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KONGL. SVENSKA VETENSKAPS-ARADENTENN
HANDLINGAR.
NITTONDE BANDET.
AFDELNING IV.
ZOOLOGI, OMFATTANDE BÅDE LEFVANDE OCH FOSSILA FORMER.
STOCKHOLM 1894. P. A. NORSTEDT & SÖNER.
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INNEHÅLL AF NITTONDE BANDET.
Afdelning IV.
(Zoologi, omfattande både lefvande och fossila former).
1. HENNIG, A. Uber Neuropora Conuligera, eine neue Bryozoen-Art
sus der sechwedisehen Kreide.. Mit I Tafelossss.osossss=ssosqss0=o5=
2. ScHÖTT, H. Beiträge zur Kenntniss der Insektenfauna von Ka-
et NN GONem bolla: MIF C LAÄTÖLlNsssossoosc=as0s spann dress n SoS
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BIHANG TILL K. SVENSKA VET.-AKAD. HANDLINGAR. Band 19. Afd IV. N:o 1.
UBER
NEUROPORA CONULIGERA,
EINE NEUE BRYOZOEN-ART AUS DER SCHWEDISCHEN
KREIDE.
VON
A. HENNIG.
MIT 1 TAFEL.
MITGETHEILT DEN 8 MÅRZ 1893 DURCH G. LINDSTRÖM.
STOCKHOLM 1893
KUNGL. BOKTRYCKERIET, P. A. NORSTEDT & SÖNER
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ÅA ich neulich mit unseren Cyclostomen beschäftigt war,
kamen mir aus Westra Olinge einige knollige fossile Körper-
chen unter die Hände. Die systematische Stellung dieser
Fossile war mir nicht gleich klar. Ihre Röhren waren zwar
durch Querböden, Tabule, horizontal abgetheilt, und sollten
sie diesem Charakter zufolge den Tabulaten M. Epw. und
Hamre angehören. Die Gruppe der Tabulaten besteht aber,
wie wir aus den Arbeiten von VERRILL, LINDSTRÖM uu. a. kennen,
aus einem wirren Gemisch der verschiedensten Klassen:
Korallen, Hydroiden, Bryozoen. In der folgenden Darstellung
will ich zuerst dasjenige beschreiben, was ich von dem Äus-
seren und Inneren dieses Fossils gesehen habe und dann zu
der hinsichtlich der Systematik daraus zu ziehenden Schluss-
folgerung iibergehen. é
Gen. NEUROPORA BRONnNn, 1825.
1821. Chrysaora LAmx. Expos. méthod. des genres de V'ordre des polypiers.
Der LAMoURoOUX'sche Name Chrysaora ist von BRONN in
Neuropora umgeändert worden, da Chrysaora von PÉRON und
LESUEUR Schon einer Qualle beigelegt war.!
1852. Filicava D'OrB. Pal. Franc. Terr. crét. Tom. 5. Bryozoaires, Pag. 1024.
Stock knollig, knopfförmig oder ästig. Die Mändungen
der Röhren rund oder eckig, uneben. Hie und da erhabene
Leisten ohne Zooecien.
! v. HaAG., Bry. Maestr. Kreide, Pag. 48 und BRrAuns, Bry. mittl. Jura
in der Gegend von Metz, in Zeitschr, Deutsch. Geol. Gesellsch, 1879, Pag. 336.
4 A. HENNIG, ÖBER NEUROPORA CONULIGERA.
Neuropora conuligera, n. sp.
(Tafel, Figg. 1—11.)
Zoariwm knopf- oder keulenförmig wn drei, vier oder mehr
Spitekegel anslaufend. Die Gipfel dieser Kegel sind dicht, nicht
durchbohrt wnd es strahlen von ihnen ringsum feine, erhabene,
Poren entbehrende, gang glatte Leisten aus. Die Zooecial- Mim-
dungen sind rund oder polygonal und von wenig verschiedener
Grösse; die eckigen Miindungen sind um ein centrales rundes
Röhrechen amngeordnet oder auch sieht man, wnd dies ist öfters
der Fall, ein centrales, nicht durchbolwrtes Höckerchen von eckigen
Miindungen umgeben. Die Zellenröhren sind durch 2alhlreiche
Querböden abgetheilt und ihre Wände von feinen Canälen, die
eine directe Communication gwischen den Zooecien vermitteln,
durchlöchert.
Loc.: Westra Olinge (Schonen) in Schichten zusammen mit
Actinocamax mammillatus. |
Das Aussere.
Diese Species hat ein freies, 6—9 mm. hohes Zoarium,
das mit einem diinneren, im Querschnitt kreisförmigen Stiele
der Unterlage aufsass. Von diesem Stiele breitet es sich all-
mählig nach oben hinaus, und es erweitert sich hier immer
mehr, bis es ebenso breit wie hoch ist. Ein Querschnitt durch
die obere Partie des Zoariums ist quadratisch, rektangulär
oder unregelmässig polygonal. Die Ecken dieser Figuren sind
in kleine Spitzkegel ausgezogen; auch die Mitte der oberen
Fläche kann in solchen konischen Höckern auslaufen. (Figg.
154);
Von der Spitze gesehen, zeigen diese Kegel einen feinen,
erhabenen und glatten, d. h. von Poren entblössten Stern von
fönf oder sechs, oft dichotomirenden Strahlen. Die Spitze
selbst ist glatt und nicht durchbohrt und bildet den Mittel-
punkt des Sternes (Figg. 4, 5).
Bei gelinder Ätzung mit BSalzsäure verschwinden die
Leisten, und die dadurch blossgelegte Partie der Oberfläche
BIHANG TILL K. SV. VET.-AKAD. HANDL. BAND 19. AFD. IV. N:01. 5
sieht genau wie die Umgebung aus, d. h. sie ist mit Zooecial-
Mindungen bedeckt. Avuch in longitudinalen Schnitten sieht
man, dass diese Leisten nur oberflächliche Bildungen sind.
Aus einer brieflichen Mittheilung von Prof. LinpstRÖM
geht hervor, dass er diese sternförmigen Flecken als »Maculc>
betrachtet. Von diesen Maculze und den mit ihnen in ge-
wissem Zusammenhang stehenden »Monticuli> hat LinpstRÖM!
eine ausfihrliche Darstellung gegeben. Ich verweise auf diese
und will hier daraus nur das Allgemeinste anfihren: »Bei
Monticulipora petropolitana PANDER sind die grössten Zooe-
cien, 6—38 an der Zahl, in sehr regelmässig vertheilte Grup-
pen gesammelt, Monticuli, die sich oft, insbesondere bei rus-
sischen untersilurischen Exemplaren, iiber die Oberfläche er-
heben. Die sogenannten Macule sind ebene, von Poren ent-
blösste Flecken, die z. B. auf der Fläche der Fistulipora
ziemlich regelmässig zerstreut liegen und dadurch entstehen,
dass einige Miändungen durch ein dännes Kalkhäutchen ver-
schlossen werden. Diese Maculze und Monticuli scheinen mit
einander in dem Zusammenhang zu stehen, dass man Maculze
nur da sieht, wo es Monticuli oder Gruppen von grossen
Zooecien giebt. Dies ist wenigstens mit Monticulipora ostio-
lata und russischen Exemplaren von M. petropolitana der Fall.
Hamzr hat? aus dem Jura-System einige Heteropora- und
Neuropora-Species beschrieben und abgebildet, die nicht nur
Maculze, sondern auch Monticuli haben, Bildungen, die mit
den ebenen, Zooecien iberdeckenden Flecken der Clausidee
v'ÖrRB. zu vergleichen sind. Diese Erscheinung ist vielleicht
dieselbe, die man z. B. von Retepora intricaria” kennt. Auch
bei Favosites-Species, die unstreitig Korallen sind, findet man
gar nicht selten etwas mit den Maculze Analoges, doch mit
dem wesentlichen Unterschied, dass diese Bildungen bei den
Bryozoen regelmässig auftreten und dort die ihnen charakte-
ristiscehen Flecken und Höckerchen bilden, während sie sich
bei den Favositiden längs dem oberen Rande der Epithek
ausbreiten und sich von da aus öäber einzelne Kelche zerstreuen.»
! Några anteckningar om Anthozoa Tabulata, Öfvers. K. Vet.-Akad. Förh.,
Stockholm, 1873, N:o 4, und >»On the affinities of the Anthozoa Tabulata>,
Ann. Mag. Nat. Hist. Vol. 18, Ser. 4, London, 1876.
? Mémoires Soc. Géol. de France Ser. 2, Tom. 5, 1854.
3 Smirr, Krit. Fört. Skand. Hafsbry., Öfvers. K, Vet.-Akad. Förh., Stock-
Holm, TOTL Tab, 20, Higmna,
6 A. HENNIG, UBER NEUROPORA CONULIGERA.
Sternförmige Macule wie bei unserer Neuropora conuli-
gera finden wir auch bei den Gorpruss'sehen Ceriopora tri-
gona, OC. angulosa, C. radiata und C. venosa. Die Korallen
des englischen Kreidesystems sind von LonspaALE"' beschrieben
worden. Die letzte seiner Gattungen ist Spinopora Dixon
LONSDALE”, vom Autor zu den Milleporiden gerechnet. Auch
bei diesem Fossil sieht man »wart-like protuberances variable
in number and distinetness with or without radiating rami-
fications».
Zwischen den Leisten der Maculz sieht man die Mändun-
gen der Zooecien. Die Wände der Röhren sind ziemlich dick
und oft deutlich von einander unterscheidbar. Die Miändungen
sind von einer eckigen, trapezoidalen Form und zuweilen mehr
abgerundet und alle von ungefähr derselben Grösse in Syste-
men von 5—7 einen kleinen centralen Höcker umgebend (Fig.
9 rh). Zuweilen ist der Höcker nicht rund, sondern langge-
streckt (Fig. 9 lh). Noch eine dritte Variation ist hier zu
beobachten: anstatt des Höckers können wir im Centrum eines
Systems eine runde Mindung finden (Fig. 9 0).
Der Unterschied zwischen diesen Systemen ist jedoch
nicht so bedeutend, wie es anfangs aussehen kann. Fin Tan-
gentialschnitt gerade unter der Oberfläche zeigt uns, dass wir
es in jedem Falle urspränglich mit einem centralen Röhrehen
von demselben Aussehen und Bau wie die peripherischen zu
thun haben, nur dass der oberste Theil dieses Röhrchens mit
Kaikmasse ausgefillt ist. In dem Systeme bei a (Fig. 8) ist
das Centrum freilich dicht; doch sieht man hier gleichwobhl
die Grenze des ursprimglichen Wohnzimmers. Ferner, wenn
das obere Ende nicht nur eines, sondern zwei oder drei an-
stossender Röhrchen verschlossen wird, begegnen wir der
zweiten hier oben erwähnten Variation: dem langgestreckten
Höcker.
Aus dem Gesagten erhellt, dass die Höcker eine mit der-
jenigen analoge Bildung sind, die wir oben als Maculze be-
schrieben haben, nur dass hier einzelne Zellen, dort zusammen-
hängende Flecken oder Reihen von Röhrensystemen sich mit
einer Kalkausfiöllung versehen zeigen. Die längeren Höcker
vermitteln den Uebergang von den gewöhnlichen runden
Höckern zu den Leisten.
! DIXON und Jones, The Geology of Sussex, Brighton, 1878,
2 Op. cit. Pag. 312, P1. XVIII (19), Figg. 38 und 39,
BIHANG TILL K. SV. VET.-AKAD. HANDL. BAND. 19. AFD. IV. N:01. Y7
Ich werde im Folgenden noch einmal auf diese Frage
zuräckkommen.
Innerer Bau.
Das Zoarium ist aus Zooidröhren zusammengesetzt, deren
ziemlich dicke Wände mit einander verwachsen sind. Der
verticale Durchschnitt zeigt uns die Zooecien zuerst, d. h. im
Centrum des Zoariums, senkrecht gehend und dann allmählig
nach aussen biegend, um endlich in der Nähe der Oberfläche
eine gegen diese fast winkelrechte Richtung einzunehmen
(Fig. 6). Der Horizontalschnitt (Fig. 7) zeigt dasselbe. In
der Mitte (Fig. 7 a) sieht man hier die Zooecien quer durch-
geschnitten, während sie beim Schleifen in der Corticalschicht
der Länge nach getroffen werden.
Die Zooecien sind mit queren Scheidewänden, Tabule,
versehen, durch die sie in iiber einander liegende Kämmer-
chen abgetheilt werden (Fig. 7 b). Die Böden benachbarter
Röhren liegen zuweilen gerade vor emander, und das Zoarium
scheint in einem solchen Falle aus einander concentrisch be-
deckenden Schichten gebildet zu seim. Oft ist diese Regel-
mässigkeit jedoch zerstört. Die Abstände der Tabulie von ein-
ander sind nicht immer gleich und kleinere und grössere Kam-
mern sind ohne regelmässige Anordnung zu finden (Figg. 7 b
UND
Septa, d. h. verticale,. der inneren Röhrenwand entlang
vorspringende Leisten, habe ich nicht gefunden.
Die Röhrenwände scheinen, wie die Fig. 10 u. 11 zeigen,
von feinen Porencanälen perforirt zu sein.'
Systematische Stellung.
Aus dem oben (Pag. 3) Citirten geht hervor, dass auch
einige Bryozoen mit Tabule versehen sind. So hat schon
HamE” zwei Heteroporen (Heteropora pustulosa MicH. sp. und
H. conifera LAmMour. sp.) bescehrieben und abgebildet, in deren
Zooecien man Tabulze, »Diaphragmes transverses» findet. Aus
HamE's Figuren (Op. cit. Pl. 11, Fig. 2 n, o) von H. pustulosa
! Diese Canäle sieht man am besten bei reflectirtem Licht.
2? Deser. des bryoz. foss. Jur.; Mémoires Soc. Géol. de France. Ser. 2,
Tom. 5, 1854.
8 A. HENNIG, NEUROPORA CONULIGERA.
geht hervor, dass 'Tabulgze iöberall, d. h. sowohl in den eigent-
lichen Zooecien, wie in den Interstitialröhren zuweilen zum
Vorschein kommen. Busk! sagt, dass man bei Heteropora pu-
stulosa (Busk) und Heteroporella radiata (Busk) die Interstitial-
röhren von den nur wenig grösseren Zooecien dadurch unter-
scheidet, dass jene »moniliform» sind, »an appearance which is due
to the existence of partial, transverse, nearly equidistant septa.»
Nach Smitt” finden sich solche Querböden in den Inter-
stitialröhren von Discoporella. Sie sind hier (loc. cit.) dadureh
entstanden, dass die Interstitialröhren zu wiederholten Malen
entweder total, oder nur partiel verschlossen wurden. In den
Arbeiten von Warers” und Busk” kann man ebenfalls nichts
von Tabulee in den Hauptzellen der hier beschriebenen recen-
ten Heteroporen finden. Bei Heteropora neozgelanica Busk trifft
man nach NICHOLSON” immer Tabulz, auch wenn sie »are con-
fined to the axial region of the corallites and not developed
in the interstitial tubes at all» Aus Warers Abhandlung
»On Tertiary Cyclostomatous Bryozoa from New Zealand»" er-
laube ich mir Folgendes anzufuhren: »There (bei Heteropora
napierensis WATERS) are sometimes tabulie in various posi-
tions in the zooecial tubes, but only one or two in a tube,
and not many as in H. comnifera.»
Nach PerGess (Revision des bryozoaires du crétacé figurés
par DÖRBIGNY ") ist das Vorkommen solcher Tabulze bei den
Bryozoen gar nicht ungewöhnlich.
Aus dem Citirten geht hervor, dass das Vorhandensein
von Tabulze in den Zooecien unserer Neuropora conuligera
nicht ausschliesst, dass diese Form als eine Bryozoen-Art be-
trachtet wird, im Gegentheil, es deutet sogar auf eine Ver-
wandschaft mit den Heteroporen Bry. oder den Cheetetiden
M. Epbw. (emend. NICHOLSON) hin,” welche letzteren nach
einigen Autoren nahe Verwandte der Heteroporen sind.
1 Crag Polyzoa, London, 1559, Pag. 122.
2? Krit. Förteckn. Skand. Hafsbryoz. Ofvers. K. Vet.-Akad. Förh., Stock-
holm, 1866, Pag. 476.
3 Journ. Roy. Microsc. Soc., London, 1879, Pag. 390.
+ Journ. Linnean Soc., London, 1879, Pag. 724.
5 Annals and Mag. Natur. History, Ser. 5, Tom. 6, London, 1880,
Pag. 421.
5 Quart. Journ. Geol. Soc. Vol. 43, London, 1887, Pag. 349.
7 Bull. Soc. Belge géol. Tom. 3, Bruxelles, 18589, Page 318.
3 ZiTTEL, Paleozoologi I, Mimnchen u. Leipzig, 1850, Pag. 612.
BIHANG TILL K. SV. VET.-AKAD. HANDL. BAND. 19. AFD. IV. N:01. 9
Die Fam. Chetetide umfasst eine Menge Gattungen, die
mit Tabule versehen sind: Chetetes, Monticulipora, Dekayia,
Constellaria und viele andere. Alle diese Gattungen werden
von ROMINGER und LINDSTRÖM zu den Bryozoen gezählt. Linp-
STRÖM stätzt diese seine Meinung auf umfassende Untersuch-
ungen iber die Entwickelung hierher gehöriger Formen, ins-
besondere derjenigen der Monticulipora.! NICHOoLSOoN will die
Zmgehörigkeit dieser Gattungen zu den Bryozoen nicht gelten
lassen, sondern sie lieber fär Alcyonarien auffassen.
In seimer Abhandlung »On the occurrence of recent Hete-
ropora»” sagt WaATtERrs, dass die Zellenwände bei allen Cyclo-
stomata von feinen Porencanälen (die Rosettenplatten, Com-
munication-plates der Chilostomata) perforirt sind, durch
welche unter den Zooecien eine freie Communication möglich ist.
Eine Verschiedenheit zwischen Heteropora und Monticuli-
pora liegt nach NicHoLson darin, dass die erstere Gattung
mit von Canälen durcehlöcherten Röhrenwänden versehen ist,
die Wände der Monticulipora dagegen solid sind.” Dass man
jedoch auch Monticulipora-Gattungen mit perforirten Zooecien-
wänden finden kann, geht aus einer anderen Darstellung”
desselben Autors hervor. Ich will aus dieser Folgendes
citiren: »The typical Monticuliporee seem to be undoubtedly
devoid of mural pores; but I have examined a specimen from
the Wenlock Limestone of Dudley — —, which has all the
external and general characters of such a Monticulipora as
M. petropolitana PaAnp., but in which the walls of the coral-
lites are unquestionable minutely porous.»
Unser Fossil aus Westra Olinge hat mit feinen Poren
versehene Röhrenwände (Pag. 7) ungefähr ähnlich denjenigen,
die man auf Diwmnnschliffen von Heteropora conifera HAIME
sieht.
Ohne eine Ansicht iäber die nähere oder entferntere Ver-
wandschaft der Gattung Monticulipora mit Heteropora aus-
zusprechen, wollte ich hier nur eine allgemeine Darstellung
der typischen Verhältnisse der beiden genannten Genera
! Öfvers. K. Vet.-Akad. Förh., Stockholm, 1873, N:o 4, Pag. 3 und Ann.
Mag. Nat. Hist., Vol. 18, Ser. 4, London, 1876, Pag. 1.
2 Journ. Roy. Microsc. Soc., London, 1879, Pag. 390.
3 Ann. Mag. Nat. Hist., Ser. 5, Vol. 6, London, 1880, Pag. 422.
z ERK Corals of the Palxeozoic Period, Edinburgh u. London, 1879,
ag. 271.
ww
10 A. HENNIG, UBER NEUROPORA CONULIGERA.
liefern. Aus dieser ergiebt sich deutlich, dass unsere eben
beschriebene Species eher zu den Heteroporen, als zu den
Monticuliporen zu zählen ist.
Was nun das oberflächlicke Aussehen betrifft, so sagte
ich schon vorher, dass ein centraler, von abgerundet polygo-
nalen Poren umgebener Höcker, oder anstatt dieses Höckers
eine centrale Pore vorkommt. Solche Höcker zwischen den
Miändungen finden wir auch bei Acanthopora pb'OrB. und De-
kayia M. Ebw. und Hamre. Von diesen Bildungen bei Dekayia
sagt NICHoLsSon!': »These eminences are the upper ends of
curved and thickwalled tubes, which appear to be closed
above, and which are not traversed by tabul:e; but which are
to be regarded as specially modified corallites.» Wir haben
folglich hier mit einer Dimorplhisme der Zooecien zu thun. +:
Die wahre Natur dieser Höcker bei Acanthopora kenne
ich nicht. Bei Nceuropora conuligera halte ich (Pag. 6) diese
Tuberkeln fir das verschlossene Ende normaler, nicht von den
anderen abweichender Zooecien, also fär etwas mit den poren-
losen Leisten Analoges, eine Ansicht, welche auch dadurch
bestätigt wird, dass es längliche, nicht runde Höcker giebt,
die den Uebergang von diesen Höckern zu den Leisten ver-
mitteln (Pag. 6).
Die Regelmässigkeit der Maculie ist (Pag. 5) ein Bryo-
zoen-Uharakter, und wenn die Maculie erhabene, glatte, aus-
strahlende Rippcehen bilden, sind sie fär das Geschlecht Neu-
ropora charakteristisch.
! Tab. Corals Paleoz. Period, Edinburgh u. London, 1879, Pag. 299.
BIHANG TILL K. SV. VET.-AKAD. HANDL. BAND. 19. AFD. IV. N:01. Jä
Erklärung der Tafel.
Figg. 1, 2 und 3. Verschiedene Exemplare in wenig mehr als natär-
licher Grösse.
Hisottirstockt = Sa-
Fig. 5. Der Kegel a der Fig. 4, von der Spitze gesehen, um den
Stern der Macula zu zeigen.
Fig. 6. Longitudinaler Schnitt ?/,.
Fig. 7. Transversaler Schnitt !8/,; a = das Centrum, b = die Peri-
( /1
pherie des Zoariums.
Fig. 8. Tangentialer Schnitt !$/,; o = offene, s = solide centrale
Zooecien. Man sieht bei a die ursprängliche Röhrengrenze.
Oberflächliches Bild 1$/,; in der Mitte eine Partie von der
Macula: o = offenes, centrales Zooecium; rh =runde Höcker;
lh = länglicher Höcker.
Fig. 10. Transversaler Schnitt 75/,; p = Porencanäle zwischen den
Zooecien (2).
Fig. 11. Longitudinaler Schnitt ?5/,; die Bezeichnungen sind dieselben
wie in der vorigen Figur.
E
da
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(Die Zooecien der Fig. 7 sind in durchgehendem Lichte gezeichnet
und erscheinen demnach hell; in den andern Figuren sind sie dahin-
gegen dunkel gezeichnet, weil sie hier in reflectirtem Lichte gesehen
wurden.)
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BIHANG TILL K. SVENSKA VET-ARAD. HANDLINGAR. Band 19. Afd IV. N:o 2.
BEITRÄGE ZUR KENNTNISS
INSEKTENFAUNA VON KAMERUN.
1
COLLEMBOLA
VON
HARALD SCHÖTT.
MIT 7 TAFELN.
MITGETHEILT DEN 12 APRIL 1893 DURCH G. LINDSTRÖM.
STOCKHOLM 1893
KUNGL. BOKTRYCKERIET. P. A. NORSTEDT & SÖNER
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TTOROR GIAHSAH I
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NAT DOTEN
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nöntTÖRzT Jå före BORT JIKTA FNTKANTINN
SU
HÖRS alligen zoologischen Sammlungen, welche Herr
Cand. Phil. YnGvE SJöstEbtT auf seinen Forschungsreisen in
West- Afrika im Jahre 1890 zusammengebracht, umfassen gleich-
falls etliche Collembola, die ich auf Anraten des Intendenten
der entomologischen Abteilung des Reichsmuseums, Herrn Pro-
fessor CHR. ÅURIVILLIUS zur Bearbeitung vorgenommen.
Durch wohlwollendes Entgegenkommen des Herrn Prof.
T. TurrBErG bin ich in der Lage gewesen, gleichzeitig eine,
dem zoologischen Museum der Universität Upsala gehörigen,
ebenfalls von Herrn Cand. Sjöstept heimgebrachte afrikanische
Sammlung zu untersuchen.
Die Sammlungen stammen vom Kamerunberge her und
zwar von dem Gebiete, das der schwedischen Firma KNUTSON,
Wazpauv und HEILBORN gehört.
Die unvergleichlich grösste Anzahl Formen gehören der
Familie Entomobryide an. Sie zeigen auch in ihrer Morpho-
logie eine solche Menge Abwechselungen, die sich aus der
starken Variabilität der einzelnen Organe und einem uner-
hörten Reichtum an schwach entwickelten Formen herleiten,
so dass deren Systematisieren mitunter mit den grössten
Schwierigkeiten verbunden ist.
Bis auf weiteres, wo das Studium der Collembola — diese
in phyllogenetischer Hinsicht so wichtige und interessante
aber nichts desto weniger allzusehr versäumte Gruppe inner-
halb der grossen Klasse der Insekten so zu sagen noch in den
Windeln liegt, — därfte man, um eine bequeme und ibersicht-
liche Form zur Darstellung zu gewinnen, weniger strenge
Forderungen auf die Gattung machen. Als Hauptsache scheint
4 HARALD SCHÖTT, INSEKTENFAUNA VON KAMERUN. COLLEMBOLA.
mir die Aunfstellung einer möglichst erschöpfenden Charak-
teristik zu gelten und dass man in jedem einzelnen Falle
versucht, seiner Meinung in klarer und ibersichtlicher Weise
Ausdruck zu geben.
Besonders veranlassen mich meine Studien der ausländischen
Literatur iiber das in Frage stehende Gebiet, sowie auch die
Nachforschungen privater Sammlungen, die nicht genug zu
beräcksichtigende Wichtigkeit hervorzuheben, welche man auf
äusserst genau ausgefiährte Abbildungen neben den einzelnen
Beschreibungen zu legen hat.
Es passiert nämlich nicht selten, dass eine, wenn auch
umsichtlich aufgestellte Diagnose, sich auf mehrere Arten der-
selben Gattung anwendbar zeigen kann, wodurceh sie ja voll-
kommen wertlos wird. Manches Mal wiärde eine einzige Figur
oder einige Zeichnungen hier jeden Zweifel und jedes Bedenken
aufheben können.
Was nun speciell die Behandlung des vorliegenden Ma-
terials betrifft, so habe ich im Interesse der Anschaulichkeit
und Ubersichtlichkeit zwei Gattungen aufgestellt, welche sich
in Zukunft vielleicht gern zu einer einzigen vereimigen lassen.
Die Kenntniss, die man bis dahin von der Collembola-
fauna Afrikas besessen, ist höchst unvollkommen und läcken-
haft.
In einem Sammelwerk »Materiali per lo Studio: della fauna
Tunisina raccolti da G. c L. Doria» hat Prof. CORRADO PARONA
die Resultate seiner Untersuchungen mitgeteilt »sopra alcune
Collembola e Thysanura di Tunisir.
Hier werden 5 Collembolaformen genannt, von welchen 2
för die Wissenschaft neu sind.
Nicht weniger als 4 Arten fallen in die Gattung Smin-
thurus LATREILLE, und zwar die schon bekannten Sviridis (LinNg)
LuBBocK und S&S. fuscus LiInsÉ, nebst den neu beschriebenen S&S.
bicolor und S. Dorie.
In wiefern die zwei erstgenannten in Wirklichkeit identisch
mit den Formen sind, welche von LuBBocK und TULLBERG unter
oben angegebenen Namen aufgenommen sind scheint mir zwei-
felhaft. Herr Prof. PARonaA hat mir nämlich gätigst eine von
ihm bestimmte italienische Collembola-sammlung zur Ansicht
BIHANG TILL K. SV. VET.-AKAD. HANDL. BAND. 19. AFD. IV. N:0 2. 5
ibersandt, welche mich davon iiberzeugt, dass er eine andere
Auffassung von der erwähnten Art gehabt hat.
Die beiden neuen Formen haben, nach den mitgeteilten
Ganzfiguren zu urteilen, eine ebenso häbsche wie charakteri-
stische Farbenzeichnung.
S. bicolor wird vom Verfasser dem S. insignis REUTER
nahegestellt.
Ausser diesen Sminthuwriden besteht das Material des Ver-
fassers noch aus einer zur Familie Templetoniine TTULLBERG
gehörenden Form, näml. Lepidocyrtus curvicollis BourLer.
Weiter wird bei S. A. PorprE in Abh. Natw. Ver. Bremen
IX p. 320, »Ein neuer Sminthurus aus S. W. Afrika» be-
schrieben.
Der Verfasser hat seine Form nach einem Herrn P. Hesse
benannt, der dieselbe in mehreren Exemplaren im September
1885 am Rande des Brackwassermorastes hinter der englischen
Faktorei in Banana eingesammelt hat.
Mehrere in der ausfährlichen Beschreibung angegebene
Kennzeichen wie z. B. der Bau der Krallenglieder und der
Furcula »lanzettliche wie Blätter erscheinende blasse Anhänge»>
und die Art der Vorkommnis des Tieres deuten auf eine Ver-
wandtschaft mit S. apicalis REuTErR hin.
Schliesslich erwähnt Prof. R. Monierz in seinem Aufsatz
äber Thysanuren von den Azoren das Vorkommen von S.
fuscus LinsÉ in Afrika.
Diese Angabe därfte der oben referierten Arbeit PARONAS
entlehnt sein.
6 HARALD SCHÖTT, INSEKTENFAUNA VON KAMERUN. COLLEMBOLA.
Collem bola.
Fam. I. Sminthuridee.
Gen. I. Sminthurus LATREILLE.
A. Setosi.
1. Sminthurus fuscus LINNÉ var. (Taf. II. Fig. 1—3.)
Diese einzige völlig ausgeprägte Setosi-Form aus den
Sminthuriden der Afrikanischen Sammlung ist augenscheinlich
eine Abart von LinsÉs obenstehender Art.
Die charakteristiche Articulation der Antennen und das
keilförmige, an dem einen Rande gesägte Endsegment der
Furcula, sprechen hierfir.
Da mir indessen nur ein einziges Individ zur Verfägung
stand und dieses bedeutend maceriert war, habe ich meine
detaillierte Untersuchung nicht so weit wie es wänschenswert
gewesen wäre, ausstrecken können. Demzufolge ist es mir
nicht möglich gewesen, mit Bestimmtheit die Anwesenheit
einer »tunica pellucida» auf der Oberkralle zu konstatieren
und mir iäberhaupt eine klare Vorstellung vom Bau der Tarsen
bilden zu können. Ich lasse die Form deshalb bis auf weiteres
ohne Namen stehen.
Sollte dieselbe nichts desto weniger in Gemeinschaft mit
S. fuscus LiInsÉ stehen, so weicht sie doch in der Hauptform
durch das Fehlen von den kennzeichnenden äusserst langen
keulenförmigen Fihlhaaren auf den Dentalteilen der Furcula
ab, und nähert sich also eher der hierher gehörigen Varietät,
welche REUTER purpurascens nennt.
Ein einziges Stuck aus Bonge, Kamerun.
2. Sminthurus maculatus n. sp. (Taf. I. Fig. 1—5.)
Brevi setosus, flavescens signaturis rubroviolaceis. Articulus
ultimus antennarwm ceteros conjunctos longitudine cequans, per-
spicue anmulatus. Unguwiculus superior nudus, muticus; ungui-
BIHANG TILL K. SV. VET.-AKAD. HANDL. BAND. 19. AFD. IV. N:0 2. 7
culus inferior pedum prinu paris appendice filifornui instructus.
Pili clavati in tibiis nulli. Mucrones excavati limbo altero denti-
culato. Long. 1 mm.
Diese Art kommt im System SS. nmultifasciatus REUTER
am nächsten. Ebenso wie diese scheint dieselbe hinsichtlich
der Haarbekleidung des Körpers auf der Grenze zwischen den
Setosi- und Pilosigruppen zu stehen.
In der Bildung der appendiculären Teile zeigt unsre Form
ferner eine anmerkungswerte Gleichheit mit REurtErRs oben-
genannter Art.
Die Antennen haben das dritte Glied ungefähr doppelt
länger als das vorhergehende und das unverkennbar annulierte
Endglied ist so lang wie alle die iäbrigen zusammengenommen.
Die Tarsen des vorderen Extremitetpaares haben ungui-
culus inferior sehr schmal, fast dornenförmig und als Faden-
anhang ausgezogen. Die Unterkralle der hinteren Paare ist
breiter und entbehrt des Anhangs.
Bei allen Paaren sind die Oberkrallen von gleichem Aus-
sehen und nirgends in Chitin-umhällung eingeschlossen.
Tibiale Fiihlhaare sind nicht vorhanden.
Das Endsegment der Furcula ist löffelförmig und nur an
dem einen Rande gesägt.
Des Vergleiches wegen gebe ich auch eine Abbildung dieses
Segments bei S. multifasciatus REvrerR bei. Dieses ist nicht
so oval löffelförmig, sondern gegen die Spitze etwas zusam-
mengedriickt und gleicht der Form nach einem Schuh.
Die Körperfarbe ist gelblich mit einer Schattirung nach
rotviolett. Mit Bezug auf die Verteilung der Flecken sei auf
die Figur hingewiesen. Ich möchte noch hinzufigen, dass die
regelmässigen Querstreifen, welche durch die Verteilung der
dunklen Flecken bei vollkommen entwickelten Individen von
S. multifasciatus REvTerR entstehen, hier fehlen und dass die
Reutersche Art eine dunkel blauschwarze Zeichnung auf gel-
blichem Grunde zeigt.
Mehrere Exemplare von Bonge, Kamerun.
Pilosi.
3. Sminthurus minimus n. sp. (Taf. I. Fig. 6—38.)
Globosus, violaceus. Articulus ultimus antennarum haud
amnmulatus. Pili clavati in tibis nulli. Ungweulus inferior pedum
8 HARALD SCHÖTT, INSEKTENFAUNA VON KAMERUN. COLLEMBOLA.
primi paris appendice filiformi instructus. Mucrones graciles,
acuminati, denticulati. Long. 0,5 mm.
Gleicht zunächst S. violaceus Rruter, von welchem er sich
doch leicht durch seine gerimge Grösse und die Bildung des
Endsegments der Furcula unterscheidet.
Die Antennen haben die beiden Mittelglieder von fast
gleicher Länge und das Endglied nicht annuliert.
Die T iligda haben keine keulenartigen Fihlhaare.
Die Krallenglieder des vorderen Ezxtr emitetpaares weichen
in ihrem Bau insofern von den ibrigen ab, dass sie eine dor-
nenförmige Unterkralle haben, die in einen äusserst feinen
Fadenanhang ausläuft.
Die Dentalteile der Gabel sind im Verhältniss zu der
Grösse des Tieres von bedeutender Länge und setzen vom
Manubrium durch ein Knie ab, weswegen dieselben längs der
ventralen hinteren Fläche des Abdomens nach oben gerichtet
sind.
Die Mucrones sind lang und stilettförmig und endigen in
einer Kugelspitze. Sie erinnern sehr an diejenigen bei REutErRs
vorerwähnter Art, weichen indessen dadurch von ihnen ab,
dass die Oberränder der Segmente fein gezähnt sind.
Der Rumpf ist kugelförmig und ein drittel desselben ist
mit reihenförmig angeordneten kurzen dornenartigen Haaren
besetzt.
Die Körperfarbe bei völlig entwickelten Individen scheint
dunkel blauviolett zu sein mit gelblichen Zeichnungen auf
einigen der unregelmässig verlaufenden feinen Querlinien auf
dem vorderen Teil des Abdomens, die wie kleine Risse in dem
dunklen Farbengrunde aussehen. Ausserdem lassen sich noch
an den Seiten des grossen Abdominalsegments mehrere kleine
helle Flecke mit unregelmässigen Konturen wahrnehmen. Bei
juängeren Individen ist die Grundfarbe heller und mehr mit
gelb vermischt, so dass sie beinahe rötlich aussehen.
Von dieser Form habe ich ein paar Individen angetroffen
mit eigentämlich umgebildeten Antennen. Das zweite Glied
hatte bedeutend an Länge zugenommen und swar auf Kosten
des dritten, das fast kugelförmig geworden war. Die beiden
veränderten Glieder waren ferner mit hervorragenden Partien
versehen, an den Spitzen dornengleiche Chitinvorspränge tra-
gend. Bei dem einen Individ waren die Antennen sogar S-
förmig gebogen.
BIHANG TILL K. SV. VET.-AKAD. HANDL. BAND. 19. AFD. IV. NO 2. 9
Es scheint mir keinem Zweifel zu unterliegen, dass diese
Individnen die Antennen zu sexualem Zweck verwandelt be-
kommen, und dass man also vor demselben eigenartigen bio-
logischen Phenomen steht, auf welches REvrteRr in seinen »Etudes
sur les Collemboles», in Bezug auf etliche bei uns vorkom-
menden Sminthuriden hinweist.
Die oben behandelte Form ist einer der kleinsten, den
man kennt. Er misst an Länge nur 0,5 mm.
Eine beträchtliche Anzahl Exemplare hat man in Bonge,
Kamerun, unter verfaulten Platanenblättern angefunden.
4. Sminthurus piluliferus n. sp. (Taf. II. Fig. 4—8.)
Subtiliter albopilosus. Pili perlongi in dorso dispersi. Ab-
domen supra albidum, signaturis nonullis ceruleis ornatum. Arti-
culus ultimus antennarum perspicue annmulatus. Pili elavati in
tibiis nulli. Ungwiculus inferior pedum primi paris appendice
filiformi instructus. Mucrones furcule breves acuminati limbis
glabris. Long. 0,75 mm.
Von dieser kleinen gut charakterisierten Art sind in der
Sammlung des Reichsmuseums ein einziges Individnum.
Ihrer Organisation nach erinnert sie meist an S. quadrili-
neatus "TULLBERG, von welcher sie sich doch unschwer durch
die annulierten Endteile der Antennen, sowie durch das nicht
vorhandensein von tibialen Fählhaaren unterscheidet. Sonder-
lich kennzeichnend fär die in Frage stehende Art sind die
langen von der Rickseite des Rumpfes aufgerichteten Haare.
Diese stehen paarweise und in gewissen Abständen von ein-
ander. Ob dieselben an der Spitze angeschwellt sind, muss
ich dahingestellt sein lassen. Wenigstens zwei solcher Paare
habe ich beobachten können.
Die Krallen sind sehr klein, ungezähnt, und die Unter-
kralle des vorderen Extremitetpaares läuft in einen feinen, ein
wenig nach unten gebogenen Fadenanhang aus.
Das Mucronalsegment der Gabel ist sehr kurz stilett-
förmig, und die Dentes sind im Verhältniss zum Manubrium
ziemlich lang.
Die Grundfarbe erscheint gelblich und das grosse Abdo-
minalsegment ist mit einer unregelmässigen bläulichen Zeich-
nung unterlegt. Die Antennen sind ganz und gar blau.
Ein Stäck aus Bonge, Kamerun.
10 HARALD SCHÖTT, INSEKTENFAUNA VON KAMERUN. COLLEMBOLA.
Gen. II. Papirius LuBBocK.
Die obenstehende Gattung ist in meinem Material durch
ein einziges, seiner Art nach nicht zu bestimmendes Exemplar
repräsentiert.
Fam. IL. Entomobryidee.
Gen. I. Pseudosira n. g. (Taf. II. Fig. 9—11.)
Mesonotum non prominens. Segmentum abdominale quartum
fere triplo longius quam tertium. Antenne dimidia parte corporis
breviores, quadriarticulate, articulis tribus ultimis inter se longi-
tudine subequalibus. Ocelli? Ungwiculi mutici. Mucrones falci-
formes. Cutis squumosa.
Diese Gattung steht in demselben Verhältniss zu dem von
mir in »Beitr. z. Kenntn. Calif. Coll.> aufgestellten Drepanura,
wie die Gattung Entomobryn RONDAniI zur Gattung Sira
LUBBOCK.
Sie zeigen unter einander grosse Ähnmlichkeiten, aber
unterscheiden sich sofort durch die Bekleidung des Körpers.
För die Gattung Drepamwa gilt als wichtiger Charakter das
Fehlen von Schuppen, sowie das Vorhandensein einer reich-
lichen Bekleidung von keulenförmigen Borsten. Die vorlie-
gende dahingegen hat eine dichte Schuppenriästung, aber ge-
ringe Haarbedeckung.
Das Mesonotum steht nicht hervor und iberragt das Meta-
notum etwas an Länge.
Das Grosse Abdominalsegment nimmt nur ein wenig mehr
als ein Drittel des ganzen Rumpfes ein und die beiden End-
segmente sind spitz und in die Länge gezogen.
Bei den Antennen sind die 3 äusseren Glieder ungefähr
von gleicher Länge.
In Anbetracht der Anzahl Ocellen und deren Verteilung
kann ich mich nicht auslassen, da mir nur ein einziges Individ
zur Verfigung steht.
BIHANG TILL K. SV. VET:-AKAD. HANDL. BAND. 19. AFD. IV. N:02. ll
Die Tibien sind mit einen feinen keulenähnlichen Spör-
borst versehen. Zähne an der Oberkralle habe ich nicht ent-
decken können; die Unterkralle ist lanzettförmig.
Die Furcula ist so kurz dass sie nicht bis an den Ventral-
tubus reicht. Dentes sind länger als Manubrium und Mu-
crones zeigen die Bildung, wie sie bei der Gattung Drepanura
vorkommt. Die Form ist also gleich einem Haken.
Pseudosira elegans n. sp.
Alba, signaturis lateralibus atris. Long.
Grundfarbe weiss. Auf allen Seiten des Rumpfsegmentes
eine Schattirung nach blauschwarz. Die Antennen sind an
den Gliedern dunkel; die Extremiteten teils hell, teils dunkel.
Die Furcula rein weiss.
Ein einziges Stäck, Kamerun.
Gen. II. Lepidocyrtus BouRLEr.
Diese Gattung ist besonders reich repräsentiert. Ausser
einigen völlig charakteristischen Arten kommt eine vor, die
in mehreren Hinsichten vom Typus der Gattung abweicht.
Diese Abweichungen kommen mir indessen nicht so von Be-
deutung vor, dass sie die Aufstellung einer neuen Gattung
erheischen könnten.
Lepidocyrtus maximus n. sp. (Taf. III.)
Squanmis detritis flavus, maculis lateralibus atris vel fasciis
cinereo-ceruleis in segmentis ommibus trunei ornatus. Antenne
capite triplo longiores, articulis tribus ultimus subequalibus.
Ungwiculus superior denticulis duobus armatus. Mucrones validi.
Long. 3,,—4 mm.
Von unsern Arten unterscheidet sich die vorliegende beim
ersten Anblick durch ihre ausserordentliche Grösse, sowie
durch die Länge und Articulation der Antennen. Sie ist zum
wenigsten zweifach länger als unsere grösste Art und mit weit
kräftiger entwickelten appendiculären Organen.
Dräckt man die Antennen dicht an die Ventralfläche des
Tieres, so reichen dieselben ungefähr bis zum Grenzringe
12 HARALD SCHÖTT, INSEKTENFAUNA VON KAMERUN. COLLEMBOLA.
zwischen dem 4:tn und 5:te Abdominalsegment. Während sie
sich bei bis dahin bekannten Arten im Allgemeinen durch eine
deutliche heteronome Articulation auszeichnen, indem besonders
das dritte Glied verschwindend klein im Vergleich zu dem
Endgliede zu sein pflegt, sind hier die zwei äusseren Glieder
nahezu vollkommen gleich lang.
Von den unteren Enden der Tibien geht ein ziemlich
langer, wenig gebogener Spärborst mit deutlicher Anschwell-
ung aus.
Die Oberkralle ist mit zwei Zähnen bewaffnet und die
Unterkrallen sind auf den einzelnen Extremitetpaaren etwas
verschieden ausgebildet. Bei dem hinteren Paare sind sie lang,
lanzettförmig mit ebenem Oberrande und bei den beiden ibrigen
Paaren kärzer; in der Mitte des inneren Randes mit einem
Einschnitt, oder wenn man so will, einem Zahn versehen, von
welchem aus die Kralle sich hastig zuspitzt.
Die Dentalteile der Furcula sind etwas länger als das
Manubrium und mit den Enden räckwärts gebogen. Die
Mucronalsegmente sind von typischer Form, aber ungewöhn-
lich kräftig entwickelt.
Die Haarbekleidung ist dicht auf den appendiculären Or-
ganen u. dem Kopfe, im iäbrigen höchst spärlich. Auf dem
Rumpfe kann man nur ein Bändelechen dicker Haare von ge-
meiner Form beobachten und zwar auf dem letzten Abdomi-
nalsegment.
Ich kann nicht mit Bestimmtheit entscheiden, ob sich in
meinem Material zwei oder mehrere durch Farbenzeichnung
getrennte Formen von dem oben beschriebenen Bau befinden.
Zufolge der Konservierung ist die Zeichnung bei den meisten
Individen mehr oder weniger verwischt worden. Etliche sind
rein gelbweiss und bei anderen lassen sich auf der Rick-
seite einige unregelmässige Flecke in rostbraun wahrnehmen.
Schliesslich habe ich noch ein paar Exemplare mit einiger-
massen regelmässiger Zeichnung, welchen letzteren ich eine
ausfiährlichere Breschreibung zu widmen willens bin.
Die Grundfarbe klar gelb. Der Kopf mit einigen wenigen
dunklen Flecken beim Buccalteil. Die Antennen dunkelblau;
ein kleines Feld zwischen den Gliedern ungefärbt, das erste
und zweite Glied an den Basen schwach gefärbt.
Das dritte Thoracalsegment, sowie die 3 vordersten Ab-
dominalsegmente sind mit ungefähr gleich breiten segmentalen
BIHANG TILL K. SV. VET.-AKAD. HANDL. BAND. 19. AFD. IV. N:02. 13
Querfascien von blauer Farbe versehen. Dieselben sind auf
die Mitte der Segmente verlegt, und lassen einen kleinen Teil
zu beiden BSeiten ungefärbt. Auf dem andern Thoracalseg-
mente, das durchschnittlich von blauem Farbenton ist, lässt
sich eine dunklere, diagonal laufende Linie nachweisen.
Das vierte Abdominalsegment ist mit bläulicher Färbung
gezeichnet, welche so in kleine Punkte verteilt ist, dass die
gelbe Grundfarbe hier und dort dazwischen hervortritt. Die
Extremiteten sind teils dunkel und teils hell und die Gabel
schmutzig gelb.
In Anbetracht ihres weit hervorragenden Mesonotums und
der Articulation der Antennen kommt meines Erachtens nach
die eben beschriebene Form derjenigen von LuBBocK in »Monogr.
of the Coll. and Thys» beschriebenen und figurlich darge-
stellten L. curvicollis BourLEt am nächsten.
Lepidocyrtus ferrugineus n. Sp.
Dense pilosus. Squamis detritis ferrugineus. Antenne ca-
pite longiores, articulo tertio secundum longitudine equante. Un-
gwiculus inferior pedum posteriorum lanceolatus. Margo internus
unguiculi inferioris pedum anticorum angularis. Long. 1,5 mm.
Unterscheidet sich von vorher bekannten Arten durch ihre
Körperfarbe, die Articulation der Antennen und durch reich-
lichere Haarbekleidung.
Die Antennen sind bedeutend länger als der Kopf und
haben das dritte Glied, das wesentlich kleiner als ein jedes
der ibrigen zu sein pflegt, ebenso lang oder bei etlichen In-
dividen sogar augenscheinlich länger als das zunächst vor-
hergehende.
Die Unterkralle ergiebt eime ungleiche Ausbildung an den
verschiedenen Beinpaaren. So z. B. ist diejenige des hinteren
Paares vergleichungsweise lang und einfach lanzettförmig,
während sie bei den beiden vorderen Paaren kurz, zugespitzt
ist und auf der Mitte des inneren Randes mit einer stachel-
förmigen Erhebung versehen, was ikre innere Kontur stumpf-
winkelig macht.
Ausser der Schuppenbekleidung zeigen besonders der Kopf
und die Seiten der abdominalen Segmente dicht sitzende grobe
Haare.
14 HARALD SCHÖTT, INSEKTENFAUNA VON KAMERUN. COLLEMBOLA
Das Tier ist der Farbe nach rostbraun ohne jegliche
Zeichnung auf dem Rumpfe. Die Antennen verdunkeln sich
nach den Spitzen zu.
Lepidocyrtus pallidus REUTER.
Argenteus, squamis detritis sat obsolete dilutissime cyanescens,
dorso albidofasciatus; antennis dilutissime cyaneis vel fere albidis,
furca albida; antennarum articulo secundo tertio paullulum lon-
giore, quarto duobus precedentibus simul fere eque longo; mu-
cronibus furcule bidentatis, dente primo a basi longius distante.
Long. P/, mm.
1890. Lepidocyrtus pallidus, REeEvtErR, Coll. in cald. viv.
p. 24.
Unter meinem Material befindet sich in reichlicher Indi-
videnzahl eine kleine Lepidocyrtus art, die sich vollständig
der Beschreibung Reuters iber L. pallidus anpasst.
RevTtER fuährt an. dass die Art in den bekannten Sinebry-
choffschen Gewächshäusern in einigen wenigen Exemplaren
auf ein paar Blumentöpfen in einem der wärmeren Räume vor-
kam. Möglicherweise ist es eine urspänglich sädliche Form,
welche mit den verschriebenen Gevächsen eingefiuihrt worden.
Die Art erkennt man an der Länge der Antennen und an
deren Articulation, sowie an der charakteristischen Zeichnung.
Die Antennen sind nämlich ausgeprägt länger als der längste
Diameter des Kopfes; die beiden mittleren Glieder sind von
gleicher Grösse und der Rumpf ist transversell mit einer höchst
schwachen blau punktierten Farbe gebändert.
Gen. III. Paronella n. g.! (Taf. IV.)
Mesonotum non prominens. Segmentum abdominale quartum
fere quadruplo longius quam tertio. Antenne dimia corporis parte
longiores, quadriarticulate, articulo ultimo omnium longissimo.
Oecelli 8; 4 in utroque latere capitis. Pili clavati in tibiis breves.
Unguiculus superior denticulo uno armatus, unguiculus inferior
lanceolatus. Mucrones lati aculeis quattuor. ÖCutis squamosa.
! Herrn Professor CorraDo Parosa zur Ehre habe ich die Gattung
Paronella genannt.
BIHANG TILL K. SV. VET.-AKAD. HANDL. BAND. 19. AFD. IV. N:02: 15
Diese Gattung, welche durch eine Art repräsentiert ist,
scheint sich zufolge mehrerer Charaktere nahe an die nach-
folgende anzuschliessen und zeichnet sich unter andern durch
ihre Grösse aus.
Sowohl der robuste Körperbau, als auch die Zeichnung
der Antennenglieder von abwechselnd dunkel und hell verleiht
der Form eine gewisse Ähnlichkeit mit Arten, die der Gattung
Orchesella TEMLETON angehören.
Das Mesotonum ist nicht vorgestreckt, aber es ist unbe-
dingt das grösste aller Thoracalsegmente; und das vierte Ab-
dominalsegment ist an Länge nahezu ebenbiirtig mit allen
äbrigen Rumpfsegmenten zusammengenommen.
Die Antennen haben 4 Glieder, von denen das zweite
ungefähr doppelt so lang ist als das folgende. Das Endglied.
das infolge der ungemein feinen MHaarbekleidung in regel-
mässiger Anordnung bei flächtigem Beschauen den Eindruck
macht, als sei es annuliert, hat eine Länge, welche den beiden
vorhergehenden Gliedern zusammengelegt gleichkommt.
Die Zahl der Ocellen ist 8, von denen zwei ausnehmend
klein sind. Die Anordnung derselben ersieht man an der
Figur.
Die Tibien sind mit einem sehr kleinen, feinen, vorge-
beugten Spiirborst, der fast unmerkbar angeschwollen, versehen.
Die Oberkralle ist mit einem stark entwickelten Zahn be-
waffnet und die unbewaffnete Unterkralle ist ziemlich lang
lancettförmig. ;
Die ungewöhnlich lange Furcula reicht in geknickter Lage
bis an der Kopf hinan. Dentes und Manubrium sind ungefähr
gleich lang und bilden einen stumpfen Winkel gegen einander.
Dentes sind nach der Spitze zu wenig abgeschmälert und be-
sonders unterwärts dicht mit Haaren bedeckt. An deren in-
nerer Seite kann man ausser längeren, nach unten gerichteten
Haaren noch eine Reihe ziemlich kurzer und dicker stachel-
gleicher Borsten wahrnehmen. Am Manubrium wird die Haar-
bekleidung dichter und die Haare bedeutend länger.
Die Mucrones sind besonders breit und kräftig entwickelt
und zeigen in Mikroskop ein Bild von 4 auf einander liegen-
den Chitinschuppen, von welchen zwei gross und stumpf, die
äbrigen klein und spitz sind.
Der Körper ist eng mit Schuppen bekleidet, welche ge-
mäss ihrer Struktur denjenigen der Gattung Lepidocyrtus
16 HARALD SCHÖTT, INSEKTENFAUNA VON KAMERUN. COLLEMBOLA.
Bouvriret ähneln und veränderliche Form besitzen. Bisweilen
sind sie gross und langgestreckt oval, sowie am obern Rande
ausgekniffen oder keilförmig, mitunter klein und gerundet.
Die Haarbekleidung ist gering, die appendiculären Teile
ausgenommen.
Die Extremiteten sind dicht mit dicken angedräckten
Borsten besetzt, iiber welchen an den oberen Gliedern einige
gerade in die Höhe gerichtete längere Haare hervorstehen.
Paronella fusca n. sp.
Fusca, articulo antennarum ultimo albo. Long. 4 mm.
Die Grundfarbe gelblich. In Bezug auf die Zeichnung
wechselt diese etwas bei den einzelnen Individen. Im allgem.
erkennt man doch eine dunkelbraune oder schwärzliche Farbe
auf der Riöckenseite. Auf dem grossen Abdominalsegment ist
diese meist in zwei grosse Flecke geteilt — einer in der Me-
dianlinie ziemlich weit nach vorn auf dem Segmente und einer
seitwärts vom hinteren Teile des Segments. Ferner kann man
auf demselben Körperring eine rostbraune oder russartige
Zeichnung sehen, in longitudinellen breiten Streifen so ver-
teilt, dass die Grundfarbe dazwischen hervorschimmert. HEine
ähnliche Linienzeichnung, obgleich transversal, findet sich auf
den andern Segmenten wieder. Die Coxalglieder der Extre-
miteten erscheinen gesprenkelt durch das Vorhandensein von
dunklen eng aneinanderligenden Punkten. Das Endglied der
Antennen ist gelbweiss, gegen die Spitze dunkel und die beiden
Mittelglieder sind nahezu schwarz. Oft ist ein Glied verfehlt.
Die Gabel ist schmutzig gelb mit rostbraunen Kanten.
Mehrere Exemplare von Bonge, Kamerun.
Gen. PVC TTrichory pa nesg: OKINATeeVE)
Mesonotum non promvinens. Segmentum abdominale quartum
fere quintuplex longius quam tertiwm. Antenne dimidia corporis
parte longiores, quadriarticulate, articulo ultimo omnium longis-
simo. ÖOcelli 12; 6 in utroque latere apitis. Pili elavati in tibis
perlongi. Ungwiculus superior denticulis tribus instructus; ungwi-
! Von Ttowzoovgpos = dreispitszig.
BIHANG TILL KR. SV. VET.-AKAD! HANDL. BAND. 19. AFD. IV. N:OQ&, 17
culus inferior denticulo uno armatus. Mucrones lati, trilobati.
Cutis squamosa.
Obenstehende Gattung zeigt in gewissen Beziehungen so
grosse Ähmnlichkeiten mit der vorhergehenden, dass sie, wie
ich schon in der Einleitung zu diesem Aufsatz darauf hinge-
wiesen habe, vielleicht fuglich mit derselben zusammengefasst
werden därfte.
Ausser verschiedenen Ungleichheiten in Detaillen, will
mir indessen auch der ungleiche Habitus des Tieres vorläufig
eine Isolierung von einander zu rechtfertigen scheinen, bis
möglicherweise vereimende Zwischenformen an den Tag ge-
bracht werden.
Während der Repräsentant der vorgehenden Gattung eine
besonders robuste Form mit relativ kurzen und dicken An-
tennen ist, wird die vorliegende Gattung durch eine geschmeidig
gebaute und mit langen schwachern Antennen versehene Art
vertreten:
Mesonotum ist nicht hervorstehend und ungefähr von der-
selben Länge wie Metanotum.
Von den Abdominalsegmenten ist das erste am kärzesten
und die beiden folgenden sind gleich gross, während das vierte
genau genommen an Länge so viel misst wie die vier vorge-
henden Rumpfsegmente.
Die Fiihler sind viel länger als der halbe Körper und
ziemlich schmal. Die 3 ersten Glieder sind fast von gleicher
Länge und das Endglied erweist sich circa '/, länger als das
zunächstliegende.
Die Zahl der Ocellen beträgt 6 zu jeder Seite des Kopfes;
sie sind sämmtlich von derselben Grösse und in 2 parallele
vertikale Reihen geordnet, von welchen die innere 2 und die
äussere 4 enthält.
Die Tibien an den Extremiteten sind mit einem äusserst
langen vorgebeugten keulenartigen Spärhaar versehen. Die
Oberkralle ist mit 3 Zähnen bewaffnet, von welchen der äusserste
jedoch höchst undeutlich ist. Die lanzettförmige Unterkralle
ist auf dem hinteren Beinpaare etwas länger als auf den beiden
vorderen.
Die längs ihrer ganzen Ausdehnung fast gleich breite
Gabel hat Manubrium ungefähr um '/, länger als Dentes.
Die Mucrones sind kurz und breit und gleichen denjenigen
der vorhergehenden Gattung in :hohem Grade. Sie scheinen
2
18 HARALD SCHÖTT, INSEKTENFAUNA VON KAMERUN. COLLEMBOLA.
aus drei zusammengeschmolzenen, schuppenähnlichen Chitin-
lamellen gebildet zu sein.
Der Körper ist mit Schuppen bekleidet und die Haarbe-
deckung auf dem Rumpfe ist bei in Spiritus konservierten
Tieren sparsam. Ausser etlichen eimzelnen Haaren auf dem
Kopfe und den Seiten des grossen Abdominalsegmentes kann
man ein Biindel gewöhnlicher borstenähnlicher Haare auf dem
Apicalsegment wahrnehmen. Dagegen sind die appendiculären
Teile reichlich mit Haaren bekleidet.
Trichorypha atro-fasciata n. sp.
Luteo-flavescens vel albida, fasciis lateralibus atris ornata.
Long. 3 mm.
Die Grundfarbe ist honiggelb oder weisslich. Zu beiden
Seiten des Körpers läuft ein longitudinelles blauschwarzes
Band, das seinen Anfang bei den Augenflecken nimmt und
sich unter beständiger Zunahme an Breite bis zum letzten
Abdominalsegment fortsetzt.
Die beiden Binnenglieder der Antennen sind gegen ihre
resp. Enden dunkelschwarzbraun, welche Farbe auch das
ganze Endglied auszeichnet.
Die Furcula sowie die Extremiteten sind hellgelb.
Mehrere Exemplare aus Bonge, Kamerun.
Gen. V- Campylothorax n. g.s (ParMij
Mesonotum non prominens, metanotum curvatum. Segmen-
tum abdominale quartum dimidiam truncei partem occupans. An-
terme corpore plus triplo longiores, quadriarticulate, articulis
basalibus validis. Furcula usque ad apicem fere pari latitudine.
Mucrones lati, rectangulares, spinis lUimbisque ornati. — Cutis
squamosa.
Der Rumpf ist knieförmig gebogen. Das Pronotum be-
steht aus einem einfachen Hautfalte, die von dem schildähn-
lichen Mesonotum verborgen wird. Das letztere ist jedoch
nicht iber dem hintern Teil des Kopfes hervorragend. Das
Metanotum ist sehr kräftig entwickelt und runderhoben, aus
dem Grunde, weil die Biegung des Körpers hier stattfindet.
! Von zauriios = Krumm und Fwoas = Rumpf gebildet,
BIHANG TILL K. SV. VET.-AKAD. HANDL. BAND. 19. AFD. IV. N:0 2. 19
Was die Abdominalsegmente betrifft, so nehmen die 3 vor-
deren mit geringem Grössenunterschiede successiv nach hinten
zu. Das vierte nimmt ungefähr die Hälfte des Rumpfes ein
und die beiden Endsegmente sind nur klein.
Die Antennen, die mehr als zweimal so lang sind wie
der Körper, scheinen normal viergliederig zu sein mit ausser-
ordentlich entwickeltem Endgliede. Die 3 inneren Glieder
sind fast von der nämlichen Länge, während das Endglied
das ihm zunächst stehende circa '/, iäberragt.
Infolge der ungewöhnlichen Länge dieser Organe und
daraus herriährender Gebrechlichkeit, sind sie an den meisten
Individen abgebrochen. In meinem Material kommen auch
Exemplare vor, deren Antennen nur aus 2 Gliedern bestehen,
welche dann so ausgedehnt sind, dass das Organ nahezu die
normale Länge erreicht. Da diese Individen sowohl was die
Färbung als die iibrigen Charaktere betrifft, völlig mit den
andern ibereinstimmt, habe ich sie nicht als Repräsentanten
einer neuen Art betrachten wollen. Augenscheinlich liegt
eine Missbildung der Organe vor durch Fehlschlagen der zwei
äusseren Glieder und Deformation der zuriickgebliebenen.
Ocellen befinden sich 6 an jeder Seite des Kopfes und
zwar so angeordnet, wie aus der Figur erleuchtet.
Die Extremiteten sind lang und haben Tarsen, welche an
diejenigen bei der Gattung ÖOrchesella "TEMPLETON erinnern.
Die Oberkralle ist mit 2 Zähnen bewaffnet, die Unterkralle
dagegen unbewaffnet und ihrer Form nach lanzett-gleich. Fin
kleiner Unterschied hinsichtlich der Länge der Unterkrallen
bei den verschieden Beinpaaren macht sich geltend. Beim
ersten und zweiten Paare ist sie nämlich ungefähr halb so
lang als die Oberkralle, während beide Krallen bei den hin-
tersten Paare von beinahe gleicher Länge sind. Bei scharfer
Einstellung ins Mikroskop erweisen sie eine striuerte Fläche.
Unmittelbar oberhalb des Tarsalgliedes sitzt auf den Ti-
bien ein gelindegebogener keulenförmiger Spirborst.
Die Gabel, welche ihrer ganzen ausdehnung entlang bei-
nahe gleich breit ist, hat eine beträchtliche Länge und wiärde,
in geknickter Lage, wenn man sich das Tier ausgestreckt
denkt, bis an das vordere Extremitetpaar reichen.
Das Manubrium ist unbedeutend kärzer als Dentes, und
Mucrones sind von eigentimlichem Bau. Sie sind ungewöhn-
lich gross und breit und bestehen aus einer rektangulären
20 HARALD SCHÖTT, INSEKTENFAUNA VON KAMERUN. COLLEMBOLA.
Chitinlamelle, die mit aus stehenden Spitzen und leistenför-
migen Erhöhungen versehen ist (Siehe Fig).
Von der Basis der Segmente hängt auch auf der hintern
Seite eine Schuppe nieder. Die Haarbekleidung an den appen-
diculären Teilen reichlich; äbrigens ist das Körper mit Schuppen
belegt.
Campylothorax longicornis n. sp.
Flavescens, maculis nonullis atrocceruleis in lateribus seg-
mentorwm omniwm. Segmentwm abdominale quartum supra fusco-
striatum. Tile et antenmarwm articuli tres intimi fusco-ceru-
lescentes. — Long. 3—53.5 mm.
Die Grundfarbe ist schmutzig gelb. Die Seiten des Kopfes
sind mit etlichen dunklen Strichen und Flecken von unbe-
stimmter Kontur gezeichnet. Längs den Seiten des Rumpfes
läuft ein dunkles Band welches aus der Zeichnung, das sich
auf jedem Segment an deren resp. Enden widederholt, zu-
sammengesetzt ist. Dies besteht aus einem schwarzblauen
reticulierten Belag mit ab und zu eingestreuten hellgelben
elipsoidischen Flecken. Das grosse Abdominalsegment ist
longitudinell von derselben dunklen Farbe striert, welche
hier doch nicht völlig so dicht erscheint. Mit Ricksieht auf
den Verlauf der Längsbänder und deren näheres Aussehen
wird auf die Figur hingewiesen.
Die Tibialglieder der Extremiteten sind mit einem schmut-
zigen blauvioletten Farbenton iberzogen, der auch fir die
Antennen bezeichnend ist. Bisweilen ist das zweite Antennen-
glied gegen die Spitze und das Endglied ganz und gar unge-
färbt.
Mehrere Individen. sind rein strohgelb und haben eine
sparsamere dunkle Zeichnung, die aus einem breiten Querband
uber dem vierten Abdominalsegment besteht nebst einer mehr
oder weniger deutlichen Schattierung auf den Hinter- und
Seitenrändern der ibrigen Segmente.
Oudemans hat in seinem Aufsatz »Apterygota des Indisehen
Archipels» eine Form unter dem Namen Entomobrya longicormis
beschrieben, welche der Charakteristik nach und vor allem
der beigefiigten Abbildung nach zu urteilen, grosse Ähnlich-
keit mit der obenstehenden zu haben scheint. Die Antennen
sind nämlich beinahe zweimal so lang als der Körper und die
BIHANG TILL K. SV. VE.-AKAD. HANDI:. BAND. 19. AFD. IV. N:o 2. 21
Gabel ist lang, in geknichter Lage bis zur Halsgegend reichend.
Da man indessen nichts vom Bau des Mucronalsegmentes er-
fährt, ist es unmöglich, sich eine zufriedenstellende Auffassung
von den Formen und deren Verhältnissen zu einander zu
bilden.
Fundort: N'Indian und Bonge, Kamerwn.
Gen. VI. Dicranocentrus n. g.! (Taf. VII. Fig. 1—6).
Mesonotum non prominens. Segmentwm abdominale quartum
tertio parum longius. Antenne dimidia corporis parte longiores,
quadriarticulatce, articwlo tertio ommum longissimo. Ocelli? Dentes
furcule spinosi, mucrones breves, tridentati. OCutis squamosa.
Diese Gattung ist ohne Zweifel eine der interessantesten
in der afrikanischen Sammlung. Sie vereinigt Charaktere von
mehreren verschiedenen Organisationstypen.
Während das Vorhandensein von Dornenreihen auf den
Dentalteilen der Gabel und die Articulation der Antennen
der Form einen Platz in der Nähe der Gattung Tomocerus
LuBBocK anweisen und das Mucronalsegment der Furcula aut
eine Verwandtschaft mit der Gattung Lepidocyrtus BoUrkLET
hindeutet, scheint die relativ homonome Segmentierung des
Rumpfes sie der Gattung Isotoma Bourrert nahezustellen.
Das Pronotwm ist freilich sehr unterdräckt und durch eine
einfache Hautfalte repräsentiert, kann jedoch deutlich von oben
bemerkt werden; und das Mesonotum ist nicht hervorstehend.
Was die abdominalen Segmente betrifft, so ist das vierte
nur wenig länger als das vorhergehende und das Apicalseg-
ment ist lappenförmig ausgezogen.
Die Antennen sind viergliederig; von diesen ist das dritte
ausserordentlich entwickelt. Bei diesem sowohl wie beim End-
gliede, welches an Länge etwas mehr misst als die Hälfte des
vorigen, ist die äusserst feine Haarbekleidung ringförmig ver-
teilt, was zur Folge hat, dass die Glieder annuliert erscheinen.
Wirkliche Gliederungen können doch in der That nicht nach-
gewiesen werden. Noch zeichnen sich die beiden äusseren
Glieder durch eine im Vergleich zu den Basalgliedern ge-
schmeidige Form aus.
! Von dizoavor — Gabel und zévtoov = Stachel gebildet.
22 HARALD SCHÖTT, INSEKTENFAUNA VON KAMERUN. COLLEMBOLA.
Die Tibien sind mit einem winkelrecht auswärtsgehenden
sehr zartem Haar versehen, an dessen Spitze ich jedoch keinerlei
Anschwellung wahrnehmen konnte.
Die Kvrallen sind kräftig gebaut. Beide entbehren der
Zahnbewaffnung und die untere ist lanzett-ähnlich. Die Unter-
kralle des hinteren Extremitetpaares ist länger als diejenigen
der ibrigen Paare.
Die Furcula ist höchst eigentimlich, indem sie, wie schon
erwähnt, in ihrer Organisation Charaktere aus der Gattung
Lepidocyrtus BourrLet mit andern aus der Gattung Tomocerus
LuBBocK entlehnten in sich vereinigt. An die erstere schliesst
sie sich in der Bildung des Mucronalsegmentes an, das drei-
gezähnt ist mit dem innern Zahn von der Form eines nach
hinten gerichteten Dorns, und der letztgenannten gleicht sie
mit Bezug auf das Aussehen der Dentalteile. Diese sind näm-
lich an der Basis dicht mit Chitindornen besetzt. Es lassen
sich wenigstens zwei parallel laufende Reihen am inneren
Rande des Segmentes und eine Reihe an dem äusseren unter-
scheiden. Von den ersteren enthält der eine längere, kräftigere
Dornen, der andere dagegen sehr kleine. Der Umstand, dass
ich nur zwei Individen zur Untersuchung habe, macht es mir
unmöglich die Anzahl derselben mit Gewissheit festzustellen.
An einem Exemplar habe ich die Gabel los-dissekiert, welche,
von hinten betrachtet, unter dem Mikroskop das Aussehen
ergiebt, wie es auf der mitgeteilten Figur zu ersehen ist.
Auf diese Weise habe ich 12 Dornen in jeder Reihe zählen
können. Der oberste der gröberen ist niederwärts gerichtet
und erhält dadurch also den äbrigen gegeniber eine winkel-
rechte Lage.
Das Manubrium ist mit ziemlich langen, kräftigen, nach
unten gerichteten Haaren besetzt und der Teil von Dentes,
der sich unterhalb der Dornenreihen befindet, ist mit hoch-
gebogenen, engsitzenden dicken solchen geschmiäckt.
Hinsichtlich der Körperbekleidung sei bemerkt, dass die
Haarbedeckung auf dem Rumpfe — an in Spiritus verwahrten
Individen wenigstens — ungemein weitläufig ist, während sie
indessen auf den appendiculären Teilen des Tieres reichlich
vorhanden ist. Ausserdem ist das Tier noch mit dicht sitzen-
den Schuppen von variirender Grösse und Form bekleidet.
Ihrer Struktur nach stimmen dieselben mit denjenigen der
Gattung Lepidocyrtus BourLet tberein.
BIHANG TILL K. SV. VET.-AKAD. HANDL. BAND. 19. AFD. IV. N:0 2. 23
Dicranocentrus gracilis n. sp.
Squamis detritis flavescens vel albidus, antennis tibiisque
purpureis. Long. 3 mm.
Da mir wie eben erwähnt, nur zwei Individen zum Stu-
dieren zur Verfigung standen, ist es einleuchtend, dass ich
mich nicht mit Bestimmtheit iiber die Körperfarbe äussern
kann.
Beide Individen scheinen ganz gelblich zu sein, aber es
ist anzunehmen, dass die Schuppenrästung dem lebenden Tiere
einen metallischen Farbenschimmer verleiht, möglicherweise
nach braun, der Farbe der hängengebliebenen Schuppen nach
zu urteilen.
Fam. Lipurideae.
Gen. I. Pseudachorutes TuULLBERG.
»Corpus suwberassun, non tuberculatum. Instrumenta cibaria
ad sugendum accomodata. Oecelle 16; 8 in utroque latere capitis.
Antenne comnice, articulo quarto gracillimo. Unguiculus inferior
mullus. Furcula ad tubwm ventralem non pertinens. Spine anales
nulle.>
Wenngleich ich auch nicht durch direkte Untersuchung
der schwedischen Art obiger Gattung in der Lage gewesen
bin, mir eine vollkommen exakte Vorstellung von dem Aus-
sehen des Kamuapparates zu bilden, so habe ich nicht desto
weniger den einzigen Repräsentanten der afrikanischen Samm-
lungen fär die Familie der Lipuriden auf diese zuröckgefihrt,
weil derselbe alle in der Diagnose angegebenen Charaktere
zu eigen hat.
In seiner Beschreibung tber die Gattung sagt TuLLBERG
von den Mundteilen »dass dieselben beinahe gänzlich diesen
Teilen bei der folgenden Gattung (Amuwa Grrvas) gleichen.»
Dieses Urteil, finde ich, passt ebensogut auf die von mir
untersuchte Form, was am einleuchtendsten wird bei einem
Vergleich mit der von mir gelieferten Detailfigur und der
24 HARALD SCHÖTT, INSEKTENFAUNA VON KAMERUN. COLLEMBOLA.
von TuLLBErG entlehnten öber die Mundteile letzterwähnter
Gattung.
Die Antennen sind 4-gliederig; das Endglied ist am klein-
sten.
Die Ocellen sind 8 an der Zahl zu beiden BSeiten des
Kopfes und haben die gegenseitige Anordnung wie es auf der
Figur ersichtlich ist.
Die Mwuwndteile zeiechnen sich durch eine weit-getriebene
Reduktion aus; die Mandiblen sind doppelt gezähnt und die
Maxillen einfach börstenförmig.
Die Zibien sind ohne keulenförmige Spiärhaare.
Die Oberkralle ist unbewaffnet und Unterkrallen sind gar-
nicht vorhanden.
Die Furcula ist sehr kurz und hat Schnabelförmig gebo-
gene Mucrones.
Pseudachorutes ceerulescens n. sp. (Taf. VII. Fig. 7—10.)
Ccerulescens, lineis punctisque albis signatus. Long. 1 mm.
Die Körperfärbung ist auf der Rickenseite dunkel bläu-
lich, nach unten zu thongrau. Auf der Rickenseite lassen
sich noch unter dem Mikroskop hier und da eingesprengte
weisse Striche und Punkte beobachten. HEine schmale, un-
regelmässig verlaufende helle Linie geht longitudinell an jeder
Seite und teilt gleichsam die Segmente in besondere Felder.
Unmittelbar unter dieser Linie kommt auf allen Segmenten
ein mehr oder weniger deutlich markierter Fleck von der-
selben Farbe vor. Die auf schwarze Platten verlegten Ocellen
zu zählen ist fast möglich bei ziemlich schwacher Vergrös-
serung, ohne dass das Tier vorher mit kochendem Alkali be-
handelt zu werden braucht.
Fundort: Bonge, Kamerwn.
Im Zusammenhang mit dieser Form därfte es am Platze
sein, hier eines andern Lipuriden von Afrika zu gedenken, den
ich Gelegenheit gehabt habe zu untersuchen. Diese befand
sich als einzigstes Individ zwischen älteren Collembolasamm-
lungen des Reichsmuseums und ist am Cap während der Fre-
gatte »Eugenies» Reise um die Welt vom damaligen Steuer-,
arzt, dem Herrn J. G. M. KInBERG, gewonnen der im Auftrage
BIHANG TILL K. SV. VET.-AKAD. HANDL. BAND. 19. AFD. IV. N:0 2. 25
der königl. Akademie der Wissenschaften als Zoologe der Ex-
pedition mit an Bord war.
Das Tier ist dunkel blauschwarz gefärbt mit ein paar
gelben Flecken.
Im ibrigen gleicht es dem Äussern nach durchaus unseren
Arten, die zur Gattung Anurida LABOULBEÉNE gehören. ÖOcellen
hat es 5 zu jeder Seite des Kopfes, die auf dieselbe Weise
gruppiert sind wie bei Anurida maritima LABOULBENE. Post-
antennalorgane fehlen jedoch. Da ich mir indessen keine klare
Auffassung äber den Bau der Mundteile machen konnte, halte
ieh mich nicht fär kompetent, die Form geniägend zu diagno-
sieren, weshalb ich ihrer erwähne ohne ihr einen Namen zu
geben.
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BIHANG TILL K. SV. VET.-AKAD. HANDL. BAND. 19. AFD.IV. N:02. 27
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Erklärung der Abbildungen.
>
»
Tafel I.
Fig. 1. Sminthurus maculatus n. sp.
Krallen und Endteil der Tibia.
> multifasciatus Reut. > > >
> maculatus n. sp. Endsegment des Gabels.
> multifasciatus Reut. > >
> minimus n. sp.
Sminthurus fuscus var.
»
»
> piluliferus n. sp.
>
>
Papirius spec.
Pseudosira elegans n. sp.
>
>
»
>
>
»
>
Antenne.
Zu sexualem Zweck verwandelte Antenne.
Krallen und Endteil der Tibia des vorderen
Extremitätenpaares.
Krallen und Endteil der Tibia
teren Extremitätenpaares.
Endsegment des Gabels.
Tafel II.
Antennne.
Endsegment des Gabels.
Krallen und Endteil der Tibia.
Antenne.
Endsegment des Gabels.
Krallen und Endteil der Tibia
teren Extremitätenpaares.
Krallen und Endteil der Tibia
deren Extremitätenpaares.
Krallen.
Endsegment des Gabels.
Krallen und Endteil der Tibia.
Tafel III.
Lepidocyrtus maximus n. sp.
»
»
>
>
»
»
Ocellen.
Krallen und Endteil der Tibia.
Endsegment des Gabels.
des hin-
des hin-
des vor-
28
HARALD SCHÖTT, INSEKTENFAUNA VON KAMERUN. COLLEMBOLA.
SIN HEST SON SEE
Tafel IV.
Paronella fusca n. sp.
> > Krallen und Endteil der Tibia.
> > Schuppen.
> > Ocellen.
Endsegment des Gabels.
Tafel V.
Trichorypha atro-fasciate n. sp.
> > > Ocellen.
> > > Schuppen.
> > > Krallen und Endteil der Tibia.
Endsegment des Gabels.
Tafel VI.
Campylothorax longicornis n. sp.
> > Krallen und Endteil der Tibia.
> » Endsegment des Gabels.
Tafel VII
Dicranocentrus gracilis n. sp. Dentaldornen der Furcula.
» > Antenne.
» > Krallen und Endteil der Tibia des
hinteren Extremitätenpaares.
Krallen und Endteil der Tibia des
vorderen Extremitätenpaares.
Endsegment des Gabels.
Pseudachorutes cerulescens n. sp. Ocellen.
> > Kralle und Endteil der Tibia.
> > Mundteile (Mandibel, Maxille und
Hypopharynx von aussen her ge-
rechnet).
> > Endsegment des Gabels.
Anura muscorum Temp. Mundteile (Copiirt nach der Abbil-
dung ”Tullbergs in »Sveriges Po-
durider>).
Tat. I.
Bihang till K. Vet. Akad. Handl. Bd. 19. Afd. IV. N99.
H. Schött del. A. Ekblom. "ifh.
W. Schlachter, Stockholm.
Bihang till K. Vet. Akad Handl. Bd 19. Afd. IV. N?2.
H. Schött del. A. Ekblom lifh 'W. Schlachter, Stockholm.
Iker JUL
2
'Bihang till K. Vet. Akad. Handl. Bd. 19. Afd IV. Ne
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BN /
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3
f
£
ME
UT
W. Schlachier, Stockholm.
H. Schött del. A. Ekblom lith
>
iv
Brihang till K Vet. Akad. Handl. Bd 19. Afd. NV. Ne2.
H. Schött del. A. Elkblom hifh.
Taf. IV:
W: Schlachter, Stockholm.
Bihang till K Vet Akad. Handl. Bd.19. Afd. IV. Ne? MER ONE
3
H. Schött del. A Ekblom Irih Wi Schlachter, Stockholm
Bihang till K. Vet. Akad. Handl. Ba. 19. Afd. IV. N99.
Taf. VI.
H. Schött del. A. Ekblom lifh
'W. Schlachter, Stockholm.
/
—— Bihang till K. Vet, Akad Handl. Ba 19. Afd. IV. Ne9 Taft. VIT
W. Schlachtet, Stockholm.
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