middle part of their surfaces:
and 4th tergites bare on their | anal segment not much longer
surfaces: anal segment very ! than those preceding it. 3rd
long. 3rd and 4th sternites - and 4Ath sternites with short
with a few bristles only at the | bristles on their discs, the 4th
sides of the disc, the 4th with | with 14 ‚‚Borstenstacheln“ on
5 thorn-like bristles (Borsten- | its hind margin.
stacheln) in the middle of its 9. 2nd tergite transversely
hind margin. | trapezoidal with curved hind
H. Sauter’s Formosa-Aüsbeute,
Q. 2nd tergite more shield-
shaped, with scattered short
bristles only on the middle part
of the disc, with short and very
shorter between every two longer
long bristles on the hind margin,
3—5 short ones between every
two long ones. Connexivum re-
presenting the 3rd tergite with
alternating long and short brist-
les on its hind margin. 4th and
5th sternites bare on the disc,
on the hind margin bearing a
row of short bristles and a row
Nycteribiidae. 101
margin: with short bristles on
„the. middle’ part’ of the dise:
with longer and shorter bristles
on the hind margin, generally 3
ones. Connexivum; (= 3rd ter-
gite) without bristles on its hind
margin. 4th sternite bare save
‚. for some short bristles on the
middle of the disc near the hind
margin. 4th and 5th sternites
with long bristles on the hind
margin.
of alternating longer and shorter
bristles.
The above are the principal differences to be gathered from
Kolenati’s descriptions and figures, and they appear to me un-
satisfactory. For comparison I have had before me the following
material: 7 & and 16 9 of blasıi (in alcohol) from 4 different loca-
lities in Britain, named by Speiser, and kindly lent by the Hon.
N. C. Rothschild; 2 2 blasii preserved dry (determined by Licht-
wardt and Speiser respectively), and 1 g and 1 9 of Pdedicularıa,
also preserved dry and determined by the same gentlemen, all
kindly lent from the Deutsches Entomologisches Museum; and
lastly, 3 & and 2 2 collected at Hammam Meskoutine in Eastern
Algeria by Mr. P. A. Buxton, and referred by me to dedicularia.
Of course I have not seen the actual types of blasii or dedicularia.
The old writers Latreille, Leach, Curtis and Westwood, all of
whom have been consulted, mention no characters of dedicularia
which might distinguish it from the later described blasiv.
In size the German and Algerian specimens of dedicularia
are much larger than the British or German blasii: but the For-
mosan specimens, though corresponding in size more with the
blasii, yet have certain characters of Pedicularia. In the form of
the thörax beneath, I have been unable to detect much appre-
ciable difference in the two forms: in all the specimens the thorax
appears a little broader than long®), but how much so is very
difficult to measure, since its appearance is often deceptive and
differs greatly according to the exact angle at which it is viewed.
In the $ abdomen: the presence or absence of short bristles on
, the discs of the tergites is not alwavs a constant character. In the
, British examples of blasii the 3rd tergite has short bristles on its disc,
‘) Speiser, in his key for determining the species (Arch. Naturg.,
67. 1. 1901, p. 59) separates blasii from pedicnlaria by the form of the
thorax beneath: „rundlich, so breit als lang‘“‘ = blasiüüi, „breiter als lang“
= pedieularia. Schiner had previously adopted a nearly similar arrange-
ment in Fauna Austriaca, Dipt., II. 1864, pp. 654—6.
8% Heit
102 Hugh Seott: H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Nycteribiidae.
while on the 4th theyare present in small number in some specimens
and absent ın others; whereas according to Kolenati both tergites
should be bare. In the Formosan dd the And, 3rd, and 4th tergites
all bear short bristles on their discs, which is a character of Pedi-
cularia. In the length of the anal segment I can detect no great
difference in the two forms, and this also is sometimes deceptive,
the apparent length varying greatly according to the degree of
extension of the abdomen. The number of the short bristles on
the discs of sternites 3 and 4 appears to be variable: in two British
gg of blasii they extend across the discs of both sternites, but in
one of the specimens they are very scanty in the middle of the
4th. In the number of the short ‚‚Borstenstacheln‘‘ on the hind
margin of the 4th sternite there certainly appears to be a difference
between the British examples of blasii and the German and Algerian
pedicularia, the number being much greater in the latter, but in
the Formosan specimens the number varies greatly, and I have
counted 7, 9 and 11 in three different $&, which numbers are all
intermediate between those given by Kolenati for the two forms,
showing that this character ıs not always constant.
Turning to the ? abdomen: the shape of the 2nd tergite and
the nature of its posterior marginal bristles are the best characters
I have found for distinguishing the two forms. But even here the
Algerian ?2 present some difficulty, for though ın all other respects
they conform to dedicularia, yet the middle part of the hind margin
of the 2nd tergite approaches a little to the form found in blasıı.
The Formosan 92 all have this 2nd tergite decidedly of the Pedı-
cularia-form, 1. e. more trapezoidal, not produced into a blunt
shield-like shape in the middle behind, and with the marginal
bristles forming a more even row, the proportion of longer bristles
being more, so that often only one shorter one (instead of several)
stands between every two longer ones. The presence or absence
of longer bristles on the hind margin of the connexivum .repre-
senting the 3rd tergite is not in my opinion a good character.
In some at any rate of the named specimens of both blasıi and
pedicularia the most posterior bristles on the connexivum are
somewhat longer than those in front. The presence or absence
of a few short bristles on the posterior part of the middle of the
disc of the 4th sternite does not seem to be a good character; in
at least one British 2 of blasii they are present where they ought
to be absent, while in the Formosan 92 they are absent where
they ought to be present. In the marginal bristles on the 4th,.
5th, and 6th sternites there is a slight difference between the
Formosan specimens and the British 22 of blasii. In the blasıi
the short bristles form an irregular row a little in front of the long
ones: in the Formosan 92 the separation into two rows ıs less
evident, the two tending to coalesce into a single row oflong and
short bristles, and having a more even appearance.
Ch. Kerremans: H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Buprestiden. 103
In conclusion, it must be stated explicitly that blasii and
pedicularıa are not absolutely identical: but the present writer
considers the differences insufficient to entitle them to specific
rank, but rather that they should be looked on as two forms of the
same species. If this is so, the Formosan series is in some ways
intermediate: the thorax beneath is roundish and very little
broader than long (character of blasıti); the 2nd tergite of the 9
has decidedly the Pedicularia-form, but its disc bears only very
scanty minute bristles in some specimens and is quite bare in others;
and lastly the & 2nd, 3rd, and 4th tergites bear more or less short
bristles on their discs, which is a character of dedicularıa rather
than of blasıi.
If these conclusions are correct, the species must be known
by Latreilles name as ‚Nycteribia (Listropodia) pedicularia‘:
while Kolenati’s blasii will become ‚Nycteribia (Listropodia)
bedicularia Latr. var. blasii Kol.“ The term ‚‚var.‘ is here used
sensu lato, for it is uncertain exactly what rank — whether sub-
specific, varietal, &c. — should be assigned to blasıi. The geogra-
phical ranges of the two forms coincide at any rate in part. Both
are now known from many parts of Europe and from North
Africa (Tunis and Eastern Algeria): in addition dedicularıa is
recorded from South Africa by Speiser°), and from Formosa
in this paper. Both forms have been found on Minioßterus schrei-
bersii, and on several other hosts (most of which are not the same
for the two forms’).
List of the Material. /n spirit: Anping, 22. IX. 1906, 29,12.
Anping, 26. IX. 1906, 5 d, 5 2. Anping, 30. IX. 1906, 1 2. Tainan,
227721906, 1075, 12:9. Tainan, 6. X. 1906, 2 &, 1 2. Tainan, 7.
X. 1906, 2 8. -
Dried specimens: Tainan, dated X. 1906 and X. 1907—9, 3 d.
H. Sauter’s Formosa-= Ausbeute.
Buprestiden
3. Teil.
Von
Ch. Kerremans.
Anthaxia aeneocuprea nov. sp. — Long. 4,5; larg. 1,5 millim.
Ressemble a l’A. funerula Nlig., d’Europe, mais d’une colo-
ration generale un peu plus claire, les cöt&s du pronotum moins
arques et sa base ä peine convergente, mais presque parallele, sa
marge anterieure sans lobe median anguleux.
Oblong ovale, attenue en arriere, d’un bronz£ clair legerement
cuivreux.
: *5) Speiser, Arch. Naturg., 67. 1. 1901, pp. 53, 54.
8. Hett
T0O8 FaraR Ch. Kerremans: ;
Tete plane, legerement deprimee en avant, subrugueuse,
couverte d’une ponctuation tres rapprochee et tres reguliere.
Pronotum plus large que long et plus &Etroit en avant qu’en arriere;
la marge anterieure a peine bisinude; les cötes arques, obliques
en avant et un peu rentrants en arriere, leur plus grande largeur
un peu apres le milieu; une fossette transverale de chaque cöte,
dans les angles posterieurs; le disque convexe; la surface couverte
de points ocelles entre de tres fines rides transversales. Ecusson
assez: grand, triangulaire. Elytres de la largeur du pronotum,
transversalement impressionnes le long de la base, £troitement
rebordes et sans fossettes sur les cötes; la suture carende depuis
le quart posterieur jusqu au sommet le long d’un sillon longitudinal;
la surface tres finement et tres @egalement granuleuse. Dessous
concolore, un peu plus brillant que le dessus. — Banshoryo Distr.:
Sokutsu.
Sambus argenteus nov. sp. — Long. 5,5; larg. 2 millim.
Ecourte, les cötes paralleles, attenue et arrondi en arriere;
tete et pronotum cuivreux pourpre le sbords et la base de ce dernier
verdätre clair et couverts d’une courte pubescence grise; elytres
dores en avant et noir-violace en arriere, la partie dor&e recouverte
d’une courte pubescence argentee, la partie violacee, ornee, de part
et d’autre, de deux cercles concentriques a fond dore et couverts
d’une pubescence gris argente, le cercle interne plus grand que
l’externe. Dessous noir, couvert d’une courte pubescence grise,
assez sense.
Tete forte, inclinee en avant, bomb&e en arriere et longitu-
dinalement sillonnee. Pronotum convexe sur le disque, deprime
le long des bords et de la base, aplani sur les cötes, la surface
ponctuee ridee, avec une car&ne posterieure assez forte et arquee.
Ecusson transversalement carene. Elytres subparalleles sur les
cötes, assez largement et separ&ment arrondis en arriere, entierement
granuleux, et cöuverts de fines rugosites simulant des £cailles.
Dessous finement granuleux. |
Kankau: Koshun.
Sambus Horni nov. sp. — Long. 4; larg. 1,3 millim.
Oblong, attenue en avant et en arriere, dessus bronz&e plomb&
avec une large bande transversale glabre, noire et situ&e un peu
apres le milieu, les parties bronzees couvertes d’une courte pubes-
cence grise et d’un dessin, forme par une pubescence plus Epaisse,
limitant en avant et en arriere la bande noire, et formant des
bandes tres sinueuses. Dessous noir.
Tete etroite, peu inclinee en avant et faiblement convexe
en arriere, avec un fin sillon longitudinal; la surface finement
ponctuece. Pronotum en trapeze, faiblement bisinu& en avant
et en arriere; les cötes obliques et peu arques, le milieu du disque
sillonne, la surface couverte de fines rides sinueuses et paralleles.
Elytres de la largeur du pronotum ä la base, sinueux sur les cötes,
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Buprestiden 105
obliquement attenues en arc depuis le tiers posterieur jusqu’au
sommet, celui-ci avec un petit vide anguleux sutural; la surface
finement et tres egalement granuleuse. Dessous un peu moins
rugueux que le dessus et couvert d’une tr&s fine pubescence grise.
Kankau: Koshun.
Agrilus viduus nov. sp. — Long. 6,5; larg. 1,5 millim.
Subcuneiforme, un peu plus large en avant qu’en arriere;
tete et pronotum bronzes, elytres pourpr&-sombre; dessous bronze,
couvert d’une tres courte pubescence pulverulente et blanche
agglomeree en tache sur les cötes des quatre derniers segments
abdominaux. Ä
Tete forte et large; front aplani, avec deux sillons obliques;
reunis en forme de V chez la 2; front vert et plan, &; vertex sillonn&;
la surface rugueuse et ridee. Pronotum plus large en avant qu’en
arrıere; la marge anterieure tronquee, les cötes Elargis en avant,
arques, et convergents en arriere; la base bisinude; car&ne poste-
rieur courte et tres arquee,; marge laterale subsinueuse, carene
inferieure droite et unie a la marge laterale a hauteur de la jonction
de la posterieure avec celle-ci; la surface couverte de tres fines
rides sinueuses et transversales; le milieu du disque a peine im-
pressionne; une impression oblique, de chaque cöte, au dessus
de la car&ne posterieure. Ecusson transversalement carene. Elytres
arrondis a l’epaule et un peu plus larges que la base du pronotum,
largement deprimes a la base, creuses le long de la suture, sinueux
sur les cötes, subacumines et finement denteles de part et d’autre
au sommet, le creusement le long de la suture couvert d’une
pubescence grisätre, plus ou moins dense ou peu visible. Dessous
plus clair, moins rugueux et plus brillant que le dessus; men-
tonniere du prosternum grande et entiere; pattes peu robustes.
Kankau: Koshun.
Agrilus intrusus nov. sp. — Long. 6,5; larg. 1,5 millim.
Allonge, subcuneiforme, attenue en arriere, entierement d’un
vert plombe& et garni d’une courte pubescence gris-blanchätre, plus
dense en dessous qu’en dessus, ou elle est peu visible. Te&te assez
large, aplanie et sillonne, le sillon plus profond sur le vertex, qui
est convexe; la surface granuleuse et ponctude. Pronotum plus
large en avant qu’en arriere; la marge anterieure bisinude avec
un large lobe median arrondi; les cötes obliquement attenues en arc
vers la base; celle-ci bisinuee; le milieu du disque avec un sillon
elargi en arriere et n’atteignant pas le sommet; carene posterleure
arquee et allongee, atteignant la marginale avant le milieu; celle-cı
subsinueuse; l’inferieure allongee, arqu&e et depassant vers la base
la jonction des deux premie£res; la surface couverte de rides sinueuses
et transversales et obliquement deprimee sur les cötes le long de
la car&ne posterieure. Ecusson carene transversalement. Elytres
deprimes de part et d’autre ä la base, sinueux sur les cötes, legere-
ment elargis au tiers posterieur, obliquement attenues ensuite
(}
8. Lieft
106 Ch. Kerremans:
jusqu’au sommet, celui-ci subacumine et finement dentel&; la surface
tres finement et tres Eegalement granuleuse; la region suturale
aplanie, a peine deprimee. Dessous plus finement ponctu& que le
dessous; mentonni£ere forte, arquee; pattes greles.
Kankau: Koshun. |
Agrilus omissus nov. sp. — Long. 6,7; larg. 1,7 millim.
Allonge&, legerement elargi au tiers posterieur, attenue en arricre,
entierement bronze brun un peu cuivreux en dessus avec la t&te
un peu pourpree, les lytres avec, le long de la suture, une courte
pubescence grise plus accentuee vers le tiers posterieur; dessous
bronz& sombre en avant et presque noir en arri£re.
Tete forte, les yeux saillants en dehors, le front aplani, le
vertex a peine sillonne et assez convexe, la surface rugueuse et
couverte de rides sinueuses et transversales. Pronotum plus large
que long et a peine plus large en avant queen arriere; bisinue en
avant avec un large lobe median arque; les cötes arqu6s en avant
et sinueux en arriere; la base bisinuee; le milieu du disque avec
un sillon form& par deux fossettes superposees; carene posterieure
courte et arquee, rejoignant la marginale avant le milieu; carene
marginale sinueuse; l’inferieure arquee et rejoignant la marginale
apres le milieu; une faible depression oblique contre les carenes;
la surface couverte de rides sinueuses et paralleles. Ecusson court,
carene transversalement. Elytres faiblement deprimes a la base
et le long de la suture, arrondis a l’Epaule, sinueux sur les cötes,
legerement Elargis au tiers posterieur, obliquement attenues
ensuite jusqu’au sommet, celui-ci separement arrondi, subacumine
et finement dentele; la surface finement granuleuse, & rugosites
sımulant de tr&s petites &Ecailles. Dessous finement rugueux et ponctue;
mentonniere du prosternum grande et entiere; pattes m&diocres.
Kankau: Koshun.
Agrilus sorocinus nov. sp. — Long. 5,5; larg. 1,7 millim.
Assez robuste, attenu&e en arriere, entierement vert-noirätre,
couvert d’une courte pubescence soyeuse et grise, rare sur le dessus,
tres dense sur le dessous.
Tete assez forte, front aplani, vertex un peu bombe et faiblement
sillonn&; la surface finement et regulierement granuleuse. Pronotum
plus large que long et plus &troit en avant quen arriere; la marge
anterieure bisinuee avec un large lobe median arque; les cötes
presque droits, obliquement mais faiblement attenues vert l’avant;
la base bisinuee; car&ne posterieure peu accentuee, arquee, ne re-
joignant pas la marginale; celle-ci sinueuse; l’inferieure subsinueuse
et rejoignant la marginale vers la base; pas de sillon discal, les
cötes legerement deprimes le long des carenes; la surface couverte
de rides sinueuses et paralleles. Ecusson transversalement caren£.
Elytres deprimes a la base, la region suturale aplanie, sans de-
pression, sinueux sur les cötes et graduellement attenues depuis
la base ‚jusqu’au sommet; celui-ci separ&ment arrondi et tres
H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. Buprestiden. 107
finement dentete. Dessous tres finement granuleux; mentonniere
du prosternum grande et subsinueuse; pattes peu robustes.
Banshoryo Distr.: Sokutsu.
Agrilus lugubris nov. sp. — Long. 5; larg. 1,2 millim.
d assez convexe, attenue en avant et subacumine en arriere,
entierement noir avec le front vert clair, les cötes et les bords
anterieurs du pronotum bronze-verdätre clair.
Tete assez forte, front aplani, vertex bomb& et sillonn&; la
surface finement granuleuse et ponctude. Pronotum plus large
que long et plus Etroit en avant qu’en arriere; la marge anterieure
bisinuee avec un large lobe median arque&; les cötes presque droits,
attenues en avant et paralleles en arriere; la base bisinuee; carene
posterieure tres arquee et ne rejoignant pas la marginale; celle-ci
:droite, entierement visible en dessus, la car&ene inferieure droite,
largement separee de la marginale en avant et la rejoignant vers
la base; pas de sillon median, mais une legere depression transver-
sale et arqu&e au dessus dela base, a une certaine distance de celle-
ci; la surface rugueuse et couverte de rides sinueuses et paralleles.
Ecusson transversalement carene. Elytres deprimes a la base,
subparalleles et sinueux sur les cötes en avant, obliquement attenues
en ligne droite en arriere jusqu’au sommet; celui ci separ&ment
arrondi et finement dentel&e. Dessous assez rugueux;’ mentonniere
du prosternum forte et arquee; pattes mediocres et gre£les.
Kosempo.
Agrilus senilis nov. sp. — Long. 3,7; larg. 0,9 millim.
Oblong ovale, attenu& en.arriere, la tete et les bords du prono-
tum pourpre clair, le pronotum bronz&e pourpr& sombre, presque
noir; elytres bronz&e pourpr& clair et couverts d’une'courte pubes-
cence grise. Dessous de la nuance du pronotum.
Tete assez large et bombee, presque lisse; vertex sillonne.
Pronotum un peu plus large que long et plus &troit en avant qu’en
arriere; la marge anterieure bisinuee avec un large lobe median
avance et arque; les cötes faiblement arques; la base bisinuee;
le disque convexe, sans sillon median; car&ne posterieure grande
et arquee, rejoignant la marginale en avant du milieu; celle-ci
droite, moins accentude que la posterieure; l’inferieure sinueuse
et rejoignant la marginale un peu avant la base; une depression
de chaque cöte, la long des carenes; la surface couverte se rides
concentriques. Ecusson carene transversalement. Elytres de-
primes a la base, ruguement impressionnes le long de la suture,
sinueux sur les cötes, legerement &largis au tiers posterieur, attenues
ensuite jusqu’au sommet; celui-ci separ&ment arrondi et finement
dentele; la surface entierement couverte de rugosites simulant
de fines Ecailles. Dessous tres finement pointille, plus lisse que
le dessus; mentonniere du prosternum grande, avancee et arquee;
pattes peu robustes.
Kankau: -Koshun. Janvier 1914.
8. Heft
108 Dr. A. ©. Oudemans:
Acarologisches aus Maulwurfisnestern.
Von
Dr. A.C. Oudemans, Arnhem.
Dieser Aufsatz ist der zweite Teil meiner Studien an Maul-
wurfsnest-Material, wovon der erste Teil unter dem Titel ‚‚Sucto-
riologisches aus Maulwurfisnestern“ in der Tijdschr. v. Ent., vol. 56,
p. 238 bis 280, 1913, erschienen ist. N
Wie ich schon damals bemerkte, überließ mir Herr F. Hesel-
haus, Lehrer am Aloysius Collegium in Sittard (seit 1. Aug. 1912
am Ignatius Collegium ın Valkenburg), Holländisch Limburg,
nicht nur die Determinierung der Sucioria und Acarı seiner Aus-
beute aus Maulwurfsnestern, sondern erlaubte mir unter meinem
Namen alles zu publizieren, was mir nennenswert oder sogar neu
vorkam, wofür ich ıhm nochmals meine große Erkenntlichkeit
erkläre.
Die Reihenfolge der Spezies ist dieselbe wie in dem Aufsatze
des Herrn F. Heselhaus, S. J., welcher unter dem Titel „Über
Arthropoden in Maulwurfsnestern‘ inder Tijdschr. v. Ent.,
vol. 56, 1913, p. 195—237 erschien.
Ich behandele hier jedoch nur die Spezies oder deren Ent-
wickelungszustände, welche noch nicht oder ungenügend be-
schrieben sind.
Parasitus talparum Oudms.
(Textf. 1—12.)
1. März 1913. Parasıtus talbarum Oudemans, in Ent.-Ber.,
vol:3.:.N2770, P.333:.'Nph-+ TIL
Deutonympha. Mit Parasitus coleoptratorum (L.) nahe ver-
wandt und sofort davon zu unterscheiden, weil sie weniger breit
ist und keine dunklere Chitinisation am Vorderteil des sog. Sternal-
schildes hat.
. Länge des Idiosoma 1000 u; größte Breite etwas hinter der
Notocephale 660 u. Länge dieses Schildes 528 u; seine größte Breite
(am Hinterrande) 604 u. Länge der Notogaster 377 u; ihre größte
Breite (am Vorderrande) 509 u. Länge der Beine 1170, resp. 943
850 und 1225 u. — Gestalt etwas schlanker als Parasitus coleop-
tratorum (L.). — Farbe wie die der genannten Spezies.
Rückenseite (Textf. 5). Notocephale am Hinterrande am
breitesten, daher etwas dreieckig, aber mit starken Schulterecken,
so daß sie ebensogut fünfeckig genannt werden kann, allseitig von
einem schmalen Streifen weicher Haut umgeben; die Vorderecke
und die Schulterecken abgerundet, die Ränder zwischen dieser
Vorderecke und den Schulterecken etwas konkav, ebenso die
Ränder hinter den Schulterecken; der Hinterrand dagegen fast
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Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 109
gerade. Notogaster mehr oder weniger dreieckig; Vorderrand
ein wenig konvex; Seitenränder fast gerade; Hinterecke gerundet,
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‚ Parasilus lalparum Oudms. Deutonympha. — 1. Tarsus II sin. — 2. Tarsus
III. sin. — 3. Tarsus IV. sin. — 4. Epistom. — 5. Rückenseite. — 6. Struktur d. Sternal-
schildes. — 7. Bauchseite. — 8, Struktur d. Notocephale.
gar nicht spitz, wie bei der Vergleichsspezies; Vorderecken fast
spitz. Da das Schildchen viel schmäler ist als der Leib, ist es an
8. Heft
110 Dr A.-7G "Oudemzans:
den Seiten und hinten von einer breiten Binde weicher Haut um-
geben. Die’beiden Schilder berühren einander kaum. Behaarung.
Zwei nach vorn gerichtete Vertikalborsten; dahinter zwei nach
hinten gerichtete Borsten; dann eine Ouerreihe von sechs; die
Humeralborsten sind nicht sehr lang, 200 u, aber ganz steif und
spitz; zwischen diesen und den beiden Scapularborsten jederseits
noch zwei; dann eine nach vorn konvexe Reihe von 6 Borsten,
wovon die äußeren, nahe am Rande, sehr klein sind; dann die be-
kannten zwei langen Medialborsten, welche weit über der Noto-
gaster liegen; endlich die 8 kleinen Hinterrandborsten. Im all-
gemeinen sind die Borsten der Notocephale lang, steif und spitz,
so daß die typischen 6 Parasıtus-Borsten nicht sofort auffallen.
Die Borsten der Notogaster sind viel kürzer, 8 etwas längere am
Vorderrande, ebenso 8 viel kürzere an den Seitenrändern; endlich
noch 8—10 im Mittelfelde.e Zwischen der Notocephale und dem
Peritrema je eine kleine Borste. Die weiche Haut, welche die
Notogaster umgibt, ist mit zahlreichen, etwa in 3 submarginalen
Reihen geordneten, winzigen Börstchen versehen. — Struktur
der Schilder grobschuppig. (Textf. 8).
Bauchseite (Textf. 7). Keine Jugularıa. Das Sterni-
metasternale hat die gewöhnliche Gestalt, mit seinen 6 Sternal-
und 2 Metasternalborsten. Die Struktur ist im vorderen Teil
etwa sechseckig-grobschuppig; die Schuppen werden im hinteren
Teil mehr oder weniger rhombisch und zwar so geordnet, daß zwei
einander kreuzende schräge Linien entstehen (Textf.6). Die winzigen
Inguinalia sind fast halbkreisförmig, mit der konvexen Seite nach
innen gekehrt. Das Anale hat die gewöhnliche Gestalt und Größe,
und besitzt die bekannten 3 Härchen und das Cribrum. Behaa-
rung. Außer den 8 Schildborsten trifft man zwischen dem 4. Hüft-
paare noch die zwei Genitalborsten an. Der Bauch ist weiter mit
zahlreichen, in mehr oder weniger dem Rande parallel verlaufenden
Reihen geordneten winzigen Börstchen versehen. Tritosternum
(Textf.9) mit breiter Basis, kurz, stark, distal nur wenig verbreitert,
mit zwei langen behaarten Schleifen versehen. Peritremata
(Textf.7) geschlängelt, bei den Schultern dorsal werdend (Texttf. 5)
und nach vorn nicht weiter als gerade bis über Coxae I sich er-
streckend.
Epistom (Textf.4) schwer zu unterscheiden, häutig, farblos,
dreispitzig; die breite Mittelspitze etwas gestaltet wie eine tür-
kische Kuppel, aber gestreckter; die Seitenspitzen klein, drei-
eckig; die beiden Winkel zwischen den drei Spitzen rund. Die
Styli (Textf. 9) sind ungewöhnlich gebogen und haben dieselbe
Krümmung wie die Innenseite des Trochanter palpı.
Mandibeln. Textf. 12 zeigt die Außenseite des rechten Man-
dibels. Deutlich sieht man, wie der Digitus mobilis zwischen zwei
Lappen des Digitus fixus eingeklemmt ist. Dieser hat hinter dem
vordersten Zahn noch zwei kleinere Incisivi; auf dem Caninus
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. na
folgen zwei Molares, der vordere Caninus-ähnlich, der hintere
lang, niedrig, schneidend, hinten spitz. An der Innenseite (Textf. 11)
folgt dann noch ein häutiger Saum, an der Außenseite zwei solche,
breitere, abgerundete. — Der Digitus mobilis zeigt uns nur den
vordersten Schneidezahn, den Caninus und zwei Molares; diese
sind dreieckig, etwas nach hinten gerichtet und nicht besonders
scharf. Das Sinneshaar an der Außenseite der Basis des Digitus
fixus ist mehr oder weniger messerförmig; der Pilus dentarius
hat die gewöhnliche Gestalt. Das Pulvillum besteht aus einer
geschlossenen Reihe von farblosen, fächerförmig ausgebreiteten
Haaren.
Parasitus talparum Oudms. Deutonympha. — 9. Tritosternum u. Hypostom.
— 10. Palp. sin. ventr. — 11. Mandibel dext. int. — 12. Mandibel dext. ext.
Maxillae. Das Hypostom (Textf. 9) ist von. der gewöhn-
lichen Parasıtus-Gestalt. Zwischen den zwei submedianen farb-
losen, häutigen Laciniae sehe ich eine kleinere mediane. Die
Membranulae breiten sich aus wie eine platte Gasflamme aus
Schlitzbrennern. Die Malae exteriores oder Hörner sind stark;
an der Innenseite ihrer Basis ein Dreieckchen. Die Palpen zeigen
nichts außergewöhnliches. Der Trochanter (Textf. 10) hat ventral
eine deutliche Chitinleiste, und intern eine farblose Spitze. Am
Femur distal und intern das bekannte Messerchen, dessen hintere
Längshälfte dick und mit einem Zähnchen versehen und dessen
vordere Längshälfte häutig ist. Das Genu zeigt die beiden bekannt-
ten Messer, ähnlich dem des Femurs, nur das Dörnchen fehlt. Der
- Tarsus besitzt das gewöhnliche dreizinkige Gäbelchen.
1 Beine. Das erste Paar zeigt nichts besonders. Seine Coxa
- (Textf.7) hat intern zwei Kerben. Der Tarsus des 2. Paares (Textf. 1)
-, endet dorsal in zwei starke Dornen, ist deutlich dreigliedrig, und
I besitzt am 1. und 2. Pseudogliede je ein Tasthaar. Der Tarsus des
‚3. Paares (Textf. 2) ist deutlich viergliedrig und trägt distal des
‚ 3.Pseudogliedes einen starken Dorn. Der Trochanter des 4. Paares
, (Textf.7)hatsowohlaußen als innen einen niedrigen Höcker mit kurzer
S. Heft
112 Dr. A..C. Oudemans:
Borste. Der Tarsus(Textf. 3) ist deutlich viergliedrig, lang ; seineerstes
Glied zeigt distal und innen eine Chitinisation; sein letztes Glied ist
unbehaart. Alle Beinhaare (mit Ausnahme der feinen Tasthaaren
und Dornen) sind selbst wieder fein, aber spärlich behaart.
Habitat: in Maulwurfsnestern. Patria: Sittard (Hollän-
disch-Limburg). Tempus: April. Inventor: F. Heselhaus.
Parasitus faleomontanus Oudms.
(Textf. 13—19.)
1. Mai 1913. Parasitus falcomontanus Oudemans, Nph. II,
in Ent.-Ber., vol. 3, p. 333.
Deutonympha. Nahe verwandt mit Parasıtus alpha Oudms.,
jedoch äußerlich den Par. consimilis Oudms., Par. eta Oudms. und
Par. fimetorum Berlese ähnelnd, unterscheidet sich von diesen drei
sofort, weil die 6 längeren Borsten der Notocephale nicht stab-
förmig sind und die 4 der Notogaster nicht da sind. Von Par.
alpha unterscheidet sie sich durch ihre Gestalt und durch das hinten
abgestutzte sog. Sternalschild.
Länge des Idiosoma 680 u; größte Breite an den Schultern
360 u. Länge der Notocephale 360 u, größte Breite derselben etwas
hinter den Schultern 325 u. Länge der Notogaster 265 u, größte
Breite derselben, am Vorderrande, 300 u. Länge der Beine 860
resp. 555, 515 und 765 u. — Gestalt der Parasitus fimetorum
Berlese. — Farbe. Das einzige Exemplar ist schmutzig weiß;
ich halte es jedoch für unausgefärbt; sehr wahrscheinlich ist die
Farbe dieselbe wie bei fimelorum.
Rückenseite (Textf.17). Notocephale etwas hinter den Schul-
tern am breitesten, vor den Schultern ein wenig eingebogen (kon-
kav), vorn etwas abgerundet, hinten faöt gerade, vorn und an den
Seiten von einer schmalen Binde von weicher Haut umgeben.
Notogaster halb-elliptisch mit gerader Vorderkante und abge-
rundeten Vorderecken, an den Seiten und hinten etwas mehr von
weicher Haut umgeben als die Notocephale. Die beiden Schilder
berühren einander fast in voller Breite. Behaarung. Zwei
submediane und daneben zwei winzige Vertikalhaare nach vorn
gerichtet; alle anderen Haare mehr oder weniger nach hinten, selbst
die Schulterhaare. Alle Haare, besser Borsten, sind ungefärbt,
glatt, spitz, sanft gebogen. In Zahl und Anordnung wie bei fime-
torum.
Bauchseite (Textf. 19). Zwei winzige, mehr oder weniger
S-förmige Jugularia. Das Sterni-metasternalehatdiegewöhn-
liche Gestalt, ist aber /hinten wie abgestutzt, also nicht spitz wie ge-
wöhnlich. Das Anale fast kreisrund. Die Struktur der Schildchen
ist grobschuppig. Die Inguinalia winzig, länglich. Behaarung:
8 bekannte Haare auf dem sog. Sternum. Merkwürdig ist, daß das
Anale außer den gewöhnlichen 3 Härchen und dem Cribrum auch
noch am Vorderrande zwei Borsten trägt. Etwas hinter den Hinter-
Acarclogisches aus Maulwurfsnestern. 113
hüften die zwei Genitalborsten; zwischen den Lumbalia 4 Borsten,
dann in nach vorn konvexem Bogen zweimal 6 Borsten, und am
Hinterrande entlang 8 Borsten. Tritosternum (Textf. 18) mit
breiter Basis, nach vorn verschmälert, distal etwas ausgeschweift,
dort extern mit etwa 3 winzigen Härchen. Die Laciniae erreichen
fast die Trochanteres der Palpen, sind ziemlich lang gefiedert.
Peritremata (Textf. 19) etwas geschlängelt, bei den Schultern
dorsal werdend (Textf. 17), und nach vorn nicht weiter als gerade
bis über Coxae I sich erstreckend. De
|Epistom (Textf. 13) dreispitzig; die Spitzen fast gleichlang; die
Mittelspitze ganz spitz; die Seitenspitzen etwas nach außen ge-
bogen, distal kaum merkbar gabelig. Die Styli gerade.
' Maxillae (Textf. 18). Das Hypostom ist von der gewöhnlichen
Parasitus-Gestalt. Die zwei submedianen farblosen, häutigen La-
16
MN]
R Parasitus falcomontanus Oudms. Deutonympha. — 13. Epistom, Styli. — 14.
Tarsus II. — 15. Tarsus III. — 16. Tarsus IV. — 17. Rückenseite. — 18. Tristoster-
num, Hypostom, Teil d. Palpen. — 19. Bauchseite.
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 8, >) 8. Heft
114 Dr. A. C. Oudemans:
ciniae distal etwas divergierend, in ihrer proximalen Hälfte extern
gefiedert. Die Hörner oder Außenmalae gut chitinisiert. Gerade
auf der Höhe der Einlenkung der Palpen besitzt das Hypostom eine
nach außen gerichtete stumpfe Ecke, welche nach hinten in eine
tropfenförmige starke Chitinisierung übergeht. Ganz hinten, an
der Basis der Coxalteile, also zu beiden Seiten des Tritosternums,
befindet sich eine stark lichtbrechende ovale Chitinisation, gewiß
eine Stelle, wo Muskeln angeheftet sind; ich habe diese Knoten
grau angegeben in der Figur. — Der Trochanter Palpi besitzt
das für Parasıtus und Eugamasus typische, nach innen gerichtete,
etwas gebogene, distal an der Vorderseite gefiederte Haar, und
an seiner distal-internen Ecke das durchscheinende Spitzchen. Das
Femur ist mit dem charakteristischen Messer versehen, dessen
Schneide nach vorn gerichtet ist, und dessen Rücken zwei scharfe
Spitzen trägt.
Beine (Textf. 17) schlank, mit den gewöhnlichen Borsten ver-
sehen. Diese sind alle glatt und steif. — Die wenigen an der ven-
tralen Seite der Beine II, III und IV sich befindenden Borsten
sind kurz und stark (am Hinterbein habe ich 5 derselben gezählt).
Die Tarsi II (Textf. 14) und III(Textf. 15) zeigen je 4 falsche Glieder;
der ‚Tarsus IV (Textr. 16) nur 3.
Habitat: in Maulwurfsnestern. Patrıia: Valkenburg (Fal-
comons) bei Maastricht. Tempus: November. Inventor: F.
Heselhaus.
Eugamasus loricatus Wankel.
(Textf.20—52; Taf. III, Fig.1—13; Taf. IV, Fig.1—13; Taf.V,Fig.18.)
1861. Gamasus loricatus Wankel in Sitzb. k. Akad. Wiss.
Wien. math.-nat. Kl., vol. 43, p. 261, T. 4, F. 1-6, 2.
1861. Gamasus nıveus Wankel; ibidem, Fig. 7—10, d.
1876. Gamasus crassus Kram. in Arch. f. Nat., v. 1876,
P- 75, 86,-T. 4,: F. 26—28, 2.
1892. Gamasus crassus Mich. in Trans. Linn. Soc. Lond.,
ser: 2,.vol.:5,'P.:289, 293, 294, 296, 307, T. 2, EB Zr 7 235
F. 35, 40—42, 98.
15. I. 1897. .Parasitus sb. Oudms., in Tijds. Ent., vol. 39
p. 132, Nr. 16. An Talda europaea Sneek., Nph. II.
10. IX. 1902. Parasitus emarginatus Oudms., in Tijds. Ent.,
vol. 45, p. 3, Nr. 16, et p. 9, Nr. 35, Talpa europaea, Sneek, Nph. II
(non Gamasus emarginatus C. L. Koch).
1. VII. 1903. Parasitus tricuspidatus Oudms., Diagnose, in
Ent.-Ber., vol. 1, Nr. 12, p. 86, 2 (non Gamasus tricuspidatus
Kram.).
10. XII. 1903. Parasitus emarginatus Oudms., ‚Trito-
nympha“ (sic!) in Tijds. Ned. Dierk. Ver., Ser. 2, vol. 8, p. 76,
T. 5, F. 5—7; Nph. II (non 4, ibidem, vide infra, p. 130) (non
Gamasus emarginatus C. L. Koch).
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 115
10. IV. 1904. Gamasus (Eugamasus) Oundemansi (sic!), Berl.,
in Redia, vol. 2, p. 280, Nph. II (non & ibidem, vide infra, p. 131).
10. IX. 1904. Parvasitus tricuspidatus Oudms., 9, Beschrei-
bung, Abbildung, Insel Borkum, in Abh. Nat. Ver. Brem., vol. 18,
p. 81, T. 3, F. 15—18. — (non Gamasus tricuspidatus Kram.).
10. III. 1905. Eugamasus oudemansi Oudms., Nph. II, in
Abh. Nat. Ver. Brem., vol. 18, p. 203, 229, Unter Steinen, Bremen.
22. VI. 1906. Gamasus (Engamasus) ondemansi Berl., Nph. II,
in Redia, vol. 3, p. 167, 168, T. 4, F. 1 (non {, ibidem, vide infra
la).
n 22. VI. 1906. Gamasus (Eugamasus) magnus var. monticola
Berl. 2, in Redia, vol. 3, p. 179, linea 7—16 (non eodem nomine,
ibidem, linea 17—25}).
5. VI. 1909. Gamasus (Eugamasus) magnus Kram. var. ca-
vernicola Berl. (an var. tricuspidatus Oudemans?); Berlese in Tijds.
want vol. 52, p. 91; Nph. IL, 9, 4.
1. XI. 1911. Eugamasus tricuspidatus Oudms., © in Ent.-
Ber., vol. 3, Nr. 62, p. 185, est bona species! (non Gamasus tricus-
pidatus Kram.).
15. 1. 1912. Eugamasus niveus Trägärdh, in Arch. Zool. Exp.
Gen., vol. 8, Nr. 7, p. 536—544, T. 19, F. 26—37; 98.
1. V. 1912. Eugamasus oudemansı, Nph. II femininae et mas-
culinae, Oudms. in Ent.-Ber., vol. 3, Nr. 65, p. 243, Nest von Talpa
europaea, Sittard (non Gamasus (Eugamasus) oudemansi Berl. &,
vide infra, p. 131).
1. VII. 1912. Eugamasus immundus Oudms. nov. nom., in
Ent. Ber., vol. 3, Nr. 66, p. 260 und Eugamasus oudemansı, Nph. Il
masculinae aberratio, Oudms., in Ent.-Ber., vol. 3, Nr. 66, p. 261
(non Eugamasus oudemansi Berl., vide infra, p. 131).
1. V. 1913. Eugamasus loricatus Oudms. in Ent.-Ber., vol. 3,
Deere D. 372.
Von dieser schönen Art gab ich 1903 eine Diagnose des Weib-
chens, welcher 1904 eine ausführliche Beschreibung nebst Abbil-
dungen folgten. Ich meinte, diese seien hinreichend, um die Art
genau zu kennen. Das scheint aber nicht der Fall gewesen zu sein,
denn zu meinem Erstaunen sagte Berlese 1906, 1.:c., p. 179, wo er
sein Gamasus (Eugamasus) magnus var. monticola nov. var. be-
schreibt:
„Quanto al Parasitus tricuspidatus descritto dall’Oudemans,
raccolto a Borkum, esso & certamente da attribuirsi a questa specie.
Vidi, per cortesia dell’Oudemans, un solo esemplare femmina e
non troppo bene conservato. Questo non differisce essenzialmente
della forme nostrali e pel suo epiginio si avvicinerebbe alla var.
monticola, senza perö essere identico. D’altronde la spina mediana
del tubo orale & alquanto maggiore di quello che si veda comune-
mente.‘
g* 8. Heit
116 Dr. A. €. Oudemans:
Wenn Berlese wirklich so überzeugt war von der Identität
dieser beiden Formen, so hätte er zufolge der Internationalen
Nomenklaturregeln die Varietät fricuspidatus nennen sollen.
Glücklich hat er es nicht getan, denn, wie ich 1911 bereits
mitteilte, die Art ist eine gute. Unbegreiflich bleibt doch seine
Auffassung, denn deutlich heißt es in den Bremer Abhandlungen,
p- 81: ‚An den Schultern ein starkes, stabartiges, am distalen Ende
etwas haariges Haar; alle anderen Haare zweimal kleiner, stabartig
oder borstenartig, einige in eine scharfe Spitze endigend, andere
am distalen Ende haarig‘‘; während bei magnus alle Haare feine,
glatte Borsten sind!
Das 2 ist meines Erachtens hinreichend beschrieben und ab-
gebildet. Herr Jhr. Dr. Ed. :J. G. Everts im Haag fand yer-
schiedene @ und & im ‚„Haagsche Bosch“, Herr F. Heselhaus
ebenso zahlreiche in allen Stadien in Maulwurfsnestern; und Herr
H. Schmitz ziemlich viele Nph. II, 2 und $ in den Maastrichter
Grotten. Ich will nun die Art ausführlicher beschreiben. Aber
bevor ich dazu übergehe, will ich noch folgenden Zufall erwähnen,
der mich auf andere Bahnen lenkte.
Vor einigen Tagen (26. März 1913) bat Herr H. Schmitz
S. J. in Sittard mich um Licht in der Prioritätsfrage nach Euga-
masus magnus cavernicola Berlese 1909 und Eugamasus magnus
cavernicola Trägärdh, 1912. — Aus der zu kurzen Diagnose Ber-
lese’s konnte ich nicht weiser werden; darum bat ich Herrn
Schmitz, mir seine cavernicola-Exemplare zur Untersuchung zu
leihen, nach denen Berlese’s Diagnose aufgestellt war. Bereit-
willig sandte Herr Schmitz mir, was er besaß. Sofort erkannte
ich meine ‚„immundus‘‘! Jetzt verglich ich diese Art mit der Be-
schreibung und den Abbildungen Trägärdh’s und fand:
1. daß Trägärdh’s cavernicola eine ganz andere Form sei,
welche ich denn auch in frägärdhi umtaufte (vide Ent.-Ber., vol. 3,
Nr. 71, Mai 1918, p. 308);
2. daß meine Art auch dem Herrn Trägärdh bekannt war.
Er hat diese jedoch unter dem Namen niveus Wankel beschrieben.
3. daß die Art ebenfalls schon Kramer 1876 und Michael
1892 bekannt war, und zwar unter dem Namen crassus;
4. daß Wankel’s loricatus das Q des niveus ist.
Ich gehe nun zur Beschreibung über.
Larva (Textf. 24). Länge des Idiosoma 520 u, Breite an den
Schultern 300 u, Länge der Notocephale 310 u, Breite derselben
an den Schultern 275 u, Länge der Beine 800 resp. 530 und 555 u.
Gestalt fast elliptischh mit schwachen Schultern über den
Coxae I und zwischen den 2. und 3. Beinen. Farbe weiß.
Rückenseite (Textf. 24). Es gibt nurein (das vordere) Rücken-
schildchen; dasselbe folgt mit seinen seitlichen und vorderen
Rändern den Rändern des Idiosoma; sein Hinterrand ist stark
konvex, fast halbkreisförmig. Die Struktur des Schildchens
A un ae
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 117
war schwer zu entziffern, doch habe ich mit Immersionssystem
„Schuppen“ gesehen. Behaarung. Die Humeral-, Scapular-
und Medialhaare sind starke Borsten. Wir sehen weiter noch
zwei Vertikalhaare, auf dem Schilde noch 5 Paar Haare und in
der weichen Haut hinter dem Schilde drei Ouerreihen von je
4 Haaren.
Eugamasus loricatus (Wank.), Larva. — 20. Tarsus I. — 21. Epistom. — 22.
arsus II. —-.:23 BE 2oeaır zabel am
Femur p: 28. Palp. ventr.
Bauchseite. Das Tritosternum (Textf.27) hat fast paral-
lele Seitenkanten, welche am distalen Drittel je 4 winzige Härchen
und ein langes äußerst feines Haar tragen, während es selbst ın
die bekannten zwei hyalinen Schleifen endet. Am Sternale
(Textf. 23) sind Vorderecken und Hinterecke rund. Das Anale ist
ein liegendes Oval. Eine Struktur konnte ich nicht unterscheiden.
Behaarung. Das erste Paar Sternalborsten steht, habe ich
gut gesehen, vor dem Schildchen; das letzte Paar zwischen den
Coxae III. Auf dem Bauche noch 4 Paar, und am Hinterrande
3 Paar kurze Borsten. Das Anale trägt zwei längere Seitenborsten,
"und die sehr lange postanale Borste, welche nur wenige Seiten-
8. Heit
118 Dr. A. C. Oudemans:
ästchen hat. Auf jeder Analklappe ein winziges Härchen. Hinter
den Coxae III jederseits ein rundes Figürchen (Urstigma?).
Das Epistom (Textf.21) ist dreispitzig. Die Mittelspitze sehr
kurz, breit, abgerundet; die Seitenspitzen länger, schleifenförmig,
spitz, divergierend.
Maxillen (Textf. 27). Das Coxalhaar fehlt. Von-den drei
Hypostomhaaren ist das innere hintere ebenfalls abwesend. Die
Hörner sind distal etwas nach außen gebogen, so daß sie seicht
S-förmig sind. Die Innenmalae bilden zusammen fast einen Kreis
mit schön ausstrahlenden Fransen, wovon die beiden submedianen
zweimal länger sind als die übrigen. Das erste Glied der Palpen,
der Trochanter, zeigt (Textf. 28) proximal und intern eine Chitinleiste.
Das Femur hat in seiner Mitte und intern das bekannte ‚‚Messer‘‘, mit
scharfer Schneide nach vorn, und einen Rücken mit zwei Ästchen.
Das Genu trägt intern und in seiner Mitte nur ein Messerchen,
das distal gerade abgestutzt ist, also meißelförmig genannt werden
kann. Die Gabel an der ventralen proximalen Innenseite des Tarsus
ist dreizinkig. (Textf. 26).
Beine (Textf. 24) Das erste Bein ist lang,. die zwei anderen
sind gewöhnlich zu nennen. Sie zeigen nichts erwähnungswertes.
Die Tarsi II und III besitzen je zwei Pseudoglieder. (Textf.22, 25).
Protonympha (Textf. 34). Länge des Idiosoma + 800 u,
Breite desselben an den Schultern 430 u. Länge der Notocephale
400 u, Breite derselben 430 u. Länge der Notogaster 160 u; Breite
derselben 180 u. — Beine 945 resp. 625, 625 und 970 u. Ge-
stalt typisch Parasitusartig; eiförmig, mit der Spitze nach vorn,
über den Coxae I und Coxae II etwas schulterartig vorspringend;
Gnathosoma und Beine I und IV schlank. Farbe weißlich.
Rückenseite (Textf.34). Die Notocephale ist vor den Vertikal-
haaren abgerundet; ihre von diesen nach den Humeralhaaren
verlaufenden Ränder sind fast gerade, nur sehr wenig konvex.
Hinter den Schultern gehen sie erst eine Strecke gerade nach
hinten, dann plötzlich nach hinten und innen, um dann in den
vollkommen geraden Hinterrand überzugehen. Die Notogaster ist
klein, fast sechseckig und liegt ganz hinten. DieStruktur dieser
Schilder ist grobschuppig. (Textf. 39). Behaarung. Die Vertikal-
haaresind kurz, die Humeralhaare lang, fast glatt, schwach gebogen,
die Medialhaare fast eben so lang, die Scapularhaare wenig kürzer.
Zehn Borstenpaare befinden sich noch auf dem vorderen Schildchen,
fünf Paare auf dem hinteren Schildchen und neun Paare auf der
weichen Haut, wo man deutlich zwei QOuerreihen von je sechs
Haaren unterscheidet. Alle diese Borsten sind mehr oder weniger
stabförmig und dabei in ihrerdistalen Hälfteetwas behaart. (Textf.29).
Bauchseite. Das Tritosternum (Textf. 37) hat fast parallele
Seiten, und distal jederseits eine winzige Spitze und die bekannten
Laciniae.e Das Sternale (Textf. 35) ist von der gewöhnlichen
Form. Das Anale hat die gewöhnliche eiförmige Gestalt, mit
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 119
Cribrum. Die Struktur der Schildchen ist grobschuppig. Be-
haarung. Die 6 Sternalborsten auf dem Sternale, die bekannten
3 auf dem Anale. Die 2 Metasternalborsten stehen zwischen den
Coxae IV. Drei Paar Borsten in einem Sechseck auf dem Bauche.
Eugamasus loricatus (Wank.), Nph. I. — 29. Rückenborste. — 30. Epistom. —
81. Tarsus I.'sin. =- 32. Tarsus Il. sin. — 33. Tarsus II. sin. — 34. Rückenseitei —
»35. Bauchseite. — 36. Tarsus IV. dext. — 37. Tritosternum, Hypostom. — 38. Palpus
sin. vent. — 39. Struktur d. Notocephale.
8. Heit
120 Dr. A. €. Oudemans:
Ein Paar flankiert das Anale. Das Peritrema sehr kurz ; erstreckt
sich nach vorn nicht einmal bis zum hinteren Drittel der Coxae III;
das Stigma ist auch verhältnismäßig sehr weit nach hinten, etwa
auf der Höhe des Zentrums der Coxae IV.
Das Epistom (Textf.30) ist typisch. Ich habe verschiedene
Exemplare untersucht und es immer genau von derselben Gestalt
gefunden: die Mittelspitze ist zitzenförmig, die Seitenspitzen sind
lang, dünn, divergierend und distal gegabelt. Hinter der Mittel-
spitze sieht man die in der Figur angegebenen feinen Ritzchen.
Die Styli haben keine besondere Gestalt.
Maxillae (Textf. 37). Die submedianen Laciniae der Malae
internae nicht besonders lang, flankiert von einer fächerförmig-
geschlitzten Membranula, die hinten noch zwei hyaline Blättchen
trägt. Die Malae externae oder Hörner gewöhnlich. Die Palpen
wie bei der Larve, aber schlanker. (Textf. 38).
Beine von gewöhnlicher Gestalt. (Textf. 34) Merkwürdig ist nur
der lange Praetarsus am 4. Bein- (Textf. 36). Tarsi II, III und
IV (Textf. 32, 33, 36) bestehen je aus drei Pseudogliedern. Die
Haare der Beine III und IV sind fast alle mehr oder weniger
selbst behaart.
Deutonympha feminina (Textf.45). Länge des Idiosoma 1000 u,
Breite derselben 605 u. Länge des Notocephale 555 u, Breite der-
selben an den Schultern 555 u. Länge der Notogaster 444 u; Breite
derselben 570 u. Länge der Bene 1340 resp. 900, 900 und 1280 ».
— Gestalt breit eiförmig, die Spitze nach vorn, dort fast gerade
abgestutzt, über den Coxae I etwas schulterförmig vortretend; die
Beine schlank; das zweite Beinpaar deutlich dicker. Farbe blaß-
gelb bis dunkelstrohgelb.
Rückenseite (Textf.45). Die beiden Schildchen bedecken fast
den ganzen Rücken; nur bei älteren Individuen, die ihre Verwand-
lung durchmachen, befindet sich hinten eine unbedeckte Partie
(Linne würde sagen ‚ano albicante‘“‘). Die Notocephale vorn
fast gerade, nach den Schultern ebenfalls fast gerade, hinter den °
Schultern seicht eingebuchtet, die Hinterecken gerundet, der
Hinterrand gerade. Die Notogaster vorn gerade, die Vorder-
ecken gerundet, dann halb-elliptisch. Struktur der Schilder
grobschuppig (Textfig. 41). Behaarung. Die Vertikalborsten
sind von einem Paar winziger Haare flankiert. Die Hume-
ralborsten lang, schräg nach hinten gerichtet, fast gerade; die Sca-
pularborsten und die Medialborsten etwas kürzer und gerade.
Weiter sieht man vier submediane Paare, noch drei, Paare am Hinter-
rande und sieben laterale Paare. Auf der Nofogasier 4 oder 5
submediane Paare, 6 Randpaare und noch 10 andere Paare. Auf
der weichen Haut zwischen den Ecken der Schildchen je ein Paar
Randborsten. Nahe den Hinterecken der Notocephale konnte ich
deutlich am lateralen Rande einen Exkretionsporus sehen.
Die Borsten sind stabförmig, in der distalen Hälfte fein be-
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 121
haart (Textf. 44), selbst die spitzen Schulterborsten sind spärlic
behaart (Textf. 40).
Bauchseite. Das Trıtosternum (Taf. III, Fig. 1) mit seicht
konkaven Seitenrändern; distal mit 3—4 winzigen Härchen und
N
ap 42
Eugamasus loricatus (Wank.), Nph. II. feminina. — 40. Schulterhaar. — 41.
Struktur d. Notocephale. — 42. Tarsus I. sin. — 43. Tarsus II. sin. — 44. Haar d.
Notogaster. — 45. Rückenseite. — 46. Tarsus III. sin. — 47. Tarsus IV. sin.
8. Heit
122 Dr: A. C. Oudemans:
den bekannten Laciniae. Zwischen Tritosternum und Coxae be-
finden sich Anlagen yon Jugularia (Taf. II, Bier2,D23
Sterni-metasternale in der gewöhnlichen Gestalt, mit der
Hinterspitze fast zwischen den Coxae IV. Das Anale breitelliptisch,
mit Cribrum. Die Struktur der Schildchen grobschuppig. Be-
haarung. Die 6 Sternalborsten und 2 Metasternalborsten auf dem
Schildchen, dann 2 Genitalborsten zwischen den Coxae IV; auf dem
Bauche 3 Paar Borsten in einem Sechseck; am Hinterrande 4 Paar
Borsten; zwischen dem Anale und den Trochanteres IV noch
je 6 Borsten. — Stigma auf der gewöhnlichen Stelle, aber mit
sonderbarem Anhang (Taf. III, Fig. 5), als gebe es hier ein Neben-
stigma; eher glaube ich, daß es eine Exkretionsöffnung ist. Das
Peritrema wie gewöhnlich geschlängelt, bisweilen hinten, bis-
weilen vor den Coxae II dorsal werdend und (Textf. 45) nach vorn
bis über die Coxae I reichend.
Epistom. Dieses ist bei den Deutonymphae so ver-
schieden, daß man an zwei verschiedene Spezies denkt.
Durch glückliche Funde, wobei nämlich in der Deutonymphahaut
deutlich ein zum Ausschlüpfen fertiges Weibchen oder Männchen
steckte, weiß ich mit Sicherheit, daß es zwei Formen von Deuto-
nymphae gibt. Die Deutonymphae femininae haben ein
Epistom wie Taf. III, Fig. 4 angibt, also mit konischer Mittelspitze
und nur wenig divergierenden, distal etwas gegabelten kürzeren
Seitenspitzen. Die Styli sind lang, konvergierend und seicht
gebogen.
I
ZUR
49
Eugamasus loricaltus (Wank.), Nph. II. feminina. — 48. Mandibelschere sin. ext. —
49. Mandibel sin. ext. in der Scheide zurückgezogen.
Mandibelnvongewöhnlicher Gestalt (Textf. 48, 49), mitlangem
messerförmigem tibialem Sinnesorgan, geradrückigem Digitus
fixus und fast geradrückigem Digitus mobilis. Ersterer hat hinter
dem Endzahn noch zwei kleine Incisivi vor dem Pilus dentarius,
und noch vier niedrige Molaren hinter diesem; ein deutlicher
Caninus fehlt. Letzterem fehlt ebenfalls ein Caninus. Er besitzt
hinter dem Endzahn nur drei niedrige Zähne (zwei Molaren).
Pulvillum klein, wie gewöhnlich aus spitzen hyalinen Fransen
bestehend.
Maxillen (Taf. III, Fig.1). Die BorsteamStipes ist mitsparsamen
Nebenhärchen besetzt; die drei Hypostomborsten sind fast glatt;
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 128
die Außenränder des Hypostoms sind schwer chitinisiert, sowohl
hinter als vor der Außenborste; die Hörner gewöhnlich, schwer
chitinisiert; die hyalinen Malae internae zeigen je eine Lacinia,
einen fächerförmigen und einen hinteren kreisförmigen Teil der
Membranula. Der Trochanter der Palpen hat proximal und
intern eine scharfe, schwer chitinisierte Kante, im Zentrum eine
starke nach außen gerichtete Borste, davor und etwas mehr nach
innen die typische bei allen Eugamasus- und vielen Parasitus-
Arten vorkommende distad-mediad gerichtete und dort an der-Vor-
derseite gefiederte Borste, und endlich distal und intern eine scharfe
Spitze. — Das Femur zeigt distal und intern das vorn scharfe
Messerchen, das in seinem Rücken drei Spitzchen besitzt. — Das
Genu ist intern mit zwei schönen, vorn scharfen, distal abge-
rundeten Messerchen versehen. — Der Iarsus hat die bekannte
dreizinkige Gabel, mit zwei stumpfen und einer spitzen Zinke.
Beine gewöhnlich (Textf. 45). Das 2. Bein ist deutlich dicker
als die anderen. Der Tarsus IV besitzt ein langes Tasthaar. —
Tarsi II, III und IV (Textf. 43, 46, 47) besitzen je vier Pseudo-
glieder. Der Praetarsus IV ist lang und selbst zweigliedrig.
Deutonympha maseulina. Soweit wahrnehmbar, ist diese
außer im Epistom vollkommen der Deutonympha feminina ähnlich.
Normalsieht das Epistomaus, wie Taf.III, Fig. 6angibt: Die Seiten-
spitzen sind dornförmig, einander parallel, distaletwaskonvergierend,
bisweilen auch distal etwas gegabelt (Taf. III, Fig. 8) ; die Mittelspitze
ist (Taf. III, Fig.6) länger als die Seitenspitzen, breit, mit parallelen
und doppelt liniierten Seitenrändern, vorn abgerundet; proximal
befindet sich jederseits eine hyaline dreieckige Lamelle, wie eine
' kleine Schwimmhaut; bei richtiger Einstellung des Mikroskops
‘ kann man die Begrenzung dieser Membran nach vorn verfolgen
, und sieht man vorn, unter dem distalen Ende der Mittelspitze eine
knopfförmige Figur, offenbar die Begrenzung eines nach unten
umgeschlagenen Randes, womit zugleich die doppelte Linierung
der Seitenränder der Mittelspitze erklärt ist. In abnormalen
' Fällen hat die Mittelspitze keine parallelen, sondern konvexe
Seitenränder, ist wie aufgetrieben (Taf. III, Fig. 7); diese Auf-
treibung ist bisweilen ballonartig (Taf. III, Fig. 8), wobei noch
deutlicher die Begrenzung des nach unten umgeschlagenen Randes
der Mittelspitze zum Vorschein kommt.
Femina (Taf. IV, Fig.10). Länge des Idiosoma 1490 u, Breite des-
selben auf der Höhe der Coxae IV 950 u; Länge der Notocephale 755 u,
Breite derselben nahe den Hinterecken 792 u; Länge der Noto-
gaster 660 u, Breite derselben 812 u; Länge der Beine 1700 resp.
1132, 1132 und 1700 u. — Gestalt breit oval, mit deutlichen
Schultern, mit schlanken, kräftigen, gut chitinisierten Beinen,
welche an allen Stellen, wo etwas kräftige Borsten eingepflanzt
sind, etwas erhaben sind, so daß sie ein etwas zackiges Gepräge
S. Heft
1924 | Dr. A. C. Oudemans:
haben. Das zweite Beinpaar merklich dicker als die übrigen. —
Farbe dunkelstrohgelb, ockergelb, bis orange.
Rückenseite (Taf. IV, Fig. 10). Notocephale vorn, an den
Schultern undan den Hinterecken abgerundet, vor den Schultern tief
konkav, hinter den Schultern weniger konkav; Hinterrand fast
gerade. Notogaster vorn fast gerade, an den Vorderecken ab-
gerundet, weiter fast kreisrund. Struktur der Schilder grob-
schuppig. Behaarung. Vier nach vorn gerichtete Vertikalborsten,
wovon die äußeren viel kürzer, sind fast glatt und spitz. Die
Schulterborsten sind stabförmig, größer als alle übrigen und fein
behaart, namentlich in ihrer distalen Hälfte. Die 6 Borstenpaare,
welche in der vorderen Hälfte der Notocephale stehen, sind etwas
Eugamasus loricalus (Wank.), Nph. II. feminina. — 50. Hypostom. —
51. Mandibelschere sin. ext. — 52. Tritosternum.
spitz, dagegen sind alle anderen Rückenborsten fast wie
die Schulterborsten beschaffen, aber zweimal kürzer.
Die Scapular- und Medialborsten sind nicht besonders von den
anderen unterschieden. Auf der hinteren Hälfte der Notocephale
befinden sich 8 Paare, wovon 4 Paare nahe dem Hinterrande;
und auf der Notogaster befinden sich 19 oder 20 Paare, wovon
5 Paare submedian und 9 oder 10 Paare am Außenrande.
Bauchseite. Tritosternum (Textf. 52) fast hyazinthen-
glasförmig, mit stark chitinisierten Seitenrändern und distalem
Ende; hier mit zwei winzigen und einem sehr langen Seitenhärchen;
die Laciniaelang behaart. — Jugularia (Taf. IV, Fig. 12) klein, mond-
sichelförmig. — Von den Schilden sind nur die Metasternalia
frei; alle übrigen sind miteinander verwachsen, selbst das Epi-
gynium ist mit dem Ventrale verwachsen, denn die Gelenkhaut
zwischen diesen beiden ist chitinisiert und mit sehr kurzen aber
dabei sehr breiten Schuppen versehen. Der ventri-anale Teil ist
fast dreieckig und ziemlich spitz. Der Angulus sternalis, also auch
die Vorderkante der beiden Metasternalia (zusammen genom-
men) ist rund, nicht eckig. — Das Epigynium ist vorn sehr
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 125
spitz (N.B. Trägärdh sagt, 1. c., p. 544: ‚‚the top is only modera-
tely pointed‘“) und trägt an seinem Rande auf der Höhe der Coxae
IV meistens ein winziges Zähnchen. — Die Metasternalia
greifen vorn ineinander wie die zwei Teile eines Papageienschnabels!
Die Struktur der Schilder ist grobschuppig. — Behaarung.
Das vordere Paar Sternalborsten steht gerade am Vorderrande des
Sternalteils; die zwei übrigen Paare dagegen weit vom Seitenrande
ab, fast submedian; die Metasternalborsten fast im Zentrum der
Metasternalia; die Genitalborsten an ihren gewöhnlichen Stellen;
hinter den Coxae IV eine kleine Borste, auf dem Bauchteile
3 Paare hintereinander, nahe dem Außenrande 4 Paare, endlich
die 3 perianalen Borsten, wovon die postanale etwas kolbenförmig,
wie die Rückenhaare. Auf der weichen Bauchhaut noch 5 Paare
Borsten, wovon die 3 hinteren Paare kolbenförmig, wie die Rücken-
haare. — Peritrema wie gewöhnlich geschlängelt, weit vor den
Schultern dorsal werdend, reicht bis über die Coxael (Taf. IV, Fig. 10).
Epistoma, Mandibeln, (Textf.51) und Maxillae(Textf. 50)
schon von Trägärdh und Michael beschrieben. Palpi wie bei
der Deutonympha. Beine (Taf. IV, Fig. 10) siehe oben, bei ‚‚Ge-
stalt“. Die Behaarung der Beine I und II ist glatt, selbst was
die schwereren Borsten angeht; am 3. und 4. Beinpaare dagegen
sind verschiedene Borsten wie die Schulterborsten beschaffen. Die
Tarsi bestehen aus 1 resp. 4, 3 und 2 Pseudogliedern. Praetarsus IV
ist kurz, aber zweigliedrig.
Mas (Taf. V, Fig.6). Länge des Idiosoma 1435 u, Breite desselben
, auf der Höhe der Coxae IV 800 u; Länge der Notocephale 875 u
Breite derselben an den Hinterecken 783 u; Länge der Notogaster
ı 565 u, Breite derselben 800 u; Länge der Beine wie beim 9.
‘ Gestalt etwas länglich, vor den Schultern fast dreieckig, seit-
J lich hinter den Schultern seicht konkav, hinter den Coxae IV
' kreisrund. Farbe wie beim ®.
| Die Rückenseite zeigt nur schwach eine Grenze zwischen
Notocephale und Notogaster, denn alle Schilder, sowohl die dor-
ı salen als ventralen, mit Ausnahme der Jugularia sind miteinander
‚ verwachsen. Von allen Borsten treten nur die Vertikal-, die
Humeral- und die Scapularborsten durch ihre etwas größere Länge
, hervor. Die Vertikal- und Humeralborsten sind spitz und ein-
| seitig außen resp. hinten gefiedert; alle anderen Rückenborsten
, sind wie beim 2 beschaffen.
Bauchseite (Taf. V, Fig.7). Tritosternum fast so kurz wie
breit mit ziemlich breiten Laciniae. Jugulares länglich, liegend,
intern die Genitalplatte berührend. — Alleübrigen Schilder mit-
, einander, aber auch mit denen des Rückens verwachsen. — Struk-
tur grobschuppig. — Behaarung. Das vordere Paar Sternal-
borsten steht in der weichen Kehlhaut; hinter den Coxae IV je
eine Borste; dann folgen nach hinten drei Paare in einem Sechseck,
dann ein Paar, dann die 3 Perianalborsten; ferner finden wir noch
Ss. Hell
126 Dr. A: C. Oudemans:
5 Paare links und rechts von den genannten submedianen und 5
Paare in margine. — Das Peritrema wie gewöhnlich geschlängelt,
wird an den Schultern dorsal und reicht dorsal selbst über die
Coxae‘I hinaus (Taf. V, Fig. 6).
Epistom, Mandibeln, Maxillen, Beine von Wankel,
Kramer, Michael, Berlese, Trägärdh schon ausführlich be-
schrieben und abgebildet.
Habitat: in Maulwurfsnestern, in faulenden Blättern, in
Grotten. Patria: Insel Borkum, Haagsche bosch, Sittard, Val-
kenburg, Maastricht, Remonchamps. Tempus: per annum. In-
ventores: Prof. Dr. Oskar Schneider, Dr. Everts, F. Hesel-
hausye.y., 1.0 SChmltzAaS
Bemerkung. Trägärdh hat wohl das $ erkannt als von
Wankel unter den Namen niveus beschrieben und abgebildet,
aber nicht das 9. Ich bin fest davon überzeugt,. daß Wankel
mit seinem loricatus das 2 gemeint hat: Er sagt z. B. (man ver-
gleiche dabei meine Figuren auf Taf. IV!).
„Der Körper länglich oval mit deutlichen Schulterwinkeln,
zwei gelbbraunen Rückenschildern und einem Bauchschild. Das
vordere Schild endet vorn mit drei Spitzen (das sind die Epistom-
spitzen!) und geht in das Brustschild über (sie hängen wirklich
über den Coxae I etwas zusammen!), das auf der Bauchseite den
Kopf, die Taster und Vorderbeine umschließt. Das hintere Rücken-
schild ist hoch gewölbt, isoliert, bedeckt den Körper nicht ganz
und zeigt einen vorderen geraden und einen hinteren konvexen
Rand. Das Bauchschild ist nach vorne etwas abgestutzt und bildet
nach rückwärts eine Spitze, die den After umschließt. Die Rücken-
schilder sind mit zerstreut liegenden gekerbten (ich gebrauche den
Ausdruck ‚behaarten‘) Borsten besetzt, worunter zwei lange Stirn-
borsten nach vorwärts und zwei Schulterborsten nach außen und
etwas nach rückwärts gerichtet sind. (Wir wissen, daß diese Schul-
terborsten beweglich sind, also verschieden gerichtet sein können.)
Sämtliche Schilder sind mit unregelmäßigen Chitinschuppen be-
deckt, die um jede Borste konzentrisch angeordnet sind.‘“ (Dies
beruht auf einer falschen Beobachtung, kommt bei den Acarı
nicht vor, und Wankel’s Abbildung der Schuppen ist phan-
tastisch!)
„Die zurückziehbaren Kieferfühler, die in Form von zwei
dünnen und schmalen Scheren unterhalb des Kopfschildes (ge-
meint ist das Epistom) hervorragen, bestehen aus einem oberen
längeren hakenartig nach abwärts gekrümmten und einem dicken
kurzen, abziehbaren unterm Schenkel, welche beide an ihrem
inneren Rande gezähnt sind. Hinter und unterhalb dieser Kiefer-
fühler ist die Unterlippe, die in eine lange zweiteilige Spitze aus-
läuft und an beiden Seiten mit langen abgeplatteten Barthaaren
besetzt ist (das sind also die Malae internae mit submedianen langen
Laciniae). Von beiden Seiten derselben entspringen zwei stark
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 127
gekrümmte, horizontal bewegliche, hornartige Haken (das sind
natürlich die Malae externae, cornu oder Hörner), welche die
Maxillen repräsentieren (sic!). Die Taster sind fünfgliedrig, dünn
beborstet; neben ihren Ursprungsstellen sind zwei halbrunde lichte
* Punkte wahrzunehmen (Chitinisationen), die Ähnlichkeit mit Augen
besitzen. Die zwei langen, dünnen, nach vorn gerichteten, an den
vorderen Teil der Brust, von den übrigen Füßen separiert einge-
lenkten Vorderfüßen sind sechsgliedrig, mit einem gekrümmten
dritten Gliede (in der Tat; man sehe unsere Figur 10 auf Taf. IV)
und einem doppelten Haken am Ende. Die übrigen Füße sind
dick, kurz, geschient, mit einem doppelten Haken und einer
scheibenartigen Pelotte am Endgliede. Alle Füße sind mit langen
Borsten besetzt.“
Auch die Maße stimmen überein, nur hat sich in der Länge
des Tierchens ‚‚mit ausgestreckten Vorderfüßen = 0,008 Par. Meter‘
ein Fehler eingeschlichen; dies muß offenbar 0,004 Par. Meter
heißen, was auch aus seinen Figuren erhellt.
Eugamasus magnus Kram.
(Textf. 53—64.)
Deutonympha (Textf.56). Länge des Idiosoma 1000 u, Breite
desselben an den Schultern 545 u; Länge der Notocephale 560 u,
Breite derselben an den Schultern 545 u; Länge der Notogaster
390 u, Breite derselben an den Vorderecken 500 u; Beine lang
' 1405 resp. 905, 780 und 1095 u. — Gestalt. Sieht man von den
' „Schultern“ ab, so ist das Tierchen breit-eiförmig, mit der Spitze
nach hinten; breiter als bei Parasıtus, typisch für Eugamasus.
Farbe blaßstrohgelb, weißlich.
Rückenseite (Textf. 56). Die Notocephale ist vorn ge-
, rundet, über den Coxae I etwas, über den Coxae II viel stärker
schulterartig vortretend, hinter den Schultern nach hinten nur
wenig schmäler werdend, mit fast geraden Hinterecken und fast
‚ geradem Hinterrande. Die Notogaster hat einen etwas konvexen
Vorderrand (bei nüchternen Individuen ein wenig unter dem Hinter-
‚ rande der Notocephale versteckt), gerundete Vorderecken, ist weiter
‚ elliptisch gerundet. Die Struktur ist grobschuppig. (Textf. 59).
Behaarung. Zwei größere und zwei kleinere Vertikalborsten,
ı dahinten 4 Paare von submedianen Borsten, deutlich dickere
Skapular- und Abedialborsten, etwas längere Schulterborsten,
4 Paare von Hinterrandborsten, vor den Schultern je zwei kleine
ı Randborsten; in den noch übrigen lateralen Feldern noch 5 Paare
von Borsten. — Auf der Notogaster etwa 20 nicht sehr regelmäßig
gestellte Paare von Borsten, wovon zwei submediane ganz am
Hinterrande gestellte Borsten auffallen. — Vor der Notocephale
ein schmaler Streifen von weicher Haut; zwischen den Ecken
" der Schilder je ein kleines Dreieck derselben; hinter der Notogaster
S. Heft
128 Dr. A.C Oudemans:
ebenfalls ein schmaler Streifen. — Alle Borsten sind ziemlich lang,
glatt, fast gerade.
gamasus magnus (Kr
— 5
er Bu as am.), Nph. IIL?— 53. Tarsus II. dext. — 54. Tarsus I. dext.
— 55. Tarsus III. dext. 6. Rückenseite. — 57. Tarsus IV. dext. — 58. Epistom. —
59. Struktur d. Notocephale. j
Bauchseite. Tritosternum (Textf. 62) mit etwas konkave ü
Seitenkanten, distal jederseits mit 4 oder 5 winzigen Härchen
und den langhaarigen Laciniae. Sternimetasternale (Textf.60)
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 129
länglich, hinten nur wenig schmäler als vorn, mit kurzer Spitze
zwischen den Coxae IV. Anale groß, mehr oder weniger drei-
eckig, mit einer Ecke nach hinten, dort der Anus mit den bekannten
drei Perianalbörstchen und Cribrum, mit konvexen Seiten, und je
einer Borste in den Vorderecken. Man wird dieses Schildchen
‘daher mit etwas Recht ein Ventrianale nennen können. Die
Struktur der Schildchen ist grobschuppig. Behaarung. Das
‘erste Paar Sternalborsten gerade in den Vorderecken des sternalen
Teils; das zweite Paar weit nach hinten; das Genitalpaar klein,
Eugamasus magnus (Kram.), Nph. II. — 60. Bauchseite. — 61. Bein II. dext. vent.
— 62. Tritosternum, Hypostom. —- 63. Stigma dext. u. Umgebung. — 64. Palp.
sin. vent.
zwischen den Coxae IV; vor dem Anale 4 Paar submediane und 4
Paar laterale Borsten, dann noch jederseits eine Reihe von 5 Sub-
marginalborsten und eine Reihe von 5 Marginalborsten. Peri-
trema wie gewöhnlich geschlängelt, wird schon vor den Schultern
dorsal und reicht nach vorn bis über die Coxae I (Textf. 56). Hinter
dem Stigma bemerken wir wieder dieselbe kleine Öffnung, die auch
bei der Deutonympha von Eugamasus loricatus Wankel beschrieben
=215:122 und -Taf. III, Fig. 5).
Epistom (Textf. 58) dreispitzig; die drei Spitzen proximal
fast gleich breit, distal ganz spitz, lang; die Mittelspitze gerade,
nur wenig länger als die Seitenspitzen, aber scheinbar viel länger,
da sie mehr nach vorn aus dem Rande des Epistoms entspringt;
die Seitenspitzen etwas nach innen gebogen. Eine Strecke hinter
dem Vorderrande des Epistoms zeigt dieses eine Linie, welche voll-
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 8. I 8. Heft
130 Dr. A. C. Oudemans:
ständig parallel am Vorderrande verläuft und den Gedanken er-
weckt, als gehöre das Epistom zu zwei Segmenten, was auch
wahr ist.
Maxillen. Die Stipital- und die drei Hypostomborsten alle
glatt (Textf. 62) ; die innere der zwei hinteren Hypostomborsten steht
eine Strecke hinter der äußeren. Der Rand des Hypostoms ist hinter
dieser äußeren Borste nicht besonders stark chitinisiert. Die Hörner
oder Außenmalae schmal; die Laciniae der Innenmalae mit breiter
Basis, kurz, in ihrer proximalen Hälfte gefranst; zwischen beiden
Malae ein ovales hyalines Membränchen mit gefranstem Vorder-
rande. Palptrochanter (Textf. 64) proximal und intern mitscharfer
Chitinleiste, in der Mitte mit nach außen gerichteter Borste, davor,
etwas nach innen die typische, nach innen gerichtete, distal und
vorn gefiederte Borste. Messerchen des Femurs breit, mit 3 Dor-
nen an seinem Rücken (Hinterseite); Messerchen des Genu beide
mit nur einem Dorn an der stumpfen Hinterseite. Die drei Messer-
chen distal abgerundet. Die drei Zinken der tarsalen Gabel sind
verschieden lang, die längste ist spitz, die zweitlängste abgerundet,
die kürzeste meißelförmig.
Beine (Textf. 56) schlank; das zweite Paar dicker als die
übrigen; die Borsten lang, steif, glatt; Tarsus II und III mit 5,
Tarsus IV mit 6 Pseudogliedern und langem Tasthaare. (Textf.
93, 99, 97).
Weibchen und Männchen sind genügend beschrieben und ab-
gebildet von Berlese in seinen ‚„‚Standardworks‘: Acari, Myrio-
poda et Scorpiones Italiani (fasc. 13, Nr. 5, 6) und Mono-
erafia del’ Genere Gamasus (Redia, vol. pa 3 772
1a; T.-6, F. 4-4c;.T. 11, E. 6, 64; T. 14, WE WIE
T. 17, F. 3). Ich will nur erwähnen, daß das Weibchen eine dicke,
absolut farblose und strukturlose ‚‚weiche Haut‘ besitzt, welche
sehr dehnbar ist; und daß die beiden Zähnchen der lateralen
Ränder des Epigyniums so weit nach hinten versetzt sind, daß
darin die posterioren Ecken der Metasternalia ruhen, was bei den
italienischen Individuen nicht der Fall ist.
| Habitat: Maulwurfsnester, aber auch frei in faulenden Blät-
tern. Patria: Sittard, Valkenburg, Haag, Haarlem, etc. Tempus:
per annum. Inventores- F.- Heselhaus ‘ST, Die Evers
und ich.
Eugamasus oudemansi Berl.
Tat VE) Big.,39)
11. XI. 1902. Parasitus emarginatus $, OQudemans in Tijds.
Ent., vol. 45, Verslagen, p. 50, (N. B. non Gamasus emarginatus
C. L. Koch). Diagnose.
10. XII. 1903. Parasitus emarginatus $, Dudemans in Tijds.
Ned-Dierk. Ver., Ser.'2, vol. 8,:p: 71, Nr. 5; p. 75, T.3,E 8 38
Beschreibung, Abbildung (non eodem nomine, ibidem tritonym-
pha!) (non Gamasus emarginatus C. L. Koch).
a
Es
|
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 131
10..IV. 1904. Gamasus (Eugamasus) oundemansi (sic!) Ber-
lese in Redia, vol. 2, p. 280 (non eodem nomine ibidem Nympha
II. —
22. VI. 1906. Gamasus (Eugamasus) oudemansi, &, Berlese
sk edıar vol, 3,DP.:167,1:6, E.6,6a,T.11,F. 8, 14, F. 9, 56,
- T. 15, F. 30 (non eodem nomine ibidem Nympha Il et T. 4, F. 11).
1. IX. 1913. Eugamasus oudemansi. Berl. — Oudms. in
EnesbBer, vol. 4, Nr: 78, p. 2.
Mas. Das Männchen ist 1903 von mir und 1906 nach meinem
Präparate von Berlese genügend beschrieben und abgebildet. Es
ist jedenfalls viel näher mit Eugamasus magnus Kram. als mit
Eugamasus loricatus Wankel verwandt, denn es hat feine Haare,
während loricatus stabförmige Borsten besitzt. Ich habe das
Hypostom und die benachbarten Teile abgebildet, da dieses so
typisch ist.
Tritosternum (Taf. VI, Fig.5) kurz, fast so lang wie an der
Basis breit, trapezoidal mit den gewöhnlichen Laciniae. Maxillen.
Viele Teile sind stark chitinisiert; alles macht den Eindruck von
Kraft. Die Stipitalborste und die innere von den hinteren Hypo-
stomborsten sind einseitig spärlich behaart; die beiden anderen
Borsten nicht. Die Bases der Malae sind stärker chitinisiert als
bei den anderen Spezies; die Ränder sowohl der Malae internae
als externae abgerundet; die Hörner groß, etwas S-förmig; die
hyalinen Laciniae lang, extern fast über ihre ganze Länge gefranst.
Auch der Trochanter palpi zeichnet sich besonders aus, erstens
durch die starke Chitinisierung der ganzen internen Fläche und
zweitens durch die gewaltige dornförmige nach innen (nicht nach
außen) gerichtete proximale Borste, welche dabei stark distal ver-
setzt ist und sogar die für Eugamasus typische distale Borste basal
berührt.
Bemerkung. Ist es nicht merkwürdig, daß bis jetzt nur
3 8, keine anderen Entwicklungsstufen, kein ? dieser Art gefunden
wurden ? Sollte oudemansı vielleicht ein sogenanntes heterogenes
g sein können, z. B. des magnus ?
Eugamasus remberti Oudms.
(Textf. 65—81.)
1. V. 1912. Eugamasus remberti Oudms. in Ent.-Ber., vol. 3,
Nr. 65, p. 243, 9, Diagnose.
1. IX. 1912. Eugamasus remberti Oudms. in Tijds. Ent.,
vol. 55, Verslagen, p. LI, Nph. II, $, Diagnose.
Deutonympha (Textf. 65). Länge des Idiosoma 560 u, Breite
desselben an den Schultern 285 u. Länge der Notocephale 295 u,
Breite derselben an den Schultern 265 u. Länge der Notogaster
210 u, Breite derselben an den Vorderecken 265 u. Länge der
Beine 550 resp. 330, 330 und 460 u. Also eine kleine Spezies. —
Gestalt vorn breit und rund, hinter den Schultern ein wenig
g* 8. Heft
132 Dr. A. C. Oudemans:
konkav, hinten kKreisrund, übrigens typisch Eugamasus-artig, aber
mit kürzeren Beinen. Farbe schmutzig-weiß.
Rückenseite (Textf. 65). Rings um die Notocephale ein
schmaler Streifen weicher Haut. Die Notocephale vorn gerundet,
sowohl vor als hinter den Schultern ein wenig konkav, hinten ein
wenig konvex. Notogaster vorn konvex, Vorderecken gerundet,
übrigens halb-elliptisch. — Struktur der Schilder grobschuppig.
Eugamasus remberti Oudms. Nph. II. — 65. BRückenseite. — 66. Gnathosoma
dors. — 67. Bauchseite.'
— Behaarung. Im allgemeinen sind die Rückenhaare ziemlich
lange Borsten. Auf der Notocephale zwei kurze Vertikalborsten,
daneben zwei kürzere nach hinten gerichtete, dahinter vier sub-
mediane Paare, vor den Schultern je zwei Randborsten, die Schul-
terborste ist die längste und stärkste, in den lateralen Feldern je
10 Borsten. Die Scapular- und Medialborsten unterscheiden sich
kaum durch größere Länge und Stärke. Auf der Notogaster
4 Paare nahe dem Vorderrande, 4 Paare submedian, 8 Paare
marginal, in den lateralen Feldern noch 8 Paare, also zusammen
24 Paare.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 133
Bauchseite. Tritosternum (Textf. 68) ziemlich lang, mit
seicht konkaven Seiten, distal mit kleinen Seitenspitzen und den
gewöhnlichen Laciniae. Sternimetasternale (Textf. 67) etwas
lang, ziemlich gleichbreit, hinten mit kurzer Spitze. Anale eine
liegende breite Ellipse. Struktur der Schilder schuppig. —
Behaarung. Das erste und zweite Paar Sternalborsten weit
voneinander. Das Genitalpaar nicht zwischen den Coxae IV,
Eugamasus remberli Oudms. Nph. II. —
68. Gnathosoma vent. u. Tritosternum. —
69. Hypostom u. Haar Trochanteris palporum.
sondern mehr nach hinten versetzt.
Dann noch 3 Paare submedianer,
7 Paare lateraler und 4 Paare mar-
ginaler Börstchen. Die zwei sym-
metrischen Analhaare klein, weit
| voneinander und weit nach vorn Eugamasus remberti Oudms. Q,
| versetzt. Peritrema wiegewöhnlich = 7% Rückenseite.
geschlängelt; wird an den Schultern dorsal und ist dort bis über
den Coxae I zu verfolgen (Textf. 65).
Epistom auffallend kurz (Textf. 66) mit sehr kurzer, kaum
, zugespitzter Mittelspitze und langen, distal etwas gegabelten,
‚ etwas divergierenden Seitenspitzen. Hinter den drei Spitzen ein
Flecken mit zelliger oder maschiger Struktur.
Maxillen (Textf. 69). Sowohl die Stipital- als die Hypostom-
borsten sind glatt. Die Ränder des Hypostoms sind gut chitini-
siert, mit einer stumpfen Ecke beim Innenrande der Hörner, welche
- ziemlich breit sind. Die Innenmalae je mit langer submedianer
$S. Heft
134 Dr. A. ©. Oudemans:
Lacinia, welche proximal extern noch eine distal gefranste länglich-
viereckige Membran trägt. Der Trochanter palpi (Textf. 68)
proximal intern stärker chitinisiert, distal mit der bekannten, typi-
schen, distal einseitigspärlich behaartem Borste ; diese ist jedochnnicht
vorn, sondern hinten behaart und distal nicht intrad, sondern
extrad umgebogen. Femur intern mit einem gewöhnlichen Messer-
chen, Genu intern mit zwei derselben. Tarsus mit dreizinkiger,
stumpfendender Gabel.
Beine (Textf. 65) gewöhnlich. Zweites und viertes Paar mit
stärkeren Dornen als erstes und drittes, Tarsus IV mit langem
Tasthare; Genu, Tibia, Tarsus IV ventral (Textf. 67) noch stärker
bedornt. |
Femina (Textf. 70). Länge des Idiosoma 590 u, Breite desselben
bei Coxa IV 335 u. Länge der Notocephale 290, Breite derselben,
ganz hinten, 313 u. Länge der Notogaster 285 u, Breite derselben
etwas hinter den Vorderecken 330. u. Länge der Beine 565 resp.
390, 330 und 480 u. — Gestalt kurz, breit, mit ziemlich kurzen
Beinen. Farbe schmutzig-weiß.
Rückenseite (Textf.70). Ringsum die Notocephale ein schma-
ler Streifen weicher Haut. Die Notocephale vorn gerundet, vor den
Schultern etwas konkav, hinter denselben sehr schwach konvex,
hinten fast gerade, mit kaum abgerundeten rechtwinkeligen Hinter-
ecken. Notogaster die ganze Hinterhälfte des Rückens deckend,
welche schön gerundete Ränder hat. — Struktur der Schilder
grobschuppig. — Behaarung: Abweichend von der Deutonympha
sind die Borsten hier mindestens zweimal kürzer. Am
stärksten sind die Scapulares; die Humerales unterscheiden sich
fast nicht von den übrigen; die Mediales sind deutlicher; auch zwei
ganz am Hinterrande. — Zwei kurze vertikale, flankiert von zwei
noch kürzeren nach vorn gerichteten. Hinter diesen folgen 5 Paare
submediane, und beiderseits noch 9 Paare. Auf der Notogaster
zähle ich 5 submediane, 7 marginale, 7 submarginale und noch
7 weitere Paare Borsten.
Bauchseite (Textf.76). Tritosternum mehr oder weniger
hyazinthenglasförmig, mit kleinen Spitzchen neben den zwei
Laciniae. — Sternale vorn sehr konvex als wie mit Jugularia
zusammengeschmolzen; zwischen Beinpaaren I und II seitwärts
geflügelt und in das Rückenschild übergehend (also wie bei Eng.
loricatus); hinten tief konkav, wo es die zwei Metasternalia auf-
nimmt; hinter dem zweiten Borstenpaare zeigt es eine feine Linie,
welche dem Hinterrande parallel verläuft und also wie eine alte
Hintergrenze aussieht, was nicht unmöglich ist, da, wie ich früher
erörtert habe, jedes ventrale Borstenpaar einem bestimmten Seg-
mente angehört haben muß, was hier gewissermaßen bestätigt wird.
Hinter dem ersten Borstenpaare sieht man zwei Löchlein, offenbar
Drüsenporen. Die Metasternalia ähneln denen von Eng. lorı-
catus, greifen nämlich vorn papageienschnabelartig in einander;
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 135
jedes hat seine Borste. Das Genitale ist dreieckig, mit geraden
aufstehenden Schenkeln, welche einen Winkel von 70’ bilden, und
mit etwas konvexer Basis. Das Ventrale ist mit dem Anale
verwachsen und verläuft um die Coxae IV herum, ist aber, so weit
ich sehen konnte, nicht mit den Peritrematalia verwachsen,
und trägt, außer den drei Analborsten, drei submediane Borsten-
paare und sechs seitliche Paare. — Die Struktur der Schilder
ist grobschuppig; einigermaßen ist diese im Sternale angegeben.
Behaarung. Außer den schon erwähnten Borstenpaaren trifft
Eugamasus remberti Oudms. ®
— 71. Epistom. — 72. Ende d. Tarsus I. dext. — 73. Ende d. Tarsus II. dext.
— 74. Ende d. Tarsus III. dext. — 75. Teil d. Gnathospma vent. — 76. Bauchseite.
man deren noch fünf submarginale dem Hinterrand entlang. Die
in der Figur gezeichneten Randborsten gehören dem Rückenschilde
an. — Die Stigmata befinden sich hinter ihrem gewöhnlichen
Platze, nämlich sogar hinter den Zentren der Coxae IV. Die
Peritremata sind geschlängelt, werden bei den Coxae II dorsal und
denen über den Coxae I (Textf. 70).
Das Epistom (Textf. 71) hat eine niedrige distal abgerundete
Mittelspitze, welche kürzer erscheinen kann, da sie nach unten
umgebogen ist. Die Seitenspitzen verlaufen parallel, haben selbst
parallele Ränder und kaum gegabelt zu nennende Enden.
$S. Heft
136 Dr. A. C. Oudemans: °
Die Maxillen wie bei der Deutonympha (Textf. 71 und 69);
nur scheinen die gefransten Ränder der Innenmalae mehr quer zu
liegen und die Hörner schmäler zu sein.
Die Beine (Textf. 70) sind scheinbar kürzer als bei der Deuto-
nympha (da das Idiosoma breiter ist), mehr chitinisiert und nament-
lich das vierte Paar mehr knotig; die Behaarung mehr borstenartig.
In Textf. 72—74 habe ich die charakteristischen Enden der
Tarsi I, II und III abgebildet.
Mas (Textf. 77). Länge des Idiosoma 595 u; Breite desselben
hinter der Quernaht 350 u. Länge der Notocephale 312 u, Breite
derselben am Hinterrande 345 u; Länge der Notogaster 290 u,
Breite derselben hinter der Ouernaht 350 u. Länge der Beine
705 resp. 440, 410 und 640 u. — Gestalt typisch Eugamasus-
artig, breit-elliptisch. — Farbe bleichstrohgelb. s
Rückenseite (Textf. 77) nur vor den Schultern mit einem
schmalen Streifen weicher Haut, sonst beschildet. Die beiden -
Rückenschilder sind miteinander verwachsen, zeigen aber noch
deutlich die feine Verwachsungsquerlinie. Die Schultern treten
deutlich hervor; vor diesen ıst das Idiosoma sehr deutlich konkav ;
hinter denselben aber kaum merkbar konkav; hinter der Ouer-
linie hat es eine schön eiförmige Rundung. — Die Struktur der
Schilder ist grobschuppig. — Alle Haare sind lange Borsten, also
wie bei der Deutonympha. Auch deren Zahl und Stellung sind
dieselbe. Die Schulterborsten treten deutlich hervor, da sie die
stärksten und längsten sind. Hinter denselben befindet sich noch
eine kürzere, starke und gebogene Borste. Die Vertikalborsten sind
ziemlich kurz. Sonst ist über die Behaarung nichts besonderes zu
melden.
Bauchseite. Das Tritosternum (Textf. 80) ist sehr kurz
trapezoidal; seine behaarten Schleifen aber nicht kürzer als bei der
Deutonympha und dem 9. — Alle sekundären Bauchschilder sind
(Textf. 79) nicht nur miteinander, sondern auch mit den
Rückenschildern verwachsen und zwar ohne Naht. Die Struktur
ist grobschuppig. Die Behaarung ist dieselbe wie beim $, nur
mag wohl erwähnt werden, daß die vier (jederseits zwei) Meta-
podialborsten und die zwei Perianalborsten sehr klein sind. Die
Stigmata stehen gerade an ihrem Platze; ihre Peritremata sind
geschlängelt und reichen dorsal bis an die Coxae I (Textf. 77).
Das Epistom (Textf. 78) zeigt vor den Vertikalhaaren zwei
fast gerade, äußerst feine Querlinien und davor wieder drei nach
vorn konvexe Linien; die Mittelspitze fehlt; die Seitenspitzen. di-
vergieren und sind an den Exemplaren, welche ich untersuchte,
nicht am Ende gegabelt. Die Styli sind lang und gerade.
Die Mandibeln untersuchte ich nur in ihrer natürlichen Lage
(Textf. 78) sie unterscheiden sich sofort von denen der Deutonympha
und des @ durch ihre dunkle Farbe, namentlich an den Spitzen,
welche dabei nach außen ein Buckelchen zeigen.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 137
Die Maxillen (Textf. 80) zeigen etwa 10 Ouerlinien von ver-
schwindend kleinen Dreieckchen, stark chitinisierte Hypostom-
ränder, eben solche Hörner, breite dreieckige Innenmalae, welche
Eugamasus remberti Oudms. d. — 77. Rückenseite. — 78. Teil d. Gnathosoma
80. T
Wdors. — 79. auchseite. — A eil d. Gnathosoma vent. u. Tritosternum. —
‚8. Teil d. Beines II. sin. int.
8, Heft
138 Dr. A. ©. Oudemans:
zusammen wieder ein gleichschenkliges Dreieck bilden, das distal
gefranst ist. Dorsal zeigt das Femur palpi die bekannte distal-
interne, gebogene, hyaline, hier aber starke Spitze. Ventral weist
der Trochanter eine proximal-interne Chitinisation auf, wovon eine
feine Leiste gerade nach vorn läuft und um das sonderbare Haar
biegt, daß auch bei der Deutonympha (siehe dort) und beim ®
vorkommt. Das bekannte Messerchen des Femurs ist an der hin-
teren Schneide fein gefranst. Die zwei Messerchen der Tibia sind
glatt.
Die Beine (Textf. 77) sind normal gebaut. Bemerkenswert ist
die’ bedeutende Länge des 1. Paares; die Höcker des 2. Paares,
und die zwei fast dornförmigen Borsten am Genu und an der Tibia
des 4. Paares. — Die Höcker des 2. Paares sind wie folgt: Das
Femur (Textf.81) hat einen stark distal gekrümmten Dorn, der axil-
lare Knoten ist, wie bei loricatus, fast doppelt auf kurzem Sockel.
Der Tuber genuale ist daumenförmig und distal, so auch der
Tuber tibiale. Außerdem tragen sowohl Genu als Tibia ventral
(Textf. 79) eine kurze stumpfe höckerförmige Borste.
Habitat: Maulwurfsnester und Maulwürfe. Patria: Sittard,
Valkenburg, Arnhem. — Tempus: per annum. Inventor:
F. Heselhaus. Als ich meine Sammlung nachprüfte, fand ich
ein Präparat mit fünf Deutonymphae. ‚Eugamasussp.“,auf Talpa,
Arnhem, 20. VI. 1909.
Benannt nach Hochwürden P. Rembert Richard, Rektor
des Aloysius-Kollegs in Sittard.
Bemerkung: wie aus obigem erhellt, erstreckt sich der
sexuelle Dimorphismus auch auf die Behaarung.
Haemogamasus hirsutus Berlese.
(Textf. 82797, Tat. II,’ Fig. 17105 und Tas, Vier er
Protonympha (Taf. VII, Fig. 8). Länge des Idiosoma natür-
lich sehr variabel; beim abgebildetem Exemplare 785 „u, Breite
desselben bei den Coxae IV 430 u; Länge der Beine 900 resp. 625,
555 und 800 u. Gestalt des Idiosoma mehr oder weniger
Hypoaspis-artig, eiförmig, schwach geschultert, die der Beine aber
Parasitus-artig. Farbe milchweiß; das mit Guanin gefüllte Exkre-
tionsorgan dagegen im Mikroskop tiefschwarz, im auffallenden
Lichte schmutzig-weiß.
Rückenseite (Taf. VII, Fig. 8). Selbst mit Immersion
konnte ich keine Schilder entdecken; die ganze Rückenfläche ist
vollkommen glatt; ich muß danach wohl auf einen, den ganzen
Rücken deckenden Schild schließen. Die Haare sind kurze, =
vollkommen glatte, feine Borsten; ihre Zahl ist sehr gering, im
Vergleich mit den ‚„hirsuten‘‘ späteren Entwickelungszuständen
ist sie bestimmt mehr vom Parasitus-Typus.
Bauchseite. Das Tritosternum (Taf. VII, Fig. 6) istlänglich,
distad sich ein wenig verjüngend, mit geraden Rändern und platten,
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 139
nicht runden, Laciniae, welche äußerst kleine, kaum sichtbare
Härchen tragen. DasSternale(Taf. VII, Fig.11) ist kurz, breit, vorn
etwas konkav, hinten abgerundet stumpf. Das Anale ist eiförmig
Haemogamasus hirsutus Berl. Nph. Il. — 82. Mandibel schief dors. — 83. Epistom.
— 84. Bauchseite. — 85. Rückenseite. — 86. Tritosternum, Hypostom, Trochanteres
\ palporum. — 87. Mandibel vent. — 88. Schief vent.
' mit der Spitze nach hinten, wo ein ganz schmales Cribrum sichtbar
'ıst. Auch an diesen Schildern konnte ich keine Struktur wahr-
, nehmen. Behaarung: Die Borsten sind von derselben Beschaffen-
" heit, wie die der Rückenseite. Man findet deren 6 auf dem Sternal-
schilde, 2 zwischen den Coxae IV, 3 submediane Paare, 5 links
| und rechts davon, 1 Paar das Analschild flankierend und dann
8. Heft
140 Dr. A. €. Oudemans:
die 3 gewöhnlichen Analhaare. Die Stigmata stehen hinter den
Zentren der Coxae IV, also sehr nach hinten. Die Peritremata
sind kurz, erreichen kaum den Hinterrand der Foveolae coxae III
und sind vorn spitz.
Das Epistom reicht nach vorn bis zur Mitte der Femora
palporum (Taf. VII, Fig. 8), hat fast parallele Ränder (Taf. VII,
Fig. 7) und immer acht scharfe Spitzen, deren Intervalle jedoch
abgerundet sind; es zeigt weiter drei Querlinien an der Basis,
wovon die vorderste nach vorn konvex ist.
Die vollkommen hyalinen Mandibeln (Taf. VII, Fig. 10) haben
schon die für Haemogamasus hirsutus charakteristische Form,
sie bestehen nämlich aus einem schlittenförmigen ‚Unterkiefer‘
und einem messerförmigen ‚Oberkiefer‘“‘ ohne Zähne, ohne ‚‚Pul-
villum‘ und ohne ‚Pilus dentilis‘.
Die Maxillen sind schwer zu entziffern; Immersion ist dazu
nötig! Man sieht dann (Taf. VII, Fig. 6) Hörner mit einer Kerbe,
oder mit zwei „Zacken“, wie ein Doppelhorn; die Innenmalae be-
stehen wie es scheint nur aus zwei Schleifen, welche außen kurz-
gefranst sind. Der Trochanter palpi trägt ventral nur ein einziges
feines Haar. Die Gabel des Palptarsus hat nur zwei Zinken
(Taf. VII, Fig. 9), ist also Hypoaspis-ähnlich!
Beine (Taf. VII, Fig. 8) wie bei Parasitus behaart; die krallen-
tragende Scheibe der Beine I ist am größten, sie ist kleiner bei den
Beinen II und noch kleiner bei den Beinen III und IV. Tarsus II
trägt distal zwei starke Dornen; Tarsus IV ein sehr langes Tast-
haar.
Deutonympha (Textf. 85). Länge des Idiosoma natürlich ver-
schieden, je nachdem das Individuum nüchtern ist oder sich voll-
gesogen hat, mindestens aber 820 u, Breite (ungefähr in der
Mitte der Länge) 700 u. Länge der Beine 1055 resp. 765, 722 und
1050 u. Gestalt eiförmig mit der Spitze nach vorn, mit kaum
merkbaren Schultern; von diesen nach der Vertikalwölbung ist der
Rand fast gerade. Die Beine sind verhältnismäßig lang und
charakterisieren den Schnellläufer. — Die Farbe ist nüchtern
fast weiß mit schwarzer Figur (Exkretionsorgane); sonst braun,
aber um so mehr braunrot, je mehr das Individuum Nahrung auf-
genommen hat. Nüchtern sind sie noch ziemlich durchscheinend,
aber wenn sie nicht mehr nüchtern sind, so verringert sich die
Durchscheinendheit bis zur völligen. Undurchsichtigkeit. Die
Beine sind jedoch immer dieselben, gelbbraun.
Rückenseite (Textf. 85) stark behaart; wenn nüchtern, fast
ganz von einem grobschuppigen Rückenschilde bedeckt. Nur von
den Schultern nach vorn ist ein schmaler Streifen unbedeckt.
Alle Haare, auch die der Beine (mit einer Ausnahme, siehe bei
Maxillarpalpen) sind glatte kurze Borsten. Bemerkenswert sind
vier nach vorn gerichtete, weit voneinander stehende, divergierende
Vertikalhaare.
1 ne
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 141
Bauchseite. Tritosternum (Textf. 86) wie bei der Proto-
nympha ; die Grenze zwischen Basalstück und Schleifen ist aber nicht
deutlich, und die Schleifen sind länger behaart. Das ‚Sternale‘
(Textf. 84) ist offenbar aus Sternale, Metasternalia und Genitale
verwachsen, denn es trägt an seinen Außenrändern die sechs
Sternalhaare, die zwei Metasternalhaare und noch vier Paare
Haare, wovon bestimmt das hinterste Paar das Genitalpaar
repräsentiert. Anale elliptisch mit dem Anus in der Mitte und den
drei bekannten Haaren. Die ganze übrige Bauchfläche ist stark
behaart; die Teile jedoch, wo die Peritremata sich befinden, sind
unbehaart. Diese Peritremata sind ein wenig geschlängelt,
werden bald rückenständig und enden hier über den Coxae II
(Textf. 85), sind also kürzer, als es bei den Parasıtinae gewöhn-
lich der Fall ist.
Das Epistom reicht nach vorn bis an das Genu der Palpen
(Textf. 85), zeigt (Textf. 83) hinter seinen freien Lappen drei
Ouerlinien, wovon die vorderste nach hinten konvex ist. Der
freie Lappen ist lang und endet wie bei der Protonympha in 8
(oder 7) Spitzen wovon die beiden Lateralen etwas hinter den
übrigen eingepflanzt sind.
Die vollkommen hyalinen Mandibeln sind ungefähr wie bei
den Protonymphae gebaut. Die ‚Unterkiefer‘ oder der Digitus
mobilis ist schlittenförmig mit konvexer scharfer Kante (Textf. 82);
der Digitus fixus ist mehr messerförmig und paßt in den Schlitten;
also bilden sie zusammen, obwohl zahnlos, eine nicht unbedeutende
Scheere oder Zange. Textf.87 und 88 geben noch andere ventrale
Ansichten der Scheere.
Die Maxillae sind zum Teil in Textf. 86 abgebildet. Die Hörner
sind schwach chitinisierte, fast länglich viereckige Blättchen,
distal mit nur seichter Einkerbung, sodaß ihre Verdoppelung
(siehe oben bei der Protonympha) verschwunden ist. Sie werden
von je einem dreieckigen Basalstück getragen, welches an seiner
Spitze wie mit einer winzigen Schere versehen ist. Von den Innen-
malae sind die submedianen Laciniae weit nach hinten zu ver-
folgen und biegen diese sich distal extrad, während die externen
membranösen Teile schmal sind und wie gewöhnlich distal, aber
| nur wenig gefranst sind. Der Trochanter palpi trägt außer
' dem schon bei der Protonympha erwähntem Haare ventral
ı eines der am meisten charakteristischen Merkmale der
„hirsutus‘“, nämlich eine eigentümliche Borste, welche proximal
sehr dick ist, distal scharfspitzig, doch nicht rund, sondern mehr
oder weniger messerförmig ist, also einen dicken abgerundeten
„kücken“ und eine scharfkantige ‚‚Schneide‘‘ hat, welche außer-
dem ein wenig gefranst ist. In der Abbildung ist der ‚Rücken‘
nach dem Beschauer zugekehrt. Der Tarsus mit zweizinkiger
Gabel.
8. Heft
d
142 ' Dr. A..C. Oudemans:
Beine (Textf. 85) schlank, gewöhnlich behaart, mit fast zilin-
drischem Tarsus I, aber mit konischem Tarsus II bis IV. Die Unter-
schiede zwischen den krallentragenden Scheibchen sind wegge-
fallen. Tarsus IV mit langem Tasthaare. |
nAn
i 90 |
I
39
92 95 9
BENIEB
Haemogamasus hirsutus Berl. — 9. 89, 90, 91. Verschiedene Epistomen. —
92. Mandibel dext. dors. — 93. Mand. sin. vent. — 94. Mand. sin. dors. — 95. Rücken-
seite. — 96. Bauchseite. — 97. Tritosternum, Hypostom u. Trochanteres palp.
Femina (Textf. 95). Sie gleicht der Deutonympha zumVerwech-
seln, ist aber sofort davon zu unterscheiden durch das Epistom,
die Bewaffnung der Beine, das deut ichere Rückenschild und durch
die Bauchfläche.
Länge des Idiosoma natürlich sehr verschieden, je nachdem
das Individuum nüchtern ist oder vollgesogen. Breite auch vari-
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 143
ierend. Länge des Rückenschildes 1075 u, Breite desselben 605 u.
Länge der Beine 1265 resp. 850, 945 und 1310 u.
Gestalt. Berlese bildet meines Erachtens das Qzu schmal ab,
mitzu parallelen Seitenkanten. Sosah ich noch keins und ich habe
Hunderte unter Augen gehabt. Vielmehr ist die Gestalt (Textf. 95)
eiförmig, mit der Spitze nach vorn, wenig vorspringende Schultern;
Vertex spitzer als bei der Deutonympha, von den Schultern nach
diesen Vertex fast geradkantig; die Beine länger als bei der Deuto-
nympha, aber verhältnismäßig kürzer, was sofort ins Auge
fällt. Farbe noch dunkler als bei der Deutonympha.
Rückenseite (Textf. 95) von einem Rückenschilde gedeckt, das
denselben Umriß hat wie der Körper, aber immer von einer schmalen
Binde weicher Haut umgeben ist. Struktur grobschuppig,
nämlich des Schildes. Die Behaarung ist, wie bekannt, dicht; die
Haare selbst sind kurz, glatt borstenförmig.
Bauchseite. Das Tritosternum (Textf. 97) ist fast voll-
kommen wie bei der Deutonympha gebaut, hat aber distal zwei
winzige Zähnchen aufzuweisen. — Das Sternale hat die gewöhn-
liche Form (Textf. 96), ist aber länger als breit, und unterscheidet
sich durch seine starke Behaarung sofort von dem der übrigen
Spezies, denn es trägt, außer den bekannten drei Paaren, noch
etwa 24 Borsten, welche stärker sind als die Rücken- und übrigen
ventralen Borsten. Metasternalia scheinen vollkommen zu
' fehlen. Das Genitale ist in seinem vorderen fast kreisrunden
Abschnitt für zwei Drittel nackt, für ein Drittel ebenso klein be-
, borstet wie in seinem hinteren fast dreieckig-sackförmigen Teil.
Gibt es ein ventrale? Das ist schwer zu sagen. Ein Genitale
' besitzt meistens nur ein Paar Haare, aber bei so einer dicht be-
, haarten Spezies kann es (wie z. B. auch das Sternale) viele Borsten
tragen. Das Anale ist breit-eiförmig mit der Spitze nach hinten,
"3x atarkon Rorsten und sehr schmalem Cri-
ia und Peritrema-
uppig. Die Behaa-
starken Borsten, die
einen feinen Borsten.
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Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 143
ierend. Länge des Rückenschildes 1075 u, Breite desselben 605 u.
Länge der Beine 1265 resp. 850, 945 und 1310 x. |
Gestalt. Berlese bildet meines Erachtens das Qzu schmal ab,
mit zu parallelen Seitenkanten. Sosah ich noch keins und ich habe
Hunderte unter Augen gehabt. Vielmehr ist die Gestalt (Textf. 95)
eiförmig, mit der Spitze nach vorn, wenig vorspringende Schultern;
Vertex spitzer als bei der Deutonympha, von den Schultern nach
diesen Vertex fast geradkantig; die Beine länger als bei der Deuto-
nympha, aber verhältnismäßig kürzer, was sofort ins Auge
fällt. Farbe noch dunkler als bei der Deutonympha.
Rückenseite (Textf. 95) von einem Rückenschilde gedeckt, das
denselben Umriß hat wie der Körper, aber immer von einer schmalen
Binde weicher Haut umgeben ist. Struktur grobschuppig,
nämlich des Schildes. Die Behaarung ist, wie bekannt, dicht; die
Haare selbst sind kurz, glatt borstenförmig.
Bauchseite. Das Tritosternum (Textf. 97) ist fast voll-
kommen wie bei der Deutonympha gebaut, hat aber distal zwei
winzige Zähnchen aufzuweisen. — Das Sternale hat die gewöhn-
liche Form (Textf. 96), ist aber länger als breit, und unterscheidet
sich durch seine starke Behaarung sofort von dem der übrigen
Spezies, denn es trägt, außer den bekannten drei Paaren, noch
etwa 24 Borsten, welche stärker sind als die Rücken- und übrigen
ventralen Borsten. Metasternalia scheinen vollkommen zu
fehlen. Das Genitale ist in seinem vorderen fast kreisrunden
Abschnitt für zwei Drittel nackt, für ein Drittel ebenso klein be-
borstet wie in seinem hinteren fast dreieckig-sackförmigen Teil.
Gibt es ein ventrale? Das ist schwer zu sagen. Ein Genitale
besitzt meistens nur ein Paar Haare, aber bei so einer dicht be-
haarten Spezies kann es (wie z. B. auch das Sternale) viele Borsten
tragen. Das Anale ist breit-eiförmig mit der Spitze nach hinten,
den drei bekannten, hier starken Borsten und sehr schmalem Cri-
brum. So viel ich sehen kann, fehlen Lumbalia und Peritrema-
talia. Die Struktur der Schilder ist grobschuppig. Die Behaa-
rung der Schilder besteht aus kurzen, aber starken Borsten, die
der weichen Haut aus sehr dicht stehenden kleinen feinen Borsten.
Die Peritremata schlängeln sich nach vorne bis an die Coxae I
und bleiben ventral.
Das Epistom reicht (Textf. 95) bei verschiedenen Individuen
verschieden weit nach vorn, bisweilen nicht weiter als zur Mitte
‚ des Femur, kann aber die Mitte des Genu erreichen, hat mehr
oder weniger den Umriß eines Zuckerhutes, ist distal verschieden
tief gespalten, weshalb ich in den Textf. 89—91 drei verschiedene
Typen desselben angebe.
Die Mandibeln sind wie bei den vorher beschriebenen Ent-
wicklungszuständen vollkommen hyalin und von demselben Bau
(Textf. 92—94).
8. Heft
144 Dr. A. €. Oudemans:
Maxillen (Textf. 97). In der Mitte sieht man die tiefe Furche,
welche bei der Protonympha noch nicht da war und bei der Deuto-
nympha nur vorn angedeutet war, in ihrer ganzen Länge ausge-
bildet. Hierin liegen normaliter die langen dünnen Schleifen des
Tritosternum, so daß sie bisweilen nicht aufzufinden sind. In der
Tiefe gewahrt man die bekannten (12?) Ouerreihen von dreieckigen
winzigen Zähnchen. Die Hörnerbasen sind dreieckig, ohne be-
sondere Struktur an der Spitze. Die Hörner selbst sind länglich-
viereckige Blättchen, welche aber distal sonderbar fischmaulartig
gespalten oder besser gezeichnet sind, denn das Lumen des Maules
ist membranös gefüllt. Die Innenmalae bestehen aus den be-
kannten inneren etwas divergierenden Laciniae und den äußeren
Membranen, deren Enden zusammen eine an der konkaven Seite
gefranste Mondsichel bilden. Zwischen den divergierenden La-
ciniae sieht man das Labrum. An der ventralen Seite des Tro-
chanters palpi gewahrt man wieder die für diese Spezies so
charakteristische, sonderbar geformte Borste: proximal dick,
distal spitz, an der ventralen (dem Beschauer zugekehrte) Seite
stumpf oder abgerundet, an der dorsalen Seite messerscharf und
gefranst. Palptarsus mit zweizinkiger Gabel.
Beine (Textf. 95) lang, schlank. Tarsus I mit deutlichem Basi-
und Telotarsus; dieser selbst beweglich eingelenkt; das Mittelstück
mit zwei Tasthaaren. Femur II mit starker gekrümmter Borste.
Tarsus IV mit langer Tastborste, selber etwas gekrümmt und mit
langem Praetarsus.
Mas (Taf. II, Fig. 1). Er ist unmittelbar als Haemogamasus kennt-
lich; die glatten Haare und die sieben Vertikalhaare verraten sofort
hirsutus, während die Mandibeln und die Sporne an den Hinter-
beinen das Männchen kennzeichnen, ohne daß man dafür die ven-
trale Seite zu untersuchen braucht.
Länge des Idiosoma 1150 u, Breite desselben bei den Hinter-
beinen 700 u. Länge des Rückenschildes 1100 u, Breite desselben
bei den Hinterbeinen 700 u. Länge der Beine 1180 resp. 800,
900 und 1250 u. Gestalt breit-eiförmig, mit der Spitze nach
vorn, über die Beine II und I seicht konvex (also eine Schulter
formend). Die Beine lang und schlank. Farbe braun, und, da
die Männchen kein Blut zu saugen scheinen, niemals dunkler oder
undurchscheinend, so daß der mit Guanin gefüllte Exkretions-
apparat bei durchfallendem Lichte (unter dem Mikroskop) als eine
schöne symmetrische tiefschwarze Figur das Tierchen durchaus
verschönert: ın der Mitte ein länglicher Fleck; von hieraus zwei
zweimal geknickte schmale Streifen bis in das Genu der Beine II,
und zwei seitliche konvex-konkav-linsenförmige Figuren an den
Seiten des Hinterkörpers.
Rückenseite (Taf. II, Fig.1) vollkommen dicht behaart. Das
Rückenschild läßt nur ganz hinten, hinter dem vierten Beinpaare
eine schmale Mondsichel von weicher Haut unbedeckt. Seine
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 145
Struktur ist grobschuppig. Seine Grenze wird noch auf andere
Weise angegeben, nämlich durch die Richtung der Haare. Diese
kurzen, feinen, glatten, dichtgedrängten Härchen sind nämlich auf
der hinteren Hälfte des Schildes nach hinten gerichtet, während
sie auf der weichen Haut dem Rande parallel liegen. Die vier
Vertikalhaare sind stärker und nach vorne gerichtet; hinter diesen
noch drei stärkere nach hinten gerichtet.
Bauchseite. Tritosternum vollkommen wie beim Weib-
chen gebaut (Textf. 97). Das Sternale, die Metasternalia, das
Genitale, das Ventrale und das Anale sind zusammen zu einem
Schilde verwachsen (Taf. II, Fig.2). Es erstreckt sich vom Trito-
sternum bis an das postanale Cribrum, sendet zwischen den Coxae
II und III resp. zwischen den Coxae III und IV dreieckige Aus-
wüchse aus und breitet sich hinter den Coxae IV zu einer großen,
fast kreisrunden Platte aus. Das ganze Schild ist stark behaart,
was diese Spezies sofort unterscheidet von den übrigen, denn diese
besitzen ein unbehaartes Sternale (abgesehen von den sechs ty-
pischen Sternalborsten). Die Genitalöffnung ist durch eine kleine
runde Platte geschlossen, die so stark an die runde Platte
der Urododidae erinnert, daß wir sie gerne für das eigent-
liche Genitale ansehen wollen. Peritrematalschilder sah
ich nicht. Die Struktur der Schilder ist grobschuppig; die der
weichen Haut äußerst fein wellig gerunzelt. Noch stärker als bei den
vorigen Entwicklungsstadien ist die Bauchfläche (Taf. II, Fig. 2)
behaart. Drei Paar Borsten zieren den ‚‚sternalen‘ Teil; man unter-
scheidet auch leicht die dahinter gelegenen Metasternalborsten.
Genitalborsten sind nicht besonders ausgeprägt. Die drei Anal-
borsten stehen an den bekannten Stellen. Auf dem sternalen Teil
stehen viele weniger scharfe Borsten; auf dem metasternalem Teil
sind die Borsten etwas kleiner und in zwei Bögen gestellt; dahinter
sind die Borsten wieder kleiner, sie sind wohl Härchen zu nennen,
und, außer zwei Reihen, welche den Rändern des mächtigen
‚„Ventrale‘‘“ parallel laufen und zwei submedianen Reihen vor dem
After, regellos inseriert. Noch feinere Härchen bedecken die übrige
Bauchfläche; an den Seiten sind sie nach hinten gerichtet; hinter
dem ‚‚Ventrianale‘“dem Hinterleibsrande parallel. Die Peritremata
sind dünn, konvex nach außen, und kurz; sie reichen nicht weiter
als bis zu einem Punkte zwischen den Coxae II und III.
Er Das freie Blatt des Epistoms (Taf. Il, Fig. 4, 5) ist etwas
karaffenförmig, hat also ganz hinten eine seichte Einschnürung,
viel stärker als bei der Deutonympha (Textf. 83); seine ‚„Rand-
figur““ ähnelt meistens der des Weibchens.
Die Mandibeln haben als Paarungsorgane natürlich eine
ganz andere Gestalt als bei den vorigen Entwicklungsstadien. Von
ihrer ‚Schere‘ ist der ‚„Oberkiefer‘“ oder der Digitus fixus wie ein
Schuhknöpfer oder Garderobehaken geformt (Taf. II, Fig. 6, 7),
aber der Stiel des Hakens ist gekrümmt, so daß das ganze Ge-
Archiv für Naturgeschichle
193.58, 10 8. Heft
146 Dr. A. C. Oudemans:
bilde etwas S-förmig wird. Es trägt noch einen winzigen Pilus
dentilis. Der gekrümmte Teil des Stieles ist nach unten messer-
scharf. Der Digitus mobilis hat mehr die Form eines starken
Taschenmessers (Taf. II, Fig. 7). Vor der Mitte seiner Länge ist
der ‚Kopulationsapparat‘, besser noch der ‚Spermatophoren-
haken‘“ eingelenkt.
Maxillen. Die beiden Hörnerbasen (Taf. II, Fig. 3) sind wohl
um die Hälfte kleiner als beim Weibchen (Textf. 97). Sie tragen die
sonderbar geformten, ja bis zur Unkenntlichkeit entstellten Hörner.
Diese sind blattartig, haben gerade über (vor) der Spitze ihres
Trägers ein nach innen und hinten gekrümmtes raubvogelschnabel-
förmiges Häkchen und zwischen diesem und ihrem spitzen Ende
einen halbkreisförmigen Auswuchs. Die Laciniae der Innenmalae
sind extrad gebogen; die Membranulae schmal und an ihrem
konvexen Außenrande fein gefranst. Am Trochanter palpi unter-
scheidet man sofort die charakteristische Borste (siehe S.141 u.
144) und intern eine schmale Chitinleiste. In der Mitte des Hypo-
stoms die bekannte Rinne mit etwa 13 Querreihen von winzigen
Dreieckchen.
Beine (Taf. II, Fig. 1) schlank. An der dorsalen Seite von
Trochanter l eine kurze Borste; von Femur I zwei dergleichen, nach
innen und nach außen gerichtet; von Femur III distal eine solche
nach außen gerichtet; und von Femur IV in der Mitte wieder eine
solche ebenfalls nach außen gerichtet. — An der ventralen Seite
von Bein II (Taf. II, Fig. 10) hat das Femur 3, das Genu 2, die
Tibia 2 und der Tarsus 7 starke, fast dornförmige Borsten.
Habitat: in Maulwurfsnestern und auf Maulwürfen. —
Patria: ganz Europa. — "Tempus: per annum.
Bemerkungen: Nur an den Mandibeln (Taf. VII, Fig. 10) und
den langen Beinen (Taf.VII, Fig. 8) kann man die Protonympha
sofort erkennen als zu Haemogamasus hirsutus gehörig, denn sie
erinnert übrigens stark an Hypoaspis stabularis (Textf.236, 246, 255).
Wenn man aber das Tierchen eingehender studiert, so bemerkt
man allmählich viele andere und kapitale Differenzen.
Aus der Parasıtus-ähnlichen Zahl und Anordnung der Haare
der Protonympha muß man schließen, daß die Haemogamasus
differenzierte Parasitus-ähnliche Tierchen sind. Nur ihre zwei-
zinkige Gabel am Palptarsus ist Aypoaspis-artig.
Haemogamasus horridus Mich.
(Textf. 98—107; Taf. II, Fig. 11—15.)
Ovum. (Taf. II, Fig.11). Das Ei ist ellipsoidisch, 640 u lang
und 440 u breit. Die Spiritusexemplare waren alle farblos,
höchstens milchweiß oder rahmgelb. Die meisten Eier enthielten
schon einen Embryo, so daß ich glaube, daß ein Teil der Ent-
wicklung sich schon im Uterus abspielt, daß mit anderen Worten
diese Art fast ovovivipar ist. Vom Embryo war eigentlich nichts
|
:
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 147
zu sehen außer dem mit Guanin gefüllten Exkretionsapparat, welcher
also mit auffallendem Lichte schmutzig licht-rehfarbig, mit durch-
fallendem Lichte tiefschwarz ist.
Larva. (Taf. II, Fig. 12). Verschiedene Larven, welche ich unter
kleiner Vergrößerung für Anystis baccarum - Larven ansah, der
Ähnlichkeit wegen, entpuppten sich, als ich eine unter starker
Vergrößerung zeichnen wollte, und deshalb erst ernsthaft studierte,
als Larven dieser Spezies!
Länge des Idiosoma 700 u, Breite desselben 460 u. Länge
des Rückenschildes (? siehe unten) 430 u, Breite desselben 400 u.
Länge der Beine 765 resp. 600 und 500 u. Gestalt ein wenig
länglich viereckig mit abgerundeten Hinter- und Vorderkanten;
diese letzte ist außerdem über den Coxae I und II und über dem
Epistom ein wenig konvex. Wenn aber die Larve etwas gequollen
ist, dann ist sie vollkommen kurz-eiförmig, mit der Spitze nach
vorn. Die Farbe ist (wenigstens der Spiritusexemplare) weiß,
milchweiß, rahmgelb, blaß ockergelb, aber dazu kommt die schöne
symmetrische tiefschwarze Figur des Exkretionsapparats, so daß
ich das Tierchen mit Ergötzen studierte.
Fanekenseite (Tai. II, Rie. 12). Wenn ich mich nicht
irre, so gibt es ein obwohl äußerst schwer wahrnehmbares
Rückenschild, wenigstens fand ich. mit Immersion eine sehr
feine geschlossene Linie, welche einen mehr oder weniger vier-
eckigen oder fünfeckigen Bezirk begrenzt, gerade wo man solch
, ein Schild erwartet. Ich sah jedoch dergleichen, aber unregelmäßig
gestellte Linien weiter nach hinten. Nach langen Erwägungen be-
schließe ich, daß diese letzteren Falten sein müssen, während die
' erst erwähnten wirklich den Umriß einer Notocephale angeben.
ı Die Struktur dieses Schildes war absolut nicht wahrnehmbar,
‚ ebensowenig wie die der weichen Haut... .. ich sah alles vollkommen
ı glatt. Behaarung äußerst fein, ziemlich lang und glatt und vom
‚ Mittelpunkte des Idiosoma allseitig ausstrahlend. Zwei Vertikal-
‚ haare und noch acht Paar Haare auf dem Schilde, von denen
‚ unmöglich, ohne Kenntnis der Protonympha gesagt werden kann,
welches das skapulare resp. humerale und mediale Paar sei.
| Gerade hinter dem Schilde noch ein Paar weit voneinander stehende
, Haare, und dann noch den Hinterleibsrand entlang sechs Paar
| Haare.
Baüchseite (Taf. II, Fig. 13). Ichsah kein Schild, bin aber
‚doch überzeugt, daß es ein Sternale und ein Anale gibt; wo die Er-
wachsenen so dünnhäutig sind, kann es uns nicht wundern, daß
‘die ‚Schilder‘ unsichtbar sind; vielleicht sind sie nach Behandlung
mit Kali kaustikum und Ranviers Pikrokarminfärbung zum
Vorschein zu bringen. Das Tritosternum (Taf. II, Fig. 15) ist kurz,
" breit und geht ohne Grenze über in die zwei platten, nicht runden,
‚an den Kanten sparsam und kurzbehaarten Laciniae. Die Haare
‚sind sehr fein und ziemlich lang: drei Paar Sternalhaare, das Paar
10* 8. Heft
u
148: BR IA! Boerse
Metasternalhaare, seitlich davon ein Paar (das genitale?), drei
Analhaare und drei Submarginalhaare.
Keine Spur von Stigmata oder Urstigmata.
Epistom (Taf. II, Fig. 14) mit acht Spitzen; das Mittelpaar
spitz; die drei Seitenpaare stumpf, aber dort fein gefranst; die.
Enden dieser acht Spitzen bilden ein /\. Mandibel kurz. Die
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Haemogamasus horridus Mich. 9. — 98. Rückenseite. — 99. Bauchseite.
Schere kurz, kräftig, breit (Taf. II, Fig. 14, 15). Beide Digiti
enden in drei nebeneinander (nicht hintereinander) gestellte Zähne.
Ein kurzes Sinneshaar fällt sofort auf (Taf. II, Fig. 14).
Maxillae. Es gibt nur zwei Paar Hypostomhaare (Taf. II,
Fig. 15). Man erkennt weiter mit Mühe zwei winzige Malae externae
(Hörner) und die schleifenförmigen Malae internae. Femur und
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 149
Genu der Palpen dorsal mit rauhen Borsten (Taf. II, Fig. 14).
Femur palpi ventral mit starkem Dorn (Taf. II, Fig. 15), Genu
mit Messer, Tarsus mit zweizinkiger Gabel, deren Vorderzinke
messerförmig ist.
Beine (Taf. II, Fig. 12) ohne Merkwürdigkeiten, außer den
rauhen .Borsten und der besonderen Regelmäßigkeit in der
Anordnung der Haare, welche an die der Spinturnicinae und
Anystinae erinnert: jedes Glied dorsal mit zwei hintereinander
gestellten Paaren. |
Femina (Textf. 98). Sie ist sofort als Haemogamasus zu er-
kennen, und, da sie viel größer ist, sofort auch von hirsutus und
michaeli zu unterscheiden. Länge des Idiosoma 1530 u, Breite
desselben hinter den Coxae IV 1000 u; Länge des Rückenschildes
1500 u, Breite desselben in der Mitte 850 u. Länge der Beine 1415
resp. 1000, 1210 und 1510 u. Gestalt breit eiförmig, fast ellip-
tisch, mit der Spitze nach vorn, von Schultern kann kaum die Rede
sein. Die Farbe ist dunkelbraun; sie werden ganz undurchsichtig
bis tiefschwarz, wenn vollgesogen; die Beine sind natürlich viel
BelenzzNle Taare, auch die der:Gliedmaßen und‘ Palpen
sind glatt.
Rückenseite (Textf. 98). Vollkommen gleichmäßig dicht
und kurz behaart; die zwei (also nicht vier) starken Vertikal-
haare unterscheiden diese Art sofort von allen anderen.
Mit einiger Mühe kann man den Umriß des Rückenschildes ver-
folgen; dessen Rand läuft im großen ganzen dem Leibesrande
parallel, nur vor den Schultern ist sein eigener Rand seicht konkav.
Von der Behaarung redete ich schon soeben; allein ich muß
noch erwähnen, daß am Hinterrande 6—8 Haare länger sind als
die des Rückens und daß alle Haare oder Borsten (mit einer
Ausnahme, siehe unten bei Maxillarpalpen) absolut glatt sind
wie bei Haem. hirsutus. — Die Struktur des Rückenschildes ist
srobschuppig; aber dabei mit tausenden winziger Stachelchen
versehen, wie aus Textf. 100 erhellt.
Bauchseite. Das Tritosternum (Textfig. 103) distal plötz-
lich ein wenig verbreitert, beiderseits etwas über der Hälfte mit einem
, Zähnchen; seine beiden Laciniae nur sehr wenig miteinander ver-
, wachsen, lang, die drei Hypostomhaare erreichend und ziemlich
, Jangbehaart. — Sternale von der gewöhnlichen Gestalt; seine größte
Länge verhält sich zu seiner größten Breite (hinten) wie drei zu
, vier. Vorn in der Mitte seicht konkav oder etwas konvex; Hinter-
kante gerade oder seicht konkav. Metasternalia (Textf. 99)
sind nicht deutlich. — Genitale kurz zuckerhutförmig. Es scheint
mir nicht durch Verwachsung von Genitale und Ventrale ent-
1 standen zu sein, dafür kommt es mir zu klein vor. — Anale drei-
eckig-eiförmig, mit der Spitze nach hinten, der Analöffnung in
“der Mitte und kleinem Cribrum in der Hinterspitze. — Peri-
S. Heft
150 ee em
102. WENN ‚103
mogamasus .horridus Mich. 9 — 100. Teil d. Gnathosoma_dors.
Hae 101.
Mandibel sin. ext. — 102. Mand. dext. int. — =: Gnathosoma z. Teil, Tritösternum h
u. Sternalschild vent.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 151
trematalia sah ich nicht. — Die Struktur der Schilder grob-
schuppig (Textf. 103). — Behaarung. Drei Paar Borsten auf dem
Sternale, wovon das vorderste Paar etwas submedian. Ein Paar
Metasternalborsten auf ihrem gewöhnlichen Platz, aber in der
weichen Haut eingepflanzt (Textf. 99). In der Vorderhälfte des
Genitalschildes vier Genitalborsten; in seiner Hinterhälfte ver-
schiedene viel kleinere Borsten. Auf dem Analschilde die bekannten
drei Borsten. Weiter ist die ganze Bauchseite wie die Rückenseite
dicht behaart. Die Peritremata nicht geschlängelt, und soviel
ich sehen konnte, nicht dorsal werdend.
Epistom (Textf. 100). Vor den zwei Vertikalhaaren läuft eine
feine, vorn konkave Ouerlinie, welche als eine Grenze anzusehen
ist zwischen den zwei Metameren des Gnathosoma. Wo der freie
Teil des Epistoms anfängt, wieder zwei Ouerlinien, die hintere nach
hinten konvex, die vordere nach vorn kaum konvex. Der freie
Teil selbst breit, reicht kaum bis zum Genu palpi, seine Vorder-
hälfte vorn elliptisch abgerundet und tief und regelmäßig ge-
franst. |
Die Mandibeln sind einer speziellen Erwähnung wert, aber
sehr schwer zu beschreiben. Die Schere ist kurz, breit, stumpf
und so wulstig, als ob dieses Organ an Elephantiasis leide. Von
oben gesehen (Textf. 100) zeigt der Digitus fixus ein knopfförmiges
Ende, eine breite, außen längsgestreifte Basis und davor einen
halbkreisförmigen Lappen; davor ist eine Spitze des Digitus mo-
bilis sichtbar. Von unten gesehen (Textf. 103) ist von dem Digitus
fixus nur der Außenlappen wahrnehmbar, während der Digitus
mobilis nichts besonderes aufweist außer seiner Kürze und Breite
und dem nach außen gebogenen Ende. — Von außen gesehen
(Textf. 101) zeigt der Digitus fixus deutlich zwei hyaline Außen-
lappen hintereinander, zwei Incisivi, den Pilus dentilis und (durch
den Vorder-Außenlappen) einen kleinen Caninus und zwei Molares.
Der Digitus mobilis aber ist das merkwürdigste Ge-
Bilder dies sanzen Tierchens, denn er Zeigt außer dem
Incisivus, dem Caninus, einem Molaris und einem Außenlappen
deutlich ventral einen mit ihm verwachsenen Anhang, der
vollkommen einem Kopulationsapparate eines männ-
lichen Parasitus oder Eugamasus ähnlich ist! Derselbe ist auch
an der Innenseite der Schere sichtbar (Textf. 102). In beiden Figuren
ist der Schlitz, worin beim $ der Spermatophor aufgenommen wird,
unverkennbar. Der Digitus mobilis ist auch an seiner Innenseite
mit einem nach unten hängenden Lappen versehen. — Ein Sinnes-
organ konnte ich nicht wahrnehmen, auch kein Pulvillum!
Maxillae. Die Unterseite des Gnathosoma ist für sich schon
charakterisiert durch die symmetrischen feinen Wellenlinien
(Textf. 103), welche offenbar aus nach innen springenden Chitin-
| leistchen bestehen, an welchen Muskeln (die Ouerlinien) geheftet sind.
Zwei submediane, stark chitinisierte Längsleisten mit feinen Quer-
8. Helft.
152 Dr. A. C. Oudemans:
streifchen geben die Grenzen an für die Längsrinne zur Aufbe-.
wahrung der Laciniae des Tritosternums. Das Hypostom mit
seinen bekannten drei Borstenpaaren hat wesentlich dieselbe Ge-
stalt wie bei der Larve, nämlich die einer halben Ellipse. Die bei
der Larve winzigen Außenladen (Hörner, Malae externae) sind beim
Q ausgedehnte Lappen geworden, welche gar keine Gestalt von
Hörner mehr besitzen, sich leichter abbilden, als beschreiben lassen.
Ebenso sind die bei den Larven winzigen Innenladen beim 2 sehr
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Haemogamasus horridus Mich. d. — 104. Rückenseite. — 105. Bauchseite.
angewachsen und bestehen aus: 1. einem Lingua-ähnlichen Mittel-
stück, 2. den bekannten inneren Laciniae, 3. den äußeren Membra-
nulae in Form von am Rande äußerst fein gefransten parallelo-
grammförmigen Blättern. Femur und Genu der Palpen tragen
dorsal je vier Borsten; der Trochanter besitzt ventral ein stärker
chitinisiertes Fußstück, worauf die zwei bekannten Haare einge-
pflanzt sind, wovon das innere (wie bekannt), abweichend von
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 153
den anderen Haaren, deutlich einseitig behaart oder
gefranst ist.
Von den Beinen (Textf. 98) kann erwähnt werden, daß die
Coxa I dorsal-distal äußerst fein gezähnt ist; daß der Tarsus II
distal-ventral zwei Dornen trägt; und daß die drei sichtbaren
Glieder des dritten und vierten Beinpaares je ein resp. eine und drei
nach innen und hinten gerichtete starke Borsten tragen, als wären
es Spornen.
Mas. (Textf. 104). Länge des Idiosoma 1270 u, Breite desselben
800 u. Länge des Rückenschildes 1245 u, Breite desselben 735 u.
Länge der Beine 1320 resp. 900, 1000 und 1380 u. — Gestalt
breit-eiförmig, mit der Spitze nach vorn, doch könnte man auf der
Höhe von Femur II von Schultern reden. Beine lang und schlank.
— Farbe braun; Beine heller; der Exkretionsapparat schön
hindurchschimmernd schwarz.
Rückenseite(Textf. 104). Das Rückenschild deckt fast gänzlich
den Rücken; nur eine schmale Binde von weicher Haut umgibt
die hinteren Hälften der Seiten und ganz hinten; vor den Schultern
ist der Rand bis zum Vertex fast gerade zu nennen, so daß selbst
dieser fast spitz zu nennen ist. Die Behaarung ist wie bei allen
Haemogamasus- spezies dicht; die Haare sind eher Borsten zu
nennen, klein, glatt; nur sind sofort zu unterscheiden zwei (also
nicht vier) starke Vertexborsten und zwei feine Pygidialhaare. —
Die Struktur ist wie beim 9, grobschuppig auf dem Schilde,
fein gerunzelt im weichen Rande, überall voll winziger Stachelchen.
Bauchseite. Tritosternum (Textf. 107) wie beim 9, also
nicht verkürzt! — Alle Schilder (Textf. 105) miteinander verwachsen,
auch die hier sichtbaren Peritrematalschilder, und außer dem
Genitale, wenn man nämlich das kleine runde Schildchen, das die
Öffnung deckt, dafür hält, wofür viel zu sagen ist. Erwähnenswert
ist noch, daß das Ventrale fast kreisrund und enorm ent-
wickelt ist, nur einen ziemlich schmalen Rand von weicher Haut
‚ übrig läßt; das Anale steckt hinten noch zitzenförmig hervor;
' der Umriß der Peritrematalia ist zwischen Coxae III und IV
' deutlich sichtbar. — Die Struktur ist wie die des Rückens. —
Behaarung: sechs starke und lange Sternalborsten; zwei Meta-
sternalhaare, zwei ebenso lange zwischen den Coxae III, hinter
, diesem Paar und über dem ganzen Ventralschilde zahllose viel
‚ kleinere Borsten, alle nach hinten gerichtet. In der weichen Haut
ringsum noch feinere Borsten, auch seitlich von den Peritremata.
Die drei bekannten Analborsten lang und dünn, davor auch ein
Paar; auch hinter dem Analschildchen, also in der weichen Haut
zwei lange Haare. Merkwürdigerweise besitzt der Teil, der Anal-
schildchen genannt werden kann, keine anderen Haare als die be-
kannten drei, ist also kahl. — Die. Peritremata fast gerade,
seichtnach außen konvex, reichen bis über die Coxae Ihinaus. — Das
8. Heft
154
N
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Haemogamasus horridus Mich. 9. —
106. Epistom u. Mandibeln dors. — 107.
Gnathosoma z. Teil, Tritosternum u.
Sternalschild vent.
Endspitze nach dem
‚schrieb die
gesehen.
M
Mandibeln
Dr. A. G: Oudemans:
unbehaarte Ster-
naleundAnale un-
terscheiden diese
Art: “also EoTomt
von hirsutus.
Das Epistom
(Textf. 106) ist voll-
kommen dem des 9
ähnlich.
Mandibula. Von
oben gesehen (Texttf.
106) fallen sofort die
merkwürdigen fast
bootshakenförmigen
Anhänge der Digiti
mobiles auf. Der
Haken endet stumpf
und etwas nach innen umgebogen,
aber der Widerhaken ist sehr scharf,
ebenfalls nach innen und hinten
gebogen. Der Digitus fixus selber
ist fast nicht zu entziffern; man
sieht (proximal und intern) drei
voneinnder gelegene längliche Wulste.
Der Digitus mobilis zeigt (proximal
extern) auch eine hakenförmige
Zeichnung, dann ein vorn gerade
abgestutztes Stück und davor das
schon oben beschriebene Kopula-
tionsorgan, ventral desselben man
noch ein ovales hyalines Läppchen
(Textf. 107) sieht man von den dor-
salen Digiti fixi (proximal intern)
nur den stark zurückgebogenen End-
zahn (Incisivus) und die zwei dahinter
gelegenen Zähnchen. Von dem Digitus
mobilis bemerkt man erst (proximal)
ein viereckiges hyalines Läppchen,
dann den eigentlichen Finger, woran
(nach vorn) der oben beschriebene
Kopulationsapparat befestigt ist,
welcher aber an der ventralen Seite
eine Leiste besitzt, welche von der
Widerhaken verläuft. Michael (1892) be-
schon genügend von der
N
erblickt. — Beiventraler Betrachtung
Seite
Acarologisches aus Mäaulwurfsnestern. 155
Die Maxillen (Textf. 107) sind ebenfalls sehr charakteristisch.
‚Zuerst die Coxalstücke; sie weisen, wie beim 9, die zwei symme-
trischen geschlängelten feinen Linien auf. Dann die Basen der
Hörner; diese gehen ohne Grenze über in die Hörner selbst, welche
unkennbar verändert sind in Läppchen, deren Vorderrand an den
einer fächerförmigen Gasflamme erinnert, mit einigen abgerundeten
Zungen; eine Beschreibung ist davon nicht zu geben; man sehe
die Figur. Die Malae internae bestehen aus den bekannten langen
Laciniae, welche aber in ihrer vollen Länge mit den ebensolangen,
schmalen, außen gefransten Membranulae verwachsen sind. Die
Trochanteres palpi wie beim 2 (siehe oben).
.. Beine wie beim 2 (siehe oben), also ohne jegliche männliche
Merkmale.
Habitat in Maulwurfsnestern. Patria: Sittard, Valkenburg.
— Tempus: per annum. Inventor: F. Heselhaus.
Haemogamasus michaeli Oudms.
(Textf. 108—140).
Ovum. Das breit-ellipsoidische Ei mißt 360 u in der Länge
mde2o5, 2 ın der Breite (Textf. 124).
Deutonympha (Textf. 112). Länge des Idiosoma mindestens
735 u, Breite desselben mindestens 405 u. Breite und Länge des
Rückenschildchens dieselbe. “Länge der Beine 735 resp. 555,
583 und 835 u. Gestalt eiförmig, mit. der Spitze nach vorn;
sie ähnelt dern 2 des Haemogamasus hirsutus, unterscheidet sich
jedoch davon durch die dicken Vorderbeine. Farbe sehr bleich,
fast farblos.
Rückenseite (Textf. 112) wie bei allen bekannten Spezies
stark behaart. Nur ein Rückenschild, das den Rücken voll-
kommen deckt, nach starker Ernährung vielleicht einen weichen
Hautsaum in der hinteren Hälfte freilassend; solche Exemplare
habe ich jedoch nicht unter Augen gehabt. Die Struktur dieses
| Schildes grobschuppig. Die Behaarung ist dicht und kurz, wie
' bei den- anderen Spezies. ‚Unterscheidbar sind nur zwei stärkere
, Vertikalhaare und zwei längere und dünnere Haare ganz hinten,
wo ein unbehaartes Fleckchen ist. Übrigens sind alle Haare all-
seitig behaarte Borsten zu nennen (Textf. 193).
\M Bauehseite. “Tritosternum (Textf..113) kurz, breit, in die
‚ zwei’bekannten Schleifen ohne Grenze übergehend ; die letzteren sind,
soviel wahrnehmbar, nur außen behaart. Das Sternale (Textf. 111)
ist offenbar ein Sterni-metasternale, denn es trägt vier Paar
Borsten; es ist hinten, wo das dritte Paar Seitenecken zwischen
den Coxae III und IV hinzieht, breiter als:gewöhnlich. Anale
klein, fast rund. Die Struktur der Schilder grobschuppig, die
“der weichen Haut feingerunzelt. Behaarung. Auf dem Sterni-
metasternale nur die vier Paar Borsten, auf dem Anale nur die be-
‚kannten drei; übrigens ist die ganze Bauchseite extern von den
8, Heft
|
|
|
|
156 Dr. A. €. Oudemans:
Peritremata und hinten gänzlich behaart, wie auf dem Rücken,
Die Peritremata schlängeln sich nur in ihrer hinteren Hälfte bis
Coxa II, verlaufen weiter gerade bis zur Mitte der Foveolae der
Coxae I, werden nicht dorsal. | |
Das Epistom (Textf. 109) ist, wie bei dem Genus Haemo-
gamasus überhaupt, vorn unregelmäßig eingeschnitten. In Textf. 108
108 109
I
II
a
{
113
Ü
Haemogamasus michaeli Oudms., Nph. II. — 108, 109. Epistom. — 110. Mand.
sin. vente. — 111. Bauchseite.e — 112. Rückenseite. — 113. Gnathosoma z, Teil
u. Tritosternum. — 114. Hypostom, stylus.
gebe ich einen abnormalen Fall, so daß ich anfangs meinte, ich hätte
eine neue Spezies vor mir. Die Mandibelschere besitzt außer
dem fast stabförmigen, langen tibialen Sinnesorgan, das wie bei
den Weibchen gestaltet ist (man sehe Textf. 117, 118), einen für
Parasitiden überhaupt gewaltigen Pilus dentilis, welcher hyalın,
membranös und lanzetförmig ist (Textf. 121), aber meistens
so tordiert ist, daß er mehr oder weniger daumenförmig gebogen
und mit seiner Spitze nach hinten gerichtet erscheint (Textf.
110, 113). Der Digitus fixus ist deutlich breiter als der Digitus
mobilis und hinter ihm sieht man das Pulvillum, aber in Gestalt
von einer fast unsichtbaren gezähnelten Membran. Styli(Textf.114)
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 157
proximal breit, distal stabförmig und etwas gebogen. Maxillae
mit kurzen breiten Hörnern, fast halbkreisförmigen, außen
gezähnelten Membranulae und außen gefransten Laciniae. In
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/ 122
IHaemogamasus michaeli Oudms. Q. — 115. Epistom. — Mandibeln: 116. sin. dors.;
117. sin. dors.; 118. dext. schief dors.; 119. dext. vent.; 120. dext. schief vent.;
121. dext. vent.; 122. sin. — 123. Haar d. Femurs II. — 124. Rückenseite. — 125.
Bauchseite. — 126. Hypostom u. Umgebung Tritosternum.
dieser Figur ist auch das Labrum zu sehen. Haare des Hypostoms
und des Trochanter palpi zweireihig oder scheinbar einreihig
behaart.
| Beine (Textf. 112). Das erste Paar verhältnismäßig dick,
das zweite kurz, das dritte und vierte Paar schmal. Das erste und
8. Heft
158 Dr. A. C. Oudemans:
zweite mit größeren Haftlappen als das dritte: und vierte Paar.
Tarsus I mit vier Tasthaaren; Tarsus Il mit zwei ventralen distalen
Dörnchen; Tarsus IV lang, mit langen Prätarsus.
Femina (Textf. 124). Länge des Idiosoma 1000, Breite desselben
600 u. Länge des Rückenschildes 950, Breite desselben 540 u;
Länge der: Beine 900 resp. 615, 665 und 960 u. Gestalt breit ei-
förmig, mit der Spitze nach vorn, nur sehr wenig Schultern. Farbe
braun (isabellinus, nach Saccardo), mit schwarzem hindurch-
schimmernden Exkretionsapparate.
Rückenseite (Textf. 124) stark und kurz behaart wie bei allen
Haemogamasus-Arten, von einem den Rücken fast ganz deckendem
Schilde beschirmt, nur in der hintern Hälfte ist dieses von weicher
Haut umgeben. Die Struktur des Schildes ist grobschuppig.
Die Behaarung ist dicht, kurz, borstig, aber die Borsten sind
allseitig behaart (Textf. 123). Nur die zwei Vertikalborsten unter-
scheiden sich durch ihre Stärke und Länge.
Bauchseite. Tritosternum (Textf. 126) zweimal länger als
bei der Deutonympha und mit treppenförmig eingekerbten Seiten.
Das Basalstück geht ohne Grenze über in die Laciniae. Das Ster-
nale (Textf. 125) hat die gewöhnliche Gestalt; seine Vorderkante
ist fast gerade, nur in der Mitte etwas konvex; seine konkave
Hinterkante zeigt vier Konvexitäten. Metasternalia nur an den
Außenrändern angedeutet, membranös. Genitale biskuitförmig ;
sein hinterer Teil größer als der vordere; beide Teile schön ge-
rundet; der Vorderteil deutlich radiär gestreift. Anale klein,
fast rund, hinten doch birnförmig ausgezogen und mit kleinem
Cribrum versehen. Die Peritrematalia, mehr oder weniger
spindelförmig, die Stigmata umgebend, sind deutlich. Ich ent-
deckte zwei winzige, elliptischeInguinalia, sie stehen eine Strecke
hinter den Stigmata. Die Struktur der Schilder ist grobschuppig,
nur die Inguinalia sind glatt. Behaarung. Das Sternale besitzt
nur seine drei Paare Borsten; die zwei Metasternalborsten stehen
wie die zwei Genitalborsten auf ihrem gewöhnlichen Platz. Gerade
hinter diesen letzteren sieht man noch ein Paar. Übrigens sind
Sternale, Metasternalia, Peritrematalia, Inguinalia und die Vorder-
hälfte des Genitale haarlos. Das Anale weist jedoch außer den
bekannten drei Borsten noch vier vor dem Anus eingepflanzte
Borsten auf. Übrigens ist die ganze Bauchfläche in ihrer Hinter-
hälfte und extern von den Peritremata wie auf dem Rücken be-
haart. Die Peritremata schlängeln sich weit nach vorn bis vor
die Coxae I, also bis seitlich von der Einlenkung der Palpen,
ohne dorsal zu werden.
Epistom (Textf. 115) vorn flammen- oder hirschgeweihartig
ausgeschnitten. Styli fast gerade. Die Mandibeln sind fast
vollkommen denen der Deutonympha ähnlich (Textf. 116—122) ; der
Digitus fixus hat zwei Incisivi und einen Caninus;. der Digitus
mobilis ebenso; das tibiale Sinnesorgan ist lang, stabförmig; der
Acarologisches aus Maulwurfsnestern, 159
Pilus dentilis sehr groß, lanzettförmig, sehr selten gestreckt,
meistens nach hinten tordiert, bisweilen auch nach vorn.
Die Maxillen (Textf. 126) unterscheiden sich von denen der
Deutonympha dadurch, daß die Laciniae ohne Grenze in die Mem-
branulae übergehen.
"Die Beine I und IV (Textf. 124) sind lang, die Beine II und
III kurz;?die Beine I verhältnismäßig dick; die Beine II konisch.
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Haemogamasus michaeli Oudms. d. — 127. Epistom. — Mandibeln: 128. Sin.
schief dors. ext.; 129. dext. schief dors. ext.; 130. dext. dors.; 131. dext. schief dors.
ext.; 132. sin. schief vent.; 133. dext. vent.; 134. dext. vent.; 135. sin. vent. — 136.
Haar d. Femurs II. — 137. Rückenseite — 138. Bauchseite.e — 139. Hypostonı,
Troch. palp. u. Tritosternum. —- 140. Bein II. sin. vent.
Mas (Textf. 137). Länge des Idiosoma 850 u, Breite desselben
460 u. Länge des Rückenschildes 850 u, Breite desselben
423 u. Länge der Beine 735 resp. 555, 555 und 875 u. Die Gestalt
‚ist eher elliptisch als eiförmig zu nennen, da Vorder- und Hinter-
„ seite fast gleichförmig gerundet, besser spitzbogig sind. Die Farbe
ist isabellbraun, mit durchschimmernden schwarzen (resp. weißen)
Exkretionsorganen.
8. Heft
160 Dr. A. C. Oudemans:
Die Rückenseite (Textf. 137) ist gleichmäßig kurz be-
borstet. Die Borsten sind alle selbst behaart (Textf. 136).
Die zwei Vertikalborsten unterscheiden sich sofort durch ihre
Länge und capitade Richtung. Das Rückenschild ist ein wenig
schmäler als der Körper; daher eine Binde jederseits von weicher
Haut. Die Struktur des Schildes ist grobschuppig.
Bauchseite. Das Tritosternum (Textf. 139) ist vollkommen
wie beim 2 gestaltet. Alle Schilder sind miteinander verwachsen.
(Textf. 138) und bilden ein schönes Oval, wovon das Anale vcrragt.
Ihre Struktur ist grobschuppig. Die Behaarung ist wie folgt:
nur der sternale Teil ist unbehaart, sonst ist die ganze Bauchseite
fast gleichmäßig und fast eben so dicht wie die Rückenseite be-
haart. Deutlich sind die drei Paare Sternalborsten, das Meta-
sternalpaar, das Genitalpaar und die drei Analborsten. Die Geni-
talöffnung ist ein wenig vom Vorderrande des ‚„Sternums“
entfernt. Die Peritremata 'schlängeln sich leicht nach vorn
bis zur Seite der Beine I, werden nicht dorsal.
Das Epistom ist fast vollkommen wie beim Weibchen gestaltet
(Textf. 127), also flammen- oder hirschgeweihartig gefranst. DieStyli
sind fast gerade (Textf. 139). Die Mandibeln (Textf. 128—135)
kurz, gedrungen, ihre Scherenglieder krumm. Das tibiale Sinnes-
organ ziemläch lang, stabförmig, etwas gebogen. Der Digitus fixus,
soviel ich sehen konnte, zahnlos, aber mit starkem Pilus dentilis
(Textf. 133). Der Digitus mobilis kürzer als der fixus, hakenförmig
gebogen, zahnlos, mit kleinen Außenzahn in seiner Krümmung
(Textf. 131). An seiner ventralen Seite ist, ganz proximal, der stark
gebogene, distal spitz umgebogene Kopulationsanhang befestigt
(eingepflanzt), der am Digitus fixus vorbeistrebt.
Von den Maxillen (Textf. 139) kann gesagt werden, daß sie
im großen Ganzen mit denen der Deutonympha und des Weibchens
identisch sind. Die Hörner sind hier jedoch ovale Gebilde, und
zwischen den Laciniae und den Membranulae ist die Grenze deut-
lich; letztere sind außen gefranst.
Was die Beine betrifft, so ist das erste Paar (Textf. 137)
nicht so ausgeprägt dicker als das der Deutonympha und Weib-
chen; sein Haftläppchen ist vierblätterig und verhältnismäßig sehr
groß. Das zweite Paar ist konisch; an der ventralen Seite
(Textf. 140) tragen Femur, Genu und Tibia je einen, der Tarsus
zwei starke Dornen. Beine III und IV sind schlank; übrigens
zeigen sie nichts merkwürdiges.
Habitat in Maulwurfsnestern, an Talpa europaea, Mus
silvaticus, Mus decumanus. — Patria: Deutschland, Niederlande.
— Tempusperannum.-Inventores:Poppe,Heselhausundich.
Veigaia eervus Kram.
(Textf. 141—160.)
Deutonympha (Textf. 146). Länge des Idiosoma 790 u, größte
Breite desselben 430 u; Länge der Notocephale 527 u, größte Breite
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 161
derselben 361 uw; Länge der Notogaster in der Mitte 38 u, Breite
derselben 330 u. Länge der Beine 875 resp. 528, 528 und 875 u.
— Gestalt eiförmig, mit der Spitze nach vorn, hier jedoch schulter-
artig verbreitert. Farbe bleich-ockergelb, die Schilder und Beine
etwas dunkler als die weichen Hautpartien, die Mandibeln fast
braun. |
144 145
{ NEE |.
| Fl
Veigaia cervus (Kram.), Nph. II. — 141. Epistom. — 142. Mand. sin. dors. —
143. Bauchseite. — 144. Mand. sin. vent. — 145. Palpus dext. vent. — 146. Rücken-
seite. — 147. Hypostom, Tritosternum. —- 148. Analschild.
Rückenseite (Textf. 146). Notocephale vorn abgestutzt-rund,
hinter den Setae humerales etwas konkav, dann (an den Seiten)
fast gerade, hinten mit einem rückwärts gerichteten medianen
dreieckigen Fortsatz. Notogaster vorn ausgehöhlt, um den ge-
nannten Fortsatz aufzunehmen, hinten gerade abgestutzt, an den
Vorderecken gerundet und mit Porus versehen. Beide Schilder
sind voneinander durch einen breiten Streifen weicher Haut getrennt
und selbst zusammen von einer ebenso breiten Binde weicher Haut
umgeben. Die Struktur dieser Schilder ist grobschuppig; die
Schuppen ungefähr dreimal breiter als lang. Behaarung. Zwei
Archiv für Naturgeschichte
1913. A. 8. ıl 8. Heft
162 Dr. A. C. Oudemans:
starke Vertikalhaare sind von zwei winzigen flankiert; die Humeral-
haare ebenfalls borstenförmig, schräg nach vorne gerichtet; die
Skapular- und Medialhaare sind durch ihre Länge von den übrigen
zwölf Paaren ziemlich gut zu unterscheiden; von diesen zwölf
Paaren sind zu erwähnen ein winziges vor den Schulterhaaren,
ein in den Hinterecken und drei im hinteren Dreiecke. Neun
kleinere Borsten stehen auf der Notogaster. Dem Hinterrande des
Idiosoma entlang noch fünf kleine Borsten.
Bauchseite. Tritosternum (Textf. 147) sehr lang und deut-
lich zweigliedrig; das distale Glied an den Seiten gefranst; die
Laciniae gewöhnlich. Sterni-metasternale (Textf. 143) ziemlich
lang, hinter dem sternalen Teil etwas eingeschnürt, hinten etwas
zugespitzt. Anale kurz birnförmig, mit großem Cribrum und um-
gekehrt- eiförmigem Anus. Die Struktur der Schilder ist grob-
schuppig. Behaarung. Alle Borsten sind klein: drei Paar Sternal-
borsten und das metasternale Paar auf dem ‚Sternum‘, ein
Paar Genitalborsten zwischen den Coxae IV, ein Paar winzige
hinter den Coxae IV, vier submediane Paare, ein Paar kurze, aber
kräftige den Anus flankierend, noch sieben andere Paare auf dem
Bauche, und dann noch hinter dem Anus ein winziges nach vorn
gerichtetes Börstchen. — Die Stigmata sehr weit nach hinten,
fast hinter dem Coxae IV, was für mich wieder eine Bestätigung
ist meiner Meinung, daß die Stigmata der Parasıtidae früher hinter
den Coxae IV standen wie bei den /xodidae. Peritremata lang,
etwas geschlängelt, bei den Coxae II dorsal werdend und dort
(Textf. 146) bis vor die Vertikalborsten reichend; der proximale
Teil ist von einem schmalen Schildchen umgeben.
Epistom (Textf. 141) mit lang-pyramidenförmiger Mittel-
spitze, welche in der distalen Hälfte gefranst ist, und breiten drei-
zackigen Seitenspitzen. Styli etwas gebogen. Mandibeln wie
beim Weibchen gestaltet; bei dorsaler Ansicht (Textf. 142) sieht
man, daß der Digitus mobilis etwas kürzer ist und zwischen den
Endzahn und einen Incicivus des Digitus fixus greift. Dieser hat
das sogenannte tibiale Sinnesorgan ganz nach vorn gerückt, fast
in der Hälfte seiner Länge, so daß die bisher angenommene Meinung
als sei dieses Organ ein tibiales, problematisch erscheint! Kein
ventrales Pulvillum! Maxillen (Textf. 147). Die Hörner sind
lanzettlich; beim untersuchten Individuum sind sie stark diver-
gierend (ob immer ?); die Membranulae sehr schön flammenartig
gestaltet und gefranst, die Laciniae lang und in der distalen Hälfte
beiderseits behaart. Der Trochanter (Textf. 145) mit zwei Borsten;
das Femur mit einem vorn gesägten Messerchen; das Genu mit zwei
gekämmten Messerchen; der Tarsus mit vierzinkiger Gabel; diese
hat nämlich außer den drei gewöhnlichen Zinken der Parasıtinae
noch einen wie das Blatt der Saliıx caprea gestalteten Zinken.
Beine I, III und IV schlank; Tarsus I und IV, Tibia IV und
Genu IV je mit einer langen Tastborste (Textf. 146).
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 163
Femina (Textf. 156). Länge des Idiosoma 960 u, Breite des-
selben 500 u, Länge des Rückenschildes 830 u, Breite desselben
450 u. Länge der Beine 1060 resp. 780, 700 und 1060 u. — Gestalt
elliptisch, jedoch mit konkavem Rand vor den Schultern. —
Farbe dunkel-ockergelb bis orange, die Beine lichter, die weiche
Haut noch lichter, die Mandibeln dunkelbraun.
160
Veigaia cervus (Kram.), & — 149. }Epistom, styli. — 150. Struktur d. Noto-
"cephale. — 151. Tarsus IV. dext.e — 152. Tritosternum. — 153. Hypostom. — 154.
Tarsus II. dexte — 155. Analschild. — 156. Rückenseite. — 157. Poren bei d.
CGoxa IV. sin. — 158. Bauchseite. — 159. Palp. sin. vent. — 160. Mand. sin. int.
a N® 8. Heft
164 Dr. A. €. Oudemans:
Rückenseite (Textf. 156). Die Notocephale und Notogaster
sind zusammengewachsen, lassen jedoch ihre frühere Konfiguration
(siehe Textf. 146) noch deutlich erkennen durch die tief eingreifende
Furche jederseits. Die Notocephale ist wie bei der Deutonympha
gestaltet, nur daß sie hinter den Schultern etwas konkav ist. Die
Notogaster hat an Länge zugenommen, nicht an Breite, ist hinten
konkav und besitzt in den abgerundeten Vorderecken noch deutlich
die Poren. Die Struktur ist dieselbe wie bei der Deutonympha
(Textf. 150). Die Behaarung ist insofern dieselbe, daß die Setae
verticales, cervicales, scapulares et medialae mehr hervortreten,
die anderen aber kürzer geworden sind; die Borsten der Notogaster
sind jetzt 15 Paare und gleich groß, ziemlich klein. Auf der weichen
Haut, nahe der Einkerbung 3 Paar, ganz hinten ebenfalls 3 Paar.
Bauchseite. Das Tritosternum (Textf. 152) wie bei der
Deutonympha, aber ohne Gliederung. Das Sternale (Textf. 158)
vorn breiter als hinten; seine-zwischen die Beine I und II
vordringenden Flügel breit, so daß die Beine I und II weit
voneinander entfernt sind. Die Jugularıa sind schmale,
etwas dreieckige Streifen. Die Metasternalia sind lang und
schmal, "vorn abgestutzt, hinten spitz DS Gentale 5:
vorn dreieckig zugespitzt, und deutlich radiär gestreift, im
Mittelteil mit parallelen Seiten, hinten breit, mit spitzen
Flügeln sich bis hinter Coxae IV erstreckend und mit konvexem
Hinterrande. Hinter diesem ist ein schmaler querer Streifen von
weicher Haut, womit das Genitale etwas artiıkuliert am ‚‚Ventrale‘“
verbunden ist, aber hinter den Coxae IV geht das Genitale ohne
Grenze über in das ‚‚Ventrale‘“, so daß man sagen kann, daß,
ungeachtet das Genitale vom ‚Ventrale‘“ geschieden ist, es dort
doch noch zusammenhängt! Das hinten etwas ausgehöhlte
Ventrale ist vom Anale deutlich getrennt, jedoch hängt es zu-
sammen mit dem Genitale und den Peritrematalia, und wenn
man die Ausdehnung dieses Schildes betrachtet, muß man sofort
zugeben, daß auch die Metapodialia hier mit eingeschlossen
sind. Man braucht nur die Bauchseite der Hypoaspis stabularıs-
und Pachylaelaps-Weibchen hiermit zu vergleichen, um davon
überzeugt zu werden. Die zur Seite des Ventrale sich befindenden
länglichen Schildchen sind daher Inguinalia. Das Anale voll-
kommen wie bei der Deutonympha gestaltet (Textf. 155). Die
Struktur der Schilder istgrobschuppig. Die Behaarung besteht
aus kurzen Borsten: drei Paar auf dem Sternale; eine auf jedem
Metasternale; vier Paar auf dem Genitale, wovon das hinterste
deutlich größer; vier Paar auf dem Ventrale, wovon das hinterste
deutlich größer; sechs Paar in der weichen Haut und drei Borsten
auf dem Anale. Peritremata gerade, bis sie an den Schultern
die dorsale Seite erreichen, wo sie dem Leibesrande entlang ver-
laufen und vor den Vertikalhaaren (Textf. 156) einander fast
berühren. Die Stigmata sind weit von den Foveolae pedum
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 165
III und IV entfernt, fast am Leibesrande, und etwas nach
hinten verschoben. Hinter den Stigmata befindet sich das
stark chitinisierte Ende des Peritrematalschildes. — Poren.
Ilinter jeder Coxa IV betindet, sich eine Reihe von sechs
Poren; die ich in Textf. 157 etwas vergrößert wiedergegeben
habe. Hinter dem Ventrale trifft man noch zwei an, sowie
hinter dem Anale, welche sich je in einem spindelförmigen Schild-
‘chen befinden. Endogynium. Durch das Genitale schimmern
zwei Chitinisationen; die eine ähnelt einer liegenden 3 (>), die hin-
tere einem Trapez.
Epistom (Textf. 149) ungefähr wie bei der Deutonympha, aber
die Mittelspitze ist länger, die Seitenspitzen haben distal einige
Kerben mehr und dorsal je zwei kleine dreieckige Anhängsel.
Styli, Mandibeln (Textf. 160) wie bei der Deutonympha.
Maxillen (Textf. 153). Die Hörner distal fischmaulartig oder
“ fahnenartig gespalten; die Membranulae berühren einander in
der Medianlinie, und ihre submedianen Schleifen sind lang
und gehen fast den Laciniaeparallell. Das femorale Messerchen
(Textf. 159) ist stärker gefranst, die tarsale Gabel etwas
kräftiger gebildet. Von den Beinen nur weniges: abgesehen
von den Praetarsi, ist Tarsus I zweigliedrig, zeigen Tarsus II
Mrz und IT je drei und Tarsus IV (Textf. 151), vier
Pseudoglieder.
Alle die bis jetzt behandelten Arten könnte man zusammen-
fassen als Parasitinae mit Ambulacra am ersten Fußpaare und
mit schlanker Gestalt. Jetzt folgt eine Gruppe mit Ambulacra
und mit breiter Gestalt. Hierzu gehört vom Maulwurfsnestmaterial
nur eine Art.
Euryparasitus emarginatus C. L. Koch.
(Textf. 161—194.)
1839. Gamasus emarginatus C. L. Koch, Deu. Cru. Myr. Ara.
24. 17. 2 abgebildet, 2 und & beschrieben.
1886. Gamasus terribilis Mich. in Journ. Queck. Micr. Club,
ser. 2, n. 15, p. 260—268, t. 16.
Als ich das Weibchen dieser Riesenart abbildete und zufällig
Kochs Parasitiden-Abbildungen durchblätterte, fiel mir die außer-
ordentliche Ähnlichkeit seiner emarginatus mit Michaels Zerribilis
auf. Nach Bekanntmachung mit seiner Beschreibung bin ich
davon überzeugt, daß diese zwei Arten vollkommen identisch sind.
Larva (Textf. 163). Länge des Idiosoma 760 u, Breite des-
selben an den Schultern 510 u. Länge der Notocephale 500 u,
größte Breite derselben 465 u. Länge der Notogaster 125 u, Breite
derselben 275 u. Länge der Beine 820 resp. 625 und 625 u. Ge-
stalt mehr oder weniger abgerundet länglich fünfeckig. Farbe
durchscheinend weiß.
Ss. Heit
166 | Dr. A. C. Oudemans:
Rückenseite (Textf. 163). Was ich noch niemals bei einer
Larve antraf...esgibt zwei Rückenschilder! Die Notocephale
ist fünfeckig, nur wenig höher als breit, mit abgerundeter Vorder-
ecke und fast geraden Seiten; sie deckt ungefähr zwei Drittel des
Rückens. Die Notogaster ist klein, einer liegenden dicken Linse
ähnlich. — Die Struktur dieser Schilder ist vollkommen glatt,
weich, mit undeutlichem Umriß, die weiche Haut ringsum ist wie
Euryparasitus emarginalus (C. L.Koch), Larva. — 161. Haar d. Notocephale. —
162. Epistom. — 163. Rückenseite.. — 164. Mandibeln u. Hypostom vent. — 165.
Bauchseite.
gewöhnlich feingerunzelt. — Die Borsten sind (Textf. 161, Schu'ter-
borste) fast alle spärlich fein behaart. Die Vertikal-, Skapu’ar-,
Humeral- und Medialhaare treten durch ihre beträchtliche Stärke
deutlich etwas.hervor. Auf der Notocephale findet man noch fünf
Paare kleinere Borsten. In der weichen Haut zwischen den Schil-
dern drei Paare. Auf der Notogaster zwei Paar Borsten und ein
Paar längere Haare. Hinter diesem Schilde ein Paar kürzere Haare
und ein Paar längere Borsten.
Bauchseite (Textf. 165). Tritosternum ziemlich stark ge-
baut, hinter dem distalen Teile etwas eingeschnürt, gut chitinisiert.
Sternale weich, glatt, breit, hinten gerundet, unabgegrenzt.
Anale eine liegende Ellipse, gut chitinisiert. — Behaarung.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 167
Drei Paar Sternalborsten; das Metasternalpaar hinter der Linie
der Coxae III, also auf seinem Platze; dahinter eine Reihe von
vier Borsten, wovon die beiden submedianen gewiß das Genital-
paar representiert; drei lange Analborsten; drei Paar Hinterrand-
borsten.
Epistom (Textf. 162) dreieckig, aber vorn mit drei stumpfen
Spitzen versehen. Die an der Basis sich befindenden zwei nach
vorn konvexen Linien, die zwei nach vorn konvergierenden Seiten-
linien, und der ganze Vorderrand sehen wie äußerst fein behaart
aus. Die Mandibel zusammen lang-dreieckig (Textf. 164), vorn
mit doppelter Spitze, bei ventraler Beobachtung sind die Pili
dentiles wahrzunehmen; sie sehen wie die Hauer oder Gewehre
des Ebers aus; Pulvillum häutig, wie eine Kamm gezähnt.
Maxillen (Textf. 164). Keine Coxalborsten. Von den drei
Hypostomborstenpaaren vermißt man das innere hintere. Die
Hörner gewöhnlich. Die Membranulae mit den Laciniae ver-
wachsen, schmal. — Der Palpus besitzt ken einziges Messerchen.
Beine (Textf. 163) ziemlich dick, gut chitinisiert, dorsal typisch
zweireihig beborstet, namentlich Beine II und III. Praetarsi
deutlich.
Protonympha (Textf. 170). Länge des Idiosoma 1222 u, größte
Breite desselben beim vierten Fußpaare 735 u. Länge der Noto-
cephale 590 u, Breite derselben, hinten, 530 u. Länge der Noto-
gaster, soviel bei dorsaler Betrachtung sichtbar, 166 u, Breite
derselben 382 u. Länge der Beine 1000 resp. 700, 625 und 835 u.
— Gestalt breit-elliptisch mit .deutlichen Vorder- und Hinter-
schultern und fast parallelen Seiten. Farbe blaß-strohgelb, die
Schilder und Beine dunkler, die Notogaster fast braun, wie die Man-
dibeln.
Rückenseite (Textf. 170). Die Notocephale ist mehr oder
weniger sechseckig, und zwar so, daß eine kleine Seite vorn, eine
dreima' größere hinten ist; von den Enden der vorderen Seite
gehen zwei schräg nach außen und nach hinten, von den Ecken
der hinteren Seite gehen zwei senkrecht nach vorn. Mit Ausnahme
der hinteren Seite gehen die fünf Seiten ungefähr parallel den
Leibesrändern. Die Notocephale ist ringsum von einer breiten
Binde weicher Haut umgeben, und noch nicht halb so lang als die
Länge des Idiosoma; ihre Hinterkante fällt gerade in die Mitte
des Idiosoma. — Ganz hinten befindet sich die Notogaster,
eine liegende Ellipse, was so zu verstehen ist, daß die hintere
Ellıpsenhälfte aus drei mehr oder weniger geraden Strecken be-
steht. Studiert man die Bauchseite, so gewahrt man, daß die Noto-
gaster einen ventral umgeschlagenen Rand besitzt, ein bei den
Acari sehr selten vorkommende Erscheinung! — Die Struktur
. dieser Schilder ist mehr oder weniger Fischschuppen-ähnlich
(angegeben 'n der Notogaster). — Sechs intermediäre Schild-
chen befinden sich zwischen den zwei großen, wie in der Figur
8. Heft
168 Dr. A. €. Oudemans:
angegeben, und zwar in Stellung und Äußerem so vollkommen denen
der Nymphae der Dermanyssinae ähnlich, daß man unwillkürlich
an eine nahe Verwandtschaft denkt, welche m. E. absolut ausge-
schlossen ist. Die Stellung ist natürlich abhängig von sich an diesen
Euryparasitus emarginatus (C. L. Koch), Nph. I. — 166. Mandibelspitzen dors. —
167. Epistom. — 168. Hypostom, Tritosternum. —- 169. Mandibeln vent. — 170.
Rückenseite. — 171. Palp. dext. vente. — 172. Gabel d. Palptarsus. — 173. Ende
p. Tarsus I. — 174. Bauchseite.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 169
Hautteilen anhaftenden Muskeln, die wohl bei allen Pavasitidae
dieselben sind. — Behaarung. Auf der Notocephale vier kurze
Vertikalhaare nach vorn gerichtet; dahinter vier nach vorn kon-
vexe Querreihen von je vier kurzen Haaren; ganz am Hinterrande
zwei sehr kleine Härchen. — Auf der Notogaster: zwei Querreihen
von je sechs Haaren, die zweite Reihe gerade am Hinterrande:;
von jeder Reihe ist das zweite und fünfte Haar länger, und zwar
die der Hinterreihe am längsten. — Auf der weichen Haut: die
zwei langen schräg nach vorn gerichteten Schulterhaare,; davor
und etwas nach innen zwei kleinere; dahinter, etwas vor den
Hinterecken der Notocephale und fast gerade am Rande zwei
winzige; etwas hinter den genannten Ecken zwei längere und endlich
zwischen den Schildern zwei nach vorn konvexe Reihen von je
sechs kurzen Haaren. — Poren: submarginal jederseits vier
Poren, wovon die vordersten nahe den Hinterecken der Noto-
cephale; zwischen und nahe den hintersten intermediären Schild-
chen ein Paar.
Baruchseite, Kritosternum (Textf. 168) kurz, breit, nach
vorn sich etwas verjüngend; die Laciniae gewöhnlich. — Zwei
außerst schmale Jugularia (Textf. 174). Das Sternale breit,
von gewöhnlicher Gestalt. Anale eine liegende Ellipse, deren
Hinterhälfte mehr oder weniger gezackt ist. Ob ein Cribrum
anwesend ist, kann ich nicht sagen; wohl sah ich eine Reihe von
äußerst winzigen Pünktchen, aber diese können die gewöhnlichen
Chitinporen sein, denn bei den anderen Entwicklungsstadien sah
ich kein Cribrum; ich glaube also, daß keins anwesend ist. Zwei
winzige runde Inguinalia sind da. — Die Struktur der zwei
größeren Schilder ist grobschuppig. — Behaarung. Außer den
hintereinander stehenden Sternal-, Metasternal- und Genitalborsten
findet man noch eine Querreihe von vier Ventralborsten und zwei,
die das Anale flankieren, dann die bekannten drei auf dem Anale
selbst. — Poren. In den Seitenenden des Anale je eine winzige
Pore, und hinter dem Anale noch zwei größere. — Die Stigmen
außerordentlich klein; ihre Peritremata verhältnismäßig sehr
klein.
Epistom (Textf. 167) dreieckig, mit lang ausgezogener Spitze,
woneben zwei kleinere sichtbar sind. Eine feine Linie geht an den
Rändern entlang und von dieser Linie aus strahlen äußerst feine
Linien aus. Der Rand ist entweder glatt oder äußerst fein gezähnt,
bisweilen ist die eine Hälfte anders als die andere gestaltet. —
Mandibeln (Textf. 166) in dorsaler Ansicht lang, distal etwas di-
vergierend, dann konvergierend, so daß enLumen zwischen beiden
entsteht; distal und außen mit kleinen Höckerchen. Man sieht
hindurchscheinen erst einen Insicivus, dann die Höhle, worin der
Pilus dentilis befestigt ist, dann zwei Canini. An der ventralen Seite
“ (Textf. 169) ist das Pulvillum wie beider Larva. — E pipharynx.
Warum diesen Namen nicht benutzen für das Organ oder für die
8. Heft
170 Dr. A. C. Oudemans:
Euryparasitus emarginatus (C. L.Koch), Nph. II. — 175. Hypostom u. Tritosternum.
— 176. Palp. dext. vent. — 177. Mand. dors. (terat. Fall). — 178. Gabel d. Palp-
tarsus. — 179. Messer d. Palpgenu. — 180. Haar d. Palpgenu vor d. Messer. — 181.
Zipfel d. Paralabra.. — 182. Mand. vent. (terat. Fall. — 183. Mand. sin. ext. — 184.
Mand. dext. ext. (terat. Fall). — 185. Ende d. Tarsus I. vent. — 186. Labrum und Epi-
pharynx (Paralabra) vent.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 171
Organe — offenbar paarigen Ursprungs — welche zwischen Man-
dibeln und Maxillen gelegen sind? Ich sah von den Paralabra
die in Textf. 168 angegebenen seitwärts sich biegenden Schleifen,
Das Labrum sieht man zwischen den beiden Laciniae
Hypostomatis. — Maxillen (Textf. 168). Die Coxalborsten und die
drei Hypostomborsten sind jederseits anwesend. Die Hörner sind
gewöhnlich, doch wenn das Präparat ein wenig gedrückt wird,
sei es durch das Strecken der Mandibeln vom Tiere selbst, sieht
man außen einen Buckel. Intern der Hörner hat das Hypostom
ein dreieckiges Höckerchen. Die Laciniae sind lang und mit den
langen, schmalen, schön gefransten Membranulae verwachsen. Der
Palpus besitzt kein einziges Messerchen. Der Tarsus ist mit einer
dreizinkigen Gabel versehen (Textf. 172), wovon die Zinken krumm
sind und die größte derselben beiderseits mit einer schmalen Mem-
brane geziert ist.
Von den Beinen (Textf. 170) muß ich hervorheben, daß
Bein I fast bis zur Spitze gleich dick ist, und daß Bein II
merklich dicker und mehr konisch ist. Alle Praetarsi sind klein.
Deutonympha. Diese ist von anderen Autoren und von mir
schon genügend beschrieben. Was aber übersehen ist, melde ich.
hier. —
Labrum und Epipharynx (Textf. 186). Das Labrum ist
von gewöhnlicher Gestalt, aber die Paralabra sind lang und distal
gespalten; der dorsale Ast ist äußerst fein behaart und dem Labrum
ähnlich, während der ventrale Ast extrad umbiegt und vollkommen
glatt ist. — Maxillen (Textf. 175). Das Coxalhaar des Hypostoms
und die Borsten der ersten vier Palpglieder (Textf. 176) sind
einseitig behaart. Das Genu Palpi besitzt ein skalpellförmiges
Messerchen (Textf. 179).. Beine. Der Praetarsus I (Textf. 185)
ist ein wenig ventral am Tarsus I eingepflanzt.
Ich machte auch noch Bekanntschaft mit einem teratolo-
gisch mißgestalteten rechten Mandibulum. Es ist ab-
gebildet in den Textf. 177, 182, 184. Textf. 177 zeigt es in dorsaler
Ansicht. Es ist kürzer als das linke, zeigt keine Grenze zwischen
Tibia und Tarsus, auch kein Sinnesorgan; sein Tarsus ist tordiert,
so daß die Zähne etwas schräg mediad gerichtet sind. Textf. 182
stellt die ventrale Ansicht vor: der Digitus mobilis oder Telotarsus
ist distal mediad gebogen; sein Pulvillum ist schräg gewachsen.
Textf. 184 gibt das Mandibel von außen gesehen wieder; der Digitus
fixus hat nur sechs anstatt sieben Zähne; der Endzahn ist nach
oben gerichtet; ein Pilus dentilis fehlt; der Digitus mobilis hat
nur drei anstatt vier Zähne, welche alle distad verschoben sind
und dabei mehr distad als retad gerichtet sind.
Femina. Schon von anderen Autoren genügend (aber gar nicht
exakt!) beschrieben. Ich habe dies noch mitzuteilen, daß der
Praetarsus I außerordentlich kurz ist und an der ventralen Seite
des Tarsus I eingepflanzt ist, so daß in dorsaler Ansicht das Am-
S. Heit
172 Dr. A. ©. Oudemans:
bulacrum sessil zu sein scheint, und man geneigt ist, diese Art
in das Genus Sessiluncus zu stellen.. Bei ventraler Ansicht tritt
. der wahre Zustand zutage (Textf. 187).
Mas. Dasselbe gilt vom Männchen.
N ; 194
Euryparasitus emarginatus (C. L.Koch), De — 187. Ende d. Tarsus I. vent. — 188
189. Epistom. -—- 190. Mandibelspitzen dors. — 191. Rückenseite. — 192. Teil d.
Hypostoms. — 193. Mand. dext. vent. — 194. Tritosternum.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 173
Nun folgen Parasitinae ohne Ambulacrum am Tarsus I. Sie
bilden offenbar eine Gruppe für sich, worauf noch zu wenig Wert
gelegt wurde. ER DES
Macrocheles deceoloratus C. L. Koch.
(Textf. 195; Taf. VIII. Fig. 1—11).
1839. Gamasus decoloratus C. L. Koch, Deu. Cru. Myr. Ara.
25. 14.
Als ich die zwei Macrocheles-Arten im Maulwurfsnestmaterial
des Herrn Heselhaus eingehender studierte und abbildete, konnte
ich sie nicht mit mir bekannten Arten indentifizieren. Vorsichts-
halber sandte ich sie Herrn Prof. Berlese, der den Teil der Para-
sitidae für „Das Tierreich‘ bearbeitet und deshalb wohl alle
bis jetzt beschriebenen Arten übersieht. Die Antwort lautete,
daß die beiden Arten auch ihm unbekannt seien. Das gab mir
Anlaß, Kochs Beschreibungen und Abbildungen nochmals mit
meinen Objekten zu vergleichen und zu prüfen, denn Koch
wird noch stets ungerechterweise zu viel vernachlässigt oder sogar
total verleugnet. Unmittelbar überraschte mich die frappante
Ähnlichkeit seiner Figur 25. 14 mit meinem Tierchen. Doch gibt
es einige strittige Punkte. So bildet Koch an den Beinen IV eine
Tastborste ab, die er nicht beschreibt und die beı keinem Macro-
cheles gefunden wird. Ich glaube, daß dieses Gebilde ein Lapsus
delineatoris ist. Weiter bildet er an den Beinen I, II und III ge-
wöhnliche Borsten ab, während die am Beine IV kolbenförmig
wiedergegeben sind. Es lautet auch im Texte: ‚alle etwas steif-
borstig, die Borsten an dem Endpaar dicker und etwas keulen-
förmig‘. Keine einzige Macrocheles-Art zeigt solche Unterschiede
in der Behaarung der Beine! Hierin hat Koch sich offenbar
ebenfalls geirrtt. Durch den Schmutz, der das Tierchen deckt,
hat er auch nichts von den den ganzen Rücken zierenden kolben-
förmigen Borsten entdecken können. Ich besitze drei Exemplare;
eins davon ist fast nüchtern, daher schlank und ähnlich dem von
Koch abgebildeten Individuum; die beiden anderen Exemplare
sind etwas vollgesogen (oder schwanger); eins von diesen, das
leicht vom Schmutze befreit werden konnte, habe ich abgebildet,
das darum, jedenfalls was den Umriß betrifft, nicht so sehr der
Kochschen Abbildung ähnlich ist!
Femina (Taf. VIII, Fig.2). Längedes Idiosoma 972 u, Breite des-
selben 625 u; Länge des Rückenschildes 845 u, Breite desselben
an den Schultern 514 u; Länge der Beine 666 resp. 625, 555 und
875 u. — Gestalt, wenn nüchtern, länglich, hinter den Schultern
oval, vor den Schultern dreieckig; wenn vollgesogen (oder schwan-
ger) vielmehr breit-oval oder elliptisch, vor den Schultern ein-
gedrückt. Farbe gelblich, aber, da das Tierchen mit Schmutz
(Exsudat mit Kies gemischt) sich deckt, grau zu nennen. Koch
nennt es: lausfarbig gelblichweiß; färbt die Abbildung aber grau-
Ss. Heft
174 Dr. A. €. Oudemans:
braun. Kochs Flecken sind natürlich die Folge des Gefülltseins
verschiedener Eingeweide und der ungleichen Bedeckung mit
Schmutz.
Rückenseite (Taf. VIII, Fig.2). Das Rückenschild deckt den
größten Teil des Vorderrückens, läßt nur eine schmale Binde hinter
den Schultern und am Hinterrande frei. Beim nüchternen Tiere ist
diese Binde natürlich viel schmäler, als abgebildet ist. Das Schild
ist am breitesten an den Schultern, nimmt nach hinten nur sehr
wenig an Breite ab, um dann fast kreisrund zu enden. Die Struk-
tur der Schilder ist grobschuppig; die Grenzen zwischen den
Schuppen sind schwer wahrzunehmen; die Schuppen selbst glatt.
Behaarung.. Alle Haare sind dick, stabförmig, distad etwas
dünner werdend und in der distalen Hälfte gefiedert, d. h. zwei-
reihig mit dicken Seitenästchen versehen (Taf. VIII, Fig.3). Nur zwei.
oder vier Haare in der Mitte des Rückens sind kleiner und nicht so
deutlich gefiedert. Zwei Vertikalhaare; dahinter zwei kleinere;
dann eine Querreihe von vier; dann eine Querreihe von sechs;
an den Schultern zwei hintereinander; beiderseits sieben dem Rande
des Schildes entlang; beiderseits sechs submarginale; im Mittel-
feld noch vier, vier und zwei; auf der weichen Haut beiderseits
acht submarginale; am Leibesrande noch beiderseits vier winzige
Härchen. !
Bauchseite. Iritosternum (Textf. 195) zweimal länger
als hinten breit, nach vorn sich ein wenig verjüngend; die Laciniae nur
wenig mehr als zweimallänger. — Sternale (Taf. VIII, Fig.8) 173 u
| lang, zwischen Coxae II und III 270 u
breit, mit dem Endopodialia ver-
wachsen, vorn und hinten seicht konkav,;
diese sich nach vorn um die Beine I
biegend, stark chitinisiert; Metaster-
nalia klein; Genitale mehr oder
weniger viereckig, vorn gerundet, durch-
— seheinend und "radiar zestrent srcer
hintere stark chitinisierte Teil jedoch
ist mehr oder weniger dreieckig, vorn
gerundet. — Endogynia stark chiti-
nisiert, stabförmig, schräg gestellt. —
Adnexa klein rund. — Ventrianale
länger als breit: 7: 6, vorn fast gerade,
Macrocheles decoloralus C. L sep da an ze au, ur
Koch), ©. — 195. Hypostori u hinten Seicht 'konkav, imten- rund.
Irituzieunlln — Parapodialia stark chitinisiert.
— Die Struktur der Schilder grobschuppig. — Behaarung:
auf dem Sternale die 3 Paare Borsten, auf jedem Metasternale
1 Borste, auf dem Genitale 1 Paar, auf dem Ventrale 3 Paar durch
Befiederung etwas kolbenförmige Borsten, auf dem Anale 1 Paar
dito und die postanale kurze Borste, um das Ventrianale 3 Paar
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 175
kolbenförmige und noch 3 Paare submarginal. — Peritremata
wie gewöhnlich erst schräg nach hinten und außen, dann mit zwei
Knicken nach vorn und nach innen gebogen, den Leibesrand ent-
lang verlaufend bis an die Schultern, dann dorsal werdend (Taf. VIII,
Fig. 2) und bis an die Nähe der Vertikalhaare sich erstreckend.
Epistom (Taf. VIII, Fig.3) vorn am Außenrande mit einem
Dörnchen; vor den Vertikalhaaren mit einer mehr oder weniger ka-
raffen- oder flaschenförmigen Zeichnung versehen, welche vorn in
einen Pfropfen von etwa 20 äußerst kleinen Härchen endet. Der Rand
jederseits schräg nach vorn (/\,), gezähnelt, median mit drei Spitzen,
jede Spitze Y-förmig; die Zinken dieser Gabeln kreuzen einander;
das Mittel-Y äußerst fein behaart, die äußeren glatt.
Saylız (Textr. 195) gerade, nadelformig, mit basalem,
etwas schräg nach außen stehendem Ast, wie gewöhnlich; dieser
ist aber ebenfalls nadelförmig; also scheinbar jederseits zwei Styli.
Mandibeln dorsal (Taf. VIII. Fig. 1) mit schrägem, messer-
förmigen Sinnesorgan etwa auf dem ersten Drittel des Digitus fixus;
Ventral (Fig. 135) mit zwei Pulvilli, das äußere klein, hyalin, kamm-
förmig, mit etwa fünf Zähnen; das innere eine große, dicke, lang-
behaarte Borste!
Maxillen (Textf, 195). Die Coxalborsten und die äußern
Hypostomatalborsten klein, die beiden anderen lang; alle acht
glatt, steif. Die Hörner lang, fast gerade, die Innenmalae nach
außen gebogen, die Glossa kürzer als die Hörner. Das ganze
Hypostom etwas schmal. Palptrochanter (Taf. VIII. Fig. 10) fast
distal und innen mit Scalpelle; Femur distal mit ventral gekämm-
tem Haar; Genu mit Borste und Dörnchen, Tibia mit Borste;
Tarsus mit dreizinkiger Gabel.
Beine (Taf. VIII, Fig. 5,6,7,11). Alle Glieder, außer Tarsus I mit
‚ mehr oder weniger kolbenförmigen Borsten, d.h. wie die Vertikalhaare
beschaffen. Tarsus II mit 3, Tarsus III mit 4, Tarsus IV mit 5 glatten
, Dornen; Praetarsi. II, III und IV je mit zwei äußerst feinen Tast-
| härchen, starken Krallen und großen Haftscheibchen.
Habitat: Nester von Talpa europaea L. und Mus decumanus
L.; an Talpa europaeca. —Patria: Sittard, Aalbeek, Maastricht
(alle drei in Holl. Limburg) — Tempus: März, Juli, September,
wahrscheinlich per annum. — Inventores: F. Heselhaus
lsund ich.
Macrocheles hypochthonius Oudms.
(Textf. 196—203; Taf. IX, Fig. 1—6.)
1. Sept. 1913. Macrocheles hypochthonius Oudms. in Ent.-
| Ber., vol. 4, Nr. 73, p. 6, 2 diagnose.
Man lese über den Fund dieser neuen Art erst S. 173 hier oben.
Femina (Textf. 199). Länge des Idiosoma 1152—1222 u;
, größte Breite desselben, in der Mitte, 784—819 u. Länge des
| Rückenschildes 1152 u; größte Breite desselben an den Schultern
8. Heft
176: Dr.:A.:C. Oudemans:
673 u. Länge der Beine 958 resp. 958, 916 und 1388 u. Gestalt
breit elliptisch, vor den Schultern etwas eingedrückt. Farbe
gelblich.
Rückenseite (Textf.199). Das Rückenschild deckt dengrößten
Teil des Rückens, nur hinter den Schultern beginnt die schmale
Binde weicher Haut, die das Schild nach hinten umgibt. Das
Schild ist hinter den Schultern fast unmerklich schmäler; die
Seiten verlaufen dann gerade nach hinten, also einander parallel.
Rs ist hinten kreisetund. Die Struktur ist-(Texti7 136) Aerlich:
die Schuppen sind vier- bis siebeneckig, dabei mit großen und
kleinen Poren versehen; die größeren stehen meistens den
197
Maerocheles hypochthonius Oudms., 9. — 196. Struktur d. Rückens rechts hinten.
— 197. Mandibel sin. dors. — 198. Vertex und Epistom.
vorderen Kanten der Schuppen entlang, die kleineren mehr in der
Mitte. Behaarung. Die Haare sind meistens dick, distad dünner
werdend, zweireihig behaart, die Bärte distad länger werdend, so
daß die Haare schöne Federchen sind. Gegen die Mitte des Rückens
hin verlieren die Haare die Federform und werden gewöhnliche
dünne Borsten. Dem Hinterrande eingepflanzt sind sie viel kleiner,
obwohl nicht ganz borstenförmig. — Zwei Vertikalhaare; daneben
zwei winzige Börstchen; dahinter zwei Federchen; zwischen den
Schultern zwei nach vorn etwas konvexe Reihen von sechs resp.
vier 'Federchen; an jeder: Schulter zwei Federchen; hinter jeder
Schulter, teils in der weichen Haut, teils am Schildrande acht Feder-
chen, wovon die letzten (Pygidial-) Federchen schön nach außen
gekrümmt sind; und submarginal jederseits noch vier, submedian
fünf Paare von Borsten. Am Hinterleibsrande eingepflanzt jeder-
seits acht kleinere Härchen, welche eine Mittelstellung zwischen
krummen Börstchen und Federchen einnehmen. Poren. Ich fand
fünf Porenpaare, wie in der Figur angegeben; eins etwa auf Schul-
terhöhe, die vier anderen im Kreise im Hinterrücken.
Bauchseite. Tritosternum (Taf. IX, Fig.2) kurz, breit, etwa
anderthalb mal so lang wie hinten breit; die Laciniae mit ziemlich
spärlicher, aber schön regelmäßig gestellter Behaarung, die Bärt-
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 177
chen steif. Sternale (Taf. IX, Fig. 3) 222 u lang, zwischen Coxae II
und III 347 u breit, mit den Endopodialia verwachsen. Diese
stark chitinisiert, nach vorn sich um die Coxae I herumbiegend,
nach hinten um die Coxae IV, und zwischen den Coxae mit den
Parapodialia zusammenhängend. Keine Metasternalia.
Macrocheles hypochthonius Oudms. — 199. Rückenseite. — 200. Drei Glieder d. link.
Palpus dors. — 201. Tarsus I. dext. — 202. Tarsus II. dext. — 203. Tarsus III. dext.
Archiv für Naturgeschichte r
1913. N 12 8. Heft
178 = Dr2ATO Oudemans:
Genitale, einbegriffen der hyaline Vorderteil, abgerundet trape-
zoidal; seine Vorderkante erreicht das Sternale nicht; zwischen
Coxae IV hat es eine abgerundete Kerbe zwischen dem stark chi-
tinisierten und dem hyalinen Teil. Ventrianale fast kreisrund-
birnförmig, 340 u lang, 354 u breit mit Cribrum in der abgerundeten
Hinterspitze. Peritrematalia sehr schmal an den Peritremata
entlang laufend und nur vor den Stigmata als Dreieckchen gut
sichtbar. Die Struktur der Schilder deutlich grobschuppig; die
Grenzen der Schuppen als Punktreihen wahrnehmbar. Im Hinter-
teil des Sternale etwa drei Ouerreihen von Grübchen. Behaarung.
Auf dem Sternale drei Paar dicke Borsten; das vorderste Paar
etwas submedian. Die zwei metasternalen Borsten in der weichen
Haut. Die zwei Genitalborsten in den abgerundeten Ecken des
Genitale.e Drei Paar ventrale und die drei kleinen Analborsten
auf dem Ventrianale.e Rund um diesen Schild noch drei Paar
und ganz nahe dem Hinterrande ein Paar feine Federchen, so daß
sie den Rand überragen. Die Peritremata gehen vom Stigma aus
sofort schräg nach vorn und nach außen, überragen den Leibes-
rand, so daß sie in dorsaler Ansicht sichtbar sind (Textf. 199)
und erreichen, stets ventral bleibend, die Coxae I.
Epistom (Textf. 198). Neben den Vertikalhaaren zwei nach
außen gerichtete < >, worin eine Pore (?). Vorden Vertikalhaaren
eine feine Ouerlinie, welche in der Mitte etwas nach vorn konvex
ist; diese Strecke ist die Basis eines gleichschenkeligen Dreiecks.
Aus der Spitze dieses strahlen in vier Bündeln feine Ritzchen, wie
Eisenfeilsel im magnetischen Felde, und verläuft nach vorn unter
dem hier sehr hyalinen Epistomrande die feinbehaarte gegabelte
Mittelspitze. Diese ist flankiert von zwei ziemlich breiten, stark
divergierenden, am Rande gezähnelten und distal gefransten
Zipfeln. Auch der übrige Epistomrand ist fein gezähnelt. Das
winzige Dörnchen am Außenrande des Camerostoms der vorigen
Art (Taf. VIII, Fig. 3 und Textf.195) fehlt hier gänzlich! — Styli
(Taf. X, Fig. 6) etwas nach innen gebogen, nadelförmig, mit basalem,
etwas nach außen gerichtetem, aber nach innen gebogenem Ast. —
Mandibeln dorsal (Textf.197) mit schönemSinneshärchen sehr nahe
der Basis des Digitus fixus; esist etwas schräg nach innen gerichtet,
etwas breit und hat einen fein gezähnelten Vorderaußenrand. Ventral
(Taf. XI, Fig. 4) mit zwei Pulvilli, beide sind dicke, lang-behaarte
Haare, welche daher etwas besenartiges haben; das innere ist das
längere und halbsolang als der Digitus mobilis. Vor dem kleinen Pilus
dentilis (+) sieht man die zwei Incisivi. —Maxillen (Taf.IX, Fig.6).
Der Camerostomrand zeigt drei Stufen; die mediane Rinne mit acht
Sägezähnchenreihen ist breit; die länglichen Chitinisationen zur
Anheftung der Muskeln sind breit und stark; die Coxal- und die
äußeren Hypostomborsten sind kurz; die anderen zwei Borsten-
paare lang; das Hypostom etwas länglich; die Hörner lang, stark,
außen mit seichtem Eindruck; die Innenmalae nicht länger als
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 179
die Hörner, außen fein gefranst. Der Palptrochanter (Taf. IX, Fig. 5)
etwasgebogen, trägt fast distaleine nach innen gerichtete, distal mem-
branös verbreiterte, sondeähnliche Borste; das Femur distal und
intern eine mehr messerförmige; das Genu ebenfalls, aber auch
eine kleine scharfspitzige; die Tibia zwei feine Borsten, und der
Tarsus eine dreizinkige Gabel.
Beine (Textf. 199) stark chitinisiert, alle Glieder etwas knorrig.
Bein I hat eine dorsal unbehaarte Coxa und einen feinbehaarten
Tarsus (Textf. 201); Femur, Genu und Tibia je mit etwa vier Feder-
haaren, im übrigen mit Borsten versehen. Bein II. Femur, Genu und
Tibia je mit etwa 5—9 starken Federhaaren, Tarsus (Textf. 202) nur
mit kräftigen scharfspitzigen Dornen. Bein III. Femur mit zwei
platten dreieckigen hyalinen Härchen; Genu und Tibia mit distal ge-
fransten Dornen, Tarsus (Textf. 203) mit vier solchen, daneben mit
scharfspitzigen. BeinIV. Femur, Genu, Tibia und Tarsus je mit vier
distal gefransten Dornen, Tibia und Tarsus (Taf. IX, Fig. 4) außerdem
mit scharfspitzigen Dornen. Auffallend sind die drei nach hinten ge-
richteten Innendornen. Krallen und Haftscheiben an II, III und IV
kräftig. Dorsal der Praetarsi zwei feine divergierende Tasthärchen.
Habitat: In Maulwurfsnestern. Patria: Sittard. Tempus:
März. Inventor: F. Heselhaus.
LAELAPTINAE.
Androlaelaps pilifer Oudms.
(Textf.. 204—222.)
1. 3. 1912. HAypoaspis laevis var. Pilifer Oudms. in Ent.-Ber.
vo aeNe2 6 p. 231. 2 Diagnose.
1.5. 1912. Idemin Ent.-Ber., vol. 3, Nr. 65, p. 245. & Diagnose.
1. 7. 1912. Androlaelaps pilifer Dudms. in Ent.-Ber., vol. 3,
Nr. 66, p. 262. Non var. sed bona species.
1. 9. 1912. Idem, Diagnose in Tijds. Ent., vol. 55, Verslagen,
PrEI:
Femina (Textf.210). Länge des Idiosoma 855 u, Breite des-
selben in der Mitte 500 u. Länge der Beine 920 resp. 725, 645 und
910 u. — Gestalt elliptisch, fast nicht geschultert. Farbe
rötlichbraun.
Rückenseite (Textf. 210) ganz vom Rückenschilde bedeckt,
spiegelglatt, mit grobschuppiger Struktur; die Grenzen der Schup-
pen sind schwer zu sehen. Neben den Vertikalhaaren (Textf. 205)
vier nach vorn gerichtete; dahinter (Textf. 210) eine Querreihe von
sechs; auf Schulterhöhe wieder eine von sechs, wovon die äußersten
zugleich Schulterhaare sind; dem Leibes- (resp. Schild)rande
eingepflanzt sechs Paare; submarginal ebenfalls sechs Paare; auf
dem Hinterrücken drei ineinander geschobene V von drei resp.
E und zwei Paaren. — Alle Haare sind sehr fein und glatt, mäßig
lang.
12% 8. Heft
180 Dr. A. ©. Oudemans:
Bauchseite. Tritosternum (Textf. 204) ungefähr andert-
halbmal so lang als hinten breit, nach vorn sich verjüngend, dort
fast dreimal schmäler als hinten, an den Seiten mit äußerst kleinen
208
207
Androlaelaps pilifer Oudms. Q, — 204. Tritosternum. — 205. Vertex, Gnathosoma
z. Teil. — 206. Hypostom. — 207. : Palpus ‘dext. vent. — 208. Bein III. vent. — 209.
Bein IV. vent. — 210. Rückenseite.e —- 211. Bein II. sin. vent. — 212. Bauchseite.
— 213. Bein II. dext. ext.
Härchen oder Zähnchen versehen die Laciniae gewöhnlich. Ju-
gularia (Textf. 212) hinter der Verbindungslinie der Coxae I, niedrig
gleichschenkelig dreieckig. Sternale hinten zwischen den Coxae Il
und III breiter als lang, 2: 3, vorn mit drei seichten Ausbuchtungen
(———.), hinten in der Mitte ebenfalls etwas konkav, mit den
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 181
Endopodialia verwachsen. Diese vor den Coxae II mit den
Parapodialia zusammenhängend, nicht zwischen Coxae II und
III, zwischen Coxae III und IV und hinter den Coxae IV. Meta-
sternalia winzig, hinter den Hinterecken des Sternale, mit Pore,
aber unbehaart! Genitale (oder Genitiventrale ?) tropfenförmig,
vorn membranös, rund, radıär gestreift, hinten doppelt so breit
und fast kreisrund, gänzlich unbehaart! Anale breit dreieckig,
vorn konvex, hinten mit abgerundeter Spitze, daneben seicht
konkav. Inguinalia klein, eiförmig, senkrecht. Peritrema-
talia schmal; auf der Außenseite der Peritremata mit Hinter-
SDIzZestnuktur der Schilder ziemlich srobschuppie beim
Sternale bilden die Grenzen der Schuppen /\-förmige Linien,
beim Genitale sind die Schuppen ebenfalls etwa rautenförmig,
dreimal länger als breit, aber die /\-Linien sind undeutlich. Trito-
sternum, Metasternalia und Inguinalia sind glatt. Behaarung.
Die sechs Sternalhaare auf dem bekannten Platz; die zwei Meta-
sternalhaare nicht auf den Metasternalia, sondern dahinter, in der
weichen Haut am Rande des Endopodiale; die zwei Genitalhaare
fast hinter den Coxae IV, in der weichen Haut am Rande des
Endopodiale; zwei Ventralhaare nahe am Rande des ‚Ventrale‘
zwischen den Inguinalia und noch sieben jederseits vom Anale;
drei Analhaare an bekannter Stelle; drei Paar Hinterrandhaare.
Peritrema wenig geschlängelt, dunkel, reicht nur wenig über die
Coxae II hinaus. |
Epistom (Textf. 205) breit, vornabgerundet, aber mit medianer,
kaum bemerkbarer stumpfer Spitze; vorn radiär gestreift, mem-
branös. — Mandibeln dunkelkastanienbraun, dorsal mit kurzem
gebogenen tibialen Sinnesorgan, distal verbreitert, stumpf. Ma-
xillen (Textf. 206). Die Camerostomränder sind hinten und seitlich
schwer chitinisiert, dunkelkastanienbraun, seitlich mit drei Treppen
(Andeutung von segmentaler Gliederung) ; die Coxalborsten kräftig;
die mediane Rinne mit nur sechs Ouerreihen von dreieckigen
Zähnchen; die sechs Hypostomborsten kräftig; die Hörner lang,
die Membranulae länglich, gefranst; die Laciniae länger als die
Hörner, nur außen gefranst. Palpen dorsal (Textf. 205, 210) mit
kurzen dicken Borsten, Tibia mit zwei längeren Tasthaaren;
ventral (Textf. 207) mit längeren scharfspitzigen Borsten; Tarsus
mit zweizinkiger Gabel; die Zinken sind distal verbreitert und
abgerundet.
Beine (Textf.210) schlank, fein beborstet; Beine II kaum merk-
bar dicker; Trochanter I mit 2, Femur I mit einem, Femur II
mit 2, Femur ILI mit 1, Femur IV mit 2 dickeren, fast dornförmigen
Börstchen; die Ambulacra mit kräftigen Krallen und schöner vier-
lappiger Haftscheibe. Ventralzeigt uns Femur II (Textf.211,213)einen
sehr starken Dorn (es ist kein Stachel oder Auswuchs, sondern
ein Haar!), distad gerichtet; Genu II ein kleineres aber proximad
gerichtetes; sie bilden zusammen eine Zange. Tibia II mit 2,
8. Heft
182 Dr. A. C. Oudemans:
Tarsus II mit 5 starken Dornen. — Genu III (Textf. 208) mit 2,
Tibia III mit 3 und Tarsus III mit 3 starken Dornen; Femur IV
‚(Textf. 209) mit 1; Genu IV mit 1, Tibia IV mit 2, Tarsus IV
mit 5 starken Dornen.
218 1.210
222
Androlaelaps pilifer Oudms. $. — 214. Rückenseite. — 215. Mandibeln dors. —
216. Tarsus I. — 217. Bauchseite. — 218. Tarsus I. — 219. Tarsus III. — 220.
Tarsus IV. — 221. Mandibelschere dext. int. — 222. Idem, sin. ext.
Mas. (Textf. 214). Länge des Idiosoma 735 u, Breite desselben
in der Mitte 500 u. Länge des Rückenschildes 725 u, Breite des-
selben etwas vor der Mitte 435 u. Länge der Beine 760 resp. 580,
580 und 760 u. — Gestalt schön eiförmig, mit der Spitze nach
hinten; nur wenig vor den Schultern eingedrückt. — Farbe
rötlichbraun.
Rückenseite (Textf. 214). Das ebenfalls eiförmige Rücken-
schild ist nur wenig kürzer und schmäler als das Idiosoma, reicht
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 183
mit seiner Spitze an die des Idiosoma, so daß außer diesem Punkte
es ringsum von einer schmalen Binde weicher Haut umgeben ist.
Die Struktur dieses Schildes ist spiegelglatt und grobschuppig,
jedoch sind die Grenzen der Schuppen schwer wahrnehmbar. Die
spärliche Behaarung ist wie beim Weibchen fein, aber abweichend
in der Stellung. Außer den Vertikalhaaren ist hier nur ein Paar
nach vorn gerichtet. Die Haare des Vorderrückens stehen in /\-
Stellung; etwas vor der Mitte ein subdmedianes Paar; auf dem
Hinterrücken sind die Haare nicht wie beim Weibchen in deutlicher
\/-Stellung rangiert; an dem ganzen Schildrande entlang zehn
Paare marginaler Haare.
Bauchseite (Textf. 217). Tritosternum wie beim @. Außer
den Peritrematalia, die wie beim 2 gestaltet sind, sind alle
Schilder miteinander verwachsen. Wenn man den runden
Genitaldeckel als Schild betrachtet, wofür vieles spricht,
Sosiswslauch dieses frei. Die Struktur ist 'grobschuppig-
rautenförmig. Drei Paar Sternalhaare, ein Paar Metasternal-
haare, ein Paar Genitalhaare, fünf Paar Ventralhaare, wovon
zwei Paar in der weichen Haut, drei Analhaare. Die Peritremata
erstrecken sich bis an den Camerostomrand.
Epistom wie beim 9. Mandibeln dorsal (Textf. 215), an der
Basis breit, distad schnell sich verjüngend, kastanienbraun, mit
teilweise sichtbarem Digitus mobilis und ‚Kopulationsorgan‘, mit
deutlichem tibialen, krummen Sinneshaar. Von außen gesehen
(Textf. 222) mit deutlichem tibialen Sinneshaar, deutlichem, in einer
tiefen Höhle eingepflanzten Pilus dentilis; Digitus fixus mit zwei
starken Incisivi und acht bis elf nach hinten gerichteten Zähnchen
hinter dem Pilus dentilis; Digitus mobilis mit einem starken
Incisivus und einem starken Caninus. Kopulationsorgan wie ein
zahnloser Digitus mobilis gebildet, an diesem vorbeistrebend,
offenbar am ventralen Rande mit diesem zur Hälfte verwachsen.
— Maxillen und Beine wie beim Q, nur Coxa I mit proximaler
interner Kerbe (Textf. 217).
Habitat: feuchte verwesende Blätter und Maulwurfsnester.
— 'Patria: s’Gravenhage, Sittard. — Tempus: August, März. —
Inventores: Dr. Everts, F. Heselhaus.
Hypoaspis heselhausi Oudms.
(Taf. X, Fig. 1—6.)
1. Jan. 1912. Hypoaspıs heselhausi nov. sp., ? diagnose, in
Ent.-Ber., vol. 3, Nr. 63, p. 216.
De sprL. 1912. Idem in Tijds. Ent., vol. 55, p--LI.
Femina (Taf. X, Fig.1). Länge des Idiosoma500 u, Breite des-
selben hinter Coxae IV 304 u. Länge des Rückenschildes 500 u,
"Breite desselben an den Schultern 256 u, hinter Coxae IV 286 u.
Länge der Beine 378 resp. 323, 262 und 360 u.
8. Heft
184 Dr. A. ©. Oudemans:
Gestalt. Von den Schultern nach vorn dreieckig; von den
Schultern nach hinten fast viereckig, nur wenig breiter werdend
bis hinter den Coxae IV; dann fast kreisrund, jedoch ganz hinten
gerade abgestutzt; die Beine kurz und kräftig. — Farbe gelblich.
Rückenseite (Taf.X, Fig.1). Vonnureinem Schilde bedeckt,
das jedoch beiderseits sowohl vor als hinter den Schultern eine
ganz schmale Binde unbedeckt läßt. Es gibt auch ein Paar Schul-
tern über den Coxas I. Der Rand des Schildes hinter den Schultern
ist ein wenig eingekerbt, wodurch Muscheln entstehen, die je eine
kurze Borste tragen. Die Struktur der vorderen Hälfte ist.
kleinschuppig, die der hinteren grobschuppig, wie Fischschuppen ;
man sehe die Figur an. Behaarung. Alle Haare sind kurze,
dicke, gebogene DBörstchen, welche auf Wärzchen stehen
Vier Vertikalborsten; am Schildrande 11 Paar; submarginal
10 Paar; submedian 10 Paar; zwischen den letztgenannten Reihen
noch 4 Paar.
Bauchseite. Tritosternum (Taf. X, Fig. 4) vorn zweimal
schmäler als hinten, ungefähr dreimal länger als hinten breit,
vorn jederseits mit drei winzigen Spitzchen. Laciniae etwas
breit, schlaff, gefranst. — Keine Jugularia.. — Sternale
(Taf. X, Fig. 3) vorn mit zw2i Buckeln, zwischen welchen das Trito-
sternum eingepflanzt ist; diese sind also wahrscheinlich
die mit dem Sternale verwachsenen Jugularia, denn auch die
vordersten Sternalhaare sind eine ziemliche Strecke vom Vorder-
rande des Schildes entfernt; der Hinterrand seicht konkav; das
Schild ist stark chitinisiert, länger als die Breite zwischen den
Coxae Il: 2:3. — Keine Metasternalia. — Keine Endopodialia.
— Keine Parapodialia. — Genitale lang, vorn membranös,
radiär gestreift, ein wenig über das Sternale greifend, abgerundet,
nach hinten immer breiter werdend; am breitesten gleich vor dem
* Anale, wo es quer-gerade abgestutzt ist; auf der Höhe der Coxae IV
seicht konkav. Kein Ventrale. — Das Anale halbelliptisch,
hinten kreisrund, mit deutlichem Cribrum. — Inguinalia klein,
bohnenförmig, nach außen konkav. — Peritrematalia an der
Innenseite der Peritremata, von der Schulter bis hinter die Coxae
IV reichend, wo sie wie ein Haken umbiegen. — Die Struktuı
der drei großen Schilder ist unregelmäßig schuppig, einigermaßen
in der Figur angegeben. Behaarung: die Borsten sind gewöhn-
liche, etwas länger als am Rücken, und nicht auf Wärzchen stehend.
Die Genitalborsten hinter der Verbindungslinie der Coxae IV,
am Rande des Schildes. Die sechs Ventralborsten stehen um die
hintere Hälfte des Genitalschildes. In der weichen Haut noch
fünf Paar. — Peritremata dunkel, nach hinten bis hinter die
Coxae IV, nach vorn bis vor die Coxae I sich erstreckend.
Epistom (Taf. X, Fig. 1) sonderbar: erst sich erweiternd, dann
mit geraden Kanten ein Dreieck bildend, vorn median, nicht
scharfspitzig. — Mandibeln dorsal (Taf. X, Fig. 2) distal in eine
en mm mn m neue
EEE
er
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 185
Knospe mit Fingerchen endend; von der Seite (Taf. X, Fig. 6): Digitus
fixus mit zwei kleinen Incisivi hinter dem Endzahn, einem stär-
keren Caninus, über den der Pilus dentilis herausragt, und vier
niedrigen Molares; Digitus mobilis nur mit drei deutlichen Incisivi.
Pulvillum ein kleiner Kamm.
Maxillae(Taf.X,Fig.4). Diemediane Rinne mitsiebennach vorn
konvexen Querreihen von winzigen Dreieckchen. Die Hörner ziem-
lich lang, innen etwas konkav. Die Membranulae halbkreisförmig,
die Rundung nach außen, mit den Laciniae offenbar verwachsen ;
diese viel länger als die Hörner, ungefranst. Die Palpen kurz,
dick; der Tarsus mit zweizinkiger Gabel, die Zinken distal stumpf.
Beine ziemlich kurz, dick, mit großen Haftscheiben und
starken Krallen, dorsal mit denselben Borsten, wie der Rücken.
Fiabicatz Maulwurisnester. Patria: Sittard. Tempus:
eBlember, Marzı Inyzenter: E, Tieselhaus,.s. J.,. dem das
Tierchen gewidmet ist.
Hypoaspis hypudaei Oudms.
(Textf. 223—234.)
5. Apr. 1902. Hypoaspıs hypudaeı nov. sp. in Tijds. Ent.,
vol. 45, Verslagen, p. 10. Nomen nudum.
10. Sept. 1902. Idem, 2 Beschreibung, Abbildung in Tijds.
BunesvolAs,p. 21, 7.2.7. 2728.
a ep1=1915. dem -Nph. II, 97 bessere Diagnosen, in Ent.-
Bern vol NE 78, p. 6:
Deutonympha (Textf. 225). Das einzige Exemplar war offenbar
soeben der Protonymphahaut entschlüpft, denn es war ganz weiß
und weich; das äußerst dünne Peritrema war nur mit Immersion
zu verfolgen! Das ist auch der Grund, warum es unter Deckglas-
druck sofort seine Gestalt verlor und so breit-elliptisch aussieht!
Länge des Idiosoma 257 u. Breite desselben 130 u (?). Länge
des Rückenschildes und seine Breite dieselben Maße. Länge
der Beine 227 resp. 204, 166 und 225 a.
Rückenseite (Textf. 225) gänzlich vom Schilde bedeckt.
Struktur wahrscheinlich grobschuppig. Behaarung. Vier
Vertikalhaare; dahinter zwei Haare; dann zwei Querreihen von
je sechs, eine von acht, die Schulterhaare deutlich abstehend;; usw. ;
merkwürdig sind die zwei längeren Borsten am Hinterrande,
welche je zwischen zwei einzelnen stehen. Im allgemeinen kann
man sagen, daß die Behaarung vollkommen dieselbe ist, wie die
des Weibchens (siehe unten).
Bauchseite. Tritosternum (Textf. 228) lang, fast gleich
breit, unmerklich in die Schleifen übergehend, dort jederseits ein
Härchen oder Dörnchen; die Laciniae nur distal behaart. —
Sternum (Textf. 227) zwischen den Coxae II merkwürdig breit,
nach hinten stets schmäler werdend und dort abgerundet; es ist
eigentlich ein Sterni-metasterni-genitale, denn es trägt fünf Paar
8. Heit
186 Dr. A. C. Oudemans:
Haare. Anale groß, oval, mit Cribrum. Struktur wohl grob-
schuppig. — Behaarung. In der weichen Bauchhaut noch sechs
Paare Haare; das Anale mit den bekannten drei Haaren. Peri-
tremata sehr dünn, bis vor die Coxae II sich erstreckend; Stig-
mata sehr klein.
Epistom (Textf. 223) sehr niedrig, abgerundet, sein Rand
wahrscheinlich etwas wellig, ich bin aber hier im Zweifel. Man-
dibeln dorsal (Textf. 224) kurz, breit an der Basis der Digiti, an
den Seiten schnell nach innen sich verjüngend, so daß sie distal
ziemlich spitz sind; man gewahrt auch, daß sie schief auf der Tibia
aufsitzen und diese selbst-innen scharf zugespitzt ist. Man unter-
226
Hypoaspis hypudaei Oudms. Nph. II. — 223. Epistom. — 224. Mandibeln dors.
— 225. Rückenseite etwas zerdrückt. — 226. Mand. vent. — 227. Bauchseite. —
228. Hypostom, Tritosternum.
scheidet der Durchscheinendheit wegen auch noch fünf Zähnchen
am Digitus fixus. Ich konnte keine Sinnesorgane unterscheiden.
Ventral (Textf. 226) tritt unmittelbar die Eigentümlichkeit hervor,
wodurch die Art hypudaei sich von anderen unterscheidet: der
merkwürdige Zahn, der am Digitus mobilis proximal angeheftet
und nach innen gekehrt ist. Pulvillum aus etwa fünf hyalinen
Härchen bestehend.
Labrum. Zwischen den Mandibeln sah ich bei dorsaler Sicht
(Textf. 224) das mehr oder weniger flaschenförmige Labrum.
Maxillen (Textf. 228). Die Coxalborsten sind anwesend; die
vordersten Hypostomborsten sind eigentümlich gestaltet und eben-
falls für die Art kennzeichnend: sie sind viel größer als die zwei
anderen und haben proximal ein Buckelchen. Die Hörner sind ein
wenig S-förmig gebogen und proximal-intern mit einem dreieckigen
Läppchen versehen, das nach vorn intern spitz ist. Die Laciniae
kürzer als die Hörner, und breit. Die Palpen zeigen keine Merk-
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 187
würdigkeit außer dieser, daß die Gabel des Tarsus nur zwei Zinken
hat, wie bei allen Laelaptinae.
Beine ziemlich kurz und dick (Textf. 225). Ich bin über die
Behaarung nicht ganz sicher, denn die Grenzen zwischen den
Gliedern waren durch die Behandlung mit Essigsäure etwas ver-
7
ut
Ber
. >
—o_ SS —, —_ nn
Y!
| Hypoaspis hypudaei Oudms. Q — 229. Vertex, Epistom. — 230. Bauchseite. —
ı 231. Mandibeln dors. — 232. Rückenseite. — 233. Hypostom, Tritosternum, Troch.
) palp. — 234. Mand. vent.
" wischt, glaube aber, daß meine Abbildung der Wahrheit sehr nahe
\ kommt.
) Femina (Textf. 232). Länge 485 u. Breite 242 u. Maße des
) Rückenschildes dieselben. Länge der Beine 430 resp. 310, 310 und
450 u. Gestalt elliptisch, jedoch vorn, obwohl wenig, doch merk-
lich spitzer als hinten, keine Schulter. — Farbe milchweiß bis
blaßockergelb.
8. Heft
188 Dr. A. C. Oudemans:
Rückenseite (Textf. 232). Vollkommen vom Schilde be-
deckt. Struktur dieses grobschuppig. Behaarung: vier Verti-
kalborsten; dahinter zwei submediane Reihen von je 10 Borsten;
das letzte Paar von zweı größeren Marginalborsten flankiert;
jederseits 17 marginale und submarginale Borsten; die Schulter-
borsten nicht besonders von den anderen zu unterscheiden ;; zwischen
den submedianen und submarginalen Reihen jederseits noch eine
Reihe von zehn Borsten. Man kann auch einigermaßen Querreihen
unterscheiden von vier, resp. sechs und acht Borsten.
Bauchseite. Irıtosternum (Textf. 233) aus einem länglich
viereckigen Basalstücke und einem längeren und schmäleren
distalen Stücke bestehend, welches letztere ohne Grenze in die
Laciniae übergeht. Wenn man will, kann man auch sagen, daß das
Tritosternum kurz ist, und daß dessen Laciniae eine große Strecke
miteinander verwachsen sind, da dieses Stück seitlich, wie die
Laciniae selbst, spärlich behaart ist. Schilder (Textf. 230). Das
Sternale fast eben so lang wie breit; vorn mit zwei Buckeln,
als wären da Jugularia mit dem Sternale verwachsen; die Hinter-
kante fast unmittelbar auf die Linie zwischen den Coxae II und
III folgend und nicht ausgerandet, wie gewöhnlich, sondern kon-
vex. Die Metasternalia sehr klein und oval. Das Genitale
vorn fast kreisrund, seitlich etwas ausgerandet, hinten fast gerade
abgeschnitten (nur wenig konvex). Ventrale groß, breit ellip-
tisch, mit sehr schmalem Cribrum; Anus groß mit großen Anal-
klappen. Keine Inguinalia, Empodialia oder Parapodia-
lia. . Peritrematalia ‚ziemlich: kurz, hinten spitz, mich sveiter
reichend als Coxae IV, nach vorn nicht die Mitte der Coxae II er-
reichend. Peritremata nur wenig geschlängelt, weit vom Leibes-
rande entfernt bleibend, weit vorbei an den Coxae I verlaufend.
Behaarung. Auffallend steht das zweite Sternalpaar weit vom
ersten und dicht beim dritten Paare. Dieses wieder sehr dicht
beim Metasternalpaare. Das Genitalpaar weit nach hinten, beinahe
über Coxae IV hinaus. Ventralhaare: fünf QOuerreihen von vier
resp. sechs, sechs, vier und zwei Borsten.
Epistom (Textf. 229). Den Vorderrand, unregelmäßig ge-
zähnelt, entdeckte ich erst bei Benutzung des Immersionssystems,
die runde Linie dahinter dagegen schon bei Objektiv 5 (Leitz),
so daß ich diese stets als Epistomrand angesehen habe! — Man-
dibeln dorsal (Textf.231) mit schräg nach außen und hinten ab-
gestutzten Tibiae und kleinem Sinnesorgane; ventral (Textf. 234)
mit charakteristischem, nach außen gerichteten, dreieckigen An-
hängsel am basalen Teile der Digiti mobiles. — Maxillen (Textf.
233). Das Camerostom zeigt seitlich (siehe auch Textf. 232) ein
„Ireppe‘‘ oder Pseudogliederung. Hinter den starken Coxal-
borsten und hinter den äußeren der hinteren Hypostomborsten
sieht man eine äußerst feine, wie eine Krause gebildete Linie,
welche mit der Gegenseite symmetrisch ist. Der freie Hypostom-
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 189
rand ist ebenso gekerbt. Die mediane Rinne ist breit und mit nur
sechs Querreihen von dreieckigen Läppchen versehen; diese Läpp-
chen sind hier nicht verschwindend klein und nur mit Immersion
zu entziffern, sondern groß und daher nur in Vierzahl in jeder Reihe.
Die Hörner oder Außenmalae sind etwas S-förmig gekrümmt; die
Innenmalae ebenfalls; diese ähneln also den Außenmalae, was umso
auffallender ist, da sie nicht gefranst sind. Die Hörner tragen
proximal-intern ein viereckiges hyalines Läppchen. Der Trochanter
palpi besitzt proximal-intern einen platten chitinösen Auswuchs.
Beine (Textf.232) ziemlich schlank und gleichdick, übrigens
ohne besondere spezifische Merkmale.
Habitat: Auf Paludicola amphibius, auf Talpa europaca, in
Nestern von Talpa europaea und von Mus decumanus. — Patria:
Sneek, Sittard, Aalbeck, Valkenburg. — Tempus: Januar, April,
September, also wahrscheinlich per annum. — Inventores: ich
und FE. Heselhaus.
Hypoaspis stabularis C. L. Koch.
(Textf. 235—256; Taf. VI, Fig. 6—11.)
Protonympha (Taf. VI, Fig.7). Länge 500», Breite in der Mitte
800 u; Länge der Notocephale 305 u, Breite derselben ganz hinten
277 u. Länge der Notogaster 118 u, Breite derselben 200 u. Länge
der Beine 600 resp. 460, 400 und 500 u. — Gestalt fast elliptisch,
vor den Schultern etwas eingedrückt. — Farbe milchweiß, mit
großer schwarzer V-förmiger Zeichnung (diese ist im auffallendem
Lichte jedoch creme-gelb, und wie bekannt vom Exkretions-
apparate herrührend).
Rückenseite (Taf. VI, Fig.7) von zwei Schildern teilweise be-
deckt. Die Notocephale vorn und seitlich von einer schmalen Binde
weicher Haut umgeben, vorn rund, an den Seiten vor den Schultern
etwas konkav, hinter denselben fast gerade, hinten nur wenig
konvex. Eine breite Binde weicher Haut scheidet die Notocephale
von der Notogaster, welche eine liegende Ellipse darstellt und
den Hinterrand des Idiosoma berührt. Die Struktur dieser
Schilder erinnert an die mancher Macrocheles-Arten; sie besteht
(Taf. VI, Fig. 11) aus viereckigen Abschnitten (‚Schuppen‘), deren
Ränder aus winzigen Ringlein bestehen (Poren oder Grübchen ?)
und deren Fläche noch außerdem mit 1—4 dieser Ringlein geziert
ist. — Behaarung. Auf der Notocephale zwei Vertikalhaare,
dahinter jederseits zwei submarginale, ein Schulterhaar, und noch
zwei submarginale, außerdem drei Paare submediane, welche je
mehr nach hinten, desto weiter voneinander stehen. Auf der Noto-
gaster fünf Paare. Auf der weichen Haut zwischen den Schildern
sieben Paare.
_ Bauchseite. Tritosternum (Taf. VI, Fig.10) schmal, fast
fünfmal länger als breit, ohne Grenzen in die Laciniae übergehend.
Sternale (Taf. VI, Fig. 9) lang, breit, vorn konkav ; von den Vorder-
8. Heft
190 Dr. A. C. Oudemans:
ecken in S-förmiger Linie nach hinten und außen gerandet bis
zwischen Coxae II und III, also ohne spitzen ‚Flügel‘ zwischen Coxae
I und II, mit solchem zwischen Coxae III und IV, hinten gerundet.
Anale groß, dreieckig-rund; mit schmalem Cribrum. Die Struk-
tur der Schilder glatt. — Behaarung. Trotz seiner Länge ist
das Sternale ein echtes Sternale, denn es trägt nur-drei Paare
Borsten. Das Metasternalpaar steht zwischen den Coxae IV und
das Genitalpaar noch weiter nach hinten. Vier Ventralhaare
folgen dann in einer Querreihe. Außer den drei bekannten Anal-
borsten treffen wir noch ein Paar submarginale und drei Paar
marginale am Hinterrande des Idiosoma. Peritrema selbstver-
ständlich sehr kurz.
Epistom (Taf. VI, Fig. 8) länger als breit, mit nur wenig nach
vorn konvergierenden Seitenrändern und einem mit etwa sechs
Zähnchen versehenen, runden Vorderrande. Fast parallel zu diesen
Rändern eine feine Linie, aus der andere feine Linien radiär aus-
strahlen. Styli(Taf.VI, Fıg. 6) fast gerade, höchstens etwas S-förmig
gekrümmt, groß. Mandibeln dorsal (Taf.VI, Fig.8) ohne auffallende
Merkmale, nur daß sie dunkel gefärbt sind. Maxillen (Taf. VI,
Fig.10,6). Hypostom längerals breit, mit nach vorn konvergierenden
Rändern und Hörnern. Mittelrinne ziemlich breit, mit deutlichen
Querreihen von kleinen feinen Dreieckchen; Innenmalae mit langen
ungefransten Laciniae und äußerst fein behaarten, mit diesen ver-
wachsenen Membranulae.
Beine (Taf. VI, Fig. 7) nicht gerade schlank zu nennen; die
vorderen auffallend länger als die hintersten; das erste und zweite
Paar merklich dicker als das dritte und vierte; Tarsus I mit zwei
feinen Tasthaaren.
Deutonympha (Textf. 236). Länge 735 u, Breite etwas hinter
der Mitte 470 u. Maße des Rückenschildes dieselben. Länge der
Beine 640 resp. 500, 430 und 525 u. — Gestalt breit-oval, mit der
Spitze nach vorn, überall schön gerundet, keine Schulter bildend.
— Farbe ockerbraun, und sowohl dadurch, als durch die starke
Behaarung dem Weibchen ähnelnd.
Rückenseite (Fig. 236) vom Schilde ganz bedeckt, dessen
Struktur nicht mehr die Granulation zeigt, sondern grobschuppig
ist. Die Behaarung ist im allgemeinen dicht zu nennen; sie ıst
aber nicht gleichmäßig; in den vorderen zwei Dritteln gewahrt
man ein deutliches ovales Feld, wo die Behaarung nicht nur spär-
licher ist, sondern frappant den gewöhnlichen Parasitus-Typus
hat, nämlich verschiedene submediane Paare, deren Haare alter-
nierend dicht und weit voneinander stehen. In den übrigen Teilen
‚sind die Haare in dem Idiosomarande parallel verlaufenden Reihen
angeordnet. Zwei Vertikalhaare fallen auf.
Bauchseite. Das Tritosternum (Textf. 240) ist, wie bei der
Protonymphe, schlank zu nennen; es ist natürlich hier besser chitini-
siert ; fünfmal länger als breit, distal median eingekerbt (gegabelt) und
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 191
auf diesen Enden die Laciniae tragend. Die proximale Hälfte dieser
Laciniae ist nicht behaart. Das Sternum ist offenbar (Textf. 241)
ein Sternimetasterni-genitale, denn es trägt fünf Paare Haare. Anale
klein, oval, mit kleinem Cribrum. Die Struktur der Schilder ist
nicht so stark ausgeprägt wie beim Weibchen, doch erkennbar
grobschuppig. Behaarung. Die Bauchfläche, obwohl nicht so
dicht wie der Rücken, stark behaart zu nennen; die Haare sind
in nach vorn stark konvexen Bögen angeordnet, so daß hinter den
Coxae IV und den Stigmata ein großes Dreieck unbehaart ist.
239
Hypoaspis stabularis (C. L. Koch), Nph. II. — 235. Mandibel sin. dors. — 236.
Rückenseite.. — 237. Epistom. — 238. Mand. sin. vent. — 239. Palpus dext. vent.
— 240. Hypostom, Styli, Tritosternum. — 241. Bauchseite,
Peritremata vom Stigma sofort dem Idiosomarande zueilend,
dann gerade am Rande nach vorn laufend bis zum Camerostom.
Stigmata auffallend weit von den Coxae abstehend, merklich
weit nach hinten verschoben.
Epistom (Textf. 237) etwas verschieden von dem der Proto
‚ nympha; die Seitenränder sind hier etwas konvex, der Vorderrand
mehr parabolisch, und vier längere Zähne tragend. Die radiäre
Zeichnung ist noch deutlich, die Linie, worauf sie ruht, undeutlich
‚ oder abwesend. Styli wie bei der Protonympha (Textf. 240). Man-
' dibeln dorsal (Textf. 235) mit kleinem Sinnesorgane am Ende der
, Tiıbia und abstehendem Pilus dentilis, ventral (Textf. 238) mit
sehr kurzgefranstem Pulvillum. Maxillen wie bei der Proto-
ı nympha (Textf. 240, 239).
8. Heft
199 ‘Dr. A. C. Oudemans:
Beine (Textf.236). Vorderbeine merklich länger als die übrigen
nicht schlank; Tarsus I mit vier Tasthaaren. Zweites Paar eben-
falls nicht schlank. Drittes und viertes Paar merklich kurz.
ei ir Sry
Hypoaspis stabularis (C. L. Koch), 9. — 242. Struktur des Rückens hinten. —
243. Mandibel dext. dors. — 244. Vertex u. Epistom. — 245. Mandibelschere sin.
int. — 246. Rückenseite. — 247. Mand. sin. vent. — 248. Bauchseite. — 249. Hypostom
6
Styli, Tritosternum. — 250. Palpus dext. vent.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 193
Femina. Ich gebe in Textf. 246 ein Habitusbild, das jedenfalls,
was die Haarstellung anbetrifft, exacter ist als die bis jetzt
publizierten. Nur einige Bemerkungen mögen hier ihren
Platz finden. Farbe. Unter dem Nestmaterial gab es in den
meisten Funden nur gleichmäßig braune Individuen. In einem
Kalle aber (leider "notierte ich diesen nicht) ‘waren alle
Individuen leichter braun gefärbt und zeigten in der hinteren
Hälfte jederseits einen runden schwarzen Fleck. Sofort erinnerte
ich. mich solche Acarı irgendwo abgebildet gesehen zu haben.
Ich griff nach Michaels bekanntem Aufsatze: „On the varia-
tions in the internal Anatomy of the Gamasinae . . . etc.‘‘, publi-
ziert ın „Ihe Transactions of the Linn. Soc. of London“, vol. 5,
1892, p. 281, sqq., worin viele Maulwurfsmetoeken beschrieben
werden, und siehe da, auf Taf. 32, Fig. 12, obwohl etwas ungenau,
das Bild, das in meiner Erinnerung lebte! Michael nennt diese
Form Laelaps orıbatoides, weil Oribatiden, speziell deren Jugend-
stadien auch solche Exkretionsorgane aufweisen. Der Text, S. 315
u. 316, lehrte mich sofort, daß meine Exemplare vollkommen
dieselbe Form repräsentierten wie die von Michael gefundenen,
aber auch, daß Michael irrte, als er meinte, sie sei eine andere
Art als Hypoaspis stabularıs.
Bueckenseite. Die Struktur des Schildes. ist typisch
(Textf. 242). Die Schuppen sind rhombisch und tragen an ihrer
hinteren Spitze die Borste. Ist es nicht merkwürdig, daß wir hier
dieselbe Beziehung zwischen Schuppen und Haaren (resp. Borsten)
wiederfinden, wie bei den Larven der Suctoria? Man lese was ich
darüber publizierte in der Tijdschrift voor Entomologie, vol. 56,
p. 242—243. — Was die Behaarung betrifft, so habe ich dieselbe
Bemerkung zu machen wie bei der Deutonympha. Man lese also
was ich davon sagte hier oben, S. 190; ganz bestimmt ist außerdem
der Rücken des Weibchens noch dichter behaart als der der
Deutonympha.
| Bauchseite. Tritosternum (Textf. 249) kürzer als bei
' der Deutonympha. Peritrematalia( Textf. 248) gleichschenkelig
dreieckig; in ihrer vorderen Hälfte (der Spitze) befindet sich
das Stigma; in ihrer hinteren (basalen) Hälfte begegnete ich
, einem stigmaähnlichen Gebilde, einer Pore von einem Hofe um-
geben; also ungefähr wie ich oben S. 192 und 129 beschrieb bei
Eugamasus loricatus Wankel und Eug. magnus Kramer. Aber
dieser Porus hängt hier nicht durch einen Stiel mit dem Stigma
zusammen.
Das Epistom (Textf. 244) ähnelt noch am meisten dem der
Deutonympha (Textf. 237); es ist aber breiter, besser chitinisiert,
“obwohl noch hyalin und der Vorderrand weist mehr Spitzen oder
‚ Zähnchen auf; ich zähle deren 14. Die radiäre Streifung ist deut-
lich und frappierte auch Michael, 1. c., p. 315. Styli etwas
mehr nach innen gebogen als bei der Protonympha (Textf. 249).
| Archiv für Naturgeschichte
2 | 13 AS
|
1
13 8. Heft
194 Dr. A. C. Oudemans:
Mandibeln. (Textf. 243, 245, 247). Der Pilus dentilis ist zwei-
mal kleiner als bei der Deutonympha Die Maxillen (Textf. 249)
haben dieselbe Konfiguration als die der Protonympha. Die Coxae
zeigen aber hinter den äußeren der hinteren Hypostomborsten eine
symmetrische gekräuselte Linie, wie ich auch bei Hypoaspis
hypudaei beschrieb (siehe oben S. 188 und Textf.233). Der Palpus
verdient eine aparte Beschreibung. Er ist schlank (Textf. 250);
sein Trochanter zeigt proximal-intern eine gebogene fast blutegel-
256
Hypoaspis stabularis (C. L. Koch), d. — 251. Epistom. — 252. Mandibel dors.
dext. — 253. Mand. sin. vent. — 254. Hypostom, Styli. — 255. Rückenseite. —
256. Bauchseite.
förmige Chitinisation; sein Femur trägt distal-intern eine scharfe
Borste; sein Genu ist mit zwei nach innen gerichteten distalen Bor-
sten versehen, deren hintere eine gewöhnliche, deren vordere jedoch
nach vorn gebogen und in der distalen Hälfte platt und fast
spatelförmig ist; sein Tarsus ist.schlank und trägt proximal-intern
die bekannte Gabel, deren zwei Zinken jedoch auffallend lang sind.
Mas (Textf.255). Länge des Idiosoma 755 u, Breite desselben
hinter Coxae IV 445 u. Länge und Breite des Rückenschildes die-
selben. Länge der Beine 700 resp. 500, 400 und 700 u. — Gestalt
eiförmig, über Coxae I nur wenig geschultert, über Coxae II noch
weniger; Beine ziemlich schlank. — Farbe wie die des Weibchens
ein ins rötliche spielendes Braun.
Rückenseite (Textf. 255) gänzlich vom Schilde bedeckt.
Die Struktur desselben wie beim Weibchen. Die Behaarung
nicht so dicht wie beim Weibchen, eher wie beider Deutonympha;
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 195
hier ebenfalls in den vorderen zwei Dritteln des Rückens eine große
eiförmige Fläche weniger behaart als die Ränder und der Hinter-
rücken.
Bauchseite (Textf. 256). Tritosternum wie beim Weibchen.
Alle Schilder miteinander verwachsen und von einer ganz schmalen
Binde weicher Haut umgeben, nur vor den Schultern mit dem
Rückenschilde zusammenhängend. Von den Peritrematalia sind
. die Grenzen des hinteren Teiles als feine Linie noch wahrzunehmen.
Die Struktur der Schilder grobschuppig. Behaarung fast die-
selbe wie bei der Deutonympha und dem Weibchen, nur ist der
mediane Teil des Bauches unbehaart, dagegen eine Reihe von
Haaren in der weichen Haut, welche die Schilder umgibt. Peri-
trema dicht neben den Foveolae pedum nach vorn schlängelnd
bis an das Kamerostom.
Epistom (Textf. 251) wohl um die Hälfte oder mehr niedriger
als beim Weibchen, fast halbkreisförmig, mit acht weitauseinander-
stehenden, etwas gebogenen, feinen Zähnchen; und ebenso radiärer
Zeichnung. Styli gebogen und etwas geschlängelt (Textf. 254).
Mandibeln dorsal (Textf. 252) mit distal rund-stumpfem Digitus
fixus, welcher von der schief abgeschnittenen Tibia zur Hälfte
überragt wird; diese mit deutlichem borstenförmigem Sinnes-
organe. Ventral sieht der Digitus mobilis (Textf.253) etwas S-
förmig gekrümmt aus, ist distal spitz und besitzt einen ventralen
Zahn (wohl ein ‚Kopulationsorgan‘). Man gewahrt hier auch den
Pilus dentilis des Digitus fixus und das Pulvillum in Gestalt einer
Reihe kurzer hyaliner Zähnchen. Das Labrum (Textf.254) lang
und dabei sehr fein und dicht behaart. Maxillen. Die mediane
Rinne zur Aufbewahrung der Laciniae des Tritosternums ziemlich
breit und mit acht Querreihen von je ungefähr sechs winzigen
Dreieckchen versehen. Die Hörnerbasen niedrig und abgerundet.
Die Hörner selbst schwer chitinisiert, etwas flaschenförmig; die
Membranulae breit und lang, mit den Laciniae verwachsen und
äußerst fein und dicht behaart. Die Laciniae lang und extrad
umgebogen. Der Trochanter palpi proximal-intern mit einer
umgekehrt ohrförmigen Chitinisation.
Beine (Textf.255) ziemlich schlank. Das zweite Paar kaum
dicker als die übrigen. Femur I dorsal mit zwei dickeren Börstchen.
Tarsus I mit zwei feinen Tasthärchen.
Habitat. Die über und über gemeine Art hat Michael
schon in Maulwurfsnestern konstatiert und selbst unter zwei ver-
schiedenen Namen. Wie bekannt, ist sie überall in der freien
Natur, aber auch pseudoparasitisch auf Säugetieren und Vögeln zu
finden.
Laelaps hilaris C. L. Koch.
(Taf. VI, Fig. 1—4.)
Diese Art ist noch nicht genau abgebildet worden, weshalb
sie mit agilis verwechselt worden ist. Sie ist aber eine gute Art.
13* S. Heft
196 Dr. A. C. Oudemans:
Ich habe in meiner Kollektion verschiedene Arten entdeckt, be-
schreibe aber hier nur das Q der hılarıs, weil nur sie im Maulwurfs-
nestmaterial anwesend war. — C. L. Koch bildet fast alle seine
Acarı mit zu langen Beinen ab; er besaß offenbar keine Camera
lucida und bildete offenbar seine Acarı lebend ab, wofür viel zu
sagen ist, was aber auch große Nachteile hat!
Femina (Taf.VI,Fig.1) Länge 735 u, Breite etwas vor der Mitte
500 u. Länge des Rückenschildes 680 u, Breite desselben etwas
hinter den Schultern 472 u. — Gestalt verschieden; jedenfalls
ist sie vorn stumpf dreieckig zu nennen mit spitzem Vertex und
niedrigen Schultern über Coxae I. Ganz nüchtern ıst das Idiosoma
hinter den Schultern wohl eiförmig spitz zu nennen, denn es hat
dann denselben Umriß wie das Schild. Etwas vollgesogen (oder
schwanger) (Taf.VI, Fig.1) ist es breit-elliptischzunennen. Wenn es
aber sehr schwanger ist, so liegt die Spitze nach vorn! Die Beine
kann man ohne Skrupel kurz nennen, aber nicht besonders dick.
Farbe gelbrot, die weiche Haut weißlich; vor der Mitte ein blut-
rotes Kreuz, wovon der Kopf auch kopfförmig ist und die Arme
distal ein wenig aufgebogen sind. Dahinter eine V-förmige schwarze
Figur: der Exkretionsapparat. Sternum dunkelrotbraun. Kr
Rückenseite(Taf.VI, Fig.1). Das Schild hat vom Vertex bis zu
den Schultern seinen Rand mit dem des Idiosoma gemein; von
den Schultern nach hinten ist es eiförmig, mit der Spitze nach
hinten, wo Koch es zu spitz, ogivalisch, abbildet. Die Haare sind
alle borstenförmig. Am Vertex zwei Borsten nach vorn gerichtet
(Taf. VI, Fig. 2), dahinter zwei kleinere und dann wieder zwei größere
nach hinten, welchen (Taf.VI, Fig. 1) acht submediane Paare folgen.
Dem Leibesrande entlang jederseits hinten sechs Borsten; an dem
Schildrande entlang jederseits 13, wovon die vordersten, nahe dem
Vertex, die kleinsten, die hintersten die kräftigsten sind. Dann
jederseits noch neun submarginale und noch vier intermediale
Borsten.
Bauchseite. Tritosternum (Taf. VI, Fig.4) äußerst schwer
wahrnehmbar, hyalın, und die Laciniae meistens gänzlich in der
Medianrinne des Kamerostoms verborgen; aber wenn herauspräpa-
riert, ziemlich gut zu sehen, fünfmal länger alsbreit und ohne Grenzen
indie Laciniae übergehend. Sternale (Taf.VI, Fig.3) zweimal breiter
als lang, vorn in der Mitte konvex, hinten konkav, seitlich mit Spitzen
vor und hinter Coxae II. Metasternalia intern ohne bestimmte
Grenzen, extern deutlich stark chitinisiert und mit Spitze hinter
Coxaelll. Geniti-ventrale länglich viereckig, vorn abgerundet,
hinten quergerade abgestutzt, seitlich etwas eingeschnürt. Anale
ziemlich groß, breit, dreieckig-birnförmig, mit kleinem, aber deut-
lichem Cribrum. Peritrematalia klein, fast nur als Dreieckchen
hinter dem Stigma entwickelt. Inguinalia klein, fast rund. Die
Struktur der dreigroßen Schilder grobschuppig. Behaarung. Die
sechs Sternalborsten, die zwei Metasternalborsten, die sechs Ven-
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 197
tralborsten (am Rande des ventralen Schildes) und die postanale
Borste so lang wie oder etwas länger als die Länge des Sternale;
die zwei Genitalborsten und die zwei Analborsten kürzer. In der
weichen Haut, zur Seite des hinteren Teiles des ‚‚Ventrale‘“ und
des Anale, sieben längere Borsten; marginal oder submarginal
jederseits acht Borsten, die vorderen kürzer, die hinteren länger,
aber alle radiär gerichtet. — Obwohl zu den Beinen gehörend, am
besten hier zu melden, sind noch folgende: auf Coxa I zwei starke
Dornen, auf Coxa II ein kleinerer und ein starker, auf Coxa III
ebenfalls ein kleinerer und ein starker, auf Coxa IV ein kleinerer.
Diese Coxaldornen sind bei einigen Individuen ganz scharf-, bei
anderen rund-stumpf-spitzig. Peritrema erst gerade nach vorn
und innen verlaufend, vorbei an Coxa II sich schlängelnd bis
zum Kamerostom.
Epistom (Taf.VI, Fig. 2) äußerst schwer wahrnehmbar, erreicht
vorn die Tibiae palpi, ist dort etwas konvex und mit sechs ‚Zähnen‘
geziert. Vor dem Vertex zwei Figuren mit feinen Grenzen: eine
liegende längliche viereckige und eine fast halbkreisförmige. Man-
dıbeln mit kürzerem Digitus fixus (Taf.VI, Fig. 2, dorsal), woran der
sonderbar geformte Pilus dentilis sichtbar ist. Dieser ist mehr
oder weniger wie eine kleine Zeichenflagge gestaltet mit distalem
Spitzchen. Ein tibiales Sinnesorgan konnte ich nicht konstatieren.
Der Digitus mobilis biegt sich mit krummem distalem Ende um
die Spitze des Digitus fixus nach oben Das Pulvillum besteht aus
8—9 hyalinen Stiftchen, welche meistens wie gewöhnlich distad
gerichtet sind (Taf. VI, Fig. 4 rechts), bisweilen (wohl sehr selten,
denn ich begegnete dieser Stellung noch niemals bei Parasıtidae) zu-
rückgeschlagen sind und dabei radıiär geordnet (Taf.VI, Fig. 4 links).
Maxillen. Ihr Coxalteil ist ungewöhnlich lang (Taf. VI, Fig. 4)
und die Coxalborste steht ungewöhnlich weit nach hinten, ist auch
nach hinten gerichtet statt nach vorn und seitwärts. Die beiden
hinteren Hypostomborsten waren beim untersuchten Exemplare
ebenfalls nach hinten gerichtet. Die Hörnerbasen sind etwas lang
und distal gerundet. Die mediane Rinne ist mit etwa zehn Quer-
reihen von verschwindend kleinen Dreieckchen versehen. Die
Hörner sind schwach chitinisiert, nach außen konvex. Die Innen-
' malae bilden zusammen ein dreilappiges Gebilde, wovon die
| | (Membranulae) etwas S-förmig distal divergieren,
, der Innenlappen lang-elliptisch und längsgestreift, die beiden
Laciniae der Parasitinae repräsentiert. Ein derartiges Zu-
I neewachsensein der Laciniae.habe ich bis jetzt
Doch bei’ keiner. anderen Gattung wiedergefunden.
| Gabel des Palptarsus zweizinkig.
Beine ziemlich kurz, nicht besonders dick, in den proximalen
"“ Gliedern mit starken, in den distalen mit kleineren Dornen ver-
sehen. Tarsus I mit sechs Tasthaaren. Tarsus II dorsal mit kräf-
, tigemdistalem Dorn. Tarsus IV mit starken inneren (hinteren) Dornen.
8. Heft
198 Dr. A. ©. Oudemans:
Habitat. Der eigentliche Wirt scheint Arvicola arvalis zu
sein. Man findet diese Art aber auch auf anderen Nagetieren und
Insektenfressern, auch in ihren Nestern (Heselhaus, Poppe).
Euiphis halleri G. & R. Can.
(Textf. 257—260.)
Deutonympha (Texti. 257). Länge des Idiosoma 315 u.
Breite desselben, auf ?/, der Länge, 192 u. Maße des Rückenschildes
dieselben. Länge der Beine 225 resp. 205, 185 und 205 u. — Ge-
257
Euiphis halleri (G. &R. Can.), Nph. II. — 257. Rückenseite. — 258. Bauchseite,
stalt etwas spitz-eiförmig; zwischen den Beinen I und II mit
kleinem schulterartigen Vorsprung; der Seitenrand mit etwa fünf
Kerbchen, der Hinterrand mit vier seichten Kerbchen, wodurch
drei Muscheln (——_) entstehen. Die Beine etwas kurz und dick.
— Farbe gelblichweiß.
Rückenseite (Textf. 257) vollkommen vom absolut glattem
Schilde bedeckt. Dieser ist also wie das Idiosoma gestaltet
und mit spärlichen Börstchen versehen, welche, da sie sehr hyalin
sind, nur mit den stärksten Vergrößerungen, am besten noch mit
Immersion, wahrzunehmen sind. Zwei winzige, je in einer Ver-
tiefung des Randes stehende Vertikalbörstchen, dahinter acht
submediane (sit venia verbo) Paare; neben diesen, im Hinter-
rücken drei intermediäre Paare; daneben sieben submarginale”
.
Acarologisches aus Maulwurfsnestern. 199
Paare und endlich zehn marginale Paare, wovon das vorderste
die Schulterborsten sind, die acht letzten in Kerbchen
stehen.
Bauchseite. Tritosternum (Textf.259) amboßförmig, kurz,
proximal breit, etwas höher als breit, scharf von den Laciniae ge-
schieden; diese proximal zu einer fast runden Scheibe verwachsen,
und sowohl innen als außen mit weitgestellten Härchen versehen.
Sterni-metasternale (Textf. 258) lang, hinten spitz, diese Spitze
selbst hinter den Coxae IV. Anale groß, eiförmig, mit der Spitze
nach hinten und ziemlich großem Cribrum. Merkwürdig ist das
verhältnismäßig kurze ÖOpisthosoma und das schmale
„sternum“, das nicht den Konturen der Foveolae pedales folgt,
sondern hinter dem zweiten
Borstenpaare nach hinten
konvergierend verläuft. Die
' Linie, welche die Außen-
grenzen des ‚„Sternums‘ sein
sollen, sind aber stärker
chitinisiertt anwesend! Die
Struktur der Schilder ist
glatt; das einzige Exemplar
. war sehrleicht gefärbt, offen-
' bar noch nicht ausgefärbt;
ganz gewiß haben die Schilder
| bei ausgefärbten Exemplaren
‚ eine schuppige Struktur. Be-
‚ haarung. Die Genitalborsten
hinter den Coxae IV; in der 959
‚ weichen Haut des Opistho- Euiphis halleri (G. &R. Can.), Nph. II.— 259.
' soma zwei Paare stärkerer und Hypostom,Tritosternum.— 260. Palpus dext.vent.
fünf Paare winziger Börstchen. Die Peritremata schlängeln
sich nur wenig und kommen nicht vorbei an den Coxae II. Merk-
würdigist auch, daß die Coxae IV sich der Medianlinie so stark
‚ nähern.
| Epistom (Textf. 257) typisch Euiphisartig; mit dreieckiger
Basis und langer Mittelspitze, deren Ränder sehr fein gezähnelt
‚sind. Maxillen (Textf. 259). Die Coxalborsten und die äußeren
‚ der hinteren Hypostomborsten sind sehr kurz. Die mediane Rinne
| hat acht Ouerreihen von winzigen Dreieckchen, ist etwas breit zu
nennen. Das Hypostom breit; die Hörnerbasen etwas viereckig; die
, Hörner gewöhnlich; die außen gezähnelten Membranulae mit den
" unbehaarten Laciniae verwachsen, obwohl die Grenzen erkennbar
‘sind (oder breiten sich die ersteren hinter [dorsal von] den letzteren
‚aus?) — Trochanter palpi (Textf. 260) mit kurzer und langer
ı Borste; Femur mit Skalpell; Genu mit distal Y-förmigem ‚Messer‘
(also eigentlich mit einer kleinen Gabel); Tarsus mit zweizinkiger
Gabel, deren Zinken S-förmig gebogen sind.
|
|
|
8. Heft
200 Dr. A. C. Oudemans: Acarologisches aus Maulwurfsnestern.
Beine (Textf. 257) ziemlich kurz und dick; Beine I und II mehr
mit Härchen; Beine III und IV mehr mit Dörnchen versehen.
Tarsus I mit mindestens acht Tasthaaren.
Habitat. Wie bekannt trifft man diese Art an allerhand
koprophilen Insekten an, aber auch im Moose, zwischen verwesen-
den Blättern usw. Der Fund in Maulwurfsnestern kann uns
dann auch nicht verwundern, obwohl es wohl auffallend ist, daß
nur eine einzige Deutonympha sich einfangen ließ.
(Fortsetzung folgt.)
Cabinet Entomologique
E.LE MOULT
4, Rue Dumeril, PARIS XII
Riesenlager palaearctischer und exotischer Insekten. — Täglich
Eingang von Neuheiten. — Auswahlsendungen. — Unbestimmtes
Material für Spezialisten. — Käfer und Schmetterlings-Centurien
und Lose. — Kataloge gratis und franko. — Correspondenz
französisch, deutsch, englisch. Kauf, Tausch, Verkauf.
Julius Brandstätter (G. Neumann) Leipzig.
Heft:
11.
12.
Inhalt der Jahresberichte.
Mammalia.
Aves.
Reptilia und Amphibia.
Pisces. |
Insecta. Allgemeines.
Coleoptera. |
Hymenoptera.
Lepidoptera.
Diptera und Siphonaptera.
Rhynchota.
Orthoptera— Apterygogenea.
Myrıopoda.
Arachnida.
Prototracheata.
Crustacea: Malacostraca, Entomostraca, Giganto.
aaa. [straca, Pycnogonida.
Mollusca. Anhang: Solenogastres, Polyplacophora
Brachiopoda.
Bryozoa.
Vermes.
Echinodermata.
Coelenterata.
Spongiae.
Protozoa.
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Nicolaische Verlags-Buchhandlung R. Stricker,
Berlin W. 57, Potsdamer Str. 90. € u: .
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Archiv für Nafurgeschichie?
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Original-Arbeiten :;%%“':: Honorar von 25,- M.Z
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Nicolaische Embrik Strand
Verlags-Buchhandlung R.Stricker Berlin N-4, Chaussee 4 ne
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Bericht |
über die wissenschaftlichen Leistungen im Gebiete
Entomologie
1838-1862 25 Jahrgänge je 10 M. = 250 M., einzeln je
1863-1879 10 a „2 » = MM» nm Bam
1880-1889 10 * „30, = 800... =
1890-1899 10 a „Ms =00 , 'n 45 u
1900-1909 10 a „100°, —1000 » m vie
Br
1910 7156
Die ganze Sammlung 2150 MM.
Der Bericht enthält Arbeiten von: ei
Erichson, Schaum, Gerstaecker, F. Brauer, Bertkau, von Martens,
. Hilgendorf, Kolbe, Stadelmann, Verhoeff, Wandolleck, R. Lucas, von S
Kuhlgatz, Schouteden, Rühe, Strand, Ramme, La Baume, Hennings, Grünt
/ Stobbe, Stendell, Nägler, Illig. 2
Julius Brandstätter (G. Neumann), Leipzig.
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